Eckdaten:
Für die 78. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 751 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Ich habe gestern nicht in den entsprechenden Unterlagen nachschauen können, darf aber heute berichten, daß die große, 24-bändige Brockhaus-Enzyklopädie den "Haufen" als einen aus dem Militärwesen stammenden Begriff definiert (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), der üblich geworden ist zur Bezeichnung von einer Vielzahl von Soldaten, speziell auch für eine geschlossene Schlachtenformation. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Ich habe gestern nicht in den entsprechenden Unterlagen nachschauen können, darf aber heute berichten, daß die große, 24-bändige Brockhaus-Enzyklopädie den "Haufen" als einen aus dem Militärwesen stammenden Begriff definiert (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), der üblich geworden ist zur Bezeichnung von einer Vielzahl von Soldaten, speziell auch für eine geschlossene Schlachtenformation. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Herr Präsident! Ich darf Sie bitten, in der nächsten Präsidiale festzustellen, worin die Beleidigung, die Anstandsverletzung besteht, wenn ein solcher Begriff verwendet wird. Ich finde es wirklich mehr als problematisch, wenn eine solche Auslegung der Geschäftsordnung stattfindet, wenn ein solcher Begriff, der völlig wertfrei ist, zu einem Ordnungsruf führt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Das gilt auch für den Khol!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Meine Damen und Herren! Die gestrige Sitzung war natürlich sehr emotional, das ist mir bewußt, aber ich bitte Sie, sich daran zu erinnern, daß ich dem Klubobmann einer Oppositionspartei vor einigen Tagen auf seinen geschäftsordnungsmäßigen Antrag, das Stenographische Protokoll herbeizuschaffen, geantwortet habe: Das ist kein Antrag auf Herbeiführung eines in der Geschäftsordnung vorgesehenen Zustandes (Abg. Mag. Stadler: Das gilt auch für den Khol!), weil die Regeln betreffend die Stenographischen Protokolle ohnehin eingehalten werden. (Abg. Mag. Stadler: Die kennt der Khol nicht!)
Abg. Mag. Stadler: Die kennt der Khol nicht!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Meine Damen und Herren! Die gestrige Sitzung war natürlich sehr emotional, das ist mir bewußt, aber ich bitte Sie, sich daran zu erinnern, daß ich dem Klubobmann einer Oppositionspartei vor einigen Tagen auf seinen geschäftsordnungsmäßigen Antrag, das Stenographische Protokoll herbeizuschaffen, geantwortet habe: Das ist kein Antrag auf Herbeiführung eines in der Geschäftsordnung vorgesehenen Zustandes (Abg. Mag. Stadler: Das gilt auch für den Khol!), weil die Regeln betreffend die Stenographischen Protokolle ohnehin eingehalten werden. (Abg. Mag. Stadler: Die kennt der Khol nicht!)
Abg. Mag. Stadler: Sehr schön!
Ich antworte dem Klubobmann einer Regierungspartei hinsichtlich der Handhabung der Geschäftsordnung natürlich genau das gleiche wie dem Klubobmann einer Oppositionspartei (Abg. Mag. Stadler: Sehr schön!): Das Stenographische Protokoll wird vorliegen, sobald es geschrieben ist. – Ich habe mich, bevor ich jetzt den Vorsitz übernommen habe, erkundigt, ob es schon vorliegt, aber das ist noch nicht der Fall gewesen – es war halb drei Uhr früh, als die Sitzung beendet wurde.
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Auf eines können wir uns aber sicher alle einigen: Wir werden in der Präsidialsitzung, die ja morgen stattfinden wird, Vorfälle der Sitzung, so wie wir das bisher immer getan haben, erörtern. Das sichere ich Ihnen zu und hoffe, daß manches Wort, das heute in der Nacht gefallen ist, zumindest das wirkliche Bedauern desjenigen auslöst, der sich so ausgedrückt hat, wenn er es sich in Erinnerung ruft. – Das dazu. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Abg. Mag. Stadler: Das war der Kongreß!
Herr Präsident! Ich bin einverstanden mit Ihrer Auslegung der Geschäftsordnung und melde an, daß wir in der morgigen Präsidialsitzung über diese doppelbödige Vorgangsweise der Verharmlosung des Massenmörders Bani Sadr durch die Grünen und der gleichzeitig stattgefundenen Denunzierung Österreichs vor der UNO, in den Vereinigten Staaten sprechen werden. (Abg. Mag. Stadler: Das war der Kongreß!)
Abg. Mag. Stadler: Bei weitem!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich bin auch der Meinung, daß die Wortmeldungen, die jetzt gekommen sind, den Rahmen der Erörterungen zur Geschäftsordnung an sich gesprengt haben. (Abg. Mag. Stadler: Bei weitem!)
Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.
Ich schlage vor, die gesamten Vorfälle in der Präsidialkonferenz zu besprechen, erlaube mir aber, aus meiner Sicht folgendes zu sagen: Der gestrige Abend und das Verhalten der Abgeordneten der Koalitionsparteien entziehen jeder differenzierten Stellungnahme der Opposition, wie sie etwa von Frau Mag. Pollet-Kammerlander kam, den Raum. (Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Aber als dritte Möglichkeit war der Kauf!
Wir hatten in der Nacht vom 12. auf den 13. vereinbart, daß die Privatisierung – sogenannte Privatisierung – der AVZ durch Aktientausch beziehungsweise durch Kapitalerhöhung stattfinden sollte. Da diese beiden Strategien in der Zwischenzeit bestätigt worden sind und die Vorkaufsstrategie, bei der das WestLB-Recht aktuell geworden wäre, den geringsten Anteil hat, kann ich meine Position weitgehend dahin gehend präzisieren, daß es daher das vorrangige Interesse ist, die Strategie Aktienumtausch, die Strategie Kapitalerhöhung durchzusetzen, damit es zu der vereinbarten Rückführung öffentlichen Eigentums kommt. (Abg. Dr. Graf: Aber als dritte Möglichkeit war der Kauf!) – Der Verkauf war angeführt, aber es war klar, daß das die geringste Möglichkeit sein sollte, um die Abstockung bei der AVZ herbeizuführen.
Abg. Mag. Stadler: Das ist gut!
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Herr Abgeordneter! Ich halte es für zweckmäßig, wenn jetzt in vielen Bereichen schrittweise die Umwälzung dieser 17 Punkte erfolgt. Sollte es dabei Probleme geben, wird sich der Kreis, der die 17 Punkte vereinbart hat, neuerlich zusammensetzen müssen (Abg. Mag. Stadler: Das ist gut!), um die Einhaltung der einzelnen Punkte einzumahnen, was bei einer Reihe von Punkten auf bilateralem Weg bereits erfolgt ist.
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Das Zurückkommen auf zwischen politischen Gruppen bestehende Vereinbarungen kann ich nicht als Schädigung des Finanzplatzes ansehen. Ich glaube, daß es umgekehrt notwendig ist, in Österreich einmal durchgehende Reformen am Finanzplatz selbst durchzuführen, daß wir unser Image loswerden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Schmidt: Das war in meiner Frage schon drin! Die Frage war warum!
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Frau Abgeordnete! Sie haben meine Absicht als Wirtschaftsminister richtig wiedergegeben, die in der Regierungsvorlage ihren Niederschlag gefunden hat. In den Verhandlungen der parlamentarischen Ausschüsse, im Unterausschuß, wurde diese Änderung vereinbart. Und wenn der Souverän anderer Meinung als der Bundesminister ist, habe ich mich zu fügen. (Abg. Dr. Schmidt: Das war in meiner Frage schon drin! Die Frage war warum!)
Abg. Haigermoser: Die werden sich hüten! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Herr Abgeordneter! Das ist eine für mich jetzt nicht einfach zu beantwortende Frage, weil es relativ schwierig ist, beim Besuch etwa ausländischer Staatsoberhäupter oder Wirtschaftsdelegationen, die ihre Fotografen mitbringen, diese jeweils nach der Gewerbeberechtigung zu fragen. Sie publizieren für Amerika und nicht für die österreichischen Medien. Daher üben sie ihre Tätigkeit eigentlich nicht für den inländischen Markt aus. Ich meine daher, daß das ein Tätigkeitsgebiet ist, das nicht mit der Gewerbeordnung zusammenhängt. Sollte es aber so sein, daß sich Amerikaner in Österreich niederlassen und für den hiesigen Markt tätig sind, dann wird ihnen nichts ... (Abg. Haigermoser: Die werden sich hüten! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Abg. Mag. Stadler: Sehen Sie!
Wir haben – zum Teil noch in meiner Zeit in der Wirtschaftskammer – mit einigen Hundert amerikanischen Kleinunternehmen über den Standort Wien in Wien Verhandlungen geführt und Seminare abgehalten. Das Ergebnis war, daß höchstes Interesse am Standort Wien herrschte. Als die Amerikaner aber von den österreichischen Mindesturlaubsvorschriften und sonstigen Vorschriften hörten, ist jedes Interesse sofort erloschen. (Abg. Mag. Stadler: Sehen Sie!)
Abg. Dr. Khol: Das Parlament und nicht die Regierung! Das Parlament, Frau Rossmann!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Sehr verehrter Herr Minister! Die Regierung beschließt heute das Teilgewerbe. Es entfällt dabei zwar die Meisterprüfung, aber den Betrieben wird die Beschränkung auferlegt, nur bis zu fünf Mitarbeiter und außerdem keine Lehrlinge zu beschäftigen. Wie können Sie das mit der vielgepriesenen angeblichen Beschäftigungsoffensive und Lehrlingsoffensive der Regierung vereinbaren, wenn Sie oder das Parlament, die Koalitionsparteien, im gleichen Atemzug ein Beschäftigungsverbot, eine Beschäftigungsbegrenzung und ein Lehrlingsbeschäftigungsverbot beschließen? (Abg. Dr. Khol: Das Parlament und nicht die Regierung! Das Parlament, Frau Rossmann!)
Beifall bei der ÖVP.
Zweiter Punkt: Eines scheint schon wichtig zu sein: Wenn wir uns in der Gewerbeordnung generell – man kann über Nummern streiten – darauf geeinigt haben, daß wir etwa 80 verschiedene Gewerbe brauchen, um das duale Ausbildungssystem mit Meistern aufrechtzuerhalten, dann macht es keinen Sinn, in einem neuen liberalisierten Versuch auf geringerem Niveau ebenfalls die vollen Rechte wie einem Gewerbebetrieb zuzugestehen. Das ist die Begründung dafür, warum es in diesem Haus möglicherweise zu einer anderen, von Ihnen dargestellten Beschlußfassung kommt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Was wollen wir?
Abgeordnete Ingrid Tichy-Schreder (ÖVP): Herr Bundesminister! Es sind vor der Regierungsvorlage der Gewerbeordnung dankenswerterweise auch zwei andere Anträge zur Gewerbeordnung eingebracht worden. Die Liberalen haben zum Thema Kosmetik – sie wollen diesen Bereich überhaupt sehr stark liberalisieren – in der Gewerbeordnung festgehalten, daß das Gewerbe der Kosmetiker ein gut Teil der Bevölkerung an sich selbst auszuführen pflegt, und zwar ohne Erbringung eines Befähigungsnachweises – aber auch ohne an die Öffentlichkeit gelangte Folgewirkungen –, während die Freiheitlichen das nicht gebundene Gewerbe des Kosmetikers zu einem Handwerk machen wollen. (Abg. Haigermoser: Was wollen wir?)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Das wirklich Phänomenale an der Gewerbeordnungsdiskussion ist, daß im Prinzip fast alle Verhandlungsteilnehmer liberal sind, und zwar mit einer Ausnahme, wenn es um ihren favorisierten Beruf geht. Das geht über die gesamte Palette der Unternehmenssparten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Frau Abgeordnete! Aufgrund der Nichtteilnahme der Abgeordneten bestimmter Parteien an den weiteren Ausschußberatungen des Unterausschusses haben manche Vorschläge leider ihre Anwälte verloren und daher auch keine Chance gehabt, umgesetzt zu werden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) – Das ist die eine Seite. Ich bitte Sie, das nicht persönlich zu nehmen, aber mit Ihnen ist der Anwalt dieser Berufssparte verlorengegangen.
Beifall bei der ÖVP.
Der zweite Teil ist: Da wir jetzt in der Gewerbeordnung ein Regelungssystem haben werden, aufgrund dessen alle Berufe, die nicht ausdrücklich in der Gewerbeordnung im Qualifizierungsteil gebunden, handwerksmäßig genannt sind, automatisch frei sind, haben die Solartechniker jede Chance, sich als freies Gewerbe mit selbst gesetzten Standards zu etablieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Geh, geh, Herr Haigermoser!
Daher stellt sich die Frage in Ihrer Gesamtverantwortung für die Exportwirtschaft: Wie konkret werden Sie in der Regierung auf steuerliche Entlastung des Faktors Arbeit drängen, um zu einer echten Exportoffensive zu kommen? – Die Ergebnisse, die Ruster Absichtserklärungen waren etwas dürftig, Herr Bundesminister – das umso mehr, als auch der Wirtschaftsbund, Herr Mitterlehner, diese Dinge in Grund und Boden verdammt hat. Daher ist die Frage, die ich hier gestellt habe, für die Öffentlichkeit sehr interessant. (Abg. Dr. Fekter: Geh, geh, Herr Haigermoser!)
Zwischenruf.
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Noch einmal: Nur für jene in der europäischen Wirtschaftsszenerie, die nicht an den Euro glauben, spielt die Zahlungsbilanz weiterhin eine wichtige Rolle. Mit der Einführung des Euro wird es die Zahlungsbilanz im traditionellen Sinn nicht mehr geben, da dies dann nur noch eine Bilanz regionaler Finanzierungsströme ist. (Zwischenruf.) – Ich erkläre das gerne einmal anderswo, wenn ich mehr Zeit habe, Frau Abgeordnete.
Abg. Dr. Ofner: Es hat ein anderes Mascherl, denn die topographische ... !
Zweiter Punkt: zu den Maßnahmen, die in Rust besprochen wurden. (Abg. Dr. Ofner: Es hat ein anderes Mascherl, denn die topographische ... !) – Es würde sich, Herr Abgeordneter Ofner, dasselbe abspielen, wie wenn wir in Österreich mit Bundesländerbilanzen arbeiteten. Es hat keinen politischen Einfluß. Österreich ist dann eine Region im europäischen Zahlungsbilanzbereich. (Abg. Dr. Ofner: Sie haben gesagt, wenn Sie einmal Zeit haben! Sie haben heute Zeit!)
Abg. Dr. Ofner: Sie haben gesagt, wenn Sie einmal Zeit haben! Sie haben heute Zeit!
Zweiter Punkt: zu den Maßnahmen, die in Rust besprochen wurden. (Abg. Dr. Ofner: Es hat ein anderes Mascherl, denn die topographische ... !) – Es würde sich, Herr Abgeordneter Ofner, dasselbe abspielen, wie wenn wir in Österreich mit Bundesländerbilanzen arbeiteten. Es hat keinen politischen Einfluß. Österreich ist dann eine Region im europäischen Zahlungsbilanzbereich. (Abg. Dr. Ofner: Sie haben gesagt, wenn Sie einmal Zeit haben! Sie haben heute Zeit!)
Abg. Dr. Ofner: Geben Sie ausführlich Antwort! Sie haben Zeit! Sie müssen auf keine andere Frage mehr eingehen! Sie haben Zeit!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Am Wort ist der Herr Bundesminister zur Beantwortung der Frage. (Abg. Dr. Ofner: Geben Sie ausführlich Antwort! Sie haben Zeit! Sie müssen auf keine andere Frage mehr eingehen! Sie haben Zeit!)
Abg. Dr. Ofner: Aber in der neuen! – Abg. Aumayr: Aber in der neuen!
In einschlägigen Ökonomenkreisen ist klar, daß die bisherige Bedeutung nationaler Zahlungsbilanzen mit dem Eintritt des Euro total relativiert wird. Wer sich daher damit weiterhin sozusagen alarmiert, ist selbst schuld. Er wird in der alten Diktion nicht ernst genommen. (Abg. Dr. Ofner: Aber in der neuen! – Abg. Aumayr: Aber in der neuen!)
Abg. Mag. Trattner: Herr Minister! Das hören wir alles schon seit fünf Jahren, das, was Sie jetzt sagen, was Sie alles vorhaben!
Noch einmal zu den Fragen betreffend Steuern. (Abg. Mag. Trattner: Herr Minister! Das hören wir alles schon seit fünf Jahren, das, was Sie jetzt sagen, was Sie alles vorhaben!)
Abg. Haigermoser: Da ist eine Antwort noch offen, Herr Präsident! Herr Präsident, eine Antwort ist noch offen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die nächste Zusatzfrage stellt Herr Abgeordneter Mag. Peter. – Bitte sehr. (Abg. Haigermoser: Da ist eine Antwort noch offen, Herr Präsident! Herr Präsident, eine Antwort ist noch offen!)
Abg. Dr. Schmidt: Die Regeln gibt aber schon das Parlament vor! Wir sind jetzt bei dieser Zusatzfrage! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich möchte zunächst einmal ... (Abg. Dr. Schmidt: Die Regeln gibt aber schon das Parlament vor! Wir sind jetzt bei dieser Zusatzfrage! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Das hat die Kollegin nicht verstanden! – Abg. Dr. Krüger – in Richtung des Liberalten Forums –: Wenden Sie sich an die Volksanwaltschaft!
Da Herr Abgeordneter Peter im Nebenton dieselben Fragen, nämlich Arbeitskosten, vergleichbare Kosten in Österreich, angesprochen hat, habe ich zum Abgeordneten Haigermoser gesagt, daß meine Antwort in diesem Teil nun kommt. – Erster Punkt. (Abg. Aumayr: Das hat die Kollegin nicht verstanden! – Abg. Dr. Krüger – in Richtung des Liberalten Forums –: Wenden Sie sich an die Volksanwaltschaft!)
Abg. Mag. Barmüller: Das ist kein Markt, Herr Minister! Das sind Monopolisten! Das ist kein Markt! Das wissen Sie, Herr Minister! Wir zahlen Strompreise, die heute schon ...!
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Herr Abgeordneter! Wenn das neue System den Unternehmern die Verantwortung überträgt, für ihre Preise selbst verantwortlich zu sein, wenn ich sie unter Drohung der Preisregelung setze, wenn sie die sinkenden Industriepreise zu Lasten der Gewerbekunden und der Haushaltskunden ausgleichen sollten, dann habe ich eine relativ geringe Verhandlungsmacht und auch keine Lust, von meinen gesetzlichen Möglichkeiten Gebrauch zu machen, durch Wiedereinführung der Preisregelung in den Markt einzugreifen. Ich bin nur bereit – ich wiederhole das wieder –, durch eine Investitionsförderung ... (Abg. Mag. Barmüller: Das ist kein Markt, Herr Minister! Das sind Monopolisten! Das ist kein Markt! Das wissen Sie, Herr Minister! Wir zahlen Strompreise, die heute schon ...!)
Abg. Haigermoser: Das war schon eine lange Zeit!
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Ich habe kein Wort von Säumigkeit gesagt, Herr Abgeordneter. Daher bitte ich, es mir auch nicht zu unterstellen. (Abg. Haigermoser: Das war schon eine lange Zeit!) Ich habe – wie es bei mir im Haus üblich ist – alles, was ich tun konnte, mit möglichst hoher Geschwindigkeit getan. Manches dauert eben seine Zeit. Schaden ist nach meinen Informationen nicht entstanden, weil die jeweiligen Hausbanken, die diese Projekte finanzieren, sich darauf verlassen können, daß die Förderung auch tatsächlich kommen wird. Ein Versäumnis derart, wie Sie es angesprochen haben, ist mir nicht bekannt. Sollten Ihnen Fälle bekannt werden, bitte ich Sie, mit mir darüber zu reden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
So wird es also nichts, Herr Bundesminister Farnleitner, mit einem Anstoß zu einem Mehr an Unternehmen, wie es Ihr ehemaliger Chef Maderthaner stets ankündigt. Maderthaner sagt, es müsse eine Gründeroffensive eingeleitet werden. Mit dieser Novelle der Gewerbeordnung werden Sie dieses Unterfangen nicht unterstützen, meine Damen und Herren! Es sind genau jene falschen Propheten, die stets mit Kreidestimme durch die Lande lustwandeln und eine Gründerwelle einmahnen, die eine moderne Gewerbeordnung freiheitlichen Zuschnittes verhindert haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Kämmerer haben einmal mehr ihren eigenen Staub aufgewirbelt und in diesem Staub die Richtung verloren. Staub haben sie zum Beispiel beim Buchhaltungsgewerbe aufgewirbelt – und jetzt ist die Reform auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben. Dabei ist es der Koalition – unter Anführungszeichen – "gelungen", alle Beteiligten zu beleidigen: die Wirtschaftstreuhänder und die Buchhalter, die Bauern und die Händler, die Zahnärzte und die Zahntechniker. – Wie der Elefant im Porzellanladen sind Sie durch die Gewerbeordnung getrampelt, ja der Elefant im Porzellanladen ist ein zartes Engerl dagegen, wenn man Ihre Handlungsweise betrachtet, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Interessant, daß Sie als Regierungsparteien das feststellen! (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Es scheitert an der Verfassungslage, sagen Sie. Aber bei der KöST und bei rückwirkenden Steuergesetzen interessiert Sie die Verfassung überhaupt nicht, dort fahren Sie flugs darüber hinweg und erheben Regelungen in Verfassungsrang! Hier aber haben Sie rasch die Ausrede zur Hand nach dem Motto: "Wer is’ stärker: I oder i?" (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Interessant, daß Sie als Regierungsparteien das feststellen! (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Es scheitert an der Verfassungslage, sagen Sie. Aber bei der KöST und bei rückwirkenden Steuergesetzen interessiert Sie die Verfassung überhaupt nicht, dort fahren Sie flugs darüber hinweg und erheben Regelungen in Verfassungsrang! Hier aber haben Sie rasch die Ausrede zur Hand nach dem Motto: "Wer is’ stärker: I oder i?" (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rossmann: Traurig! Sehr traurig!
Und dann wiederholen Sie das noch und ziehen in § 31 Abs. 3 eine Reglementierung ein: Gewerbetreibende, die ein Teilgewerbe ausüben, dürfen im Teilgewerbe nicht mehr als fünf Arbeitnehmer beschäftigen. – Das heißt also: Wenn dieser Gewerbetreibende, den Sie jetzt in die Selbständigkeit entlassen, zum Beispiel so viele Aufträge hat, daß er einen sechsten Arbeitnehmer einstellen möchte – ich betone: in Zeiten wie diesen! –, dann kommt die Behörde und sagt: Für den sechsten Mitarbeiter werden Sie bestraft. (Abg. Rossmann: Traurig! Sehr traurig!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! So etwas schreiben Sie in ein Gesetz? So etwas beschließen Sie heute? – Das ist doch ein Sündenfall par excellence! Ein derartiger Nonsens ist vermutlich in keiner Gewerbeordnung der Welt zu finden, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Das gibt es doch nicht! – Weitere Zwischenrufe und Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
§ 107: Wechsel des Rauchfangkehrers. Im Falle des Wechsels des für ein Kehrobjekt beauftragten Rauchfangkehrers hat der bisherig beauftragte Rauchfangkehrer unverzüglich einen schriftlichen Bericht über die zuletzt erfolgte Kehrung und über den Zustand des Kehrobjektes an den für die Zukunft beauftragten Rauchfangkehrer, an die Gemeinde und den Inhaber des Kehrobjektes zu übermitteln. Der Wechsel des Rauchfangkehrers darf nicht während der Heizperiode und nicht später als vier Wochen vor den nächstfolgenden Kehrterminen vorgenommen werden. Gibt es in den jeweiligen Kehrgebieten nicht mehr als zwei Rauchfangkehrer, so ist der Wechsel in ein anderes Kehrgebiet zulässig. (Abg. Aumayr: Das gibt es doch nicht! – Weitere Zwischenrufe und Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) – Soviel zu § 107 und zur "Deregulierung", Herr Bundesminister. Darf bitte gelacht und gewiehert werden in
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: So einfach ist es!
§ 3: Alle Gewerbe, welche nicht als konzessionierte erklärt werden, sind freie Gewerbe. – Ende des Zitats. Das ist es! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: So einfach ist es!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Tichy-Schreder – auf eine rot angestrichene Stelle in einem Stenographischen Protokoll deutend –: Herr Kollege Haigermoser! Sie brauchen in Zukunft nur mehr Ihre Rede vom letzten Mal hier abzugeben! Sie haben das alles schon einmal gesagt!
Wir Freiheitlichen befürworten die Freiheit innerhalb der Ordnung. Frau Vorsitzende Tichy-Schreder! Ich möchte es Ihnen ersparen und gebe nicht öffentlich wieder, was mir Ihre Freunde über Ihre Auseinandersetzungen innerhalb des Wirtschaftsbundes gesagt haben. Ich erspare Ihnen das, Frau Kollegin Tichy-Schreder! Sie haben zwar heute wieder eine etwas hellere Gesichtsfarbe, aber in der letzten Zeit haben Sie schon ganz rote Ohren gehabt ob der Abreibungen, die Sie bekommen haben, Frau Kollegin Tichy-Schreder, und zwar wegen Ihres Versagens und des Nicht-Anhörens von Betroffenen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Tichy-Schreder – auf eine rot angestrichene Stelle in einem Stenographischen Protokoll deutend –: Herr Kollege Haigermoser! Sie brauchen in Zukunft nur mehr Ihre Rede vom letzten Mal hier abzugeben! Sie haben das alles schon einmal gesagt!)
Abg. Dr. Haider: Wollte sie nicht schon letztes Jahr zurücktreten?
Frau Kollegin Tichy-Schreder! Sie müssen sich wirklich fragen, welche Aufgabe Sie sich selbst gestellt haben. (Abg. Dr. Haider: Wollte sie nicht schon letztes Jahr zurücktreten?) Nein, sie bleibt schon, sie bleibt uns schon erhalten. Sie ist ja auch ein Wahlhelfer von uns (Abg. Mag. Stadler: Das muß man anerkennen, jawohl!) , daher will ich auch, daß sie bleibt. Das ist ja keine Frage. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das muß man anerkennen, jawohl!
Frau Kollegin Tichy-Schreder! Sie müssen sich wirklich fragen, welche Aufgabe Sie sich selbst gestellt haben. (Abg. Dr. Haider: Wollte sie nicht schon letztes Jahr zurücktreten?) Nein, sie bleibt schon, sie bleibt uns schon erhalten. Sie ist ja auch ein Wahlhelfer von uns (Abg. Mag. Stadler: Das muß man anerkennen, jawohl!) , daher will ich auch, daß sie bleibt. Das ist ja keine Frage. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Tichy-Schreder! Sie müssen sich wirklich fragen, welche Aufgabe Sie sich selbst gestellt haben. (Abg. Dr. Haider: Wollte sie nicht schon letztes Jahr zurücktreten?) Nein, sie bleibt schon, sie bleibt uns schon erhalten. Sie ist ja auch ein Wahlhelfer von uns (Abg. Mag. Stadler: Das muß man anerkennen, jawohl!) , daher will ich auch, daß sie bleibt. Das ist ja keine Frage. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Der Schwarze-Mann-Paragraph!
Was wurde denn im Vorblatt an Hausaufgaben aufgelistet? – Das Problem bei der Gewerbeordnung ist folgendes: Die derzeit geltende Gewerbeordnung, so wurde gesagt, entspricht teilweise nicht dem Erfordernis einer unkomplizierten Unternehmensgründung und einfachen Zugangsvoraussetzungen. – Die Paragraphen, die jetzt so "unkompliziert" sind, habe ich Ihnen ja aufgezählt. (Abg. Aumayr: Der Schwarze-Mann-Paragraph!)
Abg. Mag. Stadler: Unglaublich!
Vereinfachung des Zugangs zum Gewerbe. – Wie aber sieht dieser Ihr vereinfachter Zugang aus? – Bei fünf Mitarbeitern ist "chiuso", geschlossen ist das Lokal! Sie sagen gewissermaßen: Ein sechster Mitarbeiter geht nicht, und bei einem siebenten sperren wir Sie, Herr Unternehmer, womöglich ein, weil Sie jetzt Aufträge an Land gezogen haben! Sie wollen vielleicht sogar einen Lehrling ausbilden! (Abg. Mag. Stadler: Unglaublich!) – Das alles wird verhindert, weil der Innungsmeister XY, der um sein Amt zittert, dagegen ist. Der hat "njet" gesagt.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwemlein.
Meine Damen und Herren! Sie ziehen nach dem Fall des Eisernen Vorhanges jetzt einen "Eisernen Vorhang der Gewerbeordnung" auf, über den man nicht mehr drüber kommt! Aber wir werden eine Bresche hineinschlagen, meine Damen und Herren, damit man unten durchgehen kann! Darauf können Sie einen heben! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwemlein. ) – Kollege! Ich weiß, daß du dir keinen leisten kannst, weil du mit 100 000 S nicht durchkommst, wie du in der Öffentlichkeit gesagt hast. Aber du wirst eben in Hinkunft ein bißchen sparen müssen. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Sie ziehen nach dem Fall des Eisernen Vorhanges jetzt einen "Eisernen Vorhang der Gewerbeordnung" auf, über den man nicht mehr drüber kommt! Aber wir werden eine Bresche hineinschlagen, meine Damen und Herren, damit man unten durchgehen kann! Darauf können Sie einen heben! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwemlein. ) – Kollege! Ich weiß, daß du dir keinen leisten kannst, weil du mit 100 000 S nicht durchkommst, wie du in der Öffentlichkeit gesagt hast. Aber du wirst eben in Hinkunft ein bißchen sparen müssen. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir geben Ihnen die Antwort: Eine Lösung und Alternative wäre der Antrag, den wir Freiheitlichen eingebracht haben, dem Sie vermutlich aber nicht zustimmen werden. Zu den Kosten: Die Wirtschaft, die Mitarbeiter und die Lehrlinge werden sich "bedanken" – unter Anführungszeichen – für den neuerlichen Kostenschub. Sie, meine Damen und Herren, haben nach dem Motto gehandelt: Wir wissen zwar nicht, wohin wir wollen, aber wir werden als erste dabei sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Oh! Im Ausschuß habe ich dich nicht gesehen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ing. Maderthaner. Er hat das Wort. (Abg. Haigermoser: Oh! Im Ausschuß habe ich dich nicht gesehen!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Leopold Maderthaner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist heute ein großer Tag: Wir beschließen eine neue Gewerbeordnung, der eine intensive Diskussion, in der auch die Wogen in manchen Bereichen durchaus etwas hoch gegangen sind, vorangegangen ist. Wenn ich jetzt so höre, was Herr Abgeordneter Haigermoser dazu meint, dann muß ich sagen, es ist eigentlich ganz gut, daß er nicht im Ausschuß mitgewirkt hat, denn diese unsachliche Kritik, diese Art der Kritik wäre sicher nicht dazu geeignet gewesen, etwas Positives beizutragen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger.
Gestatten Sie mir eine Frage, meine Damen und Herren: Wer schafft uns die Arbeitsplätze in Österreich? – Die Unternehmerinnen und Unternehmer mit gesunden, gewinnbringenden Betrieben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger. ) – Vielleicht hören Sie zu, dann werden auch Sie ein bißchen etwas lernen. (Abg. Dr. Krüger: Von Ihnen kann man nichts lernen! Was soll ich denn von Ihnen lernen?)
Abg. Dr. Krüger: Von Ihnen kann man nichts lernen! Was soll ich denn von Ihnen lernen?
Gestatten Sie mir eine Frage, meine Damen und Herren: Wer schafft uns die Arbeitsplätze in Österreich? – Die Unternehmerinnen und Unternehmer mit gesunden, gewinnbringenden Betrieben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger. ) – Vielleicht hören Sie zu, dann werden auch Sie ein bißchen etwas lernen. (Abg. Dr. Krüger: Von Ihnen kann man nichts lernen! Was soll ich denn von Ihnen lernen?)
Beifall bei der ÖVP.
Die Unternehmerinnen und Unternehmer mit gesunden und gewinnbringenden Unternehmen schaffen die Arbeitsplätze. – Herr Kollege! Hören Sie zu! Sie können sich ja zu Wort melden, und dann können Sie sagen, was Sie glauben, und wir werden Ihnen zuhören. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die neue Gewerbeordnung bringt jedenfalls wesentliche Erleichterungen und große Schritte in Richtung Liberalisierung mit sich. Ich würde mich durchaus freuen, wenn andere ebenfalls bereit wären, solch liberalisierende Gedanken und Handlungsweisen einzubringen, wie wir das hier getan haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Zusammenhang möchte ich allen danken, die positiv an der Erarbeitung dieser neuen Gewerbeordnung mitgewirkt haben. Mein ganz besonderer Dank gilt dabei der Ausschußvorsitzenden, Frau Abgeordneter Tichy-Schreder! (Beifall bei der ÖVP.) Ich danke ihr dafür, daß sie sich wirklich bemüht hat, diese schwierige Verhandlungsmaterie zu einem Konsens zu bringen, der von allen mitgetragen werden kann.
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Haigermoser! Ich möchte auch eindeutig klarstellen, daß Frau Abgeordnete Tichy-Schreder keine "Abreibungen" im Wirtschaftsbund bekommen hat – Sie haben die falschen Freunde, wenn sie Ihnen Derartiges erzählen! –, sondern sie hat natürlich alle Wünsche von allen Seiten an sich herantragen lassen, und es war sicherlich nicht einfach, dann den richtigen Weg zu finden. Dafür gebührt ihr wirklich unser besonderer Dank! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wenn jeder private Kleinunternehmer drei Tage in der Woche – meist am Wochenende – als Staatsbuchhalter fungieren und zahlreiche arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften einhalten muß, dann hat dies auch für öffentliche Betriebe und natürlich auch für die Landwirtschaft zu gelten, so sie sich gewerberechtlich betätigt. – Das war an und für sich ein Punkt, über den wir länger verhandeln mußten, aber ich freue mich, sagen zu können, daß wir in einem guten sozialpolitischen Klima auch diese Fragen gelöst haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Dies alles ist, wie ich meine, eine wichtige Bereicherung unseres Wirtschaftslebens. Keinesfalls – das möchte ich auch noch hier festhalten – fürchten wir uns vor neuer Konkurrenz. Wir wollen nur gleiche Rechte für gleiche Pflichten, das war immer der Ausgangspunkt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Wirtschaft, der Gesamtheit der österreichischen Betriebe, ging und geht es darum, im fairen Wettbewerb jenen Boden zu bereiten, auf dem unsere gesamte Wirtschaft dem internationalen Wettbewerb auch in der globalisierten Welt gewachsen ist. Das ist der Sinn dieser neuen Gewerbeordnung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir schränken die Beweglichkeit der Klein- und Mittelbetriebe ein und geben sie damit relativ bewegungslos diesem internationalen Konkurrenzkampf preis. Beweglichkeit würde aber den Wandel zum Erfolg machen. Die Chance der österreichischen Klein- und Mittelbetriebe liegt in ihrer Beweglichkeit! Daher sind sie nicht zu schützen, sondern zu stärken! Unternehmen muß man stärken, damit sie erfolgreich sein können. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Trinkl: Ich hoffe, daß er auch heute noch gilt!
Herr Präsident Maderthaner hat uns auch wissen lassen, daß die Unternehmer Arbeitsplätze schaffen. – Lieber Herr Präsident! Sie sind ein bißchen hintennach, das war der Spruch der achtziger Jahre! (Abg. Dr. Trinkl: Ich hoffe, daß er auch heute noch gilt!) Herr Präsident! Sie müssen aufrüsten auf den Spruch der neunziger Jahre: Die Kunden schaffen Arbeitsplätze, Herr Präsident! Wir Unternehmer schaffen keine Arbeitsplätze, nur unsere Kunden schaffen Arbeitsplätze! (Abg. Ing. Maderthaner: Soll ich den Unternehmern draußen sagen, daß Sie das meinen?) Jawohl, Herr Präsident, das sage ich Ihnen.
Abg. Ing. Maderthaner: Soll ich den Unternehmern draußen sagen, daß Sie das meinen?
Herr Präsident Maderthaner hat uns auch wissen lassen, daß die Unternehmer Arbeitsplätze schaffen. – Lieber Herr Präsident! Sie sind ein bißchen hintennach, das war der Spruch der achtziger Jahre! (Abg. Dr. Trinkl: Ich hoffe, daß er auch heute noch gilt!) Herr Präsident! Sie müssen aufrüsten auf den Spruch der neunziger Jahre: Die Kunden schaffen Arbeitsplätze, Herr Präsident! Wir Unternehmer schaffen keine Arbeitsplätze, nur unsere Kunden schaffen Arbeitsplätze! (Abg. Ing. Maderthaner: Soll ich den Unternehmern draußen sagen, daß Sie das meinen?) Jawohl, Herr Präsident, das sage ich Ihnen.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Stummvoll: Und wer akquiriert die Kunden?
Wissen Sie, meine Aussagen sind nicht der Ruf aus der Vergangenheit, sondern die Nachricht der Zukunft, Herr Präsident. Unsere Kunden schaffen die Arbeitsplätze! Unternehmer schaffen nur jene Arbeitsplätze, die die Kunden nachfragen. Das sollten Sie bedenken! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Stummvoll: Und wer akquiriert die Kunden?)
Abg. Dr. Stummvoll: Kein Applaus!
Das ist ja das Traurige, daß Sie das, was Sie gesagt haben, immer noch glauben, Herr Präsident. Welche Unternehmer vertreten Sie? – Die letzten Zünftler aus der letzten Hinterweltlerkammer! Das ist das Problem, das Sie mit diesem Thema haben. (Abg. Dr. Stummvoll: Kein Applaus!) – Herr Stummvoll, wir bringen Sie noch dazu. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das ist ja das Traurige, daß Sie das, was Sie gesagt haben, immer noch glauben, Herr Präsident. Welche Unternehmer vertreten Sie? – Die letzten Zünftler aus der letzten Hinterweltlerkammer! Das ist das Problem, das Sie mit diesem Thema haben. (Abg. Dr. Stummvoll: Kein Applaus!) – Herr Stummvoll, wir bringen Sie noch dazu. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Marizzi: Wer sagt das?
Erstaunlicherweise ist die sozialdemokratische Fraktion an einem Thema wie diesem nicht sonderlich interessiert. (Abg. Marizzi: Wer sagt das?) Das merkt man ja an der Abwesenheit der meisten Abgeordneten Ihrer Fraktion. Dabei wäre gerade die Gewerbeordnung eine Möglichkeit – und das ist ein wirklich liberaler Zug an der Gewerbeordnung –, daß die Österreicher ihr gesamtes Potential, das sie haben, ihre gesamte Problemlösungskapazität, kundenorientiert anwenden und damit Beschäftigung, Wertschöpfung und Arbeit schaffen. Das wäre es, aber wie ich sehe, ist das offensichtlich nicht Ihr Thema.
Zwischenruf des Abg. Ing. Maderthaner.
Meine Damen und Herren! Es ist nicht wahr, daß die Kunden numeriert und nummernweise den Unternehmen zugeordnet werden. Das ist eine Unterstellung. Aber es ist doch direkt abstrus von Ihnen, Herr Präsident, und Ihrer Wirtschaftskammer, zu glauben, Sie könnten angebotsorientiert regeln, wo der Kunde seine Nachfrage befriedigen dürfe. (Zwischenruf des Abg. Ing. Maderthaner. ) Sie grüßen mich schon wieder aus der Vergangenheit. Das ist mein Problem, wenn ich Ihnen zuhöre.
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie müßten einen ganz anderen Zugang finden und fragen: Wo sind Nachfrageelemente? Und: Wie können wir es ermöglichen, daß die Unternehmer möglichst rasch und beweglich auf diese Nachfrage reagieren, bevor es in einem weltweiten Wettbewerb ausländische Unternehmen tun? Das ist nämlich das Problem! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Maderthaner.
Es steht also Zunft gegen Markt. Die Zunft sagt: Wir wissen genau, wo der Kunde hinzugehen hat; Haareschneiden nur beim Meisterbetrieb. Und das andere ist die Beweglichkeit, das ist der Markt, das ist die Flexibilität, das ist die Dynamik der Wirtschaft. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Maderthaner. ) Nein, ich gehe nicht zum Haarschneider, sondern ich lasse es von meiner Frau machen, weil Haare schneiden durch Ihre Gesetze so teuer geworden ist, daß ich es mir erspare. (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. ) Richtig.
Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Es steht also Zunft gegen Markt. Die Zunft sagt: Wir wissen genau, wo der Kunde hinzugehen hat; Haareschneiden nur beim Meisterbetrieb. Und das andere ist die Beweglichkeit, das ist der Markt, das ist die Flexibilität, das ist die Dynamik der Wirtschaft. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Maderthaner. ) Nein, ich gehe nicht zum Haarschneider, sondern ich lasse es von meiner Frau machen, weil Haare schneiden durch Ihre Gesetze so teuer geworden ist, daß ich es mir erspare. (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. ) Richtig.
Abg. Ing. Maderthaner: Das ist eine tolle Argumentation, die Sie da aufbauen, Herr Kollege!
Damit, Frau Kollegin Fekter, sind wir bei der Substitutionskonkurrenz. Das ist nämlich der Punkt. Sie haben Arbeit in Österreich so teuer gemacht, Sie haben Wirtschaften in Österreich durch Reglementierung und damit Bürokratie so teuer gemacht, daß die Menschen dieses Bedürfnis zunehmend nicht mehr in der Wirtschaft befriedigen, sondern in die Schattenwirtschaft, in den Pfusch ausweichen. Je höher die Steuern, je größer die Bürokratie, je höher die Sozialabgaben, desto mehr wird der Pfusch zunehmen. Bereits heute macht die Schattenwirtschaft 8 Prozent der österreichischen Wirtschaft aus. Das ist ein "Erfolg" Ihrer Reglementierungswut. (Abg. Ing. Maderthaner: Das ist eine tolle Argumentation, die Sie da aufbauen, Herr Kollege!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Maderthaner, ich weiß schon, den Argumentationen der Zukunft können Sie nicht folgen. Sie sitzen in der Wiedner Hauptstraße und besprechen dort die Vergangenheit der achtziger Jahre. Dort gehören Sie auch hin, aber bitte äußern Sie sich nicht über die Zukunft! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum
Meine Damen und Herren! Das alte Gewerberecht, das zu liberalisieren Sie wirklich den Mut hatten – und ich bewundere diesen ungeheuren Mut; wir haben uns das auch schon vor zwei Jahren angeschaut, und wir haben ja bereits im Jänner 1996 unseren Antrag auf eine völlige Neufassung des Gewerbegesetzes eingebracht –, dieses alte Gewerberecht ist eigentlich nicht mehr liberalisierbar. Herr Bundesminister, Sie wußten das. Sie haben gemeinsam mit ihrem sehr engagierten Herrn Sektionschef Koprivnikar, dem ich ein Kompliment bezüglich seiner Fachkompetenz machen möchte (Beifall beim Liberalen Forum) , ganz klar erkannt, daß Sie liberalisieren wollen. Sie waren diejenigen, die eine viel größere Liberalisierung im Auge hatten, als es Ihnen dann Präsident Maderthaner mit seinen Zünftlern möglich gemacht hat.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich bin bei sieben Fachgruppen Mitglied. Was soll denn das, bitte? Ich will gern freiwillig bei einer Fachgruppe Mitglied bleiben, beim Präsidenten Kaun der Wirtschaftskammer Oberösterreich, den Sie sich als Gefährten in die Zukunft nehmen sollten, weil er nämlich weiß, wie man Wirtschaftskammern reformiert und wie man Antworten auf die Fragen der Zukunft gibt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wann werden Sie endlich merken, daß gut ist, was dem Kunden nützt, und nur Kunden Arbeitsplätze schaffen? Und mit jeder Reglementierung, mit der wir uns den Märkten verweigern, werden wir weniger Arbeitsplätze schaffen und werden wir ein noch größeres Problem in allen wirtschaftlichen und sozialen Töpfen haben. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Ing. Maderthaner: Einer ganzen Prozeßflut reden Sie damit das Wort!
Meine Damen und Herren! Der Antrag von uns Liberalen – das verspreche ich Ihnen, Frau Vorsitzende – wird wieder eingebracht werden. Und wir werden alle parlamentarischen Mittel ausschöpfen, um ihn wirklich einer inhaltlichen Behandlung im Wirtschaftsausschuß zuzuführen. Wir sind davon ausgegangen, daß der Gewerbezugang prinzipiell frei ist, daß er durch eine Haftpflichtversicherung abzusichern ist. Das Risikomanagement der Versicherungswirtschaft kann genau definieren, wie diese Haftpflichtversicherung auszusehen hat. Ich weiß schon, Herr Präsident, Sie haben einen Brief geschrieben ... (Abg. Ing. Maderthaner: Einer ganzen Prozeßflut reden Sie damit das Wort!) Ja natürlich! Sie haben im Februar 1996 einen Brief an den Versicherungsverband geschrieben, in dem es hieß: Bitte, schreibt mir einen Brief, daß das, was der wahnsinnige Peter fordert, alles nicht geht. Und der Versicherungsverband hat brav einen Brief geschrieben: Hochverehrter Herr Präsident! Wir teilen Ihnen mit, ... – Das ist die "Partnerschaft" in diesem Land, die wir ja kennen. (Abg. Ing. Maderthaner: Das ist eine Unterstellung! Aber das bin ich ja gewohnt!) Das sind Sie gewohnt? Ich weiß: Wenn ich Ihnen sage, was los ist, ist es eine Unterstellung. Das ist eine schwache Argumentationstechnik. Es fällt Ihnen leider auch statt des Wortes "Unterstellung" jetzt im Zwischenruf nichts anderes ein. Bedauerlich, bedauerlich! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Ing. Maderthaner: Das ist eine Unterstellung! Aber das bin ich ja gewohnt!
Meine Damen und Herren! Der Antrag von uns Liberalen – das verspreche ich Ihnen, Frau Vorsitzende – wird wieder eingebracht werden. Und wir werden alle parlamentarischen Mittel ausschöpfen, um ihn wirklich einer inhaltlichen Behandlung im Wirtschaftsausschuß zuzuführen. Wir sind davon ausgegangen, daß der Gewerbezugang prinzipiell frei ist, daß er durch eine Haftpflichtversicherung abzusichern ist. Das Risikomanagement der Versicherungswirtschaft kann genau definieren, wie diese Haftpflichtversicherung auszusehen hat. Ich weiß schon, Herr Präsident, Sie haben einen Brief geschrieben ... (Abg. Ing. Maderthaner: Einer ganzen Prozeßflut reden Sie damit das Wort!) Ja natürlich! Sie haben im Februar 1996 einen Brief an den Versicherungsverband geschrieben, in dem es hieß: Bitte, schreibt mir einen Brief, daß das, was der wahnsinnige Peter fordert, alles nicht geht. Und der Versicherungsverband hat brav einen Brief geschrieben: Hochverehrter Herr Präsident! Wir teilen Ihnen mit, ... – Das ist die "Partnerschaft" in diesem Land, die wir ja kennen. (Abg. Ing. Maderthaner: Das ist eine Unterstellung! Aber das bin ich ja gewohnt!) Das sind Sie gewohnt? Ich weiß: Wenn ich Ihnen sage, was los ist, ist es eine Unterstellung. Das ist eine schwache Argumentationstechnik. Es fällt Ihnen leider auch statt des Wortes "Unterstellung" jetzt im Zwischenruf nichts anderes ein. Bedauerlich, bedauerlich! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Der Antrag von uns Liberalen – das verspreche ich Ihnen, Frau Vorsitzende – wird wieder eingebracht werden. Und wir werden alle parlamentarischen Mittel ausschöpfen, um ihn wirklich einer inhaltlichen Behandlung im Wirtschaftsausschuß zuzuführen. Wir sind davon ausgegangen, daß der Gewerbezugang prinzipiell frei ist, daß er durch eine Haftpflichtversicherung abzusichern ist. Das Risikomanagement der Versicherungswirtschaft kann genau definieren, wie diese Haftpflichtversicherung auszusehen hat. Ich weiß schon, Herr Präsident, Sie haben einen Brief geschrieben ... (Abg. Ing. Maderthaner: Einer ganzen Prozeßflut reden Sie damit das Wort!) Ja natürlich! Sie haben im Februar 1996 einen Brief an den Versicherungsverband geschrieben, in dem es hieß: Bitte, schreibt mir einen Brief, daß das, was der wahnsinnige Peter fordert, alles nicht geht. Und der Versicherungsverband hat brav einen Brief geschrieben: Hochverehrter Herr Präsident! Wir teilen Ihnen mit, ... – Das ist die "Partnerschaft" in diesem Land, die wir ja kennen. (Abg. Ing. Maderthaner: Das ist eine Unterstellung! Aber das bin ich ja gewohnt!) Das sind Sie gewohnt? Ich weiß: Wenn ich Ihnen sage, was los ist, ist es eine Unterstellung. Das ist eine schwache Argumentationstechnik. Es fällt Ihnen leider auch statt des Wortes "Unterstellung" jetzt im Zwischenruf nichts anderes ein. Bedauerlich, bedauerlich! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich diesen Entwurf zusammenfassend beurteilen. Das Ministerium hat eine sehr weitgehende Liberalisierung vorgesehen, an die Grenze des alten Gesetzes stoßend. Es ist eine schaumgebremste Reform daraus geworden. Sie ist ohne Zweifel besser als nichts, aber sie kann uns Liberale nicht befriedigen. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Barmüller: Ja, weil alle wissen, daß Sie ein Sozialdemokrat sind! Deshalb!
Was Sie wollen, Herr Kollege Peter – zumindest Ihr Entwurf hat das gezeigt –, ist: Schaffen wir Paragraphen ab, die Behörde soll das nicht mehr machen, regeln wir das in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen einer Versicherung. Das ist, auf eine Kurzformel gebracht, Ihr Konzept. Und ich kann Ihnen sagen, jeder, mit dem ich diskutiert habe, wem immer gegenüber ich gesagt habe: Eigentlich gar kein so schlechter Gedanke! – ich wollte Agent provocateur spielen –, war zuerst völlig entsetzt darüber und fragte, ob ich das ernst meine. Ich habe gesagt: Na sicher meine ich das ernst, weil ... (Abg. Mag. Barmüller: Ja, weil alle wissen, daß Sie ein Sozialdemokrat sind! Deshalb!)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Ich stehe nicht an, der Kollegin Tichy-Schreder und dem Kollegen Kopf, der das Anlagenrecht verhandelt hat, für diese Gesprächsatmosphäre und für die Sachlichkeit zu danken. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wenn ich schon beim Danksagen bin, möchte ich mich auch bei den Experten aller Fraktionen, auch bei jenen der Oppositionsparteien, bedanken. Es war hilfreich und angenehm, diese Gespräche zu führen. Mein Dank gilt natürlich vor allem Herrn Sektionschef Koprivnikar und seinen Mitarbeitern und von meinen Experten ganz besonders Herrn Dr. Hechtner und Frau Mag. Hans. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich habe es schon im Ausschuß gesagt, und das gilt für alle: Was wir unseren Mitarbeitern zumuten, geht manchmal über die Grenze des Erträglichen, und dafür muß man einmal Dank sagen und sich bemühen, es in Zukunft nicht so zu machen. (Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Das können wir sehr gut!
Herr Kollege Peter! Haben Sie nicht registriert, was das bedeutet, nämlich daß in Zukunft in manchen Bereichen statt wie bisher vier nur mehr eine Gewerbeberechtigung notwendig sein wird, daß statt wie bisher vier nur mehr eine Meisterprüfung notwendig sein wird? Können Sie sich wirklich mit Überzeugung hier zum Rednerpult stellen und sagen, das ist alles nichts oder halbherzig? (Abg. Dr. Haselsteiner: Das können wir sehr gut!) Meine Damen und Herren! Bleiben Sie doch bei der Realität! Sagen Sie den Bürgern dieses Landes, welcher Meilenstein mit dieser Gewerbeordnungsreform gesetzt wird! (Abg. Dr. Haselsteiner: Ein Meilensteinchen, ein winziges Meilensteinchen, ein Kieselstein!) Lieber Freund! Jeder sieht das aus seiner Sicht. Ich bekenne mich dazu und bin zutiefst davon überzeugt, daß das ein großer Schritt war. (Abg. Dr. Haselsteiner: Wir wollen einen Meilenstein!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Ein Meilensteinchen, ein winziges Meilensteinchen, ein Kieselstein!
Herr Kollege Peter! Haben Sie nicht registriert, was das bedeutet, nämlich daß in Zukunft in manchen Bereichen statt wie bisher vier nur mehr eine Gewerbeberechtigung notwendig sein wird, daß statt wie bisher vier nur mehr eine Meisterprüfung notwendig sein wird? Können Sie sich wirklich mit Überzeugung hier zum Rednerpult stellen und sagen, das ist alles nichts oder halbherzig? (Abg. Dr. Haselsteiner: Das können wir sehr gut!) Meine Damen und Herren! Bleiben Sie doch bei der Realität! Sagen Sie den Bürgern dieses Landes, welcher Meilenstein mit dieser Gewerbeordnungsreform gesetzt wird! (Abg. Dr. Haselsteiner: Ein Meilensteinchen, ein winziges Meilensteinchen, ein Kieselstein!) Lieber Freund! Jeder sieht das aus seiner Sicht. Ich bekenne mich dazu und bin zutiefst davon überzeugt, daß das ein großer Schritt war. (Abg. Dr. Haselsteiner: Wir wollen einen Meilenstein!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Wir wollen einen Meilenstein!
Herr Kollege Peter! Haben Sie nicht registriert, was das bedeutet, nämlich daß in Zukunft in manchen Bereichen statt wie bisher vier nur mehr eine Gewerbeberechtigung notwendig sein wird, daß statt wie bisher vier nur mehr eine Meisterprüfung notwendig sein wird? Können Sie sich wirklich mit Überzeugung hier zum Rednerpult stellen und sagen, das ist alles nichts oder halbherzig? (Abg. Dr. Haselsteiner: Das können wir sehr gut!) Meine Damen und Herren! Bleiben Sie doch bei der Realität! Sagen Sie den Bürgern dieses Landes, welcher Meilenstein mit dieser Gewerbeordnungsreform gesetzt wird! (Abg. Dr. Haselsteiner: Ein Meilensteinchen, ein winziges Meilensteinchen, ein Kieselstein!) Lieber Freund! Jeder sieht das aus seiner Sicht. Ich bekenne mich dazu und bin zutiefst davon überzeugt, daß das ein großer Schritt war. (Abg. Dr. Haselsteiner: Wir wollen einen Meilenstein!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Die Gewerbeordnung ist eine Zunftordnung!
Ein großer Reformschritt, die Schaffung der sogenannten Teilgewerbe, wurde ebenfalls kritisiert. Was heißt denn das wirklich? – Daß in Zukunft – das ist doch das Einfachste – ein in einem Fach ausgelernter Mensch mit einem Nachweis, wo er seinen Betrieb aufmacht, zur Behörde geht und sagt: Hier bin ich, hier ist meine Lehrlingsausbildung, ich habe keine Meisterprüfung, aber ich beginne zu arbeiten. – Wieviel mehr an Liberalität wollen Sie denn noch haben, meine Damen und Herren? Auch das wird kritisiert, im selben Atemzug. Man kann eben alles kritisieren, man kann überall ein Haar in der Suppe finden. (Abg. Dr. Haselsteiner: Die Gewerbeordnung ist eine Zunftordnung!)
Abg. Mag. Peter: Im Sommer!
Meine Damen und Herren, einige Sätze zu den Gastgärten. Ich habe es vorhin schon gesagt, da gibt es ein Spannungsverhältnis. Wir werden es noch erleben. Ich bekenne mich dazu, daß wir mühsamste Verhandlungen geführt haben, um zu dieser Regelung zu kommen. Ich verstehe auch, daß es kompliziert ist, weil der Gastgarten auf einem privaten Grund etwas anderes ist als der Gastgarten auf einem öffentlichen Grund. Kollege Kiermaier wird sich damit auseinandersetzen. Ich sage Ihnen nur eines: Überzeugt haben mich nicht die Hunderten Anrufe und Telefaxe, denn das hat ein bißchen nach Druck ausgeschaut. Überzeugt haben mich ausführliche Gespräche mit verschiedenen Betroffenen, und zwar auch mit Menschen, die unmittelbar betroffen sind, wie etwa jemand, der auf seinem privaten Grund erleben muß, daß auf einmal bis um 10 oder 11 Uhr abends ein Wirbel ist. (Abg. Mag. Peter: Im Sommer!)
Beifall bei der SPÖ.
Hier eine Regelung zu finden – und zwar ohne Genehmigung, Herr Kollege Peter! –, das ist das Entscheidende. Die Regelung auf Privatgrund bedeutet, daß von 9 bis 22 Uhr ohne jedes behördliche Verfahren ein Gastgarten betrieben werden kann. Es wird immer so getan, als ob dazu ein gewerbliches Verfahren notwendig wäre – das ist es nicht. Man kann nach oben oder unten auch Änderungen herbeiführen, und ich bin überzeugt, daß das eine befriedigende Lösung ist, sodaß ich insgesamt sagen kann: Ich bin davon überzeugt, daß wir nach langwierigen, über eineinhalb Jahre laufenden Verhandlungen ein gutes Werk für die österreichische Wirtschaft und für unser Land erbracht haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Stoisits.
Daher ist es nicht richtig, wenn Sie sagen, daß wir uns vor dem Ausschußboykott in die Verhandlungen nicht eingebracht hätten. Nur als der Ausschußboykott dann stattgefunden hat, waren wir selbstverständlich nicht mehr dabei. Aber erwecken Sie hier bitte nicht den Eindruck, als ob wir uns auch vorher in dieser Sache nicht stark gemacht hätten. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Stoisits. )
Abg. Dr. Kostelka: Nur ist das nicht die Meinung der Arbeiterkammer, das wissen Sie ganz genau!
Diese Novelle ist zur Problemlösung nicht tauglich, steht im Widerspruch mit dem Koalitionsübereinkommen, ist grob verfassungswidrig, im Widerspruch mit den Staatszielbestimmungen des BVG Umweltschutz. Der Arbeitnehmer-, Nachbar- und Umweltschutz wird dadurch fast beseitigt. (Abg. Dr. Kostelka: Nur ist das nicht die Meinung der Arbeiterkammer, das wissen Sie ganz genau!) Ja, ich kenne auch den Druck, der auf die Umweltstelle der Arbeiterkammer ausgeübt wurde, und weiß, was Sie dort aufgeführt haben, bei der angeblich ganz unparteiischen, von parteipolitischen Einflüssen ganz freien Arbeiterkammer. Sie hat eine ausgezeichnete Stellungnahme geschrieben, aus der ganz klar unsere Einwände hervorgehen: völliger Abbau des Umweltschutzes, völliger Abbau des Nachbarschutzes durch dieses Betriebsanlagenrecht. (Abg. Dr. Kostelka: Eine einseitige Beurteilung ist noch lange keine objektive!)
Abg. Dr. Kostelka: Eine einseitige Beurteilung ist noch lange keine objektive!
Diese Novelle ist zur Problemlösung nicht tauglich, steht im Widerspruch mit dem Koalitionsübereinkommen, ist grob verfassungswidrig, im Widerspruch mit den Staatszielbestimmungen des BVG Umweltschutz. Der Arbeitnehmer-, Nachbar- und Umweltschutz wird dadurch fast beseitigt. (Abg. Dr. Kostelka: Nur ist das nicht die Meinung der Arbeiterkammer, das wissen Sie ganz genau!) Ja, ich kenne auch den Druck, der auf die Umweltstelle der Arbeiterkammer ausgeübt wurde, und weiß, was Sie dort aufgeführt haben, bei der angeblich ganz unparteiischen, von parteipolitischen Einflüssen ganz freien Arbeiterkammer. Sie hat eine ausgezeichnete Stellungnahme geschrieben, aus der ganz klar unsere Einwände hervorgehen: völliger Abbau des Umweltschutzes, völliger Abbau des Nachbarschutzes durch dieses Betriebsanlagenrecht. (Abg. Dr. Kostelka: Eine einseitige Beurteilung ist noch lange keine objektive!)
Beifall bei den Grünen.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der es möglich sein muß, daß sich die Leute an einen Tisch setzen und verhandeln und in einem Verfahren schauen, daß man ein gutes Projekt zustande bringt. Es geht uns nicht ums Verhindern! Es geht um gute Projekte, bei denen Umwelt und Nachbarinteressen berücksichtigt werden. Aber was Sie hier machen, das ist die Aufgabe dieses Prinzips. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
In diesem Rahmen haben wir diese Gewerbeordnung verhandeln müssen. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) – Ich werde mich noch einmal melden, um die entsprechenden Anträge im Bereich des Umweltschutzes in der klassischen Gewerbeordnung, betreffend die Solateure, einzubringen.
Beifall bei den Grünen.
Herr Präsident! Ich werde das in einer weiteren Wortmeldung noch im Detail ausführen. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Meine Damen und Herren! Ich bin sehr froh darüber, daß wir nach langen schwierigen Verhandlungen diese Gewerbeordnung verabschiedet haben. Ich kann auch einzelne Vorstellungen der Oppositionsparteien verstehen. Ich kann sie insofern verstehen, als sie teilweise komplett konträr sind. Die Liberalen wünschen auf der einen Seite eine völlige Deregulierung für alle Bereiche, wollen aber auf der anderen Seite mit einer Verfassungsbestimmung festgehalten haben, daß jeder Gewerbebetrieb unbedingt eine Haftpflichtversicherung in einer gewissen Höhe abschließen muß. – Wenn ich nur daran denke, wie viele Zuschriften wir von Versicherungsmaklern bekommen haben, was die Haftpflichtsummen betrifft, dann kann ich mir vorstellen, welche Zuschriften wir bekommen, wenn wir dem nähertreten, was die Liberalen hier vorgeschlagen haben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter. ) Aber ich gratuliere Ihnen, daß Sie eine komplett neue Gewerbeordnung aufgestellt haben, Herr Abgeordneter Peter!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es wird immer gesagt: Gewerbetreibende, Kammer, jeder schaut nur auf seinen Bereich. – Wir haben Interventionen von allen möglichen Seiten bekommen. Eines möchte ich aber sagen: Es haben sich gerade im Bereich des Handwerks und Gewerbes die Innungsmeister, die Sektionsobmänner außerordentlich bemüht, in wirklich schwierigen Verhandlungen eine Liberalisierung herbeizuführen. Ihnen muß ich danken, daß sie das über alle Fraktionen hinweg tragen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Ich habe mir also die 23 Entschließungsanträge angesehen, die der Herr Kollege Haigermoser bei der letzten Beschlußfassung im Jahre 1992 eingebracht hat, und habe diese Entschließungsanträge mit dem Antrag des Dipl.-Ing. Prinzhorn, Haigermoser und Genossen verglichen, den er heute zur Gewerbeordnung eingebracht hat. Ich mußte feststellen: Kein einziger der Paragraphen in jenen Anträgen, die er 1992 hier eingebracht und bei seiner Rede zur Novellierung der Gewerbeordnung 1992 moniert hat, findet sich im heutigen Antrag 295/A der Abgeordneten Dipl.-Ing. Prinzhorn, Haigermoser und Genossen! (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Zwischenruf des Abg. Rosenstingl.
Herr Kollege Haigermoser! Ich verstehe Ihren Frust. Ich versuche zu verstehen, warum Sie gegen mich ausfällig geworden sind. (Zwischenruf des Abg. Rosenstingl. ) Ich möchte folgendes dazu sagen: Herr Kollege Haigermoser hat bei der letzten Novellierung der Gewerbeordnung begrüßt, daß die Unternehmerprüfung für alle eingeführt worden ist. Im heutigen Antrag Dipl.-Ing. Prinzhorn, Haigermoser und Genossen steht aber, daß die Unternehmerprüfung fallen soll.
Abg. Haigermoser: Sie sind eine intelligente Frau, wenn Sie nicht hinter dem Rednerpult stehen, aber wenn Sie das Rednerpult anfassen, werden Sie kompliziert!
Meine Damen und Herren! Ich verstehe seinen Frust, deshalb nehme ich seine mir gegenüber geäußerten Verbalinjurien nicht ernst, denn wenn er sonst privat zu mir kommt, dann kommt er submissest mit allem Möglichen. Hier aber hat er versucht, mich anzugreifen. (Abg. Haigermoser: Sie sind eine intelligente Frau, wenn Sie nicht hinter dem Rednerpult stehen, aber wenn Sie das Rednerpult anfassen, werden Sie kompliziert!)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Herr Abgeordneter Haigermoser hat kritisiert, daß es bei den Betriebsanlagen Veränderungen hinsichtlich der Einkaufszentren gibt. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Herr Abgeordneter Haigermoser hat versucht, in der Wirtschaftskammer Österreich von den Interessenten und Betreibern den Text zu bekommen. Er hat gesagt: Bitte, gebt mir diesen Text unbedingt! – Händeringend hat er um diesen Text gebeten, der erarbeitet worden ist. Denn wenn die ÖVP diesen Text mit dem Koalitionspartner nicht durchgebracht hätte, hätte er ihn einbringen wollen, damit er zeigen kann, wie er für den Handel eintritt, da das den Sektionsausschuß Handel betrifft. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Herr Abgeordneter Haigermoser! Ich sage Ihnen folgendes: Versuchen Sie überall ehrlich zu sein und nicht so zwiespältig wie hier!
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Haigermoser hat kritisiert, daß es bei den Betriebsanlagen Veränderungen hinsichtlich der Einkaufszentren gibt. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Herr Abgeordneter Haigermoser hat versucht, in der Wirtschaftskammer Österreich von den Interessenten und Betreibern den Text zu bekommen. Er hat gesagt: Bitte, gebt mir diesen Text unbedingt! – Händeringend hat er um diesen Text gebeten, der erarbeitet worden ist. Denn wenn die ÖVP diesen Text mit dem Koalitionspartner nicht durchgebracht hätte, hätte er ihn einbringen wollen, damit er zeigen kann, wie er für den Handel eintritt, da das den Sektionsausschuß Handel betrifft. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Herr Abgeordneter Haigermoser! Ich sage Ihnen folgendes: Versuchen Sie überall ehrlich zu sein und nicht so zwiespältig wie hier!
Abg. Blünegger: Die Gewerbeordnung braucht schon wieder eine neue Novellierung!
Ich meine, diese Gewerbeordnung braucht keinen Vergleich zu scheuen. Die Novelle ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe, daß alle Jungunternehmer die Zeichen dieser Gewerbeordnung erkennen, und daß das Klima und die Rahmenbedingungen dafür, sich selbständig zu machen, in Zukunft in Österreich positiv bewertet werden (Abg. Blünegger: Die Gewerbeordnung braucht schon wieder eine neue Novellierung!), damit wir einen Zustrom an Jungunternehmern für die österreichische Wirtschaft und für den österreichischen Konsumenten erreichen. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ.
Ich meine, diese Gewerbeordnung braucht keinen Vergleich zu scheuen. Die Novelle ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe, daß alle Jungunternehmer die Zeichen dieser Gewerbeordnung erkennen, und daß das Klima und die Rahmenbedingungen dafür, sich selbständig zu machen, in Zukunft in Österreich positiv bewertet werden (Abg. Blünegger: Die Gewerbeordnung braucht schon wieder eine neue Novellierung!), damit wir einen Zustrom an Jungunternehmern für die österreichische Wirtschaft und für den österreichischen Konsumenten erreichen. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosemarie Bauer: Es wird sehr schwer sein, dazu etwas zu sagen!
Abgeordneter Anton Blünegger (Freiheitliche): Hohes Haus! Sehr geschätzter Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Werte Damen und Herren Abgeordnete! Ich werde auf die Ausführungen der Frau Abgeordneten Tichy-Schreder später eingehen (Abg. Rosemarie Bauer: Es wird sehr schwer sein, dazu etwas zu sagen!), zuerst möchte ich erläutern, warum wir Freiheitliche uns in der Arbeit für diese neue Gewerbeordnung mit Punkten beschäftigt haben, die den geänderten Wettbewerbsbedingungen und wirtschaftlichen Bedingungen angepaßt werden sollen. Das wäre auch das Ziel, das die Freiheitlichen bei einer neuen Gewerbeordnung hätten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Anton Blünegger (Freiheitliche): Hohes Haus! Sehr geschätzter Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Werte Damen und Herren Abgeordnete! Ich werde auf die Ausführungen der Frau Abgeordneten Tichy-Schreder später eingehen (Abg. Rosemarie Bauer: Es wird sehr schwer sein, dazu etwas zu sagen!), zuerst möchte ich erläutern, warum wir Freiheitliche uns in der Arbeit für diese neue Gewerbeordnung mit Punkten beschäftigt haben, die den geänderten Wettbewerbsbedingungen und wirtschaftlichen Bedingungen angepaßt werden sollen. Das wäre auch das Ziel, das die Freiheitlichen bei einer neuen Gewerbeordnung hätten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Tatsache ist, daß die SPÖ und die ÖVP im Wirtschaftsausschuß und im Unterausschuß nicht bereit waren, das herkömmliche Denken abzulegen. Ihre Aussagen, Frau Abgeordnete Tichy-Schreder, haben genau das gezeigt; ich halte das für nicht richtig. Auch Herr Präsident Maderthaner hat heute hier als Nichtmitglied des Unterausschusses große Worte gesprochen, aber seine Worte waren ohne Inhalt. Das muß man einmal feststellen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich darf noch folgendes dazu sagen: Die Aussagen der Frau Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses waren nach meinem Dafürhalten nichts anderes als persönliche Angriffe, weil sie es vielleicht nicht mag, wenn wir Freiheitlichen etwas sagen. Frau Kollegin Tichy-Schreder! Sie wollen ja nicht mit uns gemeinsam arbeiten; das erkennt man, wenn man sich Ihre Vorsitzführung anschaut. Als die Opposition dabei war, haben wir sechs, sieben Stunden lang gearbeitet. Dann, als die Opposition nicht mehr dabei war, waren Sie in eineinhalb Stunden fertig. Aber diese Art der Politik brauchen wir hier nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Machen wir eh!
Im Zusammenhang mit dieser Novelle zur Gewerbeordnung haben wir immer gefordert: Weniger Bürokratie! (Abg. Parnigoni: Machen wir eh!) – Aber was ist daraus geworden? – Mehr Bürokratie ist es geworden, Kollege Parnigoni. (Abg. Parnigoni: Das stimmt überhaupt nicht!) Die Bürokratie ist ausgeweitet worden. Wir haben immer wieder gesagt: Vereinfachung, weg mit den Schranken im Zusammenhang mit Betriebsgründungen. Was ist passiert? – Es ist zu keiner Liberalisierung gekommen.
Abg. Parnigoni: Das stimmt überhaupt nicht!
Im Zusammenhang mit dieser Novelle zur Gewerbeordnung haben wir immer gefordert: Weniger Bürokratie! (Abg. Parnigoni: Machen wir eh!) – Aber was ist daraus geworden? – Mehr Bürokratie ist es geworden, Kollege Parnigoni. (Abg. Parnigoni: Das stimmt überhaupt nicht!) Die Bürokratie ist ausgeweitet worden. Wir haben immer wieder gesagt: Vereinfachung, weg mit den Schranken im Zusammenhang mit Betriebsgründungen. Was ist passiert? – Es ist zu keiner Liberalisierung gekommen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist unser Ziel, und daher lehnen wir die Novelle zur Gewerbeordnung in der vorliegenden Form ab – sie ist uns einfach zuwenig weitreichend. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Firlinger: Die wird sicher kommen!
Herr Minister! Wir haben einmal kurz darüber gesprochen – es wäre das vielleicht ein gedanklicher Ansatz für eine zukünftige Reform (Abg. Mag. Firlinger: Die wird sicher kommen!), wenn Änderungsnotwendigkeiten gegeben sind –: Die Anrainerrechte resultieren nicht nur – das ist Frau Abgeordneter Langthaler zu sagen – aus dem Betriebsanlagenrecht, sondern vorwiegend aus der Flächenwidmung und den Bebauungsplänen. Mir fehlt die Überlegung, daß diese beiden unterschiedlichen Rechtsmaterien, nämlich Flächenwidmung und Bebauungspläne einerseits und Betriebsanlagengenehmigungen andererseits, in eine Abstimmung zueinander gebracht werden.
Beifall bei der SPÖ.
Letzter Punkt: Diese Gewerbeordnung wird ganz sicher Hemmnisse beseitigen. Sie wird einen Beitrag dazu leisten, daß die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft erhöht wird und somit zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden können. Aber letztlich sollte uns immer bewußt sein, daß das Beschäftigungsniveau, die Frage, ob Arbeitsplätze gesichert werden oder nicht, davon abhängt, ob sich die Konsumenten die Produkte und die Dienstleistungen, die angeboten werden, auch leisten können. Und das mündet dann in ganz andere Fragen als in jene der Gewerbeordnung. Ich sage das nur deswegen, weil wir die Kirche im Dorf lassen sollten: Die Gewerbeordnung ist gut und richtig, aber sie wird kein Wundermittel zur Schaffung zusätzlicher Beschäftigung sein. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir wissen aus den Ausschußdiskussionen, daß oft genug gesagt wird: Wir können das nicht ändern, das ist akkordiert, und daher müssen wir das jetzt so machen! Und dann gibt es im Ausschuß allenfalls – wenn man in der Lage war, sich noch zu besprechen – Abänderungsanträge, wie sie Frau Abgeordnete Tichy-Schreder bereits eingebracht beziehungsweise Abgeordneter Kaufmann angekündigt hat, daß die nächsten Novellen schon wieder ausgearbeitet werden. Das ist nicht die Vorstellung der Liberalen, wie eine sinnvolle, berechenbare Gesetzgebung funktionieren sollte. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Der zweite Punkt, meine Damen und Herren, den ich herausgreifen möchte und den ich als Umweltsprecher der Liberalen als positiv beurteile, ist der, daß man nach § 82b Abs. 5 in Zukunft bei den dauernden Überprüfungen auch jene Umwelt-Betriebsprüfungen nach der EMAS-Verordnung berücksichtigen kann, die entsprechend ausgeführt werden. Das ist sinnvoll, entspricht aber wohl nur einer inneren Logik, denn auch bisher war es so, daß diese wiederkehrenden Prüfungen von Ziviltechnikern vorgenommen werden konnten, ja sogar von geeigneten und fachkundigen Betriebsangehörigen. Es ist daher nur systematisch logisch, daß, wenn jetzt eine Umwelt-Betriebsprüfung ansteht, diese auch in dieses System miteinbezogen wird, denn damit wird natürlich ein Anreiz geschaffen, daß von Betrieben vermehrt und freiwillig ein Umweltmanagement durchgeführt wird. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Fekter: Aber diese Novelle sichert Arbeitsplätze!
Meine Damen und Herren! Wenn schon jene Leute, die die Regierung selbst in wichtigen Fragen zur Beratung heranzieht, Sie so warnen, dann schlagen Sie diese Warnungen nicht in den Wind! Wenn Sie diese Novelle zur Gewerbeordnung beschließen, dann ist das ein politisch mutwillig hingeworfener Fehdehandschuh an viele Organisationen, an viele NGOs. Sie übergehen damit Nachbarn, und Sie werden das nicht erreichen, was Ihr primäres Ziel ist .... (Abg. Dr. Fekter: Aber diese Novelle sichert Arbeitsplätze!) – Frau Abgeordnete, ich weiß schon: In Sachen Rasterfahndung und Lauschangriff sind Ihnen die einzelnen auch egal, und im Betriebsanlagenverfahren machen Sie jetzt das gleiche. Das hat aber nichts mit Arbeitsplätzen zu tun! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Wenn schon jene Leute, die die Regierung selbst in wichtigen Fragen zur Beratung heranzieht, Sie so warnen, dann schlagen Sie diese Warnungen nicht in den Wind! Wenn Sie diese Novelle zur Gewerbeordnung beschließen, dann ist das ein politisch mutwillig hingeworfener Fehdehandschuh an viele Organisationen, an viele NGOs. Sie übergehen damit Nachbarn, und Sie werden das nicht erreichen, was Ihr primäres Ziel ist .... (Abg. Dr. Fekter: Aber diese Novelle sichert Arbeitsplätze!) – Frau Abgeordnete, ich weiß schon: In Sachen Rasterfahndung und Lauschangriff sind Ihnen die einzelnen auch egal, und im Betriebsanlagenverfahren machen Sie jetzt das gleiche. Das hat aber nichts mit Arbeitsplätzen zu tun! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Die Aufgabe einer guten politischen Führung in einem Land ist es, den Menschen zu ermöglichen, Arbeitsplätze eigeninitiativ zu schaffen. Diese Arbeitsplätze zu schaffen betrifft nicht nur die Unternehmen, sondern jeden einzelnen. Jeder ist zudem noch vor unmäßigen Zugriffen in seine Privatsphäre zu schützen. Da sind jedoch Sie diejenigen, die das überhaupt nicht verhindern. Das sei hier auch noch einmal festgehalten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Fekter: Der Barmüller sagt genau das Gegenteil! Sie haben eine Rede für die Verhinderer gehalten, nicht für die Gestalter!
Frau Abgeordnete! Sie werfen diesen politischen Fehdehandschuh mit der Beschlußfassung dieser Novelle; Sie wissen das auch. (Abg. Dr. Fekter: Der Barmüller sagt genau das Gegenteil! Sie haben eine Rede für die Verhinderer gehalten, nicht für die Gestalter! ) – Das ist nicht wahr! Hätten Sie mir zugehört, dann würden Sie das nicht sagen. (Abg. Dr. Fekter: Hab’ ich!) Ich darf Ihnen noch etwas sagen, Frau Abgeordnete, weil immer behauptet wird ... (Abg. Dr. Fekter: Das war das Gegenteil von dem, was der Peter referiert hat!) – Das war nicht das Gegenteil von dem, was der Abgeordnete Peter referiert hat, sondern der Abgeordnete Peter hat mir, was das Betriebsanlagenverfahren angeht, ausdrücklich diesen Part überlassen. Ich habe Ihnen anhand einzelner Beispiele aufgezeigt, was Ihre wahre Motivation ist: daß es nicht Einsicht ist, sondern Zwang durch die Judikatur, die es jetzt bereits gibt, daß Sie sich einfach vor Amtshaftungsverfahren fürchten, und daß Sie sich in Wirklichkeit aus dieser politischen Verantwortung herausstehlen. Sie stehlen sich aus ihr heraus! Sie ruinieren die Verwaltungsverfahren als einen Platz des Interessenausgleichs. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Hab’ ich!
Frau Abgeordnete! Sie werfen diesen politischen Fehdehandschuh mit der Beschlußfassung dieser Novelle; Sie wissen das auch. (Abg. Dr. Fekter: Der Barmüller sagt genau das Gegenteil! Sie haben eine Rede für die Verhinderer gehalten, nicht für die Gestalter! ) – Das ist nicht wahr! Hätten Sie mir zugehört, dann würden Sie das nicht sagen. (Abg. Dr. Fekter: Hab’ ich!) Ich darf Ihnen noch etwas sagen, Frau Abgeordnete, weil immer behauptet wird ... (Abg. Dr. Fekter: Das war das Gegenteil von dem, was der Peter referiert hat!) – Das war nicht das Gegenteil von dem, was der Abgeordnete Peter referiert hat, sondern der Abgeordnete Peter hat mir, was das Betriebsanlagenverfahren angeht, ausdrücklich diesen Part überlassen. Ich habe Ihnen anhand einzelner Beispiele aufgezeigt, was Ihre wahre Motivation ist: daß es nicht Einsicht ist, sondern Zwang durch die Judikatur, die es jetzt bereits gibt, daß Sie sich einfach vor Amtshaftungsverfahren fürchten, und daß Sie sich in Wirklichkeit aus dieser politischen Verantwortung herausstehlen. Sie stehlen sich aus ihr heraus! Sie ruinieren die Verwaltungsverfahren als einen Platz des Interessenausgleichs. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Das war das Gegenteil von dem, was der Peter referiert hat!
Frau Abgeordnete! Sie werfen diesen politischen Fehdehandschuh mit der Beschlußfassung dieser Novelle; Sie wissen das auch. (Abg. Dr. Fekter: Der Barmüller sagt genau das Gegenteil! Sie haben eine Rede für die Verhinderer gehalten, nicht für die Gestalter! ) – Das ist nicht wahr! Hätten Sie mir zugehört, dann würden Sie das nicht sagen. (Abg. Dr. Fekter: Hab’ ich!) Ich darf Ihnen noch etwas sagen, Frau Abgeordnete, weil immer behauptet wird ... (Abg. Dr. Fekter: Das war das Gegenteil von dem, was der Peter referiert hat!) – Das war nicht das Gegenteil von dem, was der Abgeordnete Peter referiert hat, sondern der Abgeordnete Peter hat mir, was das Betriebsanlagenverfahren angeht, ausdrücklich diesen Part überlassen. Ich habe Ihnen anhand einzelner Beispiele aufgezeigt, was Ihre wahre Motivation ist: daß es nicht Einsicht ist, sondern Zwang durch die Judikatur, die es jetzt bereits gibt, daß Sie sich einfach vor Amtshaftungsverfahren fürchten, und daß Sie sich in Wirklichkeit aus dieser politischen Verantwortung herausstehlen. Sie stehlen sich aus ihr heraus! Sie ruinieren die Verwaltungsverfahren als einen Platz des Interessenausgleichs. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Frau Abgeordnete! Sie werfen diesen politischen Fehdehandschuh mit der Beschlußfassung dieser Novelle; Sie wissen das auch. (Abg. Dr. Fekter: Der Barmüller sagt genau das Gegenteil! Sie haben eine Rede für die Verhinderer gehalten, nicht für die Gestalter! ) – Das ist nicht wahr! Hätten Sie mir zugehört, dann würden Sie das nicht sagen. (Abg. Dr. Fekter: Hab’ ich!) Ich darf Ihnen noch etwas sagen, Frau Abgeordnete, weil immer behauptet wird ... (Abg. Dr. Fekter: Das war das Gegenteil von dem, was der Peter referiert hat!) – Das war nicht das Gegenteil von dem, was der Abgeordnete Peter referiert hat, sondern der Abgeordnete Peter hat mir, was das Betriebsanlagenverfahren angeht, ausdrücklich diesen Part überlassen. Ich habe Ihnen anhand einzelner Beispiele aufgezeigt, was Ihre wahre Motivation ist: daß es nicht Einsicht ist, sondern Zwang durch die Judikatur, die es jetzt bereits gibt, daß Sie sich einfach vor Amtshaftungsverfahren fürchten, und daß Sie sich in Wirklichkeit aus dieser politischen Verantwortung herausstehlen. Sie stehlen sich aus ihr heraus! Sie ruinieren die Verwaltungsverfahren als einen Platz des Interessenausgleichs. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Undenkbar! – Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller. – Abg. Dr. Fekter: Noch mehr Bürokratie!
Das, was mein Vorredner, Herr Abgeordneter Barmüller, im Hinblick auf das Anlagenrecht formuliert hat, sehe ich – das können Sie noch so bestreiten – im grundsätzlichen Widerspruch zu jenen Ansichten, die Ihr Fraktionskollege Peter hier zum Versicherungsprinzip einer sehr, sehr liberalen Gewerbeordnung festgestellt hat. Wenn Sie meinen, daß die Interessen der NGOs, die Sie hier angesprochen haben, mit dem Versicherungsprinzip, das Kollege Peter angesprochen hat, vereinbar sind, dann muß ich ganz offen sagen: Ich konnte selten größere Gegensätze in Beratungen beziehungsweise Vorsprachen feststellen. (Abg. Dr. Fekter: Undenkbar! – Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller. – Abg. Dr. Fekter: Noch mehr Bürokratie!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich sage Ihnen ganz offen: Für jene Damen und Herren des Unterausschusses und des Ausschusses, die die ganze Zeit mitgearbeitet haben, war es eine sehr positive Erfahrung, in diesem Haus mitzuerleben, wie in verschiedenen Bereichen im Interesse des Ganzen da oder dort Standpunkte aufgegeben wurden und das Gesamte in den Mittelpunkt des Handelns gerückt ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Freisetzen!
Aber ich sage Ihnen ganz offen: Angesichts unserer jetzigen Arbeitsplatz- und Arbeitsmarktsituation gehe ich davon aus, daß auch die von Ihnen angesprochenen mobilen Arbeitsplätze sowie die Arbeitsplätze im unteren Dienstleistungsbereich, deren Zahl gerade in der amerikanischen Wirtschaft stark angestiegen ist, in einer florierenden, wachsenden Wirtschaft Betroffenen im Grunde genommen mehr Möglichkeiten bieten, als es Schutzelemente in diesem Bereich des Arbeitsmarktes tun können. (Abg. Dr. Fekter: Freisetzen!) Letztere tragen unter Umständen dazu bei, daß wir die Möglichkeit solcher Arbeitsplätze nicht nutzen können und das mit Arbeitslosenunterstützungen kompensieren müssen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Blünegger: Net nur schöne Sprüche machen, sondern ernst nehmen!
In diesem Sinne möchte ich noch meine Genugtuung zum Ausdruck bringen, daß es in tage-, wochen- und stundenlangen Beratungen in diesem Haus möglich war, entgegengesetzte Standpunkte zu überwinden und hiermit ein Gesetz zu präsentieren, das nicht nur von seinem Charakter her als positive Weiterentwicklung anzusehen ist, sondern auch in seiner Vollziehung viele Entschlackungen, Abschlankungen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten für eine positive Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Österreich mit sich bringen wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Blünegger: Net nur schöne Sprüche machen, sondern ernst nehmen!)
Abg. Schwarzböck: Das habe ich nicht gesagt!
Zur Landwirtschaft: Sie stellen es so dar, als hätten Sie den großen Konsens gefunden (Abg. Schwarzböck: Das habe ich nicht gesagt!) , nach wochenlangen Auseinandersetzungen und Verhandlungen habe man nun einen für alle akzeptablen Kompromiß erreicht. Meiner Ansicht nach sind aber auch in diesem Punkt wieder wesentliche Interessen der Anbieter, der Nachfragerinnen und Nachfrager sowie der Umwelt auf der Strecke geblieben.
Abg. Schwarzböck: Es geht doch nicht um Grund und Boden, es geht um den gesamten Kapitalwert!
Ähnlich das Kriterium Kapitaleinsatz: Wenn man den Kapitaleinsatz in der Landwirtschaft in Kenntnis der aus meiner Sicht angesichts der finanziellen Situation der meisten kleineren und mittleren Landwirtschaftsbetriebe notwendigen geringen Einheitsbewertung von Grundstücken betrachtet, so läßt sich feststellen, daß es bald einmal der Fall sein könnte, daß etwa eine Anlage zur Weiterverarbeitung, eine Käsereianlage oder sonstiges, wertmäßig, also was die Anschaffungs- und Herstellungskosten betrifft, dem Hauptwert der Landwirtschaft, nämlich dem Grund und Boden – buchmäßig, nicht was die Bedeutung betrifft –, überlegen ist. (Abg. Schwarzböck: Es geht doch nicht um Grund und Boden, es geht um den gesamten Kapitalwert!)
Abg. Dr. Fekter: Da war er noch nicht Minister!
Eine bescheidene Frage: Hat sich der Ministerrat mit dieser einstimmigen Entschließung des Hohen Hauses – Gewerbeordnungsnovelle 1992 – je ernsthaft befaßt? (Abg. Dr. Fekter: Da war er noch nicht Minister!) In der Öffentlichkeit war jedenfalls nichts davon zu hören. Vielleicht können Sie dazu einmal Stellung nehmen, denn das wäre gerade nach dem Tierschutzvolksbegehren ein Anliegen vieler Österreicherinnen und Österreicher und – im Lichte der Entschließung des Hohen Hauses – meiner Meinung nach ein Gebot des Anstandes und der Rechtsstaatlichkeit.
Beifall bei den Grünen.
Aber wozu brauchen wir eine Betriebsanlagengenehmigung? Es geht ja auch anders. In den Kinderbüchern druckt man dann den guten alten Bauernhof von anno dazumal mit zwei, drei Kühen, einem Pferd, ein paar Henderln und einem Haushofhund ab. Dieses Bild entspricht jedoch überhaupt nicht der Realität der leider zu Lasten der klein- und mittelbäuerlichen Betriebe und der KonsumentInnen fortschreitenden Massentierhaltung. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Uns ist Kinderschutz wichtiger als Tierschutz!
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Sie werden einen sehr hohen Erklärungsbedarf haben, warum Ihnen nicht nur der einheitliche Tierschutz in Österreich kein Anliegen ist, sondern auch, warum Sie mittlerweile so weit gehen, daß Sie die Gesundheit von Menschen aufs Spiel setzen. (Abg. Dr. Fekter: Uns ist Kinderschutz wichtiger als Tierschutz!)
Abg. Dr. Fekter: Warum reden Sie zehnmal mehr über Kinderschutz als über Tierschutz?
Frau Abgeordnete Fekter! Sie hätten Gelegenheit genug, Kinder davor zu bewahren, krank zu werden. Da könnten Sie im Sinne der Prävention tätig werden! Aber offenbar paßt das manchen Lobbyinteressen der Herren des Raiffeisen-Verbandes nicht, und in einer derartigen Konstellation ist Ihre Abwägung immer sehr klar. (Abg. Dr. Fekter: Warum reden Sie zehnmal mehr über Kinderschutz als über Tierschutz?) Wenn auf der einen Seite die Interessen des Raiffeisen-Verbandes stehen und auf der anderen Seite die Hunderttausender Österreicherinnen und Österreichern, dann fällt Ihre Entscheidung immer zugunsten des Raiffeisen-Verbandes und gegen die Bevölkerung aus! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier. )
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier.
Frau Abgeordnete Fekter! Sie hätten Gelegenheit genug, Kinder davor zu bewahren, krank zu werden. Da könnten Sie im Sinne der Prävention tätig werden! Aber offenbar paßt das manchen Lobbyinteressen der Herren des Raiffeisen-Verbandes nicht, und in einer derartigen Konstellation ist Ihre Abwägung immer sehr klar. (Abg. Dr. Fekter: Warum reden Sie zehnmal mehr über Kinderschutz als über Tierschutz?) Wenn auf der einen Seite die Interessen des Raiffeisen-Verbandes stehen und auf der anderen Seite die Hunderttausender Österreicherinnen und Österreichern, dann fällt Ihre Entscheidung immer zugunsten des Raiffeisen-Verbandes und gegen die Bevölkerung aus! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier. )
Abg. Dr. Fekter: Das ist ja das Schlimme, und dann beklagen Sie die Arbeitslosigkeit!
Frau Abgeordnete Fekter! Ich sage Ihnen, ich stehe dazu, daß ich zu den Verhinderern gehöre. Ich gehöre zu den Verhinderern von Zwentendorf, und ich bin ganz, ganz stolz darauf! (Abg. Dr. Fekter: Das ist ja das Schlimme, und dann beklagen Sie die Arbeitslosigkeit!) Alle, die hier sitzen, sind auch solche Verhinderer von Zwentendorf. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Abgeordnete Fekter! Ich sage Ihnen, ich stehe dazu, daß ich zu den Verhinderern gehöre. Ich gehöre zu den Verhinderern von Zwentendorf, und ich bin ganz, ganz stolz darauf! (Abg. Dr. Fekter: Das ist ja das Schlimme, und dann beklagen Sie die Arbeitslosigkeit!) Alle, die hier sitzen, sind auch solche Verhinderer von Zwentendorf. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Ich habe einen Betrieb zu Hause, ich schaffe Arbeitsplätze! Sie nicht, Sie sind Politikerin!
Sie haben damit vielen österreichischen Betrieben im Bereich der Alternativenergien gute Chancen eingeräumt – etwa den Jenbacher Werken, der ABB. Heute wird das durch das Versäumnis der Bundesregierung wieder aufs Spiel gesetzt. Es hängen Arbeitsplätze daran, die von den Verhinderern von Zwentendorf geschaffen wurden, nicht von Ihnen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Ich habe einen Betrieb zu Hause, ich schaffe Arbeitsplätze! Sie nicht, Sie sind Politikerin!)
Beifall bei den Grünen.
Wir gehören auch zu den Verhinderern einer Zerstörung der Aulandschaft in Hainburg. Es macht uns gar nichts aus, wenn der ÖVP-Landeshauptmann von Niederösterreich und der Umweltminister bei der Eröffnung des Naturparks freudig anwesend sind, Bänder durchschneiden und ihren Stolz zum Ausdruck bringen, daß dieses Naturdenkmal gemeinsam erhalten werden konnte. – Ursprünglich waren die Äußerungen aus den Reihen der ÖVP ein bißchen anders. Aber ich bin stolz, daß wir zu den "Verhinderern" gehören! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Wir forcieren nicht Tierleid, wir lassen die Kirche im Dorf!
Es geht nun so weiter: Wir gehören zu den Verhinderern von Tierleid. Ich garantiere Ihnen, wenn Sie nicht agieren, dann tun es Gott sei Dank andere, zum Beispiel der SPAR-Konzern und BILLA. Sie aber werden sich, auch als Wirtschaftspartei, mit Ihrer Forcierung von Tierleid so ins Abseits begeben, daß Sie weder bei den TierschützerInnen noch bei den Wirtschaftsbetrieben mehr Gehör finden werden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Wir forcieren nicht Tierleid, wir lassen die Kirche im Dorf!)
Abg. Dr. Fekter: Darum haben wir diese Novelle beschlossen!
Meine Damen und Herren! Machmal bedeutet es Unterstützung der Wirtschaft und Förderung von Arbeitsplätzen, eine Entwicklung, die nur in die Vergangenheit geht, zu verhindern. (Abg. Dr. Fekter: Darum haben wir diese Novelle beschlossen!)
Abg. Dr. Fekter: Wie viele Arbeitsplätze haben die Grünen schon verhindert?
Wenn das so weitergeht, dann wird das sehr, sehr viele Arbeitsplätze kosten und das Ansehen des Wirtschaftsstandortes Österreich weiter in den Keller befördern. (Abg. Dr. Fekter: Wie viele Arbeitsplätze haben die Grünen schon verhindert?) Aber dann tragen Sie allein für diese rückwärts orientierte Verhinderungspolitik die Verantwortung! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn das so weitergeht, dann wird das sehr, sehr viele Arbeitsplätze kosten und das Ansehen des Wirtschaftsstandortes Österreich weiter in den Keller befördern. (Abg. Dr. Fekter: Wie viele Arbeitsplätze haben die Grünen schon verhindert?) Aber dann tragen Sie allein für diese rückwärts orientierte Verhinderungspolitik die Verantwortung! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Die Liberalen, widersprüchlich auf allen Ebenen!
Abgeordneter Barmüller meinte auch, die Rechte der Anrainer würden geschmälert. Wenn ich mir aber die politische Werbung, die Aussagen des LIF etwa zur Frage der Öffnungszeiten von Gastgärten anschaue, muß ich feststellen: Da kann ich nichts von Anrainerschutz seitens der Liberalen bemerken; da kann es ihnen nicht gar nicht anrainerunfreundlich genug sein! (Abg. Dr. Fekter: Die Liberalen, widersprüchlich auf allen Ebenen!)
Abg. Rossmann: Aber nur, wenn es der Landeshauptmann will!
Die zweite Seite der Medaille bei der Nahversorgung ist jener Bereich, wo sie uns wegbricht, wo sie zusammenbricht. Dort wird nun die Möglichkeit geschaffen, daß, wenn es im Ortsgebiet keinen Lebensmittelhändler mehr gibt, ganz einfach der Gastwirt die Möglichkeit der Versorgung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs hat. (Abg. Rossmann: Aber nur, wenn es der Landeshauptmann will!) – Selbstverständlich, wenn es der Landeshauptmann will! Ich gehe natürlich davon aus, daß jeder Landeshauptmann daran interessiert ist, daß in jeder seiner Gemeinden, in jedem Ortsgebiet die Menschen die Möglichkeit haben, Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs einzukaufen.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Gewerberechtsnovelle 1997 ist nach der Novelle 1992 ein weiterer richtiger Schritt in die richtige Richtung, und sie beinhaltet Erleichterung beim Zugang zum Gewerbe, breitere Tätigkeitsfelder, schnellere Verfahren, Maßnahmen, die zu mehr Unternehmensgründungen und Arbeitsplätzen sowie zu einer Verbesserung des Wirtschaftsstandortes Österreich führen sollen. Daher werden wir Sozialdemokraten dieser Novelle zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter
Wissen Sie, was er gemacht hat? – Sie werden es besser wissen, aber das Hohe Haus weiß es nicht. – Dieser Innungsmeister hat sich über Beschlüsse der Innung der Zahntechniker aus sämtlichen Bundesländern hinweggesetzt: über einen Beschluß Vorarlbergs mit 100 Prozent, aus Salzburg mit 90 Prozent, Kärntens mit 84 Prozent, Wiens mit 83 Prozent (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter ), und dann hat er, als er in der Bundesinnung dafür noch immer keine Mehrheit hatte, so lange abstimmen lassen, bis es eben die notwendige Mehrheit gab. – Das ist Ihr Demokratieverständnis! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wissen Sie, was er gemacht hat? – Sie werden es besser wissen, aber das Hohe Haus weiß es nicht. – Dieser Innungsmeister hat sich über Beschlüsse der Innung der Zahntechniker aus sämtlichen Bundesländern hinweggesetzt: über einen Beschluß Vorarlbergs mit 100 Prozent, aus Salzburg mit 90 Prozent, Kärntens mit 84 Prozent, Wiens mit 83 Prozent (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter ), und dann hat er, als er in der Bundesinnung dafür noch immer keine Mehrheit hatte, so lange abstimmen lassen, bis es eben die notwendige Mehrheit gab. – Das ist Ihr Demokratieverständnis! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich frage mich: Was sagen da eigentlich die Vertreter des öffentlichen Dienstes dazu, wo heulen die auf? Die demonstrieren auf der einen und streiken auf der anderen Seite – den Gewerbereferenden aber bürdet man einen Wulst an Arbeit auf, der einfach nicht bewältigbar sein wird. Dieses Gesetz ist nicht zu vollziehen, Herr Minister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitlichen werden heute dazu einen Antrag einbringen, der noch weitergehend ist, nämlich daß die Gastgärten auf nichtöffentlichem Grund zumindest bis 22 Uhr, zwischen dem 15. Juni bis zum 15. September bis 23 Uhr offenhalten dürfen, und die Gastgärten auf öffentlichem Grund nicht vom 15. Juni bis 15. September, sondern – durch Umstellung der Sommerzeit aufgrund der EU-Anpassung – vom 1. Mai bis zum 30. September. Herr Minister! Das ist sicher vernünftig, und Sie können punkten, wenn wir Sie da als Verbündeten gewinnen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich ersuche Sie um eine dringende Wiedergutmachung als Signal an die Tourismusbetriebe, um eine Wiedergutmachung für dieses Kasperltheater, das sich hier bezüglich der Öffnungszeiten der Gastgärten abgespielt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rossmann: Der kommt noch!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Frau Abgeordnete Rossmann, Sie haben angekündigt, daß die Freiheitlichen einen Antrag einbringen werden, und haben dann inhaltlich das vorgetragen, was Sie als Abänderungsantrag formuliert haben. (Abg. Rossmann: Der kommt noch!) Er wird erst verlesen. – Danke für die Klarstellung.
Abg. Ing. Langthaler: Wer verhindert die Ökosteuer und die Solarenergie?
Ich nehme zur Kenntnis, daß sich die Klubobfrau der Grünen offen zu dieser Form der Verhinderung in diesem Hohen Haus bekennt, ja sogar eine Fortsetzung dieser Verhinderungsbemühungen ankündigt. (Abg. Ing. Langthaler: Wer verhindert die Ökosteuer und die Solarenergie?) Ich nehme das einfach einmal als Wirtschaftstreibender zur Kenntnis, als einer, der daran interessiert ist, daß in diesem Land Arbeitsplätze erhalten beziehungsweise geschaffen werden. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich nehme weiters mit Genugtuung zur Kenntnis, daß Sie Gott sei Dank in diesem Haus nicht einmal annähernd über eine Mehrheit verfügen, denn das wäre furchtbar für unser Land! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich nehme zur Kenntnis, daß sich die Klubobfrau der Grünen offen zu dieser Form der Verhinderung in diesem Hohen Haus bekennt, ja sogar eine Fortsetzung dieser Verhinderungsbemühungen ankündigt. (Abg. Ing. Langthaler: Wer verhindert die Ökosteuer und die Solarenergie?) Ich nehme das einfach einmal als Wirtschaftstreibender zur Kenntnis, als einer, der daran interessiert ist, daß in diesem Land Arbeitsplätze erhalten beziehungsweise geschaffen werden. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich nehme weiters mit Genugtuung zur Kenntnis, daß Sie Gott sei Dank in diesem Haus nicht einmal annähernd über eine Mehrheit verfügen, denn das wäre furchtbar für unser Land! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich nehme zur Kenntnis, daß sich die Klubobfrau der Grünen offen zu dieser Form der Verhinderung in diesem Hohen Haus bekennt, ja sogar eine Fortsetzung dieser Verhinderungsbemühungen ankündigt. (Abg. Ing. Langthaler: Wer verhindert die Ökosteuer und die Solarenergie?) Ich nehme das einfach einmal als Wirtschaftstreibender zur Kenntnis, als einer, der daran interessiert ist, daß in diesem Land Arbeitsplätze erhalten beziehungsweise geschaffen werden. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich nehme weiters mit Genugtuung zur Kenntnis, daß Sie Gott sei Dank in diesem Haus nicht einmal annähernd über eine Mehrheit verfügen, denn das wäre furchtbar für unser Land! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Frau Rossmann hat "privat" und "öffentlich" sehr wohl unterschieden! Genau zuhören!
Was ist Faktum? – Faktum ist, daß nach dem alten Gewerberecht eine überwiegende Zahl von Gastgärten, nämlich jene auf öffentlichem Grund und jene, die an öffentliche Verkehrswege angrenzen, die die überwiegende Anzahl stellen, eine garantierte Betriebszeit bis 23 Uhr haben, in die die Behörde nicht eingreifen kann. Und diese Rechtslage wird mit keinem Satz, mit keinem Beistrich, verändert. Also da, Frau Kollegin Rossmann, von einer Einschränkung für Gastgärten in ganz Österreich zu sprechen, also von allen Gastgärten, wie das so unterschwellig getan wird, ist schlicht und einfach falsch. (Abg. Dr. Graf: Frau Rossmann hat "privat" und "öffentlich" sehr wohl unterschieden! Genau zuhören!)
Beifall bei der ÖVP.
Es geht bei diesem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes nur um einen geringeren Teil, nämlich nicht um private Gastgärten, sondern um jene, die sich auf privatem Grund befinden – und das ist ein wesentlicher Unterschied, Herr Kollege! Und für diese konnte jetzt die Regelung erreicht werden, daß auch sie eine garantierte Betriebszeit bis 22 Uhr haben werden. Für alle bisherigen Genehmigungen jedoch, die darüber hinausgehen, oder jene, bei denen es in der Betriebsanlagengenehmigung keine Einschränkung der Betriebszeit gibt, gilt die Schlußzeitregelung, also die Sperrstundenregelung. Diese werden davon gar nicht tangiert. Alle anderen, die zum Teil Einschränkungen der Behörden hinnehmen mußten, wo es zu solchen Auswüchsen gekommen ist, daß man beispielsweise Gastgärten vorgeschrieben hat, eine Mittagspause von 12 bis 14 Uhr einzuhalten – man stelle sich das vor! – oder schon um 19 Uhr zuzusperren, können sich jetzt wenigstens darauf berufen, eine garantierte und von der Behörde nicht einschränkbare Öffnungszeit von 9 bis 22 Uhr zu haben. Das ist, denke ich, ein wesentlicher Punkt, und das darf nicht dazu führen, daß das in der Öffentlichkeit völlig verkehrt dargestellt wird! (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Alles in allem kann man sagen, daß uns ein großer Schritt in Richtung Verbesserung unseres Betriebsstandortes Österreich gelungen ist. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abschließend noch ein Satz dazu, was in den Ausschüssen – am Beginn waren die Oppositionsparteien ja noch ganz kurz dabei – an Kritik vorgebracht wurde. Kollege Peter hat unsere Bemühungen sehr gelobt, indem er in der ersten Ausschußsitzung gesagt hat: Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. – Allein das zeigt, auch wenn hier vom Rednerpult aus anderes an die Öffentlichkeit dringt, was wirklich hinter diesen Bemühungen gesteckt ist. Nochmals recht herzlichen Dank allen Beteiligten! Ich meine, wir haben ein gutes Stück für den Wirtschaftsstandort Österreich getan. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Kopf: Schauen Sie sich den Begutachtungsprozeß an, Herr Kollege!
Der Dank gilt daher tatsächlich dafür, insbesondere den Beamten des betroffenen Hauses, daß sie die Ausdauer, die Geduld und die Loyalität dazu hatten, etwas mitzuformulieren, was sie selbst so sicher nicht formuliert hätten, denn dann hätte der erste Entwurf anders ausgesehen. Wenn das, was am Schluß herausgekommen ist, dasselbe gewesen wäre wie das, was sonst die fach- uns sachkundigen Beamten des Wirtschaftsressorts gemacht hätten, dann hätten sie gleich das vorgelegt, was am Schluß als Kompromiß herausgekommen ist. (Abg. Kopf: Schauen Sie sich den Begutachtungsprozeß an, Herr Kollege!)
Abg. Dr. Trinkl: Das ist die soziale Komponente!
Punkt 2: Es ist natürlich jetzt nicht Thema im unmittelbaren Sinn des Wortes, aber solange Sie an dieser krampfhaften Zwangszuteilung in Gewerbliche Sozialversicherung und in ASVG et cetera festhalten, solange Sie Arbeitslosenentschädigungsregelungen haben, die jeden, der arbeitslos geworden ist und sich dann selbständig gemacht hat, mit dem Projekt nicht wirklich erfolgreich war und wieder arbeitslos wurde, aus der Arbeitslosenversicherung hinauskatapultieren, so lange dürfen Sie sich nicht wundern, daß wir keinen dynamischen Wechsel von Unselbständigen zu Selbständigen haben, insbesondere dann, wenn diese vielleicht schon etwas älter sind. (Abg. Dr. Trinkl: Das ist die soziale Komponente!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Ein Schlußsatz zum Schlagwort "Verhinderer": Wenn irgend jemand in Angelegenheiten des Gewerbezuganges den Vorwurf des Verhinderers verdient, dann diese Regierungskoalition. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Kier: Der Minister ist ja auch noch da! Der Minister war auch dabei, nicht nur die Beamten!
Ich möchte noch einen Satz zu meinem Vorredner, Herrn Dr. Kier, sagen. Herr Doktor! Ich habe vor Ihnen ob Ihres Fachwissens viel Respekt, aber was Sie gesagt haben, daß nämlich die ursprüngliche Vorlage so gravierend verändert wurde, finde ich nicht einmal so negativ. Umgekehrt: Wenn wir nichts verändert und uns nicht intensiv mit dieser Materie beschäftigt hätten, dann hätten wir wahrscheinlich den Vorwurf zu tragen: Die haben den Beamtenentwurf abgeschrieben! Warum sind Sie überhaupt Abgeordneter, warum sitzen Sie überhaupt da? – Ich glaube, das wäre auch nicht richtig gewesen. (Abg. Dr. Kier: Der Minister ist ja auch noch da! Der Minister war auch dabei, nicht nur die Beamten!) Ich glaube, da ist der Weg in der Mitte schon der richtige.
Abg. Rossmann: Das ist auch die Kammerzeitung!
Gestatten Sie mir als Wirt, obwohl es heute schon einigemal angesprochen wurde, auch ein paar Worte zu den Gastgärten. Ich habe mit etwas Verwunderung in meiner Fachzeitung, der "ÖGZ", diesen Artikel gesehen. (Der Redner weist einen Artikel vor.) Ich glaube, die "ÖGZ" würde gut daran tun – sie hatte immer eine sehr seriöse Berichterstattung –, wieder dorthin zurückzukehren. (Abg. Rossmann: Das ist auch die Kammerzeitung!) Das ist mehr den anderen Zeitungen vorbehalten. Diesen Artikel könnte man in einer anderen Zeitung besser unterbringen; das steht einer Fachzeitung nicht zu.
Abg. Rossmann: Sie haben nicht zugehört!
Folgendes muß noch gesagt werden. Es ist nicht zu akzeptieren, wie in dieser Sache simplifiziert wird. Da stellt man sich hin und sagt – das sage ich als Wirt ganz bewußt –: Gastgärten bis 23 Uhr. Selbstverständlich! Am liebsten bis 24 Uhr. (Abg. Rossmann: Sie haben nicht zugehört!) Ich habe Ihnen sehr genau zugehört, Frau Kollegin. Aber Sie lesen die Sachen nicht, die Sie vertreten. Sie stellen sich hin und sagen: Gastgärten aufmachen bis 24 Uhr! – Ist Ihnen bewußt, worum es hier geht? (Abg. Rossmann: Ich habe das nicht gesagt!) Nein, jetzt rede einmal ich, und jetzt hören Sie einmal zu! (Abg. Rossmann: Das habe ich nicht gesagt!) Jetzt rede ich einmal! Aus! Das war’s! (Abg. Ing. Reichhold: Wir sind im Parlament! Die Rechte der Parlamentarier!)
Abg. Rossmann: Ich habe das nicht gesagt!
Folgendes muß noch gesagt werden. Es ist nicht zu akzeptieren, wie in dieser Sache simplifiziert wird. Da stellt man sich hin und sagt – das sage ich als Wirt ganz bewußt –: Gastgärten bis 23 Uhr. Selbstverständlich! Am liebsten bis 24 Uhr. (Abg. Rossmann: Sie haben nicht zugehört!) Ich habe Ihnen sehr genau zugehört, Frau Kollegin. Aber Sie lesen die Sachen nicht, die Sie vertreten. Sie stellen sich hin und sagen: Gastgärten aufmachen bis 24 Uhr! – Ist Ihnen bewußt, worum es hier geht? (Abg. Rossmann: Ich habe das nicht gesagt!) Nein, jetzt rede einmal ich, und jetzt hören Sie einmal zu! (Abg. Rossmann: Das habe ich nicht gesagt!) Jetzt rede ich einmal! Aus! Das war’s! (Abg. Ing. Reichhold: Wir sind im Parlament! Die Rechte der Parlamentarier!)
Abg. Rossmann: Das habe ich nicht gesagt!
Folgendes muß noch gesagt werden. Es ist nicht zu akzeptieren, wie in dieser Sache simplifiziert wird. Da stellt man sich hin und sagt – das sage ich als Wirt ganz bewußt –: Gastgärten bis 23 Uhr. Selbstverständlich! Am liebsten bis 24 Uhr. (Abg. Rossmann: Sie haben nicht zugehört!) Ich habe Ihnen sehr genau zugehört, Frau Kollegin. Aber Sie lesen die Sachen nicht, die Sie vertreten. Sie stellen sich hin und sagen: Gastgärten aufmachen bis 24 Uhr! – Ist Ihnen bewußt, worum es hier geht? (Abg. Rossmann: Ich habe das nicht gesagt!) Nein, jetzt rede einmal ich, und jetzt hören Sie einmal zu! (Abg. Rossmann: Das habe ich nicht gesagt!) Jetzt rede ich einmal! Aus! Das war’s! (Abg. Ing. Reichhold: Wir sind im Parlament! Die Rechte der Parlamentarier!)
Abg. Ing. Reichhold: Wir sind im Parlament! Die Rechte der Parlamentarier!
Folgendes muß noch gesagt werden. Es ist nicht zu akzeptieren, wie in dieser Sache simplifiziert wird. Da stellt man sich hin und sagt – das sage ich als Wirt ganz bewußt –: Gastgärten bis 23 Uhr. Selbstverständlich! Am liebsten bis 24 Uhr. (Abg. Rossmann: Sie haben nicht zugehört!) Ich habe Ihnen sehr genau zugehört, Frau Kollegin. Aber Sie lesen die Sachen nicht, die Sie vertreten. Sie stellen sich hin und sagen: Gastgärten aufmachen bis 24 Uhr! – Ist Ihnen bewußt, worum es hier geht? (Abg. Rossmann: Ich habe das nicht gesagt!) Nein, jetzt rede einmal ich, und jetzt hören Sie einmal zu! (Abg. Rossmann: Das habe ich nicht gesagt!) Jetzt rede ich einmal! Aus! Das war’s! (Abg. Ing. Reichhold: Wir sind im Parlament! Die Rechte der Parlamentarier!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich sage Ihnen: Wenn Sie heute in einer Großstadt in irgendeinen großen Wohnblock ein Gasthaus einbauen, machen mitten im Hof einen Gastgarten und sperren bis 24 Uhr – ohne Bewilligung – auf, dann müssen Sie das erst einmal den Anrainern erklären. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Rossmann: Sie haben nicht zugehört!
Ich sage Ihnen noch etwas: Ich habe in meinem Gasthof im Innenhof einen Gastgarten für 100 Gäste und bis 23 Uhr offen. Bis heute habe ich noch keine Probleme gehabt. Wissen Sie, warum? – Weil der Gastgarten kommissioniert ist. Da gab es eine Bauverhandlung, eine Gewerbeverhandlung, da hat man sich mit den Nachbarn zusammengesetzt und das durchverhandelt – und es gibt überhaupt keine Probleme. Aber sich hinzustellen, so wie Sie das machen, und alles zu simplifizieren, geht wirklich nicht. (Abg. Rossmann: Sie haben nicht zugehört!) Sie reden bei jeder Veranstaltung so – das ist die Taktik Ihrer Partei –, wie Sie es gerade brauchen. So wie Sie es bei der Fremdengesetzgebung gemacht haben, machen Sie es auch hier. Aber damit können Sie die Leute nicht ewig täuschen. Diese Rechnung geht nicht ewig auf, das garantiere ich Ihnen! So vereinfachen kann man gar nichts, das müssen Sie sich ins Stammbuch schreiben lassen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rossmann: Das tut Ihnen so weh!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rossmann: Das tut Ihnen so weh!
Ich sage Ihnen noch etwas: Ich habe in meinem Gasthof im Innenhof einen Gastgarten für 100 Gäste und bis 23 Uhr offen. Bis heute habe ich noch keine Probleme gehabt. Wissen Sie, warum? – Weil der Gastgarten kommissioniert ist. Da gab es eine Bauverhandlung, eine Gewerbeverhandlung, da hat man sich mit den Nachbarn zusammengesetzt und das durchverhandelt – und es gibt überhaupt keine Probleme. Aber sich hinzustellen, so wie Sie das machen, und alles zu simplifizieren, geht wirklich nicht. (Abg. Rossmann: Sie haben nicht zugehört!) Sie reden bei jeder Veranstaltung so – das ist die Taktik Ihrer Partei –, wie Sie es gerade brauchen. So wie Sie es bei der Fremdengesetzgebung gemacht haben, machen Sie es auch hier. Aber damit können Sie die Leute nicht ewig täuschen. Diese Rechnung geht nicht ewig auf, das garantiere ich Ihnen! So vereinfachen kann man gar nichts, das müssen Sie sich ins Stammbuch schreiben lassen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rossmann: Das tut Ihnen so weh!)
Abg. Dr. Khol: Hier! Bei der Arbeit!
Ich möchte mich am Schluß meiner Betrachtungen an den Herrn Bundesminister wenden. Ich wende mich auch an die Beamten des Hauses, an Herrn Sektionschef Koprivnikar und an die Mitarbeiter der Klubs. Ich möchte mich bei Herrn Dr. Hechtner und bei unserer Frau Mag. Irene Hans persönlich für die wirklich sehr, sehr gute Aufarbeitung der Materie bedanken. Und ich möchte mich auch an den Koalitionspartner ÖVP wenden. (Abg. Dr. Khol: Hier! Bei der Arbeit!) In dieser sehr arbeitsreichen Zeit der Beratungen über die Gewerbeordnung haben wir, glaube ich, einmal mehr bewiesen, daß diese Koalition, obwohl einmal unser Flügel und einmal der andere Flügel ununterbrochen heruntergemacht wird, etwas leisten kann. Diese Gewerbeordnung ist ein herzeigbares Produkt dieser Koalitionsregierung. Und ich bin überzeugt, das gilt nicht nur für die Gewerbeordnung, sondern wir werden auch die anderen schwierigen Probleme, die zurzeit anstehen, lösen – ob es Ihnen gefällt oder nicht. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. )
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich möchte mich am Schluß meiner Betrachtungen an den Herrn Bundesminister wenden. Ich wende mich auch an die Beamten des Hauses, an Herrn Sektionschef Koprivnikar und an die Mitarbeiter der Klubs. Ich möchte mich bei Herrn Dr. Hechtner und bei unserer Frau Mag. Irene Hans persönlich für die wirklich sehr, sehr gute Aufarbeitung der Materie bedanken. Und ich möchte mich auch an den Koalitionspartner ÖVP wenden. (Abg. Dr. Khol: Hier! Bei der Arbeit!) In dieser sehr arbeitsreichen Zeit der Beratungen über die Gewerbeordnung haben wir, glaube ich, einmal mehr bewiesen, daß diese Koalition, obwohl einmal unser Flügel und einmal der andere Flügel ununterbrochen heruntergemacht wird, etwas leisten kann. Diese Gewerbeordnung ist ein herzeigbares Produkt dieser Koalitionsregierung. Und ich bin überzeugt, das gilt nicht nur für die Gewerbeordnung, sondern wir werden auch die anderen schwierigen Probleme, die zurzeit anstehen, lösen – ob es Ihnen gefällt oder nicht. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. )
Abg. Dr. Khol: Nicht eingebracht, angekündigt! Immer bei der Wahrheit bleiben, Frau Rossmann!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Kollege Kiermaier hat behauptet, ich hätte die Forderung nach Öffnungszeiten für Gastgärten bis 24 Uhr aufgestellt. Herr Kollege, diese Behauptung ist unwahr! Wahr ist vielmehr: Ich habe einen Antrag eingebracht ... (Abg. Dr. Khol: Nicht eingebracht, angekündigt! Immer bei der Wahrheit bleiben, Frau Rossmann!) Ich habe zwei Anträge angekündigt, einen für Gastgärten auf nicht öffentlichem Grund mit Öffnungszeiten bis 22 Uhr, von 15. Juni bis 23. September bis 23 Uhr, und einen für Gastgärten auf öffentlichem Grund mit Öffnungszeiten von 1. Mai bis 30. September bis 23 Uhr. – Sind Sie damit zufrieden? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Zuhören! – Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Zuhören! – Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold.
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Kollege Kiermaier hat behauptet, ich hätte die Forderung nach Öffnungszeiten für Gastgärten bis 24 Uhr aufgestellt. Herr Kollege, diese Behauptung ist unwahr! Wahr ist vielmehr: Ich habe einen Antrag eingebracht ... (Abg. Dr. Khol: Nicht eingebracht, angekündigt! Immer bei der Wahrheit bleiben, Frau Rossmann!) Ich habe zwei Anträge angekündigt, einen für Gastgärten auf nicht öffentlichem Grund mit Öffnungszeiten bis 22 Uhr, von 15. Juni bis 23. September bis 23 Uhr, und einen für Gastgärten auf öffentlichem Grund mit Öffnungszeiten von 1. Mai bis 30. September bis 23 Uhr. – Sind Sie damit zufrieden? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Zuhören! – Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold. )
Abg. Dr. Khol: Das ist ein bissel wenig! Wenn das alles ist, ist es ein bißchen wenig!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Verehrter Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir Grünen sind über einen kleinen Aspekt dieser Gewerbeordnung tatsächlich erfreut. Er betrifft das, was Sie am Anfang auf unseren Wunsch hin – aber da haben sicherlich auch andere mitgewirkt – geändert haben, nämlich im § 8 Abs. 5, wo es heißt: Alle personenbezogenen Bezeichnungen sind in der Form zu verwenden, die das Geschlecht des Trägers zum Ausdruck bringt. Das ist natürlich nicht der wesentlichste Teil dieser Reform, aber es ist ein Punkt, wo wir froh sind, daß das geändert wurde. (Abg. Dr. Khol: Das ist ein bissel wenig! Wenn das alles ist, ist es ein bißchen wenig!)
Beifall bei den Grünen.
Was für die Gewerbebetriebe gelten soll und muß, das muß auch für die in den Gewerbebetrieben beschäftigten Arbeiter – nur solche sind hier gemeint – gelten. Deshalb würde ich die hier im Hohen Haus vertretenen Parteien auch bitten, diesem Entschließungsantrag, der keine Revolution in den Entlassungstatbeständen bedeutet, sondern nur einfach verlangt, daß die in der Arbeitsverfassung festgelegten Entlassungstatbestände auch für die Arbeiter die einzig gültigen sind, Rechnung zu tragen und ihm zuzustimmen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP
Das Herzstück der Novelle ist aber für mich § 30: fachübergreifende Leistungen. Damit sind erstmals die bisher sehr strengen Grenzen der Gewerbeberechtigungen geöffnet worden, und Gewerbescheininhaber dürfen in Zukunft Leistungen auch aus anderen Gewerben erbringen, wenn dies die eigene Berechtigung sinnvoll ergänzt. Die Unternehmen bekommen damit praxisnahe Freiheit und Flexibilität (Beifall bei der ÖVP) und können sich auf dem Markt so bewegen, wie es der Markt erfordert, und sind nicht eingeengt auf die engen Grenzen einer Gewerbeberechtigung, sondern agieren marktkonform. Das ist aus meiner Sicht eine der gravierendsten Änderungen in diesem Gesetz, weil wir damit die statischen Grenzen von Gewerbeberechtigungen erstmals verlassen.
Beifall bei der ÖVP.
Für einfache Tätigkeiten und Teilgewerbe wird in Hinkunft die Lehrabschlußprüfung genügen, um sich selbständig zu machen. Die Berufsrechtsnovelle war getragen von der Zielsetzung: erleichterter Zugang unter Aufrechterhaltung des in Österreich hervorragenden Qualifikationsniveaus. Herr Kollege Peter! Wenn ich an das Qualifikationsniveau in Österreich denke, muß ich Ihrem Modell, wonach jeder alles kann – so nach dem Motto, wie in Ihrer Vorlage ausgeführt: Hausfrauen können auch Torten backen, also warum können sie nicht automatisch Konditor sein? –, eine klare Absage erteilen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Peter: Das habe ich nie bestritten!
Ich bin für die Beibehaltung des Befähigungsnachweises, Herr Kollege Peter, und für die Ablegung der Unternehmerprüfung. Die großzügige Anrechnung von Vorqualifikationen aus schulischer und universitärer Ausbildung dient dem Prinzip des erleichterten Zugangs, aber die Qualifikation der Lehrherren ist das wesentliche Element der Lehrlingsausbildung (Abg. Mag. Peter: Das habe ich nie bestritten!), und das kann man nicht fallenlassen, Herr Kollege Peter, denn damit würden wir unser duales Ausbildungssystem aufgeben! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Peter. )
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Ich bin für die Beibehaltung des Befähigungsnachweises, Herr Kollege Peter, und für die Ablegung der Unternehmerprüfung. Die großzügige Anrechnung von Vorqualifikationen aus schulischer und universitärer Ausbildung dient dem Prinzip des erleichterten Zugangs, aber die Qualifikation der Lehrherren ist das wesentliche Element der Lehrlingsausbildung (Abg. Mag. Peter: Das habe ich nie bestritten!), und das kann man nicht fallenlassen, Herr Kollege Peter, denn damit würden wir unser duales Ausbildungssystem aufgeben! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Peter. )
Beifall bei der ÖVP.
Ich hoffe, daß die Behörden diese Möglichkeiten auch ausnützen, und ich hoffe auch, daß die Gewerbebehörden den Liberalisierungsgedanken, den wir da verankert haben, vollziehen und umsetzen und ihren gesamten Ermessensspielraum zugunsten der Arbeitsplätze und für den Wirtschaftsstandort Österreich nützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Bravo!
Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Gewerberechtsnovelle 1997 sollte die Verwaltungsverfahren vereinfachen, die Verfahren beschleunigen, die Betriebsgründungen erleichtern. (Ruf bei der ÖVP: Bravo!) Sagen Sie nicht "bravo", denn wir haben das nicht erreicht!
Abg. Dr. Fekter: O ja!
Herr Regierungschef Bundeskanzler Klima hat erklärt oder hat als Hypothek, als Auflage mitgegeben: Weg mit den Monopolen! Diese Forderung war mit im Gepäck. Ich rufe es in Erinnerung. Die Gewerberechtsreform sollte dazu führen, 10 000 junge Unternehmer zusätzlich zu motivieren, zu aktivieren. Das werden wir mit dieser Novelle nicht erreichen; ich werde es noch begründen, warum. (Abg. Dr. Fekter: O ja!)
Zwischenruf des Abg. Kopf.
Vom Greißler mit dem Kaffee-Eck, mit Lotto und Schlüsseldienst et cetera, mit allem, was da vorgeschwebt ist und angekündigt wurde und man geglaubt hat erwirken zu können, sind wir aufgrund dieser Novelle weit weg. Viel zu viele Verfahren werden wir auch in Zukunft erleben. Wir werden die Bestätigung bekommen, daß wir zu viele Verfahren haben; ich wette da mit den sehr geehrten Damen und Herren. Daß aufgrund der langsamen Verfahren jährlich Verluste bei den Investitionen in Milliardenhöhe entstehen, wird auch in Kürze bestätigt werden. (Zwischenruf des Abg. Kopf. ) Das werden Sie schon sehen, Herr Kollege. Ich werde Sie dann daran erinnern. – Die Genehmigungsverfahren werden trotz der Möglichkeiten, die Sie hochpreisen und hochjubeln, sehr lange dauern. Die Schäden bleiben! Die Bürokratie kostet die Wirtschaft weiter Geld!
Abg. Kopf: Haben wir gemacht!
Jetzt zitiere ich einmal den Herrn Bundeskanzler, weil er diese Maßnahmen so forsch vorgegeben hat, damit ich Ihnen in Erinnerung rufe, wie weit Sie von Ihrer Zielsetzung weg sind. Am 30. Jänner 1997: Veränderung als Chance begreifen, hat der Herr Bundeskanzler gesagt. Klima wörtlich: Bedarf einer Modernisierung unseres Systems. Zur Bewältigung der Herausforderungen zur Jahrtausendwende zählt vor allem auch die Sicherung Österreichs als Investitionsstandort. Dafür müßten unnötige bürokratische Hindernisse weggeräumt werden, liberale Zugangsmöglichkeiten zum Gewerbe geschaffen werden. (Abg. Kopf: Haben wir gemacht!)
Abg. Kopf: Ja!
Glauben Sie wirklich, daß Sie das geschaffen haben? (Abg. Kopf: Ja!) Ich sage Ihnen: Sie haben es nicht geschaffen! (Abg. Kopf: Das ist Ihre Meinung!) Sie werden weiterhin – und da treffe ich ja Herrn Maderthaner mit seiner Wirtschaftskammerzeitung genau auf der Leber (Abg. Kopf: Argumente, nicht Zitate!) –, so wie bis dato, geduldige Unternehmer brauchen, die bereit sind, Abwicklungsverfahren mit Rekordlänge im Vergleich zu anderen Staaten über sich ergehen zu lassen.
Abg. Kopf: Das ist Ihre Meinung!
Glauben Sie wirklich, daß Sie das geschaffen haben? (Abg. Kopf: Ja!) Ich sage Ihnen: Sie haben es nicht geschaffen! (Abg. Kopf: Das ist Ihre Meinung!) Sie werden weiterhin – und da treffe ich ja Herrn Maderthaner mit seiner Wirtschaftskammerzeitung genau auf der Leber (Abg. Kopf: Argumente, nicht Zitate!) –, so wie bis dato, geduldige Unternehmer brauchen, die bereit sind, Abwicklungsverfahren mit Rekordlänge im Vergleich zu anderen Staaten über sich ergehen zu lassen.
Abg. Kopf: Argumente, nicht Zitate!
Glauben Sie wirklich, daß Sie das geschaffen haben? (Abg. Kopf: Ja!) Ich sage Ihnen: Sie haben es nicht geschaffen! (Abg. Kopf: Das ist Ihre Meinung!) Sie werden weiterhin – und da treffe ich ja Herrn Maderthaner mit seiner Wirtschaftskammerzeitung genau auf der Leber (Abg. Kopf: Argumente, nicht Zitate!) –, so wie bis dato, geduldige Unternehmer brauchen, die bereit sind, Abwicklungsverfahren mit Rekordlänge im Vergleich zu anderen Staaten über sich ergehen zu lassen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kopf.
Es ist überhaupt lustig, wenn Herr Präsident Maderthaner hier vom Rednerpult aus die mangelnde Bereitschaft der Oppositionspolitiker mitzuarbeiten urgiert. Ja was soll denn dieser Blödsinn, bitte? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kopf. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Opposition hat mitgearbeitet. Das Problem ist nur, daß die Regierungsrepräsentanten nicht bereit sind, Ideen aufzugreifen. Das ist Ihr Problem! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Ich komme auf den Solateur zurück, den ich wiederholt vorgeschlagen habe. Mein Betrieb ist ein Solateurbetrieb. Herr Kollege Kopf weiß gar nicht, was ein Solateur ist. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. ) Er weiß noch immer nicht, daß ein Solateur alles, was er aus der Sonne an Energie gewinnen kann, weiter vertreibt und verarbeitet. Aber woher soll er das auch wissen! Er ist im Energiewirtschaftsbereich bis dato liegend umgefallen und hat alle Zusagen, die er gegenüber Alternativlern gemacht hat, hintennach nicht eingehalten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich komme auf den Solateur zurück, den ich wiederholt vorgeschlagen habe. Mein Betrieb ist ein Solateurbetrieb. Herr Kollege Kopf weiß gar nicht, was ein Solateur ist. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. ) Er weiß noch immer nicht, daß ein Solateur alles, was er aus der Sonne an Energie gewinnen kann, weiter vertreibt und verarbeitet. Aber woher soll er das auch wissen! Er ist im Energiewirtschaftsbereich bis dato liegend umgefallen und hat alle Zusagen, die er gegenüber Alternativlern gemacht hat, hintennach nicht eingehalten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Es ist ja auch ein gutes Werk geworden!
Herr Kollege Heindl bedankte sich rund 17mal bei allen, die mitgearbeitet haben, und bei allen Parlamentariern, die so tüchtig und so fleißig waren. (Abg. Dr. Fekter: Es ist ja auch ein gutes Werk geworden!) Ja verdammt noch einmal, wofür werden denn die Parlamentarier bezahlt, wofür bekommen sie Entschädigungen? Wofür bekommen die Beamten Gehälter? – Um zu arbeiten! Das ist doch eine Selbstverständlichkeit! (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. ) Für einen Unternehmer ist es eine Selbstverständlichkeit, Herr Kukacka, daß gearbeitet wird. Dazu sind wir da, dazu sind wir gewählt worden, dazu sind wir berufen worden! (Abg. Mag. Kukacka: Warum habt ihr den Ausschußstreik gemacht? Das ist ein Kabarett, was Sie da bieten! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.
Herr Kollege Heindl bedankte sich rund 17mal bei allen, die mitgearbeitet haben, und bei allen Parlamentariern, die so tüchtig und so fleißig waren. (Abg. Dr. Fekter: Es ist ja auch ein gutes Werk geworden!) Ja verdammt noch einmal, wofür werden denn die Parlamentarier bezahlt, wofür bekommen sie Entschädigungen? Wofür bekommen die Beamten Gehälter? – Um zu arbeiten! Das ist doch eine Selbstverständlichkeit! (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. ) Für einen Unternehmer ist es eine Selbstverständlichkeit, Herr Kukacka, daß gearbeitet wird. Dazu sind wir da, dazu sind wir gewählt worden, dazu sind wir berufen worden! (Abg. Mag. Kukacka: Warum habt ihr den Ausschußstreik gemacht? Das ist ein Kabarett, was Sie da bieten! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kukacka: Warum habt ihr den Ausschußstreik gemacht? Das ist ein Kabarett, was Sie da bieten! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Kollege Heindl bedankte sich rund 17mal bei allen, die mitgearbeitet haben, und bei allen Parlamentariern, die so tüchtig und so fleißig waren. (Abg. Dr. Fekter: Es ist ja auch ein gutes Werk geworden!) Ja verdammt noch einmal, wofür werden denn die Parlamentarier bezahlt, wofür bekommen sie Entschädigungen? Wofür bekommen die Beamten Gehälter? – Um zu arbeiten! Das ist doch eine Selbstverständlichkeit! (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. ) Für einen Unternehmer ist es eine Selbstverständlichkeit, Herr Kukacka, daß gearbeitet wird. Dazu sind wir da, dazu sind wir gewählt worden, dazu sind wir berufen worden! (Abg. Mag. Kukacka: Warum habt ihr den Ausschußstreik gemacht? Das ist ein Kabarett, was Sie da bieten! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Tichy-Schreder: Sie haben es ausgeweitet!
Frau Kollegin Tichy-Schreder! Ich muß wirklich feststellen, bei Ihnen hat man in den Ausschußverhandlungen sehr stark das Motiv gespürt, daß Ihnen die Strukturen der Wirtschaftskammer sehr wichtig sind: Da darf sich ja nicht zu viel ändern, da darf nicht zu viel passieren! Erhalten wir unseren Moloch so, wie er ist! Schauen wir, daß sich da ja nicht zu viel bewegt! Und wenn da zu viel zusammengelegt wird und zu wenige Gewerbe entstehen, soll man nicht kaschieren! (Abg. Tichy-Schreder: Sie haben es ausgeweitet!)
Abg. Dr. Khol: Warum haben Sie das nicht im Ausschuß gesagt?
Ein paar Dinge möchte ich Ihnen noch mitteilen, Dinge, über welche Sie oberflächlich und völlig uninformiert hinweggegangen sind. (Abg. Dr. Khol: Warum haben Sie das nicht im Ausschuß gesagt?) Das habe ich Ihnen gesagt! (Abg. Dr. Khol: Im Ausschuß?) Ihnen nicht, Herr Khol, Sie waren ja nicht in den Ausschuß delegiert.
Abg. Dr. Khol: Im Ausschuß?
Ein paar Dinge möchte ich Ihnen noch mitteilen, Dinge, über welche Sie oberflächlich und völlig uninformiert hinweggegangen sind. (Abg. Dr. Khol: Warum haben Sie das nicht im Ausschuß gesagt?) Das habe ich Ihnen gesagt! (Abg. Dr. Khol: Im Ausschuß?) Ihnen nicht, Herr Khol, Sie waren ja nicht in den Ausschuß delegiert.
Abg. Dr. Fekter: Wollen Sie wieder mehr Grenzen haben? Wollen Sie wieder einschränken?
Bei der Abgrenzung, was Kaufhausketten und Großmärkte alles tun dürfen, wieweit sie in den Bereich der Dienstleistung vordringen dürfen, und zwar gerade im Elektrotechnikbereich, da sind Sie geschwommen, da waren Sie schlecht beraten, da dürften Sie wirklich völlig unbeleckt sein (Abg. Dr. Fekter: Wollen Sie wieder mehr Grenzen haben? Wollen Sie wieder einschränken?) , und ich fürchte heute schon, daß wir dort Probleme bekommen, weil Personen, die keine qualifizierten Fachleute sind, im technischen Bereich herumklemmen, herumfuhrwerken, herumschalten werden. Sie werden das erleben. Im Pfusch wird das geschehen. (Abg. Kopf: Wollen Sie mehr Regulierung?) Sie hätten bei den steckfertigen Geräten bleiben sollen. Aber das, was Sie da gezaubert haben, zeugt von Unkenntnis. (Abg. Dr. Fekter: Wollen Sie einschränken?)
Abg. Kopf: Wollen Sie mehr Regulierung?
Bei der Abgrenzung, was Kaufhausketten und Großmärkte alles tun dürfen, wieweit sie in den Bereich der Dienstleistung vordringen dürfen, und zwar gerade im Elektrotechnikbereich, da sind Sie geschwommen, da waren Sie schlecht beraten, da dürften Sie wirklich völlig unbeleckt sein (Abg. Dr. Fekter: Wollen Sie wieder mehr Grenzen haben? Wollen Sie wieder einschränken?) , und ich fürchte heute schon, daß wir dort Probleme bekommen, weil Personen, die keine qualifizierten Fachleute sind, im technischen Bereich herumklemmen, herumfuhrwerken, herumschalten werden. Sie werden das erleben. Im Pfusch wird das geschehen. (Abg. Kopf: Wollen Sie mehr Regulierung?) Sie hätten bei den steckfertigen Geräten bleiben sollen. Aber das, was Sie da gezaubert haben, zeugt von Unkenntnis. (Abg. Dr. Fekter: Wollen Sie einschränken?)
Abg. Dr. Fekter: Wollen Sie einschränken?
Bei der Abgrenzung, was Kaufhausketten und Großmärkte alles tun dürfen, wieweit sie in den Bereich der Dienstleistung vordringen dürfen, und zwar gerade im Elektrotechnikbereich, da sind Sie geschwommen, da waren Sie schlecht beraten, da dürften Sie wirklich völlig unbeleckt sein (Abg. Dr. Fekter: Wollen Sie wieder mehr Grenzen haben? Wollen Sie wieder einschränken?) , und ich fürchte heute schon, daß wir dort Probleme bekommen, weil Personen, die keine qualifizierten Fachleute sind, im technischen Bereich herumklemmen, herumfuhrwerken, herumschalten werden. Sie werden das erleben. Im Pfusch wird das geschehen. (Abg. Kopf: Wollen Sie mehr Regulierung?) Sie hätten bei den steckfertigen Geräten bleiben sollen. Aber das, was Sie da gezaubert haben, zeugt von Unkenntnis. (Abg. Dr. Fekter: Wollen Sie einschränken?)
Abg. Dr. Fekter: O ja, weil wir ...!
Meine Damen und Herren! Sie werden mit dieser Novelle auch zur Kenntnis nehmen müssen, daß Sie das Pfuschertum nicht in den Griff bekommen werden, wie Sie blauäugig verkündet haben. Es wird aufgrund dieser Novelle keinen Pfuscher weniger geben. (Abg. Dr. Fekter: O ja, weil wir ...!) Ich sage Ihnen, Frau Kollegin Dr. Fekter: Wer pfuschen will, der pfuscht! Mit der Gewerbeordnungsnovelle, die Sie jetzt aus dem Hut gezaubert haben, werden Sie das Pfuscherwesen nicht in den Griff bekommen können. (Abg. Dr. Fekter: Nein, so ist das nicht!) Verlassen Sie sich darauf, es wird weitergepfuscht werden.
Abg. Dr. Fekter: Nein, so ist das nicht!
Meine Damen und Herren! Sie werden mit dieser Novelle auch zur Kenntnis nehmen müssen, daß Sie das Pfuschertum nicht in den Griff bekommen werden, wie Sie blauäugig verkündet haben. Es wird aufgrund dieser Novelle keinen Pfuscher weniger geben. (Abg. Dr. Fekter: O ja, weil wir ...!) Ich sage Ihnen, Frau Kollegin Dr. Fekter: Wer pfuschen will, der pfuscht! Mit der Gewerbeordnungsnovelle, die Sie jetzt aus dem Hut gezaubert haben, werden Sie das Pfuscherwesen nicht in den Griff bekommen können. (Abg. Dr. Fekter: Nein, so ist das nicht!) Verlassen Sie sich darauf, es wird weitergepfuscht werden.
Bravoruf und Beifall bei den Freiheitlichen.
Glauben Sie mir, die Realität ist weit voraus, Sie laufen wieder einmal hinten nach, und Ihre Bemühungen, eine Gewerberechtsnovelle auf die Füße zu bringen, ist im Interventionssumpf steckengeblieben. (Bravoruf und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Mentil! Gewerbeordnung bedeutet Wirtschaft. So soll mit dieser Gewerbeordnung eine Gründerwelle ausgelöst werden. Es sollen neue Unternehmungen und damit auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden können und Umsatzgewinne erzielt werden können. So schlecht können wir gar nicht liegen, wenn man am Montag im "Kurier" lesen konnte, daß es in Österreich 1,6 bis 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum gibt. Das kommt ja nicht von ungefähr, sondern das ist auf die politischen Rahmenbedingungen, die diese Bundesregierung geschaffen hat, zurückzuführen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Blünegger: Was hat das mit der Gewerbeordnung zu tun?
Ich stelle Sie, Herr Kollege Mentil, nicht auf die Stufe des Herrn Pilz, der in Amerika Aussagen getätigt hat, mit denen er unserem Land einen politischen Schaden – diesen möchte ich jetzt gar nicht werten – und auch einen wirtschaftlichen Schaden zugefügt hat, einen Schaden, der nicht auszudenken ist. Ich meine, meine sehr geehrten Damen und Herren, daß der Herr Pilz in Amerika bleiben sollte. Aber wahrscheinlich behalten sie ihn dort gar nicht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Blünegger: Was hat das mit der Gewerbeordnung zu tun?) Aber vielleicht kann er beim Zurückfliegen einen Zwischenstop in Kuba machen und dort lange, lange bleiben, denn dort ist er ohnehin immer gerne gewesen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Aber zusammen mit dem Seppi Cap!) Das glaube ich nicht, Herr Dr. Khol, der Cap war nie auf Kuba, der Pilz war auf Kuba. Der Cap war in Moskau. (Heiterkeit.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Aber zusammen mit dem Seppi Cap!
Ich stelle Sie, Herr Kollege Mentil, nicht auf die Stufe des Herrn Pilz, der in Amerika Aussagen getätigt hat, mit denen er unserem Land einen politischen Schaden – diesen möchte ich jetzt gar nicht werten – und auch einen wirtschaftlichen Schaden zugefügt hat, einen Schaden, der nicht auszudenken ist. Ich meine, meine sehr geehrten Damen und Herren, daß der Herr Pilz in Amerika bleiben sollte. Aber wahrscheinlich behalten sie ihn dort gar nicht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Blünegger: Was hat das mit der Gewerbeordnung zu tun?) Aber vielleicht kann er beim Zurückfliegen einen Zwischenstop in Kuba machen und dort lange, lange bleiben, denn dort ist er ohnehin immer gerne gewesen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Aber zusammen mit dem Seppi Cap!) Das glaube ich nicht, Herr Dr. Khol, der Cap war nie auf Kuba, der Pilz war auf Kuba. Der Cap war in Moskau. (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Ich stelle Sie, Herr Kollege Mentil, nicht auf die Stufe des Herrn Pilz, der in Amerika Aussagen getätigt hat, mit denen er unserem Land einen politischen Schaden – diesen möchte ich jetzt gar nicht werten – und auch einen wirtschaftlichen Schaden zugefügt hat, einen Schaden, der nicht auszudenken ist. Ich meine, meine sehr geehrten Damen und Herren, daß der Herr Pilz in Amerika bleiben sollte. Aber wahrscheinlich behalten sie ihn dort gar nicht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Blünegger: Was hat das mit der Gewerbeordnung zu tun?) Aber vielleicht kann er beim Zurückfliegen einen Zwischenstop in Kuba machen und dort lange, lange bleiben, denn dort ist er ohnehin immer gerne gewesen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Aber zusammen mit dem Seppi Cap!) Das glaube ich nicht, Herr Dr. Khol, der Cap war nie auf Kuba, der Pilz war auf Kuba. Der Cap war in Moskau. (Heiterkeit.)
Zwischenruf des Abg. Blünegger
Was den Stabilitätspakt und die Export- und die Technologieoffensive im Zusammenhang mit der Gewerbeordnung betrifft, bin ich sehr positiv eingestellt. Ich habe gestern in der letzten Ausgabe der Metallarbeiterzeitung gelesen (Zwischenruf des Abg. Blünegger ) – Glückauf!; ich glaube, Sie sind auch ein Metallarbeiter gewesen (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Blünegger ), richtig, das freut mich auch –, daß die Porsche-Holding zum 50. Geburtstag ihrer Unternehmensgründung 50 neue Lehrstellen schafft. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Blünegger
Was den Stabilitätspakt und die Export- und die Technologieoffensive im Zusammenhang mit der Gewerbeordnung betrifft, bin ich sehr positiv eingestellt. Ich habe gestern in der letzten Ausgabe der Metallarbeiterzeitung gelesen (Zwischenruf des Abg. Blünegger ) – Glückauf!; ich glaube, Sie sind auch ein Metallarbeiter gewesen (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Blünegger ), richtig, das freut mich auch –, daß die Porsche-Holding zum 50. Geburtstag ihrer Unternehmensgründung 50 neue Lehrstellen schafft. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Was den Stabilitätspakt und die Export- und die Technologieoffensive im Zusammenhang mit der Gewerbeordnung betrifft, bin ich sehr positiv eingestellt. Ich habe gestern in der letzten Ausgabe der Metallarbeiterzeitung gelesen (Zwischenruf des Abg. Blünegger ) – Glückauf!; ich glaube, Sie sind auch ein Metallarbeiter gewesen (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Blünegger ), richtig, das freut mich auch –, daß die Porsche-Holding zum 50. Geburtstag ihrer Unternehmensgründung 50 neue Lehrstellen schafft. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Khol.
Damit ich nicht nur lobe: Sehr geehrter Herr Bundesminister, ich habe mich in meiner Fraktion nicht durchgesetzt, und meine Fraktion hat sich im Unterausschuß gemeinsam mit den Gastwirten nicht durchgesetzt – ich sage das jetzt einmal vorsichtig –, daß wir eine Regelung schaffen, damit man das bei Feuerwehrfesten nicht immer aufkocht, daß das Ganze einmal weg ist. Wir stellen uns am Sonntag auf dem Land zu den Feuerwehrzelten und sagen, wie wunderbar die Feuerwehr ist und was sie alles leistet und daß wir auf die Feuerwehr nicht verzichten können, und dann schaffen wir da keine echte Regelung. (Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. ) Ich glaube, Herr Dr. Khol, man sollte da eine Regelung angehen. Sie gehen nächstes Mal mit mir auf ein Feuerwehrzeltfest, und dann werden wir sehen, wer dort den meisten Applaus bekommt. Sie sicher nicht, Herr Dr. Khol, denn nur reden und dann nicht handeln, ist, glaube ich, nicht richtig. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. )
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Khol.
Damit ich nicht nur lobe: Sehr geehrter Herr Bundesminister, ich habe mich in meiner Fraktion nicht durchgesetzt, und meine Fraktion hat sich im Unterausschuß gemeinsam mit den Gastwirten nicht durchgesetzt – ich sage das jetzt einmal vorsichtig –, daß wir eine Regelung schaffen, damit man das bei Feuerwehrfesten nicht immer aufkocht, daß das Ganze einmal weg ist. Wir stellen uns am Sonntag auf dem Land zu den Feuerwehrzelten und sagen, wie wunderbar die Feuerwehr ist und was sie alles leistet und daß wir auf die Feuerwehr nicht verzichten können, und dann schaffen wir da keine echte Regelung. (Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. ) Ich glaube, Herr Dr. Khol, man sollte da eine Regelung angehen. Sie gehen nächstes Mal mit mir auf ein Feuerwehrzeltfest, und dann werden wir sehen, wer dort den meisten Applaus bekommt. Sie sicher nicht, Herr Dr. Khol, denn nur reden und dann nicht handeln, ist, glaube ich, nicht richtig. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. )
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zusammenfassend kann man sagen: Diese Novelle schafft Liberalisierung, verhindert einen Wildwuchs, ermöglicht eine positive Entwicklung für die Arbeitnehmer und für die Unternehmer und schafft gute Bedingungen für Betriebsansiedlungen beziehungsweise Betriebsgründungen. Ein herzliches Dankeschön! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Ing. Mathias Reichhold (Freiheitliche): Hohes Haus! Sehr verehrte Damen und Herren! Herr Präsident! Herr Bundesminister! Gewerbeordnung: eitel Wonne in der Koalition, gegenseitige Danksagungen. So weit, so gut, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Nur: So harmonisch kann es denn doch wieder nicht sein, denn es gibt eine sehr böse, gegen die Bauern gerichtete Anfrage von Kollegen, Herr Schwarzböck, die mit Ihnen gemeinsam in der Regierung sitzen, nämlich von den Abgeordneten Kiermaier und Mag. Kaufmann, in der die Hetze gegen die Bauernschaft und die Scharfmacherei wie eh und je weitergeht.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wer sind die "Kriegsgewinnler" des EU-Beitritts? Es sind nicht die Bauern, auch nicht die kleinen Gewerbebetriebe. Wenn Sie sich den Konsumentenbericht genau anschauen, dann werden Sie sehen, daß 90 Prozent der Verkaufsfläche im Handel größer als 150 Quadratmeter sind. Die Gewinner sind daher auch nicht die Greißler, die kleinen Bäcker oder die kleinen Fleischer, diese stehen alle mit dem Rücken an der Wand und "sterben". Sie können sich ausmalen, wer die Profiteure des EU-Beitritts sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Situation in der Bauernschaft ist dramatisch. Laut Caritas lebt bereits ein Drittel an der Armutsgrenze. Alle zwei Stunden wird in Österreich ein bäuerlicher Arbeitsplatz vernichtet. Zehn Betriebe sperren pro Tag zu. Deshalb haben wir uns erhofft, daß es im Rahmen der neuen Gewerbeordnung für die Bauernschaft keine Schlechterstellung geben wird, sondern Verbesserungen für die kleinen und Kleinstgewerbebetriebe. Doch wenn man sich jetzt die konkreten Auswirkungen Ihrer Gewerbeordnung anschaut, dann muß man feststellen, daß von dem, was Sie angekündigt haben, nicht viel übrig- geblieben ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Leikam: Das haben wir nach dem Beitritt eingehalten!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Es geht dabei auch um die Glaubwürdigkeit der Politik. Das, was man vor dem EU-Beitritt verspricht (Abg. Leikam: Das haben wir nach dem Beitritt eingehalten!) , sollte man nach dem EU-Beitritt auch halten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Es geht dabei auch um die Glaubwürdigkeit der Politik. Das, was man vor dem EU-Beitritt verspricht (Abg. Leikam: Das haben wir nach dem Beitritt eingehalten!) , sollte man nach dem EU-Beitritt auch halten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Blünegger.
Ähnliche Vorstellungen haben die Freiheitlichen. Ich glaube, das sollte man auch öffentlich sagen, weil sich die Freiheitlichen ja immer als Vertreter des Gewerbes bezeichnen. Wenn es nach den Plänen der Freiheitlichen ginge, dann wäre die Meisterprüfung nicht mehr sichergestellt. In einem Antrag der FPÖ im Parlament ist vom Wegfall der Unternehmerprüfung und von der Freiwilligkeit der Meisterprüfung zu lesen. (Zwischenruf des Abg. Blünegger. ) – Sie werden wohl Ihren eigenen Antrag kennen. – Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die ÖVP ist nicht bereit, auf eine derartige Sache einzugehen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ähnliche Vorstellungen haben die Freiheitlichen. Ich glaube, das sollte man auch öffentlich sagen, weil sich die Freiheitlichen ja immer als Vertreter des Gewerbes bezeichnen. Wenn es nach den Plänen der Freiheitlichen ginge, dann wäre die Meisterprüfung nicht mehr sichergestellt. In einem Antrag der FPÖ im Parlament ist vom Wegfall der Unternehmerprüfung und von der Freiwilligkeit der Meisterprüfung zu lesen. (Zwischenruf des Abg. Blünegger. ) – Sie werden wohl Ihren eigenen Antrag kennen. – Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die ÖVP ist nicht bereit, auf eine derartige Sache einzugehen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Bei solch großen Veränderungen wie der Gewerbeordnung sollte meiner Ansicht nach folgender Leitspruch, den die ÖVP auch befolgt, gelten: "Love it, was gut ist; leave it, was nicht mehr zeitgemäß ist; und change it, was notwendig ist." – Wir von der ÖVP bewahren das, was sich bewährt hat. Wir von der ÖVP verändern, was zu verändern ist, aber das tun wir verantwortungsbewußt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Trinkl: Ihr wart ja gar nicht dabei! Ihr wart ja auf Sonderurlaub!
Diese große Erwartungshaltung wurde dann angesichts der Entwürfe immer kleiner, und ich würde heute sagen, die Diskrepanz zwischen dem, was Sie am Anfang propagiert haben – nämlich wirklich einen radikalen Entwurf vorzulegen –, und dem, was dabei herausgekommen ist, ist gewaltig. Es war ein langer Kampf. Ich kann aber nicht nachvollziehen, warum sich jetzt Kollegin Tichy-Schreder so beeilt, von der großen Harmonie und von der großen Eintracht, die da im Endeffekt zustande gekommen sei, zu sprechen und zu meinen, es hätte sich alles in Wohlgefallen aufgelöst. In Wirklichkeit sind, meine Damen und Herren, die Fetzen geflogen! Hinter den Türen bei Geheimverhandlungen sind die Fetzen geflogen. (Abg. Dr. Trinkl: Ihr wart ja gar nicht dabei! Ihr wart ja auf Sonderurlaub!) – Geh, Herr Kollege Trinkl, das hat doch ein Blinder mitbekommen! Sie haben es, wie es der Kollege Haigermoser geschildert hat, wirklich verstanden, sich überall unbeliebt zu machen. (Abg. Dr. Trinkl: Der war ja auch nicht dabei!) Das war sozusagen der Output von dem, was Sie hinter den Türen verhandelt haben. Beschönigen Sie jetzt bitte nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Trinkl: Der war ja auch nicht dabei!
Diese große Erwartungshaltung wurde dann angesichts der Entwürfe immer kleiner, und ich würde heute sagen, die Diskrepanz zwischen dem, was Sie am Anfang propagiert haben – nämlich wirklich einen radikalen Entwurf vorzulegen –, und dem, was dabei herausgekommen ist, ist gewaltig. Es war ein langer Kampf. Ich kann aber nicht nachvollziehen, warum sich jetzt Kollegin Tichy-Schreder so beeilt, von der großen Harmonie und von der großen Eintracht, die da im Endeffekt zustande gekommen sei, zu sprechen und zu meinen, es hätte sich alles in Wohlgefallen aufgelöst. In Wirklichkeit sind, meine Damen und Herren, die Fetzen geflogen! Hinter den Türen bei Geheimverhandlungen sind die Fetzen geflogen. (Abg. Dr. Trinkl: Ihr wart ja gar nicht dabei! Ihr wart ja auf Sonderurlaub!) – Geh, Herr Kollege Trinkl, das hat doch ein Blinder mitbekommen! Sie haben es, wie es der Kollege Haigermoser geschildert hat, wirklich verstanden, sich überall unbeliebt zu machen. (Abg. Dr. Trinkl: Der war ja auch nicht dabei!) Das war sozusagen der Output von dem, was Sie hinter den Türen verhandelt haben. Beschönigen Sie jetzt bitte nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese große Erwartungshaltung wurde dann angesichts der Entwürfe immer kleiner, und ich würde heute sagen, die Diskrepanz zwischen dem, was Sie am Anfang propagiert haben – nämlich wirklich einen radikalen Entwurf vorzulegen –, und dem, was dabei herausgekommen ist, ist gewaltig. Es war ein langer Kampf. Ich kann aber nicht nachvollziehen, warum sich jetzt Kollegin Tichy-Schreder so beeilt, von der großen Harmonie und von der großen Eintracht, die da im Endeffekt zustande gekommen sei, zu sprechen und zu meinen, es hätte sich alles in Wohlgefallen aufgelöst. In Wirklichkeit sind, meine Damen und Herren, die Fetzen geflogen! Hinter den Türen bei Geheimverhandlungen sind die Fetzen geflogen. (Abg. Dr. Trinkl: Ihr wart ja gar nicht dabei! Ihr wart ja auf Sonderurlaub!) – Geh, Herr Kollege Trinkl, das hat doch ein Blinder mitbekommen! Sie haben es, wie es der Kollege Haigermoser geschildert hat, wirklich verstanden, sich überall unbeliebt zu machen. (Abg. Dr. Trinkl: Der war ja auch nicht dabei!) Das war sozusagen der Output von dem, was Sie hinter den Türen verhandelt haben. Beschönigen Sie jetzt bitte nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Zweytick: Hart, aber herzlich!
Ihre Verhandlungen mit den diversen Fachinstitutionen, mit Ihren Vertretungskörperschaften, die Sie für sich reklamieren, waren so "erfolgreich", daß überall die Faxe glühten, sodaß kein Mensch mehr eine Nachricht in die Klubs schicken konnte, weil es überall einen Sturm der Entrüstung gab und der Protest so groß war. Die Leitungen sind stillgestanden. Das war Ihre "erfolgreiche" Verhandlungspolitik! Geh, hören Sie mir auf, Herr Kollege! (Abg. Zweytick: Hart, aber herzlich!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aus dem Umstand der vielen Aufpasser, die darüber wachen, daß niemand ausschert – daran hat sich durch die neue Gewerbeordnung auch nichts geändert –, resultiert ein Beschäftigungsproblem. Würden Sie nämlich hergehen und die vielen Beschäftigten in den Kammern sinnvoll einsetzen, sodaß Aufträge zustande kommen, sodaß Aufträge vermittelt werden, wie das die Kammern anderer Länder machen, dann würden Sie produktiv für die österreichische Volkswirtschaft arbeiten und sich nicht nur auf die Aufpasserrolle beschränken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Trinkl: Sie sind wirklich ein Kenner der Materie!
An den Kollegen Kaufmann möchte ich auch ein Wort richten. (Abg. Dr. Trinkl: Sie sind wirklich ein Kenner der Materie!) Kollege Kaufmann hat sich beeilt, vom Rednerpult aus zu sagen: Eigentlich ist dieses Aufmachen etwas Amerikanisches, das abzulehnen ist, in Amerika herrscht das große Drama. – Meine Damen und Herren! In Amerika herrscht nicht das große Drama. Kollege Kaufmann sollte öfter mach Amerika fahren und dort die Verhältnisse studieren. Dort ist ein Beschäftigungswunder entstanden. Dort gibt es aber auch Kammern, die nicht reglementieren, sondern die für ihre Mitglieder tätig sind. Doch dort werden die Kammern akzeptiert, sie haben keine Akzeptanzprobleme, auch wenn es überwiegend Fachkammern sind.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Fekter .
Zusammenfassend kann man sagen, daß das Ergebnis ein gutes, ein ausgewogenes ist. Es wird sich zeigen, wie die Behörde damit umgeht, ob es tatsächlich das wird, was wir alle uns davon erhoffen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Fekter .)
Abg. Dr. Fekter: Aber ein gutes!
Wenn Sie, Herr Präsident Maderthaner und Frau Fekter, bei dieser Gewerbeordnungsnovelle von einem Meilenstein sprechen, dann muß ich dem Abgeordneten Haselsteiner wirklich recht geben, wenn er meint, das sei ein Steinchen, ein kleines Kieselsteinchen. (Abg. Dr. Fekter: Aber ein gutes!) Ich gebe schon zu, es geht einmal in die richtige Richtung, Frau Fekter, Sie wandeln schon wieder auf unseren Spuren. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber leider sind Sie auf halbem Wege steckengeblieben, Frau Fekter, wie Sie das meistens tun. (Abg. Tichy-Schreder: Herr Abgeordneter Prinzhorn! Sie haben mit Ihrem Antrag 100 Berufe vorgeschlagen!) Sie, Frau Tichy, gehören da auch dazu. (Abg. Dr. Khol: Über 100 Berufe! – Abg. Tichy-Schreder: Über 100 Berufe haben Sie vorgeschlagen!) Regen Sie sich nicht so auf, Frau Tichy, das tut Ihrer Gesundheit nicht gut!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie, Herr Präsident Maderthaner und Frau Fekter, bei dieser Gewerbeordnungsnovelle von einem Meilenstein sprechen, dann muß ich dem Abgeordneten Haselsteiner wirklich recht geben, wenn er meint, das sei ein Steinchen, ein kleines Kieselsteinchen. (Abg. Dr. Fekter: Aber ein gutes!) Ich gebe schon zu, es geht einmal in die richtige Richtung, Frau Fekter, Sie wandeln schon wieder auf unseren Spuren. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber leider sind Sie auf halbem Wege steckengeblieben, Frau Fekter, wie Sie das meistens tun. (Abg. Tichy-Schreder: Herr Abgeordneter Prinzhorn! Sie haben mit Ihrem Antrag 100 Berufe vorgeschlagen!) Sie, Frau Tichy, gehören da auch dazu. (Abg. Dr. Khol: Über 100 Berufe! – Abg. Tichy-Schreder: Über 100 Berufe haben Sie vorgeschlagen!) Regen Sie sich nicht so auf, Frau Tichy, das tut Ihrer Gesundheit nicht gut!
Abg. Tichy-Schreder: Herr Abgeordneter Prinzhorn! Sie haben mit Ihrem Antrag 100 Berufe vorgeschlagen!
Wenn Sie, Herr Präsident Maderthaner und Frau Fekter, bei dieser Gewerbeordnungsnovelle von einem Meilenstein sprechen, dann muß ich dem Abgeordneten Haselsteiner wirklich recht geben, wenn er meint, das sei ein Steinchen, ein kleines Kieselsteinchen. (Abg. Dr. Fekter: Aber ein gutes!) Ich gebe schon zu, es geht einmal in die richtige Richtung, Frau Fekter, Sie wandeln schon wieder auf unseren Spuren. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber leider sind Sie auf halbem Wege steckengeblieben, Frau Fekter, wie Sie das meistens tun. (Abg. Tichy-Schreder: Herr Abgeordneter Prinzhorn! Sie haben mit Ihrem Antrag 100 Berufe vorgeschlagen!) Sie, Frau Tichy, gehören da auch dazu. (Abg. Dr. Khol: Über 100 Berufe! – Abg. Tichy-Schreder: Über 100 Berufe haben Sie vorgeschlagen!) Regen Sie sich nicht so auf, Frau Tichy, das tut Ihrer Gesundheit nicht gut!
Abg. Dr. Khol: Über 100 Berufe! – Abg. Tichy-Schreder: Über 100 Berufe haben Sie vorgeschlagen!
Wenn Sie, Herr Präsident Maderthaner und Frau Fekter, bei dieser Gewerbeordnungsnovelle von einem Meilenstein sprechen, dann muß ich dem Abgeordneten Haselsteiner wirklich recht geben, wenn er meint, das sei ein Steinchen, ein kleines Kieselsteinchen. (Abg. Dr. Fekter: Aber ein gutes!) Ich gebe schon zu, es geht einmal in die richtige Richtung, Frau Fekter, Sie wandeln schon wieder auf unseren Spuren. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber leider sind Sie auf halbem Wege steckengeblieben, Frau Fekter, wie Sie das meistens tun. (Abg. Tichy-Schreder: Herr Abgeordneter Prinzhorn! Sie haben mit Ihrem Antrag 100 Berufe vorgeschlagen!) Sie, Frau Tichy, gehören da auch dazu. (Abg. Dr. Khol: Über 100 Berufe! – Abg. Tichy-Schreder: Über 100 Berufe haben Sie vorgeschlagen!) Regen Sie sich nicht so auf, Frau Tichy, das tut Ihrer Gesundheit nicht gut!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Modisten, Hutmacher und Kappelmacher haben Sie auf einen Beruf zusammengezogen. Ich gratuliere Ihnen, Frau Tichy-Schreder! Die Kappelmacher haben Sie mit den Modisten zusammengezogen. Na gratuliere! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Sie wissen, wie unsere Vorschläge ausschauen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie sind auf halbem Weg steckengeblieben. Sie müssen nicht den ganzen Weg der Liberalen gehen, aber 50 Jahre zu spät sind Sie dran, und da sind Sie noch steckengeblieben. So ist es!
Abg. Dr. Fekter: Dann haben Sie sie aber nicht gelesen! – Abg. Tichy-Schreder: Er versteht es nicht!
Die Regierungsvorlage, die Sie hier vorgelegt haben, enthält keine Verfahrenskürzung (Abg. Dr. Fekter: Dann haben Sie sie aber nicht gelesen! – Abg. Tichy-Schreder: Er versteht es nicht!) Sie enthält nichts Neues hinsichtlich der Betriebsanlagengenehmigungen, daß man nämlich die Genehmigungen unbeschadet dessen, ob man bei Fristsetzungen säumig ist oder nicht, bekommt. Es müßte so sein, daß man diese Genehmigungen bekommt und auf eigene Gefahr mit seinen Betriebsanlagen anfangen kann. (Abg. Dr. Fekter: Das vereinfachte Verfahren bringt eine Verkürzung, Herr Prinzhorn!)
Abg. Dr. Fekter: Das vereinfachte Verfahren bringt eine Verkürzung, Herr Prinzhorn!
Die Regierungsvorlage, die Sie hier vorgelegt haben, enthält keine Verfahrenskürzung (Abg. Dr. Fekter: Dann haben Sie sie aber nicht gelesen! – Abg. Tichy-Schreder: Er versteht es nicht!) Sie enthält nichts Neues hinsichtlich der Betriebsanlagengenehmigungen, daß man nämlich die Genehmigungen unbeschadet dessen, ob man bei Fristsetzungen säumig ist oder nicht, bekommt. Es müßte so sein, daß man diese Genehmigungen bekommt und auf eigene Gefahr mit seinen Betriebsanlagen anfangen kann. (Abg. Dr. Fekter: Das vereinfachte Verfahren bringt eine Verkürzung, Herr Prinzhorn!)
Abg. Dr. Fekter: Also wir warten auf die protugiesischen Kappelmacher!
Aber die Sache ist auch noch aus einem anderen Grund ein Streit um des Kaisers Bart. Seit unserem EU-Beitritt sind ausländische Gewerbetreibende berechtigt, bei uns Dinge zu tun, die wir Österreicher nicht tun dürfen. Da schreibt der Herr Tschebull ganz richtig: "Die Kopfbekleidungserzeuger als Sensation!", wie ich zuvor erwähnt habe. "Die ganze Diskussion ist ein Streit um des Kaisers Bart, denn nach EU-Recht kann sich jeder Gewerbetreibende, der seinen Beruf in seinem Heimatland drei Jahre lang gesetzeskonform ausgeübt hat, in jedem anderen EU-Land nach Belieben niederlassen und seine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen." (Abg. Dr. Fekter: Also wir warten auf die protugiesischen Kappelmacher!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher ist die ganze Debatte um die Liberalisierung des Gewerberechtes notwendig. Sie kommt um 50 Jahre zu spät, sage ich noch einmal. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Maderthaner: Aber so lesen Sie es doch nach!
Ich muß Ihnen sagen: Es ist wieder einmal die zünftlerische, protektionistische Haltung der Kammern – nur der Kammern! – beschämend, mit der sie mit 8 bis 9 Milliarden Schilling Kammerbeiträgen verhindern, daß es bei uns zu neuen Unternehmensgründungen kommt, obwohl wir, Herr Präsident, das Schlußlicht sind. Wir haben 6,3 Prozent Unternehmer. Ganz Europa hat mehr als wir. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Maderthaner: Aber so lesen Sie es doch nach!)
Abg. Dr. Stummvoll: Wir wollen aufsperren und nicht zusperren! – Abg. Dr. Fekter: Wir haben den Schwerpunkt beim Aufsperren!
Der Höhepunkt der ganzen Sache ist das neue Bescheidwesen. Das schaut so aus – das schreibt das "WirtschaftsBlatt" ganz richtig –: "Zusperren geht nur mehr mit Bescheid." Das ist die Mentalität dieser Gewerbeordnung: Zusperren geht nur mehr mit Bescheid! (Abg. Dr. Stummvoll: Wir wollen aufsperren und nicht zusperren! – Abg. Dr. Fekter: Wir haben den Schwerpunkt beim Aufsperren!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister, da kann ich Ihnen nur eines raten: Denken Sie doch einmal darüber nach, ob Sie sich im Lichte dieser Entwicklung diesen Bescheid nicht einmal selbst ausstellen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Lesen auch Sie die Vorlage!
Erlauben Sie mir dazu zwei Anmerkungen. Die eine betrifft die sogenannte Bauernfrage. Kollege Reichhold hat von einer Hetze gegen die Bauern gesprochen. Ich sehe keine Hetze gegen die Bauern. (Abg. Ing. Reichhold: Lesen auch Sie die Vorlage!) Ich betrachte die Diskussion als eine sehr sinnvolle und notwendige. Ich sehe die Zukaufsmöglichkeiten sehr kritisch, Kollege Reichhold, weil es mir um die Frage der Ursprungskennzeichnung geht, und da habe ich kein Verständnis dafür, daß, wie wir es vor kurzem nachweisen konnten, im bäuerlichen Bereich manipuliert wird. (Abg. Ing. Reichhold: Passen Sie auf, was Sie sagen! – Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Abg. Ing. Reichhold: Passen Sie auf, was Sie sagen! – Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Erlauben Sie mir dazu zwei Anmerkungen. Die eine betrifft die sogenannte Bauernfrage. Kollege Reichhold hat von einer Hetze gegen die Bauern gesprochen. Ich sehe keine Hetze gegen die Bauern. (Abg. Ing. Reichhold: Lesen auch Sie die Vorlage!) Ich betrachte die Diskussion als eine sehr sinnvolle und notwendige. Ich sehe die Zukaufsmöglichkeiten sehr kritisch, Kollege Reichhold, weil es mir um die Frage der Ursprungskennzeichnung geht, und da habe ich kein Verständnis dafür, daß, wie wir es vor kurzem nachweisen konnten, im bäuerlichen Bereich manipuliert wird. (Abg. Ing. Reichhold: Passen Sie auf, was Sie sagen! – Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Abg. Ing. Reichhold: Es geht um Fragen der Kontrolle!
Wenn Sie bei Fragen der Hygienebestimmungen meinen, diese als schikanös bezeichnen zu müssen, dann frage ich Sie: Wie schaut es denn aus mit der Enterohämorrhagischen Escherichia coli? Sechs Todesfälle in Bayern! Es geht um den Schutz vor Gesundheitsschäden. Dieser hat Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen. (Abg. Ing. Reichhold: Es geht um Fragen der Kontrolle!)
Abg. Ing. Reichhold: Ja, jetzt! Vorher nicht!
Sie haben von "Kriegsgewinnlern" gesprochen. Beim Rindfleisch gebe ich Ihnen recht, da ist das Geld irgendwo versickert, aber beim Schweinefleisch nicht. Da gibt es die großen Gewinner unter den Bauern. Sagen Sie das auch! (Abg. Ing. Reichhold: Ja, jetzt! Vorher nicht!) Sie haben nämlich nur die halbe Wahrheit gesagt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben von "Kriegsgewinnlern" gesprochen. Beim Rindfleisch gebe ich Ihnen recht, da ist das Geld irgendwo versickert, aber beim Schweinefleisch nicht. Da gibt es die großen Gewinner unter den Bauern. Sagen Sie das auch! (Abg. Ing. Reichhold: Ja, jetzt! Vorher nicht!) Sie haben nämlich nur die halbe Wahrheit gesagt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Gewerbeordnungsnovelle bringt einerseits mehr Wettbewerb und sichert damit Arbeitsplätze, andererseits geht es um die Rechte und den Schutz der Arbeitnehmer und um den Schutz der Konsumenten. Das ist die Linie, die die sozialdemokratische Fraktion in den nächsten Monaten und Jahren vertreten wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das ist doch keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Dr. Mertel: Und der Wimmer hat auch nicht geredet!
Diese Aussage ist unrichtig! Ich möchte sie daher mit aller Schärfe zurückweisen. Es gibt keinen einzigen Beweis dafür, daß Bauern ihre Produkte manipulieren. Es hat lediglich auf Bauernmärkten der Nachweis geführt werden können, daß Nichtbauern nichtbäuerliche Produkte angeboten haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das ist doch keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Dr. Mertel: Und der Wimmer hat auch nicht geredet!)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir darüber hinaus das Gewerberegister verpflichten, einmal im Jahr die anderen Berufe zu publizieren und damit Jugend und Mitbewerber, Wettbewerber, Unternehmer darauf aufmerksam zu machen, welche Möglichkeiten sich in der österreichischen Marktwirtschaft in diesem Bereich von Dienstleistungen, Handwerk und anderen Gewerben bieten, dann kann man sagen: Das ist sicher ein Fortschritt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Lassen Sie mich einen weiteren Punkt feststellen, meine Damen und Herren, und zwar einen der entscheidenden Punkte bei den vielen Interventionen, die auch ich erfahren habe. Ich habe die meisten meiner Intervenienten mit den Worten begrüßt: Sagen Sie mir nicht, was Sie dem anderen nicht gönnen, sondern sagen Sie mir, was Sie mehr an Gewerbeumfang brauchen, um im Wettbewerb bestehen zu können! Das Empowerment ist sicher einer der wichtigsten Punkte, die wir heute bei den verbleibenden geregelten Berufen anstreben müssen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Am Schluß noch ein Hinweis zu einem Vorurteil, dem in diesem Haus widersprochen werden muß. Es war letzte Woche im BBC eine Morgensendung über das Wirtschaftswunder Holland, und zwar mit dem Hinweis, daß es dieses Land jetzt geschafft habe, nur 6,3 Prozent Arbeitslosigkeit und ein Drittel Teilzeitbeschäftigte zu haben. Ich sehe nicht ein, warum man nicht eine Jubelsendung über Österreich machen sollte. In Österreich gibt es 4,3 Prozent Arbeitslosigkeit, und der gleiche Maßstab ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das haben die anderen Länder auch, geschätzter Herr Abgeordneter. Die Holländer haben noch ganz andere "Türkungsspiele"; darüber können wir gerne einmal reden.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Nun noch zum amerikanischen Beispiel ein paar Bemerkungen: Die Amerikaner weisen 5,6 Prozent Arbeitslosigkeit aus und werden in diesem Haus ständig als gutes Beispiel hingestellt. Wir werden mit dem österreichischen Weg: mehr Konsens und Kooperation und mehr Empowerment, mehr Berechtigung wahrscheinlich bessere Ergebnisse erzielen. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Sie heißen Maier und nicht Wimmer!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Abgeordneter Kollege Reichhold hat behauptet, sein Vorredner, Kollege Wimmer, habe behauptet, daß Bauern Eier manipuliert hätten. (Abg. Dr. Khol: Sie heißen Maier und nicht Wimmer!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Wie geht das? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich berichtige des weiteren: Einige Bauern haben auf Bauernmärkten Eier falsch gekennzeichnet und damit manipuliert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Wie geht das? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Schwimmer: Usbekistan! – Weitere Rufe bei der ÖVP: Usbekistan! Usbekistan!
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Die Lehrlingsfrage ist nicht erst seit heute in aller Munde. In der Vergangenheit gab es Berichte sonder Zahl. Den Berufsbildungsbericht 1995 – ich habe mir nur einige wenige ... (Abg. Dr. Schwimmer: Usbekistan! – Weitere Rufe bei der ÖVP: Usbekistan! Usbekistan!)
Weitere heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Helmut Haigermoser (fortsetzend): Dann darf ich bekanntgeben, daß das ein Fehler am Pult war, und ich ersuche, das Stricherl bei meiner Rednerliste nicht einzutragen. (Weitere heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Haigermoser: 6 Minuten!
Die erste Wortmeldung liegt von Herrn Abgeordneten Haigermoser vor. – Bitte, Herr Abgeordneter. Die freiwillige Redezeitbeschränkung wären 10 Minuten, aber in 6 Minuten beginnt die Behandlung der Dringlichen Anfrage. (Abg. Haigermoser: 6 Minuten!) – Freiwillige Redezeitbeschränkung: 6 Minuten.
Abg. Kiss: Redest du jetzt über Tadschikistan?
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Jetzt bin ich auf dem richtigen Dampfer. (Abg. Kiss: Redest du jetzt über Tadschikistan?)
Abg. Mag. Steindl überreicht dem Redner eine Broschüre zum Berufsausbildungsgesetz.
Meine Damen und Herren! Kollege Kiss, alter Freund! Wir behandeln jetzt ein ernsthaftes Thema, nämlich die Lehrlingsfrage, und ich hoffe, daß du mit mir einige Dinge tiefergehend betrachtest. Ich versuche, in wenigen Minuten einige freiheitliche Eckpunkte herauszuarbeiten. (Abg. Mag. Steindl überreicht dem Redner eine Broschüre zum Berufsausbildungsgesetz.) – Danke vielmals, Kollege! Das ist Zusammenarbeit!
Abg. Kiss: In die Wallstadt, nicht "auf" die Wallstadt!
Herr Kollege Stummvoll war einer jener, der die "Lanze eingepflanzt" hat und auf die "Wallstadt" geritten ist (Abg. Kiss: In die Wallstadt, nicht "auf" die Wallstadt!) und sich dafür ausgesprochen hat, daß diese Kommunalabgabe jetzt endlich auch für Lehrlinge eingeführt werden müsse, weil damit die Kommunen Geld in den Säckel bekämen, um Wirtschaftsaktivitäten zu setzen. – Das klingt so ähnlich wie die Debattenbeiträge zum sogenannten Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnenschutzgesetz. Meine Damen und Herren! Da sind Sie einmal mehr auf frischer Tat ertappt worden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Ich habe das gesagt? Der träumt ja!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Ich habe das gesagt? Der träumt ja!
Herr Kollege Stummvoll war einer jener, der die "Lanze eingepflanzt" hat und auf die "Wallstadt" geritten ist (Abg. Kiss: In die Wallstadt, nicht "auf" die Wallstadt!) und sich dafür ausgesprochen hat, daß diese Kommunalabgabe jetzt endlich auch für Lehrlinge eingeführt werden müsse, weil damit die Kommunen Geld in den Säckel bekämen, um Wirtschaftsaktivitäten zu setzen. – Das klingt so ähnlich wie die Debattenbeiträge zum sogenannten Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnenschutzgesetz. Meine Damen und Herren! Da sind Sie einmal mehr auf frischer Tat ertappt worden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Ich habe das gesagt? Der träumt ja!)
Abg. Kiss: In Usbekistan aber!
Meine Damen und Herren! Was ist nun im Vorblatt zu dieser Berufsausbildungsgesetz-Novelle 1997 an Gründen enthalten (Abg. Kiss: In Usbekistan aber!) , warum in zunehmenden Maße Betriebe weniger Lehrlinge ausbilden, wiewohl es noch eine erkleckliche Anzahl gibt? – Der Rückzug der österreichischen Betriebe aus der Lehrlingsausbildung ist ein Problem, ebenso
Abg. Dr. Trinkl: Dann mußt du das andere auch sagen!
Herr Kollege Trinkl! Das sind Dinge, die auf Sie zurückfallen werden, genauso wie die jetzt groß gefeierte Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge um 0,1 Prozent bei den Angestellten, damit man bei den Lehrlingen sozusagen herunterfahren kann. (Abg. Dr. Trinkl: Dann mußt du das andere auch sagen!) – Sowieso. Von der linken Tasche wird etwas herausgenommen, in der Mitte zweigt die Bürokratie 50 Prozent ab, und der Rest wird dann in die rechte Tasche hineingesteckt. Wenn so die Lehrlingsförderung aussieht, Kollege Trinkl, dann tust du mir leid! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Trinkl! Das sind Dinge, die auf Sie zurückfallen werden, genauso wie die jetzt groß gefeierte Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge um 0,1 Prozent bei den Angestellten, damit man bei den Lehrlingen sozusagen herunterfahren kann. (Abg. Dr. Trinkl: Dann mußt du das andere auch sagen!) – Sowieso. Von der linken Tasche wird etwas herausgenommen, in der Mitte zweigt die Bürokratie 50 Prozent ab, und der Rest wird dann in die rechte Tasche hineingesteckt. Wenn so die Lehrlingsförderung aussieht, Kollege Trinkl, dann tust du mir leid! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Kiss: Über welches Land redest du? Usbekistan? Mongolei?
Ich habe schon erwähnt, daß es zu diesem Thema Enqueten gab. Eine hat es im Parlament gegeben, und zwar mit dem Titel: Zukunft der Lehrlingsausbildung. Diese fand nicht gestern, auch nicht vorgestern statt, sondern schon am Mittwoch, den 24. Feber 1993. Der "berühmte" Abgeordnete Dr. Höchtl hat bei dieser Enquete den Vorsitz geführt. Damals war er noch ÖAAB-"Kapo". Bei dieser Enquete sagte Herr Sektionschef Max Mathys vom Schweizerischen Institut für Berufspädagogik folgendes: Es kommt noch dazu, daß Bemerkungen, wie: die Betriebe verdienen an den Lehrlingen, durch eine Untersuchung an der Hochschule von St. Gallen klar widerlegt werden. Die zusätzlichen Kosten belaufen sich, je nach Intensität der Ausbildung, auf zwischen 20 000 und 70 000 Schweizer Franken. Das sind umgerechnet etwa 160 000 S bis 560 000 S, die an zusätzlichen Kosten anfallen. (Abg. Kiss: Über welches Land redest du? Usbekistan? Mongolei?)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Das ist das Problem! Da liegt der Feldhase einmal mehr im Pfeffer, Herr Kollege Kiss! Was haben Sie getan? – Sie haben zum dritten Mal die Kommunalabgabe auf Lehrlinge – eine Kopfsteuer! – eingeführt. Damit wollen Sie mehr Lehrlingsausbildungsplätze "festnageln"? (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Wo ist der Bundeskanzler? – Abg. Mag. Stadler: Ist er schon zurückgetreten? – Abg. Dr. Khol: Er kommt schon! Er kömmt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Diese Dringliche Anfrage ist inzwischen verteilt worden und allen Abgeordneten zugegangen, sodaß sich die Verlesung durch einen Schriftführer erübrigt. Die Dringliche Anfrage hat die Nummer 2585/J und ist an den Herrn Bundeskanzler gerichtet. Sie gelangt um 15 Uhr zum Aufruf. (Ruf bei den Freiheitlichen: Wo ist der Bundeskanzler? – Abg. Mag. Stadler: Ist er schon zurückgetreten? – Abg. Dr. Khol: Er kommt schon! Er kömmt!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man weiß, daß ein eigenes Geldwesen und die Verfügung über eine eigene Währung auch eine Frage der persönlichen Freiheit der Bürger in einem Gemeinwesen ist. Der Schilling ist ein Symbol unserer Eigenstaatlichkeit, und mit ihm ist letztlich unsere wirtschaftliche Verfügungsmacht verbunden, auch wenn es darum geht, Einkommenssicherheit zu ermöglichen. Es ist damit die Chance verbunden, Arbeitsplätze zu schaffen, aber auch die Gefahr, Arbeitsplätze zu vernichten. Aufgrund dieser Überlegungen haben wir diese Anfrage gestellt. Denn das Wirtschaftsforschungsinstitut sagt: Nur eine sorgfältig vorbereitete Währungsunion mit durchdachten wirtschaftspolitischen Verantwortungen und Strategien ist geeignet, die wirtschaftliche Wohlfahrt und damit auch die Beschäftigungslage gegenüber dem Zustand ohne gemeinsame Währung zu verbessern. – Das ist es. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kostelka: Launig war das nicht!
In der launigen Stimmung von Rust etwa wurde verkündet, daß es eine neue Exportoffensive geben werde. (Abg. Dr. Kostelka: Launig war das nicht!) Der Schwerpunkt dieser Exportoffensive aber liegt ausgerechnet auf Exporten in die ehemaligen russischen Teilstaaten, in die GUS-Staaten, mit denen derzeit ein Entschuldungskonzept ausgehandelt wird, demzufolge 80 Prozent der bisher nicht zurückgezahlten Schulden – auch der österreichischen Kredite – überhaupt gestrichen werden sollen. Dort will der Bundeskanzler jetzt Geschäfte für Österreich machen! Dabei wissen wir heute schon über solche Geschäfte, daß zwar Milliardenkredite vergeben worden sind, jedoch 80 Prozent der Wertschöpfung und damit der Arbeitsplätze auf ausländischem Territorium und nicht hier in Österreich vorzufinden gewesen sind. Herr Bundeskanzler! Verstehen Sie deshalb, daß wir erhebliche Zweifel daran haben, daß Sie überhaupt wissen, was Arbeitsplatzpolitik für die österreichische Bevölkerung, für die Menschen in diesem Lande heißt? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
In der launigen Stimmung von Rust etwa wurde verkündet, daß es eine neue Exportoffensive geben werde. (Abg. Dr. Kostelka: Launig war das nicht!) Der Schwerpunkt dieser Exportoffensive aber liegt ausgerechnet auf Exporten in die ehemaligen russischen Teilstaaten, in die GUS-Staaten, mit denen derzeit ein Entschuldungskonzept ausgehandelt wird, demzufolge 80 Prozent der bisher nicht zurückgezahlten Schulden – auch der österreichischen Kredite – überhaupt gestrichen werden sollen. Dort will der Bundeskanzler jetzt Geschäfte für Österreich machen! Dabei wissen wir heute schon über solche Geschäfte, daß zwar Milliardenkredite vergeben worden sind, jedoch 80 Prozent der Wertschöpfung und damit der Arbeitsplätze auf ausländischem Territorium und nicht hier in Österreich vorzufinden gewesen sind. Herr Bundeskanzler! Verstehen Sie deshalb, daß wir erhebliche Zweifel daran haben, daß Sie überhaupt wissen, was Arbeitsplatzpolitik für die österreichische Bevölkerung, für die Menschen in diesem Lande heißt? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Offenbar hat das den Bundespräsidenten heute bewogen, einen dringenden Appell an Sie zu richten, die Menschen nicht zu verunsichern. Vielleicht war es auch das, was Kollegen Fasslabend von der ÖVP bewogen hat, von der weinlaunigen Zustimmung von Rust wieder abzuspringen. Nachdem er sozusagen die nüchternen Fakten in nüchternem Zustand gesehen hat, ist er einen Tag später plötzlich gegen die geplanten Pensionskürzungen aufgetreten. – Ich sage Ihnen eines, liebe Freunde: ÖVPler sollten vorsichtig sein beim übermäßigen Konsum von Rotwein! Roter ist nicht bekömmlich für die Schwarzen in diesem Lande. Vielleicht habt ihr das in den letzten Jahren schon mitbekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher kommt unser Mißtrauen, und unser Mißtrauen sitzt tief angesichts des konzeptlosen "Schnellschusses" bei den Pensionen, aber auch angesichts der Neuregelungen im Sozialbereich. Ausgerechnet die Regierung, die darauf gepocht hat, daß Frauenrechte nicht gefährdet werden dürfen, macht jetzt Pensionsvorschläge, die auf längeren Durchrechnungszeiträumen beruhen. Das heißt nichts anderes, als daß die berufstätige Frau auf der Strecke bleiben wird. Sie hat es jetzt schon schwer genug, eigenständige Pensionsansprüche zu erwerben. Wenn aber für die Pensionsberechnung ein Durchrechnungszeitraum von 20 Jahren gilt, werden berufstätige Frauen bei den Pensionen überhaupt durchfallen oder mit Schandpensionen von ein paar tausend Schilling abgefertigt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, daß das keine Politik mehr ist. Die einzige Stempelmarke, die die Österreicher zu kleben bereit sein werden, wird die Stempelmarke für das Entlassungsschreiben dieser Bundesregierung sein. Dafür ordentlich zu bezahlen, werden sie bereit sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es funktioniert ohnehin alles nicht. Die Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter hat einen neuen Computer gekauft, der bis heute nicht funktioniert, und die Mitarbeiter müssen mit dem Taschenrechner die Pensionszeiten ausrechnen. Das dauert im Durchschnitt länger als neun Monate! Sind das die modernen Leistungen des Staates, die Sie uns versprochen haben? Fahren Sie lieber dort dazwischen, anstatt den Leuten etwas zu kürzen, für das sie ihr Leben lang fleißig gearbeitet haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Ich glaube daher, daß Sie dort eingreifen und nicht hergehen und sagen sollten: Wir können uns die Pensionen nicht mehr leisten, daher – Rübe ab und darübergefahren! – Gleichzeitig aber richten Sie für die Politiker eine eigene Pensionskasse ein, in welcher der Staat noch einmal mit 10 Prozent für die erforderliche Deckung sorgt. Das alles paßt nicht zusammen: hier die politische Klasse, die es sich richtet, und dort draußen die Menschen, denen man eins drübergibt, auch wenn sie fleißig gearbeitet haben. Das verstehen die Menschen nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Oder: die Rückerstattung der Außenhandelsförderungsbeiträge: 200 000 Anträge sind allein beim Hauptzollamt Wien zu bearbeiten! 50 000 Parteien wurden über ihre Rückforderungsansprüche schriftlich informiert. Zu alledem konnte es nur kommen, weil Sie von der Regierung gesetzwidrig gehandelt haben! Weil Sie die Verfassung und die Gesetze nicht eingehalten haben, sind Tausende und Abertausende bürokratischer Akte zu erledigen, weil die Leute mit Gerichtsurteil ihr Geld zurückverlangen müssen. Das ist der Zustand dieser Republik! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Das stimmt doch nicht!
Als nächstes steht uns nun der Euro ins Haus. Der nächste Wortbruch kommt bestimmt. Herr Bundeskanzler! Genauso wie Ihr Vizekanzler haben Sie versprochen: Wir werden darauf achten, daß der Euro so hart ist wie der Schilling. – Schon jetzt hört man nichts mehr davon. Das Wifo erstellt für die Bundesregierung eine Studie, in der geschrieben steht, daß der Euro nicht so hart wie der Schilling sein wird. Es wird von Anbeginn an zu einer Abwertung von etwa 6,75 Prozent kommen. 6,75 Prozent, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Nowotny: Das stimmt doch nicht!) Lesen Sie es nach! Nicht einmal lesen kann er mehr, der Herr Kollege Nowotny. Sie sollten sich eine Brille kaufen, Herr Kollege! – 6,75 Prozent! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Er kennt sich halt aus, das ist der Unterschied! – Abg. Dr. Nowotny: Sie haben das nicht verstanden!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Er kennt sich halt aus, das ist der Unterschied! – Abg. Dr. Nowotny: Sie haben das nicht verstanden!
Als nächstes steht uns nun der Euro ins Haus. Der nächste Wortbruch kommt bestimmt. Herr Bundeskanzler! Genauso wie Ihr Vizekanzler haben Sie versprochen: Wir werden darauf achten, daß der Euro so hart ist wie der Schilling. – Schon jetzt hört man nichts mehr davon. Das Wifo erstellt für die Bundesregierung eine Studie, in der geschrieben steht, daß der Euro nicht so hart wie der Schilling sein wird. Es wird von Anbeginn an zu einer Abwertung von etwa 6,75 Prozent kommen. 6,75 Prozent, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Nowotny: Das stimmt doch nicht!) Lesen Sie es nach! Nicht einmal lesen kann er mehr, der Herr Kollege Nowotny. Sie sollten sich eine Brille kaufen, Herr Kollege! – 6,75 Prozent! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Er kennt sich halt aus, das ist der Unterschied! – Abg. Dr. Nowotny: Sie haben das nicht verstanden!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ja, Herr Kollege, wir sind immer diejenigen, die etwas "nicht verstehen"! Wir haben auch die Reserven-Geschichten der Nationalbank "nicht verstanden", bis Sie darauf gekommen sind, unsere Idee zu übernehmen. Das ist in der Zwischenzeit hinlänglich bekanntgeworden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.
Nun, Herr Kollege Nowotny, fragen wir einmal höflich den Herrn Bundeskanzler nach seinem Konzept dafür, wie er den harten Schilling in einen harten Euro transferieren wird. Denn das hat er versprochen. Sie wissen ganz genau, daß es in Österreich 26 Millionen Sparbücher gibt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. ) Die Besitzer dieser Sparbücher sind zutiefst verunsichert. Der Herr Bundespräsident hat seinen Appell an die Adresse dieser Regierung gerichtet: Verunsichert nicht die fleißigen Leute, hat er heute gesagt, verunsichert nicht die anständigen Leute. – Wir sind nicht an der Regierung. Regieren ist Sache von Klima und Co, und diese gehen auf Tauchstation, wenn sich zeigt, wie den Leuten das Geld aus der Tasche gezogen wird und Reformprojekte verweigert werden! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.
Nun, Herr Kollege Nowotny, fragen wir einmal höflich den Herrn Bundeskanzler nach seinem Konzept dafür, wie er den harten Schilling in einen harten Euro transferieren wird. Denn das hat er versprochen. Sie wissen ganz genau, daß es in Österreich 26 Millionen Sparbücher gibt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. ) Die Besitzer dieser Sparbücher sind zutiefst verunsichert. Der Herr Bundespräsident hat seinen Appell an die Adresse dieser Regierung gerichtet: Verunsichert nicht die fleißigen Leute, hat er heute gesagt, verunsichert nicht die anständigen Leute. – Wir sind nicht an der Regierung. Regieren ist Sache von Klima und Co, und diese gehen auf Tauchstation, wenn sich zeigt, wie den Leuten das Geld aus der Tasche gezogen wird und Reformprojekte verweigert werden! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es ist zwar richtig zu sagen, daß ein weicherer Euro die Exporte fördere, doch ist damit nichts über die negative Wirkung gesagt. Unsere Klein- und Mittelbetriebe sind in hohem Maße auf Importe angewiesen, auch von Rohstoffen. Diese würden teurer werden. Wenn dann die Zinsen steigen, werden Investitionen in Arbeitsplätze in Österreich teurer. – Aber im Zweifel bin ich für Arbeitsplätze, Herr Bundeskanzler, und nicht für den Ausverkauf unserer Unternehmen an die Multis! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Mühlbachler: Und wie hoch sind die Courtagen?
300 Milliarden Schilling wird die Umstellung auf den Euro kosten. Ich zitiere aus einer Untersuchung der "Financial Times" von voriger Woche: 300 Milliarden Schilling Umstellungskosten für den Euro, 8 Milliarden Schilling neue Gebührenbelastungen für die österreichischen Bankkunden, 3,5 Milliarden Schilling Ertragsminderung der österreichischen Banken pro Jahr. (Abg. Mag. Mühlbachler: Und wie hoch sind die Courtagen?)
Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler.
Ich werde Ihnen das gleich vorrechnen, Kollege! – Die Gewinn- und Verlustverteilung in der neuen Europäischen Zentralbank durch Abliefern von Gold- und Devisenreserven bedeutet nach dem Central Banking Institute of London ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler. ) Herr Kollege! Ich empfehle Ihnen die Lektüre des Central Banking Institute of London ... (Zwischenrufe.) Ich werde es Ihnen übersetzen und auf Spanisch ausdrucken lassen. Vielleicht verstehen Sie das besser, denn Ihnen kommt an dieser ganzen Angelegenheit vieles spanisch vor! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mühlbachler: Das ist mehr als primitiv!)
Zwischenrufe.
Ich werde Ihnen das gleich vorrechnen, Kollege! – Die Gewinn- und Verlustverteilung in der neuen Europäischen Zentralbank durch Abliefern von Gold- und Devisenreserven bedeutet nach dem Central Banking Institute of London ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler. ) Herr Kollege! Ich empfehle Ihnen die Lektüre des Central Banking Institute of London ... (Zwischenrufe.) Ich werde es Ihnen übersetzen und auf Spanisch ausdrucken lassen. Vielleicht verstehen Sie das besser, denn Ihnen kommt an dieser ganzen Angelegenheit vieles spanisch vor! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mühlbachler: Das ist mehr als primitiv!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mühlbachler: Das ist mehr als primitiv!
Ich werde Ihnen das gleich vorrechnen, Kollege! – Die Gewinn- und Verlustverteilung in der neuen Europäischen Zentralbank durch Abliefern von Gold- und Devisenreserven bedeutet nach dem Central Banking Institute of London ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler. ) Herr Kollege! Ich empfehle Ihnen die Lektüre des Central Banking Institute of London ... (Zwischenrufe.) Ich werde es Ihnen übersetzen und auf Spanisch ausdrucken lassen. Vielleicht verstehen Sie das besser, denn Ihnen kommt an dieser ganzen Angelegenheit vieles spanisch vor! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mühlbachler: Das ist mehr als primitiv!)
Lebhafte Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Gewinn- und Verlusttransfer bedeutet nach diesen Untersuchungen 3,5 Milliarden Schilling Gewinnentgang per anno für die Oesterreichische Nationalbank alleine durch das Abziehen von Gold- und Devisenreserven. Dazu kommt noch das Abliefern der Wertpapierdepots, das, wie jüngst eine Untersuchung ergeben hat, noch einmal 40 Milliarden Schilling Verlust für Österreich bringt. Dazu kommt noch die Mindestreserve-Politik, über die noch gar nicht geredet wurde, darüber haben die Finanzminister noch nicht einmal beraten, meine Damen und Herren. (Lebhafte Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Was sagt die Gewerkschaft?
Wir Freiheitlichen wollen aber, daß Sie in Zukunft wissen, was Sie uns sagen, Herr Bundeskanzler. Wir wollen von Ihnen zum Beispiel wissen, welche Konsequenzen die Einführung des Euro unter den jetzigen Bedingungen hat. Wo ist Ihr Arbeitsplatzkonzept? Wie sieht Ihre Lohnpolitik aus? – Sie wissen ganz genau, daß in der Wifo-Studie steht: Wenn der Euro kommt, dann bleibt, um die nationale Konvergenz herzustellen, nur mehr die Möglichkeit, über die Lohnpolitik zu fahren. Das bedeutet aber Lohnkürzungen, Kürzung der Lohnnebenkosten und das Ausschöpfen von Rationalisierungsreserven – ist gleich Arbeitsplatzverlust. Geben Sie uns bitte Antworten darauf! (Abg. Mag. Stadler: Was sagt die Gewerkschaft?)
Rufe bei der SPÖ: Redezeit! Den Schlußsatz!
Professor Hankel hat richtigerweise gesagt: Die Zeche für dieses Experiment zahlen die Arbeitnehmer und die Sparer. – Da machen wir Freiheitlichen aber nicht mit. (Rufe bei der SPÖ: Redezeit! Den Schlußsatz!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir fragen Sie jetzt, nachdem sich immer mehr Länder von diesem Projekt verabschieden, Herr Bundeskanzler, wie Sie weiter vorgehen werden. Ihr Kollege Blair, den Sie ja so hochgelobt haben, geht wenigstens her und sagt: Ja, ich frage zuerst die englische Bevölkerung! – Machen Sie es wie Blair! Sagen Sie hier vor dem österreichischen Parlament: Ich bin bereit, die österreichische Bevölkerung zum Thema Euro zu befragen! Sagen Sie das einmal ganz offen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie bewundern ihn ja so, den Herrn Blair.
Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist unser Appell an Sie: Wir möchten Sie unterstützen auf diesem Weg, aber es muß ein Weg sein, bei dem es nicht mehr Arbeitslose und mehr soziale Katastrophen in diesem Lande gibt. Dann können Sie auch mit der Unterstützung der Freiheitlichen rechnen! (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Rahmenbedingungen!
Sehr geehrter Herr Dr. Haider! Ich glaube, wir können rasch ein Einvernehmen dahin gehend erzielen, daß wir beide es bedauern, daß private Unternehmen – Sie haben unter anderem Eskimo-Iglo von Unilever erwähnt – ihre Produktion in Österreich schließen oder vielleicht auch verlagern wollen. Der einzige Unterschied zwischen uns liegt, wie ich meine, darin, daß ich klipp und klar sage: Wir glauben nicht, daß es sinnvoll ist, den Leuten vorzugaukeln, daß wir ein Wirtschaftssystem haben könnten, in dem die Politik den Unternehmen anschafft, irgend etwas nicht zu tun. (Abg. Dr. Haider: Rahmenbedingungen!)
Abg. Dr. Haider: Was ist mit der Jugendarbeitslosigkeit? – Abg. Mag. Stadler: Sie reden die ganze Zeit davon! Sagen Sie, wie Sie es machen werden!
Daher ist es viel ehrlicher, sehr geehrter Herr Abgeordneter Dr. Haider, zu sagen: Wir als Bundesregierung haben uns in dem Neun-Punkte-Programm, das hier vor drei Monaten besprochen und diskutiert wurde und das auch in Rust unverzüglich Auswirkungen, zum Beispiel auf dem Gebiet der Technologieoffensive, der Exportoffensive, der Jugendbeschäftigung, gefunden hat, dazu verstanden, daß wir hier konkrete Maßnahmen für Beschäftigung setzen müssen. (Abg. Dr. Haider: Was ist mit der Jugendarbeitslosigkeit? – Abg. Mag. Stadler: Sie reden die ganze Zeit davon! Sagen Sie, wie Sie es machen werden!)
Abg. Dr. Haider: Die alte Strategie!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Dr. Haider! Das Thema Exportoffensive ist zum Beispiel ein sehr gelungener Erfolg. Die Bundesregierung hat hiezu Experten aus dem Bereich der Wirtschaft beauftragt, keine neue Studie, sondern ein konkretes Maßnahmenprogramm auszuarbeiten. (Abg. Dr. Haider: Die alte Strategie!) Diese Experten sagen, daß damit ein Volumen von etwa 20 000 bis 30 000 Arbeitsplätzen gesichert oder auch neu geschaffen werden kann und daß dieses Volumen von der österreichischen Bundesregierung auch rasch mit umgesetzt werden muß.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Warum streichen wir 80 Prozent der Schulden der GUS-Staaten?
Sehr geehrter Herr Dr. Haider! Sie wissen, daß eine Forderung lautet, daß wir eine Möglichkeit suchen sollen, die österreichischen Zahlungen für die Erdgaslieferungen, die wir Jahr für Jahr erhalten, als Absicherung von künftigen Lieferungen und Leistungen österreichischer Unternehmen, die österreichische Arbeitsplätze sichern, in den GUS-Staaten zu verwenden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Warum streichen wir 80 Prozent der Schulden der GUS-Staaten?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zum zweiten: Ich glaube, daß auch der Ansatz im Bereich der Technologiepolitik ein durchaus bahnbrechender, mutiger ist. Wir haben hier ein System – vorgeschlagen von zwei Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft – umzusetzen, das erstmals die starren Mauern zwischen den Ministerien aufbricht und eine gemeinsame Koordination, eine gemeinsame Entwicklung der Forschungs- und Technologiepolitik in Österreich möglich macht. Ein vorsichtiger Manager, der Generaldirektor von Siemens Österreich, schätzt, daß allein dadurch – durch hohe Technologie – in Österreich etwa 30 000 bis 40 000 Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen werden können. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Das ist die Antwort, die wir geben wollen. (Abg. Dr. Haider: Seit vier Jahren hören wir das! – Abg. Mag. Stadler: Herr Klima! Das hat uns schon Ihr Vorgänger erzählt! Das können wir schon auswendig!)
Abg. Dr. Haider: Seit vier Jahren hören wir das! – Abg. Mag. Stadler: Herr Klima! Das hat uns schon Ihr Vorgänger erzählt! Das können wir schon auswendig!
Zum zweiten: Ich glaube, daß auch der Ansatz im Bereich der Technologiepolitik ein durchaus bahnbrechender, mutiger ist. Wir haben hier ein System – vorgeschlagen von zwei Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft – umzusetzen, das erstmals die starren Mauern zwischen den Ministerien aufbricht und eine gemeinsame Koordination, eine gemeinsame Entwicklung der Forschungs- und Technologiepolitik in Österreich möglich macht. Ein vorsichtiger Manager, der Generaldirektor von Siemens Österreich, schätzt, daß allein dadurch – durch hohe Technologie – in Österreich etwa 30 000 bis 40 000 Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen werden können. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Das ist die Antwort, die wir geben wollen. (Abg. Dr. Haider: Seit vier Jahren hören wir das! – Abg. Mag. Stadler: Herr Klima! Das hat uns schon Ihr Vorgänger erzählt! Das können wir schon auswendig!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bei aller Kritik der Opposition, die ich immer wieder verstehe, möchte ich Sie fragen: Ist es für Sie nicht auch ein positives Zeichen, daß sich die österreichische Bundesregierung mit dem Präsidenten des Österreichischen Gewerkschaftsbundes und mit dem Präsidenten der Bundeswirtschaftskammer zusammensetzt und ein Projekt zur Ausbildung der Jugend – Chancen für die Jugend, Jugendbeschäftigung mit der Garantie, jedem 15jährigen eine Lehrstelle oder einen Schulplatz anzubieten – ausarbeitet? In anderen Ländern Europas gibt es bei der Jugend eine Arbeitslosenquote von 20 Prozent, aber in Österreich gibt es konkrete Maßnahmen der Bundesregierung! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: 250 000 Arbeitslose!
Es ist kein Zufall, daß Österreich die zweitniedrigste Arbeitslosenquote der entwickelten Industriestaaten in Europa hat. (Abg. Dr. Haider: 250 000 Arbeitslose!) Das ist das Ergebnis der aktiven Beschäftigungspolitik dieser Bundesregierung, das Ergebnis einer vernünftigen Zusammenarbeit der Sozialpartner, der flexiblen Lohnpolitik, der ordentlichen Lohnpolitik, der Hartwährungspolitik und der stabilen Fiskalpolitik in den letzten Jahrzehnten! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es ist kein Zufall, daß Österreich die zweitniedrigste Arbeitslosenquote der entwickelten Industriestaaten in Europa hat. (Abg. Dr. Haider: 250 000 Arbeitslose!) Das ist das Ergebnis der aktiven Beschäftigungspolitik dieser Bundesregierung, das Ergebnis einer vernünftigen Zusammenarbeit der Sozialpartner, der flexiblen Lohnpolitik, der ordentlichen Lohnpolitik, der Hartwährungspolitik und der stabilen Fiskalpolitik in den letzten Jahrzehnten! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Sie tun so, als ob wir eh keine Probleme hätten! – Rufe bei der SPÖ: Reden Sie doch nicht immer drein! – Abg. Mag. Stadler: Seien Sie ruhig! Ihr Chef redet!
Sehr geehrter Herr Dr. Haider! Ich denke, auch Sie werden die Leistung der Österreicherinnen und Österreicher, in kurzer Zeit einen stabilen Haushalt erreicht zu haben, nicht schmälern wollen. Wir haben beim Budget des Jahres 1996 gezeigt, daß wir besser als budgetiert abschließen können, und ich bin überzeugt davon, daß Österreich im Jahr 1997 – vorbildhaft für Europa – eine stabile Wirtschaftslage und ein niedriges Zinsniveau haben wird! (Abg. Mag. Stadler: Sie tun so, als ob wir eh keine Probleme hätten! – Rufe bei der SPÖ: Reden Sie doch nicht immer drein! – Abg. Mag. Stadler: Seien Sie ruhig! Ihr Chef redet!)
Abg. Dr. Haider: Ein weicher Euro erhöht die Zinsen!
Was ist denn schlecht an dem Stabilitätskriterium eines niedrigen Zinsniveaus? – Es ist hervorragend, und wir sind froh, daß wir es erreichen! (Abg. Dr. Haider: Ein weicher Euro erhöht die Zinsen!)
Abg. Dr. Haider: Dafür holt ihr es euch bei den Pensionisten!
Schlußendlich muß ich ganz offen und ehrlich etwas zugeben. Für mich persönlich ist der Schuldenstand in Österreich ein Problem, aber nicht deswegen, weil Schulden an sich ein Problem wären, sondern aufgrund der Tatsache, daß wir bereits etwa 100 Milliarden Schilling pro Jahr für Zinsaufwand zu zahlen haben. Das stellt ein Problem für die Struktur unsere Haushaltes dar. (Abg. Dr. Haider: Dafür holt ihr es euch bei den Pensionisten!)
Abg. Dr. Haider: Wer hat denn die Schulden gemacht? – Abg. Mag. Stadler: Sie tun so, als ob die Opposition die Schulden gemacht hätte!
Wir haben uns daher zur Aufgabe gesetzt, auch diesen Schuldenstand schrittweise zurückzuführen (Abg. Dr. Haider: Wer hat denn die Schulden gemacht? – Abg. Mag. Stadler: Sie tun so, als ob die Opposition die Schulden gemacht hätte!) , damit wir nicht Zinsen an die Reicheren dieser Welt zahlen müssen, sondern Geld für eine aktive Arbeitsmarktpolitik, Ausbildungspolitik und Wirtschaftspolitik in diesem Lande haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wir haben uns daher zur Aufgabe gesetzt, auch diesen Schuldenstand schrittweise zurückzuführen (Abg. Dr. Haider: Wer hat denn die Schulden gemacht? – Abg. Mag. Stadler: Sie tun so, als ob die Opposition die Schulden gemacht hätte!) , damit wir nicht Zinsen an die Reicheren dieser Welt zahlen müssen, sondern Geld für eine aktive Arbeitsmarktpolitik, Ausbildungspolitik und Wirtschaftspolitik in diesem Lande haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg Mag. Stadler: Den Pensionisten tun Sie weh! – Rufe bei der SPÖ: Dobermann!
Wissen Sie, Herr Dr. Haider, ich glaube, es tut Ihnen ein bißchen weh, daß die Bundesregierung sich vorgenommen hat, auch die Budgets 1998 und 1999 ohne Steuererhöhungen durchzuführen, und zwar ohne daß das auf die Budgets 1998 und 1999 eine Auswirkung haben wird. Das dürfte Ihnen ein bißchen weh tun. (Abg Mag. Stadler: Den Pensionisten tun Sie weh! – Rufe bei der SPÖ: Dobermann!)
Abg. Mag. Stadler: Volksabstimmung – ja oder nein?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wissen Sie, was uns noch unterscheidet? – Wir sind in der Politik gefragt. Es zeigt sich auch, daß in Europa eine derartige Politik erfolgreich ist, wenn offen angesprochen wird, daß Veränderungen und Reformen nötig sind. Wir haben nur durch entsprechende Verhandlungen, durch entsprechende Begleitmaßnahmen dafür zu sorgen, daß Reformen verträglich und sozial ausgewogen stattfinden. (Abg. Mag. Stadler: Volksabstimmung – ja oder nein?)
Abg. Dr. Haider: Die "Tschick-Steuer"!
Wir haben uns daher vorgenommen, so, wie es sich in einem vernünftigen System gehört, in Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern einzutreten, und die Arbeitgeberseite, sprich die Bundesregierung, hat sich zum Ziel gesetzt, mit den Gewerkschaften im Bereich der Bundesbediensteten zu verhandeln, um sicherzustellen, daß der Personalaufwand nicht mehr als 1,3 Prozent pro Jahr wächst. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dabei wollen wir eine Form finden, bei der diejenigen, die weniger Einkommen haben, die kleinere Einkommen haben, wenig oder gar nicht berührt werden, diejenigen aber, die höhere Einkommen haben, etwas stärker betroffen werden. (Abg. Dr. Haider: Die "Tschick-Steuer"!)
Abg. Dr. Haider: Der Bundespräsident sagt Ihnen das!
Ich bitte Sie, sich auch das Thema Verunsicherung hinsichtlich der Pensionen zu überlegen. (Abg. Dr. Haider: Der Bundespräsident sagt Ihnen das!) Meine Aussage war, daß die österreichische Bundesregierung im Jahre 1998 – obwohl der Beirat rein rechnerisch aufgrund der Formel eine Nullerhöhung empfiehlt – dafür eintreten wird, daß die Pensionisten und Pensionistinnen in Österreich im Jahr 1998 zwar eine moderate, aber immerhin eine Erhöhung der Pensionen bekommen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bitte Sie, sich auch das Thema Verunsicherung hinsichtlich der Pensionen zu überlegen. (Abg. Dr. Haider: Der Bundespräsident sagt Ihnen das!) Meine Aussage war, daß die österreichische Bundesregierung im Jahre 1998 – obwohl der Beirat rein rechnerisch aufgrund der Formel eine Nullerhöhung empfiehlt – dafür eintreten wird, daß die Pensionisten und Pensionistinnen in Österreich im Jahr 1998 zwar eine moderate, aber immerhin eine Erhöhung der Pensionen bekommen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Die einzige Gruppe, die mehr bekommt, ist die Politikerkaste! Er hat leicht reden! Eine Million verdient er mehr, das haben Sie beschlossen und nicht wir, die Opposition! Erhöht sich die Gage um eine Million und greift den Pensionisten in die Tasche!
Ich füge noch hinzu, daß das in der Form geschehen wird, daß jene, die wenig Pension haben, etwas mehr bekommen werden – das ist wirtschaftspolitisch vernünftig, weil es dem Inlandskonsum zugute kommt –, und jene, die höhere Pensionen haben, eben weniger bekommen. Das heißt, daß es die eine oder andere Staffelung geben wird, die mit den Pensionistenverbänden noch zu verhandeln sein wird. (Abg. Mag. Stadler: Die einzige Gruppe, die mehr bekommt, ist die Politikerkaste! Er hat leicht reden! Eine Million verdient er mehr, das haben Sie beschlossen und nicht wir, die Opposition! Erhöht sich die Gage um eine Million und greift den Pensionisten in die Tasche!)
Abg. Dr. Haider: Wen trifft es denn? Die Frauen sind bereits betroffen!
Meine Damen und Herren! Noch ein ganz offenes Wort: Ich glaube, daß es wichtig ist, daß wir in ruhige, in sachliche Verhandlungen mit den Interessenvertretungen und Gewerkschaften eintreten, um sicherzustellen, welche soziale Absicherungen, welche Rahmenbedingungen wir für die Frauen, welche Absicherungen wir für kleinere Pensionsempfänger brauchen werden, um eine nötige Pensionsreform auch durchführen zu können. Es kommt für mich nicht in Frage, daß isoliert irgendeine Gruppe behandelt oder irgendein Problem gelöst wird. (Abg. Dr. Haider: Wen trifft es denn? Die Frauen sind bereits betroffen!)
Abg. Dr. Haider: Die berufstätige Frau ist bei der Durchrechnung betroffen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben gemeinsam die Frage der Einbeziehung aller Erwerbseinkommen in die Sozialversicherungspflicht zu lösen, und wir haben gemeinsam die Frage der geringfügigen Beschäftigung zu lösen. (Abg. Dr. Haider: Die berufstätige Frau ist bei der Durchrechnung betroffen!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bitte Sie nur um eines: Bewahren wir uns in Österreich die Verhandlungsbereitschaft und die Kommunikationsfähigkeit! Denn eines sichere ich zu: Es ist nicht die Absicht der Bundesregierung, Beschlüsse zu fassen, über die nicht verhandelt wurde. Das ist für mich ein sehr wesentliches Prinzip unserer Sozialpartnerschaft, und ich bin davon überzeugt, daß wir das auch aufrechterhalten werden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es geht auch darum, daß wir zum Beispiel ganz offen sagen: Wir wollen die Kolleginnen und Kollegen der Exekutive, die mit Nachtschichtschwerarbeit belastet sind, in eine vernünftige Regelung mit einbeziehen, die den Umstand, daß sie Tag für Tag, Nachtdienst für Nachtdienst für unsere Sicherheit tätig sind, entsprechend berücksichtigt, sodaß es zu Regelungen im Nachtschichtschwerarbeitsgesetz im Sinne eines möglichen Ausgleiches dieser Belastung kommt. Das sind wir, wie ich meine, den Kolleginnen und Kollegen bei der österreichischen Exekutive auch schuldig! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir sollten auch überlegen, inwieweit ein Pensionsanpassungsfaktor, wie wir ihn haben, unterschiedliche Positionen berücksichtigt – Arbeitslosenquote, Inflationsrate, vielleicht auch die Lebenserwartung –, aber alles nur unter einer Bedingung: daß es uns auch möglich ist, alle Erwerbseinkommen in die Sozialversicherung mit einzubeziehen und die Frage der geringfügig Beschäftigten zu lösen – zum Wohle der Frauen in diesem Lande. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Wir sind jetzt schon verbunden mit Deutschland! – Abg. Dr. Stadler: Eins zu sieben heißt unsere Verbindung!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Dr. Haider! Zum Thema Währungsunion. – Natürlich – da haben Sie völlig recht – ist der Schilling ein Zeichen der österreichischen Identität nach dem Krieg geworden. Völlig richtig. Aber ich glaube, daß es für uns als exportabhängiges, in einen Wirtschaftsverbund eingebundenes Land von größter Wichtigkeit ist, zum Beispiel von unserem Haupthandelspartner in der Währungspolitik nicht getrennt zu sein. Wir haben aus gutem Grund mit Deutschland zum Beispiel die letzten 20 Jahre eine nahezu gleichlaufende Währungspolitik gehabt. Wir haben daher die Verpflichtung, meine sehr geehrten Damen und Herren, klipp und klar zu sagen – und ich sage das in aller Deutlichkeit –: Es wäre für die Wirtschaft und die Arbeitsplätze in Österreich ein immenser Schaden, wenn es zum 1. Jänner 1999 mit Ländern wie Deutschland, aber auch Frankreich und anderen zu dieser Währungsunion kommt und Österreich nicht dabei wäre. (Abg. Dr. Haider: Wir sind jetzt schon verbunden mit Deutschland! – Abg. Dr. Stadler: Eins zu sieben heißt unsere Verbindung!)
Abg. Dr. Haider: Ich bin gegen mehr Arbeitslose, und dieses Konzept bringt mehr Arbeitslose!
Sie sind sicher dieser meiner Meinung, denn es wäre tatsächlich ein Schaden, wenn Deutschland, Frankreich und andere in einer Währungsunion wären, Österreich aber nicht. Würden Sie wirklich empfehlen, für den Fall, daß Deutschland in einer Währungsunion ist, daß Österreich draußen bleibt? – Nein, das würden Sie nicht, wenn Sie seriös sind, Herr Dr. Haider. Das können wir auch nicht. (Abg. Dr. Haider: Ich bin gegen mehr Arbeitslose, und dieses Konzept bringt mehr Arbeitslose!)
Abg. Dr. Haider: Arbeitslosigkeit wird produziert, Herr Bundeskanzler! Das ist ein Wahnsinn!
Es wundert mich sehr, Herr Dr. Haider, daß Sie plötzlich nicht dafür eintreten, daß Österreich teilhaben kann an einer starken, gemeinsamen europäischen Währung, die die Chance hat, dem Dollar und dem Yen die Stirn zu bieten, die die Chance bietet, für Beschäftigung in Europa im globalen Wettbewerb zu kämpfen. Das ist eine der wesentlichen Voraussetzungen dafür. (Abg. Dr. Haider: Arbeitslosigkeit wird produziert, Herr Bundeskanzler! Das ist ein Wahnsinn!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ihnen täte ein Harvard-Kurs auch nicht schlecht!
Was die Amerikaner mit ihrer Währungspolitik schaffen, das mag Ihnen vielleicht gefallen, weil Sie dauernd in Harvard sind. Aber denken Sie an Europa, denken Sie an Österreich! Wir wollen weiterhin eine europäische, eine österreichische Währungspolitik haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ihnen täte ein Harvard-Kurs auch nicht schlecht!) – Ich war lange vor ihm beim Harvard Case Study Program.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: 20 Millionen Arbeitslose ist nicht schlecht! – Abg. Scheibner: Das müssen Sie bei der Sicherheitspolitik sagen, nicht bei der Währungspolitik!
Deshalb, meine sehr verehrten Damen und Herren, halte ich im Bereich der Währungsunion eines für besonders wichtig: Es ist ein weiterer Schritt gegen Renationalisierung, gegen Chauvinismus, gegen einen Zerfall in Nationalstaaten, die sich waffenstarrend gegenüberstehen, ein weiterer Schritt für ein friedliches und gemeinsames Europa, es unumkehrbar zu machen mit einer gemeinsamen Währungs- und Wirtschaftsunion. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: 20 Millionen Arbeitslose ist nicht schlecht! – Abg. Scheibner: Das müssen Sie bei der Sicherheitspolitik sagen, nicht bei der Währungspolitik!)
Abg. Dr. Haider: Das ist jetzt eine Leerformel! Da kann sich ein Arbeitsloser nichts herunterschneiden!
Und noch etwas: Sehr geehrter Herr Dr. Haider! Ich bin der letzte, der zufrieden ist mit der Beschäftigungspolitik auf europäischer Ebene. Aber eines darf ich Ihnen schon sagen: Österreich wurde vor zwei Jahren belächelt und belacht, als es dafür eingetreten ist, daß wir uns auf europäischer Ebene für mehr Beschäftigung engagieren wollen. (Abg. Dr. Haider: Das ist jetzt eine Leerformel! Da kann sich ein Arbeitsloser nichts herunterschneiden!)
Abg. Mag. Schweitzer: Wo denn?
Ob es Ihnen paßt oder nicht: Österreich ist erfolgreich dabei, das Thema Beschäftigung zu einem zentralen Anliegen in Europa zu machen. (Abg. Mag. Schweitzer: Wo denn?) Das drückt sich jetzt eben durch ein Beschäftigungskapitel aus. Wenn wir das nicht erreicht hätten – Ihre Häme und Ihr Spott wären uns sicher gewesen. Applaudieren Sie einmal, freuen Sie sich einmal mit uns, daß es gelungen ist, ein Beschäftigungskapitel im europäischen Vertrag zu verankern, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ins Vorwort kommt das vom Vertrag, in die Präambel! – Abg. Dr. Haider: Soviel wert wie dem Vranitzky sein Vorwort beim "Konsum"!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ins Vorwort kommt das vom Vertrag, in die Präambel! – Abg. Dr. Haider: Soviel wert wie dem Vranitzky sein Vorwort beim "Konsum"!
Ob es Ihnen paßt oder nicht: Österreich ist erfolgreich dabei, das Thema Beschäftigung zu einem zentralen Anliegen in Europa zu machen. (Abg. Mag. Schweitzer: Wo denn?) Das drückt sich jetzt eben durch ein Beschäftigungskapitel aus. Wenn wir das nicht erreicht hätten – Ihre Häme und Ihr Spott wären uns sicher gewesen. Applaudieren Sie einmal, freuen Sie sich einmal mit uns, daß es gelungen ist, ein Beschäftigungskapitel im europäischen Vertrag zu verankern, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ins Vorwort kommt das vom Vertrag, in die Präambel! – Abg. Dr. Haider: Soviel wert wie dem Vranitzky sein Vorwort beim "Konsum"!)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Dr. Haider! Ich kann grundsätzlich feststellen, daß für jede Ratstagung sichergestellt ist, daß Österreich seine Position klar vorbringt. Es entspricht auch den Usancen auf der europäischen Ebene, daß im Fall der Abwesenheit des zuständigen Regierungsmitgliedes die jeweiligen Ständigen Vertreter auch mitarbeiten können. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Können Sie die Frage 3 auch beantworten?
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Dr. Haider! Sie fragen mich, ob wir für eine punktgenaue Erfüllung der Konvergenzkriterien sind und wie der österreichische Vertreter im Rat dafür eintreten wird. (Abg. Ing. Reichhold: Können Sie die Frage 3 auch beantworten?) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die ist schon beantwortet mit der Aussage, daß ein österreichischer Vertreter bei den Ratssitzungen durch den Ständigen Vertreter immer vertreten ist. (Abg. Dr. Haider: Ich habe um Regierungsmitglieder gefragt!) Bitte. Selbstverständlich. Es ist Usance – haben Sie mir zugehört?, ich wiederhole den Satz noch einmal –, es ist Usance in der Europäischen Union, daß die Ständigen Vertreter die Position eines Landes vertreten und sich im konkreten Anlaßfall zu Wort melden und klare österreichische Positionen vertreten. (Abg. Dr. Haider: Ich habe Sie um die Regierungsmitglieder gefragt! Sie wissen das sehr genau! – Abg. Dr. Graf: Da schwimmen Sie, bei dieser Frage!)
Abg. Dr. Haider: Ich habe um Regierungsmitglieder gefragt!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Dr. Haider! Sie fragen mich, ob wir für eine punktgenaue Erfüllung der Konvergenzkriterien sind und wie der österreichische Vertreter im Rat dafür eintreten wird. (Abg. Ing. Reichhold: Können Sie die Frage 3 auch beantworten?) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die ist schon beantwortet mit der Aussage, daß ein österreichischer Vertreter bei den Ratssitzungen durch den Ständigen Vertreter immer vertreten ist. (Abg. Dr. Haider: Ich habe um Regierungsmitglieder gefragt!) Bitte. Selbstverständlich. Es ist Usance – haben Sie mir zugehört?, ich wiederhole den Satz noch einmal –, es ist Usance in der Europäischen Union, daß die Ständigen Vertreter die Position eines Landes vertreten und sich im konkreten Anlaßfall zu Wort melden und klare österreichische Positionen vertreten. (Abg. Dr. Haider: Ich habe Sie um die Regierungsmitglieder gefragt! Sie wissen das sehr genau! – Abg. Dr. Graf: Da schwimmen Sie, bei dieser Frage!)
Abg. Dr. Haider: Ich habe Sie um die Regierungsmitglieder gefragt! Sie wissen das sehr genau! – Abg. Dr. Graf: Da schwimmen Sie, bei dieser Frage!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Dr. Haider! Sie fragen mich, ob wir für eine punktgenaue Erfüllung der Konvergenzkriterien sind und wie der österreichische Vertreter im Rat dafür eintreten wird. (Abg. Ing. Reichhold: Können Sie die Frage 3 auch beantworten?) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die ist schon beantwortet mit der Aussage, daß ein österreichischer Vertreter bei den Ratssitzungen durch den Ständigen Vertreter immer vertreten ist. (Abg. Dr. Haider: Ich habe um Regierungsmitglieder gefragt!) Bitte. Selbstverständlich. Es ist Usance – haben Sie mir zugehört?, ich wiederhole den Satz noch einmal –, es ist Usance in der Europäischen Union, daß die Ständigen Vertreter die Position eines Landes vertreten und sich im konkreten Anlaßfall zu Wort melden und klare österreichische Positionen vertreten. (Abg. Dr. Haider: Ich habe Sie um die Regierungsmitglieder gefragt! Sie wissen das sehr genau! – Abg. Dr. Graf: Da schwimmen Sie, bei dieser Frage!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Bitte, seien Sie doch nicht so kindisch! Also ich werde alle Regierungsmitglieder fragen lassen, wer wann wo nicht bei einem Europäischen Rat war. Ich werde Ihnen das schriftlich zukommen lassen. – Gut. Einverstanden. Bravo! Sehr gut! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Das ist der politische Informationsgewinn: Wie oft war ein Regierungsmitglied vertreten durch den Ständigen Vertreter im Europäischen Rat? Das ist der Informationsgewinn, der politisch wichtig ist für die Frage der Währungsunion! Einverstanden. Wir werden das machen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Bitte, seien Sie doch nicht so kindisch! Also ich werde alle Regierungsmitglieder fragen lassen, wer wann wo nicht bei einem Europäischen Rat war. Ich werde Ihnen das schriftlich zukommen lassen. – Gut. Einverstanden. Bravo! Sehr gut! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Das ist der politische Informationsgewinn: Wie oft war ein Regierungsmitglied vertreten durch den Ständigen Vertreter im Europäischen Rat? Das ist der Informationsgewinn, der politisch wichtig ist für die Frage der Währungsunion! Einverstanden. Wir werden das machen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Lesen Sie die Zusammenfassung einmal!
Ich sehe kein Risiko, das dem österreichischen Bürger oder dem Staat einen Verlust an Wohlstand bringen würde. Herr Professor Nowotny wird auf die Frage der Wifo-Studie noch näher eingehen, aber ich kann Ihnen schon sagen, daß diese Wifo-Studie zeigt, daß eine Teilnahme Österreichs zum frühestmöglichen Zeitpunkt wirtschaftliche Vorteile bringt. Wieso zitieren Sie das nicht aus der Wifo-Studie? (Abg. Dr. Haider: Lesen Sie die Zusammenfassung einmal!) Da steht klipp und klar drinnen: Eine Teilnahme Österreichs zum frühestmöglichen Zeitpunkt bringt wirtschaftliche Vorteile, während eine Nichtteilnahme negative Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung hätte. – Das ist das Originalzitat aus der Wifo-Studie, meine sehr geehrten Damen und Herren! Nur paßt es Ihnen nicht in den Kram, drum wird es halt nicht zitiert. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Ich würde bitten, daß Sie das Regierungsmitglied darauf aufmerksam machen, daß es antworten soll!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Ich würde bitten, daß Sie das Regierungsmitglied darauf aufmerksam machen, daß es antworten soll!
Ich sehe kein Risiko, das dem österreichischen Bürger oder dem Staat einen Verlust an Wohlstand bringen würde. Herr Professor Nowotny wird auf die Frage der Wifo-Studie noch näher eingehen, aber ich kann Ihnen schon sagen, daß diese Wifo-Studie zeigt, daß eine Teilnahme Österreichs zum frühestmöglichen Zeitpunkt wirtschaftliche Vorteile bringt. Wieso zitieren Sie das nicht aus der Wifo-Studie? (Abg. Dr. Haider: Lesen Sie die Zusammenfassung einmal!) Da steht klipp und klar drinnen: Eine Teilnahme Österreichs zum frühestmöglichen Zeitpunkt bringt wirtschaftliche Vorteile, während eine Nichtteilnahme negative Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung hätte. – Das ist das Originalzitat aus der Wifo-Studie, meine sehr geehrten Damen und Herren! Nur paßt es Ihnen nicht in den Kram, drum wird es halt nicht zitiert. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Ich würde bitten, daß Sie das Regierungsmitglied darauf aufmerksam machen, daß es antworten soll!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Bringen Sie dem Bundeskanzler einmal die Geschäftsordnung bei! 20 Minuten! Das haben Sie nicht eingemahnt!
Bundeskanzler Mag. Viktor Klima (fortsetzend): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, ich habe dank Unterstützung durch die Lautsprecheranlage eine genügend kräftige Stimme, daß die, die hören wollen, auch hören können. Die, die nicht hören wollen, die werden auch nie hören können – egal, unter welchen Bedingungen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Bringen Sie dem Bundeskanzler einmal die Geschäftsordnung bei! 20 Minuten! Das haben Sie nicht eingemahnt!)
Abg. Mag. Stadler: 20 Minuten soll er nicht überschreiten!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Stadler! Sie können einen Antrag zur Geschäftsordnung stellen, daß der Herr Bundeskanzler die Beantwortung beendet. (Abg. Mag. Stadler: 20 Minuten soll er nicht überschreiten!)
Heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Das ist eine Sollvorschrift, und wenn Sie es lange so treiben, wird der Bundeskanzler sagen: Ich beende die Beantwortung. (Heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Der Redner spricht absichtlich sehr schnell. – Abg. Mag. Stadler: 20 Minuten für eine einzige Frage! – Abg. Dr. Haider: Herr Präsident! Sie sind Organ des Parlaments und nicht ein Regierungsverteidiger!
Bundeskanzler Mag. Viktor Klima (fortsetzend): Ich möchte jetzt nicht der Versuchung erliegen, plötzlich meine Geschwindigkeit zu erhöhen: Im Gegensatz zu früheren Prognosen zeigt der jüngste Bericht der Kommission ... (Der Redner spricht absichtlich sehr schnell. – Abg. Mag. Stadler: 20 Minuten für eine einzige Frage! – Abg. Dr. Haider: Herr Präsident! Sie sind Organ des Parlaments und nicht ein Regierungsverteidiger!) – Nein, lieber in normaler Ge
Abg. Dr. Haider: 1995!
Ich darf aber auf folgendes verweisen: Gestern oder vorgestern wurde von einer Tageszeitung auszurechnen versucht, welche Pönalezahlungen im Zeitraum von 1960 bis 1997 (Abg. Dr. Haider: 1995!) , 1960 bis 1995 für Österreich fällig gewesen wären. (Abg. Dr. Haider: 15 Millionen!) Ich erinnere mich: Es waren Pönalezahlungen in Höhe von etwa 1 400 S pro Kopf in 35 Jahren. Das ist heikel, 1 400 S in 35 Jahren, das muß man sich anschauen. Aber wichtig ist, daß wir uns ja in Zukunft zu einer Stabilitätspolitik verpflichten wollen, die das ... (Abg. Dr. Haider: Ein Packerl Tschick am Tag ist es auch!)
Abg. Dr. Haider: 15 Millionen!
Ich darf aber auf folgendes verweisen: Gestern oder vorgestern wurde von einer Tageszeitung auszurechnen versucht, welche Pönalezahlungen im Zeitraum von 1960 bis 1997 (Abg. Dr. Haider: 1995!) , 1960 bis 1995 für Österreich fällig gewesen wären. (Abg. Dr. Haider: 15 Millionen!) Ich erinnere mich: Es waren Pönalezahlungen in Höhe von etwa 1 400 S pro Kopf in 35 Jahren. Das ist heikel, 1 400 S in 35 Jahren, das muß man sich anschauen. Aber wichtig ist, daß wir uns ja in Zukunft zu einer Stabilitätspolitik verpflichten wollen, die das ... (Abg. Dr. Haider: Ein Packerl Tschick am Tag ist es auch!)
Abg. Dr. Haider: Ein Packerl Tschick am Tag ist es auch!
Ich darf aber auf folgendes verweisen: Gestern oder vorgestern wurde von einer Tageszeitung auszurechnen versucht, welche Pönalezahlungen im Zeitraum von 1960 bis 1997 (Abg. Dr. Haider: 1995!) , 1960 bis 1995 für Österreich fällig gewesen wären. (Abg. Dr. Haider: 15 Millionen!) Ich erinnere mich: Es waren Pönalezahlungen in Höhe von etwa 1 400 S pro Kopf in 35 Jahren. Das ist heikel, 1 400 S in 35 Jahren, das muß man sich anschauen. Aber wichtig ist, daß wir uns ja in Zukunft zu einer Stabilitätspolitik verpflichten wollen, die das ... (Abg. Dr. Haider: Ein Packerl Tschick am Tag ist es auch!)
Abg. Dr. Haider: Ich bin Nichtraucher!
Die Tschick, Herr Dr. Haider! Ich sehe überhaupt nicht ein, wieso Sie plötzlich dafür eintreten, daß die Österreicher die Tschick in Slowenien, in der Slowakei, in Tschechien und in Ungarn kaufen! (Abg. Dr. Haider: Ich bin Nichtraucher!) Die sollen die Tschick bei den österreichischen Trafikanten kaufen, die liegen mir auch am Herzen! (Beifall bei der SPÖ.) Aber Sie als Nichtraucher sind ohnehin nicht betroffen. (Abg. Mag. Stadler: Wenn wir das sagen, Herr Bundeskanzler, sind wir ausländerfeindlich!)
Beifall bei der SPÖ.
Die Tschick, Herr Dr. Haider! Ich sehe überhaupt nicht ein, wieso Sie plötzlich dafür eintreten, daß die Österreicher die Tschick in Slowenien, in der Slowakei, in Tschechien und in Ungarn kaufen! (Abg. Dr. Haider: Ich bin Nichtraucher!) Die sollen die Tschick bei den österreichischen Trafikanten kaufen, die liegen mir auch am Herzen! (Beifall bei der SPÖ.) Aber Sie als Nichtraucher sind ohnehin nicht betroffen. (Abg. Mag. Stadler: Wenn wir das sagen, Herr Bundeskanzler, sind wir ausländerfeindlich!)
Abg. Mag. Stadler: Wenn wir das sagen, Herr Bundeskanzler, sind wir ausländerfeindlich!
Die Tschick, Herr Dr. Haider! Ich sehe überhaupt nicht ein, wieso Sie plötzlich dafür eintreten, daß die Österreicher die Tschick in Slowenien, in der Slowakei, in Tschechien und in Ungarn kaufen! (Abg. Dr. Haider: Ich bin Nichtraucher!) Die sollen die Tschick bei den österreichischen Trafikanten kaufen, die liegen mir auch am Herzen! (Beifall bei der SPÖ.) Aber Sie als Nichtraucher sind ohnehin nicht betroffen. (Abg. Mag. Stadler: Wenn wir das sagen, Herr Bundeskanzler, sind wir ausländerfeindlich!)
Abg. Ing. Reichhold: Haben Sie einen Termin oder was?
Ich bin überzeugt davon – die Konvergenzkriterien brauche ich nicht näher zu erläutern –, daß Österreich in den Jahren 1997 und 1998 alle Stabilitätskriterien und Konvergenzkriterien erfüllen wird, und zwar in dem Sinn, wie ich es zuerst erwähnt habe. Natürlich werden wir nicht den Gesamtschuldenstand aller öffentlichen Haushalte von 60 Prozent erreichen – das habe ich auch nie gesagt –, aber wir werden die Bedingungen des Vertrages erfüllen. Wir werden deutlich genug eine Senkung des Schuldenstandes aller öffentlichen Haushalte erreichen, und das erfüllt die Stabilitätsbedingungen des Vertrages. – Jetzt muß ich mich aber wirklich beeilen. (Abg. Ing. Reichhold: Haben Sie einen Termin oder was?) Nein, aber damit Sie auch noch reden können. Ich höre Ihnen gerne zu.
Abg. Gaugg: Sagen Sie mir, was in Schweden passiert!
Da Österreich seit mehr als 20 Jahren in einem Hartwährungsverbund mit Deutschland lebt und sich die Lohnpolitik seit Jahrzehnten daran orientiert, glauben wir, daß hier kein zusätzlicher Handlungsbedarf besteht. (Abg. Gaugg: Sagen Sie mir, was in Schweden passiert!)
Abg. Mag. Trattner: Morgen im Hauptausschuß!
Die Forderung des ÖGB ist eine, die wir in ihren praktischen Auswirkungen seitens der österreichischen Bundesregierung sehr unterstützen. Das bedeutet, daß der Lösung der Beschäftigungsprobleme sowie der Probleme der Arbeitslosigkeit in Europa – nicht nur in den Mitgliedstaaten, sondern auch auf europäischer Ebene –, ein, wie ich hoffe, hoher Stellenwert eingeräumt werden muß. – Ich könnte jetzt ungefähr 25 Minuten lang darüber reden, was wir wirklich unter Beschäftigungspolitik in Europa erwarten und was wir aus diesem Beschäftigungskapitel machen werden, aber das machen wir bei einer der nächsten Dringlichen Anfragen. (Abg. Mag. Trattner: Morgen im Hauptausschuß!) – Gut, morgen im Hauptausschuß.
Abg. Dr. Haider: Strafmandat erhöhen!
Ich trete dafür ein, daß von der öffentlichen Hand sogar deutliche Signale gegeben werden. Natürlich haben wir zum Beispiel das Problem hinsichtlich von Rundungen. Wenn Sie ein Strafmandat von 300 S in Euro umrechnen, indem Sie es durch 13,56 dividieren, wird ein unrunder Betrag mit vielen Kommastellen herauskommen. (Abg. Dr. Haider: Strafmandat erhöhen!) Da ist es dann die Pflicht gerade der öffentlichen Hand – Bund, Länder und Gemeinden –, den Betrag zu senken, abzurunden, um ja nicht einen solchen Eindruck entstehen zu lassen. Darauf wird von seiten des Konsumentenschutzes geschaut werden. (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Dr. Khol. ) – Bitte nicht so lange applaudieren, damit wir schnell fertig werden; ich habe noch einige Fragen zu beantworten. (Abg. Mag. Stadler: Das war jetzt organisiert!) Ich hebe immer wieder den Taktstock, damit das funktioniert. – 35 Fragen in zwei Stunden, da müßt ihr euch bei der Geschäftsordnung einmal etwas überlegen. Sind wir uns einig, daß ich bis jetzt alle Fragen beantwortet habe außer der dritten, die schriftlich beantwortet wird? – Gut. (Abg. Dr. Haider: Die wißbegierige Opposition!)
Beifall bei der SPÖ und des Abg. Dr. Khol.
Ich trete dafür ein, daß von der öffentlichen Hand sogar deutliche Signale gegeben werden. Natürlich haben wir zum Beispiel das Problem hinsichtlich von Rundungen. Wenn Sie ein Strafmandat von 300 S in Euro umrechnen, indem Sie es durch 13,56 dividieren, wird ein unrunder Betrag mit vielen Kommastellen herauskommen. (Abg. Dr. Haider: Strafmandat erhöhen!) Da ist es dann die Pflicht gerade der öffentlichen Hand – Bund, Länder und Gemeinden –, den Betrag zu senken, abzurunden, um ja nicht einen solchen Eindruck entstehen zu lassen. Darauf wird von seiten des Konsumentenschutzes geschaut werden. (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Dr. Khol. ) – Bitte nicht so lange applaudieren, damit wir schnell fertig werden; ich habe noch einige Fragen zu beantworten. (Abg. Mag. Stadler: Das war jetzt organisiert!) Ich hebe immer wieder den Taktstock, damit das funktioniert. – 35 Fragen in zwei Stunden, da müßt ihr euch bei der Geschäftsordnung einmal etwas überlegen. Sind wir uns einig, daß ich bis jetzt alle Fragen beantwortet habe außer der dritten, die schriftlich beantwortet wird? – Gut. (Abg. Dr. Haider: Die wißbegierige Opposition!)
Abg. Mag. Stadler: Das war jetzt organisiert!
Ich trete dafür ein, daß von der öffentlichen Hand sogar deutliche Signale gegeben werden. Natürlich haben wir zum Beispiel das Problem hinsichtlich von Rundungen. Wenn Sie ein Strafmandat von 300 S in Euro umrechnen, indem Sie es durch 13,56 dividieren, wird ein unrunder Betrag mit vielen Kommastellen herauskommen. (Abg. Dr. Haider: Strafmandat erhöhen!) Da ist es dann die Pflicht gerade der öffentlichen Hand – Bund, Länder und Gemeinden –, den Betrag zu senken, abzurunden, um ja nicht einen solchen Eindruck entstehen zu lassen. Darauf wird von seiten des Konsumentenschutzes geschaut werden. (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Dr. Khol. ) – Bitte nicht so lange applaudieren, damit wir schnell fertig werden; ich habe noch einige Fragen zu beantworten. (Abg. Mag. Stadler: Das war jetzt organisiert!) Ich hebe immer wieder den Taktstock, damit das funktioniert. – 35 Fragen in zwei Stunden, da müßt ihr euch bei der Geschäftsordnung einmal etwas überlegen. Sind wir uns einig, daß ich bis jetzt alle Fragen beantwortet habe außer der dritten, die schriftlich beantwortet wird? – Gut. (Abg. Dr. Haider: Die wißbegierige Opposition!)
Abg. Dr. Haider: Die wißbegierige Opposition!
Ich trete dafür ein, daß von der öffentlichen Hand sogar deutliche Signale gegeben werden. Natürlich haben wir zum Beispiel das Problem hinsichtlich von Rundungen. Wenn Sie ein Strafmandat von 300 S in Euro umrechnen, indem Sie es durch 13,56 dividieren, wird ein unrunder Betrag mit vielen Kommastellen herauskommen. (Abg. Dr. Haider: Strafmandat erhöhen!) Da ist es dann die Pflicht gerade der öffentlichen Hand – Bund, Länder und Gemeinden –, den Betrag zu senken, abzurunden, um ja nicht einen solchen Eindruck entstehen zu lassen. Darauf wird von seiten des Konsumentenschutzes geschaut werden. (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Dr. Khol. ) – Bitte nicht so lange applaudieren, damit wir schnell fertig werden; ich habe noch einige Fragen zu beantworten. (Abg. Mag. Stadler: Das war jetzt organisiert!) Ich hebe immer wieder den Taktstock, damit das funktioniert. – 35 Fragen in zwei Stunden, da müßt ihr euch bei der Geschäftsordnung einmal etwas überlegen. Sind wir uns einig, daß ich bis jetzt alle Fragen beantwortet habe außer der dritten, die schriftlich beantwortet wird? – Gut. (Abg. Dr. Haider: Die wißbegierige Opposition!)
Abg. Ing. Reichhold: Zur NATO zu gehen!
Das ist eine sehr wichtige Frage. Wissen Sie, ich habe durchaus im Gegensatz zu meinem Regierungspartner gesagt: Wenn Österreich sich einmal entschließen sollte – wenn, wenn, wenn! –, das sicherheitspolitische Konzept zu verändern (Abg. Ing. Reichhold: Zur NATO zu gehen!), bin ich für eine klare und offene Vorgangsweise, wie in der Vergangenheit. Eine klare und offene Vorgangsweise bedeutet, daß sich die Bundesregierung dann entscheiden müßte, eine bestimmte Position einzunehmen, das Parlament das zu beraten, zu beschließen hätte und daß wir dann – ich trete dafür ein –, wenn diese grundsätzliche sicherheitspolitische Option Österreichs aufgegeben wird, eine Volksabstimmung durchführen, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Abg. Ing. Reichhold: Warum haben Sie das den Leuten nicht gesagt?
Mit dem Beitritt zur Europäischen Union ist Österreich eine rechtsverbindliche Verpflichtung eingegangen. (Abg. Ing. Reichhold: Warum haben Sie das den Leuten nicht gesagt?) Ausgenommen sind jene Staaten, die ein Opting-out vereinbart haben, und das hat Österreich nicht getan. (Abg. Dr. Haider: Der Stabilitätspakt verändert das also! Das hat er damals noch nicht getan!) Wir sind die völkerrechtliche Verpflichtung eingegangen.
Abg. Dr. Haider: Der Stabilitätspakt verändert das also! Das hat er damals noch nicht getan!
Mit dem Beitritt zur Europäischen Union ist Österreich eine rechtsverbindliche Verpflichtung eingegangen. (Abg. Ing. Reichhold: Warum haben Sie das den Leuten nicht gesagt?) Ausgenommen sind jene Staaten, die ein Opting-out vereinbart haben, und das hat Österreich nicht getan. (Abg. Dr. Haider: Der Stabilitätspakt verändert das also! Das hat er damals noch nicht getan!) Wir sind die völkerrechtliche Verpflichtung eingegangen.
Abg. Dr. Nowotny: Und Sie waren angenehm überrascht!
Abgeordneter Ing. Mag. Erich L. Schreiner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Bei der Beantwortung der Dringlichen Anfrage – die ja eine Anfrage mit Fragen ist –, sind wir deswegen nach 30 Minuten so nervös geworden, weil Sie uns noch immer keine Frage konkret beantwortet haben und eher so schwadroniert haben, angefangen von Ihren Ergüssen aus Rust bis hin zu all den Themen, die die Innenpolitik betroffen haben. Da eine Sollzeit von 20 Minuten vorgesehen ist, hatten wir fast geglaubt, Sie kämen überhaupt nicht zur Beantwortung dieser Fragen. (Abg. Dr. Nowotny: Und Sie waren angenehm überrascht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Zur Frage 3: Daß wir in Zwischenrufen mehrmals moniert haben, daß Sie antworten sollten, hat einen Grund. Es geht um die Frage der Vertretung der österreichischen Regierungsmitglieder im Rat durch Botschafter. – Herr Bundeskanzler! Das ist eine wichtige Frage! Vergegenwärtigen Sie sich einmal die EU-Verfassung: Der Rat ist der Gesetzgeber. Und wir wollen nicht den Botschafter dort entscheiden lassen, sondern das Regierungsmitglied. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Er will nichts wissen!
Herr Bundeskanzler! Mir kommt so vor, als gingen Sie bei der Frage Euro nach dem Motto vor: nichts reden, nichts hören, nichts wissen. (Abg. Dr. Haider: Er will nichts wissen!) Herr Bundeskanzler! Keine Änderung der österreichischen Währungspolitik – das war am 3. August 1993 in einem Originaltext Ihres Vorgängers, Altbundeskanzlers Vranitzky, zu lesen, der gesagt hat, und zwar knapp ein Jahr vor der Volksabstimmung, ein Ersatz des österreichischen Schillings durch den Ecu sei kein Thema des Tages und werde dies auch in den nächsten Jahren nicht sein. (Abg. Haigermoser: Geh, wer war das?) – Vranitzky, Originaltext. – Die nationale Währung nicht aus dem Denken und Handeln und Rechnen des Staatsbürgers, wäre eine Aufgabe für ihn. – Vier Jahre danach: nichts reden, nichts hören, nichts sehen – trotz internationaler Medienberichte.
Abg. Haigermoser: Geh, wer war das?
Herr Bundeskanzler! Mir kommt so vor, als gingen Sie bei der Frage Euro nach dem Motto vor: nichts reden, nichts hören, nichts wissen. (Abg. Dr. Haider: Er will nichts wissen!) Herr Bundeskanzler! Keine Änderung der österreichischen Währungspolitik – das war am 3. August 1993 in einem Originaltext Ihres Vorgängers, Altbundeskanzlers Vranitzky, zu lesen, der gesagt hat, und zwar knapp ein Jahr vor der Volksabstimmung, ein Ersatz des österreichischen Schillings durch den Ecu sei kein Thema des Tages und werde dies auch in den nächsten Jahren nicht sein. (Abg. Haigermoser: Geh, wer war das?) – Vranitzky, Originaltext. – Die nationale Währung nicht aus dem Denken und Handeln und Rechnen des Staatsbürgers, wäre eine Aufgabe für ihn. – Vier Jahre danach: nichts reden, nichts hören, nichts sehen – trotz internationaler Medienberichte.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Das ist der Grund dafür, daß wir heute eine Dringliche Anfrage an Sie gerichtet haben und Sie fragen, wie denn die österreichische Bundesregierung und Sie als Regierungschef dazu stehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Sie sind Mitglied dieser Fälscherbande! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die Fälscherbande beginnt in Belgien, wo das Gold massiv verkauft wird, um die Schulden zu bezahlen. (Abg. Marizzi: Das ist ja unerhört! – Abg. Kiss: Herr Präsident! Ist das kein Ordnungsruf? – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Sie setzt sich fort in der Bundesrepublik Deutschland durch Höherbewertung der Währungsreserven und der Goldreserven. Sie setzt sich weiters in Frankreich fort, wo die France Telecom um zig Millionen Schilling, um zig Milliarden Franc verkauft wird, im Gegenzug aber der Staat die Pensionszahlungen übernehmen muß. Da die Pensionszahlungen aber erst später fällig werden, ist das jetzt nicht Euro- beziehungsweise Maastricht-wirksam.
Abg. Marizzi: Das ist ja unerhört! – Abg. Kiss: Herr Präsident! Ist das kein Ordnungsruf? – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Herr Bundeskanzler! Sie sind Mitglied dieser Fälscherbande! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die Fälscherbande beginnt in Belgien, wo das Gold massiv verkauft wird, um die Schulden zu bezahlen. (Abg. Marizzi: Das ist ja unerhört! – Abg. Kiss: Herr Präsident! Ist das kein Ordnungsruf? – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Sie setzt sich fort in der Bundesrepublik Deutschland durch Höherbewertung der Währungsreserven und der Goldreserven. Sie setzt sich weiters in Frankreich fort, wo die France Telecom um zig Millionen Schilling, um zig Milliarden Franc verkauft wird, im Gegenzug aber der Staat die Pensionszahlungen übernehmen muß. Da die Pensionszahlungen aber erst später fällig werden, ist das jetzt nicht Euro- beziehungsweise Maastricht-wirksam.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die ökonomisch richtigen Instrumente wären: Wenn es zu einer gemeinsamen Währung kommt, müssen alle Länder daran teilnehmen. Es müssen die Konvergenzkriterien, die ja bei ihrer Einführung Sinn gemacht haben, auch wirklich eingehalten werden – nicht gebogen werden! Und es braucht das Vertrauen der Bevölkerung Europas, und sie hat zu entscheiden, ob es eine gemeinsame Währung haben will oder nicht, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Kiss: Die Burgenländer haben es gewußt! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Reichhold: Ein echter Burgenländer-Witz!
Und da können Sie uns nicht sagen, die Österreicher hätten am 12. Juni 1994 für den Wegfall des Schilling und die Einführung des Ecu oder des Euro gestimmt! Haben Sie denn, Herr Kollege Kiss, eine alte Burgenländerin, die mit Ja gestimmt hat, weil sie geglaubt hat, das Burgenland bekäme dann Millionen über Millionen an Förderungen, nachdem sie aus ihrer Wahlzelle herausgekommen ist, gefragt, ob sie gewußt hat, daß sie mit dafür gestimmt hat, daß der Schilling abgeschafft wird? (Abg. Kiss: Die Burgenländer haben es gewußt! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Reichhold: Ein echter Burgenländer-Witz!) – Die Burgenländer haben es gewußt. Das ist das Tollste: Die Burgenländer haben es gewußt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und da können Sie uns nicht sagen, die Österreicher hätten am 12. Juni 1994 für den Wegfall des Schilling und die Einführung des Ecu oder des Euro gestimmt! Haben Sie denn, Herr Kollege Kiss, eine alte Burgenländerin, die mit Ja gestimmt hat, weil sie geglaubt hat, das Burgenland bekäme dann Millionen über Millionen an Förderungen, nachdem sie aus ihrer Wahlzelle herausgekommen ist, gefragt, ob sie gewußt hat, daß sie mit dafür gestimmt hat, daß der Schilling abgeschafft wird? (Abg. Kiss: Die Burgenländer haben es gewußt! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Reichhold: Ein echter Burgenländer-Witz!) – Die Burgenländer haben es gewußt. Das ist das Tollste: Die Burgenländer haben es gewußt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Warum gibt es denn ein Stimmungstief quer durch Österreich? – Eher dagegen sind 31 Prozent, sehr dagegen 25 Prozent, eher dafür – noch nicht ganz dafür – 27 Prozent, sehr dafür – die einzigen, die wirklich für den Euro sind – sind 10 Prozent der Österreicher. Und Sie stellen sich hierher und sagen: Hinein in den Euro ohne Wenn und Aber! Ohne Wenn und Aber – das haben wir alles schon gehört. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist Harmonisierung!
Herr Bundeskanzler! Überlegen Sie einmal, was wirklich die Voraussetzung für die Einführung eines Euro in einem Binnenmarkt wäre! – Nämlich eine echte Harmonisierung. Normalerweise sollte ja die Einführung des Euro die Krönung des Binnenmarktes, der Abschluß sein. Fachleute sagen, erst 50 Prozent des Binnenmarktes sind maximal verwirklicht. Ich nenne Ihnen einige Beispiele, wo der Binnenmarkt noch sehr lange auf sich warten läßt. Das ist einmal bei den Steuern der Fall. Oder: Wenn Sie ein Fax-Gerät aus Brüssel nach Wien mitnehmen, können Sie es hier nicht anschließen; Sie können es wegwerfen. Die österreichische Post schließt es nämlich nicht an. (Abg. Mag. Stadler: Das ist Harmonisierung!)
Bundeskanzler Mag. Klima: So ein Jammer!
Herr Bundeskanzler! Selbst die Bierfässer sind nicht europaweit einheitlich genormt. (Bundeskanzler Mag. Klima: So ein Jammer!) Eine Freistädter Brauerei kauft ein Bierfaß aus Deutschland. Darauf steht "DIN-Norm 25 Liter". Aber da muß ein österreichischer Eichbeamter kommen und nachmessen, ob wirklich 25 Liter drinnen sind. Es wäre Aufgabe des Binnenmarktes, endlich einmal die Normen zu vereinheitlichen, die Steuern zu vereinheitlichen, bevor man sich an das Experiment Euro wagt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Selbst die Bierfässer sind nicht europaweit einheitlich genormt. (Bundeskanzler Mag. Klima: So ein Jammer!) Eine Freistädter Brauerei kauft ein Bierfaß aus Deutschland. Darauf steht "DIN-Norm 25 Liter". Aber da muß ein österreichischer Eichbeamter kommen und nachmessen, ob wirklich 25 Liter drinnen sind. Es wäre Aufgabe des Binnenmarktes, endlich einmal die Normen zu vereinheitlichen, die Steuern zu vereinheitlichen, bevor man sich an das Experiment Euro wagt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das heißt, Herr Bundeskanzler: Aus nationaler Verantwortung für unseren Schilling sind wir nicht bereit, diesen auf dem Altar in Brüssel zu opfern. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und solang Sie das vorhaben, ist das für uns ein monetäres Himmelfahrtskommando, bei dem wir nicht mittun werden und mit dem wir nichts zu tun haben wollen! (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen.)
Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen.
Das heißt, Herr Bundeskanzler: Aus nationaler Verantwortung für unseren Schilling sind wir nicht bereit, diesen auf dem Altar in Brüssel zu opfern. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und solang Sie das vorhaben, ist das für uns ein monetäres Himmelfahrtskommando, bei dem wir nicht mittun werden und mit dem wir nichts zu tun haben wollen! (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das war eine Metapher!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Nowotny. (Abg. Mag. Stadler: Das war eine Metapher!)
lebhafte Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Dr. Ewald Nowotny (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Wenn das eine Metapher war, dann war es eine höchst mißglückte. Und es tut mir eigentlich leid, daß sich Herr Kollege Schreiner, den ich sonst aus dem Finanzausschuß eigentlich als seriösen Mitarbeiter des Hauses kenne und schätze, offensichtlich angesteckt vom Klima in diesem Klub (lebhafte Heiterkeit bei den Freiheitlichen), zu solchen Dingen hier hat hinreißen lassen.
Abg. Dr. Haider: Er hat es nicht böse gemeint! – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, das Thema der Wirtschafts- und Währungsunion ist tatsächlich ein wichtiges Thema. (Abg. Dr. Haider: Er hat es nicht böse gemeint! – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) – Die Ansteckung, die von Ihnen ausgeht, beschränkt sich Gott sei Dank auf kleine Kreise. Und dafür werden wir auch in Zukunft sorgen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, das Thema der Wirtschafts- und Währungsunion ist tatsächlich ein wichtiges Thema. (Abg. Dr. Haider: Er hat es nicht böse gemeint! – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) – Die Ansteckung, die von Ihnen ausgeht, beschränkt sich Gott sei Dank auf kleine Kreise. Und dafür werden wir auch in Zukunft sorgen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Nicht schlecht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wäre an sich wichtig, über die Fragen der Währungsunion zu sprechen, gerade in diesen Tagen, in denen dieses Thema in vieler Weise aktualisiert wird. Unter Umständen wäre das sogar ein Thema für eine Aktuelle Stunde – oder auch für eine Dringliche Anfrage. Nur: Die Tatsache, wie Sie es gebracht haben (Abg. Dr. Haider: Nicht schlecht!), zeigt halt, daß Sie leider nicht bereit sind zu einer seriösen Diskussion. Sie haben halt wieder einmal in der altbackenen Art ein Potpourri hier veranstaltet: Alles, was von der Regierung kommt, ist schlecht. Und wenn Sie hier vor Verunsicherung warnen, dann ist das einfach das Modell "Haltet den Dieb!", aber jedenfalls nicht die Art, wie man ein wirklich wichtiges Thema seriös angehen kann. (Abg. Dr. Haider: Ich bin sehr betroffen, Herr Kollege!) – Das hoffe ich auch. Es würde Ihnen auch gar nicht schaden, Herr Kollege Haider.
Abg. Dr. Haider: Ich bin sehr betroffen, Herr Kollege!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wäre an sich wichtig, über die Fragen der Währungsunion zu sprechen, gerade in diesen Tagen, in denen dieses Thema in vieler Weise aktualisiert wird. Unter Umständen wäre das sogar ein Thema für eine Aktuelle Stunde – oder auch für eine Dringliche Anfrage. Nur: Die Tatsache, wie Sie es gebracht haben (Abg. Dr. Haider: Nicht schlecht!), zeigt halt, daß Sie leider nicht bereit sind zu einer seriösen Diskussion. Sie haben halt wieder einmal in der altbackenen Art ein Potpourri hier veranstaltet: Alles, was von der Regierung kommt, ist schlecht. Und wenn Sie hier vor Verunsicherung warnen, dann ist das einfach das Modell "Haltet den Dieb!", aber jedenfalls nicht die Art, wie man ein wirklich wichtiges Thema seriös angehen kann. (Abg. Dr. Haider: Ich bin sehr betroffen, Herr Kollege!) – Das hoffe ich auch. Es würde Ihnen auch gar nicht schaden, Herr Kollege Haider.
Abg. Dr. Haider: Das heißt, daß es noch keinen wirklichen Währungsrahmen gibt!
Nächster Punkt: Sie haben mich selbst in der Anfrage zitiert und die Frage gestellt, wieso ich meine, daß eine zeitgerechte Einführung des Euro aus Beschäftigungsgründen wichtig ist. Ich kann Ihnen die Antwort darauf sehr einfach geben, sie ergibt sich schon aus dem, was in dieser Woche auf den Währungsmärkten geschehen ist: Allein schon die Befürchtung, daß es zu einer Verschiebung kommt, hat dazu geführt, daß etliche Währungen wie speziell der Franc, aber auch etliche Währungen südlicher Länder schwächer geworden sind, wodurch die D-Mark stärker geworden ist – was heißt stärker? –, aufgewertet wurde. Das bedeutet natürlich (Abg. Dr. Haider: Das heißt, daß es noch keinen wirklichen Währungsrahmen gibt!), daß die deutsche Wirtschaft und die österreichische Wirtschaft hinsichtlich ihrer Wettbewerbsfähigkeit benachteiligt sind. (Abg. Dr. Haider: Sie nehmen aus Ihrer Theorie immer das heraus, was Sie gerade brauchen!) Deshalb ist es für uns enorm wichtig, daß wir Währungsrelationen haben, damit es zu keiner Kostenbenachteiligung der österreichischen Wirtschaft kommt.
Abg. Dr. Haider: Sie nehmen aus Ihrer Theorie immer das heraus, was Sie gerade brauchen!
Nächster Punkt: Sie haben mich selbst in der Anfrage zitiert und die Frage gestellt, wieso ich meine, daß eine zeitgerechte Einführung des Euro aus Beschäftigungsgründen wichtig ist. Ich kann Ihnen die Antwort darauf sehr einfach geben, sie ergibt sich schon aus dem, was in dieser Woche auf den Währungsmärkten geschehen ist: Allein schon die Befürchtung, daß es zu einer Verschiebung kommt, hat dazu geführt, daß etliche Währungen wie speziell der Franc, aber auch etliche Währungen südlicher Länder schwächer geworden sind, wodurch die D-Mark stärker geworden ist – was heißt stärker? –, aufgewertet wurde. Das bedeutet natürlich (Abg. Dr. Haider: Das heißt, daß es noch keinen wirklichen Währungsrahmen gibt!), daß die deutsche Wirtschaft und die österreichische Wirtschaft hinsichtlich ihrer Wettbewerbsfähigkeit benachteiligt sind. (Abg. Dr. Haider: Sie nehmen aus Ihrer Theorie immer das heraus, was Sie gerade brauchen!) Deshalb ist es für uns enorm wichtig, daß wir Währungsrelationen haben, damit es zu keiner Kostenbenachteiligung der österreichischen Wirtschaft kommt.
Abg. Dr. Haider: Das ist nicht logisch, was Sie da erzählen!
Ich denke, gerade jemand, der sich dem Land Kärnten vielleicht verbunden fühlt, müßte in besonderem Maße Interesse daran haben, daß es zu keiner Verschiebung des Euro kommt, daß es zu keiner Abwertung der Lira und zu keiner Aufwertung des Schilling kommt, weil Sie ja erlebt haben, wie das die Wettbewerbssituation verschlechtert. (Abg. Dr. Haider: Das ist nicht logisch, was Sie da erzählen!) – Wenn Sie nur irgendwo bereit sind, Fakten anzuerkennen, so müßten Sie dieses Faktum hier anerkennen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Sie sollten einmal anfangen, über das nachzudenken, was Sie jetzt gesagt haben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Sie sollten einmal anfangen, über das nachzudenken, was Sie jetzt gesagt haben!
Ich denke, gerade jemand, der sich dem Land Kärnten vielleicht verbunden fühlt, müßte in besonderem Maße Interesse daran haben, daß es zu keiner Verschiebung des Euro kommt, daß es zu keiner Abwertung der Lira und zu keiner Aufwertung des Schilling kommt, weil Sie ja erlebt haben, wie das die Wettbewerbssituation verschlechtert. (Abg. Dr. Haider: Das ist nicht logisch, was Sie da erzählen!) – Wenn Sie nur irgendwo bereit sind, Fakten anzuerkennen, so müßten Sie dieses Faktum hier anerkennen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Sie sollten einmal anfangen, über das nachzudenken, was Sie jetzt gesagt haben!)
Abg. Dr. Haider: Das ist nicht eine Studie des Wifo! Wir haben englische Studien zitiert!
In der Anfrage schreiben Sie, daß das Wifo behauptet, der Euro werde zu einem zusätzlichen Verlust an Arbeitsplätzen führen. Das ist genau in dieser Frage drinnen, wo Sie mich angesprochen haben. – Das ist schlicht und einfach falsch. Ich darf Sie auf die Seite 62 hinweisen. (Abg. Dr. Haider: Das ist nicht eine Studie des Wifo! Wir haben englische Studien zitiert!) – Jetzt ist es auf einmal nicht mehr die Wifo-Studie? Herr Kollege Haider! So billig können Sie es sich nicht machen! Sie berufen sich die ganze Zeit auf eine Wifo-Studie, und wenn man Ihnen dann nachweist, daß in dieser Wifo-Studie überhaupt nicht das steht, was Sie gesagt haben, sagen Sie, Sie hätten von etwas anderem geredet. Herr Kollege Haider! Ich kann Ihnen nur sagen: Werden Sie seriös! Bemühen Sie sich zumindest! Aber ich glaube, es ist noch ein langer Weg bis dorthin. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
In der Anfrage schreiben Sie, daß das Wifo behauptet, der Euro werde zu einem zusätzlichen Verlust an Arbeitsplätzen führen. Das ist genau in dieser Frage drinnen, wo Sie mich angesprochen haben. – Das ist schlicht und einfach falsch. Ich darf Sie auf die Seite 62 hinweisen. (Abg. Dr. Haider: Das ist nicht eine Studie des Wifo! Wir haben englische Studien zitiert!) – Jetzt ist es auf einmal nicht mehr die Wifo-Studie? Herr Kollege Haider! So billig können Sie es sich nicht machen! Sie berufen sich die ganze Zeit auf eine Wifo-Studie, und wenn man Ihnen dann nachweist, daß in dieser Wifo-Studie überhaupt nicht das steht, was Sie gesagt haben, sagen Sie, Sie hätten von etwas anderem geredet. Herr Kollege Haider! Ich kann Ihnen nur sagen: Werden Sie seriös! Bemühen Sie sich zumindest! Aber ich glaube, es ist noch ein langer Weg bis dorthin. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Davon hat niemand geredet!
Ich möchte zum Schluß noch folgenden Punkt sagen: Es ist völlig absurd, hier Inflationsängste zu wecken, in einer Zeit, in der wir in Europa – Gott sei Dank! – keine Inflation haben. (Abg. Dr. Haider: Davon hat niemand geredet!) Die Inflationsrate oder Preissteigerungsrate, wenn Sie so wollen, ist in Europa von 4,4 auf 2,1 Prozent zurückgegangen. (Abg. Mag. Stadler: Wer hat denn von Inflation geredet?) Sie haben gerade von den Ängsten der Sparer gesprochen. Wovor sollen denn die Sparer sonst Angst haben? Natürlich suggerieren Sie, daß der Euro zu Preissteigerungen führt. (Abg. Mag. Stadler: Wir reden von etwas anderem! Sie haben nicht zugehört! Dr. Haider hat von etwas ganz anderem geredet!)
Abg. Mag. Stadler: Wer hat denn von Inflation geredet?
Ich möchte zum Schluß noch folgenden Punkt sagen: Es ist völlig absurd, hier Inflationsängste zu wecken, in einer Zeit, in der wir in Europa – Gott sei Dank! – keine Inflation haben. (Abg. Dr. Haider: Davon hat niemand geredet!) Die Inflationsrate oder Preissteigerungsrate, wenn Sie so wollen, ist in Europa von 4,4 auf 2,1 Prozent zurückgegangen. (Abg. Mag. Stadler: Wer hat denn von Inflation geredet?) Sie haben gerade von den Ängsten der Sparer gesprochen. Wovor sollen denn die Sparer sonst Angst haben? Natürlich suggerieren Sie, daß der Euro zu Preissteigerungen führt. (Abg. Mag. Stadler: Wir reden von etwas anderem! Sie haben nicht zugehört! Dr. Haider hat von etwas ganz anderem geredet!)
Abg. Mag. Stadler: Wir reden von etwas anderem! Sie haben nicht zugehört! Dr. Haider hat von etwas ganz anderem geredet!
Ich möchte zum Schluß noch folgenden Punkt sagen: Es ist völlig absurd, hier Inflationsängste zu wecken, in einer Zeit, in der wir in Europa – Gott sei Dank! – keine Inflation haben. (Abg. Dr. Haider: Davon hat niemand geredet!) Die Inflationsrate oder Preissteigerungsrate, wenn Sie so wollen, ist in Europa von 4,4 auf 2,1 Prozent zurückgegangen. (Abg. Mag. Stadler: Wer hat denn von Inflation geredet?) Sie haben gerade von den Ängsten der Sparer gesprochen. Wovor sollen denn die Sparer sonst Angst haben? Natürlich suggerieren Sie, daß der Euro zu Preissteigerungen führt. (Abg. Mag. Stadler: Wir reden von etwas anderem! Sie haben nicht zugehört! Dr. Haider hat von etwas ganz anderem geredet!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wieder muß ich Ihnen sagen: Die Fakten sprechen gegen Sie! Lernen Sie, in Zukunft mit Fakten zu argumentieren! Es genügt nicht, in dieser Sache nur Emotionen zu wecken; das hat kurze Beine. Die Fakten zählen, und die Fakten sprechen für die Politik, die die Bundesregierung in bezug auf den Euro vertritt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Leider – wie bei der "F" üblich – ist diese Anfrage nur teilweise von sachlichen Überlegungen getragen, mit unrichtigen und halbrichtigen Fakten gespickt und soll offensichtlich die Unsicherheit der österreichischen Bevölkerung, die zurzeit durch zuwenig Aufklärung und sachliche Darstellung leider noch vorhanden ist, verstärken. Mit Ihrer Verunsicherungskampagne leisten Sie unserer Bevölkerung einen schlechten Dienst! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein Vergleich, anhand dessen man sieht, warum es unbedingt notwendig ist, den Euro einzuführen: Wenn man 1 000 S in den 15 Staaten der Europäischen Union konvertiert, also von Schilling in D-Mark, von D-Mark in Belgische Franc und so weiter, dann hat man nach den 15 Konvertierungen nur noch 55 Prozent, also 550 S. Dies allein zeigt, daß eine einheitliche europäische Währung unbedingt notwendig ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Betrachten wir unsere derzeitige Situation: Wir befinden uns zurzeit de facto in einem Währungsverbund mit der Deutschen Mark, und die Oesterreichische Nationalbank kann Entscheidungen der Deutschen Bundesbank bestenfalls nachvollziehen, aber nicht mitentscheiden. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: EU-Experte! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Eine wichtige Frage: Was wäre Österreich ohne den Euro? – Die enorme wirtschaftliche Bedeutung des EU-Raumes für Österreich geht aus der Außenhandelsstatistik eindeutig hervor. Zwei Drittel aller österreichischen Warenexporte gehen in Richtung Europäische Union. Fast 70 Prozent der Importe kommen aus diesem Raum nach Österreich. Deshalb haben wir ein vitales Interesse daran, beim ersten Schritt der Europäischen Währungsunion dabeizusein, ein wesentlich größeres als Länder, die eine geringere EU-Verflechtung haben. (Abg. Aumayr: EU-Experte! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Hören Sie zu, meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie hören hier etwas aus der Praxis! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Eine wichtige Frage: Was wäre Österreich ohne den Euro? – Die enorme wirtschaftliche Bedeutung des EU-Raumes für Österreich geht aus der Außenhandelsstatistik eindeutig hervor. Zwei Drittel aller österreichischen Warenexporte gehen in Richtung Europäische Union. Fast 70 Prozent der Importe kommen aus diesem Raum nach Österreich. Deshalb haben wir ein vitales Interesse daran, beim ersten Schritt der Europäischen Währungsunion dabeizusein, ein wesentlich größeres als Länder, die eine geringere EU-Verflechtung haben. (Abg. Aumayr: EU-Experte! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Hören Sie zu, meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie hören hier etwas aus der Praxis! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Die größte Sorge der Österreicher ist: Bleibt das Geld mit dem Euro gleich viel wert? – Diese Frage ist unbedingt mit einem Ja zu beantworten, denn die Währungsunion ist im wahrsten Sinne des Wortes keine Währungsreform, sondern eine Umstellung. Bei der Umstellung wird nur der Name geändert und der Betrag zu einem vorher fixierten Kurs getauscht. Statt für eine Sache 100 S zu bezahlen, sind es dann bei einem angenommen Kurs von 13 S pro Euro 7,69 Euro, für die man dieselbe Ware erhält. Statt auf einem Sparbuch 100 000 S zu haben, hat man dann rund 7 692 Euro. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Dieselbe Logik gilt für Kredite: 10 000 Euro statt 130 000 S, Herr Kollege Haider. Es besteht auch kein Unterschied, ob ein Österreicher für seine Schilling oder ein Deutscher für seine D-Mark Euro erhält.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wir haben die beiden ersten Stufen der Währungsunion bereits mitvollzogen. Fast 30 Jahre sind ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Schlußsatz, Herr Kollege! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Matthias Ellmauer (fortsetzend): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Bei der Fragestunde heute vormittag (Abg. Aumayr: Schlußsatz, Herr Kollege! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) – Sie versuchen immer, mich aufzuhalten – wurde im Zusammenhang mit der Diskussion ... (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Matthias Ellmauer (fortsetzend): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Bei der Fragestunde heute vormittag (Abg. Aumayr: Schlußsatz, Herr Kollege! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) – Sie versuchen immer, mich aufzuhalten – wurde im Zusammenhang mit der Diskussion ... (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Nowotny begibt sich zum Präsidium. – Ruf bei den Freiheitlichen: Herr Professor, das geht nicht!
Auf Seite 103 dieser Studie des Wifo gibt es ein eigenes Kapitel mit der Überschrift "Gefahr von Rezession und Arbeitslosigkeit". Und darin heißt es: Bei einem europaweiten scharfen Sanierungskurs wären Wachstums- und Beschäftigungseinbußen zu befürchten, welche die hohe Arbeitslosigkeit in Europa weiter nach oben treiben würden. – Und dann werden die Bedingungen entsprechend angegeben. (Abg. Dr. Nowotny begibt sich zum Präsidium. – Ruf bei den Freiheitlichen: Herr Professor, das geht nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Fachlich ist es falsch! Nur die Geschäftsordnung verhindert, daß ich etwas dazu sage! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich meine daher, daß sehr wohl korrekt zitiert worden ist und daß der Hinweis auf die möglichen Gefahren mit den Implikationen eine korrekte Darstellung des Inhalts der Studie des Wifo gewesen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Fachlich ist es falsch! Nur die Geschäftsordnung verhindert, daß ich etwas dazu sage! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall der Abgeordneten Dr. Haider und Scheibner.
Das war kein großer Schritt, aber es war ein Zeichen. Es war ein etwas ermutigendes Zeichen, daß die Bereitschaft besteht, die unpopuläre, aber notwendige bittere Medizin zu schlucken. Aber dieses Hoffnungsschimmerchen wird damit beantwortet, daß sich der Herr Bundespräsident zu Wort meldet und in populistischer, aber hervorragender Manier sagt: Ja um Gottes willen – das hätte der Jörg sagen können; der Herr Bundespräsident hat bei dir gelernt –, alte Menschen haben ein Recht darauf, nicht verunsichert zu werden! Ich erwarte mir deshalb, daß die Bundesregierung sehr rasch und sehr klar erklärt – so geht das weiter – für die tüchtigen, braven Österreicher, die aufgebaut haben und nicht bestraft werden dürfen, et cetera. (Beifall der Abgeordneten Dr. Haider und Scheibner. )
Abg. Dr. Haider: Uns sind die Pensionisten wichtiger als die Kurden!
Meine Damen und Herren! Das sagt der Bundespräsident, der sich weigert, für einen Untersuchungsausschuß in der Kurdenfrage einzutreten (Abg. Dr. Haider: Uns sind die Pensionisten wichtiger als die Kurden!), wiewohl er genau weiß, daß diese Weigerung und seine zwielichtige Figur in diesem Spiel (Rufe bei der ÖVP: Pfui!), seine zwielichtige Stellung in dieser Frage vertrauenserschütternd genug sind. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Ing. Langthaler. ) – Ich glaube, es ist tatsächlich so. Wenn jemand im Verdacht ist, die Öffentlichkeit als Bundespräsident falsch informiert zu haben, dann weiß ich nicht, was man da noch alles sagen dürfte.
Rufe bei der ÖVP: Pfui!
Meine Damen und Herren! Das sagt der Bundespräsident, der sich weigert, für einen Untersuchungsausschuß in der Kurdenfrage einzutreten (Abg. Dr. Haider: Uns sind die Pensionisten wichtiger als die Kurden!), wiewohl er genau weiß, daß diese Weigerung und seine zwielichtige Figur in diesem Spiel (Rufe bei der ÖVP: Pfui!), seine zwielichtige Stellung in dieser Frage vertrauenserschütternd genug sind. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Ing. Langthaler. ) – Ich glaube, es ist tatsächlich so. Wenn jemand im Verdacht ist, die Öffentlichkeit als Bundespräsident falsch informiert zu haben, dann weiß ich nicht, was man da noch alles sagen dürfte.
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Ing. Langthaler.
Meine Damen und Herren! Das sagt der Bundespräsident, der sich weigert, für einen Untersuchungsausschuß in der Kurdenfrage einzutreten (Abg. Dr. Haider: Uns sind die Pensionisten wichtiger als die Kurden!), wiewohl er genau weiß, daß diese Weigerung und seine zwielichtige Figur in diesem Spiel (Rufe bei der ÖVP: Pfui!), seine zwielichtige Stellung in dieser Frage vertrauenserschütternd genug sind. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Ing. Langthaler. ) – Ich glaube, es ist tatsächlich so. Wenn jemand im Verdacht ist, die Öffentlichkeit als Bundespräsident falsch informiert zu haben, dann weiß ich nicht, was man da noch alles sagen dürfte.
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Meine Damen und Herren! Glauben Sie mir eines: Wir haben mit den bisherigen Schritten und Entwicklungen weder den wirtschaftlichen noch den nationalen Frieden in Europa gepachtet. Wir müssen diese positive Entwicklung Europas in den kommenden Generationen neu erarbeiten, und der Euro wäre hiezu ein Instrument; wie ich glaube, ein sehr wichtiges Instrument. Ich meine darüber hinaus, daß der Euro als einzige Maßnahme auch praktisch den Abwertungswettbewerb verhindern kann. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. )
Abg. Dr. Haider: Werten wir insgesamt ab!
Du weißt, wie sehr zum Beispiel die Kärntner Wirtschaft gelitten hat, und du hast ja auch deutlich genug kritisiert, daß die Italiener über Nacht um 40 Prozent abgewertet haben und dadurch im besonderen die Kärntner Unternehmer vor großen existentiellen Schwierigkeiten gestanden sind. Der Euro kann als einzige Maßnahme eine solche Politik der Nationalstaaten verhindern. (Abg. Dr. Haider: Werten wir insgesamt ab!) – Das ist ein zweites Kapitel. Ich komme darauf zu sprechen, Jörg, warte zwei Minuten, dann gebe ich dir auch darauf eine Antwort.
Abg. Dr. Haider: Ist das populistisch vom Wifo?
Darüber hinaus geht es auch noch um die Kostenfrage. Eines deiner Argumente ist, wie ich glaube, ein populistisches: Um Gottes willen, das kostet 3,5 Milliarden Schilling! 3,5 Milliarden Schilling lautet die Prognose des Wifo in diesem Fall. (Abg. Dr. Haider: Ist das populistisch vom Wifo?) Du sagst aber nicht dazu, daß diese 3,5 Milliarden Schilling Ertragsausfall bei den Banken (Abg. Dr. Haider: Jedes Jahr!) natürlich Kosteneinsparungen bei den Unternehmern und bei den Konsumenten sind. Das ist doch ein Nullsummenspiel, Jörg, und das weißt du ja! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Haider: Jedes Jahr!
Darüber hinaus geht es auch noch um die Kostenfrage. Eines deiner Argumente ist, wie ich glaube, ein populistisches: Um Gottes willen, das kostet 3,5 Milliarden Schilling! 3,5 Milliarden Schilling lautet die Prognose des Wifo in diesem Fall. (Abg. Dr. Haider: Ist das populistisch vom Wifo?) Du sagst aber nicht dazu, daß diese 3,5 Milliarden Schilling Ertragsausfall bei den Banken (Abg. Dr. Haider: Jedes Jahr!) natürlich Kosteneinsparungen bei den Unternehmern und bei den Konsumenten sind. Das ist doch ein Nullsummenspiel, Jörg, und das weißt du ja! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Darüber hinaus geht es auch noch um die Kostenfrage. Eines deiner Argumente ist, wie ich glaube, ein populistisches: Um Gottes willen, das kostet 3,5 Milliarden Schilling! 3,5 Milliarden Schilling lautet die Prognose des Wifo in diesem Fall. (Abg. Dr. Haider: Ist das populistisch vom Wifo?) Du sagst aber nicht dazu, daß diese 3,5 Milliarden Schilling Ertragsausfall bei den Banken (Abg. Dr. Haider: Jedes Jahr!) natürlich Kosteneinsparungen bei den Unternehmern und bei den Konsumenten sind. Das ist doch ein Nullsummenspiel, Jörg, und das weißt du ja! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Neuerlicher Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Ing. Langthaler.
Hier zu sagen, das kostet 3,5 Milliarden Schilling, und nicht zu sagen, es bringt auch 3,5 Milliarden Schilling, aber einem anderen Personenkreis, ist nicht redlich argumentiert und daher populistisch! – Tut mir leid! (Neuerlicher Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Ing. Langthaler. )
Ruf: Und jetzt muß zugesperrt werden!
Genauso ist deine Argumentation mit den Arbeitsplätzen. Du zitierst die Studie, die besagt: soundsoviel tausend Arbeitsplätze im Bankensektor. Ich gebe dir recht. Ich mache dich nur darauf aufmerksam: Was hast unter anderen du gesagt, lange bevor ich jemals davon träumte, hier zu stehen und dir als politischer Mitbewerber gegenübertreten und mit dir argumentieren zu müssen? Was hast du gesagt, als die VOEST und die übrige österreichische verstaatlichte Industrie in der Krise waren? – Die Sozialisten haben damals gesagt: Da müssen wir etwas tun, das muß 10 Milliarden Schilling kosten, 20 Milliarden Schilling kosten, denn das sind Arbeitsplätze. Aber du und deine Fraktion haben argumentiert: Solch ein Wahnsinn! Solch ein Blödsinn! Unvertretbar! Unverantwortbar! Rationalisierungen kann man nicht aufhalten. (Ruf: Und jetzt muß zugesperrt werden!)
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Ing. Langthaler.
Meine Damen und Herren! Selbstverständlich haben wir hinsichtlich der Arbeitsplätze kurzfristig negative Auswirkungen, insbesondere auf dem Finanzdienstleistungssektor; das besagen alle Studien. Aber wir haben mittel- und langfristig – auch das besagen alle Studien, und Abgeordneter Nowotny hat diesbezüglich recht – eine positive Auswirkung auch auf den Arbeitsmarkt. Das muß man einfach dazusagen! (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Ing. Langthaler. )
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Ich möchte aber noch ganz kurz auf etwas zu sprechen kommen. Herr Bundeskanzler! – Jawohl, er ist noch hier; danke. – Wenn Sie sagen, die Arbeitslosensituation in Österreich sei so günstig und alle anderen Daten seien so günstig, dann bitte ich, aber auch zum Beispiel den neuesten OECD-Bericht, der erst wenige Stunden alt ist, zur Kenntnis zu nehmen, wonach wir nach Griechenland und Italien als drittschlechteste europäische Nation im Hinblick auf unser zukünftiges Defizitwachstum eingestuft werden. Herr Bundeskanzler! Das sind leider Gottes sozusagen unbestechliche Instanzen, und darauf werden Sie eine Antwort finden müssen. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Haselsteiner dreht sich, bevor er das Rednerpult verläßt, zum Bundeskanzler um und reicht diesem die Hand.
Wir sehen es als ein ermutigendes Zeichen, daß Sie unter diesem Tisch hier herauslugen. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Haselsteiner dreht sich, bevor er das Rednerpult verläßt, zum Bundeskanzler um und reicht diesem die Hand.)
Abg. Dr. Haider folgt dem Beispiel des Abgeordneten Dr. Haselsteiner und begrüßt den Bundeskanzler.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter Dr. Haider hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Haider folgt dem Beispiel des Abgeordneten Dr. Haselsteiner und begrüßt den Bundeskanzler.) Bleiben Sie so freundlich in der Berichtigung! (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter Dr. Haider hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Haider folgt dem Beispiel des Abgeordneten Dr. Haselsteiner und begrüßt den Bundeskanzler.) Bleiben Sie so freundlich in der Berichtigung! (Heiterkeit.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Behauptung ist falsch, denn die österreichischen Banken haben ja – mit Bericht von gestern in den heimischen Tageszeitungen – bereits angekündigt, daß die Umstellungskosten von 8 Milliarden Schilling über eine Gebührenerhöhung zu Lasten der Konsumenten und der Wirtschaft hereingebracht werden müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Alle sind populistisch, wenn ..., vielleicht auch die Grünen und die Liberalen!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Haselsteiner hat gemeint, es sei ein Ansturm des Populismus gewesen, der in den letzten Monaten dazu geführt habe, daß der Euro wieder zu wackeln beginnt. – Da möchte ich ihn gleich zu Beginn korrigieren: Es sind in zwei Ländern – in Großbritannien und in Frankreich – populistische Regierungen abgewählt worden (Abg. Dr. Haselsteiner: Alle sind populistisch, wenn ..., vielleicht auch die Grünen und die Liberalen!) , und ihre Politik ist nicht durch eine Euro-populistische Politik ersetzt worden. Es hat relativ klare Vorgaben von seiten der sozialdemokratischen beziehungsweise der sozialdemokratisch-grünen Koalition in Frankreich gegeben, wie denn mit Europa umzugehen ist.
Abg. Kröll: Wir haben bessere Voraussetzungen!
Damit bin ich schon bei der Kritik an dieser Bundesregierung angelangt. Es ist nicht so, Herr Bundeskanzler, wie Sie es uns gesagt haben. 1995 haben die Österreicher nicht gewußt, wie die Währungsunion aussehen wird. Natürlich kann man damit argumentieren, daß sie ja durch die Zustimmung bei der Volksabstimmung den Vertrag mit unterschrieben haben, aber ich erinnere Sie, meine Damen und Herren, auch jene von den Regierungsparteien, daran, daß damals die Situation eine andere war, daß damals den Österreicherinnen und Österreichern gesagt wurde, daß alle – alle! – Länder die Währungsunion bilden werden. Heute ist aber nicht mehr davon die Rede, daß alle EU-Länder an der Währungsunion teilnehmen werden. Wir wissen nicht nur von Großbritannien und von Dänemark, daß sie sich das Opting-out vorbehalten haben und bei der ersten Runde nicht dabeisein werden, sondern wir wissen auch, daß Griechenland nicht dabeisein wird. Es ist auch denkbar, daß Italien nicht dabeisein wird. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Schweden – das übrigens diesen Vertrag auch unterschrieben hat – nicht dabeisein wird; zumindest hat das die schwedische Regierung schon angekündigt. (Abg. Kröll: Wir haben bessere Voraussetzungen!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Was nützt uns dieses Europa, wenn es nicht von einer sozialen Verantwortung getragen ist? Diese fordern wir ein! Diese brauchen wir als Voraussetzung, um uns für oder gegen einen Euro entscheiden zu können! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Nußbaumer: Ja!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ing. Nußbaumer. – Herr Abgeordneter, Sie haben eine freiwillige Redezeitbeschränkung von 5 Minuten angegeben? (Abg. Ing. Nußbaumer: Ja!) Bitte.
Beifall bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Ing. Wolfgang Nußbaumer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Die Beantwortung der Dringlichen Anfrage durch den Herrn Bundeskanzler zeigt die große Konfusion und die Unsicherheit rund um die Einführung des Euro. Sie zeigt eigentlich sehr deutlich auf, daß die Frage der Einführung des Euro weder von der Union noch von der österreichischen Bundesregierung sorgfältig vorbereitet ist, daß sie weder in wirtschaftspolitischer Verantwortung durchdacht ist, noch die Abläufe und Strategien frühzeitig und exakt entwickelt sind (Beifall bei den Freiheitlichen) – dies trotz massiver Warnungen vieler Experten, wie etwa von Professor Hax, dem Chef der "fünf Weisen", oder von Bundesbankchef Tietmeyer, aber auch vom Wifo durch die Studie von Kramer und Breuss, die ja schon zitiert und richtig interpretiert wurde – und nicht so, wie sie Herr Abgeordneter Nowotny interpretiert hat.
Abg. Böhacker: Wer sagt das?
Der Bundeskanzler hat der Öffentlichkeit gegenüber erklärt, daß er sich in bezug auf die Einführung des Euro für ein Beschäftigungskapitel einsetzen werde. Wie schaut aber die Realität aus? In der Beantwortung der Anfrage 1518/J mit Verweis auf die Anfrage 1517/J des Herrn Bundeskanzlers schreibt er auf die Frage "Treten Sie für die Aufnahme der Beschäftigung als zusätzliches Konvergenzkriterium ein?": "Ein Aufschnüren des Konvergenzpaketes beziehungsweise die Ergänzung der bestehenden Kriterien um ein Beschäftigungskriterium würde das gesamte Projekt WWU in Gefahr bringen." (Abg. Böhacker: Wer sagt das?) Das sagt der Herr Bundeskanzler in seiner Beantwortung der Anfrage 1517/J. (Abg. Böhacker: Heute hat er etwas ganz anderes gesagt!) Der Herr Bundeskanzler hat also die Beschäftigungskriterien aufgegeben. Ich verstehe das auch, denn am Montag hat der Ratspräsident Wim Kok vor Parlamentariern aller 15 EU-Länder in Den Haag festgestellt, daß jetzt 14 Staaten – auch Österreich, Frankreich noch ausgenommen – für den Stabilitäts- und Wachstumspakt eintreten, und Kok führte weiters aus, daß zwar alle mehr Beschäftigung wollen, dies aber doch primär Aufgabe der Nationalstaaten sei. Wörtlich hat Kok gesagt: "Arbeitsplätze werden geschaffen durch Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern; da gibt es keinen Zauberstab in Brüssel."
Abg. Böhacker: Heute hat er etwas ganz anderes gesagt!
Der Bundeskanzler hat der Öffentlichkeit gegenüber erklärt, daß er sich in bezug auf die Einführung des Euro für ein Beschäftigungskapitel einsetzen werde. Wie schaut aber die Realität aus? In der Beantwortung der Anfrage 1518/J mit Verweis auf die Anfrage 1517/J des Herrn Bundeskanzlers schreibt er auf die Frage "Treten Sie für die Aufnahme der Beschäftigung als zusätzliches Konvergenzkriterium ein?": "Ein Aufschnüren des Konvergenzpaketes beziehungsweise die Ergänzung der bestehenden Kriterien um ein Beschäftigungskriterium würde das gesamte Projekt WWU in Gefahr bringen." (Abg. Böhacker: Wer sagt das?) Das sagt der Herr Bundeskanzler in seiner Beantwortung der Anfrage 1517/J. (Abg. Böhacker: Heute hat er etwas ganz anderes gesagt!) Der Herr Bundeskanzler hat also die Beschäftigungskriterien aufgegeben. Ich verstehe das auch, denn am Montag hat der Ratspräsident Wim Kok vor Parlamentariern aller 15 EU-Länder in Den Haag festgestellt, daß jetzt 14 Staaten – auch Österreich, Frankreich noch ausgenommen – für den Stabilitäts- und Wachstumspakt eintreten, und Kok führte weiters aus, daß zwar alle mehr Beschäftigung wollen, dies aber doch primär Aufgabe der Nationalstaaten sei. Wörtlich hat Kok gesagt: "Arbeitsplätze werden geschaffen durch Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern; da gibt es keinen Zauberstab in Brüssel."
Beifall bei den Freiheitlichen.
Professor Nowotny hat versucht, diesen Sinn zu erläutern, aber er hat ihn falsch interpretiert. Der Sinn einer Wirtschafts- und Währungsunion liegt doch darin, daß am Ende eines Integrationsprozesses alle Länder der Union sowohl eine Wirtschafts- als auch eine Währungsunion bilden, also alle Länder der EU den Euro einführen. So lange aber die Mehrzahl der Bürger und die Regierungen von Staaten wie Großbritannien, Schweden, Dänemark und jetzt auch noch Frankreich, das im Moment in dieser Frage schwankt, nicht an die Einheitswährung Euro glauben, kann das Projekt doch nur zum Scheitern verurteilt sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Das Gelingen der Einführung des Euro ist also, wie auch Professor Hax immer wieder betont hat, nicht vom Zeitpunkt der Einführung, sondern von der Harmonisierung der einzelnen Volkswirtschaften abhängig. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Staatssekretär, wenn Sie die Fragen nicht beantworten können, welche wirtschaftlichen Auswirkungen eine kleine WWU für Österreich hat, welche Auswirkungen eine große WWU für Österreich hat, wie sich die Löhne in einem dem Euro unterworfenen Europa entwickeln werden, welche Maßnahmen zur Stützung der österreichischen Wirtschaft bei einem Europa der zwei Geschwindigkeiten die Bundesregierung ergreift, wenn Sie diese und viele weitere offene Fragen nicht beantworten können, können Sie nicht guten Gewissens für die Einführung des Euro zum jetzigen Zeitpunkt eintreten. Das den anderen Ländern mitzuteilen, wäre am Montag und Dienstag dieser Woche wichtig gewesen, und deshalb haben wir bedauert, daß weder der Finanzminister noch der Staatssekretär an der Sitzung des ECOFIN-Rates teilgenommen hat. – Danke schön (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Nußbaumer: Das ist schon richtig, aber das Problem ist doch, daß ...!
Herr Kollege Nußbaumer! Streiten wir nicht über Interpretationen, halten wir uns an die nackten Zahlen, die die gesamte Wahrheit undiskutierbar ausdrücken. Auf Seite 62 dieser Wifo-Studie wird eine Basislösung, nämlich die Beibehaltung der fixierten Wechselkurse zur D-Mark auch ab 1. Jänner 1999, der Teilnahme an der Wirtschafts- und Währungsunion gegenübergestellt. (Abg. Ing. Nußbaumer: Das ist schon richtig, aber das Problem ist doch, daß ...!) Hören Sie zu! Lassen Sie mich doch einmal richtigstellen! Warum fangen Sie denn schon wieder zu dazwischenkeppeln an? (Abg. Ing. Nußbaumer: Weil Sie nicht richtig interpretieren! – Abg. Böhacker: Wer keppelt?)
Abg. Ing. Nußbaumer: Weil Sie nicht richtig interpretieren! – Abg. Böhacker: Wer keppelt?
Herr Kollege Nußbaumer! Streiten wir nicht über Interpretationen, halten wir uns an die nackten Zahlen, die die gesamte Wahrheit undiskutierbar ausdrücken. Auf Seite 62 dieser Wifo-Studie wird eine Basislösung, nämlich die Beibehaltung der fixierten Wechselkurse zur D-Mark auch ab 1. Jänner 1999, der Teilnahme an der Wirtschafts- und Währungsunion gegenübergestellt. (Abg. Ing. Nußbaumer: Das ist schon richtig, aber das Problem ist doch, daß ...!) Hören Sie zu! Lassen Sie mich doch einmal richtigstellen! Warum fangen Sie denn schon wieder zu dazwischenkeppeln an? (Abg. Ing. Nußbaumer: Weil Sie nicht richtig interpretieren! – Abg. Böhacker: Wer keppelt?)
Abg. Ing. Nußbaumer: Sie müssen eben auch die Kritiken herauslesen!
Auf Seite 62 (Abg. Ing. Nußbaumer: Sie müssen eben auch die Kritiken herauslesen!) stehen die mittelfristigen Auswirkungen der Teilnahme Österreichs an einer Wirtschafts- und Währungsunion; Arbeitslosenquote minus 0,51 Prozent. – Das ist die zusammengefaßte Beurteilung des Wifo in bezug auf die Wirkung der Wirtschafts- und Währungsunion. An dem gibt es auch nichts herumzuinterpretieren.
Rufe bei den Freiheitlichen: Schweden!
Zweiter Punkt. Herr Kollege Öllinger und auch andere haben die Frage der Volksabstimmung angeschnitten. Ich bin nicht grundsätzlich gegen eine Volksabstimmung, ich bin in dieser Frage relativ offen. Nur sollte man sie nicht so argumentieren, wie Kollege Öllinger das getan hat. Denn zum Zeitpunkt der Volksabstimmung in Österreich war bereits völlig klar, welche Staaten ein Opting-out haben und welche nicht. Denn der Maastricht-Vertrag stammt aus dem Jahr 1992. Das Opting-out Großbritanniens und Dänemarks war zu diesem Zeitpunkt bekannt. (Rufe bei den Freiheitlichen: Schweden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Nußbaumer: Sie müssen eine Antwort geben!
Mich würde aber nur schön langsam interessieren, was denn eigentlich Ihre Position zu den wirtschaftspolitischen Kernfragen, die damit verbunden sind, ist. Sind Sie zum Beispiel der Auffassung, daß, wenn es zur Wirtschafts- und Währungsunion kommt – und die kommt nur, wenn Deutschland dabei ist –, Österreich dann mit dabeisein soll oder nicht? Sollten wir, wenn wir nicht beitreten, das bisher untrennbare Band mit der D-Mark, das seit über 20 Jahren besteht, durchtrennen? Sollten wir uns auf das Risiko einlassen, daß wir das erste Mal, seit es liberalisierte Finanzmärkte gibt und wir mit der D-Mark verbunden sind, durch eine Nichtteilnahme am Euro nicht mehr an die D-Mark gebunden sind? Sollten wir uns daher dem Risiko aussetzen, daß unter Umständen der Schilling zu einer spekulationsabhängigen Währung auf den internationalen Finanzmärkten wird? Auf diese Fragen müssen Sie eine klare Antwort geben: Sind Sie dafür oder sind Sie dagegen? Schwindeln Sie sich nicht jedesmal um die Kernfragen herum! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Nußbaumer: Sie müssen eine Antwort geben!)
Abg. Ing. Nußbaumer: Sie müssen dazusagen, daß Frankreich noch nicht ja gesagt hat!
Vierter Punkt (Abg. Ing. Nußbaumer: Sie müssen dazusagen, daß Frankreich noch nicht ja gesagt hat!): Sie beklagen ständig, was die Teilnahme betrifft, es gäbe eine ... (Abg. Ing. Nußbaumer: Es muß die Regierungskonferenz verschoben werden!) – Erzählen Sie keinen Lavendel. Das hat mit der Bindung D-Mark und österreichischer Schilling überhaupt nichts zu tun.
Abg. Ing. Nußbaumer: Es muß die Regierungskonferenz verschoben werden!
Vierter Punkt (Abg. Ing. Nußbaumer: Sie müssen dazusagen, daß Frankreich noch nicht ja gesagt hat!): Sie beklagen ständig, was die Teilnahme betrifft, es gäbe eine ... (Abg. Ing. Nußbaumer: Es muß die Regierungskonferenz verschoben werden!) – Erzählen Sie keinen Lavendel. Das hat mit der Bindung D-Mark und österreichischer Schilling überhaupt nichts zu tun.
Abg. Aumayr: Dann sind Sie in der Schwierigkeit!
Die zweite Frage, die Sie beantworten müssen, ist folgende: Wer soll an der Wirtschafts- und Währungsunion teilnehmen? Sie sagen ständig, daß, wenn einige Weichwährungsländer teilnehmen, es unter Umständen keine harte Währung wird. Auf der anderen Seite sagen Sie, na gut, wenn Italien und andere nicht dabei sind, dann können wir ja nicht wirklich die positiven Effekte aus dem Ganzen lukrieren. (Abg. Aumayr: Dann sind Sie in der Schwierigkeit!) Mich interessiert schön langsam, wofür Sie sind! Sind Sie für eine kleine Kernwährungsunion, oder sind Sie für eine große Währungsunion? Denn beides gleichzeitig wird mit diesen "Ausschließlichkeitskriterien" nicht zu haben sein. (Abg. Ing. Nußbaumer: Das ist das, was wir ganz klar ausgeführt haben, wenn Sie zugehört hätten! Wir sind für den Euro nach Beendigung der Integration und nicht währenddessen!)
Abg. Ing. Nußbaumer: Das ist das, was wir ganz klar ausgeführt haben, wenn Sie zugehört hätten! Wir sind für den Euro nach Beendigung der Integration und nicht währenddessen!
Die zweite Frage, die Sie beantworten müssen, ist folgende: Wer soll an der Wirtschafts- und Währungsunion teilnehmen? Sie sagen ständig, daß, wenn einige Weichwährungsländer teilnehmen, es unter Umständen keine harte Währung wird. Auf der anderen Seite sagen Sie, na gut, wenn Italien und andere nicht dabei sind, dann können wir ja nicht wirklich die positiven Effekte aus dem Ganzen lukrieren. (Abg. Aumayr: Dann sind Sie in der Schwierigkeit!) Mich interessiert schön langsam, wofür Sie sind! Sind Sie für eine kleine Kernwährungsunion, oder sind Sie für eine große Währungsunion? Denn beides gleichzeitig wird mit diesen "Ausschließlichkeitskriterien" nicht zu haben sein. (Abg. Ing. Nußbaumer: Das ist das, was wir ganz klar ausgeführt haben, wenn Sie zugehört hätten! Wir sind für den Euro nach Beendigung der Integration und nicht währenddessen!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren von den Freiheitlichen! Sie wollen sich um die Kernfragen der Wirtschaftspolitik herumdrücken! Lautstärke und Polemik ersetzen kein wirtschaftspolitisches Argument, tut mir leid, Herr Kollege. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Nußbaumer: Herr Gusenbauer! Haben Sie das nicht verstanden?
Wir werden eine Wirtschaftspolitik nicht zulassen, die ausschließlich Beschäftigungspolitik auf mikroökonomische Maßnahmen reduziert und die makroökonomische Seite außer acht läßt. (Abg. Ing. Nußbaumer: Herr Gusenbauer! Haben Sie das nicht verstanden?) Wir sind der Auffassung, daß diese Verantwortung auch in Brüssel wahrgenommen werden muß, und das werden die europäischen Sozialdemokraten – zu Ihrem großen Mißvergnügen – durchsetzen. (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Ing. Nußbaumer. )
Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Ing. Nußbaumer.
Wir werden eine Wirtschaftspolitik nicht zulassen, die ausschließlich Beschäftigungspolitik auf mikroökonomische Maßnahmen reduziert und die makroökonomische Seite außer acht läßt. (Abg. Ing. Nußbaumer: Herr Gusenbauer! Haben Sie das nicht verstanden?) Wir sind der Auffassung, daß diese Verantwortung auch in Brüssel wahrgenommen werden muß, und das werden die europäischen Sozialdemokraten – zu Ihrem großen Mißvergnügen – durchsetzen. (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Ing. Nußbaumer. )
Abg. Aumayr: Das ist angenehm, wenn der Gusenbauer ruhig ist!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Donabauer. – Bitte. (Abg. Aumayr: Das ist angenehm, wenn der Gusenbauer ruhig ist!)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Schreiner.
Herr Mag. Schreiner! Sie haben sich dann während der gesamten Diskussion im Punkt 3 verfangen, nämlich was die Anwesenheit betrifft. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Schreiner. ) Jetzt kommt es, Mag. Schreiner: Sie waren im Europaparlament, und "Die Presse" hat anläßlich der Europawahl geschrieben, daß Sie auch einer jener waren, die zwar gewählt, aber dort nie anwesend waren. – Das schreibt "Die Presse".
Beifall bei der ÖVP.
Wie peinlich ist das – fragen Sie Ing. Reichhold, wie das ausschaut –, wenn man dort sein müßte, man aber nicht dort war, dies entdeckt wird und man dann etwas zurückzahlen muß. Leute, das sind eure Probleme, was die Anwesenheit anlangt, nicht unsere – eure! Darüber sollten Sie einmal nachdenken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, es ist auch nicht die Frage, ob harter oder weicher Euro, sondern die Frage ist, wie wir die Problematik gemeinsame Währungspolitik bewältigen. Und ich würde mir wünschen, daß wir nicht nur in der Währungsfrage zu mehr Gemeinsamkeit, sondern daß wir auch in der Sozialpolitik, in der Sozialfrage europaweit zu mehr Gemeinsamkeit finden würden. Das täte uns wohl allen gut. Das ist die Herausforderung, für die wir zu arbeiten haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Unser Ziel ist es, am Integrationsprozeß voll und ganz mitzuarbeiten und mitzuwirken, denn ich glaube, ein Europa von morgen braucht mehr Gemeinsamkeit. Ich glaube, Europa braucht Arbeit, braucht Märkte, nur dann ist auch Stabilität gesichert, nur dann gehen wir einer höchstmöglichen sicheren Zukunft entgegen, und nur dann sind Friede und Demokratie gesichert. Deshalb haben wir uns das zum Ziel gesetzt und sind dabei, behutsam und ehrgeizig dieses Ziel auch zu erreichen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Gredler: Danke!
Herr Kollege Donabauer, Sie haben hier die Unwahrheit gesagt. In einer Statistik der Tageszeitung "Kurier", die eine Woche vor der Wahl zum Europaparlament in Österreich am 13. 10. 1996 erschienen ist, kann man nachlesen, daß Kollegin Dr. Gredler vom LIF mit 76 Wortmeldungen in eindreiviertel Jahren – von 1. 1. 1995 bis September 1996 – die Nummer 1 Österreichs war. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Gredler: Danke!) Den zweiten Platz hat der freiheitliche Abgeordnete Nußbaumer mit 46 Wortmeldungen eingenommen, den dritten Platz habe ich mit 44 Wortmeldungen eingenommen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Donabauer: Sie lesen den "Kurier", ich lese "Die Presse"!
Herr Kollege Donabauer! Da es nicht möglich ist, daß jemand, der physisch wo nicht anwesend ist, dort Reden halten kann, ist Ihre Behauptung unrichtig. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Donabauer: Sie lesen den "Kurier", ich lese "Die Presse"!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordnete Dr. Martina Gredler (Liberales Forum): Sehen Sie, liberale Frauen können doppelt so schnell beziehungsweise doppelt soviel arbeiten wie freiheitliche Männer; ganz zu schweigen von den Vertretern der Regierungsparteien. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Donabauer.
Sie haben weiters behauptet, Herr Kollege Donabauer, die Stimmung in Rust hätte eigentlich mit dem Euro nichts zu tun gehabt. Nur: Bei der Erstellung der Budgets für 1998 und 1999 – das werden Sie doch zugeben – wird der Finanzminister versuchen, die Konvergenzkriterien einzuhalten. Oder stimmt das nicht? Hat er das nicht vor? Das wäre eine interessante Meldung, die aus Ihren Reihen kommen könnte. Ich glaube daher sehr wohl, daß die Budgetklausur in Rust mit der Wirtschafts- und Währungsunion und insbesondere mit der Einführung des Euro zu tun hat. (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Donabauer. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn wir jetzt noch lange warten, ist in dem Topf überhaupt nichts mehr übrig, und wir können 100 Prozent dieser Kosten übernehmen. Ich halte es nicht für besonders klug, daß man, wenn man überall versucht, Einsparungen zu tätigen, dann nicht zumindest das annimmt, was von seiten der Europäischen Union angeboten wird. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Gusenbauer: Reden wir dann im Ausschuß darüber!
Herr Gusenbauer! Ich hoffe, Sie werden in Zukunft dafür Sorge tragen, daß ich diese Dokumente so schnell bekomme wie Sie, nämlich – nehme ich an – am Sonntag. Und wenn Sie es nicht am Sonntag bekommen haben, dann haben Sie ein Problem mit Ihrer eigenen Partei. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Gusenbauer: Reden wir dann im Ausschuß darüber!) Gut.
Abg. Dr. Gusenbauer: Kommissar Fischler hat das selbst vorgeschlagen!
Und woher nehmen Sie das Geld? Nehmen Sie das Geld von der Landwirtschaft? Ja? Interessant! Oder, Kollegen von der ÖVP? Die SPÖ sagt, das Geld wird vom Landwirtschaftsbudget genommen. Das finde ich höchst interessant. Seid ihr euch da einig oder ist das eine Diskussion, die auf so einer Ebene wie jene über die NATO geführt wird? (Abg. Dr. Gusenbauer: Kommissar Fischler hat das selbst vorgeschlagen!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich bin noch optimistisch, daß es gelingen kann, im Zeitplan zu bleiben. Ich würde es mir sehr wünschen, weil ich befürchte, wenn der Euro jetzt nicht nach dem vorgeschriebenen Zeitplan kommt, dann kommt er lange nicht. Ich hielte das für sehr schlecht für Europa, und ich hielte es auch für schlecht für Österreich. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Edler: So ein Unsinn! So einen Unsinn da zu reden!
Die Wirklichkeit schaut anders aus. Die Firma Eskimo wird in wenigen Wochen geschlossen. 300 Mitarbeiter sind wiederum Opfer einer Regierung geworden, die nicht in der Lage ist, EU-Vorteile zu nutzen. (Abg. Edler: So ein Unsinn! So einen Unsinn da zu reden!) Das ist ein Faktum. Ihren Standpunkt können Sie, Herr Kollege, den betroffenen Mitarbeitern erklären. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: So ein Unsinn! – Abg. Dr. Haider: Das sind eure versprochenen 43 000 Arbeitsplätze!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: So ein Unsinn! – Abg. Dr. Haider: Das sind eure versprochenen 43 000 Arbeitsplätze!
Die Wirklichkeit schaut anders aus. Die Firma Eskimo wird in wenigen Wochen geschlossen. 300 Mitarbeiter sind wiederum Opfer einer Regierung geworden, die nicht in der Lage ist, EU-Vorteile zu nutzen. (Abg. Edler: So ein Unsinn! So einen Unsinn da zu reden!) Das ist ein Faktum. Ihren Standpunkt können Sie, Herr Kollege, den betroffenen Mitarbeitern erklären. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: So ein Unsinn! – Abg. Dr. Haider: Das sind eure versprochenen 43 000 Arbeitsplätze!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dann geht ein Vertreter der Volkspartei hier herunter und verliest eine Rede, in der steht, daß es durch das Vorgehen der Oppositionsparteien in Österreich eine Verunsicherung der Bevölkerung gibt. Das ist ja überhaupt der Gipfel! Am liebsten hättet ihr wahrscheinlich, daß alle in Lobgesang fallen, nur weil jetzt der Euro kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Puttinger: Aber geh!
Wo sind denn die Beitrittsvorteile für den einzelnen Arbeitnehmer? Wo sind sie denn? Sie versagen in der Jugendbeschäftigung, Sie versagen in der Sicherung der bestehenden Arbeitsplätze und bei vielem mehr. (Abg. Dr. Puttinger: Aber geh!) Herr Kollege, lesen Sie doch die Statistiken! Sie wissen ja überhaupt nichts! (Abg. Dr. Puttinger: Da redet der Richtige!) Sie werden wieder Millionen Schilling verbrauchen. Der Herr Schüssel hat angekündigt, 2 000 Ju
Abg. Dr. Puttinger: Da redet der Richtige!
Wo sind denn die Beitrittsvorteile für den einzelnen Arbeitnehmer? Wo sind sie denn? Sie versagen in der Jugendbeschäftigung, Sie versagen in der Sicherung der bestehenden Arbeitsplätze und bei vielem mehr. (Abg. Dr. Puttinger: Aber geh!) Herr Kollege, lesen Sie doch die Statistiken! Sie wissen ja überhaupt nichts! (Abg. Dr. Puttinger: Da redet der Richtige!) Sie werden wieder Millionen Schilling verbrauchen. Der Herr Schüssel hat angekündigt, 2 000 Ju
Abg. Dr. Puttinger: Sie greifen ja!
Das sind die Dinge, die Sorge bereiten, und diese Finanzjonglierereien werden Sie zu verantworten haben, denn Sie bleiben bis heute eine Antwort schuldig, warum die Beschäftigungsoffensiven nicht greifen (Abg. Dr. Puttinger: Sie greifen ja!) , Sie bleiben eine Antwort schuldig, warum die Jugendbeschäftigung nicht funktioniert, und Sie bleiben eine Antwort schuldig, wo die Vorteile des Beitritts liegen. Sie sind ja nicht einmal in der Lage, die EU-bedingten Möglichkeiten für eine entsprechende Berufsausbildung zu nutzen. Kein einziger Lösungsansatz wird konkret von Ihnen vorgetragen – bis hin zum Tausender von der Frau Ederer. Den haben wir alle schon vergessen. Davon sind nackte 200 S geblieben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Ederer hat das schon gemerkt!) Viele von Ihnen waren ja dabei, als sie das gesagt hat.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Ederer hat das schon gemerkt!
Das sind die Dinge, die Sorge bereiten, und diese Finanzjonglierereien werden Sie zu verantworten haben, denn Sie bleiben bis heute eine Antwort schuldig, warum die Beschäftigungsoffensiven nicht greifen (Abg. Dr. Puttinger: Sie greifen ja!) , Sie bleiben eine Antwort schuldig, warum die Jugendbeschäftigung nicht funktioniert, und Sie bleiben eine Antwort schuldig, wo die Vorteile des Beitritts liegen. Sie sind ja nicht einmal in der Lage, die EU-bedingten Möglichkeiten für eine entsprechende Berufsausbildung zu nutzen. Kein einziger Lösungsansatz wird konkret von Ihnen vorgetragen – bis hin zum Tausender von der Frau Ederer. Den haben wir alle schon vergessen. Davon sind nackte 200 S geblieben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Ederer hat das schon gemerkt!) Viele von Ihnen waren ja dabei, als sie das gesagt hat.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Früher seid ihr bei der ÖBB mit zwei Vorstandsdirektoren ausgekommen, jetzt braucht ihr fünf. Mehr Köpfe bedeuten aber keine bessere Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik in dieser Republik. Es würde Ihnen von der Regierungsfraktion gut tun, endlich einmal darüber nachzudenken, wie Sie, statt leere Worte zu reden, endlich Taten setzen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dolinschek: Das glaube ich nicht! – Abg. Dr. Graf: Dann haben Sie sich verhört! Das haben wir nicht gesagt!
Abgeordnete Brunhilde Fuchs (SPÖ): Werter Herr Präsident! Werter Herr Minister! Hohes Haus! Ich habe gerade in einem Zwischenruf gehört: Die bringt jetzt die Antwort! – Es ist sehr schwierig, eine Antwort auf das zu geben, was Sie heute schon ununterbrochen gezeigt haben. Sie haben eine Linie voll durchgezogen, allerdings nicht die Linie in der Sache, denn da gibt es immer wieder Schwankungen (Abg. Dolinschek: Das glaube ich nicht! – Abg. Dr. Graf: Dann haben Sie sich verhört! Das haben wir nicht gesagt!) , wohl aber in der Taktik: Verunsicherungen und das Behaupten von falschen Tatsachen – darin haben Sie sich alle wiederholt. Dabei ist
Abg. Dr. Krüger: Die Schönfärberei betreibt ihr!
Alle anderen Redner der anderen Fraktionen haben immer wieder auf die Unwahrheiten hingewiesen, die Sie heute von sich gegeben haben. Es ist schon sehr schwierig, jetzt irgend etwas darauf zu sagen. (Abg. Dr. Krüger: Die Schönfärberei betreibt ihr!)
Abg. Dr. Krüger: Auch durch Verschweigen kann man die Unwahrheit sagen! Auch durch Verschweigen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Gleich zur Schönfärberei: Sie erheben beispielsweise im letzten Absatz der Begründung Ihrer Anfrage den Vorwurf von Manipulation und vom Vorenthalten der Wahrheit. Da liegen Welten dazwischen, Herr Kollege! Das hat mit Sachlichkeit überhaupt nichts zu tun! (Abg. Dr. Krüger: Auch durch Verschweigen kann man die Unwahrheit sagen! Auch durch Verschweigen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: So deutlich sagt er überhaupt nie etwas! – Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Nein, nein! Da muß man wirklich einmal sagen, Unwahrheit zu unterstellen ist etwas – das hat Ihnen der Herr Bundeskanzler heute ganz deutlich gesagt ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: So deutlich sagt er überhaupt nie etwas! – Zwischenruf des Abg. Böhacker. )
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Da steht nichts von Manipulation drinnen! Lesen Sie das! – Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Wenn Sie immer nur konstruktiv wären, dann würden wir heute nicht in dieser Art diskutieren. Das muß ich Ihnen jetzt leider schon sagen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Da steht nichts von Manipulation drinnen! Lesen Sie das! – Zwischenruf des Abg. Böhacker. )
Abg. Mag. Schreiner: Reden Sie ein bißchen mehr darüber! – Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Ich darf für die Sozialdemokraten sagen: Wir stehen zu einer Europäischen Integration, wir stehen auch zur Währungsunion. Wir stehen auch dazu, daß diese Beschäftigungsunion ... (Abg. Mag. Schreiner: Reden Sie ein bißchen mehr darüber! – Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) – Vielleicht. Ich denke, Sie disqualifizieren sich mit Ihren Zwischenrufen. Es wird schön langsam ohnehin schon peinlich. Ich werde überhaupt nicht mehr hinhören, was Sie zu sagen haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Schauen Sie sich einmal Ihre Fraktion an! Nicht einmal die hört zu! – Abg. Böhacker: Ist das Ihr konstruktiver Beitrag zur Debatte? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Schauen Sie sich einmal Ihre Fraktion an! Nicht einmal die hört zu! – Abg. Böhacker: Ist das Ihr konstruktiver Beitrag zur Debatte? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich darf für die Sozialdemokraten sagen: Wir stehen zu einer Europäischen Integration, wir stehen auch zur Währungsunion. Wir stehen auch dazu, daß diese Beschäftigungsunion ... (Abg. Mag. Schreiner: Reden Sie ein bißchen mehr darüber! – Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) – Vielleicht. Ich denke, Sie disqualifizieren sich mit Ihren Zwischenrufen. Es wird schön langsam ohnehin schon peinlich. Ich werde überhaupt nicht mehr hinhören, was Sie zu sagen haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Schauen Sie sich einmal Ihre Fraktion an! Nicht einmal die hört zu! – Abg. Böhacker: Ist das Ihr konstruktiver Beitrag zur Debatte? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Die Schaffung und die Absicherung bestehender Arbeitsplätze ist ganz einfach das wichtigste Anliegen der Sozialdemokratie, das wurde heute schon mehrmals gesagt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Das wurde heute schon mehrmals gesagt, ich möchte das noch einmal betonen. Es ist allerdings noch nicht bis zu Ihnen vorgedrungen, das tut mir sehr leid! (Abg. Mag. Schweitzer: Der Euro kostet bis jetzt Arbeitsplätze! Das wissen Sie!)
Abg. Mag. Schweitzer: Der Euro kostet bis jetzt Arbeitsplätze! Das wissen Sie!
Die Schaffung und die Absicherung bestehender Arbeitsplätze ist ganz einfach das wichtigste Anliegen der Sozialdemokratie, das wurde heute schon mehrmals gesagt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Das wurde heute schon mehrmals gesagt, ich möchte das noch einmal betonen. Es ist allerdings noch nicht bis zu Ihnen vorgedrungen, das tut mir sehr leid! (Abg. Mag. Schweitzer: Der Euro kostet bis jetzt Arbeitsplätze! Das wissen Sie!)
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich kann Ihnen auch etwas sagen: Es gibt ein vertraglich festgelegtes Ziel: gesunde öffentliche Finanzen und hohe Preisstabilität sowie die gemeinsame Währung. Sie schaffen nämlich die geeignete Grundlage für Wachstum und Beschäftigung. Und das sind ganz einfach Fakten. Das müssen Sie zur Kenntnis nehmen. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Unsere Zielsetzung ist auch eine verbesserte Nutzung der vorhandenen Mittel für einen sinnvollen Mix an längerfristig wirksamen Maßnahmen zur Verbesserung der Beschäftigungssituation. Und dazu zählt insbesondere auch eine verbesserte Koordinierung auf europäischer Ebene, die wir ... (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Fuchs: Ich wollte eh nicht hinhören!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Entschuldigen Sie, Frau Abgeordnete. (Abg. Fuchs: Ich wollte eh nicht hinhören!) – Meine Damen und Herren! Ich bitte um etwas mehr Aufmerksamkeit für die Rednerin. Wir haben gestern in der Nacht eine Debatte gehabt, die nicht unbedingt wiederholt werden muß. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) – Ob es neu oder alt ist, das mögen Sie beurteilen, aber vielleicht mit weniger Zwischenrufen, wenn es geht.
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Entschuldigen Sie, Frau Abgeordnete. (Abg. Fuchs: Ich wollte eh nicht hinhören!) – Meine Damen und Herren! Ich bitte um etwas mehr Aufmerksamkeit für die Rednerin. Wir haben gestern in der Nacht eine Debatte gehabt, die nicht unbedingt wiederholt werden muß. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) – Ob es neu oder alt ist, das mögen Sie beurteilen, aber vielleicht mit weniger Zwischenrufen, wenn es geht.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber die eigene Fraktion hat nicht einmal die Aufmerksamkeit!
Bitte, Frau Abgeordnete, fahren Sie fort. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber die eigene Fraktion hat nicht einmal die Aufmerksamkeit!)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Die mit der Vielzahl von Währungen verbundenen Kosten und Planungsunsicherheiten fallen weg, was einen effizienteren Einsatz knapper Mittel ermöglicht. Der Wegfall der Kosten des Währungstausches beim Kauf von Gütern und Dienstleistungen im Ausland ist wahrscheinlich der in der Öffentlichkeit am meisten beachtete Vorteil einer gemeinsamen europäischen Währung. Die Verbraucher werden aber auch von der besseren Vergleichbarkeit der Preise profitieren. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) – Dazu fällt mir jetzt ein gutes Beispiel ein:
Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich war vor kurzem einige Tage in China und in Malaysia. Weil ich davor wenig Zeit hatte, Geld zu wechseln, bin ich mit österreichischer Währung auf die Bank gekommen. Dort haben mich alle angeschaut, alle haben sich sehr gefreut, österreichische Schilling zu sehen. Hätten wir schon den Euro, wäre das nicht passiert. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Der Euro ist die logische Fortsetzung unserer erfolgreichen Hartwährungspolitik der letzten 20 Jahre. Nicht dabeizusein, wäre ein schwer zu vertretendes Risiko. Damit Österreich einen erfolgreichen Start in der Währungsunion hat, muß sich unsere Wirtschaft rechtzeitig auf die Einführung des Euro vorbereiten und an strategischen Positionierungen unter neuen Rahmenbedingungen im betreffenden Gebiet arbeiten. (Abg. Aumayr: Fahren Sie wieder nach China! – Abg. Böhacker: Fahren Sie wieder nach China!)
Abg. Aumayr: Fahren Sie wieder nach China! – Abg. Böhacker: Fahren Sie wieder nach China!
Ich war vor kurzem einige Tage in China und in Malaysia. Weil ich davor wenig Zeit hatte, Geld zu wechseln, bin ich mit österreichischer Währung auf die Bank gekommen. Dort haben mich alle angeschaut, alle haben sich sehr gefreut, österreichische Schilling zu sehen. Hätten wir schon den Euro, wäre das nicht passiert. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Der Euro ist die logische Fortsetzung unserer erfolgreichen Hartwährungspolitik der letzten 20 Jahre. Nicht dabeizusein, wäre ein schwer zu vertretendes Risiko. Damit Österreich einen erfolgreichen Start in der Währungsunion hat, muß sich unsere Wirtschaft rechtzeitig auf die Einführung des Euro vorbereiten und an strategischen Positionierungen unter neuen Rahmenbedingungen im betreffenden Gebiet arbeiten. (Abg. Aumayr: Fahren Sie wieder nach China! – Abg. Böhacker: Fahren Sie wieder nach China!)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wenn wir die Umstellung vom Schilling zum Euro einmal geschafft haben, dann werden sich die Vorteile deutlich machen, und ich hoffe, daß auch Sie dann die Vorteile merken werden, und zwar aufgrund einer leistungsfähigeren Volkswirtschaft und niedrigerer Preise. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Und wir werden dem Ziel eines gemeinsamen und geeinten Europas einen großen Schritt nähergekommen sein – mit Ihnen oder ohne Sie. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn wir die Umstellung vom Schilling zum Euro einmal geschafft haben, dann werden sich die Vorteile deutlich machen, und ich hoffe, daß auch Sie dann die Vorteile merken werden, und zwar aufgrund einer leistungsfähigeren Volkswirtschaft und niedrigerer Preise. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Und wir werden dem Ziel eines gemeinsamen und geeinten Europas einen großen Schritt nähergekommen sein – mit Ihnen oder ohne Sie. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Der Spindelegger weiß jetzt Bescheid!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Spindelegger. Redezeit: 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Mag. Schweitzer: Der Spindelegger weiß jetzt Bescheid!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
In der Kriminologie nennt man das Konfabulation: Wenn ein Täter etwas oft genug wiederholt, was nicht wahr ist, dann glaubt er es schließlich selbst. Diesen Eindruck, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, habe ich mittlerweile bei Ihnen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Herr Spindelegger! Herr Spindelegger!
Meine Damen und Herren! Faktum drei war für mich eine echte Überraschung. (Abg. Mag. Schweitzer: Herr Spindelegger! Herr Spindelegger!) Sie haben heute erklärt: Haider ist gegen die Teilnahme Österreichs an der Währungsunion, aber er ist dafür für mehr Arbeitsplätze in Österreich. (Abg. Schwarzenberger: Der Prinzhorn hat sich aber einmal dafür ausgesprochen!)
Abg. Schwarzenberger: Der Prinzhorn hat sich aber einmal dafür ausgesprochen!
Meine Damen und Herren! Faktum drei war für mich eine echte Überraschung. (Abg. Mag. Schweitzer: Herr Spindelegger! Herr Spindelegger!) Sie haben heute erklärt: Haider ist gegen die Teilnahme Österreichs an der Währungsunion, aber er ist dafür für mehr Arbeitsplätze in Österreich. (Abg. Schwarzenberger: Der Prinzhorn hat sich aber einmal dafür ausgesprochen!)
Abg. Mag. Peter: Das schafft alles Arbeitsplätze!
Meine Damen und Herren! Wenn ich mir das anschaue, dann stelle ich fest, Sie haben das mit – de facto aus diesem Wifo-Bericht hervorgehend – vier Argumenten zu begründen: Wenn wir nicht an der Währungsunion teilnehmen, bleiben die Transaktionskosten hoch. Wenn wir nicht teilnehmen, wird es höhere Preise für Finanzdienstleistungen geben. Wenn wir nicht teilnehmen, müssen wir bei den Wechselkursen durchaus mit Schwankungen (Abg. Mag. Peter: Das schafft alles Arbeitsplätze!) – ganz genau – rechnen. Der vierte Punkt, meine Damen und Herren: Wir werden auch keine dynamischen Wachstumsprozesse in Kauf nehmen dürfen.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich frage Sie: Das schafft Arbeitsplätze? Es schafft vielleicht Arbeitsplätze bei der von Ihnen so geliebten Nationalbank, um unsere Währung stabil zu halten, aber sonst sicher keine. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Für Sie ist nur das Euro-Magnat wichtig!
Ich möchte in diesem Zusammenhang festhalten, daß für uns nicht die dritte Republik, vielleicht mit einer Haider-Mark oder einem Stadler-Pfennig, die Zukunft ist. (Abg. Dr. Graf: Für Sie ist nur das Euro-Magnat wichtig!) Für uns bleibt ein europäischer Integrationsprozeß mit einer Teilnahme Österreichs und einem Euro, um den sich die Österreicher etwas kaufen können, das Ziel, und wir werden es auch erreichen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte in diesem Zusammenhang festhalten, daß für uns nicht die dritte Republik, vielleicht mit einer Haider-Mark oder einem Stadler-Pfennig, die Zukunft ist. (Abg. Dr. Graf: Für Sie ist nur das Euro-Magnat wichtig!) Für uns bleibt ein europäischer Integrationsprozeß mit einer Teilnahme Österreichs und einem Euro, um den sich die Österreicher etwas kaufen können, das Ziel, und wir werden es auch erreichen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Eines der Symbole! – Abg. Schwarzenberger: Vor Jahren sagte er noch: eine Mißgeburt!
Meine Damen und Herren! Ich möchte zu einem vierten und letzten Punkt kommen. Herr Abgeordneter Haider hat hier heute erklärt, der Schilling sei das Symbol der Eigenstaatlichkeit Österreichs. (Abg. Dr. Graf: Eines der Symbole! – Abg. Schwarzenberger: Vor Jahren sagte er noch: eine Mißgeburt!) Ich widerspreche dem ganz bewußt. Meiner Meinung nach kann man das Nationalbewußtsein Österreichs nicht mit dem Namen unserer Währung definieren, sondern es gibt viele andere Argumente, wie wir unser Nationalbewußtsein begründen wollen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich glaube, daß die Frage der Währungsunion und die Frage des europäischen Integrationsprozesses in diesem Zusammenhang durchaus eine Chance sind, um zu einer europäischen Identität zu kommen, zu einer Identität, die auch durch die österreichische Geldbörse gehen soll, damit es bewußt wird, daß wir Europäer sind und bleiben. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Er berichtigt die Haider-Mark!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Eine tatsächliche Berichtigung hat Herr Abgeordneter Mag. Schreiner begehrt. Redezeit: 2 Minuten unter Wahrung der Geschäftsordnung. – Bitte. (Abg. Dr. Khol: Er berichtigt die Haider-Mark!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich berichtige tatsächlich: Ich habe in meinen Ausführungen nicht auf Politiker Bezug genommen, Herr Kollege Spindelegger, sondern ich habe Bezug genommen auf die Bevölkerung, die trotz Informationskampagne der Bundesregierung, die trotz Informationskampagne von politischen Parteien, die trotz Informationskampagne der Regierungsparteien bei der Abstimmung am 12. Juni nicht gewußt hat, daß sie den Schilling verliert und daß an dessen Stelle eine Einheitswährung tritt. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Rosenstingl.
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Erich Schreiner! Du bist offensichtlich der begabteste Marktforscher in diesem Land. Du weißt genau, was die Leute gewußt oder nicht gewußt haben, als sie abgestimmt haben. Aber das schließt sich so nahtlos an deine "Kunstwährung" an. Das war wohl eine einem Ökonomen nicht würdige Aussage, die du getroffen hast. (Zwischenruf des Abg. Rosenstingl. )
Abg. Böhacker: Aber nicht ohne Wenn und Aber!
Kollege Gaugg! Ich kann dir natürlich nicht zustimmen, wenn du vom überhasteten Beitritt zur EU sprichst. Ich erinnere mich noch sehr genau, als ich noch die Ehre hatte, im freiheitlichen Klub für Wirtschaftspolitik mitverantwortlich zu sein, daß wir damals den Beitritt zum EWR diskutiert haben. Da hieß es, der EWR sei ein unnötiger Zwischenschritt. Gilbert Trattner, du wirst dich doch noch daran erinnern, Erich Schreiner! Es ist ein unnötiger Zwischenschritt. Nein!, haben wir damals, 1991, getrommelt, wir wollen sofort in die EU gehen! (Abg. Böhacker: Aber nicht ohne Wenn und Aber!) Jetzt auf einmal ist die freiheitliche Fraktion so viel klüger geworden. Jetzt auf einmal meint sie, es sei ein überhasteter Schritt gewesen.
Abg. Böhacker: Wieviel kostet dann der Apfelstrudel bei dir in Euro?
Meine Damen und Herren! Diese Auseinandersetzung finde ich spannend. An jene Fraktionen gerichtet, die für den Euro eintreten: Wir werden uns in dieser Auseinandersetzung noch viel mehr und viel intensiver engagieren müssen. Wir werden euch dort festnageln müssen, wo es notwendig ist; an euren schwachen Argumenten, an euren populistischen Argumenten werden wir euch festnageln. Die europäische Einigung wird sicherlich nicht an euch scheitern! Ihr werdet sie möglicherweise in Österreich schwieriger machen können, ihr werdet sie bremsen können, aber das liegt wohl im Spiel der Politik, daß jeder das Recht hat, seine Meinung zu vertreten. Dafür werde ich auch immer eintreten. (Abg. Böhacker: Wieviel kostet dann der Apfelstrudel bei dir in Euro?) – Auf diese Frage habe ich gewartet. Da Haigermoser heute nicht da ist, war mir klar, die Frage mußtest du stellen. (Abg. Gaugg: Wirst du auf- oder abrunden?) – Diese Frage beantworte ich schriftlich. (Beifall und Heiterkeit beim Liberalen Forum.)
Abg. Gaugg: Wirst du auf- oder abrunden?
Meine Damen und Herren! Diese Auseinandersetzung finde ich spannend. An jene Fraktionen gerichtet, die für den Euro eintreten: Wir werden uns in dieser Auseinandersetzung noch viel mehr und viel intensiver engagieren müssen. Wir werden euch dort festnageln müssen, wo es notwendig ist; an euren schwachen Argumenten, an euren populistischen Argumenten werden wir euch festnageln. Die europäische Einigung wird sicherlich nicht an euch scheitern! Ihr werdet sie möglicherweise in Österreich schwieriger machen können, ihr werdet sie bremsen können, aber das liegt wohl im Spiel der Politik, daß jeder das Recht hat, seine Meinung zu vertreten. Dafür werde ich auch immer eintreten. (Abg. Böhacker: Wieviel kostet dann der Apfelstrudel bei dir in Euro?) – Auf diese Frage habe ich gewartet. Da Haigermoser heute nicht da ist, war mir klar, die Frage mußtest du stellen. (Abg. Gaugg: Wirst du auf- oder abrunden?) – Diese Frage beantworte ich schriftlich. (Beifall und Heiterkeit beim Liberalen Forum.)
Beifall und Heiterkeit beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Diese Auseinandersetzung finde ich spannend. An jene Fraktionen gerichtet, die für den Euro eintreten: Wir werden uns in dieser Auseinandersetzung noch viel mehr und viel intensiver engagieren müssen. Wir werden euch dort festnageln müssen, wo es notwendig ist; an euren schwachen Argumenten, an euren populistischen Argumenten werden wir euch festnageln. Die europäische Einigung wird sicherlich nicht an euch scheitern! Ihr werdet sie möglicherweise in Österreich schwieriger machen können, ihr werdet sie bremsen können, aber das liegt wohl im Spiel der Politik, daß jeder das Recht hat, seine Meinung zu vertreten. Dafür werde ich auch immer eintreten. (Abg. Böhacker: Wieviel kostet dann der Apfelstrudel bei dir in Euro?) – Auf diese Frage habe ich gewartet. Da Haigermoser heute nicht da ist, war mir klar, die Frage mußtest du stellen. (Abg. Gaugg: Wirst du auf- oder abrunden?) – Diese Frage beantworte ich schriftlich. (Beifall und Heiterkeit beim Liberalen Forum.)
Abg. Haigermoser: Androsch!
Der Herr Bundeskanzler hat heute sehr offen, sehr deutlich und sehr richtig gesagt: Die Nettosteuerzinsquote, jene 100 Milliarden Schilling, die wir vom Nettosteuerertrag des Bundes jährlich als Zinsaufwand bezahlen und die eine Umverteilung von den Steuerzahlern hin zu den Kapitalbesitzern darstellt, bereite ihm Sorge. – Das ist jedoch der Ausfluß von 25 Jahren Finanzpolitik durch sozialistische Finanzminister. Diese Politik haben die Vranitzkys und Lacinas, ganz kurz die Staribachers, dann ein bißchen die Klimas und jetzt die Edlingers betrieben. Das muß man einmal klar sagen. (Abg. Haigermoser: Androsch!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Daher werden wir sehr wohl in diesen europäischen Wirtschaftsraum eintreten. Wir werden in diesem europäischen Wirtschafts- und Währungsraum eine gemeinsame Wirtschaftspolitik, eine gemeinsame Umweltpolitik, eine gemeinsame Finanzpolitik und eine gemeinsame Sozialpolitik entwickeln. Danach wird es viel leichter sein, in der Beschäftigungsfrage aktiver zu sein und den Wirtschaftsstandort Europa in der Triade in der Welt wieder so wettbewerbsfähig zu machen, wie er sein könnte. Das alte Europa ist nicht tot, das alte Europa ist lebendiger, als es je war! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Lieber Helmut Peter! Du hast mit dem Übergang zur EU etwas verwechselt. Als wir damals die Diskussion über den EWR führten, gab es noch keine EU, sondern die EG. Zwischen den beiden besteht ein riesengroßer Unterschied. – Auch du solltest in deinen Aussagen seriös bleiben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Maitz: Das ist falsch!
Herr Staatssekretär! Was mich an der ganzen Angelegenheit stört, ist etwas anderes. Sie waren zwar 1994 noch nicht in der Regierung, aber Sie haben offensichtlich aus den Erfahrungen dieses Jahres nichts gelernt. Es waren nämlich nicht wir Freiheitliche, die mit einer Angstkampagne über die Bevölkerung gefahren sind, sondern vielmehr ist die Bundesregierung mit einer Angstkampagne über die Bevölkerung gefahren, und zwar in der Form, daß sie behauptete: Wenn wir nicht der EU beiträten, werde es zur Besteuerung der Sonderzahlungen kommen, zur Kürzung von Pensionen, zu höheren Arbeitslosenzahlen und so weiter. Diese Angstkampagne sind nicht wir als Oppositionspartei gefahren, sondern Sie als Regierungsparteien! (Abg. Dr. Maitz: Das ist falsch!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Staatssekretär! Ich könnte auch aus dem OECD-Wirtschaftsbericht zitieren, das wäre kein Problem. Ich könnte auch irgendwelche Artikeln heraussuchen, tue das aber nicht. Jedoch steht etwas Essentielles darin: Es besteht die Möglichkeit, aus dem EU-Beitritt Wachstumschancen beziehungsweise Beschäftigungszuwachs zu lukrieren, allerdings bedarf es dafür struktureller Veränderungen. Bei strukturellen Veränderungen sind Sie schwer in Verzug. Die Bundesregierung ist bei strukturellen Veränderungen insofern schwer in Verzug, als sie ihre Hausaufgaben in der Vorbereitung auf den Euro nicht gemacht hat. Und das kritisiert der OECD-Bericht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf.
Heute hören wir in der Antwort auf unsere Dringliche Anfrage etwas ganz anderes. (Zwischenruf.) Diese 3 Prozent und diese 60 Prozent hätten für uns keine Geltung mehr, weil es nicht mehr um wirtschaftspolitische Sachargumente gehe, sondern um eine rein politische Entscheidung. Sie wollen mit Ihrer politischen Entscheidung für den Euro mit aller Gewalt der Währungsunion beitreten und vergessen die Konvergenzkriterien.
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Herr Staatssekretär! Das gleiche geschieht jetzt wieder. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Der Finanzminister hat zuerst einen Fehlbetrag von 10 Milliarden Schilling gemeldet, jetzt sind es bereits 17 Milliarden. Im Endeffekt werden es wahrscheinlich 40 Milliarden sein. – Informieren Sie die Bevölkerung entsprechend über die Abwägung der Vor- und Nachteile, dann haben Sie in uns einen Partner. Aber mit Ihrer heutigen Politik werden Sie in uns keinen Partner finden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Staatssekretär! Das gleiche geschieht jetzt wieder. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Der Finanzminister hat zuerst einen Fehlbetrag von 10 Milliarden Schilling gemeldet, jetzt sind es bereits 17 Milliarden. Im Endeffekt werden es wahrscheinlich 40 Milliarden sein. – Informieren Sie die Bevölkerung entsprechend über die Abwägung der Vor- und Nachteile, dann haben Sie in uns einen Partner. Aber mit Ihrer heutigen Politik werden Sie in uns keinen Partner finden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist uns allen bekannt, daß dieser diskussionswürdige Entwurf – auch wenn ich zugebe, daß er im Detail Mängel aufweist – in den letzten zwei Jahren totverhandelt wurde, aber nicht hier, wo er hätte verhandelt werden sollen, sondern in Ihrem Ministerium, im besten Sinne nach dem Wunsch der Sozialhilfeträger, die durch ihren Widerstand in Zukunft dafür die Verantwortung tragen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Damit bleibt der Zustand bestehen, der als unbefriedigend angesehen werden kann. Das ist eine Einschätzung Ihres eigenen Ressorts, Frau Ministerin, nachzulesen in den erläuternden Bemerkungen des Gesetzentwurfes zu den Gruppenpraxen. Mehr noch, Sie selbst verlauteten am 8. April dieses Jahres via Austria Presse Agentur: Die Einbindung der Gruppenpraxen in das Gesundheitssystem ist ein wichtiges Anliegen. – Umso mehr erstaunt es mich, daß Sie in der Beantwortung meiner Anfrage aus der Vorwoche schreiben, daß Sie derzeit keinen Handlungsbedarf im Hinblick auf ein Gruppenpraxengesetz sähen. Frau Ministerin! Ich frage Sie, wann Sie endlich Bedarf für ein Gruppenpraxengesetz sehen werden. Vielleicht in zehn bis zwölf Jahren? Oder noch später? (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Frau Bundesministerin! Trotz Wertschätzung Ihrer Person bin ich zutiefst enttäuscht über die Beantwortung meiner Anfrage, durch die meiner Ansicht nach ein geringes Interesse an einer längst fälligen Gesundheitsreform, bei der wir erst am Anfang stehen, dokumentiert wird. Denn auf Gespräche zwischen Sozialversicherung und interessierten Ärzten zu warten, ist wohl zu wenig. Ich glaube keineswegs, daß die Ärzte kein Interesse an Gruppenpraxen hätten. Mir sind Ärzte bekannt, die sofort Interesse bekunden würden, wenn sie Kassenverträge bekommen könnten. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schmidt: Das läßt nichts Gutes erwarten!
Abgeordneter Mag. Walter Guggenberger (SPÖ): Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Motter – ich schätze sie sehr als engagierte Gesundheitspolitikerin – hat die Erlassung eines Gruppenpraxengesetzes urgiert. (Abg. Dr. Schmidt: Das läßt nichts Gutes erwarten!) Ich darf darauf hinweisen, daß selbst der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Neumann, unlängst folgendes gesagt: Wir können aufatmen, so Neumann, ich habe von der Gesundheitsministerin und der ÖVP positive Signale bekommen, nicht regulierend eingreifen zu wollen. Daß es kein Gesetz geben wird, ist das Beste, was uns passieren kann. – Das sagt immerhin der Präsident der gesetzlichen Interessenvertretung der österreichischen Ärzte, Neumann.
Abg. Dr. Leiner: Das ist eine Lüge!
Wir als Sozialdemokraten haben uns immer zu Gruppenpraxen bekannt. (Abg. Dr. Leiner: Das ist eine Lüge!) Sie sind eine sinnvolle Ergänzung, Kollege Leiner! Neben den Einzelpraxen und den Krankenanstalten wird eine dritte Ebene eingezogen. Diese Konstruktion hat einige Vorteile, für Patienten etwa den Vorteil, daß mehrere Gesundheitsberufe unter einem Dach angesiedelt und leichter erreichbar sind. Es wird vielleicht sogar die Möglichkeit geben, solche Dienste rund um die Uhr anzubieten. Wir verbinden damit allerdings ganz konkret die Forderung, daß sich diese Gruppenpraxen nicht auf die Ballungszentren beschränken – dort werden ärztliche Dienste meist im Übermaß angeboten –, sondern sich vornehmlich dort etablieren, wo Versorgungslücken bestehen.
Abg. Dr. Leiner: Eben nicht!
Es gibt eben die nicht von der Hand zu weisende Sorge, daß durch eine Gemeinschaftspraxis die Versuchung besteht, daß ein Patient sozusagen von Arzt zu Arzt weitergereicht wird und daß man sich dabei bedient. (Abg. Dr. Leiner: Eben nicht!) Dagegen müssen wir – daran sind wir lebhaft interessiert – ganz einfach entsprechend Hürden errichten. Darum geht es uns.
Beifall bei der SPÖ.
Die Frau Ministerin hat korrekt und emotionslos wiedergegeben, wie der Stand der Gespräche derzeit ist. Es gibt Gespräche zwischen dem Hauptverband und den Ärzten. Mit wem soll der Hauptverband denn bitte sonst reden als mit den Ärzten? Die Ergebnisse dieser Gespräche werden wir abwarten. Vorerst hat, zumindest aus unserer Sicht, die Politik keinen Handlungsbedarf. Ich meine daher, daß die Frau Bundesministerin diese Anfragebeantwortung korrekt und informativ erstellt hat. Diese Besprechung ist daher, mit Verlaub, aus meiner Sicht wirklich nicht notwendig! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Motter.
Es ist richtig, daß es ein Verfassungsgerichtshoferkenntnis bezüglich der Gruppenpraxen gibt, und ich bin davon überzeugt, daß diese Gruppenpraxen ein ganz wesentlicher Akzent hinsichtlich des LKF-Systems sind. Denn erst dann, wenn man die Patienten in die Peripherie hinausverlagern kann, wird das LKF-System greifen. Aber dafür muß man natürlich die Infrastruktur schaffen. Und da, Frau Ministerin, sind Sie gerufen, diese Struktur mitzugestalten. Wir werden Sie nicht von der Verantwortung entlassen, glauben Sie mir das! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Motter. )
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte Sie, Frau Ministerin: Diesbezüglich müssen wir aktiv werden! Ich meine, wir – beziehungsweise Sie, ich muß es leider wirklich sagen, es tut mir leid – sind da wirklich nachlässig; natürlich nicht Sie allein, das gestehe ich Ihnen zu. Es sind auch die Ärzte und die Ärztekammer aufgerufen. Wir dürfen doch nicht hinnehmen, daß sich zum Beispiel, wie das in Salzburg anhand einer Umfrage unter Fachärzten, ob jemand bereit ist, Samstag und Sonntag Dienst zu machen, zum Ausdruck gekommen ist, in solch einem Fall nur ein einziger Internist dazu bereit erklärt. Ich muß sagen, da ist wirklich auch die Ärzteschaft aufgerufen, mitzutun und diese Aktivitäten mitzugestalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber auch die Länder sind aufgerufen. Landesrat Dr. Bischof hat zum Beispiel gesagt, Vorarlberg habe durch das LKF-System 170 Millionen Schilling eingespart. Aber es darf natürlich dann nicht wieder so sein, daß diese Mittel in den Ländersäckel hineinfließen, sondern das Geld muß für das Gesundheitssystem bereitgestellt werden, in die Peripherie fließen, damit dort das System aufgebaut werden kann. Dazu müssen auch die Länder bereit sein. Ich rufe Sie auf, auch diesbezüglich mitzutun und mitzuarbeiten! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Jugendliches Feuer!
Drei Systeme gibt es, die aktiv werden müssen: das Sozialversicherungssystem, die Länder und die Ärztekammer. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Jugendliches Feuer!)
Abg. Dr. Khol: Machen Sie so weiter wie der Leiner! – Abg. Schwarzenberger: Mit dem gleichen Temperament! – Abg. Dr. Povysil: Bitte vergleichen Sie mich nicht!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Povysil. – Bitte. (Abg. Dr. Khol: Machen Sie so weiter wie der Leiner! – Abg. Schwarzenberger: Mit dem gleichen Temperament! – Abg. Dr. Povysil: Bitte vergleichen Sie mich nicht!)
Abg. Meisinger: Sie ist wirklichkeitsfremd!
Dann sagen Sie uns, daß es – ich zitiere – "so bald wie möglich" zu einer umfassenden Beurteilung des extramuralen Raumes kommen wird, und daß Sie auch – wie schon meine Vorredner erwähnt haben – keinen Handlungsbedarf im Hinblick auf eine gesetzliche Regelung von Gruppenpraxen sehen. – Dabei wissen wir alle hier im Saal, daß es bereits 1994 einen Fünfparteienbeschluß zu dieser gesetzlichen Regelung der Gruppenpraxen gegeben hat. (Abg. Meisinger: Sie ist wirklichkeitsfremd!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Ministerin! Darf ich Ihnen ein bißchen Nachhilfe geben? – Ein Ziel der von Ihnen ebenfalls zitierten Gesundheitsreform durch die Einführung der LKF wäre es nämlich gewesen, die Spitalslastigkeit des Systems zu bremsen. Wenn Sie diese Spitalslastigkeit aber bremsen wollen, wenn man Spitäler entlasten will, dann muß man sich vorher darüber Gedanken machen, wohin man die Patienten bringt, nicht nachher und nicht "vielleicht irgendwann einmal" oder "so bald wie möglich"! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Noch ein Vorwurf, Frau Ministerin: Ein Unternehmen, das auf die dezidierte Frage, welche Einsparungen sich aus einer Reformmaßnahme ergeben, keine einzige Berechnung parat hat, ja nicht einmal eine ungefähre finanzielle Vorstellung darüber hat, wird Konkurs anmelden müssen, Frau Ministerin! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Unmutsäußerungen bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni: Mein Gott!
Frau Ministerin! Im Hinblick auf diese Anfragebeantwortung sehe ich nicht den leisesten Hoffnungsschimmer für eine umfassende Gesundheitsreform. Und wären Sie Schülerin in der Krankenpflegeschule, in der ich unterrichte, dann würden Sie für diese Anfragebeantwortung von mir die Note "Nicht genügend" erhalten! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Unmutsäußerungen bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni: Mein Gott!)
Bundesministerin Hostasch spricht mit Abgeordneten, die an der Regierungsbank stehen.
Meine Damen und Herren! Herr Präsident! Frau Bundesminister! Die Antwort auf Frage 2, Frau Bundesminister ... (Bundesministerin Hostasch spricht mit Abgeordneten, die an der Regierungsbank stehen.) Ach so. Ich muß warten, bis die Frau Bundesminister Zeit hat. Ich bin gerne bereit, zu warten. (Das Gespräch wird eingestellt.) – Gut, danke schön.
Beifall beim Liberalen Forum.
Die Unterstellung, die Kollege Guggenberger geäußert hat, wonach die Ärzte nur das eine im Sinn hätten, nämlich in Gruppenpraxen die Patienten möglichst im Kreis zu schicken, halte ich eigentlich für nicht würdig, in diesem Haus überhaupt erwähnt zu werden. Ich nehme an, daß Ärzte sehr genau wissen, was sie zu tun haben, und wenn sie unsicher sind, dann werden sie vielleicht die Meinung eines Kollegen einholen. Aber ich sage Ihnen eines, Herr Kollege: In den Spitälern werden die Patienten viel mehr im Kreis herumgeschickt, und da kostet das nicht nur 200 S, sondern da kostet es gleich 10 000 S! – Das ist der Unterschied. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin! Ich bitte Sie wirklich darum, den Ärzten die Eröffnung von Gruppenpraxen nicht weiterhin schwerzumachen, sondern, im Gegenteil, sie zu fördern und endlich dafür zu sorgen, daß es entsprechende Verträge gibt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Es ist für mich unbestritten, daß Gruppenpraxen im Rahmen eines gesundheitspolitischen Gesamtkonzeptes eine sehr wertvolle ergänzende Rolle einnehmen können und, davon bin ich überzeugt, in Zukunft auch einnehmen werden. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Diese neue Form der Zusammenarbeit muß aber – ich glaube, das ist nicht nur meine Überzeugung –, um zu funktionieren, Vorteile für zumindest drei Beteiligte haben: Vorteile für die Patienten im Sinne einer Serviceverbesserung, wie zum Beispiel durch längere Öffnungszeiten, längere Behandlungszeiten, wie zum Beispiel durch die Möglichkeit, diese ärztlichen Dienstleistungen auch am Wochenende, in der Nacht, rund um die Uhr in Anspruch nehmen zu können, wie zum Beispiel – und ich teile hier die diesbezüglichen Argumentationen einiger Redner – eine Optimierung der medizinischen Betreuung in der regionalen Situation.
Abg. Dr. Pumberger: Es ist aber kein Interesse erkennbar!
Ich glaube, es ist gerade bei diesem Punkt schon darauf hinzuweisen, sehr geschätzter Kollege Leiner, daß es nicht stimmt, wenn man sagt, die Sozialversicherung sei nicht aktiv geworden oder habe kein Interesse. Es besteht nachweislich auch seitens der Gebietskrankenkassen ein Interesse an der Erarbeitung von Modellen, an Gesprächen mit der Ärzteschaft und ihren Vertretungen. (Abg. Dr. Pumberger: Es ist aber kein Interesse erkennbar!)
Abg. Dr. Gredler: Ärztekammer!
Ich glaube, sehr geschätzte Damen und Herren, es ist auch wichtig, darauf zu verweisen, daß der Hauptverband der Sozialversicherungsträger, wie von mir schon indirekt angekündigt wurde, noch im Juni mit der österreichischen Ärztekammer offiziell das Gespräch im Zusammenhang mit den Gruppenpraxen aufnehmen wird. Ich sage das in Richtung der Frau Kollegin Gredler, die meinte, sie kenne keinen Arzt, mit dem ich gesprochen habe. (Abg. Dr. Gredler: Ärztekammer!) Sie kann überzeugt sein, daß es stimmt, wenn ich behaupte, ich habe Gespräche mit Betroffenen geführt, und ich habe das auch schriftlich. Frau Kollegin! Sie können darauf vertrauen, daß es stimmt, daß ich diesbezüglich Gespräche geführt habe. Ich habe mit Ärzten und mit Vertretern der Ärztekammer gesprochen.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Dies ist jetzt auch die Gelegenheit, darauf hinzuweisen – da diesbezüglich von der Frau Abgeordneten Povysil Kritik geübt wurde –, daß unser Gesundheitssystem im internationalen Vergleich sogar von einer so kritischen Organisation wie der OECD ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt bekommen hat, und ich meine, man sollte doch auch die Vorzüge unseres Systems, die in diesem Bericht angeführt wurden, wieder in Erinnerung rufen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nicht nur, weil ich jetzt einen "Frosch" im Hals habe, sondern auch, weil ich glaube, daß mit diesen ergänzenden Ausführungen die Enttäuschung der Frau Kollegin Motter etwas gemildert werden konnte, möchte ich meine Anfragebeantwortung schließen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Wozu hat er überhaupt etwas zu sagen?
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Trinkl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich werde versuchen, Sie aus den Gruppenpraxen wieder zurück in die Lehrlinge ausbildenden Betriebe zu führen. Eigentlich hätte ja der Herr Abgeordnete Haigermoser dieses Thema einführen sollen, aber ich gebe zu, er hat hier an dieser Stelle nie sehr konkrete Aussagen getroffen. Bei seinem heutigen Auftritt aber hat er sich noch unterboten. Offensichtlich hat er zur österreichischen Lehrlingssituation überhaupt nichts zu sagen, er hat wahrscheinlich nur über die Situation in Usbekistan gesprochen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Wozu hat er überhaupt etwas zu sagen?) Zum Thema Lehrlingssituation hat er heute wirklich sehr sehr wenig beigetragen.
Beifall bei der ÖVP.
Es galt, ein umfassendes Lehrlingspaket zu schnüren, mit dem Ziel, die Betriebe wieder zu motivieren, Lehrplätze anzubieten, aber auch das Image des österreichischen Facharbeiters weiter zu festigen und zu heben. Ich glaube, daß wir mit diesen beiden Vorlagen, gestern das Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetz, heute ein großer Entbürokratisierungsschritt im Berufsausbildungsgesetz, unserem Ziel einen guten Schritt näher gekommen sind. (Beifall bei der ÖVP.) Mit diesen neuen Bestimmungen schaffen wir ein modernes Lehrlingsrecht, das die Qualität dieser für Österreich so wichtigen Ausbildungssäule auch in Zukunft sicherstellt.
Beifall bei der ÖVP.
Natürlich bleiben im Zusammenhang mit der Diskussion zum Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetz und zum Berufsausbildungsgesetz viele Wünsche offen. Vor allem von seiten der Wirtschaft hat man Vorstellungen eingebracht, die das Aufnehmen von Lehrlingen in den Betrieben noch leichter gemacht hätten. Wir müssen aber auch zugeben, daß es je nach Zugang zu diesem Problem auch unterschiedliche Vorstellungen darüber gibt, welcher Weg auch wirklich zum Ziel führt. In Summe ist das Ergebnis der Verhandlungen ein guter Kompromiß. Es geht ja schließlich auch nicht darum, wer sich durchgesetzt hat, sondern einzig und allein darum, den Betrieben zu signalisieren: Wir sind an eurer Mitarbeit interessiert, übernehmt auch in Zukunft diese so wichtige Aufgabe für unsere Jugend! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es darf uns nicht egal sein, ob die Jugend Arbeit und Ausbildungsplätze in ausreichender Zahl bekommt, und wir wollen nicht zulassen, daß unsere jungen Leute ihre Berufskarriere quasi mit Arbeitslosigkeit beginnen müssen. Wir werden und wir müssen daher in dieser Frage weiterhin aktiv werden, und wir werden diese Frage auch weiterentwickeln. (Beifall bei der ÖVP.) So gesehen ist das vorliegende Paket ausschließlich ein Erfolg unserer Jugend und der Eltern dieser jungen Leute.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es sei mir abschließend noch eine kurze Bemerkung erlaubt. Diese beiden Sitzungstage waren auch ein sehr starkes Lebenszeichen der Koalition. Ich darf daran erinnern: Wir haben das Fremdengesetz beschlossen, wir haben das Ausländerbeschäftigungsgesetz beschlossen, wir haben das Asylgesetz beschlossen, wir haben das Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetz, eine Novelle zur Gewerbeordnung, die Wasserrechtsgesetz-Novelle und nunmehr auch die Berufsausbildungsgesetz-Novelle beschlossen. Das war ein gewaltiges Arbeitspensum, auf das wir mit Recht stolz sein können. Herr Klubobmann Dr. Khol! Ich meine, jetzt läuft der Koalitionsturbo wieder auf vollen Touren! – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordnete Maria Schaffenrath (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Trinkl, ich wünsche mir aufrichtigen Herzens, daß diese Lehrlingsoffensive so viel Erfolg haben wird, wie Sie sich erwarten. Ich möchte wirklich nicht überkritisch sein, aber ich habe meine Zweifel daran, daß durch diese getroffenen Maßnahmen das duale System – ein sehr gutes System, zu dem ich aus Überzeugung stehe und in dem meine beiden Töchter ausgebildet werden – wirklich wieder zu einem erfolgreichen System gemacht werden kann. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Uns ist dieser Abänderungsantrag deshalb wichtig, weil es eigentlich keinen sachlichen Grund dafür gibt, die Anerkennung der Gleichwertigkeit von Lehrgängen auf die vom Bund als Förderungsempfänger anerkannten Institutionen einzuschränken. Ich halte das für eine Diskriminierung von privaten Institutionen der Erwachsenenbildung, und ich denke, daß damit eine einseitige Bevorzugung der Bildungsanbieter BFI und WIFI in die Wege geleitet werden soll. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich empfehle wirklich aus Sorge um das duale System, sich nicht auf der Einführung der Berufsreifeprüfung auszuruhen und sich nicht darauf zu verlassen, daß alleine durch die Möglichkeit zu dieser Prüfung das duale System auch ein erfolgreiches, ein attraktiveres wird. Was wir benötigen, sind echte Reformen. Sie werden Mut dafür brauchen, und gerade die ÖVP wird auch Durchsetzungsvermögen dafür brauchen. Wir Liberalen – und das sage ich gerne und aus Überzeugung – stehen Ihnen mit konstruktiven Vorschlägen sehr gerne zur Verfügung. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Mit der geplanten Änderung des Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetzes wird das hohe Niveau des Schutzes für Lehrlinge weiterhin gesichert und praxisnah erhalten. Mit dem heutigen Beschluß ist ein Schritt zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen getan. Aber eines ist ganz klar – und wir sollten uns selbst damit beauftragen –: Es liegt noch sehr viel Arbeit vor uns! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Trinkl: Fürchten Sie sich?
Nun verstehe ich zwar von Ihrem Standpunkt aus – obwohl ich auch da schon Probleme habe, Ihnen zu folgen –, daß Sie das als elitenfeindlich bezeichnen, aber die Elite wird doch dadurch, daß sich jemand eine Qualifikation erwirbt und diese dann nach besten Kräften auszunützen versucht, dadurch, daß sich jemand zu bilden versucht, nicht geschädigt. (Abg. Dr. Trinkl: Fürchten Sie sich?) Bildungsfeindlich kann es doch wohl kaum sein, wenn ein Jugendlicher innerhalb oder nach der Lehrzeit eine weitere Ausbildung in dem Bestreben macht, einen Reifeprüfungsabschluß zu erwerben, um dann zu studieren.
Abg. Schaffenrath: Die leider nicht!
Mein Problem mit dieser Regelung ist nicht nur der Umstand, daß sich diese Berufsreifeprüfung auf einen zu kleinen Kreis von Jugendlichen beschränken wird, sondern auch die Tatsache, daß die Öffnung nur eine unvollkommene ist, daß die Voraussetzungen, mit denen das Berufsschulsystem oder -wesen ausgestattet ist, um die Jugendlichen an die Berufsreife heranzuführen, äußerst bescheiden sind, weil es da zum Teil auch Probleme gibt – an denen sicher noch zu arbeiten ist –, nämlich erstens das gerne hintangestellte Qualifikationsproblem der Berufsschullehrer, das tatsächlich in bezug auf die Berufsreifeprüfung schlagend werden könnte, und zweitens der Umstand, daß die Ausstattung der Berufsschulen wahrscheinlich nicht dazu geeignet sein wird, die Berufsreifeprüfung am Ort der Berufsschulen durchführen zu lassen, sodaß es daher wahrscheinlicher ist, daß Erwachsenenbildungseinrichtungen diese Aufgabe übernehmen werden. (Abg. Schaffenrath: Die leider nicht!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.
Darüber haben wir gestern diskutiert. Die Debatte über die Frage, was das für eine gemeinsame Schule bedeutet, möchte ich nicht aufrollen; Kollege Höchtl hat schon Platz genommen, um sich zu positionieren. (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch. ) Er wird sicher dann später noch seine Munition verschießen. (Abg. Dr. Höchtl: Ich will aber nicht darauf antworten!)
Abg. Dr. Höchtl: Ich will aber nicht darauf antworten!
Darüber haben wir gestern diskutiert. Die Debatte über die Frage, was das für eine gemeinsame Schule bedeutet, möchte ich nicht aufrollen; Kollege Höchtl hat schon Platz genommen, um sich zu positionieren. (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch. ) Er wird sicher dann später noch seine Munition verschießen. (Abg. Dr. Höchtl: Ich will aber nicht darauf antworten!)
Abg. Dr. Trinkl: Das ist das Problem!
Ich glaube nicht, daß es mit dem, was das Liberale Forum vorschlägt – schön versteckt hinter der Formulierung "sozialer Lohn und rechtliche Entkoppelung von Schule und Betrieb" –, möglich ist, auch nur einen Schritt vorwärtszukommen. (Abg. Dr. Trinkl: Das ist das Problem!) Ich bekenne mich aber – und das ist durchaus ein gemeinsames Anliegen – dazu, daß die schulische Berufsausbildung erweitert werden muß. Das ist eine Notwendigkeit, eine Voraussetzung dafür! (Abg. Tichy-Schreder: Was ist der Nutzen? – Abg. Dr. Trinkl: Weil wir Facharbeiter brauchen!)
Abg. Tichy-Schreder: Was ist der Nutzen? – Abg. Dr. Trinkl: Weil wir Facharbeiter brauchen!
Ich glaube nicht, daß es mit dem, was das Liberale Forum vorschlägt – schön versteckt hinter der Formulierung "sozialer Lohn und rechtliche Entkoppelung von Schule und Betrieb" –, möglich ist, auch nur einen Schritt vorwärtszukommen. (Abg. Dr. Trinkl: Das ist das Problem!) Ich bekenne mich aber – und das ist durchaus ein gemeinsames Anliegen – dazu, daß die schulische Berufsausbildung erweitert werden muß. Das ist eine Notwendigkeit, eine Voraussetzung dafür! (Abg. Tichy-Schreder: Was ist der Nutzen? – Abg. Dr. Trinkl: Weil wir Facharbeiter brauchen!)
Abg. Dr. Trinkl: Sie lesen zuviel linke Literatur!
Nur die Betriebe bilden aus, und offensichtlich – Herr Kollege Trinkl, da haben Sie recht! – haben die Betriebe auch einen Nutzen davon. Ich beziehe mich da auf das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft. Das sind Ihre eigenen wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, Herr Kollege! (Abg. Dr. Trinkl: Sie lesen zuviel linke Literatur!)
Abg. Schaffenrath: Schattenwirtschaft!
Dieses Institut publiziert zu diesem Thema und sagt: Die Opportunitätserträge der Ausbildung sind durchaus gegeben! Das Problem liegt dort, wo Betriebe oder Branchen eine sehr hohe Personalfluktuation haben. Diese Betriebe sind natürlich während der Lehrausbildung versucht, einen Nutzen für sich zu erzielen, weil sie wissen, daß nach der Lehrausbildung die Leute nicht im Betrieb bleiben. (Abg. Schaffenrath: Schattenwirtschaft!)
Abg. Dr. Trinkl: Die Invalidengesetze bringen gar nichts! Das ist kontraproduktiv!
Wenn man diesen Gedanken weiterdenkt – er steht auch in diesen "schönen" Mitteilungen des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft; Herr Kollege Trinkl, ich kann Sie beruhigen, er wird dort nicht weitergedacht –, dann landet man aber bei dem System einer Berufsausbildungsabgabe. Eine Ausbildungsabgabe würde es tatsächlich jenen Betrieben, in denen branchenbedingt eine hohe Fluktuation herrscht und die während der Ausbildung keinen Nutzen für sich erzielen können, ermöglichen, die Ausbildung so zu gestalten, daß der Betrieb mit dem Nutzen, mit dem Ertrag, den er aus den Leistungen der Lehrlinge ziehen kann – er zieht ihn ja überall oder versucht es zumindest –, zurechtkommt. (Abg. Dr. Trinkl: Die Invalidengesetze bringen gar nichts! Das ist kontraproduktiv!) Das wäre durchaus eine Maßnahme, die Sinn machen würde. Genau diesen Weg – und das haben wir gestern auch schon diskutiert – sind wir aber nicht gegangen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl
Herr Kollege Trinkl! Aufgrund der Erkenntnisse (Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl ) , die in der genannten Untersuchung der Wirtschaftskammer belegt werden, müßte man meiner Ansicht nach, wenn man das ernst nimmt, eigentlich andere Forderungen stellen. Das Problem liegt nicht in der Überregulierung. Natürlich können wir über einzelne Bereiche diskutieren. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl. ) Nein, es ist nicht die Menge.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.
Herr Kollege Trinkl! Aufgrund der Erkenntnisse (Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl ) , die in der genannten Untersuchung der Wirtschaftskammer belegt werden, müßte man meiner Ansicht nach, wenn man das ernst nimmt, eigentlich andere Forderungen stellen. Das Problem liegt nicht in der Überregulierung. Natürlich können wir über einzelne Bereiche diskutieren. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl. ) Nein, es ist nicht die Menge.
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Sie müßten gemeinsam mit allen, denen das Problem ein Anliegen ist, etwas mehr in die Details dieser Frage gehen und an einer gemeinsamen Diskussion und an gemeinsamen Resultaten interessiert sein. Dann kämen wir auch in dem System der österreichischen Berufsausbildung, von dem ich auch überzeugt bin, daß es nicht so schlecht funktioniert – es gibt aber Probleme –, noch einen Schritt weiter, der uns weiterhelfen würde. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Trinkl: Die könnten wenigstens höflichkeitshalber applaudieren! Die waren selbst nicht zufrieden!
Das würde heißen, Sie verzichten auf Gebühren, von denen ich überzeugt bin, daß sie ohnehin nichts bringen. (Abg. Dr. Trinkl: Die könnten wenigstens höflichkeitshalber applaudieren! Die waren selbst nicht zufrieden!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Lassen Sie mich – ich gehe jetzt nicht, wie Kollege Öllinger gesagt hat, zu jenen Punkten über, die wir gestern schon ausführlich diskutiert haben – zum zentralen Element dessen, was für viele junge Menschen die Ausbildungsbasis darstellt, einige Überlegungen anstellen, nämlich zur dualen Berufsausbildung. Ich sage das in voller Kenntnis dessen, was man aufgrund internationaler Vergleiche – vielleicht eingeschränkt auf Europa – sagen kann. Wir sind mit dem System der dualen Berufsausbildung in Österreich immer sehr gut gefahren, und daher haben wir allen Grund, stolz darauf zu sein. Wir als Volkspartei bekennen uns dazu! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Ich spreche mit Kollegen Schwimmer!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Schauen wir uns einmal die neusten Zahlen aus einigen europäischen Staaten an. Es gibt im Durchschnitt der gesamten Europäischen Union eine Jugendarbeitslosigkeitsquote von 21 Prozent. – Herr Kollege Öllinger! (Abg. Öllinger: Ich spreche mit Kollegen Schwimmer!) Sie wissen, daß 21 Prozent eine sehr hohe Jugendarbeitslosigkeitsquote ist.
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt Spitzen: Italien mit über 30 Prozent, Finnland mit über 23 Prozent, Großbritannien mit 14,9 Prozent. Gott sei Dank gibt es in Österreich nur rund 4 Prozent. Zweifellos ist ein wesentlicher Grund dafür darin zu sehen, daß es durch die duale Berufsausbildung möglich ist, den jungen Menschen nach der Pflichtschule in eine Ausbildung hineinzuführen, in der zwei Seiten, nämlich der betriebliche und der schulische Ast, ideal kombiniert werden, durch die er eine gute Grundlage für sein künftiges Berufsleben erwerben kann. Deswegen sagen wir ein eindeutiges Ja zu jeder Verbesserung der dualen Berufsausbildung. Und außerdem wird das, was wir hier heute diskutieren, sicherlich nicht die letzte Verbesserung sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
All denjenigen, die sich im Laufe der letzten Jahre an dieser Diskussion beteiligt haben, die sich den jeweiligen Vorschlägen im positiven Sinne, also verbessernd, gestellt haben, möchte ich als Obmann des Unterrichtsausschusses dafür ein recht herzliches Danke sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich meine, daß diese Beschlußfassung einen ganz wesentlichen Durchbruch bei der Zielsetzung, unser Bildungssystems durchlässig zu machen, darstellt. Deswegen sagen wir auch ein klares Ja dazu. Durchlässigkeit im Bildungssystem ist ein hohes Ziel, das wir jeweils anzustreben haben und mit dem heutigen Beschluß auch erreichen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sind in einer demokratischen Gesellschaft aufgefordert, eine Chancengesellschaft zu sein. Wir sagen deswegen zu der Möglichkeit dieser Berufsreifeprüfung ein eindeutiges Ja. Ich hoffe, daß möglichst viele in diesem Hohen Haus auch mit voller Überzeugung ja zu dieser neuen Möglichkeit, zur Matura zu kommen, sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Frau Bundesminister! Zunächst möchte ich mich bei Ihnen für eine Wortmeldung von gestern, als ich Sie, provoziert durch Dr. Khol, wieder in die Schule rückversetzt habe, entschuldigen. Es steht mir nicht zu, das zu sagen. Es tut mir leid. Ich bitte Sie, meine Entschuldigung anzunehmen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie beim Liberalen Forum.)
Abg. Öllinger: Herr Kollege! Sie sollten den Ordner schnell zurückgeben! Das ist wirklich sonderbar, daß Sie diesen Ordner haben!
Negative Stellungnahmen kamen aber auch von den Gymnasien für Berufstätige. Verehrte Frau Bundesminister! Hand aufs Herz! Ich habe wirklich das Gefühl, daß die Gymnasien für Berufstätige das eigentliche Ziel dieses Gesetzes sind: Diese sollen nämlich ausgehungert werden. Sie sind sündteuer; das sei zugegeben. Sie sind aber eine wohldurchdachte, wohlfunktionierende Einrichtung, die, wie bereits erwähnt, zugegebenermaßen viel kostet. Doch mit dieser als Schmalspurlösung anzusehenden Regelung, der Sie heute zustimmen werden, werden Sie mit Sicherheit die Berufsschulen auf lange Sicht untergraben. (Abg. Öllinger: Herr Kollege! Sie sollten den Ordner schnell zurückgeben! Das ist wirklich sonderbar, daß Sie diesen Ordner haben!)
Abg. Dr. Gredler: Das ist nicht Eigentum Ihrer Partei, sondern gehört der Uni!
Ich habe keine einzige Zeile aus diesem Ordner zitiert. Ich wollte mit dem Umfang nur darstellen ... (Abg. Dr. Gredler: Das ist nicht Eigentum Ihrer Partei, sondern gehört der Uni!) Ich halte das aus, liebe Frau Dr. Gredler! Auch Sie werden es aushalten, wenn hier ein Ordner liegt, in dem Schicksale aufgelistet sind, Schicksale von Personen, die über den zweiten Bildungsweg an Universitäten gelandet und dort zu einer höheren Bildung gelangt sind. Daran sehe ich nichts Negatives! (Abg. Öllinger: Sie sind FPÖ-Mandatar! – Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Gredler. ) Ich weiß nicht, was Sie da herauslesen.
Abg. Öllinger: Sie sind FPÖ-Mandatar! – Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Gredler.
Ich habe keine einzige Zeile aus diesem Ordner zitiert. Ich wollte mit dem Umfang nur darstellen ... (Abg. Dr. Gredler: Das ist nicht Eigentum Ihrer Partei, sondern gehört der Uni!) Ich halte das aus, liebe Frau Dr. Gredler! Auch Sie werden es aushalten, wenn hier ein Ordner liegt, in dem Schicksale aufgelistet sind, Schicksale von Personen, die über den zweiten Bildungsweg an Universitäten gelandet und dort zu einer höheren Bildung gelangt sind. Daran sehe ich nichts Negatives! (Abg. Öllinger: Sie sind FPÖ-Mandatar! – Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Gredler. ) Ich weiß nicht, was Sie da herauslesen.
Abg. Dr. Gredler: Das ist geschmacklos!
Ich stelle Ihnen diesen Ordner nicht zur Verfügung, sein Inhalt wird auch nicht im Protokoll abgedruckt. Er sollte nur vom Umfang her darstellen, daß es sich bei diesem Gesetz um keine Neuerungen handelt – das hat Kollege Höchtl soeben festgestellt –, sondern daß es lediglich eine Fortsetzung von bereits bestehenden, durchaus praktikablen und gelungenen Einrichtungen darstellt. (Abg. Dr. Gredler: Das ist geschmacklos!)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Öllinger. ) Ich bitte Sie, sich zu beruhigen. Wir werden ja aus dem Protokoll erfahren, was Sie an Anklage vorzubringen haben. (Abg. Dr. Gredler: Das ist es ja, was sensibel ist!) Nehmen Sie zur Kenntnis: Dieser Ordner enthält Berichte über menschliche Schicksale, die in den meisten Fällen positiv ausgegangen sind! Sie werden keinen Blick hineinwerfen! Wenn Sie der Umfang schreckt, dann müssen Sie damit leben. (Abg. Dr. Gredler: Ich will ja nicht! Ich meine, daß Sie eigentlich ein Vorrecht haben, denn das ist nicht Ihrer Fraktion zur Verfügung gestellt worden, sondern der Universität! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Er verwendet es ja gar nicht! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Gredler: Das ist es ja, was sensibel ist!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Öllinger. ) Ich bitte Sie, sich zu beruhigen. Wir werden ja aus dem Protokoll erfahren, was Sie an Anklage vorzubringen haben. (Abg. Dr. Gredler: Das ist es ja, was sensibel ist!) Nehmen Sie zur Kenntnis: Dieser Ordner enthält Berichte über menschliche Schicksale, die in den meisten Fällen positiv ausgegangen sind! Sie werden keinen Blick hineinwerfen! Wenn Sie der Umfang schreckt, dann müssen Sie damit leben. (Abg. Dr. Gredler: Ich will ja nicht! Ich meine, daß Sie eigentlich ein Vorrecht haben, denn das ist nicht Ihrer Fraktion zur Verfügung gestellt worden, sondern der Universität! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Er verwendet es ja gar nicht! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Gredler: Ich will ja nicht! Ich meine, daß Sie eigentlich ein Vorrecht haben, denn das ist nicht Ihrer Fraktion zur Verfügung gestellt worden, sondern der Universität! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Er verwendet es ja gar nicht! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Öllinger. ) Ich bitte Sie, sich zu beruhigen. Wir werden ja aus dem Protokoll erfahren, was Sie an Anklage vorzubringen haben. (Abg. Dr. Gredler: Das ist es ja, was sensibel ist!) Nehmen Sie zur Kenntnis: Dieser Ordner enthält Berichte über menschliche Schicksale, die in den meisten Fällen positiv ausgegangen sind! Sie werden keinen Blick hineinwerfen! Wenn Sie der Umfang schreckt, dann müssen Sie damit leben. (Abg. Dr. Gredler: Ich will ja nicht! Ich meine, daß Sie eigentlich ein Vorrecht haben, denn das ist nicht Ihrer Fraktion zur Verfügung gestellt worden, sondern der Universität! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Er verwendet es ja gar nicht! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.)
Abg. Mag. Posch: Das ist nicht lächerlich!
Ich halte diesen Einwand für lächerlich! (Abg. Mag. Posch: Das ist nicht lächerlich!) Es gibt viele Fakten und Daten, die Sie nicht unmittelbar zugespielt bekommen haben, sondern über sekundäre Zitationen hier preisgegeben werden. Also ich sehe überhaupt kein Problem darin. Aber noch einmal: Leben Sie damit, machen Sie aus dieser Tatsache, was immer Sie wollen! (Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Das sind Sorgen!)
Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Das sind Sorgen!
Ich halte diesen Einwand für lächerlich! (Abg. Mag. Posch: Das ist nicht lächerlich!) Es gibt viele Fakten und Daten, die Sie nicht unmittelbar zugespielt bekommen haben, sondern über sekundäre Zitationen hier preisgegeben werden. Also ich sehe überhaupt kein Problem darin. Aber noch einmal: Leben Sie damit, machen Sie aus dieser Tatsache, was immer Sie wollen! (Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Das sind Sorgen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sei es drum, wie immer sich das von Ihnen zu beschließende Gesetz auswirkt, wir halten es in der vorgelegten Form für nicht notwendig. Wir trauen den Universitäten zu, daß sie über die derzeitigen Eingangsprüfungen die Aufnahme für ihre Universitäten ausreichend gut gestalten. Wir halten es für überflüssig, da ein weiteres Gesetz additiv zu bestehenden funktionierenden Einrichtungen hinzuzufügen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das gehört nicht zur Geschäftsordnung! Das ist doch kein Geschäftsordnungsantrag! – Abg. Nürnberger: Das ist schon eine starke Begründung!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Antoni. –- Bitte. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das gehört nicht zur Geschäftsordnung! Das ist doch kein Geschäftsordnungsantrag! – Abg. Nürnberger: Das ist schon eine starke Begründung!)
Abg. Mag. Barmüller: Entgegen dem Protokoll meinen Sie was?
Abgeordneter Dr. Dieter Antoni (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich teile die Aufregung, die hier jetzt entstanden ist, an sich nicht. Für das Protokoll möchte ich aber schon festhalten, daß ich gerne fragen möchte, ob es sich dabei um Daten handelt, die an sich von der Datensicherheit her zu schützen sind. (Abg. Mag. Barmüller: Entgegen dem Protokoll meinen Sie was?) Denn persönliche Daten von Studenten, über die eine Universität verfügt, sind allemal zu schützen. Das ist meine persönliche Auffassung. – Soviel dazu. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Jung: Wie können die Daten geschützt und nicht geschützt sein?) Bitte? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat das gar nicht gesagt! Das stimmt nicht!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Jung: Wie können die Daten geschützt und nicht geschützt sein?
Abgeordneter Dr. Dieter Antoni (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich teile die Aufregung, die hier jetzt entstanden ist, an sich nicht. Für das Protokoll möchte ich aber schon festhalten, daß ich gerne fragen möchte, ob es sich dabei um Daten handelt, die an sich von der Datensicherheit her zu schützen sind. (Abg. Mag. Barmüller: Entgegen dem Protokoll meinen Sie was?) Denn persönliche Daten von Studenten, über die eine Universität verfügt, sind allemal zu schützen. Das ist meine persönliche Auffassung. – Soviel dazu. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Jung: Wie können die Daten geschützt und nicht geschützt sein?) Bitte? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat das gar nicht gesagt! Das stimmt nicht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat das gar nicht gesagt! Das stimmt nicht!
Abgeordneter Dr. Dieter Antoni (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich teile die Aufregung, die hier jetzt entstanden ist, an sich nicht. Für das Protokoll möchte ich aber schon festhalten, daß ich gerne fragen möchte, ob es sich dabei um Daten handelt, die an sich von der Datensicherheit her zu schützen sind. (Abg. Mag. Barmüller: Entgegen dem Protokoll meinen Sie was?) Denn persönliche Daten von Studenten, über die eine Universität verfügt, sind allemal zu schützen. Das ist meine persönliche Auffassung. – Soviel dazu. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Jung: Wie können die Daten geschützt und nicht geschützt sein?) Bitte? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat das gar nicht gesagt! Das stimmt nicht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Eure Sorgen möchte ich haben!
Ich habe das für das Protokoll gesagt. Der Herr Präsident hat gesagt, er kenne den Ordner nicht. Aber das kann man ja wahrscheinlich überprüfen. Ich darf ersuchen, meine Redezeit ausschöpfen zu dürfen, damit meine Kollegen auch zu Wort kommen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Eure Sorgen möchte ich haben!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine, daß die Berufsreifeprüfung, generell gesehen, für eine weitere Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich von Bedeutung ist. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Niederwieser: Sie waren ja nicht da!
Meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien! Sie sind an der Regierung und gestalten momentan die gesetzliche Basis in diesem Land mit Ihrer Mehrheit. Warum setzen wir uns nicht zusammen und besprechen, ob im Unterrichtsausschuß unter der Federführung der Frau Bundesministerin oder im Wirtschaftsausschuß unter der Federführung des Herrn Ministers Farnleitner ... (Abg. Dr. Niederwieser: Sie waren ja nicht da!) Ich nehme diesen Zwischenruf zur Kenntnis, antworte aber nicht darauf! Einverstanden? – Gut!
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Ich habe nicht vor, die Festung zehnmal zu berennen! Eigentlich habe eher das Gefühl, daß wir offene Schwingtüren einrennen. Warum setzten wir das nicht um? Aber der mudos procedendi in diesem Lande wird eben so sein, daß wir die Damen und Herren von der Sozialdemokratischen Partei und die Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei bitten müssen, zu Gesprächen darüber einzuladen. Wenn Sie unsere Anträge dabei stören, weil sie von der Opposition kommen, dann vergessen Sie diese und bringen eigene ein! Wir stimmen auch denen zu! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Schaffenrath: Die kann er auch durch Vorprüfungen nachbringen!
Die Freiheitlichen verleihen in ihrem Abänderungsantrag der Meinung Ausdruck, daß die Studienberechtigungsprüfung der einfachere Weg ist. – Ich halte dem entgegen, daß dem nicht so ist. Denn wie schaut es aus, wenn ein Tischlermeister Jus studieren will? – Er braucht, um zur Studienberechtigungsprüfung zugelassen zu werden, eine einschlägige Vorbildung. (Abg. Schaffenrath: Die kann er auch durch Vorprüfungen nachbringen!) Ja, aber wie holt er sich diese? – Er besucht als außerordentlicher Hörer Vorlesungen an der Universität und legt Prüfungen über das Gehörte ab. Das zählt dann als einschlägige Vorbildung, hat aber mit seiner ursprünglichen Ausbildung nichts zu tun. Daher enthält das Berufsreifeprüfungsgesetz die klarste Durchlässigkeit, die denkbar ist. Es wird nämlich dort angesetzt, wo jemand seine Berufsausbildung abgeschlossen hat. Wenn jemand die Meisterprüfung abgeschlossen hat, kann er sich den fachpraktischen Teil ersparen und in den allgemeinbildenden Fächern eine allgemeine Hochschulreife erreichen. Diese Durchlässigkeit ist daher die effizienteste, und die anderen Möglichkeiten bleiben erhalten. (Abg. Schaffenrath: Aber nicht ohne Begleitmaßnahmen!)
Abg. Schaffenrath: Aber nicht ohne Begleitmaßnahmen!
Die Freiheitlichen verleihen in ihrem Abänderungsantrag der Meinung Ausdruck, daß die Studienberechtigungsprüfung der einfachere Weg ist. – Ich halte dem entgegen, daß dem nicht so ist. Denn wie schaut es aus, wenn ein Tischlermeister Jus studieren will? – Er braucht, um zur Studienberechtigungsprüfung zugelassen zu werden, eine einschlägige Vorbildung. (Abg. Schaffenrath: Die kann er auch durch Vorprüfungen nachbringen!) Ja, aber wie holt er sich diese? – Er besucht als außerordentlicher Hörer Vorlesungen an der Universität und legt Prüfungen über das Gehörte ab. Das zählt dann als einschlägige Vorbildung, hat aber mit seiner ursprünglichen Ausbildung nichts zu tun. Daher enthält das Berufsreifeprüfungsgesetz die klarste Durchlässigkeit, die denkbar ist. Es wird nämlich dort angesetzt, wo jemand seine Berufsausbildung abgeschlossen hat. Wenn jemand die Meisterprüfung abgeschlossen hat, kann er sich den fachpraktischen Teil ersparen und in den allgemeinbildenden Fächern eine allgemeine Hochschulreife erreichen. Diese Durchlässigkeit ist daher die effizienteste, und die anderen Möglichkeiten bleiben erhalten. (Abg. Schaffenrath: Aber nicht ohne Begleitmaßnahmen!)
Abg. Schaffenrath: So ist es!
Ich glaube, daß es uns mit dieser Berufsreifeprüfung auch gelingen wird, den enormen Druck zu beseitigen, der insbesondere auf den Absolventen der AHS-Unterstufe und der für sie Verantwortlichen lastet. Denn heute ist bei der Entscheidung, ob ein Kind eine weiterführende Schule oder eine Lehre besuchen soll, der gesellschaftliche Druck so stark, daß die Kinder mit aller Gewalt in höhere Schulen gedrängt werden und dann sehr oft an diesem System scheitern, weil dieser Zugang nicht der ihre ist, weil sie eher praxisorientiert sind und vielleicht in der Theorie in dieser Phase ihres Lebens noch Probleme haben. Daher ist es durchaus sinnvoll, die offensichtliche Durchlässigkeit, die jetzt mit der Berufsreifeprüfung ermöglicht wird, zu gewähren. Damit werden die Eltern von dem Druck befreit, unter dem sie bei der Ausbildungsentscheidung für ihre Kinder oft stehen, weil sie sich den späteren Vorwurf ersparen möchten, ihren Kindern nicht alle Möglichkeiten geboten zu haben. (Abg. Schaffenrath: So ist es!)
Abg. Schaffenrath: Jetzt bin ich aber gespannt!
Frau Kollegin Schaffenrath! Sie haben zuvor gesagt, daß wir mit der Berufsreifeprüfung das Problem im Lehrlingsbereich nicht lösen werden. Da gebe ich Ihnen recht! (Abg. Schaffenrath: Jetzt bin ich aber gespannt!) Darum haben wir uns auch nicht auf diese eine Maßnahme beschränkt, sondern haben auch im Kinder- und Jugendschutzgesetz und im Ausbildungsgesetz entsprechende Maßnahmen getroffen. Es wurden Maßnahmen getroffen, von der Schaffung der Berufsreifeprüfung bis etwa zu Schaffung der Möglichkeit, daß Lehranfänger mit einem Mofa fahren dürfen, um zum Betriebsort zu gelangen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Kollegin Schaffenrath! Sie haben zuvor gesagt, daß wir mit der Berufsreifeprüfung das Problem im Lehrlingsbereich nicht lösen werden. Da gebe ich Ihnen recht! (Abg. Schaffenrath: Jetzt bin ich aber gespannt!) Darum haben wir uns auch nicht auf diese eine Maßnahme beschränkt, sondern haben auch im Kinder- und Jugendschutzgesetz und im Ausbildungsgesetz entsprechende Maßnahmen getroffen. Es wurden Maßnahmen getroffen, von der Schaffung der Berufsreifeprüfung bis etwa zu Schaffung der Möglichkeit, daß Lehranfänger mit einem Mofa fahren dürfen, um zum Betriebsort zu gelangen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Schaffenrath: Zu wenige!
Eine Fülle von Maßnahmen greift jetzt beziehungsweise wird sinnvoll greifen. (Abg. Schaffenrath: Zu wenige!) Ich hoffe im Interesse der Jugend und im Interesse der Lehrlinge, daß wir recht behalten und Sie unrecht haben! (Abg. Schaffenrath: Das wünsche ich Ihnen sogar!)
Abg. Schaffenrath: Das wünsche ich Ihnen sogar!
Eine Fülle von Maßnahmen greift jetzt beziehungsweise wird sinnvoll greifen. (Abg. Schaffenrath: Zu wenige!) Ich hoffe im Interesse der Jugend und im Interesse der Lehrlinge, daß wir recht behalten und Sie unrecht haben! (Abg. Schaffenrath: Das wünsche ich Ihnen sogar!)
Abg. Schaffenrath: Stimmen Sie dem Antrag doch zu!
An dieser Stelle möchte ich sagen, daß Ihr Abänderungsantrag nicht uninteressant ist. Wir haben im Ausschuß auch sehr lange und ausführlich darüber diskutiert, welche Möglichkeiten der Anrechnung und Zuerkennung es noch gäbe, und es wäre natürlich schön gewesen, wenn Sie – diesen Vorwurf können wir Ihnen nicht ersparen – im Ausschuß gewesen wären und dort konstruktiv Ihren Beitrag geleistet hätten! (Abg. Schaffenrath: Stimmen Sie dem Antrag doch zu!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich lade auch die Freiheitlichen ein, sich das noch einmal zu überlegen. Vielleicht tut sich dann auch Ihr Bundesobmann auf heißen Stühlen in diversen Discotheken, wo er meint, besonders lehrlingsfreundlich agieren zu müssen, etwas leichter, den Jugendlichen, anstatt ihnen die angeblich so komplizierte Studienberechtigungsprüfung schmackhaft zu machen, zu signalisieren, daß sie den Weg der Berufsreifeprüfung wählen können und daß die Lehrausbildung und die damit verbundene – wenn man sie machen will – Meisterprüfung der Matura gleichgestellt sind. Das ist von der Wertigkeit ganz besonders wichtig, und das erreichen wir mit diesem Bundesgesetz! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Jung: Sie haben viele Probleme!
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Die Vertreter der beiden Regierungsparteien haben ein Problem (Abg. Jung: Sie haben viele Probleme!) : Anstatt daß sie Bildungs- und Berufschancen für Jugendliche schaffen, schaffen Sie neue Gesetze! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es wird jetzt wieder ein Gesetz ins Leben gerufen, das nicht mit Leben erfüllt werden kann.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Die Vertreter der beiden Regierungsparteien haben ein Problem (Abg. Jung: Sie haben viele Probleme!) : Anstatt daß sie Bildungs- und Berufschancen für Jugendliche schaffen, schaffen Sie neue Gesetze! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es wird jetzt wieder ein Gesetz ins Leben gerufen, das nicht mit Leben erfüllt werden kann.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich meine, daß in der Entwicklung der Berufsausbildung eine neue Qualität Platz greifen muß. Zunächst ist ein Durchforsten der Lehrpläne auf Sinnhaftigkeit und Zweckmäßigkeit notwendig. Ferner muß auf die beiden so wesentlichen Komponenten, nämlich auf das Lebenseinkommen und das Sozialprestige der einzelnen Auszubildenden, Rücksicht genommen werden. Warten auf ein Wunder ist zuwenig. Ich meine, es sollte zu mehr Attraktivität der Ausbildung und der damit verbundenen Berufsaussichten kommen. Diese können wir durch bessere Angebote, jedoch nicht durch neue Gesetzte schaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Grabner: Hört! Hört!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Herr Abgeordneter Gaugg! Ich stelle der Geschäftsordnung gemäß fest, daß Sie den Abänderungsantrag in den wesentlichen Punkten nicht erläutert haben. Es wird daher Aufgabe des freiheitlichen Klubs sein, dieses Manko durch einen anderen Redner wettzumachen. (Abg. Grabner: Hört! Hört!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, daß über 50 Prozent der Maturanten und Maturantinnen über den Weg der Hauptschule zur Matura kommen! Die Hauptschule ist also eine gute Schule, sie ist keineswegs eine Einbahn oder eine Sackgasse, sondern läßt alle Chancen und Möglichkeiten offen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Die Berufsreifeprüfung, die wir heute beschließen, stellt für mich – um bei einer modernen Diktion zu bleiben – einen Lückenschluß bei der Durchlässigkeit dar. Sie ist eine Anerkennung der im Beruf erworbenen Schlüsselqualifikationen, und sie ist auch ein weiterer Schritt zur Anerkennung von vorhandenen Fähigkeiten und von vorhandenem Wissen. Wenn wir alle zusammen die Möglichkeiten, die mit der Berufsreifeprüfung verbunden sind, positiv ausbauen, dann wird diese Berufsreifeprüfung sicher zu einer Aufwertung der Lehrberufe in der Öffentlichkeit, vor allem bei den Eltern, ganz entscheidend beitragen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Jung: Wer wir?
Herr Präsident! Wir sind uns soweit einig (Abg. Jung: Wer wir?) – wir werden gleich sehen, ob euer Erinnerungsvermögen auch so gut ist –, daß Kollege Grollitsch gesagt hat – nicht ganz wörtlich –, es handle sich dabei um einen Ordner, den ihm Herr Präsident Brauneder, der an der Universität für die Studienberechtigungsprüfung zuständig ist, zur Verfügung gestellt habe. Er enthält Leute, die um die Studienberechtigungsprüfung angesucht haben. (Abg. Jung: Die Leute nicht!) Die Akten der Leute, die Ansuchen der Leute, die Schicksale der Leute. (Abg. Jung: Schicksale nicht!) Davon hat er gesprochen. Sind wir uns soweit einig?
Abg. Jung: Die Leute nicht!
Herr Präsident! Wir sind uns soweit einig (Abg. Jung: Wer wir?) – wir werden gleich sehen, ob euer Erinnerungsvermögen auch so gut ist –, daß Kollege Grollitsch gesagt hat – nicht ganz wörtlich –, es handle sich dabei um einen Ordner, den ihm Herr Präsident Brauneder, der an der Universität für die Studienberechtigungsprüfung zuständig ist, zur Verfügung gestellt habe. Er enthält Leute, die um die Studienberechtigungsprüfung angesucht haben. (Abg. Jung: Die Leute nicht!) Die Akten der Leute, die Ansuchen der Leute, die Schicksale der Leute. (Abg. Jung: Schicksale nicht!) Davon hat er gesprochen. Sind wir uns soweit einig?
Abg. Jung: Schicksale nicht!
Herr Präsident! Wir sind uns soweit einig (Abg. Jung: Wer wir?) – wir werden gleich sehen, ob euer Erinnerungsvermögen auch so gut ist –, daß Kollege Grollitsch gesagt hat – nicht ganz wörtlich –, es handle sich dabei um einen Ordner, den ihm Herr Präsident Brauneder, der an der Universität für die Studienberechtigungsprüfung zuständig ist, zur Verfügung gestellt habe. Er enthält Leute, die um die Studienberechtigungsprüfung angesucht haben. (Abg. Jung: Die Leute nicht!) Die Akten der Leute, die Ansuchen der Leute, die Schicksale der Leute. (Abg. Jung: Schicksale nicht!) Davon hat er gesprochen. Sind wir uns soweit einig?
Abg. Dr. Karlsson: Ungeheuerlich!
Ich frage mich nun, wie dieser Ordner, den er danach wieder hinausgetragen hat und der dann von einem Ihrer Klubmitarbeiter wahrscheinlich in den Klub verbracht wurde, hierherkommt und als Argumentationsunterlage einer Partei in einer Auseinandersetzung um dieses Gesetz dienen kann. Wie gibt es das? (Abg. Dr. Karlsson: Ungeheuerlich!) Das war entweder ein großer "Schmäh" des Kollegen Grollitsch – wäre ja auch möglich –, oder es ist ein Mißbrauch öffentlicher Akten für Parteizwecke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und des Liberalen Forums.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und des Liberalen Forums.
Ich frage mich nun, wie dieser Ordner, den er danach wieder hinausgetragen hat und der dann von einem Ihrer Klubmitarbeiter wahrscheinlich in den Klub verbracht wurde, hierherkommt und als Argumentationsunterlage einer Partei in einer Auseinandersetzung um dieses Gesetz dienen kann. Wie gibt es das? (Abg. Dr. Karlsson: Ungeheuerlich!) Das war entweder ein großer "Schmäh" des Kollegen Grollitsch – wäre ja auch möglich –, oder es ist ein Mißbrauch öffentlicher Akten für Parteizwecke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und des Liberalen Forums.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Nowotny: Richtig! – Rufe bei der SPÖ: So ist es!
Es geht doch dabei um folgendes: Jemand, der einem Universitätsorgan einen Brief mit einem Ansuchen und seinem persönlichen Lebensweg schreibt, muß sich doch darauf verlassen können, daß diese seine Daten nicht auf einmal im FPÖ-Klub liegen. Kapieren Sie das nicht? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Nowotny: Richtig! – Rufe bei der SPÖ: So ist es!)
Abg. Dr. Mertel: Ist!
Wenn Frau Partik-Pablé, die in der Justiz tätig war (Abg. Dr. Mertel: Ist!) , dann auch noch fragt, was wir denn daran finden würden und was denn das solle, dann frage ich mich schon: Welche Qualifikation haben Sie überhaupt? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich sitze ja nicht als Richterin hier!) Wir müssen feststellen, daß, wenn Sie in diesem Staat das Sagen hätten, mit den Akten der Bürger wohl noch viel Schlimmeres passieren würde. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Gott sei Dank stellen Sie meine Qualifikation als Richterin nicht fest!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich sitze ja nicht als Richterin hier!
Wenn Frau Partik-Pablé, die in der Justiz tätig war (Abg. Dr. Mertel: Ist!) , dann auch noch fragt, was wir denn daran finden würden und was denn das solle, dann frage ich mich schon: Welche Qualifikation haben Sie überhaupt? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich sitze ja nicht als Richterin hier!) Wir müssen feststellen, daß, wenn Sie in diesem Staat das Sagen hätten, mit den Akten der Bürger wohl noch viel Schlimmeres passieren würde. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Gott sei Dank stellen Sie meine Qualifikation als Richterin nicht fest!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Gott sei Dank stellen Sie meine Qualifikation als Richterin nicht fest!
Wenn Frau Partik-Pablé, die in der Justiz tätig war (Abg. Dr. Mertel: Ist!) , dann auch noch fragt, was wir denn daran finden würden und was denn das solle, dann frage ich mich schon: Welche Qualifikation haben Sie überhaupt? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich sitze ja nicht als Richterin hier!) Wir müssen feststellen, daß, wenn Sie in diesem Staat das Sagen hätten, mit den Akten der Bürger wohl noch viel Schlimmeres passieren würde. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Gott sei Dank stellen Sie meine Qualifikation als Richterin nicht fest!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Na selbstverständlich! Sie haben es ja gesagt! Streiten Sie es jetzt nicht ab!
Ich habe nicht Ihre Qualifikation als Richterin angesprochen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Na selbstverständlich! Sie haben es ja gesagt! Streiten Sie es jetzt nicht ab!), sondern ich habe gesagt, daß ich mich darüber wundere, daß Sie als Richterin an so einem Mißbrauch nichts finden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben gesagt, wo meine Qualifikation liegt! Sie vermischen alles!) Seien Sie froh, wenn Sie diesen Akt nicht auf den Tisch bekommen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie vermischen Politik und Beruf! Passen Sie auf, was Sie sagen!) Es wäre durchaus möglich, daß Sie diesen Akt wegen Mißbrauchs von Daten auf den Tisch bekommen. (Abg. Jung: Wo sind denn Daten überhaupt verwendet worden? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Die Tatsache, daß diese Daten und diese Unterlagen in Ihrem Klub liegen, ist schlimm genug. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ein schäbiger Denunziant sind Sie! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.) Das sollten Sie schön langsam einsehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Bei uns hat sich noch keiner verkabeln lassen, Herr Kollege! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was fällt Ihnen ein, meine Qualifikation als Richterin hier zur Debatte zu stellen?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben gesagt, wo meine Qualifikation liegt! Sie vermischen alles!
Ich habe nicht Ihre Qualifikation als Richterin angesprochen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Na selbstverständlich! Sie haben es ja gesagt! Streiten Sie es jetzt nicht ab!), sondern ich habe gesagt, daß ich mich darüber wundere, daß Sie als Richterin an so einem Mißbrauch nichts finden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben gesagt, wo meine Qualifikation liegt! Sie vermischen alles!) Seien Sie froh, wenn Sie diesen Akt nicht auf den Tisch bekommen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie vermischen Politik und Beruf! Passen Sie auf, was Sie sagen!) Es wäre durchaus möglich, daß Sie diesen Akt wegen Mißbrauchs von Daten auf den Tisch bekommen. (Abg. Jung: Wo sind denn Daten überhaupt verwendet worden? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Die Tatsache, daß diese Daten und diese Unterlagen in Ihrem Klub liegen, ist schlimm genug. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ein schäbiger Denunziant sind Sie! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.) Das sollten Sie schön langsam einsehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Bei uns hat sich noch keiner verkabeln lassen, Herr Kollege! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was fällt Ihnen ein, meine Qualifikation als Richterin hier zur Debatte zu stellen?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie vermischen Politik und Beruf! Passen Sie auf, was Sie sagen!
Ich habe nicht Ihre Qualifikation als Richterin angesprochen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Na selbstverständlich! Sie haben es ja gesagt! Streiten Sie es jetzt nicht ab!), sondern ich habe gesagt, daß ich mich darüber wundere, daß Sie als Richterin an so einem Mißbrauch nichts finden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben gesagt, wo meine Qualifikation liegt! Sie vermischen alles!) Seien Sie froh, wenn Sie diesen Akt nicht auf den Tisch bekommen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie vermischen Politik und Beruf! Passen Sie auf, was Sie sagen!) Es wäre durchaus möglich, daß Sie diesen Akt wegen Mißbrauchs von Daten auf den Tisch bekommen. (Abg. Jung: Wo sind denn Daten überhaupt verwendet worden? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Die Tatsache, daß diese Daten und diese Unterlagen in Ihrem Klub liegen, ist schlimm genug. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ein schäbiger Denunziant sind Sie! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.) Das sollten Sie schön langsam einsehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Bei uns hat sich noch keiner verkabeln lassen, Herr Kollege! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was fällt Ihnen ein, meine Qualifikation als Richterin hier zur Debatte zu stellen?)
Abg. Jung: Wo sind denn Daten überhaupt verwendet worden? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich habe nicht Ihre Qualifikation als Richterin angesprochen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Na selbstverständlich! Sie haben es ja gesagt! Streiten Sie es jetzt nicht ab!), sondern ich habe gesagt, daß ich mich darüber wundere, daß Sie als Richterin an so einem Mißbrauch nichts finden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben gesagt, wo meine Qualifikation liegt! Sie vermischen alles!) Seien Sie froh, wenn Sie diesen Akt nicht auf den Tisch bekommen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie vermischen Politik und Beruf! Passen Sie auf, was Sie sagen!) Es wäre durchaus möglich, daß Sie diesen Akt wegen Mißbrauchs von Daten auf den Tisch bekommen. (Abg. Jung: Wo sind denn Daten überhaupt verwendet worden? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Die Tatsache, daß diese Daten und diese Unterlagen in Ihrem Klub liegen, ist schlimm genug. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ein schäbiger Denunziant sind Sie! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.) Das sollten Sie schön langsam einsehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Bei uns hat sich noch keiner verkabeln lassen, Herr Kollege! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was fällt Ihnen ein, meine Qualifikation als Richterin hier zur Debatte zu stellen?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ein schäbiger Denunziant sind Sie! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.
Ich habe nicht Ihre Qualifikation als Richterin angesprochen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Na selbstverständlich! Sie haben es ja gesagt! Streiten Sie es jetzt nicht ab!), sondern ich habe gesagt, daß ich mich darüber wundere, daß Sie als Richterin an so einem Mißbrauch nichts finden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben gesagt, wo meine Qualifikation liegt! Sie vermischen alles!) Seien Sie froh, wenn Sie diesen Akt nicht auf den Tisch bekommen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie vermischen Politik und Beruf! Passen Sie auf, was Sie sagen!) Es wäre durchaus möglich, daß Sie diesen Akt wegen Mißbrauchs von Daten auf den Tisch bekommen. (Abg. Jung: Wo sind denn Daten überhaupt verwendet worden? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Die Tatsache, daß diese Daten und diese Unterlagen in Ihrem Klub liegen, ist schlimm genug. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ein schäbiger Denunziant sind Sie! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.) Das sollten Sie schön langsam einsehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Bei uns hat sich noch keiner verkabeln lassen, Herr Kollege! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was fällt Ihnen ein, meine Qualifikation als Richterin hier zur Debatte zu stellen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Bei uns hat sich noch keiner verkabeln lassen, Herr Kollege! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was fällt Ihnen ein, meine Qualifikation als Richterin hier zur Debatte zu stellen?
Ich habe nicht Ihre Qualifikation als Richterin angesprochen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Na selbstverständlich! Sie haben es ja gesagt! Streiten Sie es jetzt nicht ab!), sondern ich habe gesagt, daß ich mich darüber wundere, daß Sie als Richterin an so einem Mißbrauch nichts finden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben gesagt, wo meine Qualifikation liegt! Sie vermischen alles!) Seien Sie froh, wenn Sie diesen Akt nicht auf den Tisch bekommen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie vermischen Politik und Beruf! Passen Sie auf, was Sie sagen!) Es wäre durchaus möglich, daß Sie diesen Akt wegen Mißbrauchs von Daten auf den Tisch bekommen. (Abg. Jung: Wo sind denn Daten überhaupt verwendet worden? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Die Tatsache, daß diese Daten und diese Unterlagen in Ihrem Klub liegen, ist schlimm genug. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ein schäbiger Denunziant sind Sie! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.) Das sollten Sie schön langsam einsehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Bei uns hat sich noch keiner verkabeln lassen, Herr Kollege! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was fällt Ihnen ein, meine Qualifikation als Richterin hier zur Debatte zu stellen?)
Abg. Dr. Stippel: Das hat er nicht gesagt! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Lesen Sie das Protokoll nach! Dann sehen Sie, was er gesagt hat! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka.
Auch dazu kann ich mir eine Meinung bilden, Frau Kollegin! (Abg. Dr. Stippel: Das hat er nicht gesagt! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Lesen Sie das Protokoll nach! Dann sehen Sie, was er gesagt hat! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka. ) Aber dann sehen Sie auch, was Sie gesagt haben, und im Protokoll wird auch Ihr verharmlosender Zwischenruf aufscheinen, Frau Kollegin. Ich bin gespannt, was Sie dann dazu sagen. (Abg. Dr. Mertel: Das sind nette Worte!)
Abg. Dr. Mertel: Das sind nette Worte!
Auch dazu kann ich mir eine Meinung bilden, Frau Kollegin! (Abg. Dr. Stippel: Das hat er nicht gesagt! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Lesen Sie das Protokoll nach! Dann sehen Sie, was er gesagt hat! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka. ) Aber dann sehen Sie auch, was Sie gesagt haben, und im Protokoll wird auch Ihr verharmlosender Zwischenruf aufscheinen, Frau Kollegin. Ich bin gespannt, was Sie dann dazu sagen. (Abg. Dr. Mertel: Das sind nette Worte!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Kümmern Sie sich um sich selber! Sie sind nicht einmal in der Lage dazu! – Abg. Dr. Karlsson: Denunzieren – mehr können sie nicht!
Ich kümmere mich um das, was hier passiert, und es ist unser Recht und unsere Pflicht als Abgeordnete, uns auch darum zu kümmern, daß Bürger in diese Dinge nicht hineingezogen werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Kümmern Sie sich um sich selber! Sie sind nicht einmal in der Lage dazu! – Abg. Dr. Karlsson: Denunzieren – mehr können sie nicht!) Also
Zwischenruf der Abg. Schaffenrath.
Lassen Sie mich nun aber auf das Berufsreifeprüfungsgesetz zu sprechen kommen. Ich darf mit einem Artikel aus der Zeitschrift des Europäischen Zentrums für Berufsbildung beginnen. Darin wird die Frage gestellt, wie sich das duale Ausbildungssystem attraktiver gestalten läßt. Es gab darüber in Deutschland eine große Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung bei 2 500 Ausbildungsbetrieben. Dabei ist interessant, daß ein wesentlicher Vorschlag, der von rund zwei Drittel dieser Ausbildungsbetriebe als sehr positiv angesehen wurde, der Zugang für Lehrlinge ohne Abitur zu den Hochschulen ist. Das ist ein ganz neuer Artikel! (Zwischenruf der Abg. Schaffenrath. )
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In Deutschland wurde das neu untersucht, und dort beginnt erst jetzt die Diskussion darüber. Wir aber beschließen heute schon ein diesbezügliches Gesetz. Daran erkennt man, daß wir bei den Reformen im berufsbildenden Schulwesen durchaus die Nase vorne haben – auch in Europa! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte diese Gelegenheit des weiteren dazu nützen, darauf hinzuweisen, daß ein ehemaliger Kollege von uns durch die Vorarbeiten, die Kollege Höchtl schon erwähnt hat, einen sehr wesentlichen Beitrag am Zustandekommen dieses Gesetz geleistet hat. Er hat sehr viele Verhandlungen geführt, das Gesetz in seinen Grundzügen aufs Gleis gestellt und bis zum Schluß die Arbeiten begleitet. Kollege Mrkvicka, der unserer Diskussion aufmerksam folgt, war es eigentlich, der die Impulse zu diesem Gesetz gegeben hat! Das möchte ich hier auch erwähnt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Wir sind die Reformpartei!
Auf ein paar Argumente kann ich noch eingehen. Sie meinen, es wäre besser gewesen, die Studienberechtigungsprüfung auszubauen. Das ist, glaube ich, auch der Inhalt Ihres Abänderungsantrages, sofern Sie ihn noch erläutern werden. Dieser Abänderungsantrag beweist, daß letztlich auch die Freiheitliche Partei nicht darum herumkommt, gewisse Reformen über Gesetze machen zu wollen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Wir sind die Reformpartei!) Das wird uns nicht erspart bleiben, auch wenn Kollege Gaugg anderer Meinung ist. (Abg. Jung: Wir werden sicher drankommen, aber Sie werden nicht mehr dort sein!)
Abg. Jung: Wir werden sicher drankommen, aber Sie werden nicht mehr dort sein!
Auf ein paar Argumente kann ich noch eingehen. Sie meinen, es wäre besser gewesen, die Studienberechtigungsprüfung auszubauen. Das ist, glaube ich, auch der Inhalt Ihres Abänderungsantrages, sofern Sie ihn noch erläutern werden. Dieser Abänderungsantrag beweist, daß letztlich auch die Freiheitliche Partei nicht darum herumkommt, gewisse Reformen über Gesetze machen zu wollen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Wir sind die Reformpartei!) Das wird uns nicht erspart bleiben, auch wenn Kollege Gaugg anderer Meinung ist. (Abg. Jung: Wir werden sicher drankommen, aber Sie werden nicht mehr dort sein!)
Abg. Rosenstingl: Sie als Sozialdemokrat sollten von Verkleinerung nicht reden!
Eure großen Sprüche vor der letzten Wahl und danach die Verkleinerung der Fraktion zu beobachten, war wirklich ein Genuß! Wenn man euch vor der letzten Nationalratswahl zugehört hat, hat man den Eindruck gewonnen, die Hälfte des Hauses sei schon euer. (Abg. Rosenstingl: Sie als Sozialdemokrat sollten von Verkleinerung nicht reden!) Auf einmal seid ihr weniger geworden! Wir sind mehr geworden und ihr weniger. Sind wir uns da einig? Ja? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Eure großen Sprüche vor der letzten Wahl und danach die Verkleinerung der Fraktion zu beobachten, war wirklich ein Genuß! Wenn man euch vor der letzten Nationalratswahl zugehört hat, hat man den Eindruck gewonnen, die Hälfte des Hauses sei schon euer. (Abg. Rosenstingl: Sie als Sozialdemokrat sollten von Verkleinerung nicht reden!) Auf einmal seid ihr weniger geworden! Wir sind mehr geworden und ihr weniger. Sind wir uns da einig? Ja? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zur Studienberechtigungsprüfung: Sie ist ein wertvolles Instrument, kein Zweifel. Wir haben auch immer wieder wesentliche Verbesserungen an dieser Studienberechtigungsprüfung angebracht. Sie hat gegenüber der Berufsreifeprüfung allerdings einen entscheidenden Nachteil: Sie berechtigt nur für ein ganz bestimmtes Studium. Man kann zum Beispiel für Medizin, Jus oder was auch immer die Studienberechtigungsprüfung ablegen. Die heute zu beschließende Berufsreifeprüfung bedeutet, daß ein Lehrling oder ein Facharbeiter, der diese Prüfung noch zusätzlich macht, damit einen vollwertigen Zugang zu den Universitäten und Fachhochschulen hat. Das ist ein sehr entscheidender und wichtiger Unterschied, der zeigt, daß wir die Arbeit der Facharbeiter und der Lehrlinge wesentlich höher einschätzen, als Sie das tun. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Jung: Haben Sie das auch aus den Akten entnommen?
Insgesamt läßt sich zu diesem Instrument feststellen, daß das Interesse daran in den Monaten, in denen das diskutiert wurde, vor allem dann, wenn in den Medien darüber berichtet wurde, ungeheuer groß war. Es sind, wie ich gehört habe, Hunderte von Anrufen im Unterrichtsministerium eingegangen, auch in den Schulen und Interessenvertretungen. (Abg. Jung: Haben Sie das auch aus den Akten entnommen?) Ich habe selber eine ganze Reihe von solchen Anrufen beantwortet. Das ist richtig! Das gehört auch zu den Aufgaben eines Abgeordneten, sofern man
Beifall bei der SPÖ.
Diese Berufsreifeprüfung ist ein ganz wichtiges Instrument, denn es wird damit erstmals gezeigt, daß die duale Ausbildung der Facharbeiter, nämlich der praktische Teil einerseits und der Teil in der Berufsschule andererseits, einen echten Wert bekommt. Wer diese Ausbildung absolviert und noch ein paar zusätzliche, nicht leichte Prüfungen ablegt, hat den vollen Zugang zum Studium, dieselben Berechtigungen wie ein Maturant. Diese Aufwertung der Lehre, der Facharbeit haben sich die Menschen verdient, und ich bin sicher, daß das Interesse an dieser neuen Einrichtung sehr groß sein wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Es gab auch in den Bundesländern Gipfelgespräche über Lehrlings- und Jugendbeschäftigung, und auf Bundesebene wurden Lehrlingspakete geschnürt. Zuletzt haben sich die Regierung und die Sozialpartner im Burgenland, in Rust, über ein Lehrlingsbeschäftigungspaket geeinigt. – Ich kann das von dieser Stelle aus nur begrüßen. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend meine ich daher, daß wir auch in Zukunft weitere Maßnahmen setzen müssen, um den Lehrberuf wieder ins richtige Licht zu rücken. Denn gerade die Förderung von Lehrlingen ist eine Investition in das zukünftige Unternehmertum! – Danke schön! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich glaube, daß in der Regierungsklausur von Rust die Budgetwolken, die vor die bildungspolitische Sonne ziehen, ihren Schatten vorausgeworfen haben und es mittel- und langfristig tatsächlich vor allem um Einsparungen geht. Das Resümee eines gelernten Österreichers muß also lauten: Es geht darum, bewährte Institutionen wie die Abendschulen oder andere bildungspolitische Einrichtungen schön langsam zugunsten des WIFI und BFI zu untergraben. Zuerst werden sie weniger Leute haben, damit wird der Bedarf geringer, und irgendwann einmal kann man diese Institutionen getrost zusperren. Da liegt der Hase im Pfeffer! Und dabei wollen wir Freiheitlichen nicht mitmachen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn Ihnen wirklich so sehr an der Weiterentwicklung des Bildungssystems für Berufstätige gelegen ist, schaffen Sie keine neue Institution, sondern stimmen Sie unserem eingebrachten Abänderungsantrag zu! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Einige Abgeordnete zeigen auf, darunter die Abgeordneten Mag. Peter , Rossmann und Steibl.
Abgeordnete Ingrid Tichy-Schreder (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nach all den Diskussionen, die heute geführt wurden, möchte ich Sie fragen: Wie viele von Ihnen in diesem Saal haben jemals Lehrlinge ausgebildet? (Einige Abgeordnete zeigen auf, darunter die Abgeordneten Mag. Peter , Rossmann und Steibl. ) Ich vermute, wenn es viele sind, dann 10 Prozent. (Abg. Ing. Tychtl: Weniger!) Weniger! Ich habe mit 10 Prozent hoch geschätzt.
Abg. Ing. Tychtl: Weniger!
Abgeordnete Ingrid Tichy-Schreder (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nach all den Diskussionen, die heute geführt wurden, möchte ich Sie fragen: Wie viele von Ihnen in diesem Saal haben jemals Lehrlinge ausgebildet? (Einige Abgeordnete zeigen auf, darunter die Abgeordneten Mag. Peter , Rossmann und Steibl. ) Ich vermute, wenn es viele sind, dann 10 Prozent. (Abg. Ing. Tychtl: Weniger!) Weniger! Ich habe mit 10 Prozent hoch geschätzt.
Abg. Dr. Gredler: Doch!
Ich wollte Sie noch etwas fragen: Wie viele Väter und Mütter befinden sich hier unter Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, deren Sohn oder Tochter eine Lehre besucht? – Ich glaube, niemand. (Abg. Dr. Gredler: Doch!) Gott sei Dank! Aber wenn es ein oder zwei Prozent sind, dann ist das viel!
Beifall bei der ÖVP.
Mein nochmaliger Appell an Sie: Denken wir auch an die Anlehre, damit uns ja kein Jugendlicher auf der Straße stehen bleibt! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Fuchs: Ohne Datenweitergabe?
Abgeordneter MMag. Dr. Willi Brauneder (Freiheitliche): Sehr verehrter Herr Präsident! Sehr verehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Ich möchte eingangs unterstreichen, was ein Abgeordneter einer anderen Fraktion liebenswürdigerweise schon betont hat: daß meine Fraktion und auch ich persönlich selbstverständlich für eine Durchlässigkeit des Prüfungs- und Bildungssystems sind! (Abg. Fuchs: Ohne Datenweitergabe?) Selbstverständlich ohne Datenweiter- gabe – diese könnte in keinem Fall in irgendeiner Weise erfolgen! Wir sind für eine Durchlässigkeit des Bildungssystems aus dem einfachen Grunde – das sage ich ergänzend zu den Ausführungen der Redner von meiner Fraktion – , da hiedurch die Universitäten und Hochschulen mehr Nachwuchschancen bekommen, als sie diese bei einem anderen System, etwa einem aus dem 19. Jahrhundert – ich will es einmal als verknöchertes System bezeichnen – , in dem Latein so etwas wie ein Fetisch ist, haben.
Abg. Dr. Niederwieser: Aus dem Jahr 1946!
Ich habe damit Erfahrung, spreche nicht vom grünen Tisch aus. Ich möchte in Erinnerung rufen, daß es schon einmal eine Berufsreifeprüfung gab, genau unter diesem Namen. Ich habe mich kundig gemacht anhand meines mir höchstpersönlich und privat zustehenden, von Ihnen als "ominös" bezeichneten schwarzen Ordners, der natürlich in keiner Weise ein Ordner aus der Universitätsverwaltung ist, sondern ein Ordner, in welchem ich meine persönlichen Aufzeichnungen über diese und jene Berufsreifeprüfung aufbewahre. Und da ich mir gestern diese Unterlagen wieder angesehen habe, weiß ich, daß diese seinerzeitige Berufsreifeprüfung auf einer Verordnung des damaligen Ministers für Kultus und Unterricht aus dem Jahr 1947, wie ich meine, beruhte. (Abg. Dr. Niederwieser: Aus dem Jahr 1946!) Danke! Sie wurde also im Jahr 1946 erlassen.
Abg. Dr. Gredler: Waren Privatdaten in dem Ordner oder nicht?
Die Universität hat davon auch profitiert, und zwar deswegen, weil das auch eine Motivation für die anderen Studierenden war. Dies beinhaltete sogar eine Motivation – ich will Ihnen das nicht verschweigen – zur Schaffung einer neuen Unterrichtsform: So habe ich etwa für eine Gruppe von Berufstätigen in St. Pölten in der Landeskrankenpflegeschule eine Pflichtübung aus einem juristischen Fach abgehalten, weil auch Krankenschwestern daran interessiert waren. Ich halte daher die Durchlässigkeit dieses Prüfungssystems für optimal! (Abg. Dr. Gredler: Waren Privatdaten in dem Ordner oder nicht?) Bitte? – Es befanden sich ausschließlich meine privaten Aufzeichnungen darin, unter anderem auch Kopien dieser Verordnung aus dem Jahr 1946. Ich kann einen Ordner, welcher der Universitätsverwaltung zusteht, überhaupt nicht für mich in Anspruch nehmen. Ich weiß nicht einmal, wo die Ordner aufbewahrt werden, und würde auch nie einen bekommen.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Eine Verordnung wird wohl auch die F-Klubräume sehen dürfen!
Ich kann Ihnen noch eine Versicherung geben: Dieses mein Privateigentum hat auch die F-Klubräume – denn das hat irgend jemand von Ihnen behauptet – weder von außen noch von innen gesehen, sondern ausschließlich mein Büro mit den Fenstern auf die Ringstraße. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Eine Verordnung wird wohl auch die F-Klubräume sehen dürfen!) Und es hat auch keiner meiner Mitarbeiter Einsicht in diesen Ordner genommen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zweitens würde ich mir wünschen, daß die Prüfungstaxen gestrichen werden. Daher möchte ich Herrn Abgeordneten Öllinger ankündigen, daß ich meiner Fraktion empfehle, seinem Antrag beizutreten, und zwar aus den Gründen, die Herr Abgeordneter Öllinger, auch wenn er mich etwas mißverstanden hat, doch sehr objektiv dargelegt hat. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Alle "unpolitisch"!
Sehr verehrte Damen und Herren! Ich möchte mit einer positiven Mitteilung fortsetzen. In diesen Minuten geht im Wiener Arbeiterkammertheater "Akzent" eine Veranstaltung zu Ende, die von vielen Unterstützern getragen wird: von den Sozialpartnern, von der Wirtschaftskammer, von der Gewerkschaft, von der Arbeiterkammer, vom Unterrichtsministerium und von anderen Behörden. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Alle "unpolitisch"!) Warten Sie doch, bis ich sage, worum es dabei geht, dann können Sie Ihre Meinung dazu äußern! (Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Sehr verehrte Damen und Herren! Ich möchte mit einer positiven Mitteilung fortsetzen. In diesen Minuten geht im Wiener Arbeiterkammertheater "Akzent" eine Veranstaltung zu Ende, die von vielen Unterstützern getragen wird: von den Sozialpartnern, von der Wirtschaftskammer, von der Gewerkschaft, von der Arbeiterkammer, vom Unterrichtsministerium und von anderen Behörden. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Alle "unpolitisch"!) Warten Sie doch, bis ich sage, worum es dabei geht, dann können Sie Ihre Meinung dazu äußern! (Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Beifall bei der SPÖ.
Sehr verehrte Damen und Herren! Frau Bundesminister Gehrer hat gestern zum Thema Volksschule berichtet, daß die Qualität unserer Volksschule so gut ist, daß wir in Europa Platz eins erreicht haben. Es ist schön, Europameister zu sein. Die Frau Bundesministerin hat aber den Satz angefügt: Es gibt aber noch viel zu tun, machen wir es gemeinsam! – Ich glaube, diese Aussage gilt nicht nur für die Volksschule, sie gilt für alle Schulen, auch für die Lehrausbildung. Deshalb möchte ich zum Abschluß all jenen Dank sagen, die sich in der Lehrausbildung engagiert betätigen, ob sie nun in der Berufsschule als Lehrer oder Inspektoren tätig sind oder ob sie im Betrieb oder in den Lehrwerkstätten die jungen Menschen unterrichten und ausbilden! (Beifall bei der SPÖ.) Sagen wir diesen Menschen, daß ihre Arbeit nicht nur für die Jugend unseres Landes, sondern für unsere gesamte Gesellschaft wichtig ist! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr verehrte Damen und Herren! Frau Bundesminister Gehrer hat gestern zum Thema Volksschule berichtet, daß die Qualität unserer Volksschule so gut ist, daß wir in Europa Platz eins erreicht haben. Es ist schön, Europameister zu sein. Die Frau Bundesministerin hat aber den Satz angefügt: Es gibt aber noch viel zu tun, machen wir es gemeinsam! – Ich glaube, diese Aussage gilt nicht nur für die Volksschule, sie gilt für alle Schulen, auch für die Lehrausbildung. Deshalb möchte ich zum Abschluß all jenen Dank sagen, die sich in der Lehrausbildung engagiert betätigen, ob sie nun in der Berufsschule als Lehrer oder Inspektoren tätig sind oder ob sie im Betrieb oder in den Lehrwerkstätten die jungen Menschen unterrichten und ausbilden! (Beifall bei der SPÖ.) Sagen wir diesen Menschen, daß ihre Arbeit nicht nur für die Jugend unseres Landes, sondern für unsere gesamte Gesellschaft wichtig ist! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Er wird wohl noch einen Ordner haben dürfen!
Ich stelle fest: Kollege Grollitsch hat sich in seiner Wortmeldung auf einen Ordner bezogen, den er bei sich hatte, um darzustellen, daß für ihn aus diesem Ordner erkennbar war, daß es schon früher Lehrlinge gegeben hat, denen es gelungen ist, zu studieren und letztlich auch eine erfolgreiche Laufbahn damit zu begründen. Diesen Ordner hatte Kollege Grollitsch nach eigener Aussage von Herrn Professor Brauneder, dem Dritten Präsidenten dieses Hauses. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er wird wohl noch einen Ordner haben dürfen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Machen Sie sich doch nicht lächerlich!
Herr Präsident Brauneder hat hier gesagt, daß es einen solchen Ordner gibt. Er enthalte ausschließlich persönliche Aufzeichnungen über die Berufsreifeprüfungen, Kopien und so weiter. Er habe ihn erst jüngst studiert und bei dieser Gelegenheit festgestellt, daß sich die Studienbewerber, über welche er Aufzeichnungen besitze, tatsächlich als besser motiviert gezeigt haben als andere Studenten. In Anbetracht dessen gehe ich davon aus, daß dieser Ordner auch Aufzeichnungen über Persönlichkeitsprofile, also persönliche Daten im eigentlichen Sinne des Wortes, enthält. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Machen Sie sich doch nicht lächerlich!) Der Herr Präsident Brauneder hat uns von dieser Stelle aus gesagt, daß dieser Ordner sein Privateigentum sei und
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Verlangen Sie einen Untersuchungsausschuß dafür! – Rufe bei der SPÖ: Untersuchungsausschuß! Untersuchungsausschuß!
Ich frage mich: Wie ist dieser Widerspruch aufzuklären, daß derselbe Ordner, der sich nach Aussage des Präsidenten Brauneder ausschließlich in jenem Büro mit den Fenstern zum Ring befunden habe, hier auf diesem Rednerpult gelandet ist, und zwar in den Händen des Kollegen Grollitsch? (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Verlangen Sie einen Untersuchungsausschuß dafür! – Rufe bei der SPÖ: Untersuchungsausschuß! Untersuchungsausschuß!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Es gibt nur eine Möglichkeit! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich halte nur die Abläufe fest und meine, daß wir Aufklärungsbedarf haben. Ich würde daher empfehlen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das hat mit dem Thema überhaupt nichts zu tun!) Frau Untersuchungsrichterin! Walten Sie hier bitte nicht Ihres Amtes! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das hat mit dem Thema überhaupt nichts zu tun!
Es gibt nur eine Möglichkeit! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich halte nur die Abläufe fest und meine, daß wir Aufklärungsbedarf haben. Ich würde daher empfehlen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das hat mit dem Thema überhaupt nichts zu tun!) Frau Untersuchungsrichterin! Walten Sie hier bitte nicht Ihres Amtes! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.
Es gibt nur eine Möglichkeit! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich halte nur die Abläufe fest und meine, daß wir Aufklärungsbedarf haben. Ich würde daher empfehlen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das hat mit dem Thema überhaupt nichts zu tun!) Frau Untersuchungsrichterin! Walten Sie hier bitte nicht Ihres Amtes! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Zur Sache!
Ich würde daher empfehlen, daß sich die Präsidiale die Fernsehaufzeichnungen dieser Passagen der heutigen Haussitzung ansieht, um die Tatsachen rekonstruieren zu können. Denn an persönliche Daten von Dritten gibt es in dem Sinn, wie Herr Professor Brauneder gesagt hat, kein Privateigentum. (Abg. Mag. Schweitzer: Zur Sache!) Es ist zwar durchaus richtig, daß zum Beispiel auch Krankengeschichten, die ein Arzt schreibt, höchstpersönliche Aufzeichnungen sind. Das ist richtig. Ebenso verhält es sich mit Notizen, die ich mir mache, wenn ich mit jemandem Einstellungsgespräche führe. Das sind selbstverständlich höchstpersönliche Aufzeichnungen. Diese landen aber üblicherweise im Personalakt des Betreffenden und bleiben dort unter Verschluß. Dasselbe gilt auch für Aufzeichnungen – und seien sie noch so höchstpersönlich – über Studienwerber. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich würde daher empfehlen, daß sich die Präsidiale die Fernsehaufzeichnungen dieser Passagen der heutigen Haussitzung ansieht, um die Tatsachen rekonstruieren zu können. Denn an persönliche Daten von Dritten gibt es in dem Sinn, wie Herr Professor Brauneder gesagt hat, kein Privateigentum. (Abg. Mag. Schweitzer: Zur Sache!) Es ist zwar durchaus richtig, daß zum Beispiel auch Krankengeschichten, die ein Arzt schreibt, höchstpersönliche Aufzeichnungen sind. Das ist richtig. Ebenso verhält es sich mit Notizen, die ich mir mache, wenn ich mit jemandem Einstellungsgespräche führe. Das sind selbstverständlich höchstpersönliche Aufzeichnungen. Diese landen aber üblicherweise im Personalakt des Betreffenden und bleiben dort unter Verschluß. Dasselbe gilt auch für Aufzeichnungen – und seien sie noch so höchstpersönlich – über Studienwerber. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich bin daher der Meinung, daß Aufklärungsbedarf besteht. Ich ziehe keine Schlußfolgerungen, aber ich bin nicht befriedigt. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen, bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Am Wort ist Frau Abgeordnete Horngacher. Bitte sehr. (Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen, bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.)
Weitere lebhafte Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen, bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.
Abgeordnete Katharina Horngacher (ÖVP): Herr Präsident! Frau Minister! Hohes Haus! (Weitere lebhafte Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen, bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Gesellschaftspolitisch ist das Gesetz für mich ein wichtiges Signal, weil es die Wertigkeit der handwerklichen Arbeit und damit der Facharbeit unterstreicht. Ich freue mich über diese Entwicklung und den Einsatz unserer Frau Bundesministerin und wünsche mir, daß sie weiterhin ähnlich vernünftige und für die jungen Menschen so notwendige Initiativen setzt, damit unsere Jugend die Möglichkeit einer solchen Zusatzqualifikation in Anspruch nehmen kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Ich höre zu!
Frau Abgeordnete Tichy-Schreder hat vorhin gefragt, wer von uns – wenn überhaupt – unter seinen Kindern Lehrlinge hat. – Darauf kann ich antworten: Mein Sohn hat eine Maschinenschlosserlehre absolviert. Daher möchte ich Herrn Abgeordneten Öllinger etwas zum Berufsausbildungsgesetz sagen – und ich möchte ihn bitten, zuzuhören! – , und zwar (Abg. Öllinger: Ich höre zu!) : Wir wollen keinen Abbau von Schutzrechten, aber wir wollen vernünftige Regelungen und ein vernünftiges Miteinander! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Abgeordnete Tichy-Schreder hat vorhin gefragt, wer von uns – wenn überhaupt – unter seinen Kindern Lehrlinge hat. – Darauf kann ich antworten: Mein Sohn hat eine Maschinenschlosserlehre absolviert. Daher möchte ich Herrn Abgeordneten Öllinger etwas zum Berufsausbildungsgesetz sagen – und ich möchte ihn bitten, zuzuhören! – , und zwar (Abg. Öllinger: Ich höre zu!) : Wir wollen keinen Abbau von Schutzrechten, aber wir wollen vernünftige Regelungen und ein vernünftiges Miteinander! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Verzetnitsch: Frau Kollegin! Lesen Sie das Berufsausbildungsrecht!
Überzogen scheint mir zu sein, daß ein Lehrling heute praktisch pragmatisiert ist. Das muß man sich vorstellen: Der Lehrling kann derzeit seinen Lehrplatz verlassen, wenn er will. Der Meister kann jedoch den Lehrling auch dann, wenn er gar nicht entspricht, nicht mehr wegschicken. Auch als Mutter eines Lehrlings sage ich: Da besteht ein Ungleichgewicht! Frau Schaffenrath hat in diesem Punkt recht, wenn sie sagt, daß viele Ausbilder es heute scheuen, einen Lehrling zu nehmen, besonders dann, wenn Sie bereits einmal oder zweimal Schwierigkeiten gehabt haben. Ich glaube, daß das Lehrstellenangebot größer sein könnte, wenn man diesbezüglich etwas flexibler wäre. In der Politik geht es immer um Kompromisse, und in diesem Zusammenhang sollten die Sozialdemokraten etwas flexibler werden, auch zum Nutzen der Lehrstellensuchenden! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Verzetnitsch: Frau Kollegin! Lesen Sie das Berufsausbildungsrecht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Rechtschreibreform ist inhaltlich mißlungen, sie zerstört eine einheitliche Rechtschreibung, und zudem ist sie eine Benachteiligung der Schwächeren. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie schadet aber auch vor allem dem Ansehen der deutschen Sprache im Ausland. – Das alles sind gute Gründe, diese Rechtschreibreform auszusetzen.
Zwischenruf der Abg. Motter.
Wenn wir Sie schon durch unsere Argumentation, die wir im Ausschuß mehrfach sehr ausführlich dargelegt haben, nicht überzeugen konnten, dann lassen Sie sich vom Aufstand der Dichter, der zufällig heute stattgefunden hat, überzeugen! (Zwischenruf der Abg. Motter. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesminister! Wir fordern deshalb, daß man sich auch über die Möglichkeit eines Einstiegs in die zweite, in Ausnahmefällen sogar in die dritte Klasse Volksschule Gedanken macht. Analog zur Behindertenintegration muß es auch ein Team-teaching für Hochbegabte mit einem zweiten Lehrer geben. Es sollte über die Schaffung spezieller Integrationsklassen für Hochbegabte nachgedacht werden und ein sensibilisiertes Lehrpersonal geben, das hochbegabte Schüler früh erkennt. Eine Aktualisierung der Schulgesetze in diese Richtung ist dringend notwendig. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Schaffenrath.
Schulautonomie und Wahlpflichtfächer, Freigegenstände und unverbindliche Übungen ermöglichen eine sehr individuelle Form der Begabtenförderung. (Zwischenruf der Abg. Schaffenrath. ) Die Teilrechtsfähigkeit und die Öffnung für Werbetätigkeit werden in diesen Bereichen wieder etwas budgetäre Luft schaffen. Klassen zu überspringen ist schon jetzt möglich und soll durch ein schnelleres Schuleingangstempo gefördert werden.
Beifall bei der ÖVP.
Ich komme zum Schluß: Begabtenförderung ist meiner Ansicht nach im Verständnis eines modernen Bildungssystems ein absolutes Muß, eine Verpflichtung im Sinne einer humanistischen Gesinnung. Das automatische Hervorbringen von Genies ist damit nicht gemeint, sehr wohl jedoch die Enttabuisierung des Elitebegriffs. Wer Eliten transparent fördert und ihre Qualität laufend modern diskutiert, verhindert, daß feudalistische, subtil machtpolitische Eliten eines Tages in Österreich das Sagen haben. Schaffen wir ein Klima, das die richtigen Eliten, die richtigen Begabten, die richtigen Talente, die richtigen Humanisten hervorbringt! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Es ist mir ein echtes Anliegen – und wir Liberalen halten es für sehr notwendig –, anstelle, wie bisher üblich, von "Begabtenförderung" zu sprechen, konsequent den Terminus "Begabungsförderung" zu verwenden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Für uns Liberale ist es dabei allgemein wichtig, daß die Mobilisierung aller Begabungen und deren gezielte Förderung in sozialem Kontext steht. Denn nur wenn ein Kind seine Hochbegabung als ein Vorrecht, größere gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, begreift und darin nicht nur eine Freikarte für den Zutritt zur gesellschaftlichen Elite sieht, erfüllt Begabungsförderung seinen eigentlichen politischen Sinn. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Wir können uns daher vorstellen, daß ein Kind, das in der Lage ist, den Lernstoff eines Jahres in kürzerer Zeit zu absolvieren, innerhalb des Schuljahres die Möglichkeit erhält, seine spezifischen Fähigkeiten weiterzubilden und dies vielleicht auch mit einem Auslandsaufenthalt und dem Erlernen einer Sprache zu verbinden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie sehen also, daß aus unserer Sicht Begabungsförderung nicht die Entwicklung neuer Curricula oder gar neuer Schulen ist, sondern eher ein Mehr an Flexibilität bestehender Einrichtungen. Die Ideologie, daß alle Kinder in einer Klasse grundsätzlich das gleiche zu lernen haben, sollte der Zielsetzung weichen, viel Phantasie aufzubringen, um den unterschiedlichen Begabungen und Bildungserwartungen junger Menschen gerecht zu werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Weiters ist es aus liberaler Sicht zu begrüßen, wenn junge Menschen erkennen, daß Rechtschreibung etwas Dynamisches ist und sich kontinuierlich ändern kann. Aus unserer Sicht erscheint es auch durchaus sinnvoll, wenn Schülerinnen und Schülern erkennen können, daß die Gültigkeit dieser staatlich verordneten Regeln außerhalb des staatlichen Bereiches auf Grenzen stoßen kann. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ sowie Beifall der Abg. Dr. Brinek.
Akzeptieren wir doch, daß das bestehende österreichische Schulsystem durch seine Vielfalt und Differenziertheit, insbesondere im Bereich der Oberstufen der berufsbildenden höheren Schulen und der AHS, viele Möglichkeiten bietet, auf die vielfältigen Arten der Begabung entsprechend differenziert einzugehen. Viele Maßnahmen, die ich hier nicht aufzählen will, da die Zeit schon sehr weit vorgeschritten ist, stellen sicher, daß Begabtenförderung im Rahmen des integrativen Unterrichtes tatsächlich möglich und von unserer Warte aus durchaus sinnvoll ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie Beifall der Abg. Dr. Brinek. )
Abg. Schaffenrath: Nur weil Sie sich schwertun damit, setzen wir sie nicht aus!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Werte Frau Minister! Die Rechtschreibreform ist zwar in den Schulen bereits voll im Gange, eine Grundlage auf Verfassungs- und Gesetzesebene fehlt aber noch. (Abg. Schaffenrath: Nur weil Sie sich schwertun damit, setzen wir sie nicht aus!)
Abg. Schaffenrath: Geh!
Wenn man die Kritik des Universitätsassistenten für Staats- und Verwaltungsrecht der Universität Wien liest, der diese Problematik deutlich festschreibt, dann frage ich mich schon, warum das am 1. August 1996 in einer rein politischen Absichtserklärung von Ihnen, Frau Bundesminister, mitgetragen worden ist. Sie wissen ganz genau, daß wir das nicht hätten tun müssen. (Abg. Schaffenrath: Geh!) Außerdem hätten Sie vorher in irgendeiner Weise das Hohe Haus informieren können. Wie oft bekommen wir Informationen über irgendwelche Arbeitskreise, über Thematiken, die eigentlich Peanuts sind, bei einer so wichtigen Frage jedoch haben Sie im wahrsten Sinne des Wortes über unsere Köpfe hinweg entschieden. Sie waren auch überhaupt nicht gewillt, uns mit einzubeziehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn man die Kritik des Universitätsassistenten für Staats- und Verwaltungsrecht der Universität Wien liest, der diese Problematik deutlich festschreibt, dann frage ich mich schon, warum das am 1. August 1996 in einer rein politischen Absichtserklärung von Ihnen, Frau Bundesminister, mitgetragen worden ist. Sie wissen ganz genau, daß wir das nicht hätten tun müssen. (Abg. Schaffenrath: Geh!) Außerdem hätten Sie vorher in irgendeiner Weise das Hohe Haus informieren können. Wie oft bekommen wir Informationen über irgendwelche Arbeitskreise, über Thematiken, die eigentlich Peanuts sind, bei einer so wichtigen Frage jedoch haben Sie im wahrsten Sinne des Wortes über unsere Köpfe hinweg entschieden. Sie waren auch überhaupt nicht gewillt, uns mit einzubeziehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Motter: Sie müssen es ja nicht lehren!
Ich habe mir die Mühe gemacht, mit meinen ebenfalls davon betroffenen Kindern einige Punkte dieses haarsträubenden Schwachsinns herauszusuchen: Bei "jeder einzelne" schreibt man das "e" nach der Rechtschreibreform groß, bei "viele" hingegen schreibt man das "v" klein. Welche Begründung steckt da dahinter, und wie wollen Sie das einem Volksschulkind erklären? (Abg. Motter: Sie müssen es ja nicht lehren!)
Abg. Schaffenrath: Ist das so schwierig? – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Motter und Schaffenrath.
Oder: In Briefen schreibt man "Ihr" und "Ihnen" groß, "du", "dich", "euer", "dein", "euch" aber plötzlich klein. (Abg. Schaffenrath: Ist das so schwierig? – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Motter und Schaffenrath. ) Sie wollen das nicht begreifen, Sie sind zu verkorkst dazu. Das ist aber Ihr Problem, nicht meines. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Oder: In Briefen schreibt man "Ihr" und "Ihnen" groß, "du", "dich", "euer", "dein", "euch" aber plötzlich klein. (Abg. Schaffenrath: Ist das so schwierig? – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Motter und Schaffenrath. ) Sie wollen das nicht begreifen, Sie sind zu verkorkst dazu. Das ist aber Ihr Problem, nicht meines. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schaffenrath: Dann wird sich die Tante Edith umstellen müssen, nicht das Schulsystem!
Meine neunjährige Tochter, sie geht in die dritte Klasse Volksschule, hat ihrer Taufpatin aus Wien eine Ansichtskarte geschrieben und hat bei "Ich wünsche Euch" das "euch" klein geschrieben. Ihre Taufpatin ist eine sehr bürgerliche, sehr penible Dame. Als ich dieses "euch" gelesen habe, habe ich zu ihr gesagt: Meine Johanna, du gehst in die dritte Klasse Volksschule, du mußt doch wissen, wie man "euch" im Brief schreibt! Darauf antwortete sie: Das ist die neue Rechtschreibreform! – Darauf habe ich ihr gesagt: Dann mach für die Tante Edith ein Ringerl mit einem Pfeil dazu und schreib einen Hinweis: Es tut mir leid, das ist nach der neuen Rechtschreibreform! (Abg. Schaffenrath: Dann wird sich die Tante Edith umstellen müssen, nicht das Schulsystem!) Sie sind zu verkorkst, Sie werden es nie begreifen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine neunjährige Tochter, sie geht in die dritte Klasse Volksschule, hat ihrer Taufpatin aus Wien eine Ansichtskarte geschrieben und hat bei "Ich wünsche Euch" das "euch" klein geschrieben. Ihre Taufpatin ist eine sehr bürgerliche, sehr penible Dame. Als ich dieses "euch" gelesen habe, habe ich zu ihr gesagt: Meine Johanna, du gehst in die dritte Klasse Volksschule, du mußt doch wissen, wie man "euch" im Brief schreibt! Darauf antwortete sie: Das ist die neue Rechtschreibreform! – Darauf habe ich ihr gesagt: Dann mach für die Tante Edith ein Ringerl mit einem Pfeil dazu und schreib einen Hinweis: Es tut mir leid, das ist nach der neuen Rechtschreibreform! (Abg. Schaffenrath: Dann wird sich die Tante Edith umstellen müssen, nicht das Schulsystem!) Sie sind zu verkorkst, Sie werden es nie begreifen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Guggenberger: Stimmt ja nicht! Falsch! "Heiliger Vater" schreibt man groß!
Weitere Groß- und Kleinschreibungsfälle: Bei "Stiller Ozean" schreibt man "still" groß, bei "Heiliger Vater" schreibt man aber "heilig" wieder klein! (Abg. Mag. Guggenberger: Stimmt ja nicht! Falsch! "Heiliger Vater" schreibt man groß!) Das ist doch absurd! Das muß man einem Kind erst einmal erklären!
Zwischenruf der Abg. Motter. – Abg. Mag. Schweitzer: Liebe Tante Klara!
Sehr verehrte Frau Ministerin, es wundert mich ja nicht! Ich habe Sie zwar anfangs, als Sie in dieses Haus kamen, sehr geschätzt und mir gedacht, nun haben wir endlich eine Unterrichtsministerin, die ein bißchen Ahnung von der Praxis hat! Jedoch habe ich meine Meinung über Sie im Zusammenhang mit dem Eiertanz bei der Ferienordnung in Vorarlberg geändert. Sie haben dieser Ferienordnung für Vorarlberg als Mitglied der Landesregierung zugestimmt, aber als Bundesministerin in diesem Haus wurden Sie sofort vom ÖVP-Virus des Umfallens befallen und haben plötzlich nichts mehr von Ihrem Beschluß in der Landesregierung gewußt, und von da an habe ich meine Meinung über Sie revidiert. (Zwischenruf der Abg. Motter. – Abg. Mag. Schweitzer: Liebe Tante Klara!) Als nun diese Rechtschreibreform von Ihnen als politische Entscheidung über unsere Köpfe hinweg durchgezogen wurde, bin ich leider in meiner Meinung bestätigt worden.
Abg. Schaffenrath: Im Sinne der Tante Edith!
Frau Ministerin! Ich ersuche Sie im Sinne der österreichischen Bevölkerung und der armen Kinder, die nicht wissen, wo die Grenzen sind, diese Rechtschreibreform auszusetzen (Abg. Schaffenrath: Im Sinne der Tante Edith!) und nochmals zu überdenken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Ministerin! Ich ersuche Sie im Sinne der österreichischen Bevölkerung und der armen Kinder, die nicht wissen, wo die Grenzen sind, diese Rechtschreibreform auszusetzen (Abg. Schaffenrath: Im Sinne der Tante Edith!) und nochmals zu überdenken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Aber durchfallen kann er!
Die Sorge, daß unsere Kinder die Rechtschreibreform nicht erlernen, ist unbegründet. Wir haben Untersuchungen an Schulen in Salzburg gemacht: Die Reform hat für die Schüler Erleichterungen gebracht. Das konnte ganz eindeutig bewiesen werden. Ich möchte noch einmal ganz klar festlegen, daß die Rechtschreibung bislang in keinem Staat per Gesetz geregelt ist, daß also niemand verurteilt werden kann, wenn er nicht richtig schreibt, daß es daher einer gesetzlichen Beschlußfassung nicht bedarf. (Abg. Scheibner: Aber durchfallen kann er!) Für die Rechtschreibung gibt es kein Gesetz, und es wird niemand verurteilt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Es gibt auch bei der derzeit bestehenden Rechtschreibung die Möglichkeit, "Friseur" oder "Frisör" zu schreiben. Es gibt nie
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Die Sorge, daß unsere Kinder die Rechtschreibreform nicht erlernen, ist unbegründet. Wir haben Untersuchungen an Schulen in Salzburg gemacht: Die Reform hat für die Schüler Erleichterungen gebracht. Das konnte ganz eindeutig bewiesen werden. Ich möchte noch einmal ganz klar festlegen, daß die Rechtschreibung bislang in keinem Staat per Gesetz geregelt ist, daß also niemand verurteilt werden kann, wenn er nicht richtig schreibt, daß es daher einer gesetzlichen Beschlußfassung nicht bedarf. (Abg. Scheibner: Aber durchfallen kann er!) Für die Rechtschreibung gibt es kein Gesetz, und es wird niemand verurteilt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Es gibt auch bei der derzeit bestehenden Rechtschreibung die Möglichkeit, "Friseur" oder "Frisör" zu schreiben. Es gibt nie
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zur Frage der Begabtenförderung ist folgendes festzustellen: Eine gute Schule ist eine Schule, in der verschiedene Anlagen und Begabungen unterstützt und gefördert werden. Das wird an österreichischen Schulen bereits seit langem gemacht, ist in den letzten zwei Jahren bedeutend verstärkt worden und wird in den kommenden Jahren verstärkt fortgeführt. Ein kleines neues Ergebnis dieser Begabungsföderungen ist die Einrichtung einer Sommerakademie für begabte Schülerinnen und Schüler, in welcher besondere Kurse für Chemie, Medizin, Philosophie, Psychologie, Mathematik, Ökonomie, kreative Ausdrucksformen, Sprache und Literaturwissenschaften angeboten werden. In diesem Bereich geschieht enorm viel. Es ist daher völlig entbehrlich, daß man eine eigene gesetzliche Bestimmung dafür schafft. Daher wundert es mich umso mehr, daß dieses Verlangen ständig von jemandem gestellt wird, der immer wieder kritisiert, daß es bei uns eine allzu große Flut von Gesetzen gibt. In diesem Fall ist ein Gesetz nicht notwendig, denn die Begabungen werden ohnedies gefördert! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Bei aller Kritik – ich gehöre zu den Kritikern dieser Rechtschreibreform – möchte ich aber nicht, daß Kollege Schweitzer, Kollege Höchtl oder wer auch immer hier im Haus im Ausschuß oder sonstwo die Regeln der neuen oder auch der alten Rechtschreibung bestimmen. Das wünsche ich mir bei Gott nicht, und ich glaube, das wäre falsch am Platz. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Madl: Es hat schon so viele Versuchsklassen gegeben! Da spielt das keine Rolle!
Trotzdem ist die Frage nach dieser Rechtschreibreform natürlich berechtigt, und ich halte sie für fehl am Platz, aber, lieber Kollege Schweitzer, wenn die Freiheitlichen die Forderung nach Aussetzung dieser Reform erheben, was ich für legitim halte, dann müssen sie aber auch die Frage beantworten: Was machen wir mit jenen Kindern und Jugendlichen, die jetzt schon nach den Regeln dieser neuen Rechtschreibung lernen? Sollen wir diese vergessen? (Abg. Madl: Es hat schon so viele Versuchsklassen gegeben! Da spielt das keine Rolle!)
Abg. Mag. Schweitzer: Die Zahl der Schüler, die noch nicht die neue Rechtschreibung gelernt haben und umlernen müssen, ist aber viel größer!
Denn das ist tatsächlich ein Problem. Es wäre wesentlich einfacher, die Debatte über eine Aussetzung dieser Reform zu führen, wenn man die Kinder und Jugendlichen noch nicht nach dieser unterrichtet hätte und nicht schon Schulbücher in Vorbereitung oder im Umlauf wären, die die Regeln der neuen Rechtschreibung beinhalten. (Abg. Mag. Schweitzer: Die Zahl der Schüler, die noch nicht die neue Rechtschreibung gelernt haben und umlernen müssen, ist aber viel größer!) Wir werden uns wahrscheinlich noch einen sehr langen Zeitraum hindurch damit auseinanderzusetzen haben, daß bei uns eine alte Rechtschreibung neben einer neuen steht. Ich bin mit den vom Ministerium vorgeschlagenen Übergangszeiträumen in keiner Weise einverstanden. Ich halte es für durchaus denkbar, daß in den Schulen auch die Lehrer nach Gutdünken die alte Rechtschreibung oder die neue Rechtschreibung verwenden können. Ich halte es für durchaus denkbar, daß beide Regelwerke anerkannt werden.
Abg. Schaffenrath: Würdest du "Vater" auch klein schreiben?
Was dabei herausgekommen ist, ist meiner Ansicht nach wirklich schwer verständlich. Es kam nämlich zu einer Erweiterung der Großschreibung und zu einigen anderen Regeln. Somit – und das ist das Problem – stellt diese Rechtschreibreform leider keinen Fortschritt dar, sondern sie ist in Anbetracht der Debatte, die vor zehn Jahren begonnen wurde, eigentlich ein absurdes Resultat. (Abg. Schaffenrath: Würdest du "Vater" auch klein schreiben?)
Abg. Dr. Niederwieser: Schreibt man die "Grünen" groß oder klein?!
Es ist richtig, Frau Ministerin, daß Wissenschafter sehr lange darüber diskutiert haben, aber eigentlich in eine ganz andere Richtung. Erst aufgrund des politischen Kompromisses, den man offensichtlich wollte, weil sich niemand vorstellen konnte oder wollte, daß man gegen die Bundesrepublik Deutschland entscheidet, ist dann etwas herausgekommen, was die kleinen Länder nicht gewollt haben, was auch in Deutschland einige Bundesländer nicht wollten, aber dann haben sich halt die Bayern, die ganz Konservativen, am besten durchgesetzt und eine Rechtschreibreform durchgedrückt, die niemanden befriedigen kann. (Abg. Dr. Niederwieser: Schreibt man die "Grünen" groß oder klein?!) Das ist ein Problem, mit dem wir jetzt fertig werden müssen!
Abg. Schaffenrath: Dabei geht es um die österreichische Identität!
Diskussionen darüber, ob man das scharfe S wegfallen lassen oder das Doppel-s beibehalten soll, halte ich jedoch für überflüssig. Die Schweizer sind etwa in der Frage des scharfen S schon einen Schritt weitergegangen. Denn das scharfe S gibt es in der Schweizer Rechtschreibung überhaupt nicht mehr. Sie haben sich auch nichts darum gepfiffen, daß die Rechtschreibreformkommission und der Vertrag zwischen den Ländern das ohnehin vorsieht. Sie haben schon vor Jahren das scharfe S abgeschafft. Nur die Österreicher halten sich halt wie immer sklavisch an das, was sie vereinbart haben. (Abg. Schaffenrath: Dabei geht es um die österreichische Identität!) Sie halten sich an eine Reform, die leider nicht so ernst zu nehmen ist, wie sie ernstgenommen wird, und haben das scharfe S nach wie vor im Programm. Das ist natürlich teilweise Schülerquälerei. Das scharfe S gehört eliminiert! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) – Aber das ist eigentlich alles, was man dazu sagen kann.
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Diskussionen darüber, ob man das scharfe S wegfallen lassen oder das Doppel-s beibehalten soll, halte ich jedoch für überflüssig. Die Schweizer sind etwa in der Frage des scharfen S schon einen Schritt weitergegangen. Denn das scharfe S gibt es in der Schweizer Rechtschreibung überhaupt nicht mehr. Sie haben sich auch nichts darum gepfiffen, daß die Rechtschreibreformkommission und der Vertrag zwischen den Ländern das ohnehin vorsieht. Sie haben schon vor Jahren das scharfe S abgeschafft. Nur die Österreicher halten sich halt wie immer sklavisch an das, was sie vereinbart haben. (Abg. Schaffenrath: Dabei geht es um die österreichische Identität!) Sie halten sich an eine Reform, die leider nicht so ernst zu nehmen ist, wie sie ernstgenommen wird, und haben das scharfe S nach wie vor im Programm. Das ist natürlich teilweise Schülerquälerei. Das scharfe S gehört eliminiert! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) – Aber das ist eigentlich alles, was man dazu sagen kann.
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Man kann in diesen Antrag natürlich auch etwas anderes hineininterpretieren, ich halte ihn für einen Versuch, hinsichtlich Elitenbildung wieder einen Schritt zurück zu gehen. Ich könnte mir schon vorstellen, daß man dem, was die Kollegen vom Liberalen Forum wollen, nahetritt. Das sind auch meine Ideen, aber das hat nur sehr bedingt etwas mit dem Antrag der Freiheitlichen zu tun. Daher werden wir diesem auch keine Zustimmung geben. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend möchte ich feststellen, daß die Schule lebt, und das ist gut so. Eine gute Ausbildung ist eine wichtige Voraussetzung für die materielle Sicherung der Existenz, für sinnvolle Gestaltung der Freizeit und für demokratische Mitbestimmung. Nützen wir einmal die vorhandenen Möglichkeiten aus, die unser Schulsystem bietet! Bauen wir gemeinsam für unsere Kinder an der Schule von morgen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Viertens: Niemand wird gezwungen, sich an die neuen Formen zu halten. Ich werde mir dieses Privileg auch nehmen: Ich werde den Rest meines Lebens auch nach den alten Rechtschreibregeln gestalten! (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. )
Beifall bei der SPÖ.
Drittens und letztens: Es gibt für mich eine Verpflichtung gegenüber 56 000 Repetenten und 5 000 Kindern, die keinen positiven Pflichtschulabschluß haben. Diesen müßte unser besonderes Augenmerk im Sinne einer humanitären Chancengleichheit gelten! – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Abgeordneter Mag. Walter Posch (SPÖ): Herr Präsident! Frau Minister! Sie werden es mir hoffentlich nicht übelnehmen, wenn ich ausnahmsweise nicht Ihrer Meinung bin, aber diese Rechtschreibreform ist ja ohnehin nicht Ihr Kind. (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. ) Das stimmt!
Beifall des Abg. Öllinger.
Aber das Interessante an dieser Rechtschreibreform ist, daß es sie nicht gibt! Ich anerkenne mit tiefem Ernst, daß Experten über zehn Jahre daran gearbeitet haben, um sich nicht zu einer Reform duchzuringen; nicht zur Substantivkleinschreibung, nicht zur wirklichen Verbesserung bei der Groß- und Kleinschreibung, bei der S-Schreibung und bei der Getrennt- und Zusammenschreibung. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Rechtschreibreform ist daher nicht möglich, weil es eine solche nicht gibt und weil sie niemals stattgefunden hat. (Beifall des Abg. Öllinger. )
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das Komplizierte an der Debatte ist, daß man etwas, was es nicht gibt, auch nicht aussetzen oder aufschieben kann. Das heißt, wir stehen vor dem Phänomen, daß es angeblich etwas gibt, was viel kostet, was man aber nicht abschaffen, aussetzen oder verschieben kann. Das ist ein Dilemma. Daher bin ich wirklich ziemlich ratlos und plädiere dafür, daß man das Ganze einfach nicht zur Kenntnis nehmen soll. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Ist das etwas Neues?
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte Ihnen gerne etwas aus einem parlamentarischen Protokoll vorlesen. (Abg. Dr. Fekter: Ist das etwas Neues?) Es handelt sich hiebei um nichts Neues, aber ich könnte mir vorstellen, daß es Sie interessieren wird! (Abg. Schwarzenberger: Da werden Sie sich täuschen!)
Abg. Schwarzenberger: Da werden Sie sich täuschen!
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte Ihnen gerne etwas aus einem parlamentarischen Protokoll vorlesen. (Abg. Dr. Fekter: Ist das etwas Neues?) Es handelt sich hiebei um nichts Neues, aber ich könnte mir vorstellen, daß es Sie interessieren wird! (Abg. Schwarzenberger: Da werden Sie sich täuschen!)
Abg. Mag. Stadler: Das klang nach Khol! – Abg. Dr. Stummvoll: Wann war das?
Ich habe Ihnen aus einem Sitzungsprotokoll der Nationalratssitzung vom 27. September 1989 vorgelesen, und jener Abgeordnete, der diese Worte gesprochen hat, war der heutige Klubobmann der ÖVP, der Herr Abgeordnete Khol. (Abg. Mag. Stadler: Das klang nach Khol! – Abg. Dr. Stummvoll: Wann war das?) Ich habe es gerade gesagt: Es war am 27. September 1989, und es ging um Waffenexporte in den Iran. (Abg. Dr. Stummvoll: Damals war die Opposition noch viel seriöser!) Heute geht es um den Mord an drei Menschen, um die Aufklärung dieser Morde und darum, daß diese Aufklärung von Verwaltungsorganen, von Exekutivorganen möglicherweise verhindert wurde. (Abg. Dr. Stummvoll: Damals wurden die Ausschüsse nicht mißbraucht!)
Abg. Dr. Stummvoll: Damals war die Opposition noch viel seriöser!
Ich habe Ihnen aus einem Sitzungsprotokoll der Nationalratssitzung vom 27. September 1989 vorgelesen, und jener Abgeordnete, der diese Worte gesprochen hat, war der heutige Klubobmann der ÖVP, der Herr Abgeordnete Khol. (Abg. Mag. Stadler: Das klang nach Khol! – Abg. Dr. Stummvoll: Wann war das?) Ich habe es gerade gesagt: Es war am 27. September 1989, und es ging um Waffenexporte in den Iran. (Abg. Dr. Stummvoll: Damals war die Opposition noch viel seriöser!) Heute geht es um den Mord an drei Menschen, um die Aufklärung dieser Morde und darum, daß diese Aufklärung von Verwaltungsorganen, von Exekutivorganen möglicherweise verhindert wurde. (Abg. Dr. Stummvoll: Damals wurden die Ausschüsse nicht mißbraucht!)
Abg. Dr. Stummvoll: Damals wurden die Ausschüsse nicht mißbraucht!
Ich habe Ihnen aus einem Sitzungsprotokoll der Nationalratssitzung vom 27. September 1989 vorgelesen, und jener Abgeordnete, der diese Worte gesprochen hat, war der heutige Klubobmann der ÖVP, der Herr Abgeordnete Khol. (Abg. Mag. Stadler: Das klang nach Khol! – Abg. Dr. Stummvoll: Wann war das?) Ich habe es gerade gesagt: Es war am 27. September 1989, und es ging um Waffenexporte in den Iran. (Abg. Dr. Stummvoll: Damals war die Opposition noch viel seriöser!) Heute geht es um den Mord an drei Menschen, um die Aufklärung dieser Morde und darum, daß diese Aufklärung von Verwaltungsorganen, von Exekutivorganen möglicherweise verhindert wurde. (Abg. Dr. Stummvoll: Damals wurden die Ausschüsse nicht mißbraucht!)
Abg. Dr. Löschnak: Das stimmt nicht!
Ich verstehe durchaus, daß es Bedenken gibt. Sie haben in Ihrer Wortmeldung gerade auf Kollegin Kammerlander Bezug genommen. Herr Abgeordneter Löschnak sagt immer vom Rednerpult aus, solange Herr Bani-Sadr als Kronzeuge genannt werde, sei er überhaupt nicht bereit, über die Sache zu reden. (Abg. Dr. Löschnak: Das stimmt nicht!) Sinngemäß haben Sie das gesagt.
Abg. Schwarzenberger: Ein Kronzeuge, der keine Beweise vorlegen kann!
Herr Abgeordneter Löschnak! Ich habe viel Verständnis dafür. Sie werfen den Grünen vor, ausgerechnet Herrn Bani-Sadr zum Kronzeugen zu machen. Ich bin bei diesem Vorwurf auf Ihrer Seite, denn ich glaube auch, daß Herr Bani-Sadr kein geeigneter Kronzeuge ist. (Abg. Schwarzenberger: Ein Kronzeuge, der keine Beweise vorlegen kann!) Auch ich spreche ihm die moralische Qualifikation in dieser Hinsicht ab. (Rufe bei SPÖ und ÖVP: Endlich!) Nicht endlich! – Er war nie unser Kronzeuge.
Rufe bei SPÖ und ÖVP: Endlich!
Herr Abgeordneter Löschnak! Ich habe viel Verständnis dafür. Sie werfen den Grünen vor, ausgerechnet Herrn Bani-Sadr zum Kronzeugen zu machen. Ich bin bei diesem Vorwurf auf Ihrer Seite, denn ich glaube auch, daß Herr Bani-Sadr kein geeigneter Kronzeuge ist. (Abg. Schwarzenberger: Ein Kronzeuge, der keine Beweise vorlegen kann!) Auch ich spreche ihm die moralische Qualifikation in dieser Hinsicht ab. (Rufe bei SPÖ und ÖVP: Endlich!) Nicht endlich! – Er war nie unser Kronzeuge.
Abg. Dr. Löschnak: Das ist Ihr gutes Recht!
Mir geht es um etwas anderes. Mit geht es darum, Herr Abgeordneter Löschnak, Ihre Glaubwürdigkeit der moralischen Entrüstung in Zweifel zu ziehen. (Abg. Dr. Löschnak: Das ist Ihr gutes Recht!) Und auch das kann ich belegen. Es gibt die "AZ" zwar nicht mehr, aber ich habe hier eine Seite dieser Zeitung, die nachzulesen Ihnen vielleicht Freude machen, zumindest aber Ihr Interesse hervorrufen wird. (Die Rednerin zeigt eine Kopie dieser Seite.) Das ist aus der "AZ" vom 27. Mai 1980. Die Überschrift lautet: "Gespräche der SI-Delegation" – gemeint ist die Sozialistische Internationale – "in Teheran verliefen sehr positiv." (Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler. ) Es war Bundeskanzler Kreisky, der damals ein Besucher des Herrn Bani-Sadr war. Ich zitiere:
Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler.
Mir geht es um etwas anderes. Mit geht es darum, Herr Abgeordneter Löschnak, Ihre Glaubwürdigkeit der moralischen Entrüstung in Zweifel zu ziehen. (Abg. Dr. Löschnak: Das ist Ihr gutes Recht!) Und auch das kann ich belegen. Es gibt die "AZ" zwar nicht mehr, aber ich habe hier eine Seite dieser Zeitung, die nachzulesen Ihnen vielleicht Freude machen, zumindest aber Ihr Interesse hervorrufen wird. (Die Rednerin zeigt eine Kopie dieser Seite.) Das ist aus der "AZ" vom 27. Mai 1980. Die Überschrift lautet: "Gespräche der SI-Delegation" – gemeint ist die Sozialistische Internationale – "in Teheran verliefen sehr positiv." (Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler. ) Es war Bundeskanzler Kreisky, der damals ein Besucher des Herrn Bani-Sadr war. Ich zitiere:
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Darum geht es nicht! Es geht um die Glaubwürdigkeit Ihrer moralischen Entrüstung. Um nichts anderes! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Es geht mir überhaupt nicht um den Herrn Bani-Sadr, der auch nicht mein Zeuge ist, aber ich möchte klarstellen, daß Sie sich die Dinge offensichtlich so richten, wie Sie Ihnen im Augenblick in den politischen Kram passen. (Abg. Schieder: Damals hat er das alles noch nicht getan gehabt! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Schieder: Damals hat er das alles noch nicht getan gehabt! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Darum geht es nicht! Es geht um die Glaubwürdigkeit Ihrer moralischen Entrüstung. Um nichts anderes! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Es geht mir überhaupt nicht um den Herrn Bani-Sadr, der auch nicht mein Zeuge ist, aber ich möchte klarstellen, daß Sie sich die Dinge offensichtlich so richten, wie Sie Ihnen im Augenblick in den politischen Kram passen. (Abg. Schieder: Damals hat er das alles noch nicht getan gehabt! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Marizzi: Wo waren Sie damals?
Das ist der Grund, warum ich glaube, daß wir in einem Untersuchungsausschuß klarstellen müssen, daß Österreich nicht mehr auf Druck des Iran reagiert. (Abg. Marizzi: Wo waren Sie damals?) Denn als Herr Bani-Sadr um Asyl angesucht hat – er ist nach Frankreich gefahren (Abg. Gaál: Sie haben kein Recht, die Makellose zu spielen!) –, stand auch zur Diskussion, ob er in Österreich Asyl nehmen möchte.
Abg. Gaál: Sie haben kein Recht, die Makellose zu spielen!
Das ist der Grund, warum ich glaube, daß wir in einem Untersuchungsausschuß klarstellen müssen, daß Österreich nicht mehr auf Druck des Iran reagiert. (Abg. Marizzi: Wo waren Sie damals?) Denn als Herr Bani-Sadr um Asyl angesucht hat – er ist nach Frankreich gefahren (Abg. Gaál: Sie haben kein Recht, die Makellose zu spielen!) –, stand auch zur Diskussion, ob er in Österreich Asyl nehmen möchte.
Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler.
Ich will die Sache gar nicht beurteilen. Aber schon damals hat der iranische Geschäftsträger mit den Worten, Österreich werde Schwierigkeiten bekommen, versucht, Druck auf Österreich auszuüben. Ich weiß nicht, ob dieser Druck dazu geführt hat, daß Herr Bani-Sadr dann doch kein Asyl bekommen hat, obwohl sich Kreisky – wie auch der "AZ" zu entnehmen war – vorher klar dafür ausgesprochen hat: "Kreisky: Asyl für Bani-Sadr? – Ja". – Ich sage das nur. (Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler. )
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (fortsetzend): Diese Klärung ist nur in einem Untersuchungsausschuß möglich, weil das nur durch die politische Verantwortung zu klären ist. Daher appelliere ich an Sie, Ihre Haltung noch einmal zu überdenken. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrte Damen und Herren! Verehrte Frau Kollegin Schmidt! Wenn die Argumente ausgehen, dann kramt man in der Mottenkiste der Stenographischen Protokolle, um Argumente hervorzuholen, die die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses rechtfertigen sollen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Anschober: Das ist ein riskanter Satz! Vorsicht!
Meine Damen und Herren von den Grünen und den Liberalen! Die Suppe, aus der Sie schöpfen, wird immer dünner. (Abg. Anschober: Das ist ein riskanter Satz! Vorsicht!) Und je mehr Anträge Sie stellen, umso dünner wird sie und umso weniger ist in der Schale drinnen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren von den Grünen und den Liberalen! Die Suppe, aus der Sie schöpfen, wird immer dünner. (Abg. Anschober: Das ist ein riskanter Satz! Vorsicht!) Und je mehr Anträge Sie stellen, umso dünner wird sie und umso weniger ist in der Schale drinnen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Langthaler: Das haben wir gestern schon gehört!
Das Ganze wäre ja lustig, würden Ihre Argumente und Ihre Agitationen nicht auch einen Schaden für Österreich bewirken. Das wurde bereits gestern diskutiert. Ich zitiere den Pressebericht über das, was Ihr Herr Dr. Pilz in Amerika aufgeführt hat. (Abg. Ing. Langthaler: Das haben wir gestern schon gehört!) Ich lese Ihnen ein paar Passagen vor. Sie werden es wahrscheinlich gelesen haben, aber eine Wiederholung schadet nicht. (Abg. Anschober: Wie wollen Sie sonst die "Kronen Zeitung" füllen?)
Abg. Anschober: Wie wollen Sie sonst die "Kronen Zeitung" füllen?
Das Ganze wäre ja lustig, würden Ihre Argumente und Ihre Agitationen nicht auch einen Schaden für Österreich bewirken. Das wurde bereits gestern diskutiert. Ich zitiere den Pressebericht über das, was Ihr Herr Dr. Pilz in Amerika aufgeführt hat. (Abg. Ing. Langthaler: Das haben wir gestern schon gehört!) Ich lese Ihnen ein paar Passagen vor. Sie werden es wahrscheinlich gelesen haben, aber eine Wiederholung schadet nicht. (Abg. Anschober: Wie wollen Sie sonst die "Kronen Zeitung" füllen?)
Ruf bei der ÖVP: Das ist ein Skandal! – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Andreas Unterberger betitelt seinen Kommentar "Der Pilz als Denunziant". Dann schreibt er: "Peter Pilz greift zum letzten Mittel. In jeder Bedeutung des Wortes. Weil er innerösterreichisch mit seiner Attacke auf die Regierung wegen der Wiener Kurdenmorde nicht weitergekommen ist, hat er sich nun den amerikanischen Kongreß gewählt, um Österreichs Rolle zu kritisieren." (Ruf bei der ÖVP: Das ist ein Skandal! – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Ing. Langthaler: Sie hätten das aus der "Kronen Zeitung" nehmen können, das wäre kürzer gewesen!
Weiter unten heißt es dann: "Politische Kampagnen haben im Inland stattzufinden" (Abg. Ing. Langthaler: Sie hätten das aus der "Kronen Zeitung" nehmen können, das wäre kürzer gewesen!), "das Ausland ist hingegen der Platz, wo man schweigt" – schweigen auch Sie jetzt, und hören Sie mir zu! –, "wenn man nichts Positives erzählen will. Die Grünen sind da anderer Ansicht. Pilz hat Österreich so heftig attackiert, daß der Ausschußvorsitzende am Ende die österreichische Regierung als ,Komplizen’ von Mördern darstellte, der noch einige Fragen zu beantworten habe. Die einzige Frage, die da offenbleibt: Ist das alles mehr dumm oder mehr grauslich?"
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich sage Ihnen, meine Damen und Herren von den Grünen: Es ist beides, es ist dumm und grauslich, und nebenbei ist das Verhalten gegenüber der Republik Österreich skandalös. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Heiterkeit bei der ÖVP
Liebe Frau Kollegin Schmidt! Lassen Sie mich auch Ihre Haltung analysieren. Die Attacken gegen unseren Herrn Bundespräsidenten häufen sich. Es scheint mir, als wäre die nach der verlorenen Bundespräsidentenwahl gekränkte Eitelkeit noch vorhanden (Heiterkeit bei der ÖVP) , denn anders kann ich mir nicht vorstellen, warum Sie, die damals nicht einmal in den "Hoffnungslauf" gekommen sind, heute derartige Attacken gegen den Herrn Bundespräsidenten reiten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Anschober: Hat der Bundespräsident die Wahrheit gesagt?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Anschober: Hat der Bundespräsident die Wahrheit gesagt?
Liebe Frau Kollegin Schmidt! Lassen Sie mich auch Ihre Haltung analysieren. Die Attacken gegen unseren Herrn Bundespräsidenten häufen sich. Es scheint mir, als wäre die nach der verlorenen Bundespräsidentenwahl gekränkte Eitelkeit noch vorhanden (Heiterkeit bei der ÖVP) , denn anders kann ich mir nicht vorstellen, warum Sie, die damals nicht einmal in den "Hoffnungslauf" gekommen sind, heute derartige Attacken gegen den Herrn Bundespräsidenten reiten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Anschober: Hat der Bundespräsident die Wahrheit gesagt?)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Präsident Dr. Fischer! Sie haben heute vormittag die Aussage des Herrn Haselsteiner, der nun nicht anwesend ist, über unseren Herrn Bundespräsidenten gehört. Ich hoffe und beantrage, daß es deshalb zu einem Ordnungsruf kommt. (Beifall bei der ÖVP.) Denn wenn ein Abgeordneter an diesem Rednerpult den Herrn Bundespräsidenten, der in einer Direktwahl von allen Österreichern gewählt wurde (Rufe bei den Liberalen und Grünen: Nicht von allen!) – von der Mehrheit der Österreicher gewählt wurde –, als zwielichtige Figur bezeichnet, dann ist das mehr als skandalös, das ist untragbar für dieses Haus! (Abg. Dr. Khol und Abg. Dr. Rasinger: Unerhört!) Wenn gestern für den Begriff "Haufen" ein Ordnungsruf erteilt wurde, dann gehört auch in diesem Zusammenhang massiv eingegriffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei den Liberalen und Grünen: Nicht von allen!
Herr Präsident Dr. Fischer! Sie haben heute vormittag die Aussage des Herrn Haselsteiner, der nun nicht anwesend ist, über unseren Herrn Bundespräsidenten gehört. Ich hoffe und beantrage, daß es deshalb zu einem Ordnungsruf kommt. (Beifall bei der ÖVP.) Denn wenn ein Abgeordneter an diesem Rednerpult den Herrn Bundespräsidenten, der in einer Direktwahl von allen Österreichern gewählt wurde (Rufe bei den Liberalen und Grünen: Nicht von allen!) – von der Mehrheit der Österreicher gewählt wurde –, als zwielichtige Figur bezeichnet, dann ist das mehr als skandalös, das ist untragbar für dieses Haus! (Abg. Dr. Khol und Abg. Dr. Rasinger: Unerhört!) Wenn gestern für den Begriff "Haufen" ein Ordnungsruf erteilt wurde, dann gehört auch in diesem Zusammenhang massiv eingegriffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol und Abg. Dr. Rasinger: Unerhört!
Herr Präsident Dr. Fischer! Sie haben heute vormittag die Aussage des Herrn Haselsteiner, der nun nicht anwesend ist, über unseren Herrn Bundespräsidenten gehört. Ich hoffe und beantrage, daß es deshalb zu einem Ordnungsruf kommt. (Beifall bei der ÖVP.) Denn wenn ein Abgeordneter an diesem Rednerpult den Herrn Bundespräsidenten, der in einer Direktwahl von allen Österreichern gewählt wurde (Rufe bei den Liberalen und Grünen: Nicht von allen!) – von der Mehrheit der Österreicher gewählt wurde –, als zwielichtige Figur bezeichnet, dann ist das mehr als skandalös, das ist untragbar für dieses Haus! (Abg. Dr. Khol und Abg. Dr. Rasinger: Unerhört!) Wenn gestern für den Begriff "Haufen" ein Ordnungsruf erteilt wurde, dann gehört auch in diesem Zusammenhang massiv eingegriffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Präsident Dr. Fischer! Sie haben heute vormittag die Aussage des Herrn Haselsteiner, der nun nicht anwesend ist, über unseren Herrn Bundespräsidenten gehört. Ich hoffe und beantrage, daß es deshalb zu einem Ordnungsruf kommt. (Beifall bei der ÖVP.) Denn wenn ein Abgeordneter an diesem Rednerpult den Herrn Bundespräsidenten, der in einer Direktwahl von allen Österreichern gewählt wurde (Rufe bei den Liberalen und Grünen: Nicht von allen!) – von der Mehrheit der Österreicher gewählt wurde –, als zwielichtige Figur bezeichnet, dann ist das mehr als skandalös, das ist untragbar für dieses Haus! (Abg. Dr. Khol und Abg. Dr. Rasinger: Unerhört!) Wenn gestern für den Begriff "Haufen" ein Ordnungsruf erteilt wurde, dann gehört auch in diesem Zusammenhang massiv eingegriffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Barmüller: Das ist die halbe Wahrheit, Herr Abgeordneter!
Weiters hoffe ich, daß sich auch die Presse, die sich sehr objektiv verhält, dieses Begriffes annimmt und Herrn Haselsteiner in die Schranken weist. So kann man in diesem Haus nicht über den obersten Repräsentanten unserer Republik sprechen: "eine zwielichtige Figur"! (Abg. Mag. Barmüller: Das ist die halbe Wahrheit, Herr Abgeordneter!) – Das wird im Protokoll nachzulesen sein. Ich weise das mit aller Schärfe zurück, wie ich auch alle anderen durchsichtigen Aktionen mit aller Schärfe zurückweise.
Abg. Dr. Maitz: Jetzt kommt wieder eine hochrichterliche Belehrung!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Für einen Außenstehenden, der mit den parlamentarischen Usancen des Abmauerns nicht vertraut ist (Abg. Dr. Maitz: Jetzt kommt wieder eine hochrichterliche Belehrung!) – denn dieser Stil des Abmauerns ist ja der permanente Stil der großen Koalition –, muß es ein grauenhaftes Schauspiel sein, was sich Plenartag für Plenartag hier abspielt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Für einen Außenstehenden, der mit den parlamentarischen Usancen des Abmauerns nicht vertraut ist (Abg. Dr. Maitz: Jetzt kommt wieder eine hochrichterliche Belehrung!) – denn dieser Stil des Abmauerns ist ja der permanente Stil der großen Koalition –, muß es ein grauenhaftes Schauspiel sein, was sich Plenartag für Plenartag hier abspielt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie versuchen nun schon seit Wochen, die Ohren anzulegen und durchzutauchen im Glauben, irgendwann werde der Tag kommen, an dem die Opposition Ruhe geben wird und man wieder zur Tagesordnung übergehen kann. Möglicherweise gelingt es Ihnen, aber eines möchte ich Ihnen sagen: Ein Ruhmesblatt für Ihr Demokratieverständnis ist das sicher nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Einige von Ihnen, die offensichtlich mehr von der parlamentarischen Demokratie halten, haben schon vor einigen Wochen ihr Unbehagen darüber ausgedrückt und gesagt, daß ihnen dieses Abblocken und Abmauern nicht gefällt. Sie haben bereits diese Phalanx ein bißchen durchbrochen, wie zum Beispiel Kollege Guggenberger. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Er hat gesagt, daß sehr viele in der SPÖ befürchten, daß die Faktenlage dazu führt, daß eine Zustimmung zu diesem Untersuchungsausschuß gegeben werden muß.
Abg. Mag. Stadler: Wo bleibt der Guggenberger?
Ich frage Sie nun: Wo bleibt die Einsicht aller anderen Abgeordneten, daß es notwendig ist? (Abg. Mag. Stadler: Wo bleibt der Guggenberger?) – Wo ist heute Kollege Guggenberger? Wo hört man jetzt seine Stimme? Warum kann er sich in seiner Fraktion nicht durchsetzen?
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte Ihnen noch folgendes sagen: Es wird immer so viel von der "Würde des Hauses" geredet, und alles mögliche wird mit einem Ordnungsruf geahndet, aber halten Sie es nicht mit der Würde des Hauses für unvereinbar, daß Sie von den beiden Koalitionsparteien die Oppositionsparteien um ihre parlamentarischen Kontrollrechte bringen? Das schadet nämlich der Würde des Parlaments! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Ist das Ihr Text?
Meine Damen und Herren! Dieses Verhalten des Abmauerns und Abblockens, wann immer Mißstände zutage getreten sind, die kontrolliert werden sollen, ist eines modernen Parlamentarismus unwürdig. Sie sollten sich einmal vor Augen führen, welch schlechten Dienst Sie der parlamentarischen Demokratie damit erweisen. (Abg. Dr. Cap: Ist das Ihr Text?) Auch die Ausreden, die Sie gebrauchen, um dem Antrag nur ja nicht zustimmen zu müssen, sind unwürdig. Erst heute haben wir wieder gehört: Weil die Grünen eine Pressekonferenz mit Bani-Sadr veranstaltet haben, wollen Sie nicht, daß geklärt wird, ob andere Mörder ohne irgendeine Sanktion Österreichs ausgereist sind. Auch das Verfahren vor dem Untersuchungsausschuß führen Sie hier als Ausrede an. (Abg. Dr. Cap: Ist das Ihr Text?) Sie hätten schon lange die Möglichkeit ge
Abg. Dr. Cap: Ist das Ihr Text?
Meine Damen und Herren! Dieses Verhalten des Abmauerns und Abblockens, wann immer Mißstände zutage getreten sind, die kontrolliert werden sollen, ist eines modernen Parlamentarismus unwürdig. Sie sollten sich einmal vor Augen führen, welch schlechten Dienst Sie der parlamentarischen Demokratie damit erweisen. (Abg. Dr. Cap: Ist das Ihr Text?) Auch die Ausreden, die Sie gebrauchen, um dem Antrag nur ja nicht zustimmen zu müssen, sind unwürdig. Erst heute haben wir wieder gehört: Weil die Grünen eine Pressekonferenz mit Bani-Sadr veranstaltet haben, wollen Sie nicht, daß geklärt wird, ob andere Mörder ohne irgendeine Sanktion Österreichs ausgereist sind. Auch das Verfahren vor dem Untersuchungsausschuß führen Sie hier als Ausrede an. (Abg. Dr. Cap: Ist das Ihr Text?) Sie hätten schon lange die Möglichkeit ge
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zum Abschluß möchte ich Ihnen aber noch sagen: Aus all Ihren Argumenten hört man Ihre panische Angst vor einer Aufdeckung durch einen Untersuchungsausschuß heraus. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Herr Abgeordneter Dr. Graff von der ÖVP, der heute nicht mehr im Parlament sitzt, hat einmal in einer ähnlichen Situation gesagt: Pfui Teufel! – Ich möchte meine Mißachtung zu Ihrer Einstellung ebenfalls mit diesem Satz ausdrücken. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das ist würdevoll! – Abg. Mag. Kukacka: Das ist aber nicht sehr vornehm von einer Dame!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das ist würdevoll! – Abg. Mag. Kukacka: Das ist aber nicht sehr vornehm von einer Dame!
Zum Abschluß möchte ich Ihnen aber noch sagen: Aus all Ihren Argumenten hört man Ihre panische Angst vor einer Aufdeckung durch einen Untersuchungsausschuß heraus. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Herr Abgeordneter Dr. Graff von der ÖVP, der heute nicht mehr im Parlament sitzt, hat einmal in einer ähnlichen Situation gesagt: Pfui Teufel! – Ich möchte meine Mißachtung zu Ihrer Einstellung ebenfalls mit diesem Satz ausdrücken. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das ist würdevoll! – Abg. Mag. Kukacka: Das ist aber nicht sehr vornehm von einer Dame!)
Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Petrovic. – Bitte. (Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Maitz – einen Pressebericht hochhaltend –: Pilz attackiert Österreich! – Abg. Schwarzenberger: Wie stehen Sie zu Pilz?
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Was Sie seit gestern hier versuchen, ist aus der Sicht der Regierungsfraktionen sehr transparent. Ihr Interesse daran, daß es keinen Untersuchungsausschuß gibt, ist sehr plausibel und aus Ihrer Sicht – nehme ich an – auch sehr legitim. (Abg. Dr. Maitz – einen Pressebericht hochhaltend –: Pilz attackiert Österreich! – Abg. Schwarzenberger: Wie stehen Sie zu Pilz?) Es wird in dieser Form nur nicht aufgehen, denn es ist bereits heute gescheitert.
Abg. Schwarzenberger und Abg. Dr. Rasinger: Und Pilz!
Zum einen: Sie haben – aus Ihrer Sicht sicherlich legitimerweise – versucht, die öffentliche Debatte in den Medien und in der Bevölkerung, die ursprüngliche Debatte über die Nichtaufklärung der politischen Hintergründe der vielen Kurden-Morde umzudrehen und zu einer Diskussion über die Person Bani-Sadrs (Abg. Schwarzenberger und Abg. Dr. Rasinger: Und Pilz!) und über die Frage der sogenannten Nestbeschmutzung zu machen. (Abg. Dr. Khol: Und über die Verharmlosung!) – Ich sage Ihnen dazu zweierlei.
Abg. Dr. Khol: Und über die Verharmlosung!
Zum einen: Sie haben – aus Ihrer Sicht sicherlich legitimerweise – versucht, die öffentliche Debatte in den Medien und in der Bevölkerung, die ursprüngliche Debatte über die Nichtaufklärung der politischen Hintergründe der vielen Kurden-Morde umzudrehen und zu einer Diskussion über die Person Bani-Sadrs (Abg. Schwarzenberger und Abg. Dr. Rasinger: Und Pilz!) und über die Frage der sogenannten Nestbeschmutzung zu machen. (Abg. Dr. Khol: Und über die Verharmlosung!) – Ich sage Ihnen dazu zweierlei.
Abg. Mag. Stadler: In der AZ? Na sowas!
Interview in der "Arbeiter-Zeitung": Bani-Sadr – die späte Reue: Hätte mich widersetzen sollen! – Er wird da als überlegter, friedfertiger Intellektueller, der wissenschaftliche und ökonomische Analysen anfertigt, charakterisiert. (Abg. Mag. Stadler: In der AZ? Na sowas!) – In der "Arbeiter-Zeitung"! Sie können natürlich sagen: Was bedeutet das schon, wenn das in der "Arbeiter-Zeitung" steht? (Abg. Schwarzenberger: Es kann sich auch ein Redakteur einmal irren!) Oder: Was bedeutet es schon, wenn der Chefkoordinator von Vizekanzler Sinowatz gesagt hat, er sei die einzige Alternative, die Legalität und Legitimität bedeute? (Abg. Ing. Langthaler: Sind sie eingesperrt worden?) Die Sozialdemokraten haben sich offenbar in der letzten Nacht gedreht.
Abg. Schwarzenberger: Es kann sich auch ein Redakteur einmal irren!
Interview in der "Arbeiter-Zeitung": Bani-Sadr – die späte Reue: Hätte mich widersetzen sollen! – Er wird da als überlegter, friedfertiger Intellektueller, der wissenschaftliche und ökonomische Analysen anfertigt, charakterisiert. (Abg. Mag. Stadler: In der AZ? Na sowas!) – In der "Arbeiter-Zeitung"! Sie können natürlich sagen: Was bedeutet das schon, wenn das in der "Arbeiter-Zeitung" steht? (Abg. Schwarzenberger: Es kann sich auch ein Redakteur einmal irren!) Oder: Was bedeutet es schon, wenn der Chefkoordinator von Vizekanzler Sinowatz gesagt hat, er sei die einzige Alternative, die Legalität und Legitimität bedeute? (Abg. Ing. Langthaler: Sind sie eingesperrt worden?) Die Sozialdemokraten haben sich offenbar in der letzten Nacht gedreht.
Abg. Ing. Langthaler: Sind sie eingesperrt worden?
Interview in der "Arbeiter-Zeitung": Bani-Sadr – die späte Reue: Hätte mich widersetzen sollen! – Er wird da als überlegter, friedfertiger Intellektueller, der wissenschaftliche und ökonomische Analysen anfertigt, charakterisiert. (Abg. Mag. Stadler: In der AZ? Na sowas!) – In der "Arbeiter-Zeitung"! Sie können natürlich sagen: Was bedeutet das schon, wenn das in der "Arbeiter-Zeitung" steht? (Abg. Schwarzenberger: Es kann sich auch ein Redakteur einmal irren!) Oder: Was bedeutet es schon, wenn der Chefkoordinator von Vizekanzler Sinowatz gesagt hat, er sei die einzige Alternative, die Legalität und Legitimität bedeute? (Abg. Ing. Langthaler: Sind sie eingesperrt worden?) Die Sozialdemokraten haben sich offenbar in der letzten Nacht gedreht.
Abg. Grabner: Da geht Ihnen ja die Luft aus! – Das war vor zehn Jahren!
Ich frage Sie nun aber: Wie sind die Außenpolitischen Berichte entstanden? Ganz ohne Mitwirkung der ÖVP? Es gibt einen merkwürdigen Sprung in den Außenpolitischen Berichten zwischen 1979 und 1980. Im Jahr 1979, im Zuge der revolutionären Vorkommnisse, heißt es, daß Wirtschaftskontakte wegen der angespannten politischen und wirtschaftlichen Lage unterbleiben mußten. Das wird bedauernd angemerkt. Aber bereits 1980 wird festgestellt, daß die erste freie Präsidentschafts- und Parlamentswahl zu einer Ablösung des Revolutionsrates geführt hätte und damit ein Schritt zur neuen Verfassung vollzogen werde. Die Haltung des neutralen Österreich, das sich aus dem Streit zwischen dem Iran und den USA herausgehalten habe, sei von der iranischen Führung positiv bewertet worden. Es wird weiters angemerkt, daß man natürlich wieder an der Teheraner Messe teilgenommen habe. Dann kommen die Jubelmeldungen. (Abg. Grabner: Da geht Ihnen ja die Luft aus! – Das war vor zehn Jahren!)
Abg. Dr. Maitz: Pilz soll seine Österreichbeschimpfung zurücknehmen! – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Bevor Sie weiter so agieren wie gestern abend, werde ich mir erlauben, der gesamten Präsidiale morgen die Originaldokumente betreffend die Aussagen von Herrn Dr. Pilz zur Verfügung zu stellen. (Abg. Dr. Maitz: Pilz soll seine Österreichbeschimpfung zurücknehmen! – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Ich merke selbst mit einem gewissen Erstaunen an, daß vieles, was Frau Dr. Schmidt oder ich in diesem Haus gesagt haben, an Schärfe und Härte die Aussagen von Herrn Dr. Pilz erheblich übertreffen. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Bevor Sie weiter so agieren wie gestern abend, werde ich mir erlauben, der gesamten Präsidiale morgen die Originaldokumente betreffend die Aussagen von Herrn Dr. Pilz zur Verfügung zu stellen. (Abg. Dr. Maitz: Pilz soll seine Österreichbeschimpfung zurücknehmen! – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Ich merke selbst mit einem gewissen Erstaunen an, daß vieles, was Frau Dr. Schmidt oder ich in diesem Haus gesagt haben, an Schärfe und Härte die Aussagen von Herrn Dr. Pilz erheblich übertreffen. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Maitz: Pilz ist jedes Mittel recht!
Für Ihr vorhin bereits angesprochenes Vorhaben müssen Ihnen die drei Oppositionsparteien nahezu dankbar sein, weil es diese Debatte einmal mehr ins Licht der Öffentlichkeit rückt. Sie wird dazu führen, daß sich das, was Sie gestern abend versucht haben, gegen Sie selbst kehren wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Maitz: Pilz ist jedes Mittel recht!)
Ruf bei der SPÖ: Hast du auch die "AZ" mit?
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Kier. – Bitte. (Ruf bei der SPÖ: Hast du auch die "AZ" mit?)
Abg. Schwarzenberger: Der war sehr gut!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Großruck hat sich hier bemüßigt gefühlt, ... (Abg. Schwarzenberger: Der war sehr gut!) – Er war ausgezeichnet, denn er hat durch seine Aussage "man krame in der Mottenkiste", wenn man aus den Parlamentsprotokollen zitiert, wie das meine Klubobfrau gemacht hat, Ihre Fraktion beschrieben.
Abg. Mag. Stadler: Er hat gemeint, wenn man Khol zitiert, dann kramt man in der Mottenkiste!
Ich habe mir gedacht, daß das vielleicht untergegangen ist. Daher sollte man das noch einmal zitieren, denn es ist sehr wichtig, weil es den Zugang des Kollegen Großruck zu diesem Fall zeigt. (Abg. Mag. Stadler: Er hat gemeint, wenn man Khol zitiert, dann kramt man in der Mottenkiste!)
Abg. Großruck: Zwielichtige Figur!
Es ist natürlich möglich, daß man, wenn man in den Parlamentsprotokollen nachsieht, auf merkwürdige Äußerungen stößt. Das ist richtig. Er hat aber das Nachschauen selbst als "Kramen in der Mottenkiste" bezeichnet. Man muß jedoch mit dem, was man sagt, behutsam sein. Es kann passieren, daß es vielleicht zehn, acht oder neun Jahre später zitiert wird. Deshalb ist es mir auch ein Bedürfnis, ihm noch in einem anderen Punkt ausdrücklich zu widersprechen, nämlich dem Vorwurf an meinen Fraktionskollegen Haselsteiner, er hätte den Bundespräsidenten unqualifiziert beschrieben. (Abg. Großruck: Zwielichtige Figur!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Herr Kollege Großruck! Erstens hat er das noch vom Pult aus korrigiert. Zweitens: Wenn der Bundespräsident tatsächlich in der mißlichen Lage ist, in einer Art Zwielicht zu stehen, dann stimmen Sie dem Untersuchungsausschuß doch zu! Wenn wir alles erhellen können, dann wird der Bundespräsident wieder in strahlendem Licht stehen. Ob das für ihn gut ist oder nicht, werden wir sehen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Begreifen Sie endlich: Wenn Sie ihn wirklich von jedem Makel befreien und für sakrosankt halten wollen – etwas, das Sie uns vorgeworfen haben, nicht zu tun –, dann stimmen Sie einem Untersuchungsausschuß zu – auch um den Preis, daß es vielleicht den einen oder anderen Ihrer Fraktion erwischt. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Glauben Sie mir: Die Suppe ist nicht so dünn. Es wäre gut, wenn man einmal auf den Boden des Suppenkessels hinunterschauen könnte. (Abg. Dr. Maitz: Das ist der Grund!) Vielleicht liegt noch einiges unten. (Abg. Dr. Rasinger: Nein! Sehr wenig!)
Abg. Dr. Maitz: Das ist der Grund!
Begreifen Sie endlich: Wenn Sie ihn wirklich von jedem Makel befreien und für sakrosankt halten wollen – etwas, das Sie uns vorgeworfen haben, nicht zu tun –, dann stimmen Sie einem Untersuchungsausschuß zu – auch um den Preis, daß es vielleicht den einen oder anderen Ihrer Fraktion erwischt. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Glauben Sie mir: Die Suppe ist nicht so dünn. Es wäre gut, wenn man einmal auf den Boden des Suppenkessels hinunterschauen könnte. (Abg. Dr. Maitz: Das ist der Grund!) Vielleicht liegt noch einiges unten. (Abg. Dr. Rasinger: Nein! Sehr wenig!)
Abg. Dr. Rasinger: Nein! Sehr wenig!
Begreifen Sie endlich: Wenn Sie ihn wirklich von jedem Makel befreien und für sakrosankt halten wollen – etwas, das Sie uns vorgeworfen haben, nicht zu tun –, dann stimmen Sie einem Untersuchungsausschuß zu – auch um den Preis, daß es vielleicht den einen oder anderen Ihrer Fraktion erwischt. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Glauben Sie mir: Die Suppe ist nicht so dünn. Es wäre gut, wenn man einmal auf den Boden des Suppenkessels hinunterschauen könnte. (Abg. Dr. Maitz: Das ist der Grund!) Vielleicht liegt noch einiges unten. (Abg. Dr. Rasinger: Nein! Sehr wenig!)
Abg. Mag. Stadler: Ich bin heute auch Genosse!
Wer für diesen Antrag ist, den bitte ich um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Mag. Stadler: Ich bin heute auch Genosse!) – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt. (Abg. Parnigoni: Der Haider ist nicht dafür! – Abg. Mag. Stadler: Der ist auch nicht Genosse! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Parnigoni: Der Haider ist nicht dafür! – Abg. Mag. Stadler: Der ist auch nicht Genosse! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Wer für diesen Antrag ist, den bitte ich um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Mag. Stadler: Ich bin heute auch Genosse!) – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt. (Abg. Parnigoni: Der Haider ist nicht dafür! – Abg. Mag. Stadler: Der ist auch nicht Genosse! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Schwarzenberger: Nur mehr 20 von der FPÖ stimmen!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist die Minderheit. Dieser Antrag ist abgelehnt. (Abg. Schwarzenberger: Nur mehr 20 von der FPÖ stimmen!)