Eckdaten:
Für die 7. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 843 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Allgemeiner Beifall.
Ich begrüße den Herrn Bundespräsidenten sehr herzlich in unserer Mitte! (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Andreas Khol: Ich begrüße die neuen Abgeordneten herzlich in unserer Mitte und wünsche ihnen in ihrem verantwortungsvollen Amt viel Freude und viel Erfolg. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich nutze diese Gelegenheit, um den Mitgliedern der Bundesregierung sowie den Staatssekretären ein herzliches Wort des Dankes und der Anerkennung für ihre Tätigkeit im Dienste der Republik Österreich auszusprechen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich wünsche allen Mitgliedern der Bundesregierung sowie den Staatssekretären den besten Erfolg für ihre Arbeit im Dienste der Republik Österreich. – Alles Gute, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
als Klubobmann, und Frau Staatssekretärin Mares Rossmann. Ich möchte ihnen für die hervorragende Arbeit für Österreich der letzten drei Jahre sehr herzlich danken. Es war gut, mit ihnen zusammenzuarbeiten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Regierung steht für eine Politik, die den Menschen nichts vorgaukelt, sondern für eine Politik, die die Dinge aufrichtig beim Namen nennt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bitte Sie daher: So, wie Europa eine Stimme braucht, möchte ich auch, dass Österreich mit einer Stimme unserem Wunsch nach Frieden, nach Abrüstung, nach Stärkung der Vereinten Nationen Ausdruck verleiht. Ich hoffe, dass wir heute gemeinsam eine Irak-Entschließung in diesem Hohen Hause verabschieden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
geben und hier wichtige Prioritäten setzen. Damit ist ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort unsere beste Zukunftsversicherung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Den Familien ist bewusst ein Schwerpunkt unserer politischen Arbeit gewidmet. Unser größter Stolz, unsere größte Hoffnung sind die Kinder. Wir müssen daher alles tun, um ihre Lebenswelt liebevoll und chancenreich zu gestalten. Die Kinder brauchen Schutz und Unterstützung. 90 Prozent der Jugend sehen in einer intakten Familie das schönste Lebensziel. – Ich meine, wir haben die Aufgabe, sie zu diesem Lebensziel zu ermuntern und noch bessere Voraussetzungen dafür zu schaffen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! 2010 soll für alle Österreicherinnen und Österreicher eine deutliche Entlastung spürbar sein. Die Abgabenquote wird durch eine solide Budget- und Stabilitätspolitik und durch Steuersenkungen – Mehrzahl!; zwei Entlastungen kommen bereits 2004 und 2005 – auf 40 Prozent zurückgehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Wir müssen auch unsere eigene Geschichte in allen Aspekten annehmen. Die Historikerkommission hat mit ihrer nun abgeschlossenen dreijährigen Arbeit einen wesentlichen, einen substantiellen Beitrag dazu geleistet, für den ich mich noch einmal namens der Bundesregierung – und auch, wie ich hoffe, im Namen des Nationalrates und des Bundesrates – ausdrücklich bedanken möchte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dieser Bericht der Historikerkommission bestätigt uns auch, dass wir mit dem Abschluss der Washingtoner Übereinkunft vom Jänner 2001 und der Einrichtung zweier Entschädigungsfonds für die Opfer des Nationalsozialismus die wichtigsten noch erforderlichen materiellen Schritte – insgesamt rund 1 Milliarde € – gesetzt haben. Gleichzeitig erinnert uns der Bericht deutlich daran, dass die geistige Auseinandersetzung mit diesem dunkelsten Kapitel unserer jüngeren Geschichte konsequent fortgesetzt werden muss. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die individuelle Mobilität und die Vielfalt der Güter steigen – und damit das Verkehrsaufkommen. Die regionale Belastung durch Transit darf nicht einfach hingenommen werden – in Brüssel, im Rat, im Europaparlament! Hier braucht es europäische Lösungen, eine Übergangsregelung für unser Ökopunktesystem, faire Mautregelungen und eine große Infrastrukturinvestitionswelle über die Grenzen hinaus. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Eine aktive Europapolitik ist daher Herzstück dieser Bundesregierung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir wollen den Österreicherinnen und Österreichern jene Sicherheit geben, in der sie ihr Leben so leben können, wie sie es sich wünschen. Unserer Politik legen wir daher ein umfassendes Sicherheitsverständnis zugrunde: Sicherheit als Grundlage für Freiheit und Lebensqualität auf allen Ebenen, in allen Bereichen. Die Bürger können sich hier auf uns verlassen. Wir sind der Sicherheitspartner aller Österreicher. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif – ich spreche diese Banalität hier einfach aus –, sie hat ihren angemessenen Preis. Wir brauchen daher leistungsfähige Streitkräfte, wenn wir als souveräner Staat in Europa und in der Welt weiter ernst genommen werden wollen. Internationale Krisen in der unmittelbaren Nachbarschaft wie am Balkan, der notwendige Grenzeinsatz des Bundesheeres 1991, all dies hat uns gezeigt, dass wir auf unsere Soldaten nicht verzichten können, aber auch nicht verzichten wollen. Ohne ihren unermüdlichen Einsatz wären Katastrophen wie das Lawinenunglück in Galtür oder das Hochwasser im letzten Sommer ganz einfach nicht zu bewältigen gewesen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Sicherheit im Alltag ist eine Voraussetzung für Ihre persönliche Freiheit, meine Damen und Herren. Sicherheit in Staat, Gesellschaft, im persönlichen Lebensumfeld ist so etwas wie ein elementares Grundrecht. Und damit Österreich auch künftig eines der sichersten Länder der Welt bleibt, braucht es eine gut ausgerüstete und vor allem auch gut motivierte Exekutive, die respektiert wird. Wir müssen Sicherheit als unser aller Anliegen erkennen, für das nicht nur die Profis, sondern letztlich wir alle in der Bürgergesellschaft Verantwortung tragen. Unsere Gesellschaft kann und darf nicht akzeptieren, dass Drogen und Kindesmissbrauch junge Leben zerstören. Daher wird diese Bundesregierung alles daransetzen, unsere Kinder vor diesen Gefahren zu schützen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Einwanderung ist etwas ganz anderes als Asylsuche. Einwanderung braucht klare nationale Regeln für legale Zuwanderung. Die Lösung dieses in allen westlichen Ländern zunehmenden Problems erfordert Solidarität und ein gemeinsames europäisches Vorgehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: Faschingsscherz! Das ist ein Scherz!
Zur Sicherung des Luftraumes und zur Wahrung der österreichischen Souveränität können und wollen wir auf eine Luftpolizei nicht verzichten. Und daher werden wir auf Basis der Empfehlungen des Nationalen Sicherheitsrates und der in der vergangenen Legislaturperiode getroffenen Beschlüsse den Beschaffungsvorgang für Luftraumüberwachungsflugzeuge fortsetzen. Wir werden dafür sorgen, dass die Gegengeschäfte positive Auswirkungen auf die Arbeitsplätze, den Wirtschaftsstandort und den Technologietransfer haben. Das Budget des Verteidigungsministers darf in der gesamten Legislaturperiode nicht zusätzlich belastet werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: Faschingsscherz! Das ist ein Scherz!)
Abg. Dr. Petrovic: ... traurig!
Eine enge Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen EU und NATO (Abg. Dr. Petrovic: ... traurig!) sowie die „Partnerschaft für den Frieden“ sind wesentliche Voraussetzungen für den Erfolg der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ausrüstung bis zu den Kommunikations- und Einsatzsystemen – unterschiedliche Exekutivbehörden geben soll. Moderne Sicherheit braucht einfach zeitgemäße Lösungen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie des Abg. Reheis.
Ich möchte Präsidenten Dr. Franz Fiedler, den Präsidenten des Rechnungshofes, einladen – er hat mir bereits zugesagt –, das Präsidium dieses Konvents zu leiten. Da dies auch von anderen politischen Parteien angeregt wurde, wird sich diesbezüglich, so glaube ich, ein breiter Konsens finden lassen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie des Abg. Reheis.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ein gutes Beispiel dafür ist ein bundesweites Tierschutzgesetz, mit dem wir gemeinsam und über die Grenzen der Bundesländer hinweg eine Koalition gegen das Tierleid bilden wollen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Lösungen zu ermöglichen. Der Bürger soll unabhängig davon, wer ihm gegenübertritt – der Staat, der Bund, die Länder oder die Gemeinden –, das beste Service als Gegenleistung für seine Steuern erhalten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Österreicherinnen und Österreicher wissen ganz genau, dass nur eine leistungsstarke Wirtschaft Arbeit und Wohlstand schaffen und erhalten kann. In den letzten Jahren hat sich der Standort Österreich, wie zahllose internationale Studien beweisen, deutlich verbessert. Diesen Kurs wollen, ja müssen wir fortsetzen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Unbestritten ist der Grundsatz: Wirtschaft schafft Arbeit! – Um den internationalen negativen Trends gegenzusteuern, setzen wir auf aktive Beschäftigungspolitik. Unsere Antwort auf die Probleme auf dem Arbeitsmarkt heißt Qualifizierung. Wir wollen nicht, dass Arbeitslosigkeit einfach verwaltet wird, wir wollen, dass Arbeitswillige schneller eine neue Berufschance erhalten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
wickeln und im Dialog mitzutragen, und ich möchte Sie unserer Bereitschaft zu konstruktiver Zusammenarbeit versichern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Öffnungszeiten für die Geschäfte sollen ausgeweitet werden. Damit hat der Konsument mehr Einkaufsmöglichkeiten, der Handel steigende Umsätze. Wir wollen ganz einfach keinen Kaufkraftabfluss ins Ausland zur Kenntnis nehmen! Die bisherigen bundesgesetzlichen Tagesrahmenzeiten sollen fallen. Die Länder bestimmen in Zukunft nach Einbindung der Sozialpartner die konkreten Öffnungszeiten zwischen Montag 5 Uhr und Samstag 18 Uhr. Der Sonntag bleibt Familientag! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird es künftig in mittleren und größeren Betrieben einen Anspruch auf Teilzeit und flexible Arbeitszeitregelung für Eltern von Kindern bis zum Schuleintritt geben. Wir haben beim Arbeitsmarktservice derzeit rund 20 000 Arbeitsuchende gemeldet, die den Wunsch nach einer Teilzeitbeschäftigung im Rahmen ihrer Vormerkung deponiert haben. Fast 19 000 davon sind Frauen, genau jene Zielgruppe, für die diese Maßnahme geradezu maßgeschneidert ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Als eine mittlere Volkswirtschaft mit einem sehr hohen Dienstleistungsanteil – wir haben immerhin Platz 13 in der Welt – ist Österreich besonders interessiert an internationalen Vereinbarungen in diesem Bereich, wie sie in den laufenden Verhandlungen zum Thema GATS, also dem General Agreement on Trade in Services, diskutiert werden. Die Internationalisierungsoffensive wird unseren Betrieben Märkte sichern und neue erschließen. Wir nehmen aber die Sorgen der Bevölkerung darüber sehr, sehr ernst und wollen bei den Verhandlungen sicherstellen, dass öffentliche Dienstleistungen insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wasserversorgung und Kultur keinen weiteren Liberalisierungen unterworfen werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Landwirtschaft und Umweltschutz gehören zusammen, wie wir das auch in der Ressortkompetenz zum Ausdruck bringen. Durch die Familienbetriebe ist die Agrarwirtschaft in Österreich immer naturnah und ökologisch nachhaltig betrieben worden. Jeder, der in Österreich Urlaub macht, kann sich davon überzeugen. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Von der Landwirtschaft zur Umwelt spannt sich jener Bogen der Nachhaltigkeit, der den dauerhaften Schutz der Natur und die Qualität der Produkte sichert.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Unsere Bäuerinnen und Bauern sind mit ihren Familien – mit den Alten, mit den Jungen – das Rückgrat des ländlichen Raumes, und ich möchte ihnen für diese Arbeit danken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ihre Produktion ist die Grundlage für die regionale Wertschöpfung. Die Sicherung der Einkommen der ländlichen Familien ist und bleibt uns daher ein wichtiges Anliegen. Selbstverständlich werden wir Österreichs Position als europäisches Bioland Nummer eins weiter stärken und ausbauen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
langen aber, dass ab 1. Jänner 2004 an allen österreichischen Tankstellen schwefelfreier Diesel angeboten wird. Mit einem Schlag können damit die krebsfördernden Partikel um ein Drittel reduziert werden. Nach einer Denkpause hat sich dann Gott sei Dank auch der OMV-Vorstand sofort auf dieses Ziel eingelassen. Ich möchte mich ausdrücklich dafür bedanken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die österreichische Haltung in Atomfragen war immer dann erfolgreich, wenn sie von allen Parteien in diesem Haus getragen wurde und wenn realistische Ziele auch gemeinsam verfolgt wurden. Wir laden die Oppositionsparteien daher zur Gemeinsamkeit und zur Zusammenarbeit in dieser wichtigen Frage ein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ob Österreich in den nächsten zehn Jahren wirklich erfolgreich sein wird, ein Land mit hohem Wohlstand und hoher Lebensqualität, entscheidet sich nicht dann, sondern heute: in den Kindergärten, in den Schulen, an den Fachhochschulen, an den Universitäten, in der dualen Ausbildung. Dort sitzen die hellen Köpfe, von deren Erfindergeist die Innovationskraft unserer Wirtschaft abhängt. Dort sitzen die Unternehmer von morgen, die Wachstum und Arbeitsplätze schaffen. Dort sitzen jene Leistungsträger, von deren Wissen, Kreativität und Engagement unsere Zukunft abhängt. Ihnen schulden wir die besten Rahmenbedingungen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Regierung sagt ja zum innovativen Forschungsstandort Österreich. Wir müssen uns aber auch der ethischen Verantwortung stellen, die mit Forschung im Bereich der Biomedizin verbunden sein muss. Biomedizin und Biotechnologie haben längst einen festen Platz in der medizinischen Forschung gefunden. Wir unterstützen die Chancen, bekennen uns aber auch dazu, ethische Grenzen zu ziehen. Unser Ziel ist es, ein Klonverbot bei Menschen durch nationale, europäische und internationale Regelungen durchzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir bekennen uns zu sozial verträglichen Studienbeiträgen, denn es ist gerechtfertigt, dass ein künftiger Akademiker etwa 7 Prozent der Studienkosten selbst bezahlt; mehr als 90 Prozent zahlen sowieso die Steuerzahler, auch die kleinen und mittleren Steuerzahler, dazu. Die Beiträge werden aber an den Universitäten zur Verbesserung der Studienbedingungen und der Qualität der Lehre verbleiben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zwischen Gesundheit und Lebensqualität besteht ein ganz enger Zusammenhang. Ein zeitgemäßes Gesundheitssystem muss daher vorrangig zwei Aufgaben erfüllen: Wer krank ist, muss sich darauf verlassen können, dass das Angebot und die Leistungen unseres hochwertigen Gesundheitssystems zur Verfügung stehen. Wer gesund ist, soll unterstützt werden, Krankheiten vorzubeugen. Deshalb werden wir die Eigenverantwortung, die Vorsorgemedizin deutlich stärken und die Menschen über Bonusmodelle zu dieser Eigenverantwortung aktivieren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich sage es hier sehr klar: Es geht bei der notwendigen Reform des Gesundheitswesens nicht darum, weniger Geld für den Gesundheitsbereich bereitzustellen. Niemand spart auf Kosten der Gesundheit. Im Gegenteil: Frei werdende finanzielle Mittel sollen direkt den Patienten zugute kommen. Wir stellen die kranken Kassen auf gesunde Beine. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Eine Anhebung der Pensionisten-Krankenversicherungsbeiträge sichert deren Zugang zum medizinischen Fortschritt in jeder Lebenslage, in jedem Jahr, in jedem Bereich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die menschliche Qualität unserer Gesellschaft, meine Damen und Herren, misst sich aber auch daran, wie wir unsere Mitmenschen in der letzten Phase ihres Lebens begleiten. Es soll in Hinkunft für alle, die es brauchen, ein ausreichendes Angebot an Hospizeinrichtungen zur Verfügung stehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Das ist zynisch!
Diese Entwicklung macht deutlich, dass in unserem umlagefinanzierten Pensionssystem immer weniger Erwerbstätige immer mehr Pensionisten finanzieren müssen. Und da tut sich eine enorme Gerechtigkeitslücke auf. Wir müssen den jungen Menschen eine echte, gerechte Chance auf eine existenzsichernde Pension im Alter geben, und dazu werden wir eine Pensionssicherungsreform umsetzen, die diesen Namen auch wirklich verdient. Dabei soll niemand verunsichert werden. Mit der neuen betrieblichen Zusatzpension, der Mitarbeitervorsorge, dem attraktiven privaten Vorsorgemodell bauen wir in Österreich gerade die zweite und dritte Säule der Alterssicherung auf. Und all dies muss im Gesamtkontext gesehen werden. – Dieser Kurs ist richtig, und diesen Kurs werden wir fortsetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Das ist zynisch!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir stehen für den gleichen Zugang aller Menschen zu Leistungen in allen Lebensbereichen. Wir wollen die soziale und berufliche Integration vertiefen und ein barrierefreies persönliches Umfeld schaffen. Ein Bundesbehinderten-Gleichstellungsgesetz wird erarbeitet, alle gesetzlichen Bestimmungen werden auf Diskriminierungen hin überprüft und angepasst. Bei Um- und Neubauten im öffentlichen Bereich werden wir eine barrierefreie Nutzung sicherstellen. Gehwege sollen österreichweit behindertengerecht gestaltet werden. – Meine Damen und Herren! Hier ist auch der Tourismus gefordert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Die Abgeordneten Mag. Wurm und Eder: Eurofighter!
2001 wurde erstmals ein Nulldefizit erreicht. 2002 hatten wir trotz Konjunkturflaute und Hochwasserkatastrophe ein ausgezeichnetes Ergebnis. Wir wollen mit einer verantwortungsvollen Finanzpolitik sicherstellen, dass die Zukunft der jungen Menschen nicht von Schuldenbergen verstellt ist, denn es gibt nichts Unsozialeres, als Schulden zu Lasten der nächsten Generation zu machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Die Abgeordneten Mag. Wurm und Eder: Eurofighter!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Im Vordergrund steht eine deutliche steuerliche Entlastung. Sie wird ein Volumen von rund 3 Milliarden € umfassen und in zwei Etappen durchgeführt. Die erste Phase beginnt am 1. Jänner 2004 und bringt eine Nettoentlastung von 500 Millionen, 600 Millionen €. Durch eine vollständige Steuerfreistellung von Brutto-Jahreseinkommen von knapp 14 500 € werden 200 000 Österreicherinnen und Österreicher von der Steuerzahlung befreit. Dazu kommt eine Lohnnebenkostensenkung für ältere Arbeitnehmer. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die zweite Etappe der Steuerreform im Jahr 2005 wird eine noch größere steuerliche Entlastung bringen sowie eine Vereinfachung und mehr Transparenz. Insgesamt sind diese beiden Reformetappen die größte Steuersenkung der letzten Jahrzehnte. – Wir sind dazu bereit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Unser Ziel heißt, im Jahr 2010 unter die drei besten Länder Europas vorzustoßen. Und dazu müssen wir uns jetzt auf den Weg machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Gehen Sie mit! Es lohnt sich! (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte damit beginnen, klarzustellen, dass es in einer Reihe von Punkten, die der Herr Bundeskanzler genannt hat, durchaus Übereinstimmung gibt. Ich glaube, wir sollten am Beginn dieser neuen Regierungsperiode klarstellen, dass das wichtigste Projekt für die Zukunft unseres Landes, das wir hoffentlich im Parlament im Konsens tragen werden, die Erweiterung der Europäischen Union sein wird und wir alle gemeinsam hier im Hohen Hause zu diesem Projekt stehen und es auch für Österreich verwirklichen werden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Ellmauer.
Wenn einer der Hauptfehler der vergangenen Legislaturperiode im gesellschaftspolitischen Bereich, nämlich die Beseitigung des Frauenministeriums, jetzt endlich korrigiert und wieder ein Frauenministerium eingeführt wird, so wird es von Seiten der sozialdemokratischen Parlamentsfraktion dafür auch die Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Ellmauer.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie sagen, dass die österreichischen Arbeitnehmer ihren gerechten Anteil an der höheren Wertschöpfung bekommen sollen und damit im Jahr 2010 Nummer drei in Europa sein sollen, kann ich zustimmen, Herr Bundeskanzler, aber ein abstraktes Ziel, das niemandem nützt, hilft auch niemandem, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wenn ich in diesem Zusammenhang Ihre Reformvorschläge, die Sie uns heute unterbreitet haben, prüfe, so entsteht bei mir schon manchmal der Eindruck: Es steht zwar „Reform“ drauf, aber bei genauerem Hinschauen ist eigentlich nur Belastung drinnen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Was bedeutet denn das anderes, meine sehr verehrten Damen und Herren, als eine drastische Kürzung der Pensionen für jene Menschen in Österreich, die heute durch ihre tägliche Arbeit dieses System aufrechterhalten? – Das hat doch nichts mit Reform zu tun, sondern stellt eine Belastung auf Kosten künftiger Generationen dar, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jene Maßnahmen, die Sie, Herr Bundeskanzler, heute genannt haben, sind Maßnahmen, die unter Umständen die Finanzierungslücke im Jahr 2006 schließen, aber nicht darüber hinausgehend. Und Sie machen denselben Fehler, den Sie bereits im Jahr 2000 gemacht haben: Sie sprechen von „langfristiger Pensionssicherung“ und setzen Maßnahmen, die einen Teil der Bevölkerung erheblich belasten, aber eine weitere Reform im Jahr 2006 notwendig machen. Und das ist wirklich keine Reform, sondern reine Belastungspolitik, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn es um eine gerechte Reform des Systems geht, dann ist es doch nur recht und billig, auch von jenen einen Beitrag einzufordern, die heute über ganz hohe Pensionen verfügen. Es würde einem pensionierten Minister oder Staatssekretär kein Stein aus der Krone fallen, wenn er heute einen Solidaritätsbeitrag leistete, damit die Pensionen heute und auch in Zukunft gesichert sind, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Bundeskanzler! Ich habe den Eindruck, auch in diesem Bereich sind Ihre Vorschläge weder nachhaltig noch mutig, sondern in erster Linie kurzfristig ausgerichtet, interessenpolitisch und mutlos. Das sind nicht die Reformen, die wir für Österreich brauchen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Fischer: Zeit der Ernte!
Nun, ich möchte Sie daran erinnern: Am Beginn des Jahres 2000 sind Sie hier gestanden und haben gesagt: Am Anfang sind jetzt die starken Einschnitte notwendig, damit es das Nulldefizit gibt, und am Ende der Legislaturperiode wird es eine ganz große Steuerreform geben, wo dann die Ernte eingefahren wird. (Abg. Dr. Fischer: Zeit der Ernte!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Nun, wir sind im Jahr 2003. Das wäre das Ende der letzten Legislaturperiode gewesen. Und worin besteht die Ernte? – Die Ernte besteht darin, dass Sie sich wieder herstellen und neue Belastungen für die Österreicherinnen und Österreicher verkünden und wieder darauf verweisen: Aber am Ende wird die Ernte kommen. – Nun, meine Damen und Herren, wenn die Ernte in immer neuen Belastungen besteht, dann wird sich die österreichische Bevölkerung schön bei Ihnen bedanken, Herr Bundeskanzler. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es stellt sich überhaupt die Frage, ob dieser Kurs, den Sie hier vorstellen, wirtschaftspolitisch richtig ist. Ist es nicht notwendig, dass Staat und Gesellschaft in Zeiten, in denen sich die Wirtschaft nicht so dynamisch entwickelt, jene Aktivitäten setzen, die dafür sorgen, dass die Wirtschaft angekurbelt wird, etwa im Bereich der Infrastruktur, im Bereich der Verstärkung der Nachfrage durch die Bevölkerung, im Bereich von Forschung und Entwicklung? Wir sollten doch nicht warten, bis sich die Wirtschaft von selbst irgendwann erholt, um dann zu irgendeiner Art von Verteilung zu kommen. Staatliche und politische Verantwortung besteht doch darin, in Zeiten, in denen die Wirtschaft Hilfe braucht, diese Hilfe zu geben. Dies wäre jetzt, im Jahr 2003, und nicht im Jahr 2005 notwendig, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was in diesem Regierungsübereinkommen festgehalten ist, das ist der Abschied vom Nulldefizit und von einer soliden Finanzpolitik und bedeutet neue Schulden für die Zukunft! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Aber glauben Sie wirklich, dass, wenn Sie einzelne Ewiggestrige in die Universitätsräte entsenden, mit solchen Leuten die Zukunft unseres Landes zu gewinnen ist? – Ich glaube das nicht, Herr Bundeskanzler und meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Aber wenn schon dieser Reformstau besteht, dann stelle ich die Frage: Warum sind Sie so mutlos in der Pensionsreform und wollen nicht jetzt bereits ein einheitliches Pensionssystem für alle einführen? Wieso sind Sie so mutlos in der Bildungsreform und wollen nicht eine moderne Schule des 21. Jahrhunderts schaffen? Wieso sind Sie so mutlos in der Gesundheitsreform und erhöhen nur die Versicherungsbeiträge und lassen die Strukturreformen im Unklaren bestehen? Wieso sind Sie so mutlos im Bereich einer modernen Staatsreform, die dazu führen würde, dass nicht nur einzelne Kompetenzen hin- und hergeschoben werden, sondern wirklich ein moderner Staat in einem modernen Europa des 21. Jahrhunderts entstehen könnte? Wo ist Ihr Mut, Herr Bundeskanzler, der heute so dringend gebraucht worden wäre? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Oft hat man den Eindruck, das, was Sie als Reform bezeichnen, ist eine ziemlich mutlose Interessenvertretungspolitik. Diese wird Österreich nicht weiterbringen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Lebhafter Beifall bei der SPÖ.
Dabei gibt es eine Reihe von Reformen, bei denen Sie ganz genau wissen, dass Sie zumindest die breite Zustimmung des Nationalrats brauchen werden, nämlich eine Zweidrittelmehrheit. Und ich sage glasklar am Tag dieser Debatte zur Regierungserklärung: Wenn es so ist wie in der letzten Legislaturperiode, dass die Regierung nur versucht, über das Parlament drüberzufahren, dann wird es keine Partnerschaft geben. Wenn es aber einen tatsächlichen Dialog über Reformen gibt, die im Nationalrat eine Zweidrittelmehrheit brauchen, und dieser Dialog auch zu einer Partnerschaft zwischen Parlament und Regierung führt, dann werden wir Sozialdemokraten bereit sein, mit der Regierung über diese Reformen zu diskutieren, mit ihr zusammenzuarbeiten und auch zu gemeinsamen Lösungen zu kommen. Es wird an Ihrer Regierung liegen, Herr Bundeskanzler, ob Sie Abstand nehmen vom alten schlechten Stil der alten schwarz-blauen Regierung und zu einem neuen Stil, zu einem neuen Umgang mit dem Parlament finden. Wir sind zu dieser konstruktiven Zusammenarbeit bereit. (Lebhafter Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Am 24. November hat Österreich gewählt, und die Österreicherinnen und Österreicher haben sehr klare Signale gegeben. Einerseits haben sie gesagt: Ja, wir wollen in Österreich Veränderung, wir wollen in Österreich Reform, wir wollen in Österreich den Blick nach vorne richten!, weil die Menschen in diesem Lande ein sehr gutes Gespür für das, was notwendig ist, haben. Sie wollen, dass über das Notwendige entschieden wird. Das ist der Wille der Wähler vom 24. November, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist am 24. November auch klar gemacht worden, dass die Österreicherinnen und Österreicher die Österreichische Volkspartei als führende Kraft in diesem Land wollen. Sie haben uns die Verantwortung in die Hand gegeben und klar gesagt, sie wollen Wolfgang Schüssel als Bundeskanzler einer neuen Bundesregierung, der mit ruhiger und sicherer Hand das Land in eine gute Zukunft führt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Und alle Grundsätze über den Haufen zu werfen!
Diese Verhandlungen und diese Gespräche haben aber auch eine zweite Klarheit gebracht: Sie haben klar gemacht, wer in diesem Land tatsächlich bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, wer in diesem Land tatsächlich auch bereit ist, die Reformen zu tragen, wer in diesem Land tatsächlich zu Entscheidungen und zu Veränderungen bereit ist und auch den Mut dazu hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Und alle Grundsätze über den Haufen zu werfen!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Gusenbauer, ich muss Ihnen schon sagen: Wenn Sie heute hier stehen und sagen, Sie fordern die großen Reformen ein, und wenn Sie heute hier stehen und sagen, Sie fordern den Mut ein, dann frage ich Sie: Hat Sie der Mut verlassen? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Genauso klar ist in diesen Verhandlungen geworden, dass wir mit der Freiheitlichen Partei Österreichs ein mutiges, ein zukunftsorientiertes Programm, ein Arbeitsübereinkommen mit klaren Zielsetzungen, mit einer guten Zukunft für Österreich, mit einer Zukunft, die nachhaltig und gerecht gestaltet wird, vorlegen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Dafür haben wir den klaren Auftrag der Wählerinnen und Wähler. Dafür haben die Österreichische Volkspartei und auch die Freiheitliche Partei Österreichs die Bereitschaft zur Verantwortung übernommen. Ja, wir sind bereit, Verantwortung für Österreich zu übernehmen, und wir haben den klaren Willen und den Mut, auch in schwierigen Zeiten diese Verantwortung einzusetzen, Veränderungen vorzunehmen und die Entscheidungen für Österreich zu treffen, notwendige, richtige und gute Entscheidungen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir bauen auf auf einem hohen Niveau von sozialer Sicherheit, auf einem hohen Standard der Lebensqualität in unserem Land und auf einem hohen Standard von Sicherheit für unsere Mitbürger in Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Arbeitsmarktes, der Frauen beispielsweise, in besonderer Weise einzugehen, genauso wie wir uns vornehmen, Mindestpensionen für Menschen zu schaffen, die diese in ihrem Erwerbsleben nicht in ausreichendem Maße selbst erwirtschaften konnten. Unser Ziel heißt, eine starke erste Säule zu haben und die Alterssicherung durch eine bessere zweite und dritte Säule zu ergänzen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir wollen und werden weiterhin stabile Staatsfinanzen für die Österreicherinnen und Österreicher garantieren. Der erfolgreiche Weg wird fortgesetzt. Herr Kollege Gusenbauer, wiederum: Wenn Sie hier die Frage des Nulldefizits ansprechen, dann meine ich, dass viele Menschen in Erinnerung haben, welche Wendungen Sie zu diesem Thema in den letzten Monaten gemacht haben. Einmal haben Sie gesagt, es sei ein wirtschaftspolitisch völlig unverantwortliches Ziel, und wenige Wochen später wollten Sie es in der Verfassung verankern. Bei Ihnen weiß man nicht so ganz, wie Sie es haben wollen. Wir wissen, was wir wollen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Sicherheit unseres Landes, die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger, meine Damen und Herren, ist für uns, für die Österreichische Volkspartei, kein Tauschobjekt. Nein, die Sicherheit unseres Landes, die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger müssen wir in der inneren Sicherheit genauso garantieren wie durch die notwendigen Investitionen und Entscheidungen in der äußeren Sicherheit. Wir wollen weiterhin eines der sichersten Länder der Welt bleiben. Das heißt aber, dass jetzt investiert werden muss, dass jetzt entschieden werden muss. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fischer: Nur können Sie es nicht!
bringen und stabil halten. Wir wollen die Pensionssicherung für alle Menschen in unserem Lande, für Jung und Alt, garantieren. (Abg. Dr. Fischer: Nur können Sie es nicht!) Wir werden die Gesundheitsreform umsetzen, eine Bildungs- und Forschungsinitiative setzen und mit einer umfassenden Staats- und Verwaltungsreform Österreich noch effizienter und erfolgreicher gestalten.
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Ich lade von dieser Stelle aus auch die Oppositionsparteien ein, den Konsens zu suchen, weil es nach meiner festen Überzeugung auch für das Ansehen des Parlaments wichtig ist, dass wir das Gemeinsame über das Trennende stellen. Ich halte – ich sage Ihnen das sehr offen – die heutige Rede des Kollegen Gusenbauer für durchaus interessant, weil sie in manchen Bereichen Grund zur Hoffnung gibt, dass der Konsens auch seitens der Opposition gesucht wird. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir werden aber auch seitens der Regierungsparteien die notwendigen Entscheidungen zu treffen haben, wenn wir der Überzeugung sind, dass sie für Österreich richtig sind. Wir werden mit diesem Arbeitsübereinkommen, meine Damen und Herren, einen rot-weiß-roten Kurs für unser Österreich in einem starken Europa gehen. Ich lade dazu ein: Gehen Sie auf diesem Weg, auf diesem guten Weg für Österreich mit! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei den Grünen: Schiffbruch!
Nach diesem – wie nennt man das? (Rufe bei den Grünen: Schiffbruch!) – Schiffbruch, danke (allgemeine Heiterkeit) – meine Kolleginnen und Kollegen sind wirklich aufmerksam –, nach diesem Schiffbruch wurde dieses Wrack offenbar wieder irgendwie zusammengeflickt, die nötigsten Latten wurden wieder draufgenagelt. Es wurden, was weiß ich, irgendwelche Mittel, die den Wassereinbruch etwas eindämmen sollen, zweifellos wieder zwischen die verschiedenen Planken gelegt. (Abg. Dr. Khol: Das nennt man Kalfater!) Sie sind jetzt wieder auf See, Herr Kollege Scheibner und Herr Kollege Molterer von den neuen Regierungsparteien!
allgemeine Heiterkeit
Nach diesem – wie nennt man das? (Rufe bei den Grünen: Schiffbruch!) – Schiffbruch, danke (allgemeine Heiterkeit) – meine Kolleginnen und Kollegen sind wirklich aufmerksam –, nach diesem Schiffbruch wurde dieses Wrack offenbar wieder irgendwie zusammengeflickt, die nötigsten Latten wurden wieder draufgenagelt. Es wurden, was weiß ich, irgendwelche Mittel, die den Wassereinbruch etwas eindämmen sollen, zweifellos wieder zwischen die verschiedenen Planken gelegt. (Abg. Dr. Khol: Das nennt man Kalfater!) Sie sind jetzt wieder auf See, Herr Kollege Scheibner und Herr Kollege Molterer von den neuen Regierungsparteien!
Abg. Dr. Khol: Das nennt man Kalfater!
Nach diesem – wie nennt man das? (Rufe bei den Grünen: Schiffbruch!) – Schiffbruch, danke (allgemeine Heiterkeit) – meine Kolleginnen und Kollegen sind wirklich aufmerksam –, nach diesem Schiffbruch wurde dieses Wrack offenbar wieder irgendwie zusammengeflickt, die nötigsten Latten wurden wieder draufgenagelt. Es wurden, was weiß ich, irgendwelche Mittel, die den Wassereinbruch etwas eindämmen sollen, zweifellos wieder zwischen die verschiedenen Planken gelegt. (Abg. Dr. Khol: Das nennt man Kalfater!) Sie sind jetzt wieder auf See, Herr Kollege Scheibner und Herr Kollege Molterer von den neuen Regierungsparteien!
Abg. Scheibner: Das wird schon noch kommen!
Ich nehme an und hoffe für Sie, dass die Wasserpumpen voll im Betrieb sind, denn das alte Problem, das alte Riff, die alten Klippen sind nach wie vor vorhanden, diese sind nicht durch die neue Regierung, die neue Regierungserklärung, das neue Regierungsprogramm verschwunden. Die Haiders, die Windholze, die Stadlers – ich verwende bewusst den Plural – sind nach wie vor da. Es wird Ihnen aufgefallen sein, Herr Kollege Scheibner, dass ich Ihren Namen hier nicht erwähnt habe. (Abg. Scheibner: Das wird schon noch kommen!) Sie alle sind nach wie vor da, und ich bin gespannt, in welche Untiefen dieses Schifflein früher oder später im Zickzackkurs fahren wird.
Allgemeine Heiterkeit.
In einem Punkt, Herr Molterer, gebe ich Ihnen aber Recht: Es sind auch die ärgsten Kähne schon drei Jahre und länger zur See gefahren. (Allgemeine Heiterkeit.) Das stimmt! Es ist ohne weiteres möglich, dass das dreieinhalb Jahre funktioniert, dass der spätestmögliche Termin der nächsten Nationalratswahlen hält. Ich weiß nicht, ob ich mir das wünsche, aber ich fürchte mich auch nicht, und das ist einer der Unterschiede zum Februar 2000.
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Nein!
Irgendwie ist aus dem Ganzen sozusagen der Dampf von damals draußen, so kommt es mir vor. Geht es Ihnen nicht auch so? (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Nein!) Es ist ziemlich genau drei Jahre her, dass wir hier im Parlament die damalige Regierungserklärung der Regierung Schüssel/Riess-Passer hörten, und damals gab es eine echte Stimmung. (Abg. Mag. Mainoni: Die Demonstrationen am Donnerstag, ja!) Daran können sich die Veteranen noch erinnern, glaube ich. Da gab es echte Begeisterung auf der rechten Seite dieses Hauses und Zorn und Erbitterung oder was auch immer auf der linken Seite dieses Hauses. Da war etwas los! Es gab damals Standing Ovations für den Bundeskanzler. (Abg. Dr. Fekter: Jetzt gibt es Resignation auf der linken Seite dieses Hauses!) Doch was ist heute? – Mit mühsamer Konzentration haben sich die Vertreter der Regierungsparteien die Erklärung des Bundeskanzlers angehört. Die meisten haben in irgendetwas geblättert und sich wahrscheinlich gedacht: Ah so, jetzt muss ich zwischendurch klatschen! Es gab keine Standing Ovations. – Ich weiß nicht, warum das so war, das muss Gründe haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hätten nachhelfen können!)
Abg. Mag. Mainoni: Die Demonstrationen am Donnerstag, ja!
Irgendwie ist aus dem Ganzen sozusagen der Dampf von damals draußen, so kommt es mir vor. Geht es Ihnen nicht auch so? (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Nein!) Es ist ziemlich genau drei Jahre her, dass wir hier im Parlament die damalige Regierungserklärung der Regierung Schüssel/Riess-Passer hörten, und damals gab es eine echte Stimmung. (Abg. Mag. Mainoni: Die Demonstrationen am Donnerstag, ja!) Daran können sich die Veteranen noch erinnern, glaube ich. Da gab es echte Begeisterung auf der rechten Seite dieses Hauses und Zorn und Erbitterung oder was auch immer auf der linken Seite dieses Hauses. Da war etwas los! Es gab damals Standing Ovations für den Bundeskanzler. (Abg. Dr. Fekter: Jetzt gibt es Resignation auf der linken Seite dieses Hauses!) Doch was ist heute? – Mit mühsamer Konzentration haben sich die Vertreter der Regierungsparteien die Erklärung des Bundeskanzlers angehört. Die meisten haben in irgendetwas geblättert und sich wahrscheinlich gedacht: Ah so, jetzt muss ich zwischendurch klatschen! Es gab keine Standing Ovations. – Ich weiß nicht, warum das so war, das muss Gründe haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hätten nachhelfen können!)
Abg. Dr. Fekter: Jetzt gibt es Resignation auf der linken Seite dieses Hauses!
Irgendwie ist aus dem Ganzen sozusagen der Dampf von damals draußen, so kommt es mir vor. Geht es Ihnen nicht auch so? (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Nein!) Es ist ziemlich genau drei Jahre her, dass wir hier im Parlament die damalige Regierungserklärung der Regierung Schüssel/Riess-Passer hörten, und damals gab es eine echte Stimmung. (Abg. Mag. Mainoni: Die Demonstrationen am Donnerstag, ja!) Daran können sich die Veteranen noch erinnern, glaube ich. Da gab es echte Begeisterung auf der rechten Seite dieses Hauses und Zorn und Erbitterung oder was auch immer auf der linken Seite dieses Hauses. Da war etwas los! Es gab damals Standing Ovations für den Bundeskanzler. (Abg. Dr. Fekter: Jetzt gibt es Resignation auf der linken Seite dieses Hauses!) Doch was ist heute? – Mit mühsamer Konzentration haben sich die Vertreter der Regierungsparteien die Erklärung des Bundeskanzlers angehört. Die meisten haben in irgendetwas geblättert und sich wahrscheinlich gedacht: Ah so, jetzt muss ich zwischendurch klatschen! Es gab keine Standing Ovations. – Ich weiß nicht, warum das so war, das muss Gründe haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hätten nachhelfen können!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hätten nachhelfen können!
Irgendwie ist aus dem Ganzen sozusagen der Dampf von damals draußen, so kommt es mir vor. Geht es Ihnen nicht auch so? (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Nein!) Es ist ziemlich genau drei Jahre her, dass wir hier im Parlament die damalige Regierungserklärung der Regierung Schüssel/Riess-Passer hörten, und damals gab es eine echte Stimmung. (Abg. Mag. Mainoni: Die Demonstrationen am Donnerstag, ja!) Daran können sich die Veteranen noch erinnern, glaube ich. Da gab es echte Begeisterung auf der rechten Seite dieses Hauses und Zorn und Erbitterung oder was auch immer auf der linken Seite dieses Hauses. Da war etwas los! Es gab damals Standing Ovations für den Bundeskanzler. (Abg. Dr. Fekter: Jetzt gibt es Resignation auf der linken Seite dieses Hauses!) Doch was ist heute? – Mit mühsamer Konzentration haben sich die Vertreter der Regierungsparteien die Erklärung des Bundeskanzlers angehört. Die meisten haben in irgendetwas geblättert und sich wahrscheinlich gedacht: Ah so, jetzt muss ich zwischendurch klatschen! Es gab keine Standing Ovations. – Ich weiß nicht, warum das so war, das muss Gründe haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hätten nachhelfen können!)
Abg. Öllinger: Die Wüste Gobi war dazwischen!
Die Gründe dafür können nicht in der Rhetorik des Bundeskanzlers liegen, die war vor drei Jahren genauso wie heute. (Abg. Öllinger: Die Wüste Gobi war dazwischen!) Die Gründe können auch nicht in der Rhetorik des Herrn Molterer zu suchen sein, denn diese finde ich, wenn überhaupt, eher besser als die des damaligen Klubobmannes Khol. – Entschuldigung, Herr Präsident! (Allgemeine Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) Es muss wohl andere Gründe für diese merkwürdige Stimmung heute geben.
Allgemeine Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Die Gründe dafür können nicht in der Rhetorik des Bundeskanzlers liegen, die war vor drei Jahren genauso wie heute. (Abg. Öllinger: Die Wüste Gobi war dazwischen!) Die Gründe können auch nicht in der Rhetorik des Herrn Molterer zu suchen sein, denn diese finde ich, wenn überhaupt, eher besser als die des damaligen Klubobmannes Khol. – Entschuldigung, Herr Präsident! (Allgemeine Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) Es muss wohl andere Gründe für diese merkwürdige Stimmung heute geben.
Abg. Mag. Molterer: Fehlen Ihnen die Sanktionen?
Ich glaube auch nicht, dass es nur der äußere Druck war, der damals diese Stimmung erzeugt hat. Wir hätten nicht die Maßnahmen oder so genannten Sanktionen der EU-14 gebraucht, um unsere eigene Meinung zu haben, namentlich über die Freiheitlichen von damals. Aber das hat es auch gegeben. (Abg. Mag. Molterer: Fehlen Ihnen die Sanktionen?) Im Bericht der drei Weisen wurde die damalige Freiheitliche Partei, von der Reste ja noch vorhanden sind, nicht ganz unzutreffend charakterisiert, nämlich als „rechtspopulistische Partei mit radikalen Elementen“ und extremistischen Äußerungen. Das weiß ich noch, als wäre es gestern gewesen. Diese kurze Charakterisierung finde ich gar nicht einmal so schlecht, und sie dürfte auch in Österreich irgendwie konsensfähig sein. In ausländischen Medien wird noch ganz anders darüber geredet. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Heiterkeit bei den Grünen.
Ich glaube auch nicht, dass es nur der äußere Druck war, der damals diese Stimmung erzeugt hat. Wir hätten nicht die Maßnahmen oder so genannten Sanktionen der EU-14 gebraucht, um unsere eigene Meinung zu haben, namentlich über die Freiheitlichen von damals. Aber das hat es auch gegeben. (Abg. Mag. Molterer: Fehlen Ihnen die Sanktionen?) Im Bericht der drei Weisen wurde die damalige Freiheitliche Partei, von der Reste ja noch vorhanden sind, nicht ganz unzutreffend charakterisiert, nämlich als „rechtspopulistische Partei mit radikalen Elementen“ und extremistischen Äußerungen. Das weiß ich noch, als wäre es gestern gewesen. Diese kurze Charakterisierung finde ich gar nicht einmal so schlecht, und sie dürfte auch in Österreich irgendwie konsensfähig sein. In ausländischen Medien wird noch ganz anders darüber geredet. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Ihre Rede!
Was ist der Grund für diese merkwürdige Stimmung, für diese Mischung aus Verdruss und Langeweile? – Ich weiß nicht, was das hier im Hohen Haus ist, aber den Journalisten und Journalistinnen, sofern ich den Kommentaren der letzten Woche nur irgendwie Glauben schenken darf, scheint es ähnlich zu gehen. Welche Stimmung gibt es da im Land, woran liegt das? (Abg. Mag. Molterer: Ihre Rede!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: ... langweilig als aufgeheizt!
Sie hatten drei Optionen, Herr Kollege Molterer: Sie konnten eine Koalition mit der SPÖ bilden, Sie konnten eine Koalition mit den Grünen bilden (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... langweilig als aufgeheizt!), und Sie konnten das alte Wrack reparieren und eine Koalition mit den Freiheitlichen eingehen. Ich muss Ihnen ehrlich sagen: Aus dem Blickwinkel der Grünen wäre natürlich eine Koalition ÖVP/SPÖ nicht sehr lustig gewesen. Kleine Oppositionspartei gemeinsam mit einer anderen Oppositionspartei gegen eine 80-prozentige Mehrheit – das ist nicht angenehm. Aber Chancen waren da schon vorhanden! (Abg. Dr. Fekter: Nur passiert wäre nichts!) Mit einer Zweidrittelmehrheit hätten endlich all jene Reformen umgesetzt werden können, die auch Sie seit Jahren, Jahrzehnten in jeder Regierungserklärung ankündigen und die bis jetzt noch nie gekommen sind – Stichwort: Föderalismus und Finanzausgleich. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Nur passiert wäre nichts!
Sie hatten drei Optionen, Herr Kollege Molterer: Sie konnten eine Koalition mit der SPÖ bilden, Sie konnten eine Koalition mit den Grünen bilden (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... langweilig als aufgeheizt!), und Sie konnten das alte Wrack reparieren und eine Koalition mit den Freiheitlichen eingehen. Ich muss Ihnen ehrlich sagen: Aus dem Blickwinkel der Grünen wäre natürlich eine Koalition ÖVP/SPÖ nicht sehr lustig gewesen. Kleine Oppositionspartei gemeinsam mit einer anderen Oppositionspartei gegen eine 80-prozentige Mehrheit – das ist nicht angenehm. Aber Chancen waren da schon vorhanden! (Abg. Dr. Fekter: Nur passiert wäre nichts!) Mit einer Zweidrittelmehrheit hätten endlich all jene Reformen umgesetzt werden können, die auch Sie seit Jahren, Jahrzehnten in jeder Regierungserklärung ankündigen und die bis jetzt noch nie gekommen sind – Stichwort: Föderalismus und Finanzausgleich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie hatten drei Optionen, Herr Kollege Molterer: Sie konnten eine Koalition mit der SPÖ bilden, Sie konnten eine Koalition mit den Grünen bilden (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... langweilig als aufgeheizt!), und Sie konnten das alte Wrack reparieren und eine Koalition mit den Freiheitlichen eingehen. Ich muss Ihnen ehrlich sagen: Aus dem Blickwinkel der Grünen wäre natürlich eine Koalition ÖVP/SPÖ nicht sehr lustig gewesen. Kleine Oppositionspartei gemeinsam mit einer anderen Oppositionspartei gegen eine 80-prozentige Mehrheit – das ist nicht angenehm. Aber Chancen waren da schon vorhanden! (Abg. Dr. Fekter: Nur passiert wäre nichts!) Mit einer Zweidrittelmehrheit hätten endlich all jene Reformen umgesetzt werden können, die auch Sie seit Jahren, Jahrzehnten in jeder Regierungserklärung ankündigen und die bis jetzt noch nie gekommen sind – Stichwort: Föderalismus und Finanzausgleich. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Trinkl: Sie haben Erklärungsbedarf genug!
Sie hätten das mit der SPÖ machen können, Sie haben das nicht gemacht. Sie hätten eine Koalition mit den Grünen bilden können, Sie haben das aber nicht gemacht. Reden Sie sich nicht auf die grüne Basis (Abg. Dr. Trinkl: Sie haben Erklärungsbedarf genug!) oder auf die Funktionäre der Grünen aus. Diese kenne ich immer noch besser als Sie, Herr Kollege Molterer! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Ich kann mich genau an die Wiener Grünen erinnern!) Es hatte schon inhaltliche Gründe, warum wir nicht zusammengekommen sind, unter anderem wegen der Pensionsreform und der fehlenden Maßnahmen im Bereich des Arbeitsmarktes, die auch heute wieder in der Regierungserklärung angesprochen worden, aber de facto nicht vorhanden sind.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Ich kann mich genau an die Wiener Grünen erinnern!
Sie hätten das mit der SPÖ machen können, Sie haben das nicht gemacht. Sie hätten eine Koalition mit den Grünen bilden können, Sie haben das aber nicht gemacht. Reden Sie sich nicht auf die grüne Basis (Abg. Dr. Trinkl: Sie haben Erklärungsbedarf genug!) oder auf die Funktionäre der Grünen aus. Diese kenne ich immer noch besser als Sie, Herr Kollege Molterer! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Ich kann mich genau an die Wiener Grünen erinnern!) Es hatte schon inhaltliche Gründe, warum wir nicht zusammengekommen sind, unter anderem wegen der Pensionsreform und der fehlenden Maßnahmen im Bereich des Arbeitsmarktes, die auch heute wieder in der Regierungserklärung angesprochen worden, aber de facto nicht vorhanden sind.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Gibt es Inhalte auch?
Aber den kraftvollen Aufbruch, diese Verantwortung für die Zukunft und was ich heute nicht noch alles gehört habe an guten Worten können Sie auf diese Art nicht vermitteln. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Gibt es Inhalte auch?)
Abg. Dolinschek: „Hackler-Regelung“!
Man fragt sich natürlich angesichts dieses Hintergrundes: Gibt es überhaupt eine „blaue Handschrift“ in diesem Regierungsprogramm oder in der Regierungserklärung, oder gibt es das nicht? (Abg. Dolinschek: „Hackler-Regelung“!) – Ein bisschen etwas gibt es schon. Die so genannte „Hackler-Regelung“, Herr Kollege, wäre in jedem Regierungsprogramm in der einen oder anderen Form vorgekommen. (Abg. Dolinschek: Bei Ihnen nicht!) – Mit Sicherheit bei uns auch, das dürfen Sie sich nicht gerade anrechnen.
Abg. Dolinschek: Bei Ihnen nicht!
Man fragt sich natürlich angesichts dieses Hintergrundes: Gibt es überhaupt eine „blaue Handschrift“ in diesem Regierungsprogramm oder in der Regierungserklärung, oder gibt es das nicht? (Abg. Dolinschek: „Hackler-Regelung“!) – Ein bisschen etwas gibt es schon. Die so genannte „Hackler-Regelung“, Herr Kollege, wäre in jedem Regierungsprogramm in der einen oder anderen Form vorgekommen. (Abg. Dolinschek: Bei Ihnen nicht!) – Mit Sicherheit bei uns auch, das dürfen Sie sich nicht gerade anrechnen.
Beifall bei den Grünen.
Ich frage die Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP: Ist diese Art von Beliebigkeit, dass Positionen im Bereich bestimmter Grundwerte binnen Stunden völlig austauschbar sind, die Politik der Mitte? Ist das die Politik der Mitte, die Sie immer beschwören? Das ist die Politik einer Beliebigkeit, einer prinzipienlosen Beliebigkeit, die ich nicht nachvollziehen kann. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Jarolim: Zukunftsweisende Besetzung!
Ein anderer Punkt, bei dem sich die FPÖ binnen weniger Stunden durchgesetzt hat, betrifft die Bestellung der Uni-Räte; das wurde schon erwähnt. (Abg. Dr. Jarolim: Zukunftsweisende Besetzung!) Sie halten Leute, die sich – wie war das? – der „deutschen Minderheit in Österreich“ zugehörig fühlen und daraus offenbar einen wesentlichen Teil ihrer persönlichen Identität schöpfen (Abg. Öllinger: „Zukunftsfest“!), für zukunftsträchtig, zukunftsfest, für tauglich, die Universitätspolitik im 21. Jahrhundert – nicht 1850 – mitzubestimmen. (Abg. Öllinger: Deutschnational!) An dieser Art von Geisteshaltung ist schon die Habsburger-Monarchie zugrunde gegangen. Ich hoffe, dass die Universitäten des 21. Jahrhunderts stabil genug sind, um das auszuhalten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: „Zukunftsfest“!
Ein anderer Punkt, bei dem sich die FPÖ binnen weniger Stunden durchgesetzt hat, betrifft die Bestellung der Uni-Räte; das wurde schon erwähnt. (Abg. Dr. Jarolim: Zukunftsweisende Besetzung!) Sie halten Leute, die sich – wie war das? – der „deutschen Minderheit in Österreich“ zugehörig fühlen und daraus offenbar einen wesentlichen Teil ihrer persönlichen Identität schöpfen (Abg. Öllinger: „Zukunftsfest“!), für zukunftsträchtig, zukunftsfest, für tauglich, die Universitätspolitik im 21. Jahrhundert – nicht 1850 – mitzubestimmen. (Abg. Öllinger: Deutschnational!) An dieser Art von Geisteshaltung ist schon die Habsburger-Monarchie zugrunde gegangen. Ich hoffe, dass die Universitäten des 21. Jahrhunderts stabil genug sind, um das auszuhalten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Deutschnational!
Ein anderer Punkt, bei dem sich die FPÖ binnen weniger Stunden durchgesetzt hat, betrifft die Bestellung der Uni-Räte; das wurde schon erwähnt. (Abg. Dr. Jarolim: Zukunftsweisende Besetzung!) Sie halten Leute, die sich – wie war das? – der „deutschen Minderheit in Österreich“ zugehörig fühlen und daraus offenbar einen wesentlichen Teil ihrer persönlichen Identität schöpfen (Abg. Öllinger: „Zukunftsfest“!), für zukunftsträchtig, zukunftsfest, für tauglich, die Universitätspolitik im 21. Jahrhundert – nicht 1850 – mitzubestimmen. (Abg. Öllinger: Deutschnational!) An dieser Art von Geisteshaltung ist schon die Habsburger-Monarchie zugrunde gegangen. Ich hoffe, dass die Universitäten des 21. Jahrhunderts stabil genug sind, um das auszuhalten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ein anderer Punkt, bei dem sich die FPÖ binnen weniger Stunden durchgesetzt hat, betrifft die Bestellung der Uni-Räte; das wurde schon erwähnt. (Abg. Dr. Jarolim: Zukunftsweisende Besetzung!) Sie halten Leute, die sich – wie war das? – der „deutschen Minderheit in Österreich“ zugehörig fühlen und daraus offenbar einen wesentlichen Teil ihrer persönlichen Identität schöpfen (Abg. Öllinger: „Zukunftsfest“!), für zukunftsträchtig, zukunftsfest, für tauglich, die Universitätspolitik im 21. Jahrhundert – nicht 1850 – mitzubestimmen. (Abg. Öllinger: Deutschnational!) An dieser Art von Geisteshaltung ist schon die Habsburger-Monarchie zugrunde gegangen. Ich hoffe, dass die Universitäten des 21. Jahrhunderts stabil genug sind, um das auszuhalten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Gusenbauer: In der Schutzfunktion!
Ich bin aber dankbar, dass uns zwei Peinlichkeiten, die im Koalitionsübereinkommen stehen, heute in der Regierungserklärung von Seiten des Herrn Bundeskanzlers erspart blieben. Für die breite Öffentlichkeit möchte ich jedoch anmerken, womit sich im Kapitel „EU-Politik“, das immerhin im Koalitionsübereinkommen ganz vorne steht, die ersten zwei Absätze betreffend die österreichische EU-Politik der Zukunft beschäftigen. Wo, glauben Sie, liegen die Prioritäten, die prioritären Wichtigkeiten des Engagements der österreichischen Außenpolitik innerhalb der Europäischen Union? (Abg. Dr. Gusenbauer: In der Schutzfunktion!) – In der Schutzfunktion für Südtirol!
Abg. Dr. Khol: Erlauben Sie einen Zwischenruf?
bleme dabei hätten, dass Südtirol innerhalb Italiens keine sehr gut funktionierende Autonomie hätte, sodass man das an die erste Stelle eines Koalitionsübereinkommen stellen muss, war mir nicht bewusst! (Abg. Dr. Khol: Erlauben Sie einen Zwischenruf?)
Abg. Dr. Khol: Erlauben Sie mir einen Zwischenruf?
Herr Kollege Khol! Wo sind wir denn? Fragen Sie einmal die Südtiroler, wie schlecht es ihnen geht! Da werden Sie keinen Südtiroler treffen, der das bestätigt. (Abg. Dr. Khol: Erlauben Sie mir einen Zwischenruf?)
Abg. Dr. Khol: Frattini hat das Gruber-De-Gasperi-Abkommen in Frage gestellt!
Nun zum zweiten Absatz in der EU-Politik. (Abg. Dr. Khol: Frattini hat das Gruber-De-Gasperi-Abkommen in Frage gestellt!) Die zweite absolute Priorität der schwarz-blauen EU-Politik sind die k.u.k. Minderheiten, sofern sie deutschsprachig sind, die deutschsprachigen, habsburgischen Minderheiten in den ehemaligen Kronländern. – Ja, das ist ein interessantes Thema! Aber Priorität der EU-Politik, meine Damen und Herren, was ist denn das? Was ist Ihnen denn da eingefallen? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Nun zum zweiten Absatz in der EU-Politik. (Abg. Dr. Khol: Frattini hat das Gruber-De-Gasperi-Abkommen in Frage gestellt!) Die zweite absolute Priorität der schwarz-blauen EU-Politik sind die k.u.k. Minderheiten, sofern sie deutschsprachig sind, die deutschsprachigen, habsburgischen Minderheiten in den ehemaligen Kronländern. – Ja, das ist ein interessantes Thema! Aber Priorität der EU-Politik, meine Damen und Herren, was ist denn das? Was ist Ihnen denn da eingefallen? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Abg. Mag. Mainoni: Das ist wahrscheinlich ein Kopierfehler!
Ich kenne das Koalitionsübereinkommen. (Abg. Mag. Mainoni: Das ist wahrscheinlich ein Kopierfehler!) Zeigen Sie mir, welches Kapitel die Überschrift „Außenpolitik Österreichs“ trägt! Ich frage mich, wo die Frau Ministerin in dieser Zeit war, dass sie es zulassen konnte, dass sich Österreich jetzt auch quasi offiziell jeder künftigen Außenpolitik entschlägt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Öllinger: In den Kronländern! – Abg. Mag. Mainoni: So vergeht auch die Redezeit!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Öllinger: In den Kronländern! – Abg. Mag. Mainoni: So vergeht auch die Redezeit!
Ich kenne das Koalitionsübereinkommen. (Abg. Mag. Mainoni: Das ist wahrscheinlich ein Kopierfehler!) Zeigen Sie mir, welches Kapitel die Überschrift „Außenpolitik Österreichs“ trägt! Ich frage mich, wo die Frau Ministerin in dieser Zeit war, dass sie es zulassen konnte, dass sich Österreich jetzt auch quasi offiziell jeder künftigen Außenpolitik entschlägt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Öllinger: In den Kronländern! – Abg. Mag. Mainoni: So vergeht auch die Redezeit!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was noch? – Es braucht, sofern die Frau Familie oder Kinder hat, eine Entlastung auf der Kinderbetreuungsseite. Das wissen wir alle. In Schweden ist die Geburtenrate höher und die Erwerbsquote der Frauen auch. Wann wird endlich in Österreich daraus die Konsequenz gezogen? – Im Koalitionsübereinkommen gibt es dazu wieder nichts! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Steht nichts!
Frau Rauch-Kallat! Ist Ihnen aufgefallen, dass es dort, wo Sie direkt angesprochen sind, nämlich im Kapitel „Frauen“ im Koalitionsübereinkommen, einen Punkt gibt, der heißt: „Eigenständige Alterssicherung für Frauen (siehe Kapitel Pensionen)“? Jetzt schaue ich nach (Abg. Dr. Gusenbauer: Steht nichts!), bemühe mich seriös zu kritisieren, blättere zurück zum Kapitel „Pensionen“ – dieses steht auf den Seiten 18 bis 20, das weiß ich, glaube ich, auswendig – und suche den Punkt „Eigenständige Alterssicherung für Frauen“. – Da können Sie lange suchen, da können Sie lange suchen, Frau Rauch-Kallat, da ist irgendetwas verloren gegangen. Ich hoffe, Sie werden Ihre männlichen Kollegen in der Bundesregierung recht bald daran erinnern. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Rauch-Kallat! Ist Ihnen aufgefallen, dass es dort, wo Sie direkt angesprochen sind, nämlich im Kapitel „Frauen“ im Koalitionsübereinkommen, einen Punkt gibt, der heißt: „Eigenständige Alterssicherung für Frauen (siehe Kapitel Pensionen)“? Jetzt schaue ich nach (Abg. Dr. Gusenbauer: Steht nichts!), bemühe mich seriös zu kritisieren, blättere zurück zum Kapitel „Pensionen“ – dieses steht auf den Seiten 18 bis 20, das weiß ich, glaube ich, auswendig – und suche den Punkt „Eigenständige Alterssicherung für Frauen“. – Da können Sie lange suchen, da können Sie lange suchen, Frau Rauch-Kallat, da ist irgendetwas verloren gegangen. Ich hoffe, Sie werden Ihre männlichen Kollegen in der Bundesregierung recht bald daran erinnern. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Man kann nie genug lernen!
Ich möchte abschließend nur Folgendes sagen: Natürlich besteht die Chance auf eine konstruktive Zusammenarbeit, Herr Kollege Molterer, und zwar nicht nur zwischen den Klubobleuten, sondern auch zwischen den Klubs, sofern es möglich ist. Aber das ist nicht nur unsere Sache. Wir können das anbieten, wir können anbieten, unser Know-how einzubringen, wenn Sie das wünschen. Wir wären sehr interessiert, wir wollen ein bisschen Erfahrung, weiterhin Erfahrung sammeln. (Abg. Mag. Molterer: Man kann nie genug lernen!) Man kann nie genug lernen, nie genug wissen, völlig richtig. Ein anderer Grund wäre, dass die Kräfteverhältnisse im Nationalrat deutlich andere sind als vor drei Jahren. Die Mehrheit ist knapp, sie wäre auch mit uns knapp gewesen. Man weiß nicht, wie sich das auswirkt, vielleicht hat es auch einmal Auswirkungen auf das Verhalten von Regierungsparteien. Das könnte man sich ja einmal wünschen. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte abschließend nur Folgendes sagen: Natürlich besteht die Chance auf eine konstruktive Zusammenarbeit, Herr Kollege Molterer, und zwar nicht nur zwischen den Klubobleuten, sondern auch zwischen den Klubs, sofern es möglich ist. Aber das ist nicht nur unsere Sache. Wir können das anbieten, wir können anbieten, unser Know-how einzubringen, wenn Sie das wünschen. Wir wären sehr interessiert, wir wollen ein bisschen Erfahrung, weiterhin Erfahrung sammeln. (Abg. Mag. Molterer: Man kann nie genug lernen!) Man kann nie genug lernen, nie genug wissen, völlig richtig. Ein anderer Grund wäre, dass die Kräfteverhältnisse im Nationalrat deutlich andere sind als vor drei Jahren. Die Mehrheit ist knapp, sie wäre auch mit uns knapp gewesen. Man weiß nicht, wie sich das auswirkt, vielleicht hat es auch einmal Auswirkungen auf das Verhalten von Regierungsparteien. Das könnte man sich ja einmal wünschen. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich komme zu meinem Schlusssatz, Herr Präsident: Das neue Regieren der alten Bundesregierung heißt hoffentlich nicht mehr dieses unselige „Speed kills“, das Herr Khol inzwischen hoffentlich bereut, dieses Drüberfahren über die Oppositionsparteien. Ich hoffe, dass auch hier zumindest beziehungsweise dass zumindest hier – ich streiche das Wort „auch“ – ein Neubeginn stattfindet. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Ich bin kein Südtiroler!
Ich mache den Herrn Abgeordneten darauf aufmerksam, dass nach § 58 der Geschäftsordnung die Redezeit maximal 2 Minuten beträgt. Die Bestimmungen der Geschäftsordnung sind bekannt. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Ich bin kein Südtiroler!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Die Ordensverleihung an Fini! Da waren Sie dabei!
Ich berichtige: Erstens: Die Regierungserklärung und das Regierungsübereinkommen sind voll von Außenpolitik. (Abg. Dr. Van der Bellen: Die Ordensverleihung an Fini! Da waren Sie dabei!) Ich berichtige weiters: Franco Frattini, der italienische Außenminister und Bozner Abgeordnete (Abg. Sburny: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!), hat gesagt, dass im Rahmen des Europäischen Konventes die europäische Verfassung, das Gruber-De-Gasperi-Abkommen und damit die Schutzmachtrolle Österreichs hinfällig seien. Damit ist die Bedrohung der Autonomie wohl klar. (Abg. Dr. Van der Bellen: Und dem haben wir einen Orden verliehen?)
Abg. Sburny: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Ich berichtige: Erstens: Die Regierungserklärung und das Regierungsübereinkommen sind voll von Außenpolitik. (Abg. Dr. Van der Bellen: Die Ordensverleihung an Fini! Da waren Sie dabei!) Ich berichtige weiters: Franco Frattini, der italienische Außenminister und Bozner Abgeordnete (Abg. Sburny: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!), hat gesagt, dass im Rahmen des Europäischen Konventes die europäische Verfassung, das Gruber-De-Gasperi-Abkommen und damit die Schutzmachtrolle Österreichs hinfällig seien. Damit ist die Bedrohung der Autonomie wohl klar. (Abg. Dr. Van der Bellen: Und dem haben wir einen Orden verliehen?)
Abg. Dr. Van der Bellen: Und dem haben wir einen Orden verliehen?
Ich berichtige: Erstens: Die Regierungserklärung und das Regierungsübereinkommen sind voll von Außenpolitik. (Abg. Dr. Van der Bellen: Die Ordensverleihung an Fini! Da waren Sie dabei!) Ich berichtige weiters: Franco Frattini, der italienische Außenminister und Bozner Abgeordnete (Abg. Sburny: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!), hat gesagt, dass im Rahmen des Europäischen Konventes die europäische Verfassung, das Gruber-De-Gasperi-Abkommen und damit die Schutzmachtrolle Österreichs hinfällig seien. Damit ist die Bedrohung der Autonomie wohl klar. (Abg. Dr. Van der Bellen: Und dem haben wir einen Orden verliehen?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen: Und solchen Leuten verleihen Sie Orden?
Ich bin dem Bundeskanzler dankbar, dass die Schutzmachtfunktion Österreichs außer Frage steht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen: Und solchen Leuten verleihen Sie Orden?)
Abg. Gradwohl: Die Begeisterung!
Ich sehne mich nicht nach dieser Stimmung. Ich weiß nicht, was Ihnen abgeht. (Abg. Gradwohl: Die Begeisterung!) Ich hoffe nicht, dass es Ihnen abgeht, dass man im Jahr 2000 versucht hat, mit Demonstrationen, mit zum Teil auch gewalttätigen Demonstrationen und mit Beeinflussung aus dem Ausland eine demokratisch legitimierte Regierung in Österreich wieder wegzubringen. Dieses Klima, meine Damen und Herren, haben wir Gott sei Dank jetzt nicht mehr in Österreich, und wir sind stolz darauf! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich sehne mich nicht nach dieser Stimmung. Ich weiß nicht, was Ihnen abgeht. (Abg. Gradwohl: Die Begeisterung!) Ich hoffe nicht, dass es Ihnen abgeht, dass man im Jahr 2000 versucht hat, mit Demonstrationen, mit zum Teil auch gewalttätigen Demonstrationen und mit Beeinflussung aus dem Ausland eine demokratisch legitimierte Regierung in Österreich wieder wegzubringen. Dieses Klima, meine Damen und Herren, haben wir Gott sei Dank jetzt nicht mehr in Österreich, und wir sind stolz darauf! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger
Wir sind stolz darauf, dass sich die vorige Bundesregierung (Zwischenruf des Abg. Öllinger) klar profiliert hat, Herr Kollege! Sie sehnen sich vielleicht auch nach diesem Klima zurück, das damals, zu Beginn des Jahres 2000, geherrscht hat. (Abg. Mag. Mainoni: Öllinger sowieso!) Wir sind stolz darauf, dass die Bundesregierung seit dem Jahr 2000 gezeigt hat, dass sich niemand vor uns fürchten muss, sondern ganz im Gegenteil: dass wir Österreich weitergebracht haben, dass wir für die Menschen in diesem Land gearbeitet haben, gut gearbeitet haben, meine Damen und Herren! Das sehe ich auch als einen Auftrag für eine Neuauflage dieser erfolgreichen Reformkoalition zwischen Freiheitlichen und der Österreichischen Volkspartei. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Mainoni: Öllinger sowieso!
Wir sind stolz darauf, dass sich die vorige Bundesregierung (Zwischenruf des Abg. Öllinger) klar profiliert hat, Herr Kollege! Sie sehnen sich vielleicht auch nach diesem Klima zurück, das damals, zu Beginn des Jahres 2000, geherrscht hat. (Abg. Mag. Mainoni: Öllinger sowieso!) Wir sind stolz darauf, dass die Bundesregierung seit dem Jahr 2000 gezeigt hat, dass sich niemand vor uns fürchten muss, sondern ganz im Gegenteil: dass wir Österreich weitergebracht haben, dass wir für die Menschen in diesem Land gearbeitet haben, gut gearbeitet haben, meine Damen und Herren! Das sehe ich auch als einen Auftrag für eine Neuauflage dieser erfolgreichen Reformkoalition zwischen Freiheitlichen und der Österreichischen Volkspartei. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir sind stolz darauf, dass sich die vorige Bundesregierung (Zwischenruf des Abg. Öllinger) klar profiliert hat, Herr Kollege! Sie sehnen sich vielleicht auch nach diesem Klima zurück, das damals, zu Beginn des Jahres 2000, geherrscht hat. (Abg. Mag. Mainoni: Öllinger sowieso!) Wir sind stolz darauf, dass die Bundesregierung seit dem Jahr 2000 gezeigt hat, dass sich niemand vor uns fürchten muss, sondern ganz im Gegenteil: dass wir Österreich weitergebracht haben, dass wir für die Menschen in diesem Land gearbeitet haben, gut gearbeitet haben, meine Damen und Herren! Das sehe ich auch als einen Auftrag für eine Neuauflage dieser erfolgreichen Reformkoalition zwischen Freiheitlichen und der Österreichischen Volkspartei. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben Streitereien und mögliche Probleme, die es bei uns geben soll, angesprochen, aber ich glaube, die Probleme, die Sie gehabt hätten, wären noch wesentlich größer gewesen. Dass Sie Ihre Partei, vor allem Ihren extrem linken Rand, auf einen konstruktiven Kurs in einer Regierungspartnerschaft gebracht hätten, das glauben Sie doch selbst nicht. Sie glauben nicht wirklich, dass Sie das geschafft hätten. Langfristig ist es auf jeden Fall für das Land – möglicherweise auch für Sie persönlich – besser, dass alles so geblieben ist, wie es war, Herr Kollege Van der Bellen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Wo leben Sie?
In den letzten drei Jahren haben wir oft von Ihnen hören können: Binden Sie uns ein, wir sind bereit, mitzuarbeiten, wir sind auch bereit, Reformen mitzutragen! – Wenn das aber dann versucht worden ist, dann haben Sie zwar eine Zeit lang mitgearbeitet, aber wenn es dann darum gegangen ist, auch konsequent die Beschlüsse mitzutragen, dann war leider von diesem Konsens nicht mehr viel zu spüren. (Abg. Silhavy: Wo leben Sie?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wo ich lebe? – Gott sei Dank in Österreich, Frau Kollegin! Wir haben Gott sei Dank verhindert, dass ein Abenteuer zwischen Rot und Grün wie in Deutschland, das Sie sich vielleicht gewünscht haben, nach diesem Wahlergebnis vom 24. November für Österreich vermieden werden konnte. Das ist auch ein Ergebnis der Reformarbeit der Regierung. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist wichtig, und ich verstehe nicht, warum Sie das kritisieren, wo Sie doch immer sagen, dass Sie es für so wichtig halten, gerade diese Bevölkerungsgruppe zu unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Silhavy: Warum haben Sie das in der letzten Periode nicht gemacht?
Wir sind eben der Meinung, dass der Arbeitsmarkt nicht in erster Linie durch staatliche Beeinflussung belebt werden kann, sondern dass gesunde Unternehmen und Betriebe Arbeitsplätze, und zwar nachhaltige Arbeitsplätze, für die Österreicher schaffen werden. Das ist auch eine wichtige Aufgabe für diese neue Bundesregierung: gesunde Arbeitsplätze durch eine gesunde, leistungsfähige Wirtschaft zu schaffen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Silhavy: Warum haben Sie das in der letzten Periode nicht gemacht?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn wir sagen – da unterscheiden wir uns vielleicht von Ihnen im grundsätzlichen Bereich –, dass im Zentrum unserer Familienpolitik nicht in erster Linie – schon auch, aber nicht in erster Linie – staatliche Kinderbetreuungseinrichtungen stehen, sondern dass für uns die Familie für die Erziehung unserer Jugendlichen von ganz besonderer Bedeutung ist und wir daher für verstärkte Familienförderung eintreten, dass wir die Familien so wie mit dem Kinderbetreuungsgeld, das ein erster Schritt war, in Zukunft noch stärker fördern wollen, dann ist das auch die Handschrift der Freiheitlichen, die im Programm der Bundesregierung ihren Niederschlag gefunden hat. Das ist auch ein zukunftsweisender Weg für die Sicherheit unserer Gesellschaft in Österreich. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist auch wichtig, dass man in Zukunft auf ein einheitliches Pensionskonto kommt, dass jeder für sich in einem gewissen Rahmen selbst entscheiden kann, wie hoch seine Pension ist und wann er in den Ruhestand geht. Weiters ist wichtig, dass wir selbstverständlich bei den kurzfristig notwendigen Maßnahmen – das ist auch für meine Fraktion von ganz besonderer Bedeutung – diese sozial gerecht durchführen, dass wir die so genannte „Hackler-Regelung“ für die lang arbeitenden Menschen beibehalten und noch verlängern und dass wir Beschäftigungsprogramme für ältere Arbeitnehmer etwa durch eine Reduzierung der Lohnnebenkosten umsetzen. All das sind jene sozialen Maßnahmen, die Sie in unserem Programm nicht gefunden haben, die aber selbstverständlich mit besonderer Priorität versehen darin verankert sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Mit den Eurofightern?
Wenn mehr Budgetbedarf besteht – ich glaube, dass dieser Budgetbedarf besteht –, dann muss diese Kernaufgabe gesichert sein, auch mit einem erhöhten Budget. (Abg. Dr. Cap: Mit den Eurofightern?) Wenn es darum geht, auch die Bereiche im Inneren abzusichern, dann sollte es auch eine ordentliche Luftraumüberwachung geben. Herr Kollege Cap! Gerade jetzt sollte dafür gesorgt werden, wo doch auch Sie verlangen, dass wir darauf achten sollen, dass nicht über unserem Luftraum militärische Maßnahmen im Irak vorbereitet werden! Sie sollten sich auch einmal von Ihrer Wahlkampfrhetorik verabschieden und zu einem Grundkonsens in der Sicherheitspolitik zurückfinden.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das heißt nicht, Ausländer raus, aber das heißt, dass wir nur jene Arbeitskräfte in Österreich aufnehmen können – gemeinsam im Rahmen einer Quote mit den Familienmitgliedern –, die in Österreich auch integrierbar sind, weil wir ein geordnetes und sicheres Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen in Österreich wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist Europapolitik im Sinne Europas und im Sinne der Europäer – nicht der Bürokratien, sondern der Menschen in Europa, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren von der österreichischen Bundesregierung! Österreich kann stolz darauf sein, dass dieser erfolgreiche Weg der letzten drei Jahre fortgeführt werden kann – mit neuer Dynamik, mit einem klaren Konzept für die Zukunft. Der österreichische Nationalrat muss dabei eingebunden werden. Wir sind bereit, mitzuarbeiten, wir sind bereit, auch unsere Ideen einzubringen. Ich wünsche Ihnen für Ihre so wichtige Arbeit im Interesse Österreichs alles Gute! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Allein, auf Grund der Gespräche der letzten Wochen und Monate fehlt mir der Glaube, dass es in der Praxis dann nach den Gesprächen auch zu dieser Umsetzung kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich darf auch darauf hinweisen, dass mit dem heutigen Tag zumindest in der Öffentlichkeit eine Debatte der letzten Tage beendet ist, denn sowohl die Grüne als auch die Sozialdemokratische Oppositionspartei hat durch ihre Erstredner klar zum Ausdruck gebracht, dass die Schaffung eines neuen Ministeriums und damit zusammenhängend eine höhere Kopfzahl dieser Bundesregierung im Verhältnis zu jener der vorangegangenen Bundesregierung Ihre Unterstützung hat. Ich glaube, damit ist ein Schlussstrich unter die Debatte der letzten drei Tage gesetzt worden, warum denn diese Bundesregierung auf einmal größer geworden ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Selektive Wahrnehmung!
Wir haben den Wunsch von mehr als 50 Prozent der Wählerinnen und Wähler in Österreich ernst genommen und mit der Schaffung eines eigenen Frauenministeriums diesem Wunsch auch Rechnung getragen, was durchaus von Ihnen mitgetragen wird. (Abg. Silhavy: Selektive Wahrnehmung!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber man sollte dann auch in der Öffentlichkeit die Wahrheit so tradieren, wie man sie auch hier im Hohen Hause sieht, nämlich dass die Vergrößerung der Bundesregierung durchaus auch dem Wunsch der roten und der grünen Oppositionspartei hier in diesem Hohen Hause entspricht und nicht ein Foul auf Kosten der österreichischen Steuerzahler ist. Ich glaube, man sollte bei der Wahrheit bleiben, wenn man der Wahrheit verbunden ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist daher für Österreich besonders erfreulich, dass in der österreichischen Bevölkerung der Zuspruch dort, wo die Regionalisierung und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit so, wie wir es uns vorstellen, funktioniert, zugenommen hat, während in jenen Ländern, die auf ein zentrales und zentralistisches Europa setzen, die Zustimmung zu Europa abgenommen hat. Wer konsequent hinter Europa steht, der muss auch konsequent hinter den Wünschen der Menschen in Europa stehen und für die Vertretung dieser Menschen in diesem Sinne sein. Ich glaube, wir haben daher den richtigen Weg gewählt, nämlich den richtigen Weg, mit den Menschen Europa zu gestalten und nicht gegen die Menschen Europa zu gestalten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wer hinter den Menschen steht und wer für die Menschen Politik macht, der muss die Lebenssituation, die soziale Situation und die Situation der Menschen diesseits und jenseits der Grenzen gleichermaßen beachten, denn nur dann werden wir Migration und den Zuzug von Wirtschaftsflüchtlingen verhindern können. Daher müssen wir dafür sorgen, dass für die Menschen jenseits der Grenzen im sozialen Gleichklang Arbeit und Beschäftigung geschaffen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Scheibner hat sehr viel und sehr kompetent über die Sicherheitspolitik gesprochen. Die innere Sicherheit und die äußere Sicherheit waren für uns Freiheitliche immer wichtig, und für mich als Sozialminister ist es auch wichtig, dass wir in einer Zeit, in der wir deutlich mehr als 290 000 Arbeitslose haben, alles unternehmen, um jene Menschen, die im Inland sind – dazu gehören auch jene Gastarbeiter, die wir in das Inland geholt haben, wie etwa jene 3 800 arbeitslosen Saisoniers der heurigen Wintersaison –, wieder in Beschäftigung zu bringen und damit im Inland aber auch den Platz frei zu machen für Konventionsflüchtlinge, die immer – nach Ansicht von uns Freiheitlichen – den Schutz unseres Staates haben müssen und für die wir ein Hort der Sicherheit sein werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Regelungen im Mehrkinderbereich, die Anerkennung für Kindererziehungszeiten von 18 auf 24 Monate, die Möglichkeit und das Recht auf Teilzeitbeschäftigung bis zum siebenten Lebensjahr oder bis zum Schuleintritt des Kindes, die Schaffung der Teil- und der Anlehre für Kinder mit Behinderungen nach neuen Modellen, die auch den behinderten Kindern einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt und zu einer eigenen sozialen Absicherung ermöglicht, sind für mich soziale Fortschritte aus freiheitlicher Sicht in diesem Regierungsprogramm. Daher, Herr Kollege Van der Bellen, bin ich Ihnen durchaus dankbar für die Frage, die Sie gestellt haben, nämlich was denn in diesem Regierungsprogramm freiheitliche Handschrift sei. – Das ist das, worauf wir Freiheitliche Wert gelegt haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
Ich halte das für einen dringend notwendigen Schritt, denn einige wenige sind im Einsatz für Österreich und die nationale und internationale Sicherheit Europas zu Schaden gekommen. Sie haben es sich verdient, dass sie im sozialen Netz eines reichen Landes auch soziale Aufnahme finden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
Wenn man bedenkt, dass der Gang in die Frühpension heute schon lange nicht mehr auf Grund einer Verunfallung am Arbeitsplatz, sondern auf Grund des psychischen Stresses und der Nichtbewältigung von psychischen und psychosomatischen Problemen erfolgt, so kann man sagen, es kann in Österreich mit der Gesundheit der Bevölkerung nur aufwärts gehen, wenn diese Leistungen endlich österreichweit bezahlt werden und nicht nur von vier Sozialversicherungsanstalten honoriert werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die ASVGler mit ihrer erschreckend hohen Zahl des Zugangs zur Frühpension auf Grund psychischer und psychosomatischer Erkrankungen haben das gleiche Recht wie alle anderen Bevölkerungsschichten, endlich eine Versorgung durch das gute österreichische Krankenversicherungssystem zu erhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Brosz: Wir werden schauen, was drinsteht! – Abg. Öllinger: Schauen wir uns das Ergebnis an!
Bundesminister für soziale Sicherheit und Generationen Vizekanzler Mag. Herbert Haupt (fortsetzend): Danke für die Aufklärung, Herr Präsident. – Ich darf die letzten zwei Minuten dazu nutzen, etwas zu sagen, das mir persönlich als Tierarzt und als Tierschützer eine besondere Freude macht, nämlich dass in diesem Regierungsübereinkommen endlich auch ein bundesweites Tierschutzgesetz verankert ist. Herr Kollege Gusenbauer und auch Sie, Herr Dr. Van der Bellen, werden mir Recht geben: Das hat es in den vorangegangenen Regierungserklärungen nicht gegeben. Das ist vielleicht zumindest für die 860 000 Österreicherinnen und Österreicher, die sich offiziell für das Volksbegehren eingesetzt haben, ein wichtiger Schritt für die Zukunft dieses Landes. (Abg. Brosz: Wir werden schauen, was drinsteht! – Abg. Öllinger: Schauen wir uns das Ergebnis an!)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Ich meine, dass wir eine Regierungstätigkeit vor uns haben, die spannende Vorhaben des Staates weiter fortschreiben wird. Wir haben im Technologiebereich bereits damit begonnen, die Forschungsquote von 1,5 Prozent auf 1,95 Prozent anzuheben (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), und wir werden mit 2,5 Prozent und 3 Prozent das verwirklichen, was alle Redner in diesem Parlament in ihrem Rede-Repertoire haben: Die Forschung von heute sind die Arbeitsplätze von morgen! Wir werden dafür sorgen, dass Österreich seinen Spitzenplatz in
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
Europa und auch weltweit behalten wird – zum Wohle aller Österreicherinnen und Österreicher! (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Richtig ist vielmehr, dass die Grünen keine Vergrößerung der Regierung wollten, sondern Wert darauf gelegt hätten, dass der Frauenanteil in der Regierung steigt und nicht sinkt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da sind schon mehr gesessen bei euch!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Bundeskanzler! Ein bisschen eng ist es auf der Regierungsbank geworden. Wenn da noch einer dazukommt, dann rutscht entweder Herr Staatssekretär Schweitzer oder Herr Staatssekretär Kukacka herunter. (Abg. Scheibner: Da sind schon mehr gesessen bei euch!) Viel Platz ist da nicht mehr, aber vielleicht kommen sich ÖVP und FPÖ dadurch näher. Vielleicht ist dieses Zusammenschweißen auch notwendig, denn wenn ich mir überlege, dass Sie hier einen Entschließungsantrag einbringen, dass Sie das gesamte Regierungsprogramm als Entschließungsantrag präsentieren müssen, so heißt das für mich, es besteht gegenseitig kein Vertrauen. Das ist fast so, als ginge man durch die Reihen der FPÖ- und ÖVP-Abgeordneten und ließe jeden Einzelnen persönlich unterschreiben, damit sie zu diesem Regierungsabkommen stehen.
Die Abgeordneten Mag. Molterer und Dr. Stummvoll: Ein schwacher Einstieg!
Wie umstritten muss dieses Regierungsabkommen zwischen den beiden Regierungsparteien und innerhalb dieser Regierungsparteien gewesen sein und noch immer sein, dass Sie heute diesen Entschließungsantrag quasi als Disziplinierungsantrag einbringen müssen, damit das ja wirklich funktioniert? (Die Abgeordneten Mag. Molterer und Dr. Stummvoll: Ein schwacher Einstieg!) Hier disziplinieren, dort oben – bedingt durch die Enge – kuscheln, damit man sich näher kommt, das ist sozusagen das Motto, nach dem Sie hoffen, dass der – wie Van der Bellen richtig sagt – alte Kahn doch noch drei Jahre auf den Meeren schippert. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wie umstritten muss dieses Regierungsabkommen zwischen den beiden Regierungsparteien und innerhalb dieser Regierungsparteien gewesen sein und noch immer sein, dass Sie heute diesen Entschließungsantrag quasi als Disziplinierungsantrag einbringen müssen, damit das ja wirklich funktioniert? (Die Abgeordneten Mag. Molterer und Dr. Stummvoll: Ein schwacher Einstieg!) Hier disziplinieren, dort oben – bedingt durch die Enge – kuscheln, damit man sich näher kommt, das ist sozusagen das Motto, nach dem Sie hoffen, dass der – wie Van der Bellen richtig sagt – alte Kahn doch noch drei Jahre auf den Meeren schippert. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt ist der Tourismus-Staatssekretär verschwunden; er ist doch unterschätzt worden, wenn ich mir das so anschaue. (Beifall bei der SPÖ.) Aber es gibt sehr viele Staatssekretäre. Ich habe mich gefragt: Wozu gibt es so viele Staatssekretäre? Ich habe nachgedacht und nachgedacht, und dann fiel mir der „Standard“ vom 1. März in die Hand, wo Gerfried Sperl schreibt: „Staatssekretäre als Aufpasser, damit die Kontrolle passt“. – Das ist der zweite Teil in Sachen Vertrauen: überall noch einen Staatssekretär hinsetzen.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Vielleicht stimmt das doch nicht, was im „Standard“ steht! Könnte ja sein!
Gerfried Sperl geht noch weiter und sagt, diese Art der Besetzungspolitik der Regierung werde auch noch deswegen gemacht, damit man Rivalen nach Wien schickt. Ich weiß nicht, wer da jetzt ein Rivale ist, von wem auch immer in der Regierung. Die Aufpasser haben wir schon. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Vielleicht stimmt das doch nicht, was im „Standard“ steht! Könnte ja sein!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Der dritte Teil ist die familiäre Bindung. In Familienangelegenheiten mische ich mich nicht ein; das steht mir nicht zu. Wenn hier Schwestern und Neffen mobilisiert werden, so will ich mich nicht einmischen. Das ist aber wahrscheinlich ein zusätzlicher Kitt: die Erweiterung des konservativen Familienbegriffs übertragen auf die Regierung, damit sie jetzt wirklich auf allen Seiten abgesichert ist und durchhält. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Steibl: Und das sagt der Cap!
Herr Bundeskanzler! Ich glaube, es ist eine große Chance für Österreich vertan worden. Es hätte eine stabile Regierung geben können, es hätte eine reformbereite und reformfähige Regierung geben können (Abg. Steibl: Und das sagt der Cap!), und es hätte eine Regierung mit Gewicht in der Europäischen Union geben können. – Das war unser Projekt, unser Vorschlag, und wir sind dem in manchen Punkten durchaus – so wie sich das bei den Grünen auch ergeben hat – nahe gekommen. In vielen Punkten hat es aber wirklich Dissens gegeben, und wir haben dann im Laufe der Verhandlungen den Eindruck gewonnen, dass es gar nicht wirklich das Ziel war, dass es Konsens gibt.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Der hat schon oft etwas Falsches geschrieben, der Herr Lackner!
„Man muss also davon ausgehen – und so sehen das heute auch enge Mitstreiter Schüssels“; ich nehme an Molterer und wie sie alle heißen – „,dass er die Gespräche mit SPÖ und Grünen auf Scheitern anlegte.“ (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der hat schon oft etwas Falsches geschrieben, der Herr Lackner!) – Dadurch wurden Sie von der FPÖ die dritte Wahl; das ist aber Ihr Problem, mit dem Sie fertig werden müssen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Glauben Sie doch nicht alles, was Ihnen die Journalisten vorschreiben!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Glauben Sie doch nicht alles, was Ihnen die Journalisten vorschreiben!
„Man muss also davon ausgehen – und so sehen das heute auch enge Mitstreiter Schüssels“; ich nehme an Molterer und wie sie alle heißen – „,dass er die Gespräche mit SPÖ und Grünen auf Scheitern anlegte.“ (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der hat schon oft etwas Falsches geschrieben, der Herr Lackner!) – Dadurch wurden Sie von der FPÖ die dritte Wahl; das ist aber Ihr Problem, mit dem Sie fertig werden müssen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Glauben Sie doch nicht alles, was Ihnen die Journalisten vorschreiben!)
Abg. Scheibner: Das ist ja jetzt weg, Herr Kollege Cap! – Abg. Mag. Molterer: Kollege Bittner sagt heute etwas anderes, habe ich gelesen!
Selbstbehalt. – Sozial ungerecht in der Form, wie Sie das vorgeschlagen haben! (Abg. Scheibner: Das ist ja jetzt weg, Herr Kollege Cap! – Abg. Mag. Molterer: Kollege Bittner sagt heute etwas anderes, habe ich gelesen!) Ich bin gespannt, wie Sie das dann mit dem „kleinen Mann“ in Klagenfurt diskutieren, wenn er sagt, das entspreche nicht ganz den Vorstellungen. Aber das werden Sie selbst mit ihm ausmachen müssen.
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Strasser.
Wir haben mittlerweile die höchste Steuer- und Abgabenquote. Viele der heutigen Zuseherinnen und Zuseher werden, wenn sie in ihr Geldbörsel schauen, merken: Da fehlt schon wieder etwas! Ich kann Ihnen sagen, wo die Verantwortlichen dafür sind. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Strasser.) – Der ist jetzt im Moment nicht da, er geht Geld zählen, nämlich das, was in den Geldbörseln fehlt (Beifall bei der SPÖ und den Grünen), aber sonst sind im Prinzip alle da, die dafür verantwortlich sind.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen
Wir haben mittlerweile die höchste Steuer- und Abgabenquote. Viele der heutigen Zuseherinnen und Zuseher werden, wenn sie in ihr Geldbörsel schauen, merken: Da fehlt schon wieder etwas! Ich kann Ihnen sagen, wo die Verantwortlichen dafür sind. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Strasser.) – Der ist jetzt im Moment nicht da, er geht Geld zählen, nämlich das, was in den Geldbörseln fehlt (Beifall bei der SPÖ und den Grünen), aber sonst sind im Prinzip alle da, die dafür verantwortlich sind.
Abg. Scheibner: Das ist aber wirklich ein bisschen tief!
Ob man krank wird, muss man sich ab 2004 überlegen. Jetzt kann man noch schnell krank werden, dann wird es schwierig, denn dann muss man einen Selbstbehalt beim Arzt oder wo auch immer zahlen. (Abg. Scheibner: Das ist aber wirklich ein bisschen tief!) – Sie hätten sich bei den Koalitionsverhandlungen aufregen sollen, jetzt ist es zu spät (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen), Sie werden nämlich gleich Ihre Zustimmung zum Entschließungsantrag geben.
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen
Ob man krank wird, muss man sich ab 2004 überlegen. Jetzt kann man noch schnell krank werden, dann wird es schwierig, denn dann muss man einen Selbstbehalt beim Arzt oder wo auch immer zahlen. (Abg. Scheibner: Das ist aber wirklich ein bisschen tief!) – Sie hätten sich bei den Koalitionsverhandlungen aufregen sollen, jetzt ist es zu spät (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen), Sie werden nämlich gleich Ihre Zustimmung zum Entschließungsantrag geben.
Heiterkeit bei der SPÖ.
Wie wollen Sie übrigens Ihre Steuerreformen, die Sie angekündigt haben, finanzieren? Ich habe gehört: Verwaltungsreform! Das ist der Dreierschritt, den es da immer gibt: Verwaltungsreform, Schwarzarbeit und das Christkind. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Das ist in Wirklichkeit nie zustande gekommen. Thema Schwarzarbeit – das höre ich schon seit Jahren, dass das angegangen wird; ich hoffe, es gelingt endlich einmal. Es wäre total wichtig, nur gemacht haben Sie nichts. – Das wird alles auf uns zukommen.
Beifall bei der SPÖ.
Wie war das heute nach der Rede des Bundeskanzlers? – Im Unterschied zum 9. Februar 2000 herrschte gedrückte Stimmung. Teilweise gibt es einige Abgeordnete, die diese Regierungskoalition ohnehin nicht wollen, sowohl bei der ÖVP als auch bei der FPÖ. Manche wollen überhaupt in Opposition bleiben oder gar nicht mehr ins Haus kommen. Es gibt verschiedene Standpunkte und Positionen dazu. Erinnern wir uns doch alle, die das damals am 9. Februar 2000 erlebt haben: Jubel, Standing Ovations, Blumen, Händedruck, Umarmungen, beinahe ein Bussi hat es gegeben. (Beifall bei der SPÖ.) Was war das damals für eine Stimmung! Und heute? – Verhalten, ernst, Pflichtlektüre, Pflichtapplaus. Da fehlt alles, da ist der Dampf draußen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sollen sich der Haupt und der Schüssel abbusseln?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sollen sich der Haupt und der Schüssel abbusseln?
Wie war das heute nach der Rede des Bundeskanzlers? – Im Unterschied zum 9. Februar 2000 herrschte gedrückte Stimmung. Teilweise gibt es einige Abgeordnete, die diese Regierungskoalition ohnehin nicht wollen, sowohl bei der ÖVP als auch bei der FPÖ. Manche wollen überhaupt in Opposition bleiben oder gar nicht mehr ins Haus kommen. Es gibt verschiedene Standpunkte und Positionen dazu. Erinnern wir uns doch alle, die das damals am 9. Februar 2000 erlebt haben: Jubel, Standing Ovations, Blumen, Händedruck, Umarmungen, beinahe ein Bussi hat es gegeben. (Beifall bei der SPÖ.) Was war das damals für eine Stimmung! Und heute? – Verhalten, ernst, Pflichtlektüre, Pflichtapplaus. Da fehlt alles, da ist der Dampf draußen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sollen sich der Haupt und der Schüssel abbusseln?)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Staatssekretär Morak! Ein neues Stück ist angesagt im Burgtheater. Es heißt nicht mehr „Warten auf Godot“, es heißt „Warten auf die Ernte“. Mitspielen können Herbert Haupt, Wolfgang Schüssel, Karl-Heinz Grasser. Immer wieder höre ich nämlich: Und dann kommt der Tag der Ernte. – Nicht morgen, nicht übermorgen, aber er kommt. Wir hören ihn schon, wie er kommt, der Tag der Ernte. Er kommt immer näher. Fangen Sie wenigstens einmal im Burgtheater damit an, dass man es studieren kann, dass man es sehen kann! Soweit ich mich erinnern kann, ist Godot auch nie gekommen, oder täusche ich mich da? (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) – Das wäre zumindest eine Ansage.
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ
Diese Regierung hat sich heute schon vorgenommen, verantwortungsscheu zu sein. Heute schon! Sie hat gesagt, wir treten an, um keine Verantwortung zu übernehmen. Keine Verantwortung! Manche Ausführungen heute habe ich ein bisschen wie das Pfeifen im Wald empfunden. Die Rede des Abgeordneten und Klubobmannes Molterer war ja teilweise eine politische Selbsthypnose. Seien Sie mir nicht böse (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ), aber Sie haben permanent gesagt: Wir sind mutig, wir sind zukunftsorientiert. – Wenn in einem Programm einer Regierung ununterbrochen das Wort „Zukunft“ steht, dann hat diese Regierung eigentlich keine Zukunft. Sie glaubt auch nicht an ihre eigene Regierungszukunft, sonst hätte sie nicht so ein schlechtes Gewissen und würde nicht ständig dieses Wort hineinschreiben.
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
„Unsere Arbeitslosenrate sinkt und zählt zu den niedrigsten in ganz Europa.“ (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Es freut mich, dass Sie der rot-schwarzen Koalition noch einmal mit Applaus gedacht haben, denn das war nämlich das Resümee jener Zeit, als diese Regierung agiert hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
„Unsere Arbeitslosenrate sinkt und zählt zu den niedrigsten in ganz Europa.“ (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Es freut mich, dass Sie der rot-schwarzen Koalition noch einmal mit Applaus gedacht haben, denn das war nämlich das Resümee jener Zeit, als diese Regierung agiert hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wissen Sie, was mich noch interessiert? – Ich habe eben in der „Presse“ die Seite gesehen, auf der steht: „Haider: ,ÖVP schwelgt im Machtrausch‘“, und auf dieser heißt es dann weiter unten: „Pröll wettert über ,Stillstand‘ im Bund“. – Ich bin das letzte Mal vom Bundeskanzler kritisiert worden, weil ich gesagt habe, dass es im Bund einen Stillstand gibt. Ich habe gar nicht gewusst, dass Landeshauptmann Pröll das dann von mir übernimmt – aber er hat es übernommen, warum auch nicht? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel
Allerdings muss ich gleich auch dazusagen, damit man nicht meint, ich hätte Landeshauptmann Pröll positiv zitiert (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel): Ein bisschen ein Papiertiger scheint er mir schon zu sein, denn verhindert hat er Schwarz-Blau nicht – also hat er anscheinend kein besonderes Gewicht und kann sich daher eigentlich diese Wortmeldungen –
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
es ist fast in Ihrem Interesse, wenn ich das sage – in Zukunft sparen. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei den Grünen.
Er kritisiert – es passiert aber nichts, und somit gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder es war ein Doppelspiel von ihm, und er schweigt und kommt nicht mehr, weil sein Neffe hier sitzt, oder aber er kann sich nicht durchsetzen und zählt in der ÖVP nichts. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Jetzt werden wir den Unterschied sehen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. Gleiche Redezeit. – Bitte. (Abg. Mag. Molterer: Jetzt werden wir den Unterschied sehen!)
Abg. Nürnberger: Das sind wieder 2 Prozent für uns!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Die Rednerliste will es so, dass ich heute schon wieder unmittelbar nach Josef Cap zu Wort komme. Das letzte Mal habe ich bedauert, dass seine Rede nicht im Fernsehen übertragen wurde, heute bin ich dem ORF für die Live-Übertragung dankbar. (Abg. Nürnberger: Das sind wieder 2 Prozent für uns!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Kollege Cap! Die Wählerinnen und Wähler können sich ein Bild darüber machen, was der Klubobmann der SPÖ unter Politik versteht: Karikatur, Klamauk und Kabarett – das Gegenteil von Regierungspolitik, Herr Kollege Cap! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Silhavy und Gradwohl.
Meine Damen und Herren! Diese Regierungserklärung mit dieser mutigen, couragierten, verantwortungsbewussten Perspektive bis 2006 fällt in eine Zeit, über die man sagen muss: Sie ist für die Wirtschaft, aber auch für die Politik so schwierig wie noch selten eine Zeit seit der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg. (Zwischenrufe der Abgeordneten Silhavy und Gradwohl.)
Abg. Dr. Petrovic: Eher an Schwarz-Blau!
Wir haben die großen weltweiten Megatrends, die Neugestaltung Europas, die Tatsache, dass das investive Kapital, das in Arbeitsplätze investiert wird, so mobil ist wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte, und drittens einen technischen Fortschritt, dessen Tempo atemberaubend ist. All das stellt unglaubliche Herausforderungen an die Politik, und wie rasch hier eine Politik scheitern kann, sieht man am Beispiel von Rot-Grün in Deutschland. (Abg. Dr. Petrovic: Eher an Schwarz-Blau!) Der einstige Konjunkturmotor in Europa, Wirtschaftsmacht Nummer eins, wurde durch eine verfehlte rot-grüne Politik hinuntergeführt. 4 Millionen Arbeitslose, explodierende Budgetdefizite, eine hohe Steuerbelastung – das ist rot-grüne Politik, meine Damen und Herren!
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Wenn heute eine Frau nach der Geburt ihres Kindes in Karenzurlaub geht und nach zwei Jahren zurückkehrt, schaut die Arbeitswelt allein durch den technischen Fortschritt schon ganz anders aus. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bin daher sehr froh darüber, Frau Kollegin, dass diese Regierung unter dem Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein ganz bewusst einen Schwerpunkt in Richtung Qualifikationserneuerung setzt. Es ist dies ein dringendes nationales Anliegen, damit die Betroffenen allein den technischen Fortschritt in der Arbeitswelt bewältigen können. Herr Wirtschafts- und Arbeitsminister, herzlichen Dank für deinen kraftvollen Einsatz für diese Offensive in der Qualifikation! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Er war auch schon einmal besser!
Ich habe mir in der Rede des Kanzlers zwei Sätze unterstrichen, sie sollten Merksätze auch für die Opposition sein, und zwar: „Wirtschaft schafft Arbeit“ und „... sozial ist, was Arbeit schafft“. – Beide Sätze sind goldrichtig, meine Damen und Herren! Daher ist diese Politik des Herrn Bundeskanzlers und des Herrn Vizekanzlers mit ihrer Regierungsmannschaft richtig, nämlich zu sagen: Wir müssen den Wirtschaftsstandort Österreich stärken. – Wir haben gute Voraussetzungen, wir haben in den letzten drei Jahren unser Ranking beachtlich verbessert, aber ein Schwerpunkt muss sein: Standortpolitik im Sinne von Arbeitsplätzen, Einkommenschancen und sozialer Sicherheit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Er war auch schon einmal besser!)
Abg. Öllinger: Warum?
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Öllinger! Ich kann verstehen, dass angesichts dieser gewaltigen Herausforderungen das Abwägen zwischen Regierungspolitik und Oppositionspolitik bei manchen die Neigung sehr verstärkt hat, lieber in Opposition zu bleiben. Da kann man gescheit reden, da kann man fordern, da kann man kritisieren, da kann man protestieren. Regierungsverantwortung zu übernehmen ist etwas ganz anderes. (Abg. Öllinger: Warum?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Auf Ihr Verständnis hätten wir gern verzichtet!
Es ist kein Zufall, dass der Herr Bundeskanzler heute gesagt hat: Für die Zukunft brauchen wir Verantwortung. – Wir verstehen Politik als Zukunftsgestaltung, Sie verstehen Politik – manchmal zumindest – als Tageshickhack, Herr Kollege Öllinger, und das ist nicht unser Verständnis von Politik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Auf Ihr Verständnis hätten wir gern verzichtet!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Stabilität im Staatshaushalt. – Meine Damen und Herren! Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Vizekanzler Herbert Haupt und der unabhängige Finanzminister Karl-Heinz Grasser stehen für Seriosität, Solidität und Vertrauenswürdigkeit der Finanz- und Steuerpolitik. Und das wünsche ich mir auch als Staatsbürger: solide Staatsfinanzen, Seriosität, Vertrauenswürdigkeit. Das ist in dieser Regierungsmannschaft in guten Händen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Wo denn?
dass wir weltweit eine Konjunkturdelle erleben. (Abg. Öllinger: Wo denn?) Die Konjunkturprogramme, die hier beschlossen worden sind, waren ein richtiges Gegensteuern zu dieser Konjunkturflaute. Wenn wir in den letzten zwei Jahren – etwa in der Exportwirtschaft – zwei Meilensteine erreicht haben, dann ist das natürlich in hohem Ausmaß ein Verdienst der Exportbetriebe und ihrer tüchtigen Mitarbeiter, aber auch der Rahmenbedingungen, die die Vorgängerin dieser Regierung geschaffen hat.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zweiter Meilenstein: Wir haben im Vorjahr erstmals – noch vor einigen Jahren war das unvorstellbar“ – einen Überschuss in der Handelsbilanz erzielt. Es gab mehr Exporte als Importe. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie haben es gehört: Die größte Steuerreform, die größte Steuerentlastung in der Geschichte der Zweiten Republik hat sich diese Regierung vorgenommen. Meine Damen und Herren! Schon allein deshalb bin ich ein Anhänger dieser Regierung, denn ich bin schon seit vielen Jahren der Auffassung, mehr Geld sollte in der Hand des Bürgers und weniger Geld in der Hand des Staates sein. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.) Diese Regierung ist drauf und dran, diesen Grundsatz zu realisieren, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Seit drei Jahren nicht umgesetzt! Null umgesetzt!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Seit drei Jahren nicht umgesetzt! Null umgesetzt!
Sie haben es gehört: Die größte Steuerreform, die größte Steuerentlastung in der Geschichte der Zweiten Republik hat sich diese Regierung vorgenommen. Meine Damen und Herren! Schon allein deshalb bin ich ein Anhänger dieser Regierung, denn ich bin schon seit vielen Jahren der Auffassung, mehr Geld sollte in der Hand des Bürgers und weniger Geld in der Hand des Staates sein. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.) Diese Regierung ist drauf und dran, diesen Grundsatz zu realisieren, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Seit drei Jahren nicht umgesetzt! Null umgesetzt!)
Abg. Gradwohl: Null umgesetzt!
Meine Damen und Herren! Dieses Regierungsprogramm enthält sehr konkrete und präzise Aussagen: Steigerung der Forschungsquote auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Es enthält die Zusage einer weiteren Exportoffensive gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich. (Abg. Gradwohl: Null umgesetzt!) Meine Damen und Herren! Das ist Politik als Zukunftsgestaltung – anstelle demagogischer Zwischenrufe, Herr Kollege! Es ist zu wenig, immer nur zu kritisieren, zu fordern und zu protestieren, sondern es gilt, Verantwortung für die Zukunft des Landes zu tragen.
Abg. Dr. Petrovic: Auch der Wählerin?
Zusammenfassend kann ich sagen, ich bin überzeugt davon, dass die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes bei dieser Regierung, bei diesem Regierungsprogramm und bei dieser Regierungsmannschaft in guten Händen sind. Ich bin froh, dass diese Regierung die volle Unterstützung der Mehrheit dieses Parlaments hat. Es ist der klare Auftrag des Wählers (Abg. Dr. Petrovic: Auch der Wählerin?) gewesen, dass Wolfgang Schüssel Bundeskanzler bleiben soll und dass der Reformkurs der letzten drei Jahre fortgesetzt werden soll.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es hat sich auch herausgestellt, wer der Partner ist, der den Mut zu diesen Reformen hat: Es ist die Freiheitliche Partei. Ich freue mich auf die Kooperation, Herr Klubobmann Scheibner, auf die nächsten Jahre, und ich bin froh, dabei sein zu können, wenn wir unter dieser Bundesregierung die Zukunft dieses Landes so gestalten können, wie es heute der Herr Bundeskanzler in seiner Regierungserklärung dargelegt hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Mainoni: Wird das jetzt eine Belangsendung?
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der vergrößerten österreichischen Bundesregierung! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher auf der Galerie und daheim an den Fernsehgeräten! (Abg. Mag. Mainoni: Wird das jetzt eine Belangsendung?)
Beifall bei den Grünen.
Zum einen wurde erklärt, es seien bei dieser Wahl klare Signale der Bevölkerung abgegeben worden. – Wenn es bei dieser Wahl irgendein klares Signal gegeben hat, dann war es das, dass die FPÖ als Regierungspartei abgewählt wurde. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Es hat aber auch keine Partei 40 Jahre lang nur gewonnen, Frau Kollegin!
Aber der Herr Bundeskanzler und die Regierungsmitglieder scheinen das, was die Wählerinnen und Wähler signalisiert haben, irgendwie anders zu deuten. Die Reduzierung einer Partei um zwei Drittel hat es in der innenpolitischen Geschichte Österreichs noch nie gegeben. Das hatte einen Grund, aber Sie setzen sich darüber hinweg – sagen wir es doch im Klartext. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Es hat aber auch keine Partei 40 Jahre lang nur gewonnen, Frau Kollegin!)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Ich habe gesagt, es ist notwendig, europäische Lösungen zu finden!
Was haben Sie dazu gesagt? – Hier meine Übersetzung in das, was es wirklich heißt: Sie wollten keine Insellösungen, was das Wasser, die Luft, die Lebensmittelqualität betrifft, sondern europäische Lösungen. Im Klartext: ... (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Ich habe gesagt, es ist notwendig, europäische Lösungen zu finden!) – Sie sagen, es ist notwendig. Ich sage, es ginge auch anders, und die Grünen sagen, es ginge vieles ganz anders, und es wäre besser, würden wir es anders machen.
Abg. Mag. Molterer: Wie wollen wir aus der Atomenergie aussteigen?
Herr Bundeskanzler! Keine Insellösungen und auf europäische Richtlinien warten, das heißt ... (Abg. Mag. Molterer: Wie wollen wir aus der Atomenergie aussteigen?) – Nein, nein, niemand will aus der EU aussteigen, oder wir wollen es jedenfalls nicht. (Abg. Mag. Molterer: Nicht aus der EU, aus der Atomenergie!) Aber es geht um die Frage, ob Österreich eine Vorreiterrolle einnimmt oder nicht, ob wir zum Beispiel, und das könnten wir durchaus, eine gentechnikfreie Zone – und zwar ganz Österreich – bleiben oder nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Nicht aus der EU, aus der Atomenergie!
Herr Bundeskanzler! Keine Insellösungen und auf europäische Richtlinien warten, das heißt ... (Abg. Mag. Molterer: Wie wollen wir aus der Atomenergie aussteigen?) – Nein, nein, niemand will aus der EU aussteigen, oder wir wollen es jedenfalls nicht. (Abg. Mag. Molterer: Nicht aus der EU, aus der Atomenergie!) Aber es geht um die Frage, ob Österreich eine Vorreiterrolle einnimmt oder nicht, ob wir zum Beispiel, und das könnten wir durchaus, eine gentechnikfreie Zone – und zwar ganz Österreich – bleiben oder nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Keine Insellösungen und auf europäische Richtlinien warten, das heißt ... (Abg. Mag. Molterer: Wie wollen wir aus der Atomenergie aussteigen?) – Nein, nein, niemand will aus der EU aussteigen, oder wir wollen es jedenfalls nicht. (Abg. Mag. Molterer: Nicht aus der EU, aus der Atomenergie!) Aber es geht um die Frage, ob Österreich eine Vorreiterrolle einnimmt oder nicht, ob wir zum Beispiel, und das könnten wir durchaus, eine gentechnikfreie Zone – und zwar ganz Österreich – bleiben oder nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das können Sie im Niederösterreichischen Landtag einbringen!
Das steht im Generalverkehrsplan. Nicht enthalten sind die neuen alten Bahnlinien, die es noch aus der Monarchie gibt, die aber irgendwo, ein paar Kilometer vor der Grenze enden. Diese Linien hätte man schon lange ausbauen und damit wirklich den Verkehr auf die Schiene bringen können. (Abg. Scheibner: Das können Sie im Niederösterreichischen Landtag einbringen!) Damit könnte man natürlich eine deutliche Umweltentlastung durchführen. Das könnten Sie national tun, da bräuchten Sie nicht auf Europa zu warten. Aber hier ist etwas anderes angestrebt, und das soll man auch klar benennen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das steht im Generalverkehrsplan. Nicht enthalten sind die neuen alten Bahnlinien, die es noch aus der Monarchie gibt, die aber irgendwo, ein paar Kilometer vor der Grenze enden. Diese Linien hätte man schon lange ausbauen und damit wirklich den Verkehr auf die Schiene bringen können. (Abg. Scheibner: Das können Sie im Niederösterreichischen Landtag einbringen!) Damit könnte man natürlich eine deutliche Umweltentlastung durchführen. Das könnten Sie national tun, da bräuchten Sie nicht auf Europa zu warten. Aber hier ist etwas anderes angestrebt, und das soll man auch klar benennen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Reheis.
eine Regierung, die hundert Mal pro Tag das Wort „sparen“ in den Mund nimmt. Es scheint doch so zu sein, und das kann man ja offen sagen: Die Freiheitlichen sind bei dieser Wahl dezimiert worden, wie es ärger nicht mehr geht. Da hat es wohl geheißen, schaffen wir eben einige zusätzliche Ämter, damit ein paar nachrücken können. – Das ist der wahre Grund. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Reheis.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Gleichzeitig kommt wieder die alte Aufpasserfunktion der Staatssekretärinnen und Staatssekretäre, weil ja so ein „tolles Klima des Vertrauens“ herrscht. Außerdem haben Sie gegenüber dem Kabinett Schüssel I eine Senkung der Frauenquote geschafft. Begonnen hat das alte Kabinett mit einem Frauenanteil von über 30 Prozent. Damals waren fünf von sechzehn Regierungsmitgliedern Frauen. Jetzt sind es 22 Prozent. Also: vergrößerte Regierung, vergrößerter Männeranteil, und ein dramatisch reduzierter Anteil von Frauen in der Regierung. Und sagen Sie bitte ja nicht, dass das die Idee der Grünen oder der Opposition war! Das war Ihr ureigenstes Interesse auf Posten! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Auch der Sprachgebrauch in dieser Regierungserklärung war bemerkenswert. Wir haben genau aufgepasst: Immer dann, wenn von irgendwelchen Wirtschaftsinitiativen die Rede war, hat der Herr Bundeskanzler die männliche Form verwendet, obwohl im Regierungsabkommen wiederum das Gender Mainstreaming und die sprachliche Gleichbehandlung erwähnt werden. Das scheint für Sie eine reine Floskel zu sein, Herr Bundeskanzler. Das schreibt man eben hinein, aber verwenden tut es niemand. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Nein, es steht drinnen: die Gründer, die Unternehmer, und nur dort, wo es um Teilzeitarbeit, um Familienarbeit geht, wird auf einmal die weibliche Form verwendet. Das heißt, schon mit Ihrer Sprache zementieren Sie traditionelle Rollenbilder ein, wogegen wir uns ganz massiv aussprechen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Das stimmt einfach nicht!
Meine Damen und Herren! Ich stelle überhaupt – vor allem an die ÖVP-Regierungsmitglieder und an die ÖVP-Abgeordneten – die Frage: Was heißt Gerechtigkeit? – Sie gehen automatisch mit dem Regierungsabkommen und mit den Pensionsgutachten davon aus: Gerechtigkeit heißt Beitragsgerechtigkeit. Was einbezahlt wird, wird wie auf einem Kapitalsparbuch wieder ausbezahlt. Gerechtigkeit heißt für Sie, das Versicherungsprinzip wird gestärkt. (Abg. Mag. Molterer: Das stimmt einfach nicht!) – Doch, es ist so, Herr Abgeordneter!
Abg. Mag. Molterer: Warum steht dann „Mindestpension“ drinnen? Warum steht drinnen: „Anrechnung von Kindererziehungszeiten bei Frauen“?
Ich denke, Gerechtigkeit sollte heißen: Niemand muss im Alter Not leiden! Niemand muss im Alter frieren! Niemand muss bei den notwendigen Bedürfnissen Mangel leiden! (Abg. Mag. Molterer: Warum steht dann „Mindestpension“ drinnen? Warum steht drinnen: „Anrechnung von Kindererziehungszeiten bei Frauen“?) – Darauf komme ich schon noch zu sprechen.
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Ein richtiges Prinzip!
Herr Bundeskanzler! Es ist das falsche Prinzip! (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Ein richtiges Prinzip!) – Es ist das falsche Prinzip! Wir Grünen haben – ich merke ja, es ist noch nicht wirklich angekommen – versucht, Sie davon zu überzeugen, dass ein modernes, soziales System von morgen ein ganz wichtiges Prinzip verwirklichen muss, nämlich einen existenzsichernden Sockel. Und das haben Sie nur in einem kleinen Bereich verwirklicht, nämlich dort, wo es darum geht, Personen, die sonst nichts haben ... (Bundesminister Dr. Bartenstein: Wo Menschen sozial bedürftig sind!)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Wo Menschen sozial bedürftig sind!
Herr Bundeskanzler! Es ist das falsche Prinzip! (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Ein richtiges Prinzip!) – Es ist das falsche Prinzip! Wir Grünen haben – ich merke ja, es ist noch nicht wirklich angekommen – versucht, Sie davon zu überzeugen, dass ein modernes, soziales System von morgen ein ganz wichtiges Prinzip verwirklichen muss, nämlich einen existenzsichernden Sockel. Und das haben Sie nur in einem kleinen Bereich verwirklicht, nämlich dort, wo es darum geht, Personen, die sonst nichts haben ... (Bundesminister Dr. Bartenstein: Wo Menschen sozial bedürftig sind!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Dann haben Sie es nicht gelesen!
Aber Sie haben insbesondere bei den Frauen keine eigenständige Alterssicherung drinnen, ich betone, keine eigenständige Alterssicherung, und das ist einer der springenden Punkte. Das lehnen wir in dieser Form ab. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Dann haben Sie es nicht gelesen!)
Abg. Scheibner: Mein Gott, schon wieder der Vergleich! Diesen Vergleich haben Sie aber mühsam hergeholt, ein rhetorischer Tiefschlag! Schwach!
Das ist ein Geschäft, das ... (Abg. Scheibner: Mein Gott, schon wieder der Vergleich! Diesen Vergleich haben Sie aber mühsam hergeholt, ein rhetorischer Tiefschlag! Schwach!) So ist es aber! – Das ist etwas, was nicht den Interessen der Jugend und nicht den Interessen des Landes dient! Ich frage mich schon, wodurch unsere Kinder mehr geschützt sind: durch eine ökologische Landwirtschaft und durch soziale Sicherheit – oder durch ein paar sündteure Kampfflugzeuge? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sogar der Applaus ist dünn!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sogar der Applaus ist dünn!
Das ist ein Geschäft, das ... (Abg. Scheibner: Mein Gott, schon wieder der Vergleich! Diesen Vergleich haben Sie aber mühsam hergeholt, ein rhetorischer Tiefschlag! Schwach!) So ist es aber! – Das ist etwas, was nicht den Interessen der Jugend und nicht den Interessen des Landes dient! Ich frage mich schon, wodurch unsere Kinder mehr geschützt sind: durch eine ökologische Landwirtschaft und durch soziale Sicherheit – oder durch ein paar sündteure Kampfflugzeuge? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sogar der Applaus ist dünn!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Tatsächlich hat es mich schon überrascht, dass hier diese gesellschaftspolitische Beliebigkeit herrscht. Kollege Van der Bellen hat es schon angesprochen. Für Sie waren ein paar Dinge wirklich fix, und zwar der Einsparungsbedarf bei den Pensionen und im Gesundheitswesen sowie der Ankauf der Abfangjäger. Diese Konturen waren fix. – Alles andere, ob man in Richtung Integration und Menschenrechte geht oder nicht, ob man Frauenrechte stärkt oder nicht, das war offenbar offen und beliebig. Sie scheinen die europäische Menschenrechtsdeklaration mit dem Rechenwerk aus dem Laptop des Finanzministers ausgetauscht zu haben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Cap, ich finde, Regieren ist eine verantwortungsvolle Aufgabe und kein Kabarett. Wenn Sie Ihre Aufgabe darin sehen, hier ein neues Kabarett und ein neues Stück zu machen, dann ist es gut, dass Sie dort sitzen, wo Sie jetzt sitzen, nämlich auf der Oppositionsbank (Beifall bei den Freiheitlichen), denn Sie sind anscheinend nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Das werden wir noch sehen!
Wichtig ist uns, dass die Regierung handlungsfähig ist, und das ist sie. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Das werden wir noch sehen!) – Daher brauchen wir den Entschließungsantrag, damit wir alle sehen, wie Sie sich zu den einzelnen Punkten verhalten, nämlich auch zu jenen Punkten, die Sie angeblich verhandelt haben und denen Sie ja zustimmen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wichtig ist uns, dass die Regierung handlungsfähig ist, und das ist sie. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Das werden wir noch sehen!) – Daher brauchen wir den Entschließungsantrag, damit wir alle sehen, wie Sie sich zu den einzelnen Punkten verhalten, nämlich auch zu jenen Punkten, die Sie angeblich verhandelt haben und denen Sie ja zustimmen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Eines vergessen Sie, und das wollen Sie nicht sehen und nicht hören: dass der Reformkurs der Regierung durch die Wähler bestätigt worden ist und dass die schwarz-blaue Regierung auch eine Mehrheit hier im Parlament hat. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ. – Unruhe im Saal.
Sie haben schon damals, nachdem die erste schwarz-blaue Regierung gebildet wurde, alles getan, damit die Regierung auch im Ausland schlecht dasteht. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ. – Unruhe im Saal.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni.
Dieselbe Haltung nahmen auch die Kollegen von der Grünen Partei ein, indem sie Berufsdemonstrierer unterstützten und für ihre eigenen Zwecke einspannten. Nur: Als sie dann ein bisschen umgeschwenkt haben, sahen sie, dass sie die Geister, die sie riefen, nicht mehr loswerden. Die eigenen Berufsdemonstrierer haben nämlich, als es um die Regierungsbeteiligung der Grünen selbst gegangen ist, weiter demonstriert und die Klubräumlichkeiten der eigenen grünen Parlamentsfraktion besetzt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Weil Ihr Parteichef Van der Bellen heute die Frage angesprochen hat, wie sich denn das mit dem Dampf und so weiter verhielte: Ich glaube, bei Ihnen ist der Dampf inzwischen völlig draußen. Sie fahren dem inzwischen wieder flott gemachten Dampfer hinterher in einem Ruderboot, in dem der Kapitän vorne steht und schreit: Hinterher! Hinter dem großen Dampfer her! – Aber der Rest der Rudermannschaft rudert in die andere Richtung und wieder zurück ans Land. (Beifall bei den Freiheitlichen.) – Das ist die Situation, wie Sie sie haben. (Abg. Sburny: Sie verwechseln uns schon! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.) – Nein, nein! Ich sehe Ihr leider sehr kleines Ruderboot. Das ist das Problem, das Sie haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Kogler und Mag. Wurm.) Und wir sitzen halt jetzt mit im Dampfer.
Abg. Sburny: Sie verwechseln uns schon! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.
Weil Ihr Parteichef Van der Bellen heute die Frage angesprochen hat, wie sich denn das mit dem Dampf und so weiter verhielte: Ich glaube, bei Ihnen ist der Dampf inzwischen völlig draußen. Sie fahren dem inzwischen wieder flott gemachten Dampfer hinterher in einem Ruderboot, in dem der Kapitän vorne steht und schreit: Hinterher! Hinter dem großen Dampfer her! – Aber der Rest der Rudermannschaft rudert in die andere Richtung und wieder zurück ans Land. (Beifall bei den Freiheitlichen.) – Das ist die Situation, wie Sie sie haben. (Abg. Sburny: Sie verwechseln uns schon! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.) – Nein, nein! Ich sehe Ihr leider sehr kleines Ruderboot. Das ist das Problem, das Sie haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Kogler und Mag. Wurm.) Und wir sitzen halt jetzt mit im Dampfer.
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Kogler und Mag. Wurm.
Weil Ihr Parteichef Van der Bellen heute die Frage angesprochen hat, wie sich denn das mit dem Dampf und so weiter verhielte: Ich glaube, bei Ihnen ist der Dampf inzwischen völlig draußen. Sie fahren dem inzwischen wieder flott gemachten Dampfer hinterher in einem Ruderboot, in dem der Kapitän vorne steht und schreit: Hinterher! Hinter dem großen Dampfer her! – Aber der Rest der Rudermannschaft rudert in die andere Richtung und wieder zurück ans Land. (Beifall bei den Freiheitlichen.) – Das ist die Situation, wie Sie sie haben. (Abg. Sburny: Sie verwechseln uns schon! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.) – Nein, nein! Ich sehe Ihr leider sehr kleines Ruderboot. Das ist das Problem, das Sie haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Kogler und Mag. Wurm.) Und wir sitzen halt jetzt mit im Dampfer.
Lebhafter Widerspruch bei der SPÖ.
die die nächste Generation massivst belastet und einen Schuldenberg aufgebaut haben. Ich muss Sie immer wieder daran erinnern, und wir Freiheitliche werden Sie immer wieder daran erinnern! (Lebhafter Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Die Rednerin hält eine Tafel in die Höhe, auf der zu lesen steht: „SPÖ-Schuldenpolitik: 160 000 000 000 € – 50 x um die Erde mit 10-€-Scheinen“. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich habe hier ein Taferl für den Schuldenberg, den Sie aufgebaut haben, liebe Kollegen von der SPÖ. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Die Rednerin hält eine Tafel in die Höhe, auf der zu lesen steht: „SPÖ-Schuldenpolitik: 160 000 000 000 € – 50 x um die Erde mit 10-€-Scheinen“. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Widerspruch bei der SPÖ.
160 Milliarden €. Weil wir jetzt den Euro haben, geht sich das noch aus mit den Nullen, sonst würde es sich nicht mehr ausgehen. Das heißt, fünfzig Mal könnten wir eine Reihe von 10-€-Scheinen, nach der Reihe aneinander gelegt, um die Erde herumlegen. Das ist der Schuldenberg, den Sie aufgebaut haben. Sie sind daher die Letzten, die sich hier beschweren dürfen, wenn Maßnahmen gesetzt werden, die diesen Schuldenberg, den Sie aufgebaut haben, wieder beseitigen! Sie sind die Letzten, die sich beschweren können! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Widerspruch bei der SPÖ.
Wenn Sie fragen, für wen die Reformen sind, dann antworte ich Ihnen: Diese Reformen sind für all jene, die Sie vergessen haben! Das sind all jene Reformen, die Sie nicht gemacht haben, und sie erfolgen in all jenen Bereichen, in denen Sie während Ihrer jahrzehntelangen Regierungstätigkeit untätig waren. Das ist die Realität, der Sie sich stellen müssen und der wir uns leider auch stellen müssen, weil das ist das, was Sie verabsäumt haben. (Widerspruch bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Kampfflieger, Frau Bleckmann!
Und das Ziel – dritter Punkt, das steht auf der letzten Seite – ist, die Forschungs- und Entwicklungsquote auf 3 Prozent anzuheben. Das soll mit Geldern aus der Nationalbank, aus einer Nationalstiftung für Forschung und Entwicklung finanziert werden. Das ist doch genau das, was Sie verlangt haben, oder? (Abg. Silhavy: Kampfflieger, Frau Bleckmann!)
Abg. Silhavy: Kampfflieger! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es ist Ihnen nie genug! Aber Sie von der SPÖ haben die Schulden aufgebaut! Es kann nie genug sein, aber man muss halt sehen, welche Möglichkeiten man hat und wie viel man ausgeben kann. Jeder, der mit seinem Gehalt haushalten muss, weiß, dass er nicht über die Maßen Geld ausgeben kann. (Abg. Silhavy: Kampfflieger! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es wird wichtig sein, dass auch Sie das lernen. Und solange Sie es nicht gelernt haben, werden Sie halt in keiner Regierung mehr sitzen. – So schaut es aus! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist Ihnen nie genug! Aber Sie von der SPÖ haben die Schulden aufgebaut! Es kann nie genug sein, aber man muss halt sehen, welche Möglichkeiten man hat und wie viel man ausgeben kann. Jeder, der mit seinem Gehalt haushalten muss, weiß, dass er nicht über die Maßen Geld ausgeben kann. (Abg. Silhavy: Kampfflieger! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es wird wichtig sein, dass auch Sie das lernen. Und solange Sie es nicht gelernt haben, werden Sie halt in keiner Regierung mehr sitzen. – So schaut es aus! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Kampfflieger, Frau Bleckmann!
Die SPÖ betreibt nach wie vor ... (Abg. Silhavy: Kampfflieger, Frau Bleckmann!) – Anscheinend haben Sie Gedächtnislücken! Kindesweglegung betreiben Sie, und Sie verdrängen Ihre Vergangenheit mit den Selbstbehalten, liebe Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ. (Die Rednerin hält eine Liste in die Höhe.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist schlecht zu lesen! – Abg. Scheibner: Lies sie vor!
Hier sind all die Selbstbehalte, 16 an der Zahl, die die SPÖ-Regierung ... (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist schlecht zu lesen! – Abg. Scheibner: Lies sie vor!) – Ja, Herr Kollege Gusenbauer, ich gebe sie Ihnen dann höchstpersönlich, damit Sie es nachlesen können. Das ist es:
Abg. Öllinger: Und Sie wollen noch weitere einführen! Noch weitere Selbstbehalte! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Heilbehelfe: Selbstbehalt mindestens 21,37 €. – Hilfsmittel: Selbstbehalt mindestens 21,37 €. – Zahnprothetik: 50 Prozent der Kosten, die zu bezahlen sind. – Kieferorthopädie: Zuzahlung zu den vertraglich festgelegten Tarifen in der Höhe von 40 Prozent. (Abg. Öllinger: Und Sie wollen noch weitere einführen! Noch weitere Selbstbehalte! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Transportkosten ... (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich gebe sie Ihnen dann höchstpersönlich, Herr Abgeordneter Gusenbauer. Das ist die Liste der Selbstbehalte, die Sie eingeführt haben, mit Ihrer Partei, in Ihrer Regierungstätigkeit.
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Heilbehelfe: Selbstbehalt mindestens 21,37 €. – Hilfsmittel: Selbstbehalt mindestens 21,37 €. – Zahnprothetik: 50 Prozent der Kosten, die zu bezahlen sind. – Kieferorthopädie: Zuzahlung zu den vertraglich festgelegten Tarifen in der Höhe von 40 Prozent. (Abg. Öllinger: Und Sie wollen noch weitere einführen! Noch weitere Selbstbehalte! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Transportkosten ... (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich gebe sie Ihnen dann höchstpersönlich, Herr Abgeordneter Gusenbauer. Das ist die Liste der Selbstbehalte, die Sie eingeführt haben, mit Ihrer Partei, in Ihrer Regierungstätigkeit.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sind die Letzten, die sich über Selbstbehalte beschweren und aufregen dürfen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) 16 Selbstbehalte haben Sie eingeführt und damit das Zweiklassensystem im Gesundheitssystem in Österreich eingeführt. (Abg. Dr. Petrovic: Und jetzt gibt es noch mehr! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Petrovic: Und jetzt gibt es noch mehr! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Sie sind die Letzten, die sich über Selbstbehalte beschweren und aufregen dürfen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) 16 Selbstbehalte haben Sie eingeführt und damit das Zweiklassensystem im Gesundheitssystem in Österreich eingeführt. (Abg. Dr. Petrovic: Und jetzt gibt es noch mehr! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Petrovic: Ausbauen! – Abg. Dr. Niederwieser: Verdoppeln!
Unser erklärtes Ziel seitens der Freiheitlichen Partei ist, zu vermeiden, dass das weitergeführt wird. Wir wollen diesen Selbstbehalt-Dschungel, den Sie eingeführt haben (Abg. Dr. Petrovic: Ausbauen! – Abg. Dr. Niederwieser: Verdoppeln!), beseitigen, durchforsten. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Wir wollen die 16 Selbstbehalte, die Sie eingeführt haben, durchforsten: angefangen von der Krankenscheingebühr, die eine Spanne von 5 Prozent bis zu unglaublichen 80 Prozent hat, zusammen mit allen anderen Selbstbehalten, die Sie in letzten 50 Jahren eingeführt haben.
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Unser erklärtes Ziel seitens der Freiheitlichen Partei ist, zu vermeiden, dass das weitergeführt wird. Wir wollen diesen Selbstbehalt-Dschungel, den Sie eingeführt haben (Abg. Dr. Petrovic: Ausbauen! – Abg. Dr. Niederwieser: Verdoppeln!), beseitigen, durchforsten. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Wir wollen die 16 Selbstbehalte, die Sie eingeführt haben, durchforsten: angefangen von der Krankenscheingebühr, die eine Spanne von 5 Prozent bis zu unglaublichen 80 Prozent hat, zusammen mit allen anderen Selbstbehalten, die Sie in letzten 50 Jahren eingeführt haben.
Abg. Dr. Gusenbauer: Ich bin neugierig, welche Sie beibehalten! Das schauen wir uns an!
Wir wollen, dass eine Überprüfung der bestehenden Selbstbehalte auf ihre Sinnhaftigkeit hin erfolgt. Es geht für uns darum, die bestehenden Selbstbehalte teilweise abzuschaffen, um soziale Ausgewogenheit herzustellen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Ich bin neugierig, welche Sie beibehalten! Das schauen wir uns an!) Das können Sie doch nur unterstützen!
Abg. Mag. Wurm: Wer hat sie denn eingeführt?
Wir wollen keine Ambulanzgebühr mehr (Abg. Mag. Wurm: Wer hat sie denn eingeführt?), keine Krankenscheingebühr mehr und schon gar keine Kosten beim Arztbesuch! (Abg. Mag. Wurm: Wer hat die Ambulanzgebühr eingeführt? – Ruf bei der SPÖ: Gedächtnislücken!) So stellen wir uns hier die soziale Verträglichkeit vor.
Abg. Mag. Wurm: Wer hat die Ambulanzgebühr eingeführt? – Ruf bei der SPÖ: Gedächtnislücken!
Wir wollen keine Ambulanzgebühr mehr (Abg. Mag. Wurm: Wer hat sie denn eingeführt?), keine Krankenscheingebühr mehr und schon gar keine Kosten beim Arztbesuch! (Abg. Mag. Wurm: Wer hat die Ambulanzgebühr eingeführt? – Ruf bei der SPÖ: Gedächtnislücken!) So stellen wir uns hier die soziale Verträglichkeit vor.
Abg. Mag. Wurm: Sie haben 60 Prozent weniger Wähler!
Vergessen Sie nicht, dass die rot-grüne Mehrheit von Seiten der Wähler abgelehnt wurde! (Abg. Mag. Wurm: Sie haben 60 Prozent weniger Wähler!) Das wollen Sie aber bis heute nicht wahrhaben. Es tut Ihnen weh, neuerlich auf der Oppositionsbank zu sitzen und hier einem Regierungsprogramm zu lauschen (Abg. Dr. Niederwieser: „Lauschen“? „Lauschen“ nennen Sie das ...?), denn Sie wissen: Sie haben jahrzehntelang versagt, und wir haben erreicht, dass unsere freiheitliche Handschrift im Regierungsprogramm enthalten ist! – Näheres dazu werden Sie dann nach der Sitzungsunterbrechung hören. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Niederwieser: „Lauschen“? „Lauschen“ nennen Sie das ...?
Vergessen Sie nicht, dass die rot-grüne Mehrheit von Seiten der Wähler abgelehnt wurde! (Abg. Mag. Wurm: Sie haben 60 Prozent weniger Wähler!) Das wollen Sie aber bis heute nicht wahrhaben. Es tut Ihnen weh, neuerlich auf der Oppositionsbank zu sitzen und hier einem Regierungsprogramm zu lauschen (Abg. Dr. Niederwieser: „Lauschen“? „Lauschen“ nennen Sie das ...?), denn Sie wissen: Sie haben jahrzehntelang versagt, und wir haben erreicht, dass unsere freiheitliche Handschrift im Regierungsprogramm enthalten ist! – Näheres dazu werden Sie dann nach der Sitzungsunterbrechung hören. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Vergessen Sie nicht, dass die rot-grüne Mehrheit von Seiten der Wähler abgelehnt wurde! (Abg. Mag. Wurm: Sie haben 60 Prozent weniger Wähler!) Das wollen Sie aber bis heute nicht wahrhaben. Es tut Ihnen weh, neuerlich auf der Oppositionsbank zu sitzen und hier einem Regierungsprogramm zu lauschen (Abg. Dr. Niederwieser: „Lauschen“? „Lauschen“ nennen Sie das ...?), denn Sie wissen: Sie haben jahrzehntelang versagt, und wir haben erreicht, dass unsere freiheitliche Handschrift im Regierungsprogramm enthalten ist! – Näheres dazu werden Sie dann nach der Sitzungsunterbrechung hören. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Lebhafte Heiterkeit des Abg. Jakob Auer. – Abg. Jakob Auer: Ein strenges Regiment!
zu nehmen! (Lebhafte Heiterkeit des Abg. Jakob Auer. – Abg. Jakob Auer: Ein strenges Regiment!)
Widerspruch bei Abgeordneten der Grünen
Die Kolleginnen und Kollegen von der grünen Fraktion, die alle noch in der Pause sind, hätten es ja (Widerspruch bei Abgeordneten der Grünen) – ha: eins, zwei, drei, vier! (Ruf bei den Grünen: ... Ihre!) – ja, auch die eigenen! – fast geschafft, aber angesichts des Widerstandes in den eigenen Reihen hat sie dann doch noch der Mut verlassen (Abg. Gaál: „In den eigenen Reihen“!), als es darum ging, echte, wirkliche Verantwortung für unser Land zu tragen. Verantwortung zu übernehmen heißt, Maßnahmen mitzutragen, die es ermöglichen, den Generationenvertrag einzuhalten und aufrechtzuerhalten, die es ermöglichen, auch unserer Jugend zu sagen, dass ihre Pensionen gesichert sind (Abg. Öllinger: Wie denn?), und das Pensionssystem für die kommende Generation zu sichern. Verantwortung zu übernehmen heißt, die Maßnahmen so zu setzen, dass sie auch sozial verträglich sind und langfristigen Bestand haben.
Ruf bei den Grünen: ... Ihre!
Die Kolleginnen und Kollegen von der grünen Fraktion, die alle noch in der Pause sind, hätten es ja (Widerspruch bei Abgeordneten der Grünen) – ha: eins, zwei, drei, vier! (Ruf bei den Grünen: ... Ihre!) – ja, auch die eigenen! – fast geschafft, aber angesichts des Widerstandes in den eigenen Reihen hat sie dann doch noch der Mut verlassen (Abg. Gaál: „In den eigenen Reihen“!), als es darum ging, echte, wirkliche Verantwortung für unser Land zu tragen. Verantwortung zu übernehmen heißt, Maßnahmen mitzutragen, die es ermöglichen, den Generationenvertrag einzuhalten und aufrechtzuerhalten, die es ermöglichen, auch unserer Jugend zu sagen, dass ihre Pensionen gesichert sind (Abg. Öllinger: Wie denn?), und das Pensionssystem für die kommende Generation zu sichern. Verantwortung zu übernehmen heißt, die Maßnahmen so zu setzen, dass sie auch sozial verträglich sind und langfristigen Bestand haben.
Abg. Gaál: „In den eigenen Reihen“!
Die Kolleginnen und Kollegen von der grünen Fraktion, die alle noch in der Pause sind, hätten es ja (Widerspruch bei Abgeordneten der Grünen) – ha: eins, zwei, drei, vier! (Ruf bei den Grünen: ... Ihre!) – ja, auch die eigenen! – fast geschafft, aber angesichts des Widerstandes in den eigenen Reihen hat sie dann doch noch der Mut verlassen (Abg. Gaál: „In den eigenen Reihen“!), als es darum ging, echte, wirkliche Verantwortung für unser Land zu tragen. Verantwortung zu übernehmen heißt, Maßnahmen mitzutragen, die es ermöglichen, den Generationenvertrag einzuhalten und aufrechtzuerhalten, die es ermöglichen, auch unserer Jugend zu sagen, dass ihre Pensionen gesichert sind (Abg. Öllinger: Wie denn?), und das Pensionssystem für die kommende Generation zu sichern. Verantwortung zu übernehmen heißt, die Maßnahmen so zu setzen, dass sie auch sozial verträglich sind und langfristigen Bestand haben.
Abg. Öllinger: Wie denn?
Die Kolleginnen und Kollegen von der grünen Fraktion, die alle noch in der Pause sind, hätten es ja (Widerspruch bei Abgeordneten der Grünen) – ha: eins, zwei, drei, vier! (Ruf bei den Grünen: ... Ihre!) – ja, auch die eigenen! – fast geschafft, aber angesichts des Widerstandes in den eigenen Reihen hat sie dann doch noch der Mut verlassen (Abg. Gaál: „In den eigenen Reihen“!), als es darum ging, echte, wirkliche Verantwortung für unser Land zu tragen. Verantwortung zu übernehmen heißt, Maßnahmen mitzutragen, die es ermöglichen, den Generationenvertrag einzuhalten und aufrechtzuerhalten, die es ermöglichen, auch unserer Jugend zu sagen, dass ihre Pensionen gesichert sind (Abg. Öllinger: Wie denn?), und das Pensionssystem für die kommende Generation zu sichern. Verantwortung zu übernehmen heißt, die Maßnahmen so zu setzen, dass sie auch sozial verträglich sind und langfristigen Bestand haben.
Abg. Öllinger: Das ist der Text vom Haupt!
Verantwortung zu übernehmen heißt auch, für Österreich zu arbeiten und für unser Land die notwendigen Reformen weiterzubringen, weiterzutragen und umzusetzen (Abg. Öllinger: Das ist der Text vom Haupt!) – auch wenn man dafür Kompromisse eingehen muss. (Abg. Öllinger: Jetzt haben Sie den Text vom Haupt!)
Abg. Öllinger: Jetzt haben Sie den Text vom Haupt!
Verantwortung zu übernehmen heißt auch, für Österreich zu arbeiten und für unser Land die notwendigen Reformen weiterzubringen, weiterzutragen und umzusetzen (Abg. Öllinger: Das ist der Text vom Haupt!) – auch wenn man dafür Kompromisse eingehen muss. (Abg. Öllinger: Jetzt haben Sie den Text vom Haupt!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht „lieber“!
Dafür die Verantwortung zu tragen, dazu waren vor allem Sie, lieber Kollege Öllinger, nicht bereit. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht „lieber“!) – Er ist kein „lieber Kollege“. Danke, liebe Kollegin Partik-Pablé! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Grünewald: Sehr „gehaltvoll“!) – Nein, Herr Kollege, Sie waren nicht dazu bereit, die Verantwortung für die Regierungstätigkeit zu tragen. Wir Freiheitlichen sind dazu bereit, und wir sind auch dazu bereit, Kompromisse einzugehen und Reformen für Österreich weiterzuführen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Grünewald: Sehr „gehaltvoll“!
Dafür die Verantwortung zu tragen, dazu waren vor allem Sie, lieber Kollege Öllinger, nicht bereit. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht „lieber“!) – Er ist kein „lieber Kollege“. Danke, liebe Kollegin Partik-Pablé! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Grünewald: Sehr „gehaltvoll“!) – Nein, Herr Kollege, Sie waren nicht dazu bereit, die Verantwortung für die Regierungstätigkeit zu tragen. Wir Freiheitlichen sind dazu bereit, und wir sind auch dazu bereit, Kompromisse einzugehen und Reformen für Österreich weiterzuführen.
Abg. Öllinger: ... nicht antizyklisch!
Wir haben viele freiheitliche Punkte in dieses Programm mit hineinbringen können. Das ist genau das, was die Abgeordneten von der SPÖ gefordert haben: jetzt Aktivitäten zu setzen, jetzt die „Ernte einzufahren“, wie es so schön blumig ausgedrückt wurde, und jetzt antizyklisch zu agieren. – Genau das tut diese Regierung ehestmöglich, nämlich mit 1. Jänner 2004, mit der ersten Steuerreform, mit der Entlastung der kleineren und mittleren Einkommen, und zwar durch die Erhöhung der Steuerfreigrenze auf ein Jahresbruttoeinkommen von 14 500 €. (Abg. Öllinger: ... nicht antizyklisch!) Wir Freiheitlichen haben das vor den Wahlen versprochen, und wir halten dieses Versprechen, wenn wir die Möglichkeit haben, das auch umzusetzen, ein, und wir haben die Umsetzung mit Wirkung vom 1. Jänner 2004 durchgesetzt. (Abg. Mag. Kogler: Sie haben ganz etwas anderes versprochen!)
Abg. Mag. Kogler: Sie haben ganz etwas anderes versprochen!
Wir haben viele freiheitliche Punkte in dieses Programm mit hineinbringen können. Das ist genau das, was die Abgeordneten von der SPÖ gefordert haben: jetzt Aktivitäten zu setzen, jetzt die „Ernte einzufahren“, wie es so schön blumig ausgedrückt wurde, und jetzt antizyklisch zu agieren. – Genau das tut diese Regierung ehestmöglich, nämlich mit 1. Jänner 2004, mit der ersten Steuerreform, mit der Entlastung der kleineren und mittleren Einkommen, und zwar durch die Erhöhung der Steuerfreigrenze auf ein Jahresbruttoeinkommen von 14 500 €. (Abg. Öllinger: ... nicht antizyklisch!) Wir Freiheitlichen haben das vor den Wahlen versprochen, und wir halten dieses Versprechen, wenn wir die Möglichkeit haben, das auch umzusetzen, ein, und wir haben die Umsetzung mit Wirkung vom 1. Jänner 2004 durchgesetzt. (Abg. Mag. Kogler: Sie haben ganz etwas anderes versprochen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber nicht nur für die kleineren und mittleren Einkommen haben wir eine Entlastung durchgesetzt, sondern wir haben auch für die kleineren und mittleren Unternehmen durchgesetzt, dass es zu einer Förderung der Eigenkapitalbildung für Unternehmen durch die begünstigte Besteuerung der nicht entnommenen Gewinne kommt, ebenso wie zur Abschaffung der 13. USt-Vorauszahlung, aber auch zu Entlastungen im Bereich der Lohnnebenkosten für ältere Arbeitnehmer. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Gaál
Auch angesichts dessen kommt es, wie ich meine, der SPÖ als Partei nicht zu, zu behaupten, es gebe durch diese neue Regierung so viele zusätzliche Belastungen. Meine Damen und Herren von der SPÖ, schauen Sie sich doch an, was Ihr Bürgermeister Häupl in Wien gemacht hat! Er hat seit 2001, dem Jahr, seit dem es eine SPÖ-Minderheitsregierung gibt, eine Gebühr nach der anderen eingeführt: Einführung einer neuen Wiener Stromsteuer (Zwischenruf des Abg. Gaál), Erhöhung der Müllgebühren um 25,9 Prozent (Abg. Gaál: Eine SPÖ-Alleinregie-
Abg. Dr. Einem: Eine Mehrheitsregierung!
rung!) – Sie sind doch bei der SPÖ, Herr Kollege, oder? (Abg. Dr. Einem: Eine Mehrheitsregierung!) –, Erhöhung der Tarife bei den Wiener Linien, Erhöhung der Bädertarife. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich weiß nicht, ob Sie aus Wien sind, aber fragen Sie einmal Bürgermeister Häupl, was all diese Tarife betrifft! Fragen Sie ihn, was er da alles gemacht hat, oder fahren Sie ein wenig in Wien herum, dann sehen Sie es! – Weiters: Erhöhung der städtischen Kindergartengebühren auf bis zu 2 700 S. – Das ist das, was Ihr ... (Abg. Gaál: ... zwar nicht aus Wien, aber aus Favoriten, aber wir haben keine Minderheitsregierung!)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
rung!) – Sie sind doch bei der SPÖ, Herr Kollege, oder? (Abg. Dr. Einem: Eine Mehrheitsregierung!) –, Erhöhung der Tarife bei den Wiener Linien, Erhöhung der Bädertarife. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich weiß nicht, ob Sie aus Wien sind, aber fragen Sie einmal Bürgermeister Häupl, was all diese Tarife betrifft! Fragen Sie ihn, was er da alles gemacht hat, oder fahren Sie ein wenig in Wien herum, dann sehen Sie es! – Weiters: Erhöhung der städtischen Kindergartengebühren auf bis zu 2 700 S. – Das ist das, was Ihr ... (Abg. Gaál: ... zwar nicht aus Wien, aber aus Favoriten, aber wir haben keine Minderheitsregierung!)
Abg. Gaál: ... zwar nicht aus Wien, aber aus Favoriten, aber wir haben keine Minderheitsregierung!
rung!) – Sie sind doch bei der SPÖ, Herr Kollege, oder? (Abg. Dr. Einem: Eine Mehrheitsregierung!) –, Erhöhung der Tarife bei den Wiener Linien, Erhöhung der Bädertarife. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich weiß nicht, ob Sie aus Wien sind, aber fragen Sie einmal Bürgermeister Häupl, was all diese Tarife betrifft! Fragen Sie ihn, was er da alles gemacht hat, oder fahren Sie ein wenig in Wien herum, dann sehen Sie es! – Weiters: Erhöhung der städtischen Kindergartengebühren auf bis zu 2 700 S. – Das ist das, was Ihr ... (Abg. Gaál: ... zwar nicht aus Wien, aber aus Favoriten, aber wir haben keine Minderheitsregierung!)
Ruf bei der SPÖ: Für Sie schlimm genug!
Entschuldigung: Mehrheitsregierung! – Entschuldigung! Noch schlimmer (Ruf bei der SPÖ: Für Sie schlimm genug!): Mit der Mehrheitsregierung belasten Sie die Bürger in Wien. (Abg. Gaál: Schwere Informationsdefizite!) Das ist das, was Sie machen, und das muss den Bürgern auch gesagt werden! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Prinz.)
Abg. Gaál: Schwere Informationsdefizite!
Entschuldigung: Mehrheitsregierung! – Entschuldigung! Noch schlimmer (Ruf bei der SPÖ: Für Sie schlimm genug!): Mit der Mehrheitsregierung belasten Sie die Bürger in Wien. (Abg. Gaál: Schwere Informationsdefizite!) Das ist das, was Sie machen, und das muss den Bürgern auch gesagt werden! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Prinz.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Prinz.
Entschuldigung: Mehrheitsregierung! – Entschuldigung! Noch schlimmer (Ruf bei der SPÖ: Für Sie schlimm genug!): Mit der Mehrheitsregierung belasten Sie die Bürger in Wien. (Abg. Gaál: Schwere Informationsdefizite!) Das ist das, was Sie machen, und das muss den Bürgern auch gesagt werden! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Prinz.)
Abg. Dr. Glawischnig: Wissen Sie, was da überbleiben wird beim Pensionssplitting?
Lesen Sie nach – auch Sie, Herr Abgeordneter Van der Bellen –, was hier schon für Schritte gesetzt werden: Anhebung der pensionsbegründenden Zeiten von 18 auf 24 Monate, Ermöglichung eines freiwilligen Pensionssplittings, Mindestrente für jene, die eben derzeit nicht versorgt sind. – Was bedeuten diese drei Maßnahmen, die wir hier gesetzt haben, denn sonst, wenn nicht eine eigenständige Alterssicherung! (Abg. Dr. Glawischnig: Wissen Sie, was da überbleiben wird beim Pensionssplitting?)
Abg. Mag. Wurm: ... dem Herrn Böhmdorfer weggenommen!
Ich bin jedoch sicher, dass wir in der freiheitlichen Regierungsmannschaft ein Mitglied haben, das in diesen Fragen als Garant auftreten wird, das sich ganz sicher für all diese Anliegen einsetzen wird, vor allem für die Frauen und für die Familien, aber auch den Konsumentenschutz (Abg. Mag. Wurm: ... dem Herrn Böhmdorfer weggenommen!), und das darauf schauen wird, dass es den Familien, aber auch den Frauen unter dieser Regierung gut gehen wird und dass sie nicht unter die Räder kommen werden.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Bleckmann begibt sich zu der auf der Regierungsbank sitzenden Staatssekretärin Haubner, umarmt diese und überreicht ihr einen blauen Blumenstrauß. – Ruf bei den Grünen: Das ist ja furchtbar!
Gestatten Sie mir daher zum Abschluss auch noch diese persönliche Geste. Ich kenne Uschi Haubner schon sehr lange aus gemeinsamer Tätigkeit. Sie ist auch Vorsitzende der „initiative Freiheitliche Frauen“. – Liebe Uschi! Ich wünsche dir alles Gute in der Regierung! Ich hoffe, dass du das, was du in Oberösterreich gemacht hast, in Zukunft auch in und für Österreich für die Frauen, für die Familien und für den Konsumentenschutz tun wirst, und ich wünsche dir dazu viel Glück! – Und jetzt kommt das, was Kollege Cap so gerne hat, nämlich die Blumen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Bleckmann begibt sich zu der auf der Regierungsbank sitzenden Staatssekretärin Haubner, umarmt diese und überreicht ihr einen blauen Blumenstrauß. – Ruf bei den Grünen: Das ist ja furchtbar!)
Abg. Brosz: Wo steht das? Das steht aber nicht im Regierungsprogramm!
Die österreichische Bundesregierung hat daher in ihr Regierungsprogramm eine neue Forschungsoffensive, für die Mittel in der Höhe von 700 Millionen € bis zum Jahr 2006 vorgesehen sind, und eine Bildungsoffensive, im Rahmen derer besonders innovative Bildungsprojekte finanziert werden sollen, aufgenommen. (Abg. Brosz: Wo steht das? Das steht aber nicht im Regierungsprogramm!) Für diese Bildungsoffensive sollen 72 Millionen € – oder, um es noch in Schilling auszudrücken, eine Bildungsmilliarde –, auch bis zum Jahr 2006, ausgegeben werden. (Abg. Brosz: Warum steht das nicht im Regierungsprogramm?) Damit ist die Zukunft für unser Land im Bildungsbereich in hohem Maße gesichert.
Abg. Brosz: Warum steht das nicht im Regierungsprogramm?
Die österreichische Bundesregierung hat daher in ihr Regierungsprogramm eine neue Forschungsoffensive, für die Mittel in der Höhe von 700 Millionen € bis zum Jahr 2006 vorgesehen sind, und eine Bildungsoffensive, im Rahmen derer besonders innovative Bildungsprojekte finanziert werden sollen, aufgenommen. (Abg. Brosz: Wo steht das? Das steht aber nicht im Regierungsprogramm!) Für diese Bildungsoffensive sollen 72 Millionen € – oder, um es noch in Schilling auszudrücken, eine Bildungsmilliarde –, auch bis zum Jahr 2006, ausgegeben werden. (Abg. Brosz: Warum steht das nicht im Regierungsprogramm?) Damit ist die Zukunft für unser Land im Bildungsbereich in hohem Maße gesichert.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was sind nun die wichtigsten Zielsetzungen? – Das Erste und Allerwichtigste ist für mich in allen Bildungsbereichen die Qualitätssicherung, die Qualitätsverbesserung. Wir wollen, wie es der Herr Bundeskanzler bereits ausgeführt hat, auch in diesem Bereich unter die Top 3 in allen internationalen Wertungen kommen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Was sagt Neugebauer dazu? – Abg. Mag. Molterer: „Ja!“, Herr Posch, „Ja!“!
Neben dieser Qualitätssicherung ist es mir besonders wichtig, die Schülerinnen und Schüler zu entlasten. Eine 13-jährige Schülerin in Österreich sitzt um 340 Stunden mehr in der Schule als eine gleichaltrige Schülerin in Finnland. Meine Damen und Herren! Wir wollen nicht so weit kommen, aber wir wollen die Jugendlichen entlasten. Eine Entlastung um zwei Stunden pro Woche ist angebracht, moderat und vernünftig und wird zur Qualitätssicherung beitragen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Was sagt Neugebauer dazu? – Abg. Mag. Molterer: „Ja!“, Herr Posch, „Ja!“!)
Abg. Haidlmayr: In Sonderschulen, nicht wahr? In der Sonderschule!
Wir wollen ein großes Projekt starten, das unter dem Motto „Ins Leben hineinbegleiten“ steht. Wir wollen nach der Integration in der Schule junge Menschen, die Behinderungen haben, in das Leben, in den Beruf, in die Selbständigkeit, in die eigene Versicherung, in die eigene Altersabsicherung hineinbegleiten. Dazu wird es verschiedene Modelle für Ausbildungsangebote im Schulbereich und außerhalb des Schulbereiches geben. (Abg. Haidlmayr: In Sonderschulen, nicht wahr? In der Sonderschule!) Dazu wird auch im Lehrlingsbereich ein eigenes Modell erarbeitet – die Sozialpartner haben sich bereits geeinigt –, das Modell einer Teillehre, durch das
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich lade alle, die Verantwortung tragen, ein, uns bei dieser Weiterentwicklung zu den modernsten Schulen, zu den modernsten Bildungsangeboten des 21. Jahrhunderts zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Das entspricht nicht den Tatsachen, Frau Bundesministerin! Selbst in Ihrem eigenen Regierungsprogramm steht, dass Sie 600 Millionen € zur Verfügung stellen werden. Tatsache ist weiters, dass Sie sogar den Anspruch, den Sie in der vorigen Legislaturperiode formuliert haben, nämlich eine Forschungsquote von 2,5 Prozent bis 2003 zu erreichen, nun auf 2006 verschoben haben. – So „wichtig“ ist Ihnen die Forschung. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Die werden gleich abdrehen!
Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich wende mich auch, erfreut über die TV-Übertragung, an die Zuseher und Zuseherinnen zu Hause. (Ruf bei der SPÖ: Die werden gleich abdrehen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir werden weiterhin für den Schutz der wirtschaftlich Schwächeren und jener eintreten, die durch psychische oder physische Gewalt bedrängt sind. Wir werden den Opferschutz weiterhin groß schreiben, und wir haben auch einen Fonds zur Prozessbegleitung für jene eingerichtet, die sich selbst nicht finanziell oder mit einem Anwalt helfen können. Dieser Fonds funktioniert! Zur Überraschung jener aber, die glauben, das könne man nur in Vereinen machen, haben wir bewiesen, dass eine individuelle Unterstützung möglich und auch billiger ist. Sozial denken und handeln heißt für uns nicht, mit viel Geld herumzuwerfen, sondern sozial denken und handeln ist auch mit Sparen vereinbar. Und das haben wir bewiesen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir werden den Kampf gegen Drogen fortsetzen und freuen uns, Herr Abgeordneter Professor Van der Bellen, dass im Zuge Ihrer Regierungsverhandlungen mit der ÖVP die Freigabe weicher Drogen – die wir nicht wollen! – zumindest ein Debattenpunkt war. Das ist unserer Meinung nach ein Fortschritt. Wir setzen den Kampf gegen die Drogen zugunsten unserer Kinder, zum Schutze unserer Jugend fort. Das ist für uns ganz klar! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap – auf die rote Lampe weisend –: Herr Präsident! Die Uhr!
Wir werden auch in der EU mitdenken, und wir werden mithandeln, damit Österreich als Wirtschaftsstandort weiterhin sicher bleibt und abgesichert werden kann. (Abg. Dr. Cap – auf die rote Lampe weisend –: Herr Präsident! Die Uhr!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
helfen, viele Brücken zwischen uns zu schlagen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es wurde eine sehr, sehr große Chance vertan. Die ÖVP hat die Chance auf eine stabile, auf eine reformfähige und international geachtete Regierung verspielt. Sie hat – das ist heute schon mehrfach gesagt worden – nicht den Mut bewiesen, fortschrittliche Politik zu machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das verstehen Sie leider falsch wie immer!
Meine Damen und Herren! Ich verstehe die Abfangjäger somit als Morgengabe an die NATO (Abg. Scheibner: Das verstehen Sie leider falsch wie immer!), und ich verstehe nicht, dass Sie die österreichische Bevölkerung, die österreichischen Wählerinnen und Wähler vor den Wahlen hinters Licht geführt haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das steht genauso in der Sicherheitsdoktrin, Frau Kollegin! Sie sollten sich ein bisschen besser vorbereiten auf Ihre Reden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das steht genauso in der Sicherheitsdoktrin, Frau Kollegin! Sie sollten sich ein bisschen besser vorbereiten auf Ihre Reden!
Meine Damen und Herren! Ich verstehe die Abfangjäger somit als Morgengabe an die NATO (Abg. Scheibner: Das verstehen Sie leider falsch wie immer!), und ich verstehe nicht, dass Sie die österreichische Bevölkerung, die österreichischen Wählerinnen und Wähler vor den Wahlen hinters Licht geführt haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das steht genauso in der Sicherheitsdoktrin, Frau Kollegin! Sie sollten sich ein bisschen besser vorbereiten auf Ihre Reden!)
Abg. Mag. Molterer: Ja!
Meine Damen und Herren! Fest steht: Wir stehen vor dem größten Pensionsabbau in der Zweiten Republik. Herr Klubobmann Molterer hat gemeint, ein ganzer Weg wäre einzuschlagen. (Abg. Mag. Molterer: Ja!) Wie schaut dieser ganze Weg von Seiten der ÖVP aus? (Abg. Mag. Molterer: Gut!) – Die Freiheitlichen unterschreiben ja ohnedies blind. – Bei den staatlichen Pensionen muss gespart werden, aber für private Pensionsversicherungen wird das Geld ausgegeben: eins zu eins! Das ist Ihr Konzept der Zukunftsvorsorge! (Abg. Steibl: Frau Kollegin Prammer! Haben Sie von der SPÖ nicht ... 10 Prozent verlangt?) Das ist blanker Zynismus! Vor allen Dingen trifft das ganz massiv die Schwächeren in der Bevölkerung, und darunter, das wissen wir, befinden sich die Frauen. Das ist eine aktive Anti-Frauenmaßnahme, die Sie hier planen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Gut!
Meine Damen und Herren! Fest steht: Wir stehen vor dem größten Pensionsabbau in der Zweiten Republik. Herr Klubobmann Molterer hat gemeint, ein ganzer Weg wäre einzuschlagen. (Abg. Mag. Molterer: Ja!) Wie schaut dieser ganze Weg von Seiten der ÖVP aus? (Abg. Mag. Molterer: Gut!) – Die Freiheitlichen unterschreiben ja ohnedies blind. – Bei den staatlichen Pensionen muss gespart werden, aber für private Pensionsversicherungen wird das Geld ausgegeben: eins zu eins! Das ist Ihr Konzept der Zukunftsvorsorge! (Abg. Steibl: Frau Kollegin Prammer! Haben Sie von der SPÖ nicht ... 10 Prozent verlangt?) Das ist blanker Zynismus! Vor allen Dingen trifft das ganz massiv die Schwächeren in der Bevölkerung, und darunter, das wissen wir, befinden sich die Frauen. Das ist eine aktive Anti-Frauenmaßnahme, die Sie hier planen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Steibl: Frau Kollegin Prammer! Haben Sie von der SPÖ nicht ... 10 Prozent verlangt?
Meine Damen und Herren! Fest steht: Wir stehen vor dem größten Pensionsabbau in der Zweiten Republik. Herr Klubobmann Molterer hat gemeint, ein ganzer Weg wäre einzuschlagen. (Abg. Mag. Molterer: Ja!) Wie schaut dieser ganze Weg von Seiten der ÖVP aus? (Abg. Mag. Molterer: Gut!) – Die Freiheitlichen unterschreiben ja ohnedies blind. – Bei den staatlichen Pensionen muss gespart werden, aber für private Pensionsversicherungen wird das Geld ausgegeben: eins zu eins! Das ist Ihr Konzept der Zukunftsvorsorge! (Abg. Steibl: Frau Kollegin Prammer! Haben Sie von der SPÖ nicht ... 10 Prozent verlangt?) Das ist blanker Zynismus! Vor allen Dingen trifft das ganz massiv die Schwächeren in der Bevölkerung, und darunter, das wissen wir, befinden sich die Frauen. Das ist eine aktive Anti-Frauenmaßnahme, die Sie hier planen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Fest steht: Wir stehen vor dem größten Pensionsabbau in der Zweiten Republik. Herr Klubobmann Molterer hat gemeint, ein ganzer Weg wäre einzuschlagen. (Abg. Mag. Molterer: Ja!) Wie schaut dieser ganze Weg von Seiten der ÖVP aus? (Abg. Mag. Molterer: Gut!) – Die Freiheitlichen unterschreiben ja ohnedies blind. – Bei den staatlichen Pensionen muss gespart werden, aber für private Pensionsversicherungen wird das Geld ausgegeben: eins zu eins! Das ist Ihr Konzept der Zukunftsvorsorge! (Abg. Steibl: Frau Kollegin Prammer! Haben Sie von der SPÖ nicht ... 10 Prozent verlangt?) Das ist blanker Zynismus! Vor allen Dingen trifft das ganz massiv die Schwächeren in der Bevölkerung, und darunter, das wissen wir, befinden sich die Frauen. Das ist eine aktive Anti-Frauenmaßnahme, die Sie hier planen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Und was definieren wir als Ziel?
Unbestritten ist, dass wir ein modernes Pensionsrecht brauchen. Aber: Wie könnte es ausschauen? – Gleiche Beiträge, gleiche Leistungen. Was schreiben Sie im Regierungsprogramm zu den gleichen Beiträgen? – Ein erster zaghafter Schritt wird in dieser Legislaturperiode unternommen. (Abg. Mag. Molterer: Und was definieren wir als Ziel?) Natürlich haben Sie kein Interesse daran, dass Ihre Klientel dieselbe Abgabenquote, nämlich 20,25 Prozent an Sozialversicherung zahlt, wie es die anderen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tun. Es wäre zukunftweisend, hier wirklich aktiv und von der ersten Minute Ihrer Arbeitsaufnahme an schon mit dieser Maßnahme zu beginnen. Dafür hat der ÖVP aber ganz einfach der Mut gefehlt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Unbestritten ist, dass wir ein modernes Pensionsrecht brauchen. Aber: Wie könnte es ausschauen? – Gleiche Beiträge, gleiche Leistungen. Was schreiben Sie im Regierungsprogramm zu den gleichen Beiträgen? – Ein erster zaghafter Schritt wird in dieser Legislaturperiode unternommen. (Abg. Mag. Molterer: Und was definieren wir als Ziel?) Natürlich haben Sie kein Interesse daran, dass Ihre Klientel dieselbe Abgabenquote, nämlich 20,25 Prozent an Sozialversicherung zahlt, wie es die anderen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tun. Es wäre zukunftweisend, hier wirklich aktiv und von der ersten Minute Ihrer Arbeitsaufnahme an schon mit dieser Maßnahme zu beginnen. Dafür hat der ÖVP aber ganz einfach der Mut gefehlt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich begrüße es sehr – und ich anerkenne gerne auch die positiven Punkte in Ihrem Regierungsprogramm –, dass es einen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit geben soll; aber umso notwendiger wäre es, auch im Regierungsprogramm und bei der Pensionsreform diese Abfederungsmaßnahmen für Frauen zu setzen. So kann man damit rechnen, dass Frauen eine Pensionskürzung von bis zu 30 Prozent hinnehmen werden müssen. Und das ist ungerecht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was ist bei Ihnen eine hohe Pension? Wer ist bei Ihnen ein Besserverdiener?
Meine Damen und Herren! Der Solidarbeitrag ist schon angeschnitten worden. Unser Solidarbeitrag hätte jene Personen betroffen, die eine sehr hohe Pension haben. Was machen Sie? – 1 Prozent quer drüber! (Abg. Scheibner: Was ist bei Ihnen eine hohe Pension? Wer ist bei Ihnen ein Besserverdiener?) Quer über die „kleine“ Beamtin und den „kleinen“ Beamten, über die „kleine“ Pensionistin und den „kleinen“ Pensionisten genau so wie über die BezieherInnen höherer Pensionen. Und das ist ungerecht! Das ist ganz einfach ungerecht! Dagegen sprechen wir uns aus.
Beifall bei der SPÖ.
Was ist jetzt? Es wäre schön gewesen, Sie hätten das den Menschen vor der Wahl gesagt und sie nicht im Dunkeln gelassen. Aber offensichtlich ist die Dunkelheit, das Dunkle, das Schwarze die richtige Farbe für Ihre Politik. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Vorsicht! Was ist das für eine Diktion? Was heißt „menschenverachtend“? Mäßigen Sie sich!
verachtend, und es ist vor allen Dingen auch zutiefst anti-frauenpolitisch, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Vorsicht! Was ist das für eine Diktion? Was heißt „menschenverachtend“? Mäßigen Sie sich!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! Frauenpolitik braucht mehr als Überschriften. Frauenpolitik braucht Mut, braucht Verstand und braucht Nachhaltigkeit. Wenn Sie diesen Weg gehen wollen, sind wir gerne dabei. Alles andere werden wir auch in Zukunft massiv zu verhindern versuchen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Ruf bei der SPÖ: Lieber ÖAAB!
Abgeordneter Dr. Michael Spindelegger (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Ruf bei der SPÖ: Lieber ÖAAB!) Wenn man die drei Redner der SPÖ, die heute gesprochen haben, miteinander vergleicht, wird genau das offenbar, was wir ja in den letzten Wochen und Monaten von der SPÖ gesehen haben. Da gab es einen Vorsitzenden, Herrn Dr. Gusenbauer (Abg. Dr. Gusenbauer: Den gibt es noch immer!), bei dem klingt noch ein wenig Wehmut darüber mit, dass die SPÖ jetzt nicht in der Bundesregierung ist. (Ruf bei der SPÖ: Warum sind Sie nicht Minister geworden?) Wenn man die Personen in der zweite Reihe anschaut, Herrn Kollegen Cap und insbesondere Frau Mag. Prammer, dann weiß man, warum die SPÖ nicht in einer Bundesregierung ist. Das ist ganz offenbar geworden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Den gibt es noch immer!
Abgeordneter Dr. Michael Spindelegger (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Ruf bei der SPÖ: Lieber ÖAAB!) Wenn man die drei Redner der SPÖ, die heute gesprochen haben, miteinander vergleicht, wird genau das offenbar, was wir ja in den letzten Wochen und Monaten von der SPÖ gesehen haben. Da gab es einen Vorsitzenden, Herrn Dr. Gusenbauer (Abg. Dr. Gusenbauer: Den gibt es noch immer!), bei dem klingt noch ein wenig Wehmut darüber mit, dass die SPÖ jetzt nicht in der Bundesregierung ist. (Ruf bei der SPÖ: Warum sind Sie nicht Minister geworden?) Wenn man die Personen in der zweite Reihe anschaut, Herrn Kollegen Cap und insbesondere Frau Mag. Prammer, dann weiß man, warum die SPÖ nicht in einer Bundesregierung ist. Das ist ganz offenbar geworden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Warum sind Sie nicht Minister geworden?
Abgeordneter Dr. Michael Spindelegger (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Ruf bei der SPÖ: Lieber ÖAAB!) Wenn man die drei Redner der SPÖ, die heute gesprochen haben, miteinander vergleicht, wird genau das offenbar, was wir ja in den letzten Wochen und Monaten von der SPÖ gesehen haben. Da gab es einen Vorsitzenden, Herrn Dr. Gusenbauer (Abg. Dr. Gusenbauer: Den gibt es noch immer!), bei dem klingt noch ein wenig Wehmut darüber mit, dass die SPÖ jetzt nicht in der Bundesregierung ist. (Ruf bei der SPÖ: Warum sind Sie nicht Minister geworden?) Wenn man die Personen in der zweite Reihe anschaut, Herrn Kollegen Cap und insbesondere Frau Mag. Prammer, dann weiß man, warum die SPÖ nicht in einer Bundesregierung ist. Das ist ganz offenbar geworden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Michael Spindelegger (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Ruf bei der SPÖ: Lieber ÖAAB!) Wenn man die drei Redner der SPÖ, die heute gesprochen haben, miteinander vergleicht, wird genau das offenbar, was wir ja in den letzten Wochen und Monaten von der SPÖ gesehen haben. Da gab es einen Vorsitzenden, Herrn Dr. Gusenbauer (Abg. Dr. Gusenbauer: Den gibt es noch immer!), bei dem klingt noch ein wenig Wehmut darüber mit, dass die SPÖ jetzt nicht in der Bundesregierung ist. (Ruf bei der SPÖ: Warum sind Sie nicht Minister geworden?) Wenn man die Personen in der zweite Reihe anschaut, Herrn Kollegen Cap und insbesondere Frau Mag. Prammer, dann weiß man, warum die SPÖ nicht in einer Bundesregierung ist. Das ist ganz offenbar geworden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Nicht so hochmütig sein, Herr Kollege!
Meine Damen und Herren! Bei jemandem, der insbesondere wie Frau Mag. Prammer so viel negative Energie versprüht (Abg. Eder: Nicht so hochmütig sein, Herr Kollege!), da muss man sich fast um ihren Gesundheitszustand Sorgen machen. Das kann nicht gesund sein, meine Damen und Herren! (Rufe bei der SPÖ: Na geh!) So viel negative Energie! Alles ist schlecht und wird noch viel schlechter. – Es ist eben nicht so! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Kein Kavalier! – Abg. Dr. Gusenbauer: Rüpelhaft ist das!)
Rufe bei der SPÖ: Na geh!
Meine Damen und Herren! Bei jemandem, der insbesondere wie Frau Mag. Prammer so viel negative Energie versprüht (Abg. Eder: Nicht so hochmütig sein, Herr Kollege!), da muss man sich fast um ihren Gesundheitszustand Sorgen machen. Das kann nicht gesund sein, meine Damen und Herren! (Rufe bei der SPÖ: Na geh!) So viel negative Energie! Alles ist schlecht und wird noch viel schlechter. – Es ist eben nicht so! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Kein Kavalier! – Abg. Dr. Gusenbauer: Rüpelhaft ist das!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Kein Kavalier! – Abg. Dr. Gusenbauer: Rüpelhaft ist das!
Meine Damen und Herren! Bei jemandem, der insbesondere wie Frau Mag. Prammer so viel negative Energie versprüht (Abg. Eder: Nicht so hochmütig sein, Herr Kollege!), da muss man sich fast um ihren Gesundheitszustand Sorgen machen. Das kann nicht gesund sein, meine Damen und Herren! (Rufe bei der SPÖ: Na geh!) So viel negative Energie! Alles ist schlecht und wird noch viel schlechter. – Es ist eben nicht so! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Kein Kavalier! – Abg. Dr. Gusenbauer: Rüpelhaft ist das!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Unterste Schublade! – Abg. Dr. Cap: Wie ein Elefant im Porzellanladen!
Wenn ich mir vorstelle, dass heute Kollegen von den Sozialdemokraten anstatt der Freiheitlichen hier auf der Regierungsbank säßen, frage ich mich: Wie sähe dann die Regierungserklärung aus? Wäre sie tatsächlich so viel anders? Wären die Problemsicht und die Lösungen völlig anders? – Meine Damen und Herren! Wohl nicht, denn auch eine SPÖ müsste akzeptieren und zur Kenntnis nehmen, dass die Pensionen gesichert werden müssen, weil die Menschen viel älter werden. (Abg. Dr. Gusenbauer: Unterste Schublade! – Abg. Dr. Cap: Wie ein Elefant im Porzellanladen!) Und ich nehme nicht an, dass Sie andere Maßnahmen vorschlagen wollen, als die erste Säule zu sichern.
Abg. Mag. Prammer: Das ist ein Irrtum!
Meine Damen und Herren! Kurz gesagt: Es wäre auch mit einer SPÖ in der Regierung bei den Maßnahmen nicht anders. (Abg. Mag. Prammer: Das ist ein Irrtum!) Es wären nur andere Köpfe dort. Aber: Diese Vorstellung, die Sie uns immer wieder in diesem Haus geben, nämlich drei Runden vorbeigehen zu lassen, ohne auch nur einen Vorschlag zu den wichtigen Themen Österreichs zu machen, meine Damen und Herren von der SPÖ (Abg. Dr. Gusenbauer: Wieso lügen Sie?), spricht für sich und das disqualifiziert Sie nach wie vor als Regierungspartner. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wieso lügen Sie?
Meine Damen und Herren! Kurz gesagt: Es wäre auch mit einer SPÖ in der Regierung bei den Maßnahmen nicht anders. (Abg. Mag. Prammer: Das ist ein Irrtum!) Es wären nur andere Köpfe dort. Aber: Diese Vorstellung, die Sie uns immer wieder in diesem Haus geben, nämlich drei Runden vorbeigehen zu lassen, ohne auch nur einen Vorschlag zu den wichtigen Themen Österreichs zu machen, meine Damen und Herren von der SPÖ (Abg. Dr. Gusenbauer: Wieso lügen Sie?), spricht für sich und das disqualifiziert Sie nach wie vor als Regierungspartner. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Kurz gesagt: Es wäre auch mit einer SPÖ in der Regierung bei den Maßnahmen nicht anders. (Abg. Mag. Prammer: Das ist ein Irrtum!) Es wären nur andere Köpfe dort. Aber: Diese Vorstellung, die Sie uns immer wieder in diesem Haus geben, nämlich drei Runden vorbeigehen zu lassen, ohne auch nur einen Vorschlag zu den wichtigen Themen Österreichs zu machen, meine Damen und Herren von der SPÖ (Abg. Dr. Gusenbauer: Wieso lügen Sie?), spricht für sich und das disqualifiziert Sie nach wie vor als Regierungspartner. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Mich auch!
Ich möchte aber auch auf die Grünen und auf Herrn Kollegen Van der Bellen eingehen, weil er in den Überschriften des Regierungsprogramms gesucht hat und das Thema Außenpolitik nicht gefunden hat. Auch das verwundert mich, Herr Kollege Van der Bellen (Abg. Dr. Van der Bellen: Mich auch!), denn wenn ich denke, wie lange Sie schon hier sind, wie lange Österreich in der Europäischen Union ist und wie sehr Sie wissen müssten, dass in jedem der einzelnen Kapitel Fragen der Europäischen Union, die ja mittlerweile zur Innenpolitik geworden sind, enthalten sind (Abg. Dr. Van der Bellen: Von Außenpolitik außerhalb!), dann vermute ich, Sie haben nur die Überschriften gelesen und sich den Inhalt des Regierungsprogramms offenbar nicht näher angesehen. Und das ist schade! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Wieso applaudiert die ÖVP nicht?)
Abg. Dr. Van der Bellen: Von Außenpolitik außerhalb!
Ich möchte aber auch auf die Grünen und auf Herrn Kollegen Van der Bellen eingehen, weil er in den Überschriften des Regierungsprogramms gesucht hat und das Thema Außenpolitik nicht gefunden hat. Auch das verwundert mich, Herr Kollege Van der Bellen (Abg. Dr. Van der Bellen: Mich auch!), denn wenn ich denke, wie lange Sie schon hier sind, wie lange Österreich in der Europäischen Union ist und wie sehr Sie wissen müssten, dass in jedem der einzelnen Kapitel Fragen der Europäischen Union, die ja mittlerweile zur Innenpolitik geworden sind, enthalten sind (Abg. Dr. Van der Bellen: Von Außenpolitik außerhalb!), dann vermute ich, Sie haben nur die Überschriften gelesen und sich den Inhalt des Regierungsprogramms offenbar nicht näher angesehen. Und das ist schade! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Wieso applaudiert die ÖVP nicht?)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Wieso applaudiert die ÖVP nicht?
Ich möchte aber auch auf die Grünen und auf Herrn Kollegen Van der Bellen eingehen, weil er in den Überschriften des Regierungsprogramms gesucht hat und das Thema Außenpolitik nicht gefunden hat. Auch das verwundert mich, Herr Kollege Van der Bellen (Abg. Dr. Van der Bellen: Mich auch!), denn wenn ich denke, wie lange Sie schon hier sind, wie lange Österreich in der Europäischen Union ist und wie sehr Sie wissen müssten, dass in jedem der einzelnen Kapitel Fragen der Europäischen Union, die ja mittlerweile zur Innenpolitik geworden sind, enthalten sind (Abg. Dr. Van der Bellen: Von Außenpolitik außerhalb!), dann vermute ich, Sie haben nur die Überschriften gelesen und sich den Inhalt des Regierungsprogramms offenbar nicht näher angesehen. Und das ist schade! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Wieso applaudiert die ÖVP nicht?)
Abg. Dr. Cap: Was ist Ihr Redekonzept? Was wollen Sie uns sagen?
Manchen Österreichern sitzt die Angst im Nacken, dass mit der Erweiterung auf dem Arbeitsmarkt eine große Problematik auftreten wird. Und zu Recht müssen wir uns genau um dieses Anliegen bemühen. Darum ist die siebenjährige Übergangsfrist ein Instrument, das wir auch nützen müssen, meine Damen und Herren. (Abg. Dr. Cap: Was ist Ihr Redekonzept? Was wollen Sie uns sagen?) Ich meine, dass wir von der ÖVP mit unserem Regierungspartner zu Recht auch in diesem Regierungsprogramm darauf verwiesen haben, dass man mit dieser sie-
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
benjährigen Übergangsfrist betreffend Arbeitsmarkt dafür sorgen muss, dass es in Österreich zu keinem Lohndumping und zu keinem Verdrängungswettbewerb für die Arbeitnehmer kommen wird. Darauf legen wir besonderen Wert, und das ist einer der Schwerpunkte! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fischer: Ihr seid gar nicht im Amt zu diesem Zeitpunkt!
Ich möchte im Rahmen der Außenpolitik auf die EU-Präsidentschaft eingehen. Österreich wird im ersten Halbjahr 2006 wieder einmal den EU-Vorsitz innehaben – zum zweiten Mal seit unserem Beitritt in die Europäische Union. Dieser Vorsitz heißt, dass die Mitarbeiter im Außenministerium und die Frau Außenministerin dafür Sorge zu tragen haben – und ich bin davon überzeugt, das werden sie hervorragend bewältigen –, dass wir uns dann, wenn Österreich sozusagen in der Auslage steht, auch ein eigenständiges Programm für diese sechs Monate vornehmen und unsere österreichische Handschrift in einer erweiterten Europäischen Union zur Geltung bringen. Das ist eine sehr wichtige Aufgabe in der Vorbereitung. Da bedarf es großer Professionalität, und es bedarf auch der Zusammenarbeit aller Fraktionen dieses Hauses, damit wir uns auf der parlamentarischen Ebene entsprechend vorbereiten können. (Abg. Dr. Fischer: Ihr seid gar nicht im Amt zu diesem Zeitpunkt!) Und ich lade alle Fraktionen dazu ein, dass wir das rechtzeitig und in einem sehr engen Einvernehmen mit der Bundesministerin tun, damit auch das zu einer Erfolgsstory Österreichs wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte im Rahmen der Außenpolitik auf die EU-Präsidentschaft eingehen. Österreich wird im ersten Halbjahr 2006 wieder einmal den EU-Vorsitz innehaben – zum zweiten Mal seit unserem Beitritt in die Europäische Union. Dieser Vorsitz heißt, dass die Mitarbeiter im Außenministerium und die Frau Außenministerin dafür Sorge zu tragen haben – und ich bin davon überzeugt, das werden sie hervorragend bewältigen –, dass wir uns dann, wenn Österreich sozusagen in der Auslage steht, auch ein eigenständiges Programm für diese sechs Monate vornehmen und unsere österreichische Handschrift in einer erweiterten Europäischen Union zur Geltung bringen. Das ist eine sehr wichtige Aufgabe in der Vorbereitung. Da bedarf es großer Professionalität, und es bedarf auch der Zusammenarbeit aller Fraktionen dieses Hauses, damit wir uns auf der parlamentarischen Ebene entsprechend vorbereiten können. (Abg. Dr. Fischer: Ihr seid gar nicht im Amt zu diesem Zeitpunkt!) Und ich lade alle Fraktionen dazu ein, dass wir das rechtzeitig und in einem sehr engen Einvernehmen mit der Bundesministerin tun, damit auch das zu einer Erfolgsstory Österreichs wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Wie steht es da mit den Waffenexporten?
Außerdem, meine Damen und Herren, wollen wir, dass die internationale Staatengemeinschaft auch dahin gehend Druck auf den Irak ausübt, dass er abrüstet. Jede Art von Massenvernichtungswaffen in der Hand eines Diktators stellt eine Gefahr für die ganze Welt dar. Niemand darf die Augen davor verschließen, sondern muss Druck ausüben, dass dieses Gefahrenpotenzial nicht mehr bestehen bleibt. (Abg. Öllinger: Wie steht es da mit den Waffenexporten?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich halte das für eine wichtige Vorstellung und glaube daher, dass dieser Rahmen des Regierungsprogramms, und zwar Verantwortung zu tragen, zentral ist. Dieses Wort beinhaltet das, was wir in Österreich so dringend brauchen, nämlich Antwort. Wir brauchen nicht nur Fragen, wir brauchen auch Antworten – und diese finden sich in diesem Regierungsprogramm. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Mainoni: Lauter Schauergeschichten!
Vor einem Jahr, ungefähr um dieselbe Zeit, war gerade das Temelín-Volksbegehren, das Anti-Tschechien-Volksbegehren am Laufen. Es gab einen immensen Streit innerhalb der Regierung und Rücktrittsdrohungen. Es hat geheißen, die Regierung könne so nicht weitermachen. Dann gab es eine Pressekonferenz mit dem Slogan „Kein Löschblatt geht zwischen uns“. Dann kam die Reise des Kärntner Landeshauptmannes nach Bagdad. Es folgten stundenlange Fernsehdiskussionen, in denen sich drei, vier Freiheitliche miteinander hingesetzt und gesagt haben: Wir sind doch noch beisammen! – Und das ging Monate hindurch! Streit, Zank, Hader, Monate hindurch! Letztendlich wurde ein Volksbegehren vom Kärntner Landeshauptmann angekündigt, der sagte: Wegen ein bisschen Regen darf man doch keine Steuerreform verschieben. Eine Volksbefragung hiezu wurde von der Vizekanzlerin angekündigt. Und am Ende: Knittelfeld! (Abg. Mag. Mainoni: Lauter Schauergeschichten!) – Das ist keine „Schauergeschichte“! Das war die Realität in den letzten Monaten vor dem Scheitern der Regierung! (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist Geschichte!) – Das ist Historie – wegen ein bisschen Regen. (Abg. Scheibner: Lernen Sie Geschichte!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist Geschichte!
Vor einem Jahr, ungefähr um dieselbe Zeit, war gerade das Temelín-Volksbegehren, das Anti-Tschechien-Volksbegehren am Laufen. Es gab einen immensen Streit innerhalb der Regierung und Rücktrittsdrohungen. Es hat geheißen, die Regierung könne so nicht weitermachen. Dann gab es eine Pressekonferenz mit dem Slogan „Kein Löschblatt geht zwischen uns“. Dann kam die Reise des Kärntner Landeshauptmannes nach Bagdad. Es folgten stundenlange Fernsehdiskussionen, in denen sich drei, vier Freiheitliche miteinander hingesetzt und gesagt haben: Wir sind doch noch beisammen! – Und das ging Monate hindurch! Streit, Zank, Hader, Monate hindurch! Letztendlich wurde ein Volksbegehren vom Kärntner Landeshauptmann angekündigt, der sagte: Wegen ein bisschen Regen darf man doch keine Steuerreform verschieben. Eine Volksbefragung hiezu wurde von der Vizekanzlerin angekündigt. Und am Ende: Knittelfeld! (Abg. Mag. Mainoni: Lauter Schauergeschichten!) – Das ist keine „Schauergeschichte“! Das war die Realität in den letzten Monaten vor dem Scheitern der Regierung! (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist Geschichte!) – Das ist Historie – wegen ein bisschen Regen. (Abg. Scheibner: Lernen Sie Geschichte!)
Abg. Scheibner: Lernen Sie Geschichte!
Vor einem Jahr, ungefähr um dieselbe Zeit, war gerade das Temelín-Volksbegehren, das Anti-Tschechien-Volksbegehren am Laufen. Es gab einen immensen Streit innerhalb der Regierung und Rücktrittsdrohungen. Es hat geheißen, die Regierung könne so nicht weitermachen. Dann gab es eine Pressekonferenz mit dem Slogan „Kein Löschblatt geht zwischen uns“. Dann kam die Reise des Kärntner Landeshauptmannes nach Bagdad. Es folgten stundenlange Fernsehdiskussionen, in denen sich drei, vier Freiheitliche miteinander hingesetzt und gesagt haben: Wir sind doch noch beisammen! – Und das ging Monate hindurch! Streit, Zank, Hader, Monate hindurch! Letztendlich wurde ein Volksbegehren vom Kärntner Landeshauptmann angekündigt, der sagte: Wegen ein bisschen Regen darf man doch keine Steuerreform verschieben. Eine Volksbefragung hiezu wurde von der Vizekanzlerin angekündigt. Und am Ende: Knittelfeld! (Abg. Mag. Mainoni: Lauter Schauergeschichten!) – Das ist keine „Schauergeschichte“! Das war die Realität in den letzten Monaten vor dem Scheitern der Regierung! (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist Geschichte!) – Das ist Historie – wegen ein bisschen Regen. (Abg. Scheibner: Lernen Sie Geschichte!)
Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Dr. Fischer: Schaurige Zeitgeschichte!
ben, der plakatiert hat: Ich habe die Abfangjäger verhindert! (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Dr. Fischer: Schaurige Zeitgeschichte!)
Abg. Scheibner: Das passiert Ihnen leider öfter, dass Sie nicht wissen, was Sie sagen!
Es war wirklich ein Schauspiel. Wir als Oppositionspolitiker haben schon gar nicht mehr gewusst, was wir sagen sollen. (Abg. Scheibner: Das passiert Ihnen leider öfter, dass Sie nicht wissen, was Sie sagen!) Jeden Tag wurden wir gefragt: Was sagen Sie zur Krise der Regierung? Wir haben wirklich schon nicht mehr gewusst, wie wir dieses Schauspiel kommentieren sollen.
Abg. Mag. Mainoni: Die Grünen auch nicht!
Aber solche Kriterien anzulegen wie Stabilität, Sacharbeit, Zukunftsfestigkeit, das ist dem Kollegen Spindelegger nicht eingefallen, sondern die negativen Vibrations einer guten oppositionellen Kritikrede haben ihm gereicht zu sagen, die Opposition, die SPÖ sei nicht regierungsfähig. (Abg. Mag. Mainoni: Die Grünen auch nicht!) Also diese Kriterien haben eine leichte Schieflage. Finden Sie nicht auch? Eine leichte Schieflage muss ich da feststellen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber solche Kriterien anzulegen wie Stabilität, Sacharbeit, Zukunftsfestigkeit, das ist dem Kollegen Spindelegger nicht eingefallen, sondern die negativen Vibrations einer guten oppositionellen Kritikrede haben ihm gereicht zu sagen, die Opposition, die SPÖ sei nicht regierungsfähig. (Abg. Mag. Mainoni: Die Grünen auch nicht!) Also diese Kriterien haben eine leichte Schieflage. Finden Sie nicht auch? Eine leichte Schieflage muss ich da feststellen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hat dann gemeint: Ich will Klarheit schaffen!, und er hat bekannt gegeben, dass Sacharbeit innerhalb dieser Regierungskonstellation nicht mehr möglich sei, und Neuwahlen ausgerufen, die dann auch durchgeführt wurden. Die FPÖ hat zwei Drittel ihrer Wählerinnen und Wähler verloren. Und letztendlich wird dieser Kurs jetzt fortgesetzt. Wolfgang Schüssel hat jetzt wiederum gesagt: Auf diesem mutigen Weg wollen wir weitergehen! – Ich finde, es ist wahrlich ein sehr mutiger Weg. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Mainoni: Das ist das Problem!
Die Regierung ist damals mit dem Ziel angetreten, das Budget zu konsolidieren. Jetzt müssen wir sparen, jetzt kommen die mageren Jahre, hat es geheißen. Ich mit meinem bescheidenen Hausverstand denke (Abg. Mag. Mainoni: Das ist das Problem!), nach den mageren Jahren kommen die fetten Jahre. Also in der Bibel sind es jedenfalls sieben Jahre. (Abg. Scheibner: Hätten wir noch Zeit – vier Jahre!) – Hättet ihr noch Zeit, stimmt! Allerdings ist angekündigt worden, ab 2003 wird es eine Steuerreform geben und so weiter, da kommen die fetten Jahre. 1 Milliarde € bei den Pensionen, 1,2 Milliarden € im Gesundheitsbereich – das sind fette Jahre? Fette Jahre schauen ein wenig anders aus. (Abg. Mag. Molterer: Aber Sie haben eine längere Lebensdauer ...!) – Stimmt, ich habe eine etwas längere Lebensdauer. Ich hoffe im Sinne der Österreicherinnen und Österreicher, dass diese mageren Jahre nicht ausschließlich auf diesem Kurs fortgesetzt werden, weil nämlich die Magerkeit auch wieder ungleich verteilt ist. Auf das komme ich später noch unter dem Thema Gerechtigkeit zu sprechen.
Abg. Scheibner: Hätten wir noch Zeit – vier Jahre!
Die Regierung ist damals mit dem Ziel angetreten, das Budget zu konsolidieren. Jetzt müssen wir sparen, jetzt kommen die mageren Jahre, hat es geheißen. Ich mit meinem bescheidenen Hausverstand denke (Abg. Mag. Mainoni: Das ist das Problem!), nach den mageren Jahren kommen die fetten Jahre. Also in der Bibel sind es jedenfalls sieben Jahre. (Abg. Scheibner: Hätten wir noch Zeit – vier Jahre!) – Hättet ihr noch Zeit, stimmt! Allerdings ist angekündigt worden, ab 2003 wird es eine Steuerreform geben und so weiter, da kommen die fetten Jahre. 1 Milliarde € bei den Pensionen, 1,2 Milliarden € im Gesundheitsbereich – das sind fette Jahre? Fette Jahre schauen ein wenig anders aus. (Abg. Mag. Molterer: Aber Sie haben eine längere Lebensdauer ...!) – Stimmt, ich habe eine etwas längere Lebensdauer. Ich hoffe im Sinne der Österreicherinnen und Österreicher, dass diese mageren Jahre nicht ausschließlich auf diesem Kurs fortgesetzt werden, weil nämlich die Magerkeit auch wieder ungleich verteilt ist. Auf das komme ich später noch unter dem Thema Gerechtigkeit zu sprechen.
Abg. Mag. Molterer: Aber Sie haben eine längere Lebensdauer ...!
Die Regierung ist damals mit dem Ziel angetreten, das Budget zu konsolidieren. Jetzt müssen wir sparen, jetzt kommen die mageren Jahre, hat es geheißen. Ich mit meinem bescheidenen Hausverstand denke (Abg. Mag. Mainoni: Das ist das Problem!), nach den mageren Jahren kommen die fetten Jahre. Also in der Bibel sind es jedenfalls sieben Jahre. (Abg. Scheibner: Hätten wir noch Zeit – vier Jahre!) – Hättet ihr noch Zeit, stimmt! Allerdings ist angekündigt worden, ab 2003 wird es eine Steuerreform geben und so weiter, da kommen die fetten Jahre. 1 Milliarde € bei den Pensionen, 1,2 Milliarden € im Gesundheitsbereich – das sind fette Jahre? Fette Jahre schauen ein wenig anders aus. (Abg. Mag. Molterer: Aber Sie haben eine längere Lebensdauer ...!) – Stimmt, ich habe eine etwas längere Lebensdauer. Ich hoffe im Sinne der Österreicherinnen und Österreicher, dass diese mageren Jahre nicht ausschließlich auf diesem Kurs fortgesetzt werden, weil nämlich die Magerkeit auch wieder ungleich verteilt ist. Auf das komme ich später noch unter dem Thema Gerechtigkeit zu sprechen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das Kabinett Schüssel ist angetreten mit dem Vorsatz zu konsolidieren, zu sparen. Der SPÖ sind Vorwürfe gemacht worden, „Schulden-Rudi“ hat es in Richtung des ehemaligen Finanzministers Edlinger geheißen, wobei sich die ÖVP nicht mehr daran erinnern konnte, dass sie auch in der Regierung war und genauso diese Budgetpolitik der letzten Jahre zu verantworten hatte. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Fischer.
Sie hätten andere Möglichkeiten, andere Chancen gehabt, aber leider haben Sie diese Chancen nicht genutzt. Und es ist nicht bei uns die Mutlosigkeit gewesen, sondern die Mutlosigkeit gab es bei der ÖVP, einen anderen Weg einzuschlagen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Fischer.)
Abg. Mag. Mainoni: Das haben die Grünen vergessen, die Anti-Atompolitik!
In Richtung Freiheitliche muss ich noch etwas sagen. Die Freiheitlichen haben die Regierung aus mehreren Gründen platzen lassen: EU-Erweiterung, Temelín, Beneš-Dekrete und Steuerreform nicht erst 2004. Temelín haben Sie vergessen, das ist irgendwie untergegangen. (Abg. Mag. Mainoni: Das haben die Grünen vergessen, die Anti-Atompolitik!) Die EU-Erweiterung ist jetzt kein Problem mehr für Sie, das begrüße ich. Die Steuerreform bekommen Sie jetzt erst recht 2004. Das hätten Sie auch billiger haben können! Sie haben jetzt Punkte im Regierungsprogramm, die, glaube ich, für Ihre Wählerinnen und Wähler schwer verkraftbar sind, ich denke an die Benzinpreiserhöhung ohne ökologischen Lenkungseffekt und an die Eurofighter. Die Eurofighter müssen Sie jetzt auch noch finanzieren. Ich gratuliere Ihnen herzlich! Das war eine hervorragende Strategie, die Regierung wegen all dem, was Sie nicht haben wollten, platzen zu lassen und jetzt erst recht all das wieder mittragen zu müssen. Tolle Strategie, wirklich! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
In Richtung Freiheitliche muss ich noch etwas sagen. Die Freiheitlichen haben die Regierung aus mehreren Gründen platzen lassen: EU-Erweiterung, Temelín, Beneš-Dekrete und Steuerreform nicht erst 2004. Temelín haben Sie vergessen, das ist irgendwie untergegangen. (Abg. Mag. Mainoni: Das haben die Grünen vergessen, die Anti-Atompolitik!) Die EU-Erweiterung ist jetzt kein Problem mehr für Sie, das begrüße ich. Die Steuerreform bekommen Sie jetzt erst recht 2004. Das hätten Sie auch billiger haben können! Sie haben jetzt Punkte im Regierungsprogramm, die, glaube ich, für Ihre Wählerinnen und Wähler schwer verkraftbar sind, ich denke an die Benzinpreiserhöhung ohne ökologischen Lenkungseffekt und an die Eurofighter. Die Eurofighter müssen Sie jetzt auch noch finanzieren. Ich gratuliere Ihnen herzlich! Das war eine hervorragende Strategie, die Regierung wegen all dem, was Sie nicht haben wollten, platzen zu lassen und jetzt erst recht all das wieder mittragen zu müssen. Tolle Strategie, wirklich! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich komme jetzt zu meinem Fachbereich, dazu möchte ich auch noch ein paar Worte verlieren. Es ist mir aufgefallen, dass der Herr Bundeskanzler aus den Gesprächen mit uns viel mitgenommen hat: Nachhaltigkeit, Klimaschutz, ökosozial, sogar ökosoziale Steuerreform war zu hören – Begriffe, hinsichtlich deren wir seit zehn Jahren darum ringen, ein Verständnis dafür zu schaffen, heute vorbildlich erklärt, ich bin wirklich stolz. Arbeit entlasten, Ressourcen belasten. Aber nicht überall, wo ökosozial draufsteht, ist auch ökosozial drinnen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Das ist aber das, dem Sie zugestimmt haben! Dazu haben Sie ja gesagt!
Ein paar Beispiele aus dem Umweltschutzbereich, wo ich enttäuscht bin. Klimaschutz ja, selbstverständlich, dazu gibt es ein internationales Bekenntnis. Das hilft dem Mittelstand, hilft der kleinen Industrie, ist für das Baugewerbe wichtig. Aber warum dann nicht gleich? Warum muss man jetzt erst wieder warten, bis man die notwendigen Budgetmittel, die Arbeitsplätze schaffen, zur Verfügung stellt? (Abg. Mag. Molterer: Das ist aber das, dem Sie zugestimmt haben! Dazu haben Sie ja gesagt!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Dazu haben Sie ja gesagt!
Wir brauchen eine konsistente Steuerreform, mit der man nicht nur die Preise erhöht, sondern auch die Wahlfreiheit gewährleistet. Das bedeutet: nicht die Nahverkehrsmöglichkeiten einzuschränken, endlich den Schienenausbau in den Osten vorzunehmen, für die ÖBB mehr Mittel und nicht weniger zur Verfügung zu stellen. Man muss auch Alternativen schaffen, sonst wird das Autofahren für die Leute nur teurer, und ökologisch bringt es gar nichts. Ich glaube, das ist sehr einfach verständlich. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Dazu haben Sie ja gesagt!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Autofahrer, und auf der anderen Seite senken wir sie für den Bereich der Landwirtschaft. Ich habe nichts dagegen, für die Landwirtschaft etwas zu tun, aber warum muss es ausgerechnet etwas sein, was ökologisch völlig kontraproduktiv ist? Warum machen Sie das nicht zum Beispiel bei Biodiesel, bei irgendetwas Vernünftigem? – Sie lächeln jetzt, aber ich glaube, das ist für einen normalen Menschen nicht nachvollziehbar. 1 Milliarde Schilling, das ist viel Geld! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt muss ich zu meinem Schlusssatz kommen. Diese Regierung behauptet, ihre Arbeit beruhe auf drei Eckpfeilern: auf Zukunftsfestigkeit, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit. Ich kann Ihr Programm nur subsumieren unter: Instabilität, Perspektivenlosigkeit und alles andere als Nachhaltigkeit, nämlich indem Sie den Status quo festschreiben und Lobbyinteressen weiter vertreten, anstatt dass Sie einen mutigen Schritt in eine andere Richtung gehen. Leider! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Widerspruch bei den Grünen – ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Das ist eine persönlich sehr emotional geführte Debatte. Nostalgische Erinnerungen werden da wach. Herr Cap hat schon bedauert, wie dynamisch damals die Stimmung war und wie gedrückt sie heute ist. Frau Glawischnig gibt sogar zu, dass die Opposition nicht gewusst hat, was sie sagen soll, weil die Regierung so geschlossen war (Widerspruch bei den Grünen – ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen), dass nicht einmal ein Löschblatt zwischen ÖVP und FPÖ gepasst hat. Es ist wirklich sehr interessant.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Manche allerdings benützen die Diskussion um die Regierungserklärung nicht dazu, die Hauptpunkte oder überhaupt die Themen der Regierungserklärung zu durchleuchten, von mir aus auch anzugreifen oder zu kritisieren, sondern vor allem dazu, sie lächerlich zu machen, sie zu verhöhnen und auch die Regierungsparteien herabzuwürdigen. Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, meiner Meinung nach ist es nicht Stärke, wenn man einen Regierungspartner oder eine politische Partei herabwürdigt, sondern ganz im Gegenteil, das ist ein Zeichen von Schwäche. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haidlmayr: Was ist daran falsch?
Herr Abgeordneter Van der Bellen! Sie haben gestern im Fernsehen – ich habe es zufällig gehört – förmlich einen Ausbruch bekommen, was alles die Freiheitliche Partei als Regierungspartner ist: letztes Aufgebot, das haben wir heute auch schon gehört, die uninteressanteste Variante, die unattraktivste Variante. (Abg. Haidlmayr: Was ist daran falsch?) Ich frage mich wirklich, Herr Abgeordneter Van der Bellen: Welche Schwäche verbergen Sie hinter diesen Angriffen?
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Meiner Meinung nach kann es nur die Schwäche sein, dass Sie sich nicht getraut haben, mit Ihrer Grün-Partei Regierungsverantwortung zu übernehmen und am Reformkurs Österreichs teilzunehmen, der schon dringend notwendig war, sondern es vorgezogen haben, in der Opposition zu bleiben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei den Grünen.) – Natürlich, Sie haben sich davor gescheut, weil unpopuläre Maßnahmen notwendigerweise gesetzt werden müssen, weil einschneidende Änderungen im Pensionsrecht vorgenommen werden müssen, um auch den Jugendlichen, die heute im Arbeitsprozess stehen, die Sicherheit zu geben, einmal eine Pension in Anspruch nehmen zu können, weil das Gesundheitssystem reformiert werden muss, um den hohen medizinischen Standard, den wir in Österreich haben, auch weiterhin gewährleisten zu können.
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Khol.
Die FPÖ bekennt sich zu diesem Reformkurs, weil er für Österreich notwendig ist! Wir sind weder die uninteressanteste noch die unattraktivste Variante, sondern wir sind die einzige und die beste Alternative, die es für die Österreichische Volkspartei gegeben hat, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Khol.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das haben Sie 2000 auch gesagt!
Damals hat Sozialminister Dallinger nein gesagt, und in der Folge hat es dann ein Dahinwurschteln nach dem anderen gegeben. Es hat immer wieder geheißen, mit dieser Pensionsreform wird über Jahre hinweg die Pensionsfrage gelöst sein. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das haben Sie 2000 auch gesagt!) Das hat dann ganze zwei oder drei Jahre gedauert, und es war schon wieder notwendig, die Pensionsgesetze anzupassen. So war es! Nehmen Sie das doch endlich einmal zur Kenntnis! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Damals hat Sozialminister Dallinger nein gesagt, und in der Folge hat es dann ein Dahinwurschteln nach dem anderen gegeben. Es hat immer wieder geheißen, mit dieser Pensionsreform wird über Jahre hinweg die Pensionsfrage gelöst sein. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das haben Sie 2000 auch gesagt!) Das hat dann ganze zwei oder drei Jahre gedauert, und es war schon wieder notwendig, die Pensionsgesetze anzupassen. So war es! Nehmen Sie das doch endlich einmal zur Kenntnis! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Mitnichten!
Wie haben in den letzten zweieinhalb Jahren die Basis für eine erste Säule, zweite Säule und auch für die dritte Säule gelegt. Damit haben wir den Grundstock für ein Pensionssystem gelegt, wie es die meisten OECD-Staaten haben, und damit ist auch sichergestellt, dass die jetzt in den Arbeitsprozess eintretenden Personen auch noch zu einer Pension kommen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Mitnichten!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ebenfalls ist heute spöttisch gefragt worden: Wo ist die blaue Handschrift in dieser Regierungserklärung? Die neue Bundesregierung hat – so wie die alte, die seit zweieinhalb Jahren im Amt gewesene Bundesregierung – die Verbesserung der Situation der Staatsfinanzen und die Gesundung des Staatshaushaltes zum Mittelpunkt ihrer Regierungstätigkeit gemacht und der Schuldenpolitik eine Absage erteilt, denn Schulden von heute sind die Steuern von morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Dafür haben Sie den blauen Brief von den Wählern bekommen!
Wie dringend es war, diese Gesundung der Finanzen in den Mittelpunkt zu stellen, zeigt ja, dass wir, wenn wir so weitergewurschtelt hätten wie unter sozialistischen Finanzministern, ebenfalls Gefahr gelaufen wären, den berühmten blauen Brief aus Brüssel zu bekommen – so wie andere Staaten. (Abg. Dr. Gusenbauer: Dafür haben Sie den blauen Brief von den Wählern bekommen!) Das ist verhindert worden durch die Tätigkeit der Freiheitlichen in der Regierung. Dieser Kurs wird jetzt fortgesetzt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wie dringend es war, diese Gesundung der Finanzen in den Mittelpunkt zu stellen, zeigt ja, dass wir, wenn wir so weitergewurschtelt hätten wie unter sozialistischen Finanzministern, ebenfalls Gefahr gelaufen wären, den berühmten blauen Brief aus Brüssel zu bekommen – so wie andere Staaten. (Abg. Dr. Gusenbauer: Dafür haben Sie den blauen Brief von den Wählern bekommen!) Das ist verhindert worden durch die Tätigkeit der Freiheitlichen in der Regierung. Dieser Kurs wird jetzt fortgesetzt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Wer hat regiert?
Heute ist der Herr Bundeskanzler verhöhnt worden, weil er bei der vorigen Regierungserklärung gesagt hat, dass die Wirtschaftsdaten so positiv sind. Sie waren auch sehr viel positiver vor drei Jahren. Wenn Sie die Wirtschaft außerhalb Österreichs beobachten, sehen Sie, dass es ja weltweit eine Wirtschaftskrise gibt. (Abg. Mag. Wurm: Wer hat regiert?) Fragen Sie doch nicht: Wer hat regiert?! Auf der ganzen Welt regiert nicht Blau-Schwarz, Frau Abgeordnete Wurm (Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Gott sei Dank! Gott sei Dank!), sondern da gibt es die verschiedensten Regierungen, und überall sind schlechte Wirtschaftsdaten zu verzeichnen.
Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Gott sei Dank! Gott sei Dank!
Heute ist der Herr Bundeskanzler verhöhnt worden, weil er bei der vorigen Regierungserklärung gesagt hat, dass die Wirtschaftsdaten so positiv sind. Sie waren auch sehr viel positiver vor drei Jahren. Wenn Sie die Wirtschaft außerhalb Österreichs beobachten, sehen Sie, dass es ja weltweit eine Wirtschaftskrise gibt. (Abg. Mag. Wurm: Wer hat regiert?) Fragen Sie doch nicht: Wer hat regiert?! Auf der ganzen Welt regiert nicht Blau-Schwarz, Frau Abgeordnete Wurm (Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Gott sei Dank! Gott sei Dank!), sondern da gibt es die verschiedensten Regierungen, und überall sind schlechte Wirtschaftsdaten zu verzeichnen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Ist das Ihr Finanzminister?
Trotz der schlechten Wirtschaftslage ist es dem Finanzminister und dieser blau-schwarzen Regierung gelungen, die Staatsfinanzen so zu sanieren, dass 2001 zum ersten Mal seit Jahrzehnten ein Nulldefizit erreicht werden konnte, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Ist das Ihr Finanzminister?)
Abg. Dr. Cap: Ist das Ihr Finanzminister?
Die freiheitliche Handschrift – da freue ich mich ganz besonders, Ihnen das in Erinnerung rufen zu können – ist gerade im Finanzbereich, im Wirtschaftsbereich zu erkennen. (Abg. Dr. Cap: Ist das Ihr Finanzminister?) – Herr Abgeordneter Cap! Ihre Regierung hat seinerzeit die 13. Umsatzsteuervorauszahlung eingeführt. Diese Regierung wird diese 13. Umsatzsteuervorauszahlung abschaffen und damit etwas sehr Positives für die Klein- und Mittelbetriebe machen. Es wird weiters eine Regelung geben, die zur Entlastung nicht entnommener Gewinne führen wird. Und vor allem – nehmen Sie das zur Kenntnis! – werden 200 000 Österreicher weniger Steuern bezahlen. Darüber gibt es keine Diskussion, sondern darauf können Sie mit uns stolz sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die freiheitliche Handschrift – da freue ich mich ganz besonders, Ihnen das in Erinnerung rufen zu können – ist gerade im Finanzbereich, im Wirtschaftsbereich zu erkennen. (Abg. Dr. Cap: Ist das Ihr Finanzminister?) – Herr Abgeordneter Cap! Ihre Regierung hat seinerzeit die 13. Umsatzsteuervorauszahlung eingeführt. Diese Regierung wird diese 13. Umsatzsteuervorauszahlung abschaffen und damit etwas sehr Positives für die Klein- und Mittelbetriebe machen. Es wird weiters eine Regelung geben, die zur Entlastung nicht entnommener Gewinne führen wird. Und vor allem – nehmen Sie das zur Kenntnis! – werden 200 000 Österreicher weniger Steuern bezahlen. Darüber gibt es keine Diskussion, sondern darauf können Sie mit uns stolz sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Lunacek: Das kennen wir!
Herr Van der Bellen hat heute, glaube ich, gesagt, er hat die Integration vermisst. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Offensichtlich hat Herr Van der Bellen samt seiner Grün-Fraktion die vorige Legislaturperiode verschlafen. Wir haben doch ein großes Integrationspaket in der vorigen Legislaturperiode geschnürt (Abg. Mag. Lunacek: Das kennen wir!), in dem wir die Einführung der Deutschkurse, die Kenntnis der Landessprache als wichtigste Basis für die Integration in Österreich festgeschrieben haben. Wir haben weiterhin im Regierungsprogramm „Integration vor Neuzuzug“ verankert. Ich bin auch froh darüber, dass es unter dem Einfluss der Freiheitlichen zu einer entscheidenden Verbesserung des Asylrechtes kommen wird, um Missbräuche zu vermeiden und auch um die Rechtssicherheit zu erhöhen.
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ganz frivol finde ich es, davon zu reden, dass die neue Regierung aus der Verantwortung flieht, dass sie verantwortungsscheu ist. Denn mehr Verantwortung als diese Regierung zu übernehmen, das ist schon nicht mehr möglich. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) Diese Regierung übernimmt Verantwortung für die Forschung, für die Pensionen, für die Behinderten, für die Frauen, für die Gesundheit. – Sie lachen, weil Sie damals den Grundstein dafür gelegt haben, dass es in Österreich jetzt einen so großen Reformbedarf gibt, sehr geehrter Herr Abgeordneter Gugerbauer, Gusenbauer. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Das war jetzt ein guter Witz!) Gusenbauer!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Das war jetzt ein guter Witz!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ganz frivol finde ich es, davon zu reden, dass die neue Regierung aus der Verantwortung flieht, dass sie verantwortungsscheu ist. Denn mehr Verantwortung als diese Regierung zu übernehmen, das ist schon nicht mehr möglich. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) Diese Regierung übernimmt Verantwortung für die Forschung, für die Pensionen, für die Behinderten, für die Frauen, für die Gesundheit. – Sie lachen, weil Sie damals den Grundstein dafür gelegt haben, dass es in Österreich jetzt einen so großen Reformbedarf gibt, sehr geehrter Herr Abgeordneter Gugerbauer, Gusenbauer. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Das war jetzt ein guter Witz!) Gusenbauer!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Opposition beklagt sich immer wieder darüber, dass über sie drübergefahren wird. Aber es ist Ihnen sowohl im Rahmen der Debatte über diese Regierungserklärung als auch bei vorigen Debatten immer wieder angeboten worden, sich am gemeinsamen Dialog zu beteiligen. Alle Minister haben Ihnen versichert, dass Sie als Opposition ebenfalls Gewicht haben sollen. Nützen Sie diese Gelegenheit, und verschwenden Sie nicht Ihre Zeit mit ständig neuem Kritisieren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Werte Kollegen und Kolleginnen auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Wir haben in den letzten drei Jahren saniert, wir haben reformiert, und wir haben damit eine gute Basis für die Zukunft unseres Landes geschaffen. Wenn Sie vergleichen, wo andere europäische Länder derzeit stehen, wenn Sie nach Deutschland schauen und sehen, dass mehr als 4,5 Millionen Menschen arbeitslos sind, wenn Sie sehen, dass massiv sehr hohe neue Schulden aufgenommen werden, dann wird Ihnen vor Augen geführt, andere Länder, ob es Deutschland ist, ob es Frankreich ist, sind in ihrer Wirtschafts- und Finanzpolitik vom Zusammenbruch bedroht, wir können mit Optimismus, mit Gestaltungswillen einen neuen Aufbruch starten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Mehr Belastungen!
Der Bundeskanzler und der Vizekanzler dieser Bundesregierung, diese Koalition ist bereit, diese Verantwortung zu übernehmen, weil wir eine klare Konzeption für Österreich, ein Programm für Österreich haben: mittelfristig angelegt, transparent, überprüfbar, ein Programm, das in der Finanzpolitik drei wesentliche Zielsetzungen hat: erstens (Abg. Dr. Gusenbauer: Mehr Belastungen!) – ich betone es – einen ausgeglichenen Haushalt über den Konjunkturzyklus, zweitens eine grundlegende Entlastung – die größte Steuerreform in der Geschichte der Zweiten Republik ist unser Ziel – und drittens natürlich eine fokussierte Wachstumsstrategie dadurch, dass wir in Forschung und Entwicklung, in Bildung und in Infrastruktur investieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Eder: Ankündigungen, Ankündigungen, alles Ankündigungen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Eder: Ankündigungen, Ankündigungen, alles Ankündigungen!
Der Bundeskanzler und der Vizekanzler dieser Bundesregierung, diese Koalition ist bereit, diese Verantwortung zu übernehmen, weil wir eine klare Konzeption für Österreich, ein Programm für Österreich haben: mittelfristig angelegt, transparent, überprüfbar, ein Programm, das in der Finanzpolitik drei wesentliche Zielsetzungen hat: erstens (Abg. Dr. Gusenbauer: Mehr Belastungen!) – ich betone es – einen ausgeglichenen Haushalt über den Konjunkturzyklus, zweitens eine grundlegende Entlastung – die größte Steuerreform in der Geschichte der Zweiten Republik ist unser Ziel – und drittens natürlich eine fokussierte Wachstumsstrategie dadurch, dass wir in Forschung und Entwicklung, in Bildung und in Infrastruktur investieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Eder: Ankündigungen, Ankündigungen, alles Ankündigungen!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wann kommt wieder das Nulldefizit?
Wenn Sie gesagt haben, das Nulldefizit ist uns nicht mehr wichtig, dann sage ich Ihnen, meine Damen und Herren, wir haben einen sichtbaren Wendepunkt geschaffen. Mit dem Jahr 2001 haben wir 0,3 Prozent Überschuss gemacht – in Österreich das erste Mal seit mehr als 30 Jahren. Wir hatten im Jahr 2002, in einem Jahr, das von einer weltweit schwachen konjunkturellen Situation geprägt war, ein Defizit von 0,6 Prozent – Deutschland hatte eines von über 3 Prozent, Frankreich eines von über 3 Prozent, Portugal eines von über 3 Prozent. Wir haben im internationalen Vergleich hervorragend abgeschnitten, deshalb, weil wir von diesem Weg überzeugt sind, deshalb, weil wir wissen, dass dauerhafte Defizite zu immer mehr Schulden führen (Abg. Dr. Gusenbauer: Wann kommt wieder das Nulldefizit?), dass immer mehr Schulden zu immer mehr Zinszahlungen führen. 7 Milliarden € sind es, Herr Abgeordneter Gusenbauer, die wir Ihrer Schuldenpolitik zu verdanken haben, und auf Grund dieser hohen Zinszahlungen musste man natürlich die Steuern erhöhen. Wer zahlt es? Die Bevölkerung hat diese Zinsen zu zahlen, und damit wird weniger investiert in Österreich, wächst unsere Wirtschaft langsamer, und damit haben wir weniger Beschäftigung und mehr Arbeitslosigkeit.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Wann gibt es wieder ein Nulldefizit? Wann? Wann?
Das ist ein Weg, den wir nicht wollen! Deswegen haben wir diese Wende vollzogen, deswegen sagen wir nach wie vor, Hochkonjunktur muss einen Überschuss bringen, Rezession ein Defizit, damit man gegensteuern kann. Das ist eine Politik mit Hausverstand, und das bleibt unsere Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Wann gibt es wieder ein Nulldefizit? Wann? Wann?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Daher, meine Damen und Herren: Wir agieren, wir handeln, wir schaffen Zukunft für mehr Einkommen, für mehr Wohlstand, für mehr Beschäftigung in Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Rot-Grün! Rot-Grün!
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine geschätzten Kollegen auf der Regierungsbank! Meine sehr verehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! Der Herr Bundeskanzler hat in seiner Regierungserklärung formuliert, dass ein erfolgreicher Standort die beste Zukunftssicherung sei. Ich meine, der Standort Österreich ist erfolgreich, und der Vergleich macht uns sicher: Hat unser Finanzsprecher Günter Stummvoll noch von vier Millionen Arbeitslosen in Deutschland gesprochen – das war im letzten September/Oktober der Fall –, hat unser Finanzminister gerade noch von 4,5 Millionen Arbeitslosen gesprochen, müssen wir heute die Meldungen der deutschen Bundesanstalt für Arbeit zur Kenntnis nehmen: 4,7 Millionen Arbeitslose im Februar (Rufe bei der ÖVP: Rot-Grün! Rot-Grün!), der zweithöchste Wert seit der Wiedervereinigung, und das bei einem Trend, wonach im Jahresabstand nicht weniger als 410 000 Arbeitslose mehr und 83 000 Beschäftigte weniger zu beklagen sind. Und es sind längst nicht mehr nur die neuen Bundesländer betroffen, sondern in den so genannten alten Bundesländern sind drei Viertel dieses Anstiegs zu verzeichnen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Vergleich macht uns sicher, wir sind mit dem Standort und für den Standort Österreich auf besserem Kurs! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In Sachen Wachstum sind wir deutlich besser als unsere Nachbarn. Erstmals – und da bedanke ich mich bei unserer Exportwirtschaft, zum Großteil mittelständisch strukturiert –, erstmals seit Menschengedenken haben wir einen Handelsbilanz- und auch einen Leistungsbilanzüberschuss; auch der Tourismus hat seinen Anteil dazu beigetragen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir widmen uns besonders den Zielgruppen der jungen Arbeitnehmer und der älteren Arbeitnehmer: Aktion 25/50. Warum? Weil in schwierigen Arbeitsmarktzeiten diese beiden Bevölkerungs- und Altersgruppen stärker betroffen sind als andere. Nicht weniger als zehn Punkte sind es, die hier zum Teil schon umgesetzt sind. Denken Sie an das massive Qualifizierungsprogramm für junge Arbeitnehmer! Denken Sie an das massive Programm zu Gunsten mittelständischer Betriebe im Sinne der Lehrlingsausbildungsprämie! Hier soll ein Recht auf Qualifizierung für arbeitslose Menschen unter 25 und über 50 hinzugefügt werden. Ich glaube, das ist für die Sozialpartner ein interessanter Ansatzpunkt, ihre Verhandlungen zum Thema Zumutbarkeit abzuschließen. Ein Altersübergangsgeld für jene Menschen, die trotz aller Maßnahmen arbeitslos werden, am Ende ihrer Erwerbsbiographie auf dem Weg zur Pension wird eine Abfederungsmaßnahme sein, die ganz im Sinne der älteren Arbeitnehmer gelegen sein wird, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Vieles von dem, was Deutschland jetzt doch nicht umsetzt – Stichwort: Hartz –, haben wir in Österreich längst verwirklicht. Aber wir sollten in Sachen Frühwarnsystem, in Sachen Zielvorstellung, dass jeder Arbeitslose binnen 90 Tagen vermittelt sein sollte, in Sachen Arbeitslosenversicherung, in Sachen Zugangsmöglichkeiten, und zwar nicht nur für Selbständige, sondern auch für neue Gruppen von Arbeitnehmern, gemeinsam vorangehen. Das gilt auch für die noch ausständigen Maßnahmen zur Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten. In diesem Punkt setze ich ganz stark auf Sie, meine sehr verehrten Vertreter der Sozialpartnerschaft, aber auch auf Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.
Was müssen sich die Menschen denken, Herr Bundeskanzler, wenn Sie vor kurzem beim „Runden Tisch“ in Übereinstimmung mit dem Vizekanzler auf die Frage: Wie geht es in Österreich weiter?, gemeint haben – zu Recht gemeint haben! –: Wir sind eines der reichsten Länder der Welt, da müssen wir uns doch – das ist Ihre Formulierung – auch die Abfangjäger leisten können!, und fünf Minuten später auf die Frage nach der sozialen Sicherheit gesagt haben: Da ist Sparen angesagt!? (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
bezeichnet? Das ist ein Widerspruch, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Kopf: Man braucht auch Geld dazu, nicht nur Mut!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien! Wo ist denn da der Mut zur Lebensstandardsicherung? Wo ist denn da der Mut, tatsächlich das umlagefinanzierte Pensionssystem auch für die Zukunft zu sichern? (Abg. Kopf: Man braucht auch Geld dazu, nicht nur Mut!) Sie verweisen immer nur auf die zweite und die dritte Säule!
Beifall bei der SPÖ.
Sie werden in wenigen Wochen mit uns gemeinsam darüber zu diskutieren haben, wie es denn mit der Zinsgarantie bei der so genannten privaten Pensionsvorsorge aussieht! Sie werden mit uns gemeinsam darüber zu diskutieren haben, wie denn die betriebliche Pensionsvorsorge in jenen Fällen, bei welchen heute schon beklagt wird, dass mit fünf bis sieben Prozent Verlust der Betriebspensionen zu rechnen ist, finanzierbar ist! (Beifall bei der SPÖ.) Da verlässt Sie nämlich der Mut, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Abg. Kopf: An der demographischen Entwicklung kommen auch Sie nicht vorbei!)
Abg. Kopf: An der demographischen Entwicklung kommen auch Sie nicht vorbei!
Sie werden in wenigen Wochen mit uns gemeinsam darüber zu diskutieren haben, wie es denn mit der Zinsgarantie bei der so genannten privaten Pensionsvorsorge aussieht! Sie werden mit uns gemeinsam darüber zu diskutieren haben, wie denn die betriebliche Pensionsvorsorge in jenen Fällen, bei welchen heute schon beklagt wird, dass mit fünf bis sieben Prozent Verlust der Betriebspensionen zu rechnen ist, finanzierbar ist! (Beifall bei der SPÖ.) Da verlässt Sie nämlich der Mut, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Abg. Kopf: An der demographischen Entwicklung kommen auch Sie nicht vorbei!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Was ist mit den 90 000 Männern und Frauen, die eben durch die derzeitige Arbeitsmarktsituation ganz besonders betroffen sind? Was ist mit jenen, die im öffentlichen Dienst abgebaut werden sollen? Setzt die Bundesregierung damit fort zu sagen: Wir sind gegen Frühpensionierungen!, während sie im eigenen Bereich genau das macht mit der „Aktion 55“, einem „golden handshake“ oder einer Karenzierung, damit man es nicht merkt? – Das kann nicht die Politik der Zukunft sein, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Haben wir doch den Mut, Arbeitsmarkt und Pensionssystem miteinander zu koppeln! Wer hindert uns daran zu sagen: Ab einer gewissen Entwicklung bei den Arbeitslosen gibt es eben keine Weiterentwicklung der Frühpensionspläne, wie Sie sie vorhaben!? Haben Sie doch den Mut dazu, solche Dinge anzugehen, dann werden wir eine andere Situation haben als die, die wir heute vorfinden! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kopf: Jetzt widersprechen Sie sich!
Gehen wir doch den Weg, mehr Kapazität in die Unfallversicherung zu bringen, die Kompetenz, die dort vorhanden ist, zu erhalten, anstatt eine Aufteilung vorzunehmen, nur weil es in Wirklichkeit in Ihre Farbenspiele hineinpasst! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kopf: Jetzt widersprechen Sie sich!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen
Wenn Sie im Zusammenhang mit der Frage der Ladenöffnungszeiten auf die Samstagarbeit hinweisen und sagen, es sei ein Zwang, dass nur jeden zweiten Samstag gearbeitet werden soll (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen) – ich bin schon beim Schlusssatz! –, dann muss ich sagen: Dabei geht es um ein Recht, das dafür sorgt, dass auch die Beschäftigten im Handel jeden zweiten Samstag frei haben.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Leider fehlt mir die Zeit, noch auf viele andere Punkte einzugehen. Aber ich freue mich auf diese Auseinandersetzung hier im Hohen Haus, auf eine bessere Politik. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren von der Bundesregierung! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Das ist eine sehr interessante Diskussion. Wenn wir von Nachhaltigkeit sprechen, dann behaupte ich, dass dieses Programm der neuen Bundesregierung das nachhaltigste Zukunftssicherungsprogramm ist, und zwar umfassend (Zwischenruf des Abg. Gradwohl), und kein Konzept der Vergangenheit, lieber Heinz Gradwohl, Tarife zu erhöhen und Schulden zu machen, sondern ein Konzept, über Reformen nachzudenken und Kraft zu beweisen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren von der Bundesregierung! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Das ist eine sehr interessante Diskussion. Wenn wir von Nachhaltigkeit sprechen, dann behaupte ich, dass dieses Programm der neuen Bundesregierung das nachhaltigste Zukunftssicherungsprogramm ist, und zwar umfassend (Zwischenruf des Abg. Gradwohl), und kein Konzept der Vergangenheit, lieber Heinz Gradwohl, Tarife zu erhöhen und Schulden zu machen, sondern ein Konzept, über Reformen nachzudenken und Kraft zu beweisen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Mut und Unternehmungsgeist und Reformkraft zeichnen dieses Programm aus und vor allem die Ehrlichkeit, den Menschen zu sagen, was möglich und was nicht möglich ist. Die Menschen draußen – das ist heute schon gesagt worden – sind viel realitätsbewusster als so manches Mitglied hier im Hohen Haus. Lassen Sie mich das auch sagen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich sage auch ganz offen als Bauernvertreter hier im Hohen Haus: Von all den möglichen Programmen, die es gegeben hätte, ist das Programm, das wir jetzt mit der FPÖ zustande gebracht haben, für die nachhaltige Einkommenssicherung der Bauern das beste! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP
sichere Lebensmittel zu produzieren (Beifall bei der ÖVP), diese umweltgerecht zu produzieren, die Landschaft offen zu halten und auch Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen.
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin auch sehr froh darüber, dass ebenso die Themen des ländlichen Raumes angeschnitten worden sind. Ich begrüße es, dass man abgeht vom abgestuften Bevölkerungsschlüssel und hingeht zu einem aufgabenorientierten Bevölkerungsschlüssel. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Ausgehöhlt haben Sie den ländlichen Raum!
Frau Abgeordnete Glawischnig! Ich verstehe Sie gar nicht mehr und auch die Damen und Herren von der SPÖ nicht! Ständig sagen wir: Schreiben wir die Nachhaltigkeit im Steuersystem fest! Verändern wir unser Steuersystem dahin gehend, dass die Menschen nicht unentwegt durch hohe Steuern und Abzüge bestraft werden, aber jene, die die Umwelt belasten und die Ressourcen verbrauchen, belohnt werden, indem sie fast keine Steuern zahlen! Jetzt machen wir einen ersten Ansatz in Richtung Ökologisierung, und Sie sagen, wir würden die Menschen nur belasten – und das in Anbetracht des Umstandes, dass 200 000 Österreicher entlastet werden!? (Abg. Mag. Wurm: Ausgehöhlt haben Sie den ländlichen Raum!)
Abg. Mag. Wurm: Machen Sie es doch endlich!
Ich bin sehr froh über diese Steuerreform – und das ist das Schlüsselinstrument zur Nutzung auch unserer heimischen Potentiale, insbesondere der Biomasse, wo es möglich ist, eine Technologieoffensive zu starten, um auf der einen Seite Arbeit zu schaffen und auf der anderen Seite die Umwelt zu schützen. (Abg. Mag. Wurm: Machen Sie es doch endlich!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich hoffe, dass Sie bei vielen der Punkte, die ich jetzt angesprochen habe, doch noch das Bewusstsein bekommen, dass sie wichtig und richtig sind und letztendlich die Lebensgrundlagen in Österreich sichern. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Warum haben Sie dagegen gestimmt?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Bundesregierung! Hohes Haus! Ja, auch wir Grüne haben verhandelt. Viele hat es in Österreich gegeben, die uns, die mich angesprochen haben, auch in den letzten Tagen noch, und gesagt haben, es wäre doch wichtig gewesen, dass Grüne in eine Regierung gehen und dort ein soziales Korrektiv für die ÖVP darstellen, das diese Partei tatsächlich nicht mehr ist. (Abg. Mag. Molterer: Warum haben Sie dagegen gestimmt?) Aber das setzt voraus, Herr Abgeordneter Molterer, die Bereitschaft einer anderen Partei, die tief greifenden Probleme, die Strukturprobleme dieses Landes zu erkennen, aber auch eine bestimmte Offenheit gegenüber dem sozialen Bereich zu haben, und diese war leider nicht gegeben.
Abg. Mag. Molterer: Ein gutes Programm!
Ich werde Ihnen das am Beispiel Ihrer eigenen Vokabeln „zukunftsfest“, „nachhaltig“ und „gerecht“ erklären. (Abg. Mag. Molterer: Ein gutes Programm!) Das ist das Leitmotiv dieser Bundesregierung? Wirklich? Am Beispiel der Pensionen?
Abg. Mag. Molterer: Sie kennen die Zahlen des Wifo!
Sie wissen ganz genau – und das haben die Debatten der letzten Wochen belegt –, dass es dann, wenn Sie die Frühpensionen abschaffen, nicht nur ältere Arbeitslose geben wird, sondern auch viele junge, die keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, und zwar gerade durch Ihre Budgetpolitik bedingt. (Abg. Mag. Molterer: Sie kennen die Zahlen des Wifo!)
Abg. Mag. Molterer: Besser als Sie!
Sie kennen die Zahlen, Herr Abgeordneter Molterer! (Abg. Mag. Molterer: Besser als Sie!) Schon jetzt verteilt sich die Arbeitslosigkeit durch die Erhöhung beim Frühpensionsalter gleichmäßig auf die Jüngeren und auf die Älteren. Schon jetzt wissen wir aus verschiedenen internationalen Studien, beispielsweise der OECD, dass die jungen Menschen in Österreich keine Chance haben, dass wir in Österreich Entwicklungslandniveau haben, was den Zugang junger Menschen zum Arbeitsmarkt betrifft (Abg. Kopf: Von welchem Land sprechen Sie? Von Albanien?), dass viele auch gut qualifizierte, aber vor allem schlecht qualifizierte Jugendliche ... (Bundesminister Dr. Bartenstein: Wir haben die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit ...!)
Abg. Kopf: Von welchem Land sprechen Sie? Von Albanien?
Sie kennen die Zahlen, Herr Abgeordneter Molterer! (Abg. Mag. Molterer: Besser als Sie!) Schon jetzt verteilt sich die Arbeitslosigkeit durch die Erhöhung beim Frühpensionsalter gleichmäßig auf die Jüngeren und auf die Älteren. Schon jetzt wissen wir aus verschiedenen internationalen Studien, beispielsweise der OECD, dass die jungen Menschen in Österreich keine Chance haben, dass wir in Österreich Entwicklungslandniveau haben, was den Zugang junger Menschen zum Arbeitsmarkt betrifft (Abg. Kopf: Von welchem Land sprechen Sie? Von Albanien?), dass viele auch gut qualifizierte, aber vor allem schlecht qualifizierte Jugendliche ... (Bundesminister Dr. Bartenstein: Wir haben die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit ...!)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Wir haben die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit ...!
Sie kennen die Zahlen, Herr Abgeordneter Molterer! (Abg. Mag. Molterer: Besser als Sie!) Schon jetzt verteilt sich die Arbeitslosigkeit durch die Erhöhung beim Frühpensionsalter gleichmäßig auf die Jüngeren und auf die Älteren. Schon jetzt wissen wir aus verschiedenen internationalen Studien, beispielsweise der OECD, dass die jungen Menschen in Österreich keine Chance haben, dass wir in Österreich Entwicklungslandniveau haben, was den Zugang junger Menschen zum Arbeitsmarkt betrifft (Abg. Kopf: Von welchem Land sprechen Sie? Von Albanien?), dass viele auch gut qualifizierte, aber vor allem schlecht qualifizierte Jugendliche ... (Bundesminister Dr. Bartenstein: Wir haben die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit ...!)
Abg. Mag. Molterer: Wollen Sie die Älteren verdrängen? Sie spielen Jung gegen Alt aus!
„Education at a Glance“ – das sind Studien, die nicht von uns sind! Da können Sie, Frau Bildungsministerin – sie ist momentan nicht da –, nachlesen, dass wir eine sehr hohe Rate an jungen Menschen haben, die nicht auf dem Arbeitsmarkt sind, die nicht im Bildungssystem sind, die zu Hause sind und auf Hilfe warten. Ja, hören Sie denn nicht den Leuten zu?! Reden Sie denn nicht mit den Leuten und bedenken Sie nicht, was es für manche junge qualifizierte, aber auch unqualifizierte Menschen heißt, monatelang, ja jahrelang auf einen Job zu warten, nach einem Job suchen zu müssen?! Lesen Sie nicht Zeitungen?! Hören Sie nicht zu?! Sehen Sie nicht fern?! Sie können es überall spüren, dass es für junge Menschen tatsächlich nicht mehr so einfach ist, einen Job zu finden. Mit den Maßnahmen, die Sie jetzt setzen, begehen Sie einen Diebstahl an der Zukunft dieser Jugend, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Molterer: Wollen Sie die Älteren verdrängen? Sie spielen Jung gegen Alt aus!)
Abg. Kopf: Das haben wir nicht gesagt! Woher haben Sie diese Aussage?
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Sie haben sehr deutlich erklärt: Wir wollen die erste Säule der Pensionsvorsorge, wir wollen das soziale Pensionssystem herunterfahren, damit für private Zukunftsvorsorge Platz ist. (Abg. Kopf: Das haben wir nicht gesagt! Woher haben Sie diese Aussage?) – Damit geben Sie zu erkennen, dass Sie die Menschen ihre Altersvorsorge an der Börse betreiben lassen. (Abg. Mag. Molterer: Das ist falsch! Sie sagen die Unwahrheit!) Das ist der falsche Weg, denn das ist keine nachhaltige Sanierung des Pensionssystems! Sie nehmen den Menschen ihre Zukunft, egal ob sie jung oder alt sind. Das ist mit Sicherheit der falsche Weg! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Wider besseres Wissen sagen Sie die Unwahrheit!)
Abg. Mag. Molterer: Das ist falsch! Sie sagen die Unwahrheit!
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Sie haben sehr deutlich erklärt: Wir wollen die erste Säule der Pensionsvorsorge, wir wollen das soziale Pensionssystem herunterfahren, damit für private Zukunftsvorsorge Platz ist. (Abg. Kopf: Das haben wir nicht gesagt! Woher haben Sie diese Aussage?) – Damit geben Sie zu erkennen, dass Sie die Menschen ihre Altersvorsorge an der Börse betreiben lassen. (Abg. Mag. Molterer: Das ist falsch! Sie sagen die Unwahrheit!) Das ist der falsche Weg, denn das ist keine nachhaltige Sanierung des Pensionssystems! Sie nehmen den Menschen ihre Zukunft, egal ob sie jung oder alt sind. Das ist mit Sicherheit der falsche Weg! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Wider besseres Wissen sagen Sie die Unwahrheit!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Wider besseres Wissen sagen Sie die Unwahrheit!
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Sie haben sehr deutlich erklärt: Wir wollen die erste Säule der Pensionsvorsorge, wir wollen das soziale Pensionssystem herunterfahren, damit für private Zukunftsvorsorge Platz ist. (Abg. Kopf: Das haben wir nicht gesagt! Woher haben Sie diese Aussage?) – Damit geben Sie zu erkennen, dass Sie die Menschen ihre Altersvorsorge an der Börse betreiben lassen. (Abg. Mag. Molterer: Das ist falsch! Sie sagen die Unwahrheit!) Das ist der falsche Weg, denn das ist keine nachhaltige Sanierung des Pensionssystems! Sie nehmen den Menschen ihre Zukunft, egal ob sie jung oder alt sind. Das ist mit Sicherheit der falsche Weg! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Wider besseres Wissen sagen Sie die Unwahrheit!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Richtig ist: Die ÖVP und diese Bundesregierung wollen diese erste Säule sichern, damit sie für die Bevölkerung auch in Zukunft gesichert existiert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Beispielsweise gab es 2001 das seit zehn Jahren geringste Außenhandelsdefizit, und nun haben wir, wie wir gehört haben, einen Überschuss. Öffentliche Schulden wurden abgebaut, und zwar wurden sie von 64,7 Prozent auf 62,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes abgesenkt. Darüber hinaus sind trotz der angespannten Situation, die wir vorgefunden haben, die Infrastrukturmaßnahmen gesteigert worden, und zwar immerhin im Ausmaß von 20,9 Prozent im Zeitraum von 1999 bis 2002. Wir haben also das gemacht, was die Oppositionsparteien immer wieder eingefordert haben. In diesem Ausmaß sind Infrastrukturmaßnahmen in der Zeit Ihrer Regierungsverantwortung leider nie gesetzt worden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Es hat eine Inflation der zuständigen Minister gegeben! Das ist das Einzige, das ihr geschafft habt!
Steigerung um 16 Prozent. (Abg. Gradwohl: Es hat eine Inflation der zuständigen Minister gegeben! Das ist das Einzige, das ihr geschafft habt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich wünsche dieser Bundesregierung viel Erfolg bei ihrer Aufgabe, die Reformen, die sie in der letzten Regierungsperiode begonnen hat, zum Wohle unseres Landes fortzusetzen. Glück auf! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! In der letzten Regierungsperiode ist es der österreichischen Sicherheitsexekutive gelungen, zum ersten Mal in der Geschichte der Republik unser Land Österreich zum sichersten Land der Welt zu machen. Das ist ein großer Erfolg, für den der Dank unseren Gendarmen und Polizisten gilt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Beide Punkte, die wir auf der Agenda ganz oben finden, sind Punkte, die wir gemeinsam angehen sollten. Das Erste ist die Zusammenführung von Polizei, Gendarmerie, Zollwache und Schifffahrtspolizei. Da geht es darum, dass wir ein Sicherheitsteam für Österreich schaffen wollen, das für die innere Sicherheit Österreichs, für die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung und für die Sicherheit der Institutionen der Republik zur Verfügung steht. Dabei geht es vor allem darum, dass wir in guten Gesprächen mit den Mitarbeitern und mit den Personalvertretungen die Zusammenführung dieser Wachkörper innerhalb einer Legislaturperiode zustande bringen, und dabei geht es mir auch darum, in guten Gesprächen mit allen im Parlament sich befindlichen Fraktionen dafür zu sorgen, dass wir ein Höchstmaß an Übereinstimmung finden. Die beste Organisation wäre eine, die mittels Verfassungsbestimmung beschlossen werden könnte. Ich werde mich jedenfalls bemühen, eine solche Regelung vorzuschlagen und auch mit Ihnen zu besprechen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Zweiter Punkt: Österreich hat in seiner Geschichte immer Menschen, die in Not waren, geholfen. Österreich ist ein Asylland, und wir werden diese gute Tradition genauso fortsetzen wie in der Vergangenheit, aber wir müssen sehr genau darauf achten, dass unter dem Titel „Asyl“ keine versteckte Zuwanderung passiert, und um diese Unterscheidung müssen wir uns in Zukunft und in dieser Legislaturperiode mehr bemühen. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte drei Prinzipien anführen, die bei dieser Aufgabe aus unserer Sicht unverzichtbar und notwendig sind. Erstens: Wir müssen schneller sein, wenn es um den Schutz von Flüchtlingen geht. Zweitens: Wir müssen genauer unterscheiden, ob es um Flucht oder um Zuwanderung geht. Drittens: Wir werden selbstverständlich alles tun, um im europäischen Kontext vorzugehen und in Abstimmung mit der Genfer Flüchtlingskonvention unsere Regelungen zu treffen. Wir werden uns sehr darum bemühen, dass es keine autarken österreichischen Lösungen gibt, sondern Lösungen, die im Verbund mit den Entwicklungen in der Europäischen Gemeinschaft stehen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Über unseren ambitionierten Pläne für die nächsten Jahre stehen drei klare Leitlinien, die der Herr Bundeskanzler in seiner Regierungserklärung bereits genannt hat: engagiert für den Rechtsstaat, sensibel für die Menschenrechte und sehr konsequent gegen die Kriminalität! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Durch die Bündelung aller Verkehrsträger gelang es erstmals, eine verkehrsträgerübergreifende Planung und eine Abstimmung der Infrastruktur-Investitionen in einem Generalverkehrsplan sicherzustellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich stehe auch nicht an – weiß ich doch, welche Arbeit da dahinter steckt –, diesbezüglich meinen Vorgängern recht herzlich zu danken. Diese haben die Länder, haben Interessenvertreter, haben Autofahrerklubs, haben Betroffene optimal eingebunden – und das, was herausgekommen ist, kann sich sehen lassen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Herzlichen Dank an Ing. Mathias Reichhold und Dr. Monika Forstinger. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Wurm und Eder.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Wurm und Eder.
Meine Damen und Herren! Ich stehe auch nicht an – weiß ich doch, welche Arbeit da dahinter steckt –, diesbezüglich meinen Vorgängern recht herzlich zu danken. Diese haben die Länder, haben Interessenvertreter, haben Autofahrerklubs, haben Betroffene optimal eingebunden – und das, was herausgekommen ist, kann sich sehen lassen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Herzlichen Dank an Ing. Mathias Reichhold und Dr. Monika Forstinger. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Wurm und Eder.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Heute, meine Damen und Herren, ist beispielsweise der Baubescheid für den ersten Abschnitt der Tullnerfeld-Trasse der Westbahn ergangen – ein Projekt, mit einem Investitionsvolumen von mehr als 1 Milliarde €, wodurch nicht nur sehr viele Arbeitsplätze in der Baubranche gesichert sind, sondern auch für Tausende Pendler eine wesentliche Verbesserung der Verkehrssituation die Folge sein wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ebenso wurde in den letzten Tagen mit der Erlassung vorläufiger Trassenverordnungen für die Koralm-Bahn der planmäßige Fortschritt dieses für den Südosten unseres Landes so wichtigen Projektes sichergestellt. Es gibt natürlich mehrere Beispiele hiefür, so etwa auch in Tirol, wenn es, in Fortsetzung des Unterinntal-Bahnausbaus, Ziel dieser Bundesregierung ist, einen Beschluss für den Bau des Brenner-Basistunnels, unter Einbeziehung der Europäischen Union und insbesondere Italiens, noch in dieser Legislaturperiode zu fassen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Eine zusätzliche Herausforderung liegt darin, sicherzustellen, dass zumindest der Verkehrszuwachs tatsächlich auch vorrangig auf umweltfreundlichen Verkehrsträgern, also auf Bahn und Schiff, abgewickelt werden kann. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Dazu werden wir unnachgiebig darauf drängen, dass die im EU-Weißbuch vorgesehenen Maßnahmen zur Wegekostenneugestaltung rasch umgesetzt werden.
Abg. Eder: Die wurde schon eingeleitet, vor drei Jahren!
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Hubert Gorbach (fortsetzend): Herr Präsident, lassen Sie mich noch sagen, dass natürlich auch eine tief greifende Reform der ÖBB eingeleitet wird (Abg. Eder: Die wurde schon eingeleitet, vor drei Jahren!), um den ÖBB jenen Stellenwert zu geben, der diesen auch zusteht, nämlich ein umweltfreundliches, gutes, sicheres und pünktliches Unternehmen zu sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eder.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eder.
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Hubert Gorbach (fortsetzend): Herr Präsident, lassen Sie mich noch sagen, dass natürlich auch eine tief greifende Reform der ÖBB eingeleitet wird (Abg. Eder: Die wurde schon eingeleitet, vor drei Jahren!), um den ÖBB jenen Stellenwert zu geben, der diesen auch zusteht, nämlich ein umweltfreundliches, gutes, sicheres und pünktliches Unternehmen zu sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eder.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Hubert Gorbach (fortsetzend): Ich bitte um Nachsicht, Herr Präsident, komme zum Ende meiner Rede und möchte nur noch sagen: Ich freue mich auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit Ihnen, den Parlamentariern, zum Wohle unseres Heimatlandes Österreich und seiner Bevölkerung. – Herzlichen Dank! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Das ist eine Unterstellung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister Gorbach, mit dem Dank an Ihre Vorgänger haben Sie in Erinnerung gerufen, dass Sie bereits der vierte Infrastrukturminister in nur drei Jahren sind. Es ist daher geradezu spannend, darauf zu achten, wie lange Sie in diesem Ressort bleiben werden. Sagen muss man: Die Bilanz dieses Ressorts ist klar negativ; es hat gerade in diesem Ressort ganz besonderer Stillstand geherrscht – das jedoch leider um sehr teures Geld. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Das ist eine Unterstellung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Nichts als Schlagworte von Ihnen ...!
Es wurde bereits viele Stunden darüber diskutiert, was denn die Pläne dieser schwarz-blauen Regierung sind. – Es ist dabei ganz klar ans Tageslicht gekommen, dass es sich hiebei um eine Koalition der Vergangenheit, um eine Koalition der Unsicherheit, aber vor allem mit Ihrem Regierungsprogramm um eine Koalition der Überschriften handelt. (Rufe bei der ÖVP: Nichts als Schlagworte von Ihnen ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Diesen Stau haben Sie von der SPÖ verursacht! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es fehlt Ihnen ganz offensichtlich der Mut zu großen und notwendigen Reformen, Reformen, die Österreich gebraucht hätte, eben auf Grund des Reformstaus, den Sie verursacht haben, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Koalitionsparteien! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Diesen Stau haben Sie von der SPÖ verursacht! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie haben die Chance vertan, Österreich auf einen neuen Modernisierungskurs zu führen, und Sie haben auch die Chance vertan, für Stabilität zu sorgen. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es fehlt Ihnen leider – auch wenn Sie jetzt ständig dazwischenrufen – an positiven Ideen für dieses Land, an Ideen, die Österreich gerade jetzt dringend brauchen würde. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kopf: Sagen Sie doch einmal etwas! Nur Schlagworte ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kopf: Sagen Sie doch einmal etwas! Nur Schlagworte ...!
Sie haben die Chance vertan, Österreich auf einen neuen Modernisierungskurs zu führen, und Sie haben auch die Chance vertan, für Stabilität zu sorgen. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es fehlt Ihnen leider – auch wenn Sie jetzt ständig dazwischenrufen – an positiven Ideen für dieses Land, an Ideen, die Österreich gerade jetzt dringend brauchen würde. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kopf: Sagen Sie doch einmal etwas! Nur Schlagworte ...!)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Alles, was da von Ihnen gekommen ist, ist nichts Neues. Alles, was Sie heute hier präsentiert haben, kennen wir, kennen die Österreicherinnen und Österreicher bereits. Es geht bei Ihnen nur um Belastungen, um Belastungen, die ebenso ungerecht wie phantasielos sind! Und: Sie schieben Verantwortung ab! Das ist geradezu Ihre Lieblingsbeschäftigung! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ganz besonders betroffen von dieser Ihrer verantwortungslosen Politik bin ich, was den Bereich Gesundheit betrifft. Schauen wir uns doch an, was diese Regierung im Umgang mit kranken Menschen vorhat! Anstatt Strukturreformen, die notwendig gewesen wären, zu planen, um das Gesundheitssystem nachhaltig zu sichern, haben Sie lediglich platte Ideen, und es wird weiter herumgedoktert, wie das ja die Österreicherinnen und Österreicher von Ihnen schon kennen. Jämmerliches Beispiel dafür: die Einführung der Ambulanzgebühren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kopf: Wie sehen Ihre Ideen aus? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das Einzige, das Ihnen von ÖVP und FPÖ im Bereich der Gesundheitspolitik einfällt, ist die ideenlose Einführung von unsozialen Selbstbehalten – und das ist eben das nächste unwürdige Kapitel, gleich nach den unwürdigen und sinnlosen Ambulanzgebühren, die Sie ebenfalls eingeführt haben. (Abg. Kopf: Wie sehen Ihre Ideen aus? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe des Abg. Kopf.
Ich meine, es ist zwar wert, eine Diskussion über Selbstbehalte zu führen, möchte aber schon in Erinnerung rufen, dass es bereits jetzt 1 Milliarde € an Einnahmen aus diversen Selbstbehalten gibt. Das heißt, der Plafond ist erreicht, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenrufe des Abg. Kopf.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kopf: Wie sehen denn Ihre kreativen Ideen aus?
Aus einer OECD-Studie geht hervor, dass Österreich, was Privat-Zuzahlungen zum Gesundheitssystem betrifft, an der Spitze liegt! Es kann daher doch nicht darum gehen, das noch auszubauen, sondern es geht um eine kreative, um eine mutige Reform – und nicht um ideenlose Selbstbehalte, wie Sie von ÖVP und FPÖ sie einführen wollen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kopf: Wie sehen denn Ihre kreativen Ideen aus?)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Viele Fernsehzuschauer werden jetzt womöglich – es gibt ja eine Grippewelle in Österreich – vor dem Fernseher sitzen, und die können sich ja ausrechnen, was Sie von ÖVP und FPÖ von ihnen verlangen: zig Euro für den Besuch beim Arzt, zig Euro für einen Hausbesuch, zig Euro, wenn man zum Beispiel ein Lungenröntgen braucht – abgesehen von den Rezeptgebühren. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Traurige daran ist, meine sehr geehrten Damen und Herren: Für viele Menschen wird Kranksein eine teure Angelegenheit werden, und sie können sich diese Selbstbehalte nicht leisten – im Unterschied zu Ihnen (in Richtung ÖVP), Frau Abgeordnete! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe des Abg. Wittauer.
Wir von der SPÖ lehnen den Kurs, den Sie einschlagen, nämlich jenen in Richtung einer Zwei-Klassen-Medizin, ab! Wir sind für einen offenen Zugang zur medizinischen Versorgung für alle Menschen, und zwar unabhängig vom Einkommen. – Sie von den Koalitionsparteien haben die Chance auf eine große Reform für Österreich leider vertan! (Zwischenrufe des Abg. Wittauer.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Eure Sanierung haben wir ja gesehen ...! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Wir von der SPÖ haben zwölf Initiativen zur Modernisierung Österreichs präsentiert. Das wären nachhaltige Strukturreformen gewesen, und das hätte mehr Gerechtigkeit und mehr Fairness in Österreich bedeutet. (Rufe bei den Freiheitlichen: Eure Sanierung haben wir ja gesehen ...! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Regierung – wir werden sie an ihren Taten messen – zeigt heute leider, dass sie eine sehr ideenlose und vor allem eine sehr mutlose Regierung ist! Und das ist schade für Österreich! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Der kann sich die Ambulanzgebühren leisten!
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gelangt nunmehr – mit einer Redezeit von 5 Minuten – Herr Abgeordneter Kopf. – Bitte. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Der kann sich die Ambulanzgebühren leisten!)
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ. – Abg. Eder: Genau! So ist es!
Sosehr Herr Kollege Gusenbauer noch differenziert argumentiert hat – das möchte ich positiv hervorheben –, sosehr er verschiedene Aspekte positiv herausgestrichen hat, hörte ich von ihm nachfolgenden Rednern der SPÖ eigentlich nur noch: Ideenlosigkeit, Mutlosigkeit, Verteufelung von vorne bis hinten. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ. – Abg. Eder: Genau! So ist es!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bei der SPÖ also nur noch fehlende Konstruktivität, fehlende Konstruktivität an allen Ecken und Enden; ebenso fehlende Bereitschaft, sich mit den Dingen im Detail auseinander zu setzen! Das ist pure Demagogie und hat mit ausgewogener politischer Diskussion absolut nichts zu tun! – Mit einer solchen Partei kann man wirklich nicht regieren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Prammer: Jedenfalls nicht die Kranken!
Meine Damen und Herren von der SPÖ, was wäre denn Ihre Alternative? – Die Gesundheitskosten steigen jährlich um 7 bis 10 Prozent. Was wäre Ihre Alternative? –Zuschauen?! Wer soll denn das bitte bezahlen? (Abg. Mag. Prammer: Jedenfalls nicht die Kranken!) Reformen im System sind angesagt!
Rufe bei der SPÖ: Abfangjäger!
Das Lebensalter, die Lebenserwartung der Menschen steigt alle zehn Jahre um ein Jahr. Was sollen wir tun? – Zuschauen?! Oder sollen wir Ihren Vorschlag aufgreifen, meine Damen und Herren von der SPÖ, und die Beiträge erhöhen? Sollen wir das tun (Rufe bei der SPÖ: Abfangjäger!) – und das bei einer Steuer- und Abgabenquote, nicht zuletzt durch 30 Jahre Sozialdemokratie verursacht, die heute schon bei 44 Prozent liegt? Sollen wir diese noch anheben? – Nein, sage ich Ihnen, das tun wir nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Wer bezahlt die Abfangjäger?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Wer bezahlt die Abfangjäger?
Das Lebensalter, die Lebenserwartung der Menschen steigt alle zehn Jahre um ein Jahr. Was sollen wir tun? – Zuschauen?! Oder sollen wir Ihren Vorschlag aufgreifen, meine Damen und Herren von der SPÖ, und die Beiträge erhöhen? Sollen wir das tun (Rufe bei der SPÖ: Abfangjäger!) – und das bei einer Steuer- und Abgabenquote, nicht zuletzt durch 30 Jahre Sozialdemokratie verursacht, die heute schon bei 44 Prozent liegt? Sollen wir diese noch anheben? – Nein, sage ich Ihnen, das tun wir nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Wer bezahlt die Abfangjäger?)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Deswegen kann man es nur als verantwortungsvoll bezeichnen, in einem Pensionssystem moderatest – im nächsten Jahr um vier Monate: vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember – das Antrittsalter um vier Monate anzuheben! Sie von der SPÖ malen doch hier einen Teufel an die Wand, den es nicht gibt! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Und die ganze Anhebung des Pensionsantrittsalters bis zum Regelpensionsalter ... (Abg. Silhavy: Und was ist mit der Durchrechnung ...?)
Abg. Silhavy: Und was ist mit der Durchrechnung ...?
Deswegen kann man es nur als verantwortungsvoll bezeichnen, in einem Pensionssystem moderatest – im nächsten Jahr um vier Monate: vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember – das Antrittsalter um vier Monate anzuheben! Sie von der SPÖ malen doch hier einen Teufel an die Wand, den es nicht gibt! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Und die ganze Anhebung des Pensionsantrittsalters bis zum Regelpensionsalter ... (Abg. Silhavy: Und was ist mit der Durchrechnung ...?)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Frau Kollegin, geben Sie doch bitte einmal Ruhe! Ein Zwischenruf ist ja nett, aber ständiges Dazwischenreden, wie Sie von der SPÖ es tun, geht doch wirklich nicht! Sie, Frau Kollegin Silhavy, kommen doch nachher ohnehin zu Wort! Warten Sie doch darauf! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Darum sage ich Ihnen von der SPÖ: Tun Sie doch nicht so, als ob wir der Bevölkerung jetzt etwas antun würden! Genau das Gegenteil ist doch der Fall: Wir nehmen hiemit unsere Verantwortung als Politiker wahr und sichern das so wichtige, wertvolle und gute Pensionssystem in Österreich auch für nachfolgende Generationen ab! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Meine Damen und Herren, zum Schlusssatz: Was wir aber brauchen, um die sozialen Systeme für die Zukunft absichern zu können – der Herr Bundeskanzler hat dies ja in seiner Regierungserklärung bereits gesagt –, ist eine gute wirtschaftliche Entwicklung, ist eine stabile Wirtschaft (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), um diese Sozialsysteme finanzieren zu können.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich denke – ich bin schon beim Schlusssatz, Herr Präsident –, dass dieses Regierungsprogramm eine Vielzahl positiver und, wie uns auch Experten sagen, in die richtige Richtung gehender wirtschaftspolitischer Incentives und Maßnahmen beinhaltet, die genau das unterstützen, was wir zur Sicherung unserer Sozialsysteme brauchen: ein ausreichendes Wirtschaftswachstum! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Kopf: Herr Präsident! Das ist eine falsche Behauptung! – Rufe bei der ÖVP: Das hat er nicht gesagt! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Danke, Herr Präsident. – Herr Abgeordneter Kopf hat behauptet, dass diese Regierung die Krankenversicherungsbeiträge nicht erhöhen werde. (Abg. Kopf: Herr Präsident! Das ist eine falsche Behauptung! – Rufe bei der ÖVP: Das hat er nicht gesagt! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Was war das jetzt? Da müsste man doch eine Berichtigung der Berichtigung machen!
Ich berichtige tatsächlich, dass diese Regierung die Krankenversicherungsbeiträge erhöht, und zwar bei den Pensionisten, bei den Angestellten, dass sie daher nicht nur Selbstbehalte einführt, sondern auch die Beiträge erhöht. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Was war das jetzt? Da müsste man doch eine Berichtigung der Berichtigung machen!)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Herr Bundesminister Gorbach! Ich habe Sie bis jetzt aus Vorarlberg ja eher als einen sehr asphaltverliebten Landesrat kennen gelernt (Heiterkeit bei den Freiheitlichen), der Straßenbauprojekte, die klar der Alpenkonvention widersprechen, immer wieder forciert hat, und das gegen alle Widerstände von Anrainern. Ich erlebe Sie heute als einen neuen Minister, der erzählt, dass bei der Entwicklung des so genannten Generalverkehrsplanes alle eingebunden worden seien, und der dann von der Wirtschaft bis zum Straßenbau alle aufzählt. Eine Gruppe haben Sie, Herr Minister, heute aber natürlich vergessen, eine Gruppe, die ich für eine der zentralen und wichtigsten halte, nämlich die der Anrainer. Die Anrainerinnen und Anrainer von stark befahre-
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Das Programm dieser Bundesregierung im Verkehrsbereich ist eines der Kapitel, dem die Nachhaltigkeit am allerdeutlichsten fehlt. Nachhaltige Orientierung, Orientierung an den Klimaschutzzielen ist im Verkehrsbereich schlicht und ergreifend nicht vorhanden. Die Kyoto-Ziele sind nicht einhaltbar, wenn Sie, Herr Minister, den Straßenbau so stark bevorzugen, wie es sowohl programmatisch als auch aus Ihrer Rede erkennbar war, denn jeden Gewinn, den uns Industrie und Hausbrand in Sachen Emissionsentlastung bringen, frisst uns der Straßenverkehr ja sofort wieder auf, und er überkompensiert ihn. Wir werden die Kyoto-Ziele nie erreichen, wenn wir nicht offensiv auf bessere Förderungen für öffentliche Verkehre setzen, auf eine gesicherte Mobilität für alle, nicht nur für Autofahrer. Und das, Herr Minister, müssen Sie jetzt noch schaffen, das müssen Sie in Ihr Programm noch integrieren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Das ist eine zentrale Aufgabe. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte nun einen Antrag einbringen, der ein wichtiges Thema, das für beide Minister ein zentrales sein sollte, betrifft, nämlich die Frage der Verkehrssicherheit. Dabei geht es mir in erster Linie um eines der brennendsten Probleme. Wir haben gerade in den letzten Tagen wieder die Kontrollberichte von Fahrzeitüberschreitungen betreffend LKW-Lenker gelesen. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Ich verlange in diesem Antrag den Ausbau eines Kontrollnetzes, eines Netzes von Kontrollstellen, wo Fahrzeugzustand, Überladungen und vor allem die Arbeitsbedingungen und die Einhaltung der Lenkzeiten von LKW-Fahrern geprüft werden. Das halte ich für mehr als dringend und überfällig.
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Das betrifft uns alle, und das ist etwas, was Österreich sicherer macht, und zwar auch auf unseren Autobahnen und vom Schwerverkehr überlasteten Strecken. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man liest, Herr Klubobmann Van der Bellen sei müde, er sei erschöpft. Er mache eine Schaffenspause, eine schöpferische Pause, sagen gewogene Medien. Und seiner Rede war es auch anzumerken: Er ist müde. Er hat aber tatsächlich einen Grund, müde zu sein. Ein derartiger politischer Slalom, wie Sie von den Grünen ihn in den vergangenen Monaten gefahren sind, ist wahrlich ermüdend, Herr Klubobmann Van der Bellen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei den Grünen
Und am 16. Februar schließlich der Sieg der Linken, des marxistischen Flügels der Grünen (Heiterkeit bei den Grünen): Die Verhandlungen werden beendet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und am 16. Februar schließlich der Sieg der Linken, des marxistischen Flügels der Grünen (Heiterkeit bei den Grünen): Die Verhandlungen werden beendet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Binnen zwei Monaten eine derartige Slalomfahrt: Opposition, vielleicht doch nicht, Koalition, Opposition, Koalition und am Ende wieder Opposition – das ist ein Hort der Zerrissenheit, das ist ein Hort der Uneinigkeit. Sie, die Grünen, werden unsere Reformvorhaben in Ihrem Stil, in Ihrer Art sicherlich nicht behindern! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zu den Asylverfahren: Diese gehören reformiert, gehören vor allem im Sinne der Asyl Suchenden, aber auch der österreichischen Bevölkerung beschleunigt. Schluss mit der vorzeitigen Einbürgerung, meine Damen und Herren, dieser Unart, die sich vor allem in Wien breit gemacht hat, dass man jeden, der einen Antrag stellt, nicht einmal Deutsch kann, geschweige denn unsere Gesetze, unsere Gewohnheiten und dergleichen kennt, sofort einbürgert, sofort die Staatsbürgerschaft verleiht! Wir werden in dieser Gesetzgebungsperiode auch darauf schauen, dass das Staatsbürgerschaftsgesetz eingehalten wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Reform des Versammlungsgesetzes – vielleicht nur ein Detail, aber ein doch sehr wichtiges Detail. Herr Abgeordneter Öllinger – er ist jetzt gerade nicht hier –, aber auch Herr Abgeordneter Pilz werden das wissen: In der vergangenen Legislaturperiode haben doch munter Demonstrationen stattgefunden, die überhaupt nicht angemeldet waren. Da war es geradezu üblich, dass es Demonstrationen mit Gewaltdelikten gab, ohne dass man diese Demonstrationen angemeldet hat. – Das wird es in Zukunft in Österreich auch nicht mehr geben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Was macht ihr denn dagegen?
Zum Thema Verkehr. – Dem öffentlichen Verkehr ist Priorität einzuräumen. Es wird in dieser Gesetzgebungsperiode eine entsprechende Qualitätsoffensive geben. Der Individualverkehr hat allerdings große Themen zu bewältigen – Beispiel: die derzeitige Transithölle in Westösterreich. Hier ist die Regierung gefordert, die österreichische Lösung hart zu vertreten. Aber auch die EU-Osterweiterung bringt eine riesige Verkehrslawine – und die wird auf uns zurollen. (Abg. Eder: Was macht ihr denn dagegen?) Der Straßengüterverkehr wird bis 2015 von Tschechien um 238 Prozent, von Polen um 241 Prozent und von der Slowakei nach Österreich sogar um 781 Prozent steigen. Das wird eine Verkehrslawine von Ost nach West, meine sehr geehrten Damen und Herren, aber ich bin zuversichtlich: Es bedarf einer konsequenten und zukunftsorientierten Politik, und diese Regierung wird das schaffen! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zum Thema Verkehr. – Dem öffentlichen Verkehr ist Priorität einzuräumen. Es wird in dieser Gesetzgebungsperiode eine entsprechende Qualitätsoffensive geben. Der Individualverkehr hat allerdings große Themen zu bewältigen – Beispiel: die derzeitige Transithölle in Westösterreich. Hier ist die Regierung gefordert, die österreichische Lösung hart zu vertreten. Aber auch die EU-Osterweiterung bringt eine riesige Verkehrslawine – und die wird auf uns zurollen. (Abg. Eder: Was macht ihr denn dagegen?) Der Straßengüterverkehr wird bis 2015 von Tschechien um 238 Prozent, von Polen um 241 Prozent und von der Slowakei nach Österreich sogar um 781 Prozent steigen. Das wird eine Verkehrslawine von Ost nach West, meine sehr geehrten Damen und Herren, aber ich bin zuversichtlich: Es bedarf einer konsequenten und zukunftsorientierten Politik, und diese Regierung wird das schaffen! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita Ferrero-Waldner: Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Nach der erfolgreichen Beschließung der Erweiterungsverhandlungen ist Österreich als starkes Herz in Mitteleuropa in einer ausgezeichneten außenpolitischen Situation. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist auch Kontinuität in der
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was ist mir dabei wichtig? – Vor allem eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, die in der Zukunft mehr mit einer Stimme sprechen kann als jetzt. Wir sehen bei der Irak-Krise, wie wichtig das ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Übrigens: Bei all diesen Organisationen haben wir Österreicher in Leitungsfunktionen, und ich freue mich darüber! Und das hat sich auch unter meiner Vorsitzführung geändert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Was tun Sie, Frau Außenminister?
Vierter Punkt: Konflikt- und Krisenmanagement und Konfliktprävention. Krisenmanagement sehen wir jetzt in einer der größten Krisen, in der wir uns befinden beziehungsweise die auf uns zukommt: der Irak-Krise. Ich begrüße den Entschließungsantrag, der im Parlament eingebracht wurde, denn es ist wesentlich zu sagen: Der Irak muss abrüsten. Gleichzeitig ist es wesentlich, bis zum Schluss alles zu tun, um doch noch zu einer friedlichen Lösung zu kommen. Es wird nicht einfach sein, aber man muss bis zum Schluss alles tun. Und schließlich müssen wir da den Sicherheitsrat unterstützen – das muss das Entscheidungsgremium in der Zukunft bleiben. (Abg. Dr. Cap: Was tun Sie, Frau Außenminister?) – Das habe ich Ihnen letztes Mal gesagt, aber Sie haben offensichtlich nicht zugehört. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Vierter Punkt: Konflikt- und Krisenmanagement und Konfliktprävention. Krisenmanagement sehen wir jetzt in einer der größten Krisen, in der wir uns befinden beziehungsweise die auf uns zukommt: der Irak-Krise. Ich begrüße den Entschließungsantrag, der im Parlament eingebracht wurde, denn es ist wesentlich zu sagen: Der Irak muss abrüsten. Gleichzeitig ist es wesentlich, bis zum Schluss alles zu tun, um doch noch zu einer friedlichen Lösung zu kommen. Es wird nicht einfach sein, aber man muss bis zum Schluss alles tun. Und schließlich müssen wir da den Sicherheitsrat unterstützen – das muss das Entscheidungsgremium in der Zukunft bleiben. (Abg. Dr. Cap: Was tun Sie, Frau Außenminister?) – Das habe ich Ihnen letztes Mal gesagt, aber Sie haben offensichtlich nicht zugehört. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, das ist konkrete Politik, wie man sie machen sollte. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Selbstlob statt Programm!
Zu Wort gelangt nunmehr Herr Bundesminister Platter, der auch 5 Minuten zu uns sprechen wird. – Bitte, Herr Bundesminister. (Abg. Dr. Cap: Selbstlob statt Programm!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Verteidigungspolitik nimmt hier eine ganz zentrale Rolle ein, und ich möchte zu Beginn meiner Tätigkeit als Minister für Landesverteidigung einen Vorschlag machen: Finden wir einen sachlichen Konsens, wenn es um die Verteidigungspolitik geht, und versuchen wir es zu unterlassen, Leistungen für Soziales Leistungen für Verteidigungspolitik gegenüberzustellen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Geschätzte Damen und Herren! Es geht nämlich um mehr, es geht um etwas ganz Wertvolles: Es geht um die Sicherheit eines jeden einzelnen Bürgers, es geht aber auch um die Sicherheit der Republik Österreich.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Und zweitens: Wie können sich Österreich und Europa vor neuen Bedrohungen schützen? – Ich denke dabei an den 11. September 2001, als uns dies zweifellos schmerzhaft vor Augen geführt worden ist. – Die Antwort darauf ist: Wir müssen Konflikte und Bedrohungen bereits im Vorhinein vermeiden. Somit erhält Konfliktprävention in allen möglichen Facetten einen neuen Stellenwert. Unverzichtbare Instrumente dabei sind Kooperation und Solidarität. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Fahrzeuge? – Zwischenruf des Abg. Großruck
Da heute bereits über die Luftraumüberwachungsfahrzeuge beziehungsweise -flugzeuge diskutiert wurde (Abg. Öllinger: Fahrzeuge? – Zwischenruf des Abg. Großruck), möchte auch ich noch ein Wort dazu sagen. Uns obliegt die Verantwortung, den eigenen Luftraum zu schützen. Ich sage daher in aller Deutlichkeit: So wie wir Sicherheit und Schutz am Boden brauchen, brauchen wir auch den entsprechenden Schutz in der Luft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Da heute bereits über die Luftraumüberwachungsfahrzeuge beziehungsweise -flugzeuge diskutiert wurde (Abg. Öllinger: Fahrzeuge? – Zwischenruf des Abg. Großruck), möchte auch ich noch ein Wort dazu sagen. Uns obliegt die Verantwortung, den eigenen Luftraum zu schützen. Ich sage daher in aller Deutlichkeit: So wie wir Sicherheit und Schutz am Boden brauchen, brauchen wir auch den entsprechenden Schutz in der Luft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich möchte es deutlich auf den Punkt bringen: Das ist keine Notwendigkeit, das ist unsere Pflicht, die wir zu leisten haben! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zum Schluss: Das höchste Gut sind der Friede, die Freiheit und die Sicherheit. Ich ersuche Sie alle, im Rahmen eines parteiübergreifenden Konsenses die notwendigen Bestrebungen zu unterstützen, und ich verspreche Ihnen, das österreichische Bundesheer wird mit allen Soldatinnen und Soldaten im Interesse des Friedens und der Sicherheit im Land stets bereit sein. – Danke. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter begibt sich mit einem Stoffsackerl zum Rednerpult. – Ruf bei der ÖVP: Mir schwant schon etwas! – Abg. Mag. Mainoni: Was ist in dem Sackerl drin?
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gelangt nunmehr Herr Abgeordneter Dr. Matznetter. Auch er hat seine Redezeit mit 5 Minuten festgelegt. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Matznetter begibt sich mit einem Stoffsackerl zum Rednerpult. – Ruf bei der ÖVP: Mir schwant schon etwas! – Abg. Mag. Mainoni: Was ist in dem Sackerl drin?)
Ruf bei der ÖVP: Das stimmt nicht!
Ein kurzer Blick zurück: In der gestrigen Sitzung des Budgetausschusses hat der Präsident des Rechnungshofes mit aller Klarheit gesagt, was in diesem Jahr des Nulldefizits, 2001, geschehen ist. Die Wahrheit ist nämlich: Es hat keine ausgabenseitige Sanierung des Budgets gegeben! Es hat auch kein Vorgang stattgefunden, der den Begriff „sparen“ verdienen würde. (Ruf bei der ÖVP: Das stimmt nicht!) Es wurde ausschließlich einnahmenseitig saniert.
Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.
Völlig korrekt hat Herr Präsident Fiedler gesagt, dass von der letzten Regierung vorgegeben worden sei, dass 72 Prozent der Sanierung im Bereich der Ausgaben stattfinden werden. Die Regierung habe es dann auf 68 Prozent reduziert und faktisch ein Ergebnis geliefert, bei dem die Sanierung ausschließlich über die Einnahmenseite erfolgt sei. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Quote von 45,7 Prozent! Mit dem österreichischen Prozentsatz hätte Herr Eichel einen Budgetüberschuss von 3,5 Prozent! Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.)
Abg. Großruck: Wer ist der Herr Eigner?
Angesichts dessen stellt sich Herr Bundeskanzler Schüssel heute hier hin und sagt tatsächlich: Wir haben Schluss gemacht mit der Schuldenpolitik!? (Abg. Großruck: Wer ist der Herr Eigner?) – Er heißt Herr Eichel. Wenn Sie Hörprobleme haben, können Sie sich einen Hörapparat nehmen, Herr Kollege. (Abg. Großruck: „Eigner“ hat er gesagt! Der kennt nicht einmal den deutschen Finanzminister!)
Abg. Großruck: „Eigner“ hat er gesagt! Der kennt nicht einmal den deutschen Finanzminister!
Angesichts dessen stellt sich Herr Bundeskanzler Schüssel heute hier hin und sagt tatsächlich: Wir haben Schluss gemacht mit der Schuldenpolitik!? (Abg. Großruck: Wer ist der Herr Eigner?) – Er heißt Herr Eichel. Wenn Sie Hörprobleme haben, können Sie sich einen Hörapparat nehmen, Herr Kollege. (Abg. Großruck: „Eigner“ hat er gesagt! Der kennt nicht einmal den deutschen Finanzminister!)
Abg. Scheibner: Sagen Sie es in Prozent am Defizit!
Übrigens hat Herr Finanzminister Grasser – Grasser mit „g“, nicht „Krasser“, falls Hörprobleme vorhanden sind – in einem Brief an unseren Parteivorsitzenden selbst angegeben, dass Österreich heute eine öffentliche Verschuldung in der Höhe von 67,9 Prozent des BIP hat. – Meine Damen und Herren! Das ist gegenüber 66,8 Prozent im Jahre 2000 eine Zunahme der Staatsverschuldung von über einem Prozent gemessen am BIP. (Abg. Scheibner: Sagen Sie es in Prozent am Defizit!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ellmauer: ... Maastricht-relevant ...!
Das ist die Realität der Regierung Schüssel I: Höhere Schulden und keine Sanierung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ellmauer: ... Maastricht-relevant ...!) – Na selbstverständlich ist die öffentliche Verschuldung Maastricht-relevant, Herr Kollege! Er brüstet sich ja auch immer mit dem Maastricht-relevanten Defizit. (Ruf: Wer?)
Ruf: Wer?
Das ist die Realität der Regierung Schüssel I: Höhere Schulden und keine Sanierung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ellmauer: ... Maastricht-relevant ...!) – Na selbstverständlich ist die öffentliche Verschuldung Maastricht-relevant, Herr Kollege! Er brüstet sich ja auch immer mit dem Maastricht-relevanten Defizit. (Ruf: Wer?)
Abg. Scheibner: Sie vielleicht!
Ich komme aber jetzt zur Finanzpolitik insgesamt. Wir haben neuerlich zu wenig aus den Fehlern gelernt. (Abg. Scheibner: Sie vielleicht!) Und, meine Damen und Herren von der ÖVP-Fraktion, auch wenn der Herr Finanzminister langsam von der FPÖ zu Ihnen hinübergedriftet ist, es wird für die ÖVP nicht besser. (Abg. Murauer: Lassen Sie das unsere Sorge sein!) Wir haben es aufgegeben, Konjunktur- und Budgetpolitik so zu machen, dass sie für die Zukunft Österreichs etwas bringt. Die Realität ist, dass Sie glauben, Finanzpolitik fände statt, indem man abkassiert und zum richtigen Zeitpunkt nicht investiert. Das ist die falsche Politik!
Abg. Murauer: Lassen Sie das unsere Sorge sein!
Ich komme aber jetzt zur Finanzpolitik insgesamt. Wir haben neuerlich zu wenig aus den Fehlern gelernt. (Abg. Scheibner: Sie vielleicht!) Und, meine Damen und Herren von der ÖVP-Fraktion, auch wenn der Herr Finanzminister langsam von der FPÖ zu Ihnen hinübergedriftet ist, es wird für die ÖVP nicht besser. (Abg. Murauer: Lassen Sie das unsere Sorge sein!) Wir haben es aufgegeben, Konjunktur- und Budgetpolitik so zu machen, dass sie für die Zukunft Österreichs etwas bringt. Die Realität ist, dass Sie glauben, Finanzpolitik fände statt, indem man abkassiert und zum richtigen Zeitpunkt nicht investiert. Das ist die falsche Politik!
Ruf: Jetzt wissen wir, warum Sie ...! – Der Redner holt ein DKT-Spiel aus seinem Stoffsackerl und übergibt es dem auf der Regierungsbank sitzenden Staatssekretär Dr. Finz. – Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Ich kann nur vermuten, dass die Herren in ihrer Jugend einfach zu wenig über das Mindestmaß gelernt haben. Unsereins hat – und ich habe mir erlaubt, das mitzubringen – in der Jugend beim DKT gelernt. Es genügt nämlich nicht, am Start 200 abzukassieren, nein! Man muss investieren, und dann gewinnt man. (Ruf: Jetzt wissen wir, warum Sie ...! – Der Redner holt ein DKT-Spiel aus seinem Stoffsackerl und übergibt es dem auf der Regierungsbank sitzenden Staatssekretär Dr. Finz. – Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Bundesminister Dr. Bartenstein – in Richtung des Redners –: Herr Kollege! Das ist noch ein altes DKT, in Schilling!
Der Herr Staatssekretär bekommt das in Vertretung von Finanzminister Grasser. Er wird lernen, dass wir investieren müssen, dann können wir in der Volkswirtschaft gewinnen. Für diese Vorschläge meiner Fraktion fehlte der anderen Fraktion leider der Mut. (Bundesminister Dr. Bartenstein – in Richtung des Redners –: Herr Kollege! Das ist noch ein altes DKT, in Schilling!) – Selbstverständlich hat er ein altes bekommen. Er hat ja damals vergessen, zu spielen, daher muss er es jetzt nachholen. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Das gib dem Gusenbauer!)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Das gib dem Gusenbauer!
Der Herr Staatssekretär bekommt das in Vertretung von Finanzminister Grasser. Er wird lernen, dass wir investieren müssen, dann können wir in der Volkswirtschaft gewinnen. Für diese Vorschläge meiner Fraktion fehlte der anderen Fraktion leider der Mut. (Bundesminister Dr. Bartenstein – in Richtung des Redners –: Herr Kollege! Das ist noch ein altes DKT, in Schilling!) – Selbstverständlich hat er ein altes bekommen. Er hat ja damals vergessen, zu spielen, daher muss er es jetzt nachholen. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Das gib dem Gusenbauer!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube nicht, dass sie kommt. Ich glaube nicht, dass diese Regierung dann noch im Amt sein wird. – Danke, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Regierungsmitglieder auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Einen Satz zu meinem Vorredner Matznetter: Während die SPÖ anscheinend DKT spielt, arbeiten die Regierungsparteien ÖVP und FPÖ für die Zukunft unseres Landes, für Österreich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ruhe, mein Herr!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Als Vorsitzende des Familienausschusses begrüße ich – anders als die Opposition –, dass durch die neue Ressortverteilung ein ganz klares Signal für Frauen und für Familien gesetzt wurde. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Der Familienausschuss des Nationalrats bietet Ihnen, Frau Staatssekretärin Ursula Haubner, und dir, Frau Bundesministerin Rauch-Kallat, eine konstruktive Zusammenarbeit an. Wir werden unser Bestes geben. Ein gemeinsames Miteinander wird viele Wege aufzeigen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Zwischen Politik und Werbung ist aber ein Unterschied, oder?
Mehr braucht man dazu, glaube ich, nicht mehr zu sagen. (Abg. Dr. Glawischnig: Zwischen Politik und Werbung ist aber ein Unterschied, oder?) – Ich glaube nicht, dass das die Werbung vom „Onkel aus Amerika“ war. Das war, glaube ich, der Wahlkampfberater der SPÖ. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei der ÖVP: Der war sein Geld wert!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei der ÖVP: Der war sein Geld wert!
Mehr braucht man dazu, glaube ich, nicht mehr zu sagen. (Abg. Dr. Glawischnig: Zwischen Politik und Werbung ist aber ein Unterschied, oder?) – Ich glaube nicht, dass das die Werbung vom „Onkel aus Amerika“ war. Das war, glaube ich, der Wahlkampfberater der SPÖ. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei der ÖVP: Der war sein Geld wert!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Von uns, von der ÖVP, wurden gerade in diesem Bereich bereits Schwerpunkte gesetzt. Ich denke zum Beispiel an das Bündnis mit der Wirtschaft, auch mit Wirtschaftskammerpräsident Leitl, unter dem Motto „Wirtschaft schafft Arbeit“. Das sichert auch die Zukunft unserer Familien. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wichtig ist auch, noch einmal zu erwähnen – und man kann es nicht oft genug tun –, dass nunmehr nicht mehr nur 18, sondern 24 Monate Kinderbetreuungszeit als pensionsbegründend – also nicht nur als Ersatzzeiten – angerechnet werden. Es muss auch über eine eventuelle Anhebung der Zuverdienstgrenze beim Kinderbetreuungsgeld diskutiert werden. Weiters brauchen wir – was wir oft verdrängen – noch strengere Maßnahmen gegen den Missbrauch von Kindern sowie auch Sucht- und Drogenprävention für unsere Jugend. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abschließend möchte ich betonen: Eine moderne Frauen- und Familienpolitik ist eine politische Querschnittmaterie, die alle Lebensbereiche umfassen muss. Und die Generationen- und Geschlechtergerechtigkeit ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Gesellschaftspolitik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: „Spärlicher Applaus“ wird im Protokoll stehen!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Herr Bundeskanzler, Sie haben ganz zu Beginn Ihrer Regierungserklärung etwas Wichtiges gesagt, nämlich dass diese Regierung einen Blick über die eigenen Grenzen hinaus wagen wolle. – Na ja! Ein Blick auf die Regierungserklärung und auf das Regierungsprogramm hat dann aber gezeigt, dass sich dieser Blick gerade noch ein bisschen nach Europa richtet, aber über Europas Grenzen hinaus in die Welt geht er so gut wie gar nicht. Diese Regierung hat, was die Außenpolitik betrifft, der Mut verlassen, meine Damen und Herren! (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: „Spärlicher Applaus“ wird im Protokoll stehen!)
Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.
Das zeigt sich ganz deutlich daran, dass Sie zwar, wie Kollege Van der Bellen bereits erwähnt hat, das Bekenntnis zum Friedensprojekt der Europäischen Union ablegen – dem stimme ich zu –, aber danach kommen schon Südtirol und die altösterreichischen Minderheiten. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.) Als ich das gelesen habe, fiel mir ein, dass auch wir Grüne das bei den Verhandlungen mit der ÖVP hatten, nämlich im ersten Textentwurf der ÖVP. Wahrscheinlich haben Sie damals die Papiere für die Verhandlungen mit den Freiheitlichen mit jenen für die Verhandlungen mit uns verwechselt. Bei unseren Verhandlungen kam der zweite Punkt dann im zweiten Entwurf nicht mehr vor, denn das kann doch nicht wirklich ein Schwerpunkt der österreichischen EU-Politik sein.
Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner: Das wissen Sie doch!
Der Konvent und die EU-Erweiterung kommen erst als Punkt drei und vier des Regierungsprogramms. Über den Konvent, Frau Außenministerin, ist, wie schon andere vor mir bereits angeprangert haben, inhaltlich nicht viel enthalten. Wie ist denn das nun? Will Österreich die Grundrechtscharta in der EU-Verfassung verankern? (Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner: Das wissen Sie doch!) – Dann hätten Sie das auch in das Regierungsprogramm schreiben sollen! Sie sagen, ich wüsste doch, dass Sie das wollen. Vielleicht weiß ich das – das mag schon sein –, aber dann soll es doch im Programm dieser Regierung stehen, Frau Ministerin! Wer kann das denn sonst wissen? Vielleicht die Abgeordneten, die hin und wieder mit Ihnen diskutieren, aber das ist doch wohl auch für die breitere Bevölkerung gedacht. Woher soll die das denn wissen?
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zur Erweiterung. Ich bin sehr froh darüber, dass das Bekenntnis zur Ratifizierung der Erweiterungsverträge in dieses Regierungsprogramm aufgenommen wurde. Das war wahrscheinlich kein ganz einfacher Schritt mit der FPÖ, aber immerhin, es steht drinnen. Ich hoffe, dass auch Sie, Herr Minister Gorbach – er ist leider gerade nicht anwesend –, sich in Zukunft an dieses Regierungsprogramm halten und nicht neuerlich irgendwelche Vetodrohungen in den Raum stellen werden. Diese sind nämlich einer gedeihlichen Europapolitik alles andere als förderlich und zudem für die Nachbarschaftsbeziehungen nicht das Beste. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
All das ist nicht wirklich zukunftsweisend, Frau Ministerin – denn warum schreiben Sie diese Inhalte nicht ins Regierungsprogramm, wenn Sie sagen, dass Sie es ohnehin vorhaben? Das gehört in ein Regierungsprogramm! So hat die Außenpolitik weder Hand noch Fuß. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was heißt „zumindest“? – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (fortsetzend): Ein Punkt noch zur Sicherheitspolitik, da hier die Verbesserung der Beziehung zur NATO in den Raum gestellt wird, die Beistandspflicht. Sie haben wohl vergessen, werte Damen und Herren der Bundesregierung, dass für die Abschaffung der österreichischen Neutralität zumindest eine Volksabstimmung notwendig wäre, um diese Beistandspflicht einzuführen. (Abg. Scheibner: Was heißt „zumindest“? – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Das steht nicht drinnen, das müssten Sie aber tun. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Fischer. – Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal die Verfassung, Frau Kollegin! Haben Sie Artikel 23f gelesen?)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Fischer. – Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal die Verfassung, Frau Kollegin! Haben Sie Artikel 23f gelesen?
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (fortsetzend): Ein Punkt noch zur Sicherheitspolitik, da hier die Verbesserung der Beziehung zur NATO in den Raum gestellt wird, die Beistandspflicht. Sie haben wohl vergessen, werte Damen und Herren der Bundesregierung, dass für die Abschaffung der österreichischen Neutralität zumindest eine Volksabstimmung notwendig wäre, um diese Beistandspflicht einzuführen. (Abg. Scheibner: Was heißt „zumindest“? – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Das steht nicht drinnen, das müssten Sie aber tun. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Fischer. – Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal die Verfassung, Frau Kollegin! Haben Sie Artikel 23f gelesen?)
Ironische Heiterkeit der Abg. Hagenhofer.
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Der Kollege von der SPÖ hat dem Herrn Staatssekretär aus seinem reichen Fundus an Kinderspielen, nehme ich an, ein DKT überreicht, und das war eine gute Auswahl. Das zeigt nämlich, dass er den Rechenschieber, den mit den Kugeln, behalten hat, und diesen wird er weiterhin brauchen, um die Grundrechnungsarten zu beherrschen, meine Damen und Herren von der SPÖ, denn diese Bundesregierung hat das größte Budgetdefizit, das von Ihnen übergeben wurde, zu verwalten. (Ironische Heiterkeit der Abg. Hagenhofer.)
Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede! Die ist drei Jahre alt, die Rede!
Die SPÖ trägt die Verantwortung für jenes Defizit, das diese Regierung zu bekämpfen hat und dessen Beseitigung sie mit entsprechenden Maßnahmen bereits angegangen ist. Das sollten Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, sich merken. (Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede! Die ist drei Jahre alt, die Rede!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Die Redner von den Grünen haben hier heraußen das Eintreten für Südtirol und für die Vertriebenen lächerlich gemacht, auch Sie, Herr Klubobmann. Ich finde das bemerkenswert. – Diese Bundesregierung wird das Eintreten für Bürger- und Menschenrechte auch in der kommenden Legislaturperiode an einer der vordersten Stellen ihrer Anliegen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.
Dass im Regierungsprogramm nicht alles steht, was im Rahmen des Konvents jetzt gerade politisch diskutiert wird, Frau Kollegin, ist, glaube ich, eine Selbstverständlichkeit. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.) Aber wir werden ja in den nächsten Monaten hier im Hohen Haus noch zur Genüge über den Konvent, die Neugestaltung Europas, die Institutionen und ihre Rollen in Europa debattieren können.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir glauben, dass im Rahmen dieser Reformkommission, im Rahmen der Erarbeitung dieser neuen Teilstrategien wesentliche Schritte möglich werden, damit wir die Sicherheit der Bevölkerung garantieren können und eine verantwortungsvolle Politik auch im Sicherheits- und Verteidigungsbereich weiterhin gegeben ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das ist ein Teil der Kür, aber so wie im Eiskunstlauf – Frau Kollegin Prammer hat das schon angesprochen – kommt vor der Kür die Pflicht. Und wenn wir unsere kranken Kassen zu gesunden Kassen machen wollen, zu gesunden Servicezentren, dann müssen wir alle Umstrukturierungsmaßnahmen, die sicherstellen, dass diese Einrichtungen auch den Kriterien eines modernen Managements entsprechen, zuerst vornehmen. Wir müssen sie den Prinzipien des modernen Managements anpassen, wir müssen Doppelgleisigkeiten abbauen, die Chancen der Telemedizin und die damit verbundenen Verbesserungen für die Patienten nützen. Wir müssen letztendlich auch den Anforderungen Genüge tun, die die demographische Entwicklung zeigt. Es muss uns gelingen, Akutbetten dort, wo möglich und wo notwendig, in Pflegebetten umzuwandeln. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
die Einkommensschere für Pensionistinnen auseinander klaffen lassen. Darauf werde ich sicher ein wachsames Auge richten. Und eine der Maßnahmen, die wir im Regierungsprogramm verankert haben, trägt dazu bei, nämlich die höhere Anrechnung der Kindererziehungszeiten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.
Was ich machen möchte, ist, die Frauenpolitik weg von der Jammerpolitik zu bringen. Ich denke, dass Frauenpolitik nicht immer von Frustration gekennzeichnet ist. Wir wollen handeln statt jammern. Frust statt Lust! – Ich lade Sie herzlich ein, mitzutun. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.)
Heiterkeit bei der SPÖ. – Bundesministerin Rauch-Kallat: Vor lauter Hetzerei! – Abg. Mag. Prammer: Das war Freud!
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Bundesministerin! Sie haben natürlich gemeint „Lust statt Frust“ und nicht „Frust statt Lust“. (Heiterkeit bei der SPÖ. – Bundesministerin Rauch-Kallat: Vor lauter Hetzerei! – Abg. Mag. Prammer: Das war Freud!)
Abg. Dr. Glawischnig: Und Kolleginnen!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.‑Ing. Josef Pröll: Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Kollegen auf der Regierungsbank! (Abg. Dr. Glawischnig: Und Kolleginnen!) Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ich möchte bei meinem ersten Auftritt hier im Plenum gleich zu Beginn die Gelegenheit nutzen, meinem Vorgänger zu danken. Willi Molterer hat in den letzten Jahren mit seiner umsichtigen, zielorientierten und effizienten Politik Österreich in vielen Fragen, in ökologischer Hinsicht und in der Landwirtschaft, als Spitzenreiter in Europa positioniert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.‑Ing. Josef Pröll: Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Kollegen auf der Regierungsbank! (Abg. Dr. Glawischnig: Und Kolleginnen!) Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ich möchte bei meinem ersten Auftritt hier im Plenum gleich zu Beginn die Gelegenheit nutzen, meinem Vorgänger zu danken. Willi Molterer hat in den letzten Jahren mit seiner umsichtigen, zielorientierten und effizienten Politik Österreich in vielen Fragen, in ökologischer Hinsicht und in der Landwirtschaft, als Spitzenreiter in Europa positioniert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Oberhaidinger: So lange wird es nicht dauern! – Heiterkeit bei der SPÖ.
Was hat die Regierung, was habe ich in den nächsten Jahren vor, für dieses Land umzusetzen? (Abg. Oberhaidinger: So lange wird es nicht dauern! – Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Erstens: Die größte Herausforderung im internationalen und nationalen Umfeld ist sicher der von uns, vom Menschen verursachte Klimawandel. Der Schutz vor den Gefahren, die sich durch eine Veränderung des Klimas ergeben, muss jetzt an der Wurzel angepackt werden. Wir haben daher im Regierungsübereinkommen festgesetzt, bis 2006 90 Millionen € mehr für den Klimaschutz auszugeben, beginnend mit dem Jahr 2004, für die Jahre 2004, 2005 und 2006 je 30 Millionen €. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir wollen Alternativenergieformen weiter ausbauen. Davon profitiert nicht nur die Umwelt, davon profitieren auch kleine und mittlere Unternehmen im ländlichen Raum und davon profitiert die Landwirtschaft. Deswegen wollen wir mit einem Mix von Einzelmaßnahmen den Ökostromanteil von derzeit 70 auf 78 Prozent anheben. Wir wollen um 75 Prozent mehr Biomasse einsetzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) – Es ist dies ein ehrgeiziges Ziel, aber es zahlt sich aus.
Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek
Wir machen einen Schritt, den keine andere Bundesregierung zuvor gemacht hat, im Rahmen einer ökologischen Steuerreform im Jahr 2004 (Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek): Wir belasten fossile Energieträger und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Wir entlasten vor allem Bezieher niederer Einkommen, nämlich unter 14 500 €. Oft gesagt und verlangt – wir setzen das als erste Bundesregierung im Jahr 2004 um! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir machen einen Schritt, den keine andere Bundesregierung zuvor gemacht hat, im Rahmen einer ökologischen Steuerreform im Jahr 2004 (Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek): Wir belasten fossile Energieträger und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Wir entlasten vor allem Bezieher niederer Einkommen, nämlich unter 14 500 €. Oft gesagt und verlangt – wir setzen das als erste Bundesregierung im Jahr 2004 um! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das sind zwei der großen Ziele, und ich glaube, dass wir insgesamt unter dem Ziel, die Zukunft nachhaltig gerecht zu gestalten, erfolgreich sein werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Präsident Dr. Andreas Khol: Wenn Sie mir das Privileg zugestehen, werde ich es in Zukunft tun, Peperl Broukal. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wenn man es jetzt noch ein bisschen aufs Soziale allgemein erweitert, dann kann, meine ich, das eine oder andere entstehen, das bisher nicht entstehen konnte. Ich freue mich darauf. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Erstens: Sie sind nicht und nicht imstande, das für mehr Forschung in Österreich nötige Geld aufzutreiben. 2,5 Prozent des Volkseinkommens – so stand es in Ihrer Regierungserklärung 2000 – haben Sie den Österreichern für das Jahr 2004 versprochen. Aber Sie werden das nicht erreichen, und Sie machen es sich einfach und sagen: Schwamm drüber! 2,5 Prozent im Jahr 2006! – Versprechen statt Taten! Das hat sich Österreichs Forschung nicht verdient! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Das stimmt ja nicht!
Sie muten jedem, der rechnen kann, einiges zu. 600 Millionen mehr wollen Sie für Forschung ausgeben, aber 1,5 Milliarden würden Sie brauchen, um das von Ihnen selbst gesteckte neue Ziel zu erreichen. Geben Sie jetzt schon auf (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Das stimmt ja nicht!), oder wollen Sie es nur nicht zugeben?
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.
Herr Bundeskanzler! Es stimmt, aber ich habe hier nur 5 Minuten. Wenn Sie mir dann die Gnade eines Privatissimums geben, werde ich versuchen, Ihnen meine Version des kleinen Einmaleins zu zeigen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Aber davon brauche nicht ich Sie zu überzeugen. Ich zitiere den neuen Vizechef des Forschungsfonds der Wissenschaft – er sagte es heute, und ich nehme an, man hat Ihnen diese Meldung der Austria Presse Agentur auch schon gezeigt –: „Wir fordern nicht mehr, als die Regierung immer wieder versprochen hat. Wenn das aber nicht stattfindet, wird Österreich einen Blauen Brief bekommen, nicht von der EU, sondern von der Zukunft.“ (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Großruck.
Zweiter Punkt: Sie sind nicht und nicht imstande, Österreichs Forschungspolitik auf eine gesunde Basis zu stellen. Vier Ministerien mischen mit, jedes kocht seine eigene Suppe. Wenn Sie jemanden auf der Straße fragen: Wer ist eigentlich Österreichs Forschungsminister?, glauben Sie, dass Sie eine Antwort bekommen? – Niemand weiß es! Kompetenzwirrwarr statt Politik aus einem Guss. Auch das hat Österreichs Forschung sich nicht verdient. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Großruck.) Heute ist nicht die Zeit, auf Zwischenrufe einzugehen, Sie entschuldigen, das machen wir das nächste Mal.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Murauer: Lieber Herr Broukal! Was ist mit den Stipendien?
Dritter Punkt: Sie halten an der Studiengebühr fest, und Sie verhöhnen all jene, die es schwer haben, sich diese 10 000 S im Jahr abzusparen. Wer gut verdient und Steuer zahlt, soll die Studiengebühr von der Steuer abziehen können, versprechen Sie in Ihrem Regierungsprogramm. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Jemand, der nichts verdient, zahlt 10 000 S Studiengebühr, jemand, der verdient und Geld hat, vielleicht 7 000 S oder 6 000 S! Verkehrte Welt, Ihre Welt! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Murauer: Lieber Herr Broukal! Was ist mit den Stipendien?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Dass Sie nebenbei dann Universitätsräte bestellen, deren Publikationen haarscharf am NS-Verbotsgesetz entlangschrammen, das müssen Sie mit sich selbst ausmachen. Mir ist es unverständlich, und ich verstehe diese Fleißaufgabe nicht. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber während Sie für Menschen mit Weltanschauungen von vorgestern Verständnis haben, verfolgen Sie andere, und das ohne viel Anstand und ohne viel Ehrgefühl. Im Innenministerium reißen niederösterreichische Zustände ein. Während Landeshauptmann Pröll sagt, er hätte die SPÖ gerne in der Regierung, entfernt sein früherer Sekretär Strasser SPÖ-nahe Beamte, wo immer er kann, auch wenn sie beste Arbeit leisten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Der Redner übergibt dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundeskanzler Dr. Schüssel einen Zeitungsartikel.
Abgeordneter Josef Broukal (fortsetzend): Ich danke Ihnen sehr herzlich. – Im Fall des Gendarmeriegenerals Strohmayer ist die letzte Schamgrenze gefallen. Damit Sie, Herr Bundeskanzler, nicht wie im Fall des Polizeigenerals Schnabl sagen können, Sie hätten es nicht gewusst, hier ist der entsprechende Bericht der „Kleinen Zeitung“. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Der Redner übergibt dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundeskanzler Dr. Schüssel einen Zeitungsartikel.)
Abg. Dr. Jarolim: Das fällt auch sehr schwer, glaube ich!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Ich werde auf die Ausführungen des Kollegen Broukal nicht eingehen (Abg. Dr. Jarolim: Das fällt auch sehr schwer, glaube ich!), das wird ein anderer Kollege machen, aber ich werde mich ein wenig mit den Ausführungen des Kollegen Matznetter beschäftigen, der sich sehr kritisch mit der Budgetpolitik dieser Bundesregierung auseinander gesetzt hat.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nur zur Erinnerung, meine Damen und Herren: Ja, es gibt heute eine andere Budgetpolitik als in Zeiten sozialistischer Finanzminister. Gab es damals auch bei bester Konjunktur Budgetdefizite von 5 Prozent des BIP, so gibt es heute bei schwieriger Konjunkturlage ein Budgetdefizit von maximal 0,6 Prozent oder 1 Prozent des BIP. Das ist ein gewaltiger Unterschied, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Interessant war heute der Auftritt der Opposition. Sowohl Van der Bellen, der Klubobmann der Grünen, als auch Cap, der Häuptling schneller Zunge, haben heute sozusagen beklagt, dass es eine eigenartige Stimmung gebe. Es sei ruhig, sachlich, ja fast ernüchternd und so weiter, ja bedrückend, meinte er. – Ja, wenn ich an Ihre Auftritte denke, dann gebe ich Ihnen Recht. Meine Damen und Herren, das ist die richtige Analyse. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich darf schon daran erinnern, dass es spannend war, dass es knisternd war im Jahre 2000. Da gab es von Ihnen einen Dringlichen Antrag, einen Misstrauensantrag gegen die Regierung. Es gab massenhaft Entschließungsanträge und andere parlamentarische „Gepflogenheiten“. Offensichtlich hat Sie die Arbeit dieser Bundesregierung überzeugt. Heute ist von all dem Gott sei Dank nichts zu hören, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Offensichtlich haben Sie Schwierigkeiten mit der Trauerarbeit auf Grund der vergebenen Chancen. Wir lassen Sie dabei alleine. Sei’s drum. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Da war Kollege Matznetter in seiner Pressekonferenz vorgestern wesentlich ehrlicher. Er meinte, man spricht von einer Steuerreform, und beklagte gleichzeitig, dass diese erst 2005 kommen würde, weil man ja 2006 wählen würde. Jetzt höre ich monatelang, diese Regierung hätte keinen Bestand, sie hätte keine Chance. Offensichtlich ist er davon überzeugt, dass sie tatsächlich hält. Ich bin es, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte aber zwei Punkte ansprechen, nämlich den Bereich Landwirtschaft, Finanzausgleich, ländlicher Raum. Ich wünsche dem gewichtigen Landwirtschaftsminister – und das nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes, sondern auch auf Grund seiner Kompetenz – viel Erfolg. Er wird dies bei der GAP-Reform, den WTO-Verhandlungen und anderen Dingen dringend brauchen. Alles Gute! Ich bin überzeugt, auf Grund seiner Kompetenz wird er diese Sache im Sinne seines Vorgängers Willi Molterer hervorragend meistern. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Finanzausgleich, ländlicher Raum. – Die Benachteiligung der finanzschwachen Gemeinden, der abgestufte Bevölkerungsschlüssel ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten zur Behebung von Kriegsschäden. Interessant ist, so schrieb mir ein Bürgermeister einer derartigen Gemeinde, wir dürfen auf dem Land, ob Arbeitnehmer, ob Wirtschaftstreibender, wer immer, bei gleichem Einkommen die gleichen Steuern zahlen wie ein Städter. Nur wenn es darum geht, die Ertragsanteile zur Verteilung zu bringen, dann ist man plötzlich nur mehr die Hälfte wert. – So kann es auf die Dauer nicht gehen! Ich bin daher dankbar, dass in diesem Regierungsprogramm auch darauf eindeutig Bezug genommen wird. Viel Erfolg dabei! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Haben Sie Kinder?
Sie nennen jetzt viele Ziele bis 2010. Bleckmann beginnt sogar damit, Nachhaltigkeit bis zum Jahr 2030 zu konzipieren. Das ist vielleicht schon ein Hundertstel vom Tausendjährigen Reich. Das dauert mir zu lang, auch wenn es kürzer war. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Haben Sie Kinder?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Nennen wir die Dinge beim Namen: Schlagende Burschenschafter werden in Uniräte nominiert, und dann verteidigt man das auf schon sehr seltsame Weise. Universität heiße universitas, und das bedeute Pluralismus. Es sei ein Zeichen des Pluralismus, dass auch schlagende Burschenschafter in dieser bunten, fröhlichen Welt vertreten sein sollen. – Das nenne ich Vielfalt, die zur Einfalt führt. So ist es und nichts anderes. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Sie zitieren und demütigen einen großen Dichter und Schriftsteller, nämlich Saint-Exupéry, indem Sie zum Schluss schreiben: Zukunft soll nicht vorhergesagt werden, sondern man muss sie möglich machen. – Ja, Herr Bundeskanzler, ich glaube, die Zukunft ist in zwei Sekunden schon da, im nächsten Jahr und so weiter. Stellen Sie sich vor, dies geht auch ohne ÖVP. Die Zukunft geschieht, die Zukunft kommt, aber welche, das hätte mich interessiert. Aber darüber lese ich bei Ihnen nichts. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Sie sagen, die hellsten Köpfe seien in der Schule, in Kindergärten, haben Sie sogar gesagt, in den Fachhochschulen und Universitäten. Mir wäre recht, wenn die hellsten Köpfe wie eine Neonröhre hinter mir leuchten und diesen Raum in gleißendes Licht tauchen würden. Das wäre zumindest eine Energiesparmaßnahme. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) Aber davon merke ich auch nichts.
Beifall und Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Der kleine Prinz hat einmal Asteroiden besucht, und zwar 325 bis 330. Ein Planet war von einem Eitlen bewohnt, und der sagte: „Ah, ah, schau, schau, ein Bewunderer kommt zu Besuch!“ – In mir haben Sie den noch nicht gefunden! (Beifall und Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Werter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Bevor ich auf das Thema Landwirtschaft eingehe, bitte ein Wort zu den Ausführungen des Herrn Abgeordneten Broukal, wo ich mir eigentlich am Anfang gedacht habe, da wird ein scharfer Wind von Seiten der SPÖ wehen. Mittlerweile, Herr Abgeordneter, würde ich mir wirklich wünschen, dass Sie öfter während der Live-Übertragung des ORF sprechen, denn das ist mit Sicherheit die Garantie dafür, dass Sie auf der Oppositionsbank bleiben und wir in der Regierung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Eder.
Es ist mir am späten Vormittag vom Herrn Klubobmann Van der Bellen noch etwas zu Ohren gekommen, was ich heute hier gerne noch einmal wiederholen würde: Herr Klubobmann, Sie haben gesagt, die Freiheitlichen seien das letzte Aufgebot – wortwörtlich: das letzte. Jetzt frage ich mich nur: Wo sind Sie? Wir sind in der Regierung, Sie sind in der Opposition! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Eder.)
Abg. Dr. Glawischnig: Ja, bitte!
Aber speziell – und darauf lege ich Wert, geschätzte Damen und Herren – die Umsetzung und die Einführung des Agrardiesels ist eine Forderung, die seit Jahren von der Freiheitlichen Partei erhoben wird. Frau Abgeordnete Glawischnig, die Sie sich gerade nach vorne setzen (Abg. Dr. Glawischnig: Ja, bitte!), ich möchte Sie bitten, dass Sie nicht mit dem Einkommen der Bauern spielen. (Abg. Dr. Glawischnig: Eh nicht!) Ich halte es für sehr unfair, dass Sie die agrarischen Förderungen und den verbilligten Diesel für die Landwirtschaft in Frage stellen, denn damit werden Sie sehr viel Unstimmigkeit erzielen. Damit werden Sie sicherlich nicht den Grundstein dafür legen, dass die Landwirtschaft in ihrer klein- und mittelstrukturierten Form in Österreich erhalten bleibt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Warum behandeln Sie Menschen unterschiedlich?)
Abg. Dr. Glawischnig: Eh nicht!
Aber speziell – und darauf lege ich Wert, geschätzte Damen und Herren – die Umsetzung und die Einführung des Agrardiesels ist eine Forderung, die seit Jahren von der Freiheitlichen Partei erhoben wird. Frau Abgeordnete Glawischnig, die Sie sich gerade nach vorne setzen (Abg. Dr. Glawischnig: Ja, bitte!), ich möchte Sie bitten, dass Sie nicht mit dem Einkommen der Bauern spielen. (Abg. Dr. Glawischnig: Eh nicht!) Ich halte es für sehr unfair, dass Sie die agrarischen Förderungen und den verbilligten Diesel für die Landwirtschaft in Frage stellen, denn damit werden Sie sehr viel Unstimmigkeit erzielen. Damit werden Sie sicherlich nicht den Grundstein dafür legen, dass die Landwirtschaft in ihrer klein- und mittelstrukturierten Form in Österreich erhalten bleibt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Warum behandeln Sie Menschen unterschiedlich?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Warum behandeln Sie Menschen unterschiedlich?
Aber speziell – und darauf lege ich Wert, geschätzte Damen und Herren – die Umsetzung und die Einführung des Agrardiesels ist eine Forderung, die seit Jahren von der Freiheitlichen Partei erhoben wird. Frau Abgeordnete Glawischnig, die Sie sich gerade nach vorne setzen (Abg. Dr. Glawischnig: Ja, bitte!), ich möchte Sie bitten, dass Sie nicht mit dem Einkommen der Bauern spielen. (Abg. Dr. Glawischnig: Eh nicht!) Ich halte es für sehr unfair, dass Sie die agrarischen Förderungen und den verbilligten Diesel für die Landwirtschaft in Frage stellen, denn damit werden Sie sehr viel Unstimmigkeit erzielen. Damit werden Sie sicherlich nicht den Grundstein dafür legen, dass die Landwirtschaft in ihrer klein- und mittelstrukturierten Form in Österreich erhalten bleibt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Warum behandeln Sie Menschen unterschiedlich?)
Rufe bei den Grünen: Welche?
Geschätzte Damen und Herren! Erlauben Sie mir abschließend, bevor das Licht zu blinken beginnt, noch einen Satz zu den Koalitionsverhandlungen. Sehr oft wurde heute darüber diskutiert, wer mit wem verhandelt hat, wie lange und wie intensiv verhandelt wurde. – Na klar, ich verstehe, dass die Kolleginnen und Kollegen auf der Oppositionsbank beleidigt sind. Das erinnert mich an einen Vergleich, der auch im Zusammenhang mit dem Kärntner Landeshauptmann sehr oft gebracht wird, von dem gesagt wird, er wäre beleidigt, nicht mehr im Spiel zu sein. Nur eines kann ich euch sagen: Er könnte von Ihnen noch etwas lernen, was die beleidigte Art und Weise betrifft, denn auf eine sich so anbiedernde, möchte ich fast sagen, Art und Weise zu jammern, nicht in der Regierung zu sein, das ist dieses Hauses nicht würdig. (Rufe bei den Grünen: Welche?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich sage es auch – und ich verwende die Worte unseres Bundesparteiobmannes – in dieser Klarheit: Auch wir Freiheitlichen haben lange verhandelt, auch wir Freiheitlichen haben sehr viel in Frage gestellt. Und gerade von Kärnten – ich betone das –, gerade von Kärnten sind natürlich sehr viele Dinge kritisiert worden. Aber, werte Damen und Herren des Hohen Hauses, wir sind in diese Regierung gegangen, wir stehen zu dieser Regierung, und wir werden hier diesen Reformkurs fortsetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Rufe bei den Grünen: Lei, lei!
Und nicht zuletzt – und das möchte ich am Ende meiner Ausführungen sagen – sind wir bereit zu regieren, nicht zuletzt sind wir davon überzeugt, dass sich etwas ändern wird, weil wir mit Herrn Vizekanzler Herbert Haupt ein freiheitliches Urgestein an der Spitze unserer Bundesregierung stehen haben. Er ist ein Garant dafür, dass der Reformkurs, der eingeschlagen wurde, fortgesetzt wird. In diesem Sinne, meine geschätzten Damen und Herren, würde ich mir von Ihnen etwas mehr Zusammenarbeit wünschen, freue mich aber auf die nächsten vier Jahre. (Rufe bei den Grünen: Lei, lei!)
Abg. Dr. Glawischnig: Sie haben zwei Drittel Ihrer Wähler verloren!
Herr Klubobmann Van der Bellen! Ich freue mich darauf, und am Ende der Legislaturperiode wird es vielleicht sogar so weit kommen, dass Sie selbst unseren werten Regierungsmitgliedern (Abg. Dr. Glawischnig: Sie haben zwei Drittel Ihrer Wähler verloren!), speziell den Damen, jene Blumen überbringen werden, die Sie heute vermisst haben. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei den Grünen: Lei, lei!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei den Grünen: Lei, lei!
Herr Klubobmann Van der Bellen! Ich freue mich darauf, und am Ende der Legislaturperiode wird es vielleicht sogar so weit kommen, dass Sie selbst unseren werten Regierungsmitgliedern (Abg. Dr. Glawischnig: Sie haben zwei Drittel Ihrer Wähler verloren!), speziell den Damen, jene Blumen überbringen werden, die Sie heute vermisst haben. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei den Grünen: Lei, lei!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Wir stehen dazu! Wir haben es ja verhandelt!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geschätzte Damen und Herren! Herr Kollege Scheuch, das Vertrauen in diese Bundesregierung wird damit bewiesen, dass Sie heute in Form eines Antrages dieses Regierungsprogramm beschließen müssen, weil Ihnen offensichtlich Ihr Koalitionspartner nicht traut, ob Sie sonst überhaupt durchhalten. – So viel zu den nächsten vier Jahren. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Wir stehen dazu! Wir haben es ja verhandelt!)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie nun die gescheiterte Koalition zwischen FPÖ und ÖVP fortsetzen, dann wird das von vielen Menschen als Vorgaukeln empfunden. In der Tat, meine Damen und Herren, es ist so. Wenn man das Koalitionsabkommen zwischen ÖVP und FPÖ zu dieser Regierungsbildung sieht, dann merkt man, dass eine große Chance vertan ist, und zwar nicht eine große Chance für irgendeine Partei, sondern eine große Chance für die Menschen in Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Auf dem Regierungsprogramm – die Erklärung könnte man fast mit jener im Jahr 2000 vergleichen – steht Zukunft, aber enthalten ist darin der Weg zurück in die Vergangenheit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es hört sich an wie Zynismus: Sozial ist, was Arbeit schafft; das steht in diesem Programm. Da bin ich bei Ihnen, aber ich frage mich: welche Arbeit? – Drei Jahre blau-schwarze Bundesregierung haben es geschafft, dass wir derzeit knapp 60 000 Menschen in Österreich haben, die trotz Vollerwerbsarbeit nicht von diesem Einkommen leben können. In Amerika sagt man dazu Working poor. – Das ist keine stolze Bilanz, auf die Sie zurückblicken können, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Das ist keine zukunftsorientierte Politik, die Sie uns heute vorgestellt haben. Das ist ein Weg in die Vergangenheit, der vor allem zu Lasten der österreichischen Bevölkerung geht. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.
Zum ersten Punkt: die so genannte Abschaffung der vorzeitigen Alterspension. Es geht darum, nicht ab einem starren Datum die vorzeitige Alterspension bis zum Jahr 2010 auslaufen zu lassen, sondern darum, sie durch etwas anderes, nämlich durch eine Wahlmöglichkeit zu ersetzen, wonach ich mit den entsprechenden versicherungsmathematisch begründeten Abschlägen frei gewählt in Pension gehen kann. (Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.)
Abg. Öllinger: Schlecht!
Es soll mir niemand sagen, dass das nicht gerechter ist, wenn ich mehr Möglichkeiten habe, selbst zu bestimmen. Und darum geht es auch beim Schlagwort des so genannten persönlichen Pensionskontos. Wenn ich den Menschen Wahlmöglichkeiten biete, dann muss ich sie auch darüber informieren, wie ihr Pensionsstand ist. (Abg. Öllinger: Schlecht!) Das ist eine notwendige Maßnahme zur Sicherung der ersten Säule im Umlageverfahren.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Wie ist das mit den BUWOG-Wohnungen?
Ich denke, dass die mit 1. Jänner 2003 in Kraft getretene Abfertigung neu und die soeben beschriebene Zukunftsvorsorge in den nächsten Jahrzehnten einen ganz gewaltigen Schub zur Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand auslösen werden, so wie dies etwa vor einem halben Jahrhundert die Institutionalisierung des Wohnungseigentums bewirkt hat. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Wie ist das mit den BUWOG-Wohnungen?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das sind Sozialreformen, mit denen nicht in Funktionsperioden gedacht wird, sondern die auf Generationen angelegt sind, und ich weiß sie bei dieser Bundesregierung in guten Händen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Und Kollegen!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren der Bundesregierung! Geschätzte KollegInnen! (Abg. Großruck: Und Kollegen!) – Kollegen ist in KollegInnen enthalten, das müssen Sie noch üben. – Das trächtigste Wort in dieser Regierungserklärung ist tatsächlich das Wort „Zukunft“. Es ist ganz eigenartig, dass man den Eindruck gewinnt, dass der Gegenstand der jetzigen Debatte, nämlich die Personen, die hinter mir sitzen, am wenigsten Zukunft von allen haben, was das betrifft.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, das Kabinett Schüssel II ist das am wenigsten zukunftsträchtige von jeder Regierungsform, die möglich gewesen wäre – und das sollten wir uns an dieser Stelle in Erinnerung rufen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Mainoni: Gusenbauer!
Wenn man sich dann dieses so genannte Zukunftskonzept anschaut, sieht man in erster Linie eine Überschriftensammlung. Die wenigsten Dinge sind konkret, und jene, die konkret sind, sind eher in die Ecke der Tragikomödie zu stellen. Sie wollen uns erklären, dass 18 Eurofighter fast kein Geld kosten – jedenfalls nicht jetzt, später vielleicht, dann aber schon. Wer wird das zahlen? – Man weiß es nicht. – Also damit hätten Sie am Villacher Fasching reüssieren können. Dort sind Sie aber nicht gewesen, weil dort hat schon ein anderer Hof gehalten. (Abg. Mag. Mainoni: Gusenbauer!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.
Jetzt noch einmal zur Sache selbst: zur Budgetkonsolidierung, zur Pensionsreform und den erwähnten Abfangjägern. Es ist Zeit für ein nüchternes Resümee: Sie haben uns vorgeworfen, dass wir zu wenig konsolidierungsbereit gewesen wären. Ich stelle jetzt fest, wenn ich die so genannten Budgetpfade vergleiche – das Defizit wird ja über die Jahre ausgewiesen –, dass die Grünen Defizite vorgeschlagen haben, die in Summe weniger Schulden für den Staat in den nächsten vier Jahren bedeutet hätten als Ihr Programm. Das finde ich beachtlich! Woran liegt das? – Das liegt daran, dass Sie heute ankündigen, rechtzeitig vor der Wahl eine so genannte große Steuersenkung durchzuführen. Man weiß nicht, ob sie kommt; und wenn sie kommt, stellt sich die Frage, ob sie leistbar ist, weil Sie damit das Defizit erhöhen! Sie erhöhen damit das Defizit enorm! Plötzlich ist im Jahr 2005 eine Abgabenquote erreicht, die vielleicht besser ist als jetzt, aber wir haben dann ein Budgetdefizit von über 1,5 Prozent – von über 1,5 Prozent! – des BIP. Das, was vorher ganz schlecht war, ist dann plötzlich ganz gut, weil Wahlen kommen und es Zuckerln zu verteilen gibt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.)
Zwischenruf des Abg. Großruck
Bleiben wir bei der Einnahmen-, also bei der Steuerstruktur! Da wird im Wesentlichen unter dem Deckmantel der Ökologisierung ein bisschen herumgedoktert, aber mehr nicht. Es geht einfach darum, dass im größeren Stil umgeschichtet werden würde – ganz einfach: Energiebelastungen erhöhen und Arbeitskosten senken. Das wird nur angedeutet, aber sicher ist das nicht der große Wurf, jedenfalls nicht so groß (Zwischenruf des Abg. Großruck), dass Sie das Vokabel der ökologisch-sozialen Steuerreform länger im Mund führen sollten, weil Sie damit der Idee nur schaden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Trinkl: Das war ein eher mäßiger Applaus!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Trinkl: Das war ein eher mäßiger Applaus!
Bleiben wir bei der Einnahmen-, also bei der Steuerstruktur! Da wird im Wesentlichen unter dem Deckmantel der Ökologisierung ein bisschen herumgedoktert, aber mehr nicht. Es geht einfach darum, dass im größeren Stil umgeschichtet werden würde – ganz einfach: Energiebelastungen erhöhen und Arbeitskosten senken. Das wird nur angedeutet, aber sicher ist das nicht der große Wurf, jedenfalls nicht so groß (Zwischenruf des Abg. Großruck), dass Sie das Vokabel der ökologisch-sozialen Steuerreform länger im Mund führen sollten, weil Sie damit der Idee nur schaden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Trinkl: Das war ein eher mäßiger Applaus!)
Beifall bei den Grünen.
Zur Pensionsreform: Jeder vernünftige Mensch wird erkennen, dass es sinnvoll ist, wenn die Menschen immer älter werden, dass sie auch länger im Erwerbsleben bleiben sollten. Das ist selbstverständlich! Die Frage ist: Wie erreichen wir das? – Sie haben es vorgezogen, einen Weg ohne arbeitsmarktbegleitende Maßnahmen einzuschlagen, und dagegen haben wir uns ausgesprochen. Hingegen gab es Konsens darüber, dass wir auch Einsparungsmaßnahmen im Pensionsbereich vornehmen müssen. Und das ist eben der Unterschied: Sie setzen in Zukunft darauf, die erste Säule, die öffentliche Pensionsvorsorge, vorsichtshalber zu demolieren, damit alle in die private abgedrängt werden, und diese wird dann, obwohl sie privat heißt, vom Staat gefördert. Das ist ein inhaltlich-ideologischer Unterschied. Das darf man ruhig einbekennen, denn so ist es eben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Sie liegen auch dem Rechnungshof vor. Daraus geht eindeutig hervor, dass diese Abfangjäger die mit Abstand teuersten sind, die man nur kaufen kann. Und alles, was Sie von Gegengeschäften erzählen, wird sich in Luft auflösen, all das ist ein großer Schmäh. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Er wird ihn, glaube ich, nicht einbringen! – Abg. Parnigoni: Was weiß man!
Zum Wort gelangt Herr Abgeordneter Dolinschek. – Bitte. (Abg. Scheibner: Er wird ihn, glaube ich, nicht einbringen! – Abg. Parnigoni: Was weiß man!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Regierungserklärung, sehr geehrte Damen und Herren, ist gekennzeichnet von Maßnahmen sowohl im Pensionsbereich, um die Pensionen in Österreich zu sichern, als auch im Gesundheitsbereich, um die dortigen Strukturen zu verändern und diese zu gewährleisten, als auch im Steuerbereich. Ebenfalls werden Maßnahmen in der Arbeitsmarktpolitik gesetzt, um Dinge abzufedern. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass gerade im steuerrechtlichen Bereich die Entlastung 500 Millionen € für die österreichischen Steuerzahler beträgt. Davon werden vor allem jene, die mit Mindesteinkommen zu kämpfen haben, profitieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das machen Sie ja nicht!
Der Mindestlohn in der Höhe von 1 000 € soll umgesetzt werden. (Abg. Öllinger: Das machen Sie ja nicht!) Da muss ich sagen, die Gewerkschaften waren schon lange säumig, und ich habe mir eigentlich erwartet, dass die Gewerkschaften diesen Ball, nämlich die 1 000 € Mindestlohn, aufgreifen werden. (Abg. Mag. Lunacek: Machen Sie es doch!)
Abg. Mag. Lunacek: Machen Sie es doch!
Der Mindestlohn in der Höhe von 1 000 € soll umgesetzt werden. (Abg. Öllinger: Das machen Sie ja nicht!) Da muss ich sagen, die Gewerkschaften waren schon lange säumig, und ich habe mir eigentlich erwartet, dass die Gewerkschaften diesen Ball, nämlich die 1 000 € Mindestlohn, aufgreifen werden. (Abg. Mag. Lunacek: Machen Sie es doch!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eine steuerliche Begünstigung für Betriebe für nicht entnommene Gewinne haben wir ebenfalls durchgesetzt. Die Kaufkraft in Österreich muss gestärkt werden, denn wenn die Kaufkraft gestärkt wird, hat jeder mehr im Geldbörsel und kann sich auch wieder mehr leisten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Wo?
Zur Gesundheit, sehr geehrte Damen und Herren: Es wird immer wieder, wie wir schon gehört haben, sehr viel gejammert. Frau Kollegin Silhavy! Sie haben gesagt, uns fehle der Mut zur Erneuerung. – Wir haben den Mut zur Erneuerung! Wir haben den Mut zur Erneuerung, uns fehlt er nicht! Wir zerschlagen keine Strukturen, sondern wir strukturieren Dinge dort um, wo es in die falsche Richtung geht, wo es Systeme gibt, nach denen die einen bevorteilt und die anderen benachteiligt werden. (Abg. Gradwohl: Wo?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir wollen eine Zusammenführung der Unfallversicherungsanstalt, der Krankenversicherung im Gebietskrankenbereich und in sämtlichen Sozialversicherungsbereichen. Wir wollen eine Gleichstellung für alle, eine Harmonisierung der EDV-Systeme und so weiter und so fort. Es wird auch die Gleichstellung der Arbeiter und Angestellten fortgesetzt, indem die Beitragssätze der Arbeiter zur Krankenversicherung gesenkt werden, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie hier beklagen, es sollen Selbstbehalte eingeführt werden, so kann ich den Ball nur zurückspielen: Wir haben eine sehr salomonische Lösung gefunden, und zwar sollen die Sozialversicherungsanstalten Vorschläge ausarbeiten. Das ist eine Selbstträgerschaft, und eine Selbstträgerschaft muss sich eben selbst einmal organisieren und auch für die Einnahmen sorgen oder bei sich selbst sparen, bei ihren Pensionsprivilegien und so weiter und so fort. Dort gehört eingespart, und die Bürger gehören entlastet! Die österreichischen Bürger gehören entlastet! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Ganz kurz zur Arbeitsmarktpolitik: Kollege Kogler! Wir wollen dort entsprechende Maßnahmen setzen, damit vor allem für ältere und jüngere Arbeitnehmer in Österreich die Möglichkeit besteht, schnell und effizient vermittelt zu werden. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die „Hackler-Regelung“ war ebenfalls immer ein freiheitliches Thema. Wir sind stolz darauf, dass jene, die lange Versicherungszeiten erworben haben, auch weiterhin mit 60 Jahren in Pension gehen können, wenn sie 45 Versicherungsjahre haben. Das Alters-Übergangsgeld ist ebenfalls etwas, mit dem diesen Leuten geholfen wird. Besonders stolz, sehr geehrte Damen und Herren, sind wir darauf, dass die Weiterführung der Behindertenmilliarde gesichert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Bundeskanzler! Im Koalitionspakt haben Sie nicht den Mut gehabt, diese Fragen auch nur mit einem einzigen Wort zu erwähnen! – Das ist festzustellen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Zweitens schreiben Sie gleich im nächsten Absatz – und Sie haben uns das auch hier so vorgetragen –, Sie hätten es bewusst vermieden, uns an die Seite irgendeiner Gruppe zu stellen. – Herr Bundeskanzler! Frau Außenministerin! Sie haben es bewusst vermieden, überhaupt eine Position zu beziehen, bevor klar ist, wer gewonnen hat. Das kritisieren wir! Das ist keine Politik, das ist einfach Mitläufertum. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Können Sie nicht lesen? – Abg. Rossmann: Das Kindergeld! – Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.
Herr Bundeskanzler! Frau Bundesministerin Rauch-Kallat! Sie schreiben in dem Papier „Zukunft braucht: Verantwortung“ von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Sie verbessern wollen, sehen in Ihrem Programm aber keine einzige Maßnahme dazu vor. Wo sind die Maßnahmen, die es berufstätigen Frauen erleichtern sollen, berufstätig zu sein und außerdem ein Kind zu haben, oder berufstätigen Männern erlauben sollten, beides miteinander zu vereinen, Herr Bundeskanzler? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Können Sie nicht lesen? – Abg. Rossmann: Das Kindergeld! – Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie versprechen weiters, dass 2010 für alle Österreicherinnen und Österreicher eine deutliche Entlastung bei den Steuern spürbar sein soll, die Abgabenquote werde auf 40 Prozent zurückgehen. – Herr Bundeskanzler! Versprechungen, die jenseits der Legislaturperiode sind, interessieren heute niemanden. Außerdem haben Sie dieses Versprechen schon das letzte Mal nicht gehalten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Sie schreiben vom Verkehrsaufkommen und davon, dass es europäischer Lösungen bedarf. – Ja, es braucht auch europäische Lösungen. Aber haben Sie irgendwo in der vergangenen Legislaturperiode Vorschläge entwickelt oder gar realisiert, bei denen die österreichischen Möglichkeiten ausgeschöpft worden wären? Wo sind die österreichischen Lösungen, die auch möglich sind, die unsere Glaubwürdigkeit in Europa und die Bereitschaft unserer Partner in der Europäischen Union, Österreich in seinen Wünschen entgegenzukommen, beträchtlich erhöht hätten? Wenn wir in jenen Bereichen, die wir selbst lösen können, nicht selbst etwas tun, brauchen wir uns von den Partnern nicht allzu viel zu erwarten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Auf Bundesminister Strasser war bezogen, dass Österreich künftig auch weiterhin eines der sichersten Länder sein solle und bleibe, und dazu brauche es, so steht hier, eine gut motivierte Exekutive. – Herr Bundesminister Strasser! Mit der Art, wie Sie im Innenministerium in den letzten drei Jahren „herumgeackert“ haben, werden Sie keine motivierte Exekutive finden; da werden Sie eine Exekutive finden, die sich fürchtet, aber nicht eine, die motiviert ist. Das ist nicht das, was wir brauchen, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf unterstellen, dass es wahr ist, dass die Schulden Ende 2002 höher gewesen sind als Ende 1999!? Sie haben nicht mit der Schuldenpolitik Schluss gemacht, aber Sie haben zugleich auch Österreich nicht in eine Zukunft geführt – aber die gleichen Versprechungen geben Sie jetzt wieder ab! Sie sind ebenso wenig glaubwürdig. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Werte Kolleginnen und Kollegen von der Opposition! Wir laden Sie ein, an diesen Reformen konstruktiv mitzuarbeiten. In der abgelaufenen Legislaturperiode war Ihre Mitarbeit im Bereich Justiz eher von aggressiven Angriffen geprägt. Ideologische Trennlinien, wie sie häufig in der Justizpolitik zu Tage treten, können bei ein bisschen gutem Willen – da sage ich: selbstverständlich von beiden Seiten – überwunden werden, jedoch nur dann, wenn konstruktiv und um der Menschen und der Sacharbeit willen zusammengearbeitet wird. Mauern, Verhindern um jeden Preis, Polemisieren, oder auch das in der vergangenen Periode oft gehörte Argument „Reform ja, aber nicht jetzt und nicht gleich und nicht so rasch“ – das wäre für mich keine konstruktive Zusammenarbeit, keine Strategie, sondern bloß Fundamentalopposition. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
So wird beispielsweise eine Studie genannt, die prüfen soll, inwieweit Ehegatten im Scheidungsverfahren vor Übervorteilung geschützt werden können – mit einer nachfolgenden parlamentarischen Enquete. Ich verspreche mir viel davon, denn immerhin ist Scheidung die Armutsfalle Nummer eins. Wenn wir hier zu besseren Lösungen kommen können, hilft uns das. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Minister Böhmdorfer! Ich bedanke mich für Ihre bereits erteilte Zusicherung – er ist jetzt nicht mehr anwesend –, dass das Gesprächsklima auch mit der Opposition weiter verbessert und bereits vor dem Justizausschuss, wie wir es immer gepflogen haben, mit der Opposition ein Gespräch geführt werden soll. Für eine konstruktive Zusammenarbeit stehe ich jederzeit zur Verfügung. (Beifall bei der ÖVP.)
Bundesministerin Rauch-Kallat: Alles! 1 : 1!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Frau Rauch-Kallat! Herr Sozialminister Haupt! Ich habe mir natürlich – das war vorauszusehen – speziell das Kapitel über behinderte Menschen angeschaut. Ich bin wirklich darüber erstaunt, Frau Rauch-Kallat, wie wenig von dem, was wir uns gemeinsam ausgemacht haben, noch übrig geblieben ist. (Bundesministerin Rauch-Kallat: Alles! 1 : 1!) Das ist zerfleddert bis zur Unkenntlichkeit.
Bundesministerin Rauch-Kallat: Der gleiche Text!
Frau Rauch-Kallat! Ich weiß nicht, was passiert ist, entweder sind Textpassagen verloren gegangen, was keiner gemerkt hat (Bundesministerin Rauch-Kallat: Der gleiche Text!), oder man wollte das tatsächlich nicht mehr im Programm haben. Frau Rauch-Kallat! Sie waren es, die sogar den Satz eingebracht hat: Alle vom Bund geförderten und finanzierten öffentlichen Einrichtungen werden bei Neu-, Zu- und Umbauten oder Sanierungen barrierefrei nutzbar gemacht. Das gilt auch für den öffentlichen Verkehr. Der Bund verpflichtet sich zur barrierefreien Bauweise et cetera et cetera.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt steht etwas anderes drinnen. In dieser heutigen Rede des Herrn Bundeskanzlers ist gar nichts mehr übrig geblieben. Da geht es nur mehr darum, dass das persönliche Umfeld barrierefrei sein soll. – Glauben Sie, ich lasse mir von jemandem vorschreiben, dass ich mir vor das Bett vielleicht auch noch eine Stufe hinstellen muss?! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Mein persönliches Umfeld schaffe ich mir schon barrierefrei. Aber es geht nicht um mein persönliches Umfeld, sondern es geht einfach um das gesellschaftliche Umfeld, das barrierefrei sein müsste. Diesbezüglich haben wir uns ausgemacht, dass es keine Finanzierung mehr vom Bund gibt, wenn die Barrierefreiheit nicht sichergestellt ist. Jetzt steht in Ihrem Regierungsprogramm nichts mehr davon drinnen. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Abg. Parnigoni: Auch ausgetrickst worden!
Da frage ich mich wirklich, ob ich Beschäftigungstherapie gemacht habe, denn dass Sie das schon wieder vergessen haben, kann ich mir fast nicht vorstellen (Abg. Parnigoni: Auch ausgetrickst worden!), sondern ich gehe davon aus, dass Sie einfach ein Spielchen betrieben haben.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (fortsetzend): Dass Sie jetzt Ihre „vergoldete Schatzkiste“ auf unbefristete Zeit verlängert haben, ist ein eigenes Kapitel. Aber ich glaube, darüber müssen wir noch einmal gesondert reden. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ist nicht da!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Silhavy! (Abg. Scheibner: Ist nicht da!) Sie ist nicht da. Frau Kollegin Haidlmayr, wenn Sie so lieb sind und ganz kurz zuhören: Unser Herr Bundesminister und jetziger Vizekanzler Herbert Haupt hat selbstverständlich die Weiterführung der Behindertenmilliarde und auch die Anerkennung der Gebärdensprache im Regierungsübereinkommen festgeschrieben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich kann aus meinem ehemaligen Ressort, nämlich dem Tourismusressort, berichten – das habe ich Ihnen versprochen –, dass es eine österreichweite Erhebung für touristische Einrichtungen, Hotelausstattungen und Gaststätten gibt, die ihren Niederschlag in einem eigenen Katalog, in einem Reisekatalog finden werden. Ich habe vor einer Woche noch unterschrieben, dass dieser Reisekatalog ins Internet gestellt wird. Er ist demnächst im Jahr der Menschen mit Behinderungen für Österreich ersichtlich und wird auf der Homepage der Österreich Werbung zu finden sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie sich auf dieser Graphik (die Rednerin hält eine Graphik in die Höhe) ansehen, wie die Steuerschuld verläuft, dann sehen Sie, dass wir bereits im Jahr 2002 auf dem Niveau der Sozialdemokraten von 1997 sind, und wir streben für 2003 die niedrigste Steuerbelastung an, die es je seit Ihrer roten sozialistischen Finanzpolitik gegeben hat. Wir sind die Ersten, die das wieder schaffen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.) – Ich gebe Ihnen die Graphik später.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der övp.
Auch in der Diskussion um die Abschaffung der Ambulanzgebühren und der Krankenscheingebühr geht es ebenfalls nicht um ein Abschieben von Verantwortung, sondern darum, dass man endlich das Einsparungspotential vor allem in den Landesverwaltungskörpern ausschöpft. Ich möchte hinzufügen, dass man, ehe man über Selbstbehalte nachdenkt, auf der roten Reichshälfte einmal darüber nachdenken sollte, die Pfründe zu beseitigen. – Das sage ich als steirische Abgeordnete, Stichwort: Steirische Gebietskrankenkasse. Dort ist einiges zu tun, und ich werde ein Auge darauf haben, wie es dann mit Selbstbehalten in diesem Verwaltungskörper ausschaut. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der övp.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der övp.
Wir werden Sie ständig daran erinnern: 16 großteils unsoziale Selbstbehalte mit mehr als 80 Prozent wurden unter sozialistischer Regierung – unter einem sozialistischen Finanzminister, sozialistischen Bundeskanzler und sozialistischen Sozialminister – eingeführt. Wir werden die Krankenscheingebühr abschaffen und selbstverständlich auch die Ambulanzgebühr; diese war kein Ruhmesblatt, was wir ohne weiteres zugeben. Wir werden die Krankenscheingebühr abschaffen, und wir werden Sie daran erinnern, dass Sie in Ihrer Regierungszeit mehr als 16 Selbstbehalte eingeführt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der övp.)
Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner: Gerne!
Südosteuropa ansprechen – dazu hat es detaillierte Punkte gegeben, die vorgebracht worden sind. Ich hätte noch gerne ein freundliches Wort zum neuen Staat Serbien und Montenegro und unsere diesbezügliche Aufgabe gehabt (Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner: Gerne!), aber ansonsten ist dem allem zuzustimmen.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Spindelegger: Selbstverständlich! Ihrem stimmen wir zu, unseren lehnen wir ab!
Wenn Sie es ehrlich meinen mit der gemeinsamen Haltung, dann müssen Sie unserem Antrag zustimmen, der die Abfangjäger nicht enthält, und nicht Ihrem eigenen Antrag. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Spindelegger: Selbstverständlich! Ihrem stimmen wir zu, unseren lehnen wir ab!)
Abg. Parnigoni: Eine Horrorvision!
Wir haben eine Vision für Österreich (Abg. Parnigoni: Eine Horrorvision!), und ich danke dem Herrn Bundeskanzler für seine heutige Regierungserklärung, in der das auch zum Ausdruck gekommen ist, nämlich eine Vision, in der Witze und Kasperliaden keinen Platz haben. Wir freuen uns alle gemeinsam auf die Umsetzung der vielen Arbeit, die auf uns wartet. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben eine Vision für Österreich (Abg. Parnigoni: Eine Horrorvision!), und ich danke dem Herrn Bundeskanzler für seine heutige Regierungserklärung, in der das auch zum Ausdruck gekommen ist, nämlich eine Vision, in der Witze und Kasperliaden keinen Platz haben. Wir freuen uns alle gemeinsam auf die Umsetzung der vielen Arbeit, die auf uns wartet. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Das unterstütze ich auch! Sie werden sich aber nicht durchsetzen können!
Besonders wichtig ist mir natürlich, dass auch der Bau des Brenner-Basistunnels noch in dieser Legislaturperiode entschieden werden soll und dass dazu flankierende Maßnahmen zur Eindämmung beispielsweise des Transitvertrages, aber auch flankierende Maßnahmen, die im Sinne einer Ökologisierung unseres Verkehrs besonders wichtig sind, ausdrücklich genannt sind und umgesetzt werden sollen. An erster Stelle steht hier das Prinzip einer neuen Wegekostenrichtlinie mit ökosensiblen Korridoren, wie wir sie im Wesentlichen erfunden haben, und eine Querfinanzierung der Schieneninfrastruktur durch Mauteinnahmen auf der Straße. (Abg. Parnigoni: Das unterstütze ich auch! Sie werden sich aber nicht durchsetzen können!)
Abg. Parnigoni: Das unterstütze ich auch!
Diese Phase ist abgeschlossen, jetzt gilt es, aus diesen Möglichkeiten auch wirtschaftliche Erfolge zu kreieren. Dazu brauchen wir eine leistungsfähige Breitbandinfrastruktur. Diese werden wir zur Verfügung stellen, nicht indem wir jedem Einzelnen den Anschluss subventionieren, sondern indem wir Anreize schaffen, dass im Wettbewerb dieses Breitband – dafür gibt es jetzt mannigfaltige Möglichkeiten, auch über Wireless-Lan – auch in entlegenen Gebieten zur Verfügung gestellt wird. Das ist für das wirtschaftliche Fortkommen dieses Landes von riesiger Bedeutung. (Abg. Parnigoni: Das unterstütze ich auch!)
Abg. Eder – in Richtung des Abg. Parnigoni –: Weiß das der Kukacka auch, was sie da sagt?
immer dann, wenn diese Unternehmen innovativ sind. (Abg. Eder – in Richtung des Abg. Parnigoni –: Weiß das der Kukacka auch, was sie da sagt?) Deshalb ist es auch besonders wichtig – wie wir das auch vorhaben –, die Forschungsquote weiter zu erhöhen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Glückliches Österreich!
Auf diesem Weg wollen wir weitermachen – für ein gesundes Österreich mit Menschen in Vollbeschäftigung, mit einer Vision für die Zukunft. Wir haben viel Spaß und Freude daran. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Glückliches Österreich!)
Abg. Wittauer: Richtig! Wunderbar!
„Diese Regierung steht für eine Politik, die den Menschen nichts vorgaukelt, sondern für eine Politik, die die Dinge aufrichtig beim Namen nennt.“ (Abg. Wittauer: Richtig! Wunderbar!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Na net!
Meine Damen und Herren! Das ist Ihre Sicht der Dinge. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Na net!) Unsere Sicht der Dinge ist sehr wohl anders: Selbstverständlich gehören Umweltschutz und Landwirtschaft zusammen, aber nicht in einem Ressort, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Wir haben drei Jahre lang versucht, Ihnen klarzumachen, Kollege Grillitsch, dass diese beiden Bereiche nicht in einem Ressort zusammengefasst werden sollen. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Meine Damen und Herren! Das ist Ihre Sicht der Dinge. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Na net!) Unsere Sicht der Dinge ist sehr wohl anders: Selbstverständlich gehören Umweltschutz und Landwirtschaft zusammen, aber nicht in einem Ressort, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Wir haben drei Jahre lang versucht, Ihnen klarzumachen, Kollege Grillitsch, dass diese beiden Bereiche nicht in einem Ressort zusammengefasst werden sollen. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.
Meine Damen und Herren! Das ist Ihre Sicht der Dinge. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Na net!) Unsere Sicht der Dinge ist sehr wohl anders: Selbstverständlich gehören Umweltschutz und Landwirtschaft zusammen, aber nicht in einem Ressort, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Wir haben drei Jahre lang versucht, Ihnen klarzumachen, Kollege Grillitsch, dass diese beiden Bereiche nicht in einem Ressort zusammengefasst werden sollen. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Herr Ökonomierat Pirklhuber!
Ich werde Ihnen auch klarlegen, weshalb, Kollege Pröll! – Weil im Bereich Pestizide, zum Beispiel bei der Anwendung von Klärschlamm oder auch bei der Verbilligung von Agrardiesel, ein ganz klarer Interessenkonflikt besteht. Sie können doch als Umweltminister nicht für den Einsatz von Klärschlamm sein. Sie können doch nicht für die vereinfachte Anwendung von umweltgefährdenden Betriebsmitteln wie Pestiziden sein. Sie können doch nicht für vereinfachte Zulassungsverfahren sein, Herr Umweltminister Pröll! – Aber als Landwirtschaftsminister können Sie dafür sein! Diesbezüglich besteht ein ganz klarer Interessenkonflikt. Das war schon damals zu Ihrer Zeit so, Herr Kollege Molterer! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Herr Ökonomierat Pirklhuber!)
Abg. Mag. Molterer: Oja!
Diese Konfliktsituation hat sich nicht geändert. (Abg. Mag. Molterer: Oja!) Sie haben die Chance nicht wahrgenommen, einen Neubeginn zu starten. Sie haben sie nicht genutzt. (Abg. Mag. Molterer: Oja!) – Sie schon, Sie persönlich; wir sind jetzt Kollegen im selben Haus! Aber Kollege Pröll hat das Problem, dass er Ihre Hypothek übernimmt, nämlich die Hypothek, die Interessen der Landwirtschaft und des Umweltschutzes vertreten zu müssen. Sie werden dabei noch genug Probleme bekommen, Herr Minister Pröll!
Abg. Mag. Molterer: Oja!
Diese Konfliktsituation hat sich nicht geändert. (Abg. Mag. Molterer: Oja!) Sie haben die Chance nicht wahrgenommen, einen Neubeginn zu starten. Sie haben sie nicht genutzt. (Abg. Mag. Molterer: Oja!) – Sie schon, Sie persönlich; wir sind jetzt Kollegen im selben Haus! Aber Kollege Pröll hat das Problem, dass er Ihre Hypothek übernimmt, nämlich die Hypothek, die Interessen der Landwirtschaft und des Umweltschutzes vertreten zu müssen. Sie werden dabei noch genug Probleme bekommen, Herr Minister Pröll!
Bundesminister Dipl.‑Ing. Pröll: Oja, Nummer eins!
Sie haben heute kein einziges Mal das Wort „Tierschutz“, das Wort „Biolandbau“ erwähnt oder eine Stellungnahme zur gentechnikfreien Zone Österreich abgegeben. (Bundesminister Dipl.‑Ing. Pröll: Oja, Nummer eins!) Sie haben nicht davon gesprochen, auch kein Wort zur Agrarreform. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Na selbstverständlich, Kollege Grillitsch! Wenn Sie hier wieder anfangen, Unwahrheiten zu verbreiten, indem Sie sagen, die Grünen wären nicht für das 3-Milliarden-€-Paket für die Landwirtschaft gewesen, dann muss ich Ihnen schon sagen:
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Sie haben heute kein einziges Mal das Wort „Tierschutz“, das Wort „Biolandbau“ erwähnt oder eine Stellungnahme zur gentechnikfreien Zone Österreich abgegeben. (Bundesminister Dipl.‑Ing. Pröll: Oja, Nummer eins!) Sie haben nicht davon gesprochen, auch kein Wort zur Agrarreform. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Na selbstverständlich, Kollege Grillitsch! Wenn Sie hier wieder anfangen, Unwahrheiten zu verbreiten, indem Sie sagen, die Grünen wären nicht für das 3-Milliarden-€-Paket für die Landwirtschaft gewesen, dann muss ich Ihnen schon sagen:
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Meine Damen und Herren! Gerade in diesem Bereich sind Sie aber nicht bereit, die Interessen der österreichischen Bevölkerung zu vertreten. In der Regierungserklärung von heute steht ganz klar (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) – ich komme gleich zum Schluss, Herr Präsident –, Sie wollen die EU-Biopatentrichtlinie umsetzen. – Kein Patent auf Leben, meine Damen und Herren, das ist unsere Antwort darauf!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir werden uns dafür einsetzen, wir werden für eine ökologische, für eine soziale Reformpolitik in diesem Haus kämpfen, und wir werden sehen, wie weit Sie bereit sind, unsere Ideen aufzugreifen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
gegen die Transitlawine unterstützt hat. Das verdient Applaus und unsere höchste Anerkennung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Anders als der Tiroler Landeshauptmann, der nur mit markigen Ankündigungen ohne Hintergrund die Tiroler Bevölkerung permanent täuschen will, hat sich nur Mathias Reichhold nicht gescheut, in der EU auf allen Ebenen Flagge zu zeigen. Und diese Flagge war nicht das weiße Tuch der Kapitulation, sondern die rot-weiß-rote Flagge im Sinne Österreichs. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Reheis: Was haben Sie in den letzten drei Jahren gemacht?
Meine Damen und Herren! Für die Tiroler ist es wichtig, einen gewissenhaften und verlässlichen Minister in der Regierung zu haben, der in der Verkehrsproblematik die Sorgen der Menschen versteht und sie nicht im Regen stehen lässt, wie dies gerade in der Vergangenheit bei sozialistischen Verkehrsministern die Regel war. (Abg. Reheis: Was haben Sie in den letzten drei Jahren gemacht?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich erinnere auch daran, dass der Tiroler Ex-Landeshauptmann Weingartner beim Spatenstich der Unterinntaltrasse gesagt hat: Damals, bei den Verhandlungen zum Transitvertrag, wurde mit falschen Zahlen gearbeitet, mit falschen Zahlen operiert. – Auch daran waren die Sozialisten natürlich beteiligt, bei diesen Verhandlungen. Auch dort wurde der Bevölkerung Sand in die Augen gestreut! Und die Wahrheit ist: Freiheitliche Verkehrsminister müssen dieses schwere und unerfreuliche Erbe nicht nur aufarbeiten, sondern in Zukunft daraus für die Menschen etwas Positives erreichen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Reheis: Einen guten Minister tauscht man nicht aus! – Abg. Parnigoni: Vier Minister in drei Jahren!
Trotzdem ist es gelungen, in kurzer Zeit Ergebnisse zu erzielen: die Erstellung des Generalverkehrsplanes; den Bau der Unterinntaltrasse, die in kürzestmöglicher Zeit mit dem Bau des Brenner-Basistunnels eine teilweise Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene ermöglichen soll. (Abg. Reheis: Einen guten Minister tauscht man nicht aus! – Abg. Parnigoni: Vier Minister in drei Jahren!)
Abg. Mag. Wurm: Ihre Schuld!
Was können wir heute in dieser problematischen Situation tun? – Die 108 Prozent-Klausel ist gestorben; das wissen wir alle. (Abg. Mag. Wurm: Ihre Schuld!) Die Ökopunkte-Regelung wird auslaufen. Daran wird auch das Bekenntnis aller Parteien nichts ändern. (Abg. Mag. Wurm: Ihre Schuld!)
Abg. Mag. Wurm: Ihre Schuld!
Was können wir heute in dieser problematischen Situation tun? – Die 108 Prozent-Klausel ist gestorben; das wissen wir alle. (Abg. Mag. Wurm: Ihre Schuld!) Die Ökopunkte-Regelung wird auslaufen. Daran wird auch das Bekenntnis aller Parteien nichts ändern. (Abg. Mag. Wurm: Ihre Schuld!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! An dieser Stelle ist es mir noch einmal ein Bedürfnis, darauf hinzuweisen, dass es SPÖ-Verkehrsminister waren, die uns diesen Scherbenhaufen beim Transitverkehr hinterlassen haben. Erst durch eine freiheitliche Regierungsbeteiligung hat es eine Qualitätsoffensive beim Ausbau der Schiene und in verschiedenen anderen Bereichen gegeben. Gerade über unseren Verkehrsminister Reichhold hat es diese Qualitätssteigerung tatsächlich gegeben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Da bin ich dagegen, Herr Kollege! (Heiterkeit.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Klaus Wittauer (fortsetzend): Ich ersuche Sie, unseren Verkehrsminister Gorbach in Zukunft zu unterstützen, damit wir gemeinsam eine entsprechende Lösung in dieser Frage finden werden. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pfeffer: Genau!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Minister! Sehr geehrte Herren Minister! Hohes Haus! Mein Vorredner, der Tiroler Klaus Wittauer, hat jetzt viele Worte zum Thema Transit und Verkehrsbelastung, die uns in Tirol wirklich plagt, verloren. So viel war vom Bundeskanzler dieser Republik darüber nicht zu hören. Da vorhin der Letzte aus der Reihe von Verkehrsministern, Herr Mathias Reichhold, immer wieder genannt wurde, muss ich sagen: Ich möchte ihm die gute Absicht nicht absprechen. Aber eines kann ich sagen: Genützt hat es den Tirolern und Tirolerinnen nichts! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pfeffer: Genau!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Warum ist denn überhaupt diese Bundesregierung neu gebildet worden? Warum ist überhaupt neu gewählt worden? – Das fragen sich die Österreicherinnen und Österreicher. Warum wurde so viel Geld ausgegeben, wenn jetzt, wenn ich mich umdrehe, in Wirklichkeit nahezu die gleichen Gesichter auf der Regierungsbank sitzen und die gleiche Politik gemacht wird? (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Keine künstliche Aufregung!
Ja, die Kräfteverhältnisse sind jetzt ein bisschen anders. Die FPÖ ist etwas dezimiert. Aber was bringt denn das den Österreichern und Österreicherinnen? – Das ist hier die Frage, und das ist das Problem dabei. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Keine künstliche Aufregung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pfeffer: Jawohl!
Ich erinnere nur an Herrn Bundesminister Strasser, der im Innenministerium wahrlich ein Schreckensregime geführt hat! Vielleicht war er sogar Ihr Vorbild. Dort wurde unter dem Titel Strukturreform, Umstrukturierungen, Wachzimmerkonzept und wie das alles geheißen hat, in Wirklichkeit eine menschenverachtende Personalpolitik betrieben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pfeffer: Jawohl!)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist menschenverachtend, das ist ein Angriff auf die Meinungsfreiheit! So kann es nicht weitergehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Wir haben ihn für die Flüchtlinge aufgestellt!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Vor der Jahreswende konnten wir neben dem Burgtheater den großen, roten Container sehen, und es hieß: eine starke, dynamische Partei. Nach der Jahreswende war ich wieder in Wien und bin in der Löwelstraße an der SPÖ-Zentrale vorbeigegangen. Ein kleiner weißer Bus stand vor der Löwelstraße, mit einem großen Transparent. Die Aufschrift lautete: Damit wir nicht draufgehen – in die Opposition, SPÖ. Absingen der sozialistischen Internationale erlaubt. (Abg. Mag. Wurm: Wir haben ihn für die Flüchtlinge aufgestellt!)
Abg. Dr. Matznetter: Lächerlich!
Könnt ihr euch noch erinnern? Eine ganze Woche lang ist dieser Bus vor eurem Haus gestanden. Frau Bures! Was haben Sie sich dabei gedacht? – Damals habe ich mir gedacht: Das ist eine gute Basis für die neue Regierung! – Und wir haben jetzt eine neue Regierung mit einer guten Basis, und ihr seid nicht dabei. (Abg. Dr. Matznetter: Lächerlich!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Da bin ich dabei!
Wir werden einige neue Weichen stellen. Wir werden zum Beispiel erneuerbare Energieträger einsetzen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Da bin ich dabei!) Wir werden die Sonnenenergie verstärkt nutzen. Wir werden die Lebensmittelsicherheit weiter erhöhen. Wir werden die Lebensqualität steigern. Und Sie werden erleben, dass in einer Zeit, in der der internationale Agrarhandel immer stärker werden will, die Österreicher immer mehr die österreichischen Produkte schätzen werden, weil sie wissen, dass Qualität nur dann sicher ist, wenn sie aus Österreich kommt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir werden einige neue Weichen stellen. Wir werden zum Beispiel erneuerbare Energieträger einsetzen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Da bin ich dabei!) Wir werden die Sonnenenergie verstärkt nutzen. Wir werden die Lebensmittelsicherheit weiter erhöhen. Wir werden die Lebensqualität steigern. Und Sie werden erleben, dass in einer Zeit, in der der internationale Agrarhandel immer stärker werden will, die Österreicher immer mehr die österreichischen Produkte schätzen werden, weil sie wissen, dass Qualität nur dann sicher ist, wenn sie aus Österreich kommt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Mag. Kogler: Danke, Molterer!
Erlauben Sie mir, dass ich hier und heute unserem Klubobmann Willi Molterer Danke sage. Ich als Bauer möchte ihm dafür danken, dass er uns in der schwierigen Zeit der EU-Anpassung immer mit Kraft beigestanden ist und uns richtig geführt hat. Ich bedanke mich dafür, dass er uns in Europa mit Kraft und Elan vertreten hat. Und ich bedanke mich dafür, dass der österreichische Einfluss auf die europäische Agrarpolitik so groß war und damit ganz Europa genützt hat. (Beifall bei der ÖVP. – Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Mag. Kogler: Danke, Molterer!)
Abg. Mag. Gaßner: Danke! – Weitere Rufe und ironische Heiterkeit bei der SPÖ: Danke!
Wir haben einen neuen Minister, Herrn Dipl.-Ing. Josef Pröll. (Abg. Mag. Gaßner: Danke! – Weitere Rufe und ironische Heiterkeit bei der SPÖ: Danke!) Er ist für mich ein Mann, der Vertrauen verdient. Er ist für mich die Garantie dafür, dass der gute österreichische Weg weitergegangen wird. (Abg. Dr. Cap: Kann man ihn mieten? – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Kann man ihn mieten? – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Wir haben einen neuen Minister, Herrn Dipl.-Ing. Josef Pröll. (Abg. Mag. Gaßner: Danke! – Weitere Rufe und ironische Heiterkeit bei der SPÖ: Danke!) Er ist für mich ein Mann, der Vertrauen verdient. Er ist für mich die Garantie dafür, dass der gute österreichische Weg weitergegangen wird. (Abg. Dr. Cap: Kann man ihn mieten? – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Der Pröll ist sicher vernünftiger als der Schüssel!
Wir österreichischen Bauern sind davon überzeugt, dass wir mit unserem Josef Pröll einen starken, einen guten Minister haben, und vor allem einen, der weiß, worum es geht, einen, der die Kraft hat, Visionen umzusetzen, und der die Bauern hinter sich hat. Das ist etwas, was sich Herr Pirklhuber wünschen würde: 1,3 Prozent war sein Ergebnis bei der Kammerwahl. Da weiß man, man lässt es lieber bleiben, nicht wahr? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Der Pröll ist sicher vernünftiger als der Schüssel!)
Beifall bei der ÖVP.
Allein mein Bezirk Gänserndorf muss um 20 000 Tonnen mehr Weizen auf derselben Fläche verkaufen als ein ungarischer Betrieb in dieser Größe, weil wir Diesel teurer einkaufen müssen als die ungarischen Bauern. Allein der Wettbewerbsnachteil beim Diesel ist in meinem Bezirk 20 000 Tonnen Getreide wert. Daher ist das für uns so wichtig. Das können Sie sicher verstehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Der Schüssel bringt nichts mehr zum Blühen!
Das Land wird blühen, der Frühling kommt, die Bauern werden Ihnen zeigen, wie sie das Land zum Blühen bringen, und Sie werden sehen, wie auch diese Regierung das Land zum Blühen bringt! (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Der Schüssel bringt nichts mehr zum Blühen!)
Beifall bei den Grünen.
Das hat mich auch deswegen so überrascht, weil Herr Bundeskanzler Schüssel ja eher, wie ich glaube, als der große Schweiger in die Geschichte eingehen wird. Ich habe mir eher gedacht, sein Motto lautet: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.“ – Diesen Spruch kenne ich so gut, weil er in der Küche meiner Großmutter gehangen ist. Sie hat sich übrigens nicht an diesen Spruch gehalten, und sie hat mir viele funkelnde Lebensweisheiten mitgegeben, unter anderem die folgende Lebensweisheit: „Sagen, was ist, denn das ist revolutionär genug!“ (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist eine besondere Spezialität des Bauernbundes, nämlich immer zu insinuieren, nach dem Spruch: Die Wirte ziehen schon den kleinen Kindern zu kleine Schuhe an, damit sie ganz früh jammern lernen. – So ähnlich kommt mir das im Bauernbund vor: Einerseits lernt man beizeiten, zu jammern, aber gleichzeitig muss man auch immer darauf verweisen, wie schön wir es haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Mir ist nicht so sehr das Bild der Frau Kollegin Bleckmann, nämlich das Bild eines Dampfschiffes, gekommen, sondern eher das Bild des Öltankers vor Galizien, ein Schiff, das wider besseres Wissen wieder aufs Meer gesetzt wurde, was eine entsetzliche Umweltkatastrophe ausgelöst hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Das ist einfach falsch! Frau Kollegin, das stimmt nicht!
Ich habe mir schon die Frage gestellt: Was mache ich, wenn ich beim Reden einen allzu trockenen Mund bekomme? – das ist ja ein gewisses Problem –, und ich habe mir gedacht: Ich rede vom Wasser und von GATS. Das ist auch ein spannendes Thema. Wir haben ja heuer das Jahr des Wassers und in Kürze, am 22. März, den Tag des Wassers. Wir hören immer wieder, dass das Wasser in Österreich quasi geheiligt sei, dass nicht daran gedacht werde, in diesem Bereich etwas zu liberalisieren, und dass wir das auch in der WTO so halten wollen. Allerdings hören wir von Mag. Molterer und auch vom Generalsekretär der Industriellenvereinigung Fritz eine dazu sehr deutlich im Widerspruch stehende Botschaft, nämlich dass man daran denkt, die Wasserversorgung in Österreich zu zentralisieren, sie auf zehn große Einheiten zusammenzuziehen und damit sehr gut funktionierende dezentrale kleine Einheiten, Wassergenossenschaften zu zerschlagen. (Abg. Mag. Molterer: Das ist einfach falsch! Frau Kollegin, das stimmt nicht!)
Ruf bei der ÖVP: Geh!
Jetzt wollte ich eigentlich noch etwas zu dem Freud’schen Versprecher von Frau Rauch-Kallat sagen – dieser wird wirklich in die Geschichte eingehen! (Ruf bei der ÖVP: Geh!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber es gibt nur einen Haupt, und das ist unser Vizekanzler; das ist das Problem!
Ich möchte meine Ausführungen abschließen, indem ich eine Lebensweisheit meiner Großmutter zitiere, die ich verworfen habe. Sie hat immer gesagt: Der Mann ist das Haupt und die Frau ist der Hals – und das Haupt muss sich dort hinwenden, wo der Hals es hindreht. – Ich meine aber: Ich möchte kein Hals sein, ich möchte auch ein Haupt sein! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber es gibt nur einen Haupt, und das ist unser Vizekanzler; das ist das Problem!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dass diese Regierung es mit diesem Grundsatz ernst meint, daran kann kein Zweifel bestehen, und das tut im Hinblick auf das Pensionssystem auch Not. Es tut Not, dass dies jetzt wirklich mit Ernsthaftigkeit angegangen wird. Das vermisse ich bei der Opposition ein bisschen. Jede Regierung hätte das jetzt angehen müssen! Einerseits fehlt bei manchen diesbezüglich offenbar die Einsicht, und bei anderen tritt, wenn Sie an diese Frage herangehen, eine sehr große Leichtigkeit zutage. Wenn ich Klubobmann Dr. Cap zuhöre, dann muss ich feststellen: Seine Ausführungen sind zwar sehr kurzweilig und auch von einer großen eloquenten Leichtigkeit – vor 25 Jahren hätte ich das im Zuge eines ÖH-Wahlkampfes sicher sehr genossen –, aber man merkt doch, dass es dabei ein bisschen an Bodenhaftung fehlt und dass da doch mit eher wenig Ernst an diese Sache herangegangen wird. Genau das ist es aber, was man in dieser schwierigen Lage brauchen wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist nicht richtig, dass Sie den Reformansatz der Regierung beklagen. Sie sollten vielmehr Ihr eigenes Versagen und Ihre Versäumnisse während der letzten 30 Jahre beklagen, denn gäbe es diese nicht, dann wäre es heute gar nicht notwendig, dass es in diesem Bereich zu entscheidenden Reformen kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Fair und gerecht soll die vor uns liegende Pensionsreform sein. Sie wird es auch sein, denn ansonsten könnte sie niemals nachhaltig sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Wittauer. – Abg. Schöls: „Schweinerei“ ...!
Über die Problematik betreffend den Gendarmeriegeneral Strohmeyer wurde heute bereits gesprochen. Lieber Kollege Schöls! Dir als Gewerkschafter darf ich sagen: Er hat sich den Luxus herausgenommen, eine eigene Meinung zu haben – schwups! –, plötzlich war er nicht mehr Gendarmeriegeneral, sondern Leiter der Flugpolizei. Er hat ein Weiteres getan: Er hat sich herausgenommen, hat sein Grundrecht wahrgenommen, seine Meinung frei zu äußern, und hat für die SPÖ für den Nationalrat kandidiert – schwups! –, schon war er einfacher Polizist, nicht mehr Leiter der Flugpolizei. – Das ist der Umgang, den Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, mit Ihren Mitarbeitern in den Ministerien pflegen, und das ist wirklich eine Schweinerei, glauben Sie mir das! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Wittauer. – Abg. Schöls: „Schweinerei“ ...!)
Abg. Mag. Molterer: Das ist aber eine gefährliche Drohung!
Das ist kein Anlass zu einem Ordnungsruf. Mir würde noch Schlimmeres einfallen, glaube mir das, lieber Alfred! (Abg. Mag. Molterer: Das ist aber eine gefährliche Drohung!)
Abg. Wittauer: Herr Präsident! Ich bin auch unterbrochen worden!
Ich halte fest (Abg. Wittauer: Herr Präsident! Ich bin auch unterbrochen worden!): Die SPÖ wäre zu einer großen Reformpartnerschaft bereit gewesen. Der ÖVP fehlte der Mut dazu. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Ich halte fest (Abg. Wittauer: Herr Präsident! Ich bin auch unterbrochen worden!): Die SPÖ wäre zu einer großen Reformpartnerschaft bereit gewesen. Der ÖVP fehlte der Mut dazu. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich nehme den Ausdruck „Schweinerei“ zurück, aber es war das trotzdem eine Vorgangsweise, die zu jeglichen Menschenrechten im Widerspruch gestanden ist. Der Minister handelt gegen die Menschenrechte! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Besonders hervorheben möchte ich die Nachbarschaftszentren, weil diese auch eine Schiene darstellen, die in Zukunft immer wichtiger sein wird. In einem Leben, das immer einsamer wird, spielt, so meine ich, neben der Gesundheit, neben der Versorgung als solcher der Umstand eine große Rolle, dass diese Versorgung überhaupt ankommt, dass jemand überhaupt mit einem redet oder Hilfe leistet. Diese Nachbarschaftszentren waren ein ideales Beispiel für eine Einrichtung, in deren Rahmen jene Menschen, die Hilfe geben wollten, diese Hilfe jenen, die Hilfe benötigten, unter professioneller Aufsicht und Mithilfe geben konnten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wenn jemand eine Familie hat, in der es mehrere chronisch Kranke gibt, oder das Schicksal hat, zum Beispiel einen Mucoviscidose-Patienten zu haben, der viele kleine Einzelleistungen braucht, und knapp über diesen Einkommensgrenzen liegt, der kommt dran! Da haben wir bisher nicht hingeschaut, und ich glaube, Maria Rauch-Kallat wird sehr wohl dort hinschauen, denn Krankheit darf nicht zur Armutsfalle werden! Zumindest unter der Regierung der ÖVP werden wir Patienten nicht bestrafen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP.
Eines der wesentlichsten Ziele wird sein, dass wir für die Vorsorge mehr tun wollen, weil das edelste Ziel darin besteht, dass ein Mensch gar nicht erst krank wird. Wir müssen also neben der Reparaturmedizin jene Schiene ausbauen, bei der es um die Erhaltung der Gesundheit geht. 25 Prozent weniger Herzinfarkttote, 25 Prozent weniger Schlaganfalltote, 25 Prozent weniger Krebstote – dieses Ziel ist erreichbar, wenn wir uns bemühen und wenn wir die richtigen Maßnahmen setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Deshalb bin ich froh darüber, dass wir klar für die Gesundheit Stellung bezogen haben und dass wir eine Ministerin haben, die über das notwendige Engagement verfügt, die aber auch das Herz hat, das es für diese Politik braucht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
In Summe: Das ist ein Regierungsprogramm im Schulbereich, im Bildungsbereich, bei dem ich überhaupt nichts an Innovation erkennen kann, bei dem das, was schwierig, aber doch erreichbar gewesen wäre, herausgefallen ist. Angesichts dessen muss ich sagen: Ich bin sehr froh, dass wir dieses Programm nicht mittragen müssen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Aus natürlichen Überlegungen kann man nicht gegen diese engagierten Zielsetzungen sein; aus natürlichen Überlegungen und aus wirtschaftspolitischen Überlegungen ist es bemerkenswert und unterstützenswert, dass die Bundesregierung diesen Schritt gesetzt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die FPÖ hat immer den Grundsatz vertreten: Zuerst sanieren und dann entlasten! Dieses Regierungsprogramm könnte man mit folgendem Satz umschreiben: Was lange währt, wird endlich gut. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Förderung der Eigenkapitalbildung ist schon seit vielen Jahrzehnten eine Forderung der österreichischen Unternehmer. Endlich wird sie mit der Senkung des Steuersatzes auf mehr als 50 Prozent für nicht entnommene Gewinne wahr gemacht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die Forschung und Entwicklung ist einer der wesentlichsten Bereiche, der sicherstellt, dass Arbeitsplätze geschaffen werden und dass künftighin auch das Bruttoinlandsprodukt steigt. Ich habe anhand dieser Studie noch einmal unter Beweis zu stellen versucht (der Redner hält eine Graphik in die Höhe), dass durch die stetige Fortentwicklung und Aufwertung der Mittel für Forschung und Entwicklung gewährleistet ist, dass auch genügend Geld in die Forschung und Entwicklung fließt und damit auch die Wirtschaft in unserem Land in eine sehr gute Zukunft gehen kann. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe die Rede der Kollegin Rest-Hinterseer vorhin mit Amüsement verfolgt. Vieles von dem, was sie gesagt hat, finde ich richtig. Ich denke, die Regierung und den Bundeskanzler mit dem gesunkenen Öltanker vor Galizien zu vergleichen, das hat schon etwas für sich. Wenn ich die Erklärung von Herrn Parteiobmann Bundeskanzler Schüssel hernehme, dann stelle ich fest: Es ist irgendwie statthaft, diese Regierung mit dem vor der Küste Galiziens gesunkenen Öltanker zu vergleichen, der „Prestige“ heißt, am Meeresgrund liegt, Schaden verursacht und sonst eigentlich nichts. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Ein guter Mann!
Der zweite Punkt, bei dem ich vielleicht eine ein klein wenig andere Sichtweise als Kollegin Rest-Hinterseer habe, ist folgender: Wir haben heute Minister Pröll erlebt. (Ruf bei der ÖVP: Ein guter Mann!) Sie hat ihn angegriffen. Ich denke, man muss bei einer Regierung auch vergleichen können. Ich muss ganz ehrlich sagen: Im Vergleich zum Bundeskanzler scheint er mir schon sehr seriös zu sein, meine Damen und Herren. Ich darf vielleicht Frau Rest-Hinterseer darum ersuchen, diese Unterschiede auch in der Bundesregierung ein klein wenig zu berück-
Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Bei organisierter Schwarzarbeit!
Wenn ich mir allerdings den Punkt Strafbarkeit von Sozialbetrug anschaue und in Erinnerung rufe, dass über Jahre, nahezu Jahrzehnte seitens der Österreichischen Volkspartei gegen jeglichen Versuch, gegen das Schwarzunternehmertum vorzugehen, Sperrfeuer geschossen worden ist, und nun im Regierungsprogramm von „Strafbarkeit von Sozialbetrug“ die Rede ist (Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Bei organisierter Schwarzarbeit!), dann muss ich sagen: Da verstehe ich nicht ganz, wie das gemeint ist, ob es sich da nicht vielleicht doch um die eine oder andere Verhöhnung handelt. Dass die Arbeitnehmer, die nichts verdienen, die über die Grenze kommen und hier versuchen, ihrer Not zu entkommen, jetzt bestraft werden, aber die Schwarzunternehmer nach wie vor – ich verstehe Sie da nicht, meine Damen und Herren von der ÖVP – Ihre Gunst genießen und nicht wirklich verfolgt werden, wo man das wesentlich einfacher machen könnte, das versteht doch wirklich kein Mensch in diesem Land. Das ist auch eher ein sehr unseriöses Vorbringen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn ich mir allerdings den Punkt Strafbarkeit von Sozialbetrug anschaue und in Erinnerung rufe, dass über Jahre, nahezu Jahrzehnte seitens der Österreichischen Volkspartei gegen jeglichen Versuch, gegen das Schwarzunternehmertum vorzugehen, Sperrfeuer geschossen worden ist, und nun im Regierungsprogramm von „Strafbarkeit von Sozialbetrug“ die Rede ist (Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Bei organisierter Schwarzarbeit!), dann muss ich sagen: Da verstehe ich nicht ganz, wie das gemeint ist, ob es sich da nicht vielleicht doch um die eine oder andere Verhöhnung handelt. Dass die Arbeitnehmer, die nichts verdienen, die über die Grenze kommen und hier versuchen, ihrer Not zu entkommen, jetzt bestraft werden, aber die Schwarzunternehmer nach wie vor – ich verstehe Sie da nicht, meine Damen und Herren von der ÖVP – Ihre Gunst genießen und nicht wirklich verfolgt werden, wo man das wesentlich einfacher machen könnte, das versteht doch wirklich kein Mensch in diesem Land. Das ist auch eher ein sehr unseriöses Vorbringen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich komme aus der Leopoldstadt. Es war seine „Leistung“, das Kommissariat in der Leopoldstadt – so wie viele andere Kommissariate – zu schließen, in einem großen Bezirk, wo das Praterstadion ist, wo der Prater ist und wo die Messe stattfindet. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Da greift sich doch jeder auf den Kopf! Da kann ich nur sagen: Diesen Minister kann man wahrlich nicht mehr ernst nehmen – und damit eigentlich auch seine Politik nicht! – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Er heißt Ernst! – Abg. Scheibner: Er heißt aber so!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Er heißt Ernst! – Abg. Scheibner: Er heißt aber so!
Ich komme aus der Leopoldstadt. Es war seine „Leistung“, das Kommissariat in der Leopoldstadt – so wie viele andere Kommissariate – zu schließen, in einem großen Bezirk, wo das Praterstadion ist, wo der Prater ist und wo die Messe stattfindet. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Da greift sich doch jeder auf den Kopf! Da kann ich nur sagen: Diesen Minister kann man wahrlich nicht mehr ernst nehmen – und damit eigentlich auch seine Politik nicht! – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Er heißt Ernst! – Abg. Scheibner: Er heißt aber so!)
Beifall bei der ÖVP.
Die bestehende Sicherheits- und Verteidigungsdoktrin ist die Basis dafür, sie ist richtungweisend für eine neue Aufgabendefinition für unser Bundesheer, für unser Militär. Nach der Risikoanalyse, welche Konflikte, welche Bedrohungen sich für unsere Bevölkerung darstellen, ist eine Doktrin beschlossen worden. Es wird eine Kommission von Fachleuten, von Experten eingesetzt, eine Kommission der Teilstrategie. Ich würde sie die neue Strategiekommission nennen, die die Aufgaben genau definiert und die unser Bundesheer nach der Sicherheits- und Verteidigungsdoktrin in die Lage versetzt, das Richtige zu tun – national und international! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Oppositionsparteien kommen in Bezug auf die Abfangjäger und die Luftraumsicherung immer wieder mit dem Argument, das da lautet: Um Gottes willen, alle Länder haben eine Luftraumüberwachung, wozu brauchen wir das in Österreich auch? – Ich meine: Wir müssen einmal von dieser Diskussion wegkommen! Die Bevölkerung und auch alle in diesem Hohen Haus vertretenen Parteien müssen wissen, dass es notwendig ist, alles zu tun, um die Sicherheit unseres Landes und unserer Bevölkerung entsprechend zu gewährleisten – die Sicherheit zu Lande und in der Luft, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abschließend äußere ich einen Wunsch an die Opposition: Es möge uns doch gelingen, die Sicherheitspolitik, die Verteidigungspolitik aus dem Parteienstreit herauszuhalten! Dieses Thema ist viel zu sensibel, um mit den Argumenten der Vergangenheit Politik zu machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Verwaltungstätigkeiten!
Ein Beispiel: Mein Kollege kommt aus dem Sicherheitsbereich. Auf Seite 8 können Sie lesen: „Entlastung der Exekutive von artfremden Tätigkeiten“. – Was sind denn „artfremde Tätigkeiten“ von Exekutivbeamten? (Abg. Mag. Molterer: Verwaltungstätigkeiten!) Ich glaube, Exekutivbeamte sind Menschen und nicht Arten, und Menschen haben das Anrecht, besonders wenn sie in der Exekutive tätig sind, dass sie in zentralen Einsatzbereichen unterstützt werden. An dieser Stelle möchte ich wirklich, vor allem angesichts der Ausführungen meines Vorredners und gerade vor dem Hintergrund des Sicherheitsgedankens, ein Bekenntnis zu der seriösen Arbeit unserer einsatzbereiten Exekutive abgeben, einer Arbeit, die sicherlich auch oft gefährlich ist. Da darf ich noch einmal darauf verweisen, dass gerade die Verkehrssicherheit ein Punkt ist, der heute in der Diskussion betreffend den Sicherheitsbereich noch viel zu wenig angesprochen worden ist.
Staatssekretär Dr. Finz: Einen aufgabenorientierten!
Aber eigentlich möchte ich mich nicht auf diesen sozusagen körperlichen Sicherheitsbereich beschränken, sondern generell den finanzpolitischen Sicherheitsbereich ansprechen und hier auf eine andere sprachliche Besonderheit hinweisen, die eine Skurrilität darstellt. Auf einer anderen Seite, so glaube ich, können Sie lesen, dass der Finanzausgleich dafür sorgen soll, dass es einen – wie heißt es geschwind? – ausgabenorientierten „Bevölkerungsschlüssel“ (Staatssekretär Dr. Finz: Einen aufgabenorientierten!), ja genau, einen „aufgabenorientierten Bevölkerungsschlüssel“ geben soll. Glücklicherweise sind Sie, Herr Staatssekretär, als Experte hier anwesend. Erklären Sie mir einmal, was ein Bevölkerungsschlüssel ist! Normalerweise spricht man doch von einem Verteilungsschlüssel. Eigentlich sollte es doch im Finanzausgleich heißen: aufgaben- und einwohnerorientierter Verteilungsschlüssel, denn das wäre ein echter Reformansatz, staatspolitisch die Finanzen in eine Konstellation zu bringen, die uns insgesamt viele Mittel für wichtige Einsatzbereiche zur Verfügung ließe.
Abg. Großruck: Ist schon eingespart!
Weil die Frau Ministerin Gehrer hinter mir sitzt, möchte ich sagen: Sie machten eine sehr mutige Ansage, Frau Ministerin, aber wie halten Sie es jetzt mit dem Landesschulrat? Ich habe Sie für Ihre Ansage bewundert, dass der Landesschulrat eingespart werden soll. Was steht denn jetzt in der Regierungserklärung? Was steht denn im Koalitionsübereinkommen? Ich sehe das Wort „Landesschulrat“ nicht mehr. (Abg. Großruck: Ist schon eingespart!) Ich sehe, dass nicht einmal der Bereich Einsparung in der Schulverwaltung oder Neukoordinierung der Schulverwaltung angesprochen wird.
Bundesministerin Gehrer: Sie sollten es genauer lesen!
Frau Ministerin! Heute war schon einmal die Rede von Mut. Bitte zeigen Sie Mut, zeigen Sie ihn noch einmal, stellen Sie ihn unter Beweis, schaffen Sie die Landesschulratspräsidenten wirklich ab! (Bundesministerin Gehrer: Sie sollten es genauer lesen!) Sie kennen ja diese Institution aus Ihrer beruflichen Vergangenheit, viele Anwesende kennen sie auch, und man muss sagen: Das wäre ein symbolisches Beispiel dafür, wie Sie gerade im Bildungsbereich sinnvoll den Sparstift ansetzen und dann Mittel zur Verfügung stellen könnten für das, was unsere Jugendlichen wirklich brauchen, nämlich eine qualifizierte Ausbildung. (Abg. Großruck: Der Landesschulrat ist nicht der Präsident, Frau Kollegin!)
Abg. Großruck: Der Landesschulrat ist nicht der Präsident, Frau Kollegin!
Frau Ministerin! Heute war schon einmal die Rede von Mut. Bitte zeigen Sie Mut, zeigen Sie ihn noch einmal, stellen Sie ihn unter Beweis, schaffen Sie die Landesschulratspräsidenten wirklich ab! (Bundesministerin Gehrer: Sie sollten es genauer lesen!) Sie kennen ja diese Institution aus Ihrer beruflichen Vergangenheit, viele Anwesende kennen sie auch, und man muss sagen: Das wäre ein symbolisches Beispiel dafür, wie Sie gerade im Bildungsbereich sinnvoll den Sparstift ansetzen und dann Mittel zur Verfügung stellen könnten für das, was unsere Jugendlichen wirklich brauchen, nämlich eine qualifizierte Ausbildung. (Abg. Großruck: Der Landesschulrat ist nicht der Präsident, Frau Kollegin!)
Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Nein!
Zum Schluss noch, da Herr Minister Böhmdorfer gerade beim Verlassen der Regierungsbank ist: Herr Minister Böhmdorfer! Es steht zwar nicht direkt mit Finanzausgleich und neuer Aufgabenverteilung in Zusammenhang, aber eines möchte ich schon erklärt haben: Sie haben im Regierungsübereinkommen vermerkt, dass es eine Überprüfung des Verbandsklagerechts geben soll. (Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Nein!) Lesen Sie es nach! (Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Ich kenne es ja! Das steht mit keinem Wort drinnen!) Das ist ein Instrument für Ihre Tätigkeit gewesen, auch für die zukünftige Tätigkeit der Frau Staatssekretärin, das für den Konsumentenschutz sehr wichtig ist. Schauen Sie selber nach! – ich bringe es Ihnen dann. Diese Überprüfung hat womöglich zur Folge, dass diese Regelung wieder zurückgenommen wird, und diesen Rückschritt können wir nicht dulden, weder Sie noch ich! Schauen Sie sich das an! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen zur Erinnerung an die Einhaltung der Redezeit.)
Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Ich kenne es ja! Das steht mit keinem Wort drinnen!
Zum Schluss noch, da Herr Minister Böhmdorfer gerade beim Verlassen der Regierungsbank ist: Herr Minister Böhmdorfer! Es steht zwar nicht direkt mit Finanzausgleich und neuer Aufgabenverteilung in Zusammenhang, aber eines möchte ich schon erklärt haben: Sie haben im Regierungsübereinkommen vermerkt, dass es eine Überprüfung des Verbandsklagerechts geben soll. (Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Nein!) Lesen Sie es nach! (Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Ich kenne es ja! Das steht mit keinem Wort drinnen!) Das ist ein Instrument für Ihre Tätigkeit gewesen, auch für die zukünftige Tätigkeit der Frau Staatssekretärin, das für den Konsumentenschutz sehr wichtig ist. Schauen Sie selber nach! – ich bringe es Ihnen dann. Diese Überprüfung hat womöglich zur Folge, dass diese Regelung wieder zurückgenommen wird, und diesen Rückschritt können wir nicht dulden, weder Sie noch ich! Schauen Sie sich das an! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen zur Erinnerung an die Einhaltung der Redezeit.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen zur Erinnerung an die Einhaltung der Redezeit.
Zum Schluss noch, da Herr Minister Böhmdorfer gerade beim Verlassen der Regierungsbank ist: Herr Minister Böhmdorfer! Es steht zwar nicht direkt mit Finanzausgleich und neuer Aufgabenverteilung in Zusammenhang, aber eines möchte ich schon erklärt haben: Sie haben im Regierungsübereinkommen vermerkt, dass es eine Überprüfung des Verbandsklagerechts geben soll. (Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Nein!) Lesen Sie es nach! (Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Ich kenne es ja! Das steht mit keinem Wort drinnen!) Das ist ein Instrument für Ihre Tätigkeit gewesen, auch für die zukünftige Tätigkeit der Frau Staatssekretärin, das für den Konsumentenschutz sehr wichtig ist. Schauen Sie selber nach! – ich bringe es Ihnen dann. Diese Überprüfung hat womöglich zur Folge, dass diese Regelung wieder zurückgenommen wird, und diesen Rückschritt können wir nicht dulden, weder Sie noch ich! Schauen Sie sich das an! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen zur Erinnerung an die Einhaltung der Redezeit.)
Beifall bei den Grünen.
Das waren nur drei Beispiele, ich könnte noch einige andere wählen. Wir haben viel vor, nur: Sie sollten wirklich Mut beweisen – gesehen habe ich davon nichts! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Schienen, moderne Schienen!
Abgeordneter Anton Wattaul (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Moderne Verkehrspolitik wurde unter FPÖ-Verkehrsministern erfolgreich eingeleitet und wird unter Bundesminister Gorbach weitergeführt. Alle Verkehrsträger, Schiene, Straße, Wasserwege, haben ihre Berechtigung. Durch die Einführung des Generalverkehrsplanes wird vernetzt gedacht und gehandelt. Das Road-Pricing ist auf Schiene. Mit der Einführung wird ein faires, gerechtes System installiert, das für die Zukunft auch Lenkungsmaßnahmen zulassen wird. Die Größe Europas verlangt aber auch, dass unsere Eisenbahnen auf moderne Füße gestellt werden. (Abg. Öllinger: Schienen, moderne Schienen!) Wir brauchen hier eine zukunftsträchtige Denkweise. Ich bin zuversichtlich, dass gerade Bundesminister Gorbach die Eisenbahn zu einem zukunftsorientierten und für den Bürger attraktiven Verkehrsmittel umgestalten wird.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte abschließend noch Frau Gisela Wurm ansprechen, weil sie heute gesagt hat, es werde im Innenministerium umgefärbt: Umfärben bedeutet aber, dass etwas schon eine Farbe gehabt haben muss! – Und wenn Herr Einem sagt, über eine Gesetzgebungsperiode hinaus zu denken sei Nonsens, dann entlarvt sich die SPÖ wirklich und zeigt damit, wie sie in der Vergangenheit Politik gemacht hat. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Anspruch, nicht Rechtsanspruch, Frau Kollegin!
Von den familienpolitischen Maßnahmen im engeren Sinn möchte ich eine geplante Maßnahme als wirklich positiv, als Schritt in die richtige Richtung hervorheben, nämlich den geplanten Rechtsanspruch auf Teilzeit, ein Anliegen, das der SPÖ seit vielen Jahren sehr wichtig ist. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Anspruch, nicht Rechtsanspruch, Frau Kollegin!) Ein Rechtsanspruch, ja. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Anspruch!) Anspruch? Also kein Rechtsanspruch, ein Anspruch! Gut, damit haben Sie darauf hingewiesen – so kritisch wollte ich heute noch gar nicht sein –, dass einiges schon noch im Detail zu verhandeln sein wird, denn man muss da eine Situation schaffen, die es den Frauen wirklich möglich macht, diese familienpolitisch sehr wichtige Sache auch in Anspruch nehmen zu können.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Anspruch!
Von den familienpolitischen Maßnahmen im engeren Sinn möchte ich eine geplante Maßnahme als wirklich positiv, als Schritt in die richtige Richtung hervorheben, nämlich den geplanten Rechtsanspruch auf Teilzeit, ein Anliegen, das der SPÖ seit vielen Jahren sehr wichtig ist. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Anspruch, nicht Rechtsanspruch, Frau Kollegin!) Ein Rechtsanspruch, ja. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Anspruch!) Anspruch? Also kein Rechtsanspruch, ein Anspruch! Gut, damit haben Sie darauf hingewiesen – so kritisch wollte ich heute noch gar nicht sein –, dass einiges schon noch im Detail zu verhandeln sein wird, denn man muss da eine Situation schaffen, die es den Frauen wirklich möglich macht, diese familienpolitisch sehr wichtige Sache auch in Anspruch nehmen zu können.
Beifall bei der SPÖ.
Wenn man sich die Vorschläge der Regierung zur Familienpolitik zusammenfassend ansieht – einerseits ist eine Verankerung der Familie in der Verfassung geplant, andererseits aber findet sich im Regierungsprogramm kein Wort über die Vielfalt der Lebensformen, über die Lebensbedingungen der AlleinerzieherInnen, über Lebensgemeinschaften –, so muss man fürchten, sehr geehrte Damen und Herren, dass ÖVP und Freiheitliche die Familienpolitik in den nächsten Jahren rein als Feld ideologischer Auseinandersetzungen nützen werden. Das ist schade! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Herren Bundesminister! Herren Staatssekretäre! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Herr Kollege Jarolim kann seine Fragen dann im Couloir stellen. Ich möchte ein paar Dinge richtig stellen, die im Lauf der Debatte zum Thema Forschung und Wissenschaft aufgetaucht sind.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Entscheiden und handeln wir also verantwortungsbewusst, damit Zukunft möglich ist! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Heiterkeit.
Und Herr Kollege Prinzhorn hätte jetzt eigentlich den Vorsitz. (Heiterkeit.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
„Den Familien ist bewusst ein Schwerpunkt unserer politischen Arbeit gewidmet. Unser größter Stolz, unsere größte Hoffnung sind die Kinder. Wir müssen daher alles tun, um ihre Lebenswelt liebevoll und chancenreich zu gestalten. Die Kinder brauchen Schutz und Unterstützung. 90 Prozent der Jugend sehen in einer intakten Familie das schönste Lebensziel. – Ich meine, wir haben die Aufgabe, sie zu diesem Lebensziel zu ermuntern und noch bessere Voraussetzungen dafür zu schaffen.“ (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Jarolim: O ja!
Herr Bundeskanzler! Das sind ja sehr schöne Worte – ich glaube, Prosa wurde das genannt – in einer allfälligen Regierungserklärung. Aber ich kann mir nicht vorstellen, Herr Bundeskanzler, dass das Ihre Antwort ist auf jene Probleme und Fragen, vor denen Familien derzeit stehen (Abg. Dr. Jarolim: O ja!), dass Sie sagen, 90 Prozent der Jugendlichen sehen in einer intakten Familie das schönste Lebensziel, das wollen Sie unterstützen und ihnen sagen: Ja, so ist es, macht weiter so!, bis eines Tages ein Knall kommt und sie in der Realität der Familie erwachen. – Ich weiß nicht, welche Familien Sie kennen, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei den Grünen. – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Es gab da eine Umfrage, Frau Abgeordnete! Das ist aus einer Umfrage zitiert!)
Beifall bei den Grünen. – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Es gab da eine Umfrage, Frau Abgeordnete! Das ist aus einer Umfrage zitiert!
Herr Bundeskanzler! Das sind ja sehr schöne Worte – ich glaube, Prosa wurde das genannt – in einer allfälligen Regierungserklärung. Aber ich kann mir nicht vorstellen, Herr Bundeskanzler, dass das Ihre Antwort ist auf jene Probleme und Fragen, vor denen Familien derzeit stehen (Abg. Dr. Jarolim: O ja!), dass Sie sagen, 90 Prozent der Jugendlichen sehen in einer intakten Familie das schönste Lebensziel, das wollen Sie unterstützen und ihnen sagen: Ja, so ist es, macht weiter so!, bis eines Tages ein Knall kommt und sie in der Realität der Familie erwachen. – Ich weiß nicht, welche Familien Sie kennen, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei den Grünen. – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Es gab da eine Umfrage, Frau Abgeordnete! Das ist aus einer Umfrage zitiert!)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist ja Realität ...!
Das ist aus einer Umfrage zitiert, natürlich! Aber ich sehe es nicht als meinen politischen Auftrag, hehre Visionen Jugendlicher noch zu bestärken, wenn ich genau weiß, wie die Realität aussieht. Es ist auch unsere Aufgabe, Herr Bundeskanzler, die Jugendlichen auf die Wirklichkeit, auf die Realität vorzubereiten (Abg. Dr. Jarolim: Das ist ja Realität ...!), und diese stellt sich einfach anders dar. Die Realität sieht nämlich so aus, dass es derzeit in Österreich 40 Scheidungen auf 100 Eheschließungen gibt, und zur Hälfte dieser Scheidungen kommt es nach weniger als neun Jahren Ehedauer. Es sind jedes Jahr 19 000 Kinder und Jugendliche, die hievon betroffen sind. Genau diese Kinder und Jugendlichen brauchen Antworten, sie brauchen Antworten in der Realität – und nicht eine Bekräftigung von Visionen allein.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Jarolim.
Scheidung bedeutet für diese Kinder, für diese Jugendlichen: Trennung von einem Elternteil; das bedeutet neue Patchwork-Familien, neue Partnerschaften mit all ihren besonderen Herausforderungen und auch Problemen. Das heißt, die Erwachsenen, die Kinder und die Jugendlichen brauchen Beratung, Unterstützung und gesetzliche Rahmenbedingungen, die auf diese geänderten Lebensbedingungen eingehen, die diese neuen Formen des Zusammenlebens berücksichtigen. Das ist es, was die Familien, die Kinder, die Jugendlichen brauchen – und nicht salbungsvolle Worte, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Jarolim.)
Beifall bei den Grünen
Die Betroffenen brauchen auch entsprechende Kinderbetreuungseinrichtungen (Beifall bei den Grünen), und zwar deshalb, weil es ihnen sonst nicht möglich sein wird, voll erwerbstätig zu sein, um nicht von nur 20 Stunden Erwerbstätigkeit überleben zu müssen. Sie wissen, in solchen Situationen ist das Armutsrisiko dreimal so hoch wie sonst. – Das wären Antworten, die wir brauchen!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wittauer: Familienzusammenführung ist schon lange beschlossen!
Damit sollen endlich alle Menschen in Österreich dieses Grundrecht auf Leben mit ihrer eigenen Familie haben. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wittauer: Familienzusammenführung ist schon lange beschlossen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Elmar Lichtenegger (Freiheitliche): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Heute ist mein erster Tag hier im Plenum, und ich bin schon darauf hingewiesen worden, dass ich eigentlich im letzten Aufgebot hier stehe. Aber es ist mir schon am ersten Tag klar geworden, dass es mir lieber ist, in einem letzten Aufgebot zu stehen, das Verantwortung übernehmen kann, als in einem offensichtlich besten Aufgebot, das keine übernehmen kann. Daher habe ich durchaus noch Perspektiven! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenberger: ... Tiefgaragen! – Heiterkeit bei den Grünen.
Dass es sinnvoll ist, in den Sport Geld zu investieren, zeigen mir allein schon folgende Tatsachen. (Abg. Dr. Lichtenberger: ... Tiefgaragen! – Heiterkeit bei den Grünen.) Erstens: Österreichische Sportler repräsentieren auch Österreich und tragen somit auch das Image unseres Landes nach außen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dass es sinnvoll ist, in den Sport Geld zu investieren, zeigen mir allein schon folgende Tatsachen. (Abg. Dr. Lichtenberger: ... Tiefgaragen! – Heiterkeit bei den Grünen.) Erstens: Österreichische Sportler repräsentieren auch Österreich und tragen somit auch das Image unseres Landes nach außen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Mich stört auch der Begriff „Randsportart“. Das ist ein Begriff, der durch die Medien kreiert worden ist. „Randsportart“ heißt nicht Sportart, die weniger ausgeübt wird, sondern „Randsportart“ ist von den Medien definiert als: weniger in den Medien vertreten. Ich hoffe, es wird in Zukunft eine Angleichung der Sendezeit im ORF geben, sodass alle Sportarten präsent sind. Das fördert sicherlich auch die Wirtschaft, dann haben wir mehr Sponsoren, die Interesse daran haben, sich im österreichischen Sport niederzulassen. Das wird auch den Finanzminister wieder etwas erfreuen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Einen letzten Satz noch: Wir denken auch über das Profisportgesetz nach, einen sehr wichtigen Schritt mehr oder weniger in Richtung einer – unter Anführungszeichen – „Sozialhilfe“ für den österreichischen Spitzensportler, und ebenfalls über einen Schulsportverband, der ein Bindeglied zwischen Schulsport, Fachverband und Verein sein soll, sodass uns in Zukunft viele junge Talente im Sport in Österreich erhalten bleiben. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Wir sind jetzt bei diesem Konglomerat aus Sport, Bildung, Wissenschaft und Familie – ein durchaus spannendes Thema. Zu meinem Vorredner nur eine kurze Bemerkung: Kollege Lichtenegger, Sie sind als Sportsprecher der FPÖ im Verhältnis zu Ihrem Vorgänger sicherlich ein Gewinn. Aber hüten Sie sich vor Tiefgaragen! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Jarolim: Ambitioniert!
Bundeskanzler Schüssel hat in seiner Regierungserklärung festgehalten – das steht interessanterweise nicht im Regierungsprogramm drinnen –, es sei ein Ziel, dass alle Kinder nach der Volksschule gut lesen können sollten. (Abg. Dr. Jarolim: Ambitioniert!) – Das ist ein ganz wichtiges Ziel, das möchte ich hier ausdrücklich feststellen! Das sagt uns auch die PISA-Studie. Wenn das gelingt, dann stehen wir nicht an, das auch zu respektieren.
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Gehrer.
Den Punkt „Schaffung der gesetzlichen Grundlagen für pädagogische Hochschulen“ habe ich mit Interesse gelesen. Wir haben schon immer vermutet, dass die Volkspartei die Zeit der großen Koalition aus dem Gedächtnis gestrichen hat, denn da lese ich: 25. Juni 1999, Bundesgesetz über die Studien an Akademien und über die Schaffung von Hochschulen für pädagogische Berufe. – Diese gesetzlichen Grundlagen gibt es bereits, Frau Ministerin! (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Gehrer.) Das steht so im Regierungsprogramm, ich kann es nicht ändern.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ein letzter Punkt, den ich in der kurzen Zeit, die mir zur Verfügung steht, nur kursorisch ansprechen möchte: Barrierefreiheit im Jahr der Menschen mit Behinderung. – Wir sagen ja zum Modell der Sozialpartner, das erwähnt wurde, wir sagen nein zu einer Forcierung der Sonderschulen. Wir wollen im Gegenteil, dass die Bemühungen um eine Integration behinderter Kinder in der Schule fortgesetzt werden, dass das leidige Problem, was nach der achten Klasse passiert, endlich gelöst wird und dass nicht weiterhin Behinderten der Zugang zur Bildung verweigert wird. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
In diesem Punkt ist eine Chance vertan worden. Er wird ein Prüfstein dafür sein, ob Sie Ihren Worten auch Taten folgen lassen und ob Sie bereit sind, den Stillstand im Bildungsbereich aufzulösen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Eder: Er ist da! Immer noch! Er macht das immer noch!
Ich glaube, es waren im Wesentlichen drei Dinge: Es war die Konsequenz der Arbeit, es war der totale Einsatz, verbunden mit dem Gespür für das Pragmatische, für das Machbare. Willi Molterer war ein unermüdlicher Motor beim Aufspüren neuer Chancen, bei der Ökologisierung des Sektors und in allen Fragen der Bildung, der Innovation und des Unternehmertums. (Abg. Eder: Er ist da! Immer noch! Er macht das immer noch!) – Er ist heute Klubobmann, wir reden von seiner Ära als Landwirtschaftsminister. – Wir haben heute eine stärkere, eine wettbewerbsorientiertere, eine ökologischere und eine unternehmerische Landwirtschaft. Dafür möchten wir unserem langjährigen Minister und nunmehrigen Klubobmann sehr herzlich danken! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich glaube, es waren im Wesentlichen drei Dinge: Es war die Konsequenz der Arbeit, es war der totale Einsatz, verbunden mit dem Gespür für das Pragmatische, für das Machbare. Willi Molterer war ein unermüdlicher Motor beim Aufspüren neuer Chancen, bei der Ökologisierung des Sektors und in allen Fragen der Bildung, der Innovation und des Unternehmertums. (Abg. Eder: Er ist da! Immer noch! Er macht das immer noch!) – Er ist heute Klubobmann, wir reden von seiner Ära als Landwirtschaftsminister. – Wir haben heute eine stärkere, eine wettbewerbsorientiertere, eine ökologischere und eine unternehmerische Landwirtschaft. Dafür möchten wir unserem langjährigen Minister und nunmehrigen Klubobmann sehr herzlich danken! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein Wort noch zum dritten strukturellen Punkt – das ist der Finanzausgleich –, und zwar zum aufgabenorientierten Bevölkerungsschlüssel. Frau Moser, es ist mir eigentlich egal, ob es sich „aufgabenorientierter Bevölkerungsschlüssel“ oder „Verteilungsschlüssel“ nennt. Wichtig ist, dass den ländlichen Gemeinden, den ländlichen Räumen Gerechtigkeit zuteil wird. Da werden wir, wenn die notwendigen Gesetze zu debattieren sind, alle miteinander hier zu tun haben, damit wir eine konstruktive Politik zustande bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Ja!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Während der wenigen Wochen, die ich dem Nationalrat nunmehr angehöre, habe ich von Seiten der ÖVP mehrere Male den Appell an die Opposition gehört, konstruktiv zu sein und nicht zu polarisieren – sie trifft damit Feststellungen darüber, woran wir wie Kritik üben dürfen, was konstruktiv ist und was nicht. Gegipfelt hat das heute in der Bemerkung des Herrn Klubobmanns Molterer, dass es für das Ansehen des Parlaments gut und wichtig sei, dass das Gemeinsame über das Trennende gestellt wird. (Abg. Mag. Molterer: Ja!) Dabei übersehen Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, dass es aus gutem Grund verschiedene Parteien gibt, weil es nämlich in der Bevölkerung verschiedene Interessen gibt. Diese Interessen haben wir hier zu vertreten, und das tun wir auch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Wir auch!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Wir auch!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Während der wenigen Wochen, die ich dem Nationalrat nunmehr angehöre, habe ich von Seiten der ÖVP mehrere Male den Appell an die Opposition gehört, konstruktiv zu sein und nicht zu polarisieren – sie trifft damit Feststellungen darüber, woran wir wie Kritik üben dürfen, was konstruktiv ist und was nicht. Gegipfelt hat das heute in der Bemerkung des Herrn Klubobmanns Molterer, dass es für das Ansehen des Parlaments gut und wichtig sei, dass das Gemeinsame über das Trennende gestellt wird. (Abg. Mag. Molterer: Ja!) Dabei übersehen Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, dass es aus gutem Grund verschiedene Parteien gibt, weil es nämlich in der Bevölkerung verschiedene Interessen gibt. Diese Interessen haben wir hier zu vertreten, und das tun wir auch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Wir auch!)
Abg. Mag. Molterer: Sie haben nur kein Interessenmonopol, gnädige Frau!
Sie haben schon in der letzten Regierung versucht (Abg. Mag. Molterer: Sie haben nur kein Interessenmonopol, gnädige Frau!), „Österreich“ mit „Regierung“, nämlich mit Ihrer Regierung, gleichzusetzen. Mir ist noch der Begriff des „Schulterschlusses“ in äußerst unangenehmer Erinnerung. Mit diesem Begriff des Schulterschlusses – ein militärischer Begriff, soweit mir bekannt ist, das ist auch kein Zufall – haben Sie damals versucht, die Opposition zur Übernahme der Interessen der Regierung zu zwingen. Sie versuchen es heuer wieder – etwas dezenter, aber trotzdem – mit Ihrer Kritik, dass wir nicht konstruktiv seien. Das heißt, Sie versuchen zu suggerieren: Die Opposition darf nicht kritisieren, weil sie nicht konstruktiv ist.
Beifall bei den Grünen.
Sie beklagen also, ein wenig beleidigt und belehrend, den Ton und die Art der Kritik, gehen aber auf die Argumente nicht ein, Sie setzen sich mit den Argumenten inhaltlich nicht auseinander. Sie sind zum Beispiel im Hinblick auf die so genannte Pensionsreform inhaltlich überhaupt nicht darauf eingegangen, dass diese Veränderungen dramatische Verschlechterungen mit sich bringen werden, die vor allem die Frauen treffen werden, und dass die Schere zwischen Frauen- und Männerpensionen weiter auseinander gehen wird. Allein Frau Abgeordnete Rosenkranz hat zugestanden, dass diese Verschlechterung der Situation eine Tatsache ist. Seitens der ÖVP gibt es hingegen wilde Entgegnungen, aber kein sachliches Eingehen darauf. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich würde es sehr konstruktiv – nämlich auf Seiten der Regierung – finden, wenn Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen, zu dieser Sache einmal etwas sagen würden. Ansonsten könnte man nämlich auf die Idee kommen, dass Sie sich entweder nichts dazu überlegt haben oder das bewusst in Kauf nehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
und wir werden Ihnen, meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen, die Definitionsmacht darüber, was konstruktiv ist, ganz sicher nicht überlassen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Werte Regierungsmitglieder! Bei der heutigen Debatte frage ich mich: Was hätten die Kolleginnen und Kollegen von Rot und von Grün gesagt, hätten sie doch Regierungsverantwortung übernommen? Wenn ich mir die Verhandlungsergebnisse und das, was aus den Verhandlungen in die Öffentlichkeit gedrungen ist, in Erinnerung rufe, so muss ich sagen: Sie waren in diesen Verhandlungen eigentlich in den meisten Punkten einer Meinung mit dem präsumtiven Regierungspartner. War es damals die Aussicht auf Minister- und Staatssekretärposten? Seitdem Ihnen diese Aussicht verwehrt ist, bleibt anscheinend nur mehr die Kritik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was wäre dann Ihr Programm gewesen? – Parteibuchwirtschaft, politischer Stillstand und hohe Budgetdefizite. Dem Kollegen Gusenbauer, der moniert, warum nicht in der letzten Legislaturperiode durch Blau-Schwarz schon alles gemacht wurde, sei gesagt: Auch wir Freiheitliche schaffen es nicht, in nur drei Jahren ein Chaos aufzuräumen, das Sie nach 30 Jahren hinterlassen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Genau das ist der Punkt: Oppositionen können fordern, ohne etwas umsetzen zu müssen. Regierungen müssen gestalten und reformieren und dabei mit den finanziellen Möglichkeiten auskommen. Wir werden weiterhin verantwortungsvolle Politik für Österreich machen, gestalten und reformieren. Das ist unser Ziel! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn man sich anschaut, was in den letzten sechs Monaten passiert ist, dann sieht man: Das ist an Stillstand ja nicht mehr zu überbieten! Es hat einen Haufen Geld gekostet, aber es hat sich nichts mehr bewegt – dank der „Modernisierungstechnologien“ der Freiheitlichen Partei Österreichs. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In der Regierungserklärung wurde gesagt, was die Zukunft braucht – die Zukunft braucht Verantwortung, aktive Europapolitik, Sicherheit, sichere Arbeitsplätze und so weiter und so fort –, denn bisher, mit der alten und nunmehr neuen Bundesregierung, hatte die Zukunft das nicht. Ich hoffe, Sie werden die Flucht aus der Verantwortung, die Sie bisher betrieben haben und laut Regierungsprogramm weiter betreiben wollen, nicht wirklich fortsetzen, sondern gemeinsam mit einer konstruktiven Opposition hier im Hohen Haus tatsächlich für die Zukunft Österreichs arbeiten, damit Österreich Zukunft hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Drittens hat die Politik leider auch oft dazu geneigt, jugendpolitische Anliegen auf die lange Bank zu schieben. Abgeordnete Mandak hat vorhin hier gemeint, wir müssen der Jugend die Realität erklären. Dazu muss ich sagen: Ich bin wirklich sehr froh, dass es zwei Minister gibt, die in den Dreißigern sind, und dass es auch sehr junge Abgeordnete in diesem Hohen Haus gibt, denn somit können wir davon ausgehen, dass wirklich dafür Sorge getragen wird, dass jugendpolitische Anliegen wahrgenommen werden, und zwar von jungen Menschen – zu denen die etwas über 30-Jährigen noch dazuzählen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Ich kann natürlich nicht auf alles eingehen, es gibt viele Dinge – angefangen vom Präsenzdienst, der attraktiviert werden soll, bis hin zu den zahlreichen Maßnahmen im Pensionssystem und im Bildungsbereich, die notwendig sind –, im Hinblick auf die ich im Sinne der Jugend einfach nur sagen kann: Die Reformpartnerschaft, die jetzt eingegangen worden ist, ist eine, die nicht vor den Problemen zurückscheut, die die Wahrheit auch auf den Tisch legt und die vor allem keine Maßnahmen ergreift, durch die meiner Generation noch weitere Probleme aufoktroyiert werden. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Als neue Frauensprecherin der Freiheitlichen möchte ich jetzt auf die ungerechtfertigte Kritik an unserer Frauenpolitik eingehen. Obwohl Rot und Grün immer anderes behaupten, setzen wir Freiheitlichen uns für eine fortschrittliche Frauenpolitik ein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Unsere Frauenpolitik basiert auf Wahlfreiheit und Selbstentscheidung. Wir teilen die Frauen nicht in Kategorien ein, uns sind alle Frauen wichtig. Es waren die Freiheitlichen, die der Diskriminierung von Hausfrauen und Müttern endlich ein Ende gesetzt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt natürlich noch viel zu tun, um die Kombination von Familie und Berufsleben für Frauen zu vereinfachen. Wichtig ist, dass dabei keine Maßnahmen getroffen werden, die zum Bumerang für uns Frauen werden, die für uns Frauen zu Nachteilen speziell am Arbeitsmarkt führen und unsere Chancen am Arbeitsmarkt verringern. Wichtig ist für uns ein moderner Lösungsansatz für flexible Arbeitszeitmodelle, und das kann nur dann funktionieren, wenn wir die unterschiedlichen Bedürfnisse von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen auf der einen Seite und von Unternehmen auf der anderen Seite berücksichtigen, sodass auf beiden Seiten eine Win-win-Situation entsteht. Vollzeitmodelle müssen möglich sein, damit auch für Frauen in Führungspositionen, aber auch für Väter die Kinderbetreuung interessant wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich denke, verehrte Kolleginnen und Kollegen von SPÖ und Grünen, es wäre sinnvoller, konstruktiv zusammenzuarbeiten und nicht nur haltlose Kritik gebetsmühlenartig zu wiederholen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie, verehrte Kolleginnen und Kollegen von SPÖ und Grünen, haben sich weiterhin für Opposition entschieden und verantwortungsvolle und gestaltende Arbeit für Österreich abgelehnt. Wir Freiheitlichen scheuen diese Verantwortung nicht und werden weiterhin konstruktive Reformarbeit nicht nur für Frauen, sondern für alle Menschen in Österreich leisten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schweitzer.
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Vor einigen Tagen stand zu lesen: „Die neue Kulturpolitik ist die alte“. – Dieser Satz stammt nicht etwa aus einer linken Publikation, sondern aus einem Kulturleitartikel der „Presse“ vom letzten Samstag, und er reiht sich nahtlos in die Liste der negativen Reaktionen auf die Regierungsbildung ein. Schwarz-Blau wird also dem Kunst- und Kulturbereich wenig Innovatives bringen. (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schweitzer.)
Staatssekretär Mag. Schweitzer bricht den Zwischenruf ab.
Herr Schweitzer! (Staatssekretär Mag. Schweitzer bricht den Zwischenruf ab.) – Danke! Sie sind es noch nicht gewohnt, gelt? (Staatssekretär Mag. Schweitzer: Ja! – Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Staatssekretär Mag. Schweitzer: Ja! – Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Schweitzer! (Staatssekretär Mag. Schweitzer bricht den Zwischenruf ab.) – Danke! Sie sind es noch nicht gewohnt, gelt? (Staatssekretär Mag. Schweitzer: Ja! – Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Ganz interessant finde ich, dass am Anfang des Kulturteiles im Regierungsprogramm die Absicht kundgetan wird, die zeitgenössische Kunst verstärkt zu fördern. Das finde ich deshalb so interessant, weil im vorigen Regierungsabkommen der Begriff „zeitgenössische Kunst“ nicht einmal erwähnt wurde. Die Förderung der zeitgenössischen Kunst jetzt als oberste Priorität an die Spitze Ihres Maßnahmenkataloges zu setzen, halte ich geradezu für provokant, weil Sie genau dort den Sparstift besonders angesetzt hatten. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Von „kultureller Grundversorgung“ kann man bei Schwarz-Blau nicht mehr sprechen, eher von einer „Notversorgung“. Meine Damen und Herren! Ich bin in Sorge, dass die konservative Kulturpolitik eine Verödung der österreichischen Kulturlandschaft zu verantworten haben wird. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Eder: Sind Sie beeindruckt?
Bundeskanzler hat heute ein umfangreiches und für mich und für alle anderen beeindruckendes Regierungsprogramm vorgelegt (Abg. Eder: Sind Sie beeindruckt?), und die Opposition hat zu Recht – das ist auch ihre Pflicht – darüber zu diskutieren und auch dagegen zu sein.
Abg. Eder: Er lebt aber in Deutschland! Er lebt nicht in Österreich!
„Damals hätten die Gewerkschafter weitergehende Reformen verhindert. Die Bremse sei jetzt weg, so Rürup. Richtig sei, dass die Regierung versuche, die Frühpensionen einzudämmen. Auch die Abfertigung neu sei ein Schritt in die richtige Richtung.“ – So Rürup. (Abg. Eder: Er lebt aber in Deutschland! Er lebt nicht in Österreich!)
Ruf bei der SPÖ: Dann bleibt er leider eine Fußnote!
Wahrscheinlich hat er Anleihe bei unserem Bundeskanzler genommen, der Herr Bölling. (Ruf bei der SPÖ: Dann bleibt er leider eine Fußnote!)
Abg. Heinisch-Hosek: Lesestunde! – Abg. Eder: Was sagen Sie dazu?
Und weiters: „Sonst geht unser Sozialstaat, eine große kulturelle Errungenschaft, demnächst in die Binsen.“ – Das ist das Urteil des ehemaligen SPD-Regierungssprechers über die deutsche Regierung. (Abg. Heinisch-Hosek: Lesestunde! – Abg. Eder: Was sagen Sie dazu?)
Abg. Eder: Schiff nicht, alter Tanker!
Herr Van der Bellen hat in seiner Rede heute Vormittag die Regierung mit einem Schiff verglichen und Begriffe aus der Nautik verwendet. (Abg. Eder: Schiff nicht, alter Tanker!)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen Folgendes: In diesem ganzen Gefüge ist unser Bundeskanzler der Leuchtturm. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Die SPÖ hat einen Fehler gemacht: Sie wollte die Klippen bekämpfen und die Untiefen, aber sie hat den Leuchtturm bekämpft. Der Wähler aber, meine Damen und Herren, der war schlauer: Der hat den Leuchtturm herausgeputzt, und jetzt strahlt er noch viel besser! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Ich sage Ihnen Folgendes: In diesem ganzen Gefüge ist unser Bundeskanzler der Leuchtturm. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Die SPÖ hat einen Fehler gemacht: Sie wollte die Klippen bekämpfen und die Untiefen, aber sie hat den Leuchtturm bekämpft. Der Wähler aber, meine Damen und Herren, der war schlauer: Der hat den Leuchtturm herausgeputzt, und jetzt strahlt er noch viel besser! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Staatssekretärs Morak –: Wäre das nicht etwas zum Fördern?
(Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Staatssekretärs Morak –: Wäre das nicht etwas zum Fördern?)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Was waren das für Zeiten vor drei Jahren, was war da für eine Stimmung, wie ist es da zugegangen, als dieses neue Regierungskabinett angelobt wurde! Landeshauptmann Haider hat das Paar Kanzler/Vizekanzler liebevoll „Susi und Strolchi“ genannt. Es wurde zum Jubelpaar hochstilisiert, und was ist davon geblieben, liebe Freunde? – Es ist nur Strolchi übrig geblieben, und er hat pikanterweise einen Tierarzt als Partner! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Als du noch Staatssekretär warst, haben wir noch etwas zum Lachen gehabt!
Das ist wirklich eine Entwicklung, die symptomatisch für diese Regierung ist. (Abg. Scheibner: Als du noch Staatssekretär warst, haben wir noch etwas zum Lachen gehabt!) Es ist nichts geblieben von der Euphorie. Diese Regierung sitzt resignativ da und gibt eigentlich ihr Programm schon auf, bevor sie begonnen hat, es zu verwirklichen.
Abg. Scheibner: Also ist es doch gut!
An diesem Programm gibt es aber auch nicht viel zu verwirklichen. Es besteht aus Sprechblasen und Überschriften ohne Inhalt, und eigentlich haben wir dasselbe schon vor drei Jahren gehört. – Es sollte endlich auch etwas davon umgesetzt werden. (Abg. Scheibner: Also ist es doch gut!)
Abg. Scheibner: Grün ist man nicht, wir sind schwarz-blau!
Scheibner regt sich im letzten „Kurier“ darüber auf, dass die Heeresreform mit ihm nicht abgesprochen sei. – Das heißt also, in Wirklichkeit regiert man nebeneinander, nicht miteinander. Man will auch miteinander nicht viel zu tun haben, und man ist einander nicht grün, denn sonst würde man ja keinen Entschließungsantrag brauchen, in dem man alle Abgeordneten dazu verpflichtet, dieses Regierungsprogramm mitzutragen. (Abg. Scheibner: Grün ist man nicht, wir sind schwarz-blau!)
Abg. Scheibner: Haben Sie den Antrag gelesen?
Es gibt nur zwei mögliche Gründe dafür: Entweder ist man misstrauisch den eigenen Abgeordneten gegenüber, oder es sind die schwarzen Abgeordneten gegenüber den FPÖ-Abgeordneten misstrauisch beziehungsweise umgekehrt. Das Selbstbewusstsein der Abgeordneten sollte jedoch so groß sein, um so etwas nicht zu unterstützen: einen Blankoscheck für eine Regierung, eine Selbstknebelung, damit man ja nicht gegen etwas stimmen kann, das vielleicht unbequem wird (Abg. Scheibner: Haben Sie den Antrag gelesen?), damit ja jede eigenständige Initiative in diesem Parlament abgewürgt wird und hier nur mehr versucht wird, den Regierern nach dem Mund zu reden. (Abg. Scheibner: Wir sind ja nicht bei der SPÖ!)
Abg. Scheibner: Wir sind ja nicht bei der SPÖ!
Es gibt nur zwei mögliche Gründe dafür: Entweder ist man misstrauisch den eigenen Abgeordneten gegenüber, oder es sind die schwarzen Abgeordneten gegenüber den FPÖ-Abgeordneten misstrauisch beziehungsweise umgekehrt. Das Selbstbewusstsein der Abgeordneten sollte jedoch so groß sein, um so etwas nicht zu unterstützen: einen Blankoscheck für eine Regierung, eine Selbstknebelung, damit man ja nicht gegen etwas stimmen kann, das vielleicht unbequem wird (Abg. Scheibner: Haben Sie den Antrag gelesen?), damit ja jede eigenständige Initiative in diesem Parlament abgewürgt wird und hier nur mehr versucht wird, den Regierern nach dem Mund zu reden. (Abg. Scheibner: Wir sind ja nicht bei der SPÖ!)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Du gehst uns ab in der Regierung!
Ich glaube also nicht, dass es ein verantwortungsvoller oder überzeugender Beginn der Tätigkeit dieser Regierung ist. Allein die Körpersprache der anwesenden Regierungsmitglieder zeigt, dass sie resignativ sind, dass sie eigentlich ihr eigenes Programm schon aufgegeben haben, bevor sie begonnen haben, es umzusetzen. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Du gehst uns ab in der Regierung!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ein Glück für ihn, weil er sich Ihre Rede nicht anhören muss!
Warum der Finanzminister nicht anwesend ist, ist für mich auch klar: Von den Schwarzen bekommt er noch keinen Applaus, von den Blauen nicht mehr. – Ich bin ja überhaupt neugierig, wie er sich etablieren wird. Er hat die Regierungsbank fast fluchtartig verlassen, weil er von niemandem richtig anerkannt wird. Er ist schon sehr lange abwesend, das ist auch ein interessantes Zeichen für diese Regierung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ein Glück für ihn, weil er sich Ihre Rede nicht anhören muss!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Schlecht wie immer!
Aber ich glaube, besser bezeichnen kann man diese Regierungspolitik und dieses Programm nicht, als es Frau Bundesministerin Rauch-Kallat getan hat. Sie hat gesagt, diese Regierung arbeite unter dem Motto „Frust statt Lust“, und dem ist nichts hinzuzufügen. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Schlecht wie immer!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Werter Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zu Kollegem Wittmann möchte ich nur sagen: Das Klima hat sich verändert, und der Staatssekretärsposten ist weg. – Ich habe das Gefühl, das muss dir ganz schön wehtun. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn ich mir die heutige Debatte anhöre, wie die Oppositionsparteien hier schwere Kritik an dem Regierungspapier üben, muss ich feststellen: Ihr habt es nicht gelesen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich würde euch wirklich einmal innigst um Folgendes ersuchen, damit ihr euch nicht ständig von uns Kritik anhören müsst: Lesen – denken – sprechen! So lautet die Devise. Dann würde die Sache auch für euch ein bisschen besser ausschauen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn ich mir die heutige Debatte anhöre, wie die Oppositionsparteien hier schwere Kritik an dem Regierungspapier üben, muss ich feststellen: Ihr habt es nicht gelesen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich würde euch wirklich einmal innigst um Folgendes ersuchen, damit ihr euch nicht ständig von uns Kritik anhören müsst: Lesen – denken – sprechen! So lautet die Devise. Dann würde die Sache auch für euch ein bisschen besser ausschauen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.)
Der Redner hält eine Tafel in die Höhe, auf der die genannten Zahlen zu sehen sind. – Abg. Eder: Forstinger! – Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.
Wenn ich mir einmal anschaue, was genau ihr kritisiert, wenn ich mir nur die Pensionsreform in Österreich anschaue und welche Privilegien es da gibt, dann muss ich sagen: Der größte Privilegienritter sitzt in der SPÖ! Da glaube ich schon, dass er in Presseaussendungen sagt, nein, dieses System darf nicht verändert werden, denn ich heiße Karl Blecha und ich kassiere pro Monat 12 554 € Pension – während Hunderttausende Arbeitnehmer nur 643 € Pension haben. – Dass sich der aufregt, ist klar. (Der Redner hält eine Tafel in die Höhe, auf der die genannten Zahlen zu sehen sind. – Abg. Eder: Forstinger! – Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich hätte geglaubt, das wäre ein Pensionistenvertreter, aber der schaut ja nur auf sich selbst und nicht auf seine Klientel, für die er zuständig wäre. Wir werden das ändern, damit Gerechtigkeit und dementsprechende Gleichheit in das Pensionssystem kommt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Pfeffer.
Was steht denn in dem Regierungspapier? – Hört ein wenig zu, sonst merkt ihr es euch wieder nicht! (Zwischenruf der Abg. Pfeffer.) Wenn ich vergleiche, was in diesem Regierungspapier steht und was die Oppositionsparteien behaupten, frage ich mich: Wo steht denn im Regierungspapier, dass man bei einem Arztbesuch 5 € zahlen muss? Habt ihr das irgendwo gelesen? – Ich nicht! Da habt ihr wahrscheinlich ein eigenes Regierungspapier vorbereitet! – Oder: Wo steht, dass man 10 € bei einem Facharztbesuch zahlen muss?
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Jetzt werden wir sehen, welche Leistungen die Gebietskrankenkassen vollbringen, wo eure sozialistischen Mitglieder und eure sozialistischen Obmänner bestellt sind, denn jetzt bekommen sie den Auftrag, als Geschäftsführer dort endlich einmal Hand anzulegen wie in der Privatwirtschaft und darauf zu schauen, dass man sparsam und wirtschaftlich mit Steuergeldern umgeht. Sie sollen jetzt einmal Vorschläge machen, wo sie Einsparungen durchführen können, aber nicht auf Kosten der Patienten und auf Kosten der Qualität, sondern durch das Kehren vor ihrer eigenen Türe. – Das einmal zum Ersten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Rufe bei der SPÖ: Büttenrede!
Arbeitnehmer können bei langen Beitragszeiten nach wie vor in die vorzeitige Alterspension gehen: Männer bei 45 Beitragsjahren mit 60 Jahren und Frauen bei 40 Beitragsjahren mit 55. (Rufe bei der SPÖ: Büttenrede!) Das ist eine positive Situation, und das ist mir abgegangen, das hättet ihr eigentlich in den letzten 30 Jahren erledigen können! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Arbeitnehmer können bei langen Beitragszeiten nach wie vor in die vorzeitige Alterspension gehen: Männer bei 45 Beitragsjahren mit 60 Jahren und Frauen bei 40 Beitragsjahren mit 55. (Rufe bei der SPÖ: Büttenrede!) Das ist eine positive Situation, und das ist mir abgegangen, das hättet ihr eigentlich in den letzten 30 Jahren erledigen können! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es freut mich ganz besonders für die Jugend und deren Zukunft, dass ÖVP und FPÖ in der Regierung sind, denn für diese Parteien ist klar, dass in Österreich weder leichte noch schwere Drogen freigegeben werden, so wie es eine Partei hier in diesem Hause wollte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Das ist aber wirklich ein Arbeiter!
Es werden Reformen zu Gunsten der österreichischen Bevölkerung durchgeführt, damit sowohl das Pensionssystem als auch das Sozialversicherungssystem und vieles andere mehr gesichert werden. Es geht wieder bergauf in Österreich, und es geht nicht so weiter, wie es die Opposition 30 Jahre lang gemacht hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Das ist aber wirklich ein Arbeiter!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben heute sehr genau zugehört, haben auch die Regierungserklärung Punkt für Punkt durchgelesen und müssen feststellen, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, Kollege Walch: Sie setzen die falschen Prioritäten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben ganz andere Schwerpunktsetzungen! Wir gehen von einem umfassenden Sicherheitsbegriff aus, der weit über den militärischen Bereich hinausgeht, und von sicherheitspolitischen Ansprüchen, die Ihren Begriff sehr wohl mit einschließen, aber weit darüber hinausgehen. Dazu zählen für uns sichere Arbeitsplätze, sichere Pensionen, sichere und leistbare Gesundheitsvorsorge. All das findet in Ihrem Regierungsprogramm nicht ausreichend Berücksichtigung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bei Ihnen steht die Beschaffung von Kampfflugzeugen ganz oben auf der Agendenliste, und Sie beharren auf diesem Kauf. Das bedeutet nichts anderes, als Schulden in die Zukunft zu verschieben, ohne jetzt die Verantwortung dafür zu übernehmen, meine Damen und Herren! Bezahlt wird erst 2006, 2008, das muss also die nächste Regierung tun! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Steuerzahler werden zwar etwas später, aber doch zur Kasse gebeten und müssen diese Milliarden Euro mit Zinsen und Zinseszinsen zurückzahlen! Daher hat die Bevölkerung zu Recht kein Verständnis für diese sündteure Beschaffung, die von mehr als 75 Prozent der Bevölkerung abgelehnt wird. Meine Damen und Herren! Diese Kampfjets sind für den Luftkampf, für den Luftkrieg geeignet, haben aber überhaupt nichts mit luftpolizeilichen Maßnahmen zu tun. Daher brauchen wir diese weder in Europa noch in Österreich! Daher ein entschiedenes Nein zu dieser Ihrer Politik. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Aha- und Oho-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Uns geht es aber hier nicht um Polemik, sondern um eine effiziente und glaubwürdige Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Aha- und Oho-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Das ist das Grundprinzip unserer Politik, und das wollen und werden wir als große, verantwortungsvolle und konstruktive Oppositionspartei auch verwirklichen. Darauf können Sie sich verlassen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Uns geht es aber hier nicht um Polemik, sondern um eine effiziente und glaubwürdige Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Aha- und Oho-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Das ist das Grundprinzip unserer Politik, und das wollen und werden wir als große, verantwortungsvolle und konstruktive Oppositionspartei auch verwirklichen. Darauf können Sie sich verlassen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gradwohl: „Zwei Zentimeter über der Luft“ ist gut!
Nach achtstündiger Debatte sei es mir erlaubt, ein kurzes Resümee zu ziehen: Auf der einen Seite stehen zwei Parteien, die bereit sind, sich den Herausforderungen, vor denen das Land steht, zu stellen. Wir sind bereit, den Menschen auch die Wahrheit zu sagen, und dies, Herr Kollege Gaál, auch im Bereich der Sicherheit. Die Sicherheit endet nicht in der Luft, zwei Zentimeter über der Luft, die Sicherheit muss auf dem Land und in der Luft gegeben sein, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Gradwohl: „Zwei Zentimeter über der Luft“ ist gut!) Wir sind bereit, mutige Reformen in Angriff zu nehmen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auf der anderen Seite steht eine Opposition, die sich dieser Verantwortung entschlägt, meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Silhavy meinte, der Regierung fehle der Mut für Sozialreformen. Ich darf Ihnen sagen: Wir gehen den Weg der sozialen Reformen, um das System nachhaltig abzusichern. Sie aber kritisieren diesen Weg, und Sie sind nicht bereit, auch nur einen Schritt auf diesem Weg mitzugehen, weil Sie Scheu haben vor der Verantwortung. Sie wollen keine Verantwortung übernehmen, Sie wollen sich vor der Verantwortung drücken, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Woher haben Sie das?
Das ist genau die Sozialdemokratie, die wir kennen. Der Vorsitzende sitzt auf dem Kutschbock und wäre sogar bereit, sich ein wenig in die richtige Richtung zu bewegen. Nur alle anderen sitzen an den Bremsklötzen, damit ja nichts weitergeht, meine sehr geehrten Damen und Herren! Damit ist klar: Die SPÖ wollte nie regieren! Und das sagen uns unsere Freunde, und das wissen auch Sie ganz genau, denn sonst wären viele Erklärungen, Herr Cap, einfach nicht zu verstehen. (Abg. Gradwohl: Woher haben Sie das?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Cap hat ja völlig Recht, wenn er sagt: Ein Manifest der Mutlosigkeit! Die SPÖ hat heute hier wieder ein Manifest der Mutlosigkeit vorgelegt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Cap
Was ist symptomatisch für diese SPÖ? – Es bleibt die Resignation (Cap) – in Klammern. Es lebe der Galgenhumor, soeben präsentiert von Herrn Kollegen Wittmann, und man flüchtet sich ins Kabarett (beide) – in Klammern. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist von der großen Sozialdemokratie geblieben: Kabarett, Kabarett, Kabarett! (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Was ist symptomatisch für diese SPÖ? – Es bleibt die Resignation (Cap) – in Klammern. Es lebe der Galgenhumor, soeben präsentiert von Herrn Kollegen Wittmann, und man flüchtet sich ins Kabarett (beide) – in Klammern. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist von der großen Sozialdemokratie geblieben: Kabarett, Kabarett, Kabarett! (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Dr. Glawischnig: Sie waren da aber nicht dabei!
Auf der anderen Seite haben wir auch sehr intensive Regierungsverhandlungen mit den Grünen geführt. Obwohl die Gespräche gut verlaufen sind, durfte Herr Professor Van der Bellen zum Schluss nicht dieser Regierung zustimmen. (Abg. Dr. Glawischnig: Sie waren da aber nicht dabei!) Der eine wollte nicht, und der andere durfte nicht.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig: Das trifft zu 100 Prozent auf Sie zu!
Wissen Sie, wer mir einfällt? – Karl Valentin. Mögen hätten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut. – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist Ihre Politik! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig: Das trifft zu 100 Prozent auf Sie zu!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir in Österreich haben andere Voraussetzungen. Wolfgang Schüssel und sein Team werden dieses Land in eine bessere Zukunft führen, und das können Sie nicht krank beten und auch nicht krank jammern, sondern merken Sie sich eines: Totgesagte leben lange! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Ja!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! – Oh ja, sie ist wieder da, die Kollegin Fuhrmann. Jung sein, meine Damen und Herren, schließt nicht automatisch jung denken mit ein, wie man am Beispiel von Kollegin Fuhrmann gesehen hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Ja!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fuhrmann: Typisch Lehrer!
Sie hat gesagt – und da sitzen einige Jugendliche oben –: Ihr seid eine kleine Gruppe, und für euch ist die Zukunft noch sehr, sehr weit entfernt. Das ist ziemlich altmodisch gedacht, Frau Kollegin Fuhrmann, für eine Gruppe, die Sie im Hohen Haus vertreten sollen. Sie sind halb so alt wie ich und sprechen doppelt so alte Sätze daher. – Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fuhrmann: Typisch Lehrer!)
Beifall bei der SPÖ.
gelesen, Sie haben sie anscheinend für gut befunden und haben Teile davon übernommen. Sie haben sich aber nicht wirklich damit auseinander gesetzt, denn es sind nicht alle Vorschläge übernommen worden, die notwendig wären, um die Situation von jungen Menschen auf dem Lehrlingsmarkt nachhaltig zu verbessern. Und warum schreiben Sie hinein: „freiwillige Ausbildungsverbünde“? Es scheint so, als wollten Sie keine Verantwortung übernehmen, und das ist in vielen Punkten zu bemerken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, die Kinder- und Jugendpolitik 2003 müsste doch eigentlich den gleichen Stellenwert haben wie 1998, als Österreich die EU-Präsidentschaft innehatte. Wir hatten damals Mitbestimmung und Partizipation als eines der wichtigsten, zentralen Anliegen von Jugendpolitik definiert. – Aber die Zeiten ändern sich, die Zeiten werden schlechter, die Zeiten sind schwarz-blau, die Zeiten stehen auf Kurs Schüssel II. Wohin dieser Kurs führt, das werden wir noch sehen. Wir warten gespannt darauf. In jugendpolitischen Fragen, meine Damen und Herren, stellen wir nach wie vor gerne unser Know-how zur Verfügung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Wie unser Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel heute bereits festgestellt hat, besteht die österreichische Landesfläche zu 80 Prozent aus ländlichem Raum. Er hat auch ein Bekenntnis zu diesem ländlichen Raum abgelegt. Das Rückgrat des ländlichen Raums sind die Bauern und ihre Familien. Sie tragen wesentlich zur regionalen Wertschöpfung bei, gestalten unseren Lebensraum, schützen die Natur und produzieren gesunde Nahrungsmittel. Es muss daher ein wichtiges Anliegen sein, das Einkommen unserer Bauernfamilien zu schützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig: Welche waren das zum Beispiel?
Die SPÖ und die Grünen sind bei den Verhandlungen um eine eventuelle Regierungsbeteiligung mit realitätsfernen Forderungen im Bereich der Landwirtschaft an die Öffentlichkeit getreten. (Abg. Dr. Glawischnig: Welche waren das zum Beispiel?) Ich bin froh, dass diese Forderungen keine Chance bekommen haben, umgesetzt zu werden. Ich bin froh, dass das wichtige Agrarressort bei der ÖVP geblieben ist, denn da sind die Bauern am besten aufgehoben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die SPÖ und die Grünen sind bei den Verhandlungen um eine eventuelle Regierungsbeteiligung mit realitätsfernen Forderungen im Bereich der Landwirtschaft an die Öffentlichkeit getreten. (Abg. Dr. Glawischnig: Welche waren das zum Beispiel?) Ich bin froh, dass diese Forderungen keine Chance bekommen haben, umgesetzt zu werden. Ich bin froh, dass das wichtige Agrarressort bei der ÖVP geblieben ist, denn da sind die Bauern am besten aufgehoben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Die Wirtschaft hat in Österreich die Rolle der Konjunkturlokomotive übernommen. Früher ist das immer Deutschland gewesen, aber das ist es bei weitem nicht mehr, denn wir in Österreich sind weit erfolgreicher. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Wir wollen in Österreich keine Agroindustrie. Wir wollen den österreichischen Weg der familiär geprägten Landwirtschaft fortsetzen. Ich möchte dieser unserer österreichischen Bundesregierung mit Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel an der Spitze alles Gute für die kommende Regierungsperiode wünschen. – Herzlichen Dank! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Mainoni: Und ist das ein Verdienst der SPÖ? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Dafür ist der liebe Gott, die Schöpfung verantwortlich und nicht die SPÖ! Das ist ja geradezu Blasphemie!
Abgeordneter Manfred Lackner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Damen und Herren des Hohen Hauses! Am Anfang meiner Ausführungen möchte ich es doch nicht verabsäumen, dem Herrn Bundeskanzler zu danken, dass er in der Regierungserklärung die SPÖ geradezu mit Lob überhäuft hat: Seit 1970 ist der Lebensstandard oder die Lebenserwartung von Frauen um acht Jahre, von Männern um zehn Jahre gestiegen. – So seine Ausführungen. (Abg. Mag. Mainoni: Und ist das ein Verdienst der SPÖ? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Dafür ist der liebe Gott, die Schöpfung verantwortlich und nicht die SPÖ! Das ist ja geradezu Blasphemie!)
Abg. Mag. Molterer: Vielleicht stimmen Sie bei unserem Entschließungsantrag mit!
waren ja nicht in der Regierung. (Abg. Mag. Molterer: Vielleicht stimmen Sie bei unserem Entschließungsantrag mit!)
Beifall bei der SPÖ.
Lassen Sie mich diesen Befund an einigen Beispielen aus Ihrer Regierungserklärung verdeutlichen. Sie, meine Damen und Herren, wollen – und das dürfte auch in diesem Hause unbestritten sein –, dass Österreich auch im Jahre 2010 über ein Gesundheitssystem verfügt, dessen höchstwertige Leistungen allen offen stehen, und zwar unabhängig von Einkommen und Alter. Meine Damen und Herren! Umso erstaunlicher ist es jedoch, dass Sie ausgerechnet bei den Pensionisten die Beiträge um ein Prozent erhöhen wollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Silhavy: Das ist eigentlich ein Skandal!
Abgesehen davon, meine Damen und Herren, dass Sie damit die Politik der alten ÖVP/FPÖ-Regierung ad absurdum führen, denn sie hat ja Beitragserhöhungen immer explizit ausgeschlossen, werden nunmehr die Pensionisten von Ihnen in zweifacher Hinsicht belastet: erstens durch die Erhöhung der Beiträge und zweitens durch neue Selbstbehalte. Ich finde es schon erstaunlich, dass sich dann der Bundeskanzler hier herstellt und behauptet, dass es weiterhin einen freien Zugang zu den Leistungen für alle, unabhängig vom Einkommen, geben soll. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Silhavy: Das ist eigentlich ein Skandal!) Hier ist durch Sie wohl der nächste Schritt weg vom Solidarprinzip und hin zum Risikoprinzip vorprogrammiert, meine Damen und Herren.
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Nächster Punkt: Gleiche Beiträge bei gleichen Leistungen für alle war natürlich auch Thema der Sondierungsgespräche mit der ÖVP, und unsere Vorschläge zur Harmonisierung der Beiträge und der Leistungen in diesem Bereich waren ja in weiten Teilen auch unbestritten. Geradezu bedauerlich ist es daher, dass den Herrn Bundeskanzler gerade in diesem Bereich der Reformmut verlassen hat und offensichtlich nur noch bei den Arbeitern und Angestellten harmonisiert werden soll, während alle anderen Gruppen vorerst ausgenommen werden sollen. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Ja, Herr Großruck, da haben Sie das Regierungsprogramm nicht gelesen oder nicht verstanden. Ich nehme an, dass Letzteres der Fall ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nächster Punkt: Gleiche Beiträge bei gleichen Leistungen für alle war natürlich auch Thema der Sondierungsgespräche mit der ÖVP, und unsere Vorschläge zur Harmonisierung der Beiträge und der Leistungen in diesem Bereich waren ja in weiten Teilen auch unbestritten. Geradezu bedauerlich ist es daher, dass den Herrn Bundeskanzler gerade in diesem Bereich der Reformmut verlassen hat und offensichtlich nur noch bei den Arbeitern und Angestellten harmonisiert werden soll, während alle anderen Gruppen vorerst ausgenommen werden sollen. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Ja, Herr Großruck, da haben Sie das Regierungsprogramm nicht gelesen oder nicht verstanden. Ich nehme an, dass Letzteres der Fall ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Schluss, meine Damen und Herren, noch ein Angebot an Sie: Wir sind bereit, gerade in der Gesundheitspolitik in den Wettbewerb der besseren Ideen einzutreten, weil wir da auf eine große Kompetenz zurückgreifen können. Gerade die Prävention, die ich bereits erwähnt habe, ist ein Paradebeispiel für unsere Kompetenz, und wenn Sie das wollen, werden wir diese unsere Kompetenz auch in weiten Bereichen einfließen lassen. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich weiß, wie schwierig es sein wird, das alles umzusetzen. Umwelt betrifft uns alle und lässt niemanden gleichgültig. Ein intaktes, lebenswertes Österreich muss ein Wunsch von uns allen sein, und diesen sollten wir gemeinsam umsetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Eder –: Kurt, bleib sachlich!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Eder. – Bitte. (Abg. Mag. Molterer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Eder –: Kurt, bleib sachlich!)
Abg. Scheibner: Müsst ihr alle rote Krawatten tragen?
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Herr Präsident! Sehr verehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Müsst ihr alle rote Krawatten tragen?) Die ist aber schön, ja? (Abg. Dr. Glawischnig: Ein bisschen einfallslos!) Eine Zeitung hat am Wochenende geschrieben: Nichts Neues bringt diese Regierung im Infrastrukturministerium. Wieder einmal ein neuer Minister wie jedes Jahr in den letzten drei Jahren.
Abg. Dr. Glawischnig: Ein bisschen einfallslos!
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Herr Präsident! Sehr verehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Müsst ihr alle rote Krawatten tragen?) Die ist aber schön, ja? (Abg. Dr. Glawischnig: Ein bisschen einfallslos!) Eine Zeitung hat am Wochenende geschrieben: Nichts Neues bringt diese Regierung im Infrastrukturministerium. Wieder einmal ein neuer Minister wie jedes Jahr in den letzten drei Jahren.
Demonstrativer Beifall des Abg. Dolinschek.
Ich möchte aber schon sagen, dass gerade Minister Reichhold, der jetzt wieder ausgetauscht wurde, meines Erachtens doch einige Kompetenz gezeigt hat. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dolinschek.) Ich betrachte das eher als eine Art Opfer, ein bisschen wie ein Bauernopfer. Das ist das eine. Das andere ist, dass ich auch dem neuen Minister Gorbach und seinem Staatssekretär Kukacka für ihre Aufgaben alles Gute wünsche.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Auch der Transitverkehr im Westen liegt uns sehr am Herzen. Laut einer Zeitungsmeldung ist vom neuen Bundesminister gleich wieder das Wort „Veto“ in den Mund genommen worden, was meiner Meinung nach keine gute Aussage war. Ich hoffe, er hat es nicht genau so gesagt, wie es die Zeitung wiedergegeben hat, sonst wäre es schon ein schwerer Schaden für Österreich gewesen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Lassen Sie mich auch noch einen Satz zur Verkehrssicherheit sagen. Auch da bieten wir die Zusammenarbeit an. Es geht nicht nur um Drogen am Steuer, meine sehr geehrten Damen und Herren, sondern es geht hier vor allem auch um Alkohol am Steuer, es geht vor allem auch um die LKWs, die mittlerweile bereits an fast jedem zweiten Unfall beteiligt sind. Ich ersuche, daran mitzuwirken, dass wir im Bereich des Verkehrsausschusses, dem ich jetzt vorsitze, gemeinsam ein vernünftiges Konzept erarbeiten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Jawohl-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Die Regierung ist im Amt. (Jawohl-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Zeit wird’s!, kann man nur sagen. Monatelang sind die Österreicherinnen und Österreicher an der Nase herumgeführt worden. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Zuerst gab es vorgezogene Wahlen wegen einer instabilen Regierung. Nach der Wahl gab es ewig lange Gespräche, Sondierungen hin und her. Und was kommt jetzt raus?– Das Gleiche wie vorher.
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Die Regierung ist im Amt. (Jawohl-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Zeit wird’s!, kann man nur sagen. Monatelang sind die Österreicherinnen und Österreicher an der Nase herumgeführt worden. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Zuerst gab es vorgezogene Wahlen wegen einer instabilen Regierung. Nach der Wahl gab es ewig lange Gespräche, Sondierungen hin und her. Und was kommt jetzt raus?– Das Gleiche wie vorher.
Abg. Scheibner: Na geh! Welche Strafe müssen sie zahlen?
Meine Damen und Herren! Die Österreicherinnen und Österreicher wissen schon jetzt, was auf sie zukommt: Von ihnen wird abkassiert, sie werden geschröpft, österreichische Firmen werden verschleudert, Kranke müssen Strafen bezahlen. (Abg. Scheibner: Na geh! Welche Strafe müssen sie zahlen?) Auf der anderen Seite wird Geld ausgegeben für mehr Posten in der Regierung, wird Geld ausgegeben für PR‑Maßnahmen, die den Weichzeichner über diese kommenden Schröpfaktionen der Regierung legen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Österreicherinnen und Österreicher wissen schon jetzt, was auf sie zukommt: Von ihnen wird abkassiert, sie werden geschröpft, österreichische Firmen werden verschleudert, Kranke müssen Strafen bezahlen. (Abg. Scheibner: Na geh! Welche Strafe müssen sie zahlen?) Auf der anderen Seite wird Geld ausgegeben für mehr Posten in der Regierung, wird Geld ausgegeben für PR‑Maßnahmen, die den Weichzeichner über diese kommenden Schröpfaktionen der Regierung legen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
gen in der „Pressestunde“ vom 10. November 2002 gesagt, die Unfallrentenbesteuerung müsse weg. Nur: Es gibt kein einziges Wort zur Unfallrentenbesteuerung in der Regierungserklärung. Das ist auch wiederum ein Beweis dafür, dass sich nichts zum Besseren verändern wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Wittauer: Deshalb seid ihr auch nicht in der Regierung, weil ihr keine Konzepte habt!
Tausende Menschen warten darauf, dass eine Veränderung beziehungsweise die Abschaffung der Besteuerung der Unfallrenten kommt. Gerade diese Menschen spüren die soziale Kälte besonders stark. Sie werden sich von der jetzigen Aufgussregierung nicht an der Nase herumführen lassen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Wittauer: Deshalb seid ihr auch nicht in der Regierung, weil ihr keine Konzepte habt!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Einige Worte muss man doch zu den Ausführungen des Kollegen Großruck verlieren. Er hat gemeint: Wolfgang Schüssel – der Leuchtturm! Kollege Großruck, ein Leuchtturm muss leuchten! Und Hand aufs Herz: Hat Wolfgang Schüssel heute geleuchtet? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich glaube vielmehr, meine sehr verehrten Damen und Herren, Sie müssen aufpassen, dass ... (Abg. Großruck: Sie sind noch jetzt ganz geblendet von den Strahlen!) Nein, Kollege Großruck, nehmen Sie eines zur Kenntnis: Wenn ein Leuchtturm nicht leuchtet, gehen Schiffe unter. Und Sie müssen aufpassen, dass Sie mit Wolfgang Schüssel nicht untergehen. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihnen geht auch heute kein Licht mehr auf!)
Abg. Großruck: Sie sind noch jetzt ganz geblendet von den Strahlen!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Einige Worte muss man doch zu den Ausführungen des Kollegen Großruck verlieren. Er hat gemeint: Wolfgang Schüssel – der Leuchtturm! Kollege Großruck, ein Leuchtturm muss leuchten! Und Hand aufs Herz: Hat Wolfgang Schüssel heute geleuchtet? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich glaube vielmehr, meine sehr verehrten Damen und Herren, Sie müssen aufpassen, dass ... (Abg. Großruck: Sie sind noch jetzt ganz geblendet von den Strahlen!) Nein, Kollege Großruck, nehmen Sie eines zur Kenntnis: Wenn ein Leuchtturm nicht leuchtet, gehen Schiffe unter. Und Sie müssen aufpassen, dass Sie mit Wolfgang Schüssel nicht untergehen. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihnen geht auch heute kein Licht mehr auf!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihnen geht auch heute kein Licht mehr auf!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Einige Worte muss man doch zu den Ausführungen des Kollegen Großruck verlieren. Er hat gemeint: Wolfgang Schüssel – der Leuchtturm! Kollege Großruck, ein Leuchtturm muss leuchten! Und Hand aufs Herz: Hat Wolfgang Schüssel heute geleuchtet? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich glaube vielmehr, meine sehr verehrten Damen und Herren, Sie müssen aufpassen, dass ... (Abg. Großruck: Sie sind noch jetzt ganz geblendet von den Strahlen!) Nein, Kollege Großruck, nehmen Sie eines zur Kenntnis: Wenn ein Leuchtturm nicht leuchtet, gehen Schiffe unter. Und Sie müssen aufpassen, dass Sie mit Wolfgang Schüssel nicht untergehen. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihnen geht auch heute kein Licht mehr auf!)
Lebhafte ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dieses Regierungsprogramm, das heute hier vorliegt, möchte ich unter einem Aspekt beobachten: Was wird tatsächlich für die Konsumenten gemacht? Da gibt es jetzt eine Staatssekretärin – angeblich ohne Kompetenzen –, auf der anderen Seite hat Herr Bundesminister Haupt gemeint, er will den Konsumentenschutzstandard in Österreich international hoffähig machen. Das war am letzten Freitag. Ich frage mich nur: Warum ist das nicht in der letzten Periode passiert? Und wenn ich mir nun das Programm ansehe, dann muss ich eines festhalten, meine sehr verehrten Damen und Herren: Sie haben eine große Chance vertan. Ihr Programm ist altmodisch! Und glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich rede. (Lebhafte ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Kurzum, meine sehr verehrten Damen und Herren: Sie reden von der Zukunft, aber ich meine, dieses Regierungsprogramm kann keine Zukunft haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Soll unsere Kaufkraft ins Ausland gehen? – Abg. Dr. Fekter: Wollen Sie das?
Eine weitere Korrektur zu Aussagen von Minister Bartenstein heute. Er hat gesagt, Österreich hat seit langem erstmals einen Handelsbilanzüberschuss. Das ist richtig, aber dieser Handelsbilanzüberschuss ist nicht nur auf Grund der starken Exportwirtschaft zustande gekommen, sondern insbesondere deshalb, weil die Importe drastisch zurückgegangen sind. Die Österreicherinnen und Österreicher hatten in den letzten drei Jahren weniger Geld in den Taschen, konnten sich daher weniger leisten, weniger wegfahren, und das hat dazu geführt, dass wir erstmals einen Handelsbilanzüberschuss haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Soll unsere Kaufkraft ins Ausland gehen? – Abg. Dr. Fekter: Wollen Sie das?)
Beifall bei der SPÖ.
Eine Bemerkung zum Schluss, da ich das rote Licht schon sehe: In dieser Regierungserklärung wurde sehr oft das Wort „Zukunft“ verwendet. – Vielleicht ist das treffendste Wort über die Zukunft von Karl Valentin, dem großen Satiriker und Komiker aus München, der einmal gesagt hat – und das ist vielleicht das Motto dieser Regierung –: „Die Zukunft war früher auch besser!“ (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Sie haben das Beispiel Klimaschutz heute erwähnt. Was Sie aber nicht gesagt haben, ist, dass das Umweltressort bereits im Jahr 2000 eine Klimastrategie vorgelegt hat. Diese Klimastrategie sieht vor, dass man 90 Millionen € jährlich investieren muss, damit Österreich das Kyoto-Ziel erreichen kann. Was Sie jetzt präsentieren, ist, dass es ab 2006 diese 90 Millionen € geben wird. Das heißt, wir haben zwei Jahre, bevor der Beobachtungszeitraum beginnt, erstmals die offizielle Summe, die das Umweltressort selbst vorgelegt hat, um Klimaschutzinvestitionen zu tätigen. Die Folgen davon sind fatal, denn wir werden das Kyoto-Ziel im Beobachtungszeitraum nicht erreichen! Die Emissionen – und das wissen Sie – steigen derzeit auch schon. Ich meine, es ist einfach etwas mager, wenn das das Einzige ist, was die neue Bundesregierung im Bereich des Klimaschutzes zu bieten hat! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das ist also dürftig. Es gibt keinerlei neue Ansätze für eine neue Antiatompolitik, und das finde ich sehr mager und sehr schade nach alledem, was von Ihnen in den letzten drei Jahren im Hinblick auf ein gutes Klima schon verdorben wurde. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das sind nur einige Punkte aus dem neuen Regierungsprogramm. Ich kann Ihnen nicht verhehlen: Ich bin enttäuscht, weil ich finde, dass hier eine gute Chance verpasst wurde, einen Neustart zu wagen, nachdem alles schon ein bisschen eingefahren ist. In mir bestätigt sich damit leider wieder der Verdacht, dass die Umwelt auch weiterhin ein Anhängsel der Landwirtschaft sein soll, und das ist eine Entwicklung, die ich nicht besonders fördern möchte. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren der Bundesregierung! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Regierungsprogramm ist menschenrechtswidrig. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nicht das ganze Programm! (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) Es wurde ja zu weiten Teilen hauptsächlich von den Sondierungsgesprächen abgeschrieben, und da habt ihr Vorschläge der beiden Oppositionsparteien übernommen. Aber sonst besteht es im Wesentlichen aus nichts sagenden Überschriften und Plattitüden! (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren der Bundesregierung! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Regierungsprogramm ist menschenrechtswidrig. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nicht das ganze Programm! (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) Es wurde ja zu weiten Teilen hauptsächlich von den Sondierungsgesprächen abgeschrieben, und da habt ihr Vorschläge der beiden Oppositionsparteien übernommen. Aber sonst besteht es im Wesentlichen aus nichts sagenden Überschriften und Plattitüden! (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren der Bundesregierung! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Regierungsprogramm ist menschenrechtswidrig. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nicht das ganze Programm! (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) Es wurde ja zu weiten Teilen hauptsächlich von den Sondierungsgesprächen abgeschrieben, und da habt ihr Vorschläge der beiden Oppositionsparteien übernommen. Aber sonst besteht es im Wesentlichen aus nichts sagenden Überschriften und Plattitüden! (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Abg. Scheibner: Wo steht das?
Aber nicht ganz! Wenn wir im Kapitel 4 auf Seite 8 im letzten Absatz nachlesen – Sie können gleich mitschauen! –, dann sehen wir, dass die Familienzusammenführung weiterhin nur innerhalb der Quote geregelt werden soll. (Abg. Scheibner: Wo steht das?) Das halten wir schlicht und einfach für menschenrechtswidrig, weil es dem Artikel 8 der Menschenrechtskonvention widerspricht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber nicht ganz! Wenn wir im Kapitel 4 auf Seite 8 im letzten Absatz nachlesen – Sie können gleich mitschauen! –, dann sehen wir, dass die Familienzusammenführung weiterhin nur innerhalb der Quote geregelt werden soll. (Abg. Scheibner: Wo steht das?) Das halten wir schlicht und einfach für menschenrechtswidrig, weil es dem Artikel 8 der Menschenrechtskonvention widerspricht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Großruck.
Meine sehr geehrten Abgeordneten von der ÖVP! Sie können weiterhin die Politik machen, die Sie in den letzten Jahren gemacht haben, um sich zum Erfüllungsgehilfen der FPÖ bei dieser unmenschlichen Politik zu machen! Sie können weiterhin einen hohen Druck von illegaler Migration erzeugen! Und Sie können auch weiterhin extrem hohe Kosten bei der Integration verursachen! Wenn Sie nämlich vor allem Kinder mit vier oder fünf Jahren nach Österreich kommen lassen, dann sind die Kosten und auch die Schwierigkeiten für die Kinder, die Sprache selbst zu erlernen, und auch die Kosten für die Republik, diese Kinder dabei zu unterstützen, wesentlich geringer, als wenn sie erst mit sieben oder acht Jahren kommen dürfen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben diesbezüglich keine Ahnung!
Sie können auch weiterhin eine mögliche Verurteilung durch den Europäischen Gerichtshof riskieren, eine weitere Verurteilung! Das wird sicherlich unserem Image und unserer Reputation in Österreich sehr gut tun! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben diesbezüglich keine Ahnung!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Was Sie da sagen, ist absolut falsch!
Zusammenfassend: Diese Politik ist unmenschlich, finanziell absurd, wider die Menschenrechte und läuft vor allem Ihrer eigenen Politik zuwider! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was Sie da sagen, ist absolut falsch!) Sie schreiben selbst: Integration vor Neuzuzug. – In Wahrheit erschweren Sie die Integration! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind völlig uninformiert!) Sie müssen doch selbst zugeben, dass die Integration eines vierjährigen Kindes wesentlich leichter vonstatten geht als die eines sieben- oder achtjährigen Kindes! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum reden Sie zu einem Thema, von dem Sie keine Ahnung haben?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind völlig uninformiert!
Zusammenfassend: Diese Politik ist unmenschlich, finanziell absurd, wider die Menschenrechte und läuft vor allem Ihrer eigenen Politik zuwider! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was Sie da sagen, ist absolut falsch!) Sie schreiben selbst: Integration vor Neuzuzug. – In Wahrheit erschweren Sie die Integration! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind völlig uninformiert!) Sie müssen doch selbst zugeben, dass die Integration eines vierjährigen Kindes wesentlich leichter vonstatten geht als die eines sieben- oder achtjährigen Kindes! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum reden Sie zu einem Thema, von dem Sie keine Ahnung haben?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum reden Sie zu einem Thema, von dem Sie keine Ahnung haben?
Zusammenfassend: Diese Politik ist unmenschlich, finanziell absurd, wider die Menschenrechte und läuft vor allem Ihrer eigenen Politik zuwider! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was Sie da sagen, ist absolut falsch!) Sie schreiben selbst: Integration vor Neuzuzug. – In Wahrheit erschweren Sie die Integration! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind völlig uninformiert!) Sie müssen doch selbst zugeben, dass die Integration eines vierjährigen Kindes wesentlich leichter vonstatten geht als die eines sieben- oder achtjährigen Kindes! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum reden Sie zu einem Thema, von dem Sie keine Ahnung haben?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich komme damit zum Schlusssatz: Natürlich muss zu dem Zeitpunkt, zu dem dieser Rucksack abgebaut sein wird, die Familienzusammenführung aus der Quote herausgenommen werden, weil sie dort nichts verloren hat. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Leider kommen aber in der nächsten Zeit immer wieder große Belastungen auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, vor allem aber auch auf unsere Pensionistinnen und Pensionisten zu. Sie von den Regierungsparteien sprechen davon, begonnene Reformen fortsetzen zu wollen. Diese so genannten Reformen bedeuten jedoch vor allem eine Fortsetzung der Belastungspolitik der letzten drei Jahre zum Schaden und Leidwesen der Menschen in diesem Lande. (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Beifall bei der SPÖ.
Hier sehen Sie die Wertschätzung und Ihre soziale Kälte gegenüber diesen älteren Menschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Die Misere beginnt bei der Abschaffung der Frühpension. Bereits heute gehen nur mehr die Hälfte der Menschen direkt von ihrem Arbeitsplatz und einer aktiven Beschäftigung in Pension, sondern von der Arbeitslosigkeit oder der Notstandshilfe. Schon während der Regierung Schwarz-Blau I wurde das Pensionsantrittsalter überfallsartig angehoben, und die Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt waren verheerend. Innerhalb der letzten zwei Jahre stieg die Arbeitslosigkeit bei über 55-jährigen Frauen um insgesamt 80,3 Prozent und bei über 60-jährigen Männern sogar um 117,2 Prozent! Geradezu provokant scheint es daher zu sein, wenn gleichzeitig von dieser Bundesregierung am Kauf milliardenteurer Abfangjäger festgehalten wird! (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Heiterkeit.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren der neuen Bundesregierung! Ich möchte einleiten mit den Worten eines meiner Vorredner, des Leuchtturmwärters und Heimatdichters Großruck. (Heiterkeit.) Lieber Herr Kollege Großruck! Du hast ausgeführt, dass der Bundeskanzler der Leuchtturm ist. (Abg. Großruck: Jawohl!) Ein Leuchtturm ist aber etwas sehr Statisches, das steht! (Abg. Scheibner: Es ist stabil!) Da rührt sich nichts, genauso wie in dem Regierungsprogramm, da rührt sich auch nichts! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Trinkl.) Das sind lediglich Überschriften!
Abg. Großruck: Jawohl!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren der neuen Bundesregierung! Ich möchte einleiten mit den Worten eines meiner Vorredner, des Leuchtturmwärters und Heimatdichters Großruck. (Heiterkeit.) Lieber Herr Kollege Großruck! Du hast ausgeführt, dass der Bundeskanzler der Leuchtturm ist. (Abg. Großruck: Jawohl!) Ein Leuchtturm ist aber etwas sehr Statisches, das steht! (Abg. Scheibner: Es ist stabil!) Da rührt sich nichts, genauso wie in dem Regierungsprogramm, da rührt sich auch nichts! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Trinkl.) Das sind lediglich Überschriften!
Abg. Scheibner: Es ist stabil!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren der neuen Bundesregierung! Ich möchte einleiten mit den Worten eines meiner Vorredner, des Leuchtturmwärters und Heimatdichters Großruck. (Heiterkeit.) Lieber Herr Kollege Großruck! Du hast ausgeführt, dass der Bundeskanzler der Leuchtturm ist. (Abg. Großruck: Jawohl!) Ein Leuchtturm ist aber etwas sehr Statisches, das steht! (Abg. Scheibner: Es ist stabil!) Da rührt sich nichts, genauso wie in dem Regierungsprogramm, da rührt sich auch nichts! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Trinkl.) Das sind lediglich Überschriften!
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Trinkl.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren der neuen Bundesregierung! Ich möchte einleiten mit den Worten eines meiner Vorredner, des Leuchtturmwärters und Heimatdichters Großruck. (Heiterkeit.) Lieber Herr Kollege Großruck! Du hast ausgeführt, dass der Bundeskanzler der Leuchtturm ist. (Abg. Großruck: Jawohl!) Ein Leuchtturm ist aber etwas sehr Statisches, das steht! (Abg. Scheibner: Es ist stabil!) Da rührt sich nichts, genauso wie in dem Regierungsprogramm, da rührt sich auch nichts! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Trinkl.) Das sind lediglich Überschriften!
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Großruck.
Eine zweite Frage habe ich noch an dich. Wenn der Bundeskanzler der Leuchtturm ist, hast du ihm dann vielleicht die Lizenz zum Steuern entzogen? – Das könnte man vielleicht auch sagen, wenn man dieses Regierungsprogramm anschaut! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe versucht, dieses Regierungsprogramm auf den Begriff Gemeinden hin zu durchleuchten. – Gemeinden sind doch diese Vereinigungen beziehungsweise Ortschaften, in welchen jeder Österreicher und jede Österreicherin lebt. Jeder von uns lebt in einer Gemeinde. Wenn man sich das Regierungsprogramm näher anschaut, dann bemerkt man, dass der Begriff „Gemeinde“ kaum vorkommt. Ganz am Anfang habe ich mir gedacht: Beim Konvent wird doch etwas von der Gemeinde stehen. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Da steht aber nur etwas vom Subsidiaritätsprinzip. Ich meinte, dieses geht hinunter bis zu den Gemeinden. Aber nein! Da steht nur, dass die Stärkung der Länderrechte Aufgabe des Konvents ist.
Abg. Mag. Molterer: Herr Bürgermeister! Was bist du für ein Bürgermeister, wenn du diese nicht kennst?
Das geht in dieser Form weiter. Ich habe ein interessantes Kapitel betreffend Nahversorgung gefunden, und zwar unter Punkt 6, wenn das jemand mitverfolgen will. Da heißt es: „Verlagerung der Abgabenermächtigung für die Verkehrsanschlussabgabe von den Gemeinden zu den Ländern.“ – Das ist eine spannende Geschichte. Wer erklärt mir denn, bitte, was die Verkehrsanschlussabgabe ist? Ich kenne sie nicht! (Abg. Mag. Molterer: Herr Bürgermeister! Was bist du für ein Bürgermeister, wenn du diese nicht kennst?) Diese gibt es nicht! (Abg. Mag. Molterer: Doch!) Aber sicherheitshalber nehmen wir den Gemeinden gleich einmal die Ermächtigung weg, diese zu kassieren. Das ist wirklich sehr positiv für uns Gemeinden!
Abg. Mag. Molterer: Doch!
Das geht in dieser Form weiter. Ich habe ein interessantes Kapitel betreffend Nahversorgung gefunden, und zwar unter Punkt 6, wenn das jemand mitverfolgen will. Da heißt es: „Verlagerung der Abgabenermächtigung für die Verkehrsanschlussabgabe von den Gemeinden zu den Ländern.“ – Das ist eine spannende Geschichte. Wer erklärt mir denn, bitte, was die Verkehrsanschlussabgabe ist? Ich kenne sie nicht! (Abg. Mag. Molterer: Herr Bürgermeister! Was bist du für ein Bürgermeister, wenn du diese nicht kennst?) Diese gibt es nicht! (Abg. Mag. Molterer: Doch!) Aber sicherheitshalber nehmen wir den Gemeinden gleich einmal die Ermächtigung weg, diese zu kassieren. Das ist wirklich sehr positiv für uns Gemeinden!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Bundeskanzler, ich muss Ihnen sagen: Das ist nicht mehr! Es gibt keine Anzeigen- und Ankündigungsabgabe mehr! Diese wurde vor zwei Jahren, glaube ich, in die Werbesteuer umgewandelt. Und diese wollen Sie jetzt den Gemeinden auch wegnehmen? Danke schön!, kann ich da nur im Namen der Gemeinden sagen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! In Anbetracht der vorgerückten Stunde und in einer zusammenfassenden Beurteilung Ihres Regierungsprogrammes lassen Sie mich ganz volkstümlich sagen: Na, guate Nacht! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Mainoni: Haben Sie die Beistriche auch gezählt?
Es geht um die Sorgen „unserer Bürger“, es geht um Migranten, um Sozialpartner, um ein Europa, das für den Einzelnen spürbar, erlebbar ist, es geht um Österreicher, natürlich geht es auch um Pflichtschullehrer und Schüler. Es geht um Mitarbeiter, um Arbeitnehmer und Arbeitgeber, um Konsumenten, um Bauern, um Gastronomen, es geht sogar um Handwerker, Seilbahnunternehmer und Demographen. (Abg. Mag. Mainoni: Haben Sie die Beistriche auch gezählt?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Prinz: Eine „ausgezeichnete“ Vorlesung!
Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung, ich fordere Sie auf: Dienen Sie nicht nur den Bürgern, sondern auch den Bürgerinnen! Halten Sie sich an Ihr eigenes Regierungsprogramm! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Prinz: Eine „ausgezeichnete“ Vorlesung!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich kann Ihnen versprechen: Sie werden nicht nur nach Ihren schönen, salbungsvollen Worten beurteilt, sondern auch nach Ihren Taten! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)