Eckdaten:
Für die 159. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 740 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Präsident Dr. Fischer sowie alle im Saale Anwesenden erheben sich von ihren Plätzen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Präsident Dr. Fischer sowie alle im Saale Anwesenden erheben sich von ihren Plätzen.) Wir haben gestern die Nachricht von dem ganz schrecklichen, tragischen Unglück, das sich in Österreich, in Galtür, Tirol, ereignet hat, erhalten. Ich glaube, es ist der Wunsch aller Mitglieder des Hauses, aus diesem Anlaß zunächst einmal der Toten zu gedenken, den Angehörigen der Toten unser aufrichtiges Mitgefühl auszudrücken und gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck zu verleihen, daß es möglich sein möge, in diesen Stunden noch möglichst viele Verschüttete zu retten, wobei wir allen Helfern Erfolg wünschen und ihnen unseren Dank ausdrücken.
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich begrüße den neuen Abgeordneten herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es sind noch einige hier im Hohen Haus, die sich daran erinnern werden – vor allem die Bauernvertreter der ÖVP werden sich gut daran erinnern –, daß wir vor dem EU-Beitritt Österreichs sehr lang und breit über die Zukunft der österreichischen Landwirte diskutiert haben, und es waren meine damaligen Kollegen Huber, Murer, Reichhold und auch Kollegin Aumayr, die heute noch im Nationalrat ist, die das Szenario gezeichnet haben, das heute eingetreten ist, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Schwarzböck! Erklären Sie meinem Freund Karner, der in etwa 1 000 Schweine in seinem Betrieb füttert, wie er sich dem Wettbewerb stellen soll mit dem holländischen Schweinezüchter, der auf riesigen Schiffen produziert, der alles, was anfällt, ins Meer läßt! Wie soll denn dieser wettbewerbsfähig sein gegenüber dem holländischen Schweinezüchter, Herr Kollege Schwarzböck? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wie soll denn das funktionieren? Was werden Sie meinem Kollegen Karner in Willersdorf sagen, der vor dem Ruin steht, für den der Schweinepreis heute unter 10 S ist? Wem kann man solche Einkommensrückgänge noch zumuten? Welcher Berufsgruppe darf man das noch zumuten, meine Damen und Herren?
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Dem Schwarzenberger fällt schon etwas ein!
Meine Damen und Herren! Wenn Länder wie Polen, Ungarn, Tschechien et cetera in die Europäische Union kommen, dann bedeutet das ja noch größere landwirtschaftliche Flächen, die unter diese Förderungsprogramme fallen sollen, dann heißt das nichts anderes als erneut zusätzliche Konkurrenz für die heimischen Bauern, mit ganz anderen Produktionsvoraussetzungen, weil dann die Agroindustrie Einzug halten wird, weil dann auf riesigen Flächen Mengen produziert werden unter Bedingungen, die unsere österreichischen Bauern aufgrund der natürlichen Voraussetzungen einfach nicht haben. Sie müssen die eigene Konkurrenz mit Einkommensverlusten finanzieren. Meine Damen und Herren! Das muten Sie unseren Bauern zu! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Dem Schwarzenberger fällt schon etwas ein!)
Abg. Mag. Stadler: Demonstrieren gehen sie!
Diese Fischler-Reform wird von Ihnen mitgetragen. Dieses sogenannte Zukunftssicherungsprogramm ist für die Großlandwirtschaft, meine Damen und Herren, in den USA, aber nicht für die bäuerlichen Familienbetriebe in Österreich. (Abg. Mag. Stadler: Demonstrieren gehen sie!) Ab Montag ist aber auch dem Kollegen Schwarzböck aufgefallen, daß etwas schiefläuft, und er fuhr nach Brüssel demonstrieren. Es war geradezu lustig, Sie im Fernsehen als Protestredner zu sehen, Herr Kollege Schwarzböck, zu sehen, wie Sie die Faust in der Hosentasche geballt haben. – Aber es war niemand da, es war kein Ansprechpartner da. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wo war denn der Herr Kommissär? Haben Sie Zutritt erhalten?(Abg. Haigermoser: Einen Wasserwerfer hat er euch geschickt!) Es war wirklich lustig!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Fischler-Reform wird von Ihnen mitgetragen. Dieses sogenannte Zukunftssicherungsprogramm ist für die Großlandwirtschaft, meine Damen und Herren, in den USA, aber nicht für die bäuerlichen Familienbetriebe in Österreich. (Abg. Mag. Stadler: Demonstrieren gehen sie!) Ab Montag ist aber auch dem Kollegen Schwarzböck aufgefallen, daß etwas schiefläuft, und er fuhr nach Brüssel demonstrieren. Es war geradezu lustig, Sie im Fernsehen als Protestredner zu sehen, Herr Kollege Schwarzböck, zu sehen, wie Sie die Faust in der Hosentasche geballt haben. – Aber es war niemand da, es war kein Ansprechpartner da. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wo war denn der Herr Kommissär? Haben Sie Zutritt erhalten?(Abg. Haigermoser: Einen Wasserwerfer hat er euch geschickt!) Es war wirklich lustig!
Abg. Haigermoser: Einen Wasserwerfer hat er euch geschickt!
Diese Fischler-Reform wird von Ihnen mitgetragen. Dieses sogenannte Zukunftssicherungsprogramm ist für die Großlandwirtschaft, meine Damen und Herren, in den USA, aber nicht für die bäuerlichen Familienbetriebe in Österreich. (Abg. Mag. Stadler: Demonstrieren gehen sie!) Ab Montag ist aber auch dem Kollegen Schwarzböck aufgefallen, daß etwas schiefläuft, und er fuhr nach Brüssel demonstrieren. Es war geradezu lustig, Sie im Fernsehen als Protestredner zu sehen, Herr Kollege Schwarzböck, zu sehen, wie Sie die Faust in der Hosentasche geballt haben. – Aber es war niemand da, es war kein Ansprechpartner da. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wo war denn der Herr Kommissär? Haben Sie Zutritt erhalten?(Abg. Haigermoser: Einen Wasserwerfer hat er euch geschickt!) Es war wirklich lustig!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Heute ist es öffentlich: Die EU-Agrarpolitik ist gescheitert. Diese Förderungspolitik ist nachgewiesenermaßen extrem betrugsanfällig. Viele Milliarden – insgesamt nachgewiesene 57 Milliarden Schilling, meine Damen und Herren! – sind in dunklen Kanälen verschwunden, und Sie halten weiter fest an diesem Moloch! Wir Freiheitliche haben darauf hingewiesen. Wir haben der Bevölkerung gesagt, was da kommen wird, aber das war alles schwarzgemalt. Das stimmt doch alles nicht!, hat man gesagt, aber die Realität übertrifft sogar das, was wir an Szenario entwickelt haben. Da wird einem schwarz vor Augen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist es, was es zu fordern gilt, das ist es, was es umzusetzen gilt, meine Damen und Herren! Da haben Sie verläßliche Partner in uns Freiheitlichen! Da können Sie mit uns Agrarpolitik für die kleinen heimischen Betriebe machen, die ja mehr sind als nur Produktionsbetriebe: Sie sind ein Teil dieser österreichischen Identität. Das muß Ihnen doch auch endlich einmal klar werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Umweltschutz muß in die Agrarpolitik viel stärker mit einbezogen werden (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), er muß ein noch höheres Gewicht bekommen, das heißt, Direktzahlungen müssen in Übereinstimmung mit klar definierten ökologischen Zielsetzungen stehen, sodaß Landschaftsschutz ...
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (fortsetzend): ... und vorsorgender Verbraucherschutz in Hinkunft wichtige Bestandteile der Agrarpolitik sind. So sehen freiheitliche Vorstellungen aus, was Zukunftssicherungsprogramme für Bauern betrifft. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.
Ich stehe hier heute stellvertretend für meinen Kollegen Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer, weil dieser gerade heute an der entscheidenden Tagung der Landwirtschaftsminister in Brüssel teilnimmt und dort für die Interessen der österreichischen Bauern und Bäuerinnen eintritt. Deshalb ist es von der FPÖ geradezu unverantwortlich, meine sehr verehrten Damen und Herren, ihn von diesen Verhandlungen zur Agenda 2000 weg nach Österreich zitieren zu wollen. (Beifall bei der ÖVP. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
In dieser Stunde ist der Platz von Minister Molterer am Verhandlungstisch, und ich bin mir der Zustimmung der österreichischen Bäuerinnen und Bauern sicher, daß sie ihren Minister jetzt dort am notwendigsten brauchen. Er muß dort Einfluß nehmen, wo in diesen Tagen die Entscheidungen fallen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Dies sind zum ersten die Marktordnungen: Die Bauern wollen über den Verkauf ihrer Produkte weiterhin einen guten Teil ihres Einkommens erwirtschaften. Deshalb steht Österreich den vorgeschlagenen Preissenkungen in den einzelnen Marktordnungsbereichen kritisch gegenüber. Als Ausgleich für die Preissenkungen bei Milch, Rindfleisch und Kulturpflanzen müssen die direkten Zahlungen in Form von Prämien erhöht werden. In diesem Zusammenhang schlagen einige Finanzminister Europas vor, daß diese Prämien generell jährlich prozentuell gesenkt werden sollen. Dieses Modell, meine sehr verehrten Damen und Herren, lehnen wir entschieden ab! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: ... und werden daher dagegen stimmen!
Österreich hat einen sozial gerechteren Vorschlag zur Staffelung der Prämien eingebracht. Wenn eine Staffelung der Marktordnungsprämien eingeführt werden soll, dann sind wir der Auffassung, daß es eine Differenzierung nach Betriebsgröße geben muß. (Abg. Dr. Ofner: ... und werden daher dagegen stimmen!) Bei den Vorschlägen zur Änderung der Marktordnungen sind die Standpunkte in den Mitgliedstaaten in den laufenden Verhandlungen sehr unterschiedlich. Die deutsche Präsidentschaft will dennoch noch diese Woche eine politische Einigung im Rat der Landwirtschaftsminister erreichen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Wo war Fischler?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Staats- und Regierungschefs haben bei ihrer Tagung in Cardiff bestätigt, daß für eine Reform der Agrarpolitik angemessene und ausreichende Mittel unter Wahrung der Haushaltsdisziplin zur Verfügung stehen müssen. Ein vernünftiger Budgetrahmen ist Voraussetzung für eine vernünftige Agrarpolitik in Europa. Diese Debatte hat sich in den vergangenen Monaten auf europäischer Ebene zusehends verschärft. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch der Aufschrei der europäischen Bauernschaft in Brüssel zu verstehen. 50 000 Bauern haben vorgestern in einem Demonstrationszug die warnende Stimme erhoben und klargemacht, daß es dabei um die Existenz der europäischen Bauernschaft geht, und viele österreichische Bauern, auch welche, die hier in diesem Saale sitzen, waren mit dabei. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Wo war Fischler?)
Abg. Dr. Ofner: Fischler könnte alles verhindern!
Dem Vertreter der österreichischen Bauernschaft, unserem Landwirtschaftsminister Molterer (Abg. Dr. Ofner: Fischler könnte alles verhindern!), ist es bewußt, daß es um die Zukunft der Bauern geht und daß deshalb eine vernünftige Linie in der Budgetfrage absolute Priorität in den in den nächsten Wochen auf allen Ebenen stattfindenden Verhandlungen hat.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bedanke mich. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Da werden sie sie wieder mit den Wasserwerfern wegspritzen! – Abg. Rosemarie Bauer: Aktionismus ist das!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Robert Wenitsch. – Bitte. (Abg. Haigermoser: Da werden sie sie wieder mit den Wasserwerfern wegspritzen! – Abg. Rosemarie Bauer: Aktionismus ist das!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir stehen knapp vor der Vernichtung eines ganzen Berufsstandes. Nicht anders kann man die Absichten, die in der Agenda 2000 enthalten sind, bezeichnen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Darüber hinaus hat ÖVP-Kommissär Fischler vor, die Marktordnungsprämien auf dem Stand von 1999 einzufrieren und degressiv zu gestalten. Dies ist wirklich der Ruin und der Untergang des Bauernstandes, ganz anders, als Sie, Herr Minister, eben in Ihrer Rede gemeint haben, als Sie darzustellen versuchten, was ja Österreich im Prinzip alles für die Landwirtschaft getan hat. – Nichts haben wir getan, im Gegenteil: Ich bin überzeugt davon, daß die Bauern, die sich in schweißtreibendem Einsatz ihre Biobetriebe aufgebaut haben, unter diesem Preisverfall der bäuerlichen Produkte am meisten zu leiden haben werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Smolle: Richtig!
Meine Damen und Herren! Herr Barazon spricht von Betrug an Österreichs Bauern, ich aber gehe sogar noch einen Schritt weiter: Es ist kein Betrug allein am Bauernstand, es ist auch ein Betrug am Konsumenten! (Abg. Smolle: Richtig!) Ich habe hiezu ein Beispiel vorbereitet (der Redner zeigt eine Tafel), und ich würde wirklich alle Konsumentenschützer auffordern, auf die Aussagen dieses Taferls einzugehen:
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Smolle: Bitte wiederholen! Bitte wiederholen! – Abg. Mag. Schweitzer: Er ist schwer von Begriff, der Herr Smolle! – Abg. Smolle: Bitte wiederholen!
Ein Kilogramm Weizen, meine sehr geehrten Damen und Herren, kostet im Moment 1,80 S. Aus einem Kilogramm Weizen kann man 22 Semmeln erzeugen. Das heißt, der Anteil des Weizenpreises an einer Semmel beträgt zurzeit 8 Groschen. Eine 20prozentige Senkung der Getreidepreise würde für den Konsumenten eine Verbilligung der Semmel um 1,6 Groschen bedeuten. Wenn ich von einem derzeitigen Durchschnittspreis einer Semmel von 3 S ausgehe, dann heißt das, daß die Semmel nicht einmal um ein halbes Prozent billiger werden könnte – wenn diese Verbilligung der bäuerlichen Erzeugnisse überhaupt an den Konsumenten weitergegeben wird, was ich sehr stark bezweifle. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Smolle: Bitte wiederholen! Bitte wiederholen! – Abg. Mag. Schweitzer: Er ist schwer von Begriff, der Herr Smolle! – Abg. Smolle: Bitte wiederholen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ja, ich weiß schon, Kollege Smolle, daß Sie keine Ahnung von der Landwirtschaft haben. Das ist mir schon klar. Ich würde Sie dann aber auch bitten: Melden Sie sich in Zukunft bei solchen Themen nicht zu Wort! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich fordere dasselbe für die Bauern ein: eine Kürzung unseres Mitgliedsbeitrages und eine Renationalisierung der Einkommenspolitik. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Damit kann jedes Land individuell auf die Bedürfnisse seiner Bauern und seiner Bürger eingehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich fordere dasselbe für die Bauern ein: eine Kürzung unseres Mitgliedsbeitrages und eine Renationalisierung der Einkommenspolitik. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Damit kann jedes Land individuell auf die Bedürfnisse seiner Bauern und seiner Bürger eingehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich komme schon zum Schlußsatz, Herr Präsident. – Es wird immer deutlicher, daß gerade die ÖVP mehr oder weniger zum "Henker" des Bauernstandes wird. Das Traurige ist für mich dabei nur die Tatsache, daß die Bauern mit ihren Mitgliedsbeiträgen an diesen Bauernbund ihren eigenen Henker finanzieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte dieses Thema gar nicht neu aufwärmen, aber letztlich bedeutet das – das wird ja auch ständig kolportiert und ist kein Geheimnis –, daß heute 20 Prozent der großen Agrarbetriebe 80 Prozent der Förderungen erhalten. Das kann es wohl nicht sein, meine sehr geschätzten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Dieser Weg endet nämlich für viele Bauern in einer Sackgasse. Er führt gerade in jene Richtung, die wir alle nicht haben wollen, nämlich zur industriellen Landwirtschaft. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Dieses System fördert die Großen und zwingt immer mehr kleinere Bauern zum Aufgeben.
Abg. Mag. Schweitzer: Zuviel aufgeschrieben, was? Er hat noch fünf Seiten! – Heiterkeit des Abg. Mag. Schweitzer.
Erlauben Sie mir nur noch eine Anmerkung zum Vorschlag von Bundesminister Molterer, Herr Präsident. (Abg. Mag. Schweitzer: Zuviel aufgeschrieben, was? Er hat noch fünf Seiten! – Heiterkeit des Abg. Mag. Schweitzer.) Um eine flächendeckende Landwirtschaft aufrechtzuerhalten – jawohl, Herr Kollege Schweitzer –, brauchen wir eine Umverteilung im Förderungssystem. Wir brauchen eine Umverteilung von Großbetrieben hin zu den Kleinbetrieben (Beifall bei der SPÖ), ...
Beifall bei der SPÖ
Erlauben Sie mir nur noch eine Anmerkung zum Vorschlag von Bundesminister Molterer, Herr Präsident. (Abg. Mag. Schweitzer: Zuviel aufgeschrieben, was? Er hat noch fünf Seiten! – Heiterkeit des Abg. Mag. Schweitzer.) Um eine flächendeckende Landwirtschaft aufrechtzuerhalten – jawohl, Herr Kollege Schweitzer –, brauchen wir eine Umverteilung im Förderungssystem. Wir brauchen eine Umverteilung von Großbetrieben hin zu den Kleinbetrieben (Beifall bei der SPÖ), ...
Neuerliche Heiterkeit des Abg. Mag. Schweitzer.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Jetzt ist Ende! (Neuerliche Heiterkeit des Abg. Mag. Schweitzer.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Rainer Wimmer (fortsetzend): ... hin zu den kleinen Bauern. Wenn Bundesminister Molterer diesen Vorschlag einbringt, kann er davon ausgehen, daß wir ihn unterstützen werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Georg Schwarzenberger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! An und für sich ist es bedauerlich, daß angesichts der gegenwärtigen riesigen Naturkatastrophe eine Partei im Parlament keine andere Antwort findet, als Aktionismus zu betreiben. (Beifall bei der ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich weise auch mit Entschiedenheit die Aussage zurück, daß der Bauernbund der "Henker" der österreichischen Bauern ist, denn der Bauernbund ist die einzige politische Bauernorganisation, die für die Interessen der österreichischen Bauern kämpft. (Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Worum geht es bei der Marktordnung im Rahmen der Agenda 2000? (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Die gegenwärtige Programmperiode läuft im heurigen Jahr aus, und eine Marktordnung wird auch in Zukunft noch notwendig sein. Eine gänzliche Ablehnung der Agenda 2000 (Abg. Haigermoser: Blablabla!) heißt, sich voll dem freien Wettbewerb preiszugeben, ohne GAP-Prämien als Ersatz dafür zu bekommen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Blablabla!)
Abg. Haigermoser: Blablabla!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Worum geht es bei der Marktordnung im Rahmen der Agenda 2000? (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Die gegenwärtige Programmperiode läuft im heurigen Jahr aus, und eine Marktordnung wird auch in Zukunft noch notwendig sein. Eine gänzliche Ablehnung der Agenda 2000 (Abg. Haigermoser: Blablabla!) heißt, sich voll dem freien Wettbewerb preiszugeben, ohne GAP-Prämien als Ersatz dafür zu bekommen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Blablabla!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Blablabla!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Worum geht es bei der Marktordnung im Rahmen der Agenda 2000? (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Die gegenwärtige Programmperiode läuft im heurigen Jahr aus, und eine Marktordnung wird auch in Zukunft noch notwendig sein. Eine gänzliche Ablehnung der Agenda 2000 (Abg. Haigermoser: Blablabla!) heißt, sich voll dem freien Wettbewerb preiszugeben, ohne GAP-Prämien als Ersatz dafür zu bekommen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Blablabla!)
Abg. Dr. Ofner: Dann stimmt doch dagegen!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Den derzeitigen Unmut der Bauern hat die Forderung von acht EU-Finanzministern ausgelöst, die Budgetansätze auf das Niveau des Jahres 1999 einzufrieren. Dazu muß ich schon sagen, daß der Kommissionsvorschlag auf eine Steigerung der GAP-Prämien an die Bauern auf 59 Milliarden Schilling im Jahr 2006 abzielt, und dagegen wehren sich jetzt die Bauern. (Abg. Dr. Ofner: Dann stimmt doch dagegen!) Aus diesem Grund ist es auch notwendig, daß Minister Molterer jetzt bei den entscheidenden Schlußverhandlungen in Brüssel ... (Abg. Dr. Ofner: Stimmt dagegen!) – Ja, Herr Abgeordneter Ofner! Wenn Sie mehr von Agrarpolitik verstehen würden (Abg. Dr. Ofner: Einstimmigkeitsprinzip!), dann würden Ihre Zwischenrufe wahrscheinlich anders lauten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Stimmt dagegen!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Den derzeitigen Unmut der Bauern hat die Forderung von acht EU-Finanzministern ausgelöst, die Budgetansätze auf das Niveau des Jahres 1999 einzufrieren. Dazu muß ich schon sagen, daß der Kommissionsvorschlag auf eine Steigerung der GAP-Prämien an die Bauern auf 59 Milliarden Schilling im Jahr 2006 abzielt, und dagegen wehren sich jetzt die Bauern. (Abg. Dr. Ofner: Dann stimmt doch dagegen!) Aus diesem Grund ist es auch notwendig, daß Minister Molterer jetzt bei den entscheidenden Schlußverhandlungen in Brüssel ... (Abg. Dr. Ofner: Stimmt dagegen!) – Ja, Herr Abgeordneter Ofner! Wenn Sie mehr von Agrarpolitik verstehen würden (Abg. Dr. Ofner: Einstimmigkeitsprinzip!), dann würden Ihre Zwischenrufe wahrscheinlich anders lauten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Einstimmigkeitsprinzip!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Den derzeitigen Unmut der Bauern hat die Forderung von acht EU-Finanzministern ausgelöst, die Budgetansätze auf das Niveau des Jahres 1999 einzufrieren. Dazu muß ich schon sagen, daß der Kommissionsvorschlag auf eine Steigerung der GAP-Prämien an die Bauern auf 59 Milliarden Schilling im Jahr 2006 abzielt, und dagegen wehren sich jetzt die Bauern. (Abg. Dr. Ofner: Dann stimmt doch dagegen!) Aus diesem Grund ist es auch notwendig, daß Minister Molterer jetzt bei den entscheidenden Schlußverhandlungen in Brüssel ... (Abg. Dr. Ofner: Stimmt dagegen!) – Ja, Herr Abgeordneter Ofner! Wenn Sie mehr von Agrarpolitik verstehen würden (Abg. Dr. Ofner: Einstimmigkeitsprinzip!), dann würden Ihre Zwischenrufe wahrscheinlich anders lauten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Den derzeitigen Unmut der Bauern hat die Forderung von acht EU-Finanzministern ausgelöst, die Budgetansätze auf das Niveau des Jahres 1999 einzufrieren. Dazu muß ich schon sagen, daß der Kommissionsvorschlag auf eine Steigerung der GAP-Prämien an die Bauern auf 59 Milliarden Schilling im Jahr 2006 abzielt, und dagegen wehren sich jetzt die Bauern. (Abg. Dr. Ofner: Dann stimmt doch dagegen!) Aus diesem Grund ist es auch notwendig, daß Minister Molterer jetzt bei den entscheidenden Schlußverhandlungen in Brüssel ... (Abg. Dr. Ofner: Stimmt dagegen!) – Ja, Herr Abgeordneter Ofner! Wenn Sie mehr von Agrarpolitik verstehen würden (Abg. Dr. Ofner: Einstimmigkeitsprinzip!), dann würden Ihre Zwischenrufe wahrscheinlich anders lauten. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.
Herr Abgeordneter Wimmer! Wir verstehen eines nicht: Molterer hat folgenden Vorschlag eingebracht: Wenn es eine Degression, wenn es Kürzungen geben soll, dann nur eine Größendegression und keine Zeitdegression. (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.) Die Sozialdemokraten von Deutschland, Frankreich und England lehnen eine Größendegression entschieden ab, weil laut ihren Zielen nur die Großbetriebe Zukunft haben, nicht aber die Klein- und Mittelbetriebe. (Abg. Dr. Ofner: Ihr braucht nur dagegen zu sein, und es findet nicht statt!) Meine Bitte wäre daher, daß die österreichischen Sozialdemokraten die deutschen Sozialdemokraten beeinflussen sollten. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.)
Abg. Dr. Ofner: Ihr braucht nur dagegen zu sein, und es findet nicht statt!
Herr Abgeordneter Wimmer! Wir verstehen eines nicht: Molterer hat folgenden Vorschlag eingebracht: Wenn es eine Degression, wenn es Kürzungen geben soll, dann nur eine Größendegression und keine Zeitdegression. (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.) Die Sozialdemokraten von Deutschland, Frankreich und England lehnen eine Größendegression entschieden ab, weil laut ihren Zielen nur die Großbetriebe Zukunft haben, nicht aber die Klein- und Mittelbetriebe. (Abg. Dr. Ofner: Ihr braucht nur dagegen zu sein, und es findet nicht statt!) Meine Bitte wäre daher, daß die österreichischen Sozialdemokraten die deutschen Sozialdemokraten beeinflussen sollten. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Herr Abgeordneter Wimmer! Wir verstehen eines nicht: Molterer hat folgenden Vorschlag eingebracht: Wenn es eine Degression, wenn es Kürzungen geben soll, dann nur eine Größendegression und keine Zeitdegression. (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.) Die Sozialdemokraten von Deutschland, Frankreich und England lehnen eine Größendegression entschieden ab, weil laut ihren Zielen nur die Großbetriebe Zukunft haben, nicht aber die Klein- und Mittelbetriebe. (Abg. Dr. Ofner: Ihr braucht nur dagegen zu sein, und es findet nicht statt!) Meine Bitte wäre daher, daß die österreichischen Sozialdemokraten die deutschen Sozialdemokraten beeinflussen sollten. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Trinkl: Woher soll der Schweitzer das wissen?
Abgeordneter Schweitzer hat zu Beginn seiner Rede erklärt, daß der Huber-Plan das Konzept der Freiheitlichen Partei für die Fragen der Zukunft gewesen wäre. Der Huber-Plan besagte, daß jeder Vollerwerbsbetrieb 100 000 S bekommen soll, aber alles andere dem Weltmarkt überlassen werden soll. Angesichts dessen ist die Absicherung in der Agenda 2000 noch wesentlich besser als im Huber-Plan. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Trinkl: Woher soll der Schweitzer das wissen?)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Noch eine Anmerkung: Abgeordneter Reichhold, ehemaliger Agrarsprecher der Freiheitlichen Partei, sagte hier – ich zitiere aus dem Protokoll –: Mir geht in dieser Regierungserklärung auch eine echte EG-Vorsorge für die Bauern ab. 3 Milliarden Schilling sind an Einkommensverlusten zu erwarten. – Wissen Sie, welche Absicherung es gab? – Es waren nicht 3 Milliarden im Jahr, sondern es waren im Rahmen des 40-Milliarden-Paketes für vier Jahre jeweils 10 Milliarden Schilling zusätzlich zu den EU-Prämien vorgesehen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.)
Abg. Dr. Khol: Der Wahlkampf ist ihm wichtiger!
Ich darf auch noch Ihren Parteiobmann, der leider heute nicht anwesend ist, zitieren. (Abg. Dr. Khol: Der Wahlkampf ist ihm wichtiger!) Im "trend" vom Oktober 1997 wurde er gefragt: Rund 60 Prozent der EU-Subventionen werden für den Agrarbereich aufgewendet. Halten Sie diese Aufteilung gegenüber Klein- und Mittelbetrieben für zeitgerecht und fair? Darauf antwortete Haider: Die FPÖ ist grundsätzlich gegen Subventionen. (Abg. Dr. Khol: Schau! Schau!)
Abg. Dr. Khol: Schau! Schau!
Ich darf auch noch Ihren Parteiobmann, der leider heute nicht anwesend ist, zitieren. (Abg. Dr. Khol: Der Wahlkampf ist ihm wichtiger!) Im "trend" vom Oktober 1997 wurde er gefragt: Rund 60 Prozent der EU-Subventionen werden für den Agrarbereich aufgewendet. Halten Sie diese Aufteilung gegenüber Klein- und Mittelbetrieben für zeitgerecht und fair? Darauf antwortete Haider: Die FPÖ ist grundsätzlich gegen Subventionen. (Abg. Dr. Khol: Schau! Schau!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Georg Schwarzenberger (fortsetzend): Mit diesem Modell kann die Landwirtschaft sicher nicht konkurrenzfähig für die Zukunft gemacht werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist das Niveau der ÖVP!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Smolle. Gleiche Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist das Niveau der ÖVP!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Karl Smolle (Liberales Forum): Gospod predsednik! Gospod minister! Visoki Dom! Hohes Haus! Herr Minister! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Man kann natürlich die Agrarpolitik, so wie es die FPÖ getan hat, auf eine Semmelpolitik reduzieren. Ich muß dazu sagen, diese einfache Sicht zeichnet die FPÖ aus. Es ist so, wie sich‘s der kleine Hansi halt vorstellt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Es geht um Semmeln, und das ist das Niveau, auf dem Sie argumentieren.
Abg. Haigermoser: Smolle, was kostet ein Kilo Brot?
Meine Damen und Herren! Aber es müßte sich auch schon bis zur FPÖ durchgesprochen haben, daß man denselben Schilling nur einmal ausgeben kann, denselben Euro nur einmal ausgeben kann. Aber Sie versprechen hier vom Rednerpult jedesmal jedem alles. Und das ist das Problem auch Ihrer Agrarpolitik. (Abg. Haigermoser: Smolle, was kostet ein Kilo Brot?)
Beifall beim Liberalen Forum.
Zurück zur Problematik: Es ist klar, daß wir mit dieser Art der Budgetpolitik im Agrarbereich der EU nicht mehr weiterkommen können. Es ist klar, daß es da zu einer großen Wende kommen muß, und das heißt konkret: weg von der produktbezogenen Förderung hin zu einer Förderung, die Direktzahlungen an die Bauern vorsieht. Das ist die zentrale Zielsetzung. Davon müssen wir ausgehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Haigermoser: Bravo, Smolle! Sehr gut!
Wenn hier ein Plädoyer für den Bauernbund gehalten wurde, dann möchte ich klar dazu sagen, daß auch der Bauernbund für das mißlungene EU-Budget und für die mißlungene Agrarpolitik insgesamt verantwortlich ist. Sie haben uns in diese Schere hineingejagt, sodaß wir jetzt nicht mehr wissen, wie wir den gesamten Agrarmarkt finanzieren können. Diese Schuld nehmen Sie ruhig auf sich, meine Damen und Herren! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Haigermoser: Bravo, Smolle! Sehr gut!)
Abg. Haigermoser: Was bist du eigentlich: grün, liberal? Was bist du?
Worum geht es? – Wir müssen wegkommen von den Interventionspreisen, wir müssen wegkommen von den Exportstützungen, und wir müssen wegkommen von dem übermäßigen und überbordenden Verwaltungsaufwand. Das sind drei ganz klare Eckpunkte. Wir müssen die europäische und auch die österreichische Landwirtschaft wettbewerbsfähig machen. Das ist das Wichtigste. Wir müssen auch in der Landwirtschaft nachhaltige, gute, solide Arbeitsplätze schaffen, und das heißt konkret: Strukturwandel in Österreich, meine Damen und Herren! Das ist der Punkt, über den wir sprechen müssen. (Abg. Haigermoser: Was bist du eigentlich: grün, liberal? Was bist du?)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir brauchen eine Entlastung des Budgets. Wir brauchen geringere Ausgaben zugunsten der Landwirtschaftsförderung. Wir brauchen einen geringeren Verwaltungsaufwand. Wir brauchen auch genügend Geld, meine Damen und Herren – das sei jetzt vor allem in Richtung FPÖ gesagt –, für die Osterweiterung. Die Osterweiterung ist ein wirtschaftlich, politisch und sicherheitspolitisch vernünftiges Projekt. Und wir Österreicher müssen da einfach mitmachen. Wir dürfen nicht über Semmeln reden und über andere derartige Kleinigkeiten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Stadler: Smolle! Was kostet eine Semmel? Wissen Sie das überhaupt? Beim Hofer!
Wir brauchen also eine wettbewerbsfähige und starke Landwirtschaft. (Abg. Mag. Stadler: Smolle! Was kostet eine Semmel? Wissen Sie das überhaupt? Beim Hofer!) Mit den Stützungen der Produktpreise hauen wir genau die Weltmarktpreise zusammen, denen wir dann wieder nachlaufen. Das ist die grundlegend falsche Politik.
Abg. Mag. Schweitzer: So? Da schau her!
In diesem Sinne, meine Damen und Herren, war auch die Erklärung meines Kollegen Strohmayer richtig, der sagte, daß wir eine Renationalisierung auch bei den Förderungen anstreben müssen. (Abg. Mag. Schweitzer: So? Da schau her!) Wir können die österreichische Bundesregierung aus ihrer Grundverantwortung nicht entlassen. Wir können es nicht zulassen, daß sie sich quasi auf die EU und auf die Kommission ausredet, wenn sie selbst schlechte Strukturpolitik in der Landwirtschaft und auch in Fragen der Beschäftigung macht.
Abg. Haigermoser: Wie heißt der Mann?
Meine Damen und Herren! Das ist der Gedanke, den Herr Strohmayer klar zum Ausdruck gebracht hat (Abg. Haigermoser: Wie heißt der Mann?): Es gibt auch eine Selbstverantwortung der Länder!
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich möchte aber auch etwas Positives sagen, und ich bitte Sie, Herr Minister, dies Ihrem Kollegen Molterer mitzuteilen. Wir gehen davon aus, daß die Agrarminister stark genug sein werden, diese Reform durchzusetzen – auch gegen die Bauernlobby und auch gegen die Populisten! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Hans Helmut Moser.
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Schwarzenberger! Ich möchte nur einen Satz zu Ihrer Aufregung wegen dieses Taferls sagen. Ich halte es für sehr degoutant, in dieser Argumentationslinie fortzusetzen, indem man sagt, es sei nicht mehr erlaubt, hier Anschauungsmaterial zu zeigen, weil ein schweres Lawinenunglück passiert ist. Die Anteilnahme ist einheitlich, und alle Abgeordneten teilen diese. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Hans Helmut Moser.)
Abg. Dr. Khol: Der Landwirtschaftsminister der Republik Österreich!
Meine Damen und Herren! Was kann sich ein Demokrat oder ein Bauer oder eine Bäuerin mehr wünschen als folgenden Umstand: Wir sitzen im österreichischen Parlament, der Umweltminister selbst sitzt hier und vertritt die Anliegen der Landwirtschaft. Der Landwirtschaftsminister der ÖVP sitzt in Brüssel und verhandelt. (Abg. Dr. Khol: Der Landwirtschaftsminister der Republik Österreich!) Der ehemalige Landwirtschaftsminister der ÖVP, Franz Fischler, hat das mächtigste Ressort in Brüssel. Was kann demokratisch mehr passieren, was kann effektiver sein für ein kleines Land wie Österreich als diese Konstellation, meine Damen und Herren? – Dennoch ist es notwendig, daß Menschen auf die Straßen gehen, die bisher in der demokratischen Auseinandersetzung in unserem Land sehr wohl potent mitagieren und Landwirtschaftspolitik mitgestalten konnten.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Kollege Wabl! Wir waren nicht dagegen! – Abg. Mag. Schweitzer: Andreas! Wir haben euren Antrag unterstützt!
Abgeordneter Andreas Wabl (fortsetzend): Mein Schlußsatz: Wofür Molterer in Brüssel kämpft, ist meines Erachtens nur ein ganz bescheidener Ansatz. Dieser bescheidene Ansatz geht zwar in die richtige Richtung, ist aber, wenn er so bescheiden bleibt, ein weiterer schwerer Verlust von Möglichkeiten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Kollege Wabl! Wir waren nicht dagegen! – Abg. Mag. Schweitzer: Andreas! Wir haben euren Antrag unterstützt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Außer Haider braucht kein Abgeordneter Gendarmeriebegleitung! Der Haider braucht die meiste Gendarmeriebegleitung!
Abgeordneter Dr. Stefan Salzl (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Schwarzenberger! Nach Ihrer Märchenstunde vom Rednerpult aus wundert es mich nicht, daß Sie mit Gendarmeriebegleitung von der Bauernversammlung weggebracht werden mußten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Außer Haider braucht kein Abgeordneter Gendarmeriebegleitung! Der Haider braucht die meiste Gendarmeriebegleitung!) – Das ist durch die Presse gegangen, und Sie werden das nicht abstreiten können.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie uns Aktionismus vorwerfen, dann muß ich Ihnen sagen, was Sie vor wenigen Tagen in Brüssel aufgeführt haben, war doch Aktionismus pur. Die Bauernbündler fahren nach Brüssel, um dort gegen den Bauernbündler Fischler zu protestieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Statt daß sie ihn aus dem Bauernbund schmeißen und zur Persona non grata erklären, fahren sie demonstrieren und machen dort ein Theater auf Kosten unserer Bauern. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie uns Aktionismus vorwerfen, dann muß ich Ihnen sagen, was Sie vor wenigen Tagen in Brüssel aufgeführt haben, war doch Aktionismus pur. Die Bauernbündler fahren nach Brüssel, um dort gegen den Bauernbündler Fischler zu protestieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Statt daß sie ihn aus dem Bauernbund schmeißen und zur Persona non grata erklären, fahren sie demonstrieren und machen dort ein Theater auf Kosten unserer Bauern. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Genau das ist Ihre Politik. Nicht jene, die das Horrorszenario verursacht haben, sind schuld, sondern jene, die es aufzeigen, sind dann auf einmal schuld daran. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn das die Zukunftsperspektiven für unsere verarmten und in ihrer Existenz bedrohten Bauern sind, dann gute Nacht! Gute Nacht mit dieser Agrarpolitik, gute Nacht mit dieser Einkommenspolitik, die in den letzten Jahren betrieben wurde, gute Nacht mit dieser Agenda 2000! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Wer hat das gesagt?
Herr Bundesminister! Da nützt es auch nichts, wenn Sie sich hier herstellen und sagen, es sei sowieso alles in Ordnung, den Bauern gehe es nicht so schlecht. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Wer hat das gesagt?) – Sie haben es doch gesagt. Sie haben das ÖPUL-Programm in den höchsten Tönen gelobt und gemeint, daß damit eine Existenzsicherung für unsere Bauern gegeben wäre.
Beifall bei den Freiheitlichen
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da wird seit Jahren eine großangelegte Bauernvernichtung betrieben (Beifall bei den Freiheitlichen) – betrieben von der EU, unterstützt von dieser Bundesregierung.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines kann ich Ihnen mit Sicherheit versprechen: Wir Freiheitlichen werden mit aller Vehemenz gegen diese Bauernvernichtung auftreten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Ofner: Was ist los?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Schwemlein. Er hat das Wort. (Abg. Dr. Ofner: Was ist los?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Das habe ich nur wissen wollen!
Abgeordneter Emmerich Schwemlein (SPÖ): Auf den Zwischenruf von der rechten Seite, was los sei, darf ich sagen: Es handelt sich bei der Tatsache, daß ich zwei verschiedene Schuhe trage, um keinen Modegag. Modegags sind wir von Ihrer Seite gewöhnt. Ich denke da etwa nur an die Samtsakkos und Hemden mit Rüschen von Herrn Haider, wir warten nur auf die Seidenhosen und die Puffärmel. Bei mir handelt es sich um einen Heilbehelf. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Das habe ich nur wissen wollen!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir brauchen mit der Agenda 2000 eine Senkung der Produktionspreise, wir brauchen die Sicherung der Einkommen der Bauern durch Direktzahlung, und das Wesentliche ist, daß ein Sockelbetrag für die Kleinbetriebe eingeführt wird und endlich eine soziale Staffelung Platz greift. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Mehr Liberalismus mit weniger Geld – diese Zielsetzung ist gefährliche Illusion, das muß allen klar sein. Mit mehr Liberalismus und weniger Geld kann nicht mehr Ökologie und Gentechnikfreiheit erreicht werden. Daher ist völlig klar, daß sich die Mehrheit der sozialdemokratischen Finanz-, Landwirtschafts- und Außenminister in der Abwägung darüber, welche Freiheit die Landwirtschaftsminister haben, um ein europäisches Modell weiterzuführen, nicht nur mit Budgetverantwortung befassen kann, sondern auch damit, ob sie zu diesen Zielen unserer gemeinsamen Politik stehen. (Beifall bei der ÖVP.) – Das wird am Ende des Verhandlungsergebnisses bewertet werden müssen.
Abg. Dr. Ofner: Sondern gegen den Bauernbündler Fischler!
Ich habe am Montag in Brüssel aus Überzeugung demonstriert, aber nicht gegen die EU (Abg. Dr. Ofner: Sondern gegen den Bauernbündler Fischler!), sondern für eine demokratische, partnerschaftliche EU, und das hängt von der politischen Führung dieser EU ab! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe am Montag in Brüssel aus Überzeugung demonstriert, aber nicht gegen die EU (Abg. Dr. Ofner: Sondern gegen den Bauernbündler Fischler!), sondern für eine demokratische, partnerschaftliche EU, und das hängt von der politischen Führung dieser EU ab! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat Sie empfangen? Wer hat Sie in partnerschaftlicher Übereinstimmung empfangen? Wer hat Sie empfangen?
Ich möchte in aller Offenheit sagen, meine Damen und Herren: Ich bin stolz, daß 40 000 Bäuerinnen und Bauern ihren Unmut und ihre Sorge zum Ausdruck gebracht haben. Aber ich bin auch stolz darauf, daß keine einzige Verletzung passiert ist. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat Sie empfangen? Wer hat Sie in partnerschaftlicher Übereinstimmung empfangen? Wer hat Sie empfangen?)
Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat Sie empfangen? – Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.
Ich sage aber auch mit aller Offenheit: Die Reaktion der Ratspräsidenten bezüglich der Artikulation dieser 17 Millionen Erwerbstätigen ... (Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat Sie empfangen? – Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Rudolf Schwarzböck (fortsetzend): ... hat meine Vorstellung der sozialdemokratischen Sicht der Grundrechte in bezug auf Streiks und Demonstrationen schwer erschüttert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordnete Dr. Martina Gredler (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Mein Vorredner hat einen interessanten Satz geprägt, indem er sagte: Mehr Liberalismus würde schaden. – Ich sage Ihnen: Mehr Liberalismus bedeutet Grundsicherung, und Grundsicherung für die Bauern bedeutet mehr Sicherheit für ihr Leben und für ihr Einkommen. Das ist mehr Liberalismus: daß man die Bauern nicht mehr der blanken Not und der Willkür irgendwelcher Subventionsgeber aussetzt, sondern daß sie durch die Grundsicherung abgesichert sind. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Was macht man mit diesen Rinderbergen? – Man subventioniert sie und exportiert sie in die Dritte Welt. Was passiert dadurch in der Dritten Welt? – Wir machen damit dort die Märkte kaputt. Gleichzeitig subventioniert die EU auch mit Förderungsmitteln Rinderfarmen, Kühlhäuser und so weiter und so fort. – Also: Auf der einen Seite machen wir mit unseren Geldern die Märkte kaputt, auf der anderen Seite subventionieren wir etwas, was nie funktionieren kann, weil wir eben so interveniert haben. Das ist eine Verzerrung! (Beifall beim Liberalen Forum.) – Man muß das auf einer globalen Ebene sehen und kann nicht nur sozusagen das Österreichische darin erkennen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Warum bekommt eine alleinerziehende Mutter nicht dieselbe Aufmerksamkeit? Warum bekommt ein Seidenraupenzüchter mehr Subventionen, als alle Förderungen für Frauenbeschäftigungsinitiativen ausmachen? – Das ist eine Verzerrung! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Zum Schluß kommend: Ich glaube, daß man den Weg von Kommissar Fischler, der das eingehend und sicherlich mit ausreichender Sensibilität überprüft hat, unterstützen sollte. Daher bitte ich, Bauern nicht zu verunsichern, sondern ihnen im Gegenteil die Grundsicherung zu ermöglichen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen.
Der kapitale Fehler der europäischen Agrarpolitik, der da auf die österreichischen Bäuerinnen und Bauern durchschlägt, sind die Exportsubventionen. (Beifall bei den Grünen.) Diese Weltmarktorientierung ist der kapitale Fehler; und dabei betrifft er nur einen winzigen Anteil an der internationalen Agrarproduktion, in etwa 10 Prozent im Bereich der Fleisch- und Milchproduktion. Wegen dieser 10 Prozent werden Milliarden-Förderungen-Karusselle in Betrieb gehalten, bei denen es immer wieder auch zu rechtswidrigen, zu illegalen Zahlungsvorgängen kommt. Wegen dieser 10 Prozent wird letztlich die nationale, die heimische Produktion preisgegeben.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Na ja, na ja!
Daß damit gleichzeitig riesige Transportströme in Gang gehalten werden und daß diese Transportströme eine maßgebliche Mitverantwortung bei der Entstehung von Abgasen, bei der Belastung der Umwelt mit bodennahem Ozon und damit eine maßgebliche Mitverantwortung für das Waldsterben, wodurch im Winter die Berggebiete unsicher werden, haben, das wissen Sie. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Na ja, na ja!)
Beifall bei den Grünen.
Daher fordere ich Sie, Herr Bundesminister, gerade in Zeiten wie diesen auf: Setzen Sie sich im Rahmen der Bundesregierung dafür ein, daß das, was als Lippenbekenntnis auch von ÖVP-Politikern gerne beschworen wird, nämlich nach ökologischen und ethischen Grundsätzen zu wirtschaften, auch die einzige Realität der Förderungspraxis ist! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zweitens: Die Nettopreise für Treibstoffe sind überhöht und müssen unter den gegebenen Umständen gesenkt werden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Drittens: Im Zuge der gegenwärtigen Auseinandersetzung wird es auch darum gehen, künftig den Einsatz von Biosprit und Biodiesel zu forcieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Lassen Sie mich dazu deutlich sagen: Erstens: Was die Aufhebung des faktischen Verbots für unbemannte Automatentankstellen anlangt, habe ich meinem Haus bereits die Anweisung gegeben, alle erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, um dieses bestehende Verbot aufzuheben. – Einseitige Vorleistung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich füge aber hinzu: Ich appelliere an die einschlägige Mineralölwirtschaft, es nicht dazu kommen zu lassen, sondern uns im Wege freiwilliger Akzeptanz des in einer Marktwirtschaft unvermeidlich Nötigen eine derartige Auseinandersetzung zu ersparen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich hoffe, daß mein Bericht in diesem Haus nicht nur zu größerer Klarheit beiträgt, sondern daß er auch den notwendigen öffentlichen Druck weiter verstärkt, damit es rascher zu marktkonformen Anpassungen der Benzinpreise im Interesse der von mir schon angesprochenen Kreise der Bevölkerung kommt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Kostelka: Euer Lieblingszitat!
Abgeordneter Mag. Reinhard Firlinger (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Am Abend wird der Faule fleißig – so kommt es mir vor, gerade bei dem hochsensiblen Punkt "Treibstoffpreise in Österreich". (Abg. Dr. Kostelka: Euer Lieblingszitat!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Ein Gutachten einer Automobilorganisation bescheinigt Ihnen, daß es auf dem Sektor Treibstoffpreisgestaltung und Einflußnahme durch das Bundesministerium, durch Ihr Ministerium, acht Jahre hindurch eigentlich nur Pfusch gegeben hat. Früher hatten wir die amtliche Preisregelung, dann wurde sie aufgehoben, weiters gab es das Modell der "gläsernen Taschen", aber auch dieses wurde wieder aufgehoben. Tatsache ist, meine Damen und Herren, daß wir in Österreich die mit Abstand höchsten Endverbraucherpreise auf diesem Sektor haben. Ich bitte Sie, Herr Bundesminister, diese Tatsachen auch einmal zur Kenntnis zu nehmen und das Gebot des Handelns endlich zu erkennen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rosemarie Bauer: Die Rede war schon vorbereitet!
Damit man einmal sieht, was alles in den Treibstoffpreisen "verpackt" ist, möchte ich das Hohe Haus darüber aufklären, was es mit den diversen Steuern auf sich hat. (Abg. Rosemarie Bauer: Die Rede war schon vorbereitet!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das macht in Summe 58,9 Milliarden Schilling. Mit diesem Anteil sind die österreichischen Endverbraucherpreise enorm belastet. Jeder Haushalt stöhnt unter dieser Belastung – doch Sie machen außer ein paar Ankündigungen nichts. Herr Bundesminister, mit Verlaub: Das ist mir zuwenig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Kiss: Und was ist deine Antwort?
Tatsache ist, daß die Rohölpreise ein historisches Tief erreicht haben, Herr Bundesminister. Wenn ich mir ansehe, wie sich die Preise in den letzten Jahren bewegt haben, so stelle ich fest: von 18 Dollar pro Faß oder Barrel auf zunächst 13 Dollar und mittlerweile – erst dieser Tage, im Februar – auf 10,18 Dollar als Preis für Brent-Öl auf dem Spotmarkt. Das ist der tiefste Preis seit ungefähr neun Jahren. (Abg. Kiss: Und was ist deine Antwort?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Firlinger hat schon wieder nicht verstanden, was der Minister gesagt hat! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Erstens: Machen Sie einmal, da wir in Österreich schlichtweg zuwenig Wettbewerb haben, eine Wettbewerbsklage! Kündigen Sie sie nicht nur an, sondern bringen Sie tatsächlich eine Wettbewerbsklage ein! Das Ankündigen kann ich schon nicht mehr hören. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Firlinger hat schon wieder nicht verstanden, was der Minister gesagt hat! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich meine, daß es eminent wichtig wäre, diese drei Punkte anzugehen. Damit würden die Steuerzahler enorm entlastet werden. Angesichts von drei Sparpaketen, die Sie mitzuverantworten haben, und angesichts enormer Belastungen auf dem Sektor Energiepreise – ich möchte als Beispiel nur den Strompreis erwähnen – wäre es hoch an der Zeit, konkrete Handlungen zu setzen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber wenn der Wirtschaftsminister diese Rute ins Fenster stellt, dann ist offensichtlich Feuer am Dach. Es ist höchst notwendig, auch zu diesen Maßnahmen zu greifen, und wir halten ausdrücklich fest, daß wir selbstverständlich voll hinter dem Wirtschaftsminister stehen, wenn er entsprechende Maßnahmen ergreift. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Oberhaidinger: Wir haben keinen Markt!
Wir bekennen uns zu Markt und Wettbewerb als Preisregulator bei verschiedenen Gütern und Dienstleistungen. Es gibt kein besseres und effizienteres Instrument dafür als einen funktionierenden Markt und einen entsprechenden Wettbewerb der Anbieter. Dazu stehen wir! Aber genau darin liegt das Problem (Abg. Oberhaidinger: Wir haben keinen Markt!): Wir haben keinen ausreichenden Wettbewerb, und es gibt keinen funktionierenden Markt, keinen ausreichend funktionierenden Marktmechanismus bei den Kraftstoffen. Der Herr Bundesminister hat darauf hingewiesen, und die Wifo-Studie weist es ebenfalls nach.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny.
Meine Damen und Herren! Monopol- und Oligopolbildung statt freies Spiel der Marktkräfte und statt eines effizienten Wettbewerbes: So schaut es leider in Österreich aus! Das sollten wir nicht weiter hinnehmen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny
Meine Damen und Herren! Das alles ist auch nicht mit Standortunterschieden erklärbar. Wir sind der Auffassung, daß jetzt endlich einmal auch das Absprachekartell der Mineralölkonzerne aufgebrochen werden muß (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny), daß der Wettbewerb angekurbelt werden muß und daß die Treibstoffpreise zumindest auf das Schweizer Niveau reduziert werden müssen. (Abg. Oberhaidinger: Wer ist da der zuständige Minister?) Daran führt kein Weg vorbei!
Abg. Oberhaidinger: Wer ist da der zuständige Minister?
Meine Damen und Herren! Das alles ist auch nicht mit Standortunterschieden erklärbar. Wir sind der Auffassung, daß jetzt endlich einmal auch das Absprachekartell der Mineralölkonzerne aufgebrochen werden muß (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny), daß der Wettbewerb angekurbelt werden muß und daß die Treibstoffpreise zumindest auf das Schweizer Niveau reduziert werden müssen. (Abg. Oberhaidinger: Wer ist da der zuständige Minister?) Daran führt kein Weg vorbei!
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Vor allem müssen die früheren Mitglieder der OMV-Konzernspitze und jetzigen Regierungsmitglieder, Herr Bundeskanzler Klima, Herr Staatssekretär Ruttenstorfer und Herr Bundesminister Einem, endlich einmal auch der OMV auf die Zehen treten, statt ihr dauernd die Mauer zu machen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.
Den Herren muß doch klar sein, daß sie ihren Job gewechselt haben und jetzt an der Spitze der Republik stehen. (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.) Sie haben die Interessen der Konsumenten zu wahren, sie stehen nicht mehr an der Spitze des größten Tankstellenpächterkonzerns in Österreich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.) Handlungsbedarf ist gegeben, und da ist vor allem die Unterstützung des Wirtschaftsministers bei seinen Maßnahmen zur Stärkung des Wettbewerbs und zur Senkung der überhöhten Preise auf dem Mineralölmarkt angesagt. Darum möchte ich diese Herren ersuchen. (Abg. Mag. Peter: "Bitte, bitte, niedrige Preise"! Genauso wird es gehen!)
Beifall bei der ÖVP.
Den Herren muß doch klar sein, daß sie ihren Job gewechselt haben und jetzt an der Spitze der Republik stehen. (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.) Sie haben die Interessen der Konsumenten zu wahren, sie stehen nicht mehr an der Spitze des größten Tankstellenpächterkonzerns in Österreich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.) Handlungsbedarf ist gegeben, und da ist vor allem die Unterstützung des Wirtschaftsministers bei seinen Maßnahmen zur Stärkung des Wettbewerbs und zur Senkung der überhöhten Preise auf dem Mineralölmarkt angesagt. Darum möchte ich diese Herren ersuchen. (Abg. Mag. Peter: "Bitte, bitte, niedrige Preise"! Genauso wird es gehen!)
Abg. Mag. Peter: "Bitte, bitte, niedrige Preise"! Genauso wird es gehen!
Den Herren muß doch klar sein, daß sie ihren Job gewechselt haben und jetzt an der Spitze der Republik stehen. (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.) Sie haben die Interessen der Konsumenten zu wahren, sie stehen nicht mehr an der Spitze des größten Tankstellenpächterkonzerns in Österreich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.) Handlungsbedarf ist gegeben, und da ist vor allem die Unterstützung des Wirtschaftsministers bei seinen Maßnahmen zur Stärkung des Wettbewerbs und zur Senkung der überhöhten Preise auf dem Mineralölmarkt angesagt. Darum möchte ich diese Herren ersuchen. (Abg. Mag. Peter: "Bitte, bitte, niedrige Preise"! Genauso wird es gehen!)
Ah-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Kiss: Aber zum Glück zählt das nicht!
Meine Damen und Herren! Es gibt auch politische Kräfte in Österreich, die die Ölkonzerne in ihrer Hochpreispolitik unterstützen und die das auch ganz konkret mit ihrer Politik tun werden, wenn es die entsprechenden politischen Konstellationen zulassen. Ich meine damit vor allem die Grünen, und unter ihnen vor allem Frau Klubobfrau Dr. Petrovic. Noch im Jahre 1995, vor der letzten Nationalratwahl, hat sie gesagt: Ich lege mich in der Budgetfrage auf rigorose Umverteilung fest. Die Energiepreise, und zwar für alle Energieformen, Benzin, Heizöl, müssen Jahr für Jahr kräftig angehoben werden. 1 Liter Treibstoff könnte so in einigen Jahren 20 S kosten. (Ah-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Kiss: Aber zum Glück zählt das nicht!)
Abg. Dr. Trinkl: Eine gefährliche Drohung!
Meine Damen und Herren! Weiters hat Frau Abgeordnete Dr. Petrovic gesagt: Die Grünen wollen Regierungsverantwortung übernehmen! und dem noch hinzugefügt, sie würde persönlich für den Posten der Vizekanzlerin zur Verfügung stehen. (Abg. Dr. Trinkl: Eine gefährliche Drohung!) Meine Damen und Herren! Diese Bereitschaft zur Übernahme von Regierungsverantwortung ist eine gefährliche Drohung für die österreichischen Autofahrer. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Weiters hat Frau Abgeordnete Dr. Petrovic gesagt: Die Grünen wollen Regierungsverantwortung übernehmen! und dem noch hinzugefügt, sie würde persönlich für den Posten der Vizekanzlerin zur Verfügung stehen. (Abg. Dr. Trinkl: Eine gefährliche Drohung!) Meine Damen und Herren! Diese Bereitschaft zur Übernahme von Regierungsverantwortung ist eine gefährliche Drohung für die österreichischen Autofahrer. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Eine rot-grüne Ampelkoalition würde offensichtlich – angesichts der Steuer- und Wirtschaftspläne der Grünen im allgemeinen und einer Belastungslawine für alle Energiepreise im speziellen – das Ende für eine stabile wirtschaftliche und soziale Situation in Österreich bedeuten. Die rot-grüne Koalition in Deutschland ist bereits im Ansatz bei ihrer Energiepolitik und bei ihrer sogenannten ökosozialen Steuerpolitik massiv ins Schleudern geraten. Auf diese Beispiele und Vorbilder können wir in Österreich dankend verzichten – auch und gerade im Interesse der Steuerzahler und der Autofahrer! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Nicht verzichten, meine Damen und Herren, wollen wir aber auf eine Förderung von Bioenergie. Der Einsatz von Biodiesel und Biosprit ist in Österreich noch nicht ausreichend gesichert. Deshalb treten wir dafür ein, daß dem Kraftstoff bis zu 2 Prozent Biodiesel und Biosprit beigemengt werden. Das würde sowohl die Umwelt entlasten als auch zusätzliche Arbeitsplätze in der Landwirtschaft schaffen als auch eine Stärkung des Technologiestandortes Österreich mit sich bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Diese zukunftsorientierten Wege sollten wir rasch beschreiten. Wir unterstützen dabei jede diesbezügliche Initiative der Minister Farnleitner und Molterer. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Der Treibstoffpreis ist offensichtlich noch wichtiger als der Bierpreis. Er ist so wichtig, daß der Herr Bundesminister eine eigene Erklärung abgibt und Appelle an die Mineralölwirtschaft hier im Hohen Haus vernehmen läßt. Herr Kukacka legt nach und schimpft über Oligopole und Marktbeherrschung, über Absprachekartelle, die er aufbrechen möchte. Aber warum reden Sie nicht vom Kartellrecht, Herr Kukacka? – Die Bundesregierung hat vor vier Jahren eine Novelle zum Kartellrecht gemacht. Aber diese Novelle im Kartellrecht ist zum Schmeißen. Sie wissen, daß diese Novelle im Kartellrecht zum Schmeißen ist! (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Jawohl!
Sie ist ein sozialpartnerschaftliches Konstrukt, worin die Sozialpartner nicht nur als Amtsparteien die Ankläger sind – es darf ja überhaupt niemand außer den Amtsparteien Anklage beim Kartellgericht erheben –, sondern darüber hinaus gleichzeitig auch Gutachter und Richter sind. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Jawohl!)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Es wurde jetzt vom Justizministerium eine Novelle zum Kartellrecht ausgearbeitet, die bald hierher ins Hohe Haus kommen wird. Diese wird allerdings wieder nichts ändern, Herr Bundesminister, Sie haben in Ihrer Rede über Preispolitik kein Wort darüber verloren, daß wir in Österreich ein Kartellrecht haben, das eigentlich nicht existiert. Wir haben ein Kartellrecht, das aus der Steinzeit der Marktwirtschaft stammt. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Kukacka: Hat er gesagt!
Herr Bundesminister! Wenn Sie in der Zeitschrift "FORMAT" richtig zitiert worden sind, wäre das auch Ihre Politik. Sie haben heute bei diesem Schauspiel betreffend Treibstoffpreise, das in Vorwahlzeiten selbstverständlich notwendig ist, weil der Treibstoffpreis ein sensibler Preis ist, darüber eigentlich nichts gesagt. Ich habe mir erwartet, daß Sie da sagen werden: Ich, Wirtschaftsminister der Republik Österreich, habe die Nase voll! Ich habe von dem Spiel der Oligopolen der Mineralölwirtschaft und von dem geheimen Kartell, das sie gebildet haben, die Nase voll. (Abg. Mag. Kukacka: Hat er gesagt!) Ich werde dieser Republik ein Kartellrecht geben, das uns wirklich in die Lage versetzt, ohne Appelle und sonstige Herumredereien – was nützen denn Appelle in der Wirtschaft, wenn es ums Geld geht? – eine Rechtssituation zu schaffen, in der ein Kartellanwalt durchgreifen kann. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Wenn Sie in der Zeitschrift "FORMAT" richtig zitiert worden sind, wäre das auch Ihre Politik. Sie haben heute bei diesem Schauspiel betreffend Treibstoffpreise, das in Vorwahlzeiten selbstverständlich notwendig ist, weil der Treibstoffpreis ein sensibler Preis ist, darüber eigentlich nichts gesagt. Ich habe mir erwartet, daß Sie da sagen werden: Ich, Wirtschaftsminister der Republik Österreich, habe die Nase voll! Ich habe von dem Spiel der Oligopolen der Mineralölwirtschaft und von dem geheimen Kartell, das sie gebildet haben, die Nase voll. (Abg. Mag. Kukacka: Hat er gesagt!) Ich werde dieser Republik ein Kartellrecht geben, das uns wirklich in die Lage versetzt, ohne Appelle und sonstige Herumredereien – was nützen denn Appelle in der Wirtschaft, wenn es ums Geld geht? – eine Rechtssituation zu schaffen, in der ein Kartellanwalt durchgreifen kann. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Eines muß klar sein: Eine geheime Kartellabsprache, ein Außerkraftsetzen des Marktes ist – und ich weiß, was ich hier sage – ein Akt der Wirtschaftskriminalität. Das ist eine kriminelle Handlung gegen den Markt, gegen andere Anbieter und gegen den Konsumenten. Aber mit Appellen und frommen Sprüchen werden wir da keinen Zentimeter weiterkommen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger.
Lassen Sie mich mit einigen weiteren Überlegungen zur Frage Wettbewerb schließen. Warum liberalisieren wir den Wettbewerb in der Stromwirtschaft nur bis zu einer Höhe von neun Gigawattstunden? Warum haben wir nicht den Mut, wie es andere europäische Staaten gemacht haben, eine wirkliche Liberalisierung durchzuführen? – Nur der Markt senkt die Kosten! Nur der Markt findet die billigste und beste Lösung für die Konsumenten! Nur der Markt ist in der Lage, die optimale Lösung zu finden, wenn wir in der Politik den Märkten die entsprechenden Rahmenbedingungen geben und für eine entsprechende kartellrechtliche Garantie sorgen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein funktionierender Markt ist natürlich besser als eine Preisregelung. Wenn aber der Markt in dieser Sparte nicht funktioniert und auch nicht dazu gebracht werden kann, daß er funktioniert, so darf eine Preisregelung kein Tabuthema sein. (Beifall bei der SPÖ.) Das sagen nun auch Sie, Herr Minister. Diese Haltung nehmen auch Sie jetzt ein.
Abg. Mag. Peter: Warum setzen Sie als Amtsparteien kein Kartellverfahren ein?
Es gibt deswegen keinen freispielenden Markt, weil eben sechs Firmen den Markt beherrschen. (Abg. Mag. Peter: Warum setzen Sie als Amtsparteien kein Kartellverfahren ein?) – Auf das werde ich noch zu sprechen kommen, Herr Abgeordneter Peter. (Abg. Mag. Barmüller: Ziehen Sie es vor, Herr Abgeordneter! Sagen Sie es gleich!) Sechs Firmen beherrschen den Markt.
Abg. Mag. Barmüller: Ziehen Sie es vor, Herr Abgeordneter! Sagen Sie es gleich!
Es gibt deswegen keinen freispielenden Markt, weil eben sechs Firmen den Markt beherrschen. (Abg. Mag. Peter: Warum setzen Sie als Amtsparteien kein Kartellverfahren ein?) – Auf das werde ich noch zu sprechen kommen, Herr Abgeordneter Peter. (Abg. Mag. Barmüller: Ziehen Sie es vor, Herr Abgeordneter! Sagen Sie es gleich!) Sechs Firmen beherrschen den Markt.
Abg. Mag. Peter: Wir müssen auf der Autobahn nicht tanken!
Die Mineralölwirtschaft beklagt sehr oft – auch das haben Sie gesagt, Herr Abgeordneter Peter – die ungünstige Ausgangslage der Tankstellenshops. Sie ist ungünstig, aber ich bezweifle, daß durch bessere Mobilität, durch mehr Freiheit bei den Tankstellenshops die Benzinpreise tatsächlich niedriger werden würden. Die Wettbewerbssituation spricht nämlich nicht dafür. Wäre es so, müßten eigentlich die Autobahntankstellen, die die größten Shops haben, die billigsten Anbieter sein. Wir wissen jedoch, daß genau das Gegenteil der Fall ist. (Abg. Mag. Peter: Wir müssen auf der Autobahn nicht tanken!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Was hat der Ruttenstorfer behauptet im Fernsehen? – Das Gegenteil!
Herr Minister! Wenn wir schon bei der Frage des funktionierenden Wettbewerbs und beim Kartellgesetz sind, so muß ich abschließend noch sagen, daß das nicht nur für den Benzinpreis, der derzeit ein Thema ist, relevant ist, sondern daß es noch viele Bereiche in Österreich gibt, in denen wir von mehr Wettbewerb profitieren könnten. Ich nenne etwa die Diskussion, die wir in Gang gebracht haben bezüglich Wechselgebühren bei den Banken, wo absurderweise der Umtausch innerhalb der Euro-Währungen nach Einführung des Euro bei kleinen Beträgen teurer und nicht billiger geworden ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Was hat der Ruttenstorfer behauptet im Fernsehen? – Das Gegenteil!) Ich nenne die Erdgaspreisbildung, ich nenne die Strompreisbildung für die Haushalte et cetera.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Barmüller: Warum hat die Arbeiterkammer nichts gemacht? Gar nichts ist gemacht worden! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Der Ruttenstorfer hat es in Abrede gestellt, als er mit der Frau Riess-Passer diskutiert hat! Das darf nicht wahr sein!
Es geht daher um ein vernünftiges Kartellrecht, das relativ rasch in diesem Haus beschlossen werden sollte. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Barmüller: Warum hat die Arbeiterkammer nichts gemacht? Gar nichts ist gemacht worden! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Der Ruttenstorfer hat es in Abrede gestellt, als er mit der Frau Riess-Passer diskutiert hat! Das darf nicht wahr sein!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Tichy-Schreder: Das ist eine Pietätlosigkeit! Das ist peinlich!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Bevor ich auf die Sache selbst eingehe, möchte ich etwas zum allerersten Redebeitrag des Herrn Bundesminister Farnleitner und auch zu seinem Vorredner Bundesminister Bartenstein sagen. Daß der ganze Nationalrat heute um die Opfer von Galtür trauert, hat meines Erachtens bereits Präsident Fischer in unser aller Namen zum Ausdruck gebracht. Ich habe keine Lust dazu, mir am heutigen Tag noch von jedem ÖVP-Minister zusätzlich sein Sondervotum zu dieser Katastrophe anzuhören. Ich finde das zumindest deplaciert. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Tichy-Schreder: Das ist eine Pietätlosigkeit! Das ist peinlich!) – Es war tatsächlich peinlich, Frau Kollegin. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Bevor ich auf die Sache selbst eingehe, möchte ich etwas zum allerersten Redebeitrag des Herrn Bundesminister Farnleitner und auch zu seinem Vorredner Bundesminister Bartenstein sagen. Daß der ganze Nationalrat heute um die Opfer von Galtür trauert, hat meines Erachtens bereits Präsident Fischer in unser aller Namen zum Ausdruck gebracht. Ich habe keine Lust dazu, mir am heutigen Tag noch von jedem ÖVP-Minister zusätzlich sein Sondervotum zu dieser Katastrophe anzuhören. Ich finde das zumindest deplaciert. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Tichy-Schreder: Das ist eine Pietätlosigkeit! Das ist peinlich!) – Es war tatsächlich peinlich, Frau Kollegin. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Peter: So ist es!
Nun zur Frage der Benzin- und Dieselpreise, die Herr Minister Farnleitner hier thematisiert hat. Daß die Nettopreise im Mineralölhandel im internationalen Vergleich überhöht beziehungsweise sehr hoch sind, Herr Bundesminister, ist seit vielen Jahren bekannt. Das wird in jedem Vierteljahresbericht der International Energy Agency und in OECD-Berichten dokumentiert. Ich selbst habe schon Pressekonferenzen dazu abgehalten. Die Arbeiterkammer Oberösterreich, wenn ich mich nicht irre, hat das auch immer wieder thematisiert, allerdings ohne eine Konsequenz daraus zu ziehen, nämlich tatsächlich einmal eine Kartellklage einzureichen. (Abg. Mag. Peter: So ist es!) Daß es sich hier, wie Minister Farnleitner richtig sagte, um ein Oligopol handelt, wobei es nicht verwegen ist, seit der Freigabe der Preise Preisabsprachen anzunehmen, ist uns auch mittlerweile seit ungefähr 15 Jahren bekannt. Vorher waren Preisabsprachen nicht notwendig, weil die amtliche Preisregelung nichts anderes war als ein amtlich verordnetes Preiskartell. Das war für die Mineralölwirtschaft wahrscheinlich noch besser.
Abg. Haigermoser: Nicht mehr 35 S pro Liter!
Herr Bundesminister! Ich wundere mich schon über einen Punkt. Natürlich teilen wir Ihre Meinung, daß die Preissituation bei den sogenannten Nettopreisen, also ohne Steuern, problematisch ist und daß die Nettopreise so weit wie möglich gesenkt werden müssen. (Abg. Haigermoser: Nicht mehr 35 S pro Liter!) Selbstverständlich! Aber ich wundere mich darüber, daß Sie über die Bruttopreise so gut wie nichts sagen. Sollten wir wirklich aus Ihrer Erklärung schließen, daß Ihre Straßenverkehrspolitik jene ist, schlicht und einfach Benzin, Superbenzin, Diesel und so weiter zu verbilligen, und das ist alles?
Abg. Mag. Kukacka betritt soeben den Sitzungssaal.
Wir diskutieren seit mindestens einem Jahr Steuerreformfragen. Herr Kollege Kukacka! – Er leider verschwunden. (Abg. Mag. Kukacka betritt soeben den Sitzungssaal.) – Da oben steht er. Wir haben natürlich schon lange zur Kenntnis genommen, daß sich die ÖVP von ihrem seinerzeitigen ökosozialen Wirtschaftskonzept verabschiedet hat und daß sie ein ökosoziales Steuerreformkonzept leider nicht unterstützt. Das wissen wir bereits. Eine gefährliche Drohung für uns – das werden Sie verstehen – ist angesichts der schwarz-roten Vereinbarungen weniger die ohnehin geringe Aussicht, daß die Grünen in die Regierung kämen, sondern eine gefährliche Drohung nach meinem Dafürhalten – das sage ich Ihnen in aller Freundschaft – wäre ein Verkehrsminister oder Straßenbauminister Kukacka. (Abg. Mag. Kukacka: Das verstehe ich!) Das kann ich schon in gleicher Form zurückgeben.
Abg. Mag. Kukacka: Das verstehe ich!
Wir diskutieren seit mindestens einem Jahr Steuerreformfragen. Herr Kollege Kukacka! – Er leider verschwunden. (Abg. Mag. Kukacka betritt soeben den Sitzungssaal.) – Da oben steht er. Wir haben natürlich schon lange zur Kenntnis genommen, daß sich die ÖVP von ihrem seinerzeitigen ökosozialen Wirtschaftskonzept verabschiedet hat und daß sie ein ökosoziales Steuerreformkonzept leider nicht unterstützt. Das wissen wir bereits. Eine gefährliche Drohung für uns – das werden Sie verstehen – ist angesichts der schwarz-roten Vereinbarungen weniger die ohnehin geringe Aussicht, daß die Grünen in die Regierung kämen, sondern eine gefährliche Drohung nach meinem Dafürhalten – das sage ich Ihnen in aller Freundschaft – wäre ein Verkehrsminister oder Straßenbauminister Kukacka. (Abg. Mag. Kukacka: Das verstehe ich!) Das kann ich schon in gleicher Form zurückgeben.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.
Das wissen Sie ja alles, aber Sie betreiben eben hier ein bißchen Wahlkampf und versuchen auf diese Art und Weise, zwei zusätzliche Stimmen zu gewinnen. Das ist ein wenig sehr einfach, Herr Kollege Kukacka. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Und das zweite, das bleibt, ist ein Appell an die Mineralölwirtschaft zur freiwilligen Kooperation. C’est tout! Herr Bundesminister, das ist auf hochdeutsch gut genug für 14 Tage Wahlkampf, aber mehr als eine Luftblase ist das nicht. Wenn Sie schon eine Erklärung nach § 19 abgeben – das ist immerhin etwas Besonderes –, dann erwartet man sich etwas mehr als das. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei der ÖVP.
Die zweite Schiene ist, daß wir in der Energiepreispolitik nicht den Weg des deutschen Nachbarn gehen werden. Darüber sind Sie bereits hinreichend informiert. Ich glaube, daß der Anlauf zu einem ökosozialen Steuersystem nicht in dieser Reform erfolgen wird. Das kann ich Ihnen als Teilnehmer der Verhandlungsrunde so sagen. Über diesen Punkt werden wir uns noch sehr lange unterhalten. – Ich danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.
Abgeordneter Dkfm. Mag. Josef Mühlbachler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Professor Van der Bellen, ich habe es wirklich nicht angebracht gefunden, daß Sie auf die Äußerungen von zwei Regierungsmitgliedern zum Unglück von Galtür in dieser Art und Weise Stellung genommen haben. Es ist meiner Meinung nach selbstverständlich auch Aufgabe der Regierung, dazu eine Stellungnahme abzugeben, und selbstverständlich ist es auch Aufgabe des Wirtschaftsministers, sich darauf zu beziehen. Daher halte ich es für sehr angebracht, daß Herr Minister Farnleitner von dieser Stelle aus eine entsprechende Stellungnahme abgegeben hat. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.)
Abg. Dr. Petrovic: Ja, ich auch!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich wundere mich über den Verlauf der heutigen Diskussion. (Abg. Dr. Petrovic: Ja, ich auch!) Der Wirtschaftsminister nimmt aufgrund einer Untersuchung seine Aufgabe wahr, bringt das Thema "überhöhte Treibstoffpreise" ins Parlament, und – siehe da! – eine ganze Reihe von Abgeordneten stellt sich ans Rednerpult und sagt: Herr Wirtschaftsminister, wieso bringen Sie das Thema eigentlich erst jetzt, wieso haben Sie nicht schon lange gehandelt? – Da muß ich schon fragen: Kennen denn die Abgeordneten die Gesetzeslage nicht? Der Herr Wirtschaftsminister hat jetzt schon zum zweiten Mal wiederholt, wie die Gesetzeslage ist und daß er von sich aus gar nicht aktiv werden kann. Bezüglich der Forderungen nach einer Änderung des Kartellrechtes bitte ich also den Herrn Justizminister, sich damit auseinanderzusetzen, damit entsprechende Änderungen herbeigeführt werden. (Abg. Mag. Barmüller: Sie appellieren an sich selbst! Sie geben zu, daß Sie in 14 Jahren großer Koalition nicht gehandelt haben!) Ich glaube, die Argumentation kann gar nicht anders laufen, als sie jetzt hier vorgebracht wird. (Abg. Haigermoser: Seit fünf Jahren wird es von euch verhindert! – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Barmüller und Dkfm. Holger Bauer.)
Abg. Mag. Barmüller: Sie appellieren an sich selbst! Sie geben zu, daß Sie in 14 Jahren großer Koalition nicht gehandelt haben!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich wundere mich über den Verlauf der heutigen Diskussion. (Abg. Dr. Petrovic: Ja, ich auch!) Der Wirtschaftsminister nimmt aufgrund einer Untersuchung seine Aufgabe wahr, bringt das Thema "überhöhte Treibstoffpreise" ins Parlament, und – siehe da! – eine ganze Reihe von Abgeordneten stellt sich ans Rednerpult und sagt: Herr Wirtschaftsminister, wieso bringen Sie das Thema eigentlich erst jetzt, wieso haben Sie nicht schon lange gehandelt? – Da muß ich schon fragen: Kennen denn die Abgeordneten die Gesetzeslage nicht? Der Herr Wirtschaftsminister hat jetzt schon zum zweiten Mal wiederholt, wie die Gesetzeslage ist und daß er von sich aus gar nicht aktiv werden kann. Bezüglich der Forderungen nach einer Änderung des Kartellrechtes bitte ich also den Herrn Justizminister, sich damit auseinanderzusetzen, damit entsprechende Änderungen herbeigeführt werden. (Abg. Mag. Barmüller: Sie appellieren an sich selbst! Sie geben zu, daß Sie in 14 Jahren großer Koalition nicht gehandelt haben!) Ich glaube, die Argumentation kann gar nicht anders laufen, als sie jetzt hier vorgebracht wird. (Abg. Haigermoser: Seit fünf Jahren wird es von euch verhindert! – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Barmüller und Dkfm. Holger Bauer.)
Abg. Haigermoser: Seit fünf Jahren wird es von euch verhindert! – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Barmüller und Dkfm. Holger Bauer.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich wundere mich über den Verlauf der heutigen Diskussion. (Abg. Dr. Petrovic: Ja, ich auch!) Der Wirtschaftsminister nimmt aufgrund einer Untersuchung seine Aufgabe wahr, bringt das Thema "überhöhte Treibstoffpreise" ins Parlament, und – siehe da! – eine ganze Reihe von Abgeordneten stellt sich ans Rednerpult und sagt: Herr Wirtschaftsminister, wieso bringen Sie das Thema eigentlich erst jetzt, wieso haben Sie nicht schon lange gehandelt? – Da muß ich schon fragen: Kennen denn die Abgeordneten die Gesetzeslage nicht? Der Herr Wirtschaftsminister hat jetzt schon zum zweiten Mal wiederholt, wie die Gesetzeslage ist und daß er von sich aus gar nicht aktiv werden kann. Bezüglich der Forderungen nach einer Änderung des Kartellrechtes bitte ich also den Herrn Justizminister, sich damit auseinanderzusetzen, damit entsprechende Änderungen herbeigeführt werden. (Abg. Mag. Barmüller: Sie appellieren an sich selbst! Sie geben zu, daß Sie in 14 Jahren großer Koalition nicht gehandelt haben!) Ich glaube, die Argumentation kann gar nicht anders laufen, als sie jetzt hier vorgebracht wird. (Abg. Haigermoser: Seit fünf Jahren wird es von euch verhindert! – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Barmüller und Dkfm. Holger Bauer.)
Abg. Hans Helmut Moser: Jetzt kommen Sie daher und wollen Gesetze ändern! Sie haben seit Jahren Zeit gehabt!
Kollege Haigermoser! Da von Verhindern die Rede ist, möchte ich schon sehr klar und deutlich folgendes herausstellen (Abg. Hans Helmut Moser: Jetzt kommen Sie daher und wollen Gesetze ändern! Sie haben seit Jahren Zeit gehabt!) Die Meinung der FPÖ zur Preisregulierung ist durch Herrn Abgeordneten Firlinger ganz ausgezeichnet dargestellt worden. (Abg. Haigermoser: Jetzt sind wir schuld, oder was?) Er hat gesagt: Es muß etwas getan werden, aber Preisregulierungen wollen wir nicht! – So hat er es zum Ausdruck gebracht.
Abg. Haigermoser: Jetzt sind wir schuld, oder was?
Kollege Haigermoser! Da von Verhindern die Rede ist, möchte ich schon sehr klar und deutlich folgendes herausstellen (Abg. Hans Helmut Moser: Jetzt kommen Sie daher und wollen Gesetze ändern! Sie haben seit Jahren Zeit gehabt!) Die Meinung der FPÖ zur Preisregulierung ist durch Herrn Abgeordneten Firlinger ganz ausgezeichnet dargestellt worden. (Abg. Haigermoser: Jetzt sind wir schuld, oder was?) Er hat gesagt: Es muß etwas getan werden, aber Preisregulierungen wollen wir nicht! – So hat er es zum Ausdruck gebracht.
Abg. Haigermoser: Aber nicht über das Kartellrecht!
Ich frage nun: Was wollte er damit sagen? (Abg. Haigermoser: Aber nicht über das Kartellrecht!) – Wahrscheinlich wollte er gar nichts sagen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich frage nun: Was wollte er damit sagen? (Abg. Haigermoser: Aber nicht über das Kartellrecht!) – Wahrscheinlich wollte er gar nichts sagen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Barmüller: Viele Zuhörerinnen und Zuhörer verlassen zu Recht die Galerie, weil sie sich das nicht mehr anhören wollen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, daß es wirklich notwendig war und ist, daß heute über die Mineralölpreise gesprochen wird. (Abg. Mag. Barmüller: Viele Zuhörerinnen und Zuhörer verlassen zu Recht die Galerie, weil sie sich das nicht mehr anhören wollen!) Und ich glaube eines ... (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Rede lieber über die Bierpreise! Da verstehst du mehr davon!) Das stimmt, das war mein Metier, und daher verstehe ich auch etwas vom Bierpreis.
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Rede lieber über die Bierpreise! Da verstehst du mehr davon!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, daß es wirklich notwendig war und ist, daß heute über die Mineralölpreise gesprochen wird. (Abg. Mag. Barmüller: Viele Zuhörerinnen und Zuhörer verlassen zu Recht die Galerie, weil sie sich das nicht mehr anhören wollen!) Und ich glaube eines ... (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Rede lieber über die Bierpreise! Da verstehst du mehr davon!) Das stimmt, das war mein Metier, und daher verstehe ich auch etwas vom Bierpreis.
Abg. Haigermoser: Was kostet heute eine Halbe?
Aber ich möchte Ihnen noch folgendes sagen, Herr Dkfm. Bauer (Abg. Haigermoser: Was kostet heute eine Halbe?): Ich halte es aufgrund der heutigen Debatte für unbedingt notwendig, daß Gesetzesänderungen eingeleitet werden und den Kraftfahrern tatsächlich Rechnung getragen wird, indem man ihre Belange mehr denn je auch im Parlament artikuliert und entsprechende Gesetzesanträge einbringt. (Abg. Smolle: Dazu ist er ja da, daß er Regierungsentwürfe einbringt!) Ich bin sehr dafür, daß in Kürze als Gegensatz zum "Masterplan" von Dr. Einem ein "Masterplan"-Straße von Minister Farnleitner an das Parlament weitergeleitet wird, denn – und das möchte ich betonen – eine Verabschiedung vom Verkehrsträger Straße auf jene Art und Weise, wie sie im Moment von Rot, Grün und den Liberalen propagiert wird, wäre gegenüber vielen ländlichen Bereichen einfach unstatthaft. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.)
Abg. Smolle: Dazu ist er ja da, daß er Regierungsentwürfe einbringt!
Aber ich möchte Ihnen noch folgendes sagen, Herr Dkfm. Bauer (Abg. Haigermoser: Was kostet heute eine Halbe?): Ich halte es aufgrund der heutigen Debatte für unbedingt notwendig, daß Gesetzesänderungen eingeleitet werden und den Kraftfahrern tatsächlich Rechnung getragen wird, indem man ihre Belange mehr denn je auch im Parlament artikuliert und entsprechende Gesetzesanträge einbringt. (Abg. Smolle: Dazu ist er ja da, daß er Regierungsentwürfe einbringt!) Ich bin sehr dafür, daß in Kürze als Gegensatz zum "Masterplan" von Dr. Einem ein "Masterplan"-Straße von Minister Farnleitner an das Parlament weitergeleitet wird, denn – und das möchte ich betonen – eine Verabschiedung vom Verkehrsträger Straße auf jene Art und Weise, wie sie im Moment von Rot, Grün und den Liberalen propagiert wird, wäre gegenüber vielen ländlichen Bereichen einfach unstatthaft. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.
Aber ich möchte Ihnen noch folgendes sagen, Herr Dkfm. Bauer (Abg. Haigermoser: Was kostet heute eine Halbe?): Ich halte es aufgrund der heutigen Debatte für unbedingt notwendig, daß Gesetzesänderungen eingeleitet werden und den Kraftfahrern tatsächlich Rechnung getragen wird, indem man ihre Belange mehr denn je auch im Parlament artikuliert und entsprechende Gesetzesanträge einbringt. (Abg. Smolle: Dazu ist er ja da, daß er Regierungsentwürfe einbringt!) Ich bin sehr dafür, daß in Kürze als Gegensatz zum "Masterplan" von Dr. Einem ein "Masterplan"-Straße von Minister Farnleitner an das Parlament weitergeleitet wird, denn – und das möchte ich betonen – eine Verabschiedung vom Verkehrsträger Straße auf jene Art und Weise, wie sie im Moment von Rot, Grün und den Liberalen propagiert wird, wäre gegenüber vielen ländlichen Bereichen einfach unstatthaft. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.)
Abg. Schwemlein: Die können ja nicht mehr fahren, die stehen ja auch nur mehr! – Abg. Haigermoser: Das kennen wir schon!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es geht mir unter anderem darum, aufzuzeigen, daß die Verkehrsstruktur in Österreich davon geprägt ist, daß sehr viele Österreicher tagtäglich pendeln müssen, daß tagtäglich sehr viele auf ihr Individualverkehrsmittel angewiesen sind (Abg. Schwemlein: Die können ja nicht mehr fahren, die stehen ja auch nur mehr! – Abg. Haigermoser: Das kennen wir schon!), weil sie aufgrund der topographischen Lage gar nicht auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen können. Daher haben wir auch gegenüber jenen, die auf das Individualverkehrsmittel Auto angewiesen sind, eine entsprechende Verantwortung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Und was ist mit dem Kartellrecht?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Und was ist mit dem Kartellrecht?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es geht mir unter anderem darum, aufzuzeigen, daß die Verkehrsstruktur in Österreich davon geprägt ist, daß sehr viele Österreicher tagtäglich pendeln müssen, daß tagtäglich sehr viele auf ihr Individualverkehrsmittel angewiesen sind (Abg. Schwemlein: Die können ja nicht mehr fahren, die stehen ja auch nur mehr! – Abg. Haigermoser: Das kennen wir schon!), weil sie aufgrund der topographischen Lage gar nicht auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen können. Daher haben wir auch gegenüber jenen, die auf das Individualverkehrsmittel Auto angewiesen sind, eine entsprechende Verantwortung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Und was ist mit dem Kartellrecht?)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mit dieser Gasrückführung, also mit der Installation der doch relativ teuren Gaspendelleitungen haben wir im Grunde genommen für die Erdölwirtschaft eine Neuorganisation ihrer Transportwege vorgenommen. In den ländlichen Bereichen wurde eine Reihe von Tankstellen geschlossen. Man hat gesagt, daß das aus Umweltschutzgründen geschehen sei. Ich sage Ihnen aber, daß die Erdölindustrie dahinter war, und deswegen haben wir es so schnell beschlossen – nicht zum Vorteil unserer ländlichen Bereiche! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hans Helmut Moser: Autofahrerpartei!
Wir haben für unsere Autofahrer Verantwortung zu tragen und für sie geradezustehen, und das erwarte ich mir auch von der heutigen Diskussion. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hans Helmut Moser: Autofahrerpartei!)
Abg. Leikam: 3 Minuten sind genug!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dkfm. Holger Bauer. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. (Abg. Leikam: 3 Minuten sind genug!) – Bitte.
Abg. Auer: Hat das der Bauer gemacht? Als Staatssekretär?
Zum zweiten wird aber jedermann, der mit offenen Augen und Ohren durchs Land fährt, auch selber feststellen können, daß beziehungsweise wie dieser Wettbewerb verhindert wird. Herr Bundesminister, Sie werden verständlicherweise Ihr Auto, Ihren Dienstwagen nicht selber betanken, aber um so mehr haben Sie, während der Chauffeur tankt, Zeit, auf die Preistafeln zu schauen. Dabei werden Sie registrieren, daß Sie auf der ganzen West Autobahn ... (Abg. Auer: Hat das der Bauer gemacht? Als Staatssekretär?) Es ist ja kein Vorwurf, daß der Minister im Dienstwagen fährt! Das ist nicht das Thema! Er soll nur schauen, er soll die Augen offenhalten und, während der Chauffeur tankt, die Preistafeln ablesen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.) Dabei wird er auf der ganzen West Autobahn, von Wien bis Salzburg – weiter habe ich es nicht geprüft –, von Tankstelle zu Tankstelle, von Multi zu Multi, immer nur sehen: 11,03 S pro Liter Eurosuper.
Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.
Zum zweiten wird aber jedermann, der mit offenen Augen und Ohren durchs Land fährt, auch selber feststellen können, daß beziehungsweise wie dieser Wettbewerb verhindert wird. Herr Bundesminister, Sie werden verständlicherweise Ihr Auto, Ihren Dienstwagen nicht selber betanken, aber um so mehr haben Sie, während der Chauffeur tankt, Zeit, auf die Preistafeln zu schauen. Dabei werden Sie registrieren, daß Sie auf der ganzen West Autobahn ... (Abg. Auer: Hat das der Bauer gemacht? Als Staatssekretär?) Es ist ja kein Vorwurf, daß der Minister im Dienstwagen fährt! Das ist nicht das Thema! Er soll nur schauen, er soll die Augen offenhalten und, während der Chauffeur tankt, die Preistafeln ablesen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.) Dabei wird er auf der ganzen West Autobahn, von Wien bis Salzburg – weiter habe ich es nicht geprüft –, von Tankstelle zu Tankstelle, von Multi zu Multi, immer nur sehen: 11,03 S pro Liter Eurosuper.
Zwischenruf des Abg. Haigermoser
Wenn Sie also, wie gesagt, mit wachem Verstand durchfahren (Zwischenruf des Abg. Haigermoser), werden Sie sich sagen, daß das eigenartig ist, denn egal, ob in Wien oder in Salzburg, ob das Tankstellen von BP, von der OMV, von ESSO oder von wem auch immer sind, überall liegt der Preis pro Liter bei exakt 11,03 S. Ich bin ausgestiegen, und ... (Bundesminister Dr. Farnleitner: 10,83 S am Stadtrand von Wien heute!) – Ich habe gesagt: auf der Autobahn! Diese Tankstelle ist noch nicht auf der Autobahn! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Muß man dann immer von der Autobahn abfahren?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Muß man dann immer von der Autobahn abfahren?
Wenn Sie also, wie gesagt, mit wachem Verstand durchfahren (Zwischenruf des Abg. Haigermoser), werden Sie sich sagen, daß das eigenartig ist, denn egal, ob in Wien oder in Salzburg, ob das Tankstellen von BP, von der OMV, von ESSO oder von wem auch immer sind, überall liegt der Preis pro Liter bei exakt 11,03 S. Ich bin ausgestiegen, und ... (Bundesminister Dr. Farnleitner: 10,83 S am Stadtrand von Wien heute!) – Ich habe gesagt: auf der Autobahn! Diese Tankstelle ist noch nicht auf der Autobahn! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Muß man dann immer von der Autobahn abfahren?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich habe schon einmal darüber gesprochen, was sich die Ölmultis in unserem Land leisten und – ich sage es noch einmal – auch leisten können. Zumindest bislang läßt man sie gewähren. Das grenzt an moderne Wegelagerei, es ist das Raubrittertum des 20. Jahrhunderts! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Drittens haben wir mit Ihnen immer wieder folgendes Problem: Am Anfang, wenn Sie irgendeine Geschichte beginnen, können Sie vor lauter Kraft nicht laufen, und wenn es ins Finale geht, gehen Sie in die Knie. Bei Ihnen heißt es leider immer frei nach der Shakespeare-Komödie: "Viel Lärm um nichts!" (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Sie sind in einer Koalition!
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Wir diskutieren über eigenen Wunsch des Bundesministers Farnleitner die unendliche Geschichte der österreichischen Treibstoffpreise in der Ära der letzten drei ÖVP-Wirtschaftsminister. Da können die ÖVP-Vorredner noch so viele Nebelgranaten werfen, für mich bleibt der Eindruck bestehen, Herr Bundesminister: Diese Ihre heutige Erklärung ist eine Flucht nach vorne – und nichts anderes. (Abg. Haigermoser: Sie sind in einer Koalition!)
Abg. Tichy-Schreder: Sie kennen das Gesetz auch nicht! – Abg. Schwarzenberger: Minister Klima hat das noch gemacht! Das ist ein Roter! Aber auch Minister Einem!
Wenn Sie gegenüber den Journalisten ankündigen, die Ölmultis hätten noch fünf Wochen Zeit, um etwas zu tun, um zu handeln, sonst werde der Preis um 40 Groschen reduziert, dann kann ich nur sagen: Herr Bundesminister, bitte handeln Sie! Es ist höchst an der Zeit! Ihr Nichthandeln – die Beträge wurden heute ja schon mehrmals genannt – kostete die österreichischen Autofahrer in den letzten eineinhalb Jahren 7 Milliarden Schilling, und jeder Tag, der weiter ungenutzt verstreicht, kostet die österreichischen Autofahrer 12 Millionen Schilling, die zwar ungerechtfertigt, aber dennoch berechtigt, Herr Minister, weil Sie das dulden, in die Taschen der Ölmultis fließen. (Abg. Tichy-Schreder: Sie kennen das Gesetz auch nicht! – Abg. Schwarzenberger: Minister Klima hat das noch gemacht! Das ist ein Roter! Aber auch Minister Einem!)
Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt nicht!
1990 wurde vom Vorvorgänger Schüssel das Prinzip der gläsernen Taschen erfunden. Seit damals zahlt der österreichische Autofahrer eindeutig zuviel für den Treibstoff. (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt nicht!) Ich kann Ihnen die Quellen dafür zeigen, Frau Kollegin Tichy-Schreder. (Abg. Tichy-Schreder: Ja, die zeigen Sie mir!) 1996 war dann das Prinzip der "gläsernen Taschen", das hochgelobte, vielbejubelte Prinzip, nicht mehr zu halten. Der Druck wurde zu groß.
Abg. Tichy-Schreder: Ja, die zeigen Sie mir!
1990 wurde vom Vorvorgänger Schüssel das Prinzip der gläsernen Taschen erfunden. Seit damals zahlt der österreichische Autofahrer eindeutig zuviel für den Treibstoff. (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt nicht!) Ich kann Ihnen die Quellen dafür zeigen, Frau Kollegin Tichy-Schreder. (Abg. Tichy-Schreder: Ja, die zeigen Sie mir!) 1996 war dann das Prinzip der "gläsernen Taschen", das hochgelobte, vielbejubelte Prinzip, nicht mehr zu halten. Der Druck wurde zu groß.
Abg. Mag. Schweitzer: Wie schaut es mit dem Strompreis aus?
Zum zweiten – und das hätten Sie schon lange tun können –: Forcieren Sie den Wettbewerb! Erhöhen Sie bitte den Anteil der Tankstellen, die nicht den großen Marktführern gehören! Ermöglichen Sie ... (Abg. Mag. Schweitzer: Wie schaut es mit dem Strompreis aus?) 750 Millionen Schilling hat sich die österreichische Wirtschaft bis dato schon erspart, obwohl die Liberalisierung noch nicht einmal in Kraft getreten ist, Kollege Schweitzer. (Abg. Mag. Schweitzer: Wie schaut es mit dem Strompreis aus?) Ich kann nur sagen: Zeitungen lesen, Wirtschaftszeitungen lesen, dann werden Sie feststellen, daß schon viel passiert ist! (Abg. Mag. Schweitzer: Wie ist das mit dem Strompreis für die Haushalte?) Aber ich bin nicht der Minister. (Abg. Mag. Schweitzer: Strompreis für Haushalte! Wie schaut es da aus?) Kommt auch. Sie werden es auf alle Fälle erleben und ich auch, und zwar rascher, als wir alle glauben.
Abg. Mag. Schweitzer: Wie schaut es mit dem Strompreis aus?
Zum zweiten – und das hätten Sie schon lange tun können –: Forcieren Sie den Wettbewerb! Erhöhen Sie bitte den Anteil der Tankstellen, die nicht den großen Marktführern gehören! Ermöglichen Sie ... (Abg. Mag. Schweitzer: Wie schaut es mit dem Strompreis aus?) 750 Millionen Schilling hat sich die österreichische Wirtschaft bis dato schon erspart, obwohl die Liberalisierung noch nicht einmal in Kraft getreten ist, Kollege Schweitzer. (Abg. Mag. Schweitzer: Wie schaut es mit dem Strompreis aus?) Ich kann nur sagen: Zeitungen lesen, Wirtschaftszeitungen lesen, dann werden Sie feststellen, daß schon viel passiert ist! (Abg. Mag. Schweitzer: Wie ist das mit dem Strompreis für die Haushalte?) Aber ich bin nicht der Minister. (Abg. Mag. Schweitzer: Strompreis für Haushalte! Wie schaut es da aus?) Kommt auch. Sie werden es auf alle Fälle erleben und ich auch, und zwar rascher, als wir alle glauben.
Abg. Mag. Schweitzer: Wie ist das mit dem Strompreis für die Haushalte?
Zum zweiten – und das hätten Sie schon lange tun können –: Forcieren Sie den Wettbewerb! Erhöhen Sie bitte den Anteil der Tankstellen, die nicht den großen Marktführern gehören! Ermöglichen Sie ... (Abg. Mag. Schweitzer: Wie schaut es mit dem Strompreis aus?) 750 Millionen Schilling hat sich die österreichische Wirtschaft bis dato schon erspart, obwohl die Liberalisierung noch nicht einmal in Kraft getreten ist, Kollege Schweitzer. (Abg. Mag. Schweitzer: Wie schaut es mit dem Strompreis aus?) Ich kann nur sagen: Zeitungen lesen, Wirtschaftszeitungen lesen, dann werden Sie feststellen, daß schon viel passiert ist! (Abg. Mag. Schweitzer: Wie ist das mit dem Strompreis für die Haushalte?) Aber ich bin nicht der Minister. (Abg. Mag. Schweitzer: Strompreis für Haushalte! Wie schaut es da aus?) Kommt auch. Sie werden es auf alle Fälle erleben und ich auch, und zwar rascher, als wir alle glauben.
Abg. Mag. Schweitzer: Strompreis für Haushalte! Wie schaut es da aus?
Zum zweiten – und das hätten Sie schon lange tun können –: Forcieren Sie den Wettbewerb! Erhöhen Sie bitte den Anteil der Tankstellen, die nicht den großen Marktführern gehören! Ermöglichen Sie ... (Abg. Mag. Schweitzer: Wie schaut es mit dem Strompreis aus?) 750 Millionen Schilling hat sich die österreichische Wirtschaft bis dato schon erspart, obwohl die Liberalisierung noch nicht einmal in Kraft getreten ist, Kollege Schweitzer. (Abg. Mag. Schweitzer: Wie schaut es mit dem Strompreis aus?) Ich kann nur sagen: Zeitungen lesen, Wirtschaftszeitungen lesen, dann werden Sie feststellen, daß schon viel passiert ist! (Abg. Mag. Schweitzer: Wie ist das mit dem Strompreis für die Haushalte?) Aber ich bin nicht der Minister. (Abg. Mag. Schweitzer: Strompreis für Haushalte! Wie schaut es da aus?) Kommt auch. Sie werden es auf alle Fälle erleben und ich auch, und zwar rascher, als wir alle glauben.
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, Herr Bundesminister, daß diese Ihre unendliche Geschichte der Treibstoffpreise in unserem Land wahrlich kein Ruhmesblatt darstellt. Kommen Sie bitte Ihrer Verpflichtung nach! Sorgen Sie dafür, daß die Preise gesenkt werden! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Im Burgenland zahlen wir 2,44 S für die Kilowattstunde! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Das gehört auch dazu!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Die Debatte ist eine kaum erträgliche, Herr Abgeordneter Oberhaidinger. (Abg. Mag. Schweitzer: Im Burgenland zahlen wir 2,44 S für die Kilowattstunde! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Das gehört auch dazu!) Sie ist deshalb kaum erträglich, weil es einfach ein Armutszeugnis einer Volksvertretung und eines Gesetzgebers in einem Land ist, wenn sich die Abgeordneten der Regierungsfraktionen, die ja die Mehrheit in diesem Hause haben, die die Gesetze in diesem Hause beschließen, hier hinstellen und an den Herrn Wirtschaftsminister und an den Herrn Justizminister appellieren, sie mögen doch endlich eine Regierungsvorlage machen, damit man all das abstellen kann. – Die einzigen, die das abstellen können, sind die Abgeordneten in diesem Haus mit ihrer Stimme. Und das wird seit Jahren nicht gemacht! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Das Problem ist bekannt, aber zu warten, bis irgendein Minister etwas macht, kann in der Struktur, kann vor allem in der politischen Struktur in Österreich einfach nicht funktionieren.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Die Debatte ist eine kaum erträgliche, Herr Abgeordneter Oberhaidinger. (Abg. Mag. Schweitzer: Im Burgenland zahlen wir 2,44 S für die Kilowattstunde! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Das gehört auch dazu!) Sie ist deshalb kaum erträglich, weil es einfach ein Armutszeugnis einer Volksvertretung und eines Gesetzgebers in einem Land ist, wenn sich die Abgeordneten der Regierungsfraktionen, die ja die Mehrheit in diesem Hause haben, die die Gesetze in diesem Hause beschließen, hier hinstellen und an den Herrn Wirtschaftsminister und an den Herrn Justizminister appellieren, sie mögen doch endlich eine Regierungsvorlage machen, damit man all das abstellen kann. – Die einzigen, die das abstellen können, sind die Abgeordneten in diesem Haus mit ihrer Stimme. Und das wird seit Jahren nicht gemacht! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Das Problem ist bekannt, aber zu warten, bis irgendein Minister etwas macht, kann in der Struktur, kann vor allem in der politischen Struktur in Österreich einfach nicht funktionieren.
Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger.
Es könnte ja genausogut der Herr Außenminister heute hier stehen und etwa zur Kurdenfrage eine Erklärung abgeben – eine unbestritten wichtige Frage, auch von der europäischen Dimension her. Das hat man nicht getan, denn sonst müßte man vielleicht auch darüber reden, wie das vor Jahren, als Kurdenführer in Österreich ermordet worden sind, gewesen ist, als die staatlichen Stellen in Wahrheit geholfen haben, daß die mutmaßlichen Täter aus dem Land ausreisen konnten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger.) Das müßte man dann auch bereden. Daher kommt der Herr Wirtschaftsminister, aber nicht der Herr Außenminister, denn das könnte ja ein unangenehmes Thema sein.
Zwischenruf des Abg. Schwemlein.
Es kommt auch nicht Frau Bundesministerin Hostasch, um vielleicht über die Arbeitslosigkeit und darüber zu reden, was denn herausgekommen ist bei all den Maßnahmen, die bisher angeblich von der Regierung gesetzt worden sind, die aber nur dazu geführt haben, daß die Arbeitslosenquote nicht gesenkt worden ist. (Zwischenruf des Abg. Schwemlein.) Auch Frau Bundesministerin Hostasch kommt nicht, denn auch das, Herr Abgeordneter Schwemlein, ist ein unangenehmes Thema.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Dr. Puttinger: Ich glaube, ich bin der einzige, der ihm zuhört! – Abg. Dr. Petrovic: Nein, wir hören auch zu!
Und auch Herr Bundesminister Farnleitner spricht lieber zu den Treibstoffpreisen und nicht etwa zu seinem jüngsten Bericht über die Bewältigung der Folgen aus dem Bergwerksunglück in Lassing, den wir im Wirtschaftsausschuß enderledigt haben, damit er nicht das Licht des Plenums erblickt. Wir hätten ja genausogut diese heutige Erklärung des Herrn Wirtschaftsministers dort behandeln, dort im Rahmen einer aktuellen Aussprache, wie sie in einer Ausschußsitzung möglich ist, bereden und dann enderledigen können. – Nein, das wollte man nicht. Es ist Wahlkampf, und daher muß das Plenum herhalten, um diesen Wahlkampf von den Regierungsfraktionen, die es verabsäumt haben, ihre Verantwortung wahrzunehmen und Maßnahmen zu setzen, jetzt eben mit Wortspenden zu beginnen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Dr. Puttinger: Ich glaube, ich bin der einzige, der ihm zuhört! – Abg. Dr. Petrovic: Nein, wir hören auch zu!) Nein, Herr Abgeordneter, Sie sind nicht der einzige, der zuhört.
Abg. Dr. Lukesch: Die Liberalen stehen nicht hinter derartigen Problemen!
Leider ist Herr Abgeordneter Mühlbachler schon weggegangen, denn ich freue mich ja immer, wenn Regierungsfraktionsvertreter hier am Rednerpult auf einmal zum Verteidiger der Witwen und Waisen oder auch der PendlerInnen werden. (Abg. Dr. Lukesch: Die Liberalen stehen nicht hinter derartigen Problemen!) Herr Abgeordneter Lukesch, ich bin ja gerne bereit, auf platte Polemik einzugehen, nur, wahr ist, daß das letzte Sparpaket nicht von den Liberalen beschlossen worden ist – und das hat gerade auch die AlleinerzieherInnen getroffen –, sondern da sind Sie mit aufgestanden! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Leider ist Herr Abgeordneter Mühlbachler schon weggegangen, denn ich freue mich ja immer, wenn Regierungsfraktionsvertreter hier am Rednerpult auf einmal zum Verteidiger der Witwen und Waisen oder auch der PendlerInnen werden. (Abg. Dr. Lukesch: Die Liberalen stehen nicht hinter derartigen Problemen!) Herr Abgeordneter Lukesch, ich bin ja gerne bereit, auf platte Polemik einzugehen, nur, wahr ist, daß das letzte Sparpaket nicht von den Liberalen beschlossen worden ist – und das hat gerade auch die AlleinerzieherInnen getroffen –, sondern da sind Sie mit aufgestanden! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Lukesch: Herr Barmüller, bleiben Sie bei der Sache!
Jetzt können Sie hier natürlich süffisant sagen: Wer denkt denn in diesem Medienzeitalter schon daran, was vor sechs Monaten gewesen ist? Wer denkt denn daran, daß die große Koalition angetreten ist, um die großen Probleme dieses Landes zu lösen? (Abg. Dr. Lukesch: Herr Barmüller, bleiben Sie bei der Sache!) Das gesamte Budget ist zwar von den Zahlen her für den Eintritt in die Währungsunion geglättet worden, aber strukturell haben keine Bereinigungen stattgefunden. Das kommt jetzt auch sukzessive zutage. Wir werden deshalb nicht umhinkommen, auch die Grundstruktur in Österreich – und das ist die Nebenregierung der Sozialpartner – klar anzusprechen als eines der zentralen Probleme, an denen dieses Land leidet.
Abg. Dr. Lukesch: Sie haben nicht zugehört, Herr Barmüller!
Herrn Abgeordneten Mühlbachler, der hier gesagt hat, wie günstig doch die Preissenkung für Kraftstoffe für die PendlerInnen wäre, muß man fragen: Warum gibt es denn vor Ort nicht genügend Arbeitsplätze für die Menschen? Wo sind denn die Vorschläge – die umgesetzten Vorschläge oder wenigstens die seriös diskutierten Vorschläge – einer ökologischen Steuerreform, die gerade im ländlichen Bereich Arbeitsplätze schaffen würde? – Das sind Probleme, die von der großen Koalition seit 13 Jahren auf die lange Bank geschoben werden. Eine Enquete-Kommission, hier im Hause von den Oppositionsfraktionen gefordert (Abg. Dr. Lukesch: Sie haben nicht zugehört, Herr Barmüller!), Herr Abgeordneter Lukesch, ist nicht einmal eingesetzt worden, weil man über eine ökologische Steuerreform, die Arbeitsplätze im ländlichen Bereich schafft, einfach nicht reden will, weil das zu gravierende Einschnitte bedeuten würde, und zwar auch in den strukturellen Bereichen, die den einzelnen Regierungsfraktionen zugerechnet werden. Und daher wird es nicht gemacht.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Steindl: Das war jetzt eine tiefe Polemik!
Da Herr Abgeordneter Kukacka heute hier gesagt hat, die AutofahrerInnen seien die Melkkuh der Nation, kann ich dazu nur feststellen, meine Damen und Herren: Die AutofahrerInnen sind allenfalls die Melkkuh der Koalition, aber sie sind nicht die Melkkuh der Nation. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Steindl: Das war jetzt eine tiefe Polemik!) Das ist keine tiefe Polemik. Denn die Treibstoffpreise, Herr Abgeordneter, sind ja nicht deshalb so hoch, weil die Nettopreise so hoch wären, sondern auf den Treibstoffpreisen liegen immense Lasten an Abgaben. Schauen Sie sich das einmal an, das ist doch evident! Das wissen wir. (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.
Da Herr Abgeordneter Kukacka heute hier gesagt hat, die AutofahrerInnen seien die Melkkuh der Nation, kann ich dazu nur feststellen, meine Damen und Herren: Die AutofahrerInnen sind allenfalls die Melkkuh der Koalition, aber sie sind nicht die Melkkuh der Nation. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Steindl: Das war jetzt eine tiefe Polemik!) Das ist keine tiefe Polemik. Denn die Treibstoffpreise, Herr Abgeordneter, sind ja nicht deshalb so hoch, weil die Nettopreise so hoch wären, sondern auf den Treibstoffpreisen liegen immense Lasten an Abgaben. Schauen Sie sich das einmal an, das ist doch evident! Das wissen wir. (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Puttinger: Gute Leute!
Sie von seiten der ÖVP haben völlig verschwiegen, daß das Branchenübereinkommen, das 1990 beschlossen worden ist – der Herr Bundesminister hat es kurz gestreift –, und zwar noch unter dem Wirtschaftskurs Schüssel-Ditz, in Wahrheit ein Flop war! (Abg. Dr. Puttinger: Gute Leute!) Nein, der Herr Bundesminister sagte heute hier: Mußte leider aufgehoben werden. – Das steht hier drinnen. Es war nicht funktional, war ein Blödsinn. Am 22. April 1996 wurde es aufgehoben, weil es nämlich eine unbefriedigende Lösung darstellte. (Abg. Dr. Puttinger: Das steht nicht drinnen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Puttinger: Das steht nicht drinnen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie von seiten der ÖVP haben völlig verschwiegen, daß das Branchenübereinkommen, das 1990 beschlossen worden ist – der Herr Bundesminister hat es kurz gestreift –, und zwar noch unter dem Wirtschaftskurs Schüssel-Ditz, in Wahrheit ein Flop war! (Abg. Dr. Puttinger: Gute Leute!) Nein, der Herr Bundesminister sagte heute hier: Mußte leider aufgehoben werden. – Das steht hier drinnen. Es war nicht funktional, war ein Blödsinn. Am 22. April 1996 wurde es aufgehoben, weil es nämlich eine unbefriedigende Lösung darstellte. (Abg. Dr. Puttinger: Das steht nicht drinnen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist interessant – letzter Punkt –, daß in einer Frage von öffentlichem Interesse, wo offensichtlich Preise zum Schaden einer ganzen Volkswirtschaft gebildet werden, der Bundesminister als oberstes Organ der Verwaltung auf einen Antrag warten muß – nämlich wieder von der Bundesarbeitskammer, von der Wirtschaftskammer oder Präsidentenkonferenz, vom Finanzministerium, vom Wirtschaftsministerium oder möglicherweise auch vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft –, daß der Bundesminister von sich aus nicht tätig werden kann, daß das oberste Organ der Verwaltung im öffentlichen Interesse nicht tätig werden kann. Warum? – Weil die Spitzen der Sozialpartnerschaft, die auch hier im Hohen Hause gesessen sind, die Parlamentarier und die Regierung entmündigen. Das, was hier gemacht wird, ist eine Show, die Sie für den Wahlkampf abziehen, aber es dient nicht dazu, daß die Verhältnisse in Österreich besser werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher: Diese Erklärung ist eine Wahlkampferklärung! Lesen Sie § 5 Preisgesetz nach: Eine amtliche Preisregelung funktioniert maximal sechs Monate. Doch was geschieht nach diesen sechs Monaten? – Dann sind wir wieder dort, wo wir vorher waren, aber die Wahlen sind vorbei. Doch das werden wir Ihnen nicht durchgehen lassen! – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Plötzlich!
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Trinkl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Barmüller, erlauben Sie, auf Ihre Ausführungen, die ich nicht ganz verstanden habe, kurz zu replizieren: Nicht der Wahlkampf ist es, der den Bundesminister veranlaßt hat, hier eine Erklärung abzugeben, sondern es ist die Sorge um 4 Millionen Autofahrer, um die Wirtschaft, um die Pendler, die ihn dazu bewogen haben, heute hier diese Erklärung abzugeben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Plötzlich!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller
Daß diese meine Feststellung richtig ist, Herr Kollege Barmüller, bezeugt die Erregung des Herrn Kollegen Oberhaidinger. Er hat es offensichtlich nicht verkraftet, daß der Herr Wirtschaftsminister nunmehr auch Konsumentenschutzminister ist und die Interessen der Konsumenten wahrnimmt (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller), und er hat es nicht verkraftet, daß die Frau Prammer keine Erklärung in dieser Sache abgegeben hat. (Abg. Mag. Barmüller: Wie lange können Sie Preise regeln?)
Abg. Mag. Barmüller: Wie lange können Sie Preise regeln?
Daß diese meine Feststellung richtig ist, Herr Kollege Barmüller, bezeugt die Erregung des Herrn Kollegen Oberhaidinger. Er hat es offensichtlich nicht verkraftet, daß der Herr Wirtschaftsminister nunmehr auch Konsumentenschutzminister ist und die Interessen der Konsumenten wahrnimmt (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller), und er hat es nicht verkraftet, daß die Frau Prammer keine Erklärung in dieser Sache abgegeben hat. (Abg. Mag. Barmüller: Wie lange können Sie Preise regeln?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo!
Folgendes, Herr Kollege Kaufmann – er ist leider momentan nicht da –, möchte ich Ihnen auch sagen, weil Sie sich darüber erregten, daß vom Minister oder von wem auch immer keine Klage nach dem Kartellrecht eingebracht wurde: Sie als Sozialpartner hätten es in der Hand gehabt, eine solche Klage einzubringen. Der Herr Abgeordnete Barmüller hat es nicht in der Hand, mit gutem Recht, aber Sie hätten die Möglichkeit gehabt, eine solche Klage einzubringen. Wahrscheinlich aber haben Sie Beziehungen zur OMV, die sie daran gehindert haben, eine solche Klage einzubringen. Ich wollte das einmal klargestellt wissen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo!)
Abg. Mag. Barmüller: Wie lange können Preise amtlich geregelt werden?
Meine Damen und Herren! Wir diskutieren eine Erklärung des Bundesministers (Abg. Mag. Barmüller: Wie lange können Preise amtlich geregelt werden?), die notwendig war, nachdem die von ihm in Auftrag gegebene Studie des Wirtschaftsforschungsinstitutes vorlag. Sie wurde von ihm in Auftrag gegeben und von ihm veranlaßt. Niemand kann sagen: Wo war der Wirtschaftsminister? Er hat gehandelt, und erst, als die Studie vorlag, konnte diese Diskussion hier stattfinden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir diskutieren eine Erklärung des Bundesministers (Abg. Mag. Barmüller: Wie lange können Preise amtlich geregelt werden?), die notwendig war, nachdem die von ihm in Auftrag gegebene Studie des Wirtschaftsforschungsinstitutes vorlag. Sie wurde von ihm in Auftrag gegeben und von ihm veranlaßt. Niemand kann sagen: Wo war der Wirtschaftsminister? Er hat gehandelt, und erst, als die Studie vorlag, konnte diese Diskussion hier stattfinden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Barmüller: Wie lange kann das funktionieren? Sechs Monate maximal! Das wissen Sie!
Oligopole tendieren dazu, ihre Marketingaktivitäten auf die Bereiche der Produktinnovation, der Werbung, der Kundenbetreuung, des Services zu konzentrieren, nicht aber auf die Preispolitik. Da wird der Wirtschaftsminister jetzt ansetzen, da wird der Wirtschaftsminister jetzt entsprechend Druck machen. Dafür sind wir ihm sehr dankbar! (Abg. Mag. Barmüller: Wie lange kann das funktionieren? Sechs Monate maximal! Das wissen Sie!) Sie wissen genau, daß der Wirtschaftsminister Transparenz verlangt hat, und diese Transparenz wird die Mineralölfirmen dazu bringen, ihre Preise entsprechend anzugleichen.
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie müssen Absprachen verhindern! Kartellrechtlich müssen Sie vorgehen!
Dies war eine Initiative des Wirtschaftsministers, und wir begrüßen diese Initiative. Es ist in diesem Bereich tatsächlich mehr Markt gefragt. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie müssen Absprachen verhindern! Kartellrechtlich müssen Sie vorgehen!) Das hat der Herr Kaufmann zugesagt. Er wird dazu die entsprechenden Schritte tun.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Barmüller: Bis jetzt haben sie es nicht gemacht! Warum sollen sie es in Zukunft tun? – Abg. Haigermoser: Trinkl! Nicht genügend! Setzen!
Ich darf vermerken: Auch die Mitteilungen von seiten der Mineralölwirtschaft enthalten nun Signale, daß diese Vorstellungen des Wirtschaftsministers auch entsprechend Früchte tragen werden – ob es Ihnen paßt oder nicht! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Barmüller: Bis jetzt haben sie es nicht gemacht! Warum sollen sie es in Zukunft tun? – Abg. Haigermoser: Trinkl! Nicht genügend! Setzen!)
Abg. Dr. Petrovic: Nein, ich bin gestrichen!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Dr. Petrovic. – Bitte. (Abg. Dr. Petrovic: Nein, ich bin gestrichen!) Ach so, aber Ihr Name war noch auf dem Bildschirm. – Bitte, Moment, wir müssen jetzt einen Kontra-Redner aufrufen.
Abg. Dipl.-Ing. Hofmann betritt in diesem Moment den Sitzungssaal. – Abg. Haigermoser: Er ist da! – Abg. Schwarzenberger – in Richtung des Abg. Haigermoser –: Beim Aufruf war er nicht da!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Hofmann. – Er ist nicht im Saal, daher kann seine Rede nicht stattfinden. (Abg. Dipl.-Ing. Hofmann betritt in diesem Moment den Sitzungssaal. – Abg. Haigermoser: Er ist da! – Abg. Schwarzenberger – in Richtung des Abg. Haigermoser –: Beim Aufruf war er nicht da!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich möchte diese Gelegenheit dazu nützen, all jene, die zur Verbesserung der Situation der Tankstellenbesitzer beitragen können, aufzurufen, bei dieser Stimmungsmache mitzutun. Ich fordere Sie auf, daß wir uns gemeinsam für diese Betriebe, für die Tankstellenbesitzer – es gibt viele in unserem Land, und es sind fleißige Leute – einsetzen und dafür Sorge tragen, daß da wieder eine echte Partnerschaft entsteht und nicht ein Diktat herrscht, wie es zurzeit der Fall ist, also darauf hinzuwirken, daß sich die Ölgesellschaften wieder einmal dessen bewußt werden, daß diejenigen, die ihren Benzin verkaufen, auch das Recht haben, damit in menschenwürdiger Weise ihren Lebensunterhalt zu verdienen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Wirtschaftsminister! Wenn das von seiten der ÖVP geäußert wird und wenn diese Position von seiten des Wirtschaftsministers gleichsam mitgetragen wird, dann klingt das, glaube ich, mehr als unglaubwürdig, und zwar deswegen, weil Sie selbst in jenen Bereichen, in welchen die ÖVP die Hand draufhält, dafür sorgen, daß abgeschottet und gemauert wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Puttinger: Stimmt nicht!
Noch einmal: Es soll keine, wie ich meine, überflüssige Kontrollfunktion ausgeübt werden. Diese Kontrollfunktion ist verbunden mit – ich nenne es beim Namen – Schutzgeldzahlungen, Herr Bundesminister. Da werden gleichsam Einverleibungsgebühren in diese Güteschutzvereine, die es in der Wirtschaftskammer sonder Zahl gibt, kassiert. (Abg. Dr. Puttinger: Stimmt nicht!) Eintrittsgebühr: 50 000 S. Überprüfungsgebühr, Erstüberprüfung: 50 000 S. Jährlicher Mitgliedsbeitrag: 10 000 S. (Abg. Dr. Trinkl: Wieviel? Sie haben keine Ahnung vom Lotto! Sie reden wie der Blinde von der Farbe!)
Abg. Dr. Trinkl: Wieviel? Sie haben keine Ahnung vom Lotto! Sie reden wie der Blinde von der Farbe!
Noch einmal: Es soll keine, wie ich meine, überflüssige Kontrollfunktion ausgeübt werden. Diese Kontrollfunktion ist verbunden mit – ich nenne es beim Namen – Schutzgeldzahlungen, Herr Bundesminister. Da werden gleichsam Einverleibungsgebühren in diese Güteschutzvereine, die es in der Wirtschaftskammer sonder Zahl gibt, kassiert. (Abg. Dr. Puttinger: Stimmt nicht!) Eintrittsgebühr: 50 000 S. Überprüfungsgebühr, Erstüberprüfung: 50 000 S. Jährlicher Mitgliedsbeitrag: 10 000 S. (Abg. Dr. Trinkl: Wieviel? Sie haben keine Ahnung vom Lotto! Sie reden wie der Blinde von der Farbe!)
Beifall bei den Freiheitlichen
Ich spreche von einem Bereich – und das wollen Sie nicht hören –, den Sie sich geschaffen haben (Beifall bei den Freiheitlichen) und wo Sie wieder mittels Zwangsmitgliedschaften als Wirtschaftsbremser auftreten (Abg. Dr. Trinkl: Ist ja nicht wahr! – Abg. Dr. Puttinger: Wer legt den Beitrag fest?), die Unternehmen nicht wirtschaften lassen und einen abgeschotteten Markt schaffen, und zwar mit Insidergeschäften, mit Preisabsprachen und mit überhöhten Forderungen. Und Sie, Herr Bundesminister, akkreditieren derartige private Vereine innerhalb der Bundeswirtschaftskammer zu Prüfinstitutionen. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Staatlich geduldete Mafia!)
Abg. Dr. Trinkl: Ist ja nicht wahr! – Abg. Dr. Puttinger: Wer legt den Beitrag fest?
Ich spreche von einem Bereich – und das wollen Sie nicht hören –, den Sie sich geschaffen haben (Beifall bei den Freiheitlichen) und wo Sie wieder mittels Zwangsmitgliedschaften als Wirtschaftsbremser auftreten (Abg. Dr. Trinkl: Ist ja nicht wahr! – Abg. Dr. Puttinger: Wer legt den Beitrag fest?), die Unternehmen nicht wirtschaften lassen und einen abgeschotteten Markt schaffen, und zwar mit Insidergeschäften, mit Preisabsprachen und mit überhöhten Forderungen. Und Sie, Herr Bundesminister, akkreditieren derartige private Vereine innerhalb der Bundeswirtschaftskammer zu Prüfinstitutionen. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Staatlich geduldete Mafia!)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Staatlich geduldete Mafia!
Ich spreche von einem Bereich – und das wollen Sie nicht hören –, den Sie sich geschaffen haben (Beifall bei den Freiheitlichen) und wo Sie wieder mittels Zwangsmitgliedschaften als Wirtschaftsbremser auftreten (Abg. Dr. Trinkl: Ist ja nicht wahr! – Abg. Dr. Puttinger: Wer legt den Beitrag fest?), die Unternehmen nicht wirtschaften lassen und einen abgeschotteten Markt schaffen, und zwar mit Insidergeschäften, mit Preisabsprachen und mit überhöhten Forderungen. Und Sie, Herr Bundesminister, akkreditieren derartige private Vereine innerhalb der Bundeswirtschaftskammer zu Prüfinstitutionen. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Staatlich geduldete Mafia!)
Abg. Haigermoser: Sage, daß es nicht stimmt, daß du mit Heizöl mit deinem Traktor gefahren bist!
Abgeordneter Georg Schwarzenberger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Mit dem Beitritt Österreichs zur EU sind die Preise im land- und forstwirtschaftlichen Bereich sofort auf das EU-Preisniveau gesunken. Im Bereich der Betriebsmittel hat es diese Preisanpassungen leider nur sehr unzureichend gegeben. Aus den Erklärungen des Bundesministers Farnleitner geht hervor, daß auch Dieselkraftstoffe in Österreich wesentlich teurer sind als im vergleichbaren europäischen Raum. Aus der Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung, die hier beigegeben worden ist, geht hervor, daß der Dieselpreis ohne Steuern nur in Norwegen und Schweden höher ist als in Österreich. In allen anderen OECD-Staaten sind Dieselpreise niedriger. (Abg. Haigermoser: Sage, daß es nicht stimmt, daß du mit Heizöl mit deinem Traktor gefahren bist!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Ich habe das nicht behauptet!
Nein, wir dürfen nicht mit Heizöl fahren, aber wir wünschen es uns. Ich weiß aber, daß es Freiheitliche gibt, die anscheinend mit Heizöl fahren, sonst könnte Herr Haigermoser nicht sagen, daß das auch möglich ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Ich habe das nicht behauptet!)
Beifall bei der ÖVP.
Der Verbrauch an Treibstoffen in Österreich liegt etwa bei 3 Millionen Tonnen Diesel und 2 Millionen Tonnen Benzin pro Jahr. Das heißt, daß allein eine Preisermäßigung um 10 Groschen für die österreichischen Verbraucher und Autofahrer bereits 500 Millionen Schilling an Einsparungen bringen würde. Da sollten schon auch die guten Beziehungen zur OMV etwas nützen, die in Österreich doch eine sehr starke Monopolstellung hat: Da eine Reihe von Regierungsmitgliedern früher in der OMV-Spitze saßen, aber auch eine Reihe von Abgeordneten bei der OMV sozusagen Bedienstete sind, müßte da an und für sich schon ein Gesprächsklima entstehen, das dazu führt, daß die Preise dieses Monopolbetriebs – alle anderen müßten dann nachziehen – gesenkt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Minister Molterer und Minister Farnleitner bemühen sich nun, eine Beimischungsverpflichtung von Biodiesel zu erreichen. Allein eine Beimischungsverpflichtung von 2 Prozent würde in Österreich eine Rapsfläche von etwa 60 000 Hektar für die Biodieselproduktion voraussetzen. Anstatt Ackerland stillzulegen, könnte man auf diesen Flächen erneuerbare Energieträger produzieren. Natürlich könnten damit auch Wertschöpfungen für die Landwirtschaft, aber auch für den nachgelagerten Verarbeitungsbereich erzielt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.
Das Kyoto-Abkommen zwingt uns, die Umweltbelastungen in den nächsten Jahren abzusenken. (Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.) Das wäre etwa ein solcher Bereich.
Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.
Wer zum Beispiel ein Auto kontrolliert, welches mit Biotreibstoff fährt, und ein weißes Schild hinter den Auspuff hängt, wird sehen, daß dieses nicht verrußt wird. Das allein zeigt schon, welch bessere Verbrennung durch die Verwendung von Biotreibstoff erreicht wird. Im Biodiesel sind nämlich rund 11 Prozent Sauerstoff enthalten, die eine wesentlich bessere Verbrennung ermöglichen. (Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie sollen nicht hoffen, Sie sollen regieren! – Abg. Dr. Ofner: Ihr seid in der Regierung! Auch die Schwarzen sind in der Regierung!
Damit könnte Österreich in dieser Produktion eine Technologieführerschaft erreichen. Wir hoffen, daß sich die Regierung auch durchsetzen kann, um in Zukunft ... (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie sollen nicht hoffen, Sie sollen regieren! – Abg. Dr. Ofner: Ihr seid in der Regierung! Auch die Schwarzen sind in der Regierung!) – Ich muß sagen, die freiheitlichen Abgeordneten haben eine derart schlechte Kinderstube, daß sie die elementarsten Regeln der Diskussion nicht mehr akzeptieren können! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Damit könnte Österreich in dieser Produktion eine Technologieführerschaft erreichen. Wir hoffen, daß sich die Regierung auch durchsetzen kann, um in Zukunft ... (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie sollen nicht hoffen, Sie sollen regieren! – Abg. Dr. Ofner: Ihr seid in der Regierung! Auch die Schwarzen sind in der Regierung!) – Ich muß sagen, die freiheitlichen Abgeordneten haben eine derart schlechte Kinderstube, daß sie die elementarsten Regeln der Diskussion nicht mehr akzeptieren können! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Oppositionsredner! Sie werden prämiert von der Opposition! – Abg. Haigermoser: Ein pragmatisierter Regierungsoppositionsredner!
Wir hoffen, daß es im Bereich der erneuerbaren Energie, so wie es bei der Regierungsklausur in Bad Aussee vereinbart worden ist, bereits im kommenden Jahr zu einem Beimischungszwang kommt, weil das sehr viel Wertschöpfung in Österreich bewirken würde. Darüber hinaus würden viele Arbeitsplätze auf Bauernhöfen und auch im ländlichen Raum, in der Verarbeitung, entstehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Oppositionsredner! Sie werden prämiert von der Opposition! – Abg. Haigermoser: Ein pragmatisierter Regierungsoppositionsredner!)
Abg. Schwarzenberger: Der Haigermoser hat das gesagt! – Abg. Haigermoser – in Richtung des Abg. Schwarzenberger –: Du hast "nein" gesagt, und ich glaube dir, weil du mein Freund bist!
Abgeordneter Robert Wenitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Schwarzenberger hat in diffamierender Weise behauptet, Freiheitliche würden mit Heizöl fahren. (Abg. Schwarzenberger: Der Haigermoser hat das gesagt! – Abg. Haigermoser – in Richtung des Abg. Schwarzenberger –: Du hast "nein" gesagt, und ich glaube dir, weil du mein Freund bist!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich stelle richtig: Es ist kein Fall bekannt, in dem Freiheitliche mit Heizöl gefahren sind. Und wenn die Bauern oder irgend jemand anderer in Österreich das tun würde, dann wäre die ÖVP schuld daran, weil sie nämlich den Dieselpreis zu hoch besteuert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Puttinger: Bewegung!
Abgeordneter Anton Blünegger (Freiheitliche): Geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren Abgeordneten! Hohes Haus! Ich finde, wenn man soeben die Reden der Einheitspartei SPÖ/ÖVP zu den Treibstoffpreisen gehört hat, dann mußte man denken, das ist ein lächerliches Produkt, was da herausgekommen ist. Denn die SPÖ wirft der ÖVP Nichtstun vor, die ÖVP wiederum sagt, daß der Herr Bundesminister genug tut, und in Wirklichkeit passiert gar nichts! Es wird in diesem Punkt sicher nichts anderes passieren, als daß wieder nur schöne Reden gehalten werden! (Abg. Dr. Puttinger: Bewegung!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Bei Diesel kommt man in dieser Rechnung bei gleichem Verbrauch auf 355 S. Und da kommt der Abgeordnete Schwarzenberger hier heraus und spricht von einer Preissenkung beim Diesel! Ich frage Sie, Herr Abgeordneter Schwarzenberger: Wie viele diesbezügliche Anträge haben wir Freiheitlichen in diesem Haus schon gestellt, bei denen Sie als ÖVP dagegen gestimmt haben, gegen die Senkung der Dieselpreise?! (Beifall bei den Freiheitlichen.) – Aber es gibt noch drastischere Berechnungen der Volkswirtschaft. (Abg. Schwarzenberger: Ist der Preis noch ein amtlich verordneter Preis oder bildet er sich am freien Markt?!)
Abg. Schwarzenberger: Ist der Preis noch ein amtlich verordneter Preis oder bildet er sich am freien Markt?!
Bei Diesel kommt man in dieser Rechnung bei gleichem Verbrauch auf 355 S. Und da kommt der Abgeordnete Schwarzenberger hier heraus und spricht von einer Preissenkung beim Diesel! Ich frage Sie, Herr Abgeordneter Schwarzenberger: Wie viele diesbezügliche Anträge haben wir Freiheitlichen in diesem Haus schon gestellt, bei denen Sie als ÖVP dagegen gestimmt haben, gegen die Senkung der Dieselpreise?! (Beifall bei den Freiheitlichen.) – Aber es gibt noch drastischere Berechnungen der Volkswirtschaft. (Abg. Schwarzenberger: Ist der Preis noch ein amtlich verordneter Preis oder bildet er sich am freien Markt?!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Freiheitlichen haben einen Antrag gestellt, wonach der Dieselpreis gesenkt werden soll, aber Sie von der ÖVP haben bei diesem Antrag nicht einmal mitgestimmt! Da sieht man, daß Sie noch im Liegen umfallen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Wir wollen, daß Sie sich nicht mit diversen Ankündigungen und Versprechungen bis zum 7. März hinüberretten, sondern wir wollen endlich einmal Taten sehen! In diesem Sinne hoffe ich, daß das Kartellrecht geändert wird – da gebe ich dem Kollegen Peter recht. Die Debattenbeiträge, die die Redner der derzeitigen Einheitspartei SPÖ/ÖVP hier von sich gegeben haben, können mich allerdings nicht optimistisch stimmen hinsichtlich dessen, daß es für die Autofahrer, die Konsumenten zu einer spürbaren Treibstoffpreissenkung kommt. Aber von Ankündigungen und Versprechungen allein können wir nicht leben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Ich hoffe, der Benzinpreis sinkt!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! – Herr Bundesminister! Ich gehe nicht auf Ihr besonderes "Taktgefühl" ein, mit dem Sie eine offenbar schon länger vorbereitete Wahlkampferklärung zu den Benzinpreisen (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Ich hoffe, der Benzinpreis sinkt!) – wobei eine Preissenkung natürlich heißt: mehr Transitverkehr und mehr Abgase – ausgerechnet mit einer Erklärung zur gestrigen Lawinenkatastrophe verknüpft haben. Ich überlasse es Ihnen, das selbst zu beurteilen. (Abg. Rosemarie Bauer: Was soll das?! Geschmacklos!)
Abg. Rosemarie Bauer: Was soll das?! Geschmacklos!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! – Herr Bundesminister! Ich gehe nicht auf Ihr besonderes "Taktgefühl" ein, mit dem Sie eine offenbar schon länger vorbereitete Wahlkampferklärung zu den Benzinpreisen (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Ich hoffe, der Benzinpreis sinkt!) – wobei eine Preissenkung natürlich heißt: mehr Transitverkehr und mehr Abgase – ausgerechnet mit einer Erklärung zur gestrigen Lawinenkatastrophe verknüpft haben. Ich überlasse es Ihnen, das selbst zu beurteilen. (Abg. Rosemarie Bauer: Was soll das?! Geschmacklos!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rosemarie Bauer: Geschmacklos war Kollege Van der Bellen! Erinnern Sie sich an Lambach?
Das Wort "geschmacklos", Frau Abgeordnete Bauer, haben Sie verwendet. Dieser Begriff bleibt, wie ich meine, am heutigen Tag der ÖVP vorbehalten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rosemarie Bauer: Geschmacklos war Kollege Van der Bellen! Erinnern Sie sich an Lambach?)
Abg. Rosemarie Bauer: Van der Bellen! Die Diskussion um Lambach!
Aber, Herr Bundesminister, ich gehe sehr wohl auf den Sinn dieser heutigen Übung ein, die Sie von der Regierungsbank aus absolviert und geboten haben. Für diese Ihre Übung hat wohl Frau Abgeordnete Bauer das einzig passende Wort gefunden. Es ist in meinen Augen ... (Abg. Rosemarie Bauer: Van der Bellen! Die Diskussion um Lambach!) – Wissen Sie, ich kann auf Zwischenrufe nur reagieren, wenn aus ihnen ein gewisses Maß an intelligenter Kritik hervorleuchtet. (Beifall bei den Grünen. – Oje-Rufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Oje-Rufe bei der ÖVP.
Aber, Herr Bundesminister, ich gehe sehr wohl auf den Sinn dieser heutigen Übung ein, die Sie von der Regierungsbank aus absolviert und geboten haben. Für diese Ihre Übung hat wohl Frau Abgeordnete Bauer das einzig passende Wort gefunden. Es ist in meinen Augen ... (Abg. Rosemarie Bauer: Van der Bellen! Die Diskussion um Lambach!) – Wissen Sie, ich kann auf Zwischenrufe nur reagieren, wenn aus ihnen ein gewisses Maß an intelligenter Kritik hervorleuchtet. (Beifall bei den Grünen. – Oje-Rufe bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: Morgen ist die letzte Sitzung!
Ansonsten haben Sie offenbar vor einiger Zeit für die heutige letzte Sitzung vor den Landtagswahlen (Abg. Schwarzenberger: Morgen ist die letzte Sitzung!) folgende Parole ausgegeben: Sie wollen bei einer größeren Klientel punkten, gleichgültig, ob die Argumente rational oder nicht rational sind. Das zählt so kurz vor Wahlkämpfen wenig. Ich finde es nur im höchsten Maße deplaziert und störend, einerseits in der Präsidiale, andererseits von Tirol aus die große Eintracht und den nationalen Konsens angesichts einer Katastrophe zu beschwören, aber uns dann hier im Hohen Haus dieses wirklich billige Wahlkampfspektakel zu bieten! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wie hoch der Benzinpreis sein soll, haben Sie uns wieder verschwiegen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wie hoch der Benzinpreis sein soll, haben Sie uns wieder verschwiegen!
Ansonsten haben Sie offenbar vor einiger Zeit für die heutige letzte Sitzung vor den Landtagswahlen (Abg. Schwarzenberger: Morgen ist die letzte Sitzung!) folgende Parole ausgegeben: Sie wollen bei einer größeren Klientel punkten, gleichgültig, ob die Argumente rational oder nicht rational sind. Das zählt so kurz vor Wahlkämpfen wenig. Ich finde es nur im höchsten Maße deplaziert und störend, einerseits in der Präsidiale, andererseits von Tirol aus die große Eintracht und den nationalen Konsens angesichts einer Katastrophe zu beschwören, aber uns dann hier im Hohen Haus dieses wirklich billige Wahlkampfspektakel zu bieten! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wie hoch der Benzinpreis sein soll, haben Sie uns wieder verschwiegen!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Nowotny und Ing. Tychtl.
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte zum Zeitplan etwas sagen. Wir haben, da mehrere Nachbesserungen notwendig waren, monatelang auf die Ergebnisse dieser Studie gewartet. Ich finde es – und das hat auch ein Abgeordneter gesagt – nur fair, wenn über etwas, was in der Öffentlichkeit eine große Rolle spielt, der zuständige Minister das Haus auch informiert. Davon habe ich Gebrauch gemacht, und dazu stehe ich. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Nowotny und Ing. Tychtl.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo!
Zweiter Punkt: Ich darf wirklich deutlich sagen – und Sie können das in der öffentlichen Auseinandersetzung während der letzten zwei Jahre verfolgen –, daß viele, die kritisiert haben, sich mit Presseaussendungen zufriedengegeben und nicht die Courage aufgebracht haben, entweder einen Antrag nach dem Preisrecht oder einen Antrag nach dem Kartellrecht zu stellen. Ich habe zwei Jahre lang geduldig genug den Reibebaum für alle, die sich in der Preisfrage profilieren wollten, gespielt. Daher habe ich jetzt einmal die Initiative ergriffen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Verzetnitsch und Ing. Tychtl.
Dritter Punkt, und zwar nochmals zum Zeitablauf. Ich habe gesagt: Alle wettbewerblichen Maßnahmen, von denen wir reden – angefangen von einer Verschärfung des Kartellrechts, was die Verhaltenskartelle anlangt, bis zu einem amtswegigen Verfahren und einer Stärkung der Institutionen –, sind nichts, was in wenigen Wochen durchsetzbar ist. Alles, was etwa auch von der Mineralölwirtschaft gewünscht wird, ist – mit Ausnahme der Automat-Tankstellen – in wenigen Monaten nicht umsetzbar. Daher ist es durchaus legitim, zu drohen und zu sagen: Wir machen beides, die Maßnahmen nach dem Preisrecht und die notwendigen Maßnahmen im Bereich der wettbewerblichen Rahmenbedingungen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Verzetnitsch und Ing. Tychtl.)
Abg. Dr. Heindl: Leider!
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Bereits anläßlich der Gewerbeordnungsnovelle vor zwei Jahren, damals als großer Wurf gefeiert, wurde über die Notwendigkeit des Berufes des selbständigen Buchhalters lang und breit diskutiert. Kollege Heindl und ich haben uns damals einiges zu sagen gehabt, aber damals war offensichtlich die Zeit dafür nicht reif, nicht einmal eine Maus ward geboren vor zwei Jahren. (Abg. Dr. Heindl: Leider!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist das Problem, das wir haben: daß dieses Haus mit Ihrer Zustimmung ständig Gesetze beschließt, welche dann vom "Normalbürger" – unter Anführungszeichen – ohne den Zugriff auf teure Berater nicht mehr exekutiert werden können. Das ist ein Problem, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Zuletzt werden wir in diesem Schreiben der erwähnten Steuerberaterin aufgefordert – ich zitiere –, nicht dem Schwachsinn unsere Stimme zu geben, ein Berufsbild in zwei Kammern zu verankern – ich kann Ihnen schon prophezeien, einem solchen Schwachsinn werden wir Freiheitlichen natürlich nicht zustimmen, meine Damen und Herren (Beifall bei den Freiheitlichen) –, nicht die Verantwortung zu übernehmen und die Kostenbelastung der Wirtschaft dort zu bekämpfen, wo sie entsteht, nämlich bei der Gesetzgebung. – Ende des Zitats.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und das wollen wir nicht, Helmut Peter! Wir wollen ein System, wie es zum Beispiel in der Schweiz derzeit in Diskussion ist: Controller 2000, vom Institut für Rechnungswesen und Controlling der Uni Zürich auf fünf Seiten vorgeschlagen: Berufsbild, Prüfungsfächer, Prüfungskonzept. – Das ist zackig, klar ersichtlich und modernst: Controller 2000, Fachausweis für Finanz- und Rechnungswesen, Controller 2000, Diplomexperte für Rechnungslegung und Controlling. Ohne Kammerzwang, meine Damen und Herren! Der darf das alles. Und das wäre ein nachahmenswertes Schweizer Beispiel für uns. So stellen wir Freiheitliche uns moderne Buchhaltung und Dienstleistung vor! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall des Abg. Mag. Schweitzer.
Das Ganze gäbe es, Helmut Peter und Herr Präsident Maderthaner, ohne Kammerzwangsmitgliedschaft, wäre automatisch billiger, es gäbe keine Einverleibungsgebühr – aber dagegen seid ihr ja auch, habe ich irgendwann einmal gehört, und jetzt stimmst du wieder für die Einverleibungsgebühr; es ist ja zum Wiehern mit dir! –, keine KU 1, keine KU 2 und keine Grundumlage. All das führst du heute mit deiner Zustimmung ein, Kollege Peter! Aber damit sollst du selber fertig werden. Ich sage nur: Fahne nach dem Wind. (Beifall des Abg. Mag. Schweitzer.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auf der Entbürokratisierungsebene in einer vernetzten Materie ist überhaupt nichts passiert, sie ist nicht einmal angedacht worden. Sie können von einer Opposition, die etwas auf sich hält und Alternativen vorlegt und nicht nur nein dazu sagt, nicht verlangen, daß sie einem derartigen lauen Lüfterl zustimmt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Haigermoser ist der beste Abgeordnete aus Salzburg in diesem Haus!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Tichy-Schreder. 8 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Dr. Graf: Haigermoser ist der beste Abgeordnete aus Salzburg in diesem Haus!)
Abg. Dr. Graf: Und mit wem haben Sie es sich verdorben? – Abg. Haller: Eine Gewissensfrage!
Abgeordnete Ingrid Tichy-Schreder (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Dr. Graf, Sie sind sehr leicht zufriedenzustellen, wenn Sie mit der Rede des Abgeordneten Haigermoser zufrieden waren. Es ist für mich ganz logisch, daß die Freiheitlichen gegen diese Regierungsvorlage stimmen werden, denn sie wollen es sich weder mit den Bilanzbuchhaltern noch mit den Steuerberatern verderben. Das ist natürlich am einfachsten. (Abg. Dr. Graf: Und mit wem haben Sie es sich verdorben? – Abg. Haller: Eine Gewissensfrage!) Herr Abgeordneter Dr. Graf, hören Sie meinen Ausführungen zu! Ich habe es mir mit niemandem verdorben ... (Abg. Haigermoser: Weiter, weiter, weiter!) Sie können nicht zuhören, Herr Abgeordneter Haigermoser, aber das ist bereits bekannt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Weiter, weiter, weiter!
Abgeordnete Ingrid Tichy-Schreder (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Dr. Graf, Sie sind sehr leicht zufriedenzustellen, wenn Sie mit der Rede des Abgeordneten Haigermoser zufrieden waren. Es ist für mich ganz logisch, daß die Freiheitlichen gegen diese Regierungsvorlage stimmen werden, denn sie wollen es sich weder mit den Bilanzbuchhaltern noch mit den Steuerberatern verderben. Das ist natürlich am einfachsten. (Abg. Dr. Graf: Und mit wem haben Sie es sich verdorben? – Abg. Haller: Eine Gewissensfrage!) Herr Abgeordneter Dr. Graf, hören Sie meinen Ausführungen zu! Ich habe es mir mit niemandem verdorben ... (Abg. Haigermoser: Weiter, weiter, weiter!) Sie können nicht zuhören, Herr Abgeordneter Haigermoser, aber das ist bereits bekannt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Ingrid Tichy-Schreder (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Dr. Graf, Sie sind sehr leicht zufriedenzustellen, wenn Sie mit der Rede des Abgeordneten Haigermoser zufrieden waren. Es ist für mich ganz logisch, daß die Freiheitlichen gegen diese Regierungsvorlage stimmen werden, denn sie wollen es sich weder mit den Bilanzbuchhaltern noch mit den Steuerberatern verderben. Das ist natürlich am einfachsten. (Abg. Dr. Graf: Und mit wem haben Sie es sich verdorben? – Abg. Haller: Eine Gewissensfrage!) Herr Abgeordneter Dr. Graf, hören Sie meinen Ausführungen zu! Ich habe es mir mit niemandem verdorben ... (Abg. Haigermoser: Weiter, weiter, weiter!) Sie können nicht zuhören, Herr Abgeordneter Haigermoser, aber das ist bereits bekannt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Der Controller ist zuständig für buchhalterische Dinge!
Darüber hinaus, Herr Abgeordneter Haigermoser, schauen Sie sich einmal das Schweizer Kammersystem an! In der Schweiz müssen Sie nicht Mitglied sein, aber Sie können verschiedene Dinge nicht machen, wenn Sie nicht Mitglied sind. Außerdem kostet die Schweizer Kammer wesentlich mehr als die österreichische Wirtschaftskammer, mehr als die Wirtschaftstreuhänderkammer und so weiter und so fort. (Abg. Haigermoser: Der Controller ist zuständig für buchhalterische Dinge!) Herr Abgeordneter Haigermoser, Sie argumentieren immer mit Halbwissen, aber ich führe Sie einmal in die Schweiz und schicke Sie zu den entsprechenden Stellen, und dann werden Sie feststellen, daß dieses Schweizer System wesentlich teurer als das österreichische System ist! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Geh!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Geh!
Darüber hinaus, Herr Abgeordneter Haigermoser, schauen Sie sich einmal das Schweizer Kammersystem an! In der Schweiz müssen Sie nicht Mitglied sein, aber Sie können verschiedene Dinge nicht machen, wenn Sie nicht Mitglied sind. Außerdem kostet die Schweizer Kammer wesentlich mehr als die österreichische Wirtschaftskammer, mehr als die Wirtschaftstreuhänderkammer und so weiter und so fort. (Abg. Haigermoser: Der Controller ist zuständig für buchhalterische Dinge!) Herr Abgeordneter Haigermoser, Sie argumentieren immer mit Halbwissen, aber ich führe Sie einmal in die Schweiz und schicke Sie zu den entsprechenden Stellen, und dann werden Sie feststellen, daß dieses Schweizer System wesentlich teurer als das österreichische System ist! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Geh!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Herr Abgeordneter Haigermoser! Ich weiß, Sie glauben es nicht. Deshalb habe ich gesagt, ich führe Sie hin, denn dann werden Sie vielleicht mit Unternehmern dort sprechen und von diesen das erfahren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) – Herr Abgeordneter Dr. Graf, Sie wollen anscheinend nicht informiert werden, also wende ich mich nicht mehr an Sie.
Abg. Dr. Graf: Auf Kosten der Anwälte! Auf Kosten eines anderen Berufsstandes!
Wir haben versucht, sowohl für die Buchhalter als auch für die Steuerberater einen Mittelweg zu finden, ganz einfach. (Abg. Dr. Graf: Auf Kosten der Anwälte! Auf Kosten eines anderen Berufsstandes!) Es hat sich auch – und das haben Sie auch noch nicht festgestellt – herausgestellt, Herr Abgeordneter Dr. Graf, daß sich die Wirtschaft, die Technologie enorm verändert hat. Wir alle wissen, zu der Zeit, als wir vor etlichen Jahren die Gewerbeordnung beschlossen haben, die Wirtschaftstreuhänder-Berufsordnung, gab es diese Buchhaltungssysteme noch lange nicht. Wir wollen auf der einen Seite erreichen, daß Menschen, die in einem Betrieb als Buchhalter tätig sind, auch die Möglichkeit haben, selbständig zu werden.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich hoffe, daß sich in nächster Zeit sehr viele Menschen in den neugeschaffenen Berufen selbständig machen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Tichy-Schreder: Na selbstverständlich! Aber ja!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Kollegin Tichy-Schreder, es ist nicht so, daß die Freiheitlichen sich nach allen Seiten offenhalten (Abg. Tichy-Schreder: Na selbstverständlich! Aber ja!), um es sich weder mit den Wirtschaftstreuhändern noch mit den Buchhaltern zu verderben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Nur, das Problem ist, daß wir, die Freiheitlichen, nicht bereit sind, diesem Kompromiß, einem faulen Kompromiß, einem Eiertanz, den Sie hier aufgeführt haben, die Zustimmung zu geben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Kollegin Tichy-Schreder, es ist nicht so, daß die Freiheitlichen sich nach allen Seiten offenhalten (Abg. Tichy-Schreder: Na selbstverständlich! Aber ja!), um es sich weder mit den Wirtschaftstreuhändern noch mit den Buchhaltern zu verderben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Nur, das Problem ist, daß wir, die Freiheitlichen, nicht bereit sind, diesem Kompromiß, einem faulen Kompromiß, einem Eiertanz, den Sie hier aufgeführt haben, die Zustimmung zu geben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Kollegin Tichy-Schreder, es ist nicht so, daß die Freiheitlichen sich nach allen Seiten offenhalten (Abg. Tichy-Schreder: Na selbstverständlich! Aber ja!), um es sich weder mit den Wirtschaftstreuhändern noch mit den Buchhaltern zu verderben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Nur, das Problem ist, daß wir, die Freiheitlichen, nicht bereit sind, diesem Kompromiß, einem faulen Kompromiß, einem Eiertanz, den Sie hier aufgeführt haben, die Zustimmung zu geben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Und von den Landtagswahlen!
Aber was haben Sie bei diesem Entschließungsantrag gemacht? Sie haben eine Frist bis 31. Dezember 1999 hierauf vermerkt. Nun weiß ich schon, daß der Wahltermin zwischen Rot und Schwarz noch nicht hundertprozentig fixiert ist. Das hängt von der künftigen Steuerreform und von vielen anderen Dingen ab. (Abg. Mag. Stadler: Und von den Landtagswahlen!) Es ist eigentlich schon für jeden erkennbar, daß in Wirklichkeit nichts mehr weitergeht. Mit diesem Problem haben Sie seitens der Regierungsparteien zu kämpfen. Es wird wahrscheinlich der 13. Juni sein, oder es wird im Oktober oder November gewählt – wir werden sehen –, aber sicherlich nicht am 31. Dezember 1999! Ein Antrag wie dieser mit einer Frist für 31. Dezember 1999 ist, um es ganz simpel auszudrücken, für die "Würscht". Warum? Weil dieser Antrag in der nächsten Legislaturperiode keine Relevanz mehr hat und ein neuer eingebracht werden müßte.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Unsere Zustimmung können Sie bei diesem Kompromiß, der für uns ein fauler Kompromiß ist, nicht erwarten. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Das war der Zwischenruf des Kollegen Haigermoser, das war das Positive!
Abgeordneter Dr. Kurt Heindl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Liebe Kollegen von der Freiheitlichen Partei! Ich weiß nicht, Herr Kollege Hofmann, ob Sie bei der letzten Ausschußsitzung dabei waren. – Doch, Sie waren dabei. Wir haben das korrigiert, weil ich grundsätzlich mit Ihrer Kritik einverstanden war, und diese Frist wurde auf 31. Juli vorverlegt. Jetzt würde Ihre Kritik auch stimmen, sollte noch vor dem 31. Juli gewählt werden, aber grundsätzlich ... (Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Das war der Zwischenruf des Kollegen Haigermoser, das war das Positive!) – Das habe ich nicht gehört. Okay, erledigt, darüber brauchen wir nicht mehr weiterzureden.
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Ich zitiere aus einem Verhandlungsprotokoll, das ich heute zufällig bekommen habe: Unser primärer Wunsch – nämlich der der Bilanzbuchhalter – ist es, in der Gewerbeordnung geregelt zu werden. – Die wollten dort hinein. Ich habe mich deswegen herausgehalten, sage ich ganz ehrlich, weil es einfach ein Wettbewerbsproblem war. Das wissen Sie ganz genau. Der Leistungsumfang des gewerblichen Buchhalters ist erheblich geringer als der des selbständigen. Der selbständige Buchhalter ist in Wirklichkeit eine echte Konkurrenz zum Steuerberater. Daher ist er aus organisatorischen und Systemgründen natürlich in diesem Bereich unterzubringen. Das ist die Realität. Alle anderen Interpretationen überlasse ich Ihnen. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Helmut, eines muß ich dir schon sagen: Wir haben ausführlich diskutiert, und wenn du sagst, das ist ein laues Lüfterl, dann muß ich sagen, bei euch war Flaute, denn konkrete Vorschläge sind nicht gekommen. Kritik hat es gegeben, ja – ich will jetzt nicht polemisieren –, aber wie man es anders regeln und anders machen könnte, dazu ist von euch nichts gekommen, da war wirklich Flaute, da gab es nicht einmal ein laues Lüfterl. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Ofner: Ich kann doch nicht die einen befriedigen oder weniger kränken wollen, indem ich einem außenstehenden Berufsstand etwas wegnehme!
In dieser Diskussion ist auch deutlich geworden, daß es ein Spannungsverhältnis gibt, Herr Kollege Graf. Natürlich stehen die Vertreter der Steuerberater für andere Interessen ein als die Vertreter der Anwälte, die Vertreter der Bilanzbuchhalter oder der gewerblichen Buchhalter. Es hat sich nicht um eine Kammerdiskussion gehandelt, sondern um eine Interessendiskussion. Das ist ein breiter Rahmen. (Abg. Dr. Ofner: Ich kann doch nicht die einen befriedigen oder weniger kränken wollen, indem ich einem außenstehenden Berufsstand etwas wegnehme!) – Herr Kollege Ofner! Mit dem Wort "wegnehmen" haben Sie schon wieder das Problem angeschnitten. Wenn Sie liberalisieren, schaffen Sie zwangsläufig Konkurrenz. Sie sprechen von "wegnehmen".
Abg. Dr. Ofner: Die berufsmäßige Parteienvertretung vor Gericht!
Ich sage Ihnen etwas, weil ich damit ein bißchen zu tun habe. Wir wissen, daß 25 bis 30 Prozent der Verfahren bei Verwaltungsgerichtshöfen in jenem Bereich angesiedelt sind, von dem wir jetzt sprechen. Kollege Ofner, du weißt als Anwalt ganz genau, daß man sich in der Regel der Wirtschaftsprüfer als Gutachter bedient. Diese erledigen dort mehr Arbeit als ein herkömmlicher Anwalt, wenn es sich – ich relativiere das ohnehin, Herr Kollege – nicht um einen Wirtschaftsanwalt handelt. (Abg. Dr. Ofner: Die berufsmäßige Parteienvertretung vor Gericht!) Lieber Kollege Ofner! Ich sage dir noch einmal: In jedem Bereich wird es immer dann, wenn wir liberalisieren, welche geben, die sagen, das ist schlecht. Im selben Atemzug werden sie aber nach Liberalisierung verlangen. Das ist das Problem, vor dem wir stehen. Aber wir können nicht beides zugleich haben: einerseits Liberalisierung und gleichzeitig Aufrechterhaltung geschützter Bereiche. Das geht nicht! (Abg. Dr. Ofner: Untereinander tun Sie nichts liberalisieren!) Ich bin sofort zur Diskussion bereit.
Abg. Dr. Ofner: Untereinander tun Sie nichts liberalisieren!
Ich sage Ihnen etwas, weil ich damit ein bißchen zu tun habe. Wir wissen, daß 25 bis 30 Prozent der Verfahren bei Verwaltungsgerichtshöfen in jenem Bereich angesiedelt sind, von dem wir jetzt sprechen. Kollege Ofner, du weißt als Anwalt ganz genau, daß man sich in der Regel der Wirtschaftsprüfer als Gutachter bedient. Diese erledigen dort mehr Arbeit als ein herkömmlicher Anwalt, wenn es sich – ich relativiere das ohnehin, Herr Kollege – nicht um einen Wirtschaftsanwalt handelt. (Abg. Dr. Ofner: Die berufsmäßige Parteienvertretung vor Gericht!) Lieber Kollege Ofner! Ich sage dir noch einmal: In jedem Bereich wird es immer dann, wenn wir liberalisieren, welche geben, die sagen, das ist schlecht. Im selben Atemzug werden sie aber nach Liberalisierung verlangen. Das ist das Problem, vor dem wir stehen. Aber wir können nicht beides zugleich haben: einerseits Liberalisierung und gleichzeitig Aufrechterhaltung geschützter Bereiche. Das geht nicht! (Abg. Dr. Ofner: Untereinander tun Sie nichts liberalisieren!) Ich bin sofort zur Diskussion bereit.
Abg. Dr. Ofner: Ich fürchte, das ist die nächste Schwächung der Kammer!
Meine Damen und Herren! Ich sage es ganz offen: Es wird nicht die letzte Reform sein. Aber dieser Schritt ist ein wichtiger Reformschritt in Richtung Erweiterung. (Abg. Dr. Ofner: Ich fürchte, das ist die nächste Schwächung der Kammer!) So wie die Kollegen des LIF und der Grünen zugestimmt haben, werden vielleicht auch Sie heute oder morgen zustimmen. (Abg. Mag. Peter: Das glaube ich nicht, Herr Heindl!)
Abg. Mag. Peter: Das glaube ich nicht, Herr Heindl!
Meine Damen und Herren! Ich sage es ganz offen: Es wird nicht die letzte Reform sein. Aber dieser Schritt ist ein wichtiger Reformschritt in Richtung Erweiterung. (Abg. Dr. Ofner: Ich fürchte, das ist die nächste Schwächung der Kammer!) So wie die Kollegen des LIF und der Grünen zugestimmt haben, werden vielleicht auch Sie heute oder morgen zustimmen. (Abg. Mag. Peter: Das glaube ich nicht, Herr Heindl!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir sind stolz auf dieses Gesetz, da es sich um einen Schritt in Richtung mehr Liberalisierung handelt. Jawohl, Helmut Haigermoser, es bringt einen neuen Wind und bietet vor allem vielen Frauen die Chance, eine selbständige Tätigkeit auszuüben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage: Es gibt wesentlich intelligentere Lösungen, um mit dem Problem der Gutachtertätigkeit im Vertretungsbereich der Höchstgerichte fertigzuwerden. Es wäre höchst an der Zeit gewesen, daß man die Voraussetzungen dafür schafft, interdisziplinäre Gesellschaften zu gründen. Das wäre ein Lösungsansatz, der an sich klug ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber es wird ja nicht gemacht! Das Berufsrechtsänderungsgesetz der Rechtsanwälte, das in Begutachtung liegt, sieht es wiederum nicht vor. Die Wirtschaftstreuhänderordnung sieht es auch nicht vor.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! In Ihrem Drang, Kompromisse zwischen den einzelnen Interessengruppen zu schließen, schaden Sie den freien Berufsständen generell. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie erheben die Winkelschreiberei zum System. Das muß auch einmal hier gesagt werden. Sie sind einer der Totengräber der freien Berufe generell – das möchte ich hier einmal dezidiert festhalten –, und zwar in vielen Bereichen. Wir haben heute, morgen und in naher Zukunft viele Gesetzesänderungsinitiativen seitens der Regierung hier zu behandeln. Es werden im strafrechtlichen Bereich Konfliktlösungszentren geschaffen, wo in Zukunft Psychologen strafrechtliche oder rechtsfreundliche Vertretungen machen können.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber es wundert mich nicht, daß hier im Hohen Haus kein Aufschrei erfolgt. Denn unter einer Justizausschußvorsitzenden Fekter, die in Wirklichkeit gar nichts mit der Sache zu tun haben will, kann eigentlich nichts weitergehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) In Wirklichkeit weinen wir – auch wir Freiheitlichen – dem ehemaligen Justizausschußobmann Graff in dieser Angelegenheit nach. Er hätte so etwas nie zugelassen! Man kann nicht versuchen, einen freien Beruf abzuändern, zu liberalisieren, wenn das schlußendlich auf Kosten eines anderen freien Berufes geht. Da muß man gemeinsam vorgehen. Da muß man ein System finden, das einer echten Liberalisierung entspricht.
Beifall bei den Freiheitlichen.
In Wirklichkeit knabbert man massiv an der Substanz eines freien Berufes. Wir Freiheitlichen werden daran nicht mitwirken, das können wir Ihnen schon heute und hier sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist nämlich der faule Kompromiß, den Sie eingehen: Sie nehmen auf der einen Seite den Wirtschaftstreuhändern etwas weg zu Lasten eines anderen Berufsstandes, anstatt daß Sie die freien Berufe generell liberalisieren und eine moderne europäische Lösung in Form von interdisziplinären Gesellschaften herbeiführen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Ofner: Irgend etwas stimmt immer! – Beifall bei den Freiheitlichen.
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Herr Präsident! Hohes Haus! Da ich als "Totengräber der freien Berufe" bezeichnet wurde, muß ich sagen: Ich bin als Totengräber der landwirtschaftlichen Marktordnungen, als Totengräber der Kartellandschaft Österreichs, als Totengräber der "heiligen" Energieordnung, als Totengräber der Telekomordnung und als Totengräber der alten Wirtschaftstreuhänderordnung bekannt. (Abg. Dr. Ofner: Irgend etwas stimmt immer! – Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich darf Ihnen sagen: Für einen Liberalen ist es eine Auszeichnung, so bezeichnet zu werden. Ich finde es nicht beleidigend, das ist wirklich eine Distinktion, auf die ich Wert lege.
Abg. Dr. Ofner: Ihr wollt alles in der Kammer haben!
Zweiter Punkt: Herr Abgeordneter Graf, es finden parallel zu diesem Gespräch – und dort sollte ich auch teilnehmen – Gespräche zwischen Herrn Minister Michalek und Staatssekretär Ruttenstorfer zur Frage der Rechtsanwaltsordnung und der Notariatsordnung statt, um über eine Gleichsetzung mit den Liberalisierungsfunktionen der Wirtschaftstreuhänder zu verhandeln. (Abg. Dr. Ofner: Ihr wollt alles in der Kammer haben!) Denn eines ist klar: Es macht keinen Sinn, wenn wir in der Wirtschaftstreuhänderordnung interdisziplinäre Gruppen erlauben, andere Ordnungen das aber nicht vorsehen. Ich hoffe, daß in den parallel laufenden Gesprächen diese Art von Liberalisierung durchgesetzt wird. Dies war in der Regierungsvorlage nicht enthalten und wurde über Maßgabe beider Regierungsparteien dem Kollegen Justizminister sozusagen aufs Auge gedrückt. Und darüber wird jetzt verhandelt.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher kann es nicht darum gehen, eine einseitige Liberalisierung durchzuführen, sondern es sollten alle freien Berufe in gleicher Weise frei sein, auch das darf ich Ihnen einmal sagen. Ich erlaube mir manchmal, darauf hinzuweisen, daß es leicht ist, anderen zum Wettbewerb zuzureden, sie in Wettbewerbsprozessen zu vertreten, aber im eigenen Bereich ein Werbeverbot und eine Preisbindung zu haben. Damit soll Schluß sein. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Für Sie, Herr Minister, ist ein Freiberufler ein Greuel! – Abg. Dr. Graf: Das ist eine einseitige Regelung!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Peter. – Bitte. (Abg. Dr. Ofner: Für Sie, Herr Minister, ist ein Freiberufler ein Greuel! – Abg. Dr. Graf: Das ist eine einseitige Regelung!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Von Haigermoser zu Hofmann zu Graf zieht sich der Weg der Fundamentalopposition, die zwischen der Liberalisierung und dem Schutz der Pfründe der Rechtsanwälte schwankt. Also irgendwie ist es sehr schwierig, gerade bei den Freiberuflern neue Lösungen zu finden, und wie man es macht, ist es falsch. Auf der einen Seite hängt man dem Herrn Haigermoser die Fahne zu sehr in den Wind, ich weiß nicht, in welche Richtung, hoffentlich nicht in seine Richtung, das wäre mir sehr peinlich. Und auf der anderen Seite kriege ich also ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Lieber Freund! Ich würde mir so wünschen, daß die Freiheitliche Partei ein bißchen was in den letzten zehn Jahren gelernt hätte. Ihr seid immer reaktionärer und immer unerträglicher geworden. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Aber ihr fühlt euch dabei wohl, das verstehe ich schon. Ich habe damit Gott sei Dank nichts mehr zu tun. Denn eure Form von Politik, nämlich einfach herzugehen, regelmäßig einen Haufen Unsinn zu erzählen und alles, was gemacht wird, schlecht zu finden, ist zu einfach, zu kurz gegriffen. Ich kann nur bedauern, was ihr unter Politik versteht (Abg. Dr. Graf: Einseitige Regelungen!): Fundamentalopposition um jeden Preis, Unsinn um jeden Preis! Nur laut muß es sein! Und das ist halt ein bißchen bedauerlich. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Graf: Einseitige Regelungen!
Lieber Freund! Ich würde mir so wünschen, daß die Freiheitliche Partei ein bißchen was in den letzten zehn Jahren gelernt hätte. Ihr seid immer reaktionärer und immer unerträglicher geworden. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Aber ihr fühlt euch dabei wohl, das verstehe ich schon. Ich habe damit Gott sei Dank nichts mehr zu tun. Denn eure Form von Politik, nämlich einfach herzugehen, regelmäßig einen Haufen Unsinn zu erzählen und alles, was gemacht wird, schlecht zu finden, ist zu einfach, zu kurz gegriffen. Ich kann nur bedauern, was ihr unter Politik versteht (Abg. Dr. Graf: Einseitige Regelungen!): Fundamentalopposition um jeden Preis, Unsinn um jeden Preis! Nur laut muß es sein! Und das ist halt ein bißchen bedauerlich. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Lieber Freund! Ich würde mir so wünschen, daß die Freiheitliche Partei ein bißchen was in den letzten zehn Jahren gelernt hätte. Ihr seid immer reaktionärer und immer unerträglicher geworden. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Aber ihr fühlt euch dabei wohl, das verstehe ich schon. Ich habe damit Gott sei Dank nichts mehr zu tun. Denn eure Form von Politik, nämlich einfach herzugehen, regelmäßig einen Haufen Unsinn zu erzählen und alles, was gemacht wird, schlecht zu finden, ist zu einfach, zu kurz gegriffen. Ich kann nur bedauern, was ihr unter Politik versteht (Abg. Dr. Graf: Einseitige Regelungen!): Fundamentalopposition um jeden Preis, Unsinn um jeden Preis! Nur laut muß es sein! Und das ist halt ein bißchen bedauerlich. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Fischl: Das Volk "kübelt" Sie an, Herr Kollege?
Aber man kann es so schwer jedem recht machen in diesem Fall. Ich habe jetzt auch ein Fax bekommen von einem Wirtschaftstreuhänder, einem beeideten Wirtschaftstreuhänder, einem Steuerprüfer, einem Magister, einem Herrn X, so wollen wir ihn nennen, der mich via E-Mail auf eine Art und Weise angekübelt hat, gegen die der Haigermoser heute noch ein Lercherl war. (Abg. Fischl: Das Volk "kübelt" Sie an, Herr Kollege?) Mein Gott, Fischl, halt einmal den Mund! Es kommt nichts Gescheites heraus! Das heißt also, dieser Herr X, wie wir ihn nennen wollen, hat offensichtlich die Fassung verloren, weil etwas passiert ist, was er sich nicht vorstellen kann, nämlich daß auf einmal Neuregelungen erfolgen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Fischl.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Fischl.
Aber man kann es so schwer jedem recht machen in diesem Fall. Ich habe jetzt auch ein Fax bekommen von einem Wirtschaftstreuhänder, einem beeideten Wirtschaftstreuhänder, einem Steuerprüfer, einem Magister, einem Herrn X, so wollen wir ihn nennen, der mich via E-Mail auf eine Art und Weise angekübelt hat, gegen die der Haigermoser heute noch ein Lercherl war. (Abg. Fischl: Das Volk "kübelt" Sie an, Herr Kollege?) Mein Gott, Fischl, halt einmal den Mund! Es kommt nichts Gescheites heraus! Das heißt also, dieser Herr X, wie wir ihn nennen wollen, hat offensichtlich die Fassung verloren, weil etwas passiert ist, was er sich nicht vorstellen kann, nämlich daß auf einmal Neuregelungen erfolgen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Fischl.)
Abg. Fischl: Du kannst sagen, daß dich jemand als Volksvertreter anschreibt, nicht "ankübelt"!
Also komm, Fischl, du bist jetzt dran. Sag’ etwas Gescheites. Komm! (Abg. Fischl: Du kannst sagen, daß dich jemand als Volksvertreter anschreibt, nicht "ankübelt"!) Ja, er hat mich angekübelt, so wie mich Herr Haigermoser als gewählter Volksvertreter heute angekübelt hat. Ich habe zum Unterschied von dir den Mut, das auch zu sagen. So, hast du noch etwas zu sagen? – (Abg. Fischl: Nein!) Gut, danke, jetzt gehen wir weiter. (Abg. Kiss: Du solltest Lehrer werden!)
Abg. Fischl: Nein!
Also komm, Fischl, du bist jetzt dran. Sag’ etwas Gescheites. Komm! (Abg. Fischl: Du kannst sagen, daß dich jemand als Volksvertreter anschreibt, nicht "ankübelt"!) Ja, er hat mich angekübelt, so wie mich Herr Haigermoser als gewählter Volksvertreter heute angekübelt hat. Ich habe zum Unterschied von dir den Mut, das auch zu sagen. So, hast du noch etwas zu sagen? – (Abg. Fischl: Nein!) Gut, danke, jetzt gehen wir weiter. (Abg. Kiss: Du solltest Lehrer werden!)
Abg. Kiss: Du solltest Lehrer werden!
Also komm, Fischl, du bist jetzt dran. Sag’ etwas Gescheites. Komm! (Abg. Fischl: Du kannst sagen, daß dich jemand als Volksvertreter anschreibt, nicht "ankübelt"!) Ja, er hat mich angekübelt, so wie mich Herr Haigermoser als gewählter Volksvertreter heute angekübelt hat. Ich habe zum Unterschied von dir den Mut, das auch zu sagen. So, hast du noch etwas zu sagen? – (Abg. Fischl: Nein!) Gut, danke, jetzt gehen wir weiter. (Abg. Kiss: Du solltest Lehrer werden!)
Abg. Kiss spricht mit Fraktionskollegen.
Genau dasselbe gilt für die Frage der gewerblichen Buchhalter. Wenn ich nun einmal unter dem jetzigen Rechtssystem den gewerblichen Buchhalter will, dann werde ich ihn wohl oder übel in ein Wirtschaftskammersystem einbinden müssen, das so ist, wie es ist. Die Reformvorstellungen der Liberalen im Bereich der Gewerbeordnung und vor allem im Bereich der Wirtschaftskammer bleiben trotzdem aufrecht. Ich halte aber die drei ... (Abg. Kiss spricht mit Fraktionskollegen.) Bitte laß mich auch mitreden! Um was geht es? (Abg. Kiss: Fußball!) Fußball, Entschuldigung, Fußball. (Abg. Fischl: Das ist unglaublich!) Hast du auch noch etwas zu sagen?
Abg. Kiss: Fußball!
Genau dasselbe gilt für die Frage der gewerblichen Buchhalter. Wenn ich nun einmal unter dem jetzigen Rechtssystem den gewerblichen Buchhalter will, dann werde ich ihn wohl oder übel in ein Wirtschaftskammersystem einbinden müssen, das so ist, wie es ist. Die Reformvorstellungen der Liberalen im Bereich der Gewerbeordnung und vor allem im Bereich der Wirtschaftskammer bleiben trotzdem aufrecht. Ich halte aber die drei ... (Abg. Kiss spricht mit Fraktionskollegen.) Bitte laß mich auch mitreden! Um was geht es? (Abg. Kiss: Fußball!) Fußball, Entschuldigung, Fußball. (Abg. Fischl: Das ist unglaublich!) Hast du auch noch etwas zu sagen?
Abg. Fischl: Das ist unglaublich!
Genau dasselbe gilt für die Frage der gewerblichen Buchhalter. Wenn ich nun einmal unter dem jetzigen Rechtssystem den gewerblichen Buchhalter will, dann werde ich ihn wohl oder übel in ein Wirtschaftskammersystem einbinden müssen, das so ist, wie es ist. Die Reformvorstellungen der Liberalen im Bereich der Gewerbeordnung und vor allem im Bereich der Wirtschaftskammer bleiben trotzdem aufrecht. Ich halte aber die drei ... (Abg. Kiss spricht mit Fraktionskollegen.) Bitte laß mich auch mitreden! Um was geht es? (Abg. Kiss: Fußball!) Fußball, Entschuldigung, Fußball. (Abg. Fischl: Das ist unglaublich!) Hast du auch noch etwas zu sagen?
Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler.
Drei Qualifikationsstufen haben wir also. Der gewerbliche Buchhalter wird ähnlich sein ... (Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler.) Gut, jetzt kommt die übliche Frage der Freiheitlichen, was der Apfelstrudel im "Weißen Rössl" kostet. Ich halte neuerlich fest: Ich weiß es nicht, ich müßte nachschauen.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Es liegt ein Gesetzentwurf vor, zu dem ich als Oppositioneller ja sagen kann, und ich tue dies auch ganz bewußt, weil ich ihn für klug halte. Meine Kritik geht dahin, daß dieses Gesetz keine echte Reform sowohl der Kammern im freiberuflichen Bereich als auch der Wirtschaftskammer mit sich bringt. Das wäre aber bei dieser Reform zu viel verlangt. Daher ist dieser Schritt ein Schritt in die richtige Richtung. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Graf: Meinen Kommentar zum Berufsrechtsänderungsgesetz der Rechtsanwälte müssen Sie lesen!
Abgeordnete Ing. Monika Langthaler (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Die Entstehungsgeschichte dieses Gesetzes und vor allem das Lobbying, das von einigen kam, hat mich jedenfalls sehr an die Diskussionen rund um die Gewerbeordnung erinnert, und ich war schon sehr überrascht darüber, daß gerade Vertreter von den sogenannten freien Berufen dann, wenn es um ihre eigenen Anliegen geht, nicht wirklich sehr liberal und frei denken, sondern vor allem doch vorrangig daran denken, ihr eigenes gewonnenes Monopol, ihr eigenes Schatzkästchen zu schützen. (Abg. Dr. Graf: Meinen Kommentar zum Berufsrechtsänderungsgesetz der Rechtsanwälte müssen Sie lesen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber wenn man sich als Oppositionspartei, so wie bei vielen anderen Punkten, überlegt: Ist das Glas mehr oder weniger halbvoll oder halbleer?, dann kann man sagen: In diesem Fall ist es halbvoll, und man kann daher auch als kritische Oppositionspartei diesem Gesetz zweifellos die Zustimmung geben. Und das tun wir heute! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Du bist Berichterstatter! Du mußt neutral und objektiv bleiben!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Steindl. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Haigermoser: Du bist Berichterstatter! Du mußt neutral und objektiv bleiben!)
Abg. Haigermoser: Richtig!
Ich glaube, daß die jetzige Lösung, die ja schon im Ausschuß Zustimmung fand, auch heute im Plenum eine breite Zustimmung erfährt. Es haben ja auch die Liberalen und die Grünen angekündigt, diesem Gesetzeswerk zuzustimmen. Ich verstehe die Freiheitlichen nicht, Herr Abgeordneter Haigermoser: Die Freiheitlichen treten ja bekanntlich immer für Entbürokratisierung, für das Aufbrechen alter Strukturen ein, dafür, daß mehr liberale Elemente hineinkommen. Weg mit den geschützten Bereichen!, so hört man immer wieder. (Abg. Haigermoser: Richtig!) Stimmt das so? – (Abg. Haigermoser – eine Broschüre in die Höhe haltend –: Da haben wir es, das ist das Modell!)
Abg. Haigermoser – eine Broschüre in die Höhe haltend –: Da haben wir es, das ist das Modell!
Ich glaube, daß die jetzige Lösung, die ja schon im Ausschuß Zustimmung fand, auch heute im Plenum eine breite Zustimmung erfährt. Es haben ja auch die Liberalen und die Grünen angekündigt, diesem Gesetzeswerk zuzustimmen. Ich verstehe die Freiheitlichen nicht, Herr Abgeordneter Haigermoser: Die Freiheitlichen treten ja bekanntlich immer für Entbürokratisierung, für das Aufbrechen alter Strukturen ein, dafür, daß mehr liberale Elemente hineinkommen. Weg mit den geschützten Bereichen!, so hört man immer wieder. (Abg. Haigermoser: Richtig!) Stimmt das so? – (Abg. Haigermoser – eine Broschüre in die Höhe haltend –: Da haben wir es, das ist das Modell!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Daher verstehe ich Herrn Abgeordneten Graf nicht, der hier die Rechtsanwälte verteidigt, denn immer dann, wenn es um die eigenen Bereiche geht, ist man auf einmal nicht mehr liberal. Dann möchte man das alles nicht haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Diese Politik der Freiheitlichen nennen wir ab dem heutigen Tag die "Semmel-Politik". Einverstanden damit? (Neuerlicher Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Haigermoser: Was hat er denn gegen die kleinen Bäcker? Dir wird das Körberl gestrichen! Aus ist es mit dem frischen Kipferl zum Frühstück!)
Neuerlicher Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Haigermoser: Was hat er denn gegen die kleinen Bäcker? Dir wird das Körberl gestrichen! Aus ist es mit dem frischen Kipferl zum Frühstück!
Daher verstehe ich Herrn Abgeordneten Graf nicht, der hier die Rechtsanwälte verteidigt, denn immer dann, wenn es um die eigenen Bereiche geht, ist man auf einmal nicht mehr liberal. Dann möchte man das alles nicht haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Diese Politik der Freiheitlichen nennen wir ab dem heutigen Tag die "Semmel-Politik". Einverstanden damit? (Neuerlicher Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Haigermoser: Was hat er denn gegen die kleinen Bäcker? Dir wird das Körberl gestrichen! Aus ist es mit dem frischen Kipferl zum Frühstück!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich glaube, es ist ein Schritt in die richtige Richtung, in Richtung Liberalisierung, in Richtung Durchlässigkeit, und die nächsten Jahre werden ja zeigen, ob wir damit die richtigen Weichen gestellt haben. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Wir bedanken uns bei euch, daß ihr mitgemacht habt! Wir sind eine Gesellschaft der wechselseitigen Bewunderung! – Heiterkeit.
Ich kann nur sagen, meine Damen und Herren: Das ist kein "laues Lüfterl", das hier weht, Kollege Haigermoser, sondern das ist eine ordentliche Reform. Der Freie Wirtschaftsverband und wir Sozialdemokraten stehen dahinter – und wir bedanken uns auch beim Koalitionspartner, daß er dabei mitgemacht hat. – Danke vielmals. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Wir bedanken uns bei euch, daß ihr mitgemacht habt! Wir sind eine Gesellschaft der wechselseitigen Bewunderung! – Heiterkeit.)
Abg. Dr. Graf: Von mir aus ist es in Ordnung! Das habe ich ja gar nicht bekrittelt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren und Herr Kollege Graf! Dieses Gesetz bedeutet auch ein Entfesseln, ein Aufmachen. Es ist durchgängig und bietet auch sogenannten kleinen Leuten Aufstiegschancen. Es wird auch weniger Schwarzarbeit geben. Die Betreffenden haben die Aufstiegsmöglichkeit vom Buchhalter bis zum Steuerberater, und mit diesem Gesetz werden auch für andere hohe Eintrittschancen geschaffen. Und, mein Gott, wenn das Akademikerprinzip fällt, dann ist ja auch nicht die Welt zusammengebrochen. Warum soll sich einer nicht von unten hinauf emporarbeiten, durch Kurse und so weiter, wenn er seinen Beruf seinerzeit falsch gewählt hat, warum kann er sich nicht ein anderes Berufsbild aussuchen? (Abg. Dr. Graf: Von mir aus ist es in Ordnung! Das habe ich ja gar nicht bekrittelt!) – Sie sind ja immer für Entbürokratisierung und für Liberalisierung. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ich habe nur 4 Minuten Redezeit!
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren und Herr Kollege Graf! Dieses Gesetz bedeutet auch ein Entfesseln, ein Aufmachen. Es ist durchgängig und bietet auch sogenannten kleinen Leuten Aufstiegschancen. Es wird auch weniger Schwarzarbeit geben. Die Betreffenden haben die Aufstiegsmöglichkeit vom Buchhalter bis zum Steuerberater, und mit diesem Gesetz werden auch für andere hohe Eintrittschancen geschaffen. Und, mein Gott, wenn das Akademikerprinzip fällt, dann ist ja auch nicht die Welt zusammengebrochen. Warum soll sich einer nicht von unten hinauf emporarbeiten, durch Kurse und so weiter, wenn er seinen Beruf seinerzeit falsch gewählt hat, warum kann er sich nicht ein anderes Berufsbild aussuchen? (Abg. Dr. Graf: Von mir aus ist es in Ordnung! Das habe ich ja gar nicht bekrittelt!) – Sie sind ja immer für Entbürokratisierung und für Liberalisierung. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ich habe nur 4 Minuten Redezeit!
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Auch die Wertgrenzen wurden geregelt; das wurde bereits erwähnt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Und – aufpassen! – es gibt eben auch entsprechende strafrechtliche Vorkehrungen, um die Auftraggeber, Herr Kollege Haigermoser, um die Steuerzahler zu schützen. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser.) – Streut Rosen und bleibt bei keinen Stengeln.
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Auch die Wertgrenzen wurden geregelt; das wurde bereits erwähnt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Und – aufpassen! – es gibt eben auch entsprechende strafrechtliche Vorkehrungen, um die Auftraggeber, Herr Kollege Haigermoser, um die Steuerzahler zu schützen. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser.) – Streut Rosen und bleibt bei keinen Stengeln.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Halleluja!
Dieses Gesetz, meine sehr geehrten Damen und Herren – und darauf sind wir, ist die Koalition sehr stolz –, bedeutet ein Abschneiden von alten Zöpfen, und daher geben wir diesem Gesetz gerne unsere Zustimmung. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Halleluja!)
Beifall bei der SPÖ.
Lassen Sie mich mit einem Zitat aus der "Presse" vom 27. Jänner 1999 enden – ich gebe es nicht wörtlich, sondern nur inhaltlich wieder –: Der Alpenländische Kreditorenverband stellt darin fest, daß die Honorare der Wirtschaftstreuhänder als Buchhalter mit Hochschulabschluß sich für Kleinunternehmer in recht hohen Sphären bewegen. Weiters wird festgestellt, daß es trotz dieser Buchhalter mit Hochschulabschluß bei den Insolvenzen in den letzten Jahren kein einziges Unternehmen gegeben hat, bei dem die Buchhaltung in Ordnung gewesen wäre. Bei den Buchhaltern ohne Hochschulabschluß kann es also nur noch besser werden, in jedem Fall aber billiger. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Beim Treuhandbereich muß man auch die Position der Banken miteinbeziehen und überdenken!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es geht um eine Neuregelung im ABGB, es geht um einen Mustertreuhandvertrag, es geht um ein bundeseinheitliches Treuhandregister, und es geht um ein Versicherungspaket, damit Konsumenten und Unternehmer nicht geschädigt werden. Mit einer solchen Realisierung schaffen wir mehr Rechtssicherheit für Konsumenten und zugleich auch Vertrauen in die Treuhandberufe. Wir Sozialdemokraten werden dieses Anliegen weiterverfolgen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Beim Treuhandbereich muß man auch die Position der Banken miteinbeziehen und überdenken!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Am einfachsten ist wohl die Angelegenheit Palais Epstein zu betrachten. Wir Freiheitlichen begrüßen, daß das Palais Epstein in der Zukunft vom Parlament genützt werden kann und wird. Wir sind überzeugt davon, daß es gelingen wird, dieses Objekt einerseits dem Denkmalschutz und andererseits modernen und praxisgerechten Anforderungen Rechnung tragend dem parlamentarischen Betrieb zuzuführen – sind doch gerade wir Freiheitlichen diejenigen, die von Wahl zu Wahl immer drückender unter Platznot leiden und dieses Gebäude daher sehr gut zu nützen wissen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es gibt immer wieder Anfragen in bezug auf den Stand des Projektes der Vermarktung der Liegenschaften sowie die Transparenz der Vorgänge um diese Vermarktung. Sie haben selbst bestätigt, Herr Minister, daß sehr viele Anfragen im parlamentarischen Bereich zu diesem Thema vorliegen. Stimmen Sie diesem Antrag im Sinne der Transparenz dieses Projektes und der optimalen Vermarktung dieser Liegenschaften zu! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich bitte, diesem Antrag ebenso wie der BIG-Novelle die Zustimmung zu geben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Gredler: Was ist der? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Der künftige Landeshauptmann!
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Wir haben diese heutige Anfragebesprechung unter anderem deswegen verlangt, Herr Bundesminister, weil Ihnen vor wenigen Tagen der künftige Landeshauptmann von Kärnten, Dr. Haider, vorgeworfen hat, daß die Justiz, der Rechtsstaat in zunehmendem Maße verrottet seien. (Abg. Dr. Gredler: Was ist der? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Der künftige Landeshauptmann!) – Der künftige Landeshauptmann von Kärnten, falls Sie das noch nicht bemerkt haben. Sie werden dort nicht vorkommen, Frau Gredler! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Wir haben diese heutige Anfragebesprechung unter anderem deswegen verlangt, Herr Bundesminister, weil Ihnen vor wenigen Tagen der künftige Landeshauptmann von Kärnten, Dr. Haider, vorgeworfen hat, daß die Justiz, der Rechtsstaat in zunehmendem Maße verrottet seien. (Abg. Dr. Gredler: Was ist der? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Der künftige Landeshauptmann!) – Der künftige Landeshauptmann von Kärnten, falls Sie das noch nicht bemerkt haben. Sie werden dort nicht vorkommen, Frau Gredler! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Smolle: Er soll ja schon Bundeskanzler werden wollen!
Jedenfalls hat der Herr Bundesminister auf den Vorwurf, daß der Rechtsstaat unter dieser Justiz zunehmend verrottet sei, recht heftig reagiert. (Abg. Smolle: Er soll ja schon Bundeskanzler werden wollen!)
Abg. Dr. Gredler: Wo ist Haider?
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ihre Reaktion, Herr Bundesminister, war in Wirklichkeit überflüssig. Sie hätten, anstatt sich auf Dr. Haider, den künftigen Landeshauptmann von Kärnten (Abg. Dr. Gredler: Wo ist Haider?), einzuschießen, hergehen und Ihre Justiz einmal durchleuchten müssen. Ich beziehe mich damit auf eine Anfrage, die heute zur Debatte steht. Selbst Ihre eigene Justizausschußvorsitzende, Frau Fekter, die jetzt nicht da, die immer dann durch Abwesenheit glänzt, wenn es um sie geht, wirft Ihnen im Zusammenhang mit der Causa Rieger vor, daß in der Justiz die Strafverfolgung des Herrn Bankchefs deshalb unterblieben ist, weil dort Akte monatelang liegengeblieben sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Da ist ein Lärmpegel! Kann man das nicht abschaffen?) Bereits das hätte Sie stutzig machen sollen. Sie hätten prüfen sollen, ob der Vorwurf, daß der Rechtsstaat in Österreich unter Ihrer Ministerschaft verrottet sei, nicht vielleicht doch stimmt.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Da ist ein Lärmpegel! Kann man das nicht abschaffen?
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ihre Reaktion, Herr Bundesminister, war in Wirklichkeit überflüssig. Sie hätten, anstatt sich auf Dr. Haider, den künftigen Landeshauptmann von Kärnten (Abg. Dr. Gredler: Wo ist Haider?), einzuschießen, hergehen und Ihre Justiz einmal durchleuchten müssen. Ich beziehe mich damit auf eine Anfrage, die heute zur Debatte steht. Selbst Ihre eigene Justizausschußvorsitzende, Frau Fekter, die jetzt nicht da, die immer dann durch Abwesenheit glänzt, wenn es um sie geht, wirft Ihnen im Zusammenhang mit der Causa Rieger vor, daß in der Justiz die Strafverfolgung des Herrn Bankchefs deshalb unterblieben ist, weil dort Akte monatelang liegengeblieben sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Da ist ein Lärmpegel! Kann man das nicht abschaffen?) Bereits das hätte Sie stutzig machen sollen. Sie hätten prüfen sollen, ob der Vorwurf, daß der Rechtsstaat in Österreich unter Ihrer Ministerschaft verrottet sei, nicht vielleicht doch stimmt.
Rufe bei den Freiheitlichen: Aha!
Herr Bundesminister! In den heutigen Tageszeitungen war nachzulesen, daß ein weiteres Beispiel der Verrottetheit in der Rechtspflege in diesem Land heute zur Debatte stehen soll. Man hat gelesen, die Österreichische Volkspartei bringt eine Dringliche Anfrage ein. Ich weiß nicht, Herr Bundesminister, ob Sie diese Dringliche bekommen haben. – Sie haben es auch nur in der Zeitung gelesen. Mir ist es gelungen, von der ÖVP die Dringliche Anfrage zu bekommen, die sie nicht eingebracht hat, meine Damen und Herren! (Rufe bei den Freiheitlichen: Aha!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ach so!
Dringliche Anfrage der Abgeordneten Fekter und Wurmitzer – immer dann, wenn es gegen die FPÖ geht, ist Herr Wurmitzer dabei – betreffend wiederkehrende FPÖ-Vorwürfe einer angeblichen Politjustiz in Österreich. – Meine Damen und Herren! Diese Dringliche Anfrage wurde nicht eingebracht. Das ist für die Anfragesteller besonders peinlich, weil sie jetzt nämlich eine Klage ins Haus bekommen werden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ach so!) Frau Fekter ist, wie gesagt, Vorsitzende des Justizausschusses. – Sie brauchen sich nicht zu fürchten, Frau Bauer! Sie sind noch nie irgendwie aufgefallen, aber Ihr Kollege Wurmitzer, der nicht da ist, Herr Kollege Spindelegger, der nicht da ist, und Frau Fekter, die nicht da ist, ... (Abg. Dr. Puttinger: Da ist er!)
Abg. Dr. Puttinger: Da ist er!
Dringliche Anfrage der Abgeordneten Fekter und Wurmitzer – immer dann, wenn es gegen die FPÖ geht, ist Herr Wurmitzer dabei – betreffend wiederkehrende FPÖ-Vorwürfe einer angeblichen Politjustiz in Österreich. – Meine Damen und Herren! Diese Dringliche Anfrage wurde nicht eingebracht. Das ist für die Anfragesteller besonders peinlich, weil sie jetzt nämlich eine Klage ins Haus bekommen werden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ach so!) Frau Fekter ist, wie gesagt, Vorsitzende des Justizausschusses. – Sie brauchen sich nicht zu fürchten, Frau Bauer! Sie sind noch nie irgendwie aufgefallen, aber Ihr Kollege Wurmitzer, der nicht da ist, Herr Kollege Spindelegger, der nicht da ist, und Frau Fekter, die nicht da ist, ... (Abg. Dr. Puttinger: Da ist er!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Jö, der Herr Spindelegger – die graue Maus im Hintergrund mit der Sozialwohnung, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da ist ja einer der Täter! Die Klage, Herr Kollege Spindelegger, ist bereits fertig, sie wird eingebracht werden. Sie werden für Ihre kolossalen Falschbehauptungen geradestehen müssen. Sie waren so etwas von nicht informiert – das sind Sie meistens –, nur diesmal sind Sie es zu Lasten der Freiheitlichen Partei in Niederösterreich gewesen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist er immer!) Diesmal waren Sie es zu Lasten einer Unternehmung der FPÖ. Sie haben einfach Falsches zitiert, Sie sind einem Falschinformanten, auf den ich dann ein bißchen eingehen werde, auf den Leim gegangen. Und jetzt müssen Sie vor Gericht für das Ganze geradestehen. (Abg. Dr. Fekter: Riegerbank!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist er immer!
Jö, der Herr Spindelegger – die graue Maus im Hintergrund mit der Sozialwohnung, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da ist ja einer der Täter! Die Klage, Herr Kollege Spindelegger, ist bereits fertig, sie wird eingebracht werden. Sie werden für Ihre kolossalen Falschbehauptungen geradestehen müssen. Sie waren so etwas von nicht informiert – das sind Sie meistens –, nur diesmal sind Sie es zu Lasten der Freiheitlichen Partei in Niederösterreich gewesen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist er immer!) Diesmal waren Sie es zu Lasten einer Unternehmung der FPÖ. Sie haben einfach Falsches zitiert, Sie sind einem Falschinformanten, auf den ich dann ein bißchen eingehen werde, auf den Leim gegangen. Und jetzt müssen Sie vor Gericht für das Ganze geradestehen. (Abg. Dr. Fekter: Riegerbank!)
Abg. Dr. Fekter: Riegerbank!
Jö, der Herr Spindelegger – die graue Maus im Hintergrund mit der Sozialwohnung, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da ist ja einer der Täter! Die Klage, Herr Kollege Spindelegger, ist bereits fertig, sie wird eingebracht werden. Sie werden für Ihre kolossalen Falschbehauptungen geradestehen müssen. Sie waren so etwas von nicht informiert – das sind Sie meistens –, nur diesmal sind Sie es zu Lasten der Freiheitlichen Partei in Niederösterreich gewesen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist er immer!) Diesmal waren Sie es zu Lasten einer Unternehmung der FPÖ. Sie haben einfach Falsches zitiert, Sie sind einem Falschinformanten, auf den ich dann ein bißchen eingehen werde, auf den Leim gegangen. Und jetzt müssen Sie vor Gericht für das Ganze geradestehen. (Abg. Dr. Fekter: Riegerbank!)
Abg. Dr. Fekter: Herr Präsident! Zur Sache!
Herr Bundesminister! Dann wird Ihre Justiz die Möglichkeit haben, ohne Scheuklappen (Abg. Dr. Fekter: Herr Präsident! Zur Sache!), so wie sie nämlich Ihre Justiz bei einem anderen Fall, bei einem ÖVP-Minister hatte – diesen Fall habe ich auch dabei –, Herrn Spindelegger, Frau Fekter – Justizausschußvorsitzende – und Herrn Wurmitzer eine Verurteilung auf den Pelz zu brennen, meine Damen und Herren! Für Falschbehauptungen, wie sie Herr Wurmitzer, Frau Fekter und Herr Spindelegger ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das wird er nicht machen!) – Ich weiß, daß er es nicht durchsteht. Ich weiß, daß der Herr Minister nicht einer der Tapfersten ist, das wissen wir alle. Aber er sollte jedenfalls dafür sorgen, daß seine Justiz unparteiisch zu judizieren hat, meine Damen und Herren, Hohes Haus! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe bei der ÖVP: Das ist ungeheuerlich!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das wird er nicht machen!
Herr Bundesminister! Dann wird Ihre Justiz die Möglichkeit haben, ohne Scheuklappen (Abg. Dr. Fekter: Herr Präsident! Zur Sache!), so wie sie nämlich Ihre Justiz bei einem anderen Fall, bei einem ÖVP-Minister hatte – diesen Fall habe ich auch dabei –, Herrn Spindelegger, Frau Fekter – Justizausschußvorsitzende – und Herrn Wurmitzer eine Verurteilung auf den Pelz zu brennen, meine Damen und Herren! Für Falschbehauptungen, wie sie Herr Wurmitzer, Frau Fekter und Herr Spindelegger ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das wird er nicht machen!) – Ich weiß, daß er es nicht durchsteht. Ich weiß, daß der Herr Minister nicht einer der Tapfersten ist, das wissen wir alle. Aber er sollte jedenfalls dafür sorgen, daß seine Justiz unparteiisch zu judizieren hat, meine Damen und Herren, Hohes Haus! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe bei der ÖVP: Das ist ungeheuerlich!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe bei der ÖVP: Das ist ungeheuerlich!
Herr Bundesminister! Dann wird Ihre Justiz die Möglichkeit haben, ohne Scheuklappen (Abg. Dr. Fekter: Herr Präsident! Zur Sache!), so wie sie nämlich Ihre Justiz bei einem anderen Fall, bei einem ÖVP-Minister hatte – diesen Fall habe ich auch dabei –, Herrn Spindelegger, Frau Fekter – Justizausschußvorsitzende – und Herrn Wurmitzer eine Verurteilung auf den Pelz zu brennen, meine Damen und Herren! Für Falschbehauptungen, wie sie Herr Wurmitzer, Frau Fekter und Herr Spindelegger ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das wird er nicht machen!) – Ich weiß, daß er es nicht durchsteht. Ich weiß, daß der Herr Minister nicht einer der Tapfersten ist, das wissen wir alle. Aber er sollte jedenfalls dafür sorgen, daß seine Justiz unparteiisch zu judizieren hat, meine Damen und Herren, Hohes Haus! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe bei der ÖVP: Das ist ungeheuerlich!)
Abg. Steibl: Das ist eine Beleidigung der Beamten!
Für diesen Schmarren, Herr Spindelegger, werden Sie vor der Justiz dieses Ministers stehen. Für diesen Schmarren werden Sie hoffentlich und wahrscheinlich auch eine Verurteilung ausfassen, so wie es, meine Damen und Herren, Hohes Haus, jedem geschieht, der etwa folgende Falschbehauptung aufstellt: Wir würden 29 Firmen Millionen an Forderungen, die diese Firmen gegen uns hätten, nicht bezahlen. – Das ist hanebüchen falsch! Herr Spindelegger, der natürlich ein Beamter ist, bringt ein paar Firmen durcheinander, das ist nichts Ungewöhnliches. (Abg. Steibl: Das ist eine Beleidigung der Beamten!) Aber ich habe immer geglaubt, eine Schottergrubenbesitzerin kennt sich wenigstens bei mehreren Firmen aus und kann drei Firmen auseinanderhalten. Das kann die Frau Justizausschußvorsitzende aber offenkundig nicht, meine Damen und Herren, Hohes Haus!
Abg. Smolle: Woher wissen Sie das?
Das Problem ist aber ein anderes: Sie hat endlich einen schwindligen Informanten gehabt, und zwar Herrn Leiter. Das ist jener Mann, der von der Kriminalpolizei bereits als nicht ganz seriös eingestufter Informant gewertet wird. Er geht zuerst beim SPÖ-Klub ein und aus, die rennen dann gleich zu "NEWS", und jetzt ist er bei der ÖVP gelandet, die gleich eine Dringliche Anfrage machen, die sie dann nicht einbringen, meine Damen und Herren! (Abg. Smolle: Woher wissen Sie das?) So funktioniert das. Das ist Herr Leiter. Er wird auch in der Dringlichen Anfrage der ÖVP erwähnt, und zwar gleich in mehreren Fragestellungen, meine Damen und Herren! Ist das nicht von Ihnen ein Beleg dafür ... (Abg. Dr. Fekter: Zur Sache! – Abg. Steibl: Wo ist Haider?)
Abg. Dr. Fekter: Zur Sache! – Abg. Steibl: Wo ist Haider?
Das Problem ist aber ein anderes: Sie hat endlich einen schwindligen Informanten gehabt, und zwar Herrn Leiter. Das ist jener Mann, der von der Kriminalpolizei bereits als nicht ganz seriös eingestufter Informant gewertet wird. Er geht zuerst beim SPÖ-Klub ein und aus, die rennen dann gleich zu "NEWS", und jetzt ist er bei der ÖVP gelandet, die gleich eine Dringliche Anfrage machen, die sie dann nicht einbringen, meine Damen und Herren! (Abg. Smolle: Woher wissen Sie das?) So funktioniert das. Das ist Herr Leiter. Er wird auch in der Dringlichen Anfrage der ÖVP erwähnt, und zwar gleich in mehreren Fragestellungen, meine Damen und Herren! Ist das nicht von Ihnen ein Beleg dafür ... (Abg. Dr. Fekter: Zur Sache! – Abg. Steibl: Wo ist Haider?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Sie halten die falsche Rede, Herr Stadler!
Frau Fekter ist jetzt eingetroffen – einen Sonderapplaus für die Frau Justizausschußvorsitzende und ihre Falschbehauptungen! Frau Fekter! Sie werden dafür geradestehen müssen. Mit Ihren Anfragen, die Sie hier im Haus einbringen wollen, mit denen Sie belegen wollen, daß diese Justiz angeblich nicht verrottet sei, haben Sie als Justizausschußvorsitzende im erheblichen Maße dazu beigetragen, daß der Vorwurf, der Rechtsstaat in Österreich sei verrottet, stimmt. Das ist das Problem einer Justizausschußvorsitzenden, die irgendwelchen Halbweltstypen als Informanten aufsitzt. Das ist das Problem! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Sie halten die falsche Rede, Herr Stadler!)
Abg. Smolle: Herr Kollege Stadler!
Sie hätten spätestens bei Ihrer eigenen Pressekonferenz mitbekommen müssen, daß Sie auf dem falschen Dampfer sind, Frau Kollegin Fekter! (Abg. Smolle: Herr Kollege Stadler!) Ich bringe Ihnen noch ein paar andere Beispiele für eine verrottete Justiz. (Abg. Smolle: Herr Kollege Stadler!) Ich bringe Ihnen ein Beispiel aus einem Ministerium Ihrer eigenen Partei, Frau Abgeordnete! (Abg. Smolle: Wozu benützen Sie denn die Justiz, wenn sie verrottet ist?)
Abg. Smolle: Herr Kollege Stadler!
Sie hätten spätestens bei Ihrer eigenen Pressekonferenz mitbekommen müssen, daß Sie auf dem falschen Dampfer sind, Frau Kollegin Fekter! (Abg. Smolle: Herr Kollege Stadler!) Ich bringe Ihnen noch ein paar andere Beispiele für eine verrottete Justiz. (Abg. Smolle: Herr Kollege Stadler!) Ich bringe Ihnen ein Beispiel aus einem Ministerium Ihrer eigenen Partei, Frau Abgeordnete! (Abg. Smolle: Wozu benützen Sie denn die Justiz, wenn sie verrottet ist?)
Abg. Smolle: Wozu benützen Sie denn die Justiz, wenn sie verrottet ist?
Sie hätten spätestens bei Ihrer eigenen Pressekonferenz mitbekommen müssen, daß Sie auf dem falschen Dampfer sind, Frau Kollegin Fekter! (Abg. Smolle: Herr Kollege Stadler!) Ich bringe Ihnen noch ein paar andere Beispiele für eine verrottete Justiz. (Abg. Smolle: Herr Kollege Stadler!) Ich bringe Ihnen ein Beispiel aus einem Ministerium Ihrer eigenen Partei, Frau Abgeordnete! (Abg. Smolle: Wozu benützen Sie denn die Justiz, wenn sie verrottet ist?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Kollege Smolle! Passen Sie lieber auf!
Da gibt es etwa die Personalstände des Ministers Molterer, der irgendwelche Gagen auszahlt, die nach dem Beamten-Dienstrecht gar nicht gezahlt werden dürfen. Er schädigt damit die Republik, weil diese Mitarbeiter seine Parteiarbeit erledigen. All das wird angezeigt. Wissen Sie, was dann der Herr Minister antwortet? – Er sagt dazu: Derzeit besteht kein Anlaß bei der Staatsanwaltschaft, den Sachverhalt neuerlich rechtlich zu würdigen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kollege Smolle! Passen Sie lieber auf!), obwohl er vorher sagt, daß das Ganze strafbar sei und ein strafwürdiges Verhalten darstelle, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Peter: Zur Sache!) Aber erst dann, wenn Ihnen der Rechnungshof das auch noch bestätigt, Herr Minister, haben Ihre Staatsanwälte Lust, Laune und die Geneigtheit, dem Gesetz Genüge zu tun, Strafanzeige und eine Anklage einzubringen. (Abg. Dr. Puttinger: Zur Sache, Herr Präsident! – Abg. Dr. Lukesch: Was hat das mit der Riegerbank zu tun?)
Abg. Mag. Peter: Zur Sache!
Da gibt es etwa die Personalstände des Ministers Molterer, der irgendwelche Gagen auszahlt, die nach dem Beamten-Dienstrecht gar nicht gezahlt werden dürfen. Er schädigt damit die Republik, weil diese Mitarbeiter seine Parteiarbeit erledigen. All das wird angezeigt. Wissen Sie, was dann der Herr Minister antwortet? – Er sagt dazu: Derzeit besteht kein Anlaß bei der Staatsanwaltschaft, den Sachverhalt neuerlich rechtlich zu würdigen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kollege Smolle! Passen Sie lieber auf!), obwohl er vorher sagt, daß das Ganze strafbar sei und ein strafwürdiges Verhalten darstelle, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Peter: Zur Sache!) Aber erst dann, wenn Ihnen der Rechnungshof das auch noch bestätigt, Herr Minister, haben Ihre Staatsanwälte Lust, Laune und die Geneigtheit, dem Gesetz Genüge zu tun, Strafanzeige und eine Anklage einzubringen. (Abg. Dr. Puttinger: Zur Sache, Herr Präsident! – Abg. Dr. Lukesch: Was hat das mit der Riegerbank zu tun?)
Abg. Dr. Puttinger: Zur Sache, Herr Präsident! – Abg. Dr. Lukesch: Was hat das mit der Riegerbank zu tun?
Da gibt es etwa die Personalstände des Ministers Molterer, der irgendwelche Gagen auszahlt, die nach dem Beamten-Dienstrecht gar nicht gezahlt werden dürfen. Er schädigt damit die Republik, weil diese Mitarbeiter seine Parteiarbeit erledigen. All das wird angezeigt. Wissen Sie, was dann der Herr Minister antwortet? – Er sagt dazu: Derzeit besteht kein Anlaß bei der Staatsanwaltschaft, den Sachverhalt neuerlich rechtlich zu würdigen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kollege Smolle! Passen Sie lieber auf!), obwohl er vorher sagt, daß das Ganze strafbar sei und ein strafwürdiges Verhalten darstelle, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Peter: Zur Sache!) Aber erst dann, wenn Ihnen der Rechnungshof das auch noch bestätigt, Herr Minister, haben Ihre Staatsanwälte Lust, Laune und die Geneigtheit, dem Gesetz Genüge zu tun, Strafanzeige und eine Anklage einzubringen. (Abg. Dr. Puttinger: Zur Sache, Herr Präsident! – Abg. Dr. Lukesch: Was hat das mit der Riegerbank zu tun?)
Abg. Rosemarie Bauer: Das ist doch ungeheuerlich! – Abg. Smolle: Reden wir über Rosenstingl!
Was ist das? – Ich nenne das verrottete Strafrechtspflege unter Ihrer Ministerschaft. Was ist das für eine Strafrechtspflege, wenn eine Untersuchungsrichterin in St. Pölten den Kriminalbeamten die Weisung gibt, daß nicht darüber geredet werden darf, was die ÖVP bei der Heimatwerbung für ein Verbrechen zu verantworten hat, nämlich das Verbrechen des gewerbsmäßigen Betruges? Darüber darf man nicht reden, das wird man in aller Heimlichkeit vertuschen wollen. Oder: Reden wir über den ÖVP-Gemeinderat Meierhofer vom Semmering, ein Rechtsanwalt, der derzeit ein Strafverfahren hat. Ich bin jetzt schon gespannt, wie Ihre verrottete Strafrechtspflege mit diesem Herrn fein umgehen wird. (Abg. Rosemarie Bauer: Das ist doch ungeheuerlich! – Abg. Smolle: Reden wir über Rosenstingl!)
Abg. Dr. Lukesch: Was sagen Sie zu Rosenstingl? Haben Sie da schon Anklage erhoben?
Herr Schmolle! Ich habe gerade einen Kärntner im Auge. Herr Schmolle! (Abg. Dr. Lukesch: Was sagen Sie zu Rosenstingl? Haben Sie da schon Anklage erhoben?) Hören Sie sich an, was die "Kärntner Tageszeitung" dazu schreibt:
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer hat das gesagt?
Ein guter Rat zum Thema Rosenstingl: Tee trinken und bis zum 7. März mit dem Urnengang warten. Denn die Situation wird bis dahin für die FPÖ sicherlich noch brenzliger, denn die Causa Rosenstingl ist erst der Anfang. Sollte das Timing der Justiz stimmen, dann könnte die rot-schwarze Koalition noch lange von der Affäre profitieren, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer hat das gesagt?) – Dieses Zitat stammt aus dieser Tageszeitung, Kärntner TZ. Das ist das Denken dieser Justiz!
Abg. Smolle: Da hat er wahrscheinlich an die FPÖ gedacht!
Herr Minister! Sie haben Handlungsbedarf, und zwar mehrfachen Handlungsbedarf. Nicht nur Frau Fekter hat gesagt, daß Ihre Justiz Herrn Rieger hat laufen lassen. Herr Präsident Woratsch wird schon wissen, wovon er spricht, wenn er vor wenigen Tagen anläßlich einer Geburtstagsfeier kritisiert hat, daß die Gefahr, daß die Strafrechtspflege, die Rechtsprechung in diesem Land unter politische Kuratel gestellt wird, evident ist. Ist Ihnen das nicht aufgefallen? (Abg. Smolle: Da hat er wahrscheinlich an die FPÖ gedacht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Schmolle! Sie begreifen selten Zusammenhänge, aber das sollte Ihnen doch aufgefallen sein, daß der Justizminister nicht von der FPÖ kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ihre Justiz nenne ich verrottet, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da hätten Sie nicht warten müssen, bis Frau Fekter kommt, die sich selbst nirgends auskennt, oder Herr Spindelegger mit seiner Sozialwohnung, um Ihnen darzutun, wie es mit der Strafrechtspflege in diesem Land ausschaut. Das werden wir uns in den nächsten Jahren noch vornehmen. In einem vergleichbaren Fall, meine Damen und Herren, Herr Bundesminister, mußte in Kanada der Justizminister zurücktreten, weil es die Angelsachsen mit der unabhängigen Justiz weit ernster nehmen. (Abg. Dr. Lukesch: Noch nicht einmal Riegerbank gesagt, Herr Präsident! – Abg. Dr. Puttinger: Zur Sache!)
Abg. Dr. Lukesch: Noch nicht einmal Riegerbank gesagt, Herr Präsident! – Abg. Dr. Puttinger: Zur Sache!
Meine Damen und Herren! Ihre Justiz nenne ich verrottet, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da hätten Sie nicht warten müssen, bis Frau Fekter kommt, die sich selbst nirgends auskennt, oder Herr Spindelegger mit seiner Sozialwohnung, um Ihnen darzutun, wie es mit der Strafrechtspflege in diesem Land ausschaut. Das werden wir uns in den nächsten Jahren noch vornehmen. In einem vergleichbaren Fall, meine Damen und Herren, Herr Bundesminister, mußte in Kanada der Justizminister zurücktreten, weil es die Angelsachsen mit der unabhängigen Justiz weit ernster nehmen. (Abg. Dr. Lukesch: Noch nicht einmal Riegerbank gesagt, Herr Präsident! – Abg. Dr. Puttinger: Zur Sache!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Mein Schlußsatz lautet: Wir werden einen Testfall haben, bei dem Frau Fekter, Herr Spindelegger und Herr Wurmitzer vor Gericht stehen werden, und dann werden wir sehen, wie verrottet die Justiz in diesem Land ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das hat doch mit Pietät nichts zu tun! Das ist doch ein Schmarren!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich möchte nur eingangs erwähnen, daß ich heute in der Früh gehört habe, warum diese Dringliche Anfrage der ÖVP, die ursprünglich geplant war, zurückgezogen wurde. Ich bin nicht der Sprecher der ÖVP, aber ich glaube, es ist bemerkenswert, und man sollte das gleich unmittelbar auf Ihre "großartige" Wortmeldung, Herr Kollege Stadler, sagen. Der Grund dafür liegt darin, daß gestern ein Lawinenunglück passiert ist, dessen Konsequenzen wir alle kennen. Es gibt eine Pietät in diesem Haus, die dazu geführt hat, daß der Beschluß gefaßt worden ist, diese Dringliche Anfrage heute nicht einzubringen. (Abg. Mag. Stadler: Das hat doch mit Pietät nichts zu tun! Das ist doch ein Schmarren!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Ich respektiere diesen Wunsch, ich respektiere diese Vorgangsweise, ich denke, sie ist richtig. (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) Es bleibt Ihnen überlassen, hier ein Spektakel abzuziehen, das billig und würdelos ist, das in Wirklichkeit typisch für Sie und demokratiegefährdend ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich respektiere diesen Wunsch, ich respektiere diese Vorgangsweise, ich denke, sie ist richtig. (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) Es bleibt Ihnen überlassen, hier ein Spektakel abzuziehen, das billig und würdelos ist, das in Wirklichkeit typisch für Sie und demokratiegefährdend ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Herr Kollege Jarolim! Jetzt wird es Zeit, daß Sie zur Sache sprechen!
Kollege Stadler versucht hier heute in larmoyanter Art, so wie wir es aus der letzten Zeit kennen – es gibt genug Gründe, jetzt aufzupassen –, von all den strafrechtlich relevanten Vorfällen abzulenken. Ich schaue mir jetzt nur an, wie uns offensichtlich Ihr Obmann, der große Führer, mit seinem Steuerakt die letzten 15 Jahre an der Nase herumgeführt hat. Zufällig durch eine Einblicknahme in den Steuerakt kommt man darauf, daß er vielleicht doch einen Steuerbetrug gemacht hat. In diesem Zusammenhang verstehe ich natürlich, daß Sie die Aufmerksamkeit auf andere Dinge lenken wollen. (Abg. Dr. Graf: Herr Kollege Jarolim! Jetzt wird es Zeit, daß Sie zur Sache sprechen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Reden Sie zur Riegerbank!
Herr Kollege Stadler! Ich möchte dazu folgendes sagen: Ich glaube, Sie selbst sind eine Gefährdung für die Demokratie (Abg. Dr. Partik-Pablé: Reden Sie zur Riegerbank!), Sie persönlich, und zwar deshalb, weil Sie uns hier heute vielleicht zehnmal erklärt haben, warum dieser Staat ein verrotteter Rechtsstaat ist. Ich weise diese Behauptung mit aller Schärfe zurück. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Stadler! Ich möchte dazu folgendes sagen: Ich glaube, Sie selbst sind eine Gefährdung für die Demokratie (Abg. Dr. Partik-Pablé: Reden Sie zur Riegerbank!), Sie persönlich, und zwar deshalb, weil Sie uns hier heute vielleicht zehnmal erklärt haben, warum dieser Staat ein verrotteter Rechtsstaat ist. Ich weise diese Behauptung mit aller Schärfe zurück. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Damit wollen Sie alles abblocken! Jede Diskussion wollen Sie abblocken! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Meine Damen und Herren! Aber hier herzugehen und die Diskussion auf den Kopf zu stellen und zu sagen, die Justiz sei verrottet, nur weil Sie Probleme mit der Justiz haben, das ist das Letzte, und das ist vor allem eine Vorgangsweise, die wir bereits kennen, und zwar von Zuständen, die wir nicht haben wollen! Daher müssen Sie damit rechnen, daß wir sagen, daß Sie, Herr Kollege Stadler, eine Demokratiegefährdung sind. Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Damit wollen Sie alles abblocken! Jede Diskussion wollen Sie abblocken! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Abg. Scheibner: Alles falsch!
Es gibt zwei Punkte: Der erste betrifft die Demokratiegefährdung. Die Wendung "verrotteter Rechtsstaat" beinhaltet eine Symbolik, die wir alle kennen. Es ist überflüssig, darüber zu reden. Der Name "verrotteter Rechtsstaat" – dieser Begriff wurde von Ihnen verwendet, ebenso wie die Ausdrücke, daß KZ "Straflager" sind und daß Österreich eine "Mißgeburt" ist. Nicht vergessen werden darf auch die "ordentliche Beschäftigungspolitik", meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Alles falsch!) Sie lernen nicht aus der Geschichte. Sie distanzieren sich zwar davon, Sie erzählen den Wählern draußen, daß Sie das nicht so gemeint haben, Sie kommen aber immer wieder mit den gleichen Vorwürfen und zeigen damit, wessen Geistes Kind Sie sind. Wir nehmen das zur Kenntnis. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie zitieren gerade falsch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie zitieren gerade falsch!
Es gibt zwei Punkte: Der erste betrifft die Demokratiegefährdung. Die Wendung "verrotteter Rechtsstaat" beinhaltet eine Symbolik, die wir alle kennen. Es ist überflüssig, darüber zu reden. Der Name "verrotteter Rechtsstaat" – dieser Begriff wurde von Ihnen verwendet, ebenso wie die Ausdrücke, daß KZ "Straflager" sind und daß Österreich eine "Mißgeburt" ist. Nicht vergessen werden darf auch die "ordentliche Beschäftigungspolitik", meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Alles falsch!) Sie lernen nicht aus der Geschichte. Sie distanzieren sich zwar davon, Sie erzählen den Wählern draußen, daß Sie das nicht so gemeint haben, Sie kommen aber immer wieder mit den gleichen Vorwürfen und zeigen damit, wessen Geistes Kind Sie sind. Wir nehmen das zur Kenntnis. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie zitieren gerade falsch!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Der zweite Punkt ist, daß Sie ganz einfach ehrlicherweise ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) – Kollege Stadler! Ich erwarte es mir einfach gar nicht mehr. Das ist betrüblich, aber es ist ein Faktum. Sie müßten auch sagen, in welchen Bereichen Sie solche Schwierigkeiten mit der Justiz haben, was das für Fälle sind. Ich glaube, wir haben es erst unlängst bei der Causa Meischberger erlebt. Sie haben doch einen Universitätsprofessor gesucht und wollten ihm diesen Auftrag geben, bis Sie dann gemerkt haben, das funktioniert nicht. Sie haben keinen ernstzunehmenden Juristen gefunden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Da war Fuhrmann besser!) Dann hat das wieder ganz anders ausgeschaut. Er sagt, ich bin unschuldig, ich wurde vom OGH aufgrund einer Politjustiz verurteilt. (Abg. Dr. Graf: Was ist mit Bundesrat Pfeifer? – Abg. Mag. Stadler: Pfeifer, Koncilia!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Da war Fuhrmann besser!
Der zweite Punkt ist, daß Sie ganz einfach ehrlicherweise ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) – Kollege Stadler! Ich erwarte es mir einfach gar nicht mehr. Das ist betrüblich, aber es ist ein Faktum. Sie müßten auch sagen, in welchen Bereichen Sie solche Schwierigkeiten mit der Justiz haben, was das für Fälle sind. Ich glaube, wir haben es erst unlängst bei der Causa Meischberger erlebt. Sie haben doch einen Universitätsprofessor gesucht und wollten ihm diesen Auftrag geben, bis Sie dann gemerkt haben, das funktioniert nicht. Sie haben keinen ernstzunehmenden Juristen gefunden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Da war Fuhrmann besser!) Dann hat das wieder ganz anders ausgeschaut. Er sagt, ich bin unschuldig, ich wurde vom OGH aufgrund einer Politjustiz verurteilt. (Abg. Dr. Graf: Was ist mit Bundesrat Pfeifer? – Abg. Mag. Stadler: Pfeifer, Koncilia!)
Abg. Dr. Graf: Was ist mit Bundesrat Pfeifer? – Abg. Mag. Stadler: Pfeifer, Koncilia!
Der zweite Punkt ist, daß Sie ganz einfach ehrlicherweise ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) – Kollege Stadler! Ich erwarte es mir einfach gar nicht mehr. Das ist betrüblich, aber es ist ein Faktum. Sie müßten auch sagen, in welchen Bereichen Sie solche Schwierigkeiten mit der Justiz haben, was das für Fälle sind. Ich glaube, wir haben es erst unlängst bei der Causa Meischberger erlebt. Sie haben doch einen Universitätsprofessor gesucht und wollten ihm diesen Auftrag geben, bis Sie dann gemerkt haben, das funktioniert nicht. Sie haben keinen ernstzunehmenden Juristen gefunden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Da war Fuhrmann besser!) Dann hat das wieder ganz anders ausgeschaut. Er sagt, ich bin unschuldig, ich wurde vom OGH aufgrund einer Politjustiz verurteilt. (Abg. Dr. Graf: Was ist mit Bundesrat Pfeifer? – Abg. Mag. Stadler: Pfeifer, Koncilia!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Meine Damen und Herren! Ich glaube, all das, was Sie uns heute hier geboten haben, und das, was uns Ihr Klubobmann und Führer mit seinem Steuerakt in Zukunft noch bieten wird, wird sicher das Seine dazu beitragen, daß die Bevölkerung auf Sie so reagiert, wie sie reagieren sollte. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Abg. Koppler: Alles!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Stadler, wir sind von Ihnen in diesem Haus sicherlich schon allerhand gewöhnt (Abg. Koppler: Alles!), aber Sie überraschen uns immer wieder, es gelingt Ihnen immer wieder, sich selbst zu übertreffen. Ihr heutiger Debattenbeitrag im Rahmen einer Anfragebesprechung zum Thema Riegerbank hat eine derartige Mischung von politischer Geschmacklosigkeit, Mißbrauch der Redefreiheit im Parlament und Kärntner Wahlkampf geboten, wie es kaum mehr zu überbieten ist. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Dringliche Anfrage der ÖVP!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Dringliche Anfrage der ÖVP!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Stadler, wir sind von Ihnen in diesem Haus sicherlich schon allerhand gewöhnt (Abg. Koppler: Alles!), aber Sie überraschen uns immer wieder, es gelingt Ihnen immer wieder, sich selbst zu übertreffen. Ihr heutiger Debattenbeitrag im Rahmen einer Anfragebesprechung zum Thema Riegerbank hat eine derartige Mischung von politischer Geschmacklosigkeit, Mißbrauch der Redefreiheit im Parlament und Kärntner Wahlkampf geboten, wie es kaum mehr zu überbieten ist. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Dringliche Anfrage der ÖVP!)
Abg. Mag. Stadler: Fekter, Wurmitzer – eure Dringliche!
Alles der Reihe nach, Herr Kollege Stadler! Es ist völlig unbestritten, und ich bestätige es hier (Abg. Mag. Stadler: Fekter, Wurmitzer – eure Dringliche!), daß meine Fraktion in der Tat vor hatte, heute eine Dringliche Anfrage einzubringen. (Abg. Scheibner: Das hat nichts mit Wahlkampf zu tun?) Aber das unterscheidet uns im politischen Stil, in der politischen Kultur, Herr Kollege Stadler: Wir haben gesagt, angesichts dieser Lawinenkatastrophe wäre es nicht zu verantworten, hier ein Polit-Hickhack durchzuführen, wie Sie es eben jetzt gemacht haben, Herr Kollege Stadler! Das ist eben der Unterschied, und der Staatsbürger kann sich jetzt ein Bild machen. Insofern glaube ich, ist es ganz gut, daß Sie sich zu Wort gemeldet haben. Sie haben hier eine Debatte zu einer Dringlichen abgehalten, die gar nicht eingebracht wurde, und zwar aus Gründen der Pietät nicht eingebracht wurde! (Abg. Mag. Stadler: Was machen Sie konkret für die Lawinenopfer? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was machen Sie für die Opfer? Sagen Sie das!)
Abg. Scheibner: Das hat nichts mit Wahlkampf zu tun?
Alles der Reihe nach, Herr Kollege Stadler! Es ist völlig unbestritten, und ich bestätige es hier (Abg. Mag. Stadler: Fekter, Wurmitzer – eure Dringliche!), daß meine Fraktion in der Tat vor hatte, heute eine Dringliche Anfrage einzubringen. (Abg. Scheibner: Das hat nichts mit Wahlkampf zu tun?) Aber das unterscheidet uns im politischen Stil, in der politischen Kultur, Herr Kollege Stadler: Wir haben gesagt, angesichts dieser Lawinenkatastrophe wäre es nicht zu verantworten, hier ein Polit-Hickhack durchzuführen, wie Sie es eben jetzt gemacht haben, Herr Kollege Stadler! Das ist eben der Unterschied, und der Staatsbürger kann sich jetzt ein Bild machen. Insofern glaube ich, ist es ganz gut, daß Sie sich zu Wort gemeldet haben. Sie haben hier eine Debatte zu einer Dringlichen abgehalten, die gar nicht eingebracht wurde, und zwar aus Gründen der Pietät nicht eingebracht wurde! (Abg. Mag. Stadler: Was machen Sie konkret für die Lawinenopfer? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was machen Sie für die Opfer? Sagen Sie das!)
Abg. Mag. Stadler: Was machen Sie konkret für die Lawinenopfer? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was machen Sie für die Opfer? Sagen Sie das!
Alles der Reihe nach, Herr Kollege Stadler! Es ist völlig unbestritten, und ich bestätige es hier (Abg. Mag. Stadler: Fekter, Wurmitzer – eure Dringliche!), daß meine Fraktion in der Tat vor hatte, heute eine Dringliche Anfrage einzubringen. (Abg. Scheibner: Das hat nichts mit Wahlkampf zu tun?) Aber das unterscheidet uns im politischen Stil, in der politischen Kultur, Herr Kollege Stadler: Wir haben gesagt, angesichts dieser Lawinenkatastrophe wäre es nicht zu verantworten, hier ein Polit-Hickhack durchzuführen, wie Sie es eben jetzt gemacht haben, Herr Kollege Stadler! Das ist eben der Unterschied, und der Staatsbürger kann sich jetzt ein Bild machen. Insofern glaube ich, ist es ganz gut, daß Sie sich zu Wort gemeldet haben. Sie haben hier eine Debatte zu einer Dringlichen abgehalten, die gar nicht eingebracht wurde, und zwar aus Gründen der Pietät nicht eingebracht wurde! (Abg. Mag. Stadler: Was machen Sie konkret für die Lawinenopfer? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was machen Sie für die Opfer? Sagen Sie das!)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Kollegin! Sie beweisen mit Ihren Zwischenrufen, daß Sie es bis jetzt nicht verstanden haben! Sie haben es bis zur Stunde nicht verstanden, daß diese Dringliche aus Gründen der Pietät nicht eingebracht wurde. (Beifall bei der ÖVP. )
Abg. Dr. Partik-Pablé: Glauben Sie, daß die Lawinenopfer etwas davon haben? Was machen Sie konkret für die Lawinenopfer?
Aber es ist ein unüberbietbarer Gipfel der Geschmacklosigkeit, eine Dringliche Anfrage, die aus den genannten Pietätsgründen nicht eingebracht wurde, zum Gegenstand billigen politischen Kleingeldwechsels zu machen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Glauben Sie, daß die Lawinenopfer etwas davon haben? Was machen Sie konkret für die Lawinenopfer?) Herr Kollege Stadler! Das ist Ihnen wieder einmal gelungen, Sie übertreffen sich wirklich ständig selbst an negativen Botschaften. (Beifall bei der ÖVP. )
Beifall bei der ÖVP.
Aber es ist ein unüberbietbarer Gipfel der Geschmacklosigkeit, eine Dringliche Anfrage, die aus den genannten Pietätsgründen nicht eingebracht wurde, zum Gegenstand billigen politischen Kleingeldwechsels zu machen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Glauben Sie, daß die Lawinenopfer etwas davon haben? Was machen Sie konkret für die Lawinenopfer?) Herr Kollege Stadler! Das ist Ihnen wieder einmal gelungen, Sie übertreffen sich wirklich ständig selbst an negativen Botschaften. (Beifall bei der ÖVP. )
Abg. Dr. Partik-Pablé: Was machen Sie konkret für die Lawinenopfer?
Meine Damen und Herren! Es ist auch noch selten vorgekommen, Herr Präsident (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was machen Sie konkret für die Lawinenopfer?), daß in einer Anfragebesprechung das eigentliche Thema mit keinem einzigen Wort zur Sprache gekommen ist. Ich muß ehrlich sagen, Herr Präsident, es obliegt nicht mir, einen Ersatzpräsidenten zu spielen, aber den Zwischenrufen zur Sache hätte ich persönlich schon Rechnung getragen. Kollege Stadler hat kein einziges Mal die Riegerbank erwähnt, keinen einzigen Satz zum eigentlichen Thema des politischen Verlangens, nämlich Riegerbank, hier ausgesprochen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Stummvoll! Sagen Sie doch, was Sie konkret für die Lawinenopfer machen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Stummvoll! Sagen Sie doch, was Sie konkret für die Lawinenopfer machen!
Meine Damen und Herren! Es ist auch noch selten vorgekommen, Herr Präsident (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was machen Sie konkret für die Lawinenopfer?), daß in einer Anfragebesprechung das eigentliche Thema mit keinem einzigen Wort zur Sprache gekommen ist. Ich muß ehrlich sagen, Herr Präsident, es obliegt nicht mir, einen Ersatzpräsidenten zu spielen, aber den Zwischenrufen zur Sache hätte ich persönlich schon Rechnung getragen. Kollege Stadler hat kein einziges Mal die Riegerbank erwähnt, keinen einzigen Satz zum eigentlichen Thema des politischen Verlangens, nämlich Riegerbank, hier ausgesprochen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Stummvoll! Sagen Sie doch, was Sie konkret für die Lawinenopfer machen!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Es war durchsichtig, daß ein billiges Politspektakel betrieben werden soll, mit jenen Ausdrücken, die mein Vorredner zu Recht kritisiert hat und die Ihr wahres Gesicht, Herr Kollege Stadler, wieder einmal gezeigt haben. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Daher sagen wir seriöserweise: Wenn ein Handlungsbedarf besteht, dann im Bereich der stärkeren Effizienz der Bankenaufsicht. Wir werden – das darf ich ankündigen – in den nächsten Tagen einen Entschließungsantrag mit der Zielsetzung einer größeren Effizienz der Bankenaufsicht einbringen, weil wir diesbezüglich in der Tat einen Handlungsbedarf sehen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, wir müssen alles tun, um das Vertrauen des Sparers, das Vertrauen des Anlagesuchers in die Stärke und in die Sicherheit unseres Geld- und Finanzmarktes sicherzustellen. Daher werden wir – auch das unterscheidet uns – seriöse Vorschläge einbringen und zur Diskussion im Hohen Haus vorlegen: Wie können wir die Effizienz der Bankenaufsicht verstärken, ohne ein solch billiges Politspektakel abzuziehen, wie es Ihnen heute wieder gelungen ist, meine Damen und Herren? (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich habe die Rede des Herrn Stadler in meinem Büro am Fernsehschirm mitverfolgt. Ich habe dabei vermißt, daß Sie entgegen den Absprachen, die wir in der Präsidialkonferenz getroffen haben, den Ruf "Zur Sache" nicht erteilt haben. Ich verlange, wenn jetzt bei Abweichungen der Ruf "Zur Sache" nicht erteilt wird, eine außerordentliche Präsidialkonferenz und eine Sitzungsunterbrechung. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Ironische Heiterkeit.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Herr Klubobmann Khol! Ich habe die Rede vom Präsidium aus mitverfolgt. Ich habe tatsächlich bei manchen Passagen die Hoffnung gehabt, der Herr Abgeordnete würde wiederum zum Thema zurückkommen. (Ironische Heiterkeit.) Diese Hoffnung hat sich auch erfüllt, muß ich sagen, Herr Abgeordneter Khol! Diese Hoffnung hat sich auch erfüllt.
Abg. Dr. Khol: Dann hätten Sie ihm auch dort den Ruf "Zur Sache" gegeben! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsordnung!
Herr Abgeordneter Stadler ist meines Erachtens nicht weiter – vielleicht länger, aber in der Sache nicht weiter – abgewichen als etwa Herr Abgeordneter Mag. Maier beim vorigen Tagesordnungspunkt, als er auf den Abgeordneten Rosenstingl in einem auch eher sehr weiten Zusammenhang hingewiesen hat. Das war meine Beurteilung der beiden Wortmeldungen. (Abg. Dr. Khol: Dann hätten Sie ihm auch dort den Ruf "Zur Sache" gegeben! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsordnung!) – Bitte, Herr Klubobmann.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Selbstverständlich, bitte. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Weitere anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Krüger. – Bitte. (Weitere anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Das ist der verlotterte Rechtsstaat! – Abg. Schieder: Das ist keine Geschäftsordnungs-Wortmeldung! Sprechen Sie zur Debatte und nicht zur Geschäftsordnung!
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich finde es eine unglaubliche Anmaßung des Kollegen Khol, auf die Vorsitzführung durch den Herrn Präsidenten einwirken, ja ich möchte sogar sagen, ihn in bezug auf seine Spruchpraxis nötigen zu wollen. Das ist Ihr Verständnis von Demokratie! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Das ist der verlotterte Rechtsstaat! – Abg. Schieder: Das ist keine Geschäftsordnungs-Wortmeldung! Sprechen Sie zur Debatte und nicht zur Geschäftsordnung!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (fortsetzend): Herr Kollege Jarolim! In der Ausschußarbeit – das darf ich durchaus sagen – schätze ich Sie als sachbezogenen Politiker. Aber das, was Sie sich heute geleistet haben, ist wirklich nicht nur eines Abgeordneten, sondern auch eines Rechtsanwaltes zutiefst unwürdig! Das muß ich Ihnen sagen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Sie sollten sich mit Herrn Stadler auseinandersetzen! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie als Abgeordneter der Republik Österreich, angelobt auf unsere Verfassung und auf die Unschuldsvermutung, sprechen davon, daß Kollege Haider einen Steuerbetrug zu verantworten hat. Das ist umso ärger! Ich würde das einem anderen, der mit den rechtlichen Werten oder mit der Justiz nicht so verbunden ist wie Sie, noch verzeihen, weil er sich nicht auskennt. Aber daß Sie als ausgebildeter Anwalt, in flagranter Verletzung der Unschuldsvermutung jemanden, einen unbescholtenen Staatsbürger, einen Steuerbetrüger nennen, das ist eine Schande! Das ist ein Tiefpunkt in diesem Hohen Haus, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist unglaublich! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Sie sollten sich mit Herrn Stadler auseinandersetzen! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Koppler
Meine Damen und Herren! Wenn Sie scheinscheilig – ich wiederhole: scheinheilig! – versuchen (Zwischenruf des Abg. Koppler), die Justiz in Schutz zu nehmen, dann verweise ich auf alle "Auslassungen" des Präsidenten Fischer im Zusammenhang mit den Verurteilungen im Sinowatz-Worm-Komplex, als er die Justiz gegeißelt hat, als er davon gesprochen hat, daß Österreich durch die Justiz ein Richterstaat sei. Wo ist denn da Ihr Aufschrei oder jener der Sozialdemokratie geblieben? – Hier messen Sie mit zweierlei Maß, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn Sie scheinscheilig – ich wiederhole: scheinheilig! – versuchen (Zwischenruf des Abg. Koppler), die Justiz in Schutz zu nehmen, dann verweise ich auf alle "Auslassungen" des Präsidenten Fischer im Zusammenhang mit den Verurteilungen im Sinowatz-Worm-Komplex, als er die Justiz gegeißelt hat, als er davon gesprochen hat, daß Österreich durch die Justiz ein Richterstaat sei. Wo ist denn da Ihr Aufschrei oder jener der Sozialdemokratie geblieben? – Hier messen Sie mit zweierlei Maß, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: In die Haare schmieren!
Sie messen noch einmal mit zweierlei Maß. Von Kollegen Meischberger haben Sie den Rücktritt verlangt. Kollege Meischberger ist zurückgetreten. All Ihre Kalender konnten Sie sich (Abg. Mag. Stadler: In die Haare schmieren!) in die Haare schmieren.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Ein Verfassungsgesetz haben Sie verlangt!
Was ist denn mit Kollegen Pfeifer – Kollege Pfeifer, ehemaliger Präsident des Bundesrates, angeblich angesehener Parlamentarier des Bundesrates? Was ist denn damit? – Da sagen Sie, das sei das freie Mandat, da verlangen wir nichts, aber Herr Meischberger soll zurücktreten. Auch da wird wieder einmal mit zweierlei Maß gemessen. Das ist unglaublich! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Ein Verfassungsgesetz haben Sie verlangt!)
Abg. Mag. Stadler: Koncilia! Unterrainer!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte schon auch auf die Rieger-Sache eingehen, weil sie mir repräsentativ dafür erscheint, daß die Justiz mit zweierlei Maß mißt. (Abg. Mag. Stadler: Koncilia! Unterrainer!) Das muß ich Ihnen schon sagen. Ich bin mit der Anfragebeantwortung nicht zufrieden, das muß ich Ihnen auch sagen. Herr Justizminister, Sie haben selbst zugegeben, daß der Akt von Anzeigen gegen die Riegerbank zwei Monate lang gelegen ist, daß nichts geschehen ist. Kein Wort findet sich in dieser Beantwortung darüber, kein Wort!
Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé
Meine Damen und Herren! Es ist zwar nicht neu, daß die Justiz in Österreich auf einem Auge blind ist und daß mit zweierlei Maß gemessen wird, insbesondere was die Weisungspraxis anlangt, aber, Herr Justizminister, Sie machen es sich besonders einfach. Wenn die Staatsanwaltschaft eine Meinung zu einer Weisung vertritt, wird sie von der Oberstaatsanwaltschaft korrigiert, und diese Korrektur wird von Ihnen zur Kenntnis genommen. Der Herr Justizminister erteilt ja keine Weisungen, aber er hat eine Oberstaatsanwaltschaft, die die Staatsanwaltschaft korrigiert. Dafür gibt es X Beispiele (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé), etwa den Freispruch des Herrn Sipötz, des Landesrates, des Landeshauptmann-Stellvertreters Sipötz im Sinowatz-Worm-Prozeß. Der Staatsanwalt wollte eine Berufung einbringen. Der Oberstaatsanwalt verbietet ihm das. Der Justizminister nimmt das zur Kenntnis. (Zwischenruf des Abg. Smolle.)
Zwischenruf des Abg. Smolle.
Meine Damen und Herren! Es ist zwar nicht neu, daß die Justiz in Österreich auf einem Auge blind ist und daß mit zweierlei Maß gemessen wird, insbesondere was die Weisungspraxis anlangt, aber, Herr Justizminister, Sie machen es sich besonders einfach. Wenn die Staatsanwaltschaft eine Meinung zu einer Weisung vertritt, wird sie von der Oberstaatsanwaltschaft korrigiert, und diese Korrektur wird von Ihnen zur Kenntnis genommen. Der Herr Justizminister erteilt ja keine Weisungen, aber er hat eine Oberstaatsanwaltschaft, die die Staatsanwaltschaft korrigiert. Dafür gibt es X Beispiele (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé), etwa den Freispruch des Herrn Sipötz, des Landesrates, des Landeshauptmann-Stellvertreters Sipötz im Sinowatz-Worm-Prozeß. Der Staatsanwalt wollte eine Berufung einbringen. Der Oberstaatsanwalt verbietet ihm das. Der Justizminister nimmt das zur Kenntnis. (Zwischenruf des Abg. Smolle.)
Abg. Smolle: Es gibt keine Weisung! – Abg. Schieder: Waren sie alle bei der Riegerbank beschäftigt? Waren das Angestellte der Riegerbank? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sag einmal "Riegerbank"!
Ein weiteres Beispiel: Der Staatsanwalt will Vorerhebungen zur Causa Einem im Zusammenhang mit dem Kurdenbüro einleiten, der Staatsanwalt will Vorerhebungen pflegen. Die Oberstaatsanwaltschaft sagt: einstellen. Der Justizminister sagt: Das nehme ich natürlich zur Kenntnis, weil es im Sinne der Sozialdemokratie ist. (Abg. Smolle: Es gibt keine Weisung! – Abg. Schieder: Waren sie alle bei der Riegerbank beschäftigt? Waren das Angestellte der Riegerbank? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sag einmal "Riegerbank"!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Justizminister! Sie machen es aus Ihrer Sicht ja gescheit! Sie verlängern Ihre Ministerschaft – Sie haben sie bereits einmal verlängert –, weil Sie genau wissen, was mit einem tatsächlich unabhängigen Minister in Österreich wie Herrn Foregger passiert. Er war vier Jahre lang untadeliger Minister, aber weil er es zugelassen hat, daß die Genossen aus der Regierung vor Gericht gestellt wurden, daß sie verurteilt wurden, hat er den Hut nehmen müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) So schaut es aus, wenn es um Vorerhebungen gegenüber SPÖ-Politikern geht.
Abg. Schwarzenberger: Einmal "Riegerbank" erwähnen!
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (fortsetzend): Anders ist es natürlich, wenn es um Freiheitliche geht, bei denen ist jedes Mittel recht. (Abg. Schwarzenberger: Einmal "Riegerbank" erwähnen!) Wenn heute ein Finanzbeamter sagt: In der Causa Meischberger ist nichts enthalten, wir schließen den Aktendeckel!, dann wird sehr wohl weiter interveniert, und es werden alle möglichen Rechtsbehelfe ergriffen, um einen unbescholtenen Abgeordneten letztendlich zu verurteilen.
Beifall bei den Freiheitlichen für den das Rednerpult verlassenden Abgeordneten Dr. Krüger.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Herr Abgeordneter! Die Redezeit ist erschöpft. (Beifall bei den Freiheitlichen für den das Rednerpult verlassenden Abgeordneten Dr. Krüger. )
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger.
Bundesminister für Justiz Dr. Nikolaus Michalek: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich muß sowohl die Behauptungen des Herrn Abgeordneten Stadler als auch die meines Vorredners, aber auch die von Ihnen angesprochenen Äußerungen Ihres Klubobmannes im Zusammenhang mit dem Rücktritt Meischberger, und die Anwürfe gegen die Justiz auf das entschiedenste zurückweisen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Die Behauptung, Herr Abgeordneter, daß Richter und Staatsanwälte interessengeleitet und von politischen Weisungen gegängelt wären, stellt eine ungeheuerliche und durch nichts begründete Unterstellung dar! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Meisinger: Zu Recht!
Diese ungerechtfertigten Angriffe sind schon deshalb unverantwortlich, weil sie das Wirken der Justiz in Mißkredit bringen, was zur Folge hat, daß das Vertrauen der Bevölkerung völlig ungerechtfertigterweise gefährdet wird. (Abg. Meisinger: Zu Recht!)
Abg. Dr. Graf: Der Präsident Woratsch sagt das aber auch!
Sie selbst haben heute Fälle angesprochen, die Sie in Ihrer Argumentation widerlegen. (Abg. Dr. Graf: Der Präsident Woratsch sagt das aber auch!) Wenn Sie die Weisung ansprechen, Herr Kollege, dann bitte ich Sie, nennen Sie mir einen einzigen Weisungsfall, der – unter Anführungszeichen – "politisch" gewesen wäre. Daß es Weisungen der Oberstaatsanwaltschaft an die Staatsanwaltschaft gibt ... (Abg. Dr. Krüger: Sipötz, Hatzl, Einem – alles politisch!) – Was soll politisch sein? Ist der Oberstaatsanwalt politisch? – Die Oberstaatsanwaltschaft ist die vorgesetzte Behörde der Staatsanwaltschaft in einem Instanzenzug. Das ist doch selbstverständlich! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Den Gasometer-Fall kennen Sie aber sicherlich!)
Abg. Dr. Krüger: Sipötz, Hatzl, Einem – alles politisch!
Sie selbst haben heute Fälle angesprochen, die Sie in Ihrer Argumentation widerlegen. (Abg. Dr. Graf: Der Präsident Woratsch sagt das aber auch!) Wenn Sie die Weisung ansprechen, Herr Kollege, dann bitte ich Sie, nennen Sie mir einen einzigen Weisungsfall, der – unter Anführungszeichen – "politisch" gewesen wäre. Daß es Weisungen der Oberstaatsanwaltschaft an die Staatsanwaltschaft gibt ... (Abg. Dr. Krüger: Sipötz, Hatzl, Einem – alles politisch!) – Was soll politisch sein? Ist der Oberstaatsanwalt politisch? – Die Oberstaatsanwaltschaft ist die vorgesetzte Behörde der Staatsanwaltschaft in einem Instanzenzug. Das ist doch selbstverständlich! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Den Gasometer-Fall kennen Sie aber sicherlich!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Den Gasometer-Fall kennen Sie aber sicherlich!
Sie selbst haben heute Fälle angesprochen, die Sie in Ihrer Argumentation widerlegen. (Abg. Dr. Graf: Der Präsident Woratsch sagt das aber auch!) Wenn Sie die Weisung ansprechen, Herr Kollege, dann bitte ich Sie, nennen Sie mir einen einzigen Weisungsfall, der – unter Anführungszeichen – "politisch" gewesen wäre. Daß es Weisungen der Oberstaatsanwaltschaft an die Staatsanwaltschaft gibt ... (Abg. Dr. Krüger: Sipötz, Hatzl, Einem – alles politisch!) – Was soll politisch sein? Ist der Oberstaatsanwalt politisch? – Die Oberstaatsanwaltschaft ist die vorgesetzte Behörde der Staatsanwaltschaft in einem Instanzenzug. Das ist doch selbstverständlich! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Den Gasometer-Fall kennen Sie aber sicherlich!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich lade Sie ein, mir jeden einzelnen der von Herrn Abgeordneten Stadler heute angeführten Fälle vorzulegen. Sie und die Öffentlichkeit werden nach der jeweiligen Untersuchung eine Antwort bekommen. Es gibt keinen einzigen Fall, der vor der Öffentlichkeit nicht zur Gänze vertreten werden könnte. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich muß Sie also dringend bitten und an Sie appellieren, sich sowohl im Inhalt, aber auch im Ton zu mäßigen und in einer staatspolitisch so wichtigen Angelegenheit, wie es das Funktionieren der Justiz ist, zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren. Ich bin dazu bereit, und ich bitte Sie, das auch zu sein. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Smolle: Etwas früher!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Bevor ich dem nächsten Redner das Wort erteile, möchte ich doch noch einen Gedanken aufgreifen. Vielleicht muß ich in Erinnerung rufen, was Gegenstand dieser jetzt durchgeführten Debatte ist, nämlich die Riegerbank. (Abg. Smolle: Etwas früher!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Auch vom Herrn Minister! Der Herr Minister hat nicht einmal die Riegerbank erwähnt!
Es ist für das Präsidium schwierig, im vorhinein festzustellen, was ein Redner sagen wird, aber im nachhinein möchte ich feststellen, daß das Thema von manchen Rednern tatsächlich nicht einmal am Rande annähernd berührt worden ist. Ich bitte, das bei den nächsten Wortmeldungen zu berücksichtigen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Auch vom Herrn Minister! Der Herr Minister hat nicht einmal die Riegerbank erwähnt!)
Abg. Dr. Fekter: Skandalös, Herr Präsident!
Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Peter. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Fekter: Skandalös, Herr Präsident!)
Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Aber nicht unzulässig!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Wir haben wieder einmal erlebt, wie der Klubobmann der Freiheitlichen Partei eine Parlamentsrede damit verwechselt, einen Kübel Unflat hier auszuleeren. Je mehr Mandatsträger und Mandatsträgerinnen der Freiheitlichen Partei mit der Justiz in Berührung kommen, angeklagt werden, leider auch verurteilt werden, desto gespaltener wird das Verhältnis der Freiheitlichen Partei zur österreichischen Justiz. – Meine Damen und Herren! Das ist eine Entwicklung, die erschreckend ist! (Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Aber nicht unzulässig!)
Abg. Mag. Stadler: Eine satte Unterstellung! Das ist unerhört! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Du hast wieder einmal nicht zugehört!
Wir führen heute eine Debatte, die Herr Stadler zum Vorgehen der Justizbehörden in der Causa Riegerbank verlangt hat. Ich habe in den ersten zehn Minuten, während hier Unflat ausgegossen wurde, weder das Wort "Riegerbank" noch irgend etwas von einer Anfragebesprechung bemerkt. Ich habe nur gemerkt, daß offensichtlich im Zusammenspiel mit dem Präsidenten des Hohen Hauses, der heute den Vorsitz führt, die Geschäftsordnung eine Spielwiese der Freiheitlichen Partei wird. (Abg. Mag. Stadler: Eine satte Unterstellung! Das ist unerhört! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Du hast wieder einmal nicht zugehört!) Wenn Sie, Herr Stadler, von Unterstellung sprechen, dann ist das so, als ob der Dreck dem Rotz eine Watschen gibt. Das sage ich Ihnen im Salzkammergut-Dialekt ganz deutlich. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ und der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ und der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wir führen heute eine Debatte, die Herr Stadler zum Vorgehen der Justizbehörden in der Causa Riegerbank verlangt hat. Ich habe in den ersten zehn Minuten, während hier Unflat ausgegossen wurde, weder das Wort "Riegerbank" noch irgend etwas von einer Anfragebesprechung bemerkt. Ich habe nur gemerkt, daß offensichtlich im Zusammenspiel mit dem Präsidenten des Hohen Hauses, der heute den Vorsitz führt, die Geschäftsordnung eine Spielwiese der Freiheitlichen Partei wird. (Abg. Mag. Stadler: Eine satte Unterstellung! Das ist unerhört! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Du hast wieder einmal nicht zugehört!) Wenn Sie, Herr Stadler, von Unterstellung sprechen, dann ist das so, als ob der Dreck dem Rotz eine Watschen gibt. Das sage ich Ihnen im Salzkammergut-Dialekt ganz deutlich. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ und der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Dem gehört ein Ordnungsruf verpaßt! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Dem gehört ein Ordnungsruf!
Meine Damen und Herren! Ich habe diesem ganzen bösen Spiel der Freiheitlichen nichts weiteres hinzuzufügen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Dem gehört ein Ordnungsruf verpaßt! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Dem gehört ein Ordnungsruf!)
Abg. Dr. Graf: Kritik ist unerwünscht, manche dürfen alles!
Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Wabl. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Graf: Kritik ist unerwünscht, manche dürfen alles!)
Abg. Dr. Schmidt: Kritik und Unflat sind zwei verschiedene Paar Schuhe!
Meine Damen und Herren von der SPÖ, der ÖVP und auch von den Liberalen! Ich würde Ihrer Kritik grundsätzlich zustimmen, daß die FPÖ hier eine Anfrage mißbraucht, und das stimmt auch offensichtlich. Nur eines lasse ich mir dennoch nicht nehmen, Herr Justizminister, nämlich daß es eine Kritik, und zwar eine berechtigte Kritik an bestimmten Teilen der Justiz zu üben gilt. (Abg. Dr. Schmidt: Kritik und Unflat sind zwei verschiedene Paar Schuhe!) – Selbstverständlich sind das zwei verschiedene Dinge. (Abg. Mag. Stadler: Die ÖVP hat die Geschäftsordnung mißbraucht!)
Abg. Mag. Stadler: Die ÖVP hat die Geschäftsordnung mißbraucht!
Meine Damen und Herren von der SPÖ, der ÖVP und auch von den Liberalen! Ich würde Ihrer Kritik grundsätzlich zustimmen, daß die FPÖ hier eine Anfrage mißbraucht, und das stimmt auch offensichtlich. Nur eines lasse ich mir dennoch nicht nehmen, Herr Justizminister, nämlich daß es eine Kritik, und zwar eine berechtigte Kritik an bestimmten Teilen der Justiz zu üben gilt. (Abg. Dr. Schmidt: Kritik und Unflat sind zwei verschiedene Paar Schuhe!) – Selbstverständlich sind das zwei verschiedene Dinge. (Abg. Mag. Stadler: Die ÖVP hat die Geschäftsordnung mißbraucht!)
Abg. Mag. Stadler: Seit Jahren!
Herr Justizminister! Die Grünen haben seit mehr als einem Jahr immer wieder mit Unterlagen, mit Beweisen, mit Schriftstücken, mit klaren Verdachtsmomenten auf die problematische Frage der Baukartelle hingewiesen. Die Justiz weiß seit Monaten darüber Bescheid. (Abg. Mag. Stadler: Seit Jahren!) Wir von den Grünen ... (Abg. Mag. Stadler: Wir haben eine Anzeige eingebracht! Die hat man zurückgelegt!)
Abg. Mag. Stadler: Wir haben eine Anzeige eingebracht! Die hat man zurückgelegt!
Herr Justizminister! Die Grünen haben seit mehr als einem Jahr immer wieder mit Unterlagen, mit Beweisen, mit Schriftstücken, mit klaren Verdachtsmomenten auf die problematische Frage der Baukartelle hingewiesen. Die Justiz weiß seit Monaten darüber Bescheid. (Abg. Mag. Stadler: Seit Jahren!) Wir von den Grünen ... (Abg. Mag. Stadler: Wir haben eine Anzeige eingebracht! Die hat man zurückgelegt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Hören Sie auf, ich kenne den Fall! Er hat völlig recht, das ist Ihre Justiz!
Abgeordneter Andreas Wabl (fortsetzend): Die zuständigen Sachverständigen sind der Reihe nach umgefallen, und sämtliche Zeugen haben sich der Aussage entschlagen. In Palermo würde ich mir dazu mein eindeutiges Urteil bilden. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Hören Sie auf, ich kenne den Fall! Er hat völlig recht, das ist Ihre Justiz!)
Abg. Mag. Stadler: Die ÖVP sollte ihre Dringlichen einbringen, wenn sie sie schon ankündigt!
Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Mag. Stadler: Die ÖVP sollte ihre Dringlichen einbringen, wenn sie sie schon ankündigt!)
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Stoisits.
Und daher bitte ich Sie, diesem Fristsetzungsantrag zuzustimmen, mit dem Anspruch, daß dann eine Chance bestünde, noch vor Ablauf dieser Legislaturperiode diese Reparatur durchzuführen. Lange genug liegt dieser Antrag schon im Hohen Haus, nämlich seit Oktober vergangenen Jahres. Das Fristsetzungsbegehren ist nicht engherzig, es ist auf den 23. März hin formuliert, also hätten wir von heute an vier Wochen Zeit, um uns im zuständigen Verfassungsausschuß damit zu beschäftigen. Ich ersuche Sie daher herzlich, unserem Fristsetzungsantrag zuzustimmen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Stoisits.)
Beifall bei der SPÖ.
Das, was mich ein bißchen negativ berührt, Herr Kollege Kier: Ich meine, eine solche Frage ist nicht dazu angetan, politisches Kleingeld zu münzen. Eine Diskussion in dieser Form riecht zumindest ein bißchen danach. Ich würde Sie wirklich ersuchen, die Diskussion mit jener Kollegialität, in der wir die Gespräche im Nationalfonds und in seinen Organen bisher geführt haben, fortzuführen. Dort stehen wir Ihnen selbstverständlich zu einem solchen Disput zur Verfügung. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Grollitsch.
Das hatte damals zum Beispiel zur Folge, daß der Großonkel des Herrn Haider sehr günstig zu seinem Vermögen kam und sein Vermögen auch ohne Probleme behalten konnte. (Zwischenruf des Abg. Dr. Grollitsch.) Das heißt, er hat die gesamten Vorteile seiner seinerzeitigen Rechtsgeschäfte aus der NS-Zeit lukrieren können (Abg. Dr. Grollitsch: Woher wissen Sie das?) und hat nach dem Krieg sozusagen auch noch die Absolution bekommen dafür, daß er die Dinge so günstig bekommen hat. Man hat ihm all die sogenannten unsittlichen Bestimmungen aus dem Vertrag herausgestrichen. Der Herr Großonkel von Herrn Haider hatte sich nämlich dazu verpflichtet, in Südkärnten die Bevölkerung zu germanisieren. Das hat er unterschrieben! Er hat versprochen, daß er im Schulbereich tätig wird, damit die slowenisch sprechenden Kinder möglichst bald ihre Muttersprache vergessen! Meine Damen und Herren! Das hat der Herr Großonkel des Herrn Haider unterschrieben!
Abg. Dr. Grollitsch: Woher wissen Sie das?
Das hatte damals zum Beispiel zur Folge, daß der Großonkel des Herrn Haider sehr günstig zu seinem Vermögen kam und sein Vermögen auch ohne Probleme behalten konnte. (Zwischenruf des Abg. Dr. Grollitsch.) Das heißt, er hat die gesamten Vorteile seiner seinerzeitigen Rechtsgeschäfte aus der NS-Zeit lukrieren können (Abg. Dr. Grollitsch: Woher wissen Sie das?) und hat nach dem Krieg sozusagen auch noch die Absolution bekommen dafür, daß er die Dinge so günstig bekommen hat. Man hat ihm all die sogenannten unsittlichen Bestimmungen aus dem Vertrag herausgestrichen. Der Herr Großonkel von Herrn Haider hatte sich nämlich dazu verpflichtet, in Südkärnten die Bevölkerung zu germanisieren. Das hat er unterschrieben! Er hat versprochen, daß er im Schulbereich tätig wird, damit die slowenisch sprechenden Kinder möglichst bald ihre Muttersprache vergessen! Meine Damen und Herren! Das hat der Herr Großonkel des Herrn Haider unterschrieben!
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abgeordneten Mag. Stoisits und Mag. Posch.
Ich meine, der Fristsetzungsantrag ist vernünftig, ist richtig, und der Antrag selbst sollte so bald wie möglich hier im Plenum beraten werden, damit wir ihn verabschieden können. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abgeordneten Mag. Stoisits und Mag. Posch.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.
Es stehen die ehrliche Absicht und Intention dahinter, für diese Menschen etwas zu tun, da der Kreis jener, die in den Genuß dieser Geste kommen, immer kleiner wird, weil sie ja bereits vor dem Jahre 1938 in Österreich gewohnt haben müssen. Sie sind daher nicht mehr die allerjüngsten, das besagt ja schon die aktuelle Jahreszahl! Es handelt sich um zumindest Sechzigjährige; das ist die Untergrenze. Deshalb ist das etwas, hinsichtlich dessen ich meine, daß die Lösung nicht aufgeschoben werden kann und der Verfassungsausschuß aufgefordert ist – in welchem Rahmen und in welcher Form auch immer –, aktiv zu sein. (Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Das Kuratorium des Nationalfonds führt aus. Aber der Gesetzgeber ist nicht das Kuratorium, sondern der Nationalrat, und die Vorgaben gibt der Ausschuß und damit das Plenum. Deshalb, Herr Dr. Kier: Danke für Ihre Initiative und ja zur Fristsetzung! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Damit es aber nicht zu einer unverantwortlichen Mietenerhöhung bei denjenigen kommt, die ihre Wohnung nicht käuflich erwerben können oder wollen, bringen wir Zusatzanträge ein. Das hat Kollege Schöggl bereits getan. Denn es darf nicht dazu kommen, daß etwa Pensionisten, die schon seit Jahrzehnten in Naturalwohnungen gelebt haben, durch diese Novelle finanziell geschröpft werden. Dieser soziale Aspekt ist neben der wirtschaftlich richtigen Grundsatzentscheidung ebenfalls zu beachten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Kommentator hat angemerkt: "Hierbei handelt es sich um eine etwas geschönte Darstellung. In Wahrheit ist es so, daß der Eigentümer, nämlich der Bund, mit sich selbst über die BIG einen Mietvertrag zu überhöhten Mieten abschließt. Im Falle Rossauer Kaserne sprechen Beobachter davon, daß die Vermietung zum Doppelten des Marktpreises erfolgt und diese als Einnahme verbucht wird. So gesehen" – heißt es darin weiter –, "muß man hinterfragen, ob es gerechtfertigt ist, tatsächlich von einem Gewinn zu sprechen. Jedenfalls werden mit dieser Methode derzeit Mittel aus den Ressortbudgets zugunsten des Finanzministers abgesaugt." – Das, meine Damen und Herren, halten wir für bedenklich. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir werden daher dieser Regierungsvorlage zustimmen, und ich ersuche die Vertreter der anderen Parteien, auch unsere Zusatzanträge zu unterstützen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte also darum, mir nicht vorzuwerfen, daß ich eine Frage nicht beantwortet hätte. Es waren genug Zeugen anwesend, die das gehört haben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Auch unseren Zusatzanträgen?
Im übrigen kann man all den Vorschlägen, die hier vorliegen, die Zustimmung geben. – Ich danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Auch unseren Zusatzanträgen?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich halte es nicht für akzeptabel, daß Sie sich hinter einer Expertengruppe verschanzen, die eine Ausarbeitung macht und sich ewig lang Zeit läßt. Das ist ein zahnloses Gebilde! Was wir jetzt brauchen, Herr Bundesminister, ist konkretes Handeln, damit nicht jeden Tag wieder neue Dinge an die Oberfläche treten, die einfach beschämend für die Republik Österreich sind! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Letzter Punkt des Anstoßes war wieder einmal der Flughafen Wien. Es ist schade, daß der Herr Bundesminister für Justiz nicht hier sitzt, weil er sich das eigentlich auch hätte anhören sollen. Erklären Sie mir bitte – vielleicht stellvertretend für den Herrn Bundesminister für Justiz –, wie es sein kann, daß im Jahr 1996 eine Anzeige der FPÖ, die gegen vermutete Preisabsprachen gerichtet war, von der Staatsanwaltschaft bereits nach acht Wochen ad acta gelegt wurde und daß jetzt der Korneuburger Staatsanwalt genau in der gleichen Sache ermittelt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das wäre in diesem Sinne höchst aufklärungswürdig. Da möchte ich die Bundesregierung ersuchen, endlich mit dem Unter-den-Teppich-Kehren aufzuhören und wirksame Maßnahmen zu beschließen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
In diesem Sinne unterstützen wir die erste Materie und unterstützen auch den Bericht – weil er ein negativer ist – des Ausschusses. Wir denken, damit einen Beitrag zur Liberalisierung auch im Wohnungsbereich zu leisten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Herr Bundesminister hat im Bautenausschuß zu Ihrem Antrag folgendes mitgeteilt: Nach den Vorfällen des letzten Jahres wurde von mir – also von Bundesminister Farnleitner – angeregt, eine Arbeitsgruppe einzurichten, an der der Rechnungshof, das Justiz- und das Wirtschaftsministerium teilnehmen. Mittlerweile wurde ein Rohbericht erstellt, der ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Verhinderung von Preisabsprachen enthält und in Kürze vorliegen wird. – Der Minister hat auch mitgeteilt, er könnte sich die Einrichtung eines Vergabekatasters sowie eine Fixierung des Baubudgets auf vier Jahre vorstellen, um eine längerfristige Planung zu ermöglichen. Daher geht der Vorwurf der Nichttätigkeit völlig ins Leere. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend halte ich fest: Kosten fallen durch diese Novelle für den Bund keine an, vielmehr wird der Bund dadurch entlastet und hat Einnahmen in der Höhe der tatsächlich erzielbaren Verkaufserlöse. Meine Fraktion wird daher dieser 5. BIG-Gesetz-Novelle gerne zustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ganz kurz ein weiterer Punkt: Ich bin sehr froh über die zusätzliche Entschließung, weil eine Forderung ja auch die Übernahme des Palais Epstein für Parlamentszwecke ist. Es soll in diesem Zusammenhang auch aufgrund eines Ministerratsbeschlusses eine Machbarkeitsstudie für ein "Haus der Toleranz" geben. Ich halte das für einen sehr wichtigen Punkt, weil es ja doch die Hoffnung gibt, daß wir mit solch einem "Haus der Toleranz" und einem geeigneten Standort dafür einen klareren Umgang mit den dunklen Seiten der Geschichte erreichen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich sehe keine sinnvolle Politik von seiten der Republik Österreich darin, irgendeinem Ressort mehr Geld als notwendig wegzunehmen, um es der BIG zu geben. Ich halte dieses Zinsniveau für kraß überhöht. Ich halte das für Wucher und Preistreiberei. Ich fordere in aller Form: Bitte, geben Sie uns die diesbezüglichen Rechnungshofberichte! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Smolle.
Ich fordere Sie auf, hier die öffentliche Verantwortung für die öffentliche Widmung wahrzunehmen und dafür Sorge zu tragen, daß auf dieser Liegenschaft eine Gedenkstätte für Gustav Klimt und seinen Kreis sowie eine Gedenkstätte betreffend Arisierungen in der Bundeshauptstadt und in Österreich eingerichtet werden. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Smolle.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich glaube, daß es wichtig und notwendig ist, bei der Vergabe öffentlicher Aufträge immer auch die Auswirkungen auf die Beschäftigung, insbesondere in Österreich, mit zu beachten. Ich denke, für uns Sozialdemokraten ist es jedenfalls weiterhin oberstes Ziel, Beschäftigung zu fördern und Arbeitslosigkeit zu vermeiden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Was soll das bewirken? – Ihre Frau Stenzel nominiert jemanden für einen Weisenrat, dessen wichtigstes Anliegen zunächst einmal war, wie hoch die Gagen für die Mitglieder dieses Weisenrates sind! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ellmauer: Verwechseln Sie das nicht mit dem Ehrenrat der FPÖ?
All dies ist bezeichnend für die Politik, die in der Europäischen Union gemacht wird: Ankündigungen, Weisenrat, wirkungslose Instrumentarien! Es geschieht jedoch nichts, außer daß die mafiosen Zustände nicht wirklich beseitigt werden. (Abg. Ellmauer: Verwechseln Sie das nicht mit dem Ehrenrat der FPÖ?) – Bitte? (Abg. Ellmauer: Verwechseln Sie das nicht mit dem Ehrenrat der FPÖ?) Sie wollten einen intelligenten Zwischenruf machen. (Abg. Murauer: Der ist gelungen!) Ihre Gelegenheit ist verwirkt – er war nicht intelligent! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ellmauer: Verwechseln Sie das nicht mit dem Ehrenrat der FPÖ?
All dies ist bezeichnend für die Politik, die in der Europäischen Union gemacht wird: Ankündigungen, Weisenrat, wirkungslose Instrumentarien! Es geschieht jedoch nichts, außer daß die mafiosen Zustände nicht wirklich beseitigt werden. (Abg. Ellmauer: Verwechseln Sie das nicht mit dem Ehrenrat der FPÖ?) – Bitte? (Abg. Ellmauer: Verwechseln Sie das nicht mit dem Ehrenrat der FPÖ?) Sie wollten einen intelligenten Zwischenruf machen. (Abg. Murauer: Der ist gelungen!) Ihre Gelegenheit ist verwirkt – er war nicht intelligent! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Der ist gelungen!
All dies ist bezeichnend für die Politik, die in der Europäischen Union gemacht wird: Ankündigungen, Weisenrat, wirkungslose Instrumentarien! Es geschieht jedoch nichts, außer daß die mafiosen Zustände nicht wirklich beseitigt werden. (Abg. Ellmauer: Verwechseln Sie das nicht mit dem Ehrenrat der FPÖ?) – Bitte? (Abg. Ellmauer: Verwechseln Sie das nicht mit dem Ehrenrat der FPÖ?) Sie wollten einen intelligenten Zwischenruf machen. (Abg. Murauer: Der ist gelungen!) Ihre Gelegenheit ist verwirkt – er war nicht intelligent! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.
All dies ist bezeichnend für die Politik, die in der Europäischen Union gemacht wird: Ankündigungen, Weisenrat, wirkungslose Instrumentarien! Es geschieht jedoch nichts, außer daß die mafiosen Zustände nicht wirklich beseitigt werden. (Abg. Ellmauer: Verwechseln Sie das nicht mit dem Ehrenrat der FPÖ?) – Bitte? (Abg. Ellmauer: Verwechseln Sie das nicht mit dem Ehrenrat der FPÖ?) Sie wollten einen intelligenten Zwischenruf machen. (Abg. Murauer: Der ist gelungen!) Ihre Gelegenheit ist verwirkt – er war nicht intelligent! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Müller: Der Stadler wird sie auch erwirken! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hans Helmut Moser und Schwarzenberger.
Und daher sagen wir: Wir wollen ein Beitragsmoratorium! Sie haben zwar alle gehöhnt, bis hin zur sogenannten liberalen Fraktion. Leider ist der gescheite Herr Smolle im Moment nicht da, sonst hätte ich ihm etwas gesagt. Sie haben jetzt tatsächlich einen gescheiteren Abgeordneten gefunden – auch ein blindes Huhn wird hin und wieder fündig –, und Herr Kollege Strohmayer, der nun statt Frischenschlager, der, weil dieser jetzt seine Pensionsberechtigung erwirkt hat, aus dem Europäischen Parlament ausscheidet ... (Abg. Müller: Der Stadler wird sie auch erwirken! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hans Helmut Moser und Schwarzenberger.) – Wissen Sie, Herr Frühpensionist Moser: Wir schaffen die Politikerpensionen ab, während du natürlich nur im Haus sitzt, damit du deine Politikerpension bekommst. Das ist der Unterschied! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und daher sagen wir: Wir wollen ein Beitragsmoratorium! Sie haben zwar alle gehöhnt, bis hin zur sogenannten liberalen Fraktion. Leider ist der gescheite Herr Smolle im Moment nicht da, sonst hätte ich ihm etwas gesagt. Sie haben jetzt tatsächlich einen gescheiteren Abgeordneten gefunden – auch ein blindes Huhn wird hin und wieder fündig –, und Herr Kollege Strohmayer, der nun statt Frischenschlager, der, weil dieser jetzt seine Pensionsberechtigung erwirkt hat, aus dem Europäischen Parlament ausscheidet ... (Abg. Müller: Der Stadler wird sie auch erwirken! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hans Helmut Moser und Schwarzenberger.) – Wissen Sie, Herr Frühpensionist Moser: Wir schaffen die Politikerpensionen ab, während du natürlich nur im Haus sitzt, damit du deine Politikerpension bekommst. Das ist der Unterschied! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Strohmayer ist auf die Idee gekommen, die österreichischen Beitragszahlungen um 15 Prozent abzusenken. – Meine Damen und Herren! Erklären Sie mir, Frau Gredler, wieso es gerade 15 Prozent sind! Wieso sind Sie nicht dafür, die Beitragszahlungen um 50 Prozent abzusenken? Denn angesichts der Milliardenbeträge, die dort verschwinden, sind sogar 50 Prozent – wir sagen einmal, 100 Prozent – angebracht, und zwar so lange, bis wirklich etwas geschieht. Wir sind mit Bernhard Friedmann einer Meinung: Die einzige Sprache, die man in der Europäischen Union versteht, ist jene, den Geldhahn zuzudrehen. Wenn nichts mehr zum Verteilen da ist, kann auch keine Korruption damit betrieben werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Karlsson.
Daher, Herr Vizekanzler, sind wir – und nicht nur wir, sondern natürlich auch viele Österreicher mit uns; das dient uns allerdings in der Wahlbewegung, das will ich gleich dazusagen, da sind Sie ein guter Wahlhelfer für uns – enttäuscht darüber, daß Sie nicht bereit sind, auch nur darüber nachzudenken, wie man die österreichischen Beiträge absenkt und die Korruption dort bekämpft. (Zwischenruf der Abg. Dr. Karlsson.) Ich lese, daß Sie in Brüssel erklären, Ihnen ginge diese ganze Beitragssenkungsdebatte schon auf die Nerven, das, was man in die Europäische Union einzahlt, seien die bestinvestierten Gelder! – Das ist Hohn für die Steuerzahler in Österreich, meine Damen und Herren, Herr Vizekanzler, das ist Hohn! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher, Herr Vizekanzler, sind wir – und nicht nur wir, sondern natürlich auch viele Österreicher mit uns; das dient uns allerdings in der Wahlbewegung, das will ich gleich dazusagen, da sind Sie ein guter Wahlhelfer für uns – enttäuscht darüber, daß Sie nicht bereit sind, auch nur darüber nachzudenken, wie man die österreichischen Beiträge absenkt und die Korruption dort bekämpft. (Zwischenruf der Abg. Dr. Karlsson.) Ich lese, daß Sie in Brüssel erklären, Ihnen ginge diese ganze Beitragssenkungsdebatte schon auf die Nerven, das, was man in die Europäische Union einzahlt, seien die bestinvestierten Gelder! – Das ist Hohn für die Steuerzahler in Österreich, meine Damen und Herren, Herr Vizekanzler, das ist Hohn! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Firlinger: Es ist ja nicht sein Geld!
Dieser Hohn ist zwar teuer, aber er dient der FPÖ! (Abg. Mag. Firlinger: Es ist ja nicht sein Geld!) Dieser Hohn ist jedoch für den Bürger mittlerweile zu teuer, und daher ersuche ich das Hohe Haus, endlich einmal darüber nachzudenken, wie wir die Politik der Europäischen Union durch ein Njet der Österreicher wirksam korrigieren können, durch ein Njet zur weiteren Verschwendung von Beiträgen eines Nettozahlerlandes. (Abg. Dr. Gredler: Russisch ist aber keine EU-Sprache!) Ich ersuche Sie daher heute, diesem Antrag zuzustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gredler: Russisch ist aber keine EU-Sprache!
Dieser Hohn ist zwar teuer, aber er dient der FPÖ! (Abg. Mag. Firlinger: Es ist ja nicht sein Geld!) Dieser Hohn ist jedoch für den Bürger mittlerweile zu teuer, und daher ersuche ich das Hohe Haus, endlich einmal darüber nachzudenken, wie wir die Politik der Europäischen Union durch ein Njet der Österreicher wirksam korrigieren können, durch ein Njet zur weiteren Verschwendung von Beiträgen eines Nettozahlerlandes. (Abg. Dr. Gredler: Russisch ist aber keine EU-Sprache!) Ich ersuche Sie daher heute, diesem Antrag zuzustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dieser Hohn ist zwar teuer, aber er dient der FPÖ! (Abg. Mag. Firlinger: Es ist ja nicht sein Geld!) Dieser Hohn ist jedoch für den Bürger mittlerweile zu teuer, und daher ersuche ich das Hohe Haus, endlich einmal darüber nachzudenken, wie wir die Politik der Europäischen Union durch ein Njet der Österreicher wirksam korrigieren können, durch ein Njet zur weiteren Verschwendung von Beiträgen eines Nettozahlerlandes. (Abg. Dr. Gredler: Russisch ist aber keine EU-Sprache!) Ich ersuche Sie daher heute, diesem Antrag zuzustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Dieser Holzhammer baut sein Haus aber selber, während du in einer Sozialwohnung sitzt mit 100 000 S Gage!
Meine Damen und Herren! Die Ansicht, daß mit dem Holzhammer keine Außenpolitik zu machen ist, teilen, so glaube ich, alle hier in diesem Hause, ausgenommen vielleicht die äußerst rechte Seite. (Abg. Mag. Stadler: Dieser Holzhammer baut sein Haus aber selber, während du in einer Sozialwohnung sitzt mit 100 000 S Gage!) Man sollte aber darüber hinaus durchaus darüber nachdenken, wo überhaupt ein Einsatzgebiet für Herrn Stadler zu finden wäre. Ich habe darüber nachgedacht, aber ich muß Ihnen sagen, es fällt mir beim besten Willen nichts dazu ein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Die Ansicht, daß mit dem Holzhammer keine Außenpolitik zu machen ist, teilen, so glaube ich, alle hier in diesem Hause, ausgenommen vielleicht die äußerst rechte Seite. (Abg. Mag. Stadler: Dieser Holzhammer baut sein Haus aber selber, während du in einer Sozialwohnung sitzt mit 100 000 S Gage!) Man sollte aber darüber hinaus durchaus darüber nachdenken, wo überhaupt ein Einsatzgebiet für Herrn Stadler zu finden wäre. Ich habe darüber nachgedacht, aber ich muß Ihnen sagen, es fällt mir beim besten Willen nichts dazu ein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: 60 Leute warten bereits auf deine Sozialwohnung!
Meine geschätzten Damen und Herren! Herr Kollege Stadler wird davon nicht beeindruckt sein (Abg. Mag. Stadler: 60 Leute warten bereits auf deine Sozialwohnung!), denn er kann mit einem ganz sicher rechnen, nämlich nach Hause zu gehen nach dem Motto "Mama, die Pension hamma!" Das, glaube ich, ist Ihr Stil, der sich irgendwann einmal ganz klar selbst richten wird. (Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! Herr Kollege Stadler wird davon nicht beeindruckt sein (Abg. Mag. Stadler: 60 Leute warten bereits auf deine Sozialwohnung!), denn er kann mit einem ganz sicher rechnen, nämlich nach Hause zu gehen nach dem Motto "Mama, die Pension hamma!" Das, glaube ich, ist Ihr Stil, der sich irgendwann einmal ganz klar selbst richten wird. (Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Du wirst noch Gelegenheit haben, über die Pensionen zu reden!
Geschätzte Damen und Herren! Lassen Sie mich zum eigentlichen Thema kommen. (Abg. Mag. Stadler: Du wirst noch Gelegenheit haben, über die Pensionen zu reden!) Es stehen heute eine Reihe von Oppositionsanträgen und zwei Regierungsvorlagen auf der Tagesordnung. Die beiden Regierungsvorlagen werden von meiner Fraktion begrüßt, und ich darf, da es einen Oppositionsantrag zum Thema Kriegsverbrechertribunal gibt, auf die aktuelle Situation im Kosovo und auf die Verhandlungen, die derzeit in Frankreich geführt werden, zu sprechen kommen. (Abg. Mag. Stadler: In der Sozialwohnung sitzen und die große Quake führen!)
Abg. Mag. Stadler: In der Sozialwohnung sitzen und die große Quake führen!
Geschätzte Damen und Herren! Lassen Sie mich zum eigentlichen Thema kommen. (Abg. Mag. Stadler: Du wirst noch Gelegenheit haben, über die Pensionen zu reden!) Es stehen heute eine Reihe von Oppositionsanträgen und zwei Regierungsvorlagen auf der Tagesordnung. Die beiden Regierungsvorlagen werden von meiner Fraktion begrüßt, und ich darf, da es einen Oppositionsantrag zum Thema Kriegsverbrechertribunal gibt, auf die aktuelle Situation im Kosovo und auf die Verhandlungen, die derzeit in Frankreich geführt werden, zu sprechen kommen. (Abg. Mag. Stadler: In der Sozialwohnung sitzen und die große Quake führen!)
Abg. Mag. Stadler: Die Pensionen beseitigen wir schon, du brauchst dir keine Sorgen zu machen!
Es wurde heute in der Öffentlichkeit bekannt, daß sich diese Verhandlungen offensichtlich einem positiven Ende zuneigen. (Abg. Mag. Stadler: Die Pensionen beseitigen wir schon, du brauchst dir keine Sorgen zu machen!) Wir haben gesehen, daß auch unser Botschafter Petritsch, der als EU-Sonderbotschafter in diese Verhandlungen ganz wesentlich eingebunden war – auch das übrigens ein ganz konkreter Erfolg der österreichischen Präsidentschaft –, dazu beigetragen hat, daß in Zukunft offensichtlich eine Autonomie für den Kosovo erreicht werden kann. (Abg. Mag. Stadler: 60 Leute warten auf Ihre Sozialwohnung, die Ihnen Ihr Papa zugeschanzt hat! Papa, die Wohnung hamma!) Ich begrüße das namens meiner Fraktion, weil ich glaube, daß das der einzige Weg ist, der am Balkan zu Stabilität und einem dauerhaften Frieden führen kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: 60 Leute warten auf Ihre Sozialwohnung, die Ihnen Ihr Papa zugeschanzt hat! Papa, die Wohnung hamma!
Es wurde heute in der Öffentlichkeit bekannt, daß sich diese Verhandlungen offensichtlich einem positiven Ende zuneigen. (Abg. Mag. Stadler: Die Pensionen beseitigen wir schon, du brauchst dir keine Sorgen zu machen!) Wir haben gesehen, daß auch unser Botschafter Petritsch, der als EU-Sonderbotschafter in diese Verhandlungen ganz wesentlich eingebunden war – auch das übrigens ein ganz konkreter Erfolg der österreichischen Präsidentschaft –, dazu beigetragen hat, daß in Zukunft offensichtlich eine Autonomie für den Kosovo erreicht werden kann. (Abg. Mag. Stadler: 60 Leute warten auf Ihre Sozialwohnung, die Ihnen Ihr Papa zugeschanzt hat! Papa, die Wohnung hamma!) Ich begrüße das namens meiner Fraktion, weil ich glaube, daß das der einzige Weg ist, der am Balkan zu Stabilität und einem dauerhaften Frieden führen kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es wurde heute in der Öffentlichkeit bekannt, daß sich diese Verhandlungen offensichtlich einem positiven Ende zuneigen. (Abg. Mag. Stadler: Die Pensionen beseitigen wir schon, du brauchst dir keine Sorgen zu machen!) Wir haben gesehen, daß auch unser Botschafter Petritsch, der als EU-Sonderbotschafter in diese Verhandlungen ganz wesentlich eingebunden war – auch das übrigens ein ganz konkreter Erfolg der österreichischen Präsidentschaft –, dazu beigetragen hat, daß in Zukunft offensichtlich eine Autonomie für den Kosovo erreicht werden kann. (Abg. Mag. Stadler: 60 Leute warten auf Ihre Sozialwohnung, die Ihnen Ihr Papa zugeschanzt hat! Papa, die Wohnung hamma!) Ich begrüße das namens meiner Fraktion, weil ich glaube, daß das der einzige Weg ist, der am Balkan zu Stabilität und einem dauerhaften Frieden führen kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Besser nicht! – Viel Erfolg!
Lassen Sie mich noch eine zweite Frage anschneiden. Da heute auch ein Antrag betreffend die Frage der Finanzierung der Zukunft der EU gestellt wurde, möchte ich diese Gelegenheit nützen, um im Hohen Haus noch einmal über die Präsidentschaft zu reden, denn wir gehen sehr schnell zur Tagesordnung über. (Rufe bei den Freiheitlichen: Besser nicht! – Viel Erfolg!) Wir haben sechs Monate lang die Präsidentschaft der Europäischen Union innegehabt, und ich möchte durchaus einmal festhalten, daß diese sechs Monate für viele im Diplomatischen Dienst und natürlich auch in allen anderen Ministerien, die damit befaßt waren, eine außerordentliche Herausforderung waren. (Abg. Meisinger: Eine Überforderung!)
Abg. Meisinger: Eine Überforderung!
Lassen Sie mich noch eine zweite Frage anschneiden. Da heute auch ein Antrag betreffend die Frage der Finanzierung der Zukunft der EU gestellt wurde, möchte ich diese Gelegenheit nützen, um im Hohen Haus noch einmal über die Präsidentschaft zu reden, denn wir gehen sehr schnell zur Tagesordnung über. (Rufe bei den Freiheitlichen: Besser nicht! – Viel Erfolg!) Wir haben sechs Monate lang die Präsidentschaft der Europäischen Union innegehabt, und ich möchte durchaus einmal festhalten, daß diese sechs Monate für viele im Diplomatischen Dienst und natürlich auch in allen anderen Ministerien, die damit befaßt waren, eine außerordentliche Herausforderung waren. (Abg. Meisinger: Eine Überforderung!)
Abg. Dr. Gredler: Sonst schon?
Meine Damen und Herren! Ich denke etwa an den unglaublichen Informationsaufwand, der dabei entstanden ist, ich denke an den Termindruck für die Diplomaten, aber auch für alle anderen Mitarbeiter: Es konnte nicht einfach der Bleistift weggelegt werden (Abg. Dr. Gredler: Sonst schon?), sondern es mußte innerhalb kurzer Zeit sehr wertvolle Arbeit geleistet werden! Zum dritten möchte ich betonen, daß die logistische Herausforderung außergewöhnlich war und ausgezeichnet bewältigt wurde, und zumindest namens der ÖVP allen Mitarbeitern des Diplomatischen Dienstes und allen Mitarbeitern des Außenamtes, die darin involviert waren, ein ganz aufrichtiges Dankeschön dafür sagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich denke etwa an den unglaublichen Informationsaufwand, der dabei entstanden ist, ich denke an den Termindruck für die Diplomaten, aber auch für alle anderen Mitarbeiter: Es konnte nicht einfach der Bleistift weggelegt werden (Abg. Dr. Gredler: Sonst schon?), sondern es mußte innerhalb kurzer Zeit sehr wertvolle Arbeit geleistet werden! Zum dritten möchte ich betonen, daß die logistische Herausforderung außergewöhnlich war und ausgezeichnet bewältigt wurde, und zumindest namens der ÖVP allen Mitarbeitern des Diplomatischen Dienstes und allen Mitarbeitern des Außenamtes, die darin involviert waren, ein ganz aufrichtiges Dankeschön dafür sagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich natürlich auch erwähnen, daß es sich jetzt, nach der Endabrechnung, zeigt, daß die österreichische Präsidentschaft sparsam war, daß die Ansätze unterschritten wurden, und dazu kann auch dem Minister gratuliert werden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.) Besonders hervorzuheben ist, daß die Frau Staatssekretärin durch ihr privates Sponsoring über 30 Millionen Schilling außerordentlich aufgetrieben hat. (Abg. Dr. Gredler: "Privates Sponsoring"?) – Privates Sponsoring, nicht ihr privates Geld, Frau Kollegin Gredler, Sie müssen mir schon genau zuhören! (Abg. Dr. Gredler: Aha! Entschuldigung! – Abg. Dr. Ofner: Aber schmunzeln wird man dürfen, Herr Kollege Spindelegger!) Ich möchte das unterstreichen, denn wenn wir immer von Sparsamkeit reden, dann soll das auch ganz konkrete Früchte tragen, und in diesem Fall hat es ganz konkrete Früchte getragen! Dafür möchte ich beiden Regierungsmitgliedern unseren Dank aussprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gredler: "Privates Sponsoring"?
Bei dieser Gelegenheit möchte ich natürlich auch erwähnen, daß es sich jetzt, nach der Endabrechnung, zeigt, daß die österreichische Präsidentschaft sparsam war, daß die Ansätze unterschritten wurden, und dazu kann auch dem Minister gratuliert werden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.) Besonders hervorzuheben ist, daß die Frau Staatssekretärin durch ihr privates Sponsoring über 30 Millionen Schilling außerordentlich aufgetrieben hat. (Abg. Dr. Gredler: "Privates Sponsoring"?) – Privates Sponsoring, nicht ihr privates Geld, Frau Kollegin Gredler, Sie müssen mir schon genau zuhören! (Abg. Dr. Gredler: Aha! Entschuldigung! – Abg. Dr. Ofner: Aber schmunzeln wird man dürfen, Herr Kollege Spindelegger!) Ich möchte das unterstreichen, denn wenn wir immer von Sparsamkeit reden, dann soll das auch ganz konkrete Früchte tragen, und in diesem Fall hat es ganz konkrete Früchte getragen! Dafür möchte ich beiden Regierungsmitgliedern unseren Dank aussprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gredler: Aha! Entschuldigung! – Abg. Dr. Ofner: Aber schmunzeln wird man dürfen, Herr Kollege Spindelegger!
Bei dieser Gelegenheit möchte ich natürlich auch erwähnen, daß es sich jetzt, nach der Endabrechnung, zeigt, daß die österreichische Präsidentschaft sparsam war, daß die Ansätze unterschritten wurden, und dazu kann auch dem Minister gratuliert werden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.) Besonders hervorzuheben ist, daß die Frau Staatssekretärin durch ihr privates Sponsoring über 30 Millionen Schilling außerordentlich aufgetrieben hat. (Abg. Dr. Gredler: "Privates Sponsoring"?) – Privates Sponsoring, nicht ihr privates Geld, Frau Kollegin Gredler, Sie müssen mir schon genau zuhören! (Abg. Dr. Gredler: Aha! Entschuldigung! – Abg. Dr. Ofner: Aber schmunzeln wird man dürfen, Herr Kollege Spindelegger!) Ich möchte das unterstreichen, denn wenn wir immer von Sparsamkeit reden, dann soll das auch ganz konkrete Früchte tragen, und in diesem Fall hat es ganz konkrete Früchte getragen! Dafür möchte ich beiden Regierungsmitgliedern unseren Dank aussprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich natürlich auch erwähnen, daß es sich jetzt, nach der Endabrechnung, zeigt, daß die österreichische Präsidentschaft sparsam war, daß die Ansätze unterschritten wurden, und dazu kann auch dem Minister gratuliert werden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.) Besonders hervorzuheben ist, daß die Frau Staatssekretärin durch ihr privates Sponsoring über 30 Millionen Schilling außerordentlich aufgetrieben hat. (Abg. Dr. Gredler: "Privates Sponsoring"?) – Privates Sponsoring, nicht ihr privates Geld, Frau Kollegin Gredler, Sie müssen mir schon genau zuhören! (Abg. Dr. Gredler: Aha! Entschuldigung! – Abg. Dr. Ofner: Aber schmunzeln wird man dürfen, Herr Kollege Spindelegger!) Ich möchte das unterstreichen, denn wenn wir immer von Sparsamkeit reden, dann soll das auch ganz konkrete Früchte tragen, und in diesem Fall hat es ganz konkrete Früchte getragen! Dafür möchte ich beiden Regierungsmitgliedern unseren Dank aussprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schieder.
Lassen Sie mich zum Abschluß noch auf ein Thema eingehen, das mir für die außenpolitische Zukunft Österreichs wichtig erscheint, es betrifft die Beitrittswerber, unsere Nachbarländer. Ich halte es für außerordentlich wichtig, daß sich die Österreicher insgesamt bemühen, die Slowakei nach dem Demokratisierungsschub, der dort stattgefunden hat, in die erste Runde der Beitrittswerber "upzugraden", wie das unser Außenminister nennt. Wir wollen keine "Zahnlücke" in der Reihe unserer Nachbarn haben und auf zwei verschiedenen Ebenen verhandeln. Außerdem sollte, glaube ich, die Europäische Union ein Zeichen für dieses Land Slowakei setzen und damit einen Anreiz geben, damit dieser Demokratisierungsprozeß weiterhin so positiv verläuft. – In diesem Sinn bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schieder.)
Abg. Mag. Schweitzer: Aber das tut sie doch!
Zu den "Zahnlücken" des Herrn Kollegen Spindelegger: Erstens erscheint mir der Ausdruck "privates Sponsoring" doch ein klein wenig verwirrend, oder sind Betriebe, die im öffentlichen Dienst stehen, als Privatfirmen der Bundesregierung anzusehen? (Abg. Mag. Schweitzer: Aber das tut sie doch!) Das würde aber einen kleinen Schwenk in der Beurteilung dieser Betriebe bedeuten, und dann müßte ich wirklich sagen, daß ich im Unrecht bin. Sollten diese Firmen aber nicht im Besitz der Bundesregierung sein, dann müßten Sie sich, glaube ich, schon korrigieren! Aber es gibt noch einiges mehr, Herr Kollege Stadler – und ich bin froh, daß Sie mir so aufmerksam lauschen –, das ich korrigieren muß.
Abg. Mag. Stadler: Rambouillet ist gescheitert!
Ich möchte damit anfangen, Ex-Jugoslawien zu ventilieren, da die aktuellen Entwicklungen beunruhigend sind, und zwar deshalb, weil trotz der nunmehrigen Atempause von 15 Tagen eine Lösung nicht sehr nahe ist. Eigentlich weiß man nicht, wie es weitergeht (Abg. Mag. Stadler: Rambouillet ist gescheitert!), eigentlich sind die Diskussionen sehr verhärtet geführt worden, und eigentlich, glaube ich, müssen wir sehr vorsichtig damit sein, große Erfolge dort zu sehen, obgleich ich Kollegen Spindelegger in einem recht gebe, nämlich darin, daß sich der Sonderbotschafter der EU, Herr Dr. Petritsch, in diesen Verhandlungen ausgezeichnet bewegt hat. Das wurde mir von einigen der internationalen Beobachter bestätigt, und ich bin froh darüber, daß es so hochprofessionelle Mitarbeiter im Außenamt gibt. (Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ, bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ, bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte damit anfangen, Ex-Jugoslawien zu ventilieren, da die aktuellen Entwicklungen beunruhigend sind, und zwar deshalb, weil trotz der nunmehrigen Atempause von 15 Tagen eine Lösung nicht sehr nahe ist. Eigentlich weiß man nicht, wie es weitergeht (Abg. Mag. Stadler: Rambouillet ist gescheitert!), eigentlich sind die Diskussionen sehr verhärtet geführt worden, und eigentlich, glaube ich, müssen wir sehr vorsichtig damit sein, große Erfolge dort zu sehen, obgleich ich Kollegen Spindelegger in einem recht gebe, nämlich darin, daß sich der Sonderbotschafter der EU, Herr Dr. Petritsch, in diesen Verhandlungen ausgezeichnet bewegt hat. Das wurde mir von einigen der internationalen Beobachter bestätigt, und ich bin froh darüber, daß es so hochprofessionelle Mitarbeiter im Außenamt gibt. (Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ, bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Jung: Und wenn man Mandatar ist!
In bezug auf die Behauptungen, die es wegen der EU-Beiträge gegeben hat: Erstens, Herr Kollege Stadler, kann ich Sie ganz beruhigen. Dr. Frischenschlager ist in der EU nicht pensionsberechtigt. Er wird es auch nicht am 13. Juni sein. Die Pensionsregelung der EU sieht folgendermaßen aus – damit es auch alle hören –: Man ist erst nach fünf Jahren überhaupt pensionsberechtigt, wenn man bis dahin einen entsprechenden Beitrag geleistet hat (Abg. Jung: Und wenn man Mandatar ist!), und man ist unter Umständen pensionsberechtigt, wenn man zumindest drei Jahre als Abgeordneter anwesend war. (Abg. Mag. Stadler: Frau Kollegin Gredler, Sie haben mich mißverstanden!) Sonst gibt es keine Möglichkeiten, außer man wird in der Zeit der Tätigkeit invalide. (Abg. Mag. Stadler: Sie haben mich mißverstanden!)
Abg. Mag. Stadler: Frau Kollegin Gredler, Sie haben mich mißverstanden!
In bezug auf die Behauptungen, die es wegen der EU-Beiträge gegeben hat: Erstens, Herr Kollege Stadler, kann ich Sie ganz beruhigen. Dr. Frischenschlager ist in der EU nicht pensionsberechtigt. Er wird es auch nicht am 13. Juni sein. Die Pensionsregelung der EU sieht folgendermaßen aus – damit es auch alle hören –: Man ist erst nach fünf Jahren überhaupt pensionsberechtigt, wenn man bis dahin einen entsprechenden Beitrag geleistet hat (Abg. Jung: Und wenn man Mandatar ist!), und man ist unter Umständen pensionsberechtigt, wenn man zumindest drei Jahre als Abgeordneter anwesend war. (Abg. Mag. Stadler: Frau Kollegin Gredler, Sie haben mich mißverstanden!) Sonst gibt es keine Möglichkeiten, außer man wird in der Zeit der Tätigkeit invalide. (Abg. Mag. Stadler: Sie haben mich mißverstanden!)
Abg. Mag. Stadler: Sie haben mich mißverstanden!
In bezug auf die Behauptungen, die es wegen der EU-Beiträge gegeben hat: Erstens, Herr Kollege Stadler, kann ich Sie ganz beruhigen. Dr. Frischenschlager ist in der EU nicht pensionsberechtigt. Er wird es auch nicht am 13. Juni sein. Die Pensionsregelung der EU sieht folgendermaßen aus – damit es auch alle hören –: Man ist erst nach fünf Jahren überhaupt pensionsberechtigt, wenn man bis dahin einen entsprechenden Beitrag geleistet hat (Abg. Jung: Und wenn man Mandatar ist!), und man ist unter Umständen pensionsberechtigt, wenn man zumindest drei Jahre als Abgeordneter anwesend war. (Abg. Mag. Stadler: Frau Kollegin Gredler, Sie haben mich mißverstanden!) Sonst gibt es keine Möglichkeiten, außer man wird in der Zeit der Tätigkeit invalide. (Abg. Mag. Stadler: Sie haben mich mißverstanden!)
Abg. Mag. Stadler: Eben!
Die Ministerpension, Herr Kollege Stadler, hätte ihm vor der EU auch zugestanden. (Abg. Mag. Stadler: Eben!) Das hat damit überhaupt nichts zu tun. (Abg. Mag. Stadler: Da haben Sie recht!) Die hätte er sofort vor zwei Jahren bekommen, und insofern hat der Zeitpunkt damit nichts zu tun, sondern im Gegenteil. Das ist ja sogar in Ihrem Sinn, daß er damals eben nicht in Pension gegangen ist, sondern weiter im aktiven politischen Leben geblieben ist (Abg. Mag. Stadler: Da haben Sie recht!), wodurch er für Österreich sehr viel Gutes machen konnte.
Abg. Mag. Stadler: Da haben Sie recht!
Die Ministerpension, Herr Kollege Stadler, hätte ihm vor der EU auch zugestanden. (Abg. Mag. Stadler: Eben!) Das hat damit überhaupt nichts zu tun. (Abg. Mag. Stadler: Da haben Sie recht!) Die hätte er sofort vor zwei Jahren bekommen, und insofern hat der Zeitpunkt damit nichts zu tun, sondern im Gegenteil. Das ist ja sogar in Ihrem Sinn, daß er damals eben nicht in Pension gegangen ist, sondern weiter im aktiven politischen Leben geblieben ist (Abg. Mag. Stadler: Da haben Sie recht!), wodurch er für Österreich sehr viel Gutes machen konnte.
Abg. Mag. Stadler: Da haben Sie recht!
Die Ministerpension, Herr Kollege Stadler, hätte ihm vor der EU auch zugestanden. (Abg. Mag. Stadler: Eben!) Das hat damit überhaupt nichts zu tun. (Abg. Mag. Stadler: Da haben Sie recht!) Die hätte er sofort vor zwei Jahren bekommen, und insofern hat der Zeitpunkt damit nichts zu tun, sondern im Gegenteil. Das ist ja sogar in Ihrem Sinn, daß er damals eben nicht in Pension gegangen ist, sondern weiter im aktiven politischen Leben geblieben ist (Abg. Mag. Stadler: Da haben Sie recht!), wodurch er für Österreich sehr viel Gutes machen konnte.
Abg. Mag. Stadler: Das ist ein schwaches Argument!
Wen würde es treffen? – Die von der Frau Kollegin Aumayr vertretenen Bauern würde es treffen, denn für die würde man kein Geld mehr haben. Wenn es leere Kassen gibt in der EU, gibt es auch keine Möglichkeiten mehr, die Bäuerinnen und Bauern zu unterstützen. Da möchte ich Ihre Kollegin Aumayr gerne hören, wenn sie dann hier im Hohen Haus spricht und sagt: Gratuliere! Das haben wir gut gemacht! Die EU hat nun keine Mittel mehr, um sämtliche Forschungsprojekte zu ermöglichen, um sämtliche Bildungsmaßnahmen zu ermöglichen und um sämtliche Förderungen für die Bäuerinnen und Bauern auszuzahlen! (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein schwaches Argument!)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Was sagt der Strohmayer? – Abg. Mag. Stadler: Strohmayer sagt genau das gleiche!
Ob das der Weg ist, den Sie gehen wollen, bleibt Ihnen überlassen. Wir sind der Meinung, daß es der falsche Weg ist, obgleich wir uns treffen, was die Korruptionsbekämpfung betrifft. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Was sagt der Strohmayer? – Abg. Mag. Stadler: Strohmayer sagt genau das gleiche!)
Abg. Mag. Schweitzer: Frau Kollegin Gredler, der Herbert wird Ihnen dann vorlesen, was der Strohmayer gesagt hat!
Jetzt komme ich zum dem Punkt, den wir sozusagen als finanzielles Fortkommen sehen. Kollege Strohmayer meint, wir sollten die Mittel umstrukturieren. Was er damit meint, ist, daß es in mancherlei Hinsicht – und das ist beim Strukturfonds nachvollziehbar – administrative Umwege gibt, die nicht notwendig sind, die die Effizienz nicht verbessern, sondern verschlechtern. Was Herr Kollege Strohmayer meint und was ich auch meine und meine Fraktion meint, ist, daß wir diese Umwege beleuchten und sie wieder auf die subsidiäre Ebene, das heißt auf die nationale Ebene, zurückweisen sollten, und zwar dort, wo es möglich ist, und dort, wo es offensichtlich nicht wirklich fruchtbar ist. (Abg. Mag. Schweitzer: Frau Kollegin Gredler, der Herbert wird Ihnen dann vorlesen, was der Strohmayer gesagt hat!)
Abg. Dr. Khol: Die Wirtschaft, Frau Kollegin Gredler! Die Wirtschaft!
Die Bundesregierung ist für die Schaffung von Arbeitsplätzen in erster Linie zuständig und nicht die EU. Die Bundesregierung hat die Verantwortung, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. (Abg. Dr. Khol: Die Wirtschaft, Frau Kollegin Gredler! Die Wirtschaft!) Ja, aber dann lassen Sie die Wirtschaft leben, Herr Kollege Khol! (Abg. Dr. Khol: Die Bundesregierung kann nur Arbeit für öffentlich Bedienstete schaffen, sonst nichts!) Dann geben Sie der Wirtschaft Luft, regeln Sie nicht alles, legen Sie ihr nicht dauernd Fesseln an, wo es nicht notwendig ist! Das wäre eine gute Politik, Herr Kollege Khol! Aber Sie lassen sich ja ununterbrochen Fesseln für die Wirtschaft einfallen, anstatt ihr die Möglichkeit zu geben, Arbeitsplätze zu schaffen. Da würde ich ansetzen an Ihrer Stelle.
Abg. Dr. Khol: Die Bundesregierung kann nur Arbeit für öffentlich Bedienstete schaffen, sonst nichts!
Die Bundesregierung ist für die Schaffung von Arbeitsplätzen in erster Linie zuständig und nicht die EU. Die Bundesregierung hat die Verantwortung, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. (Abg. Dr. Khol: Die Wirtschaft, Frau Kollegin Gredler! Die Wirtschaft!) Ja, aber dann lassen Sie die Wirtschaft leben, Herr Kollege Khol! (Abg. Dr. Khol: Die Bundesregierung kann nur Arbeit für öffentlich Bedienstete schaffen, sonst nichts!) Dann geben Sie der Wirtschaft Luft, regeln Sie nicht alles, legen Sie ihr nicht dauernd Fesseln an, wo es nicht notwendig ist! Das wäre eine gute Politik, Herr Kollege Khol! Aber Sie lassen sich ja ununterbrochen Fesseln für die Wirtschaft einfallen, anstatt ihr die Möglichkeit zu geben, Arbeitsplätze zu schaffen. Da würde ich ansetzen an Ihrer Stelle.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Ofner: Dann haben wir die ungarischen Zahnärzte in Österreich und nicht in Ödenburg!
Wer gegen die Osterweiterung ist, ist eigentlich gegen eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation Österreichs und gegen die Schaffung von Arbeitsplätzen. Daß das der richtige Weg ist, kann ich mir nicht vorstellen! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Ofner: Dann haben wir die ungarischen Zahnärzte in Österreich und nicht in Ödenburg!)
Abg. Mag. Stadler: Das geschieht aber nicht!
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! In seiner Schilderung der Mißstände im Bereich der EU hat Abgeordneter Stadler leider durchaus recht. Das muß man sagen, und das sind Dinge, die nicht in Ordnung sind, das sind Dinge, die abgestellt gehören. (Abg. Mag. Stadler: Das geschieht aber nicht!) Ich komme gleich dazu, Kollege Stadler.
Abg. Mag. Stadler: Auch bei uns!
Sosehr Sie recht haben im Aufzeigen, haben Sie nicht recht damit, alles in einen Topf zu werfen. Es sind das nämlich unterschiedliche Dinge. Da werden zum Beispiel falsche Angaben gemacht, um mehr Förderungsmittel zu bekommen. Nicht in Ordnung! Da passieren gewisse Dinge am Weg des Geldes. Nicht in Ordnung! Und da ist das Problem der letzten Zeit: Vetternwirtschaft und anderes unter den Mitgliedern der Kommission. All diese Dinge gehören bekämpft, aber wahrscheinlich wird es unterschiedlicher Maßnahmen und auch unterschiedlicher Gesetze bedürfen. (Abg. Mag. Stadler: Auch bei uns!) Auch bei uns, das gebe ich durchaus zu. Aber aus diesem Grund sind ja gerade zur Rechtslage Vorschläge gemacht worden. Der Rat hat Vorschläge gemacht, es hat Vorschläge der Kommission gegeben, sogar Vorschläge zur Änderung der nationalen Gesetze, zum Beispiel auf dem Sektor Förderungsmittel. Hier sind konkrete Dinge geschehen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Das unterscheidet Sie wohltuend von gewissen Abgeordneten!
Was die Vetternwirtschaft betrifft, hat es Initiativen gegeben. So war zum Beispiel unser Europa-Abgeordneter Bösch einer der Kämpfer für Veränderungen und gegen diese Vetternwirtschaft. Und das, was nun an Vorschlägen erarbeitet wird, das, was Klima, Heinz Fischer und andere im Rahmen der SPE machen – machen Sie das nicht herunter! Es wird ein wesentlicher Beitrag sein, auch innerhalb der sozialdemokratischen Familie Kommissaren, die aus Parteien kommen, die unsere Schwesterparteien sind, deutlich zu sagen: Wir wollen nicht, daß so etwas passiert, und wir tolerieren so etwas nicht! – Das ist eine Haltung, die wir national haben, aber auch international und auf europäischer Ebene. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Das unterscheidet Sie wohltuend von gewissen Abgeordneten!)
Abg. Mag. Stadler: Nein!
Bei Ihren Antworten, Kollege Stadler, stelle ich mir manchmal die Frage: Bringen Sie Ihre Kritik, die Sie hier vortragen, eigentlich deswegen vor, weil Sie die Mißstände abschaffen wollen oder weil Sie die EU abschaffen wollen? (Abg. Mag. Stadler: Nein!) Denn manchmal klingt bei Ihren Wortmeldungen – wie heute auch – ein Mißtrauen durch, ein Nichtwollen der europäischen Zusammenarbeit insgesamt. Deshalb sind Sie in diesem Bereich nicht derjenige, dessen Kritik man wirklich ernst nimmt, weil man sich fragt: Welche Motive stecken in Wirklichkeit dahinter?
Abg. Mag. Stadler: Besser keine EU als eine korrupte EU!
Und Ihre Antwort: Zahlen wir einfach nichts!, ist ja auch keine, die wirklich zu einer Lösung führen und die Mißstände beseitigen würde. Ja, sie würde die Mißstände schon beseitigen, weil die EU aufgelöst werden müßte, wenn Ihr Weg beschritten wird. Aber das ist nicht der Weg, den wir gehen wollen. (Abg. Mag. Stadler: Besser keine EU als eine korrupte EU!)
Abg. Mag. Stadler: Besser keine EU als eine korrupte!
Das war auch bei Ihrem Antrag betreffend die Finanzen so. Deshalb haben wir eine Abänderung im Ausschuß beschlossen. (Abg. Mag. Stadler: Besser keine EU als eine korrupte!) Natürlich wird eingespart werden müssen, aber nicht, indem man sagt, Österreich sollte einfach um einen bestimmten Betrag weniger zahlen, sondern durch Stabilisierung der Ausgaben innerhalb der EU, durch Sparsamkeit, zum Beispiel auf dem Agrarsektor, wobei ich dem Abgeordneten Schwarzböck recht gebe, der heute hier dazu gesprochen und gemeint hat, daß gewisse Grundsätze einzuhalten seien, auch für die Landwirtschaft, daß wir uns überlegen müssen, was wir wollen.
Beifall bei der SPÖ.
Uns geht es zum Beispiel darum, daß die mengenmäßige Staffelung abgeschafft wird, daß die Kleineren und Mittleren weiterhin unterstützt werden. Uns geht es um die Unterstützung bei Umweltanliegen, um Sozialstaffelung, um Förderung im Grenzbereich, aber es soll nicht so sein, daß der am meisten von einer Förderung profitiert, der am größten ist, also daß zum Beispiel das englische Königshaus der beste Nutznießer der Agrarsubventionen ist. Das ist unsere Politik: eine vernünftige Stabilisierung, um die EU vernünftig weiter zu gestalten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Genau!
Ich hoffe, daß es auch zu einer Ausgewogenheit kommt: Serbien muß kritisiert werden, aber auch die UČK. (Abg. Mag. Stadler: Genau!) Und ich hoffe auch, daß wir nicht einseitig agieren: in der Frage Balkan und Serbien und Kosovo so und in der Frage Türkei und Kurden genau anders, weil es der Weltpolizist aus Eigeninteresse anders haben will.
Beifall bei der SPÖ.
Hier muß es zu Grundsätzen kommen, zu einer Linie, zu einer klaren europäischen Politik! Das hilft der EU und ihren Mitgliedsländern am besten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Bundesminister für auswärtige Angelegenheiten Vizekanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Zunächst zum Thema Präsidentschaft. Ich glaube auch, daß der Dank an das Staatssekretariat, an die Mitarbeiter und an Botschafter Lennkh berechtigt ist. Die Kosten sind deutlich unterschritten worden, und das ist durch eine sehr professionelle Führung des Präsidentschaftssekretariats der Fall gewesen. Wir haben über 100 Millionen Schilling gegenüber dem Voranschlag eingespart. Man soll nicht darüber schmunzeln, sondern ich finde es sehr gut, daß die Staatssekretärin Firmen aufgetrieben hat, die Kosten übernommen haben und uns damit eigentlich einen wesentlichen Betrag Geldes erspart haben. Keine andere Präsidentschaft hat – meines Wissens jedenfalls – ein derartiges Unterschreiten der Kosten zustande gebracht. Ich danke den Verantwortlichen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zweitens verstehe ich nicht ganz, warum man jetzt noch über die österreichische Präsidentschaft streiten muß. Ich finde, wir haben das, was wir konnten, gemacht, und das war nicht wenig. Letztlich bewerten alle anderen die Qualität der österreichischen Präsidentschaft. Wenn Sie heute etwa "El Pais" und dessen Bewertung lesen – heute nachzulesen und zitiert in den "Salzburger Nachrichten"; ich zitiere das ausdrücklich nicht, denn das könnte als Eigenlob interpretiert werden –, dann sieht man, daß mancherorts und international die Bewertung offener und wesentlich fairer stattfindet als von manchen Teilen der Opposition. Aber damit haben wir ja zu leben gelernt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Jung: Aber nichts erreicht!
Zur Europäischen Union – ich sage es auch sehr ungern zum wiederholten Male, aber es wird durch die Behauptungen der Freiheitlichen nicht wahrer –: Wenn immer wieder gesagt wird, während der österreichischen Präsidentschaft hätten wir nichts gemacht, so ist das einfach unwahr. Ich habe es schon im Ausschuß klargestellt, ich habe es im Integrationsrat klargestellt, ich habe es im Außenpolitischen Rat klargestellt. (Abg. Jung: Aber nichts erreicht!) Wir haben dreimal auf Ratsebene, Herr Abgeordneter, die Kommission mit genau diesen Vorwürfen konfrontiert.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wer die Union liebt, der kritisiert sie und der wird dann auch etwas zum Besseren verändern, wer die Union abschaffen und letztlich die Zahlungen an die Bürger durch einen Steuerstreik oder durch einen Beitragszahlungsstreik einstellen will, der liebt die Union und die Idee Europa, die dahintersteht, nicht, sondern der will ihr schaden. Und das lehnen wir wirklich von Herzen ab! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ, den Grünen und beim Liberalen Forum.
Wir haben dann zum ersten Mal einen EU-Beauftragten, den Österreicher Wolfgang Petritsch, ernannt. Das war unsere Idee, das habe ich auch mit den anderen 14 Mitgliedsländern durchsetzen können. Unsere Erwartungen hat er nicht nur erfüllt, er hat sie übererfüllt, und ich danke allen, die ihm für seine Qualitätsarbeit gedankt haben. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Jung: Sie glauben wirklich, daß das alles kommen wird?
Sie bekommen sogar eine gewisse Art von Außenpolitik zugestanden, sie haben de facto nur mehr eine formale Verbindung mit Serbien. (Abg. Jung: Sie glauben wirklich, daß das alles kommen wird?) Nein, ich spreche jetzt vom Inhalt, Herr Abgeordneter, denn die Frage hat gelautet: Was ist das Ergebnis? (Abg. Jung: Das ist abgehoben von der Realität!) Erlauben Sie, daß ich zumindest darstellen kann, was in diesem Dokument steht. – Zugleich gewinnen sie, verankert im Militär- und Sicherheitsannex, den Rückzug der Spezialpolizei und der Armee plus einer internationalen militärischen Präsenz. Das ist ja ein untrennbares Ganzes.
Abg. Jung: Das ist abgehoben von der Realität!
Sie bekommen sogar eine gewisse Art von Außenpolitik zugestanden, sie haben de facto nur mehr eine formale Verbindung mit Serbien. (Abg. Jung: Sie glauben wirklich, daß das alles kommen wird?) Nein, ich spreche jetzt vom Inhalt, Herr Abgeordneter, denn die Frage hat gelautet: Was ist das Ergebnis? (Abg. Jung: Das ist abgehoben von der Realität!) Erlauben Sie, daß ich zumindest darstellen kann, was in diesem Dokument steht. – Zugleich gewinnen sie, verankert im Militär- und Sicherheitsannex, den Rückzug der Spezialpolizei und der Armee plus einer internationalen militärischen Präsenz. Das ist ja ein untrennbares Ganzes.
Abg. Mag. Stadler: Ist das akkordiert?
Ich halte das für die einzige Möglichkeit, um ein Blutbad und um einen Militärschlag ... (Abg. Mag. Stadler: Ist das akkordiert?) Ja, das ist in der Bundesregierung akkordiert. In diesem Sinn haben wir ja auch unser Interesse bereits angemeldet. (Abg. Mag. Stadler: Ah da schau her! Überfliegen lassen wir nicht!)
Abg. Mag. Stadler: Ah da schau her! Überfliegen lassen wir nicht!
Ich halte das für die einzige Möglichkeit, um ein Blutbad und um einen Militärschlag ... (Abg. Mag. Stadler: Ist das akkordiert?) Ja, das ist in der Bundesregierung akkordiert. In diesem Sinn haben wir ja auch unser Interesse bereits angemeldet. (Abg. Mag. Stadler: Ah da schau her! Überfliegen lassen wir nicht!)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber noch einmal, damit ich da nicht mißverstanden werde: Der Kern ist vorheriges politisches Agreement zwischen beiden Parteien, das alle Elemente – den politischen und den Sicherheitsteil – mit einschließt. Daher: Die Hoffnung lebt, aber es ist, glaube ich, dorthin noch ein weiter und steiniger Weg in den nächsten drei Wochen. Ich hoffe, daß das Hohe Haus diesen Zwischenbericht begrüßt. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Vizekanzler Dr. Schüssel schüttelt verneinend den Kopf.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ganz kurz ein paar Bemerkungen zu Ihren Ausführungen, Herr Außenminister: Ihre Hoffnungen und guten Erwartungen in Ehren, die Ergebnisse der Verhandlungen für den Kosovo, die jetzt vorliegen, sind allerdings nicht ganz neu, sondern liegen in Wahrheit seit Monaten vor. Wir waren ja auch Beobachter bei der NATO-Parlamentarierkonferenz, und da sind uns diese Ergebnisse in den Grundzügen als Strukturen des Vertrages und der Lösung bereits präsentiert worden. (Vizekanzler Dr. Schüssel schüttelt verneinend den Kopf.) Außerdem haben wir ja gesehen, was das alles wert gewesen ist. Ich hoffe, daß Ihr Optimismus berechtigt ist. Die Erfahrungen in der Vergangenheit deuten aber eher auf das Gegenteil.
Abg. Mag. Mühlbachler: Ihr macht überhaupt keine Außenpolitik!
Ich möchte nun kurz auf das eingehen, was Kollege Spindelegger hier heute wieder geboten hat. Er hat gemeint, daß wir Freiheitlichen Außenpolitik mit dem "Holzhammer" machen. Wir Freiheitliche machen Außenpolitik auch und vor allem für die Österreicher, meine Damen und Herren von der Volkspartei! (Abg. Mag. Mühlbachler: Ihr macht überhaupt keine Außenpolitik!) Eine Außenpolitik und eine Europapolitik, so wie Sie sie machen, daß Sie nämlich gegen sich selbst demonstrieren, meine Damen und Herren von der Volkspartei, ist uns wirklich fremd, und darauf sind wir stolz. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte nun kurz auf das eingehen, was Kollege Spindelegger hier heute wieder geboten hat. Er hat gemeint, daß wir Freiheitlichen Außenpolitik mit dem "Holzhammer" machen. Wir Freiheitliche machen Außenpolitik auch und vor allem für die Österreicher, meine Damen und Herren von der Volkspartei! (Abg. Mag. Mühlbachler: Ihr macht überhaupt keine Außenpolitik!) Eine Außenpolitik und eine Europapolitik, so wie Sie sie machen, daß Sie nämlich gegen sich selbst demonstrieren, meine Damen und Herren von der Volkspartei, ist uns wirklich fremd, und darauf sind wir stolz. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir handeln nicht so wie Ihre Bauernvertreter, die überall dort, wo es um die Europäische Union geht, zustimmen und beispielsweise bei der "Agenda 2000" auch noch Empfehlungen abgeben, daß man da zustimmen soll, die aber nachher nach Brüssel gehen, so wie Herr Schwarzenberger und Herr Schwarzböck, und gegen den ÖVPler Fischler, gegen den ÖVPler Molterer und letztlich gegen sich selbst, die sie hier die diesbezüglichen Beschlüsse gefaßt haben, demonstrieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das ist Ihre Außenpolitik, die Politik mit dem "Holzhammer"! Diese bleibt bei Ihnen angesiedelt.
Abg. Schieder: Das sagen viele Leute!
Kollege Schieder! Sie haben sich sehr wohltuend von solch einer Politik und von solchen Wortmeldungen abgehoben. Wenn Sie allerdings fragen, warum die FPÖ so gegen die EU ist, und sagen, daß wir sie zerstören wollen, so muß ich Ihnen erwidern: Keineswegs wollen wir die EU zerstören, sondern im Gegenteil: Wir sagen – und es gibt ja auch andere Stimmen, die uns darin bestätigen –, daß dann, wenn dieses Projekt der Europäischen Union so weitergeführt wird wie bisher, daß man nämlich nicht gemeinsam mit dem Bürger für den Bürger arbeitet, sondern abgehoben vom Bürger in irgendwelchen Bürokratien Europapolitik macht, dieses Projekt Europa zum Scheitern verurteilt ist. Das sagt zum Beispiel Friedmann (Abg. Schieder: Das sagen viele Leute!), und das ist die Linie der FPÖ. Das ist doch keine Holzhammerpolitik, sondern das ist Politik für Europa! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Kollege Schieder! Sie haben sich sehr wohltuend von solch einer Politik und von solchen Wortmeldungen abgehoben. Wenn Sie allerdings fragen, warum die FPÖ so gegen die EU ist, und sagen, daß wir sie zerstören wollen, so muß ich Ihnen erwidern: Keineswegs wollen wir die EU zerstören, sondern im Gegenteil: Wir sagen – und es gibt ja auch andere Stimmen, die uns darin bestätigen –, daß dann, wenn dieses Projekt der Europäischen Union so weitergeführt wird wie bisher, daß man nämlich nicht gemeinsam mit dem Bürger für den Bürger arbeitet, sondern abgehoben vom Bürger in irgendwelchen Bürokratien Europapolitik macht, dieses Projekt Europa zum Scheitern verurteilt ist. Das sagt zum Beispiel Friedmann (Abg. Schieder: Das sagen viele Leute!), und das ist die Linie der FPÖ. Das ist doch keine Holzhammerpolitik, sondern das ist Politik für Europa! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist unsere Forderung – auch an die österreichische Außenpolitik –, daß man den Österreichern, aber auch den Europäern zeigt, daß es wichtig ist, an einem gemeinsamen friedlichen Europa zu bauen, und zwar in allen Bereichen, und daß es wichtig ist, Solidarität zu üben und keine Nischen zu suchen. Aber all das muß gemeinsam mit dem Bürger geschehen und darf nicht über die Köpfe der Bürger hinweg beschlossen werden. Das ist freiheitliche Europapolitik, und ich hoffe, daß das irgendwann einmal auch österreichische Europapolitik wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Drohungen!
Wir sind der Auffassung, daß in einem verzweifelten Akt und in einer von vornherein sehr kurz anbemessenen Zeit versucht wurde, zu einem Ergebnis zu kommen. Das war schon von vornherein eine schwere Belastung für die Gespräche. Ich bin der Meinung, daß, würde man Friedensgespräche und einen Dialog wirklich ernst nehmen, die Verhandlungen zu einem ganz anderen Zeitpunkt einsetzen beziehungsweise beginnen müßten. Sie müßten erstens mit einem weitaus größeren Zeithorizont ausgestattet sein und dürften zweitens, was sehr irritierend und für den Verlauf der Verhandlungen auch nicht unbedingt positiv war, nicht von medialen Äußerungen der einzelnen Vertreter und Vertreterinnen begleitet sein. (Abg. Mag. Stadler: Drohungen!) Ich komme auf die Drohungen noch zu sprechen. – Die einzelnen Äußerungen, Mitteilungen und Kommentare waren für den Erfolg der Verhandlungen sicher nicht förderlich.
Abg. Mag. Stadler: So ist es!
Nun komme ich zu dem Punkt, wo ich der Auffassung bin, daß Friedensgespräche und Dialoge dieser Art, sollten sie zu einem Erfolg führen, nicht von vornherein von massiven Militärdrohungen begleitet sein dürfen, und zwar mit massiven Militärdrohungen, die, wie man bei genauem Hinsehen feststellen kann, kaum durchführbar sind. Das wissen beide Seiten: die serbische Seite und die UČK. Aber das wissen auch die Europäer und allen voran auch die Amerikaner. Müßten diese Drohungen, die ausgesprochen worden sind, durchgeführt werden, wäre dies kaum möglich (Abg. Mag. Stadler: So ist es!), und zwar aus verschiedensten Gründen und Überlegungen – sei es allein aus dem Grund, daß natürlich in erster Linie die Zivilbevölkerung davon betroffen wäre und darunter zu leiden und die Last zu tragen hätte, und sei es nur deshalb, weil vor allem auch allfällige und darauf folgende Reaktionen vor allem von der serbischen Seite jede Grundlage für weitere Friedensgespräche zunichte machen würden.
Vizekanzler Dr. Schüssel: Frau Abgeordnete! Welche Euphorie?
Man wird sehen, zu welcher Situation dieses Ergebnis führen wird. Ich teile Ihre Euphorie und die Einschätzung, die Sie, Herr Bundesminister, haben, nicht, obwohl man – ich darf es betonen – natürlich sagen muß: Was soll man in solch einer Situation denn sonst tun als verhandeln? (Vizekanzler Dr. Schüssel: Frau Abgeordnete! Welche Euphorie?) Euphorie beziehungsweise eine sehr positive Haltung klingt nicht nur in Ihren Worten durch, sondern auch in verschiedensten Medienberichten, die ja, wie ich sagen möchte, nicht von irgendwoher kommen.
Beifall bei den Grünen.
Noch ein Wort zur EU-Ratspräsidentschaft: Sie haben die Menschenrechtspolitik zu Ihrem Schwerpunkt der EU-Ratspräsidentschaft gemacht. Dann agieren Sie bitte jetzt, solange Sie noch in der Troika sind, auch mit entsprechendem Nachdruck, wenn es um die Türkei geht, wenn es um eine Lösung des Problems der Kurden geht! Reagieren Sie jetzt, wenn es darum geht, zu politischen Lösungen zu kommen, bevor Europa mit einem Ausmaß und Auswirkungen eines Konfliktes konfrontiert ist, die unvergleichlich größer sein werden als die des Kosovo! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Jung: Ihr SPÖ-Parteiobmann ist Öcalan!
Abgeordnete Dr. Irmtraut Karlsson (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Ich wollte eigentlich nicht über die Situation der Kurden sprechen. Frau Abgeordnete Kammerlander, ich möchte aber doch insofern auf Ihren Beitrag eingehen, als ich die große Sorge habe – und zwar aus langjähriger Beschäftigung mit diesem Problem –, daß wir jetzt etwas tun, was in einem anderen Zusammenhang zum Beispiel auch mit dem palästinensischen Volk geschehen ist, daß wir nämlich immer wieder von "den Kurden" sprechen und so tun, als sei Öcalan gleichzusetzen mit "den Kurden". Er ist es nicht! (Abg. Jung: Ihr SPÖ-Parteiobmann ist Öcalan!)
Abg. Mag. Kammerlander: Na und?
Innerhalb der kurdischen Bevölkerung gibt es bei aller politischen Unterdrückung politische Unterschiede. Es gibt verschiedene Gruppierungen und es gibt Bewegungen, die sich radikalisiert haben. (Abg. Mag. Kammerlander: Na und?) Ich glaube, daß es wichtig ist, daß wir auf die Menschenrechtsverletzungen gegen das Volk der Kurden hinweisen und daß wir diesbezüglich den Druck verstärken. Daß unsere Partei immer dazu aufgerufen hat, können Sie nicht leugnen.
Abg. Scheibner: Der Witz des Tages!
Ich möchte aber noch eine Bemerkung zum "Stadler-Prinzip" machen, was die Europäische Union betrifft. Er meinte, daß wir nichts zahlen sollten. Es gebe gewisse Mißstände, und deshalb sollten wir nichts zahlen. – Dazu muß ich sagen: Mir ist jetzt endlich klar geworden, warum sich Herr Meischberger unschuldig fühlt. Er ist mit der Politik der Regierung nicht einverstanden, also hat er das Geld in den Tresor gelegt und keine Steuern gezahlt. Deshalb fühlt er sich unschuldig! Er hat eigentlich nur konsequent das "Stadler-Prinzip" angewendet, ganz nach dem Motto: Wir sind unzufrieden, und daher zahlen wir nichts! (Abg. Scheibner: Der Witz des Tages!) – Das ist mir jetzt klar geworden. Aber das ist natürlich nicht die Lösung. Meischberger ist sehr wohl ein verurteilter Steuerhinterzieher und bleibt es! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte aber noch eine Bemerkung zum "Stadler-Prinzip" machen, was die Europäische Union betrifft. Er meinte, daß wir nichts zahlen sollten. Es gebe gewisse Mißstände, und deshalb sollten wir nichts zahlen. – Dazu muß ich sagen: Mir ist jetzt endlich klar geworden, warum sich Herr Meischberger unschuldig fühlt. Er ist mit der Politik der Regierung nicht einverstanden, also hat er das Geld in den Tresor gelegt und keine Steuern gezahlt. Deshalb fühlt er sich unschuldig! Er hat eigentlich nur konsequent das "Stadler-Prinzip" angewendet, ganz nach dem Motto: Wir sind unzufrieden, und daher zahlen wir nichts! (Abg. Scheibner: Der Witz des Tages!) – Das ist mir jetzt klar geworden. Aber das ist natürlich nicht die Lösung. Meischberger ist sehr wohl ein verurteilter Steuerhinterzieher und bleibt es! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Schlecht koordiniert vor der Sitzung!
Zuletzt möchte ich nur kurz auf die Anträge, die hier vorliegen, eingehen. – Herr Außenminister! Ich danke Ihnen für die Beantwortung meiner Fragen aus dem Ausschuß. Ich möchte allerdings darauf hinweisen, daß ich die dritte Frage nicht gestellt habe; aber gut, Sie haben sie auch beantwortet. (Abg. Scheibner: Schlecht koordiniert vor der Sitzung!)
Beifall bei der SPÖ.
Zuletzt möchte ich nur noch sagen, daß es für Österreich gut wäre, wenn wir die Interessen des Tourismus mit einbrächten. Wir selbst haben, solange wir gegenüber unseren Nachbarländern noch die Visumpflicht hatten, immer bedauert, daß wir keinen Besuch, keinen Tourismus und so weiter haben können. Ich glaube, daß es für die österreichische Tourismuswirtschaft wichtig ist, daß Menschen auch von außerhalb der EU zu uns kommen können, aus Ländern, zu denen wir traditionell gute Beziehungen haben – ohne Visumpflicht und ohne Gebühren. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sicherheit ist bestimmt nicht das einzige und schon gar nicht das ausschließliche Kriterium unserer Beziehungen zu den Menschen in anderen Ländern. Es gehört zur Kompetenz unserer Außenpolitik und nicht zum Aufgabenbereich der Polizei und Einreisebehörde, die Beziehungen zu anderen Staaten zu bestimmen. Das soll und wird auch so bleiben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Die Mythen um das Ritual variieren, aber im Grunde geht es nur um eines: um die "Tugendhaftigkeit" und um die Unterdrückung der Frau und um die wirklich ungeheuerliche Anmaßung der Männer, zu bestimmen, wie die Frauen sein sollen und zu sein haben! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das Näherrücken der Welten, das Aufeinanderprallen von Kulturen und nicht zuletzt auch das Umfeld einer allgemeinen konservativen Strömung und einer fundamentalistischen Militanz konfrontieren uns zunehmend mit Menschenrechtsverletzungen genau vor unserer Haustür. Und es muß uns eines ganz klar sein: daß viele ausländische Menschen die Integration in unseren Staat und unsere Gesellschaft weder nachvollziehen können noch dürfen, weil kulturelle Prägung, religiöse Glaubensvorstellungen und auch politischer Fanatismus sie zu keiner freien und keiner eigenen Entscheidung finden lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Falsch verstandener kultureller Liberalismus würde hier nur zu einer Verlängerung unmäßigen Leidens führen. Denken Sie an die Worte und an den Satz von Waris Dirie: "Keine Worte können meinen Schmerz beschreiben!" (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Weiters verweist der Entschließungsantrag darauf, daß man – weil es sich um ein ganz massives Menschenrechtsvergehen handelt; wir werden einen diesbezüglichen Antrag heute noch einbringen – Richtlinien erarbeiten sollte, die sich auch auf das Asylrecht auswirken. Denn wenn wir uns einig darüber sind, daß es sich dabei um eine schwere Menschenrechtsverletzung handelt, dann muß das letztlich auch eine Auswirkung auf jene Menschen haben, die vor einer solchen Menschenrechtsverletzung fliehen. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Ich bedauere es zutiefst, daß es im österreichischen Parlament nicht möglich ist, zu einer gemeinsamen Resolution zu kommen, in der wir einen Asylgrund für Österreich definieren, wenn wir über weibliche Genitalbeschneidung sprechen! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich hoffe, daß ich noch im Laufe dieser Debatte eine positive Antwort von den Regierungsparteien erhalte, damit ich sagen kann, endlich einmal haben wir eine gemeinsame Materie in diesem Haus durchgebracht, sodaß wir uns alle miteinander darüber freuen können, daß es in Zukunft vielleicht einigen weiteren Mädchen gelingen kann, zu überleben, denn es stirbt ja ungefähr jede vierte Frau, die sich einer solchen Prozedur unterziehen muß. Alle fünf Minuten wird auf dieser Welt ein Mädchen beschnitten! Wenn wir dazu unseren Beitrag leisten könnten, daß das endlich abgeschafft würde, dann wäre das sehr lobenswert! – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Die Redezeit! 4 Minuten, bitte!
Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer mit einer gewünschten Redezeit von 2 Minuten. – Was erstaunt Sie, Herr Abgeordneter, der Aufruf oder die Redezeit? (Abg. Dr. Gusenbauer: Die Redezeit! 4 Minuten, bitte!) 4 Minuten wollen Sie? – Bitte.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Hans Helmut Moser und Mag. Kammerlander.
Ich glaube, daß das eine hochsensible Angelegenheit ist, die natürlich Teil des politischen Dialoges mit den betroffenen Partnerregierungen und Partnergesellschaften sein muß. Es ist meiner Auffassung nach auch völlig klar, daß Österreich alleine in diesem Zusammenhang aufgrund des geringen Ausmaßes unserer bilateralen Entwicklungszusammenarbeit wenig bewegen könnte. Wenn sich aber die OECD – und in der OECD sind immerhin die wichtigsten und größten Geberländer der Welt zusammengeschlossen – auf eine Grundlinie einigen könnte, auf ein gemeinsames politisches Verständnis, unter welchen Bedingungen es im Zusammenhang mit Militärausgaben zu politischen Maßnahmen oder zu einer Einschränkung von Entwicklungszusammenarbeit kommt, dann wäre das, wie ich meine, ein sehr deutlicher Fortschritt in die richtige Richtung. Daher sind der Bericht und der Vorschlag zu dem Antrag so, wie sie Ihnen vorliegen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Hans Helmut Moser und Mag. Kammerlander.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dieser Prozeß braucht internationale Unterstützung, wenn wir nicht wollen, daß dieser Friedensprozeß in der Westsahara erneut in einem Aufflackern des Krieges endet. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das kann nie zusammengehen, das kann nie die gewünschte Kohärenz erzeugen, wenn wir nicht gewillt sind, eine solche Debatte eben auch umfassend zu führen. Wenn in diesem Haus über die Verwendung der österreichischen gebrauchten und ausgemusterten leichten Waffen diskutiert wird, dann dürfte dies nicht zu einem allgemeinen Entsetzen vor allem in den koalitionären Reihen hier führen, sondern es müßte selbstverständlich sein, daß diese im Sinne der Entschließung zu zerstören und nicht auf den Waffenmarkt zu bringen sind. (Beifall bei den Grünen.) Sie dürften nicht genau in jenen Bereichen eingesetzt werden, wo wir dies unserer Entschließung zufolge gar nicht wollen und in Zukunft auch viel kritischer betrachten werden.
Beifall bei den Grünen.
Es wird trotzdem schwierig genug sein. Denn es gibt nicht viele Frauen in den Ländern der Dritten Welt, die es nach all diesen Aufklärungen wagen, dagegen aufzubegehren. Wenn Sie das Problem ernst nehmen, dann müßten Sie einer solchen Entschließung und einer solchen Abänderung, wie sie Frau Kollegin Gredler eingebracht hat, Ihre Stimme geben. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir stehen auch dazu – meine Kollegin Jäger wird auch noch einen diesbezüglichen Abänderungsantrag einbringen –, daß es Richtlinien geben soll, die sich mit der spezifischen Situation von Frauen beschäftigen, weil die Frauen einer spezifischen Verfolgung unterliegen und weil es eine spezifisch weibliche Flüchtlingssituation gibt, und daß im Zusammenhang mit diesen Richtlinien auch das Problem der Verstümmelung der weiblichen Geschlechtsorgane aufzunehmen ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. )
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Gewünscht nicht, aber verordnet!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gemeldet ist jetzt Herr Abgeordneter Dkfm. Holger Bauer mit einer gewünschten (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Gewünscht nicht, aber verordnet!), freiwillig verordneten Redezeit von 3 Minuten.
Abg. Dr. Gusenbauer: Grenzenlos?
Zweite Konsequenz: Man dürfte Einwanderern, Flüchtlingen und Asylanten nicht diese linke Fiktion, diese linke Utopie vorgaukeln, sie kämen hier in eine multikulturelle Gesellschaft oder wir wollten diese multikulturelle Gesellschaft, die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher, der Europäer und Europäerinnen wollte diese multikulturelle Gesellschaft. Wenn man das tut und gleichzeitig kulturelle Eigenarten verbieten will, dann ist man im übrigen inkonsequent, denn multikulturelle Gesellschaft bedeutet doch, die Kultur des anderen zu respektieren – nicht in seinem Heimatland, dort tun wir es sowieso, das ist gar keine Frage –, multikulturelle Gesellschaft bedeutet doch ex definitione, daß die Einwanderer, Flüchtlinge und Asylanten ihre kulturellen Eigenarten hier praktizieren können! (Abg. Dr. Gusenbauer: Grenzenlos?)
Abg. Dr. Gusenbauer: Gibt es Grenzen der Menschenrechte?
Warum wollen Sie es denn dann verbieten, Herr Kollege Gusenbauer? Warum wollen Sie denn dagegen vorgehen? – Das ist ja gerade die Konsequenz der multikulturellen Gesellschaft! Darüber müssen Sie einmal nachdenken. Sie sind ein intelligenter Mensch, wie ich weiß, und Sie können das und sehen das natürlich auch. (Abg. Dr. Gusenbauer: Gibt es Grenzen der Menschenrechte?) Sie rühren sich auch sofort, weil Sie sehen, daß Sie da zwei Dinge nicht ganz "füreinand’ bringen", wie man so schön im Dialekt sagt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Menschenrechte!) Nein, Sie bringen das nicht "füreinand’"!
Abg. Dr. Gusenbauer: Menschenrechte!
Warum wollen Sie es denn dann verbieten, Herr Kollege Gusenbauer? Warum wollen Sie denn dagegen vorgehen? – Das ist ja gerade die Konsequenz der multikulturellen Gesellschaft! Darüber müssen Sie einmal nachdenken. Sie sind ein intelligenter Mensch, wie ich weiß, und Sie können das und sehen das natürlich auch. (Abg. Dr. Gusenbauer: Gibt es Grenzen der Menschenrechte?) Sie rühren sich auch sofort, weil Sie sehen, daß Sie da zwei Dinge nicht ganz "füreinand’ bringen", wie man so schön im Dialekt sagt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Menschenrechte!) Nein, Sie bringen das nicht "füreinand’"!
Abg. Dr. Gusenbauer: Gibt es die Grenze der Menschenrechte? – Zwischenrufe der Abg. Fuchs.
Einerseits wollen Sie diese multikulturelle Gesellschaft, andererseits wollen Sie aber entsprechende Sitten dann wieder nicht praktiziert wissen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Gibt es die Grenze der Menschenrechte? – Zwischenrufe der Abg. Fuchs.) Ich sage es Ihnen nur. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Natürlich ist es so! Jetzt melden sich ohnehin schon alle, die diesen Widerspruch vorleben. Jawohl, danke für das Outing! (Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Einerseits wollen Sie diese multikulturelle Gesellschaft, andererseits wollen Sie aber entsprechende Sitten dann wieder nicht praktiziert wissen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Gibt es die Grenze der Menschenrechte? – Zwischenrufe der Abg. Fuchs.) Ich sage es Ihnen nur. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Natürlich ist es so! Jetzt melden sich ohnehin schon alle, die diesen Widerspruch vorleben. Jawohl, danke für das Outing! (Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.
Einerseits wollen Sie diese multikulturelle Gesellschaft, andererseits wollen Sie aber entsprechende Sitten dann wieder nicht praktiziert wissen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Gibt es die Grenze der Menschenrechte? – Zwischenrufe der Abg. Fuchs.) Ich sage es Ihnen nur. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Natürlich ist es so! Jetzt melden sich ohnehin schon alle, die diesen Widerspruch vorleben. Jawohl, danke für das Outing! (Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.)
Abg. Fuchs: Menschenrechte passen nicht zur multikulturellen Gesellschaft?
Das ist ein interessantes Spannungsfeld, das weiß ich schon. Denken Sie aber doch wenigstens darüber nach, ob das eine mit dem anderen zusammenpaßt, Frau Kollegin Fuchs. (Abg. Fuchs: Menschenrechte passen nicht zur multikulturellen Gesellschaft?) Multikulturelle Gesellschaft bedeutet, daß ein fremder Kulturkreis importiert wird und hier praktiziert werden kann. Natürlich! Ich danke, daß sich die Betroffenen zu Wort melden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das heißt – dritte Konsequenz –: Man müßte den Einwanderern, den Asylanten und Flüchtlingen von vornherein sagen und nahebringen: Wer bei uns leben will, der hat sich zu integrieren. Er hat sich unseren Wertvorstellungen anzupassen, sich unseren kulturellen Normen anzupassen, und nicht umgekehrt. Und auf diese Konsequenz bin ich bei gewissen Damen und Herren, die sich heute zu Recht – zu Recht; damit wir einander nicht mißverstehen – hier ganz besonders engagieren, neugierig. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Das ist ein strafrechtliches Delikt, und das können wir bei uns verfolgen!
Abgeordnete Inge Jäger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich freue mich darüber, daß dieser Antrag zustande gekommen ist. Das Thema der genitalen Verstümmelung von Frauen ist ja vor allem seit den siebziger Jahren von der Internationalen Frauenbewegung aufgegriffen worden. Ich möchte Herrn Bauer auch entgegnen, daß es in den betreffenden Ländern selbst eine ganze Reihe von Menschenrechtsorganisationen gibt, von Frauen, die sich genau gegen diese traditionellen Praktiken wenden. (Abg. Dr. Graf: Das ist ein strafrechtliches Delikt, und das können wir bei uns verfolgen!) Und gerade mit diesem Antrag unterstützen wir in den Ländern Afrikas und Arabiens jene Menschenrechtsorganisationen, jene Frauen, die gegen diese grausamen, archaischen Praktiken und für einen gesellschaftlichen Prozeß eintreten, der diesbezüglich zu einer Veränderung führt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Inge Jäger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich freue mich darüber, daß dieser Antrag zustande gekommen ist. Das Thema der genitalen Verstümmelung von Frauen ist ja vor allem seit den siebziger Jahren von der Internationalen Frauenbewegung aufgegriffen worden. Ich möchte Herrn Bauer auch entgegnen, daß es in den betreffenden Ländern selbst eine ganze Reihe von Menschenrechtsorganisationen gibt, von Frauen, die sich genau gegen diese traditionellen Praktiken wenden. (Abg. Dr. Graf: Das ist ein strafrechtliches Delikt, und das können wir bei uns verfolgen!) Und gerade mit diesem Antrag unterstützen wir in den Ländern Afrikas und Arabiens jene Menschenrechtsorganisationen, jene Frauen, die gegen diese grausamen, archaischen Praktiken und für einen gesellschaftlichen Prozeß eintreten, der diesbezüglich zu einer Veränderung führt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum, bei Abgeordneten der SPÖ und bei den Grünen.
Abgeordneter Hans Helmut Moser (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich möchte nur einen ganz kurzen Satz zu den Ausführungen des Kollegen Bauer sagen. Herr Kollege Bauer! Lieber Holger! Das müßte dir schon auch klar sein: Menschenrechte sind universelle Rechte und sind von allen Kulturen zu respektieren. Die Verstümmelung von Frauen im Genitalbereich ist eine schwere Menschenrechtsverletzung, und es kann daher keine Begründung oder keine Akzeptanz dieser Menschenrechtsverletzungen geben. Wir haben alles daranzusetzen, daß diese Kulturen sich weiterentwickeln und daß sie akzeptieren, daß diese alten Traditionen endlich der Vergangenheit angehören! (Beifall beim Liberalen Forum, bei Abgeordneten der SPÖ und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es macht daher schon auch Sinn, daß diese Frage international diskutiert wird, daß wir auch in einem internationalen Kontext zu einer Lösung, zu einer gemeinsamen Vorgangsweise kommen, und daher waren wir auch damit einverstanden, unseren Entschließungsantrag dahin gehend abzuändern, daß wir im Rahmen der OECD aktiv tätig werden. Ich hätte es lieber gesehen, wenn wir in Österreich als Vorbild vorangegangen wären, aber das können wir ja noch tun. Ich hoffe, daß wir die Diskussion im Rahmen der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit in dieser Richtung weiterführen werden. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich bin auch der Meinung, daß das ungeheuer wichtig ist, aber Ihr Antrag ist mir ganz einfach zu zögerlich, zu ineffizient, denn, meine sehr geehrten Damen und Herren, die Beschneidung von Frauen beruht auf Tradition. Das ist eine wahrscheinlich jahrhundertelange Überlieferung und wird großteils mit Einwilligung der Eltern von Frauen ausgeführt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Hören Sie doch einmal zu, was ich Ihnen sage, bitte! Versuchen Sie doch einmal, auch meinen Gedankengang nachzuvollziehen!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Jede Bewußtseinsänderung dauert doch Jahrzehnte, und wir wissen ja, wie lange es sogar in unserer sogenannten aufgeklärten Gesellschaft braucht, um Frauenrechte besser durchzusetzen. Wollen Sie wirklich ein halbes Jahrhundert lang warten und zuschauen, wie in gewissen Ländern und Stämmen die Frauen nach wie vor beschnitten werden? – Also, ich möchte das wirklich nicht, und ich meine, daß es angesichts der Grausamkeit, der Erniedrigung, die den Frauen dort widerfährt, wirklich notwendig ist, einen gewissen Druck auf diese Länder, aber auch auf die Bevölkerung direkt auszuüben, um die Beschneidung zu verhindern. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch die NGOs in jenen Ländern, in denen beschnitten wird, werden wahrscheinlich anders diskutieren, wenn die Mittel für die Entwicklungshilfe abgedreht werden. Mein Kollege Scheibner wird einen Entschließungsantrag einbringen, in dem wir fordern, daß die Entwicklungshilfe davon abhängig gemacht wird, daß in den jeweiligen Ländern die Beschneidung der Frauen verboten wird. Erst dann wird dort etwas passieren, denn der Druck wird dazu führen, daß eine entsprechende Diskussion entsteht, aber nicht Ihr halbherziges Vorgehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist höchste Zeit, Initiativen zu setzen, aber nicht in dem Sinne, wie Sie sie uns heute präsentieren, sondern so, wie wir es in unserem Antrag festgehalten haben, und ich würde Sie bitten, daß Sie unserem Antrag zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, das könnte ein umfassendes, eindeutiges Zeichen des Parlaments sein, daß wir derartige Dinge nicht als Kulturbrauch tolerieren, sondern als schweres Verbrechen ahnden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Erreicht das Kind diesen Notendurchschnitt nicht, dann geht die gesamte Beihilfe verloren. Das heißt, sozial Bedürftige fallen durch den Rost, für sie wird die Situation noch schwieriger, und ich betrachte es tatsächlich, wenn es um soziale Beihilfen geht, als menschenverachtend und eigentlich auch als absolut sinnlos, wenn wir durch Schülerbeihilfen den Zugang zu den Schulen unterstützen wollen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Frau Ministerin! Ich bedauere es sehr, daß die vorliegende Novelle mit so vielen positiven Aspekten – ich habe es Ihnen ausdrücklich zugestanden – aus unserer Sicht jedenfalls daran scheitert, das heißt, unsere Zustimmung nicht bekommen kann, weil Sie einfach über diesen ideologischen Schatten einer Leistungsbeurteilung mit Hilfe von Ziffern nicht springen können und weil die durchschnittlich erbrachte ziffernmäßige Leistung, dieser Notendurchschnitt dafür ausschlaggebend ist, ob sozial Bedürftige diese finanzielle Unterstützung von uns bekommen oder nicht. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Schaffenrath: Auf Ziffern keinen Wert!
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Höchtl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin zwar überrascht, daß ich aus dem Munde der Liberalen höre, daß sie auf Leistung keinen Wert mehr legen (Abg. Schaffenrath: Auf Ziffern keinen Wert!), diese Haltung ist aber durchaus möglich, ich akzeptiere das und werde in Hinkunft ganz einfach die Liberalen als leistungsfeindlich darstellen. Sie haben das hier entsprechend dokumentiert. (Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Zwischenrufe beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Höchtl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin zwar überrascht, daß ich aus dem Munde der Liberalen höre, daß sie auf Leistung keinen Wert mehr legen (Abg. Schaffenrath: Auf Ziffern keinen Wert!), diese Haltung ist aber durchaus möglich, ich akzeptiere das und werde in Hinkunft ganz einfach die Liberalen als leistungsfeindlich darstellen. Sie haben das hier entsprechend dokumentiert. (Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sind jedenfalls weiterhin der Auffassung, daß jemand, der eine derartige Unterstützung haben möchte, auch eine entsprechende Leistung erbringen muß. (Beifall bei der ÖVP.) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Aber eine Klarstellung ist immer gut, weil sich Profile dadurch ergeben, daß unterschiedliche Auffassungen dokumentiert werden.
Abg. Schaffenrath: Das Geld haben wir schon im Budget! Das haben Sie sich vorher angespart!
Mit dieser Novelle erfolgt eine Erhöhung des Gesamtausmaßes der Schüler- und Heimbeihilfen um 25 Prozent. 25 Prozent sind meiner Meinung nach gewaltig. (Abg. Schaffenrath: Das Geld haben wir schon im Budget! Das haben Sie sich vorher angespart!) – Entschuldigung! Sie können natürlich immer herausmeckern, das stört nicht, aber Sie sollten anerkennen, daß 25 Prozent eine gewaltige Steigerung bedeuten. Das stellt immerhin mehr dar als der seit der letzten Erhöhung erfolgte Inflationslevel.
Beifall bei der ÖVP.
Ich meine, wenn wir in Hinkunft rund 34 000 Schülern diese Schülerbeihilfe beziehungsweise Heimbeihilfe tatsächlich geben können, dann ist die entsprechende Begründung, warum wir diese Novelle diskutiert haben und heute beschließen werden, die, daß dies tatsächlich eine Erweiterung, eine Verbesserung darstellt, zu der wir sehr gerne ja sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher haben wir eine Ausschußfeststellung angeregt, die im Unterrichtsausschuß die Zustimmung fand. Wir ersuchen die Frau Bundesministerin, eine Studie über die soziale Lage der Schüler und Schülerinnen erstellen zu lassen. Auf Basis der Ergebnisse werden wir in der Folge Gesichtspunkte einer höheren sozialen Treffsicherheit und Zielgenauigkeit diskutieren. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesministerin! Nun müssen Sie sich entscheiden. Eine gute Grundausbildung darf keine Frage des Einkommens sein. Sie machen sie aber dazu! Daß die Grundausbildung keine Frage des Einkommens sein darf, ist ja in Ordnung, aber Sie binden die Beihilfe an einen Notendurchschnitt von vorher 2,8 und jetzt 2,9. Daher stellt sich für mich die Frage: entweder soziale Komponente oder Leistungskomponente. Aber wenn Sie sagen, das Bildungssystem soll für alle zugänglich sein, dann sollten Sie diese Schülerbeihilfe lediglich an einen positiven Schulabschluß binden. Das sollte genügen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Antoni: Ihr Antrag sah aber ganz anders aus!
Herr Kollege Antoni! Wir waren uns damals im Ausschuß einig. Warum haben wir nicht einen gemeinsamen Antrag formuliert, der jetzt schlagend würde, anstatt wieder Studien, die erst in eineinhalb Jahren fertig sein und einen Haufen Geld kosten werden, zu verlangen? Warum eigentlich nicht? – Das möchte ich wirklich gerne wissen. (Abg. Dr. Antoni: Ihr Antrag sah aber ganz anders aus!) – Nein, das stimmt nicht. (Abg. Dr. Antoni: Sie haben eine Leistungsstaffel drinnen!) – Das habe ich gesagt.
Abg. Dr. Antoni: Sie haben eine Leistungsstaffel drinnen!
Herr Kollege Antoni! Wir waren uns damals im Ausschuß einig. Warum haben wir nicht einen gemeinsamen Antrag formuliert, der jetzt schlagend würde, anstatt wieder Studien, die erst in eineinhalb Jahren fertig sein und einen Haufen Geld kosten werden, zu verlangen? Warum eigentlich nicht? – Das möchte ich wirklich gerne wissen. (Abg. Dr. Antoni: Ihr Antrag sah aber ganz anders aus!) – Nein, das stimmt nicht. (Abg. Dr. Antoni: Sie haben eine Leistungsstaffel drinnen!) – Das habe ich gesagt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn man eine Leistungskomponente beibehält, dann möchte ich aber auch, daß nicht nur besonders gute Leistungen, nicht nur hervorragende Leistungen, so wie es jetzt der Fall ist, noch mehr belohnt werden, sondern es sollen auch jene belohnt werden, die den normalen Schnitt unterschreiten. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das war meine Intention.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Schaffenrath von den Liberalen! Wir werden aber diesem Gesetz trotzdem zustimmen, weil es erstens einmal eine Indexerhöhung mit sich bringt, zweitens einen Zugang für einen breiteren Kreis von Schülern zu dieser Schülerbeihilfe schafft und weil es drittens eine Erhöhung des Zusatzbetrages für ausgezeichneten Schulerfolg gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Antoni: Umgekehrt!
Das, was mich an dieser Vorlage etwas irritiert, ist zwar auch eine Verbesserung, aber es bleibt trotzdem irritierend, nämlich die Erhöhung des Notendurchschnitts von 2,8 auf 2,9. (Abg. Dr. Antoni: Umgekehrt!) – Umgekehrt? Nein, es stimmt schon: von 2,8 auf 2,9. Irritierend daran ist: Warum sind es 2,9? Warum nicht 3,0, 3,1 oder 3,2? Warum überhaupt der Notendurchschnitt? – Dieser Notendurchschnitt von 2,9 wird im Entwurf begründet, und diese Begründung ist eigentlich nicht nur stark irritierend, sondern sie ist ein echtes Problem.
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Der Durchschnitt von 2,9 wird nämlich deshalb gewählt – in der Argumentation wird das auch ausgeführt –, damit es nicht 3 sind, denn bei 3 ballen sich die möglichen Beihilfenwerber, und bei 3,1 wären es noch mehr. Also nimmt man 2,9, was aber überhaupt nichts mit einer rational begründeten Leistungskomponente zu tun hat, sondern man nimmt diese 2,9 deshalb, weil es möglichst wenige betreffen soll, aber trotzdem eine Verbesserung ist. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Das wäre eine ehrliche und saubere Form, das zu lösen: nämlich zuzugeben, daß das Schülerversagen in einem Jahr nicht Maßgabe und Kriterium für den Zugang zu einer Beihilfe sein kann. Das kann es nämlich tatsächlich nicht sein, vor allem dann nicht, wenn es mit sozialen Zugangskriterien kombiniert wird. Denn man weiß andererseits, daß natürlich gerade bei lernschwachen Schülern ein eher überproportionaler Anteil nicht zu den sozial Begüterten gehört. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Abg. Dr. Höchtl: Herr Kollege Öllinger! 25 Prozent ist nicht geringfügig!
Meine Damen und Herren! Ich bitte Sie, beim nächsten Mal zu bedenken ... (Abg. Dr. Höchtl: Herr Kollege Öllinger! 25 Prozent ist nicht geringfügig!) – Das ist keine Verbesserung um 25 Prozent. (Abg. Dr. Höchtl: Aber eine Verbesserung auch gegenüber der Inflationsrate! Die 25 Prozent sind mehr als die Inflationsrate!)
Abg. Dr. Höchtl: Aber eine Verbesserung auch gegenüber der Inflationsrate! Die 25 Prozent sind mehr als die Inflationsrate!
Meine Damen und Herren! Ich bitte Sie, beim nächsten Mal zu bedenken ... (Abg. Dr. Höchtl: Herr Kollege Öllinger! 25 Prozent ist nicht geringfügig!) – Das ist keine Verbesserung um 25 Prozent. (Abg. Dr. Höchtl: Aber eine Verbesserung auch gegenüber der Inflationsrate! Die 25 Prozent sind mehr als die Inflationsrate!)
Beifall bei den Grünen.
Ich denke, wenn Sie mit Ihrer Nichtgenügend-Regelung in der Unterstufe und in der Oberstufe Ihren sehr bescheidenen Beitrag dazu leisten, daß Sie das auch irgendwie anerkennen, dann sollte sich das auch in einer entsprechenden Beihilfenregelung wiederfinden. Das tut es aber nicht, und das ist bedauerlich. Vielleicht sind Sie in diesem Punkt beim nächsten Mal etwas lernfähiger, sodaß wir an das "Aufsteigen in die nächsthöhere Klasse" auch bei der ÖVP denken können. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Kollegen Öllinger möchte ich folgendes sagen: Wenn Sie die Behauptung aufstellen, daß sozial Schwache auch automatisch geistig schwach sein müssen, dann würde ich Sie ersuchen, daß Sie uns mitteilen, womit Sie das begründen. Es gibt keine aktuelle Untersuchung, keine aktuelle Studie, die auch nur den Hauch eines Ansatzes davon zeigt, daß Schülerinnen und Schüler, die aus sozial schwachen Verhältnissen kommen, in der Schule automatisch schwache Leistungen erbringen. Das gibt es nicht, und das ist auch unrichtig! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Wenn Sie fragen, warum es ausgerechnet der Notenschnitt von 2,9 sein muß, um diese Beihilfe zu erhalten, dann kann man sagen, dies ist ganz einfach der Versuch, die vorhandenen Mittel gerecht und mit einer gewissen Leistungskomponente kombiniert zu verteilen. Daß Sie ein gewisses Problem beim Thema Leistung in der Bildungspolitik haben, ist uns schon klar. Auch Frau Abgeordnete Schaffenrath, die nicht mehr im Saal ist, hat in ihrem Redebeitrag gesagt, daß sie es für ein großes Problem hält, daß es eine Komponente der Leistungsbeurteilung und – oh Graus! – eine Beurteilung nach Noten gibt. Ich frage Sie, wie Sie das sonst machen würden, wenn Sie ein Bekenntnis zu einer Leistungsbeurteilung ablegen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der ÖVP.
Erfreulich ist, daß es zu einer Ausweitung des Bezieherkreises kommt. Mein Kollege Höchtl hat angesprochen, daß es nunmehr um 114,5 Millionen Schilling mehr gibt, die zur Ausschüttung kommen. Das ist zweifelsohne eine positive Maßnahme. Daß zumindest vier Fraktionen in diesem Haus heute dieser Vorlage zustimmen werden, beweist das wohl am deutlichsten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Verena Dunst (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Trotz aller Kritikpunkte möchte ich ganz klar noch einmal festhalten: Dieses neue Schülerbeihilfengesetz ist eine begrüßenswerte Weiterentwicklung. Die Ziele – nämlich die Erhöhung der Schul- und Heimbeihilfe, die Neuregelung der Unterhaltsleistung und die Anhebung des Notendurchschnittes – sind ein Erfolg und garantieren vor allem, daß mehr Schüler und Schülerinnen von der Schülerbeihilfe profitieren können, und das ist wichtig. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich kann mich im übrigen nur dem anschließen, was ich von den Vorrednern schon gehört habe: Es fehlt die soziale Komponente, denn auch ich orte in manchen Punkten mangelnde Gerechtigkeit, aber ich bin davon überzeugt, auch das wird sich ändern. Ich bin wie alle anderen Vorredner auch froh, daß es diese Ausschußfeststellung gegeben hat, und möchte zusammenfassend nur noch einmal festhalten: Wir Sozialdemokraten waren und sind nach wie vor dafür, daß die Möglichkeit des Bildungszuganges für alle gewährleistet ist, und das wird jetzt zumindest noch ausgeweitet. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Darum begrüße ich auch die Ausschußfeststellung, Frau Bundesministerin, daß Sie eine Studie vorlegen und wir dann die Möglichkeit haben werden, aufgrund dieser Studie das gesamte System der Schülerbeihilfen grundlegend durchzudiskutieren. Hoffentlich können wir dann jene Schwachpunkte ausräumen, die ich soeben angesprochen habe. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich denke positiv, daher habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß diese Kompromißlösungen bald verbessert werden können. Im Unterrichtsausschuß wurde nämlich eine Ausschußfeststellung einstimmig angenommen, die heute auch schon zitiert wurde, wonach Frau Unterrichtsministerin Gehrer eine Studie über die soziale Lage der Schüler und Schülerinnen in Auftrag geben wird. Daraus werden dann Vorschläge zur Verbesserung des Schülerbeihilfensystems unter jenen Gesichtspunkten – so hoffe ich –, die wir heute schon vielfach genannt haben, entwickelt werden können. Das, so denke ich, sollte unser aller Ziel sein. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Einmal hat sogar ein Professor in einer Mittelschule bei einem Klassen-Elternabend gesagt: Meldet euer Kind ja nicht vom Religionsunterricht ab! Diesen Einser braucht ihr vielleicht noch einmal, um einen besseren Notendurchschnitt erzielen zu können! – Wenn das die einzigen Argumente sind, dann sollten wir, glaube ich, bei der nächsten Novelle gemeinsam darüber nachdenken, ob man diesen Durchschnittswert, der jetzt mit 2,9 fixiert ist, nicht einfach ersatzlos streichen sollte. – Ich bitte die ÖVP-Fraktion, gemeinsam mit uns auch darüber nachzudenken. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, daß es heute mehr als sinnvoll und zweckmäßig ist, gerade jenen Menschen, die in benachteiligten Regionen wohnen, in denen das Angebot nicht so groß ist, die Möglichkeit einzuräumen, zu einer Reifeprüfung zu gelangen, und diese Menschen dabei auch finanziell zu unterstützen, und zwar dann, wenn sie sich ein halbes Jahr vor der Prüfung karenzieren lassen. Mit dieser besonderen Schulbeihilfe ist die Lebensfähigkeit dieser Menschen garantiert. Daher werden wir auch dieser Novellierung zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es freut mich, daß im Budget 1999 insgesamt 560 Millionen Schilling für diese Schülerbeihilfen vorgesehen sind. Das bedeutet: Wir geben über eine halbe Milliarde Schilling aus, um die Schüler und Schülerinnen in den weiterführenden Schulen zu unterstützen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich meine, daß wir mit dieser Erhöhung um 25 Prozent einen richtigen Schritt setzen, und danke für all die Unterstützung, die im Ausschuß bekundet wurde. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenrufe
Wer auch in dritter Lesung dafür ist, soll ein Zeichen geben. – Der Entwurf ist – Herr Abgeordneter Smolle läßt sich nicht überreden! (Zwischenrufe) – in dritter Lesung mehrheitlich angenommen worden.
Abg. Dr. Höchtl: Das haben wir dir sehr gut erklärt! Du mußt zuhören!
Wir von der Opposition, wir Freiheitlichen, haben uns einen entsprechenden Vorschlag überlegt und eingebracht. Er wurde auch ausreichend diskutiert. Mir ist nur nicht klar geworden, Frau Bundesministerin, warum es seitens der Regierungsparteien überhaupt keine Bereitschaft gegeben hat, diesen Vorschlägen näherzutreten. (Abg. Dr. Höchtl: Das haben wir dir sehr gut erklärt! Du mußt zuhören!) – Herr Kollege Höchtl! Du kannst herauskommen und erklären, warum ihr diesen Vorschlägen nicht nähertretet, ob ihr bessere habt, und wenn ja, wie diese ausschauen.
Abg. Dr. Höchtl: Das ist dir auch gesagt worden!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien! Wir sind der Meinung, daß unser Vorschlag gut ist – das wurde auch in den Ausschußberatungen von den Regierungsparteien so gesehen –, und verstehen daher nicht, warum man mit uns nicht ausführlich darüber debattiert hat (Abg. Dr. Höchtl: Das ist dir auch gesagt worden!) und nicht gemeinsam mit uns einen entsprechenden Vorschlag erarbeitet, der dann hier zum Beschluß erhoben werden kann.
Abg. Dr. Höchtl: Du hast die Chance, zuzuhören!
Sie haben heute noch die Chance, diesem Antrag zuzustimmen. Er ist nicht schlechter geworden. (Abg. Dr. Höchtl: Du hast die Chance, zuzuhören!) – Danke für die Aufmerksamkeit, Herr Kollege. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben heute noch die Chance, diesem Antrag zuzustimmen. Er ist nicht schlechter geworden. (Abg. Dr. Höchtl: Du hast die Chance, zuzuhören!) – Danke für die Aufmerksamkeit, Herr Kollege. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Was sagst du zum Antrag?
Ich behaupte aber, daß ein Großteil der Lehrer idealistisch eingestellt ist. Diese wollen mehr für die Schüler tun, als auf dem Papier steht. Viele Lehrer tätigen sogar Privatausgaben für Lernhilfen und Geräte. Daher muß ich es zurückweisen, wenn dieser Berufsstand oft auf irgendeine Weise verunglimpft wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Was sagst du zum Antrag?)
Abg. Mag. Schweitzer: Was sagst du zum Antrag, Kollege Stampler?
Ein Großteil der Eltern ist mit der Arbeit der Lehrer auch zufrieden. Ich möchte eine Umfrage aus der Ausgabe des "Standard" vom 2. Dezember 1998 zitieren. Darin steht, daß in Österreich alles in allem ein gutes Schulsystem vorherrscht. 27 Prozent der Eltern haben (Abg. Mag. Schweitzer: Was sagst du zum Antrag, Kollege Stampler?) – dazu komme ich noch – unser Schulsystem mit "ausgezeichnet" beurteilt, 7 Prozent behaupten, daß das Schulsystem "sehr gut" ist, 49 Prozent beurteilen es mit "gut" und nur 12 Prozent mit "weniger gut".
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Wie meinst du das?
Es ist erfreulich, lieber Kollege Schweitzer, daß du dir in deinem Antrag Gedanken über die Entlohnung der Lehrer gemacht hast. Es ist aber nicht in Ordnung, daß man auf dem Rücken der Lehrer parteipolitisches Kleingeld wechseln will. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Wie meinst du das?)
Abg. Mag. Schweitzer: Wie meinst du das? – Abg. Dr. Höchtl – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: So wie er es gesagt hat!
Es gibt sicherlich gewisse Unterschiede bei gleichem Lehrstoff. (Abg. Mag. Schweitzer: Wie meinst du das? – Abg. Dr. Höchtl – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: So wie er es gesagt hat!) Es gibt zum Beispiel einen Unterschied zwischen beamteten Lehrern und Vertragsbediensteten. Ich weise es aber zurück, wenn du behauptest, daß das derzeitige Dienst- und Besoldungsrecht leistungsfeindlich und mobilitätshemmend sei. Gerade heutzutage ist die Schule immer mehr in Bewegung. Es wird von den Lehrern immer mehr verlangt, was auch ein Umdenken und eine Umstellung erfordert.
Abg. Dr. Grollitsch: Das ist eine gute Idee!
Die Umsetzung der Forderung nach einer Abkehr vom Prinzip des Dienstalters hin zu einer funktions- und leistungsorientierten Besoldung (Abg. Dr. Grollitsch: Das ist eine gute Idee!) läßt sich deutlich anhand der Altersstruktur der Lehrer in der Steiermark belegen. Von 1998 bis 2000 müssen fünf Lehrer in Pension gehen, von 2000 bis 2006 243, von 2006 bis 2010 824, von 2011 bis 2015 1 748 und von 2015 bis 2020 2 894 Lehrer. Man sieht also: Dieses System wird sich von selbst weiterentwickeln.
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Schweitzer! Ich möchte noch kurz zu dem Drei-Säulen-Modell, das du angesprochen hast, Stellung nehmen, zum Grundgehalt, zur Funktionskomponente und zur Leistungskomponente. Ich muß schon sagen, daß es mich wundert, daß da die Forderung aufgestellt wurde, der Schulgemeinschaftsausschuß möge die Leistungskomponente feststellen. Man begibt sich doch damit in eine Art Abhängigkeit, man ist dann eben davon abhängig, in welchem Maße die Eltern der Schule gegenüber Sympathie zeigen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Gut gemacht! Der Khol ist zufrieden! – Beifall des Abg. Dr. Maitz.
So gesehen müßte man die Besoldung der Lehrer wirklich überdenken. Ich setze aber Vertrauen in die Arbeitsgemeinschaft und in unsere Ministerin, und ich bin gespannt, welche Vorschläge uns die Arbeitsgemeinschaft unterbreiten wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Gut gemacht! Der Khol ist zufrieden! – Beifall des Abg. Dr. Maitz.)
Abg. Großruck: So schlecht ist es wirklich nicht!
Abgeordnete Maria Schaffenrath (Liberales Forum): Diese werde ich nicht in Anspruch nehmen. Dreieinhalb Minuten reichen. Ich hätte nur drei Minuten gebraucht, wenn – Entschuldigung! Grüß Gott, Frau Ministerin! – Herr Kollege Stampler nicht so viel Euphorisches über das Schulsystem kundgetan hätte, was ganz einfach nicht der Realität entspricht. (Abg. Großruck: So schlecht ist es wirklich nicht!)
Abg. Ellmauer: Na, na!
Herr Kollege Stampler! Sie sprachen von der Abhängigkeit vom Schulgemeinschaftsausschuß. – Diesbezüglich teile ich Ihre Meinung. Aber es ist auch die Frage zu stellen, wie abhängig die Lehrer und Lehrerinnen heute aufgrund des von Ihnen genannten Belohnungssystems an den Schulen sind. Wer bekommt denn die Belohnung? – Derjenige, der oder diejenige, die dem Direktor, der Direktorin angenehm ist! (Abg. Ellmauer: Na, na!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich freue mich auch darüber, daß es jetzt eine Arbeitsgruppe gibt, die an einer Arbeitsplatzbeschreibung, an einer "Job description" für Lehrer arbeitet. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es ist ja nicht nur der Frau Ministerin anzulasten, daß wir das, was in jedem wirtschaftlich geführten Unternehmen selbstverständlich ist, bisher nicht hatten. Das haben leider auch ihre Vorgänger versäumt. Das fällt uns heute auf den Kopf. Das ist ebenfalls eine Tatsache, die man diskutieren sollte. (Abg. Mag. Schweitzer: Jawohl!)
Abg. Mag. Schweitzer: Jawohl!
Ich freue mich auch darüber, daß es jetzt eine Arbeitsgruppe gibt, die an einer Arbeitsplatzbeschreibung, an einer "Job description" für Lehrer arbeitet. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es ist ja nicht nur der Frau Ministerin anzulasten, daß wir das, was in jedem wirtschaftlich geführten Unternehmen selbstverständlich ist, bisher nicht hatten. Das haben leider auch ihre Vorgänger versäumt. Das fällt uns heute auf den Kopf. Das ist ebenfalls eine Tatsache, die man diskutieren sollte. (Abg. Mag. Schweitzer: Jawohl!)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Herr Kollege Schweitzer! Noch ein weiterer Punkt ist mir ein Anliegen: Man vergißt auch immer wieder die Berufsschullehrer und -lehrerinnen, die auch eine sehr verantwortungsvolle und sehr wichtige Aufgabe haben! (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Mir gefällt der Passus, der Schulgemeinschaftsausschuß möge über die Leistungskomponente entscheiden, auch nicht. Da aber ein Entschließungsantrag grundsätzlich eine Diskussionsgrundlage, auch eine Arbeitsvorlage sein kann, stimmen wir diesem Antrag trotzdem zu. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
In Summe glaube ich, daß das Verlangen, das du, Kollege Schweitzer, in diesem Antrag stellst – die Bundesregierung wird aufgefordert, dem Nationalrat innerhalb von drei Monaten ein eigenständiges Dienst- und Besoldungsrecht für Lehrer vorzulegen –, so unerfüllbar ist, daß eine Zustimmung unsererseits als fahrlässig zu bezeichnen wäre. Daher kann ich für meine Fraktion sagen, daß wir dem sicher keine Zustimmung erteilen werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr verehrte Frau Bundesminister, Sie haben mich unlängst in einer Fernsehsendung von Ihren beachtlichen Rechtschreibkenntnissen überzeugt. Frau Bundesminister, Respekt, Respekt! Ich wäre in manche Falle getappt, auch ohne Testung der überflüssigen, unglückseligen Rechtschreibreform. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Ich habe keine Angst vor den Beiräten in den Schulen. Ich habe eher Angst vor einem politisch motivierten und wegen seiner politischen Einstellung berufenen Direktor und seiner Art der Beurteilung. Darüber mache ich mir mehr Sorgen! Sie anscheinend weniger, Frau Bundesminister (Beifall bei den Freiheitlichen), denn Sie haben uns ja anläßlich des Skandals in der Steiermark wieder über die Medien wissen lassen, daß der Proporz in der Schule durchaus angebracht ist. So ähnlich haben Sie sich ausgedrückt. Diesbezüglich sind wir aber diametral dagegen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bitte Sie, die Vorschläge, die Kollege Schweitzer gemacht hat, mit Ihrem heutigen Nein nicht gänzlich ad acta zu legen. Lassen Sie wenigstens den üblichen Weg freiheitlicher Anträge zum Tragen kommen, damit mit einer gewissen Zeitfrist unsere Ideen aufgenommen und von Ihnen, Herrschaften aus den Regierungsparteien, umgesetzt werden! Wir stehen gerne zur Verfügung. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Ist es auch!
Der Unterricht allein ist es auch nicht mehr, denn Lehrertätigkeit macht bereits jetzt sehr viel mehr aus. Wenn aber gleichzeitig angeführt wird, woraus die Besoldung bestehen soll, nämlich aus einem Grundgehalt, das im wesentlichen wiederum nur auf den Unterricht zurückgreift, auf die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, dann muß ich sagen: Da ist ein Denkfehler im Antrag enthalten, denn das, was darüber hinausgehend Lehrertätigkeit ausmacht und was unter dem Titel "Leistungskomponente" im Antrag der Freiheitlichen beschrieben wird, sollte eigentlich integraler Bestandteil nicht nur des Grundgehaltes, sondern auch des Grundverständnisses von Lehrersein sein. (Abg. Mag. Schweitzer: Ist es auch!) – Das ist es auch! Daher ist da ein Denkfehler enthalten.
Beifall bei den Grünen.
Wir sind daher nicht nur mit dem Antrag der Freiheitlichen nicht einverstanden, weil wir einige seiner Punkte als problematisch ansehen, sondern auch sehr unglücklich darüber, daß eine Regelung weiterbesteht, die in der gegenwärtigen Form viel dazu beigetragen hat, daß sich das Klima an den Schulen verschlechtert hat und derzeit nicht erkennbar ist, in welche Richtung und durch welche Maßnahmen sich dieses Klima an den Schulen wieder bessern soll. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Zuletzt möchte ich noch verstärkt darauf hinweisen, daß klargestellt werden muß, daß Lehrer, die nach dem gleichen Lehrplan unterrichten, nicht unterschiedlich entlohnt werden. Ich denke dabei vor allem an die Lehrer in der AHS-Unterstufe und an jene in der Hauptschule. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es stimmt nicht, daß es keine Verbesserungen im Bildungsbereich gegeben hat. – Neben den zahlreichen Fortschritten, die im pädagogischen Bereich und in der Autonomie erzielt wurden, sind in Österreich alle Bundesschulen an das Internet angeschlossen. Vor kurzem hat der deutsche Bundeskanzler Schröder gesagt, daß es sein großes Ziel sei, alle Schulen in Deutschland an das Internet anzuschließen. Wir haben das in Österreich bereits erreicht. Es sind alle Bundesschulen mit großem Aufwand an das Internet angeschlossen worden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es stimmt auch nicht, daß die Überschreitungen des Budgets in jenem Ausmaß gegeben sind, wie in manchen Zeitungen geschrieben wird. Es gibt zwar Überschreitungen, sie entstehen aber dadurch, daß wir mehr Bildungsangebote machen und mehr Dienstposten haben, wozu sich die Regierung, die Koalition bekennt, denn Bildung ist uns etwas wert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es stimmt weiters nicht, daß die neuesten Änderungen des § 61 gescheitert sind. Wir haben eine neue leistungsorientierte Komponente eingeführt, und jede Überstunde, die gehalten wird, wird auch bezahlt. Wir haben dazu die gesamte Abrechnung über das Internet automatisiert. Es haben alle Lehrer und Lehrerinnen das Geld für die geleisteten Überstunden bereits ausbezahlt bekommen, und zwei Drittel der Schulen haben sogar schon die im Jänner dieses Jahres geleisteten Überstunden abgerechnet. Das hat es überhaupt noch nie gegeben, nämlich, daß einzelne Mehrdienstleistungen so schnell abgerechnet wurden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es stimmt außerdem nicht, daß ich gesagt habe, daß ich den Proporz in den Schulen für angebracht halte. Ich halte den Proporz in den Schulen für falsch. Das, was ich klar und deutlich gesagt habe, ist, daß ich es für richtig halte, daß Landesschulräte und Kollegien der Landesschulräte aufgrund der Ergebnisse der Landtagswahlen zusammengesetzt werden und daß die Schule von den im Landtag vertretenen Parteien unterstützt und getragen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Diese Arbeit für 120 000 Kollegen und Kolleginnen ist sehr umfassend, und ich glaube, daß es gerade unsere Lehrer und Lehrerinnen aufgrund ihrer Leistung, die sie tagtäglich in der Schule erbringen, verdienen, daß wir sehr sorgfältig ans Werk gehen, daß wir sehr genau prüfen und daß wir dann gemeinsam ein gutes neues Dienst- und Besoldungsrecht beschließen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Bundesminister! Hohes Haus! Am Ende der Tagesordnung unter Ausschluß der Öffentlichkeit und der Medien werden nun Tagesordnungspunkte zur Verhandlung gestellt, die die Familien betreffen. Das entspricht gar nicht jener Wertigkeit, die beide Regierungsparteien dem Bereich Familienpolitik in letzter Zeit vor allem über die Medien gegeben haben. Das heißt für mich: Wasser predigen und Wein trinken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mertel: Das hat der Herr Dolinschek gesagt!
Frau Kollegin Mertel hat das in einer furchtbar zynischen Art und Weise im Ausschuß so beschrieben: Der erste Biß bleibt frei! Also nur bei Wiederholungsgefahr darf ... (Abg. Dr. Mertel: Das hat der Herr Dolinschek gesagt!) Nein, das haben Sie gesagt, Frau Kollegin Mertel (Abg. Dr. Mertel: Immer ich!), und ich habe noch geglaubt, daß das nicht gewollt ist. Es ist aber sehr wohl gewollt. Es ist auch gewollt, daß man die Verantwortung für eine Meldung nicht mehr beim Jugendwohlfahrtsträger selber beläßt, sondern auf die Sozialarbeiter abschiebt. Also auch das noch! Es ist in dieser Änderung völlig gewollt, daß der Opferschutz nicht verbessert wird – im Gegensatz zu den medialen Ankündigungen gerade von Ihnen, Herr Bundesminister – und daß sogar Strafrechtspflege verhindert wird.
Abg. Dr. Mertel: Immer ich!
Frau Kollegin Mertel hat das in einer furchtbar zynischen Art und Weise im Ausschuß so beschrieben: Der erste Biß bleibt frei! Also nur bei Wiederholungsgefahr darf ... (Abg. Dr. Mertel: Das hat der Herr Dolinschek gesagt!) Nein, das haben Sie gesagt, Frau Kollegin Mertel (Abg. Dr. Mertel: Immer ich!), und ich habe noch geglaubt, daß das nicht gewollt ist. Es ist aber sehr wohl gewollt. Es ist auch gewollt, daß man die Verantwortung für eine Meldung nicht mehr beim Jugendwohlfahrtsträger selber beläßt, sondern auf die Sozialarbeiter abschiebt. Also auch das noch! Es ist in dieser Änderung völlig gewollt, daß der Opferschutz nicht verbessert wird – im Gegensatz zu den medialen Ankündigungen gerade von Ihnen, Herr Bundesminister – und daß sogar Strafrechtspflege verhindert wird.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das alles erinnert mich ganz fatal an das, was morgen hier beschlossen werden soll, nämlich an die enorme und fast ungeheuerliche Ausweitung des außergerichtlichen Tatausgleichs. Ich muß schon sagen, Herr Bundesminister: Ich wundere mich immer wieder darüber, daß Sie und Ihre ÖVP sich der linken Ideologie in allen Bereichen unterordnen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir werden Sie, Herr Bundesminister, immer wieder auf diese Doppelzüngigkeit, die Sie im Familienbereich erkennen lassen, hinweisen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haller: Ganz etwas anderes war gewollt!
Drei Paragraphe möchte ich ganz besonders hervorheben. Nach § 2 ist die erste Meldung und zentrale Meldestelle beim Wohnsitzjugendamt. Es ist dies eine entscheidende Verbesserung und hemmt "Doctor-shopping" und "Hospital-hopping". Die Daten sind personenbezogen zu erfassen und zu überprüfen und die Länder vernetzen sie. Unrichtige Daten sind von Amts wegen unverzüglich zu löschen. Es geht auch um Vertrauensverhältnisse und nicht um eine Verheimlichungsstelle, wie wir es gerade in der vorangehenden Rede gehört haben. (Abg. Haller: Ganz etwas anderes war gewollt!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich danke allen, die sich um gute Strukturen und Angebote bemühen, vor allen anderen dem Familienministerium, das nach guter, schneller Prüfung finanzielle Unterstützung gewährt. Ein Dank auch den Ländern und den Wirtschaftsinstitutionen, die helfend zur Seite stehen, wenn es um das Wohl unserer Kinder geht! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich danke nochmals allen, die dazu beigetragen haben, daß diese Novelle, die am 1. Juli 1999 in Kraft treten soll, zustande gekommen ist. Wir, die ÖVP, werden dieser Novelle gerne zustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Stoisits.
Insgesamt aber sind wir froh, daß es kleine Fortschritte gibt. Kollegin Stoisits wird einen Abänderungsantrag, der gemeinsam mit meiner Fraktion entwickelt wurde, vortragen. Ich hoffe, daß er eine breite, fraktionsübergreifende Zustimmung finden wird, und ich möchte mich bei Kollegin Haller schon jetzt dafür bedanken, daß sie die Zustimmung der Freiheitlichen signalisiert hat. Vielleicht reißt dies ein paar Kolleginnen und Kollegen mit gutem Gewissen aus den Regierungsfraktionen mit. Vielleicht! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Stoisits.)
Abg. Dr. Kier: Das liegt an der Tonanlage!
Herrn Kollegen Kier haben wir nur zum Teil folgen können, weil wir ihn nicht verstanden, nicht gehört, akustisch nicht wahrgenommen haben. (Abg. Dr. Kier: Das liegt an der Tonanlage!) Ja, das ist eine Tatsache. Auch der Herr Minister hat ihn, glaube ich, schwer verstanden.
Abg. Haller: Die Wiederholungsgefahr ...!
Frau Haller, wenn Sie sagen, daß in einer unglaublich zynischen Art und Weise (Abg. Haller: Die Wiederholungsgefahr ...!) etwas festgestellt habe, dann möchte ich in Erinnerung rufen ... (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Frau Haller, wenn Sie sagen, daß in einer unglaublich zynischen Art und Weise (Abg. Haller: Die Wiederholungsgefahr ...!) etwas festgestellt habe, dann möchte ich in Erinnerung rufen ... (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (fortsetzend): Abgeordneter Dolinschek hat immer wieder nachgefragt, und mit Recht nachgefragt: Bedeutet das, daß das im ersten Fall straffrei bleibt? Da die Frage wiederholt gestellt wurde, habe ich dann gesagt: Wie es in der Rechtspraxis üblich ist. Meinen Sie ... (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Es ist unglaublich, wie Sie sich da oben aufführen. Es ist direkt belustigend. (Zwischenrufe der Abgeordneten Haller und Meisinger.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Haller und Meisinger.
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (fortsetzend): Abgeordneter Dolinschek hat immer wieder nachgefragt, und mit Recht nachgefragt: Bedeutet das, daß das im ersten Fall straffrei bleibt? Da die Frage wiederholt gestellt wurde, habe ich dann gesagt: Wie es in der Rechtspraxis üblich ist. Meinen Sie ... (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Es ist unglaublich, wie Sie sich da oben aufführen. Es ist direkt belustigend. (Zwischenrufe der Abgeordneten Haller und Meisinger.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haller.
Es wird also ein wesentlicher Beitrag dazu geleistet, diesem tragischen und traurigen Phänomen des Mißbrauches von Kindern wirksam begegnen zu können. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haller.) Ich glaube, ich habe wirklich ein Echo: Sobald ich spreche, schreit die Frau Haller oben mit! Das ist wirklich ein Phänomen! (Abg. Dr. Povysil: Ein Echo wäre ja nicht gleich laut!) Man müßte das einmal näher untersuchen.
Abg. Dr. Povysil: Ein Echo wäre ja nicht gleich laut!
Es wird also ein wesentlicher Beitrag dazu geleistet, diesem tragischen und traurigen Phänomen des Mißbrauches von Kindern wirksam begegnen zu können. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haller.) Ich glaube, ich habe wirklich ein Echo: Sobald ich spreche, schreit die Frau Haller oben mit! Das ist wirklich ein Phänomen! (Abg. Dr. Povysil: Ein Echo wäre ja nicht gleich laut!) Man müßte das einmal näher untersuchen.
anhaltende Zwischenrufe der Abg. Haller sowie weiterer Abgeordneter der Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen
So sind nun also bei Verdacht der Mißhandlung und bei sexuellem Mißbrauch nicht nur Ärzte zur Meldung an den jeweils zuständigen Jugendwohlfahrtsträger verpflichtet, wie es in einer Novelle zum Ärztegesetz bereits beschlossen worden ist (anhaltende Zwischenrufe der Abg. Haller sowie weiterer Abgeordneter der Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen), sondern auch andere medizinische und nichtmedizinische Berufe. (Abg. Dr. Krüger: Sie sehen, daß Ihre Rede große Aufmerksamkeit hat!) Jetzt schaltet sich sogar der Rechtsanwalt ein! Jetzt wird es spannend! (Abg. Dr. Graf: Das Echo muß ja von den Freiheitlichen kommen! Es sind ja keine Sozialisten mehr da!)
Abg. Dr. Krüger: Sie sehen, daß Ihre Rede große Aufmerksamkeit hat!
So sind nun also bei Verdacht der Mißhandlung und bei sexuellem Mißbrauch nicht nur Ärzte zur Meldung an den jeweils zuständigen Jugendwohlfahrtsträger verpflichtet, wie es in einer Novelle zum Ärztegesetz bereits beschlossen worden ist (anhaltende Zwischenrufe der Abg. Haller sowie weiterer Abgeordneter der Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen), sondern auch andere medizinische und nichtmedizinische Berufe. (Abg. Dr. Krüger: Sie sehen, daß Ihre Rede große Aufmerksamkeit hat!) Jetzt schaltet sich sogar der Rechtsanwalt ein! Jetzt wird es spannend! (Abg. Dr. Graf: Das Echo muß ja von den Freiheitlichen kommen! Es sind ja keine Sozialisten mehr da!)
Abg. Dr. Graf: Das Echo muß ja von den Freiheitlichen kommen! Es sind ja keine Sozialisten mehr da!
So sind nun also bei Verdacht der Mißhandlung und bei sexuellem Mißbrauch nicht nur Ärzte zur Meldung an den jeweils zuständigen Jugendwohlfahrtsträger verpflichtet, wie es in einer Novelle zum Ärztegesetz bereits beschlossen worden ist (anhaltende Zwischenrufe der Abg. Haller sowie weiterer Abgeordneter der Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen), sondern auch andere medizinische und nichtmedizinische Berufe. (Abg. Dr. Krüger: Sie sehen, daß Ihre Rede große Aufmerksamkeit hat!) Jetzt schaltet sich sogar der Rechtsanwalt ein! Jetzt wird es spannend! (Abg. Dr. Graf: Das Echo muß ja von den Freiheitlichen kommen! Es sind ja keine Sozialisten mehr da!)
Beifall bei der SPÖ.
Zu den Anträgen der Freiheitlichen betreffend Heimfahrtbeihilfe und Erhöhung des Mutter-Kind-Paß-Bonus möchte ich anmerken, daß wir Sozialdemokraten uns diesem Anliegen selbstverständlich nicht gänzlich und grundsätzlich verschließen. Was die zentrale Notrufstelle betrifft, ist das Anliegen mit der vorliegenden Novelle zum Jugendwohlfahrtsgesetz erfüllt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Ihr Wort in Gottes Ohr, Herr Präsident!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist als nächste Frau Abgeordnete Mag. Stoisits. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 10 Minuten. (Abg. Dr. Graf: Ihr Wort in Gottes Ohr, Herr Präsident!) – Bitte, Frau Abgeordnete.
Abg. Großruck: Stellen Sie die Ausführungen ins Zentrum des Themas!
Nun aber, meine Damen und Herren, komme ich zu jenen Punkten, die nicht unsere Zustimmung finden, und ich möchte sie jetzt auch im Rahmen des Abänderungsantrages der Abgeordneten Motter und Stoisits verlesen. Dabei werden wir eben jene Argumente, die schon vom Kollegen Kier und zum Teil auch von Frau Kollegin Haller – aber wirklich nur sehr am Rande – angeschnitten wurden, ins Zentrum der Ausführungen stellen. (Abg. Großruck: Stellen Sie die Ausführungen ins Zentrum des Themas!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier.
Das geht so weit, daß man in Vorarlberg Agenden der Jugendwohlfahrt an den Ortsbauern vergibt! Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn öffentliche Jugendwohlfahrt jetzt so verstanden wird, daß jemand, der eben schon mehrere Kinder gehabt hat und als kinderliebend bekannt ist, ohne irgendwelche sonstigen Voraussetzungen zu erfüllen, die Qualifikation hat, die Aufgaben des öffentlichen Jugendwohlfahrtsträgers zu übernehmen, dann, bitte schön, hört sich ja jede Möglichkeit, Qualifikation einzufordern, wirklich auf! Das aber ist Realität und bereits passiert! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier.
Deshalb haben wir unseren Abänderungsantrag eingebracht, und deshalb ergeht in diese Richtung auch unsere Bitte. Einige Kolleginnen und Kollegen des Nationalrates haben sich auch bereits dieser Bitte jener, die sich Sorgen um die Klienten, aber gleichzeitig auch Sorgen um die Kollegenschaft – Sozialarbeiter und Sozialpädagoginnen – machen, angeschlossen – Kollegin Tegischer wird das ja auch noch ausführen –, aber das ist noch nicht die Mehrheit, und es ist nur mehr wenig Zeit, sich das zu überlegen. Diese vertane Chance nimmt sich aus wie ein Hohn angesichts all der Worte, die in den letzten Wochen und Monaten bezüglich Familie, Kinder, Sorge um Kinder, Mißhandlung und all dem, was da alles wirklich existiert, gesprochen worden sind. Ich zweifle nicht daran, daß sich der Herr Bundesminister auch heute in großer Sorge um die Familien hier zu diesen bekennen wird – zu Recht! Sein Handeln in bezug auf dieses Gesetz aber widerspricht dem eklatant! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Umwelt, Jugend und Familie Dr. Martin Bartenstein: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren des Hohes Hauses! Sehr geehrte Frau Abgeordnete Stoisits! Gestatten Sie, daß ich mich gleich zu Beginn meiner Rede mit Ihren Ausführungen auseinandersetze. Ich halte wenig davon, Themen wie "Karenzgeld für alle" – eine familienpolitische Maßnahme! – dem Thema "Verbesserungen in der Jugendwohlfahrt" gegenüberzustellen beziehungsweise diese Themen gegeneinander auszuspielen. Es ist beim "Karenzgeld für alle" keinesfalls die Rede von einer Gießkanne, die über ganz Österreich ausgegossen wird, wo auch diejenigen Karenzgeld bekommen, die es nicht brauchen, sondern es ist die Rede von Karenzgeld für diejenigen, die es tatsächlich brauchen. Oder meinen Sie, Frau Stoisits, daß Studierende, Schülerinnen, Bezieherinnen von geringfügigen Einkommen, also von maximal 3 899 S, nicht pro Woche, sondern pro Monat – 130 000 Frauen befinden sich laut Statistik in solchen Beschäftigungsverhältnissen –, es nicht brauchen? Sie brauchen es! Deswegen ist es jedenfalls mein persönlicher Wunsch wie auch der Wunsch meiner Fraktion – auch wenn wir, wie Sie und auch wir wissen, derzeit noch nicht soweit sind –, das als familienpolitische Maßnahme zu bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Kier: Das stimmt nicht! Das ist falsch!
Aber damit zur JWG-Novelle: Es ist ein geübtes Spiel, daß diejenigen Fraktionen, die in den Ländern wenig oder keine Verantwortung tragen, sich leichttun mit der Forderung nach bundeseinheitlichen Regelungen, nach einer Gesetzgebung, die hier in Wien geschieht, auch dann, wenn verfassungsrechtlich die Kompetenzen ganz eindeutig bei den Ländern liegen. (Abg. Dr. Kier: Das stimmt nicht! Das ist falsch!)
Abg. Mag. Stoisits: Mit Recht! Mit Recht mißtraue ich ihnen! – Abg. Dr. Kier: Mit Recht!
Frau Abgeordnete Stoisits und meine Damen und Herren von den Liberalen und von den Grünen! Genau diese Linie zieht sich ja durch Ihren Abänderungsantrag – es ist ja kein Entschließungsantrag, als den Sie ihn vorhin bezeichnet haben, sondern ein Abänderungsantrag –: Sie mißtrauen den Ländern. (Abg. Mag. Stoisits: Mit Recht! Mit Recht mißtraue ich ihnen! – Abg. Dr. Kier: Mit Recht!) Sie wollen mit Ihrem Abänderungsantrag den Ländern massiv vorgeben, was zu tun ist und was zu geschehen hat. – Das geht nicht! Das wollen wir nicht! Diesbezüglich hat zum Beispiel der Verfassungsdienst in seiner Begutachtungsstellungnahme zum ersten Ministerialentwurf klare Grenzen gezogen, auf die wir dann auch reagiert haben. Wir haben nicht nur datenschutzrechtlich auf Einwendungen reagiert – und das ist gut so –, wir haben auch auf Einwendungen des Verfassungsdienstes reagiert. (Abg. Großruck: Die haben ja keine Ahnung!) Es ist einfach nicht statthaft, daß wir hier genau vorgeben, welche Bediensteten die Qualifikation eines diplomierten Sozialarbeiters zu erbringen haben und welche nicht. (Abg. Dr. Kier: Der braucht überhaupt keine Qualifikation ...!) Das sollen und werden die Länder tun.
Abg. Großruck: Die haben ja keine Ahnung!
Frau Abgeordnete Stoisits und meine Damen und Herren von den Liberalen und von den Grünen! Genau diese Linie zieht sich ja durch Ihren Abänderungsantrag – es ist ja kein Entschließungsantrag, als den Sie ihn vorhin bezeichnet haben, sondern ein Abänderungsantrag –: Sie mißtrauen den Ländern. (Abg. Mag. Stoisits: Mit Recht! Mit Recht mißtraue ich ihnen! – Abg. Dr. Kier: Mit Recht!) Sie wollen mit Ihrem Abänderungsantrag den Ländern massiv vorgeben, was zu tun ist und was zu geschehen hat. – Das geht nicht! Das wollen wir nicht! Diesbezüglich hat zum Beispiel der Verfassungsdienst in seiner Begutachtungsstellungnahme zum ersten Ministerialentwurf klare Grenzen gezogen, auf die wir dann auch reagiert haben. Wir haben nicht nur datenschutzrechtlich auf Einwendungen reagiert – und das ist gut so –, wir haben auch auf Einwendungen des Verfassungsdienstes reagiert. (Abg. Großruck: Die haben ja keine Ahnung!) Es ist einfach nicht statthaft, daß wir hier genau vorgeben, welche Bediensteten die Qualifikation eines diplomierten Sozialarbeiters zu erbringen haben und welche nicht. (Abg. Dr. Kier: Der braucht überhaupt keine Qualifikation ...!) Das sollen und werden die Länder tun.
Abg. Dr. Kier: Der braucht überhaupt keine Qualifikation ...!
Frau Abgeordnete Stoisits und meine Damen und Herren von den Liberalen und von den Grünen! Genau diese Linie zieht sich ja durch Ihren Abänderungsantrag – es ist ja kein Entschließungsantrag, als den Sie ihn vorhin bezeichnet haben, sondern ein Abänderungsantrag –: Sie mißtrauen den Ländern. (Abg. Mag. Stoisits: Mit Recht! Mit Recht mißtraue ich ihnen! – Abg. Dr. Kier: Mit Recht!) Sie wollen mit Ihrem Abänderungsantrag den Ländern massiv vorgeben, was zu tun ist und was zu geschehen hat. – Das geht nicht! Das wollen wir nicht! Diesbezüglich hat zum Beispiel der Verfassungsdienst in seiner Begutachtungsstellungnahme zum ersten Ministerialentwurf klare Grenzen gezogen, auf die wir dann auch reagiert haben. Wir haben nicht nur datenschutzrechtlich auf Einwendungen reagiert – und das ist gut so –, wir haben auch auf Einwendungen des Verfassungsdienstes reagiert. (Abg. Großruck: Die haben ja keine Ahnung!) Es ist einfach nicht statthaft, daß wir hier genau vorgeben, welche Bediensteten die Qualifikation eines diplomierten Sozialarbeiters zu erbringen haben und welche nicht. (Abg. Dr. Kier: Der braucht überhaupt keine Qualifikation ...!) Das sollen und werden die Länder tun.
Abg. Dr. Kier: Aber das Niveau kann festgelegt werden! Das Niveau!
Darüber hinaus wissen Sie, Frau Abgeordnete Stoisits – weil Sie sich ja, wenn sie mit dem Obmann Ihrer Partei sprechen, gleichzeitig auch mit einem Universitätsgelehrten unterhalten –, doch sicherlich, daß man, wenn man in einem Grundsatzgesetz so klar ausführt, daß dem Ausführungsgesetzgeber kein Spielraum mehr bleibt, selbst gesetzgeberisch tätig zu werden, per definitionem verfassungswidrig agiert. Das können Sie von den Regierungsfraktionen nicht erwarten! (Abg. Dr. Kier: Aber das Niveau kann festgelegt werden! Das Niveau!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich lasse mir in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit, Pflegeeltern einzusetzen, nicht kaputtreden. Wenn Sie, Frau Abgeordnete Stoisits, von Pflegeeltern Qualifikationen – Lehrgänge und ähnliches – verlangen, dann werden Sie damit eines erreichen: daß sich keine Pflegeeltern mehr finden werden! Dann gibt es als Möglichkeit wirklich nur mehr das Heim. Da bleiben wir doch besser auf dem Boden! Ich glaube sehr wohl, daß bäuerliche Familien, die einige Kinder großgezogen haben, so vertrauenswürdig sind, daß sie auch Pfleglinge aufnehmen können. Das ist allemal familiennäher und kindgerechter als so manche Heimerziehung – ganz abgesehen davon, daß die Kosten dort das Vier-, Fünf- und Sechsfache betragen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haller: Nein!
Frau Abgeordnete Haller! Auch an Sie möchte ich mich wenden, wenn Sie das zu dieser späten Stunde noch gestatten. Sie haben gemeint, das Gesetz sei das Papier nicht wert, auf dem es steht. Dazu darf ich Ihnen sagen: Das geht doch ein bißchen zu weit, auch wenn es eine spätabendliche Oppositionseinwendung zu einem Gesetz ist. (Abg. Haller: Nein!)
Abg. Haller: Wenn diese nicht einmal genau definiert sind!
Auch Ihr Einwand, daß da keine zentrale Meldestelle vorgesehen sei, trifft nicht zu. Sie ist ein ganz zentrales Anliegen dieser JWG-Novelle! Genau das haben wir erzielt und erreicht! Frau Abgeordnete Mertel hat das ja bereits ausgeführt: Die entsprechenden Berufsgruppen – medizinische und ähnliche Berufsgruppen, die eben mit Jugendlichen zu tun haben (Abg. Haller: Wenn diese nicht einmal genau definiert sind!) – wissen jetzt, was zu tun ist, wissen, in welchen Fällen sie Meldung zu erstatten haben – in besonders schwerwiegenden Fällen haben sie Meldung zu erstatten – und wann sie berechtigt sind, Meldung an den Jugendwohlfahrtsträger zu erstatten, weil eben eine drohende oder eine bereits eingetretene Gefährdung des Kindeswohles vorliegt.
Abg. Haller: Das ist trotzdem eine vertane Chance, Herr Minister!
Das ist deutlich mehr Klarheit, als wir jetzt haben. (Abg. Haller: Das ist trotzdem eine vertane Chance, Herr Minister!) Es erfolgt auch die entsprechende Abstimmung mit der Novelle des Ärztegesetzes, und damit wird das, was Frau Abgeordnete Moser angeprangert hat, in Zukunft nicht mehr oder nur mehr seltener möglich sein, nämlich daß Prügeleltern ihre Kinder von Arzt zu Arzt oder von Krankenhaus zu Krankenhaus "schleppen", um die zugefügten Verletzungen zu vertuschen.
Abg. Haller: Das ist halt ein bißchen wenig! Ein bißchen wenig ist das!
Ich bedanke mich dafür, daß Sie weiterhin Maßnahmen im Bereich der Heimfahrtbeihilfe positiv gegenüberstehen. (Abg. Haller: Das ist halt ein bißchen wenig! Ein bißchen wenig ist das!) Ich glaube, daß es tatsächlich notwendig ist, daß wir für die Schülerfreifahrt für Internatsschüler – denken Sie beispielsweise an die hinter Ihnen sitzende Osttiroler Abgeordnete Tegischer –, für Lehrlinge, die weit in die Berufsschulen fahren müssen, etwas tun. Wir sind fast schon so weit, und bis zum 1.1.2000 sollten wir in diesem Bereich etwas Sinnvolles verwirklichen, denn gerade hier geht es in der Regel um Jugendliche, Lehrlinge und Schüler aus Familien, die es finanziell nicht besonders "dick" haben und die diese Hilfe brauchen. (Abg. Haller: Dann machen Sie es!)
Abg. Haller: Dann machen Sie es!
Ich bedanke mich dafür, daß Sie weiterhin Maßnahmen im Bereich der Heimfahrtbeihilfe positiv gegenüberstehen. (Abg. Haller: Das ist halt ein bißchen wenig! Ein bißchen wenig ist das!) Ich glaube, daß es tatsächlich notwendig ist, daß wir für die Schülerfreifahrt für Internatsschüler – denken Sie beispielsweise an die hinter Ihnen sitzende Osttiroler Abgeordnete Tegischer –, für Lehrlinge, die weit in die Berufsschulen fahren müssen, etwas tun. Wir sind fast schon so weit, und bis zum 1.1.2000 sollten wir in diesem Bereich etwas Sinnvolles verwirklichen, denn gerade hier geht es in der Regel um Jugendliche, Lehrlinge und Schüler aus Familien, die es finanziell nicht besonders "dick" haben und die diese Hilfe brauchen. (Abg. Haller: Dann machen Sie es!)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne, Herr Präsident, bedanke ich mich für die Erteilung des Wortes. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt heute für viele Eltern eine große Herausforderung dar. Aber auch immer mehr Unternehmungen sind familienfreundliche Lösungen auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein Anliegen geworden. Familienfreundlichkeit im Betrieb rechnet sich. Auch die gegenständliche Novelle unterstützt diese Anliegen. Viele Eltern nehmen gerne die Dienste von Tagesmüttern oder -vätern in Anspruch, um wenigstens wieder halbtags einem Beruf nachgehen zu können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Meine Fraktion stimmt dieser Novelle des Jugendwohlfahrtsgesetzes, in der so viele Neuerungen enthalten sind, die unserer Zeit gerecht werden, gerne zu. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Sparpakete der Jahre 1995 und 1996 haben die soziale Treffsicherheit weiterhin verschlechtert. Gut ein Drittel der Familienförderung fließt in das obere Einkommensdrittel. Die Kürzung der Familienbeihilfe, die Streichung der Geburtenbeihilfe, die Streichung der Heimfahrtbeihilfe und die Senkung des erhöhten Karenzgeldes haben die Bezieher niedriger Einkommen besonders getroffen. Das Problem der Kinderbetreuung für Eltern ab dem Zeitpunkt, zu dem beide Elternteile nach der Kinderpause an den Arbeitsplatz zurückkehren wollen, hat nichts an Aktualität verloren, sondern hat sich zunehmend verstärkt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das freiheitliche Modell des Kinderbetreuungsschecks vermag Wahlfreiheit und Chancengleichheit für Eltern und Kinder gleichermaßen herzustellen und dem Problem einer fehlenden optimalen und kindgerechten Betreuung Abhilfe zu schaffen, und es ist vor allem sofort einsetzbar. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Alle anderen Ideen, wie sie von der SPÖ kolportiert werden – flexible Kindergartenzeiten in öffentlichen Kindergärten einzuführen oder Betriebskindergärten –, sind wesentlich teurer und nicht sofort umsetzbar.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn Sie als Volksvertreter etwas für die österreichischen Familien übrig haben, dann geben Sie diesem Entschließungsantrag Ihre Zustimmung und unterstützen Sie das Familienvolksbegehren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.
Ich möchte Sie nicht korrigieren, aber ich glaube, es ist nicht richtig, daß es verfassungsrechtlich nicht möglich ist, eine Berufsgruppe anzugeben. Es ist nur verfassungsrechtlich nicht möglich, eine Anzahl von Personen anzugeben. Ich und auch andere KollegInnen meiner Fraktion stimmen daher dem Abänderungsantrag der Liberalen und der Grünen zu. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber auch für den Bereich der Tagesbetreuung muß ich Bedenken anmelden: Die Frauenministerin und auch der Herr Minister haben große Bemühungen unternommen, die Mindeststandards zu realisieren. Das weiß ich. Aber die Länder haben sich quergestellt, und ich weiß auch, warum. Die Realisierung der Mindeststandards wäre allerdings eine Voraussetzung gewesen, um qualifizierte Kinderbetreuung zu ermöglichen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Stichwort FLAF möchte ich noch einmal wiederholen: Unsere Fraktion möchte gerne eine Betreuung und Karenzgeld für diejenigen, die es brauchen, und vielleicht könnte man aus den FLAF-Überschüssen die Ausbildung und Qualifizierung unterstützen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ellmauer: Er muß "noch einmal"!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eigentlich wollte ich mit keiner Silbe zum Jugendwohlfahrtsgesetz Stellung nehmen, weil meine Kollegin Stoisits unsere Auffassung sehr gut und ausreichend begründet hat. Aber eine Bemerkung, Herr Bundesminister, animierte mich dazu. Ich muß noch einmal etwas sagen. (Abg. Ellmauer: Er muß "noch einmal"!)
Abg. Ellmauer: Sie haben keine Ahnung von der Praxis!
Wenn Sie nämlich sagen: Es ist ein leichtes Spiel! Jene Fraktionen, die in den Ländern keine oder wenig Verantwortung tragen, tun sich leicht! Die können Forderungen stellen!, dann muß ich Ihnen erwidern: Herr Bundesminister! Sie haben an jemanden gedacht, und ich denke auch an jemanden. Ich denke zum Beispiel an die ÖVP, und zwar nicht deswegen, weil sie in den Ländern nicht in der Verantwortung ist, sondern deshalb, weil sie gerade dort in der Verantwortung ist und sie nicht wahrnimmt! (Abg. Ellmauer: Sie haben keine Ahnung von der Praxis!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Sonja Moser-Starrach.
Herr Bundesminister! Sie haben es selbst wieder gemacht: Sie bringen uns die Debatte über das Karenzgeld für alle, und das ist an sich wunderbar. Aber in den Bundesländern, wo die ÖVP bereits jahrzehntelang in der Verantwortung ist und wo es ihr kraft Verfassung möglich wäre, ihre Verantwortung in bezug auf Kinderbetreuung und Familienpolitik wahrzunehmen, gelten noch immer Sozialhilfegesetze, die es gerade jungen, alleinerziehenden – aber nicht nur alleinerziehenden – Frauen und Müttern, aber auch Familien, sehr schwer machen, sich von dieser Last der Sozialhilfe inklusive Regreßverpflichtung, die die ÖVP in diesen Bundesländern zu verantworten hat, zu befreien und aus dieser Armutsfalle herauszukommen. Niemand hätte die ÖVP daran gehindert, in jenen Bundesländern für jene Frauen, die das bisherige Karenzgeld nicht erhalten haben, eine adäquate entsprechende Leistung zu schaffen! Niemand hindert die ÖVP, in jenen Bundesländern, in denen sie Verantwortung trägt, den Regreß für diese Frauen und für diese Familien zu streichen! (Zwischenruf der Abg. Dr. Sonja Moser-Starrach.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Denn die Brutalität liegt darin, daß genau in den ÖVP-regierten Bundesländern die betroffenen Frauen und Familien, die nichts haben und auf Sozialhilfe angewiesen sind, gerade von den ÖVP-Regierungen zum Regreß herangezogen werden und ihnen gesagt wird: Ihr müßt zurückzahlen! Und wenn ihr nicht könnt, dann müssen eure Verwandten zurückzahlen! – Das ist Heuchelei, Herr Bundesminister! Das ist Heuchelei! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Sonja Moser-Starrach.
Das ist Heuchelei! Denn es ist Aufgabe der Bundesländer, ihre Verantwortung kraft Verfassung in diesem Bereich in bezug auf Kinderbetreuung wahrzunehmen. Das ist eine Aufgabe, die laut Bundesverfassung auch den Bundesländern überantwortet ist. Aber es sind genau die ÖVP-regierten Länder, die sich abputzen und sagen: Die sollen ruhig zahlen! Wenn sie wieder einen Groschen mehr haben oder etwas verdienen, dann müssen sie zurückzahlen, dann müssen sie "brennen". – Das ist Armutspolitik beziehungsweise eine Politik der Perpetuierung von Armut. (Zwischenruf der Abg. Dr. Sonja Moser-Starrach.) Und da können Sie dann noch so leicht und elegant sagen, Herr Bundesminister: Wir haben Mitleid mit den geringfügig Beschäftigten! – Aber es sind doch Ihre Bundesländer, Herr Bundesminister, die kein Mitleid mit jenen haben, die es wirklich am notwendigsten hätten! – Das ist alles, was man dazu sagen kann.
Zwischenruf des Abg. Ellmauer.
Herr Bundesminister! Eine Anmerkung noch betreffend Qualitätsstandards: Wenn Sie sagen, das ist nicht Ihre Aufgabe, denn der Bund würde viel zu stark regulieren, wenn er in dieser Frage der Qualitätsstandards etwas vorgäbe, dann muß ich sagen: Herr Bundesminister! Mit dieser Argumentation und mit einer ähnlichen Konstruktion müßten die Bundesländer im Bereich der Lehrerausbildung ihre eigenen Qualitätsstandards festlegen können! (Zwischenruf des Abg. Ellmauer.) Gott sei Dank ist das nicht möglich! Gott sei Dank haben wir sowohl für die Landeslehrer als auch für die Bundeslehrer und auch für die Landes- und Bundeslehrer eine einheitliche Qualitätsregelung! Denn es wäre wirklich das allerletzte, wenn wir einen steirischen Landeslehrer mit steirischen Standards und einen Tiroler Landeslehrer mit Tiroler Standards in bezug auf die Qualität und die Kriterien für deren Ausbildung hätten! Das wäre wirklich das allerletzte!
Bundesminister Dr. Bartenstein: Der Verfassungsdienst sieht es auch anders!
Aber was ist daran nicht vergleichbar mit den Qualitätsstandards in diesem Bereich, Herr Bundesminister? Auch in diesem Bereich geht es um Erziehung und Ausbildung, und dieser Bereich ist nicht weniger wichtig als der Bereich der Schule. Was ist der Unterschied? – Ich sage: Der Gesetzgeber macht diesen Unterschied nicht möglich. Sie sehen es anders. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Der Verfassungsdienst sieht es auch anders!) Vom Verfassungsdienst sind sicherlich verschiedene Stellungnahmen möglich, wenn man nur die richtige Frage stellt, würde ich einmal behaupten, Herr Bundesminister. Ich glaube aber nicht, daß der Verfassungsdienst das kann, wenn der Gesetzgeber tatsächlich will, daß einheitliche Qualitätsstandards geregelt und definiert werden. Das heißt nicht, daß den Ländern in allen Punkten etwas vorzuschreiben ist. Bestimmte Qualitätsstandards sollten aber definiert werden, nicht nur bei den Sozialarbeitern in der Jugendwohlfahrt, sondern selbstverständlich – wie bisher schon auch bei Lehrern – bei allen, die mit Ausbildungsfragen zu tun haben. Bei den Lehrern hat sich auch niemand aufgeregt. Und ich glaube, es wäre nur billig, so auch in bezug auf Jugendwohlfahrt vorzugehen.
Abg. Dr. Khol: Das ist eine gute Nachricht!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Herr Abgeordneter Öllinger! Den Schlußsatz bitte! Die gesamte Redezeit Ihres Klubs ist aufgebraucht! (Abg. Dr. Khol: Das ist eine gute Nachricht!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): ..., denen man es weggenommen hat, sondern neuen Gruppen. Das ist einer der Einwände gegen diesen Kinderbetreuungsscheck. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Mertel: Das können Sie im Familienbericht 1989 nachlesen!
Warum ist das so? Welche Maßnahmen können wir setzen? (Abg. Dr. Mertel: Das können Sie im Familienbericht 1989 nachlesen!) Als erstes würde ich sagen: Ein erster Schritt ist Karenzgeld für alle, und zwar wirklich für alle! Eine Zwei-Klassen-Frauengesellschaft brauchen wir nicht! Diese lehnen wir strikt ab! (Beifall bei der ÖVP.) Uns ist jedes Kind und uns ist jede Frau gleich viel wert.
Beifall bei der ÖVP.
Warum ist das so? Welche Maßnahmen können wir setzen? (Abg. Dr. Mertel: Das können Sie im Familienbericht 1989 nachlesen!) Als erstes würde ich sagen: Ein erster Schritt ist Karenzgeld für alle, und zwar wirklich für alle! Eine Zwei-Klassen-Frauengesellschaft brauchen wir nicht! Diese lehnen wir strikt ab! (Beifall bei der ÖVP.) Uns ist jedes Kind und uns ist jede Frau gleich viel wert.
Zwischenruf der Abg. Huber.
Der zweite Schritt wird auch der Kinderbetreuungsscheck sein müssen. Er soll bis zum sechsten Lebensjahr gelten und kostet ungefähr 30 Milliarden Schilling. Daher ist er heute nicht zu verwirklichen, denn das Geld ist nicht vorhanden. Wir werden leider auch dieses Mal dagegen stimmen müssen. Ich hoffe aber, daß wir auch dies in absehbarer Zeit werden verwirklichen können! (Zwischenruf der Abg. Huber.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Das ist so, seit Zernatto Landeshauptmann ist!
Allerdings möchte ich an die Adresse der Freiheitlichen sagen: Wenn Haider in Kärnten im Wahlkampf den Kinderbetreuungsscheck jetzt verspricht, dann weiß ich nicht: Ist dieser Scheck gedeckt oder ungedeckt? Der Verschuldungsgrad Kärntens ist einer der ärgsten aller Bundesländer. Daher ist es für mich nicht vorstellbar, daß das verwirklichbar ist! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Das ist so, seit Zernatto Landeshauptmann ist!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Verschuldungslandeshauptmann Zernatto!
Man sollte auch im Wahlkampf nicht auf Kosten der Familien Versprechungen abgeben, die man nicht halten kann! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Verschuldungslandeshauptmann Zernatto!)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl.
Familienpolitik bedeutet aus Sicht der ÖVP aber nicht nur finanzielle Absicherung, sondern auch Schaffung von Ausbildungsplätzen für Kinder und Jugendliche und eine kinderfreundliche Gestaltung des Lebensraums von Kindern. Denn ich muß sagen: Natürlich ist ein Bauernhof ein idealer Platz, um Kinder aufzuziehen, und es ist sicherlich in einem Hochhaus in einer Großstadt sehr schwierig, mehrere Kinder zu haben. Da gibt es gewaltige Schwierigkeiten, unter anderem auch das Wohnungsproblem. Aber auch der Schutz der Kinder vor Drogen und Kriminalität ist eine sehr wichtige Sache. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl.)
Abg. Mag. Stadler: Sie haben recht! Warum beschließt die ÖVP dann aber morgen die praktische Straffreistellung der Kinderpornographie?
Wir müssen uns auch folgendes überlegen: Was ist ein Kind? Wenn wir uns eine Blume, eine Landschaft oder die Natur überhaupt anschauen, dann sehen wir, daß das wunderbar ist. Ein Kind ist aber viel wunderbarer, es ist ein Wunder. Vielleicht merkt man das aber erst mit zunehmendem Alter. Ich werde nun bald zum dritten Mal Großmutter. Vielleicht ist es mir daher ein besonderes Anliegen, darauf hinzuweisen, daß ein Kind schutzbedürftig ist. Es gibt Tiere, die zur Welt kommen und sich selbst helfen können. Ein Kind ist hingegen absolut abhängig. Es ist abhängig vom Schutz der Mutter. (Abg. Mag. Stadler: Sie haben recht! Warum beschließt die ÖVP dann aber morgen die praktische Straffreistellung der Kinderpornographie?) Das beschließen wir nicht! Das beschließen wir bestimmt nicht! (Abg. Mag. Stadler: Morgen beschließen Sie es!)
Abg. Mag. Stadler: Morgen beschließen Sie es!
Wir müssen uns auch folgendes überlegen: Was ist ein Kind? Wenn wir uns eine Blume, eine Landschaft oder die Natur überhaupt anschauen, dann sehen wir, daß das wunderbar ist. Ein Kind ist aber viel wunderbarer, es ist ein Wunder. Vielleicht merkt man das aber erst mit zunehmendem Alter. Ich werde nun bald zum dritten Mal Großmutter. Vielleicht ist es mir daher ein besonderes Anliegen, darauf hinzuweisen, daß ein Kind schutzbedürftig ist. Es gibt Tiere, die zur Welt kommen und sich selbst helfen können. Ein Kind ist hingegen absolut abhängig. Es ist abhängig vom Schutz der Mutter. (Abg. Mag. Stadler: Sie haben recht! Warum beschließt die ÖVP dann aber morgen die praktische Straffreistellung der Kinderpornographie?) Das beschließen wir nicht! Das beschließen wir bestimmt nicht! (Abg. Mag. Stadler: Morgen beschließen Sie es!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, daß es von der Natur richtig eingerichtet ist, daß die Mutter die ersten paar Jahre beim Kind bleibt. Und sie soll es bleiben können, wenn sie es will. Das müssen wir den Kindern ermöglichen. Das muß in einer Zeit möglich sein, in der wir allgemeinen Wohlstand haben! Dann haben wir für die Kinder schon vieles getan! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Jugendwohlfahrtsgesetz möchte ich nur sagen: Ich habe Vertrauen zu den Bundesländern. Ich habe die Diskussionen im Tiroler Landtag um das Jugendwohlfahrtsgesetz mitgemacht, und ich weiß, daß man auch dort sehr darum bemüht ist, für die Kinder alles zu tun. In Tirol sind mehr Kinder in Pflegefamilien als in öffentlichen Heimen und Anstalten, und das ist gut so. Mit der Erfüllung der ersten Forderung, daß Pflegefamilien unbedingt eine Ausbildung haben müssen, hätten wir dort vieles ruiniert. Das in diese Richtung: Jugendwohlfahrt untersteht in Tirol der Abteilung des sozialdemokratischen Landeshauptmannstellvertreters Prock, und er hat sich vehement dagegen ausgesprochen, die Pflegefamilien auf diesem Wege zu gefährden. Und ich glaube, Kinder sind in Pflegefamilien gut aufgehoben! (Beifall bei der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Abgeordnete Elfriede Madl (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Öllinger! Ich gebe Ihnen recht, wenn Sie sagen: Dort, wo die ÖVP die Verantwortung in den Ländern hat, wird für die Familien und Frauen nie etwas geschehen. Und darum werden wir am Beispiel Kärntens mit einem Landeshauptmann Dr. Jörg Haider beweisen (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), daß der Kinderbetreuungsscheck finanzierbar und machbar ist. (Abg. Dr. Mertel: Wir werden Sie beim Wort nehmen!)
Abg. Dr. Mertel: Wir werden Sie beim Wort nehmen!
Abgeordnete Elfriede Madl (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Öllinger! Ich gebe Ihnen recht, wenn Sie sagen: Dort, wo die ÖVP die Verantwortung in den Ländern hat, wird für die Familien und Frauen nie etwas geschehen. Und darum werden wir am Beispiel Kärntens mit einem Landeshauptmann Dr. Jörg Haider beweisen (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), daß der Kinderbetreuungsscheck finanzierbar und machbar ist. (Abg. Dr. Mertel: Wir werden Sie beim Wort nehmen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Horngacher! Ich verstehe nicht, daß gerade Sie, wo doch in Tirol Ihr Landeshauptmann Weingartner mit dem Kinderbetreuungsscheck hausieren geht, hier stehen und sagen, daß dieser nicht finanzierbar ist und Sie sich nicht vorstellen können, daß ein Bundesland diesen finanzieren kann. Sie sagen: Der Kinderbetreuungsscheck ist jetzt noch nicht finanzierbar. Ihr Landeshauptmann zieht jedoch durch die Lande und verspricht den Wählern den Kinderbetreuungsscheck. – Das ist Betrug am Wähler, Frau Kollegin Horngacher! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Und woher nehmen Sie das Geld?
Frau Kollegin! Der Kinderbetreuungsscheck wird in Kärnten unter einem Landeshauptmann Dr. Jörg Haider gedeckt sein! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Und woher nehmen Sie das Geld?)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte aber zu den Ausführungen von Frau Kollegin Horngacher noch eine Bemerkung machen. Sie haben, glaube ich, wenn ich Sie richtig verstanden habe, gesagt, daß der Kinderbetreuungscheck à la Freiheitliche 30 Milliarden Schilling kostet. – Ich muß Ihnen jetzt ein bißchen widersprechen: So viel kann er nicht kosten! Sie haben sich sicherlich ein bißchen verrechnet! Denn wenn man sich den Antrag der Frau Kollegin Haller genau anschaut, dann merkt man, daß sie sich zwar sehr um die Familien sorgt, in Wirklichkeit aber nicht allen Familien diesen Scheck – unabhängig davon, ob er gedeckt ist oder nicht – geben möchte. Sie möchte diesen Scheck gemäß diesem Antrag, den wir ablehnen werden, nämlich ausdrücklich nur für österreichische Familien ausstellen. Und das ist es, glaube ich, wert, auch hier erwähnt zu werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Doch gibt es unterschiedliche Inhalte und auch unterschiedliche Wege, um zu diesem Ziel zu kommen. Wir brauchen viele Gesetze und Regelungen, meine Damen und Herren, um Familie gelingen zu lassen. Aber eines ist unverrückbar klar: Das Leitbild ist und bleibt eine Familie mit zwei Elternteilen und Kindern, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.) Denn diese Form von Familie hat sich in der Geschichte bewährt und die Hauptverantwortung für das Aufwachsen der Kinder getragen.
Beifall bei der ÖVP.
Aber wenn es in den Bundesländern bereits Einrichtungen gibt, von denen wir gefährdete Jugendliche abholen lassen, sie betreuen und dort erziehen, und wenn dafür im Monat Geld in einer Größenordnung von über 50 000 S bezahlt werden muß, dann muß uns das zu denken geben, Hohes Haus! Denn diese Gelder kommen von den Steuerzahlern und werden über die Sozialhilfeverbände an die entsprechenden Organisationen weitergeleitet. Ich meine, daß Tageseltern – Tagesmütter, Tagesväter – in unmittelbarer Nähe zu den betroffenen Kindern bestimmt bessere und billigere Arbeit leisten könnten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Ein paar Bemerkungen zum Antrag der Freiheitlichen Partei auf Heimfahrtbeihilfe für Schüler und Lehrlinge: Ich bekenne mich dazu. Für manchen Inhalt ist dieser Antrag berechtigt gestellt. Doch sei mir gestattet, Hohes Haus, daß ich darauf hinweise, daß bei der Regierungsklausur in Bad Aussee vom 21. und 22. Jänner dieses Jahres unter anderem auch diese Thematik ganz deutlich angesprochen wurde. Vom Familienminister und vom Bundesminister für Finanzen werden gemeinsam im Jahre 2000 die Weichen gestellt, daß auch diese Ungerechtigkeit, wie ich sie nenne, auf jeden Fall behoben wird. Dafür, Herr Bundesminister, möchte ich jetzt schon im Sinne der Betroffenen aufrichtig danke schön sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: Dann gibt es ein Nichtgenügend!
Hohes Haus! Die Fraktion der Freiheitlichen hat einen Entschließungsantrag eingebracht, in dem die Unterstützungserklärung für ein Familien-Volksbegehren abgedruckt ist. Diese Unterstützungserklärung wurde wortidentisch gemäß einem Formular des Familienbundes abgedruckt. Ein jeder und eine jede weiß: Wenn man in der Pflichtschule von einem Mitschüler abschrieb und dabei erwischt wurde (Abg. Schwarzenberger: Dann gibt es ein Nichtgenügend!), dann gab es ein "Nicht genügend, setzen"!
Abg. Schwarzenberger: Sie haben ja keine Lehrer!
Liebe Kollegen von den Freiheitlichen! Wenn man es sich so einfach macht (Abg. Schwarzenberger: Sie haben ja keine Lehrer!), eine Unterstützungserklärung – ob sie nun gut oder weniger gut ist – vollinhaltlich abzudrucken, einfach einzubringen und selbst keinen Geist einfließen zu lassen, dann muß ich sagen: So einfach ist Parlamentarismus wirklich nicht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Ob Sie zustimmen, das ist die Frage!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Ob Sie zustimmen, das ist die Frage!
Liebe Kollegen von den Freiheitlichen! Wenn man es sich so einfach macht (Abg. Schwarzenberger: Sie haben ja keine Lehrer!), eine Unterstützungserklärung – ob sie nun gut oder weniger gut ist – vollinhaltlich abzudrucken, einfach einzubringen und selbst keinen Geist einfließen zu lassen, dann muß ich sagen: So einfach ist Parlamentarismus wirklich nicht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Ob Sie zustimmen, das ist die Frage!)
Abg. Dr. Graf: Sind die Forderungen schlecht? – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Ich weiß nicht, ob Sie Ihren eigenen Forderungen zustimmen!
Meine Damen und Herren! Abschließend möchte ich eines feststellen, das mir persönlich am Herzen liegt. (Abg. Dr. Graf: Sind die Forderungen schlecht? – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Ich weiß nicht, ob Sie Ihren eigenen Forderungen zustimmen!) In der Diskussion um Familienförderungen, in der Diskussion um Steuererleichterungen, in der Diskussion um Freifahrten und in ähnlichen Diskussionen dürfen wir eines nicht vergessen: Kinder sind kein reiner Kostenfaktor, und sie sind auch keine Belastung für die Allgemeinheit. (Abg. Mag. Stadler: Stimmen Sie morgen gegen den außergerichtlichen Tatausgleich für Kinderschänder?) Kinder sind in erster Linie eine Bereicherung für das persönliche und gesellschaftliche Leben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Stimmen Sie morgen gegen den außergerichtlichen Tatausgleich für Kinderschänder? – Abg. Dr. Fekter: Nein! Stimmt er nicht!)
Abg. Mag. Stadler: Stimmen Sie morgen gegen den außergerichtlichen Tatausgleich für Kinderschänder?
Meine Damen und Herren! Abschließend möchte ich eines feststellen, das mir persönlich am Herzen liegt. (Abg. Dr. Graf: Sind die Forderungen schlecht? – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Ich weiß nicht, ob Sie Ihren eigenen Forderungen zustimmen!) In der Diskussion um Familienförderungen, in der Diskussion um Steuererleichterungen, in der Diskussion um Freifahrten und in ähnlichen Diskussionen dürfen wir eines nicht vergessen: Kinder sind kein reiner Kostenfaktor, und sie sind auch keine Belastung für die Allgemeinheit. (Abg. Mag. Stadler: Stimmen Sie morgen gegen den außergerichtlichen Tatausgleich für Kinderschänder?) Kinder sind in erster Linie eine Bereicherung für das persönliche und gesellschaftliche Leben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Stimmen Sie morgen gegen den außergerichtlichen Tatausgleich für Kinderschänder? – Abg. Dr. Fekter: Nein! Stimmt er nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Stimmen Sie morgen gegen den außergerichtlichen Tatausgleich für Kinderschänder? – Abg. Dr. Fekter: Nein! Stimmt er nicht!
Meine Damen und Herren! Abschließend möchte ich eines feststellen, das mir persönlich am Herzen liegt. (Abg. Dr. Graf: Sind die Forderungen schlecht? – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Ich weiß nicht, ob Sie Ihren eigenen Forderungen zustimmen!) In der Diskussion um Familienförderungen, in der Diskussion um Steuererleichterungen, in der Diskussion um Freifahrten und in ähnlichen Diskussionen dürfen wir eines nicht vergessen: Kinder sind kein reiner Kostenfaktor, und sie sind auch keine Belastung für die Allgemeinheit. (Abg. Mag. Stadler: Stimmen Sie morgen gegen den außergerichtlichen Tatausgleich für Kinderschänder?) Kinder sind in erster Linie eine Bereicherung für das persönliche und gesellschaftliche Leben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Stimmen Sie morgen gegen den außergerichtlichen Tatausgleich für Kinderschänder? – Abg. Dr. Fekter: Nein! Stimmt er nicht!)
Abg. Dr. Khol – in Richtung des Abg. Mag. Stadler –: Er ist ein Winkeladvokat! Ein Rabulist! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich meine, Familien bedeuten Lebensqualität, denn sie bringen Leben in unsere Gemeinden und in unsere Städte. (Abg. Dr. Khol – in Richtung des Abg. Mag. Stadler –: Er ist ein Winkeladvokat! Ein Rabulist! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.) Die Fraktion der Volkspartei wird die Regierungsvorlage zur Jugendwohlfahrt unterstützen und ihr zustimmen. (Abg. Mag. Stadler: Stimmen Sie morgen dagegen! – Abg. Dr. Khol – in Richtung des Abg. Mag. Stadler –: Ein Pensionserschleicher!) Die Anträge der Freiheitlichen Partei werden von uns nicht gutgeheißen und nicht mitgetragen. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Stimmen Sie morgen dagegen! – Abg. Dr. Khol – in Richtung des Abg. Mag. Stadler –: Ein Pensionserschleicher!
Meine Damen und Herren! Ich meine, Familien bedeuten Lebensqualität, denn sie bringen Leben in unsere Gemeinden und in unsere Städte. (Abg. Dr. Khol – in Richtung des Abg. Mag. Stadler –: Er ist ein Winkeladvokat! Ein Rabulist! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.) Die Fraktion der Volkspartei wird die Regierungsvorlage zur Jugendwohlfahrt unterstützen und ihr zustimmen. (Abg. Mag. Stadler: Stimmen Sie morgen dagegen! – Abg. Dr. Khol – in Richtung des Abg. Mag. Stadler –: Ein Pensionserschleicher!) Die Anträge der Freiheitlichen Partei werden von uns nicht gutgeheißen und nicht mitgetragen. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich meine, Familien bedeuten Lebensqualität, denn sie bringen Leben in unsere Gemeinden und in unsere Städte. (Abg. Dr. Khol – in Richtung des Abg. Mag. Stadler –: Er ist ein Winkeladvokat! Ein Rabulist! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.) Die Fraktion der Volkspartei wird die Regierungsvorlage zur Jugendwohlfahrt unterstützen und ihr zustimmen. (Abg. Mag. Stadler: Stimmen Sie morgen dagegen! – Abg. Dr. Khol – in Richtung des Abg. Mag. Stadler –: Ein Pensionserschleicher!) Die Anträge der Freiheitlichen Partei werden von uns nicht gutgeheißen und nicht mitgetragen. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Anstatt der Redezeit ist das? – Aha, anstatt der Redezeit!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Haller gemeldet. Ich bitte, den zu berichtigenden Sachverhalt wiederzugeben und dann die Richtigstellung vorzunehmen. (Abg. Dr. Fekter: Anstatt der Redezeit ist das? – Aha, anstatt der Redezeit!)
Abg. Dr. Fekter: Haben Sie auch nicht! – weitere Zwischenrufe
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Mein Vorredner, Herr Kollege Schuster, hat behauptet, wir Freiheitliche hätten bei unserem heutigen Entschließungsantrag keine eigenen Ideen entwickelt (Abg. Dr. Fekter: Haben Sie auch nicht! – weitere Zwischenrufe) und hätten nur das Familien-Volksbegehren eingebracht. Ich korrigiere ihn: Das ist unrichtig! (Abg. Mag. Posch: Ist das eine tatsächliche Berichtigung?)
Abg. Mag. Posch: Ist das eine tatsächliche Berichtigung?
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Mein Vorredner, Herr Kollege Schuster, hat behauptet, wir Freiheitliche hätten bei unserem heutigen Entschließungsantrag keine eigenen Ideen entwickelt (Abg. Dr. Fekter: Haben Sie auch nicht! – weitere Zwischenrufe) und hätten nur das Familien-Volksbegehren eingebracht. Ich korrigiere ihn: Das ist unrichtig! (Abg. Mag. Posch: Ist das eine tatsächliche Berichtigung?)
Abg. Dr. Khol: Was ist unrichtig? – Weitere Rufe bei der ÖVP: Was ist unrichtig? – Abg. Dr. Khol: Wo ist die tatsächliche Berichtigung, Herr Präsident?
Herr Kollege Schuster! Sie haben entweder unseren Antrag nicht genau gelesen, oder ... (Abg. Dr. Khol: Was ist unrichtig? – Weitere Rufe bei der ÖVP: Was ist unrichtig? – Abg. Dr. Khol: Wo ist die tatsächliche Berichtigung, Herr Präsident?)
Abg. Dr. Khol: Was ist die tatsächliche Berichtigung? – Abg. Schuster: Was ist unrichtig? – Weitere Zwischenrufe.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Hohes Haus! Es ist für mich akustisch nicht wahrnehmbar, was Frau Abgeordnete Haller sagt, wenn Sie alle hier heraufrufen. (Abg. Dr. Khol: Was ist die tatsächliche Berichtigung? – Abg. Schuster: Was ist unrichtig? – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Weil’s so ähnlich ist!
Abgeordnete Edith Haller (fortsetzend): Lassen Sie mich ausreden! – Richtig ist, daß der Text unseres Entschließungsantrages wohl von dem Text des Familien-Volksbegehrens, der aufliegt, abweicht, aber inhaltlich gleich ist. Wenn Sie den Text vergleichen, Herr Kollege Schuster, werden Sie draufkommen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Weil’s so ähnlich ist!)
Abg. Dr. Graf: Zur Geschäftsordnung!
Ich kann Sie nicht aufrufen, die Redezeit Ihres Klubs ist völlig erschöpft. (Abg. Dr. Graf: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Dr. Fekter: Auch keine Redezeit mehr! – Abg. Schwarzenberger: Auch keine Redezeit mehr!
Zur Geschäftsordnung? – Bitte. (Abg. Dr. Fekter: Auch keine Redezeit mehr! – Abg. Schwarzenberger: Auch keine Redezeit mehr!)
Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Martin Graf (fortsetzend): Herr Präsident! Ich möchte gegen die geschäftsordnungsgemäß beschlossene Redezeitregelung formal Protest einlegen. (Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Nowotny: Dann haltet nicht so lange Reden!
Ich bin der festen Überzeugung und stelle fest, daß durch die von den Regierungsparteien in diesem Hohen Haus permanent geübte Praxis, daß dem freien Abgeordneten das freie Rederecht nicht mehr zur Verfügung steht (Abg. Dr. Nowotny: Dann haltet nicht so lange Reden!), weil Redezeitbeschränkungen vorgenommen werden, das freie Mandat in diesem Haus nicht mehr ausübbar ist. (Abg. Schwarzenberger: Man muß haushalten können!)
Abg. Schwarzenberger: Man muß haushalten können!
Ich bin der festen Überzeugung und stelle fest, daß durch die von den Regierungsparteien in diesem Hohen Haus permanent geübte Praxis, daß dem freien Abgeordneten das freie Rederecht nicht mehr zur Verfügung steht (Abg. Dr. Nowotny: Dann haltet nicht so lange Reden!), weil Redezeitbeschränkungen vorgenommen werden, das freie Mandat in diesem Haus nicht mehr ausübbar ist. (Abg. Schwarzenberger: Man muß haushalten können!)
Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP
Ich werde, aus diesem Anlaßfall begründet, in den nächsten Tagen eine Verfassungsgerichtshofsbeschwerde einbringen (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP), um ganz einfach einmal aufzuzeigen, daß die Redezeitpraxis in diesem Hohen Haus gegen jedes freie Mandat und gegen das freie Rederecht jedes Abgeordneten verstößt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich werde, aus diesem Anlaßfall begründet, in den nächsten Tagen eine Verfassungsgerichtshofsbeschwerde einbringen (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP), um ganz einfach einmal aufzuzeigen, daß die Redezeitpraxis in diesem Hohen Haus gegen jedes freie Mandat und gegen das freie Rederecht jedes Abgeordneten verstößt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ beziehungsweise zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Beschluß auf Redezeitbeschränkung – die "Wiener Stunden", die wir vereinbart haben – war einstimmig. Daher ist jetzt eine Klage nicht nur unrichtig, sondern sogar lächerlich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ beziehungsweise zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Dr. Graf, es ist ganz einfach: Ihre Kollegen haben zu lange geredet, das ist es! (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.) Es ist ganz simpel, aber Sie haben sicher Wichtiges zu sagen gehabt. (Abg. Dr. Fekter: "Schuß ins Knie" nennt man das! – Abg. Dr. Khol: Alles Winkeladvokaten! – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. – Abg. Schieder: Keine Zwischenrufe, wenn es keine Redezeit mehr gibt!)
Abg. Dr. Fekter: "Schuß ins Knie" nennt man das! – Abg. Dr. Khol: Alles Winkeladvokaten! – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. – Abg. Schieder: Keine Zwischenrufe, wenn es keine Redezeit mehr gibt!
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Dr. Graf, es ist ganz einfach: Ihre Kollegen haben zu lange geredet, das ist es! (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.) Es ist ganz simpel, aber Sie haben sicher Wichtiges zu sagen gehabt. (Abg. Dr. Fekter: "Schuß ins Knie" nennt man das! – Abg. Dr. Khol: Alles Winkeladvokaten! – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. – Abg. Schieder: Keine Zwischenrufe, wenn es keine Redezeit mehr gibt!)
Abg. Steibl: Das ist aber auch eine Augenauswischerei!
Es wurde von den Vorrednern das Thema Tageseltern angesprochen. Ich möchte darauf verweisen, daß das Projekt "Cinderella" im Auftrag des Sozialministeriums vorliegt. (Abg. Steibl: Das ist aber auch eine Augenauswischerei!) Es wird als Bericht vorliegen und im Nationalrat wahrscheinlich ordentlich besprochen und diskutiert werden, und es wird den Ländern hoffentlich als Vorlage dienen.
Abg. Steibl: Die hat sie schon!
Ich kann als Steirerin – Frau Abgeordnete Steibl, Sie werden das bestätigen – aus der Steiermark berichten, daß das AMS eine große Zahl von Tagesmüttern mit hohen Qualifikationsstandards ausgebildet hat. Ich kann das behaupten, weil ich selbst Sozial- und Berufspädagogin bin und auch als Trainerin in vielen Kursen tätig war. Es gibt in der Steiermark meiner Ansicht nach ein großes Potential an qualifizierten Personen. (Abg. Steibl: Die hat sie schon!) Ich hoffe, das wird dann auch in den anderen Bundesländern umgesetzt werden.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Ich tue das schon lange! Wir brauchen nur noch Finanzminister Edlinger!
Herr Bundesminister! Sie wissen, es gibt in der Steiermark einen einstimmigen Antrag des Landtages und auch Aktivitäten von Eltern und Abgeordneten in unserem Bezirk. Ich freue mich, daß Sie sich früher positiv zu diesem Thema geäußert haben. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Ich tue das schon lange! Wir brauchen nur noch Finanzminister Edlinger!) Na gut. Aber wenn immer wieder betont wird, Herr Bundesminister, daß im FLAF so hoher Überschuß produziert und das Geld sozusagen den Leuten zur Verfügung gestellt wird (Abg. Steibl: Es wird aber auch sinnvoll zur Verfügung gestellt, liebe Frau Kollegin!), dann ist es für die betroffenen Eltern nicht einsichtig, warum ihnen die Freifahrt vorenthalten wird. Ich meine, da muß man darauf schauen, daß die Finanzierung auch über den FLAF möglich ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Es wird aber auch sinnvoll zur Verfügung gestellt, liebe Frau Kollegin!
Herr Bundesminister! Sie wissen, es gibt in der Steiermark einen einstimmigen Antrag des Landtages und auch Aktivitäten von Eltern und Abgeordneten in unserem Bezirk. Ich freue mich, daß Sie sich früher positiv zu diesem Thema geäußert haben. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Ich tue das schon lange! Wir brauchen nur noch Finanzminister Edlinger!) Na gut. Aber wenn immer wieder betont wird, Herr Bundesminister, daß im FLAF so hoher Überschuß produziert und das Geld sozusagen den Leuten zur Verfügung gestellt wird (Abg. Steibl: Es wird aber auch sinnvoll zur Verfügung gestellt, liebe Frau Kollegin!), dann ist es für die betroffenen Eltern nicht einsichtig, warum ihnen die Freifahrt vorenthalten wird. Ich meine, da muß man darauf schauen, daß die Finanzierung auch über den FLAF möglich ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Sie wissen, es gibt in der Steiermark einen einstimmigen Antrag des Landtages und auch Aktivitäten von Eltern und Abgeordneten in unserem Bezirk. Ich freue mich, daß Sie sich früher positiv zu diesem Thema geäußert haben. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Ich tue das schon lange! Wir brauchen nur noch Finanzminister Edlinger!) Na gut. Aber wenn immer wieder betont wird, Herr Bundesminister, daß im FLAF so hoher Überschuß produziert und das Geld sozusagen den Leuten zur Verfügung gestellt wird (Abg. Steibl: Es wird aber auch sinnvoll zur Verfügung gestellt, liebe Frau Kollegin!), dann ist es für die betroffenen Eltern nicht einsichtig, warum ihnen die Freifahrt vorenthalten wird. Ich meine, da muß man darauf schauen, daß die Finanzierung auch über den FLAF möglich ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Das werden nicht Sie bestimmen, sondern der Wähler! – Abg. Dr. Graf: Das ist ein sinnloser Kampf um das neue Mandat!
Eine der Folgen wäre eine katastrophale Verteuerung der Kinderbetreuungseinrichtungen. Allein in meiner Gemeinde würde der Wegfall der Personalförderung des Landes, welcher derzeit für zwei Halbtagsgruppen 610 000 S beträgt, die Elternbeiträge für einen Halbtagskindergarten – wohlgemerkt: pro Kind und Monat! – von derzeit 900 S auf über 3 000 S hinaufschnellen lassen. Dr. Haider verspricht auch da neben dem Einsatz ihm nicht zur Verfügung stehender Bundesmittel außerdem Gemeindemittel in Milliardenhöhe. Daher darf und wird es in Kärnten auch keinen Landeshauptmann Haider geben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Das werden nicht Sie bestimmen, sondern der Wähler! – Abg. Dr. Graf: Das ist ein sinnloser Kampf um das neue Mandat!)
Abg. Gaugg: Ist er ja auch! Hat er den Schiedsrichter attackiert oder nicht?
Hohes Haus! In der letzten Nationalratssitzung, die von den Freiheitlichen verlangt wurde und letztendlich auch zur Abberufung des rechtskräftig verurteilten Abgeordneten Walter Meischberger geführt hat, hat der freiheitliche Abgeordnete Haider wie üblich Bürgern, die nicht dem freiheitlichen Gedankengut zugetan sind, wieder einmal zu Unrecht strafbare Handlungen vorgeworfen. Haider hat – selbstverständlich im Schutze der Immunität – dem sozialdemokratischen Villacher Landtagsabgeordneten Dietmar Koncilia vorgeworfen, daß er vorbestraft sei. (Abg. Gaugg: Ist er ja auch! Hat er den Schiedsrichter attackiert oder nicht?)
Beifall bei der SPÖ.
Ich stelle richtig, daß betreffend Dietmar Koncilia im Strafregister mit gestrigem Datum keinerlei Verurteilungen aufscheinen. Eine Kopie dieses Auszugs werde ich Ihrem Klub anschließend zur Verfügung stellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dkfm. Holger Bauer, Gaugg und Scheibner. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.
Soviel zum Thema Wahrheit. Diese skandalöse Beschuldigung der Freiheitlichen war also kein Einzelfall, sondern hat System. Anscheinend sind dem Freiheitlichen Haider alle Mittel recht, um politisch Andersdenkende mundtot zu machen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dkfm. Holger Bauer, Gaugg und Scheibner. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Gaugg.
Ich fürchte mich. Ich fürchte mich in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen, wenn freiheitliche Funktionäre zu solchen Praktiken greifen, um in politische Funktionen gewählt zu werden. (Zwischenruf des Abg. Gaugg.) Ich hoffe, daß die Wählerinnen und Wähler diese Methoden bei den kommenden Wahlen nicht goutieren werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Wir haben 50 Jahre von den Sozialisten in Kärnten ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Wir haben 50 Jahre von den Sozialisten in Kärnten ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich fürchte mich. Ich fürchte mich in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen, wenn freiheitliche Funktionäre zu solchen Praktiken greifen, um in politische Funktionen gewählt zu werden. (Zwischenruf des Abg. Gaugg.) Ich hoffe, daß die Wählerinnen und Wähler diese Methoden bei den kommenden Wahlen nicht goutieren werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Wir haben 50 Jahre von den Sozialisten in Kärnten ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung!
Durch Wiederholung des Namens des aufgerufenen Abgeordneten und Wiedergabe seines Stimmverhaltens werde ich zusätzlich Klarheit über das Abstimmungsverhalten schaffen. Ist ein Abgeordneter nicht anwesend, werde ich diesen Umstand ausdrücklich feststellen. (Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung!)
Abg. Smolle: Weil Wahlkampf ist! – Weitere Zwischenrufe.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zur Abstimmung gelangt der Entschließungsantrag der Abgeordneten Dolinschek und Genossen betreffend Einführung des Kinderbetreuungsschecks. (Abg. Smolle: Weil Wahlkampf ist! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Khol: Ja!
Herr Klubobmann Khol, genügt diese Information? (Abg. Dr. Khol: Ja!) – Gut. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.
Herr Klubobmann Khol, genügt diese Information? (Abg. Dr. Khol: Ja!) – Gut. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.)
Die Sitzung wird um 22.04 Uhr unterbrochen und um 22.14 Uhr wiederaufgenommen. – Unmittelbar nachdem Präsident Dr. Brauneder die Sitzung für unterbrochen erklärt, gibt Abg. Mag. Stadler bekannt, daß er sich noch zur Geschäftsbehandlung zu Wort melden möchte. – Präsident Dr. Brauneder wiederholt: Die Sitzung ist unterbrochen! – Die zuständigen Beamten nehmen die Stimmenzählung vor.
(Die Sitzung wird um 22.04 Uhr unterbrochen und um 22.14 Uhr wiederaufgenommen. – Unmittelbar nachdem Präsident Dr. Brauneder die Sitzung für unterbrochen erklärt, gibt Abg. Mag. Stadler bekannt, daß er sich noch zur Geschäftsbehandlung zu Wort melden möchte. – Präsident Dr. Brauneder wiederholt: Die Sitzung ist unterbrochen! – Die zuständigen Beamten nehmen die Stimmenzählung vor.)
Abg. Mag. Stadler: Zur Geschäftsbehandlung!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Ich nehme die unterbrochene Sitzung wieder auf und gebe das Abstimmungsergebnis bekannt. (Abg. Mag. Stadler: Zur Geschäftsbehandlung!) – Bitte, Herr Abgeordneter Stadler.
Ruf bei der SPÖ: Der Haider! Der Haider hat auch "nein" gesagt!
Ich ersuche um Klärung dieses Sachverhaltes, und ich ersuche ferner um Überprüfung, ob etwa weitere Abgeordnete dem Protokoll nach hier im Zusammenhang mit der Abstimmung ihre Stimme abgegeben haben, aber nicht anwesend waren. (Ruf bei der SPÖ: Der Haider! Der Haider hat auch "nein" gesagt!) In diesem Fall würde ich dann verlangen, daß diese Wahl wiederholt wird. (Lebhafte Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.)
Lebhafte Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.
Ich ersuche um Klärung dieses Sachverhaltes, und ich ersuche ferner um Überprüfung, ob etwa weitere Abgeordnete dem Protokoll nach hier im Zusammenhang mit der Abstimmung ihre Stimme abgegeben haben, aber nicht anwesend waren. (Ruf bei der SPÖ: Der Haider! Der Haider hat auch "nein" gesagt!) In diesem Fall würde ich dann verlangen, daß diese Wahl wiederholt wird. (Lebhafte Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Da sieht man ja, was herauskommt! Da sieht man ja, was herauskommt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Bitte, Herr Klubobmann Kostelka. (Abg. Mag. Stadler: Da sieht man ja, was herauskommt! Da sieht man ja, was herauskommt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist ja unerhört, was da gespielt wird! Wahlbetrug! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und Gegenrufe von Abgeordneten anderer Fraktionen.
Ich meine genau dieses Verhalten, das hier jetzt fortgesetzt wird. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja unerhört, was da gespielt wird! Wahlbetrug! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und Gegenrufe von Abgeordneten anderer Fraktionen.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie hat es ja nicht gesagt! – Abg. Dr. Kostelka: Sie war da!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Herr Kollege Kostelka! Es kann hier nur das festgehalten werden, was vernehmbar ist. In vielen Fällen erfolgte das "Nein" beziehungsweise "Ja" sehr leise, und ich habe das immer wiederholt. Im Falle der Abgeordneten Schaffenrath war für mich das "Nein", glaube ich, oder das "Ja" ... (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie hat es ja nicht gesagt! – Abg. Dr. Kostelka: Sie war da!) Es geht darum, ob ich das vernommen und durch meine Wiederholung enunziert habe. Es ist so, daß ich enunziert habe, Abgeordnete Schaffenrath sei nicht anwesend und habe ihre Stimme nicht abgegeben.
Rufe: Nein!
Was hingegen Abgeordneten Seidinger betrifft, so ist es für mich so, daß ich ein "Nein" vernommen habe, aber das mag auf einem Irrtum beruhen. (Rufe: Nein!) Das mag auf einem Irrtum beruhen! Ich habe dies enunziert, und ich bin nun dabei, das gesamte Abstimmungsergebnis zu enunzieren. (Die Abgeordneten Dr. Petrovic und Mag. Stadler: Zur Geschäftsbehandlung!)
Die Abgeordneten Dr. Petrovic und Mag. Stadler: Zur Geschäftsbehandlung!
Was hingegen Abgeordneten Seidinger betrifft, so ist es für mich so, daß ich ein "Nein" vernommen habe, aber das mag auf einem Irrtum beruhen. (Rufe: Nein!) Das mag auf einem Irrtum beruhen! Ich habe dies enunziert, und ich bin nun dabei, das gesamte Abstimmungsergebnis zu enunzieren. (Die Abgeordneten Dr. Petrovic und Mag. Stadler: Zur Geschäftsbehandlung!)
Abg. Scheibner: Aber daß jemand falsch abstimmt! Das gibt es doch gar nicht, wenn jemand gar nicht da ist!
Zudem will ich vorweg festhalten: Es würde ein solcher Irrtum keinen Unterschied im Ergebnis machen. (Abg. Scheibner: Aber daß jemand falsch abstimmt! Das gibt es doch gar nicht, wenn jemand gar nicht da ist!)
Abg. Dr. Graf: Es geht um Seidinger!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Zur Geschäftsbehandlung – obwohl es sehr mühsam und eigentlich müßig ist –: Frau Schaffenrath war bei der Abstimmung hier (Abg. Dr. Graf: Es geht um Seidinger!), ich habe sie selbst gesehen. Sie hat auch "nein" gesagt, und sie hat auch zu protestieren versucht, nur hat sie nicht diese kindische Art des Verhaltens, bei einer Abstimmung, deren Ausgang eindeutig ist, jetzt auch noch in dieser Art und Weise gegen die Vorsitzführung hier zu remonstrieren. (Abg. Dr. Khol: Sehr gut! – Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Sehr gut! – Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Zur Geschäftsbehandlung – obwohl es sehr mühsam und eigentlich müßig ist –: Frau Schaffenrath war bei der Abstimmung hier (Abg. Dr. Graf: Es geht um Seidinger!), ich habe sie selbst gesehen. Sie hat auch "nein" gesagt, und sie hat auch zu protestieren versucht, nur hat sie nicht diese kindische Art des Verhaltens, bei einer Abstimmung, deren Ausgang eindeutig ist, jetzt auch noch in dieser Art und Weise gegen die Vorsitzführung hier zu remonstrieren. (Abg. Dr. Khol: Sehr gut! – Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich! Ich erhebe Widerspruch!
Ergebnis dieser kurzen Präsidiale hier ist: Wir haben über die beiden Probleme, die Sie ja alle gehört haben, gesprochen. Ich wiederhole meine Meinung noch einmal – und wenn ich das richtig gesehen habe, wurde mir mehrheitlich beigepflichtet –: Ich habe Ergebnisse enunziert. Ich habe enunziert, daß Herr Abgeordneter Seidinger mit einem "Nein" gestimmt hat. – Ich räume ein, daß das auf einem Irrtum beruhen kann. Es wurde das enunziert, und es ist gegen diese Enunziation auch kein Widerspruch erhoben worden. (Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich! Ich erhebe Widerspruch!) Im unmittelbaren Anschluß an die Enunzierung dieser "Nein"-Stimme gab es keinen Widerspruch. (Abg. Mag. Stadler: Ich habe sofort Widerspruch erhoben, Herr Präsident!) Es tut mir leid, aber das war für mich nicht erkennbar. (Abg. Mag. Stadler: Ich habe das sofort gemacht!) Und im Falle der Frau Kollegin Schaffenrath ist es auch so.
Abg. Mag. Stadler: Ich habe sofort Widerspruch erhoben, Herr Präsident!
Ergebnis dieser kurzen Präsidiale hier ist: Wir haben über die beiden Probleme, die Sie ja alle gehört haben, gesprochen. Ich wiederhole meine Meinung noch einmal – und wenn ich das richtig gesehen habe, wurde mir mehrheitlich beigepflichtet –: Ich habe Ergebnisse enunziert. Ich habe enunziert, daß Herr Abgeordneter Seidinger mit einem "Nein" gestimmt hat. – Ich räume ein, daß das auf einem Irrtum beruhen kann. Es wurde das enunziert, und es ist gegen diese Enunziation auch kein Widerspruch erhoben worden. (Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich! Ich erhebe Widerspruch!) Im unmittelbaren Anschluß an die Enunzierung dieser "Nein"-Stimme gab es keinen Widerspruch. (Abg. Mag. Stadler: Ich habe sofort Widerspruch erhoben, Herr Präsident!) Es tut mir leid, aber das war für mich nicht erkennbar. (Abg. Mag. Stadler: Ich habe das sofort gemacht!) Und im Falle der Frau Kollegin Schaffenrath ist es auch so.
Abg. Mag. Stadler: Ich habe das sofort gemacht!
Ergebnis dieser kurzen Präsidiale hier ist: Wir haben über die beiden Probleme, die Sie ja alle gehört haben, gesprochen. Ich wiederhole meine Meinung noch einmal – und wenn ich das richtig gesehen habe, wurde mir mehrheitlich beigepflichtet –: Ich habe Ergebnisse enunziert. Ich habe enunziert, daß Herr Abgeordneter Seidinger mit einem "Nein" gestimmt hat. – Ich räume ein, daß das auf einem Irrtum beruhen kann. Es wurde das enunziert, und es ist gegen diese Enunziation auch kein Widerspruch erhoben worden. (Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich! Ich erhebe Widerspruch!) Im unmittelbaren Anschluß an die Enunzierung dieser "Nein"-Stimme gab es keinen Widerspruch. (Abg. Mag. Stadler: Ich habe sofort Widerspruch erhoben, Herr Präsident!) Es tut mir leid, aber das war für mich nicht erkennbar. (Abg. Mag. Stadler: Ich habe das sofort gemacht!) Und im Falle der Frau Kollegin Schaffenrath ist es auch so.
Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich, wir haben sofort Widerspruch erhoben, und der Widerspruch bleibt aufrecht!
Ich möchte weiters ausführen, daß dieser Entscheidung entgegenkommt, daß das am Gesamtabstimmungsergebnis nichts ändert. (Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich, wir haben sofort Widerspruch erhoben, und der Widerspruch bleibt aufrecht!) Bitte, für mich war dieser Widerspruch nicht deutlich erkennbar. (Abg. Dr. Ofner: Ist wenigstens festgehalten worden, daß Seidinger nicht da war?) Es wird natürlich alles, was hier im Plenum gesprochen wird, im Stenographischen Protokoll festgehalten. (Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Ofner: Ist wenigstens festgehalten worden, daß Seidinger nicht da war?
Ich möchte weiters ausführen, daß dieser Entscheidung entgegenkommt, daß das am Gesamtabstimmungsergebnis nichts ändert. (Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich, wir haben sofort Widerspruch erhoben, und der Widerspruch bleibt aufrecht!) Bitte, für mich war dieser Widerspruch nicht deutlich erkennbar. (Abg. Dr. Ofner: Ist wenigstens festgehalten worden, daß Seidinger nicht da war?) Es wird natürlich alles, was hier im Plenum gesprochen wird, im Stenographischen Protokoll festgehalten. (Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich möchte weiters ausführen, daß dieser Entscheidung entgegenkommt, daß das am Gesamtabstimmungsergebnis nichts ändert. (Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich, wir haben sofort Widerspruch erhoben, und der Widerspruch bleibt aufrecht!) Bitte, für mich war dieser Widerspruch nicht deutlich erkennbar. (Abg. Dr. Ofner: Ist wenigstens festgehalten worden, daß Seidinger nicht da war?) Es wird natürlich alles, was hier im Plenum gesprochen wird, im Stenographischen Protokoll festgehalten. (Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Wahlschwindel ist das! Übelster Wahlschwindel!
Ich enunziere daher jetzt das Ergebnis: abgegebene Stimmen 143, davon "Ja"-Stimmen 34, "Nein"-Stimmen 109. (Abg. Mag. Stadler: Wahlschwindel ist das! Übelster Wahlschwindel!)
Abg. Scheibner: Was? Wenn jemand abstimmt, der nicht da ist! – Abg. Mag. Stadler: Mieser sozialistischer Wahlschwindel!
Ich verwahre mich bitte gegen den Ausdruck "Wahlschwindel" ganz entschieden (Abg. Scheibner: Was? Wenn jemand abstimmt, der nicht da ist! – Abg. Mag. Stadler: Mieser sozialistischer Wahlschwindel!) und möchte hinzufügen, daß der Lärmpegel bei der einen oder anderen Fraktion die Bekanntgabe des Stimmverhaltens beziehungsweise die Auszählung nicht gerade erleichtert! (Beifall und Bravo!-Rufe bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall und Bravo!-Rufe bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich verwahre mich bitte gegen den Ausdruck "Wahlschwindel" ganz entschieden (Abg. Scheibner: Was? Wenn jemand abstimmt, der nicht da ist! – Abg. Mag. Stadler: Mieser sozialistischer Wahlschwindel!) und möchte hinzufügen, daß der Lärmpegel bei der einen oder anderen Fraktion die Bekanntgabe des Stimmverhaltens beziehungsweise die Auszählung nicht gerade erleichtert! (Beifall und Bravo!-Rufe bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Großruck: Die ziehen gegen ihren eigenen Präsidenten her ...! Das muß man einmal erleben!
Ich wiederhole: Abgegebene Stimmen 143, davon "Ja"-Stimmen 34, "Nein"-Stimmen 109. (Abg. Großruck: Die ziehen gegen ihren eigenen Präsidenten her ...! Das muß man einmal erleben!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Gemäß § 66 Abs. 8 der Geschäftsordnung werden die Namen der Abgeordneten unter Angabe ihres Stimmverhaltens in das Stenographische Protokoll aufgenommen (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), und ich füge hinzu, daß in das Stenographische Protokoll natürlich auch jene Bemerkungen aufgenommen werden, die lauteten, daß Herr Abgeordneter Seidinger bei der Abstimmung nicht im Saale war. Aufgenommen wird darin weiters, daß ich einräume, daß es da möglicherweise einen Irrtum von mir gab, einen Hörfehler. (** S. auch S. 198)
Beifall bei der ÖVP.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch, meine Damen und Herren, daß besonderes Interesse am Briefwahlrecht die Behindertenorganisationen und Seniorenverbände haben. Weiters möchte ich daran erinnern, daß 340 000 Österreicher über 80 Jahre alt sind. Dieser Antrag von uns, von der ÖVP, hat zum Ziel, dem Recht auf Mobilität aller Bürger gerecht zu werden und die Demokratie weiterzuentwickeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wer also infolge von Krankheit, Gebrechlichkeit, Studienaufenthalt, beruflichen oder sonst wichtigen Gründen das Wahlrecht nicht ausüben kann, sollte Anspruch auf eine Briefwahlmöglichkeit haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Die Kernfrage ist: Trauen wir den Österreichern weniger Demokratiereife und Eigenverantwortung zu als etwa die Schweiz, Deutschland oder England ihren Bürgern? – Wir von der Österreichischen Volkspartei sind für mehr Eigenverantwortung und gegen Zwänge beziehungsweise Gängeleien! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Der vorliegende Antrag beinhaltet eine saubere und vernünftige Lösung, die verfassungskonform ist und den neuen Anforderungen wie Mobilität der Bevölkerung, der immer größer werdenden Zahl älterer Menschen, den Anliegen der Behindertenorganisationen sowie einer sparsamen öffentlichen Verwaltung entspricht. Den Wahlrechtsgrundsätzen unserer Verfassung, das Wahlrecht geheim und persönlich ausüben zu können, wird Rechnung getragen. Es ist höchste Zeit, daß unser Wahlrecht den Bedürfnissen unserer Bürger angepaßt wird! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sofern wir den sozialwissenschaftlichen Untersuchungen vertrauen dürfen, sind bei uns rund 70 Prozent der Gesamtbevölkerung für die Einführung des Briefwahlrechts. Weil Kollege Heindl natürlich gerne wissen möchte, wie stark eigentlich die Befürwortung des Briefwahlrechts unter der SPÖ-Wählerschaft ist, sage ich es ihm: 69 Prozent der SPÖ-Wähler sprechen sich für die Einführung des Briefwahlrechts in Österreich aus! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Sie den Wünschen Ihrer eigenen Wählerinnen und Wähler entsprechen wollen, dann müssen Sie sich den Anträgen der Österreichischen Volkspartei nur anschließen! Ich würde sagen: Die Briefwahl ist das moderne Wahlrecht für die moderne Zeit. Führen wir sie deshalb gemeinsam auf Bundesebene, Landesebene und Gemeindeebene ein! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Ausführlich!
Das Wort hat zunächst der Antragsteller. – Bitte, Herr Abgeordneter Dr. Kier, Sie haben das Wort. Gesamtredezeit Ihres Klubs: 8 Minuten. (Abg. Dr. Khol: Ausführlich!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es handelt sich um eine erste Lesung in Geschäftsordnungsdingen, die zwingend vorgesehen ist. Ich hätte diese erste Lesung nicht gebraucht, weil die Materie an sich bereits abgehandelt ist. Sie verdanken diese heutige erste Lesung nur dem Umstand, daß im Budgetausschuß die Bereitschaft nicht vorhanden war, diese Materie gleich mitzubehandeln, obwohl der damalige Antrag der liberalen Fraktion nur zwei Artikel hatte: Artikel 1 betraf das Budgetgesetz, Artikel 2 Geschäftsordnungssachen. Es wurde im Budgetausschuß lange verhandelt und dann erklärt, daß man das nicht beschließen könne. Daher haben wir Artikel 2 zurückgezogen und neu eingebracht. Und ich nehme an, daß er, wenn die Materie im Ausschuß zur Behandlung stehen wird, ohnedies mehr oder weniger einstimmig angenommen werden wird. Daher bedanke ich mich im voraus. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Wir haben im Ausschuß Einvernehmen über diesen Antrag des Liberalen Forums erzielt, und wir werden bei der nächsten Möglichkeit im Rahmen der Geschäftsordnungsreform diesen Antrag auch in die Realität umsetzen. – Soweit unsere Stellungnahme in der heutigen ersten Lesung. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)