Eckdaten:
Für die 156. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 780 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von den Abgeordneten Dr. Gottfried Feurstein, Karlheinz Kopf, Manfred Lackner und Ing. Wolfgang Nußbaumer
Petition betreffend “Einheitswerterhöhung – Nein, danke!” (Ordnungsnummer 55) (überreicht von den Abgeordneten Dr. Gottfried Feurstein, Karlheinz Kopf, Manfred Lackner und Ing. Wolfgang Nußbaumer)
Allgemeiner Beifall.
†Präsident Dr. Heinz Fischer¦: Ich begrüße Frau Abgeordnete Verena Dunst sehr herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Bundesministerin! Wir vermissen von Ihrem Ressort überhaupt klare Gesetzesvorlagen, um endlich einmal eine Offensive zu starten. Es ist uns klar, daß die SPÖ einen Koalitionspartner hat, der ein anderes gesellschaftspolitisches Bild der Frau vor Augen hat. Nur: Warum Sie dauernd eine Defensivdebatte führen, Frau Bundesministerin, ist nicht einzusehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Frau Bundesministerin! Wo ist Ihre Offensive? Sie hätten nämlich Unterstützung. Es gibt ein Frauennetzwerk – nur gibt es keinen Vorstoß der Frauenministerin. Nein, es gibt ganz andere Vorstöße: Es gibt Vorstöße einzelner Bischöfe, die Fristenlösung rückgängig zu machen, Strafbarkeit anzudrohen. Es gab eine unselige und unsinnige Debatte und eine Realisierung, was Frauen beim Bundesheer betrifft, und es gibt eine Gewaltdiskussion, die sich mittlerweile auf die Bekanntgabe von Telefonnummern beschränkt – was zwar nicht schlecht ist, aber den Frauen nicht wirklich hilft. Der beste Schutz gegen Ausbeutung, gegen Gewalt ist die ökonomische Gleichstellung der Frauen, aber diesbezüglich, Frau Bundesministerin, sind Sie alles schuldig geblieben! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Abg. Dr. Khol: Ich auch, Frau Kollegin Petrovic!
Frau Bundesministerin! Sie haben in einigen Ihrer Statements gesagt, der Koalitionspartner sei schuld. – Ich wage das in aller Form zu bezweifeln. (Abg. Dr. Khol: Ich auch, Frau Kollegin Petrovic!) Herr Klubobmann Khol, Sie haben ein anderes Frauenbild (Abg. Dr. Khol: Richtig!), eines, das nicht das meine ist und das insbesondere die Frauen sehr stark in Abhängigkeiten zu drängen versucht. Ich habe mir das angesehen: Es ist in Ihren Ressorts nicht besser, aber von den ÖVP-Ministern habe ich mir auch nichts erwartet. Sehr wohl aber habe ich mir etwas anderes von der Sozialdemokratie erwartet. (Abg. Dr. Khol: Warum, Frau Kollegin Petrovic?) Weil das zumindest programmatisch einer Forderung der Sozialdemokratie entspricht, aber offenbar nicht umgesetzt wird.
Abg. Dr. Khol: Richtig!
Frau Bundesministerin! Sie haben in einigen Ihrer Statements gesagt, der Koalitionspartner sei schuld. – Ich wage das in aller Form zu bezweifeln. (Abg. Dr. Khol: Ich auch, Frau Kollegin Petrovic!) Herr Klubobmann Khol, Sie haben ein anderes Frauenbild (Abg. Dr. Khol: Richtig!), eines, das nicht das meine ist und das insbesondere die Frauen sehr stark in Abhängigkeiten zu drängen versucht. Ich habe mir das angesehen: Es ist in Ihren Ressorts nicht besser, aber von den ÖVP-Ministern habe ich mir auch nichts erwartet. Sehr wohl aber habe ich mir etwas anderes von der Sozialdemokratie erwartet. (Abg. Dr. Khol: Warum, Frau Kollegin Petrovic?) Weil das zumindest programmatisch einer Forderung der Sozialdemokratie entspricht, aber offenbar nicht umgesetzt wird.
Abg. Dr. Khol: Warum, Frau Kollegin Petrovic?
Frau Bundesministerin! Sie haben in einigen Ihrer Statements gesagt, der Koalitionspartner sei schuld. – Ich wage das in aller Form zu bezweifeln. (Abg. Dr. Khol: Ich auch, Frau Kollegin Petrovic!) Herr Klubobmann Khol, Sie haben ein anderes Frauenbild (Abg. Dr. Khol: Richtig!), eines, das nicht das meine ist und das insbesondere die Frauen sehr stark in Abhängigkeiten zu drängen versucht. Ich habe mir das angesehen: Es ist in Ihren Ressorts nicht besser, aber von den ÖVP-Ministern habe ich mir auch nichts erwartet. Sehr wohl aber habe ich mir etwas anderes von der Sozialdemokratie erwartet. (Abg. Dr. Khol: Warum, Frau Kollegin Petrovic?) Weil das zumindest programmatisch einer Forderung der Sozialdemokratie entspricht, aber offenbar nicht umgesetzt wird.
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Dr. Schmidt.
Und dann, Frau Bundesministerin, haben Sie erklärt, die Umsetzung des Frauen-Volksbegehrens wäre für Sie das “schönste Muttertagsgeschenk”. – Prammer am 10. Mai 1997. – Frau Bundesministerin, wenn Sie als zuständige, als sozialdemokratische Ministerin Frauenpolitik in der Form betreiben, daß Sie warten, daß die österreichischen Frauen “Muttertagsgeschenke” bekommen, dann, glaube ich, können wir lange warten. 25 Jahre und länger Sozialdemokratie in der Spitzenfunktion in Österreich – und diese “Resultate”! Sie werden vergeblich auf Geschenke warten, und wenn Sie nicht mit Ihren Verbündeten auf die Barrikaden steigen, dann tragen Sie die Hauptverantwortung dafür, daß die Umsetzung des Frauen-Volksbegehrens nicht stattfindet. – Und das ist ein trauriger Befund. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Dr. Schmidt.)
Beifall bei der SPÖ.
Zur Frauenförderung. – Ich weiß, ja wir alle oder zumindest viele wissen, wie notwendig es ist, daß Frauen entsprechende Förderungen in der Erwerbstätigkeit, in der Berufstätigkeit erhalten. Und es ist eben schon ein Unterschied, ob zumindest ein Teil der Regierungsressorts Frauenförderpläne hat, die verbindlich sind, die per Verordnung entsprechend kundgemacht wurden, andere aber eben noch immer nicht. Das ist bedauerlich, aber ich habe in meinen Reihen versucht, dies tatsächlich voranzutreiben und umzusetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich kann mich noch sehr gut an die Debatte vor dem Frauen-Volksbegehren erinnern, als von Teilen der Öffentlichkeit gesagt wurde, im Frauen-Volksbegehren sei ein Punkt unrealistisch, nämlich die Vereinbarkeit von öffentlicher Auftragsvergabe und Frauenfördermaßnahmen. – Frau Abgeordnete Petrovic! Ich werde Ihnen in den nächsten 14 Tagen unsere Erlässe zur Verfügung stellen, die zeigen, wie sich sozialdemokratische Regierungsressorts bemüht haben, auch das zu verbinden. Ich habe dadurch den Beweis geführt, daß es geht. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Ein weiterer – für mich sehr wichtiger – Punkt sind natürlich all jene Bereiche, in denen es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, um die Vereinbarkeit von Beruf und Kind geht. Es ist eben Tatsache – und das haben wir zur Kenntnis zu nehmen –, daß die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen größer wird. Ein wesentlicher Grund dafür, daß das so ist, sind die Berufsunterbrechungen der Frauen. Es müssen daher die Berufsunterbrechungen der Frauen entsprechend verkürzt werden, wenn wir wollen, daß sich die Einkommensschere wieder mehr schließt und nicht noch weiter öffnet. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein weiterer meiner Ansicht nach sehr wichtiger Punkt sind auch jene Maßnahmen, die gewährleisten, daß Frauen, wenn sie Kinder haben, wenn sie Kinder bekommen, auch nach wie vor sozusagen den Fuß in der Tür – sprich: in ihrem Job, in ihrer Berufstätigkeit – haben. Deshalb sind Anreizsysteme gerade auch für Teilzeitkarenz ganz besonders wichtig. Sie kennen die einzelnen Punkte, und ich möchte Ihnen nur sagen – weil diesbezüglich in den letzten zwei Tagen in den Medien sehr viel davon die Rede war –, seitens der Sozialdemokratie wird unter dem Titel “Frauenministerin” auch im Rahmen der Regierungsklausur all das wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden: die Behaltefrist von 26 Wochen, das Recht auf Teilzeit, das Recht auf Teilzeitkarenz. Das heißt, ich verschließe diese Punkte nicht in der Schublade, sondern ich bringe diese nach wie vor auf die Tagesordnung, und ich hoffe, daß diese Punkte durch diese kontinuierliche Arbeit auch schön langsam umgesetzt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was die Beschäftigungsmöglichkeiten angeht, bin ich sehr sehr froh darüber, daß die Sozialministerin jetzt durch ihre Richtlinien bis zum Jahre 2001 ganz massiv Qualifizierungsmaßnahmen für arbeitslose Frauen wieder in den Mittelpunkt gestellt hat. Sie können sicher sein: Ich werde auch darauf achten, daß diese Qualifizierungsmaßnahmen umgesetzt werden – zum Wohle der Frauen, weil sie es dringend brauchen und weil sie es zu Recht von der Gesellschaft erwarten können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Wenn wir in der Art und Weise, wie Sie es praktizieren, vor 20 Jahren mit der Frauenpolitik begonnen hätten, daß wir nämlich gute Ratschläge, Meinungen, Ankündigungen von uns geben, aber dann immer wieder beteuern, was in der Koalition oder in der Umsetzung nicht geht, dann hätten wir heute nicht einmal ein Gleichbehandlungsgesetz. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen. – Widerspruch bei der SPÖ.
Aber Sie, Frau Ministerin – und das ist unser konkreter Vorwurf – machen eine sehr, sehr angepaßte Politik, angepaßt an die Linien und die offensichtlichen Vereinbarungen in dieser Koalition. Sie wagen es nicht, aufgrund des Frauen-Volksbegehrens konkrete Vorschläge auf den Tisch zu legen. Und wenn Sie jetzt wieder sagen: Ja, wir haben in unseren eigenen Reihen die Ministerien angehalten, auf die Frauenförderung bei der öffentlichen Auftragsvergabe ganz besonders zu achten!, und daß Sie uns einen Bericht vorlegen werden, wie das funktioniert, so frage ich mich: Was, bitte, hat denn diese SPÖ-Regierung und dieses SPÖ-Frauenministerium die letzten 20 Jahre getan? Sie hätten das nach dem Gleichbehandlungsgesetz längst tun können! Und Sie hätten dazu kein Frauen-Volksbegehren gebraucht! (Beifall bei den Grünen. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Und wo ist der Knackpunkt in der Frauenpolitik, die Grundsicherung im Alter? (Beifall bei den Grünen.) Wir wissen, es ist einer der sensibelsten Bereiche, daß Frauen nicht abgesichert sind im Alter, daß sie in die Armut gedrängt werden, daß sie keinen eigenen Pensionsanspruch haben. Wo sind da die konkreten Gesetzesvorschläge?
Beifall bei den Grünen.
Sie von der SPÖ haben 20 Jahre lang Zeit gehabt, und Sie haben jetzt seit zwei Jahren Zeit, Frau Ministerin Prammer, Ihren Worten auch Taten folgen zu lassen. Taten sind jedoch ausgeblieben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
†Abgeordnete Dr. Elisabeth Hlavac¦ (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Die SPÖ bekennt sich zur Eigenständigkeit der Frauen und hat dabei auch eine Reihe von wichtigen Erfolgen erzielt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haller: Tun Sie einmal etwas!
Unser Standpunkt ist nach wie vor folgender: Wir wollen, daß Frauen Beruf und Familie vereinbaren können. Wir wollen, daß Frauen eigenständig und selbständig in der Gesellschaft bestehen können, daß sie nicht weiter benachteiligt werden. Es gibt eine Reihe von Schritten, die in diese Richtung gehen. (Abg. Haller: Tun Sie einmal etwas!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte auch die Maßnahmen der Sozialministerin erwähnen, die sich sehr bemüht, Frauen ganz gezielt zu fördern. Wir wissen, daß Frauen im Augenblick auf dem Arbeitsmarkt besonders benachteiligt sind. Diesbezüglich werden sehr viele Maßnahmen gesetzt, wobei die Qualifikationsoffensive besonders zu erwähnen ist. Daher bin ich zuversichtlich, daß wir zwar nicht von heute auf morgen, aber schrittweise zu einer wirklich qualifizierten Verbesserung der Lage der Frauen kommen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Oh!
†Abgeordnete Maria Rauch-Kallat¦ (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Die Österreichische Volkspartei konnte sich von Beginn an mit dem Ziel des Frauen-Volksbegehrens identifizieren (Rufe bei der SPÖ: Oh!), nämlich die Situation der Frauen zu verbessern. Sie konnte sich allerdings nur in zwei Punkten mit den Wegen identifizieren, und zwar deshalb, weil wir meinen, daß in diesem Frauen-Volksbegehren auch Forderungen enthalten waren, deren Realisierung Frauen aus dem Arbeitsmarkt drängen könnten, wie zum Beispiel das Recht auf Teilzeitarbeit bis zum sechsten Lebensjahr des Kindes. Dies ist zwar aus familienpolitischer Sicht sehr zu begrüßen, aber aus arbeitsmarktpolitischer Sicht könnten aufgrund dieser Schutzbestimmung wie auch aufgrund anderer Schutzbestimmungen die Frauen vom Arbeitsmarkt gedrängt werden.
Beifall bei der ÖVP.
Zum Unterschied von der SPÖ, von Bundeskanzler und Frauenministerin Prammer, die den Frauen medienwirksam versprochen haben, das Frauen-Volksbegehren auf Punkt und Beistrich umzusetzen, haben wir das ehrlich von Anfang an klargelegt. (Beifall bei der ÖVP.) Wir haben unsere Position ganz klar dargelegt, und das ist auch die Position, die wir in unserer parlamentarischen Frauenarbeit vertreten.
Beifall bei der ÖVP.
Liebe Frau Kollegin Petrovic! Wenn Sie meinen, die ÖVP habe ein ganz anderes Frauenbild, dann muß ich sagen, Sie haben recht. Und wir bekennen uns zu diesem anderen Frauenbild! (Beifall bei der ÖVP.) Das ist ein Frauenbild, das sich nicht an links-linken Ideologien orientiert, sondern an den Bedürfnissen der Frauen in Österreich, und zwar ausschließlich an den Bedürfnissen der Frauen in Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Liebe Frau Kollegin Petrovic! Wenn Sie meinen, die ÖVP habe ein ganz anderes Frauenbild, dann muß ich sagen, Sie haben recht. Und wir bekennen uns zu diesem anderen Frauenbild! (Beifall bei der ÖVP.) Das ist ein Frauenbild, das sich nicht an links-linken Ideologien orientiert, sondern an den Bedürfnissen der Frauen in Österreich, und zwar ausschließlich an den Bedürfnissen der Frauen in Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist ein Frauenbild, das die gut ausgebildeten jungen Frauen, die Beruf und Karriere und Karriere und Familienleben vereinbaren wollen, genauso miteinschließt wie die Bäuerin, die im Nebenerwerb oder als Betriebsführerin ihren Hof führt. Das ist ein Frauenbild, das die Topmanagerin genauso miteinbezieht wie die Hausfrau, die eine bestimmte Phase ihres Lebens der Familienarbeit widmen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Wir werden es nicht zulassen, daß die Frauen gegeneinander ausgespielt werden, daß zwischen “guten” und “schlechten” Frauen unterschieden wird (Beifall bei der ÖVP), zwischen den “guten” Frauen, die ausschließlich in Berufstätigkeit ihr Heil finden, und den “bösen” Frauen, die berufstätig sind und vielleicht als “Rabenmütter” bezeichnet werden, weil sie ihre Kinder alleine lassen, oder “böse” Frauen, die nichts zum Volkserwerb beitragen, weil sie sich ausschließlich der Kindererziehung widmen. (Abg. Dr. Khol: Ein wichtiger Beitrag!) Wir werden das sicherlich nicht zulassen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Ein wichtiger Beitrag!
Wir werden es nicht zulassen, daß die Frauen gegeneinander ausgespielt werden, daß zwischen “guten” und “schlechten” Frauen unterschieden wird (Beifall bei der ÖVP), zwischen den “guten” Frauen, die ausschließlich in Berufstätigkeit ihr Heil finden, und den “bösen” Frauen, die berufstätig sind und vielleicht als “Rabenmütter” bezeichnet werden, weil sie ihre Kinder alleine lassen, oder “böse” Frauen, die nichts zum Volkserwerb beitragen, weil sie sich ausschließlich der Kindererziehung widmen. (Abg. Dr. Khol: Ein wichtiger Beitrag!) Wir werden das sicherlich nicht zulassen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir werden es nicht zulassen, daß die Frauen gegeneinander ausgespielt werden, daß zwischen “guten” und “schlechten” Frauen unterschieden wird (Beifall bei der ÖVP), zwischen den “guten” Frauen, die ausschließlich in Berufstätigkeit ihr Heil finden, und den “bösen” Frauen, die berufstätig sind und vielleicht als “Rabenmütter” bezeichnet werden, weil sie ihre Kinder alleine lassen, oder “böse” Frauen, die nichts zum Volkserwerb beitragen, weil sie sich ausschließlich der Kindererziehung widmen. (Abg. Dr. Khol: Ein wichtiger Beitrag!) Wir werden das sicherlich nicht zulassen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben daher in einem umfassenden Frauenprogramm auch unsere Ziele formuliert. Eines der wichtigsten Ziele – gerade die Diskussion in den letzten Tagen und Wochen hat das wieder gezeigt – ist für uns das “Karenzgeld für alle”. Es ist für uns ganz wesentlich, daß alle Mütter in den Genuß dieser Leistung kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich kann nicht einsehen, Frau Bundesministerin, daß eine SPÖ-Gewerkschafterin sagt, das sei ein “soziales Verbrechen”. Und ich kann nicht hinnehmen, daß Karenzgeld für Studentinnen, für geringfügig Beschäftigte, für Hausfrauen Unrecht sein soll. Es handelt sich nicht um die Frauen der Reichen, sondern um jene Frauen, die nach dem ersten oder zweiten Kind zu Hause bleiben, weil sie sich ihren Kindern widmen wollen, und somit beim dritten Kind keinen Anspruch auf Karenzgeld mehr haben. Es sind die Pendlerinnen, die keinen Arbeitsplatz finden und zu Hause bleiben. Das sind Familien, die das Karenzgeld wirklich brauchen. Und wir von der ÖVP werden für dieses Ziel kämpfen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
†Abgeordnete Maria Rauch-Kallat¦ (fortsetzend): Wir werden selbstverständlich auch die anderen Ziele des Frauen-Volksbegehrens zur Verbesserung der Situation verfolgen. Dessen können Sie sicher sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Barmüller: Das Frauen-Volksbegehren war schon ein Erfolg! – Die Umsetzung war schlecht!
†Abgeordnete Edith Haller¦ (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Daß das Frauen-Volksbegehren kein Erfolg war, darüber sind sich, glaube ich, alle Frauen, die hier im Hohen Hause sind, einig. (Abg. Mag. Barmüller: Das Frauen-Volksbegehren war schon ein Erfolg! – Die Umsetzung war schlecht!) Trotz vieler Sitzungen, in denen es immer wieder Ansätze zu Annäherungen gegeben hat, ist nichts geschehen. Wenn heute beziehungsweise vor einigen Tagen die Frauenministerin anläßlich der Präsentation ihrer zweijährigen Erfolgsbilanz diese schwammige Verfassungsänderung, die das einzige Ergebnis des Frauen-Volksbegehrens war, als ihren “Erfolg” bezeichnet hat, kann ich nur sagen: Ich finde das erbärmlich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordnete Edith Haller¦ (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Daß das Frauen-Volksbegehren kein Erfolg war, darüber sind sich, glaube ich, alle Frauen, die hier im Hohen Hause sind, einig. (Abg. Mag. Barmüller: Das Frauen-Volksbegehren war schon ein Erfolg! – Die Umsetzung war schlecht!) Trotz vieler Sitzungen, in denen es immer wieder Ansätze zu Annäherungen gegeben hat, ist nichts geschehen. Wenn heute beziehungsweise vor einigen Tagen die Frauenministerin anläßlich der Präsentation ihrer zweijährigen Erfolgsbilanz diese schwammige Verfassungsänderung, die das einzige Ergebnis des Frauen-Volksbegehrens war, als ihren “Erfolg” bezeichnet hat, kann ich nur sagen: Ich finde das erbärmlich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zu dieser Aussage: Erstens wird dadurch ein Bild Ihrer “Toleranz” und Ihres Demokratieverständnisses gezeichnet, und zwar ein genaues Bild. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Was heißt “zugestehen”?
Seit 1992 propagieren wir Freiheitlichen dieses Modell, und ich meine, wir haben es trotz unserer Oppositionsrolle eigentlich schon sehr weit gebracht. Denn wenn Familienminister Bartenstein in der Sitzung des Familienausschusses vom 4. Juli vergangenen Jahres zugestehen mußte (Bundesminister Dr. Bartenstein: Was heißt “zugestehen”?), daß aufgrund der Studie der Kinderbetreuungsscheck machbar und finanzierbar ist, wenn man ihn politisch machen will, dann, muß ich sagen, können alle Argumente dagegen nicht mehr den entsprechenden Erfolg haben.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Bundesminister Dr. Bartenstein: Also bitte!
Folgendes steht auch fest: Die erste Stufe dieses Kinderbetreuungsschecks nach Ansicht von uns Freiheitlichen war immer das “Karenzgeld für alle”. Ich freue mich, daß Herr Minister Bartenstein und die ÖVP das heute übernehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Bundesminister Dr. Bartenstein: Also bitte!) Natürlich!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Wenn derzeit Überlegungen angestellt werden – Frau Mertel hat das gestern gesagt –, die in die Richtung gehen, daß man vielleicht sogar den Studentinnen eine Art Karenzgeld zugestehen sollte und die Finanzierung zwischen Bund und Ländern aufzuteilen wäre, sage ich: Frau Mertel, das haben wir Freiheitlichen immer gesagt, und zwar als es um die Finanzierung unseres Kinderbetreuungsschecks ging. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.) Also nichts Neues unter der Sonne.
Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordnete Edith Haller¦ (fortsetzend): Ich bin schon beim Schlußsatz, Herr Präsident. – Es geht um die Verfestigung der linken Ideologie in diesem Bereich, und da ist es schon sehr pikant, daß die ÖVP-Frauen da mitmachen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Vor allem würde ich mir aber heute hier die Präsenz des Herrn Bundeskanzlers wünschen, der das Thema Beschäftigung Tag für Tag in den Medien predigt. Aber das Thema “Beschäftigung für Frauen” ist für ihn noch keine klare Zielsetzung. Wenn er heute hier wäre, würde er hören, daß Beschäftigung für Frauen faire Teilung der Erwerbsarbeit und der Betreuungsaufgaben zwischen Männern und Frauen bedeutet. Diesbezüglich könnte er heute hier ein Signal setzen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Ist die Frau nicht Teil der Familie?
Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist Tatsache, daß die Forderungen des Frauen-Volksbegehrens in keinem einzigen Punkt erfüllt wurden. Wir wissen auch, daß es ideologische Barrieren zwischen ÖVP und SPÖ gibt. Wir wissen, daß das Familienbild auf ÖVP-Seite sehr konservativ ist. Herr Familienminister, Sie sitzen heute hier, um auch in diese Richtung ein Signal zu geben. Sie sehen die Frau als Teil der Familie, und Sie sehen die Frau immer noch mit einer, wie ich glaube, überkommenen Rollenzuteilung in unserer Gesellschaft. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Ist die Frau nicht Teil der Familie?) Die Frau wird Teil der Familie sein, Herr Minister, aber wenn Sie sie ausschließlich als Teil der Familie und ausschließlich im Bereich der Sozialpolitik definieren – wie das Herr Klubobmann Khol schon gemacht hat – und das jetzt durch Ihre Positionen noch verstärken, dann, muß ich sagen, entspricht das nicht dem liberalen Bild von Frauenpolitik. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist Tatsache, daß die Forderungen des Frauen-Volksbegehrens in keinem einzigen Punkt erfüllt wurden. Wir wissen auch, daß es ideologische Barrieren zwischen ÖVP und SPÖ gibt. Wir wissen, daß das Familienbild auf ÖVP-Seite sehr konservativ ist. Herr Familienminister, Sie sitzen heute hier, um auch in diese Richtung ein Signal zu geben. Sie sehen die Frau als Teil der Familie, und Sie sehen die Frau immer noch mit einer, wie ich glaube, überkommenen Rollenzuteilung in unserer Gesellschaft. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Ist die Frau nicht Teil der Familie?) Die Frau wird Teil der Familie sein, Herr Minister, aber wenn Sie sie ausschließlich als Teil der Familie und ausschließlich im Bereich der Sozialpolitik definieren – wie das Herr Klubobmann Khol schon gemacht hat – und das jetzt durch Ihre Positionen noch verstärken, dann, muß ich sagen, entspricht das nicht dem liberalen Bild von Frauenpolitik. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Schwarzenberger: Ist das etwas Schlechtes?
Noch einmal in Richtung ÖVP: Sie wollen Mut zu Kindern machen. (Abg. Schwarzenberger: Ist das etwas Schlechtes?) Herr Familienminister, ich halte dies für verantwortungslos, da die aktuellen Zahlen in diesem Bereich eine deutliche Sprache sprechen. Sie können nämlich bei Ihrer jetzigen Politik entsprechende Bedingungen für Frauen nach der Kinderpause nicht sicherstellen. Es gibt Notstandshilfeempfängerinnen in übergroßer Zahl, es gibt immer mehr arbeitslose Frauen, die auch immer länger arbeitslos sind. Sie stellen nach wie vor den größten Anteil unter den Ausgleichszulagenbeziehern dar. Frauen haben kaum Chancen auf den Wiedereinstieg.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Daher: Mit Geld allein werden Sie nicht Mut zu Kindern machen können. Geld gibt es jetzt schon. Sorgen Sie dafür, daß Vereinbarkeit zwischen Familienarbeit und Erwerbstätigkeit für Frauen selbstverständlich wird! Sorgen Sie dafür, daß Frauen eigenständig sozialrechtlich abgesichert sind! Sorgen Sie dafür, daß Frauen nicht in der Abhängigkeit der traditionellen Familie bleiben müssen! Dann werden Sie auch bei anderen Frauen ein offenes Ohr finden. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP
†Bundesminister für Umwelt, Jugend und Familie Dr. Martin Bartenstein¦: Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Kollegin Prammer! Meine sehr geehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! Frau Abgeordnete Schaffenrath, ich nehme Ihren Vorwurf zur Kenntnis: Sie werfen der ÖVP vor, daß nach ihrem Frauenbild Frauen Teil der Familie sind. – Das nehme ich zur Kenntnis, und dem stimme ich zu: Ja, Frauen sind Teil der Familie – und sollen es auch sein (Beifall bei der ÖVP), genauso wie Männer und Väter Teil der Familie sind und genauso wie vor allem Kinder Teil von Familien sein sollen.
Beifall bei der ÖVP.
Wir wollen Mut zum Kind machen, und wir wollen das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt unserer Familienpolitik stellen. Das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt unserer Politik. Unser Ziel ist es, dem zu dienen, und das streben wir an. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Petrovic: Wann? – Abg. Öllinger: 14 Jahre hätten Sie dazu Zeit gehabt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die derzeitige Karenzgeldregelung stellt ein halbes Berufsverbot dar. Frauen haben nicht die Wahlmöglichkeit, entweder weiter beruflich tätig zu sein oder sich – und sei es auch nur zum Teil – der Kindererziehung zu widmen. Sie müssen eine Entscheidung treffen. Wir möchten das besser vereinbar machen. (Abg. Dr. Petrovic: Wann? – Abg. Öllinger: 14 Jahre hätten Sie dazu Zeit gehabt!) Das “Karenzgeld für alle” ist ein Schritt dahin.
Beifall bei der ÖVP.
Betroffen sind Studierende. Es gibt 100 000 Studentinnen in Österreich, die unbeabsichtigt schwanger werden könnten, aber meist keinen Anspruch auf Karenzgeld haben. Diese sind bestimmt sozial nicht besonders gutgestellt. Denen sollte man helfen, ebenso Schülerinnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch im Hinblick darauf, wie wir vielen jungen Frauen den Gewissenskonflikt ersparen können, der sich an der Frage entzündet, ob sie sich das werdende Kind auch leisten können, gibt unser Vorschlag die Richtung an. Auch darauf ist das “Karenzgeld für alle” eine Antwort. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das “Karenzgeld für alle” ist finanzierbar; es wird kein drittes Sparpaket zur Folge haben. Das müssen wir uns vom Koalitionspartner nicht sagen lassen! Denn schließlich waren wir es, die jene Maßnahmen gesetzt haben, um Österreich dorthin zu bringen, wo wir stehen, und zwar auch in budgetsanierungspolitischer Hinsicht. (Beifall bei der ÖVP.) Unser Vorschlag bedeutet also kein drittes Sparpaket, sondern ist mit einem Mehraufwand von 700 bis 800 Millionen Schilling pro Jahr gut finanzierbar.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Folgendes noch, da immer wieder von der Wichtigkeit der Senkung der Lohnnebenkosten die Rede ist: Das “Karenzgeld für alle” mit einer hundertprozentigen Übernahme der heute zu drei Vierteln ohnehin schon von den Familien aus dem Familienfonds finanzierten Leistung ermöglicht letztlich auch eine Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge, weil es dort zu einer Entlastung um 2,3 Milliarden Schilling kommt. Dadurch wäre eine Senkung der Lohnnebenkosten um 0,3 Prozent möglich. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Reden wir doch endlich darüber – ich glaube, die Regierungsklausur in Bad Aussee, die morgen und übermorgen stattfinden wird, wäre eine gute Gelegenheit dafür –, daß das, was Frau Kollegin Prammer und ich schon längst vereinbart haben, auch umgesetzt wird. Nach vier Jahren ist es bereits überfällig, das Karenzgeld endlich wieder einmal zu valorisieren, es mit 1. Jänner 2000 auf 6 000 S zu erhöhen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Selbstverständlich ist das zu wenig, um allein davon leben zu können. Es ist aber ein wichtiger Schritt, es wären 8 Prozent mehr als bisher. Wenn es um konkrete Verbesserungen im Karenzbereich geht, dann sollte man das tun. Und wenn eine Regierungsklausur stattfindet, sollte man die Sache auch zu einem Abschluß bringen, insbesondere dann, wenn man sich ohnehin in der Sache einig ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Das stimmt so nicht!
Frau Abgeordnete Rauch-Kallat sagt, sie unterstützt dieses Anliegen. Herr Minister Bartenstein – jetzt ist er leider weg – unterstützt es auch, Frau Bundesministerin Prammer unterstützt es sowieso. Woran scheitert dann aber die Umsetzung? Da sitzt Herr Khol – er befindet sich im Moment nicht auf seinem Platz – mit seinem etwas anderen, schiefen Frauenbild und ist der Meinung, Frauen, die allein erziehen und die den Namen des Kindesvaters nicht angeben, seien sowieso ganz besonders schlimm. (Abg. Dr. Khol: Das stimmt so nicht!)
Beifall bei den Grünen.
Selbstverständlich trifft das zu! Uns liegen Debattenbeiträge der ÖVP zu diesem Thema vor, aus denen hervorgeht, daß das eigentlich unerwünscht ist. Heute, Herr Abgeordneter Khol, haben Sie, haben SPÖ und ÖVP die Möglichkeit, ihre Haltung in dieser Frage zu dokumentieren. Wir wissen, fast alle Abgeordnete sind für diesen Antrag, für diese konkrete Verbesserung beim Karenzgeld. Vier Fünftel der 183 Abgeordneten hier sind dafür; vielleicht sind es sogar 180. Herr Khol ist dagegen, das wissen wir; Herr Feurstein möglicherweise auch. Vielleicht finden sich auch noch einige andere ÖVP-Männer, die dagegen sind. Trotzdem: Wir könnten den Antrag mit einer satten Mehrheit beschließen; rasch könnten wir das umsetzen. Aber es wird nicht umgesetzt, weil Ihnen, der ÖVP, eine abstrakte Koalitionsdisziplin wichtiger ist als das Wohl der Frauen, um die es gehen sollte. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ja waren es nicht Sie, meine Damen und Herren von ÖVP und SPÖ, die diese Anstellungsmöglichkeit für Frauen eingeschränkt und versucht haben, diese Frauen vom Karenzgeldbezug auszuschließen? Und jetzt behaupten beide Regierungsparteien, sie seien für die Frauen, für Verbesserungen beim Karenzgeld. – Das ist doch eine verlogene Politik! (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Was wir erwarten, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, sind nicht Ankündigungen, nicht Versprechungen, nicht einmal mehr Täuschungen im Hinblick auf den bevorstehenden Wahlkampf, die dem Sie alle beide, nämlich die Familien und die Frauen, in Geiselhaft nehmen. Wir erwarten konkrete Verbesserungen! Was hindert Sie denn daran, den Alleinerziehenden diese Verbesserungen wirklich zuzugestehen? Was hindert Sie daran – in diesem Punkt gehe ich absolut konform mit Kollegin Mertel –, den Studierenden Karenzgeld zuzugestehen? Selbstverständlich, tun wir das! Was hindert Sie daran, all diese Versprechungen, diese Vorhaben umzusetzen? – Es ist ausschließlich Ihre Koalitionsdisziplin (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), ausschließlich Ihre Unfähigkeit, ausschließlich die Tatsache, daß Sie lieber Wahlkampf führen, als den Frauen zu helfen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Was wir erwarten, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, sind nicht Ankündigungen, nicht Versprechungen, nicht einmal mehr Täuschungen im Hinblick auf den bevorstehenden Wahlkampf, die dem Sie alle beide, nämlich die Familien und die Frauen, in Geiselhaft nehmen. Wir erwarten konkrete Verbesserungen! Was hindert Sie denn daran, den Alleinerziehenden diese Verbesserungen wirklich zuzugestehen? Was hindert Sie daran – in diesem Punkt gehe ich absolut konform mit Kollegin Mertel –, den Studierenden Karenzgeld zuzugestehen? Selbstverständlich, tun wir das! Was hindert Sie daran, all diese Versprechungen, diese Vorhaben umzusetzen? – Es ist ausschließlich Ihre Koalitionsdisziplin (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), ausschließlich Ihre Unfähigkeit, ausschließlich die Tatsache, daß Sie lieber Wahlkampf führen, als den Frauen zu helfen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rosemarie Bauer: Nein, nicht schon wieder!
Wir von der SPÖ sehen das schon differenzierter. Wir sehen uns bei der Neuregelung der Karenzzeit mit Kernfragen konfrontiert, nämlich: Welche Bedürfnisse haben Kinder, Mütter und Väter? Welche Lösungen sind die besten für diese Betroffenen? Wie sozial gerecht sind die Maßnahmen? Darüber hinaus sehen wir natürlich auch die Finanzierungsfrage: Wie lassen sich Regelungen finanzieren, ohne daß wir in kürzester Zeit weitgehende und umfangreiche Sparpakete provozieren? (Abg. Rosemarie Bauer: Nein, nicht schon wieder!) Nicht schon wieder – das ist vollkommen richtig.
Abg. Kiss lächelt.
Ausgangspunkt war für die SPÖ, als wir im September des Vorjahres unsere Vorstellungen hinsichtlich der Flexibilisierung der Karenzzeit vorgestellt haben, die Grundüberlegung, ... (Abg. Kiss lächelt.) – Sie können noch so mitleidig lächeln, Herr Kiss, es dürfte Ihnen noch in Erinnerung sein, daß wir zwei Sparpakete – Sie nennen sie vielleicht “Konsolidierungspakete” – geschnürt haben (Rufe bei der ÖVP: Ja warum denn? Warum denn?), die zu Lasten der Frauen und zu Lasten der Familien gegangen sind. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn wir den Weg fortsetzen, einfach nach dem Gießkannenprinzip undifferenziert Gelder zu verteilen, dann fordern wir ein neuerliches Sparpaket heraus! (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Ja warum denn? Warum denn?
Ausgangspunkt war für die SPÖ, als wir im September des Vorjahres unsere Vorstellungen hinsichtlich der Flexibilisierung der Karenzzeit vorgestellt haben, die Grundüberlegung, ... (Abg. Kiss lächelt.) – Sie können noch so mitleidig lächeln, Herr Kiss, es dürfte Ihnen noch in Erinnerung sein, daß wir zwei Sparpakete – Sie nennen sie vielleicht “Konsolidierungspakete” – geschnürt haben (Rufe bei der ÖVP: Ja warum denn? Warum denn?), die zu Lasten der Frauen und zu Lasten der Familien gegangen sind. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn wir den Weg fortsetzen, einfach nach dem Gießkannenprinzip undifferenziert Gelder zu verteilen, dann fordern wir ein neuerliches Sparpaket heraus! (Beifall bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ausgangspunkt war für die SPÖ, als wir im September des Vorjahres unsere Vorstellungen hinsichtlich der Flexibilisierung der Karenzzeit vorgestellt haben, die Grundüberlegung, ... (Abg. Kiss lächelt.) – Sie können noch so mitleidig lächeln, Herr Kiss, es dürfte Ihnen noch in Erinnerung sein, daß wir zwei Sparpakete – Sie nennen sie vielleicht “Konsolidierungspakete” – geschnürt haben (Rufe bei der ÖVP: Ja warum denn? Warum denn?), die zu Lasten der Frauen und zu Lasten der Familien gegangen sind. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn wir den Weg fortsetzen, einfach nach dem Gießkannenprinzip undifferenziert Gelder zu verteilen, dann fordern wir ein neuerliches Sparpaket heraus! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ausgangspunkt war für die SPÖ, als wir im September des Vorjahres unsere Vorstellungen hinsichtlich der Flexibilisierung der Karenzzeit vorgestellt haben, die Grundüberlegung, ... (Abg. Kiss lächelt.) – Sie können noch so mitleidig lächeln, Herr Kiss, es dürfte Ihnen noch in Erinnerung sein, daß wir zwei Sparpakete – Sie nennen sie vielleicht “Konsolidierungspakete” – geschnürt haben (Rufe bei der ÖVP: Ja warum denn? Warum denn?), die zu Lasten der Frauen und zu Lasten der Familien gegangen sind. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn wir den Weg fortsetzen, einfach nach dem Gießkannenprinzip undifferenziert Gelder zu verteilen, dann fordern wir ein neuerliches Sparpaket heraus! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Kiss. – Abg. Silhavy: Der Herr Minister hat eine Wahlrede gehalten, das war’s!
Hinsichtlich Flexibilisierung der Karenzzeit haben wir im September unsere Vorstellungen kundgetan. Ich freue mich, feststellen zu können, daß sich auch die ÖVP in den Weihnachtstagen, wahrscheinlich beflügelt durch diese heile Zeit, unseren Vorstellungen anschließen konnte. (Zwischenruf des Abg. Kiss. – Abg. Silhavy: Der Herr Minister hat eine Wahlrede gehalten, das war’s!)
Abg. Dr. Puttinger: Endlich! Endlich ...!
Die Schlußfolgerung ist ganz einfach: Wir müssen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie herbeiführen. Es ist keineswegs so, daß die SPÖ – so wie es uns von der ÖVP und auch von der FPÖ dauernd unterstellt wird – ausschließlich erwerbstätige Frauen haben will (Abg. Dr. Puttinger: Endlich! Endlich ...!); Tatsache ist vielmehr, daß sich die überwiegende Mehrheit der Frauen für eine Berufstätigkeit ausspricht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Schlußfolgerung ist ganz einfach: Wir müssen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie herbeiführen. Es ist keineswegs so, daß die SPÖ – so wie es uns von der ÖVP und auch von der FPÖ dauernd unterstellt wird – ausschließlich erwerbstätige Frauen haben will (Abg. Dr. Puttinger: Endlich! Endlich ...!); Tatsache ist vielmehr, daß sich die überwiegende Mehrheit der Frauen für eine Berufstätigkeit ausspricht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Wo ist Bartenstein?
Die SPÖ steht auch nicht für die “Abschiebung” der Kinder – wie Sie es formulieren – und der Kleinkinder in “Kinderbetreuungsstätten” – wie Sie es formulieren –, sondern wir stehen auf dem Standpunkt, daß Kinder das Recht haben, auch außerhalb der Familie pädagogisch gut, ausgezeichnet und qualifiziert betreut zu werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Wo ist Bartenstein?)
Abg. Silhavy: ... Teilzeitkarenz!
Ich möchte festhalten: Bei der aktuellen Karenzgelddebatte geht es auch um soziale Gerechtigkeit. Während Herr Haider noch immer Geldquellen für seinen Kinderbetreuungsscheck sucht – die bereits genannten Möglichkeiten gehen von den Bundesmitteln für die Familienförderung bis hin zur Wohnbauförderung –, sagt der Herr Minister, daß das Karenzgeld auch ein Berufsverbot für Frauen einschließt (Abg. Silhavy: ... Teilzeitkarenz!): Das ist ja der Sinn des Karenzgeldes, daß Frauen für den Ausfall ihres Erwerbseinkommen Karenzgeld bekommen, damit sie sich der Betreuung des Kindes widmen können!
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Ich bin nach wie vor der Auffassung, daß die undifferenzierte Auszahlung von Geldern zu neuen Ungerechtigkeiten führen würde, und ich trete dafür ein (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) – die SPÖ tritt dafür ein –, jene zu unterstützen, die die Unterstützung wirklich brauchen: Das sind beispielsweise Alleinerzieherinnen, das sind geringfügig beschäftigte Frauen und Studentinnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin nach wie vor der Auffassung, daß die undifferenzierte Auszahlung von Geldern zu neuen Ungerechtigkeiten führen würde, und ich trete dafür ein (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) – die SPÖ tritt dafür ein –, jene zu unterstützen, die die Unterstützung wirklich brauchen: Das sind beispielsweise Alleinerzieherinnen, das sind geringfügig beschäftigte Frauen und Studentinnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Mag. Peter.
†Abgeordnete Rosemarie Bauer¦ (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren dieses Hohen Hauses! Da sich nicht einmal die Antragsteller an das Thema dieser Aktuellen Stunde halten, erspare ich mir das auch. Ich habe unter dem Titel eigentlich etwas anderes verstanden. Wenn ich diese Diskussion insgesamt betrachte, dann ist für mich klar: Die Kuschelphase von Rot, Grün und dem LIF ist vorbei. (Ironische Heiterkeit des Abg. Mag. Peter.) Es geht hier offensichtlich nur um einen Wahlkampf.
Abg. Scheibner: Sie sind wirklich eine gute “Oppositionspartei”!
Gestatten Sie mir daher einfach, ein paar wesentliche Dinge festzustellen: In meinen Händen befindet sich – und hiermit, liebe Frau Bundesminister, wende ich mich an Sie – ein Paket, das Ihre Unterschrift, die Unterschriften von Finanzminister Edlinger und von Frau Mertel sowie von Ministern und Vertretern meiner Partei, die das sogenannte “Familienpaket 2000” besiegeln, trägt. Diese Unterschriften und dieses Paket sind in etwa ein Jahr alt. Das Paket bedarf nur der Umsetzung, und es würde viele Fragen beantworten, die hier und heute gestellt wurden, und viele Forderungen umsetzen, die von dieser Stelle aus von meinen Vorrednern erhoben wurden. (Abg. Scheibner: Sie sind wirklich eine gute “Oppositionspartei”!)
Im Saal herrscht ein hoher Lärmpegel. – Abg. Dr. Khol: Herr Präsident! Das ist eine Aktuelle Stunde! Frau Ministerin, hören Sie zu!
Dennoch muß ich sagen, daß ich die Diskussion mit tiefer Sorge verfolge, weil es, Frau Abgeordnete Mertel – Sie waren meine Vorrednerin –, dabei einige unschlüssige Punkte gibt. Während die Frau Minister sagt, Sie wolle die Unterbrechungen durch die Karenz (Im Saal herrscht ein hoher Lärmpegel. – Abg. Dr. Khol: Herr Präsident! Das ist eine Aktuelle Stunde! Frau Ministerin, hören Sie zu!) – vielleicht könnte man das unterbinden – verkürzen, reden Sie von Karenzzeit bis zum achten Lebensjahr des Kindes. Sie müssen mir erklären, wie das gehen soll.
Beifall bei der ÖVP.
Es ist heute schon davon gesprochen worden, daß wir das “Karenzgeld für alle” als die Maßnahme der sozialen Gerechtigkeit sehen. (Beifall bei der ÖVP.) 11 Prozent der Mütter sind heute davon ausgeschlossen, auch geringfügig beschäftigte Frauen. Da bei Ihnen – wie dies aus der Sichtweise der Gewerkschaft deutlich wird – eine Mutter offensichtlich nur dann eine Mutter ist, wenn sie unselbständig erwerbstätig ist, frage ich Sie: Wie sieht das bei den geringfügig Beschäftigten aus?
Abg. Dr. Mertel: Das hat weh getan! Das hat weh getan!
Frau Schmidleithner – immer gut für lockere Aussagen, wie zum Beispiel, “Karenzgeld für alle” wäre ein “soziales Verbrechen” (Abg. Dr. Mertel: Das hat weh getan! Das hat weh getan!) – hat gestern um Mitternacht, zur Geisterstunde, wieder etwas von sich gegeben (Abg. Dr. Mertel: Wer war der Geist?) – nun ja, es hat so ausgesehen –, sie sagte nämlich, daß die Regierung den Müttern ein halbes Jahr Karenzgeld gestohlen hätte, und daher wäre der FLAF so gut dotiert.
Abg. Dr. Mertel: Wer war der Geist?
Frau Schmidleithner – immer gut für lockere Aussagen, wie zum Beispiel, “Karenzgeld für alle” wäre ein “soziales Verbrechen” (Abg. Dr. Mertel: Das hat weh getan! Das hat weh getan!) – hat gestern um Mitternacht, zur Geisterstunde, wieder etwas von sich gegeben (Abg. Dr. Mertel: Wer war der Geist?) – nun ja, es hat so ausgesehen –, sie sagte nämlich, daß die Regierung den Müttern ein halbes Jahr Karenzgeld gestohlen hätte, und daher wäre der FLAF so gut dotiert.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Sparpakete, von denen Sie gesprochen haben, wozu meine Kolleginnen und Kollegen zu Recht einen Einwurf gebracht haben, sind ein Erbe Ihres Exparteivorsitzenden Kreisky! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schieder: Überlegen Sie sich Ihre Wortwahl!
Unsere Kinder werden noch daran zahlen! Die Frauen von heute kann man auf diese Art und Weise nicht strafen, und man kann sie schon gar nicht erpressen, wie es der Herr Finanzminister tut und wie Sie auch heute wieder versucht haben (Abg. Schieder: Überlegen Sie sich Ihre Wortwahl!), Angst zu schüren, indem Sie sagen, wir können das Karenzgeld für alle nicht einführen, obwohl der Topf voll ist, wir bräuchten ansonsten ein weiteres Sparpaket. Herr Kollege Schieder, das ist Erpressung (Abg. Schieder: Das Wort “erpressen” brauchen Sie nicht zu verwenden!), und das ist eine falsche Darstellung in der Öffentlichkeit! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.) Das lasse ich mir als Frauen- und Familienpolitikerin einfach nicht gefallen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Das ist schlechtes Benehmen!) Diese Tour mit der Angst ist unerträglich! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Das ist schlechtes Benehmen! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Schieder: Das Wort “erpressen” brauchen Sie nicht zu verwenden!
Unsere Kinder werden noch daran zahlen! Die Frauen von heute kann man auf diese Art und Weise nicht strafen, und man kann sie schon gar nicht erpressen, wie es der Herr Finanzminister tut und wie Sie auch heute wieder versucht haben (Abg. Schieder: Überlegen Sie sich Ihre Wortwahl!), Angst zu schüren, indem Sie sagen, wir können das Karenzgeld für alle nicht einführen, obwohl der Topf voll ist, wir bräuchten ansonsten ein weiteres Sparpaket. Herr Kollege Schieder, das ist Erpressung (Abg. Schieder: Das Wort “erpressen” brauchen Sie nicht zu verwenden!), und das ist eine falsche Darstellung in der Öffentlichkeit! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.) Das lasse ich mir als Frauen- und Familienpolitikerin einfach nicht gefallen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Das ist schlechtes Benehmen!) Diese Tour mit der Angst ist unerträglich! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Das ist schlechtes Benehmen! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Unsere Kinder werden noch daran zahlen! Die Frauen von heute kann man auf diese Art und Weise nicht strafen, und man kann sie schon gar nicht erpressen, wie es der Herr Finanzminister tut und wie Sie auch heute wieder versucht haben (Abg. Schieder: Überlegen Sie sich Ihre Wortwahl!), Angst zu schüren, indem Sie sagen, wir können das Karenzgeld für alle nicht einführen, obwohl der Topf voll ist, wir bräuchten ansonsten ein weiteres Sparpaket. Herr Kollege Schieder, das ist Erpressung (Abg. Schieder: Das Wort “erpressen” brauchen Sie nicht zu verwenden!), und das ist eine falsche Darstellung in der Öffentlichkeit! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.) Das lasse ich mir als Frauen- und Familienpolitikerin einfach nicht gefallen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Das ist schlechtes Benehmen!) Diese Tour mit der Angst ist unerträglich! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Das ist schlechtes Benehmen! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Das ist schlechtes Benehmen!
Unsere Kinder werden noch daran zahlen! Die Frauen von heute kann man auf diese Art und Weise nicht strafen, und man kann sie schon gar nicht erpressen, wie es der Herr Finanzminister tut und wie Sie auch heute wieder versucht haben (Abg. Schieder: Überlegen Sie sich Ihre Wortwahl!), Angst zu schüren, indem Sie sagen, wir können das Karenzgeld für alle nicht einführen, obwohl der Topf voll ist, wir bräuchten ansonsten ein weiteres Sparpaket. Herr Kollege Schieder, das ist Erpressung (Abg. Schieder: Das Wort “erpressen” brauchen Sie nicht zu verwenden!), und das ist eine falsche Darstellung in der Öffentlichkeit! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.) Das lasse ich mir als Frauen- und Familienpolitikerin einfach nicht gefallen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Das ist schlechtes Benehmen!) Diese Tour mit der Angst ist unerträglich! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Das ist schlechtes Benehmen! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Das ist schlechtes Benehmen! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Unsere Kinder werden noch daran zahlen! Die Frauen von heute kann man auf diese Art und Weise nicht strafen, und man kann sie schon gar nicht erpressen, wie es der Herr Finanzminister tut und wie Sie auch heute wieder versucht haben (Abg. Schieder: Überlegen Sie sich Ihre Wortwahl!), Angst zu schüren, indem Sie sagen, wir können das Karenzgeld für alle nicht einführen, obwohl der Topf voll ist, wir bräuchten ansonsten ein weiteres Sparpaket. Herr Kollege Schieder, das ist Erpressung (Abg. Schieder: Das Wort “erpressen” brauchen Sie nicht zu verwenden!), und das ist eine falsche Darstellung in der Öffentlichkeit! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.) Das lasse ich mir als Frauen- und Familienpolitikerin einfach nicht gefallen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Das ist schlechtes Benehmen!) Diese Tour mit der Angst ist unerträglich! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Das ist schlechtes Benehmen! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Dr. Mertel: Das ist schlechtes Benehmen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Silhavy, Sie haben gelacht und in einem Zwischenruf gemeint (Abg. Dr. Mertel: Das ist schlechtes Benehmen!), wenn wir die Forderungen unseres Ministers, daß also dieses Familienpaket 2000 und das Karenzgeld für alle Mütter wichtig seien (Zwischenruf der Abg. Silhavy), durchsetzen, dann würden die Wähler zeigen, wofür sie sich entscheiden. (Abg. Dr. Mertel: Schlechtes Benehmen ist das!) In Niederösterreich haben sie es schon entschieden! Dort haben Sie mit dem Konterfei von Frau Mertel gegen dieses “Karenzgeld für alle” geworben. Sehen Sie sich doch an, wie die Frauenquote bei der Wahl und wie auch Ihr Wahlergebnis ausgesehen hat! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Silhavy, Sie haben gelacht und in einem Zwischenruf gemeint (Abg. Dr. Mertel: Das ist schlechtes Benehmen!), wenn wir die Forderungen unseres Ministers, daß also dieses Familienpaket 2000 und das Karenzgeld für alle Mütter wichtig seien (Zwischenruf der Abg. Silhavy), durchsetzen, dann würden die Wähler zeigen, wofür sie sich entscheiden. (Abg. Dr. Mertel: Schlechtes Benehmen ist das!) In Niederösterreich haben sie es schon entschieden! Dort haben Sie mit dem Konterfei von Frau Mertel gegen dieses “Karenzgeld für alle” geworben. Sehen Sie sich doch an, wie die Frauenquote bei der Wahl und wie auch Ihr Wahlergebnis ausgesehen hat! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: Schlechtes Benehmen ist das!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Silhavy, Sie haben gelacht und in einem Zwischenruf gemeint (Abg. Dr. Mertel: Das ist schlechtes Benehmen!), wenn wir die Forderungen unseres Ministers, daß also dieses Familienpaket 2000 und das Karenzgeld für alle Mütter wichtig seien (Zwischenruf der Abg. Silhavy), durchsetzen, dann würden die Wähler zeigen, wofür sie sich entscheiden. (Abg. Dr. Mertel: Schlechtes Benehmen ist das!) In Niederösterreich haben sie es schon entschieden! Dort haben Sie mit dem Konterfei von Frau Mertel gegen dieses “Karenzgeld für alle” geworben. Sehen Sie sich doch an, wie die Frauenquote bei der Wahl und wie auch Ihr Wahlergebnis ausgesehen hat! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Silhavy, Sie haben gelacht und in einem Zwischenruf gemeint (Abg. Dr. Mertel: Das ist schlechtes Benehmen!), wenn wir die Forderungen unseres Ministers, daß also dieses Familienpaket 2000 und das Karenzgeld für alle Mütter wichtig seien (Zwischenruf der Abg. Silhavy), durchsetzen, dann würden die Wähler zeigen, wofür sie sich entscheiden. (Abg. Dr. Mertel: Schlechtes Benehmen ist das!) In Niederösterreich haben sie es schon entschieden! Dort haben Sie mit dem Konterfei von Frau Mertel gegen dieses “Karenzgeld für alle” geworben. Sehen Sie sich doch an, wie die Frauenquote bei der Wahl und wie auch Ihr Wahlergebnis ausgesehen hat! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schieder: Warten Sie einmal auf Ihr Wahlergebnis! – Abg. Mag. Stadler: Wann bekommen wir es endlich?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist richtig: Die Frauen wollen Familie, und sie wollen Familie und Beruf vereinbaren. (Abg. Schieder: Warten Sie einmal auf Ihr Wahlergebnis! – Abg. Mag. Stadler: Wann bekommen wir es endlich?) Daher brauchen wir Kindergartenplätze. Das ist wichtig. Da gibt es die sogenannte Kindergartenmilliarde, und ich glaube, letztendlich sind wir hier auf einem guten Weg. Wir brauchen mehr Betriebskindergärten – das ist keine Frage –, aber wir brauchen auch Tageseltern. In Niederösterreich – da ich dieses Thema nun schon einmal angesprochen habe – gibt es Tausende Kinder, die von Hunderten Tagesmüttern betreut werden, während Sie, Frau Minister, immer noch darüber nachdenken, wie man vielleicht ein Berufsbild “Tagesmutter” entwerfen könnte. Hier sind wir bereits weiter auf dem Weg. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Fuchs: Wenn Sie nach Wien kommen, ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Fuchs: Wenn Sie nach Wien kommen, ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist richtig: Die Frauen wollen Familie, und sie wollen Familie und Beruf vereinbaren. (Abg. Schieder: Warten Sie einmal auf Ihr Wahlergebnis! – Abg. Mag. Stadler: Wann bekommen wir es endlich?) Daher brauchen wir Kindergartenplätze. Das ist wichtig. Da gibt es die sogenannte Kindergartenmilliarde, und ich glaube, letztendlich sind wir hier auf einem guten Weg. Wir brauchen mehr Betriebskindergärten – das ist keine Frage –, aber wir brauchen auch Tageseltern. In Niederösterreich – da ich dieses Thema nun schon einmal angesprochen habe – gibt es Tausende Kinder, die von Hunderten Tagesmüttern betreut werden, während Sie, Frau Minister, immer noch darüber nachdenken, wie man vielleicht ein Berufsbild “Tagesmutter” entwerfen könnte. Hier sind wir bereits weiter auf dem Weg. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Fuchs: Wenn Sie nach Wien kommen, ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Bravorufe des Abg. Dr. Khol.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Umsetzung des Familienpaketes, “Karenzgeld für alle” und einen besseren Zugang zum Karenzurlaub überhaupt wünsche ich mir von Herzen. Wenn wir wollen, dann können wir das auch schaffen. (Beifall bei der ÖVP. – Bravorufe des Abg. Dr. Khol.)
Abg. Tichy-Schreder: So streng ist sie ja auch wieder nicht!
†Abgeordneter Dr. Jörg Haider¦ (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Diese Debatte hat immerhin zwei ganz wesentliche Erkenntnisse gebracht. Da sie ja direkt übertragen wird, haben die Österreicher ein Bild davon bekommen, wie “harmonisch” diese rot-schwarze Koalition zusammenarbeitet. (Abg. Tichy-Schreder: So streng ist sie ja auch wieder nicht!) Da kann für Frauen nichts herauskommen, wenn Sie mit solchen Schimpfkanonaden aufeinander losgehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordneter Dr. Jörg Haider¦ (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Diese Debatte hat immerhin zwei ganz wesentliche Erkenntnisse gebracht. Da sie ja direkt übertragen wird, haben die Österreicher ein Bild davon bekommen, wie “harmonisch” diese rot-schwarze Koalition zusammenarbeitet. (Abg. Tichy-Schreder: So streng ist sie ja auch wieder nicht!) Da kann für Frauen nichts herauskommen, wenn Sie mit solchen Schimpfkanonaden aufeinander losgehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Jawohl! – Abg. Dr. Mertel: Sie hören nicht zu!
Der zweite Punkt ist, daß Frau Kollegin Mertel in ihrer ganzen Verbissenheit einmal zugegeben hat, daß das Sparpaket der Bundesregierung völlig zu Lasten der Frauen und Mütter gegangen ist. (Abg. Mag. Stadler: Jawohl! – Abg. Dr. Mertel: Sie hören nicht zu!) Auch das ist, so glaube ich, eine wichtige Erkenntnis.
Abg. Mag. Stadler: Kammerpräsidenten!
Daher sage ich noch einmal: Vielleicht denken Sie jetzt einen weiteren Schritt nach und fragen, warum Sie ständig gegen sich selbst oder an sich selbst Forderungen richten! Sie sitzen in der Regierung! Seit 30 Jahren stellen Sie den Bundeskanzler! Seit 30 Jahren stellen Sie den Sozialminister! Seit Jahrzehnten haben Sie eine Frauenministerin! Sie stellen den ÖGB-Präsidenten! Sie stellen in den Sozialversicherungen die wichtigsten Organisationsträger und Funktionäre! (Abg. Mag. Stadler: Kammerpräsidenten!) Sie haben die Möglichkeit, für die Frauen in Österreich ganz konkret aufgrund Ihrer Kompetenz zu handeln, aber es wird immer schlechter, je mehr Funktionäre Sie haben! Das ist das Problem. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher sage ich noch einmal: Vielleicht denken Sie jetzt einen weiteren Schritt nach und fragen, warum Sie ständig gegen sich selbst oder an sich selbst Forderungen richten! Sie sitzen in der Regierung! Seit 30 Jahren stellen Sie den Bundeskanzler! Seit 30 Jahren stellen Sie den Sozialminister! Seit Jahrzehnten haben Sie eine Frauenministerin! Sie stellen den ÖGB-Präsidenten! Sie stellen in den Sozialversicherungen die wichtigsten Organisationsträger und Funktionäre! (Abg. Mag. Stadler: Kammerpräsidenten!) Sie haben die Möglichkeit, für die Frauen in Österreich ganz konkret aufgrund Ihrer Kompetenz zu handeln, aber es wird immer schlechter, je mehr Funktionäre Sie haben! Das ist das Problem. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mertel: Die Unternehmer zahlen die Löhne, nicht wir!
Ich frage Sie wirklich: Wer, bitte, hindert Sie daran, für gleiche Arbeit gleichen Lohn zu bezahlen? (Abg. Dr. Mertel: Die Unternehmer zahlen die Löhne, nicht wir!) Sie sitzen ja in der Sozialpartnerschaft! Sie sitzen mit der ÖVP, die angeblich einen Teil der Sozialpartnerschaft repräsentiert, seit über einem Jahrzehnt in der Bundesregierung. Wer hindert Sie also daran, gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu zahlen? (Abg. Dr. Mertel: Wir zahlen die Löhne nicht aus, sondern die Unternehmer!)
Abg. Dr. Mertel: Wir zahlen die Löhne nicht aus, sondern die Unternehmer!
Ich frage Sie wirklich: Wer, bitte, hindert Sie daran, für gleiche Arbeit gleichen Lohn zu bezahlen? (Abg. Dr. Mertel: Die Unternehmer zahlen die Löhne, nicht wir!) Sie sitzen ja in der Sozialpartnerschaft! Sie sitzen mit der ÖVP, die angeblich einen Teil der Sozialpartnerschaft repräsentiert, seit über einem Jahrzehnt in der Bundesregierung. Wer hindert Sie also daran, gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu zahlen? (Abg. Dr. Mertel: Wir zahlen die Löhne nicht aus, sondern die Unternehmer!)
Abg. Dr. Mertel: Nein! ... zwei Jahre Karenz!
Wer hindert Sie daran, die Kürzung des Karenzgeldes rückgängig zu machen? – Das haben Sie gekürzt, und jetzt sagen Sie, das geht zu Lasten der Frauen. Warum tun Sie nicht wenigstens den Schritt, daß Sie das rückgängig machen und statt eineinhalb Jahren wieder zwei Jahre lang Karenzgeld zahlen? Da wären wir schon dabei! Das wäre ein konkreter Schritt, Frau Dr. Mertel! Das habe ich aber nicht gehört! Sie reden von irgendwelchen Ausbildungsvorschriften und Sparkonten, was auch immer. (Abg. Dr. Mertel: Nein! ... zwei Jahre Karenz!)
Abg. Dr. Mertel: Der Großteil will selbst berufstätig sein! Das ist das Bild der Frau! Viele wollen!
Warum setzen Sie nicht Maßnahmen, Frau Dr. Mertel, die sich auf das Problem der Arbeitslosigkeit der Frau wirklich positiv auswirken würden? Sie haben heute unter dieser Bundesregierung einen 40prozentigen Anteil der Frauen an den Langzeitarbeitslosen – das wissen wir –, und 73 Prozent aller geringfügig Beschäftigten sind Frauen. Das ist ja nicht eine Situation, bei der man sagen könnte, die Frauen drängen in den Beruf, sondern sie müssen offenbar aus der Not eine Tugend machen und versuchen (Abg. Dr. Mertel: Der Großteil will selbst berufstätig sein! Das ist das Bild der Frau! Viele wollen!), ihre bescheidenen Budgets und monatlichen Einkommen irgendwie aufzubessern.
Abg. Dr. Mertel: Aber woher kommt das Geld? Wo nehmen Sie das Geld her?
Das ist der Grund, warum wir gesagt haben: Handeln wir rasch, schaffen wir diesen Kinderbetreuungsscheck! Schaffen wir für die Frauen, die das wollen, 5 700 S pro Monat an Kinderbetreuungsgeld vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr! (Abg. Dr. Mertel: Aber woher kommt das Geld? Wo nehmen Sie das Geld her?) Die Frau soll frei entscheiden, ob sie teilberufstätig ist, ganztags berufstätig ist oder zu Hause bleibt. (Abg. Dr. Mertel: Wo nehmen Sie das Geld her?) Es ist doch keine Schande für eine Frau, bei ihrem Kind bleiben zu wollen, wenn es noch klein ist! Warum wollen Sie denn das ständig kriminalisieren? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Woher nehmen Sie das Geld?)
Abg. Dr. Mertel: Wo nehmen Sie das Geld her?
Das ist der Grund, warum wir gesagt haben: Handeln wir rasch, schaffen wir diesen Kinderbetreuungsscheck! Schaffen wir für die Frauen, die das wollen, 5 700 S pro Monat an Kinderbetreuungsgeld vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr! (Abg. Dr. Mertel: Aber woher kommt das Geld? Wo nehmen Sie das Geld her?) Die Frau soll frei entscheiden, ob sie teilberufstätig ist, ganztags berufstätig ist oder zu Hause bleibt. (Abg. Dr. Mertel: Wo nehmen Sie das Geld her?) Es ist doch keine Schande für eine Frau, bei ihrem Kind bleiben zu wollen, wenn es noch klein ist! Warum wollen Sie denn das ständig kriminalisieren? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Woher nehmen Sie das Geld?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Woher nehmen Sie das Geld?
Das ist der Grund, warum wir gesagt haben: Handeln wir rasch, schaffen wir diesen Kinderbetreuungsscheck! Schaffen wir für die Frauen, die das wollen, 5 700 S pro Monat an Kinderbetreuungsgeld vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr! (Abg. Dr. Mertel: Aber woher kommt das Geld? Wo nehmen Sie das Geld her?) Die Frau soll frei entscheiden, ob sie teilberufstätig ist, ganztags berufstätig ist oder zu Hause bleibt. (Abg. Dr. Mertel: Wo nehmen Sie das Geld her?) Es ist doch keine Schande für eine Frau, bei ihrem Kind bleiben zu wollen, wenn es noch klein ist! Warum wollen Sie denn das ständig kriminalisieren? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Woher nehmen Sie das Geld?)
Abg. Dr. Mertel: Woher nehmen Sie die Tausender? Sagen Sie mir, woher Sie die Tausender nehmen!
Sie haben Kinderkrippen nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stellen können, obwohl wir in Österreich bereits 30 Jahre lang Sozialismus haben, und jetzt verbieten Sie den Frauen, 5 700 S zu bekommen (Abg. Dr. Mertel: Woher nehmen Sie die Tausender? Sagen Sie mir, woher Sie die Tausender nehmen!) und damit das Recht zu haben, in den ersten Lebensjahren bei den Kindern zu Hause zu bleiben. (Abg. Dr. Mertel: Woher kommt das Geld?) Nein, Sie verringern auch noch das Karenzgeld und verkürzen die Karenzzeit, damit die Frauen nur ja das Problem haben, zwischen Familie und Beruf eine Unvereinbarkeit feststellen zu müssen.
Abg. Dr. Mertel: Woher kommt das Geld?
Sie haben Kinderkrippen nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stellen können, obwohl wir in Österreich bereits 30 Jahre lang Sozialismus haben, und jetzt verbieten Sie den Frauen, 5 700 S zu bekommen (Abg. Dr. Mertel: Woher nehmen Sie die Tausender? Sagen Sie mir, woher Sie die Tausender nehmen!) und damit das Recht zu haben, in den ersten Lebensjahren bei den Kindern zu Hause zu bleiben. (Abg. Dr. Mertel: Woher kommt das Geld?) Nein, Sie verringern auch noch das Karenzgeld und verkürzen die Karenzzeit, damit die Frauen nur ja das Problem haben, zwischen Familie und Beruf eine Unvereinbarkeit feststellen zu müssen.
Abg. Dr. Mertel: Und den Vätern! Und den Vätern!
Sparen Sie sich Ihre Sonntagsreden! Handeln Sie einmal ganz konkret in diesen Bereichen! Ich kann Ihnen garantieren, Sie schaffen dadurch bei der Beschäftigung mehr für die Frauen, und Sie schaffen auch für die Familien einiges mehr. Denn Zeit für die Kinder zu haben, heißt auch, den Müttern die Chance zu geben, bei ihren Kindern bleiben zu dürfen (Abg. Dr. Mertel: Und den Vätern! Und den Vätern!), ohne finanzielle Lasten auf sich nehmen zu müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sparen Sie sich Ihre Sonntagsreden! Handeln Sie einmal ganz konkret in diesen Bereichen! Ich kann Ihnen garantieren, Sie schaffen dadurch bei der Beschäftigung mehr für die Frauen, und Sie schaffen auch für die Familien einiges mehr. Denn Zeit für die Kinder zu haben, heißt auch, den Müttern die Chance zu geben, bei ihren Kindern bleiben zu dürfen (Abg. Dr. Mertel: Und den Vätern! Und den Vätern!), ohne finanzielle Lasten auf sich nehmen zu müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Nein, das kann man eigentlich nicht sagen! Es war ständiger “Parteienverkehr” in der Regierungsbank!
†Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz Mag. Barbara Prammer¦: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich habe die Diskussion sehr aufmerksam verfolgt, habe ihr sehr aufmerksam gelauscht (Abg. Dr. Khol: Nein, das kann man eigentlich nicht sagen! Es war ständiger “Parteienverkehr” in der Regierungsbank!), und ich habe mich an jene Zeit erinnert, als ich vier Jahre lang mit arbeitslosen Frauen, mit Wiedereinsteigerinnen intensiv gearbeitet habe. Ich habe während dieser vier Jahre unglaublich viele Tränen gesehen. Ich habe Tränen vor allen Dingen bei jenen Frauen gesehen, die mit 35 oder 40 Jahren plötzlich feststellen mußten (Abg. Dr. Haider: Und da kürzt ihr ihnen das Karenzgeld! Bravo! Da kürzen wir das Karenzgeld, wenn die Tränen da sind!), daß die Ehe keine Versicherungsleistung ist und daß auf einmal kein Mann mehr da war, der für sie und für die Kinder gesorgt hätte. (Abg. Dr. Haider: Wenn Sie die Tränen betrachten, dann hilft das nicht viel!) Sie sind aus einem Netz herausgeworfen worden und haben sich oft nicht mehr zurechtgefunden. (Abg. Dr. Haider: Tun Sie etwas!)
Abg. Dr. Haider: Und da kürzt ihr ihnen das Karenzgeld! Bravo! Da kürzen wir das Karenzgeld, wenn die Tränen da sind!
†Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz Mag. Barbara Prammer¦: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich habe die Diskussion sehr aufmerksam verfolgt, habe ihr sehr aufmerksam gelauscht (Abg. Dr. Khol: Nein, das kann man eigentlich nicht sagen! Es war ständiger “Parteienverkehr” in der Regierungsbank!), und ich habe mich an jene Zeit erinnert, als ich vier Jahre lang mit arbeitslosen Frauen, mit Wiedereinsteigerinnen intensiv gearbeitet habe. Ich habe während dieser vier Jahre unglaublich viele Tränen gesehen. Ich habe Tränen vor allen Dingen bei jenen Frauen gesehen, die mit 35 oder 40 Jahren plötzlich feststellen mußten (Abg. Dr. Haider: Und da kürzt ihr ihnen das Karenzgeld! Bravo! Da kürzen wir das Karenzgeld, wenn die Tränen da sind!), daß die Ehe keine Versicherungsleistung ist und daß auf einmal kein Mann mehr da war, der für sie und für die Kinder gesorgt hätte. (Abg. Dr. Haider: Wenn Sie die Tränen betrachten, dann hilft das nicht viel!) Sie sind aus einem Netz herausgeworfen worden und haben sich oft nicht mehr zurechtgefunden. (Abg. Dr. Haider: Tun Sie etwas!)
Abg. Dr. Haider: Wenn Sie die Tränen betrachten, dann hilft das nicht viel!
†Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz Mag. Barbara Prammer¦: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich habe die Diskussion sehr aufmerksam verfolgt, habe ihr sehr aufmerksam gelauscht (Abg. Dr. Khol: Nein, das kann man eigentlich nicht sagen! Es war ständiger “Parteienverkehr” in der Regierungsbank!), und ich habe mich an jene Zeit erinnert, als ich vier Jahre lang mit arbeitslosen Frauen, mit Wiedereinsteigerinnen intensiv gearbeitet habe. Ich habe während dieser vier Jahre unglaublich viele Tränen gesehen. Ich habe Tränen vor allen Dingen bei jenen Frauen gesehen, die mit 35 oder 40 Jahren plötzlich feststellen mußten (Abg. Dr. Haider: Und da kürzt ihr ihnen das Karenzgeld! Bravo! Da kürzen wir das Karenzgeld, wenn die Tränen da sind!), daß die Ehe keine Versicherungsleistung ist und daß auf einmal kein Mann mehr da war, der für sie und für die Kinder gesorgt hätte. (Abg. Dr. Haider: Wenn Sie die Tränen betrachten, dann hilft das nicht viel!) Sie sind aus einem Netz herausgeworfen worden und haben sich oft nicht mehr zurechtgefunden. (Abg. Dr. Haider: Tun Sie etwas!)
Abg. Dr. Haider: Tun Sie etwas!
†Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz Mag. Barbara Prammer¦: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich habe die Diskussion sehr aufmerksam verfolgt, habe ihr sehr aufmerksam gelauscht (Abg. Dr. Khol: Nein, das kann man eigentlich nicht sagen! Es war ständiger “Parteienverkehr” in der Regierungsbank!), und ich habe mich an jene Zeit erinnert, als ich vier Jahre lang mit arbeitslosen Frauen, mit Wiedereinsteigerinnen intensiv gearbeitet habe. Ich habe während dieser vier Jahre unglaublich viele Tränen gesehen. Ich habe Tränen vor allen Dingen bei jenen Frauen gesehen, die mit 35 oder 40 Jahren plötzlich feststellen mußten (Abg. Dr. Haider: Und da kürzt ihr ihnen das Karenzgeld! Bravo! Da kürzen wir das Karenzgeld, wenn die Tränen da sind!), daß die Ehe keine Versicherungsleistung ist und daß auf einmal kein Mann mehr da war, der für sie und für die Kinder gesorgt hätte. (Abg. Dr. Haider: Wenn Sie die Tränen betrachten, dann hilft das nicht viel!) Sie sind aus einem Netz herausgeworfen worden und haben sich oft nicht mehr zurechtgefunden. (Abg. Dr. Haider: Tun Sie etwas!)
Abg. Dr. Haider: Tun Sie etwas, Frau Minister! Sie sind zuständig!
Diese Frauen haben deshalb so unglaublich viel Leid erfahren, weil sie nicht rechtzeitig gemerkt haben (Abg. Dr. Haider: Tun Sie etwas, Frau Minister! Sie sind zuständig!), daß es wichtig gewesen wäre, nicht die ganze Erfahrung, die ganze Qualifikation ihres eigenen Berufes zu verlieren und wieder bei der Stunde Null anfangen zu müssen. Diese Frauen haben oft bereut, so lange zu Hause geblieben zu sein. Aus diesem Grund müssen wir gerade all den jungen Frauen, die das ja noch von ihren eigenen Müttern kennen und an ihnen miterlebt haben (Abg. Scheibner: Was Sie da daherreden!), die Möglichkeit geben, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Die wissen, wovon sie reden! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Petrovic: Wann kommt das? Wann?)
Abg. Scheibner: Was Sie da daherreden!
Diese Frauen haben deshalb so unglaublich viel Leid erfahren, weil sie nicht rechtzeitig gemerkt haben (Abg. Dr. Haider: Tun Sie etwas, Frau Minister! Sie sind zuständig!), daß es wichtig gewesen wäre, nicht die ganze Erfahrung, die ganze Qualifikation ihres eigenen Berufes zu verlieren und wieder bei der Stunde Null anfangen zu müssen. Diese Frauen haben oft bereut, so lange zu Hause geblieben zu sein. Aus diesem Grund müssen wir gerade all den jungen Frauen, die das ja noch von ihren eigenen Müttern kennen und an ihnen miterlebt haben (Abg. Scheibner: Was Sie da daherreden!), die Möglichkeit geben, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Die wissen, wovon sie reden! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Petrovic: Wann kommt das? Wann?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Petrovic: Wann kommt das? Wann?
Diese Frauen haben deshalb so unglaublich viel Leid erfahren, weil sie nicht rechtzeitig gemerkt haben (Abg. Dr. Haider: Tun Sie etwas, Frau Minister! Sie sind zuständig!), daß es wichtig gewesen wäre, nicht die ganze Erfahrung, die ganze Qualifikation ihres eigenen Berufes zu verlieren und wieder bei der Stunde Null anfangen zu müssen. Diese Frauen haben oft bereut, so lange zu Hause geblieben zu sein. Aus diesem Grund müssen wir gerade all den jungen Frauen, die das ja noch von ihren eigenen Müttern kennen und an ihnen miterlebt haben (Abg. Scheibner: Was Sie da daherreden!), die Möglichkeit geben, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Die wissen, wovon sie reden! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Petrovic: Wann kommt das? Wann?)
Beifall bei der SPÖ
Lassen Sie mich nur noch zwei Dinge ansprechen. Erstens: Es kann und wird kein Familienpaket ohne dementsprechende Regelungen für Alleinerzieherinnen geben. Das sind wir den Alleinerzieherinnen schuldig (Beifall bei der SPÖ), vor allen Dingen auch den Kindern der Alleinerzieherinnen. Aus diesem Grund brauchen wir alle diese Maßnahmen, die ja ohnedies schon so oft erwähnt wurden. (Abg. Dr. Petrovic: Wann?) – Ich hoffe, sehr bald.
Abg. Dr. Petrovic: Wann?
Lassen Sie mich nur noch zwei Dinge ansprechen. Erstens: Es kann und wird kein Familienpaket ohne dementsprechende Regelungen für Alleinerzieherinnen geben. Das sind wir den Alleinerzieherinnen schuldig (Beifall bei der SPÖ), vor allen Dingen auch den Kindern der Alleinerzieherinnen. Aus diesem Grund brauchen wir alle diese Maßnahmen, die ja ohnedies schon so oft erwähnt wurden. (Abg. Dr. Petrovic: Wann?) – Ich hoffe, sehr bald.
Beifall bei der SPÖ
Zweitens: Wenn von Senkung der Arbeitskosten die Rede ist, auch im Zusammenhang mit einem möglichen Karenzgeld für alle, möchte ich eine Klarstellung machen: Sollte jemals ein Schilling, 1 Milliarde oder mehrere Milliarden Schilling aus der Arbeitslosenversicherung – Anführungszeichen – “übrigbleiben”, dann ist jeder Schilling, erst recht jede Milliarde, für Qualifizierungsmaßnahmen und Wiedereinstiegsmaßnahmen für Frauen zur Verfügung zu stellen (Beifall bei der SPÖ), um das wiedergutzumachen, was man den Frauen bis dato von seiten der Wirtschaft, bedauerlicherweise auch von seiten der Freiheitlichen und der ÖVP, schuldig geblieben ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zweitens: Wenn von Senkung der Arbeitskosten die Rede ist, auch im Zusammenhang mit einem möglichen Karenzgeld für alle, möchte ich eine Klarstellung machen: Sollte jemals ein Schilling, 1 Milliarde oder mehrere Milliarden Schilling aus der Arbeitslosenversicherung – Anführungszeichen – “übrigbleiben”, dann ist jeder Schilling, erst recht jede Milliarde, für Qualifizierungsmaßnahmen und Wiedereinstiegsmaßnahmen für Frauen zur Verfügung zu stellen (Beifall bei der SPÖ), um das wiedergutzumachen, was man den Frauen bis dato von seiten der Wirtschaft, bedauerlicherweise auch von seiten der Freiheitlichen und der ÖVP, schuldig geblieben ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Sie können sie schriftlich abgeben!
†Abgeordnete Klara Motter¦ (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gestatten Sie mir, zunächst eine Frage an Herrn Dr. Haider zu richten, der leider nicht mehr im Saal ist (Abg. Mag. Stadler: Sie können sie schriftlich abgeben!), daher stelle ich sie an die Freiheitliche Partei: Soll die Frau tatsächlich frei entscheiden können? – Ich habe das anders in Erinnerung, zumindest steht es in einem Buch von Dr. Haider anders. (Abg. Mag. Stadler: Seit wann liest sie Bücher?)
Abg. Mag. Stadler: Seit wann liest sie Bücher?
†Abgeordnete Klara Motter¦ (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gestatten Sie mir, zunächst eine Frage an Herrn Dr. Haider zu richten, der leider nicht mehr im Saal ist (Abg. Mag. Stadler: Sie können sie schriftlich abgeben!), daher stelle ich sie an die Freiheitliche Partei: Soll die Frau tatsächlich frei entscheiden können? – Ich habe das anders in Erinnerung, zumindest steht es in einem Buch von Dr. Haider anders. (Abg. Mag. Stadler: Seit wann liest sie Bücher?)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Zur Sachpolitik: Als Familienpolitikerin sehe ich immer klarer, wie sehr die traditionellen Rollen und die Aufgabenverteilung von Versorgungsarbeit und Erwerbsarbeit für die Hälfte der österreichischen Bevölkerung, nämlich die Frauen, zu einer strukturellen sozialen Benachteiligung führen. Ich verstehe nicht, warum die ÖVP immer nur von Müttern redet und nie die Männer in Zugzwang bringt. Frau Rauch-Kallat! Das, was Sie heute diesbezüglich wieder von sich gegeben haben, spricht einfach für Ihre Tradition, für Ihr Rollenbild, das nicht mehr in unsere heutige Zeit paßt. Das sei Ihnen auch einmal öffentlich gesagt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
In dieser sehr komplexen und vielschichtigen Problematik ist die einseitige Zuteilung der Familienarbeit an die Frauen einer der wesentlichsten Knackpunkte. Nach meinem liberalen Verständnis kann und darf aber nicht mit Zwang oder rigider Reglementierung ein ausgewogeneres Verhältnis, das wir unbedingt brauchen, herbeigeführt werden, sondern wir brauchen dazu eine breite Diskussion, um ein entsprechendes Bewußtsein zu schaffen. Wir müssen uns über alle Parteigrenzen hinweg starke Anreize und geeignete Rahmenbedingungen überlegen, damit eine verstärkte Beteiligung der Väter an der Familienarbeit möglich wird. Ein Ziel sollte daher sein, daß es zur Selbstverständlichkeit wird, daß auch Väter in Karenz gehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Weiters kennen wir das Problem des Wiedereinstieges in den Beruf. Auch darüber wurde heute schon gesprochen, wurden Versprechungen gemacht. Bitte, tun Sie etwas! Wir brauchen diese Kinderbetreuungsplätze, damit wir tatsächlich eine echte Freiwilligkeit und eine echte Chancengleichheit für unsere Frauen haben. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Schweitzer: Ich werde ein bißchen überziehen!
Erster Redner ist Herr Abgeordneter Schweitzer. Ist es richtig, daß die Uhr auf 7 Minuten gestellt werden soll? (Abg. Mag. Schweitzer: Ich werde ein bißchen überziehen!) – Ungefähr.
Abg. Parnigoni: Wo er recht hat, hat er recht!
Das heißt also, auch Sie sind nicht bereit (Abg. Parnigoni: Wo er recht hat, hat er recht!), Kritik, fundierte Kritik des Rechnungshofes zur Kenntnis zu nehmen und Ihre Position auch nur um einen Millimeter zu ändern, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das heißt also, auch Sie sind nicht bereit (Abg. Parnigoni: Wo er recht hat, hat er recht!), Kritik, fundierte Kritik des Rechnungshofes zur Kenntnis zu nehmen und Ihre Position auch nur um einen Millimeter zu ändern, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ und Rufe: Jawohl!
Damit bestätigen Sie einmal mehr, was auch Bundeskanzler Klima in Salzburg eindeutig zum Ausdruck gebracht hat: Sie werden dieses Projekt durchziehen – egal, was es kostet! (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ und Rufe: Jawohl!)
Abg. Parnigoni: Weil Sie sich nicht auskennen!
Der Herr Bundeskanzler scheut nicht davor zurück, sogar Unwahrheiten als Argumente anzuführen, und spricht von internationalen Verpflichtungen, die es in Wahrheit überhaupt nicht gibt. (Abg. Parnigoni: Weil Sie sich nicht auskennen!) Selbst Bundesminister Einem – das ist im Protokoll nachzulesen – hat festgestellt, daß die Argumentation mit den internationalen Verpflichtungen übertrieben war, und der Präsident des Rechnungshofes wird das noch einmal aufklären. Der Bundeskanzler hat da eindeutig ein Argument angeführt, das jeglicher Grundlage entbehrt, er hat uns in Wirklichkeit getäuscht. (Abg. Parnigoni: Na, na, Vorsicht!) Er hat gesagt, es gibt internationale Verpflichtungen, und in Wahrheit gibt es diese internationalen Verpflichtungen nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Na, na, Vorsicht!
Der Herr Bundeskanzler scheut nicht davor zurück, sogar Unwahrheiten als Argumente anzuführen, und spricht von internationalen Verpflichtungen, die es in Wahrheit überhaupt nicht gibt. (Abg. Parnigoni: Weil Sie sich nicht auskennen!) Selbst Bundesminister Einem – das ist im Protokoll nachzulesen – hat festgestellt, daß die Argumentation mit den internationalen Verpflichtungen übertrieben war, und der Präsident des Rechnungshofes wird das noch einmal aufklären. Der Bundeskanzler hat da eindeutig ein Argument angeführt, das jeglicher Grundlage entbehrt, er hat uns in Wirklichkeit getäuscht. (Abg. Parnigoni: Na, na, Vorsicht!) Er hat gesagt, es gibt internationale Verpflichtungen, und in Wahrheit gibt es diese internationalen Verpflichtungen nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Herr Bundeskanzler scheut nicht davor zurück, sogar Unwahrheiten als Argumente anzuführen, und spricht von internationalen Verpflichtungen, die es in Wahrheit überhaupt nicht gibt. (Abg. Parnigoni: Weil Sie sich nicht auskennen!) Selbst Bundesminister Einem – das ist im Protokoll nachzulesen – hat festgestellt, daß die Argumentation mit den internationalen Verpflichtungen übertrieben war, und der Präsident des Rechnungshofes wird das noch einmal aufklären. Der Bundeskanzler hat da eindeutig ein Argument angeführt, das jeglicher Grundlage entbehrt, er hat uns in Wirklichkeit getäuscht. (Abg. Parnigoni: Na, na, Vorsicht!) Er hat gesagt, es gibt internationale Verpflichtungen, und in Wahrheit gibt es diese internationalen Verpflichtungen nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Edler.
Aber die SPÖ ignoriert ohnehin alles, was an Argumenten gegen dieses Projekt vorliegt, und wird mit Hilfe – ich sage das ganz bewußt – einer einmal mehr orientierungslosen ÖVP ein Milliardendebakel am Semmering zu verantworten haben. Der Bundeskanzler, der Verkehrsminister und die ÖVP ziehen dieses Projekt durch – das ist das Ergebnis des Rechnungshofausschusses, meine Damen und Herren! Sie ziehen dieses Projekt durch. (Zwischenruf des Abg. Edler.) Trotz besserer Alternativen, trotz fehlender Wirtschaftlichkeit, trotz gescheiterter Privatfinanzierung, meine Damen und Herren, wollen Sie gemeinsam mit der ÖVP dieses Projekt durchziehen. Der Semmering-Basistunnel wird, wenn es nach Ihnen geht, gebaut, obwohl die bisherige Verkehrsentwicklung weit hinter den seinerzeitigen Prognosen liegt, obwohl die Güterverkehrsmengen mehr als 60 Prozent hinter den Prognosen liegen, meine Damen und Herren, obwohl die Kapazität der Bergstrecke bei weitem nicht erreicht ist, wie uns die Experten sagen (Zwischenruf der Abg. Huber), ja sogar bis 2015 überhaupt keine Kapazitätsprobleme entstehen können. (Abg. Parnigoni: 2006!)
Zwischenruf der Abg. Huber
Aber die SPÖ ignoriert ohnehin alles, was an Argumenten gegen dieses Projekt vorliegt, und wird mit Hilfe – ich sage das ganz bewußt – einer einmal mehr orientierungslosen ÖVP ein Milliardendebakel am Semmering zu verantworten haben. Der Bundeskanzler, der Verkehrsminister und die ÖVP ziehen dieses Projekt durch – das ist das Ergebnis des Rechnungshofausschusses, meine Damen und Herren! Sie ziehen dieses Projekt durch. (Zwischenruf des Abg. Edler.) Trotz besserer Alternativen, trotz fehlender Wirtschaftlichkeit, trotz gescheiterter Privatfinanzierung, meine Damen und Herren, wollen Sie gemeinsam mit der ÖVP dieses Projekt durchziehen. Der Semmering-Basistunnel wird, wenn es nach Ihnen geht, gebaut, obwohl die bisherige Verkehrsentwicklung weit hinter den seinerzeitigen Prognosen liegt, obwohl die Güterverkehrsmengen mehr als 60 Prozent hinter den Prognosen liegen, meine Damen und Herren, obwohl die Kapazität der Bergstrecke bei weitem nicht erreicht ist, wie uns die Experten sagen (Zwischenruf der Abg. Huber), ja sogar bis 2015 überhaupt keine Kapazitätsprobleme entstehen können. (Abg. Parnigoni: 2006!)
Abg. Parnigoni: 2006!
Aber die SPÖ ignoriert ohnehin alles, was an Argumenten gegen dieses Projekt vorliegt, und wird mit Hilfe – ich sage das ganz bewußt – einer einmal mehr orientierungslosen ÖVP ein Milliardendebakel am Semmering zu verantworten haben. Der Bundeskanzler, der Verkehrsminister und die ÖVP ziehen dieses Projekt durch – das ist das Ergebnis des Rechnungshofausschusses, meine Damen und Herren! Sie ziehen dieses Projekt durch. (Zwischenruf des Abg. Edler.) Trotz besserer Alternativen, trotz fehlender Wirtschaftlichkeit, trotz gescheiterter Privatfinanzierung, meine Damen und Herren, wollen Sie gemeinsam mit der ÖVP dieses Projekt durchziehen. Der Semmering-Basistunnel wird, wenn es nach Ihnen geht, gebaut, obwohl die bisherige Verkehrsentwicklung weit hinter den seinerzeitigen Prognosen liegt, obwohl die Güterverkehrsmengen mehr als 60 Prozent hinter den Prognosen liegen, meine Damen und Herren, obwohl die Kapazität der Bergstrecke bei weitem nicht erreicht ist, wie uns die Experten sagen (Zwischenruf der Abg. Huber), ja sogar bis 2015 überhaupt keine Kapazitätsprobleme entstehen können. (Abg. Parnigoni: 2006!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber es war interessant, Herr Minister, was Dr. Platzer in diesem Zusammenhang gesagt hat. Er hat gesagt: Wenn wir die Süd-Ost-Spange bauen, dann werden wahrscheinlich 60 Prozent des Transportsubstrates vom Semmering auf die Süd-Ost-Spange verlagert werden. Und das ist das Böse an der Süd-Ost-Spange, daß nämlich damit klar und deutlich gemacht wird, daß, wenn diese Süd-Ost-Spange gebaut wird, man dieses Projekt am Semmering erst recht nicht braucht. Deshalb darf diese Süd-Ost-Spange nicht gebaut werden, weil dann dieses Desaster am Semmering ganz offenkundig und die Unnotwendigkeit klar und deutlich wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Da hast du Watte in den Ohren gehabt! – Abg. Edler: Warst du in einer anderen Sitzung? Wo warst du denn?
Als ich Sie im Ausschuß gefragt habe, wie es denn mit der Versorgung des Ostens und des Südens steht, haben Sie wortwörtlich gesagt: Na, was wollt ihr denn da unten? – Ihr habt ohnehin die A 2, die Süd Autobahn, das muß euch doch reichen als Erschließung. – Ich glaube nicht, daß das eine gerechte Antwort ist, Herr Bundesminister! Ihr habt die A 2, und damit habt ihr genug zum Leben! (Abg. Parnigoni: Da hast du Watte in den Ohren gehabt! – Abg. Edler: Warst du in einer anderen Sitzung? Wo warst du denn?)
Abg. Parnigoni: Wie bei jedem Straßenprojekt!
Das Scheitern, Herr Bundesminister, der Privatfinanzierung bestätigt, daß das Projekt keine Rentabilität aufweist. In Wahrheit werden nicht einmal die Zinsen aufgebracht, und der Steuerzahler wird damit einmal mehr ganz intensiv zur Kasse gebeten. (Abg. Parnigoni: Wie bei jedem Straßenprojekt!)
Abg. Mag. Stadler: Das wird Kukacka geschrieben haben!
Umso weniger, meine Damen und Herren von der ÖVP, Herr Kollege Kukacka, verstehe ich die Position der ÖVP. Herr Kukacka! Mir liegt ein Brief Ihres Klubobmannes bezüglich dieses Projektes vor, den er einem “lieben Kartellbruder” schrieb – ich zitiere –: Ich trete angesichts der budgetären Situation vehement gegen eine öffentliche Finanzierung ein. Mit kartellbrüderlichen Grüßen, Dein Andreas Khol. (Abg. Mag. Stadler: Das wird Kukacka geschrieben haben!)
Oh-Rufe bei den Freiheitlichen.
Er fügt weiters an, Herr Kukacka: Wir von der ÖVP sagen daher, daß entweder eine private Finanzierungslösung ohne Ausfallshaftung des Bundes gefunden werden muß, oder es wird mit dem Bau nicht begonnen. Mit freundlichen Grüßen, Vizekanzler Dr. Wolfgang Schüssel. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen.) – Herr Kukacka! Ich erwarte mir einige klärende Worte zu dieser Angelegenheit.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Woher kommt denn das Geld? – Das ist nicht von irgendwo neu hergekommen. Übersetzt heißt dies: Es handelt sich um maastrichtgerecht versteckte Schulden, für die der Bund haftet. Somit ist all das, was ÖVP und Klima zur Privatfinanzierung gesagt haben, Makulatur, meine Damen und Herren! SCHIG-Milliarden sind Steuermilliarden! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das sind maastrichtgerecht versteckte Schulden, für die der Bund haftet, meine Damen und Herren!
Abg. Mag. Stadler: Wieder einmal!
Der Semmering-Basistunnel wird laut Herrn Draxler von der ÖBB, der eine begeisterte Brandrede gehalten hat – vielleicht erinnern Sie sich daran, Herr Präsident –, auf Kosten der Steuerzahler zur Verfügung gestellt. Das ist nur deshalb möglich, meine Damen und Herren, Herr Kukacka, weil die ÖVP einmal mehr umgefallen ist. (Abg. Mag. Stadler: Wieder einmal!) Draußen erzählen Sie dieses, schreiben den Leuten jenes, der Herr Landeshauptmann von Niederösterreich erzählt Schauermärchen, und in Wahrheit, nämlich dann, wenn es darum geht, hier herinnen zu entscheiden, ist die ÖVP ganz anders. Sie ist pflegeleicht und immer wieder im gleichen Trott hinter der SPÖ. Ich weiß nicht, was Sie sich davon versprechen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Semmering-Basistunnel wird laut Herrn Draxler von der ÖBB, der eine begeisterte Brandrede gehalten hat – vielleicht erinnern Sie sich daran, Herr Präsident –, auf Kosten der Steuerzahler zur Verfügung gestellt. Das ist nur deshalb möglich, meine Damen und Herren, Herr Kukacka, weil die ÖVP einmal mehr umgefallen ist. (Abg. Mag. Stadler: Wieder einmal!) Draußen erzählen Sie dieses, schreiben den Leuten jenes, der Herr Landeshauptmann von Niederösterreich erzählt Schauermärchen, und in Wahrheit, nämlich dann, wenn es darum geht, hier herinnen zu entscheiden, ist die ÖVP ganz anders. Sie ist pflegeleicht und immer wieder im gleichen Trott hinter der SPÖ. Ich weiß nicht, was Sie sich davon versprechen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die ÖVP unterstützt ein 15-Milliarden-Schilling-Projekt, das in Wirklichkeit nur eine großzügige Streckenbegradigung eines kleinen Abschnittes dieser langen Südbahn darstellt, meine Damen und Herren von der ÖVP! Die Experten haben uns gesagt, im Falle einer stärkeren Verkehrszunahme – Herr Präsident, ich ersuche Sie, das dann auch zu bestätigen – wird aber die gesamte Strecke, nämlich die gesamte Südbahn, an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, und damit ist eine völlig neue Südstrecke notwendig. Daß dieser Fall eintritt, haben alle Experten bestätigt, wenn Sie sich erinnern. Spätestens dann werden auch die Befürworter, die wir in den Regierungsparteien haben, das zugeben müssen, was sie ohnehin wissen: daß dieser Semmering-Basistunnel eine extrem teure, völlig unwirtschaftliche und völlig unnötige Übergangslösung darstellt und deshalb ein krasses Beispiel mehr für die sozialistische Geldverschwendung in diesem Lande ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Edler: Verhinderung!
Sie haben nichts gelernt: Sie haben aus Zwentendorf nichts gelernt (Abg. Edler: Verhinderung!), Sie haben aus dieser nun zehnjährigen Diskussion um den Tunnel nichts gelernt, und Sie werden in der Steiermark demnächst das nächste Desaster mit der 380-kV-Leitung erleben. Wir haben sie im Burgenland, doch in der Steiermark dürfen Sie nicht weiterbauen. Das heißt, eine weitere Zwentendorf-Ruine mit teuren Milliarden wurde da errichtet – genauso wie beim Semmering-Basistunnel. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Edler.) Du kannst vielleicht Lok fahren, aber von dem hast du wirklich keine Ahnung. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Edler.
Sie haben nichts gelernt: Sie haben aus Zwentendorf nichts gelernt (Abg. Edler: Verhinderung!), Sie haben aus dieser nun zehnjährigen Diskussion um den Tunnel nichts gelernt, und Sie werden in der Steiermark demnächst das nächste Desaster mit der 380-kV-Leitung erleben. Wir haben sie im Burgenland, doch in der Steiermark dürfen Sie nicht weiterbauen. Das heißt, eine weitere Zwentendorf-Ruine mit teuren Milliarden wurde da errichtet – genauso wie beim Semmering-Basistunnel. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Edler.) Du kannst vielleicht Lok fahren, aber von dem hast du wirklich keine Ahnung. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie haben nichts gelernt: Sie haben aus Zwentendorf nichts gelernt (Abg. Edler: Verhinderung!), Sie haben aus dieser nun zehnjährigen Diskussion um den Tunnel nichts gelernt, und Sie werden in der Steiermark demnächst das nächste Desaster mit der 380-kV-Leitung erleben. Wir haben sie im Burgenland, doch in der Steiermark dürfen Sie nicht weiterbauen. Das heißt, eine weitere Zwentendorf-Ruine mit teuren Milliarden wurde da errichtet – genauso wie beim Semmering-Basistunnel. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Edler.) Du kannst vielleicht Lok fahren, aber von dem hast du wirklich keine Ahnung. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Dazu ist eine Ertüchtigung der Aspangbahn notwendig und dann eine Entscheidung über die Variante der Süd-Ost-Spange, verbunden mit der grundsätzlichen Überlegung, daß der zukünftige Bahnausbau vor allem die Erreichbarkeit von benachteiligten Regionen verbessern muß. Die Erreichbarkeit von benachteiligten Regionen muß verbessert werden. Wollen Sie das, meine Damen und Herren, oder wollen Sie das nicht? – Wir von den Freiheitlichen wollen, daß die benachteiligten Regionen verbessert erreicht werden können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, vor allem der ÖVP! Machen Sie hier herinnen einmal das, was Sie draußen den Leuten glaubhaft machen wollen, was Sie hier tun! Aber Sie werden das wieder nicht tun. Sie werden von der Bevölkerung durchschaut. Die nächsten Wahlniederlagen für die ÖVP sind vorprogrammiert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Peter: Der Kukacka tritt zum Slalom an!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Kukacka. – Bitte. (Abg. Mag. Peter: Der Kukacka tritt zum Slalom an!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Der CV ist durchschaut!
†Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka¦ (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister! Herr Rechnungshofpräsident! Hohes Haus! Wenn jemand, Herr Kollege Schweitzer, in dieser Frage von den Wählern durchschaut ist, dann ist es ganz sicherlich die Freiheitliche Partei. Sie sind die letzte Partei in diesem Haus, die in dieser Frage Glaubwürdigkeit beanspruchen kann, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Der CV ist durchschaut!) Denn solange Herr Dr. Haider Landeshauptmann von Kärnten war, war er ein glühender Anhänger dieses Projekts. (Abg. Mag. Stadler: Mit “kartellbrüderlichen Grüßen”!) Als er es nicht mehr war, wollte er davon nichts mehr wissen. Das ist keine glaubwürdige Politik, und das wissen auch die Wähler in diesem Land, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Er ist nicht beim CV!)
Abg. Mag. Stadler: Mit “kartellbrüderlichen Grüßen”!
†Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka¦ (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister! Herr Rechnungshofpräsident! Hohes Haus! Wenn jemand, Herr Kollege Schweitzer, in dieser Frage von den Wählern durchschaut ist, dann ist es ganz sicherlich die Freiheitliche Partei. Sie sind die letzte Partei in diesem Haus, die in dieser Frage Glaubwürdigkeit beanspruchen kann, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Der CV ist durchschaut!) Denn solange Herr Dr. Haider Landeshauptmann von Kärnten war, war er ein glühender Anhänger dieses Projekts. (Abg. Mag. Stadler: Mit “kartellbrüderlichen Grüßen”!) Als er es nicht mehr war, wollte er davon nichts mehr wissen. Das ist keine glaubwürdige Politik, und das wissen auch die Wähler in diesem Land, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Er ist nicht beim CV!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Er ist nicht beim CV!
†Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka¦ (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister! Herr Rechnungshofpräsident! Hohes Haus! Wenn jemand, Herr Kollege Schweitzer, in dieser Frage von den Wählern durchschaut ist, dann ist es ganz sicherlich die Freiheitliche Partei. Sie sind die letzte Partei in diesem Haus, die in dieser Frage Glaubwürdigkeit beanspruchen kann, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Der CV ist durchschaut!) Denn solange Herr Dr. Haider Landeshauptmann von Kärnten war, war er ein glühender Anhänger dieses Projekts. (Abg. Mag. Stadler: Mit “kartellbrüderlichen Grüßen”!) Als er es nicht mehr war, wollte er davon nichts mehr wissen. Das ist keine glaubwürdige Politik, und das wissen auch die Wähler in diesem Land, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Er ist nicht beim CV!)
Abg. Mag. Stadler: So lange darf es die ÖVP auch!
Solange Sie selbst einen solchen Zickzackkurs fahren und sich Ihre Positionen immer je nach politischer Opportunität ändern (Abg. Mag. Stadler: So lange darf es die ÖVP auch!), so lange haben Sie kein moralisches Recht (Abg. Mag. Stadler: So lange darf es die ÖVP auch!), irgendeiner anderen Partei in dieser Frage Vorwürfe zu machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: So lange darf es die ÖVP auch!
Solange Sie selbst einen solchen Zickzackkurs fahren und sich Ihre Positionen immer je nach politischer Opportunität ändern (Abg. Mag. Stadler: So lange darf es die ÖVP auch!), so lange haben Sie kein moralisches Recht (Abg. Mag. Stadler: So lange darf es die ÖVP auch!), irgendeiner anderen Partei in dieser Frage Vorwürfe zu machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Solange Sie selbst einen solchen Zickzackkurs fahren und sich Ihre Positionen immer je nach politischer Opportunität ändern (Abg. Mag. Stadler: So lange darf es die ÖVP auch!), so lange haben Sie kein moralisches Recht (Abg. Mag. Stadler: So lange darf es die ÖVP auch!), irgendeiner anderen Partei in dieser Frage Vorwürfe zu machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das ist politische Doppelmoral – und dagegen wehren wir uns entschieden! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte diesen Bericht nicht dramatisieren – dazu besteht kein Anlaß –, aber es besteht auch kein Anlaß, ihn zu relativieren. Der Bundesminister hat selbst im Ausschuß gesagt, er schließe sich der Kritik am Rechnungshof, die aus seiner Fraktion gekommen ist, nicht in allen Punkten an. Damit hat er, wie ich glaube, kluge Einsicht gezeigt. Der Rechnungshofbericht ist nun einmal über weite Strecken auch ein Mängelkatalog sozialdemokratischer Verkehrspolitik bei der Realisierung dieses Projektes. Insgesamt haben mehr als vier sozialdemokratische Verkehrsminister an diesem Semmering-Basistunnel mehr schlecht als recht herumgedoktert. Der Rechnungshof hat dazu eine lange Latte von verkehrspolitischen Versäumnissen und Fehlern festgestellt, die ausschließlich diese Minister und sonst niemand zu verantworten hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auf folgendes möchte ich ganz besonders hinweisen: Auf Drängen der ÖVP ist bereits im Februar 1995 hier im Haus eine Entschließung des Nationalrates verabschiedet worden, daß der Verkehrsminister einen Entwurf für eine rechtliche Verankerung des Bundesverkehrswegeplanes und eine Prioritätenreihung der wesentlichen Verkehrsinfrastrukturvorhaben unter Berücksichtigung des jeweils notwendigen Finanzbedarfes vorlegen muß. – Meine Damen und Herren! Dazu sind die Verkehrsminister bis heute nicht in der Lage gewesen, und das halten wir für ein schweres Versäumnis! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister! Sie sind gefordert, diese Antworten rasch und überzeugend zu liefern. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kukacka: Die Grünen haben auch immer einen Zickzackkurs gefahren in dieser Sache!
†Abgeordnete Dr. Gabriela Moser¦ (Grüne): Meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrter Herr Rechnungshofpräsident! Keine Frage: endgültige Entscheidungen müssen fallen, aber, Herr Kollege Kukacka, Entscheidungen sind schon gefallen. Entscheidungen wurden großkoalitionär gefällt. Entscheidungen für den Semmering-Tunnel als verkehrspolitisches Projekt sind auch von Ihnen mitgetragen worden, und jetzt gehen Sie hier heraus und diskutieren so, als ob noch alles offen wäre. Mir wäre es recht, wenn vieles offen wäre. Mir wäre es recht, wenn die Entscheidung noch offen wäre, und darauf möchte ich heute abzielen. (Abg. Mag. Kukacka: Die Grünen haben auch immer einen Zickzackkurs gefahren in dieser Sache!)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Ganz konkret zum Rechnungshofbericht, der hier und jetzt Thema ist: Er attestiert diesem Projekt und vor allem dieser Vorgangsweise – ich unterstreiche: dieser Vorgangsweise –, wie man das Projekt angeht, wie man das Projekt umsetzt und wie man das Projekt vorantreibt, eine Reihe von massiven Fehlern. Sie wissen es: falsche Daten, falsche Prognosewerte, ein Argumentationsslalom, keine Finanzierungssicherheit. Der Rechnungshof spricht auch von einer Kostenexplosion und von zeitlichen Verzögerungen. All das sind gravierende Mängel der Vorgangsweise eines Bahnbauprojektes. Warum gerade ein Bahnbauprojekt? – Das ist für mich der interessante und entscheidende Faktor. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Kiermaier: Das stimmt nicht! Das stimmt nicht!
Konkret ist dieses Bahnprojekt mehr oder weniger das Objekt der Auseinandersetzung zwischen zwei Bundesländern. Es handelt sich praktisch um eine innerösterreichische Verkehrsdebatte, die im Ausland geradezu lächerlich wirkt. Es handelt sich um eine Verkehrsdebatte, bei der es darum geht: Steirer gegen Niederösterreicher beziehungsweise Pröll gegen Klasnic – und umgekehrt. (Abg. Kiermaier: Das stimmt nicht! Das stimmt nicht!) Das ist ein Niveau, das verkehrspolitisch zu verabscheuen ist. Das ist ein Niveau, das uns nicht weiterbringt.
Abg. Mag. Kukacka: Das stimmt doch nicht!
Ich möchte zurück zur Sachebene und besonders herausarbeiten, daß es für mich ein sehr bezeichnender Vorgang ist, daß man einerseits bei Bahnprojekten alles auf die Goldwaage legt, daß man sich Schlampereien leistet, daß man unkorrekte Vorgangsweisen wählt, daß man gar keine ordentlichen Daten für die Planung hat, daß man die Planung und die Prognosen nicht ordentlich vorantreibt, daß man aber andererseits bei zig Straßenprojekten nicht einmal die Brückenwaage verwendet. Das ist eine Disparität in der Verkehrspolitik, die sich immer wieder zeigt, die auch immer wieder in diesem Hause deutlich wird. (Abg. Mag. Kukacka: Das stimmt doch nicht!)
Beifall des Abg. Smolle.
Schauen Sie sich die Oktober-Variante – die endgültige oder vorläufige, wie immer – des Masterplans an. Da gibt es, was die Koralm anlangt – wieder ein Tunnelprojekt –, eine wunderbare Grafik über die Erreichbarkeitsverbesserung durch diesen Tunnel. Die Erreichbarkeit wird massiv verbessert – in der Südweststeiermark. (Beifall des Abg. Smolle.) Bezeichnenderweise gibt es keine Erreichbarkeitsdarstellung für den Semmering-Tunnel. Die Erreichbarkeit würde sich nämlich nicht verbessern. Es gibt sinnvollerweise – in Ihrer Logik gedacht – auch keine Graphik, die die Erreichbarkeitssituaton in der Südweststeiermark oder im Burgenland darstellt, denn würde man das darstellen, dann würde man sehen: Der Semmering hat null Effekt, und es gibt andere Projekte, die sehr wohl einen Effekt hätten.
Abg. Wurmitzer: Sie wollen das nicht?
Im Ausschuß – damit möchte ich schließen – gab es eine rührende Bezeichnung durch Herrn Professor Riessberger aus der Steiermark, was Semmering-Tunnel bedeutet, welche mythologische Bedeutung er hat. Er sagte: “Das ist der gottgewollte Weg in die Steiermark.” – Die Diskussion spielt sich auf diesem Niveau ab, selbst unter Experten. Für den Bau des Semmering-Basistunnels würde sprechen: Das ist der gottgewollte Weg in die Steiermark! (Abg. Wurmitzer: Sie wollen das nicht?) – Das ist ein Niveau, das von mir aus in die Kirche gehört oder in den Beichtstuhl, aber nicht in einen Rechnungshofausschuß. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Im Ausschuß – damit möchte ich schließen – gab es eine rührende Bezeichnung durch Herrn Professor Riessberger aus der Steiermark, was Semmering-Tunnel bedeutet, welche mythologische Bedeutung er hat. Er sagte: “Das ist der gottgewollte Weg in die Steiermark.” – Die Diskussion spielt sich auf diesem Niveau ab, selbst unter Experten. Für den Bau des Semmering-Basistunnels würde sprechen: Das ist der gottgewollte Weg in die Steiermark! (Abg. Wurmitzer: Sie wollen das nicht?) – Das ist ein Niveau, das von mir aus in die Kirche gehört oder in den Beichtstuhl, aber nicht in einen Rechnungshofausschuß. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es geht meiner Ansicht nach bei dieser Entscheidung nicht um den “gottgewollten Weg”, sondern um ein Projekt, das Österreich langfristig auch im Süden und Südosten eine Entwicklungsmöglichkeit bietet. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wabl: Brix! Wofür seid ihr?
†Abgeordneter Otmar Brix¦ (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Am vergangenen Freitag ist nach der langen Debatte des Rechnungshofausschusses – Kollege Wabl hat uns nicht besucht (Abg. Wabl: Brix! Wofür seid ihr?), er hat sich entschuldigen lassen, daher hat sein interessanter Debattenbeitrag dort gefehlt – herausgekommen, daß – das sage gleich vorweg mit aller Deutlichkeit – an dem Semmering-Basistunnel kein Weg vorbeiführt. Er ist eine unbedingte Notwendigkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
†Abgeordneter Otmar Brix¦ (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Am vergangenen Freitag ist nach der langen Debatte des Rechnungshofausschusses – Kollege Wabl hat uns nicht besucht (Abg. Wabl: Brix! Wofür seid ihr?), er hat sich entschuldigen lassen, daher hat sein interessanter Debattenbeitrag dort gefehlt – herausgekommen, daß – das sage gleich vorweg mit aller Deutlichkeit – an dem Semmering-Basistunnel kein Weg vorbeiführt. Er ist eine unbedingte Notwendigkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kiermaier: Das verschweigt er! – Abg. Leikam: Schweitzer hat keine Ahnung!
Erstens: bessere und schnellere Erreichbarkeit der Obersteiermark und Kärntens, ein verstärkter Zusatz des Güterverkehrs, den wir gerade in der Steiermark brauchen. Wir können dort dann andere Waggons einsetzen, die jetzt auf dieser Ghega-Strecke trotz Ausbaus nicht verwendet werden können. Das muß gesagt werden, wenn immer wieder von der jetzigen Ghega-Strecke gesprochen wird. Lieber Kollege Schweitzer! Sie kommen da heraus und erzählen, es soll halt die Semmering-Ghega-Strecke ausgebaut werden. Sie wissen ganz genau, daß aufgrund des Beschlusses, die Ghega-Bahn zum Weltkulturerbe zu erklären, diese Strecke nur so ausgebaut werden kann, wie sie zurzeit besteht. Es können dort nur Renovierungen vorgenommen werden, aber es kann nicht so ausgebaut werden, daß anders und schneller gefahren werden kann. Aber das sagen Sie nicht, wenn Sie da heraußen stehen. Dann sprechen Sie nur davon, daß ausgebaut werden soll. (Abg. Kiermaier: Das verschweigt er! – Abg. Leikam: Schweitzer hat keine Ahnung!)
Beifall bei der SPÖ.
Daher: Um neue, moderne Güterwaggons einsetzen und um die Wirtschaft forcieren zu können, brauchen wir den Tunnel. Wir brauchen den Tunnel zur Stärkung des österreichischen Wirtschaftsraumes und damit auch der Ostregion. Liebe Damen und Herren! Hohes Haus! Wollen Sie als österreichische Abgeordnete forcieren, daß die Bahn an Österreich vorbeifährt, oder wollen Sie, daß die Bahn in Österreich fährt? (Beifall bei der SPÖ.) – Wir Sozialdemokraten wollen den österreichischen Weg beschreiten, wir wollen keine ungarische Bahn. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.) Laß mich reden! Soviel Redezeit habe ich nicht.
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Daher: Um neue, moderne Güterwaggons einsetzen und um die Wirtschaft forcieren zu können, brauchen wir den Tunnel. Wir brauchen den Tunnel zur Stärkung des österreichischen Wirtschaftsraumes und damit auch der Ostregion. Liebe Damen und Herren! Hohes Haus! Wollen Sie als österreichische Abgeordnete forcieren, daß die Bahn an Österreich vorbeifährt, oder wollen Sie, daß die Bahn in Österreich fährt? (Beifall bei der SPÖ.) – Wir Sozialdemokraten wollen den österreichischen Weg beschreiten, wir wollen keine ungarische Bahn. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.) Laß mich reden! Soviel Redezeit habe ich nicht.
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer
Meine Damen und Herren! Es wurde schon erklärt, was man alles (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer) – Moment, Moment! – im Vorfeld des Rechnungshofausschusses gesagt hat, und Kollege Kukacka hat den Präsidenten des Rechnungshofes verteidigt. Sie brauchen ihn nicht zu verteidigen, ich stehe dazu. Der Rechnungshofspräsident ist da der Souverän für die Kontrolle, und er hat auch seinen Bericht vorgelegt. (Abg. Dr. Pumberger: Das hat aber im Ausschuß anders geklungen!)
Abg. Dr. Pumberger: Das hat aber im Ausschuß anders geklungen!
Meine Damen und Herren! Es wurde schon erklärt, was man alles (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer) – Moment, Moment! – im Vorfeld des Rechnungshofausschusses gesagt hat, und Kollege Kukacka hat den Präsidenten des Rechnungshofes verteidigt. Sie brauchen ihn nicht zu verteidigen, ich stehe dazu. Der Rechnungshofspräsident ist da der Souverän für die Kontrolle, und er hat auch seinen Bericht vorgelegt. (Abg. Dr. Pumberger: Das hat aber im Ausschuß anders geklungen!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
“Der Rechnungshof habe den Semmering-Basistunnel keineswegs ausgeschlossen, sondern die berechtigte Frage gestellt, ob nicht auch andere Möglichkeiten und Varianten untersucht werden sollten. Insoweit befinde sich der Rechnungshof im Einklang mit der vom Ministerium eingesetzten Expertengruppe.” (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.)
Abg. Mag. Schweitzer: Otmar, das haben ja wir auch alle bekommen!
Das hat der Herr Präsident im Ausschuß gesagt – aber nicht das, was jetzt wieder behauptet wurde: Es sei das ein fürchterlicher Bericht, und damit sei auch dieser Basistunnel gestorben. (Abg. Mag. Schweitzer: Otmar, das haben ja wir auch alle bekommen!) – Aber dann sag es doch da heraußen, wenn du es auch bekommen hast! Sag es! Sag nicht wieder etwas anderes!
Abg. Mag. Barmüller: Für wen positiv?
Ich gehe gleich auf Ihre Fragen ein, Kollegin Moser! Selbstverständlich werden wir gemeinsam mit dem Verkehrsminister dafür eintreten, daß, wenn der Verfassungsgerichtshof positiv entscheidet (Abg. Mag. Barmüller: Für wen positiv?) – positiv, daß dieser Tunnel gebaut werden kann, Kollege Barmüller –, so rasch wie möglich mit dem Bau des Semmering-Basistunnels begonnen wird. Selbstverständlich treten wir dafür ein, weil, wie ich schon gesagt habe, kein Weg an dieser wirklich guten Lösung vorbeiführt.
Abg. Mag. Schweitzer: Um wieviel? Um wieviel?
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich noch etwas Weiteres aufklären: Wissen Sie eigentlich oder muß ich Ihnen das erst sagen – ich sage es aber sehr gerne –, daß mit dem Semmering-Basistunnel die Fahrzeit für die Grazer eine gravierende Verkürzung erfährt, aber nicht nur wegen des Semmering-Basistunnels (Abg. Mag. Schweitzer: Um wieviel? Um wieviel?), sondern weil es ein Paket von Maßnahmen gibt. Um fast eine Stunde verkürzt sich die Fahrzeit im Zusammenhang mit dem Tunnel plus den Pendolino-Zügen, also plus diesem neuen Waggonmaterial. Jetzt frage ich alle Kärntner, alle Steirer, die heimfahren wollen, ob diese nicht auch früher daheim sein wollen, ob sie nicht auch früher an ihrem Arbeitsplatz sein wollen. Ohne Tunnel geht es nicht, weil der Pendolino über die alte Semmering-Strecke nicht diese Fahrzeitverkürzung zusammenbringt, weil er nicht fahren kann. Das ist technisch nicht machbar, und das ist auch im Ausschuß berichtet und erklärt worden. Daher sollte man nicht hier herausgehen und sagen, das gehe ganz einfach, indem man Pendolinos einsetzt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt.
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich noch etwas Weiteres aufklären: Wissen Sie eigentlich oder muß ich Ihnen das erst sagen – ich sage es aber sehr gerne –, daß mit dem Semmering-Basistunnel die Fahrzeit für die Grazer eine gravierende Verkürzung erfährt, aber nicht nur wegen des Semmering-Basistunnels (Abg. Mag. Schweitzer: Um wieviel? Um wieviel?), sondern weil es ein Paket von Maßnahmen gibt. Um fast eine Stunde verkürzt sich die Fahrzeit im Zusammenhang mit dem Tunnel plus den Pendolino-Zügen, also plus diesem neuen Waggonmaterial. Jetzt frage ich alle Kärntner, alle Steirer, die heimfahren wollen, ob diese nicht auch früher daheim sein wollen, ob sie nicht auch früher an ihrem Arbeitsplatz sein wollen. Ohne Tunnel geht es nicht, weil der Pendolino über die alte Semmering-Strecke nicht diese Fahrzeitverkürzung zusammenbringt, weil er nicht fahren kann. Das ist technisch nicht machbar, und das ist auch im Ausschuß berichtet und erklärt worden. Daher sollte man nicht hier herausgehen und sagen, das gehe ganz einfach, indem man Pendolinos einsetzt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt.)
Beifall bei der SPÖ.
Es muß doch allen bekannt sein, daß das Regenwasser, das in den Berg hineinrinnt, wieder aus dem Berg herausrinnt – egal, ob wir dort ein Loch graben oder nicht. Dort müssen wir es halt auspumpen, aber in Wirklichkeit verläßt es diesen Berg wieder. Daher ist es ein “aufgelegter” Unsinn, davon zu sprechen. Bitte bewahrt den Kindern den Glauben an die Physik: Wasser, das hineinrinnt, muß auch wieder herausrinnen, es kann nirgends stehenbleiben, aber das heißt nicht, daß es “ausblutet”. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kiermaier: Die ganze Partei!
Was mich besonders verwundert und was ich schon gerne heute noch einmal hier in diesem Hause sagen möchte, ist folgendes: Auch mir liegt ein Papier vor, das sehr interessant ist. Die Sozialdemokraten haben sich bei ihrer Tagung in Salzburg klar und deutlich zum Ausbau des Semmering-Basistunnels bekannt und sind entschlossen, diesen zu verwirklichen. (Abg. Kiermaier: Die ganze Partei!)
Beifall bei der SPÖ.
Damals unterschrieb Pröll, daß er für diesen Tunnel sei – nur, heute weiß er von diesem Vertrag nichts mehr. Jetzt frage ich die ÖVP: Stehen Sie zu diesem Vertrag, den Pröll damals unterschrieben hat? – Dann stehen Sie auch für Arbeit und Wirtschaft. Oder stehen Sie nicht zu diesem von Pröll unterschriebenen Vertrag? – Dann stehen Sie nicht für Arbeit und Wirtschaft! Dann hören Sie aber auch auf damit, zu behaupten, daß Sie mithelfen wollen, Arbeit in Österreich zu schaffen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Lukesch: Nicht ablenken!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich abschließend noch etwas sagen: Der Semmering-Basistunnel ist notwendiger denn je. Der Güterverkehr, Kollege Kukacka, auf der Straße nimmt immer mehr zu. Helfen Sie mit, daß Ihr Wirtschaftsminister dafür sorgt, daß in Österreich Road-pricing für die LKW, ein Pickerl für die LKW schneller eingeführt wird! (Abg. Dr. Lukesch: Nicht ablenken!) Helfen Sie mit, so wie der Herr Verkehrsminister, daß die Menschen nicht durch den Straßenverkehr belästigt werden, sondern daß der LKW-Verkehr auf die Schiene verlagert wird! Helfen Sie mit, daß die Obersteiermark und Kärnten jene wirtschaftliche Anbindung in Österreich bekommen, die auch die anderen Bundesländer haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich abschließend noch etwas sagen: Der Semmering-Basistunnel ist notwendiger denn je. Der Güterverkehr, Kollege Kukacka, auf der Straße nimmt immer mehr zu. Helfen Sie mit, daß Ihr Wirtschaftsminister dafür sorgt, daß in Österreich Road-pricing für die LKW, ein Pickerl für die LKW schneller eingeführt wird! (Abg. Dr. Lukesch: Nicht ablenken!) Helfen Sie mit, so wie der Herr Verkehrsminister, daß die Menschen nicht durch den Straßenverkehr belästigt werden, sondern daß der LKW-Verkehr auf die Schiene verlagert wird! Helfen Sie mit, daß die Obersteiermark und Kärnten jene wirtschaftliche Anbindung in Österreich bekommen, die auch die anderen Bundesländer haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eine dieser Schlußfolgerungen, die man daraus ziehen kann – Herr Bundesminister, ich möchte Ihnen das in aller Deutlichkeit sagen –, ist, daß es sehr wohl eine Reihe noch nicht durchgerechneter Alternativen zum Projekt Semmering-Basistunnel gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir von der FPÖ wollen nicht irgend etwas “abdrehen”, sondern wir wollen – das sage ich an die Adresse des Kollegen Kukacka und auch an jene des Kollegen “Physikprofessor” Brix –, daß der Süden Österreichs die beste, wirtschaftlichste und umweltverträglichste Anbindung an den Norden Österreichs erhält. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka
Daher kann ich es, Herr Kollege Lukesch, nicht akzeptieren (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka), daß Herr Bundesminister Einem immer wieder sagt: Semmering-Basistunnel – das ist es! Da fährt die Eisenbahn drüber – im wahrsten Sinne des Wortes –, und es gibt keine Alternativen. – Das stimmt einfach nicht. Hören wir auf, diesen Gerüchten nachzugehen! Es ist ein Gerücht, daß es keine Alternativen gibt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich kann Ihnen nur eines sagen: Machen Sie eine vernünftige Verkehrspolitik und verabschieden Sie sich, meine Damen und Herren von Rot und Schwarz, von 30 Jahren fehlgeleiteter roter Verkehrspolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Smolle.
Natürlich verfolgen wir eine gesamtverkehrsbezogene Konzeption. Der heute schon zitierte Masterplan weist auch aus, in welchen Bereichen des hochrangigen Schienennetzes und in welchen Bereichen des hochrangigen Straßennetzes Bauten und Konzepte im Sinne der besseren Erreichbarkeit, im Sinne der Absicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich und im Sinne der Anrainer- und der Umweltinteressen weiterzuentwickeln, weiterzuverfolgen sind. (Zwischenruf des Abg. Smolle.)
Beifall bei der SPÖ.
Hohes Haus! Es ist nicht nur notwendig, unsere wichtigste Ost-West-Transversale, die Westbahn, entsprechend auszubauen – wie Sie wissen, sind wir dabei, die Westbahn viergleisig auszubauen –, sondern es geht natürlich auch darum, das System Südbahn entsprechend auszubauen, weil mit Recht darüber Klage geführt wird, daß die Anbindung der Bundesländer Steiermark und Kärnten an die Bundeshauptstadt jedenfalls nicht dem Zustand entspricht, wie er im 20. Jahrhundert gegeben sein sollte. Daher werden wir hier Maßnahmen ergreifen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das zweite – viele der Redner und Rednerinnen haben dies angesprochen – ist die Frage der Wirtschaftlichkeit. Folgendes, meine Damen und Herren, sollte uns doch allen einigermaßen klar sein – das ist auch der Grundgedanke, den die Expertenkommission zur Weiterentwicklung des Systems Südbahn ausgesprochen hat –, daß nämlich die Weiterentwicklung eines bestehenden Systems nach Art eines Baukastensystems allemal wirtschaftlicher und zweckmäßiger ist als die Errichtung einer komplett neuen Strecke, die erstens erst in Jahrzehnten zur Verfügung stehen und zweitens schon davor Milliardenbeträge, die in gar keiner Relation zur Semmering-Strecke stehen, verzehren würde. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Hohes Haus! Ich meine, wir sollten auch in der Verkehrspolitik eine einigermaßen seriöse und ernstzunehmende Diskussion miteinander führen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Lukesch: Der Bundeskanzler hat uns etwas anderes gesagt!
Hohes Haus! Es gibt einen Grund dafür – wenn wir ein bißchen darüber nachdenken, wissen wir das auch alle –, warum die öffentliche Hand für Teile der Infrastruktur in diesem Lande geradesteht und sie finanziert. Dieser Grund ist relativ einfach anzugeben. Weder Straßenprojekte noch Eisenbahnprojekte noch Kanalisationsprojekte noch Wasserleitungsprojekte werden von Privaten in Angriff genommen; sie sind nämlich einerseits notwendig und haben andererseits in der Regel nicht jene Wirtschaftlichkeit, damit sie profitabel wären. (Abg. Dr. Lukesch: Der Bundeskanzler hat uns etwas anderes gesagt!)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt aber noch lange nicht, daß wir sie nicht brauchen. Natürlich brauchen wir eine Wasserversorgung, natürlich brauchen wir Straßenanbindungen, natürlich brauchen wir eine entsprechende Eisenbahninfrastruktur, aber diese sind nicht an sich profitable Unternehmen, sonst hätten wir uns längst daran gewöhnt, daß diese Projekte ohne weiteres von Privatunternehmen ausgeführt, finanziert und mit Profit betrieben werden. So ist es weder bei uns in Österreich noch sonst irgendwo auf der Welt. Das sollten wir doch auch allen Ernstes zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Internationale Verpflichtungen betreffend Semmering gibt es keine!
Nun zu ein paar anderen Details. Herr Abgeordneter Schweitzer, Sie haben vieles gesagt, das auch ein bißchen mit dem verbunden war, was tatsächlich im Rechnungshofausschuß gesagt worden ist, aber: Ein bißchen daneben ist eben auch daneben. Sie haben gesagt, ich hätte gesagt, internationale Verpflichtungen gebe es gar nicht. – Das ist falsch. Ich habe gesagt – und das sagt auch der Rechnungshof –, es gebe keine internationalen Verpflichtungen, die uns zu einem bestimmten und konkreten Projekt verpflichten. Das ist richtig. (Abg. Mag. Schweitzer: Internationale Verpflichtungen betreffend Semmering gibt es keine!) – Das haben aber auch Sie nicht gesagt. Sie haben gesagt, es gebe überhaupt keine Verpflichtung, irgend etwas zu tun. – Und das ist falsch.
Abg. Mag. Schweitzer: Muß nicht der Tunnel sein!
Richtig ist vielmehr, daß Österreich verpflichtet ist, auf dieser Achse eine leistungsfähige, bestimmten Parametern, die international definiert sind, entsprechende Eisenbahnstrecke zu bauen. (Abg. Mag. Schweitzer: Muß nicht der Tunnel sein!) – Natürlich muß es nicht der Semmering-Tunnel sein. (Abg. Mag. Schweitzer: Na also!) Das habe ich nie behauptet. Aber Sie haben gesagt, es gebe keine Verpflichtungen. – Das ist falsch! (Abg. Mag. Schweitzer: Für den Tunnel!) Sie haben nicht gesagt: für den Tunnel. Ich denke, Sie sollten sich auch da bemühen, bei der Wahrheit zu bleiben. Das wäre dem Hohen Haus gemäß. (Abg. Madl: Bei der Wahrheit bleiben!)
Abg. Mag. Schweitzer: Na also!
Richtig ist vielmehr, daß Österreich verpflichtet ist, auf dieser Achse eine leistungsfähige, bestimmten Parametern, die international definiert sind, entsprechende Eisenbahnstrecke zu bauen. (Abg. Mag. Schweitzer: Muß nicht der Tunnel sein!) – Natürlich muß es nicht der Semmering-Tunnel sein. (Abg. Mag. Schweitzer: Na also!) Das habe ich nie behauptet. Aber Sie haben gesagt, es gebe keine Verpflichtungen. – Das ist falsch! (Abg. Mag. Schweitzer: Für den Tunnel!) Sie haben nicht gesagt: für den Tunnel. Ich denke, Sie sollten sich auch da bemühen, bei der Wahrheit zu bleiben. Das wäre dem Hohen Haus gemäß. (Abg. Madl: Bei der Wahrheit bleiben!)
Abg. Mag. Schweitzer: Für den Tunnel!
Richtig ist vielmehr, daß Österreich verpflichtet ist, auf dieser Achse eine leistungsfähige, bestimmten Parametern, die international definiert sind, entsprechende Eisenbahnstrecke zu bauen. (Abg. Mag. Schweitzer: Muß nicht der Tunnel sein!) – Natürlich muß es nicht der Semmering-Tunnel sein. (Abg. Mag. Schweitzer: Na also!) Das habe ich nie behauptet. Aber Sie haben gesagt, es gebe keine Verpflichtungen. – Das ist falsch! (Abg. Mag. Schweitzer: Für den Tunnel!) Sie haben nicht gesagt: für den Tunnel. Ich denke, Sie sollten sich auch da bemühen, bei der Wahrheit zu bleiben. Das wäre dem Hohen Haus gemäß. (Abg. Madl: Bei der Wahrheit bleiben!)
Abg. Madl: Bei der Wahrheit bleiben!
Richtig ist vielmehr, daß Österreich verpflichtet ist, auf dieser Achse eine leistungsfähige, bestimmten Parametern, die international definiert sind, entsprechende Eisenbahnstrecke zu bauen. (Abg. Mag. Schweitzer: Muß nicht der Tunnel sein!) – Natürlich muß es nicht der Semmering-Tunnel sein. (Abg. Mag. Schweitzer: Na also!) Das habe ich nie behauptet. Aber Sie haben gesagt, es gebe keine Verpflichtungen. – Das ist falsch! (Abg. Mag. Schweitzer: Für den Tunnel!) Sie haben nicht gesagt: für den Tunnel. Ich denke, Sie sollten sich auch da bemühen, bei der Wahrheit zu bleiben. Das wäre dem Hohen Haus gemäß. (Abg. Madl: Bei der Wahrheit bleiben!)
Abg. Mag. Schweitzer: Wer haftet dafür, Herr Minister?
Die Finanzierung dieser Eisenbahninfrastrukturprojekte erfolgt in der Weise, daß die SCHIG Kredite aufnimmt und daß diese Kredite und deren Zinsen über Schienenbenützungsentgelte zurückgezahlt werden – und zwar zur Gänze. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer haftet dafür, Herr Minister?) – Die Frage der Haftung stellt sich nicht, Herr Abgeordneter, weil die Kredite durch Einnahmen aus den ÖBB bedient werden. Der Absatzbereich der ÖBB – nicht der staatliche Teil, der subventioniert wird, sondern der Absatzbereich der ÖBB –, der in der neuen Betriebsform Jahr für Jahr nicht nur Gewinne ausweist, sondern auch macht, zahlt im Jahre 1999 knapp 3,7 Milliarden Schilling für die Benützung der Schienen in Österreich. (Abg. Mag. Schweitzer: Das heißt, sie kriegen das Geld ohne Haftung!) Wir haben im Bereich der Schiene längst etwas eingeführt, was im Bereich der Straße leider immer noch aussteht, nämlich das Rail-pricing. Die dabei erzielten Einnahmen decken sowohl die Finanzierungskosten als auch die Rückzahlung der aufgenommenen Mittel. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des Abg. Dr. Lukesch –: Was sagt ihr dazu, daß sich die Frage der Haftung nicht stellt?)
Abg. Mag. Schweitzer: Das heißt, sie kriegen das Geld ohne Haftung!
Die Finanzierung dieser Eisenbahninfrastrukturprojekte erfolgt in der Weise, daß die SCHIG Kredite aufnimmt und daß diese Kredite und deren Zinsen über Schienenbenützungsentgelte zurückgezahlt werden – und zwar zur Gänze. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer haftet dafür, Herr Minister?) – Die Frage der Haftung stellt sich nicht, Herr Abgeordneter, weil die Kredite durch Einnahmen aus den ÖBB bedient werden. Der Absatzbereich der ÖBB – nicht der staatliche Teil, der subventioniert wird, sondern der Absatzbereich der ÖBB –, der in der neuen Betriebsform Jahr für Jahr nicht nur Gewinne ausweist, sondern auch macht, zahlt im Jahre 1999 knapp 3,7 Milliarden Schilling für die Benützung der Schienen in Österreich. (Abg. Mag. Schweitzer: Das heißt, sie kriegen das Geld ohne Haftung!) Wir haben im Bereich der Schiene längst etwas eingeführt, was im Bereich der Straße leider immer noch aussteht, nämlich das Rail-pricing. Die dabei erzielten Einnahmen decken sowohl die Finanzierungskosten als auch die Rückzahlung der aufgenommenen Mittel. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des Abg. Dr. Lukesch –: Was sagt ihr dazu, daß sich die Frage der Haftung nicht stellt?)
Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des Abg. Dr. Lukesch –: Was sagt ihr dazu, daß sich die Frage der Haftung nicht stellt?
Die Finanzierung dieser Eisenbahninfrastrukturprojekte erfolgt in der Weise, daß die SCHIG Kredite aufnimmt und daß diese Kredite und deren Zinsen über Schienenbenützungsentgelte zurückgezahlt werden – und zwar zur Gänze. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer haftet dafür, Herr Minister?) – Die Frage der Haftung stellt sich nicht, Herr Abgeordneter, weil die Kredite durch Einnahmen aus den ÖBB bedient werden. Der Absatzbereich der ÖBB – nicht der staatliche Teil, der subventioniert wird, sondern der Absatzbereich der ÖBB –, der in der neuen Betriebsform Jahr für Jahr nicht nur Gewinne ausweist, sondern auch macht, zahlt im Jahre 1999 knapp 3,7 Milliarden Schilling für die Benützung der Schienen in Österreich. (Abg. Mag. Schweitzer: Das heißt, sie kriegen das Geld ohne Haftung!) Wir haben im Bereich der Schiene längst etwas eingeführt, was im Bereich der Straße leider immer noch aussteht, nämlich das Rail-pricing. Die dabei erzielten Einnahmen decken sowohl die Finanzierungskosten als auch die Rückzahlung der aufgenommenen Mittel. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des Abg. Dr. Lukesch –: Was sagt ihr dazu, daß sich die Frage der Haftung nicht stellt?)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Schweitzer! Wenn Sie jetzt versuchen wollen, den Eindruck zu erwecken, der Steuerzahler käme da in irgendeiner Weise zum Handkuß, dann ist das einfach eine Fehlinformation. Richtig ist, daß kein einziger Steuerschilling in diese Finanzierung hineinfließt, und das sollte man auch zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Kollege Lukesch wird für mich in die Bresche springen! Ich ersuche dich höflich! – Abg. Mag. Posch: Ein pannonischer Lobbyist! – Zwischenruf des Abg. Marizzi.
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Barmüller. – Bitte. (Abg. Mag. Schweitzer: Kollege Lukesch wird für mich in die Bresche springen! Ich ersuche dich höflich! – Abg. Mag. Posch: Ein pannonischer Lobbyist! – Zwischenruf des Abg. Marizzi.)
Beifall beim Liberalen Forum.
In diesem Zusammenhang sei auch folgendes festgehalten: Die Liberalen verlangen seit zwei Jahren die Einrichtung eines Infrastrukturministeriums, in dem die Kompetenzen für die Planung von Straßen, Schienen, Verkehrswegen auf dem Wasser, Pipelines, Datennetzen und der Stromversorgung – solange diese nicht in Privatbesitz ist – zusammengefaßt werden. Der Luftverkehr müßte auch dazugenommen werden. All das muß ein Bundesverkehrswegeplan umfassen. Es wird zwar seit über 15 Jahren daran gearbeitet, aber in dieser Sache geht überhaupt nichts weiter, obwohl diese große Koalition angetreten ist, die großen Probleme dieses Landes zu lösen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Sie haben ausgeführt, daß es, insbesondere was etwa die Süd-Ost-Spange angeht, mannigfache Gegenargumente gibt und daß jene Personen, die nun gegen den Semmering-Basistunnel sind, letztlich auch gegen die Süd-Ost-Spange sein würden. Ich verstehe aber nicht, warum man zwar in diesem Zusammenhang von der “Ertüchtigung” der gesamten Südbahn spricht, sich aber gleichzeitig auf die Koralmbahn kapriziert, denn Sie wissen, daß auch im Bereich der Koralmbahn dieselben Probleme auftreten werden, die Sie für die Süd-Ost-Spange wahrscheinlich zu Recht vermuten. Wenn dem aber so ist, dann müßte doch auch nach Ihren Ausbauplänen – da Sie eine “Ertüchtigung” der Südbahn innerhalb einer bestimmten Zeit, in einem auch politisch überblickbaren Zeitrahmen haben wollen – die gesamte Südbahn “ertüchtigt” und nicht nur der Semmering untertunnelt werden. (Beifall beim Liberalen Forum.) Denn durch eine Untertunnelung des Semmering wird es zwar punktuell positive Aspekte geben, aber die Südbahn insgesamt wird deshalb nicht besser.
Heiterkeit bei Abg. Dr. Schmidt.
In Anbetracht dessen, wie die Argumentationen für den Semmering-Basistunnel gewechselt haben, steigt die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung nicht gerade. Herr Bundesminister Einem hat aber im Rechnungshofausschuß damit aufgeräumt, denn er hat gesagt: Der Semmering-Basistunnel ist eine politische Entscheidung. Ich halte das für einen Fortschritt, denn es war ja wirklich so, wie Frau Abgeordnete Moser das ausgeführt hat, daß nämlich einer der Experten es als eine religiöse Entscheidung empfunden hat. Er hat nämlich gesagt, das sei der “gottgewollte Weg” in die Steiermark, der gehe über den Semmering. (Heiterkeit bei Abg. Dr. Schmidt.) Ich bin froh darüber, daß der Herr Bundesminister genügend Distanz zu solchen religiösen Populismen hat und sagt: Nein, das ist eine politische Entscheidung! und das herausstreichen will. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
In Anbetracht dessen, wie die Argumentationen für den Semmering-Basistunnel gewechselt haben, steigt die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung nicht gerade. Herr Bundesminister Einem hat aber im Rechnungshofausschuß damit aufgeräumt, denn er hat gesagt: Der Semmering-Basistunnel ist eine politische Entscheidung. Ich halte das für einen Fortschritt, denn es war ja wirklich so, wie Frau Abgeordnete Moser das ausgeführt hat, daß nämlich einer der Experten es als eine religiöse Entscheidung empfunden hat. Er hat nämlich gesagt, das sei der “gottgewollte Weg” in die Steiermark, der gehe über den Semmering. (Heiterkeit bei Abg. Dr. Schmidt.) Ich bin froh darüber, daß der Herr Bundesminister genügend Distanz zu solchen religiösen Populismen hat und sagt: Nein, das ist eine politische Entscheidung! und das herausstreichen will. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Wabl: Die Straße ist liberalisiert?
Dabei ist aber ein Aspekt, Herr Bundesminister, der eben den Unterschied zwischen Schiene und Straße, was private Finanzierungen angeht, zeigt, aus Sicht von uns Liberalen zumindest erwähnenswert: Der Straßenverkehr ist liberalisiert und der Bahnverkehr ist monopolisiert! Wenn Sie nun sagen, in dieses Projekt fließe kein Steuerschilling, weil das von den ÖBB bedient werde, dann ... (Abg. Wabl: Die Straße ist liberalisiert?) Na selbstverständlich sind die Leistungen, die auf der Straße erbracht werden, Herr Abgeordneter Wabl, liberalisiert. (Abg. Wabl: Die Autos sind liberalisiert!) Die Infrastruktur wird vom Bund zur Verfügung gestellt, die Leistungen, die darauf erbracht werden, werden von Privaten erbracht. Bei der Schiene ist es umgekehrt: Der Bund errichtet die Infrastruktur – wenn auch ausgegliedert über die SCHIG (Zwischenruf des Abg. Edler) –, und die ÖBB, Herr Abgeordneter, erbringen die Leistungen, allerdings mehr schlecht als recht.
Abg. Wabl: Die Autos sind liberalisiert!
Dabei ist aber ein Aspekt, Herr Bundesminister, der eben den Unterschied zwischen Schiene und Straße, was private Finanzierungen angeht, zeigt, aus Sicht von uns Liberalen zumindest erwähnenswert: Der Straßenverkehr ist liberalisiert und der Bahnverkehr ist monopolisiert! Wenn Sie nun sagen, in dieses Projekt fließe kein Steuerschilling, weil das von den ÖBB bedient werde, dann ... (Abg. Wabl: Die Straße ist liberalisiert?) Na selbstverständlich sind die Leistungen, die auf der Straße erbracht werden, Herr Abgeordneter Wabl, liberalisiert. (Abg. Wabl: Die Autos sind liberalisiert!) Die Infrastruktur wird vom Bund zur Verfügung gestellt, die Leistungen, die darauf erbracht werden, werden von Privaten erbracht. Bei der Schiene ist es umgekehrt: Der Bund errichtet die Infrastruktur – wenn auch ausgegliedert über die SCHIG (Zwischenruf des Abg. Edler) –, und die ÖBB, Herr Abgeordneter, erbringen die Leistungen, allerdings mehr schlecht als recht.
Zwischenruf des Abg. Edler
Dabei ist aber ein Aspekt, Herr Bundesminister, der eben den Unterschied zwischen Schiene und Straße, was private Finanzierungen angeht, zeigt, aus Sicht von uns Liberalen zumindest erwähnenswert: Der Straßenverkehr ist liberalisiert und der Bahnverkehr ist monopolisiert! Wenn Sie nun sagen, in dieses Projekt fließe kein Steuerschilling, weil das von den ÖBB bedient werde, dann ... (Abg. Wabl: Die Straße ist liberalisiert?) Na selbstverständlich sind die Leistungen, die auf der Straße erbracht werden, Herr Abgeordneter Wabl, liberalisiert. (Abg. Wabl: Die Autos sind liberalisiert!) Die Infrastruktur wird vom Bund zur Verfügung gestellt, die Leistungen, die darauf erbracht werden, werden von Privaten erbracht. Bei der Schiene ist es umgekehrt: Der Bund errichtet die Infrastruktur – wenn auch ausgegliedert über die SCHIG (Zwischenruf des Abg. Edler) –, und die ÖBB, Herr Abgeordneter, erbringen die Leistungen, allerdings mehr schlecht als recht.
Beifall der Abgeordneten Dr. Schmidt und Tichy-Schreder. – Abg. Wabl: Das hat er ja gemacht übrigens!
Herr Generaldirektor Draxler hat im Ausschuß gesagt: Wir sind ein modernes Unternehmen, wir wollen mehr Wettbewerb! – Ich würde mich freuen, wenn diese Modernität auch in der Werbung der ÖBB zum Ausdruck käme und man nicht mit solch überkommenen Frauenbildern arbeitete, wie das derzeit der Fall ist. Auch in dieser Frage könnte der Herr Bundesminister vielleicht einmal seine Stimme erheben. (Beifall der Abgeordneten Dr. Schmidt und Tichy-Schreder. – Abg. Wabl: Das hat er ja gemacht übrigens!) Das hat er gemacht, ja, aber sehr leise und so, daß man zwar sagen kann, daß etwas geschehen ist, aber passiert ist insgesamt nichts. (Abg. Wabl: Ich teile seine Meinung nicht!)
Abg. Wabl: Ich teile seine Meinung nicht!
Herr Generaldirektor Draxler hat im Ausschuß gesagt: Wir sind ein modernes Unternehmen, wir wollen mehr Wettbewerb! – Ich würde mich freuen, wenn diese Modernität auch in der Werbung der ÖBB zum Ausdruck käme und man nicht mit solch überkommenen Frauenbildern arbeitete, wie das derzeit der Fall ist. Auch in dieser Frage könnte der Herr Bundesminister vielleicht einmal seine Stimme erheben. (Beifall der Abgeordneten Dr. Schmidt und Tichy-Schreder. – Abg. Wabl: Das hat er ja gemacht übrigens!) Das hat er gemacht, ja, aber sehr leise und so, daß man zwar sagen kann, daß etwas geschehen ist, aber passiert ist insgesamt nichts. (Abg. Wabl: Ich teile seine Meinung nicht!)
Abg. Brix: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe gesagt, der ist gegen den Wirtschaftsraum in der Obersteiermark ...!
Aber eines, Herr Abgeordneter Brix, möchte ich Ihnen nicht durchgehen lassen, nämlich daß Sie von diesem Rednerpult aus behaupten: Wer gegen den Semmering-Basistunnel ist, der ist gegen die Arbeitsbeschaffung in Österreich. (Abg. Brix: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe gesagt, der ist gegen den Wirtschaftsraum in der Obersteiermark ...!) Genau! Sie haben gesagt: gegen Arbeit und Wirtschaft; das zweite Argument nehmen wir auch dazu.
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Herr Abgeordneter Brix! Für uns Liberalen ist klar, daß die Politik keine Arbeitsplätze schafft. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Wenn jemand Arbeitsplätze schafft, Frau Abgeordnete, dann ist es immer nur der private Sektor. Es gibt Kundinnen und Kunden und UnternehmerInnen, die diese Nachfrage zu befriedigen haben. Das ist der Fall. (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Brix! Für uns Liberalen ist klar, daß die Politik keine Arbeitsplätze schafft. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Wenn jemand Arbeitsplätze schafft, Frau Abgeordnete, dann ist es immer nur der private Sektor. Es gibt Kundinnen und Kunden und UnternehmerInnen, die diese Nachfrage zu befriedigen haben. Das ist der Fall. (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Das ist ein Märchen aus der liberalen Backstube!
Was wir zu tun haben, ist, die richtigen Rahmenbedingungen für dieses Wirtschaften in Österreich zu schaffen. In diesem Zusammenhang erinnere ich Sie an die Werkvertragsregelung (Abg. Wabl: Das ist ein Märchen aus der liberalen Backstube!), ich erinnere Sie an die fehlende Gesamtplanung im Verkehrsbereich, ich erinnere Sie an Ihre Steuergesetzgebung. Bei der Aufzählung all dieser Dinge werden Sie erkennen, daß Ihr Zugang, der offenbar der ist, öffent-liche Mittel ohne Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit einzusetzen – und das ist ja eine Kritik, die auch der Rechnungshof in diesem Bericht klar zum Ausdruck gebracht hat, nämlich daß die Mittel nicht einmal wirtschaftlich eingesetzt worden sind –, einfach der falsche Weg ist.
Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Brix.
Denn die Frage lautet ja: Mit welcher Anstrengung, mit welchem finanziellen Aufwand wird welches Ergebnis erreicht? Das ist doch die eigentliche Frage und nicht jene, ob überhaupt irgendein Ergebnis erreicht wird. Das scheint Ihnen schon zu genügen, den Liberalen genügt es nicht! (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Brix.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und des Liberalen Forums.
Herr Abgeordneter Brix! Die Sitzung des Rechnungshofausschusses war deshalb interessant, weil ich selten so “schmähstade” Vertreter einer Regierungspartei gesehen habe. Sie waren einer davon, und Sie waren auch etwas irritiert darüber, daß ich diesem Ausschußbericht zugestimmt habe. Ich habe das deshalb getan, meine Damen und Herren, weil es eigentümlich ist, daß die Vertreter der ÖVP zwar hocherfreut im Rechnungshofausschuß sitzen und sich über diesen Bericht ins Fäustchen lachen – Herr Abgeordneter Kukacka war sehr zufrieden damit –, diesen politischen Erfolg, diese Kritik des Rechnungshofes am sozialdemokratischen Verkehrsminister aber nicht verwerten können, weil die Partei intern einfach viel zu zerstritten ist. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und des Liberalen Forums.)
Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.
Wenn das die Meinung der ÖVP ist, dann wird auch klar, warum in dieser Sache bisher keine Entscheidung getroffen werden konnte: weil die Bundesregierung in sich völlig zerstritten ist und es ihr offenbar nicht möglich ist, in dieser Frage zu einer gemeinsamen Vorgangsweise zu finden. (Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.) Es ist Ihnen bisher einfach nicht möglich gewesen, Herr Abgeordneter Wurmitzer – und das ist ja ein primäres ÖVP-Problem –, etwa zwischen Bund und Ländern eine Variante auszuarbeiten (Abg. Wurmitzer: Das ist reines Wunschdenken, Herr Kollege!), die es möglich gemacht hätte, auch die Zustimmung der Länder zu erhalten. Das ist Ihnen nicht gelungen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Wurmitzer: Das ist reines Wunschdenken, Herr Kollege!
Wenn das die Meinung der ÖVP ist, dann wird auch klar, warum in dieser Sache bisher keine Entscheidung getroffen werden konnte: weil die Bundesregierung in sich völlig zerstritten ist und es ihr offenbar nicht möglich ist, in dieser Frage zu einer gemeinsamen Vorgangsweise zu finden. (Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.) Es ist Ihnen bisher einfach nicht möglich gewesen, Herr Abgeordneter Wurmitzer – und das ist ja ein primäres ÖVP-Problem –, etwa zwischen Bund und Ländern eine Variante auszuarbeiten (Abg. Wurmitzer: Das ist reines Wunschdenken, Herr Kollege!), die es möglich gemacht hätte, auch die Zustimmung der Länder zu erhalten. Das ist Ihnen nicht gelungen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn das die Meinung der ÖVP ist, dann wird auch klar, warum in dieser Sache bisher keine Entscheidung getroffen werden konnte: weil die Bundesregierung in sich völlig zerstritten ist und es ihr offenbar nicht möglich ist, in dieser Frage zu einer gemeinsamen Vorgangsweise zu finden. (Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.) Es ist Ihnen bisher einfach nicht möglich gewesen, Herr Abgeordneter Wurmitzer – und das ist ja ein primäres ÖVP-Problem –, etwa zwischen Bund und Ländern eine Variante auszuarbeiten (Abg. Wurmitzer: Das ist reines Wunschdenken, Herr Kollege!), die es möglich gemacht hätte, auch die Zustimmung der Länder zu erhalten. Das ist Ihnen nicht gelungen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wie gesagt: Im Ausschuß zu erkennen, daß die SPÖ zwar verbittert war, aber machtlos, die Kritik des Rechnungshofs zu entschärfen, ist einfach ein Faktum. Und deshalb werden Sie diesem Bericht, der massive Kritik enthält, heute auch zustimmen. Sie kritisieren aber damit selbstverständlich die Politik und die Vorgangsweise Ihrer eigenen sozialdemokratischen Minister! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ein dritter Punkt, den ich herausstreichen möchte: Es müssen Alternativen zum bestehenden Konzept ausgearbeitet werden. Es steht fest, daß der Kostenrahmen bisher vom Herrn Bundesminister nicht mittels Verordnung festgelegt worden ist. Dazu sagte er im Rechnungshofausschuß, daß er das erst mache, wenn der Sondierstollen fertig sei, denn erst dann könne man das abschätzen. – Das klingt vernünftig. Nur, wenn es vernünftig klingt, daß man erst dann die Kosten wirklich abschätzen kann, dann war all das, was Sie bisher an Kostenvergleichen gebracht haben, bar jeder Grundlage. Und daß Sie die Republik mit Kostenvergleichen in Aufregung versetzen, die bar jeder Grundlage sind, wie der “unverdächtige” Zeuge Rechnungshof in diesem Bericht, den Sie heute zur Kenntnis nehmen werden, festhält, müssen Sie den Wählerinnen und Wählern in diesem Land glaubwürdig erklären. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Wabl: Geh bitte, Barmüller! Jetzt fängt er mit der blöden Diktion vom Anschober an!
Darum sei auch hier einmal von seiten der Liberalen klargelegt: Einen Semmering-Basistunnel ohne irgendwelche flankierenden Maßnahmen zu bauen – und genau darum geht es; wir diskutieren über den Semmering-Basistunnel als ein Einzelprojekt – ist ein Zwentendorf im Berg. (Abg. Wabl: Geh bitte, Barmüller! Jetzt fängt er mit der blöden Diktion vom Anschober an!) Nach Zwentendorf und Hainburg errichten Sie mit dem Semmering-Basistunnel, den Sie einfach in diese Strecke setzen, ein weiteres Zwentendorf in Österreich, und zwar bauen Sie es diesmal in den Berg hinein. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Darum sei auch hier einmal von seiten der Liberalen klargelegt: Einen Semmering-Basistunnel ohne irgendwelche flankierenden Maßnahmen zu bauen – und genau darum geht es; wir diskutieren über den Semmering-Basistunnel als ein Einzelprojekt – ist ein Zwentendorf im Berg. (Abg. Wabl: Geh bitte, Barmüller! Jetzt fängt er mit der blöden Diktion vom Anschober an!) Nach Zwentendorf und Hainburg errichten Sie mit dem Semmering-Basistunnel, den Sie einfach in diese Strecke setzen, ein weiteres Zwentendorf in Österreich, und zwar bauen Sie es diesmal in den Berg hinein. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie sind säumig in diesen Fragen, und deshalb fordern wir noch einmal und abschließend ein, daß es in Österreich ein Infrastrukturministerium geben muß, in dem all diese Kompetenzen in eine Hand gelegt werden. Wenn Sie nicht in der Lage sind, die großen Probleme dieses Landes zu lösen, dann gerieren Sie sich auch nicht in diese Richtung, sondern gestehen Sie ein, daß die Bundesregierung in dieser Sache nicht nur säumig, sondern auch unfähig gewesen ist. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Schweitzer: Der Wabl ist dran! Geht das überhaupt?
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Petrovic. – Bitte. (Abg. Mag. Schweitzer: Der Wabl ist dran! Geht das überhaupt?)
Abg. Dr. Lukesch: Aber welchen?
Herr Bundesminister! Wenn Sie immer wieder beschwörend sagen, daß wir Verkehr auf die Schiene verlagern wollen, dann sagen Ihnen dazu alle Grünen unisono: Ja, das wollen wir auch! (Abg. Dr. Lukesch: Aber welchen?) Wenn Sie jedoch das Gelingen dieses Vorhabens immer mit dem Projekt Semmering-Basistunnel allein koppeln, dann sage ich Ihnen, daß es so nicht gehen wird.
Abg. Brix: Auf der Aspangbahn sollte als “Überlaufgefäß” für den Wirtschaftsverkehr ...!
Die sozialdemokratischen Abgeordneten, die sich immer auch so gerne als Vertreter der Bahn, als Vertreter der Eisenbahner und Eisenbahnerinnen verstehen, rechnen vor, daß es unmöglich sein soll, die Aspangbahn zu beschleunigen, und daß es unmöglich sein soll, andere Projekte zu verwirklichen, liefern aber genau damit auch Argumente, daß es allein so nicht gehen wird. Ich behaupte, wir brauchen, was die Eisenbahn und was die Schiene betrifft, insgesamt eine Pionierphase. Wir brauchen eine Verdichtung des Netzes. Wir brauchen Neubaustrecken, und wir müssen vor allem ... (Abg. Brix: Auf der Aspangbahn sollte als “Überlaufgefäß” für den Wirtschaftsverkehr ...!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Schweitzer.
Um aus dieser Situation herauszukommen, müßten Sie eigentlich sagen: Selbstverständlich gehört auch die Oststeiermark besser angebunden und gehören die Verkehrsströme dorthin beschleunigt. Selbstverständlich muß für das Burgenland etwas geschehen. (Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Schweitzer.) Es ist eine Katastrophe, daß man mit der Bahn eineinhalb Stunden nach Eisenstadt fährt. Oder wenn Sie mit der Eisenbahn zum Flughafen Schwechat fahren, sehen Sie, daß es eine Schande ist, wie diese Strecke ausschaut und wie dort der Bahnverkehr abgewickelt wird. Das alles muß geschehen, und deswegen ist es so schlecht, daß Sie sich ausschließlich auf die Frage “Basistunnel ja oder nein” konzentrieren.
Abg. Kiermaier: Was ist mit der Westbahn? Ist das kein Projekt?
Ich verstehe die Argumente der steirischen Abgeordneten, die sagen: Wir lassen uns nicht länger pflanzen, wir lassen uns nicht länger an der Nase herumführen, und das ist das einzige Projekt, das einigermaßen konkret ist. Ich verstehe aber nicht, wieso Sie es überhaupt auf diese Polarisierung hingetrieben haben, statt daß Sie grundlegend für den Vorrang des Schienenverkehrs eintreten. Das kann doch nicht nur bei einem Projekt und bei dieser Tunnelröhre gelten! Das ist inkonsequent. (Abg. Kiermaier: Was ist mit der Westbahn? Ist das kein Projekt?)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundesminister! Vielleicht können Sie dem Hohen Haus zu diesen Gerüchten und dazu, ob das den Tatsachen entspricht oder nicht, etwas sagen, bevor wir hier eine Debatte über eine Frage führen, die hinter den Kulissen zwischen den Ja- und Nein-Proponenten vielleicht ohnehin schon entschieden worden ist. Das wäre meiner Ansicht nach eine Vorgangsweise, die dem Hohen Haus nicht angemessen ist. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Wenn Sie Pröll und Klasnic anhören, werden Sie auch fragen, ob sie derselben Partei angehören!
Denn die Position der Grünen in Tirol war immer, die neue Inntalbahn, die ja gebaut werden soll, um im Verkehrsbereich Verlagerungseffekte oder Erleichterungseffekte zu erreichen, als “Schweizer-Kas-Projekt” – so Ihre Aussage beziehungsweise die Aussage der Frau Landesrätin Lichtenberger – zu bezeichnen und damit eine Neubaustrecke abzulehnen. Jetzt aber kommen Sie mit der großen neuen Erkenntnis: Die Grünen fordern Neubaustrecken bei der Eisenbahn. Ich gestehe Ihnen zu, daß Sie den Anspruch, gescheiter geworden zu sein, auch für sich geltend machen können. Aber im Prinzip ist es das gleiche wie bei der FPÖ: Wenn ich hier bin, rede ich für das Projekt; wenn ich woanders bin, rede ich gegen das Projekt; und das gelingt mir, weil ich keine Verantwortung in diesem Land trage und tragen muß. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Wenn Sie Pröll und Klasnic anhören, werden Sie auch fragen, ob sie derselben Partei angehören!)
demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ
Wenn Sie ein bißchen hingehört haben, Herr Bundesminister, wissen Sie, daß meine Kritik an den ÖBB immer gelautet hat: Die einzelnen Eisenbahner versehen dort einen guten Dienst, und wir sollen sie in die Lage versetzen, permanent besser zu werden. Dazu zählt auch, daß man sie wettbewerbsfähig macht (demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ), wettbewerbsfähig auch auf ihrer eigenen Traktion, auf der Infrastruktur, zum Beispiel dadurch, privaten Betrieb zuzulassen. Dadurch wird man nicht schwächer, sondern stärker.
Abg. Parnigoni: Wir werden Ihnen Gelegenheit geben, zuzustimmen!
Der Herr Bundesminister sagt, sie seien “wie zu ausgefressene Boxer”. Ich würde eine andere Diktion verwenden. So etwas zu sagen, traue ich mich nicht einmal vor meinem Klientelkreis. Aber es stimmt, daß die Rahmenbedingungen in diesem Fall absolut nicht gestimmt haben, Herr Bundesminister. (Abg. Parnigoni: Wir werden Ihnen Gelegenheit geben, zuzustimmen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, diese Nachbesserungsarbeiten in den Planungen sind mit Hochdruck zu leisten. Andernfalls besteht die Gefahr, daß diese wichtige Verbindung nach Süden, den südlichen Teil Österreichs anschließend, im Sinne des von Bundeskanzler Kreisky schon im Jahre 1983 zum Ausdruck gebrachten Schwerpunktes des dritten Beschäftigungsprogramms der Bundesregierung – nämlich Semmering-Basistunnel – wieder nur zu einer Beschäftigungsbeschwörungsformel wird. Aber das wollen wir doch alle nicht! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Wen meinen Sie denn?
†Abgeordnete Anneliese Klein¦ (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Herr Rechnungshofpräsident! Hohes Haus! Statt auf den gründlich erstellten Rechnungshofbericht mit aller von Amts wegen gebotenen Sachlichkeit einzugehen, wurde von den Verantwortlichen – diese Bezeichnung fällt mir in diesem Zusammenhang schwer – wiederum nur mit Ausflüchten und Falschmeldungen reagiert. (Abg. Parnigoni: Wen meinen Sie denn?)
Abg. Parnigoni: Wie können Sie das behaupten, daß sie falsch ist?
Trotz wiederholter dringender Empfehlung des Rechnungshofes wurde noch immer keine aktuelle Wirtschaftlichkeitsprüfung erstellt. Minister Einem versuchte, die falsche Prognos-Studie als ohnehin vorliegende Wirtschaftlichkeitsrechnung darzustellen. Das ist eine klare Täuschung des Bürgers. (Abg. Parnigoni: Wie können Sie das behaupten, daß sie falsch ist?) Auch EU-Verpflichtungen zum Bau des Semmering-Basistunnels gibt es nicht, das geht aus dem Rechnungshofbericht klar hervor. (Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Ach so, weil es am Zettel steht!) Der österreichische Bürger wurde von den Verantwortlichen wieder angelogen.
Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Ach so, weil es am Zettel steht!
Trotz wiederholter dringender Empfehlung des Rechnungshofes wurde noch immer keine aktuelle Wirtschaftlichkeitsprüfung erstellt. Minister Einem versuchte, die falsche Prognos-Studie als ohnehin vorliegende Wirtschaftlichkeitsrechnung darzustellen. Das ist eine klare Täuschung des Bürgers. (Abg. Parnigoni: Wie können Sie das behaupten, daß sie falsch ist?) Auch EU-Verpflichtungen zum Bau des Semmering-Basistunnels gibt es nicht, das geht aus dem Rechnungshofbericht klar hervor. (Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Ach so, weil es am Zettel steht!) Der österreichische Bürger wurde von den Verantwortlichen wieder angelogen.
Abg. Parnigoni: Diese Rede muß Ihnen Herr Fally geschrieben haben!
Im Hinblick auf die Kapazität des Tunnels kommt der Rechnungshof zu einem unglaublichen Ergebnis: Die alte Ghega-Strecke verkraftet innerhalb von 24 Stunden 150 Güterzugsgarnituren. Aber durch die neue Röhre würden in derselben Zeit gerade 90 bis 120 Güterzüge fahren können. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das bedeutet, daß der Basistunnel für die Verlagerung der Güterströme gar nicht wichtig ist. (Abg. Parnigoni: Diese Rede muß Ihnen Herr Fally geschrieben haben!)
Abg. Parnigoni: Wo haben Sie denn das her?
Auch die Price-Waterhouse-Studie besagt, daß eine Anbindung an das Bahnnetz für die Schaffung eines neuen Betriebsstandortes unbedeutend ist. (Abg. Parnigoni: Wo haben Sie denn das her?) Die einzige Ersparnis, die der Basistunnel mit Sicherheit bringen würde, wäre die Einsparung von 70 Lokomotivführern und Verschiebern, die dann nicht mehr gebraucht würden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Wenn Sie Ihr Unternehmen so führen ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Wenn Sie Ihr Unternehmen so führen ...!
Auch die Price-Waterhouse-Studie besagt, daß eine Anbindung an das Bahnnetz für die Schaffung eines neuen Betriebsstandortes unbedeutend ist. (Abg. Parnigoni: Wo haben Sie denn das her?) Die einzige Ersparnis, die der Basistunnel mit Sicherheit bringen würde, wäre die Einsparung von 70 Lokomotivführern und Verschiebern, die dann nicht mehr gebraucht würden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Wenn Sie Ihr Unternehmen so führen ...!)
Abg. Edler: Das hat Prinzhorn nicht geschrieben!
Es wurde vom Rechnungshof ein sofortiger Baustopp empfohlen, dem aber bisher nicht entsprochen wurde. (Abg. Edler: Das hat Prinzhorn nicht geschrieben!) Der Gesamtstollen hat bisher 1 Milliarde Schilling verschlungen, das heißt, daß jeder Meter eine Viertelmillion Schilling kostet. Täglich werden nach Angaben der HL-AG 6 Meter gegraben. (Zwischenruf des Abg. Edler.) Daher werden pro Tag eineinhalb Milliarden Steuerschillinge vergeudet.
Zwischenruf des Abg. Edler.
Es wurde vom Rechnungshof ein sofortiger Baustopp empfohlen, dem aber bisher nicht entsprochen wurde. (Abg. Edler: Das hat Prinzhorn nicht geschrieben!) Der Gesamtstollen hat bisher 1 Milliarde Schilling verschlungen, das heißt, daß jeder Meter eine Viertelmillion Schilling kostet. Täglich werden nach Angaben der HL-AG 6 Meter gegraben. (Zwischenruf des Abg. Edler.) Daher werden pro Tag eineinhalb Milliarden Steuerschillinge vergeudet.
Abg. Brix: Das stimmt doch nicht, Frau Kollegin! Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, daß das gegen die physikalischen Gesetze ist, auch wenn Sie es nicht glauben!
Im Jahre 1996 haben wir Freiheitlichen in einer Anfrage an den Minister auf das Versiegen der Quellen im Semmeringgebiet hingewiesen. Damals wurde uns versichert, daß diese Gefährdung minimal sei. Aber was ist seither passiert? – Inzwischen ist nicht nur die Edlach-, sondern auch die Görig-Quelle, eine der Lebensadern und die wichtigste Wasserreserve der Gemeinden, versiegt. Der Berg droht nun auszutrocknen. Nicht nur am Semmering, sondern auch in umliegenden Gemeinden ist daher die Wasserversorgung akut gefährdet. (Abg. Brix: Das stimmt doch nicht, Frau Kollegin! Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, daß das gegen die physikalischen Gesetze ist, auch wenn Sie es nicht glauben!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Brix: Lassen Sie sich von Schweitzer etwas über die Umwelt erzählen!
Dieser fahrlässige Umgang mit der Natur ist Ihre Politik! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Brix: Lassen Sie sich von Schweitzer etwas über die Umwelt erzählen!)
Abg. Böhacker – in Richtung SPÖ –: Das ist euer Demokratieverständnis, das ist klar! – Abg. Parnigoni: Das muß schon mir überlassen bleiben, was ich tue!
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Edler. 6 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Böhacker – in Richtung SPÖ –: Das ist euer Demokratieverständnis, das ist klar! – Abg. Parnigoni: Das muß schon mir überlassen bleiben, was ich tue!)
Beifall bei der SPÖ.
†Abgeordneter Josef Edler¦ (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Ich denke, es gibt bis dato keine sachlichen Argumente, und es gab auch im Rechnungshofausschuß keine sachlichen Argumente, die nicht zum Ausdruck gebracht hätten: Wir brauchen eine bessere Südbahn, und es ist derzeit nur möglich, diese auf der bestehenden Südbahn mit einer entsprechenden Semmering-Querung mit dem Basistunnel zu bauen. Da gibt es keine andere Position, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Erklär mir das!
Es ist eigentlich bedauerlich und eine österreichische Tragödie – besonders auch die Wirtschaft ist gefordert, meine Damen und Herren –, daß wir Projekte verhindern, die für unsere Wirtschaft, für den Standort so wichtig sind. (Abg. Mag. Schweitzer: Erklär mir das!) Das ist für mich persönlich unverständlich. (Abg. Mag. Schweitzer: Bitte erklär mir das jetzt!) Kollege Schweitzer! (Abg. Mag. Schweitzer: Wie stärken wir den Wirtschaftsstandort Österreich?) Du bist aus Oberwart, du willst den Oberwarter Bahnanschluß. Den kannst du haben: Du mußt nur für die Oberwarter Eisenbahner eintreten. Das hast du nicht gemacht. – Aber wir wollen jetzt besonders die Südbahn ansprechen.
Abg. Mag. Schweitzer: Bitte erklär mir das jetzt!
Es ist eigentlich bedauerlich und eine österreichische Tragödie – besonders auch die Wirtschaft ist gefordert, meine Damen und Herren –, daß wir Projekte verhindern, die für unsere Wirtschaft, für den Standort so wichtig sind. (Abg. Mag. Schweitzer: Erklär mir das!) Das ist für mich persönlich unverständlich. (Abg. Mag. Schweitzer: Bitte erklär mir das jetzt!) Kollege Schweitzer! (Abg. Mag. Schweitzer: Wie stärken wir den Wirtschaftsstandort Österreich?) Du bist aus Oberwart, du willst den Oberwarter Bahnanschluß. Den kannst du haben: Du mußt nur für die Oberwarter Eisenbahner eintreten. Das hast du nicht gemacht. – Aber wir wollen jetzt besonders die Südbahn ansprechen.
Abg. Mag. Schweitzer: Wie stärken wir den Wirtschaftsstandort Österreich?
Es ist eigentlich bedauerlich und eine österreichische Tragödie – besonders auch die Wirtschaft ist gefordert, meine Damen und Herren –, daß wir Projekte verhindern, die für unsere Wirtschaft, für den Standort so wichtig sind. (Abg. Mag. Schweitzer: Erklär mir das!) Das ist für mich persönlich unverständlich. (Abg. Mag. Schweitzer: Bitte erklär mir das jetzt!) Kollege Schweitzer! (Abg. Mag. Schweitzer: Wie stärken wir den Wirtschaftsstandort Österreich?) Du bist aus Oberwart, du willst den Oberwarter Bahnanschluß. Den kannst du haben: Du mußt nur für die Oberwarter Eisenbahner eintreten. Das hast du nicht gemacht. – Aber wir wollen jetzt besonders die Südbahn ansprechen.
Abg. Öllinger: War der auch Sozialdemokrat?
Meine Damen und Herren! Vor 150 Jahren gab es die gleiche Diskussion, als damals in der Monarchie eine Flachbahn durch Ungarn geplant wurde. Es war auch damals ein Steirer, nämlich Erzherzog Johann, der für die Steiermark, für Südösterreich um den Anschluß an die Metropole kämpfte. (Abg. Öllinger: War der auch Sozialdemokrat?) Es war Erzherzog Johann zu verdanken, daß wir damals die Verbindung über den Semmering erhalten haben. Wenn es damals möglich gewesen wäre – wer es nachliest, wird das bestätigt sehen –: Es war damals schon eine Tunnelvariante vorgesehen, sie war nur technisch nicht machbar. Sonst hätten wir die Bergstrecke wahrscheinlich nie erhalten. Das ist die Wahrheit, meine Damen und Herren!
Abg. Öllinger: Der war auch sozialdemokratischer Verkehrspolitiker?
Freiherr von Sina, der das privat finanzierte und sich gegen Rothschild durchsetzte, war auch nicht davon überzeugt, die Transversale zu bauen, sondern war ein Anhänger der Flachbahn. (Abg. Öllinger: Der war auch sozialdemokratischer Verkehrspolitiker?) Aber ich denke, es war gut, daß die Südbahn so ausgebaut wurde, wie sie jetzt ist. Denn es gab eine Stichbahn bis Mürzzuschlag und eine Stichbahn bis Gloggnitz, und der Berg hätte Österreich beziehungswiese zwei Bundesländer getrennt. Das wollen wir nicht, meine Damen und Herren: die Trennung im Inneren von Österreich und die Trennung von wesentlichen Wirtschaftsräumen und Bundesländern. Das kann nicht unsere Politik sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Freiherr von Sina, der das privat finanzierte und sich gegen Rothschild durchsetzte, war auch nicht davon überzeugt, die Transversale zu bauen, sondern war ein Anhänger der Flachbahn. (Abg. Öllinger: Der war auch sozialdemokratischer Verkehrspolitiker?) Aber ich denke, es war gut, daß die Südbahn so ausgebaut wurde, wie sie jetzt ist. Denn es gab eine Stichbahn bis Mürzzuschlag und eine Stichbahn bis Gloggnitz, und der Berg hätte Österreich beziehungswiese zwei Bundesländer getrennt. Das wollen wir nicht, meine Damen und Herren: die Trennung im Inneren von Österreich und die Trennung von wesentlichen Wirtschaftsräumen und Bundesländern. Das kann nicht unsere Politik sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Lukesch: Nein! Es ging um Steuergeldverschwendung!
Meine Damen und Herren! Wir, die sozialdemokratische Fraktion, wollen den Rechnungshof nicht kritisieren. Es ist überhaupt keine Frage, daß die Autorität des Präsidenten nicht angegriffen werden soll. Aber es muß legitim sein, von unserer Warte aus beim Präsidenten anzufragen, wie er das in der Bewertung gemeint hat: Ein Baustopp ist angebracht. Der Baustopp hat sich im Rechnungshofbericht nur auf den Sondierstollen und nicht auf das gesamte Bauprojekt bezogen. Sie haben damit polarisiert, Herr Präsident! (Abg. Dr. Lukesch: Nein! Es ging um Steuergeldverschwendung!) Das ist in der Öffentlichkeit mißverstanden worden. Kleinformatige Zeitungen haben sich schwerpunktmäßig sofort “draufgesetzt”, und es hat dann geheißen: Der Präsident des Rechnungshofes will den Baustopp des Semmeringtunnels. Das haben Sie gar nicht zum Ausdruck gebracht, aber mit Ihrer Feststellung haben Sie das leider irgendwie in die Öffentlichkeit so hinübergebracht.
Abg. Brix: Das ist ja ein Slogan!
Aber jene Partei, die immer wieder “Österreich zuerst” sagt, also Kollege Schweitzer und andere vertreten unbedingt die Ungarische Flachbahn. (Abg. Brix: Das ist ja ein Slogan!) Ich habe nichts dagegen, daß wir gemeinsame Projekte umsetzen, auch im Hinblick auf die kommende Osterweiterung. Aber es kann nicht so sein, daß – wir haben das durchrechnen lassen – rund 100 Milliarden Schilling an Wertschöpfung verlagert werden. Wenn wir unsere Südbahn nicht ausbauen, sondern nur die Flachbahn in Ungarn forcieren, kommt es zu einer Verlagerung von 100 Milliarden Schilling an Wertschöpfung, dabei geht es um rund 70 000 Arbeitsplätze. Das kann also nicht so sein.
Beifall bei der SPÖ.
Beachten Sie bitte die Industrie, die in der Mur-Mürz-Furche, im Großraum Graz und in Kärnten angesiedelt ist! Wenn keine Möglichkeit mehr besteht, diese Wirtschaftsräume wirklich effizient anzuschließen, dann wird es zur Verlagerung auf die sogenannte Transversale über Prag, Brünn, Györ bis hinunter nach Maribor kommen, Österreich wird also umfahren! – Meine Damen und Herren! In meinen politischen Funktionen habe ich im Dialog auch viel mit der Wirtschaft zu tun gehabt. Unsere gemeinsame Erkenntnis muß sein, und wir erleben das auch immer wieder: Dort, wo die Infrastruktur und wo Verkehrsknoten vorhanden sind, siedeln sich Betriebe an. Das ist die Chance, Arbeitsplätze zu schaffen und Arbeitsplätze zu erhalten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend, meine Damen und Herren: Dieser Tunnel ist jenes Verkehrsbauwerk, das ökologisch als das beste zu sehen ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, einstimmige Parteibeschlüsse helfen weniger; wichtig für mich als Steirer ist es, daß die Bundesregierung zu den einstimmigen Regierungsbeschlüssen steht. Das ist für mich entscheidend. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Verweisen möchte ich auch auf den Kammertag der Wirtschaftskammer Österreich am 20. November 1998 in Wien, bei dem vehement gefordert wurde, den Ausbau der Bahnhochleistungsstrecke raschest voranzutreiben, um eine Umfahrung Österreichs zu verhindern und somit den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken. Somit ein klares Bekenntnis zum Semmering-Basistunnel und zum Koralm-Tunnel. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Durch einen raschen Ausbau oder den Einsatz von Neigezügen könnte die Fahrt nach Graz in eineinhalb Stunden geschafft werden, nach Klagenfurt in zweieinhalb Stunden. Somit wäre die Schiene eine vernünftige Alternative zur Autobahn, zur Straße. Dies müßte auch im Interesse der Grünen liegen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Verwirklichung der neuen Südbahn mit dem Semmering-Basistunnel ist daher eine Frage von europäischer Bedeutung. Es geht hier zuallererst um den Wirtschaftsstandort Österreich, insbesondere um den Süden Österreichs, der auch ein Teil des Bundesgebietes ist. Da Frau Landeshauptmann Klasnic aufgefordert wurde, die Interessen der Steiermark wahrzunehmen, möchte ich hier an dieser Stelle extra betonen: Sie hat bewirkt, daß etwas weitergeht, sie hat bewirkt, daß etwas geschieht! Wir sehen optimistisch in die Zukunft. Als Steirer würde ich sagen, Herr Minister: Krempeln wir die Ärmel auf, und packen wir es an! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kampichler: Es stimmt nicht alles, was in “NEWS” steht!
Noch ein paar Anmerkungen zur Frage der Verzögerung bei Planung und Bau. Was war und was ist daran schuld, meine Damen und Herren? – Viele Gründe werden genannt. Tatsache ist aber auch eindeutig die Position des niederösterreichischen Landeshauptmannes, der mit aller politischen Kraft und nicht durch sachliche Gründe den Bau des Tunnels verhindern will – nachzulesen unter anderem in “NEWS” vom 8. Jänner 1998 (Abg. Kampichler: Es stimmt nicht alles, was in “NEWS” steht!) –, und das unter dem Deckmantel des Naturschutzgesetzes. Kirchturmdenken ist angesagt, um österreichische bundesländerübergreifende Projekte zu verhindern.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! So ist es. Die politische Entscheidung und Positionierung obliegt dem Parlament, das ist unsere Aufgabe. Deshalb meine und bin ich überzeugt davon, daß nach Klärung der offenen Punkte eine endgültige Entscheidung getroffen werden muß – im Sinne einer zukunftsorientierten und umweltverträglichen verkehrspolitischen Lösung, im Sinne der betroffenen Bundesländer Steiermark und Kärnten, im Sinne einer vernünftigen Lösung für Österreich und einer Chance für die Südbahn und die Menschen in dieser Region. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
†Abgeordneter Franz Kampichler¦ (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Binder! Nicht Kirchturmdenken, sondern die berechtigte Sorge um die Anliegen der betroffenen Bevölkerung sind die Grundlage des Handelns unseres Landeshauptmanns Erwin Pröll. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Leikam: Faschingsorden! Faschingsorden!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Rechnungshofbericht hat eine sehr wertvolle Phase des Nach- und Umdenkens ausgelöst. Sehr viele Ideen sind plötzlich salonfähig geworden und werden als zusätzliche Lösungsmöglichkeit der Verkehrsprobleme, die in Richtung Süden bestehen, registriert. Es war interessant, daß bei einer der letzten Veranstaltungen zum Thema Ausbau der Südbahn in der Industriellenvereinigung ein Fachmann folgendes festgestellt hat: Dem Landeshauptmann von Niederösterreich sollte eigentlich der höchste Orden der ÖBB verliehen werden (Abg. Leikam: Faschingsorden! Faschingsorden!), weil er mit seiner Initiative diese Phase des Umdenkens eingeleitet hat. Und wenn wir jetzt zum Wohle der betroffenen Bevölkerung bessere Lösungen erreichen, dann ist das eine Auszeichnung für unseren Landeshauptmann. (Abg. Marizzi: Halleluja, Pröll!) Ich freue mich darüber und bedanke mich bei allen, die zu besseren Lösungen der in Richtung Süden bestehenden Verkehrsprobleme beigetragen haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Marizzi: Halleluja, Pröll! Halleluja, “Schatz im Silbersee”!)
Abg. Marizzi: Halleluja, Pröll!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Rechnungshofbericht hat eine sehr wertvolle Phase des Nach- und Umdenkens ausgelöst. Sehr viele Ideen sind plötzlich salonfähig geworden und werden als zusätzliche Lösungsmöglichkeit der Verkehrsprobleme, die in Richtung Süden bestehen, registriert. Es war interessant, daß bei einer der letzten Veranstaltungen zum Thema Ausbau der Südbahn in der Industriellenvereinigung ein Fachmann folgendes festgestellt hat: Dem Landeshauptmann von Niederösterreich sollte eigentlich der höchste Orden der ÖBB verliehen werden (Abg. Leikam: Faschingsorden! Faschingsorden!), weil er mit seiner Initiative diese Phase des Umdenkens eingeleitet hat. Und wenn wir jetzt zum Wohle der betroffenen Bevölkerung bessere Lösungen erreichen, dann ist das eine Auszeichnung für unseren Landeshauptmann. (Abg. Marizzi: Halleluja, Pröll!) Ich freue mich darüber und bedanke mich bei allen, die zu besseren Lösungen der in Richtung Süden bestehenden Verkehrsprobleme beigetragen haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Marizzi: Halleluja, Pröll! Halleluja, “Schatz im Silbersee”!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Marizzi: Halleluja, Pröll! Halleluja, “Schatz im Silbersee”!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Rechnungshofbericht hat eine sehr wertvolle Phase des Nach- und Umdenkens ausgelöst. Sehr viele Ideen sind plötzlich salonfähig geworden und werden als zusätzliche Lösungsmöglichkeit der Verkehrsprobleme, die in Richtung Süden bestehen, registriert. Es war interessant, daß bei einer der letzten Veranstaltungen zum Thema Ausbau der Südbahn in der Industriellenvereinigung ein Fachmann folgendes festgestellt hat: Dem Landeshauptmann von Niederösterreich sollte eigentlich der höchste Orden der ÖBB verliehen werden (Abg. Leikam: Faschingsorden! Faschingsorden!), weil er mit seiner Initiative diese Phase des Umdenkens eingeleitet hat. Und wenn wir jetzt zum Wohle der betroffenen Bevölkerung bessere Lösungen erreichen, dann ist das eine Auszeichnung für unseren Landeshauptmann. (Abg. Marizzi: Halleluja, Pröll!) Ich freue mich darüber und bedanke mich bei allen, die zu besseren Lösungen der in Richtung Süden bestehenden Verkehrsprobleme beigetragen haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Marizzi: Halleluja, Pröll! Halleluja, “Schatz im Silbersee”!)
Beifall bei der SPÖ.
†Abgeordneter Anton Leikam¦ (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich bin den drei Rednern der SPÖ-Fraktion sehr dankbar für die klaren Worte, die sie hier zum Bau des Semmering-Basistunnels gefunden haben. Ich bin ihnen deswegen sehr dankbar, weil sie damit Solidarität mit zwei Bundesländern gezeigt haben, die tatsächlich wirtschaftlich benachteiligt sind, und zwar deswegen, weil wir diese modernen, leistungsfähigen Verkehrsverbindungen im Bundesland Kärnten leider nicht haben, wie sie in anderen Teilen Österreichs durchaus selbstverständlich sind. Also nochmals herzlichen Dank, liebe Freunde, für diese Solidarität. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kampichler: Das gilt aber auch für Hartberg und Oberwart, Herr Kollege!
Eine dynamische Wirtschaft – das ist unbestritten und ist auch heute in vielen Diskussionsbeiträgen klar unterstrichen worden – braucht moderne, leistungsfähige Verkehrsverbindungen. In jenen Gebieten, in denen diese nicht gegeben sind, spielt sich wirtschaftlich auch sehr wenig ab. Welcher Betrieb wird an der Jahrtausendwende bereit sein, sich dort niederzulassen, wo es nicht einmal der Zeit entsprechende Verkehrsverbindungen gibt? – Niemand, kein Betrieb wird sich dort ansiedeln! (Abg. Kampichler: Das gilt aber auch für Hartberg und Oberwart, Herr Kollege!) Das ist ein Faktum, Kollege Kampichler, über das wir nicht hinwegkommen.
Beifall bei der SPÖ.
Es ist noch nicht allzulange her, da waren alle Kärntner Parteien für den Bau des Semmeringtunnels. Herr Haider war als Landeshauptmann von Kärnten ein vehementer Befürworter. Der Semmering-Basistunnel müsse gebaut werden, war seine damalige Devise. Kaum war er als Kärntner Landeshauptmann abgewählt, war sein Interesse am Semmering-Basistunnel nicht mehr gegeben. Im Gegenteil: Seit diesem Zeitpunkt bekämpft er diesen Tunnel durch unqualifizierte Aussagen, durch Veranstaltungen, Bürgerversammlungen und vieles andere mehr. Er schadet damit, meine Damen und Herren, in unglaublicher Weise dem Bundesland Kärnten und der wirtschaftlichen Entwicklung in unserem Bundesland (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Fuchs: Wie immer!
Hier zeigt sich das offensichtliche Doppelspiel der Freiheitlichen: auf der einen Seite dagegen sein und auf der anderen Seite dafür sein. (Abg. Fuchs: Wie immer!) Ich wiederhole: Das schadet der Kärntner Wirtschaft! Ein solches Doppelspiel wird ausschließlich auf dem Rücken der Kärntner Bevölkerung ausgetragen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Hier zeigt sich das offensichtliche Doppelspiel der Freiheitlichen: auf der einen Seite dagegen sein und auf der anderen Seite dafür sein. (Abg. Fuchs: Wie immer!) Ich wiederhole: Das schadet der Kärntner Wirtschaft! Ein solches Doppelspiel wird ausschließlich auf dem Rücken der Kärntner Bevölkerung ausgetragen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Kostelka: Die dürfen ja nicht! – Rufe bei der ÖVP: Warte nur!
Nun wende ich mich, meine sehr geehrten Damen und Herren, an die Österreichische Volkspartei. Es wundert mich schon, daß ich heute auf der Rednerliste keinen Namen eines Kärntner ÖVP-Abgeordneten finden kann. (Abg. Dr. Kostelka: Die dürfen ja nicht! – Rufe bei der ÖVP: Warte nur!) Das ist meiner Meinung nach ein klarer Hinweis darauf, daß sich der interne Konflikt in der Österreichischen Volkspartei vertieft hat. Nicht einmal der Fraktionsvorsitzende im Rechnungshofausschuß, Kollege Wurmitzer, darf heute hier das Wort ergreifen. (Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.) Er mußte anderen den Vortritt lassen. Ich halte diese Vorgangsweise in bezug auf Kärnten schlicht und einfach für unerträglich, meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei.
Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.
Nun wende ich mich, meine sehr geehrten Damen und Herren, an die Österreichische Volkspartei. Es wundert mich schon, daß ich heute auf der Rednerliste keinen Namen eines Kärntner ÖVP-Abgeordneten finden kann. (Abg. Dr. Kostelka: Die dürfen ja nicht! – Rufe bei der ÖVP: Warte nur!) Das ist meiner Meinung nach ein klarer Hinweis darauf, daß sich der interne Konflikt in der Österreichischen Volkspartei vertieft hat. Nicht einmal der Fraktionsvorsitzende im Rechnungshofausschuß, Kollege Wurmitzer, darf heute hier das Wort ergreifen. (Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.) Er mußte anderen den Vortritt lassen. Ich halte diese Vorgangsweise in bezug auf Kärnten schlicht und einfach für unerträglich, meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei.
Abg. Steibl: Das stimmt doch nicht!
Ein weiterer Punkt, meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei, soll erwähnt werden: Die Kärntner Wirtschaftskammer unter Präsident Koffler ist gemeinsam mit der Arbeiterkammer ein vehementer Befürworter des Baues des Semmering-Basistunnels und nützt jede Gelegenheit, diesen bei den Wiener Stellen einzufordern. Die Vertreter der Wirtschaftskammer hier im Parlament, die Abgeordneten Stummvoll und Maderthaner, bleiben dieser Diskussion fern: null Interesse, null Unterstützung für die Kärntner Anliegen! (Abg. Steibl: Das stimmt doch nicht!)
Abg. Steibl: Das ist er auch! Ein guter!
Bei der Landesfeier zum 75. Jahrestag der Kärntner Volksabstimmung hat Herr Landeshauptmann Zernatto das ÖVP-Mitglied der Bundesregierung Bartenstein mit einem Kärntner Anzug ausgestattet und erklärt, er sei der Verbindungsmann und der Kontaktmann der Bundesregierung zum Bundesland Kärnten. (Abg. Steibl: Das ist er auch! Ein guter!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.
Herr Minister Bartenstein! Ziehen Sie den Kärntner Anzug wieder aus! Sie haben in Sachen Bau des Semmering-Basistunnels für unser Bundesland auch nichts getan. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.)
Zwischenruf der Abg. Steibl
Ich kann heute zu den Diskussionsbeiträgen der ÖVP nur folgendes feststellen: Die Kärntner ÖVP-Abgeordneten sind von ihrem Klubobmann entmündigt worden. Sie durften heute hier nicht reden (Zwischenruf der Abg. Steibl), und die Kärntner Bevölkerung und die Kärntner Wirtschaft insgesamt sind vom niederösterreichischen Landeshauptmann “gepröllt” worden, meine Damen und Herren. Das ist ein Faktum. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich kann heute zu den Diskussionsbeiträgen der ÖVP nur folgendes feststellen: Die Kärntner ÖVP-Abgeordneten sind von ihrem Klubobmann entmündigt worden. Sie durften heute hier nicht reden (Zwischenruf der Abg. Steibl), und die Kärntner Bevölkerung und die Kärntner Wirtschaft insgesamt sind vom niederösterreichischen Landeshauptmann “gepröllt” worden, meine Damen und Herren. Das ist ein Faktum. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Irrtum!
Wir haben heute hier im Parlament einmal mehr die Erfahrung gemacht: Das Land Kärnten, die Kärntner Bevölkerung und die Wirtschaft Kärntens haben weder von der Freiheitlichen Partei noch von der Österreichischen Volkspartei in Hinkunft etwas zu erwarten – immerhin eine sehr interessante Erkenntnis, die heute hier gewonnen wurde. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Irrtum!)
Abg. Steibl: Genau! – Rufe und Gegenrufe bei SPÖ und ÖVP.
†Abgeordneter Mag. Franz Steindl¦ (ÖVP): Meine Herren Präsidenten! Herr Minister! Herr Abgeordneter Leikam! Das war jetzt natürlich eine schöne, polemische Wahlrede, allerdings am falschen Ort gehalten. (Abg. Steibl: Genau! – Rufe und Gegenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Nachdem Herr Kollege Leikam hier im Parlament für Kärnten das Wort ergriffen hat, kann ich versichern, daß Herr Abgeordneter Wurmitzer heute zu diesem Thema noch die Wörter ergreifen wird. (Abg. Leikam: Wunderbar!)
Abg. Leikam: Wunderbar!
†Abgeordneter Mag. Franz Steindl¦ (ÖVP): Meine Herren Präsidenten! Herr Minister! Herr Abgeordneter Leikam! Das war jetzt natürlich eine schöne, polemische Wahlrede, allerdings am falschen Ort gehalten. (Abg. Steibl: Genau! – Rufe und Gegenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Nachdem Herr Kollege Leikam hier im Parlament für Kärnten das Wort ergriffen hat, kann ich versichern, daß Herr Abgeordneter Wurmitzer heute zu diesem Thema noch die Wörter ergreifen wird. (Abg. Leikam: Wunderbar!)
Abg. Leikam: Ohne mein Zutun wäre das nicht möglich gewesen!
Ich habe mir im Rechnungshofausschuß die Debatte sehr genau angehört und muß als Burgenländer dazu sagen ... (Abg. Leikam: Ohne mein Zutun wäre das nicht möglich gewesen!) – Nein, nein, er hat sich schon vorher zu Wort gemeldet, noch bevor du an das Rednerpult getreten bist.
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend möchte ich sagen: Ich meine, daß wir – egal, ob der Semmering-Basistunnel gebaut wird oder nicht – bei dieser gesamten Diskussion die Ostregion, einschließlich des Burgenlandes, nicht vergessen sollten. Ich halte es für falsch, daß betreffend das Projekt “Süd-Ost-Spange light” nicht weiter geforscht, nicht weiter untersucht wird. Ich ersuche den Herrn Minister, dieses Projekt nicht wegzulegen, sondern in die künftigen Überlegungen miteinzubeziehen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
†Abgeordneter Kurt Wallner¦ (SPÖ): Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Präsident des Nationalrates! Meine Damen und Herren! Nach nun schon mehrstündiger Debatte muß ich endlich klar und deutlich sagen, daß der Grund für die endlose Verzögerung, ja Verhinderung der Verwirklichung des so wichtigen Projektes Semmering-Basistunnel nur einen Namen hat, nämlich: Pröll, Pröll, Pröll und noch einmal Pröll. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Es scheint so zu sein – und das meine ich nicht polemisch; es ist wirklich traurig, daß sich das realpolitisch so auswirkt –, daß der Machterhaltung der ÖVP in Niederösterreich auch diese wichtige Nord-Süd-Verbindung, nämlich der Semmering-Bahntunnel, geopfert wird. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Steibl: Aber diese Demonstration war nicht schön! Ist es zu befürworten, mit einem Sarg zu demonstrieren?
Meine Damen und Herren! In einem Anflug von Cäsarenwahn – so würde ich es fast bezeichnen – stellte Landeshauptmann Pröll klar: Solange ich, Erwin Pröll, Landeshauptmann von Niederösterreich bin, wird es keinen Semmering-Bahntunnel geben. – Gesagt erst jüngst – vor der Bundesparteivorstandssitzung der ÖVP, die vor kurzem stattgefunden hat –, als junge Steirerinnen und Steirer, die ich persönlich kenne, für ihre Zukunft demonstriert haben, für den Bau des Semmering-Bahntunnels. Ihnen gegenüber hat er das wörtlich gesagt. (Abg. Steibl: Aber diese Demonstration war nicht schön! Ist es zu befürworten, mit einem Sarg zu demonstrieren?) – Eine ganz herbe Enttäuschung, die uns die ÖVP da bietet!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Es zeugt von Charakterlosigkeit, jemand einen Sarg vor die Tür zu stellen!
Liebe Kollegin Steibl! Warum kommen Sie hier nicht heraus und ergreifen das Wort? Es scheint wirklich zu stimmen, was Kollege Leikam hier gesagt hat, nämlich daß nicht nur die Kärntner, sondern auch die steirischen ÖVP-Abgeordneten mit einem Redeverbot belegt worden sind. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Es zeugt von Charakterlosigkeit, jemand einen Sarg vor die Tür zu stellen!) Doch wenn sich dann doch jemand zu Wort meldet, scheint es so zu sein, als ob er eine Beruhigungsspritze verabreicht bekommen hätte. Wenn ich ein ÖVP-Mandatar aus der Steiermark wäre, dann müßte ich hier doch explodieren und meine Meinung entsprechend kundtun.
Ruf bei der ÖVP: Seit wann?
Meine Damen und Herren! Wie geht es in der Steiermark weiter? – Ich persönlich schätze die Frau Landeshauptmann als Mensch (Ruf bei der ÖVP: Seit wann?), aber was die politische Seite betrifft, muß ich sagen, daß sie leider Gottes immer wieder falsch reagiert: Ihre Loyalität zur Bundes-ÖVP ist stärker als ihre Vertretung der Interessen der Menschen in der Steiermark. Statt daß sie zum Bundesparteivorstand geht und dort wie Peter Schachner einen einstimmigen Beschluß für den Bau des Semmering-Basistunnels herbeiführt, fährt sie nach Bad Aussee zur Regierungsklausur und will Herrn Minister Einem oder auch die anderen SPÖ-Regierungsmitglieder davon überzeugen, daß sie für den Bau des Semmering-Basistunnels eintreten sollen. Dazu sage ich Ihnen folgendes, und das schreiben Sie sich ins Stammbuch: Wenn es die SPÖ nicht gäbe, würden wir über dieses Projekt gar nicht mehr diskutieren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wie geht es in der Steiermark weiter? – Ich persönlich schätze die Frau Landeshauptmann als Mensch (Ruf bei der ÖVP: Seit wann?), aber was die politische Seite betrifft, muß ich sagen, daß sie leider Gottes immer wieder falsch reagiert: Ihre Loyalität zur Bundes-ÖVP ist stärker als ihre Vertretung der Interessen der Menschen in der Steiermark. Statt daß sie zum Bundesparteivorstand geht und dort wie Peter Schachner einen einstimmigen Beschluß für den Bau des Semmering-Basistunnels herbeiführt, fährt sie nach Bad Aussee zur Regierungsklausur und will Herrn Minister Einem oder auch die anderen SPÖ-Regierungsmitglieder davon überzeugen, daß sie für den Bau des Semmering-Basistunnels eintreten sollen. Dazu sage ich Ihnen folgendes, und das schreiben Sie sich ins Stammbuch: Wenn es die SPÖ nicht gäbe, würden wir über dieses Projekt gar nicht mehr diskutieren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir Steirer, wir Südösterreicher wollen endlich die natürliche Sperre des Semmerings durchbrechen und den Nordosten unseres Landes mit dem Süden Österreichs verbinden. – Glück auf! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Der Rechnungshof hat in diesem gesamten Verfahren, in das er insoweit nicht eingebunden ist, als ihm keine Entscheidungsbefugnis zusteht, und in das er ja nur eingebunden wurde, weil ihm ein Auftrag zur Prüfung erteilt worden ist, einen Beitrag zur Erreichung der besten Lösung für den Ausbau der Südbahn zu leisten. Und dabei hat er einen Bericht erstellt, der nicht für jemanden und nicht für etwas und nicht gegen jemanden und nicht gegen etwas erstattet wurde, sondern der objektiv gestaltet ist. Der Rechnungshof hat in seinem Bericht keine regionalen und keine Partikularinteressen vertreten, sondern ausschließlich die Belange der Steuerzahler, der Staatsbürger, und zwar sowohl südlich als auch nördlich des Semmerings. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn wir also zu einer Kostenwahrheit im Bereich der Straße, wenn wir, so wie der Herr Minister gesagt hat, auch zum Road-Pricing für LKW kämen, dann würde die Verkehrsart Schiene sprunghaft mehr nachgefragt werden, und eine langfristige Schieneninfrastruktur wäre gesichert. Es wäre keine Frage mehr: Semmering-Basistunnel ja oder nein?, sondern die Antwort würde klar lauten: Semmering-Basistunnel – ja und sofort! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir Sozialdemokraten werden dies zu verhindern wissen. Daher treten wir weiterhin vehement für den Bau des Semmering-Basistunnels ein und nehmen den Rechnungshofbericht zur Kenntnis. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
†Abgeordneter Dr. Günther Kräuter¦ (SPÖ): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrter Herr Präsident des Rechnungshofes! Es ist schon sehr wohltuend, wenn ein Abgeordneter aus Niederösterreich als Vorredner das Wort ergreift und sich so vehement für den Bau des Tunnels einsetzt. Ich bedanke mich beim Kollegen Robert Sigl. Das ist nämlich eine klare Demonstration der Geschlossenheit der SPÖ in dieser Frage. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kukacka: Eh nicht!
Meine Damen und Herren! Ich werde einige kritische Anmerkungen zu diesem Bericht machen. Ich teile nämlich nicht die Auffassung von Ihnen, Herr Kollege Kukacka, daß Berichte des Rechnungshofes sakrosankt sind (Abg. Mag. Kukacka: Eh nicht!), daß der Rechnungshof unfehlbar ist und daß man nicht diskutieren darf. (Abg. Mag. Kukacka: Das hat niemand behauptet! – Abg. Dr. Khol: Das hat er nicht gesagt!) Dann ist es ja gut, Herr Klubobmann Khol. (Abg. Mag. Kukacka: Dieselben Maßstäbe müßten dann aber auch für den Wirtschaftsminister und für den Verteidigungsminister gelten!) Das gilt auch. (Abg. Mag. Kukacka: Das haben wir aber bisher noch nie gesehen! Da hat es noch nie ein Wort der Kritik gegeben!) Herr Kollege Kukacka! Das gilt natürlich. (Abg. Mag. Kukacka: Das haben wir noch nie gehört, wenn es um den Wirtschaftsminister oder den Verteidigungsminister gegangen ist!)
Abg. Mag. Kukacka: Das hat niemand behauptet! – Abg. Dr. Khol: Das hat er nicht gesagt!
Meine Damen und Herren! Ich werde einige kritische Anmerkungen zu diesem Bericht machen. Ich teile nämlich nicht die Auffassung von Ihnen, Herr Kollege Kukacka, daß Berichte des Rechnungshofes sakrosankt sind (Abg. Mag. Kukacka: Eh nicht!), daß der Rechnungshof unfehlbar ist und daß man nicht diskutieren darf. (Abg. Mag. Kukacka: Das hat niemand behauptet! – Abg. Dr. Khol: Das hat er nicht gesagt!) Dann ist es ja gut, Herr Klubobmann Khol. (Abg. Mag. Kukacka: Dieselben Maßstäbe müßten dann aber auch für den Wirtschaftsminister und für den Verteidigungsminister gelten!) Das gilt auch. (Abg. Mag. Kukacka: Das haben wir aber bisher noch nie gesehen! Da hat es noch nie ein Wort der Kritik gegeben!) Herr Kollege Kukacka! Das gilt natürlich. (Abg. Mag. Kukacka: Das haben wir noch nie gehört, wenn es um den Wirtschaftsminister oder den Verteidigungsminister gegangen ist!)
Abg. Mag. Kukacka: Dieselben Maßstäbe müßten dann aber auch für den Wirtschaftsminister und für den Verteidigungsminister gelten!
Meine Damen und Herren! Ich werde einige kritische Anmerkungen zu diesem Bericht machen. Ich teile nämlich nicht die Auffassung von Ihnen, Herr Kollege Kukacka, daß Berichte des Rechnungshofes sakrosankt sind (Abg. Mag. Kukacka: Eh nicht!), daß der Rechnungshof unfehlbar ist und daß man nicht diskutieren darf. (Abg. Mag. Kukacka: Das hat niemand behauptet! – Abg. Dr. Khol: Das hat er nicht gesagt!) Dann ist es ja gut, Herr Klubobmann Khol. (Abg. Mag. Kukacka: Dieselben Maßstäbe müßten dann aber auch für den Wirtschaftsminister und für den Verteidigungsminister gelten!) Das gilt auch. (Abg. Mag. Kukacka: Das haben wir aber bisher noch nie gesehen! Da hat es noch nie ein Wort der Kritik gegeben!) Herr Kollege Kukacka! Das gilt natürlich. (Abg. Mag. Kukacka: Das haben wir noch nie gehört, wenn es um den Wirtschaftsminister oder den Verteidigungsminister gegangen ist!)
Abg. Mag. Kukacka: Das haben wir aber bisher noch nie gesehen! Da hat es noch nie ein Wort der Kritik gegeben!
Meine Damen und Herren! Ich werde einige kritische Anmerkungen zu diesem Bericht machen. Ich teile nämlich nicht die Auffassung von Ihnen, Herr Kollege Kukacka, daß Berichte des Rechnungshofes sakrosankt sind (Abg. Mag. Kukacka: Eh nicht!), daß der Rechnungshof unfehlbar ist und daß man nicht diskutieren darf. (Abg. Mag. Kukacka: Das hat niemand behauptet! – Abg. Dr. Khol: Das hat er nicht gesagt!) Dann ist es ja gut, Herr Klubobmann Khol. (Abg. Mag. Kukacka: Dieselben Maßstäbe müßten dann aber auch für den Wirtschaftsminister und für den Verteidigungsminister gelten!) Das gilt auch. (Abg. Mag. Kukacka: Das haben wir aber bisher noch nie gesehen! Da hat es noch nie ein Wort der Kritik gegeben!) Herr Kollege Kukacka! Das gilt natürlich. (Abg. Mag. Kukacka: Das haben wir noch nie gehört, wenn es um den Wirtschaftsminister oder den Verteidigungsminister gegangen ist!)
Abg. Mag. Kukacka: Das haben wir noch nie gehört, wenn es um den Wirtschaftsminister oder den Verteidigungsminister gegangen ist!
Meine Damen und Herren! Ich werde einige kritische Anmerkungen zu diesem Bericht machen. Ich teile nämlich nicht die Auffassung von Ihnen, Herr Kollege Kukacka, daß Berichte des Rechnungshofes sakrosankt sind (Abg. Mag. Kukacka: Eh nicht!), daß der Rechnungshof unfehlbar ist und daß man nicht diskutieren darf. (Abg. Mag. Kukacka: Das hat niemand behauptet! – Abg. Dr. Khol: Das hat er nicht gesagt!) Dann ist es ja gut, Herr Klubobmann Khol. (Abg. Mag. Kukacka: Dieselben Maßstäbe müßten dann aber auch für den Wirtschaftsminister und für den Verteidigungsminister gelten!) Das gilt auch. (Abg. Mag. Kukacka: Das haben wir aber bisher noch nie gesehen! Da hat es noch nie ein Wort der Kritik gegeben!) Herr Kollege Kukacka! Das gilt natürlich. (Abg. Mag. Kukacka: Das haben wir noch nie gehört, wenn es um den Wirtschaftsminister oder den Verteidigungsminister gegangen ist!)
Abg. Mag. Kukacka: Haben Sie vielleicht noch ein älteres Beispiel? Vielleicht eines aus den fünfziger Jahren? Denn das ist aus den siebziger Jahren!
Meine Damen und Herren! Der aktuelle Bericht des Rechnungshofes ist nicht so falsch wie der Bericht zum steirischen Plabutsch-Tunnel. Dieser Tunnel ist ungeheuer wichtig für den Verkehr im Großraum Graz, und wie Sie ja alle wissen, beginnt man jetzt im Jahre 1999 mit dem Bau der zweiten Röhre. (Abg. Mag. Kukacka: Haben Sie vielleicht noch ein älteres Beispiel? Vielleicht eines aus den fünfziger Jahren? Denn das ist aus den siebziger Jahren!) Kehren wir diese Fakten nicht unter den Teppich, Herr Kollege Kukacka, denn damals hat sich der Rechnungshof auch auf die Seite der Tunnelgegner geschlagen – und er hat sich geirrt!
Zwischenruf des Abg. Mag. Steindl. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Kollege Steindl ist zwar kein Experte, aber auch er hat gemeint, die Finanzierung ist gesichert. (Zwischenruf des Abg. Mag. Steindl. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Die Begleitmusik zum Bericht weist Mißtöne auf. Der Bericht ist nicht so kapital falsch wie jener zur Plabutsch-Tunnelröhre, aber es gibt auch keinen Anlaß zu Unfehlbarkeitsgetue. Grundsätzlich noch einmal, meine Damen und Herren: Rechnungshofberichte sind nicht sakrosankt, und der Präsident ist nicht unfehlbar! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kukacka: Keine Ahnung! Sie haben keine Ahnung vom Verfahren! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich komme nun zum Schluß. Wenn in Österreich die Gefahr besteht, daß sich Kantönligeist durchsetzt, wenn sich in Österreich ein Landeshauptmann nicht schämt, ein Schienenprojekt europäischer Dimension rücksichtslos und mißbräuchlich zu behindern, wenn in Österreich eine Regierungspartei, die ÖVP, ein so brennendes Thema bei einer Klausur der Parteispitze nicht einmal anspricht – das erinnert ja wirklich fatal an Bischofskonferenzen der letzten Zeit –, dann, meine Damen und Herren, ist die Zeit reif für ein Infrastrukturgesetz im Verfassungsrang. (Abg. Mag. Kukacka: Keine Ahnung! Sie haben keine Ahnung vom Verfahren! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher haben wir alle hier die Pflicht und das Recht, mit gesetzlichen Maßnahmen den Weg frei zu machen für ein Infrastrukturgesetz im Verfassungsrang, für eine moderne, zukunftsorientierte Verkehrspolitik, für eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene, für den Semmering-Basistunnel! – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Steindl.
Darf ich auch ganz klar sagen ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Steindl.) – Ihr kommt auch noch dran, meine lieben Freunde. Ich habe ja einen Entschließungsantrag vorbereitet. Vielleicht beginne ich einmal mit dem Entschließungsantrag, um ein bißchen zur Beruhigung beizutragen. Der Entschließungsantrag wird von mir deshalb eingebracht, weil ich in den Ausschußberatungen feststellen mußte, daß die beiden Minister nebeneinander regieren, aber weder Farnleitner weiß, was Einem genau will, noch weiß Einem genau, was Farnleitner will. Aber eines ist sicher: Das gleiche und dasselbe wollen die beiden Minister nicht, obwohl sie zur selben Bundesregierung gehören.
Abg. Gradwohl: Das weiß man doch!
Meine Damen und Herren! Es ist wirklich erschreckend, daß wir hier in einem Bereich, nämlich rund um die Frage, wo die Bahn ab Gloggnitz weiterfahren soll, eine Debatte führen, ohne daß wir über ein Gesamtkonzept verfügen. Wir wissen nicht genau, was die Nachbarländer wollen, wir wissen nicht, was die einzelnen Bundesländer wollen, wir wissen lediglich: Wir wollen ein Loch durch den Berg! Das ist das einzige, was die SPÖ immer sagt: Machen wir zuerst das Loch! Dann erst prüfen wir: Woher kommt der Verkehr? Wieviel wird das sein? Wohin soll er fahren? (Abg. Gradwohl: Das weiß man doch!)
Abg. Gradwohl: Wir brauchen den Semmering-Tunnel!
Es ist nicht geklärt, was in der Folge passieren soll. Wir wissen, wir brauchen eine Reihe von Umfahrungen der steirischen Städte, der steirischen Orte, wir brauchen eine Lösung für den Neumarkter Sattel, wir brauchen eine Lösung für den Bereich Wörther See. (Abg. Gradwohl: Wir brauchen den Semmering-Tunnel!) Und wer in diesem Sinne A sagt, der muß dann auch B, C und D sagen. Aber es wird natürlich verschwiegen, meine Damen und Herren, daß ein solches Projekt selbstverständlich Folgen nach sich zieht. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) An diesen Folgen gehen Sie vorbei. Das heißt, Sie schenken nicht einmal nicht reinen Wein ein, sondern Sie vermischen den Wein mit Wasser, meine Damen und Herren von der SPÖ. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es ist nicht geklärt, was in der Folge passieren soll. Wir wissen, wir brauchen eine Reihe von Umfahrungen der steirischen Städte, der steirischen Orte, wir brauchen eine Lösung für den Neumarkter Sattel, wir brauchen eine Lösung für den Bereich Wörther See. (Abg. Gradwohl: Wir brauchen den Semmering-Tunnel!) Und wer in diesem Sinne A sagt, der muß dann auch B, C und D sagen. Aber es wird natürlich verschwiegen, meine Damen und Herren, daß ein solches Projekt selbstverständlich Folgen nach sich zieht. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) An diesen Folgen gehen Sie vorbei. Das heißt, Sie schenken nicht einmal nicht reinen Wein ein, sondern Sie vermischen den Wein mit Wasser, meine Damen und Herren von der SPÖ. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist nicht geklärt, was in der Folge passieren soll. Wir wissen, wir brauchen eine Reihe von Umfahrungen der steirischen Städte, der steirischen Orte, wir brauchen eine Lösung für den Neumarkter Sattel, wir brauchen eine Lösung für den Bereich Wörther See. (Abg. Gradwohl: Wir brauchen den Semmering-Tunnel!) Und wer in diesem Sinne A sagt, der muß dann auch B, C und D sagen. Aber es wird natürlich verschwiegen, meine Damen und Herren, daß ein solches Projekt selbstverständlich Folgen nach sich zieht. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) An diesen Folgen gehen Sie vorbei. Das heißt, Sie schenken nicht einmal nicht reinen Wein ein, sondern Sie vermischen den Wein mit Wasser, meine Damen und Herren von der SPÖ. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Edler: Wir wollen den Semmering-Tunnel!
Man muß dem Bürger klar sagen: Das sind unsere Verkehrskonzepte. So wollen wir sie realisieren, so gehen wir vor. Das versteht der Bürger. (Abg. Edler: Wir wollen den Semmering-Tunnel!) Dazu sagt er dann ja und ist auch bereit, dafür Steuern zu zahlen. Aber er ist nicht bereit, einfach ja zu sagen, wenn es heißt: Machen wir einmal das Loch, und alles weitere wird sich dann schon irgendwie ergeben! (Abg. Edler: Machen Sie einen besseren Plan!)
Abg. Edler: Machen Sie einen besseren Plan!
Man muß dem Bürger klar sagen: Das sind unsere Verkehrskonzepte. So wollen wir sie realisieren, so gehen wir vor. Das versteht der Bürger. (Abg. Edler: Wir wollen den Semmering-Tunnel!) Dazu sagt er dann ja und ist auch bereit, dafür Steuern zu zahlen. Aber er ist nicht bereit, einfach ja zu sagen, wenn es heißt: Machen wir einmal das Loch, und alles weitere wird sich dann schon irgendwie ergeben! (Abg. Edler: Machen Sie einen besseren Plan!)
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sind Sie sich wirklich so sicher, meine Damen und Herren von der SPÖ, daß Sie die Obersteiermark auf diese Weise retten werden? Mit einem Loch durch den Semmering? Ist das wirklich die Lösung, wenn wir nicht weiterdenken, wohin dieser Verkehrsweg führen soll? (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie sind sich nämlich genauso unsicher. Sie sagen: Machen wir ein Fait accompli! Das kostet den Steuerzahler 15 Milliarden Schilling, und alles andere wird sich ergeben. Aber das ist nicht Politik, sondern das ist letztlich Mißbrauch der Steuergelder, meine Damen und Herren. (Abg. Edler: Sie haben sich überhaupt nicht damit beschäftigt, Kollege Smolle!)
Abg. Edler: Sie haben sich überhaupt nicht damit beschäftigt, Kollege Smolle!
Sind Sie sich wirklich so sicher, meine Damen und Herren von der SPÖ, daß Sie die Obersteiermark auf diese Weise retten werden? Mit einem Loch durch den Semmering? Ist das wirklich die Lösung, wenn wir nicht weiterdenken, wohin dieser Verkehrsweg führen soll? (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie sind sich nämlich genauso unsicher. Sie sagen: Machen wir ein Fait accompli! Das kostet den Steuerzahler 15 Milliarden Schilling, und alles andere wird sich ergeben. Aber das ist nicht Politik, sondern das ist letztlich Mißbrauch der Steuergelder, meine Damen und Herren. (Abg. Edler: Sie haben sich überhaupt nicht damit beschäftigt, Kollege Smolle!)
Abg. Dr. Lukesch: Du hast schon einmal etwas anderes gesagt!
In diesem Sinn stützen die Liberalen den Rechnungshof und auch konkret diesen Bericht. Wir haben aber auch einen Entschließungsantrag eingebracht. Hic Rhodos, hic salta, meine Damen und Herren, auch Sie von der ÖVP! Gehen Sie mit bei diesem Entschließungsantrag, damit wir zu einem guten gemeinsamen Straßen- und Bahnplan kommen! (Abg. Dr. Lukesch: Du hast schon einmal etwas anderes gesagt!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Edler: Der Smolle wird abgewählt!
Meine Damen und Herren! Das wünscht sich der Bürger nicht. Der Bürger wünscht sich Lösungen, gerade auch von dieser Bundesregierung, auch wenn Sie schon im Abwählen begriffen sind, meine Damen und Herren. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Edler: Der Smolle wird abgewählt!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Peter.
Eines steht fest: Der Rechnungshof hat mit seinem Bericht einen gewaltigen Beitrag für die Versachlichung der Debatte geleistet, und ich stehe nicht an, dem Rechnungshof, seinem Präsidenten und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseren Dank für diese gewaltige Arbeit abzustatten. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Peter.)
Beifall bei der ÖVP.
Herzlichen Dank sage ich auch den Damen und Herren des Stenographenbüros, die seit Freitag abend ein mehr als 70 Seiten umfassendes Protokoll fertiggestellt und uns zeitgerecht übermittelt haben. Auch ihnen herzlichen Dank! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Kräuter: Ich habe den Beweis erbracht!
Herr Kollege Kräuter! Auch für die ÖVP sind die Rechnungshofberichte nicht sakrosankt. Auch ein Rechnungshofbericht ist Menschenwerk, und es sind Irrtümer möglich. Aber eines verlange ich von Ihnen schon: Wenn Sie feststellen, daß der Rechnungshof sich geirrt hat, dann verlange ich, daß Sie den Beweis auf den Tisch legen. (Abg. Dr. Kräuter: Ich habe den Beweis erbracht!) Denn Ihr Beweis, daß der Bau des Plabutsch-Tunnels schlagend dafür sei, daß man hier eine wirtschaftliche Lösung realisiert habe, ist keinesfalls ausreichend. Man kann fünf Tunnels bauen, und alle können unwirtschaftlich sein. Den Beweis, daß der Plabutsch-Tunnel die wirtschaftlichste Lösung ist, sind Sie uns schuldig geblieben.
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Sie glauben, daß das besser ist als zehn oder 20 Kilometer unter dem Semmering, dann irren Sie gewaltig. Sie müssen auch beachten, daß für die Süd-Ost-Spange mehr Höhenunterschiede zu überwinden sind als beim Semmering. Sie müssen ferner berücksichtigen, daß dort 201 Kilometer Strecke neu gebaut werden müssen und daß das Zeitziel dafür 30 Jahre beträgt. – So lange wollen wir nicht warten! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Dafür steht euch der Habsburg zur Verfügung!
Ihr Doppelspiel wurde heute entlarvt. In Kärnten werden Resolutionen für den Bau des KoralmTunnels und des Semmeringtunnels unterschrieben, aber hier in Wien formulieren Sie Dringliche Anfragen dagegen, wie auch schon vor zwei Jahren, als Ihre Redner Rosenstingl und Mentil noch massiv dagegen aufgetreten sind. – Heute stehen Ihnen diese Redner nicht mehr zur Verfügung, aber ihre “Seriosität” hat sich inzwischen herausgestellt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Dafür steht euch der Habsburg zur Verfügung!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni. – Abg. Scheibner: Die Unwahrheit haben Sie gepachtet! Darin sind Sie Spezialist, Sie persönlich!
Ich stelle natürlich auch die Frage, wo denn heute der Herr Kandidat für das Amt des Landeshauptmannes des Bundeslandes Kärnten ist, wenn über so wichtige Fragen wie den Semmeringtunnel debattiert wird. Wo ist der Herr Landeshauptmannkandidat? Ist das für ihn eine Frage, die ihn nicht mehr interessiert? Ist es wichtiger, daß er in Kärnten herumschwirrt und die Leute mit der Unwahrheit konfrontiert? (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni. – Abg. Scheibner: Die Unwahrheit haben Sie gepachtet! Darin sind Sie Spezialist, Sie persönlich!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wallner: So ist es! Jawohl!
Ich hoffe jedenfalls, daß dieser Rechnungshofbericht bewirkt, daß die mageren Jahre für die Südbahn in Österreich beendet werden. Die Südbahn ist das Stiefkind der ÖBB! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wallner: So ist es! Jawohl!) Ich sage Ihnen das hier und erkläre gleichzeitig: Wir Kärntner werden diesen Zustand nicht länger hinnehmen! Die Südbahn ist nämlich in keiner Weise konkurrenzfähig, auch nicht, was den Personenverkehr anlangt. Ich würde zum Beispiel gerne mit der Bahn reisen, aber ich bin nicht bereit, von Klagenfurt bis Wien fünf Stunden im Zug zu verbringen und im Jahre 2000 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h durch die Gegend zu fahren. – Das ist das eine. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Schwemlein, Sigl und Wallner.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Schwemlein, Sigl und Wallner.
Ich hoffe jedenfalls, daß dieser Rechnungshofbericht bewirkt, daß die mageren Jahre für die Südbahn in Österreich beendet werden. Die Südbahn ist das Stiefkind der ÖBB! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wallner: So ist es! Jawohl!) Ich sage Ihnen das hier und erkläre gleichzeitig: Wir Kärntner werden diesen Zustand nicht länger hinnehmen! Die Südbahn ist nämlich in keiner Weise konkurrenzfähig, auch nicht, was den Personenverkehr anlangt. Ich würde zum Beispiel gerne mit der Bahn reisen, aber ich bin nicht bereit, von Klagenfurt bis Wien fünf Stunden im Zug zu verbringen und im Jahre 2000 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h durch die Gegend zu fahren. – Das ist das eine. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Schwemlein, Sigl und Wallner.)
Beifall bei der ÖVP.
Mir fällt dazu noch ein weiteres Beispiel ein. Man hat Kaffeemaschinen für die Ausstattung der Speisewagen angekauft, und zwar insgesamt 32 Stück: 30 Stück für die Westbahn und 2 Stück für die Südbahn. – Diese Zahl sagt alles! Das ist ein Zustand, den sich die Kärntner und die Steirer nicht länger bieten lassen wollen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Löschnak.
Die Italiener haben uns inzwischen gezeigt, wie man Bahnstrecken baut. Die Strecke zwischen Udine und Tarvis ist fertig – trotz 60 Kilometer Länge, davon 40 Kilometer Tunnelstrecke, trotz tektonischer Schwierigkeiten, trotz Wassereinbrüchen und so weiter. Sie haben alles bewältigt, und zwar deswegen, weil sie es gewollt haben! – Ich finde, es ist höchste Zeit, daß Österreich auch will. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Löschnak.)
Rufe und Gegenrufe zwischen SPÖ und ÖVP.
†Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder¦: Weiters zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Haupt. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Rufe und Gegenrufe zwischen SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zum ersten Punkt. Herr Kollege Kräuter, Ihre Haltung, die Sie mehrfach in den Medien formuliert und die Sie heute in abgeschwächter Form auch hier wieder präsentiert haben, nämlich daß Sie das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes nicht mehr abwarten wollen, sondern die Gewaltentrennung in der Republik einfach unterlaufen möchten – und zwar mit einem Antrag Kostelka/Kräuter bis zum 20. Jänner –, ist für einen gelernten Juristen angesichts der bekannten Gewaltentrennung in dieser Republik einfach untragbar! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Sozialdemokratischen Partei! Nicht jene, die das einfordern, gefährden die Österreichischen Bundesbahnen und die dortigen Arbeitsplätze, sondern jene, die diese Bauvorhaben verzögern, die die entsprechenden Grundlagen nicht liefern und die dann – wie wir das etwa im Zusammenhang mit der Prognos-Studie aus der Schweiz erlebt haben – mit politischer Absicht und politischem Auftrag gewisse notwendige Zusatz- und Alternativüberlegungen von vornherein ausschließen und in der Folge ein abgespecktes Überlegungsmodell schon als fertigen politischen Willen auf die Tagesordnung setzen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich lasse mich als Vertreter der Freiheitlichen nicht für eine verfehlte Politik der Bundesregierung prügeln, sondern möchte klar und deutlich feststellen: Die Österreichischen Bundesbahnen und die Anbindung des Südens Österreichs zu gleichrangigen Bedingungen gefährdet derjenige, der weiterhin glaubt, nach den Systemen des vorigen Jahrzehnts der österreichischen Bevölkerung unwirtschaftliche Programme einreden zu müssen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher wird in Europa von namhaften Experten – unter anderem vom Präsidenten der Deutschen Bundesbank Tietmeyer – bezweifelt, ob dieses Paket wirklich sinnvoll ist und ob es geeignet ist, die Probleme wirklich zu lösen. Ich persönlich glaube – und ich bin mit diesem Glauben bei Gott nicht alleine –, daß es verpuffen wird, meine Damen und Herren, daß es wirkungslos verpuffen wird und daß man damit gutes Geld dem schlechten nachwirft. Und dazu sollte es nicht kommen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zusammengefaßt: Ich bin der Meinung, daß dieses Hilfspaket nicht wirklich weiterhelfen wird. Man hätte das Geld sehr wohl für sinnvollere Projekte zur Verfügung stellen können – auch in Europa beziehungsweise woanders. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Was das Verhandlungsgeschick unseres Finanzministers betrifft, so ist ihm zu gratulieren: Österreichs Anteil am Internationalen Währungsfonds beträgt 1,32 Prozent und unsere Beteiligung an dieser multilateralen Hilfsmaßnahme für Brasilien 0,34 Prozent. Alles in allem handelt es sich um eine sparsame Maßnahme für die österreichischen Steuerzahler. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Was die heutige Abstimmung betrifft: Klar ist, daß SPÖ und ÖVP die Vereinbarungen honorieren müssen, die sie mit der Nationalbank, mit der BIZ und mit unseren europäischen Partnern getroffen haben. Aber aus der Sicht einer Oppositionspartei, die an diesen Verhandlungen weder beteiligt noch über sie informiert war, noch sonst irgendwie “schuld” oder “unschuldig” ist an diesen Ereignissen, sehe ich nicht den geringsten Grund dafür, uns an einer solch riskanten Sache zu beteiligen. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Abg. Mag. Trattner: 49 Milliarden!
So klein ist die Welt geworden, und dieses Schlagwort vom “global village” ist eigentlich schon längst tägliche Realität. Wir müssen damit leben, und daher sage ich ein klares Ja zu solchen internationalen Hilfsaktionen. Dabei kann man natürlich das eine oder andere im nachhinein kritisieren, kann man natürlich im nachhinein das eine oder andere national bedeutsame Argument bringen, aber im Grunde haben wir keine Alternative, wenn gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds ein Stabilisierungs- und Konsolidierungsprogramm ausgearbeitet wurde, der dafür beachtliche Beträge – 18 Milliarden Dollar! – zur Verfügung stellt, wenn die Weltbank, die Interamerikanische Entwicklungsbank ... (Abg. Mag. Trattner: 49 Milliarden!) – Herr Kollege, ich sehe, Sie haben nicht einmal die Unterlagen gelesen! Ich hätte doch angenommen, daß Sie wenigstens die Unterlagen gelesen haben.
Abg. Mag. Trattner: Es geht nicht um das!
Meine Damen und Herren! Der Anteil Österreichs in Höhe von 50 Millionen Dollar entspricht einem Anteil von 0,34 Prozent. Unser Anteil – Österreichs Anteil – an den Importen Brasiliens ist doppelt so groß, nämlich 0,6 Prozent. Wir sind also auf einer Linie mit Kleinstaaten wie Luxemburg, mit den wirtschaftlich schwachen Staaten wie Irland oder Griechenland. Im Grunde ginge es ja eher um die Frage: Entspricht dieser Solidaritätsbeitrag eigentlich unserem wirtschaftlichen Verhältnis mit Brasilien, oder müßte er nicht doch größer sein? (Abg. Mag. Trattner: Es geht nicht um das!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich deponiere hier seitens meiner Partei ein klares Ja zu dieser internationalen Solidaritätsaktion für ein Land, mit dem wir sehr gute wirtschaftliche Beziehungen haben. Im Vorjahr lag das Exportvolumen bei 4 Milliarden Schilling, grob gerechnet sind das 4 000 Arbeitsplätze in Österreich. – Unsererseits ein klares Ja zu dieser Aktion! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gusenbauer – von einem anderen Platz als seinem Sitzplatz aus –: Hier!
Ich habe Herrn Kollegen Gusenbauer, der jetzt nicht mehr im Saal ist (Abg. Dr. Gusenbauer – von einem anderen Platz als seinem Sitzplatz aus –: Hier!) – ach, da ist er ja! –, sehr genau zugehört, und ich teile auch seine Einschätzungen. Aber in der Konsequenz, Herr Gusenbauer, würde das für den Herrn Bundesminister bedeuten, daß zum jetzigen Zeitpunkt eine Haftungsübernahme zumindest äußerst problematisch ist, denn niemand glaubt ernsthaft daran, daß diese 50 Millionen Dollar jemals zurückfließen werden.
Abg. Dr. Höchtl: Millionen!
Herr Bundesminister! Ich glaube, daß Österreich – wie auch die anderen Staaten – viel zu sorglos Kredite vergibt und Haftungen übernimmt. Der BIZ-Bericht weist aus, daß Österreich insgesamt 304 Milliarden Schilling Kredite ausständig hat, davon eben diese knapp 8 Milliarden aus Brasilien, und jetzt kommen wieder diese 600 Milliarden dazu. (Abg. Dr. Höchtl: Millionen!) – Ja!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Deshalb, Herr Bundesminister, Herr Stummvoll, Herr Gusenbauer, bedeutet die Haftung für diese 600 Millionen an sich nichts anderes als die Vernichtung von weiterem Vermögen in der Höhe von 600 Millionen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Finanzminister! Das wird das österreichische Parlament nicht bestimmen, aber ich glaube, daß da eine Fülle von Aufgaben für Sie als europäischer Teilnehmer des ECOFIN-Rates und als Vertreter – soweit Sie es selbst sind – in den internationalen Organisationen vor Ihnen liegt, daß Österreich seine Stimme erheben und eine Reform einmahnen sollte, bevor wir im Strudel einer wirklichen europäischen Finanzkrise untergehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich glaube, daß der Antrag, den wir heute beschließen, wichtig ist, daß er richtig ist, daß er maßvoll ist, daß er im Verhältnis zu unserem wirtschaftlichen Engagement eigentlich geringe finanzielle Ausmaße hat, daß wir aber viel mehr auch an internationaler Reputation verloren hätten, wenn wir das einzige europäische Land wären, das sich an der Wirtschafts- und Finanzhilfe für Brasilien nicht beteiligt. Das ist ein Teil angewandter Solidarität, aber nicht ganz uneigennützig, sondern durchaus auch im Interesse der österreichischen Wirtschaft. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
†Abgeordneter Reinhart Gaugg¦ (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Kollege Stummvoll hat von einer Solidaritätsaktion gesprochen. Da frage ich mich schon: Wo bleibt die Solidaritätsaktion für die heimische Bevölkerung? 600 Millionen Schilling werden verschenkt, und dieses Geld macht eine Reise ohne Wiederkehr nach Brasilien. Für Brasilien kann dieses Geld nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Das Ganze nennt sich “EU-Hilfsmaßnahme”. Herr Minister! Unter Ihrer Vorsitzführung sind letztlich 56 Milliarden Schilling innerhalb dieser EU verschwunden. Es wäre einmal eine EU-Hilfsmaßnahme, diese 56 Milliarden Schilling zu finden (Beifall bei den Freiheitlichen), die verschwunden sind, was beinahe die Kommission in Europa gestürzt hätte. Nur der Verantwortungslosigkeit gerade Ihrer Abgeordneten ist es zu verdanken, daß die dort noch bis zur nächsten Wahl sitzen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist auch feststellbar, daß wir derzeit in Österreich die höchste Arbeitslosigkeit haben, daß wir ein Staat von Frühpensionisten sind, daß Ihr Freund Stronach vor einem Jahr das Werk in Steyr mit der Zusage erworben hat, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Was aber macht er? – 100 Mitarbeiter werden abgebaut mit dem lockenden Angebot, vielleicht täglich von Steyr nach Graz zu pendeln. Wo bleibt da die moralische Solidarität auch Ihrer Partei? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wo bleibt die soziale Verantwortung für die arbeitende Bevölkerung in unserem Land, wenn man so locker, einfach mir nichts, dir nichts, 50 Millionen Dollar in ein Land schickt, obwohl man genau weiß, daß das weder eine Hilfestellung für dieses Land darstellt noch irgendwo eine Verbesserung herbeiführt. Unserer heimischen Wirtschaft wäre mehr geholfen, würden Sie in unserem Land im Rahmen einer Steuerreform endlich einmal Bedingungen schaffen, die es möglich machen, daß sich Arbeiten wieder lohnt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist auch feststellbar, daß wir derzeit in Österreich die höchste Arbeitslosigkeit haben, daß wir ein Staat von Frühpensionisten sind, daß Ihr Freund Stronach vor einem Jahr das Werk in Steyr mit der Zusage erworben hat, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Was aber macht er? – 100 Mitarbeiter werden abgebaut mit dem lockenden Angebot, vielleicht täglich von Steyr nach Graz zu pendeln. Wo bleibt da die moralische Solidarität auch Ihrer Partei? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wo bleibt die soziale Verantwortung für die arbeitende Bevölkerung in unserem Land, wenn man so locker, einfach mir nichts, dir nichts, 50 Millionen Dollar in ein Land schickt, obwohl man genau weiß, daß das weder eine Hilfestellung für dieses Land darstellt noch irgendwo eine Verbesserung herbeiführt. Unserer heimischen Wirtschaft wäre mehr geholfen, würden Sie in unserem Land im Rahmen einer Steuerreform endlich einmal Bedingungen schaffen, die es möglich machen, daß sich Arbeiten wieder lohnt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie, Frau Bundesministerin, machen es sich relativ einfach. Sie lassen die Wirtschaftsforschungsinstitute erheben, Sie machen Regierungsklausuren, Sie machen SPÖ-Klausuren. Ihr Herr Bundeskanzler kündigt an, es werde eine “Beschäftigungsoffensive” geben. – Ich halte es in der Zwischenzeit für eine gefährliche Drohung, wenn Ihr Bundeskanzler dieses Wort in den Mund nimmt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich würde vorschlagen: Finanzieren wir einmal die Einkommensschwächeren dadurch, daß sie nur mehr 25 Prozent ihres Einkommens zu versteuern haben, denn das sind in Wirklichkeit auch Künstler, nämlich Überlebenskünstler in dieser Republik Österreich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mertel: Bei Ihnen nicht? Geben Sie zu, Sie haben eine Flasche geöffnet! Wie ich Sie kenne, haben Sie auch eine Flasche geöffnet!
Sie und Ihre Regierungskollegen glauben allen Ernstes – und das hören wir seit Monaten –, daß dieser berühmte, seit 1. Jänner 1999 eingeführte Euro sämtliche Probleme Österreichs lösen wird. Es gab eine Euphorie sondergleichen, riesige Sektflaschen, Champagnerflaschen. Die Korken haben nur so geknallt am 1. Jänner 1999. (Abg. Dr. Mertel: Bei Ihnen nicht? Geben Sie zu, Sie haben eine Flasche geöffnet! Wie ich Sie kenne, haben Sie auch eine Flasche geöffnet!) Es war geradezu abenteuerlich, wie hoch der Kurs war und wie stark und stabil er sich gegenüber dem Dollar entwickelt hat. Nur: In der Zwischenzeit haben wir bereits mindestens 10 Prozent des Kurses verloren, und es rührt sich nichts. In Wirklichkeit haben Sie für den Euro eine Latte vorgegeben, die von den meisten Ländern nicht einzuhalten sein wird. Sie kommen mir vor, als würden Sie einen Marathon ausschreiben und sagen, alle Teilnehmer müssen unter 2 Stunden 20 Minuten laufen. Jetzt frage ich Sie nur: Was ist, wenn sie es nicht schaffen? Ich frage Sie: Was passiert, wenn dieser Euro die Erwartungen nicht erfüllt?
Abg. Dr. Mertel: Da beziehen Sie sich aber auch selbst mit ein!
Dieser Euro ist ein Arbeitsplatzvernichter auch in Österreich! Denn was wir nicht brauchen, das sind diese “berühmten” McJobs. Wir haben jahrelang als Sozialpartner dafür gekämpft, daß es in dieser Republik soziale Rahmenbedingungen gibt, die es den Menschen bei Beschäftigung ermöglichen, ein menschengerechtes Dasein zu fristen. Was machen Sie daraus? – Sie sagen: Na ja, wir müssen die Kollektivverträge erhöhen, 12 000 S sind wirklich genügend und ausreichend. – Hier herinnen sitzt nicht ein einziger, der mit diesem Monatseinkommen auskommen muß. Da sitzen gerade auch die Sozialdemokraten in all ihrer Vielfalt und mit all ihrem Phantasiereichtum, was die Beschäftigung ihrer Funktionäre neben der parlamentarischen Tätigkeit betrifft. Ich würde Ihnen einmal wünschen, nur einen einzigen Monat mit 15 000 S auskommen zu müssen. (Abg. Dr. Mertel: Da beziehen Sie sich aber auch selbst mit ein!) Das, Frau Ministerin, würde ich Ihnen einmal wünschen, gerade auch mit Kindern, die unter Umständen studieren.
Abg. Dr. Mertel: Im Gegensatz zu Ihnen!
Das ist Ihr Sozialstaat, den Sie zu Grabe getragen haben. Sie mit Ihrer Sozialdemokratie, die seit dem Jahre 1970 bis zum heutigen Tage den Regierungschef stellt und nicht in der Lage ist, in Österreich Beschäftigungen zu ermöglichen, die auch ein Einkommen sichern. Das ist das größte Problem, vor dem Sie stehen. Sie wissen auch keine Lösungen mehr, aber Sie flüchten sich in Klausuren (Abg. Dr. Mertel: Im Gegensatz zu Ihnen!) und glauben, damit ist es abgetan. Sie haben Lehrlingsbeschäftigungsprogramme ins Leben gerufen, Sie machen Aktionen für ältere Beschäftigte, Sie machen Strafaktionen für Betriebe, die ältere Beschäftigte nicht mehr weiterbeschäftigen wollen, und ähnliches mehr. Was hat denn bis heute gegriffen?
Abg. Dr. Mertel: Und Maßnahmen durchgesetzt!
Sie haben -zig Maßnahmen angekündigt (Abg. Dr. Mertel: Und Maßnahmen durchgesetzt!), immer unter der Drohung, weniger Geld zur Verfügung zu stellen. Beim Arbeitsmarktservice gibt es Herrn Buchinger, der sich wochenlang mit dem Hinweis zu Wort gemeldet hat, daß die bestehenden Aktionen nicht mehr finanzierbar sind. Aber das ist natürlich alles für jene, die heute sagen, wir tun so viel für die Arbeit und für die Beschäftigung, und die Meinungsumfragen geben Ihnen anscheinend recht. Es ist eben so, daß die Sozialdemokratie in Österreich anscheinend noch immer der Garant dafür ist, daß für die Bevölkerung etwas Gutes getan wird. (Abg. Dr. Karlsson: Ja!) In Wirklichkeit haben Sie eine schleichende Inflation an der Qualität der Arbeitsplätze, Sie haben nur mehr Minderbeschäftigte, Sie haben das Tor für einen beinharten Wettbewerb aufgemacht, ohne darauf zu achten, daß dabei auch die sozialen Bedingungen stimmen.
Abg. Dr. Karlsson: Ja!
Sie haben -zig Maßnahmen angekündigt (Abg. Dr. Mertel: Und Maßnahmen durchgesetzt!), immer unter der Drohung, weniger Geld zur Verfügung zu stellen. Beim Arbeitsmarktservice gibt es Herrn Buchinger, der sich wochenlang mit dem Hinweis zu Wort gemeldet hat, daß die bestehenden Aktionen nicht mehr finanzierbar sind. Aber das ist natürlich alles für jene, die heute sagen, wir tun so viel für die Arbeit und für die Beschäftigung, und die Meinungsumfragen geben Ihnen anscheinend recht. Es ist eben so, daß die Sozialdemokratie in Österreich anscheinend noch immer der Garant dafür ist, daß für die Bevölkerung etwas Gutes getan wird. (Abg. Dr. Karlsson: Ja!) In Wirklichkeit haben Sie eine schleichende Inflation an der Qualität der Arbeitsplätze, Sie haben nur mehr Minderbeschäftigte, Sie haben das Tor für einen beinharten Wettbewerb aufgemacht, ohne darauf zu achten, daß dabei auch die sozialen Bedingungen stimmen.
Abg. Dr. Mertel: Sogar die Bären-Batterien will er haben, hat Herr Haider gesagt!
Von Ihnen, Frau Ministerin, würde ich mir schon erwarten, daß Sie bei Maßnahmen zur Förderung nicht marktfähiger Arbeit auch Antworten finden. Denn das ist ja unglaublich: ständig wolkige Ausreden, auf konkrete Fragen keine konkreten Antworten. Ich darf Ihnen sagen, daß wahrscheinlich auch Sie es mit zu verantworten haben, daß es hier in Österreich zu sozialen Unruhen und zu sozialen Konflikten kommen wird. Denn ein Ihnen sehr nahestehender Großindustrieller aus Kanada – Herr Stronach – ist das beste Beispiel dafür. Er macht viele Ankündigungen. Um alles reißt er sich: Das beginnt beim Vorsitz in der Fußballbundesliga und reicht bis hin zu gewaltigen Investitionen, die er tätigen werde. Nur ist noch nicht klar, mit welchem Geld. (Abg. Dr. Mertel: Sogar die Bären-Batterien will er haben, hat Herr Haider gesagt!) Dann aber ist er der erste, der in Steyr wieder 100 Mitarbeiter entläßt. 100 Mitarbeiter in Steyr werden wieder entlassen!
Abg. Ing. Maderthaner: Sie wissen ja nicht, wovon Sie reden!
Diesen 100 Mitarbeitern in Steyr wird gleichzeitig angeboten, nach Graz auszupendeln: Wo bleibt die soziale Verantwortung von Ihnen und von Ihren Regierungskollegen? Die ständige Ankündigung von neuen Programmen bringt noch nicht auch nur einen einzigen Arbeitsplatz. Was wir uns wünschen würden, wären entsprechende Maßnahmen im Rahmen der Steuerreform, eine entsprechende Lohnsteuersenkung, eine Senkung der Steuern in den Betrieben, ein Abbau bei der Bürokratie. Er wird seit vielen Jahren auch von Ihnen zugesagt, jener Abbau der Bürokratie, der dazu führt, daß man endlich einmal in wenigen Wochen ein Geschäft oder einen Betrieb eröffnen kann und es nicht so wie heute Monate dauert, bis sich zum Beispiel eine Wirtschaftskammer dazu herabläßt, irgendwo eine Bewilligung zu erteilen. In Wirklichkeit sollte es folgendermaßen sein: daß ein Unternehmen beginnen kann und eine Checkliste bekommt, auf der steht, welche Rahmenbedingungen zu erfüllen sind, und dann wird einmal kontrolliert. Bei uns aber ist es umgekehrt: Zuerst braucht man zigtausend Schilling, dann muß man bei ich weiß nicht wie vielen Kammergremien Mitglied sein, ob man will oder nicht. Das ist zunächst einmal das Entscheidende. Das freut Herrn Maderthaner, das ist klar! Denn solange wir die Zwangsmitgliedschaft haben, brauchen wir keine Leistung, nicht wahr? (Abg. Ing. Maderthaner: Sie wissen ja nicht, wovon Sie reden!) Solange das Geld wie Milch und Honig fließt, brauchen wir das alles nicht zu machen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Graf: In Wirklichkeit ist es ja noch viel schlimmer!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Graf: In Wirklichkeit ist es ja noch viel schlimmer!
Diesen 100 Mitarbeitern in Steyr wird gleichzeitig angeboten, nach Graz auszupendeln: Wo bleibt die soziale Verantwortung von Ihnen und von Ihren Regierungskollegen? Die ständige Ankündigung von neuen Programmen bringt noch nicht auch nur einen einzigen Arbeitsplatz. Was wir uns wünschen würden, wären entsprechende Maßnahmen im Rahmen der Steuerreform, eine entsprechende Lohnsteuersenkung, eine Senkung der Steuern in den Betrieben, ein Abbau bei der Bürokratie. Er wird seit vielen Jahren auch von Ihnen zugesagt, jener Abbau der Bürokratie, der dazu führt, daß man endlich einmal in wenigen Wochen ein Geschäft oder einen Betrieb eröffnen kann und es nicht so wie heute Monate dauert, bis sich zum Beispiel eine Wirtschaftskammer dazu herabläßt, irgendwo eine Bewilligung zu erteilen. In Wirklichkeit sollte es folgendermaßen sein: daß ein Unternehmen beginnen kann und eine Checkliste bekommt, auf der steht, welche Rahmenbedingungen zu erfüllen sind, und dann wird einmal kontrolliert. Bei uns aber ist es umgekehrt: Zuerst braucht man zigtausend Schilling, dann muß man bei ich weiß nicht wie vielen Kammergremien Mitglied sein, ob man will oder nicht. Das ist zunächst einmal das Entscheidende. Das freut Herrn Maderthaner, das ist klar! Denn solange wir die Zwangsmitgliedschaft haben, brauchen wir keine Leistung, nicht wahr? (Abg. Ing. Maderthaner: Sie wissen ja nicht, wovon Sie reden!) Solange das Geld wie Milch und Honig fließt, brauchen wir das alles nicht zu machen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Graf: In Wirklichkeit ist es ja noch viel schlimmer!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dazu kann ich Ihnen nur sagen: Hier werden die Oppositionsparteien, und gerade wir Freiheitlichen, mit Sicherheit nicht mitspielen. Was wir brauchen, das sind wirtschaftliche Rahmenbedingungen für eine freie Wirtschaft und eine gute Entlohnung für die Arbeitnehmer! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bin darüber hinaus sehr froh, die Gelegenheit zu haben, dem Hohen Haus über diese neue Initiative “Newstart” zu berichten, weil wir hier ein Pilotprojekt starten möchten, das in dieser Form noch nie in Österreich versucht wurde, und ich daher auch die Unterstützung der Damen und Herren des Hohen Hauses erbitte, damit wir mit diesem Pilotprojekt mehr Beschäftigung schaffen und die Zahl der Arbeitslosen verringern können. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Laut Einschätzung meines Ressorts, meiner Experten und von mir selbst, wird es möglich sein, bei einem Budget von 150 Millionen Schilling innerhalb eines Jahres etwa 800 Arbeitsplätze zu fördern und damit auch 800 Arbeitslosen eine neue Berufschance zu geben. Ich glaube, es lohnt sich, sich für dieses Ziel mit aller Kraft einzusetzen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gaugg: Dann gehen Sie einmal mit mir mit!
Sehr geschätzte Damen und Herren! Wenn Herr Abgeordneter Gaugg seine Einschätzung der Lage in Österreich und der Lage der Bevölkerung darlegt, dann denke ich mir manchmal, er redet von einem anderen Land. Das, was er darstellt, ist nicht das Österreich, in dem wir leben. (Abg. Gaugg: Dann gehen Sie einmal mit mir mit!)
Abg. Gaugg: Im Wiener Belvedere findet das nicht statt!
Sehr geschätzter Herr Abgeordneter! Ich kenne die Probleme in gleichem Maße wie Sie. Ich kämpfe aber für die Besserung dieser Situation, ohne gleichzeitig alles schlechtzumachen (Abg. Gaugg: Im Wiener Belvedere findet das nicht statt!) und ohne gleichzeitig zu verleugnen, welch große Fortschritte wir machen. Es tut Ihnen anscheinend leid, daß es uns gelungen ist (Abg. Dr. Haider: Eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt, Frau Minister!), de facto keine Jugendarbeitslosigkeit zu haben. (Abg. Dr. Haider: Die Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt!) Sie bedauern anscheinend, daß wir Erfolge haben, daß wir jedem und jeder Jugendlichen eine Berufsperspektive geben. (Abg. Dr. Haider: Eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt, Frau Minister! – Abg. Reitsamer: Aber die Erhöhung der Beschäftigung!) Sie bedauern anscheinend, daß wir den höchsten Beschäftigungsstand haben, den wir je in Österreich hatten! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt, Frau Minister!
Sehr geschätzter Herr Abgeordneter! Ich kenne die Probleme in gleichem Maße wie Sie. Ich kämpfe aber für die Besserung dieser Situation, ohne gleichzeitig alles schlechtzumachen (Abg. Gaugg: Im Wiener Belvedere findet das nicht statt!) und ohne gleichzeitig zu verleugnen, welch große Fortschritte wir machen. Es tut Ihnen anscheinend leid, daß es uns gelungen ist (Abg. Dr. Haider: Eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt, Frau Minister!), de facto keine Jugendarbeitslosigkeit zu haben. (Abg. Dr. Haider: Die Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt!) Sie bedauern anscheinend, daß wir Erfolge haben, daß wir jedem und jeder Jugendlichen eine Berufsperspektive geben. (Abg. Dr. Haider: Eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt, Frau Minister! – Abg. Reitsamer: Aber die Erhöhung der Beschäftigung!) Sie bedauern anscheinend, daß wir den höchsten Beschäftigungsstand haben, den wir je in Österreich hatten! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Die Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt!
Sehr geschätzter Herr Abgeordneter! Ich kenne die Probleme in gleichem Maße wie Sie. Ich kämpfe aber für die Besserung dieser Situation, ohne gleichzeitig alles schlechtzumachen (Abg. Gaugg: Im Wiener Belvedere findet das nicht statt!) und ohne gleichzeitig zu verleugnen, welch große Fortschritte wir machen. Es tut Ihnen anscheinend leid, daß es uns gelungen ist (Abg. Dr. Haider: Eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt, Frau Minister!), de facto keine Jugendarbeitslosigkeit zu haben. (Abg. Dr. Haider: Die Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt!) Sie bedauern anscheinend, daß wir Erfolge haben, daß wir jedem und jeder Jugendlichen eine Berufsperspektive geben. (Abg. Dr. Haider: Eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt, Frau Minister! – Abg. Reitsamer: Aber die Erhöhung der Beschäftigung!) Sie bedauern anscheinend, daß wir den höchsten Beschäftigungsstand haben, den wir je in Österreich hatten! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt, Frau Minister! – Abg. Reitsamer: Aber die Erhöhung der Beschäftigung!
Sehr geschätzter Herr Abgeordneter! Ich kenne die Probleme in gleichem Maße wie Sie. Ich kämpfe aber für die Besserung dieser Situation, ohne gleichzeitig alles schlechtzumachen (Abg. Gaugg: Im Wiener Belvedere findet das nicht statt!) und ohne gleichzeitig zu verleugnen, welch große Fortschritte wir machen. Es tut Ihnen anscheinend leid, daß es uns gelungen ist (Abg. Dr. Haider: Eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt, Frau Minister!), de facto keine Jugendarbeitslosigkeit zu haben. (Abg. Dr. Haider: Die Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt!) Sie bedauern anscheinend, daß wir Erfolge haben, daß wir jedem und jeder Jugendlichen eine Berufsperspektive geben. (Abg. Dr. Haider: Eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt, Frau Minister! – Abg. Reitsamer: Aber die Erhöhung der Beschäftigung!) Sie bedauern anscheinend, daß wir den höchsten Beschäftigungsstand haben, den wir je in Österreich hatten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geschätzter Herr Abgeordneter! Ich kenne die Probleme in gleichem Maße wie Sie. Ich kämpfe aber für die Besserung dieser Situation, ohne gleichzeitig alles schlechtzumachen (Abg. Gaugg: Im Wiener Belvedere findet das nicht statt!) und ohne gleichzeitig zu verleugnen, welch große Fortschritte wir machen. Es tut Ihnen anscheinend leid, daß es uns gelungen ist (Abg. Dr. Haider: Eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt, Frau Minister!), de facto keine Jugendarbeitslosigkeit zu haben. (Abg. Dr. Haider: Die Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt!) Sie bedauern anscheinend, daß wir Erfolge haben, daß wir jedem und jeder Jugendlichen eine Berufsperspektive geben. (Abg. Dr. Haider: Eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist kein Fortschritt, Frau Minister! – Abg. Reitsamer: Aber die Erhöhung der Beschäftigung!) Sie bedauern anscheinend, daß wir den höchsten Beschäftigungsstand haben, den wir je in Österreich hatten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist doch kein Fortschritt! Die Sozialisten applaudieren schon, wenn die Arbeitslosigkeit steigt! Das ist ja super! Da sind sie schon sehr zufrieden!
Sehr geschätzte Damen und Herren! Es hat jedes Bild zwei Seiten. – Sehen Sie auch die zweite Seite! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist doch kein Fortschritt! Die Sozialisten applaudieren schon, wenn die Arbeitslosigkeit steigt! Das ist ja super! Da sind sie schon sehr zufrieden!)
Abg. Gaugg: Das glauben Sie ja selbst nicht, was Sie sagen! Da brauchen Sie nur die Statistik zu lesen!
Es ist wohl legitim, daß sie auch auf andere Maßnahmen eingegangen ist. Diese Maßnahmen haben Sie nur taxativ angesprochen, denn diese Maßnahmen haben Erfolg gezeigt, und das können und dürfen Sie ja hier nicht sagen, denn damit würden Sie sich ja selbst in Frage stellen. (Abg. Gaugg: Das glauben Sie ja selbst nicht, was Sie sagen! Da brauchen Sie nur die Statistik zu lesen!)
Zwischenruf des Abg. Gaugg.
Aber Sie, der “Tempelhüpfer der Nation”, haben sich natürlich gleich mit den Steuern auseinandergesetzt, mit einem Sportlererlaß, und da haben Sie eine sehr gefährliche Drohung ausgesprochen. Sie haben nämlich gesagt, man sollte auch Beziehern niedriger Einkommen 25 Prozent Steuern zugestehen. (Zwischenruf des Abg. Gaugg.) Ich sage Ihnen folgendes: Das ist eine sehr gefährliche Drohung, Herr Kollege Gaugg, denn diese niedrigen Einkommen sind überhaupt steuerfrei, und dabei wollen wir es auch belassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber Sie, der “Tempelhüpfer der Nation”, haben sich natürlich gleich mit den Steuern auseinandergesetzt, mit einem Sportlererlaß, und da haben Sie eine sehr gefährliche Drohung ausgesprochen. Sie haben nämlich gesagt, man sollte auch Beziehern niedriger Einkommen 25 Prozent Steuern zugestehen. (Zwischenruf des Abg. Gaugg.) Ich sage Ihnen folgendes: Das ist eine sehr gefährliche Drohung, Herr Kollege Gaugg, denn diese niedrigen Einkommen sind überhaupt steuerfrei, und dabei wollen wir es auch belassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
“Newstart” fördert innovative Dienstleistungsbereiche und ist ein Projekt in die Zukunft. Die 150 Millionen, die dafür zur Verfügung gestellt werden, sind mehr als gut angelegt. Auch bei den anderen Maßnahmen, die wir in der Vergangenheit gesetzt haben, war jeder Schilling gut angelegt. Sie haben immer die Wirkung gebracht, die wir vorausgesagt haben. Das wollen die Damen und Herren von den Freiheitlichen einfach nicht wahrhaben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es wurde in diesen Tagen von unserer Seite, auch von Regierungsseite sehr deutlich darauf hingewiesen, daß nicht eine Maßnahme allein geeignet ist, die Arbeit, die wir in Österreich benötigen, zu schaffen, sondern mehrere Ansatzpunkte, mehrere Initiativen notwendig sind. Wir haben daher auch in der Regierung ausdrücklich zu diesem Projekt “Newstart” ja gesagt, wenngleich wir größten Wert darauf legen, daß auch eine Überprüfung dieses Projektes dahin gehend durchgeführt wird, inwieweit es Erfolg hat. Ich meine, daß diese Überprüfung sehr wohl auch Platz greifen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Sehr gut!
Meine Damen und Herren! Es gibt einen großen Bereich, wo heute Arbeit geleistet wird, Arbeit im eigentlichen Sinne, die aber nicht als solche anerkannt wird. Ich denke hier an die ehrenamtliche Arbeit, die in gemeinnützigen Vereinigungen, in sozial wichtigen, karitativen Organisationen und Vereinen geleistet wird. Wir nennen das, Herr Abgeordneter Öllinger, die Bürgerarbeit, die Arbeit für den Bürger. (Abg. Dr. Khol: Sehr gut!)
Beifall bei der ÖVP.
Jawohl, Sie haben das richtig gesagt, wir gehen von der Bürgergesellschaft aus, wo jeder für den anderen verantwortlich ist und für den anderen arbeitet. Und diese Arbeit in der Bürgergesellschaft, diese Bürgerarbeit – ich gebe zu, es handelt sich um einen neuen Begriff – sollten wir auch anerkennen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Was wären unsere Vereine, was wären unsere gemeinnützigen Einrichtungen ohne diese ehrenamtliche Tätigkeit? Ich könnte mir vorstellen, daß die Anerkennung dieser Arbeit ein Beitrag dazu ist, Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Was wäre, wenn wir, statt Sozialhilfe zu gewähren, zu einer Anerkennung der Bürgerarbeit kämen, wenn statt Sozialhilfe für Bürgerarbeit bezahlt würde? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte Ihnen zum Abschluß folgendes sagen: Gestern war eine sehr wertvolle Präsentation einer Sozialcharta im Kummerinstitut. Einer der wirklich profundesten Kenner der Situation hat darauf hingewiesen, daß wir eine neue Bewertung von Arbeit brauchen. Arbeit, die geleistet wird, soll auch Einkommen schaffen, soll in allen Bereichen soziale Sicherheit schaffen. (Beifall bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren! Darum werben wir ganz massiv. Wenn wir zu einer solchen neuen Sicht kommen, so, würde ich meinen, wäre es ein wichtigen Beitrag dazu, Arbeitslosigkeit zu vermeiden.
Beifall bei der ÖVP.
Eine breitere Anerkennung dieser Arbeit würde uns wesentlich weiterbringen. Gerade Sie von der grünen Fraktion müßten einem solchen Projekt sofort zustimmen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordneter Mag. Herbert Haupt¦ (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte zunächst kurz auf die Ausführungen von Frau Kollegin Reitsamer eingehen und meine, daß es keine gefährliche Drohung ist, wenn die Freiheitlichen 150 000 S Freibetrag bei der Steuer verlangen, während in Österreich das steuerfreie Existenzminimum derzeit bei 67 000 S liegt. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Unter Berücksichtigung der Sozialversicherungsbeiträge liegt das steuerfreie Existenzminimum derzeit bei 116 000 S. Die Leute, deren Einkommen dazwischen liegen und die heute steuerpflichtig sind, wären sehr zufrieden, wenn Kollege Gaugg das Sagen hätte und nicht Sie, sehr geehrte Frau Kollegin Reitsamer, denn dazwischen liegen Welten.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesministerin! Daher brauchen wir hier keine euphorische Debatte, schon gar nicht brauchen wir den gegen die Opposition gerichteten Vorhalt, daß wir alles madig machen. Bei der höchsten Arbeitslosigkeit seit 1954 haben wir alle gemeinsam hier im Parlament alles daranzusetzen, um der österreichischen Bevölkerung wieder Arbeit zu verschaffen und eine ihr halbwegs entsprechende Beschäftigungsmöglichkeit zu bieten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sollte nicht der Weg der österreichischen Sozialpolitik sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Aber machen Sie doch zum Beispiel persönliche Dienstleistungen für die Leute, die sich das leisten können, steuerabzugsfähig, und gewähren Sie jenen, die das Einkommen nicht haben, eine Negativsteuer. Dann hätten Sie zum Beispiel im Bereich der Kinderbetreuung einen Quantensprung auf dem Arbeitsmarkt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Machen Sie so etwas! Das wäre ein echter new start, würde aber Umdenken voraussetzen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen.
Kollege Haupt hat mit sehr richtigen Argumenten das Konzept dieser “Bürgergesellschaft”, die Herrn Khol da vorschwebt, am Beispiel England kritisiert, wo ersichtlich wird, was darunter zu verstehen ist: daß nämlich Personen, die Sozialhilfe beziehen, andere soziale Leistungen beziehen, ältere Menschen mit 70, 80 Jahren noch arbeiten gehen müssen, damit sie überhaupt Anspruch auf diese soziale Leistung erhalten. – Das, Herr Kollege Khol, ist ein unsoziales Konzept! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich habe nichts gegen “Newstart”. Kollege Kier hat mir dankenswerterweise schon einige Argumentationen vorweggenommen, aber ich befürchte, daß “Newstart” das Old-end oder das End-as-usual, wie wir es schon von der “Aktion 8000” her kennen, erleiden wird. Kollege Kier hat richtigerweise darauf hingewiesen, daß die “Aktion 8000” immerhin noch den Anspruch gehabt hat, 8 000 Personen in Beschäftigung zu bringen. Jetzt sind es 800 Personen. 800 Personen! Ich habe das umgerechnet und mir auch ausgerechnet. 800 Personen sind 0,03 Prozent der Arbeitslosen. Das sind drei Hundertstel! Ich verstehe jetzt den Satz des Herrn Bundeskanzlers, der gesagt hat, er kämpfe um jeden Arbeitslosen. Manchmal wird auch gegen jeden Arbeitslosen gekämpft. Dieser Satz ist aber auch noch anders zu interpretieren. Offensichtlich geht es tatsächlich schon um die kleinen Größen. Frau Bundesministerin! Wir brauchen aber nicht nur 800 Arbeitsplätze, sondern angesichts der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gerade im gemeinnützigen Bereich brauchen wir Tausende, Zehntausende Arbeitsplätze. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich bringe Ihnen ein Beispiel dazu. Wenn ich diese Aktion hier so toll gepriesen finde – es gibt darin Punkte, die mir gefallen, die ich nicht für überflüssig halte –, aber gleichzeitig hören muß, daß in Niederösterreich die Tagesmütter, die bei den diversen schwarzen und roten Vereinen angestellt sind, jetzt nicht mehr sozialversichert sind, weil das AMS seine Förderung zurückgenommen hat, dann frage ich mich, auf wessen Kosten welche Finanzierung stattfindet. Gleichzeitig höre ich, daß Kinderbetreuungsbeihilfen in den letzten Jahren gestrichen wurden, daß sich das AMS aus der Förderung von gemeinnützigen Kinderbetreuungseinrichtungen zurückzieht und jetzt mit “Newstart” möglicherweise private Kindergärten – auch das ist gut, das sage ich gleich dazu – gefördert werden sollen, die erst mit dieser Hilfe marktfähig gemacht werden sollen. Wenn das die Alternative ist, daß in einem Bereich der industrienahen Dienstleistungen und Industrieleistungen etwas marktfähig gemacht werden soll und der eigentlich gemeinnützige Bereich dafür geopfert wird und dies das Resultat der Förderungen in den letzten Jahren ist, dann, muß ich sagen, ist das eine falsche Perspektive. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
†Abgeordneter Karl Öllinger¦ (fortsetzend): Daher wäre es dringend notwendig, über einen tatsächlichen “new start”, und zwar jenen der gesamten aktiven Arbeitsmarktpolitik in diesem Land zu sprechen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordneter Mag. Reinhard Firlinger¦ (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Es ist schon sehr wenig glaubwürdig, wenn sich der sozialistische Wohnbausprecher, Kollege Eder, in Salzburg anläßlich der Klubklausur der SPÖ vor die Kamera stellt und folgende Forderung aufstellt: Die Genossenschaften müssen jetzt endlich die Mieten absenken – mit der Begründung, daß auch das Zinsaufkommen beziehungsweise die Verzinsung in der letzter Zeit erheblich gesunken wäre. Es ist dies deshalb wenig glaubwürdig, weil die SPÖ jetzt so tut, als wäre sie während der letzten zehn Jahre nicht in der Regierung federführend tätig gewesen, sondern wäre in Opposition gewesen. – Meine Damen und Herren! Ich muß das einmal klar sagen: Die SPÖ war nicht in Opposition, sondern die treibende Kraft in der Regierung. Daher ist dieses ganze Schauspiel unwürdig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Eder.
Es ist auch wenig stichhaltig, daß erst jetzt aufgrund des extrem niedrigen Zinsniveaus Handlungsbedarf bestünde. Meine Damen und Herren! Das Zinsniveau ist seit vielen Jahren rückläufig, und zwar stark rückläufig. Je stärker das Zinsniveau rückläufig ist, desto gleichgerichteter steigt das sogenannte Körberlgeld für die Wohnbaugenossenschaften an und erreicht Milliardenbeträge. Das ist Geld, meine Damen und Herren, das den Mietern von gemeinnützigen Wohnungen vorenthalten wird. Das wird auf die Seite geschoben, und mit dem arbeiten die rot und schwarz dominierten Wohnbaugesellschaften. Was sie mit dem Geld machen, weiß ich nicht, meine Damen und Herren! Irgend etwas werden sie schon machen, dem sozialen Wohnbau führen sie es allerdings nicht zu. Hören Sie gut zu, Herr Kollege Stummvoll, das müßte Sie interessieren! (Zwischenruf des Abg. Eder.) – Ich komme dann noch auf eine Spezialsache zu sprechen, Herr Kollege!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Schauen Sie sich die Situation einmal an! Wir wollen etwas ganz Legitimes. Wir wollen mit unserem Antrag erreichen, daß das Mietniveau – ich spreche von den reinen Mieten, also wenn eine Wohnung vollständig ausfinanziert ist – auf den Erhaltungsbeitrag gesenkt wird. Das sind derzeit 30 S. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist ein Skandal, daß unser Antrag vom 28. Februar 1996 seit bald drei Jahren im Bautenausschuß unbehandelt, unerledigt liegt. Meine Damen und Herren! Das ist auch ein Skandal in puncto des Demokratieverständnisses von Rot und Schwarz. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die einzige Verhandlung, die es gegeben hat, war am 28. Feber, und bei der fand eine Vertagung ohne Begründung statt. Es gab damals keine Begründung! Wenn Sie sich einmal die Zahlen anschauen, was derzeit eine durchschnittliche Familie für eine Wohnung, die zirka 25 bis 30 Jahre alt ist und im 16. Wiener Gemeindebezirk liegt, zahlt, dann kann man eine einfache Rechnung anstellen. – Herr Kollege Eder! Hören Sie gut zu! Das Beispiel stammt aus einer Ihrer Wohnbaugenossenschaften, über die Sie immer schützend die Hand halten. Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung, eine Zweieinhalbzimmer-Wohnung, macht die reine Miete 5 800 S aus, die Betriebskosten betragen 1 700 S, macht zusammen 7 500 S. Jetzt kommt noch die Heizung für 80 Quadratmeter dazu. Seien wir großzügig oder vorsichtig, nehmen wir 1 000 S dafür an. Das macht dann 8 500 S aus, schließlich kommt noch die Mehrwertsteuer hinzu, so sind wir bei 10 000 S! – Jetzt frage ich Sie, meine Damen und Herren, welche Familie, insbesondere welche Jungfamilie, bei der es vielleicht nur einen Alleinverdiener gibt, sich eine 80-Quadratmeter-Wohnung um 10 000 S leisten kann. Ich frage Sie das! Das ist doch eine einzige Bankrotterklärung Ihrer sozialistischen Wohnbaupolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was wird aber den Mietern in den Mietkalkulationen verrechnet, meine Damen und Herren? – Vielfach, nicht überall, aber vielfach ein Zinssatz in der Höhe von 8 oder 8,5 Prozent. Das ist ein Skandal! Das hat mit Wohnungsgemeinnützigkeit wirklich nichts mehr zu tun. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir wollen darüber hinaus die Diskussion noch in eine andere Richtung führen. Ich habe jetzt vom reinen Mietwohnbereich gesprochen. Es gibt Wohnungen, die als reine Mietwohnungen vermietet werden. Es gibt aber auch Genossenschaftswohnungen, bei denen immer wieder so etwas wie eine fiktive Miteigentümerschaft vorgegaukelt wird, die es in Wirklichkeit aber gar nicht gibt. Das ist ein Scheineigentumsverhältnis, aber kein faktisches. Wir wollen, daß nach völliger Ausfinanzierung solcherart getätigten Investitionen unter Berücksichtigung bestimmter Rahmenbedingungen – das muß ich einschränken, es muß jemand sehr lange darin gewohnt haben – dieses Genossenschaftseigentum, dieses Miteigentum am Ende der vereinbarten Laufzeit in ein faktisches Eigentum übergeführt werden kann, ohne daß der Mieter dabei ein zweites Mal zur Kasse gebeten wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.) – Ich möchte von dieser Stelle aus diese Forderung mit dem gebührenden Nachdruck wiederholen.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Gerade schwarz!
Kollege Eder stellt sich hin, macht Lippenbekenntnisse in der Hoffnung, daß ohnehin nichts passieren wird, daß das irgendwann einmal aufgeschnappt wird und dann wieder versandet. Meine Damen und Herren! Da sind Machenschaften im Gang. Die Praktiken vieler Wohnbaugenossenschaften im Einflußbereich von Rot und Schwarz – auch Schwarz, Herr Kollege Stummvoll und Herr Kollege Khol, nicht nur Rot, auch Schwarz – sind unerträglich! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Gerade schwarz!) Sie sind, meine Damen und Herren, wirklich unerträglich. Ich werde Ihnen jetzt etwas vorlesen. (Abg. Bures: Niederösterreich! Wo ist Ihr Beitrag?) – Ja, ja, ein hochinteressanter Beitrag.
Abg. Bures: Niederösterreich! Wo ist Ihr Beitrag?
Kollege Eder stellt sich hin, macht Lippenbekenntnisse in der Hoffnung, daß ohnehin nichts passieren wird, daß das irgendwann einmal aufgeschnappt wird und dann wieder versandet. Meine Damen und Herren! Da sind Machenschaften im Gang. Die Praktiken vieler Wohnbaugenossenschaften im Einflußbereich von Rot und Schwarz – auch Schwarz, Herr Kollege Stummvoll und Herr Kollege Khol, nicht nur Rot, auch Schwarz – sind unerträglich! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Gerade schwarz!) Sie sind, meine Damen und Herren, wirklich unerträglich. Ich werde Ihnen jetzt etwas vorlesen. (Abg. Bures: Niederösterreich! Wo ist Ihr Beitrag?) – Ja, ja, ein hochinteressanter Beitrag.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Versicherungsunternehmen und Banken haben als Eigentümer in diesem genossenschaftlichen Bereich überhaupt nichts verloren, sei es direkt oder indirekt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Unser Fristsetzungsantrag soll dazu beitragen, daß endlich mit diesem Unfug und mit diesem permanenten Mißbrauch aufgehört wird. Vielleicht hat er nach drei Jahren endlich einmal die Chance, behandelt zu werden, damit wir eine Umkehr einleiten können, die dringend notwendig und durchaus im Sinne der Mieter ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Krüger: Lob von höchster Stelle!
†Abgeordneter Kurt Eder¦ (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es freut mich, wenn ich in einer Zeitung lese, daß Haider meinen Plänen, die ich bei der Klubtagung in Salzburg erläutert habe, zujubelt. Das zeigt, daß ich mit diesen Dingen zwar richtig liege, aber sehr vorsichtig bin. Wenn Haider jubelt, dann ist das immer etwas heikel. Man muß sich genau anschauen, ob man damit auch richtig liegt. (Abg. Dr. Krüger: Lob von höchster Stelle!)
Abg. Mag. Firlinger: 30 Jahre!
Ich darf auch Kollegen Firlinger beruhigen. Selbstverständlich haben wir zehn Jahre Regierungsverantwortung in diesem Land gehabt. (Abg. Mag. Firlinger: 30 Jahre!) – Sie haben von zehn Jahren gesprochen, daher gehe ich auch auf diese zehn Jahre ein. Wir haben auch die Wohnpolitik in diesen zehn Jahren gestaltet. Herr Kollege Firlinger! Ich kann Ihnen versichern, daß vor zehn Jahren die sozialdemokratische Parlamentsfraktion in Zell am See beschlossen hat, daß 10 000 Wohnungen pro Jahr mehr gebaut werden sollen. Dieser Beschluß ist voll aufgegangen. Wir haben seit damals 10 000 Wohnungen zusätzlich gebaut, und zwar mit allen Bauträgern, die es in Österreich gibt. Wir haben einen Zustand erreicht, der es uns heute überhaupt erst erlaubt und ermöglicht, über das zu diskutieren, worüber wir diskutieren. Ich bin einverstanden damit, daß jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, auch über die Belastungen in den Wohnungen ernsthaft zu diskutieren. (Abg. Dr. Haider: Vor zehn Jahren haben wir einmal die Rücklagen weggenommen!)
Abg. Dr. Haider: Vor zehn Jahren haben wir einmal die Rücklagen weggenommen!
Ich darf auch Kollegen Firlinger beruhigen. Selbstverständlich haben wir zehn Jahre Regierungsverantwortung in diesem Land gehabt. (Abg. Mag. Firlinger: 30 Jahre!) – Sie haben von zehn Jahren gesprochen, daher gehe ich auch auf diese zehn Jahre ein. Wir haben auch die Wohnpolitik in diesen zehn Jahren gestaltet. Herr Kollege Firlinger! Ich kann Ihnen versichern, daß vor zehn Jahren die sozialdemokratische Parlamentsfraktion in Zell am See beschlossen hat, daß 10 000 Wohnungen pro Jahr mehr gebaut werden sollen. Dieser Beschluß ist voll aufgegangen. Wir haben seit damals 10 000 Wohnungen zusätzlich gebaut, und zwar mit allen Bauträgern, die es in Österreich gibt. Wir haben einen Zustand erreicht, der es uns heute überhaupt erst erlaubt und ermöglicht, über das zu diskutieren, worüber wir diskutieren. Ich bin einverstanden damit, daß jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, auch über die Belastungen in den Wohnungen ernsthaft zu diskutieren. (Abg. Dr. Haider: Vor zehn Jahren haben wir einmal die Rücklagen weggenommen!)
Abg. Dr. Haider: Weil ihr es nicht behandelt habt!
Sehr geehrter Herr Kollege Haider! Das Körberlgeld wurde von Ihrem Kollegen Firlinger, der damals noch nicht einmal in Ihrer Fraktion war, angesprochen. Auf dem Antrag steht noch Schöll darauf; das nur so nebenbei. Es steht noch Schöll darauf, aber Kollege Firlinger war damals noch gar nicht da. (Abg. Dr. Haider: Weil ihr es nicht behandelt habt!) – Moment! Auf das Behandeln komme ich gleich zu sprechen. – Herr Kollege Haider! Sie waren damals nicht im Bautenausschuß, und das ist auch nicht Ihre Aufgabe. (Abg. Dr. Haider: Ich war nicht im Bautenausschuß!) – Nein, das sage ich ja. Kollege Firlinger war dort.
Abg. Dr. Haider: Ich war nicht im Bautenausschuß!
Sehr geehrter Herr Kollege Haider! Das Körberlgeld wurde von Ihrem Kollegen Firlinger, der damals noch nicht einmal in Ihrer Fraktion war, angesprochen. Auf dem Antrag steht noch Schöll darauf; das nur so nebenbei. Es steht noch Schöll darauf, aber Kollege Firlinger war damals noch gar nicht da. (Abg. Dr. Haider: Weil ihr es nicht behandelt habt!) – Moment! Auf das Behandeln komme ich gleich zu sprechen. – Herr Kollege Haider! Sie waren damals nicht im Bautenausschuß, und das ist auch nicht Ihre Aufgabe. (Abg. Dr. Haider: Ich war nicht im Bautenausschuß!) – Nein, das sage ich ja. Kollege Firlinger war dort.
Abg. Mag. Firlinger: Nein, nein!
Es hat damals im Bautenausschuß, der am 21. November 1996 getagt hat, zwei Anträge der Freiheitlichen Partei, damals noch gezeichnet von Kommerzialrat Schöll, gegeben. Während der Debatte und der Diskussion über diese beiden Anträge – ich habe sie hier – hat Uneinigkeit und Unklarheit geherrscht. Daher ist auf Antrag der Freiheitlichen Partei, namentlich des Kollegen Firlinger, dieser Antrag, der jetzt wieder ausgegraben wird – zu Recht ausgegraben wird, ich will das gar nicht bestreiten –, vertagt worden. Es war nicht so, daß die Regierungsparteien eine Vertagung wollten, sondern Kollege Firlinger hat die Vertagung beantragt. (Abg. Mag. Firlinger: Nein, nein!) Eine Vertagung wurde dann auch in dieser Form durchgeführt. Aber das ist ein Formalpunkt. (Abg. Dr. Haider: Weil wir warten wollten, bis Schöll zurückkommt!) – Ich sage nichts Böses. Ich erwähne nur den Sachverhalt, Herr Kollege Haider! (Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.)
Abg. Dr. Haider: Weil wir warten wollten, bis Schöll zurückkommt!
Es hat damals im Bautenausschuß, der am 21. November 1996 getagt hat, zwei Anträge der Freiheitlichen Partei, damals noch gezeichnet von Kommerzialrat Schöll, gegeben. Während der Debatte und der Diskussion über diese beiden Anträge – ich habe sie hier – hat Uneinigkeit und Unklarheit geherrscht. Daher ist auf Antrag der Freiheitlichen Partei, namentlich des Kollegen Firlinger, dieser Antrag, der jetzt wieder ausgegraben wird – zu Recht ausgegraben wird, ich will das gar nicht bestreiten –, vertagt worden. Es war nicht so, daß die Regierungsparteien eine Vertagung wollten, sondern Kollege Firlinger hat die Vertagung beantragt. (Abg. Mag. Firlinger: Nein, nein!) Eine Vertagung wurde dann auch in dieser Form durchgeführt. Aber das ist ein Formalpunkt. (Abg. Dr. Haider: Weil wir warten wollten, bis Schöll zurückkommt!) – Ich sage nichts Böses. Ich erwähne nur den Sachverhalt, Herr Kollege Haider! (Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.
Es hat damals im Bautenausschuß, der am 21. November 1996 getagt hat, zwei Anträge der Freiheitlichen Partei, damals noch gezeichnet von Kommerzialrat Schöll, gegeben. Während der Debatte und der Diskussion über diese beiden Anträge – ich habe sie hier – hat Uneinigkeit und Unklarheit geherrscht. Daher ist auf Antrag der Freiheitlichen Partei, namentlich des Kollegen Firlinger, dieser Antrag, der jetzt wieder ausgegraben wird – zu Recht ausgegraben wird, ich will das gar nicht bestreiten –, vertagt worden. Es war nicht so, daß die Regierungsparteien eine Vertagung wollten, sondern Kollege Firlinger hat die Vertagung beantragt. (Abg. Mag. Firlinger: Nein, nein!) Eine Vertagung wurde dann auch in dieser Form durchgeführt. Aber das ist ein Formalpunkt. (Abg. Dr. Haider: Weil wir warten wollten, bis Schöll zurückkommt!) – Ich sage nichts Böses. Ich erwähne nur den Sachverhalt, Herr Kollege Haider! (Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.)
Abg. Mag. Firlinger: Den habt ihr ja so lange liegen lassen!
Uns geht es auf jeden Fall mit den drei Anträgen, die wir vorbereitet und fertig haben und die sich durchaus mit dem Antrag decken, der von der Freiheitlichen Partei im Jahr 1996 gestellt wurde (Abg. Mag. Firlinger: Den habt ihr ja so lange liegen lassen!), darum, daß wir die Auslaufmieten auf den Erhaltungsbeitrag senken, wie immer das auch ausschaut. Wir denken da zum Beispiel bei der Kategorie A an rund 34 S. Damit kann man ein Haus erhalten.
Beifall bei der SPÖ.
†Abgeordneter Kurt Eder¦ (fortsetzend): Ich bin sofort fertig, Herr Präsident. – Wichtig ist mir auch, daß wir die Einstiegskosten für die Mieter durch Herabsetzung der Maklerprovision ebenfalls verbilligen, sodaß junge Leute doch zu leistbaren Wohnungen kommen können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Nie!
†Abgeordneter Dr. Walter Schwimmer¦ (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Seit 21. November 1996 – in diesem Punkt hat Herr Abgeordneter Eder recht gehabt – hat der Antrag, für den eine Frist gesetzt werden soll, auf Antrag der Freiheitlichen im Bautenausschuß geschlafen. Es war der Vertagungsantrag des Herrn Abgeordneten Firlinger selbst, der dazu geführt hat, daß der Antrag nicht weiter behandelt wurde. Als Obmann des Bautenausschusses kann ich klar feststellen, daß es bei keiner Sitzung auch nur den Versuch gegeben hat, den Antrag auf die Tagesordnung setzen zu lassen. – Ich nehme an, Herr Klubobmann, auch in der Präsidiale wurde ein solcher Wunsch der Freiheitlichen seit dem Jahr 1996 nicht gestellt. (Abg. Dr. Khol: Nie!)
Beifall bei der ÖVP. – Allgemeine Heiterkeit.
Geschlafen hat der Antrag also auf Wunsch der Freiheitlichen. Aufgeweckt wurden sie – auch das verstehe ich – durch den Schlachtruf auf der Klubklausur der SPÖ zum Wohnrecht: “Vorwärts Genossen, es geht zurück! Wir wollen Reformen im Wohnrecht wieder rückgängig machen!” (Beifall bei der ÖVP. – Allgemeine Heiterkeit.) Ich gebe zu, der Schlachtruf ist laut geäußert worden und er mußte die schlafenden Freiheitlichen aufwecken.
Abg. Dr. Khol: Die rote Farbe ist modern!
Jetzt melden sich die Populisten von rechts und von links zum Thema Wohnen zu Wort – der Wahlkampf steht bevor. (Abg. Dr. Khol: Die rote Farbe ist modern!) Ich meine aber, das Wohnproblem der Österreicher sollte nicht zum Wahlkampfthema gemacht werden, es sollte vielmehr gelöst werden. Dafür haben wir gearbeitet, und dafür werden wir auch weiterhin arbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Jetzt melden sich die Populisten von rechts und von links zum Thema Wohnen zu Wort – der Wahlkampf steht bevor. (Abg. Dr. Khol: Die rote Farbe ist modern!) Ich meine aber, das Wohnproblem der Österreicher sollte nicht zum Wahlkampfthema gemacht werden, es sollte vielmehr gelöst werden. Dafür haben wir gearbeitet, und dafür werden wir auch weiterhin arbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Smolle.
Natürlich müssen einige Probleme gelöst werden. So müssen wir jetzt etwa dafür sorgen, daß die gesunkenen Zinsen – das ist ein Phänomen der jüngsten Zeit – an die Mieter weitergegeben werden. (Zwischenruf des Abg. Smolle.) Wir haben diesbezüglich aber ein Problem, Kollege Smolle – jetzt wieder an links und rechts gewandt –, mit den Bundessonderwohnbaugesetzen aus den Jahren 1983 und 1984. SPÖ und FPÖ werden wissen, wer damals in der Regierung war, wer diese Gesetze beschlossen hat. (Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.
Natürlich müssen einige Probleme gelöst werden. So müssen wir jetzt etwa dafür sorgen, daß die gesunkenen Zinsen – das ist ein Phänomen der jüngsten Zeit – an die Mieter weitergegeben werden. (Zwischenruf des Abg. Smolle.) Wir haben diesbezüglich aber ein Problem, Kollege Smolle – jetzt wieder an links und rechts gewandt –, mit den Bundessonderwohnbaugesetzen aus den Jahren 1983 und 1984. SPÖ und FPÖ werden wissen, wer damals in der Regierung war, wer diese Gesetze beschlossen hat. (Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.)
Abg. Mag. Stadler: Wie hat sich die ÖVP damals verhalten?
Wissen Sie, was in diesem Bereich passiert, wenn die Bankzinsen gesenkt werden? – Dann fallen die Zuschüsse aus, und die Mieter zahlen gleich viel weiter. Das haben Sie mitbeschlossen. Wir wollen das ändern. Zinssenkungen – dazu bekenne ich mich eindeutig – müssen weitergegeben werden! (Abg. Mag. Stadler: Wie hat sich die ÖVP damals verhalten?) – Wir haben früher keine Zinssenkungen gehabt, das ist ein Phänomen der jüngsten Zeit.
Abg. Dr. Haider: 15 Jahre keine Zeit dazu gehabt!
Ich wiederhole: Zinssenkungen müssen an die Mieter weitergegeben werden. (Abg. Dr. Haider: 15 Jahre keine Zeit dazu gehabt!) In Ihrem Antrag, Kollege Haider, ist keine Rede davon! Kein Wort steht da über Zinssenkungen. Wir wollen die Wohnprobleme für die Wohnungssuchenden und für die Mieter lösen und nicht in den Ruf des Populismus von links und von rechts einstimmen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich wiederhole: Zinssenkungen müssen an die Mieter weitergegeben werden. (Abg. Dr. Haider: 15 Jahre keine Zeit dazu gehabt!) In Ihrem Antrag, Kollege Haider, ist keine Rede davon! Kein Wort steht da über Zinssenkungen. Wir wollen die Wohnprobleme für die Wohnungssuchenden und für die Mieter lösen und nicht in den Ruf des Populismus von links und von rechts einstimmen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: So ist es!
†Abgeordneter Dr. Jörg Haider¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich möchte von der Märchenstunde des Walter Schwimmer wieder zur Realität kommen und Herrn Kollegen Eder sagen, daß wir an einem Zustandekommen einer Lösung wirklich interessiert sind. Natürlich ist es unverständlich, wenn Sie jetzt die Forderung aufstellen, daß die Erhaltungsbeiträge gesenkt werden, während Sie schon 1990 in einem Gutachten der Arbeiterkammer aufgefordert worden sind, dies zu tun, und 1994 gemeinsam mit der ÖVP die Erhöhung der Erhaltungsbeiträge beschlossen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: So ist es!) – Es stellt sich also schon die Frage, wie ehrlich diese Forderungen gemeint sind.
Zwischenruf der Abg. Bures.
Bis heute ist nichts passiert. Der Antrag ist seit 1996 beschlossen. Bis heute ist in Wien nichts passiert. (Zwischenruf der Abg. Bures.) Im Gegenteil: Man hat bei Darlehen, bei Wohnbaudarlehen, Umschuldungen vorgenommen, die dazu geführt haben, daß die Zinsenlast verdreifacht worden ist und der Mieter nun eine dreifache Zinsenbelastung zu bezahlen hat. Das können Sie im Rechnungshofbericht, der zu diesem Thema vorliegt, nachlesen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Bures: Sie haben keine Ahnung, was in Wien ist!) – Gnädige Frau! Gestatten Sie, daß ich weiterrede, ich habe nur ein paar Minuten.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Bures: Sie haben keine Ahnung, was in Wien ist!
Bis heute ist nichts passiert. Der Antrag ist seit 1996 beschlossen. Bis heute ist in Wien nichts passiert. (Zwischenruf der Abg. Bures.) Im Gegenteil: Man hat bei Darlehen, bei Wohnbaudarlehen, Umschuldungen vorgenommen, die dazu geführt haben, daß die Zinsenlast verdreifacht worden ist und der Mieter nun eine dreifache Zinsenbelastung zu bezahlen hat. Das können Sie im Rechnungshofbericht, der zu diesem Thema vorliegt, nachlesen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Bures: Sie haben keine Ahnung, was in Wien ist!) – Gnädige Frau! Gestatten Sie, daß ich weiterrede, ich habe nur ein paar Minuten.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wie gibt es das, daß etwa die “Neue Heimat” – das stellt man fest, wenn man sich das Firmenbuch anschaut – dem Sozialwerk Bau/Holz der Gewerkschaft, dem Österreichischen Gewerkschaftsbund und der Bank Austria Aktiengesellschaft gehört? Wie geht das, Herr Kollege Eder? – Ist das Ihre Politik, daß Sie hier zwar sagen: Jawohl, die Banken und Versicherungen haben nichts in den Wohnbaugenossenschaften verloren!, während Sie gleichzeitig Ihre Haus- und Hofbank Bank Austria in diese gemeinnützige Genossenschaften hineinkatapultieren? Dort haben Sie nämlich nur ein Interesse: nämlich Bankkredite zu vergeben, die dann zu überhöhten Zinsen von den Mietern bezahlt werden müssen. – Das ist die Realität! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Kollege Haider! Das ist nicht wahr! Das ist übertrieben!
Das läßt sich fortsetzen bis hin etwa zur Eisenstädter Wohnbaugenossenschaft. In diese Genossenschaft sind die Raiffeisenbank Burgenland und die Erste Österreichische involviert, das ist also die schwarze Reichshälfte, die es sich dort gerichtet hat. Schauen Sie sich das an! Dort finden Sie ein überhöhtes Zinsniveau. Und 1 Prozent zuviel Zinsen bei den Krediten heißt, daß Sie die monatliche Miete für den einzelnen Mieter um 1 000 S senken könnten. 1 Prozent Zinsen pro Monat bringt 1000 S! (Abg. Eder: Kollege Haider! Das ist nicht wahr! Das ist übertrieben!) – Ich habe das aus dem Revisionsverband, Herr Kollege Eder! Die Wohnbaugenossenschaften werden wohl wissen, was sie sagen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eder.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eder.
Das läßt sich fortsetzen bis hin etwa zur Eisenstädter Wohnbaugenossenschaft. In diese Genossenschaft sind die Raiffeisenbank Burgenland und die Erste Österreichische involviert, das ist also die schwarze Reichshälfte, die es sich dort gerichtet hat. Schauen Sie sich das an! Dort finden Sie ein überhöhtes Zinsniveau. Und 1 Prozent zuviel Zinsen bei den Krediten heißt, daß Sie die monatliche Miete für den einzelnen Mieter um 1 000 S senken könnten. 1 Prozent Zinsen pro Monat bringt 1000 S! (Abg. Eder: Kollege Haider! Das ist nicht wahr! Das ist übertrieben!) – Ich habe das aus dem Revisionsverband, Herr Kollege Eder! Die Wohnbaugenossenschaften werden wohl wissen, was sie sagen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eder.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das heißt, Eder hat recht, aber wir haben auch recht, wenn wir sagen: Herunter mit den Zinsen! – Aber bitte, liebe Freunde, ihr habt das in eurem eigenen Bereich in der Hand! Die Bank Austria ist eure rote Hochburg, die Raiffeisen Zentralbank ist eure schwarze Hochburg, liebe Freunde! Verfügt doch nicht für eure Banken die erhöhten Zinsen, sondern erlöst die Mieter von diesen hohen Zinsen, was zu Tausenden Schilling Mietsenkungen führen würde! Das ist unser Anliegen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Einmal muß man es ja sagen!
Die sinkenden Zinsen haben wir doch nicht erst seit gestern, nicht erst seit kurzem, Kollege Schwimmer, sondern da bewegt sich schon lange etwas – sogar dort, wo die Zinsen an sich schon niedrig sind, nämlich bei den Bausparkassen. Aber darauf reagieren Sie nicht, und zwar in der Hoffnung, der Bürger wird es nicht merken, der Mieter wird es nicht merken. (Abg. Eder: Einmal muß man es ja sagen!) – Was heißt, einmal muß man es sagen? – Der Bürger hat nichts von Ihren schönen Worten, Sie müssen es tun, Herr Kollege! Die Handlungen sind wichtig, nicht das Reden. Reden kann jeder, meine Damen und Herren! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die sinkenden Zinsen haben wir doch nicht erst seit gestern, nicht erst seit kurzem, Kollege Schwimmer, sondern da bewegt sich schon lange etwas – sogar dort, wo die Zinsen an sich schon niedrig sind, nämlich bei den Bausparkassen. Aber darauf reagieren Sie nicht, und zwar in der Hoffnung, der Bürger wird es nicht merken, der Mieter wird es nicht merken. (Abg. Eder: Einmal muß man es ja sagen!) – Was heißt, einmal muß man es sagen? – Der Bürger hat nichts von Ihren schönen Worten, Sie müssen es tun, Herr Kollege! Die Handlungen sind wichtig, nicht das Reden. Reden kann jeder, meine Damen und Herren! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schwimmer: Das haben wir ja beschlossen! Das gibt es ja, Herr Smolle!
Da ist der Gesetzgeber gefragt. Es ist klar: Wir müssen eine Änderung herbeiführen, wir müssen vielleicht eine Lösung in Richtung Kaufmiete finden. Vielleicht kommen wir da einen Schritt weiter. (Abg. Dr. Schwimmer: Das haben wir ja beschlossen! Das gibt es ja, Herr Smolle!)
Abg. Eder: Das ist ein Unsinn!
Wenn es sozusagen schon der Hahn vom Dach kräht, dann kommt Kollege Eder plötzlich darauf: Jetzt kommen Wahlen, und viele Menschen sind Mieter, viele Menschen sitzen schon in einer zum dritten Mal bezahlten Wohnung, da müssen wir als Regierung jetzt etwas machen. (Abg. Eder: Das ist ein Unsinn!)
Zwischenruf des Abg. Eder.
Meine Damen und Herren! Etwas stört mich an dem Antrag der Freiheitlichen. Da wird zum Beispiel gesagt, daß der Mieter für seine Sozialwohnung im Laufe der Jahre quasi den doppelten fiktiven Kaufpreis bezahlt hat, bloß gehört ihm die Wohnung nach wie vor nicht. Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Jetzt hätte ich gerne von Ihnen gewußt, ob die Mieter bei der Gesellschaft “Freies Wohnen” mittlerweile in den Besitz ihrer Wohnungen gelangt sind. Da hätten Sie ja in den Antrag hineinschreiben müssen: wahlweise rote, schwarze oder blaue Genossenschaften. – Also man muß auch selbstkritisch sein, Kollege Firlinger! (Zwischenruf des Abg. Eder.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
In diesem Sinne: Haben wir Mut! Setzen wir mutige Maßnahmen für die Mieter! Es sind sehr viele Österreicher davon betroffen, vor allem auch sozial bedürftige Österreicher, die in diesen sogenannten gemeinnützigen Genossenschaftswohnungen wohnen. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Schwimmer.
Es gibt so vieles, bei dem die Opposition zugegebenermaßen nicht permanent Sturm läuft und nicht ständig fordert: Dies muß auf die Tagesordnung, und jenes muß auf die Tagesordnung!, weil wir ohnehin wissen, daß es meistens vergeblich ist, und weil wir uns dann halt auf das Dringlichste konzentrieren. Aber dafür, von Zeit zu Zeit zu überprüfen, was auf die Tagesordnung kommen soll, sind, so meine ich, primär die Ausschußobleute verantwortlich. (Zwischenruf des Abg. Dr. Schwimmer.)
Abg. Smolle: Ich habe einen Zwischenruf: Der Fernseher ist um die Hälfte billiger geworden! – Abg. Dr. Schwimmer: Sie haben meinen Vergleich nicht verstanden! Ich wünsche mir eine Entwicklung bei den Mieten wie beim Fernseher!
Stellen Sie sich selbst vor, was es heißt, keine Wohnung zu haben, und stellen Sie sich vor, was es heißt, ein Elektrogerät nicht zu haben! Wenn Sie darüber nachdenken, dann werden Sie als Sozialpolitiker einen solchen Vergleich nicht mehr ernsthaft anstellen können! Diesen Vergleich finde ich verantwortungslos. (Abg. Smolle: Ich habe einen Zwischenruf: Der Fernseher ist um die Hälfte billiger geworden! – Abg. Dr. Schwimmer: Sie haben meinen Vergleich nicht verstanden! Ich wünsche mir eine Entwicklung bei den Mieten wie beim Fernseher!)
Ruf bei der ÖVP: Kommunistisch!
Die Altbauten, oftmals im Standard unzureichende Zinskasernen aus der Zeit um die Jahrhundertwende, sind schon lange ausfinanziert. Ich frage in aller Form: Sollte es nicht auch dort Obergrenzen geben? Oder sagen wir dort: Der Markt wird es schon richten!? – Und jene, die sich den Marktzins nicht leisten können, finden sich dann halt wieder in der “Gruft” oder in irgendeiner Pfarre oder auf der Straße. (Ruf bei der ÖVP: Kommunistisch!) – Wenn Sie meinen, daß eine vernünftige Mietenregelung kommunistisch ist, dann demaskieren Sie Ihr eigentliches Wollen, nämlich daß Sie in einem Bereich sehr genau darauf achten, was passiert, während im anderen Bereich schrankenlose Willkür herrschen soll.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
†Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic¦ (fortsetzend): Wie gesagt, ich finde, es gibt Handlungsbedarf. Die Mietzinse sollen sinken, aber eine Differenzierung dieser Art kann ich in der Sache nicht nachvollziehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Warum reden Sie, meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten und von der Volkspartei, eigentlich immer nur zum Fenster hinaus, wenn die Anträge, die sich mit dieser Frage beschäftigen, bereits im Hause liegen? Wenn bereits die Einsetzung eines Unterausschusses beschlossen wurde, warum tagt dieser Unterausschuß dann nicht? (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Glauben Sie tatsächlich, es sei Politik, zum Fenster des Hohen Hauses, des Parlaments hinaus vor Fernsehkameras zu verkünden, was man tut, aber hier genau das Gegenteil davon zu tun? – Und genau das, was die Österreichische Volkspartei fordert, ist in diesen Anträgen festgelegt, aber sie werden nicht behandelt. Warum tun Sie es nicht? – Sie können sie auch gerne abändern und anders machen, aber reden Sie doch im Hohen Haus darüber! Reden Sie nicht immer nur zum Fenster hinaus und machen Sie nicht den Menschen ein X für ein U vor! Das ist doch ärgerlich! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir haben Sie aufgefordert, darüber zu diskutieren, welche Auswirkungen die Gesetze auf die Haushalte und die Unternehmungen haben. Das haben Sie abgelehnt. Herr Klubobmann Khol hat mir bei dieser Debatte einigermaßen schnippisch erklärt, er sei gerne bereit, darüber zu reden, welche Folgen die Kosten für Länder und Gemeinden haben, aber das, was die Haushalte und Unternehmungen angeht, behandle er hier nicht. – Also Sie fordern das, was im Hohen Haus schon vorliegt. Sie rufen zum Fenster hinaus und sind nicht bereit, hier die Arbeit zu beginnen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir sind der Ansicht, daß es wirklich schade um die Zeit ist, den Menschen in diesem Lande ein X für ein U vorzumachen, ihnen Sand in die Augen zu streuen, auch wenn Wahlen heraufdämmern. Ich fordere Sie auf, mit der ernsthaften Arbeit zu beginnen, und zwar in dem Hause, in dem Gesetze gemacht werden – und das ist nun einmal nicht die Wirtschaftskammer Österreich, und es ist auch nicht die Arbeiterkammer Österreich und nicht der Gewerkschaftsbund, sondern Gesetze werden allemal noch hier im Parlament gemacht – von den Damen und Herren, die von der Bevölkerung gewählt werden! Dann müssen aber auch die Verhandlungen darüber hier stattfinden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Auch die Exporte, die uns 1997 und 1998 ein sehr gutes Wirtschaftswachstum gebracht haben, waren nicht mehr als eine Rente des EU-Beitritts. Diese Rente haben wir konsumiert. Den erreichbaren Level an Exporten haben wir erreicht. Dort, wo wir weitere Wachstumsfelder hätten, nämlich im Bereich der Erweiterung der Europäischen Union, sind sowohl die Volkspartei – ich erinnere mich mit Grausen an das, was uns Herr Pröll aus Niederösterreich zu diesem Thema wissen ließ – als auch die Mandatare der Sozialdemokratischen Partei in höchstem Maße zögerlich. Dabei müßten doch gerade wir in Österreich diejenigen sein, die die Erweiterung der Europäischen Union vorantreiben, weil wir am ehesten die neuen Märkte, die unsere Wirtschaft braucht, erschließen können und damit neue Beschäftigung bekommen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Wir bitten Sie daher, wenn Sie schon den Inhalten der Anträge nicht zustimmen – was ich ja verstehe, weil Sie anderer Meinung sind –, zumindest einer Fristsetzung zuzustimmen, die uns dazu verpflichtet, spätestens im Februar 1999 in diese Debatte hier im Hohen Haus einzugehen und zu sagen, was wir – außer Worte zum Fenster hinaus zu rufen – wirklich für die Beschäftigung in Österreich tun können. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Peter: Machen wir einen Unterausschuß!
Ich bin der Auffassung, wir sollten uns zusammensetzen und reden. Versuchen wir, Formulierungen und gesetzliche Änderungen im Wirtschaftsbereich zustande zu bringen, die wir dann diskutieren, und hoffen wir, daß sie zielführender sind. Allerdings nur zu kritisieren, Herr Kollege Peter, daß wir “beim Fenster hinaus reden”, löst die Probleme nicht – weder wirtschaftlich noch konkret. (Abg. Mag. Peter: Machen wir einen Unterausschuß!) – Machen wir! Ich sage Ihnen hier und heute zu: Nehmen Sie mich nächste Woche beim Wort! Wir werden einen Termin vereinbaren, sobald wie möglich, wann immer wir einen Ausschußtermin haben. Nächste Woche machen wir einen Unterausschuß, in den Ihre 16 oder 18 Anträge kommen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin aber überzeugt davon – und wenn Sie es ehrlich meinen, werden Sie mir recht geben –, daß wir uns nach dieser Unterausschußdebatte, egal, ob wir sie nun fünf oder sieben Stunden lang führen werden, nicht hier herstellen und seriöserweise Lösungsvorschläge präsentieren können werden. Deswegen sage ich: Machen wir einen Unterausschußtermin! Meine Zusage haben Sie, wir werden ihn haben, aber nicht befristen! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das hat in der Schule zu beginnen und sich bis zum Elternhaus fortzusetzen. Man muß jedem sagen, daß es wichtig ist, Unternehmerinnen und Unternehmer zu haben, denn sie allein sind es, die Arbeitsplätze schaffen können. (Beifall bei der ÖVP.) Sie erfüllen eine wesentliche Aufgabe in der Gesellschaft.
Abg. Mag. Peter: Wir denken manchmal auch selbst, aber eh nur selten!
Wenn ich mich mit den Punkten Ihres Entschließungsantrages befasse, dann stelle ich fest, daß viele Forderungen davon schon umgesetzt sind, also überholt sind, daß manche andere unrealistisch sind – ich werde noch darauf eingehen – und daß einige sozusagen von unseren Vorschlägen, die wir auch seit langer Zeit einbringen, übernommen oder auch abgeschrieben wurden. Das freut mich auch. (Abg. Mag. Peter: Wir denken manchmal auch selbst, aber eh nur selten!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Ich darf dazu eine Zahl nennen. Im Jahr 1994 gab es etwa 7 000 Unternehmensgründungen, im Jahr 1997 sind es schon etwa 14 000 gewesen. Wir wissen schon, daß es einen Unterschied in der Größe gibt, das ist keine Frage, aber jedenfalls darf ich sagen, wir haben zum Beispiel im Jahre 1997 12 000 Beratungen im Rahmen der “Jungen Wirtschaft” durchgeführt, die zwischen einer Stunde und drei Tagen gedauert haben. Wir haben darüber hinaus in einem Jahr rund 50 000 Informationskontakte hergestellt, die zwischen einer Viertelstunde und einer Stunde gedauert haben. Sie sehen also, daß man sehr viel tun muß, um überhaupt etwas weiterzubringen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben mit Schulen im Rahmen von Gründungen von Juniorfirmen zusammengearbeitet, das heißt, Schulen haben Versuchsfirmen eingerichtet. Wir haben weiters Veranstaltungen wie “Ein Herz für Gründer” organisiert, bei denen zum Beispiel Urkunden an Menschen verliehen wurden, die sich besonders für Betriebsgründungen eingesetzt haben. Wir haben auch Jungunternehmertage mit der Vergabe von Jungunternehmerpreisen veranstaltet. All das waren gezielte Veranstaltungen, um auf diesem Gebiet etwas weiterzubringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Ich möchte nicht auf die einzelnen Punkte Ihres Entschließungsantrag eingehen. Das könnte man zwar durchaus tun, dazu fehlt mir aber die Zeit. Wir wollen jedenfalls auch in Zukunft eine Interessenvertretung für die Mehrheit der Mitglieder sein, und wir werden – lassen Sie mich diesen einen Punkt noch anführen – auch weiterhin auf die Meisterprüfung setzen, auch wenn Sie sagen, das sei eine Behinderung. Denn wir setzen nach wie vor auf Qualität! (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.)
Beifall bei der ÖVP. – Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Herr Peter! Qualität ist gerade für ein kleines Land wichtig, um sich im internationalen Konkurrenzkampf durchzusetzen. Diese Qualität wird immer wieder gelobt, und daher setzen wir auch in Zukunft auf Qualität, um auf den Auslandsmärkten noch konkurrenzfähiger und wettbewerbsfähiger zu werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Präsident Maderthaner hat die Aktivitäten der Wirtschaftskammer angeführt. Ich muß dazu festhalten: Das alleine kann es nicht sein, wenn die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zur Schaffung von Arbeitsplätzen, zur Gründung von neuen Unternehmen, zur Fortsetzung betrieblicher Unternehmungen und zur Übernahme betrieblicher Unternehmungen nicht stimmen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir befinden uns nach wie vor in einem Vorschriftendschungel und stellen eine Regulierungswut fest, die in der Lage, in der sich Österreich, der Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Situation befinden, unangebracht ist. Genehmigungsverfahren dauern in Österreich 18 Monate, in der Bundesrepublik Deutschland zum Vergleich sieben Monate. Es ist zu fordern – und das sollten Sie von der, wie ich meine, unglücklichen rot-schwarzen Regierungskoalition endlich einmal in Angriff nehmen –, daß Rahmenbedingungen zu schaffen sind, die die Wirtschaft auch wieder wirtschaften lassen und tatsächlich wieder Arbeitsplätze schaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dazu, sehr geehrte Damen und Herren, gehören die Senkung der Abgaben- und Steuerlast samt gleichzeitigem Abbau von sogenannten Steuerprivilegien, die Senkung der Lohnnebenkosten, die steuerliche Entlastung der nicht entnommenen Gewinne und die Anhebung der F&E-Quote. Speziell, was die Erleichterung von Unternehmensgründungen anbelangt, ist es unbedingt erforderlich, daß es endlich einmal zu einer entsprechenden Entrümpelung der Gewerbeordnung kommt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Es läßt auch nichts Gutes erwarten, wenn in der Ausgabe der “Presse” von Montag, dem 18. Jänner 1998, etwa zu lesen ist, daß bei der Genehmigung von Betriebsanlagen Experten befürchten, daß die Novellierung dieses Betriebsanlagengesetzes den Unternehmen keine Erleichterungen bringen wird. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren von den Regierungsparteien! Sie hätten eine ganze Menge zu tun und sollten sich nicht darauf beschränken, in Anbetracht der bevorstehenden Wahl 15- oder 10-Punkte-Programme zum besten zu geben, die schon jeder kennt, die nichts Neues in sich bergen. Das alleine ist zuwenig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Peter: Warum müssen die anderen dann zahlen?
Er hat gesagt – ich zitiere es wörtlich, damit es nicht nur in seinem Redetext steht, sondern noch einmal in den Stenographischen Protokollen aufscheint –, er werde weiterhin die Interessenvertretung der “Mehrheit der Mitglieder” betreiben. – Das hat er gesagt – wörtlich! (Abg. Mag. Peter: Warum müssen die anderen dann zahlen?)
Abg. Dr. Stummvoll: Keine Haarspaltereien!
Das finde ich interessant, denn ich habe gedacht, als Präsident der Kammer vertritt er die Interessen aller Mitglieder. Das habe ich bisher gedacht. Bemerkt habe ich es zwar nicht, aber ich habe gedacht, er glaubt wenigstens, daß er die Interessen aller vertritt. (Abg. Dr. Stummvoll: Keine Haarspaltereien!) Er hat jetzt wenigstens einmal ausdrücklich gesagt, er vertritt die Mehrheit der Mitglieder (Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder), das heißt, er vertritt also offenbar die Mehrheit, die ihn gewählt hat. Ich finde das schlecht, denn die Sprache ist in diesem Punkt verräterisch.
Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder
Das finde ich interessant, denn ich habe gedacht, als Präsident der Kammer vertritt er die Interessen aller Mitglieder. Das habe ich bisher gedacht. Bemerkt habe ich es zwar nicht, aber ich habe gedacht, er glaubt wenigstens, daß er die Interessen aller vertritt. (Abg. Dr. Stummvoll: Keine Haarspaltereien!) Er hat jetzt wenigstens einmal ausdrücklich gesagt, er vertritt die Mehrheit der Mitglieder (Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder), das heißt, er vertritt also offenbar die Mehrheit, die ihn gewählt hat. Ich finde das schlecht, denn die Sprache ist in diesem Punkt verräterisch.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder
Wenn er außerdem immer den Begriff “Junge Wirtschaft” in der Wirtschaftskammer benützt, obwohl er ganz genau weiß, daß der Begriff “Junge Wirtschaft” eine Trademark der ÖVP ist, und wenn er mir außerdem erzählt, was die “Junge Wirtschaft” alles tut (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder) – ja, jetzt in der Kammer, aber Sie verwechseln das ja manchmal; Sie haben denselben Begriff zweimal verwendet –, und wenn man weiß, welche Post man von dort erhält, wenn man eben auch Unternehmen eignet, die Kammermitglied sind, dann meine ich: Wenn das eine Initiative sein soll, dann ist schade darum!
Abg. Tichy-Schreder: Waren Sie bei unseren Ausschüssen? Wissen Sie, wie es bei uns zugeht?
Was ist überstürzt daran, wenn man nach anderthalb bis zwei Jahren sagt, wir hätten gerne eine Frist mit zwei Monaten gesetzt, damit die Unterausschußsitzung, die ja heute zugesagt wurde – zumindest von Herrn Heindl –, stattfindet? Aber leider, wenn das die Frau Vorsitzende nicht macht, wird es nicht viel nützen. Das weiß auch Kollege Heindl. Er kann das zusagen, weil es müßten ja dann alle zu diesem Termin erscheinen. (Abg. Tichy-Schreder: Waren Sie bei unseren Ausschüssen? Wissen Sie, wie es bei uns zugeht?)
Abg. Tichy-Schreder: Der Herr Abgeordnete Mag. Peter schickt mir einen Brief mit 19. Jänner, wo er einen Unterausschuß haben möchte! Heute kommt eine Fristsetzung!
Ich war schon einmal bei Ihnen im Ausschuß. Ich weiß, wie es da zugeht. Es geht dort sehr freundschaftlich zu, aber beim Ansetzen von Unterausschußterminen offenbar nicht. (Abg. Tichy-Schreder: Der Herr Abgeordnete Mag. Peter schickt mir einen Brief mit 19. Jänner, wo er einen Unterausschuß haben möchte! Heute kommt eine Fristsetzung!) – Aber Frau Kollegin Tichy-Schreder! Den Brief, den er sicher mit Datum 19. Jänner verschickt hat – ich bezweifle das ja gar nicht –, hat er doch erst nach eineinhalb Jahren geschrieben!
Abg. Tichy-Schreder: Vom 19.1., heute ist der 20.!
Er hat nicht Anträge eingebracht, Frau Kollegin Tichy-Schreder, gleichzeitig einen Brief geschrieben und gleichzeitig einen Fristsetzungsantrag eingebracht, sondern er hat vor geraumer Zeit – die älteren Kolleginnen und Kollegen werden sich noch daran erinnern – einen Antrag eingebracht. Dann hat er lange gewartet, hat andere Mittel, wie zum Beispiel persönliche Gespräche, Telefonate, Referentengespräche und so weiter ausgeschöpft, diese sind aber fruchtlos verlaufen. Später hat er einen Brief geschrieben, und damit das Ganze eine gewisse Förmlichkeit bekommt, haben wir diesen Fristsetzungsantrag gestellt, denn das ist ein parlamentarisches Instrument. Ein Brief ist nur eine höfliche Geste. (Abg. Tichy-Schreder: Vom 19.1., heute ist der 20.!) Sie waren daher über diesen Antrag nicht erschrocken. Sie konnten damit rechnen, daß wir einen Antrag stellen würden, denn nach eineinhalb Jahren schreibt man zwar einen Brief, weil man höflich ist, stellt jedoch auch einen Antrag, weil man sich durchsetzen will. Das ist der eigentliche Aspekt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Er hat nicht Anträge eingebracht, Frau Kollegin Tichy-Schreder, gleichzeitig einen Brief geschrieben und gleichzeitig einen Fristsetzungsantrag eingebracht, sondern er hat vor geraumer Zeit – die älteren Kolleginnen und Kollegen werden sich noch daran erinnern – einen Antrag eingebracht. Dann hat er lange gewartet, hat andere Mittel, wie zum Beispiel persönliche Gespräche, Telefonate, Referentengespräche und so weiter ausgeschöpft, diese sind aber fruchtlos verlaufen. Später hat er einen Brief geschrieben, und damit das Ganze eine gewisse Förmlichkeit bekommt, haben wir diesen Fristsetzungsantrag gestellt, denn das ist ein parlamentarisches Instrument. Ein Brief ist nur eine höfliche Geste. (Abg. Tichy-Schreder: Vom 19.1., heute ist der 20.!) Sie waren daher über diesen Antrag nicht erschrocken. Sie konnten damit rechnen, daß wir einen Antrag stellen würden, denn nach eineinhalb Jahren schreibt man zwar einen Brief, weil man höflich ist, stellt jedoch auch einen Antrag, weil man sich durchsetzen will. Das ist der eigentliche Aspekt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Tichy-Schreder: Gekränkt fühle ich mich nicht!
Wenn Sie beleidigt oder gekränkt über den Fristsetzungsantrag sind, so nehmen wir das auch zur Kenntnis. (Abg. Tichy-Schreder: Gekränkt fühle ich mich nicht!) Da kann man nichts machen. Aber Herr Kollege Maderthaner – er ist noch immer nicht zurückgekehrt, was ich schade finde – hat mir zum Beispiel, als ich ihm einen Brief in meiner Eigenschaft als Kammermitglied geschrieben habe, Frau Kollegin Tichy-Schreder, mitgeteilt, auf Briefe von außen lege er keinen Wert – er hat es anders formuliert –, weil er gar nicht bemerkt hat, daß ein Kammermitglied seinem Präsidenten geschrieben hat. Er hat gedacht, da ich Abgeordneter zum Nationalrat bin, kann ich nicht gleichzeitig Kammermitglied sein. – Das finde ich merkwürdig, weil er ist nämlich Präsident und Abgeordneter. Ich meine, diese Funktionen sind zunehmend miteinander unvereinbar. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn Sie beleidigt oder gekränkt über den Fristsetzungsantrag sind, so nehmen wir das auch zur Kenntnis. (Abg. Tichy-Schreder: Gekränkt fühle ich mich nicht!) Da kann man nichts machen. Aber Herr Kollege Maderthaner – er ist noch immer nicht zurückgekehrt, was ich schade finde – hat mir zum Beispiel, als ich ihm einen Brief in meiner Eigenschaft als Kammermitglied geschrieben habe, Frau Kollegin Tichy-Schreder, mitgeteilt, auf Briefe von außen lege er keinen Wert – er hat es anders formuliert –, weil er gar nicht bemerkt hat, daß ein Kammermitglied seinem Präsidenten geschrieben hat. Er hat gedacht, da ich Abgeordneter zum Nationalrat bin, kann ich nicht gleichzeitig Kammermitglied sein. – Das finde ich merkwürdig, weil er ist nämlich Präsident und Abgeordneter. Ich meine, diese Funktionen sind zunehmend miteinander unvereinbar. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Tichy-Schreder: Sie haben ein krauses Denken! Das zeigt viel auf!
Wir werden daher jetzt die Unvereinbarkeitsdebatte mit der Frage anreichern, ob es Sinn macht, daß gewählte Vertreter einer Körperschaft öffentlichen Rechts uns gleichzeitig hier im Nationalrat mitteilen, daß sie noch nicht einmal alle ihre Mitglieder vertreten, sondern nur die Mehrheit. Das war diese Debatte wert. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Tichy-Schreder: Sie haben ein krauses Denken! Das zeigt viel auf!)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Ich weiß schon, Herr Präsident Maderthaner braucht diesen Unterausschuß nicht. Er braucht das Parlament nicht, um seine Macht zu demonstrieren und einzusetzen. Und daß Beschäftigungsdebatten und -diskussionen im Bereich der Regierung und in den Gremien der Sozialpartner stattfinden, überall, nur nicht im Hohen Haus, in dem die Gesetze eigentlich erlassen werden, ist aus meiner Sicht ein demokratiepolitischer Skandal, der aber offensichtlich für alle schon so zur Gewohnheit geworden ist, daß es kaum mehr jemanden aufregt. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Die Grünen werden selbstverständlich, vor allem aus demokratiehygienischen Gründen, diesen Fristsetzungen sehr gerne zustimmen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Ich erinnere beispielsweise daran, daß wir bei Fristsetzungsdebatten hier im Plenum beziehungsweise im Ausschuß als eines der Argumente gegen diesen Antrag folgendes gehört haben, vor allem von seiten der ÖVP – eigentlich nur von seiten der ÖVP –: Wenn wir diesen alleinerziehenden Frauen erhöhtes Karenzgeld geben würden, geben müßten, dann bekämen wir ja das Geld später nicht zurück, auch wenn wir in das Gesetz hineinschreiben, daß sie es zurückzahlen müssen. Wir werden das Geld nicht zurückbekommen, weil diese Frauen niemals in der Lage sein werden, es zurückzuzahlen. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Feurstein: Das stimmt nicht, das Argument! Ich habe nie davon Gebrauch gemacht!
Und dieses Argument, das in der Vergangenheit vorgebracht wurde, ist allein für sich schon entlarvend genug. (Abg. Dr. Feurstein: Das stimmt nicht, das Argument! Ich habe nie davon Gebrauch gemacht!) Denn es wird damit – und zwar, wie ich glaube, zu Recht – unterstellt, Herr Abgeordneter Feurstein, daß diese Frauen in einer pekuniär oder materiell extrem schlechten Situation sind, die sich möglicherweise auch nach dem Ende der Karenzzeit nicht bessern wird.
Abg. Rauch-Kallat: Selbstverständlich!
Nein! Diese Kinder sollen bestraft werden. Denn dort droht die vaterlose Gesellschaft – das war auch ein Argument von seiten der ÖVP. Inzwischen wird es nicht mehr verwendet, Herr Abgeordneter Feurstein, wir wissen es, denn inzwischen ist einiges passiert. Herr Familienminister Bartenstein sagte, daß er diese Bestimmung auch ändern wolle, und auch Frau Abgeordnete Rauch-Kallat hat anläßlich eines Treffens der Frauenallianz dazu ja gesagt, daß auch diese Bestimmung zu jenen gehöre, die Sie ändern wollten. (Abg. Rauch-Kallat: Selbstverständlich!) Selbstverständlich, sagt Frau Abgeordnete Rauch-Kallat! Dann müssen Sie aber dieser Verbesserung zustimmen. (Abg. Rauch-Kallat: Wenn alle anderen Forderungen auch erfüllt werden!)
Abg. Rauch-Kallat: Wenn alle anderen Forderungen auch erfüllt werden!
Nein! Diese Kinder sollen bestraft werden. Denn dort droht die vaterlose Gesellschaft – das war auch ein Argument von seiten der ÖVP. Inzwischen wird es nicht mehr verwendet, Herr Abgeordneter Feurstein, wir wissen es, denn inzwischen ist einiges passiert. Herr Familienminister Bartenstein sagte, daß er diese Bestimmung auch ändern wolle, und auch Frau Abgeordnete Rauch-Kallat hat anläßlich eines Treffens der Frauenallianz dazu ja gesagt, daß auch diese Bestimmung zu jenen gehöre, die Sie ändern wollten. (Abg. Rauch-Kallat: Selbstverständlich!) Selbstverständlich, sagt Frau Abgeordnete Rauch-Kallat! Dann müssen Sie aber dieser Verbesserung zustimmen. (Abg. Rauch-Kallat: Wenn alle anderen Forderungen auch erfüllt werden!)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie weiterhin darin verharren, das eine gegen das andere aufzurechnen und nur die maximale Variante umsetzen zu wollen, dann werden wir keinen Schritt weiterkommen, der dem Interesse der betroffenen Frauen dient. Keinen Schritt werden wir weiterkommen, und das ist dann Ihr Risiko und Ihre Verantwortung, die Sie als Familienpartei auch gegenüber den Wählern zu tragen haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Feurstein: Ja! Gehen wir!
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Ich möchte Ihnen gerne noch etwas sagen, das ich schon anläßlich einer früheren Debatte in diesem Saal erwähnt habe – Herr Abgeordneter Feurstein hat damals einen entsprechenden Zwischenruf plaziert beziehungsweise in seiner eigenen Wortmeldung darauf Bezug genommen –, nämlich daß das auch alle Beratungsstellen, alle Beratungsorganisationen, von der “Aktion Leben” bis zur Caritas, von der ÖVP gefordert haben. Herr Abgeordneter Feurstein hat mir entschieden widersprochen und gesagt: Nein, das wird nicht gefordert. Gehen Sie mit mir zu einer dieser Beratungsstellen und schauen wir uns das an! (Abg. Dr. Feurstein: Ja! Gehen wir!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Meine Damen und Herren! Das Entscheidende dabei ist, daß die “Aktion Leben” nicht nur mit den Grünen eines Sinnes ist, sondern mit zirka 170 Abgeordneten – würde ich einmal meinen – dieses Hauses. Und trotzdem schaffen es die restlichen Abgeordneten, dieses Haus an der Umsetzung dieses Beschlusses und damit an der Verhinderung einer weiteren Strafaktion zu hindern. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier.
Meine Damen und Herren! Wo bleibt denn der Mut der ÖVP-Abgeordneten? Haben Sie doch endlich einmal den Mut, sich gegen Ihren Klubobmann zu wehren, der sagt, daß das nicht in Frage kommt! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
An die Adresse der SPÖ, die es sich ganz bequem macht und das Geschehen auf seiten der ÖVP beobachtet, gerichtet möchte ich noch sagen: Eine Partei, die mehrere Male sagt, daß sie dafür sei, aber eben nicht könne, eine Partei, die die stärkste Partei dieses Hauses ist, eine Partei, die die Möglichkeit hätte, das mit drei anderen Parteien – eigentlich dreieinhalb Parteien – umzusetzen, eine Partei, die diese Verantwortung nicht wahrnimmt, nimmt damit ihre Verantwortung als führende gestaltende Partei in diesem Land nicht wahr. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Abg. Mag. Peter: Ganz langsam, Herr Kollege, Schritt für Schritt!
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Ich weiß, Sie werden heute wieder sagen, daß Sie ohnehin gerne würden und möchten, aber es gehe eben nicht! Das letzte Mal hat das Frau Kollegin Reitsamer gesagt: Das geht zu schnell, wir können doch nicht extra einen Sozialausschuß dafür einberufen! (Abg. Mag. Peter: Ganz langsam, Herr Kollege, Schritt für Schritt!) Aber inzwischen hat eine Sitzung dieses Ausschusses stattgefunden. Die Zeit ist abgelaufen, aber es hat sich nichts verändert, außer daß immer mehr Abgeordnete und Menschen in der Öffentlichkeit, auch Minister, erklären, sie würden diese Forderung teilen. Der Bogen reicht bis hin zu Ihrer Frauenministerin, die gesagt hat, das müsse rasch umgesetzt werden.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier.
Meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten! Jetzt haben Sie die Möglichkeit, das rasch umzusetzen, indem Sie der Fristsetzung zustimmen. Haben Sie doch ein bißchen Mut, verlassen Sie die Wahlkampfarena und helfen Sie den betroffenen Frauen! Das wäre auch Aufgabe der Politik (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier.)
Abg. Öllinger: Bitte? – Abg. Mag. Peter: Was hat er denn gesagt?
†Abgeordnete Heidrun Silhavy¦ (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Herr Kollege Öllinger! Die Wahlkampfarena haben offensichtlich Sie gerade jetzt verlassen, als Sie das Rednerpult verlassen haben. Im Gegensatz zu Ihnen – vielleicht ist Ihnen das inzwischen entfallen – habe ich nämlich bereits bei der ersten Lesung dieses Ihres Antrages zu diesem inhaltlich gesprochen. Sie haben bei der ersten Lesung nicht ein einziges Wort über den eigenen Antrag verloren. (Abg. Öllinger: Bitte? – Abg. Mag. Peter: Was hat er denn gesagt?) Herr Kollege Öllinger, Sie können es im Protokoll der 88. Sitzung nachlesen. Falls Sie es nicht wissen, ich kann es Ihnen sagen. Sie haben kein Wort darüber verloren, und ich denke mir, das läßt auch Ihren heutigen Fristsetzungsantrag in einem etwas merkwürdigen Licht erscheinen.
Abg. Öllinger: Sie sollen es zur Kenntnis nehmen, das reicht mir!
Ich verstehe Sie durchaus, Herr Kollege Öllinger, wenn Sie aufgrund dieser Aktuellen Stunde und nach dem Auftritt des Herrn Ministers Bartenstein, nach den Äußerungen einiger VP-Männer im Sozialausschuß am 17. November, aber auch nach den Ausführungen des Kollegen Feurstein zur ersten Lesung Ihres Antrages durchaus skeptisch sind, daß die Signale einiger ÖVPler, die Lebensrealität, wie Sie es gerade vorhin in Ihrer eigenen Rede ausgeführt haben, wirklich zur Kenntnis nehmen zu wollen, auch tatsächlich umgesetzt werden. (Abg. Öllinger: Sie sollen es zur Kenntnis nehmen, das reicht mir!) Ich verstehe Ihre Zweifel durchaus. Und das war auch ein Grund dafür, daß unsere Ministerin Prammer heute gesagt hat – und zwar sehr deutlich –, daß es kein 12-Punkte-Programm ohne eine Lösung für die Alleinerziehenden geben wird. Sie hat das heute in der Früh hier sehr, sehr deutlich gesagt! (Abg. Öllinger: Fangen Sie mit einem Punkt an!) Ja, wir sind schon dabei!
Abg. Öllinger: Fangen Sie mit einem Punkt an!
Ich verstehe Sie durchaus, Herr Kollege Öllinger, wenn Sie aufgrund dieser Aktuellen Stunde und nach dem Auftritt des Herrn Ministers Bartenstein, nach den Äußerungen einiger VP-Männer im Sozialausschuß am 17. November, aber auch nach den Ausführungen des Kollegen Feurstein zur ersten Lesung Ihres Antrages durchaus skeptisch sind, daß die Signale einiger ÖVPler, die Lebensrealität, wie Sie es gerade vorhin in Ihrer eigenen Rede ausgeführt haben, wirklich zur Kenntnis nehmen zu wollen, auch tatsächlich umgesetzt werden. (Abg. Öllinger: Sie sollen es zur Kenntnis nehmen, das reicht mir!) Ich verstehe Ihre Zweifel durchaus. Und das war auch ein Grund dafür, daß unsere Ministerin Prammer heute gesagt hat – und zwar sehr deutlich –, daß es kein 12-Punkte-Programm ohne eine Lösung für die Alleinerziehenden geben wird. Sie hat das heute in der Früh hier sehr, sehr deutlich gesagt! (Abg. Öllinger: Fangen Sie mit einem Punkt an!) Ja, wir sind schon dabei!
Zwischenruf der Abg. Haller.
Über den Inhalt brauchen wir, glaube ich, nicht mehr zu reden. Wir haben bereits im Ausschuß und bei der ersten Lesung gesagt, daß es klar ist, daß wir die Bestrafung von Frauen, die nicht die Lebensform wählen, die sich die ÖVP und zum Teil auch die FPÖ vorstellen, ablehnen. Es geht dabei nur um die Festigung des Rollenbildes. (Zwischenruf der Abg. Haller.) Lesen Sie einmal nach, was Ihre Kollegen dazu gesagt haben. Es ist entsetzlich!
Abg. Öllinger: Er war ja nur später!
Wir treten schon seit vielen Jahren für die Gleichstellung der Lebensformen ein, wir haben selber einen Antrag eingebracht, nämlich den Antrag 753/A, der genau dieses Problem und eine Lösungsmöglichkeit zum Thema hat. (Abg. Öllinger: Er war ja nur später!) Das war unter anderem mit ein Grund, Herr Kollege Öllinger, warum wir bei der Sozialausschußsitzung am 17. November letzten Jahres diesen Antrag vertagt haben, wenn Sie sich erinnern. Das heißt, wir haben uns darauf verständigt ... (Abg. Öllinger: Das war nicht der Grund!) Natürlich! Wir haben uns darauf verständigt, daß zunächst den betroffenen Ministerinnen und Ministern Zeit gelassen wird, dieses 12-Punkte-Programm zu verhandeln. (Abg. Öllinger: Sie wollen kneifen!) Bitte, ich habe diesen Antrag gestellt. (Abg. Öllinger: Sie haben Angst vor der Abstimmung!) Nein! Wir haben den Antrag gestellt.
Abg. Öllinger: Das war nicht der Grund!
Wir treten schon seit vielen Jahren für die Gleichstellung der Lebensformen ein, wir haben selber einen Antrag eingebracht, nämlich den Antrag 753/A, der genau dieses Problem und eine Lösungsmöglichkeit zum Thema hat. (Abg. Öllinger: Er war ja nur später!) Das war unter anderem mit ein Grund, Herr Kollege Öllinger, warum wir bei der Sozialausschußsitzung am 17. November letzten Jahres diesen Antrag vertagt haben, wenn Sie sich erinnern. Das heißt, wir haben uns darauf verständigt ... (Abg. Öllinger: Das war nicht der Grund!) Natürlich! Wir haben uns darauf verständigt, daß zunächst den betroffenen Ministerinnen und Ministern Zeit gelassen wird, dieses 12-Punkte-Programm zu verhandeln. (Abg. Öllinger: Sie wollen kneifen!) Bitte, ich habe diesen Antrag gestellt. (Abg. Öllinger: Sie haben Angst vor der Abstimmung!) Nein! Wir haben den Antrag gestellt.
Abg. Öllinger: Sie wollen kneifen!
Wir treten schon seit vielen Jahren für die Gleichstellung der Lebensformen ein, wir haben selber einen Antrag eingebracht, nämlich den Antrag 753/A, der genau dieses Problem und eine Lösungsmöglichkeit zum Thema hat. (Abg. Öllinger: Er war ja nur später!) Das war unter anderem mit ein Grund, Herr Kollege Öllinger, warum wir bei der Sozialausschußsitzung am 17. November letzten Jahres diesen Antrag vertagt haben, wenn Sie sich erinnern. Das heißt, wir haben uns darauf verständigt ... (Abg. Öllinger: Das war nicht der Grund!) Natürlich! Wir haben uns darauf verständigt, daß zunächst den betroffenen Ministerinnen und Ministern Zeit gelassen wird, dieses 12-Punkte-Programm zu verhandeln. (Abg. Öllinger: Sie wollen kneifen!) Bitte, ich habe diesen Antrag gestellt. (Abg. Öllinger: Sie haben Angst vor der Abstimmung!) Nein! Wir haben den Antrag gestellt.
Abg. Öllinger: Sie haben Angst vor der Abstimmung!
Wir treten schon seit vielen Jahren für die Gleichstellung der Lebensformen ein, wir haben selber einen Antrag eingebracht, nämlich den Antrag 753/A, der genau dieses Problem und eine Lösungsmöglichkeit zum Thema hat. (Abg. Öllinger: Er war ja nur später!) Das war unter anderem mit ein Grund, Herr Kollege Öllinger, warum wir bei der Sozialausschußsitzung am 17. November letzten Jahres diesen Antrag vertagt haben, wenn Sie sich erinnern. Das heißt, wir haben uns darauf verständigt ... (Abg. Öllinger: Das war nicht der Grund!) Natürlich! Wir haben uns darauf verständigt, daß zunächst den betroffenen Ministerinnen und Ministern Zeit gelassen wird, dieses 12-Punkte-Programm zu verhandeln. (Abg. Öllinger: Sie wollen kneifen!) Bitte, ich habe diesen Antrag gestellt. (Abg. Öllinger: Sie haben Angst vor der Abstimmung!) Nein! Wir haben den Antrag gestellt.
Abg. Öllinger: Wir haben eine breite Mehrheit: Freiheitliche, Liberale, Grüne, SPÖ!
Natürlich wollen wir in jenen Fragen, bei denen wir eine Mehrheit erzielen können, Abstimmungen. Was hat es denn für einen Sinn, Abstimmungen durchzuführen, wenn man keine Mehrheit dafür hat? Herr Kollege Öllinger, wir sind ja nicht in der Opposition! Wir tragen Verantwortung, und wir müssen diese Dinge auch umsetzen. (Abg. Öllinger: Wir haben eine breite Mehrheit: Freiheitliche, Liberale, Grüne, SPÖ!) So leicht wie Sie haben wir es natürlich nicht. Das ist mir schon klar! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Natürlich wollen wir in jenen Fragen, bei denen wir eine Mehrheit erzielen können, Abstimmungen. Was hat es denn für einen Sinn, Abstimmungen durchzuführen, wenn man keine Mehrheit dafür hat? Herr Kollege Öllinger, wir sind ja nicht in der Opposition! Wir tragen Verantwortung, und wir müssen diese Dinge auch umsetzen. (Abg. Öllinger: Wir haben eine breite Mehrheit: Freiheitliche, Liberale, Grüne, SPÖ!) So leicht wie Sie haben wir es natürlich nicht. Das ist mir schon klar! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Petrovic: Die Alleinerziehenden sind Ihnen weniger wert als die Zahnkronen!
Gerade weil wir diese Dinge umsetzen müssen, können wir auch diesmal diesem Fristsetzungsantrag nicht beitreten. (Abg. Dr. Petrovic: Die Alleinerziehenden sind Ihnen weniger wert als die Zahnkronen!) Ich hoffe aber, daß Sie Ihre Arbeit in Zukunft genauso ernst nehmen. Es geht nicht nur darum, hier billige Polemik zu machen, sondern darum, tatsächlich etwas für die Betroffenen zu erreichen. Sie sollten also bereits in der ersten Lesung zu Ihren Anträgen reden! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Petrovic: Wieso geht es denn bei den Zahnkronen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Petrovic: Wieso geht es denn bei den Zahnkronen?
Gerade weil wir diese Dinge umsetzen müssen, können wir auch diesmal diesem Fristsetzungsantrag nicht beitreten. (Abg. Dr. Petrovic: Die Alleinerziehenden sind Ihnen weniger wert als die Zahnkronen!) Ich hoffe aber, daß Sie Ihre Arbeit in Zukunft genauso ernst nehmen. Es geht nicht nur darum, hier billige Polemik zu machen, sondern darum, tatsächlich etwas für die Betroffenen zu erreichen. Sie sollten also bereits in der ersten Lesung zu Ihren Anträgen reden! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Petrovic: Wieso geht es denn bei den Zahnkronen?)
Abg. Öllinger: Überraschend! – Abg. Dr. Kier: Überraschung!
†Abgeordnete Dr. Sonja Moser-Starrach¦ (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Öllinger, wir werden dem Fristsetzungsantrag nicht zustimmen (Abg. Öllinger: Überraschend! – Abg. Dr. Kier: Überraschung!), aber nicht deshalb, weil wir uns schon in der Wahlkampfarena befinden, sondern weil wir in letzter Zeit sehr gute Problemlösungen gefunden haben, indem wir ganze Pakete geschnürt haben. (Abg. Ing. Langthaler: Sparpakete vor allem!) Wir lassen das Paket daher auch in diesem Fall nicht in Einzelteile zerlegen (Abg. Dr. Kier: Ganze Sparpakete!), sondern bleiben bei dieser Vorgangsweise. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das Sparpaket, das Sie zu verantworten haben!)
Abg. Ing. Langthaler: Sparpakete vor allem!
†Abgeordnete Dr. Sonja Moser-Starrach¦ (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Öllinger, wir werden dem Fristsetzungsantrag nicht zustimmen (Abg. Öllinger: Überraschend! – Abg. Dr. Kier: Überraschung!), aber nicht deshalb, weil wir uns schon in der Wahlkampfarena befinden, sondern weil wir in letzter Zeit sehr gute Problemlösungen gefunden haben, indem wir ganze Pakete geschnürt haben. (Abg. Ing. Langthaler: Sparpakete vor allem!) Wir lassen das Paket daher auch in diesem Fall nicht in Einzelteile zerlegen (Abg. Dr. Kier: Ganze Sparpakete!), sondern bleiben bei dieser Vorgangsweise. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das Sparpaket, das Sie zu verantworten haben!)
Abg. Dr. Kier: Ganze Sparpakete!
†Abgeordnete Dr. Sonja Moser-Starrach¦ (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Öllinger, wir werden dem Fristsetzungsantrag nicht zustimmen (Abg. Öllinger: Überraschend! – Abg. Dr. Kier: Überraschung!), aber nicht deshalb, weil wir uns schon in der Wahlkampfarena befinden, sondern weil wir in letzter Zeit sehr gute Problemlösungen gefunden haben, indem wir ganze Pakete geschnürt haben. (Abg. Ing. Langthaler: Sparpakete vor allem!) Wir lassen das Paket daher auch in diesem Fall nicht in Einzelteile zerlegen (Abg. Dr. Kier: Ganze Sparpakete!), sondern bleiben bei dieser Vorgangsweise. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das Sparpaket, das Sie zu verantworten haben!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das Sparpaket, das Sie zu verantworten haben!
†Abgeordnete Dr. Sonja Moser-Starrach¦ (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Öllinger, wir werden dem Fristsetzungsantrag nicht zustimmen (Abg. Öllinger: Überraschend! – Abg. Dr. Kier: Überraschung!), aber nicht deshalb, weil wir uns schon in der Wahlkampfarena befinden, sondern weil wir in letzter Zeit sehr gute Problemlösungen gefunden haben, indem wir ganze Pakete geschnürt haben. (Abg. Ing. Langthaler: Sparpakete vor allem!) Wir lassen das Paket daher auch in diesem Fall nicht in Einzelteile zerlegen (Abg. Dr. Kier: Ganze Sparpakete!), sondern bleiben bei dieser Vorgangsweise. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das Sparpaket, das Sie zu verantworten haben!)
Abg. Öllinger: Was hat das mit dem Antrag zu tun? Da geht es ums Geld! – Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler.
Die ÖVP hat gute Prioritäten! Wer Betreuungs- und Erziehungsarbeit leistet, muß dies als wertvolle Leistung anerkannt bekommen. Wenn diese Jobs, nämlich die Betreuungs- und Erziehungsarbeit, nicht besetzt werden, wenn Kinder in der ersten Sozialisationsphase keine feste Bezugsperson haben, wenn sie nicht Liebe und Geborgenheit erfahren, können sie diese auch nicht an die nächsten Generationen weitergeben. Ohne emotionale und körperliche Sicherheit steigt die Gefahr, daß Kinder vermehrt verhaltensauffällig und drogensüchtig werden und in die Kriminalität abrutschen. (Abg. Öllinger: Was hat das mit dem Antrag zu tun? Da geht es ums Geld! – Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler.) Für die Rehabilitation traumatisierter Kinder brauchen wir Millionen Schilling mehr und das ist nie und nimmer unsere Intention.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Langthaler: Wir reden jetzt nicht vom Karenzgeld für alle! – Abg. Dr. Petrovic: Thema verfehlt!
Wer soll also in den Genuß des Geldes kommen? – Alle Mütter und alle Väter, die diese Arbeit verrichten, und zwar eigenständig! Heute bekommen schon 89 Prozent Karenzgeld, die restlichen 11 Prozent sollen es ebenfalls bekommen für diese wertvolle Arbeit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Langthaler: Wir reden jetzt nicht vom Karenzgeld für alle! – Abg. Dr. Petrovic: Thema verfehlt!)
Abg. Öllinger: Sie sollen zum Antrag reden!
Diese 11 Prozent teilen sich auf in 7 Prozent Schüler, Studentinnen und Hausfrauen, 4 Prozent Selbständige und Bäuerinnen. Diese sollen also in den Genuß dieser Unterstützungsleistung des Staates kommen, auch wenn diese nicht unbedingt für den Lebensunterhalt ausreicht. (Abg. Öllinger: Sie sollen zum Antrag reden!) Es ist weltweit zu suchen, wo es das noch gibt, nämlich nirgends!
Abg. Öllinger: Ja dann geben Sie das Geld endlich her!
Diese unsere Forderung ist außerdem finanzierbar. Wir haben in Österreich einen Budgettopf dafür, nämlich den Familienlastenausgleichsfonds! (Abg. Öllinger: Ja dann geben Sie das Geld endlich her!) Aus diesem sollen ausschließlich Familienleistungen bezahlt werden. Und jetzt, da er konsolidiert ist, lassen wir auch niemanden mehr neuerlich den Rahm davon abschöpfen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Die Alleinerziehenden sollen den Rahm abschöpfen? Haben Sie das gemeint?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Die Alleinerziehenden sollen den Rahm abschöpfen? Haben Sie das gemeint?
Diese unsere Forderung ist außerdem finanzierbar. Wir haben in Österreich einen Budgettopf dafür, nämlich den Familienlastenausgleichsfonds! (Abg. Öllinger: Ja dann geben Sie das Geld endlich her!) Aus diesem sollen ausschließlich Familienleistungen bezahlt werden. Und jetzt, da er konsolidiert ist, lassen wir auch niemanden mehr neuerlich den Rahm davon abschöpfen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Die Alleinerziehenden sollen den Rahm abschöpfen? Haben Sie das gemeint?)
Abg. Mag. Posch: Und wir Herren?
Wir haben uns überlegt, wer wohl diese Gelder am dringendsten benötigt. Wer braucht diese Unterstützung am meisten? Es sind die jungen Mütter mit Kindern und ohne Einkommen. – Meine Damen von der SPÖ! (Abg. Mag. Posch: Und wir Herren?) In Ihrem Volksbegehren wird ein Existenzminimum für alle gefordert, und zwar in mehr als der doppelten Höhe. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Die Absicherung von Menschen, die sonst kein Existenzminimum, keine Existenz haben, ist doch auch Ihr Steckenpferd! Wir finden keinen bedürftigeren Menschen als eine Mutter mit Kind und ohne Einkommen. (Abg. Öllinger: Zum Thema bitte!) Wollen Sie der Studentin wirklich dieses Bißchen entziehen? Wollen Sie der kleinen selbständigen Schneiderin die Unterstützung versagen? Die derzeitige Betriebshilfe deckt nämlich kaum ihre Krankenkassenbeiträge. (Abg. Öllinger: Können Sie zum Antrag etwas sagen, Frau Abgeordnete?)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Wir haben uns überlegt, wer wohl diese Gelder am dringendsten benötigt. Wer braucht diese Unterstützung am meisten? Es sind die jungen Mütter mit Kindern und ohne Einkommen. – Meine Damen von der SPÖ! (Abg. Mag. Posch: Und wir Herren?) In Ihrem Volksbegehren wird ein Existenzminimum für alle gefordert, und zwar in mehr als der doppelten Höhe. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Die Absicherung von Menschen, die sonst kein Existenzminimum, keine Existenz haben, ist doch auch Ihr Steckenpferd! Wir finden keinen bedürftigeren Menschen als eine Mutter mit Kind und ohne Einkommen. (Abg. Öllinger: Zum Thema bitte!) Wollen Sie der Studentin wirklich dieses Bißchen entziehen? Wollen Sie der kleinen selbständigen Schneiderin die Unterstützung versagen? Die derzeitige Betriebshilfe deckt nämlich kaum ihre Krankenkassenbeiträge. (Abg. Öllinger: Können Sie zum Antrag etwas sagen, Frau Abgeordnete?)
Abg. Öllinger: Zum Thema bitte!
Wir haben uns überlegt, wer wohl diese Gelder am dringendsten benötigt. Wer braucht diese Unterstützung am meisten? Es sind die jungen Mütter mit Kindern und ohne Einkommen. – Meine Damen von der SPÖ! (Abg. Mag. Posch: Und wir Herren?) In Ihrem Volksbegehren wird ein Existenzminimum für alle gefordert, und zwar in mehr als der doppelten Höhe. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Die Absicherung von Menschen, die sonst kein Existenzminimum, keine Existenz haben, ist doch auch Ihr Steckenpferd! Wir finden keinen bedürftigeren Menschen als eine Mutter mit Kind und ohne Einkommen. (Abg. Öllinger: Zum Thema bitte!) Wollen Sie der Studentin wirklich dieses Bißchen entziehen? Wollen Sie der kleinen selbständigen Schneiderin die Unterstützung versagen? Die derzeitige Betriebshilfe deckt nämlich kaum ihre Krankenkassenbeiträge. (Abg. Öllinger: Können Sie zum Antrag etwas sagen, Frau Abgeordnete?)
Abg. Öllinger: Können Sie zum Antrag etwas sagen, Frau Abgeordnete?
Wir haben uns überlegt, wer wohl diese Gelder am dringendsten benötigt. Wer braucht diese Unterstützung am meisten? Es sind die jungen Mütter mit Kindern und ohne Einkommen. – Meine Damen von der SPÖ! (Abg. Mag. Posch: Und wir Herren?) In Ihrem Volksbegehren wird ein Existenzminimum für alle gefordert, und zwar in mehr als der doppelten Höhe. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Die Absicherung von Menschen, die sonst kein Existenzminimum, keine Existenz haben, ist doch auch Ihr Steckenpferd! Wir finden keinen bedürftigeren Menschen als eine Mutter mit Kind und ohne Einkommen. (Abg. Öllinger: Zum Thema bitte!) Wollen Sie der Studentin wirklich dieses Bißchen entziehen? Wollen Sie der kleinen selbständigen Schneiderin die Unterstützung versagen? Die derzeitige Betriebshilfe deckt nämlich kaum ihre Krankenkassenbeiträge. (Abg. Öllinger: Können Sie zum Antrag etwas sagen, Frau Abgeordnete?)
Abg. Dr. Kier: Zur Sache!
Es handelt sich dabei auch zum ersten Mal um einen brauchbaren Vorschlag zur Senkung der Lohnnebenkosten! (Abg. Dr. Kier: Zur Sache!) Die Arbeitslosenversicherung würde sich 2,5 Milliarden Schilling ersparen, und damit könnten zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe die Lohnnebenkosten um 0,5 Prozent gesenkt werden. (Abg. Öllinger: Wir reden über den Antrag! – Abg. Dr. Kier: Das ist nicht mehr die Aktuelle Stunde, die ist schon vorbei!)
Abg. Öllinger: Wir reden über den Antrag! – Abg. Dr. Kier: Das ist nicht mehr die Aktuelle Stunde, die ist schon vorbei!
Es handelt sich dabei auch zum ersten Mal um einen brauchbaren Vorschlag zur Senkung der Lohnnebenkosten! (Abg. Dr. Kier: Zur Sache!) Die Arbeitslosenversicherung würde sich 2,5 Milliarden Schilling ersparen, und damit könnten zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe die Lohnnebenkosten um 0,5 Prozent gesenkt werden. (Abg. Öllinger: Wir reden über den Antrag! – Abg. Dr. Kier: Das ist nicht mehr die Aktuelle Stunde, die ist schon vorbei!)
Abg. Mag. Posch: Was, was?
Die ÖVP vergißt auch keineswegs die berufstätige Frau. Im Gegenteil, wir ebnen alle Wege, um Familie und Beruf besser vereinbar gestalten zu können. Es muß Wahlfreiheit herrschen! Vielleicht ist der Konsens leichter zu erreichen, wenn wir statt mit dem Begriff Karenzgeld mit dem Ausdruck Betreuungsgeld in die Verhandlungen gehen. (Abg. Mag. Posch: Was, was?)
Ironische Heiterkeit bei den Grünen.
Familienpolitik ist nicht eine Frage der Ideologie, sondern Antwort auf Lebensbedürfnisse. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Nun denn, für unsere Kinder, für unsere zukünftigen Generationen: Ja zum Leben, ja zum Kind, ja zum Karenzgeld für alle als Forderung einer Lebenspolitik! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Nein zu Alleinerziehenden!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Nein zu Alleinerziehenden!
Familienpolitik ist nicht eine Frage der Ideologie, sondern Antwort auf Lebensbedürfnisse. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Nun denn, für unsere Kinder, für unsere zukünftigen Generationen: Ja zum Leben, ja zum Kind, ja zum Karenzgeld für alle als Forderung einer Lebenspolitik! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Nein zu Alleinerziehenden!)
Abg. Ing. Langthaler: Wohlan! – Abg. Öllinger: Nun denn: Schlimmer kann es nicht mehr werden! – Abg. Haller – auf dem Weg zum Rednerpult –: Was heißt das? Herr Kollege Öllinger, halten Sie sich zurück!
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Zu Wort gelangt nun Frau Abgeordnete Haller. – Bitte. (Abg. Ing. Langthaler: Wohlan! – Abg. Öllinger: Nun denn: Schlimmer kann es nicht mehr werden! – Abg. Haller – auf dem Weg zum Rednerpult –: Was heißt das? Herr Kollege Öllinger, halten Sie sich zurück!)
Abg. Ing. Langthaler: Da sind wir ja!
†Abgeordnete Edith Haller¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Nach den Lobgesängen meiner Vorrednerinnen wieder zurück zur harten Realität, würde ich sagen (Abg. Ing. Langthaler: Da sind wir ja!), und zum Antrag 504/A der Grünen.
Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler.
Aber ich muß auch ein bißchen ausholen. Im Jahre 1993 besuchte ich mit dem ehemaligen Außenminister der ÖVP, Alois Mock, Paris. Ich wurde von einem französischen Abgeordnetenkollegen, der früher einmal sogar Verteidigungsminister gewesen ist, gefragt, was wir denn in Österreich im Moment für eine Regierungsform hätten und wie das funktioniere. Ich habe ihm erklärt, daß es eine Koalition der beiden größten Parteien gebe und welcher Ideologie diese angehörten. Daraufhin hat er mich ganz ungläubig gefragt, ob denn das funktioniere. Ich mußte ihm schon im Jahre 1993 erklären, daß es mehr schlecht als recht funktioniere und unterm Strich halt immer nur kleine Kompromisse herauskämen, die echten Reformen könnten nicht angegangen werden. (Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler.)
Abg. Mag. Posch: Sie müssen auch nichts sagen!
Wenn ich das auf die heutige Zeit übertrage – wir haben jetzt 1999, und heute in der Früh hat eine Debatte über das Karenzgeld und über die Umsetzung von Frauenforderungen stattgefunden –, dann muß ich sagen ... (Abg. Mag. Posch: Sie müssen auch nichts sagen!) Oder auch wenn ich den Antrag der Grünen betrachte, dann muß man rückblickend auf all diese Jahre und besonders auf die jetzige Zeit bezogen einfach sagen, es wird immer klarer: Diese beiden Koalitionspartner in der Regierung können einfach nicht mehr miteinander! Die Ideologie driftet zu weit auseinander. Es wird jetzt anscheinend überhaupt nur noch junktimiert, und es geht überhaupt nichts mehr.
Abg. Silhavy: Der Herr Kollege hat in der ersten Lesung gesagt, daß diese Forderung überzogen sei!
Wenn Familienminister Bartenstein beklagt hat, daß ein anscheinend bereits ausverhandeltes Familienpaket von der SPÖ mit Forderungen von Alleinerzieherinnen junktimiert wird; oder wenn man jetzt diese kleine Forderung, diese berechtigte kleine Forderung der Grünen, hinter der die Opposition – auch die Freiheitlichen – von Anfang an gestanden ist und die letztlich sogar aufkommensneutral wäre, wiederum junktimiert, und zwar, wie wir im Sozialausschuß ... (Abg. Silhavy: Der Herr Kollege hat in der ersten Lesung gesagt, daß diese Forderung überzogen sei!) Hören Sie doch auf, Frau Kollegin Silhavy! Sonst sage ich Ihnen, was Sie im Ausschuß gesagt haben. (Abg. Silhavy: Das können Sie ja!) Ja, aber Sie sagen hier auch etwas ganz anderes als im Ausschuß, Frau Kollegin.
Abg. Silhavy: Das können Sie ja!
Wenn Familienminister Bartenstein beklagt hat, daß ein anscheinend bereits ausverhandeltes Familienpaket von der SPÖ mit Forderungen von Alleinerzieherinnen junktimiert wird; oder wenn man jetzt diese kleine Forderung, diese berechtigte kleine Forderung der Grünen, hinter der die Opposition – auch die Freiheitlichen – von Anfang an gestanden ist und die letztlich sogar aufkommensneutral wäre, wiederum junktimiert, und zwar, wie wir im Sozialausschuß ... (Abg. Silhavy: Der Herr Kollege hat in der ersten Lesung gesagt, daß diese Forderung überzogen sei!) Hören Sie doch auf, Frau Kollegin Silhavy! Sonst sage ich Ihnen, was Sie im Ausschuß gesagt haben. (Abg. Silhavy: Das können Sie ja!) Ja, aber Sie sagen hier auch etwas ganz anderes als im Ausschuß, Frau Kollegin.
Abg. Silhavy: Wir haben das nicht anders erwartet!
Wenn man dann im Ausschuß gerade von seiten der Sozialdemokraten dieses Ergebnis bejammert und beteuert, daß man sehr gerne mittun würde – Kollegin Pittermann hat gesagt, daß sie von tiefster Trauer erfüllt ist, weil sie dem nicht zustimmen kann, und hat dann doch der zweiten Vertagung zugestimmt –, dann muß ich sagen, daß sich mein Mitleid mit der SPÖ in dieser Frage wirklich in Grenzen hält. (Abg. Silhavy: Wir haben das nicht anders erwartet!) Sie haben sich ja den Koalitionspartner ausgesucht, und es geht anscheinend wirklich nichts mehr.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber nicht in Grenzen hält sich mein Mitleid mit den betroffenen Frauen. Da muß ich wirklich sagen, Herr Kollege Feurstein: Ich habe für diese Haltung der ÖVP kein Verständnis. Dieses Verständnis wird auch den Frauen fehlen, nicht nur den betroffenen Frauen, sondern all denjenigen Frauen, die sich in die Situation hineindenken können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir werden der Fristsetzung und selbstverständlich auch der Sache selbst zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haller: Arme Frau!
Es vergehen keine acht Tage, und sie erzählt uns hier von diesem Rednerpult aus annähernd das Gegenteil. (Abg. Haller: Arme Frau!) Welche Maßregelung hat da Platz gegriffen? Welche Disziplinierung zur Wiederherstellung der Einheitlichkeit der weiteren Bestrafung von Frauen? – Das kann doch nicht so sein. Daher wundert es mich auch nicht, daß sie jetzt der Debatte nicht beiwohnt. Denn sie mußte damit rechnen, daß über kurz oder lang auch das Hohe Haus – sofern die Kolleginnen und Kollegen nicht ohnedies in den Medien gelesen haben, daß sie das gefordert hat – zur Kenntnis nehmen muß, daß sie vor knapp acht Tagen noch gesagt hat, daß das ein echtes Anliegen ist, und uns heute erklärt, daß sie nicht einmal einer Fristsetzung zustimmen kann. Das halte ich für bedenklich. (Abg. Dr. Feurstein: Bedenklich?)
Abg. Dr. Feurstein: Bedenklich?
Es vergehen keine acht Tage, und sie erzählt uns hier von diesem Rednerpult aus annähernd das Gegenteil. (Abg. Haller: Arme Frau!) Welche Maßregelung hat da Platz gegriffen? Welche Disziplinierung zur Wiederherstellung der Einheitlichkeit der weiteren Bestrafung von Frauen? – Das kann doch nicht so sein. Daher wundert es mich auch nicht, daß sie jetzt der Debatte nicht beiwohnt. Denn sie mußte damit rechnen, daß über kurz oder lang auch das Hohe Haus – sofern die Kolleginnen und Kollegen nicht ohnedies in den Medien gelesen haben, daß sie das gefordert hat – zur Kenntnis nehmen muß, daß sie vor knapp acht Tagen noch gesagt hat, daß das ein echtes Anliegen ist, und uns heute erklärt, daß sie nicht einmal einer Fristsetzung zustimmen kann. Das halte ich für bedenklich. (Abg. Dr. Feurstein: Bedenklich?)
Abg. Dr. Feurstein: “Karenzgeld für alle” ist bedenklich?
Das Herumgerede über die sonstigen Dinge, wie es Kollegin Moser von der ÖVP hier vorgetragen hat, finde ich überhaupt sehr bedenklich. Denn das war nicht das Thema. (Abg. Dr. Feurstein: “Karenzgeld für alle” ist bedenklich?) Sie hat das mit der Aktuellen Stunde von heute früh verwechselt. Hier geht es nicht darum, daß irgend jemand etwas mehr bekommt, sondern darum, daß jemand vorübergehend etwas bekommt, was er nachher zurückzahlen muß. Es ist eine Zwischenfinanzierung für Mütter, die den Vater ihres Kindes nicht bekanntgeben, eine Zwischenfinanzierung mit Rückforderungsanspruch. Das ist ihr schon zuviel – und dann erzählt sie uns vom Karenzgeld für alle? – Da fühlt man sich wirklich gepflanzt, im eigentlichen Sinne des Wortes. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Das Herumgerede über die sonstigen Dinge, wie es Kollegin Moser von der ÖVP hier vorgetragen hat, finde ich überhaupt sehr bedenklich. Denn das war nicht das Thema. (Abg. Dr. Feurstein: “Karenzgeld für alle” ist bedenklich?) Sie hat das mit der Aktuellen Stunde von heute früh verwechselt. Hier geht es nicht darum, daß irgend jemand etwas mehr bekommt, sondern darum, daß jemand vorübergehend etwas bekommt, was er nachher zurückzahlen muß. Es ist eine Zwischenfinanzierung für Mütter, die den Vater ihres Kindes nicht bekanntgeben, eine Zwischenfinanzierung mit Rückforderungsanspruch. Das ist ihr schon zuviel – und dann erzählt sie uns vom Karenzgeld für alle? – Da fühlt man sich wirklich gepflanzt, im eigentlichen Sinne des Wortes. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Denn wenn eine Partei, die für ein Karenzgeld für alle eintritt, über das man in der Form, wie sie es vorschlägt, diskutieren muß – denn das ist eine merkwürdige Gießkanne, aber das ist etwas anderes; ich wäre schon froh, wenn die anderen Karenzvorstellungen, insbesondere die meiner Fraktion, aber auch andere, endlich einmal in Diskussion genommen würden –, wenn diese Partei sagt, daß sie das will, dann aber nicht einmal eine rückzahlbare Unterstützung von Müttern haben möchte: Was will sie dann? – Dann erhebt sie die Forderung nach Karenzgeld für alle nur deswegen, weil sie weiß, daß sie unvernünftig und undurchsetzbar ist, aber einige Leute es gerne hören. Das aber ist Wahlkampf! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Das ist Wahlkampf: Forderungen zu erheben, von denen man weiß, daß sie gefällig sind, aber daß man sie ohnehin nicht einlösen muß. Das ist Wahlkampf.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Hier geht es um eine Forderung, die man ganz leicht einlösen könnte, spielend leicht; sogar budgetunwirksam wäre sie in ihrer Nachhaltigkeit. Es wäre eine Bevorschussung mit dem kleinen Risiko, daß es vielleicht ein paar Leute später nicht zurückzahlen können – na bitte! –, eine Unterhaltsbevorschussung oder so etwas ähnliches. Nicht einmal das zu machen, das ist, mit Verlaub, wirklich ... Ich will keinen Kraftausdruck gebrauchen, aber denken Sie sich selbst einen aus, Sie werden den richtigen finden! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Silhavy: Vielleicht würde die ÖVP der Kinderbetreuung nicht zustimmen!
Ich frage mich manchmal: Was würde denn passieren, wenn Sie dieser Fristsetzung zustimmen oder wenn diejenigen, die in Ihrer Fraktion dieser Meinung sind, der Fristsetzung zustimmen? Würden dann morgen Neuwahlen ausgeschrieben werden? Was würde passieren? – Das würde mich interessieren: Was würde passieren, wenn Sie einmal machen, was Sie wollen? (Abg. Silhavy: Vielleicht würde die ÖVP der Kinderbetreuung nicht zustimmen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Zur ÖVP gesprochen: Ich schwanke jedesmal, hier in der Antwort nachzusetzen, wenn Sie am Wort gewesen sind, Frau Kollegin Moser, oder schlicht und ergreifend zu sagen: Dazu fällt mir nichts mehr ein. Ich weiß es nicht; was soll ich sagen? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.) In der Schule sagt man zu so etwas: Thema verfehlt. Ich nehme an, das gibt es noch immer. Das Tragische ist, daß wir hier nicht in der Schule sind und daß das keine Übung gewesen ist, sondern daß das eine politische Ansage ist. Das verschlägt mir jedesmal die Rede.
Abg. Schieder – in Richtung Grüne –: Für eine Sprachlose redet sie viel!
Ich habe mir überlegt, ob man jetzt irgendwie sticheln sollte. Frau Kollegin Brinek, was sagen Sie eigentlich dazu? – Ich würde hoffen, Sie würden Frau Kollegin Moser vielleicht einmal das wissenschaftliche Rahmenprogramm liefern, wenn sie wieder da vorne redet, wenn sie wieder ungeschminkt, ungeniert und ohne Widerspruch von Ihrer Seite von festen Bezugspersonen, Liebe und Geborgenheit und im selben Atemzug von kriminellem Milieu und vom Abrutschen redet. Ich bin einfach sprachlos. (Abg. Schieder – in Richtung Grüne –: Für eine Sprachlose redet sie viel!) Es ist das Thema völlig verfehlt.
in Richtung des Abg. Öllinger
Es würde mich nur interessieren: Warum stimmen Sie der Fristsetzung nicht zu? Warum lassen Sie nicht zu, daß es in einem Ausschuß behandelt wird? – Das ist die Frage, die mich interessiert. Warum können Sie nicht einer Fristsetzung zustimmen und das einfach diskutieren lassen? – Reden wir darüber, entscheiden wir es, entscheiden wir es mit Mehrheiten! Mein Kollege (in Richtung des Abg. Öllinger) gibt mir da irgendwelche Andeutungen, die ich nicht verstehe. (Abg. Dr. Kostelka: Wahrscheinlich “Redeschluß” oder “Keine Redezeit”!) Die Redezeit ist noch lange nicht zu Ende.
Abg. Dr. Kostelka: Wahrscheinlich “Redeschluß” oder “Keine Redezeit”!
Es würde mich nur interessieren: Warum stimmen Sie der Fristsetzung nicht zu? Warum lassen Sie nicht zu, daß es in einem Ausschuß behandelt wird? – Das ist die Frage, die mich interessiert. Warum können Sie nicht einer Fristsetzung zustimmen und das einfach diskutieren lassen? – Reden wir darüber, entscheiden wir es, entscheiden wir es mit Mehrheiten! Mein Kollege (in Richtung des Abg. Öllinger) gibt mir da irgendwelche Andeutungen, die ich nicht verstehe. (Abg. Dr. Kostelka: Wahrscheinlich “Redeschluß” oder “Keine Redezeit”!) Die Redezeit ist noch lange nicht zu Ende.
Beifall bei den Grünen.
Noch dazu haben vor einer Woche Frauen aus allen Parteien ein Frauennetzwerk gegründet und sich entschlossen, hier die dringendsten Anliegen einzubringen und zur Verhandlung zu bringen. Ich frage mich: Wo sind Ihre Versprechen, wo ist da Ihr Ansinnen aller Fraktionen, wenn Sie einer solchen Fristsetzung nicht Rechnung tragen können? (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Neisser spricht mit einem Beamten.
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Eine Sekunde, Frau Abgeordnete! Bleiben Sie bitte am Pult! (Präsident Dr. Neisser spricht mit einem Beamten.) Der Herr Minister ist verständigt.
Bundesministerin Hostasch nimmt auf der Regierungsbank Platz.
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Ich nehme die Sitzung wieder auf. Die Frau Bundesministerin ist erschienen. (Bundesministerin Hostasch nimmt auf der Regierungsbank Platz.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Nicht nur vom österreichischen Anteil in Höhe von 500 Millionen Schilling ist dabei die Rede, sondern von insgesamt 41,5 Milliarden US-Dollar. Das ist das Gesamtausmaß dieses Soforthilfeprogramms. Die Bedenken der Freiheitlichen zu dieser mehr als zweifelhaften Finanzhilfe wurden im Ausschuß sogar von sozialistischer Seite geteilt. Dieser Kredit muß zudem völlig ohne Sicherheiten vergeben werden: “Borgen macht Sorgen”, kann man dazu eigentlich nur noch sagen (Beifall bei den Freiheitlichen), zumal wir auch gleich den Zinsendienst des Schuldners mit übernehmen müssen.
Abg. Edler: Können Sie den Satz wiederholen, bitte! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir Freiheitlichen glauben, daß wir schon genug Haftungen übernommen haben, und lehnen diese zweifelhafte und suspekte Finanzspritze ab. (Abg. Edler: Können Sie den Satz wiederholen, bitte! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.) Denn es geht nicht an, daß die genannten Verursacher dieser Malaise sich an den österreichischen Steuerzahlern schadlos halten können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitlichen glauben, daß wir schon genug Haftungen übernommen haben, und lehnen diese zweifelhafte und suspekte Finanzspritze ab. (Abg. Edler: Können Sie den Satz wiederholen, bitte! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.) Denn es geht nicht an, daß die genannten Verursacher dieser Malaise sich an den österreichischen Steuerzahlern schadlos halten können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall der Abg. Tichy-Schreder sowie des Abg. Dr. Nowotny.
Wenn Österreich 50 Millionen Dollar an Beiträgen leistet und beispielsweise die Schweiz das Fünffache, um nur ein Nachbarland zu erwähnen, dann zeigt das, daß wir uns des Risikos bewußt sind. Wir haben den geringsten Beitrag insgesamt dazu geleistet, aber eines haben wir nie außer acht gelassen: Eine Hilfsaktion – und eine solche ist das – ist etwas, wovon wir uns schon aus solidarischen Gründen nicht ausschließen dürfen, denn Solidaritätsleistungen bedeuten immer, daß alle ihren Beitrag dazu leisten. Ich glaube, wir tun gut daran, ein Ja zu dieser Solidarität durch unseren Beschluß zum Ausdruck zu bringen. (Beifall der Abg. Tichy-Schreder sowie des Abg. Dr. Nowotny.) – Kollege Nowotny, du als Antragsteller wirst das selbstverständlich begrüßen.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich komme zum Schluß. Wir haben als Land, das sich immer der Solidarität verpflichtet gefühlt hat, traditionell Hilfsaktionen dieser Art jeweils unterstützt. Wir haben dieses Mal unsere Unterstützung mit einem relativ kleinen Beitrag vorgesehen. Ich glaube, es ist wichtig, daß in Neuverhandlungen mit Brasilien auch eine Änderung der Bedingungen seitens des Verhandlungsführers Internationaler Währungsfonds erreicht wird, aber von Solidarität soll man sich gerade dann nicht drücken, wenn die Not und die Schwierigkeiten des betroffenen Landes am größten sind. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was hat es da überhaupt für einen Sinn, wenn der IWF mit der Regierung verhandelt, die Regierung im Parlament aber mit ihren Stabilisierungsmaßnahmen nicht durchkommt? Da ist schade um jedes Geld! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch die Kollegen der sozialdemokratischen Fraktion und der Herr Finanzminister haben im Finanzausschuß effektiv gesagt, daß die Bedingungen hinsichtlich dieser internationalen Hilfsmaßnahmen rasch geändert werden müssen, und zwar insofern, als die privaten Anleger das Risiko, das sie dort eingehen, auch selbst tragen. Was ist denn das für ein Risikomanagement, wenn ich heute in der Lage bin, in einem Land Geld zu investieren, in dem ich von den öffentlichen Stellen zwei Kriterien garantiert bekomme, nämlich einen stabilen Wechselkurs und hohe Zinsen? Die privaten Anleger sind nach Brasilien gegangen, weil sie eben die Garantie eines stabilen Wechselkurses und Aussicht auf Zinsen in der Größenordnung von bis zu 50 Prozent gehabt haben und in der Hinterhand die Gewißheit, daß die öffentliche Hand beziehungsweise der Internationale Währungsfonds, die Weltbank und die Lateinamerikanische Bank sowieso zur Verfügung stehen, um das Ganze zu sanieren, wenn irgend etwas passiert. Wer sind dann die Leidtragenden dort? Die Leidtragenden dort sind nicht die Finanzinstitute, die Leidtragenden sind nicht die öffentlich Bediensteten, die Minister und der Präsident, sondern leidtragend ist die Bevölkerung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Im Ministerrat am 19. November ist – und das bekritteln so – etwas beschlossen worden, wofür überhaupt kein Programm vorgelegen ist. Das wurde abgesegnet. Danach wurde im Finanzausschuß von den Kollegen Nowotny und Stummvoll ein schlampiger Antrag eingebracht. Sie haben nicht einmal gewußt, worum es dort geht. Aber wir beschließen ja ohnehin nur eine Garantie über 600 Millionen! Die österreichischen Steuerzahler schröpfen Sie im Ausmaß von Milliarden – und da werden einfach 600 Millionen verbuttert. Das ist die Kritik der Freiheitlichen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was hat es für einen Sinn, wenn man zuerst als Ziel angibt, den Wechselkurs hoch halten zu wollen, wenn dann der Wechselkurs gegenüber dem Dollar innerhalb von drei Tagen dennoch um 15 Prozent herunterfällt und dann ohnedies freigegeben wird? Wer sind denn die Leidtragenden? Die Leidtragenden sind nicht die Banken, nicht die Privatanleger, denn die haben das Geld alle schon vorher abgezogen, sondern Leidtragende ist die dort ansässige Bevölkerung. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie ist nämlich damit konfrontiert, daß es durch die erhöhten Preise für die Importe zu einer importierten Inflation kommt. Diese importierte Inflation wird nicht abgegolten, und es kommt zu einer Vernichtung von Arbeitsplätzen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf: Rosenstingl!
Diese Dinge müssen zuerst aufgeklärt werden, bevor irgendein Schilling nach Brasilien geht. Und solange diese Dinge nicht aufgeklärt werden, auch bei der EU, so lange wird seitens der FPÖ keine Zustimmung mehr zu irgendwelchen Beitragserhöhungen gegeben werden. Es wird keine Zustimmung mehr zu irgendwelchen Subventionen von dubiosen Geschichten geben. Wir werden dafür sorgen, daß die Steuergelder den Österreichern zur Verfügung gestellt werden und nicht für dubiose Geschichten im Ausland aufgewendet werden! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf: Rosenstingl!)
Beifall bei der SPÖ.
Mein besonderer Dank für diese Regierungsvorlage gilt vor allen den Bundesministerinnen Hostasch und Krammer sowie Herrn Ministerialrat Dr. Kurz und allen MitarbeiterInnen seiner Abteilung, die ständig einen zähen und unermüdlichen Kampf um die Qualität des Transfusionswesens führen. (Beifall bei der SPÖ.) Diese haben die vorliegende Regierungsvorlage trotz großer Widerstände ermöglicht.
Beifall bei der SPÖ.
Mit dem Dank an alle an dieser Regierungsvorlage Beteiligten sowie der Hoffnung, daß diese für ein Gesundheitswesen auf höchstem Niveau weiterkämpfen werden, schließe ich meine Ausführungen und versichere Ihnen, daß wir Sozialdemokraten dieser Regierungsvorlage gerne zustimmen, da beste medizinische Betreuung und Schutz der Menschen vor Gesundheitsschäden zu unseren Hauptanliegen zählen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir erinnern uns aber auch noch an die letzten beiden Skandale, bei denen verseuchte Blutkonserven im Spiel waren. Im letzten Juni wurde bekannt, daß einem Pensionisten im Allgemeinen Krankenhaus eine HIV-verseuchte Blutkonserve verabreicht wurde. Wir erinnern uns auch noch daran, daß ein Jahr davor 200 freiwillige Plasmaspender mit Hepatitis C infiziert wurden. Obwohl Österreich – und das können wir mit Stolz sagen – bei Bluttransfusionen eines der sichersten Länder der Welt ist, kann aber ein gewisses Restrisiko nicht ausgeschlossen werden. Die Statistik besagt, daß in etwa 1,3 Millionen Fällen eine Blutspende durch die insgesamt 16 genormten Tests rutschen kann. Das vorliegende Blutsicherheitsgesetz soll nun dazu beitragen, meine Damen und Herren, dieses minimale Restrisiko noch weiter zu senken, denn Qualität ist das allerwichtigste Gebot. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
An dieser Stelle gilt mein Dank allen Mitarbeitern der Blutspendedienste für die gute Arbeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Einen solchen Vorfall, wie es ihn in einem Krankenhaus eines Nachbarlandes von uns gab, wo es hieß, eine medizinische Versorgung, eine Operation könne nicht durchgeführt werden, weil der Patient zu alt sei, darf es bei uns in Österreich nicht geben. Ältere Menschen dürfen nicht benachteiligt werden. Jedem Bürger muß ohne Rücksicht auf sein Alter die bestmögliche medizinische Behandlung gewährt werden. In diesem Sinne, Hohes Haus, werden wir dieser Regierungsvorlage gerne unsere Zustimmung geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich halte diese Forderung für gerechtfertigt, um die Entschädigungsansprüche auch post festum, wenn die Anlagen schon geschlossen sind, noch durchsetzen zu können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Leider fand unser Abänderungsantrag zum § 18 im Ausschuß keine Mehrheit, der zum Inhalt hat, daß auch bei der Überprüfung ebenfalls Fachärzte herangezogen werden. Ich bin nach wie vor der Meinung, daß eine qualifizierte Überprüfung nur durch Beiziehen eines Facharztes für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin ausreichend gesichert wird. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Abschließend bitte ich bei dieser Gesetzesvorlage um eine getrennte Abstimmung. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Frau Ministerin! Meine beiden Anträge werden sich sicherlich im Ausschuß wiederfinden, denn ich glaube, wir sollten uns wirklich etwas überlegen, um den Schutz zu gewährleisten. Ansonsten ja zu diesem Blutsicherheitsgesetz, weil es ein Stück Fortschritt ist im Interesse aller, und ich meine, das sollen wir uns von einem Gesetz nur wünschen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend erlauben Sie mir festzuhalten: Wir halten dieses Gesetz für absolut notwendig. Es ist europaweit auf dem höchsten Stand. Es gibt Sicherheit in bezug auf die Blutspenden, und zwar für diejenigen, die spenden wollen, und für diejenigen, die Blutprodukte benötigen. Ich darf Sie ersuchen, diesem Gesetz Ihre Zustimmung zu geben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordnete Dr. Brigitte Povysil¦ (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Minister! Meine Damen und Herren! Pro Jahr werden allein in Ostösterreich 250 000 Blutspenden – das sind über 100 000 Liter Blut – benötigt. Besonders in den letzten Jahren wurden wir, wie schon viele der Abgeordnetenkollegen heute hier angeführt haben, immer wieder mit ungeahnten Problemen bei Blutspenden wie AIDS-Infektionen und Hepatitis-Übertragungen konfrontiert. Oberstes Gesetz, ja einziges Gebot eines Blutsicherheitsgesetzes muß daher höchstmögliche Qualität bei gleichzeitiger Sicherung der Versorgung sein. Mit diesem Gesetz sind wir dieser Anforderung sicherlich einen Schritt nähergekommen, und wir werden daher, wie schon im Ausschuß, diesem Gesetz zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall des Abg. Dr. Pumberger.
Die Medizin in unserer Gesellschaft ist, wie wir alle wissen, einem sehr schnellen Wandel unterworfen. Unsere Aufgabe, meine Damen und Herren, ist es, schnell und effektiv auf diesen Wandel zu reagieren. (Beifall des Abg. Dr. Pumberger.)
Abg. Wurmitzer: Wo ist die FPÖ? Hat sich die schon abgesetzt? Besteht die nur noch aus einer Person? – Abg. Tichy-Schreder: Die haben Klubsitzung! – Abg. Kiss: Sie brauchen eine Bluttransfusion!
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Beide Anträge, die Frau Abgeordnete Dr. Povysil vorgetragen hat, sowohl der Entschließungsantrag als auch der Abänderungsantrag, sind geschäftsordnungsgemäß eingebracht, ausreichend unterstützt und somit Gegenstand der Verhandlung. (Abg. Wurmitzer: Wo ist die FPÖ? Hat sich die schon abgesetzt? Besteht die nur noch aus einer Person? – Abg. Tichy-Schreder: Die haben Klubsitzung! – Abg. Kiss: Sie brauchen eine Bluttransfusion!)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich unserer Gesundheitsministerin Hostasch und den Experten ihres Hauses zu diesem Gesetz gratulieren. Es ist zeitgemäß, es ist patientenorientiert, es ist ein Regelwerk, das getragen ist von dem Bemühen nach größtmöglicher Sicherheit. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Rasinger: Ein Feuerwerk wird jetzt über uns hereinbrechen! – Abg. Schwarzenberger: Wo ist die FPÖ? Die wollen den Pumberger nicht mehr hören!
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Zu Wort gemeldet ist jetzt Herr Abgeordneter Dr. Pumberger. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 3 Minuten. (Abg. Dr. Rasinger: Ein Feuerwerk wird jetzt über uns hereinbrechen! – Abg. Schwarzenberger: Wo ist die FPÖ? Die wollen den Pumberger nicht mehr hören!)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Freund und Schuster.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir werden auch die Abänderungsanträge der Grünen und Liberalen befürworten, denn sie sind ganz in unserem Sinne. Ich bin somit am Ende meiner Ausführungen, weil es nicht sehr viel am Inhalt dieses Gesetzes auszusetzen gibt. – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Freund und Schuster.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin sehr stolz, darauf verweisen zu können, daß Österreich das erste Land ist, das nach den letzten Empfehlungen der Europäischen Union nun ein neues, modernes, den, wie gesagt, letzten wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechendes Blutsicherheitsgesetz haben wird, welches heute hier im Hohen Haus beschlossen werden wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Sehr geschätzte Damen und Herren! Ich bin sehr froh darüber, daß dieses Gesetz heute verabschiedet werden kann. Die entsprechenden Verordnungen, die im Zusammenhang mit diesem Gesetz zu erlassen sind, sind in Vorbereitung. Ich bin daher überzeugt davon, daß wir in Kürze mit dem Rechtsbestand, den wir haben, an höchstes Niveau angeschlossen haben werden und damit Qualitätssicherung für Spender, für Empfänger, aber auch für alle Beteiligten, die in der Transfusionskette betroffen sind, gewährleisten können. – Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung dabei! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Könnte man die Anzahl der Freiheitlichen hier feststellen?!
Wer für diesen Abänderungsantrag ist, möge ein Zeichen der Zustimmung geben. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt. (Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Könnte man die Anzahl der Freiheitlichen hier feststellen?!)
Abg. Dr. Fekter: Das ist eine Aktion der Schrumpfgermanen! – Heiterkeit. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Wer für diesen Antrag ist, den bitte ich um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Dieser Antrag ist abgelehnt. (Abg. Dr. Fekter: Das ist eine Aktion der Schrumpfgermanen! – Heiterkeit. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Fekter: Das war strategisch unheimlich clever!
Wer dafür ist, möge ein Zeichen der Zustimmung geben. (Abg. Dr. Fekter: Das war strategisch unheimlich clever!) – Diese Beschlußfassung erfolgt einstimmig. Einstimmige Annahme.
Oje-Rufe der Abg. Dr. Fekter und anderer Abgeordneter.
Wir kommen jetzt zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Povysil und Genossen betreffend ausländische Blutkonserven und Blutprodukte – Patientensicherheit. (Oje-Rufe der Abg. Dr. Fekter und anderer Abgeordneter.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Damit meine ich in etwa auch das Dentistengesetz. Hier werden wir natürlich die Zustimmung geben, wenngleich wir zu bedenken geben, daß es durch die Einführung eines eigenständigen Zahnmedizinstudiengesetzes dem Dentisten – weil man das bei diesem Gesetz nicht gleich in einem gemacht hat – nicht mehr möglich wäre, den Titel “Dentist” zu führen, weil er nur als Zahnarzt seinen Beruf ausüben darf. Davon wären zwar nur wenige, aber doch einige Dentisten betroffen, die ihren Beruf nicht mehr ausüben könnten. – Daher muß es zu dieser Änderung kommen. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Guggenberger. – Abg. Dr. Rasinger: Hoffentlich korrigiert dich die Kollegin Povysil!
Was ich nicht verstehe, ist, daß dieser Antrag extra eingebracht werden mußte, daß das nicht zusammen mit dem bereits fertigen Ministerialentwurf erfolgt ist, der schon durch alle Begutachtungsphasen gegangen ist und eigentlich heute beschlossen hätte werden können. (Zwischenruf des Abg. Mag. Guggenberger. – Abg. Dr. Rasinger: Hoffentlich korrigiert dich die Kollegin Povysil!)
Abg. Dr. Lukesch – auf leere Bänke bei den Freiheitlichen weisend –: Kein Applaus! – Abg. Dr. Maitz: Er muß selber klatschen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe den Ministerialentwurf heute schon als Selbständigen Antrag eingebracht. Ich bitte Sie, ihn zu behandeln. Er sollte möglichst bald dem Gesundheitsausschuß zugewiesen werden, damit wir dieses Rettungssanitätergesetz zum Wohle der Bevölkerung und zur Aufrechterhaltung der Ehrenamtlichkeit so bald wie möglich beschließen können. – Danke. (Abg. Dr. Lukesch – auf leere Bänke bei den Freiheitlichen weisend –: Kein Applaus! – Abg. Dr. Maitz: Er muß selber klatschen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Leiner: Aber Sie müssen sie möglich machen!
Es ist nicht beabsichtigt, die Ehrenamtlichkeit aufzugeben, und mittlerweile haben auch die Vertreter des Roten Kreuzes eingesehen, daß das niemand will. Lassen Sie mich daher auch hier in aller Deutlichkeit und in aller Klarheit feststellen: Die Ehrenamtlichkeit ist und bleibt eine zentrale, tragende Säule des österreichischen Rettungswesens! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Leiner: Aber Sie müssen sie möglich machen!)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Mein Gott, wenn ich dem Guggi zuhöre, dann krieg’ ich Herzflimmern! Das ist seine vorletzte Rede hier!
Das ist möglich gemacht, und wir wissen genau, daß wir den 30 000 freiwilligen Mitarbeitern der Rettungsgesellschaften in Österreich nicht nur Respekt, sondern auch Dank, Hilfe und Unterstützung schuldig sind. Diese Mitarbeiter können sich in dieser Frage auf uns Sozialdemokraten verlassen! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Mein Gott, wenn ich dem Guggi zuhöre, dann krieg’ ich Herzflimmern! Das ist seine vorletzte Rede hier!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir sind aber auch jenen etwas schuldig, die diesen verantwortungsvollen und schweren Beruf hauptamtlich ausüben. Es ist nun einmal nicht einzusehen, daß man jenen, die man in Sonntagsreden immer lobt und denen man immer sagt, wie wichtig sie seien, arbeitsrechtlich den Status eines Hilfsarbeiters zumutet! Dafür sind wir Sozialdemokraten nicht länger zu haben! Wir wollen, daß die hauptberuflich tätigen Rettungssanitäter künftighin einen Berufsschutz haben. Sie verdienen ihn wahrlich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich muß wirklich sagen: So einen Humbug hab ich schon lange nicht mehr gelesen! Es ist menschlich, rechtlich und politisch völlig indiskutabel, was der Herr Landeshauptmann Schausberger hier schreibt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Da sind Sie ja schon wieder in Tirol!
Ich wünsche mir nur, daß auch in der ÖVP die Gesundheitspolitiker wieder das Sagen haben. Wir haben uns in den letzten Wochen in den Kontakten mit den Rettungsorganisationen, mit den Ländern, mit den Gewerkschaften sehr angenähert. Ich bin sehr zuversichtlich, daß es uns gemeinsam gelingen wird, einen vernünftigen, für alle akzeptablen Vorschlag zu unterbreiten, der auch im Interesse der Patienten liegt. Darum würde ich bitten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Da sind Sie ja schon wieder in Tirol!)
Abg. Dr. Khol: Richtig!
Es wurde mir auch klar, daß die Erstellung der Regierungsvorlage, die bereits in der Begutachtung war und wieder zurückgenommen wurde, auch an der Diskussion über die Kostenübernahme durch die Länder scheiterte. Weiters mußte ich auch feststellen, daß es der ÖVP anscheinend hauptsächlich um die ehrenamtlich tätigen Rot-Kreuz-Helfer geht. Ich anerkenne diese ehrenamtliche Tätigkeit ebenfalls und weiß, daß es ohne Ehrenamt in unserem Land nicht geht. (Abg. Dr. Khol: Richtig!) Herr Kollege Khol! Die Ehrenamtlichkeit darf allerdings nicht auf Kosten von Menschenleben gehen, wenn fachliche Fähigkeiten im Vordergrund stehen müssen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Im Ausschuß wurde auch die Kluft zwischen den Regierungsparteien offensichtlich. Ich befürchte daher, daß wir auf ein umfassendes Gesetz zum österreichischen Rettungswesen noch weiter warten müssen. Und das, meine Damen und Herren, wäre sehr bedauerlich! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Guggenberger faltet die Zeitung, in der er soeben gelesen hat, zusammen.
†Abgeordneter Dr. Günther Leiner¦ (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Mag. Guggenberger faltet die Zeitung, in der er soeben gelesen hat, zusammen.) – Herr Kollege Guggenberger! Ja, es ist gut, wenn du die Zeitung zumachst. (Abg. Mag. Guggenberger: Ich bin dabei!)
Abg. Mag. Guggenberger: Ich bin dabei!
†Abgeordneter Dr. Günther Leiner¦ (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Mag. Guggenberger faltet die Zeitung, in der er soeben gelesen hat, zusammen.) – Herr Kollege Guggenberger! Ja, es ist gut, wenn du die Zeitung zumachst. (Abg. Mag. Guggenberger: Ich bin dabei!)
Lebhafter Widerspruch beim Liberalen Forum.
Weißt du überhaupt, wie schwierig es heute schon ist, ehrenamtliche Mitarbeiter zu bekommen?! – Ich muß sagen, ihr – auch Frau Motter – erweckt hier manchesmal den Eindruck, als ob wir mit unserem Notarztsystem und dem Rettungssystem noch irgendwo im Kongo wären! (Lebhafter Widerspruch beim Liberalen Forum.) Wir haben ein hervorragendes Rettungssystem, und unsere Ausbildung bei den Rettungsleuten und in den Rettungsorganisationen ist hervorragend! Das möchte ich hier einmal nachdrücklich deponieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Weißt du überhaupt, wie schwierig es heute schon ist, ehrenamtliche Mitarbeiter zu bekommen?! – Ich muß sagen, ihr – auch Frau Motter – erweckt hier manchesmal den Eindruck, als ob wir mit unserem Notarztsystem und dem Rettungssystem noch irgendwo im Kongo wären! (Lebhafter Widerspruch beim Liberalen Forum.) Wir haben ein hervorragendes Rettungssystem, und unsere Ausbildung bei den Rettungsleuten und in den Rettungsorganisationen ist hervorragend! Das möchte ich hier einmal nachdrücklich deponieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Da hat der Leiner recht!
Darüber hinaus stellte der Inhalt damals doch einen gewaltigen Keulenschlag gegen die ehrenamtlich Tätigen dar. Da mußten wir uns vehement vor die Rettungsorganisationen stellen und die Ehrenamtlichkeit als einen Pfeiler unseres Gesundheitssystems und unserer Gesellschaft überhaupt verteidigen. Ich meine, das muß man hier schon ganz klar sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Da hat der Leiner recht!) Wir hoffen, daß in der neuen Vorlage diese Ehrenamtlichkeit gewährleistet ist, ansonsten können wir von der ÖVP dieser Gesetzesvorlage nicht zustimmen. (Abg. Dr. Khol: Richtig!)
Abg. Dr. Khol: Richtig!
Darüber hinaus stellte der Inhalt damals doch einen gewaltigen Keulenschlag gegen die ehrenamtlich Tätigen dar. Da mußten wir uns vehement vor die Rettungsorganisationen stellen und die Ehrenamtlichkeit als einen Pfeiler unseres Gesundheitssystems und unserer Gesellschaft überhaupt verteidigen. Ich meine, das muß man hier schon ganz klar sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Da hat der Leiner recht!) Wir hoffen, daß in der neuen Vorlage diese Ehrenamtlichkeit gewährleistet ist, ansonsten können wir von der ÖVP dieser Gesetzesvorlage nicht zustimmen. (Abg. Dr. Khol: Richtig!)
Abg. Dr. Khol: Nur zwei!
Frau Minister! Zwei Schwachstellen (Abg. Dr. Khol: Nur zwei!), die im Notfallhilfesystem verankert sind, muß ich jetzt noch darstellen. Schwachstelle Nummer eins ist folgende: Geben wir uns nicht mit der Erste-Hilfe-Ausbildung in den Schulen und in den Fahrschulkursen zufrieden! Wir müssen darauf schauen, daß durch einen mehrjährigen Stufenplan die Menschen dazu motiviert werden, zu helfen. Man muß auch diese Leute weiterschulen. Das muß aber auch mit der Verpflichtung verbunden sein, Wiederholungskurse über die wichtigsten Rettungsmaßnahmen durchzuführen.
Beifall bei der ÖVP.
Die Forderungen wären daher folgende: Neustrukturierung der Erste-Hilfe-Kurse mit Einführung von Erste-Hilfe-Auffrischungskursen für Führerscheinbesitzer ungefähr alle zwei Jahre, eine bundeseinheitliche Finanzierung und Abrechnung der Notarzteinsätze sowie eine Ausweitung der Durchführung der halbautomatischen Frühdefibrillation auf die Gendarmerie, die Feuerwehr und die Polizei. – Ich danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Guggenberger: Der grüne Knopf! – Eine Computerstimme gibt Anweisungen für die medizinischen Schritte, die zur Vornahme einer Defibrillation nötig sind.
An diesem Gerät gibt es die Stationen 1, 2, 3. Ich drücke nun auf den grünen Knopf. Bitte schön. (Abg. Mag. Guggenberger: Der grüne Knopf! – Eine Computerstimme gibt Anweisungen für die medizinischen Schritte, die zur Vornahme einer Defibrillation nötig sind.) Hier sind die Elektroden. Diese braucht man nur auf den entblößten Brustkorb des Patienten aufzukleben und dann den Schalter hier einzustecken. (Abg. Dr. Khol: Laut Geschäftsordnung ist das nicht möglich! – Abg. Schwarzenberger: Der Herr Präsident ist sehr tolerant! – Weitere Zwischenrufe, während eine Computerstimme zu vernehmen ist.)
Abg. Dr. Khol: Laut Geschäftsordnung ist das nicht möglich! – Abg. Schwarzenberger: Der Herr Präsident ist sehr tolerant! – Weitere Zwischenrufe, während eine Computerstimme zu vernehmen ist.
An diesem Gerät gibt es die Stationen 1, 2, 3. Ich drücke nun auf den grünen Knopf. Bitte schön. (Abg. Mag. Guggenberger: Der grüne Knopf! – Eine Computerstimme gibt Anweisungen für die medizinischen Schritte, die zur Vornahme einer Defibrillation nötig sind.) Hier sind die Elektroden. Diese braucht man nur auf den entblößten Brustkorb des Patienten aufzukleben und dann den Schalter hier einzustecken. (Abg. Dr. Khol: Laut Geschäftsordnung ist das nicht möglich! – Abg. Schwarzenberger: Der Herr Präsident ist sehr tolerant! – Weitere Zwischenrufe, während eine Computerstimme zu vernehmen ist.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Das war es, meine Damen und Herren! (Heiterkeit bei der ÖVP.) Das ist alles, was man auf diesem Gerät können muß (Beifall bei den Grünen), um jemanden, der einen Herzstillstand hat oder Herzflimmern aufweist, erfolgreich zu reanimieren. Für die Bedienung dieses Apparates gibt es nun dieses Gesetz (die Rednerin hält ein Exemplar des betreffenden Gesetzestextes in die Höhe), und es ist penibel angeführt, wer ihn bedienen darf und daß diese Person dafür eine umfassende Ausbildung von 15 Stunden zu absolvieren hat.
Beifall bei den Grünen
Das war es, meine Damen und Herren! (Heiterkeit bei der ÖVP.) Das ist alles, was man auf diesem Gerät können muß (Beifall bei den Grünen), um jemanden, der einen Herzstillstand hat oder Herzflimmern aufweist, erfolgreich zu reanimieren. Für die Bedienung dieses Apparates gibt es nun dieses Gesetz (die Rednerin hält ein Exemplar des betreffenden Gesetzestextes in die Höhe), und es ist penibel angeführt, wer ihn bedienen darf und daß diese Person dafür eine umfassende Ausbildung von 15 Stunden zu absolvieren hat.
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin! Dieser Entschließungsantrag ist im Sinne der Patienten. Es wird zwar – das ist unbestritten – gerade in der ersten Zeit durch eine qualifizierte Ausbildung von Rettungssanitätern zu Mehrkosten kommen, aber ich glaube, diese Kosten sind gerechtfertigt, wenn man bedenkt, daß ein Tag auf einer Intensivstation zwischen 10 000 S und 20 000 S kostet. Durch diese qualifizierte Ausbildung von Rettungssanitätern bekäme man dieses Geld in kürzester Zeit wieder herein, da die Patienten dann nicht so lange im Krankenhaus liegen müßten, weil sie bereits während des Transportes in das Krankenhaus entsprechend qualitativ versorgt würden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Motter.
Frau Minister Hostasch! Da geplant ist, einen diesbezüglichen Entwurf bis 28. Februar vorzulegen, darf es, so glaube ich, auch kein Problem für SPÖ und ÖVP sein, diesem Antrag zuzustimmen, weil sie ja ohnehin vorhaben, bereits einen Monat vorher einen entsprechenden Entwurf vorzulegen. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Motter.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren! Es sei von dieser Stelle aus klar und deutlich gesagt: Die Intention dieses Gesetzes war nie ein In-Frage-Stellen der Ehrenamtlichkeit in diesem Bereich, damit das ein für alle Mal klargestellt ist! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Kollege Leiner ist leider nicht anwesend. Auch ich habe mich am Höhepunkt der medialen Berichterstattung zu diesem Thema natürlich zu Gesprächen mit den Rote-Kreuz-Stellen begeben und mit den betroffenen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Notärzten sehr konstruktive Gespräche geführt. Ich kann wirklich nicht sagen, daß bei diesen Gesprächen große Ablehnung zu erkennen war, also daß die Betroffenen sich mit diesem Regierungsentwurf nicht anfreunden konnten. Im Gegenteil! Ich wurde aufgefordert, in dieser Richtung weiterzumachen. Dieser Aufforderung bin ich natürlich gerne nachgekommen, und ich bin nach wie vor bereit, weiterhin daran zu arbeiten, daß diese Gesetzesvorlage dieses Haus passieren wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin daher durchaus optimistisch, daß bis Ende Februar, also bis zum vereinbarten Zeitpunkt, ein diesbezüglicher Gesetzentwurf in diesem Hause vorgelegt werden kann und auch beschlossen werden wird. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordnete Dr. Brigitte Povysil¦ (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Zum Antrag auf Defibrillation durch MTF und SHD kann man nur folgendes sagen: Es ist eine schnell getroffene Notlösung in einem bereits seit Monaten andauernden Koalitionsstreit zwischen Rot und Schwarz über das Rettungssanitätergesetz. Und nur damit bei einem Notfall kein Patient zu Schaden kommt, stimmen wir diesem Antrag zu. Über den Ministerialentwurf des Bundesgesetzes zur Ausbildung und zum Berufsbild des Sanitäters konnte indessen, obwohl der Begutachtungszeitraum schon abgeschlossen ist, zwischen ÖVP und SPÖ bis jetzt keine Einigung erzielt werden. Insgesamt ist zu sagen: Die Form der Politik, die in dieser Frage von den Regierungsparteien vorgeführt wird, ist absolut inakzeptabel und abzulehnen! Das ist keine Politik für den Bürger, das ist keine Politik, zu der wir ja sagen können! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Grabner: Sie war die ganze Zeit da! Sie hingegen waren die ganze Zeit nicht da!
ÖVP und SPÖ reden über dieses Thema. Wir haben gehandelt und einen etwas ungewöhnlichen Vorgang in der Geschäftsordnung gewählt, den ich noch einmal erläutern möchte, weil Frau Dr. Pittermann, die leider nicht mehr anwesend ist, diese Geschäftsordnung, wie aus ihrem Pressedienst ersichtlich ist, offensichtlich nicht ganz durchschaut hat. (Abg. Grabner: Sie war die ganze Zeit da! Sie hingegen waren die ganze Zeit nicht da!) Na ja, ich habe auch Frau Dr. Pittermann und nicht mich angesprochen. Und sie ist derzeit nicht anwesend!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und worum geht es im Endeffekt? – Um eine vordergründig schnelle Lösung, um den Bürger zu beruhigen, weil ein umfassendes Gesetz nicht zustande gebracht werden kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pumberger: Der Rasinger ist auch schuld! – Abg. Dr. Khol: Dem Rasinger können Sie nicht das Wasser reichen!
†Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder¦: Weiters zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Rasinger. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Pumberger: Der Rasinger ist auch schuld! – Abg. Dr. Khol: Dem Rasinger können Sie nicht das Wasser reichen!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei den Abgeordneten Dr. Gredler und Mag. Guggenberger.
Eines dieser Geräte allein kostet 35 000 S bis 70 000 S! Wer hat so etwas etwa in diesem Saal? Was wäre, wenn hier jemand umfällt? Die wichtigste Maßnahme der Ersten Hilfe – das wissen Sie ganz genau, und das sollte man immer wieder wiederholen, auch Günther Leiner hat es schon gesagt – ist, die Atemwege freizumachen und eine Mund-zu-Mund-Beatmung durchzuführen. Wenn Sie keine Herzmassage machen, haben Sie genau drei bis fünf Minuten Zeit, danach ist es mit Ihrem Gehirn vorbei. Dann können Sie mit dem Defibrillator noch soviel Herz-Kreislauf zusammenbringen, Sie produzieren einen Apalliker. Das muß man einmal zur Kenntnis nehmen! Dieses Problem wird völlig überhöht dargestellt und so getan, als ob wir in Österreich diesbezüglich auf einem Dritte-Welt-Niveau wären. Das ärgert mich, und ich sage es Ihnen auch, denn ich schätze Sie höher ein. (Beifall bei der ÖVP sowie bei den Abgeordneten Dr. Gredler und Mag. Guggenberger.)
Beifall bei der ÖVP.
Gleiches gilt für die Bemerkungen der Frau Abgeordneten Motter – ich schätze sie auch sehr – wie etwa Schmalspurvariante, Zeitverzug und so weiter. Ich glaube, wir sollten uns Zeit nehmen, ein ordentliches Gesetz zu machen. Wir sollten aus den Erfahrungen in Deutschland lernen. Der Papst der deutschen Notfallmedizin, Professor Sefrin, hat mir gesagt, die Vorschläge, die die ÖVP eingebracht hat, seien gar nicht so unvernünftig, denn in Deutschland sind durch ein überzogenes Gesetz, aufgrund dessen am wirklichen Bedarf vorbei ausgebildet wurde, Probleme entstanden, die Ehrenamtlichkeit ist heute total zurückgegangen. Wissen Sie, was daraus geworden ist? – Es gibt dort weder die hauptamtliche noch die ehrenamtliche, sondern gar keine Hilfe! Ist das die Alternative? – Ich sage: Nein! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Glauben Sie mir: Ich habe Respekt vor dem Leben, sehr viel Respekt! Auch meine Kollegen in der ÖVP wollen rasche Hilfe, aber wir wollen auch kompetente Hilfe. Und zu unterstellen, daß es uns eigentlich egal ist und nur die großen Organisationen die ÖVP über den Tisch gezogen hätten, ist absurd. Glauben Sie wirklich, daß Günther Leiner und ich oder Frau Abgeordnete Rauch-Kallat so kindisch sind, daß es uns nur um Lobbyismus geht? Jeder Mensch ist mir gleich viel wert, und wenn wir nur einen einzigen retten können, dann werden wir das tun. Wir werden auch der Ministerin bei Vorschlägen, die umsetzbar sind, helfen. Dafür hat sie mein Wort und das Wort der ÖVP! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Zum dritten, dem Antrag der Freiheitlichen Partei: Es wurde, wie Sie von Klara Motter wissen, von uns ein ähnlicher Antrag formuliert, der aufgrund der Uneinsichtigkeit der Koalitionsparteien leider Gottes schon längst im Papierkorb gelandet, entsorgt worden ist. Es ist absolut notwendig, daß das Berufsbild der ärztlichen Helferinnen und Helfer sowie der zahnärztlichen Helferinnen – ich kenne zwar noch keinen Helfer, aber hoffentlich kommt es bald dazu, daß auch Männer diesen Beruf ergreifen – adaptiert wird, sodaß er von einem Anlernberuf zumindest zu einem Lehrberuf wird, wenn nicht überhaupt andere Berufsbilder geschaffen werden sollten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Stoisits.
Ich würde mir wünschen, daß Sie, Frau Bundesministerin, diesen Frauen so bald wie möglich die Chance geben, daß ihr Beruf so beschrieben wird, daß auch die Gehälter dann adäquat gestaltet werden. Ich weiß, daß es in der SPÖ Unterstützung in dieser Angelegenheit gibt, und ich würde mir auch die Unterstützung der ÖVP in dieser Angelegenheit sehr wünschen. Ich hoffe, daß Sie sich durchsetzen, wenn Sie jetzt nicken, denn ich glaube, daß wir damit für Frauen ein Berufsfeld in verantwortungsvoller Position eröffnen – und vielleicht sogar einmal für Männer! (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Stoisits.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin überzeugt davon, daß die Koalition in den nächsten Wochen einmal mehr ihre Lösungskompetenz auch in dieser Frage beweisen wird. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dafür, daß diese Idee keineswegs abwegig ist, scheint mir eine Mehrparteieneinigung in der Steiermark ein deutlicher Hinweis zu sein. Der Steiermärkische Landtag hat in seiner Sitzung am 15. Dezember 1998 mit den Stimmen der Freiheitlichen, der Sozialdemokraten und der Volkspartei beschlossen, an die Bundesregierung mit dem Anliegen heranzutreten, sie möge Maßnahmen zur Schaffung des Lehrberufes Arzthelfer in die Wege leiten. Ich würde gerne morgen nach Graz zurückfahren und am Freitag bei der Wiedereröffnung der neuen Augenklinik im Landeskrankenhaus berichten, daß sich der Nationalrat in dieser Frage der Meinung des Landtages angeschlossen hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Lassen Sie mich abschließend noch eine kurze Bemerkung zum Rettungssanitätergesetz machen. Die vielzitierte Defibrillation läuft zurzeit als steirischer Modellversuch. Ich halte das für eine wichtige Maßnahme, um Leben zu retten. Das ist uns aber für den gesamten Themenbereich, der damit hätte geregelt werden sollen, einfach zuwenig. Es ist ein Koalitionskompromiß, und zwar ein sehr knapper Kompromiß. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haidlmayr: Das stimmt nicht! Das stimmt nicht!
†Abgeordnete Ridi Steibl¦ (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wenn die Vorführung von Kollegin Haidlmayr zur Anwendung des Herzwiederbelebungsgerätes aussagen sollte, daß das angeblich so kinderleicht ist, dann glaube ich, daß das schlichtweg eine Abwertung der hauptamtlichen und der ehrenamtlichen Sanitäter in unserem Land ist. (Abg. Haidlmayr: Das stimmt nicht! Das stimmt nicht!) Denn es ist nicht kinderleicht – ich weiß das aus eigener Erfahrung: Mein Mann ist Rettungssanitäter, und diese Anwendung ist nicht so einfach.
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt hierzu auch eine Unterstützung seitens unseres Herrn Dr. Leiner, die auch in Form einer Presseaussendung zum Ausdruck kommt. Ich bin daher überzeugt davon, daß wir zusammen mit Herrn Dr. Rasinger sowie mit den Mitgliedern des Gesundheitsausschusses eine Einigung finden werden, wenn Frau Ministerin Hostasch eine Vorlage in dieser Richtung einbringt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Da es mit dieser Novelle des Dentistengesetzes klare Gesetzesvorgaben für diese Berufsgruppe gibt und keine Mehrkosten anfallen, stimmen wir Sozialdemokraten dieser Novelle sehr gerne zu. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geschätzte Damen und Herren! Erlauben Sie mir noch einige kurze Bemerkungen zum Sanitätergesetz, und erlauben Sie mir, mit aller Klarheit festzustellen: Ohne ehrenamtliches Engagement unserer Bürger und Bürgerinnen wäre unsere Demokratie nicht so wertvoll, qualitativ nicht so gut, und das Zusammenspiel in unserer Gesellschaft würde nicht in ihrer derzeitigen Form funktionieren. Daher ein klares Bekenntnis zur ehrenamtlichen Tätigkeit! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geschätzte Damen und Herren! Erlauben Sie mir, mich auch hier im Hohen Haus klar und deutlich dagegen zu verwahren, daß mir und meinem Ressort unterstellt wird, gegen Ehrenamtlichkeit zu sein, Ehrenamtlichkeit zu behindern oder in Gefahr zu bringen oder Initiativen auf gesetzlicher Ebene mit dieser Intention vorzusehen. Ich bitte mit allem Respekt, zur Kenntnis zu nehmen, daß ich mich dagegen verwahre – auch im Sinne meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daß hier aber, Herr Abgeordneter Leiner – verzeihen Sie, daß ich Sie so direkt anspreche –, der Eindruck vermittelt wird, daß mit diesem noch in Diskussion befindlichen Gesetz beabsichtigt sei, für die Ausbildung von Sanitätern 1 600 Stunden vorzuschreiben, das betrachte ich wirklich nicht als fair, denn es hindert uns daran, eine von uns sehr korrekt geführte Diskussion auch in dieser Form weiterführen und zu einem Ergebnis bringen zu können. 1 600 Stunden Ausbildung sind in einem Modulsystem enthalten, das sehr flexibel, von einem Modul auf das andere Modul aufbauend, die höchste Qualitätsstufe des fachlichen Einsatzes, “Notfallsanitäter mit Notfallkompetenz”, umfaßt. Es ist aber der Eindruck erweckt worden – zumindest aus meiner Sicht –, als würde hier undifferenziert ein Ausbildungsniveau von 1 600 Stunden verlangt werden. Ich glaube, solche Irritationen sollte es nicht mehr geben. Wir sollten versuchen, zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen: für die Patienten, für die ehrenamtlich Tätigen, für die hauptamtlich Tätigen und für die Rettungsorganisationen. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Wir diskutieren heute über einen zwei Jahre alten Bericht und über eine Landwirtschaftspolitik, die nicht von gestern, sondern von vorgestern ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Sophie Bauer.
Im Grünen Bericht 1997 steht es schwarz auf weiß: Die Bauern verdienten 1997 etwa halb soviel, wie sie laut Grünem Bericht hätten verdienen sollen. Ein selbständiger Bauer bekommt 14 000 S im Monat, ein in der Industrie beschäftigter Arbeitnehmer bekommt 28 000 S. (Zwischenruf der Abg. Sophie Bauer.) Bei den Pensionen schaut es genauso dramatisch aus: Die Bauernpensionen betragen 7 500 S, die Pensionen in der gewerblichen Wirtschaft 12 300 S, die der Angestellten 14 000 S. Laut Armutsbericht befinden sich bereits 30 Prozent der Bauernfamilien unter der Armutsgrenze, das heißt jede dritte Bauernfamilie. Herr Bundesminister! Das ist wirklich ein politisches Armutszeugnis für Sie und für die gesamte ÖVP! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Im Grünen Bericht 1997 steht es schwarz auf weiß: Die Bauern verdienten 1997 etwa halb soviel, wie sie laut Grünem Bericht hätten verdienen sollen. Ein selbständiger Bauer bekommt 14 000 S im Monat, ein in der Industrie beschäftigter Arbeitnehmer bekommt 28 000 S. (Zwischenruf der Abg. Sophie Bauer.) Bei den Pensionen schaut es genauso dramatisch aus: Die Bauernpensionen betragen 7 500 S, die Pensionen in der gewerblichen Wirtschaft 12 300 S, die der Angestellten 14 000 S. Laut Armutsbericht befinden sich bereits 30 Prozent der Bauernfamilien unter der Armutsgrenze, das heißt jede dritte Bauernfamilie. Herr Bundesminister! Das ist wirklich ein politisches Armutszeugnis für Sie und für die gesamte ÖVP! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was macht der Herr Landeshauptmannstellvertreter von Oberösterreich, Herr Dr. Leitl? – Er läßt den Bauern am 18. Jänner 1999 in den “Oberösterreichischen Nachrichten” ausrichten: “Die Landwirtschaft kann sich nicht auf Dauer von Subventionen finanzieren.” – Das sagt Ihr eigener Parteikollege, Herr Bundesminister, Sie aber machen eine Politik, mit der Sie die Bauern auf Dauer in Abhängigkeit halten wollen. Genau diese Politik betreiben Sie! Mit der Agenda 2000 führen Sie die Bauern endgültig in die Sackgasse, Herr Bundesminister, und Sie wissen das! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Kehren Sie endlich um! Dieser Weg führt in den Ruin des österreichischen Bauernstandes! Sie sind als Bundesminister den österreichischen Bauern verpflichtet und nicht irgendwelchen internationalen Konzernen und den Lobbyisten in Brüssel! Eine Zigarette kostet bereits mehr als ein Kilo Weizen. Ein Kaugummi kostet mehr als ein Kilo Weizen. Herr Bundesminister! Das sind die Folgen Ihrer Politik. Das ist doch eine Katastrophe! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wenitsch: Das ist unglaublich!
Die Bürokratie hat Ausmaße angenommen wie in Ländern, in denen die Planwirtschaft auf der Tagesordnung ist. Herr Bundesminister! Sie haben die Bauern zu Knechten degradiert, zu Knechten der Bürokraten in Österreich, in Brüssel und in Straßburg! Während die Einkommen der Bauern dramatisch sinken und Zehntausende Arbeitsplätze in der Landwirtschaft vernichtet werden, explodieren die Verwaltungskosten. Laut einer IHS-Studie vom September 1998 betrugen die Gesamtkosten des Agrarsystems, also die Kosten des Landwirtschaftsministeriums, der EU-Verwaltungsaufwand, die Verwaltung der Fördermittel, die Kontrollkosten et cetera, im Jahr 1996 für einen selbständigen Landwirt sage und schreibe 280 000 S! Herr Bundesminister! 280 000 S Verwaltungskosten pro selbständigem Landwirt ist so viel, wie zwei selbständige Landwirte in einem Jahr schwerer Arbeit verdienen. (Abg. Wenitsch: Das ist unglaublich!) Das ist wirklich unbeschreiblich! Und das ist Ihre Politik, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Bürokratie hat Ausmaße angenommen wie in Ländern, in denen die Planwirtschaft auf der Tagesordnung ist. Herr Bundesminister! Sie haben die Bauern zu Knechten degradiert, zu Knechten der Bürokraten in Österreich, in Brüssel und in Straßburg! Während die Einkommen der Bauern dramatisch sinken und Zehntausende Arbeitsplätze in der Landwirtschaft vernichtet werden, explodieren die Verwaltungskosten. Laut einer IHS-Studie vom September 1998 betrugen die Gesamtkosten des Agrarsystems, also die Kosten des Landwirtschaftsministeriums, der EU-Verwaltungsaufwand, die Verwaltung der Fördermittel, die Kontrollkosten et cetera, im Jahr 1996 für einen selbständigen Landwirt sage und schreibe 280 000 S! Herr Bundesminister! 280 000 S Verwaltungskosten pro selbständigem Landwirt ist so viel, wie zwei selbständige Landwirte in einem Jahr schwerer Arbeit verdienen. (Abg. Wenitsch: Das ist unglaublich!) Das ist wirklich unbeschreiblich! Und das ist Ihre Politik, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Der Arbeitsplatzeffekt dieser Politik, Herr Bundesminister, ist hingegen gleich null, nein, er geht sogarins Minus: minus 10 000 Arbeitsplätze pro Jahr! Und der Einkommenseffekt, Herr Bundesminister, schlägt sich auch Jahr für Jahr in einem Minus nieder. Sie, Herr Bundesminister, sind zum Minusmann für den österreichischen Bauernstand geworden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Das ist Ihre eigene Studie! Wahrscheinlich kennen Sie sie gar nicht, Herr Kollege.
Bundesminister Mag. Molterer: Sie meinen wohl “multifunktional”!
Dieses System schreit wirklich nach einer Umstellung, aber Sie, Herr Bundesminister, stellen sich taub. Sie reden von der multinationalen flächendeckenden bäuerlichen Landwirtschaft und betreiben das Gegenteil. (Bundesminister Mag. Molterer: Sie meinen wohl “multifunktional”!) – Multifunktional. Entschuldigung! – Sie haben nur mehr Schlagworte für die Bauern übrig! Sie haben auch noch die Stirn, Herr Bundesminister, daß Sie den Bauern empfehlen, daß sie sich ein zweites und ein drittes Standbein suchen sollten. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.) Ganz nebenbei, Herr Bundesminister: Mit dieser Forderung stellen Sie sich selbst ein schlechtes Zeugnis aus. Denn einen solchen Vorschlag hat noch kein einziger Bundesminister gemacht. Was würden denn zum Beispiel die Lehrer sagen, wenn Bundesministerin Gehrer sagen würde: “Wenn ihr von eurem Gehalt nicht leben könnt, dann geht doch in die Fabrik oder werdet Verkäufer!”? (Abg. Eder: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.
Dieses System schreit wirklich nach einer Umstellung, aber Sie, Herr Bundesminister, stellen sich taub. Sie reden von der multinationalen flächendeckenden bäuerlichen Landwirtschaft und betreiben das Gegenteil. (Bundesminister Mag. Molterer: Sie meinen wohl “multifunktional”!) – Multifunktional. Entschuldigung! – Sie haben nur mehr Schlagworte für die Bauern übrig! Sie haben auch noch die Stirn, Herr Bundesminister, daß Sie den Bauern empfehlen, daß sie sich ein zweites und ein drittes Standbein suchen sollten. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.) Ganz nebenbei, Herr Bundesminister: Mit dieser Forderung stellen Sie sich selbst ein schlechtes Zeugnis aus. Denn einen solchen Vorschlag hat noch kein einziger Bundesminister gemacht. Was würden denn zum Beispiel die Lehrer sagen, wenn Bundesministerin Gehrer sagen würde: “Wenn ihr von eurem Gehalt nicht leben könnt, dann geht doch in die Fabrik oder werdet Verkäufer!”? (Abg. Eder: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!)
Abg. Eder: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!
Dieses System schreit wirklich nach einer Umstellung, aber Sie, Herr Bundesminister, stellen sich taub. Sie reden von der multinationalen flächendeckenden bäuerlichen Landwirtschaft und betreiben das Gegenteil. (Bundesminister Mag. Molterer: Sie meinen wohl “multifunktional”!) – Multifunktional. Entschuldigung! – Sie haben nur mehr Schlagworte für die Bauern übrig! Sie haben auch noch die Stirn, Herr Bundesminister, daß Sie den Bauern empfehlen, daß sie sich ein zweites und ein drittes Standbein suchen sollten. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.) Ganz nebenbei, Herr Bundesminister: Mit dieser Forderung stellen Sie sich selbst ein schlechtes Zeugnis aus. Denn einen solchen Vorschlag hat noch kein einziger Bundesminister gemacht. Was würden denn zum Beispiel die Lehrer sagen, wenn Bundesministerin Gehrer sagen würde: “Wenn ihr von eurem Gehalt nicht leben könnt, dann geht doch in die Fabrik oder werdet Verkäufer!”? (Abg. Eder: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Madl.
Es ist wirklich ungeheuerlich, was Sie den Bauern und den Bäuerinnen zumuten. Denn auch der Nebenerwerb am Hof, Herr Bundesminister, bedeutet unendlich viel an Mehrarbeit, vor allem für die Bäuerinnen. Es gibt viele Bäuerinnen, die neben Kinderbetreuung, Altenpflege und Stallarbeit keine freie Minute mehr haben. Diese Frauen sind fix und fertig. Die Bäuerinnen weisen den schlechtesten Gesundheitszustand aller Berufsgruppen auf. Und Sie haben die Stirn und lassen ihnen übers Fernsehen ausrichten, daß sie noch mehr arbeiten sollen, um ein zweites, drittes, viertes Standbein zu haben. Das ist wirklich ein Skandal, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Madl.)
Abg. Madl: Wann hat die ÖVP jemals Versprechen gehalten?
Noch etwas, Herr Bundesminister: Lösen Sie endlich die Versprechen ein, die Sie den Bauern gegeben haben! (Abg. Madl: Wann hat die ÖVP jemals Versprechen gehalten?) Hören Sie auf, Verträge zu brechen! Was ist mit der Mehrwertsteueranpassung? Sie schulden den Bauern bereits 7 Milliarden Schilling! Senken Sie endlich den Preis für den Dieseltreibstoff! Passen Sie endlich die Einheitswerte an! All das sind Versprechen, die Sie den Bauern gegeben haben! Aber Sie opfern die Bauern Österreichs am Altar der Koalition, und zwar Ihrem Koalitionspartner. Sie wollen ja nur mitregieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Noch etwas, Herr Bundesminister: Lösen Sie endlich die Versprechen ein, die Sie den Bauern gegeben haben! (Abg. Madl: Wann hat die ÖVP jemals Versprechen gehalten?) Hören Sie auf, Verträge zu brechen! Was ist mit der Mehrwertsteueranpassung? Sie schulden den Bauern bereits 7 Milliarden Schilling! Senken Sie endlich den Preis für den Dieseltreibstoff! Passen Sie endlich die Einheitswerte an! All das sind Versprechen, die Sie den Bauern gegeben haben! Aber Sie opfern die Bauern Österreichs am Altar der Koalition, und zwar Ihrem Koalitionspartner. Sie wollen ja nur mitregieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich muß sagen: Sie von der ÖVP haben allein die Verantwortung für diese katastrophale Politik zu übernehmen, denn Sie stellen alle entscheidenden Politiker und besetzen alle entscheidenden Funktionen in diesem Bereich. Ein ÖVP-Mann ist in Brüssel Kommissar, ÖVP-Mann Molterer ist Bundesminister, alle Agrarlandesräte und alle Präsidenten der Landwirtschaftskammern kommen von der ÖVP. Folglich sind Sie allein verantwortlich für den Niedergang des österreichischen Bauernstandes! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Im Namen der österreichischen Bauernschaft ersuche ich Sie eindringlich: Stoppen Sie diese Vorgangsweise! Hören Sie auf, die österreichischen Bauern an die Armutsgrenze beziehungsweise unter die Armutsgrenze zu führen! Kehren Sie um! Setzen Sie sich für eine Agrarpolitik ein, bei der Österreich wieder Handlungsfreiheit bekommt und mit welcher der Bauernstand gefördert und das Überleben gesichert werden kann, und zwar nicht nur das Überleben der Großindustrie in der Landwirtschaft, sondern sorgen Sie dafür, daß wieder eine flächendeckende bäuerliche Landwirtschaft in Österreich möglich ist! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wenitsch: Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
†Abgeordneter Rudolf Schwarzböck¦ (ÖVP): Herr Präsident! Verehrter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Stundenlang konnten wir eine sehr konstruktive Debatte, vor allem auch zu den letzten Tagesordnungspunkten betreffend Dentistengesetz und Ausbildungsfragen im Bereich des Ehrenamtes im Sanitätsdienst miterleben. Dann tut es einem als Bauernvertreter und als Bauer im Grunde genommen im Herzen weh, wenn die erste Rednerin der Agrardebatte wieder einmal mit Extremformulierungen und dem Aufzählen von Horrorszenarien einen derartigen Unernst in die politische Problematik eines mit dem Strukturwandel kämpfenden Bauernstandes bringt, daß es eigentlich schade um die Zeit ist, die Sie dafür aufgewendet haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wenitsch: Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Was tun Sie denn eigentlich?
Wir diskutieren anhand des Berichtes zur Lage der Land- und Forstwirtschaft des Jahres 1997 die Schlüsse, die wir aus diesem Rückblick für die Bewältigung der Gegenwarts- und Zukunftsproblematik ziehen können. Und es ist unbestritten, Frau Kollegin Aumayr, daß es nach dem Einkommensplus im Jahre 1995 in den Jahren 1996, 1997 und auch 1998 ein Einkommensminus gab. Daher müssen wir alles tun, um wieder zu einem entsprechenden Einkommensplus zu kommen. (Abg. Aumayr: Was tun Sie denn eigentlich?) In der Art und Weise, wie Sie es dargestellt haben, helfen Sie jedoch niemandem, denn da ist der Extrembogen zu einer Investitionstätigkeit, wie wir sie auch 1997 in der Landwirtschaft gehabt haben, nicht mehr zu finden! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Aumayr: Was tun Sie denn eigentlich? Tun Sie endlich etwas!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Aumayr: Was tun Sie denn eigentlich? Tun Sie endlich etwas!
Wir diskutieren anhand des Berichtes zur Lage der Land- und Forstwirtschaft des Jahres 1997 die Schlüsse, die wir aus diesem Rückblick für die Bewältigung der Gegenwarts- und Zukunftsproblematik ziehen können. Und es ist unbestritten, Frau Kollegin Aumayr, daß es nach dem Einkommensplus im Jahre 1995 in den Jahren 1996, 1997 und auch 1998 ein Einkommensminus gab. Daher müssen wir alles tun, um wieder zu einem entsprechenden Einkommensplus zu kommen. (Abg. Aumayr: Was tun Sie denn eigentlich?) In der Art und Weise, wie Sie es dargestellt haben, helfen Sie jedoch niemandem, denn da ist der Extrembogen zu einer Investitionstätigkeit, wie wir sie auch 1997 in der Landwirtschaft gehabt haben, nicht mehr zu finden! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Aumayr: Was tun Sie denn eigentlich? Tun Sie endlich etwas!)
Abg. Aumayr: Sie sind die Krise!
Wir haben vor allem alles zu tun, um die krisenhaften Erscheinungen im Großproduktionsbereich mit ihren negativen Einkommensauswirkungen zu meistern. (Abg. Aumayr: Sie sind die Krise!) Ich bin froh darüber, daß es im Bereich der wirklich existentiellen Bedrohung der Einkommenssituation unserer Schweineproduzenten möglich war, mit politisch Machbarem, nämlich mit einem degressiven Preisausgleich und mit Hilfslieferungen nach Rußland, die gestern im Verwaltungsausschuß der EU-Kommission vorgegeben wurden, einzuschreiten, um die Situation wenigstens einigermaßen ins Lot zu bringen beziehungsweise gegenzusteuern. (Zwischenruf des Abg. Wenitsch.) Wir werden noch monatelang mit dieser Problematik zu kämpfen haben, und wahrscheinlich wird diese Krise auch eine schwere Belastung für das laufende Jahr 1999 sein. Aber selbstverständlich muß mit einem Gesamtpaket – sowohl mit nationalen Maßnahmen als auch mit den Reformvorhaben der Agenda – eine Grundlage geschaffen werden, damit wir in den nächsten Jahren mit diesen Entwicklungen fertig werden können. (Abg. Aumayr: Die Bauern sind fertig!)
Zwischenruf des Abg. Wenitsch.
Wir haben vor allem alles zu tun, um die krisenhaften Erscheinungen im Großproduktionsbereich mit ihren negativen Einkommensauswirkungen zu meistern. (Abg. Aumayr: Sie sind die Krise!) Ich bin froh darüber, daß es im Bereich der wirklich existentiellen Bedrohung der Einkommenssituation unserer Schweineproduzenten möglich war, mit politisch Machbarem, nämlich mit einem degressiven Preisausgleich und mit Hilfslieferungen nach Rußland, die gestern im Verwaltungsausschuß der EU-Kommission vorgegeben wurden, einzuschreiten, um die Situation wenigstens einigermaßen ins Lot zu bringen beziehungsweise gegenzusteuern. (Zwischenruf des Abg. Wenitsch.) Wir werden noch monatelang mit dieser Problematik zu kämpfen haben, und wahrscheinlich wird diese Krise auch eine schwere Belastung für das laufende Jahr 1999 sein. Aber selbstverständlich muß mit einem Gesamtpaket – sowohl mit nationalen Maßnahmen als auch mit den Reformvorhaben der Agenda – eine Grundlage geschaffen werden, damit wir in den nächsten Jahren mit diesen Entwicklungen fertig werden können. (Abg. Aumayr: Die Bauern sind fertig!)
Abg. Aumayr: Die Bauern sind fertig!
Wir haben vor allem alles zu tun, um die krisenhaften Erscheinungen im Großproduktionsbereich mit ihren negativen Einkommensauswirkungen zu meistern. (Abg. Aumayr: Sie sind die Krise!) Ich bin froh darüber, daß es im Bereich der wirklich existentiellen Bedrohung der Einkommenssituation unserer Schweineproduzenten möglich war, mit politisch Machbarem, nämlich mit einem degressiven Preisausgleich und mit Hilfslieferungen nach Rußland, die gestern im Verwaltungsausschuß der EU-Kommission vorgegeben wurden, einzuschreiten, um die Situation wenigstens einigermaßen ins Lot zu bringen beziehungsweise gegenzusteuern. (Zwischenruf des Abg. Wenitsch.) Wir werden noch monatelang mit dieser Problematik zu kämpfen haben, und wahrscheinlich wird diese Krise auch eine schwere Belastung für das laufende Jahr 1999 sein. Aber selbstverständlich muß mit einem Gesamtpaket – sowohl mit nationalen Maßnahmen als auch mit den Reformvorhaben der Agenda – eine Grundlage geschaffen werden, damit wir in den nächsten Jahren mit diesen Entwicklungen fertig werden können. (Abg. Aumayr: Die Bauern sind fertig!)
Abg. Wenitsch: Das haben wir gemerkt!
Ich pflichte Ihnen auch bei, daß im Bereich der Kostenentlastung für Diesel etwas geschehen muß. Es ist daher selbstverständlich klar, daß wir den Minister in seiner Offensive für nachwachsende Rohstoffe voll unterstützen (Abg. Wenitsch: Das haben wir gemerkt!), um gemeinsam mit der Mineralölindustrie zu einer Beimischung von biogenen Komponenten wie Rapsöl zu kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich pflichte Ihnen auch bei, daß im Bereich der Kostenentlastung für Diesel etwas geschehen muß. Es ist daher selbstverständlich klar, daß wir den Minister in seiner Offensive für nachwachsende Rohstoffe voll unterstützen (Abg. Wenitsch: Das haben wir gemerkt!), um gemeinsam mit der Mineralölindustrie zu einer Beimischung von biogenen Komponenten wie Rapsöl zu kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wenitsch: In der Tat!
Meine geschätzten Damen und Herren! Im Mittelpunkt des Interesses werden aber natürlich die Verhandlungen um die Agenda 2000 stehen, denn damit werden die Rahmenbedingungen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU für die nächsten sechs Jahre geschaffen. Es ist alles zu tun – und wir werden uns nachdrücklich dafür einsetzen –, damit das Modell “europäische Landwirtschaft” verwirklicht wird. Wir brauchen eine europazentrierte Reform der Landwirtschaft im Interesse der Bauern, im Interesse der Konsumenten, im Interesse der Weiterentwicklung dieses kulturhistorisch einmalig gewachsenen Kontinents, der hinsichtlich der Form, wie wir Landwirtschaft betreiben, jeden Vergleich mit Überseenationen aushält. Diese haben vielleicht im Bereich der ökonomisch großstrukturierten Landwirtschaft da oder dort rein ökonomisch Vorteile, aber in Anbetracht der heutigen Gesamtheitsaufgabe der Landwirtschaft in der multifunktionalen Verflechtung in einer modernen Industriegesellschaft ist dieses Europamodell, ist dieses auf Europa zentrierte Reformieren mit der Agenda 2000 das Modell, das wir in den nächsten Wochen und Monaten zu einem vernünftigen politischen Ergebnis führen müssen. (Abg. Wenitsch: In der Tat!)
Abg. Aumayr: Minus 30 Prozent für Rinder, minus 20 Prozent für Getreide!
Dazu ist es notwendig, daß parallel zu den Verhandlungen der Landwirtschaftsminister im ECOFIN im Bereich der Finanzminister eine klare Finanzierungsgrundlage aufrecht und mit Agrarleitlinien gesichert bleibt. (Abg. Aumayr: Minus 30 Prozent für Rinder, minus 20 Prozent für Getreide!) Selbstverständlich brauchen wir ein vernünftiges Verhältnis zwischen Mengensteuerung und Preissicherung. Frau Kollegin Aumayr! Wir haben Sie nicht gebraucht und auch ich persönlich habe Sie nicht gebraucht, um mich gegen Preissenkungen von 30 Prozent zu wehren! Aber selbstverständlich brauchen wir eines: Bei aller Europazentrierung brauchen wir – angesichts unserer Exportinteressen – eine vernünftige Weiterentwicklungsmöglichkeit unserer Exporte im Bereich des Welthandels.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Und wenn Sie gemeint haben, daß 10 000 Bauern im Jahr von ihren Höfen vertrieben werden, dann muß ich Ihnen sagen: Diese Zahl ist nicht nur überhaupt falsch, sie ist sogar um mehr als das Doppelte falsch! Sie haben in dieser Debatte wieder völlige Uninformiertheit und Unernst bewiesen, womit Sie keiner einzigen Bauernfamilie auch nur irgendwie bei Problemstellungen des Jahres 1999 oder der Zukunft helfen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Genauso arrogant behandeln Sie die Bauern!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin überzeugt davon, daß Ihnen der Herr Bundesminister noch entsprechend antworten wird in den Bereichen, wo es sich überhaupt auszahlt oder wir es als notwendig erachten ... (Abg. Aumayr: Genauso arrogant behandeln Sie die Bauern!) Ich bin nicht arrogant in der Sache, sondern wenn, dann nur in der Antwort auf Ihren Stil, denn dieser verdient im Grund genommen jede Antwort, nur nicht eine eingehende Befassung mit der Art und Weise, wie Sie politisch hier agieren möchten! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin überzeugt davon, daß Ihnen der Herr Bundesminister noch entsprechend antworten wird in den Bereichen, wo es sich überhaupt auszahlt oder wir es als notwendig erachten ... (Abg. Aumayr: Genauso arrogant behandeln Sie die Bauern!) Ich bin nicht arrogant in der Sache, sondern wenn, dann nur in der Antwort auf Ihren Stil, denn dieser verdient im Grund genommen jede Antwort, nur nicht eine eingehende Befassung mit der Art und Weise, wie Sie politisch hier agieren möchten! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sind für eine vernünftige Reform zu haben. In diesem Zusammenhang sind die Bauern und die Politik für die nächsten Jahre voll gefordert, da auch eine vernünftige Reform in Kontinuität beachtliche Veränderungen für die Landwirtschaft mit sich bringt. Wir haben uns dem aber nie verschlossen, weil nach moderner Auffassung in der modernen Industriegesellschaft gerade die Landwirtschaft nicht nur einen umfassenden Auftrag hat, sondern auch umfassend Partnerschaft braucht. Nur partnerschaftlich sind letztlich die Zielsetzungen, die wir hinsichtlich Einkommenssicherung gemeinsam formuliert haben, zu erreichen. In diesem Sinne werden wir uns im Jahr 1999 mit vollem Engagement diesen historischen politischen Entscheidungsprozessen zuwenden und auch vernünftige Ergebnisse erzielen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Sprichst du jetzt zum vierten oder zum fünften Mal?
†Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder¦: Weiters zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Smolle. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Khol: Sprichst du jetzt zum vierten oder zum fünften Mal?)
Abg. Dr. Khol: Lahko noč!
†Abgeordneter Karl Smolle¦ (Liberales Forum): Dobar dan! Dobar vecer! Gospod predsednik kluba ÖVP Khol! Herr Präsident! Gospod predsednik! Gospod minister! Visoki Dom! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Khol: Lahko noč!) Vielleicht kann man es mir ein bißchen nachfühlen, daß es für den liberalen Agrarsprecher nicht ganz einfach ist, nach Frau Aumayr zu sprechen, die an der gesamten Politik nichts Gutes findet, und nach Herrn Kollegen Schwarzböck, der immer wieder meint, daß die Sache eigentlich ganz in Ordnung ist. – Ich werde versuchen, eine möglichst sachliche Kritik vorzubringen, denn nur diese kann uns helfen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Das ist der Punkt, Frau Kollegin, in dem wir uns von Ihnen Gott sei Dank wirklich ganz bewußt sehr weit entfernen: Wir müssen nämlich auch in der Landwirtschaft – wie überall sonst – nachhaltig solide Arbeitsplätze schaffen, die langfristig überleben. Wir brauchen Betriebe, die letztlich im Wettbewerb bestehen können. Daran kommen wir nicht vorbei. Da nützt auch kein Semmering-Tunnel, weder oben noch unten. Das geht nicht! Da müssen wir eine klare Linie haben! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es herrschen Planlosigkeit und Uneinigkeit bei der Finanzierung. Herr Minister! Im gestrigen “Kurier” steht ganz klar, daß es einen Wettlauf der Agrarminister gibt und es darum geht, wer seine Variante durchsetzen wird. Es besteht keine Bereitschaft, gemeinsam vorzugehen. Da sind Sie aber nicht allein sozusagen auf die Anklagebank zu bringen, sondern es gehören alle anderen mit dazu. Jeder holt nur für sich selber die Rosinen heraus. Das ist aber keine europäische Agrarpolitik, sondern eine Lobbypolitik, und von der müssen wir uns verabschieden! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Nach wie vor besteht Industrielandwirtschaft. Daran hat sich nichts geändert. Da stehen nach wie vor ehemalige Lagerhallen irgendwo in Belgien oder in Holland oder sonst irgendwo, in denen – wir wissen das – Schweine oder Rinder, die aus England herübergeholt werden, hochgemästet werden. Das ist Agrarpolitik! Dazu muß ich sagen: Nein! Das ist weder gesund noch vernünftig! Das ist weder gut für die Tiere noch natürlich für uns Menschen, die wir ja etwas Gesundes und Gutes essen wollen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Schwarzböck.
Sie sagen das selbst, und auch ich möchte nicht unerwähnt lassen, daß Ihnen in einer Sache etwas gelungen ist, nämlich in Sachen Regulierung beziehungsweise Richtlinie für den biologischen Landbau. Alle Achtung! Das ist in Ordnung! Das freut mich. Wenn Sie dann aber die Rußlandhilfe auch als etwas Positives hinstellen, Herr Minister, dann muß ich sagen: Sicherlich ist es in dem Sinn etwas Positives, daß man, wenn es leider Gottes in Europa noch Menschen gibt, die hungern, diesen hilft. Das heißt, wir haben unseren Fleischberg abgebaut und haben gesagt: Okay, machen wir das! Wir schicken das dorthin, bevor sozusagen unsere Lager übergehen. (Zwischenruf des Abg. Schwarzböck.) – Ich diskutiere dann mit Ihnen noch privat! Ich habe mich wirklich intensiv mit der Sache befaßt. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Sie sagen das selbst, und auch ich möchte nicht unerwähnt lassen, daß Ihnen in einer Sache etwas gelungen ist, nämlich in Sachen Regulierung beziehungsweise Richtlinie für den biologischen Landbau. Alle Achtung! Das ist in Ordnung! Das freut mich. Wenn Sie dann aber die Rußlandhilfe auch als etwas Positives hinstellen, Herr Minister, dann muß ich sagen: Sicherlich ist es in dem Sinn etwas Positives, daß man, wenn es leider Gottes in Europa noch Menschen gibt, die hungern, diesen hilft. Das heißt, wir haben unseren Fleischberg abgebaut und haben gesagt: Okay, machen wir das! Wir schicken das dorthin, bevor sozusagen unsere Lager übergehen. (Zwischenruf des Abg. Schwarzböck.) – Ich diskutiere dann mit Ihnen noch privat! Ich habe mich wirklich intensiv mit der Sache befaßt. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Schwarzböck.
Betrachten Sie etwa die Landwirtschaftsförderung, Herr Kollege! Wie können Sie darüber lachen? Wie können Sie lachen angesichts dieses administrativen Wirrwarrs, was die Förderung in Österreich betrifft!? Wie können Sie da lachen? Wie können Sie 300 Millionen für die Administration allein bei der AMA ausgeben und dazu noch lachen? Lachen Sie lieber mit Ihren Bauern! Wenn die Bauern lachen werden, dann lachen wir mit, mein lieber Freund! (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Schwarzböck.) Bei diesem Wirrwarr sind ein unzumutbarer Verwaltungsaufwand und eine übermäßig große Kontrolle erforderlich.
Beifall beim Liberalen Forum.
Jetzt vielleicht einige Vorschläge von uns Liberalen dazu; wir haben die Weisheit nicht mit dem großen Löffel gegessen, aber ich möchte diese Vorschläge hier vorbringen und klarstellen: Wir sind der Auffassung, daß es nur eine einzige Geldleistung geben soll, nämlich eine flächenbezogene negative Hektarsteuer. Das ist das einzige, was wir für angemessen erachten, und die Basis dafür ist klar vorhanden: Grund und Boden. Darüber kann man reden. Das ist die einzig geeignete Basis. Das ist einfach zu kontrollieren, es ist eine einfache Lösung fast ohne Administration. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es geht – und in diesem Sinn ist das auch an Sie gerichtet, Frau Kollegin Aumayr – um die Schaffung nachhaltiger, wirtschaftlich und ökologisch lebens- und wettbewerbsfähiger Betriebe. Das ist das Ziel! Und das bedeutet selbstverständlich eine Verringerung der Anzahl der Bauern. Mit dieser Realität müssen wir uns abfinden, Frau Kollegin. Wir verlangen, daß der Bauer in die Lage versetzt wird, einen guten Betrieb zu führen und nicht in ewiger Abhängigkeit zu existieren, meine Damen und Herren! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Zweytick: Für wie dumm halten Sie die Bauern, Herr Kollege?
Das heißt, es muß dem Bauern und der Bäuerin bewußt werden, welchen Aufwand sie für den Betrieb leisten. Das ist ganz klar, und damit kommen wir zur Realität. Sie sollen wissen, wie ihr Betrieb dasteht. Dazu wäre die Buchführungspflicht geeignet. (Abg. Zweytick: Für wie dumm halten Sie die Bauern, Herr Kollege?) Ich halte sie überhaupt nicht für dumm. Ich treffe mich jede Woche einmal mit ihnen, und wir diskutieren das. Gerade die Buchführungssache ist ein Vorschlag, der aus den bäuerlichen Bereichen kommt. (Abg. Schwarzenberger: Ist das die Meinung des Liberalen Forums?)
Abg. Schwarzenberger: Ist das die Meinung des Liberalen Forums?
Das heißt, es muß dem Bauern und der Bäuerin bewußt werden, welchen Aufwand sie für den Betrieb leisten. Das ist ganz klar, und damit kommen wir zur Realität. Sie sollen wissen, wie ihr Betrieb dasteht. Dazu wäre die Buchführungspflicht geeignet. (Abg. Zweytick: Für wie dumm halten Sie die Bauern, Herr Kollege?) Ich halte sie überhaupt nicht für dumm. Ich treffe mich jede Woche einmal mit ihnen, und wir diskutieren das. Gerade die Buchführungssache ist ein Vorschlag, der aus den bäuerlichen Bereichen kommt. (Abg. Schwarzenberger: Ist das die Meinung des Liberalen Forums?)
Abg. Zweytick: Von Agrarpolitik haben wir schon lange nichts mehr gehört!
Ich bin auch der Auffassung, daß man vor allem im Bereich der Energie etwas tun kann: nämlich keine Energiesteuern für aus Biomasse erzeugte Energie einheben. All das – und damit sind wir bei einem sehr wichtigen Punkt – kann oder könnte funktionieren, wenn man gleichzeitig zu steuerlichen Lösungen den Gedanken der Grundsicherung mitnehmen würde. Das ist der Punkt, das heißt, wenn wir das erreichen, wenn wir sozusagen gewährleisten, daß jeder in Österreich letztlich sein Einkommen hat, und diese Grundsicherung dann von eben jenem Betrag, den er darüber hinaus verdient, ... (Abg. Zweytick: Von Agrarpolitik haben wir schon lange nichts mehr gehört!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich verstehe Sie nicht von dort oben. Aber das ist nicht das Problem. Sie müssen eher schauen, daß Sie sich in der ÖVP mit den Bauern verständigen, vielleicht ein paar liberale Vorschläge mitschreiben und in Ihren Bauernvertretungen vorbringen. (Beifall beim Liberalen Forum.) Sie werden sehen, daß Sie damit Erfolg haben werden. Sie werden dann wieder lächelnde Bauern haben, und das wollen wir schließlich alle: lächelnde Bauern, weil sie wirtschaftlich gesunde Betriebe führen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich verstehe Sie nicht von dort oben. Aber das ist nicht das Problem. Sie müssen eher schauen, daß Sie sich in der ÖVP mit den Bauern verständigen, vielleicht ein paar liberale Vorschläge mitschreiben und in Ihren Bauernvertretungen vorbringen. (Beifall beim Liberalen Forum.) Sie werden sehen, daß Sie damit Erfolg haben werden. Sie werden dann wieder lächelnde Bauern haben, und das wollen wir schließlich alle: lächelnde Bauern, weil sie wirtschaftlich gesunde Betriebe führen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir alle wissen – und heute ist schon sehr viel über Verwaltung gesprochen worden –, daß wir ohne entsprechende Unterlagen nicht in die Zukunft argumentieren und für die Zukunft arbeiten können. Deshalb bin ich für diesen Bericht sehr dankbar, und ich bedanke mich dafür bei Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Herr Bundesminister, aber auch bei den buchführenden Betrieben, die uns in die Lage versetzt haben, dieses Zahlenmaterial für die zukünftigen Einschätzungen zur Verfügung zu haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Aus dem Grünen Bericht 1997 gehen Einkommenssituation und Einkommensentwicklung hervor. Darüber wurde schon gesprochen. Es geht aus diesem Grünen Bericht aber auch die Verteilung hervor. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister! Ich sage hier nichts Neues, wenn ich nach wie vor und nochmals dafür eintrete, daß die Verteilung der Agrarfördermittel, die notwendig sind, um eine flächendeckende Landwirtschaft in der Größenordnung, wie wir sie in Österreich haben, zu erhalten, auch entsprechend an sozial gerechten Kriterien zu orientieren ist. Eines der gerechtesten Kriterien – vor allem im Hinblick auf die Beschäftigungsdiskussion, die in Europa und auch in Österreich geführt wird – wäre unserer Meinung nach als Hauptansatz die Arbeitskraft, die Arbeitsintensität am Bauernhof, um damit zwei Dinge zu erreichen: zum einen, um jene Betriebe zu unterstützen, die unter schwersten Bedingungen, unter schwerstem und größtem Arbeitseinsatz ihre Produkte erzeugen, und auf der anderen Seite, um die Arbeitsplatz- und Arbeitsmarktsituation damit positiv zu unterstützen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Nein!
Gestatten Sie mir, da ich mich zum nächsten Tagesordnungspunkt nicht zu Wort melde, kurz etwas zum Waldbericht zu sagen. Die Delphi-Studie setzt sich auch mit der Wald- und Holzsituation auseinander. Ich empfehle Frau Kollegin Aumayr, die vielleicht ein bißchen wenig in die Zukunft blickt und lieber nach hinten schaut (Abg. Aumayr: Nein!), den Blick in die Zukunft zu wagen, diese Studie zur Hand zu nehmen und auch beispielsweise in “Hi! Tech” unter dem Titel “Der Natur zuliebe” nachzulesen, welche Möglichkeiten es im Bereich der Forstwirtschaft gibt, welche Möglichkeiten wir nützen können und nützen sollen, aber nicht, indem wir irgend jemandem Angst machen, nicht, indem wir versuchen, irgend jemandem ein schwarzes Loch für die Zukunft vorzumachen, sondern indem wir die positiven Ansätze hernehmen, sie umsetzen und damit Sorge dafür tragen, daß sich die Einkommenssituation für die Landwirte, für die Bäuerinnen und Bauern, aus den Möglichkeiten heraus, die wir haben, verbessert, die Umweltsituation dabei betrachtet wird und auch zunehmend die Interessen der Konsumenten wahrgenommen und befriedigt werden.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Amen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin davon überzeugt, daß es uns dann auch weiterhin gelingen wird, mit unserer kleinen bäuerlichen Struktur weiterhin auf dem Markt zu bleiben und weiterhin die Produkte an den Mann beziehungsweise an die Frau zu bringen – und das für eine lebenswerte und schöne Heimat in Österreich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Amen!)
Beifall bei den Grünen.
Stellen Sie sich klar und eindeutig auf die eine Seite! Verhandeln Sie in diesem Sinn auf der europäischen Ebene – auch zugunsten der Einkommenssicherung für die österreichische Landwirtschaft – und bringen Sie diese Position weltweit in die WTO-Verhandlungen ein! Das Hin und Her ist meiner Meinung nach für die österreichische Agrarpolitik auf Dauer schädlich, ja verheerend. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
†Abgeordneter Jakob Auer¦ (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Grüne Bericht ist ein umfangreiches, objektives Nachschlagewerk. Das wurde bereits bemerkt, und dem ist zuzustimmen. Es ist positiv, eine Unterlage zu haben, in der alle Fakten, Daten und Zahlen nachzuvollziehen sind. Dafür ist den Betrieben, welche die Daten liefern, und den Beamten, welche dieses Werk erstellen, zu danken. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Abg. Aumayr: Nachlesen! Sie brauchen nur die Studie herzunehmen! Da steht es!
Negativ ist an diesem Grünen Bericht das Ergebnis. Das ist unbestritten. Negativ ist daran auch – ich würde mir wünschen, daß es anders wäre –, daß der Zeitpunkt der Behandlung hier im Parlament nicht etwas rascher nach dem Erscheinen möglich ist. Besonders negativ ist es jedoch, wenn dann in der Debatte von freiheitlicher Seite eine derartige Übertreibung vorgenommen wird, indem man meint, daß pro Betrieb Kosten von 280 000 S allein für die Verwaltung anfallen. Ich war nie der Beste im Rechnen, zugegeben; da wird es bessere geben. (Abg. Aumayr: Nachlesen! Sie brauchen nur die Studie herzunehmen! Da steht es!) Aber wenn ich mir die Zahl von 200 000 Bauern mal 280 000 S ausrechne, dann möchte ich gerne beachtet wissen, welcher Betrag dabei herauskommt: Das wären nämlich 56 Milliarden Schilling, meine Damen und Herren, und das ist nichts anderes als blauer Dunst! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wenitsch: Keine freiheitlichen Zahlen! – Abg. Aumayr: Die Gesamtkosten! – Abg. Dr. Khol: Eine Milchmädchenrechnung! – Abg. Aumayr: IHS!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wenitsch: Keine freiheitlichen Zahlen! – Abg. Aumayr: Die Gesamtkosten! – Abg. Dr. Khol: Eine Milchmädchenrechnung! – Abg. Aumayr: IHS!
Negativ ist an diesem Grünen Bericht das Ergebnis. Das ist unbestritten. Negativ ist daran auch – ich würde mir wünschen, daß es anders wäre –, daß der Zeitpunkt der Behandlung hier im Parlament nicht etwas rascher nach dem Erscheinen möglich ist. Besonders negativ ist es jedoch, wenn dann in der Debatte von freiheitlicher Seite eine derartige Übertreibung vorgenommen wird, indem man meint, daß pro Betrieb Kosten von 280 000 S allein für die Verwaltung anfallen. Ich war nie der Beste im Rechnen, zugegeben; da wird es bessere geben. (Abg. Aumayr: Nachlesen! Sie brauchen nur die Studie herzunehmen! Da steht es!) Aber wenn ich mir die Zahl von 200 000 Bauern mal 280 000 S ausrechne, dann möchte ich gerne beachtet wissen, welcher Betrag dabei herauskommt: Das wären nämlich 56 Milliarden Schilling, meine Damen und Herren, und das ist nichts anderes als blauer Dunst! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wenitsch: Keine freiheitlichen Zahlen! – Abg. Aumayr: Die Gesamtkosten! – Abg. Dr. Khol: Eine Milchmädchenrechnung! – Abg. Aumayr: IHS!)
Abg. Aumayr: Wie waren die Empfehlungen der Kammer?
Meine Damen und Herren! Aus dem Grünen Bericht ist auch ersichtlich, daß es Bereiche gibt, in denen im Jahre 1997 positive Ergebnisse zu erzielen waren, aber auch Bereiche, in denen negative Ergebnisse zu verzeichnen waren. Ein für eine bestimmte Sparte der Landwirtschaft derzeit sehr negatives Ergebnis betrifft den Schweinemarkt. – Meine Damen und Herren! Ich habe zwei Abrechnungen hierher mitgenommen. Die eine stammt aus dem Jahr 1991; damals erhielt man für ein 105 Kilogramm schweres Mastschwein bester Qualität 2 300 S. Derzeit hingegen sind es nur 1 300 S. Das ist negativ, das ist äußerst bedenklich! Aber man sollte doch soviel Intelligenz aufbringen, zu bedenken, daß dafür nicht ein Bundesminister zuständig ist. Entscheidend dafür sind der Markt und die Absatzchancen, die es gibt. Da sind auch wir Bauern gefragt: Wir müssen das produzieren, was gebraucht wird, und nicht nur das, was uns gefällt. (Abg. Aumayr: Wie waren die Empfehlungen der Kammer?)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wer hat das getan? – Sagen Sie es! Seien Sie nicht so feig! Der Vranitzky war’s! – Zwischenruf der Abg. Aumayr.
So ist es auch kein Wunder, was in der heutigen “Zeit im Bild” berichtet worden ist. Der einst vielumjubelte Stronach hat auf besondere Empfehlung bestimmter Gruppierungen in Österreich das Steyr-Werk gekauft und allerhand darüber verkündet, was dort an Arbeitsplatzsicherung kommen wird. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wer hat das getan? – Sagen Sie es! Seien Sie nicht so feig! Der Vranitzky war’s! – Zwischenruf der Abg. Aumayr.) Jetzt muß man feststellen, daß – wie es in der heutigen “Zeit im Bild” heißt – dort 100 Beschäftigte entlassen werden. Meine Damen und Herren! Firmenstrategie hat momentan nichts mit unserer Agrardebatte zu tun – oder vielleicht doch. Denn sehr viele Traktorenwerke der Welt brauchen keine Getriebe, weil die Käufer fehlen. Und damit schließt sich der Kreis.
Abg. Wenitsch: Sie sehen es durch die schwarze Brille! – Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Meine Damen und Herren! Ich bin dem Herrn Bundesminister mehr als dankbar dafür, daß er es auch in schwierigsten Phasen versteht, die Problematik der Bauernschaft in besonderer Besonnenheit und von besonderer Sachkenntnis untermauert bestens zu vertreten, auch wenn wir – das sei ebenfalls gesagt – nicht von allem nur begeistert sind. Gar keine Frage, es könnte selbstverständlich immer besser sein. Daher würde ich mir wünschen, daß Agrarpolitik einmal nicht durch blaue Brillen gesehen würde, sondern aufgrund von Fakten, Daten, Zahlen und nach den jeweiligen Möglichkeiten. (Abg. Wenitsch: Sie sehen es durch die schwarze Brille! – Zwischenruf der Abg. Aumayr.) Vielleicht könnten wir dann einmal gemeinsam eine agrarpolitische Zukunft entwerfen.
Abg. Aumayr: Mehrwertsteuer-Anpassung!
Notwendig ist es – das ist unbestritten –, in der kommenden Steuerreform die Frage der Vorsteuer zu regeln. Die Frage der Betriebsausgaben, der Betriebskosten ist ebenfalls einer Diskussion zu unterziehen. Was die Betriebskosten betrifft, wäre gerade auch diese Seite gefragt. Es geht weiters um Tierarzneimittel und Tierarztkosten, meine Damen und Herren; im Vergleich zu Deutschland und anderen EU-Ländern sind bei uns dramatische Kosten feststellbar. (Abg. Aumayr: Mehrwertsteuer-Anpassung!) Notwendig wäre es auch, daß seitens der Frau Bundesministerin Prammer das Gesetz betreffend den Tiergesundheitsdienst endlich aus der Schublade kommt und auf den Tisch des Ministerrates gelegt wird. Diesbezüglich haben wir Handlungsbedarf. Ich ersuche alle zuständen Fachleute, aber auch die angesprochene Frau Bundesministerin, dafür zu sorgen, daß darin endlich etwas weitergeht.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Insgesamt danke ich dem Bundesminister für die Vorlage des Grünen Berichtes, möchte allerdings darum bitten, daß die parlamentarische Behandlung in Zukunft etwas rascher erfolgt. (Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Smolle.
Wie ist die Einkommensperspektive für den Sektor zu sehen? – Ich wiederhole das – ich habe das schon einmal gesagt –, weil diese Diskussion offensichtlich auch in diesem Haus nicht ausgestanden ist: Selbstverständlich muß die Landwirtschaft auch in Zukunft einen wesentlichen Teil des Einkommens über den Markt erwirtschaften können. Nur, meine Damen und Herren und Frau Abgeordnete Aumayr: Nicht denkbar ist eine Arbeitsteilung dahin gehend, daß in einer Zeit, in der wir gute Preise haben – und solche hatten wir etwa im Schweinesektor –, der Markt zuständig ist, während es aber dann, wenn die Preise nicht gut sind, plötzlich die Politik ist. (Demonstrativer Beifall des Abg. Smolle.) Vielleicht machen wir es einmal umgekehrt: daß der Markt zuständig ist, wenn es nicht gut ist, und die Politik zuständig ist, wenn es gut ist.
Abg. Wenitsch: Mit diesen Preisen nicht! Da mache ich gar nichts!
Ich halte es für notwendig, festzuhalten: Die Landwirtschaft braucht auch in Zukunft den Markt und den Erlös als Perspektive! (Abg. Wenitsch: Mit diesen Preisen nicht! Da mache ich gar nichts!) Es ist Aufgabe der Politik, dann zu helfen, wenn es kritische Situationen gibt. (Abg. Aumayr: Nein, Herr Minister, ...!) Es ist etwa im Bereich Schweinemarkt massive Hilfe seitens der öffentlichen Hand erforderlich und auch gegeben, um ein Problem, das besteht, wieder in den Griff zu bekommen.
Abg. Aumayr: Nein, Herr Minister, ...!
Ich halte es für notwendig, festzuhalten: Die Landwirtschaft braucht auch in Zukunft den Markt und den Erlös als Perspektive! (Abg. Wenitsch: Mit diesen Preisen nicht! Da mache ich gar nichts!) Es ist Aufgabe der Politik, dann zu helfen, wenn es kritische Situationen gibt. (Abg. Aumayr: Nein, Herr Minister, ...!) Es ist etwa im Bereich Schweinemarkt massive Hilfe seitens der öffentlichen Hand erforderlich und auch gegeben, um ein Problem, das besteht, wieder in den Griff zu bekommen.
Beifall bei der ÖVP.
Ich bekenne mich dazu, daß dies die Verantwortung der Gesellschaft ist: Wenn sie von der Landwirtschaft eine Leistung – eine Leistung beispielsweise für die Umwelt – verlangt, dann hat die Gesellschaft auch die Verpflichtung, diese Leistung zu bezahlen. Wenn es der Markt nicht hergibt, muß sie auf anderen Wegen bezahlt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Aumayr: Das schaffen sie arbeitsmäßig nicht mehr!
Wenn wir diese Struktur haben, dann haben wir auch zur Notwendigkeit der Erwerbskombination ja zu sagen (Abg. Aumayr: Das schaffen sie arbeitsmäßig nicht mehr!) und ebenso zu der Tatsache, daß wir diese Einkommenschancen letztendlich für die bäuerlichen Familien auch brauchen.
Abg. Aumayr: Sie haben keinen einzigen Schritt beigetragen!
Viertens: Ich teile ganz klar die Auffassung, die bereits zum Ausdruck gebracht wurde: Wir müssen zur Entlastung – Stichwort Steuerreform: wir verhandeln derzeit etwa die Problematik der Umsatzsteuer für pauschalierte Betriebe oder etwa auch die Frage der Betriebsmittelpreise – weitere Schritte beitragen. (Abg. Aumayr: Sie haben keinen einzigen Schritt beigetragen!) Das heißt, für mich ist eine Einkommensperspektive auf vier Säulen gegeben (Abg. Aumayr: Keinen einzigen Schritt haben Sie bisher beigetragen! Jahr für Jahr brechen Sie die Verträge!): Markterlös, Ausgleich für erwünschte Leistungen, die die Bauern erbringen, Einkommenskombination und zusätzliche Chancen sowie Kostenreduktion. – Das ist meine Strategie, die ich für notwendig und für richtig halte! (Abg. Wenitsch: Das merkt man ja am Bauernsterben!)
Abg. Aumayr: Keinen einzigen Schritt haben Sie bisher beigetragen! Jahr für Jahr brechen Sie die Verträge!
Viertens: Ich teile ganz klar die Auffassung, die bereits zum Ausdruck gebracht wurde: Wir müssen zur Entlastung – Stichwort Steuerreform: wir verhandeln derzeit etwa die Problematik der Umsatzsteuer für pauschalierte Betriebe oder etwa auch die Frage der Betriebsmittelpreise – weitere Schritte beitragen. (Abg. Aumayr: Sie haben keinen einzigen Schritt beigetragen!) Das heißt, für mich ist eine Einkommensperspektive auf vier Säulen gegeben (Abg. Aumayr: Keinen einzigen Schritt haben Sie bisher beigetragen! Jahr für Jahr brechen Sie die Verträge!): Markterlös, Ausgleich für erwünschte Leistungen, die die Bauern erbringen, Einkommenskombination und zusätzliche Chancen sowie Kostenreduktion. – Das ist meine Strategie, die ich für notwendig und für richtig halte! (Abg. Wenitsch: Das merkt man ja am Bauernsterben!)
Abg. Wenitsch: Das merkt man ja am Bauernsterben!
Viertens: Ich teile ganz klar die Auffassung, die bereits zum Ausdruck gebracht wurde: Wir müssen zur Entlastung – Stichwort Steuerreform: wir verhandeln derzeit etwa die Problematik der Umsatzsteuer für pauschalierte Betriebe oder etwa auch die Frage der Betriebsmittelpreise – weitere Schritte beitragen. (Abg. Aumayr: Sie haben keinen einzigen Schritt beigetragen!) Das heißt, für mich ist eine Einkommensperspektive auf vier Säulen gegeben (Abg. Aumayr: Keinen einzigen Schritt haben Sie bisher beigetragen! Jahr für Jahr brechen Sie die Verträge!): Markterlös, Ausgleich für erwünschte Leistungen, die die Bauern erbringen, Einkommenskombination und zusätzliche Chancen sowie Kostenreduktion. – Das ist meine Strategie, die ich für notwendig und für richtig halte! (Abg. Wenitsch: Das merkt man ja am Bauernsterben!)
Abg. Dr. Petrovic: Sagen Sie das den Bauern!
Auch hiezu eine Bitte von mir: Sehen wir doch auch hier den Realitäten ins Auge! (Abg. Dr. Petrovic: Sagen Sie das den Bauern!) Zu sagen, daß sich die europäische Landwirtschaft beispielsweise zur Gänze von den Weltmarktentwicklungen abkoppeln sollte, halte ich aus zwei Gründen für äußerst problematisch: Einerseits befindet sich die europäische Landwirtschaft in derselben Situation wie die österreichische vor dem Beitritt. Österreich hat beispielsweise aufgrund der Grünlandbedingungen, die wir in unserem Land haben, um 40 Prozent mehr an Rindern produziert, als der österreichische Markt verlangt. Selbstverständlich haben wir exportiert! Die europäische Landwirtschaft tut das auch.
Beifall bei der ÖVP.
Aus meiner Sicht gibt es drei Kernpunkte: Erstens, die Preisreduktionen, sofern sie überhaupt notwendig sind, sollten so gering wie möglich ausfallen. Zweitens, wir verlangen den Einkommensausgleich. Drittens, wir bekennen uns dazu, daß es auch bei den Marktordnungen der Union mengensteuernde Elemente gibt, wie beispielsweise Quotenregelungen oder Flächenstillegungen etwa im Getreidebereich. Ohne mengenlenkende Instrumente gibt es aus meiner Sicht keine Perspektive in der Agenda. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Smolle: Das ist eine ganz andere Geschichte!
Ich möchte nur ganz kurz noch auf einige Fragen zu sprechen kommen. – Herr Abgeordneter Smolle! Ich halte die Rußlandsache für einen Erfolg der österreichischen Präsidentschaft, und ich halte es für nahezu zynisch, zu sagen, diese Rußlandhilfe sei ein Flop. Man möge doch sehenden Auges die Frage stellen: Welche Alternative hätten wir denn aus europäischer Verantwortung heraus für die Menschen in Rußland? (Abg. Smolle: Das ist eine ganz andere Geschichte!) Das ist doch eine wichtige politische Entscheidung! (Abg. Smolle: Das ist nicht Agrarpolitik!) Daß wir diesen Menschen mit Nahrungsmitteln helfen (Abg. Smolle: Das ist nicht Agrarpolitik, Herr Minister!), halte ich für notwendig und für richtig.
Abg. Smolle: Das ist nicht Agrarpolitik!
Ich möchte nur ganz kurz noch auf einige Fragen zu sprechen kommen. – Herr Abgeordneter Smolle! Ich halte die Rußlandsache für einen Erfolg der österreichischen Präsidentschaft, und ich halte es für nahezu zynisch, zu sagen, diese Rußlandhilfe sei ein Flop. Man möge doch sehenden Auges die Frage stellen: Welche Alternative hätten wir denn aus europäischer Verantwortung heraus für die Menschen in Rußland? (Abg. Smolle: Das ist eine ganz andere Geschichte!) Das ist doch eine wichtige politische Entscheidung! (Abg. Smolle: Das ist nicht Agrarpolitik!) Daß wir diesen Menschen mit Nahrungsmitteln helfen (Abg. Smolle: Das ist nicht Agrarpolitik, Herr Minister!), halte ich für notwendig und für richtig.
Abg. Smolle: Das ist nicht Agrarpolitik, Herr Minister!
Ich möchte nur ganz kurz noch auf einige Fragen zu sprechen kommen. – Herr Abgeordneter Smolle! Ich halte die Rußlandsache für einen Erfolg der österreichischen Präsidentschaft, und ich halte es für nahezu zynisch, zu sagen, diese Rußlandhilfe sei ein Flop. Man möge doch sehenden Auges die Frage stellen: Welche Alternative hätten wir denn aus europäischer Verantwortung heraus für die Menschen in Rußland? (Abg. Smolle: Das ist eine ganz andere Geschichte!) Das ist doch eine wichtige politische Entscheidung! (Abg. Smolle: Das ist nicht Agrarpolitik!) Daß wir diesen Menschen mit Nahrungsmitteln helfen (Abg. Smolle: Das ist nicht Agrarpolitik, Herr Minister!), halte ich für notwendig und für richtig.
Abg. Aumayr – eine schriftliche Unterlage in die Höhe haltend –: Da steht es drinnen, in der IHS-Studie, ...! – Abg. Schwarzenberger: 56 Milliarden Schilling wären das!
Zu den Verwaltungskosten, Frau Abgeordnete Aumayr: Ich bitte Sie, den Rechenstift zu nehmen und 200 000 österreichische Betriebe mit 280 000 S zu multiplizieren. Dann wissen Sie, auf welches Ergebnis man mit dieser Rechnung kommt. (Abg. Aumayr – eine schriftliche Unterlage in die Höhe haltend –: Da steht es drinnen, in der IHS-Studie, ...! – Abg. Schwarzenberger: 56 Milliarden Schilling wären das!)
Abg. Wenitsch: Haben Sie dieser Studie schon widersprochen?
Ich zumindest, Frau Abgeordnete, habe immer die Verpflichtung gesehen, Studien zu prüfen, bevor ich sie zitiere. Hier würde sich eine einfache Multiplikation schon als ausreichendes Prüfungselement erweisen. Rechnen Sie 280 000 mal 200 000! (Abg. Wenitsch: Haben Sie dieser Studie schon widersprochen?) Ja! (Abg. Aumayr: Wann?) Als sie erschienen ist! (Abg. Wenitsch: Wissen das die Bauern? Ich habe noch nichts davon gehört!) Daß Sie die Zeitungen nicht lesen, ist nicht mein Problem. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Aumayr: Wann?
Ich zumindest, Frau Abgeordnete, habe immer die Verpflichtung gesehen, Studien zu prüfen, bevor ich sie zitiere. Hier würde sich eine einfache Multiplikation schon als ausreichendes Prüfungselement erweisen. Rechnen Sie 280 000 mal 200 000! (Abg. Wenitsch: Haben Sie dieser Studie schon widersprochen?) Ja! (Abg. Aumayr: Wann?) Als sie erschienen ist! (Abg. Wenitsch: Wissen das die Bauern? Ich habe noch nichts davon gehört!) Daß Sie die Zeitungen nicht lesen, ist nicht mein Problem. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wenitsch: Wissen das die Bauern? Ich habe noch nichts davon gehört!
Ich zumindest, Frau Abgeordnete, habe immer die Verpflichtung gesehen, Studien zu prüfen, bevor ich sie zitiere. Hier würde sich eine einfache Multiplikation schon als ausreichendes Prüfungselement erweisen. Rechnen Sie 280 000 mal 200 000! (Abg. Wenitsch: Haben Sie dieser Studie schon widersprochen?) Ja! (Abg. Aumayr: Wann?) Als sie erschienen ist! (Abg. Wenitsch: Wissen das die Bauern? Ich habe noch nichts davon gehört!) Daß Sie die Zeitungen nicht lesen, ist nicht mein Problem. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich zumindest, Frau Abgeordnete, habe immer die Verpflichtung gesehen, Studien zu prüfen, bevor ich sie zitiere. Hier würde sich eine einfache Multiplikation schon als ausreichendes Prüfungselement erweisen. Rechnen Sie 280 000 mal 200 000! (Abg. Wenitsch: Haben Sie dieser Studie schon widersprochen?) Ja! (Abg. Aumayr: Wann?) Als sie erschienen ist! (Abg. Wenitsch: Wissen das die Bauern? Ich habe noch nichts davon gehört!) Daß Sie die Zeitungen nicht lesen, ist nicht mein Problem. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Aumayr: Das glaube ich!
Zur Renationalisierung: Ich teile die Einschätzung nicht (Abg. Aumayr: Das glaube ich!), weil die Renationalisierung für Österreich und Österreichs Bauern ein schlechtes Geschäft wäre, Frau Abgeordnete! (Abg. Aumayr: Da wird der SPD-Landwirtschaftsminister Funke ordentlich Druck machen!) Nicht alles, was deutsch ist, ist schon gut, Frau Abgeordnete! (Beifall bei der ÖVP.) Ich habe es mir auch hier zu meiner eigenen Maxime gemacht (Abg. Aumayr: Das glaube ich nicht! Sie wollen keine Landwirtschaftspolitik für die Bauern Österreichs machen!), zu bewerten, bevor ich urteile. Renationalisierung würde bedeuten, daß die österreichischen Bauern weniger Mittelrückfluß bekommen (Abg. Aumayr: Wir würden ja bedeutend weniger Mittel nach Brüssel zahlen, Herr Minister! Das ist ein Blödsinn!), und daher bin ich gegen dieses Konzept der Renationalisierung.
Abg. Aumayr: Da wird der SPD-Landwirtschaftsminister Funke ordentlich Druck machen!
Zur Renationalisierung: Ich teile die Einschätzung nicht (Abg. Aumayr: Das glaube ich!), weil die Renationalisierung für Österreich und Österreichs Bauern ein schlechtes Geschäft wäre, Frau Abgeordnete! (Abg. Aumayr: Da wird der SPD-Landwirtschaftsminister Funke ordentlich Druck machen!) Nicht alles, was deutsch ist, ist schon gut, Frau Abgeordnete! (Beifall bei der ÖVP.) Ich habe es mir auch hier zu meiner eigenen Maxime gemacht (Abg. Aumayr: Das glaube ich nicht! Sie wollen keine Landwirtschaftspolitik für die Bauern Österreichs machen!), zu bewerten, bevor ich urteile. Renationalisierung würde bedeuten, daß die österreichischen Bauern weniger Mittelrückfluß bekommen (Abg. Aumayr: Wir würden ja bedeutend weniger Mittel nach Brüssel zahlen, Herr Minister! Das ist ein Blödsinn!), und daher bin ich gegen dieses Konzept der Renationalisierung.
Beifall bei der ÖVP.
Zur Renationalisierung: Ich teile die Einschätzung nicht (Abg. Aumayr: Das glaube ich!), weil die Renationalisierung für Österreich und Österreichs Bauern ein schlechtes Geschäft wäre, Frau Abgeordnete! (Abg. Aumayr: Da wird der SPD-Landwirtschaftsminister Funke ordentlich Druck machen!) Nicht alles, was deutsch ist, ist schon gut, Frau Abgeordnete! (Beifall bei der ÖVP.) Ich habe es mir auch hier zu meiner eigenen Maxime gemacht (Abg. Aumayr: Das glaube ich nicht! Sie wollen keine Landwirtschaftspolitik für die Bauern Österreichs machen!), zu bewerten, bevor ich urteile. Renationalisierung würde bedeuten, daß die österreichischen Bauern weniger Mittelrückfluß bekommen (Abg. Aumayr: Wir würden ja bedeutend weniger Mittel nach Brüssel zahlen, Herr Minister! Das ist ein Blödsinn!), und daher bin ich gegen dieses Konzept der Renationalisierung.
Abg. Aumayr: Das glaube ich nicht! Sie wollen keine Landwirtschaftspolitik für die Bauern Österreichs machen!
Zur Renationalisierung: Ich teile die Einschätzung nicht (Abg. Aumayr: Das glaube ich!), weil die Renationalisierung für Österreich und Österreichs Bauern ein schlechtes Geschäft wäre, Frau Abgeordnete! (Abg. Aumayr: Da wird der SPD-Landwirtschaftsminister Funke ordentlich Druck machen!) Nicht alles, was deutsch ist, ist schon gut, Frau Abgeordnete! (Beifall bei der ÖVP.) Ich habe es mir auch hier zu meiner eigenen Maxime gemacht (Abg. Aumayr: Das glaube ich nicht! Sie wollen keine Landwirtschaftspolitik für die Bauern Österreichs machen!), zu bewerten, bevor ich urteile. Renationalisierung würde bedeuten, daß die österreichischen Bauern weniger Mittelrückfluß bekommen (Abg. Aumayr: Wir würden ja bedeutend weniger Mittel nach Brüssel zahlen, Herr Minister! Das ist ein Blödsinn!), und daher bin ich gegen dieses Konzept der Renationalisierung.
Abg. Aumayr: Wir würden ja bedeutend weniger Mittel nach Brüssel zahlen, Herr Minister! Das ist ein Blödsinn!
Zur Renationalisierung: Ich teile die Einschätzung nicht (Abg. Aumayr: Das glaube ich!), weil die Renationalisierung für Österreich und Österreichs Bauern ein schlechtes Geschäft wäre, Frau Abgeordnete! (Abg. Aumayr: Da wird der SPD-Landwirtschaftsminister Funke ordentlich Druck machen!) Nicht alles, was deutsch ist, ist schon gut, Frau Abgeordnete! (Beifall bei der ÖVP.) Ich habe es mir auch hier zu meiner eigenen Maxime gemacht (Abg. Aumayr: Das glaube ich nicht! Sie wollen keine Landwirtschaftspolitik für die Bauern Österreichs machen!), zu bewerten, bevor ich urteile. Renationalisierung würde bedeuten, daß die österreichischen Bauern weniger Mittelrückfluß bekommen (Abg. Aumayr: Wir würden ja bedeutend weniger Mittel nach Brüssel zahlen, Herr Minister! Das ist ein Blödsinn!), und daher bin ich gegen dieses Konzept der Renationalisierung.
Abg. Aumayr: Sie werden ihn geben müssen!
Frau Abgeordnete, ich teile andere Einschätzungen, die besagen, wir wollen mehr nationale Flexibilität, etwa bei den Instrumenten der Bergbauernförderung oder des Umweltprogrammes: Ja! – Renationalisierung aber wäre ein schlechter Rat für Österreichs Bauern! (Abg. Aumayr: Sie werden ihn geben müssen!)
Abg. Dr. Salzl: Aber mit Schönfärben ist auch nicht gedient!
Abschließend bitte ich Sie, meine Damen und Herren, die meiner Ansicht nach durchaus notwendige Diskussion über diese Maßnahmen, die wir zu setzen haben, damit wir zu einer Verbesserung der Situation beitragen, so zu führen, wie es den österreichischen Bäuerinnen und Bauern letztendlich am meisten hilft. Mit Emotion und halber Wahrheit ist eigentlich nichts getan. Mit dem realen Blick auf die Gegebenheiten und der Einschätzung der realen Möglichkeiten (Abg. Dr. Salzl: Aber mit Schönfärben ist auch nicht gedient!) und mit dem Tun – ich betone: dem Tun! – ist den Bauern am besten geholfen.
Abg. Dr. Salzl: Sie hätten nur Versprechungen einhalten müssen!
Herr Abgeordneter Salzl! Daran, daß die Bundesregierung beispielsweise das 40-Milliarden-Paket für die Bauern gemeinsam mit den Ländern für die nächsten Jahre verlängert hat, mögen Sie erkennen, daß es der Bundesregierung ernst ist (Abg. Dr. Salzl: Sie hätten nur Versprechungen einhalten müssen!), wenn es darum geht, diesen Bauern zu helfen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Bis heute haben Sie die Versprechungen nicht eingehalten!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Bis heute haben Sie die Versprechungen nicht eingehalten!
Herr Abgeordneter Salzl! Daran, daß die Bundesregierung beispielsweise das 40-Milliarden-Paket für die Bauern gemeinsam mit den Ländern für die nächsten Jahre verlängert hat, mögen Sie erkennen, daß es der Bundesregierung ernst ist (Abg. Dr. Salzl: Sie hätten nur Versprechungen einhalten müssen!), wenn es darum geht, diesen Bauern zu helfen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Bis heute haben Sie die Versprechungen nicht eingehalten!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordneter Robert Wenitsch¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Minister, nach dieser Lobhudelei, nach diesem Eigenlob, das Sie von sich gegeben haben, möchte ich Sie nur darauf aufmerksam machen, was in Ihrer Ministerschaft passiert ist: Das ist die morgige Ausgabe der “Kronen Zeitung”, Herr Minister (der Redner hält die genannte Zeitung in die Höhe), und darin finden Sie, daß ein Kilogramm Baby-Wegwerfwindeln heute 189,90 S kostet. Daneben haben Sie das Angebot für ein Kilogramm Schweinefleisch: 19,90 S! – Angesichts dessen, glaube ich, braucht man nicht mehr von Ihren Erfolgen zu reden. Daß ein Kilogramm Schweinefleisch heute nur mehr 20 Prozent dessen kostet, was ein Kilogramm Wegwerfwindeln kostet, zeigt, welchen Stellenwert die Agrarprodukte in diesem Land noch haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Smolle: Das ist demagogisch!
Herr Minister! Die Bauern sehen das auch ein bißchen anders als Sie. (Abg. Smolle: Das ist demagogisch!) Herr Kollege Smolle, du hast noch nicht sehr viel in der Landwirtschaft gearbeitet und verstehst auch nicht sehr viel davon. (Abg. Smolle: Ich verteidige nicht den Minister, aber das ist demagogisch!) Herr Minister, daß heute in Gemeinden Bauernbundbälle abgesagt werden müssen (Abg. Sophie Bauer: Das stimmt nicht! Die Bauernbälle sind gut besucht! Der eure wird vielleicht abgesagt!), weil die Bauern schon selbst gegen die eigene Standesvertretung revoltieren, daß in Niederösterreich der Präsident des Verbandes niederösterreichischer Schweinezüchter, Herr Hülmbauer, ein ÖVP-Grande, unter Polizeischutz von Bauernveranstaltungen mit Funkstreifenwagen weggeführt werden muß – nicht vor Terroristen, sondern vor Bauern muß er bereits geschützt werden! –, zeigt, wie weit die ÖVP-Agrarpolitik in diesem Land gediehen ist.
Abg. Smolle: Ich verteidige nicht den Minister, aber das ist demagogisch!
Herr Minister! Die Bauern sehen das auch ein bißchen anders als Sie. (Abg. Smolle: Das ist demagogisch!) Herr Kollege Smolle, du hast noch nicht sehr viel in der Landwirtschaft gearbeitet und verstehst auch nicht sehr viel davon. (Abg. Smolle: Ich verteidige nicht den Minister, aber das ist demagogisch!) Herr Minister, daß heute in Gemeinden Bauernbundbälle abgesagt werden müssen (Abg. Sophie Bauer: Das stimmt nicht! Die Bauernbälle sind gut besucht! Der eure wird vielleicht abgesagt!), weil die Bauern schon selbst gegen die eigene Standesvertretung revoltieren, daß in Niederösterreich der Präsident des Verbandes niederösterreichischer Schweinezüchter, Herr Hülmbauer, ein ÖVP-Grande, unter Polizeischutz von Bauernveranstaltungen mit Funkstreifenwagen weggeführt werden muß – nicht vor Terroristen, sondern vor Bauern muß er bereits geschützt werden! –, zeigt, wie weit die ÖVP-Agrarpolitik in diesem Land gediehen ist.
Abg. Sophie Bauer: Das stimmt nicht! Die Bauernbälle sind gut besucht! Der eure wird vielleicht abgesagt!
Herr Minister! Die Bauern sehen das auch ein bißchen anders als Sie. (Abg. Smolle: Das ist demagogisch!) Herr Kollege Smolle, du hast noch nicht sehr viel in der Landwirtschaft gearbeitet und verstehst auch nicht sehr viel davon. (Abg. Smolle: Ich verteidige nicht den Minister, aber das ist demagogisch!) Herr Minister, daß heute in Gemeinden Bauernbundbälle abgesagt werden müssen (Abg. Sophie Bauer: Das stimmt nicht! Die Bauernbälle sind gut besucht! Der eure wird vielleicht abgesagt!), weil die Bauern schon selbst gegen die eigene Standesvertretung revoltieren, daß in Niederösterreich der Präsident des Verbandes niederösterreichischer Schweinezüchter, Herr Hülmbauer, ein ÖVP-Grande, unter Polizeischutz von Bauernveranstaltungen mit Funkstreifenwagen weggeführt werden muß – nicht vor Terroristen, sondern vor Bauern muß er bereits geschützt werden! –, zeigt, wie weit die ÖVP-Agrarpolitik in diesem Land gediehen ist.
Bundesminister Mag. Molterer: Wie groß war der Ertrag?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte Ihnen noch etwas sagen und Kollegen Auer vielleicht ins Stammbuch schreiben, weil er mit den Schweinepreisen der Jahre 1991 und 1996 Vergleiche angestellt hat. Ich habe hier eine Ausgabe von “Die Landwirtschaft”, der Zeitschrift der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer, und zwar aus dem Jahre 1953 – das ist 45 Jahre her! Kammeramtsdirektor war damals Dr. Leo Müller, und er hat in dieser Zeitung einen Preisvergleich veröffentlicht. – Herr Minister, der Weizenpreis betrug vor 45 Jahren 2,40 S. Heute bekommen die Bauern für einen guten Qualitätsweizen – der besten Qualität – 1,90 S. Können Sie sich das vorstellen? (Bundesminister Mag. Molterer: Wie groß war der Ertrag?) Herr Minister, vom Ertrag haben wir schon genug gehört! Denn andererseits suchen Sie dann wieder einen Markt! Sie sollten mehr darauf achten, daß der Preis für die Bauern in Ordnung ist, und nicht immer vom Ertrag reden! Denn genau auf diesen Ertrag war die Politik der ÖVP ausgerichtet, die die Bauern in diesen Ruin geführt hat, in dem sie sich heute befinden. (Abg. Aumayr: Sie haben sie in die Überproduktion geführt!) Damit ist ja die Überproduktion gefördert worden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Sie haben sie in die Überproduktion geführt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte Ihnen noch etwas sagen und Kollegen Auer vielleicht ins Stammbuch schreiben, weil er mit den Schweinepreisen der Jahre 1991 und 1996 Vergleiche angestellt hat. Ich habe hier eine Ausgabe von “Die Landwirtschaft”, der Zeitschrift der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer, und zwar aus dem Jahre 1953 – das ist 45 Jahre her! Kammeramtsdirektor war damals Dr. Leo Müller, und er hat in dieser Zeitung einen Preisvergleich veröffentlicht. – Herr Minister, der Weizenpreis betrug vor 45 Jahren 2,40 S. Heute bekommen die Bauern für einen guten Qualitätsweizen – der besten Qualität – 1,90 S. Können Sie sich das vorstellen? (Bundesminister Mag. Molterer: Wie groß war der Ertrag?) Herr Minister, vom Ertrag haben wir schon genug gehört! Denn andererseits suchen Sie dann wieder einen Markt! Sie sollten mehr darauf achten, daß der Preis für die Bauern in Ordnung ist, und nicht immer vom Ertrag reden! Denn genau auf diesen Ertrag war die Politik der ÖVP ausgerichtet, die die Bauern in diesen Ruin geführt hat, in dem sie sich heute befinden. (Abg. Aumayr: Sie haben sie in die Überproduktion geführt!) Damit ist ja die Überproduktion gefördert worden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte Ihnen noch etwas sagen und Kollegen Auer vielleicht ins Stammbuch schreiben, weil er mit den Schweinepreisen der Jahre 1991 und 1996 Vergleiche angestellt hat. Ich habe hier eine Ausgabe von “Die Landwirtschaft”, der Zeitschrift der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer, und zwar aus dem Jahre 1953 – das ist 45 Jahre her! Kammeramtsdirektor war damals Dr. Leo Müller, und er hat in dieser Zeitung einen Preisvergleich veröffentlicht. – Herr Minister, der Weizenpreis betrug vor 45 Jahren 2,40 S. Heute bekommen die Bauern für einen guten Qualitätsweizen – der besten Qualität – 1,90 S. Können Sie sich das vorstellen? (Bundesminister Mag. Molterer: Wie groß war der Ertrag?) Herr Minister, vom Ertrag haben wir schon genug gehört! Denn andererseits suchen Sie dann wieder einen Markt! Sie sollten mehr darauf achten, daß der Preis für die Bauern in Ordnung ist, und nicht immer vom Ertrag reden! Denn genau auf diesen Ertrag war die Politik der ÖVP ausgerichtet, die die Bauern in diesen Ruin geführt hat, in dem sie sich heute befinden. (Abg. Aumayr: Sie haben sie in die Überproduktion geführt!) Damit ist ja die Überproduktion gefördert worden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das war ja der Fehler, der gemacht wurde, meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Bauern müssen heute mit Preisen leben, die schlechter sind als vor 45 Jahren! Ich möchte einen Arbeitnehmer sehen, der zu einem niedrigeren Lohn arbeiten würde als vor 45 Jahren. Oder auch Sie als Politiker, Herr Minister: Wären Sie einverstanden mit dem Gehalt, das ein Minister vor 45 Jahren erhalten hat? – Ach, da sind Sie nicht dafür? Aber bei den Bauern sehr wohl! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Da kann man nur lachen!
Ich möchte nur folgendes sagen: Man kann diesen Grünen Bericht durchgehen, wie man will. Man findet zum Beispiel, daß die Einkommensdisparität zwischen dem Soll-Einkommen und dem wirklichen Ist-Einkommen darin mit 51 Prozent ausgewiesen wird. Wissen Sie, was das heißt? – Die Bauern verdienen nicht einmal die Hälfte von dem, was sie verdienen sollten! (Abg. Aumayr: Da kann man nur lachen!)
Abg. Aumayr: “Grandios”!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Reinertrag ist für die Bauern heute ein “Reinverlust” von minus 57 000 S! Soweit sind wir heute, daß wir keinen Reinertrag haben, sondern einen Reinverlust! Mehr haben Sie nicht zusammengebracht, Herr Minister! (Abg. Aumayr: “Grandios”!)
Abg. Aumayr: Ja, da wird er dagegen stimmen, der Herr Schwarzböck, zum sechsten Mal!
Genau um solche Maßnahmen geht es in einem freiheitlichen Antrag, den wir heute schon zum sechsten Mal einbringen und der von der ÖVP, von den Bauernbundkollegen (Abg. Aumayr: Ja, da wird er dagegen stimmen, der Herr Schwarzböck, zum sechsten Mal!) – speziell von Herrn Schwarzböck, der es in der Kammer, in “Der Österreichische Bauernbündler” zwar fordert, aber hier im Parlament ablehnt –, immer wieder abgelehnt worden ist.
Abg. Aumayr: Außer Spesen nichts gewesen!
Herr Minister! Wir kommen jedes Jahr zum Grünen Bericht, und es ist jedes Jahr dasselbe Spiel. Es wird von der §-7-Kommission etwas vorgeschlagen, was sinnvoll wäre. Das wird aber hier im Parlament abgelehnt. Das Wifo stellt düstere Prognosen. Diese werden hier von den Bauernvertretern der ÖVP einfach negiert. Sie, Herr Minister, schlafen im Prinzip weiter, so wie die gesamte Bundesregierung! Wir haben doch den Ratsvorsitz gehabt, Herr Minister. Auch den haben Sie mit sehr viel Lob erwähnt. Was ist dabei wirklich für Österreichs Bauern passiert? – Unter Ihrem Vorsitz null! (Abg. Aumayr: Außer Spesen nichts gewesen!)
Bundesminister Mag. Molterer: Wo hat Fischler das vorgeschlagen?
Außerdem, Herr Minister, habe ich den Eindruck, daß Sie anscheinend darauf warten, daß der Vorschlag des Bauernbundkommissars Fischler bezüglich einer Freigabe der Milchkontingente in die Realität umgesetzt wird. (Bundesminister Mag. Molterer: Wo hat Fischler das vorgeschlagen?) Fischler und die Kommission schlagen vor, daß die Kontingente freigegeben werden! (Bundesminister Mag. Molterer: Nein, das ist falsch!) Herr Minister, das wäre die totale Bankrotterklärung für die österreichischen Bauern (Bundesminister Mag. Molterer: Das ist falsch! Das ist doch falsch!), wenn Sie dem zustimmen und die Weichen nicht entsprechend anders stellen! – Jetzt können Sie das ja gar nicht mehr: Jetzt sind Sie ja wieder da in Österreich und reden sich hier wieder auf die EU-Politik aus. Aber Sie hatten den Vorsitz über sechs Monate und waren nicht imstande, auch nur in irgendeiner Weise die Weichen in Richtung einer ordentlichen und vernünftigen Agrarpolitik zu stellen.
Bundesminister Mag. Molterer: Nein, das ist falsch!
Außerdem, Herr Minister, habe ich den Eindruck, daß Sie anscheinend darauf warten, daß der Vorschlag des Bauernbundkommissars Fischler bezüglich einer Freigabe der Milchkontingente in die Realität umgesetzt wird. (Bundesminister Mag. Molterer: Wo hat Fischler das vorgeschlagen?) Fischler und die Kommission schlagen vor, daß die Kontingente freigegeben werden! (Bundesminister Mag. Molterer: Nein, das ist falsch!) Herr Minister, das wäre die totale Bankrotterklärung für die österreichischen Bauern (Bundesminister Mag. Molterer: Das ist falsch! Das ist doch falsch!), wenn Sie dem zustimmen und die Weichen nicht entsprechend anders stellen! – Jetzt können Sie das ja gar nicht mehr: Jetzt sind Sie ja wieder da in Österreich und reden sich hier wieder auf die EU-Politik aus. Aber Sie hatten den Vorsitz über sechs Monate und waren nicht imstande, auch nur in irgendeiner Weise die Weichen in Richtung einer ordentlichen und vernünftigen Agrarpolitik zu stellen.
Bundesminister Mag. Molterer: Das ist falsch! Das ist doch falsch!
Außerdem, Herr Minister, habe ich den Eindruck, daß Sie anscheinend darauf warten, daß der Vorschlag des Bauernbundkommissars Fischler bezüglich einer Freigabe der Milchkontingente in die Realität umgesetzt wird. (Bundesminister Mag. Molterer: Wo hat Fischler das vorgeschlagen?) Fischler und die Kommission schlagen vor, daß die Kontingente freigegeben werden! (Bundesminister Mag. Molterer: Nein, das ist falsch!) Herr Minister, das wäre die totale Bankrotterklärung für die österreichischen Bauern (Bundesminister Mag. Molterer: Das ist falsch! Das ist doch falsch!), wenn Sie dem zustimmen und die Weichen nicht entsprechend anders stellen! – Jetzt können Sie das ja gar nicht mehr: Jetzt sind Sie ja wieder da in Österreich und reden sich hier wieder auf die EU-Politik aus. Aber Sie hatten den Vorsitz über sechs Monate und waren nicht imstande, auch nur in irgendeiner Weise die Weichen in Richtung einer ordentlichen und vernünftigen Agrarpolitik zu stellen.
Abg. Dr. Gusenbauer: Vor einem Jahr?
Herr Minister! Nach diesem für die Bauern schlechten Jahr 1997 kommt ein Jahr 1998. Ich glaube, das Jahr 1998 wird für die Bauern ein Todesjahr werden. Und Sie werden sehen, so ein Bauernsterben wie wir im heurigen Jahr in Kauf nehmen werden müssen, ist noch nie dagewesen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Vor einem Jahr?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Ich ersuche Sie wirklich im Namen der Bauern – nicht für mich, ich brauche es nicht, denn ich habe ein so schönes Gehalt, ich lebe auch so, so wie alle hier herinnen, aber die Bauern haben es nicht –: Stellen Sie endlich die Weichen für eine vernünftige Agrarpolitik! Gehen Sie weg von der Überschußproduktion! Sie müssen sich jetzt einmal dazu bekennen, daß in der Europäischen Union eine alternative Landwirtschaft Einzug finden muß. Es geht nicht an, daß Holland 400 Prozent seines Eigenbedarfes an Schweinefleisch produziert! Für wen und wofür, bitte? – Dahin gehend wünsche ich mir von Ihnen Schritte in die richtige Richtung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wenitsch: Was habe ich behauptet? – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
†Abgeordneter Karl Donabauer¦ (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Mein Vorredner hat neben vielen Phrasen und einem allgemeinen Rundumschlag in seiner erkennbaren Nervosität behauptet (Abg. Wenitsch: Was habe ich behauptet? – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), der Präsident des Verbandes niederösterreichischer Schweinezüchter, Präsident Hülmbauer, wäre mit Polizeischutz von einer Veranstaltung wegbegleitet worden.
Zwischenruf des Abg. Wenitsch.
Zum ersten stelle ich richtig: Hülmbauer ist nicht Präsident des Verbandes niederösterreichischer Schweinezüchter, und zum zweiten, Hülmbauer ist nie mit Polizeischutz wegbegleitet worden, weil seine Ausführungen bei allen Veranstaltungen so sachlich und korrekt sind, daß sie breite Annahme finden. (Zwischenruf des Abg. Wenitsch.) Das ist höchstens Ihre Traumvorstellung, der wir nichts abgewinnen können! (Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe des Abg. Wenitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe des Abg. Wenitsch.
Zum ersten stelle ich richtig: Hülmbauer ist nicht Präsident des Verbandes niederösterreichischer Schweinezüchter, und zum zweiten, Hülmbauer ist nie mit Polizeischutz wegbegleitet worden, weil seine Ausführungen bei allen Veranstaltungen so sachlich und korrekt sind, daß sie breite Annahme finden. (Zwischenruf des Abg. Wenitsch.) Das ist höchstens Ihre Traumvorstellung, der wir nichts abgewinnen können! (Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe des Abg. Wenitsch.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Meine Damen und Herren! Man kann nicht alles auf die Förderungen abwälzen. Ein gewisses Risiko trägt jeder Produzent. Durch die Technik ist unsere Zeit viel schnellebiger geworden. Nehmen wir zum Beispiel Industriearbeiter im Textilbereich: Dort müssen die Beschäftigten sehr flexibel sein. Sie wissen nicht, wie lange sie in einem Betrieb tätig sein können. Bei einem Verlust ihres Arbeitsplatzes geht es in erster Linie um Einkommenseinbußen, und damit sind Existenzängste verbunden. – Frau Abgeordnete Aumayr, Sie haben von einem Verdienst eines Industriearbeiters von 28 000 S gesprochen: Ich kann Ihnen nur raten, einmal in einen Industriebetrieb zu gehen, denn dort bekommt auch der Facharbeiter nur 18 000 S brutto! (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir alle wissen, daß für die Landwirtschaft sehr viel Geld zur Verfügung steht. Deshalb wollen auch wir Sozialdemokraten, daß dieses viele Geld den in der Landwirtschaft arbeitenden Menschen zugute kommt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wie macht man das am besten? – Sicherlich nicht, indem man das Geld nach der Größe der Fläche oder nach der Anzahl des Viehs zur Verfügung stellt. Weitaus besser, aber vor allem gerechter ist es, meine Damen und Herren, diese Gelder nach der Arbeitsintensität zu vergeben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die jahrelangen Forderungen der § 7-Kommission betreffend die Erhöhung des pauschalierten Mehrwertsteuersatzes von 10 auf 12 Prozent und nach keinen weiteren sozialen Belastungen wurden nicht berücksichtigt. An der Basis stellen Sie von der ÖVP diese Forderungen. Im Parlament, wenn die Anträge eingebracht werden, fallen Sie aber um! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zusammenfassend möchte ich feststellen: Sie von der ÖVP stellen Forderungen an sich selbst. Sie sitzen in der Sozialpartnerschaft, und Sie sitzen in der Bundesregierung. Setzen Sie endlich Ihre eigenen Forderungen um! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wenitsch: Aber sie wollen aufstocken, statt absenken!
Für das Berggebiet ist es ganz besonders wichtig, daß die Milchkontingentierung bleibt, denn sonst wandert die Milchproduktion ab. Herr Wenitsch hat vorhin die Sache verdreht. Die Kommission hat die Fortführung der Milchkontingentierung für die nächste Periode vorgeschlagen. (Abg. Wenitsch: Aber sie wollen aufstocken, statt absenken!) Einige Staaten sind allerdings dagegen. Für uns ist es aber notwendig, daß die Milchkontingentierung überhaupt bleibt.
Beifall bei der ÖVP.
Ein zweiter Punkt ist für uns natürlich die Prämie für die Aufzucht von weiblichen Rindern, die Kalbinnenprämie. In Gebieten mit geringer Richtmenge, wie es sie bei uns vielfach gibt, wird die Kalbinnenaufzucht traditionell betrieben und hat eine hohe Bedeutung. Denn dort ist es oft nicht sinnvoll, die Milch über sehr lange Transportwege zu führen, und daher ist die Jungviehaufzucht in diesen Fällen die bessere Variante. Käme nun diese Kalbinnenprämie nicht, dann wäre das für große Gebiete zum Beispiel im Tiroler Oberland ein großes Problem. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zu den Ausführungen der Frau Aumayr möchte ich noch folgendes sagen: Natürlich machen uns viele Entwicklungen Sorgen. Aber von euch Freiheitlichen haben wir noch nie Vorschläge für ein wirklich zukunftsweisendes Programm gehört. Sie haben unseren Minister sehr attackiert. Er aber hat das Vertrauen der Bauern Österreichs, und er hat dieses Vertrauen zu Recht! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: So ist es!
Herr Bundesminister! Es ist mir einfach zuwenig, wenn Sie sagen, daß Sie darüber verhandeln! Sie haben das den Bauern versprochen und nicht gehalten! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: So ist es!)
Abg. Aumayr: Das ist ein Skandal!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Allein durch diese nicht erfolgte Mehrwertsteueranpassung gehen den Bauern jährlich zirka 1,7 Milliarden Schilling verloren, und das in einer Situation, die für die Bauern wirklich mehr als bedrohlich ist, da sie mit ihren Einkommen an vorletzter Stelle gerade noch vor den Notstandshilfebeziehern rangieren. (Abg. Aumayr: Das ist ein Skandal!) Es ist mir daher unverständlich, daß die sogenannten ÖVP-Bauernvertreter und auch Sie, Herr Bundesminister, zusehen und es zulassen, wie der Landwirtschaft die Existenzbasis unter ihren Füßen weggezogen wird! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Sie tragen dazu bei!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Sie tragen dazu bei!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Allein durch diese nicht erfolgte Mehrwertsteueranpassung gehen den Bauern jährlich zirka 1,7 Milliarden Schilling verloren, und das in einer Situation, die für die Bauern wirklich mehr als bedrohlich ist, da sie mit ihren Einkommen an vorletzter Stelle gerade noch vor den Notstandshilfebeziehern rangieren. (Abg. Aumayr: Das ist ein Skandal!) Es ist mir daher unverständlich, daß die sogenannten ÖVP-Bauernvertreter und auch Sie, Herr Bundesminister, zusehen und es zulassen, wie der Landwirtschaft die Existenzbasis unter ihren Füßen weggezogen wird! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Sie tragen dazu bei!)
Abg. Aumayr: Im Mühlviertel!
Herr Schwarzböck! Sie wissen es ganz genau! Sie wissen ganz genau, wie ernst die Situation in der Landwirtschaft auch ohne Agenda 2000 und ohne EU-Osterweiterung ist! Das zeigt auch eine Studie des Landwirtschaftsministeriums, in der über die Armut im ländlichen Raum gesagt wird, daß fast die Hälfte der Armutsgefährdeten in ländlichen Gemeinden leben und in Österreich 30,6 Prozent der bäuerlichen Haushalte armutsgefährdet sind, wobei die höchste Gefährdetenquote im Burgenland anzutreffen ist, die zweithöchste in der Steiermark und die dritthöchste in Niederösterreich. (Abg. Aumayr: Im Mühlviertel!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister! Diese Bundesregierung betreibt offensichtlich gemeinsam mit der EU und mit Unterstützung der ÖVP-Bauernvertreter eine groß angelegte Bauernvernichtungsaktion. Wir Freiheitlichen werden dieser Tendenz jedenfalls eine klare Absage erteilen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Es tut mir ein bißchen weh, daß die Budgetmittel für die Schutzwaldsanierung, insbesondere für die Lawinen- und Wildbachverbauung, zurückgegangen sind, obwohl dieser Bereich sehr beschäftigungsintensiv wäre. – Selbstverständlich werden wir diesem Grünen Plan die Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ihnen, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, möchte ich folgendes sagen: Sie stellen hier Initiativanträge und übersehen, daß die Empfehlungen der Kommission gemäß § 7 einen integrierenden Bestandteil dieses Grünen Berichtes bilden. Sie bräuchten dem Grünen Bericht nur die Zustimmung zu geben, dann würden auch Sie diesen Empfehlungen zum Durchbruch verhelfen. Ich bitte Sie, das zu überdenken! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: So ist es!
Zweitens sind Sie offensichtlich der Meinung, daß es der bessere Weg ist, die Vertreter der Landwirtschaft und den Landwirtschaftsminister zu verunglimpfen und deren Bemühungen zu untergraben, anstatt die wirklich berechtigten Anliegen der Bauern und der landwirtschaftlich Tätigen entsprechend zu unterstützen. Sie sollten diese Bemühungen gemeinsam mit uns unterstützen und nicht die Vertreter dieser Anliegen verunsichern und diese – wie ich meine – beleidigen. Das ist kein guter Weg, und das ist bei Gott kein guter Stil! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: So ist es!)
Beifall bei der ÖVP.
Der ländliche Raum ist geprägt vom Miteinander, und den ländlichen Raum ohne Bauern kann es nicht geben. Es wird zu Recht gefordert, daß sich der Bauer dem Markt stellen muß. Das ist richtig. Ich bin der Meinung, daß sich jeder, der heute im freien Europa tätig ist, dem Markt stellen muß. Aber die Spielregeln müssen die gleichen sein. Kollege Auer hat bereits auf höhere Treibstoffpreise, strengere Tierschutz- und Transportgesetze, teurere Pflanzenschutzmittel und längere Zulassungsverfahren hingewiesen. Es wäre noch vieles hier anzuführen. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gehen wir den Weg gemeinsam! Unterstützen wir den Minister in seinen Bemühungen, die Spielregeln zu verbessern, denn damit werden wir den Bauern am besten helfen können! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich schlage vor, daß das Gewerbe und die Landwirtschaft gemeinsame Marketingaktivitäten für den Schutz des heimischen landwirtschaftlichen Produktes setzen. Es sollten keine französischen oder italienischen Wochen, sondern österreichische Wochen in den Lebensmittelmärkten veranstaltet werden. Es muß gelingen, vermehrt Strukturmittel in die schwachen Gebiete zu lenken, und ich möchte noch einen Satz zum Finanzausgleich sagen: Er ist derzeit einfach ungerecht, und ich glaube, daß die nächsten Finanzausgleichsverhandlungen mit dem abgestuften Bevölkerungsschlüssel für den ländlichen Raum eine Verbesserung bringen müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Unser Vizekanzler Wolfgang Schüssel hat vor wenigen Tagen erklärt: Dem Wirtschaftsstandort hilft alles, was Arbeit schafft. – Die Erhaltung des ländlichen Raumes ist eine Frage, die uns alle angeht, nicht zuletzt auch im Interesse des Gesamtarbeitsmarktes. Nehmen wir diese Verantwortung gemeinsam wahr! – Ich danke Ihnen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Gerade im sensiblen landwirtschaftlichen Bereich der Spezialbetriebe ist Transparenz nötig. So haben zum Beispiel die österreichischen Biobauern vorgezeigt, daß das Suchen und Finden von Marktnischen erfolgreich sein kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Um künftig im harten Konkurrenzkampf bestehen zu können, brauchen wir gut ausgebildete und clevere Betriebsführer. Im Burgenland wurde vor kurzem eine Schulkooperation zwischen der Handelsakademie Neusiedl am See und der Fachschule in Eisenstadt beschlossen. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler der Handelsakademie in Richtung Agrarmanagement gut ausgebildet, und in Eisenstadt wird ihnen an der Landwirtschaftlichen Fachschule das landwirtschaftliche Know-how vermittelt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Halleluja!
Meine Damen und Herren! Da die österreichischen Bauern den Tisch der Österreicherinnen und Österreicher mit gesunden Nahrungsmitteln decken, hat die Gesellschaft dafür zu sorgen, daß auch unsere Bauern einer gesicherten Zukunft entgegenblicken können. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Halleluja!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Ich möchte Sie ersuchen, daß in Zukunft öffentliche Mittel, die für die Erhaltung unseres Schutzwaldes vorgesehen waren, nicht dazu dienen, etwaige Budgetlöcher zu stopfen. Außerdem wäre es höchst an der Zeit, die alternative Energieproduktion auch im Bereich des Waldes zu verstärken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das sind wichtige Bereiche, die in der letzten Zeit im Zusammenhang mit dem Wald einer Erledigung zugeführt werden konnten. Wir werden dem Waldbericht – wenn auch spät, so doch gerne – die Zustimmung geben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Mein Gott, er ist schon 15 Jahre lang im Geschäft!
†Abgeordnete Dr. Gabriela Moser¦ (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! Eine vorgerückte Stunde – und trotzdem keine Sternstunde des Waldes! Der Waldbericht hat seit zehn Jahren dasselbe Hauptthema, nämlich die Schwierigkeiten beim Schutzwald. Seit zehn Jahren dieselbe Problematik, Herr Minister; Sie wissen das vielleicht direkt als Minister noch nicht gar so lang. (Abg. Dr. Khol: Mein Gott, er ist schon 15 Jahre lang im Geschäft!) Aber 85 Prozent der Waldflächen mit Verjüngungsmöglichkeiten leiden unter dem Wildverbiß.
Abg. Dr. Khol: Nein! Schwammerlsucher!
Ich weiß nicht, Herr Kollege Khol, ob Sie zur Jägerschaft zählen. (Abg. Dr. Khol: Nein! Schwammerlsucher!) Glücklicherweise nicht! Insofern brauche ich Sie nicht persönlich anzusprechen, sondern muß nur an Ihre Kolleginnen und Kollegen appellieren, die wahrscheinlich dadurch, daß sie speziellen Wert auf eine ordentliche Jagdtrophäe legen, an den Wildverbißschäden in den Wäldern mit schuld sind. Denn Sie wissen ja, daß man das Wild aufgrund der Trophäenzucht füttert; das Wild macht sich dann an den Schutzwald heran, und der Schutzwald leidet. Sie kennen alle diese Kettenreaktionen. Die Umweltanwälte sagen, das sei ein größerer Schaden als die Luftschadstoffe, nämlich bodengemachter, hausgemachter Wildverbiß. (Abg. Großruck: Murmeltiere und Schneehasen!) Seit zehn Jahren ist das das Problem, und seit zehn Jahren wird nichts dagegen unternommen. Es sollte hier endlich einmal etwas in die Wege geleitet werden, um dem Wild gewissen Einhalt zu gebieten. – Das war der erste Bereich.
Abg. Großruck: Murmeltiere und Schneehasen!
Ich weiß nicht, Herr Kollege Khol, ob Sie zur Jägerschaft zählen. (Abg. Dr. Khol: Nein! Schwammerlsucher!) Glücklicherweise nicht! Insofern brauche ich Sie nicht persönlich anzusprechen, sondern muß nur an Ihre Kolleginnen und Kollegen appellieren, die wahrscheinlich dadurch, daß sie speziellen Wert auf eine ordentliche Jagdtrophäe legen, an den Wildverbißschäden in den Wäldern mit schuld sind. Denn Sie wissen ja, daß man das Wild aufgrund der Trophäenzucht füttert; das Wild macht sich dann an den Schutzwald heran, und der Schutzwald leidet. Sie kennen alle diese Kettenreaktionen. Die Umweltanwälte sagen, das sei ein größerer Schaden als die Luftschadstoffe, nämlich bodengemachter, hausgemachter Wildverbiß. (Abg. Großruck: Murmeltiere und Schneehasen!) Seit zehn Jahren ist das das Problem, und seit zehn Jahren wird nichts dagegen unternommen. Es sollte hier endlich einmal etwas in die Wege geleitet werden, um dem Wild gewissen Einhalt zu gebieten. – Das war der erste Bereich.
Abg. Dr. Khol: Sind das die Auerhähne oder die Schneehasen? – Zwischenruf des Abg. Großruck.
Der zweite Bereich, der ebenfalls anzuführen ist ... (Abg. Dr. Khol: Sind das die Auerhähne oder die Schneehasen? – Zwischenruf des Abg. Großruck.) Ich fasse mich kurz, außer ich soll auf Ihre Zwischenrufe eingehen; dann dauert es ein bißchen länger.
In Richtung Bundesminister Mag. Molterer, vom Mikrophon abgewandt:
Insgesamt bietet der Waldbericht sehr viele Ansatzpunkte für eine progressive, relativ fortschrittliche Politik. (In Richtung Bundesminister Mag. Molterer, vom Mikrophon abgewandt:) Herr Minister! Auch im Sinne Oberösterreichs darf ich noch einmal auf die Schutzwälder zu sprechen kommen. (Ruf bei der SPÖ: Man hört nichts!) – Umweltanwalt Wimmer! Es ist das für Sie auch im Wahljahr 1999 ein Auftrag, etwas zu tun. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der SPÖ: Man hört nichts!
Insgesamt bietet der Waldbericht sehr viele Ansatzpunkte für eine progressive, relativ fortschrittliche Politik. (In Richtung Bundesminister Mag. Molterer, vom Mikrophon abgewandt:) Herr Minister! Auch im Sinne Oberösterreichs darf ich noch einmal auf die Schutzwälder zu sprechen kommen. (Ruf bei der SPÖ: Man hört nichts!) – Umweltanwalt Wimmer! Es ist das für Sie auch im Wahljahr 1999 ein Auftrag, etwas zu tun. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Insgesamt bietet der Waldbericht sehr viele Ansatzpunkte für eine progressive, relativ fortschrittliche Politik. (In Richtung Bundesminister Mag. Molterer, vom Mikrophon abgewandt:) Herr Minister! Auch im Sinne Oberösterreichs darf ich noch einmal auf die Schutzwälder zu sprechen kommen. (Ruf bei der SPÖ: Man hört nichts!) – Umweltanwalt Wimmer! Es ist das für Sie auch im Wahljahr 1999 ein Auftrag, etwas zu tun. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber ich denke, man soll auch einmal positiv erwähnen, daß diese jährlich gelieferte Zustandsanalyse europaweit am fundiertesten durchgeführt wird. Dieser Bericht hat internationales Format. Ich möchte daher bei dieser Gelegenheit allen Beamtinnen und Beamten danken, die dazu beigetragen haben, daß dieser Bericht in der Form, in der er vorliegt, umgesetzt werden konnte. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Langfristige Maßnahmen greifen in der gesamten Waldwirtschaft erst nach Jahren. Es handelt sich bei der Walderhaltung wirklich um ein Generationenprojekt. Besonders wichtig wird es sein, den Kampf gegen die Emissionen vor allem auf europäischer Ebene zu koordinieren und weiterzuführen. In diesem Sinne werden wir dem Waldbericht unsere Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger.)
Abg. Schwarzenberger: Haben Sie nicht aufgepaßt? – Ich habe die Gründe erläutert!
†Abgeordneter Dr. Stefan Salzl¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir diskutieren heute – also 1999 – den Waldbericht 1996, obwohl im Forstbericht von einer jährlichen Vorlage dieses Berichtes die Rede ist. (Abg. Schwarzenberger: Haben Sie nicht aufgepaßt? – Ich habe die Gründe erläutert!)
Abg. Schwarzenberger: Das stimmt auch!
Herr Schwarzenberger, hören Sie zu: Da nützen auch Argumente wie jene, daß die Ergebnisse der österreichischen Waldinventur erst Ende 1997 vorgelegen seien (Abg. Schwarzenberger: Das stimmt auch!) oder daß die Vorbereitungen der EU-Präsidentschaft so viel Zeit in Anspruch genommen hätten, meiner Meinung nach nichts. Das sind meiner Ansicht nach Ausreden, die nicht tolerierbar sind, zumal der Leiter der Sektion für Forstwesen, Direktor Mannsberger, bereits im September 1997 ankündigt hat, daß der Waldbericht fast fertig sei.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Weiters geht aus dem Bericht hervor, daß die Ertragslage der österreichischen Forstwirtschaft trotz intensiver Rationalisierungsmaßnahmen kritisch ist. Das wird in dem Bericht über die damalige Lage gesagt; in der Zwischenzeit hat sich die Situation Gott sei Dank etwas gebessert. Wahrscheinlich auch aus diesen Gründen ist die Zahl der Forstarbeiter rückläufig. Das ist ein Zeichen dafür, daß auch im Forstbereich eine Landwirtschaftspolitik gefordert ist, die den Betrieben in Zukunft ein wirtschaftliches Überleben sichert. Herr Landwirtschaftsminister, ich ersuche Sie höflichst darum. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Peter: Darf es ein bißchen mehr sein?
†Präsident Dr. Heinz Fischer¦: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Smolle. Herr Abgeordneter, wieviel Redezeit wollen Sie haben? (Abg. Mag. Peter: Darf es ein bißchen mehr sein?)
Abg. Dr. Khol: Laku noč, Visoki Dom!
†Abgeordneter Karl Smolle¦ (Liberales Forum): Visoki Dom! Spoštovane! Hohes Haus! Herr Präsident! Herr Minister! (Abg. Dr. Khol: Laku noč, Visoki Dom!) Wir haben es mit einem sehr alten Problem zu tun. (Abg. Schwarzenberger: Wissen Sie, was “NAWARO” heißt?) Das sind diese Orangen, oder nicht? (Abg. Schwarzenberger: Nein! “Nachwachsende Rohstoffe”!) Ach so. Wissen Sie, was “Z” heißt? (Abg. Schwarzenberger: Sie können mitreden!) Das ist der Zaun ...
Abg. Schwarzenberger: Wissen Sie, was “NAWARO” heißt?
†Abgeordneter Karl Smolle¦ (Liberales Forum): Visoki Dom! Spoštovane! Hohes Haus! Herr Präsident! Herr Minister! (Abg. Dr. Khol: Laku noč, Visoki Dom!) Wir haben es mit einem sehr alten Problem zu tun. (Abg. Schwarzenberger: Wissen Sie, was “NAWARO” heißt?) Das sind diese Orangen, oder nicht? (Abg. Schwarzenberger: Nein! “Nachwachsende Rohstoffe”!) Ach so. Wissen Sie, was “Z” heißt? (Abg. Schwarzenberger: Sie können mitreden!) Das ist der Zaun ...
Abg. Schwarzenberger: Nein! “Nachwachsende Rohstoffe”!
†Abgeordneter Karl Smolle¦ (Liberales Forum): Visoki Dom! Spoštovane! Hohes Haus! Herr Präsident! Herr Minister! (Abg. Dr. Khol: Laku noč, Visoki Dom!) Wir haben es mit einem sehr alten Problem zu tun. (Abg. Schwarzenberger: Wissen Sie, was “NAWARO” heißt?) Das sind diese Orangen, oder nicht? (Abg. Schwarzenberger: Nein! “Nachwachsende Rohstoffe”!) Ach so. Wissen Sie, was “Z” heißt? (Abg. Schwarzenberger: Sie können mitreden!) Das ist der Zaun ...
Abg. Schwarzenberger: Sie können mitreden!
†Abgeordneter Karl Smolle¦ (Liberales Forum): Visoki Dom! Spoštovane! Hohes Haus! Herr Präsident! Herr Minister! (Abg. Dr. Khol: Laku noč, Visoki Dom!) Wir haben es mit einem sehr alten Problem zu tun. (Abg. Schwarzenberger: Wissen Sie, was “NAWARO” heißt?) Das sind diese Orangen, oder nicht? (Abg. Schwarzenberger: Nein! “Nachwachsende Rohstoffe”!) Ach so. Wissen Sie, was “Z” heißt? (Abg. Schwarzenberger: Sie können mitreden!) Das ist der Zaun ...
Abg. Leikam: Was wird da gefüttert?
Durch Zufütterung von Kraftfutter von September bis April, teilweise auch im Sommer (Abg. Leikam: Was wird da gefüttert?), sowie durch rigorose Bejagung von Raubwild wie Fuchs, Dachs, Marder oder Wiesel, allesamt natürliche Feinde von Rehkitzen, Junghasen und diversem Wildgeflügel, ist der Wildbestand im Inn- und im Hausruckviertel stetig angestiegen. – Zitatende.
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir Liberalen werden diesem Bericht zustimmen. Er ist sehr ordentlich bearbeitet worden, er zeigt auch einen gewissen Fortschritt. Man kann zufriedener sein; vielleicht nicht zufrieden, aber doch zufriedener. In diesem Sinne kann man sagen: Herr Minister, wenn Sie als verantwortlicher Politiker vielleicht noch etwas größere und mutigere Schritte machen, wird Ihnen das Lob der Liberalen gewiß sein! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Smolle – zum Rednerpult zurückkehrend –: Herr Präsident, ich danke! – Abg. Scheibner: Das ist ja kein Kasperltheater!
†Präsident Dr. Heinz Fischer¦: Herr Abgeordneter Smolle, haben Sie den Antrag verlesen? (Abg. Smolle – zum Rednerpult zurückkehrend –: Herr Präsident, ich danke! – Abg. Scheibner: Das ist ja kein Kasperltheater!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich denke, das ist ein Antrag, dem man jedenfalls zustimmen kann, und ich gehe davon aus, daß da auch die Regierungsparteien mitstimmen werden. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
†Abgeordnete Ing. Monika Langthaler¦ (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! In aller Kürze möchte ich auf einen Aspekt des Waldberichtes eingehen, der aus ökologischer Sicht natürlich besonders spannend ist, und das sind die Luftemissionen – sie sind ja auch im Bericht erwähnt –, besonders Schwefeldioxid, Stickoxide, Ammoniak, aber vor allem auch bodennahes Ozon. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Daher ergeht auch von seiten der Grünen die Aufforderung an Sie, Herr Minister, nicht nur dafür zu sorgen, daß Ihr Parteikollege, der Wirtschaftsminister, gerade im Bereich der Spanplattenverordnung entsprechend aktiv wird, sondern vor allem zu versuchen, sich wirklich im Verkehrsbereich einzumischen, wenn Sie als Landwirtschaftsminister ein Interesse daran haben, daß Luftemissionen, die den Wald ja kontinuierlich schädigen, in diesem Land reduziert werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Österreicher liebt seinen Wald, und der Waldbericht ist eine ausgezeichnete Dokumentation, die künftig noch umfassender gestaltet werden soll und den Bürgern auch über Internet angeboten werden wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Waldbericht stellt eine sehr wertvolle Informationsquelle dar – danke an die Beamten, die ihn abgefaßt haben. Ihn zur Kenntnis zu nehmen, würde aber bedeuten, die verfehlte Wald- und Forstpolitik der Regierungskoalition mitzutragen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf: Ein Schwemlein steht im Walde!
†Abgeordneter Emmerich Schwemlein¦ (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! (Ruf: Ein Schwemlein steht im Walde!) Der Zwischenruf ist nicht schlecht: “Ein Schwemlein steht im Walde!” – Das paßt ganz gut zum Waldbericht. (Abg. Blünegger: Ganz still und stumm!) Still und stumm? – Nein, sehr laut in diesem Fall – im Walde aber nicht, denn ich denke ja sehr wohl an die Tiere, die dort leben.
Abg. Blünegger: Ganz still und stumm!
†Abgeordneter Emmerich Schwemlein¦ (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! (Ruf: Ein Schwemlein steht im Walde!) Der Zwischenruf ist nicht schlecht: “Ein Schwemlein steht im Walde!” – Das paßt ganz gut zum Waldbericht. (Abg. Blünegger: Ganz still und stumm!) Still und stumm? – Nein, sehr laut in diesem Fall – im Walde aber nicht, denn ich denke ja sehr wohl an die Tiere, die dort leben.
Beifall bei der SPÖ.
Nun, meine Damen und Herren, ziehe ich daraus den Schluß, daß es wohl zuwenig ist, auf der einen Seite zu beklagen, daß der Wildverbiß das größte Problem im heimischen Wald darstellt, auf der anderen Seite gleichzeitig festzustellen, daß die Wildabschußzahlen zurückgingen, und zum dritten dann der Hoffnung Ausdruck zu verleihen, diese Zahlen doch irgendwie herunterzubekommen. Da glaube ich – und ich bin felsenfest davon überzeugt –, daß wir alle weitaus mehr gefordert sind. Wenn wir dem Wald helfen wollen, den Wald schützen wollen, dann müssen wir konsequenter durchgreifen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Der Grund dafür – diese Spitze sei mir erlaubt –, daß die Abschußzahlen rückläufig sind, kann wohl nicht darin liegen, daß die Anzahl der vorhandenen Schußwaffen zu gering sei. Es muß einen anderen Grund geben. (Zwischenruf der Abg. Aumayr.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich stelle daher zusammenfassend fest, meine Damen und Herren: Der Bericht, der vorliegt, ist durchaus interessant und ist durchaus in der Lage, uns die Probleme in der Form aufzuzeigen, daß wir Schlüsse daraus ziehen können. Wenn wir Probleme kennen und erkennen, dann sollten wir so rasch wie möglich umfassende Reformen einleiten. Darum bitte ich Sie nicht nur, Herr Minister, dazu fordere ich uns alle auf. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Man muß ... (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Macht nichts! Ich kann es Ihnen später noch erklären. (Ruf bei der SPÖ: Warum tun Sie es nicht?)
Ruf bei der SPÖ: Warum tun Sie es nicht?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Man muß ... (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Macht nichts! Ich kann es Ihnen später noch erklären. (Ruf bei der SPÖ: Warum tun Sie es nicht?)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin froh darüber, daß wir diesen Bericht haben. Wir können viele Dinge herauslesen und viel daraus lernen, aber wir müssen auch darangehen, diesen Bericht richtig zu interpretieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Das ist eine gute Nachricht! – Abg. Mag. Stadler: Das beweist nur, daß man uns in der Präsidiale zuwenig Redezeit gegeben hat!
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Die nächste Wortmeldung kommt von Frau Abgeordneter Aumayr. – Frau Abgeordnete! Diese Wortmeldung kann leider nicht stattfinden, weil die Redezeit, die auf Ihre Fraktion entfällt, bereits erschöpft ist. (Abg. Dr. Khol: Das ist eine gute Nachricht! – Abg. Mag. Stadler: Das beweist nur, daß man uns in der Präsidiale zuwenig Redezeit gegeben hat!)
Abg. Fischl: Was verstehen Sie überhaupt?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollegin Langthaler hat mich verblüfft mit einer Untersuchung – ich habe nicht ganz verstanden, woher sie ist (Abg. Fischl: Was verstehen Sie überhaupt?) – zur Übersäuerung der Böden. Sie hat gemeint, Österreich steige hier am schlechtesten aus. Auch das verstehe ich nicht. Ich kenne diese Untersuchung nicht – ich kenne eine deutsche Studie, den “Deutschen Waldbodenbericht” (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Fischl), und ich habe im Ausschuß auch angeregt, daß auch in Österreich parallel zu unserer Waldzustandserhebung so etwas gemacht wird –, aber das kann doch, bitte, nicht stimmen, daß, während unser Wald in signifikanter Weise zu den besten Wäldern in Europa zählt und es in Deutschland diesbezüglich weiter bergab geht, unsere Böden schlechter sein sollen als die deutschen. Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich würde gerne die Studie von Kollegin Langthaler sehen. Vielleicht hat sie hier aber auch nur einen kleinen Bluff gestartet.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Fischl
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollegin Langthaler hat mich verblüfft mit einer Untersuchung – ich habe nicht ganz verstanden, woher sie ist (Abg. Fischl: Was verstehen Sie überhaupt?) – zur Übersäuerung der Böden. Sie hat gemeint, Österreich steige hier am schlechtesten aus. Auch das verstehe ich nicht. Ich kenne diese Untersuchung nicht – ich kenne eine deutsche Studie, den “Deutschen Waldbodenbericht” (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Fischl), und ich habe im Ausschuß auch angeregt, daß auch in Österreich parallel zu unserer Waldzustandserhebung so etwas gemacht wird –, aber das kann doch, bitte, nicht stimmen, daß, während unser Wald in signifikanter Weise zu den besten Wäldern in Europa zählt und es in Deutschland diesbezüglich weiter bergab geht, unsere Böden schlechter sein sollen als die deutschen. Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich würde gerne die Studie von Kollegin Langthaler sehen. Vielleicht hat sie hier aber auch nur einen kleinen Bluff gestartet.
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne wünsche ich unserem Wald eine weiterhin gute Zukunft. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wie aus dem Waldbericht hervorgeht, gibt es trotz Erfolgen immer noch Probleme, die Anlaß zum Handeln geben. So haben wir zum Beispiel mit Fehlern der Vergangenheit heute noch zu kämpfen: Das sind einerseits Verschlechterungen des Waldbodenzustands wie die Übersäuerung des Waldbodens sowie andererseits ein vermehrtes Schädlingsauftreten, verursacht durch bevorzugte Fichten- und Kiefermonokulturen und Umwelteinflüsse. Durch gezielte Beratungs- und Förderungsmaßnahmen wird versucht, ebendiese Probleme in den Griff zu bekommen. In diesem Zusammenhang darf ich den Mitarbeitern der Landwirtschaftskammern meinen besonderen Dank für ihre hervorragende Arbeit bei der Unterstützung der Waldbauern aussprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Forststrategie bildet daher eine gesunde Basis für die Zukunft. Inhalt ist ein klares Bekenntnis – auch dieses Waldberichtes – zur multifunktionalen Rolle der Wälder und zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Denn ein nachhaltig bewirtschafteter Wald fördert die Beschäftigung, das Wohlbefinden der Menschen und die Qualität der Umwelt. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Sechstens und letztens: Österreich hat derzeit auf internationaler Ebene ein hohes Maß an Verpflichtung für die Forstwirtschaft. Österreich stellt den Vorsitz beim Paneuropäischen Forstprozeß, der weit über die Europäische Union hinaus alle europäischen Länder zu einer gemeinsamen Strategie in der Forstwirtschaft verpflichtet. Wir werden für die nächsten vier Jahre diese Aufgabe verantwortungsvoll wahrnehmen. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Schieder: Schweitzer ist sitzen geblieben! Will er nicht, daß Haider ausgeliefert wird? – Das ist interpretierbares Verhalten!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Antrag ihre Zustimmung erteilen, um ein entsprechendes Zeichen. – Dieser Antrag ist mehrheitlich angenommen. (Abg. Schieder: Schweitzer ist sitzen geblieben! Will er nicht, daß Haider ausgeliefert wird? – Das ist interpretierbares Verhalten!)
Abg. Großruck: Es ist eingestellt worden!
Jetzt ist beides abgeschlossen, sowohl die Innenrevision als auch die strafrechtlichen Untersuchungen. Daher muß man sich jetzt neu damit auseinandersetzen, ob ein Untersuchungsausschuß notwendig ist oder nicht, um die politische Verantwortung zu klären. (Abg. Großruck: Es ist eingestellt worden!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Kollege! Wenn Sie hier jetzt sagen, daß die strafrechtliche Untersuchung ausreicht, dann haben Sie doch ein sehr merkwürdiges Verständnis von politischer Verantwortung. Denn wenn für Sie der Maßstab der politischen Verantwortung das Strafrecht ist, dann wissen wir, was Sie von politischer Kultur halten. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Großruck: Gott sei Dank!
Wir haben eine andere Vorstellung von politischer Verantwortung. (Abg. Großruck: Gott sei Dank!) Gott sei Dank, das ist wahr. Unabhängig davon, daß ich es für eine sehr eigenwillige Beurteilung von Ihnen halte, das Strafrecht heranzuziehen, halte ich es auch deshalb für denkunmöglich, weil es einfach politische Verfehlungen gibt, die strafrechtlich gar nicht erfaßt sind – und das mit gutem Grund. Es gibt daher ein anderes Instrumentarium, um die politische Verantwortung zu klären, bei Ministern zum Beispiel einen Mißtrauensantrag. Wozu bräuchten wir den, wenn das Strafrecht die einzige Latte wäre? – Dann könnte man ihn einfach vor Gericht stellen, und damit wäre die Geschichte erledigt. Das sieht die Geschäftsordnung glücklicherweise nicht so vor. In einer Demokratie – nicht nur in der österreichischen – gibt es daher ein entsprechendes Instrumentarium, und eines der Kontrollinstrumente dafür, die politische Verantwortung festzustellen, ist ein Untersuchungsausschuß. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Wir haben eine andere Vorstellung von politischer Verantwortung. (Abg. Großruck: Gott sei Dank!) Gott sei Dank, das ist wahr. Unabhängig davon, daß ich es für eine sehr eigenwillige Beurteilung von Ihnen halte, das Strafrecht heranzuziehen, halte ich es auch deshalb für denkunmöglich, weil es einfach politische Verfehlungen gibt, die strafrechtlich gar nicht erfaßt sind – und das mit gutem Grund. Es gibt daher ein anderes Instrumentarium, um die politische Verantwortung zu klären, bei Ministern zum Beispiel einen Mißtrauensantrag. Wozu bräuchten wir den, wenn das Strafrecht die einzige Latte wäre? – Dann könnte man ihn einfach vor Gericht stellen, und damit wäre die Geschichte erledigt. Das sieht die Geschäftsordnung glücklicherweise nicht so vor. In einer Demokratie – nicht nur in der österreichischen – gibt es daher ein entsprechendes Instrumentarium, und eines der Kontrollinstrumente dafür, die politische Verantwortung festzustellen, ist ein Untersuchungsausschuß. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Das ist nicht Amtsmißbrauch. Aber wenn Sie sagen, daß diese Dinge nicht aufklärungsbedürftig sind und daß politischer Verantwortung dafür im vorhinein die Absolution erteilt werden kann, dann halte ich Ihre Latte, die Sie an die politische Kultur und an die politische Verantwortung anlegen, einfach für zu niedrig und für verantwortungslos. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Deswegen ersuche ich Sie im Lichte der jetzigen Ereignisse und der vorliegenden Aussagen, diesem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zuzustimmen. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Dann müßten Sie sich zu Recht dieses Vorurteil der Bevölkerung – ich glaube noch immer, daß es ein Vorurteil ist – gefallen lassen, daß alle Politikerinnen und Politiker schon im Nahbereich von Ganoventum angesiedelt sind. Ich teile diesen Befund nicht. Aber dann geben Sie den Weg frei für eine parlamentarische Untersuchung! Das ist die einzig korrekte Antwort! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)