Eckdaten:
Für die 38. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 853 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Sehr geehrter Herr Broukal! Es herrschen keine katastrophalen Zustände an den Universitäten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Bereits im Jahr 2003 haben die Universitäten 9,3 Millionen € für Implementierung und 5,4 Millionen € für zusätzliche Personalkosten erhalten. Nächstes Jahr wird das Budget um 6 Prozent höher sein. Zusätzlich kommen Mittel für Vorziehprofessuren und für technische Ausstattungen dazu.
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Schule nach Maß heißt, auf die regionalen Bedürfnisse einzugehen und dort die Angebote zu machen, wo sie notwendig sind. Der Bedarf bestimmt die Angebote, und die Entscheidung fällt vor Ort. Schule nach Maß heißt keinen neuen Zentralismus, sondern echte föderalistische Strukturen. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Frau Bundesministerin! Ich hoffe, das ist kein Symbol dafür, dass im Ministerium des Öfteren Äpfel und Birnen verwechselt werden (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen), aber zu meiner Zusatzfrage. Die Frage des Kollegen Amon zielt darauf ab, dass es offenbar nicht genügend Daten für die Nachmittagsbetreuungsplätze gibt. Das Problem haben wir des Öfteren, dass wir insbesondere bei den Pflichtschulen keine Daten bekommen können, wenn wir in den
Beifall bei der ÖVP.
ausgeschrieben sind, und zwar besonders viele Stellen an der Universität Innsbruck. Wer sich die Homepage der Universität Innsbruck, besonders die Homepage der Medizinischen Universität Innsbruck anschaut, der sieht, wie viele Stellen besetzt werden. 200 Stellen sind allein in dieser Zeitung ausgeschrieben. Sie sind finanziert, die Leute werden angestellt. Es gibt sehr gute, ja beste Chancen für junge Nachwuchswissenschaftler. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
tationsstipendien und Lise-Meitner-Stipendien. Dafür werden 13 Millionen € zur Verfügung gestellt. Ich freue mich ganz besonders, dass eine Frau in Österreich den Wittgenstein-Preis erhalten hat, nämlich die bekannte Forscherin Renée Schroeder. Der Wittgenstein-Preis ist der österreichische Nobelpreis dotiert mit 1,5 Millionen € auf fünf Jahre, und da werden zahlreiche junge Wissenschaftlerinnen mit Frau Professor Schroeder zusammenarbeiten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Im Stiftungsgesetz wird es eine erweiternde Bestimmung geben, dass der Stiftungsrat mit den Empfehlungen des Rates für Forschung und Technologieentwicklung seine Entscheidungen zu fällen hat. Es ist bereits besprochen, dass der FWF und der FFF grundlegend Mittel daraus erhalten, und dort ist garantiert sichergestellt, dass die Grundlagenforschung genügend Unterstützung erhält. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Wir gehen davon aus, dass durch zusätzliche Abschreibemöglichkeiten wie auch Prämienmöglichkeiten, die mit dem Konjunkturpaket ja deutlich erhöht wurden, auch in der Privatwirtschaft ein neuer Trend entsteht und dass die Privatwirtschaft, die Wirtschaft, die Industrie, diesen Beitrag zur Forschung auch leisten wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Es werden zahlreiche junge Forscher und Forscherinnen gefördert; es werden die Vorziehprofessuren im Ausmaß von 21 Millionen € in diesen Projekten drinnen sein. Das heißt, gerade für junge ForscherInnen gibt es in den einzelnen Forschungsprojekten, die aus diesem Offensivprogramm gefördert werden, ganz besondere Unterstützung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Es war so wie jedes Jahr, dass nicht jeder Schüler einen Platz in seiner Wunschschule bekommen konnte, dass aber schlussendlich jeder Schüler – und das ist jedes Jahr so – einen Platz in einer berufsbildenden Schule gefunden hat und dass noch dazu in etlichen Schulen – allerdings, ich gebe zu, nicht gerade in Wien – noch einige Plätze frei wären. Das heißt, es hat wie immer Doppelanmeldungen gegeben und es hat wie immer schlussendlich die Möglichkeit gegeben, dass jeder Schüler, der möchte und der die Voraussetzungen dafür hat, an einer berufsbildenden Schule seinen Platz hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Seit dem Jahr 2000 wurden 5 000 neue Ausbildungsplätze geschaffen. Derzeit befinden sich 1 560 Ausbildungsplätze im berufsbildenden Schulbereich in Bau und in Planung, und in Vorbereitung sind weitere 5 610 Ausbildungsplätze. Für alle diese zusätzlichen Ausbildungsplätze sind in den nächsten Jahren 366,7 Millionen € notwendig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Noch einmal auf die Frage des Herrn Kollegen Grünewald zurückkommend: Für eine Einrichtung, deren Konstruktion, deren Art und Weise überhaupt noch nicht fix ist, wo noch nicht klar ist, ob es eine GesmbH werden wird, ob es eine besondere Gesellschaft werden wird oder ob es etwas anderes werden wird, kann auch noch nicht festgestellt werden, wer welche Position besetzen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Der Scherz des Tages!
Menschen die individuelle Entscheidung, ob er in Pension gehen möchte oder nicht, selbst überlässt. (Abg. Öllinger: Der Scherz des Tages!) – Wieso soll ich jemandem vorschreiben und sagen, er muss noch ein Jahr länger bleiben, wenn er für sich selbst auf Basis der derzeit geltenden Gesetze etwas anderes entschieden hat. Ich bin gegen diesen Zentralismus. Ich sage Ihnen: Ich bin dagegen, in die Lebensplanung der Menschen – diese Frage haben Sie jetzt gestellt –, einzugreifen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Menschen die individuelle Entscheidung, ob er in Pension gehen möchte oder nicht, selbst überlässt. (Abg. Öllinger: Der Scherz des Tages!) – Wieso soll ich jemandem vorschreiben und sagen, er muss noch ein Jahr länger bleiben, wenn er für sich selbst auf Basis der derzeit geltenden Gesetze etwas anderes entschieden hat. Ich bin gegen diesen Zentralismus. Ich sage Ihnen: Ich bin dagegen, in die Lebensplanung der Menschen – diese Frage haben Sie jetzt gestellt –, einzugreifen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Frau Bundesministerin! Das hätten sich wahrscheinlich mehr Menschen in Österreich gewünscht, dass Sie in ihre persönliche Pensionsplanung nicht eingreifen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Es ist in dieser Republik jedem selbstverständlich möglich, weiterzuarbeiten, und ich wünsche mir, dass die guten Lehrerinnen und Lehrer weiterarbeiten. Wenn sich aber jemand entscheidet, in Pension zu gehen, dann hat er die Verantwortung für seine Entscheidung selbst zu tragen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben bereits Vorsorge getroffen. Etliche haben den Pensionsantritt schon am 1. Oktober gehabt. Die Klassen sind längst wieder mit neuen Lehrern besetzt. Gerade im Bundesschulbereich haben 1 600 junge Lehrer und Lehrerinnen damit die Chance gehabt, eine neue Stelle zu bekommen und sind bereits eingestellt. Der Übergang erfolgt völlig reibungslos. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Ich kann mich noch gut erinnern, als im Rahmen von früheren Fragestunden die Frage an mich gestellt wurde: Was werden Sie tun, um die lange Warteliste bei Junglehrern und Junglehrerinnen abzubauen? Dabei ist eine Zahl von 8 000 genannt worden. Ich sage Ihnen: Sie werden jetzt abgebaut, und das ist gut für die Jungen, und das ist gut für das Schulklima, weil junge und ältere Lehrer miteinander die pädagogische Offensive richtig weiterbringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, wie die Angebote gestaltet werden: entweder als ganztägige Betreuung oder im Modulangebot. (Die Rednerin hält ein Schriftstück in die Höhe.) Ich habe hier ein derartiges Beispiel, anhand dessen man klar und deutlich sieht, dass verschiedene Module angeboten werden. Gerade bei diesen Nachmittagsangeboten können die Eltern frei wählen, können die Kinder beispielsweise am Montag, Dienstag und Mittwoch betreut werden und Donnerstag und Freitag nicht. Ich glaube, das ist auch im Zuge der vermehrten Teilzeitmöglichkeiten ein wichtiges Angebot. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Steirische Birnen! Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Nachdem mit der Verteilung von italienischen Birnen offensichtlich darauf aufmerksam gemacht werden soll, dass selbst in Italien die Situation der Nachmittagsbetreuung und damit der beruflichen Möglichkeiten für Frauen besser ist, habe ich eine Frage an Sie betreffend den Bedarf an Nachmittagsbetreuung. (Abg. Dr. Fekter: Steirische Birnen! Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (fortsetzend): Ich komme zur Frage. All das ist notwenig, um die Frage verstehen zu können. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie haben angegeben, dass eine Studie überhaupt erst den Bedarf ermitteln soll. Ich frage Sie daher: Auf welcher Grundlage haben Sie die Annahme getroffen, dass 20 Prozent bis 2006 ausreichend seien?
Beifall bei der ÖVP.
Die Studien für die Kinderbetreuung insgesamt werden vom zuständigen Frauenministerium erstellt werden, und es gibt bereits zahlreiche Unterlagen und Grundlagen. Ich bin für den Schulbereich zuständig. Ich werde dafür sorgen, dass das Betreuungsangebot im Schulbereich um mindesten 20 Prozent erhöht wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Abgeordneter Franz Xaver Böhm (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Im Namen aller Abgeordneten möchte ich mich für die wunderbaren steirischen Birnen, die wir heute bekommen haben (Beifall bei der ÖVP) und die in einer europäischen Verpackung angeliefert worden sind, recht herzlich bedanken. (Abg. Brosz: Italienische Steigen waren es!)
Abg. Brosz: Italienische Steigen waren es!
Abgeordneter Franz Xaver Böhm (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Im Namen aller Abgeordneten möchte ich mich für die wunderbaren steirischen Birnen, die wir heute bekommen haben (Beifall bei der ÖVP) und die in einer europäischen Verpackung angeliefert worden sind, recht herzlich bedanken. (Abg. Brosz: Italienische Steigen waren es!)
demonstrativer Beifall bei der ÖVP
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sie erlauben hoffentlich auch mir, mich für die saftigen Birnen zu bedanken (demonstrativer Beifall bei der ÖVP) und anzumerken, dass ich es für eine ganz eigenwillige Symbolik halte, dass es vor allem die weiblichen Abgeordneten der ÖVP waren, die uns die Birnen überreicht haben. (Abg. Dr. Fekter: Sehr charmant!) Ich hoffe, die weiblichen Abgeordneten haben dadurch ihre besondere Wertschätzung ausgedrückt. Danke. (Ruf bei der ÖVP: Weil die Birne weiblich ist, die Birne!)
Abg. Dr. Fekter: Sehr charmant!
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sie erlauben hoffentlich auch mir, mich für die saftigen Birnen zu bedanken (demonstrativer Beifall bei der ÖVP) und anzumerken, dass ich es für eine ganz eigenwillige Symbolik halte, dass es vor allem die weiblichen Abgeordneten der ÖVP waren, die uns die Birnen überreicht haben. (Abg. Dr. Fekter: Sehr charmant!) Ich hoffe, die weiblichen Abgeordneten haben dadurch ihre besondere Wertschätzung ausgedrückt. Danke. (Ruf bei der ÖVP: Weil die Birne weiblich ist, die Birne!)
Ruf bei der ÖVP: Weil die Birne weiblich ist, die Birne!
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sie erlauben hoffentlich auch mir, mich für die saftigen Birnen zu bedanken (demonstrativer Beifall bei der ÖVP) und anzumerken, dass ich es für eine ganz eigenwillige Symbolik halte, dass es vor allem die weiblichen Abgeordneten der ÖVP waren, die uns die Birnen überreicht haben. (Abg. Dr. Fekter: Sehr charmant!) Ich hoffe, die weiblichen Abgeordneten haben dadurch ihre besondere Wertschätzung ausgedrückt. Danke. (Ruf bei der ÖVP: Weil die Birne weiblich ist, die Birne!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Präsident! Dürfen wir die Birne essen?
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Bundesministerin, bitte. (Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Präsident! Dürfen wir die Birne essen?)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Ich halte nichts davon, zentral, von oben verordnet, ganztägige Schulplätze auszubauen. Die baulichen Gegebenheiten an den Schulen sind meistens so, dass diese Angebote gemacht werden können. Es muss der Bedarf erhoben werden, und dann müssen diese Angebote an den Schulen umgesetzt werden. Ich halte nichts von einem zentralistischen Ausbauplan. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Ich mache mich dafür stark, dass die Eltern jene Angebote an Betreuung bekommen, die sie brauchen und die sie wünschen. Der Bedarf muss vor Ort festgestellt werden, die Angebote können vor Ort verwirklicht werden. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür sind bereits im Schulorganisationsgesetz enthalten. Finanziell wird es von mir auch gesichert. Die zusätzlichen Betreuungsstunden werden den Schulen zur Verfügung gestellt, die Entscheidung muss aber vor Ort nach dem Bedarf fallen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Auf Basis des Schulorganisationsgesetzes gibt es die ganztägige verschränkte Betreuung, und es gibt die Betreuung als Nachmittagsangebote. Wenn man die ganztägig verschränkte Betreuung möchte, was voraussetzt, dass die ganze Klasse, alle Schüler und Schülerinnen, daran teilnehmen, muss es an der Schule mit Zweidrittelmehrheit beschlossen werden. Es kann jede Schule das beschließen. Die anderen Angebote werden je nach Bedarf an der Schule verwirklicht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Halten Sie das angesichts der internationalen Entwicklung tatsächlich für ein adäquates Tempo? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Eltern oder Gemeinden, wer entscheidet?
Ich sage es noch einmal: Ich trete dafür ein, dass dort, wo es notwendig ist, wo die Eltern es wünschen, das entsprechende Angebot der Nachmittagsbetreuung geschaffen wird, und ich werde auch die dafür notwendigen finanziellen Ressourcen zur Verfügung stellen. Die Entscheidung liegt in der Kommune, in der Gemeinde, in der einzelnen Schule. (Abg. Dr. Pirklhuber: Eltern oder Gemeinden, wer entscheidet?)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO ist bereits sehr riesig und umfangreich. Es sind dort von Österreich bereits sechs Weltkulturerbe verankert. Eingereicht sind nach meinem Wissensstand: der Nationalpark Hohe Tauern als Naturerbe, und für 2004 ist die Einreichung von Innsbruck mit Nordkette, Karwendel, Kulturlandschaft Bregenzerwald und auch die österreichische Eisenstraße vorgesehen und in Vorbereitung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Man muss das auch im Zusammenhang mit den nächsten Budgetplanungen sehen, denn ich meine, nach fünfjähriger Deckelung, wo die Museen unglaubliche Leistungen erbracht haben, auch im privatwirtschaftlichen Bereich, werden wir miteinander darüber diskutieren müssen, wie wir dieses Basisbudget für die Museen in einem gewissen Ausmaß erhöhen können, damit auch derartige Vergünstigungen möglich sind. Das ist mir genauso ein Anliegen wie Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweitens werden zahlreiche Gespräche geführt. Ich glaube aber nicht, dass ich jedes Koordinierungsgespräch mit jedem Direktor als „Runden Tisch“ an die große Glocke hängen muss, ich weiß aber, weil sie bei mir im Büro geführt werden, dass sehr viele Gespräche geführt werden. Es gibt auch Koordinierungsgespräche. Ich glaube nur nicht, dass jedes einzelne Gespräch in der Öffentlichkeit kommuniziert werden muss. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir hätten eigentlich noch 10 Minuten Zeit für weitere Fragen. Wir werden das in der Präsidialkonferenz besprechen, denn heute war es nämlich das zweite Mal, dass eine Ministerin die Fragen um 10 Minuten schneller beantwortet hat, wodurch die Fragestunde auch sehr lebendig geworden ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Danke schön! – Abg. Mag. Molterer: Aber nicht im Plenarsaal!
Auf die Frage des Abgeordneten Pirklhuber, ob man die steirische Birne auch essen kann, antworte ich von hier aus mit einem Ja. (Abg. Dr. Pirklhuber: Danke schön! – Abg. Mag. Molterer: Aber nicht im Plenarsaal!)
Abg. Schieder: Ja!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Vorschlag zustimmen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Herr Kollege Schieder, stimmen Sie zu? (Abg. Schieder: Ja!) Da bin ich froh, denn dann ist es einstimmig. Wir werden daher so vorgehen. – Herr Kollege Schieder, Sie als Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates haben ein gewichtiges Wort. Das ist wichtig. (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Vorschlag zustimmen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Herr Kollege Schieder, stimmen Sie zu? (Abg. Schieder: Ja!) Da bin ich froh, denn dann ist es einstimmig. Wir werden daher so vorgehen. – Herr Kollege Schieder, Sie als Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates haben ein gewichtiges Wort. Das ist wichtig. (Heiterkeit.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte aus einer dieser Stellungnahmen zitieren, Herr Bundesminister. Ich hoffe, dass Sie als Justizminister dem Obersten Gerichtshof Glauben schenken, der, was die Frage der Kostenpflicht in Zukunft betrifft, in seiner Stellungnahme sagt – ich zitiere –: Die vorgeschlagene Variante würde demgegenüber zu einer gravierenden Aushöhlung des Mieterschutzes führen. – Das heißt, selbst der OGH sagt in seiner Stellungnahme, das, was Sie in diesem Haus heute beschließen wollen, ist eine gravierende Aushöhlung des Mieterschutzes und geht zu Lasten der Wohnungseigentümer und -mieter in diesem Land. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Bures übergibt dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Dr. Böhmdorfer besagten Mietvertrag. – Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck – in Richtung der Abg. Bures –: Tragen Sie es zur Mietervereinigung!
Herr Bundesminister, wenn Sie beweisen wollen, dass Ihr Argument stimmt – es gibt eh so gut wie kein Prozessrisiko, die Mieter müssen sich nicht fürchten, sich einen Kredit aufnehmen zu müssen, um Rechtsanwälte bezahlen zu können, weil es eh so einfach ist festzustellen, wie hoch die Miete ist –, dann möchte ich Sie als Rechtsanwalt und natürlich auch als Justizminister dazu einladen, mir in diesem konkreten Fall zu sagen – ich habe einen Mietvertrag mit, wo die Mietzinshöhe umstritten ist –, wie hoch das Prozessrisiko, die Kosten und das Kostenrisiko für diese Mieterin sind. Sie haben ja heute am Vormittag sozusagen dazwischen Zeit – Sie arbeiten ja jetzt auch Ihre Unterlagen durch –: Nehmen Sie sich die Zeit, arbeiten Sie diesen Mietvertrag durch, und sagen Sie mir klar, wie hoch die gesetzliche Miete nach diesem Mietvertrag ist! Ich bin auf Ihre klare Antwort schon sehr gespannt. (Abg. Bures übergibt dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Dr. Böhmdorfer besagten Mietvertrag. – Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck – in Richtung der Abg. Bures –: Tragen Sie es zur Mietervereinigung!)
Abg. Bures: Herr Präsident! Ich habe meine Rede noch nicht beendet!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Fekter. (Abg. Bures: Herr Präsident! Ich habe meine Rede noch nicht beendet!) – Ah, Sie haben die Rede noch nicht beendet? Entschuldigen Sie!
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Doris Bures (fortsetzend): Ich habe die Rede deshalb noch nicht beendet, weil ich dem Herrn Bundesminister auch noch sagen möchte, was sich hinter seiner Gesetzesvorlage versteckt. Wir haben in Österreich zwei Millionen Miet- und Wohnungseigentumsverhältnisse. Es sind 4,3 Millionen Menschen, die von dieser Gesetzeslage negativ betroffen sind, denen durch Ihre Vorlage, die ÖVP und FPÖ womöglich auch beschließen werden, der Rechtszugang erschwert wird, die dadurch ein Kostenrisiko haben. Illegale Abrechnungen werden durch diesen Beschluss legalisiert. Das ist eine Vorgangsweise, die von der Sozialdemokratie abgelehnt wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Minister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Und auch die Zuhörer auf der Galerie seien begrüßt. Die Tagesordnungspunkte 1 bis 3, nämlich Außerstreitgesetz, Außerstreit-Begleitgesetz und Wohnrechtliches Außerstreitbegleitgesetz, stellen eine Jahrhundertreform dar, meine sehr verehrten Damen und Herren! Dieses Paket ist die größte Reform, die wir im Justizbereich jemals beschlossen haben! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nach der Zivilprozessreform und nach dem strafrechtlichen Vorverfahrensreformpaket, das ja im Unterausschuss ist, bekommen wir mit dem heutigen Reformwerk eine moderne Verfahrensordnung für die allermeisten Fälle, bei denen Bürger mit dem Gericht zu tun bekommen. Quantitativ ist das Außerstreitverfahren wesentlich bedeutender als der Strafprozess. Trotz der medialen Nebenbühnen, bei denen der Herr Minister gelegentlich Kritik erntet, hat sich Minister Böhmdorfer mit den Reformumsetzungen bereits jetzt als Justizreformer, als Justizreformminister in die Geschichtsbücher eingetragen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie der Abg. Mag. Stoisits.
Dieses Jahrhundertwerk – Jahrhundertwerk deshalb, weil es immerhin die Vorschriften aus dem Jahr 1854 ersetzt – wurde im Ressort jahrelang vorbereitet, und ich bedanke mich für die hervorragende Vorarbeit, die es uns Abgeordneten leicht gemacht hat, das Gesetz ohne Abänderungsantrag beschließen zu können. Ein besonderer Dank gilt hier Frau Dr. Kloiber, die dieses Werk begleitet hat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie der Abg. Mag. Stoisits.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Diese Aufklärungspflicht des Richters ist eine Schutznorm, die von uns besonders begrüßt wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich glaube, dass dieses Reformwerk ein sehr gelungenes ist, und ich bin stolz, im Justizausschuss diese Reformkonzeptionen des Herrn Ministers begleiten zu dürfen und bei dieser Reformepoche in der Justiz dabei zu sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Puswald –: Heute ganz in Schwarz!
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Puswald zu Wort gemeldet. Herr Kollege, Sie kennen die Geschäftsordnung: Sie stellen den zu berichtigenden Sachverhalt dar und dann den richtigen – und: keine politischen Werturteile! (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Puswald –: Heute ganz in Schwarz!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Heute ganz in Schwarz, für die Herrschaften (in Richtung ÖVP weisend), für die das ja passend ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es freut mich immer wieder, wenn ich bei den Damen Anklang finde. Ich danke herzlich! (Abg. Dr. Fekter: Tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Dr. Fekter: Tatsächliche Berichtigung!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Heute ganz in Schwarz, für die Herrschaften (in Richtung ÖVP weisend), für die das ja passend ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es freut mich immer wieder, wenn ich bei den Damen Anklang finde. Ich danke herzlich! (Abg. Dr. Fekter: Tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Scheibner: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung! Das geht nicht! Das ist eine politische Wertung!
Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Frau Dr. Fekter hat gerade über diese Außerstreitgesetz-Novelle gesagt, es handle sich dabei um die größte Reform, die es im Justizressort jemals gegeben hätte. – Diese Aussage ist falsch! (Abg. Scheibner: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung! Das geht nicht! Das ist eine politische Wertung!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (fortsetzend): Richtig ist, dass die völlige Neuordnung des Strafrechtes und des Ehe- und Familienrechtes unter Kreisky und Broda in den siebziger Jahren ein weit größeres Reformwerk war, an das diese Novelle nicht annähernd heranreicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Den Vorsatz bitte mir zu beweisen, Herr Präsident! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter! Ich erteile Ihnen einen Ordnungsruf für eine vorsätzlich falsche tatsächliche Berichtigung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Den Vorsatz bitte mir zu beweisen, Herr Präsident! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Das war keine!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! Dass man einen Ordnungsruf bekommt wegen einer tatsächlichen Berichtigung (Abg. Dr. Fekter: Das war keine!), die etwas großzügig ausgelegt wird, ist auch für mich eine Neuheit, obwohl ich schon mehrere Jahre hier in diesem Hohen Haus verbracht habe. – Aber nun zur Sache.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Frau Kollegin Fekter, lesen Sie nach, lernen Sie Geschichte, Justizgeschichte! Bitte, das ist nicht das Werk des Herrn Ministers Böhmdorfer, sondern das ist die jahrelange korrekte, sehr intensive Arbeit der Fachbeamten im Ressort, und dafür müssen wir uns auch bedanken. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) – Frau Kollegin, was aber das Werk des Herrn Ministers Böhmdorfer ist, das ist ein Zurückschrauben eines rechtlichen Reformprozesses der Zwischenkriegszeit. Herr Minister Böhmdorfer hat innerhalb relativ kurzer Zeit zur Regierungsvorlage vom 30. September, die dann am 22. Oktober dem Parlament übermittelt worden ist, Änderungen auf den Tisch gelegt, die einen Rückschritt sondergleichen in der österreichischen Rechtskultur bedeuten, nämlich jene Änderungen, die sich auf das Wohnrechtliche Außerstreitbegleitgesetz beziehen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
ben – das sind die Hausbesitzer. Und die zweite Gruppe, die daran verdient, weil sie jetzt mehr Arbeit hat, die auch konkret bezahlt wird, sind natürlich die Rechtsanwälte. Gegen solche Umverteilungsmechanismen über Justizreformen wenden wir uns ganz, ganz entschieden, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Ich möchte Ihnen auch die Kosten deutlicher darstellen. Es gibt Fallbeispiele von der Arbeiterkammer, es gibt Fallbeispiele auch von Mieterschutzvereinigungen: Mietzinsüberprüfung. Jetzt belaufen sich die Kosten auf 266 €. In Zukunft kann es passieren, dass die Sachverständigenkosten und insgesamt die Rechtsanwaltskosten einen Anteil von 1 550 € ausmachen. – Das ist mehr als eine Verdoppelung bei der Mietzinsüberprüfung. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Abg. Neudeck: Also jetzt stellen Sie aber alles in Frage! Was heißt: „zu Unrecht verliert“?
Betriebskostenüberprüfung: Jetzt belaufen sich die Sachverständigenkosten auf ungefähr 900 €. In Zukunft kann es passieren, dass derjenige, der verliert, vielleicht sogar zu Unrecht verliert – ich sage: vielleicht –, über 4 731 € ... (Abg. Neudeck: Also jetzt stellen Sie aber alles in Frage! Was heißt: „zu Unrecht verliert“?) Ich habe gesagt: vielleicht. Ich habe immerhin darauf hingewiesen, dass der Sachverständigenbereich ein sehr ausgedehnter ist, weil das Mietrecht sehr kompliziert ist.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Dass unserem Argument eine breite Öffentlichkeit Recht gibt, dass unserem Argument und unserer politischen Herangehensweise eine breite Unterstützung zuteil wird – vom Obersten Gerichtshof, von der Caritas, von allen Mieterschutzverbänden –, das zeigen auch die Reaktionen in den Zeitungen. Es wird auch formuliert: illegale Abrechnungen de facto legalisiert. – Das ist das Werk von Herrn Minister Böhmdorfer, das von Ihnen heute – leider – abgesegnet und beschlossen wird. Dagegen verwahren wir uns ganz massiv! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich finde es eigentlich bestürzend und auch empörend, wie man hier versucht, an und für sich gute Regelungen, ein Reformprojekt absichtlich falsch darzustellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Frau Abgeordnete Moser, wenn Sie meinen, die Zeitungen hätten im Sinne von Ihnen und von Frau Abgeordneter Bures geschrieben, dann nur deshalb, weil sie falsch informiert worden sind. Sie haben auch die Zeitungen falsch informiert, indem Sie gesagt haben, das Verfahren vor den Schlichtungsstellen werde in Zukunft etwas kosten, auch die Kostentragungspflicht werde sich ändern. – In Wirklichkeit ändert sich überhaupt nichts im Schlichtungsverfahren! Sie haben falsch informiert, und dann sagen Sie, die Medien berichten in Ihrem Sinne. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Aber das gehört alles zu Ihrer Verunsicherungspolitik; auch das hier wieder. Sie betreiben in vielen Ressorts eine Verunsicherungspolitik, sei es im Sozialbereich, sei es im Gesundheitsbereich, und das setzen Sie hier fort. Sie wollen die Menschen absichtlich verunsichern. Offensichtlich fühlen Sie sich wohl dabei, wenn die Leute Angst haben. Ich würde Sie wirklich bitten, den Leuten nicht Angst zu machen, sondern sie objektiv zu informieren, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Eine Unterstellung ist das!
Frau Abgeordnete Bures, es ist doch wirklich unseriös, was Sie machen. Sie behaupten kühn in einer Zeitung, dem „Wiener Bezirksblatt“: „Böhmdorfer bittet Mieter zur Kasse.“ (Abg. Dr. Fekter: Eine Unterstellung ist das!) – Sie stellen es so dar, als ob der Mieter in jedem Fall bezahlen müsste, als ob der Mieter auf alle Fälle zur Kassa gebeten würde. Das ist doch wirklich nicht fair, Frau Abgeordnete Bures.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
es nicht. – Aber es ist reine Unwahrheit, Frau Abgeordnete Bures! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: So schaut es aus!
Frau Abgeordnete Bures, Ihre gesamte Verhaltensweise erweckt in mir den Anschein, als gehe es Ihnen gar nicht um die Menschen. Offensichtlich geht es Ihnen um die Interessen der Gemeinde Wien als größtem Hauseigentümer, der unter Umständen zur Kasse gebeten wird, wenn er ein Verfahren verliert. – So scheint Ihre Interessenlage zu sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: So schaut es aus!)
Abg. Scheibner: Für die Gemeinde!
Sie schreiben weiter: „Es drohen allen Mietern hohe Rechtsanwaltskosten.“ Und wieters: „Bald schon könnte ein Verfahren Tausende Euro kosten – selbst dann, wenn der Mieter Recht bekäme.“ (Abg. Scheibner: Für die Gemeinde!) – Woher haben Sie das eigentlich? (Abg. Dolinschek: Das ist eine Frechheit! Eine Frechheit sondergleichen! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist unerhört! – Abg. Scheibner: Pure Polemik von der Opposition! Sie verängstigen die kleinen Mieter!) Haben Sie das Gesetz nicht gelesen? Ich habe angenommen, dass die Mitglieder des Justizausschusses wenigstens Mindestkenntnisse über dieses Gesetz haben. Aber bei Ihnen vermisse ich jedwede Kenntnis des Gesetzes, meine sehr geehrten Damen und Herren! Falschinformationen von A bis Z! Ich würde Sie bitten, dass Sie das das nächste Mal in Ihrer Zeitung, dem „Wiener Bezirksblatt“, richtig stellen, Frau Abgeordnete Bures – Sie als Vertreterin der Mietervereinigung! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dolinschek: Das ist eine Frechheit! Eine Frechheit sondergleichen! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist unerhört! – Abg. Scheibner: Pure Polemik von der Opposition! Sie verängstigen die kleinen Mieter!
Sie schreiben weiter: „Es drohen allen Mietern hohe Rechtsanwaltskosten.“ Und wieters: „Bald schon könnte ein Verfahren Tausende Euro kosten – selbst dann, wenn der Mieter Recht bekäme.“ (Abg. Scheibner: Für die Gemeinde!) – Woher haben Sie das eigentlich? (Abg. Dolinschek: Das ist eine Frechheit! Eine Frechheit sondergleichen! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist unerhört! – Abg. Scheibner: Pure Polemik von der Opposition! Sie verängstigen die kleinen Mieter!) Haben Sie das Gesetz nicht gelesen? Ich habe angenommen, dass die Mitglieder des Justizausschusses wenigstens Mindestkenntnisse über dieses Gesetz haben. Aber bei Ihnen vermisse ich jedwede Kenntnis des Gesetzes, meine sehr geehrten Damen und Herren! Falschinformationen von A bis Z! Ich würde Sie bitten, dass Sie das das nächste Mal in Ihrer Zeitung, dem „Wiener Bezirksblatt“, richtig stellen, Frau Abgeordnete Bures – Sie als Vertreterin der Mietervereinigung! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie schreiben weiter: „Es drohen allen Mietern hohe Rechtsanwaltskosten.“ Und wieters: „Bald schon könnte ein Verfahren Tausende Euro kosten – selbst dann, wenn der Mieter Recht bekäme.“ (Abg. Scheibner: Für die Gemeinde!) – Woher haben Sie das eigentlich? (Abg. Dolinschek: Das ist eine Frechheit! Eine Frechheit sondergleichen! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist unerhört! – Abg. Scheibner: Pure Polemik von der Opposition! Sie verängstigen die kleinen Mieter!) Haben Sie das Gesetz nicht gelesen? Ich habe angenommen, dass die Mitglieder des Justizausschusses wenigstens Mindestkenntnisse über dieses Gesetz haben. Aber bei Ihnen vermisse ich jedwede Kenntnis des Gesetzes, meine sehr geehrten Damen und Herren! Falschinformationen von A bis Z! Ich würde Sie bitten, dass Sie das das nächste Mal in Ihrer Zeitung, dem „Wiener Bezirksblatt“, richtig stellen, Frau Abgeordnete Bures – Sie als Vertreterin der Mietervereinigung! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich meine, Sie sollten wirklich die Kirche im Dorf lassen, Sie sollten richtig informieren, anstatt die Menschen, die ohnehin Probleme haben, wenn sie ein Verfahren vor Gericht ins Auge fassen, noch zu verunsichern, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich denke, wie schon gesagt, Sie sollten sich noch ein bisschen mit der Materie befassen, Ihre Polemik außer Acht lassen, dann werden auch Sie mit uns zu dem Schluss kommen, dass wir hier einen wichtigen Reformschritt gesetzt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie endlich diese Verängstigungen zurück!
Ich berichtige tatsächlich: Es sind nicht nur 1 000 €, bei Hauptmietzinsüberprüfungen, bei Betriebskostenüberprüfungen, bei Investitionsersatzüberprüfungen werden die Mieter durch Ihre Regelungen mit mehreren 1 000 € getroffen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie endlich diese Verängstigungen zurück!)
Beifall bei der SPÖ.
Dieser neu eingeführte Kostenersatz im wohnrechtlichen Außerstreitverfahren wird auch immer wieder damit begründet, dass dadurch mehr Gerechtigkeit vorherrschen soll. – Das ist doch eine sehr merkwürdige Gerechtigkeitsvorstellung, die Sie hier an den Tag legen, weil genau das Gegenteil der Fall ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, wenn der Mieter keine Kosten riskieren will, müsste er ein Gutachten erstellen lassen, das bei anderen nicht verlangt wird. Das heißt de facto, dass das Überprüfungsrecht der Mieter ad absurdum geführt wird. De iure bleibt es natürlich bestehen, aber de facto ist durch diese Einführung der Kostenersatzpflicht eine Unterminierung des Mieterschutzes gegeben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zusammenfassend kann man zu dem Gesetzentwurf Folgendes sagen: Freuen werden sich die Vermieter und Hausverwalter, denn diese haben ein ungleich geringeres Risiko als die Mieter. Es wird zu weniger Prozessen kommen. Freuen werden sich auch die Rechtsanwälte, denn diese werden viel mehr Fälle zu vertreten haben. Für die Mieter und die Wohnungseigentümer hingegen ist es ein sehr schwarzer Tag, und das sind immerhin fast 4,5 Millionen Menschen. Mit dem heutigen Tag wird, wenn dieser Gesetzentwurf beschlossen wird, der Mieterschutz für die Mieter und Wohnungseigentümer zu Grabe getragen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Die Diskussion um die Reform des Außerstreitverfahrens hat bereits im Jahre 1973 begonnen, und Broda hätte sie durchaus mehr forcieren können, das sage ich ganz offen. Wir haben damals schon gewusst, dass wir ein neues Außerstreitgesetz brauchen, ich gebe aber zu, dass das sehr schwierig war, und bestätige ausdrücklich, dass das nicht ein Minister allein zustande bringen konnte, sondern dass es sich natürlich um das Ergebnis einer legistisch hervorragenden Beamtenschaft handelt. Ich nehme den Dank für diese Beamten ausdrücklich und gerne entgegen. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Das Team um Sektionschef Dr. Hopf, Dr. Stabentheiner und Dr. Kloiber war hier federführend tätig. Nicht zum ersten Mal hat es seine Visitenkarte in diesem Haus abgegeben, und nicht zum ersten Mal konnten Sie sehen, wie objektiv und wie wissenschaftlich diese Beamten tätig sind. Es freut mich, dass sie heute hier sind. (Allgemeiner Beifall.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn Sie mit Kennern der Materie über das alte Außerstreitgesetz, das aus dem Jahr ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich weiß nicht, weshalb Sie die objektive Information nicht wollen. Ich sage es Ihnen noch einmal: Das alte Außerstreitgesetz stammt aus dem Jahr 1854, und wir haben natürlich viel Arbeit gehabt, um es von Grund auf zu erneuern. Es ist eines jener Gesetze, die von Grund auf zu erneuern waren, weil sie insgesamt nicht mehr den rechtsstaatlichen Kriterien von heute entsprochen haben.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das beginnt beim Parteienbegriff, das setzt sich fort bei der Durchführung der Verhandlungen, und vor allem – das möchte ich hier auch deponieren, Frau Abgeordnete Bures – gibt es in erster Instanz keine Vertretungspflicht. Jeder kann mit einer Person seines Vertrauens oder auch allein hingehen und wird dort sein Recht finden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bures: Und die Richter „bedanken“ sich auch bei Ihnen!
Wir danken auch den Richtern, die hier großartig mitgearbeitet und viele Ideen eingebracht haben, insbesondere Richter Dr. Fucik vom Oberlandesgericht Wien. Das muss auch einmal gesagt werden dürfen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bures: Und die Richter „bedanken“ sich auch bei Ihnen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben, wie Sie, Frau Abgeordnete Bures und alle anderen, die sich dazu geäußert haben, möglicherweise wissen, im österreichischen Kostenrecht das Gerechtigkeitsprinzip. Das heißt: Wer in einem Verfahren obsiegt oder gewinnt, wie immer Sie es ausdrücken, bekommt seine Kosten vom Gegner im Verhältnis des Obsiegens ersetzt. Das ist gerecht, denn es ist nicht einzusehen, dass derjenige, der die Hilfe und die Tätigkeit des Gerichtes zu Unrecht in Anspruch nimmt, auch noch dadurch belohnt wird, dass das gratis geschieht. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Mainoni: So ist es!
Wir haben bei Gerichtsverfahren in Mietrechtssachen und bei Verfahren vor der Schlichtungsstelle natürlich im Auge gehabt, dass dieses Gerechtigkeitsprinzip zwar eingeführt wird, aber in einer Art und Weise, dass es insgesamt eine Verbesserung darstellt. Deshalb betone ich das, was schon Frau Abgeordnete Dr. Partik-Pablé sehr deutlich gesagt hat: Vor der Schlichtungsstelle gibt es keine Änderungen, weder bezüglich der Existenz der Schlichtungsstelle noch in der Frage des Kostenersatzes! Hier gibt es keinen Kostenersatz, auch in Zukunft nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Mainoni: So ist es!)
Abg. Bures: Aber das ist doch so einfach, Herr Minister!
Frau Abgeordnete Bures! Gehen Sie mit dem von Ihnen erwähnten Antrag zur Schlichtungsstelle (Abg. Bures: Aber das ist doch so einfach, Herr Minister!), Sie werden
Abg. Bures: Das sagen sie ja nur mir!
dann eine entsprechende Auskunft bekommen. Ich nehme deshalb nicht darauf Bezug, weil Sie es unterlassen haben, den Fall ausreichend zu anonymisieren. Wenn ich darauf eingehe, weiß man, um wen es sich handelt. (Abg. Bures: Das sagen sie ja nur mir!) Dieses Präjudiz verlangen Sie bitte nicht von mir! Nehmen Sie das bitte zurück! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
dann eine entsprechende Auskunft bekommen. Ich nehme deshalb nicht darauf Bezug, weil Sie es unterlassen haben, den Fall ausreichend zu anonymisieren. Wenn ich darauf eingehe, weiß man, um wen es sich handelt. (Abg. Bures: Das sagen sie ja nur mir!) Dieses Präjudiz verlangen Sie bitte nicht von mir! Nehmen Sie das bitte zurück! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Bures: Gestehen Sie ein, dass Sie nicht in der Lage sind!
Wenn Sie von der Schlichtungsstelle keine Auskunft bekommen (Abg. Bures: Gestehen Sie ein, dass Sie nicht in der Lage sind!), dann gehen Sie zu einem der 3 600 österreichischen Rechtsanwälte. Die erste Auskunft dort ist gratis, sie wird ausreichen. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bures: Das ist ja keine Schande! Das macht ja nichts!)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bures: Das ist ja keine Schande! Das macht ja nichts!
Wenn Sie von der Schlichtungsstelle keine Auskunft bekommen (Abg. Bures: Gestehen Sie ein, dass Sie nicht in der Lage sind!), dann gehen Sie zu einem der 3 600 österreichischen Rechtsanwälte. Die erste Auskunft dort ist gratis, sie wird ausreichen. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bures: Das ist ja keine Schande! Das macht ja nichts!)
Abg. Neudeck: Das muss die Gemeinde Wien sein!
Nun zur Frage selbst: Was ist gerecht, was ist ungerecht? – Ich gebe Ihnen folgendes Beispiel: Ein Hauseigentümer oder Hausverwalter schreibt im Jahr 1990 – das ist eine hypothetische Jahreszahl – bestimmte Betriebskosten, zum Beispiel Liftreparaturkosten, die er nicht verrechnen darf, zu Unrecht vor. Der Mieter geht zur Schlichtungsstelle und erhält dort Recht. Im nächsten Jahr aber schreibt der Hauseigentümer die Reparaturkosten wieder – und natürlich wieder zu Unrecht – vor. (Abg. Neudeck: Das muss die Gemeinde Wien sein!) Der Mieter geht zur Schlichtungsstelle, das Verfahren wird verschleppt; es kommt zu einem Gerichtsverfahren, er kämpft sich durch und gewinnt neuerlich, muss aber seinen Aufwand wieder selbst bezahlen. Das kann sich dann in den Jahren 1993, 1994, 1995 neuerlich wiederholen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist ungerecht – es sei denn, er begibt sich in den Schutz einer Vorfeldorganisation einer politischen Partei beziehungsweise einer politisch orientierten Organisation, zum Beispiel der Mietervereinigung, deren Obfrau Sie, Frau Bures, ja sind. Das ist aber doch nicht notwendig. Warum drängen wir Leute auf der Suche nach ihrem Recht in politische Organisationen? Es soll jeder, der Recht bekommt, sich auch eines Rechtsanwalts bedienen dürfen, und nicht nur die Mietervereinigung, um sich vor Gericht durchkämpfen zu können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Und tun Sie doch nicht so, als ob Sie für Ihre Tätigkeit nichts verlangen würden! Das stimmt nämlich nicht. Die Mieter zahlen Jahr für Jahr Beiträge, auch dann, wenn sie gar keinen Rechtsschutz benötigen. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Geben Sie das Geld zurück, wenn der Mieter nichts beansprucht? – Ich glaube nicht! Sie vereinnahmen Gelder, für die Sie gar keine Gegenleistung erbringen, und das Jahr für Jahr, von jenen Mietern, die überhaupt keinen Rechtsschutz vor Gericht benötigen, weil die Hauseigentümer ohnedies korrekt abrechnen. Das muss auch gesehen werden! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Es gibt auch solidarische Beiträge, Herr Minister!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Es gibt auch solidarische Beiträge, Herr Minister!
Und tun Sie doch nicht so, als ob Sie für Ihre Tätigkeit nichts verlangen würden! Das stimmt nämlich nicht. Die Mieter zahlen Jahr für Jahr Beiträge, auch dann, wenn sie gar keinen Rechtsschutz benötigen. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Geben Sie das Geld zurück, wenn der Mieter nichts beansprucht? – Ich glaube nicht! Sie vereinnahmen Gelder, für die Sie gar keine Gegenleistung erbringen, und das Jahr für Jahr, von jenen Mietern, die überhaupt keinen Rechtsschutz vor Gericht benötigen, weil die Hauseigentümer ohnedies korrekt abrechnen. Das muss auch gesehen werden! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Es gibt auch solidarische Beiträge, Herr Minister!)
Abg. Bures: Völlig falsch!
Wenn Sie das Beispiel für Beispiel durchdenken, so werden Sie sehen, dass dieses Gesetz mehr Gerechtigkeit bringt. Warum sind denn die Mieterschutzverfahren so leicht zu beurteilen? – Weil die Hauseigentümer nach einem genauen Katalog – Punkt für Punkt, Ziffer für Ziffer – Euro für Euro in der Betriebskostenabrechnung zu Papier bringen und diese im Haus aushängen müssen, sodass jeder (Abg. Bures: Völlig falsch!) – zumindest jeder Fachmann – überprüfen kann, ob die Betriebskostenabrechnung richtig oder falsch ist.
Abg. Bures: Dann sagen Sie es mir in meinem Beispiel!
Wenn ich das überprüfen kann, dann weiß ich auch, ob ich vor Gericht gewinne oder unterliege. (Abg. Bures: Dann sagen Sie es mir in meinem Beispiel!) Deswegen sind diese Verfahren leicht zu prognostizieren, und deswegen ist es gar nicht notwendig, dass die Mieter ihr Geld Jahr für Jahr zur Mietervereinigung tragen. Es genügt vielmehr, wenn sie einmal in fünf Jahren einen Anwalt bezahlen und dieses Geld dann, wenn sie gewinnen, vom Gegner sogar ersetzt bekommen. Das ist Gerechtigkeit, und
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Krainer: Unwahrscheinlich!
das wollen wir haben! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Krainer: Unwahrscheinlich!)
Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Wenn es ein Gebiet, eine politische Materie gibt, wo die Erstarrung und Rückwärtsverliebtheit der SPÖ geradezu symbolhaft zum Ausdruck kommt (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen), dann ist es das Miet- und Wohnrecht. Ich werde trotzdem versuchen, sachlich auf diese notwendige Reform des Außerstreitverfahrens im Wohnrecht einzugehen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Und das, Frau Kollegin Bures, werfe ich Ihnen vor, nicht, dass Sie in bestimmten Rechtsfragen anderer Ansicht sind. Sie stellen hier Ihr Privatinteresse an der österreichischen, an der sozialistischen Mietervereinigung eindeutig über die Interessen der rechtsuchenden Bevölkerung. Das lehnen wir ab, und das verbessern wir mit diesem Gesetzesbeschluss. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auch das, meine Damen und Herren, ist eine eindeutige Verbesserung, so wie überhaupt das Außerstreitverfahren in wohnrechtlichen Angelegenheiten meiner Meinung nach nicht dazu dient, Mitgliederwerbung für die sozialistische Mietervereinigung zu machen, nicht als ideologische Spielwiese dient, sondern eine Serviceleistung für die rechtsuchende Bevölkerung sein muss! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stoisits – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nur 7 Minuten?
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Stoisits. Wunschredezeit: 7 Minuten. (Abg. Mag. Stoisits – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nur 7 Minuten?)
Abg. Mag. Stoisits: Ich werde sehen, ob ich auskomme!
Wünschen Sie mehr? (Abg. Mag. Stoisits: Ich werde sehen, ob ich auskomme!) – Bitte.
Abg. Mag. Mainoni: Das kann Ihnen aber egal sein! – Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Wir sind immer einer ...! – Abg. Neudeck: Das war jetzt der erste Komplex! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was sind denn das für persönliche Angriffe?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Als Erstes widme ich mich der heftig vorgetragenen Kritik von Partik-Pablé und Böhmdorfer. – Entschuldigen Sie, Herr Minister, wenn ich das so zusammenfasse, aber es kommt nicht sehr oft vor, dass Frau Dr. Partik und Sie so einheitlich sind und so voller Emotion die Dinge hier auf den Punkt bringen. (Abg. Mag. Mainoni: Das kann Ihnen aber egal sein! – Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Wir sind immer einer ...! – Abg. Neudeck: Das war jetzt der erste Komplex! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was sind denn das für persönliche Angriffe?)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Nein! Unsachlich!
Frau Dr. Partik-Pablé hat nämlich als Erste ganz – ich würde sagen, mitleidig beklagt, dass die Opposition das zum Thema gemacht habe. Die Opposition! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Nein! Unsachlich!) – Also unsachlich.
Abg. Neudeck: Wenn Sie die Rede vorbereitet hätten, wären 7 Minuten genug!
Jedenfalls habe auch ich Zeitung gelesen, als das in der Öffentlichkeit aufgearbeitet wurde (Abg. Neudeck: Wenn Sie die Rede vorbereitet hätten, wären 7 Minuten genug!), denn, meine Damen und Herren, und das sollten jene, die sich bis jetzt nicht im Detail damit beschäftigt haben, auch wissen: Es stimmt, Herr Minister, dass über das Außerstreitgesetz seit 1973 gesprochen wird, aber über das mietrechtliche Außerstreitgesetz wird erst geredet, seit Sie im Justizministerium den Ton angeben. Darum ist das natürlich besonders zu behandeln. Nicht zuletzt wird es ja auch in einem Extragesetz festgelegt.
Abg. Neudeck: Das haben wir auch schon gemerkt!
In einem einzigen „Kurier“-Artikel mit dem Titel: „Mietrecht: Wer verliert, muss zahlen“ kommt die Opposition vor – in diesem Fall die sozialdemokratische, bedauerlicherweise nicht die grüne – mit ihrer Kritik, die ich nicht zu wiederholen brauche, denn Kollegin Bures hat sie schon vorgebracht. Darin kommt aber auch die bereits von Frau Kollegin Becher zitierte Äußerung des Obersten Gerichtshofes – sehr „oppositionell“, kann ich nur sagen (Abg. Neudeck: Das haben wir auch schon gemerkt!) – vor, der – ich zitiere – eine „gravierende Aushöhlung des Mieterschutzes“ befürchtet und prognostiziert.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das basiert auf einem anderen Artikel!
Es geht dann weiter mit der „Opposition“, zitiert wird nämlich – hören Sie gut zu, liebe Frau Dr. Partik-Pablé – der „FP-Stadtrat Johann Herzog“ – FP: Freiheitliche Partei! –, und zwar mit folgender Aussage: „Das kann Mietern Angst machen. Ich hoffe, das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.“ (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das basiert auf einem anderen Artikel!) – Frau Dr. Partik-Pablé, das ist ja furchtbar „oppositionell“, diese Kritik! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das basiert auf einer Falschmeldung der Schlichtungsstelle!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das basiert auf einer Falschmeldung der Schlichtungsstelle!
Es geht dann weiter mit der „Opposition“, zitiert wird nämlich – hören Sie gut zu, liebe Frau Dr. Partik-Pablé – der „FP-Stadtrat Johann Herzog“ – FP: Freiheitliche Partei! –, und zwar mit folgender Aussage: „Das kann Mietern Angst machen. Ich hoffe, das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.“ (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das basiert auf einem anderen Artikel!) – Frau Dr. Partik-Pablé, das ist ja furchtbar „oppositionell“, diese Kritik! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das basiert auf einer Falschmeldung der Schlichtungsstelle!)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Böhmdorfer.
Damit bin ich, was diesen Punkt angeht, Herr Minister, mit meinen Ausführungen auch schon zu Ende. Ich kann Ihre Gründe dafür nicht nachvollziehen, aber es hat mich vor allem die Art und Weise geärgert, was Sie da soeben – und darum habe ich noch einmal dazu gesprochen – gesagt haben, immer zur Kollegin Bures hin, die die Mietervereinigung vertritt, wie Sie Mieterschutzverbände insgesamt in ein schiefes Licht setzen wollen. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Böhmdorfer.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Bitte, lassen Sie die Kirche im Dorf und hören Sie mit dieser Unsitte auf, für die Sie ganz besonders stehen, nämlich hier von der Regierungsbank aus polemische Kritik an VolksvertreterInnen zu üben. Das steht Ihnen nicht zu! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Ich habe nicht ...!
Neudeck: Außerstreitgesetz heißt nicht, dass man im Parlament nicht darüber redet!), denn dieses Außerstreitgesetz lag im Wesentlichen schon vor, als Sie noch gar nicht Minister waren, Herr Dr. Böhmdorfer. (Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Ich habe nicht ...!) – Nein, Herr Minister, da kritisiere ich jetzt nicht Sie, sondern Frau Dr. Fekter, die versucht hat, hier die Legende des großen Außerstreitreformers Böhmdorfer zu weben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihre Sorgen möchte ich haben!) – Nein, das ist keine Sorge (Heiterkeit bei der ÖVP), sondern das sage ich, um dieser Legendenbildung ein wenig entgegenzutreten. (Abg. Dr. Fekter: Warum haben es die anderen Minister nicht umgesetzt? Das tut euch weh, dass da etwas weitergeht, gell?) – Hopf, Kloiber und Fucik können sich das auf ihre Fahnen heften. Auch ich bin den kreativen Geistern, die es dort gegeben hat, dankbar.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihre Sorgen möchte ich haben!
Neudeck: Außerstreitgesetz heißt nicht, dass man im Parlament nicht darüber redet!), denn dieses Außerstreitgesetz lag im Wesentlichen schon vor, als Sie noch gar nicht Minister waren, Herr Dr. Böhmdorfer. (Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Ich habe nicht ...!) – Nein, Herr Minister, da kritisiere ich jetzt nicht Sie, sondern Frau Dr. Fekter, die versucht hat, hier die Legende des großen Außerstreitreformers Böhmdorfer zu weben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihre Sorgen möchte ich haben!) – Nein, das ist keine Sorge (Heiterkeit bei der ÖVP), sondern das sage ich, um dieser Legendenbildung ein wenig entgegenzutreten. (Abg. Dr. Fekter: Warum haben es die anderen Minister nicht umgesetzt? Das tut euch weh, dass da etwas weitergeht, gell?) – Hopf, Kloiber und Fucik können sich das auf ihre Fahnen heften. Auch ich bin den kreativen Geistern, die es dort gegeben hat, dankbar.
Heiterkeit bei der ÖVP
Neudeck: Außerstreitgesetz heißt nicht, dass man im Parlament nicht darüber redet!), denn dieses Außerstreitgesetz lag im Wesentlichen schon vor, als Sie noch gar nicht Minister waren, Herr Dr. Böhmdorfer. (Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Ich habe nicht ...!) – Nein, Herr Minister, da kritisiere ich jetzt nicht Sie, sondern Frau Dr. Fekter, die versucht hat, hier die Legende des großen Außerstreitreformers Böhmdorfer zu weben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihre Sorgen möchte ich haben!) – Nein, das ist keine Sorge (Heiterkeit bei der ÖVP), sondern das sage ich, um dieser Legendenbildung ein wenig entgegenzutreten. (Abg. Dr. Fekter: Warum haben es die anderen Minister nicht umgesetzt? Das tut euch weh, dass da etwas weitergeht, gell?) – Hopf, Kloiber und Fucik können sich das auf ihre Fahnen heften. Auch ich bin den kreativen Geistern, die es dort gegeben hat, dankbar.
Abg. Dr. Fekter: Warum haben es die anderen Minister nicht umgesetzt? Das tut euch weh, dass da etwas weitergeht, gell?
Neudeck: Außerstreitgesetz heißt nicht, dass man im Parlament nicht darüber redet!), denn dieses Außerstreitgesetz lag im Wesentlichen schon vor, als Sie noch gar nicht Minister waren, Herr Dr. Böhmdorfer. (Bundesminister Dr. Böhmdorfer: Ich habe nicht ...!) – Nein, Herr Minister, da kritisiere ich jetzt nicht Sie, sondern Frau Dr. Fekter, die versucht hat, hier die Legende des großen Außerstreitreformers Böhmdorfer zu weben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihre Sorgen möchte ich haben!) – Nein, das ist keine Sorge (Heiterkeit bei der ÖVP), sondern das sage ich, um dieser Legendenbildung ein wenig entgegenzutreten. (Abg. Dr. Fekter: Warum haben es die anderen Minister nicht umgesetzt? Das tut euch weh, dass da etwas weitergeht, gell?) – Hopf, Kloiber und Fucik können sich das auf ihre Fahnen heften. Auch ich bin den kreativen Geistern, die es dort gegeben hat, dankbar.
Abg. Dr. Fekter: Täuschen Sie sich nicht!
Nun zum Entschließungsantrag zum Außerstreitgesetz, den alle vier Parteien noch gemeinsam einbringen werden und in dem es um den Kostenersatz und § 78 Außerstreitgesetz geht. Es ist uns – und da spreche ich für die Opposition insgesamt – ganz wesentlich, dass der Nationalrat dem Ministerium den Auftrag erteilt, einen Bericht beziehungsweise eine Evaluierung über die Anwendung des Kostenersatzes zu machen, und zwar nach einem, wie ich meine, durchaus sinnvollen Beobachtungszeitraum von zwei Jahren. Das wird also erst im Jahre 2007 sein, einem Jahr, in dem Sie, Herr Bundesminister, wie ich intensiv hoffe – was heißt hoffe; davon bin ich überzeugt! –, es ganz bestimmt nicht mehr sein werden, der diesen Bericht dem Nationalrat vorlegen wird. (Abg. Dr. Fekter: Täuschen Sie sich nicht!)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Liebe Frau Dr. Fekter: Das Gegenteil ist der Fall! Wir haben Sorge – und das war auch eine oppositionelle Initiative –, dass es zu einer Benachteiligung der schwächeren Partei in einem Scheidungsverfahren kommt – ich spreche jetzt von einvernehmlichen Scheidungen, aber auch dort gibt es kein ausgewogenes Verhältnis; das zeigt ja die Tatsache, dass im Außerstreitgesetz jetzt ausdrücklich die Manuduktionspflicht verankert wird. Das ist eine Initiative unsererseits, und ich stehe nicht an, Ihnen zu danken dafür, dass Sie solchen Ideen so aufgeschlossen gegenübertreten, dass sie auch tatsächlich umgesetzt werden. Ich hoffe und glaube, dass sich das auch in einem wesentlichen Ausmaß positiv auswirken wird und dass diese Böhmdorfer-Fekter-Anwaltsgeldaktion damit ein für alle Mal aus der Diskussion genommen wird. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das wünschen wir uns, und das ist Ihr Auftrag. Das ist der Auftrag, den Sie als höchstes Justizverwaltungsorgan zu erfüllen haben! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Bures. – Abg. Dr. Jarolim: Das kann man ja nicht glauben, Herr Minister, dass das wirklich geglaubt wird! – Abg. Dr. Fekter – in Richtung SPÖ –: ... die ganze Zeit nicht da! Hätten Sie aufgepasst!
Was will das Gesetz in Zukunft haben? – Recht bekommen ohne „brennen“, nämlich ohne zu bezahlen: Wer zu Gericht geht und gewinnt, dem werden die Kosten vom Gegner ersetzt. – Bitte, sagen Sie mir, wo hier die Ungerechtigkeit liegt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Bures. – Abg. Dr. Jarolim: Das kann man ja nicht glauben, Herr Minister, dass das wirklich geglaubt wird! – Abg. Dr. Fekter – in Richtung SPÖ –: ... die ganze Zeit nicht da! Hätten Sie aufgepasst!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Eduard Mainoni (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollegin Bures hat sich mit ihrer Äußerung und mit ihren tendenziösen Aussagen ja wohl selbst entlarvt, nämlich dahin gehend, dass sie sich hier nicht als Abgeordnete zu Wort gemeldet hat, sondern in ihrer politischen Funktion, die sie neben ihrer Abgeordnetentätigkeit hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Was die Aussage von Frau Abgeordneter Stoisits betrifft, muss man schon dazusagen: Selbstverständlich sind es die Beamten, die hier wirklich großartige Leistungen vollbracht haben, aber es bedarf sehr wohl auch eines Justizministers – und das wird ja wohl unbestritten sein –, der gleichsam den letzten Kick dafür gibt, dass dieses Gesetz, das nunmehr seit 30 Jahren bearbeitet wird, dann wirklich zu uns in den Nationalrat zur Beschlussfassung kommt. Es ist also sehr wohl auch der Herr Bundesminister hierfür verantwortlich, und es gilt ihm deshalb auch das Lob des Nationalrates. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Bei dieser Neufassung konnten aber alle betroffenen Berufsstände intensiv mitarbeiten, was ein weiteres Verdienst dieses Ministeriums und selbstverständlich auch des Herrn Ministers ist. Mein Dank gilt daher den Beamten im Ministerium, die immer gesprächsbereit waren und immer für diese Anliegen zur Verfügung standen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Das dürfte ein Politiker nie sagen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist schon sehr denkwürdig (Abg. Dr. Fekter: Das dürfte ein Politiker nie sagen!), und es kommt in diesem Zusammenhang dann auch noch ein Verein zu Wort, ein Sozialverein, der sich „Neustart“ nennt und der einen wertvollen Ratschlag gibt, wie man denn erreichen könnte, dass die Gefangenenzahlen wieder sinken. Dieser sagt nämlich: Wenn man statt 40 Prozent nunmehr 50 Prozent der gesetzlich möglichen bedingten Entlassungen aussprechen würde, dann wären 414 Gefangene frei. Er geht sogar noch weiter und sagt dann: Eine weitere Reduktion von Gefangenen wäre zu erzielen, wenn die U-Haft um 5 Prozent weniger verhängt werden würde, was bedeuten würde, dass 246 Häftlinge weniger im Gefängnis wären. Und wenn man letztendlich dann auch noch die Dauer der U-Haft von 42 Tagen auf 30 Tage senken würde, dann wäre überhaupt kein neues Gefängnis notwendig.
Abg. Mag. Wurm: Das war gestern, diese Debatte!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! So viel Unsinn kann nicht unwidersprochen bleiben, und deshalb habe ich mich hier auch zu Wort gemeldet. Es dürfte dem Sozialverein und seinem Sprecher völlig entgangen sein, dass die Kriminalität steigt (Abg. Mag. Wurm: Das war gestern, diese Debatte!) und dass in absoluten Zahlen in gewissen Deliktsgruppen auch die Aufklärungsquote höher ist. Na logischerweise werden dadurch die Gefängnisse stärker belegt!
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Donnerbauer.
Das wichtigste Argument, das dieser Vereinssprecher völlig außer Acht gelassen hat: Es wird bei der Rechtsprechung immer auf den Einzelfall abgestimmt. Ich kann doch nicht einfach sagen: Statt 40 Prozent sollen 50 Prozent bedingte Entlassungen ausgesprochen werden. – Nein, es kommt doch immer auf den Einzelfall an und nicht auf den Prozentsatz! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mein Vertrauen in die unabhängige Richterschaft ist ungebrochen. Dieser unnötige Appell des Richters und vor allem auch dieses Sozialvereins, mehr freizulassen, wird, so hoffe ich, ungehört verhallen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Bundesminister Dr. Böhmdorfer spricht mit der vor der Regierungsbank stehenden Abg. Mag. Stoisits
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Minister, es geht um das Prozesskostenrisiko. Ihre Nicht-Beantwortung des Beispiels (Bundesminister Dr. Böhmdorfer spricht mit der vor der Regierungsbank stehenden Abg. Mag. Stoisits) – Sie können dann ohnedies im Protokoll nachlesen, was ich Ihnen sage – von Kollegin Bures zeigt ja, dass es nicht einmal für Sie einfach ist, das Prozesskostenrisiko abzuschätzen. Das heißt, es ist auch für die Mieter und Mieterinnen nicht einfach, das Prozesskostenrisiko abzuschätzen – anders als Sie es immer darstellen wollen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dass es für Sie nicht einfach ist, wundert mich nicht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Dass es für Sie nicht einfach ist, wundert mich nicht!
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Minister, es geht um das Prozesskostenrisiko. Ihre Nicht-Beantwortung des Beispiels (Bundesminister Dr. Böhmdorfer spricht mit der vor der Regierungsbank stehenden Abg. Mag. Stoisits) – Sie können dann ohnedies im Protokoll nachlesen, was ich Ihnen sage – von Kollegin Bures zeigt ja, dass es nicht einmal für Sie einfach ist, das Prozesskostenrisiko abzuschätzen. Das heißt, es ist auch für die Mieter und Mieterinnen nicht einfach, das Prozesskostenrisiko abzuschätzen – anders als Sie es immer darstellen wollen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dass es für Sie nicht einfach ist, wundert mich nicht!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Es klatscht niemand von Ihnen! Ist das nicht komisch? Frau Kollegin Wurm, klatschen Sie einmal! Fünf Minuten redet die Kollegin schon, und ihr klatscht nicht ein einziges Mal!
Sehr geehrte Damen und Herren! Erlauben Sie mir noch einen Vorgriff auf den nächsten Tagesordnungspunkt (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Es klatscht niemand von Ihnen! Ist das nicht komisch? Frau Kollegin Wurm, klatschen Sie einmal! Fünf Minuten redet die Kollegin schon, und ihr klatscht nicht ein einziges Mal!), und zwar betreffend die Verlegung des Bezirksgerichtes Linz-Land nach Traun. Ich zitiere im Folgenden aus der Stellungnahme des Landes Oberösterreich, weil es zum Thema passt – ich möchte dazusagen, dass es eine negative Stellungnahme ist –:
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Sie sehen also, meine Damen und Herren: Eine Hürde wird weggeräumt, dafür wird die nächste schon wieder aufgestellt! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es freut mich aber natürlich, dass diese paar Tage seit dem Justizausschuss doch ausreichend Zeit geboten haben, dass Sie, die Vertreter der Opposition, sich doch mit diesem Gesetz vertraut machen konnten, und dass Sie heute letztlich auch zustimmen werden und die positiven Seiten dieses Werkes heute auch schon mehrmals betont und herausgestellt haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Bures: Ja, gerne!
Es wurde heute von Frau Kollegin Bures, aber auch von Frau Kollegin Stoisits gesagt, dass im mietrechtlichen Bereich die Abschätzung des Prozesskostenrisikos so schwierig ist. Dieses Problem kann man, glaube ich, nicht über die Kostenersatzregelung lösen, sondern da wäre es ein gemeinsames Ziel, einfachere Regelungen zu finden, wo eben das Prozesskostenrisiko leichter abzuschätzen ist (Abg. Bures: Ja, gerne!) und es eben nicht einer Vielzahl von Gutachtern bedarf, um letztlich überhaupt zu wissen: Wie hoch ist eigentlich der Mietzins, der gerechtfertigt und angemessen ist? (Abg. Bures: Gerne!)
Abg. Bures: Gerne!
Es wurde heute von Frau Kollegin Bures, aber auch von Frau Kollegin Stoisits gesagt, dass im mietrechtlichen Bereich die Abschätzung des Prozesskostenrisikos so schwierig ist. Dieses Problem kann man, glaube ich, nicht über die Kostenersatzregelung lösen, sondern da wäre es ein gemeinsames Ziel, einfachere Regelungen zu finden, wo eben das Prozesskostenrisiko leichter abzuschätzen ist (Abg. Bures: Ja, gerne!) und es eben nicht einer Vielzahl von Gutachtern bedarf, um letztlich überhaupt zu wissen: Wie hoch ist eigentlich der Mietzins, der gerechtfertigt und angemessen ist? (Abg. Bures: Gerne!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das wäre, glaube ich, der richtige Weg – und nicht der Weg der Kostenersatzregelung. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit bei der ÖVP
Ich habe den Herrn Bundesminister noch im Ohr (ironische Heiterkeit bei der ÖVP), als er mit Gründen dafür geworben hat, warum gewisse Bezirksgerichte geschlossen werden sollen. Er hat hier diesbezüglich mit Engelszungen argumentiert und gesagt, dass der durchschnittliche Österreicher und die durchschnittliche Österreicherin so selten zu Gericht kommen – maximal einmal, wenn überhaupt –, und es daher kein Problem ist, wenn der Gerichtsstandort weiter weg ist.
Abg. Neudeck: Was ist da falsch?
Das war damals die Argumentationslinie des Herrn Ministers für Justiz Böhmdorfer. (Abg. Neudeck: Was ist da falsch?) Heute ist es so, dass anscheinend kein Problem mehr besteht, wenn Menschen, die Recht suchen, eben nicht die Gewohnheit haben, sich am Gericht zu tummeln, sondern dass das oft das einzige Mal ist, dass sie Recht suchen, dass sie Recht bekommen wollen, Herr Neudeck. Das ist dann der Fall, wenn der Mieter, die Mieterin zum Beispiel nicht nur die Betriebskosten überprüfen lassen
Abg. Neudeck: Das ist alles gratis!
möchte, bei denen das relativ einfach sein kann, sondern vielleicht auch die Angemessenheit des Mietzinses, Ablösefragen und das, was es in diesem Bereich noch alles gibt. (Abg. Neudeck: Das ist alles gratis!)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist keine so einfach abschätzbare Materie für den Laien, für eine Mieterin, die keine Anwälte beschäftigt, weil sie eben keine Firma hat, sondern eine normale – unter Anführungszeichen – „Angestellte“ ist, die nicht täglich etwas am Gericht zu tun hat. Ich sage Ihnen eines: Die Scheu, der Respekt und die Hemmschwelle des Bürgers, der Bürgerin vor einer Befassung des Gerichts ist groß. Daher, glaube ich, sollte man es nicht daran scheitern lassen, dass die Menschen auch zu ihrem Recht kommen. Das ist unser Anliegen, das ist unser Bedürfnis. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Der Richter wird ... überprüfen!
Wie geht es jetzt weiter? (Abg. Neudeck: Der Richter wird ... überprüfen!) – Sie wissen es wahrscheinlich: Über den Antrag und über das Gegenvorbringen der anderen WohnungseigentümerInnen wird in zwei Verhandlungsterminen zu jeweils zwei Stunden entschieden. Überdies erstatten alle zehn AnwältInnen jeweils eigene Beantwortungen des Antrages. Drei AnwältInnen erstatten zwischen den Verhandlungen jeweils einen weiteren Schriftsatz. Das Kostenrisiko – das ist das Hauptproblem – für den Antragsteller beträgt somit für die Antragsbeantwortungen 10 mal 400 €, also 4 000 €, für drei Schriftsätze zirka 1 200 €, für zwei Verhandlungen 12 000 €. Das sind Gesamtkosten von 17 200 €, wenn er unterliegt.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Donnerbauer: Aber jetzt haben es die anderen bezahlt! Bis jetzt haben es die bezahlt, die Recht bekommen haben!
Allein die Vorstellung, dass das passieren könnte, schreckt viele ab. Glauben Sie mir das, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Donnerbauer: Aber jetzt haben es die anderen bezahlt! Bis jetzt haben es die bezahlt, die Recht bekommen haben!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Dann haben sie keine Kosten, wenn sie Recht haben!
Bezüglich Querulanten – meine Redezeit reicht leider nicht aus, dass ich darauf jetzt entsprechend eingehe – sage Ihnen nur Folgendes: Wir hatten heute in der Früh eine Besprechung mit der Volksanwaltschaft. Kollege Freund war dabei. Da wurde uns glaubwürdig versichert, dass sich bei den Anliegen der so genannten Querulanten, wenn man sich ihre Probleme genauer anhört, wenn man sich ausführlich mit ihren Problemen befasst, oft derart darstellen, dass sie in vielen Fragen Recht haben, dass sie oft mit dem Recht durchdringen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Dann haben sie keine Kosten, wenn sie Recht haben!)
Abg. Dr. Trinkl: Kann aber auch umgekehrt sein!
Man sollte also vorsichtig sein mit dem Begriff „Querulanten“. Sie wissen genau, dass Recht haben und Recht bekommen nicht immer das Gleiche ist. Daher ist dieser Teilbereich des Gesetzes ein Problem für die Mieter und Mieterinnen, für die Wohnungseigentümer und -eigentümerinnen und erschwert den Rechtszugang. Das ist das Tragische. (Abg. Dr. Trinkl: Kann aber auch umgekehrt sein!)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: „Tosender“ Applaus!
Ich habe heute von Regierungsseite, von Frau Abgeordneter Partik-Pablé, über Zeitungsmeldungen und auch von Ihnen, Herr Minister Böhmdorfer, gehört, dass Sie sich von einer akademischen Versammlung mehr Respekt erwartet hätten als zum Beispiel bei den ÖBB, wo man mit Pfiffen und Buh-Rufen geantwortet hat. Dazu sage ich Ihnen, Herr Minister: Sie haben einen Standesdünkel. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: „Tosender“ Applaus!)
Abg. Dr. Jarolim: Nach den Ausfällen des Herrn Tancsits ist das auch gerecht! Mieterhasser!
Abgeordneter Franz Glaser (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich möchte zunächst feststellen, dass es für mich einigermaßen irritierend ist, dass heute zu diesen Gesetzen praktisch nur über das Mietrecht gesprochen wird. Im Ausschuss war es noch wesentlich anders. (Abg. Dr. Jarolim: Nach den Ausfällen des Herrn Tancsits ist das auch gerecht! Mieterhasser!) Dort wurde über viele Dinge gestritten, auch über andere, denen jetzt die SPÖ und die Grünen ihre Zustimmung geben.
Abg. Mag. Donnerbauer: Leider nicht! – Abg. Dr. Fekter: Nicht alle waren vorbereitet!
Es war überhaupt interessant, im Ausschuss zu beobachten, wie sich die Opposition in ihrer Argumentation im Kreise gedreht hat. Es wurde einerseits die hohe Qualität dieses Gesetzentwurfes gelobt, gleichzeitig aber auch wieder bestritten. Es wurde die Notwendigkeit dieses Gesetzeswerkes – das wurde heute schon ein paar Mal gesagt – durchaus bejaht, aber gleichzeitig gemeint, man könne das jetzt noch nicht beschließen. Da wurde gemeint, dass man noch mehr Zeit zur Beratung brauchen würde. Aber man weiß doch, dass dieses Gesetz schon drei Jahre in Begutachtung war, es eine 30 Jahre lange Vorbereitung gab und dass im Prinzip, so wie es im Ausschuss formuliert wurde, jeder jeden Paragraph gekannt hat. (Abg. Mag. Donnerbauer: Leider nicht! – Abg. Dr. Fekter: Nicht alle waren vorbereitet!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Was also bleibt für den betroffenen Bürger übrig? – Wie gesagt: Es ist fast jeder im Laufe seines Lebens irgendwann einmal davon betroffen. Es wird ein Gesetz aus dem Jahre 1854 mit gerade einmal 18 Paragraphen, das – wie es Minister Böhmdorfer formuliert hat – gerade noch aus Gewohnheit funktioniert hat, gründlich novelliert, ausführlich und gut geregelt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.)
Abg. Mag. Wurm: Wir stimmen zu!
Es gibt klare Begriffsbestimmungen, Herr Kollege. Es gibt klare Regelungen über Vertretungsfristen und Kostenersätze. (Abg. Mag. Wurm: Wir stimmen zu!) – Es ist ja schön, dass Sie zustimmen, ich hätte nur erwartet, dass Sie auch ein paar Worte dazu verlieren und sich nicht nur zu diesem Entschließungsantrag zurückflüchten, denn das hätten Sie, verehrte Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, schon im Ausschuss haben können. Es wäre überhaupt kein Problem gewesen, dem bereits im Ausschuss zuzustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt klare Begriffsbestimmungen, Herr Kollege. Es gibt klare Regelungen über Vertretungsfristen und Kostenersätze. (Abg. Mag. Wurm: Wir stimmen zu!) – Es ist ja schön, dass Sie zustimmen, ich hätte nur erwartet, dass Sie auch ein paar Worte dazu verlieren und sich nicht nur zu diesem Entschließungsantrag zurückflüchten, denn das hätten Sie, verehrte Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, schon im Ausschuss haben können. Es wäre überhaupt kein Problem gewesen, dem bereits im Ausschuss zuzustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Danke!
Ich möchte damit abschließen, dass ich nicht nur der Beamtenschaft, der ja ohnehin bereits viel gedankt wurde, sondern auch Minister Böhmdorfer und auch der Vorsitzenden des Justizausschusses Maria Fekter sehr herzlich danke. Letztere hat, wie ich glaube, mit viel Kenntnisreichtum und sehr zielgerichtet die Ausschussberatungen geführt und geleitet. (Abg. Dr. Fekter: Danke!) – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Ich möchte damit abschließen, dass ich nicht nur der Beamtenschaft, der ja ohnehin bereits viel gedankt wurde, sondern auch Minister Böhmdorfer und auch der Vorsitzenden des Justizausschusses Maria Fekter sehr herzlich danke. Letztere hat, wie ich glaube, mit viel Kenntnisreichtum und sehr zielgerichtet die Ausschussberatungen geführt und geleitet. (Abg. Dr. Fekter: Danke!) – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Abg. Dr. Jarolim: Danke schön, Frau Kollegin!
Ich habe an dieser Stelle eine dringende Bitte an den Herrn Justizminister, nämlich in Zukunft die Vorbesprechungen, die im Justizministerium zwischen den Sprechern aller Fraktionen stattfinden, insbesondere auch mit Herrn Dr. Jarolim, so abzustimmen, dass er daran teilnehmen kann, um ihm zu ermöglichen, sich tatsächlich entsprechend auf die Gesetze und Gesetzesvorhaben, die zur Beschlussfassung anstehen, vorzubereiten, weil eine derartige Vorbereitung, die Sie, Herr Jarolim, geboten haben, auf uns Parlamentarier in unserer Gesamtheit zurückfällt (Abg. Dr. Jarolim: Danke schön, Frau Kollegin!) und ich mich deswegen wirklich aufrichtig geniert habe. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Zu Recht! – Ruf bei der SPÖ: Für wen?) Für Sie! Für Sie, weil ich finde, das fällt auf uns alle zurück, das können wir uns gar
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Zu Recht! – Ruf bei der SPÖ: Für wen?
Ich habe an dieser Stelle eine dringende Bitte an den Herrn Justizminister, nämlich in Zukunft die Vorbesprechungen, die im Justizministerium zwischen den Sprechern aller Fraktionen stattfinden, insbesondere auch mit Herrn Dr. Jarolim, so abzustimmen, dass er daran teilnehmen kann, um ihm zu ermöglichen, sich tatsächlich entsprechend auf die Gesetze und Gesetzesvorhaben, die zur Beschlussfassung anstehen, vorzubereiten, weil eine derartige Vorbereitung, die Sie, Herr Jarolim, geboten haben, auf uns Parlamentarier in unserer Gesamtheit zurückfällt (Abg. Dr. Jarolim: Danke schön, Frau Kollegin!) und ich mich deswegen wirklich aufrichtig geniert habe. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Zu Recht! – Ruf bei der SPÖ: Für wen?) Für Sie! Für Sie, weil ich finde, das fällt auf uns alle zurück, das können wir uns gar
Abg. Dr. Fekter: Er war gar nicht vorbereitet! – Abg. Dr. Jarolim: Sie müssten sich eigentlich für andere Dinge genieren!
nicht leisten. Und alle, die hier seriöse Arbeit leisten, waren gleichermaßen betroffen. (Abg. Dr. Fekter: Er war gar nicht vorbereitet! – Abg. Dr. Jarolim: Sie müssten sich eigentlich für andere Dinge genieren!)
Abg. Dr. Puswald: Wir erklären es Ihnen gerne, Frau Kollegin!
Das hat sich auch darin geäußert, dass ohne Begründung – oder vielleicht wollen Sie aber nach 40 Jahren noch länger brauchen, um ein solches Gesetz, gegen das Sie jetzt Gott sei Dank keine Einwendungen mehr haben, tatsächlich zu beschließen. Ich bin froh darüber, dass es jetzt einstimmig geht. Bis jetzt habe ich immer noch nicht verstanden, warum das im Ausschuss nicht möglich war (Abg. Dr. Puswald: Wir erklären es Ihnen gerne, Frau Kollegin!), vielleicht legt das noch einmal jemand dar. Wenn es nur darum gegangen ist, noch länger zu brauchen, bin ich doppelt froh darüber, dass Sie nicht die Regierungsverantwortung haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das hat sich auch darin geäußert, dass ohne Begründung – oder vielleicht wollen Sie aber nach 40 Jahren noch länger brauchen, um ein solches Gesetz, gegen das Sie jetzt Gott sei Dank keine Einwendungen mehr haben, tatsächlich zu beschließen. Ich bin froh darüber, dass es jetzt einstimmig geht. Bis jetzt habe ich immer noch nicht verstanden, warum das im Ausschuss nicht möglich war (Abg. Dr. Puswald: Wir erklären es Ihnen gerne, Frau Kollegin!), vielleicht legt das noch einmal jemand dar. Wenn es nur darum gegangen ist, noch länger zu brauchen, bin ich doppelt froh darüber, dass Sie nicht die Regierungsverantwortung haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Bures: Wie viele haben Sie in Tirol?
Bezüglich des Inhalts möchte ich noch auf einen kleinen Punkt eingehen, weil ich auch im Gespräch mit den Journalisten vor der Tür festgestellt habe, dass noch immer Irrtümer bestehen. Nach wie vor ist die Tätigkeit der Schlichtungsstelle wie bisher kostenlos. Wenn die Schlichtungsstelle jemanden vertritt, dann bekommt die Schlichtungsstelle ihre pauschalen Kosten in der Höhe von zirka 200 € vom unterliegenden Partner in diesem Streit ersetzt. (Abg. Bures: Wie viele haben Sie in Tirol?)
Abg. Dr. Stummvoll: Im Großen und Ganzen!
In Tirol, Frau Kollegin, ist es Gott sei Dank so, dass wir sehr viel weniger Streitigkeiten haben. Ich weiß nicht, aber die Tiroler sind im Großen und Ganzen recht friedfertig. (Abg. Dr. Stummvoll: Im Großen und Ganzen!) Es ist so, dass wir auf die Dienste der Schlichtungsstelle verzichten können (Abg. Dr. Fekter: ... die Gemeinde Wien muss ...!), weil es in der Stadt Innsbruck weniger städtische Wohnungen als in der Gemeinde Wien gibt, die Mietverhältnisse üblicherweise kein Problem darstellen und die privaten Vermieter und Mieter so wenig wie möglich streiten wollen. Und das scheint zu funktionieren. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: ... die Gemeinde Wien muss ...!
In Tirol, Frau Kollegin, ist es Gott sei Dank so, dass wir sehr viel weniger Streitigkeiten haben. Ich weiß nicht, aber die Tiroler sind im Großen und Ganzen recht friedfertig. (Abg. Dr. Stummvoll: Im Großen und Ganzen!) Es ist so, dass wir auf die Dienste der Schlichtungsstelle verzichten können (Abg. Dr. Fekter: ... die Gemeinde Wien muss ...!), weil es in der Stadt Innsbruck weniger städtische Wohnungen als in der Gemeinde Wien gibt, die Mietverhältnisse üblicherweise kein Problem darstellen und die privaten Vermieter und Mieter so wenig wie möglich streiten wollen. Und das scheint zu funktionieren. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In Tirol, Frau Kollegin, ist es Gott sei Dank so, dass wir sehr viel weniger Streitigkeiten haben. Ich weiß nicht, aber die Tiroler sind im Großen und Ganzen recht friedfertig. (Abg. Dr. Stummvoll: Im Großen und Ganzen!) Es ist so, dass wir auf die Dienste der Schlichtungsstelle verzichten können (Abg. Dr. Fekter: ... die Gemeinde Wien muss ...!), weil es in der Stadt Innsbruck weniger städtische Wohnungen als in der Gemeinde Wien gibt, die Mietverhältnisse üblicherweise kein Problem darstellen und die privaten Vermieter und Mieter so wenig wie möglich streiten wollen. Und das scheint zu funktionieren. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Er war ja gar nicht da den ganzen Vormittag!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es ist schon so, dass der überwiegende Teil dieses Außerstreitgesetzes auch hier im Haus außer Streit steht. Es ist aber gerade der Teil der mietrechtlichen oder wohnrechtlichen Regelungen, der hier zu Diskussionen führt. Für mich ist es bezeichnend, dass sich der Justizsprecher der SPÖ zu diesem Thema überhaupt nicht gemeldet hat. (Abg. Dr. Fekter: Er war ja gar nicht da den ganzen Vormittag!)
Abg. Mag. Wurm: Doch!
Er sitzt zeitweise im Saal, aber auf der Rednerliste zu diesem Thema steht er nicht. (Abg. Mag. Wurm: Doch!) – Bis jetzt war es so! Wenn es ihm jetzt einfällt, dann tut es mir ja fast Leid, denn so wichtig sind seine Aussagen sowieso nicht. (Abg. Dr. Jarolim: Sie sind ja so ein raffinierter ...!) – Das hat mit raffiniert überhaupt nichts zu tun. Es zeigt nur, dass Sie sich mit der Materie überhaupt nicht auseinander gesetzt haben, wie Frau Kollegin Hakl bereits gesagt hat. (Abg. Dr. Fekter: Er ist – wie immer – schlecht vorbereitet!) Sie haben ja auch im Ausschuss durch Nichtwissen geglänzt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ein Lob aus Ihrem Mund!)
Abg. Dr. Jarolim: Sie sind ja so ein raffinierter ...!
Er sitzt zeitweise im Saal, aber auf der Rednerliste zu diesem Thema steht er nicht. (Abg. Mag. Wurm: Doch!) – Bis jetzt war es so! Wenn es ihm jetzt einfällt, dann tut es mir ja fast Leid, denn so wichtig sind seine Aussagen sowieso nicht. (Abg. Dr. Jarolim: Sie sind ja so ein raffinierter ...!) – Das hat mit raffiniert überhaupt nichts zu tun. Es zeigt nur, dass Sie sich mit der Materie überhaupt nicht auseinander gesetzt haben, wie Frau Kollegin Hakl bereits gesagt hat. (Abg. Dr. Fekter: Er ist – wie immer – schlecht vorbereitet!) Sie haben ja auch im Ausschuss durch Nichtwissen geglänzt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ein Lob aus Ihrem Mund!)
Abg. Dr. Fekter: Er ist – wie immer – schlecht vorbereitet!
Er sitzt zeitweise im Saal, aber auf der Rednerliste zu diesem Thema steht er nicht. (Abg. Mag. Wurm: Doch!) – Bis jetzt war es so! Wenn es ihm jetzt einfällt, dann tut es mir ja fast Leid, denn so wichtig sind seine Aussagen sowieso nicht. (Abg. Dr. Jarolim: Sie sind ja so ein raffinierter ...!) – Das hat mit raffiniert überhaupt nichts zu tun. Es zeigt nur, dass Sie sich mit der Materie überhaupt nicht auseinander gesetzt haben, wie Frau Kollegin Hakl bereits gesagt hat. (Abg. Dr. Fekter: Er ist – wie immer – schlecht vorbereitet!) Sie haben ja auch im Ausschuss durch Nichtwissen geglänzt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ein Lob aus Ihrem Mund!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ein Lob aus Ihrem Mund!
Er sitzt zeitweise im Saal, aber auf der Rednerliste zu diesem Thema steht er nicht. (Abg. Mag. Wurm: Doch!) – Bis jetzt war es so! Wenn es ihm jetzt einfällt, dann tut es mir ja fast Leid, denn so wichtig sind seine Aussagen sowieso nicht. (Abg. Dr. Jarolim: Sie sind ja so ein raffinierter ...!) – Das hat mit raffiniert überhaupt nichts zu tun. Es zeigt nur, dass Sie sich mit der Materie überhaupt nicht auseinander gesetzt haben, wie Frau Kollegin Hakl bereits gesagt hat. (Abg. Dr. Fekter: Er ist – wie immer – schlecht vorbereitet!) Sie haben ja auch im Ausschuss durch Nichtwissen geglänzt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ein Lob aus Ihrem Mund!)
Abg. Dr. Puswald: Sie sind kein Mieter?! Stimmt das?
Jetzt mögen der Justizminister und seine Beamten ein bisschen weghören, wenn ich sage, die größte Hürde zum Zugang zum Recht der Mieter ist das Recht selbst. Ich muss Ihnen sagen: Man braucht ja einen Schriftgelehrten, um das zu verstehen und zu interpretieren, was mit den vielen gesetzlichen Regelungen gemeint ist. (Abg. Dr. Puswald: Sie sind kein Mieter?! Stimmt das?) – Jetzt darf der Justizminister wieder zuhören.
Zwischenrufe bei der SPÖ
Es ist also laut Bures so, dass der Zugang zum Recht bisher kostenlos war. So kostenlos, wie er bisher war, ist er für einen Großteil der Fälle sowieso, weil 85 Prozent oder fast 90 Prozent der Fälle ohnehin bei der Schlichtungsstelle landen (Zwischenrufe bei der SPÖ), deren Tätigkeit – auch wenn es die SPÖ anders trommelt, es gilt hier das Recht und nicht die Aussagen der SPÖ – auch weiterhin kostenfrei bleibt. Der überwiegende Teil der Fälle – 85 bis 90 Prozent – wird in der Schlichtungsstelle enderledigt.
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Schauen wir uns einmal den bisher gratis ermöglichten Zugang zum Recht an! Ein Mieter hat ein Problem in einem Gebäude und wendet sich an die Mietervereinigung. Der Zugang zum Recht soll kostenlos sein, habe ich gehört. Die Einschreibgebühr beträgt immerhin – es ist nicht so arg wie bei einem Golfklub – 43,60 €. Das ist die erste Hürde, der erste Kostenersatz. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) Ich bin kein Golfspieler, Kollege Puswald, aber ich habe ein besseres Handicap als du! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Schauen wir uns einmal den bisher gratis ermöglichten Zugang zum Recht an! Ein Mieter hat ein Problem in einem Gebäude und wendet sich an die Mietervereinigung. Der Zugang zum Recht soll kostenlos sein, habe ich gehört. Die Einschreibgebühr beträgt immerhin – es ist nicht so arg wie bei einem Golfklub – 43,60 €. Das ist die erste Hürde, der erste Kostenersatz. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) Ich bin kein Golfspieler, Kollege Puswald, aber ich habe ein besseres Handicap als du! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, bleiben Sie direkt bei den Schlichtungsstellen, die für Sie weiterhin gratis sind, und wählen Sie nicht den Umweg über die Mietervereinigung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Aber was ist mit den Kosten? Die Kosten stimmen! – Abg. Scheibner: Sehr teuer das Ganze!
Ich stelle richtig: Auftraggeber der Mietervereinigung sind jene Menschen, die Hilfe- und Ratsuchende sind, und die werden von der Mietervereinigung bei Gericht und beim OGH erfolgreich vertreten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Aber was ist mit den Kosten? Die Kosten stimmen! – Abg. Scheibner: Sehr teuer das Ganze!)
Abg. Dr. Fekter: Das war gestern, Herr Jarolim! Haben Sie wieder etwas verschlafen?
Herr Bundesminister! Ich bin erstaunt, mit welcher Unsachlichkeit und mit welcher nahezu schon betonenswerten Ausfälligkeit Sie heute hier gegen die Mietervereinigung zu Felde gezogen sind. Ich sage das deshalb, weil wir im Ausschuss, wo ich mich eigentlich mit der Mehrheit schon in einem Boot gesehen habe, festgestellt haben, dass Sie sich in puncto Unseriosität und Machtgier jedenfalls von den jüngsten Projekten des Innenministers Strasser sehr angenehm abheben. (Abg. Dr. Fekter: Das war gestern, Herr Jarolim! Haben Sie wieder etwas verschlafen?) Ich weiß nicht, ob das heute noch nach dem, was Sie hier im Zusammenhang mit dem Mieterschutz gesagt haben, aufrechterhalten werden kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Ich bin erstaunt, mit welcher Unsachlichkeit und mit welcher nahezu schon betonenswerten Ausfälligkeit Sie heute hier gegen die Mietervereinigung zu Felde gezogen sind. Ich sage das deshalb, weil wir im Ausschuss, wo ich mich eigentlich mit der Mehrheit schon in einem Boot gesehen habe, festgestellt haben, dass Sie sich in puncto Unseriosität und Machtgier jedenfalls von den jüngsten Projekten des Innenministers Strasser sehr angenehm abheben. (Abg. Dr. Fekter: Das war gestern, Herr Jarolim! Haben Sie wieder etwas verschlafen?) Ich weiß nicht, ob das heute noch nach dem, was Sie hier im Zusammenhang mit dem Mieterschutz gesagt haben, aufrechterhalten werden kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie für sich in Anspruch nehmen, einen derartigen zu beschmunzelnden Antrag einzubringen, dann müssen Sie der Opposition zugestehen, dass sie für sich beansprucht, dass es eigentlich sie war, die wieder einen gewissen Grundkonsens und Sachlichkeit in die Debatte über diese Gesetzesmaterie hineingebracht hat, und darauf können wir stolz sein. An dieser Stelle danken wir auch dem Herrn Bundesminister, der jedenfalls in der damaligen Debatte doch durch Sachbeiträge bestochen hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Für diejenigen, die es nicht verstanden haben, möchte ich dazusagen: Das ist das Gegenteil von dem, was Sie heute hier beschließen wollen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Kollegin Fekter! Sie finden es in den Materialien, lesen Sie es durch! Ich würde Sie wirklich ersuchen, dass wir auf dieser Basis diskutieren. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Beifall bei der SPÖ.
Also wenn er daran festhalten will, dann müsste man Ihren Vorschlag ablehnen. Wenn Sie ihn aufgeben wollen, dann sind Sie auf dem richtigen Weg, Herr Kollege Tancsits. Sie sollten dann aber als Mietervertreter auch sagen, dass Sie da einen völlig anderen Weg verfolgen, oder Sie sollten sich schämen, hier die Öffentlichkeit falsch informiert zu haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir wollen diesen Druck nicht, sondern wir wollen eine Mietervereinigung, die sachlich hilft. Herr Bundesminister, das nehmen Sie bitte zur Kenntnis! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Böhmdorfer
Ich gebe zu, es war in Erdberg einiges nicht in Ordnung, aber es ist vor allem am Unwillen auch der Justizverwaltung gescheitert, es dort zu korrigieren (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Böhmdorfer), und zwar durch zusätzliche Maßnahmen. Sie haben einem weltweiten Modellfall, nach welchem sehr viele Länder das österreichische Jugendgerichtswesen kopiert haben, sein Ende beschert. Ich habe es Ihnen, Herr Bundesminister, schon im Ausschuss gesagt: Das wird Ihnen hoffentlich noch viele schlaflose Nächte bereiten. Ich meine das nicht in gesundheitlicher Hinsicht, Herr Bundesminister, sondern nur dahin gehend, dass Sie deswegen Ihr schlechtes Gewissen belasten wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich gebe zu, es war in Erdberg einiges nicht in Ordnung, aber es ist vor allem am Unwillen auch der Justizverwaltung gescheitert, es dort zu korrigieren (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Böhmdorfer), und zwar durch zusätzliche Maßnahmen. Sie haben einem weltweiten Modellfall, nach welchem sehr viele Länder das österreichische Jugendgerichtswesen kopiert haben, sein Ende beschert. Ich habe es Ihnen, Herr Bundesminister, schon im Ausschuss gesagt: Das wird Ihnen hoffentlich noch viele schlaflose Nächte bereiten. Ich meine das nicht in gesundheitlicher Hinsicht, Herr Bundesminister, sondern nur dahin gehend, dass Sie deswegen Ihr schlechtes Gewissen belasten wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dieser unser heutiger Weg deckt sich mit vielen Wegen und vielen Vorgangsweisen dieser Koalition. Es soll niemand von vornherein Gefahr laufen, unter die Räder zu kommen. Das ist der Grund, warum wir da Vorsicht walten lassen wollen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe der Abgeordneten Dr. Fekter und Steibl: Wo ist denn der Matznetter jetzt? – Gegenruf bei der SPÖ.
Das Fair Value-Bewertungsgesetz sieht Bilanzierungsregeln für Unternehmen vor, die den Abschluss nach international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen aufstellen. Zweitens wären in der Richtlinie auch Auflagen für die Abschlussprüfung vorgesehen gewesen, was ja mittlerweile noch diskutiert wird. Und genau dieser Punkt betrifft eine Frage, mit der sich vor allem Herr Kollege Matznetter auseinander setzen und für die er sich besonders interessieren sollte, denn ich meine, dass ihn seine Vergangenheit eingeholt hat. (Rufe der Abgeordneten Dr. Fekter und Steibl: Wo ist denn der Matznetter jetzt? – Gegenruf bei der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Da schau her! – Abg. Dr. Fekter: Der ist auch verstrickt in diese Sache!
Kollege Matznetter war in den Jahren 1997 bis 1999 Steuerberater des skandalumwitterten SPÖ-nahen Vereins „Euroteam“, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Rufe bei der ÖVP: Da schau her! – Abg. Dr. Fekter: Der ist auch verstrickt in diese Sache!)
Abg. Steibl: ... Verschwendung! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wo ist denn der Matznetter? Da ist er hinausgegangen! – Gegenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: „Schwerer Betrug“ ist das bereits genannt worden! Ein tiefer Sumpf ist das ...! Und Jarolim war der Anwalt! – Gegenrufe bei der SPÖ.
„Matznetter war in den Jahren 1997 bis 1999 für das Rechnungswesen von Euroteam zuständig. So auch bei vier Projekten, die nun von der Staatsanwaltschaft laut der FORMAT exklusiv vorliegenden Anklageschrift als ‚Verbrechen des gewerbsmäßigen schweren Betrugs‘ und ‚Verbrechen der Bestimmung zur Untreue‘ angeklagt werden.“ (Abg. Steibl: ... Verschwendung! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wo ist denn der Matznetter? Da ist er hinausgegangen! – Gegenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: „Schwerer Betrug“ ist das bereits genannt worden! Ein tiefer Sumpf ist das ...! Und Jarolim war der Anwalt! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Schwerer Betrug!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich danke in diesem Zusammenhang ausdrücklich der Staatsanwaltschaft, namentlich Herrn Dr. Schön, dass es möglich war, sich in sehr kurzer Zeit durch diesen Skandal-Dschungel durchzuarbeiten und die Anklageschrift fertig zu stellen! (Abg. Dr. Fekter: Schwerer Betrug!) – Ja, schwerer Betrug. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich danke in diesem Zusammenhang ausdrücklich der Staatsanwaltschaft, namentlich Herrn Dr. Schön, dass es möglich war, sich in sehr kurzer Zeit durch diesen Skandal-Dschungel durchzuarbeiten und die Anklageschrift fertig zu stellen! (Abg. Dr. Fekter: Schwerer Betrug!) – Ja, schwerer Betrug. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Bleiben S’ bei der Wahrheit, Herr Kollege!
Mag. Gaßner: Bleiben Sie bei der Wahrheit!) Das war leider nicht möglich, weil sich die Opposition nämlich damals schon verweigert hat. (Abg. Mag. Gaßner: Bleiben S’ bei der Wahrheit, Herr Kollege!)
Abg. Dr. Wittmann: Zur Sache! Was hat das mit diesem Tagesordnungspunkt zu tun?
Sie wissen, Herr Kollege: Die „Euroteam“-Gruppe hat von der Republik Österreich „Förderungen in Höhe von 92,293 Millionen Schilling bezogen“. „Mehr als ein Drittel davon, nämlich 31,795 Millionen, dienten laut Staatsanwaltschaft bloß einem Ziel: ... die ‚wiederkehrende Begehung schwerer Betrügereien‘ und die ‚Abschöpfung von Budgetmitteln ...‘“ zu erreichen. – Zitat aus dem „FORMAT“, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Dr. Wittmann: Zur Sache! Was hat das mit diesem Tagesordnungspunkt zu tun?)
Abg. Dr. Fekter: Er hätte wissen müssen, was da passiert!
Und wer war Steuerberater in dieser Zeit? – Herr Kollege Matznetter! (Abg. Dr. Fekter: Er hätte wissen müssen, was da passiert!) Matznetter ließ sich sogar ein Inserat von den Auftraggebern bezahlen, und zwar mit dem Wortlaut: Von ihm kann man etwas lernen! – Bezahlt wurde damals vom AMS, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Dr. Fekter: Als Sachverständiger muss Matznetter gesehen haben, dass ...!
Die Frage, die im Raum steht – und da deckt sich auch meine Frage mit der des „FORMAT“ –: Wie viel Einblick hatte Matznetter? War er informiert über die Malversationen von „Euroteam“? (Abg. Dr. Fekter: Als Sachverständiger muss Matznetter gesehen haben, dass ...!) Ich kann sagen, ja, Matznetter war involviert, ist er doch im Jahre 1999, als das sozusagen schon am Höhepunkt war, der Firma nochmals zur Seite gesprungen und hat die Bilanzen neu aufgestellt. (Ruf bei der SPÖ: Zur Sache!)
Ruf bei der SPÖ: Zur Sache!
Die Frage, die im Raum steht – und da deckt sich auch meine Frage mit der des „FORMAT“ –: Wie viel Einblick hatte Matznetter? War er informiert über die Malversationen von „Euroteam“? (Abg. Dr. Fekter: Als Sachverständiger muss Matznetter gesehen haben, dass ...!) Ich kann sagen, ja, Matznetter war involviert, ist er doch im Jahre 1999, als das sozusagen schon am Höhepunkt war, der Firma nochmals zur Seite gesprungen und hat die Bilanzen neu aufgestellt. (Ruf bei der SPÖ: Zur Sache!)
Abg. Dr. Fekter: Schwerer Betrug!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Für mich gibt es in diesem Zusammenhang zwei mögliche Erklärungen. Erstens: Herr Kollege Matznetter versteht sein Handwerk als Steuerberater nicht, denn sonst hätte er doch auf Grund der Saldenbilanzen und der Kontierungen sehen müssen, woher das Geld kommt und wohin es geht. Und wenn Differenzen von 30 Millionen € auftauchen (Abg. Dr. Fekter: Schwerer Betrug!), dann hätte das einem rechtskundigen Steuerberater auffallen müssen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Für mich gibt es in diesem Zusammenhang zwei mögliche Erklärungen. Erstens: Herr Kollege Matznetter versteht sein Handwerk als Steuerberater nicht, denn sonst hätte er doch auf Grund der Saldenbilanzen und der Kontierungen sehen müssen, woher das Geld kommt und wohin es geht. Und wenn Differenzen von 30 Millionen € auftauchen (Abg. Dr. Fekter: Schwerer Betrug!), dann hätte das einem rechtskundigen Steuerberater auffallen müssen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Ruf bei der ÖVP: Ungeheuerlich!
Zweitens – wenn diese Feststellung nicht stimmen sollte –: Matznetter hatte sehr wohl Einblick in die Vorgänge und hat seine Klientel dabei unterstützt, die Vorgänge in den Bilanzen zu verschleiern. (Ruf bei der ÖVP: Ungeheuerlich!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In beiden Fällen eine schlechte, eine erschütternde Bilanz, die Kollege Matznetter zu legen in der Lage ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Das hat mit Bilanzen ... zu tun, und Matznetter hat die Bilanz gemacht!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gemeldet ist als nächster Redner Herr Abgeordneter Mag. Maier. – Herr Abgeordneter, ich traue mich jetzt nicht zu sagen, Sie sollen zur Sache sprechen, weil eben das, was vorgebracht wird, natürlich auch im nächsten Diskussionsbeitrag widerlegt werden kann. Entweder hätte ich schon vorher zur Sache rufen müssen (Abg. Dr. Fekter: Das hat mit Bilanzen ... zu tun, und Matznetter hat die Bilanz gemacht!) – oder ich muss eben beiden Gelegenheit geben, Stellung dazu zu nehmen.
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, ich appelliere an Sie, auch an Sie, Herr Bundesminister Böhmdorfer – ich weiß, am Montag gibt es diese Gespräche –, das einer Regelung zuzuführen, denn es ist unerträglich, wenn rückwirkend Familien gegenüber Forderungen gestellt werden, die nicht klein sind, geht es dabei doch – um das noch in Schilling auszudrücken – um Forderungen bis zu 100 000 S. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Puswald: Zur Sache, Frau Kollegin!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin sehr froh darüber, dass Herr Abgeordneter Trinkl im Zusammenhang mit dem Fair Value-Bewertungsgesetz, das wir jetzt behandeln, den „Euroteam“-Untersuchungsausschuss angeschnitten hat: Wir hatten ja leider keine Chance, das Ergebnis oder zumindest einen Zwischenbericht über „Euroteam“ ... (Abg. Dr. Puswald: Zur Sache, Frau Kollegin!) Das ist die Sache! Aufpassen, Herr Abgeordneter!
Abg. Öllinger: Stimmt!
Nochmals: Wir hatten keine Gelegenheit, das Thema „Euroteam“ hier zu behandeln. (Abg. Öllinger: Stimmt!) Da ich die Vorsitzende dieses Untersuchungsausschusses war, möchte ich nur sagen: Dort haben sich wirklich Abgründe aufgetan (Abg. Dr. Jarolim: Können Sie uns über Ihren Geburtstag auch etwas erzählen? – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ), wie in dieser Causa leichtfertig mit Steuergeldern umgegangen wurde! (Abg. Dr. Jarolim: Zur Sache!)
Abg. Dr. Jarolim: Können Sie uns über Ihren Geburtstag auch etwas erzählen? – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ
Nochmals: Wir hatten keine Gelegenheit, das Thema „Euroteam“ hier zu behandeln. (Abg. Öllinger: Stimmt!) Da ich die Vorsitzende dieses Untersuchungsausschusses war, möchte ich nur sagen: Dort haben sich wirklich Abgründe aufgetan (Abg. Dr. Jarolim: Können Sie uns über Ihren Geburtstag auch etwas erzählen? – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ), wie in dieser Causa leichtfertig mit Steuergeldern umgegangen wurde! (Abg. Dr. Jarolim: Zur Sache!)
Abg. Dr. Jarolim: Zur Sache!
Nochmals: Wir hatten keine Gelegenheit, das Thema „Euroteam“ hier zu behandeln. (Abg. Öllinger: Stimmt!) Da ich die Vorsitzende dieses Untersuchungsausschusses war, möchte ich nur sagen: Dort haben sich wirklich Abgründe aufgetan (Abg. Dr. Jarolim: Können Sie uns über Ihren Geburtstag auch etwas erzählen? – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ), wie in dieser Causa leichtfertig mit Steuergeldern umgegangen wurde! (Abg. Dr. Jarolim: Zur Sache!)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Jarolim, Sie waren ja am Anfang auch in diesem Untersuchungsausschuss; Sie kennen die Vorwürfe. – Dann allerdings mussten Sie gehen, weil Sie auf eine gewisse Art und Weise selbst in diese Sache verwickelt waren! (Zwischenruf bei der SPÖ.) Sie, Herr Abgeordneter Jarolim, konnten ja dort gar nicht verfolgen, was da noch alles herausgekommen ist! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Herr Abgeordneter Jarolim, Sie waren ja am Anfang auch in diesem Untersuchungsausschuss; Sie kennen die Vorwürfe. – Dann allerdings mussten Sie gehen, weil Sie auf eine gewisse Art und Weise selbst in diese Sache verwickelt waren! (Zwischenruf bei der SPÖ.) Sie, Herr Abgeordneter Jarolim, konnten ja dort gar nicht verfolgen, was da noch alles herausgekommen ist! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Abg. Dr. Fekter: Das ist der SPÖ-Sumpf! – Gegenrufe der Abgeordneten Dr. Puswald und Dr. Jarolim.
Und dann stellte sich heraus, dass der Rechnungsprüfer für diese „Euroteam“-Firmen niemand anderer als der Budgetsprecher der SPÖ, Herr Kollege Matznetter war! (Abg. Dr. Fekter: Das ist der SPÖ-Sumpf! – Gegenrufe der Abgeordneten Dr. Puswald und Dr. Jarolim.) Da frage ich mich wirklich: Was qualifiziert Kollegen Matznetter, sich hier immer wieder quasi als der steuerpolitische Oberlehrer hinzustellen, der Finanzminister Grasser sehr gerne auf die Finger klopft und immer alles besser weiß, wenn er, Matznetter, das „Euroteam“-Unternehmen geprüft hat, wo immerhin jetzt gegen den Hauptverantwortlichen eine Anklage von der Staatsanwaltschaft Wien ergangen ist, die ihn schwerster Verbrechen verdächtigt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: Den Kollegen Matznetter – oder wen meinen Sie? Wissen Sie überhaupt, wovon Sie reden?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: Den Kollegen Matznetter – oder wen meinen Sie? Wissen Sie überhaupt, wovon Sie reden?
Und dann stellte sich heraus, dass der Rechnungsprüfer für diese „Euroteam“-Firmen niemand anderer als der Budgetsprecher der SPÖ, Herr Kollege Matznetter war! (Abg. Dr. Fekter: Das ist der SPÖ-Sumpf! – Gegenrufe der Abgeordneten Dr. Puswald und Dr. Jarolim.) Da frage ich mich wirklich: Was qualifiziert Kollegen Matznetter, sich hier immer wieder quasi als der steuerpolitische Oberlehrer hinzustellen, der Finanzminister Grasser sehr gerne auf die Finger klopft und immer alles besser weiß, wenn er, Matznetter, das „Euroteam“-Unternehmen geprüft hat, wo immerhin jetzt gegen den Hauptverantwortlichen eine Anklage von der Staatsanwaltschaft Wien ergangen ist, die ihn schwerster Verbrechen verdächtigt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: Den Kollegen Matznetter – oder wen meinen Sie? Wissen Sie überhaupt, wovon Sie reden?)
Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Ja wo ist er denn?
Ich, Herr Abgeordneter Puswald, weiß genau, wovon ich spreche, und ich weiß auch, wovon ich spreche, wenn ich Ihnen beziehungsweise Kollegem Matznetter jetzt noch etwas vorhalte. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Ja wo ist er denn?) Kollege Matznetter hat es vorgezogen, jetzt nicht hier zu sein. (Abg. Dr. Wittmann: Jetzt weiß ich, warum Sie in Wien nicht gewählt wurden! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Wittmann: Jetzt weiß ich, warum Sie in Wien nicht gewählt wurden! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich, Herr Abgeordneter Puswald, weiß genau, wovon ich spreche, und ich weiß auch, wovon ich spreche, wenn ich Ihnen beziehungsweise Kollegem Matznetter jetzt noch etwas vorhalte. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Ja wo ist er denn?) Kollege Matznetter hat es vorgezogen, jetzt nicht hier zu sein. (Abg. Dr. Wittmann: Jetzt weiß ich, warum Sie in Wien nicht gewählt wurden! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ihnen von der SPÖ beziehungsweise Herrn Kollegem Matznetter halte ich vor, dass er sich auf Kosten der Steuerzahler, und zwar auf Kosten des Arbeitsmarktservice, auch noch Farbinserate hat zahlen lassen! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das heißt also, Matznetter weiß überhaupt nicht, wie man sorgfältig mit Steuergeldern umgeht, versucht aber hier, den sorgfältigen Budgetsprecher zu spielen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Und bilanzieren kann er auch nicht! – Gegenrufe der Abgeordneten Dr. Puswald und Dr. Jarolim. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Warum seid ihr denn so nervös?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Und bilanzieren kann er auch nicht! – Gegenrufe der Abgeordneten Dr. Puswald und Dr. Jarolim. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Warum seid ihr denn so nervös?
Ihnen von der SPÖ beziehungsweise Herrn Kollegem Matznetter halte ich vor, dass er sich auf Kosten der Steuerzahler, und zwar auf Kosten des Arbeitsmarktservice, auch noch Farbinserate hat zahlen lassen! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das heißt also, Matznetter weiß überhaupt nicht, wie man sorgfältig mit Steuergeldern umgeht, versucht aber hier, den sorgfältigen Budgetsprecher zu spielen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Und bilanzieren kann er auch nicht! – Gegenrufe der Abgeordneten Dr. Puswald und Dr. Jarolim. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Warum seid ihr denn so nervös?)
Die Abgeordneten Dr. Jarolim und Dr. Puswald: Sie sollen zur Sache reden ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Klopfen Sie von der SPÖ sich lieber an die Brust – und versuchen Sie, eine Änderung in Bezug auf Ihre Bereichssprecher durchzuführen, statt dass Sie mir da immer dazwischen reden, Herr Abgeordneter! (Die Abgeordneten Dr. Jarolim und Dr. Puswald: Sie sollen zur Sache reden ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: Zur Sache!
Dass Ihnen das alles unangenehm ist, was ich sage, das sehe ich schon ein, denn wer will sich schon gerne vorhalten lassen, dass der Budgetsprecher Farbinserate auf Kosten des AMS für seine Treuhandfirma schalten lässt! Damit Sie es noch einmal wissen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: Zur Sache!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber vielleicht beruhigen Sie sich wieder, und ich komme jetzt zu einem weniger emotionalen Thema, und zwar zu einem anderen aus dem Justizkapitel, das wir heute besprechen. Es geht um die Beweisaufnahme im Ausland ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist sehr schwer!
Ich bitte die Kollegen, jetzt nicht zu unterbrechen (Abg. Dr. Jarolim: Das ist sehr schwer!) – und Frau Kollegin Partik-Pablé hat ohnehin schon angekündigt, dass sie jetzt das Thema wechselt. Wir können das jetzt ganz harmonisch weiterführen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Da haben wir ja bisher mit Rechtshilfeersuchen arbeiten müssen – und mit manchen Ländern hat das gut funktioniert, mit anderen Ländern hingegen nicht. Oft musste man jahrelang warten, bis ein Rechtshilfeersuchen beantwortet wurde. Jetzt wird es, und zwar über Initiative der EU, die Möglichkeit geben, dass ein ausländisches Ermittlungsorgan, also ein Richter bei uns in Österreich oder auch ein österreichischer Richter im Ausland selbst, bei einem Mitgliedstaat die Erhebungen durchführt, und zwar unter ganz bestimmten Bedingungen. Das ist eben hier in der Änderung der Jurisdiktionsnorm enthalten, und ich glaube, das wird auf alle Fälle dazu beitragen, dass Verfahren beschleunigt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Matznetter betritt soeben den Sitzungssaal! – Ruf bei der ÖVP: Da ist er ja! Jetzt können wir ihn fragen ...!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Fekter. – Bitte. (Abg. Dr. Matznetter betritt soeben den Sitzungssaal! – Ruf bei der ÖVP: Da ist er ja! Jetzt können wir ihn fragen ...!)
Abg. Dr. Puswald: Das würde ich nicht!
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Ich möchte an die Ausführungen von Kollegin Partik-Pablé anschließen (Abg. Dr. Puswald: Das würde ich nicht!) und sagen, dass ich auch jene internationale Regelung für sehr bedeutend halte, wonach wir im Hinblick auf Beweisermittlungen neue Regelungen schaffen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Insbesondere an der Gegenseitigkeit sind wir interessiert, weil ja auch unsere Gerichte gelegentlich Beweise im Ausland aufnehmen möchten. Wir geben mit dieser Novelle – das hat Kollegin Partik-Pablé schon erwähnt – einen Teil unserer Souveränität auf, wenn wir fremden Gerichten erlauben, bei uns tätig zu werden. Wir geben aber nicht unsere rechtsstaatlichen Grundprinzipien auf. Daher glaube ich, dass man dieses Prinzip auch für die Zukunft beibehalten muss, nämlich: internationale Zusammenarbeit ja – aber nicht auf Kosten unserer Rechtsstaatlichkeit. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Er hat die Bilanzen gemacht, darum ist sein Name drin!
Aber auch Abgeordnete der ÖVP waren dabei, zum Beispiel Frau Abgeordnete Pecher. (Abg. Dr. Fekter: Er hat die Bilanzen gemacht, darum ist sein Name drin!) Auch Unternehmen wie Umdasch waren bei dieser Inseratenkampagne dabei. Daraus etwas zu konstruieren, was einem strafrechtlichen Tatbestand nahe kommt (Abg. Dr. Fekter: ... dort hat es keine Betrügereien gegeben! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), das ist tiefste Schublade und eine bewusste Schlechtmachung eines Angehörigen dieses Hauses, ohne dass man einen Zusammenhang herstellen kann. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: ... dort hat es keine Betrügereien gegeben! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Aber auch Abgeordnete der ÖVP waren dabei, zum Beispiel Frau Abgeordnete Pecher. (Abg. Dr. Fekter: Er hat die Bilanzen gemacht, darum ist sein Name drin!) Auch Unternehmen wie Umdasch waren bei dieser Inseratenkampagne dabei. Daraus etwas zu konstruieren, was einem strafrechtlichen Tatbestand nahe kommt (Abg. Dr. Fekter: ... dort hat es keine Betrügereien gegeben! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), das ist tiefste Schublade und eine bewusste Schlechtmachung eines Angehörigen dieses Hauses, ohne dass man einen Zusammenhang herstellen kann. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber auch Abgeordnete der ÖVP waren dabei, zum Beispiel Frau Abgeordnete Pecher. (Abg. Dr. Fekter: Er hat die Bilanzen gemacht, darum ist sein Name drin!) Auch Unternehmen wie Umdasch waren bei dieser Inseratenkampagne dabei. Daraus etwas zu konstruieren, was einem strafrechtlichen Tatbestand nahe kommt (Abg. Dr. Fekter: ... dort hat es keine Betrügereien gegeben! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), das ist tiefste Schublade und eine bewusste Schlechtmachung eines Angehörigen dieses Hauses, ohne dass man einen Zusammenhang herstellen kann. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Aber er war es doch, der Bilanzen ...! Das ist doch ganz etwas anderes!
Dass jemand eine Steuerberatung für ein zu diesem Zeitpunkt florierendes Unternehmen übernimmt und dass dieses Unternehmen dann irgendwann einmal einen Straftatbestand verwirklicht, das kann man doch wirklich niemandem zur Last legen! Ich sage Ihnen, ich habe als Anwalt auch schon Mörder vertreten, und daraus kann man auch nicht konstruieren, dass ich einen Straftatbestand gesetzt hätte. (Abg. Dr. Fekter: Aber er war es doch, der Bilanzen ...! Das ist doch ganz etwas anderes!)
Abg. Dr. Fekter: Er hat doch die Bilanzen gemacht!
In diesem Sinne sollte man also sehr vorsichtig sein. (Abg. Dr. Fekter: Er hat doch die Bilanzen gemacht!) Das ist tiefstes Niveau, Sie begeben sich immer tiefer in diesen Sumpf und setzen das Niveau immer tiefer. (Abg. Dr. Fekter: Tiefes Niveau ist von der SPÖ!) – Reden Sie nur weiter, Sie reden sich um Kopf und Kragen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Tiefes Niveau ist von der SPÖ!
In diesem Sinne sollte man also sehr vorsichtig sein. (Abg. Dr. Fekter: Er hat doch die Bilanzen gemacht!) Das ist tiefstes Niveau, Sie begeben sich immer tiefer in diesen Sumpf und setzen das Niveau immer tiefer. (Abg. Dr. Fekter: Tiefes Niveau ist von der SPÖ!) – Reden Sie nur weiter, Sie reden sich um Kopf und Kragen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
In diesem Sinne sollte man also sehr vorsichtig sein. (Abg. Dr. Fekter: Er hat doch die Bilanzen gemacht!) Das ist tiefstes Niveau, Sie begeben sich immer tiefer in diesen Sumpf und setzen das Niveau immer tiefer. (Abg. Dr. Fekter: Tiefes Niveau ist von der SPÖ!) – Reden Sie nur weiter, Sie reden sich um Kopf und Kragen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: ... aber überhaupt nicht!
Zu Frau Partik-Pablé möchte ich sagen: Nach ihrem Redebeitrag ist mir klar geworden, warum sie in Wien so ein Wahlergebnis hatte. (Abg. Dr. Fekter: ... aber überhaupt nicht!) Wenn man nur anschüttet, dann wird eben nichts herauskommen. Das ist nun einmal so, und das wird auch immer so bleiben. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.
Zu Frau Partik-Pablé möchte ich sagen: Nach ihrem Redebeitrag ist mir klar geworden, warum sie in Wien so ein Wahlergebnis hatte. (Abg. Dr. Fekter: ... aber überhaupt nicht!) Wenn man nur anschüttet, dann wird eben nichts herauskommen. Das ist nun einmal so, und das wird auch immer so bleiben. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, es ist schade, dass man diesen Weg weitergeht, es ist schade, dass man hier einen bewährten österreichischen Justizweg verlässt, und es ist schade, dass man vernünftigen Argumenten nicht zugänglich war. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Großen und Ganzen finden vier der Tagesordnungspunkte, die Gegenstand dieser Debatte sind, unsere Zustimmung, aber dieses Gesetz nicht. Die anderen Punkte sind, wie erwähnt, durchaus eine Erweiterung des Justizbereiches in die richtige Richtung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Nein!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Der stellvertretende Klubobmann der SPÖ macht mich darauf aufmerksam, dass es so gehört wurde, als hätte Frau Abgeordnete Dr. Fekter dem Kollegen Matznetter schweren Betrug vorgeworfen. Ich muss sagen, ich habe es nicht so gehört. (Abg. Dr. Fekter: Nein!) Aber ich werde das anhand des Protokolls überprüfen, und damit ist die Sache geklärt. (Abg. Dr. Fekter: Ich habe das „Euroteam“ ...!)
Abg. Dr. Fekter: Ich habe das „Euroteam“ ...!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Der stellvertretende Klubobmann der SPÖ macht mich darauf aufmerksam, dass es so gehört wurde, als hätte Frau Abgeordnete Dr. Fekter dem Kollegen Matznetter schweren Betrug vorgeworfen. Ich muss sagen, ich habe es nicht so gehört. (Abg. Dr. Fekter: Nein!) Aber ich werde das anhand des Protokolls überprüfen, und damit ist die Sache geklärt. (Abg. Dr. Fekter: Ich habe das „Euroteam“ ...!)
Abg. Rädler: Er wird es ja selber wissen, der Kollege! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich möchte nur sagen, wie das zu handhaben ist: Jeder im Saal hat das Recht, einen Ordnungsruf zu verlangen. In diesem Fall wäre er zu erteilen, wenn ein Abgeordneter einem anderen Abgeordneten schweren Betrug vorwirft. Ich habe es so nicht gehört, aber ich werde es überprüfen. Wenn ich im Laufe des Tages keinen Ordnungsruf erteile, dann ist es auch nicht so gesagt worden. (Abg. Rädler: Er wird es ja selber wissen, der Kollege! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Matznetter: Warum nicht?
Liebe Kollegen von der SPÖ und Kollege Matznetter! Im Zusammenhang mit Konzernen, die international tätig sind und an der Börse notieren, werde ich jetzt nicht YLine anführen, werde nicht die Frage der Prüfung von YLine durch die Kanzlei Matznetter anführen (Abg. Dr. Matznetter: Warum nicht?) und werde auch nicht die Volksweisheit zitieren, dass einmal keinmal und zweimal ein Mal zu viel sein könnte. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Matznetter: Warum nicht, Herr Kollege? Sagen Sie es! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der ÖVP und Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Matznetter: Warum nicht, Herr Kollege? Sagen Sie es! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der ÖVP und Abg. Dr. Matznetter.
Liebe Kollegen von der SPÖ und Kollege Matznetter! Im Zusammenhang mit Konzernen, die international tätig sind und an der Börse notieren, werde ich jetzt nicht YLine anführen, werde nicht die Frage der Prüfung von YLine durch die Kanzlei Matznetter anführen (Abg. Dr. Matznetter: Warum nicht?) und werde auch nicht die Volksweisheit zitieren, dass einmal keinmal und zweimal ein Mal zu viel sein könnte. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Matznetter: Warum nicht, Herr Kollege? Sagen Sie es! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der ÖVP und Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Matznetter: ... tue ich gern!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Justizminister! Es wird einem ja nicht wirklich leicht gemacht, ausschließlich positive Anmerkungen zu Vorlagen, die von den Mehrheitsfraktionen und von der Regierung ins Haus kommen, zu machen, wenn dann Kollege Ikrath mit seinem Redebeitrag wieder so endet. Ich möchte mich in diesen Konflikt vorläufig nicht einmischen, aber eines sage ich Ihnen schon: Wenn Sie hier noch fünf Mal „YLine“ sagen, dann werden wir eben wieder verstärkten Bedarf haben, Untersuchungsausschüsse zu diskutieren, die Rolle des Finanzministers und anderer Personen. Da können wir das dann mit aufklären. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Matznetter: ... tue ich gern!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sind Sie der Verfahrenshelfer von Abgeordneten?
Demokratie schadet! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sind Sie der Verfahrenshelfer von Abgeordneten?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Verfahrenshelfer von Matznetter! – Abg. Mag. Molterer: Was ist der Tarif von einem Pflichtverteidiger?
Aber es ist ja, wie erwähnt, wirklich schwierig, hier ausschließlich positive Dinge anbringen zu wollen. Sie tun da Ihr Bestes als Fundamental-Regierungsvertreter, zumindest von fundamentalen Regierungswalzen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Verfahrenshelfer von Matznetter! – Abg. Mag. Molterer: Was ist der Tarif von einem Pflichtverteidiger?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Daher, wenn Sie so wollen: unsere Anerkennung, unsere Zustimmung. Ich kann allerdings nicht verstehen, wieso bald schon jede Gelegenheit benutzt wird, um gerade von Ihrer Seite diverse Skandale zu monieren. Bei der Kontrollverweigerung, die Sie betreiben, sollten Sie da zunächst in sich gehen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Wittauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Puswald –: Aber red ja nicht über die Bundesbahn!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Puswald. Er hat das Wort. (Abg. Wittauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Puswald –: Aber red ja nicht über die Bundesbahn!)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Hohes Haus! Wenn es nach Frau Kollegin Fekter und Herrn Präsidenten Khol geht, müsste ich als ÖBBler sagen: „Puswald entgleist“. Das hätten Sie gerne – leider ist das Gegenteil die Wahrheit: Entgleisen tut nämlich die ÖVP, gemeinsam mit der FPÖ und dem Herrn „Reformminister“, wenn man die Dinge etwas genauer betrachtet. (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Abg. Dr. Fekter: Ist es auch!
Ich nehme jetzt die jüngste Aussendung von Frau Dr. Fekter her, die von „Jahrhundertreform“ spricht. (Abg. Dr. Fekter: Ist es auch!) Danach ist dieses Paket die größte Reform, die jemals im Justizbereich vorgenommen wurde. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Da möchte ich den Herrschaften etwas sagen: Bruno Kreisky hat einmal gesagt: „Lernen Sie Geschichte!“, und das kann ich auch den Herrschaften der Regierungsparteien anvertrauen. Tun Sie das und erinnern Sie sich, wer wirklich Reformkraft hatte: Das war immer nur die Sozialdemokratie! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Ich nehme jetzt die jüngste Aussendung von Frau Dr. Fekter her, die von „Jahrhundertreform“ spricht. (Abg. Dr. Fekter: Ist es auch!) Danach ist dieses Paket die größte Reform, die jemals im Justizbereich vorgenommen wurde. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Da möchte ich den Herrschaften etwas sagen: Bruno Kreisky hat einmal gesagt: „Lernen Sie Geschichte!“, und das kann ich auch den Herrschaften der Regierungsparteien anvertrauen. Tun Sie das und erinnern Sie sich, wer wirklich Reformkraft hatte: Das war immer nur die Sozialdemokratie! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich nehme jetzt die jüngste Aussendung von Frau Dr. Fekter her, die von „Jahrhundertreform“ spricht. (Abg. Dr. Fekter: Ist es auch!) Danach ist dieses Paket die größte Reform, die jemals im Justizbereich vorgenommen wurde. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Da möchte ich den Herrschaften etwas sagen: Bruno Kreisky hat einmal gesagt: „Lernen Sie Geschichte!“, und das kann ich auch den Herrschaften der Regierungsparteien anvertrauen. Tun Sie das und erinnern Sie sich, wer wirklich Reformkraft hatte: Das war immer nur die Sozialdemokratie! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es freut mich, dass Sie hier auch einen Beitrag zum Fasching leisten. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wenn Sie sich allein die Paragraphenanzahl Ihrer „großen Gesetzesreform“, die wir heute beschließen, anschauen, dann werden Sie merken, dass allein die Neuordnung des Strafrechts unter Christian Broda schon von der Quantität her Sie bei weitem übertrifft. Und von der Qualität wollen wir überhaupt nicht sprechen! Die „Qualität“ dieser Gesetze zeichnet sich einmal mehr dadurch aus, dass das, was Sie, sehr geehrte Frau Dr. Fekter, mir als Husch-Pfusch und Biertisch-Jargon unterstellen, leider wahr ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es freut mich, dass Sie hier auch einen Beitrag zum Fasching leisten. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wenn Sie sich allein die Paragraphenanzahl Ihrer „großen Gesetzesreform“, die wir heute beschließen, anschauen, dann werden Sie merken, dass allein die Neuordnung des Strafrechts unter Christian Broda schon von der Quantität her Sie bei weitem übertrifft. Und von der Qualität wollen wir überhaupt nicht sprechen! Die „Qualität“ dieser Gesetze zeichnet sich einmal mehr dadurch aus, dass das, was Sie, sehr geehrte Frau Dr. Fekter, mir als Husch-Pfusch und Biertisch-Jargon unterstellen, leider wahr ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Wir diskutieren aber jetzt das Gericht in Traun! Ist Ihnen das entgangen?
Wahr ist leider, dass am 6. Juni über Mehrheitswunsch der Regierungsparteien in diesem Hause der Jugendgerichtshof zerschlagen wurde. – Jetzt, nicht einmal ein halbes Jahr später, kommt der Herr Justizminister drauf: Wir müssen das Jugendgerichtsgesetz wieder novellieren. Wenn das nicht Husch-Pfusch ist, dann frage ich mich: Was geschieht eigentlich im Justizministerium? – Das alles nicht einmal ein halbes Jahr später! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Wir diskutieren aber jetzt das Gericht in Traun! Ist Ihnen das entgangen?)
Abg. Dr. Fekter: Schon wieder nicht vorbereitet!
Das Gericht in Traun, liebe Frau Kollegin, ist mir nicht entgangen, und darauf wollte ich gerade kommen. (Abg. Dr. Fekter: Schon wieder nicht vorbereitet!) Das zeigt nämlich das interessante Verhältnis des Herrn Justizministers zur Justiz: Da wird mit Gerichten wie mit Schachfiguren verfahren, mit Richterposten wie auf dem Schachbrett gehandelt – und das von einem Justizminister, der sich an die Fahnen heftet, die Justiz
Abg. Dr. Trinkl: Sie sind nicht informiert! Sie sollten sich informieren!
reformieren und die Verfahren beschleunigen zu wollen. (Abg. Dr. Trinkl: Sie sind nicht informiert! Sie sollten sich informieren!)
Abg. Neudeck: Beim Schach gibt es keinen Elfmeter!
Wenn Sie sich vor Augen halten, dass Sie nicht einmal 2 000 Richter und Staatsanwälte haben (Abg. Neudeck: Beim Schach gibt es keinen Elfmeter!), und selbst wenn Sie die alle wegrationalisieren, aber im Budget nichts passiert, dann kann ich nur sagen: Das ist eine Ideenlosigkeit des Herrn Justizministers, die ihresgleichen sucht! Wenn das auch noch von der ÖVP unterstützt wird, dann kann ich nur sagen: Wir Sozialdemokraten stehen hinter den Richtern und Staatsanwälten, wir stehen hinter der Justiz, und wir sind dafür, dass die Justiz mit allen Mitteln gestärkt und nicht auch noch geschwächt wird! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie sich vor Augen halten, dass Sie nicht einmal 2 000 Richter und Staatsanwälte haben (Abg. Neudeck: Beim Schach gibt es keinen Elfmeter!), und selbst wenn Sie die alle wegrationalisieren, aber im Budget nichts passiert, dann kann ich nur sagen: Das ist eine Ideenlosigkeit des Herrn Justizministers, die ihresgleichen sucht! Wenn das auch noch von der ÖVP unterstützt wird, dann kann ich nur sagen: Wir Sozialdemokraten stehen hinter den Richtern und Staatsanwälten, wir stehen hinter der Justiz, und wir sind dafür, dass die Justiz mit allen Mitteln gestärkt und nicht auch noch geschwächt wird! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: ... nicht sagen! Wir machen es eh selbst!
Wenn Sie meinen, die Justiz reformieren zu wollen, dann lassen Sie sich bitte etwas Intelligenteres einfallen! (Abg. Dr. Fekter: ... nicht sagen! Wir machen es eh selbst!) Dann lassen Sie sich doch etwas einfallen, was die Richter nicht derart brüskiert, dass sie vor einer Woche einen „Notstandstag“ ausrufen mussten, dass dort die Emotionen übergehen und dass dort ein Justizminister die Stützen der Demokratie, nämlich die Vertreter der Justiz, derart brüskiert, dass er kurzerhand sozusagen den Koffer nehmen und gehen musste. (Abg. Dr. Fekter: ... überprüfen das schon die längste Zeit!) Ein Justizminister, der sich vor der Justiz verstecken und aus dem Justizpalast flüchten muss, ist eine Schande für diese Republik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hallo, was soll denn das? Was ist das für eine Wortwahl? Das ist ja ungeheuerlich!)
Abg. Dr. Fekter: ... überprüfen das schon die längste Zeit!
Wenn Sie meinen, die Justiz reformieren zu wollen, dann lassen Sie sich bitte etwas Intelligenteres einfallen! (Abg. Dr. Fekter: ... nicht sagen! Wir machen es eh selbst!) Dann lassen Sie sich doch etwas einfallen, was die Richter nicht derart brüskiert, dass sie vor einer Woche einen „Notstandstag“ ausrufen mussten, dass dort die Emotionen übergehen und dass dort ein Justizminister die Stützen der Demokratie, nämlich die Vertreter der Justiz, derart brüskiert, dass er kurzerhand sozusagen den Koffer nehmen und gehen musste. (Abg. Dr. Fekter: ... überprüfen das schon die längste Zeit!) Ein Justizminister, der sich vor der Justiz verstecken und aus dem Justizpalast flüchten muss, ist eine Schande für diese Republik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hallo, was soll denn das? Was ist das für eine Wortwahl? Das ist ja ungeheuerlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hallo, was soll denn das? Was ist das für eine Wortwahl? Das ist ja ungeheuerlich!
Wenn Sie meinen, die Justiz reformieren zu wollen, dann lassen Sie sich bitte etwas Intelligenteres einfallen! (Abg. Dr. Fekter: ... nicht sagen! Wir machen es eh selbst!) Dann lassen Sie sich doch etwas einfallen, was die Richter nicht derart brüskiert, dass sie vor einer Woche einen „Notstandstag“ ausrufen mussten, dass dort die Emotionen übergehen und dass dort ein Justizminister die Stützen der Demokratie, nämlich die Vertreter der Justiz, derart brüskiert, dass er kurzerhand sozusagen den Koffer nehmen und gehen musste. (Abg. Dr. Fekter: ... überprüfen das schon die längste Zeit!) Ein Justizminister, der sich vor der Justiz verstecken und aus dem Justizpalast flüchten muss, ist eine Schande für diese Republik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hallo, was soll denn das? Was ist das für eine Wortwahl? Das ist ja ungeheuerlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Herr Präsident! „Schande für diese Republik“ – da gibt es nichts? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wie ist es da mit einer Rüge für den Herrn Abgeordneten?
Meine Damen und Herren! So ein Justizminister ist etwas, was ich mir nicht wünsche, und er verdient erst recht nicht die Bezeichnung „Reformminister“! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Herr Präsident! „Schande für diese Republik“ – da gibt es nichts? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wie ist es da mit einer Rüge für den Herrn Abgeordneten?)
Abg. Öllinger: Der ist ja nicht zuständig!
Unser Problem war, dass uns für die Kassenfinanzierung das Geld abgegangen ist. Es wäre interessant, wenn man sich noch einmal daran erinnert, wie das damals war. Herr Staatssekretär, vielleicht können Sie heute noch etwas dazu sagen, genau jetzt, wo ja eigentlich neue Quellen sprudeln sollen. Ich weiß ja nicht, was der Herr Sozialminister sagt. – Er ist jetzt naturgemäß nicht anwesend, aber er hat ja bis zum Schluss gemeint, dass er das durchgesetzt hat. (Abg. Öllinger: Der ist ja nicht zuständig!) – Das mag ja sein, aber er hätte sozusagen von der Dotierungsseite her etwas davon, wenn es zweckgebunden wäre.
Abg. Sburny: Das ist leicht möglich! – Abg. Öllinger: Sehr leicht möglich!
Herbert Haupt ist ja bis zum Schluss davon ausgegangen, dass das so ist. Vielleicht sollten Sie auch ihn aufklären, vielleicht weiß er noch weniger als ich, denn er hat seine Meinung auch nie mehr korrigiert. (Abg. Sburny: Das ist leicht möglich! – Abg. Öllinger: Sehr leicht möglich!) Haupt ist das letzte Mal mit der Aussage zu dieser Sache gesichtet und gehört worden, dass das zweckgebunden ist. Vielleicht kann man da auch innerhalb der Regierung entsprechende Aufklärung betreiben. Das wäre ja ein netter Anlass, das Problem noch einmal aufzuwerfen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abschließend: Ganz toll finde ich – und das sollte man mit dem Herrn Bundeskanzler diskutieren, der ja jetzt ständig im Flugzeug zu diversen Regierungschefs unterwegs ist – die Stimmrechte nach der EU-Erweiterung in der EZB. Die EZB-Rotation teilt die Euro-Zone in Klassen, heißt es. – Super! Die großen Länder haben eine andere Rolle als die kleinen, und es gibt ein Rotationssystem. Beides will der Herr Bundeskanzler nicht. – Gut, dass er nicht da ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Und ein schlechter Inlandskonsum!
Wir haben im letzten Jahr zum ersten Mal neben dem traditionellen Zahlungsbilanzüberschuss auch einen Handelsbilanzüberschuss, und der konnte wahrscheinlich nur dadurch erreicht werden, dass es nicht nur gelungen ist, die Exporte zu fördern, indem exportstarke Unternehmen Anreize erhalten haben, sondern dass die mittelständische Wirtschaft die Möglichkeit erhalten hat, stärker zu exportieren. (Abg. Dr. Matznetter: Und ein schlechter Inlandskonsum!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Ein paar Worte zum Thema EUROFIMA: Ich begrüße das. Es geht um eine Ausweitung des Haftungsrahmens, damit die ÖBB in Zukunft ihre finanziellen Abwicklungen besser durchführen und auch ihren Kreditbedarf entsprechend bedienen kann. Ich möchte vor allem auch deshalb kurz dazu Stellung nehmen, weil es, so meine ich wenigstens, selbstverständlich unser aller Anliegen ist, für die Bundesbahn die notwendigen modernen Voraussetzungen für die Zukunft zu schaffen. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Broukal: Solidarität! Also etwas, das Sie nicht kennen!
Ich spreche das auch deswegen an, weil mir gerade vor kurzem ein Aufruf in die Hände geraten ist, ein Aufruf von OMV-Betriebsräten, in dem der Zentralbetriebsratsvorsitzende, ein prominenter SPÖ-Betriebsrat, alle OMV-Betriebsräte ersucht, am Donnerstag, den 13. November, um 10.30 Uhr zum Südbahnhof zu kommen. – Jetzt frage ich mich: Was tun die wirklich dort? Geht es vielleicht darum, dass sie sich darum bemühen, Verständnis für die Transportnotwendigkeiten der OMV auf der Bahn zu wecken, oder steckt etwas anderes dahinter? – Ich fürchte, es steckt etwas anderes dahinter! (Abg. Broukal: Solidarität! Also etwas, das Sie nicht kennen!)
Abg. Broukal: Bei der OMV geschieht dies aber im Einvernehmen mit den Dienstnehmern!
Solidarität – das hätte ich erwartet, und genau das verstehe ich jetzt eben nicht. Sie wissen sicherlich, dass bei der OMV gerade eine ähnliche Maßnahme umgesetzt wird, wie sie für die Bundesbahn geplant ist, nämlich dass oben eine Holding eingezogen wird und darunter GesmbHs errichtet werden, also genau das, was Sie hier bei der ÖBB als „Zerschlagung“ bezeichnen. (Abg. Broukal: Bei der OMV geschieht dies aber im Einvernehmen mit den Dienstnehmern!) Bei der OMV wird also gerade das als der moderne Ansatz erkannt, um damit in Zukunft besser auf dem Markt operieren zu können. (Abg. Auer: Darum geht es auch so gut!)
Abg. Auer: Darum geht es auch so gut!
Solidarität – das hätte ich erwartet, und genau das verstehe ich jetzt eben nicht. Sie wissen sicherlich, dass bei der OMV gerade eine ähnliche Maßnahme umgesetzt wird, wie sie für die Bundesbahn geplant ist, nämlich dass oben eine Holding eingezogen wird und darunter GesmbHs errichtet werden, also genau das, was Sie hier bei der ÖBB als „Zerschlagung“ bezeichnen. (Abg. Broukal: Bei der OMV geschieht dies aber im Einvernehmen mit den Dienstnehmern!) Bei der OMV wird also gerade das als der moderne Ansatz erkannt, um damit in Zukunft besser auf dem Markt operieren zu können. (Abg. Auer: Darum geht es auch so gut!)
Abg. Broukal: Da muss sich eine Unternehmensleitung aber auch einmal dazu bereit finden!
Eine solche Solidarität wäre hier erforderlich, aber Solidarität in einem modernen Sinn – und nicht einfach „Solidarität“, die sich gegen alle wirtschaftliche Vernunft stellt. In diesem Sinne wäre es ganz, ganz wichtig, dass man wirklich vorurteilsfrei denkt, zu ergründen versucht, was die Ursachen bestimmter Maßnahmen sind – und dann auch die entsprechenden politischen und rechtlichen Konsequenzen zieht. (Abg. Broukal: Da muss sich eine Unternehmensleitung aber auch einmal dazu bereit finden!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir werden weiterhin versuchen, der Modernität nicht nur Vorschub zu leisten, sondern diese herbeizuführen, weil man mit einer Gesinnung, die alles abbremst und blockiert im wirtschaftlichen Bereich zweifellos nicht weiterkommt: weder international noch national. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Freiheitlichen.
In diesem Sinne haben wir das auch im Finanzausschuss diskutiert, und ich freue mich, dass es eine Einigung aller Fraktionen im Wirtschafts- und im Finanzausschuss darüber gegeben hat, dieses Thema auch einmal auf einer Veranstaltung mit Experten und Expertinnen zu diskutieren, um so auch auf parlamentarischer Ebene den Prozess weiterzuführen, damit wir in Zukunft besser sehen können, auf welcher Basis, auf welchen Grundlagen wir hier eigentlich Entscheidungen treffen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher das dringende Ersuchen in diesem Bereich: Wir werden diesem Bereich in zweiter Lesung zustimmen, damit aber das dringende Ersuchen verbinden, auch im Rahmen des ECOFIN, in den Übergangsregelungen mit den neuen Beitrittsländern darauf zu drängen, dass alle Staaten die Mindestbesteuerungssätze einhalten. Wir müssen Schluss machen mit dem dauernden Wettbewerb unter den EU-Ländern um niedrigere Steuersätze. Das geht von der Körperschaftssteuer bis zur Frage der Tabaksteuer. Wir sollten darauf achten, dass wir Mindestbesteuerungsgrenzen haben, damit dieser ruinöse Wettbewerb aufhört. Daran sollten alle Fraktionen interessiert sein, und ich hoffe, dass wir hier an einem Strang ziehen, was das betrifft. – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
In Summe freue ich mich ganz besonders darüber, dass auch im Finanzausschuss doch ein sehr harmonisches Klima vorherrscht, ein Klima der Vernunft, und wir dadurch in der Lage sind, in sehr vielen Bereichen einen Konsens herbeizuführen, wie das heute auch bereits mehrfach angeklungen ist. Ich freue mich auch auf die gute Zusammenarbeit in Zukunft. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Das ist die beste!
Es gäbe aber auch noch andere Bereiche. Und jetzt darf ich mir unter großzügiger Auslegung der Geschäftsordnung vielleicht erlauben, einmal zwei Punkte aufzuzeigen: Jakob Auer ist als Betriebsführer eines landwirtschaftlichen Betriebes bei der Bauernkrankenversicherung in Oberösterreich versichert. Er ist hier im Parlament bei der Beamtenkrankenversicherung versichert, und da er auch Bürgermeister einer kleinen Gemeinde ist, erhält er die erfreuliche Mitteilung, dass er auch bei der Krankenfürsorge- und Unfallversicherung der oberösterreichischen Gemeinden versichert ist. (Abg. Gradwohl: Das ist die beste!) – Das ist die beste, das ist mir klar.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nun weiß ich, dass zwar der Beitrag durch die Höchstbeitragsgrundlage gedeckelt ist; das ist selbstverständlich alles fixiert. Ich frage mich allerdings, welcher Verwaltungsaufwand da zu betreiben ist, um das alles abzuwickeln, auszufüllen, die Datenblätter zu sichern, abzusichern und so weiter. Meine Damen und Herren, ich kann mir dann überlegen, ob ich bei einer Grippe den Krankenschein der Bauern-Sozialversicherung, bei einer Sehschwäche die Unfallfürsorge der oberösterreichischen Gemeindebediensteten und vielleicht, wenn ich einmal Rheumaschmerzen haben sollte, zur dritten Versicherung gehe. Es wäre notwendig, auch da über Änderungen im Sinne dessen nachzudenken, was uns im Finanzbereich möglich ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Die BHs abschaffen!
Daher begrüßen wir das Abgabenänderungsgesetz in den Bereichen, in denen es um moderne Verwaltung geht. Ich bitte alle Damen und Herren des Hohen Hauses mitzuhelfen, dass wir auch in anderen Bereichen diese rasche, konstruktive und schlanke Verwaltung fertig bringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Die BHs abschaffen!)
Abg. Dr. Fasslabend: Leider! Leider!
Abgeordneter Mag. Hans Moser (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte mit einer Replik auf Werner Fasslabend beginnen. Wenn er einen Vergleich zwischen OMV und ÖBB bringt, so kann man das hier in diesem Haus nicht stehen lassen. Die OMV hat im Gegensatz zur ÖBB klare Eigentümervorgaben. Wenn sie als AG eine Holding gründet und darunter GmbHs hat, dann ist das eine sehr logische Gliederung, wie man Großunternehmen und Konzerne führt. – In der ÖBB sieht das ganz anders aus. (Abg. Dr. Fasslabend: Leider! Leider!) Das ist ein wirklich wichtiger Punkt, und ich glaube, da sind wir uns auch einig.
Beifall bei der SPÖ.
ist eigentlich auch die Botschaft, die ich dieser Bundesregierung übermitteln möchte. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir glauben, dass das eine sehr ungerechte Lösung ist – laut Angaben dieser Regierung geht es um 120 000 Betroffene –, und daher werden wir dieser Maßnahme nicht zustimmen. Wir sind aber offen für alle Maßnahmen, mit denen man eine generelle Eigenkapitalstärkung für die Unternehmen erreichen kann, weil das eine wesentliche Voraussetzung auch für das Wirtschaftswachstum in Österreich ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Bauer: Ja, England!
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich möchte schon kurz noch einmal auf das Thema ÖBB zurückkommen. Andere Länder haben uns ja vorgezeigt, dass verschiedene Gesellschaften notwendig sind, um ein solches Unternehmen effizient zu führen. (Abg. Dr. Bauer: Ja, England!) Warum sollte das für uns falsch sein, was die Schweiz uns schon seit langem zeigt. (Abg. Sburny: In der Schweiz machen sie es ein bisschen anders! – Abg. Dr. Bauer: England hat uns das negativ gezeigt!) Man darf nicht immer einen negativen Zugang haben. In England war die Situation sehr wohl anders, das wissen Sie auch, Herr Abgeordneter. (Abg. Sburny: Aber in der Schweiz auch!) Bei uns wird es sicher so
Abg. Sburny: In der Schweiz machen sie es ein bisschen anders! – Abg. Dr. Bauer: England hat uns das negativ gezeigt!
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich möchte schon kurz noch einmal auf das Thema ÖBB zurückkommen. Andere Länder haben uns ja vorgezeigt, dass verschiedene Gesellschaften notwendig sind, um ein solches Unternehmen effizient zu führen. (Abg. Dr. Bauer: Ja, England!) Warum sollte das für uns falsch sein, was die Schweiz uns schon seit langem zeigt. (Abg. Sburny: In der Schweiz machen sie es ein bisschen anders! – Abg. Dr. Bauer: England hat uns das negativ gezeigt!) Man darf nicht immer einen negativen Zugang haben. In England war die Situation sehr wohl anders, das wissen Sie auch, Herr Abgeordneter. (Abg. Sburny: Aber in der Schweiz auch!) Bei uns wird es sicher so
Abg. Sburny: Aber in der Schweiz auch!
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich möchte schon kurz noch einmal auf das Thema ÖBB zurückkommen. Andere Länder haben uns ja vorgezeigt, dass verschiedene Gesellschaften notwendig sind, um ein solches Unternehmen effizient zu führen. (Abg. Dr. Bauer: Ja, England!) Warum sollte das für uns falsch sein, was die Schweiz uns schon seit langem zeigt. (Abg. Sburny: In der Schweiz machen sie es ein bisschen anders! – Abg. Dr. Bauer: England hat uns das negativ gezeigt!) Man darf nicht immer einen negativen Zugang haben. In England war die Situation sehr wohl anders, das wissen Sie auch, Herr Abgeordneter. (Abg. Sburny: Aber in der Schweiz auch!) Bei uns wird es sicher so
Abg. Mag. Kogler: Das war ja auch ein Husch-Pfusch-Gesetz!
Ich glaube, gerade dieser nicht Streit, aber diese Ungereimtheit zwischen zwei Bundesländern wurde sehr effizient mit den Landeshauptleuten und mit dem Finanzminister geregelt. Das ist auch eine Konsenspolitik, mittels der für wichtige Vorhaben für die Bevölkerung etwas getan wird. Diese 16 Millionen €, die jetzt für die B 100 zur Verfügung stehen – jeder kennt die Problematik in Lienz – stellen einen sehr positiven Schritt dar. (Abg. Mag. Kogler: Das war ja auch ein Husch-Pfusch-Gesetz!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte nicht nur sagen, dass wir alle zustimmen, sondern als Tiroler Abgeordneter freue ich mich, dass es zu diesen Entscheidungen gekommen ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Kollege Moser, wenn Sie sagen, man sollte das auch auf die Freiberufler und auf die Kapitalgesellschaften ausweiten, so bestätigt das ja nur, dass Sie die Maßnahme an sich als richtig sehen: eben als eine Maßnahme, das Eigenkapital zu stärken. Logisch ist, dass es nur jemanden stärken kann, der entsprechend bilanziert, daher ist meines Erachtens eigentlich die Notwendigkeit gegeben, Eigenkapital stärkende Maßnahmen beispielsweise für Einnahmen- und Ausgabenrechner zu tätigen. Dort haben wir nichts vorgesehen. Aber ansonsten ist die Maßnahme eine durchaus begrüßenswerte Maßnahme, und sie wird vor allem den Mittelstand stärken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.
Was da dahinter steht, ist ja die schon mehrmals angesprochene Richtlinie der EU, diese Sechste Mehrwertsteuerrichtlinie, und da sehe ich schon ein Problem. Es wird einige Verschärfungen bringen, was zum Beispiel Zuwendungen auch an Arbeitnehmer anlangt. Diese sind auf einmal umsatzsteuerpflichtig. Es wird aber auch, was die Klärung der Frage, die ich schon vorher erörtert habe, anlangt, noch schwierig werden, jetzt genau dem zu entsprechen, was der EuGH und was die Richtlinie vorgibt. Nur, auf der anderen Seite: Wenn wir uns diesem Problem nicht stellen, wenn wir hier keine Lösung zustande bringen, die auch lebbar ist, dann dürfen wir uns meines Erachtens nicht wundern, wenn die Akzeptanz der EU bei vielen Bürgern, bei vielen Unternehmen in Zukunft Probleme macht. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.
Daher ist die Vorgangsweise, was wir hier und heute tun, ausgesprochen richtig. Das Einvernehmen im Ausschuss spricht eigentlich für die konstruktive Arbeit dort. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.)
Abg. Bucher: Die Deutschen heben an!
Man muss schauen, auf welchen Bereich man das überhaupt ausdehnen kann. Man könnte sozusagen den ganzen ermäßigten Mehrwertsteuersatz senken, doch die Ausfälle, die dadurch produziert würden, wären wahrscheinlich zu hoch. Wenn man es auf Teilbereiche konzentriert – und darüber muss man nachdenken, da muss man Modelle finden –, dann muss man das eben auf EU-Ebene verhandeln und dort entsprechend einbringen. Wie gesagt, große Länder wie Frankreich würden hier mitziehen, weil auch sie ihren Satz senken wollen, und es gibt etliche konkurrierende Länder in diesem Bereich in unserem Umfeld, die einen niedrigeren Steuersatz haben. (Abg. Bucher: Die Deutschen heben an!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin sehr froh darüber, dass es uns eben, wie Kollege Mitterlehner gesagt hat, in diesem Zusammenhang gelungen ist, gemeinsam auch den Artikel IV aus dem Abgabenänderungsgesetz herauszunehmen, weil diese Eigenverbrauchsverschlechterung klarerweise insbesondere auch die Hoteliers getroffen hätte. Da bin ich sehr froh für die Branche, dass uns das gelungen ist, und ich hoffe, dass wir gemeinsam auch über die anderen Punkte, die ich angezogen habe, sprechen können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Also alles in allem ein Gesetz, das nicht nur eine Anpassung an die gegenwärtigen Marktbedingungen darstellt, sondern insbesondere auch für die Konsumenten eine ganz wesentliche Verbesserung und auch Senkung der Kosten bedeutet. Ich bin froh darüber, dass wir das heute einstimmig beschließen werden können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Eine berechtigte Frage!
Geschätzte Damen und Herren! Kollege Fasslabend hat hier die Frage gestellt, was ein Betriebsrat der OMV mit Betriebsräten der Österreichischen Bundesbahnen zu tun hat. (Abg. Dr. Stummvoll: Eine berechtigte Frage!) Es wundert mich, dass eine derartige Frage jemand stellt, der ÖAAB-Obmann war, ganz besonders – aber dass diese Frage jemand stellt, der Gewerkschafter war, weil zumindest das Wort „Solidarität“ wenn auch nicht immer von allen gelebt, aber vielleicht doch verstanden werden sollte. Ich meine, dass das sehr wichtig ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren! Kollege Fasslabend hat hier die Frage gestellt, was ein Betriebsrat der OMV mit Betriebsräten der Österreichischen Bundesbahnen zu tun hat. (Abg. Dr. Stummvoll: Eine berechtigte Frage!) Es wundert mich, dass eine derartige Frage jemand stellt, der ÖAAB-Obmann war, ganz besonders – aber dass diese Frage jemand stellt, der Gewerkschafter war, weil zumindest das Wort „Solidarität“ wenn auch nicht immer von allen gelebt, aber vielleicht doch verstanden werden sollte. Ich meine, dass das sehr wichtig ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Nein, das stimmt nicht!
Ich möchte feststellen, dass es schon auch etwas bedenklich ist, dass man heute das Streikrecht überhaupt quasi in Frage stellt. (Abg. Dr. Brinek: Nein, das stimmt nicht!) Es gibt viele, die sagen: Dürfen die das überhaupt? Andere wiederum sagen: Die werden wir kündigen, wenn sie es tun! – Meine geschätzten Damen und Herren! Es ist eigentlich ungeheuerlich, wenn in einer Demokratie ein uraltes Recht der Arbeitnehmer in Frage gestellt wird oder Sanktionen angedroht werden. Ich halte das wirklich für eine bedenkliche gesellschaftliche Entwicklung! Das wurde von dir (in Richtung ÖVP) nicht angesprochen, aber ganz allgemein wurde es in der Öffentlichkeit manches Mal so kommuniziert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte feststellen, dass es schon auch etwas bedenklich ist, dass man heute das Streikrecht überhaupt quasi in Frage stellt. (Abg. Dr. Brinek: Nein, das stimmt nicht!) Es gibt viele, die sagen: Dürfen die das überhaupt? Andere wiederum sagen: Die werden wir kündigen, wenn sie es tun! – Meine geschätzten Damen und Herren! Es ist eigentlich ungeheuerlich, wenn in einer Demokratie ein uraltes Recht der Arbeitnehmer in Frage gestellt wird oder Sanktionen angedroht werden. Ich halte das wirklich für eine bedenkliche gesellschaftliche Entwicklung! Das wurde von dir (in Richtung ÖVP) nicht angesprochen, aber ganz allgemein wurde es in der Öffentlichkeit manches Mal so kommuniziert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Als interessierter Abgeordneter der Regionen bitte ich darum, dass ich diese Unterlage bekomme, um auch kompetent hier diese Schritte der Verwaltungsreform mitvollziehen zu können oder so meine Position einzubringen, wie ich glaube, es im Interesse der Regionen tun zu müssen. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Das ist aber bei Ihnen ungewöhnlich!
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Mit 1. Jänner 2004 tritt das Abgabenverwaltungsorganisationsgesetz in Kraft, von dem zumindest wir von den Oppositionsparteien auf Grund der letzten Ausschussdebatte nicht genau wissen, was dieses Gesetz wirklich alles bewirkt. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob alle Kolleginnen und Kollegen der Regierungsparteien wissen, was dabei gemacht wird. Ich möchte jetzt nicht unbedingt dem Herrn Staatsekretär die Schuld zuschieben (Ruf bei der ÖVP: Das ist aber bei Ihnen ungewöhnlich!), sondern im Abgabenverwaltungsorganisationsgesetz steht: der Bundesminister für Finanzen.
Abg. Mag. Posch: Der Herr Finz und der Herr Grasser haben schon lange keine gute Kommunikation mehr!
Jetzt weiß ich nicht, hat der Bundesminister für Finanzen gesagt, der Herr Staatssekretär soll uns bewusst nicht informieren, weil da irgendetwas im Gange ist, was den Regionen nicht gut tut (Abg. Mag. Posch: Der Herr Finz und der Herr Grasser haben schon lange keine gute Kommunikation mehr!), oder hat dies andere Gründe. Im Gesetz, liebe Kolleginnen und Kollegen, steht schon, dass mit 1. Jänner 2004 „besondere Organisationseinheiten“ gegründet werden sollen. Ich frage nur: Was sind „besondere Organisationseinheiten“?
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist keine Fragestunde!
Der Herr Staatsekretär hat uns gesagt, es gibt Wirtschaftsräume. Der Wirtschaftsraum Innviertel etwa hat drei selbstständige Finanzämter. Wird das auch in Zukunft so sein? Der Herr Staatsekretär hat gesagt: Ja, daran ändert sich nichts. Ich stelle jetzt die Frage dazu: Im Gesetz steht ... (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist keine Fragestunde!) – Nein, das ist keine Fragestunde, sondern ich werfe das auf in der Diskussion, damit Sie sich damit auseinandersetzen und wissen, was Sie beschließen.
Beifall bei der SPÖ.
Leitung bekommen. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung hätten wir auch gerne gehabt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Zur Abgabenverwaltung. Warum überhaupt eine Reform der gesamten Abgabenverwaltung? – Ziel ist eine schnellere Abwicklung von Steuererklärungen. Wenn Sie heute als Arbeitnehmer über Internet eine Abgabenerklärung machen, dann haben Sie im Regelfall diese Abgabenerklärung am nächsten Tag über Internet zurück. – Das bisherige händische Verfahren hat wochenlang gedauert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweites Ziel: Besseres Service vor allem für die Lohnsteuerzahler und die KMU, nämlich all jene Personen und Betriebe, die sich keinen teuren Steuerberater leisten können. Im Rahmen der Abgabenverwaltungsorganisationsreform wird kein Finanzamt geschlossen. Ganz wichtig für die regionalen Besonderheiten: kein Finanzamt wird geschlossen! Ich gebe also hier eine Standortgarantie ab. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Gaßner: Eine Einlaufstelle!
Bei jedem Finanzamt wird nach demselben Design eine Informationsstelle eingerichtet, wo der Finanzbeamte den Bürger betreut und berät. Er kann dort auch seine Abgabenerklärung abgeben und bekommt dort auch Hilfe. Ich glaube, das ist eine ganz wichtige Funktion. (Abg. Mag. Gaßner: Eine Einlaufstelle!) – Nein, keine Einlaufstelle, sondern eine Beratungsstelle. Ich lade Sie ein. Ich zeige Ihnen einmal, wie diese aussieht und funktioniert. Das ist keine normale Einlaufstelle, sondern, wie gesagt, eine Beratungsstelle.
Beifall bei der ÖVP.
Dieser Wirtschaftsraum hat den Vorteil, dass zwischen zwei, drei Finanzämtern ein Kräfteausgleich passiert und die gleichen Prüfungsintervalle leichter eingehalten werden können. Es ist dies ein Konzept, mit dem dezentralisiert wird. Von den Finanzlandesdirektionen kommen hoch spezialisierte Fachkräfte in die Regionen, das heißt also, den Regionen werden keine hochwertigen Posten weggenommen, sondern sie werden ihnen zugeführt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Gaßner: Gott sei Dank!
Es gibt leider kein multilaterales Investitionsschutzabkommen (Abg. Mag. Gaßner: Gott sei Dank!), daher müssen wir auf das alte Instrumentarium der bilateralen Investitionsschutzabkommen zurückgreifen. Unsere Investitionsschutzabkommen sind nach internationalen Verträgen, die überall so verwendet werden, ausgerichtet. Schöner wäre es, wenn es ein multilaterales geben würde, aber leider gibt es das noch nicht. Wenn wir ein derartiges Investitionsschutzabkommen nicht schließen würden, würde eben ein anderes Land das Geschäft machen, und ich glaube, das kann nicht im Sinne unserer Exportwirtschaft sein.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das stört mich auch bei dem Modell der Slowakei ein bisschen. Bei dieser 19-prozentigen Körperschaftssteuer, Einkommensteuer gibt es keine Ausnahmeregelungen. Selbst wenn Sie eine Forderungsabschreibung haben, können Sie diese nicht absetzen. Wenn man das mit westlichen Systemen oder unserem System vergleicht, ist es in Wirklichkeit eine 25-prozentige Steuer, aber trotzdem ist dieser Steuersatz spektakulär und für uns eine Herausforderung. Diesbezüglich müssen wir uns bei der Steuerreform ab dem Jahr 2005 äußerst anstrengen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte mich für diese Maßnahmen sehr herzlich bedanken. Ich glaube, man kann sagen, das Engagement des Bundes hat sich gelohnt. Wir haben heute in Tirol einen florierenden regionalen Flughafen, wir haben ein florierendes regionales Unternehmen. Es ist eine für den Standort eminent wichtige Infrastruktur, die wöchentlich und monatlich von Tausenden Wirtschaftstreibenden und Privatpersonen genützt wird und die letztlich auch wir Abgeordnete dankbar Woche für Woche in Anspruch nehmen können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
noch, wie schon erwähnt, bis auf die getrennte Abstimmung über das Abgabenänderungsgesetz den anderen Punkten unsere Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie alle wissen, wie schwer erreichbar und entlegen Osttirol und auch Oberkärnten sind. Nicht zuletzt auf Grund dieser Tatsache befinden sich die Regionen Osttirol und Oberkärnten in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation. Mit diesem Projekt – und ich hoffe, es werden auch viele Aufträge in unserem Raum zu vergeben sein – wird auch ein Beitrag zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung Osttirols und Oberkärntens geleistet werden. – Herzlichen Dank dafür, und ich kann nur sagen: Ende gut, alles gut. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Staatssekretär! Es ist schon abenteuerlich, was Sie heute hier gesagt haben: Sie können uns dieses Konzept über die Neuorganisation der Finanzämter noch nicht geben, aber Sie wünschen sich von uns, dass wir dieses Gesetz beschließen. Wie soll das gehen? – Ich verstehe das nicht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Finz.
Es ist zum Beispiel das Kapitel „TransFair“ enthalten, in dem es darum geht, was alles aus diesem Land transferiert werden kann – aus welchen Gründen immer. Natürlich geht es dabei um das investierte Kapital, das zusätzlich investierte Kapital und die Erträge. – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn wir diesen armen Ländern, diesen ärmsten Ländern alle Erträge, all das, was dort von den Menschen erwirtschaftet wird, jederzeit und ohne Weiteres entziehen können, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn sie sich wirtschaftlich nie erholen können. Aber das beschließen wir jetzt! (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Finz.)
Neuerliche Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Finz.
Das ist nicht nicht genügend, Herr Staatssekretär: Erklären Sie mir das, bitte! Dort wird investiert, um die Erträge wegholen zu können. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Finz.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Noch eine Bemerkung zum Schluss: In der namibischen Geschichte – und das hat mir die internationale Abteilung des ÖGB recherchiert – kommen sehr bekannte Namen von Österreichern vor, nämlich Namen wie Waldheim, Jankowitsch, die sich vor dem Jahr 1990 sehr stark dafür gemacht haben, dass Namibia unabhängig wird. – Ich würde mir wünschen, dass wir nicht nur solche Verträge hier beschließen, sondern dass die Bundesregierung solch einen jungen Staat, einen wirtschaftlich nicht sehr kräftigen Staat auch auf diplomatischer Ebene, auf internationaler Ebene massiv unterstützt, denn nur so wird es möglich sein, dass sich diese Länder auch wirtschaftlich erholen können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abschließend noch eine kurze Anmerkung zum Investitionsschutzabkommen. Unabhängig von der heutigen Beschlussfassung darf ich festhalten, dass eine grundsätzliche Diskussion zum Themenbereich Investitionsschutz stattfinden sollte, durchaus vorstellbar, wie im Ausschuss vorgeschlagen wurde, im Rahmen einer Enquete, um die Auswirkungen von Investitionsschutzmaßnahmen insbesondere auf kleine und arme Länder zu diskutieren oder auch die von Kollegen Gaßner aufgezeigten Problematiken, diesen Problembereich genauso wie die Schadensregelung und das Gleichbehandlungsgebot. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Trunk – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Das ist der Beweis!
Ich möchte das deshalb noch einmal hier erwähnen, weil ich mich sehr gut an sehr böse Pressemeldungen von Frau Kollegin Trunk erinnere, in denen es hieß, dass Herr Landeshauptmann Haider das Geld für Kärnten verloren hätte. (Abg. Mag. Trunk – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Das ist der Beweis!) Ich erwarte mir, Frau Kollegin Trunk, einmal eine positive Pressemeldung von Ihrer Seite in die Richtung, dass wir es sehr wohl verstehen, Gelder für Bundesländer zu sichern, sowohl für Kärnten als auch für Tirol und Vorarlberg.
Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk
Ich möchte in diesem Zusammenhang aber noch einmal erwähnen, dass die Vorgangsweise, mit der die Gelder für Tirol erreicht werden konnten, vielleicht nicht von der feinsten Art ist. Ich bin nicht der Überzeugung, dass man sich über eine Klage beim Verwaltungs- oder Verfassungsgerichtshof Geld beschaffen sollte (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk), aber am Ende des Tages haben wir – wie so oft in dieser Regierung – eine vernünftige Regelung gefunden.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Kollegin Trunk! Noch einmal: Ich fordere Sie als Kärntner Abgeordnete auf, eine sehr positive Pressemeldung auszusenden: dass wir nach jahrzehntelangen Verhandlungen endlich Millionen Euro für den Ausbau der B 100 gesichert haben und dass damit gewährleistet ist, dass die peripheren Räume im Oberkärntner Raum ausgebaut und damit infrastrukturell an den Nabel der Zeit angeschlossen werden können. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Danke, Herr Präsident!
Wünscht einer der Berichterstatter ein Schlusswort? – Das ist nicht der Fall. – Ich bitte, die Plätze einzunehmen, auch Sie, Herr Abgeordneter Parnigoni. (Abg. Parnigoni: Danke, Herr Präsident!)
Abg. Ellmauer: Sie brauchen sich um die Junge ÖVP keine Sorge zu machen!
Apropos Junge ÖVP – ich sage Ihnen zum Abschluss Folgendes: Auch wenn Sie drei Mal so viele unter 30-jährige Abgeordnete hier im Hohen Haus sitzen haben, Sie werden sich einfach nicht durchsetzen, weil das die „alte ÖVP“ nicht zulassen wird. Sie werden die Interessen der Jugend nicht durchsetzen, weil der Herr Bundeskanzler das nicht will. (Abg. Ellmauer: Sie brauchen sich um die Junge ÖVP keine Sorge zu machen!) Das ist Pech für Sie, aber Glück für die nächsten Wahlen, nämlich für die jungen Wählerinnen und Wähler in diesem Land, die Ihnen die Rechnung präsentieren werden! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Apropos Junge ÖVP – ich sage Ihnen zum Abschluss Folgendes: Auch wenn Sie drei Mal so viele unter 30-jährige Abgeordnete hier im Hohen Haus sitzen haben, Sie werden sich einfach nicht durchsetzen, weil das die „alte ÖVP“ nicht zulassen wird. Sie werden die Interessen der Jugend nicht durchsetzen, weil der Herr Bundeskanzler das nicht will. (Abg. Ellmauer: Sie brauchen sich um die Junge ÖVP keine Sorge zu machen!) Das ist Pech für Sie, aber Glück für die nächsten Wahlen, nämlich für die jungen Wählerinnen und Wähler in diesem Land, die Ihnen die Rechnung präsentieren werden! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Warum heißt der Antrag „Fair Play“ für die Jugend, und warum beinhaltet er einige Punkte, die sich bereits in der Umsetzung befinden? Das ist ganz einfach zu erklären: „Fair Play“ für die Jugend waren die Punkte, die Anliegen, die wir Jungen in der ÖVP politisch umzusetzen den jungen Leuten versprochen haben. Wir haben den jungen Menschen versprochen, dass wir authentisch, nämlich als Menschen, die selber jung sind, dafür sorgen werden, bestmöglich diese Zielgruppe zu vertreten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Kabarett!
Dieses Wahlprogramm – der Titel war „Fair Play“ für die Jugend – findet sich jetzt im Regierungsprogramm wieder. Ich erinnere an die Jugendverträglichkeitsprüfung, ich erinnere an die Umverteilung der Lebensverdienstkurve. Schauen Sie, so einfach geht das: Die Jungen in der Volkspartei sagen, was ihre Anliegen sind, und der Bundeskanzler nimmt uns ernst und schreibt es in das Regierungsprogramm hinein. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Kabarett!)
Beifall bei der ÖVP.
Jetzt finden Sie das Ganze im Ausschuss wieder und können es nicht glauben, dass wir derart effizient arbeiten, laufen Sie doch schon jahrelang durch die Gegend und funktioniert leider nichts. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Kabarett! Müssen wir Eintritt zahlen?
Ich glaube, dass das, was wir in dem Antrag zusammenfassen, genau das widerspiegelt, was Ihr Problem ist. Ich sage Ihnen eines: Der Vierte Jugendbericht bringt zum Ausdruck, dass die wichtigste Wertehaltung der Jungen die Authentizität ist. (Abg. Dr. Cap: Kabarett! Müssen wir Eintritt zahlen?) Die Frage wird sein, inwieweit die Politik dem entspricht, und dementsprechend werden auch zukünftige Wahlergebnisse ausschauen. Ich fürchte mich nicht davor, junge Menschen wählen gehen zu lassen,
Beifall bei der ÖVP.
vielleicht auch die Altersgrenze zu senken, denn sowohl die Wahl in Tirol als auch die Wahl in Oberösterreich sowie die letzte Nationalratswahl haben bewiesen, dass der Großteil der Jungen die ÖVP unterstützt hat und nicht die SPÖ. Also: Ich würde mir an Ihrer Stelle schon Sorgen machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Was ist ein Paradigma?
Wissen Sie, was ich glaube? Ich glaube, bei Ihnen herrscht noch immer das Gedankengut „Kompetenz ist gleich Erfahrung“, und die haben Sie ja durchaus, wesentlich länger als ich zum Beispiel, und Erfahrung hat wiederum etwas mit Alter zu tun. Wenn ich Ihnen zuhöre, dann habe ich immer wieder den Eindruck, Sie möchten den jungen Menschen erklären, was für sie gut und richtig ist. Solange dieses Denkmuster bei Ihnen vorherrscht, wird Jugendpolitik nicht funktionieren. Ich sage Ihnen, wir haben den Paradigmenwechsel schon längst vollzogen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Was ist ein Paradigma?) Das kann ich Ihnen sehr einfach erklären; mich wundert gar nicht, dass Sie das nicht verstehen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Beifall bei der ÖVP.) Der Paradigmenwechsel ist, dass wir junge Menschen permanent einbeziehen, ihnen Verantwortung übergeben. Wir haben die meisten jungen Gemeinderäte. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Dr. Cap.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Beifall bei der ÖVP.
Wissen Sie, was ich glaube? Ich glaube, bei Ihnen herrscht noch immer das Gedankengut „Kompetenz ist gleich Erfahrung“, und die haben Sie ja durchaus, wesentlich länger als ich zum Beispiel, und Erfahrung hat wiederum etwas mit Alter zu tun. Wenn ich Ihnen zuhöre, dann habe ich immer wieder den Eindruck, Sie möchten den jungen Menschen erklären, was für sie gut und richtig ist. Solange dieses Denkmuster bei Ihnen vorherrscht, wird Jugendpolitik nicht funktionieren. Ich sage Ihnen, wir haben den Paradigmenwechsel schon längst vollzogen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Was ist ein Paradigma?) Das kann ich Ihnen sehr einfach erklären; mich wundert gar nicht, dass Sie das nicht verstehen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Beifall bei der ÖVP.) Der Paradigmenwechsel ist, dass wir junge Menschen permanent einbeziehen, ihnen Verantwortung übergeben. Wir haben die meisten jungen Gemeinderäte. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Dr. Cap.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Dr. Cap.
Wissen Sie, was ich glaube? Ich glaube, bei Ihnen herrscht noch immer das Gedankengut „Kompetenz ist gleich Erfahrung“, und die haben Sie ja durchaus, wesentlich länger als ich zum Beispiel, und Erfahrung hat wiederum etwas mit Alter zu tun. Wenn ich Ihnen zuhöre, dann habe ich immer wieder den Eindruck, Sie möchten den jungen Menschen erklären, was für sie gut und richtig ist. Solange dieses Denkmuster bei Ihnen vorherrscht, wird Jugendpolitik nicht funktionieren. Ich sage Ihnen, wir haben den Paradigmenwechsel schon längst vollzogen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Was ist ein Paradigma?) Das kann ich Ihnen sehr einfach erklären; mich wundert gar nicht, dass Sie das nicht verstehen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Beifall bei der ÖVP.) Der Paradigmenwechsel ist, dass wir junge Menschen permanent einbeziehen, ihnen Verantwortung übergeben. Wir haben die meisten jungen Gemeinderäte. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Dr. Cap.)
Abg. Heinisch-Hosek: Das ist eine Pflanzerei?!
Auch wenn Sie es nicht mehr hören können: Wir haben viele junge Abgeordnete im Parlament, und ich sage Ihnen, das ist fünf Mal mehr wert, als wenn man einmal in vier Jahren ein Kreuzerl machen darf! Das ist eine Pflanzerei! (Abg. Heinisch-Hosek: Das ist eine Pflanzerei?!)
Abg. Bayr: Das ist ja „revolutionär“!
Deshalb würde ich bitten, den Antrag zu unterstützen. Er beinhaltet wesentliche Punkte wie zum Beispiel, den Bereich Jugend als Querschnittsmaterie zu sehen (Abg. Bayr: Das ist ja „revolutionär“!), wie zum Beispiel, Jungen ein höheres Einstiegsgehalt zu ermöglichen, gerade wenn wir an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf denken, wenn wir an die Gerechtigkeit bei Förderleistungen im öffentlichen Verkehr, bei öffentlichen Einrichtungen denken. Ich glaube, das ist das, was wirklich etwas für die jungen Menschen bringt, denn wir handeln und reden nicht einfach nur heiße Luft! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Deshalb würde ich bitten, den Antrag zu unterstützen. Er beinhaltet wesentliche Punkte wie zum Beispiel, den Bereich Jugend als Querschnittsmaterie zu sehen (Abg. Bayr: Das ist ja „revolutionär“!), wie zum Beispiel, Jungen ein höheres Einstiegsgehalt zu ermöglichen, gerade wenn wir an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf denken, wenn wir an die Gerechtigkeit bei Förderleistungen im öffentlichen Verkehr, bei öffentlichen Einrichtungen denken. Ich glaube, das ist das, was wirklich etwas für die jungen Menschen bringt, denn wir handeln und reden nicht einfach nur heiße Luft! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap – in Richtung ÖVP –: Aber der Amon war besser!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mandak. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Dr. Cap – in Richtung ÖVP –: Aber der Amon war besser!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Kollegin Fuhrmann, Sie unterstellen der SPÖ mangelndes politisches Geschick, weil der Antrag erst jetzt abgestimmt wird. Ich denke mir, da haben Sie leicht reden, Sie haben nämlich die Mehrheit hinter sich, und Sie sagen, was ins Parlament kommt und was nicht hereinkommt. Politisches Geschick ist dann gegeben, wenn wir als die Minderheit es erreichen, etwas hier herinnen diskutieren zu können. Das ist der Unterschied, und das sollte man sich schon ein bisschen genauer anschauen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dolinschek: Weil Sie gegen die Jugend sind!
Wir haben hier den Antrag „Fair Play“ für die österreichische Jugend vorliegen, und trotzdem kommt es zu dem Umstand, dass wir diesem Antrag nicht zustimmen werden. Ich werde Ihnen sagen, warum. (Abg. Dolinschek: Weil Sie gegen die Jugend sind!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dolinschek: Das verstehen Sie zu wenig!
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP und FPÖ! Es gibt sehr, sehr wesentliche Dinge – und ich würde fast sagen, es sind dies die wesentlichsten Dinge –, die nicht unter diesen Begriff der Jugend- oder Generationenangelegenheiten fallen. Das ist der gesamte Umweltschutz, das ist der gesamte Bereich des Verkehrs, das ist der gesamte Bereich der erneuerbaren Energien, das ist der gesamte Bereich einer Friedenspolitik, das ist der gesamte Bereich einer Antiatomkraftenergiepolitik, die Sie nicht so machen und nicht so vertreten, dass man von einer nachhaltigen Politik sprechen kann, die auch wirklich an die nächsten Generationen denkt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dolinschek: Das verstehen Sie zu wenig!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Kollegin Fuhrmann und Kollege Lichtenegger: Offenbar haben Sie sehr wenig Vertrauen in Ihre eigene Regierung – das sind Ihre eigenen Parteifreundinnen und Parteifreunde, die dafür verantwortlich sind! –, wenn Sie einen Antrag machen müssen, um ihnen noch einmal zu sagen, was sie im Regierungsprogramm festgeschrieben haben und sich verpflichtet haben umzusetzen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie verlangen die Evaluierung des Bundesjugendvertretungsgesetzes und des Bundesjugendförderungsgesetzes. Das ist in Ordnung. Wir wollten einen präzisierenden Abänderungsantrag dazu stellen, haben aber erfahren, dass das völlig unnotwendig ist, weil das bis Dezember erledigt sein wird. Sie sind jetzt schon verdammt weit hinten nach, wenn Sie nicht einmal wissen, wie die Abläufe sind. Bitte informieren Sie sich! Sie brauchen keinen Antrag einzubringen für Dinge, die ohnehin schon demnächst verhandelt und behandelt werden! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ellmauer: Ist ja gar nicht wahr! Woher haben Sie denn das?
Den Bundesminister für Verkehr ersuchen Sie, bei verkehrsrechtlichen Maßnahmen ein spezielles Augenmerk auf Mobilitätsbedürfnisse junger Menschen zu legen. – Bitte, schauen Sie sich das Budget an! Wissen Sie, was da passiert? Da werden die Zuwendungen des Bundes im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs gekürzt – gekürzt! (Abg. Ellmauer: Ist ja gar nicht wahr! Woher haben Sie denn das?) Und genau in diesem Bereich wäre es notwendig, dass öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, dass Jugendliche auch am Abend und an Wochenenden wirklich von den Discos, von ihren Freizeitaktivitäten wieder nach Hause kommen. Das wäre notwendig, aber nicht solche Wischiwaschi-Forderungen, wie Sie sie hier aufstellen in diesem Antrag! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Den Bundesminister für Verkehr ersuchen Sie, bei verkehrsrechtlichen Maßnahmen ein spezielles Augenmerk auf Mobilitätsbedürfnisse junger Menschen zu legen. – Bitte, schauen Sie sich das Budget an! Wissen Sie, was da passiert? Da werden die Zuwendungen des Bundes im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs gekürzt – gekürzt! (Abg. Ellmauer: Ist ja gar nicht wahr! Woher haben Sie denn das?) Und genau in diesem Bereich wäre es notwendig, dass öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, dass Jugendliche auch am Abend und an Wochenenden wirklich von den Discos, von ihren Freizeitaktivitäten wieder nach Hause kommen. Das wäre notwendig, aber nicht solche Wischiwaschi-Forderungen, wie Sie sie hier aufstellen in diesem Antrag! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Bitte geben Sie den 16-, 17-, 18-Jährigen die Möglichkeit, wählen zu gehen, wenn sie wählen gehen wollen! Da können Sie zeigen, ob Ihnen die Jugend wichtig ist, ob Sie wirklich bereit sind, ihnen Rechte zu geben, statt derartig hohle Anträge zu stellen wie den hier vorliegenden, dem wir uns keineswegs anschließen werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Dann stimmen Sie halt da auch dafür!
Abgeordneter Elmar Lichtenegger (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Wir in Kärnten sind unserer Zeit voraus: Die Kärntner Jugend darf schon wählen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Dann stimmen Sie halt da auch dafür!)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Unlängst war ich bei einer Diskussion in Wien eingeladen, veranstaltet von der Jungen SPÖ. 30 Leute waren da, also offensichtlich war das Interesse nicht sehr groß, denn selbst das waren geladene und hinzitierte Leute. Bei uns in Kärnten gibt es Veranstaltungen von uns mit 1 000 Jugendlichen. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Dann ist der Herr Krainer hingekommen, der eigentlich ständig bemüht ist, zumindest einen relativ gescheiten Eindruck zu machen, was er vielleicht auch schafft, und hat dort zu den Jugendlichen gesagt, wie schlimm doch die Bundesregierung sei, wie schlimm es sei, dass wir die Pensionssicherungsreform gemacht hätten. Er hat es bis heute nicht verstanden, dass wir diese Reform eigentlich für die Jugendlichen gemacht haben, damit sie in 30 Jahren immer noch eine Pension von unserem Staat bekommen. Das hat er nicht verstanden! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben es nicht verstanden!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben es nicht verstanden!
Unlängst war ich bei einer Diskussion in Wien eingeladen, veranstaltet von der Jungen SPÖ. 30 Leute waren da, also offensichtlich war das Interesse nicht sehr groß, denn selbst das waren geladene und hinzitierte Leute. Bei uns in Kärnten gibt es Veranstaltungen von uns mit 1 000 Jugendlichen. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Dann ist der Herr Krainer hingekommen, der eigentlich ständig bemüht ist, zumindest einen relativ gescheiten Eindruck zu machen, was er vielleicht auch schafft, und hat dort zu den Jugendlichen gesagt, wie schlimm doch die Bundesregierung sei, wie schlimm es sei, dass wir die Pensionssicherungsreform gemacht hätten. Er hat es bis heute nicht verstanden, dass wir diese Reform eigentlich für die Jugendlichen gemacht haben, damit sie in 30 Jahren immer noch eine Pension von unserem Staat bekommen. Das hat er nicht verstanden! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben es nicht verstanden!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Unvorstellbar ist das!
Auffallend im Familienausschuss, wo wir unter anderem auch den Jugendbericht behandelt haben, war Folgendes: Wir waren um 15 Uhr mit der Behandlung des Jugendberichts fertig. Um 11.55 Uhr hat es bereits eine Presseaussendung von unserer lieben Kollegin Trunk gegeben, die darin schon erzählt hat, wie das Ganze ausgegangen ist. Schon drei Stunden vorher! Also sie ist überhaupt nicht daran interessiert, mitzudiskutieren und mitzureden. Der geht es gar nicht um die Jugend, der geht es rein um Parteipolitik, und das ist nicht das, was in unserem Interesse ist. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Unvorstellbar ist das!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Heinisch-Hosek: Da geht es um das Wahlalter!
Dann gibt es noch immer eine Kollegin von den Grünen, die Frau Mandak, die glaubt, wenn die Drogen freigegeben werden, sind alle Probleme der Jugend gelöst. In der „Kleinen Zeitung“ habe ich dieser Tage einen Bericht gelesen: Ein junger Mann namens Markus, 18 Jahre alt, aus Klagenfurt gibt ein Interview, in dem er sagt: Mit 16 habe ich meinen ersten Joint geraucht, seitdem vielleicht noch zwei, drei Mal. Mir gibt das eigentlich nicht sehr viel. Außerdem sehe ich, was mit den Leuten passiert, die das ständig machen: Die bauen immer mehr ab, werden immer gleichgültiger. Man merkt bei den Kiffern total, das Zeug verändert etwas im Gehirn. – Das ist nicht das, was wir wollen! Das ist nicht unsere Jugendpolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Heinisch-Hosek: Da geht es um das Wahlalter!) – Zum Wahlalter habe ich schon gesagt: Wir haben das in Kärnten schon gelöst.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Schule gehen können. Heute war auch der Unterricht ein Thema, bei dem es darum gegangen ist, wie es denn mit der Ausbildung der Kinder in Österreich aussieht. Ja, wie sollen sie denn ausgebildet werden, wenn sie jetzt nicht einmal mehr mit der Bahn in die Schule fahren können? (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen – Abg. Öllinger: Der war gut!
Wir machen Jugendpolitik von der Jugend und für die Jugend. Wir haben das verstanden. Denn was will die Jugend? – Die Jugend will eine funktionierende Familie – oberste Priorität! Was machen wir? – Wir machen Familienpolitik. Die Jugendlichen wollen Jobs, die auch Spaß machen. Was machen wir? – Wir sind seit Jahren die Antiprivilegienpartei (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen – Abg. Öllinger: Der war gut!) und schauen, dass jeder die gleichen Möglichkeiten hat, wenn er in einen Job eintreten will, und daran auch Spaß hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir machen Jugendpolitik von der Jugend und für die Jugend. Wir haben das verstanden. Denn was will die Jugend? – Die Jugend will eine funktionierende Familie – oberste Priorität! Was machen wir? – Wir machen Familienpolitik. Die Jugendlichen wollen Jobs, die auch Spaß machen. Was machen wir? – Wir sind seit Jahren die Antiprivilegienpartei (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen – Abg. Öllinger: Der war gut!) und schauen, dass jeder die gleichen Möglichkeiten hat, wenn er in einen Job eintreten will, und daran auch Spaß hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Unter anderem steht auch in unserem Antrag, dass wir verstärkt Angebote für die Jugend wollen, die es für die Senioren schon gibt. Frau Glawischnig hat in der Früh gefragt, warum denn Jugendliche weniger in die Museen gehen. Wir haben in diesem Antrag zum Beispiel vorgesehen, dass man die Preise für Freizeitangebote der Jugendlichen senkt, um sie mehr zu den Kulturstätten zu locken. Das wäre schon ein Grund, dass Sie bei diesem Antrag mitstimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie sehen schon, wir sind sicher die aktivste Jugendpartei. Mit diesem Antrag haben wir das, gemeinsam mit der Kollegin Fuhrmann, noch einmal unterstrichen. Wir wollen absolutes Mitspracherecht der Jugend, Gerechtigkeit für und von der Jugend, denn wir sind nicht so hochnäsig und glauben, mit 50 Jahren zu verstehen, was die Jugend will. Wir gehen hinaus, reden mit den Kindern, mit den Jugendlichen, wissen, was sie brauchen, und setzen das dann entsprechend um. Wir erwarten uns dabei allerdings auch die Unterstützung der anderen Parteien. Dass hier Parteienwirtschaft gemacht wird auf Kosten der Jugend, finde ich persönlich sehr schade. Wir machen auf alle Fälle weiter verantwortungsvolle Regierungspolitik für die Jugend! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Das andere ist, dass ich sagen würde: Lassen wir die jungen Leute dort abstimmen! Schauen wir uns dort ihre Meinung an, wo sie dann von diesem Wahlrecht Gebrauch machen können! Haben Sie ein bisschen mehr Mut und beschließen Sie auch einmal einen konkreten Verbesserungsschritt für junge Menschen mit! (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Ellmauer: Muss diese Polemik sein?
Es ist eine geradezu paradoxe Idee, die weitergedacht vielleicht dazu führt, dass wir wieder zurückgehen und auch noch die Dimension einführen, wie viel Grund- und Bodenbesitz jemand hat, und danach das Wahlrecht gewichten. Oder, wenn man die Idee Familienwahlrecht weiterdenkt, vielleicht kommt dann aus Ihren Reihen auch die originelle Idee, dass wir wieder ein Familienoberhaupt einführen. Dann können wir uns auch das Frauenwahlrecht ersparen, denn dann stimmt das Familienoberhaupt gleich für die ganze Familie ab. Also eine völlig paradoxe Idee! (Abg. Ellmauer: Muss diese Polemik sein?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
die Mitsprache und Mitbestimmung auszubauen, statt von Ihnen bevormundet zu werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Rädler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Lichtenberger –: Aber etwas Neues bitte!
Präsident Dr. Andreas Khol: Ich erteile Frau Abgeordneter Dr. Lichtenberger als Antragstellerin zur Begründung des Dringlichen Antrages das Wort. Gemäß § 74a Abs. 5 GOG darf die Redezeit 20 Minuten nicht überschreiten. – Bitte. (Abg. Rädler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Lichtenberger –: Aber etwas Neues bitte!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Grund dieser Situation innerstaatliche Maßnahmen mehr als dringlich und notwendig sind. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Für eine sachliche Lösung ist hier kein Spielraum mehr, denn die Obergrenze, meine Damen und Herren, ist schon in Laeken gefallen, ist durch Herrn Bundeskanzler Schüssel höchst persönlich fallen gelassen worden. Das war einer jener Momente, in dem die wichtige zweite Säule des Transitvertrags letzten Endes herausgeschossen wurde und somit das gesamte Vertragswerk wirkungslos geworden ist. Das, Herr Bundeskanzler Schüssel, ist Ihre ganz persönliche Verantwortung in diesem Problemkreis! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn ich mir die jetzige Situation anschaue, dann kann ich gedanklich nur folgendes Bild malen: Bundeskanzler Schüssel und Vizekanzler Gorbach sitzen gemeinsam am Steuer eines Vierzigtonners, der bei Überschreitung aller Geschwindigkeitsbeschränkungen durch die Landschaft donnert. Wenn die beiden an eine Abzweigung kommen, dann übernimmt vorsichtshalber Schüssel das Steuer, damit man ja die richtige beziehungsweise die falsche Abzweigung erwischt. Aber wenn es darum geht, die Ruhezeiten einzuhalten, dann parkt man auf dem Bahngleis, damit die Bahn als wichtiger Verkehrsträger für die Zukunft blockiert wird und der Straßengüterverkehr weiterhin den Vorrang hat. – Das ist die Wahrheit in Bezug auf die derzeitige Situation! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Trinkl – Zwischenrufe bei der ÖVP
Wir brauchen eine leistungsfähige Bahn (demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Trinkl – Zwischenrufe bei der ÖVP), gerade weil wir die Transporte in der Zukunft über die Bahn abwickeln wollen. – Was Sie tun, meine Damen und Herren, ist die Zerstörung dessen, was jetzt noch vorhanden ist! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wir brauchen eine leistungsfähige Bahn (demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Trinkl – Zwischenrufe bei der ÖVP), gerade weil wir die Transporte in der Zukunft über die Bahn abwickeln wollen. – Was Sie tun, meine Damen und Herren, ist die Zerstörung dessen, was jetzt noch vorhanden ist! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Für die gesamte Bahnreform musste sogar ein Fristsetzungsantrag erfunden werden, damit man sie im Verkehrsausschuss noch bevorzugt behandeln kann. Um die Gewerkschaft unter Druck zu setzen und um die Situation weiter eskalieren zu lassen – einen anderen Zweck hat das Ganze ja nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Diese Beschleunigung in diesem Moment zeigt ganz klar die Absicht, das zu tun, was Thatcher vor etlichen Jahren mit den öffentlichen Diensten gemacht hat. Sie, meine Damen und Herren von der Regierung, wollen den Weg von Margaret Thatcher gehen. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Seit 1998 könnte man eine Schwerverkehrsmaut haben. Es war die ÖVP – unter tatkräftiger Mithilfe einiger Landesfürsten wie etwa dem Tiroler –, die verhindert hat, dass die Maut rechtzeitig eingeführt wurde. Rechnen Sie sich, wenn Sie über die Budgetdefizite jammern, doch einmal aus, wie viel Einnahmenentfall es bedeutet, dass die Schwerverkehrsmaut nicht schon 1998 eingeführt worden ist! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Der zweite Punkt: Wir diskutieren jetzt seit drei, vier Jahren – und viele von Ihnen geben mir ja Recht – über die Notwendigkeit von Kontrolle des Schwerverkehrs angesichts eines grässlichen Sozialdumpings auf unseren Straßen. Seit drei bis vier Jahren diskutieren wir darüber – und die Maßnahme, die jetzt großmundig verkündet wurde, weil man einen Kontrollschwerpunkt einsetzen will, lautet folgendermaßen: Bis Ende des Jahres 2005 will man eine Kontrolldichte von ungefähr 1 Prozent erreichen. Gleichzeitig beschwert sich der burgenländische Landeshauptmann mit Recht darüber, dass die Kontrollen des Schwerverkehrs in seinem Bundesland vermindert werden. – Was ist das anderes als das Schaffen unzulässiger Konkurrenzvorteile für einen Schwerverkehr, für ein Sozialdumping auf der Straße, das schon längst besorgniserregende Ausmaße angenommen hat?! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ellmauer: Immer nur Unterstellungen!
Meine Damen und Herren! Sie lassen hier sehenden Auges ein Sozialdumping zu, das sich auszeichnet durch extrem schlechte Entlohnung, durch gesetzeswidrige Entlohnungsmechanismen, durch Überschreitung von Ruhezeiten und durch Nicht-Einhaltung von Arbeitnehmerschutzbestimmungen. – Das alles ist Ihnen gleichgültig. Das soll gar nicht weiter kontrolliert werden. (Abg. Ellmauer: Immer nur Unterstellungen!)
Beifall bei den Grünen.
Das ist ein Feld, wo man sofort handeln muss, wo man nicht bis Ende 2005 warten darf, bis man vielleicht die Hälfte aller notwendigen Kontrollstellen baut. Das muss sofort geschehen, und dazu müssen auch andere Bauvorhaben der ASFINAG zurückgestellt werden. Das sage ich Ihnen ganz offen. Wenn wir das nicht jetzt machen, dann ist es zu spät, dann können wir mit diesen Kontrollen überhaupt nichts mehr bewirken. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Das stimmt alles nicht!
Sie haben sich ewig Zeit gelassen. Wir haben dieses Thema – und ich habe es immer wieder zur Diskussion gestellt – in diesem Haus schon oft genug besprochen, und niemand von Ihnen sagt mir jetzt: Das stimmt alles nicht! (Abg. Großruck: Das stimmt alles nicht!), denn die Sachen sind aktenkundig. Es gibt Fahrzeitüberschreitungen von 38 Stunden, angehaltene Fahrzeuge mit Reifen, die überhaupt kein Profil mehr haben. Wir haben ungesicherte Ladungen auf den Lkw, die Unfälle verursachen. – Sie wollen das nicht kontrollieren! Sie verschaffen damit dem Straßengütertransit einen unzulässigen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Schiene. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie haben sich ewig Zeit gelassen. Wir haben dieses Thema – und ich habe es immer wieder zur Diskussion gestellt – in diesem Haus schon oft genug besprochen, und niemand von Ihnen sagt mir jetzt: Das stimmt alles nicht! (Abg. Großruck: Das stimmt alles nicht!), denn die Sachen sind aktenkundig. Es gibt Fahrzeitüberschreitungen von 38 Stunden, angehaltene Fahrzeuge mit Reifen, die überhaupt kein Profil mehr haben. Wir haben ungesicherte Ladungen auf den Lkw, die Unfälle verursachen. – Sie wollen das nicht kontrollieren! Sie verschaffen damit dem Straßengütertransit einen unzulässigen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Schiene. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Während Sie bei diesen Schienenbenutzungsentgelten – sie entsprechen ungefähr sozusagen einer Schienenmaut – eine jährliche Valorisierung von über 7 Prozent vorsehen, die – in Klammern angeführt – den Güterverkehr auf der Schiene weiter unattraktiv, weil zu teuer machen, wird die Maut beim Schwerverkehr nicht valorisiert. Ganz im Gegenteil! Man beginnt, darüber zu diskutieren, ob man nicht jetzt schon die Maut für bestimmte LkW-Klassen senken sollte. Jetzt beginnen Sie schon darüber zu diskutieren, jetzt beginnen Ihre Vertreter in der Wirtschaftskammer schon darüber zu lamentieren, dass Sie die gleich niedrige Maut wie in Deutschland wollen – ohne Berücksichtigung der Tatsache, dass sich der Bau und die Erhaltung im Alpenraum natürlich ganz anders gestalten als im Flachland. Das sollten Sie auch einmal zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Wattaul.
rieren das einfach! Es ist wichtiger, die Bahn zu zerstören, die Bundesbahnen ihrem Ende zuzuführen, anstatt wirklich einen guten Güterverkehr für die Zukunft zu ermöglichen. (Zwischenruf des Abg. Wattaul.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Kollege, Sie rufen heraus, dass es die großen Schienenprojekte gibt. – Aber wenn die Österreichischen Bundesbahnen als Organisation nicht mehr funktionieren, dann sind die einzigen, die vielleicht noch darauf fahren – die vielleicht noch darauf fahren, wenn wir nicht zu viel Schienenmaut von ihnen verlangen –, die Italiener und die Deutschen und die Slowaken und die Ungarn und alle unsere Nachbarn. Das ist nichts Schlimmes, aber wenn Sie von vornherein ein österreichisches Unternehmen vom Markt werfen wollen, dann nützen Ihnen diese ganzen Tunnelprojekte überhaupt nichts, dann werden Sie niemals eine Verlagerung von der Straße auf die Schiene bewirken können. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Wattaul: Stimmt nicht!
Dazu gehört natürlich auch, dass man die Preisstruktur zwischen Straße und Schiene endlich in Ordnung bringt. Wir fordern eine langsame Anhebung der Mauten auf Schweizer Niveau. Jetzt sind wir an die Wegekostenrichtlinie gebunden, und hier muss der Spielraum maximal ausgeschöpft werden, was Sie aber nicht tun. (Abg. Wattaul: Stimmt nicht!) Hier sind Sie vorsichtiger, als Sie das jemals bei irgendeinem ÖBB-Schilling, den Sie hätten ausgeben sollen, gewesen sind. (Abg. Ellmauer: Völlige Realitätsverweigerung, Frau Kollegin!)
Abg. Ellmauer: Völlige Realitätsverweigerung, Frau Kollegin!
Dazu gehört natürlich auch, dass man die Preisstruktur zwischen Straße und Schiene endlich in Ordnung bringt. Wir fordern eine langsame Anhebung der Mauten auf Schweizer Niveau. Jetzt sind wir an die Wegekostenrichtlinie gebunden, und hier muss der Spielraum maximal ausgeschöpft werden, was Sie aber nicht tun. (Abg. Wattaul: Stimmt nicht!) Hier sind Sie vorsichtiger, als Sie das jemals bei irgendeinem ÖBB-Schilling, den Sie hätten ausgeben sollen, gewesen sind. (Abg. Ellmauer: Völlige Realitätsverweigerung, Frau Kollegin!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ
Die Bahn interessiert Sie in Wirklichkeit überhaupt nicht (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ), das war ja bei einigen Zwischenrufen in der gestrigen Debatte deutlich zu hören, als Leute herausgerufen haben: Was brauche ich die Bahn, ich fahre eh nicht damit! (Abg. Neudeck: Das war der Herr Puswald! – Rufe bei den Freiheitlichen: Der Puswald! – Abg. Sburny: Minister Grasser! – Abg. Mag. Kogler: Das war Grasser!)
Abg. Neudeck: Das war der Herr Puswald! – Rufe bei den Freiheitlichen: Der Puswald! – Abg. Sburny: Minister Grasser! – Abg. Mag. Kogler: Das war Grasser!
Die Bahn interessiert Sie in Wirklichkeit überhaupt nicht (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ), das war ja bei einigen Zwischenrufen in der gestrigen Debatte deutlich zu hören, als Leute herausgerufen haben: Was brauche ich die Bahn, ich fahre eh nicht damit! (Abg. Neudeck: Das war der Herr Puswald! – Rufe bei den Freiheitlichen: Der Puswald! – Abg. Sburny: Minister Grasser! – Abg. Mag. Kogler: Das war Grasser!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: Überhaupt wenn sie bestreikt wird!
Meine Damen und Herren! Es tut mir Leid: Wenn das Ihre Haltung zum wichtigsten öffentlichen Verkehrsträger in Österreich ist, dann bekommen wir nie eine vernünftige Lösung. Wir brauchen die Bahn, schon allein zur Bewältigung der derzeitigen Verkehrsströme. Wir brauchen sie dringend! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: Überhaupt wenn sie bestreikt wird!)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Aus ist es!
Und um eine Bahn in vernünftiger Form zu haben, muss man auch mit den dort Tätigen vernünftig und anständig umgehen, und nicht so wie Sie das tun. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Aus ist es!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Worüber wollen Sie denn dann mit den „Bahnlern“ reden? Über das Wetter vielleicht? – So schaffen Sie keine Bahnreform, die in der Zukunft auch funktioniert. So eine brauchen wir aber, genauso wie die Anti-Transitmaßnahmen, die wir in diesem Antrag vorschlagen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Großruck – in Richtung Grüne –: Und jetzt erfahren Sie die Wirklichkeit!
Präsident Dr. Andreas Khol: Zur Abgabe einer Stellungnahme hat sich der Herr Bundeskanzler zu Wort gemeldet. Die Redezeit soll 20 Minuten nicht überschreiten. – Bitte, Herr Bundeskanzler. (Abg. Großruck – in Richtung Grüne –: Und jetzt erfahren Sie die Wirklichkeit!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Ohne Obergrenze!
Schuld ist nicht die Kommission, denn die Kommission war anfangs sehr skeptisch, aber dann hat sich Loyola de Palacio, Vizepräsidentin der Kommission und Verkehrskommissarin, eindeutig für die österreichischen Anliegen eingesetzt und immerhin einen Vorschlag eingebracht, der – und das wäre ja auf Grund der Rechtslage nicht notwendig gewesen; das war ein Entgegenkommen der Kommission! – eine bis zu dreijährige Verlängerung des Ökopunkte-Regimes vorsah. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ohne Obergrenze!)
Abg. Dr. Glawischnig: Ja, stimmt ja! 100 Prozent!
Frau Abgeordnete! Mir tut das weh, wenn man dann sagt, da sei etwas versäumt worden, da sei etwas fallen gelassen worden. (Abg. Dr. Glawischnig: Ja, stimmt ja! 100 Prozent!) – Nein, nein! Ich sage das schon auch hier, weil jeder einzelne Schritt mit dem Hohen Haus, mit dem Europaausschuss diskutiert worden ist. Wir hätten beim Europäischen Rat in Laeken niemals eine Zusage für eine Übergangsregelung bekommen, wenn nicht der damalige Verkehrsminister – und auch ich und die Außenministerin sowie die Parlamentarier – grünes Licht dafür gegeben hätten, dass wir auf die quantitative Obergrenze verzichten. Das ist also nicht übersehen worden, und das ist auch nicht böswillig gemacht worden.
Abg. Dr. Lichtenberger: Nein!
Frau Abgeordnete! Mit Ihrer Haltung hätten wir überhaupt keine Verhandlungsposition bekommen (Abg. Dr. Lichtenberger: Nein!), dann wäre das Übergangsrecht ersatzlos ausgelaufen. Und das wollten wir nicht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Frau Abgeordnete! Mit Ihrer Haltung hätten wir überhaupt keine Verhandlungsposition bekommen (Abg. Dr. Lichtenberger: Nein!), dann wäre das Übergangsrecht ersatzlos ausgelaufen. Und das wollten wir nicht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich glaube daher, dass es sehr wichtig ist, dass wir in diesem Vermittlungsausschuss nicht den Eindruck erwecken, dass wir in alle Richtungen auseinander gehen. Wir Österreicher sollten uns in dieser Frage darauf konzentrieren, dass wir es massiv ablehnen, dass uns der Vermittlungsausschuss, angeführt durch das Europäische Parlament – und natürlich sind jetzt auch einige Ratsmitglieder aufgewacht –, ein sündteures, völlig uneffizientes LKW-Zählsystem aufs Auge drückt. Das wollen wir hoffentlich gemeinsam ablehnen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Natürlich sind wir völlig damit einverstanden, alle rechtlichen Schritte zu ergreifen, die uns zur Verfügung stehen, bis hin zu einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. Das werden wir natürlich machen! Nur, eines möchte ich auch sagen: Jetzt konzentrieren wir uns selbstverständlich auf die wenigen Tage, die noch vor uns stehen, dass wir im Vermittlungsausschuss eine gemeinsame Lösung zustande bringen, die diesen Namen auch verdient. Wir werden keiner Lösung zustimmen, die nur ein Scheinkompromiss ist, der keinen Sinn macht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.
Wenn Sie, Frau Abgeordnete, behaupten, wir hätten kein Interesse an Kontrollen, dann lesen Sie doch bitte den Entschließungsantrag des Bundesrates, der von allen Fraktionen einstimmig beschlossen wurde. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.) In diesem Entschließungsantrag steht, dass wir die Asfinag damit beauftragen sollen,
Abg. Dr. Glawischnig: Das hätten Sie schon längst können! Das ist ja ein Armutszeugnis!
ein effizientes, gesamtösterreichisches Kontrollsystem aufzuziehen. (Abg. Dr. Glawischnig: Das hätten Sie schon längst können! Das ist ja ein Armutszeugnis!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Na sicher! Das habe ich ja gesagt!
Weiters behaupten Sie, Frau Abgeordnete, dass wir kein Interesse daran haben, höhere Mauten zu verlangen. Das ist wieder so eine Legendenbildung. Sie wissen doch – oder ich sage es Ihnen halt –: Über gewisse Dinge können wir gar nicht mehr allein entscheiden! (Abg. Dr. Lichtenberger: Na sicher! Das habe ich ja gesagt!) Die Mauthöhe beispielsweise ist eine Entscheidung, bei der wir an europäische Regeln gebunden sind. (Abg. Wattaul: So ist es!)
Abg. Wattaul: So ist es!
Weiters behaupten Sie, Frau Abgeordnete, dass wir kein Interesse daran haben, höhere Mauten zu verlangen. Das ist wieder so eine Legendenbildung. Sie wissen doch – oder ich sage es Ihnen halt –: Über gewisse Dinge können wir gar nicht mehr allein entscheiden! (Abg. Dr. Lichtenberger: Na sicher! Das habe ich ja gesagt!) Die Mauthöhe beispielsweise ist eine Entscheidung, bei der wir an europäische Regeln gebunden sind. (Abg. Wattaul: So ist es!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Spielräume ausnützen!
Und ich sage Ihnen ganz offen: Ich halte es für verantwortungslos, wenn man sich hier hinstellt und den Eindruck erweckt, wir brauchen, wenn wir das wollen, nur höhere Schwerverkehrsmauten auf den Transitrouten vorzuschlagen, ohne das Risiko zu erwähnen, dass der Europäische Gerichtshof das wieder aufhebt (Abg. Dr. Lichtenberger: Spielräume ausnützen!) – was uns schon einmal passiert ist! – und dadurch für die Asfinag und damit natürlich für den österreichischen Steuerzahler ein Milliardenrisiko entsteht. Frau Abgeordnete, so geht es eben nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und ich sage Ihnen ganz offen: Ich halte es für verantwortungslos, wenn man sich hier hinstellt und den Eindruck erweckt, wir brauchen, wenn wir das wollen, nur höhere Schwerverkehrsmauten auf den Transitrouten vorzuschlagen, ohne das Risiko zu erwähnen, dass der Europäische Gerichtshof das wieder aufhebt (Abg. Dr. Lichtenberger: Spielräume ausnützen!) – was uns schon einmal passiert ist! – und dadurch für die Asfinag und damit natürlich für den österreichischen Steuerzahler ein Milliardenrisiko entsteht. Frau Abgeordnete, so geht es eben nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Ja!
Gleiches gilt für die Querfinanzierung. Sie behaupten, wir wollen keine Querfinanzierung. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ja!) – Frau Abgeordnete! Wir wollen eine Querfinanzierung. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wo?) – Wir dürfen nicht (Abg. Dr. Lichtenberger: Wir dürfen schon!), weil die heutige Wegekostenrichtlinie eine Querfinanzierung verbietet, ausdrücklich verbietet! (Abg. Dr. Glawischnig: Stimmt nicht! Das ist unwahr! – Abg. Parnigoni: Stimmt überhaupt nicht!) Es ist die gemeinsame österreichische Position, in der neuen Wegekostenrichtlinie eine solche Querfinanzierung durchzusetzen.
Abg. Dr. Lichtenberger: Wo?
Gleiches gilt für die Querfinanzierung. Sie behaupten, wir wollen keine Querfinanzierung. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ja!) – Frau Abgeordnete! Wir wollen eine Querfinanzierung. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wo?) – Wir dürfen nicht (Abg. Dr. Lichtenberger: Wir dürfen schon!), weil die heutige Wegekostenrichtlinie eine Querfinanzierung verbietet, ausdrücklich verbietet! (Abg. Dr. Glawischnig: Stimmt nicht! Das ist unwahr! – Abg. Parnigoni: Stimmt überhaupt nicht!) Es ist die gemeinsame österreichische Position, in der neuen Wegekostenrichtlinie eine solche Querfinanzierung durchzusetzen.
Abg. Dr. Lichtenberger: Wir dürfen schon!
Gleiches gilt für die Querfinanzierung. Sie behaupten, wir wollen keine Querfinanzierung. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ja!) – Frau Abgeordnete! Wir wollen eine Querfinanzierung. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wo?) – Wir dürfen nicht (Abg. Dr. Lichtenberger: Wir dürfen schon!), weil die heutige Wegekostenrichtlinie eine Querfinanzierung verbietet, ausdrücklich verbietet! (Abg. Dr. Glawischnig: Stimmt nicht! Das ist unwahr! – Abg. Parnigoni: Stimmt überhaupt nicht!) Es ist die gemeinsame österreichische Position, in der neuen Wegekostenrichtlinie eine solche Querfinanzierung durchzusetzen.
Abg. Dr. Glawischnig: Stimmt nicht! Das ist unwahr! – Abg. Parnigoni: Stimmt überhaupt nicht!
Gleiches gilt für die Querfinanzierung. Sie behaupten, wir wollen keine Querfinanzierung. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ja!) – Frau Abgeordnete! Wir wollen eine Querfinanzierung. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wo?) – Wir dürfen nicht (Abg. Dr. Lichtenberger: Wir dürfen schon!), weil die heutige Wegekostenrichtlinie eine Querfinanzierung verbietet, ausdrücklich verbietet! (Abg. Dr. Glawischnig: Stimmt nicht! Das ist unwahr! – Abg. Parnigoni: Stimmt überhaupt nicht!) Es ist die gemeinsame österreichische Position, in der neuen Wegekostenrichtlinie eine solche Querfinanzierung durchzusetzen.
Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist wenig!
Sie sagen, es dürfe in der neuen Wegekostenrichtlinie kein Trinkgeld für sensible Zonen stehen. Ja, dann setzen Sie sich doch bitte einmal hin und schauen Sie sich an, wie die Verhandlungssituation ist! Wenn Sie beispielsweise sagen, 25 Prozent seien ein Trinkgeld, dann ist das einfach unseriös! (Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist wenig!) Das ist eine mühsam herausverhandelte Position, die die Kommission jetzt vorgelegt hat. Wir werden darum ringen, dass man vielleicht noch höher geht! Aber erwecken Sie nicht den Eindruck, dass der gute Wille Österreichs hier fehlt.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich habe das Gefühl, dass Sie sich die Dossiers einfach nicht gut genug anschauen. Und man muss sich, will man etwas erreichen, schon auch realistisch mit diesen Fraugen auseinander setzen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Zur Bahn selber. In Ihren Ausführungen ist meiner Ansicht nach sehr viel Polemik enthalten gewesen, auf die ich nicht eingehe. Ich schaue nicht aus wie Margaret Thatcher, ich bin auch nicht wie Margaret Thatcher! (Heiterkeit bei der ÖVP.) Ich habe auch nicht die Absicht, die österreichische Bundesbahn zu privatisieren, genauso wenig hat das Hubert Gorbach vor, damit das klar ist. (Rufe bei den Grünen: Aber der Kukacka!) Mein Handtascherl habe ich zu Hause gelassen. Auch Helmut Kukacka hat nicht die Absicht, die Bahn zu privatisieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger – mit Daumen und Zeigefinger einen geringen Abstand zeigend –: So klein wollen Sie sie haben!)
Rufe bei den Grünen: Aber der Kukacka!
Zur Bahn selber. In Ihren Ausführungen ist meiner Ansicht nach sehr viel Polemik enthalten gewesen, auf die ich nicht eingehe. Ich schaue nicht aus wie Margaret Thatcher, ich bin auch nicht wie Margaret Thatcher! (Heiterkeit bei der ÖVP.) Ich habe auch nicht die Absicht, die österreichische Bundesbahn zu privatisieren, genauso wenig hat das Hubert Gorbach vor, damit das klar ist. (Rufe bei den Grünen: Aber der Kukacka!) Mein Handtascherl habe ich zu Hause gelassen. Auch Helmut Kukacka hat nicht die Absicht, die Bahn zu privatisieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger – mit Daumen und Zeigefinger einen geringen Abstand zeigend –: So klein wollen Sie sie haben!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger – mit Daumen und Zeigefinger einen geringen Abstand zeigend –: So klein wollen Sie sie haben!
Zur Bahn selber. In Ihren Ausführungen ist meiner Ansicht nach sehr viel Polemik enthalten gewesen, auf die ich nicht eingehe. Ich schaue nicht aus wie Margaret Thatcher, ich bin auch nicht wie Margaret Thatcher! (Heiterkeit bei der ÖVP.) Ich habe auch nicht die Absicht, die österreichische Bundesbahn zu privatisieren, genauso wenig hat das Hubert Gorbach vor, damit das klar ist. (Rufe bei den Grünen: Aber der Kukacka!) Mein Handtascherl habe ich zu Hause gelassen. Auch Helmut Kukacka hat nicht die Absicht, die Bahn zu privatisieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger – mit Daumen und Zeigefinger einen geringen Abstand zeigend –: So klein wollen Sie sie haben!)
Abg. Dr. Fischer: Ihr schreit: „Deutschland“!
Aber packen Sie doch nicht immer die Totschlagargumente aus! Da heißt es immer: „England!“ – Bitte, England ist weit weg, keiner von uns hat eine ... (Abg. Dr. Fischer: Ihr schreit: „Deutschland“!) – Bitte? Ich verstehe es nicht. (Abg. Dr. Fischer: „Deutschland“ zu schreien ist auch ein Totschlagargument!) – Nein, gar nicht! Die Deutschen machen manches sehr gut, manches machen sie weniger gut als wir, Herr Präsident Fischer.
Abg. Dr. Fischer: „Deutschland“ zu schreien ist auch ein Totschlagargument!
Aber packen Sie doch nicht immer die Totschlagargumente aus! Da heißt es immer: „England!“ – Bitte, England ist weit weg, keiner von uns hat eine ... (Abg. Dr. Fischer: Ihr schreit: „Deutschland“!) – Bitte? Ich verstehe es nicht. (Abg. Dr. Fischer: „Deutschland“ zu schreien ist auch ein Totschlagargument!) – Nein, gar nicht! Die Deutschen machen manches sehr gut, manches machen sie weniger gut als wir, Herr Präsident Fischer.
Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist ja nicht das Problem!
Was ich meine, ist: Wir legen eigentlich eine sehr moderate Reform vor, die nichts anderes bedeuten wird, als dass zum Beispiel die von Ihnen erwähnte Schienenmaut – die übrigens auch wiederum die Europäische Union von uns verlangen wird; es sollen ja letztlich selbsttragende Finanzierungssysteme werden –, die ja nicht abkassiert und irgendwo versteckt wird, in die Infrastrukturgesellschaft zurückfließt! Sie wird also nicht abkassiert, sondern bleibt sozusagen im System. (Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist ja nicht das Problem!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Also: Versuchen wir, die Themen sachlich zu begreifen und zu diskutieren, dann wird es wesentlich weniger dramatisch werden, als es hier dargestellt wurde. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist nicht wahr!
Letzter Punkt: Frau Abgeordnete, ich habe das Europäische Parlament erwähnt. Ich hätte das jetzt nicht ausgebreitet, aber wenn Sie schon einen Dringlichen Antrag der grünen Fraktion stellen, dann will ich Ihnen den Hinweis nicht ersparen, dass wir eigentlich eine gemeinsame Position im Europäischen Parlament bekommen hätten, wären nicht die Abgeordneten der Grünen (Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist nicht wahr!) – ich lese es Ihnen gleich vor; seien Sie nicht unruhig, ich werde es sachlich vortragen – im Europäischen Parlament von Abänderungsanträgen, die der Sozialdemokrat Hannes Swoboda und der Christdemokrat Reinhard Rack vorgetragen haben, abgesprungen.
Abg. Dr. Lichtenberger: Nein! Das ist nicht wahr!
Das Problem war nämlich, dass diese beiden österreichischen Parlamentarier, natürlich mit Unterstützung auch der Freiheitlichen, einen Weg vorgeschlagen haben, der die volle Einbeziehung der Euro-3-LKW garantiert hätte, die Abstimmung darüber aber so knapp war, dass die 30 Stimmen der grünen Fraktion im Europäischen Parlament den Ausschlag gegeben hätten. (Abg. Dr. Lichtenberger: Nein! Das ist nicht wahr!) Unter diesen waren auch zwei Abgeordnete der österreichischen Grünen! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Die beiden österreichischen Grünen Voggenhuber und Echerer haben gegen die Abänderungsanträge von Swoboda und Rack gestimmt. (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Unglaublich!)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das Problem war nämlich, dass diese beiden österreichischen Parlamentarier, natürlich mit Unterstützung auch der Freiheitlichen, einen Weg vorgeschlagen haben, der die volle Einbeziehung der Euro-3-LKW garantiert hätte, die Abstimmung darüber aber so knapp war, dass die 30 Stimmen der grünen Fraktion im Europäischen Parlament den Ausschlag gegeben hätten. (Abg. Dr. Lichtenberger: Nein! Das ist nicht wahr!) Unter diesen waren auch zwei Abgeordnete der österreichischen Grünen! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Die beiden österreichischen Grünen Voggenhuber und Echerer haben gegen die Abänderungsanträge von Swoboda und Rack gestimmt. (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Unglaublich!)
Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Unglaublich!
Das Problem war nämlich, dass diese beiden österreichischen Parlamentarier, natürlich mit Unterstützung auch der Freiheitlichen, einen Weg vorgeschlagen haben, der die volle Einbeziehung der Euro-3-LKW garantiert hätte, die Abstimmung darüber aber so knapp war, dass die 30 Stimmen der grünen Fraktion im Europäischen Parlament den Ausschlag gegeben hätten. (Abg. Dr. Lichtenberger: Nein! Das ist nicht wahr!) Unter diesen waren auch zwei Abgeordnete der österreichischen Grünen! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Die beiden österreichischen Grünen Voggenhuber und Echerer haben gegen die Abänderungsanträge von Swoboda und Rack gestimmt. (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Unglaublich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger begibt sich zum Präsidium.
Hätten wir eine Mehrheit des Europäischen Parlaments für diese Abänderungsanträge bekommen, dann wäre die Position Österreichs im Vermittlungsausschuss natürlich eine ganz andere gewesen! So schaut es aus, Frau Abgeordnete! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger begibt sich zum Präsidium.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Ja!
Sie wollen das offensichtlich tatsächlich berichtigen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ja!) Damit Sie auch wirklich alle Argumente haben, lese ich Ihnen einen offenen Brief der beiden Mitglieder des Europäischen Parlaments Dr. Hannes Swoboda und Universitätsprofessor Dr. Reinhard Rack an die beiden österreichischen Abgeordneten der Grünen Voggenhuber und Echerer „zur gestrigen Transitabstimmung im Europäischen Parlament in Strassburg“ vor:
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Jakob Auer: Peinlich!
„Sehr geehrte Kollegin Echerer, sehr geehrter Kollege Voggenhuber! Bei der Analyse des gestrigen Abstimmungsergebnisses zum Ökopunkt-Bericht des Europäischen Parlaments müssen wir leider feststellen, dass Sie und weitere 30 Mitglieder Ihrer Fraktion die von uns eingebrachten Abänderungsanträge 18 und 19 rundweg abgelehnt haben.“ – Sie waren damit übrigens im Boot mit den Hardlinern aus Deutschland und Italien! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Jakob Auer: Peinlich!)
Ah-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Hätten Sie und Ihre Kolleginnen bei dieser Abstimmung für diese Anträge gestimmt, so wäre dafür eine Mehrheit zustande gekommen. Das hätte uns in weiterer Folge im Rahmen des im Herbst stattfindenden Vermittlungsverfahrens wesentlich in der Argumentation geholfen, um zu einem für Österreich annehmbaren Kompromiss in dieser Causa zu gelangen. Ihre ablehnende Haltung ist uns auch deswegen so unverständlich, weil die grüne Fraktion selbst nicht einen einzigen Plenaränderungsantrag als Alternative vorgelegt hat.“ (Ah-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir, der Vizekanzler, der gerade eintrifft, und ich, werden uns anstrengen, diesen Fehler der Grünen im Europäischen Parlament noch auszubügeln. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Ruf bei der ÖVP: Vernünftig sein!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Herr Bundeskanzler, eines können Sie von den Grünen nie und nirgendwo erwarten (Ruf bei der ÖVP: Vernünftig sein!): Von den Grünen wird es auf keiner einzigen Ebene, ob das in den Gemeinden, in den Landtagen, im Nationalrat, im Bundesrat oder im Europaparlament ist, jemals eine Zustimmung geben zu Dingen, zu Vorschlägen, zu Visionen, die eine radikale Verschlechterung für die österreichische Bevölkerung darstellen. (Abg. Scheibner: So ist gar nichts da jetzt! Jetzt haben wir gar nichts!) Das können Sie, bitte, allein machen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: So ist gar nichts da jetzt! Jetzt haben wir gar nichts!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Herr Bundeskanzler, eines können Sie von den Grünen nie und nirgendwo erwarten (Ruf bei der ÖVP: Vernünftig sein!): Von den Grünen wird es auf keiner einzigen Ebene, ob das in den Gemeinden, in den Landtagen, im Nationalrat, im Bundesrat oder im Europaparlament ist, jemals eine Zustimmung geben zu Dingen, zu Vorschlägen, zu Visionen, die eine radikale Verschlechterung für die österreichische Bevölkerung darstellen. (Abg. Scheibner: So ist gar nichts da jetzt! Jetzt haben wir gar nichts!) Das können Sie, bitte, allein machen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Herr Bundeskanzler, eines können Sie von den Grünen nie und nirgendwo erwarten (Ruf bei der ÖVP: Vernünftig sein!): Von den Grünen wird es auf keiner einzigen Ebene, ob das in den Gemeinden, in den Landtagen, im Nationalrat, im Bundesrat oder im Europaparlament ist, jemals eine Zustimmung geben zu Dingen, zu Vorschlägen, zu Visionen, die eine radikale Verschlechterung für die österreichische Bevölkerung darstellen. (Abg. Scheibner: So ist gar nichts da jetzt! Jetzt haben wir gar nichts!) Das können Sie, bitte, allein machen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Nicht ablenken! ... Fundamentalopposition!
Ich halte es wirklich für eine Unverschämtheit – ich zähle Ihnen jetzt einmal kurz Ihre Versäumnisse auf, die Sie in der Verkehrspolitik in den letzten zehn Jahren zu verantworten haben. (Abg. Scheibner: Nicht ablenken! ... Fundamentalopposition!) Und
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Sie sind auch tatsächlich dafür verantwortlich: Ich kenne keinen einzigen österreichischen Politiker außen Ihnen, Herr Bundeskanzler Schüssel, der so lange in der Bundesregierung in irgendeiner Form für Verkehrspolitik zuständig war. Ein großer Anteil, der größte Anteil dieses Schlamassels, vor dem wir jetzt stehen, geht ausschließlich auf Ihre eigene persönliche Verantwortung zurück! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: „Wagen“? – Abg. Neudeck: Wollen Sie uns drohen?
Die Grünen haben sich über Jahrzehnte für dieses Thema eingesetzt und haben vor dieser Entwicklung gewarnt, indem sie gesagt haben: Eine Verkehrspolitik, die auf Straßenbau, auf Transitrouten setzt, sodass man dann in Zukunft zweistöckig und vierspurig durch Österreich durchfährt, ist zum Scheitern verurteilt! – Sie haben auf uns nie gehört. Also wagen Sie es nicht, uns in unserer Glaubwürdigkeit in der Verkehrspolitik anzutasten! (Abg. Dr. Stummvoll: „Wagen“? – Abg. Neudeck: Wollen Sie uns drohen?) Das ist wirklich eine Unverschämtheit! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: Wir fürchten uns aber jetzt! – Heiterkeit des Abg. Mag. Mainoni. – Abg. Scheibner: Was passiert denn dann, wenn wir weiter kritisieren?) – Nein, ich meine das sehr, sehr ernst.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: Wir fürchten uns aber jetzt! – Heiterkeit des Abg. Mag. Mainoni. – Abg. Scheibner: Was passiert denn dann, wenn wir weiter kritisieren?
Die Grünen haben sich über Jahrzehnte für dieses Thema eingesetzt und haben vor dieser Entwicklung gewarnt, indem sie gesagt haben: Eine Verkehrspolitik, die auf Straßenbau, auf Transitrouten setzt, sodass man dann in Zukunft zweistöckig und vierspurig durch Österreich durchfährt, ist zum Scheitern verurteilt! – Sie haben auf uns nie gehört. Also wagen Sie es nicht, uns in unserer Glaubwürdigkeit in der Verkehrspolitik anzutasten! (Abg. Dr. Stummvoll: „Wagen“? – Abg. Neudeck: Wollen Sie uns drohen?) Das ist wirklich eine Unverschämtheit! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: Wir fürchten uns aber jetzt! – Heiterkeit des Abg. Mag. Mainoni. – Abg. Scheibner: Was passiert denn dann, wenn wir weiter kritisieren?) – Nein, ich meine das sehr, sehr ernst.
Ironische Heiterkeit des Abg. Wattaul.
Sie reden immer von Gemeinsamkeiten. Eines sage ich Ihnen: Gemeinsamkeit gibt es zwischen uns nicht, wenn es darum geht, LKW-Verkehr auf der Straße billiger zu machen, sich über Jahrzehnte gegen ein generelles Nachtfahrverbot auszusprechen, beim LKW-Road Pricing den billigsten Diskonttarif des ganzen Alpenbogens zu verordnen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Wattaul.) Da haben wir wirklich keine Gemeinsamkeit, sondern da haben wir eine ganz, ganz andere Position, eine grundsätzlich andere Position! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie reden immer von Gemeinsamkeiten. Eines sage ich Ihnen: Gemeinsamkeit gibt es zwischen uns nicht, wenn es darum geht, LKW-Verkehr auf der Straße billiger zu machen, sich über Jahrzehnte gegen ein generelles Nachtfahrverbot auszusprechen, beim LKW-Road Pricing den billigsten Diskonttarif des ganzen Alpenbogens zu verordnen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Wattaul.) Da haben wir wirklich keine Gemeinsamkeit, sondern da haben wir eine ganz, ganz andere Position, eine grundsätzlich andere Position! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Immer dann, wenn Sie mit Ihrer Politik in Schwierigkeiten kommen, suchen Sie den berühmten Schulterschluss. – Diese Schwierigkeiten haben Sie wirklich ganz allein zu verantworten, nämlich durch die verfehlte Verkehrspolitik der letzten fünfzehn Jahre! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ellmauer: Sie reden so viel Blödsinn!
Wir versuchen jetzt noch einmal, konstruktiv zu sein, und legen Vorschläge vor, nennen alle nur irgendwie möglichen innerstaatlichen Maßnahmen (Abg. Ellmauer: Sie reden so viel Blödsinn!), die geeignet sind, um die Bevölkerung vor dieser Lawine zu schützen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Lawinenverbauung!) Und was machen Sie? – Sie reden nicht ein einziges Wort über das, was Österreich jetzt tun kann! – Sie reden über Brüssel, Sie fahren zu Berlusconi. – Ihre wahre Mission dort war im Grunde eine andere, um das auch noch einmal zu sagen. (Abg. Wittauer: ... was wir probieren, um noch eine Regelung zu bekommen!) Ihre Mission dort war im Grunde, die Frage Konstitutionen, Institutionen zu diskutieren – und Transit war das letztere, das zweite Thema.
Ruf bei den Freiheitlichen: Lawinenverbauung!
Wir versuchen jetzt noch einmal, konstruktiv zu sein, und legen Vorschläge vor, nennen alle nur irgendwie möglichen innerstaatlichen Maßnahmen (Abg. Ellmauer: Sie reden so viel Blödsinn!), die geeignet sind, um die Bevölkerung vor dieser Lawine zu schützen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Lawinenverbauung!) Und was machen Sie? – Sie reden nicht ein einziges Wort über das, was Österreich jetzt tun kann! – Sie reden über Brüssel, Sie fahren zu Berlusconi. – Ihre wahre Mission dort war im Grunde eine andere, um das auch noch einmal zu sagen. (Abg. Wittauer: ... was wir probieren, um noch eine Regelung zu bekommen!) Ihre Mission dort war im Grunde, die Frage Konstitutionen, Institutionen zu diskutieren – und Transit war das letztere, das zweite Thema.
Abg. Wittauer: ... was wir probieren, um noch eine Regelung zu bekommen!
Wir versuchen jetzt noch einmal, konstruktiv zu sein, und legen Vorschläge vor, nennen alle nur irgendwie möglichen innerstaatlichen Maßnahmen (Abg. Ellmauer: Sie reden so viel Blödsinn!), die geeignet sind, um die Bevölkerung vor dieser Lawine zu schützen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Lawinenverbauung!) Und was machen Sie? – Sie reden nicht ein einziges Wort über das, was Österreich jetzt tun kann! – Sie reden über Brüssel, Sie fahren zu Berlusconi. – Ihre wahre Mission dort war im Grunde eine andere, um das auch noch einmal zu sagen. (Abg. Wittauer: ... was wir probieren, um noch eine Regelung zu bekommen!) Ihre Mission dort war im Grunde, die Frage Konstitutionen, Institutionen zu diskutieren – und Transit war das letztere, das zweite Thema.
Abg. Wittauer: Das hat der Kärntner Landeshauptmann sehr klar dargestellt! – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
Was können wir in Österreich wirklich tun? Und nur so werden wir in der Europäischen Union auch glaubwürdig! Ich möchte das noch einmal betonen, wir stehen tatsächlich für eine Verbilligung der Schiene und für eine Verteuerung der Straße. – Sie machen im Moment das Gegenteil davon, und das machen Sie im Moment auch in Kärnten. Dort spricht man sich dafür aus, Mauten zu reduzieren, alles wegzutun, damit man möglichst billig durchfahren kann! (Abg. Wittauer: Das hat der Kärntner Landeshauptmann sehr klar dargestellt! – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) Die Tauern Autobahn ist jetzt schon die billigste Straße im ganzen Alpenbereich – nirgendwo kann man billiger über die Alpen fahren. Sie wollen es noch billiger machen!
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Ich frage Sie: Was ist Ihre Antwort? Was sagen Sie den Leuten, die jetzt mit diesen Zahlen konfrontiert sind? Was sagen Sie ihnen? Sagen Sie: Weiter Straßen bauen, weiter die Schiene in Bedrängnis bringen!? – Das sind keine Antworten, meine Herren! Das sind wirklich keine Antworten. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Abg. Dr. Trinkl: Geh!
Wir haben das heute nicht auf die Tagesordnung gesetzt, um Polemiken auszutauschen, sondern wir wollen tatsächlich, dass jetzt etwas passiert! Wir haben uns auch etwas überlegt, und wir haben das schon so oft vorgeschlagen – aber Sie setzen sich mittlerweile seit Jahren immer wieder auf die falsche Seite: Sie setzen sich fundamental und konsequent immer auf die Seite von billigem LKW-Verkehr. (Abg. Dr. Trinkl: Geh!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
So sagt zum Beispiel die Wirtschaftskammer oder der Kollege Mitterlehner unterm Strich immer quasi: Na ja, wir werden doch nicht auch der österreichischen Transportwirtschaft etwas antun! (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) – Dieses Argument betrifft genau jenen Bereich, wo wir auf europäischer Ebene gegen die Frächterlobby zu kämpfen haben – und das ist in Österreich genau dasselbe! Ich frage Sie: Wieso ... (Abg. Dr. Trinkl: Aber Arbeitsplätze wachsen nicht auf den Bäumen, Frau Kollegin!)
Abg. Dr. Trinkl: Aber Arbeitsplätze wachsen nicht auf den Bäumen, Frau Kollegin!
So sagt zum Beispiel die Wirtschaftskammer oder der Kollege Mitterlehner unterm Strich immer quasi: Na ja, wir werden doch nicht auch der österreichischen Transportwirtschaft etwas antun! (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) – Dieses Argument betrifft genau jenen Bereich, wo wir auf europäischer Ebene gegen die Frächterlobby zu kämpfen haben – und das ist in Österreich genau dasselbe! Ich frage Sie: Wieso ... (Abg. Dr. Trinkl: Aber Arbeitsplätze wachsen nicht auf den Bäumen, Frau Kollegin!)
Abg. Steibl: Wie ist das jetzt, wenn die Züge stillstehen und MAGNA zum Beispiel alles auf LKW ...?
Dann nenne ich Ihnen einmal ein anderes Argument: Was glauben Sie, wie sich eine Zerstörung der Regionalwirtschaft auswirkt? Was glauben Sie, welche Auswirkungen billiger LKW-Transit auf die Regionalwirtschaft und auf die Arbeitsplatzsituation hat? (Abg. Steibl: Wie ist das jetzt, wenn die Züge stillstehen und MAGNA zum Beispiel alles auf LKW ...?)
Beifall bei den Grünen.
Mich ärgert es wirklich jedes Mal, wenn Sie in der Diskussion immer wieder die Arbeitsplätze als Argument anführen. – Schauen Sie sich einmal an, was in Österreich tatsächlich Arbeitsplätze vernichtet: wenn Sie Strukturen zerschlagen, Regionalwirtschaft zerschlagen! (Beifall bei den Grünen.) Das Joghurt in ganz Europa zum Diskonttarif durch die Gegend zu chauffieren (Abg. Steibl: So ein Blödsinn!), das transportiert Arbeitsplätze von Österreich ins Ausland. Aber das haben Sie nicht begriffen, das haben Sie die letzten 15 Jahre noch nicht begriffen. (Abg. Steibl: Oja! Wir begreifen ...!) Deswegen haben wir ja die Probleme! Deswegen schaut es so aus, wie es ausschaut! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Steibl: So ein Blödsinn!
Mich ärgert es wirklich jedes Mal, wenn Sie in der Diskussion immer wieder die Arbeitsplätze als Argument anführen. – Schauen Sie sich einmal an, was in Österreich tatsächlich Arbeitsplätze vernichtet: wenn Sie Strukturen zerschlagen, Regionalwirtschaft zerschlagen! (Beifall bei den Grünen.) Das Joghurt in ganz Europa zum Diskonttarif durch die Gegend zu chauffieren (Abg. Steibl: So ein Blödsinn!), das transportiert Arbeitsplätze von Österreich ins Ausland. Aber das haben Sie nicht begriffen, das haben Sie die letzten 15 Jahre noch nicht begriffen. (Abg. Steibl: Oja! Wir begreifen ...!) Deswegen haben wir ja die Probleme! Deswegen schaut es so aus, wie es ausschaut! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Steibl: Oja! Wir begreifen ...!
Mich ärgert es wirklich jedes Mal, wenn Sie in der Diskussion immer wieder die Arbeitsplätze als Argument anführen. – Schauen Sie sich einmal an, was in Österreich tatsächlich Arbeitsplätze vernichtet: wenn Sie Strukturen zerschlagen, Regionalwirtschaft zerschlagen! (Beifall bei den Grünen.) Das Joghurt in ganz Europa zum Diskonttarif durch die Gegend zu chauffieren (Abg. Steibl: So ein Blödsinn!), das transportiert Arbeitsplätze von Österreich ins Ausland. Aber das haben Sie nicht begriffen, das haben Sie die letzten 15 Jahre noch nicht begriffen. (Abg. Steibl: Oja! Wir begreifen ...!) Deswegen haben wir ja die Probleme! Deswegen schaut es so aus, wie es ausschaut! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mich ärgert es wirklich jedes Mal, wenn Sie in der Diskussion immer wieder die Arbeitsplätze als Argument anführen. – Schauen Sie sich einmal an, was in Österreich tatsächlich Arbeitsplätze vernichtet: wenn Sie Strukturen zerschlagen, Regionalwirtschaft zerschlagen! (Beifall bei den Grünen.) Das Joghurt in ganz Europa zum Diskonttarif durch die Gegend zu chauffieren (Abg. Steibl: So ein Blödsinn!), das transportiert Arbeitsplätze von Österreich ins Ausland. Aber das haben Sie nicht begriffen, das haben Sie die letzten 15 Jahre noch nicht begriffen. (Abg. Steibl: Oja! Wir begreifen ...!) Deswegen haben wir ja die Probleme! Deswegen schaut es so aus, wie es ausschaut! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Die ist hoch genug! Wissen Sie überhaupt, wie hoch die ist? – Abg. Steibl: Dann sollen die Züge fahren, damit nicht die LKWs auf der Straße fahren müssen!
Wollen Sie tatsächlich das Gemüse von Italien nach Holland transportieren, um es dort zu waschen? Wollen Sie das wirklich? – Wenn nicht, dann sagen Sie nein und treten Sie für eine Erhöhung der LKW-Maut ein! (Abg. Dr. Mitterlehner: Die ist hoch genug! Wissen Sie überhaupt, wie hoch die ist? – Abg. Steibl: Dann sollen die Züge fahren, damit nicht die LKWs auf der Straße fahren müssen!) Es stimmt dezidiert nicht, dass es hier keinen Spielraum mehr gibt. Nützen wir die Spielräume aus, die wir noch haben – und dann reden wir über Verkehrswirtschaft, Regionalwirtschaft und Arbeitsplatzentwicklung!
Abg. Dr. Trinkl: Ein wenig mehr Realitätssinn!
Diskutieren Sie einmal im Weinviertel oder im Burgenland mit den Leuten! Die haben das schon lange verstanden. Auch die Bürgermeister haben das mittlerweile verstanden. Mittlerweile befinden wir uns alle gemeinsam in der Situation, dass wir uns mit der Frage auseinander setzen müssen: Wie schaffen wir es, diese Strukturen, die sich europaweit gebildet haben, ansatzweise wieder zusammenzuführen? (Abg. Dr. Trinkl: Ein wenig mehr Realitätssinn!) – Da ist die Frage der Kostenwahrheit im Verkehr auf der Straße die entscheidende Frage! Sie aber stellen sich dagegen – fundamental, immer wieder, die ganze Zeit!
Beifall bei den Grünen.
Das ist der springende Punkt, und deshalb ist unser Ansatz in dieser Frage kein gemeinsamer, sondern da unterscheiden wir uns fundamental! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Na „super“! Und dann fahren sie bei Tag, oder was?
Noch einmal zu den konkreten Punkten, Herr Bundeskanzler: Wir wollen ein generelles Nachtfahrverbot für Österreich (Abg. Dr. Mitterlehner: Na „super“! Und dann fahren sie bei Tag, oder was?) – und dies nicht nur, damit die ÖsterreicherInnen in Ruhe schlafen können, sondern das ist auch eine wichtige Maßnahme, um die Bahn im Verhältnis zum Straßentransit zu bevorzugen. Ein Stopp mitten in Europa hat eine massive Auswirkung auch auf die Wettbewerbssituation! (Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Noch einmal zu den konkreten Punkten, Herr Bundeskanzler: Wir wollen ein generelles Nachtfahrverbot für Österreich (Abg. Dr. Mitterlehner: Na „super“! Und dann fahren sie bei Tag, oder was?) – und dies nicht nur, damit die ÖsterreicherInnen in Ruhe schlafen können, sondern das ist auch eine wichtige Maßnahme, um die Bahn im Verhältnis zum Straßentransit zu bevorzugen. Ein Stopp mitten in Europa hat eine massive Auswirkung auch auf die Wettbewerbssituation! (Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Steibl.
Ich weiß nicht, warum Sie sich so aufregen. Ich verstehe das nicht! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Steibl.) Warum kein generelles Nachtfahrverbot? – Das fordert auch der Tiroler Landeshauptmann! Die Landeshauptleute vor den Wahlen fordern das alle, aber Sie haben ein Problem damit. Van Staa sagte im Sommer, er fordert ein generelles Nachtfahrverbot für Österreich. – Es ist mir unbegreiflich, warum Sie damit ein Problem haben.
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Mainoni und Steibl.
Einen Satz möchte ich noch zum Thema Schienenausbau sagen: Die aktuellen Zahlen, was die Finanzierungsmittel für den Bereich Schiene und den Bereich Straße betrifft, stehen mittlerweile im Verhältnis ein Sechstel zu fünf Sechstel – und Sie sind noch stolz darauf! Verkehrsminister Gorbach ist im Zusammenhang mit dem Konjunkturpaket III stolz darauf, dass wiederum mehr Geld in die Straßeninfrastruktur fließt. – Das ist einfach der falsche Weg! (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Mainoni und Steibl.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Ja, ja, ja!
Falls Sie es noch nicht begriffen haben: Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten! – Wir brauchen eine vernünftige Schieneninfrastruktur, wir brauchen Schienen in den Osten. Der Großteil der Projekte ist nicht finanziert, die Finanzierung der Finanzierung der Schiene ist nicht finanziert. – Da liegt so viel im Argen, dass ich mich wundere, wie Sie mit solch einer Genugtuung und Gelassenheit jetzt die letzten 50 Tage Transitvertrag aussitzen können. Es schreit nach innerstaatlicher Politik, es schreit nach politischer Verantwortung für die österreichische Bevölkerung! (Abg. Dr. Mitterlehner: Ja, ja, ja!) – Das könnten Sie sich irgendwann einmal auch zu Herzen nehmen. – Danke. (Anhaltender Beifall bei den Grünen.)
Anhaltender Beifall bei den Grünen.
Falls Sie es noch nicht begriffen haben: Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten! – Wir brauchen eine vernünftige Schieneninfrastruktur, wir brauchen Schienen in den Osten. Der Großteil der Projekte ist nicht finanziert, die Finanzierung der Finanzierung der Schiene ist nicht finanziert. – Da liegt so viel im Argen, dass ich mich wundere, wie Sie mit solch einer Genugtuung und Gelassenheit jetzt die letzten 50 Tage Transitvertrag aussitzen können. Es schreit nach innerstaatlicher Politik, es schreit nach politischer Verantwortung für die österreichische Bevölkerung! (Abg. Dr. Mitterlehner: Ja, ja, ja!) – Das könnten Sie sich irgendwann einmal auch zu Herzen nehmen. – Danke. (Anhaltender Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Sonst gibt’s einen Ordnungsruf!
Frau Abgeordnete, Sie kennen die Geschäftsordnung: Sachverhalt falsch, Sachverhalt richtig – und keine politischen Wertungen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sonst gibt’s einen Ordnungsruf!) – Bitte.
Zwischenrufe der Abgeordneten Wattaul, Großruck, Ellmauer, Dr. Mitterlehner und Trinkl.
Tatsache ist hingegen, dass die Mehrheit – auch mit den österreichischen Stimmen –aller Grünen, der gesamten grünen Fraktion nicht ausgereicht hätte, um diesen Beschluss herbeizuführen, in die Tat umzusetzen, weil eine qualifizierte Mehrheit notwendig gewesen wäre. (Zwischenrufe der Abgeordneten Wattaul, Großruck, Ellmauer, Dr. Mitterlehner und Trinkl.)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Als Einzige!
Punkt 2: Der Herr Bundeskanzler hat die Grünen kritisiert, dass sie keine Anträge im Plenum eingebracht haben (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Als Einzige!), die eine Abänderung bewirken hätten können.
Abg. Großruck: Aber das ist ja die Aussage des Bundeskanzlers!
Tatsache ist: Die Grünen können auf Grund ihrer Fraktionsstärke im Plenum keine Anträge mehr einbringen. (Abg. Großruck: Aber das ist ja die Aussage des Bundeskanzlers!) Sie haben jedoch im Vorfeld jede Menge Anträge zur Veränderung dieser Geschichte eingebracht.
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Zum Dritten möchte ich ergänzen: Eine Regelung ohne Obergrenze wird nichts mehr bewirken. Das weiß auch die Tiroler ÖVP (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), die das in der nächsten Sitzung ihres Landtags beantragen wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Zum Dritten möchte ich ergänzen: Eine Regelung ohne Obergrenze wird nichts mehr bewirken. Das weiß auch die Tiroler ÖVP (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), die das in der nächsten Sitzung ihres Landtags beantragen wird. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Schon wieder ein Schwindel ins Plenum gebracht!
Zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Scheuch zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Mag. Kogler: Schon wieder ein Schwindel ins Plenum gebracht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Mainoni: Da stimmt überhaupt nichts, was die Grünen sagen!
Wofür wir in Kärnten eintreten, ist, dass wir im touristischen Bereich für jene Leute, die nach Kärnten kommen und in Kärnten bleiben, in Form einer Rückvergütung die Maut refundieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Mainoni: Da stimmt überhaupt nichts, was die Grünen sagen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Richtig! – Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Mag. Roderich Regler (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Ich bin ganz entsetzt darüber, dass es heute in diesem Hohen Haus nicht zu einem Schulterschluss aller Parteien kommt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Richtig! – Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenberger: Mit Protokollerklärung! Mit Protokollerklärung! Das vergessen Sie immer!
zu einem gemeinsamen Antrag bekannt haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenberger: Mit Protokollerklärung! Mit Protokollerklärung! Das vergessen Sie immer!)
Abg. Mag. Mainoni: So ist es!
Ganz besonders empört bin ich darüber, dass von den Grünen der nationale Schulterschluss eigentlich nur dazu verlassen wird, um die Bundesregierung und die Reform der Österreichischen Bundesbahnen, die unbedingt notwendig ist, anzupatzen (Abg. Mag. Mainoni: So ist es!) und darauf hinzuweisen, dass sie die Reform ablehnen. – In solch einer wichtigen Sache solch einen Schritt zu setzen, das ist für mich völlig unbegreiflich.
Abg. Dr. Lichtenberger: Und das war ein falscher Weg, Herr Kollege!
Zum Transitvertrag selbst. – Der Herr Bundeskanzler hat es schon erwähnt: Er ist ein Teil des Beitrittsvertrages. So schlecht kann er nicht gewesen sein, denn er ist mit den Stimmen von zwei Dritteln der Österreicher und Österreicherinnen angenommen worden, ist damit also EU-Primärrecht. Wir haben wirklich erreicht, dass die LKW, die jetzt im Transit durch Österreich fahren, vielfach 5 Gramm NOx pro Kilowattstunde emittieren – damals, beziehungsweise im Jahre 1991, hatten sie noch 15,8 Gramm. (Abg. Dr. Lichtenberger: Und das war ein falscher Weg, Herr Kollege!) Also: Es ist sicherlich einiges geschehen.
Abg. Dr. Lichtenberger: Deshalb gibt es Steuergeschenke an die Frächter!
Wir hören jetzt immer wieder: Warum hat man nicht überlegt, was nachher geschieht? – Als Mitglied der Verhandlungsdelegation in diesen berühmten vier Tagen und drei Nächten, die ich mit Viktor Klima und Alois Mock damals in Brüssel verbracht habe, kann ich Ihnen sagen: Mehr war einfach nicht herauszuholen. Und als man überlegt hat: Was kommt nachher?, so bestand Konsens darüber, dass es zu einer fiskalischen Koordinierung kommen muss: Die Lösung muss auf fiskalischem Gebiet erfolgen (Abg. Dr. Lichtenberger: Deshalb gibt es Steuergeschenke an die Frächter!), dort, wo entsprechende Umweltsensibilität gegeben ist.
Abg. Scheibner: Das hat er schon alles vergessen!
Die Europäische Union hat dann – ich habe hier den Auszug aus dem Amtsblatt vom 26. Februar 1997 – den ersten Vorschlag für die neue Wegekostenrichtlinie – die alte war ja vom EuGH aufgehoben worden – gemacht, wonach für umweltsensible Strecken auch externe Kosten angelastet werden können. Wenn Sie mich fragen, wer damals Verkehrsminister war, als das im Rat verhandelt wurde: Es war Dr. Caspar Einem, der Ihnen sicher darüber erzählen kann (Abg. Scheibner: Das hat er schon alles vergessen!); Bundeskanzler war übrigens Mag. Viktor Klima.
Abg. Dr. Lichtenberger: Na, na, na! Das ist falsch! Es gibt neue Verhandlungen!
Wenn Sie jetzt der Bundesregierung vorwerfen, dass sie nichts zustande bringt (Abg. Dr. Lichtenberger: Na, na, na! Das ist falsch! Es gibt neue Verhandlungen!), dann fragen Sie bitte Dr. Caspar Einem, wie das damals gelaufen ist. (Abg. Dr. Lichtenberger: Es gibt neue Verhandlungen!) Er wird vielleicht ein unverdächtiger Zeuge sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Es gibt neue Verhandlungen!
Wenn Sie jetzt der Bundesregierung vorwerfen, dass sie nichts zustande bringt (Abg. Dr. Lichtenberger: Na, na, na! Das ist falsch! Es gibt neue Verhandlungen!), dann fragen Sie bitte Dr. Caspar Einem, wie das damals gelaufen ist. (Abg. Dr. Lichtenberger: Es gibt neue Verhandlungen!) Er wird vielleicht ein unverdächtiger Zeuge sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn Sie jetzt der Bundesregierung vorwerfen, dass sie nichts zustande bringt (Abg. Dr. Lichtenberger: Na, na, na! Das ist falsch! Es gibt neue Verhandlungen!), dann fragen Sie bitte Dr. Caspar Einem, wie das damals gelaufen ist. (Abg. Dr. Lichtenberger: Es gibt neue Verhandlungen!) Er wird vielleicht ein unverdächtiger Zeuge sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben uns im Transitvertrag aber auch – weil Sie immer wieder sagen, es geschieht nichts für die Eisenbahn – zum Ausbau der Bahn verpflichtet. Ich möchte Sie nur darauf hinweisen, dass die Punkte, zu denen wir uns verpflichtet haben, erfüllt worden sind: Wir bauen auf der Unterinntal-Strecke zu hohen Kosten die Eisenbahn aus, wir bauen die Tauernbahn aus – die Südrampe ist bereits zu einem großen Teil fertig gestellt, bei Gastein wird gebaut. Ein wesentlicher Punkt war die Bahnstrecke über den Schoberpass; im Vertrag hat es geheißen, diese wird zweigleisig ausgebaut. Ich habe daran gezweifelt, dass wir das so bald schaffen: Nächstes Jahr erfolgt der allerletzte Kilometer, der letzte Tunnel bei Wald am Schoberpass wird fertig. – Das haben wir auch gemacht! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wenn Sie sagen, es werde kein Geld investiert, so brauchen Sie sich doch wirklich nur den Generalverkehrsplan anzuschauen: Im Generalverkehrsplan sind Bahnausbauten im Ausmaß von 30 Milliarden € vorgesehen – 30 Milliarden €! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Oje! Oje!
Und wenn Sie sagen, die Finanzierung sei nicht gesichert, dann sage ich Ihnen: Die Finanzierung erfolgt genau so, wie bisher die Bahn ausgebaut wurde (Abg. Dr. Van der Bellen: Oje! Oje!), nämlich durch den Staat. Und das wird auch weiterhin so sein – eine andere Möglichkeit gibt es nicht.
Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist eine Frage des Preises, Herr Kollege!
Heute haben wir weiters beschlossen, wir stocken den Haftungsrahmen auf – um fast 1 Milliarde € – für rollendes Material für die ÖBB, damit die ÖBB fahren können oder fahren. Ich müsste sagen: damit sie fahren könnten, denn sie fahren ja leider nicht. Aber immerhin, wir stellen den ÖBB die Möglichkeiten zur Verfügung. (Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist eine Frage des Preises, Herr Kollege!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei der ÖVP: Genau!
Wenn Sie behaupten, dass die ÖVP hier gegen die Bahn agiert, so muss ich Ihnen entgegenhalten: Ich habe momentan den Eindruck, dass die Eisenbahnergewerkschaft nur eines im Sinn hat, nämlich den Österreicherinnen und Österreichern zu beweisen, dass man die Bahn überhaupt nicht braucht, indem sie nicht fährt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei der ÖVP: Genau!) – Das kann es doch wirklich nicht sein!
Abg. Scheibner: Wenn es so weitergeht, muss man das eh ...!
Wir haben in Österreich im Jahr 180 Millionen Fahrgäste auf der Bahn, 550 Millionen in den Autobuslinien. – Offenbar möchte die Bahn beweisen: Kauft 2 000 Autobusse, und ihr braucht die Personenbeförderung nicht mehr! (Abg. Scheibner: Wenn es so weitergeht, muss man das eh ...!) – Wir haben einen sehr hohen Anteil am Güterverkehr auf der Schiene. Die Eisenbahnergewerkschaft ist gerade eifrig dabei, diesen zu vertreiben, wie zum Beispiel die Firma Welser, wo wir ja mit viel Geld – das weiß ich aus meiner Zeit als Aufsichtsrat bei den ÖBB – die Schmalspurbahn zu einer Normalbahn ausgebaut haben, damit direkt zum Werk hingefahren werden kann. In der Wirtschaftskammer Österreich gibt es die Arbeitsgemeinschaft der Anschlussbahn-Unternehmer, die alle bemüht sind, möglichst viele Güter auf die Bahn zu bringen. – Und
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenberger: Nein, das ist eine Preisfrage! Das ist eine Preisfrage!
was ist das Ergebnis? – Chemiegüter, Holz, wandern ab, weil die Bahn nicht fährt – und darauf können sich die Firmen nicht einlassen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenberger: Nein, das ist eine Preisfrage! Das ist eine Preisfrage!)
Abg. Mandak: „Gräuelpropaganda“?
Nehmen Sie zur Kenntnis: Diese Bundesregierung tut alles, was denkmöglich ist, um den Personenverkehr und den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen – sie wird leider nur durch Gräuelpropaganda der Grünen (Abg. Mandak: „Gräuelpropaganda“?) und durch eine Haltung der Eisenbahnergewerkschaft, die alles andere als verständnisvoll ist, daran gehindert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Bravoruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Bravoruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Nehmen Sie zur Kenntnis: Diese Bundesregierung tut alles, was denkmöglich ist, um den Personenverkehr und den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen – sie wird leider nur durch Gräuelpropaganda der Grünen (Abg. Mandak: „Gräuelpropaganda“?) und durch eine Haltung der Eisenbahnergewerkschaft, die alles andere als verständnisvoll ist, daran gehindert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Bravoruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Beifall bei der SPÖ, den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Wittauer: Das hat er ja nie gesagt!
Wenn nun die Europäische Union nicht bereit ist, eine gleichwertige Lösung anzubieten, nämlich – so wie mit dem Transitvertrag – eine Reduktion der Schadstoffe zu erreichen, dann bricht sie den Beitrittsvertrag und dann ist es das gemeinsame Verständnis der vier Parteivorsitzenden, inklusive des Herrn Bundeskanzlers, dass wir zum Europäischen Gerichtshof gehen und dort auf die Rechte der Österreicherinnen und Österreicher pochen werden. Und diesen Konsens sollten Sie nicht in Frage stellen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ, den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Wittauer: Das hat er ja nie gesagt!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Halten Sie sich an das, was Ihr Parteiobmann mit uns als gemeinsame österreichische Vorgangsweise ausgemacht hat! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Na also! Genau das ist das Problem!
Es kann wohl nicht sein, dass ein Land wie die Schweiz, das nicht Mitglied der Europäischen Union ist, mit der EU einen Vertrag hat, in dem die Schweizer Mauthöhe akzeptiert wird, und einem Mitgliedsland der Europäischen Union, nämlich Österreich, das Gleiche nicht erlaubt ist und wir schlechter behandelt werden als die Schweiz. (Abg. Scheibner: Na also! Genau das ist das Problem!) Das werden wir in keinem Fall akzeptieren, hier muss es zu gleichen Verhältnissen kommen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Was habt ihr vorher gemacht dagegen?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Was habt ihr vorher gemacht dagegen?
Es kann wohl nicht sein, dass ein Land wie die Schweiz, das nicht Mitglied der Europäischen Union ist, mit der EU einen Vertrag hat, in dem die Schweizer Mauthöhe akzeptiert wird, und einem Mitgliedsland der Europäischen Union, nämlich Österreich, das Gleiche nicht erlaubt ist und wir schlechter behandelt werden als die Schweiz. (Abg. Scheibner: Na also! Genau das ist das Problem!) Das werden wir in keinem Fall akzeptieren, hier muss es zu gleichen Verhältnissen kommen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Was habt ihr vorher gemacht dagegen?)
Beifall bei der SPÖ.
Im Übrigen habe ich mit Interesse und Genugtuung festgestellt, dass, als ich vergangene Woche Tirol besucht habe, der Tiroler Landeshauptmann van Staa völlig meiner Auffassung ist. Mir ist die Linie von van Staa noch allemal lieber als jene von Herrn Mitterlehner, der sich in der Öffentlichkeit dagegen ausgesprochen hat, um auch das deutlich zu sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: ..., das ist scheinheilig!
Und ein wesentlicher Punkt ... (Abg. Wittauer: ..., das ist scheinheilig!) – Sie kommen eh als Nächster dran, Sie brauchen jetzt nicht zu plärren.
Abg. Rädler: Verbessern!
Ein anderer wesentlicher Punkt in diesem Zusammenhang ist: Wie schaut es mit der Alternative auf der Schiene zu diesem LKW-Verkehr aus? – Das ist es ja, was die Verkehrspolitik erst richtig glaubwürdig macht. Wenn der Herr Staatssekretär schon anwesend ist, muss man auch sagen, Österreich hat in den vergangenen Jahren, was den Güterverkehr betrifft, Außerordentliches auf der Schiene geleistet. Pro Tonne und Einwohner gibt es keine andere Bahn in Europa, die mehr Güter befördert als die Österreichischen Bundesbahnen. Und überall in Europa, inklusive der Schweiz, wird die Güterbeförderung der Österreichischen Bundesbahnen als Vorbild genommen. In einer solchen Situation – nach dem Loblied, das Kollege Regler gerade auf die Österreichischen Bundesbahnen gesungen hat – stelle ich mir wirklich die Frage – nach all dem, was er hier erzählt hat –: Was ist der Grund dafür, diese erfolgreichen Österreichischen Bundesbahnen, die im Gütertransport Außerordentliches geleistet hat, jetzt zerschlagen zu wollen? Was ist der Grund? (Abg. Rädler: Verbessern!)
Abg. Scheibner: Wir werden in drei Wochen etwas zusammenbringen! Bringen Sie Ihre Vorschläge!
Wieso sind Sie zu dieser Auseinandersetzung nicht bereit? – Sie haben gestern hier im Haus einen Gesetzentwurf eingebracht und heute bereits einen Fristsetzungsantrag mit dem Ziel, dass alles binnen weniger Wochen erledigt werden soll. Die gesamte gestrige Ankündigung des Bundeskanzlers, dass hier Bereitschaft zum Dialog und zur Verhandlung besteht, hat sich als hohle Ankündigung erwiesen (Abg. Scheibner: Wir werden in drei Wochen etwas zusammenbringen! Bringen Sie Ihre Vorschläge!), denn einerseits zu sagen, wir sind bereit zu verhandeln, aber andererseits zu sagen, Debatte beendet, Fristsetzung in drei Wochen und alles beschließen, das entlarvt den wahren Geist dahinter!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hallo, hallo!
wahren Totengräber der Eisenbahn in unserem Land, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hallo, hallo!)
Abg. Ellmauer: Das werden wir durch den Streik „schaffen“!
Es gibt eine Zielsetzung, wo man wirklich besser werden muss. Wenn in der Schweiz jeden Tag 800 000 Menschen die Bahn benützen und in Österreich 500 000 Menschen, obwohl wir mehr Einwohner haben, dann muss es unsere Zielsetzung sein, die Österreichischen Bundesbahnen so attraktiv zu machen, dass auch im Personenverkehr dieselben Erfolge eingefahren werden können wie im Güterverkehr. (Abg. Ellmauer: Das werden wir durch den Streik „schaffen“!) Aber es gibt keinen einzigen Experten in unserem Land, weder den Aufsichtsrat noch den Vorstand, noch den Rechnungshof oder noch sonst irgendjemanden, der sagen würde, dass diese Reform, die Sie auf den Tisch gelegt haben, einen Beitrag dazu leisten würde.
Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen.
Da stellt sich die Grundsatzfrage: Setzen sich die Lebensinteressen der österreichischen Bevölkerung durch oder die Lobby-Interessen einiger weniger? Wo Herr Mitterlehner steht, das wissen wir: auf der Seite der Lobbys. Ich hoffe, die ÖVP kann sich noch rechtzeitig aus dieser Umklammerung lösen und zum Verhandlungstisch zurückkehren, damit es eine gute Lösung für die Bundesbahnen in unserem Land gibt. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Fahrtenobergrenze!
Ich möchte es Ihnen auch vorlesen, nicht dass Sie es nachher wieder vergessen. Ich weiß jetzt nicht, ob die Grünen dabei sind, es ist auf alle Fälle ein Mehr-Parteien-Antrag. (Abg. Dr. Lichtenberger: Fahrtenobergrenze!) Das Verkehrsleitsystem, das emissionsgesteuert wirkt, ist ein gutes Projekt. Ich erinnere mich noch, wie hier im Parlament, im Landtag und auch in den Zeitungen auf diese Regierung geschimpft worden ist, dass das kein taugliches Mittel sei. Heute lese ich in diesem Tiroler Dringlichkeitsantrag, der beim nächsten Mal eingebracht wird, die Sozialdemokraten sind mit dabei, den Namen Pechlaner lese ich hier als Unterschrift. Diese sagen, das ist ein Mittel, das man jetzt vorwärts bringen muss.
Abg. Dr. Lichtenberger: Den Vorschlag gibt es seit 1988!
Dieses System hat unser Minister Gorbach nicht nur entwickelt, sondern er hat es auch inzwischen umgesetzt, indem die Ausschreibungen stattgefunden haben. 2004 wird es als Pilotprojekt mit 30 Millionen Investitionskosten umgesetzt. (Abg. Dr. Lichtenberger: Den Vorschlag gibt es seit 1988!) Wenn das nichts ist und wenn man da sagt, dass diese Regierung nichts tut, dann ist das eine Lüge und ist falsch.
Abg. Dr. Lichtenberger: Wenn Sie mir jetzt erklären wollen, dass die Grünen schuld am Transit sind, ... !
Bezüglich der Entrüstung der Frau Abgeordneten Lichtenberger: Ich glaube schon Bundeskanzler Schüssel, dass wir von den Grünen in Europa ein bisschen verraten worden sind. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wenn Sie mir jetzt erklären wollen, dass die Grünen schuld am Transit sind, ... !) Wenn das stimmt – ich werde mir das genau anschauen –, dann ist es nicht nur „ein bisschen verraten“, dann ist das ein Verrat an Österreich, und dann haben Sie in der Transitproblematik nichts mehr zu sagen, Frau Abgeordnete. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Bezüglich der Entrüstung der Frau Abgeordneten Lichtenberger: Ich glaube schon Bundeskanzler Schüssel, dass wir von den Grünen in Europa ein bisschen verraten worden sind. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wenn Sie mir jetzt erklären wollen, dass die Grünen schuld am Transit sind, ... !) Wenn das stimmt – ich werde mir das genau anschauen –, dann ist es nicht nur „ein bisschen verraten“, dann ist das ein Verrat an Österreich, und dann haben Sie in der Transitproblematik nichts mehr zu sagen, Frau Abgeordnete. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Warum?
Wir reden über ein Nachtfahrverbot, ein Nachtfahrverbot in ganz Österreich. Das würden wir gerne machen, wir sind diejenigen, die an Österreich denken, die immer an Österreich gedacht haben. Immer dann, wenn man weiß, das ist nicht umsetzbar, werden Vorschläge gemacht ... (Abg. Dr. Lichtenberger: Warum?) – Weil sie auf europäischer Ebene nicht umsetzbar sind, Sie wissen das! Genau so ist es bei den Kosten, dass – und das hat der Kanzler auch genau gesagt – die Klagen, die Österreich zu erwarten hat, Österreich dann auch aushalten muss. Aber wahrscheinlich haben Sie von den Grünen, wenn wir die Strafe zahlen müssen, dann nichts damit zu tun und die Sozialdemokraten auch nicht. Das ist immer so! (Abg. Dr. Lichtenberger: Nein! Ich habe gesagt, Spielraum ausschöpfen!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Nein! Ich habe gesagt, Spielraum ausschöpfen!
Wir reden über ein Nachtfahrverbot, ein Nachtfahrverbot in ganz Österreich. Das würden wir gerne machen, wir sind diejenigen, die an Österreich denken, die immer an Österreich gedacht haben. Immer dann, wenn man weiß, das ist nicht umsetzbar, werden Vorschläge gemacht ... (Abg. Dr. Lichtenberger: Warum?) – Weil sie auf europäischer Ebene nicht umsetzbar sind, Sie wissen das! Genau so ist es bei den Kosten, dass – und das hat der Kanzler auch genau gesagt – die Klagen, die Österreich zu erwarten hat, Österreich dann auch aushalten muss. Aber wahrscheinlich haben Sie von den Grünen, wenn wir die Strafe zahlen müssen, dann nichts damit zu tun und die Sozialdemokraten auch nicht. Das ist immer so! (Abg. Dr. Lichtenberger: Nein! Ich habe gesagt, Spielraum ausschöpfen!)
Abg. Neudeck: Tatsächliche Berichtigung: stimmt nicht!
Ich habe hier eine Umfrage aus der Zeitschrift „NEWS“. Diese haben Sie sicher auch schon gelesen, „NEWS“ liest jeder von uns, obwohl wir es nicht mögen, scheint es. (Abg. Neudeck: Tatsächliche Berichtigung: stimmt nicht!) – Oder fast jeder. – Bei einem Veto (Abg. Dr. Glawischnig: Werden wir jetzt austreten?) beziehungsweise wenn wir die Einstimmigkeit verwenden, ist das Ergebnis so: 48 Prozent sagen ja, wir sollen dieses Mittel verwenden. Nur 46 Prozent – das ist halb/halb – sagen nein. Wenn die Verantwortlichkeit abgefragt wird, dann wird gesagt, zu 47 Prozent liegt diese bei Brüssel, zu 38 Prozent bei Österreich. Also wahrscheinlich zu 38 Prozent auch damals, als der Transitvertrag abgeschlossen wurde, und zwar nicht von dieser Regierung. Denn diese Regierung tut alles in ihrer Macht Stehende, um dieses Desaster, das auf uns zukommt, zu verhindern.
Abg. Dr. Glawischnig: Werden wir jetzt austreten?
Ich habe hier eine Umfrage aus der Zeitschrift „NEWS“. Diese haben Sie sicher auch schon gelesen, „NEWS“ liest jeder von uns, obwohl wir es nicht mögen, scheint es. (Abg. Neudeck: Tatsächliche Berichtigung: stimmt nicht!) – Oder fast jeder. – Bei einem Veto (Abg. Dr. Glawischnig: Werden wir jetzt austreten?) beziehungsweise wenn wir die Einstimmigkeit verwenden, ist das Ergebnis so: 48 Prozent sagen ja, wir sollen dieses Mittel verwenden. Nur 46 Prozent – das ist halb/halb – sagen nein. Wenn die Verantwortlichkeit abgefragt wird, dann wird gesagt, zu 47 Prozent liegt diese bei Brüssel, zu 38 Prozent bei Österreich. Also wahrscheinlich zu 38 Prozent auch damals, als der Transitvertrag abgeschlossen wurde, und zwar nicht von dieser Regierung. Denn diese Regierung tut alles in ihrer Macht Stehende, um dieses Desaster, das auf uns zukommt, zu verhindern.
Abg. Mag. Mainoni: Bedauerlich!
dieser Konsens? Wo ist er denn wirklich? – Im Bundesrat haben wir erstmalig einen gemeinsamen Antrag zur Transitproblematik, einen guten Antrag. Ich habe gestern probiert, diesen Antrag hier einzubringen. Das ist gescheitert, weil zwei Fraktionen ihn nicht mit unterschrieben haben: Sozialdemokraten und Grüne. (Abg. Mag. Mainoni: Bedauerlich!) Das ist wirklich bedauerlich. – Jetzt muss ich mich fragen: Im Bundesrat gibt es vorher einen Vier-Parteien-Antrag, dann probieren wir, ihn hier im Nationalrat einzubringen – und er wird abgelehnt.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich weiß schon, warum er abgelehnt wird. Er wird deshalb abgelehnt, weil Sie heute eine Dringliche gestellt haben, weil Sie heute dieses Thema parteipolitisch missbrauchen, weil Sie heute probieren, der Öffentlichkeit etwas zu suggerieren, was tatsächlich nicht da ist. Das ist der einzige Grund, denn sonst hätten Sie gestern genauso mitgestimmt, und wir hätten gestern diesen Antrag gemeinsam einbringen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Die Leistungen von Verkehrsminister und Vizekanzler Gorbach sind nicht hoch genug einzuschätzen. Er hat eines erreicht: Der Brenner-Basistunnel ist wirklich auf Schiene, und er ist wichtig für uns, gerade deshalb, weil wir wissen, dass allein nur der Zuwachs ... (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Ist das eine freiwillige Redezeitbeschränkung?
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Klaus Wittauer (fortsetzend): Dann bleibe ich beim Lob für Minister Gorbach. Mit ihm haben wir sicher die Garantie, dass diese Dinge, die gut für Österreich sind, die gut sind, um den Verkehr zu vermindern, umgesetzt werden. Wir werden ihn dabei unterstützen. Ich hoffe, die beiden Oppositionsparteien tun das Gleiche zum Wohle Österreichs. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
lassen, dort hinzugehen, um alles Gewicht als Fachminister und als Vertreter der Republik Österreich einzubringen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Auch wenn die Frist bis 25. November kurz ist, auch wenn es schwierig sein wird, eine gute, eine taugliche Lösung noch herbeizuführen, so kann man doch sagen: Das wäre vermutlich nicht gelungen, wäre ich nicht selber dort hingefahren. Vor allem aber wäre die rot-weiß-rote Allianz dort nicht spürbar gewesen, und zwar auch bei den anderen Ländern wie etwa Frankreich, England und Deutschland, die dann spontan gesagt haben: So können wir über die geschlossene österreichische Delegation nicht drüberfahren! Wir stimmen heute nicht zu! Ich muss sagen: Das war erfreulich! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich habe das als ernormen Fortschritt empfunden, und ich gebe deshalb auch in den nächsten Tagen die Hoffnung und den Kampf nicht auf, weil es um vitale Interessen Österreichs und seiner Bevölkerung geht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Puswald: Da kommen Sie jetzt drauf, wo es zu spät ist?
Das ist das Entscheidende! (Abg. Dr. Puswald: Da kommen Sie jetzt drauf, wo es zu spät ist?) Wenn Sie von da hinten dazwischenrufen, dann muss ich sagen: Das habe ich gar nicht gerne – und ich bin sonst alles andere als aggressiv – von einem Mitglied einer Partei, dessen Vorsitzender vor zehn Jahren den Transitvertrag verhandelt hat und es versäumt hat, eine Nachfolgeregelung hineinzureklamieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das ist das Entscheidende! (Abg. Dr. Puswald: Da kommen Sie jetzt drauf, wo es zu spät ist?) Wenn Sie von da hinten dazwischenrufen, dann muss ich sagen: Das habe ich gar nicht gerne – und ich bin sonst alles andere als aggressiv – von einem Mitglied einer Partei, dessen Vorsitzender vor zehn Jahren den Transitvertrag verhandelt hat und es versäumt hat, eine Nachfolgeregelung hineinzureklamieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Also kehren wir zur Sache zurück, das wird der Bevölkerung mehr dienen! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, diese Zwischenrufe können Sie dann später machen, zuerst sollten wir eine Lösung suchen. Aber diese Lösung sollten wir gemeinsam anstreben und gemeinsam erkämpfen. Ich appelliere an Sie, das zu tun! (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir werden rechtlich die Frage prüfen: Wie hält das gegenüber der EU, aber vor allem, welche Auswirkungen haben diese Maßnahmen? Es ist leicht zu sagen, Frau Abgeordnete Lichtenberger: Wir wollen ein Nachtfahrverbot in ganz Österreich! Reden Sie bitte aber auch einmal mit der österreichischen Wirtschaft! Man muss da einen Mittelweg finden. Überlegen Sie auch, was das für Auswirkungen hat! Es ist die Frage zu prüfen: Fahren dann am Tag mehr LKW, und um wie viel LKW fahren dann mehr? Was bedeutet das für die Umwelt, aber auch für die Sicherheit? Was bewirkt man damit? Also Schnellschüsse sind in einer solch sensiblen Frage sicherlich nicht gut. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Entschuldigung, aber ich bin eigentlich schon davon ausgegangen, dass er das schon monatelang tut – so wie das ich auch getan habe und so wie das ÖVP-Abgeordnete auch getan haben und wie das Europa-Abgeordneter Swoboda in Brüssel auch getan hat. Von einem Vorsitzenden einer großen Partei und Stellvertretenden Vizepräsidenten der Sozialistischen Internationale hätte ich schon erwartet, dass er das schon längst tut. Da kann ich nur sagen: Guten Morgen, Herr Gusenbauer! Etwas Besseres fällt mir da nicht ein. Leider ist das so, aber sei’s drum. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Jeder, der gestern das Interview in der „ZiB 2“ gesehen hat und es nicht böse meint, sondern dem es um die Sache geht, wird den Satz, den ich dort gesagt habe, richtig interpretieren und zur Gänze wiederholen. Richtig ist: Daran denkt die Regierung im Moment nicht! Das ist keine Absicht der Regierung, aber garantieren kann man in der Politik wenig. Was weiß ich, was eventuell andere Regierungen in zehn Jahren denken. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) An Privatisierung ist nicht gedacht, sondern an Erneuerung und Dynamisierung der ÖBB ist gedacht. Lassen Sie sich das heute klipp und klar gesagt sein: Es ist so, wie ich es gesagt habe, und nicht anders! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Warum haben Sie es dann gesagt? – Vizekanzler Gorbach: Schau einmal, was gesagt wurde! Du hast offensichtlich nicht den ganzen Satz gehört!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Warum haben Sie es dann gesagt? – Vizekanzler Gorbach: Schau einmal, was gesagt wurde! Du hast offensichtlich nicht den ganzen Satz gehört!
Jeder, der gestern das Interview in der „ZiB 2“ gesehen hat und es nicht böse meint, sondern dem es um die Sache geht, wird den Satz, den ich dort gesagt habe, richtig interpretieren und zur Gänze wiederholen. Richtig ist: Daran denkt die Regierung im Moment nicht! Das ist keine Absicht der Regierung, aber garantieren kann man in der Politik wenig. Was weiß ich, was eventuell andere Regierungen in zehn Jahren denken. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) An Privatisierung ist nicht gedacht, sondern an Erneuerung und Dynamisierung der ÖBB ist gedacht. Lassen Sie sich das heute klipp und klar gesagt sein: Es ist so, wie ich es gesagt habe, und nicht anders! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Warum haben Sie es dann gesagt? – Vizekanzler Gorbach: Schau einmal, was gesagt wurde! Du hast offensichtlich nicht den ganzen Satz gehört!)
Abg. Dr. Trinkl: Da können Sie anfangen!
Wie oft habe ich in diesem Hohen Haus schon gehört, man müsse vor der eigenen Türe kehren. Ja warum machen wir das nicht? (Abg. Dr. Trinkl: Da können Sie anfangen!) Warum nehmen wir das nicht ernst, was wir von anderen verlangen? Warum schließen Sie sich unserem Dringlichen Antrag nicht an, wo wir im Bundesrat eine Vorleistung erbracht haben?
Abg. Großruck: Da ist aber ein Dringlicher Antrag ein schlechtes Mittel!
Im Bundesrat haben wir sehr wohl den Konsens gesucht und haben gesagt: Das ist die Ausgangsbasis, das ist ein Minimalkompromiss! Ich zitiere wörtlich: ein Minimalkompromiss! Für uns war es klar, dass dieser Minimalkompromiss die notwendige Vorleistung für einen nächsten konkreten nationalen Maßnahmenkatalog ist. Den kann bekannterweise, Herr Minister, Herr Bundeskanzler, nur der Nationalrat beschließen. Da kann nicht der Bundesrat legistisch vorarbeiten. (Abg. Großruck: Da ist aber ein Dringlicher Antrag ein schlechtes Mittel!)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Ich darf Sie auch darauf hinweisen, dass wir gerade bei den Kontrollstellen, bei diesen national sehr wichtigen Maßnahmen, die all diesen Gesichtspunkten dienen und die, Herr Minister, vor allem vitale Interessen der Bevölkerung berühren, völlig hinten nachhinken. Derzeit gibt es zwei Kontrollstellen, die funktionieren: eine in Tirol und eine in Oberösterreich. Wie lange hat es gedauert, bis die etabliert waren? Fünf Jahre! Doch was haben wir jetzt? In 50 Tagen läuft der Transitvertrag aus, und in fünf Jahren gibt es vielleicht verstärkte Kontrollstellen. (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Beifall bei den Grünen.
Kontrollstellen, die beide Fahrtrichtungen umfassen. 20, 30 sollten es sein! Dafür ist aber derzeit nichts budgetiert. Wie wollen Sie denn das umsetzen? Deshalb müssen Sie unserem Dringlichen Antrag unbedingt zustimmen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Ihr Koalitionspartner!
Noch eine Bitte, Herr Kollege Großruck: Schließen Sie sich doch Ihrem Landeshauptmann an! Ihr Landeshauptmann Pühringer ist wirklich, zumindest in der Absichtserklärung, vorbildlich, denn er hat eindeutig festgestellt: Wir müssen jetzt innerösterreichische Maßnahmen ergreifen, und zwar auch eine Verdichtung der Kontrollen ist sehr wirksam! – Das sagte Pühringer, Ihr Parteivorsitzender in Oberösterreich. Dem sollten Sie auch in Ihrer Sachpolitik auf Bundesebene endlich Folge leisten. (Abg. Großruck: Ihr Koalitionspartner!) Ja, selbstverständlich! Gott sei Dank haben wir ihn dazu überreden können, sinnvolle verkehrspolitische Maßnahmen zu ergreifen und voranzutreiben.
Beifall bei den Grünen.
Es ist verheerend! Schauen wir uns einmal die Relation an! Verhältnis Straße zu Schiene: 80 Prozent Straße, 20 Prozent Schiene. Verhältnis laut Kostenabschätzung: 88 Prozent Straße zu 12 Prozent Schiene. Verhältnis bei Einbeziehung der Finanzierungssituation: 100 Prozent Straße zu null Prozent Schiene. – Das ist unser Problem, Herr Minister! Genau daran wird Ihre Glaubwürdigkeit gemessen werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Am 1. Mai 2004!
Als Schlusssatz vor diesem Problemhorizont und vor dem drohenden Transithorizont möchte ich sagen, dass bereits am 1. Jänner 2004 (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Am 1. Mai 2004!) auch die bilateralen Kontingente (Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni) – Herr Kollege Mainoni, Salzburg; denken Sie auch an den West-Ost-Transit! – fallen werden.
Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni
Als Schlusssatz vor diesem Problemhorizont und vor dem drohenden Transithorizont möchte ich sagen, dass bereits am 1. Jänner 2004 (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Am 1. Mai 2004!) auch die bilateralen Kontingente (Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni) – Herr Kollege Mainoni, Salzburg; denken Sie auch an den West-Ost-Transit! – fallen werden.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Winkler: Das ist 1. Mai 2004!
Angesichts dieser Tatsache ist es dringendst notwendig, all diesen detaillierten Punkten heute und jetzt zuzustimmen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Winkler: Das ist 1. Mai 2004!)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Ich fahre eh mit dem Radl!
Frau Kollegin Moser, warum sollen nur wir vor unserer Haustür kehren? – Ich bitte Sie darum: Kehren auch Sie vor Ihrer europäischen Haustür! (Abg. Dr. Gabriela Moser: Ich fahre eh mit dem Radl!) Es wäre notwendig, einen gemeinsamen Schulterschluss zu machen. (Beifall bei der ÖVP.) Diesen Schulterschluss, den wir auch im Bundesrat vor einigen Tagen zuwege gebracht haben, sollten wir gemeinsam für die Menschen in diesem Lande machen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Dann helft auch ihr uns einmal!)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Kollegin Moser, warum sollen nur wir vor unserer Haustür kehren? – Ich bitte Sie darum: Kehren auch Sie vor Ihrer europäischen Haustür! (Abg. Dr. Gabriela Moser: Ich fahre eh mit dem Radl!) Es wäre notwendig, einen gemeinsamen Schulterschluss zu machen. (Beifall bei der ÖVP.) Diesen Schulterschluss, den wir auch im Bundesrat vor einigen Tagen zuwege gebracht haben, sollten wir gemeinsam für die Menschen in diesem Lande machen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Dann helft auch ihr uns einmal!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Dann helft auch ihr uns einmal!
Frau Kollegin Moser, warum sollen nur wir vor unserer Haustür kehren? – Ich bitte Sie darum: Kehren auch Sie vor Ihrer europäischen Haustür! (Abg. Dr. Gabriela Moser: Ich fahre eh mit dem Radl!) Es wäre notwendig, einen gemeinsamen Schulterschluss zu machen. (Beifall bei der ÖVP.) Diesen Schulterschluss, den wir auch im Bundesrat vor einigen Tagen zuwege gebracht haben, sollten wir gemeinsam für die Menschen in diesem Lande machen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Dann helft auch ihr uns einmal!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Der verlangt die Obergrenze!
Frau Kollegin Lichtenberger! Es ist nicht die Tiroler Position – Sie haben den Dringlichen Antrag hoch gehalten, auch ich habe ihn hier –, es ist nicht die Tiroler Position, die Sie festhalten. Die Tiroler Position findet die Basis in dem Vier-Parteien-Antrag, der im Bundesrat beschlossen wurde. (Abg. Dr. Lichtenberger: Der verlangt die Obergrenze!) Schauen Sie den Punkt 4 an, im Punkt 4 steht es dezidiert: Engste Kontakthaltung mit den Bundesländern, mit bestmöglicher Abstimmung in der Vorgangsweise, im Besonderen in den Bundesländern im Alpenkorridor.
Beifall bei der ÖVP.
Was Tirol betrifft: Wir haben belastete Gebiete, das wissen Sie – im Unterinntal, die Brennerstrecke. Für uns ist es keine Tiroler Position, ein generelles Nachtfahrverbot drüberzustülpen. Die Tiroler Position ist, dass man in diesen belasteten Gebieten entsprechende Maßnahmen zur Entlastung schafft. Teile davon wurden bereits durchgesetzt. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.
Es ist Ihre Position in diesem Dringlichen Antrag – und es ist überhaupt für mich eigentlich sehr verwunderlich, wie Sie einen Vier-Parteien-Antrag umwandeln in einen Dringlichen Antrag der Grünen zum Transit –, dass Sie die Einschränkung der Projekte im Generalverkehrsplan wollen. Sie sind eine Tirolerin, Sie wissen daher auch das: Wir haben zwei Tiroler Projekte im Generalverkehrsplan, den Tschirganttunnel und die zweite Röhre in Roppen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.) Das dient zur Erhöhung der Sicherheit, das sind Maßnahmen, damit man Staus und Kolonnenbildung verhindert. Sie wissen als grüne Abgeordnete, dass Stau und Kolonne zehnfache Belastung für Mensch und Umwelt bedeuten. (Beifall bei der ÖVP.) Sie widersprechen sich, wenn Sie solche Projekte ablehnen. Sie widersprechen sich deswegen, weil es Umweltprojekte sind und weil sie der Entlastung der Menschen und unserer Umwelt dienen.
Beifall bei der ÖVP.
Es ist Ihre Position in diesem Dringlichen Antrag – und es ist überhaupt für mich eigentlich sehr verwunderlich, wie Sie einen Vier-Parteien-Antrag umwandeln in einen Dringlichen Antrag der Grünen zum Transit –, dass Sie die Einschränkung der Projekte im Generalverkehrsplan wollen. Sie sind eine Tirolerin, Sie wissen daher auch das: Wir haben zwei Tiroler Projekte im Generalverkehrsplan, den Tschirganttunnel und die zweite Röhre in Roppen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.) Das dient zur Erhöhung der Sicherheit, das sind Maßnahmen, damit man Staus und Kolonnenbildung verhindert. Sie wissen als grüne Abgeordnete, dass Stau und Kolonne zehnfache Belastung für Mensch und Umwelt bedeuten. (Beifall bei der ÖVP.) Sie widersprechen sich, wenn Sie solche Projekte ablehnen. Sie widersprechen sich deswegen, weil es Umweltprojekte sind und weil sie der Entlastung der Menschen und unserer Umwelt dienen.
Beifall bei der ÖVP.
Es darf nicht heißen „entweder Straßenausbau oder Bahninfrastruktur“, sondern wir brauchen Sowohl-als-auch. Die Tiroler Position ist, dass wir es als langfristiges Ziel sehen – und es muss auf der Nord-Süd-Achse massiv daran gearbeitet werden –, dass der Weiterbau und die Fertigstellung der Unterinntaltrasse forciert wird, die als Zubringerstrecke für den Brenner-Basistunnel gilt. Dafür sind alle notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Das ist unsere Position, und hier gibt es große Unterstützung seitens des Bundeskanzlers, seitens der Bundesregierung für die Tirolerinnen und Tiroler. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig: Die sind eh für Österreich, nur ...!
Und noch einmal meine Bitte: Bringen Sie sich ein bei den grünen Freunden in Deutschland und Italien, dass wir Verbündete finden zum Wohle der Menschen in unserem Land! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig: Die sind eh für Österreich, nur ...!)
Abg. Scheibner: Streicher, Einem!
Was haben wir heute gehört? – Salbungsvolle Worte vom Herrn Bundeskanzler, aber es fehlen Taten! Wenn man sich die Vergangenheit anschaut: Es haben wir Sozialdemokraten und die Grünen im Hohen Haus und im Verkehrsausschuss ständig darauf aufmerksam gemacht, was die Mängel in der Vergangenheit waren und was Forstinger, Schmid und Reichhold bis hin zu Gorbach, was alle vier Verkehrsminister versäumt haben. (Abg. Scheibner: Streicher, Einem!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Wie ist die Stimmung in der Tiroler Bevölkerung? – Die Tiroler Bevölkerung ist enttäuscht, sie fühlt sich ausgeliefert und im Stich gelassen. Dafür, meine Damen und Herren von der Bundesregierung, sind Sie verantwortlich, wesentlich mitverantwortlich! Wenn wir heute von einem Schulterschluss sprechen, dann sprechen wir bitte auch von einem Schulterschluss innerstaatlicher Maßnahmen. Diese innerstaatlichen Maßnahmen werden von diesem Dringlichen Antrag der Grünen gefordert, und wir Sozialdemokraten möchten uns diesem vollinhaltlich anschließen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ein äußerst wichtiger Punkt ist schließlich die Kontrollmöglichkeit. Wir brauchen mehr Kontrollen, und die SPÖ hat dazu einen eigenen Antrag eingebracht, das Bundesamt für Güterverkehr mit umfassenden und stärkeren Kompetenzen auszustatten. Eine unzureichende Kontrolle wie derzeit ist nicht mehr hinzunehmen. Ich fordere Sie auf, auch diese Punkte in Ihre Überlegungen mit einzubeziehen und umzusetzen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenberger: Wo denn ...?
Abgeordneter Anton Wattaul (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Das Wort „Glaubwürdigkeit“ ist heute oft gefallen. Glaubwürdigkeit setzt aber auch voraus, dass man weiß, wovon man redet, und dass man sich, auf Deutsch gesagt, auskennt. Frau Lichtenberger, bei Ihnen weiß ich, dass Sie sich auskennen. Sie sprechen absichtlich die Unwahrheit oder machen ein Spiel aus der ganzen Transit-Problematik, weil Sie ganz genau wissen, dass der Antrag, den Sie heute hier gestellt haben, mit EU-Recht nicht konform geht. Ich werde auch versuchen, das jetzt sachlich zu erklären. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenberger: Wo denn ...?)
Abg. Dr. Lichtenberger: Wenn sie zu wenig verbraucht hat, ist das unlogisch, Herr Kollege!
Es hat ein Protokoll gegeben, das Protokoll 9 – das haben wir heute schon gehört –, und darin sind zwei wesentliche Ziele enthalten: die Schadstoffreduktion und die Verlagerung von der Straße auf die Bahn. Schadstoffreduktion beim LKW bedeutet in Wirklichkeit, dass die Wirtschaft riesengroße Kosten auf sich genommen hat und ganze LKW-Flotten mit Euro-3- und Euro-2-Motoren umgerüstet hat. Das ist eine Vorleistung der Wirtschaft gewesen. Die Wirtschaft war zu schnell, deshalb hat die Wirtschaft zu wenige Ökopunkte verbraucht, und so ist es dazu gekommen, dass wir die 108-Prozent-Grenze überschritten haben. Das ist die Wahrheit! (Abg. Dr. Lichtenberger: Wenn sie zu wenig verbraucht hat, ist das unlogisch, Herr Kollege!) Sie wissen das ganz genau: Wenn Sie eine Begrenzung haben und es nur ein gewisses Kontingent an Punkten gibt, dann ergibt sich das automatisch, wenn die Höchstzahlen der LKW überschritten werden – weil die Wirtschaft zu schnell war.
Abg. Dr. Lichtenberger: Wo war jetzt Ihre Widerlegung?
nicht mitgespielt haben. Es stimmt, dass Österreich diesbezüglich Anstrengungen unternommen hat, aber es ist im Transit nun einmal so, dass man auch die anderen Länder dazu braucht, denn sonst wird es nicht funktionieren. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wo war jetzt Ihre Widerlegung?)
Abg. Dr. Lichtenberger: Spielräume, steht drin!
Herr Gusenbauer, Vorsitzender der Sozialdemokratie, sagt uns heute: Es kann doch nicht sein, dass die Schweiz höhere Mauten haben darf als wir Österreicher als EU-Mitglied. – Das ist ganz einfach, und das wissen Sie auch. (Abg. Dr. Lichtenberger: Spielräume, steht drin!) Es gibt eine EU-Kostenrichtlinie, diese besagt: Errichtungskosten, Erhaltungskosten und Finanzierungskosten. Max Härri, ein unabhängiges Büro, hat diese Kosten – das sind unsere Mautsätze – jetzt berechnet, das Ganze ist an die EU gegangen und von der EU geprüft worden. Sie wissen genauso wie ich, dass es höher nicht geht, weil es uns die EU sonst zurückschmeißt.
Abg. Dr. Lichtenberger: Steht ja nicht drin!
Dazu kann ich Ihnen auch einen Fall nennen. Wir haben die 12-Tonnen-Vignette gehabt, dafür haben wir 12 000 S verlangt. Die EU hat gesagt, das ist regelungswidrig, und wir haben den Preis für diese Vignette auf 9 000 S reduzieren müssen. Das wissen Sie ganz genau, darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren. (Abg. Dr. Lichtenberger: Steht ja nicht drin!) Nur bei der Wahrheit bleiben – wir wollen nur bei der Wahrheit bleiben! (Abg. Dr. Lichtenberger: Das steht ja nicht drin!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Das steht ja nicht drin!
Dazu kann ich Ihnen auch einen Fall nennen. Wir haben die 12-Tonnen-Vignette gehabt, dafür haben wir 12 000 S verlangt. Die EU hat gesagt, das ist regelungswidrig, und wir haben den Preis für diese Vignette auf 9 000 S reduzieren müssen. Das wissen Sie ganz genau, darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren. (Abg. Dr. Lichtenberger: Steht ja nicht drin!) Nur bei der Wahrheit bleiben – wir wollen nur bei der Wahrheit bleiben! (Abg. Dr. Lichtenberger: Das steht ja nicht drin!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Das hat mit dem nichts zu tun!
Nachtfahrverbot: Was hat die österreichische Republik unter sozialdemokratischen Verkehrsministern gemacht? – Man hat gesagt: Gute Wirtschaft, kauft euch LKW, die lärmarm sind, dann dürft ihr in der Nacht fahren! Die Wirtschaft ist hergegangen, hat alle LKW umgestellt, hat die LKW lärmarm gemacht – und dann hat man auf einmal gesagt: Jetzt machen wir ein Nachtfahrverbot! Das ist das so genannte Kufsteiner Urteil, das hat der Verfassungsgerichtshof aufgehoben. (Abg. Dr. Lichtenberger: Das hat mit dem nichts zu tun!) Warum? – Weil die Wirtschaft darauf vertrauen kann, wenn sie Investitionen tätigt, sprich die ganze LKW-Flotte umrüstet, dass es nicht so sein kann, dass der Gesetzgeber dann sagt: Ätsch, jetzt darfst du eh nicht fahren! Das wissen Sie ganz genau. (Abg. Dr. Lichtenberger: Nein! Das ganze Urteil lesen!) Natürlich wissen Sie es, ganz klar! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Nein! Das ganze Urteil lesen!
Nachtfahrverbot: Was hat die österreichische Republik unter sozialdemokratischen Verkehrsministern gemacht? – Man hat gesagt: Gute Wirtschaft, kauft euch LKW, die lärmarm sind, dann dürft ihr in der Nacht fahren! Die Wirtschaft ist hergegangen, hat alle LKW umgestellt, hat die LKW lärmarm gemacht – und dann hat man auf einmal gesagt: Jetzt machen wir ein Nachtfahrverbot! Das ist das so genannte Kufsteiner Urteil, das hat der Verfassungsgerichtshof aufgehoben. (Abg. Dr. Lichtenberger: Das hat mit dem nichts zu tun!) Warum? – Weil die Wirtschaft darauf vertrauen kann, wenn sie Investitionen tätigt, sprich die ganze LKW-Flotte umrüstet, dass es nicht so sein kann, dass der Gesetzgeber dann sagt: Ätsch, jetzt darfst du eh nicht fahren! Das wissen Sie ganz genau. (Abg. Dr. Lichtenberger: Nein! Das ganze Urteil lesen!) Natürlich wissen Sie es, ganz klar! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Nachtfahrverbot: Was hat die österreichische Republik unter sozialdemokratischen Verkehrsministern gemacht? – Man hat gesagt: Gute Wirtschaft, kauft euch LKW, die lärmarm sind, dann dürft ihr in der Nacht fahren! Die Wirtschaft ist hergegangen, hat alle LKW umgestellt, hat die LKW lärmarm gemacht – und dann hat man auf einmal gesagt: Jetzt machen wir ein Nachtfahrverbot! Das ist das so genannte Kufsteiner Urteil, das hat der Verfassungsgerichtshof aufgehoben. (Abg. Dr. Lichtenberger: Das hat mit dem nichts zu tun!) Warum? – Weil die Wirtschaft darauf vertrauen kann, wenn sie Investitionen tätigt, sprich die ganze LKW-Flotte umrüstet, dass es nicht so sein kann, dass der Gesetzgeber dann sagt: Ätsch, jetzt darfst du eh nicht fahren! Das wissen Sie ganz genau. (Abg. Dr. Lichtenberger: Nein! Das ganze Urteil lesen!) Natürlich wissen Sie es, ganz klar! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zur ÖBB: Die ÖBB ist so gut, hat Herr Gusenbauer gesagt, die ÖBB ist im Güterverkehr die Beste in Europa. – Ja, wenn ich heute Statistiken anschaue! Wenn man aber weiß, dass durch Gütertransporte und Personenverkehr nicht einmal die Personalkosten hereingebracht werden, dann frage ich Sie: Was ist da los? Sind die Herrschaften doch nicht so gut? – Eines muss man eben auch wissen: Wenn Sie nur ein Zwei-Kilo-Paket in einen Waggon drinnen haben, dann sagt die Statistik: 18 Tonnen. Deswegen haben wir so viele Tonnen! (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Ja, das ist Statistik! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zur ÖBB: Die ÖBB ist so gut, hat Herr Gusenbauer gesagt, die ÖBB ist im Güterverkehr die Beste in Europa. – Ja, wenn ich heute Statistiken anschaue! Wenn man aber weiß, dass durch Gütertransporte und Personenverkehr nicht einmal die Personalkosten hereingebracht werden, dann frage ich Sie: Was ist da los? Sind die Herrschaften doch nicht so gut? – Eines muss man eben auch wissen: Wenn Sie nur ein Zwei-Kilo-Paket in einen Waggon drinnen haben, dann sagt die Statistik: 18 Tonnen. Deswegen haben wir so viele Tonnen! (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Ja, das ist Statistik! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Das gibt es ja nur, wenn der Brenner zugesperrt ist und die Italiener streiken!
Zu den Kontrollen: Da gebe ich Ihnen Recht, das ist im Sinne der Wirtschaft. Wettbewerb funktioniert nur dann, wenn es gleiche Voraussetzungen für alle gibt; die Voraussetzungen müssen gleich sein, das ist absolut richtig! Eines können Sie natürlich nicht machen, nämlich quasi Schikaniermaßnahmen. Damit werden Sie auch ein Problem kriegen, das wissen wir ja aus Tirol. Frau Lichtenberger, was bedeutet „Stop and go“-Verkehr? Was haben wir denn auf der Brennerautobahn, wenn im Kolonnenverkehr, im Zehn-Kilometer-Kolonnenverkehr gefahren wird, Lastwagen fünf Meter vor, fünf Meter zurück? Wissen Sie, was Sie da haben? – Da haben Sie einen vielfachen Schadstoffausstoß, das wissen Sie wieder ganz genau. Das kann doch nicht der Sinn sein! (Abg. Dr. Lichtenberger: Das gibt es ja nur, wenn der Brenner zugesperrt ist und die Italiener streiken!) Das kann nicht der Sinn sein, wiewohl ich Ihnen Recht gebe: Die Kontrollen müssen verstärkt werden. (Abg. Jakob Auer: Da sieht man wieder den Praktiker!) Ja, so einfach ist die Geschichte.
Abg. Jakob Auer: Da sieht man wieder den Praktiker!
Zu den Kontrollen: Da gebe ich Ihnen Recht, das ist im Sinne der Wirtschaft. Wettbewerb funktioniert nur dann, wenn es gleiche Voraussetzungen für alle gibt; die Voraussetzungen müssen gleich sein, das ist absolut richtig! Eines können Sie natürlich nicht machen, nämlich quasi Schikaniermaßnahmen. Damit werden Sie auch ein Problem kriegen, das wissen wir ja aus Tirol. Frau Lichtenberger, was bedeutet „Stop and go“-Verkehr? Was haben wir denn auf der Brennerautobahn, wenn im Kolonnenverkehr, im Zehn-Kilometer-Kolonnenverkehr gefahren wird, Lastwagen fünf Meter vor, fünf Meter zurück? Wissen Sie, was Sie da haben? – Da haben Sie einen vielfachen Schadstoffausstoß, das wissen Sie wieder ganz genau. Das kann doch nicht der Sinn sein! (Abg. Dr. Lichtenberger: Das gibt es ja nur, wenn der Brenner zugesperrt ist und die Italiener streiken!) Das kann nicht der Sinn sein, wiewohl ich Ihnen Recht gebe: Die Kontrollen müssen verstärkt werden. (Abg. Jakob Auer: Da sieht man wieder den Praktiker!) Ja, so einfach ist die Geschichte.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wörthersee-Autobahn!
Wir wissen, dass wir auf dem Brenner täglich 5 000 LKW in beiden Richtungen haben. Wir haben ein Vielfaches in Wien, wir haben das auf der West Autobahn – was würde die niederösterreichische und die Wiener Bevölkerung dazu sagen? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wörthersee-Autobahn!) Das ist ja wirklich ein Wahnsinn! Denn – das möchte ich zum Abschluss auch noch sagen – Transit gibt es nicht nur in Tirol, sondern in ganz Österreich!
Abg. Dr. Lichtenberger: Wie die Schweiz!
Vielleicht noch eine ganz lustige Geschichte, weil das der letzte Punkt in Ihrem Antrag ist – auch deswegen kann man wirklich nicht zustimmen –: Transitbörse zur Versteigerung von Durchfahrtsgenehmigungen. Wie stellen Sie sich denn das vor? (Abg. Dr. Lichtenberger: Wie die Schweiz!) Ist es vielleicht Transit, wenn man von Italien nach Deutschland fährt? Wissen Sie, was das ist? – Das ist innereuropäischer Verkehr! Sie müssten sich einmal auskennen, was da überhaupt los ist: Das ist schon lange kein Transit mehr! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Lichtenberger.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Lichtenberger.
Vielleicht noch eine ganz lustige Geschichte, weil das der letzte Punkt in Ihrem Antrag ist – auch deswegen kann man wirklich nicht zustimmen –: Transitbörse zur Versteigerung von Durchfahrtsgenehmigungen. Wie stellen Sie sich denn das vor? (Abg. Dr. Lichtenberger: Wie die Schweiz!) Ist es vielleicht Transit, wenn man von Italien nach Deutschland fährt? Wissen Sie, was das ist? – Das ist innereuropäischer Verkehr! Sie müssten sich einmal auskennen, was da überhaupt los ist: Das ist schon lange kein Transit mehr! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Lichtenberger.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.
Die Basis, auf welcher wir diskutieren, ist sicherlich der Transitvertrag, der ausläuft. Ich wundere mich nur deshalb, dass dieser Transitvertrag momentan tatsächlich von allen so sehr gelobt wird, weil er doch seinerzeit, als er ausverhandelt wurde, doch auch von einigen sehr stark kritisiert wurde. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Ich behaupte allerdings, dass dieser Transitvertrag doch auch sehr viele positive Seiten aufweist. Die Schadstoffreduktion, insbesondere die Reduktion der NOX-Werte, ist dabei ein wesentlicher Punkt. Mag sein, dass dieser angepeilte Wert einer Reduktion um 60 Prozent nicht erreicht wurde. Ich bin aber überzeugt, dass man an dieser Forderung weiterhin festhalten sollte, damit der angestrebte Wert erreicht werden kann. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist aber durchaus auch zu einer Modernisierung der Fahrzeugflotte gekommen, und der Transitvertrag hat auch dazu geführt, dass nicht nur all diejenigen, die zum Transitverkehr beitragen, mit moderneren Lkw unterwegs sind, sondern dass heute auch innerhalb Österreichs modernere Lkw im Einsatz sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In einzelnen kleineren Gewerbebetrieben mag man sich da und dort vermutlich auch den Kopf zerbrochen haben. Wir wollen nicht einer Frächterlobby huldigen, wenn wir auch für angenehme Bedingungen für die Wirtschaft eintreten, sondern wir müssen bedenken, dass auch Klein- und Mittelbetriebe eigene Lkw haben, mit denen sie nicht eine Million Kilometer im Jahr fahren, sondern wesentlich weniger, und genau diese Betriebe müssen wir natürlich auch in Schutz nehmen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bedanke mich beim Vizekanzler und auch bei Bundeskanzler Schüssel, und ich nenne auch unseren Landeshauptmann Schausberger, der sich massiv und ständig dafür einsetzt, dass wir eine gute Richtlinie bekommen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.
Wenn wir in die Zukunft schauen, dann sehen wir selbstverständlich die Interessen der Menschen in diesem Lande, die zu vertreten sind. Wir haben die Interessen der Anrainer, aber auch die Interessen der Umwelt zu vertreten. Wir haben außerdem aber auch die Auswirkungen auf die Wirtschaft zu beachten. Wir alle wollen den Lebensraum lebenswert erhalten. Ein vernünftiger Lebensraum muss aber auch ein vernünftiger Wirtschaftsraum sein, und wir brauchen eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Wenn ich in diesem Zusammenhang die Situation im Lungau betrachte, wo ich persönlich lebe, und Frau Glawischnig sagen höre, dass eine höhere Maut eigentlich das Allheilmittel ist, dann sage ich: Teile der Bevölkerung haben auch das Pech, zwischen zwei Tunnels ansässig zu sein und ohne Autobahn überhaupt keine Möglichkeit der Anbindung an die Wirtschaft zu haben. In Anbetracht dessen müssen wir wohl auch nach anderen Lösungen suchen und dürfen nicht nur die Maut erhöhen! (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Allein die Umstellung des Mautsystems auf das neue System bedeutete für den Lungau eine Mehrbelastung um eine halbe Million beziehungsweise inklusive Road Pricing um eine Million €, und eine zusätzliche Mehrbelastung ist der Bevölkerung durchaus nicht mehr zuzumuten! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es gäbe natürlich eine generelle Möglichkeit, die Situation insgesamt zu verbessern, nämlich die Verlagerung auf die Schiene. Dafür ist es aber notwendig, dass wir die Bahn, die wir haben, reformieren und verbessern. Ich sehe überhaupt nicht ein, dass dagegen gestreikt und demonstriert wird, denn wir sehen, dass wir mit dieser Bahn nicht konkurrenzfähig sind! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Bravorufe und Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
völkerung, und auch wir, die Abgeordneten aus Salzburg, werden dafür kämpfen, dass die Menschen in unserem Bundesland auch in Zukunft gute Bedingungen betreffend Verkehr und Wirtschaft sowie insgesamt gute Lebensbedingungen vorfinden werden. (Bravorufe und Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wattaul: Die 30 Prozent bekommen wir für die T‑Netze, aber das werden Sie nicht wissen!
Lobbying für Österreich bei der EU ist nicht nur in der Frage des Ökopunkteersatzes ganz dringend notwendig und gefragt, wobei es uns die EU in der Tat schuldig ist, dass wir da gemeinsam Lösungen finden. Das war immerhin Teil unseres Beitrittsvertrages. Es sind aber auch andere dringend von der EU zu fördernde Infrastrukturprojekte der transeuropäischen Netze gut und wichtig und würden Österreich auf jeden Fall helfen, die grenzüberschreitenden Herausforderungen im Bereich des Verkehrs gut zu bewältigen. Ich meine, dass ein 30-prozentiger Zuschuss von EU-Mitteln bei diesen Infrastrukturprojekten eine wirkliche Offensive für den österreichischen Verkehr bedeuten wird, mit welcher auch dringend notwendige beschäftigungspolitische Effekte erzielt werden könnten. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wattaul: Die 30 Prozent bekommen wir für die T‑Netze, aber das werden Sie nicht wissen!)
Zwischenruf des Abg. Gaál.
Frau Abgeordnete, das ist doch ganz einfach lächerlich! Schauen wir doch einmal, wie es zu einer Situation wie dieser, vor der wir jetzt stehen, gekommen ist! (Zwischenruf des Abg. Gaál.) Es waren sozialistische Minister, die diesen Transitvertrag ausgehandelt haben, und zwar noch bevor wir Mitglied der EU waren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.) Streicher und Klima haben damals den Transitvertrag ausgehandelt, ohne darauf zu achten, welche Nachfolgeregelung es geben wird. (Zwischenruf des Abg. Reheis.) Sie haben sich keine Gedanken darüber gemacht, was sein wird, wenn der Transitvertrag, der damals abgeschlossen wurde, ausläuft.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.
Frau Abgeordnete, das ist doch ganz einfach lächerlich! Schauen wir doch einmal, wie es zu einer Situation wie dieser, vor der wir jetzt stehen, gekommen ist! (Zwischenruf des Abg. Gaál.) Es waren sozialistische Minister, die diesen Transitvertrag ausgehandelt haben, und zwar noch bevor wir Mitglied der EU waren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.) Streicher und Klima haben damals den Transitvertrag ausgehandelt, ohne darauf zu achten, welche Nachfolgeregelung es geben wird. (Zwischenruf des Abg. Reheis.) Sie haben sich keine Gedanken darüber gemacht, was sein wird, wenn der Transitvertrag, der damals abgeschlossen wurde, ausläuft.
Zwischenruf des Abg. Reheis.
Frau Abgeordnete, das ist doch ganz einfach lächerlich! Schauen wir doch einmal, wie es zu einer Situation wie dieser, vor der wir jetzt stehen, gekommen ist! (Zwischenruf des Abg. Gaál.) Es waren sozialistische Minister, die diesen Transitvertrag ausgehandelt haben, und zwar noch bevor wir Mitglied der EU waren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.) Streicher und Klima haben damals den Transitvertrag ausgehandelt, ohne darauf zu achten, welche Nachfolgeregelung es geben wird. (Zwischenruf des Abg. Reheis.) Sie haben sich keine Gedanken darüber gemacht, was sein wird, wenn der Transitvertrag, der damals abgeschlossen wurde, ausläuft.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir hätten damals genauso agieren können wie die Schweiz heute: Wir hätten sagen können, dass wir Maut in einer bestimmten Höhe haben, dass wir nur Lkw unter 28 Tonnen zulassen, oder was auch immer! Wir hätten die Bedingungen diktieren können! Was aber hat Herr Minister Streicher getan? – Er hat den Vertrag ohne Wenn und Aber abgeschlossen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Deshalb haben Sie überhaupt keine Veranlassung, an irgendjemandem hier die Nagelprobe durchzuführen, meine sehr geehrte Damen und Herren!
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Wie schlecht nicht nur die Verhandlungen, die Herr Minister Streicher seinerzeit geführt hat, waren, sondern auch wie falsch seine Einschätzung war, sieht man daran, dass er davon ausgegangen ist, dass bis Ende der neunziger Jahre der Verkehr halbiert werden wird, weil alles auf die Schiene übertragen wird. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) Das war eine völlig falsche Einschätzung! Das Gegenteil war der Fall! Es hat sich erwiesen, dass der Verkehr gigantisch gestiegen ist! Außerdem hat er auch
Beifall bei den Freiheitlichen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
nichts getan, um den Verkehr auf die Schiene zu bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Abg. Dr. Puswald: Vier Minister von Ihnen haben versagt!
Herr Abgeordneter Puswald! Ich sehe schon, dass Ihnen und der SPÖ all das unangenehm ist! Aber seht doch endlich einmal ein, wo eigentlich die Ursachen für die Misere liegen, in der wir uns jetzt befinden! (Abg. Dr. Puswald: Vier Minister von Ihnen haben versagt!)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir sind dann, wiederum ohne Wenn und Aber, der EU mit dem Transitvertrag beigetreten. Wir hätten damals noch sagen können: Nein, Herrschaften, wir wollen zwar zur EU kommen, aber wir wollen den Transitvertrag modifizieren! Wir wollen höhere Grenzen einziehen oder was auch immer! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist versäumt worden! Packen Sie sich bei der Nase, anstatt Zwischenrufe zu machen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir sind dann, wiederum ohne Wenn und Aber, der EU mit dem Transitvertrag beigetreten. Wir hätten damals noch sagen können: Nein, Herrschaften, wir wollen zwar zur EU kommen, aber wir wollen den Transitvertrag modifizieren! Wir wollen höhere Grenzen einziehen oder was auch immer! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist versäumt worden! Packen Sie sich bei der Nase, anstatt Zwischenrufe zu machen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Reheis: Richtig!
Herr Abgeordneter Reheis hat heute hier gesagt: Die Bundesregierung hat keine Allianzen geschlossen, es ist Schuld der Bundesregierung, dass niemand zu uns hält. (Abg. Reheis: Richtig!) Herr Abgeordneter Reheis! Ich werde Ihnen etwas sagen (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald): Wenn es um wirtschaftliche Interessen geht, dann helfen Ihnen keine Allianzen! Und die Laster aus der Bundesrepublik Deutschland und aus Italien und woher sie noch alle kommen, die wollen rollen und billig durch Österreich durchfahren. Die scheren sich nicht darum. Ob wir lieb sind oder nicht, das ist denen völlig egal! Die wollen billig fahren!
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald
Herr Abgeordneter Reheis hat heute hier gesagt: Die Bundesregierung hat keine Allianzen geschlossen, es ist Schuld der Bundesregierung, dass niemand zu uns hält. (Abg. Reheis: Richtig!) Herr Abgeordneter Reheis! Ich werde Ihnen etwas sagen (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald): Wenn es um wirtschaftliche Interessen geht, dann helfen Ihnen keine Allianzen! Und die Laster aus der Bundesrepublik Deutschland und aus Italien und woher sie noch alle kommen, die wollen rollen und billig durch Österreich durchfahren. Die scheren sich nicht darum. Ob wir lieb sind oder nicht, das ist denen völlig egal! Die wollen billig fahren!
Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Dr. Puswald.
Ich würde Sie wirklich bitten, nachdem Sie schon so großartig von Lobbying reden: Unterstützen Sie mit Ihrer großen sozialdemokratischen Fraktion in der EU doch Österreich, indem beispielsweise endlich eine Wegekosten-Richtlinie vorgelegt wird, so dass wir Möglichkeiten haben, einigermaßen auf den Transitverkehr einzuwirken! (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Dr. Puswald.)
Zwischenruf des Abg. Reheis.
Damit haben Sie eine große Aufgabe! (Zwischenruf des Abg. Reheis.) Aber Nagelproben und alle anderen Verteufelungen des Ministers sind wirklich fehl am Platz! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Damit haben Sie eine große Aufgabe! (Zwischenruf des Abg. Reheis.) Aber Nagelproben und alle anderen Verteufelungen des Ministers sind wirklich fehl am Platz! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sie haben gesagt: Die Wirtschaft ist der Bösewicht des Verkehrs! Die Wirtschaft ist der Vernichter unserer Umwelt! Die Wirtschaft ist der Vernichter unserer Lebensqualität! – Ich glaube, diese Anschuldigung, die ich aus den vielen nicht nur zwischen den Zeilen zu lesenden Worten herausgehört habe, und auch die direkten Angriffe auf Herrn Mitterlehner, ohne dass man ihm den Kern seiner Aussage, dass auch die Wirtschaft wieter existieren können muss, abgenommen hat, sind ausgesprochen unfair! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Wattaul: Jawohl!
Diese Aussagen sind auch insofern nicht förderlich, als wir so die Transitprobleme nicht lösen können. Vielmehr müssen wir Zukunftsprojekte starten: Dazu dient eine ÖBB neu, dazu dient eine Umstrukturierung und dazu dient auch eine Zukunftsorientierung der Bundesbahnen. (Abg. Wattaul: Jawohl!) All das brauchen wir viel eher als das Beschönigen von Vergangenheitsleistungen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Diese Aussagen sind auch insofern nicht förderlich, als wir so die Transitprobleme nicht lösen können. Vielmehr müssen wir Zukunftsprojekte starten: Dazu dient eine ÖBB neu, dazu dient eine Umstrukturierung und dazu dient auch eine Zukunftsorientierung der Bundesbahnen. (Abg. Wattaul: Jawohl!) All das brauchen wir viel eher als das Beschönigen von Vergangenheitsleistungen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Reheis: Das ist eine Unterstellung!
Mich als Tiroler hat es natürlich auch getroffen, dass gerade ein Kollege, den ich an sich schätze, nämlich Kollege Reheis, erklärt, dass er sich vollinhaltlich allem anschließen kann, was an innerstaatlichen Maßnahmen hier von den Grünen gefordert wird. – Ich glaube nicht, dass es in Tirol sehr gut ankommt, wenn man sagt: Wir wollen in Zukunft keinen Straßenbau mehr! (Abg. Reheis: Das ist eine Unterstellung!) Das würde bedeuten, dass wir auf den zweiten Roppener Tunnel und auf den Ausbau der Fernbaustrecke verzichten. (Abg. Dr. Lichtenberger: Gern!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Gern!
Mich als Tiroler hat es natürlich auch getroffen, dass gerade ein Kollege, den ich an sich schätze, nämlich Kollege Reheis, erklärt, dass er sich vollinhaltlich allem anschließen kann, was an innerstaatlichen Maßnahmen hier von den Grünen gefordert wird. – Ich glaube nicht, dass es in Tirol sehr gut ankommt, wenn man sagt: Wir wollen in Zukunft keinen Straßenbau mehr! (Abg. Reheis: Das ist eine Unterstellung!) Das würde bedeuten, dass wir auf den zweiten Roppener Tunnel und auf den Ausbau der Fernbaustrecke verzichten. (Abg. Dr. Lichtenberger: Gern!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Im Bundesrat wurde am 6. November beantragt, dass aus vier Punkten über zwei Punkte betreffend EU‑Maßnahmen bis zum Ende verhandelt wird. Nur die Hälfte der Maßnahmen sind innerstaatlich. Wenn man aber vier Tage später nur mehr – wie die Grünen und die Sozialdemokraten – innerstaatlichen Maßnahmen nachgeht, dann ist das, glaube ich, eine falsche Maßnahme! Diese Regierung wird bis zum Ende alles ausschöpfen und verhandeln! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Eben weil die Balance bei uns gestört ist, stellen wir einen Antrag!
Ich glaube, wir müssen so realistisch sein, dafür zu sorgen, dass es in Zukunft auch weiterhin eine Balance zwischen Wirtschaft, Umwelt und dem Schutz der Bevölkerung im Zusammenhang mit Transitmaßnahmen gibt. Ich glaube, nur eine Kombination und die Herstellung von Balance sind zielführend! (Abg. Dr. Lichtenberger: Eben weil die Balance bei uns gestört ist, stellen wir einen Antrag!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Transport ist notwendig. Wir brauchen die Wirtschaft. Die Wirtschaft sichert Arbeitsplätze. Wir müssen gemeinsam über Lösungen für die Zukunft nachdenken, die für die Umwelt, für unsere Bürger, aber auch für die Wirtschaft verträglich sind! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Ellmauer: Das stimmt ja!
Abgeordneter Peter Marizzi (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Frau Dr. Partik-Pablé, natürlich kann man ununterbrochen die Vergangenheit aufarbeiten und sagen, Verkehrsminister Streicher war schuld, Klima war schuld, Einem war schuld und so weiter. (Abg. Ellmauer: Das stimmt ja!) Aber wie viele Verkehrsminister haben das Kabinett Schüssel I und Schüssel II verbraucht? (Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) – Vier! Vier Stück, Frau Dr. Pablé! (Beifall bei der SPÖ.)
Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Peter Marizzi (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Frau Dr. Partik-Pablé, natürlich kann man ununterbrochen die Vergangenheit aufarbeiten und sagen, Verkehrsminister Streicher war schuld, Klima war schuld, Einem war schuld und so weiter. (Abg. Ellmauer: Das stimmt ja!) Aber wie viele Verkehrsminister haben das Kabinett Schüssel I und Schüssel II verbraucht? (Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) – Vier! Vier Stück, Frau Dr. Pablé! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Peter Marizzi (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Frau Dr. Partik-Pablé, natürlich kann man ununterbrochen die Vergangenheit aufarbeiten und sagen, Verkehrsminister Streicher war schuld, Klima war schuld, Einem war schuld und so weiter. (Abg. Ellmauer: Das stimmt ja!) Aber wie viele Verkehrsminister haben das Kabinett Schüssel I und Schüssel II verbraucht? (Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) – Vier! Vier Stück, Frau Dr. Pablé! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wattaul: Das stimmt!
Jetzt könnte man fragen, wer für den Straßenausbau in den letzten zehn Jahren verantwortlich war. – Da fallen mir die Namen Graff, Schüssel, Ditz und Farnleitner ein. Ich glaube, das sollte eigentlich nicht das Thema sein, weil der Herr Bundeskanzler und auch der Herr Vizekanzler gemeint haben, diese Transitproblematik sollte eine Konsensmaterie sein (Abg. Wattaul: Das stimmt!) und wir sollten darüber im Parlament eigentlich im Sinne der österreichischen Bevölkerung über Parteigrenzen hinweg auch einen Konsens erreichen.
Zwischenruf des Abg. Wattaul.
Schauen wir uns einmal die Tangente in Wien an. Herr Wattaul! 4,1 Millionen schwere LKW – über 3,5 Tonnen – sind auf der Tangente unterwegs. (Zwischenruf des Abg. Wattaul.) – Herr Wattaul, auf der Ost Autobahn sind es 1,3 Millionen LKW. Am Brenner sind, wie Sie wissen, 1,7 Millionen LKW unterwegs, am Semmering 490 000 und am Wechsel 1,2 Millionen. – Das ist mein Bezirk. Da sind es eigentlich genau so viele LKW wie am Brenner.
Abg. Wattaul: Das hab ich nicht gesagt!
Lieber Herr Kollege Wattaul, Sie haben das auch gesagt: Bei der EU-Osterweiterung wird 70 Prozent mehr an Verkehr entstehen. (Abg. Wattaul: Das hab ich nicht gesagt!) Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass im Jahr 2010 der Straßenverkehrsplan fertig ist und ab 1. Mai 2004 die LKW aus dem Osten auf uns zudonnern werden, dann muss ich mit aller Deutlichkeit sagen: Herr Klubobmann Molterer! Da kommt der Straßenverkehrsplan zu spät!
Beifall bei der SPÖ.
Daher haben wir Sozialdemokraten, so glaube ich, einen sinnvollen Vorschlag gemacht: Wir fordern eine Verlängerung des Transitvertrages. Ich will das jetzt nicht ausführen, weil ich keine Zeit dazu habe, aber wenn das nicht passiert, sollten wir eigentlich beim Europäischen Gerichtshof klagen. Herr Kollege Molterer! Herr Kollege Wattaul! Ich glaube, es ist in dieser Frage immerhin besser, eine Klagsdrohung auszusprechen als die Vetokeule zu schwingen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Rossmann.
Zweitens: Wenn wir – hauptsächlich von Ihrer Partei – immer hören, wir sollten uns mit der Schweiz vergleichen, dann sollten wir auch die gleiche Maut wie die Schweiz haben, denn wenn wir billiger sind, entsteht ein Umwegverkehr. (Zwischenruf der Abg. Rossmann.) – Sehr geschätzte Ex-Tourismus-Staatssekretärin! Fahren Sie bei uns durch! Sie sollten wissen, dass zu viel Verkehr den Tourismus kaputtmacht. Daher sollten wir das Schweizer System annehmen, und der Transitvertrag – das wurde heute schon gesagt – sollte für ganz Österreich gelten.
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Gibt es ja nicht!
Jetzt zur Eisenbahn: Es darf auch keine Zerschlagung der Österreichischen Bundesbahnen geben. (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Gibt es ja nicht!) – Geh, bitte! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Wer zerschlägt sie?) Lesen Sie den gestrigen Artikel „Anders gesehen“ von Günther Nenning! (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Das ist ein Eisenbahnspezialist?)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Wer zerschlägt sie?
Jetzt zur Eisenbahn: Es darf auch keine Zerschlagung der Österreichischen Bundesbahnen geben. (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Gibt es ja nicht!) – Geh, bitte! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Wer zerschlägt sie?) Lesen Sie den gestrigen Artikel „Anders gesehen“ von Günther Nenning! (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Das ist ein Eisenbahnspezialist?)
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Das ist ein Eisenbahnspezialist?
Jetzt zur Eisenbahn: Es darf auch keine Zerschlagung der Österreichischen Bundesbahnen geben. (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Gibt es ja nicht!) – Geh, bitte! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Wer zerschlägt sie?) Lesen Sie den gestrigen Artikel „Anders gesehen“ von Günther Nenning! (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Das ist ein Eisenbahnspezialist?)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. – Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn man den Eisenbahnern sagt, 12 000 von euch putzen wir weg, 5 000 kommen in eine andere Gesellschaft und dann verordnen wir der Bahn vier Aktiengesellschaften und fünf GesmbHs, womöglich mit 30 Vorständen – da sparen wir dann ja nicht! –, dann ist das ein Schnellschuss, und der geht bei Ihnen ins Knie! Sie nehmen nicht einmal die Kritik des Rechnungshofes zur Kenntnis, den Sie immer so gerne zitieren, und lutschen uns dann ununterbrochen von da hinten ins Ohr, Sie hätten ja gerne eine Konsenspolitik, um auf der anderen Seite innerhalb von 14 Tagen die ÖBB-Reform durchzuziehen. – Schämen Sie sich! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. – Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Posch: Herr Präsident! Das war geschäftsordnungswidrig! Der Herr Wattaul hat sich selbst berichtigt! Lesen Sie das Protokoll!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Staatssekretär Mag. Kukacka, der sich zu Wort gemeldet hat. (Abg. Mag. Posch: Herr Präsident! Das war geschäftsordnungswidrig! Der Herr Wattaul hat sich selbst berichtigt! Lesen Sie das Protokoll!) – Herr Abgeordneter Posch, ich muss Sie leider korrigieren, es gibt von vor drei Jahren ein Präjudiz dafür. Damals hat sich Herr Abgeordneter Van der Bellen selbst berichtigt. Da das der Präsident damals zugelassen hat, habe ich es jetzt auch zugelassen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nehmen Sie auch zur Kenntnis, dass im Generalverkehrsplan für den vollständigen Ausbau 30 Milliarden € für die Schiene vorgesehen sind und 15 Milliarden € für die Straße. – Also doppelt so viel für die Schiene als für die Straße! Diese Bundesregierung legt einen ganz klaren Schwerpunkt auf ökologisch verträgliche Verkehrsmittel. Eigentlich sollten Sie diese Politik unterstützen, Frau Kollegin Lichtenberger! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber einen kleinen Unterschied gibt es natürlich zusätzlich noch: Diese 15 Milliarden € für den Ausbau der Straße tragen der Güterverkehr und auch der einzelne Autofahrer. Die 30 Milliarden für die Schiene hingegen, wer trägt die, Frau Lichtenberger? – Die trägt der Steuerzahler. Die tragen wir alle, meine Damen und Herren! Also das ist doch wirklich keinerlei Verzerrung zugunsten der Straße, sondern ganz im Gegenteil ein eindeutiger politischer Schwerpunkt zugunsten der Schiene, und das sollten Sie eigentlich entsprechend unterstützen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Die Bahnen überhaupt nicht!
Zu den Ausführungen des Kollegen Marizzi möchte ich Folgendes sagen: Sie haben beklagt, dass der Ausbau der Straßen nach dem Osten im Hinblick auf die EU-Erweiterung nicht rasch und nicht schnell erfolgt ist. – Das mag sein. Das stimmt sogar. Wir sind da sehr spät dran. (Abg. Dr. Lichtenberger: Die Bahnen überhaupt nicht!) Sie selbst und auch ich haben aber miterlebt, was die Verkehrsminister der Sozialdemokraten vertreten haben, was zum Beispiel Herr Verkehrsminister Einem mit dem so genannten Masterplan vertreten hat: keinen Ausbau der Autobahnen und Schnellstraßen zum Beispiel in die EU-Osterweiterungsländer, sondern bestenfalls Ausbau der Bundesstraßen, weil ja sonst der Verkehr angezogen wird. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ja! Das war richtig!) – Meine Damen und Herren! Das war die Ideologie, und heute wissen wir, dass sie sich als falsch herausgestellt hat und dass wir alle darunter leiden müssen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Das war richtig! Recht hat er gehabt, der Einem!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Ja! Das war richtig!
Zu den Ausführungen des Kollegen Marizzi möchte ich Folgendes sagen: Sie haben beklagt, dass der Ausbau der Straßen nach dem Osten im Hinblick auf die EU-Erweiterung nicht rasch und nicht schnell erfolgt ist. – Das mag sein. Das stimmt sogar. Wir sind da sehr spät dran. (Abg. Dr. Lichtenberger: Die Bahnen überhaupt nicht!) Sie selbst und auch ich haben aber miterlebt, was die Verkehrsminister der Sozialdemokraten vertreten haben, was zum Beispiel Herr Verkehrsminister Einem mit dem so genannten Masterplan vertreten hat: keinen Ausbau der Autobahnen und Schnellstraßen zum Beispiel in die EU-Osterweiterungsländer, sondern bestenfalls Ausbau der Bundesstraßen, weil ja sonst der Verkehr angezogen wird. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ja! Das war richtig!) – Meine Damen und Herren! Das war die Ideologie, und heute wissen wir, dass sie sich als falsch herausgestellt hat und dass wir alle darunter leiden müssen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Das war richtig! Recht hat er gehabt, der Einem!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Das war richtig! Recht hat er gehabt, der Einem!
Zu den Ausführungen des Kollegen Marizzi möchte ich Folgendes sagen: Sie haben beklagt, dass der Ausbau der Straßen nach dem Osten im Hinblick auf die EU-Erweiterung nicht rasch und nicht schnell erfolgt ist. – Das mag sein. Das stimmt sogar. Wir sind da sehr spät dran. (Abg. Dr. Lichtenberger: Die Bahnen überhaupt nicht!) Sie selbst und auch ich haben aber miterlebt, was die Verkehrsminister der Sozialdemokraten vertreten haben, was zum Beispiel Herr Verkehrsminister Einem mit dem so genannten Masterplan vertreten hat: keinen Ausbau der Autobahnen und Schnellstraßen zum Beispiel in die EU-Osterweiterungsländer, sondern bestenfalls Ausbau der Bundesstraßen, weil ja sonst der Verkehr angezogen wird. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ja! Das war richtig!) – Meine Damen und Herren! Das war die Ideologie, und heute wissen wir, dass sie sich als falsch herausgestellt hat und dass wir alle darunter leiden müssen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Das war richtig! Recht hat er gehabt, der Einem!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Broukal: Das ist falsch! Die ASVG-Verträge ...!
Tun wir doch nicht so, als ob diese Bahnreform überraschend käme! Seit 15 Jahren diskutieren wir das Thema Bahnreform in Österreich. In den „Oberösterreichischen Nachrichten“ steht heute eine wirklich ganz interessante Historie der Bahnreform. Ich bin selbst zum Großteil Zeitzeuge, weil ich schon damals Verkehrssprecher der Volkspartei war. Es hat dabei eine einzige Konstante gegeben: Die Gewerkschaft war immer gegen jede Art von Bahnreform, ob es um Strukturreformen gegangen ist oder um Dienstrechtsreformen. – Daran hat sich seit 15 Jahren nichts geändert! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Broukal: Das ist falsch! Die ASVG-Verträge ...!)
Abg. Broukal: Immer diese Propaganda!
Das ist nicht falsch, Herr Kollege! Ich darf Ihnen sagen: Schon 1992 hat der Eisenbahner-Gewerkschafter Hums Verkehrsminister Streicher bei dessen Konzept der neuen Bahn ganz eindeutig zerzaust. (Abg. Broukal: Immer diese Propaganda!) Die Gewerkschaft hat diese Reform abgelehnt, und die Dienstrechtsreform, die damals schon geplant war, wurde verschoben. (Abg. Broukal: 1995 hat die Gewerkschaft zugestimmt!)
Abg. Broukal: 1995 hat die Gewerkschaft zugestimmt!
Das ist nicht falsch, Herr Kollege! Ich darf Ihnen sagen: Schon 1992 hat der Eisenbahner-Gewerkschafter Hums Verkehrsminister Streicher bei dessen Konzept der neuen Bahn ganz eindeutig zerzaust. (Abg. Broukal: Immer diese Propaganda!) Die Gewerkschaft hat diese Reform abgelehnt, und die Dienstrechtsreform, die damals schon geplant war, wurde verschoben. (Abg. Broukal: 1995 hat die Gewerkschaft zugestimmt!)
Abg. Gaál: Alles zerstören!
Das ist die Geschichte der Bahnreform, und diese Regierung ist angetreten, um endlich das zu tun, was notwendig ist (Abg. Gaál: Alles zerstören!), nämlich eine leistungsfähige Bahn in Österreich zu schaffen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist die Geschichte der Bahnreform, und diese Regierung ist angetreten, um endlich das zu tun, was notwendig ist (Abg. Gaál: Alles zerstören!), nämlich eine leistungsfähige Bahn in Österreich zu schaffen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kräuter: Noch nie so viele Unfälle!
Noch nie in der Geschichte Englands fuhren so viele Menschen mit der Bahn, wie das heute der Fall ist. (Abg. Dr. Kräuter: Noch nie so viele Unfälle!) Noch nie wurden in England so viele Güter von der Bahn befördert, wie das jetzt der Fall ist. Die Zahl der beförderten Fahrgäste ist seit 1994 um 30 Prozent, das Frachtaufkommen um 50 Prozent gestiegen! Es verkehren heute mehr Züge, und es gibt große Fortschritte in der Modernisierung der Infrastruktur. – Die Bahn ist wettbewerbsfähiger, effizienter und attraktiver für die Kunden geworden. (Abg. Broukal: Aber nicht sicherer! 50 Tote!)
Abg. Broukal: Aber nicht sicherer! 50 Tote!
Noch nie in der Geschichte Englands fuhren so viele Menschen mit der Bahn, wie das heute der Fall ist. (Abg. Dr. Kräuter: Noch nie so viele Unfälle!) Noch nie wurden in England so viele Güter von der Bahn befördert, wie das jetzt der Fall ist. Die Zahl der beförderten Fahrgäste ist seit 1994 um 30 Prozent, das Frachtaufkommen um 50 Prozent gestiegen! Es verkehren heute mehr Züge, und es gibt große Fortschritte in der Modernisierung der Infrastruktur. – Die Bahn ist wettbewerbsfähiger, effizienter und attraktiver für die Kunden geworden. (Abg. Broukal: Aber nicht sicherer! 50 Tote!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ. – Abg. Broukal: Das glauben Sie wirklich? Alle Berichte im Fernsehen waren falsch?
Herr Kollege! Auch da irren Sie! Auch die Zahl der Unfälle ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Nehmen Sie doch das zur Kenntnis, was in einem Vortrag vor dem österreichischen Eisenbahn-Regulator erst vor drei Tagen festgehalten wurde und was auch in den Zeitungen in Österreich nachzulesen war, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ. – Abg. Broukal: Das glauben Sie wirklich? Alle Berichte im Fernsehen waren falsch?) – Ich weiß, dass es schwierig ist, wenn die Realität gegen die Ideologie gestellt wird und sich herausstellt, dass Realität noch immer stärker ist als Ideologie.
Abg. Öllinger: Nein! Sie sind der beste Garant dagegen!
wirklich ersuchen, uns in dieser Frage entsprechend zu unterstützen. (Abg. Öllinger: Nein! Sie sind der beste Garant dagegen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Wer glaubt Ihnen das?
Meine Damen und Herren! Unsere Reform ist moderat, sachlich richtig und sozial verträglich. Ich darf Sie auch im Interesse des österreichischen Verkehrssystems ersuchen, diese Reform zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Wer glaubt Ihnen das?)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Staatssekretär! Ein Wort zu den Ausführungen des Herrn Kollegen Marizzi: Bevor Sie das Rednerpult verlassen haben, haben Sie gesagt: Schämen Sie sich! – Ich glaube, Sie haben dabei zu Ihrer Fraktion geschaut, denn über 30 Jahre lang war die SPÖ für den Straßen- und Schienenbau verantwortlich. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wo waren Sie? – Vorausschauend haben Sie nicht gedacht, das muss ich wirklich sagen! Ihr hättet Zeit genug gehabt, Geld zur Verfügung zu stellen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Staatssekretär! Ein Wort zu den Ausführungen des Herrn Kollegen Marizzi: Bevor Sie das Rednerpult verlassen haben, haben Sie gesagt: Schämen Sie sich! – Ich glaube, Sie haben dabei zu Ihrer Fraktion geschaut, denn über 30 Jahre lang war die SPÖ für den Straßen- und Schienenbau verantwortlich. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wo waren Sie? – Vorausschauend haben Sie nicht gedacht, das muss ich wirklich sagen! Ihr hättet Zeit genug gehabt, Geld zur Verfügung zu stellen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Großruck: Fehlplanen!
Was haben die SPÖ-Infrastrukturminister oder -Verkehrsminister gemacht? – Planen, planen, planen! (Abg. Großruck: Fehlplanen!) Prüfen, prüfen, prüfen! – Und dann ist alles im Papierkorb gelandet. Jetzt, seitdem ein Freiheitlicher Infrastrukturminister ist, seitdem wir Freiheitliche gemeinsam mit der ÖVP in der Regierung sind, wird verwirklicht! (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.
Was haben die SPÖ-Infrastrukturminister oder -Verkehrsminister gemacht? – Planen, planen, planen! (Abg. Großruck: Fehlplanen!) Prüfen, prüfen, prüfen! – Und dann ist alles im Papierkorb gelandet. Jetzt, seitdem ein Freiheitlicher Infrastrukturminister ist, seitdem wir Freiheitliche gemeinsam mit der ÖVP in der Regierung sind, wird verwirklicht! (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Nur der Walch schaut voraus!
Wie würde es im Mühlviertel ausschauen? – Wir hätten keine A 7! Für den Schienenausbau werden in den nächsten Jahren über 30 Milliarden € zur Verfügung gestellt, wie der Herr Staatssekretär gesagt hat. Was haben die Sozialdemokraten dort gemacht? – Nichts! Sie haben nicht vorausschauend gedacht! (Abg. Öllinger: Nur der Walch schaut voraus!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das Schönste ist aber, dass man sich dann noch ans Rednerpult stellt und die Öko-Punkte-Regelung und vieles mehr einfordert. Wer hat denn das verabsäumt? – Die SPÖ! Sie waren für den EU-Beitritt, selbstverständlich und ohne Wenn und Aber! Macht ja nichts! Und jetzt stellen Sie sich her, spielen den schönen Apostel und beschuldigen diese „böse“ Regierung! – Hättet ihr doch etwas gemacht! Hättet ihr vorausschauend geplant, etwas verwirklicht und die Schiene früher ausgebaut, hätten wir viel Schwerverkehr schon auf die Schiene bringen können. Gemacht habt ihr nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Atmen! Atmen nicht vergessen!
Was eure Polemisierungspolitik betrifft, so weiß die Bevölkerung schon, was wirklich passiert. (Abg. Dr. Cap: Atmen! Atmen nicht vergessen!) – Haben Sie ein Problem, Herr Kollege Cap? Besprechen wir es nachher!
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
In unseren Infrastrukturminister Vizekanzler Hubert Gorbach habe ich großes Vertrauen. Er war in seinem Bundesland zuständig für Bauten und weiß, wie man verhandelt und wie man sich durchsetzt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) Das wird er in Brüssel auch machen!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist Ihr Verständnis!
Ich würde die Opposition überhaupt ersuchen, ihren Abgeordneten in Brüssel einmal zu sagen, wie sie sich dort zu verhalten haben, damit sie nicht immer gegen die österreichischen Interessen reden! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist Ihr Verständnis!)
Abg. Öllinger: Wohin denn, wo ist der?
Ein Wort noch zu den ÖBB: Streik! Ich fordere die Gewerkschaft, was heißt die Gewerkschaft, Herrn Haberzettl auf, er soll noch einmal an den Verhandlungstisch zurückgehen. (Abg. Öllinger: Wohin denn, wo ist der?) Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viele Anrufe in mein Büro kommen, wie sehr sich ÖBB-Bedienstete aufregen. Sie sagen: Ich bin kein Gewerkschaftsmitglied. Bei mir verhindern ein paar Betriebsräte, dass ich an meinen Arbeitsplatz komme. Ich bekomme keine Entschädigung; der Betrieb zahlt mir nichts, und von der Gewerkschaft bekomme ich auch keine Entschädigung. Ja wo kommen wir denn da überhaupt hin, wenn jemand daran gehindert wird, dass er seine Arbeit antritt! (Abg. Dr. Cap: Atmen nicht vergessen!)
Abg. Dr. Cap: Atmen nicht vergessen!
Ein Wort noch zu den ÖBB: Streik! Ich fordere die Gewerkschaft, was heißt die Gewerkschaft, Herrn Haberzettl auf, er soll noch einmal an den Verhandlungstisch zurückgehen. (Abg. Öllinger: Wohin denn, wo ist der?) Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viele Anrufe in mein Büro kommen, wie sehr sich ÖBB-Bedienstete aufregen. Sie sagen: Ich bin kein Gewerkschaftsmitglied. Bei mir verhindern ein paar Betriebsräte, dass ich an meinen Arbeitsplatz komme. Ich bekomme keine Entschädigung; der Betrieb zahlt mir nichts, und von der Gewerkschaft bekomme ich auch keine Entschädigung. Ja wo kommen wir denn da überhaupt hin, wenn jemand daran gehindert wird, dass er seine Arbeit antritt! (Abg. Dr. Cap: Atmen nicht vergessen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Und das Allerschönste ist: Das ist kein ÖGB-Streik, sondern das ist ein SPÖ-Streik. Jawohl! Und das beweise ich euch auch. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Wittmann: Und wie kommt es zu den Wahlergebnissen in Oberösterreich?
Wo war der Gewerkschaftsbund – und das habe ich von euren Personalvertretern, denn es gibt auch Rote, die den Blauen etwas erzählen –, als 30 Jahre lang die ÖBB ausgehungert worden sind, total ausgehungert worden sind?! Geht einmal nach Linz in die ÖBB-Werkstätte. Da stehen noch Maschinen drinnen, mit denen kann nicht einmal ich etwas anfangen. Ihr habt nichts modernisiert und vieles andere mehr! (Abg. Dr. Wittmann: Und wie kommt es zu den Wahlergebnissen in Oberösterreich?) Unter einer SPÖ-Regierung sind Eingriffe in das Dienstrecht gemacht worden.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Also, ich sage allerweil: lesen, denken, sprechen. ÖGB, SPÖ zurück an den Verhandlungstisch! Es geht um die Interessen der arbeitenden Menschen bei den ÖBB. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Allgemeine Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Lesen – denken – sprechen – und dem Präsidenten zuhören: Das ist der vierte Punkt, wenn die Redezeit aus ist! (Allgemeine Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Darum wollen wir das Modell auch nicht!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Wer die leuchtenden Augen des Herrn Staatssekretärs Kukacka bei seiner Rede über Großbritannien gesehen hat, der weiß, wo wir hinkommen sollen. Er hat nur vergessen, bei seinen Statistiken über Großbritannien ein paar Punkte anzugeben, nämlich dass es in Großbritannien im Wesentlichen nur mehr Hauptstrecken gibt und die Nebenstrecken abgedreht worden sind (Abg. Mag. Molterer: Darum wollen wir das Modell auch nicht!), und zweitens, dass der Staat um teures Geld Infrastruktur zurückkaufen musste, damit überhaupt die Möglichkeit bestanden hat weiterzufahren. (Abg. Mag. Molterer: Darum wollen wir auch das britische Modell nicht!) Und das hat den Staat einiges gekostet, und irgendwer hat ziemlich gut daran verdient. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Darum wollen wir auch das britische Modell nicht!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Wer die leuchtenden Augen des Herrn Staatssekretärs Kukacka bei seiner Rede über Großbritannien gesehen hat, der weiß, wo wir hinkommen sollen. Er hat nur vergessen, bei seinen Statistiken über Großbritannien ein paar Punkte anzugeben, nämlich dass es in Großbritannien im Wesentlichen nur mehr Hauptstrecken gibt und die Nebenstrecken abgedreht worden sind (Abg. Mag. Molterer: Darum wollen wir das Modell auch nicht!), und zweitens, dass der Staat um teures Geld Infrastruktur zurückkaufen musste, damit überhaupt die Möglichkeit bestanden hat weiterzufahren. (Abg. Mag. Molterer: Darum wollen wir auch das britische Modell nicht!) Und das hat den Staat einiges gekostet, und irgendwer hat ziemlich gut daran verdient. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Wer die leuchtenden Augen des Herrn Staatssekretärs Kukacka bei seiner Rede über Großbritannien gesehen hat, der weiß, wo wir hinkommen sollen. Er hat nur vergessen, bei seinen Statistiken über Großbritannien ein paar Punkte anzugeben, nämlich dass es in Großbritannien im Wesentlichen nur mehr Hauptstrecken gibt und die Nebenstrecken abgedreht worden sind (Abg. Mag. Molterer: Darum wollen wir das Modell auch nicht!), und zweitens, dass der Staat um teures Geld Infrastruktur zurückkaufen musste, damit überhaupt die Möglichkeit bestanden hat weiterzufahren. (Abg. Mag. Molterer: Darum wollen wir auch das britische Modell nicht!) Und das hat den Staat einiges gekostet, und irgendwer hat ziemlich gut daran verdient. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Donabauer: Und essen tun Sie sie dann doch!
Shrimps von der Nordsee werden nach Marokko transportiert, dort geschält, wieder retour zur Nordsee gebracht und dann von dort aus verteilt. Und das rechnet sich! (Abg. Donabauer: Und essen tun Sie sie dann doch!) Nein, selten! Ich kaufe kaum welche. (Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Shrimps von der Nordsee werden nach Marokko transportiert, dort geschält, wieder retour zur Nordsee gebracht und dann von dort aus verteilt. Und das rechnet sich! (Abg. Donabauer: Und essen tun Sie sie dann doch!) Nein, selten! Ich kaufe kaum welche. (Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Der Punkt ist: Warum rechnet sich das? Sie werden mir ja wohl nicht erzählen wollen, dass das irgendwer macht, wenn es sich nicht auszahlt. Und es zahlt sich genau deswegen aus, weil die Transportkosten so gering sind – das ist der eine Grund – und weil – und das ist der zweite Grund – die Sozialbestimmungen nicht eingehalten werden. Deswegen zahlen sich solche wahnsinnigen Transporte aus. Und jetzt erzählen Sie mir bitte nicht, dass das gesellschaftlich erwünscht und wirtschaftlich sinnvoll ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Noch einmal zum Thema Bahn, weil doch auch eine wesentliche Frage ist, wie viel wir auf die Bahn bekommen. Ich möchte mich jetzt nicht darüber verbreiten, welche Art von Reform für die ÖBB gut wäre, denn dass es eine Reform braucht, ist, so meine ich, unbestritten. Ich habe jetzt die ganze Zeit über von niemandem etwas anderes gehört. Es geht jedoch vor allem auch um die Glaubwürdigkeit dieser Regierung. Ich erinnere mich daran, dass Ministerin Rauch-Kallat vor der Wahl gesagt hat, es werde keine Anhebung des Pensionsalters geben. Und was gibt es jetzt? Ich erinnere mich daran, dass Ministerin Gehrer gesagt hat, es werde keine Studiengebühren geben. Und was gibt es jetzt? Und wenn ich heute Bundeskanzler Schüssel gehört habe, der gesagt hat: Nein, wir wollen keine Privatisierung der Bahn!, und gestern Minister Gorbach, der das heute im Übrigen ja noch einmal bestätigt hat, der gesagt hat: Im Augenblick wollen wir keine Privatisierung der Bahn!, dann weiß ich, was das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu bedeuten hat, nämlich eine Privatisierung der Bahn, und hiefür wird es keinen Schulterschluss mit den Grünen geben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Posch: Sie können auch weniger lange reden, hat der Präsident gesagt!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Die Debatte um die ÖBB-Reform begleitet uns ja schon den ganzen Tag. Auch die gestrigen Debatten waren dadurch maßgeblich bestimmt, vor allem auch wegen des Streiks. (Abg. Mag. Posch: Sie können auch weniger lange reden, hat der Präsident gesagt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Und wenn Sie eine ordentliche Debatte wollen, dann stellen Sie einen Fristsetzungsantrag?
Ja, lieber Herr Abgeordneter, das wird schon meine Sache sein, und ich meine, dass dieses Thema sehr, sehr ernst und sehr wichtig ist, und daher geht es mir nicht darum, ob Sie eine Minute früher oder später nach Hause kommen, sondern es geht mir darum, dass wir hier eine ordentliche Debatte abführen können und eine sinnvolle Lösung, eine zukunftsorientierte Lösung für die Österreichischen Bundesbahnen zustande bringen. Und genau darum geht es, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Und wenn Sie eine ordentliche Debatte wollen, dann stellen Sie einen Fristsetzungsantrag?)
Abg. Öllinger: Das glaube ich ihm!
Was Sie hier permanent zum Ausdruck bringen, ist Ihr Verständnis für Streiks, und das, meine Damen und Herren, verstehe ich überhaupt nicht, denn gerade für diese politisch motivierten Streiks haben wir überhaupt kein Verständnis. (Abg. Öllinger: Das glaube ich ihm!) Es gibt seit vielen, vielen Wochen Verhandlungen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Was Sie hier permanent zum Ausdruck bringen, ist Ihr Verständnis für Streiks, und das, meine Damen und Herren, verstehe ich überhaupt nicht, denn gerade für diese politisch motivierten Streiks haben wir überhaupt kein Verständnis. (Abg. Öllinger: Das glaube ich ihm!) Es gibt seit vielen, vielen Wochen Verhandlungen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Das stimmt nicht!
Seit vielen, vielen Wochen verhandelt die österreichische Bundesregierung mit der Eisenbahnergewerkschaft über diese Reform. (Abg. Öllinger: Das stimmt nicht!) Und genau das ist auch der Grund für den Zeitdruck, den wir jetzt haben, weil die Bundesregierung, allen voran Vizekanzler Gorbach, bis zum Schluss alles versucht hat, eine Einigung mit der Gewerkschaft zu erzielen. (Widerspruch bei der SPÖ.) Letzte Woche ist der Ministerrat der allerletzte Termin, die letzte Möglichkeit gewesen, um diese Reform noch mit 1. Jänner 2004 in Kraft zu setzen. 13 oder 14 Mal hat es in den letzten Wochen Termine zwischen dem Vizekanzler und dem Gewerkschaftsvorsitzenden Haberzettl gegeben, aber keine Bewegung bei der Gewerkschaft, meine Damen und Herren! (Heftiger Widerspruch bei der SPÖ.)
Widerspruch bei der SPÖ.
Seit vielen, vielen Wochen verhandelt die österreichische Bundesregierung mit der Eisenbahnergewerkschaft über diese Reform. (Abg. Öllinger: Das stimmt nicht!) Und genau das ist auch der Grund für den Zeitdruck, den wir jetzt haben, weil die Bundesregierung, allen voran Vizekanzler Gorbach, bis zum Schluss alles versucht hat, eine Einigung mit der Gewerkschaft zu erzielen. (Widerspruch bei der SPÖ.) Letzte Woche ist der Ministerrat der allerletzte Termin, die letzte Möglichkeit gewesen, um diese Reform noch mit 1. Jänner 2004 in Kraft zu setzen. 13 oder 14 Mal hat es in den letzten Wochen Termine zwischen dem Vizekanzler und dem Gewerkschaftsvorsitzenden Haberzettl gegeben, aber keine Bewegung bei der Gewerkschaft, meine Damen und Herren! (Heftiger Widerspruch bei der SPÖ.)
Heftiger Widerspruch bei der SPÖ.
Seit vielen, vielen Wochen verhandelt die österreichische Bundesregierung mit der Eisenbahnergewerkschaft über diese Reform. (Abg. Öllinger: Das stimmt nicht!) Und genau das ist auch der Grund für den Zeitdruck, den wir jetzt haben, weil die Bundesregierung, allen voran Vizekanzler Gorbach, bis zum Schluss alles versucht hat, eine Einigung mit der Gewerkschaft zu erzielen. (Widerspruch bei der SPÖ.) Letzte Woche ist der Ministerrat der allerletzte Termin, die letzte Möglichkeit gewesen, um diese Reform noch mit 1. Jänner 2004 in Kraft zu setzen. 13 oder 14 Mal hat es in den letzten Wochen Termine zwischen dem Vizekanzler und dem Gewerkschaftsvorsitzenden Haberzettl gegeben, aber keine Bewegung bei der Gewerkschaft, meine Damen und Herren! (Heftiger Widerspruch bei der SPÖ.)
Heftiger Widerspruch bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Da hat es nur geheißen: entweder Absage dieser Reform oder Streik. Das war die Kompromissbereitschaft der Gewerkschaft! Und jetzt haben wir diesen politischen Streik. Natürlich war man gar nicht bereit zu konstruktiven Verhandlungen, denn es hat noch eine Runde gegeben, da hat die Gewerkschaft schon Inserate in Auftrag gegeben. (Heftiger Widerspruch bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Also noch bevor diese Verhandlungen abgeschlossen gewesen sind! Da können Sie doch nicht sagen, dass man wirklich davon ausgegangen ist, dass es eine Einigung geben wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Da hat es nur geheißen: entweder Absage dieser Reform oder Streik. Das war die Kompromissbereitschaft der Gewerkschaft! Und jetzt haben wir diesen politischen Streik. Natürlich war man gar nicht bereit zu konstruktiven Verhandlungen, denn es hat noch eine Runde gegeben, da hat die Gewerkschaft schon Inserate in Auftrag gegeben. (Heftiger Widerspruch bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Also noch bevor diese Verhandlungen abgeschlossen gewesen sind! Da können Sie doch nicht sagen, dass man wirklich davon ausgegangen ist, dass es eine Einigung geben wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Was bewirken denn diese Streiks? Was bewirken diese politisch motivierten Streiks? (Der Redner hält eine Ausgabe der „Kronen Zeitung“ in die Höhe.) Die Überschrift sagt alles! Egal wie auch immer der Streik ausgeht, Verlierer ist die Bahn, meine Damen und Herren! Da kann man Ihnen nur gratulieren. Wir versuchen diese Österreichischen Bundesbahnen modern zu machen, ihnen eine Struktur zu geben, damit sie im Wettbewerb, der auf uns zukommt, bestehen können. Sie schaden der Bahn mit diesen politisch motivierten Streiks, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dann heißt es: Für die Mitarbeiter machen wir es. Dazu noch eine Überschrift: Wir wollten arbeiten, durften aber nicht, meine Damen und Herren! Es wurden Mitarbeiter, die sich an diesen politischen Streiks nicht beteiligen wollten, daran gehindert, am Arbeitsplatz zu erscheinen und zu arbeiten. Was ist denn das, meine Damen und Herren, eine Belegschaftsvertretung, die historisch dafür eingestanden ist, dass man die Belegschaft vor den Unternehmungen in Schutz nimmt, wenn es ungerechte Behandlungen gibt? Jetzt muss man die Belegschaft vor den Belegschaftsvertretern in Schutz nehmen – so weit sind wir gekommen! –, weil sie daran gehindert werden, am Arbeitsplatz ihre Arbeit für die Bevölkerung zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das Image der Österreichischen Bundesbahnen, meine Damen und Herren, haben Sie damit auch wunderbar zerstört. Herzliche Gratulation! Die Bundesbahn ist immer dafür gestanden, zuverlässig zu sein, weil es eben keine Streiks gibt. Wir diskutieren heute gerade die Transitregelung. Ständig wird hier in Wortmeldungen dafür plädiert, den Transit, den Güterverkehr auf die Bahn zu schaffen, zu verlegen. Ja wunderbar, das ist eine herrliche Werbung für die Österreichischen Bundesbahnen, für die Zuverlässigkeit auch im Transit und im Güterverkehr, was Sie hier aufführen. Sie wissen ganz genau, dass es für die Unternehmungen wichtig ist, dass sie sicher sein können, dass ihre Güter innerhalb einer bestimmten Zeit auch dorthin gebracht werden, wo sie sie haben wollen, und nicht durch derartige Streiks auf Halde gelegt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Heftiger Widerspruch bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Sie schaden damit auch dem Image Österreichs insgesamt. Wir waren doch alle stolz darauf, dass es genau solche Streiks, so eine Unsicherheit, eine Verunsicherung in Österreich nicht gibt. (Heftiger Widerspruch bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Aber weil sie keine Argumente gegen diese Bundesregierung
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
haben, zetteln Sie einen Streik nach dem anderen an. Zuerst die Lehrer, wo es darum gegangen ist, dass eine Stunde mehr in der Woche gearbeitet wird. Auf dem Rücken der Kleinsten, der Volksschüler, ist gestritten und gestreikt worden, meine Damen und Herren! Dann kommen die Piloten der AUA, denen es darum geht, ihre Privilegien zu erhalten. Und jetzt kommen 2 600 Betriebsräte, teilweise freigestellte Betriebsräte, die am Rücken der Bediensteten und am Rücken Hunderttausender Österreicher ihre Privilegien behalten wollen. Das ist Ihre Politik, meine Damen und Herren: Nicht zugunsten, sondern zulasten Österreichs und der Bevölkerung! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Dann sagen Sie noch etwas von Solidarität, meine Damen und Herren. Ja Solidarität –dieser Streik – mit wem denn? – Mit den Tausenden Pendlern, die sich Urlaubstage nehmen mussten, weil sie nicht zum Arbeitsplatz kommen konnten? Mit den Müttern, die versucht haben, dass ihre Kinder doch irgendwie in die Schule kommen können? Ist das die Solidarität mit der Bevölkerung? Ja mit wem sind Sie denn solidarisch, meine Damen und Herren? – Nur mit jenen, die ihre Privilegien erhalten wollen. Und das ist doch die Frage, um die es geht. Fragen Sie doch einmal Ihre Arbeiter, Ihre Angestellten, was sie davon halten, dass jetzt gestreikt wird, dass das Pensionsalter im Durchschnitt weiter bei 52 bleiben kann, während alle anderen länger arbeiten müssen, um weniger Pension zu bekommen als bei den Österreichischen Bundesbahnen! Darum geht es, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es wird ausreichend Zeit für Diskussion geben, und zwar in den Ausschüssen, in einem Unterausschuss, meine Damen und Herren, und wir werden sehr genau darauf achten, ob Sie auch Ihre Ideen einbringen werden, ob Sie konstruktiv arbeiten werden oder ob Sie es so machen wie damals bei der Pensionsreform, als Sie zuerst einen Wirbel inszeniert haben, weil angeblich zu wenig Zeit für Verhandlungen gewesen ist, und dann haben Sie nicht einmal genug Argumente gehabt, um die vorhandene Zeit auch mit Argumenten auszuschöpfen. Da mussten Termine abgesagt werden, weil Sie nicht mehr gewusst haben, worüber Sie diskutieren sollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir stehen dazu, wir stehen zu Verhandlungen der Regierung mit den Gewerkschaftsvertretern, mit den Belegschaftsvertretern. Dazu steht die Bundesregierung, dazu stehen auch wir. Kehren Sie zurück zum Verhandlungstisch, aber beenden Sie diese politisch motivierten Streiks! Dann wird es auch ein gutes Ende für die Österreichischen Bundesbahnen und auch für das politische Klima in diesem Land geben. Wir verhandeln, wir diskutieren, wir streiten hier, aber nicht auf der Straße und nicht durch Streiks bei den Österreichischen Bundesbahnen oder in anderen lebensnotwendigen Institutionen für die Bevölkerung der Republik Österreich. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Puswald: Das glaube ich!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir begrüßen diesen Fristsetzungsantrag. (Abg. Dr. Puswald: Das glaube ich!) Und das ganz einfach deswegen,
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
weil er Klarheit schafft, dass die Regierung rasch reagiert, weil er Klarheit schafft vor allem gegenüber den Bahnkunden, der Wirtschaft und den Fahrgästen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Wieso? Damit sich der Streik nicht auswirken kann oder was?
Die letzten Tage haben gezeigt, geschätzte Damen und Herren, dass diese Bahnreform notwendig ist, und zwar rasch notwendig ist. (Abg. Mag. Kogler: Wieso? Damit sich der Streik nicht auswirken kann oder was?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Ich sage einen kleinen Satz zur Rechnungshofkritik, ich bringe einen Vergleich, den Bundeskanzler Schüssel gestern in die Debatte eingebracht hat, nämlich den Vergleich mit der voestalpine. Ich sage Ihnen: Wir haben heute am Standort Donawitz fünfmal so viele Firmen mit fünfmal so vielen Führungsebenen. Und ich sage Ihnen auch, was heute im ORF-Internet gestanden ist: Voestalpine mit kräftigem Gewinnzuwachs. Mit dem besten Halbjahresergebnis der Konzerngeschichte wartet der Linzer Stahl- und Verarbeitungskonzern auf, geschätzte Damen und Herren! – So viel zur Rechnungshofkritik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Johann Maier: Redest du über mich? Ich bin auch Kunde!
Geschätzte Damen und Herren! Ich möchte mich aber einer Zielgruppe zuwenden, über die ich in der ganzen Debatte heute von Ihnen nichts gehört habe, diese Zielgruppe heißt Kunde, dieses Zielgruppe sind die 1,2 Millionen Streikopfer, und dieser Zielgruppe möchte ich mich zuwenden. (Abg. Mag. Johann Maier: Redest du über mich? Ich bin auch Kunde!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Der Redner hält eine blaue Tafel in die Höhe, auf der in weißer Schrift „Kundenservice statt Streik“ steht. – Abg. Mandak: Sie nehmen die Kräfte weg, die man braucht, um Kundenservice zu bieten!
Geschätzte Damen und Herren! Das wollen wir: „Kundenservice statt Streik“. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Der Redner hält eine blaue Tafel in die Höhe, auf der in weißer Schrift „Kundenservice statt Streik“ steht. – Abg. Mandak: Sie nehmen die Kräfte weg, die man braucht, um Kundenservice zu bieten!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Ich verlasse mich nicht auf das Urteil von Experten, nicht auf das Urteil von Gewerkschaftern, ich verlasse mich auf das Urteil der Kunden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Puswald: Es geht ihnen auch mit dieser Regierung nicht gut!
Jetzt sollten wir uns die Frage stellen: Wie geht es den Kunden mit den ÖBB? – Ich sage Ihnen: Es geht den Kunden nicht gut mit den ÖBB (Abg. Dr. Puswald: Es geht ihnen auch mit dieser Regierung nicht gut!), weil die Qualität der Dienstleistung mangelhaft ist (Abg. Mag. Johann Maier: Weil kein Personal da ist, Kollege Missethon!), weil Kunden, wenn sie sich beschweren, nicht gehört werden. Es gibt derzeit seitens der ÖBB kein organisiertes Ohr zum Kunden. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es ist dringender Handlungsbedarf in Richtung Qualitätsmanagement, es ist dringender Handlungsbedarf in Richtung bessere Dienstleistungen für die Kunden, geschätzte Damen und Herren.
Abg. Mag. Johann Maier: Weil kein Personal da ist, Kollege Missethon!
Jetzt sollten wir uns die Frage stellen: Wie geht es den Kunden mit den ÖBB? – Ich sage Ihnen: Es geht den Kunden nicht gut mit den ÖBB (Abg. Dr. Puswald: Es geht ihnen auch mit dieser Regierung nicht gut!), weil die Qualität der Dienstleistung mangelhaft ist (Abg. Mag. Johann Maier: Weil kein Personal da ist, Kollege Missethon!), weil Kunden, wenn sie sich beschweren, nicht gehört werden. Es gibt derzeit seitens der ÖBB kein organisiertes Ohr zum Kunden. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es ist dringender Handlungsbedarf in Richtung Qualitätsmanagement, es ist dringender Handlungsbedarf in Richtung bessere Dienstleistungen für die Kunden, geschätzte Damen und Herren.
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Jetzt sollten wir uns die Frage stellen: Wie geht es den Kunden mit den ÖBB? – Ich sage Ihnen: Es geht den Kunden nicht gut mit den ÖBB (Abg. Dr. Puswald: Es geht ihnen auch mit dieser Regierung nicht gut!), weil die Qualität der Dienstleistung mangelhaft ist (Abg. Mag. Johann Maier: Weil kein Personal da ist, Kollege Missethon!), weil Kunden, wenn sie sich beschweren, nicht gehört werden. Es gibt derzeit seitens der ÖBB kein organisiertes Ohr zum Kunden. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es ist dringender Handlungsbedarf in Richtung Qualitätsmanagement, es ist dringender Handlungsbedarf in Richtung bessere Dienstleistungen für die Kunden, geschätzte Damen und Herren.
Abg. Dr. Matznetter: Genau! Wegen dieser Regierung!
Der Kunde ist derzeit nicht König, der Kunde ist derzeit Bettelmann. (Abg. Dr. Matznetter: Genau! Wegen dieser Regierung!) Er muss um seine Rechte betteln, geschätzte Damen und Herren. Er ist entrechtet. Wir haben es bei den ÖBB mit einem entrechteten Kunden zu tun. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Wenn es dem Herrn Kollegen Haberzettel gerade einfällt, wird er auch noch von ihm bestreikt. (Abg. Mag. Kogler: Äußerst schwach, Herr Kollege! – Abg. Dr. Glawischnig: Reden Sie zu dem Antrag! Halten Sie sich an die Geschäftsordnung!)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Der Kunde ist derzeit nicht König, der Kunde ist derzeit Bettelmann. (Abg. Dr. Matznetter: Genau! Wegen dieser Regierung!) Er muss um seine Rechte betteln, geschätzte Damen und Herren. Er ist entrechtet. Wir haben es bei den ÖBB mit einem entrechteten Kunden zu tun. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Wenn es dem Herrn Kollegen Haberzettel gerade einfällt, wird er auch noch von ihm bestreikt. (Abg. Mag. Kogler: Äußerst schwach, Herr Kollege! – Abg. Dr. Glawischnig: Reden Sie zu dem Antrag! Halten Sie sich an die Geschäftsordnung!)
Abg. Mag. Kogler: Äußerst schwach, Herr Kollege! – Abg. Dr. Glawischnig: Reden Sie zu dem Antrag! Halten Sie sich an die Geschäftsordnung!
Der Kunde ist derzeit nicht König, der Kunde ist derzeit Bettelmann. (Abg. Dr. Matznetter: Genau! Wegen dieser Regierung!) Er muss um seine Rechte betteln, geschätzte Damen und Herren. Er ist entrechtet. Wir haben es bei den ÖBB mit einem entrechteten Kunden zu tun. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Wenn es dem Herrn Kollegen Haberzettel gerade einfällt, wird er auch noch von ihm bestreikt. (Abg. Mag. Kogler: Äußerst schwach, Herr Kollege! – Abg. Dr. Glawischnig: Reden Sie zu dem Antrag! Halten Sie sich an die Geschäftsordnung!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Spätestens seit dem Haberzettelschen SuperGAU – mit „GAU“ meine ich den Größten Anzunehmenden Unsinn, den ein Mitarbeiter der ÖBB machen kann (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen) –, spätestens seit Dienstag wissen die meisten Österreicherinnen und Österrei-
Jawohl-Rufe und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
cher, dass diese Reform der ÖBB höchst notwendig ist. (Jawohl-Rufe und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Das wünsche ich mir auch von dieser Bundesregierung!
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Das Ziel des Reformprozesses muss es sein, dass der Kunde im Mittelpunkt der Dienstleistung der ÖBB steht. Alles andere ist nicht nachhaltig. Ich würde mir am Ende dieses Reformprozesses auch sehr eine Geld-Zurück-Garantie für nicht erbrachte Dienstleistungen wünschen. (Abg. Dr. Glawischnig: Das wünsche ich mir auch von dieser Bundesregierung!) Die derzeitige Situation ist unzumutbar für Kunden, geschätzte Damen und Herren. Ich möchte aus dem entrechteten Fahrgast einen berechtigten Partner in diesem Dienstleistungsprozess machen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Der Kunde ist im Moment geduldet, habe ich den Eindruck, herzlich willkommen ist er nicht. (Abg. Mag. Gaßner: So ein Schmarren!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Das Ziel des Reformprozesses muss es sein, dass der Kunde im Mittelpunkt der Dienstleistung der ÖBB steht. Alles andere ist nicht nachhaltig. Ich würde mir am Ende dieses Reformprozesses auch sehr eine Geld-Zurück-Garantie für nicht erbrachte Dienstleistungen wünschen. (Abg. Dr. Glawischnig: Das wünsche ich mir auch von dieser Bundesregierung!) Die derzeitige Situation ist unzumutbar für Kunden, geschätzte Damen und Herren. Ich möchte aus dem entrechteten Fahrgast einen berechtigten Partner in diesem Dienstleistungsprozess machen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Der Kunde ist im Moment geduldet, habe ich den Eindruck, herzlich willkommen ist er nicht. (Abg. Mag. Gaßner: So ein Schmarren!)
Abg. Mag. Gaßner: So ein Schmarren!
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Das Ziel des Reformprozesses muss es sein, dass der Kunde im Mittelpunkt der Dienstleistung der ÖBB steht. Alles andere ist nicht nachhaltig. Ich würde mir am Ende dieses Reformprozesses auch sehr eine Geld-Zurück-Garantie für nicht erbrachte Dienstleistungen wünschen. (Abg. Dr. Glawischnig: Das wünsche ich mir auch von dieser Bundesregierung!) Die derzeitige Situation ist unzumutbar für Kunden, geschätzte Damen und Herren. Ich möchte aus dem entrechteten Fahrgast einen berechtigten Partner in diesem Dienstleistungsprozess machen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Der Kunde ist im Moment geduldet, habe ich den Eindruck, herzlich willkommen ist er nicht. (Abg. Mag. Gaßner: So ein Schmarren!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (fortsetzend): Wir reformieren die Bahn, weil wir die Fahrgastzufriedenheit erhöhen wollen, und wir reformieren die Bahn, weil wir den Wirtschaftsstandort Österreich stärken wollen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Broukal: Ich habe keine Berührungsängste! – Abg. Broukal legt die von Abg. Dipl.-Ing. Missethon am Rednerpult vergessenen Tafeln auf den Stenographentisch.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Broukal. Herr Abgeordneter, wenn Sie das selber entfernen wollen, sonst bitte ich einen Mitarbeiter. (Abg. Broukal: Ich habe keine Berührungsängste! – Abg. Broukal legt die von Abg. Dipl.-Ing. Missethon am Rednerpult vergessenen Tafeln auf den Stenographentisch.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Einer der schönsten Teile meines Berufslebens vor dem Oktober 2002 war, dass ich seit vielen Jahren für das Management der Österreichischen Bundesbahnen die Managementtage und auch sonstige Großveranstaltungen ausgerichtet habe. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Im Gegensatz zu den meisten von Ihnen bin ich mit den Interna der Bahn gut vertraut, und ich finde es ungeheuerlich, wie Sie einen Betrieb, der von Jahr zu Jahr seine Leistung steigert, der heute mit 47 000 Mitarbeitern mehr leistet als vor zehn Jahren mit 67 000 Mitarbeitern, schlecht machen, nur um damit Ihre Reformen gutzureden, die Sie nicht gutreden können. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Es geht nicht gegen die Mitarbeiter, sondern es geht gegen die Gewerkschaft! – Abg. Wittauer – eine „Kronen Zeitung“ in die Höhe haltend –: Haben Sie heute die Zeitung gelesen?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Es geht nicht gegen die Mitarbeiter, sondern es geht gegen die Gewerkschaft! – Abg. Wittauer – eine „Kronen Zeitung“ in die Höhe haltend –: Haben Sie heute die Zeitung gelesen?
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Einer der schönsten Teile meines Berufslebens vor dem Oktober 2002 war, dass ich seit vielen Jahren für das Management der Österreichischen Bundesbahnen die Managementtage und auch sonstige Großveranstaltungen ausgerichtet habe. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Im Gegensatz zu den meisten von Ihnen bin ich mit den Interna der Bahn gut vertraut, und ich finde es ungeheuerlich, wie Sie einen Betrieb, der von Jahr zu Jahr seine Leistung steigert, der heute mit 47 000 Mitarbeitern mehr leistet als vor zehn Jahren mit 67 000 Mitarbeitern, schlecht machen, nur um damit Ihre Reformen gutzureden, die Sie nicht gutreden können. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Es geht nicht gegen die Mitarbeiter, sondern es geht gegen die Gewerkschaft! – Abg. Wittauer – eine „Kronen Zeitung“ in die Höhe haltend –: Haben Sie heute die Zeitung gelesen?)
Abg. Scheibner: Wie soll das gehen, wenn gestreikt wird? So ein Zynismus!
Ich würde Ihnen vorschlagen: Lassen Sie heute Ihre Audis und BMWs stehen, fahren Sie mit der Westbahn nach Hause (Abg. Scheibner: Wie soll das gehen, wenn gestreikt wird? So ein Zynismus!) und sehen Sie einem Schaffner ins Gesicht, der Sie fragt: Was ist mit mir, was mit meiner Frau, was ist mit meinen Kindern? – So weit sind wir heute! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich würde Ihnen vorschlagen: Lassen Sie heute Ihre Audis und BMWs stehen, fahren Sie mit der Westbahn nach Hause (Abg. Scheibner: Wie soll das gehen, wenn gestreikt wird? So ein Zynismus!) und sehen Sie einem Schaffner ins Gesicht, der Sie fragt: Was ist mit mir, was mit meiner Frau, was ist mit meinen Kindern? – So weit sind wir heute! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Die Streiks ruinieren sie! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Welche Unwahrheiten hier geäußert werden, nur damit Sie auf Ihr Recht kommen, welche eklatanten Unwahrheiten! Die Österreichischen Bundesbahnen waren, bevor Sie sich ihrer angenommen haben, die beste Güterbahn in Europa. Sie werden das ruinieren! Oder? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Die Streiks ruinieren sie! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: In den Ländern erkennt man, dass das ein Blödsinn ist! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Gegen die Umstrukturierung der ÖVP in der geplanten Art und Weise bestehen gravierende Bedenken. Es ist in keiner Weise nachvollziehbar, dass die Schiene durch die Aufteilung der ÖBB in neun Gesellschaften effizienter und gegenüber der Straße wettbewerbsfähiger ist. – Die Vorarlberger Landesregierung sagt das. (Abg. Dr. Glawischnig: In den Ländern erkennt man, dass das ein Blödsinn ist! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Weiters heißt es hier: Es deutet im Gegenteil vieles darauf hin, dass durch die Desintegration wichtige Synergieeffekte verloren gehen, aufwendige Doppel- und Mehrfachstrukturen entstehen und die Organisationsreform zu noch höheren Overheadkosten und zusätzlichem Abstimmungsbedarf führen wird. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ich lege es Ihnen dann gerne vor.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Aber die Vorarlberger Landesregierung hat ja etwas nicht verstanden, die glaubt ja immer noch, Ihnen geht es um die bessere Bahn, aber Ihnen geht es nur darum, eine Berufsgruppe von Menschen, die es – wie wir heute wissen, aus sehr gutem Grund – immer abgelehnt hat, Sie zu wählen, fertigzumachen, kaputtzumachen und ihr die sozialen Rechte zu nehmen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber ich sage Ihnen eines – und das sage ich den Arbeitnehmervertretern unter Ihnen, dem Herrn Neugebauer, dem Herrn Miedl, dem Herrn Amon, dem Herrn Präsidenten Fasslabend –: Mit den Eisenbahnern fängt es an, und wenn dann die Beamten dran sind, dann werden Sie Verbündete suchen. Ich sage Ihnen: Wir werden dann auch zu Ihren Beamten stehen, auch wenn Sie zu unseren Eisenbahnern in aller Not nicht gestanden sind! (Beifall bei der SPÖ.)
Lebhafter Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe.
Aus einer Firma machen sie zehn und behaupten hier, das funktioniere dann besser. Machen Sie das in Ihren Privatfirmen auch, Sie, die Unternehmer da? Jede Raiffeisenbank in zehn Teile zerlegen, jedes Lagerhaus in zehn Teile zerteilen? (Lebhafter Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe.) Herr Neudeck zerteilt seine Immobilienfirma in zehn Teile, denn dann geht es ihr nämlich viel besser. – Sie muten den Menschen wirklich viele Dinge zu!
Abg. Dr. Glawischnig: Aus den Bundesländern! Zum Beispiel aus Vorarlberg!
Die Eisenbahner sind jedenfalls kompromissbereit, ihre Vorschläge sind mäßig und moderat, und ich bitte Sie, dafür zu sorgen, dass es im Verkehrsausschuss genug Zeit gibt, um nicht nur Ihre Experten zu hören, sondern auch die Experten, die anderer Meinung sind. (Abg. Dr. Glawischnig: Aus den Bundesländern! Zum Beispiel aus Vorarlberg!) Ich glaube, dass der Rechnungshof, ich glaube, dass die Professoren für Eisenbahnwesen, ich glaube, dass auch die Landesregierungen, die Ihnen nahe stehen und sagen, so gehe es nicht, qualifizierte Stimmen sind, die zumindest das gleiche Recht auf Gehör haben wie Ihre Experten.
Bravorufe und Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen.
Zum Schluss noch eines ins Stammbuch geschrieben: Ein Kompromiss ist, womit beide Seiten gerade noch zufrieden sein können. Es ist kein Kompromiss, wenn der eine sich auf Kosten des anderen brutal durchsetzt. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Bravorufe und Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Bauer: Wer betreibt da Polemik?
Abgeordneter Mag. Eduard Mainoni (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Nach all dieser Emotion und dieser Polemik sollte man doch auch wieder die Fakten sprechen lassen. (Abg. Dr. Bauer: Wer betreibt da Polemik?)
Abg. Broukal: Sagen Sie uns ein besseres Aufmarschgebiet!
Ich darf Ihnen schon etwas sagen, sehr geehrte Funktionäre der Sozialdemokraten: Sie haben sich das falsche Aufmarschgebiet gesucht, um wieder einmal gegen die Regierung zu polemisieren (Abg. Broukal: Sagen Sie uns ein besseres Aufmarschgebiet!), Sie haben sich das falsche Instrumentarium gesucht, um gegen die Regierung anzutreten. So lange die Donnerstag-Demonstrationen waren, na ja gut, da ist halt am Ring alles stillgestanden. Dann sind unter anderem Demonstrationen gekommen – zum Beispiel gegen die Pensionsreform –, bei welchen Sie versucht haben, die Straße mobil zu machen. Aber was jetzt kommt und was gegenwärtig geschieht, dass über Ihre Gewerkschafter der Österreichischen Bundesbahnen Hunderttausende Österreicherinnen und Österreicher zu Schaden kommen, das haben einzig und allein Sie zu verantworten, das sage ich Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Broukal: Weil Ihre Leute nicht verhandeln wollen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Broukal: Weil Ihre Leute nicht verhandeln wollen!
Ich darf Ihnen schon etwas sagen, sehr geehrte Funktionäre der Sozialdemokraten: Sie haben sich das falsche Aufmarschgebiet gesucht, um wieder einmal gegen die Regierung zu polemisieren (Abg. Broukal: Sagen Sie uns ein besseres Aufmarschgebiet!), Sie haben sich das falsche Instrumentarium gesucht, um gegen die Regierung anzutreten. So lange die Donnerstag-Demonstrationen waren, na ja gut, da ist halt am Ring alles stillgestanden. Dann sind unter anderem Demonstrationen gekommen – zum Beispiel gegen die Pensionsreform –, bei welchen Sie versucht haben, die Straße mobil zu machen. Aber was jetzt kommt und was gegenwärtig geschieht, dass über Ihre Gewerkschafter der Österreichischen Bundesbahnen Hunderttausende Österreicherinnen und Österreicher zu Schaden kommen, das haben einzig und allein Sie zu verantworten, das sage ich Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Broukal: Weil Ihre Leute nicht verhandeln wollen!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber kommen wir zu den Fakten. Sprechen wir, weil Sie vom Rechnungshof gesprochen haben, einmal über die Kritik des Rechnungshofes, der wortwörtlich sagt: Privilegien des ÖBB-Dienstrechtes verursachen jährlich Mehrkosten von 350 Millionen €. – Das ist doch wohl auch bei Ihnen unbestritten, oder? Das ist doch so? – Es ist unbestritten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Broukal: Weil Sie 100 Tage für das Pensionsverfahren brauchen!
Rechnungshof: Die letzten drei Jahre vor der Pensionierung 99 Krankenstandstage pro Jahr und Dienstnehmer. – Da stimmt doch irgendetwas nicht! (Abg. Broukal: Weil Sie 100 Tage für das Pensionsverfahren brauchen!) Wenn der Rechnungshof das feststellt, so ist das das beredteste Zeichen dafür, dass eine Reform notwendig ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Broukal: Sie brauchen 134 Tage, um einen Eisenbahner zu pensionieren!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Broukal: Sie brauchen 134 Tage, um einen Eisenbahner zu pensionieren!
Rechnungshof: Die letzten drei Jahre vor der Pensionierung 99 Krankenstandstage pro Jahr und Dienstnehmer. – Da stimmt doch irgendetwas nicht! (Abg. Broukal: Weil Sie 100 Tage für das Pensionsverfahren brauchen!) Wenn der Rechnungshof das feststellt, so ist das das beredteste Zeichen dafür, dass eine Reform notwendig ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Broukal: Sie brauchen 134 Tage, um einen Eisenbahner zu pensionieren!)
Abg. Reheis: Ja, Sie zum Beispiel!
Wir diskutieren hier zwar sehr emotional, vergessen aber oft die Fakten. (Abg. Reheis: Ja, Sie zum Beispiel!) Die Richtlinien im Eisenbahnpaket der Europäische Union, meine Damen und Herren, machen diese Reform notwendig. Es ist nicht Jux und Tollerei, die uns veranlassen, hier eine Reform durchzuführen. Es sind dringende Notwendigkeiten finanzieller Natur, vor allem ist es notwendig, dem EU-Eisenbahnpaket gerecht zu werden. Das ist doch auch unbestritten.
Abg. Broukal: Sie können doch nicht sagen, dass nichts passiert ist!
Jahrzehntelang ist nichts geschehen. Was ist denn das Ergebnis? – Das Ergebnis ist, dass der Betrieb der Österreichischen Bundesbahnen den Staat, den Steuerzahler jährlich 3,3 Milliarden € kostet. Stimmt das? – Natürlich stimmt das. Es ist unbestritten. (Abg. Broukal: Sie können doch nicht sagen, dass nichts passiert ist!) Wissen Sie, was das für Dimensionen sind? – Das ist das Dreifache des Verteidigungsbudgets. Das ist wesentlich höher als das Aufkommen an Einkommensteuer aller Österreicherinnen und Österreicher in einem Jahr, meine sehr geehrten Damen und Herren. Da geht es um einen großen Brocken. Hier ist die Reform nun einmal notwendig.
Abg. Broukal: Ja, reden wir! Nicht diktieren! Reden!
Lassen wir die Privilegien aus, damit die Diskussion nicht allzu polemisch wird. Sie selbst kennen die Privilegien gut genug. Reden wir doch über die Reformen, die wir machen wollen. (Abg. Broukal: Ja, reden wir! Nicht diktieren! Reden!) Da ist nämlich, gerade was das Dienstrecht betrifft, gar nichts so Dramatisches, es wird nur von Ihnen hochstilisiert. Gekündigt kann nur werden, wer sich partout gegen jede sinnvolle Beschäftigung wehrt. (Abg. Broukal: Was ist das für eine Reform? Das gilt ohnehin auch
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Auch bei der ÖBB-Dienstleistungsgesellschaft – Sie werden sich in der Zwischenzeit ja den Gesetzentwurf angesehen haben – geht es doch darum, dass es eine Zumutbarkeitsschranke gibt, da geht es darum, dass es eine Interessenschutzklausel gibt. Es sind die Arbeitsplätze aller ÖBB-Mitarbeiter, wenn sie arbeiten wollen, weiterhin gesichert. Das ist ja auch eine Notwendigkeit, damit es verfassungsrechtlich hält. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig: Genau!
Dieser Fristsetzungsantrag ist leider Gottes notwendig geworden, weil wir erkennen, dass die Opposition dieses Instrumentarium, nämlich die Verzögerung in der parlamentarischen Beschlussfassung, plant. (Abg. Dr. Glawischnig: Genau!) Wir lassen uns die Reformen auch nicht durch die Opposition bremsen und eindämmen (Abg. Dr. Glawischnig: Vorbeugende Knebelung soll das sein!), denn die Reformen sind notwendig für Österreich, vor allem für die Steuerzahler und letztendlich für diejenigen, die jetzt da draußen stehen und durch diese Streiks Nachteile haben, Schwierigkeiten haben, Probleme haben (Abg. Broukal: Durch Ihre Ungeheuerlichkeiten!) – Probleme, Schwierigkeiten und Nachteile, für die letztendlich Sie verantwortlich sind! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig: Vorbeugende Knebelung soll das sein!
Dieser Fristsetzungsantrag ist leider Gottes notwendig geworden, weil wir erkennen, dass die Opposition dieses Instrumentarium, nämlich die Verzögerung in der parlamentarischen Beschlussfassung, plant. (Abg. Dr. Glawischnig: Genau!) Wir lassen uns die Reformen auch nicht durch die Opposition bremsen und eindämmen (Abg. Dr. Glawischnig: Vorbeugende Knebelung soll das sein!), denn die Reformen sind notwendig für Österreich, vor allem für die Steuerzahler und letztendlich für diejenigen, die jetzt da draußen stehen und durch diese Streiks Nachteile haben, Schwierigkeiten haben, Probleme haben (Abg. Broukal: Durch Ihre Ungeheuerlichkeiten!) – Probleme, Schwierigkeiten und Nachteile, für die letztendlich Sie verantwortlich sind! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Broukal: Durch Ihre Ungeheuerlichkeiten!
Dieser Fristsetzungsantrag ist leider Gottes notwendig geworden, weil wir erkennen, dass die Opposition dieses Instrumentarium, nämlich die Verzögerung in der parlamentarischen Beschlussfassung, plant. (Abg. Dr. Glawischnig: Genau!) Wir lassen uns die Reformen auch nicht durch die Opposition bremsen und eindämmen (Abg. Dr. Glawischnig: Vorbeugende Knebelung soll das sein!), denn die Reformen sind notwendig für Österreich, vor allem für die Steuerzahler und letztendlich für diejenigen, die jetzt da draußen stehen und durch diese Streiks Nachteile haben, Schwierigkeiten haben, Probleme haben (Abg. Broukal: Durch Ihre Ungeheuerlichkeiten!) – Probleme, Schwierigkeiten und Nachteile, für die letztendlich Sie verantwortlich sind! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Dieser Fristsetzungsantrag ist leider Gottes notwendig geworden, weil wir erkennen, dass die Opposition dieses Instrumentarium, nämlich die Verzögerung in der parlamentarischen Beschlussfassung, plant. (Abg. Dr. Glawischnig: Genau!) Wir lassen uns die Reformen auch nicht durch die Opposition bremsen und eindämmen (Abg. Dr. Glawischnig: Vorbeugende Knebelung soll das sein!), denn die Reformen sind notwendig für Österreich, vor allem für die Steuerzahler und letztendlich für diejenigen, die jetzt da draußen stehen und durch diese Streiks Nachteile haben, Schwierigkeiten haben, Probleme haben (Abg. Broukal: Durch Ihre Ungeheuerlichkeiten!) – Probleme, Schwierigkeiten und Nachteile, für die letztendlich Sie verantwortlich sind! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Wittauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Öllinger –: Hoffentlich kommt jetzt einmal ein ordentlicher Beitrag!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Letzter Redner in dieser Firstsetzungsdebatte ist Herr Abgeordneter Öllinger. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte.(Abg. Wittauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Öllinger –: Hoffentlich kommt jetzt einmal ein ordentlicher Beitrag!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir wollten ja verhandeln!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Fristsetzungsantrag ist eine Provokation. Er ist mehr als eine Provokation, und Sie sollten das auch begreifen, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien, weil die Fristsetzung ja nicht das bedeutet, was uns hier Klubobmann Scheibner suggeriert oder zu suggerieren versucht, nämlich verhandeln, verhandeln, verhandeln, sondern weil sie Verhandlungen geradezu ausschließt, Herr Kollege Molterer. Dieser Fristsetzungsantrag bedeutet Folgendes: Am 2. Dezember wird diese Sache im Plenum behandelt, egal, ob im Ausschuss verhandelt worden ist oder nicht. So schaut die Sache aus! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir wollten ja verhandeln!) Das ist eine Provokation nicht nur des Parlaments, sondern natürlich auch für die draußen, die streiken, denn die wollen verhandeln. (Abg. Scheibner: Ach so? Aber nicht die Gewerkschaft!)
Abg. Scheibner: Ach so? Aber nicht die Gewerkschaft!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Fristsetzungsantrag ist eine Provokation. Er ist mehr als eine Provokation, und Sie sollten das auch begreifen, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien, weil die Fristsetzung ja nicht das bedeutet, was uns hier Klubobmann Scheibner suggeriert oder zu suggerieren versucht, nämlich verhandeln, verhandeln, verhandeln, sondern weil sie Verhandlungen geradezu ausschließt, Herr Kollege Molterer. Dieser Fristsetzungsantrag bedeutet Folgendes: Am 2. Dezember wird diese Sache im Plenum behandelt, egal, ob im Ausschuss verhandelt worden ist oder nicht. So schaut die Sache aus! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir wollten ja verhandeln!) Das ist eine Provokation nicht nur des Parlaments, sondern natürlich auch für die draußen, die streiken, denn die wollen verhandeln. (Abg. Scheibner: Ach so? Aber nicht die Gewerkschaft!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist ein Vokabular! Das ist ungeheuerlich! Kriegserklärung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien! Eines ist doch klar: Der Ausschuss oder der Unterausschuss des Parlaments ist nicht der Ort, wo die Eisenbahnergewerkschafter verhandeln können. Das wollen Sie auch nicht. Sie machen eine Fristsetzung, um Verhandlungen geradezu auszuschließen. Daher, Herr Kollege Scheibner, kommt das einer Kriegserklärung an die Gewerkschaft gleich. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist ein Vokabular! Das ist ungeheuerlich! Kriegserklärung!)
Abg. Scheibner: Und was Sie mit den Streiks riskieren?
Regierung in dieser Sache auf dem längeren Ast sitzt, aber was Sie damit riskieren, das ist Ihnen offensichtlich völlig egal. (Abg. Scheibner: Und was Sie mit den Streiks riskieren?) Von allen Stellen wird Ihnen zugerufen: Diese Reform, so wie sie vorgeschlagen wird, macht keinen Sinn, ja im Gegenteil, sie ist unsinnig! Das sagt Ihnen der Rechnungshof, das sagt Ihnen die Vorarlberger Landesregierung, das sagt Ihnen die Kärntner Landesregierung, das sagen Ihnen die Verkehrslandesräte aus den Bundesländern. Ja, von wem möchten Sie es denn sonst noch hören, wenn Sie es schon von der Opposition oder von den Streikenden nicht annehmen können? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Von Ihnen vielleicht!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Von Ihnen vielleicht!
Regierung in dieser Sache auf dem längeren Ast sitzt, aber was Sie damit riskieren, das ist Ihnen offensichtlich völlig egal. (Abg. Scheibner: Und was Sie mit den Streiks riskieren?) Von allen Stellen wird Ihnen zugerufen: Diese Reform, so wie sie vorgeschlagen wird, macht keinen Sinn, ja im Gegenteil, sie ist unsinnig! Das sagt Ihnen der Rechnungshof, das sagt Ihnen die Vorarlberger Landesregierung, das sagt Ihnen die Kärntner Landesregierung, das sagen Ihnen die Verkehrslandesräte aus den Bundesländern. Ja, von wem möchten Sie es denn sonst noch hören, wenn Sie es schon von der Opposition oder von den Streikenden nicht annehmen können? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Von Ihnen vielleicht!)
Abg. Scheibner: Das ist eine Umkehrung der Tatsachen!
Was Sie riskieren, ist der soziale Frieden, das soziale Klima, die Bereitschaft und die Fähigkeit, zu verhandeln. (Abg. Scheibner: Das ist eine Umkehrung der Tatsachen!) Das riskieren Sie, das geben Sie auf!
Abg. Scheibner: Es ist vorher verhandelt worden!
Herr Klubobmann Scheibner, Sie haben gesagt, wochenlang wurde verhandelt. – Das stimmt nicht! Anfang August hat Herr Kukacka die Reform zum ersten Mal mit einer Meldung angekündigt, Ende September kam dann der Begutachtungsentwurf; Ende September, Anfang Oktober. (Abg. Scheibner: Es ist vorher verhandelt worden!) Fünf Wochen sind seither vergangen, wenn man die Feiertage abzieht, nicht viel mehr. Das war die Zeit für Verhandlungen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Ellmauer: Wir haben jetzt November! Von August bis jetzt sind vier Monate!)
Abg. Ellmauer: Wir haben jetzt November! Von August bis jetzt sind vier Monate!
Herr Klubobmann Scheibner, Sie haben gesagt, wochenlang wurde verhandelt. – Das stimmt nicht! Anfang August hat Herr Kukacka die Reform zum ersten Mal mit einer Meldung angekündigt, Ende September kam dann der Begutachtungsentwurf; Ende September, Anfang Oktober. (Abg. Scheibner: Es ist vorher verhandelt worden!) Fünf Wochen sind seither vergangen, wenn man die Feiertage abzieht, nicht viel mehr. Das war die Zeit für Verhandlungen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Ellmauer: Wir haben jetzt November! Von August bis jetzt sind vier Monate!)
Abg. Scheibner: Es ist ja kein normales Unternehmen!
Ich sage Ihnen eines: Der Herr Staatssekretär Kukacka hat die ÖBB-Reform Anfang August mit dem berühmten Satz, der leider in diesem Haus und auch draußen schon fast wieder vergessen ist, eingeleitet, der da lautet: Wären die ÖBB ein normales Unternehmen, müssten sie in Konkurs gehen. – Das sagt der Eigentümervertreter dieses Unternehmens! Der Eigentümer sagt über sein eigenes Unternehmen, es müsste eigentlich in Konkurs gehen. Das ist Ihre Vorstellung! (Abg. Scheibner: Es ist ja kein normales Unternehmen!)
Abg. Scheibner: 1 Milliarde €!
Wozu Herr Kukacka diese ÖBB machen will, ist eben zu einem ganz normalen Unternehmen, aber nicht zu einem, sondern zu zehn, um sie in den Konkurs zu schicken. So schaut die Realität aus! Mit dieser Reform werden keine Einsparungen erzielt, das wissen Sie genau (Abg. Scheibner: 1 Milliarde €!) – das hat der Rechnungshof bestätigt, das bestätigen die Bundesländer –, trotzdem ziehen Sie die Reform durch. Kukacka wird nur von einem übertroffen, der in vielerlei Hinsicht ...
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): ... unübertrefflich ist – danke, Herr Präsident –, von Finanzminister Grasser, der gesagt hat: Als nur der Bereich Personenverkehr gestreikt hat, habe ich mich gefreut. Wenigstens kein Defizit! – Diesen Zynismus leisten sich nur Vertreter der Regierungsparteien. Das ist beschämend. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Bravo, Neugebauer! Bravo!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Fristsetzungsantrag zustimmen, um ein entsprechendes Zeichen. – Der Fristsetzungsantrag ist mit Mehrheit angenommen. (Ruf bei der SPÖ: Bravo, Neugebauer! Bravo!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da haben Sie die Hausaufgaben nicht enderledigt. Bei uns wird die Jugend auch bei den Mandaten eingebunden. Sie reden nur davon. Dieser Vergleich macht uns sicher! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Auch der Sinn vom Wählen ab 16 Jahren wurde abgefragt, wieder diese 1 014 Jugendlichen: Sie wurden gefragt, ob es bei Nationalratswahlen sehr sinnvoll oder sinnvoll ist, ab 16 Jahren zu wählen. Da sagten 28 Prozent, dass es sehr sinnvoll oder sinnvoll ist, und 68 Prozent, dass es weniger oder gar nicht sinnvoll ist. 4 Prozent machten keine Angabe. – Dieses Ergebnis muss man doch zur Kenntnis nehmen, wenn man die jungen Menschen befragt, ob sie das wollen oder nicht. Bei uns in Oberösterreich ist das nicht der Fall, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
einen Anteil von 18 Prozent. Wir brauchen uns vor einer Senkung des Wahlalters also nicht zu fürchten. Allerdings wollen wir das nur dann machen, wenn auch die Jugend das will. Doch das will sie nicht bei uns in Oberösterreich. Das sollten Sie als Demokraten zur Kenntnis nehmen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Gradwohl.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Bravorufe bei der ÖVP.
Ich komme zum Schluss. Bei uns, bei der Österreichischen Volkspartei, wird die Jugend auf Gemeinde-, Landes- und Bundesebene in die Entscheidungsprozesse mit eingebunden, und wer die Jugend hat, der hat die Zukunft, meine sehr geehrten Damen und Herren, und das sind wir! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Bravorufe bei der ÖVP.)
Bundesminister Mag. Haupt nimmt auf der Regierungsbank Platz.
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Sehr verehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich stelle vorerst einmal fest: Von der Regierung ist anscheinend niemand mehr für die Jugend zuständig. (Bundesminister Mag. Haupt nimmt auf der Regierungsbank Platz.) Sie, Herr Minister Haupt, sind für die Jugend zuständig? (Bundesminister Mag. Haupt bejaht dies!) – Gut, ich nehme das zur Kenntnis.
Bundesminister Mag. Haupt bejaht dies!
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Sehr verehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich stelle vorerst einmal fest: Von der Regierung ist anscheinend niemand mehr für die Jugend zuständig. (Bundesminister Mag. Haupt nimmt auf der Regierungsbank Platz.) Sie, Herr Minister Haupt, sind für die Jugend zuständig? (Bundesminister Mag. Haupt bejaht dies!) – Gut, ich nehme das zur Kenntnis.
Beifall bei der SPÖ.
Eine Voraussetzung, wenn man von Lebensverdienst und von Lebensverdienstkurve spricht, auf die ich besonders hinweisen möchte, ist jedenfalls, dass auch ein Arbeitsplatz während des gesamten Lebens zur Verfügung steht, denn nur dann gibt es einen Verdienst und eine Verdienstkurve. Wenn sich die Österreichische Volkspartei Sorgen um die Jugend macht, was an sich zu begrüßen ist, dann muss ich sagen, dass ich mir Sorgen über die Jugendarbeitslosigkeit mache, weil genau für einige Tausend in unserem Land eben kein Verdienst, keine Verdienstmöglichkeit und keine Chancen für die Zukunft dargestellt werden können. Es wurde eben von der Volkspartei in der Vergangenheit zu wenig für die Jugend im Bereich der Beschäftigung getan. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr verehrte Damen und Herren! Möge dieser ÖVP-Antrag, den die SPÖ unterstützt, auch ein Beitrag zur Wiedererreichung der sozialen Gerechtigkeit bei den Einkommen in Österreich sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Persönlich habe ich überhaupt kein Problem mit dem Absenken des Wahlalters, mit der Möglichkeit des Wählens ab dem 16. Geburtstag, aber wir sollten das in jenen Ländern beobachten, in welchen das bereits eingeführt ist. Wir sollten Studien berücksichtigen, aber wir sollten nichts übereilen, denn vor allem von der Opposition kommt immer wieder Kritik dahin gehend, dass die Bundesregierung, die Koalitionsparteien das zu schnell machen. Es sei nicht ausgegoren. Schlagwort: speed kills. Wir werden das mit dem Koalitionspartner absprechen. Wenn die SPÖ schon so erpicht darauf ist, das Wahlalter zu senken, dann muss ich dem entgegenhalten, dass im Jahr 1998, als Kollege Abgeordneter Dr. Martin Graf einen Antrag auf Absenkung des Wahlalters hier im Hohen Haus eingebracht hat, die SPÖ mit ihrem Koalitionspartner, der ÖVP, diesem Antrag nicht zugestimmt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek
Meine Damen und Herren! Heute ist bereits die wirtschaftliche Situation, die Antijugendpolitik angesprochen worden, und zwar, wie ich meine, auch von Frau Kollegin Heinisch-Hosek. Letztendlich zählen aber auch die Maßnahmen, welche diese Bundesregierung gesetzt hat: zum einen das Beschäftigungspaket im letzten Jahr (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek), auch Schaffung von Lehrgangsplätzen; jeder Jugendliche hat einen Lehrgangsplatz, einen Ausbildungsplatz und Lehrlingsplatz. Heuer werden 200 Millionen € zur Verfügung gestellt, damit die Jugendbeschäftigung auch das entsprechende Votum bekommt. Das ist ein Pakt für die Jugend, der die Jugend auch in eine entsprechende Zukunft führt.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Laufen wir nicht Gefahr, dass wir den Jugendlichen zu viel freien Raum nehmen! Geben wir ihnen diesen Freiraum, den sie in der kurzen Zeit auch haben! Die Zukunft der Jugend liegt uns und auch Ihnen sehr am Herzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Das heißt, sie haben sich irrsinnig stark danach gerichtet, wer zu wählen war. Ich glaube, das ist auch ein interessanter Zugang, und deswegen ist eine gewisse Vorsicht bezüglich der Senkung des Wahlalters auf 18 Jahre angebracht, weil man in diesem Alter sehr oft nur die Personen wählt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) – Ich habe gesagt: auf 16 Jahre. Man wählt Leute, die man kennt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn man sieht, wie offen Sie der Politik gegenüber stehen, wenn sie davon mehr oder weniger im privaten Bereich in Ruhe gelassen werden, dann, meine ich, sollte man das auch wahren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir stehen dem sehr offen gegenüber. Wir stehen auch der jetzigen Diskussion sehr offen gegenüber, dass wir mit diesen Akzent neue Anreize schaffen wollen. Die Freiheitlichen werden sich der Jugendarbeit auch sicherlich in den nächsten Jahren annehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum einen: Wenn man schon davon spricht, die Jugend mehr einbinden zu wollen, dann würde ich vorschlagen, das Briefwahlrecht einzuführen, denn dann könnten die Jugendlichen wirklich wählen. Die Jugendlichen sind sehr mobil, und gerade die Jugend würde die Möglichkeit des Briefwahlrechts auch beanspruchen. Daher sollten wir zuerst die Briefwahl einführen, und dann reden wir weiter. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher: Nicht nur reden, sondern handeln und die Jugend einbinden! Darum geht es! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht die große Befürchtung der ÖVP, denn ich nehme mit Verwunderung zur Kenntnis, dass die ÖVP von relativ vielen jungen Menschen gewählt wird. Das ist für mich zwar nicht ganz nachvollziehbar, und das wird schon seine Gründe haben, aber warum gerade dann von Ihnen seit Jahren die Blockade ausgeht und eine Beteiligungsverweigerung betrieben wird, das kann ich mir eigentlich nicht erklären. Ich würde Sie ersuchen, Ihre Argumente zu überdenken. Wenn es so ist, dass die Jugend im hohen Ausmaß an Wahlen teilnimmt, dann wird es wohl auch daran liegen, dass sie wählen wollen, denn zwingen wird sie niemand dazu. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich sage Ihnen: Das ist nicht unser Zugang, und dazu stehe ich mit gutem Gewissen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Unter Jungsein verstehe ich: ausprobieren wollen, sich nicht permanent entscheiden zu müssen, auch nicht für alles Verantwortung zu tragen, sich einfach unbeschwert und frei zu fühlen. Als christlich-soziale Volkspartei wollen wir unseren Jugendlichen das ermöglichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Steibl: Das hättet ihr aber schon lange machen können!
All das sind Maßnahmen, Schritte, die wir seit langem fordern (Abg. Steibl: Das hättet ihr aber schon lange machen können!) und die in unserem Antrag auch enthalten sind, und all das sind Punkte, bei denen wir uns gemeinsam – Sie mit uns – aufraffen könnten, einen Schritt weiterzukommen und sie umzusetzen, wobei wir natürlich beim Recht auf Teilzeit davon ausgehen, dass das ein tatsächlicher Rechtsanspruch sein muss, von dem diejenigen Gebrauch machen können, die das wollen und auch brauchen, und nicht nur ein verschwindender Anteil, so wie das Ihre Regelung, die Sie jetzt vornehmen wollen, vorsieht.
Beifall bei der SPÖ.
Nichtsdestotrotz gebe ich meine Hoffnung nicht auf. Schauen Sie sich den Antrag noch einmal an! Nutzen Sie ihn als Gelegenheit, den Empfehlungen in diesem OECD-Bericht Rechnung zu tragen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kuntzl: Das habe ich nicht gesagt!
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Zuerst zu Ihnen, Frau Abgeordneten Kuntzl, ein paar Worte: Sie selbst haben in Ihrer Rede gesagt, Studienberichte könne man lesen, wie man will. Ja, ich glaube, so ist es bei der SPÖ. (Abg. Mag. Kuntzl: Das habe ich nicht gesagt!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Laut Zwischenbericht und Evaluation des Kinderbetreuungsgeldes sind vor der Einführung des Kinderbetreuungsgeldes – das ist auch sehr interessant – 79 Prozent der Mütter/Väter bis zum sechsten Lebensjahr des Kindes wieder eingestiegen, seit der Einführung des Kinderbetreuungsgeldes wollen 93 Prozent bis zum sechsten Lebensjahr des Kindes wieder einsteigen. Meine Frage ist daher schlicht und einfach: Wo liegt dann das Problem, warum wird dann gesagt, dass das Kinderbetreuungsgeld sozusagen Mütter zurück an den Herd drängt? (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Aber wenn man nur mehr den Herd hat, ist es ein bisschen wenig!
Übrigens: Der Herd ist momentan sehr modern, nicht nur in der Wellness-Linie, sondern auch in vielen anderen Bereichen. Zeitschriften, Illustrierte sind voll damit, und Frauen bekennen sich wieder zum Kochen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Aber wenn man nur mehr den Herd hat, ist es ein bisschen wenig!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zusammengefasst: Wir wollen auf alle Fälle keinen sozialistischen Zwang vor Ort. Das, was wir wollen, sind gute Angebote zur Vereinbarkeit mit verschiedenen Modellen, qualitätsgesichert und mit Wahlfreiheit. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dolinschek: Das ist der erste Weg zur Besserung von euch!
Es ist nicht so, dass ich glaube, dass das Kinderbetreuungsgeld gar nichts bewirkt hat. Wir wissen ja, was es bewirkt hat: Es vermeidet Armut von Familien mit kleinen Kindern – das ist so, und das ist gut so. (Abg. Dolinschek: Das ist der erste Weg zur Besserung von euch!) Es hat auch den Kreis der Anspruchsberechtigten ausgeweitet – das ist auch gut so. Und es wurden auch im Verhältnis zum Karenzgeld die Zuverdienstgrenzen erhöht. – So weit, so gut, aber auf der anderen Seite bleiben die Frauen länger zu Hause, es sind noch weniger Väter in Karenz, das Geld fehlt wesentlich in anderen Bereichen, und die Frauen – de facto sind es nur die Frauen – bleiben in noch stärkerem Ausmaß in Teilzeitbeschäftigungen hängen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Steibl: Frau Kollegin! Dass das Ländersache ist, das wissen Sie schon!? ... in der Steiermark hat ein SPÖ-Landesrat nicht einmal das Geld verbraucht!
Jetzt möchte man wieder eine Bedarfserhebung machen. – Wie viel Bedarf müssen Sie noch haben? Genügen Ihnen 90 000 Kinder nicht, die einen Betreuungsplatz suchen? Was brauchen Sie noch, damit Sie endlich etwas tun in diesem Bereich? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Steibl: Frau Kollegin! Dass das Ländersache ist, das wissen Sie schon!? ... in der Steiermark hat ein SPÖ-Landesrat nicht einmal das Geld verbraucht!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Eben, Frau Kollegin Steibl, genau das ist es: Sie sagen jetzt: „Dass das Ländersache ist, das wissen Sie schon!?“ – Das kenne ich ja. Ich komme ja aus der Gemeindepolitik, und ich war im Landtag, ich habe das jetzt auf allen Ebenen live miterlebt: Tut ihr, macht ihr, tut ihr! – Ich sage Ihnen: Den Familien, den Müttern, den Vätern und den Kindern, die betroffen sind, ist es egal, wer zuständig ist, die wollen einen Betreuungsplatz haben! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) – Eben. Daher sorgen Sie bitte dafür einerseits von der Bundesebene her, andererseits in den Ländern, in denen Sie die Verantwortung tragen, und in den vielen Gemeinden, in denen auch die ÖVP drinsitzt! Tun Sie etwas (Abg. Lentsch: Wir tun!), Sie haben ja die Möglichkeiten! Unsere Unterstützung haben Sie, das kann ich Ihnen versichern. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Lentsch: Wir tun!
Eben, Frau Kollegin Steibl, genau das ist es: Sie sagen jetzt: „Dass das Ländersache ist, das wissen Sie schon!?“ – Das kenne ich ja. Ich komme ja aus der Gemeindepolitik, und ich war im Landtag, ich habe das jetzt auf allen Ebenen live miterlebt: Tut ihr, macht ihr, tut ihr! – Ich sage Ihnen: Den Familien, den Müttern, den Vätern und den Kindern, die betroffen sind, ist es egal, wer zuständig ist, die wollen einen Betreuungsplatz haben! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) – Eben. Daher sorgen Sie bitte dafür einerseits von der Bundesebene her, andererseits in den Ländern, in denen Sie die Verantwortung tragen, und in den vielen Gemeinden, in denen auch die ÖVP drinsitzt! Tun Sie etwas (Abg. Lentsch: Wir tun!), Sie haben ja die Möglichkeiten! Unsere Unterstützung haben Sie, das kann ich Ihnen versichern. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Eben, Frau Kollegin Steibl, genau das ist es: Sie sagen jetzt: „Dass das Ländersache ist, das wissen Sie schon!?“ – Das kenne ich ja. Ich komme ja aus der Gemeindepolitik, und ich war im Landtag, ich habe das jetzt auf allen Ebenen live miterlebt: Tut ihr, macht ihr, tut ihr! – Ich sage Ihnen: Den Familien, den Müttern, den Vätern und den Kindern, die betroffen sind, ist es egal, wer zuständig ist, die wollen einen Betreuungsplatz haben! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) – Eben. Daher sorgen Sie bitte dafür einerseits von der Bundesebene her, andererseits in den Ländern, in denen Sie die Verantwortung tragen, und in den vielen Gemeinden, in denen auch die ÖVP drinsitzt! Tun Sie etwas (Abg. Lentsch: Wir tun!), Sie haben ja die Möglichkeiten! Unsere Unterstützung haben Sie, das kann ich Ihnen versichern. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Steibl: Also das ist aber eine Unterstellung!
So kommt es, dass die von Ihnen so sehr gepriesene Wahlfreiheit einfach nicht erreicht werden kann, obwohl – und das, was Sie, Frau Kollegin Steibl, gesagt haben, stimmt – mit diesen 3,3 Prozent des BIP die österreichischen Sozialausgaben für die Familien im OECD-Vergleich am höchsten liegen. Und das genau ist die Frage: Wie kann es passieren, dass wir am meisten in die Familien investieren, trotzdem aber eine derart schlechte Situation bei der Kinderbetreuung haben? – Ich sage, das ist deswegen, weil es Ihnen nur auf dem Papier um eine Wahlfreiheit geht, in Wirklichkeit jedoch sind Sie sehr zufrieden damit, dass die Frauen zu Hause bleiben (Abg. Steibl: Also das ist aber eine Unterstellung!) und die Wahlfreiheit de facto nicht haben, sondern sich um die Kinder kümmern, und die Männer ihren Weg weitergehen können wie bisher, wie gehabt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
So kommt es, dass die von Ihnen so sehr gepriesene Wahlfreiheit einfach nicht erreicht werden kann, obwohl – und das, was Sie, Frau Kollegin Steibl, gesagt haben, stimmt – mit diesen 3,3 Prozent des BIP die österreichischen Sozialausgaben für die Familien im OECD-Vergleich am höchsten liegen. Und das genau ist die Frage: Wie kann es passieren, dass wir am meisten in die Familien investieren, trotzdem aber eine derart schlechte Situation bei der Kinderbetreuung haben? – Ich sage, das ist deswegen, weil es Ihnen nur auf dem Papier um eine Wahlfreiheit geht, in Wirklichkeit jedoch sind Sie sehr zufrieden damit, dass die Frauen zu Hause bleiben (Abg. Steibl: Also das ist aber eine Unterstellung!) und die Wahlfreiheit de facto nicht haben, sondern sich um die Kinder kümmern, und die Männer ihren Weg weitergehen können wie bisher, wie gehabt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei den Grünen: Das ist der Wirtschaftssprecher der ÖVP!
Mein Kollege Karlheinz Kopf ist jetzt leider nicht im Saal, aber ich zitiere etwas von ihm, das er in den „Vorarlberger Nachrichten“ zum Besten gegeben hat: „Aber um den Herd, die Waschmaschine und ähnliche Geräte, die“ nur „für Frauen konstruiert wurden, mache ich einen weiten Bogen.“ – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei den Grünen: Das ist der Wirtschaftssprecher der ÖVP!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich stelle fest, dass es auch immer unser Anliegen war, die Zuverdienstgrenze so weit wie möglich wegzubringen. Das ist sicher nicht vom Tisch, und das ist auch ein großer Vorteil. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Sie müssen aber sehen, wie das mit der Pension und Versicherung ist!
Das ist keine minderqualifizierte Tätigkeit, sodass Vater und Mutter sich diese sozusagen einander zuschieben müssten und wir auf jeden Fall darauf achten müssten, dass nur ja niemand in die Verlegenheit kommt, das selbst zu tun. Ich sage Ihnen: Sie müssen einmal mit den Menschen am Land reden, die sehen da weniger einen Zwang zurück zum Herd, sondern finden vielmehr, dass ihnen jetzt Gott sei Dank der Zwang an die Supermarktkassa für die ersten zweieinhalb Lebensjahre des Kindes nicht geboten wird. Ich sehe den Nachteil nicht, dass kleine ... (Abg. Sburny: Sie müssen aber sehen, wie das mit der Pension und Versicherung ist!)
Abg. Sburny: Zum Beispiel die niedrigen Einkommen von Frauen!
Die Lösung kann nicht sein, dass ich, weil das Erziehen von Kindern Nachteile bringt, sage: Liebe Frauen, ich nehme euch das ab und ihr lasst euch in den Erwerbsprozess eingliedern, auch wenn ihr eigentlich lieber eine Zeit lang eure Kinder selbst betreut hättet. – Der Ansatz kann ja nur sein: Ich schaffe die Nachteile, die die Kindererziehung mit sich bringt, aus der Welt. (Abg. Sburny: Zum Beispiel die niedrigen Einkommen von Frauen!) Und das ist unser Ansatz, und zwar so, dass es jeder halten kann, wie er will! – Ich habe so wenig Redezeit, ich kann nicht auf alles eingehen.
Abg. Öllinger: Aber nicht, wenn es eine leere Formel ist!
Wahlfreiheit ist ganz bestimmt der Ansatz, der am meisten gerecht wird (Abg. Öllinger: Aber nicht, wenn es eine leere Formel ist!) – und deswegen auch im Hinblick auf die Betreuung von Kindern nach dieser ersten Kleinkinderphase in den Bundesländern. Genau das zeigt ja – und damit schließe ich jetzt –, wie wichtig es wäre, das nicht ideologisch zu nehmen.
Abg. Öllinger: Gewesen!
Ich darf auf das Beispiel von Hamburg verweisen: Hamburg ist eine mit absoluter sozialdemokratischer Mehrheit regierte Stadt. (Abg. Öllinger: Gewesen!) Gewesen. Sind Sie jetzt dabei? Auf jeden Fall ist es eine linke Mehrheit.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die haben sich gesagt: Wir haben soundso viel Geld zur Verfügung, es wird immer weniger, wir müssen es effizient nützen. Wie machen wir das mit der Kindererziehung? Das heißt, wir müssen sie so flexibel und an die Ansprüche der Eltern angepasst wie möglich organisieren, was tun wir also? – Wir geben den Eltern das Geld in die Hand – siehe Kindergeld –, wir schaffen eine Kita-Card, eine so genannte Kindertagesheimkarte, und rechnen damit – und das ist auch aufgegangen –, dass sich, da die Eltern als Kunden auftreten, die Einrichtungen am Bedarf der Eltern orientieren müssen und damit ein Optimum an Effizienz, an Eltern- und auch Kinderverträglichkeit entsteht. – Das wäre der Ansatz, der auch Ihnen nahe zu legen wäre, denn das ist der Ansatz, der den Eltern, den Familien, den Kindern nützt, die eine gute Betreuung wollen – außer Haus, zu Hause, aber auf jeden Fall ohne Nachteil für die Familien! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Die Nächte lang sind!
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Kollegin Rosenkranz, der Unterschied zu Hamburg ist, dass in Hamburg (Ruf bei den Freiheitlichen: Die Nächte lang sind!) mit solch einer Karte etwas eingekauft werden kann, nämlich eine Einrichtung. Es müssen aber zunächst einmal Einrichtungen da sein, um überhaupt eine Karte einlösen zu können. – Und genau das ist ja das Problem des Kinderbetreuungsgeldes, wo überhaupt nicht daran gedacht wird, Einrichtungen zu schaffen, sodass man mit diesem Geld genau das nutzen kann, was vernünftigerweise – zumindest „vernünftigerweise“ aus unserer Sicht und auch aus der Sicht der OECD – angeboten werden muss, um Berufstätigkeit und Kind zu verbinden. Da unterliegen Sie eben einem sehr, sehr großen Trugschluss.
Abg. Steibl: Das ist nur ein Beispiel, das nicht nachvollziehbar ist!
wahrscheinlich dort stehen und ... (Abg. Steibl: Das ist nur ein Beispiel, das nicht nachvollziehbar ist!) – Nein, das ist nachvollziehbar! Die vielen, vielen Verkäuferinnen sind in solchen Situationen!
Abg. Steibl: Eine Verkäuferin mit 1 000 € ist unter der Zuverdienstgrenze!
Ich rate Ihnen wirklich sehr und lege Ihnen sehr ans Herz: Nehmen Sie unseren Entschließungsantrag ernst, und verschließen Sie nicht die Augen vor der realen Situation der österreichischen Frauen, der österreichischen Familien! (Abg. Steibl: Eine Verkäuferin mit 1 000 € ist unter der Zuverdienstgrenze!)
Abg. Steibl: Das ist eine Feststellung, die nicht stimmt!
Sie waren immer diejenigen, die genau Familienpolitik in ein unglaubliches ideologisches Dogma gestellt haben. (Abg. Steibl: Das ist eine Feststellung, die nicht stimmt!) Entfernen Sie sich davon, und entsprechen Sie den Lebenssituationen der österreichischen Familien! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie waren immer diejenigen, die genau Familienpolitik in ein unglaubliches ideologisches Dogma gestellt haben. (Abg. Steibl: Das ist eine Feststellung, die nicht stimmt!) Entfernen Sie sich davon, und entsprechen Sie den Lebenssituationen der österreichischen Familien! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Prammer: Was sagen Sie damit? Welche Botschaft senden Sie aus?
Uns von der ÖVP ist die von Ihnen in diesem Antrag geforderte Wahlfreiheit der Eltern sehr wichtig, jedoch kann das Ziel, den Frauenbeschäftigungsanteil zu erhöhen, nicht so ausarten, dass gerade jungen Müttern quasi ein schlechtes Gewissen gemacht wird, wenn sie ihre eigenen Kinder in den wichtigsten, prägenden Lebensjahren selbst betreuen. (Abg. Mag. Prammer: Was sagen Sie damit? Welche Botschaft senden Sie aus?)
Abg. Mag. Prammer: Wo bleibt denn da die Wahlfreiheit?
Gerade ich als Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin weiß auch, wie wichtig in dieser Zeit eine gleich bleibende familiennahe Betreuung und ein kontinuierlicher Tagesablauf – auf das Kind abgestimmt – sind. Das Vertrauen der Eltern vorausgesetzt, ist bei unter 3-Jährigen Tagesmütter-Betreuung beziehungsweise die Betreuung in der gewohnten häuslichen Umgebung einer Betreuung in Institutionen vorzuziehen (Abg. Mag. Prammer: Wo bleibt denn da die Wahlfreiheit?), aber natürlich – genau das ist die Wahlfreiheit, liebe Kollegin! – soll auch Müttern oder Vätern, die rasch wieder ins Berufsleben einsteigen wollen oder müssen, kein Vorwurf gemacht werden. – Wenn
Beifall bei der ÖVP.
Für uns alle soll diesbezüglich Priorität haben, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, um einen Wiedereinstieg, wann auch immer, nach der Familienphase zu ermöglichen, sei es durch Fortbildungsprogramme während der Karenzzeit oder anderes. Sicherlich nicht hilfreich ist, wenn vom AMS Mütter, die mit 42 Jahren wieder ins Berufsleben einsteigen wollen, als nicht vermittelbar bezeichnet werden. Deshalb appelliere ich an Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen von der Sozialdemokratie: Überdenken Sie Ihre Frauen- und Familienpolitik, und stellen Sie das Wohl unserer Kinder in den Vordergrund! (Beifall bei der ÖVP.) Dort hört die Wahlfreiheit der Mütter und Väter auf, wenn es um das Wohl der Kinder geht, denn glückliche Kinder haben auch glückliche Mütter. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Für uns alle soll diesbezüglich Priorität haben, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, um einen Wiedereinstieg, wann auch immer, nach der Familienphase zu ermöglichen, sei es durch Fortbildungsprogramme während der Karenzzeit oder anderes. Sicherlich nicht hilfreich ist, wenn vom AMS Mütter, die mit 42 Jahren wieder ins Berufsleben einsteigen wollen, als nicht vermittelbar bezeichnet werden. Deshalb appelliere ich an Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen von der Sozialdemokratie: Überdenken Sie Ihre Frauen- und Familienpolitik, und stellen Sie das Wohl unserer Kinder in den Vordergrund! (Beifall bei der ÖVP.) Dort hört die Wahlfreiheit der Mütter und Väter auf, wenn es um das Wohl der Kinder geht, denn glückliche Kinder haben auch glückliche Mütter. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Widerspruch bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Vorrednerin, wenn ich Ihren Ausführungen folge, müsste es jetzt heißen: Glückliche Kinder haben keine glücklichen Väter. Also was war da jetzt? Das war irgendwie etwas unsauber. (Widerspruch bei der ÖVP.)
Abg. Steibl: Das ist eine Unterstellung! Das hat sie nicht gesagt!
Das Zweite. Wenn ich jetzt zugehört habe, dann war die Argumentation in etwa so: Frau Abgeordnete Riener befindet, es ist für Kinder unter drei Jahren in jedem Fall besser, sie sind in einer häuslichen Umgebung. Das ist erstens, nehme ich einmal an, in ihrer Diktion ideologiefrei, und zweitens ist das Wahlfreiheit. (Abg. Steibl: Das ist eine Unterstellung! Das hat sie nicht gesagt!) Ich sage Ihnen eines: Wenn sich Wörter wegen Missbrauch krümmen könnten, dann wäre das Wort „Wahlfreiheit“ ein kleines zusammengeknuddeltes Ding, das sich irgendwo verstecken würde, so missbraucht wird das Wort! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das Zweite. Wenn ich jetzt zugehört habe, dann war die Argumentation in etwa so: Frau Abgeordnete Riener befindet, es ist für Kinder unter drei Jahren in jedem Fall besser, sie sind in einer häuslichen Umgebung. Das ist erstens, nehme ich einmal an, in ihrer Diktion ideologiefrei, und zweitens ist das Wahlfreiheit. (Abg. Steibl: Das ist eine Unterstellung! Das hat sie nicht gesagt!) Ich sage Ihnen eines: Wenn sich Wörter wegen Missbrauch krümmen könnten, dann wäre das Wort „Wahlfreiheit“ ein kleines zusammengeknuddeltes Ding, das sich irgendwo verstecken würde, so missbraucht wird das Wort! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Steibl: Ist das jetzt ein Kreuzworträtsel, oder was?
Hier wird argumentiert mit dem Gewissen. Werte Damen und Herren der Regierungsfraktionen in diesen schütter besetzten Reihen! Es geht nicht darum, was für ein Gewissen wer wem machen will, es geht um ganz klare, harte Fakten: Gibt es Kinderbetreuungseinrichtungen – ja oder nein? Stehen sie in ausreichendem Maße für die Leute zur Verfügung – ja oder nein? Haben Frauen, die einen Arbeitsplatz haben, diesen auch noch nach der Karenzpause – ja oder nein? Haben sie die Möglichkeit, wenn sie das wollen, Karriere zu machen – ja oder nein? – In den meisten Fällen ist die Antwort nein, und ich bringe Ihnen ein kleines Beispiel dazu. (Abg. Steibl: Ist das jetzt ein Kreuzworträtsel, oder was?) – Oje, zwischen „ja und nein“ und Kreuzworträtsel ist auch noch einmal ein Unterschied, Frau Abgeordnete Steibl! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Hier wird argumentiert mit dem Gewissen. Werte Damen und Herren der Regierungsfraktionen in diesen schütter besetzten Reihen! Es geht nicht darum, was für ein Gewissen wer wem machen will, es geht um ganz klare, harte Fakten: Gibt es Kinderbetreuungseinrichtungen – ja oder nein? Stehen sie in ausreichendem Maße für die Leute zur Verfügung – ja oder nein? Haben Frauen, die einen Arbeitsplatz haben, diesen auch noch nach der Karenzpause – ja oder nein? Haben sie die Möglichkeit, wenn sie das wollen, Karriere zu machen – ja oder nein? – In den meisten Fällen ist die Antwort nein, und ich bringe Ihnen ein kleines Beispiel dazu. (Abg. Steibl: Ist das jetzt ein Kreuzworträtsel, oder was?) – Oje, zwischen „ja und nein“ und Kreuzworträtsel ist auch noch einmal ein Unterschied, Frau Abgeordnete Steibl! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
es um die Kinderbetreuung in Österreich bestellt ist. Ich habe willkürlich verschiedenste Bundesländer, verschiedenste Bezirke, urbane und ländliche Regionen eingegeben und habe Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren gesucht. Und da wird angeboten quer durch, bis zum Au-pair-Mädchen wird auf dieser Internet-Plattform alles als Kinderbetreuung angeführt. Wissen Sie, was ich in ungefähr 98 Prozent der Fälle als Antwort bekommen habe? – „Leider wurden keine mit Ihrer Suchanfrage übereinstimmenden Daten gefunden.“ – Auf gut Deutsch: Es gibt die Kinderbetreuungsplätze nicht, von denen Sie dauernd behaupten, man könne sie sich frei wählen, habe hier Wahlfreiheit. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Vielleicht ein Letztes noch, weil es bei dieser – uns doch nicht als Quantensprung angepriesenen – Reform des Kinderbetreuungsgeldgesetzes auch um den Mutter-Kind-Pass geht: Es wurde gesagt, die Maßnahmen dieser Bundesregierung werden zur Steigerung der Erwerbsquote von Frauen beitragen – die ich gemeinsam mit meiner Partei sehr wohl für ein Ziel halte, selbst dann, wenn Arbeitslosigkeit herrscht. Und ich habe da jetzt herausgehört, wenn es mehr Arbeitslose gibt, dann sollen die Frauen wieder daheim bleiben und keine Jobs in Anspruch nehmen. – Das weise ich aufs Entschiedenste zurück! Bitte, wie kommen Frauen dazu? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das Einzige, was diese Regierung hier macht, ist dieser berühmte Bon im neu aufgelegten Mutter-Kind-Pass, mit dem Frauen jetzt eine Gratisberatung über ihre Wiedereinstiegsmöglichkeiten vom AMS bekommen sollen, so, als hätten sie bisher keine AMS-Beratung bekommen können, wenn sie wieder einsteigen wollen. Das Einzige, was neu dazu kommt, ist, dass die AMS-Beratungen immer schwieriger werden und vor allem die Arbeit in Projekten für Wiedereinsteigerinnen auch dort, wo Beratungseinrichtungen sehr, sehr erfolgreich sind, sowohl im Vermitteln als auch ökonomisch erfolgreich sind, durch Ihre Politik verunmöglicht wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Und da kann ich nur sagen: Denken Sie vielleicht einmal an das Wohl von Kindern, von Männern und von Frauen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das Einzige, was diese Regierung hier macht, ist dieser berühmte Bon im neu aufgelegten Mutter-Kind-Pass, mit dem Frauen jetzt eine Gratisberatung über ihre Wiedereinstiegsmöglichkeiten vom AMS bekommen sollen, so, als hätten sie bisher keine AMS-Beratung bekommen können, wenn sie wieder einsteigen wollen. Das Einzige, was neu dazu kommt, ist, dass die AMS-Beratungen immer schwieriger werden und vor allem die Arbeit in Projekten für Wiedereinsteigerinnen auch dort, wo Beratungseinrichtungen sehr, sehr erfolgreich sind, sowohl im Vermitteln als auch ökonomisch erfolgreich sind, durch Ihre Politik verunmöglicht wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Und da kann ich nur sagen: Denken Sie vielleicht einmal an das Wohl von Kindern, von Männern und von Frauen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Geschätzter Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Da ich der erste männliche Abgeordnete bin, der sich zu diesem Thema zu Wort meldet (Beifall bei den Freiheitlichen), möchte ich gleich vorweg dem Herrn Bundesminister einen herzlichen Dank aussprechen dafür, dass im Jahr 2004 im Familientopf wieder mehr drinnen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Geschätzter Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Da ich der erste männliche Abgeordnete bin, der sich zu diesem Thema zu Wort meldet (Beifall bei den Freiheitlichen), möchte ich gleich vorweg dem Herrn Bundesminister einen herzlichen Dank aussprechen dafür, dass im Jahr 2004 im Familientopf wieder mehr drinnen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber gerade jetzt mit dem zweiten Geburtstag des Kinderbetreuungsgeldes auf Bundesebene am 1. Jänner 2004 gibt es für Mehrlingsgeburten pro Kind um 50 Prozent mehr Geld, und die pensionsbegründenden Zeiten, die immer wieder auf Kritik von SPÖ und Grünen gestoßen sind, werden von eineinhalb Jahren auf zwei Jahre aufgestockt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Posch: Im Rosental!
Kritik hört man in Bezug darauf, dass zu wenige Kinderbetreuungseinrichtungen vorhanden sind. Die Kritik ist verständlich, aber wir können nicht alles auf einmal tun. Ich glaube, dass dieses Kinderbetreuungsgeld so, wie es geschaffen worden ist, ein familienpolitischer Meilenstein in Österreich ist, aber die Zeiten ändern sich, und wir müssen natürlich auch Kinderbetreuungseinrichtungen in den Gemeinden, in den Kommunen, in den Ländern bereitstellen, damit eben die Vereinbarkeit ... (Abg. Mag. Posch: Im Rosental!) Im Rosental ebenfalls, Herr Kollege! Weißt du, dass in meiner Gemeinde ein Kindergarten nur möglich war, weil das Land Kärnten seinerzeit eine Kindergärtnerin finanziert hat? Sonst hätten wir nie einen bekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bravo!) Und das unter einem Landeshauptmann Dr. Jörg Haider, denn sonst wäre das nicht zustande gekommen! Danke für das Stichwort! (Abg. Mag. Posch: Wie heißt der Bürgermeister?) Ja, das ist ein Roter, aber mit unserer Zustimmung ist das passiert! So ist es. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bravo!
Kritik hört man in Bezug darauf, dass zu wenige Kinderbetreuungseinrichtungen vorhanden sind. Die Kritik ist verständlich, aber wir können nicht alles auf einmal tun. Ich glaube, dass dieses Kinderbetreuungsgeld so, wie es geschaffen worden ist, ein familienpolitischer Meilenstein in Österreich ist, aber die Zeiten ändern sich, und wir müssen natürlich auch Kinderbetreuungseinrichtungen in den Gemeinden, in den Kommunen, in den Ländern bereitstellen, damit eben die Vereinbarkeit ... (Abg. Mag. Posch: Im Rosental!) Im Rosental ebenfalls, Herr Kollege! Weißt du, dass in meiner Gemeinde ein Kindergarten nur möglich war, weil das Land Kärnten seinerzeit eine Kindergärtnerin finanziert hat? Sonst hätten wir nie einen bekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bravo!) Und das unter einem Landeshauptmann Dr. Jörg Haider, denn sonst wäre das nicht zustande gekommen! Danke für das Stichwort! (Abg. Mag. Posch: Wie heißt der Bürgermeister?) Ja, das ist ein Roter, aber mit unserer Zustimmung ist das passiert! So ist es. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Posch: Wie heißt der Bürgermeister?
Kritik hört man in Bezug darauf, dass zu wenige Kinderbetreuungseinrichtungen vorhanden sind. Die Kritik ist verständlich, aber wir können nicht alles auf einmal tun. Ich glaube, dass dieses Kinderbetreuungsgeld so, wie es geschaffen worden ist, ein familienpolitischer Meilenstein in Österreich ist, aber die Zeiten ändern sich, und wir müssen natürlich auch Kinderbetreuungseinrichtungen in den Gemeinden, in den Kommunen, in den Ländern bereitstellen, damit eben die Vereinbarkeit ... (Abg. Mag. Posch: Im Rosental!) Im Rosental ebenfalls, Herr Kollege! Weißt du, dass in meiner Gemeinde ein Kindergarten nur möglich war, weil das Land Kärnten seinerzeit eine Kindergärtnerin finanziert hat? Sonst hätten wir nie einen bekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bravo!) Und das unter einem Landeshauptmann Dr. Jörg Haider, denn sonst wäre das nicht zustande gekommen! Danke für das Stichwort! (Abg. Mag. Posch: Wie heißt der Bürgermeister?) Ja, das ist ein Roter, aber mit unserer Zustimmung ist das passiert! So ist es. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Kritik hört man in Bezug darauf, dass zu wenige Kinderbetreuungseinrichtungen vorhanden sind. Die Kritik ist verständlich, aber wir können nicht alles auf einmal tun. Ich glaube, dass dieses Kinderbetreuungsgeld so, wie es geschaffen worden ist, ein familienpolitischer Meilenstein in Österreich ist, aber die Zeiten ändern sich, und wir müssen natürlich auch Kinderbetreuungseinrichtungen in den Gemeinden, in den Kommunen, in den Ländern bereitstellen, damit eben die Vereinbarkeit ... (Abg. Mag. Posch: Im Rosental!) Im Rosental ebenfalls, Herr Kollege! Weißt du, dass in meiner Gemeinde ein Kindergarten nur möglich war, weil das Land Kärnten seinerzeit eine Kindergärtnerin finanziert hat? Sonst hätten wir nie einen bekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bravo!) Und das unter einem Landeshauptmann Dr. Jörg Haider, denn sonst wäre das nicht zustande gekommen! Danke für das Stichwort! (Abg. Mag. Posch: Wie heißt der Bürgermeister?) Ja, das ist ein Roter, aber mit unserer Zustimmung ist das passiert! So ist es. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Von der absoluten Mehrheit der SPÖ in unserer Gemeinde haben zwei dagegen gestimmt, das muss ich dir auch sagen. Wenn wir von den freiheitlichen Gemeinderäten nicht mitgestimmt hätten, wäre nichts passiert! Du kannst dich erkundigen, Kollege Posch, so war das! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: So schaut es aus! Nur der Vergleich macht uns sicher!
Zur Kritik, dass der Kündigungsschutz 24 Monate dauert, während das Kinderbetreuungsgeld aber 30 Monate, plus sechs Monate für den Mann, bezogen werden kann, muss ich eines sagen: Es wird immer wieder kritisiert, dass die Frauen durch das Kinderbetreuungsgeld an den Herd gedrängt werden, der Wiedereinstieg zu schwierig ist. Wenn wir jetzt den Kündigungsschutz verlängern, von mir aus bis zum Vorschulalter, was ist dann? – Dann kriegt eine Frau überhaupt nie mehr eine Arbeit! Man muss schon wissen, was man kritisiert und wie man es kritisiert, das ist nicht ganz so einfach. Frau Kollegin Prammer, das ist nicht ganz so einfach, denn wissen Sie, was jene Frauen, die einen gut dotierten Job haben und ein Kind bekommen, machen? Damit sie den Job nicht verlieren, gehen sie nach dem Mutterschutz sofort wieder arbeiten. Genauso schaut es aus, das ist die Wahrheit! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: So schaut es aus! Nur der Vergleich macht uns sicher!)
Abg. Mag. Prammer: Teilzeit!
Sie haben auch gesagt, und Frau Kollegin Mandak hat das auch gesagt, dass das vor allem jene Mütter in Anspruch nehmen, die relativ wenig verdienen. Sie haben als Beispiel eine Handelsangestellte angeführt, die 1 000 € verdient. Dass diese nach einem Jahr nach der Geburt ihres Kindes wieder arbeiten geht ... (Abg. Mag. Prammer: Teilzeit!) Die kann doch gar nicht in Teilzeit gehen! (Abg. Mag. Prammer: Wieso denn nicht?) Weil sie das Geld braucht, weil sie eine Vollzeitbeschäftigung braucht, damit sie ihr Kleinkind und sich selbst drüberbringt! Das ist die Wahrheit! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Prammer: Wieso denn nicht?
Sie haben auch gesagt, und Frau Kollegin Mandak hat das auch gesagt, dass das vor allem jene Mütter in Anspruch nehmen, die relativ wenig verdienen. Sie haben als Beispiel eine Handelsangestellte angeführt, die 1 000 € verdient. Dass diese nach einem Jahr nach der Geburt ihres Kindes wieder arbeiten geht ... (Abg. Mag. Prammer: Teilzeit!) Die kann doch gar nicht in Teilzeit gehen! (Abg. Mag. Prammer: Wieso denn nicht?) Weil sie das Geld braucht, weil sie eine Vollzeitbeschäftigung braucht, damit sie ihr Kleinkind und sich selbst drüberbringt! Das ist die Wahrheit! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben auch gesagt, und Frau Kollegin Mandak hat das auch gesagt, dass das vor allem jene Mütter in Anspruch nehmen, die relativ wenig verdienen. Sie haben als Beispiel eine Handelsangestellte angeführt, die 1 000 € verdient. Dass diese nach einem Jahr nach der Geburt ihres Kindes wieder arbeiten geht ... (Abg. Mag. Prammer: Teilzeit!) Die kann doch gar nicht in Teilzeit gehen! (Abg. Mag. Prammer: Wieso denn nicht?) Weil sie das Geld braucht, weil sie eine Vollzeitbeschäftigung braucht, damit sie ihr Kleinkind und sich selbst drüberbringt! Das ist die Wahrheit! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Für was bist du jetzt?
Sie kritisieren jetzt dieses Recht auf Teilzeit. Mir geht es bei diesem Recht auf Teilzeit nicht um den Rechtsanspruch, sondern um die Wahlfreiheit, und zwar für alle und für alle gleich, in jedem Betrieb, weil es von der Art der Tätigkeit abhängt und nicht von der Betriebsgröße. Das möchte ich auch einmal deponiert haben. (Abg. Öllinger: Für was bist du jetzt?)
Abg. Dr. Glawischnig: Wer definiert denn den Rahmen? Ich frage Sie: Wo ist denn der Rahmen?
Würde die Zuverdienstgrenze jetzt aufgehoben werden, dann würde es den Rahmen sprengen. Es würden zirka 35 300 Personen mehr sein, die das Kinderbetreuungsgeld in Anspruch nehmen würden, und das sind wir momentan nicht in der Lage zu bezahlen. Das ist die Wahrheit! Das geht nicht! Dann würden auch sämtliche Männer diese 6 Monate in Anspruch nehmen, was zwar den Männeranteil anheben, aber den Rahmen sprengen würde. Wir würden mit dem Geld nicht auskommen, das ist eine Tatsache. (Abg. Dr. Glawischnig: Wer definiert denn den Rahmen? Ich frage Sie: Wo ist denn der Rahmen?)
Abg. Dr. Glawischnig: Wer legt den Rahmen fest? Der Schüssel oder der liebe Gott?
Vor allem würde das ungefähr ... (Abg. Dr. Glawischnig: Wer legt den Rahmen fest? Der Schüssel oder der liebe Gott?) Frau Kollegin Glawischnig, die Mehrkosten würden ungefähr 253 Millionen € ausmachen. (Abg. Dr. Glawischnig: Was ist denn der Rahmen?) Schauen Sie, der Kuchen ist immer der gleiche, die Frage ist: Wohin verteilt man was? Mir sind die österreichischen Familien, die österreichischen Arbeitnehmer das größte Anliegen – und dem Sozialminister auch! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bravo!)
Abg. Dr. Glawischnig: Was ist denn der Rahmen?
Vor allem würde das ungefähr ... (Abg. Dr. Glawischnig: Wer legt den Rahmen fest? Der Schüssel oder der liebe Gott?) Frau Kollegin Glawischnig, die Mehrkosten würden ungefähr 253 Millionen € ausmachen. (Abg. Dr. Glawischnig: Was ist denn der Rahmen?) Schauen Sie, der Kuchen ist immer der gleiche, die Frage ist: Wohin verteilt man was? Mir sind die österreichischen Familien, die österreichischen Arbeitnehmer das größte Anliegen – und dem Sozialminister auch! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bravo!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bravo!
Vor allem würde das ungefähr ... (Abg. Dr. Glawischnig: Wer legt den Rahmen fest? Der Schüssel oder der liebe Gott?) Frau Kollegin Glawischnig, die Mehrkosten würden ungefähr 253 Millionen € ausmachen. (Abg. Dr. Glawischnig: Was ist denn der Rahmen?) Schauen Sie, der Kuchen ist immer der gleiche, die Frage ist: Wohin verteilt man was? Mir sind die österreichischen Familien, die österreichischen Arbeitnehmer das größte Anliegen – und dem Sozialminister auch! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bravo!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist, weil ihr so wenig Kinder habt!
Unser Ziel ist ein anderes: Kinder dürfen kein Hindernis für ein berufliches Fortkommen sein. Ich lade Sie gerne ein, kommen Sie zu mir nach Linz und erleben Sie, was es heißt, in einer sozialen Musterstadt für jedes Kind unter sechs Jahren einen Betreuungsplatz anbieten zu können, denn im restlichen Österreich fehlen davon 90 000 Plätze, im Übrigen solche für Kinder unter drei Jahren. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist, weil ihr so wenig Kinder habt!) Dabei ist gerade das Vorhandensein von Kindergarten- oder Tagesmutterplätzen ein Teil des Geheimnisses.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Wittauer: Ich habe jetzt überhaupt nichts verstanden! – Abg. Mag. Prammer: Das glaube ich gleich!
Wir fordern daher, dass die Leistung des Staates nach einer Mindestbezugsdauer von einem Jahr auf die bezogenen Monate aufgeteilt wird. Ist die Karenz kürzer, muss die monatliche Zahlung höher sein. Machen Sie den Weg dazu frei, denn nur das ist gerecht! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Wittauer: Ich habe jetzt überhaupt nichts verstanden! – Abg. Mag. Prammer: Das glaube ich gleich!)
Abg. Mag. Prammer: Wahlfreiheit!
Zu Ihrem Antrag, in dem Sie formuliert haben, dass Sie die Gesamtsumme auch für eine kürzere Zeit geltend machen wollen für diejenigen ... (Abg. Mag. Prammer: Wahlfreiheit!) – „Wahlfreiheit“ nennen Sie das? Wie hat Frau Abgeordnete Weinzinger gesagt: wenn sich dieses Wort nur krümmen könnte – das kann ich in diesem Fall auch sagen! Sie sprechen von Wahlfreiheit, obwohl in Ihrem Antrag steht, dass Eltern, wenn sie sich zu diesem Modell, das Sie hier vorgestellt haben, wirklich entschließen sollten,
Abg. Öllinger: Bei Ihnen aber auch nicht!
Wenn dann zu einem späteren Zeitpunkt irgendeine unvorhergesehene Situation eintritt, sei es Krankheit, sei es eine schwierige Situation am Arbeitsmarkt, dass kein Arbeitsplatz zur Verfügung ist, was auch immer, oder die Krankheit des Kindes, dann besteht keine Möglichkeit mehr, die Karenz zu verlängern. (Abg. Öllinger: Bei Ihnen aber auch nicht!) Bei uns gibt es immerhin die Möglichkeit, bis zu drei Jahre Karenz zu beanspruchen, und dann gibt es die Kinderbetreuungseinrichtungen sehr wohl, und in vielen Bundesländern gibt es diese Kinderbetreuungseinrichtungen auch in ausreichender Menge.
Abg. Sburny: Haben Sie es schon einmal in Langenlois probiert, wie das funktioniert dort?
Hier kann ich auch das Land Niederösterreich nennen. Wir in Niederösterreich haben wirklich ein sehr gutes Modell und mittlerweile ein Pilotprojekt laufen, wo auch Kinder unter drei Jahren in die Kindergärten aufgenommen werden, wo tatsächlich ... (Abg. Sburny: Haben Sie es schon einmal in Langenlois probiert, wie das funktioniert dort?) Das ist zurzeit ein Pilotprojekt, das gestartet wurde und immerhin in 82 Gemeinden läuft; dieses wird evaluiert, und es wird dann tatsächlich auch auf den Bedarf der Eltern Rücksicht genommen. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Sburny.
Hier kann ich auch das Land Niederösterreich nennen. Wir in Niederösterreich haben wirklich ein sehr gutes Modell und mittlerweile ein Pilotprojekt laufen, wo auch Kinder unter drei Jahren in die Kindergärten aufgenommen werden, wo tatsächlich ... (Abg. Sburny: Haben Sie es schon einmal in Langenlois probiert, wie das funktioniert dort?) Das ist zurzeit ein Pilotprojekt, das gestartet wurde und immerhin in 82 Gemeinden läuft; dieses wird evaluiert, und es wird dann tatsächlich auch auf den Bedarf der Eltern Rücksicht genommen. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist ein Ziel dieser Bundesregierung, für alle Kinder Betreuungsplätze in der Qualität zur Verfügung zu stellen, die sie tatsächlich brauchen. Die Länder, die Gemeinden sind hier gefordert. In Niederösterreich ist die Vormittagsbetreuung in den Kindergärten gratis. Schauen Sie doch nach Wien: Bis zu 300 € durchschnittlich kostet ein Kinderbetreuungsplatz in Wien! Da wäre wirklich etwas zu tun, auch für die Damen und Herren der Sozialdemokratie! Hier könnten Sie einmal etwas unternehmen, um Kinderbetreuungsplätze günstig für die Eltern anbieten zu können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, dass wir sehr viel erreicht haben, und im Großen und Ganzen haben auch die Redner heute hier das Kinderbetreuungsgeld an und für sich nicht in Frage gestellt. Daran erkenne ich, dass Sie die Leistung, die hier erbracht worden ist, auch zu schätzen wissen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Spindelegger: Das ist uns aber neu!
Ich lasse mir auch gerne etwas sagen (Abg. Dr. Spindelegger: Das ist uns aber neu!), was meine Argumentation betrifft, aber der springende Punkt ist doch, dass Sie immer wieder das Argument anführen, es sei gut, dass die Kinder bis zu drei Jahren bei den Eltern, sprich den Müttern, bleiben. (Abg. Riener: Familienähnliche Strukturen!) Es gibt keine Studie aus den letzten Jahren, die belegen würde, dass die Qualität der Kinderbetreuung durch berufstätige Eltern, ganz egal, ob Mütter oder Väter – wenn sie vorhanden sind, denn das ist der springende Punkt, meistens sind die Väter eben nicht vorhanden –, schlechter wäre als jene durch nicht berufstätige Mütter oder Väter.
Abg. Riener: Familienähnliche Strukturen!
Ich lasse mir auch gerne etwas sagen (Abg. Dr. Spindelegger: Das ist uns aber neu!), was meine Argumentation betrifft, aber der springende Punkt ist doch, dass Sie immer wieder das Argument anführen, es sei gut, dass die Kinder bis zu drei Jahren bei den Eltern, sprich den Müttern, bleiben. (Abg. Riener: Familienähnliche Strukturen!) Es gibt keine Studie aus den letzten Jahren, die belegen würde, dass die Qualität der Kinderbetreuung durch berufstätige Eltern, ganz egal, ob Mütter oder Väter – wenn sie vorhanden sind, denn das ist der springende Punkt, meistens sind die Väter eben nicht vorhanden –, schlechter wäre als jene durch nicht berufstätige Mütter oder Väter.
Abg. Steibl: Das hat niemand gesagt! Das ist eine Unterstellung!
Das zweite Argument, das wir eigentlich abhaken können sollten, wäre: Frauen nur dann auf den Arbeitsmarkt, wenn es der Arbeitsmarkt verträgt! – Wissen Sie, was Sie damit eigentlich für Ungeheuerlichkeiten verbreiten? (Abg. Steibl: Das hat niemand gesagt! Das ist eine Unterstellung!) Die Frauen kommen nur dann in Frage ... (Abg. Steibl: Das hat niemand gesagt!) Oja, immer wieder taucht das auf. (Abg. Steibl: Das hat niemand gesagt, weil auch wir wissen, dass eine eigenständige Altersabsicherung einen hohen Stellenwert hat! – Abg. Dolinschek: Das stimmt überhaupt nicht! – Abg. Mag. Prammer: Das ist aber nachzulesen!)
Abg. Steibl: Das hat niemand gesagt!
Das zweite Argument, das wir eigentlich abhaken können sollten, wäre: Frauen nur dann auf den Arbeitsmarkt, wenn es der Arbeitsmarkt verträgt! – Wissen Sie, was Sie damit eigentlich für Ungeheuerlichkeiten verbreiten? (Abg. Steibl: Das hat niemand gesagt! Das ist eine Unterstellung!) Die Frauen kommen nur dann in Frage ... (Abg. Steibl: Das hat niemand gesagt!) Oja, immer wieder taucht das auf. (Abg. Steibl: Das hat niemand gesagt, weil auch wir wissen, dass eine eigenständige Altersabsicherung einen hohen Stellenwert hat! – Abg. Dolinschek: Das stimmt überhaupt nicht! – Abg. Mag. Prammer: Das ist aber nachzulesen!)
Abg. Steibl: Das hat niemand gesagt, weil auch wir wissen, dass eine eigenständige Altersabsicherung einen hohen Stellenwert hat! – Abg. Dolinschek: Das stimmt überhaupt nicht! – Abg. Mag. Prammer: Das ist aber nachzulesen!
Das zweite Argument, das wir eigentlich abhaken können sollten, wäre: Frauen nur dann auf den Arbeitsmarkt, wenn es der Arbeitsmarkt verträgt! – Wissen Sie, was Sie damit eigentlich für Ungeheuerlichkeiten verbreiten? (Abg. Steibl: Das hat niemand gesagt! Das ist eine Unterstellung!) Die Frauen kommen nur dann in Frage ... (Abg. Steibl: Das hat niemand gesagt!) Oja, immer wieder taucht das auf. (Abg. Steibl: Das hat niemand gesagt, weil auch wir wissen, dass eine eigenständige Altersabsicherung einen hohen Stellenwert hat! – Abg. Dolinschek: Das stimmt überhaupt nicht! – Abg. Mag. Prammer: Das ist aber nachzulesen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das heißt: Kinderbetreuungsplätze nicht nur im Bedarfsfall, weil der Bedarf sich ja permanent ändert, auch in kleinen Gemeinden, sondern prinzipiell – und das ist bei Ihrem Modell nicht möglich. Daher sollten wir die Debatte vielleicht zu einer früheren Zeit führen und auch etwas weniger ideologiebelastet. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Bis zu!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Frau Abgeordnete Höllerer hat behauptet, dass in Wien Kinderbetreuungsplätze über 300 € (Rufe bei der ÖVP: Bis zu!), bis zu 300 ... (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Frau Abgeordnete Höllerer hat behauptet, dass in Wien Kinderbetreuungsplätze über 300 € (Rufe bei der ÖVP: Bis zu!), bis zu 300 ... (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Das war nur eine weitere Wortmeldung!
Es ist in Wien so, dass die Preise für Kinderbetreuungsplätze sozial gestaffelt sind. 40 Prozent der Kinderbetreuungsplätze werden gratis zur Verfügung gestellt, 25 Prozent zu einem ermäßigten Tarif, und das ergibt einen Durchschnitt von 125 € im Monat, also weit von den genannten 300 entfernt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Das war nur eine weitere Wortmeldung!)
Abg. Öllinger: Das ist aber schlecht anerkannt!
gehend ist, dass Kindererziehung endlich auch einmal als Leistung anerkannt wird, wurde – das konnte man heute schon feststellen – teilweise sogar von der Opposition gewürdigt. (Abg. Öllinger: Das ist aber schlecht anerkannt!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es bringt auch eine Entlastung für die Frauen, sie stehen nicht mehr so sehr unter Druck, sich zwischen Familie oder Erwerbstätigkeit zu entscheiden, wie das ja früher der Fall war. – Und genau das ist gemeint mit dem Wort „Wahlfreiheit“, das ja heute schon öfters zitiert worden ist. Wahlfreiheit soll bedeuten, dass man sich entscheiden kann, ob man das Kind betreuen lässt, ob man es selbst betreut oder ob man gleichzeitig auch erwerbstätig ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Prammer: Was ist da Wahl dabei?
Es kann ja nicht schlecht sein, wenn die Eltern die Wahlfreiheit haben und sich sorgenfrei um ihre Kleinkinder kümmern können. (Abg. Mag. Prammer: Was ist da Wahl dabei?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das Kinderbetreuungsgeld wurde im Laufe der Zeit auch angepasst. Ab 1. Jänner 2004 gibt es mehr Geld für die Kinderbetreuung, gibt es mehr Geld für Mehrlingsgeburten. Weiters wurden die pensionsbegründenden Zeiten von 18 auf 24 Monate erhöht, und – eine weitere Maßnahme in der Novelle, die heute beschlossen werden soll – wenn die Gesundheitsvorsorge nachweisbar ist, wird das Kindergeld auch rückwirkend erstattet. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Gerade Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, haben uns gerade heute sehr oft vorgeworfen, dass Reformen viel zu schnell durchgeführt werden, ohne irgendwelche Verhandlungen abzuwarten, ohne Evaluierungen durchzuführen. Ich wundere mich daher, weshalb Sie es beim Kinderbetreuungsgeld plötzlich so eilig haben und es nicht abwarten können, bis dieser Beobachtungszeitraum abgelaufen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich halte es mit den schwedischen Feministinnen, die sagen: Gleichstellung im Beruf ist nur durch Gleichstellung in der Familie erreichbar. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir wissen jetzt aber durch die OECD-Studie auch, dass das Kinderbetreuungsgeld jene Wahlfreiheit gewährleistet, die sich die Frauen in Österreich gewünscht haben. Wie gesagt, mehr als 80 Prozent wollen sich nach der Geburt drei Jahre lang um ihre Kinder kümmern können. Und das ist gut so, sehr geehrte Damen und Herren! Die Wahlfreiheit ist nicht widerlegt, sondern die Wahlfreiheit liegt klar auf der Hand, und ich bitte Sie, das auch einmal zur Kenntnis zu nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
in der Öffentlichkeit, sehr geehrte Damen und Herren, hat man ja oft den Eindruck, dass die Verfassungslage eine umgekehrte wäre. Ich bitte daher all jene von Seiten der Sozialdemokratie und der Grünen, die in ihren Gemeinden mit den Kinderbetreuungseinrichtungen nicht zufrieden sind, dort tätig zu werden, wo die Verfassungslage eindeutig und klar ist, dann werden wir uns in der Diskussion sehr viel an leeren Kilometern ersparen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich danke für die Anregung und hoffe, Sie kritisieren mich dann nicht, wenn ich diese Studie in Auftrag gebe. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich kenne keine Mutter, geschätzte Damen und Herren, die sagt, dass dieses Kinderbetreuungsgeld unnötig wäre. Und ich kenne keine Mutter, die sagt, dass sie sich durch dieses Kinderbetreuungsgeld zurück an den Herd gedrängt fühlt. Daher würde ich mir wünschen, dass diese Negativpropaganda der Oppositionsparteien zu diesem Kinderbetreuungsgeld endlich aufhört. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
gehen. – Die Zuverdienstgrenze liegt bei 14 000 €. Ich weiß nicht, wie Frau Prammer das ausgerechnet hat! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Kolleginnen und Kollegen von der Opposition sollen endlich verstehen, dass die Frauen und die Familien kein Rezept zum Glücklichsein brauchen – schon gar nicht von uns Politikern. Die Politik ist dazu da, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich die Frauen frei entscheiden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Viele Menschen lieben ihren Job – das ist eine Tatsache, die uns allen bewusst ist –, viele Menschen gehen arbeiten, weil sie das Geld brauchen, und viele Menschen wollen zu Hause bei ihren Kindern bleiben. Wir Politiker sind dazu da, diesen Müttern und Vätern das zu ermöglichen. Mit der hier vorliegenden Gesetzesänderung sichern wir dies noch besser ab – für alle Mütter und für alle Väter in Österreich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf: Frohe Weihnachten!
In diesem Sinne wünsche ich noch (Ruf: Frohe Weihnachten!), nein, nicht frohe Weihnachten, sondern einen schönen Abend. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
In diesem Sinne wünsche ich noch (Ruf: Frohe Weihnachten!), nein, nicht frohe Weihnachten, sondern einen schönen Abend. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Einige der Abgeordneten der SPÖ stehen. – Abg. Scheibner: Wie tun wir jetzt bei der SPÖ?
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiezu ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. (Einige der Abgeordneten der SPÖ stehen. – Abg. Scheibner: Wie tun wir jetzt bei der SPÖ?) – Na? Ist egal.
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auf jeden Fall ist es die Mehrheit und damit angenommen. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Schließlich gelangen wir zur Abstimmung über den Antrag des Familienausschusses, seinen Bericht 281 der Beilagen zur Kenntnis zu nehmen. (Unruhe im Saal. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Ruf bei der ÖVP – in Richtung SPÖ –: Probieren wir es noch einmal?
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiezu ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. (Ruf bei der ÖVP – in Richtung SPÖ –: Probieren wir es noch einmal?) – Das ist die Mehrheit und damit angenommen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Meiner Fraktion und mir ist es klar, dass die Todesstrafe kein geeignetes Rechtsmittel ist. Daher begrüßen wir die Ratifizierung von Abkommen auf internationaler Ebene, wodurch Staaten sich selbst gegenüber verpflichten, die Todesstrafe nicht anzuwenden. Wir werden daher dieser Vorlage der Ratifizierung gerne zustimmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wichtig für uns alle ist, uns überall dort, wo wir die Möglichkeit haben, engagiert dafür einzusetzen, dass es wirklich einmal zu einer Welt kommt, in der die Todesstrafe verpönt ist, denn die Todesstrafe ist eine Verletzung des fundamentalsten Menschenrechtes, nämlich des Rechtes auf Leben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir von der FPÖ stehen voll hinter diesem Vorhaben. Österreich hat die wichtige Aufgabe, insbesondere außenpolitisch auf alle Länder einzuwirken, die die Todesstrafe oder Körperstrafen kennen. In diesem schwierigen Prozess darf man nichts unversucht lassen, damit es einmal in allen Ländern so ist wie bei uns. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP, der SPÖ und der Freiheitlichen.
(Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP, der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Diese Ratifizierung kann man daher nur begrüßen. Wir empfehlen die Annahme des 13. Protokolls zur Menschenrechtskonvention. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Lentsch.
87 Ländern angewendet. In diesen Ländern wird die Todesstrafe mittels elektrischem Stuhl, Injektionen, Hängen, Erschießen und sogar Steinigen vollstreckt. Die Todesstrafe wird in den letzten Jahren – leider – verstärkt angewendet. (Das rote Lämpchen am Rednerpult blinkt.) – Herr Präsident, die Lampe hat bereits nach 20 Sekunden geleuchtet, ich habe aber eine Redezeit von 2 Minuten. (Zwischenruf der Abg. Lentsch.)
Beifall bei der SPÖ, den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Kämpfen wir somit gemeinsam international gegen die Todesstrafe! Es sitzen nämlich noch Tausende Menschen in den Todeszellen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ, den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Grünen sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Österreich hat seit vielen Jahren dafür plädiert. Jetzt ist es endlich gelungen, das Recht zu töten auch in Kriegszeiten ein für allemal zu verneinen. (Beifall bei der ÖVP und den Grünen sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Es ist daher auch eine der wichtigsten und vordringlichsten Aufgaben der Europäischen Union einerseits und der Mitglieder unserer österreichischen Bundesregierung andererseits, im Besonderen des Justizministers und der Frau Außenministerin, stärker als bisher bei Gesprächen und Verhandlungen Druck zu machen, damit diese unmenschliche Form der Strafe endlich weltweit abgeschafft wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall des Abg. Scheibner.
In Zukunft wird dieser Ausschuss noch effizienter arbeiten. Bereits heute früh haben wir ein Treffen mit der Volksanwaltschaft gehabt, wo wir uns für eine intensivere Zusammenarbeit eingesetzt haben und eine solche auch vereinbart haben, damit die Gesetze noch bürgernäher werden. Die Volksanwaltschaft weiß, welche Themen die Bürgerinnen und Bürger beschäftigen. Sie soll bei den Sitzungen des Ausschusses dabei sein und auch Stellung beziehen können. Damit können wir noch mehr für die Bürger da sein. Ich habe mich mit aller Vehemenz dafür eingesetzt, und es haben auch alle anderen Vorsitzenden dafür plädiert, dass wir dieses Angebot letzten Endes auch annehmen. (Beifall des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie der Abg. Mag. Wurm.
Abschließend möchte ich mich noch bei den Mitgliedern des Ausschusses für das gute Klima in diesem Ausschuss und letzten Endes auch für die gute Zusammenarbeit bedanken. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist aber nicht sehr früh!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte an das, was Kollege Freund ausgeführt hat, anschließen. Für einige in diesem Haus hat der Tag heute sehr früh begonnen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist aber nicht sehr früh!) Der erste Termin war um 7.30 Uhr, und es ist etwas Gutes dabei herausgekommen, etwas Gutes für die Bürger und Bürgerinnen in unserem Land.
Beifall bei der SPÖ.
Zu den inhaltlichen Punkten der Petitionen werden die Kolleginnen und Kollegen nach mir Stellung nehmen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne, glaube ich, ist dies ein guter Anfang einer Zusammenarbeit mit dem Ziel, zu mehr Bürgernähe zu gelangen. Es wird uns in der nächsten Zeit sicher hier beschäftigen, auch im Rahmen der weiteren Umsetzung beziehungsweise in weiteren Diskussionen zu den Sammelberichten, inwieweit es gefruchtet hat, dass die engere Zusammenarbeit mit der Volksanwaltschaft in Zukunft wahrgenommen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn man sich all die Bürgerinitiativen und Petitionen ansieht, dann stellt man fest, dass diese eigentlich nur zur Kenntnis genommen und damit schubladiert werden. All die Arbeit, die sich die Menschen mit dem Sammeln von Unterschriften machen, all die Hoffnungen, die geweckt werden, dass doch irgendetwas weitergeht, werden ganz einfach für nichtig erklärt, denn die Interessen der Bürger haben anscheinend in dieser Bundesregierung sowieso keine Priorität mehr. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Freund: Nein, das stimmt nicht!
Man tut, was man will, die Bürger sind einem Wurscht. Egal, was die Bürger fordern, egal, was sie brauchen, egal, welche Schwierigkeiten sie haben: Es interessiert diese Bundesregierung nicht! (Abg. Freund: Nein, das stimmt nicht!) – Ich denke mir, das ist schon ein Armutszeugnis, das in den letzten drei Jahren in noch viel schlimmerem Ausmaß zutage getreten ist, als dies in den Jahren zuvor bereits der Fall war.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Brader – Sie nicken mit dem Kopf, das ist nämlich genau Ihre Taktik und das Spiel, das Sie betreiben –: Dann sagen Sie doch endlich den Leuten, sie sollen sich diese Geschichte wieder abschminken, sie brauchen keine Bürgerinitiativen und Petitionen mehr einzubringen, denn Ihnen ist das sowieso egal! Sie sind doch glücklich darüber, wenn Sie diese Interessen nicht mehr vertreten müssen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist doch Ihr Ziel. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Brader – Sie nicken mit dem Kopf, das ist nämlich genau Ihre Taktik und das Spiel, das Sie betreiben –: Dann sagen Sie doch endlich den Leuten, sie sollen sich diese Geschichte wieder abschminken, sie brauchen keine Bürgerinitiativen und Petitionen mehr einzubringen, denn Ihnen ist das sowieso egal! Sie sind doch glücklich darüber, wenn Sie diese Interessen nicht mehr vertreten müssen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist doch Ihr Ziel. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Entschuldigung! Wollen Sie den Leuten das Lachen verbieten?
Es ist verdammt zynisch, Herr Brader, wenn Sie dasitzen und bis über beide Ohren grinsen – dafür, dass sich die Leute einen Haufen Arbeit machen (Abg. Mag. Molterer: Entschuldigung! Wollen Sie den Leuten das Lachen verbieten?), Forderungen haben und Sie sagen: Mir ist das egal! Ich bin der Abgeordnete, wir haben die Mehrheit! Macht, was ihr wollt! Wir lachen euch im Grunde genommen nur aus! (Abg. Mag. Molterer: Aber lachen darf man schon noch? – Abg. Freund: Das stimmt ja gar nicht, was Sie da sagen!)
Abg. Mag. Molterer: Aber lachen darf man schon noch? – Abg. Freund: Das stimmt ja gar nicht, was Sie da sagen!
Es ist verdammt zynisch, Herr Brader, wenn Sie dasitzen und bis über beide Ohren grinsen – dafür, dass sich die Leute einen Haufen Arbeit machen (Abg. Mag. Molterer: Entschuldigung! Wollen Sie den Leuten das Lachen verbieten?), Forderungen haben und Sie sagen: Mir ist das egal! Ich bin der Abgeordnete, wir haben die Mehrheit! Macht, was ihr wollt! Wir lachen euch im Grunde genommen nur aus! (Abg. Mag. Molterer: Aber lachen darf man schon noch? – Abg. Freund: Das stimmt ja gar nicht, was Sie da sagen!)
Abg. Freund: Sie sagen bewusst die Unwahrheit!
Aber in einem Punkt können Sie sicher sein, Herr Brader: Wir informieren die Menschen schon, da brauchen Sie keine Angst zu haben! (Abg. Freund: Sie sagen bewusst die Unwahrheit!) Ihre Tage sind gezählt – das wissen Sie selbst auch! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Aber in einem Punkt können Sie sicher sein, Herr Brader: Wir informieren die Menschen schon, da brauchen Sie keine Angst zu haben! (Abg. Freund: Sie sagen bewusst die Unwahrheit!) Ihre Tage sind gezählt – das wissen Sie selbst auch! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Freund: Genau!
Abgeordnete Anna Franz (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Haidlmayr! Selbstverständlich werden die Bürgerinitiativen und Petitionen sehr, sehr ernst genommen. (Abg. Freund: Genau!)
Beifall bei der ÖVP.
Es geht um Kindesmissbrauch. Es geht darum, höhere Strafen für Kindesmissbrauch zu fordern. Der Strafrahmen für die Produktion und den Konsum von Kinderpornographie ist sehr niedrig. Er soll in Zukunft massiv angehoben werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Kinder sollen uns ein Anliegen sein, sie brauchen unseren besonderen Schutz. Wir sind für eine Verschärfung des Strafrechtes bei Kinderpornographie, und ich denke, alle in diesem Hause müssen diesem Anliegen auch positiv gegenüberstehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Der Petitionsausschuss hat diese Petition betreffend Lärmschutz dem Verkehrsausschuss zugewiesen, und ich ersuche jetzt schon alle Damen und Herren der Regierungsparteien, im Verkehrsausschuss diese Petition zu unterstützen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Der „Klima-Experte“ Scheuch sprach ...!
Wir täten gut daran, in diesem Ausschuss das Klima, das wir im letzten Jahr aufgebaut haben, beizubehalten, denn ansonsten wird die eine oder andere Petition nicht dort hinkommen, wo sie hinkommen soll. – Danke, schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Der „Klima-Experte“ Scheuch sprach ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Bravoruf des Abg. Mag. Molterer.
Ich glaube, das war die richtige Vorgangsweise im Ausschuss, und ich hoffe, dass wir das gute Klima in diesem Ausschuss auch weiter so beibehalten können. (Beifall bei der ÖVP. – Bravoruf des Abg. Mag. Molterer.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Gusenbauer: Bravo!
Daher, meine Damen und Herren, vor allem von der rechten Seite dieses Hauses: Wenn Ihnen das Wohl von Kindern und Jugendlichen wirklich ein Anliegen ist und nicht nur ein Mittel zur Sympathie-Hascherei, dann lassen Sie es nicht zu, dass jene behindert werden, die anderen helfen! – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Gusenbauer: Bravo!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Im Hinblick auf die Übernahme der WHO-Richtlinien ist die Absenkung der Dezibelbelästigung am Tag mit einer Obergrenze von 55 dBA und während der Nacht mit 45 dBA durch großzügige Förderungen, die Niederösterreich, aber auch andere Bundesländer gewähren, gelungen. Das ist auch dem spontanen und konsequenten Einsatz der Straßenmeistereien und letztlich der guten Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern im Rahmen der tollen Arbeit des Landes Niederösterreich zu verdanken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Stoisits.
Der Petitionsausschuss, so der O-Ton, habe sich bereits öfters mit diesem Thema auseinander gesetzt und könne nichts mehr tun. – Dieser Aussage, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen, denn damit relativieren sich alle Bekenntnisse zur Medienvielfalt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Stoisits.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich denke, es ist einfach unfair, wenn man sagt, die Regierungsparteien seien gegen Minderheiten, gegen Leute, die anderen helfen wollen. – So ist es nicht. Wir gehen mit sehr viel Engagement und Herz auch an diese Sache heran. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Das ist ein falscher Eindruck!
Frau Abgeordnete Haidlmayr hat das genau auf den Punkt gebracht: Die Realität schaut ganz anders aus, nämlich so, dass von Seiten der Koalition politischer Missbrauch betrieben wird. Wenn ich mir die Vorgangsweise der ÖVP- und FPÖ-Abgeordneten im Ausschuss ansehe, dann wird bei mir immer stärker der Eindruck geweckt, dass es ihnen nicht darum geht, den berechtigten Anliegen zum Durchbruch zu verhelfen, sondern einfach zu blockieren und die Themen abzuwürgen. (Abg. Murauer: Das ist ein falscher Eindruck!)
Beifall bei der SPÖ.
Das sage ich jetzt auch aus folgendem Grund: Nehmen wir nur die ÖIAG-Petition, eingebracht am 14. Mai auf Grund ihrer Dringlichkeit. Am 9. Juli wurde sie – wieder mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ – vertagt, und jetzt wird im Endbericht, weil sowieso schon alles verscherbelt ist, einfach so getan, als wenn nichts gewesen wäre. So kann man nicht damit umgehen! Sagen Sie doch gleich – und haben Sie den Mut dazu –: Schaffen wir den Petitionsausschuss ab und lassen wir den Präsidenten entscheiden, wie die Bevölkerung überhaupt noch Möglichkeiten haben sollte, ihren Anliegen zum Durchbruch zu verhelfen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: „Totengräber“?! – Ruf bei der ÖVP: Das ist ein Skandal!
Da Kollege Gusenbauer am Nachmittag gesagt hat, Sie sind der Totengräber der ÖBB, sage ich: Mit der Vorgangsweise sind Sie der Totengräber der Demokratie! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: „Totengräber“?! – Ruf bei der ÖVP: Das ist ein Skandal!)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Murauer: Na bitte!
Voestalpine mit kräftigem Gewinnzuwachs aus einem um 12,6 Prozent gestiegenen Halbjahresumsatz; Steigerung des Betriebserfolges um sage und schreibe 62 Prozent im letzten halben Jahr. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Murauer: Na bitte!)
Ruf bei der ÖVP: Schwarze Zahlen!
Geschätzte Damen und Herren! Weiters heißt es: „Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ wurde „mehr als versechsfacht“. (Ruf bei der ÖVP: Schwarze Zahlen!) Das ist das beste Ergebnis in der Konzerngeschichte der voestalpine.
Neuerlicher Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Wir dürfen in Ruhe feststellen: Die voestalpine-Privatisierung ist eine Erfolgsstory. (Neuerlicher Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gaál: Sagen Sie das dem Herrn Gorbach!
Wir haben heftige Diskussionen geführt, Herr Kollege Keck, Herr Kollege Dobnigg. Ich möchte aber heute auch bei Ihnen Abbitte leisten: Ich halte Sie für sehr vernünftige Betriebsräte. Sie haben Ihre Kunden, obwohl wir heftige Diskussionen geführt haben, nicht bestreikt. Das unterscheidet Sie von den ÖBB-Betriebsräten. Ich bitte Sie sehr um Folgendes: Wirken Sie auf Herrn Haberzettl ein! Er soll zurück an den Verhandlungstisch kommen. Die Tür des Bundeskanzlers ist offen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gaál: Sagen Sie das dem Herrn Gorbach!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Freund: Wo ist der Nachteil der Privatisierung?
Abgeordneter Rainer Wimmer (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Kolleginnen! Liebe Kollegen! Kollege Missethon, natürlich ist die Voest ein hervorragendes Unternehmen. Deswegen hätten wir ja geglaubt, dass es notwendig ist, dass zumindest 25 Prozent plus eine Aktie in österreichischer Hand bleiben. Schade, dass das nicht gelungen ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Freund: Wo ist der Nachteil der Privatisierung?)
Abg. Freund: Hier wird gearbeitet!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Lieber Kollege Freund! Ich bin nicht ganz bei dir, wenn du meinst, es sei alles Liebe und Grießschmarren. – Vielleicht für euch von den Regierungsfraktionen, aber für uns von der Opposition ist dieser Ausschuss oftmals sehr mühevoll zu bewältigen. Hier wird vertagt, hier wird verzögert, hier wird natürlich oftmals hinausgeschoben, hier wird Zeit gewonnen, hier wird taktiert. (Abg. Freund: Hier wird gearbeitet!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Freund: Da nehmen wir sehr große Rücksicht!
Ich meine daher, dass gerade für diesen Ausschuss ein besonderes Minderheitenrecht zu gelten hätte, denn sonst, befürchte ich, wird dieser Ausschuss wirklich einmal zur Farce. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Freund: Da nehmen wir sehr große Rücksicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Grundsätzlich ein Hinweis: Es ist dem Land Niederösterreich in Zusammenarbeit mit dem Infrastrukturministerium gelungen, den gesamten Ausbau der Westbahn in Niederösterreich in einem Paket bis 2012 umzusetzen. Aus heutiger Sicht ist in diesem Ausbaupaket auch die Güterzugumfahrung St. Pölten enthalten. Die Bürger werden es lohnen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Freund: Bei den Grünen ganz ...!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der Stellenwert, den Sie Bürgerinitiativen und Petitionen einräumen, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, ist wirklich beschämend, kann ich nur sagen. (Abg. Freund: Bei den Grünen ganz ...!) Beschämend, weil Sie seit Jahren nicht dazu bereit sind, hier Ministerialbeamte beizuziehen oder zuzulassen, dass Minister in den Petitionsausschuss kommen, um die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger einmal wirklich ernst zu nehmen und konkret auch schon im Ausschuss zu prüfen. (Abg. Großruck: ... den Saustall ausmisten!)
Abg. Großruck: ... den Saustall ausmisten!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der Stellenwert, den Sie Bürgerinitiativen und Petitionen einräumen, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, ist wirklich beschämend, kann ich nur sagen. (Abg. Freund: Bei den Grünen ganz ...!) Beschämend, weil Sie seit Jahren nicht dazu bereit sind, hier Ministerialbeamte beizuziehen oder zuzulassen, dass Minister in den Petitionsausschuss kommen, um die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger einmal wirklich ernst zu nehmen und konkret auch schon im Ausschuss zu prüfen. (Abg. Großruck: ... den Saustall ausmisten!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ja, ich bin da!
Abgesehen sei davon, dass Ihre völlige Ignoranz, Kollege Scheuch, auch darin besteht, dass Sie Petitionen als Abgeordneter einbringen, hinter denen Sie überhaupt nicht stehen. Ich nenne hier nur die Petition Nr. 3 betreffend „Sichere Pensionen“, in der es zum Beispiel heißt – Kollege Scheuch, Sie haben sie eingebracht (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ja, ich bin da!) –: Die für Frauen und Mütter besonders benachteiligenden Reformschritte müssen zurückgenommen werden.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie selbst haben aber in diesem Plenum für diese Einschnitte für Mütter und Frauen gestimmt, anstatt im Sinne dieser Petition wirklich ernsthaft dieses Anliegen der Bürgerinnen und Bürger zu vertreten. Sie haben das nur eingebracht, und das ist völlig abgehoben und undemokratisch aus meiner Sicht. Wenn Sie nicht dahinter stehen, dann bringen Sie solch eine Petition nicht ein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Sie wissen vielleicht, dass gerade Österreich der wichtigste Direkt-Investor in Slowenien ist, dass mehr Österreicherinnen und Österreicher derzeit in Slowenien arbeiten als umgekehrt. Aber gleichzeitig sind wir immer noch nicht fähig, der slowenischen Volksgruppe in Österreich und den freien Radios – hier trifft beides zusammen – ordentlich, ernsthaft zuzuhören und ihnen im Parlament auch wirklich den notwendigen Rahmen zu gewähren, der ihnen zusteht, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Glauben Sie mir: Wir werden hart daran arbeiten und es wird uns gelingen, hier einen Schritt weiterzukommen. Es soll nicht mehr möglich sein, über die Bevölkerung, über Interessen, über soziale Ansprüche und über wichtige Anliegen zum Beispiel der österreichischen Minderheiten drüberzufahren. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Die Idee hier ist ein Novum. Die Situation ist Folgende: Wir sind der Ansicht, dass ein eigener Kinder- und Jugendausschuss selbst entscheiden können sollte, sich aus den anderen Fachausschüssen Vorlagen, wozu wir Stellungnahmen abgeben wollen, zu holen, das heißt, die eigene Tagesordnung selbst zu gestalten, die Stellungnahmen an die Fachausschüsse zurückleiten zu können und natürlich zu hoffen, dass diese in die Beratungen einfließen können. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Das wäre ein weiterer Schritt dazu, dass Kinder- und Jugendpolitik nicht nur mit Familienpolitik gemeinsam behandelt wird. Wir wissen, Kinder- und Jugendpolitik ist eine Querschnittsmaterie, ist fast in jedem Ausschuss ein Thema. Ein eigener Kinder- und Jugendausschuss in dieser Form könnte gewährleisten, dass wir als eigener beratender Ausschuss unterstützt von Expertinnen und Experten unser Wissen an die Fachausschüsse zurückgeben. Ich hoffe, dass Sie das positiv diskutieren können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Eine effiziente Vertretung und Umsetzung, das ist ein besonderes Anliegen der Österreichischen Volkspartei. Im Familienausschuss sind Kinder- und Jugendanliegen im Moment sehr gut aufgehoben. Das hat auch die letzte Ausschusssitzung gezeigt, in dem man immerhin vier Stunden lang über den Bericht über die Lage der Jugend ausführlich debattiert und danach zwei Entschließungsanträge die Jugend betreffend beraten hat. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben es nicht verstanden!
Abgeordneter Elmar Lichtenegger (Freiheitliche): Ich habe mir eigentlich mehr erwartet. Offensichtlich ist dieses Anliegen doch nicht so ernst zu nehmen. Sie haben in der Kürze Ihrer Ausführungen nur wenig Inhaltliches gebracht. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben es nicht verstanden!) – Ich habe es sehr wohl verstanden, und zwar auch semantisch, aber ich habe die Pragmatik nicht ganz verstanden. Mit uns kann man immer reden, und wir diskutieren das auch gerne, aber unserer Ansicht nach sind die Probleme der Jugend im Familienausschuss sehr gut aufgehoben sind. Wir haben immer wieder gute Vorschläge, und Sie sind herzlich eingeladen, im Familienausschuss mitzudiskutieren, Vorschläge mitzutragen. Ich glaube, wenn Sie das schaffen, dann könnten wir vielleicht in drei, vier Jahren über einen eigenen Kinder- und Jugendausschuss diskutieren.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir sind gerne bereit, Gespräche in diese Richtung zu führen. Wir sind immer offen für die Probleme der Jugendlichen und können sagen: Im Moment machen wir eine gute Arbeit für die Jugend im Familienausschuss und auch in der Regierung. Aber wir werden auf alle Fälle immer bereit sein, darüber zu diskutieren. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, wir sollten diesen Geschäftsordnungsantrag seriös behandeln und zumindest schauen, welche Möglichkeiten es gibt – auch wenn Sie sagen, es sei ausreichend, was es an gesetzlicher Normierung gibt –, die Interessen von Kindern und Jugendlichen im Parlament besser zu verankern. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fischer erhebt sich als Einziger nicht von seinem Platz. – Abg. Mag. Molterer spendet ihm demonstrativ Beifall.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Fristsetzungsantrag eintreten, um ein entsprechendes Zeichen der Zustimmung. (Abg. Dr. Fischer erhebt sich als Einziger nicht von seinem Platz. – Abg. Mag. Molterer spendet ihm demonstrativ Beifall.) – Das ist weitgehend mit großer Mehrheit beschlossen.