Eckdaten:
Für die 179. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 971 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Johann Kurzbauer
Petition betreffend "Alkoholisierte Lenker gefährden uns alle" (Ordnungsnummer 58) (überreicht vom Abgeordneten Johann Kurzbauer)
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Gleich danach hat es aber einen Rückzieher gegeben, man wollte nicht mehr darüber diskutieren, weil man anscheinend gemerkt hatte ... (Zwischenruf des Abg. Wabl.) – Kollege Wabl! Ich weiß schon, daß du damit insgesamt ein Problem hast. Ihr wollt das Bundesheer abschaffen, ihr wollt keine Sicherheit in diesem Land – deshalb ist es besser, wenn ihr euch in dieser Debatte gar nicht zu Wort meldet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Gleich danach hat es aber einen Rückzieher gegeben, man wollte nicht mehr darüber diskutieren, weil man anscheinend gemerkt hatte ... (Zwischenruf des Abg. Wabl.) – Kollege Wabl! Ich weiß schon, daß du damit insgesamt ein Problem hast. Ihr wollt das Bundesheer abschaffen, ihr wollt keine Sicherheit in diesem Land – deshalb ist es besser, wenn ihr euch in dieser Debatte gar nicht zu Wort meldet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Wie ist das jetzt mit der NATO, Herr Scheibner?
Jedenfalls gab es wieder einen Rückzieher. In den letzten Tagen kam es wieder zu gegenseitigen Schuldzuweisungen dahin gehend, wer denn für den katastrophalen Zustand der österreichischen Landesverteidigung, vor allem des österreichischen Bundesheeres verantwortlich ist. (Abg. Wabl: Wie ist das jetzt mit der NATO, Herr Scheibner?) Herr Bundeskanzler Klima meint, der Verteidigungsminister sei schuld, der Verteidigungsminister sagt, die SPÖ sei schuld, weil sie nicht das erforderliche Geld zur Verfügung stellt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Tatsache ist, daß diese Bundesregierung, und zwar die gesamte Bundesregierung, für den Zustand der österreichischen Landesverteidigung verantwortlich ist. Sie, meine Damen und Herren von SPÖ und ÖVP, haben die Sicherheitspolitik Österreichs in den letzten zehn Jahren sträflich vernachlässigt. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie haben es verabsäumt, eine klare Entscheidung in der Sicherheitspolitik zu treffen, und Sie haben es auch verabsäumt, klare Aufträge an das österreichische Bundesheer zu formulieren. Sie haben es letztlich auch verabsäumt, dem österreichischen Bundesheer jene Mittel zur Verfügung zu stellen, die notwendig wären, um diese Aufträge auch erfüllen zu können.
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Fasslabend.
Herr Verteidigungsminister! Sie rühmen sich immer, daß Sie der längstgediente Verteidigungsminister in Europa sind. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Fasslabend.) Wie aber sieht Ihre Bilanz aus? – Unter Ihrer Verantwortung wurde das österreichische Bundesheer "kaputtgespart". 0,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes werden in Österreich für die Sicherheit, für die Landesverteidigung ausgegeben. Damit sind wir europaweit das absolute Schlußlicht – noch hinter Luxemburg.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Schauen wir, wie es diesbezüglich in Schweden aussieht: Über 3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes werden für die Sicherheitspolitik, für das Heer ausgegeben. Auch die Finnen geben mehr als 2 Prozent des BIP für ihre Landesverteidigung aus. Das wären die Gradmesser, mit denen Sie sich messen sollten; diese Länder wären für Vergleiche heranzuziehen, wenn man eine eigenständige Landesverteidigung ernst nimmt, diese wären gute Vorbilder. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Wie ist das jetzt mit der NATO, Herr Scheibner?
Man überlegt jetzt, woher man die für den KFOR-Einsatz notwendigen Zelte bekommt, woher man das Personal bekommt. Europaweit ist es üblich, daß wirklich nur professionell ausgebildete und ausgerüstete Soldaten an solch gefährlichen Einsätzen teilnehmen. In Deutschland gibt es keinen Soldaten, der nicht zumindest ein Jahr auf einen derartigen Auslandseinsatz vorbereitet wird (Abg. Wabl: Wie ist das jetzt mit der NATO, Herr Scheibner?), bevor er in solch ein Abenteuer geschickt wird, Kollege Wabl. In Österreich wird das Personal per Inserat gesucht. Nach sechswöchigen Schnellsiedekursen werden die Leute in derartige Einsätze geschickt. Herr Bundesminister! Das ist unverantwortlich! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wir tragen die Verantwortung für die Sicherheit unserer Soldaten. Nehmen Sie nicht nur aus Prestigegründen an solchen Einsätzen teil!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man überlegt jetzt, woher man die für den KFOR-Einsatz notwendigen Zelte bekommt, woher man das Personal bekommt. Europaweit ist es üblich, daß wirklich nur professionell ausgebildete und ausgerüstete Soldaten an solch gefährlichen Einsätzen teilnehmen. In Deutschland gibt es keinen Soldaten, der nicht zumindest ein Jahr auf einen derartigen Auslandseinsatz vorbereitet wird (Abg. Wabl: Wie ist das jetzt mit der NATO, Herr Scheibner?), bevor er in solch ein Abenteuer geschickt wird, Kollege Wabl. In Österreich wird das Personal per Inserat gesucht. Nach sechswöchigen Schnellsiedekursen werden die Leute in derartige Einsätze geschickt. Herr Bundesminister! Das ist unverantwortlich! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wir tragen die Verantwortung für die Sicherheit unserer Soldaten. Nehmen Sie nicht nur aus Prestigegründen an solchen Einsätzen teil!
Abg. Dr. Khol: Aufsetzen! – Abg. Schwarzenberger: Aufsetzen, ob er paßt!
Ich habe hier ein kleines Beispiel mitgebracht, nur ein kleines Beispiel, Herr Verteidigungsminister. (Der Redner zeigt einen Kampfhelm des Bundesheeres.) Sie wissen ganz genau, daß es zehn Jahre lang gedauert hat, bis man einen neuen Kampfhelm für das österreichische Bundesheer angeschafft hat. Zehn Jahre lang hat man gebraucht, aber das ist ein ausgezeichnetes Produkt! (Abg. Dr. Khol: Aufsetzen! – Abg. Schwarzenberger: Aufsetzen, ob er paßt!) – Meine Damen und Herren! Das ist nicht die Gelegenheit für irgendwelche Späße. Das ist eine sehr ernste Angelegenheit! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Wabl.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Wabl.
Ich habe hier ein kleines Beispiel mitgebracht, nur ein kleines Beispiel, Herr Verteidigungsminister. (Der Redner zeigt einen Kampfhelm des Bundesheeres.) Sie wissen ganz genau, daß es zehn Jahre lang gedauert hat, bis man einen neuen Kampfhelm für das österreichische Bundesheer angeschafft hat. Zehn Jahre lang hat man gebraucht, aber das ist ein ausgezeichnetes Produkt! (Abg. Dr. Khol: Aufsetzen! – Abg. Schwarzenberger: Aufsetzen, ob er paßt!) – Meine Damen und Herren! Das ist nicht die Gelegenheit für irgendwelche Späße. Das ist eine sehr ernste Angelegenheit! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Wabl.)
Abg. Haigermoser – in Richtung der anderen Fraktionen –: Das findet ihr lustig!
Im Ausland verwenden wir gutes Gerät, aber schauen wir einmal, womit unsere Grundwehrdiener ausgebildet werden – mit diesem Gerät! (Der Redner zeigt einen anderen Kampfhelm.) Wer sich an Weltkriegsfilme mit John Wayne oder Gregory Peck erinnert, wird diesen Helm dort gesehen haben. Weltkriegserfahrung, meine Damen und Herren! Diesen Helm kann man auseinandernehmen, er ist vielleicht nicht schlecht, ihn als Waschschüssel zu verwenden, was auch passiert. Er gibt aber keine Sicherheit, bietet keinen Schutz für unsere Grundwehrdiener. (Abg. Haigermoser – in Richtung der anderen Fraktionen –: Das findet ihr lustig!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Das ist unverantwortlich! Für den Auslandseinsatz werden wenige Helme angeschafft, aber für unsere Grundwehrdiener im Inland werden diese alten Modelle verwendet! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren! Sicherheitspolitik darf nicht zum Spielball innerhalb der Koalition werden, die Sicherheit sollte ein nationales Interesse hier in Österreich sein. Entscheiden Sie endlich in diese Richtung! Darin werden wir mit Ihnen übereinstimmen, aber Sie werden uns als absoluten Gegner sehen, wenn es darum geht – so wie Sie das machen –, die Sicherheitsinteressen Österreichs zu verkaufen (Beifall bei den Freiheitlichen) und österreichische Soldaten, österreichische Grundwehrdiener schlecht ausgebildet in Einsätze zu schicken, schlecht ausgerüstet, sodaß das Leben und die Gesundheit dieser Soldaten gefährdet sind. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Sicherheitspolitik darf nicht zum Spielball innerhalb der Koalition werden, die Sicherheit sollte ein nationales Interesse hier in Österreich sein. Entscheiden Sie endlich in diese Richtung! Darin werden wir mit Ihnen übereinstimmen, aber Sie werden uns als absoluten Gegner sehen, wenn es darum geht – so wie Sie das machen –, die Sicherheitsinteressen Österreichs zu verkaufen (Beifall bei den Freiheitlichen) und österreichische Soldaten, österreichische Grundwehrdiener schlecht ausgebildet in Einsätze zu schicken, schlecht ausgerüstet, sodaß das Leben und die Gesundheit dieser Soldaten gefährdet sind. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Ein FPÖ-Klubobmann braucht viele Stahlhelme!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich darf den Herrn Bundesminister um eine Stellungnahme zum Thema der Aktuellen Stunde bitten. Die Redezeit soll 10 Minuten nicht überschreiten. – Bitte, Herr Bundesminister. (Abg. Dr. Khol: Ein FPÖ-Klubobmann braucht viele Stahlhelme!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Bundesminister für Landesverteidigung Dr. Werner Fasslabend: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Scheibner, Sie haben jetzt die Rede eines Oppositionspolitikers nicht einmal mehr drei volle Monate vor dem nächsten Nationalratswahltermin gehalten. Ich glaube, so ist sie auch zu werten, auch der Großteil Ihrer Aussagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Sind Sie kein Fachmann?
Ich möchte Sie, um ein klares Bild abzugeben, nicht mit meiner eigenen Beurteilung konfrontieren, sondern ich möchte Ihnen jene Beurteilung bringen, die Fachleute über die Qualität des österreichischen Bundesheeres abgeben und abgegeben haben. (Abg. Böhacker: Sind Sie kein Fachmann?) Ich lese das daher auch wortwörtlich vor.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Es heißt zum Beispiel: "I want to thank you for what Austrian soldiers are doing in Bosnia. With their professionalism, dedication and hard work they are surely the best ambassadors of Austria to the world." (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Ich übersetze es: Ich möchte Ihnen dafür danken, was österreichische Soldaten in Bosnien tun. Mit ihrem Professionalismus, mit ihrem Engagement und ihrer harten Arbeit zählen sie sicherlich zu den besten Botschaftern Österreichs in der Welt. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Krüger: Das ist eine Höflichkeitsgeste!
Das ist nicht das Urteil von irgend jemandem, sondern das ist das Urteil des NATO-Oberkommandierenden (Abg. Dr. Krüger: Das ist eine Höflichkeitsgeste!), damit eines Mannes, dessen Fachkenntnisse man sicher nicht bestreiten kann, Herr Abgeordneter! (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.
Das ist nicht das Urteil von irgend jemandem, sondern das ist das Urteil des NATO-Oberkommandierenden (Abg. Dr. Krüger: Das ist eine Höflichkeitsgeste!), damit eines Mannes, dessen Fachkenntnisse man sicher nicht bestreiten kann, Herr Abgeordneter! (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.)
Abg. Scheibner: Das interessiert uns nicht, was der sagt! Im Gegensatz zu Ihnen wissen wir das aus der Praxis!
Ich bin aber gerne dazu bereit, Ihnen auch andere Papiere vorzulegen, etwa das, was der amerikanische Verteidigungsminister dazu sagt. Er lobt unsere Soldaten wegen ihrer hervorragenden Arbeit und Leistung. Ich kann Ihnen sagen, was der Oberkommandierende des amerikanischen Marinekorps dazu sagt. (Abg. Scheibner: Das interessiert uns nicht, was der sagt! Im Gegensatz zu Ihnen wissen wir das aus der Praxis!) Er sagt ebenso: talent, hard work and genuine know-how – das heißt: und echtes Know-how –; das attestiert er unseren Soldaten! (Abg. Dr. Kostelka: Ist das eine Lesestunde?) – Das sollten Sie mit einbeziehen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Kostelka: Ist das eine Lesestunde?
Ich bin aber gerne dazu bereit, Ihnen auch andere Papiere vorzulegen, etwa das, was der amerikanische Verteidigungsminister dazu sagt. Er lobt unsere Soldaten wegen ihrer hervorragenden Arbeit und Leistung. Ich kann Ihnen sagen, was der Oberkommandierende des amerikanischen Marinekorps dazu sagt. (Abg. Scheibner: Das interessiert uns nicht, was der sagt! Im Gegensatz zu Ihnen wissen wir das aus der Praxis!) Er sagt ebenso: talent, hard work and genuine know-how – das heißt: und echtes Know-how –; das attestiert er unseren Soldaten! (Abg. Dr. Kostelka: Ist das eine Lesestunde?) – Das sollten Sie mit einbeziehen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin aber gerne dazu bereit, Ihnen auch andere Papiere vorzulegen, etwa das, was der amerikanische Verteidigungsminister dazu sagt. Er lobt unsere Soldaten wegen ihrer hervorragenden Arbeit und Leistung. Ich kann Ihnen sagen, was der Oberkommandierende des amerikanischen Marinekorps dazu sagt. (Abg. Scheibner: Das interessiert uns nicht, was der sagt! Im Gegensatz zu Ihnen wissen wir das aus der Praxis!) Er sagt ebenso: talent, hard work and genuine know-how – das heißt: und echtes Know-how –; das attestiert er unseren Soldaten! (Abg. Dr. Kostelka: Ist das eine Lesestunde?) – Das sollten Sie mit einbeziehen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Jung.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wäre sicher nicht richtig, nur das zu nennen, was es an positiven Errungenschaften gibt – und da haben wir einiges vorzuweisen. Vor zehn Jahren waren wir eine Armee – wahrscheinlich die einzige Armee der Welt –, die über keine Raketenwaffen verfügt hat, jetzt aber sind wir eine Armee, die sowohl Boden-Boden-, Boden-Luft- als auch Luft-Luft-Lenkwaffen besitzt und auch verstünde, diese einzusetzen, falls dies notwendig sein sollte. (Zwischenruf des Abg. Jung.) In den Hauptwaffensystemen haben wir durchaus nicht nur modernes, sondern bestes Gerät. Ich denke etwa an die Artillerie – Sie waren ja selbst dabei, sehr geehrter Herr Abgeordneter – oder an die neuen Panzerbeschaffungen, wodurch wir mit dem Leopard über den weltbesten Kampfpanzer überhaupt verfügen, und vieles andere mehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wäre sicher nicht richtig, nur das zu nennen, was es an positiven Errungenschaften gibt – und da haben wir einiges vorzuweisen. Vor zehn Jahren waren wir eine Armee – wahrscheinlich die einzige Armee der Welt –, die über keine Raketenwaffen verfügt hat, jetzt aber sind wir eine Armee, die sowohl Boden-Boden-, Boden-Luft- als auch Luft-Luft-Lenkwaffen besitzt und auch verstünde, diese einzusetzen, falls dies notwendig sein sollte. (Zwischenruf des Abg. Jung.) In den Hauptwaffensystemen haben wir durchaus nicht nur modernes, sondern bestes Gerät. Ich denke etwa an die Artillerie – Sie waren ja selbst dabei, sehr geehrter Herr Abgeordneter – oder an die neuen Panzerbeschaffungen, wodurch wir mit dem Leopard über den weltbesten Kampfpanzer überhaupt verfügen, und vieles andere mehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wer ist denn verantwortlich? – Abg. Mag. Haupt: Leere Versprechen, Herr Minister!
Selbstverständlich ist das nur ein Teil. Wir können aber auch stolz darauf sein, daß wir die Ausbildung für Offiziere, Unteroffiziere und auch für Grundwehrdiener hervorragend verbessert haben, auf ganz neue Beine gestellt haben. Wir können sagen, daß wir eine einsatzfähige Organisation besitzen, die in der Lage ist, ihr gestellte Aufgaben entsprechend durchzuführen, wie sie das bei allen Übungen und Einsätzen bisher bewiesen hat und auch in Zukunft beweisen wird. Wir müssen aber selbstverständlich auch alles daransetzen, die zukünftigen Aufgabenstellungen entsprechend durchführen zu können. Dazu benötigt das Bundesheer jedoch mehr Geld (Abg. Scheibner: Wer ist denn verantwortlich? – Abg. Mag. Haupt: Leere Versprechen, Herr Minister!), nämlich dann, wenn es darum geht, große Investitionen durchzuführen, und diese stehen vor uns. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Selbstverständlich ist das nur ein Teil. Wir können aber auch stolz darauf sein, daß wir die Ausbildung für Offiziere, Unteroffiziere und auch für Grundwehrdiener hervorragend verbessert haben, auf ganz neue Beine gestellt haben. Wir können sagen, daß wir eine einsatzfähige Organisation besitzen, die in der Lage ist, ihr gestellte Aufgaben entsprechend durchzuführen, wie sie das bei allen Übungen und Einsätzen bisher bewiesen hat und auch in Zukunft beweisen wird. Wir müssen aber selbstverständlich auch alles daransetzen, die zukünftigen Aufgabenstellungen entsprechend durchführen zu können. Dazu benötigt das Bundesheer jedoch mehr Geld (Abg. Scheibner: Wer ist denn verantwortlich? – Abg. Mag. Haupt: Leere Versprechen, Herr Minister!), nämlich dann, wenn es darum geht, große Investitionen durchzuführen, und diese stehen vor uns. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Jung: Da kommen Sie jetzt am Ende Ihrer Laufbahn drauf?!
Wir bekennen uns dazu, daß Österreich in seiner geographischen Situation ein starkes Bundesheer braucht: für den Katastropheneinsatz, für den Assistenzeinsatz und natürlich auch für jede Sicherheitsbedrohung, die auf unser Land zukommen kann. (Abg. Jung: Da kommen Sie jetzt am Ende Ihrer Laufbahn drauf?!) Dazu gehört sicher auch, daß wir nicht nur professionell ausbilden, sondern zweifellos auch die Grundsatzentscheidungen treffen.
Beifall bei der ÖVP
Spätestens seit 1. Mai dieses Jahres, spätestens seit Inkrafttreten des Amsterdamer Vertrages ist die Situation entstanden, in der eine isolierte Vorgangsweise in Europa keine Zukunft mehr hat. Zweifellos ist es auf der Grundlage des Amsterdamer Vertrages, in dem sich die europäischen Staaten zu einer Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik verpflichtet haben, in dem sie sich gleichzeitig das Ziel gesetzt haben, eine gemeinsame Verteidigungspolitik zu entwickeln, auch für uns hoch an der Zeit, diese Grundsatzentscheidung zu treffen (Beifall bei der ÖVP) und darauf aufbauend dann auch damit zusammenhängende Entscheidungen, etwa jene des Wehrsystems, zu überprüfen und gegebenenfalls neu zu treffen.
Beifall bei der ÖVP.
Selbstverständlich müssen wir bedenken, daß Neutralität heutzutage eigentlich auch heißt, daß wir ein Verbot dahin gehend haben, unsere eigene Verteidigung dann, wenn sie gemeinsam mit anderen Staaten erfolgen sollte, auch nur vorzubereiten. Das ist die Wahrheit, und das müssen wir der Bevölkerung auch sagen. Die Wahrheit ist, daß Krisenbewältigung heute nur noch gemeinsam erfolgen kann, daß sie nur dann Sinn macht, wenn sie gemeinsam erfolgt. Die Wahrheit ist auch, daß diese Gemeinsamkeit die Voraussetzung dafür ist, daß wir sagen können: Wir haben die Wahl zwischen unterschiedlichen Wehrsystemen, und wir können dann die Wahl treffen, welches System auf lange Sicht für Österreich am besten ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Aber das muß man einmal fordern, Herr Minister!
Meine Damen und Herren! Ich möchte angesichts der Tatsache, daß in weniger als drei Monaten Nationalratswahlen stattfinden und daß ein großer Teil von Ihnen in der nächsten Gesetzgebungsperiode dem Nationalrat angehören wird, hier auch einen Appell an Sie richten: Österreich ist reich an Lippenbekenntnissen für seine Sicherheit und reich an Lippenbekenntnissen für sein Eintreten für die Landesverteidigung. In Wirklichkeit geht es aber nicht nur darum, die entsprechenden Voraussetzungen schaffen zu wollen, sondern auch darum, bei harten Entscheidungen dafür einzustehen, auch dann, wenn es vielleicht unpopulär ist – die Landesverteidigung ist nicht immer das Populärste, das ist uns allen bewußt –, dafür einzutreten, wenn die Entscheidung gefallen ist, daß man eben neues Gerät ankaufen muß, das etwas kostet, daß man Geld braucht, um die Soldaten entsprechend bezahlen zu können, daß man entsprechend viel Geld haben muß, um an Einsätzen teilzunehmen. (Abg. Scheibner: Aber das muß man einmal fordern, Herr Minister!)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP.
Wir haben es jetzt einmal geschafft, daß wir die neuen Einsätze, zu denen unsere Soldaten entsandt werden, bezahlt bekommen. Ich bedanke mich auch bei Ihnen für diese Unterstützung. Es wird jedoch noch mehr Unterstützung in der nächsten Gesetzgebungsperiode notwendig sein. Ich bitte Sie, das auch entsprechend bei Ihren Überlegungen und bei Ihren Intentionen zu berücksichtigen, denn Österreich braucht ein starkes Heer für seine eigene Sicherheit. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Na geh!
Abgeordneter Wolfgang Jung (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Sie, Herr Minister, haben von der Polemik eines Oppositionspolitikers gesprochen. (Abg. Dr. Stummvoll: Na geh!) Ich möchte zu Ihnen, meine Damen und Herren, von den Unwahrheiten eines Bundesministers sprechen (Widerspruch bei der ÖVP), der zwar der längstdienende Verteidigungsminister dieses Landes ist, der sich in dieser Zeit aber zum unfreiwilligen Abrüstungsminister degradiert hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Widerspruch bei der ÖVP
Abgeordneter Wolfgang Jung (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Sie, Herr Minister, haben von der Polemik eines Oppositionspolitikers gesprochen. (Abg. Dr. Stummvoll: Na geh!) Ich möchte zu Ihnen, meine Damen und Herren, von den Unwahrheiten eines Bundesministers sprechen (Widerspruch bei der ÖVP), der zwar der längstdienende Verteidigungsminister dieses Landes ist, der sich in dieser Zeit aber zum unfreiwilligen Abrüstungsminister degradiert hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Wolfgang Jung (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Sie, Herr Minister, haben von der Polemik eines Oppositionspolitikers gesprochen. (Abg. Dr. Stummvoll: Na geh!) Ich möchte zu Ihnen, meine Damen und Herren, von den Unwahrheiten eines Bundesministers sprechen (Widerspruch bei der ÖVP), der zwar der längstdienende Verteidigungsminister dieses Landes ist, der sich in dieser Zeit aber zum unfreiwilligen Abrüstungsminister degradiert hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Was ist an "Schmäh" ...?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Wir können doch diese Diskussion auch in einer Weise führen ... (Abg. Scheibner: Was ist an "Schmäh" ...?) – Nein, wenn in einem Satz gleich zwei Worte verwendet werden, bei denen man zusammenzuckt, dann erlaube ich mir, darum zu bitten, so zu sprechen, wie es diesem Hause zur Ehre gereicht. Das lasse ich mir von niemandem streitig machen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Wir können doch diese Diskussion auch in einer Weise führen ... (Abg. Scheibner: Was ist an "Schmäh" ...?) – Nein, wenn in einem Satz gleich zwei Worte verwendet werden, bei denen man zusammenzuckt, dann erlaube ich mir, darum zu bitten, so zu sprechen, wie es diesem Hause zur Ehre gereicht. Das lasse ich mir von niemandem streitig machen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lukesch: Hallo! Hallo!
Es geht darum, Herr Bundesminister – und das ist unfair –, daß Sie die Leistungen der österreichischen Soldaten im Ausland, die niemand bestritten hat, hier als Hitzeschild für Ihre eigene Unfähigkeit verwenden. Das geht so nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lukesch: Hallo! Hallo!)
Abg. Schwarzenberger: ... Das ist eine Unwahrheit!
Herr Präsident! Ich bin durchaus bereit dazu, diese Unwahrheiten beziehungsweise diese Lücken und Unfähigkeiten zu beweisen. Ich begebe mich jetzt in den Bereich des Geräts und des Materials. (Abg. Schwarzenberger: ... Das ist eine Unwahrheit!) Diesbezüglich ist dieses Bundesheer am Ende. Das, was noch funktioniert, schickt der Herr Minister ins Ausland, um sich dort Beifall zu holen; das, was übrigbleibt, also der Rest, bleibt in Österreich. Das sieht dann so aus, daß die Soldaten mit Autobussen ins Gefecht geschickt werden. 2 900 Autobusanmietungen gab es, weil keine LKW mehr zur Verfügung stehen, die fahrtauglich sind. Das heißt, für je zehn Grundwehrdiener wurde einmal pro Jahr ein Autobus angemietet. Es läuft auf diesem Gebiet nichts mehr in Österreich. (Abg. Dr. Kostelka: Die fahren eh lieber mit dem Autobus!)
Abg. Dr. Kostelka: Die fahren eh lieber mit dem Autobus!
Herr Präsident! Ich bin durchaus bereit dazu, diese Unwahrheiten beziehungsweise diese Lücken und Unfähigkeiten zu beweisen. Ich begebe mich jetzt in den Bereich des Geräts und des Materials. (Abg. Schwarzenberger: ... Das ist eine Unwahrheit!) Diesbezüglich ist dieses Bundesheer am Ende. Das, was noch funktioniert, schickt der Herr Minister ins Ausland, um sich dort Beifall zu holen; das, was übrigbleibt, also der Rest, bleibt in Österreich. Das sieht dann so aus, daß die Soldaten mit Autobussen ins Gefecht geschickt werden. 2 900 Autobusanmietungen gab es, weil keine LKW mehr zur Verfügung stehen, die fahrtauglich sind. Das heißt, für je zehn Grundwehrdiener wurde einmal pro Jahr ein Autobus angemietet. Es läuft auf diesem Gebiet nichts mehr in Österreich. (Abg. Dr. Kostelka: Die fahren eh lieber mit dem Autobus!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Herr Bundesminister hat die S-LKW ins Ausland geschickt. Für den dortigen Einsatz waren sie aber nicht geeignet, da nicht gepanzert; daher wurden sie gepanzert. Jetzt rühmt er sich, wie viele Versorgungsfahrten damit in Bosnien durchgeführt werden. Das passiert aber nur deswegen, weil sie zu schwer sind und um ein Drittel weniger zuladen können. So schauen Ihre Wahrheiten aus, Herr Bundesminister, die Sie uns servieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben uns die Lösung des Panzerproblems mit dem LEOPARD verkündet. Sie haben zu wenige Panzer gekauft, um die Bataillone wirklich vollständig damit ausrüsten zu können. Erst nach – und jetzt komme ich zu den Unwahrheiten – vier Anfragen unsererseits konnten Sie die Wahrheit sagen und Auskunft darüber geben, wieviel Munition dafür verfügbar ist. Dann hat sich herausgestellt, daß Sie, wenn der erste Richtschützen-Turnus ausgebildet sein wird, nicht einmal mehr alle Panzer in Österreich aufmunitionieren können. Das ist Ihre Lösung des Panzerproblems, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dieser Minister schickt jedoch österreichische Soldaten mit einem Gerät, das nicht gefechtstauglich ist, ins Ausland, in ein Gebiet, in dem Kämpfe stattfinden. Es wurde bereits in Albanien auf Österreicher geschossen. Wer weiß, was erst im Kosovo sein wird. Das, Herr Minister, haben Sie zu verantworten, und diese Verantwortung haben Sie zu tragen. Das ist unglaublich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Jetzt haben Sie das nächste Debakel am Hals, Herr Minister. Sie taumeln ja von einem in das nächste. Da gibt es noch die Problematik bezüglich des ULAN. 4 Milliarden Schilling Schulden, und keiner weiß, wie das zu bezahlen sein wird. Können Sie das überhaupt noch guten Gewissens verantworten? – Sie könnten sich ja denken: Hinter mir die Sintflut! Man hört auch schon Gerüchte, daß Sie amtsmüde sind. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Unter diesen Voraussetzungen ist dies zu verstehen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben die letzten Reserven des Bundesheeres aufgebraucht, diese ins Ausland geschickt. Das Heer zehrt seit Jahren von seiner Substanz. Es kann nichts nachgekauft werden, weil das Geld in die vielen Auslandseinsätze oder in nicht zurückfinanzierte Grenzsicherungseinsätze fließt. Der Herr Verteidigungsminister ist nicht in der Lage, die nötigen Mittel für sein Heer, das die Grenzsicherungseinsätze durchführt, zu bekommen, denn die SPÖ schanzt diese dem Innenminister zu. Das ist die Wahrheit, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sind der Konkursverwalter dieses Bundesheeres, Herr Minister – wenn nicht noch schlimmer, der Verursacher einer fahrlässigen Krida. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Wie ist das mit dem Berufsheer? – Abg. Gaál – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich komme jetzt mit einem Gewehr!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Gaál. Gleiche Redezeit. (Abg. Scheibner: Wie ist das mit dem Berufsheer? – Abg. Gaál – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich komme jetzt mit einem Gewehr!)
Abg. Scheibner: Das bestreitet niemand!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Es gibt bezüglich des Bundesheeres sehr wohl viel zu kritisieren, aber das negative Bild, daß Sie, Kollege Scheibner und vor allem auch Herr Abgeordneter Jung, hier gemalt haben, ist natürlich sehr, sehr stark übertrieben. Wir verfügen über bestqualifizierte Offiziere, Unteroffiziere und über sehr gut ausgebildete Grundwehrdiener. (Abg. Scheibner: Das bestreitet niemand!) Daher ist das Bundesheer sehr wohl in der Lage, die ihm per Gesetz übertragenen Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit zu erfüllen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Ist das seine Abschiedsrede?) Ob es die Grenzsicherung, die rasche Hilfe bei Katastrophen oder bei sonstigen humanitären Aktionen und internationale Einsätze betrifft, diesbezüglich gibt es zu Recht sehr, sehr viel Lob. Unsere Soldaten sind für ein sicheres Österreich im umfassenden Sinne und auch im Dienste des Friedens in der Welt höchst professionell, Kollege Scheibner, und erfolgreich unterwegs. Das möchte ich wirklich einmal betonen.
Ruf bei den Freiheitlichen: Ist das seine Abschiedsrede?
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Es gibt bezüglich des Bundesheeres sehr wohl viel zu kritisieren, aber das negative Bild, daß Sie, Kollege Scheibner und vor allem auch Herr Abgeordneter Jung, hier gemalt haben, ist natürlich sehr, sehr stark übertrieben. Wir verfügen über bestqualifizierte Offiziere, Unteroffiziere und über sehr gut ausgebildete Grundwehrdiener. (Abg. Scheibner: Das bestreitet niemand!) Daher ist das Bundesheer sehr wohl in der Lage, die ihm per Gesetz übertragenen Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit zu erfüllen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Ist das seine Abschiedsrede?) Ob es die Grenzsicherung, die rasche Hilfe bei Katastrophen oder bei sonstigen humanitären Aktionen und internationale Einsätze betrifft, diesbezüglich gibt es zu Recht sehr, sehr viel Lob. Unsere Soldaten sind für ein sicheres Österreich im umfassenden Sinne und auch im Dienste des Friedens in der Welt höchst professionell, Kollege Scheibner, und erfolgreich unterwegs. Das möchte ich wirklich einmal betonen.
Abg. Scheibner: Das warst doch du, der angefangen hat!
Meine Damen und Herren! Daher ist es auch völlig absurd, Kollege Scheibner, uns zu unterstellen, daß wir die Diskussion über die Einrichtung eines Berufsheeres begonnen haben. (Abg. Scheibner: Das warst doch du, der angefangen hat!) Ich darf daran erinnern, daß sich führende Repräsentanten der ÖVP in den letzten Wochen und Monaten sehr deutlich für ein Berufsheer ausgesprochen haben und auch der Herr Bundesminister seine Sympathie und seine positive Einstellung für ein Berufsheer gezeigt hat. (Abg. Scheibner: Ihr wart es doch, die angefangen haben! Cap, Häupl in den Zeitungen!) Sie, ÖVP und FPÖ, gemeinsam sprechen heute von einem Freiwilligenheer, meinen aber ein Berufsheer. Dazu gab es auch entsprechende Wortmeldungen. Wir von der SPÖ haben gesagt – und das hat Sie alle überrascht –, daß wir gesprächsbereit sind; wir sind gesprächsbereit, wenn es darum geht, die Sicherheit Österreichs zu gewährleisten – sekundär mit welchem Wehrsystem.
Abg. Scheibner: Ihr wart es doch, die angefangen haben! Cap, Häupl in den Zeitungen!
Meine Damen und Herren! Daher ist es auch völlig absurd, Kollege Scheibner, uns zu unterstellen, daß wir die Diskussion über die Einrichtung eines Berufsheeres begonnen haben. (Abg. Scheibner: Das warst doch du, der angefangen hat!) Ich darf daran erinnern, daß sich führende Repräsentanten der ÖVP in den letzten Wochen und Monaten sehr deutlich für ein Berufsheer ausgesprochen haben und auch der Herr Bundesminister seine Sympathie und seine positive Einstellung für ein Berufsheer gezeigt hat. (Abg. Scheibner: Ihr wart es doch, die angefangen haben! Cap, Häupl in den Zeitungen!) Sie, ÖVP und FPÖ, gemeinsam sprechen heute von einem Freiwilligenheer, meinen aber ein Berufsheer. Dazu gab es auch entsprechende Wortmeldungen. Wir von der SPÖ haben gesagt – und das hat Sie alle überrascht –, daß wir gesprächsbereit sind; wir sind gesprächsbereit, wenn es darum geht, die Sicherheit Österreichs zu gewährleisten – sekundär mit welchem Wehrsystem.
Zwischenruf des Abg. Jung.
Wir sagen jedoch ja zu diesem Bundesheer, und daher treten wir dafür ein, daß alles unternommen wird, damit das österreichische Bundesheer weiter funktionsfähig und leistungsfähig bleibt, sodaß das österreichische Bundesheer weiterhin imstande ist, die Aufgaben, die ihm per Gesetz übertragen worden sind, auch tatsächlich zu erfüllen. (Zwischenruf des Abg. Jung.)
Abg. Scheibner: Aber kaputtgemacht! Dafür gesprochen, dagegen entschieden!
Es spricht sicher einiges für ein System von Freiwilligen, meine Damen und Herren, mit einer verstärkten Berufskomponente unter Aufrechterhaltung der Miliz. Wir haben uns immer wieder für die Miliz ausgesprochen, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Aber kaputtgemacht! Dafür gesprochen, dagegen entschieden!)
Abg. Scheibner: Was haben Sie die letzten zehn Jahre gemacht?
Ich bin auch dafür, daß wir uns mittelfristig darum bemühen, in Richtung Erhöhung des Landesverteidigungsbudgets um 1 Prozent zu gehen, aber das geht nicht von heute auf morgen. (Abg. Scheibner: Was haben Sie die letzten zehn Jahre gemacht?) Wir müssen derzeit mit 22 Milliarden Schilling auskommen. Wenn man damit sparsam, wirtschaftlich, zweckmäßig und sinnvoll umgeht, dann ist es möglich, daß man mit diesem Budget auch die Sicherheit Österreichs und eine glaubwürdige Landesverteidigung sicherstellt.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Ich darf Sie ersuchen, daß Sie unsere Anregungen und Vorschläge ernst nehmen, in Ihre Überlegungen mit einbeziehen, damit wir gemeinsam eine glaubwürdige Landesverteidigung sicherstellen. Wir sind auf gutem Wege, meine Damen und Herren, erfolgreich unterwegs, und diesen Weg werden wir auch gemeinsam weitergehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wabl
Nur einige Beispiele dazu: Es gab wesentliche Qualitätsverbesserungen bei der Ausbildung der Grundwehrdiener, der Unteroffiziere in der Heeresunteroffiziersakademie (Zwischenruf des Abg. Wabl) und in der Militärakademie als der Fachhochschule für Offiziere. Weiters zu nennen ist die Internationalisierung. Der Eintritt in die NATO-"Partnerschaft für den Frieden", die Schaffung eines Kommandos "Internationale Einsätze", mehr Professionalität durch die Einführung der Militärpersonen auf Zeit anstelle des seinerzeitigen Systems der unterprivilegierten Zeitsoldaten – übrigens eine Erfindung des Herrn Ministers Frischenschlager –, die Ausbildung von Offizieren früherer Oststaaten in der Landesverteidigungsakademie, die bald universitären Status erlangen wird, sowie die neue Heeresgliederung, die mehr Qualität und weniger Quantität gebracht hat, sind erwähnenswert.
Abg. Haupt: Das haben wir vor zehn Jahren schon gehört! Bis heute ist nichts geschehen!
Außerdem wurden dem Regierungspartner tatsächlich viele Beschaffungen abgerungen. Ich nenne nur die Lenkwaffen, mobile Radaranlagen, das Mech-Paket, Splitterschutzwesten, Kampfhelme, Ausbildungssimulatoren und EDV-Systeme für alle Führungskommanden. Nochmals, meine Damen und Herren: Vieles ist gelungen, aber eine Reihe von dringenden Anschaffungen liegt noch vor uns, wie zum Beispiel der Truppenfunk als einheitliches Kommunikationssystem für alle Waffengattungen, die Erneuerung der LKW-Flotte, moderne Pionierbrücken, Transportflugzeuge für militärische Einsätze und für Katastrophenhilfe im In- und im Ausland sowie neue Luftraumüberwachungsflugzeuge, die dem Stand der Technik entsprechen. (Abg. Haupt: Das haben wir vor zehn Jahren schon gehört! Bis heute ist nichts geschehen!) Damit, meine Damen und Herren, ergibt sich zwingend, daß in den nächsten vier Jahren wesentlich mehr Geld für das Bundesheer ausgegeben werden muß. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was habt ihr denn die letzten Jahre gemacht?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was habt ihr denn die letzten Jahre gemacht?
Außerdem wurden dem Regierungspartner tatsächlich viele Beschaffungen abgerungen. Ich nenne nur die Lenkwaffen, mobile Radaranlagen, das Mech-Paket, Splitterschutzwesten, Kampfhelme, Ausbildungssimulatoren und EDV-Systeme für alle Führungskommanden. Nochmals, meine Damen und Herren: Vieles ist gelungen, aber eine Reihe von dringenden Anschaffungen liegt noch vor uns, wie zum Beispiel der Truppenfunk als einheitliches Kommunikationssystem für alle Waffengattungen, die Erneuerung der LKW-Flotte, moderne Pionierbrücken, Transportflugzeuge für militärische Einsätze und für Katastrophenhilfe im In- und im Ausland sowie neue Luftraumüberwachungsflugzeuge, die dem Stand der Technik entsprechen. (Abg. Haupt: Das haben wir vor zehn Jahren schon gehört! Bis heute ist nichts geschehen!) Damit, meine Damen und Herren, ergibt sich zwingend, daß in den nächsten vier Jahren wesentlich mehr Geld für das Bundesheer ausgegeben werden muß. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was habt ihr denn die letzten Jahre gemacht?)
Abg. Scheibner: 13 Jahre Reduktionen beim Heer! 13 Jahre reduzieren, 13 Jahre kaputtmachen!
1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes wäre das Minimum; das muß für alle – für alle! –, die Landesverteidigung und Friedensvorsorge ernst nehmen, ein großes Anliegen sein. (Abg. Scheibner: 13 Jahre Reduktionen beim Heer! 13 Jahre reduzieren, 13 Jahre kaputtmachen!)
Abg. Wabl: Naturalsteuer!
Zur aktuellen Diskussion, Kollege Scheibner: Wehrpflicht oder Berufsheer? – Jeder, der das österreichische Mischsystem zwischen Berufssoldaten, Grundwehrdienern und Milizsoldaten in Richtung eines Berufsheeres mit einer Freiwilligenmiliz verändern will, muß eines sehen – das wurde auch in der TV-Diskussion "Zur Sache" sehr klar festgestellt –: Alle bisher diskutierten Modelle – mit einer realistischen Truppenstärke – kämen die österreichischen Steuerzahler doppelt so teuer wie das derzeitige System der allgemeinen Wehrpflicht. (Abg. Wabl: Naturalsteuer!) Das ist die Realität, und das gilt auch für das Modell der FPÖ. (Abg. Wabl: ... mit ihrem Leben! Wir nehmen den 18jährigen die Lebenszeit weg!)
Abg. Wabl: ... mit ihrem Leben! Wir nehmen den 18jährigen die Lebenszeit weg!
Zur aktuellen Diskussion, Kollege Scheibner: Wehrpflicht oder Berufsheer? – Jeder, der das österreichische Mischsystem zwischen Berufssoldaten, Grundwehrdienern und Milizsoldaten in Richtung eines Berufsheeres mit einer Freiwilligenmiliz verändern will, muß eines sehen – das wurde auch in der TV-Diskussion "Zur Sache" sehr klar festgestellt –: Alle bisher diskutierten Modelle – mit einer realistischen Truppenstärke – kämen die österreichischen Steuerzahler doppelt so teuer wie das derzeitige System der allgemeinen Wehrpflicht. (Abg. Wabl: Naturalsteuer!) Das ist die Realität, und das gilt auch für das Modell der FPÖ. (Abg. Wabl: ... mit ihrem Leben! Wir nehmen den 18jährigen die Lebenszeit weg!)
Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser
Das Modell mit 15 000 Berufssoldaten, das vom Sprecher der SPÖ, Josef Cap, vorgeschlagen wurde – nachzulesen in der Ausgabe des "profil" vom 5. Juli 1999 –, oder der vom Sprecher der Grünen vorgeschlagene Stand von 13 000 Mann oder Frau als Berufsheer – da geht es ja anscheinend nur darum: Wer bietet weniger? (Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser) – sind Vorschläge, die nicht nur naiv sind, sondern die an Fahrlässigkeit grenzen.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wahlkampf auf dem Rücken von Soldaten ist Wahlkampf gegen die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher. Dagegen werden wir uns wehren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Es ist auch klar, daß Generäle der NATO oder Generäle der Vereinten Nationen, die unsere Soldaten im Ausland kennengelernt haben, die unsere Soldaten im Ausland zu führen haben, einen positiven Befund, eine positive Beurteilung abgeben, weil die Leistung der österreichischen Soldaten im Ausland unbestritten ist. Diese Leistung unserer Soldaten im Lande, im Bereich der Ausbildung, in der Katastrophenhilfe und im Assistenzeinsatz oder – wenn Sie es so haben wollen – im täglichen Dienstbetrieb ist auch unbestritten und ausgezeichnet. Es ist, glaube ich, notwendig, daß auch hier in diesem Hohem Haus anerkannt werden soll und anerkannt werden muß, daß das Kaderpersonal des österreichischen Bundesheeres seine Aufgaben willig und mit viel Engagement erfüllt, aber bedauerlicherweise muß es dies mit unzulänglichen Mitteln durchführen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Wabl: Das ist das Beste!
Die Bundesregierung war auch nicht in der Lage, dem Parlament einen Optionenbericht vorzulegen. Den Sozialdemokraten ist nichts Besseres eingefallen, als an der Neutralität um jeden Preis festzuhalten (Abg. Wabl: Das ist das Beste!) – und Ihrer Partei, Herr Bundesminister Fasslabend, nichts anderes, als einen Parteibeschluß um jeden Preis um- beziehungsweise durchzusetzen. – Wichtig wäre es aber gewesen, diesbezüglich eine breite politische Diskussion zu führen, einen politischen Konsens herbeizuführen, um über die Frage der Sicherheitspolitik und der damit zusammenhängenden Perspektiven klar und rechtzeitig entscheiden zu können.
Beifall beim Liberalen Forum
Meine Damen und Herren! Was wir brauchen und wofür wir Liberalen auch stehen, ist die Integration Österreichs in eine europäische Sicherheitsstruktur (Beifall beim Liberalen Forum), in jene Sicherheitsstrukturen, die jetzt entstehen und aufgebaut werden, damit die Europäische Union in der Lage ist, ihre sicherheitspolitischen Aufgaben und ihre Verantwortung auf diesem Kontinent tatsächlich wahrzunehmen. (Abg. Scheibner: Ihr wollt doch auch das Heer abschaffen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Ihr wollt doch auch das Heer abschaffen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Was wir brauchen und wofür wir Liberalen auch stehen, ist die Integration Österreichs in eine europäische Sicherheitsstruktur (Beifall beim Liberalen Forum), in jene Sicherheitsstrukturen, die jetzt entstehen und aufgebaut werden, damit die Europäische Union in der Lage ist, ihre sicherheitspolitischen Aufgaben und ihre Verantwortung auf diesem Kontinent tatsächlich wahrzunehmen. (Abg. Scheibner: Ihr wollt doch auch das Heer abschaffen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
In der Europäischen Union bedarf es im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungspolitik einer Emanzipation von den Vereinigten Staaten und damit auch eines entsprechenden Instrumentes zur Durch- und Umsetzung unserer sicherheitspolitischen Ziele. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Was wir brauchen, ist auch ein neues Wehrsystem, ein Wehrsystem, das modern ist, das den Anforderungen ...
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Hans Helmut Moser (fortsetzend): ... gerecht wird. Das, Herr Bundesminister, hätte schon längst in die Wege geleitet werden sollen, und das wäre bitte eine Aufgabe, die bereits in der Vergangenheit gemacht gehört hätte! – Ich jedenfalls bin nicht so optimistisch, anzunehmen, daß Ihnen etwas, was bereits in der Vergangenheit hätte erledigt werden sollen, in nächster Zeit gelingen wird. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Maitz: Eine miese Unterstellung ist das! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Minister Fasslabend, ich bin ja froh darüber, daß Sie auch Zeit gefunden haben, einmal zum Thema Bundesheer Stellung zu nehmen, da Sie ja immer mit dem Waffenhandel so beschäftigt sind. (Abg. Dr. Maitz: Eine miese Unterstellung ist das! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Du verstehst das nicht! Das ist es!
Meine Damen und Herren! Wenn man Herrn Maitz zuhört, hat man das Gefühl, er will im wesentlichen pragmatisierte Beamte, die mit mehr oder weniger Panzern hinter der NATO herrollen. – Beim Kollegen Scheibner weiß man jetzt nicht mehr genau, was er will, denn ein NATO-Beitritt ist aufgrund der Ergebnisse der EU-Wahl etwas ins Wanken geraten. (Abg. Scheibner: Du verstehst das nicht! Das ist es!) Da wird es wahrscheinlich nach dem 3. Oktober, wenn es zu einer Koalition zwischen ÖVP und FPÖ kommen sollte, bei Ihnen einer Neuorientierung bedürfen. Ich glaube, da werden wir dann eine neue "Kärntner Bärental-Orientierung" haben und da wird Herr Scheibner dann möglicherweise wieder eine neue Taktik aushecken, wie man denn das alles unter Dach und Fach bringen könnte. (Abg. Dr. Maitz: Wabl spricht für die SPÖ! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Maitz: Wabl spricht für die SPÖ! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn man Herrn Maitz zuhört, hat man das Gefühl, er will im wesentlichen pragmatisierte Beamte, die mit mehr oder weniger Panzern hinter der NATO herrollen. – Beim Kollegen Scheibner weiß man jetzt nicht mehr genau, was er will, denn ein NATO-Beitritt ist aufgrund der Ergebnisse der EU-Wahl etwas ins Wanken geraten. (Abg. Scheibner: Du verstehst das nicht! Das ist es!) Da wird es wahrscheinlich nach dem 3. Oktober, wenn es zu einer Koalition zwischen ÖVP und FPÖ kommen sollte, bei Ihnen einer Neuorientierung bedürfen. Ich glaube, da werden wir dann eine neue "Kärntner Bärental-Orientierung" haben und da wird Herr Scheibner dann möglicherweise wieder eine neue Taktik aushecken, wie man denn das alles unter Dach und Fach bringen könnte. (Abg. Dr. Maitz: Wabl spricht für die SPÖ! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Maitz: Der SPÖ-Sprecher Wabl!
Auf der anderen Seite aber – da erwähne ich vor allem die Grünen, aber auch große Teile der SPÖ – vertritt man die Auffassung: Wir sollten die Rolle Österreichs als neutrales Land positiv weiterentwickeln (Abg. Dr. Maitz: Der SPÖ-Sprecher Wabl!), und das heißt, Herr Maitz: Das, was österreichische Soldaten bisher bestens solidarisch gemeinsam – nicht isoliert, sondern gemeinsam! – bei Friedenseinsätzen der UNO weltweit geleistet haben, muß weiter ausgebaut, verstärkt und verbessert werden. Und das, was in Österreich an Restfunktionen bleibt, sind im Grunde genommen Katastropheneinsätze und die gute Ausbildung von Menschen, die sich freiwillig dazu entscheiden, diesen Beruf zu ergreifen.
Ruf bei der ÖVP: Sie haben ja überhaupt keine Vorurteile!
Ich sage Ihnen das deshalb, denn die Frage der Wehrpflicht und der Freiwilligen-Armee ist doch ganz entscheidend. Denken wir doch einmal darüber nach, in welcher Gesellschaft wir uns befinden: Ist das noch eine alte, autoritäre Gesellschaft, in der junge Menschen einfach per Dekret gezwungen werden können, bestimmte Dienste zu leisten? – Das mag historisch berechtigt gewesen sein, ist aber meines Erachtens an der Schwelle zum nächsten Jahrtausend unzulässig, denn wie kommen bitte junge Menschen dazu – nur, weil sich Herr Maitz einbildet, er braucht ein starkes Heer, pragmatisierte Mitarbeiter noch dazu –, wie kommen bitte deshalb 18jährige dazu, automatisch sechs, acht Monate oder noch länger einen Zwangsdienst verrichten zu müssen?! – Ein solcher Dienst mag hervorragend, schlecht oder eben gut sein, je nachdem, welchen Bundesminister für Landesverteidigung es gibt oder welchen Ausbilder man hat – ich hoffe jedenfalls, Herr Jung hat selten damit zu tun. Dennoch muß bitte die Frage gestellt werden: Warum soll heute, im Jahre 1999, ein Mensch dazu gezwungen werden, einen Dienst zu machen, der von anderen Menschen, die das gerne tun, gerne verrichtet werden würde? (Ruf bei der ÖVP: Sie haben ja überhaupt keine Vorurteile!)
Abg. Scheibner: Es geht um den Schutz für unsere Soldaten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir haben im Augenblick die Situation, daß FPÖ und ÖVP viel Geld in das Bundesheer hineinstecken wollen: in teure Abfangjäger, in Panzerpakete; 13 Milliarden Schilling bitte! Das geht uns doch bitte wieder ab im Bereich des sozialen und ökologischen Friedens! (Abg. Scheibner: Es geht um den Schutz für unsere Soldaten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Den Scherben hast du auf! – Abg. Jung: Nein, bei der Frisur des Wabl nicht!
Herr Kollege Scheibner, zu Ihrer Demonstration heute hier mit diesen beiden Helmen: Wenn dieses Haus Ihrer Wehrpolitik folgen würde, hätten wir relativ rasch "den Scherben auf". (Abg. Scheibner: Den Scherben hast du auf! – Abg. Jung: Nein, bei der Frisur des Wabl nicht!)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Die Grünen treten für die Abschaffung der Wehrpflicht und für den Aufbau einer Freiwilligen-Armee ein. Das heißt, es gibt den einen Teil, nämlich die Zeitsoldaten – das war übrigens eine gute Idee des damaligen Ministers Frischenschlager –, und es gibt den anderen Teil, nämlich die Freiwilligenmiliz und natürlich auch Berufssoldaten, die es bereits jetzt im Bundesheer gibt. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Was soll das bitte?! – Abg. Schwarzenberger: Der Wabl ist auf einmal für ein Berufsheer! Das ist ja etwas ganz Neues!
Abgeordneter Andreas Wabl (fortsetzend): ... und würde – ich wollte gerade den letzten Halbsatz sagen, Herr Präsident – die internationale Unglaubwürdigkeit, insbesondere jene des Herrn Ministers Fasslabend und auch anderer ÖVP-Vertreter, noch verschärfen. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Was soll das bitte?! – Abg. Schwarzenberger: Der Wabl ist auf einmal für ein Berufsheer! Das ist ja etwas ganz Neues!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Harald Ofner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Einer meiner Vorredner hat das Datum 3. Oktober erwähnt – ein in mehrfacher Hinsicht wahrhaft interessantes Datum: Es ist nämlich für den 4. Oktober etwas vorgesehen, so hört man bereits aus zuverlässiger Quelle, was ursprünglich für Mitte September angegeben gewesen ist, nämlich der Beginn des Einsatzes österreichischer Truppen im Kosovo. Bis jetzt hat es immer geheißen: Mitte September. – Jetzt hört man auf einmal: 4. Oktober, genau am Tag nach der Wahl! – Also plumper kann man das ja wirklich nicht mehr gestalten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
4. Oktober! Man hält bitte die Österreicherinnen und Österreicher bitte für so dumm, die Zusammenhänge nicht zu erkennen und nicht zu durchschauen! – Man kann sich ja jetzt schon vorstellen, in welche Richtung der Wahlkampf gehen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf beim Liberalen Forum.
Das alles geschieht bitte vor dem Hintergrund der Bezeichnung "ausgehungertes Heer". Der Ausdruck stammt nicht von mir, er stammt auch von keinem anderen Freiheitlichen, überhaupt von keinem Oppositionellen, sondern er stammt hier von jemandem auf der Regierungsbank, vor ganz kurzem ausgesprochen, und zwar von Außenminister und Vizekanzler Schüssel, der vom "ausgehungerten Heer" gesprochen hat. (Zwischenruf beim Liberalen Forum.) Und er muß ja wissen, wovon er redet, denn er wird wohl innerhalb der Regierung und innerhalb der Regierungsfraktion, der er angehört, die entsprechenden Informationen aus den Urquellen sozusagen haben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wer heute beim Heer ist, ist eigentlich schon freiwillig beim Heer! Das müssen wir erkennen, und wir müssen auch den Mut haben, das auszusprechen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben bitte de facto ein Freiwilligenheer! Und: Die Miliz wurde ruiniert! Das ist das, was wir wissen – und auch aussprechen müssen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Jung: Der Löschnak hätte heute dazu reden sollen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ing. Tychtl. – Bitte. (Abg. Jung: Der Löschnak hätte heute dazu reden sollen!)
Beifall bei der SPÖ.
Auch das, Herr Bundesminister, ist etwas, wo wir unseren Soldatinnen und Soldaten mehr entgegenbringen müssen und sagen sollten: Wir stehen zu unserem Wort, und wir tun dies mit ganzem Herzen. (Beifall bei der SPÖ.)
in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dr. Fasslabend
Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit auch bei all jenen bedanken, die mich in diesen vielen Jahren begleitet haben, mir gute Gesprächspartner gewesen sind. Bedanken möchte ich mich auch beim Präsidium des Nationalrates, bei dir (in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dr. Fasslabend), Herr Bundesminister, bei Ihnen, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, aber auch bei allen Bediensteten dieses Hauses, die mich in meiner Tätigkeit als Ordner immer unterstützt haben.
Lang anhaltender allgemeiner Beifall.
Ich wünsche Ihnen für die zukünftige Arbeit zum Wohle unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger, zum Wohle unserer Republik Österreich alles Gute und viel Erfolg! (Lang anhaltender allgemeiner Beifall.)
Abg. Wabl: Er vertritt die Jugend!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Amon. – Bitte. (Abg. Wabl: Er vertritt die Jugend!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Werner Amon (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Tychtl, auch die besten Wünsche unserer Fraktion begleiten Sie, weil Sie immer ein aufrechter Kämpfer auch für die Interessen der Landesverteidigung gewesen sind. Alles Gute für die Zukunft! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Scheibner: Du hast ja selber so ein komisches Konzept für ein Berufsheer!
Es war im übrigen – wenn Sie gestatten, daß ich das sage – professionell, was Sie hier im Rahmen der heutigen Aktuellen Stunde geboten haben, ganz im Gegensatz zu dem, was Kollege Scheibner zum besten gegeben hat. Herr Kollege Scheibner, Sie hätten die Mitarbeiter Ihres Vorgängers nicht übernehmen sollen, denn offenbar haben diese Ihnen das Thema heute schlecht aufbereitet. (Abg. Scheibner: Du hast ja selber so ein komisches Konzept für ein Berufsheer!) Wenn Sie nämlich zum Thema "Professionelle Landesverteidigung für ein sicheres Österreich" sprechen und dann sagen: Wir brauchen 40 000 Berufssoldaten!, dann hätten Sie dazusagen müssen, daß das zumindest 20 Milliarden Schilling mehr kostet und das wahrscheinlich ähnlich "gut" finanzierbar ist wie Ihr Kinderbetreuungsscheck in Kärnten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer hat denn dein Konzept geschrieben?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer hat denn dein Konzept geschrieben?
Es war im übrigen – wenn Sie gestatten, daß ich das sage – professionell, was Sie hier im Rahmen der heutigen Aktuellen Stunde geboten haben, ganz im Gegensatz zu dem, was Kollege Scheibner zum besten gegeben hat. Herr Kollege Scheibner, Sie hätten die Mitarbeiter Ihres Vorgängers nicht übernehmen sollen, denn offenbar haben diese Ihnen das Thema heute schlecht aufbereitet. (Abg. Scheibner: Du hast ja selber so ein komisches Konzept für ein Berufsheer!) Wenn Sie nämlich zum Thema "Professionelle Landesverteidigung für ein sicheres Österreich" sprechen und dann sagen: Wir brauchen 40 000 Berufssoldaten!, dann hätten Sie dazusagen müssen, daß das zumindest 20 Milliarden Schilling mehr kostet und das wahrscheinlich ähnlich "gut" finanzierbar ist wie Ihr Kinderbetreuungsscheck in Kärnten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer hat denn dein Konzept geschrieben?)
Abg. Dr. Ofner: Du hast die Zahlen aus dem Traumbuch! – Abg. Jung: Da sind die Paßgänger auch dabei! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Im übrigen hat Kollege Ofner davon gesprochen, daß es zu wenige Meldungen für den Kosovo-Einsatz gebe. Da darf ich doch ein paar Zahlen nennen. Es haben sich über 2 000 Interessenten gemeldet. Sie wissen ... (Abg. Dr. Ofner: Du hast die Zahlen aus dem Traumbuch! – Abg. Jung: Da sind die Paßgänger auch dabei! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie wissen genausogut wie ich, daß nicht alle tauglich sind. Es sind jetzt von diesen freiwilligen Meldungen noch 598 Personen übrig, und 400 sind erforderlich. Soviel zur Wahrheit, die hier auch einmal gesagt werden muß. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Da sind aber Paßgänger auch dabei!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Da sind aber Paßgänger auch dabei!
Im übrigen hat Kollege Ofner davon gesprochen, daß es zu wenige Meldungen für den Kosovo-Einsatz gebe. Da darf ich doch ein paar Zahlen nennen. Es haben sich über 2 000 Interessenten gemeldet. Sie wissen ... (Abg. Dr. Ofner: Du hast die Zahlen aus dem Traumbuch! – Abg. Jung: Da sind die Paßgänger auch dabei! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie wissen genausogut wie ich, daß nicht alle tauglich sind. Es sind jetzt von diesen freiwilligen Meldungen noch 598 Personen übrig, und 400 sind erforderlich. Soviel zur Wahrheit, die hier auch einmal gesagt werden muß. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Da sind aber Paßgänger auch dabei!)
Abg. Scheibner: Ist es nun genug oder ist es zuwenig, Kollege Amon?
Kollege Scheibner hat auch gesagt, daß wir derzeit 0,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Landesverteidigung aufwenden. Ich meine, wenn es Ihnen schon darum geht, daß wir die Finanzierung der Landesverteidigung sicherstellen, dann möchte ich kleinlich werden und korrigieren: Es sind Gott sei Dank 0,85 Prozent, und das sind immerhin um 4,5 Milliarden Schilling mehr, als Sie behauptet haben. Das sollte man hier auch korrekt sagen. (Abg. Scheibner: Ist es nun genug oder ist es zuwenig, Kollege Amon?) Natürlich sind wir auch dafür, daß es mehr werden muß (Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich dafür seit zehn Jahren?), aber es geht auch darum, daß es auf eine seriöse Art und Weise passiert und nicht auf jene Art und Weise, wie Sie es gesagt haben, daß man von heute auf morgen um 20 Milliarden Schilling erhöhen könnte. (Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich für die Landesverteidigung?) Das ist nicht realistisch, aber daß wir ein Prozent erreichen, dafür setzen wir uns ein, und ich glaube, dieses Ziel ist auch erreichbar. (Abg. Dr. Krüger: Seit zehn Jahren stellt ihr den Verteidigungsminister!)
Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich dafür seit zehn Jahren?
Kollege Scheibner hat auch gesagt, daß wir derzeit 0,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Landesverteidigung aufwenden. Ich meine, wenn es Ihnen schon darum geht, daß wir die Finanzierung der Landesverteidigung sicherstellen, dann möchte ich kleinlich werden und korrigieren: Es sind Gott sei Dank 0,85 Prozent, und das sind immerhin um 4,5 Milliarden Schilling mehr, als Sie behauptet haben. Das sollte man hier auch korrekt sagen. (Abg. Scheibner: Ist es nun genug oder ist es zuwenig, Kollege Amon?) Natürlich sind wir auch dafür, daß es mehr werden muß (Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich dafür seit zehn Jahren?), aber es geht auch darum, daß es auf eine seriöse Art und Weise passiert und nicht auf jene Art und Weise, wie Sie es gesagt haben, daß man von heute auf morgen um 20 Milliarden Schilling erhöhen könnte. (Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich für die Landesverteidigung?) Das ist nicht realistisch, aber daß wir ein Prozent erreichen, dafür setzen wir uns ein, und ich glaube, dieses Ziel ist auch erreichbar. (Abg. Dr. Krüger: Seit zehn Jahren stellt ihr den Verteidigungsminister!)
Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich für die Landesverteidigung?
Kollege Scheibner hat auch gesagt, daß wir derzeit 0,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Landesverteidigung aufwenden. Ich meine, wenn es Ihnen schon darum geht, daß wir die Finanzierung der Landesverteidigung sicherstellen, dann möchte ich kleinlich werden und korrigieren: Es sind Gott sei Dank 0,85 Prozent, und das sind immerhin um 4,5 Milliarden Schilling mehr, als Sie behauptet haben. Das sollte man hier auch korrekt sagen. (Abg. Scheibner: Ist es nun genug oder ist es zuwenig, Kollege Amon?) Natürlich sind wir auch dafür, daß es mehr werden muß (Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich dafür seit zehn Jahren?), aber es geht auch darum, daß es auf eine seriöse Art und Weise passiert und nicht auf jene Art und Weise, wie Sie es gesagt haben, daß man von heute auf morgen um 20 Milliarden Schilling erhöhen könnte. (Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich für die Landesverteidigung?) Das ist nicht realistisch, aber daß wir ein Prozent erreichen, dafür setzen wir uns ein, und ich glaube, dieses Ziel ist auch erreichbar. (Abg. Dr. Krüger: Seit zehn Jahren stellt ihr den Verteidigungsminister!)
Abg. Dr. Krüger: Seit zehn Jahren stellt ihr den Verteidigungsminister!
Kollege Scheibner hat auch gesagt, daß wir derzeit 0,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Landesverteidigung aufwenden. Ich meine, wenn es Ihnen schon darum geht, daß wir die Finanzierung der Landesverteidigung sicherstellen, dann möchte ich kleinlich werden und korrigieren: Es sind Gott sei Dank 0,85 Prozent, und das sind immerhin um 4,5 Milliarden Schilling mehr, als Sie behauptet haben. Das sollte man hier auch korrekt sagen. (Abg. Scheibner: Ist es nun genug oder ist es zuwenig, Kollege Amon?) Natürlich sind wir auch dafür, daß es mehr werden muß (Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich dafür seit zehn Jahren?), aber es geht auch darum, daß es auf eine seriöse Art und Weise passiert und nicht auf jene Art und Weise, wie Sie es gesagt haben, daß man von heute auf morgen um 20 Milliarden Schilling erhöhen könnte. (Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich für die Landesverteidigung?) Das ist nicht realistisch, aber daß wir ein Prozent erreichen, dafür setzen wir uns ein, und ich glaube, dieses Ziel ist auch erreichbar. (Abg. Dr. Krüger: Seit zehn Jahren stellt ihr den Verteidigungsminister!)
Abg. Scheibner: Diese Rede hat sich nicht einmal der Fasslabend verdient!
Darüber hinaus lasse ich nicht gelten, was hier von mehreren Rednern der Opposition gesagt worden ist, nämlich daß es keinerlei Professionalisierungsschritte gegeben hätte. Das ist schlicht und einfach nicht richtig. Es hat eine Reihe von Professionalisierungsschritten gegeben. (Abg. Scheibner: Diese Rede hat sich nicht einmal der Fasslabend verdient!) Ich denke etwa – Kollege Maitz hat das ja angesprochen – an die Verbesserung der Ausbildung im Bereich der Grundwehrdiener, ich denke an die Heeresakademie, ich denke an die Errichtung der Fachhochschule, oder ich denke auch an unsere Auslandseinsätze, die in ganz besonderer Weise auch international gelobt werden.
Abg. Scheibner: Natürlich! Trotz eurer Politik!
Bleiben Sie bei der Wahrheit! Unsere Soldaten setzen sich hervorragend zur Friedenssicherung ein. (Abg. Scheibner: Natürlich! Trotz eurer Politik!) Und das ist gut so. (Abg. Dr. Ofner: Aber Professionalität ist deswegen auch noch nicht gegeben!)
Abg. Dr. Ofner: Aber Professionalität ist deswegen auch noch nicht gegeben!
Bleiben Sie bei der Wahrheit! Unsere Soldaten setzen sich hervorragend zur Friedenssicherung ein. (Abg. Scheibner: Natürlich! Trotz eurer Politik!) Und das ist gut so. (Abg. Dr. Ofner: Aber Professionalität ist deswegen auch noch nicht gegeben!)
Abg. Scheibner: Was ist mit deinem Modell? Was ist mit deinem komischen Modell? Wo bleibt es?
Man soll die Sicherheitspolitik nicht als Wahlkampfschlager verwenden. Wir wehren uns nicht dagegen, daß die Sicherheitspolitik ein Wahlkampfthema ist. Natürlich kann man über Positionen reden, und man soll das auch tun. Es ist gut, wenn der Wähler die Möglichkeit hat, zu differenzieren, wer hier in seriöser Art und Weise an die Thematik herangeht und wer das, wie Sie, nicht tut, sondern nur nach Stimmen heischt. (Abg. Scheibner: Was ist mit deinem Modell? Was ist mit deinem komischen Modell? Wo bleibt es?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Fangt einmal an damit! Fangt einmal an!
Das ist ein Faktum seit dem Ratifizieren des Vertrages von Amsterdam. Auch hier soll man seriös bleiben. Wir bemühen uns um eine seriöse Sicherheitspolitik, die zum Inhalt hat, daß wir zunächst die Frage des kollektiven Sicherheitssystems, der Sicherheitsunion klären wollen und daß wir uns dann über die Frage der Heeresstruktur weiter unterhalten und darüber diskutieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Fangt einmal an damit! Fangt einmal an!)
Abg. Wabl: Das geschieht eh!
All das, meine Damen und Herren, ist wahr, aber wenn hier dauernd beteuert wird, daß man die meisten Themen – von der Sicherheitspolitik über das Bundesheer – doch bitte aus dem Wahlkampf aussparen möge, dann frage ich Sie: Worüber soll man mit dieser Regierung noch reden? – Wenn man all das aussparen müßte, wo Sie nichts getan haben, dann könnten wir die Hütte zusperren (Abg. Wabl: Das geschieht eh!), dann brauchen wir gar nichts mehr zu sagen.
Abg. Scheibner: Die müssen ja auch mit etwas beschäftigt sein!
Das – damit, meine Damen und Herren, komme ich zum nächsten Punkt – bedeutet aber nicht, daß im Bundesministerium für Landesverteidigung kein Papier produziert wird. Im Gegenteil! Ich habe Ihnen das auch mitgebracht. Verlautbarungsblatt 1 und 2 des Jahres 1997, Verlautbarungsblatt 1 und 2 des Jahres 1998 (der Redner hält jeweils ein dickes Buch in die Höhe); jedes Jahr 700 bis 800 neue Seiten bürokratischer Vorschriften im Bundesheer! (Abg. Scheibner: Die müssen ja auch mit etwas beschäftigt sein!) Nicht zur Aufhebung der alten, sondern zusätzlich, gestapelt. Das kommt noch dazu. Und dann wundert man sich, wenn gesagt wird, daß sie eigentlich keine Zeit mehr "zum Kämpfen" haben, weil sie immer Listen ausfüllen müssen, weil sie immer im Verlautbarungsblatt nachlesen müssen, was neu gemacht worden ist vom Herrn Bundesminister.
Beifall beim Liberalen Forum.
Das sind jene Maßnahmen, mit denen man, wie wir glauben, die Herausforderungen zukünftiger Sicherheitspolitik meistern wird. Mit der Farbenlehre und mit dem Proporz allerdings wird es nicht gehen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Wabl: Nach der Kritik der Grünen!
Zum ersten möchte ich auf die Ausführungen des Abgeordneten Wabl eingehen, der von den Verkäufen gesprochen hat. Ich möchte hier nochmals betonen: Ich selbst habe im Dezember des vorigen Jahres, bevor noch die Richtlinie der Europäischen Union in Kraft getreten ist, einen Stopp für die Verkäufe von leichten Waffen im Bereich des Bundesheeres verfügt. (Abg. Wabl: Nach der Kritik der Grünen!)
Abg. Wabl: Das stimmt einfach nicht!
Für Exporte ist nicht das Bundesministerium für Landesverteidigung, sondern das Bundesministerium für Inneres zuständig, und zwar für alle Arten von Exporten. Ich gebe Ihnen, Herr Abgeordneter Wabl, gerne auch eine Kopie, die die Firma Mathè betrifft. (Abg. Wabl: Das stimmt einfach nicht!) Am 23. Juni 1999 hat das Innenministerium einen Bescheid, eine Exportbewilligung für die Firma Mathè über 60 Maschinenpistolen der Marke "Kalaschnikow" ausgestellt. Die stammen sicherlich nicht aus den Beständen des Bundesheeres, sondern die sind einfach ein Teil des Waffen- und Gerätehandels, der in Österreich durchgeführt wird. Und so wie auch bei den Sturmgewehren, die Sie immer inkriminiert haben, hat selbstverständlich das Bundesministerium für Inneres darüber zu verfügen und zu bestimmen, ob das exportiert wird oder nicht. (Abg. Wabl: Wie ist das mit den Nazi-Waffen aus den Bundesheerbeständen?) Ich stelle Ihnen das gerne zur Verfügung, sodaß Sie das sachlich beurteilen können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wie ist das mit den Nazi-Waffen?)
Abg. Wabl: Wie ist das mit den Nazi-Waffen aus den Bundesheerbeständen?
Für Exporte ist nicht das Bundesministerium für Landesverteidigung, sondern das Bundesministerium für Inneres zuständig, und zwar für alle Arten von Exporten. Ich gebe Ihnen, Herr Abgeordneter Wabl, gerne auch eine Kopie, die die Firma Mathè betrifft. (Abg. Wabl: Das stimmt einfach nicht!) Am 23. Juni 1999 hat das Innenministerium einen Bescheid, eine Exportbewilligung für die Firma Mathè über 60 Maschinenpistolen der Marke "Kalaschnikow" ausgestellt. Die stammen sicherlich nicht aus den Beständen des Bundesheeres, sondern die sind einfach ein Teil des Waffen- und Gerätehandels, der in Österreich durchgeführt wird. Und so wie auch bei den Sturmgewehren, die Sie immer inkriminiert haben, hat selbstverständlich das Bundesministerium für Inneres darüber zu verfügen und zu bestimmen, ob das exportiert wird oder nicht. (Abg. Wabl: Wie ist das mit den Nazi-Waffen aus den Bundesheerbeständen?) Ich stelle Ihnen das gerne zur Verfügung, sodaß Sie das sachlich beurteilen können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wie ist das mit den Nazi-Waffen?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wie ist das mit den Nazi-Waffen?
Für Exporte ist nicht das Bundesministerium für Landesverteidigung, sondern das Bundesministerium für Inneres zuständig, und zwar für alle Arten von Exporten. Ich gebe Ihnen, Herr Abgeordneter Wabl, gerne auch eine Kopie, die die Firma Mathè betrifft. (Abg. Wabl: Das stimmt einfach nicht!) Am 23. Juni 1999 hat das Innenministerium einen Bescheid, eine Exportbewilligung für die Firma Mathè über 60 Maschinenpistolen der Marke "Kalaschnikow" ausgestellt. Die stammen sicherlich nicht aus den Beständen des Bundesheeres, sondern die sind einfach ein Teil des Waffen- und Gerätehandels, der in Österreich durchgeführt wird. Und so wie auch bei den Sturmgewehren, die Sie immer inkriminiert haben, hat selbstverständlich das Bundesministerium für Inneres darüber zu verfügen und zu bestimmen, ob das exportiert wird oder nicht. (Abg. Wabl: Wie ist das mit den Nazi-Waffen aus den Bundesheerbeständen?) Ich stelle Ihnen das gerne zur Verfügung, sodaß Sie das sachlich beurteilen können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wie ist das mit den Nazi-Waffen?)
Beifall bei der ÖVP.
Ich würde nur glauben, daß man die Polemik beiseite lassen und das Anliegen dort vorbringen soll, wo es sachlich hingehört, und das ist zweifellos ein anderes Ministerium. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bekenne mich auch dazu, daß wir in diesem Fall zweifellos eine wichtige Entscheidung, auch im Interesse der österreichischen Wirtschaft, getroffen haben. (Beifall bei der ÖVP.) Ich bekenne mich dazu, weil das Heer in den Grenzgebieten selbstverständlich eine wichtige wirtschaftliche Funktion hat. (Abg. Jung: Mit nicht einsatzfähigem Gerät, Herr Bundesminister! Sagen Sie das auch dazu!) Das Bundesheer ist etwa im Waldviertel der zweitgrößte Arbeitgeber. In vielen Grenzregionen ist das der Fall. (Abg. Jung: Sie lenken ab!) Wir sorgen nicht nur für die Sicherheit, sondern es ist das auch eine eminent wichtige wirtschaftliche Komponente, zu der wir stehen. Wir sind daher auch dazu gestanden, daß wir ein österreichisches Unternehmen in die Lage versetzt haben, diese Produktion aufzunehmen, und wir wissen heute, daß es international Anklang gefunden hat, daß bereits mehrere Armeen dieses Produkt gekauft haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Jung: Mit nicht einsatzfähigem Gerät, Herr Bundesminister! Sagen Sie das auch dazu!
Ich bekenne mich auch dazu, daß wir in diesem Fall zweifellos eine wichtige Entscheidung, auch im Interesse der österreichischen Wirtschaft, getroffen haben. (Beifall bei der ÖVP.) Ich bekenne mich dazu, weil das Heer in den Grenzgebieten selbstverständlich eine wichtige wirtschaftliche Funktion hat. (Abg. Jung: Mit nicht einsatzfähigem Gerät, Herr Bundesminister! Sagen Sie das auch dazu!) Das Bundesheer ist etwa im Waldviertel der zweitgrößte Arbeitgeber. In vielen Grenzregionen ist das der Fall. (Abg. Jung: Sie lenken ab!) Wir sorgen nicht nur für die Sicherheit, sondern es ist das auch eine eminent wichtige wirtschaftliche Komponente, zu der wir stehen. Wir sind daher auch dazu gestanden, daß wir ein österreichisches Unternehmen in die Lage versetzt haben, diese Produktion aufzunehmen, und wir wissen heute, daß es international Anklang gefunden hat, daß bereits mehrere Armeen dieses Produkt gekauft haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Jung: Sie lenken ab!
Ich bekenne mich auch dazu, daß wir in diesem Fall zweifellos eine wichtige Entscheidung, auch im Interesse der österreichischen Wirtschaft, getroffen haben. (Beifall bei der ÖVP.) Ich bekenne mich dazu, weil das Heer in den Grenzgebieten selbstverständlich eine wichtige wirtschaftliche Funktion hat. (Abg. Jung: Mit nicht einsatzfähigem Gerät, Herr Bundesminister! Sagen Sie das auch dazu!) Das Bundesheer ist etwa im Waldviertel der zweitgrößte Arbeitgeber. In vielen Grenzregionen ist das der Fall. (Abg. Jung: Sie lenken ab!) Wir sorgen nicht nur für die Sicherheit, sondern es ist das auch eine eminent wichtige wirtschaftliche Komponente, zu der wir stehen. Wir sind daher auch dazu gestanden, daß wir ein österreichisches Unternehmen in die Lage versetzt haben, diese Produktion aufzunehmen, und wir wissen heute, daß es international Anklang gefunden hat, daß bereits mehrere Armeen dieses Produkt gekauft haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bekenne mich auch dazu, daß wir in diesem Fall zweifellos eine wichtige Entscheidung, auch im Interesse der österreichischen Wirtschaft, getroffen haben. (Beifall bei der ÖVP.) Ich bekenne mich dazu, weil das Heer in den Grenzgebieten selbstverständlich eine wichtige wirtschaftliche Funktion hat. (Abg. Jung: Mit nicht einsatzfähigem Gerät, Herr Bundesminister! Sagen Sie das auch dazu!) Das Bundesheer ist etwa im Waldviertel der zweitgrößte Arbeitgeber. In vielen Grenzregionen ist das der Fall. (Abg. Jung: Sie lenken ab!) Wir sorgen nicht nur für die Sicherheit, sondern es ist das auch eine eminent wichtige wirtschaftliche Komponente, zu der wir stehen. Wir sind daher auch dazu gestanden, daß wir ein österreichisches Unternehmen in die Lage versetzt haben, diese Produktion aufzunehmen, und wir wissen heute, daß es international Anklang gefunden hat, daß bereits mehrere Armeen dieses Produkt gekauft haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Jung: Ein nicht schwenkbarer Turm ist eine Kinderkrankheit bei einem Panzer, Herr Minister?
Das heißt auch, daß wir durchaus mit Kinderkrankheiten, also mit bestimmten Mängeln, die am Anfang der Erprobung eines neuen Modells auftreten, auch leben müssen und daß wir die Konsequenzen daraus ziehen müssen. (Abg. Jung: Ein nicht schwenkbarer Turm ist eine Kinderkrankheit bei einem Panzer, Herr Minister?) Ich habe mich auch immer dazu bekannt, daß die Entscheidung über die gesamte Radpanzerfamilie selbstverständlich erst dann zu treffen ist, wenn diese Mängel ausgeräumt sind.
Abg. Jung: Wir haben nicht gewußt, daß das Gerät nicht einsatzfähig ist!
Sie, Herr Abgeordneter, und andere aus Ihren Reihen haben mich ja des öfteren dazu aufgefordert, bereits den Zuschlag zu geben. (Abg. Jung: Wir haben nicht gewußt, daß das Gerät nicht einsatzfähig ist!) Ich habe immer gesagt, der Zuschlag wird dann erfolgen, wenn alle technische Fragen geklärt sind. Nicht früher und nicht später. Und so ist es auch hier.
Abg. Scheibner: Die Hälfte! Sagen Sie es doch!
Der Stand sieht folgendermaßen aus: Wir haben laut gestriger Meldung 598 Freiwillige für diesen Einsatz vorgesehen. Die werden gemustert, davon wird ein Teil untauglich sein. (Abg. Scheibner: Die Hälfte! Sagen Sie es doch!) Es sind noch nicht alle Positionen so besetzt, wie wir uns das wünschen. Das heißt, wir werden unsere Werbemaßnahmen noch fortsetzen. Aber es gibt überhaupt keinen Anlaß, gleich wieder eine andere Vorgangsweise zu vermuten, als das irgendwo anders der Fall ist.
Abg. Dr. Ofner: Das wird der Kanzler nicht erlauben! Der Kanzler will den 4. Oktober!
Nächster Punkt: Es werden die ersten österreichischen Soldaten – und wenn ich sage, die ersten, dann meine ich damit nicht ein Vorauskommando, das überhaupt erst einmal den Platz erkundet, sondern die ersten, die dort bestimmte Funktionen erfüllen – in einem Ausmaß von 70 bis 100 bereits im August hinuntergehen. (Abg. Dr. Ofner: Das wird der Kanzler nicht erlauben! Der Kanzler will den 4. Oktober!) Es wird ein ganz großer Teil sicherlich im September hinuntergehen, und es wird der letzte Teil, nachdem die Schweizer zu uns gekommen sind, in integrierter Form dann hinuntergehen.
Beifall bei der ÖVP.
Denn wir müssen eines sagen: Wir gehen nicht nur mit dem bisher größten Kontingent hinunter, sondern wir gehen auch mit einem Kontingent hinunter, das gleichzeitig auch Lead-Funktion, das heißt Führungsfunktion für das erstmalige Auftreten der Schweizer und auch für ein slowakisches Kontingent hat. Ich sehe daß durchaus als einen enormen Vertrauensbeweis an, wenn die Schweizer ihre Soldaten in unsere Obhut geben, wenn sie sie beim erstmaligen Einsatz, den die Schweiz überhaupt im Bereich einer internationalen Aktivität durchführt, unser Führung anvertrauen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Bitte um den Schlußsatz! Die Zeit ist um!
Vielleicht ist das auch ein Zeichen für den Vertrauensbeweis, den wir auch aus anderen Ländern erhalten. Ich möchte das kurz mit ein paar Daten belegen. Im Jahr 1995 haben 372 ausländische Soldaten – Offiziere und Unteroffiziere – im österreichischen Bundesheer eine Ausbildung absolviert. Wissen Sie, wie viele es heute sind? 1 377 waren es bereits im Jahr 1998, nachdem vorher 1996 über 500 und 1997 knapp 800 ausländische Soldaten ihre Ausbildung in Österreich absolviert hatten. Rund 1 400 Soldaten absolvieren derzeit ihre Ausbildung in Österreich, weil sie davon überzeugt sind, daß wir die besten Voraussetzungen auch für ihre Ausbildung bieten können. (Abg. Dr. Ofner: Bitte um den Schlußsatz! Die Zeit ist um!) Genauso wie auch unsere Soldaten in das Ausland gehen, um dort von den Erfahrungen der anderen zu profitieren. Das ist nicht nur ein enormer Vertrauensbeweis, sondern auch ein Beweis dafür, daß Sicherheit in Zukunft nur mehr gemeinsam organisiert werden kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Vielleicht ist das auch ein Zeichen für den Vertrauensbeweis, den wir auch aus anderen Ländern erhalten. Ich möchte das kurz mit ein paar Daten belegen. Im Jahr 1995 haben 372 ausländische Soldaten – Offiziere und Unteroffiziere – im österreichischen Bundesheer eine Ausbildung absolviert. Wissen Sie, wie viele es heute sind? 1 377 waren es bereits im Jahr 1998, nachdem vorher 1996 über 500 und 1997 knapp 800 ausländische Soldaten ihre Ausbildung in Österreich absolviert hatten. Rund 1 400 Soldaten absolvieren derzeit ihre Ausbildung in Österreich, weil sie davon überzeugt sind, daß wir die besten Voraussetzungen auch für ihre Ausbildung bieten können. (Abg. Dr. Ofner: Bitte um den Schlußsatz! Die Zeit ist um!) Genauso wie auch unsere Soldaten in das Ausland gehen, um dort von den Erfahrungen der anderen zu profitieren. Das ist nicht nur ein enormer Vertrauensbeweis, sondern auch ein Beweis dafür, daß Sicherheit in Zukunft nur mehr gemeinsam organisiert werden kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Für jede Fraktion wird jetzt noch zusätzlich eine Zeit angehängt, denn der Minister hat so lange gesprochen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Haidlmayr. – Bitte. (Abg. Wabl: Für jede Fraktion wird jetzt noch zusätzlich eine Zeit angehängt, denn der Minister hat so lange gesprochen!)
Beifall bei den Grünen
Ich freue mich darüber, daß wir über ein Freiwilligenheer sprechen, denn dann muß es auch den freiwilligen Zivildienst geben. Den freiwilligen Zivildienst kann es nur dann geben, wenn Sie diesen lukrativer gestalten, indem Sie den Männern, die Zivildienst leisten wollen, ein anständiges Gehalt zahlen (Beifall bei den Grünen), sie sozialversicherungsrechtlich und pensionsrechtlich absichern und auch eine Arbeitslosenversicherung zahlen. Da werden Sie mit 2 000 S oder 3 000 S im Monat nicht auskommen, sondern der Zivildiener muß mindestens 12 000 S netto plus Wohnkosten bekommen; erst dann werden Sie Menschen finden, die bereit sind, im Sozialbereich tätig zu sein.
Beifall bei den Grünen.
Sagen Sie das den Menschen, denn diese Verantwortungslosigkeit, die Sie hier vom Zaun brechen wollen, ist in einer Gesellschaft, wie wir sie in Österreich haben, unhaltbar und mit einer Sozialpolitik, wie wir sie in Österreich bräuchten, unvereinbar. Behinderte Menschen, alte Menschen und Menschen, die auf Zivildiener und Zivildiensteinrichtungen angewiesen sind, sind kein Spielball und keine Spielwiese der Gesellschaft. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es muß professionelle Hilfe angeboten werden, und es geht nicht an, daß Menschen in den Sozialdienst gepreßt werden. Das ist die falsche Politik, die abzulehnen ist. Dazu gibt es keine Diskussion von uns, denn wir lassen uns nicht mit zwangsverordneten Personen im Sozialbereich über Wasser halten. Das geht ganz einfach nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kiss: Aber, Herr Klubobmann! Jessas na!
Meine Damen und Herren! Wir sind am Artikel 1 dieses Gesetzes, das wir heute beschließen, gescheitert, und zwar deswegen, weil unser Koalitionspartner nicht bereit war, für eineinhalb, zwei Jahre mit aller Deutlichkeit zu sagen, daß es in Österreich keine Stationierung von Atomwaffen geben soll. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kiss: Aber, Herr Klubobmann! Jessas na!) Ich habe vor vier Wochen dazu aufgefordert, meine Damen und Herren, daß es ein Umdenken bei der Österreichischen Volkspartei geben sollte, und das ist nun zustande gekommen.
Abg. Mag. Schweitzer: Trotz ÖVP!
Die Motivation, warum eine Änderung der eigenen Haltung stattfindet, ist gleichgültig. Ob es die Angst vor dem Wähler oder der Respekt und die Achtung vor dem Wähler ist, ist gleichgültig. Wir werden heute ein derartiges Gesetz beschließen, das am Beginn und in der Mitte der Legislaturperiode nicht beschlossen werden konnte. (Abg. Mag. Schweitzer: Trotz ÖVP!)
Abg. Mag. Schweitzer: Ja richtig!
Meine Damen und Herren! Ich freue mich über dieses Gesetz, denn es ist ein vorbildliches Gesetz. Ich darf insbesondere Andreas "Paulus" Khol sehr herzlich dafür danken. Es hat eine wundersame Änderung in der politischen Position gegeben, und in diesem Zusammenhang ist ein Vergleich mit Saulus, der zum Paulus wurde, angebracht. (Abg. Mag. Schweitzer: Ja richtig!) Aber ich gebe gleich in diesem Zusammenhang zu, daß ist nicht alles ein Vergleich ist, was hinkt, und zwar deswegen, weil zwar Saulus vom fanatischen Gegner des Christentums zu einem glühenden Verfechter wurde, aber eines kann man Saulus und dem späteren Paulus nicht vorwerfen: daß er jemals behauptet hätte, er sei der Erfinder des Christentums gewesen – etwas, was bei Andreas "Paulus" Khol nicht so ganz stimmt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Tichy-Schreder: Lesen Sie jetzt die Bibel auch?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Tichy-Schreder: Lesen Sie jetzt die Bibel auch?
Meine Damen und Herren! Ich freue mich über dieses Gesetz, denn es ist ein vorbildliches Gesetz. Ich darf insbesondere Andreas "Paulus" Khol sehr herzlich dafür danken. Es hat eine wundersame Änderung in der politischen Position gegeben, und in diesem Zusammenhang ist ein Vergleich mit Saulus, der zum Paulus wurde, angebracht. (Abg. Mag. Schweitzer: Ja richtig!) Aber ich gebe gleich in diesem Zusammenhang zu, daß ist nicht alles ein Vergleich ist, was hinkt, und zwar deswegen, weil zwar Saulus vom fanatischen Gegner des Christentums zu einem glühenden Verfechter wurde, aber eines kann man Saulus und dem späteren Paulus nicht vorwerfen: daß er jemals behauptet hätte, er sei der Erfinder des Christentums gewesen – etwas, was bei Andreas "Paulus" Khol nicht so ganz stimmt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Tichy-Schreder: Lesen Sie jetzt die Bibel auch?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Höchtl: Sie als Bibel-Fachmann? – Eine Neuigkeit in dieser Periode!
Meine Damen und Herren! Sehen wir das aber ein bißchen großzügig. Lassen Sie mich bei Lukas nachschlagen und lassen Sie mich sagen, daß im Himmel und auch im Nationalrat über ein verlorenes Schaf, das zur Herde zurückfindet, mehr Freude herrscht als über 182 Gerechte. Ich darf Sie, meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei, im Kreise der Atomgegner begrüßen. Ich darf Sie aber nur darauf aufmerksam machen: Das endet nicht am 3. Oktober, sondern dann fängt es erst an. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Höchtl: Sie als Bibel-Fachmann? – Eine Neuigkeit in dieser Periode!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich freue mich, daß wir heute ein Gesetz über das atomwaffen- und kernkraftfreie Österreich beschließen. Wenn aus diesem Grund mein Kollege Kostelka Zuflucht zur Bibel nimmt, so ist das ein wünschenswerter und schöner Nebenerfolg. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Wer noch?
Es war ein langer Weg, meine Damen und Herren, bis zum heutigen Tag, an dem wir dieses Verfassungsgesetz einhellig – so nehme ich an – beschließen werden. Und dabei sind viele Saulusse zu Paulussen geworden, um dabei zu bleiben. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer noch?) 1978 gab es eine Volksabstimmung über Zwentendorf. Da liefen die Fronten ganz anders. Da waren die Sozialdemokraten die Saulusse, die Österreich vehement mit einem Atomkraftwerk beglücken wollten, und ich glaube auch –, um ein anderes, nicht so biblisches, aber doch auch religiöses Sprichwort zu verwenden –, diese Volksabstimmung hat gezeigt, daß Gott auch auf krummen Zeilen gerade schreibt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Koppler: Die ÖVP Oberösterreich! – Abg. Marizzi: Die ÖVP Niederösterreich! – Allgemeine Heiterkeit.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Koppler: Die ÖVP Oberösterreich! – Abg. Marizzi: Die ÖVP Niederösterreich! – Allgemeine Heiterkeit.
Es war ein langer Weg, meine Damen und Herren, bis zum heutigen Tag, an dem wir dieses Verfassungsgesetz einhellig – so nehme ich an – beschließen werden. Und dabei sind viele Saulusse zu Paulussen geworden, um dabei zu bleiben. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer noch?) 1978 gab es eine Volksabstimmung über Zwentendorf. Da liefen die Fronten ganz anders. Da waren die Sozialdemokraten die Saulusse, die Österreich vehement mit einem Atomkraftwerk beglücken wollten, und ich glaube auch –, um ein anderes, nicht so biblisches, aber doch auch religiöses Sprichwort zu verwenden –, diese Volksabstimmung hat gezeigt, daß Gott auch auf krummen Zeilen gerade schreibt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Koppler: Die ÖVP Oberösterreich! – Abg. Marizzi: Die ÖVP Niederösterreich! – Allgemeine Heiterkeit.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich war damals ein vehementer Anhänger der friedlichen Kernkraftnutzung, so wie viele in meiner Partei, aber wir alle haben gegen Zwentendorf gestimmt. Warum? – Weil Kreisky damals gesagt hat: Wer für Zwentendorf ist, ist für mich! Ich erinnere mich, gemeinsam mit dem Präsidenten der Industriellenvereinigung am Flughafen gewählt zu haben, und beide haben wir gesagt: Wir sind zwar eigentlich für die Kernkraft, aber Kreisky können wir nicht wählen! (Beifall bei der ÖVP.) Mit 30 000 Stimmen ist damals die richtige Entscheidung getroffen worden, daß Kernkraftwerke für Österreich nicht notwendig sind.
Abg. Wabl: Khol hat immer schon Sachpolitik vor Personalpolitik gestellt! Dafür war er bekannt!
Die Österreichische Gewerkschaft, die Gewerkschaft, der ich angehöre, der ÖGB (Abg. Wabl: Khol hat immer schon Sachpolitik vor Personalpolitik gestellt! Dafür war er bekannt!), hat 1980 noch ein Volksbegehren initiiert, das von 422 000 Österreicherinnen und Österreichern unterschrieben wurde. Dieses Volksbegehren, das vom damaligen sozialistischen Bundeskanzler und sozialistischen Vizekanzler unterstützt wurde, war ein Volksbegehren dahin gehend, daß man endlich das Kernkraftwerk Zwentendorf aufsperren möge. Auch dieses Volksbegehren ist zum Glück ohne Erfolg geblieben. Ich bin froh, daß wir heute endgültig im Verfassungsrang Österreich kernkraftwerkfrei gestalten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Das ist die Wahrheit!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Das ist die Wahrheit!
Die Österreichische Gewerkschaft, die Gewerkschaft, der ich angehöre, der ÖGB (Abg. Wabl: Khol hat immer schon Sachpolitik vor Personalpolitik gestellt! Dafür war er bekannt!), hat 1980 noch ein Volksbegehren initiiert, das von 422 000 Österreicherinnen und Österreichern unterschrieben wurde. Dieses Volksbegehren, das vom damaligen sozialistischen Bundeskanzler und sozialistischen Vizekanzler unterstützt wurde, war ein Volksbegehren dahin gehend, daß man endlich das Kernkraftwerk Zwentendorf aufsperren möge. Auch dieses Volksbegehren ist zum Glück ohne Erfolg geblieben. Ich bin froh, daß wir heute endgültig im Verfassungsrang Österreich kernkraftwerkfrei gestalten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Das ist die Wahrheit!)
Beifall bei der ÖVP.
Wie schaut das mit den Atomwaffen aus? – Ich bin froh, daß seit dem Ende des Kalten Krieges zwei Drittel der in Europa stationierten Atomwaffen abgebaut wurden, und ich hoffe, daß wir es noch erleben, daß es in der Welt keine Atomwaffen mehr gibt. Das muß unser Ziel sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Ich habe gedacht, Sie wollen ernsthaft sein!
Wir dürfen allerdings eines auf der österreichischen Insel der Seligen nicht vergessen: Es hat einen Beschluß des Kommunismus unter Breschnjew gegeben, in Europa 500 SS-20-Atomraketen zu stationieren. Dagegen hat es den berühmten NATO-Doppelbeschluß gegeben, der vom sozialdemokratischen Bundeskanzler in Deutschland, Helmut Schmidt, gegen den Willen seiner Partei und gegen viele Sozialdemokraten getragen wurde. Der NATO-Doppelbeschluß hat folgendermaßen gelautet: Wenn die Russen die Atomwaffen in Europa stationieren, dann wird die NATO gleich viele Atomwaffen dagegen stationieren. Die Folge war, daß die russischen Raketen nicht stationiert wurden. Es wurden auch die amerikanischen, die Pershing, nicht stationiert. Dieses Durchtragen des Westens als Zeichen, daß er nicht vor dem Kommunismus, vor dem Marxismus kapituliert, Herr Kollege Kostelka, war der Anfang vom Ende der Ära Breschnjew, und das sollten wir nicht übersehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Ich habe gedacht, Sie wollen ernsthaft sein!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Österreich war atomwaffenfrei, Österreich ist atomwaffenfrei, Österreich wird atomwaffenfrei sein. Seit Tschernobyl, seit dem Kernkraftreaktorunfall in Tschernobyl ist es im übrigen in der Welt verbreitete Meinung, daß niemand den Einsatz einer Atomwaffe verantworten kann. Die Schäden, die eine Atomwaffe der Zivilbevölkerung zufügen würde, sind nicht verantwortbar. Tschernobyl hat gezeigt, daß alle theoretischen Spielereien damit unverantwortlich sind. Ich glaube, der österreichische Nationalrat soll heute durch seinen Beschluß zeigen, daß die Zukunft in der ganzen Welt atomwaffenfrei ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Klubobmann! Es war doch, wenn man die Zeitungen in den letzten Wochen gelesen hat, folgendes äußerst erstaunlich: Zum Beispiel war der "Kronen Zeitung" zu entnehmen, daß es der "Khol-Kopf" war, der jetzt diesen großen Sprung in der Anti-AKW-Haltung Österreichs ausgelöst hat. Khol und Kopf haben es zustande gebracht, daß nach mehr als zwei Jahren – genau nach zwei Jahren und drei Tagen – dieser Beschluß zustande kommt, und es war vor allem Frau Kollegin Pollet-Kammerlander, die sich so lange gewehrt hat, daß dieses Bundesverfassungsgesetz in der Form, wie es heute vorliegt, beschlossen wird. War es so, Herr Kollege Khol? – Haben Sie zwei Jahre lang Kollegin Kammerlander zureden müssen, daß es zu dieser Fünfparteieneinigung kommt? War es tatsächlich so, wie Sie es über die Zeitungen die Österreicher wissen lassen? – Diese Khol-Kopf-Mentalität, die von Ihnen in dieser Frage ausgeht, ist schändlich, Herr Klubobmann! Das möchte ich Ihnen einmal klar und deutlich sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nur angesichts der herannahenden Wahlen haben Sie sich offensichtlich doch zu einer anderen Haltung bereit gefunden und unterstützen jetzt diesen Fünfparteienantrag. So schaut es doch tatsächlich aus! Khol-Kopf und Januskopf sind die Kennzeichen der ÖVP in dieser Frage der Anti-AKW-Politik in Österreich. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesminister! Es wird Zeit, daß Sie uns aufklären, wie es um die Finanzierung von Chmelnitzky und Rovno steht. Wie ist denn die österreichische Position auf EU-Ebene? – Ich konnte den deutschen Medien entnehmen, daß Kanzler Schröder und Umweltminister Trittin beim Kiew-Besuch in Teufels Küche geraten sind. Wie ist dazu die österreichische Position? Was haben Sie bis jetzt getan, um diese Finanzierung von Chmelnitzky und Rovno zu verhindern? – Das möchte ich hier und heute von Ihnen wissen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Minister! Sie sollten schon darüber nachdenken, wie es möglich ist, daß ein Herr Zeman in der Öffentlichkeit so etwas behauptet, wenn Sie hier sagen, Sie hätten schon soviel Vorarbeit geleistet. Wie schauen diese Vorarbeiten aus? – Nennen Sie die Termine und nennen Sie die Ergebnisse der Gespräche, die Sie in Prag, in Preßburg, in Sofia, in Bukarest, in Kiew geführt haben! Wo waren Sie tatsächlich? – Kommen Sie heute hier heraus und sagen Sie, wann Sie wo waren und welches Ergebnis Sie erzielt haben! Ich glaube, Sie werden Ihre Ausführungen in der Frage sehr kurz halten müssen, Frau Bundesminister! Ich bin überzeugt davon. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Ellmauer.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Unter dem Strich bleibt festzuhalten – da bedanke ich mich bei allen Kollegen und bei allen Fraktionen –, daß es dem Umweltausschuß vorbehalten war, zum ersten Mal über die Position Österreichs zu sprechen. (Zwischenruf des Abg. Ellmauer.) Natürlich, und es war eine Initiative, die von Oberösterreich ausgegangen ist, das soll man hier auch sagen. (Zwischenruf der Abg. Rauch-Kallat.) – Von der ÖVP – das ist das Perverse – nicht, sondern von allen im Oberösterreichischen Landtag vertretenen Parteien. Frau Kollegin Kallat! Würden Sie hier die Haltung des Kollegen Pühringer vertreten, dann wäre Österreich schon wesentlich weiter. Aber das ist das Problem der Volkspartei: in den Ländern hü und hier auf Bundesebene hott. Das ist Ihr Problem! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Rauch-Kallat.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Unter dem Strich bleibt festzuhalten – da bedanke ich mich bei allen Kollegen und bei allen Fraktionen –, daß es dem Umweltausschuß vorbehalten war, zum ersten Mal über die Position Österreichs zu sprechen. (Zwischenruf des Abg. Ellmauer.) Natürlich, und es war eine Initiative, die von Oberösterreich ausgegangen ist, das soll man hier auch sagen. (Zwischenruf der Abg. Rauch-Kallat.) – Von der ÖVP – das ist das Perverse – nicht, sondern von allen im Oberösterreichischen Landtag vertretenen Parteien. Frau Kollegin Kallat! Würden Sie hier die Haltung des Kollegen Pühringer vertreten, dann wäre Österreich schon wesentlich weiter. Aber das ist das Problem der Volkspartei: in den Ländern hü und hier auf Bundesebene hott. Das ist Ihr Problem! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Unter dem Strich bleibt festzuhalten – da bedanke ich mich bei allen Kollegen und bei allen Fraktionen –, daß es dem Umweltausschuß vorbehalten war, zum ersten Mal über die Position Österreichs zu sprechen. (Zwischenruf des Abg. Ellmauer.) Natürlich, und es war eine Initiative, die von Oberösterreich ausgegangen ist, das soll man hier auch sagen. (Zwischenruf der Abg. Rauch-Kallat.) – Von der ÖVP – das ist das Perverse – nicht, sondern von allen im Oberösterreichischen Landtag vertretenen Parteien. Frau Kollegin Kallat! Würden Sie hier die Haltung des Kollegen Pühringer vertreten, dann wäre Österreich schon wesentlich weiter. Aber das ist das Problem der Volkspartei: in den Ländern hü und hier auf Bundesebene hott. Das ist Ihr Problem! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es bleibt den Parlamentariern vorbehalten, hier die wesentlichen Schritte zu setzen und die Weichenstellungen vorzunehmen. Deshalb, liebe Kollegen aus allen Parteien, wird es nicht genügen, wenn wir die Bundesregierung immer wieder höflich ersuchen, das eine oder andere zu tun. Wir vom Parlament sind in der Lage, die Bundesregierung zu verpflichten; und wenn wir sie verpflichten, die AKW-Linie entsprechend zu vertreten, dann werden wir Fortschritte erreichen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rauch-Kallat: Das haben aber alle Zeitungen geschrieben!
Denn heute von Herrn Klubobmann Abgeordneten Khol erfahren zu müssen, daß mehr die politisch-persönliche Abneigung gegen den damaligen Bundeskanzler ausschlaggebend war, gegen die Inbetriebnahme des AKWs Zwentendorf zu stimmen, ist doch etwas von historischem Gehalt. Denn an dieser Stelle ist es bisher nach meinem Wissen noch nie so ausdrücklich gesagt geworden. (Abg. Rauch-Kallat: Das haben aber alle Zeitungen geschrieben!) – Die Zeitungen schreiben viel. Wenn es um Frauenpolitik geht, Frau Abgeordnete, wenn wir dem Bundeskanzler vorhalten, er hätte hier nichts umgesetzt und er hätte es in den Zeitungen versprochen, dann sagt er: Das steht in den Zeitungen, das habe ich nie gesagt!
Beifall beim Liberalen Forum.
Dazu, meine Damen und Herren, wird es aber gerade von den Regierungsfraktionen notwendig sein, daß sie auf internationaler Ebene nicht zwei verschiedene Positionen vertreten, daß sie diese Position mit jener Konsequenz, mit der sie offenbar in Österreich, weil es der Wunsch der Bevölkerung ist, eine Anti-AKW-Politik vertreten, auch auf internationaler Ebene vertreten, und dann werden wir um entscheidende Schritte weiterkommen. Wenn Sie weiterhin so zaghaft sind, wie Sie das bisher waren, dann läßt das nichts Gutes ahnen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen.
Was heißt das meiner Meinung nach, wenn ich sage, es gebe einige Wermutstropfen? – Das heißt – das sei vor allem an die ÖVP und SPÖ gerichtet –: Sie können sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen! – Das schien mir in Ihren Reden ein bißchen durchzuklingen: Ach, wie sind wir doch gut, was haben wir doch alles in diesen Fragen in all den 20 Jahren gemacht! Jetzt haben wir ein Atomverfassungsgesetz, und damit haben wir dem Ganzen die Krönung aufgesetzt! – Das wäre völlig falsch und verfehlt! Sie können sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern es gilt, dieses Gesetz immer wieder nachzujustieren, es gilt, sich genau diese Bereiche in den nächsten Jahren anzuschauen und entsprechende Novellierungen und Adaptierungen an die konkrete Situation durchzuführen. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Aber es gibt noch eines, was ich Ihnen auf den Weg mitgeben möchte, auch für die nächste Legislaturperiode: Es kann nicht genug damit sein, daß Herr Klubobmann Kostelka meint: Wir haben einen einzigartigen Weg beschritten, wir haben eine atomfreie Zone in Österreich. – Damit kann es nicht genug sein, und damit kann man sich nicht begnügen, denn es geht nicht nur und ausschließlich um eine atomwaffenfreie und atomfreie Zone in Österreich, sondern es geht vor allem auch um eine atomfreie Zone in Europa, und das in Schritten, von denen ich schätze, daß die atomwaffenfreie Zone die realistischere und in absehbarer, kürzerer Zeit realisierbare ist als die atomkraftwerksfreie Zone in Europa. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn wir diese Einschätzung teilen, dann gilt es meiner Meinung nach, alle Bemühungen in diese Richtung zu setzen, denn es gibt in Europa eine Reihe von Ländern, eine große Anzahl von Ländern, die zwar keine Atomwaffen, aber sehr wohl Atomkraftwerke haben. Wenn wir Schritt für Schritt in diese Richtung setzen und uns vornehmen, daß wir zunächst eine atomwaffenfreie Zone als Ziel anpeilen und damit im Zusammenhang zu einer atomfreien Zone kommen wollen, dann ist das, ausgehend von diesem nationalen Konsens in Österreich, der richtige Weg und die richtige Bemühung. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Richtig! Deswegen habe ich gesagt, daß Atomwaffen niemand mehr einsetzen darf!
Dazu noch einmal ein Appell an die Abgeordneten in zweierlei Richtungen: erstens ein Appell in die Richtung, von diesem Weg nicht abzugehen. Herr Abgeordneter Kollege Khol! Sie unterstützen das zwar einerseits in Ihren Worten durchaus, aber gleichzeitig lassen Sie in der Erläuterung zur Entstehung, wie es dazu gekommen ist, ein bißchen durchklingen, daß Sie der atomaren Abschreckungsdoktrin der NATO eigentlich schon etwas abgewinnen können, weil diese doch immerhin damals verhindert hat, daß die russischen Atomwaffen stationiert werden konnten. Das mag vielleicht für damals gerechtfertigt gewesen sein, aber es kann nicht für heute und es kann nicht für die Zukunft gerechtfertigt sein. (Abg. Dr. Khol: Richtig! Deswegen habe ich gesagt, daß Atomwaffen niemand mehr einsetzen darf!) Daher gilt es, alle Bemühungen in dieser Richtung zu setzen, und zwar auf allen Ebenen.
Zustimmende Geste des Abg. Dr. Khol.
Herr Kollege Khol! Aus welchen Motiven auch immer es gelungen sein mag, daß wir nun doch dazu gekommen sind, es ist sehr erfreulich. Ich bedanke mich noch einmal dafür und betrachte es auch ein bißchen als persönlichen Erfolg meiner jahrelangen Bemühungen auf dieser Ebene. (Zustimmende Geste des Abg. Dr. Khol.) – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Khol.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Khol.
Herr Kollege Khol! Aus welchen Motiven auch immer es gelungen sein mag, daß wir nun doch dazu gekommen sind, es ist sehr erfreulich. Ich bedanke mich noch einmal dafür und betrachte es auch ein bißchen als persönlichen Erfolg meiner jahrelangen Bemühungen auf dieser Ebene. (Zustimmende Geste des Abg. Dr. Khol.) – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Khol.)
Abg. Dr. Spindelegger: Lebenslanges Lernen!
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Man lernt wirklich nicht aus in diesem Hohen Haus! (Abg. Dr. Spindelegger: Lebenslanges Lernen!) Hätten wir gewußt, Herr Kollege Khol, daß Ihre so defensive Haltung, Ihr Fuß auf der Bremse von dem nachhaltig wirkenden Respekt vor dem vor vielen Jahren verstorbenen Bundeskanzler Dr. Kreisky beeinflußt war, dann hätten wir Ihnen wirklich helfen können! (Lebhafte Heiterkeit des Abg. Mag. Schweitzer.) Aber Sie haben das ja nie zum Ausdruck gebracht. Erst heute haben wir erfahren, warum Sie den Fuß so schwer auf der Bremse hatten. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Mag. Schweitzer.) Ich bin wirklich froh darüber, daß es Ihnen gelungen ist, sich von diesem Respekt zu lösen und den so lange von uns allen eingeforderten Weg gemeinsam mit uns zu gehen.
Lebhafte Heiterkeit des Abg. Mag. Schweitzer.
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Man lernt wirklich nicht aus in diesem Hohen Haus! (Abg. Dr. Spindelegger: Lebenslanges Lernen!) Hätten wir gewußt, Herr Kollege Khol, daß Ihre so defensive Haltung, Ihr Fuß auf der Bremse von dem nachhaltig wirkenden Respekt vor dem vor vielen Jahren verstorbenen Bundeskanzler Dr. Kreisky beeinflußt war, dann hätten wir Ihnen wirklich helfen können! (Lebhafte Heiterkeit des Abg. Mag. Schweitzer.) Aber Sie haben das ja nie zum Ausdruck gebracht. Erst heute haben wir erfahren, warum Sie den Fuß so schwer auf der Bremse hatten. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Mag. Schweitzer.) Ich bin wirklich froh darüber, daß es Ihnen gelungen ist, sich von diesem Respekt zu lösen und den so lange von uns allen eingeforderten Weg gemeinsam mit uns zu gehen.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Mag. Schweitzer.
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Man lernt wirklich nicht aus in diesem Hohen Haus! (Abg. Dr. Spindelegger: Lebenslanges Lernen!) Hätten wir gewußt, Herr Kollege Khol, daß Ihre so defensive Haltung, Ihr Fuß auf der Bremse von dem nachhaltig wirkenden Respekt vor dem vor vielen Jahren verstorbenen Bundeskanzler Dr. Kreisky beeinflußt war, dann hätten wir Ihnen wirklich helfen können! (Lebhafte Heiterkeit des Abg. Mag. Schweitzer.) Aber Sie haben das ja nie zum Ausdruck gebracht. Erst heute haben wir erfahren, warum Sie den Fuß so schwer auf der Bremse hatten. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Mag. Schweitzer.) Ich bin wirklich froh darüber, daß es Ihnen gelungen ist, sich von diesem Respekt zu lösen und den so lange von uns allen eingeforderten Weg gemeinsam mit uns zu gehen.
Abg. Mag. Schweitzer: Ich habe sie nicht kritisiert! Ich habe nur gesagt, was sie getan hat!
Kollege Karl Schweitzer! Du hast die Frau Bundesministerin kritisiert. (Abg. Mag. Schweitzer: Ich habe sie nicht kritisiert! Ich habe nur gesagt, was sie getan hat!) Ich möchte dich schon daran erinnern, daß die Grundlage für diesen Besuch der bereits fast fertige Aktionsplan war, den die Bundesregierung am 6. Juli erfreulicherweise im Ministerrat beschlossen hat. Darin haben wir genug eindeutige Aussagen gefunden, die uns in Prag in die Lage versetzt haben, eine klare, unmißverständliche Haltung einzunehmen. (Abg. Mag. Schweitzer: Stimmt! Aber das muß sie auch dort einmal sagen!) – Okay!
Abg. Mag. Schweitzer: Stimmt! Aber das muß sie auch dort einmal sagen!
Kollege Karl Schweitzer! Du hast die Frau Bundesministerin kritisiert. (Abg. Mag. Schweitzer: Ich habe sie nicht kritisiert! Ich habe nur gesagt, was sie getan hat!) Ich möchte dich schon daran erinnern, daß die Grundlage für diesen Besuch der bereits fast fertige Aktionsplan war, den die Bundesregierung am 6. Juli erfreulicherweise im Ministerrat beschlossen hat. Darin haben wir genug eindeutige Aussagen gefunden, die uns in Prag in die Lage versetzt haben, eine klare, unmißverständliche Haltung einzunehmen. (Abg. Mag. Schweitzer: Stimmt! Aber das muß sie auch dort einmal sagen!) – Okay!
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir von der sozialdemokratischen Fraktion begrüßen den Aktionsplan der Bundesregierung. Er ist Inhalt unseres Entschließungsantrages, und es freut mich, daß wir diesen Entschließungsantrag heute mit den Stimmen aller Fraktionen in diesem Hohen Haus beschließen werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Wieso? Ich habe von Khol und Kopf gesprochen! Zwei Namen von Abgeordneten! Khol und Kopf!
Abgeordnete Maria Rauch-Kallat (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Lassen Sie mich am Anfang ganz kurz sagen, daß ich es schon bedaure, daß – das betrifft Sie, Herr Abgeordneter Schweitzer – die kommende Wahlkampfzeit offensichtlich dazu führt, daß auch in diesem Haus mit persönlichen Diffamierungen vorgegangen wird. Das Wort "Kohlköpfigkeit" sollte, wie ich meine, in diesem Haus nichts zu suchen haben, weil es dabei um die persönliche Integrität und Würde von Menschen geht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Wieso? Ich habe von Khol und Kopf gesprochen! Zwei Namen von Abgeordneten! Khol und Kopf!) Ich bedaure sehr, daß die kommende Wahlkampfzeit offensichtlich dazu führt, daß die Parteien dieses Hauses das vergessen.
Beifall bei der ÖVP.
Sie können es nachlesen, Herr Abgeordneter Schweitzer. Es gibt einen ÖVP-Parteivorstandsbeschluß vom 14. Juli 1997, in dem sich die Österreichische Volkspartei im Vorfeld des Optionenberichtes klar für einen NATO-Beitritt ausspricht und in dem explizit festgehalten ist, Herr Abgeordneter, daß eine Stationierung von Atomwaffen auf österreichischem Territorium nicht vorzusehen ist und daß das auch unabdingbar zu verhandeln ist. Hier können wir schwarz auf weiß aus der Vergangenheit beweisen, daß die Behauptungen der SPÖ und der FPÖ schlicht und einfach nicht stimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich weiß schon, daß es den Klubobmann der SPÖ, Herrn Dr. Kostelka, schmerzt, daß die Strategien aus dem "War Room" der SPÖ-Spin-Doktoren, mit unwahren Behauptungen – um nicht zu sagen Lügen – den Koalitionspartner anzupatzen, sich nun in Luft aufgelöst haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das ist nicht angenehm, und ich verstehe schon, daß man da um sich schlägt, aber ich meine, meine Damen und Herren – und jetzt wird es wieder ernst –, daß die Anti-Atompolitik ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Das war sehr ernst, aber ich kann die Ideen der SPÖ-Spin-Doktoren leider oder Gott sei Dank nicht ernst nehmen, denn sonst würde es schmerzen.
Zwischenruf des Abg. Schwemlein.
Meine Damen und Herren! Wir haben in der Anti-Atompolitik genug zu tun. Die Frau Minister ist aufgefordert, auch gegen die Kernkraftwerke Temelin und Mochovce ... (Zwischenruf des Abg. Schwemlein.) – Doch, natürlich, sie hat sich ja auch dazu bekannt, daß sie es tun will. Wir erwarten nun die Taten, und ich freue mich, wenn sie dabei Erfolg hat, weil das ein Erfolg für dieses Land ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir haben in der Anti-Atompolitik genug zu tun. Die Frau Minister ist aufgefordert, auch gegen die Kernkraftwerke Temelin und Mochovce ... (Zwischenruf des Abg. Schwemlein.) – Doch, natürlich, sie hat sich ja auch dazu bekannt, daß sie es tun will. Wir erwarten nun die Taten, und ich freue mich, wenn sie dabei Erfolg hat, weil das ein Erfolg für dieses Land ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich meine daher, diese Sache ist zu wichtig, um daraus in kleinkarierter Weise parteipolitisches Kapital zu schlagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Niemand, absolut niemand, der politische Verantwortung trägt, darf sich dabei ausnehmen: keine Person, keine Partei, kein Nationalrat, keine Bundesregierung, kein Landtag und keine Landesregierung. Wir können hier nur gemeinsam arbeiten – jeder an der Stelle, an der er steht – und unsere Politik danach ausrichten, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben auch sehr stark – der Finanzminister und zum Teil auch Kollege Bartenstein – bei unserem europäischen Gegenüber immer wieder dafür geworben, sich diese Position zu überlegen. Wenn man sich heute die deutsche Diskussion ansieht, dann sieht man, daß gerade dieses kritische Hinterfragen immer wieder auf fruchtbaren Boden fällt. Wir alle wissen nicht, wie diese Entscheidung ausgeht, aber Österreich ist aktiv, Österreich war aktiv und wird es auch in Zukunft bleiben, meine Damen und Herren – gerade auch in dieser Frage. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Dieser Weg hinaus aus der Kernkraft ist ein sehr zäher, sehr mühsamer Weg, aber ich bin überzeugt davon, daß er der richtige, der einzig richtige Weg ist. Und wenn wir uns den Gesinnungswandel so mancher Staaten in Europa anschauen, dann wissen wir auch, daß wir richtig gehandelt haben, daß wir all jene Staaten, die ebenfalls auf diesem Weg sind, unterstützen müssen und dort auch unsere weiteren Schwerpunkte zu setzen haben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zu Mochovce: Es war seit Jahren eine freiheitliche Forderung, daß Beitrittsverhandlungen mit den Slowaken nur dann zu erfolgen hätten, wenn sich die Slowaken definitiv dazu bereit erklären, Mochovce nicht in Betrieb zu nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Nun zu Temelin und zur Vorgangsweise gegenüber der tschechischen Regierung, die hier im Hause – wie auch anderswo – sehr oft kontroversiell diskutiert wurde. Die freiheitliche Position war auch in diesem Fall eine glasklare und eindeutige (Beifall bei den Freiheitlichen): Beitrittsverhandlungen nur dann, wenn es ein klares Nein zur Fertigstellung und zur Inbetriebnahme von Temelin gibt und wenn die Tschechen bereit sind, auf Temelin zu verzichten – ein Junktim!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kukacka: Aber auf Sie!
Lassen Sie mich, da die Bibel heute schon einige Male strapaziert worden ist, auch sagen, daß das Bibelzitat: "Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!" in Ihrem Fall mit Sicherheit nicht zutrifft. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kukacka: Aber auf Sie!) Ich möchte Ihnen auch sagen, warum, sehr geehrte Damen und Herren von der ÖVP. Es kann nicht so sein, daß eine ehemalige ÖVP-Umweltministerin nichts weiß, nämlich Marilies Flemming, die für Sie im Europäischen Parlament sitzt, oder die "Stimme Österreichs", wie sie sich plakatieren ließ. Sie hat nicht die Stimme für die Österreicherinnen und Österreicher erhoben, als es darum ging, den EURATOM-Vertrag inhaltlich zu ändern. Sie wurden dabei unterstützt von Rübig, von Habsburg und Co. Sie wußten, was Sie damals taten, und Sie wissen es.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe einen Wunsch, nämlich daß der nationale Konsens zur Anti-Atompolitik, der mit der heutigen Beschlußfassung durch – wie zu erwarten ist – alle fünf Parteien entsprechend dokumentiert werden soll, mit Inhalten gefüllt wird, sodaß die politische Linie, die innerhalb unseres Landes, innerhalb Österreichs vertreten wird, durch Inhalte auch gegenüber den Nachbarstaaten sowie auf internationaler Ebene bestätigt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Bitte, wir brauchen die Vorantreiberrolle! Wir brauchen die Schrittmacherrolle, und wir wollen sie heute wieder übernehmen. Wir wollen das nicht der Regierung überlassen. Wir sehen uns als Vertreter der Bevölkerung, die über Zwentendorf sehr weitblickend entschieden hat. Deshalb möchten wir dies heute konkretisieren und wirklich Nägel mit Köpfen machen. Ich muß leider sagen, daß ich das an diesem Verfassungsgesetz etwas vermisse. (Beifall bei den Grünen.)
Unruhe im Saal – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen
Da möchte ich noch einmal kurz auf Sie replizieren, Frau Ministerin. Sie haben sehr wohl herausgestrichen, daß es auch Aufgabe des Umweltausschusses in Prag war (Unruhe im Saal – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen), die Position der Abgeordneten darzulegen. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Mag. Prammer.) Ja, sicherlich, aber wir hätten uns erwartet, daß wir nicht teilweise auf Unkenntnis oder Ahnungslosigkeit, sondern auf vorbereitete Verhandlungspartner stoßen, die aufgrund der Reisen der Regierungsmitglieder die österreichische Position zumindest in groben Zügen schon kennen.
Beifall bei den Grünen.
Noch einmal: Wir haben es geschafft, den Verfassungsrang zu erreichen. Wir haben es noch nicht geschafft – das ist eine große Aufgabe für die nächsten vier oder acht Jahre –, die grenznahen AKW mit Schließungsplänen und mit Baustopps zu versehen. Das ist die wirkliche Aufgabe, mit der wir in den Herbst gehen und mit der wir sicherlich noch in viele, viele EU-Verhandlungsrunden zu gehen haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Ich habe in meiner Begeisterung vergessen, den Antrag einzubringen!
Sie haben einen zweiten Entschließungsantrag überreicht. Diesen haben Sie allerdings nicht vorgetragen. Er betrifft die Verringerung von Atomstromimporten und wurde nicht vorgetragen. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Ich habe in meiner Begeisterung vergessen, den Antrag einzubringen!) Bitte? (Abg. Dr. Gabriela Moser: Darf ich es nachtragen?) Ja, bitte, aber schnell.
Abg. Dr. Gabriela Moser: Darf ich es nachtragen?
Sie haben einen zweiten Entschließungsantrag überreicht. Diesen haben Sie allerdings nicht vorgetragen. Er betrifft die Verringerung von Atomstromimporten und wurde nicht vorgetragen. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Ich habe in meiner Begeisterung vergessen, den Antrag einzubringen!) Bitte? (Abg. Dr. Gabriela Moser: Darf ich es nachtragen?) Ja, bitte, aber schnell.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Zweck dieses Gesetzes liegt darin, daß Österreich frei sein soll von jenen Gefahren, die Atomkraft in sich birgt. Dieses Bundesverfassungsgesetz ist ein weiterer wichtiger Schritt in einer ganzen Reihe von Aktivitäten, die Österreich in Richtung Anti-Atompolitik bereits gesetzt hat. Ich möchte mich bei der Bundesregierung, insbesondere bei Umweltminister Bartenstein und Außenminister Dr. Schüssel, dafür bedanken, daß sie auf europäischer Ebene vehement gegen Temelin und Mochovce aufgetreten sind und diese Themen erst auf europäische Ebene gehoben haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Lobend erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang das Bundesland Oberösterreich. Oberösterreich hat als einziges Bundesland einen eigenen Beauftragten für grenznahe Atomkraftwerke. Aufgrund unserer gemeinsamen Initiative und Aufklärungsarbeit auf allen Ebenen ist es gelungen, die Bewußtseinsbildung nicht nur bei uns im Inland, sondern auch im angrenzenden Ausland – vor allem in Tschechien – zu heben. Wir müssen dies in Zukunft noch verstärken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin zwar gegen eine Junktimierung, Herr Kollege Schweitzer, wie dies die Freiheitliche Partei fordert, denn es ist keine international übliche Form der Gesprächskultur und ist auch in der Sache nicht zielführend. Wir haben aber unmißverständlich zum Ausdruck gebracht, daß ein eventueller Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union von allen Parlamenten der 15 Mitgliedstaaten zu ratifizieren ist. Wir haben weiters klargestellt, daß kein Land der Europäischen Union beitreten kann, das die Sicherheitsstandards nicht einhält. Immerhin haben acht tschechische Minister im tschechischen Ministerrat gegen Temelin gestimmt, und dies zeigt, daß unsere intensive Überzeugungsarbeit Früchte getragen hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie machen sich lächerlich, wenn Sie das hier beschließen: Für ein und dieselbe Anstalt nach rot-schwarzer Farbenlehre zwei Generaldirektoren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Für wie dumm wollen Sie denn die Öffentlichkeit verkaufen? Das ist unglaublich! Das ist ein rot-schwarzer Postenschacher, der Eitelkeit wird Genüge getan.
Abg. Parnigoni: Wenn es geht, nicht hier herinnen!
Was heißt denn da Generaldirektor? – Daß man generell der Vorsitzende eines Vorstandes ist und generell die Leitung innehat. Zur rot-schwarzen Farbenlehre hat seinerzeit schon Dr. Zilk gesagt: Sie ist wirklich zum Kotzen! Diesem Kotzen kann man sich eigentlich nur anschließen. (Abg. Parnigoni: Wenn es geht, nicht hier herinnen!) Das ist eine unglaubliche Zwangsbeglückung, die Sie den Österreichern damit bescheren, und ich danke Ihnen, meine Damen und Herren von der SPÖ und von der ÖVP, daß Sie hier so eindrucksvoll den Beweis eines ungezügelten Postenschachers zum Nachteil der Steuerzahler erbracht haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was heißt denn da Generaldirektor? – Daß man generell der Vorsitzende eines Vorstandes ist und generell die Leitung innehat. Zur rot-schwarzen Farbenlehre hat seinerzeit schon Dr. Zilk gesagt: Sie ist wirklich zum Kotzen! Diesem Kotzen kann man sich eigentlich nur anschließen. (Abg. Parnigoni: Wenn es geht, nicht hier herinnen!) Das ist eine unglaubliche Zwangsbeglückung, die Sie den Österreichern damit bescheren, und ich danke Ihnen, meine Damen und Herren von der SPÖ und von der ÖVP, daß Sie hier so eindrucksvoll den Beweis eines ungezügelten Postenschachers zum Nachteil der Steuerzahler erbracht haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein.
Was das Versicherungsvertragsgesetz betrifft, so bin auch ich sehr froh darüber – ich habe mich schon im Ausschuß in diesem Sinne zu Wort gemeldet –, daß wir da eine positive Änderung herbeiführen konnten, die auf einem breiten Konsens basiert. Sie bringt auch eine Verbesserung in die richtige Richtung insofern, als die Daten dem Betroffenen gemeldet werden müssen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein.)
Beifall bei der SPÖ.
Des weiteren steht noch das Bundesstatistikgesetz 2000 zur Debatte. Dabei geht es um eine Ausgliederung. Dieser stimmen wir zu. Ganz besonders möchte ich hervorheben, daß laut § 58 – im Gegensatz zu manchen Bestimmungen, wo das vergessen wird – auch für die Angestellten dieses nunmehr ausgegliederten Amtes das Bundesgleichbehandlungsgesetz für Frauen zu gelten hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Krüger: Wieso schauen Sie denn da zur SPÖ?
Meine Damen und Herren! Es ist diese meine letzte Parlamentswoche nach zwölf Jahren in diesem Hohen Haus – die Hälfte der Zeit war ich im Bundesrat, die andere Hälfte im Nationalrat –, und ich steige aus der Politik total aus. Freuen Sie sich aber nicht zu früh! August Strindberg hat einmal gesagt: Wenn Sie mich ärgern, dann sehen wir uns in meinem nächsten Buch wieder! – Das ist etwas, was ich vorhabe. (Abg. Dr. Krüger: Wieso schauen Sie denn da zur SPÖ?) Ich habe zuerst zu Ihnen geschaut, nur, Sie haben getratscht! (Heiterkeit. – Abg. Dr. Krüger: Ich freue mich schon über die positive Erwähnung!)
Heiterkeit. – Abg. Dr. Krüger: Ich freue mich schon über die positive Erwähnung!
Meine Damen und Herren! Es ist diese meine letzte Parlamentswoche nach zwölf Jahren in diesem Hohen Haus – die Hälfte der Zeit war ich im Bundesrat, die andere Hälfte im Nationalrat –, und ich steige aus der Politik total aus. Freuen Sie sich aber nicht zu früh! August Strindberg hat einmal gesagt: Wenn Sie mich ärgern, dann sehen wir uns in meinem nächsten Buch wieder! – Das ist etwas, was ich vorhabe. (Abg. Dr. Krüger: Wieso schauen Sie denn da zur SPÖ?) Ich habe zuerst zu Ihnen geschaut, nur, Sie haben getratscht! (Heiterkeit. – Abg. Dr. Krüger: Ich freue mich schon über die positive Erwähnung!)
Beifall bei der SPÖ. – Allgemeine Heiterkeit.
Ich möchte ein Hobby professionalisieren – ich hoffe mit Erfolg –, und zwar das Schreiben von Kriminalromanen. Raymond Chandler hat einmal über die dreißiger Jahre folgendes geschrieben: Über die Politik kann man nur mehr im Kriminalroman schreiben. – Ich hielt das zu Beginn meiner Tätigkeit für einen völligen Unsinn. Heute bin ich mir nicht mehr so sicher! (Beifall bei der SPÖ. – Allgemeine Heiterkeit.)
Heiterkeit. – Abg. Dr. Krüger: Das haben wir schon beherzigt!
Mein zweiter Ratschlag lautete: Fürchtet euch nicht! (Heiterkeit. – Abg. Dr. Krüger: Das haben wir schon beherzigt!) Fürchtet euch nicht, eure Meinung durchzusetzen oder zu fragen. Oft ist das umsonst, aber hie und da richtig. Fürchtet euch auch nicht, zu fragen: Warum geht das nicht? Und dazu muß ich sagen: Da gibt es den großen Hammer und den kleinen Hammer. Der kleine Hammer heißt: Frau Abgeordnete, das ist gesetzlich nicht möglich!, und der große Hammer heißt: Frau Abgeordnete, das ist verfassungsmäßig nicht möglich! Es hat sich aber herausgestellt, daß beides möglich war, zum Beispiel bei der Durchsetzung – Frau Abgeordnete Brinek hat da auch sehr mitgeholfen – der Schaffung des Verbots der sexuellen Belästigung von Studentinnen und Studierenden im Universitäts-Studiengesetz.
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten des Liberalen Forums sowie der Abg. Mag. Stoisits.
Mein dritter Ratschlag heißt: Macht gute Gesetze! – Auch wenn Inline-Skaten im modischen Outfit kurzfristig vielleicht medial etwas mehr bringt, aber gute Gesetze zu machen, einfache und verständliche, ist das, wofür wir da sind. Es ist schon wahr, das Gesetzemachen von Abgeordneten wird oft als exzentrische Ausnahmeerscheinung gesehen, aber das Abgeordnetengesetz zum Verbot von Antipersonenminen ist ein gutes Beispiel: eine Seite klar verständlich für alle, leicht lesbar. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten des Liberalen Forums sowie der Abg. Mag. Stoisits.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeodneten der ÖVP, des Liberalen Forums, der Grünen sowie der Abg. Madl.
Gute Gesetze und Abgeordnete, die dabei gesehen werden, wie sie etwas durchsetzen: Dies wird das Ansehen dieses Hauses erhöhen und die Demokratie in unserer Republik Österreich stärken! (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeodneten der ÖVP, des Liberalen Forums, der Grünen sowie der Abg. Madl.)
Heiterkeit.
Frau Abgeordnete! Gestatten Sie mir, im Anschluß an Ihre Rede ein paar persönliche Bemerkungen zu machen. Uns verbindet eines: Das ist der Abgang. (Heiterkeit.) Aber bevor ich gehe, möchte ich mich bei Ihnen noch sehr herzlich bedanken – ich glaube, dies im Namen des ganzen Parlaments, des ganzen Hohen Hauses tun zu können – für Ihre Tätigkeit, die Sie Jahre hindurch in beiden Kammern ausgeübt haben. Sie waren nicht immer gemütlich, aber es ist auch nicht Aufgabe eines Abgeordneten, gemütlich zu sein. Sie waren kritisch. Ihr heutiger Appell am Schluß Ihrer Rede "Macht gute Gesetze!" hatte eine grundsätzliche Bedeutung für dieses Haus. Dieser Wunsch wird dieses Haus sicher noch weiter begleiten.
Heiterkeit.
Ich möchte Ihnen für Ihr weiteres Leben alles Gute wünschen und Ihnen sagen: Wir warten mit Spannung auf Ihr nächstes Buch. Schreiben Sie schonungslos! (Heiterkeit.) Alles Gute für die Zukunft! (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum, bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum, bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Freiheitlichen.
Ich möchte Ihnen für Ihr weiteres Leben alles Gute wünschen und Ihnen sagen: Wir warten mit Spannung auf Ihr nächstes Buch. Schreiben Sie schonungslos! (Heiterkeit.) Alles Gute für die Zukunft! (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum, bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und den Grünen.
Ich meine, wir haben uns in vielen Bereichen in dieser Republik daran gewöhnt, die Realverfassung über die geschriebene Verfassung zu stellen – das ist oft schon schlecht genug –, jetzt fangen wir sogar an, in die Gesetze Dinge zu schreiben, die überhaupt nur im rechtsfreien Raum existieren, und das ist ganz, ganz schlecht. Es ist das daher ein ganz, ganz besonders schlechtes Gesetz – ganz im Sinne der Frau Karlsson. (Beifall beim Liberalen Forum und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Erster Punkt: Das ist etwas sehr Wesentliches, auch wenn Herr Abgeordneter Kier gemeint hat, man hätte die amtliche Statistik privatisieren sollen. Ich sage dazu eindeutig nein. Wir wollen die Bundesstatistik und die amtliche Statistik in Österreich nicht privatisiert haben, aber wir wollen durch die Schaffung einer Bundesanstalt, die die amtliche Statistik zu besorgen hat, einen weitgehenden Selbständigkeitsbereich für die amtliche Statistik schaffen. Wir schaffen daher eine neue Bundesanstalt "Statistik Österreich", wie ihr Name lautet. Es ist eine unabhängige, selbständige, in organisatorischer, finanzieller und personeller Hinsicht weitgehend eigenen Entscheidungen überlassene Bundesanstalt, die allerdings – und das ist für mich ganz wichtig – dem Bundeskanzler und dem zuständigen Bundesminister unterstellt ist. Die Verantwortung für die amtliche Statistik bleibt daher weiterhin bei der Bundesregierung, beim Bundeskanzler und bei den zuständigen Bundesministern. Das ist ganz wichtig: Die amtliche Statistik darf nicht privatisiert werden! Ich bin dagegen, daß die amtliche Statistik den Meinungsforschungsinstituten oder ähnlichen Einrichtungen überlassen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das sind zwei weitgehend unabhängig voneinander agierende Leiter, von denen jeder einen klaren Zuständigkeitsbereich hat. Ich trete für diese Zweigliederung ein, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Nächster Punkt, der ebenfalls ganz wichtig ist: Wir erreichen mit diesem Bundesstatistikgesetz 2000 eine weitgehende Entlastung von Wirtschaft und Bevölkerung. Meine Damen und Herren! Es ist in der heutigen Zeit so, daß viele Daten gesammelt werden, einmal von einem Ministerium, ein weiteres Mal von der Sozialversicherung, ein drittes Mal von der Nationalbank und ein viertes Mal von einem anderen Amt. Jeder macht eigene Statistiken, und das ist im Grunde genommen eine Ungeheuerlichkeit. Ich bezeichne das ganz deutlich so. Es ist unzumutbar für die Bevölkerung, immer wieder die gleichen Daten liefern zu müssen. Wir schaffen jetzt mit diesem Gesetz ein generelles Zugriffsrecht zu all jenen Daten, die von den Bundesministerien und ähnlichen Einrichtungen gesammelt werden. Ich begrüße das Zugriffsrecht, das wir hier schaffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es geht jetzt darum, daß die künftige Leitung von "Statistik Österreich" die neuen gesetzlichen Grundlagen umsetzt. Wir sind uns dessen bewußt: Es hängt alles vom Engagement, von der Mitwirkungsmöglichkeit, vom Einsatz derjenigen, die die Statistik in Österreich zu besorgen haben, ab. Ich wünsche diesen Persönlichkeiten für die Zukunft das Beste und auch dem neuen Amt "Statistik Österreich" ein gutes Arbeiten und viel Erfolg. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Ich möchte an die Ausführungen von Frau Kollegin Karlsson anknüpfen, die uns nach den nächsten Wahlen zum Nationalrat leider verlassen wird. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Es macht nichts, wenn sie nicht da ist, Sie können es ihr ja ausrichten.
Abg. Dr. Graf: Ein echter Witz, was Sie da vorbringen!
Ich habe Frau Kollegin Karlsson in vielerlei Hinsicht schätzengelernt – nicht erst, seit ich Abgeordnete bin, sondern schon während ihrer gesamten politischen Laufbahn –, in ihrem Einsatz für die Rechte der Frauen, in ihrem Einsatz für den Antifaschismus und in ihrem wirklich wagemutigen Einsatz gegen geradezu unglaubliche Akte, die vor allem von seiten der freiheitlichen Fraktion gesetzt wurden. Sie ist ja auch nicht von ungefähr unglaublich angefeindet worden. Mutige Frauen wie sie werden uns im Nationalrat abgehen. – Herzlichen Dank an Irmtraut Karlsson. (Abg. Dr. Graf: Ein echter Witz, was Sie da vorbringen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Das neue Datenschutzgesetz, das heute beschlossen wird, ist sicher – würde ich einmal sehr vereinfacht sagen – besser als das alte, ohne Zweifel, aber ob es deshalb ein Datenschutzgesetz ist, das den modernen Vorstellungen eines Grundrechtes auf informationelle Selbstbestimmung entspricht, das möchte ich wirklich in Zweifel ziehen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei den Grünen.
Befugnisse dieser Art beziehungsweise Ausnahmetatbestände in einem Gesetz zu statuieren, halte ich für extrem bedenklich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Das entspricht nicht den Vorstellungen, die ich gemeinsam mit Frau Kollegin Karlsson teile, aber ich hege den Verdacht, Frau Kollegin Karlsson, auch wenn Sie Mitglied einer Regierungsfraktion sind: Solange die Koalition so groß ist, wie sie es in den letzten Jahren war, wird sich nicht viel ändern. – Aber es gibt ja noch Wahlen. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Graf: Manchmal ist es ganz schwer, zu argumentieren! Man sieht es!
Zu den vom Abgeordneten Krüger angeführten beiden Generaldirektoren: Gerade im Statistikbereich ist es notwendig, einen Fachmann zu haben, der sich statistisch bewährt hat und der das Österreichische Statistische Zentralamt beziehungsweise die neue Institution mit seinem Fachwissen im statistischen Bereich auch auf internationaler Ebene vertreten kann. (Abg. Dr. Graf: Manchmal ist es ganz schwer, zu argumentieren! Man sieht es!) Aber es ist genauso notwendig, ihm einen kaufmännischen Generaldirektor zur Seite zu stellen, weil dort ein entsprechendes Budgetvolumen zu verwalten ist und das Vieraugenprinzip auch in einer GesmbH und nicht nur in unserem Gesetz stattfindet. (Abg. Dr. Krüger: Es geht nicht um das Vieraugenprinzip, Herr Staatssekretär! – Abg. Aumayr: Um das Zweiparteienprinzip!)
Abg. Dr. Krüger: Es geht nicht um das Vieraugenprinzip, Herr Staatssekretär! – Abg. Aumayr: Um das Zweiparteienprinzip!
Zu den vom Abgeordneten Krüger angeführten beiden Generaldirektoren: Gerade im Statistikbereich ist es notwendig, einen Fachmann zu haben, der sich statistisch bewährt hat und der das Österreichische Statistische Zentralamt beziehungsweise die neue Institution mit seinem Fachwissen im statistischen Bereich auch auf internationaler Ebene vertreten kann. (Abg. Dr. Graf: Manchmal ist es ganz schwer, zu argumentieren! Man sieht es!) Aber es ist genauso notwendig, ihm einen kaufmännischen Generaldirektor zur Seite zu stellen, weil dort ein entsprechendes Budgetvolumen zu verwalten ist und das Vieraugenprinzip auch in einer GesmbH und nicht nur in unserem Gesetz stattfindet. (Abg. Dr. Krüger: Es geht nicht um das Vieraugenprinzip, Herr Staatssekretär! – Abg. Aumayr: Um das Zweiparteienprinzip!)
Abg. Dr. Krüger: Wo gibt es zwei Generaldirektoren in der Wirtschaft? Sagen Sie mir das! Können Sie mir ein Beispiel nennen?
Ich glaube, daß es bei einem Budgetvolumen von mehr als 600 Millionen Schilling durchaus gerechtfertigt ist, dieses Vieraugenprinzip auch auf diese neue Organisationsform zu übertragen. Das ist nichts Neues, das ist in der Wirtschaft durchaus üblich. (Abg. Dr. Krüger: Wo gibt es zwei Generaldirektoren in der Wirtschaft? Sagen Sie mir das! Können Sie mir ein Beispiel nennen?) Jede GesmbH mit einem derartigen Budgetvolumen beziehungsweise mit einem derartigen Wirtschaftsvolumen verläßt sich auf das Vieraugenprinzip. Wir haben hier nichts anderes getan, als das auch auf die neue Institution zu übertragen.
Abg. Dr. Krüger: Aber Sie wissen, daß die englische Übersetzung von "Generaldirektor" nicht "general manager" ist? Das wissen Sie schon?
Der Titel "Generaldirektoren" – sollten Sie sich daran stoßen – ist deswegen gewählt worden, weil auf internationaler, europäischer Ebene dieser Titel üblich ist, um die Vertretungsbefugnis nach außen zu dokumentieren. Aber das ist ein Titel, und ich meine, wir sollten uns nicht an etwaigen Titeln stoßen, sondern es geht um das Vieraugenprinzip, es geht um die Notwendigkeit, jene wechselseitigen Kontrollbefugnisse, die in der Wirtschaft üblich sind, auch auf diese Institution zu übertragen. (Abg. Dr. Krüger: Aber Sie wissen, daß die englische Übersetzung von "Generaldirektor" nicht "general manager" ist? Das wissen Sie schon?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich glaube, alles in allem bilden das Datenschutzgesetz und das Statistikgesetz ein zusammenhängendes Paket: auf der einen Seite ein besonders sorgsamer Umgang mit ermittelten Daten, auf der anderen Seite ein modernes Statistikgesetz, das die Möglichkeit gibt, auf Register zurückzugreifen und damit den einzelnen Bürger beziehungsweise auch den einzelnen Wirtschaftsbetrieb zu entlasten, zugleich aber auch den Wirtschaftsstandort Österreich über diese Schiene zu unterstützen. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe des Abg. Dr. Krüger
Herr Kollege Krüger! Es geht nicht um den Lauschangriff auf die Versicherungsnehmer in der Form, daß überall der Versicherer hinter dem Versicherungsnehmer her ist und ihn belauscht und abhört (Zwischenrufe des Abg. Dr. Krüger), sondern es wird in diesem Antrag die Verwendung dieser sensiblen Daten durch private Versicherer geregelt, so zum Beispiel Zweck und Anlaß der Verwendung, Art und Weise der Ermittlung und an wen die Daten übermittelt werden dürfen, Auskunfts- und Einsichtsrechte. Das heißt, der Konsument kann selbstverständlich jederzeit abfragen, welche Daten über ihn vorliegen und woher sie stammen, ob sie also rechtmäßig in Erfahrung gebracht wurden.
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Der Umgang mit sensiblen Daten erfordert klare Richtlinien für alle Betroffenen, und diese werden hiermit gegeben. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Edler.
Abgeordneter Dr. Martin Graf (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Staatssekretär, nur ein Wort zu Ihrem Bekenntnis zur Privatisierung, weil Sie es herausgefordert haben. Daß Sie ein Fan der Privatisierung sind, höre ich gerne, muß aber gleich hinzufügen, daß man unter dem Begriff "Privatisierung" Unterschiedliches verstehen kann. (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Wittmann.) Sie haben die Privatisierung genannt und haben von der Regierungsbank aus selbst gesagt, daß Sie ein Fan der Privatisierung sind. Ich möchte dem einen Satz hinzufügen: Sie und Ihre Parteifreunde verstehen oftmals – nicht immer, aber oftmals oder zu oft – unter "Privatisierung" weniger Staat und mehr Partei. Wir von den Freiheitlichen verstehen im Gegensatz dazu unter "Privatisierung" weniger Staat und mehr Privat. Das ist der Unterschied in der Auffassung. (Zwischenruf des Abg. Edler.)
Abg. Edler: Haider! KELAG!
Kollege Edler! Ein Beispiel zur Privatisierung Marke SPÖ aus unserem gemeinsamen Heimatbezirk: Nach 1945 hat die Stadt Wien, die Eigentümerin des Hauses Donaufelder Straße 249 ist, dieses Haus billig erworben; einziger Mieter ist die SPÖ-Donaustadt. (Abg. Edler: Haider! KELAG!)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Vor wenigen Jahren hat die SPÖ-Donaustadt dieses Haus käuflich erworben. Es gibt ein Magistratsgutachten (Zwischenrufe bei der SPÖ) – alles korrekt, selbstverständlich, immer alles korrekt. Dieses Magistratsgutachten sagt: Weil dort ein geschützter, unbefristeter Mieter ansässig ist, nämlich die SPÖ-Donaustadt, muß man es um den Wert von 40 Prozent der SPÖ verkaufen. Man muß es ihr verkaufen. – Das ist Ihre Privatisierung! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Bures: Das stimmt ja überhaupt nicht!) Sie transferieren öffentliches Eigentum in die private SPÖ-Parteikassa, wenn ich das salopp ausdrücken darf. Das ist Ihre Privatisierung, und dagegen werden wir auftreten!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Bures: Das stimmt ja überhaupt nicht!
Vor wenigen Jahren hat die SPÖ-Donaustadt dieses Haus käuflich erworben. Es gibt ein Magistratsgutachten (Zwischenrufe bei der SPÖ) – alles korrekt, selbstverständlich, immer alles korrekt. Dieses Magistratsgutachten sagt: Weil dort ein geschützter, unbefristeter Mieter ansässig ist, nämlich die SPÖ-Donaustadt, muß man es um den Wert von 40 Prozent der SPÖ verkaufen. Man muß es ihr verkaufen. – Das ist Ihre Privatisierung! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Bures: Das stimmt ja überhaupt nicht!) Sie transferieren öffentliches Eigentum in die private SPÖ-Parteikassa, wenn ich das salopp ausdrücken darf. Das ist Ihre Privatisierung, und dagegen werden wir auftreten!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Staatssekretär! Sollte es da eine Auslegungsunterschiedlichkeit geben oder sollte da etwas sein, was ich nicht durchschaue, so wäre es gut, hier eine Klarstellung vorzunehmen. Es kann nicht sein, daß im Einzelfall untersagt werden und gleichzeitig ausdrücklich zugestimmt werden muß, dies würde ein rechtliches Nullum sein. Das bedeutet, man könnte jederzeit wieder verarbeiten, aber genau das wollen wir ja nicht erreichen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP
Daneben sind noch wichtig – es gibt viele Punkte dieses Gesetzes, die man da aufzählen könnte –: Freiwilligkeit statt Zwang; Stichproben statt Vollerhebung (Beifall bei der ÖVP); Pflicht zur kostenlosen Bereitstellung elektronischer Fragebögen. – All die Forderungen, meine sehr verehrten Damen und Herren, die wir jahrelang gestellt haben, werden Gott sei Dank mit diesem Gesetz erfüllt, nach vierjährigem Kampf, am Ende dieser Legislaturperiode. Das freut mich, denn es ist zum Nutzen der Wirtschaft, zum Nutzen der gesamten Bevölkerung! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daneben sind noch wichtig – es gibt viele Punkte dieses Gesetzes, die man da aufzählen könnte –: Freiwilligkeit statt Zwang; Stichproben statt Vollerhebung (Beifall bei der ÖVP); Pflicht zur kostenlosen Bereitstellung elektronischer Fragebögen. – All die Forderungen, meine sehr verehrten Damen und Herren, die wir jahrelang gestellt haben, werden Gott sei Dank mit diesem Gesetz erfüllt, nach vierjährigem Kampf, am Ende dieser Legislaturperiode. Das freut mich, denn es ist zum Nutzen der Wirtschaft, zum Nutzen der gesamten Bevölkerung! (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Der Barmüller hält seine Abschiedsrede!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! (Ruf bei den Freiheitlichen: Der Barmüller hält seine Abschiedsrede!) Es ist unbestritten, daß man sich über dieses Gesetz sehr aufregen kann, Herr Abgeordneter Puttinger, Sie haben sich freudig erregt, die Liberalen tun es nicht aus Freude, sondern deshalb, weil – noch einmal – in den gesetzlichen Vorlagen, im neuen Datenschutzgesetz auch wieder nicht das Selbstbestimmungsrecht der Menschen über ihre persönlichen Daten verwirklicht worden ist, obwohl das in der EU-Richtlinie vorgesehen ist. Das wird aber nicht gemacht.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Ich lade Sie daher ein, diesem Abänderungsantrag Ihre Zustimmung zu geben, damit wir endlich mit einem neuen Gesetz jenen Standard auch in Österreich schaffen, der in Europa bereits Einzug gehalten hat. Wir sollten nicht in Metternichscher Art hier neue Datenschutzgesetze beschließen, die an der Situation der Überwachung in Österreich und am mangelnden Schutz von personenbezogenen Daten nichts ändern. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Auch aus diesem Grund werden wir gegen diese Vorlage des Datenschutzgesetzes stimmen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Kostelka: Den haben wir schon abgestimmt, Herr Präsident!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die hiefür ihre Zustimmung geben, um ... (Abg. Dr. Kostelka: Den haben wir schon abgestimmt, Herr Präsident!) – Nein, da bin ich durch die Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung von Herrn Abgeordneten Dr. Khol unterbrochen worden.
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zunächst zum Rundfunkgebührengesetz: Diese Bestimmung hat die Besonderheit, daß sie nicht etwa von Abgeordneten des Hohen Hauses erarbeitet, nicht etwa von Ministerialbeamten oder vom Staatssekretariat ausgearbeitet wurde, sondern aus der Rechtsabteilung des ORF stammt. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Insgesamt können wir aber dem Rundfunkgebührengesetz sodann in dritter Lesung unsere Zustimmung geben, weil es, wenn man für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk eintritt – wir von den Freiheitlichen sind immer für einen Dualismus in der Rundfunkordnung eingetreten, also für einen öffentlich-rechtlichen Teil und für einen privatrechtlichen Teil –, auch ein legitimes Interesse ist, daß der ORF zu seinen Gebühren kommt. Daher werden wir in dritter Lesung zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Na ja!
Eines ist besonders erfreulich – ich rede hier natürlich pro domo und in eigener Sache –: Ich freue mich ganz besonders, daß es mir und meinen Kollegen von den Freiheitlichen gelungen ist, die Lizenzdauer der Privatradios von sieben auf zehn Jahre zu erhöhen. Daß das gelungen ist, ist nicht allein auf unsere Initiative zurückzuführen – das gestehen wir schon zu –, denn was sollten wir hier als Minderheitspartei, als Oppositionspartei ausrichten (Abg. Scheibner: Na ja!), wenn wir uns nicht das Wohlwollen von SPÖ und ÖVP zu dieser Änderung erworben hätten. Daher möchte ich mich auch hier offiziell bei SPÖ und ÖVP dafür bedanken, daß sie diesem sinnvollen Antrag der Ausdehnung der siebenjährigen Lizenzdauer für Privatradios auf zehn Jahre Rechnung getragen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eines ist besonders erfreulich – ich rede hier natürlich pro domo und in eigener Sache –: Ich freue mich ganz besonders, daß es mir und meinen Kollegen von den Freiheitlichen gelungen ist, die Lizenzdauer der Privatradios von sieben auf zehn Jahre zu erhöhen. Daß das gelungen ist, ist nicht allein auf unsere Initiative zurückzuführen – das gestehen wir schon zu –, denn was sollten wir hier als Minderheitspartei, als Oppositionspartei ausrichten (Abg. Scheibner: Na ja!), wenn wir uns nicht das Wohlwollen von SPÖ und ÖVP zu dieser Änderung erworben hätten. Daher möchte ich mich auch hier offiziell bei SPÖ und ÖVP dafür bedanken, daß sie diesem sinnvollen Antrag der Ausdehnung der siebenjährigen Lizenzdauer für Privatradios auf zehn Jahre Rechnung getragen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zum Gesetzesantrag wegen Klarstellung der 50 Prozent. Wir haben im Ausschuß darüber diskutiert, ob es notwendig ist, das Gesetz zu ändern. – Sie sehen eine Unnotwendigkeit, weil Sie das Gesetz so interpretieren, wie es meinem Antrag entspricht. Ich bin nicht beleidigt, daß Sie gegen diesen Antrag sind, weil Sie ausdrücklich erklärt haben, Sie verstehen diesen Antrag so, daß die Bestimmung der Bewilligungspflicht von über 50 Prozent Änderung der Geschäftsanteile nur Rechtsvorgänge ab dem 1. Jänner 1999 betrifft und daß man mit 1. Jänner 1999 sozusagen bei der Stunde Null begonnen hat und alle vorhergegangenen Änderungen der Gesellschaftsverhältnisse unberührt bleiben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abschließend zum Rundfunkgebührengesetz: Natürlich ist es eine Enttäuschung, daß unserer Ausschußfeststellung nicht Rechnung getragen wurde, worin wir sagen, daß wir vom Nationalrat uns, da der ORF seine Interessen weitgehend durchsetzen konnte, eine Enthaltsamkeit des ORF in der Frage Gebührenerhöhung erwarten. Wir haben diesen Antrag gestellt, diese Ausschußfeststellung beantragt. Dieser Antrag ist abgewiesen worden. Wir werden jedoch als Anwälte des anonymen Gebührenzahlers darauf Wert legen und die Entwicklung genau beobachten, daß die Gebühren in den nächsten drei Jahren nicht erhöht werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich kann meinem Vorredner nicht beipflichten (Zwischenruf bei den Freiheitlichen) in seinen einleitenden Bemerkungen, daß das, wenn jemand – wie hier der ORF oder in anderen Fällen andere Stellen, die ein Gesetz begutachten – uns seine Haltung, seine Meinung in Form eines Gesetzestextes übermittelt, bereits einen Anschlag darstellt. Das ist ein Vorschlag. Der Gesetzgeber ist ja nicht verpflichtet, den Vorschlag irgendeiner Gruppe in Betracht zu ziehen oder ihn gleichermaßen zu behandeln wie eine Regierungsvorlage.
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine, wir sind mit den vorliegenden Anträgen und Gesetzesvorschlägen ein gutes Stück in diesem Bereich weitergekommen. Wir leisten ein Stück Privatisierung, wir haben ein Stück Modernisierung dabei, und wir verlieren die Arbeit nicht, die wir in dieser Gesetzgebungsperiode begonnen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schieder: Das ist ja auch nur ein "Schuhlöffel", damit es behandelt wird!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Schieder, der Entschließungsantrag, den Sie soeben angesprochen haben, ist allerdings ein sehr rudimentärer, denn im ersten Satz wird festgestellt, es liegen noch nicht genügend ... (Abg. Schieder: Das ist ja auch nur ein "Schuhlöffel", damit es behandelt wird!) Das ist es ja! Es hätte gemacht werden sollen. Jetzt nur den "Schuhlöffel" zu nehmen und zu sagen, daß es behandelt wird, und gleichzeitig festzustellen, es liegen noch nicht genügend Fakten vor, dennoch sollte die Bundesregierung gesetzliche Regelungen schaffen, widerspricht sich ja selbst.
Abg. Scheibner: Es gibt einen Unterschied zwischen einem Gebührenzahler und einem Verbrecher!
Ungeachtet dessen, meine Damen und Herren, empfinde ich es als eine echte Chuzpe, daß sich Herr Abgeordneter Krüger als einer jener, der Rasterfahndung und Lauschangriff nicht schnell genug haben und nicht euphorisch genug zustimmen konnte, daß das in Österreich eingeführt wird, hierher stellt und darauf hinweist, wie heftig er doch für die Grund- und Freiheitsrechte gekämpft habe und wie er insbesondere gegen die Verletzungen (Abg. Scheibner: Es gibt einen Unterschied zwischen einem Gebührenzahler und einem Verbrecher!), Herr Abgeordneter Krüger, die der ORF geplant hat mit seinem Entwurf hinsichtlich der Gebührenzahlerinnen und -zahler (Abg. Dr. Krüger: Die nigerianischen Drogendealer sind etwas anderes als die Gebührenzahler des ORF!), die er überwachen wollte – womit Sie ja recht haben –, eingeschritten ist.
Abg. Dr. Krüger: Die nigerianischen Drogendealer sind etwas anderes als die Gebührenzahler des ORF!
Ungeachtet dessen, meine Damen und Herren, empfinde ich es als eine echte Chuzpe, daß sich Herr Abgeordneter Krüger als einer jener, der Rasterfahndung und Lauschangriff nicht schnell genug haben und nicht euphorisch genug zustimmen konnte, daß das in Österreich eingeführt wird, hierher stellt und darauf hinweist, wie heftig er doch für die Grund- und Freiheitsrechte gekämpft habe und wie er insbesondere gegen die Verletzungen (Abg. Scheibner: Es gibt einen Unterschied zwischen einem Gebührenzahler und einem Verbrecher!), Herr Abgeordneter Krüger, die der ORF geplant hat mit seinem Entwurf hinsichtlich der Gebührenzahlerinnen und -zahler (Abg. Dr. Krüger: Die nigerianischen Drogendealer sind etwas anderes als die Gebührenzahler des ORF!), die er überwachen wollte – womit Sie ja recht haben –, eingeschritten ist.
Abg. Böhacker: Oberlehrer!
Nur, Herr Abgeordneter Krüger: Sie haben sich in dieser Sache allenfalls einmal hinten angehängt, als Sie draufgekommen sind, daß es vielleicht eine größere Gruppe von Personen gibt, die da in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Die Grund- und Freiheitsrechte waren nicht Ihr Anliegen, in überhaupt keiner Art und Weise, denn aufgebracht worden ist das von den Medien, nachdem es von Herrn Weis bei den Salzburger Medientagen (Abg. Böhacker: Oberlehrer!), Herr Abgeordneter Böhacker, so salopp gesagt wurde. Wir haben, weil wir sehr wohl, und zwar immer schon, in Sachen ORF und Monopol des ORF kritisch waren, daraufhin selbstverständlich eine politische Diskussion entfacht.
Abg. Dr. Krüger: Ich glaube, du brauchst 20 Jahre, bis du deinen FPÖ-Komplex ablegst!
Daß Sie natürlich auf den Zug mit aufgestiegen sind, freut uns ja, denn wir müssen diese Fragen viel konsequenter behandeln. (Abg. Dr. Krüger: Ich glaube, du brauchst 20 Jahre, bis du deinen FPÖ-Komplex ablegst!) Aber daß sich jetzt die Befürworter von Rasterfahndung und Lauschangriff, nämlich Sie, Herr Abgeordneter Krüger, hier herausstellen und so tun, als wären sie die Hüter der Grund- und Menschenrechte in unserem Lande, das schlägt – das sage ich Ihnen – dem Faß den Boden aus. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daß Sie natürlich auf den Zug mit aufgestiegen sind, freut uns ja, denn wir müssen diese Fragen viel konsequenter behandeln. (Abg. Dr. Krüger: Ich glaube, du brauchst 20 Jahre, bis du deinen FPÖ-Komplex ablegst!) Aber daß sich jetzt die Befürworter von Rasterfahndung und Lauschangriff, nämlich Sie, Herr Abgeordneter Krüger, hier herausstellen und so tun, als wären sie die Hüter der Grund- und Menschenrechte in unserem Lande, das schlägt – das sage ich Ihnen – dem Faß den Boden aus. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daß man den Bereich der Mittelwellensender geöffnet hat, ist gut, das stimmt. Für problematisch halten wir nach wie vor die Regelung, daß es 26 Prozent Beteiligung anderer Medienunternehmen geben kann, denn mit der Öffnung, die Sie jetzt machen werden, werden Sie nicht einer größeren Meinungsfreiheit Tür und Tor öffnen, sondern es werden jene Meinungscluster, die schon existieren, auch im Mittelwellenbereich verstärkt. Das halten wir für den falschen Weg, und wir werden daher aus diesem Grund auch dieser Regierungsvorlage nicht unsere Zustimmung geben. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Morak: Wieviel Zeit habe ich?
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Weiters zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Morak. (Abg. Morak: Wieviel Zeit habe ich?) 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Beifall bei der ÖVP.
Hinzuweisen wäre dann noch auf den Kunstförderungsbeitrag. Vor allem wäre dem Herrn Staatssekretär zu sagen, er sollte sich einmal überlegen, ob man diesen Kunstförderungsbeitrag, wenn es ihn schon gibt, nicht dorthin bringen sollte, wohin er gehört, nämlich zu den Künstlern. Man könnte möglicherweise die Künstler-Sozialversicherung darauf aufbauen. Es ist schon klar, daß Geld, das man aus der Produktion nimmt und in die Pensionen steckt, dann hinterher immer bei der Produktion fehlt. Aber wenn man sich schon so aus dem Fenster hängt für eine Künstler-Sozialversicherung – und ich finde das durchaus in Ordnung –, dann muß einem klar sein, daß das in der Produktion fehlt, auf der anderen Seite gibt es jedoch eine soziale Absicherung. – Ich danke Ihnen schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schieder: Es wurde im Ausschuß besprochen! Das ist im Ausschuß besprochen worden!
Jetzt zum zweiten Antrag: Herr Kollege Krüger und auch Peter Schieder haben schon vom Regionalradiogesetz gesprochen. Gegen die Änderungen, die hier heute vorgenommen werden, gibt es nichts einzuwenden, absolut nichts. Wohl einzuwenden habe ich etwas gegen die zwischen Tür und Angel vorgenommene Änderung betreffend die Ausweitung der Lizenzdauer. (Abg. Schieder: Es wurde im Ausschuß besprochen! Das ist im Ausschuß besprochen worden!) – Ich war auch im Ausschuß, aber daß es heute beschlossen werden soll, so habe ich es nicht verstanden. (Abg. Koppler: Man kann doch nicht so ins Detail gehen!)
Abg. Koppler: Man kann doch nicht so ins Detail gehen!
Jetzt zum zweiten Antrag: Herr Kollege Krüger und auch Peter Schieder haben schon vom Regionalradiogesetz gesprochen. Gegen die Änderungen, die hier heute vorgenommen werden, gibt es nichts einzuwenden, absolut nichts. Wohl einzuwenden habe ich etwas gegen die zwischen Tür und Angel vorgenommene Änderung betreffend die Ausweitung der Lizenzdauer. (Abg. Schieder: Es wurde im Ausschuß besprochen! Das ist im Ausschuß besprochen worden!) – Ich war auch im Ausschuß, aber daß es heute beschlossen werden soll, so habe ich es nicht verstanden. (Abg. Koppler: Man kann doch nicht so ins Detail gehen!)
Abg. Dr. Krüger: Ich habe das schon erläutert!
Meine Damen und Herren! Gerade Herr Kollege Schieder, aber auch Dr. Krüger haben nicht erläutert, welchen Zweck das eigentlich haben soll. (Abg. Dr. Krüger: Ich habe das schon erläutert!) Ein guter Radioveranstalter braucht doch keine Angst um seine Lizenz zu haben. Aber ich – jetzt spreche ich als Konsumentin und Hörerin – habe überhaupt kein Einsehen dafür, daß ein Radio, das sich "Regionalradio" nennt, den ganzen Tag nichts anderes tut, als CDs abzuspielen, seine Lizenz auf drei Jahre verlängert bekommt. Ich rede jetzt als Hörerin. Man möge mir einmal erklären, welchen Hintergrund das hat.
Beifall bei den Grünen.
Ich sehe diese Beschränkung auf sieben Jahre in gewisser Hinsicht als Kontrollfunktion, und zwar nicht inhaltlicher Natur, sondern in der Richtung, ob tatsächlich die Grundlagen, für die man eine Lizenz bekommen hat, erfüllt wurden. Es hat, meine sehr geehrten Damen und Herren, vielfach den Anschein, daß das, was man in diesen Antrag geschrieben hat und was die Grundlage für die Lizenzerteilung war, mit dem, was ein Regionalradio derzeit vielfach bietet, nichts mehr zu tun hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Kukacka: Das stimmt nicht! Nach der Definition des freien Radios ist "Radio Stephansdom" kein freies Radio! "Radio Stephansdom" ist kein freies Radio! Keine Ahnung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP! Kennen Sie "Radio Stephansdom"? – "Radio Stephansdom" ist ein nach meinem Dafürhalten klassisches freies, nichtkommerzielles gutes Radio, wie Herr Dr. Krüger sagt. Was haben Sie dagegen, daß Sender wie "Radio Stephansdom" gesetzlich verankert werden? (Abg. Mag. Kukacka: Das stimmt nicht! Nach der Definition des freien Radios ist "Radio Stephansdom" kein freies Radio! "Radio Stephansdom" ist kein freies Radio! Keine Ahnung!)
Beifall bei den Grünen.
Deshalb halte ich das in rundfunkrechtlicher Hinsicht für einen ziemlich unwürdigen Abschluß dieser Gesetzgebungsperiode, und ich muß sagen, ich bin ziemlich enttäuscht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Schieder: Das ist keine Frage des Mutes, sondern das ist eine Frage des Wollens!
Insgesamt verweise ich auf den sehr beachtlichen Antrag der Liberalen betreffend eine Medienanstalt. Auch dieses Thema sollte nicht unter den Tisch fallen, auch wenn ich glaube, daß Sie nicht den Mut haben werden, diesen Antrag so, wie er hier vorliegt, umzusetzen. Aber ich bitte Sie zumindest ... (Abg. Schieder: Das ist keine Frage des Mutes, sondern das ist eine Frage des Wollens!) – Sie haben den guten Willen, haben Sie gesagt, daher setze ich voraus, daß Sie gute Dinge machen werden. Ich schlage nur vor, ich kann Sie dazu nicht zwingen.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
In diesem Sinne ist auch in diesem Bereich für die derzeitige Bundesregierung, aber auch für die kommende leider noch sehr viel Arbeit übriggeblieben. Ich kann nur sagen: Glück auf und etwas mehr Mut! – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Grundsätzlich zu begrüßen ist natürlich auch die Entscheidung, das Regionalradiogesetz dahin gehend zu ändern, daß auch die Mittelwelle davon umfaßt ist. Ich glaube, im großen und ganzen ist das ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung mit richtigen Zeichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Außerdem ist meiner Meinung nach das größte Manko in der österreichischen Behindertenpolitik, daß es kein Antidiskriminierungsgesetz gibt. Dieses Fehlen eines Antidiskriminierungsgesetzes ist eigentlich auch der Grund dafür, daß wir jetzt die Gesetzgebung durchsuchen mußten, welche behindertendiskriminierenden Bestimmungen es gibt, denn hätten wir ein Antidiskriminierungsgesetz, dann wären all diese Mängel in unserer Rechtsordnung schon lange aufgedeckt worden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben jetzt diesen Bericht der Bundesregierung vorliegen. Ich tue das sehr selten, daß ich meine Achtung, Hochachtung oder meinen Dank den Beamten gegenüber ausspreche, weil sie schließlich und endlich für das Parlament zu arbeiten haben, aber ich glaube, daß die Beamten der Ministerien und insbesondere der Sektionschef, der die Leitung dieser Kommission übernommen hat, in dieser Sache wirklich sehr viel getan haben, um diesen Bericht einigermaßen zeitgerecht fertigzubekommen und auch die Ministerien dazu zu bringen, ihre Arbeit ordentlich zu tun. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haidlmayr: Weiz ist das! Weiz in der Steiermark!
Das gibt es jetzt nicht: Die Bauordnungen sind nach wie vor so gestaltet, daß sie behindertenfeindlich sind. Es ist nach wie vor gang und gäbe, Gebäude zu errichten, die von Behinderten nicht betreten werden können, und zwar sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene. Die Bundespolizeidirektion Wels läßt ein neues Wachzimmer bauen, in dessen Eingangsbereich es Stufen gibt. (Abg. Haidlmayr: Weiz ist das! Weiz in der Steiermark!) Das dürfte es doch eigentlich überhaupt nicht geben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das gibt es jetzt nicht: Die Bauordnungen sind nach wie vor so gestaltet, daß sie behindertenfeindlich sind. Es ist nach wie vor gang und gäbe, Gebäude zu errichten, die von Behinderten nicht betreten werden können, und zwar sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene. Die Bundespolizeidirektion Wels läßt ein neues Wachzimmer bauen, in dessen Eingangsbereich es Stufen gibt. (Abg. Haidlmayr: Weiz ist das! Weiz in der Steiermark!) Das dürfte es doch eigentlich überhaupt nicht geben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie alle haben es in Ihrer Hand, diese behindertenfeindlichen Bestimmungen in Österreich abzuschaffen. Ist es Ihnen schon einmal passiert, daß Sie von zu Hause weggegangen sind, ins Kino gehen wollten, eine Kinokarte gehabt und gewußt haben, welchen Film Sie sich anschauen wollen, aber Angst haben mußten, ob Sie überhaupt ins Kino dürfen? – Wahrscheinlich nicht. Wenn Ihnen das einmal passieren würde, dann wäre es Ihnen selbst ein dringendes Anliegen, etwas zu tun, damit so etwas nicht mehr geschehen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Mein Schlußsatz: Es ist dringend notwendig, daß erstens die Länder ihre Rechtsordnungen durchforsten und daß es zweitens endlich ein Antidiskriminierungsgesetz in Österreich gibt, damit Behinderte an allen Aktivitäten teilnehmen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Günter Kiermaier (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich muß meine Vorrednerin tatsächlich berichtigen: Es gibt sehr wohl behinderte Richter. Im Bezirksgericht Amstetten wurde sogar ein eigener Lift eingebaut, und der verstorbene Bezirksrichter Dr. Karl Aigner hat dort jahrelang seinen Dienst versehen. Er ist sogar von der Gendarmerie zu Außenverhandlungen auf die Autobahn geführt worden und ähnliches. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Da ist sie! Sie ist da!
Kollegin Partik-Pablé! – Jetzt ist sie nicht mehr im Saal, aber ich denke ... (Rufe bei den Freiheitlichen: Da ist sie! Sie ist da!) – Es tut mir leid, aber ich habe sie nicht gesehen.
Beifall bei der SPÖ.
Frau Kollegin Partik-Pablé! Es gibt natürlich eine Liste von Maßnahmen und Kritikpunkten, die man fortsetzen könnte, aber ich denke, man sollte auch in den eigenen Reihen schauen und überlegen, welche Inserate man schaltet. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich mich noch bei den beiden Dolmetscherinnen hier bedanken. Ich weiß, daß ich zum Schnellreden neige, und das zu übersetzen, ist natürlich eine besondere Herausforderung. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
In diesem Sinne begrüßen wir im übrigen die unter diesen Tagesordnungspunkten gemeinsam abgehandelten Initiativen, wir werden jedoch selbstverständlich in jenem Fall, in dem unser eigener Gesetzentwurf vom Ausschuß nicht beschlossen wurde, dagegen stimmen, aber durchaus im Geiste der Wortmeldungen diese Debatte im Herbst wiederaufnehmen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist ein sichtbares Zeichen – und ich halte das für einen wichtigen Schritt –, einmal die diskriminierenden Bestimmungen zu identifizieren. Letztendlich müssen dem aber weitere Schritte folgen, um auch die entsprechenden Maßnahmen zur Abhilfe zu setzen. Ich glaube, sagen zu können, daß einer jener Initiativanträge der Abgeordneten Kostelka, Khol und Genossen, die heute hier zur Abstimmung stehen, diesbezüglich ein Schritt in die richtige Richtung ist, da damit ein massiver Abbau von Diskriminierungen in den Verfahrensrechtsordnungen erfolgt. Ich halte das für einen wichtigen ersten Schritt, der aber nicht der letzte sein kann. Dieser Bericht kann nur die Grundlage für weitere Schritte in der Zukunft sein. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
In diesem Sinne möchte ich meinem Kollegen Abgeordneten und Bürgermeister Kröll aus Schladming sehr, sehr herzlich danken, der nicht nur die Special Olympicsxxxo.k. nach Österreich geholt hat, sondern auch in einem beeindruckenden Bericht mitteilen konnte, daß die österreichischen Athleten bei den Special Olympics vom 26. Juni bis 4. Juli 1999 13 Goldmedaillen, 10 Silbermedaillen und 18 Bronzemedaillen mit nach Hause gebracht haben. Herzlichen Glückwunsch all diesen Athleten! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schieder.
Vor allem wird die Berichterstattung darüber in den österreichischen Medien ganz deutlich zeigen, wozu behinderte Menschen tatsächlich fähig sind. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schieder.)
Abg. Dr. Feurstein: Gratuliere!
Abgeordneter Mag. Herbert Haupt (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Ich möchte dort fortsetzen, wo meine Vorrednerin geendet hat, denn ein Großteil jener Medaillen, die von den Special Olympics nach Hause gebracht wurden, sind von Teilnehmern unseres Behindertenvereines aus Kärnten errungen worden, die mit drei Goldmedaillen, vier Silbermedaillen und einer erheblichen Anzahl von Bronzemedaillen wirklich hervorragend abgeschnitten haben. (Abg. Dr. Feurstein: Gratuliere!) Als zuständiger Sport- und Schulreferent der Stadt Spittal an der Drau glaube ich, von dieser Stelle aus nicht nur den Athleten ein Dankeschön sagen zu dürfen, sondern auch all jenen, die sich neben dem bereits zitierten Abgeordneten Kröll im Rahmen der Exekutive – im besonderen der Exekutive selber – für die Mittelaufbringung für die Special Olympics eingesetzt haben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich meine, wir haben damit einen Startpunkt gesetzt, am Ende werden wir mit der Gleichstellung der Behinderten aber nicht so bald sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und ÖVP.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zunächst möchte ich Herrn Präsidenten Fischer recht herzlich danke sagen dafür, daß er meiner Bitte nachgekommen ist, daß diese heutige Debatte von GebärdensprachdolmetscherInnen begleitet wird und daß es doch ab und zu möglich gemacht wird, daß alle Menschen die Chance haben, der Diskussion hier in diesem Hause zu folgen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und ÖVP.)
Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Die vorliegenden Anträge der Koalitionsparteien stellen einen Fortschritt dar, das ist keine Frage. Man muß jedoch dazusagen, daß Sie sich in bezug auf Änderungen diskriminierender Bestimmungen nur so weit erweichen ließen, solange es nichts kostet. Frau Silhavy hat das ja sehr deutlich gesagt: Gleichstellung ja, aber vieles geht einfach nicht, weil es nichts kosten soll! – Diese Haltung, meine Damen und Herren, ist unakzeptabel! Behindertengleichstellung darf sehr wohl etwas kosten, denn es geht dabei bitte um eine Bevölkerungsgruppe, die ein Anrecht darauf hat, gleichgestellt zu werden. (Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Partik-Pablé.) Die Diskussion, ob Behinderte billig oder teuer sind, will ich hier in diesem Hause nicht geführt haben, sie wurde schon einmal auf Kosten behinderter Menschen geführt! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und ÖVP.
Die vorliegenden Anträge der Koalitionsparteien stellen einen Fortschritt dar, das ist keine Frage. Man muß jedoch dazusagen, daß Sie sich in bezug auf Änderungen diskriminierender Bestimmungen nur so weit erweichen ließen, solange es nichts kostet. Frau Silhavy hat das ja sehr deutlich gesagt: Gleichstellung ja, aber vieles geht einfach nicht, weil es nichts kosten soll! – Diese Haltung, meine Damen und Herren, ist unakzeptabel! Behindertengleichstellung darf sehr wohl etwas kosten, denn es geht dabei bitte um eine Bevölkerungsgruppe, die ein Anrecht darauf hat, gleichgestellt zu werden. (Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Partik-Pablé.) Die Diskussion, ob Behinderte billig oder teuer sind, will ich hier in diesem Hause nicht geführt haben, sie wurde schon einmal auf Kosten behinderter Menschen geführt! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte jetzt noch – zum Schluß kommend – auf die Situation gehörloser Menschen in Österreich eingehen. Österreich kann es sich meiner Meinung nach schön langsam nicht mehr leisten, daß die Gebärdensprache nicht als Sprache anerkannt wird. Solange das Parlament nicht dazu bereit ist, die Gebärdensprache als Sprache anzuerkennen, solange werden auch die Medien nicht dazu bereit sein, die Gebärdensprache einzuführen. Das Parlament hat diesen Schritt zu setzen, das Parlament hat dafür zu sorgen, daß die Diskriminierung gehörloser Menschen endlich aufhört! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Meine Damen und Herren! Ich verspreche Ihnen: Solange ich Politik mache, solange ich Mitglied des Hohen Hauses bin, werden Sie keine Ruhe vor mir haben, bis es endlich ein umfassendes Behindertengleichstellungsgesetz gibt – egal, ob die Länder wollen oder nicht! Wir behinderten Menschen brauchen ein solches Gesetz! Und Sie haben dafür zu sorgen, daß es auch umgesetzt wird! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Abg. Dr. Partik-Pablé – mit Blick auf die leere Regierungsbank –: Den interessiert das gar nicht!
Auch Herrn Staatssekretär Wittmann möchte ich noch gerne etwas fragen. (Abg. Dr. Partik-Pablé – mit Blick auf die leere Regierungsbank –: Den interessiert das gar nicht!) Ich möchte ihn fragen, wie er es denn damit hält beziehungsweise was er dazu zu sagen hat, daß speziell Kulturstätten nicht behindertengerecht sind. Dazu möchte ich nur ein einziges Beispiel anführen und daran erinnern, daß die Staatsoper, in der Tausende von Menschen Platz finden, nur zwei Behindertensitzplätze hat! Wer einen dieser Plätze reservieren will, muß sich ein Jahr vorher darum bemühen.
Beifall bei den Grünen.
Diese Diskriminierungen im öffentlichen Bereich, für den der Bund zuständig ist, könnten, wenn die Bundesregierung es wollte, schon ab morgen der Vergangenheit angehören. Sie müßten nur meinen Antrag unterstützen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe, in denen darauf aufmerksam gemacht wird, daß Abg. Haidlmayr noch nicht auf ihren Platz zurückgekehrt ist.
So Sie den Bericht zur Kenntnis nehmen wollen, bitte ich um ein entsprechendes Zeichen. (Zwischenrufe, in denen darauf aufmerksam gemacht wird, daß Abg. Haidlmayr noch nicht auf ihren Platz zurückgekehrt ist.) – Entschuldigung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Wohin ist denn der Herr Staatssekretär verschwunden?) – Ich bin für die An- oder Abwesenheit des Herrn Staatssekretärs nicht verantwortlich, Frau Abgeordnete. (Abg. Grabner – in Richtung Abg. Dr. Partik-Pablé –: Sie waren nicht da die ganze Zeit! Oberlehrer! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden doch Unsinn, lassen Sie sich doch einmal den Film kommen! Wo ist der Herr Staatssekretär?! Der Bundeskanzler war nicht da, und der Staatssekretär, der ihn vertreten sollte, auch nicht! Er war nicht einmal bei der Debatte am Schluß dabei! Man sieht, wie die Sozialdemokratische Partei die Behindertenangelegenheiten wertschätzt! – Weitere Zwischenrufe bei allen Fraktionen, Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen. – Staatssekretär Dr. Wittmann kehrt in den Sitzungssaal zurück und nimmt wieder auf der Regierungsbank Platz. – Abg. Tichy-Schreder: Herr Präsident! Es geht schon! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Wohin ist denn der Herr Staatssekretär verschwunden?
So Sie den Bericht zur Kenntnis nehmen wollen, bitte ich um ein entsprechendes Zeichen. (Zwischenrufe, in denen darauf aufmerksam gemacht wird, daß Abg. Haidlmayr noch nicht auf ihren Platz zurückgekehrt ist.) – Entschuldigung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Wohin ist denn der Herr Staatssekretär verschwunden?) – Ich bin für die An- oder Abwesenheit des Herrn Staatssekretärs nicht verantwortlich, Frau Abgeordnete. (Abg. Grabner – in Richtung Abg. Dr. Partik-Pablé –: Sie waren nicht da die ganze Zeit! Oberlehrer! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden doch Unsinn, lassen Sie sich doch einmal den Film kommen! Wo ist der Herr Staatssekretär?! Der Bundeskanzler war nicht da, und der Staatssekretär, der ihn vertreten sollte, auch nicht! Er war nicht einmal bei der Debatte am Schluß dabei! Man sieht, wie die Sozialdemokratische Partei die Behindertenangelegenheiten wertschätzt! – Weitere Zwischenrufe bei allen Fraktionen, Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen. – Staatssekretär Dr. Wittmann kehrt in den Sitzungssaal zurück und nimmt wieder auf der Regierungsbank Platz. – Abg. Tichy-Schreder: Herr Präsident! Es geht schon! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Grabner – in Richtung Abg. Dr. Partik-Pablé –: Sie waren nicht da die ganze Zeit! Oberlehrer! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden doch Unsinn, lassen Sie sich doch einmal den Film kommen! Wo ist der Herr Staatssekretär?! Der Bundeskanzler war nicht da, und der Staatssekretär, der ihn vertreten sollte, auch nicht! Er war nicht einmal bei der Debatte am Schluß dabei! Man sieht, wie die Sozialdemokratische Partei die Behindertenangelegenheiten wertschätzt! – Weitere Zwischenrufe bei allen Fraktionen, Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen. – Staatssekretär Dr. Wittmann kehrt in den Sitzungssaal zurück und nimmt wieder auf der Regierungsbank Platz. – Abg. Tichy-Schreder: Herr Präsident! Es geht schon! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.
So Sie den Bericht zur Kenntnis nehmen wollen, bitte ich um ein entsprechendes Zeichen. (Zwischenrufe, in denen darauf aufmerksam gemacht wird, daß Abg. Haidlmayr noch nicht auf ihren Platz zurückgekehrt ist.) – Entschuldigung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Wohin ist denn der Herr Staatssekretär verschwunden?) – Ich bin für die An- oder Abwesenheit des Herrn Staatssekretärs nicht verantwortlich, Frau Abgeordnete. (Abg. Grabner – in Richtung Abg. Dr. Partik-Pablé –: Sie waren nicht da die ganze Zeit! Oberlehrer! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden doch Unsinn, lassen Sie sich doch einmal den Film kommen! Wo ist der Herr Staatssekretär?! Der Bundeskanzler war nicht da, und der Staatssekretär, der ihn vertreten sollte, auch nicht! Er war nicht einmal bei der Debatte am Schluß dabei! Man sieht, wie die Sozialdemokratische Partei die Behindertenangelegenheiten wertschätzt! – Weitere Zwischenrufe bei allen Fraktionen, Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen. – Staatssekretär Dr. Wittmann kehrt in den Sitzungssaal zurück und nimmt wieder auf der Regierungsbank Platz. – Abg. Tichy-Schreder: Herr Präsident! Es geht schon! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Er traut sich nicht!
Ich möchte schon betonen, daß wir nicht damit einverstanden sind, daß hier nur der Herr Staatssekretär in Stellvertretung des Bundeskanzlers diese Debatte führt! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Er traut sich nicht!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Staatssekretär! Immer dann, wenn es um heikle Angelegenheiten des Bundeskanzlers geht, werden Sie vorgeschickt. Wir können uns schon vorstellen, daß das auch für Sie nicht lustig ist. Aber in dieser Causa, die wir heute behandeln, geht es nicht nur darum, daß sie nicht lustig ist, sondern es geht auch darum, daß der Herr Bundeskanzler persönlich und politisch über sein Kabinett in die Causa "Euroteam" involviert ist. Herr Staatssekretär! Das ist eine Frage, die wir nicht mit Ihnen klären können und auch nicht klären wollen, weil dabei der Herr Bundeskanzler und seine persönliche Verantwortung angesprochen sind. Das ist nicht die Angelegenheit des Staatssekretärs! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Koppler: "Angeblich"! Du hast gesagt "angeblich"!
Angeblich funktioniert das Firmenkonglomerat "Euroteam" so, daß die öffentlichen Aufträge und Förderungen, die "Euroteam" erhält, völlig uneigennützig von "Euroteam" betrieben werden. (Abg. Koppler: "Angeblich"! Du hast gesagt "angeblich"!) Da wird nur Geld hineingesteckt, das aus den privaten Erträgen des Firmenkonglomerats von "Euroteam" kommt.
Abg. Edler: Das ist alles durcheinander! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Herr Staatssekretär! Damit bin ich bei dem Punkt, an dem die Verantwortung des Bundeskanzlers beginnt. Das alles ist im Bereich des Bundeskanzlers – und wenn schon nicht mit seinem vollen Wissen, so doch unter seiner politischen Verantwortung – geschehen. Denn auch die Mitglieder des Kabinetts Klima haben davon gewußt, weil sie selbst an diesem Firmenkonglomerat beteiligt sind. Auch Herr Gerstbauer war bis 1997 an einer dieser Subfirmen beteiligt, Frau Bundesministerin, nämlich als Aufsichtsrat in der "Fachhochschulstudien-Betriebsgesellschaft". (Abg. Edler: Das ist alles durcheinander! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Auch die Mitglieder des Kabinetts Klima mußten davon wissen.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edler
Meine Damen und Herren! Es geht in diesem Zusammenhang um die politische Verantwortung des Bundeskanzlers. Aber er entzieht sich dieser Debatte und ist nicht bereit (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edler), auf die Fragen einzugehen, die wir ihm im Zusammenhang mit "Euroteam" gestellt haben (Abg. Parnigoni: Das geht ihn nichts an! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ), die dringlichen Fragen, die deshalb dringlich sind, weil damit die Verantwortung eines Bundeskanzlers angesprochen wird, der versucht hat, sich mit einer Lehrlingsoffensive und auch mit "Euroteam" zu rühmen. (Widerspruch bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Das geht ihn nichts an! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ
Meine Damen und Herren! Es geht in diesem Zusammenhang um die politische Verantwortung des Bundeskanzlers. Aber er entzieht sich dieser Debatte und ist nicht bereit (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edler), auf die Fragen einzugehen, die wir ihm im Zusammenhang mit "Euroteam" gestellt haben (Abg. Parnigoni: Das geht ihn nichts an! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ), die dringlichen Fragen, die deshalb dringlich sind, weil damit die Verantwortung eines Bundeskanzlers angesprochen wird, der versucht hat, sich mit einer Lehrlingsoffensive und auch mit "Euroteam" zu rühmen. (Widerspruch bei der SPÖ.)
Widerspruch bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es geht in diesem Zusammenhang um die politische Verantwortung des Bundeskanzlers. Aber er entzieht sich dieser Debatte und ist nicht bereit (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edler), auf die Fragen einzugehen, die wir ihm im Zusammenhang mit "Euroteam" gestellt haben (Abg. Parnigoni: Das geht ihn nichts an! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ), die dringlichen Fragen, die deshalb dringlich sind, weil damit die Verantwortung eines Bundeskanzlers angesprochen wird, der versucht hat, sich mit einer Lehrlingsoffensive und auch mit "Euroteam" zu rühmen. (Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Diese Verantwortung löst der Bundeskanzler nicht ein, meine Damen und Herren! Deshalb ist es inakzeptabel, daß der Bundeskanzler an dieser Debatte nicht teilnimmt! (Beifall bei den Grünen.)
"Wo?"-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Schirmherr für Gaunerei? – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Hohes Haus! Der Herr Bundeskanzler ist für die heutige Sitzung nicht entschuldigt beziehungsweise nicht als verhindert gemeldet. Ich denke, die Ausführungen von Karl Öllinger haben sehr deutlich gezeigt, daß es hier um eine sehr persönliche Involvierung des Bundeskanzlers in bezug auf die Mitglieder seines Kabinetts ("Wo?"-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Schirmherr für Gaunerei? – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) beziehungsweise auch Familienangehörige geht.
Abg. Gaugg: Aber da ist er persönlich involviert!
Ich gebe Ihnen ein Zweites zu bedenken: Es hat in diesem Jahr schon ein oder zwei Fälle von seiten anderer Oppositionsfraktionen gegeben, in denen der Bundeskanzler vom Herrn Staatssekretär vertreten wurde. Sie werden verstehen, daß ich mir nicht den Vorwurf machen lassen kann: Bei einer Fraktion wird die Vertretung durch den Herrn Staatssekretär akzeptiert, bei der anderen nicht. (Abg. Gaugg: Aber da ist er persönlich involviert!) Inhaltliche Entscheidungen vorzunehmen, ist nicht meine Sache. (Abg. Gaugg: Wie tief steckt er da drinnen? Mit diesem Jan Klima? – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Gaugg: Wie tief steckt er da drinnen? Mit diesem Jan Klima? – Weitere Zwischenrufe.
Ich gebe Ihnen ein Zweites zu bedenken: Es hat in diesem Jahr schon ein oder zwei Fälle von seiten anderer Oppositionsfraktionen gegeben, in denen der Bundeskanzler vom Herrn Staatssekretär vertreten wurde. Sie werden verstehen, daß ich mir nicht den Vorwurf machen lassen kann: Bei einer Fraktion wird die Vertretung durch den Herrn Staatssekretär akzeptiert, bei der anderen nicht. (Abg. Gaugg: Aber da ist er persönlich involviert!) Inhaltliche Entscheidungen vorzunehmen, ist nicht meine Sache. (Abg. Gaugg: Wie tief steckt er da drinnen? Mit diesem Jan Klima? – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Nowotny: Das ist so!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Sie haben es schon angesprochen: Auch meine Fraktion war öfters damit konfrontiert, daß sich der Herr Bundeskanzler bei Initiativen unsererseits im Sinne unserer Kontrollrechte durch den Herrn Staatssekretär hat vertreten lassen. Das mag geschäftsordnungsmäßig und auch im Sinne der Bundesverfassung zulässig sein, sollte aber die Ausnahme darstellen. (Abg. Dr. Nowotny: Das ist so!)
Abg. Parnigoni: Das ist eine Unterstellung!
Heute haben wir eine Materie vorliegen, in welcher der Bundeskanzler persönlich angesprochen und persönlich betroffen ist. (Abg. Parnigoni: Das ist eine Unterstellung!) Das gilt es ja aufzuklären, Herr Kollege Parnigoni! Er hat es auch bei keiner einzigen Sitzung des Unterausschusses des Rechnungshofausschusses – obwohl er es angekündigt hatte – für der Mühe wert befunden, anwesend zu sein.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich würde es weiters für gerechtfertigt halten, daß wir die Sitzung unterbrechen, um die weitere Vorgangsweise in einer Stehpräsidiale zu beraten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Die ÖVP! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Sozialisten!
Ich bitte, daß jene Damen und Herren, die mit diesem Antrag einverstanden sind, ein Zeichen der Zustimmung geben. – Das ist die Minderheit. Daher ist der Antrag abgelehnt. (Rufe bei den Freiheitlichen: Die ÖVP! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Sozialisten!)
Beifall bei der SPÖ.
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Peter Wittmann: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Bundesregierung bekennt sich dazu, daß alles dafür getan werden muß, daß 15jährige Schulabgänger nicht auf der Straße stehen. Sie sollen eine faire Chance für ein erfolgreiches Berufsleben erhalten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gaugg: Sie haben nichts getan, daß die nicht auf der Straße stehen! "Euroteam" hat nur Geld verbraucht!
Wäre die Lehrlingsoffensive nicht durchgeführt worden, wären viele Tausende Schulabgänger auf der Straße gestanden, wie das sowohl 1997 als auch 1998 prognostiziert worden war. (Abg. Gaugg: Sie haben nichts getan, daß die nicht auf der Straße stehen! "Euroteam" hat nur Geld verbraucht!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Lehrlingsoffensive wird weitergeführt werden, und sie wird erfolgreich weitergeführt werden. Wir werden es auch in diesem Jahr schaffen, allen Jugendlichen eine Chance auf einen Ausbildungsplatz einzuräumen. (Beifall bei der SPÖ.) Wir werden die Reformen weiterführen, um auch langfristig gesehen den Bestand der dualen Lehrlingsausbildung zu sichern.
Abg. Fischl: Das ist ja wirklich stark!
In Anbetracht der vielen jungen Menschen, die im Jahre 1997 von der Schule abgegangen sind und keine Lehrstelle gefunden haben, hat der Herr Bundeskanzler in seiner Funktion als Parteivorsitzender der SPÖ im Fernsehen am 31. August 1997 zu einer gemeinsamen solidarischen Kraftanstrengung zur Sicherung der Zukunft der Jugend aufgerufen. Er hat alle Firmen und Gewerbebetriebe, die bereit sind, Lehrlinge aufzunehmen, gebeten, sich an das Aktionsbüro der SPÖ zu wenden. Dabei wurde die Nummer des Aktionsbüros 0660/311 960, die zum Ortstarif erreicht werden kann, bekanntgegeben. (Abg. Fischl: Das ist ja wirklich stark!)
Abg. Gaugg: Diese Argumentation ist ja wohl abenteuerlich!
Einleitend möchte ich zu dieser Frage festhalten, daß im Zuge der Lehrlingsoffensive niemals Firmen beworben wurden. Wahr ist vielmehr, daß sich Firmen, die Lehrlinge eingestellt haben, bereit erklärten, für die Lehrlingsoffensive der Bundesregierung zu werben. (Abg. Gaugg: Diese Argumentation ist ja wohl abenteuerlich!) Weiters möchte ich darauf hinweisen, daß im Rahmen der Inserateneinschaltungen nicht nur die in der Dringlichen Anfrage angeführten Firmen und Unternehmen, sondern insgesamt 67 Firmen ausdrücklich erwähnt werden, wovon bei 32 Firmen angeführt wurde, wie viele Lehrlinge sie eingestellt haben.
Abg. Gaugg: Nicht genügend! – Beifall bei der SPÖ.
Wir werden auch 1999 unsere Anstrengungen fortsetzen, allen auf den Arbeitsmarkt kommenden Lehrlingen einen Ausbildungsplatz zu ermöglichen und dieses Problem im Griff zu behalten. (Abg. Gaugg: Nicht genügend! – Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie des Abg. Jung.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Staatssekretär! Sie brauchen wirklich eine Erschwerniszulage. Sie haben hier eine juristisch spitzfindige, politisch nichtssagende Erklärung abgegeben. Daß es dem Herrn Bundeskanzler zuwider ist, eine derartige Erklärung selbst abzugeben, verstehe ich, nämlich daß er sich nicht traut, hierherzukommen, um mit eben diesen Worten eine nichtssagende Erklärung abzugeben. (Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie des Abg. Jung.)
Abg. Gaugg: Nicht einmal gescheit!
Herr Staatssekretär! Das sei alles nicht bekannt gewesen, deswegen müsse die Geschichte in Ordnung sein. Es seien ja nur erwerbsmäßige Nebentätigkeiten zu melden. Also ist alles okay, was diese Herren aus den Ministerbüros betrifft, haben Sie gesagt. Es gibt keinen Lehrlingsbeauftragten der Bundesregierung. Diesen kann es ja nicht geben, da ja die Firma beauftragt war. – Das nenne ich juristisch spitzfindig und politisch absolut nichtssagend. (Abg. Gaugg: Nicht einmal gescheit!) Vielleicht nicht besonders spitzfindig, kann schon sein.
Abg. Fischl: Dieser "brave" Junge!
Herr Jan Klima hat dem Unterausschuß mitgeteilt, daß er zwar irgendwann en passant gefragt worden sei, ob er bei diesem Verein Rechnungsprüfer werden wolle, er sei aber nie darüber informiert worden, daß das dann tatsächlich der Fall gewesen ist, und er habe auch keine entsprechenden Aktivitäten gesetzt, hat nichts bezahlt bekommen und so weiter. Beim "Euroteam"-Verein Burgenland hat man ihn nicht einmal gefragt, ob er das will, sondern ihn einfach von "Euroteam" als Rechnungsprüfer eingesetzt. (Abg. Fischl: Dieser "brave" Junge!)
Abg. Dr. Cap: Na sicher!
Meine Damen und Herren von der sozialdemokratischen Fraktion! Was mich wundert, ist folgendes: Wenn mein Name von irgendeinem Verein in dieser Weise verwendet würde, wenn irgend jemand sagen würde, der Van der Bellen ist Kassier oder Rechnungsprüfer oder Zeitungsausträger, egal was, ohne mich zu fragen, ohne mich zu informieren, und zwar in einer nicht unheiklen Sache, bei der es um die Verwaltung, um die Verwendung öffentlicher Gelder beziehungsweise Gelder von der EU oder von Österreich geht, dann wäre ich fuchsteufelswild, oder? Oder du nicht, Pepi Cap? (Abg. Dr. Cap: Na sicher!) – Na sicher! "Na sicher", sagst du jetzt. Ist der Jan Klima fuchsteufelswild? Ist sein Vater, Viktor Klima, fuchsteufelswild?
Abg. Jung: Wenn ja, warum? – Abg. Fischl – in Richtung des Abg. Jung –: Weil er ein guter Bub ist!
Weiters frage ich mich: Wieso? Darf er sich nicht wehren? – Er kann sich ja nur wehren, indem er automatisch die Firma beziehungsweise den Verein "Euroteam" und dessen Dutzend Firmen angreift. Das muß man schon ganz klar sehen. Darf er das nicht? (Abg. Jung: Wenn ja, warum? – Abg. Fischl – in Richtung des Abg. Jung –: Weil er ein guter Bub ist!) Diese Frage ist offen, meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten.
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Bitte, wir haben genügend Rechtsanwälte hier im Saal. Ich frage Sie: Ist das keine Urheberrechtsverletzung? Ist das nicht Diebstahl geistigen Eigentums? So etwas macht die Firma "Euroteam"! Und da darf sich Herr Jan Klima nicht wehren? Ich verstehe das nicht! Wo bleibt da der Aufschrei von seiten der SPÖ, wo bleibt da die massive Distanzierung? Warum sagt niemand: Nein, wir haben mit dieser Firma, mit diesem Verein nichts zu tun!? Wo bleibt dieses Bekenntnis? Oder stecken Sie wirklich so tief drinnen? Was gibt es denn an diesem Schaubild mit den zwei Bildern herumzudeuteln? Muß ich erklären, worum es dabei geht? Es sieht ein Depp auf den ersten Blick, worum es da geht! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des Liberalen Forums und der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Die Sache stinkt! Das können Sie doch nicht leugnen! Ein Blick auf ein Blatt Papier genügt. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des Liberalen Forums und der Freiheitlichen.)
Abg. Gaugg: Da geht es um "Euroteam", um den Mißbrauch von Steuergeldern!
Es ist in den einleitenden Bemerkungen von der Nachhaltigkeit der Subventionen die Rede. Bei der Lehrstellenförderung des Arbeitmarktservices 1997 und der Bundesregierung handelte es sich um personenbezogene Förderungen zur Erstintegration in den Arbeitsmarkt, die in der Regel auf das erste Lehrjahr beschränkt waren. Die Nachhaltigkeit dieser Maßnahme ist klar ersichtlich, da, wie bereits ausgeführt wurde, im Jahre 1998 um insgesamt 3 870 Personen mehr im dualen System waren als im Jahr davor. Das heißt, daß die Betriebe die Lehrlinge nach Ablauf der Förderung im ersten Lehrjahr ohne Förderung weiter beschäftigt haben. (Abg. Gaugg: Da geht es um "Euroteam", um den Mißbrauch von Steuergeldern!)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geschätzter Herr Abgeordneter! Ich gehe auf die Dringliche Anfrage ein, und in dieser wurden diese Hinweise gemacht. Ich bedauere, daß Sie keine sachliche, sondern nur eine demagogische Diskussion hier führen wollen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf auch, wenn hier von der Nachhaltigkeit gesprochen wird, sehr deutlich sagen, daß es richtig ist und richtig war und auch in Zukunft richtig sein wird, ergänzende Maßnahmen zu setzen. Es wurde für die Lehrlingsinitiative 1997 ein Volumen von 1,1 Milliarden Schilling eingesetzt, und es kamen dabei 18 000 Förderfälle zum Tragen. Das heißt, sehr geschätzte Damen und Herren, daß pro Jugendlichem pro anno, für dieses eine Jahr, 59 000 S ausgegeben wurden. Ich glaube, daß es wert ist, dieses Geld zu investieren, um zu verhindern, daß Jugendliche auf der Straße stehen und keine Perspektive haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Als Hauptargument im Rahmen dieser Vergabe ist die Gefahr einer für den Projekterfolg schädlichen Verzögerung zu nennen. Wären die Prognosen aufgegangen und 10 000 Jugendliche wären ohne Perspektive geblieben, hätte dies nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die Systeme der sozialen Sicherheit gehabt, sondern auch – und das betrachte ich als ganz entscheidend – die persönliche Berufskarriere Tausender junger Menschen nachhaltig beeinträchtigt. Somit war die zusätzliche Akquirierung von Lehrstellen, die Erschließung zusätzlicher Branchen und die Entwicklung neuer Berufsbilder ein Gebot der Stunde, und es mußte schnell gehandelt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Petrovic: Dürfen wir erfahren, wie abgerechnet wurde?
Es gab – und deshalb habe ich das jetzt beispielhaft aufgezählt – und gibt somit im gesamten Projekt keine Verrechnung nach Stundensätzen, und ich bitte, diese Argumentation, die im Unterausschuß ausführlich dargelegt wurde, als sachlich und inhaltlich richtig zu akzeptieren. Es wurde auch in der heutigen Debatte wieder auf bezahlte Stundensätze Bezug genommen, was nicht den Fakten entspricht. (Abg. Dr. Petrovic: Dürfen wir erfahren, wie abgerechnet wurde?)
Abg. Dr. Petrovic: Worauf basiert die Statistik?
Jeder Hinweis auf Stundenzahlen und Beratungsstunden im Projektbericht hat nichts mit finanziellen Vergütungen zu tun, sehr geschätzte Frau Abgeordnete, sondern nur mit statistischen Angaben und Indikatoren (Abg. Dr. Petrovic: Worauf basiert die Statistik?), wie es von der Europäischen Kommission zu einer besseren Vergleichbarkeit mit anderen Ländern und anderen Projekten gewünscht wird. Diesbezüglich liegt ein ausdrücklicher Wunsch der Europäischen Kommission vor. (Abg. Dr. Petrovic: Frau Bundesminister! Was ist die Bezugsgröße dieser Statistik?)
Abg. Dr. Petrovic: Frau Bundesminister! Was ist die Bezugsgröße dieser Statistik?
Jeder Hinweis auf Stundenzahlen und Beratungsstunden im Projektbericht hat nichts mit finanziellen Vergütungen zu tun, sehr geschätzte Frau Abgeordnete, sondern nur mit statistischen Angaben und Indikatoren (Abg. Dr. Petrovic: Worauf basiert die Statistik?), wie es von der Europäischen Kommission zu einer besseren Vergleichbarkeit mit anderen Ländern und anderen Projekten gewünscht wird. Diesbezüglich liegt ein ausdrücklicher Wunsch der Europäischen Kommission vor. (Abg. Dr. Petrovic: Frau Bundesminister! Was ist die Bezugsgröße dieser Statistik?)
Abg. Dr. Petrovic: Was ist denn die statistische Größe: Personen, Stunden, Tage, Wochen?
"Euroteam" hat dazu einen Abrechnungsvorschlag vorgelegt, sehr geschätzte Frau Abgeordnete, und bei dessen Kontrolle gab es beim Sachaufwand und bei den Gemeinkostenzuordnungen – und ich betone: wie es auch bei anderen Auftragnehmern und Auftraggebern immer wieder vorkommt – Meinungsverschiedenheiten bei einzelnen Positionen und Aufklärungswünschen. (Abg. Dr. Petrovic: Was ist denn die statistische Größe: Personen, Stunden, Tage, Wochen?)
Abg. Dr. Petrovic: Vielleicht darf es das Plenum auch erfahren! Wir würden das auch sehr gerne wissen! Vielleicht die Medienvertreter auch!
Frau Abgeordnete! Im Unterausschuß wurde über diese Frage stundenlang diskutiert. Ich möchte in der kurzen mir zur Verfügung stehenden Zeit doch noch auf die offenen Fragen Bezug nehmen können. (Abg. Dr. Petrovic: Vielleicht darf es das Plenum auch erfahren! Wir würden das auch sehr gerne wissen! Vielleicht die Medienvertreter auch!)
Abg. Dr. Petrovic: Das ist ein Sumpf! Unglaublich!
Die Abrechnung des Projektes PROFESSIONET erfolgt entsprechend der genehmigten Kostengliederung durch ein belegmäßiges Nachweisen der tatsächlich entstandenen Personal- und Sachkosten; ich habe schon auf die vorhergehenden Ausführungen verwiesen. (Abg. Dr. Petrovic: Das ist ein Sumpf! Unglaublich!) Da die Umsetzung des Projektkonzeptes einen Bestandteil des Fördervertrages bildet, wird anhand des vorzulegenden Zwischen- und Endergebnisses auch die inhaltliche Umsetzung überprüft.
Abg. Dr. Petrovic: Was ist die Basis dieser Statistik?
Da die Projekte der Gemeinschaftsinitiativen europaweit durchgeführt werden, werden bei allen Projekten vergleichbare statistische Daten insbesondere für sozialwissenschaftliche und analytische Zwecke erhoben. Die Europäische Kommission gibt hiezu unter anderem vor, vergleichbare Daten über die Durchschnittskosten anzugeben. Diese Daten – ich erwähne es noch einmal – dienen ausschließlich der statistischen Erfassung und sind nicht Grundlage für die Abrechnung von Projekten. (Abg. Dr. Petrovic: Was ist die Basis dieser Statistik?)
Abg. Dr. Petrovic: Wenn die SPÖ unentgeltlich arbeitet, wieso gibt es dann Rechnungen?
Ich möchte auch auf die von Ihnen angeführte Frage bezüglich der SPÖ Wien zu sprechen kommen. Die SPÖ Wien wurde nicht in Lehrlingsfragen beraten, sondern hat sich vielmehr dazu bereit erklärt, bei der Entwicklungsarbeit des Projektes unentgeltlich mitzuwirken. Es wurden dort Bedarfsanalysen erstellt und Einzel- und Gruppengespräche über Ausbildungsinhalte geführt. (Abg. Dr. Petrovic: Wenn die SPÖ unentgeltlich arbeitet, wieso gibt es dann Rechnungen?)
Beifall bei der SPÖ.
Es gibt keinerlei Geldströme zwischen den teilnehmenden Unternehmern und den Projektträgern oder den Auftraggebern des Projekts. Der Nutzen lag somit beim Projekt und nicht bei den Unternehmern. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Der Bundeskanzler auch nicht!
Abgeordneter Otmar Brix (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Professor Van der Bellen, den ich sehr schätze, ist leider nicht mehr anwesend. (Ruf bei den Freiheitlichen: Der Bundeskanzler auch nicht!) Herr Professor Van der Bellen! (Abg. Dr. Petrovic: Er hat sich mit Grauen abgewandt!) Das von Ihnen thematisierte "Euroteam" ist in den nächsten Wochen und Monaten Gegenstand von Prüfungen durch ein ordentliches Gericht, und man wird sehen, was an all diesen Vorwürfen wahr ist. Es kann aber dieses Thema "Euroteam" nicht dazu verwendet werden, die erfolgreiche Lehrlings- und Jugendpolitik des Bundeskanzlers, der Sozialministerin, der österreichischen Bundesregierung anzupatzen, denn die Lehrlingspolitik unseres Bundeskanzlers ist eine sehr erfolgreiche! (Abg. Schaffenrath: Das ist ein Aufschieben der Probleme!)
Abg. Dr. Petrovic: Er hat sich mit Grauen abgewandt!
Abgeordneter Otmar Brix (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Professor Van der Bellen, den ich sehr schätze, ist leider nicht mehr anwesend. (Ruf bei den Freiheitlichen: Der Bundeskanzler auch nicht!) Herr Professor Van der Bellen! (Abg. Dr. Petrovic: Er hat sich mit Grauen abgewandt!) Das von Ihnen thematisierte "Euroteam" ist in den nächsten Wochen und Monaten Gegenstand von Prüfungen durch ein ordentliches Gericht, und man wird sehen, was an all diesen Vorwürfen wahr ist. Es kann aber dieses Thema "Euroteam" nicht dazu verwendet werden, die erfolgreiche Lehrlings- und Jugendpolitik des Bundeskanzlers, der Sozialministerin, der österreichischen Bundesregierung anzupatzen, denn die Lehrlingspolitik unseres Bundeskanzlers ist eine sehr erfolgreiche! (Abg. Schaffenrath: Das ist ein Aufschieben der Probleme!)
Abg. Schaffenrath: Das ist ein Aufschieben der Probleme!
Abgeordneter Otmar Brix (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Professor Van der Bellen, den ich sehr schätze, ist leider nicht mehr anwesend. (Ruf bei den Freiheitlichen: Der Bundeskanzler auch nicht!) Herr Professor Van der Bellen! (Abg. Dr. Petrovic: Er hat sich mit Grauen abgewandt!) Das von Ihnen thematisierte "Euroteam" ist in den nächsten Wochen und Monaten Gegenstand von Prüfungen durch ein ordentliches Gericht, und man wird sehen, was an all diesen Vorwürfen wahr ist. Es kann aber dieses Thema "Euroteam" nicht dazu verwendet werden, die erfolgreiche Lehrlings- und Jugendpolitik des Bundeskanzlers, der Sozialministerin, der österreichischen Bundesregierung anzupatzen, denn die Lehrlingspolitik unseres Bundeskanzlers ist eine sehr erfolgreiche! (Abg. Schaffenrath: Das ist ein Aufschieben der Probleme!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schaffenrath: Aber welche Wende!
Meine Damen und Herren! Gerade in Anbetracht der europäischen Jugendarbeitslosigkeit sieht man, wie wichtig es war, daß der Bundeskanzler diese Lehrlingsoffensive gestartet hat. Im Jahre 1996 gab es um über 3 000 mehr Lehrstellensuchende als offene Lehrstellen. Erst als 1997 die Bundesregierung – der Bundeskanzler, die Sozialministerin – eine Lehrlingsoffensive gestartet hat, wurde dieser negative Trend gestoppt, ist es gelungen, eine Wende am Lehrstellenmarkt zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schaffenrath: Aber welche Wende!)
Beifall bei der SPÖ.
Welche Wende? – Das kann ich Ihnen sagen, denn zwischen 1996 und 1998, Frau Abgeordnete, stieg die Gesamtzahl der Lehrlinge von 120 000 auf 125 000 an. Das allein ist schon positiv, denn somit hatten 5000 Jugendliche mehr eine Lehrstelle! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Eine weitere Zahl: Die Zahl der Lehranfänger stieg von 37 000 auf 39 000 an. Die Anzahl der Lehrbetriebe wurden von 39 700 auf 41 400 angehoben. Das sind positive Zahlen, aber über diese wurde in den letzten Tagen überhaupt nicht gesprochen. Das ist eine Erfolgsgeschichte, die wir für unsere Jugend schreiben, und die Jugend wird auch mit uns gehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schmidt: Darum geht es ja jetzt nicht!
Und da nehmen wir auch gar nicht die internationalen Vergleichszahlen her. Meine Damen und Herren! Die internationalen Vergleichszahlen lassen Österreich schon sehr gut aussehen, denn nach der Berechnungsmethode der EU hat Österreich 6,6 Prozent Jugendarbeitslosigkeit, ein Wert, der in der Europäischen Union im Durchschnitt bei 19,6 Prozent liegt! (Abg. Dr. Schmidt: Darum geht es ja jetzt nicht!)
Abg. Öllinger: Es gibt überhaupt keine Projekte, die zur Zufriedenheit abgeschlossen worden sind!
Und da Sie heute so besonders auf das Thema "Euroteam" bedacht sind: Warum hat denn keiner meiner Vorredner – aber vielleicht kommt das noch von dem einen oder anderen nach mir – gesagt, daß das AMS in Wirklichkeit bereits mit der Kontrolle begonnen hat? Das AMS hat bereits aufgezeigt, wo Fehler gemacht worden sind, und man muß, um der Wahrheit die Ehre zu geben, auch sagen, daß jene Projekte, die noch nicht zur Zufriedenheit abgeschlossen sind, auch noch nicht ausbezahlt worden sind; das Geld ist bislang zurückbehalten worden. (Abg. Öllinger: Es gibt überhaupt keine Projekte, die zur Zufriedenheit abgeschlossen worden sind!)
Abg. Öllinger: Ich habe das gesagt! Sie müssen aufpassen!
Kollege Öllinger, ich habe von Ihnen kein Wort darüber gehört, daß das AMS kontrolliert hat und bezüglich jener Projekte, die noch nicht erledigt sind, auch das Geld zurückgehalten wurde. (Abg. Öllinger: Ich habe das gesagt! Sie müssen aufpassen!)
Abg. Gaugg: Da ist der Kanzler schon in Pension, bis die fertig sind!
Meine Damen und Herren! Und wenn das hier schon kritisiert wird, dann bitte ich doch zumindest um so viel Fairneß und Anständigkeit, daß man auch zur Kenntnis nimmt, was der Bundeskanzler und die Sozialministerin als Maßstab gesetzt haben. Sie haben nämlich gesagt: Da gibt es Kritik, also beauftragen wir den Rechnungshof mit der Überprüfung dieser Angelegenheit. – Lassen wir doch einmal den Rechnungshof überprüfen, wir werden sehen, was schlußendlich an Fakten herauskommt. (Abg. Gaugg: Da ist der Kanzler schon in Pension, bis die fertig sind!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Kollege Gaugg, Sie wissen doch, daß die viel schneller sind, als zum Beispiel die Anklage gegen Rosenstingl fertiggestellt ist. Es dauert wahrscheinlich noch sehr lange, bis sie fertig sein wird. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Das trauen Sie sich auch noch sagen?
Ich wiederhole, es geht meiner Ansicht nach in Wirklichkeit darum, den Bundeskanzler und die Bundesregierung anzupatzen, weil da eine ordentliche, eine erfolgbringende Lehrlingsoffensive gestartet wurde – zur Unterstützung der jungen Menschen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Das trauen Sie sich auch noch sagen?) Das traue ich mich zu sagen, weil es immer wieder mehr Lehrlinge und auch neue Lehrstellen für diese gibt!
Beifall bei der SPÖ.
Und ich sage Ihnen auch: Uns Sozialdemokraten ist es vor allem wichtig, daß es in Österreich so wenig Jugendarbeitslosigkeit gibt wie nur möglich. Uns Sozialdemokraten ist es wichtig, daß es genügend Lehrstellen für die jungen Menschen gibt. Uns Sozialdemokraten ist es wichtig, daß wir gemeinsam mit der Wirtschaft insofern mobil machen, als wir auch neue Lehrberufe schaffen. Und ich fordere von diesem Platz aus den Herrn Bundesminister für Wirtschaft noch einmal auf, diese neuen Lehrberufe auch schnell fertig zu erstellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schmidt: Das ist eine andere Baustelle!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich in Erinnerung an meine Jugendzeit noch etwas sagen: Ich war damals schon einer von denen, die sich darüber geärgert haben, daß es bei den Lehrlingen Arbeiter und Angestellte gegeben hat. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist eine andere Baustelle!) Daher ist es wichtig, daß wir auch bei den Lehrlingen die "Aktion Fairness" umsetzen, damit der Arbeiter dem Angestellten gleichgestellt wird, damit es zwischen diesen keine Unterschiede mehr gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl.
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich in Erinnerung an meine Jugendzeit noch etwas sagen: Ich war damals schon einer von denen, die sich darüber geärgert haben, daß es bei den Lehrlingen Arbeiter und Angestellte gegeben hat. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist eine andere Baustelle!) Daher ist es wichtig, daß wir auch bei den Lehrlingen die "Aktion Fairness" umsetzen, damit der Arbeiter dem Angestellten gleichgestellt wird, damit es zwischen diesen keine Unterschiede mehr gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Als Politiker, Kollege Schöggl, hätten Sie genug damit zu tun, den Lehrlingen zu helfen, statt hier polemische Reden zu halten, damit Sie eventuell um ein paar Prozentpunkte mehr bekommen werden. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Für uns ist die Jugendbeschäftigung wichtig! Wir wollen keine Jugendarbeitslosigkeit, sondern wir wollen mehr Lehrlinge. Daher sind wir mit der Lehrlingspolitik des Bundeskanzlers, der Sozialministerin und der Bundesregierung insgesamt mehr als zufrieden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Als Politiker, Kollege Schöggl, hätten Sie genug damit zu tun, den Lehrlingen zu helfen, statt hier polemische Reden zu halten, damit Sie eventuell um ein paar Prozentpunkte mehr bekommen werden. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Für uns ist die Jugendbeschäftigung wichtig! Wir wollen keine Jugendarbeitslosigkeit, sondern wir wollen mehr Lehrlinge. Daher sind wir mit der Lehrlingspolitik des Bundeskanzlers, der Sozialministerin und der Bundesregierung insgesamt mehr als zufrieden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Franz Steindl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Der beste Beweis für das schlechte Gewissen von Bundeskanzler Klima sitzt auf der Regierungsbank in Gestalt des Herrn Staatssekretär Wittmann. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Er ist offenbar wie die Jungfrau zum Kind gekommen, und ich muß hinzufügen, daß wir nur aus Koalitionstreue dem Antrag der Freiheitlichen nicht die Zustimmung gegeben haben. (Lebhafte Heiterkeit, Beifall und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Lebhafte Heiterkeit, Beifall und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Franz Steindl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Der beste Beweis für das schlechte Gewissen von Bundeskanzler Klima sitzt auf der Regierungsbank in Gestalt des Herrn Staatssekretär Wittmann. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Er ist offenbar wie die Jungfrau zum Kind gekommen, und ich muß hinzufügen, daß wir nur aus Koalitionstreue dem Antrag der Freiheitlichen nicht die Zustimmung gegeben haben. (Lebhafte Heiterkeit, Beifall und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Es gibt einen Ausschußbericht über den Unterausschuß des Rechnungshofes, und da gibt es sehr viele Ungereimtheiten, Verflechtungen, Verbandelungen. Viele Fragen sind bereits im Unterausschuß behandelt worden. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Und es mußte auch die SPÖ eingestehen, daß da eindeutig ein Fehlverhalten im Arbeitsmarktbereich gegeben ist. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Es gibt einen Ausschußbericht über den Unterausschuß des Rechnungshofes, und da gibt es sehr viele Ungereimtheiten, Verflechtungen, Verbandelungen. Viele Fragen sind bereits im Unterausschuß behandelt worden. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Und es mußte auch die SPÖ eingestehen, daß da eindeutig ein Fehlverhalten im Arbeitsmarktbereich gegeben ist. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Bei dir hat anscheinend der burgenländische Wahlkampf schon begonnen!
Konkret: Der Ausschuß hält fest, daß es im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe an "Euroteam" zu Unzulänglichkeiten gekommen ist und es eine Nähe von "Euroteam" zu sozialistischen Parteisekretären und damit einen unzulässigen Startvorteil gibt. (Abg. Scheibner: Bei dir hat anscheinend der burgenländische Wahlkampf schon begonnen!)
Abg. Gaugg: Was redest du überhaupt? Du darfst eh nichts sagen!
Der Ausschußbericht hält weiters fest, daß es eine Unvereinbarkeit von Mehrfachfunktionen gegeben hat (Abg. Gaugg: Was redest du überhaupt? Du darfst eh nichts sagen!), daß es einen schludrigen und sorglosen Umgang wichtiger Funktionäre mit dem Vereinsrecht gegeben hat, daß hier ein sehr kompliziertes Firmengeflecht aufgebaut wurde. Herr Kollege Öllinger hat das schon gezeigt, ich kann es in Farbe zeigen. (Der Redner stellt ein auf einen Karton aufgeklebtes Plakat so vor sich auf das Rednerpult, daß es von den Plätzen der Abgeordneten aus deutlich eingesehen werden kann.) Aber bevor ich zu diesem ... (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das ist aber gelb, das "Netzwerk", grün, rot und gelb!)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das ist aber gelb, das "Netzwerk", grün, rot und gelb!
Der Ausschußbericht hält weiters fest, daß es eine Unvereinbarkeit von Mehrfachfunktionen gegeben hat (Abg. Gaugg: Was redest du überhaupt? Du darfst eh nichts sagen!), daß es einen schludrigen und sorglosen Umgang wichtiger Funktionäre mit dem Vereinsrecht gegeben hat, daß hier ein sehr kompliziertes Firmengeflecht aufgebaut wurde. Herr Kollege Öllinger hat das schon gezeigt, ich kann es in Farbe zeigen. (Der Redner stellt ein auf einen Karton aufgeklebtes Plakat so vor sich auf das Rednerpult, daß es von den Plätzen der Abgeordneten aus deutlich eingesehen werden kann.) Aber bevor ich zu diesem ... (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das ist aber gelb, das "Netzwerk", grün, rot und gelb!)
Die Abgeordneten Kiss, Kopf und Dr. Lukesch haben Stöße von Aktenordnern auf ihren Plätzen. – Abg. Gaugg: Schau, wie sie sich hinter den Akten verstecken!
Abgeordneter Mag. Franz Steindl (fortsetzend): Bevor ich auf dieses Firmengeflecht zu sprechen komme, möchte ich zum formalen Ablauf des Unterausschusses etwas sagen. Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes mit Informationsmaterial – Sie können das bei den Abgeordneten Lukesch, Kopf und Kiss sehen – zugeschüttet worden. (Die Abgeordneten Kiss, Kopf und Dr. Lukesch haben Stöße von Aktenordnern auf ihren Plätzen. – Abg. Gaugg: Schau, wie sie sich hinter den Akten verstecken!) Es waren zirka 100 Kilogramm Informationsmaterial, das wir bekommen haben, und das mußten wir erst bewältigen. Ich habe gehört, daß dafür sogar eine eigene Druckerei eingeschaltet wurde. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Franz Steindl (fortsetzend): Bevor ich auf dieses Firmengeflecht zu sprechen komme, möchte ich zum formalen Ablauf des Unterausschusses etwas sagen. Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes mit Informationsmaterial – Sie können das bei den Abgeordneten Lukesch, Kopf und Kiss sehen – zugeschüttet worden. (Die Abgeordneten Kiss, Kopf und Dr. Lukesch haben Stöße von Aktenordnern auf ihren Plätzen. – Abg. Gaugg: Schau, wie sie sich hinter den Akten verstecken!) Es waren zirka 100 Kilogramm Informationsmaterial, das wir bekommen haben, und das mußten wir erst bewältigen. Ich habe gehört, daß dafür sogar eine eigene Druckerei eingeschaltet wurde. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gaugg: Mit Hilfe der ÖVP! Schämt euch!
"Euroteam": Es dreht sich alles um dieses SPÖ-Netzwerk, dieses rote Netzwerk "Euroteam". (Abg. Gaugg: Mit Hilfe der ÖVP! Schämt euch!) Und wenn man sich dieses Netzwerk ansieht, erkennt man, daß alles von zwei Vereinen gesteuert wurde beziehungsweise von einem Verein, nämlich von "Euroteam Vienna" und von "Euroteam Burgenland". Es scheinen immer wieder die gleichen Namen auf, überall, egal, wo man hinzeigt, egal, welche Gesellschaftsform. Und der Kopf war und ist Herr Lukas Stuhlpfarrer (Abg. Gaugg: Ich sage nur: Fischler! Alles Geschäft!), Herr Kollege Gaugg, der von Dr. Buchinger im Unterausschuß als der Aufreißer und Einfädler dieser Projekte benannt wurde.
Abg. Gaugg: Ich sage nur: Fischler! Alles Geschäft!
"Euroteam": Es dreht sich alles um dieses SPÖ-Netzwerk, dieses rote Netzwerk "Euroteam". (Abg. Gaugg: Mit Hilfe der ÖVP! Schämt euch!) Und wenn man sich dieses Netzwerk ansieht, erkennt man, daß alles von zwei Vereinen gesteuert wurde beziehungsweise von einem Verein, nämlich von "Euroteam Vienna" und von "Euroteam Burgenland". Es scheinen immer wieder die gleichen Namen auf, überall, egal, wo man hinzeigt, egal, welche Gesellschaftsform. Und der Kopf war und ist Herr Lukas Stuhlpfarrer (Abg. Gaugg: Ich sage nur: Fischler! Alles Geschäft!), Herr Kollege Gaugg, der von Dr. Buchinger im Unterausschuß als der Aufreißer und Einfädler dieser Projekte benannt wurde.
Abg. Gaugg: 3,8 Millionen verbraten!
Angesichts der Funktionen des Herrn Stuhlpfarrer – ehemaliger Bundesvorsitzender der "Aktion Kritischer Schüler", also einer SPÖ-Schulorganisation – erkennt man, daß er gar nicht so weit weg ist von der SPÖ. Er hatte die unterschiedlichsten Funktionen und hat sie noch immer: Vorstandsvorsitzender im "Euroteam Vienna", Vorstandsvorsitzender-Stellvertreter im "Euroteam Burgenland" – keiner weiß, was dieser Verein eigentlich gemacht hat (Abg. Gaugg: 3,8 Millionen verbraten!) –, Vorstand bei "Euroteam Beteiligungsverwaltungs-AG", Geschäftsführer in diversen Subunternehmen, Aufsichtsrat bei "bfi Wien-Euroteam", und letztendlich großer Lehrlingsbeauftragter des Bundeskanzlers.
Abg. Ing. Gartlehner telephoniert mit seinem Handy.
Schauen wir uns die weiteren handelnden Personen an: Da gibt es einen Franz Bernthaler, ebenfalls in diversen Gruppen vertreten, einen Jan Klima, Sohn des Bundeskanzlers, Rechnungsprüfer, ohne zu wissen, daß er das bei "Euroteam Vienna" oder "Euroteam Burgenland" war. In seiner Beantwortung steht: Herr Jan Klima hat keine Funktion, wurde aber irrtümlich als Rechnungsprüfer geführt. Wie kann man das machen: einen Verein gründen und irrtümlich jemanden als Rechnungsprüfer führen? Das ist sehr interessant: "Euroteam" hat innerhalb von fünf Jahren mehr als 47 Millionen Schilling kassiert, und es gab keine Rechnungsprüfung? – Das ist sehr eigenartig! Oder hatte ... (Abg. Ing. Gartlehner telephoniert mit seinem Handy.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Es gibt da ein eindeutiges Versagen der Vereinspolizei, und da ist auch der Herr Innenminister gefordert. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Es geht nicht darum, die Gebarungen der vielen gemeinnützigen Vereine zu verschärfen, wie er es wollte, sondern die derzeit gültigen Gesetze zu vollziehen.
Abg. Gaugg: Frage deinen Koalitionspartner! Den Schüssel und den Klima fragen!
Auch im Hinblick auf das "Euroteam"-Firmengeflecht blieben bisher einige Fragen offen: Woher kam das Geld für die gemeinnützigen Vereine? (Abg. Gaugg: Frage deinen Koalitionspartner! Den Schüssel und den Klima fragen!) Wie wurden die Eigenmittel bei den EU-Projekten eingebracht? – Diese Fragen wurden nicht beantwortet.
Abg. Fischl: War der Staribacher der Berater?
Oder: Wie wurde das notwendige Stamm- beziehungsweise Grundkapital der einzelnen Firmen aufgebracht? Es gibt nach wie vor keine Gewinn- und Verlustrechnung. (Abg. Fischl: War der Staribacher der Berater?) Zwar haben wir einige Bilanzen bekommen, aber aus diesen läßt sich überhaupt nichts ersehen. Eine Gewinn- und Verlustrechnung, aus der vielleicht Geldflüsse feststellbar wären, haben wir nicht bekommen. All das sind Mängel, die man aufzeigen muß. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Oder: Wie wurde das notwendige Stamm- beziehungsweise Grundkapital der einzelnen Firmen aufgebracht? Es gibt nach wie vor keine Gewinn- und Verlustrechnung. (Abg. Fischl: War der Staribacher der Berater?) Zwar haben wir einige Bilanzen bekommen, aber aus diesen läßt sich überhaupt nichts ersehen. Eine Gewinn- und Verlustrechnung, aus der vielleicht Geldflüsse feststellbar wären, haben wir nicht bekommen. All das sind Mängel, die man aufzeigen muß. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe von Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In dieser Angelegenheit geht es um mehr als nur um einen Unterausschußbericht: Es ist etwas aufgebrochen – nämlich eine Melange aus Freunderlwirtschaft, Schlamperei und Planlosigkeit. Anscheinend hat das in der SPÖ Tradition und wird jetzt fortgeführt. (Zwischenrufe von Abgeordneten der SPÖ.) Es ist empörend, daß Herr Klubobmann Kostelka laut einer APA-Aussendung vom 9. Juli meint: Sollte es dann noch offene Detailfragen über dieses Firmengeflecht, über Projektförderungen, über ein paar hunderttausend Schilling geben – ein paar hunderttausend Schilling sind also gar nichts! –, dann werden wir uns darum kümmern. – Ist das eine von Verantwortungsbewußtsein getragene Stellungnahme? (Abg. Gaugg: Einen schönen Koalitionspartner habt ihr! Und dann verabschiedet ihr mit ihm gemeinsam den Bericht! – Abg. Scheibner: Schämt euch dafür! – Abg. Gaugg: Ihr benehmt euch wie Kuscheltiere!)
Abg. Gaugg: Einen schönen Koalitionspartner habt ihr! Und dann verabschiedet ihr mit ihm gemeinsam den Bericht! – Abg. Scheibner: Schämt euch dafür! – Abg. Gaugg: Ihr benehmt euch wie Kuscheltiere!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In dieser Angelegenheit geht es um mehr als nur um einen Unterausschußbericht: Es ist etwas aufgebrochen – nämlich eine Melange aus Freunderlwirtschaft, Schlamperei und Planlosigkeit. Anscheinend hat das in der SPÖ Tradition und wird jetzt fortgeführt. (Zwischenrufe von Abgeordneten der SPÖ.) Es ist empörend, daß Herr Klubobmann Kostelka laut einer APA-Aussendung vom 9. Juli meint: Sollte es dann noch offene Detailfragen über dieses Firmengeflecht, über Projektförderungen, über ein paar hunderttausend Schilling geben – ein paar hunderttausend Schilling sind also gar nichts! –, dann werden wir uns darum kümmern. – Ist das eine von Verantwortungsbewußtsein getragene Stellungnahme? (Abg. Gaugg: Einen schönen Koalitionspartner habt ihr! Und dann verabschiedet ihr mit ihm gemeinsam den Bericht! – Abg. Scheibner: Schämt euch dafür! – Abg. Gaugg: Ihr benehmt euch wie Kuscheltiere!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen. – Abgeordneter Mag. Steindl läßt die Schautafel am Rednerpult zurück. – Abg. Schieder: Nehmen S’ Ihr Glumpert mit!
Herr Kollege Gaugg! Wir haben im Unterausschuß viele Fragen aufgeworfen. Sie stehen in diesem gemeinsamen Bericht. Wir können aber darauf gespannt sein, welche Abgründe sich im Zuge von Untersuchungen durch andere Stellen – Staatsanwaltschaft, Rechnungshof, Gericht – noch auftun werden. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen. – Abgeordneter Mag. Steindl läßt die Schautafel am Rednerpult zurück. – Abg. Schieder: Nehmen S’ Ihr Glumpert mit!)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie der Abg. Dr. Petrovic.
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Bundeskanzler Klima, da Ihnen die Jugendlichen angeblich am Herzen liegen, wo sind Sie? Wo, Herr Bundeskanzler Klima, befinden Sie sich heute, während diese Diskussion geführt wird? Ich sage eines: Herr Bundeskanzler Klima! Sie sind feig! Sie sind feig, und mit Ihrer Feigheit werden Sie zum Mittäter in der Sache "Euroteam"! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie der Abg. Dr. Petrovic.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Sie können nicht in der Öffentlichkeit immer wieder betonen, Sie würden Unzulänglichkeiten rasch aufdecken (Zwischenrufe bei der SPÖ), und hätte er, der Bundeskanzler, gewußt (Zwischenruf der Abg. Silhavy) – geben Sie ein bißchen Ruh‘ und hören Sie zu! –, daß sein Sohn im "Euroteam" mit dabei ist, hätte das "Euroteam" keinen Auftrag bekommen. Jetzt frage ich mich: Wenn Herr Bundeskanzler Klima nicht einmal weiß, daß sein Sohn, der Studiosus, in diesem "Euroteam"-Konglomerat mit dabei ist, weiß er dann überhaupt, was die Bedürfnisse der Lehrlinge in Österreich sind? – Keine Ahnung hat er! Das ist die Realität. Keine Ahnung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy
Sie können nicht in der Öffentlichkeit immer wieder betonen, Sie würden Unzulänglichkeiten rasch aufdecken (Zwischenrufe bei der SPÖ), und hätte er, der Bundeskanzler, gewußt (Zwischenruf der Abg. Silhavy) – geben Sie ein bißchen Ruh‘ und hören Sie zu! –, daß sein Sohn im "Euroteam" mit dabei ist, hätte das "Euroteam" keinen Auftrag bekommen. Jetzt frage ich mich: Wenn Herr Bundeskanzler Klima nicht einmal weiß, daß sein Sohn, der Studiosus, in diesem "Euroteam"-Konglomerat mit dabei ist, weiß er dann überhaupt, was die Bedürfnisse der Lehrlinge in Österreich sind? – Keine Ahnung hat er! Das ist die Realität. Keine Ahnung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie können nicht in der Öffentlichkeit immer wieder betonen, Sie würden Unzulänglichkeiten rasch aufdecken (Zwischenrufe bei der SPÖ), und hätte er, der Bundeskanzler, gewußt (Zwischenruf der Abg. Silhavy) – geben Sie ein bißchen Ruh‘ und hören Sie zu! –, daß sein Sohn im "Euroteam" mit dabei ist, hätte das "Euroteam" keinen Auftrag bekommen. Jetzt frage ich mich: Wenn Herr Bundeskanzler Klima nicht einmal weiß, daß sein Sohn, der Studiosus, in diesem "Euroteam"-Konglomerat mit dabei ist, weiß er dann überhaupt, was die Bedürfnisse der Lehrlinge in Österreich sind? – Keine Ahnung hat er! Das ist die Realität. Keine Ahnung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Und was haben Sie in dieser Sache schon erreicht? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie tun immer so, als hätte in Rust die Welt neu begonnen und als wäre die Lehrlingsarbeitslosigkeit über Nacht hereingebrochen. Aber schon für das Jahr 1992 kann man aus den Statistiken entnehmen, daß mehr Lehrlinge auf den Arbeitsmarkt gedrängt haben. Das Wifo hat Ihnen dies schon Jahre vorher prognostiziert. In Wirklichkeit handelt es sich bei der sogenannten Lehrlingsoffensive um geplante Günstlingswirtschaft, und es dreht sich dabei um Beträge in Millionenhöhe. Aber das kümmert Sie nicht. Das kümmert Sie alles nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Und was haben Sie in dieser Sache schon erreicht? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Steindl: Sie haben ja nicht einmal den Bericht gelesen!
Ein Wort zur ÖVP und zu einem gewissen Steindl oder wie er heißt: Seit zwölf Jahren bietet diese ÖVP ein jämmerliches Schauspiel. Sie kritisieren draußen, aber hier im Nationalrat stimmen Sie überall zu. Sie sind die, die im Liegen umfallen, und zwar ständig! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Steindl: Sie haben ja nicht einmal den Bericht gelesen!)
Pfui-Rufe und Beifall bei den Freiheitlichen.
Wer glaubt Ihnen denn das noch, daß Sie wirklich ernsthaft interessiert sind? Dann hätten Sie heute erstens einmal mit dafür gestimmt, daß der Bundeskanzler erscheint, und zweitens hätten Sie unserem Minderheitenbericht zustimmen müssen und nicht mit der SPÖ gemeinsam einen Bericht erarbeiten. Ich sage Ihnen: Der Preis dafür waren Herr Fischler und 34 Diplomaten. Das ist eure Form der Politik! Ich hoffe, daß ihr eine entsprechende Abrechnung bekommt. (Pfui-Rufe und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Das stimmt nicht!
Sie, Frau Bundesministerin Hostasch, zeichnen sich auch durch Nichtbeantwortung nichtgestellter Fragen aus. Das ist es! Sie gehen mit keinem Wort auf "Euroteam" ein. (Abg. Koppler: Das stimmt nicht!) Sie streifen das am Rande und sagen: Diese Vergleichsstudie über 200 neue Lehrberufe in der EU und Österreich wäre eine Meisterleistung. Sie hat 430 000 S gekostet und bestand letztlich im Kopieren von Amtsblättern der Europäischen Gemeinschaft. Wenn Sie das als Leistung bezeichnen, dann weiß ich, was für Sie Leistung bedeutet!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zur Frage des Mißbrauchs: Es ist vor allem beschämend, daß die Reiselust des Herrn Stuhlpfarrer ungebrochen ist. Während der Sitzungen des Unterausschusses war er einen Tag da. Als wir ihn noch einmal hören wollten, hieß es aber, der gute Mann sei in Chicago. Vier Wochen! Vier Wochen werde er in Chicago sein. Und heute sitzt er plötzlich wieder in der Journalistenloge. Warum waren Sie nicht im Unterausschuß, als wir Sie gebraucht haben für ein paar Fragen? Auch zu feig? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Abgebrochen das Studium?
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Oder: Sie haben noch nicht beantwortet, Herr Stuhlpfarrer, was Sie in Palermo getan haben. Haben Sie sich mit der Camorra getroffen? Wozu waren Sie in Palermo? Entschuldigen Sie – Sie haben Steuergeld in Millionenhöhe verbraten. Dann stehen Sie doch Rede und Antwort, Sie mit Ihrem Bundeskanzler, Sie als Lehrlingsbeauftragter des Herrn Bundeskanzlers! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie sind immer so stolz darauf, etwas für die Jugend zu tun. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ja, das war richtig! Aber dann tun Sie es mit Ihrem Geld und nicht mit Steuergeld! "Kinderfreunde", die Gemeinde Wien, die SPÖ Wien wurden im Ausmaß von Hunderten Stunden beraten. Hunderte Stunden war die SPÖ Wien ... (Abg. Koppler: Was tust denn du mit deiner Pseudogewerkschaft? – Nichts!) Was ist denn? Ja, aber ich habe kein öffentliches Geld verbraten! Koppler! Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen eurer Politik und unserer Politik: Euer ÖGB kassiert Steuergelder in Millionenhöhe. Das ist einmal das erste. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Koppler: Was tust denn du mit deiner Pseudogewerkschaft? – Nichts!
Sie sind immer so stolz darauf, etwas für die Jugend zu tun. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ja, das war richtig! Aber dann tun Sie es mit Ihrem Geld und nicht mit Steuergeld! "Kinderfreunde", die Gemeinde Wien, die SPÖ Wien wurden im Ausmaß von Hunderten Stunden beraten. Hunderte Stunden war die SPÖ Wien ... (Abg. Koppler: Was tust denn du mit deiner Pseudogewerkschaft? – Nichts!) Was ist denn? Ja, aber ich habe kein öffentliches Geld verbraten! Koppler! Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen eurer Politik und unserer Politik: Euer ÖGB kassiert Steuergelder in Millionenhöhe. Das ist einmal das erste. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie sind immer so stolz darauf, etwas für die Jugend zu tun. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ja, das war richtig! Aber dann tun Sie es mit Ihrem Geld und nicht mit Steuergeld! "Kinderfreunde", die Gemeinde Wien, die SPÖ Wien wurden im Ausmaß von Hunderten Stunden beraten. Hunderte Stunden war die SPÖ Wien ... (Abg. Koppler: Was tust denn du mit deiner Pseudogewerkschaft? – Nichts!) Was ist denn? Ja, aber ich habe kein öffentliches Geld verbraten! Koppler! Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen eurer Politik und unserer Politik: Euer ÖGB kassiert Steuergelder in Millionenhöhe. Das ist einmal das erste. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
weitere Zwischenrufe des Abg. Koppler
Und jetzt hör einmal zu! Es gibt ein Projekt mit der Nummer (weitere Zwischenrufe des Abg. Koppler) – zuhören! – 37106. (Abg. Edler: Klima arbeitet, Haider kopiert!)
Abg. Edler: Klima arbeitet, Haider kopiert!
Und jetzt hör einmal zu! Es gibt ein Projekt mit der Nummer (weitere Zwischenrufe des Abg. Koppler) – zuhören! – 37106. (Abg. Edler: Klima arbeitet, Haider kopiert!)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer (das Glockenzeichen gebend): Eine Sekunde, es wird gleich ruhig sein. – So, bitte setzen Sie fort! (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Abg. Fischl: Kann ich um Förderung ansuchen?
Abgeordneter Reinhart Gaugg (fortsetzend): Träger: ibis GmbH Westösterreich, Projektbezeichnung: Jump. Förderungssumme: 5,4 Millionen Schilling. Die Schaffung von Arbeitsplätzen steht im Mittelpunkt dieses Projektes. Man hat insgesamt drei in fremden Betrieben geschaffen. (Abg. Fischl: Kann ich um Förderung ansuchen?) Mit 5,4 Millionen Schilling drei Arbeitsplätze! Wirklich eine "grandiose" Leistung! Was außerdem auffällt: 566 000 S Reisekosten, bei einem einzelnen Projekt, zur Beschäftigung von drei Mitarbeitern. (Abg. Mag. Trattner: Die waren telephonisch nie erreichbar, so hat man halt hinfahren müssen!) Ein Projekt, das über 22 Monate läuft, weist Miete und Betriebskosten von 553 000 S, Telefonkosten von 135 000 S und Kosten für Ausstattung und Miete von 391 000 S auf.
Abg. Mag. Trattner: Die waren telephonisch nie erreichbar, so hat man halt hinfahren müssen!
Abgeordneter Reinhart Gaugg (fortsetzend): Träger: ibis GmbH Westösterreich, Projektbezeichnung: Jump. Förderungssumme: 5,4 Millionen Schilling. Die Schaffung von Arbeitsplätzen steht im Mittelpunkt dieses Projektes. Man hat insgesamt drei in fremden Betrieben geschaffen. (Abg. Fischl: Kann ich um Förderung ansuchen?) Mit 5,4 Millionen Schilling drei Arbeitsplätze! Wirklich eine "grandiose" Leistung! Was außerdem auffällt: 566 000 S Reisekosten, bei einem einzelnen Projekt, zur Beschäftigung von drei Mitarbeitern. (Abg. Mag. Trattner: Die waren telephonisch nie erreichbar, so hat man halt hinfahren müssen!) Ein Projekt, das über 22 Monate läuft, weist Miete und Betriebskosten von 553 000 S, Telefonkosten von 135 000 S und Kosten für Ausstattung und Miete von 391 000 S auf.
Abg. Edler: Was macht der Haider?
Das ist Ihre Form der Beschäftigung und des Geldverprassens. (Abg. Edler: Was macht der Haider?) Sie beschäftigen nicht Jugendliche, sondern Sie beschäftigen Ihre Günstlinge. Und dafür wird von Ihnen Steuergeld ausgegeben – unter Mithilfe Ihres Regierungspartners ÖVP! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist Ihre Form der Beschäftigung und des Geldverprassens. (Abg. Edler: Was macht der Haider?) Sie beschäftigen nicht Jugendliche, sondern Sie beschäftigen Ihre Günstlinge. Und dafür wird von Ihnen Steuergeld ausgegeben – unter Mithilfe Ihres Regierungspartners ÖVP! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Euer Landeshauptmann schläft!
Ich kann Ihnen nur sagen: Diese Form der Politik wird so wie in Kärnten auch im Bund ein Ende finden! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Euer Landeshauptmann schläft!)
Abg. Fischl: Hat der Stuhlpfarrer auch einen Zeitungsverlag, weil er da oben auf der Galerie sitzen darf?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Kier. Die Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Fischl: Hat der Stuhlpfarrer auch einen Zeitungsverlag, weil er da oben auf der Galerie sitzen darf?)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Die Sache ist wirklich übel, unangenehm. Am Beginn meiner Bemerkungen zu dieser unerfreulichen Sache möchte ich eine politische Feststellung treffen: Es ist tatsächlich ein schwerer politischer Fehler des Herrn Bundeskanzlers, daß er heute zur Beantwortung dieser Dringlichen Anfrage nicht persönlich gekommen ist, denn es gibt einige Fragen, die im Raum stehen, die letztlich der authentischen, höchstpersönlichen Beantwortung durch ihn bedurft hätten. Damit will ich in keiner Weise den Wert des Herrn Staatssekretärs in seiner pflichtgemäßen Beantwortung schmälern, aber es ist ihm einfach nicht möglich, bestimmte subjektive Wissensfragen zu beantworten, die man nur persönlich beantworten kann. Alles andere ist nur vom Hörensagen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Fischl: Er hat ein Motiv, der Mann!
Daher dürfen Sie sich nicht darüber wundern, wenn dieses Nichterscheinen des Bundeskanzlers die Möglichkeit eröffnet, ja es geradezu erzwingt, daß Dinge in den Raum gestellt werden, die von ihm persönlich nicht authentisch widerlegt werden können. Da der Herr Bundeskanzler ein Mensch von angemessener Intelligenz ist, weiß er das auch. Wenn er in Kauf nimmt, darauf zu verzichten, persönlich erwidern zu können, dann – erlauben Sie mir, das zu sagen – muß man Schlußfolgerungen daraus ziehen, so leid es mir tut. (Abg. Fischl: Er hat ein Motiv, der Mann!) Beide Schlußfolgerungen, die man daraus ziehen kann, sind unangenehm: Entweder hat er das Problem nicht erkannt – das wäre nicht gut für einen Bundeskanzler, denn das wäre ein schwerer Qualifikationsmangel –, oder er traut sich nicht in dieses Haus. Da wir aber gehört haben, daß die ÖVP koalitionstreu bleibt, hätte er sich nicht fürchten müssen: Er wäre in diesem Haus nicht gestürzt worden. Aber er hätte sich vielleicht blamiert. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Daher dürfen Sie sich nicht darüber wundern, wenn dieses Nichterscheinen des Bundeskanzlers die Möglichkeit eröffnet, ja es geradezu erzwingt, daß Dinge in den Raum gestellt werden, die von ihm persönlich nicht authentisch widerlegt werden können. Da der Herr Bundeskanzler ein Mensch von angemessener Intelligenz ist, weiß er das auch. Wenn er in Kauf nimmt, darauf zu verzichten, persönlich erwidern zu können, dann – erlauben Sie mir, das zu sagen – muß man Schlußfolgerungen daraus ziehen, so leid es mir tut. (Abg. Fischl: Er hat ein Motiv, der Mann!) Beide Schlußfolgerungen, die man daraus ziehen kann, sind unangenehm: Entweder hat er das Problem nicht erkannt – das wäre nicht gut für einen Bundeskanzler, denn das wäre ein schwerer Qualifikationsmangel –, oder er traut sich nicht in dieses Haus. Da wir aber gehört haben, daß die ÖVP koalitionstreu bleibt, hätte er sich nicht fürchten müssen: Er wäre in diesem Haus nicht gestürzt worden. Aber er hätte sich vielleicht blamiert. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
In diesem Lichte wäre meiner Meinung nach auch der ÖVP zu raten, bei der Bewertung ihrer Mitwirkung am Ausschußbericht etwas bescheidener zu sein. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Hätte sie nämlich ein tatsächliches Interesse daran gehabt ... (Abg. Mag. Steindl: Der Antrag auf Vorladung von Herrn Stuhlpfarrer wurde zurückgezogen!) Herr Kollege Steindl, ich kann verstehen, daß Sie bei den Formulierungen eines Ausschußberichtes darauf achten müssen, daß Sie zu einem gemeinsamen Text kommen, der mehrheitsfähig ist. Aber ich kann nicht verstehen, welches Interesse Sie daran hatten, im vertraulichen Ausschuß die nochmalige Ladung von Auskunftspersonen zu unterbinden, nur deswegen, weil – Koalitionstreue wahrscheinlich – Ihr Koalitionspartner der Meinung war, das sei nicht notwendig. (Abg. Silhavy: Der Antrag ist zurückgezogen worden!)
Abg. Mag. Steindl: Der Antrag auf Vorladung von Herrn Stuhlpfarrer wurde zurückgezogen!
In diesem Lichte wäre meiner Meinung nach auch der ÖVP zu raten, bei der Bewertung ihrer Mitwirkung am Ausschußbericht etwas bescheidener zu sein. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Hätte sie nämlich ein tatsächliches Interesse daran gehabt ... (Abg. Mag. Steindl: Der Antrag auf Vorladung von Herrn Stuhlpfarrer wurde zurückgezogen!) Herr Kollege Steindl, ich kann verstehen, daß Sie bei den Formulierungen eines Ausschußberichtes darauf achten müssen, daß Sie zu einem gemeinsamen Text kommen, der mehrheitsfähig ist. Aber ich kann nicht verstehen, welches Interesse Sie daran hatten, im vertraulichen Ausschuß die nochmalige Ladung von Auskunftspersonen zu unterbinden, nur deswegen, weil – Koalitionstreue wahrscheinlich – Ihr Koalitionspartner der Meinung war, das sei nicht notwendig. (Abg. Silhavy: Der Antrag ist zurückgezogen worden!)
Abg. Silhavy: Der Antrag ist zurückgezogen worden!
In diesem Lichte wäre meiner Meinung nach auch der ÖVP zu raten, bei der Bewertung ihrer Mitwirkung am Ausschußbericht etwas bescheidener zu sein. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Hätte sie nämlich ein tatsächliches Interesse daran gehabt ... (Abg. Mag. Steindl: Der Antrag auf Vorladung von Herrn Stuhlpfarrer wurde zurückgezogen!) Herr Kollege Steindl, ich kann verstehen, daß Sie bei den Formulierungen eines Ausschußberichtes darauf achten müssen, daß Sie zu einem gemeinsamen Text kommen, der mehrheitsfähig ist. Aber ich kann nicht verstehen, welches Interesse Sie daran hatten, im vertraulichen Ausschuß die nochmalige Ladung von Auskunftspersonen zu unterbinden, nur deswegen, weil – Koalitionstreue wahrscheinlich – Ihr Koalitionspartner der Meinung war, das sei nicht notwendig. (Abg. Silhavy: Der Antrag ist zurückgezogen worden!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Und dazu hätte ich gerne auch den Herrn Bundeskanzler persönlich gehört. Ich hätte gerne gehört, daß er sich davon distanziert, nicht distanziert durch räumliche Distanz, sondern indem er sagt, was er davon hält, nämlich hoffentlich nichts. Wir werden es nicht erfahren, weil er diesem Haus seine Position verweigert. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Koppler: Das ist ein Christlicher!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Frau Sozialministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! In einer heutigen Presseaussendung wird ÖVP-Klubobmann Khol mit den Worten zitiert: Klima zeigt durch seine Vertretung durch Wittmann, "daß er ein schlechtes Gewissen hat", jedoch – so Khol – "ich kann und will das Koalitionsabkommen aber nicht verletzen."– Nibelungentreue drei Tage vor dem Ende der Legislaturperiode! (Abg. Koppler: Das ist ein Christlicher!) Ganz christlich! Es gibt Gelächter bei der SPÖ, das ist ja auch zum Lachen, denn das ist der Treueschwur: Wir machen es auch in der nächsten Periode. Wir haben beide über den jeweils anderen so viel in den Schubladen, daß wir gar nicht anders können. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Und vielleicht sind diese Ordner, die in den Reihen der ÖVP aufgetürmt sind, schon ein Hinweis, ein Wink mit dem Zaunpfahl: Wenn ihr da irgend etwas macht, dann kommen wir auch!
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Frau Sozialministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! In einer heutigen Presseaussendung wird ÖVP-Klubobmann Khol mit den Worten zitiert: Klima zeigt durch seine Vertretung durch Wittmann, "daß er ein schlechtes Gewissen hat", jedoch – so Khol – "ich kann und will das Koalitionsabkommen aber nicht verletzen."– Nibelungentreue drei Tage vor dem Ende der Legislaturperiode! (Abg. Koppler: Das ist ein Christlicher!) Ganz christlich! Es gibt Gelächter bei der SPÖ, das ist ja auch zum Lachen, denn das ist der Treueschwur: Wir machen es auch in der nächsten Periode. Wir haben beide über den jeweils anderen so viel in den Schubladen, daß wir gar nicht anders können. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Und vielleicht sind diese Ordner, die in den Reihen der ÖVP aufgetürmt sind, schon ein Hinweis, ein Wink mit dem Zaunpfahl: Wenn ihr da irgend etwas macht, dann kommen wir auch!
Zwischenrufe des Abg. Brix. – Gegenrufe bei der ÖVP.
Es zeigt ein Sittenbild dieser Republik, und es ist sehr eindeutig, daß der Balkan geographisch nicht irgendwo in fernen Landen angesiedelt ist. (Zwischenrufe des Abg. Brix. – Gegenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Da hinten bei der ÖVP fallen interessante Worte, ich habe in der Gegend des Abgeordneten Lukesch gehört, daß, als Abgeordneter Van der Bellen vom "40-Millionen-Ding" des "Euroteam" gesprochen hat, von den Abzockern gesprochen wurde. Offenbar ist das eine Koalition der Abzocker, und die gibt es auf beiden Seiten. Sie ist sehr traurig, diese Koalition der Abzocker! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Gredler: Die Zahnärzte sind unschuldig!
Ich denke mir, Frau Cresson hat etwas dreist und vielleicht etwas unüberlegt ihren Zahnarzt angestellt. Die SPÖ und die ÖVP haben mehr "Zahnärzte", die da kräftig aus dem Vollen zulangen können und so irgendwie statistische Größen vortäuschen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Gredler: Die Zahnärzte sind unschuldig!)
Abg. Schieder: Das stimmt mathematisch nicht! Durch eins sind sie teilbar und durch sich selbst auch!
Aber die statistische Größe, auf die das Ganze Bezug nimmt, wäre sehr interessant. Frau Bundesministerin! Ganz einfache Gesetze der Arithmetik sollten sich diejenigen, die solche statistischen Größen vorgeben, ein bißchen zu Gemüte führen. Es ist nämlich ganz schwierig: Wenn man will, daß es besonders unauffällig ausschaut, nimmt man lieber ganz unrunde Zahlen. Aber wenn man dann Zahlen nimmt wie eben 349 und blöderweise von 25 Abrechnungen ein Drittel Primzahlen erwischt, dann geht sich das mit überhaupt keiner Multiplikation aus. Es ist nämlich das Wesen von Primzahlen, daß sie sich nicht als Produkt von anderen Zahlen ergeben. Das ist halt so ganz blöd dabei passiert. Also es ist auch nicht das Körpergewicht des Rechtsanwaltes. (Abg. Schieder: Das stimmt mathematisch nicht! Durch eins sind sie teilbar und durch sich selbst auch!)
Abg. Reitsamer: Das hat sie nicht gesagt!
Frau Bundesministerin! Sie haben mich mit Ihren Ausführungen ganz stutzig gemacht. Sie sagten – und das ist bisher anders dargestellt worden –, die SPÖ Wien sei gar nicht beraten worden, auch nicht jene 13 Stunden, von denen die SPÖ Wien selbst spricht. (Abg. Reitsamer: Das hat sie nicht gesagt!) Nein, Sie haben uns heute gesagt, die SPÖ Wien hat unentgeltlich mitgewirkt. (Abg. Seidinger: Das ist ein Unterschied!)
Abg. Seidinger: Das ist ein Unterschied!
Frau Bundesministerin! Sie haben mich mit Ihren Ausführungen ganz stutzig gemacht. Sie sagten – und das ist bisher anders dargestellt worden –, die SPÖ Wien sei gar nicht beraten worden, auch nicht jene 13 Stunden, von denen die SPÖ Wien selbst spricht. (Abg. Reitsamer: Das hat sie nicht gesagt!) Nein, Sie haben uns heute gesagt, die SPÖ Wien hat unentgeltlich mitgewirkt. (Abg. Seidinger: Das ist ein Unterschied!)
Abg. Reitsamer: Na ist das falsch?
Ja, das wird ja nun ganz komisch: Die SPÖ Wien geht ganz ehrenamtlich, altruistisch für die jungen Menschen in diesem Land in ein Projekt hinein (Abg. Reitsamer: Na ist das falsch?), aber der Altruismus hört sich beim Herrn Stuhlpfarrer auf, der verrechnet nämlich alles weiter. Es ist von unentgeltlicher Zuarbeit die Rede. – Ja, wie kommt es dann auf einmal zu diesen Hunderten Stunden? Dann ist das ja ein Projekt, um quasi die EU ein bißchen auszuräumen. Da sage ich: Na servus!
Beifall bei den Grünen.
Also, Frau Gredler, ist es doch das Modell – es tut mir leid, und es hat nichts mit Ihnen persönlich zu tun – des Zahnarztes der Frau Cresson, nur eben auf österreichisch gemünzt, wo die unentgeltliche Zuarbeit über die verschiedenen Stufen der Veredelung plötzlich entgeltlich wird. Ich würde auf gut deutsch sagen, das ist eine Chuzpe, und zwar eine gewaltige! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Koppler: Werden wir nachprüfen!
Noch etwas, Frau Bundesministerin: Sie sprechen immer, wohl damit es eleganter wirkt, von der "Euroteam"-Gruppe. Stimmt das, was Kollege Öllinger in Erfahrung gebracht hat, nämlich daß in dieser Gruppe eine Immobilienverwertungs GesmbH ist, die eine 40-Quadratmeter-Wohnung verwaltet? Wissen Sie, welcher Verdacht sich da aufdrängt? (Abg. Koppler: Werden wir nachprüfen!) Ah, das werden Sie nachprüfen! Das täte ich auch an Ihrer Stelle. Herr Koppler, aber ich würde in Zukunft lieber ein bißchen vor der Auftragsvergabe prüfen. (Abg. Koppler: Er versteckt sich hinter der Immunität!) Eine 40-Quadratmeter-Wohnung durch eine Immobilienverwertungs GesmbH zu verwalten, erweckt den Eindruck der steuerschonenden Behandlung ebendieser Wohnung. "Gruppe" ist dafür meiner Ansicht nach nicht das richtige Wort. Mir würde ein anderes Wort dafür einfallen, aber ich kann dieses Wort nicht aussprechen, ohne den Herrn Präsidenten in Ordnungsruf-Schwierigkeiten zu bringen, daher tue ich es nicht, aber ich glaube, es liegt Ihnen auch auf der Zunge. (Abg. Dr. Krüger: Bitte, mehr Offenheit da unten!)
Abg. Koppler: Er versteckt sich hinter der Immunität!
Noch etwas, Frau Bundesministerin: Sie sprechen immer, wohl damit es eleganter wirkt, von der "Euroteam"-Gruppe. Stimmt das, was Kollege Öllinger in Erfahrung gebracht hat, nämlich daß in dieser Gruppe eine Immobilienverwertungs GesmbH ist, die eine 40-Quadratmeter-Wohnung verwaltet? Wissen Sie, welcher Verdacht sich da aufdrängt? (Abg. Koppler: Werden wir nachprüfen!) Ah, das werden Sie nachprüfen! Das täte ich auch an Ihrer Stelle. Herr Koppler, aber ich würde in Zukunft lieber ein bißchen vor der Auftragsvergabe prüfen. (Abg. Koppler: Er versteckt sich hinter der Immunität!) Eine 40-Quadratmeter-Wohnung durch eine Immobilienverwertungs GesmbH zu verwalten, erweckt den Eindruck der steuerschonenden Behandlung ebendieser Wohnung. "Gruppe" ist dafür meiner Ansicht nach nicht das richtige Wort. Mir würde ein anderes Wort dafür einfallen, aber ich kann dieses Wort nicht aussprechen, ohne den Herrn Präsidenten in Ordnungsruf-Schwierigkeiten zu bringen, daher tue ich es nicht, aber ich glaube, es liegt Ihnen auch auf der Zunge. (Abg. Dr. Krüger: Bitte, mehr Offenheit da unten!)
Abg. Dr. Krüger: Bitte, mehr Offenheit da unten!
Noch etwas, Frau Bundesministerin: Sie sprechen immer, wohl damit es eleganter wirkt, von der "Euroteam"-Gruppe. Stimmt das, was Kollege Öllinger in Erfahrung gebracht hat, nämlich daß in dieser Gruppe eine Immobilienverwertungs GesmbH ist, die eine 40-Quadratmeter-Wohnung verwaltet? Wissen Sie, welcher Verdacht sich da aufdrängt? (Abg. Koppler: Werden wir nachprüfen!) Ah, das werden Sie nachprüfen! Das täte ich auch an Ihrer Stelle. Herr Koppler, aber ich würde in Zukunft lieber ein bißchen vor der Auftragsvergabe prüfen. (Abg. Koppler: Er versteckt sich hinter der Immunität!) Eine 40-Quadratmeter-Wohnung durch eine Immobilienverwertungs GesmbH zu verwalten, erweckt den Eindruck der steuerschonenden Behandlung ebendieser Wohnung. "Gruppe" ist dafür meiner Ansicht nach nicht das richtige Wort. Mir würde ein anderes Wort dafür einfallen, aber ich kann dieses Wort nicht aussprechen, ohne den Herrn Präsidenten in Ordnungsruf-Schwierigkeiten zu bringen, daher tue ich es nicht, aber ich glaube, es liegt Ihnen auch auf der Zunge. (Abg. Dr. Krüger: Bitte, mehr Offenheit da unten!)
Abg. Schieder: Jetzt ist es aber genug!
Frau Bundesministerin! Sie sprachen § 80 Abs. 3 Vergabegesetz an. – Technische, künstlerische Gründe bei "Euroteam"? Wo denn? Wie denn? Was denn? Gefahr in Verzug? Gefahr in Verzug vielleicht in den Parteikassen der SPÖ oder bei einigen SPÖ-Leuten oder bei Personen im Naheverhältnis des Kanzlers. (Abg. Schieder: Jetzt ist es aber genug!) Sonst war da gar keine Gefahr in Verzug, Frau Bundesministerin, das war ein rechtswidriger Akt Ihres Ressorts! Nennen wir es doch beim Namen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Bundesministerin! Sie sprachen § 80 Abs. 3 Vergabegesetz an. – Technische, künstlerische Gründe bei "Euroteam"? Wo denn? Wie denn? Was denn? Gefahr in Verzug? Gefahr in Verzug vielleicht in den Parteikassen der SPÖ oder bei einigen SPÖ-Leuten oder bei Personen im Naheverhältnis des Kanzlers. (Abg. Schieder: Jetzt ist es aber genug!) Sonst war da gar keine Gefahr in Verzug, Frau Bundesministerin, das war ein rechtswidriger Akt Ihres Ressorts! Nennen wir es doch beim Namen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich warte – und das ist mein Schlußsatz – jetzt nur darauf, welche Rechnung das Parlament gestellt bekommt. Denn wenn so teure Menschen so lange Zeit wo anwesend sind, und das mal 183 – oder vielleicht zählt man auch noch die Beamten mit –, dann steht uns eine ordentliche Rechnung ins Haus, Frau Bundesministerin. Aber wir sind ja in diesem Land schon einiges gewöhnt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Krüger: Du hast nichts mehr zu verlieren, Erhard! Gib Gas! – Abg. Koppler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich habe vorher auch nichts zu verlieren gehabt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Koppler. (Abg. Dr. Krüger: Du hast nichts mehr zu verlieren, Erhard! Gib Gas! – Abg. Koppler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich habe vorher auch nichts zu verlieren gehabt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: So ein Blödsinn!
Abgeordneter Erhard Koppler (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Als Herr Universitätsprofessor Lukesch hereingekommen ist, adjustiert vom Herrn Bürgermeister, und dann Herr Steindl mit seinen Unterlagen, habe ich mich gewundert und gefragt, was Kollege Steindl jetzt mit diesen Ordnern machen wird. Nach seiner Rede weiß ich es: Er versteckt sich, weil er sich für seine Rede schämt. Das ist der Grund, denn die Unterlagen hast du eigentlich nicht erwähnt, Kollege Steindl. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: So ein Blödsinn!)
Aha!-Rufe bei den Freiheitlichen und den Grünen.
Kollege Steindl! Eines möchte ich dir allerdings sagen: Die Unterlagen über Lassing sind weit umfangreicher. Das möchte ich dir nur gesagt haben! (Aha!-Rufe bei den Freiheitlichen und den Grünen.) Und wenn du hier einen gewissen Parteiobmann nachäffst mit einer Tafel, auf der "Das rote Netzwerk" steht, dann werde ich das nicht machen, dir aber zum schwarzen Netzwerk etwas sagen (Abg. Dr. Krüger: Ja genau! Erzähl uns ein bißchen was!): Qualifikationsoffensive Waldviertel – Vorzeigeprojekt des Generalsekretärs der Wirtschaftskammer Günter Stummvoll –, Hilfsorganisation "Die Möwe" – Ehrenschutz: Generalsekretärin Rauch-Kallat –, und so weiter und so fort. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Krüger: Ja genau! Erzähl uns ein bißchen was!
Kollege Steindl! Eines möchte ich dir allerdings sagen: Die Unterlagen über Lassing sind weit umfangreicher. Das möchte ich dir nur gesagt haben! (Aha!-Rufe bei den Freiheitlichen und den Grünen.) Und wenn du hier einen gewissen Parteiobmann nachäffst mit einer Tafel, auf der "Das rote Netzwerk" steht, dann werde ich das nicht machen, dir aber zum schwarzen Netzwerk etwas sagen (Abg. Dr. Krüger: Ja genau! Erzähl uns ein bißchen was!): Qualifikationsoffensive Waldviertel – Vorzeigeprojekt des Generalsekretärs der Wirtschaftskammer Günter Stummvoll –, Hilfsorganisation "Die Möwe" – Ehrenschutz: Generalsekretärin Rauch-Kallat –, und so weiter und so fort. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Kollege Steindl! Eines möchte ich dir allerdings sagen: Die Unterlagen über Lassing sind weit umfangreicher. Das möchte ich dir nur gesagt haben! (Aha!-Rufe bei den Freiheitlichen und den Grünen.) Und wenn du hier einen gewissen Parteiobmann nachäffst mit einer Tafel, auf der "Das rote Netzwerk" steht, dann werde ich das nicht machen, dir aber zum schwarzen Netzwerk etwas sagen (Abg. Dr. Krüger: Ja genau! Erzähl uns ein bißchen was!): Qualifikationsoffensive Waldviertel – Vorzeigeprojekt des Generalsekretärs der Wirtschaftskammer Günter Stummvoll –, Hilfsorganisation "Die Möwe" – Ehrenschutz: Generalsekretärin Rauch-Kallat –, und so weiter und so fort. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenrufe bei der ÖVP, den Freiheitlichen und den Grünen.
Die Subventionen gingen quer durch die Parteien. Also lassen wir das, und bleiben wir bei der Sache! (Zwischenrufe bei der ÖVP, den Freiheitlichen und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn ich mir diese Diskussion anhöre, dann ist mir eines klar – und das ist traurig –: Es geht Ihnen nicht um die Sache, es geht Ihnen darum, einen erfolgreichen Bundeskanzler anzupatzen, aber das wird Ihnen nicht gelingen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Van der Bellen meint, die Sozialdemokraten sollten sich von dieser Causa distanzieren: Herr Abgeordneter, das wäre falsch! Wir Sozialdemokraten sind in dieser Causa für eine lückenlose Aufklärung, nicht für eine Distanzierung. Ich möchte Ihnen das nur gesagt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: An die ÖVP auch?
Abgeordneter Steindl spricht in einer Presseaussendung von Verbindungen zu Parteisekretariaten, Abgeordneter Khol unterstellt, daß Aufträge nur an SP-nahe Organisationen erteilt wurden, obwohl er weiß, daß das nicht stimmt. (Abg. Mag. Schweitzer: An die ÖVP auch?) Und die Freiheitlichen und Grünen reden von Betrug, Untreue, Mißbrauch. Also: diese Causa wird schlichtweg kriminalisiert! (Abg. Dr. Krüger: Es ist ja auch kriminell!)
Abg. Dr. Krüger: Es ist ja auch kriminell!
Abgeordneter Steindl spricht in einer Presseaussendung von Verbindungen zu Parteisekretariaten, Abgeordneter Khol unterstellt, daß Aufträge nur an SP-nahe Organisationen erteilt wurden, obwohl er weiß, daß das nicht stimmt. (Abg. Mag. Schweitzer: An die ÖVP auch?) Und die Freiheitlichen und Grünen reden von Betrug, Untreue, Mißbrauch. Also: diese Causa wird schlichtweg kriminalisiert! (Abg. Dr. Krüger: Es ist ja auch kriminell!)
"Na geh!"-Rufe bei der ÖVP, den Freiheitlichen und den Grünen
Aber ich bin hinsichtlich dieser Debatte schon etwas traurig ("Na geh!"-Rufe bei der ÖVP, den Freiheitlichen und den Grünen), und Kollege Öllinger wird mir hoffentlich zustimmen: Durch die jüngsten Berichte wurde die wertvolle Arbeit des AMS aus dem Blickfeld gedrängt und die ausgezeichneten Leistungen – das zeigen auch die internationalen Vergleiche – in der Öffentlichkeit zu Unrecht schlechtgemacht. (Abg. Dr. Petrovic: Das waren "Euroteam" und die SPÖ, nicht das AMS!)
Abg. Dr. Petrovic: Das waren "Euroteam" und die SPÖ, nicht das AMS!
Aber ich bin hinsichtlich dieser Debatte schon etwas traurig ("Na geh!"-Rufe bei der ÖVP, den Freiheitlichen und den Grünen), und Kollege Öllinger wird mir hoffentlich zustimmen: Durch die jüngsten Berichte wurde die wertvolle Arbeit des AMS aus dem Blickfeld gedrängt und die ausgezeichneten Leistungen – das zeigen auch die internationalen Vergleiche – in der Öffentlichkeit zu Unrecht schlechtgemacht. (Abg. Dr. Petrovic: Das waren "Euroteam" und die SPÖ, nicht das AMS!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Faktum ist, daß die Lehrlingsoffensive der Bundesregierung 1997/98 sowie das Regierungsprogramm von Bad Aussee sehr positiv zu bewerten sind. Dafür ist dem Herrn Bundeskanzler und der Frau Bundesministerin Hostasch sehr herzlich zu danken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Abschließend: Die Leistungen des AMS verdienen besondere Anerkennung. Für mich als Vertreter der Arbeitnehmerschaft hat das AMS eine zentrale Funktion in der Arbeitnehmerpolitik. Bekennen wir uns dazu, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Steindl: Er hat ihn nicht gelesen!
Der Bericht sagt etwas ganz anderes, als Herr Abgeordneter Gaugg hier gesagt hat. (Abg. Mag. Steindl: Er hat ihn nicht gelesen!) Ich könnte mit vielen Punkten dieses Berichtes einverstanden sein, weil manche Dinge korrekt und richtig aufgezeigt wurden.
Abg. Wabl: Geh! Wirklich wahr?
Meine Damen und Herren! Frau Dr. Petrovic schüttet hier Schmutzkübel aus. (Abg. Wabl: Geh! Wirklich wahr?) Ja, sie hat von Schmutzkübeln gesprochen. – Frau Abgeordnete Petrovic! Jetzt muß ich Ihnen einmal etwas sagen: Sie gehen immer wieder an die Öffentlichkeit und sagen: Ich erkläre an Eides statt. Bitte, was heißt das überhaupt, in der Öffentlichkeit etwas an Eides statt zu erklären? – Gar nichts!
Beifall bei der ÖVP.
Sie behauptet immer: Ich habe gehört! – Ich würde mir wünschen, daß sich die Abgeordnete und Klubobfrau vielleicht die Ohren etwas reinigt, damit sie alles versteht, was geredet wird. Auf keinen Fall hat Abgeordneter Lukesch so etwas gesagt, was sie uns unterstellt hat. Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Van der Bellen von den Grünen! Wir lassen uns nicht unterstellen, daß wir mit abgezockt haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie hat uns unterstellt, die ÖVP habe mit abgezockt. Herr Van der Bellen, das ist Ihrer Fraktion nicht würdig, und solche Feststellungen lehne ich ab. Das lassen wir uns von Ihnen nicht bieten! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Edler: Das ist eine Rechnungshof-Feststellung!
Herr Abgeordneter Koppler! Wir lassen uns auch nicht unterstellen, daß Abgeordneter Stummvoll im Waldviertel Projekte unkorrekt abgewickelt hat. Es gibt keinen Verdacht dahin gehend, daß Herr Abgeordneter Stummvoll im Waldviertel Projekte unkorrekt abgewickelt hat. (Abg. Edler: Das ist eine Rechnungshof-Feststellung!) – Er hat gesagt: Wir werden uns mit den Projekten von Dr. Stummvoll im Waldviertel beschäftigen. (Abg. Dr. Stummvoll: Das soll er machen!) – Das lassen wir uns nicht bieten, meine Damen und Herren! So geht das nicht! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das soll er machen!
Herr Abgeordneter Koppler! Wir lassen uns auch nicht unterstellen, daß Abgeordneter Stummvoll im Waldviertel Projekte unkorrekt abgewickelt hat. Es gibt keinen Verdacht dahin gehend, daß Herr Abgeordneter Stummvoll im Waldviertel Projekte unkorrekt abgewickelt hat. (Abg. Edler: Das ist eine Rechnungshof-Feststellung!) – Er hat gesagt: Wir werden uns mit den Projekten von Dr. Stummvoll im Waldviertel beschäftigen. (Abg. Dr. Stummvoll: Das soll er machen!) – Das lassen wir uns nicht bieten, meine Damen und Herren! So geht das nicht! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Koppler! Wir lassen uns auch nicht unterstellen, daß Abgeordneter Stummvoll im Waldviertel Projekte unkorrekt abgewickelt hat. Es gibt keinen Verdacht dahin gehend, daß Herr Abgeordneter Stummvoll im Waldviertel Projekte unkorrekt abgewickelt hat. (Abg. Edler: Das ist eine Rechnungshof-Feststellung!) – Er hat gesagt: Wir werden uns mit den Projekten von Dr. Stummvoll im Waldviertel beschäftigen. (Abg. Dr. Stummvoll: Das soll er machen!) – Das lassen wir uns nicht bieten, meine Damen und Herren! So geht das nicht! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Ich möchte klarstellen, damit die Dinge endlich einmal ins rechte Lot gerückt werden: Es sind Unzulänglichkeiten passiert, meine Damen und Herren (Beifall bei der ÖVP), und davor können wir die Augen nicht verschließen!
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Im Zusammenhang mit den Aufträgen über diese 4,2 Millionen Schilling, die hier vergeben wurden, hat sich der Herr Bundeskanzler ganz bewußt in die Sonne gestellt – im Sommer 1997; das ist zitiert worden. Es ist einfach nicht in Ordnung, daß man versucht, sich losgelöst von der gesamten Arbeitsmarktpolitik, die das AMS macht, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales macht, durch eine Hotline und durch Aufträge in die Sonne zu stellen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ja, er hat sich in die Sonne gestellt, meine Damen und Herren, das ist eindeutig – das muß ich Ihnen leider sagen. Er hat sich in die Sonne gestellt, obwohl er zu den Erfolgen wenig beigetragen hat.
Beifall bei der ÖVP.
Wir hatten – und damit möchte ich schließen – im Juni 1999 um 560 Lehrstellensuchende weniger als im Juni 1998, um 21 Prozent weniger. Das ist ein Erfolg der österreichischen Wirtschaft, der Unternehmer, das ist ein Erfolg des AMS, und das ist ein Erfolg jener, die die richtige Arbeitsmarktpolitik betreiben. Wir sollten wieder zurückkehren zu einer Arbeitsmarktpolitik, bei der versucht wird, die Ziele unserer Gesetze zu erreichen, und nicht eine Arbeitsmarktpolitik betreiben, bei der man sich lediglich in der Sonne badet und versucht, Stimmen zu gewinnen. Das können wir in Zukunft nicht akzeptieren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Feurstein: Das habe ich gesagt! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Kollege Feurstein, wenn Sie den Minderheitsbericht der Freiheitlichen gelesen haben, müßten Sie draufgekommen sein, daß in Summe daraus hervorgeht, daß die Lehrlingsoffensive der Bundesregierung unter der Leitung des Bundeskanzlers ordentlich in die Hose gegangen ist (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Feurstein: Das habe ich gesagt! – Weitere Zwischenrufe.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Diese Lehrlingsoffensive stand von Anfang an unter keinem guten Stern, und zwar deshalb, weil einerseits an eine Firma der Auftrag vergeben wurde, eine Studie zu erstellen – ganz ohne Ausschreibung –, und andererseits dieser Firma, die diesen Auftrag ohne Ausschreibung erhalten hat, der Firma "Euroteam", ein besonderes Naheverhältnis zur SPÖ nachgesagt wird, zu Bundeskanzler Klima natürlich auch. Diese Freunderlwirtschaft, diese Schlamperei und Planlosigkeit, mit der da vorgegangen wurde, mit der die Bundesregierung jetzt die Lehrlingsfrage interpretiert, muß hinterfragt werden. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Die ÖVP ist genauso mit dabei, sonst hätte sie etwas mehr aufgezeigt, sonst hätte sie gewissen Anträgen von uns zugestimmt und die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zugelassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Lehrlingsoffensive stand von Anfang an unter keinem guten Stern, und zwar deshalb, weil einerseits an eine Firma der Auftrag vergeben wurde, eine Studie zu erstellen – ganz ohne Ausschreibung –, und andererseits dieser Firma, die diesen Auftrag ohne Ausschreibung erhalten hat, der Firma "Euroteam", ein besonderes Naheverhältnis zur SPÖ nachgesagt wird, zu Bundeskanzler Klima natürlich auch. Diese Freunderlwirtschaft, diese Schlamperei und Planlosigkeit, mit der da vorgegangen wurde, mit der die Bundesregierung jetzt die Lehrlingsfrage interpretiert, muß hinterfragt werden. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Die ÖVP ist genauso mit dabei, sonst hätte sie etwas mehr aufgezeigt, sonst hätte sie gewissen Anträgen von uns zugestimmt und die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zugelassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lukesch: Hast du den Rumpold jetzt gemeint?
Dieser Skandal ist jetzt um noch eine Facette reicher geworden. Nicht nur, daß ein SPÖ-Günstling nach dem anderen im engsten Dunstkreis des Bundeskanzlers in dieser Steuergeldumverteilungsorganisation auftaucht, es stellte sich auch heraus, daß der laut "Kronen Zeitung" polizeibekannte Schläger Dr. C. ebenfalls im "Euroteam" an prominenter Stelle im Führungsteam mitgearbeitet hat. Auch das ist noch aufklärungsbedürftig. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lukesch: Hast du den Rumpold jetzt gemeint?)
Abg. Schwemlein weist zum Platz des Abg. Mag. Barmüller.
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Die Diskussion über dieses Thema ist interessant, in Wirklichkeit allerdings seit dem Redebeitrag des Herrn Abgeordneten Steindl zu Ende. Alles, was jetzt hier noch geredet wird, ist nur ein Sturm im Wasserglas. (Abg. Schwemlein weist zum Platz des Abg. Mag. Barmüller.) – Ja, ich weiß. Nein, Emmerich, ich bleibe deshalb hier beim Rednerpult, weil ich auch dir sagen möchte, mit wieviel Freundlichkeit, gerade auch seitens deiner Fraktion, hier geredet wird. Das tue ich jetzt auch angesichts des Redebeitrages des Herrn Abgeordneten Koppler, nachdem ich etwas gesagt habe, was mir Frau Abgeordnete Gredler aufgetragen hat. Frau Abgeordnete Gredler hat gemeint, sie möchte unbedingt für ihre Berufsgruppe festgehalten haben, daß im Bericht über "Euroteam" Zahnärzte niemals auch nur erwähnt worden sind. (Abg. Dr. Gredler: Danke!)
Abg. Dr. Gredler: Danke!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Die Diskussion über dieses Thema ist interessant, in Wirklichkeit allerdings seit dem Redebeitrag des Herrn Abgeordneten Steindl zu Ende. Alles, was jetzt hier noch geredet wird, ist nur ein Sturm im Wasserglas. (Abg. Schwemlein weist zum Platz des Abg. Mag. Barmüller.) – Ja, ich weiß. Nein, Emmerich, ich bleibe deshalb hier beim Rednerpult, weil ich auch dir sagen möchte, mit wieviel Freundlichkeit, gerade auch seitens deiner Fraktion, hier geredet wird. Das tue ich jetzt auch angesichts des Redebeitrages des Herrn Abgeordneten Koppler, nachdem ich etwas gesagt habe, was mir Frau Abgeordnete Gredler aufgetragen hat. Frau Abgeordnete Gredler hat gemeint, sie möchte unbedingt für ihre Berufsgruppe festgehalten haben, daß im Bericht über "Euroteam" Zahnärzte niemals auch nur erwähnt worden sind. (Abg. Dr. Gredler: Danke!)
Abg. Koppler: Über die Akten!
Sie, Herr Koppler, stellen sich heute her – jetzt, da in Tirol Felsen abstürzen, man einen Landesgeologen nicht mehr in das gefährdete Gebiet gelassen hat, die Bergbehörde nach wie vor nicht reformiert ist – und sagen zu Herrn Steindl: Reden wir nicht darüber. – Es sind zwar zehn Arbeiter gestorben, aber Sie als roter Funktionär in diesem Land sagen, reden wir nicht mehr darüber (Abg. Koppler: Über die Akten!), weil Sie sich in Wirklichkeit das ganze Land längst aufgeteilt haben, Herr Abgeordneter Koppler. Und es ist eine Schande – eine Schande ist es! –, wie Sie da mit Ihrer goldenen Uhr am Handgelenk herumwinken (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Öllinger) und den Menschen in Wirklichkeit doch sagen – Ihrer eigenen Wählerklientel! –: Schleicht’s euch! Schleicht’s euch!, sagen Sie ihnen. (Abg. Parnigoni: Aber geh!)
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Öllinger
Sie, Herr Koppler, stellen sich heute her – jetzt, da in Tirol Felsen abstürzen, man einen Landesgeologen nicht mehr in das gefährdete Gebiet gelassen hat, die Bergbehörde nach wie vor nicht reformiert ist – und sagen zu Herrn Steindl: Reden wir nicht darüber. – Es sind zwar zehn Arbeiter gestorben, aber Sie als roter Funktionär in diesem Land sagen, reden wir nicht mehr darüber (Abg. Koppler: Über die Akten!), weil Sie sich in Wirklichkeit das ganze Land längst aufgeteilt haben, Herr Abgeordneter Koppler. Und es ist eine Schande – eine Schande ist es! –, wie Sie da mit Ihrer goldenen Uhr am Handgelenk herumwinken (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Öllinger) und den Menschen in Wirklichkeit doch sagen – Ihrer eigenen Wählerklientel! –: Schleicht’s euch! Schleicht’s euch!, sagen Sie ihnen. (Abg. Parnigoni: Aber geh!)
Abg. Parnigoni: Aber geh!
Sie, Herr Koppler, stellen sich heute her – jetzt, da in Tirol Felsen abstürzen, man einen Landesgeologen nicht mehr in das gefährdete Gebiet gelassen hat, die Bergbehörde nach wie vor nicht reformiert ist – und sagen zu Herrn Steindl: Reden wir nicht darüber. – Es sind zwar zehn Arbeiter gestorben, aber Sie als roter Funktionär in diesem Land sagen, reden wir nicht mehr darüber (Abg. Koppler: Über die Akten!), weil Sie sich in Wirklichkeit das ganze Land längst aufgeteilt haben, Herr Abgeordneter Koppler. Und es ist eine Schande – eine Schande ist es! –, wie Sie da mit Ihrer goldenen Uhr am Handgelenk herumwinken (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Öllinger) und den Menschen in Wirklichkeit doch sagen – Ihrer eigenen Wählerklientel! –: Schleicht’s euch! Schleicht’s euch!, sagen Sie ihnen. (Abg. Parnigoni: Aber geh!)
Abg. Koppler: Sachlich sind Sie nicht!
Und Herr Abgeordneter Koppler sagt: Steindl, denke an die Lassing-Akten, die sind viel dicker! Du hältst die Klappe über das "Euroteam", wir lassen euch mit Farnleitner in Ruhe, weil der kommt in der nächsten Legislaturperiode sowieso nicht mehr. (Abg. Koppler: Sachlich sind Sie nicht!)
Abg. Koppler: Sachlich sind Sie nicht!
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas, Herr Abgeordneter. (Abg. Koppler: Sachlich sind Sie nicht!) – Ich bin sehr sachlich, Herr Abgeordneter Koppler, denn die Vorhaltungen, die ich Ihnen mache, sind gerechtfertigt, und das weiß jeder! (Abg. Koppler: Sie wissen genau, was ich gemeint habe!) Ich muß das aber sagen, wenn Sie sich hier herunterstellen. Es kommt ja nur in Wahlzeiten, Herr Abgeordneter Koppler, gerade ein wenig von dem auf, was Sie sich hinten herum alles ausmachen. Nur ein wenig von all dem!
Abg. Koppler: Sie wissen genau, was ich gemeint habe!
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas, Herr Abgeordneter. (Abg. Koppler: Sachlich sind Sie nicht!) – Ich bin sehr sachlich, Herr Abgeordneter Koppler, denn die Vorhaltungen, die ich Ihnen mache, sind gerechtfertigt, und das weiß jeder! (Abg. Koppler: Sie wissen genau, was ich gemeint habe!) Ich muß das aber sagen, wenn Sie sich hier herunterstellen. Es kommt ja nur in Wahlzeiten, Herr Abgeordneter Koppler, gerade ein wenig von dem auf, was Sie sich hinten herum alles ausmachen. Nur ein wenig von all dem!
Anhaltender Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Ing. Langthaler: Sehr richtig!
Sie, Herr Abgeordneter Koppler, haben heute ein schönes Beispiel dafür geliefert, was Ihnen Ihre eigene Wählerklientel wert ist, wenn es darum geht, etwas zu vertuschen. Diese zählt überhaupt nichts. Die Leute in diesem Land müssen das einmal realisieren. Solange sie Ihnen noch die Stimme geben, wird man mit ihnen immer noch so verfahren, wie Sie es hier getan haben – und das ist schändlich! (Anhaltender Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Ing. Langthaler: Sehr richtig!)
Abg. Dr. Graf: Jubel! 24! Hurra!
Abgeordnete Annemarie Reitsamer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Die Jugendbeschäftigungsinitiative der Bundesregierung war ein großer Erfolg – nicht zuletzt deshalb, weil sehr rasch reagiert wurde. (Abg. Dr. Graf: Jubel! 24! Hurra!) Aber das kann die Opposition natürlich sehr schlecht aushalten.
Ruf bei den Freiheitlichen: Einer reicht!
Ich darf nur ein paar Punkte nennen (Ruf bei den Freiheitlichen: Einer reicht!): die Reduktion beziehungsweise den Entfall des Dienstgeberbeitrages zur Sozialversicherung, weiters Steuerreformbestimmungen bei der Aufnahme eines Lehrlings und bei Abschluß der Lehrlingsausbildung. Und dieser zweite Schritt ist mir ganz besonders wichtig, meine Damen und Herren, denn einen Lehrling aufzunehmen, Fördergelder zu lukrieren, ihn dann aber wieder sozusagen zu entsorgen, wie es oft beabsichtigt wird, dem muß man entgegenwirken! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf nur ein paar Punkte nennen (Ruf bei den Freiheitlichen: Einer reicht!): die Reduktion beziehungsweise den Entfall des Dienstgeberbeitrages zur Sozialversicherung, weiters Steuerreformbestimmungen bei der Aufnahme eines Lehrlings und bei Abschluß der Lehrlingsausbildung. Und dieser zweite Schritt ist mir ganz besonders wichtig, meine Damen und Herren, denn einen Lehrling aufzunehmen, Fördergelder zu lukrieren, ihn dann aber wieder sozusagen zu entsorgen, wie es oft beabsichtigt wird, dem muß man entgegenwirken! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Wie viele Lehrlinge hat das "Euroteam" geschaffen bis jetzt?
Daß diese Angst nicht unbegründet war, kann ich Ihnen auch beweisen. Ich möchte Sie nur daran erinnern, die Förderzusage ... (Abg. Mag. Schweitzer: Wie viele Lehrlinge hat das "Euroteam" geschaffen bis jetzt?) – Warten Sie einmal, das kommt schon, Herr Kollege! Ich habe nur wenig Redezeit. Warten Sie ein bißchen!
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Petrovic.
Ich darf auch an das Jugendausbildungssicherungsgesetz erinnern, Lehrgänge und Stiftungen für jene, die trotz aller anderen Maßnahmen noch immer keinen Lehrplatz hatten. Firmen, die bislang nicht ausgebildet haben, mußte man durch eine Fülle von Begleitmaßnahmen, insbesondere Beratung, als Ausbildner gewinnen. Da Herr Kollege Steindl hier von Planlosigkeit geredet hat und die unentgeltliche Zuarbeit der "Wiener Kinderfreunde" und der Wiener SPÖ angesprochen wurde: Es wäre den Grünen und anderen Parteien unbenommen gewesen, sich auch daran zu beteiligen! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Petrovic.)
Abg. Mag. Steindl: Schlimm genug!
Übrigens sei hier auch noch erwähnt, daß Aufträge an "Euroteam" 0,25 Prozent jener Mittel ausmachen, die innerhalb von zwei Jahren an Förderungen und Unterstützungen für neue Jugendarbeitsplätze geleistet wurden, und zwar großteils an Privatunternehmen. (Abg. Mag. Steindl: Schlimm genug!)
Beifall bei der SPÖ.
Es hat nicht des Einschreitens der Opposition bedurft. Das AMS hatte bereits Unzulänglichkeiten aufgezeigt, verlangt Prüfungen, hat sich die Endabrechnung vorbehalten. Ich sage Ihnen folgendes: Ich habe das Gefühl, seit heute haben wir sechs Fraktionen. Herr Kollege Feurstein klatscht zwar Herrn Kollegen Steindl Beifall, redet aber hier herunten mit Engelszungen zum gemeinsamen Bericht, der genau diese Unzulänglichkeiten aufzeigt – aber in sachlicher Form. Herr Kollege Steindl wirft einen wahren Schmutzkübel über alles, über die ganze Lehrlingsinitiative und trägt hier Aktenordner herein. – Warum haben Sie denn keine Ordner über die "World Vision"-Affäre hereingeschleppt? Das frage ich Sie, Herr Kollege! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Steindl: Frau Oberlehrer!
Ich möchte auch noch darauf verweisen, daß sowohl der Herr Bundeskanzler als auch die Frau Sozialministerin von sich aus den Rechnungshof um Prüfung gebeten haben. (Abg. Mag. Steindl: Frau Oberlehrer!) Solange diese Prüfungsergebnisse nicht vorliegen, meine Damen und Herren, hat die Unschuldsvermutung zu gelten – etwas, was man in der Causa Rosenstingl hier immer wieder und sehr lautstark verlangt hat. Die Institutionen, die dafür zuständig sind, nämlich Staatsanwaltschaft und Gerichte, werden sich, wenn es Unklarheiten gibt, mit der Sache auseinanderzusetzen haben.
Zwischenruf des Abg. Mag. Steindl
Ich halte es nur für verantwortungslos, die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und das Bemühen der Bundesregierung um jeden einzelnen Arbeitsplatz mit solchen Aktionen madig zu machen. Sie erschüttern damit auch das Vertrauen jener Menschen in das AMS, die darauf angewiesen sind, auf die bewährten Dienstleistungen zurückzugreifen (Zwischenruf des Abg. Mag. Steindl), weil sie, aus welchen Gründen auch immer, ihre Arbeit verloren haben. Das ist kein guter Dienst am AMS und kein guter Dienst an den Arbeitsuchenden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich halte es nur für verantwortungslos, die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und das Bemühen der Bundesregierung um jeden einzelnen Arbeitsplatz mit solchen Aktionen madig zu machen. Sie erschüttern damit auch das Vertrauen jener Menschen in das AMS, die darauf angewiesen sind, auf die bewährten Dienstleistungen zurückzugreifen (Zwischenruf des Abg. Mag. Steindl), weil sie, aus welchen Gründen auch immer, ihre Arbeit verloren haben. Das ist kein guter Dienst am AMS und kein guter Dienst an den Arbeitsuchenden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Reitsamer: Sechs!
Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Frau Kollegin Reitsamer, ich stimme mit Ihnen überein, daß die Jugendbeschäftigungsinitiative der Bundesregierung durchaus ein Erfolg gewesen ist. Gar keine Frage! Sie brauchen dann nicht zu sagen, es gebe hier sieben – oder welche Anzahl auch immer – Fraktionen im Haus. (Abg. Reitsamer: Sechs!) – Oder sechs, ja. Diese Initiative war eine Notmaßnahme in einer Situation, in der auch die ÖVP selbstverständlich nicht dabei zuschauen konnte und wollte, daß Jugendliche ohne Ausbildungsplatz auf der Straße stehen. Keine Frage! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Frau Kollegin Reitsamer, ich stimme mit Ihnen überein, daß die Jugendbeschäftigungsinitiative der Bundesregierung durchaus ein Erfolg gewesen ist. Gar keine Frage! Sie brauchen dann nicht zu sagen, es gebe hier sieben – oder welche Anzahl auch immer – Fraktionen im Haus. (Abg. Reitsamer: Sechs!) – Oder sechs, ja. Diese Initiative war eine Notmaßnahme in einer Situation, in der auch die ÖVP selbstverständlich nicht dabei zuschauen konnte und wollte, daß Jugendliche ohne Ausbildungsplatz auf der Straße stehen. Keine Frage! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Reitsamer: O ja!
Aber, Frau Reitsamer, das ist heute nicht das Thema. (Abg. Reitsamer: O ja!) Zwei Dinge sind Thema, und Sie haben diese im Rechnungshofunterausschuß gehört. Ich habe der Frau Bundesministerin vorwerfen müssen, daß sie eigentlich Jahre zuvor schon hätte sehen können (Abg. Reitsamer: Wie lange ist die Frau Bundesministerin schon Bundesministerin?), wie sich die Altersentwicklung der Jugendlichen darstellt – demographische Daten sind eindeutig –, und daß die Unternehmen permanent über steigende Kosten bei der Lehrlingsausbildung klagen und sich beschweren.
Abg. Reitsamer: Wie lange ist die Frau Bundesministerin schon Bundesministerin?
Aber, Frau Reitsamer, das ist heute nicht das Thema. (Abg. Reitsamer: O ja!) Zwei Dinge sind Thema, und Sie haben diese im Rechnungshofunterausschuß gehört. Ich habe der Frau Bundesministerin vorwerfen müssen, daß sie eigentlich Jahre zuvor schon hätte sehen können (Abg. Reitsamer: Wie lange ist die Frau Bundesministerin schon Bundesministerin?), wie sich die Altersentwicklung der Jugendlichen darstellt – demographische Daten sind eindeutig –, und daß die Unternehmen permanent über steigende Kosten bei der Lehrlingsausbildung klagen und sich beschweren.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brix: Das ist ja nicht ein Widerspruch!
Irgendwann einmal ist das Faß übergelaufen, und genau jene Maßnahmen, die Sie jetzt aufgezählt haben, diese Sonderförderungsmaßnahmen beziehungsweise das, was wir in der Steuerreform durchgesetzt haben, zeigen ja, daß auch Sie verstanden haben, daß die Lehrlingsausbildung im Durchschnitt zu teuer geworden ist und daher gefördert werden muß. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brix: Das ist ja nicht ein Widerspruch!)
Beifall bei der ÖVP.
Und da können die anderen Fraktionen, die Oppositionsfraktionen noch so laut tönen: Ich bin diesbezüglich Zeuge, denn ich war bei sämtlichen Rechnungshofunterausschüssen, die eingesetzt worden sind, dabei und habe in ihnen mitgearbeitet. Noch nie waren die Indizien auf mehrere Unzulänglichkeiten – man muß das nur richtig lesen! – so dicht wie dieses Mal. (Beifall bei der ÖVP.) Und es sind ja auch entsprechende Konsequenzen gezogen worden.
Abg. Gaugg: 950 Seiten sind es!
Eine Sache liegt mir als Forscher besonders am Herzen: "Forschungsgemeinschaft Stuhlpfarrer – Rieder", also die Erarbeitung einer Unterlage zur Lehrlings- und Berufsausbildungsanalyse in der Europäischen Gemeinschaft. Dieses vielzitierte Werk mit seinen sage und schreibe 600 Seiten – es ist ja schon oft gesagt worden – besteht überwiegend aus der Wiedergabe von Amtsblättern der Europäischen Gemeinschaft. (Abg. Gaugg: 950 Seiten sind es!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Stuhlpfarrer, ich nehme an, das sind die Ergebnisse, mit denen Sie sich einen Einstieg in weitere Aufträge verschafft haben und die Ihre besondere Qualifikation auch zur freihändigen Vergabe von Aufträgen rechtfertigen sollen. Das war sicher ein Riesenfehler, der hier gemacht worden ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daß man mit dem Vereinsrecht äußerst schlampig umgegangen ist, wurde hier auch schon gesagt und steht auch im Bericht drinnen. Wer dafür die Schuldigen sind? – Ich möchte niemanden und schon gar nicht einen jungen Menschen vorverurteilen, aber in vier Jahren insgesamt 47 Millionen Schilling an Förderungen von verschiedenen Seiten zu erhalten und sich nicht einmal einen Bericht des Rechnungsprüfers in diesem Verein anzuhören oder zu verlangen – das ist wirklich zuviel! Das ist wirklich mehr als Schlamperei in diesem Bereich! Daher soll man sich nicht wundern, wenn hier Indizien aufgezeigt werden, die letztlich zu Sachverhaltsdarstellungen an die Staatsanwaltschaft und zu Sonderprüfaufträgen des Rechnungshofes führen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schieder: Es wäre nur gescheit, manche würden nach vorne flüchten! Zum Beispiel der Herr Verteidigungsminister!
Dazu nur zweierlei: Auch eine Flucht nach vorne, Kollege Schieder, ist eine Flucht. (Abg. Schieder: Es wäre nur gescheit, manche würden nach vorne flüchten! Zum Beispiel der Herr Verteidigungsminister!) Und die Abwesenheit des Herrn Bundeskanzlers bei dieser Dringlichen Anfrage legt die Vermutung nahe, daß es auch ein Versuch der Flucht aus der politischen Verantwortung ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dazu nur zweierlei: Auch eine Flucht nach vorne, Kollege Schieder, ist eine Flucht. (Abg. Schieder: Es wäre nur gescheit, manche würden nach vorne flüchten! Zum Beispiel der Herr Verteidigungsminister!) Und die Abwesenheit des Herrn Bundeskanzlers bei dieser Dringlichen Anfrage legt die Vermutung nahe, daß es auch ein Versuch der Flucht aus der politischen Verantwortung ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Eine Rechnungshofprüfung ist doch keine Flucht!
Für ein politisches Sommerthema kurz vor den Wahlen ist gesorgt! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Eine Rechnungshofprüfung ist doch keine Flucht!)
Abg. Brix: Im "Euroteam Burgenland"! – Abg. Gaugg: Nein! Falsch!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Minister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auf einen bemerkenswerten Widerspruch bin ich durch meinen Kollegen Krüger aufmerksam gemacht worden: Der Sohn des Bundeskanzlers, Jan Klima, hat uns im Unterausschuß über eine schriftliche Äußerung mitgeteilt, er habe erst durch die Berichterstattung überhaupt erfahren, daß er Rechnungsprüfer im "Euroteam" ist. (Abg. Brix: Im "Euroteam Burgenland"! – Abg. Gaugg: Nein! Falsch!) Aber, Kollege Brix, sein Vater, der Bundeskanzler Viktor Klima, hat über den Pressedienst der Sozialdemokraten gesagt, daß sein Sohn lediglich die Bereitschaft erklärt habe, als Rechnungsprüfer bei einem Verein tätig zu sein. (Abg. Reitsamer: Beim "Euroteam Wien"! – Abg. Brix: Das hat er gesagt! – Abg. Gaugg: Falsch! Du mußt die Akten studieren!) Also wer hat jetzt recht: Klima oder Klima? (Abg. Reitsamer: Beide!) Das ist die Frage, die sich nun stellt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Brix: Wenn man das vermischt!)
Abg. Reitsamer: Beim "Euroteam Wien"! – Abg. Brix: Das hat er gesagt! – Abg. Gaugg: Falsch! Du mußt die Akten studieren!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Minister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auf einen bemerkenswerten Widerspruch bin ich durch meinen Kollegen Krüger aufmerksam gemacht worden: Der Sohn des Bundeskanzlers, Jan Klima, hat uns im Unterausschuß über eine schriftliche Äußerung mitgeteilt, er habe erst durch die Berichterstattung überhaupt erfahren, daß er Rechnungsprüfer im "Euroteam" ist. (Abg. Brix: Im "Euroteam Burgenland"! – Abg. Gaugg: Nein! Falsch!) Aber, Kollege Brix, sein Vater, der Bundeskanzler Viktor Klima, hat über den Pressedienst der Sozialdemokraten gesagt, daß sein Sohn lediglich die Bereitschaft erklärt habe, als Rechnungsprüfer bei einem Verein tätig zu sein. (Abg. Reitsamer: Beim "Euroteam Wien"! – Abg. Brix: Das hat er gesagt! – Abg. Gaugg: Falsch! Du mußt die Akten studieren!) Also wer hat jetzt recht: Klima oder Klima? (Abg. Reitsamer: Beide!) Das ist die Frage, die sich nun stellt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Brix: Wenn man das vermischt!)
Abg. Reitsamer: Beide!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Minister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auf einen bemerkenswerten Widerspruch bin ich durch meinen Kollegen Krüger aufmerksam gemacht worden: Der Sohn des Bundeskanzlers, Jan Klima, hat uns im Unterausschuß über eine schriftliche Äußerung mitgeteilt, er habe erst durch die Berichterstattung überhaupt erfahren, daß er Rechnungsprüfer im "Euroteam" ist. (Abg. Brix: Im "Euroteam Burgenland"! – Abg. Gaugg: Nein! Falsch!) Aber, Kollege Brix, sein Vater, der Bundeskanzler Viktor Klima, hat über den Pressedienst der Sozialdemokraten gesagt, daß sein Sohn lediglich die Bereitschaft erklärt habe, als Rechnungsprüfer bei einem Verein tätig zu sein. (Abg. Reitsamer: Beim "Euroteam Wien"! – Abg. Brix: Das hat er gesagt! – Abg. Gaugg: Falsch! Du mußt die Akten studieren!) Also wer hat jetzt recht: Klima oder Klima? (Abg. Reitsamer: Beide!) Das ist die Frage, die sich nun stellt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Brix: Wenn man das vermischt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Brix: Wenn man das vermischt!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Minister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auf einen bemerkenswerten Widerspruch bin ich durch meinen Kollegen Krüger aufmerksam gemacht worden: Der Sohn des Bundeskanzlers, Jan Klima, hat uns im Unterausschuß über eine schriftliche Äußerung mitgeteilt, er habe erst durch die Berichterstattung überhaupt erfahren, daß er Rechnungsprüfer im "Euroteam" ist. (Abg. Brix: Im "Euroteam Burgenland"! – Abg. Gaugg: Nein! Falsch!) Aber, Kollege Brix, sein Vater, der Bundeskanzler Viktor Klima, hat über den Pressedienst der Sozialdemokraten gesagt, daß sein Sohn lediglich die Bereitschaft erklärt habe, als Rechnungsprüfer bei einem Verein tätig zu sein. (Abg. Reitsamer: Beim "Euroteam Wien"! – Abg. Brix: Das hat er gesagt! – Abg. Gaugg: Falsch! Du mußt die Akten studieren!) Also wer hat jetzt recht: Klima oder Klima? (Abg. Reitsamer: Beide!) Das ist die Frage, die sich nun stellt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Brix: Wenn man das vermischt!)
Abg. Brix: Das glaube ich nicht!
Fürchterliches wurde zutage gefördert, etwa extrem teure Projekte – Kollege Gaugg hat eines von diesen genannt – mit durchwegs gleichen Merkmalen. Da wirst du mir, Kollege Otmar Brix, recht geben. (Abg. Brix: Das glaube ich nicht!) Überall gibt es eine hochbezahlte Projektleitung – natürlich SPÖ-Mitglied oder SPÖ-nahe. Es gibt teures Ausbildungspersonal – natürlich SPÖ-Mitglieder oder SPÖ-nahe Österreicher. Es gibt teures Verwaltungspersonal – natürlich SPÖ-Mitglieder oder SPÖ-nahe Österreicher. (Abg. Brix: Gibt es eine Bestimmung in Österreich, wo steht, wo man Mitglied sein kann?) Es gibt extrem teure Infrastrukturinvestitionen, es gibt extrem teure Büros.
Abg. Brix: Gibt es eine Bestimmung in Österreich, wo steht, wo man Mitglied sein kann?
Fürchterliches wurde zutage gefördert, etwa extrem teure Projekte – Kollege Gaugg hat eines von diesen genannt – mit durchwegs gleichen Merkmalen. Da wirst du mir, Kollege Otmar Brix, recht geben. (Abg. Brix: Das glaube ich nicht!) Überall gibt es eine hochbezahlte Projektleitung – natürlich SPÖ-Mitglied oder SPÖ-nahe. Es gibt teures Ausbildungspersonal – natürlich SPÖ-Mitglieder oder SPÖ-nahe Österreicher. Es gibt teures Verwaltungspersonal – natürlich SPÖ-Mitglieder oder SPÖ-nahe Österreicher. (Abg. Brix: Gibt es eine Bestimmung in Österreich, wo steht, wo man Mitglied sein kann?) Es gibt extrem teure Infrastrukturinvestitionen, es gibt extrem teure Büros.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Brix
Man hat zum Beispiel (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Brix) – hör einmal zu! – im Burgenland, in Eisenstadt, ein Büro mit kompletter Infrastruktur, mit Sekretärin, mit Projektleiter, eingerichtet, um dann in Oberwart ein weiteres Büro einzurichten und dort schlußendlich sieben Ausbildungsplätze für Lehrlinge zu schaffen – insgesamt extrem hohe Kosten, extrem hohe Investitionen.
Abg. Brix: Wichtig ist doch, was abgerechnet wurde!
Wenn man sich dann noch die Kosten für die Auslandsreisen und die Inlandsreisen anschaut, so erkennt man: Da ist immer nur der Projektleiter herumgefahren und hat enorme Reisekosten verursacht. (Abg. Brix: Wichtig ist doch, was abgerechnet wurde!) Und mit welchem Ergebnis? Jetzt kommen wir zum Ergebnis: Die Kosten waren enorm, und profitiert haben rote Parteigänger und "rotparteinahe" Österreicher. (Abg. Brix: Aber das stimmt doch nicht!) Die Kosten waren enorm. Was ist herausgekommen? Wie viele Lehrstellen?
Abg. Brix: Aber das stimmt doch nicht!
Wenn man sich dann noch die Kosten für die Auslandsreisen und die Inlandsreisen anschaut, so erkennt man: Da ist immer nur der Projektleiter herumgefahren und hat enorme Reisekosten verursacht. (Abg. Brix: Wichtig ist doch, was abgerechnet wurde!) Und mit welchem Ergebnis? Jetzt kommen wir zum Ergebnis: Die Kosten waren enorm, und profitiert haben rote Parteigänger und "rotparteinahe" Österreicher. (Abg. Brix: Aber das stimmt doch nicht!) Die Kosten waren enorm. Was ist herausgekommen? Wie viele Lehrstellen?
Abg. Reitsamer: Das habe ich Ihnen vorgelesen!
Frau Kollegin Reitsamer, Sie haben gesagt, Sie haben keine Zeit, die Redezeit ist beschränkt. Wie viele Lehrstellen wurden geschaffen? – Jetzt geht es auf meine Zeit. Sagen Sie es! (Abg. Reitsamer: Das habe ich Ihnen vorgelesen!) Wie viele Lehrstellen wurden mit der ganzen "Euroteam"-Geschichte, mit diesen 47 Millionen Schilling bis jetzt geschaffen? Wie viele? (Abg. Reitsamer: Da haben Sie schlecht aufgepaßt!) Wie viele, Frau Kollegin Reitsamer? Na, sagen Sie es doch! Wie viele Lehrstellen wurden geschaffen? Wie viele? (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!) Wie viele? (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!) Meine Redezeit stelle ich Ihnen zur Verfügung. (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör! Fragen Sie das Salzamt!)
Abg. Reitsamer: Da haben Sie schlecht aufgepaßt!
Frau Kollegin Reitsamer, Sie haben gesagt, Sie haben keine Zeit, die Redezeit ist beschränkt. Wie viele Lehrstellen wurden geschaffen? – Jetzt geht es auf meine Zeit. Sagen Sie es! (Abg. Reitsamer: Das habe ich Ihnen vorgelesen!) Wie viele Lehrstellen wurden mit der ganzen "Euroteam"-Geschichte, mit diesen 47 Millionen Schilling bis jetzt geschaffen? Wie viele? (Abg. Reitsamer: Da haben Sie schlecht aufgepaßt!) Wie viele, Frau Kollegin Reitsamer? Na, sagen Sie es doch! Wie viele Lehrstellen wurden geschaffen? Wie viele? (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!) Wie viele? (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!) Meine Redezeit stelle ich Ihnen zur Verfügung. (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör! Fragen Sie das Salzamt!)
Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!
Frau Kollegin Reitsamer, Sie haben gesagt, Sie haben keine Zeit, die Redezeit ist beschränkt. Wie viele Lehrstellen wurden geschaffen? – Jetzt geht es auf meine Zeit. Sagen Sie es! (Abg. Reitsamer: Das habe ich Ihnen vorgelesen!) Wie viele Lehrstellen wurden mit der ganzen "Euroteam"-Geschichte, mit diesen 47 Millionen Schilling bis jetzt geschaffen? Wie viele? (Abg. Reitsamer: Da haben Sie schlecht aufgepaßt!) Wie viele, Frau Kollegin Reitsamer? Na, sagen Sie es doch! Wie viele Lehrstellen wurden geschaffen? Wie viele? (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!) Wie viele? (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!) Meine Redezeit stelle ich Ihnen zur Verfügung. (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör! Fragen Sie das Salzamt!)
Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!
Frau Kollegin Reitsamer, Sie haben gesagt, Sie haben keine Zeit, die Redezeit ist beschränkt. Wie viele Lehrstellen wurden geschaffen? – Jetzt geht es auf meine Zeit. Sagen Sie es! (Abg. Reitsamer: Das habe ich Ihnen vorgelesen!) Wie viele Lehrstellen wurden mit der ganzen "Euroteam"-Geschichte, mit diesen 47 Millionen Schilling bis jetzt geschaffen? Wie viele? (Abg. Reitsamer: Da haben Sie schlecht aufgepaßt!) Wie viele, Frau Kollegin Reitsamer? Na, sagen Sie es doch! Wie viele Lehrstellen wurden geschaffen? Wie viele? (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!) Wie viele? (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!) Meine Redezeit stelle ich Ihnen zur Verfügung. (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör! Fragen Sie das Salzamt!)
Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör! Fragen Sie das Salzamt!
Frau Kollegin Reitsamer, Sie haben gesagt, Sie haben keine Zeit, die Redezeit ist beschränkt. Wie viele Lehrstellen wurden geschaffen? – Jetzt geht es auf meine Zeit. Sagen Sie es! (Abg. Reitsamer: Das habe ich Ihnen vorgelesen!) Wie viele Lehrstellen wurden mit der ganzen "Euroteam"-Geschichte, mit diesen 47 Millionen Schilling bis jetzt geschaffen? Wie viele? (Abg. Reitsamer: Da haben Sie schlecht aufgepaßt!) Wie viele, Frau Kollegin Reitsamer? Na, sagen Sie es doch! Wie viele Lehrstellen wurden geschaffen? Wie viele? (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!) Wie viele? (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!) Meine Redezeit stelle ich Ihnen zur Verfügung. (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör! Fragen Sie das Salzamt!)
Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!
Kollege Schieder! Wie viele Lehrplätze haben Sie geschaffen? (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!) Das ist meine Redezeit. Meine Redezeit steht Ihnen zur Verfügung. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Sie sagt es nicht, weil sie es nicht weiß!) Wir warten! Wie viele Lehrstellen? Wie viele? (Abg. Reitsamer: 2 400! – Abg. Haigermoser: Ha, ha, ha!) – Ein bis zwei Handvoll Lehrstellen, meine Damen und Herren, wurden mit diesen 47 Millionen Schilling bis jetzt geschaffen! Und das rechtfertigt den finanziellen Aufwand nicht! (Abg. Dr. Krüger: 24 Lehrstellen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Sie sagt es nicht, weil sie es nicht weiß!
Kollege Schieder! Wie viele Lehrplätze haben Sie geschaffen? (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!) Das ist meine Redezeit. Meine Redezeit steht Ihnen zur Verfügung. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Sie sagt es nicht, weil sie es nicht weiß!) Wir warten! Wie viele Lehrstellen? Wie viele? (Abg. Reitsamer: 2 400! – Abg. Haigermoser: Ha, ha, ha!) – Ein bis zwei Handvoll Lehrstellen, meine Damen und Herren, wurden mit diesen 47 Millionen Schilling bis jetzt geschaffen! Und das rechtfertigt den finanziellen Aufwand nicht! (Abg. Dr. Krüger: 24 Lehrstellen!)
Abg. Reitsamer: 2 400! – Abg. Haigermoser: Ha, ha, ha!
Kollege Schieder! Wie viele Lehrplätze haben Sie geschaffen? (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!) Das ist meine Redezeit. Meine Redezeit steht Ihnen zur Verfügung. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Sie sagt es nicht, weil sie es nicht weiß!) Wir warten! Wie viele Lehrstellen? Wie viele? (Abg. Reitsamer: 2 400! – Abg. Haigermoser: Ha, ha, ha!) – Ein bis zwei Handvoll Lehrstellen, meine Damen und Herren, wurden mit diesen 47 Millionen Schilling bis jetzt geschaffen! Und das rechtfertigt den finanziellen Aufwand nicht! (Abg. Dr. Krüger: 24 Lehrstellen!)
Abg. Dr. Krüger: 24 Lehrstellen!
Kollege Schieder! Wie viele Lehrplätze haben Sie geschaffen? (Abg. Schieder: Das ist doch kein Verhör!) Das ist meine Redezeit. Meine Redezeit steht Ihnen zur Verfügung. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Sie sagt es nicht, weil sie es nicht weiß!) Wir warten! Wie viele Lehrstellen? Wie viele? (Abg. Reitsamer: 2 400! – Abg. Haigermoser: Ha, ha, ha!) – Ein bis zwei Handvoll Lehrstellen, meine Damen und Herren, wurden mit diesen 47 Millionen Schilling bis jetzt geschaffen! Und das rechtfertigt den finanziellen Aufwand nicht! (Abg. Dr. Krüger: 24 Lehrstellen!)
Abg. Haigermoser: Die war auch dabei?
Die Antwort hat Kollege Koppler gegeben. Kollege Koppler kommt heraus und sagt: Freunde von der ÖVP! Wenn ihr pampig werdet, dann werden wir einmal ein paar Papierln herausholen, und dann lesen wir vor, was der Stummvoll für Probleme mit der Arbeitsmarktförderung im Waldviertel hat, dann schauen wir, was die Rauch-Kallat da alles an Problemstellen aufzuweisen hat. (Abg. Haigermoser: Die war auch dabei?) Dann werden wir halt die Liste, die wir da hinten haben, einmal nach vorne nehmen und herunterlesen. – Und das ist es, Kollege Steindl, was dich davon abhält, diese Sache in einem Untersuchungsausschuß aufzuklären! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Antwort hat Kollege Koppler gegeben. Kollege Koppler kommt heraus und sagt: Freunde von der ÖVP! Wenn ihr pampig werdet, dann werden wir einmal ein paar Papierln herausholen, und dann lesen wir vor, was der Stummvoll für Probleme mit der Arbeitsmarktförderung im Waldviertel hat, dann schauen wir, was die Rauch-Kallat da alles an Problemstellen aufzuweisen hat. (Abg. Haigermoser: Die war auch dabei?) Dann werden wir halt die Liste, die wir da hinten haben, einmal nach vorne nehmen und herunterlesen. – Und das ist es, Kollege Steindl, was dich davon abhält, diese Sache in einem Untersuchungsausschuß aufzuklären! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Ha, ha, ha!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wozu eine Dringliche Anfrage, wenn wir dieses Thema heute als Punkt 19 auf der Tagesordnung haben? – Eine Frage, die sich jeder denkende Mensch ja wohl stellen wird dürfen. Herr Kollege Lukesch hat sie uns ja dankenswerterweise in seinem Beitrag beantwortet: Wir brauchen ein Sommerthema! Die SPÖ ist zu erfolgreich, wir brauchen ein Sommerthema. (Abg. Haigermoser: Ha, ha, ha!) Das Sommerthema heißt "Anpatzen". (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Wie viele Lehrlinge? Wie viele? 24 Lehrstellen!) Also mit Ihnen rede ich nicht; wenn Sie 24 und 2 400 nicht unterscheiden können, dann ist das keine Diskussionsebene. Tut mir leid! Manchmal zählen auch Nullen, nicht immer, aber manchmal, vor allem, wenn sie hinten dranhängen. (Abg. Haigermoser: 24 Lehrlinge um 47 Millionen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Wie viele Lehrlinge? Wie viele? 24 Lehrstellen!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wozu eine Dringliche Anfrage, wenn wir dieses Thema heute als Punkt 19 auf der Tagesordnung haben? – Eine Frage, die sich jeder denkende Mensch ja wohl stellen wird dürfen. Herr Kollege Lukesch hat sie uns ja dankenswerterweise in seinem Beitrag beantwortet: Wir brauchen ein Sommerthema! Die SPÖ ist zu erfolgreich, wir brauchen ein Sommerthema. (Abg. Haigermoser: Ha, ha, ha!) Das Sommerthema heißt "Anpatzen". (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Wie viele Lehrlinge? Wie viele? 24 Lehrstellen!) Also mit Ihnen rede ich nicht; wenn Sie 24 und 2 400 nicht unterscheiden können, dann ist das keine Diskussionsebene. Tut mir leid! Manchmal zählen auch Nullen, nicht immer, aber manchmal, vor allem, wenn sie hinten dranhängen. (Abg. Haigermoser: 24 Lehrlinge um 47 Millionen!)
Abg. Haigermoser: 24 Lehrlinge um 47 Millionen!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wozu eine Dringliche Anfrage, wenn wir dieses Thema heute als Punkt 19 auf der Tagesordnung haben? – Eine Frage, die sich jeder denkende Mensch ja wohl stellen wird dürfen. Herr Kollege Lukesch hat sie uns ja dankenswerterweise in seinem Beitrag beantwortet: Wir brauchen ein Sommerthema! Die SPÖ ist zu erfolgreich, wir brauchen ein Sommerthema. (Abg. Haigermoser: Ha, ha, ha!) Das Sommerthema heißt "Anpatzen". (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Wie viele Lehrlinge? Wie viele? 24 Lehrstellen!) Also mit Ihnen rede ich nicht; wenn Sie 24 und 2 400 nicht unterscheiden können, dann ist das keine Diskussionsebene. Tut mir leid! Manchmal zählen auch Nullen, nicht immer, aber manchmal, vor allem, wenn sie hinten dranhängen. (Abg. Haigermoser: 24 Lehrlinge um 47 Millionen!)
Abg. Haigermoser: Eine schwierige Frage! Wie viele Lehrlinge?
Herr Kollege Feurstein hat es sehr deutlich gesagt. Doch, Herr Kollege Feurstein, es stellt sich die Frage nach Sonne und Schatten. (Abg. Haigermoser: Eine schwierige Frage! Wie viele Lehrlinge?) Die Erfolge der Lehrlingsoffensive, vor allem die unseres Bundeskanzlers, haben Ihre Politik in den Schatten gestellt. Und das ist der Unterschied im Zugang. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Aha!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Aha!
Herr Kollege Feurstein hat es sehr deutlich gesagt. Doch, Herr Kollege Feurstein, es stellt sich die Frage nach Sonne und Schatten. (Abg. Haigermoser: Eine schwierige Frage! Wie viele Lehrlinge?) Die Erfolge der Lehrlingsoffensive, vor allem die unseres Bundeskanzlers, haben Ihre Politik in den Schatten gestellt. Und das ist der Unterschied im Zugang. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Aha!)
Abg. Mag. Steindl: Ah, jetzt ist die Wirtschaft schuld! Oder wie?
Warum kam es überhaupt zu dieser Offensive der Bundesregierung? – Weil die Wirtschaft in der Lehrlingsausbildung und in der Jugendbeschäftigung leider versagt hat. Versagt, Herr Kollege Steindl! Das ist Faktum. (Abg. Mag. Steindl: Ah, jetzt ist die Wirtschaft schuld! Oder wie?)
Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Jetzt streiten Sie sich in der Koalition! Was macht denn das für ein Bild?
Kollegin Reitsamer hat schon aufgezeigt, welche Maßnahmen getroffen worden sind, damit die Wirtschaft ausbildet – nicht, weil die Kosten dafür zu hoch sind, weil die Wirtschaft versagt hat, weil sie sich permanent ihrer Verantwortung entzieht. Genau das ist der springende Punkt. (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Jetzt streiten Sie sich in der Koalition! Was macht denn das für ein Bild?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Wo bleibt denn da die Würde des Hauses, wenn Sie sich so streiten?
Herr Kollege Steindl, ich zeige Ihnen etwas: Fohnsdorf, ehemalige Lehrwerkstätte der Firma Siemens AG, 20 Ausbildungsplätze, Wirtschaftsministerium. Es mußte eine Verwaltungsgerichtshofklage erhoben werden, damit der Herr Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten endlich überhaupt diese Lehrlingsoffensive ermöglicht, obwohl es in der Region keine anderen Ausbildner dafür gegeben hat. Das ist Ihre Politik? – Diese Politik gehört in den Schatten gestellt! Sie stellt sich übrigens von selbst in den Schatten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Wo bleibt denn da die Würde des Hauses, wenn Sie sich so streiten?)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Eben nicht!
Auf der anderen Seite hat Kollegin Reitsamer bereits einige Zahlen genannt. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Eben nicht!) Daher, Kollege Öllinger, eine interessante Frage (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Was ist das für eine interessante Frage?): Um welche Dimension im Prozentsatz der ESF-Aufträge handelt es sich bei dem, worüber wir da diskutieren? (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: 45 Millionen für 24 Lehrlinge!) Es würde mich interessieren, denn der Prüfungsauftrag hat nämlich gelautet: zur "Überprüfung arbeitsmarktrelevanter Angelegenheiten im Rahmen der Bundesgebarung" inklusive "Verwaltung von arbeitsmarktrelevanten EU-Förderungen".
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Was ist das für eine interessante Frage?
Auf der anderen Seite hat Kollegin Reitsamer bereits einige Zahlen genannt. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Eben nicht!) Daher, Kollege Öllinger, eine interessante Frage (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Was ist das für eine interessante Frage?): Um welche Dimension im Prozentsatz der ESF-Aufträge handelt es sich bei dem, worüber wir da diskutieren? (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: 45 Millionen für 24 Lehrlinge!) Es würde mich interessieren, denn der Prüfungsauftrag hat nämlich gelautet: zur "Überprüfung arbeitsmarktrelevanter Angelegenheiten im Rahmen der Bundesgebarung" inklusive "Verwaltung von arbeitsmarktrelevanten EU-Förderungen".
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: 45 Millionen für 24 Lehrlinge!
Auf der anderen Seite hat Kollegin Reitsamer bereits einige Zahlen genannt. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Eben nicht!) Daher, Kollege Öllinger, eine interessante Frage (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Was ist das für eine interessante Frage?): Um welche Dimension im Prozentsatz der ESF-Aufträge handelt es sich bei dem, worüber wir da diskutieren? (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: 45 Millionen für 24 Lehrlinge!) Es würde mich interessieren, denn der Prüfungsauftrag hat nämlich gelautet: zur "Überprüfung arbeitsmarktrelevanter Angelegenheiten im Rahmen der Bundesgebarung" inklusive "Verwaltung von arbeitsmarktrelevanten EU-Förderungen".
Beifall bei der SPÖ.
Ich höre nichts von all den erfolgreichen Projekten, ich höre nichts von den positiven Zahlen. Wir kennen sie, weil es uns der Arbeitsmarkt beweist. Es geht um 0,5 Prozent, und ich denke, wir sollten hier endlich auch einmal die Relationen richtigstellen. Das heißt im Umkehrschluß: 99,5 Prozent der Mittel sind höchst effizient verwendet worden, denn sonst hätten Sie über diese auch Anfragen gestellt, sonst hätten Sie sich um dieses Thema ja auch gekümmert. Niemand im Ausschuß – weder die Freiheitlichen noch das LIF, noch die Grünen, noch die ÖVP – hat sich um diese Projekte gekümmert. Diese haben Sie offensichtlich nicht interessiert, weil sie unseren Erfolg beweisen, weil sie den Erfolg der sozialdemokratischen Regierungsmitglieder unter Beweis stellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Ich habe den starken Verdacht, Sie glauben das selber, was Sie uns da erzählen!
Was nun die Frage "Euroteam" anlangt ... (Abg. Haigermoser: Ich habe den starken Verdacht, Sie glauben das selber, was Sie uns da erzählen!) "Verdacht" ist das richtige Stichwort. Wenn Sie Verdacht haben, haben Sie auch die Verpflichtung, eine entsprechende Darstellung zu machen und Anzeige zu erstatten. Dann liegt diese Sache bei den Gerichten. Wir sind hier kein Gericht. Wir haben einen Rechnungshof. Dieser Rechnungshof dient als Kontrollorgan, und Sie haben den Beschluß gefaßt, daß diese Punkte geprüft werden sollen.
Abg. Böhacker: Sie haben gemauert!
Heute beklagt sich Kollege Dolinschek, wir hätten ja keine Zeit gehabt. Ja, meine Damen und Herren, wenn man einen Antrag stellt, sollte man sich die Folgen überlegen! Entweder muß man so genau formulieren, daß man es bewältigen kann, oder man muß damit rechnen, daß man auf die Nase fliegt, weil man es nicht bewältigen kann. (Abg. Böhacker: Sie haben gemauert!) Sie müßten sich einmal Ihrer Verantwortung bewußt werden! Aber als Oppositionsparteien brauchen Sie das ja nicht. Sie brauchen nur Ihren Mund da herinnen aufzumachen, aber Sie tragen keine Verantwortung. (Abg. Dolinschek: Es ist ja bezeichnend, daß Sie 28 Abänderungsanträge eingebracht haben!)
Abg. Dolinschek: Es ist ja bezeichnend, daß Sie 28 Abänderungsanträge eingebracht haben!
Heute beklagt sich Kollege Dolinschek, wir hätten ja keine Zeit gehabt. Ja, meine Damen und Herren, wenn man einen Antrag stellt, sollte man sich die Folgen überlegen! Entweder muß man so genau formulieren, daß man es bewältigen kann, oder man muß damit rechnen, daß man auf die Nase fliegt, weil man es nicht bewältigen kann. (Abg. Böhacker: Sie haben gemauert!) Sie müßten sich einmal Ihrer Verantwortung bewußt werden! Aber als Oppositionsparteien brauchen Sie das ja nicht. Sie brauchen nur Ihren Mund da herinnen aufzumachen, aber Sie tragen keine Verantwortung. (Abg. Dolinschek: Es ist ja bezeichnend, daß Sie 28 Abänderungsanträge eingebracht haben!)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Bla, bla, bla!
Es ist wahrscheinlich auch besser so, daß Sie keine Verantwortung tragen, denn wir wollen der Jugend eine Chance für die Zukunft geben. Wir wollen die Jugend nicht verängstigen. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Bla, bla, bla!) Wir wissen, daß wir wieder Schulabgänger haben, die sich um ihren Lehrstellenplatz kümmern müssen, die Ängste haben um ihren Lehrstellenplatz. Mit unseren Offensiven werden sie auch eine Beschäftigung, eine Lehrstelle oder eine Schulungsmöglichkeit finden. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: 10 Millionen pro Lehrplatz!) Das werden wir uns weder von Ihnen noch von anderen Politikern miesmachen lassen. Wir haben Erfolg mit dieser Politik. Die Jugend hat Vertrauen in uns, und sie hat zu Recht Vertrauen in uns. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Bla, bla, bla!)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: 10 Millionen pro Lehrplatz!
Es ist wahrscheinlich auch besser so, daß Sie keine Verantwortung tragen, denn wir wollen der Jugend eine Chance für die Zukunft geben. Wir wollen die Jugend nicht verängstigen. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Bla, bla, bla!) Wir wissen, daß wir wieder Schulabgänger haben, die sich um ihren Lehrstellenplatz kümmern müssen, die Ängste haben um ihren Lehrstellenplatz. Mit unseren Offensiven werden sie auch eine Beschäftigung, eine Lehrstelle oder eine Schulungsmöglichkeit finden. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: 10 Millionen pro Lehrplatz!) Das werden wir uns weder von Ihnen noch von anderen Politikern miesmachen lassen. Wir haben Erfolg mit dieser Politik. Die Jugend hat Vertrauen in uns, und sie hat zu Recht Vertrauen in uns. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Bla, bla, bla!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Bla, bla, bla!
Es ist wahrscheinlich auch besser so, daß Sie keine Verantwortung tragen, denn wir wollen der Jugend eine Chance für die Zukunft geben. Wir wollen die Jugend nicht verängstigen. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Bla, bla, bla!) Wir wissen, daß wir wieder Schulabgänger haben, die sich um ihren Lehrstellenplatz kümmern müssen, die Ängste haben um ihren Lehrstellenplatz. Mit unseren Offensiven werden sie auch eine Beschäftigung, eine Lehrstelle oder eine Schulungsmöglichkeit finden. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: 10 Millionen pro Lehrplatz!) Das werden wir uns weder von Ihnen noch von anderen Politikern miesmachen lassen. Wir haben Erfolg mit dieser Politik. Die Jugend hat Vertrauen in uns, und sie hat zu Recht Vertrauen in uns. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Bla, bla, bla!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Reitsamer: Das sagt jemand, der einen Rosenstingl in seinen Reihen hat!
Eines sollte in diesem Zusammenhang aber nicht verschwiegen werden, Frau Kollegin Silhavy als meine Vorrednerin: Unsere Vorstellung und die Vorstellung der Mehrheit hier im Hohen Hause ist nicht die der sozialdemokratischen Fraktion, wonach es völlig egal ist, wenn 0,2 oder 0,3 Prozent des gesamten Steuergeldes in dunkle Kanäle fließen. Uns ist ein Schilling schon zuviel, wenn er in dunkle Kanäle fließt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Reitsamer: Das sagt jemand, der einen Rosenstingl in seinen Reihen hat!) Und das bitte, Frau Kollegin Silhavy, nehmen Sie endlich zur Kenntnis!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist nicht die Politik der Freiheitlichen, es ist nicht die Politik der Opposition, den Lehrlingen etwas wegzunehmen, sondern es ist ausschließlich Ihre Politik und die Politik Ihres Herrn Bundeskanzlers, Geld, das für die Lehrlingsoffensive und für die Wirtschaft zur Steigerung der Beschäftigung in Österreich vorgesehen war, den Lehrlingen zu entziehen und seinen Freunden und seinem Dunstkreis zuzuleiten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Mehr als 40 Millionen Schilling sind an "Euroteam" vergeben worden. Wir werden, sobald es endabgerechnet ist, sehen, was von diesem Geld den Lehrlingen und der Beschäftigung zugute gekommen ist und was "Euroteam" zugute gekommen ist, Frau Kollegin Silhavy. Jeder Schilling, der nicht zur Lehrlingsinitiative und zur Beschäftigung geführt hat, sondern ausschließlich den Kabinettsmitgliedern und den sonstigen "Euroteam"-Mitgliedern zugute gekommen ist, ist für mich ein fehlgeleiteter Schilling. Und das nehmen Sie bitte zur Kenntnis! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Reitsamer: Mein Gott!
Es wird Ihnen nicht gelingen, in dieser Debatte oder über den Sommer den Herrn Bundeskanzler reinzuwaschen. Der Herr Bundeskanzler ist für mich schlicht und einfach feige. Er hat sich im Ausschuß für eineinhalb Stunden angekündigt und hat sich verweigert. Er hat sich heute diesem Plenum verweigert. Sie, Herr Staatssekretär, tun mir leid. Sie haben eine klassische Rolle, nämlich jene des Opferlammes der biblischen Geschichte (Abg. Reitsamer: Mein Gott!), das dann hier sitzen muß, das sich im Rahmen dieser Sitzung Medikamente und Brausetabletten zuführen muß, um sie durchzustehen und für den Herrn Bundeskanzler die Fassade zu machen. (Ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Wittmann.) Das haben nicht einmal Sie verdient, Herr Staatssekretär. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Wittmann.
Es wird Ihnen nicht gelingen, in dieser Debatte oder über den Sommer den Herrn Bundeskanzler reinzuwaschen. Der Herr Bundeskanzler ist für mich schlicht und einfach feige. Er hat sich im Ausschuß für eineinhalb Stunden angekündigt und hat sich verweigert. Er hat sich heute diesem Plenum verweigert. Sie, Herr Staatssekretär, tun mir leid. Sie haben eine klassische Rolle, nämlich jene des Opferlammes der biblischen Geschichte (Abg. Reitsamer: Mein Gott!), das dann hier sitzen muß, das sich im Rahmen dieser Sitzung Medikamente und Brausetabletten zuführen muß, um sie durchzustehen und für den Herrn Bundeskanzler die Fassade zu machen. (Ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Wittmann.) Das haben nicht einmal Sie verdient, Herr Staatssekretär. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es wird Ihnen nicht gelingen, in dieser Debatte oder über den Sommer den Herrn Bundeskanzler reinzuwaschen. Der Herr Bundeskanzler ist für mich schlicht und einfach feige. Er hat sich im Ausschuß für eineinhalb Stunden angekündigt und hat sich verweigert. Er hat sich heute diesem Plenum verweigert. Sie, Herr Staatssekretär, tun mir leid. Sie haben eine klassische Rolle, nämlich jene des Opferlammes der biblischen Geschichte (Abg. Reitsamer: Mein Gott!), das dann hier sitzen muß, das sich im Rahmen dieser Sitzung Medikamente und Brausetabletten zuführen muß, um sie durchzustehen und für den Herrn Bundeskanzler die Fassade zu machen. (Ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Wittmann.) Das haben nicht einmal Sie verdient, Herr Staatssekretär. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Reitsamer: Nicht so lange wie beim Rosenstingl!
Daß die freiheitliche Fraktion aus diesem Bericht eine Sachverhaltsdarstellung über mehrere ihrer Ansicht nach inkriminierende und aufklärungswürdige Punkte der Staatsanwaltschaft zugeleitet hat, soll der Öffentlichkeit nicht verschwiegen werden. Wir werden uns ganz genau anschauen, die österreichische Öffentlichkeit wird sich auch ganz genau anschauen, ob die Staatsanwaltschaft im Falle "Euroteam" ähnlich schnell arbeitet wie im Zusammenhang mit einem Rechtsanwalt, der im Schnellverfahren bei einer Summe von etwas über 190 Millionen Schilling abgeurteilt worden ist und bei dem die Wirtschaftspolizei tätig geworden ist, oder ob im Falle "Euroteam" die Staatsanwaltschaft, die Untersuchungsorgane länger brauchen werden als bis zum 3. Oktober, um das in entsprechender Form auszuarbeiten. (Abg. Reitsamer: Nicht so lange wie beim Rosenstingl!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Silhavy und Reitsamer.
Denn das, Frau Kollegin Silhavy, sei Ihnen auch noch ins Stammbuch geschrieben: Den Ablauf der Untersuchung im Unterausschuß und die Anhörung haben nicht die Oppositionsparteien bestimmt, sondern das Zeitkorsett haben ausschließlich die sozialdemokratische und die ÖVP-Fraktion vorbestimmt und vorgegeben. Sie waren nicht bereit, uns mehr Zeit zu geben, Sie waren nicht bereit, uns in entsprechender Form mehr Raum zu geben für die Untersuchungen. Eine "Permanenterklärung", wie sie auch möglich gewesen wäre, ist gar nicht in Ihrem Interesse gewesen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Silhavy und Reitsamer.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und wenn man sich die vorliegenden Unterlagen ansieht, dann muß ich folgendes sagen: Für mich ist es traurig, daß im Unterausschuß kein Fernsehen vorhanden war, denn als der Referenzbericht hereingekarrt worden ist, sehr geehrte Damen und Herren, waren die Gesichter der Frau Bundesminister und der anwesenden Angehörigen der sozialdemokratischen Fraktion einschließlich ihres Experten beredter als alles andere. Das bedaure ich in der heutigen Diskussion, daß wir das nicht der Öffentlichkeit zeigen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: So ist es auch! Überall!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Erhellend in dieser Debatte war die Wortmeldung des Kollegen Koppler, der gesagt hat: Subventionen fließen nicht nur bei der SPÖ, sondern auch bei der ÖVP und überhaupt. (Abg. Koppler: So ist es auch! Überall!)
Abg. Koppler: Das ist nichts Schlechtes!
Er hat dann des weiteren davon gesprochen, daß die Akten bei anderen Problemen, wie etwa bei Lassing, dicker seien als jene bei "Euroteam". Daraus kann man nur die Schlußfolgerung ziehen, und so war es auch gemeint: Reden wir nicht darüber! (Abg. Koppler: Das ist nichts Schlechtes!)
Abg. Koppler: Du bist ein Diplompolitiker!
Wir Grünen, Herr Abgeordneter Koppler, reden darüber. (Abg. Koppler: Du bist ein Diplompolitiker!) Wenn Herr Drozda für das Bundeskanzleramt einen Auftrag für "Euroteam" einfädelt und dann mit einem Aufsichtsratsposten bei "Euroteam" belohnt wird, dann ist das eine geschobene Sache. Wenn sich Herr Dr. Winternitz, ein Rechtsanwalt, 349 Stunden beraten läßt, in Inseraten beworben wird und dann Aufsichtsratsvorsitzender bei "Euroteam" wird, dann ist das eine geschobene Sache. Wenn Herr Christian Hofbauer von der Firma Art and Grafic Design – Auftragnehmer von "Euroteam", Geschäftspartner von "Euroteam" – beworben wird und dann Aufsichtsrat bei der Firma "TBK-Euroteam Call Center GmbH" im Burgenland wird, dann ist das eine geschobene Sache. Wenn Frau Astrid Hofer, Geschäftsführerin von TBK, einen Auftrag von Call Center erhält, vorher aber schon in einer geschäftlichen Beziehung mit dem Auftraggeber der Firma "Euroteam" steht, in Inseraten beworben wird und dann letztendlich diese gemeinsame Tochterfirma bilden, dann ist das eine geschobene Sache.
Abg. Parnigoni: Herr Öllinger! Sie erzählen das schon unter dem Schutz Ihrer Immunität!
Bleiben wir bei dem Beispiel Call Center. Da sagt Herr Stuhlpfarrer – er sitzt hier oben –: Wir haben uns erst nach dem Auftrag kennen- und liebengelernt. Das war seine Stellungnahme über Wochen. Jetzt, nachdem wir es nachweisen können, weil schon im "WirtschaftsBlatt" vom 17. September, also vier Tage vor der öffentlichen Ausschreibung des Call Center-Auftrages durch die Firma "Euroteam", stand: gemeinsame Firma "Euroteam" und TBK, sagt Stuhlpfarrer: Stimmt schon, wir haben schon vorher Gespräche geführt, wir haben uns schon vorher gekannt. Aber das hat noch lange nicht bedeutet, daß wir eine gemeinsame Tochterfirma bilden. Das ist unrichtig und unwahr. (Abg. Parnigoni: Herr Öllinger! Sie erzählen das schon unter dem Schutz Ihrer Immunität!)
Abg. Parnigoni: Sie nutzen Ihre Immunität! Sie sind ein Nutzer!
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Wenn Herr Stuhlpfarrer sagt, wir haben nie Förderungen für dieses Call Center im Burgenland beantragt – das hat er gesagt –, dann ist das unrichtig. (Abg. Parnigoni: Sie nutzen Ihre Immunität! Sie sind ein Nutzer!) Es wurden Förderungen beantragt. Wenn Herr Stuhlpfarrer sagt, wir finanzieren mit den Gewinnen die Projekte, dann ist das unrichtig, denn die Unterlagen belegen genau das Gegenteil.
Abg. Parnigoni: Das ist Ihre eigene Meinung!
Ich verstehe, daß sich der Bundeskanzler dieser Verantwortung entziehen will. Ich verstehe es, aber ich akzeptiere es nicht, denn hier geht es um ganz eminent politische Fragen. Es ist nicht zufällig, daß in seinem Kabinett Personen sitzen, die versucht haben, gewisse Aufträge an die richtigen Firmen zu vergeben. Es ist nicht zufällig, daß diese Firma, die dann die Aufträge erhalten hat, in die eigene Tasche wirtschaftet. (Abg. Parnigoni: Das ist Ihre eigene Meinung!) Es ist nicht zufällig, daß diese Projekte nicht mit den Gewinnen der Firma "Euroteam" bedient wurden, sondern daß das Gegenteil der Fall gewesen ist, nämlich daß mit den Einnahmen aus den gemeinnützigen Projekten die Firmen des Herrn Stuhlpfarrer finanziert werden sollten. Das ist nicht zufällig.
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Da setzt die politische Verantwortung eines Bundeskanzlers ein, der in diesem Moment nicht erklären kann: Wir wissen von nichts, und wir haben von nichts eine Ahnung. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Abg. Parnigoni: 7 Minuten sind um! Ihre Zeit ist vorbei!
Herr Parnigoni! Reden Sie nicht mit mir, reden Sie vielleicht einmal mit Ihrem Bundeskanzler! Schauen Sie sich die betretenen Gesichter in Ihren eigenen Reihen an! Das ist doch auch nicht zufällig. (Abg. Parnigoni: 7 Minuten sind um! Ihre Zeit ist vorbei!) Sie versuchen, mit allen Problemen der Lehrlingsinitiative und den sogenannten Erfolgen der Lehrlingsoffensive aus der Klemme zu kommen. Aber in dieser Klemme sitzen Sie und sitzt der Bundeskanzler dieser Partei beziehungsweise dieser Bundesregierung. Und diese politische Verantwortung wird er hoffentlich nicht mehr los. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Parnigoni! Reden Sie nicht mit mir, reden Sie vielleicht einmal mit Ihrem Bundeskanzler! Schauen Sie sich die betretenen Gesichter in Ihren eigenen Reihen an! Das ist doch auch nicht zufällig. (Abg. Parnigoni: 7 Minuten sind um! Ihre Zeit ist vorbei!) Sie versuchen, mit allen Problemen der Lehrlingsinitiative und den sogenannten Erfolgen der Lehrlingsoffensive aus der Klemme zu kommen. Aber in dieser Klemme sitzen Sie und sitzt der Bundeskanzler dieser Partei beziehungsweise dieser Bundesregierung. Und diese politische Verantwortung wird er hoffentlich nicht mehr los. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Haupt: Nein, das habe ich nicht gesagt: Zeitkorsett für den gesamten Ausschuß! Sie haben ein selektives Wahrnehmungsvermögen!
Abgeordneter Otmar Brix (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Haupt hat davon gesprochen, daß in den Sitzungen keine Zeit bliebe (Abg. Mag. Haupt: Nein, das habe ich nicht gesagt: Zeitkorsett für den gesamten Ausschuß! Sie haben ein selektives Wahrnehmungsvermögen!), denn das Zeitkorsett wurde von den Sozialdemokraten für den gesamten Ausschuß bestimmt.
Abg. Mag. Haupt: Sie berichtigen etwas, was ich nicht gesagt habe!
Ich stelle daher richtig und berichtige tatsächlich: Über das gesamte Zeitkorsett, über die Ladung der einzelnen Personen und über die Themen gab es und gibt es ein von allen fünf Parteien akkordiertes Vorgehen. (Abg. Mag. Haupt: Sie berichtigen etwas, was ich nicht gesagt habe!) Dieses akkordierte Vorgehen hinsichtlich dieses Zeitkorsetts liegt als Protokoll dem Amtlichen Protokoll bei, sodaß man es auch nachlesen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich stelle daher richtig und berichtige tatsächlich: Über das gesamte Zeitkorsett, über die Ladung der einzelnen Personen und über die Themen gab es und gibt es ein von allen fünf Parteien akkordiertes Vorgehen. (Abg. Mag. Haupt: Sie berichtigen etwas, was ich nicht gesagt habe!) Dieses akkordierte Vorgehen hinsichtlich dieses Zeitkorsetts liegt als Protokoll dem Amtlichen Protokoll bei, sodaß man es auch nachlesen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Brix: Das ist ungeheuerlich! Setzen Sie sich nieder! Schämen Sie sich! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte nur aufklärend über den Stud.mont Jan Klima berichten, daß er als Kassaprüfer nunmehr seine eigene Kassa prüfen kann, die beträchtlich ist. Während die Absolventen der Montanuniversität durchschnittlich sechs bis acht Monate Wartezeit für einen Job haben, ist Jan Klima in der ÖIAG als Abteilungsleiter in oberster Etage frisch gefangen eingestiegen. Der Papa hat für den Sohn gesorgt. Er hat es gerichtet. – Das nur zur Aufklärung über diese Person. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Brix: Das ist ungeheuerlich! Setzen Sie sich nieder! Schämen Sie sich! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) – Sie können ja herauskommen und das berichtigen, Herr Kollege!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Schämen Sie sich!
Herrn Öllinger möchte ich raten, er soll seine Attacken gegen Herrn Stuhlpfarrer in Grenzen halten, weil dieser die grüne Beteiligung in dieser Angelegenheit in Form des Sekretärs von Herrn Voggenhuber aufklären könnte. Denn auch grüne Manschlerei ist mit im Geschehen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Schämen Sie sich!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, das ist wichtig und notwendig, und wir müssen uns endlich zu einer diesbezüglichen Entscheidung durchringen, wenn wir den Finanzplatz Österreich erhalten wollen. Die Einführung der Aktiensteuer, die bereits beschlossen ist, ist ein weiterer Anschlag auf den Finanzplatz Österreich, und wir dürfen da nicht wie die Traummännlein herumgehen. Wenn wir den Finanzplatz Österreich als funktionierenden Finanzplatz auch nur ansatzweise erhalten wollen, dann werden wir ein Bankgeheimnis brauchen, das den Namen Bankgeheimnis auch verdient. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Ihr seid so irrsinnig schneidige Burschen! Das ist ein Wahnsinn!
Ich glaube, es ist notwendig, daß wir uns auch in dieser Frage noch einmal unterhalten und eine Beschlußfassung herbeiführen. Es ist so, daß durch die letzte Vertagung im Finanzausschuß ein Begräbnis erster Klasse stattgefunden hat, indem dieser Antrag nicht behandelt wurde. Doch das ist nahezu mit allen Oppositionsanträgen in den letzten Wochen und Monaten passiert. Man hat nicht die Schneid von der Regierungsseite beziehungsweise von den Regierungsparteien her gehabt, einfach zu sagen: Wir lehnen es ab, und wir bekennen uns zur Ablehnung. Ich entnehme daraus, daß in Wirklichkeit auch in dieser Frage alle mit uns einer Meinung sind, aber ganz einfach nicht die Schneid haben, Veränderungen herbeizuführen. (Abg. Parnigoni: Ihr seid so irrsinnig schneidige Burschen! Das ist ein Wahnsinn!)
Abg. Parnigoni: Auch wenn Sie das sagen, ist es falsch! Aber das macht nichts!
Es ist so, daß wir Freiheitlichen uns hier in guter Gesellschaft befinden. Es gibt nahezu keinen einzigen namhaften Bankmanager, namhaften Wirtschaftstreibenden oder auch Wirtschaftspolitiker, der nicht auch vermeint, daß wir eine strengere Handhabung und ein strengeres Gesetz in dieser Frage benötigen, und zwar ungeachtet des Vorliegens der Anonymität in Österreich oder nicht – aus dem alleinigen Grund, daß wir den Finanzplatz Österreich erhalten und den Österreichern die Sparguthaben sichern wollen. Im Rahmen dieses Anliegens mußten wir feststellen, daß wiederum ein Wahlversprechen der Regierung gebrochen wurde, da immer wieder gesagt wurde, daß der Euro eine harte Währung sein und die Regierung darauf schauen werde. (Abg. Parnigoni: Auch wenn Sie das sagen, ist es falsch! Aber das macht nichts!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Auch wenn Sie das sagen, ist es falsch! Es ist trotzdem falsch!
Herr Kollege Parnigoni! Sie brauchen nur Zeitung zu lesen, aber das überfordert Sie offensichtlich auch. Es pfeifen die Spatzen von den Dächern, daß der Euro keine harte Währung ist! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Auch wenn Sie das sagen, ist es falsch! Es ist trotzdem falsch!) Sie als Sozialist können ja nach wie vor dafür eintreten.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Die sind gesichert – dank der Sozialdemokraten!
Ich glaube, auch in dieser Hinsicht sind wir den Österreichern etwas schuldig, nämlich ihre Sparguthaben vor dem Zugriff der Regierung zu schützen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Die sind gesichert – dank der Sozialdemokraten!)
Abg. Scheibner: Was haben Sie denn der Bevölkerung versprochen vor der EU-Abstimmung?
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ! Es bleibt das Urteil des EuGH abzuwarten, denn eine "Was wäre, wenn?"-Diskussion ist für den österreichischen Kapitalmarkt schädlich, und das sollten auch Sie mit beachten. (Abg. Scheibner: Was haben Sie denn der Bevölkerung versprochen vor der EU-Abstimmung?) – Warten wir erst einmal das Urteil ab, und man wird sehen, welche Maßnahmen dann mit den Interessenvertretungen zu treffen sein werden! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ! Es bleibt das Urteil des EuGH abzuwarten, denn eine "Was wäre, wenn?"-Diskussion ist für den österreichischen Kapitalmarkt schädlich, und das sollten auch Sie mit beachten. (Abg. Scheibner: Was haben Sie denn der Bevölkerung versprochen vor der EU-Abstimmung?) – Warten wir erst einmal das Urteil ab, und man wird sehen, welche Maßnahmen dann mit den Interessenvertretungen zu treffen sein werden! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Firlinger: Das ist falsch, Frau Kollegin!
Hinsichtlich des Bankgeheimnisses noch folgendes: Es ist unbestritten, daß das österreichische Bankgeheimnis EU-Konformität aufweist und daher vom EuGH-Urteil keinesfalls betroffen sein wird. Ein weiterer Ausbau oder eine Verschärfung des Bankgeheimnisses ist deshalb nicht notwendig, denn Österreich hat international und EU-weit neben Liechtenstein, Luxemburg und der Schweiz das schärfste Bankgeheimnis. (Abg. Mag. Firlinger: Das ist falsch, Frau Kollegin!) – Das ist richtig! (Abg. Mag. Firlinger: Reden Sie mit Bankdirektoren!) Johannes Ortner hat eine Studie betreffend das Bankgeheimnis im internationalen Vergleich geschrieben, und er hat das in dieser Studie festgestellt.
Abg. Mag. Firlinger: Reden Sie mit Bankdirektoren!
Hinsichtlich des Bankgeheimnisses noch folgendes: Es ist unbestritten, daß das österreichische Bankgeheimnis EU-Konformität aufweist und daher vom EuGH-Urteil keinesfalls betroffen sein wird. Ein weiterer Ausbau oder eine Verschärfung des Bankgeheimnisses ist deshalb nicht notwendig, denn Österreich hat international und EU-weit neben Liechtenstein, Luxemburg und der Schweiz das schärfste Bankgeheimnis. (Abg. Mag. Firlinger: Das ist falsch, Frau Kollegin!) – Das ist richtig! (Abg. Mag. Firlinger: Reden Sie mit Bankdirektoren!) Johannes Ortner hat eine Studie betreffend das Bankgeheimnis im internationalen Vergleich geschrieben, und er hat das in dieser Studie festgestellt.
Beifall bei der SPÖ.
Es gibt daher keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, dieser Vorlage von Ihnen, von der FPÖ, zuzustimmen. Die SPÖ stimmt daher Ihrem Fristsetzungsantrag nicht zu. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Firlinger: So wie bei der Getränkesteuer!
Auf der anderen Seite möchte ich sagen, pro futuro schließe ich eine Verschärfung des Bankgeheimnisses überhaupt nicht aus. Es wäre nur jetzt, wie Frau Kollegin Hagenhofer richtigerweise gesagt hat, der völlig falsche Zeitpunkt. Da würde praktisch eine "Was wäre, wenn?"-Gesetzgebung erfolgen. (Abg. Mag. Firlinger: So wie bei der Getränkesteuer!) Das heißt, für den Fall, daß der EuGH die Anonymität vielleicht aufheben sollte – das ist ein Rechtsstreit –, verschärfen wir jetzt schon vorsorglich das Bankgeheimnis. Meine Damen und Herren! Ein solches Signal an den EuGH wäre derart kontraproduktiv, daß es unverantwortlich ist, eine solche Forderung zu erheben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Firlinger: Lassen wir uns überraschen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Firlinger: Lassen wir uns überraschen!
Auf der anderen Seite möchte ich sagen, pro futuro schließe ich eine Verschärfung des Bankgeheimnisses überhaupt nicht aus. Es wäre nur jetzt, wie Frau Kollegin Hagenhofer richtigerweise gesagt hat, der völlig falsche Zeitpunkt. Da würde praktisch eine "Was wäre, wenn?"-Gesetzgebung erfolgen. (Abg. Mag. Firlinger: So wie bei der Getränkesteuer!) Das heißt, für den Fall, daß der EuGH die Anonymität vielleicht aufheben sollte – das ist ein Rechtsstreit –, verschärfen wir jetzt schon vorsorglich das Bankgeheimnis. Meine Damen und Herren! Ein solches Signal an den EuGH wäre derart kontraproduktiv, daß es unverantwortlich ist, eine solche Forderung zu erheben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Firlinger: Lassen wir uns überraschen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedauere sehr, daß es in diesem Hohen Haus eine Fraktion gibt, die mit diesem Begehren die Position Österreichs vor dem EuGH schwächt. Das bedauere ich sehr, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Nimm das zurück, was Graf gesagt hat, er hat sich nicht ausgekannt!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter Mag. Firlinger! Sie sind der nächste Redner. – Bitte. (Abg. Parnigoni: Nimm das zurück, was Graf gesagt hat, er hat sich nicht ausgekannt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Sie wollen dem Schweizer Käse die Löcher verstopfen?
Abgeordneter Mag. Reinhard Firlinger (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Das österreichische Bankgeheimnis ist löchrig wie der Schweizer Käse. Darin sind sich viele Experten einig. Dieses Bild können auch die Beschwichtigungsversuche des Herrn Kollegen Stummvoll und jene der Kollegin Hagenhofer nicht entkräften. Es ist so, meine Damen und Herren! Es gehört daher dringend repariert – nicht morgen und nicht übermorgen, sondern heute! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Sie wollen dem Schweizer Käse die Löcher verstopfen?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es wurde viel gesprochen. Es wurden viele freiheitliche Initiativen zu diesem Thema gestartet. Sie haben sie mit Ihrer Mehrheit im Ausschuß niedergestimmt. Sie haben den Antrag im Ausschuß regelrecht verschimmeln lassen. Drei Jahre lang ist er gelegen, Herr Kollege! Sie haben es nicht ernst genommen, meine Damen und Herren! Wie so oft in der politischen Praxis: Sie nehmen eben Anträge der Opposition nicht ernst. Sie haben es auch bei der Getränkesteuer nicht ernst genommen. Jetzt erleben Sie Ihr blaues Wunder, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich zeige Ihnen etwas (der Redner hält eine Graphik in die Höhe): Das sind die Ergebnisse von nur sechs Monaten sozialistischer Regierungspolitik in Österreich und in Europa. Das ist der dramatische Verfall des Euro, und das ist das Resultat von Lügengeschichten. Meine Damen und Herren! Ich muß das mit dieser dramatischen Deutlichkeit sagen. Denn das, meine Damen und Herren, spricht Bände. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Meine Damen und Herren! Dann wird rückwirkend deklariert, dann führen wir die Vermögensbesteuerung ein, und dann haben wir die 16 Milliarden Schilling wieder aus den Taschen der Steuerzahler verdient. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Diese Prognose wage ich heute, meine Damen und Herren! Sie wird nach dem 3. Oktober 1999 eintreten. Machen Sie sich darauf gefaßt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Dann wird rückwirkend deklariert, dann führen wir die Vermögensbesteuerung ein, und dann haben wir die 16 Milliarden Schilling wieder aus den Taschen der Steuerzahler verdient. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Diese Prognose wage ich heute, meine Damen und Herren! Sie wird nach dem 3. Oktober 1999 eintreten. Machen Sie sich darauf gefaßt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Herr Dr. Stummvoll ist bekannt für seine brillante Analyse. Nur jetzt haben Sie sich in Ihrer Rede widersprochen. Auf der einen Seite haben Sie richtigerweise gesagt, daß Bankgeheimnis und Anonymität zwei paar Schuhe sind. Das ist richtig. Der Antrag der Freiheitlichen bezieht sich ausschließlich auf das Bankgeheimnis. Das Wort "Anonymität" kommt das erste Mal in der Begründung vor. Wenn das so ist, daß Bankgeheimnis und Anonymität zwei paar Schuhe sind und sich der Antrag ausschließlich auf das Bankgeheimnis bezieht, dann kann er nicht unverantwortlich sein und kann nicht die Position Österreichs vor dem Europäischen Gerichtshof schwächen, weil die Anonymität nicht vorkommt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist der falsche Zeitpunkt!
Moment! Ob die Anonymität jetzt bleibt oder nicht bleibt – dahin zielt der Antrag der Freiheitlichen, die, wie wir wissen, in ihrem sehr großen Populismus die Anonymität gar nicht in Frage stellen ... (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist der falsche Zeitpunkt!) – Nein, Herr Dr. Stummvoll, das ist er eben nicht, das müssen wir schon genau analysieren.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich glaube, wir Österreicher sollten sehr wohl, wenn wir die Reputation des Bankplatzes Österreich aufrechterhalten wollen – und wir wollen das, wir profitieren davon, daß viele Menschen ihr Geld in diesem schönen Land anlegen –, erstens das Bankgeheimnis verschärfen. Der freiheitliche Vorschlag scheint mir eine brauchbare Alternative, eine diskutierenswerte Alternative im Finanzausschuß zu sein. Zweitens sollten wir von uns aus auf dieses veraltete Instrument der Anonymität verzichten, denn dann, wenn das Bankgeheimnis entsprechend verschärft wird, kann dies denselben Schutz bieten, ohne die Anonymität zu haben, die im Electronic Commerce zu einer tatsächlichen Bedrohung der Sicherheit des Bankplatzes Österreich wird. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Stummvoll: Aber das ergibt ja keinen Sinn, Herr Kollege Van der Bellen!
Jetzt wissen zwar Sie und ich, daß die Anonymität der Sparkonten zur Geldwäsche vermutlich sehr wenig taugt, allenfalls zum Parken schwarzen Geldes und so weiter. Das ändert aber nichts daran, daß die Geldwäscherichtlinie tatsächlich dieses Spezifikum des österreichischen Bankwesens energisch angreift. (Abg. Dr. Stummvoll: Aber das ergibt ja keinen Sinn, Herr Kollege Van der Bellen!) Das ist einer der Gründe, warum das vor dem EuGH wahrscheinlich nicht halten wird. (Abg. Dr. Stummvoll: Das kleine Sparbuch! Das ergibt keinen Sinn!)
Abg. Dr. Stummvoll: Das kleine Sparbuch! Das ergibt keinen Sinn!
Jetzt wissen zwar Sie und ich, daß die Anonymität der Sparkonten zur Geldwäsche vermutlich sehr wenig taugt, allenfalls zum Parken schwarzen Geldes und so weiter. Das ändert aber nichts daran, daß die Geldwäscherichtlinie tatsächlich dieses Spezifikum des österreichischen Bankwesens energisch angreift. (Abg. Dr. Stummvoll: Aber das ergibt ja keinen Sinn, Herr Kollege Van der Bellen!) Das ist einer der Gründe, warum das vor dem EuGH wahrscheinlich nicht halten wird. (Abg. Dr. Stummvoll: Das kleine Sparbuch! Das ergibt keinen Sinn!)
Abg. Dr. Stummvoll: Wir reparieren nicht! Wir machen keine Husch-Pfusch-Reparaturen!
Ja, aber mir brauchen Sie das nicht zu sagen. Das ist nun einmal Inhalt der Geldwäscherichtlinie. Ich halte es auch nicht für unverantwortlich, wegen einem zu erwartenden EuGH-Urteil jetzt etwas zu tun. Ich verstehe auch nicht, warum Sie eine Schwächung der österreichischen Position darin sehen. Wenn Sie das aber sehen, Herr Kollege Stummvoll, dann frage ich mich: Verhandeln Sie in den letzten Tagen nicht schon stundenlang mit der SPÖ wegen der Getränkesteuergeschichte? Ist das nicht genau das gleiche? Warum warten wir da nicht darauf, was der EuGH entscheidet? – Dann können wir immer noch handeln. (Abg. Dr. Stummvoll: Wir reparieren nicht! Wir machen keine Husch-Pfusch-Reparaturen!) – Es leuchtet mir nicht ein, warum Sie in einem Fall soviel Zeit haben, und im anderen Fall muß es wahrscheinlich morgen schon passieren. (Abg. Mag. Peter: Fracksausen nennt man das!)
Abg. Mag. Peter: Fracksausen nennt man das!
Ja, aber mir brauchen Sie das nicht zu sagen. Das ist nun einmal Inhalt der Geldwäscherichtlinie. Ich halte es auch nicht für unverantwortlich, wegen einem zu erwartenden EuGH-Urteil jetzt etwas zu tun. Ich verstehe auch nicht, warum Sie eine Schwächung der österreichischen Position darin sehen. Wenn Sie das aber sehen, Herr Kollege Stummvoll, dann frage ich mich: Verhandeln Sie in den letzten Tagen nicht schon stundenlang mit der SPÖ wegen der Getränkesteuergeschichte? Ist das nicht genau das gleiche? Warum warten wir da nicht darauf, was der EuGH entscheidet? – Dann können wir immer noch handeln. (Abg. Dr. Stummvoll: Wir reparieren nicht! Wir machen keine Husch-Pfusch-Reparaturen!) – Es leuchtet mir nicht ein, warum Sie in einem Fall soviel Zeit haben, und im anderen Fall muß es wahrscheinlich morgen schon passieren. (Abg. Mag. Peter: Fracksausen nennt man das!)
Abg. Mag. Firlinger: Die erste Frage lautet: Wie ehrlich ist die Regierung?
Herr Kollege Firlinger! Dem Antrag Graf kann ich viel abgewinnen, aber der Zusammenhang mit dem Eurowechselkurs ist wohl null, absolut null. (Abg. Mag. Firlinger: Die erste Frage lautet: Wie ehrlich ist die Regierung?) – Die Kursentwicklung ist eine interessante Frage, die Sie aufwerfen, aber Sie müßten sie mit dem hypothetischen Fall vergleichen, was wäre, wenn es noch D-Mark und Schilling gäbe und der Schilling an die D-Mark gebunden wäre. Wie hätte sich der Wechselkurs der D-Mark in der Zwischenzeit verändert? – Viel Vergnügen bei der Prüfung. (Abg. Dr. Graf: Die Fakten sprechen gegen den Euro!) Ich bin auch nicht zufrieden mit der Eurowechselkursentwicklung, aber mit der Anonymität oder mit dem Bankgeheimnis hat das nun absolut nichts zu tun. (Abg. Dr. Graf: Aber mit dem Bruch der Wahlversprechen!)
Abg. Dr. Graf: Die Fakten sprechen gegen den Euro!
Herr Kollege Firlinger! Dem Antrag Graf kann ich viel abgewinnen, aber der Zusammenhang mit dem Eurowechselkurs ist wohl null, absolut null. (Abg. Mag. Firlinger: Die erste Frage lautet: Wie ehrlich ist die Regierung?) – Die Kursentwicklung ist eine interessante Frage, die Sie aufwerfen, aber Sie müßten sie mit dem hypothetischen Fall vergleichen, was wäre, wenn es noch D-Mark und Schilling gäbe und der Schilling an die D-Mark gebunden wäre. Wie hätte sich der Wechselkurs der D-Mark in der Zwischenzeit verändert? – Viel Vergnügen bei der Prüfung. (Abg. Dr. Graf: Die Fakten sprechen gegen den Euro!) Ich bin auch nicht zufrieden mit der Eurowechselkursentwicklung, aber mit der Anonymität oder mit dem Bankgeheimnis hat das nun absolut nichts zu tun. (Abg. Dr. Graf: Aber mit dem Bruch der Wahlversprechen!)
Abg. Dr. Graf: Aber mit dem Bruch der Wahlversprechen!
Herr Kollege Firlinger! Dem Antrag Graf kann ich viel abgewinnen, aber der Zusammenhang mit dem Eurowechselkurs ist wohl null, absolut null. (Abg. Mag. Firlinger: Die erste Frage lautet: Wie ehrlich ist die Regierung?) – Die Kursentwicklung ist eine interessante Frage, die Sie aufwerfen, aber Sie müßten sie mit dem hypothetischen Fall vergleichen, was wäre, wenn es noch D-Mark und Schilling gäbe und der Schilling an die D-Mark gebunden wäre. Wie hätte sich der Wechselkurs der D-Mark in der Zwischenzeit verändert? – Viel Vergnügen bei der Prüfung. (Abg. Dr. Graf: Die Fakten sprechen gegen den Euro!) Ich bin auch nicht zufrieden mit der Eurowechselkursentwicklung, aber mit der Anonymität oder mit dem Bankgeheimnis hat das nun absolut nichts zu tun. (Abg. Dr. Graf: Aber mit dem Bruch der Wahlversprechen!)
Abg. Dr. Graf: Letzten Donnerstag haben Sie auch eine Fristsetzung beantragt!
Ich kann dem Antrag von Ihnen, Herr Kollege Graf, viel abgewinnen, und es stimmt auch, daß wir die Umgangsweise der Koalition mit den Anträgen der Opposition, mit Ihren und mit unseren Anträgen, nicht weiter zu klassifizieren zu brauchen. Ihr Antrag ist vom 28. Juni 1996. Aber heute, am 13. Juli, eine Fristsetzung bis zum 14. Juli zu beschließen – ich fürchte, es ist besser, wir vertagen das auf den Herbst. (Abg. Dr. Graf: Letzten Donnerstag haben Sie auch eine Fristsetzung beantragt!) – Ja, letzten Donnerstag. (Abg. Dr. Graf: Das ist auch nur eine Woche!) – Da hätten wir immerhin eine Woche Zeit gehabt. Wann sollen wir das jetzt machen? (Abg. Dr. Graf: Das kann man einmal so und einmal so argumentieren!) – Nein, machen wir es nach dem 3. Oktober! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Graf: Das ist auch nur eine Woche!
Ich kann dem Antrag von Ihnen, Herr Kollege Graf, viel abgewinnen, und es stimmt auch, daß wir die Umgangsweise der Koalition mit den Anträgen der Opposition, mit Ihren und mit unseren Anträgen, nicht weiter zu klassifizieren zu brauchen. Ihr Antrag ist vom 28. Juni 1996. Aber heute, am 13. Juli, eine Fristsetzung bis zum 14. Juli zu beschließen – ich fürchte, es ist besser, wir vertagen das auf den Herbst. (Abg. Dr. Graf: Letzten Donnerstag haben Sie auch eine Fristsetzung beantragt!) – Ja, letzten Donnerstag. (Abg. Dr. Graf: Das ist auch nur eine Woche!) – Da hätten wir immerhin eine Woche Zeit gehabt. Wann sollen wir das jetzt machen? (Abg. Dr. Graf: Das kann man einmal so und einmal so argumentieren!) – Nein, machen wir es nach dem 3. Oktober! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Graf: Das kann man einmal so und einmal so argumentieren!
Ich kann dem Antrag von Ihnen, Herr Kollege Graf, viel abgewinnen, und es stimmt auch, daß wir die Umgangsweise der Koalition mit den Anträgen der Opposition, mit Ihren und mit unseren Anträgen, nicht weiter zu klassifizieren zu brauchen. Ihr Antrag ist vom 28. Juni 1996. Aber heute, am 13. Juli, eine Fristsetzung bis zum 14. Juli zu beschließen – ich fürchte, es ist besser, wir vertagen das auf den Herbst. (Abg. Dr. Graf: Letzten Donnerstag haben Sie auch eine Fristsetzung beantragt!) – Ja, letzten Donnerstag. (Abg. Dr. Graf: Das ist auch nur eine Woche!) – Da hätten wir immerhin eine Woche Zeit gehabt. Wann sollen wir das jetzt machen? (Abg. Dr. Graf: Das kann man einmal so und einmal so argumentieren!) – Nein, machen wir es nach dem 3. Oktober! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich kann dem Antrag von Ihnen, Herr Kollege Graf, viel abgewinnen, und es stimmt auch, daß wir die Umgangsweise der Koalition mit den Anträgen der Opposition, mit Ihren und mit unseren Anträgen, nicht weiter zu klassifizieren zu brauchen. Ihr Antrag ist vom 28. Juni 1996. Aber heute, am 13. Juli, eine Fristsetzung bis zum 14. Juli zu beschließen – ich fürchte, es ist besser, wir vertagen das auf den Herbst. (Abg. Dr. Graf: Letzten Donnerstag haben Sie auch eine Fristsetzung beantragt!) – Ja, letzten Donnerstag. (Abg. Dr. Graf: Das ist auch nur eine Woche!) – Da hätten wir immerhin eine Woche Zeit gehabt. Wann sollen wir das jetzt machen? (Abg. Dr. Graf: Das kann man einmal so und einmal so argumentieren!) – Nein, machen wir es nach dem 3. Oktober! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wabl: Bravo!
Abgeordneter Karl Smolle (Liberales Forum): Gospod predsednik! Gospod državni sekretar! Visoki dom! (Abg. Wabl: Bravo!) Hohes Haus! Guten Abend, Herr Kollege Wabl! Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Die Liberalen werden das Archivgesetz ablehnen. Ich werde das kurz begründen.
Beifall beim Liberalen Forum.
In diesem Sinn: Dieses Gesetz ist ein Versuch – eben nicht mehr als das, aber jedenfalls ein nicht genügender Versuch für eine Zustimmung von seiten des Liberalen Forums. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, daß damit eine gute Lösung getroffen wird, und meine, daß mit dem vorliegenden Gesetzentwurf die wichtige Sicherung, Aufbewahrung und Nutzung von für die Geschichtsforschung interessanten Unterlagen in einer Weise geregelt werden, die sowohl für die Forschung als auch für die Bürger eindeutig, klar und praktikabel ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Ich verstehe vor allem auch nicht, warum man sich nicht dazu aufraffen konnte, den Wünschen beziehungsweise den ganz präzise formulierten Anregungen der Historikerkommission gerecht zu werden. Die Historikerkommission hat ja einen ursächlichen Zusammenhang mit dem Entstehen des Bundesarchivgesetzes. Hätten sich die Bundesregierung oder in diesem Fall der Erste und der Zweite Präsident des Nationalrates, der Herr Bundeskanzler und der Herr Vizekanzler nicht dazu entschlossen, eine Historikerkommission einzusetzen, dann wäre – das ist meine Vermutung – die Beschlußfassung eines Bundesarchivgesetzes nicht in dieser Form zustande gekommen. Daher verstehe ich es nicht, warum man der Anregung jener Einrichtung, die von der großen Koalition eingesetzt wurde und von allen getragen wird, nicht entspricht. Sie sagt berechtigterweise: Um dem Auftrag des Nationalrates und der Regierung entsprechend nachkommen zu können, müßte das Bundesarchivgesetz anders aussehen! Das ist ein ganz wesentlicher Einwand. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Den gewählten Weg halte ich in dem gesamten bisherigen Verfahren für eine nicht adäquate Handlungsweise, und ich bitte Sie, Herr Staatssekretär, jetzt in erster Linie auf Frau Ministerin Gehrer dahin gehend einzuwirken, daß sie dafür sorgen möge, daß damit nicht die internationale Reputation, die sich Österreich durch die im Zusammenhang mit der Historikerkommission zuvor genannte Vorgangsweise und das diesbezügliche Gesetz erworben hat, in der Sache der Rückstellung der Bloch-Bauer-Sammlung und der Klimt-Bilder in Frage gestellt wird. Noch ist es nicht zu spät, noch kann man da Korrekturen vornehmen. Aber wenn nichts dergleichen geschieht, Herr Staatssekretär, dann befürchte ich, daß sehr viel von der Arbeit der letzten Monate umsonst gewesen ist. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist heute schon des öfteren vermerkt worden, daß sich das vorliegende Archivgesetz ausschließlich mit den Archiven des Bundes beschäftigt und auf diese bezieht und die Chance, ein für alle Archive gültiges Bundesgesetz zu kreieren, leider vertan wurde. Man muß schon sagen: Die für die dafür zuständigen Ressorts Verantwortlichen haben da einem alten föderalistischen Grundsatz entsagt, nämlich dann, wenn man von den Ländern etwas will, auch mit den Ländern zu verhandeln. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stoisits – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich bringe nur den Antrag ein!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mag. Stoisits. Zweite Wortmeldung. 8 Minuten Redezeit. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Mag. Stoisits – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich bringe nur den Antrag ein!)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Motter.
Das ist einer der wesentlichen Punkte, die die Historikerkommission fordert und deren Umsetzung sie sich wünscht, um im Rahmen des Bundesarchivgesetzes zu einer wirkungsvollen Tätigkeit, deren Ergebnis auch an dem Auftrag der Bundesregierung und des Parlaments orientiert sein soll, zu kommen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Motter.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol.
Novalis hat vor 200 Jahren gesagt: "Das Archiv ist das Gedächtnis des Staates." – Ich meine, wir sollten besonders stolz darauf sein, sehr viel Archivgut zur Verfügung zu haben, und wir sollten dieses auch entsprechend behandeln und schützen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich gehe davon aus, daß wir weiterhin daran arbeiten, und wir werden natürlich auch bei den laufenden Gesetzen immer wieder diese Kriterien, nach denen wir die Gesetze vor 1946 geprüft haben, zu prüfen haben – mit einem neuen Bewußtsein, wie einfache Regelungen, die allerdings zur Komplexität des jeweiligen Sachverhaltes passen müssen, aussehen sollen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Was das Verfassungsrecht anlangt, so möchte ich Professor Korinekxxxok, dem Vizepräsidenten des Verfassungsgerichtshofes, großen Dank aussprechen. Er hat durch seinen kürzlich vorgestellten Kommentar zum Verfassungsrecht eine wertvolle Arbeit geleistet, um auch die österreichische Verfassung neu zu kodifizieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wie viele Gesetze haben Sie abgelehnt in diesen vier Jahren, weil sie unverständlich waren?
In diesem Sinn wird die ÖVP dem Bundesrechtsbereinigungsgesetz gerne ihre Zustimmung geben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wie viele Gesetze haben Sie abgelehnt in diesen vier Jahren, weil sie unverständlich waren?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Ich darf gleich daran anschließen, was meine Vorrednerin gesagt hat – ich werde mir dann übrigens erlauben, ihr die Brille, die sie hier vergessen hat, als Zeichen einer Geste zu bringen. Aber eines, Frau Kollegin Frieser, verstehe ich nicht: Sie beklagen hier alljährlich den Wildwuchs in der Verfassung, Sie beklagen die Vielzahl der Gesetze, sind aber bei jedem Gesetz mit dabei. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Frieser: Ich kann mich nicht erinnern, daß Sie einmal gesagt hätten, das brauchen wir nicht!
Ich muß mich schon fragen: Sie beklagen mit Recht – was auch Professor Korinek gesagt hat –, daß sich kein Mensch, nicht einmal Verfassungsrichter, mehr auskennt, was jetzt im Verfassungsrang ist. Denn in vielen Gesetzen werden Bestimmungen in den Verfassungsrang gehoben, um sie unanfechtbar zu machen. Aber, Frau Kollegin, Sie stimmen ja jedem dieser Gesetze zu, Sie stimmen jedem dieser Verfassungsgesetze zu. Das ist meiner Meinung nach – nicht böse sein! – ein Akt der Wählertäuschung, seine politische Legitimation aus dem Mandat daraus abzuleiten, daß man gegen den Wildwuchs der Gesetze ist, daß man gegen den Wildwuchs der Verfassungsgesetze ist, aber dann schön brav das Handerl hebt und immer mitstimmt. Also da stimmt etwas in Ihrer Argumentation nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Frieser: Ich kann mich nicht erinnern, daß Sie einmal gesagt hätten, das brauchen wir nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Einen ganz kleinen Kritikpunkt darf ich anbringen: Es wäre schön gewesen, wenn man hier noch einen Anhang gemacht hätte, in dem aufgelistet ist, welche Bestimmungen insbesondere außer Kraft treten. – Natürlich nicht alle, das ist keine Frage. Aber damit hätten sich die Menschen, die Tausende Stunden dafür verwendet haben, sich in diese Materie zu vertiefen – und ihnen gebührt unser Dank –, sicher noch besser in der Öffentlichkeit verkaufen können, wenn man gewußt hätte, welche Bestimmungen außer Kraft treten beziehungsweise insbesondere außer Kraft treten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Die Vorschriften werden uns sicherlich nicht fehlen. Was zum Bereich der Verfassung von Frau Abgeordneter Frieser gesagt worden ist, muß nach meinem Dafürhalten ergänzt werden, und zwar dahin gehend, daß ein Schritt, wenn man die Rechtsbereinigung ernst meint, doch wäre, der erste Schritt nämlich, um das von der Intention her auch fortzuführen, daß man sagt: Alles, was an neuen Verfassungsbestimmungen beschlossen wird, wird automatisch ins Bundes-Verfassungsgesetz eingearbeitet. Das würde bedeuten, wann immer man im Prozeß der Gesetzgebung auf eine Verfassungsbestimmung stößt, muß man sich überlegen: Wie kann man das in das B-VG einbeziehen? Damit könnte man sukzessive eine geschlossene Verfassungsrechtsurkunde schaffen. Das würden wir für einen sinnvollen Ansatz halten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich darf daher abschließend festhalten, meine Damen und Herren, daß etwa die Änderung des Mineralrohstoffgesetzes, die noch diese Woche beschlossen werden soll und eine Verfassungsbestimmung zum Inhalt hat, die rückwirkend in Kraft gesetzt werden soll, mit der Überzeugung, die diesem Ersten Bundesrechtsbereinigungsgesetz zugrunde liegt, nicht einhergehen kann. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Rechtssicherheit und Rechtsklarheit sind ein Markenzeichen beziehungsweise ein Qualitätszeichen für einen Wirtschaftsstandort. Wir werden daher den nächsten Schritt in der nächsten Legislaturperiode setzen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zweitens zu dieser Gebührenanhebung. – Auch das wäre grundsätzlich eine diskussionswürdige Angelegenheit, denn es ist ja wirklich wahr, daß von den Beisitzern und Vertrauenspersonen schon hartes Sitzfleisch, aber auch Konzentration verlangt werden. Wir meinen, daß das eine ganz wichtige Aufgabe ist, und es sollte dafür durchaus auch eine – es ist ohnehin eine kleine – Entschädigung geben. Aber, meine Damen und Herren, vor allem von der Sozialdemokratie: Bevor wir einer Erhöhung zustimmen, wäre es interessant, einmal von Ihnen zu hören, ob Sie von der Praxis abgehen möchten, daß das Geld, das eigentlich diese Vertrauenspersonen bekommen sollten, direkt für die Parteikasse abgezweigt wird. Ich weiß, daß das in Wien gängige Praxis ist, und ich sage Ihnen ganz offen: Für die Vertrauensmänner jederzeit eine entsprechende Dotierung, aber nicht auf diesem Weg eine Erhöhung der Parteienfinanzierung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Auer.
Wünschenswert sind meiner Meinung nach möglichst einheitliche Wahlzeiten innerhalb Österreichs. Die angestrebte Rechtsänderung, daß künftig bei EU-Wahlen die Stimmenauszählung bereits vor 22 Uhr vorgenommen werden kann, um stundenlange Sitzungsunterbrechungen der Wahlbehörde zu vermeiden, würde sicherlich eine Entschärfung dieser Situation bringen. (Demonstrativer Beifall des Abg. Auer.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Generell stehe ich Maßnahmen, die eine Erleichterung der Ausübung des Wahlrechtes mit sich bringen, sehr positiv gegenüber und stimme dem vorliegenden Entschließungsantrag gerne zu. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Der dritte Punkt betrifft die Briefwahl. Wir haben anläßlich der Nationalratswahl 1992 eine große Novelle beschlossen, durch die es leichter geworden ist, den Bürgern, die sicherlich allgemein mobiler geworden sind, die Teilnahme an der Wahl zu ermöglichen. Das war ein erster Schritt. Und die Briefwahl muß unser Ziel sein! (Beifall bei der ÖVP.) Wir haben diesbezüglich bereits mehrere wissenschaftliche Abhandlungen vorgelegt, zuletzt jene von Professor Schäffer aus dem Jahre 1979. Die Briefwahl wird in anderen Ländern mit sehr großem Erfolg angewendet, und wir meinen, daß wir gerade auf diesem Gebiet Nachholbedarf haben.
Beifall bei der ÖVP.
Schlußendlich leiten wir meiner Ansicht nach mit diesem Entschließungsantrag eine Diskussion ein, die letzten Endes in einer parlamentarischen Enquete enden könnte, bei der wir mit Vertretern aus anderen Ländern über deren Erfahrungen sprechen und daraus lernen könnten, um durch eine Nachbesserung unserer Gesetze auch in dieser Frage den Herausforderungen der heutigen Zeit voll und ganz zu entsprechen. Es wäre dies eine wichtige Aufgabe, der wir uns stellen sollten! Ich bin froh darüber, daß wir damit nun diese Diskussion eröffnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber wir stimmen mit einem gewissen Bauchweh zu. Und ich sage auch ganz ehrlich, warum ich mit Bauchschmerzen zustimme. Sie setzen damit auch im Bereich des Sports Ihre Parteipolitik weiterhin fort, ganz so, wie man es seit 55 Jahren in Österreich gewohnt ist. Wir haben das in der Oesterreichischen Nationalbank, wir haben das soeben in der ÖIAG mit der Bestellung von Streicher und Ditz erlebt, und wir erleben das natürlich auch im Sport, weil Sie nicht bereit sind, die Verwendung der Sportförderungsmittel anders, also zeitgemäß, zu gestalten, indem sie über die Bundessportorganisation den Fachverbänden zugewiesen werden, wo sie auch hingehören. Infolge der von Ihnen betriebenen Parteipolitik sagen Sie aber: Wir wollen die Dachverbände natürlich dazwischengeschaltet haben, weil wir durch die Dachverbände entscheiden wollen, wohin das Geld fließt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt den ASKÖ, den ASVÖ und die UNION. – Trennen Sie sich einmal von diesen Dingen! Solange Sie sich von diesen Dingen nicht trennen, wird es immer wieder den unappetitlichen Beigeschmack geben, daß mit den Sportförderungsmitteln im Grunde genommen Parteipolitik betrieben wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Grabner: Aber nicht vom Sport!
Man kann dann in der Reihe "Porträts" in der Sendung "Hohes Haus" etwa Herrn "Noldi" Grabner sehen, zu dem eine Sportfunktionärin kommt, der er einen Scheck über 5 000 S oder 10 000 S gibt – und danke schön, das war’s dann schon! (Abg. Grabner: Aber nicht vom Sport!) Bitte? (Abg. Dr. Löschnak: Aber nicht vom Sport! – Abg. Dr. Ofner – in Richtung des Abg. Grabner –: Nimmst du das aus der eigenen Tasche? Gib es zu! – Abg. Grabner – in Richtung des Abg. Dr. Ofner –: Du nicht! – Abg. Dr. Ofner: Eh nicht, aber du auch nicht! Ich behaupte das nicht einmal, und der Franzi Löschnak auch nicht!)
Abg. Dr. Löschnak: Aber nicht vom Sport! – Abg. Dr. Ofner – in Richtung des Abg. Grabner –: Nimmst du das aus der eigenen Tasche? Gib es zu! – Abg. Grabner – in Richtung des Abg. Dr. Ofner –: Du nicht! – Abg. Dr. Ofner: Eh nicht, aber du auch nicht! Ich behaupte das nicht einmal, und der Franzi Löschnak auch nicht!
Man kann dann in der Reihe "Porträts" in der Sendung "Hohes Haus" etwa Herrn "Noldi" Grabner sehen, zu dem eine Sportfunktionärin kommt, der er einen Scheck über 5 000 S oder 10 000 S gibt – und danke schön, das war’s dann schon! (Abg. Grabner: Aber nicht vom Sport!) Bitte? (Abg. Dr. Löschnak: Aber nicht vom Sport! – Abg. Dr. Ofner – in Richtung des Abg. Grabner –: Nimmst du das aus der eigenen Tasche? Gib es zu! – Abg. Grabner – in Richtung des Abg. Dr. Ofner –: Du nicht! – Abg. Dr. Ofner: Eh nicht, aber du auch nicht! Ich behaupte das nicht einmal, und der Franzi Löschnak auch nicht!)
Abg. Kopf: Das ist ein Widerspruch!
Lenken Sie diese Dinge endlich einmal in die richtigen Kanäle! Hören Sie endlich einmal mit der Parteipolitik auf, hören Sie auf mit dem Parteiproporz, dann werden Sie auch bei uns uneingeschränkte Zustimmung erhalten. Solange Sie aber dieses Verteilungssystem beibehalten, werden wir eigentlich nur im Sinne des Sports die Zustimmung erteilen. (Abg. Kopf: Das ist ein Widerspruch!)
Abg. Kopf: Falsch gelesen!
Der zweite Punkt ist, daß in der Regierungsvorlage wirklich ein sogenannter arbeitsplatzpolitischer Akzent enthalten ist! Herr Kollege Kopf, wissen Sie, wovon wir reden, um welche Beträge es dabei geht? Wissen Sie, wie hoch der Betrag ist? – Wenn ich nämlich die Evaluierung von einem Jahr zum anderen hernehme, dann sind das 20 Millionen Schilling, davon nehme ich die Hälfte, 50 Prozent, das macht 10 Millionen Schilling. (Abg. Kopf: Falsch gelesen!) Nein, nicht falsch gelesen! Es handelt sich um einen Betrag von 10 Millionen Schilling. Mit 10 Millionen Schilling machen Sie arbeitspolitische Maßnahmen! (Abg. Kopf: Das stimmt nicht! Das ist nur ein Teil der Verbände! Du hast nicht richtig gelesen!)
Abg. Kopf: Das stimmt nicht! Das ist nur ein Teil der Verbände! Du hast nicht richtig gelesen!
Der zweite Punkt ist, daß in der Regierungsvorlage wirklich ein sogenannter arbeitsplatzpolitischer Akzent enthalten ist! Herr Kollege Kopf, wissen Sie, wovon wir reden, um welche Beträge es dabei geht? Wissen Sie, wie hoch der Betrag ist? – Wenn ich nämlich die Evaluierung von einem Jahr zum anderen hernehme, dann sind das 20 Millionen Schilling, davon nehme ich die Hälfte, 50 Prozent, das macht 10 Millionen Schilling. (Abg. Kopf: Falsch gelesen!) Nein, nicht falsch gelesen! Es handelt sich um einen Betrag von 10 Millionen Schilling. Mit 10 Millionen Schilling machen Sie arbeitspolitische Maßnahmen! (Abg. Kopf: Das stimmt nicht! Das ist nur ein Teil der Verbände! Du hast nicht richtig gelesen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Seien Sie doch nicht so kleinkariert! Mit 10 Millionen Schilling können Sie doch überhaupt nichts bewegen! Geben Sie das dem Sport direkt, und beeinflussen Sie ihn nicht mit Maßnahmen, durch die Sie wieder irgendwelche Posten politisch vergeben können, denn das sind keine arbeitspolitischen Maßnahmen! Unterstützen Sie den Sport, wie es sich gehört, und lassen Sie die Parteipolitik heraußen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Krüger – in Richtung des Abg. Grabner –: Was sagst du zur Entpolitisierung des Sports? – Abg. Grabner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das werde ich dir gleich sagen!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Weiters zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Grabner. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Krüger – in Richtung des Abg. Grabner –: Was sagst du zur Entpolitisierung des Sports? – Abg. Grabner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das werde ich dir gleich sagen!)
Abg. Mag. Haupt: Auch bei den Special Olympics!
Meine Damen und Herren! Im Rückblick auf das Sportjahr 1997 kann Österreich eine erfolgreiche Bilanz ziehen. Österreichs Sportlerinnen und Sportler haben in diesem Jahr wieder einmal ausgezeichnete Ergebnisse bei Europa- und Weltmeisterschaften und anderen hochkarätigen internationalen Veranstaltungen erzielt. (Abg. Mag. Haupt: Auch bei den Special Olympics!) Daher möchte ich betonen, daß der Spitzensport in seiner internationalen Wirkung für unser Land Österreich, aber auch in seiner Vorbildfunktion vor allem für die Jugend unseres Landes einer besonderen Aufmerksamkeit bedarf. Die Spitzensportler Österreichs sind die besten Botschafter für unser Land – ob Steffi Graf, die Segler, die Schifahrer, ob es Vera Lischka oder Uschi Profanter ist, sie alle sind echte Botschafter unseres Landes. Ich glaube, man sieht bei den Freiheitlichen, daß viele die Wirklichkeit des Sports nicht wahrnehmen wollen.
Abg. Dr. Ofner: Die Steffi Graf wird akquiriert!
Im Leistungssport wurden im Jänner 1997 bei einer Klausurtagung des österreichischen Spitzensportes ... (Abg. Dr. Ofner: Die Steffi Graf wird akquiriert!) – Herr Ofner ist sehr selten anwesend, aber wenn er da ist, redet er immer dazwischen, er sollte die gelbe Karte bekommen. (Der Redner hält eine gelbe Karte in die Höhe. – Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kopf. – Ruf bei den Freiheitlichen: Der Schmäh ist schon alt!) – Aber er funktioniert noch immer bei dir. (Abg. Dr. Krüger: Hast du auch eine rote?) Herr Kollege, du kriegst die rote!
Der Redner hält eine gelbe Karte in die Höhe. – Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kopf. – Ruf bei den Freiheitlichen: Der Schmäh ist schon alt!
Im Leistungssport wurden im Jänner 1997 bei einer Klausurtagung des österreichischen Spitzensportes ... (Abg. Dr. Ofner: Die Steffi Graf wird akquiriert!) – Herr Ofner ist sehr selten anwesend, aber wenn er da ist, redet er immer dazwischen, er sollte die gelbe Karte bekommen. (Der Redner hält eine gelbe Karte in die Höhe. – Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kopf. – Ruf bei den Freiheitlichen: Der Schmäh ist schon alt!) – Aber er funktioniert noch immer bei dir. (Abg. Dr. Krüger: Hast du auch eine rote?) Herr Kollege, du kriegst die rote!
Abg. Dr. Krüger: Hast du auch eine rote?
Im Leistungssport wurden im Jänner 1997 bei einer Klausurtagung des österreichischen Spitzensportes ... (Abg. Dr. Ofner: Die Steffi Graf wird akquiriert!) – Herr Ofner ist sehr selten anwesend, aber wenn er da ist, redet er immer dazwischen, er sollte die gelbe Karte bekommen. (Der Redner hält eine gelbe Karte in die Höhe. – Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kopf. – Ruf bei den Freiheitlichen: Der Schmäh ist schon alt!) – Aber er funktioniert noch immer bei dir. (Abg. Dr. Krüger: Hast du auch eine rote?) Herr Kollege, du kriegst die rote!
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich glaube, daß es sehr wichtig ist, daß der österreichische Spitzensportausschuß neue Richtlinien für den Sport, für den Spitzensport erarbeitet hat. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) In einer intensiven Diskussion wurden unter anderem folgende Punkte herausgefiltert – die uninteressant für die Freiheitlichen sind, denn sonst würden sie nicht immer dazwischenrufen –:
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Krüger und Fischl.
1997 war ein typisches nacholympisches Jahr, Analysen, Diskussionen und daraus abgeleitete strategische Planungen waren die Schwerpunkte des Institutes für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung. Schließlich galt es – basierend auf den Erfahrungen der Olympischen Spiele 1996 in Atlanta –, den neuen Olympiazyklus zur Vorbereitung auf Sydney 2000 zu planen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Krüger und Fischl.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich möchte allen danke schön sagen, die dazu beigetragen haben, daß dieser Sportbericht so gut gestaltet wurde, den Beamten, möchte allen Fachverbänden und Dachverbänden herzlichst danke schön sagen. Ich glaube, daß der Sport Österreichs mit der Bundessportorganisation mit Präsident Löschnak und Zeh, mit dem Olympischen Komitee unter Wallner und Jungwirth, mit der Sporthilfe mit Neuper und vielem mehr gut bestellt ist, und ich hoffe, daß wir auch anläßlich des nächsten Sportberichtes von Erfolgen berichten können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Haupt – in Richtung des Abg. Grabner –: Einmal wenigstens könntest du die Ruderer auch erwähnen, die hast du noch nie erwähnt! – Abg. Grabner – in Richtung des Abg. Mag. Haupt –: Du könntest aber hinausgehen und es gleich sagen, du oder der Ofner! – Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Weiters zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Peter. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Mag. Haupt – in Richtung des Abg. Grabner –: Einmal wenigstens könntest du die Ruderer auch erwähnen, die hast du noch nie erwähnt! – Abg. Grabner – in Richtung des Abg. Mag. Haupt –: Du könntest aber hinausgehen und es gleich sagen, du oder der Ofner! – Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Gaugg: Das müßt ihr dem Samaranch ausrichten! – Abg. Böhacker: Weil es Salzburg ausgebootet hat!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Da Herr Grabner vom Olympischen Komitee gesprochen hat, möchte ich hier noch einmal mein Bedauern zum Ausdruck bringen, daß diese einmalige gesellschaftliche und wirtschaftliche Chance vertan wurde, durch die Kärnten im Verband mit Friaul und Slowenien seine neue Mitte gefunden hätte. Das ist viel mehr als ein ökonomischer oder ein touristischer ... (Abg. Gaugg: Das müßt ihr dem Samaranch ausrichten! – Abg. Böhacker: Weil es Salzburg ausgebootet hat!) Gut! Ich habe das gesagt, weil es mir ein Anliegen war. (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Kopf.
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Da Herr Grabner vom Olympischen Komitee gesprochen hat, möchte ich hier noch einmal mein Bedauern zum Ausdruck bringen, daß diese einmalige gesellschaftliche und wirtschaftliche Chance vertan wurde, durch die Kärnten im Verband mit Friaul und Slowenien seine neue Mitte gefunden hätte. Das ist viel mehr als ein ökonomischer oder ein touristischer ... (Abg. Gaugg: Das müßt ihr dem Samaranch ausrichten! – Abg. Böhacker: Weil es Salzburg ausgebootet hat!) Gut! Ich habe das gesagt, weil es mir ein Anliegen war. (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Fischl.
Mehr Geld für Sport, weniger Geld für Strukturen wäre eben schön. Es könnte gehen, wenn man wollte, aber offensichtlich gibt es viel zu viele Funktionäre, die sich in diesen vier Ebenen und vielen Verbänden sehr wohl fühlen. Über die Beziehung zur Parteipolitik hat vorhin Trattner schon das Wesentliche gesagt. (Demonstrativer Beifall des Abg. Fischl.)
Abg. Böhacker: Ja, ja! Das ist es!
Das sind doch lauter Dinge, die unsinnig sind! Wenn man jemanden fördert, dann hat dieser einen klaren Auftrag. Wie er diesen Auftrag erfüllt, muß die Angelegenheit der Verbände sein, die die Förderung bekommen. Ich halte also weder die Zielorientierung in Richtung Dachverbände für richtig, weil ich die Sportstrukturen, so wie sie heute existieren, für falsch halte, und schon gar nicht diese zusätzliche Bestimmung, daß die Hälfte für die Schaffung neuer Arbeitsplätze ausgegeben werden muß. Das ist einfach ein ärgerliches Placebo und nichts anderes, weil eben überall "Arbeitsplätze" stehen muß. (Abg. Böhacker: Ja, ja! Das ist es!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Dr. Grollitsch wird gemeinsam mit den Kollegen Grabner und Kopf einen Entschließungsantrag einbringen, dem ich dann inhaltlich die Zustimmung geben werde, weil ich glaube, daß es wichtig ist, Bewegungssport als Maßnahme der Gesundheitsvorsorge zu erhalten. Ich glaube auch, daß es gescheit ist, in den Schulen die sportliche Bewegung zu fördern und in den Vordergrund zu stellen. Vor allem aber meine ich, daß es auch an den Universitäten die Möglichkeit geben sollte, den freiwilligen Sport auszuüben, wobei ich nicht glaube, daß man den freiwilligen Sport – darüber haben Grollitsch und ich schon gesprochen – gesetzlich verordnen kann, sondern daß es einfach ein Teil des Auftrages an die Universitäten sein sollte, daß freiwillige Sportveranstaltungen angeboten werden. – Ich danke Ihnen schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Fischl: Wollte!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Herr Kollege Peter! Was die Struktur des Sports anbelangt, so hast du insofern recht, als man, wenn man heute hergehen müßte oder könnte und den Sport in Österreich neu organisieren würde (Abg. Fischl: Wollte!) – das hat mit Wollen von oben sehr wenig zu tun: ich bin sehr stolz darauf, daß wir in Österreich einen frei organisierten Sport haben, der sich selbst organisiert und der sich auch selbst seine Strukturen wählt; das ist ein wesentliches Merkmal unseres Sports –, möglicherweise zu einer etwas anderen Struktur kommen würde. Das mag schon sein.
Abg. Fischl: Im Jahr 2002 gibt es den ÖFB gar nicht mehr! Da ist er schon aufgelöst!
Der vorliegende Antrag findet selbstverständlich unsere Zustimmung, wenngleich ich auch zunächst in der ursprünglichen Regierungsvorlage einen kleinen Wermutstropfen darin gesehen habe, daß es durch diese 3 Prozent Bindung an die Umsätze der Lotterien nicht so ohne weiteres sicherzustellen gewesen wäre, daß wir diese 500 Millionen Schilling, die wir für den organisierten Sport in Österreich wirklich dringend brauchen, im Jahre 2002 auch tatsächlich erreichen können. (Abg. Fischl: Im Jahr 2002 gibt es den ÖFB gar nicht mehr! Da ist er schon aufgelöst!)
Abg. Böhacker: 420 waren es!
Lieber wären mir Fixbeträge gewesen – das sage ich auch dazu – und nicht dieser Umweg über die Ankoppelung an die Lotterieumsätze. Ich halte das an sich für unnötig. Wichtig ist aber das Ziel an sich – und dieses Ziel scheint erreicht –, daß wir für den Sport doch in einer relativ kurzen Zeit von 400 Millionen Schilling noch vor zwei Jahren (Abg. Böhacker: 420 waren es!) auf 500 Millionen Schilling in drei Jahren kommen können. (Abg. Fischl: Das war das ganze Ziel?) Das ist ein wichtiges Etappenziel, das wir erreicht haben. (Abg. Fischl: Danke!)
Abg. Fischl: Das war das ganze Ziel?
Lieber wären mir Fixbeträge gewesen – das sage ich auch dazu – und nicht dieser Umweg über die Ankoppelung an die Lotterieumsätze. Ich halte das an sich für unnötig. Wichtig ist aber das Ziel an sich – und dieses Ziel scheint erreicht –, daß wir für den Sport doch in einer relativ kurzen Zeit von 400 Millionen Schilling noch vor zwei Jahren (Abg. Böhacker: 420 waren es!) auf 500 Millionen Schilling in drei Jahren kommen können. (Abg. Fischl: Das war das ganze Ziel?) Das ist ein wichtiges Etappenziel, das wir erreicht haben. (Abg. Fischl: Danke!)
Abg. Fischl: Danke!
Lieber wären mir Fixbeträge gewesen – das sage ich auch dazu – und nicht dieser Umweg über die Ankoppelung an die Lotterieumsätze. Ich halte das an sich für unnötig. Wichtig ist aber das Ziel an sich – und dieses Ziel scheint erreicht –, daß wir für den Sport doch in einer relativ kurzen Zeit von 400 Millionen Schilling noch vor zwei Jahren (Abg. Böhacker: 420 waren es!) auf 500 Millionen Schilling in drei Jahren kommen können. (Abg. Fischl: Das war das ganze Ziel?) Das ist ein wichtiges Etappenziel, das wir erreicht haben. (Abg. Fischl: Danke!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich habe schon vorher ausgeführt – wenn du mir zugehört hättest, lieber Harry Fischl, dann hättest du es gehört –, daß ich nicht damit zufrieden bin, sondern eine zweite Forderung in Richtung der Fachverbände erhoben habe, und von dieser Forderung werde ich auch nicht ablassen. Ich bin davon überzeugt, daß es gelingen kann, in der nächsten Legislaturperiode mit allen, denen der Sport am Herzen liegt, auch dieses zweite Etappenziel noch zu erreichen. – Herzlichen Dank! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Kopf: Jetzt nicht mehr!
Herr Kopf hat schon ein bißchen Sorge, daß im Jahr 2002 jener Betrag, den das Gesetz in der dritten Etappe vorsieht, nicht erreicht wird. (Abg. Kopf: Jetzt nicht mehr!) Ich teile seine Sorge. (Abg. Kopf: Jetzt nicht mehr!)
Abg. Kopf: Jetzt nicht mehr!
Herr Kopf hat schon ein bißchen Sorge, daß im Jahr 2002 jener Betrag, den das Gesetz in der dritten Etappe vorsieht, nicht erreicht wird. (Abg. Kopf: Jetzt nicht mehr!) Ich teile seine Sorge. (Abg. Kopf: Jetzt nicht mehr!)
Abg. Haidlmayr: Haidlmayr!
Dieser letzte Wunsch in diesem Entschließungsantrag war Grund dafür, daß die Grünen leider bei diesem Antrag nicht mitgehen konnten. (Abg. Haidlmayr: Haidlmayr!) Frau Haidlmayr wird uns erklären, warum nicht. Sie hat gemeint, es sei eine Frechheit, mit der Formulierung "die Stellung des Behindertensportes weiter zu verbessern" auszukommen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich danke dafür, daß wir auf dem Sektor des Sportes doch auch einen Konsens gefunden haben, wenngleich sich die Grundlinien freiheitlicher Sportpolitik mit jenen der übrigen Parteien schwer vereinbaren lassen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall der Abgeordneten Öllinger und Mag. Barmüller.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Grollitsch hat mich gerade darauf angesprochen, warum ich diesem Entschließungsantrag nicht zustimme. – Ich kann es Ihnen sagen, Herr Grollitsch: Wir haben vor drei oder vier Stunden über die Gleichstellung von Behinderten und über die Nichtdiskriminierung diskutiert. Wenn wir von Sport reden, dann müssen Sie auch bereit sein, den Behindertensport als gleichwertig gegenüber dem Nichtbehindertensport zu behandeln und nicht nur eine Floskel dahin gehend hineinzuschreiben, daß man versuchen möge, ihn zu fördern. Diese Zeiten sind vorbei! (Beifall der Abgeordneten Öllinger und Mag. Barmüller.) Es geht um Nichtdiskriminierung, und wenn Sie dazu stehen, dann gilt das auf allen Ebenen, auch im Sportbereich!
Abg. Kopf: Als Bewegungserziehung und als Gesundheitsvorsorge!
Schauen Sie sich doch an, wie der Sport gelagert ist! (Abg. Kopf: Als Bewegungserziehung und als Gesundheitsvorsorge!) Eigentlich ist ein Kind, nur weil es Sport betreiben will und vielleicht in einem Verein spielen oder dort seinen Sport ausüben will, automatisch bei einer Partei dabei. Das kann es doch bitte nicht sein! Sie müssen endlich bereit sein, den Sport von der Parteipolitik zu trennen! Sport hat mit Parteipolitik nichts zu tun! (Beifall bei den Grünen.) Solange Sie dazu nicht bereit sind, können Sie nicht hoffen, daß wir Grünen Ihre Sportpolitik und damit Ihre Parteipolitik unterstützen! Das tun wir nicht.
Beifall bei den Grünen.
Schauen Sie sich doch an, wie der Sport gelagert ist! (Abg. Kopf: Als Bewegungserziehung und als Gesundheitsvorsorge!) Eigentlich ist ein Kind, nur weil es Sport betreiben will und vielleicht in einem Verein spielen oder dort seinen Sport ausüben will, automatisch bei einer Partei dabei. Das kann es doch bitte nicht sein! Sie müssen endlich bereit sein, den Sport von der Parteipolitik zu trennen! Sport hat mit Parteipolitik nichts zu tun! (Beifall bei den Grünen.) Solange Sie dazu nicht bereit sind, können Sie nicht hoffen, daß wir Grünen Ihre Sportpolitik und damit Ihre Parteipolitik unterstützen! Das tun wir nicht.
Abg. Kopf: Das sind ehrenamtliche Leute! Das sind ehrenamtlich tätige Leute!
Ich möchte aber noch einiges zum Sportbericht sagen. Da fällt mir schon einiges auf. Wenn man sich auf den ersten Seiten die Aufstellung ansieht, wie der Sport geregelt ist, dann kann man durchzählen, wie viele Funktionärsebenen es gibt. (Abg. Kopf: Das sind ehrenamtliche Leute! Das sind ehrenamtlich tätige Leute!) Selbstverständlich bleibt dann für den einzelnen Sportler schön langsam nichts mehr übrig, weil ein Großteil der Kosten ganz einfach auf irgendwelche Funktionäre – die nicht alle ehrenamtlich arbeiten, möchte ich dazusagen – entfällt und damit die Mittel bereits verbraucht sind.
Beifall der Abgeordneten Öllinger und Mag. Barmüller.
Herr Staatssekretär! Es ist immer ganz nett, wenn zweimal im Jahr die Sportlerehrung stattfindet, entweder im Bundeskanzleramt oder, wie letztes Mal, in den Redoutensälen. Sie haben sich aber noch nie dazu durchgerungen, auch einmal mental behinderte Sportler – es wurde ja heute erwähnt, wie viele Medaillen sie für Österreich erlangt haben – zu diesen Veranstaltungen einzuladen beziehungsweise sie daran teilnehmen zu lassen. Es sind nur die Rollstuhl- oder körperbehinderten Sportler eingeladen, aber sonst schon niemand. Verändern Sie ein Stück Ihr Bild und lassen Sie alle Sportler, die zu Ehren gelangen, auch an diesen Großveranstaltungen teilnehmen, anstatt sie nur vom Flughafen abzuholen! Das ist eindeutig zuwenig! (Beifall der Abgeordneten Öllinger und Mag. Barmüller.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Da hört sich doch wirklich alles auf! Herr Staatssekretär, haben Sie vergessen, daß Sie laut der Verfassungsbestimmung in Artikel 7 B-VG verpflichtet sind, alle Sportstätten behindertengerecht zu machen? Nicht nur "im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten" hat das zu geschehen, sondern die Sportstätten müssen für alle zugänglich sein! Da haben Sie erheblichen Handlungsbedarf! Mit den "Möglichkeiten" kommen Sie bei uns behinderten Menschen nicht mehr weiter. Diese Zeiten haben wir Gott sei Dank hinter uns! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Solange nicht anständige Sportpolitik, parteiunabhängige Sportpolitik betrieben wird, können wir einem Sportbericht nie zustimmen! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Fuchs: Das wird er sich von Ihnen sagen lassen!
Herr Staatssekretär! Wir haben heute im Zusammenhang mit dieser "Euroteam"-Geschichte schon sehr deutlich und hinlänglich gehört, daß wir sehr bedauern, daß der Kanzler nicht dasitzt. Als Mitglied des Sportunterausschusses meiner Fraktion bedauere ich dies auch sehr, denn ich würde ihm sehr gerne etwas persönlich sagen, bitte Sie aber, ihm das mitzuteilen: Er soll sich schämen, verehrte Damen und Herren! (Abg. Fuchs: Das wird er sich von Ihnen sagen lassen!)
Abg. Fuchs: Denken Sie ein bißchen nach!
Der Herr Bundeskanzler der Republik Österreich soll sich schämen, weil er sich bei jeder nur erdenklichen Gelegenheit öffentlich delektiert, wenn es darum geht, im Sport aus dem Fernseher herauszulachen. (Abg. Fuchs: Denken Sie ein bißchen nach!) Er soll sich schämen, weil er bedenken sollte, daß etwa die Kultur mit 20 Prozent gefördert wird, der Sport aber bestenfalls nur mit einem Zwanzigstel des Kulturförderungsbudgets.
Abg. Dr. Khol: 150 Jahre! Es besteht seit 1852!
Hohes Haus! Ich finde, die Wurzel dieses Übels liegt in Wahrheit in Ihrer permanenten Ankündigungspolitik. Herr Staatssekretär! Ich bitte Sie auch, dem Herrn Bundeskanzler auszurichten, daß er sich schämen soll, weil wir in Wahrheit heute kein adäquates Vereinsrecht haben. Mehr als 50 Jahre ist dieses Vereinsrecht alt, und es trägt überhaupt nicht den modernen Intentionen, den Bedürfnissen des Sportes, vor allem im Hinblick auf die Trennung zwischen Amateursport und Profisport Rechnung. (Abg. Dr. Khol: 150 Jahre! Es besteht seit 1852!)
Abg. Dr. Khol: Das ist ein sehr gutes Gesetz!
Danke, Herr Professor, daß Sie mich korrigiert haben. Ich nehme das gerne an, denn das spricht noch mehr dafür, in welch altmodischer, rückständiger und antiquierter Weise der Sport in unserem Land behandelt wird. Nicht zuletzt deshalb ... (Abg. Dr. Khol: Das ist ein sehr gutes Gesetz!) – Herr Kollege Khol! Wenn Sie für die Entbürokratisierung eintreten möchten, dann bitte ich Sie, in Zukunft nicht den Petitionsausschuß zu strapazieren, sondern getrauen Sie sich, zu Herrn Minister Michalek hinzugehen, und unterwandern Sie nicht aus populistischen Gründen ein Vereinsrecht, das wir vielleicht endlich haben könnten (Abg. Kopf: Das war aber nicht tauglich dafür!) und das den modernen Intentionen und den Bedürfnissen der Sportler entspricht! Glauben Sie mir: Ich weiß, wovon ich rede! Ich habe lange genug darunter gelitten.
Abg. Kopf: Das war aber nicht tauglich dafür!
Danke, Herr Professor, daß Sie mich korrigiert haben. Ich nehme das gerne an, denn das spricht noch mehr dafür, in welch altmodischer, rückständiger und antiquierter Weise der Sport in unserem Land behandelt wird. Nicht zuletzt deshalb ... (Abg. Dr. Khol: Das ist ein sehr gutes Gesetz!) – Herr Kollege Khol! Wenn Sie für die Entbürokratisierung eintreten möchten, dann bitte ich Sie, in Zukunft nicht den Petitionsausschuß zu strapazieren, sondern getrauen Sie sich, zu Herrn Minister Michalek hinzugehen, und unterwandern Sie nicht aus populistischen Gründen ein Vereinsrecht, das wir vielleicht endlich haben könnten (Abg. Kopf: Das war aber nicht tauglich dafür!) und das den modernen Intentionen und den Bedürfnissen der Sportler entspricht! Glauben Sie mir: Ich weiß, wovon ich rede! Ich habe lange genug darunter gelitten.
Abg. Dr. Khol: Dann gründen Sie Ihren Fußballclub als Ges.m.b.H. oder als AG!
Hohes Haus! (Abg. Dr. Khol: Dann gründen Sie Ihren Fußballclub als Ges.m.b.H. oder als AG!) Lassen Sie mich noch ein bißchen auf die Ausführungen des Kollegen Kopf eingehen, weil Herr Kollege Khol sich hier lautstark vertreten möchte. Herr Kollege Kopf! Du gehst hier herunter (Abg. Dr. Krüger: Das ist rein privates Geld! Rein privat! Aus Idealismus!) und sprichst in erster Linie nur von einem, nämlich vom Geld. Du sprichst vom Geld und von zwei Etappenplänen: Bei der ersten Etappe geht es um 400 Millionen Schilling, bei der zweiten Etappe geht es um mehr Geld.
Abg. Dr. Krüger: Das ist rein privates Geld! Rein privat! Aus Idealismus!
Hohes Haus! (Abg. Dr. Khol: Dann gründen Sie Ihren Fußballclub als Ges.m.b.H. oder als AG!) Lassen Sie mich noch ein bißchen auf die Ausführungen des Kollegen Kopf eingehen, weil Herr Kollege Khol sich hier lautstark vertreten möchte. Herr Kollege Kopf! Du gehst hier herunter (Abg. Dr. Krüger: Das ist rein privates Geld! Rein privat! Aus Idealismus!) und sprichst in erster Linie nur von einem, nämlich vom Geld. Du sprichst vom Geld und von zwei Etappenplänen: Bei der ersten Etappe geht es um 400 Millionen Schilling, bei der zweiten Etappe geht es um mehr Geld.
Abg. Kopf: Wir debattieren über einen konkreten Antrag!
Es ist eigentlich beschämend für einen Funktionär aus dem Sportbereich, wenn man aus seinem Munde nur hört: Geld, Geld, Geld! (Abg. Kopf: Wir debattieren über einen konkreten Antrag!) Herr Kollege Kopf – und das gilt auch für Herrn Staatssekretär Wittmann –: Weißbücher zu produzieren, Weißbücher (Abg. Dr. Khol: Besonders zur Kultur!), die letztlich vieles an blankem Schwachsinn beinhalten – völlig realitätsfremd (Abg. Müller: Mäßigen Sie Ihre Rede!) –, und darauf stolz zu sein, daß diese Weißbücher möglicherweise eine Erkenntnis des Jahrhunderts darstellen sollen, das wird zuwenig sein!
Abg. Dr. Khol: Besonders zur Kultur!
Es ist eigentlich beschämend für einen Funktionär aus dem Sportbereich, wenn man aus seinem Munde nur hört: Geld, Geld, Geld! (Abg. Kopf: Wir debattieren über einen konkreten Antrag!) Herr Kollege Kopf – und das gilt auch für Herrn Staatssekretär Wittmann –: Weißbücher zu produzieren, Weißbücher (Abg. Dr. Khol: Besonders zur Kultur!), die letztlich vieles an blankem Schwachsinn beinhalten – völlig realitätsfremd (Abg. Müller: Mäßigen Sie Ihre Rede!) –, und darauf stolz zu sein, daß diese Weißbücher möglicherweise eine Erkenntnis des Jahrhunderts darstellen sollen, das wird zuwenig sein!
Abg. Müller: Mäßigen Sie Ihre Rede!
Es ist eigentlich beschämend für einen Funktionär aus dem Sportbereich, wenn man aus seinem Munde nur hört: Geld, Geld, Geld! (Abg. Kopf: Wir debattieren über einen konkreten Antrag!) Herr Kollege Kopf – und das gilt auch für Herrn Staatssekretär Wittmann –: Weißbücher zu produzieren, Weißbücher (Abg. Dr. Khol: Besonders zur Kultur!), die letztlich vieles an blankem Schwachsinn beinhalten – völlig realitätsfremd (Abg. Müller: Mäßigen Sie Ihre Rede!) –, und darauf stolz zu sein, daß diese Weißbücher möglicherweise eine Erkenntnis des Jahrhunderts darstellen sollen, das wird zuwenig sein!
Abg. Fuchs: Der weiß nicht, wovon er spricht!
Hohes Haus! Das ist der Zustand der Sportpolitik in unserem Lande! (Abg. Fuchs: Der weiß nicht, wovon er spricht!) Bedenkt man, daß etwa 3,5 Millionen Menschen in Österreich teilweise und aktiv Sport betreiben, dann sollte man berücksichtigen, daß diese Menschen auch ein legitimes Anrecht auf geordnete Strukturen und ein legitimes Anrecht darauf haben, daß sie so behandelt werden, wie es ihnen als Bürger zusteht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Das ist der Zustand der Sportpolitik in unserem Lande! (Abg. Fuchs: Der weiß nicht, wovon er spricht!) Bedenkt man, daß etwa 3,5 Millionen Menschen in Österreich teilweise und aktiv Sport betreiben, dann sollte man berücksichtigen, daß diese Menschen auch ein legitimes Anrecht auf geordnete Strukturen und ein legitimes Anrecht darauf haben, daß sie so behandelt werden, wie es ihnen als Bürger zusteht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit der Abg. Fuchs
Sport hier im Parlament als Nebensache zu behandeln, ist uns Freiheitlichen zuwenig. Ich denke, Sie werden in der nächsten Legislaturperiode die Gelegenheit haben, zu zeigen, wie ernst Sie es mit Ihrer Verantwortung in dieser Frage nehmen – genauso wie im Petitionsausschuß, Frau Kollegin Fuchs, wo auch nichts geht (ironische Heiterkeit der Abg. Fuchs), und genauso wie im Sportausschuß, wo der Vorsitzende des Ausschusses die Lächerlichkeit besitzt, gelbe und roten Karten vorzuzeigen, und aus seiner Dankesrede nicht mehr herauskommt. (Abg. Grabner: Die haben Sie wieder herausgenommen, weil Sie keine Ahnung haben! Der hat überhaupt keine Ahnung!) Diese Art der Verantwortung, verehrte Frau Kollegin Fuchs und Herr Kollege Grabner, wird uns Freiheitlichen zuwenig sein. Wir werden uns gewaltig auf die Hinterfüße stellen! Sie werden das in der nächsten Legislaturperiode merken. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Grabner: Der hat ja keine Ahnung! Den haben sie ja vom GAK hinausgeschmissen!)
Abg. Grabner: Die haben Sie wieder herausgenommen, weil Sie keine Ahnung haben! Der hat überhaupt keine Ahnung!
Sport hier im Parlament als Nebensache zu behandeln, ist uns Freiheitlichen zuwenig. Ich denke, Sie werden in der nächsten Legislaturperiode die Gelegenheit haben, zu zeigen, wie ernst Sie es mit Ihrer Verantwortung in dieser Frage nehmen – genauso wie im Petitionsausschuß, Frau Kollegin Fuchs, wo auch nichts geht (ironische Heiterkeit der Abg. Fuchs), und genauso wie im Sportausschuß, wo der Vorsitzende des Ausschusses die Lächerlichkeit besitzt, gelbe und roten Karten vorzuzeigen, und aus seiner Dankesrede nicht mehr herauskommt. (Abg. Grabner: Die haben Sie wieder herausgenommen, weil Sie keine Ahnung haben! Der hat überhaupt keine Ahnung!) Diese Art der Verantwortung, verehrte Frau Kollegin Fuchs und Herr Kollege Grabner, wird uns Freiheitlichen zuwenig sein. Wir werden uns gewaltig auf die Hinterfüße stellen! Sie werden das in der nächsten Legislaturperiode merken. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Grabner: Der hat ja keine Ahnung! Den haben sie ja vom GAK hinausgeschmissen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Grabner: Der hat ja keine Ahnung! Den haben sie ja vom GAK hinausgeschmissen!
Sport hier im Parlament als Nebensache zu behandeln, ist uns Freiheitlichen zuwenig. Ich denke, Sie werden in der nächsten Legislaturperiode die Gelegenheit haben, zu zeigen, wie ernst Sie es mit Ihrer Verantwortung in dieser Frage nehmen – genauso wie im Petitionsausschuß, Frau Kollegin Fuchs, wo auch nichts geht (ironische Heiterkeit der Abg. Fuchs), und genauso wie im Sportausschuß, wo der Vorsitzende des Ausschusses die Lächerlichkeit besitzt, gelbe und roten Karten vorzuzeigen, und aus seiner Dankesrede nicht mehr herauskommt. (Abg. Grabner: Die haben Sie wieder herausgenommen, weil Sie keine Ahnung haben! Der hat überhaupt keine Ahnung!) Diese Art der Verantwortung, verehrte Frau Kollegin Fuchs und Herr Kollege Grabner, wird uns Freiheitlichen zuwenig sein. Wir werden uns gewaltig auf die Hinterfüße stellen! Sie werden das in der nächsten Legislaturperiode merken. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Grabner: Der hat ja keine Ahnung! Den haben sie ja vom GAK hinausgeschmissen!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Franz Löschnak (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte auf die Ausführungen des Kollegen Fischl mit keinem Wort eingehen, denn so, wie er den Zustand des österreichischen Sports hier darstellt, würde man glauben, daß die drei Millionen Sportausübenden und die 12 000 Sportvereine, die wir haben, bei der Sportausübung und bei der Führung der Vereine nur behindert werden, was schlicht und einfach nicht den Tatsachen entspricht. Kollege Fischl, Sie sollten sich einmal außerhalb des GAK mit Sportlern unterhalten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Die zweite Bemerkung betrifft die Darstellung der Sportfunktionäre, die Sie, Frau Kollegin Haidlmayr in der Debatte gegeben haben und die nicht unwidersprochen bleiben kann. Sie tun ja gerade so, als ob die Mittel der besonderen Sportförderung primär von den Sportfunktionären aufgebraucht würden! Das stimmt keineswegs, im Gegenteil: Die 12 000 Sportvereine können überhaupt nur dadurch existieren, daß Tausende und Abertausende Sportfunktionäre ehrenamtlich Leistungen einbringen, deren Wert ein Vielfaches von dem ausmacht, was der österreichische Sport als Grundsubvention erhält. Es gibt Schätzungen, wonach die ehrenamtlichen Leistungen der Sportfunktionäre mit einem Betrag in einer Größenordnung von etwa drei bis vier Milliarden Schilling pro Jahr zu bewerten sind. Das sind die Fakten, und ich bitte Sie, sich das bei künftigen Diskussionen einmal vor Augen zu halten, damit man hier eine wirkliche Bewertung vornehmen kann. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Böhacker: Ohne Geld ka Musi!
Zweitens: Die Grundsubvention wird von den zuletzt 440 Millionen Schilling, die wir heuer erhalten, in drei Etappen – Kollege Kopf hat das schon gesagt – bis zum Jahr 2002 auf 500 Millionen Schilling ansteigen. Jetzt kann man natürlich behaupten, die Sportfunktionäre reden nur vom Geld, aber Geld ist nun einmal eine wichtige Sache (Abg. Böhacker: Ohne Geld ka Musi!), und ohne diese Grundsubvention würde es keinen Sport geben. Es erfolgt immerhin eine Anhebung auf 500 Millionen Schilling, das ist wirklich eine wertvolle Maßnahme.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Was wäre mit diesen 10 Millionen sonst geschehen?
Was wird also geschehen? – Wir können mit den 10 Millionen pro Jahr für eine Reihe von Fachverbänden Zusätzliches zur Verfügung stellen, nämlich entweder 25 Trainer beziehungsweise 30 oder 35 Ausbilder beziehungsweise 30 oder 40 Übungsleiter. Wenn Sie glauben, daß das "nichts" ist, dann kennen Sie den Zustand des österreichischen Sports wirklich nicht! Für den österreichischen Sport ist das eine gute Sache, und daher begrüßen wir auch den Umstand dieser Neuregelung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Was wäre mit diesen 10 Millionen sonst geschehen?)
Zwischenruf des Abg. Fischl.
Soll ich Ihnen etwas sagen? Ich kann Ihnen das relativ einfach beantworten. Ich rechne Ihnen etwas vor: Wenn 10 Millionen auf 12 500 Sportvereine aufgeteilt worden wären, dann können Sie sich ausrechnen, was jeder Sportverein pro Jahr bekommen hätte, nämlich einen Betrag in der Größenordnung von etwa 1 000 S. Daher ist es besser, hier eine konzentrierte Maßnahme zu setzen, und der ÖFB tritt für diese Maßnahme ein! (Zwischenruf des Abg. Fischl.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Eine zweite Bemerkung zu den Kritikern betreffend Neuverteilung der Mittel: Gerade diese arbeitsmarktpolitische Komponente stellt einen Ansatz in Richtung Neuverteilung der Mittel dar, und daher kann ich für meine Fraktion – Grabner hat das einleitend schon ausgeführt – zusammenfassend feststellen: Diese Novellen sind für den österreichischen Sport eine gute Lösung, und sie beinhalten auch Ansätze für strukturelle Änderungen. Herr Staatssekretär! Der österreichische Sport bedankt sich bei Ihnen, und ich bitte Sie, diesen Dank auch an den Finanzminister und an den Bundeskanzler weiterzugeben! Es ist dies ein entscheidender Schritt, und wir erhoffen uns natürlich in den nächsten Jahren weitere solche Schritte! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Es kann doch wohl nicht ihr Ernst sein, wenn sie sagt, es sei eine Frechheit, wenn ein Kind in Leibesübungen ein Genügend bekommt! – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie wissen vielleicht nicht, wie unheimlich schnell die Haltungsschäden zunehmen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Jedes Jahr ist der Gesundheitszustand unserer Schulkinder schlechter. Sie bewegen sich nicht mehr, sie werden dicker, sie sind ungeschickter, besonders Kinder aus dem städtischen Bereich. (Abg. Öllinger: Sie müssen sie motivieren!) Ich bin Turnprofessorin und weiß, wovon ich spreche! Wir Turnlehrer und Turnlehrerinnen haben wohl die Ausbildung, daß wir die Kinder beurteilen können! (Abg. Öllinger: Sie sollen die Kinder nicht beurteilen, sondern motivieren!)
Abg. Öllinger: Sie müssen sie motivieren!
Es kann doch wohl nicht ihr Ernst sein, wenn sie sagt, es sei eine Frechheit, wenn ein Kind in Leibesübungen ein Genügend bekommt! – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie wissen vielleicht nicht, wie unheimlich schnell die Haltungsschäden zunehmen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Jedes Jahr ist der Gesundheitszustand unserer Schulkinder schlechter. Sie bewegen sich nicht mehr, sie werden dicker, sie sind ungeschickter, besonders Kinder aus dem städtischen Bereich. (Abg. Öllinger: Sie müssen sie motivieren!) Ich bin Turnprofessorin und weiß, wovon ich spreche! Wir Turnlehrer und Turnlehrerinnen haben wohl die Ausbildung, daß wir die Kinder beurteilen können! (Abg. Öllinger: Sie sollen die Kinder nicht beurteilen, sondern motivieren!)
Abg. Öllinger: Sie sollen die Kinder nicht beurteilen, sondern motivieren!
Es kann doch wohl nicht ihr Ernst sein, wenn sie sagt, es sei eine Frechheit, wenn ein Kind in Leibesübungen ein Genügend bekommt! – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie wissen vielleicht nicht, wie unheimlich schnell die Haltungsschäden zunehmen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Jedes Jahr ist der Gesundheitszustand unserer Schulkinder schlechter. Sie bewegen sich nicht mehr, sie werden dicker, sie sind ungeschickter, besonders Kinder aus dem städtischen Bereich. (Abg. Öllinger: Sie müssen sie motivieren!) Ich bin Turnprofessorin und weiß, wovon ich spreche! Wir Turnlehrer und Turnlehrerinnen haben wohl die Ausbildung, daß wir die Kinder beurteilen können! (Abg. Öllinger: Sie sollen die Kinder nicht beurteilen, sondern motivieren!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Leibesübungen ist ein Pflichtgegenstand wie jeder andere, und in diesem Gegenstand können, sollen und müssen die Kinder gezwungen werden, sich körperlich zu betätigen. Als Turnlehrer haben wir die Aufgabe, die Kinder so zu motivieren, daß sie später im Leben gerne Sport betreiben, was ihrer Gesundheit letztendlich nützt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Genau das war aber das Problem!
Daher kann man nicht einfach sagen: In Turnen darf es keinen "Vierer" geben! Denn wenn ein dickes, ungeschicktes Kind sich bemüht, dann wird es sicherlich kein Genügend bekommen. (Abg. Öllinger: Genau das war aber das Problem!) Wenn aber zum Beispiel eine geschickte Schülerin jede Woche angeblich die Regel hat und sich immer drücken will, warum soll sie dann in Turnen nicht ein Genügend bekommen? Turnen ist mindestens so wichtig wie viele andere Pflichtgegenstände! – Danke! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher kann man nicht einfach sagen: In Turnen darf es keinen "Vierer" geben! Denn wenn ein dickes, ungeschicktes Kind sich bemüht, dann wird es sicherlich kein Genügend bekommen. (Abg. Öllinger: Genau das war aber das Problem!) Wenn aber zum Beispiel eine geschickte Schülerin jede Woche angeblich die Regel hat und sich immer drücken will, warum soll sie dann in Turnen nicht ein Genügend bekommen? Turnen ist mindestens so wichtig wie viele andere Pflichtgegenstände! – Danke! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Böhacker: Da hat er sogar recht!
Zunächst möchte ich auf die Ausführungen von Frau Kollegin Haidlmayr eingehen: Nachdem ich etliche Berichte in den Medien verfolgt habe, konnte ich feststellen, daß das Thema Bewegungsmangel in Verbindung mit all den Schwierigkeiten und gesundheitlichen Schäden, die bei Zigtausenden Kindern recht frühzeitig auftreten, ein Schwerpunktthema ist. In Anbetracht dieser Situation wäre das Argument, daß die Kinder sich halt vom Unterricht in Leibesübungen abmelden sollen, gerade das Gegenteil von dem, was ich aus Überzeugung als Notwendigkeit erachte. Daher sage ich: Wir werden zweifellos dafür eintreten, daß der Gegenstand Leibesübungen auch in Hinkunft nicht nur ein Pflichtfach bleibt, sondern jeweils die modernste Ausprägungsform findet, damit der junge Mensch für sein ganzes Leben zur Bewegung gebracht wird. Denn das ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, daß man auch im hohen Alter gesund bleibt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Böhacker: Da hat er sogar recht!)
Beifall bei der ÖVP.
Zum zweiten. Im Zusammenhang damit, daß manchmal erwähnt wird, daß die ehrenamtlichen Funktionäre da oder dort Urlaube machen, möchte ich jetzt gar nicht auf die fundierten Zahlen des Kollegen Löschnak eingehen, sondern nur feststellen, daß man bedenken muß, daß die Menschen, die in einem dieser 12 500 Vereine tätig sind, wobei jeder dieser Vereine fünf bis zehn ehrenamtliche Funktionäre benötigt, nicht nur enorm viel von ihrer wertvollen Freizeit für andere zur Verfügung stellen, sondern auch ein ganz beträchtliches Quantum an Geld dafür investieren, daß Dutzende andere einer sportlichen Tätigkeit nachgehen können. Daher sage ich: All das ist Ausdruck einer engagierten Gesellschaft. Kollege Khol hat sie als "engagierte Bürgergesellschaft" bezeichnet. Für dieses Engagement sollten wir alle dankbar sein und diesen Menschen anläßlich einer derartigen Debatte sagen: Fahrt nur so fort, denn ihr seid diejenigen, die das Füreinander leben! Von solchen Menschen können wir nicht genug haben! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Was wir unter keinen Umständen wollen, ist ein verstaatlichter Sport oder ein verbürokratisierter Sport, weil dann viele Tausende Menschen keine Lust mehr hätten, sich freiwillig dafür zur Verfügung zu stellen. Daher sind wir auch hinsichtlich einer Reform des Vereinsrechtes äußerst skeptisch. Wir wollen ein Vereinsrecht, das den einzelnen Vereinen möglichst viel an Freiheit, Unabhängigkeit und Selbständigkeit gewährleistet. Dafür treten wir ein, und das ist Ausdruck unserer Überzeugung! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn wir das gemeinsam beschließen, dann ist für das Jahr 2000, für das Jahr 2001 und für das Jahr 2002 jene gewisse Sicherheit für den österreichischen Sport gegeben, auf welcher der österreichische Sport weiter aufbauen kann, und zwar mit Hilfe von Sponsoren, durch entsprechende weitere Beiträge und viele Aktionen, die noch viel mehr an privatem Geld einbringen können. Deswegen sagen wir aus voller Überzeugung "ja" zu dieser Novelle und hoffen, daß der Sport aufgrund dieses Fundaments auch in den nächsten Jahren wesentlich zur Freude, aber auch zur Gesundheit der Österreicher beiträgt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Peter Wittmann: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Zunächst möchte ich festhalten, daß es uns, wenn dieses Gesetz heute beschlossen ist, gelungen sein wird, während meiner Verantwortlichkeit im Sportbereich die besonderen Sportfördermittel um 100 Millionen Schilling zu erhöhen. Ich glaube, das ist ein Erfolg für den Sport! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Fischl.
Ich möchte noch einmal sagen: Ich habe Sie bereits im vergangenen Jahr aufgefordert: Zeigen Sie mir Ihre Struktur! (Zwischenruf des Abg. Fischl.) Sie sind mir jedoch bis heute Vorschläge betreffend Ihre Struktur schuldig geblieben! Ich habe bis jetzt keine zweckdienliche Diskussion darüber führen können, wie Ihr alternatives Modell aussehen würde, sondern Sie stellen immer nur dieselbe Forderung, nämlich: Zerschlagen wir die alte Struktur! (Abg. Fischl: Dort, wo Sport gemacht wird, beginnt die Struktur!) Würden wir dies tun, dann hätten wir zwar die alte zerschlagen, aber hätten nichts Neues, und ich glaube nicht, daß das zweckdienlich wäre. Dieses Argument wirkt zwar vordergründig gut, weil es auch von den Medien sehr gut aufgenommen wird, eine solche Vorgangsweise würde dem Sport aber nicht dienen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Fischl: Dort, wo Sport gemacht wird, beginnt die Struktur!
Ich möchte noch einmal sagen: Ich habe Sie bereits im vergangenen Jahr aufgefordert: Zeigen Sie mir Ihre Struktur! (Zwischenruf des Abg. Fischl.) Sie sind mir jedoch bis heute Vorschläge betreffend Ihre Struktur schuldig geblieben! Ich habe bis jetzt keine zweckdienliche Diskussion darüber führen können, wie Ihr alternatives Modell aussehen würde, sondern Sie stellen immer nur dieselbe Forderung, nämlich: Zerschlagen wir die alte Struktur! (Abg. Fischl: Dort, wo Sport gemacht wird, beginnt die Struktur!) Würden wir dies tun, dann hätten wir zwar die alte zerschlagen, aber hätten nichts Neues, und ich glaube nicht, daß das zweckdienlich wäre. Dieses Argument wirkt zwar vordergründig gut, weil es auch von den Medien sehr gut aufgenommen wird, eine solche Vorgangsweise würde dem Sport aber nicht dienen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte noch einmal sagen: Ich habe Sie bereits im vergangenen Jahr aufgefordert: Zeigen Sie mir Ihre Struktur! (Zwischenruf des Abg. Fischl.) Sie sind mir jedoch bis heute Vorschläge betreffend Ihre Struktur schuldig geblieben! Ich habe bis jetzt keine zweckdienliche Diskussion darüber führen können, wie Ihr alternatives Modell aussehen würde, sondern Sie stellen immer nur dieselbe Forderung, nämlich: Zerschlagen wir die alte Struktur! (Abg. Fischl: Dort, wo Sport gemacht wird, beginnt die Struktur!) Würden wir dies tun, dann hätten wir zwar die alte zerschlagen, aber hätten nichts Neues, und ich glaube nicht, daß das zweckdienlich wäre. Dieses Argument wirkt zwar vordergründig gut, weil es auch von den Medien sehr gut aufgenommen wird, eine solche Vorgangsweise würde dem Sport aber nicht dienen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es gäbe dazu noch viel zu sagen. – Ich meine jedenfalls, daß dieser Sportbericht im wesentlichen umfassend gestaltet ist. Wir werden an diesen Strukturen oder diesen Vorgaben arbeiten müssen, damit wir auch weiterhin österreichische Sportler von hoher Qualität hervorbringen können, denn diese sind letztendlich unsere Botschafter in der ganzen Welt! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Böhacker: Beides wird stimmen!
Meine Damen und Herren! Wie in anderen Ländern auch, betreiben in Österreich die Frauen mehr Sport als die Männer. Trotzdem sind in den Spitzenfunktionen im Sport wenig Frauen anzutreffen. In Anbetracht dessen stellt sich die Frage: Sind die Frauen zu wenig engagiert, oder sind es die Strukturen innerhalb und außerhalb des Sports, die zu dieser geringen Präsenz von Frauen führen? (Abg. Böhacker: Beides wird stimmen!)
Abg. Böhacker: Beim Tennis und beim Schifahren ist das nicht mehr so! – Zwischenruf des Abg. Fischl.
Meine Damen und Herren! Ich glaube, die Ursachen dafür sind sehr vielfältig, wir können das nicht so einfach klassifizieren. Das fängt an bei der geringen Medienpräsenz von Sportlerinnen beziehungsweise der von Frauen ausgeübten Sportarten und geht über geringere Förderungsmittel im Leistungssport für Mädchen und Frauen und eine markante Unterverteilung von Frauen in den Führungsebenen der Sportorganisationen bis hin zu krassen Unterschieden bei Preisgeldern im Profisport. Ich glaube, die Palette ist also recht breit! (Abg. Böhacker: Beim Tennis und beim Schifahren ist das nicht mehr so! – Zwischenruf des Abg. Fischl.) – Oh doch! Da sind Sie aber sehr schlecht informiert, Herr Abgeordneter Fischl! Das ist gerade ein gutes Beispiel! Genau dort geht die Schere zwischen den Preisgeldern, die die Frauen, und jenen, die die Männer bekommen, sehr weit auseinander!
Abg. Böhacker: Fußball-WM der Frauen!
Auch der Sportjournalismus, der nach wie vor eine Männerdomäne ist, spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Frauen kamen in den Medien nur dann häufiger zum Zuge, wenn männliche Konkurrenz fehlte, also bei anderen Sportarten oder wenn sie den gängigen Frauenklischees entsprachen. In letzter Zeit können wir jedoch eine positive Entwicklung beobachten, auch das will ich anmerken. (Abg. Böhacker: Fußball-WM der Frauen!) Genau das habe ich gemeint! Die typischen Männersportarten wie zum Beispiel Fußball oder auch American Football sind mittlerweile auch mit Frauenmannschaften immer mehr in den Vordergrund getreten. Gerade in letzter Zeit waren ganz großartige Leistungen der Frauen zu vermerken.
Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Ich darf jetzt als Wiener ASKÖ-Präsidentin auch sagen, daß wir dieser Situation Rechnung getragen und ein Frauenreferat eingerichtet haben. (Zwischenruf des Abg. Böhacker.) Ja, ich bin im ASKÖ, Sie wissen das schon! Ich merke, daß es schön langsam Früchte bringt, daß Sie gelegentlich zuhören!
Beifall bei der SPÖ.
Als Abgeordnete erachte ich es als dringend notwendig, dem Thema "Frauen und Sport" in der parlamentarischen Diskussion auch in Zukunft mehr Aufmerksamkeit zu schenken und entsprechende Initiativen zu setzen, denn nur dadurch wird es möglich sein, dem Ziel, den Frauen auch im Sport Chancengleichheit zu verschaffen, näherzukommen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Zeltfeste!
In manchen Kreisen heißt es zwar, daß man Geld einfach hat, aber nicht darüber spricht, ich glaube aber, doch fragen zu müssen: Woher bekommen die kleinen Sportvereine, besonders auf dem Land, das Geld? – Sie bekommen jetzt zwar Geld über die Dachverbände, aber das ist ein geringer Betrag, für einen Sportverein gerade zirka 10 000 S. Eine weitere Förderung erfolgt über die Sportabteilung des Landes, und außerdem erhält ein Verein eine Förderung durch die Gemeinde. Das heißt: Es werden lauter öffentliche Gelder beansprucht. Die größten Einnahmen, die ein Sportverein hat, erwirtschaftet er sich jedoch über Veranstaltungen, zum Beispiel über ein Dreitagefest. Jeder, der schon einmal bei einem Sportverein war und bei solchen Veranstaltungen mitgearbeitet hat, weiß das. (Abg. Dr. Khol: Zeltfeste!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher ist die Frage wichtig, und wir sollten darüber reden, ob man die Sportvereine nicht mit der Freiwilligen Feuerwehr, dem Roten Kreuz beziehungsweise mit den politischen Parteien oder den kirchlichen Vereinen gleichstellen sollten. Denn diese können Umsätze von einer Million oder von 2 Millionen Schilling beziehungsweise Gewinne von 200 000 S oder 300 000 S machen und brauchen dafür keine Steuer zu zahlen. Ich meine, daß besonders die Sportvereine diese Lösung brauchen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Dr. Löschnak und Karlheinz Kopf! Ich möchte euch beide darum bitten, daß ihr in der nächsten Legislaturperiode auch diese Besteuerung der Vereine in Angriff nehmt. Denn es wäre eine wohltuende Förderung für die kleinen Vereine, wenn das im Gespräch mit dem Herrn Finanzminister gelänge. Dann hätten wir eine schöne Förderung für die Vereine erwirtschaftet! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fink: Das liegt schon beim Finanzminister!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Eine Anmerkung zu meinem Vorredner. Bevor sich ÖVP-Politiker für Zeltfeste und für Vereine ins Zeug legen – was ich grundsätzlich für richtig halte –, bitte ich, einmal die Wirte und die entsprechenden Vertretungen in der Wirtschaftskammer zur Räson zu bringen! Denn dort, meine Damen und Herren von der ÖVP, müssen Sie ansetzen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fink: Das liegt schon beim Finanzminister!)
Abg. Dr. Maitz: Klassenkampf hoch zwei!
Meine Damen und Herren! Die alte Ausrede der Haftungsfrage zieht nicht mehr. Denn die SPÖ-Anträge, die Petitionen sind ganz klar. Es ist geklärt: Selbstverständlich haftet der Benützer und nicht der Grundbesitzer. Es geht aber der ÖVP darum, die Interessen einiger weniger Großgrundbesitzer zu schützen. (Abg. Dr. Maitz: Klassenkampf hoch zwei!)
Abg. Dr. Maitz: Altsozialistischer Klassenkampf!
Ich freue mich ja schon sehr auf den Wahlkampf in meinem Wahlkreis, im Wahlkreis Steiermark Mitte, in dem auch Herr von und zu Liechtenstein kandidiert. (Abg. Dr. Maitz: Altsozialistischer Klassenkampf!) Er hat ja die Stirn, die Wählerinnen und Wähler in seinem Wahlkreis aus dem Wald auszusperren! Also ich freue mich wirklich schon auf diesen Wahlkampf!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kopf: Dafür sind wir auch!
Meine Damen und Herren! Abschließend warne ich davor, die Bevölkerung aus der freien Natur aussperren zu wollen. Hunderte Gebiete in Österreich sind für Wanderer, Freizeitsportler oder Schwammerlsucher überhaupt schon abgesperrt. Das wird sich die Bevölkerung nicht gefallen lassen, ebensowenig wie die Naturfreunde, ebensowenig wie die Kinderfreunde, ebensowenig wie die Sozialdemokratische Partei! Wir sind für das Mountainbiken auf Forststraßen, für neue Chancen für den Tourismus und für den Wald als Erholungsraum für alle! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kopf: Dafür sind wir auch!)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
An Ihnen ist vermutlich vorbeigegangen, daß viele Vereinbarungen abgeschlossen worden sind: Vereinbarungen zwischen Ländern, Gemeinden und Tourismusverbänden im Konsens mit den Grundeigentümern. An Ihnen ist vermutlich auch vorbeigegangen, daß in den letzten Jahren – bis zum 31. Dezember 1998 – über 13 000 Kilometer an Forstwegen freigegeben wurden und daß immer neue Vereinbarungen geschlossen werden. Zum Beispiel wurden erst kürzlich in Wien wiederum 800 Kilometer freigegeben. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie treten diese hervorragenden Leistungen, diese hervorragenden Initiativen der Länder, der Gemeinden, der Tourismusverbände im Konsens mit den Grundeigentümern aufgrund wahltaktischer Überlegungen mit Füßen! (Beifall bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren! Das kann es nicht sein. So eine Vorgangsweise kann die ÖVP zweifellos nicht akzeptieren. (Abg. Dr. Maitz: ... Wahlkampf!)
Abg. Dr. Maitz: ... Wahlkampf!
Sie treten diese hervorragenden Leistungen, diese hervorragenden Initiativen der Länder, der Gemeinden, der Tourismusverbände im Konsens mit den Grundeigentümern aufgrund wahltaktischer Überlegungen mit Füßen! (Beifall bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren! Das kann es nicht sein. So eine Vorgangsweise kann die ÖVP zweifellos nicht akzeptieren. (Abg. Dr. Maitz: ... Wahlkampf!)
Beifall bei der ÖVP.
Was wir brauchen, ist ein gutes touristisches Angebot, besser als in anderen Ländern, von denen immer wieder behauptet wird, daß dort alles so frei ist. Wir müssen besser sein als andere Länder, und das geht nur im Konsens mit den Grundeigentümern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Die Erfahrung der letzten Monate und Jahre hat gezeigt, daß die Grundeigentümer diese Vereinbarungen eingehen, sonst hätten wir nicht über 13 000 Kilometer an Forstwegen, auf denen "gebiket" wird. Daher soll dieser erfolgreiche Weg auch in Zukunft fortgesetzt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kopf.
Abgeordnete Hannelore Buder (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich möchte auf einen Satz meines Vorredners eingehen. Sie haben gesagt: Profis arbeiten im Konsens mit den Grundeigentümern. – Aber wenn es diesen Konsens nicht gibt, wenn es eine tolle Strecke gäbe, aber sich auch nur ein Grundeigentümer gegen die Öffnung stellt, dann bin ich auf der Seite der Mountainbiker und nicht auf der Seite der Grundeigentümer. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Kollegin Fuchs ist schon auf den Frauensport eingegangen. Ich möchte nur noch erwähnen, daß 59 Prozent der Sportvereinsmitglieder Männer sind, von denen 56 Prozent aktiv Sport betreiben. Frauen haben in den Sportvereinen leider schlechtere Startbedingungen als Männer. Eine verstärkte Integration der Frauen auch im Sport fände ich besonders wichtig. (Beifall bei der SPÖ.) Es wäre sehr gut, wenn den Sportvereinen auch mehr qualifizierte Trainerinnen zur Verfügung stünden.
Abg. Dr. Khol: Was ist mit dem Eisschnellaufen, Frau Kollegin Buder?
Von der Weltmeisterschaft in der Ramsau komme ich zum Skifliegen auf dem Kulm in Tauplitz – Bad Mitterndorf, der größten Naturflugschanze. (Abg. Dr. Khol: Was ist mit dem Eisschnellaufen, Frau Kollegin Buder?) Diese Veranstaltung wird von 17. bis 20. Februar 2000 stattfinden. 50 Jahre nach der ersten nationalen Skiflugveranstaltung freuen wir uns schon jetzt wieder auf sportliche Wettkämpfe. Ich lade Sie sehr herzlich dazu ein! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Von der Weltmeisterschaft in der Ramsau komme ich zum Skifliegen auf dem Kulm in Tauplitz – Bad Mitterndorf, der größten Naturflugschanze. (Abg. Dr. Khol: Was ist mit dem Eisschnellaufen, Frau Kollegin Buder?) Diese Veranstaltung wird von 17. bis 20. Februar 2000 stattfinden. 50 Jahre nach der ersten nationalen Skiflugveranstaltung freuen wir uns schon jetzt wieder auf sportliche Wettkämpfe. Ich lade Sie sehr herzlich dazu ein! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich kann Ihnen sagen, daß jedes Unternehmen, das sich mit Ausbildung beschäftigt, in der Lage wäre, zu denselben Konditionen wesentlich mehr Teilnehmer weiterzubilden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Weiters geht hervor, daß in Mürzzuschlag ein gewisser Robert Lichtenegger für die Prozeßbegleitung im Rahmen dieser Ausbildungsmodule für insgesamt ungefähr sieben Tage Arbeit exakt 184 643,40 S bekommt. – Das ist Ihre Art der Jugend- und Beschäftigungspolitik, die auf das entschiedenste zurückgewiesen werden muß! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage es Ihnen noch einmal: 3,5 Milliarden Schilling für 3 000 Lehrplätze – ich garantiere Ihnen: Wenn Sie diese 3 Milliarden Schilling in die Hände befugter, qualifizierter Unternehmensberatungen gegeben hätten, dann hätten Sie wesentlich mehr Erfolg gehabt und müßten jetzt nicht wiederum Milliarden Schilling für die Beschäftigung der Jugend bereitstellen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gaugg: Aber Ihre Rede auch nicht!
Abgeordneter Otmar Brix (fortsetzend): Das entspricht nicht den parlamentarischen Usancen. (Abg. Gaugg: Aber Ihre Rede auch nicht!) Sie brauchen nicht zu deuten, Kollege Gaugg!
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen: Jan Klima ist weder in einem österreichischen Betrieb noch bei der ÖIAG beschäftigt, sondern er ist in einem ausländischen Konzern beschäftigt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Was Herr Abgeordneter Grollitsch als Universitätsprofessor hier gesagt hat, entspricht nämlich nicht der Wahrheit. Das ist nur eine Diffamierung eines jungen Menschen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen: Jan Klima ist weder in einem österreichischen Betrieb noch bei der ÖIAG beschäftigt, sondern er ist in einem ausländischen Konzern beschäftigt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Was Herr Abgeordneter Grollitsch als Universitätsprofessor hier gesagt hat, entspricht nämlich nicht der Wahrheit. Das ist nur eine Diffamierung eines jungen Menschen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Alles Diffamierungen! – Abg. Dr. Ofner: ... gleich einen Ordnungsruf machen! Jetzt wird es ehrenrührig! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Da helfen auch die deutlichen Handbewegungen nichts. Denn Ihre Handbewegungen kennzeichnen Sie und Ihre politische Art, eine Art, die gestern war, die wir heute nicht mehr brauchen und die wir auch in Zukunft nicht mehr wollen! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Alles Diffamierungen! – Abg. Dr. Ofner: ... gleich einen Ordnungsruf machen! Jetzt wird es ehrenrührig! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gaugg: Wo war denn der Herr Bundeskanzler heute? Wo war er denn? – Abg. Parnigoni: Jene, die von der Lüge sprechen, haben meist selber ...!
Meine Damen und Herren! Tatsache ist, Herr Abgeordneter Ofner, daß in diesem Unterausschuß ein Mehrheitsbericht angenommen wurde. Tatsache ist, daß in diesem Unterausschuß die Feststellung getroffen wurde: Der Bundeskanzler und die Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales haben ihr großes Interesse bekundet, alle Zweifel an der Korrektheit der Auftragsvergabe zu klären. (Abg. Gaugg: Wo war denn der Herr Bundeskanzler heute? Wo war er denn? – Abg. Parnigoni: Jene, die von der Lüge sprechen, haben meist selber ...!) Sie haben den Präsidenten des Rechnungshofes am 5. Juli 1999 ersucht, eine Überprüfung der Aufträge und Fördervereinbarungen mit der "Euroteam Vienna"-Gruppe in ihrem Bereich vorzunehmen.
Abg. Gaugg: Und nicht erscheinen, wie heute! Wo war er denn?
Ich würde mir von allen wünschen, daß sie, wenn solche Verdächtigungen im Raum stehen, so korrekt handeln wie der Bundeskanzler (Abg. Gaugg: Und nicht erscheinen, wie heute! Wo war er denn?) und die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, die auch in diesem Fall den Rechnungshof mit einer Überprüfung beauftragt haben. Das zeigt, daß sie von ihrer Arbeit in Wahrheit nichts zu verbergen haben und daß sie auf ihre Arbeit im Dienste der Jugend Österreichs stolz sein können. (Abg. Gaugg: Freilich hat er etwas zu verbergen, sonst wäre er heute dagewesen!)
Abg. Gaugg: Freilich hat er etwas zu verbergen, sonst wäre er heute dagewesen!
Ich würde mir von allen wünschen, daß sie, wenn solche Verdächtigungen im Raum stehen, so korrekt handeln wie der Bundeskanzler (Abg. Gaugg: Und nicht erscheinen, wie heute! Wo war er denn?) und die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, die auch in diesem Fall den Rechnungshof mit einer Überprüfung beauftragt haben. Das zeigt, daß sie von ihrer Arbeit in Wahrheit nichts zu verbergen haben und daß sie auf ihre Arbeit im Dienste der Jugend Österreichs stolz sein können. (Abg. Gaugg: Freilich hat er etwas zu verbergen, sonst wäre er heute dagewesen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Laut und hohl! – Abg. Edler: Wo ist der Grollitsch? Er soll sich entschuldigen! – Abg. Haigermoser: Eine Frage deines Kanzlers: Wo ist der "Grolli"? Der ist bei Klima! – Ruf bei den Freiheitlichen: Wo ist der Klima? – Abg. Edler: Wo ist der Grollitsch? – Abg. Haigermoser: An der Leine! Grollitsch ist an der Leine bei Klima!
Da können Sie so viel schreien, wie Sie wollen. Wir stehen für die Arbeitspolitik der Jugend! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Laut und hohl! – Abg. Edler: Wo ist der Grollitsch? Er soll sich entschuldigen! – Abg. Haigermoser: Eine Frage deines Kanzlers: Wo ist der "Grolli"? Der ist bei Klima! – Ruf bei den Freiheitlichen: Wo ist der Klima? – Abg. Edler: Wo ist der Grollitsch? – Abg. Haigermoser: An der Leine! Grollitsch ist an der Leine bei Klima!)
Abg. Reitsamer: Um Gaugg zu übertönen, braucht man das!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Das Bemerkenswerteste an der Rede des geschätzten Kollegen Brix war die Lautstärke. (Abg. Reitsamer: Um Gaugg zu übertönen, braucht man das!) In manchen Situationen – überhaupt dann, wenn der Saal übersichtlich besetzt ist und man ohne Mikrophonverstärkung gut gehört wird – ist diese Lautstärke natürlich auch ein Zeichen des Übertünchens einer persönlichen Unsicherheit. Das ist ein bißchen wie das laute Singen im Wald! (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Öllinger.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Öllinger.
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Das Bemerkenswerteste an der Rede des geschätzten Kollegen Brix war die Lautstärke. (Abg. Reitsamer: Um Gaugg zu übertönen, braucht man das!) In manchen Situationen – überhaupt dann, wenn der Saal übersichtlich besetzt ist und man ohne Mikrophonverstärkung gut gehört wird – ist diese Lautstärke natürlich auch ein Zeichen des Übertünchens einer persönlichen Unsicherheit. Das ist ein bißchen wie das laute Singen im Wald! (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Öllinger.)
Heiterkeit der Abg. Schaffenrath.
Das zeigt einen lockeren Umgang mit Zahlen, einen lockeren Umgang mit Formvorschriften und eine große Lässigkeit, so nach dem Motto des "Herrn Karl" – wer es kennt, erinnert sich vielleicht daran –: "Das Gansl zu Weihnachten war immer da, Herr Rat." (Heiterkeit der Abg. Schaffenrath.) – Das würde in diesem Fall etwa heißen: Wir haben immer einen positiven Cash-flow gehabt; was wollen Sie eigentlich von uns? – Und dieser Eindruck ist ernüchternd.
Heiterkeit der Abgeordneten Schaffenrath und Öllinger.
Das ist der Eindruck, der zurückbleibt, und das ist ein Sittenbild, das unerfreulich ist, denn immerhin sind die handelnden Personen die höchsten Repräsentanten der Republik, abgesehen vom Herrn Bundespräsidenten, der aber mit solchen Dingen nichts zu tun hat, denn der sitzt in der Hofburg und schweigt – untertags. (Heiterkeit der Abgeordneten Schaffenrath und Öllinger.) Außerdem ist das hier wirklich nicht sein Problem. Seit er wiedergewählt wurde, schweigt er, aber sonst ist er der höchste Repräsentant – ich wollte ihn nur nicht ausgeklammert haben.
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Öllinger.
Was den Bundeskanzler anlangt – also ich weiß nicht, das bringt auch keinen Goodwill. Jetzt kann man nur hoffen, wirklich hoffen – nicht nur, weil das auch für die Oppositionsparteien gut ist und weil wir uns natürlich, selbstverständlich am 3. Oktober von diesen Dingen etwas erhoffen, das gebe ich ganz offen zu; die Leute sollen das wissen, bevor sie in die Wahlzelle gehen –, daß er den Wähler-Goodwill damit ein bißchen ramponiert, denn er hätte es sich redlich verdient! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Öllinger.)
Abg. Dr. Graf: Jetzt kommt der Scharfmacher!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Herr Kollege Mag. Steindl. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Graf: Jetzt kommt der Scharfmacher!)
Abg. Böhacker: Das haben wir heute alles schon mehrmals gehört!
Diese elf Punkte sind für mich sehr wichtig, denn es wird festgehalten: Punkt 1, daß es im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe an "Euroteam" zu Unzulänglichkeiten gekommen ist (Abg. Böhacker: Das haben wir heute alles schon mehrmals gehört!) – ja, und es ist wichtig, daß man das auch nochmals betont –; Punkt 2, daß es eine Nähe von "Euroteam" zu sozialistischen Parteisekretären gibt (Abg. Parnigoni: Wo steht das?), und damit gab es das Schaffen eines unzulässigen Startvorteils (Abg. Haigermoser: Parnigoni! Stimmt das?) – Sie brauchen nur den 30seitigen Bericht genau zu lesen –; Punkt 3, daß es eine Unvereinbarkeit von Mehrfachfunktionen gegeben hat (Abg. Haigermoser: Parnigoni! Mach eine tatsächliche Berichtigung!); Punkt 4, daß es einen schludrigen und sorglosen Umgang wichtiger Funktionäre mit dem Vereinsrecht gegeben hat und daß bei diesem sehr komplizierten Firmengeflecht immer wieder die gleichen Akteure aufgetreten sind (Abg. Dr. Graf: Parnigoni! Das ist ein typischer SPÖ-Bericht!); weiters, daß die Förderzusagen an alle Unternehmen von "Euroteam" ohne Abstimmung mit den Organen des AMS erfolgten.
Abg. Parnigoni: Wo steht das?
Diese elf Punkte sind für mich sehr wichtig, denn es wird festgehalten: Punkt 1, daß es im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe an "Euroteam" zu Unzulänglichkeiten gekommen ist (Abg. Böhacker: Das haben wir heute alles schon mehrmals gehört!) – ja, und es ist wichtig, daß man das auch nochmals betont –; Punkt 2, daß es eine Nähe von "Euroteam" zu sozialistischen Parteisekretären gibt (Abg. Parnigoni: Wo steht das?), und damit gab es das Schaffen eines unzulässigen Startvorteils (Abg. Haigermoser: Parnigoni! Stimmt das?) – Sie brauchen nur den 30seitigen Bericht genau zu lesen –; Punkt 3, daß es eine Unvereinbarkeit von Mehrfachfunktionen gegeben hat (Abg. Haigermoser: Parnigoni! Mach eine tatsächliche Berichtigung!); Punkt 4, daß es einen schludrigen und sorglosen Umgang wichtiger Funktionäre mit dem Vereinsrecht gegeben hat und daß bei diesem sehr komplizierten Firmengeflecht immer wieder die gleichen Akteure aufgetreten sind (Abg. Dr. Graf: Parnigoni! Das ist ein typischer SPÖ-Bericht!); weiters, daß die Förderzusagen an alle Unternehmen von "Euroteam" ohne Abstimmung mit den Organen des AMS erfolgten.
Abg. Haigermoser: Parnigoni! Stimmt das?
Diese elf Punkte sind für mich sehr wichtig, denn es wird festgehalten: Punkt 1, daß es im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe an "Euroteam" zu Unzulänglichkeiten gekommen ist (Abg. Böhacker: Das haben wir heute alles schon mehrmals gehört!) – ja, und es ist wichtig, daß man das auch nochmals betont –; Punkt 2, daß es eine Nähe von "Euroteam" zu sozialistischen Parteisekretären gibt (Abg. Parnigoni: Wo steht das?), und damit gab es das Schaffen eines unzulässigen Startvorteils (Abg. Haigermoser: Parnigoni! Stimmt das?) – Sie brauchen nur den 30seitigen Bericht genau zu lesen –; Punkt 3, daß es eine Unvereinbarkeit von Mehrfachfunktionen gegeben hat (Abg. Haigermoser: Parnigoni! Mach eine tatsächliche Berichtigung!); Punkt 4, daß es einen schludrigen und sorglosen Umgang wichtiger Funktionäre mit dem Vereinsrecht gegeben hat und daß bei diesem sehr komplizierten Firmengeflecht immer wieder die gleichen Akteure aufgetreten sind (Abg. Dr. Graf: Parnigoni! Das ist ein typischer SPÖ-Bericht!); weiters, daß die Förderzusagen an alle Unternehmen von "Euroteam" ohne Abstimmung mit den Organen des AMS erfolgten.
Abg. Haigermoser: Parnigoni! Mach eine tatsächliche Berichtigung!
Diese elf Punkte sind für mich sehr wichtig, denn es wird festgehalten: Punkt 1, daß es im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe an "Euroteam" zu Unzulänglichkeiten gekommen ist (Abg. Böhacker: Das haben wir heute alles schon mehrmals gehört!) – ja, und es ist wichtig, daß man das auch nochmals betont –; Punkt 2, daß es eine Nähe von "Euroteam" zu sozialistischen Parteisekretären gibt (Abg. Parnigoni: Wo steht das?), und damit gab es das Schaffen eines unzulässigen Startvorteils (Abg. Haigermoser: Parnigoni! Stimmt das?) – Sie brauchen nur den 30seitigen Bericht genau zu lesen –; Punkt 3, daß es eine Unvereinbarkeit von Mehrfachfunktionen gegeben hat (Abg. Haigermoser: Parnigoni! Mach eine tatsächliche Berichtigung!); Punkt 4, daß es einen schludrigen und sorglosen Umgang wichtiger Funktionäre mit dem Vereinsrecht gegeben hat und daß bei diesem sehr komplizierten Firmengeflecht immer wieder die gleichen Akteure aufgetreten sind (Abg. Dr. Graf: Parnigoni! Das ist ein typischer SPÖ-Bericht!); weiters, daß die Förderzusagen an alle Unternehmen von "Euroteam" ohne Abstimmung mit den Organen des AMS erfolgten.
Abg. Dr. Graf: Parnigoni! Das ist ein typischer SPÖ-Bericht!
Diese elf Punkte sind für mich sehr wichtig, denn es wird festgehalten: Punkt 1, daß es im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe an "Euroteam" zu Unzulänglichkeiten gekommen ist (Abg. Böhacker: Das haben wir heute alles schon mehrmals gehört!) – ja, und es ist wichtig, daß man das auch nochmals betont –; Punkt 2, daß es eine Nähe von "Euroteam" zu sozialistischen Parteisekretären gibt (Abg. Parnigoni: Wo steht das?), und damit gab es das Schaffen eines unzulässigen Startvorteils (Abg. Haigermoser: Parnigoni! Stimmt das?) – Sie brauchen nur den 30seitigen Bericht genau zu lesen –; Punkt 3, daß es eine Unvereinbarkeit von Mehrfachfunktionen gegeben hat (Abg. Haigermoser: Parnigoni! Mach eine tatsächliche Berichtigung!); Punkt 4, daß es einen schludrigen und sorglosen Umgang wichtiger Funktionäre mit dem Vereinsrecht gegeben hat und daß bei diesem sehr komplizierten Firmengeflecht immer wieder die gleichen Akteure aufgetreten sind (Abg. Dr. Graf: Parnigoni! Das ist ein typischer SPÖ-Bericht!); weiters, daß die Förderzusagen an alle Unternehmen von "Euroteam" ohne Abstimmung mit den Organen des AMS erfolgten.
Heiterkeit des Abg. Dr. Graf – Ruf bei der ÖVP: Darauf eingegangen! "Eingegangen" ist er nicht! – Heiterkeit
Nächster Punkt: Es ergingen Aufträge an "Euroteam", obwohl bereits zuständige Einrichtungen bestehen und bestanden haben. Die weiteren Punkte betreffen die Vorgangsweise mit der Lehrlingshotline und die gravierenden Mängel bei der Projektabwicklung. Ein weiterer Punkt betrifft die krassen Mißverhältnisse zwischen Auftragssumme und erbrachter Leistung – Abgeordneter Lukesch ist in seiner Rede eingegangen (Heiterkeit des Abg. Dr. Graf – Ruf bei der ÖVP: Darauf eingegangen! "Eingegangen" ist er nicht! – Heiterkeit) –, und als letzter Punkt wird festgehalten, daß es gerade im Bereich des Arbeitsmarktservice Wien eine mangelnde Effizienz gibt, vor allem im Bereich der Vermittlung.
Abg. Apfelbeck: Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus? Welche Konsequenzen?
Ich weiß schon, der Opposition ist der Bericht der Mehrheit immer zuwenig. (Abg. Apfelbeck: Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus? Welche Konsequenzen?) Egal, welchen Bericht wir abgefaßt hätten, Sie hätten keinesfalls zugestimmt. Nur eines möchte ich schon auch sagen: Wir sind im Unterausschuß nicht nur mit Informationsmaterial zugeschüttet worden, sondern es war ganz offensichtlich, daß durch Allgemeinfragestellungen – vor allem seitens der SPÖ-Abgeordneten – gewissermaßen eine Verwässerung stattgefunden hat. Man wollte verschiedene Dinge hinausschieben.
Abg. Böhacker: Und was ist die Konsequenz?
Das, was ich besonders anprangere, ist folgendes, meine sehr geehrten Damen und Herren (Abg. Böhacker: Und was ist die Konsequenz?): Ich habe um zirka 17 Uhr vom Rednerpult aus das "Euroteam"-Geflecht skizziert, das "rote Netzwerk". (Abg. Silhavy: Herr Kollege Steindl, durch das Wiederholen wird es auch nicht wahr!) Frau Abgeordnete! Um 17.57 Uhr habe ich hier in den Klub ein Fax vom Herrn Rechtsanwalt Dr. Georg Zanger bekommen (Abg. Böhacker: Aha! Der Herr Zanger!), der mir folgendes schreibt – und das ist sehr interessant, denn das wirft ein bezeichnendes Licht auf das Ganze –:
Abg. Silhavy: Herr Kollege Steindl, durch das Wiederholen wird es auch nicht wahr!
Das, was ich besonders anprangere, ist folgendes, meine sehr geehrten Damen und Herren (Abg. Böhacker: Und was ist die Konsequenz?): Ich habe um zirka 17 Uhr vom Rednerpult aus das "Euroteam"-Geflecht skizziert, das "rote Netzwerk". (Abg. Silhavy: Herr Kollege Steindl, durch das Wiederholen wird es auch nicht wahr!) Frau Abgeordnete! Um 17.57 Uhr habe ich hier in den Klub ein Fax vom Herrn Rechtsanwalt Dr. Georg Zanger bekommen (Abg. Böhacker: Aha! Der Herr Zanger!), der mir folgendes schreibt – und das ist sehr interessant, denn das wirft ein bezeichnendes Licht auf das Ganze –:
Abg. Böhacker: Aha! Der Herr Zanger!
Das, was ich besonders anprangere, ist folgendes, meine sehr geehrten Damen und Herren (Abg. Böhacker: Und was ist die Konsequenz?): Ich habe um zirka 17 Uhr vom Rednerpult aus das "Euroteam"-Geflecht skizziert, das "rote Netzwerk". (Abg. Silhavy: Herr Kollege Steindl, durch das Wiederholen wird es auch nicht wahr!) Frau Abgeordnete! Um 17.57 Uhr habe ich hier in den Klub ein Fax vom Herrn Rechtsanwalt Dr. Georg Zanger bekommen (Abg. Böhacker: Aha! Der Herr Zanger!), der mir folgendes schreibt – und das ist sehr interessant, denn das wirft ein bezeichnendes Licht auf das Ganze –:
Abg. Edler: Dann soll er sich wehren! Er soll sich wehren!
Der Inhalt dieses beigefügten Schreibens ist eine Klagsandrohung gegen Herrn Voggenhuber. (Abg. Edler: Dann soll er sich wehren! Er soll sich wehren!) Das bedeutet, daß man nach meiner Rede versucht hat, mich mundtot zu machen, indem man mir eine Klage androht! (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das sind Methoden, die wir uns hier im Hohen Haus sicherlich nicht gefallen lassen! (Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe.)
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Der Inhalt dieses beigefügten Schreibens ist eine Klagsandrohung gegen Herrn Voggenhuber. (Abg. Edler: Dann soll er sich wehren! Er soll sich wehren!) Das bedeutet, daß man nach meiner Rede versucht hat, mich mundtot zu machen, indem man mir eine Klage androht! (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das sind Methoden, die wir uns hier im Hohen Haus sicherlich nicht gefallen lassen! (Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe.)
Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe.
Der Inhalt dieses beigefügten Schreibens ist eine Klagsandrohung gegen Herrn Voggenhuber. (Abg. Edler: Dann soll er sich wehren! Er soll sich wehren!) Das bedeutet, daß man nach meiner Rede versucht hat, mich mundtot zu machen, indem man mir eine Klage androht! (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das sind Methoden, die wir uns hier im Hohen Haus sicherlich nicht gefallen lassen! (Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe.)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni
Ich frage daher die Frau Ministerin, denn Herr Gerstbauer ist – oder war, ich weiß es nicht (Zwischenruf des Abg. Parnigoni) – immerhin der politische Sekretär von Frau Ministerin Hostasch (Abg. Haigermoser: Der Herr Zanger war das ...!): Hat sie davon gewußt?
Abg. Haigermoser: Der Herr Zanger war das ...!
Ich frage daher die Frau Ministerin, denn Herr Gerstbauer ist – oder war, ich weiß es nicht (Zwischenruf des Abg. Parnigoni) – immerhin der politische Sekretär von Frau Ministerin Hostasch (Abg. Haigermoser: Der Herr Zanger war das ...!): Hat sie davon gewußt?
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Das muß man wirklich aufklären: Hat sie davon gewußt? Wußte sie von diesen Vorgängen? (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Welche Klagsandrohungen gibt es hier noch? Hier werden Abgeordnete im Hohen Haus eingeschüchtert (Ruf bei der ÖVP: Bedroht!), bedroht! Das sind mafiaähnliche Zustände, die lassen wir uns hier nicht gefallen! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist ja eine Koalitionskrise!)
Ruf bei der ÖVP: Bedroht!
Das muß man wirklich aufklären: Hat sie davon gewußt? Wußte sie von diesen Vorgängen? (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Welche Klagsandrohungen gibt es hier noch? Hier werden Abgeordnete im Hohen Haus eingeschüchtert (Ruf bei der ÖVP: Bedroht!), bedroht! Das sind mafiaähnliche Zustände, die lassen wir uns hier nicht gefallen! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist ja eine Koalitionskrise!)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist ja eine Koalitionskrise!
Das muß man wirklich aufklären: Hat sie davon gewußt? Wußte sie von diesen Vorgängen? (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Welche Klagsandrohungen gibt es hier noch? Hier werden Abgeordnete im Hohen Haus eingeschüchtert (Ruf bei der ÖVP: Bedroht!), bedroht! Das sind mafiaähnliche Zustände, die lassen wir uns hier nicht gefallen! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist ja eine Koalitionskrise!)
Abg. Haigermoser: Was hat der Zanger damals gesagt?
Das zeigt eindeutig, daß Herr Gerstbauer eine sehr dominante Rolle bei der Vergabe von derartigen Aufträgen im Sozialministerium übernommen hatte. Da gibt es eine klassische Unvereinbarkeit zwischen dem Auftraggeber einerseits und dem Auftragnehmer andererseits. Denn Herr Gerstbauer war, wie betont, in diesem Betrieb, an dem die "Euroteam Beteiligungsverwaltungs AG" 42 Prozent der Anteile hält, als Vorstandsmitglied tätig. Der Auftrag erging an diese Firma nicht unter diesem Namen, sondern unter dem vormaligen Namen "L.S. Beratungsgesellschaft GesmbH". – Damit ist eindeutig bewiesen, daß es da sehr wohl einen Zusammenhang gibt. Das möchte ich hier wirklich eindeutig feststellen. (Abg. Haigermoser: Was hat der Zanger damals gesagt?)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: ... ist es wieder ganz anders!
Es wundert mich daher nicht, wenn auch im AMS-Bereich vielleicht da oder dort vieles schiefläuft. Dort, wo sich die Politik, und zwar die sozialistische Politik, wirklich einmengt, dort merken wir, daß sehr vieles schiefläuft. Es gibt da – das behaupte ich nochmals – eine Melange aus Freunderlwirtschaft, Schlamperei und Planlosigkeit. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: ... ist es wieder ganz anders!) Das dürfte in der SPÖ anscheinend Tradition haben! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Regt euch nicht auf!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Regt euch nicht auf!
Es wundert mich daher nicht, wenn auch im AMS-Bereich vielleicht da oder dort vieles schiefläuft. Dort, wo sich die Politik, und zwar die sozialistische Politik, wirklich einmengt, dort merken wir, daß sehr vieles schiefläuft. Es gibt da – das behaupte ich nochmals – eine Melange aus Freunderlwirtschaft, Schlamperei und Planlosigkeit. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: ... ist es wieder ganz anders!) Das dürfte in der SPÖ anscheinend Tradition haben! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Regt euch nicht auf!)
Abg. Haigermoser: In der Presseloge ist er gesessen!
Herr Stuhlpfarrer saß ja da oben (Abg. Haigermoser: In der Presseloge ist er gesessen!) und hat die ganze Zeit von der Presseloge aus die Debatte mit einem Kassettenrecorder aufgenommen. Das stört mich auch nicht: Soll er aufnehmen, was er will, wenn er glaubt, daß es ... (Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Er hat sicherlich eine Sondergenehmigung gehabt!)
Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Er hat sicherlich eine Sondergenehmigung gehabt!
Herr Stuhlpfarrer saß ja da oben (Abg. Haigermoser: In der Presseloge ist er gesessen!) und hat die ganze Zeit von der Presseloge aus die Debatte mit einem Kassettenrecorder aufgenommen. Das stört mich auch nicht: Soll er aufnehmen, was er will, wenn er glaubt, daß es ... (Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Er hat sicherlich eine Sondergenehmigung gehabt!)
Abg. Dr. Lukesch: Der hat ja überhaupt keine Ahnung! – Abg. Haigermoser: Das ist ein Wahnsinn! – Abg. Scheibner: ... der weiß nicht, daß das gar nicht geht!
Außerdem erleichtere es die persönliche Anwesenheit – ich zitiere –, "weitere Denunziationen, Lügen und Unwahrheiten im Originalton, nicht erst nach durch die Abgeordneten korrigierter Abschrift des Stenographischen Protokolls unverzüglich einzuklagen." – Zitat Stuhlpfarrer. (Abg. Dr. Lukesch: Der hat ja überhaupt keine Ahnung! – Abg. Haigermoser: Das ist ein Wahnsinn! – Abg. Scheibner: ... der weiß nicht, daß das gar nicht geht!)
Abg. Haigermoser: Das ist aber interessant!
Seine Anwesenheit dort oben mit einem Kassettenrecorder und diese Erklärung waren natürlich nur so zu verstehen, daß er ganz offensichtlich damit den Versuch unternehmen wollte, erstens Abgeordnete einzuschüchtern und sie zweitens auch noch dessen zu bezichtigen, daß sie möglicherweise mit Hilfe einer Korrektur im Stenographischen Protokoll die Unwahrheit sagen. (Abg. Haigermoser: Das ist aber interessant!)
Beifall bei den Grünen, bei der ÖVP sowie bei den Freiheitlichen
Herr Präsident! Ich würde meinen, das sollte uns noch beschäftigen (Beifall bei den Grünen, bei der ÖVP sowie bei den Freiheitlichen), denn diese Punkte, diese Vorwürfe und diese Haltung des Herrn Stuhlpfarrer sind nicht zufällig! In diesem Sinne verstehe ich den Kollegen Steindl auch. Wenn man hier im Parlament um 17 Uhr eine Äußerung macht, und um 17.57 Uhr kommt die Klagsandrohung (Abg. Silhavy: ... ist keine Klagsandrohung!) beziehungsweise der Hinweis auf die Klagsandrohung durch den Anwalt, dann hört sich der Spaß auf, meine Damen und Herren von der sozialdemokratischen Fraktion! (Abg. Haigermoser: Da hört er sich auf!) Dann ist der Parlamentarismus gefordert!
Abg. Silhavy: ... ist keine Klagsandrohung!
Herr Präsident! Ich würde meinen, das sollte uns noch beschäftigen (Beifall bei den Grünen, bei der ÖVP sowie bei den Freiheitlichen), denn diese Punkte, diese Vorwürfe und diese Haltung des Herrn Stuhlpfarrer sind nicht zufällig! In diesem Sinne verstehe ich den Kollegen Steindl auch. Wenn man hier im Parlament um 17 Uhr eine Äußerung macht, und um 17.57 Uhr kommt die Klagsandrohung (Abg. Silhavy: ... ist keine Klagsandrohung!) beziehungsweise der Hinweis auf die Klagsandrohung durch den Anwalt, dann hört sich der Spaß auf, meine Damen und Herren von der sozialdemokratischen Fraktion! (Abg. Haigermoser: Da hört er sich auf!) Dann ist der Parlamentarismus gefordert!
Abg. Haigermoser: Da hört er sich auf!
Herr Präsident! Ich würde meinen, das sollte uns noch beschäftigen (Beifall bei den Grünen, bei der ÖVP sowie bei den Freiheitlichen), denn diese Punkte, diese Vorwürfe und diese Haltung des Herrn Stuhlpfarrer sind nicht zufällig! In diesem Sinne verstehe ich den Kollegen Steindl auch. Wenn man hier im Parlament um 17 Uhr eine Äußerung macht, und um 17.57 Uhr kommt die Klagsandrohung (Abg. Silhavy: ... ist keine Klagsandrohung!) beziehungsweise der Hinweis auf die Klagsandrohung durch den Anwalt, dann hört sich der Spaß auf, meine Damen und Herren von der sozialdemokratischen Fraktion! (Abg. Haigermoser: Da hört er sich auf!) Dann ist der Parlamentarismus gefordert!
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Haltet euch das deutlich vor Augen! In 20 Jahren, dann wißt ihr es wieder! Oder in 15 Jahren oder in 12 Jahren! In zwei oder drei Perioden! Glaubt mir!
Wenn Sie das jetzt noch nicht verstehen, dann werden Sie es spätestens dann verstehen müssen, wenn Sie selbst durch irgendeine Situation in diese Richtung herausgefordert sind, sollten Sie sich einmal nicht in der Regierungsmehrheit befinden. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Haltet euch das deutlich vor Augen! In 20 Jahren, dann wißt ihr es wieder! Oder in 15 Jahren oder in 12 Jahren! In zwei oder drei Perioden! Glaubt mir!)
Abg. Haigermoser: Das ist ein Sittenbild!
Ich komme aber noch zurück zu der Debatte, die wir vorher im Rahmen der Dringlichen Anfrage geführt haben. Auffällig ist, daß das Bundeskanzleramt weder im Unterausschuß noch heute bei der Beantwortung der Dringlichen Anfrage auf die Fragen nach dem Werkvertrag eine Antwort gegeben hat, Herr Staatssekretär! Sie haben jede konkrete Antwort verweigert, das ist Ihnen hoffentlich klar. (Abg. Haigermoser: Das ist ein Sittenbild!) Sie haben es vom Blatt heruntergelesen und haben es vermutlich auch nicht anders machen können, als es vom Blatt herunterzulesen. Aber der Punkt war doch der, Herr Staatssekretär, daß wir sehr genau gefragt haben, wann die Tätigkeit des Projektkoordinators – nicht Lehrlingsbeauftragten – beispielsweise durch Reisetätigkeiten unterbrochen wurde: Gab es da Unterbrechungen? – Dazu gab es keine Antwort von Ihrer Seite. Ich frage das nicht zufällig, denn der Werkvertrag war sehr ungenau beschrieben. Das waren nur diese ominösen 1 560 Stunden.
Abg. Haigermoser: Mein Name ist Feldhase!
Ich sage Ihnen auch, daß wir die Verantwortung der Frau Bundesministerin – diese Verantwortung gibt es in dieser Causa auch – sehr ernst nehmen. Aber so einfach, wie es sich Herr Bundeskanzler Klima jetzt machen möchte – nämlich zu sagen: ich weiß von nichts (Abg. Haigermoser: Mein Name ist Feldhase!), das ist ja alles die Angelegenheit der Frau Sozialministerin gewesen, aber ich habe damit nichts zu tun –, so einfach werden wir es dem Herrn Bundeskanzler mit den notwendigen Antworten in dieser Frage nicht machen.
Heiterkeit des Abg. Dr. Trinkl
Ich komme noch zu einem anderen Punkt, denn da haben wir auch – allerdings nicht mit einer Drohung versehen (Heiterkeit des Abg. Dr. Trinkl) – erst vor kurzem eine Antwort von seiten des AMS erhalten: sozusagen "fünfte Klappe" zur Frage der Betriebsberatungsstunden beim Projekt PROFESSIONET, der fünfte Versuch, eine Antwort zu geben.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Meine Damen und Herren! Ich sage Ihnen nur eines: Diese fünf, sechs, sieben, acht, neun Erklärungsversuche sind ebenso wie die versuchten Endberichte und Endabrechnungen im Projekt PROFESSIONET Beweis genug dafür, daß es stinkt in der Causa "Euroteam". Es stinkt bis obenhin! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Herr Präsident! Zur Geschäftsbehandlung!
Ich garantiere Ihnen: Wir werden in dieser Sache nicht lockerlassen – egal, ob mit oder ohne Unterausschuß. Notwendig wäre ein Untersuchungsausschuß, aber zu dieser politischen Verantwortung und Auseinandersetzung, die notwendig wäre, sind Sie nach wie vor nicht bereit! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Herr Präsident! Zur Geschäftsbehandlung!)
Abg. Dr. Krüger: Das steht aber nirgends in der Geschäftsordnung!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich werde gerne über diesen Antrag abstimmen lassen und daher kurz einläuten, da hiefür ja jeder Abgeordnete das Recht hat, den Sitzungssaal zu betreten. (Abg. Dr. Krüger: Das steht aber nirgends in der Geschäftsordnung!)
Einige Abgeordnete betreten den Sitzungssaal. – Abg. Scheibner: Jetzt aber abstimmen lassen!
Die Frau Bundesministerin bitte ich um Verständnis dafür, daß sie etwas später drankommt. (Einige Abgeordnete betreten den Sitzungssaal. – Abg. Scheibner: Jetzt aber abstimmen lassen!)
Abg. Scheibner: Herr Präsident, es können nicht während der Abstimmung noch Leute hereinkommen!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Antrag stimmen, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Scheibner: Herr Präsident, es können nicht während der Abstimmung noch Leute hereinkommen!) – Der Antrag ist mit Mehrheit abgelehnt.
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Erlauben Sie mir daher, zu einigen Punkten, die jetzt in der Debatte angeführt wurden, ganz kurz Stellung zu nehmen, und zwar möchte ich gleich zu Beginn auf den Hinweis des Herrn Abgeordneten Gaugg eingehen, der gemeint hat, wenn in der Lehrlingssituation, in der Beschäftigungssituation eine Besserung eingetreten ist (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), dann sei dies ausschließlich auf die wirtschaftliche Entwicklung zurückzuführen.
Beifall bei der SPÖ.
Es ist unbestritten, daß natürlich das Wachstum, daß natürlich die wirtschaftliche Entwicklung eine wichtige Voraussetzung dafür sind, daß wir mehr Beschäftigung, aber auch weniger Arbeitslose haben. Trotzdem gilt, was auch von den beiden Wirtschaftsforschungsinstituten, dem IHS und dem Wifo, in den vor kurzem von ihnen vorgelegten Berichten ausdrücklich gesagt wurde: Hätten wir nicht die umfassenden Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik vorgenommen, dann hätte die Trendwende am Arbeitsmarkt nicht erzielt werden können. – Daher ein klares Bekenntnis zu einer aktiven Arbeitsmarktpolitik! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Erlauben Sie mir, kurz auch darauf zu verweisen, daß wir sowohl hinsichtlich der Verwendung der Mittel des Europäischen Sozialfonds als auch der Verwendung der nationalen Mittel und der Kontrolle der nationalen Projekte eine umfangreiches Kontrollinstrumentarium haben. Hinsichtlich der Mittel des Europäischen Sozialfonds werden sowohl Kontrollen durch den Europäischen Rechnungshof als auch durch die Europäische Kommission und durch den österreichischen Rechnungshof vorgenommen, außerdem erfolgt natürlich auch eine Innenrevision des Sozialministeriums. Gleichermaßen werden bei ausschließlich nationalen Projekten sowohl die Kontrollinstrumente des Arbeitsmarktservices als auch des Sozialministeriums als auch des österreichischen Rechnungshofes eingesetzt. – Im Hinblick darauf kann ich Ihnen berichten, daß sowohl in Form des Berichtes des Europäischen Rechnungshofes als auch in Form des Berichtes des österreichischen Rechnungshofs die schriftliche Bestätigung vorliegt, daß alle Projekte ordnungsgemäß abgewickelt wurden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin selbstverständlich – ebenso wie der Herr Bundeskanzler – daran interessiert, Klarheit zu schaffen und die Bestätigung betreffend eine korrekte, ordnungsgemäße und gesetzmäßige Vorgangsweise zu bekommen beziehungsweise auch über Mängel informiert zu werden. Dies liegt in unserer Verantwortung, die wir wahrnehmen wollen und müssen. Ich bitte Sie aber, bei der Bewertung dieser Verantwortung mit Fairneß und Korrektheit umzugehen und Dinge nicht zu behaupten, die weder im Unterausschuß noch sonstwo gesagt wurden! Außerdem bitte ich Sie, Personen, die involviert sind, das Recht einzuräumen, von ihren demokratischen Rechten Gebrauch zu machen, wenn sie sich angegriffen und verunglimpft fühlen und keine andere Möglichkeit sehen, als diesen Weg zu gehen. Wir leben in einer Demokratie, und wenn Sie hier in diesem Haus Rechte für sich in Anspruch nehmen, dann müssen Sie anderen, die nicht in diesem Hohes Haus sind, gleiche Rechte zugestehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geschätzter Herr Abgeordneter Steindl! Er ist im Moment nicht im Raum. Dennoch möchte ich sagen: Ich kann mich nur etwas wundern, daß die zweite Regierungspartei insofern Kritik übt, als behauptet wird, daß überall dort, wo die Sozialdemokratie sich einmischt und aktiv wird, etwas schiefgeht. Ich meine, daß sich der Koalitionspartner auf diese Weise von einer erfolgreichen Beschäftigungspolitik verabschiedet. Sie werden nicht leugnen können, daß Österreich in der Beschäftigungspolitik erfolgreich ist! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geschätzte Damen und Herren! Sie haben durch Ihre Gesetzesbeschlüsse dazu beigetragen, daß die Regierung insbesondere auch für die Jugendlichen diese Politik realisieren konnte. Ich würde mich daher freuen, wenn wir uns alle dazu bekennen würden, der Jugend jede Chance zu geben, damit kein Jugendlicher ohne Perspektive ist! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wenn es doch stimmt, ist es aber sehr wohl negativ!
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr verehrte Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wie ich sehe, ist Herr Abgeordneter Grollitsch jetzt leider nicht hier. Deshalb, Herr Kollege Scheibner, wende ich mich an Sie. Ich nehme an, daß Sie und ich sehr viele Lehrer kennen, die sich redlich bemühen, Wissen und Qualität zu vermitteln, und die sich auch die Mühe nehmen, ein bißchen Berufsberatung zu betreiben und dafür zu sorgen, daß diejenigen, die eine Schule absolvieren, auch eine Chance in der Wirtschaft bekommen. Wenn dann ein Lehrer Ihrer Fraktion, nämlich Professor Grollitsch, hier beim Rednerpult in einem Satz bekrittelt, daß Schüler von ihm es schwer haben, einen Arbeitsplatz zu finden und Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, einer jedoch durch Protektion sozusagen schon einen Arbeitsplatz hat, und das als negativ darstellt, was noch dazu gar nicht stimmt, wie mein Kollege Brix schon gesagt hat, dann möchte ich feststellen (Abg. Scheibner: Wenn es doch stimmt, ist es aber sehr wohl negativ!): Eigentlich ist das dieses Hohen Hauses nicht würdig, Herr Kollege Scheibner! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr verehrte Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wie ich sehe, ist Herr Abgeordneter Grollitsch jetzt leider nicht hier. Deshalb, Herr Kollege Scheibner, wende ich mich an Sie. Ich nehme an, daß Sie und ich sehr viele Lehrer kennen, die sich redlich bemühen, Wissen und Qualität zu vermitteln, und die sich auch die Mühe nehmen, ein bißchen Berufsberatung zu betreiben und dafür zu sorgen, daß diejenigen, die eine Schule absolvieren, auch eine Chance in der Wirtschaft bekommen. Wenn dann ein Lehrer Ihrer Fraktion, nämlich Professor Grollitsch, hier beim Rednerpult in einem Satz bekrittelt, daß Schüler von ihm es schwer haben, einen Arbeitsplatz zu finden und Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, einer jedoch durch Protektion sozusagen schon einen Arbeitsplatz hat, und das als negativ darstellt, was noch dazu gar nicht stimmt, wie mein Kollege Brix schon gesagt hat, dann möchte ich feststellen (Abg. Scheibner: Wenn es doch stimmt, ist es aber sehr wohl negativ!): Eigentlich ist das dieses Hohen Hauses nicht würdig, Herr Kollege Scheibner! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Haller.
Es ist wohl auch für Ihre Fraktion einzigartig, daß ein Mitglied Ihrer Fraktion hier herausgeht und als Professor beklagt, daß ein Student Arbeit gefunden hat! Ich denke, damit sollten wir dieses Kapitel abschließen. Ich wollte das nur deshalb sagen, weil es mich zutiefst berührt. (Zwischenruf der Abg. Haller.)
Abg. Dr. Lukesch: Wir sind alle mit Klagen von Herrn Stuhlpfarrer bedroht, nicht nur Kollege Steindl!
Sehr geehrter Herr Kollege Steindl! Ich möchte auch zwei Sätze zu Ihnen sagen! (Abg. Dr. Lukesch: Wir sind alle mit Klagen von Herrn Stuhlpfarrer bedroht, nicht nur Kollege Steindl!) Sie waren gewiß erregt, weil Sie sich vermutlich aufgrund dieses Schreibens oder anderer Dinge persönlich angesprochen oder auch genötigt gefühlt haben. Ich kenne den Inhalt des Schreibens nicht und will das nicht beurteilen. Ich meine, daß Sie sich das mit demjenigen ausmachen müssen, der Ihnen das Fax geschickt hat.
Abg. Haller: Der Sache des österreichischen Staatsbürgers dient es nicht, sehr wohl aber eurer Sache!
Herr Kollege Steindl! Ich meine aber, daß es nicht zulässig ist oder sein sollte, daß man diesen Umstand dazu benützt, eine demokratische Partei in unserem Land, nämlich die Sozialdemokratische Partei, pauschal zu verurteilen, indem man von SPÖ-Tradition, Schlamperei und ähnlichem spricht. Ich denke, das dient der sachlichen Diskussion nicht! (Abg. Haller: Der Sache des österreichischen Staatsbürgers dient es nicht, sehr wohl aber eurer Sache!)
Abg. Mag. Steindl: Du bekommst nicht einmal Applaus! – Beifall und Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich möchte mich, soweit es irgendwie geht, der sachlichen Diskussion verschreiben. Sie haben es jedoch sehr schwer gemacht, jetzt weiter sachlich zu diskutieren. "Euroteam" ist kein SPÖ-Verein, und daher geht dieser Vorwurf eigentlich ins Leere! (Abg. Mag. Steindl: Du bekommst nicht einmal Applaus! – Beifall und Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es zeigt sich daran auch, daß das Ziel der Debatte nicht die restlose Aufklärung all dieser Vorwürfe ist, sondern daß eigentlich die Sozialdemokratie und der Parteivorsitzende der SPÖ, der Bundeskanzler unserer Republik, angepatzt werden sollen. Ich meine aber, daß dieses Ziel nicht erreicht werden wird, weil die Objektivität letztendlich siegen wird! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schaffenrath: Da hat es auch nichts zu sagen gegeben!
Sehr verehrte Damen und Herren! Ein Wort zu Kollegen Öllinger: Er ist der letzte Anwesende seiner Fraktion in dieser Debatte, wie ich sehe. Kollege Öllinger! Ist es deiner Fraktion mit der sachlichen Diskussion um die Jugendbeschäftigung wirklich ernst? Denn ich verstehe ich nicht, warum deine Fraktion beispielsweise bei der inhaltlich sehr anspruchsvollen Diskussion im Wirtschaftsausschuß zum Berufsbildungsbericht 1999 nur zugehört, aber kein Wort dazu gesagt hat! (Abg. Schaffenrath: Da hat es auch nichts zu sagen gegeben!) Es gab von den Grünen keine Wortmeldung, keine Meinungsäußerung, keine Kritik und keine Vorschläge. Sie sind einfach staunend dort gesessen und haben abgewartet, was geschieht. – Vielleicht zeigt auch das, daß es auch den Grünen in dieser Angelegenheit nicht primär um die Jugendausbildung und um die Frage der Lehrstellen geht, sondern lediglich darum, daß ein Skandal her muß! Ich bedauere, daß du in deiner Partei in eine Konkurrenzsituation zu deinem Kollegen Pilz kommst, wer der bessere Aufdecker ist! Darum geht es nämlich in Wirklichkeit! Dein Lachen beweist, daß ich recht habe! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr verehrte Damen und Herren! Ein Wort zu Kollegen Öllinger: Er ist der letzte Anwesende seiner Fraktion in dieser Debatte, wie ich sehe. Kollege Öllinger! Ist es deiner Fraktion mit der sachlichen Diskussion um die Jugendbeschäftigung wirklich ernst? Denn ich verstehe ich nicht, warum deine Fraktion beispielsweise bei der inhaltlich sehr anspruchsvollen Diskussion im Wirtschaftsausschuß zum Berufsbildungsbericht 1999 nur zugehört, aber kein Wort dazu gesagt hat! (Abg. Schaffenrath: Da hat es auch nichts zu sagen gegeben!) Es gab von den Grünen keine Wortmeldung, keine Meinungsäußerung, keine Kritik und keine Vorschläge. Sie sind einfach staunend dort gesessen und haben abgewartet, was geschieht. – Vielleicht zeigt auch das, daß es auch den Grünen in dieser Angelegenheit nicht primär um die Jugendausbildung und um die Frage der Lehrstellen geht, sondern lediglich darum, daß ein Skandal her muß! Ich bedauere, daß du in deiner Partei in eine Konkurrenzsituation zu deinem Kollegen Pilz kommst, wer der bessere Aufdecker ist! Darum geht es nämlich in Wirklichkeit! Dein Lachen beweist, daß ich recht habe! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich darauf hinweisen, daß bei dieser Diskussion – so habe ich es jedenfalls erlebt – die Grünen und die Freiheitlichen in diesem Hohen Haus folgende Position eingenommen haben: Die Freiheitlichen und die Grünen haben sich im Skandalisieren überboten. Wir versuchten, alle Kräfte zu mobilisieren, um Jugendarbeitslosigkeit in Österreich nachhaltig zu verhindern. Die Freiheitlichen und die Grünen haben sich hingegen im Kritisieren überboten. Wir kreierten neue Berufe, neue Ausbildungsmöglichkeiten, wobei die Qualität der Ausbildung für uns im Vordergrund stand. Die Freiheitlichen und die Grünen haben sich hingegen letztlich im Diffamieren überboten. Wir reformieren einstweilen die Lehrausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, wobei diese Reform sicher noch weiterzugehen hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Herbert Haupt (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Herr Kollege Riepl, Ihren letzten Sätzen ist zu entnehmen, daß Sie den Inhalt Ihrer Rede im ersten Teil nicht einmal selbst ernst nehmen, denn wenn Sie auf der einen Seite einen fairen und konstruktiven Redestil einfordern und sich gegen Diffamierungen und Pauschalverurteilungen verwahren, dann aber die Freiheitlichen, die Grünen und die Liberalen sagen, dann repräsentieren Sie in Ihrer Rede eine gespaltene Persönlichkeit beziehungsweise können Sie zumindest für sich selbst keine kongruente Schlußfolgerung aus dem ersten und dem zweiten Teil Ihrer Rede ziehen und haben damit auch kein Recht darauf, daß andere Sie und Ihre Rede ernst nehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Keppelmüller.
Es ist mir völlig egal, ob Herr Stuhlpfarrer, irgendein Rechtsanwalt oder sonst jemand versucht, einen freigewählten Abgeordneten, der der Verfassung dieser Republik und der Vertretung der Rechte der österreichischen Bürger verpflichtet ist, mit einem Schreiben zu nötigen und unter Pression zu bringen! Meine Sympathien sind bei den Kollegen von der ÖVP und nicht bei Ihnen, Herr Kollege Riepl, und auch nicht beim Kollegen Brix und anderen auf seiten der Sozialdemokratie, die noch nicht erkannt haben, worum es inzwischen bei dieser Debatte geht! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Keppelmüller.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Das erinnert mich an Demokratien, die 1988 und 1989 zu Ende gegangen sind. Ich hoffe, daß das nicht vor dem 3. Oktober ein Neubeginn hier im Hohen Hause ist, der Schule macht. Pressionen gegen einen Abgeordneten – egal, aus welcher Fraktion er kommt und wie ich ihm sonst gegenüberstehe – werde ich für mich und für meine Fraktion nicht dulden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Nürnberger.
Ich werde diesen Pressionen mit aller Klarheit entgegentreten! Ich hätte mir gewünscht, daß sich ein einziger der Redner aus den Reihen der Sozialdemokratie wie etwa Sie, Herr Riepl, hier wenigstens gegen diese Methoden verwahrt hätten! (Zwischenruf des Abg. Nürnberger.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich würde mir wünschen, daß in einem demokratisch gewählten Parlament alle Abgeordneten konsequent gegen solche Methoden und solche Versuche auftreten, ganz egal, ob es in der Sache und in der Diskussion unterschiedliche Standpunkte gibt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Keppelmüller.
Herr Kollege Riepl! Auch Ihnen und der ÖVP ist offenbar völlig klar, daß elf Punkte des "Euroteam"-Beschäftigungsprogramms eindeutig hinterfragenswert sind. Das wird klar, wenn man den von Ihnen verabschiedeten Bericht liest, Herr Kollege! (Zwischenruf des Abg. Dr. Keppelmüller.) Auch daraus geht hervor, daß das als nicht korrekt zu betrachten ist.
Abg. Dr. Keppelmüller: Dagegen haben wir nichts!
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich sage Ihnen dazu noch folgendes: Dieser Bericht wird Gott sei Dank nicht der letzte Bericht über diese Causa sein. Der Rechnungshof wird, wie wir gehört haben, ordnungsgemäß seine entsprechenden Untersuchungen vornehmen. (Abg. Dr. Keppelmüller: Dagegen haben wir nichts!) Außerdem werden die Strafbehörden in Österreich Untersuchungen vornehmen, und es wird zu einem späteren Zeitpunkt darüber gerichtet werden, wer heute in dieser Debatte recht gehabt hat und wer zudeckt. Daran wird kein Weg vorbeiführen, ganz egal, wie die Wahlen am 3. Oktober ausgehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich sage Ihnen dazu noch folgendes: Dieser Bericht wird Gott sei Dank nicht der letzte Bericht über diese Causa sein. Der Rechnungshof wird, wie wir gehört haben, ordnungsgemäß seine entsprechenden Untersuchungen vornehmen. (Abg. Dr. Keppelmüller: Dagegen haben wir nichts!) Außerdem werden die Strafbehörden in Österreich Untersuchungen vornehmen, und es wird zu einem späteren Zeitpunkt darüber gerichtet werden, wer heute in dieser Debatte recht gehabt hat und wer zudeckt. Daran wird kein Weg vorbeiführen, ganz egal, wie die Wahlen am 3. Oktober ausgehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bin mir sicher, daß die – jetzt teilweise anwesenden – Beamten des Rechnungshofes mit ihrer Fachkenntnis die Überprüfungen genau, gewissenhaft und im Einklang mit den österreichischen Gesetzen durchführen und sich von niemandem unter Druck setzen lassen werden, ganz egal, welche Versuche noch kommen sollten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es wurde wiederholt zum Ausdruck gebracht, daß es vielen hier nur darum geht, die SPÖ beziehungsweise den Bundeskanzler anzupatzen, die in der Beschäftigungspolitik, besonders hinsichtlich der Jugendbeschäftigung, erfolgreich sind. Meine Damen und Herren! Sie haben das endlich auch einmal zur Kenntnis zu nehmen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.
Man muß feststellen: Grüne Abgeordnete haben diese Diskussion eingeleitet, und die anderen haben das aufgenommen, wobei die FPÖ sehr spät dran war, weil zum Beispiel Herr Gaugg einige Zeit gebraucht hat, bis er draufgekommen ist, worum es überhaupt geht. Dann hat Herr Westenthaler das Ganze übernommen. So ist die Situation einmal! Wir haben aufgrund der Presseaussendungen deutlich feststellen können, daß es hier nicht mehr um die Sache, sondern um den Vorwahlkampf und darum geht, jemanden anzupatzen, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.)
Abg. Haigermoser: So ein Käse! Das ist unglaublich!
Es wurde wiederholt und auch von der geschätzten Frau Bundesministerin zum Ausdruck gebracht, daß wir stolz sein können, meine Damen und Herren. Es gibt internationale Bewertungen betreffend die Beschäftigungslage, insbesondere was die Jugendbeschäftigung betrifft, und ich verstehe überhaupt nicht, daß man unser gutes Abschneiden nicht grundsätzlich auch einmal positiv zur Kenntnis nehmen kann! Während wir im Jahre 1997 nur 37 000 Ausbildungsplätze hatten, so haben wir derzeit rund 42 000 Ausbildungsplätze, obwohl die Wirtschaft ihre Aufgabe besonders betreffend das Humankapital in Form von Ausbildung und Weiterbildung eigentlich nicht mehr wahrgenommen hat. (Abg. Haigermoser: So ein Käse! Das ist unglaublich!)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Ich komme jetzt wieder auf die Arbeit im Rechnungshofunterausschuß zu sprechen. Grundsätzlich ist die dort herrschende Vertraulichkeit zu wahren. Als erster hat sie Kollege Öllinger gebrochen, denn er wollte seine Medienarbeit absolvieren. In Anbetracht dessen stelle ich die Frage: Wofür brauchen wir Unterausschüsse? So gesehen könnte ja jeder von uns von Haus aus dem Staatsanwalt eine Sachverhaltsdarstellung übergeben! Dann bräuchten wir uns die wochenlange Arbeit überhaupt nicht antun! Wozu soll das Ganze dann gut sein, meine Damen und Herren?! Das ist so parlamentarisch sicherlich nicht fruchtbringend! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kiss.
Meine Damen und Herren! An die Adresse der ÖVP: Kollege Steindl! Kollege Morak ist nicht da, und ich weiß nicht, ob er, der Burgschauspieler, noch einmal ins Hohe Haus kommt. Mit deiner Art und Weise der Darstellung hast du, Kollege Steindl, dich aber heute wie ein Burgschauspieler aufgeführt! Das war ganz klar und deutlich. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kiss.)
Abg. Dr. Ofner: Wo bleibt den Klima bei dieser Debatte?
Meine Damen und Herren! Kollege Koppler hat das heute teilweise schon angesprochen. Es muß festgestellt werden: Frau Rauch-Kallat, deren Mitarbeiter direkt im Vorstand von "World Vision" war, ist heute bei dieser Debatte abwesend. Habsburg, ehemaliger EU-Abgeordneter, stand der ÖVP nahe. Ein gerichtliches Verfahren ist anhängig. (Abg. Dr. Ofner: Wo bleibt den Klima bei dieser Debatte?) Frau Rauch-Kallat ist gemeinsam mit anderen Spitzen der ÖVP im Österreichischen Hilfswerk. Auch dort geht es um Förderungen und um Unterstützungen. Die Gattin des Verteidigungsministers, Frau Fasslabend, hat auch ein Projekt!
Beifall bei der SPÖ.
Ich komme noch einmal auf Frau Rauch-Kallat zu sprechen, weil wir eine Waffendiskussion hatten. Die Grünen haben das Thema der Verschrottung aufgebracht. Ich stelle jetzt eine Frage betreffend Frau Rauch-Kallat: Laut Medienberichten ist ihr Gatte Waffenhändler und kommt ständig mit dem Verteidigungsminister zusammen. Inwieweit ist das zu hinterfragen, geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP? (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Geschätzte Damen und Herren! Wir von der Sozialdemokratie sind nicht die Verteidiger von "Euroteam"! Die sollen sich selbst verteidigen! Es muß aber noch einmal betont werden, daß das AMS durch Selbstkontrollen von sich aus aufgezeigt hat, daß es Probleme bei der Abrechnung gibt. Daher darf man nicht so tun, als ob Kollege Öllinger und andere die Aufdecker wären, denn das wurde AMS-intern aufgedeckt! (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich meine, daß die Politik von Kanzler Klima und – das sage ich noch einmal bewußt – der gesamten Bundesregierung ein großer Erfolg ist! Dazu bekenne ich mich. Wir haben es geschafft, daß Zehntausende junge Menschen einen Ausbildungsplatz erhalten haben, und haben somit verhindert, daß sie auf der Straße sind, denn das wäre fürchterlich für unsere Gesellschaft. Meine Damen und Herren! Die SPÖ wird alles tun, um Arbeitslosigkeit zu verhindern und Beschäftigung zu schaffen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Summa summarum muß gesagt werden, daß die Effizienz der eingesetzten Mittel auf dem Lehrstellenmarkt, gemessen am Erfolg, als sehr gering zu werten ist. Es besteht mangelnde Transparenz. Der Verdacht auf zweckwidrige Verwendung der Mittel im Rahmen der beiden Lehrlingsoffensiven sowie bei der Vergabe von EU-Förderungen und auch die Machenschaften von "Euroteam" sind aufklärungsbedürftig. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ohne den Kollegen Khol belehren zu müssen, möchte ich ihn doch darauf hinweisen, daß es eine sogenannte berufliche und außerberufliche Immunität gibt. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Das ist ja unerhört! Auf der Galerie werden Tonbänder gehört! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die Aufregung ist daher nur sehr oberflächlich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Das ist ja unerhört! Auf der Galerie werden Tonbänder gehört! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: Wie der Westenthaler!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich bin etwas überrascht über die Mitteilung des Herrn Klubobmannes Khol, und zwar deshalb: Wenn es stimmt, was er sagt – daß auch jetzt noch Tonbandaufnahmen von dieser Sitzung und von Debattenbeiträgen von Abgeordneten gemacht werden –, dann frage ich mich, wie das Präsidium des Nationalrates auf eine entsprechende Mitteilung des Abgeordneten Graf schon bei der Dringlichen Anfrage reagiert hat und wie Sie reagiert haben, denn da hatten wir bereits erstmals Hinweise darauf, daß Herr Stuhlpfarrer oben in der Presseloge – mit welcher Genehmigung er dorthin gekommen ist, weiß ich nicht (Abg. Dr. Mertel: Wie der Westenthaler!) – mit einem Tonband sitzt und die Reden von Abgeordneten aufnimmt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich ersuche um Aufklärung darüber, ob das Präsidium entsprechend gehandelt hat, und wenn ja, in welcher Art und Weise. Sollte das jetzt nicht zu klären sein, dann ersuche ich, die Sitzung zu unterbrechen und eine Präsidialsitzung einzuberufen, denn das ist meiner Ansicht nach ein Umstand, über den man nicht einfach hinweggehen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Unerhört!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich habe Sie schon in meinem Debattenbeitrag auf meine Ansicht über die Formulierung aufmerksam gemacht, die Herr Stuhlpfarrer verwendet hat, weshalb er ein Tonband mitlaufen läßt. Das steht zwar in der Aussendung nicht so drin, aber es heißt in dieser Formulierung: ... weitere Denunziationen, Lügen und Unwahrheiten im Originalton, nicht erst nach durch die Abgeordneten korrigierter Abschrift des Stenographischen Protokolls unverzüglich einzuklagen. (Rufe bei der ÖVP: Unerhört!)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Videant consules!
Herr Präsident! Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß wir uns dann, wenn diese Usancen einreißen – daß hier angebliche Wortmitschriften oder Tonbandmitschriften dazu benutzt werden können, entgegen den Aussagen im Stenographischen Protokoll eingeklagt zu werden –, das Stenographische Protokoll hier in diesem Hause sparen können. Dann hat es keinen Wert mehr. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Videant consules!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Erstens: Ich habe niemandem die Erlaubnis erteilt, irgendeine Tonbandaufnahme zu machen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Widerspruch bei der ÖVP.
Zweitens: Ich bin auf dieses Problem aufmerksam gemacht worden während des Vorsitzes, den ich jetzt seit 21 Uhr ausübe. Ich spüre, daß die Stimmung hier im Hause eine solche ist, daß Sie mir glauben können: Es erfordert all meine Aufmerksamkeit und Kraft, diese Sitzung zu leiten. Ich kann nicht daneben noch Untersuchungen oder sonst etwas durchführen. (Widerspruch bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Langthaler: Nein!
Viertens mache ich Herrn Abgeordneten Öllinger darauf aufmerksam, daß gerade der Grüne Klub unlängst damit operiert hat, daß Sie aus den Lautsprechern, die es im ganzen Hause gibt, eine Debatte aufgezeichnet haben und daher über den Wortlaut dieser Debatte Protokoll geführt haben. Mit diesem Argument ... (Abg. Ing. Langthaler: Nein!) – Oder war es eine andere Fraktion? (Abg. Motter: Das war die ÖVP! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Motter: Das war die ÖVP! – Weitere Zwischenrufe.
Viertens mache ich Herrn Abgeordneten Öllinger darauf aufmerksam, daß gerade der Grüne Klub unlängst damit operiert hat, daß Sie aus den Lautsprechern, die es im ganzen Hause gibt, eine Debatte aufgezeichnet haben und daher über den Wortlaut dieser Debatte Protokoll geführt haben. Mit diesem Argument ... (Abg. Ing. Langthaler: Nein!) – Oder war es eine andere Fraktion? (Abg. Motter: Das war die ÖVP! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Dem Präsidium gegenüber!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Wenn Sie Ihren Kollegen Graf fragen, wird er Ihnen bestätigen: Mir gegenüber hat jemand ein Ansuchen dieser Art nicht gemacht. (Abg. Scheibner: Dem Präsidium gegenüber!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich brauche jetzt keine Präsidialkonferenz, bitte aber Sie, Herr Präsident, als Wahrer der Würde des Hauses und der Rechte der Abgeordneten, diese Dinge zu untersuchen und auch Schritte zu unternehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Konsens ist keiner!
Wenn darüber Konsens vorhanden ist, darf ich Herrn Abgeordneten Dr. Feurstein das Wort erteilen. – Bitte. (Abg. Scheibner: Konsens ist keiner!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Präsident! Ich habe in meinem Debattenbeitrag heute nachmittag sehr sachlich zu der ganzen Angelegenheit Stellung genommen. Aber was jetzt aus den Reihen der SPÖ geäußert worden ist, kann ich und will ich nicht zur Kenntnis nehmen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Im Jahre 1995 haben diese drei Freunde und weitere Freunde mit diesem Verein "Euroteam" Aufträge und Förderungsmittel für die Arbeitsmarktförderung in der Größenordnung von 46 Millionen Schilling gesammelt. Ich frage mich, was mit diesen 46 Millionen Schilling in den darauffolgenden Jahren geschehen ist. Die Verwendung dieser 46 Millionen Schilling ist bis heute nicht endgültig aufgeklärt worden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Rasinger: Unerhört! – Weitere Rufe bei der ÖVP: Unerhört!
Meine Damen und Herren! Jetzt geht dieser Gerald Gerstbauer, der Mitarbeiter von Frau Ministerin Hostasch, heute nach 17 Uhr zum Rechtsanwalt Dr. Zanger. Dr. Zanger schreibt dem Abgeordneten Mag. Steindl einen Brief, ein Fax, in dem er ihm androht, gerichtliche Schritte einzuleiten. Meine Damen und Herren, das ist unerhört! (Abg. Dr. Rasinger: Unerhört! – Weitere Rufe bei der ÖVP: Unerhört!)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Ministerin! Ich hätte mir erwartet, daß Sie sich von dieser Vorgangsweise Ihres Mitarbeiters distanzieren. Das haben Sie nicht getan! (Beifall bei der ÖVP.) Frau Ministerin, das will ich und das wollen wir nicht zur Kenntnis nehmen!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: ... Wolfgang Schüssel zurückpfeifen!
Das haben uns Vertrauenspersonen gesagt. Wir werden noch im Detail darlegen, daß diese Einflußnahme des Herrn Gerstbauer geschehen ist. Das können wir nicht zur Kenntnis nehmen, daß hier Leute in Ihrem Ministerium gedeckt werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: ... Wolfgang Schüssel zurückpfeifen!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Minister Farnleitner verhandelt noch in diesen Tagen mit Frau Ministerin Hostasch über eine Erweiterung der Lehrberufe, daß wir mehr neue Lehrberufe bekommen. Das ist noch nicht durchgesetzt, und das ist auch ein Punkt. Wir arbeiten mit unserem Regierungspartner immer kooperativ zusammen. Aber langsam habe ich es satt, die Zusammenarbeit in dieser Form weiterzuführen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich erwarte die Bereitschaft einer kooperativen Zusammenarbeit auch auf der anderen Seite: daß man die Dinge ehrlich und korrekt aufzeigt, wie sie sind, meine Damen und Herren! Das ist heute nicht geschehen, und das bedauere ich sehr! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Feurstein hat es da so eilig gehabt!
Aber wenn es darum geht, wenigstens den Bundeskanzler vorzuladen, damit er hier Rede und Antwort steht, dann laufen Sie alle, so schnell es geht, hier herein, um die Anträge der Opposition nur ja ablehnen zu können! Das ist auch ein bißchen doppelbödig und nicht wirklich glaubwürdig, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Feurstein hat es da so eilig gehabt!)
Abg. Dr. Khol: David Mock!
Warum hat man da etwas dagegen, daß aufgedeckt wird oder daß untersucht wird, welche Rolle ein Herr Mock (Abg. Dr. Khol: David Mock!) – selbstverständlich, David Mock! –, "zufällig" Pressesprecher des Herrn Bundeskanzlers, in der Causa "Euroteam" gespielt hat?
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das Resultat ist: 17 000 junge Österreicher sind ohne Lehrstelle! Das sollte Ihnen doch zu denken geben, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratischen Partei! Stellen Sie sich doch nicht vor solche Leute wie den Herrn Stuhlpfarrer, der uns alle nur an der Nase herumführt und einmal aufklären sollte, was er mit diesen Geldern gemacht hat! Daran sollten Sie doch Interesse haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist schade, daß Sie bis heute und bis jetzt nicht in der Lage gewesen sind, über Ihren eigenen Schatten zu springen, Leute, die anscheinend aus Ihrem Dunstkreis gekommen sind, vor den Vorhang zu stellen und zu sagen: Mit denen wollen wir nichts zu tun haben, da wollen wir Aufklärung schaffen!, um dann danach zu trachten, daß diese 17 000 jungen Österreicher endlich eine Lehrstelle bekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Wie hoch ist der Schwellenwert?
Ich möchte nochmals festhalten, daß es zu einer exakten Abwicklung dieser Aufträge im Bundeskanzleramt gekommen ist. (Abg. Haigermoser: Wie hoch ist der Schwellenwert?) Daß dieser Schwellenwert 200 000 ECU beträgt, habe ich Ihnen vorher schon in meinen Ausführungen erklärt. (Abg. Haigermoser: Noch einmal fürs Protokoll!)
Abg. Haigermoser: Noch einmal fürs Protokoll!
Ich möchte nochmals festhalten, daß es zu einer exakten Abwicklung dieser Aufträge im Bundeskanzleramt gekommen ist. (Abg. Haigermoser: Wie hoch ist der Schwellenwert?) Daß dieser Schwellenwert 200 000 ECU beträgt, habe ich Ihnen vorher schon in meinen Ausführungen erklärt. (Abg. Haigermoser: Noch einmal fürs Protokoll!)
Abg. Öllinger: Um Zeit zu gewinnen!
Ich möchte nochmals festhalten, daß es ein Anliegen des Bundeskanzlers war, den Rechnungshof einzuschalten, um neuerlich eine Überprüfung dieser Aufträge vorzunehmen (Abg. Öllinger: Um Zeit zu gewinnen!) und um eine Stelle, die normalerweise derartige Vorgänge überprüft, einzuschalten, um eine objektive Aufklärung dieser Auftragsvergabe zu erhalten. (Abg. Haigermoser: Warum ist er heute nicht vor das Parlament getreten?)
Abg. Haigermoser: Warum ist er heute nicht vor das Parlament getreten?
Ich möchte nochmals festhalten, daß es ein Anliegen des Bundeskanzlers war, den Rechnungshof einzuschalten, um neuerlich eine Überprüfung dieser Aufträge vorzunehmen (Abg. Öllinger: Um Zeit zu gewinnen!) und um eine Stelle, die normalerweise derartige Vorgänge überprüft, einzuschalten, um eine objektive Aufklärung dieser Auftragsvergabe zu erhalten. (Abg. Haigermoser: Warum ist er heute nicht vor das Parlament getreten?)
Abg. Dr. Krüger: Das glaubt ja nicht einmal die SPÖ! Die sind baß erstaunt!
Das zweite ist: Ich möchte ausdrücklich festhalten, daß diese Beauftragung im Detail von Beamten des Bundeskanzleramtes abgewickelt wurde und daß es dabei zu einer korrekten Auftragsabwicklung ohne jegliche Einflußnahme gekommen ist. (Abg. Dr. Krüger: Das glaubt ja nicht einmal die SPÖ! Die sind baß erstaunt!)
Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank!
Ich denke, daß es hier nicht angeht, den Bundeskanzler mit irgendwelchen Unregelmäßigkeiten in Verbindung zu bringen oder ihn in irgendeiner Weise anzupatzen. Es liegt natürlich nahe beziehungsweise auf der Hand, daß man das in einem Wahlkampf versucht. (Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank!) Gerade im Bundeskanzleramt hat es eine korrekte Abwicklung der Aufträge gegeben. Man sollte die objektiven Fakten dort lassen, wo sie sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, daß es hier nicht angeht, den Bundeskanzler mit irgendwelchen Unregelmäßigkeiten in Verbindung zu bringen oder ihn in irgendeiner Weise anzupatzen. Es liegt natürlich nahe beziehungsweise auf der Hand, daß man das in einem Wahlkampf versucht. (Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank!) Gerade im Bundeskanzleramt hat es eine korrekte Abwicklung der Aufträge gegeben. Man sollte die objektiven Fakten dort lassen, wo sie sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Ah!
Das dritte ist: Da Abgeordneter Öllinger und auch Abgeordneter Kier hier versucht haben, den Hauptteil der Auftragsvergabe ins Bundeskanzleramt zu verlegen, möchte ich feststellen: Das ist nicht der Fall! Im Bundeskanzleramt sind etwas mehr als 3 Millionen Schilling vergeben worden, der Hauptteil ist im Sozialministerium abgewickelt worden. (Abg. Haigermoser: Ah!) Das wurde auch von der Frau Bundesminister bestätigt.
Abg. Dr. Krüger: Das sind Manöver! Täuschungsmanöver!
Wenn hier von einem Auftragsvolumen von 46 Millionen Schilling gesprochen und hinzugefügt wird, daß ungefähr 3 Millionen Schilling im Bundeskanzleramt vergeben worden sind, dann muß man dazusagen, daß der Hauptteil im Bundesministerium für Soziales abgewickelt wurde. Das wollte ich nur festhalten, um da auch die Dimensionen zurechtzurücken. (Abg. Dr. Krüger: Das sind Manöver! Täuschungsmanöver!)
Abg. Scheibner: Wie viele waren es 1992 oder 1993? Sagen Sie das einmal!
Zu der sachlichen Auseinandersetzung des Abgeordneten Scheibner möchte ich folgendes sagen. 1996 hatten wir 37 000 Lehrstellen, 1998 waren es 39 000 Lehrstellen und über 3 000 Jugendliche auf zusätzlichen Ausbildungsplätzen. (Abg. Scheibner: Wie viele waren es 1992 oder 1993? Sagen Sie das einmal!) Das heißt, wir haben 42 000 Jugendliche auf Ausbildungsplätzen. Das ist eine Verbesserung der Zahl von vor zwei Jahren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zu der sachlichen Auseinandersetzung des Abgeordneten Scheibner möchte ich folgendes sagen. 1996 hatten wir 37 000 Lehrstellen, 1998 waren es 39 000 Lehrstellen und über 3 000 Jugendliche auf zusätzlichen Ausbildungsplätzen. (Abg. Scheibner: Wie viele waren es 1992 oder 1993? Sagen Sie das einmal!) Das heißt, wir haben 42 000 Jugendliche auf Ausbildungsplätzen. Das ist eine Verbesserung der Zahl von vor zwei Jahren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich festhalten, daß die Zahl von 17 000 Lehrlingen völlig aus der Luft gegriffen ist, da im Mai oder Juni eine ausgeglichene Stellen- und Lehrplatzsuchenden-Bilanz ausgewiesen worden ist. Diese Bilanz war ausgeglichen. Im Mai standen ungefähr 2 100 Lehrplatzsuchende etwa 2 000 Lehrstellen gegenüber. Das ist eine Zahl, die aus den letzten Berichten des AMS zu entnehmen ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Krüger: Übernehmen Sie die Schuld?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Frau Bundesministerin Hostasch. – Bitte. (Abg. Dr. Krüger: Übernehmen Sie die Schuld?)
Beifall bei der SPÖ.
Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales Eleonora Hostasch: Sehr geschätzter Herr Präsident! Sehr geschätze Damen und Herren! Herr Abgeordneter Scheibner wollte wissen, wie hoch die Lehrlingseintrittszahl 1992 war. Ich kann jetzt die Frage nach 1992 nicht sofort beantworten, aber: 1995 waren es 37 300, 1996 waren es 37 100, 1997 – Sie wissen, daß wir von diesem Jahr als Initiativjahr sprechen – 40 200, und 1998 waren es 39 050. Daran ist also erkennbar, daß durch die Initiativen der Bundesregierung und die Begleitmaßnahmen zusätzliche Impulse für Lehrstellen geschaffen werden konnten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aus allen mir zur Verfügung stehenden Unterlagen geht hervor, daß es eine rechtskonforme Vorgangsweise gewesen ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Scheibner gemeldet. (Zwischenrufe.) Ich werde zuhören, ob diese den Bestimmungen der Geschäftsordnung entspricht. – Bitte.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich zitiere aus den Arbeitsmarktdaten des AMS vom Mai 1999, wo es heißt: Sofort verfügbare Lehrstellensuchende: 2 224; nicht sofort verfügbare Lehrstellensuchende – also jene, die in Schulungen und Kursen "geparkt" sind –: 14 737. – Das macht insgesamt fast 17 000 Lehrstellensuchende aus. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Das sind in Wahrheit die statistischen Zahlen, die Sie hier zu vertuschen versuchen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Abg. Scheibner: Sie versuchen es selbst! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Herr Präsident! Frau Minister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Kollege Scheibner – und viele andere hier im Hohen Hause –, Sie versuchen seit einigen Stunden, die Lehrlingsoffensive der Bundesregierung konsequent madig zu machen. (Abg. Scheibner: Sie versuchen es selbst! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Nur zu Ihrer Information: Das, was Sie als besondere Schulung ausgegeben haben, ist nichts anderes als ein Teil des normalen Schulwesens, nämlich das neunte Schuljahr, das Jahr des Polytechnischen Lehrganges. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Das, was die Wahrheit ist, meine Damen und Herren, sieht so aus: Seit 1990 ist die Zahl der Lehrstellen permanent gesunken. Im Jahre 1996 hat der Bundeskanzler die Lehrlingsoffensive gestartet, und ihr Erfolg sind ein jäher Anstieg und innerhalb von zwei Jahren das Erreichen der Zahlen wie vor fünf Jahren. – Das ist der Erfolg unserer Lehrlingsoffensive! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Sind da die 24 "Stuhlpfarrer-Lehrlinge" auch dabei?
Das werden wir Sie nicht madig machen lassen, sosehr Sie sich auch darum bemühen! (Abg. Haigermoser: Sind da die 24 "Stuhlpfarrer-Lehrlinge" auch dabei?)
Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.
Zweite Bemerkung: Meine Damen und Herren, Sie versuchen schon seit einigen Stunden, die Sozialdemokratische Partei, die sozialdemokratische Fraktion dieses Hohen Hauses so darzustellen, als ob diese alle Anträge auf Kontrolle, auf Anhörung, auf Information abgelehnt habe und sozusagen mit der Dampfwalze drübergefahren sei. (Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.) – Wahr ist vielmehr das Gegenteil!
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie haben beispielsweise den Namen "Jan Klima" genannt. – Jeder hier im Hohen Hause, jeder in dieser Republik, jeder Journalist weiß, warum Sie das tun: weil das ein allgemein bekannter Name ist. All das hat aber nichts mit dem jungen Menschen zu tun, der eine Berufskarriere aufzubauen versucht. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Ofner: ... nur 46 Millionen Schilling! Wirklich wenig!
Sie wissen ganz genau, meine Damen und Herren, daß auf Antrag einer Oppositionsfraktion auf die Ladung von Jan Klima verzichtet wurde, daß er zur schriftlichen Stellungnahme eingeladen wurde – und daß Sie von der Opposition sich mit dieser schriftlichen Stellungnahme zufriedengegeben haben, um jetzt aber zu behaupten, wir hätten die Kontrolle verhindert! (Abg. Dr. Ofner: ... nur 46 Millionen Schilling! Wirklich wenig!)
Ruf bei der ÖVP: Aber leider war er da!
Nur, meine Damen und Herren: Die Ladung von Herrn Stuhlpfarrer haben wir nicht abgelehnt! Wir haben lediglich darauf hingewiesen, daß Herr Stuhlpfarrer in den Vereinigten Staaten ist – und daraufhin haben Sie den Antrag zurückgezogen. (Ruf bei der ÖVP: Aber leider war er da!) Das ist Doppelbödigkeit (Abg. Scheibner: Aber er war ja da!): Selbst einen Antrag auf Anhörung zurückziehen, aber uns den Vorwurf machen, wir hätten die Kontrolle verhindert! Das ist Doppelbödigkeit! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber er war ja da!
Nur, meine Damen und Herren: Die Ladung von Herrn Stuhlpfarrer haben wir nicht abgelehnt! Wir haben lediglich darauf hingewiesen, daß Herr Stuhlpfarrer in den Vereinigten Staaten ist – und daraufhin haben Sie den Antrag zurückgezogen. (Ruf bei der ÖVP: Aber leider war er da!) Das ist Doppelbödigkeit (Abg. Scheibner: Aber er war ja da!): Selbst einen Antrag auf Anhörung zurückziehen, aber uns den Vorwurf machen, wir hätten die Kontrolle verhindert! Das ist Doppelbödigkeit! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nur, meine Damen und Herren: Die Ladung von Herrn Stuhlpfarrer haben wir nicht abgelehnt! Wir haben lediglich darauf hingewiesen, daß Herr Stuhlpfarrer in den Vereinigten Staaten ist – und daraufhin haben Sie den Antrag zurückgezogen. (Ruf bei der ÖVP: Aber leider war er da!) Das ist Doppelbödigkeit (Abg. Scheibner: Aber er war ja da!): Selbst einen Antrag auf Anhörung zurückziehen, aber uns den Vorwurf machen, wir hätten die Kontrolle verhindert! Das ist Doppelbödigkeit! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Feurstein: Bei der übernächsten!
Herr Klubobmann Kostelka! Wir haben dann schon noch ein weiteres Mal beantragt, Herrn Stuhlpfarrer zu laden. Nur an dem einen Tag, an dem Sie uns mitgeteilt haben, er sei in Amerika, haben wir gesagt: Da werden wir jetzt nicht mutwillig einen Beschluß fassen, wenn er in Amerika ist! Aber bei der nächsten Sitzung haben wir es wieder beantragt (Abg. Dr. Feurstein: Bei der übernächsten!) – bei einer der nächsten Sitzungen (Ruf bei der SPÖ: Bei der letzten!) –, und da war er auch in Wien: Da hat er zur selben Zeit, als wir im Ausschuß gesessen sind, eine Pressekonferenz veranstaltet! (Abg. Dr. Kostelka: Dann hätten Sie es nicht zurückgezogen!) Herr Kollege Kostelka, wir haben es dann noch einmal beantragt! Nur bei der einen Sitzung, die stattfand, als behauptet wurde, er sei real in den USA, haben wir gesagt: Nun ja, mutwillig, wenn jemand gar nicht physisch verfügbar ist, werden wir keinen Antrag stellen. – So war die Situation im Ausschuß.
Ruf bei der SPÖ: Bei der letzten!
Herr Klubobmann Kostelka! Wir haben dann schon noch ein weiteres Mal beantragt, Herrn Stuhlpfarrer zu laden. Nur an dem einen Tag, an dem Sie uns mitgeteilt haben, er sei in Amerika, haben wir gesagt: Da werden wir jetzt nicht mutwillig einen Beschluß fassen, wenn er in Amerika ist! Aber bei der nächsten Sitzung haben wir es wieder beantragt (Abg. Dr. Feurstein: Bei der übernächsten!) – bei einer der nächsten Sitzungen (Ruf bei der SPÖ: Bei der letzten!) –, und da war er auch in Wien: Da hat er zur selben Zeit, als wir im Ausschuß gesessen sind, eine Pressekonferenz veranstaltet! (Abg. Dr. Kostelka: Dann hätten Sie es nicht zurückgezogen!) Herr Kollege Kostelka, wir haben es dann noch einmal beantragt! Nur bei der einen Sitzung, die stattfand, als behauptet wurde, er sei real in den USA, haben wir gesagt: Nun ja, mutwillig, wenn jemand gar nicht physisch verfügbar ist, werden wir keinen Antrag stellen. – So war die Situation im Ausschuß.
Abg. Dr. Kostelka: Dann hätten Sie es nicht zurückgezogen!
Herr Klubobmann Kostelka! Wir haben dann schon noch ein weiteres Mal beantragt, Herrn Stuhlpfarrer zu laden. Nur an dem einen Tag, an dem Sie uns mitgeteilt haben, er sei in Amerika, haben wir gesagt: Da werden wir jetzt nicht mutwillig einen Beschluß fassen, wenn er in Amerika ist! Aber bei der nächsten Sitzung haben wir es wieder beantragt (Abg. Dr. Feurstein: Bei der übernächsten!) – bei einer der nächsten Sitzungen (Ruf bei der SPÖ: Bei der letzten!) –, und da war er auch in Wien: Da hat er zur selben Zeit, als wir im Ausschuß gesessen sind, eine Pressekonferenz veranstaltet! (Abg. Dr. Kostelka: Dann hätten Sie es nicht zurückgezogen!) Herr Kollege Kostelka, wir haben es dann noch einmal beantragt! Nur bei der einen Sitzung, die stattfand, als behauptet wurde, er sei real in den USA, haben wir gesagt: Nun ja, mutwillig, wenn jemand gar nicht physisch verfügbar ist, werden wir keinen Antrag stellen. – So war die Situation im Ausschuß.
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.
Aber ich betone noch einmal, daß weder der Herr Bundeskanzler und schon gar nicht sein Sohn irgendwann – zumindest nicht von unserer Fraktion – angeschüttet wurden. Es wird aber doch erlaubt sein, von diesem Pult aus zu sagen: Wer in solchen Phasen das Hohe Haus meidet, beschädigt sich selbst! – Das müssen Sie anerkennen! (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Nehmen Sie die Kritik, auch wenn sie manchmal nur leise ist, doch ernst! Nehmen Sie sie ernst! Ich ziehe aus solchen Debatten die Lehre: Man wird deutlicher sagen müssen, daß offensichtlich Ihre Angst davor, daß etwas aufgedeckt wird, was wir noch nicht einmal erkannt haben, sehr groß ist, denn sonst würden Sie nicht so laut schreien. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Ah!-Rufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Herr Klubobmann Kostelka, gestatten Sie mir, hier zum Ausdruck zu bringen: Ich bin zutiefst enttäuscht von Ihren Ausführungen! (Ah!-Rufe bei der SPÖ.) Merken Sie denn nicht, was hier jetzt läuft? – Wir erleben ein Drama des Parlamentarismus! Wir erleben, daß ein Sekretär einer Bundesministerin einen Abgeordneten aus unseren Reihen mit Klagen (Ruf bei der SPÖ: Die nicht möglich sind!) durch einen Spitzenanwalt bedrohen darf – und die SPÖ sagt kein Wort dazu! (Ruf bei der SPÖ: Natürlich! Weil sie nicht möglich sind!)
Ruf bei der SPÖ: Die nicht möglich sind!
Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Herr Klubobmann Kostelka, gestatten Sie mir, hier zum Ausdruck zu bringen: Ich bin zutiefst enttäuscht von Ihren Ausführungen! (Ah!-Rufe bei der SPÖ.) Merken Sie denn nicht, was hier jetzt läuft? – Wir erleben ein Drama des Parlamentarismus! Wir erleben, daß ein Sekretär einer Bundesministerin einen Abgeordneten aus unseren Reihen mit Klagen (Ruf bei der SPÖ: Die nicht möglich sind!) durch einen Spitzenanwalt bedrohen darf – und die SPÖ sagt kein Wort dazu! (Ruf bei der SPÖ: Natürlich! Weil sie nicht möglich sind!)
Ruf bei der SPÖ: Natürlich! Weil sie nicht möglich sind!
Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Herr Klubobmann Kostelka, gestatten Sie mir, hier zum Ausdruck zu bringen: Ich bin zutiefst enttäuscht von Ihren Ausführungen! (Ah!-Rufe bei der SPÖ.) Merken Sie denn nicht, was hier jetzt läuft? – Wir erleben ein Drama des Parlamentarismus! Wir erleben, daß ein Sekretär einer Bundesministerin einen Abgeordneten aus unseren Reihen mit Klagen (Ruf bei der SPÖ: Die nicht möglich sind!) durch einen Spitzenanwalt bedrohen darf – und die SPÖ sagt kein Wort dazu! (Ruf bei der SPÖ: Natürlich! Weil sie nicht möglich sind!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir erleben, wie Herr Stuhlpfarrer, der nicht nur frech, sondern auch dumm ist – es wurde ja der entsprechende Verfassungsartikel zitiert –, hier ohne Kontrollen Tonbandaufnahmen machen kann, die er dann – so droht er an – zur Klagsführung gegen die Abgeordneten dieses Hauses einsetzen möchte! Und keiner und keine von der SPÖ kommt herunter und sagt: Diese Demontage des Parlamentarismus lassen wir nicht zu! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Oh, mein Gott!
Wie erziehen Sie denn – pardon! – Ihre jungen Leute im Demokratieverständnis? Da warne ich Sie: Heute ist das noch eine Kategorie von Unzulänglichkeiten im Bereich "Euroteam". Es geht nicht um die Jugendbeschäftigungsinitiative im Ganzen. Heute ist es eine Unzulänglichkeit von "Euroteam". Natürlich, es ist unangenehm, aber der Leiter des Arbeitsmarktserivce, Buchinger, hat es ja im Ausschuß gesagt: Stuhlpfarrer war der "Aufreißer und Einfädler" bei all diesen Aktionen. Heute schreibt uns Herr Buchinger, diese Problematik mit dem PROFESSIONET, den Abrechnungseinheiten, den Stunden, die da irgendwo im Output gemeldet worden, aber dann nirgends angekommen sind, das war alles sehr verwirrend für das AMS – erst durch ein Gespräch mit der Generaldirektion V in Europa konnte herausgebracht werden, welche Einheiten das eigentlich sind –, und es tue ihm leid, daß er bei dieser Aufklärung nicht bereits im Unterausschuß des Rechnungshofausschusses entsprechend Auskunft habe geben können. (Abg. Dr. Khol: Oh, mein Gott!)
Abg. Dr. Mertel: Nein! Nein!
Nun ja, die Expertenqualität von Herrn Buchinger ist hier durchaus zu hinterfragen, aber ich möchte ihn nicht anpatzen. (Abg. Dr. Mertel: Nein! Nein!) Ich verlange aber von Ihnen als Koalitionspartner, daß einer jetzt hier heruntergeht und sagt, er läßt es nicht zu, daß Abgeordnete dieses Hauses durch Klagen eingedeckt und bedroht werden (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Rasinger: Jawohl!), und er läßt es auch nicht zu, wenn es von Menschen kommt, die in der Nähe der SPÖ stehen!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Rasinger: Jawohl!
Nun ja, die Expertenqualität von Herrn Buchinger ist hier durchaus zu hinterfragen, aber ich möchte ihn nicht anpatzen. (Abg. Dr. Mertel: Nein! Nein!) Ich verlange aber von Ihnen als Koalitionspartner, daß einer jetzt hier heruntergeht und sagt, er läßt es nicht zu, daß Abgeordnete dieses Hauses durch Klagen eingedeckt und bedroht werden (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Rasinger: Jawohl!), und er läßt es auch nicht zu, wenn es von Menschen kommt, die in der Nähe der SPÖ stehen!
Zwischenruf des Abg. Jung
Es gibt eine alte Definition von Demokratie, und die lautet (Zwischenruf des Abg. Jung): Ich bin nicht deiner Meinung; ich werde aber bis zum letzten Atemzug darum kämpfen, daß du deine Meinung sagen kannst. (Abg. Silhavy: Das gilt aber für andere Menschen auch, nicht nur für Parlamentarier!) – Ich hoffe, Sie halten sich an diese Auffassung von Demokratie! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Das gilt aber für andere Menschen auch, nicht nur für Parlamentarier!
Es gibt eine alte Definition von Demokratie, und die lautet (Zwischenruf des Abg. Jung): Ich bin nicht deiner Meinung; ich werde aber bis zum letzten Atemzug darum kämpfen, daß du deine Meinung sagen kannst. (Abg. Silhavy: Das gilt aber für andere Menschen auch, nicht nur für Parlamentarier!) – Ich hoffe, Sie halten sich an diese Auffassung von Demokratie! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt eine alte Definition von Demokratie, und die lautet (Zwischenruf des Abg. Jung): Ich bin nicht deiner Meinung; ich werde aber bis zum letzten Atemzug darum kämpfen, daß du deine Meinung sagen kannst. (Abg. Silhavy: Das gilt aber für andere Menschen auch, nicht nur für Parlamentarier!) – Ich hoffe, Sie halten sich an diese Auffassung von Demokratie! (Beifall bei der ÖVP.)
Lebhafter Beifall bei der ÖVP.
Herr Stuhlpfarrer soll zur Kenntnis nehmen: Wir lassen uns unseren Franz Steindl nicht herausschießen, so wie auch keinen anderen Abgeordneten, die hier frei gewählt ihr Mandat ausüben! (Lebhafter Beifall bei der ÖVP.)
Ah!-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Diesen Monat!
Richtig ist vielmehr: Mir als Vorsitzender dieses Ständigen Unterausschusses wurde von den Sozialdemokraten mitgeteilt, daß Herr Stuhlpfarrer einen Monat lang in Chicago sei, und wir sollten uns überlegen, was das kosten würde, wenn er jetzt wieder zurück eingeflogen werden müßte (Ah!-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Diesen Monat!), und außerdem müßte dies der Herr Präsident des Hauses erst bewilligen. Nur deshalb haben wir diesen Antrag zurückgezogen: weil wir dem Steuerzahler nicht noch mehr Kosten verursachen wollten! Das war der Grund! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Die Trickkiste hat er ausgepackt! Die Trickkiste! Zauberer Kostelka!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Die Trickkiste hat er ausgepackt! Die Trickkiste! Zauberer Kostelka!
Richtig ist vielmehr: Mir als Vorsitzender dieses Ständigen Unterausschusses wurde von den Sozialdemokraten mitgeteilt, daß Herr Stuhlpfarrer einen Monat lang in Chicago sei, und wir sollten uns überlegen, was das kosten würde, wenn er jetzt wieder zurück eingeflogen werden müßte (Ah!-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Diesen Monat!), und außerdem müßte dies der Herr Präsident des Hauses erst bewilligen. Nur deshalb haben wir diesen Antrag zurückgezogen: weil wir dem Steuerzahler nicht noch mehr Kosten verursachen wollten! Das war der Grund! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Die Trickkiste hat er ausgepackt! Die Trickkiste! Zauberer Kostelka!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist ein Dradiwaberl, keine DRA!
"Es tut mir leid, daß ich diese Aufklärung nicht bereits im Unterausschuß des Rechnungshofausschusses geben konnte. Aber meine Experten und ich haben leider länger gebraucht, um zu erkennen, daß es sich bei der Frage der im Rahmen von PROFESSIONET erbrachten Beratungsstunden um ein Problem der DRA handelt" – durchschnittliche Rechnungseinheit für Ausgaben, kurz DRA. (Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist ein Dradiwaberl, keine DRA!)
Abg. Haigermoser: Ach, da schau her!
Und weiters heißt es: "Die DRA ist eben an sich so verwirrend." – Zitatende. (Abg. Haigermoser: Ach, da schau her!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Diese Verwirrung hat Herrn Buchinger aber nicht daran gehindert, Millionen auszuzahlen! Ich kann nur sagen, Frau Bundesministerin: "DRA-ra, DRA-ra!" (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Herr Abgeordneter Lukesch! Sie haben Fragen des Parlamentarismus angesprochen, und da bin ich sehr sensibel. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Lukesch: Das habe ich schon gesagt!
Ich habe zu diesen Fragen deswegen nicht Stellung genommen – und ich will Sie nicht belehren –, weil etwas, das seit 1. Oktober 1920 klargestellt ist, an dieser Stelle nicht klargestellt werden muß. (Abg. Dr. Lukesch: Das habe ich schon gesagt!) Artikel 57 Abs. 1 unserer Verfassung lautet (Abg. Dr. Lukesch: Sie sollten das dem Herrn Stuhlpfarrer vorlesen!):
Abg. Dr. Lukesch: Sie sollten das dem Herrn Stuhlpfarrer vorlesen!
Ich habe zu diesen Fragen deswegen nicht Stellung genommen – und ich will Sie nicht belehren –, weil etwas, das seit 1. Oktober 1920 klargestellt ist, an dieser Stelle nicht klargestellt werden muß. (Abg. Dr. Lukesch: Das habe ich schon gesagt!) Artikel 57 Abs. 1 unserer Verfassung lautet (Abg. Dr. Lukesch: Sie sollten das dem Herrn Stuhlpfarrer vorlesen!):
Abg. Scheibner: Das rechtfertigt noch nicht, daß es versucht wird!
"Die Mitglieder des Nationalrates dürfen wegen der in Ausübung ihres Berufes geschehenen Abstimmungen niemals, wegen der in diesem Beruf gemachten mündlichen oder schriftlichen Äußerungen nur vom Nationalrat verantwortlich gemacht werden." – (Abg. Scheibner: Das rechtfertigt noch nicht, daß es versucht wird!) – Das ist der Ordnungsruf und der Ruf zur Sache des Präsidenten.
Beifall bei der SPÖ.
Dieses Haus kann niemand mundtot machen; da stehe ich uneingeschränkt auf Ihrer Seite. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch. – Abg. Dr. Khol: Der liberale Champion!
Ich bitte Sie heute nur, nicht aus einer Situation heraus, in der jemand einfach in einer öffentlichen Sitzung von der Galerie her etwas aufnehmen will, so zu tun, als würde deshalb der Parlamentarismus in Österreich flöten gehen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch. – Abg. Dr. Khol: Der liberale Champion!)
Abg. Dr. Khol: Peinlich, peinlich!
Was Ihnen zitiert worden ist, Herr Abgeordneter Lukesch, haben Sie ohnehin gehört. Ich aber sage Ihnen, daß wir Liberalen uns freuen würden, wenn mehr Menschen in Österreich so reges Interesse an den Debatten im Nationalrat hätten, daß sie extra persönlich hier hereinkommen, um alles aufzunehmen. (Abg. Dr. Khol: Peinlich, peinlich!) Ihre Ausführungen aber führen nicht dazu, daß die Zahl derer steigen wird! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen und bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Peinlich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen und bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Peinlich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Was Ihnen zitiert worden ist, Herr Abgeordneter Lukesch, haben Sie ohnehin gehört. Ich aber sage Ihnen, daß wir Liberalen uns freuen würden, wenn mehr Menschen in Österreich so reges Interesse an den Debatten im Nationalrat hätten, daß sie extra persönlich hier hereinkommen, um alles aufzunehmen. (Abg. Dr. Khol: Peinlich, peinlich!) Ihre Ausführungen aber führen nicht dazu, daß die Zahl derer steigen wird! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen und bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Peinlich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP sowie bei den Freiheitlichen.
Seitens der Berichterstattung wird kein Schlußwort gewünscht. (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP sowie bei den Freiheitlichen.) Ich bitte Sie, sich jetzt wieder etwas zu beruhigen, weil wir zur Abstimmung kommen. – Herr Abgeordneter Gaugg! Würden Sie so freundlich sein und sich auf Ihren Platz begeben?
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen angesichts des positiven Abstimmungsverhaltens der ÖVP.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diese Kenntnisnahme sind, um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist die Mehrheit. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen angesichts des positiven Abstimmungsverhaltens der ÖVP.) – Dieser Bericht ist mehrheitlich zur Kenntnis genommen. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diese Kenntnisnahme sind, um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist die Mehrheit. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen angesichts des positiven Abstimmungsverhaltens der ÖVP.) – Dieser Bericht ist mehrheitlich zur Kenntnis genommen. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Ute Apfelbeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Der Rechnungshof hat seine Prüftätigkeit wie jedes Jahr in einem umfassenden Tätigkeitsbericht beziehungsweise Nachtrag zusammengefaßt. Dafür möchte ich Dank an die Beamtinnen und Beamten des Rechnungshofes aussprechen, und ich bitte Sie, Herr Präsident, dies Ihrem Haus auch mitzuteilen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es ist ein Skandal, daß jemand mit einer Tätigkeit ein zweites Gehalt bezieht, obwohl er für die erste Tätigkeit keine Arbeit leistet! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Rasinger: Was? – Abg. Wabl: Wenn sie gut vorbereitet ist ...!
Aber auch am Mozarteum in Salzburg gab es zwischen 1993/94 und 1996/97 (Abg. Dr. Rasinger: Was? – Abg. Wabl: Wenn sie gut vorbereitet ist ...!) – Herr Abgeordneter, es tut mir leid, ich habe nicht mehr Redezeit – sechs ordentliche Hochschulprofessoren, die je ein Semester Dienstfreistellung bei Bezahlung erhielten, damit sie die Arbeit machen, für die sie eigentlich in den Dienst aufgenommen wurden. Dabei muß der Steuerzahler pro Professorenstelle jährlich 4,1 Millionen Schilling aufbringen!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber nicht genug damit: Auf Seite 107 durchleuchtet der Rechnungshof auch das Kapitel "EU-Mittel im Bereich der Landwirtschaftskammer". Das Bundesministerium übertrug die Abwicklung und die Kontrolle der EU-Förderung für unsere Landwirte mehrheitlich den Landwirtschaftskammern, sodaß diese zugleich Fördergeber und Förderkontrolle spielen mußten. – Dies, meine Damen und Herren, ist die neue Bauernunterdrückung, ist ein Abhängigmachen, eine Zwangsbindung an die ÖVP! Sie von der SPÖ aber schauen tatenlos zu! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daß die Kammer dies uneigennützig macht, stimmt ja nicht! Denn diese Förderungsabwicklung erfolgt natürlich über die Bankkonten der Kammern – das sage nicht ich, sondern der Rechnungshof –, und dadurch werden Kammergelder und Fördergelder auf einem Konto vermischt – das sagt auch wieder der Rechnungshof. Zu den Fragen, auf welchen Konten, zu welchem Zinssatz und wem diese Zinsen gutgeschrieben werden, warte ich teilweise heute noch auf eine Antwort! Der Herr Bundesminister erklärte, die Zinsen kämen – da gäbe es eine alte Vereinbarung – der Kammer zugute. Da aber die Kammer immer verspätet ausbezahlt, bereichern sich die Kammern auf Kosten derer, die eigentlich gefördert werden sollten, meine Damen und Herren! Und das ist der Skandal! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Am Ende meiner Tätigkeit hier wünsche ich den Abgeordneten der Regierungsparteien die Einsicht, daß im Sinne der klassischen Gewaltenteilung dem Parlament und den Abgeordneten die Aufgabe zukommt, die Regierung zu kontrollieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Abgeordneten dieses Hauses sollten sich ihrer Aufgabe der Kontrollfunktion endlich entsinnen! – Danke, meine Damen und Herren! (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Lassen Sie mich zu Beginn meiner kurzen Rede dem Präsidenten des Rechnungshofes und seinen Mitarbeitern meinen ausdrücklichen Dank aussprechen! Als Instrument der Kontrolle, Effizienz und Wirtschaftlichkeitsverbesserung in unserem Lande hat der Rechnungshof auch in diesen Tätigkeitsberichten wieder ganz Arbeit geleistet. Ich danke den Mitarbeitern und, an der Spitze, ihrem Präsidenten! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin auch froh darüber, daß ich den Dank nicht nur verbal ausdrücken, sondern darauf, Herr Präsident, verweisen darf, daß bei der vorletzten BDG-Novelle die verdiente Besserstellung der Rechnungshofmitarbeiter im Rahmen ihrer Beförderungsmöglichkeiten auch von uns durchgesetzt wurde. Das haben sich die Rechnungshofmitarbeiter allemal verdient! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Als Tiroler kann ich nur sagen: Schade! Bei uns hat sich in diesem Jahr schon die zweite Naturkatastrophe ereignet. Daher würden wir für den Katastrophenschutz und den Katastropheneinsatz gut ausgebildete Zivildiener sehr wohl brauchen! Derzeit können wir sie aber nicht einberufen, weil zum Beispiel keine entsprechenden Richtlinien, Verordnungen, Durchführungen mit den Katastrophendiensten der Bundesländer organisiert sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Abschluß erlaube ich mir ein persönliches Wort. Ich habe neun Jahre lang als Mitglied des Rechnungshofausschusses in bester Art und Weise mit den Mitarbeitern und den jeweiligen Präsidenten des Rechnungshofes zusammengearbeitet. Unter Präsident Fiedler wurde das Wort des früheren Präsidenten Broesigke eindeutig widerlegt, nämlich daß die Hundehütte für den Hund und der Rechnungshof für die Katz’ ist. – Unter Präsident Fiedler ist der Rechnungshof nicht für die Katz’! Das wollen wir ihm gerne bestätigen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Lahko noč! Visoki dom!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Smolle. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Khol: Lahko noč! Visoki dom!)
Abg. Mag. Haupt: Weniger!
Meine Damen und Herren! Wir haben es mit einer schikanösen Behandlung von Volksgruppenorganisationen und Ausschußmitgliedern zu tun. Ich möchte, damit Sie nicht denken, daß es hiebei um Millionen oder Milliarden geht, festhalten: Die Volksgruppen bekommen in Österreich ungefähr so viel, wie "Euroteam" von Bundesseite bekommen hat; lustigerweise ist es in etwa die gleiche Summe! (Abg. Mag. Haupt: Weniger!) In Anbetracht dessen ist es natürlich äußerst bedauerlich, daß einerseits mit leichter Hand Geld ausgegeben wird, andererseits für die Volksgruppen von Jahr zu Jahr weniger ausgegeben wird.
Abg. Hans Helmut Moser: Vor Mitternacht?
Ich möchte nur auf einige Dinge zu sprechen kommen und dann noch einige politische Aussagen machen. (Abg. Hans Helmut Moser: Vor Mitternacht?) Ja, natürlich werde ich vor Mitternacht abschließen, bevor es ganz finster wird in diesem Staate! Ich schließe schon vorher ab!
Heiterkeit.
Das geht soweit, daß man vom Obmann des Roma-Verbandes verlangt, daß er mit seinem Auto die Instrumente zum Bundeskanzleramt bringt; dort werden sie photographiert. Die Beamten stehen herum. Schließlich wird der Obermusikant der Roma aufgefordert, zu spielen, damit er zeigt, daß alles noch okay ist und daß die Saiten nicht schon scheppern. Dieser weigert sich natürlich und sagt: Ich gehe nicht dorthin, um denen im Bundeskanzleramt etwas vorzuspielen! (Heiterkeit.) – Sie lachen darüber! Ich weiß, daß das lächerlich klingt, aber so verhalten sich erwachsene Beamte im Bundeskanzleramt, meine Damen und Herren! (Abg. Hans Helmut Moser: Haben die nichts anderes zu tun?) Nein, offenbar haben die nichts zu tun!
Abg. Hans Helmut Moser: Haben die nichts anderes zu tun?
Das geht soweit, daß man vom Obmann des Roma-Verbandes verlangt, daß er mit seinem Auto die Instrumente zum Bundeskanzleramt bringt; dort werden sie photographiert. Die Beamten stehen herum. Schließlich wird der Obermusikant der Roma aufgefordert, zu spielen, damit er zeigt, daß alles noch okay ist und daß die Saiten nicht schon scheppern. Dieser weigert sich natürlich und sagt: Ich gehe nicht dorthin, um denen im Bundeskanzleramt etwas vorzuspielen! (Heiterkeit.) – Sie lachen darüber! Ich weiß, daß das lächerlich klingt, aber so verhalten sich erwachsene Beamte im Bundeskanzleramt, meine Damen und Herren! (Abg. Hans Helmut Moser: Haben die nichts anderes zu tun?) Nein, offenbar haben die nichts zu tun!
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Viele sagen mir: Karl, du bist schon ein echter Michael Kohlhaas! – Darauf sage ich: Lieber ein Michael Kohlhaas als ein Hase Khol! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Kulturvertrag in Slowenien!
Meine Damen und Herren! Ich prangere den Fraktionschef der ÖVP hier offen noch einmal an! Es ist peinlich, daß du zu den Leuten gehörst, die nicht bereit sind, das Volksgruppenrecht fortzuentwickeln! Denn du solltest dich diesen Volksgruppen angesichts des Wissens, das du über sie und ihre Probleme hast, wirklich verbunden fühlen! (Abg. Dr. Khol: Kulturvertrag in Slowenien!) Was können die Ungarn im Burgenland dafür, wenn Slowenien den Kulturvertrag nicht unterschreibt?! Das mußt du mir einmal erklären! Was können die Slowaken, die Tschechen und die Kroaten dafür, daß Slowenien den Vertrag nicht unterzeichnet?! – Das ist genau die Politik, die man nicht mögen kann, lieber Freund! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Ich prangere den Fraktionschef der ÖVP hier offen noch einmal an! Es ist peinlich, daß du zu den Leuten gehörst, die nicht bereit sind, das Volksgruppenrecht fortzuentwickeln! Denn du solltest dich diesen Volksgruppen angesichts des Wissens, das du über sie und ihre Probleme hast, wirklich verbunden fühlen! (Abg. Dr. Khol: Kulturvertrag in Slowenien!) Was können die Ungarn im Burgenland dafür, wenn Slowenien den Kulturvertrag nicht unterschreibt?! Das mußt du mir einmal erklären! Was können die Slowaken, die Tschechen und die Kroaten dafür, daß Slowenien den Vertrag nicht unterzeichnet?! – Das ist genau die Politik, die man nicht mögen kann, lieber Freund! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Ich mache hier heute meinen Abschied, vor allem in dieser Frage. Ich werde dem Nationalrat in der nächsten Legislaturperiode nicht mehr angehören. Ich hoffe aber, daß die Volksgruppen für ihre Probleme künftig mehr Verständnis finden werden als in diesem Jahr, als ich wieder in diesem Hause wirken konnte! – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Abgeordneter Otmar Brix (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Sehr geehrter Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Wie immer um diese Zeit befaßt sich das Plenum mit dem Tätigkeitsbericht des Rechnungshofes über die Zeit von vor zwei Jahren, also betreffend das Jahr 1997. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich meine jetzt nicht die Uhr-, sondern die Jahreszeit. Am Ende eines parlamentarischen Jahres befaßt sich das Plenum mit diesem Tätigkeitsbericht. Ein solcher Tätigkeitsbericht, dessen Betrachtungszeitraum schon zwei Jahre zurückliegt, hat natürlich auch seine problematischen Seiten, wie der Rechnungshofbericht überhaupt in den verschiedensten Fragen mit Für und Wider gesehen werden kann.
Beifall bei der SPÖ.
Vorweg möchte ich sagen: Diesen exakten Bericht, mit dem auch wir nicht nur gut leben, sondern auch politisch arbeiten können, um zum Wohle der Menschen in diesem Lande weitere Verbesserungen vorzunehmen, liefern die Damen und Herren des Rechnungshofes! Daher möchte ich Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern namens meiner Fraktion recht herzlich für diese Arbeit danken, Herr Präsident Fiedler! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Jung.
Meine Damen und Herren! Einer der Kernpunkte in diesem Tätigkeitsbericht 1997 war die Kritik am Verteidigungsminister und an der Landesverteidigung, vor allem insofern, Herr Bundesminister, als der Rechnungshof festgestellt hat, daß nicht nur Mängel im Ausbildungssystem vorhanden sind, sondern daß auch Mängel am Gerät der österreichischen Soldaten vorliegen. Ich denke in diesem Zusammenhang insbesondere an ein Gerät, das uns sehr am Herzen liegt, weil es noch dazu österreichischer Herkunft ist und wir Österreicher eigentlich stolz auf dieses gute Gerät sein können. (Zwischenruf des Abg. Jung.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Ich würde Sie bitten, in Zukunft die Kritik des Rechnungshofes rechtzeitig zu berücksichtigen und für den Fall, daß wir wieder Panzer benötigen – es werden ja schon weitere diesbezügliche Pläne in Ihrer Lade liegen –, österreichische Produkte zu kaufen, denn mit dem Ankauf österreichischer Produkte sind auch österreichische Arbeitsplätze gesichert! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.
Herr Kollege Lukesch, zu Ihren Ausführungen, zu dieser tapferen Verteidigung des freien Wortes und diesem Angriff gegen den Regierungspartner kann ich nur sagen: Hut ab! Auch Kollege Steindl war wirklich großartig, ich war ganz gerührt! Wenn ich nicht gewußt hätte, daß Herr Klima von der SPÖ ist und daß Frau Hostasch von der SPÖ ist, dann hätte ich gemeint, es sind urdemokratische Zustände ausgebrochen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Mit Absicht!
Ich weiß, daß in Vorwahlzeiten oft merkwürdige Dinge passieren! Da kommen der Koalitionsfrieden und die Koalitionsabsprachen ein bißchen durcheinander! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Mit Absicht!) Dann wird es oft sehr schwierig, denn dann beginnt diese Allianz, dieses "Gleichgewicht des Schreckens", ein wenig zu bröckeln! Ich bewundere immer den Gleichmut der Sozialdemokraten. Ich muß sagen, so wie Sie die Macht erhalten, das ist wirklich einsame Klas-se! Ich verstehe, warum Sie sich in Österreich so lange halten können! (Abg. Koppler: Wenn man arbeitet, dann macht man natürlich auch Fehler!) Ich bewundere diese Souveränität, wie Sie über jeden Dreckpatzen der Koalitionspartner hinwegsehen können und immer noch einen klaren Blick nach vorne haben, so nach dem Motto: Genossen, wir marschieren, wir erhalten die Macht! (Abg. Koppler: Ich meine etwas ganz anderes!)
Abg. Koppler: Wenn man arbeitet, dann macht man natürlich auch Fehler!
Ich weiß, daß in Vorwahlzeiten oft merkwürdige Dinge passieren! Da kommen der Koalitionsfrieden und die Koalitionsabsprachen ein bißchen durcheinander! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Mit Absicht!) Dann wird es oft sehr schwierig, denn dann beginnt diese Allianz, dieses "Gleichgewicht des Schreckens", ein wenig zu bröckeln! Ich bewundere immer den Gleichmut der Sozialdemokraten. Ich muß sagen, so wie Sie die Macht erhalten, das ist wirklich einsame Klas-se! Ich verstehe, warum Sie sich in Österreich so lange halten können! (Abg. Koppler: Wenn man arbeitet, dann macht man natürlich auch Fehler!) Ich bewundere diese Souveränität, wie Sie über jeden Dreckpatzen der Koalitionspartner hinwegsehen können und immer noch einen klaren Blick nach vorne haben, so nach dem Motto: Genossen, wir marschieren, wir erhalten die Macht! (Abg. Koppler: Ich meine etwas ganz anderes!)
Abg. Koppler: Ich meine etwas ganz anderes!
Ich weiß, daß in Vorwahlzeiten oft merkwürdige Dinge passieren! Da kommen der Koalitionsfrieden und die Koalitionsabsprachen ein bißchen durcheinander! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Mit Absicht!) Dann wird es oft sehr schwierig, denn dann beginnt diese Allianz, dieses "Gleichgewicht des Schreckens", ein wenig zu bröckeln! Ich bewundere immer den Gleichmut der Sozialdemokraten. Ich muß sagen, so wie Sie die Macht erhalten, das ist wirklich einsame Klas-se! Ich verstehe, warum Sie sich in Österreich so lange halten können! (Abg. Koppler: Wenn man arbeitet, dann macht man natürlich auch Fehler!) Ich bewundere diese Souveränität, wie Sie über jeden Dreckpatzen der Koalitionspartner hinwegsehen können und immer noch einen klaren Blick nach vorne haben, so nach dem Motto: Genossen, wir marschieren, wir erhalten die Macht! (Abg. Koppler: Ich meine etwas ganz anderes!)
Abg. Koppler: Wir reden ja jetzt von etwas anderem!
Herr Kollege Koppler! Sie werden doch nicht im Zusammenhang mit "Euroteam" von Fehlern sprechen. (Abg. Koppler: Wir reden ja jetzt von etwas anderem!) Ach so, gut. (Abg. Dr. Lukesch: Koppler nennt "Euroteam" ...! – Ruf bei den Freiheitlichen: Er redet immer von etwas anderem!)
Abg. Dr. Lukesch: Koppler nennt "Euroteam" ...! – Ruf bei den Freiheitlichen: Er redet immer von etwas anderem!
Herr Kollege Koppler! Sie werden doch nicht im Zusammenhang mit "Euroteam" von Fehlern sprechen. (Abg. Koppler: Wir reden ja jetzt von etwas anderem!) Ach so, gut. (Abg. Dr. Lukesch: Koppler nennt "Euroteam" ...! – Ruf bei den Freiheitlichen: Er redet immer von etwas anderem!)
Abg. Dr. Lukesch: Gerade mit dem Bundesheer im Zusammenhang ...!
Wieso kritisieren Sie niemals das, was da im Zusammenhang mit dem Bundesheer geschehen ist? – Ich habe in dieser Hinsicht noch nie ein Wort der Kritik von Ihnen gehört, obwohl Sie ja im Rechnungshofausschuß dazu verpflichtet wären. Im Zusammenhang mit der Kritik des Rechnungshofes ist es deutlich formuliert worden, wenn auch sehr vornehm, weil Herr Präsident Fiedler und seine Beamten ja sehr vornehm sind. (Abg. Dr. Lukesch: Gerade mit dem Bundesheer im Zusammenhang ...!)
Abg. Dr. Lukesch: Das kommt morgen! Morgen ist der 14. Juli! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Heute ist der 14. Juli!
Diesen vornehmen Ausdruck, "bestehende Unklarheiten", bei einem an sich rechtswidrigen Vorgang halte ich für sehr tapfer vom Rechnungshof. Das ist aber von Ihnen nicht unbedingt honoriert worden. Sie hätten zumindest einen Entschließungsantrag dazu einbringen können. Aber was die Formulierung betrifft, daß die Höhe der zu leistenden Refundierungen kostendeckend zu gestalten wäre, haben Sie nicht einmal muh gesagt, geschweige denn das tapfere Wort des französischen Revolutionärs noch einmal in den Mund genommen. (Abg. Dr. Lukesch: Das kommt morgen! Morgen ist der 14. Juli! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Heute ist der 14. Juli!)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen
Herr Abgeordneter Lukesch! Sie haben damals, vor einem Jahr, in einer APA-Aussendung den kühnen Satz geprägt (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen): Der Obmann des Rechnungshofausschusses hat jedes Vertrauen verspielt, weil er den Herrn Bundespräsidenten gemahnt hat, er möge seine Schulden im Zusammenhang mit dem Wahlkampf begleichen, für Herrn Waldner, den er ja als Wahlkampfleiter in seinem Team hatte. (Präsident Dr. Neisser gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Neisser gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Herr Abgeordneter Lukesch! Sie haben damals, vor einem Jahr, in einer APA-Aussendung den kühnen Satz geprägt (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen): Der Obmann des Rechnungshofausschusses hat jedes Vertrauen verspielt, weil er den Herrn Bundespräsidenten gemahnt hat, er möge seine Schulden im Zusammenhang mit dem Wahlkampf begleichen, für Herrn Waldner, den er ja als Wahlkampfleiter in seinem Team hatte. (Präsident Dr. Neisser gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Heiterkeit. – Abg. Wabl: Ich weiß nicht, welche Redezeit Sie gemeint haben! Die freiwillige, diejenige, die mir verordnet ist?
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter! Entschuldigen Sie, Ihre Redezeit ist zu Ende. Mein Glockenzeichen hat Ihnen gegolten. (Heiterkeit. – Abg. Wabl: Ich weiß nicht, welche Redezeit Sie gemeint haben! Die freiwillige, diejenige, die mir verordnet ist?)
Abg. Wabl: Ich rede nur 5 Minuten!
Nein, es ist die Blockredezeit, die auf Ihre Fraktion fällt, erschöpft. (Abg. Wabl: Ich rede nur 5 Minuten!) Ich habe hier 7 Minuten aufscheinen. Ihre Redezeit ist zu Ende, Herr Abgeordneter. (Abg. Wabl: Das ist etwas, was ich an diesem Haus nicht sehr schätze: daß man nicht mehr reden kann! Ich halte das für die Demokratie für ...! – Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Wabl.) Die Technik funktioniert. Hier steht: 7 Minuten. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das ist der Fluch der bösen Tat eurer Zustimmung! – Abg. Wabl: Da habt doch ihr zugestimmt! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Wabl: Das ist etwas, was ich an diesem Haus nicht sehr schätze: daß man nicht mehr reden kann! Ich halte das für die Demokratie für ...! – Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Wabl.
Nein, es ist die Blockredezeit, die auf Ihre Fraktion fällt, erschöpft. (Abg. Wabl: Ich rede nur 5 Minuten!) Ich habe hier 7 Minuten aufscheinen. Ihre Redezeit ist zu Ende, Herr Abgeordneter. (Abg. Wabl: Das ist etwas, was ich an diesem Haus nicht sehr schätze: daß man nicht mehr reden kann! Ich halte das für die Demokratie für ...! – Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Wabl.) Die Technik funktioniert. Hier steht: 7 Minuten. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das ist der Fluch der bösen Tat eurer Zustimmung! – Abg. Wabl: Da habt doch ihr zugestimmt! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das ist der Fluch der bösen Tat eurer Zustimmung! – Abg. Wabl: Da habt doch ihr zugestimmt! – Weitere Zwischenrufe.
Nein, es ist die Blockredezeit, die auf Ihre Fraktion fällt, erschöpft. (Abg. Wabl: Ich rede nur 5 Minuten!) Ich habe hier 7 Minuten aufscheinen. Ihre Redezeit ist zu Ende, Herr Abgeordneter. (Abg. Wabl: Das ist etwas, was ich an diesem Haus nicht sehr schätze: daß man nicht mehr reden kann! Ich halte das für die Demokratie für ...! – Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Wabl.) Die Technik funktioniert. Hier steht: 7 Minuten. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das ist der Fluch der bösen Tat eurer Zustimmung! – Abg. Wabl: Da habt doch ihr zugestimmt! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wer wird jetzt meinen Antrag einbringen?
Als erstes nenne ich die EU-Mittel im Bereich der Landwirtschaft. Meine Damen und Herren! Ich darf sagen, daß dieser Bericht dem Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft und seinem Team im Ministerium ein hervorragendes Zeugnis ausstellt. Er zeigt auf, daß die Umsetzung der europäischen Normen vorbildlich durchgeführt wurde. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wer wird jetzt meinen Antrag einbringen?)
Beifall bei der ÖVP.
Auch der europäische Rechnungshof beurteilte die Arbeit der Zahlstellen in ähnlicher Weise. Die vom Rechnungshof angeregte Verbesserung, vor allem bei der Ausstattung der Abteilung Revision, wurde umgesetzt. Alles in allem würde ich als Lehrer sagen: Note "sehr gut" für unseren Landwirtschaftsminister! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin stolz darauf, daß in dieser Legislaturperiode auch für die Beamten des Rechnungshofes etwas getan werden konnte. Meiner Ansicht nach ist der Rechnungshof ein unverzichtbarer Bestandteil unserer demokratischen Struktur. Vielleicht – dies als eine Anregung – wäre es gut, wenn man ihn auch vermehrt bei der begleitenden Kontrolle heranziehen könnte. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Der fährt eh schon fort!
Abgeordneter Mag. Herbert Haupt (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Präsidenten! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Im Berichtsjahr des zur Diskussion stehenden Rechnungshofberichtes sind aus meiner Sicht einige Dinge erwähnenswert. Ich möchte zunächst dort fortsetzen, wo Kollege Wabl aus Zeitgründen nicht mehr fortfahren konnte (Abg. Dr. Ofner: Der fährt eh schon fort!): bei der Freistellung der Bediensteten, die er hier in der vornehmen Art und Diktion des Rechnungshofpräsidenten und seiner Beamten zitiert hat.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich glaube, daß dieser Rechnungshofbericht alle, die an der äußeren Sicherheit Österreichs interessiert sind, nachdenklich machen sollte, nachdenklich auch wegen der Aussagen der betroffenen Offiziere. Es ist das keine Kritik am Personal des Bundesheeres, es ist auch keine Kritik an denjenigen, die heute mit den unzulänglichen Maßnahmen arbeiten müssen, sondern es ist eine sehr heftige Kritik an Ihnen, Herr Bundesminister, weil es Ihnen in der letzten Legislaturperiode nicht gelungen ist, vom Finanzministerium und von der linken Reichshälfte mehr notwendiges Geld für die Sicherheit Österreichs dem Bundesheer zuzuführen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Abgeordnete Gabriele Binder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Einen Satz zu den Ausführungen von Kollegen Stampler, der erwähnt hat, wie schnell die AMA bei der Förderungsvergabe reagiert und daß sie ISO-zertifiziert ist. Meine Frage ist nur: Wissen das auch die Bauern? – Bei den Diskussionen erwecken wir da immer einen etwas anderen Eindruck. (Zwischenruf des Abg. Murauer.) Es wäre recht interessant, zu wissen, ob sich das tatsächlich so auswirkt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Gabriele Binder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Einen Satz zu den Ausführungen von Kollegen Stampler, der erwähnt hat, wie schnell die AMA bei der Förderungsvergabe reagiert und daß sie ISO-zertifiziert ist. Meine Frage ist nur: Wissen das auch die Bauern? – Bei den Diskussionen erwecken wir da immer einen etwas anderen Eindruck. (Zwischenruf des Abg. Murauer.) Es wäre recht interessant, zu wissen, ob sich das tatsächlich so auswirkt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Aber schon auch die Sparsamkeit, wenn es um Steuermittel geht!
Meine Damen und Herren! Festzuhalten ist zum Schluß noch: Kultur- und Kunstinstitutionen mit einem rein ökonomischen Maßstab zu messen, scheint mir schwierig und auch einseitig zu sein. Priorität muß nach wie vor die künstlerische Freiheit haben. (Abg. Böhacker: Aber schon auch die Sparsamkeit, wenn es um Steuermittel geht!)
Beifall bei der SPÖ.
Im übrigen wünsche ich beiden Institutionen weiterhin viel Erfolg und alles Gute! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Hans Helmut Moser: Bitte 5 Minuten einstellen!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gelangt jetzt Herr Abgeordneter Hans Helmut Moser. Sie haben noch eine Redezeit von 14 Minuten zur Verfügung. (Abg. Hans Helmut Moser: Bitte 5 Minuten einstellen!) 5 Minuten soll ich einstellen? – Bitte.
Beifall beim Liberalen Forum.
Es wird immer wieder festgestellt, daß wir auf der einen Seite zwar eine Verbesserung im Bereich der Ausbildungsorganisation und der Ausbildungsvorschriften haben, auf der anderen Seite aber ungenügende Dienstaufsicht, vor allem seitens der vorgesetzten Kommanden und Dienststellen. Auf diese ungenügende Dienstaufsicht möchte ich Sie hinweisen, Herr Bundesminister. Das hat nichts mit dem Budget zu tun, das hat nichts mit den sonstigen Unzukömmlichkeiten zu tun, die es vielleicht auf der einen oder anderen höheren Führungsebene gibt, sondern das ist eine zentrale Aufgabe der vorgesetzten Kommandanten. Ich darf Sie ersuchen, diesem Bereich größeres Augenmerk zu widmen! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich sage jetzt ein Danke in zweifacher Hinsicht: ein Danke an den Rechnungshof, an den Herrn Präsidenten und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber gleichzeitig auch ein Danke an die Beamtinnen und Beamten der Grenzgendarmerie, die ausgezeichnete Arbeit leisten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich spreche auch die notwendige Grundversorgung besonders in den Regionen an: Die Menschen dort haben, glaube ich, ein Anrecht, verkehrsmäßig erschlossen zu werden und auch eine Grundversorgung zu haben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Damit besteht eben die Gefahr, daß die Elitesoldaten, die Elitetruppe, die Sie nach Albanien schicken, aus mangelhaft ausgebildeten Leuten besteht, und das wäre nicht zu verantworten, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Jung: Dann schreiben Sie es um!
Abgeordneter Dkfm. Dietrich Teller (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Abgeordneter Jung, so kann ich das nicht stehenlassen. (Abg. Jung: Dann schreiben Sie es um!) Ich drehe es um: Der Ausbildungsstand der Kärntner Truppe ist hervorragend, das haben die Kollegen Haupt und Leikam bestätigt. Herr Abgeordneter, es ist so, daß die Mängel in der Ausbildungsverwaltung bestehen und nicht irgendwo in den Ausbildungsrichtlinien. Wir haben auch im Ausschuß ganz deutlich festgestellt, Herr Abgeordneter Jung, daß Mängel in der Ausbildungsverwaltung bestehen und daß auch die stattgefundenen Assistenzeinsätze (Abg. Jung: Richtig!), die ja in den Ausbildungsrichtlinien absolut nicht berücksichtigt sind – das ist ja nicht etwas, was in irgendeiner Weise vorprogrammiert werden könnte, sondern das findet einfach statt (Abg. Jung: Sie haben nicht zugehört!) –, eine Rolle gespielt haben. Das kann in den Ausbildungsrichtlinien nicht drinnen sein (Abg. Jung: Dann müssen wir etwas ändern!), aber schließlich ist ja auch ein Assistenzeinsatz in gewissem Sinne eine Ausbildung (Abg. Jung: Nein! Das ist ein Einsatz nicht!): Das ist learning by doing, Herr Abgeordneter, und damit etwas, was unserer Truppe zugute kommt, was aber in den Ausbildungsrichtlinien nicht in diesem Sinne zum Ausdruck kommt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Jung: Richtig!
Abgeordneter Dkfm. Dietrich Teller (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Abgeordneter Jung, so kann ich das nicht stehenlassen. (Abg. Jung: Dann schreiben Sie es um!) Ich drehe es um: Der Ausbildungsstand der Kärntner Truppe ist hervorragend, das haben die Kollegen Haupt und Leikam bestätigt. Herr Abgeordneter, es ist so, daß die Mängel in der Ausbildungsverwaltung bestehen und nicht irgendwo in den Ausbildungsrichtlinien. Wir haben auch im Ausschuß ganz deutlich festgestellt, Herr Abgeordneter Jung, daß Mängel in der Ausbildungsverwaltung bestehen und daß auch die stattgefundenen Assistenzeinsätze (Abg. Jung: Richtig!), die ja in den Ausbildungsrichtlinien absolut nicht berücksichtigt sind – das ist ja nicht etwas, was in irgendeiner Weise vorprogrammiert werden könnte, sondern das findet einfach statt (Abg. Jung: Sie haben nicht zugehört!) –, eine Rolle gespielt haben. Das kann in den Ausbildungsrichtlinien nicht drinnen sein (Abg. Jung: Dann müssen wir etwas ändern!), aber schließlich ist ja auch ein Assistenzeinsatz in gewissem Sinne eine Ausbildung (Abg. Jung: Nein! Das ist ein Einsatz nicht!): Das ist learning by doing, Herr Abgeordneter, und damit etwas, was unserer Truppe zugute kommt, was aber in den Ausbildungsrichtlinien nicht in diesem Sinne zum Ausdruck kommt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Jung: Sie haben nicht zugehört!
Abgeordneter Dkfm. Dietrich Teller (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Abgeordneter Jung, so kann ich das nicht stehenlassen. (Abg. Jung: Dann schreiben Sie es um!) Ich drehe es um: Der Ausbildungsstand der Kärntner Truppe ist hervorragend, das haben die Kollegen Haupt und Leikam bestätigt. Herr Abgeordneter, es ist so, daß die Mängel in der Ausbildungsverwaltung bestehen und nicht irgendwo in den Ausbildungsrichtlinien. Wir haben auch im Ausschuß ganz deutlich festgestellt, Herr Abgeordneter Jung, daß Mängel in der Ausbildungsverwaltung bestehen und daß auch die stattgefundenen Assistenzeinsätze (Abg. Jung: Richtig!), die ja in den Ausbildungsrichtlinien absolut nicht berücksichtigt sind – das ist ja nicht etwas, was in irgendeiner Weise vorprogrammiert werden könnte, sondern das findet einfach statt (Abg. Jung: Sie haben nicht zugehört!) –, eine Rolle gespielt haben. Das kann in den Ausbildungsrichtlinien nicht drinnen sein (Abg. Jung: Dann müssen wir etwas ändern!), aber schließlich ist ja auch ein Assistenzeinsatz in gewissem Sinne eine Ausbildung (Abg. Jung: Nein! Das ist ein Einsatz nicht!): Das ist learning by doing, Herr Abgeordneter, und damit etwas, was unserer Truppe zugute kommt, was aber in den Ausbildungsrichtlinien nicht in diesem Sinne zum Ausdruck kommt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Jung: Dann müssen wir etwas ändern!
Abgeordneter Dkfm. Dietrich Teller (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Abgeordneter Jung, so kann ich das nicht stehenlassen. (Abg. Jung: Dann schreiben Sie es um!) Ich drehe es um: Der Ausbildungsstand der Kärntner Truppe ist hervorragend, das haben die Kollegen Haupt und Leikam bestätigt. Herr Abgeordneter, es ist so, daß die Mängel in der Ausbildungsverwaltung bestehen und nicht irgendwo in den Ausbildungsrichtlinien. Wir haben auch im Ausschuß ganz deutlich festgestellt, Herr Abgeordneter Jung, daß Mängel in der Ausbildungsverwaltung bestehen und daß auch die stattgefundenen Assistenzeinsätze (Abg. Jung: Richtig!), die ja in den Ausbildungsrichtlinien absolut nicht berücksichtigt sind – das ist ja nicht etwas, was in irgendeiner Weise vorprogrammiert werden könnte, sondern das findet einfach statt (Abg. Jung: Sie haben nicht zugehört!) –, eine Rolle gespielt haben. Das kann in den Ausbildungsrichtlinien nicht drinnen sein (Abg. Jung: Dann müssen wir etwas ändern!), aber schließlich ist ja auch ein Assistenzeinsatz in gewissem Sinne eine Ausbildung (Abg. Jung: Nein! Das ist ein Einsatz nicht!): Das ist learning by doing, Herr Abgeordneter, und damit etwas, was unserer Truppe zugute kommt, was aber in den Ausbildungsrichtlinien nicht in diesem Sinne zum Ausdruck kommt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Jung: Nein! Das ist ein Einsatz nicht!
Abgeordneter Dkfm. Dietrich Teller (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Abgeordneter Jung, so kann ich das nicht stehenlassen. (Abg. Jung: Dann schreiben Sie es um!) Ich drehe es um: Der Ausbildungsstand der Kärntner Truppe ist hervorragend, das haben die Kollegen Haupt und Leikam bestätigt. Herr Abgeordneter, es ist so, daß die Mängel in der Ausbildungsverwaltung bestehen und nicht irgendwo in den Ausbildungsrichtlinien. Wir haben auch im Ausschuß ganz deutlich festgestellt, Herr Abgeordneter Jung, daß Mängel in der Ausbildungsverwaltung bestehen und daß auch die stattgefundenen Assistenzeinsätze (Abg. Jung: Richtig!), die ja in den Ausbildungsrichtlinien absolut nicht berücksichtigt sind – das ist ja nicht etwas, was in irgendeiner Weise vorprogrammiert werden könnte, sondern das findet einfach statt (Abg. Jung: Sie haben nicht zugehört!) –, eine Rolle gespielt haben. Das kann in den Ausbildungsrichtlinien nicht drinnen sein (Abg. Jung: Dann müssen wir etwas ändern!), aber schließlich ist ja auch ein Assistenzeinsatz in gewissem Sinne eine Ausbildung (Abg. Jung: Nein! Das ist ein Einsatz nicht!): Das ist learning by doing, Herr Abgeordneter, und damit etwas, was unserer Truppe zugute kommt, was aber in den Ausbildungsrichtlinien nicht in diesem Sinne zum Ausdruck kommt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dkfm. Dietrich Teller (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Abgeordneter Jung, so kann ich das nicht stehenlassen. (Abg. Jung: Dann schreiben Sie es um!) Ich drehe es um: Der Ausbildungsstand der Kärntner Truppe ist hervorragend, das haben die Kollegen Haupt und Leikam bestätigt. Herr Abgeordneter, es ist so, daß die Mängel in der Ausbildungsverwaltung bestehen und nicht irgendwo in den Ausbildungsrichtlinien. Wir haben auch im Ausschuß ganz deutlich festgestellt, Herr Abgeordneter Jung, daß Mängel in der Ausbildungsverwaltung bestehen und daß auch die stattgefundenen Assistenzeinsätze (Abg. Jung: Richtig!), die ja in den Ausbildungsrichtlinien absolut nicht berücksichtigt sind – das ist ja nicht etwas, was in irgendeiner Weise vorprogrammiert werden könnte, sondern das findet einfach statt (Abg. Jung: Sie haben nicht zugehört!) –, eine Rolle gespielt haben. Das kann in den Ausbildungsrichtlinien nicht drinnen sein (Abg. Jung: Dann müssen wir etwas ändern!), aber schließlich ist ja auch ein Assistenzeinsatz in gewissem Sinne eine Ausbildung (Abg. Jung: Nein! Das ist ein Einsatz nicht!): Das ist learning by doing, Herr Abgeordneter, und damit etwas, was unserer Truppe zugute kommt, was aber in den Ausbildungsrichtlinien nicht in diesem Sinne zum Ausdruck kommt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Defizite in der Ausbildungsverwaltung sind, wie uns im Ausschuß glaubhaft vorgeführt wurde, mittlerweile durch eine EDV-unterstützte Ausbildungskontrolle behoben. Ich muß also für unsere Kärntner Truppe sagen: Wir sind stolz auf unsere Truppe, wenn sie in Assistenzeinsätzen dort mithilft, wo sie das Land braucht. (Beifall bei der ÖVP.) Wenn unsere Männer dann im Assistenzeinsatz bessere Soldaten als Buchhalter sind, dann tut mir das in diesem Fall auch nicht weh, ohne daß hier etwas heruntergespielt werden soll.
Beifall bei der ÖVP.
Eine Förderungsabwicklung, wie sie in diesem Rechnungshofbericht dargestellt wird, haben unsere Volksgruppen – jene Volksgruppen, für die unser Herz schlägt und hinter denen wird stehen – nicht verdient! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Tichy-Schreder: Ja!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Rechnungshofpräsident! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Teller, so einfach kann man es sich nicht machen, daß man sagt, der Assistenzeinsatz ist ja auch eine Art Ausbildung, daher braucht man sich nicht aufzuregen, denn es paßt doch ohnedies alles. Ich weiß nicht, ob Sie im Ausschuß gewesen sind. (Abg. Tichy-Schreder: Ja!) Gut. Dann werden Sie doch dort von den Experten gehört haben, daß das keineswegs eins zu eins umzulegen ist. Wenn ein Soldat, ein Grundwehrdiener drei Monate im Assistenzeinsatz ist, aber acht Monate braucht – denn sonst bräuchten wir nicht einen achtmonatigen Grundwehrdienst –, um das gesamte Spektrum der Ausbildung zu absolvieren, dann ist er eben nach Ablauf dieser Zeit nicht voll ausgebildet und nicht einsatzfähig. Dadurch kommt es eben dazu, Herr Kollege Teller, daß wir Zwangsverpflichtete haben, die acht Monate lang nur dafür bezahlt werden, daß sie drei Monate lang für den Innenminister einen Assistenzdienst leisten und dann für die Landesverteidigung völlig verlorengehen. Das kann doch wohl nicht Sinn einer Wehrpflicht und eines Grundwehrdienstes sein.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Darüber hinaus ist es so, daß man eine eigenständige Landesverteidigung hat, weil wir in kein Sicherheitssystem eingebunden sind, daß aber weder das Geld noch das Personal noch die Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden. Herr Bundesminister! Da können Sie doch wirklich nicht sagen, daß das eine verantwortungsvolle Landesverteidigung ist! Ich würde sogar sagen, daß eher das genaue Gegenteil zutrifft: Sie leisten sich mit einem Aufwand von 20 Milliarden Schilling ein Heer, das aber – und zwar nicht aus Verschulden des Heeres, sondern aus Verschulden der Politik – nicht in der Lage ist, die ihm gestellten Aufgaben zu erfüllen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Stimmen Sie diesem Antrag zu! Er könnte eine Grundlage dafür sein, daß wir in Zukunft eine schlagkräftige und professionelle Landesverteidigung aufbauen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Zweytick.
Ich stehe nicht an, dem Herrn Bundesminister für Inneres, vor allem aber Herrn Brigadier Strohmeyer, der den Grenzdienst als Beamter mit aufgebaut hat, sowie allen Beamtinnen und Beamten, die an der Grenze Dienst machen – den Grenzgendarmen, den Polizisten, den Zollwachebediensteten und dem österreichischen Bundesheer –, meinen herzlichsten Dank auszusprechen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Zweytick.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.
Präsident des Rechnungshofes Dr. Franz Fiedler: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich möchte mich vorerst bei den Vorrednern, welche ihre Anerkennung für die Tätigkeit des Rechnungshofes und vor allem für die Tätigkeit der Beamten des Rechnungshofes ausgedrückt haben, bedanken. Ich fasse diese Anerkennung, die darin zum Ausdruck gekommen ist, als Beweis dafür auf, daß sich der Rechnungshof auf dem richtigen Weg befindet und daß der Rechnungshof in der Zukunft diesen Weg weiter beschreiten soll. Ich kann Ihnen auch versichern, daß das Lob, das in den Worten der Vorredner zum Ausdruck kam, Ansporn für die Prüfer des Rechnungshofes – und natürlich auch für mich – ist, weiterhin eine derart qualitativ hochstehende Arbeit zu liefern und zum Gegenstand von Diskussionen hier im Hohen Haus machen zu können. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Jetzt wissen wir es!
Was nun die in der Vergangenheit abgeschlossenen Verträge anbelangt, ist allerdings darauf zu verweisen, daß sie natürlich nur nach dem Inhalt, mit dem sie zum jeweiligen Zeitpunkt abgeschlossen wurden, beurteilt werden können. In diesem Zusammenhang ist darauf zu verweisen – und das hat der Rechnungshof ja festgestellt –, daß das Ministerium die bisherigen Arbeitsleihverträge nicht derart abgeschlossen hat, daß der Arbeitsleihnehmer zu einem Zuschlag von 50 Prozent verpflichtet worden wäre. Das hat der Rechnungshof kritisiert (Abg. Wabl: Jetzt wissen wir es!), und er hat darüber hinaus auch sehr klar zum Ausdruck gebracht, daß in Hinkunft eine derartige Unterlassung, wie dies bei den Verträgen in der Vergangenheit festgestellt werden konnte, nicht mehr unterlaufen soll.
Abg. Wabl: Er ist aber politisch verantwortlich für sein Wahlkampfteam!
Es kann daher jeder Arbeitsleihnehmer mit Fug und Recht für sich in Anspruch nehmen, die Verträge, die er geschlossen hat, voll und ganz erfüllt zu haben. Eine rechtliche Möglichkeit, ihn zu weiteren Leistungen zu verpflichten, besteht in Ansehung der in der Vergangenheit geschlossenen Verträge nicht. Umso weniger kann jemand, der nicht am Vertragsabschluß beteiligt war, zu einer solchen Leistung verhalten werden, unter anderem auch nicht der Herr Bundespräsident. Er war nicht am Vertragsabschluß beteiligt. – Das ist die rechtliche Situation. (Abg. Wabl: Er ist aber politisch verantwortlich für sein Wahlkampfteam!) Herr Abgeordneter! Ich kann vom Standpunkt des Rechnungshofes aus nur die rechtliche Situation darlegen! Ein Urteil betreffend die politische Situation und die politischen Auswirkungen steht dem Rechnungshof nicht zu! (Abg. Wabl: Politisch verantwortlich war Herr Klestil! Er ist der erste Mann im Staat!)
Abg. Wabl: Politisch verantwortlich war Herr Klestil! Er ist der erste Mann im Staat!
Es kann daher jeder Arbeitsleihnehmer mit Fug und Recht für sich in Anspruch nehmen, die Verträge, die er geschlossen hat, voll und ganz erfüllt zu haben. Eine rechtliche Möglichkeit, ihn zu weiteren Leistungen zu verpflichten, besteht in Ansehung der in der Vergangenheit geschlossenen Verträge nicht. Umso weniger kann jemand, der nicht am Vertragsabschluß beteiligt war, zu einer solchen Leistung verhalten werden, unter anderem auch nicht der Herr Bundespräsident. Er war nicht am Vertragsabschluß beteiligt. – Das ist die rechtliche Situation. (Abg. Wabl: Er ist aber politisch verantwortlich für sein Wahlkampfteam!) Herr Abgeordneter! Ich kann vom Standpunkt des Rechnungshofes aus nur die rechtliche Situation darlegen! Ein Urteil betreffend die politische Situation und die politischen Auswirkungen steht dem Rechnungshof nicht zu! (Abg. Wabl: Politisch verantwortlich war Herr Klestil! Er ist der erste Mann im Staat!)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Ich glaube, wenn man diesen Anregungen des Rechnungshofes, die zum Teil auf Gesetzesänderungen oder Gesetzesergänzungen abzielen, Rechnung trägt, dann lassen sich künftige Diskussionen im Zusammenhang mit der Überlassung von Arbeitskräften aus dem Bundesdienst vermeiden und dann lassen sich meines Erachtens auch viele Unstimmigkeiten, die in der Vergangenheit entstanden sind, auf diese Weise bereinigen. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Auch einige meiner Vorredner haben darauf Bezug genommen und angeregt, daß Gesetzesänderungen vorgenommen werden mögen. (Zwischenruf des Abg. Wabl.) Es liegt diesbezüglich nunmehr der Ball beim Nationalrat, ob er den Anregungen des Rechnungshofes folgen und eindeutige gesetzliche Regelungen schaffen will. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Auch einige meiner Vorredner haben darauf Bezug genommen und angeregt, daß Gesetzesänderungen vorgenommen werden mögen. (Zwischenruf des Abg. Wabl.) Es liegt diesbezüglich nunmehr der Ball beim Nationalrat, ob er den Anregungen des Rechnungshofes folgen und eindeutige gesetzliche Regelungen schaffen will. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Wabl: Was sagt die ÖVP dazu: Wird Herr Klestil jetzt zahlen oder nicht?
Zu Wort gemeldet ist nun Frau Abgeordnete Dr. Moser-Starrach. 4 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Wabl: Was sagt die ÖVP dazu: Wird Herr Klestil jetzt zahlen oder nicht?)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf an dieser Stelle auch den Beamten und dem Präsidenten des Rechnungshofes nochmals herzlich für ihren Einsatz danken und ihnen alles Gute wünschen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Was bedeutet das für uns? – Es gibt Beschränkungen im Hinblick auf die EU-Regionalfördermittel. Bis zum Jahr 2006 werden nur mehr 2 Millionen statt bisher 3 Millionen Menschen in Gebieten wohnen, die Anspruch auf die insgesamt mehr als 9 Milliarden Schilling an Regionalfördermitteln in Österreich haben. So wird zum Beispiel das Ziel-1-Gebiet, das Burgenland, etwas mehr als 3,5 Milliarden Schilling bekommen. Für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wird es 7,3 Milliarden Schilling geben, für Gemeinschaftsinitiativen 4,8 Milliarden Schilling, in Summe 25 Milliarden Schilling. Das ist ein Plus von 3 Milliarden, und ich denke mir, daß die österreichische Delegation unter Führung von Bundeskanzler Klima diesbezüglich einen großen Erfolg erringen konnte. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abschließend möchte ich noch einmal sagen, daß ich froh bin, daß sich die Landeshauptleute jetzt im Hinblick auf den Verteilungsschlüssel geeinigt haben. Als Steirer kann ich sagen, daß wir mehr als 2,8 Milliarden Schilling in dem von mir genannten Zeitraum lukrieren können werden, das ist ein Plus von 4,1 Prozent. Ich bin froh, daß die Frau Landeshauptmann dem Drängen der Sozialdemokraten im steiermärkischen Landtag nachgekommen ist und sich endlich wieder einmal durchgesetzt hat, nachdem sie auch Probleme bei der Durchsetzung des Semmering-Basistunnels gehabt hat. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich weiß schon, daß Sie das nicht gerne hören.
Beifall bei der SPÖ.
Wirklich zum Schluß möchte ich meinen Dank an die EU-Regionalmanager – auch ein Kind der Sozialdemokratie – aussprechen. Diese bilden eine wichtige Drehscheibe für die Wirtschaft und für Projektbetreiber. Glück auf! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Erhard Koppler (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Aufsichtsrates! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Entschuldigung! Ich wollte natürlich sagen: Herr Präsident des Rechnungshofes! (Beifall und Bravo!-Ruf des Abg. Dr. Khol.) Es freut mich, daß ich bei meiner letzten Rede hier auch den Applaus des Herrn Kollegen Khol bekomme. Das ist äußerst selten vorgekommen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall und Bravo!-Ruf des Abg. Dr. Khol.
Abgeordneter Erhard Koppler (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Aufsichtsrates! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Entschuldigung! Ich wollte natürlich sagen: Herr Präsident des Rechnungshofes! (Beifall und Bravo!-Ruf des Abg. Dr. Khol.) Es freut mich, daß ich bei meiner letzten Rede hier auch den Applaus des Herrn Kollegen Khol bekomme. Das ist äußerst selten vorgekommen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Erhard Koppler (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Aufsichtsrates! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Entschuldigung! Ich wollte natürlich sagen: Herr Präsident des Rechnungshofes! (Beifall und Bravo!-Ruf des Abg. Dr. Khol.) Es freut mich, daß ich bei meiner letzten Rede hier auch den Applaus des Herrn Kollegen Khol bekomme. Das ist äußerst selten vorgekommen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das erarbeitete Datenmaterial ist nämlich im wesentlichen im Sozialbericht der Bundesregierung enthalten. Zweck der Gesetzesbestimmung im Bezügebegrenzungsgesetz ist, daß jene Einkommen ermittelt werden, die in diesen Arbeitnehmerstatistiken nicht enthalten sind, insbesondere die Einkommen der Selbständigen und der freiberuflich Tätigen sowie die Einkünfte, die Personen aus Kapitalerträgen haben. Aufgrund der Grundkonzeption dieser Erhebung wurden diese Bereiche nicht mit einbezogen. Daher kam es zu einer Wiederholung von ohnehin Bekanntem. Aus meiner Sicht müßten auch die durchschnittlichen Einkommen insbesondere der Personengruppen mit staatlich geregelten Berufen wie der Ärzte, Rechtsanwälte, Notare, Wirtschaftstreuhänder, Steuerberater und so weiter mit einbezogen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Für mich war es eine Ehre, hier in diesem Haus tätig zu sein. Gestatten Sie mir, nun noch einen Wunsch zu äußern: Ich würde mir wünschen, daß noch in diesem Jahrtausend die Unterschiede zwischen Arbeitern und Angestellten geregelt werden. (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Allgemeiner anhaltender Beifall.
In diesem Sinne, meine sehr verehrten Damen und Herren, wünsche ich Ihnen alles Gute und gutes Gelingen für die nächste Funktionsperiode. Glück auf! (Allgemeiner anhaltender Beifall.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Erstens zum Bericht über die Dienstleistungen von Frauen im Bundesheer: Wir sehen anhand des Berichtes, daß mit Stichtag 31. Dezember 1998 gerade 65 Frauen Dienst mit der Waffe im österreichischen Bundesheer gemacht haben. Wenn man sich vorstellt, wie lange es gedauert hat, bis entsprechende legistische Maßnahmen für die Schaffung dieser Möglichkeit gesetzt wurden und wieviel Wirbel es darum gegeben hat, dann muß man wirklich sagen: Viel Lärm und wenig Nutzen! Ich sage dazu: Leider! Denn es wäre eine – auch wehrpolitisch – wichtige Maßnahme, den Frauen die Möglichkeit zu geben, Dienst mit der Waffe und so einen Beitrag zur österreichischen Landesverteidigung zu leisten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Sie sagen immer in Ihren Sonntagsreden, daß Sie stolz darauf sind, daß es Österreicher gibt – allerdings ohnehin zu wenige –, die sich auch über längere Zeit verpflichten, im Ausland einen entsprechenden Dienst zu machen. Ich meine, diesen Menschen sollte man das nicht dadurch vermiesen, daß sie dann noch Probleme bei der Pensionszumessung haben! Ganz im Gegenteil. Wir haben Ihnen gesagt, daß man, wenn man professionelle Soldaten findet, auch entsprechende Anreize geben muß. Eine Grundvoraussetzung dafür ist wohl, daß solche Menschen dann nicht noch Nachteile bei der Pensionszumessung haben. Deshalb werden wir diesem Antrag zustimmen, und ich meine, es ist wirklich schade, daß Sie ihn aus Koalitionstreue im Ausschuß abgelehnt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Allgemeiner Beifall.
Meine Damen und Herren! Nach rund fünf Jahren als Abgeordneter hier im Nationalrat und zuvor 20 Jahren im steiermärkischen Landtag werde ich im Herbst nicht mehr kandidieren. Gestatten Sie mir deshalb, meinen Dank an die Wehrsprecher der anderen Parteien zu richten. Ich danke für die persönlich faire und kameradschaftliche Begegnung, auch wenn wir einander in der Sache sehr oft harte Gefechte geliefert haben. Danke, Toni Gaál! Danke, Herbert Scheibner! Danke, Hans Helmut Moser! Kollegen Wabl kann ich nur dafür danken, daß er mich hie und da provoziert hat, aber auch das gehört zum Parlamentarismus. Ich wünsche Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren, persönlich alles Gute für viele Jahre. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Dr. Graf: Keine Abschiedsrede?
Abgeordneter Hans Helmut Moser (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! In aller Kürze zu zwei wichtigen Tagesordnungspunkten. (Abg. Dr. Graf: Keine Abschiedsrede?) Keine Abschiedsrede, Herr Kollege Graf, das ist nur ein Wunschdenken, liebe Kolleginnen und Kollegen von den Freiheitlichen.
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Fischer.
Daher denke ich, daß dies, wenn es diesmal auch abgelehnt wird, zumindest ein Punkt ist, der in der nächsten Legislaturperiode beraten und einer Regelung zugeführt werden soll. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Fischer.)
Abg. Dr. Krüger: Ja, ja!
Aber was mich noch mehr stört, Herr Bundesminister, waren die sexistischen und diskriminierenden Beiträge über Frauen im Heer in der Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft der freiheitlichen Heeresangehörigen. (Abg. Dr. Krüger: Ja, ja!) Wirklich, diese frauenverachtende Darstellung, meine Damen und Herren von der FPÖ, in der Ihnen nahestehenden Zeitschrift muß man wirklich aufs schärfste verurteilen. (Abg. Scheibner: So ein Blödsinn!) Das muß ich Ihnen sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: So ein Blödsinn!
Aber was mich noch mehr stört, Herr Bundesminister, waren die sexistischen und diskriminierenden Beiträge über Frauen im Heer in der Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft der freiheitlichen Heeresangehörigen. (Abg. Dr. Krüger: Ja, ja!) Wirklich, diese frauenverachtende Darstellung, meine Damen und Herren von der FPÖ, in der Ihnen nahestehenden Zeitschrift muß man wirklich aufs schärfste verurteilen. (Abg. Scheibner: So ein Blödsinn!) Das muß ich Ihnen sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber was mich noch mehr stört, Herr Bundesminister, waren die sexistischen und diskriminierenden Beiträge über Frauen im Heer in der Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft der freiheitlichen Heeresangehörigen. (Abg. Dr. Krüger: Ja, ja!) Wirklich, diese frauenverachtende Darstellung, meine Damen und Herren von der FPÖ, in der Ihnen nahestehenden Zeitschrift muß man wirklich aufs schärfste verurteilen. (Abg. Scheibner: So ein Blödsinn!) Das muß ich Ihnen sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Die "Kronen Zeitung" schaust du dir auch nicht an, nicht?
So haben wir uns die Öffnung des Bundesheeres für Frauen ganz sicher nicht vorgestellt (Abg. Scheibner: Die "Kronen Zeitung" schaust du dir auch nicht an, nicht?), die für uns als Schritt zur Gleichberechtigung von Frauen im Heer geplant und durchgesetzt wurde. Herr Bundesminister! Ich habe Sie gebeten, in diesem Zusammenhang eine klare Stellungnahme abzugeben. Sie blieb leider aus, auch, was den Bundesheer-Kalender mit leicht bekleideten Soldatinnen angeht. Auch hier ist eine klare Stellungnahme Ihrerseits unterblieben.
Abg. Scheibner – eine Zeitung in die Höhe haltend –: Das ist auch sexistisch, nicht?
Ich möchte Sie ersuchen: Lassen Sie solche Auswüchse im Bundesheer nicht durchgehen! (Abg. Scheibner – eine Zeitung in die Höhe haltend –: Das ist auch sexistisch, nicht?) Das findet auch nicht meine Zustimmung, Herr Kollege Scheibner. – Ein Schweigen ist hier sicherlich nicht angebracht.
Beifall bei der SPÖ.
Daher nehmen wir diesen Bericht zustimmend zur Kenntnis. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Der Frieden ist redezeitlos!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Auf der Rednerliste steht zwar Herr Abgeordneter Wabl, doch steht seinem Klub keine Redezeit mehr zur Verfügung. (Abg. Dr. Khol: Der Frieden ist redezeitlos!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war die ministerielle Abschiedsrede, nicht? – Bundesminister Dr. Fasslabend: Sicher nicht!
Ich möchte die heutige Gelegenheit nutzen, um allen Mitgliedern des Landesverteidigungsausschusses ein herzliches Danke für ihre konstruktive Mitarbeit in der letzten Legislaturperiode zu sagen. Einige von ihnen scheiden aus, die über lange Zeit und äußerst wirkungsvoll mitgearbeitet haben: Gerald Tychtl, Dieter Lukesch, Willi Sauer und insbesondere Karl Maitz, Wehrsprecher der Volkspartei. Ich möchte mich bei euch allen auf das allerherzlichste dafür bedanken. Es war eine Freude, mit euch zusammenzuarbeiten. Ich danke euch und wünsche euch alles Gute, auch außerhalb dieses Hauses! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war die ministerielle Abschiedsrede, nicht? – Bundesminister Dr. Fasslabend: Sicher nicht!)
Abg. Dr. Maitz: Freiwillig! Nur freiwillig!
Ich habe nachgesehen und folgendes herausgefunden: Als erster und wesentlichster Punkt im schriftlichen Ministerratsvortrag, der von Bundesministerin Prammer und Ihnen gemeinsam vorgelegt wurde, ist festgelegt und auch so beschlossen, daß die Freiwilligkeit von Frauen beim österreichischen Heer in der Verfassung verankert sein muß. Ich frage mich jetzt als Frau, ob es notwendig ist, daß ich im Milizstand sein muß, um Auslandseinsätze machen zu können. (Abg. Dr. Maitz: Freiwillig! Nur freiwillig!) Denn es ist nicht das Ansinnen der SPÖ, auch nicht das Ansinnen von Bundesministerin Prammer, Frauen in den Milizstand hineingehen zu lassen. – Soweit zu diesem Thema. (Abg. Dr. Maitz: Freiwillig! – Abg. Rosemarie Bauer: Das kann doch nicht wahr sein! Zu den niedrigen Diensten sind die Frauen ...!) Frau Kollegin, das ist im schriftlichen Ministerratsvortrag festgelegt. Daran geht auch kein Weg vorbei.
Abg. Dr. Maitz: Freiwillig! – Abg. Rosemarie Bauer: Das kann doch nicht wahr sein! Zu den niedrigen Diensten sind die Frauen ...!
Ich habe nachgesehen und folgendes herausgefunden: Als erster und wesentlichster Punkt im schriftlichen Ministerratsvortrag, der von Bundesministerin Prammer und Ihnen gemeinsam vorgelegt wurde, ist festgelegt und auch so beschlossen, daß die Freiwilligkeit von Frauen beim österreichischen Heer in der Verfassung verankert sein muß. Ich frage mich jetzt als Frau, ob es notwendig ist, daß ich im Milizstand sein muß, um Auslandseinsätze machen zu können. (Abg. Dr. Maitz: Freiwillig! Nur freiwillig!) Denn es ist nicht das Ansinnen der SPÖ, auch nicht das Ansinnen von Bundesministerin Prammer, Frauen in den Milizstand hineingehen zu lassen. – Soweit zu diesem Thema. (Abg. Dr. Maitz: Freiwillig! – Abg. Rosemarie Bauer: Das kann doch nicht wahr sein! Zu den niedrigen Diensten sind die Frauen ...!) Frau Kollegin, das ist im schriftlichen Ministerratsvortrag festgelegt. Daran geht auch kein Weg vorbei.
Abg. Scheibner: Eben! Darum geht es jetzt!
Zum zweiten zählen die Zeiten des Auslandseinsatzes beispielsweise bei den österreichischen UNO-Truppen, sofern der Einsatz nicht von Beamten durchgeführt wird – darin besteht der Unterschied –, ebenso als Ersatzzeiten. (Abg. Scheibner: Eben! Darum geht es jetzt!) Genau! Das wollte ich noch einmal festhalten, weil das meiner Ansicht nach ein wesentlicher Punkt für die Zukunft ist. (Abg. Scheibner: Genau das ist ja die Ungerechtigkeit!) Herr Kollege, genau darum geht es.
Abg. Scheibner: Genau das ist ja die Ungerechtigkeit!
Zum zweiten zählen die Zeiten des Auslandseinsatzes beispielsweise bei den österreichischen UNO-Truppen, sofern der Einsatz nicht von Beamten durchgeführt wird – darin besteht der Unterschied –, ebenso als Ersatzzeiten. (Abg. Scheibner: Eben! Darum geht es jetzt!) Genau! Das wollte ich noch einmal festhalten, weil das meiner Ansicht nach ein wesentlicher Punkt für die Zukunft ist. (Abg. Scheibner: Genau das ist ja die Ungerechtigkeit!) Herr Kollege, genau darum geht es.
Beifall bei der SPÖ.
Es ist notwendig, daß seitens Ihres Ministeriums, Herr Minister, darüber nachgedacht wird beziehungsweise Vorschläge vorgelegt werden, daß solche Einsätze erstens im Rahmen von Dienstverhältnissen abgeführt werden können. Dann wäre dieses Problem auch beseitigt. Weiters sollten von Ihnen Initiativen gesetzt werden, daß für alle – nämlich für die ordentlichen und die außerordentlichen – Präsenzdiener pensionswirksame Beitragszeiten geschaffen werden können. Wir meinen, dafür sollten Sie die Voraussetzungen schaffen. Die Soldaten haben sich das verdient. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosemarie Bauer: Für Frauen kann es nicht genug sein!
Abgeordneter Wolfgang Jung (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Frauen im Bundesheer – eine politische Entscheidung, die wir mitgetragen haben, bei deren Ausführung es jedoch in Österreich in vielen Bereichen hapert! Da es eben eine politische Entscheidung ist, spielt die Kosten-Nutzen-Rechnung eine geringere Rolle. Trotzdem sollte man nicht vergessen, daß jeder dieser Arbeitsplätze mehr als eine Million Schilling gekostet hat, wenn man so euphorisch spricht wie soeben der Herr Bundesminister, als er dies als großen Erfolg feiern wollte. (Abg. Rosemarie Bauer: Für Frauen kann es nicht genug sein!)
Abg. Hagenhofer: Der Sinn ist, bitte, daß die Frau zwei Kinder hat und nicht jederzeit abrufbar ...! – Abg. Dr. Maitz: Freiwillig!
Außerdem ist die gegenwärtige Praxis nicht immer im Interesse der Frauen, besonders die Ausnahmeregelungen, die unter anderen auch der Herr Bundesminister als nicht gerade vorteilhaft angesprochen hat, hinsichtlich der Miliz. Mir fehlt übrigens die Begründung, warum man die Frauen nicht in den Milizbereich hineinnehmen sollte. Allein ein Abkommen ist dafür ein bißchen wenig, sondern das sollte auch einen Sinn und einen Hintergrund haben. (Abg. Hagenhofer: Der Sinn ist, bitte, daß die Frau zwei Kinder hat und nicht jederzeit abrufbar ...! – Abg. Dr. Maitz: Freiwillig!) Freiwillig, Frau Kollegin! Sie haben nicht zugehört. Ausnahmsweise bin ich hier mit Kollegen Maitz einer Meinung.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Zu Ihrer optimistischen Aussicht auf einen Frauenanteil von 5 Prozent, den Sie im Heer anstreben: Nach den gegenwärtigen Entwicklungen können Sie das nur dann erreichen, wenn Sie noch zwei weitere Heeresreformen durchführen und auf 1 000 Mann Gesamtstärke gehen. Viel stärker wird nämlich der Andrang der Frauen nicht sein. Es gibt – dessen müssen wir uns auch bewußt sein, wenn wir die Frauen nicht hineinzwingen wollen; und das wollen wir nicht – nur eine sehr begrenzte Zahl von Frauen, die Interesse an diesem Beruf haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Ich habe gerade gesagt, daß es Beispiele dafür gibt!
Erstens ein Entschließungsantrag für die Theorie: Es gibt diesbezüglich kein praktisches Beispiel. Ich finde es eher kühn, Herr Klubobmann Scheibner, daß Sie, selbstverständlich eher plakativ, von Pensionskürzung reden. Das ordne ich fürs erste einmal dem Wahlkampf zu. (Abg. Scheibner: Ich habe gerade gesagt, daß es Beispiele dafür gibt!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat im Sinn der Koalition ...!
Meine Damen und Herren! Last, but not least möchte ich unserem Verteidigungssprecher Karl Maitz für seine Arbeit sehr herzlich danken. Er war für die ÖVP fünf Jahre lang Verteidigungssprecher und war jahrzehntelang als Landtagsabgeordneter Sicherheitssprecher in der steiermärkischen Landesregierung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat im Sinn der Koalition ...!) Seine Erfahrung und seine Kenntnis in Bundesheerfragen waren immer eine Bereicherung und von großem Engagement geprägt. Lieber Karl, herzlichen Dank! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Last, but not least möchte ich unserem Verteidigungssprecher Karl Maitz für seine Arbeit sehr herzlich danken. Er war für die ÖVP fünf Jahre lang Verteidigungssprecher und war jahrzehntelang als Landtagsabgeordneter Sicherheitssprecher in der steiermärkischen Landesregierung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat im Sinn der Koalition ...!) Seine Erfahrung und seine Kenntnis in Bundesheerfragen waren immer eine Bereicherung und von großem Engagement geprägt. Lieber Karl, herzlichen Dank! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Martina Gredler (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister, es wäre schön gewesen, wenn Sie sich auch für den Einsatz der Bundesheer-Beschwerdekommission bedankt hätten. Ich glaube, das würde dieser Kommission für den Einsatz, den Sie geleistet hat, auch zustehen, auch in Kollaboration mit den Beamten Ihres Hauses. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Madl: Haben Sie das nicht erwartet?
Bezüglich der Frauen im Bundesheer muß ich sagen, daß ich ein seltsames Erlebnis hatte. Ich fuhr nach Linz zu dem Ort, an dem überprüft wird, welche Frauen primär geeignet sind, ins Bundesheer zu kommen, und welche nicht. Ich dachte zuerst: Das wird eine fürchterliche Sache sein, man wird diese armen Frauen schinden und ihnen die Energie rauben. Ich war überrascht, festzustellen – das möchte ich positiv herausstreichen –, daß dort mit den Damen sehr sorgsam umgegangen wird und daß versucht wird, mit den Frauen sehr fair umzugehen. (Abg. Madl: Haben Sie das nicht erwartet?) Das möchte ich positiv herausstreichen, weil ich das nicht erwartet hatte. Ich muß sagen, das ist etwas, was ich lobend erwähnen möchte.
Beifall des Abg. Smolle.
Jene Bewertungskriterien aber, die Frauen sehr problemlos bewältigen könnten, nämlich Gelenkigkeit oder Geschicklichkeit, sind nicht Gegenstand der Bewertung im Rahmen sportlicher Prüfungen. Ich halte das aber ebenfalls für notwendig. Ich halte es für notwendig, einem Soldaten auch Geschicklichkeit und Gelenkigkeit abzuverlangen. Aber das ist in diesem Zusammenhang völlig irrelevant. (Beifall des Abg. Smolle.)
Abg. Smolle: Was für eine "Latte"?
Da wünsche ich mir – und da ist auch Herr Kollege Jung aufgerufen – eine Verbesserung. Wenn Sie schon die Gleichbehandlung beider Geschlechter wollen, dann können Sie nicht nur die männliche Latte anlegen, wenn es um die Erfordernisse geht, die den Frauen abverlangt werden (Abg. Smolle: Was für eine "Latte"?), sondern dann müssen Sie einen Maßstab anlegen, der sehr wohl für beide Geschlechter anwendbar ist.
Beifall beim Liberalen Forum.
Da muß ich sagen: Wir im Parlament hätten die Aufgabe, mit den entsprechenden Kenntnissen des Medizinerkreises zu sehen, wie wir Fairneß zwischen beiden Geschlechtern erreichen. Da hätte ich mir gewünscht, daß wir Solidarität unter den Abgeordneten finden. Aber möglicherweise kann man Sie noch dazu bekehren, Herr Jung, daß Sie akzeptieren, daß Frauen anders als Männer sind. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Demonstrativer Beifall beim Liberalen Forum.
Diese Leistung wird nicht auf die folgende Verwendung bezogen. Ich würde nie auf die Idee kommen, bei einer Ärztin die Hindernisbahn als K.o.-Kriterium anzusetzen, denn diese Frau wird eben Ärztin. (Demonstrativer Beifall beim Liberalen Forum.) Ich würde es auch nicht bei der Apothekerin als K.o.-Kriterium ansetzen. Dort geschieht das aber!
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Um aufgenommen zu sein, gibt es in der Ausbildung noch einen weiteren wesentlichen Punkt, und der heißt Kameradschaftshilfe. Vielleicht sollte man auch daran denken, diese Klippe zu umschiffen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Ruf bei der ÖVP: Das war aber noch keine Begründung!
Den Zwischenruf der Kollegin Bauer in Erinnerung gerufen ... (Ruf bei der ÖVP: Das war aber noch keine Begründung!) In der Regierungsvorlage steht deutlich: ... auch nicht auf freiwilliger Basis zu anderen Wehrdienstleistungen herangezogen werden können. – Das steht dort deutlich drinnen: Es kommt daher eine Aufnahme in den Miliz- oder Reservestand nicht in Betracht. (Abg. Rosemarie Bauer: Ich halte es trotzdem nicht für richtig!)
Abg. Rosemarie Bauer: Ich halte es trotzdem nicht für richtig!
Den Zwischenruf der Kollegin Bauer in Erinnerung gerufen ... (Ruf bei der ÖVP: Das war aber noch keine Begründung!) In der Regierungsvorlage steht deutlich: ... auch nicht auf freiwilliger Basis zu anderen Wehrdienstleistungen herangezogen werden können. – Das steht dort deutlich drinnen: Es kommt daher eine Aufnahme in den Miliz- oder Reservestand nicht in Betracht. (Abg. Rosemarie Bauer: Ich halte es trotzdem nicht für richtig!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Kann man ja ändern!
Soweit die Regierungsvorlage Ihres eigenen Ministers, Frau Kollegin! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Kann man ja ändern!)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Worum es mir geht, ist Ehrlichkeit in diesen Dingen: Man kann nicht mit Augenaufschlag sagen, wir behandeln alle gleich, und dabei im Hinterstübchen genau wissen, daß gleich in diesem Fall ungleich ist, denn die Frauen und die Männer sind ungleich. Wenn ich alle gleich behandle, dann sorge ich dafür, daß die Frauen nicht reüssieren können. – Mehr Ehrlichkeit in diesem Zusammenhang würde ich mir wünschen. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Arnold Grabner (SPÖ): Einen guten Morgen! Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Die Ränge sind von Zuhörern "voll", jeder "paßt so genau auf"! Viele haben sich für diesen Tag bereits verabschiedet, einige werden sich noch verabschieden. – Ich brauche das nicht, daher kann ich mich heute sehr kurz fassen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bin froh darüber, daß Frauen im Bundesheer sind, insbesondere 15 Spitzensportlerinnen – ich erwähne jetzt nur Vera Lischka und Uschi Profanter –, und ich hoffe, daß sich nächstes Jahr bei den Olympischen Spielen bereits der Erfolg einstellen wird. – Gute Nacht! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Und ihr wollt auch nachfolgen!
Wir stehen auf der Seite des Bundesheeres, wir stehen auf der Seite einer starken Landesverteidigung. – In diesem Sinne ein Glückauf! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Und ihr wollt auch nachfolgen!)
Abg. Dr. Khol: Antoni, du bist der fünfte, der uns das gleiche erzählt!
Abgeordneter Dr. Dieter Antoni (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! In aller Kürze: Seit 1. Jänner 1998 haben also auch Frauen Zugang zum österreichischen Bundesheer, und bereits im März 1999 hat der Herr Bundesminister für Landesverteidigung einen Bericht vorgelegt (Abg. Dr. Khol: Antoni, du bist der fünfte, der uns das gleiche erzählt!), der über die Dienstleistungen der Frauen im Bundesheer berichtet. (Abg. Dr. Khol: Ein jeder sagt uns, wie lang es das gibt, daß es ein Jahr ist ...!)
Abg. Dr. Khol: Ein jeder sagt uns, wie lang es das gibt, daß es ein Jahr ist ...!
Abgeordneter Dr. Dieter Antoni (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! In aller Kürze: Seit 1. Jänner 1998 haben also auch Frauen Zugang zum österreichischen Bundesheer, und bereits im März 1999 hat der Herr Bundesminister für Landesverteidigung einen Bericht vorgelegt (Abg. Dr. Khol: Antoni, du bist der fünfte, der uns das gleiche erzählt!), der über die Dienstleistungen der Frauen im Bundesheer berichtet. (Abg. Dr. Khol: Ein jeder sagt uns, wie lang es das gibt, daß es ein Jahr ist ...!)
Beifall bei der SPÖ.
Nur noch eine ganz kurze Bemerkung zum Entschließungsantrag des Kollegen Scheibner: Ich meine, daß es notwendig sein wird, in der nächsten Legislaturperiode gemeinsam insbesondere mit den Frauen eine solide Diskussion über dieses Vorhaben zustande zu bringen, wobei unseres Erachtens die absolute Freiwilligkeit sichergestellt sein muß. – Ich bedanke mich. (Beifall bei der SPÖ.)