Eckdaten:
Für die 138. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 626 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von den Abgeordneten Mag. Walter Guggenberger, Mag. Herbert Haupt, Klara Motter, Theresia Haidlmayr, Dr. Erwin Rasinger und Dr. Alois Pumberger
Petition betreffend Hepatitis C (Ordnungsnummer 51) (überreicht von den Abgeordneten Mag. Walter Guggenberger, Mag. Herbert Haupt, Klara Motter, Theresia Haidlmayr, Dr. Erwin Rasinger und Dr. Alois Pumberger)
überreicht vom Abgeordneten Mag. Johann Ewald Stadler
Petition betreffend die Bekämpfung von sexuellem Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen (Ordnungsnummer 52) (überreicht vom Abgeordneten Mag. Johann Ewald Stadler)
überreicht vom Abgeordneten Georg Wurmitzer
Petition betreffend das bäuerliche Sozialversicherungsgesetz (Ordnungsnummer 53) (überreicht vom Abgeordneten Georg Wurmitzer)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich begrüße den neuen Kollegen sehr herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ
Hinter all diesen Zahlen stehen Schicksale – Schicksale von Kindern, die, wenn sie überhaupt überleben, ein Leben lang gezeichnet sind, ein Leben lang an den Folgen von Mißbrauch und Gewalt leiden werden. Es ist daher unser aller Aufgabe, Kinder vor Gewalt und Mißbrauch zu schützen, nicht wegzuschauen, sondern hinzuschauen (Beifall bei ÖVP und SPÖ), und vor allem, meine Damen und Herren, zu helfen!
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Die Zahl der aufgezeigten Gewaltdelikte ist sprunghaft angestiegen. Dennoch ist die Dunkelziffer erschreckend hoch. Die an die Studie anschließende breite öffentliche Diskussion hat auch zu konkreten Verbesserungen des Kinderschutzes in Österreich geführt. Ich erinnere mich noch genau daran, als im November 1992 die "Plattform gegen Gewalt in der Familie" ins Leben gerufen wurde. Es war dies eine meiner ersten Aktionen als Familienministerin, die ich setzen durfte und die wesentlich dazu beigetragen hat, daß vor allem jene Organisationen, die mit Gewalt in der Familie konfrontiert sind, die das täglich erleben, untereinander vernetzt werden und damit die Betreuung verbessern. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Mertel.
Meine Damen und Herren! Neben dem Opferschutz stellt auch die Auseinandersetzung mit den Tätern – gerade was sexuellen Mißbrauch betrifft – eine große Herausforderung dar, zumal die Täter in ihrer Kindheit oft selbst Opfer sexueller Gewalt waren. Es kann aber nicht angehen, meine Damen und Herren, daß für den Täter mehr Milde und Verständnis herrscht als für das Opfer! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Mertel.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es kann auch nicht angehen, meine Damen und Herren, daß Sexualdelikte in Österreich weniger geahndet werden als Eigentumsdelikte. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich zitiere: "Wiener verging sich in Thailand und Ungarn an hundert Opfern – nur drei Monate Haft. – Exemplarische Strafe für Bandenmitglied, Diebstahl drei Autos – vier Jahre Gefängnis." – Zitatende. Das, meine Damen und Herren, darf und soll nicht sein! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir können im Hinblick auf die Internationalisierung und Globalisierung von Verbrechen die Kinder nur dann schützen, wenn wir auch international und global agieren. In diesem Sinne müssen wir alle Anstrengungen unternehmen, um diesen Schutz, den die Kinder dringend brauchen, den sie verdienen und für den wir verantwortlich sind, auch zu gewährleisten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Für mich ist es eine Grundfrage der moralisch-ethischen Qualität unserer Gesellschaft, wie sensibel sie auf die Nöte von Schwachen eingeht. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wer Kinder vernachlässigt, sie mißbraucht, ihnen körperlichen, geistigen oder sexuellen Schaden zufügt, zerbricht ihre Seelen. Nur wenn es gelingt, den Teufelskreis von Armut und Gewalt zu unterbrechen, wird es auch Fortschritte geben. Auch die Kirchen, die Hilfswerke und zahlreiche Nichtregierungsorganisationen engagieren sich in diesem Bereich in vorbildlicher Weise. Ich möchte diese Gelegenheit dazu nützen, diesen Organisationen im Namen der Republik Österreich großen Dank und Anerkennung auszusprechen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die österreichische Außenpolitik versucht, in verschiedener Form Beiträge zu diesem Fortschritt zu leisten. Im Rahmen der Außenpolitik haben wir daher unter anderem den Kinderschutz als eine Priorität der österreichischen EU-Präsidentschaft definiert. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Mertel.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich selbst habe im Rahmen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit in Kenia, in Simbabwe und Nicaragua Projekte zur Berufsausbildung von Straßenkindern und in Äthiopien zur Resozialisierung von jugendlichen Prostituierten finanziert. In Ruanda finanzieren wir Projekte zur Resozialisierung jugendlicher Straftäter und zur Reintegration minderjähriger Soldaten. Wir arbeiten bei all diesen Projekten eng mit UNICEF und UNIDO zusammen. Sie sollten wissen, daß es mir ein ganz besonderes Anliegen war, eine Vernetzung der bi- und der multilateralen Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu finden. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Mertel.)
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Zu den bekannten Formen des Kindesmißbrauchs treten neue hinzu. Das Internet fördert die rasche Verbreitung kinderpornographischer Darstellungen. Nach allen bisherigen Erfahrungen bereitet der Konsum von Kinderpornographie in der Regel dem Kindesmißbrauch den Boden. Gerade diese neuen Proliferationsrisiken sind sehr schwer in den Griff zu bekommen. Das Internet darf nicht zum elektronischen Kontakttreff für Kindesmißbrauch werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aus diesem Grund fand am 2. und 3. September eine von Bundesminister Schüssel initiierte Arbeitstagung über den Kampf gegen die Kinderpornographie im Internet statt, die gemeinsam vom Außenministerium und vom Ministerium für Umwelt, Jugend und Familie organisiert wurde. Experten aus der Wirtschaft, dem öffentlichen Leben und der Wissenschaft diskutierten die technischen, juristischen und ethischen Aspekte. Die Ergebnisse werden in einer Sondernummer der "Außenpolitischen Dokumentation" erscheinen. Für die erste Jahreshälfte 1999 planen wir auch eine internationale Konferenz zu diesem Thema hier in Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Hohes Haus! In vielen Ländern der Welt bedürfen Kinder aber auch auf ganz anderem Gebiet unserer Hilfe: im Kampf gegen eine der feigsten Waffen unserer Zeit: Antipersonenminen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Ich bin daher sehr stolz darauf, daß Österreich zu den ersten Staaten gehört hat, die international für ein Totalverbot von Minen eintraten (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) – ich bin gleich fertig – und der Nationalrat 1996 mit den Stimmen der Abgeordneten aller Parteien das Verbotsgesetz beschlossen hat. Selbstverständlich wird es auch weitergehen mit der Ratifikation, und wir hoffen, daß die Hinterlegung der 40. Ratifikationsurkunde in New York in der Woche der Generalversammlung erfolgt, womit die Antipersonenminen-Konvention tatsächlich in Kraft treten könnte. Das wäre weiterhin ein großer Vorteil für Österreich. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich bin daher sehr stolz darauf, daß Österreich zu den ersten Staaten gehört hat, die international für ein Totalverbot von Minen eintraten (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) – ich bin gleich fertig – und der Nationalrat 1996 mit den Stimmen der Abgeordneten aller Parteien das Verbotsgesetz beschlossen hat. Selbstverständlich wird es auch weitergehen mit der Ratifikation, und wir hoffen, daß die Hinterlegung der 40. Ratifikationsurkunde in New York in der Woche der Generalversammlung erfolgt, womit die Antipersonenminen-Konvention tatsächlich in Kraft treten könnte. Das wäre weiterhin ein großer Vorteil für Österreich. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist ein Kasperltheater! So was! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen, bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Werte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrter Herr Minister! Herr Präsident! Hohes Haus! Und ich möchte auch die Zuseher dieser Fernseh-Übertragung begrüßen. (Abg. Scheibner: Das ist ein Kasperltheater! So was! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen, bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.) Die vehemente Bekämpfung von Kindesmißbrauch, Kinderschändung und Kinderpornographie stößt in diesem Haus auf breiteste Zustimmung. Auf Initiativen, die von ÖVP-Familienministerinnen vor Jahren gesetzt wurden, haben wir dann die österreichische Rechtslage auch verschärft und angepaßt. Wir haben in international vorbildlicher Weise bereits im Jahre 1994 den Kinderpornographie-Paragraphen eingeführt. Wir haben im § 64 Strafgesetzbuch österreichische Täter, die ihre Taten im Ausland begehen, Sextouristen, auch hier in Österreich strafbar gemacht. Auch das war international vorbildlich. Und wir haben vor allem auch die Strafen für Kinderschänder drastisch verschärft.
Beifall bei der ÖVP.
Die Rechtslage, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist gut. Ich fordere daher von hier aus die Richter und Staatsanwälte auf, diese Rechtslage auch voll auszunützen und für Täter keine Milde walten zu lassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin auch für eine Täterkartei von Kinderschändern, ähnlich wie sie in Großbritannien eingerichtet wurde. Es geht nicht an, daß Kinderschänder nach Abbüßung der Strafe noch als gefährliches Potential herumlaufen. (Beifall bei der ÖVP.) Selbstverständlich müssen wir bei dieser Täterarbeit auch die Therapie ins Auge fassen. Und ich erwarte daher bei einer künftigen Arbeitstagung im Familienministerium von den Ärzten Auskunft darüber, wie denn das fachlich zu bewerkstelligen ist, sodaß wir als Gesetzgeber darauf reagieren können.
Beifall bei der ÖVP.
Die EU-Präsidentschaft, meine sehr verehrten Damen und Herren, hat unser Vizekanzler Schüssel als Ratspräsident dazu genützt, dieses Thema international zu einem Schwerpunkt zu machen. Frau Staatssekretärin Ferrero hat bereits erläutert, daß es eine Arbeitstagung gab, bei der wir die Bekämpfung im Internet erarbeitet, erläutert und diesbezügliche Maßnahmen diskutiert haben. Es soll nicht dieses Medium verteufelt werden, sondern wir müssen die Täter, welche die Kinder und das Medium mißbrauchen, ausforschen, wir müssen zusammenarbeiten mit den Providern, und wir müssen die Täter streng bestrafen. Bei Kindesmißbrauch darf es keine Milde geben! Die EU-Präsidentschaft gibt uns die Möglichkeit, diesbezüglich international Prioritäten zu setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Selbstverständlich begrüßen ich und meine Fraktion es, daß wir uns heute mit dem Thema "Schutz des Kindes vor Gewalt und Kindesmißbrauch", der sich von der wirtschaftlichen Ausbeutung über den sexuellen Mißbrauch bis hin zum Verkauf der Organe von Kindern erstreckt, befassen. Daß das natürlich nicht ausschließlich eine Aktion des Außenministers sein kann, darin werden mir auch der Herr Außenminister und die Frau Staatssekretärin zustimmen. Es ist wichtig, daß bei internationalen Aktivitäten das Fachwissen aller einschlägigen österreichischen Stellen, insbesondere des Innenministers, der ja auch federführend bei der Erarbeitung der Initiative zur Bekämpfung der Kinderpornographie im Internet ist, eingebracht wird. Unser Innenminister Schlögl ist hier federführend, und ich danke ihm dafür, daß er Österreich in eine Vorreiterrolle in der Europäischen Union gebracht hat. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP
Bei unseren internationalen Aktivitäten dürfen wir natürlich den Kampf zur Abschaffung der Kinderarbeit nicht übersehen (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP) – 250 Millionen Kinder, meine Damen und Herren, arbeiten nach Schätzungen der Vereinten Nationen unter Bedingungen, die ihre Gesundheit dauerhaft schädigen! – sowie den Kampf für die Ächtung der Kinderarbeit und jener Länder, in denen diese stattfindet, und das sind nahezu alle asiatischen Staaten, viele afrikanische Staaten und nahezu alle Staaten Mittel- und Südamerikas.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es ist also unsere Aufgabe, deutliche Zeichen zum verbesserten Schutz der Kinder bei uns in Österreich, aber auch weltweit zu setzen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich stimme meinen Vorrednerinnen zu, daß es wichtig ist, Gewalt gegen Kinder in allen Formen zu bekämpfen. Ich frage mich nur, warum man das Naheliegende nicht tut. Sie alle reden von der Welt, die Sie neu ordnen werden, übersehen dabei aber, daß Sie eine Bundesregierung bilden, die die Kompetenz hätte, das zu tun. Sie übersehen (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel) – meine Redezeit beträgt nur fünf Minuten, Frau Kollegin, daher kann ich auf Ihren Zwischenruf nicht eingehen –, daß es in Ihrer Kompetenz liegt, und Sie übersehen, daß wir gerade – beginnend mit dem heurigen Jahr – eine Debatte über Herrn Mühl, einen vorbestraften Kinderschänder, geführt haben. Diese hat dazu geführt, daß nach wiederholten Vorstößen der Freiheitlichen hier im Parlament noch vor dem Sommer wenigstens eine kleine strafrechtliche Verschärfung durchgeführt worden ist. Sie haben sich aber nicht dazu aufraffen können, darüber hinaus auch noch den begleitenden Opferschutz für Kinder in Österreich zu verankern und damit eine lebenslange Führungsaufsicht für Täter, die sich an unseren Kindern vergehen. Zu dem, was in England, in Amerika und in vielen anderen Staaten selbstverständlich ist, können Sie sich nicht bequemen. Sie reden zwar über Afrika, schauen aber zu, wie schlechtgestellt die Kinder in unserem eigenen Land sind. Das sind die Dinge, die Sie sehr unglaubwürdig werden lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich stimme meinen Vorrednerinnen zu, daß es wichtig ist, Gewalt gegen Kinder in allen Formen zu bekämpfen. Ich frage mich nur, warum man das Naheliegende nicht tut. Sie alle reden von der Welt, die Sie neu ordnen werden, übersehen dabei aber, daß Sie eine Bundesregierung bilden, die die Kompetenz hätte, das zu tun. Sie übersehen (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel) – meine Redezeit beträgt nur fünf Minuten, Frau Kollegin, daher kann ich auf Ihren Zwischenruf nicht eingehen –, daß es in Ihrer Kompetenz liegt, und Sie übersehen, daß wir gerade – beginnend mit dem heurigen Jahr – eine Debatte über Herrn Mühl, einen vorbestraften Kinderschänder, geführt haben. Diese hat dazu geführt, daß nach wiederholten Vorstößen der Freiheitlichen hier im Parlament noch vor dem Sommer wenigstens eine kleine strafrechtliche Verschärfung durchgeführt worden ist. Sie haben sich aber nicht dazu aufraffen können, darüber hinaus auch noch den begleitenden Opferschutz für Kinder in Österreich zu verankern und damit eine lebenslange Führungsaufsicht für Täter, die sich an unseren Kindern vergehen. Zu dem, was in England, in Amerika und in vielen anderen Staaten selbstverständlich ist, können Sie sich nicht bequemen. Sie reden zwar über Afrika, schauen aber zu, wie schlechtgestellt die Kinder in unserem eigenen Land sind. Das sind die Dinge, die Sie sehr unglaubwürdig werden lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein weiterer Punkt: Wenn Sie sagen, daß Gewalt auf allen Ebenen bekämpft werden muß, dann frage ich mich, warum das Bundeskanzleramt einen Kunstkatalog für die Biennale mit Steuergeldern fördert, in dem eine Aufforderung zur Gewalt an Kindern enthalten ist: Ein kleines Kind ist dargestellt, nackt und mit gespreizten Beine, daneben ein Penis. Dergleichen subventioniert der Herr Bundeskanzler und schreibt noch ein Vorwort dazu. Dies wird bei internationalen Konferenzen aufgelegt, um unser Kulturverständnis darzulegen. Das ist Ihre christliche Einstellung, auch jene gegenüber der Familie und dem Kind. Es ist Heuchelei in Reinkultur, die Sie hier beim Rednerpult betreiben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind jene Möglichkeiten, die Sie als Regierungspartei haben, um dort gewissermaßen hineinzufahren und zu sagen: Wenn das privat passiert, können wir nichts machen, aber: Wir werden alles tun, daß nicht mit Steuergeldern und in staatlichen Institutionen Schwerverbrecher an unseren Kindern noch gefördert werden. Das wäre es gewesen, was Sie tun hätten sollen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Schwimmer: Er weiß genau: ohne Mühl-Bild! Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Abg. Dr. Fekter: Typisch Haider! – Abg. Dr. Schwimmer: Redet wider besseres Wissen!
Es geht noch weiter. Es gibt in der Sezession eine Ausstellung, in der das berühmte große Bild von Herrn Mühl ausgestellt ist. Mutter Teresa wird darauf in einer abwegigen Situation dargestellt. Die Frau Unterrichtsministerin findet nichts daran und läßt dieses Bild in einer staatlich geförderten Ausstellung ausstellen. Schulklassen werden hingetrieben, damit sie das anschauen müssen. Herr Außenminister Dr. Schüssel, der angeblich ein so großes Herz für Kinder hat, daß er zurzeit europaweit eine Kampagne veranstaltet, teilt mir in einer Anfragebeantwortung mit, daß das Außenministerium daran denkt, diese Ausstellung in der Sezession als Wanderausstellung im Ausland noch mit einem Betrag von 800 000 S zu subventionieren. (Abg. Dr. Schwimmer: Er weiß genau: ohne Mühl-Bild! Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Abg. Dr. Fekter: Typisch Haider! – Abg. Dr. Schwimmer: Redet wider besseres Wissen!) Meine Damen und Herren! Das ist Ihre Doppelzüngigkeit, die man einmal an den Pranger stellen muß! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es geht noch weiter. Es gibt in der Sezession eine Ausstellung, in der das berühmte große Bild von Herrn Mühl ausgestellt ist. Mutter Teresa wird darauf in einer abwegigen Situation dargestellt. Die Frau Unterrichtsministerin findet nichts daran und läßt dieses Bild in einer staatlich geförderten Ausstellung ausstellen. Schulklassen werden hingetrieben, damit sie das anschauen müssen. Herr Außenminister Dr. Schüssel, der angeblich ein so großes Herz für Kinder hat, daß er zurzeit europaweit eine Kampagne veranstaltet, teilt mir in einer Anfragebeantwortung mit, daß das Außenministerium daran denkt, diese Ausstellung in der Sezession als Wanderausstellung im Ausland noch mit einem Betrag von 800 000 S zu subventionieren. (Abg. Dr. Schwimmer: Er weiß genau: ohne Mühl-Bild! Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Abg. Dr. Fekter: Typisch Haider! – Abg. Dr. Schwimmer: Redet wider besseres Wissen!) Meine Damen und Herren! Das ist Ihre Doppelzüngigkeit, die man einmal an den Pranger stellen muß! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): Ich komme zum Schlußsatz und möchte Sie nur mehr fragen: Wann handeln Sie endlich, anstatt mit Millionen von Steuergeldern diese Art von Darstellungen und die Gewalt an Kindern zu fördern? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Dann gehen Sie in Ihre Bank zurück! Es zwingt Sie ja niemand! Außer der Frau Schmidt zwingt Sie niemand zu reden!
Abgeordnete Dr. Martina Gredler (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Die Rede, die wir soeben gehört haben, hat mich irritiert. Es ist für mich deshalb nicht angenehm, im Anschluß daran sprechen zu müssen. (Abg. Scheibner: Dann gehen Sie in Ihre Bank zurück! Es zwingt Sie ja niemand! Außer der Frau Schmidt zwingt Sie niemand zu reden!) Ein Teil dieser Rede ist ohnehin schon einmal vor dem Sommer gehalten und auch noch vor dem Sommer schon berichtigt worden. Ich möchte nicht näher darauf eingehen.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Was sagen Sie wirklich zu den Verhältnissen in Österreich?
Doch was ich vermisse, ist noch viel mehr als das: Kinder werden verkauft. Kinder werden gefoltert. Sie verhungern und werden ermordet. Sie verhungern. Ich habe bereits vor eineinhalb Jahren hier im Hohen Hause gesagt, man sollte sich über Hilfsprogramme in Nordkorea unterhalten, wo die Armut beziehungsweise der Hunger vor allen Dingen die Kinder betrifft. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was sagen Sie wirklich zu den Verhältnissen in Österreich?)
Abg. Mag. Stadler: Das ist wohl ein Unsinn! So ein Schwachsinn! Bei den Katholiken wird niemand beschnitten! So ein Unsinn, den Sie hier verzapfen! Mit religiösen Gründen hat das bei den Katholiken überhaupt nichts zu tun! In moslemischen Ländern ja, aber nicht bei den Katholiken! So ein Unsinn!
Von der Beschneidung von Frauen sind weltweit 135 Millionen Frauen und Mädchen betroffen. Das entspricht fast der Anzahl jener Frauen, die in der Europäischen Union leben. In 40 Ländern wird Frauenbeschneidung durchgeführt. Als Rechtfertigung werden oftmals religiöse Gründe angegeben; in den Religionsgemeinschaften der Moslems, der Katholiken, der Protestanten und der Kopten werden Frauenbeschneidungen durchgeführt. (Abg. Mag. Stadler: Das ist wohl ein Unsinn! So ein Schwachsinn! Bei den Katholiken wird niemand beschnitten! So ein Unsinn, den Sie hier verzapfen! Mit religiösen Gründen hat das bei den Katholiken überhaupt nichts zu tun! In moslemischen Ländern ja, aber nicht bei den Katholiken! So ein Unsinn!)
Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Aber auf der anderen Seite unternehmen wir in Österreich viel zu wenig gegen diese grausigen Folterungen von Mädchen und Frauen. Ich würde mir wünschen, daß wir dies EU-weit als Asylgrund einführen. Wenn eine Frau mit ihren Töchtern flüchtet, weil sie beschnitten werden sollen, dann sollten wir das als Asylgrund akzeptieren. (Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Das ist in den USA und in Kanada vor den Gerichten bereits durchgefochten worden. Meiner Meinung nach sollten wir uns dafür einsetzen, daß eine entsprechende Maßnahme gesetzt wird. Herr Bundesminister Schlögl, Sie sind jetzt anwesend, daher: Ich würde mir wünschen, Sie könnten eine derartige Initiative setzen.
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Frau Staatssekretärin! Ich würde mir wünschen, daß auch wir uns der weltweiten Ächtung der Verwendung von Kindern im Krieg anschließen und diesbezügliche Initiativen gesetzt werden. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist eine Vorgangsweise, die nur dazu dient, den Schein zu wahren, denn inhaltlich entstehen keinerlei Verpflichtungen. Seit 1986 ist die ÖVP in der Bundesregierung, 1989 ist dieses Dokument unterzeichnet worden. Ich frage mich, warum sich jemand bei sich selbst beschwert, daß weltweit nichts zum Schutz von Kindern geschieht, wenn selbst ein so weiches Instrument wie die Kinderrechtskonvention – denn dort sind noch keine individuellen Rechte oder Möglichkeiten für Kinder verankert, sondern nur Staaten verpflichten sich – innerstaatlich nicht geachtet wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Die Abgeordneten Dr. Fekter und Dr. Khol: Das haben wir doch getan!
Meine Damen und Herren! Jetzt schreiben wir das Jahr 1998. Es ist das "Jahr der Menschenrechte", 50 Jahre sind seit der Unterzeichnung der Menschenrechtsdeklaration vergangen. Seit 40 Jahren ist Österreich Mitglied beim Europarat. Heuer habe ich auch von den Koalitionsparteien, insbesondere von der ÖVP-Fraktion, von ihrem Außenminister Dr. Schüssel und auch von der Frau Staatssekretärin, nichts davon gehört, daß Österreich daran denkt, diese so butterweiche Kinderrechtskonvention ernsthaft in innerstaatliches Recht umzusetzen. (Die Abgeordneten Dr. Fekter und Dr. Khol: Das haben wir doch getan!)
Abg. Dr. Fekter: Nennen Sie einen Punkt, der nicht umgesetzt worden ist! Nennen Sie nur einen einzigen Punkt! Welcher Punkt, Frau Kollegin Stoisits? Sie können keinen einzigen Punkt nennen, der nicht umgesetzt ist!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Frau Dr. Fekter! Lieber Herr Klubobmann! (Abg. Dr. Fekter: Nennen Sie einen Punkt, der nicht umgesetzt worden ist! Nennen Sie nur einen einzigen Punkt! Welcher Punkt, Frau Kollegin Stoisits? Sie können keinen einzigen Punkt nennen, der nicht umgesetzt ist!) Es ist ein bißchen wenig, im Fernsehen und weil der Tag so nett ist, über Kinderrechte zu sprechen. Wenn es aber um das Eingemachte geht, nämlich darum, unser eigenes Land zu binden und zu verpflichten, um damit anderen – und das ist für mich das Wesentliche – ein Beispiel zu sein, dann setzen Sie keine Initiative.
Abg. Dr. Fekter: Kritisieren dürfen Sie schon! Aber das, was wir gemacht haben, dürfen wir nicht erwähnen?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Jetzt komme ich auf die Ausführungen von Kollegin Rauch-Kallat zurück, die an dieser Stelle die großen Verdienste ihrer Partei um Kinderschutz und Krisenzentren gewürdigt hat. Für mich ist dies ja eigentlich das, was Politiker und Politikerinnen zu tun haben. Denn es geht nicht darum, sich selbst für das zu loben, was getan wurde – dafür werden wir schließlich bezahlt, daß wir Kinder schützen. Dann hat sie sich ja selbst verraten, als es um die Umsetzung ging. (Abg. Dr. Fekter: Kritisieren dürfen Sie schon! Aber das, was wir gemacht haben, dürfen wir nicht erwähnen?) Dann hat sie nämlich gesagt: Die Bundesländer haben sich bereit erklärt, Kinderschutzzentren, Kinderanwälte einzurichten. Sie haben sich bereit erklärt, das zu machen. Ja, genauso ist es, sie haben sich bereit erklärt. Da setzt man irgendwo einen Mann beziehungsweise eine Frau ein, der/die die Funktion eines Kinderanwaltes oder einer Kinderanwältin erfüllt, und das ist es. (Abg. Rosemarie Bauer: Sie wissen nicht einmal, was es schon alles gibt!)
Abg. Rosemarie Bauer: Sie wissen nicht einmal, was es schon alles gibt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Jetzt komme ich auf die Ausführungen von Kollegin Rauch-Kallat zurück, die an dieser Stelle die großen Verdienste ihrer Partei um Kinderschutz und Krisenzentren gewürdigt hat. Für mich ist dies ja eigentlich das, was Politiker und Politikerinnen zu tun haben. Denn es geht nicht darum, sich selbst für das zu loben, was getan wurde – dafür werden wir schließlich bezahlt, daß wir Kinder schützen. Dann hat sie sich ja selbst verraten, als es um die Umsetzung ging. (Abg. Dr. Fekter: Kritisieren dürfen Sie schon! Aber das, was wir gemacht haben, dürfen wir nicht erwähnen?) Dann hat sie nämlich gesagt: Die Bundesländer haben sich bereit erklärt, Kinderschutzzentren, Kinderanwälte einzurichten. Sie haben sich bereit erklärt, das zu machen. Ja, genauso ist es, sie haben sich bereit erklärt. Da setzt man irgendwo einen Mann beziehungsweise eine Frau ein, der/die die Funktion eines Kinderanwaltes oder einer Kinderanwältin erfüllt, und das ist es. (Abg. Rosemarie Bauer: Sie wissen nicht einmal, was es schon alles gibt!)
Abg. Steibl: Das stimmt überhaupt nicht!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Herr Präsident! Finanziell sind die Kinder- und Jugendanwaltschaften so schlechtgestellt (Abg. Steibl: Das stimmt überhaupt nicht!), daß sie sich zwar bemühen können und sich die Seele aus dem Leib arbeiten, aber dies allein ist zu wenig. Ihre Aufgabe im EU-Präsidentschaftsjahr ist es, dafür zu sorgen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Herr Präsident! Finanziell sind die Kinder- und Jugendanwaltschaften so schlechtgestellt (Abg. Steibl: Das stimmt überhaupt nicht!), daß sie sich zwar bemühen können und sich die Seele aus dem Leib arbeiten, aber dies allein ist zu wenig. Ihre Aufgabe im EU-Präsidentschaftsjahr ist es, dafür zu sorgen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Abg. Dr. Haider: Bundeskanzleramt habe ich gesagt!
Bundesminister für Inneres Mag. Karl Schlögl: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Ich habe leider nur 5 Minuten zur Verfügung. In 5 Minuten kann man zu diesem Thema leider nicht sehr ausführlich Stellung nehmen. Ich möchte aber vorerst folgendes klar festhalten: Ich schließe aus, daß die Aussagen des Herrn Abgeordneten Haider stimmen, nämlich daß das österreichische Innenministerium während meiner Amtszeit irgendwelche Studien über Sex im Internet mit 1,5 Millionen Schilling unterstützt hat. Ich kann das von meiner Seite her ausschließen. (Abg. Dr. Haider: Bundeskanzleramt habe ich gesagt!) Ich habe das so empfunden, als ob Sie meinen, daß das seitens des Innenministeriums gefördert wird. Das schließe ich bitte eindeutig aus. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Bundeskanzleramt habe ich gesagt! Da gibt es eine Anfrage!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Bundeskanzleramt habe ich gesagt! Da gibt es eine Anfrage!
Bundesminister für Inneres Mag. Karl Schlögl: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Ich habe leider nur 5 Minuten zur Verfügung. In 5 Minuten kann man zu diesem Thema leider nicht sehr ausführlich Stellung nehmen. Ich möchte aber vorerst folgendes klar festhalten: Ich schließe aus, daß die Aussagen des Herrn Abgeordneten Haider stimmen, nämlich daß das österreichische Innenministerium während meiner Amtszeit irgendwelche Studien über Sex im Internet mit 1,5 Millionen Schilling unterstützt hat. Ich kann das von meiner Seite her ausschließen. (Abg. Dr. Haider: Bundeskanzleramt habe ich gesagt!) Ich habe das so empfunden, als ob Sie meinen, daß das seitens des Innenministeriums gefördert wird. Das schließe ich bitte eindeutig aus. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Bundeskanzleramt habe ich gesagt! Da gibt es eine Anfrage!)
Abg. Dr. Haider: Ich gebe Ihnen dann eine Anfragebeantwortung vom Herrn Bundeskanzler, die gestern gekommen ist!
Herr Abgeordneter Haider! (Abg. Dr. Haider: Ich gebe Ihnen dann eine Anfragebeantwortung vom Herrn Bundeskanzler, die gestern gekommen ist!) Genauso möchte ich die Aussagen zurückweisen, wonach die österreichische Bundesregierung und das österreichische Parlament in Sachen Kinderschutz in den letzten Jahren nichts getan hätten. Gerade das Gegenteil ist der Fall: Es gibt eine Vielzahl von Initiativen, die von diesem Haus ausgegangen sind, die von der Bundesregierung umgesetzt wurden und das Ziel hatten, das Leben von Kindern und Jugendlichen in Österreich soweit wie möglich zu schützen, sie vor Leid zu bewahren und ihnen zu helfen.
Abg. Schaffenrath: Gegen die Stimmen der Freiheitlichen!
Ich möchte nur auf zwei Initiativen eingehen, die mir sehr, sehr wichtig zu sein scheinen: Eine Initiative ist das Opferschutzgesetz, das Gesetz gegen Gewalt in der Familie und gegen Gewalt an Frauen. Dieses Gesetz ist mit 1. Mai vorigen Jahres in Kraft getreten (Abg. Schaffenrath: Gegen die Stimmen der Freiheitlichen!) und gibt endlich der österreichischen Exekutive die Möglichkeit, wenn es solche Auseinandersetzungen, wenn es solche Gefahrenherde in der Familie und gegen Frauen gibt, einzuschreiten. Die bisherigen Erfolge waren sehr, sehr gut. Allein in den letzten eineinviertel Jahren ist es gelungen, mehr als 1 500 Wegweisungen durchzuführen. Damit konnten wir wesentlich dazu beitragen, daß es zu weniger Gewalt, zu weniger Haß und Auseinandersetzungen in der Familie gekommen ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich möchte nur auf zwei Initiativen eingehen, die mir sehr, sehr wichtig zu sein scheinen: Eine Initiative ist das Opferschutzgesetz, das Gesetz gegen Gewalt in der Familie und gegen Gewalt an Frauen. Dieses Gesetz ist mit 1. Mai vorigen Jahres in Kraft getreten (Abg. Schaffenrath: Gegen die Stimmen der Freiheitlichen!) und gibt endlich der österreichischen Exekutive die Möglichkeit, wenn es solche Auseinandersetzungen, wenn es solche Gefahrenherde in der Familie und gegen Frauen gibt, einzuschreiten. Die bisherigen Erfolge waren sehr, sehr gut. Allein in den letzten eineinviertel Jahren ist es gelungen, mehr als 1 500 Wegweisungen durchzuführen. Damit konnten wir wesentlich dazu beitragen, daß es zu weniger Gewalt, zu weniger Haß und Auseinandersetzungen in der Familie gekommen ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zweitens: Wir werden alles daransetzen, eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden bei grenzüberschreitenden Ermittlungen zu erreichen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich glaube, daß all dies – nationale und internationale Maßnahmen, die eingeleitet wurden – wichtige Bausteine sind, die in die richtige Richtung weisen. Ich gebe zu, daß noch vieles getan werden muß, um den schrecklichen Mißbrauch von Kindern zu verhindern. Aber die Entwicklung ist auf guten Schienen, und wir können sie gemeinsam erfolgreich umsetzen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Ein Großteil schon, aber nicht die Freiheitlichen!
Abgeordneter Dr. Michael Spindelegger (ÖVP): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Ich habe mir erwartet, daß, wenn uns die Frau Staatssekretärin heute vorlegt, welche außenpolitischen Initiativen unmittelbar während der Präsidentschaft Österreichs gesetzt werden sollen, ein Großteil dieses Hauses auch seine Zustimmung dazu geben wird. (Abg. Dr. Fekter: Ein Großteil schon, aber nicht die Freiheitlichen!)
Abg. Dr. Haider: Das muß ja in die Öffentlichkeit kommen!
Wie zu erwarten war, hat jedoch die Freiheitliche Partei diesen Auftritt Dr. Haiders dazu benützt, nicht auf die außenpolitischen Initiativen, sondern auf die Kunstdebatte in Österreich einzugehen. (Abg. Dr. Haider: Das muß ja in die Öffentlichkeit kommen!) Eine Frage, die sich dazu erhebt, ist: Kennen Sie, Herr Dr. Haider, das Thema dieser Aktuellen Stunde nicht? Oder haben Sie dazu nichts zu sagen? (Abg. Dr. Fekter: Typisch Haider!) Ich glaube, das letztere ist der Fall. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Typisch Haider!
Wie zu erwarten war, hat jedoch die Freiheitliche Partei diesen Auftritt Dr. Haiders dazu benützt, nicht auf die außenpolitischen Initiativen, sondern auf die Kunstdebatte in Österreich einzugehen. (Abg. Dr. Haider: Das muß ja in die Öffentlichkeit kommen!) Eine Frage, die sich dazu erhebt, ist: Kennen Sie, Herr Dr. Haider, das Thema dieser Aktuellen Stunde nicht? Oder haben Sie dazu nichts zu sagen? (Abg. Dr. Fekter: Typisch Haider!) Ich glaube, das letztere ist der Fall. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wie zu erwarten war, hat jedoch die Freiheitliche Partei diesen Auftritt Dr. Haiders dazu benützt, nicht auf die außenpolitischen Initiativen, sondern auf die Kunstdebatte in Österreich einzugehen. (Abg. Dr. Haider: Das muß ja in die Öffentlichkeit kommen!) Eine Frage, die sich dazu erhebt, ist: Kennen Sie, Herr Dr. Haider, das Thema dieser Aktuellen Stunde nicht? Oder haben Sie dazu nichts zu sagen? (Abg. Dr. Fekter: Typisch Haider!) Ich glaube, das letztere ist der Fall. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Typisch Haider!
Aber wenn Sie schon darauf eingehen, dann darf das auch nicht so stehenbleiben, wie Sie das hier dargestellt haben. Sie haben erklärt, daß Frau Bundesministerin Gehrer die Mühl-Bilder in der Secession mit finanziellen Mitteln ihres Ressorts unterstützt hätte. Sie zitieren eine parlamentarische Anfrage, aus deren Beantwortung genau das Gegenteil hervorgeht. Ich zitiere Frau Bundesministerin Gehrer: "Die Ausstellung wurde weder mit den genannten Projektmitteln noch mit anderen Mitteln meines Ressorts gefördert." – Meine Damen und Herren! Das ist Faktum, und das darf ich einmal festhalten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Typisch Haider!)
Ruf bei der ÖVP: Aha!
Zum zweiten haben Sie Herrn Mühl mit seinen Bildern zu Ihrem ausdrücklichen Gegner erklärt. Das ist legitim. Was Sie nicht erwähnt haben, ist, daß Ihr Europaabgeordneter Sichrovsky in der Kommunenzeit des Herrn Mühl dort bezahlte Beratertätigkeit durchgeführt hat. (Ruf bei der ÖVP: Aha!) Ein interessantes Detail, meine Damen und Herren! Übrigens jener Herr Sichrovsky, der Österreich im Europäischen Parlament vertritt, seinen Wohnsitz in Los Angeles hat und für die FPÖ in Washington arbeitet. Eine großartige Personalsituation der FPÖ, meine Damen und Herren! Bemerkenswert! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zum zweiten haben Sie Herrn Mühl mit seinen Bildern zu Ihrem ausdrücklichen Gegner erklärt. Das ist legitim. Was Sie nicht erwähnt haben, ist, daß Ihr Europaabgeordneter Sichrovsky in der Kommunenzeit des Herrn Mühl dort bezahlte Beratertätigkeit durchgeführt hat. (Ruf bei der ÖVP: Aha!) Ein interessantes Detail, meine Damen und Herren! Übrigens jener Herr Sichrovsky, der Österreich im Europäischen Parlament vertritt, seinen Wohnsitz in Los Angeles hat und für die FPÖ in Washington arbeitet. Eine großartige Personalsituation der FPÖ, meine Damen und Herren! Bemerkenswert! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Gerade in der FPÖ!
Wenn Sie schon auf die Frage der Kinderpornographie in Österreich eingehen: Derzeit läuft, wie ich den "NÖN" entnehme, ein Prozeß in Wiener Neustadt, in dem ein Gemeinderat der FPÖ beschuldigt wird, Kinderpornos im Internet verbreitet zu haben. (Abg. Dr. Fekter: Gerade in der FPÖ!) Meine Damen und Herren! Ich würde einmal sagen: Machen Sie Ordnung in Ihrer Partei! Dazu haben Sie allen Anlaß. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn Sie schon auf die Frage der Kinderpornographie in Österreich eingehen: Derzeit läuft, wie ich den "NÖN" entnehme, ein Prozeß in Wiener Neustadt, in dem ein Gemeinderat der FPÖ beschuldigt wird, Kinderpornos im Internet verbreitet zu haben. (Abg. Dr. Fekter: Gerade in der FPÖ!) Meine Damen und Herren! Ich würde einmal sagen: Machen Sie Ordnung in Ihrer Partei! Dazu haben Sie allen Anlaß. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, daß es auch sehr wichtig ist, das Bewußtsein in Richtung des Schutzes des Kindes zu sensibilisieren. Wenn der Herr Außenminister in seiner Rede vor der UNO-Generalversammlung im Rahmen der Präsidentschaft mit ein wenig mehr Gewicht als ausschließlich dem des österreichischen Außenministers den Schutz des Kindes in das Zentrum stellen kann, dann ist das, so meine ich, ein gewaltiger Schritt nach vorne. Das sollten wir alle begrüßen, meine Damen und Herren, und nicht mit anderen Details hier aufwarten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte daher auch für meine Fraktion festhalten, daß sich das Ziel, eine solide, aber auch initiative Präsidentschaft zu signalisieren, in der Realität in einem sehr guten Stadium befindet. Ich glaube auch, daß wir zuversichtlich sein können, daß diese österreichische Präsidentschaft eine starke Präsidentschaft und dem Ansehen Österreichs sehr dienlich sein wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Was war eine Unwahrheit?
Abgeordnete Inge Jäger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ohne Zweifel gehören die Ausbeutung, die Mißhandlung und der Mißbrauch von Kindern zu den abscheulichsten Verbrechen der menschlichen Gesellschaft. Und deswegen, Herr Dr. Haider, ist dieses Thema zu ernst für billige Polemik und Unwahrheiten. (Abg. Mag. Schweitzer: Was war eine Unwahrheit?) Ich würde mich für so eine Rede schämen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Inge Jäger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ohne Zweifel gehören die Ausbeutung, die Mißhandlung und der Mißbrauch von Kindern zu den abscheulichsten Verbrechen der menschlichen Gesellschaft. Und deswegen, Herr Dr. Haider, ist dieses Thema zu ernst für billige Polemik und Unwahrheiten. (Abg. Mag. Schweitzer: Was war eine Unwahrheit?) Ich würde mich für so eine Rede schämen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Was war denn nicht wahr?
Ich bin froh darüber, daß Österreich als eines der ersten europäischen Länder schon im Vorjahr im Zusammenhang mit dem Sextourismus ein Gesetz geschaffen hat, wonach auch strafbare Handlungen, die im Ausland gesetzt worden sind, geahndet werden. Das haben wir einer Initiative von Klubobmann Kostelka zu verdanken. Weiters geht es auf eine Initiative von Innenminister Schlögl zurück, daß Österreich auf internationaler Ebene Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderpornographie im Internet gesetzt hat. (Abg. Mag. Schweitzer: Was war denn nicht wahr?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Was tut die EU dagegen?
Es ist heute schon angesprochen worden: Ein großes Drama ist die Kinderarbeit. Kinderarbeit ist sowohl die Folge als auch der Grund von Armut. Nach Berichten der Internationalen Arbeitsorganisation ILO und der UNICEF arbeiten zirka 250 Millionen Kinder zwischen fünf und 15 Jahren unter ausbeuterischen und gefährlichen Bedingungen. Es gibt von Kindern hergestellte Teppiche in unseren Geschäften, desgleichen von Kindern hergestellte Fußbälle! Für uns gilt, daß wir dieses Thema aufgreifen, daß wir jene Initiativen unterstützen, die das Verbot dieser gefährlichsten Formen von Kinderarbeit garantieren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Was tut die EU dagegen?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ein besonderer Schwerpunkt muß bei allen internationalen Initiativen gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern gesetzt werden. Dies ist wirklich eines der schlimmsten Verbrechen. Verbrecherringe verdienen mit Kinderprostitution, Kinderpornographie und Kinderhandel Milliarden. Man muß das im Zusammenhang mit der katastrophalen Lebenssituation der Kinder sehen. Männer aus westlichen Industrieländern fahren in diese Länder und benützen diese Kinder. Ich meine, daß wir einerseits dieses Thema noch viel mehr ins Bewußtsein bringen müssen, daß es andererseits aber auch noch mehr internationale Gesetze zum Kampf gegen dieses unglaubliche Verbrechen geben muß. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte noch einmal betonen: Ich denke, wir haben mit ein paar Gesetzen schon den Anfang gesetzt. Dies muß aber noch weitergeführt werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Tichy-Schreder: Herr Dr. Stadler!
Herr Kollege Spindelegger! Sie haben übersehen, daß es Ihr Außenminister ist – ich muß das herzeigen, Anfragebeantwortung (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe) –, Ihr Außenminister Schüssel – das ist der mit der Masche, falls Sie das vergessen haben –, der diese Ausstellung des Herrn Mühl seit Jahren fördert. Das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten ist das Ministerium Ihres Herrn Schüssel. Stadt Wien, ÖBB und Erste Oesterreichische Spar-Casse – das ist Ihre Sparkasse, die ist im Nahbereich der Österreichischen Volkspartei – fördern die Ausstellungen des Herrn Mühl. Frau Gehrer hat sie im Museum für angewandte Kunst – ressortzuständig Frau Elisabeth Gehrer, die angeblich christlichsozial gesinnt ist – eröffnet, meine Damen und Herren! (Abg. Tichy-Schreder: Herr Dr. Stadler!) Sie war auch in der Secession. Sie hat gesagt, sie habe das Bild mit der Mutter Teresa gar nicht gesehen. Sie ist also offensichtlich mit Scheuklappen durch dieses Museum marschiert. Sie habe die Dinge nicht gesehen. Sie fördern sie, Sie bezahlen sie, und da tun Sie so, als ob Sie nichts damit zu tun hätten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Spindelegger! Sie haben übersehen, daß es Ihr Außenminister ist – ich muß das herzeigen, Anfragebeantwortung (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe) –, Ihr Außenminister Schüssel – das ist der mit der Masche, falls Sie das vergessen haben –, der diese Ausstellung des Herrn Mühl seit Jahren fördert. Das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten ist das Ministerium Ihres Herrn Schüssel. Stadt Wien, ÖBB und Erste Oesterreichische Spar-Casse – das ist Ihre Sparkasse, die ist im Nahbereich der Österreichischen Volkspartei – fördern die Ausstellungen des Herrn Mühl. Frau Gehrer hat sie im Museum für angewandte Kunst – ressortzuständig Frau Elisabeth Gehrer, die angeblich christlichsozial gesinnt ist – eröffnet, meine Damen und Herren! (Abg. Tichy-Schreder: Herr Dr. Stadler!) Sie war auch in der Secession. Sie hat gesagt, sie habe das Bild mit der Mutter Teresa gar nicht gesehen. Sie ist also offensichtlich mit Scheuklappen durch dieses Museum marschiert. Sie habe die Dinge nicht gesehen. Sie fördern sie, Sie bezahlen sie, und da tun Sie so, als ob Sie nichts damit zu tun hätten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.
Sie haben offensichtlich auch nichts mit dem Biennalekatalog zu tun, den Herr Kollege Haider schon erwähnt hat. Darin ist jenes Bild, zu dem Sie geschwiegen haben. Es ist Ihre Bundesregierung, darin sitzen Ihre Leute und haben zu verantworten, daß solche Ferkeleien vor einem internationalen Publikum präsentiert werden. (Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.) Biennalekatalog, Frau Tichy-Schreder! Schauen Sie sich das einmal an! Werden Sie ein bißchen rot dabei und genieren Sie sich dafür, daß Ihre Regierung so etwas finanziert! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben offensichtlich auch nichts mit dem Biennalekatalog zu tun, den Herr Kollege Haider schon erwähnt hat. Darin ist jenes Bild, zu dem Sie geschwiegen haben. Es ist Ihre Bundesregierung, darin sitzen Ihre Leute und haben zu verantworten, daß solche Ferkeleien vor einem internationalen Publikum präsentiert werden. (Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.) Biennalekatalog, Frau Tichy-Schreder! Schauen Sie sich das einmal an! Werden Sie ein bißchen rot dabei und genieren Sie sich dafür, daß Ihre Regierung so etwas finanziert! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Im Jahre 1996 – ich nenne Ihnen die Zahlen, Frau Tichy-Schreder, vielleicht können Sie mit Zahlen mehr anfangen als mit Kinderfotos – 900 000 S, 1997 1,5 Millionen Schilling, 1998 1,5 Millionen Schilling. Das sind an die 4 Millionen Schilling an Steuergeld, das Sie für diese Schweinereien ausgegeben haben, meine Damen und Herren! Da sind Sie dabei, und dann spielen Sie sich als Moralapostel auf! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Kampichler hält eine Ausgabe der "Niederösterreichischen Nachrichten" mit der Überschrift in die Höhe: "Kinderporno im Internet ein ,FPÖ-Racheakt‘?" – Abg. Dr. Schwimmer: FPÖler bringen Kinderpornos!
Ich möchte gar nicht auf die Debatte um das Buch "Babyficken" von Herrn Urs Allemann zurückkommen, meine Damen und Herren. Da hat sich die ÖVP voll ins Geschirr geworfen für den Herrn Allemann, damit er den Bachmann-Preis bekommt, sogar den Staatspreis hat er für sein Buch "Babyficken" bekommen. Sie sind erst aufgewacht. (Abg. Kampichler hält eine Ausgabe der "Niederösterreichischen Nachrichten" mit der Überschrift in die Höhe: "Kinderporno im Internet ein ,FPÖ-Racheakt‘?" – Abg. Dr. Schwimmer: FPÖler bringen Kinderpornos!) Sie, Herr Kollege Schwimmer, haben sich noch nie um irgendeinen Kinderschutz gekümmert. Noch nie! Außer daß Sie abkassieren wollen, waren Ihnen das Parlament und die Anliegen der Bevölkerung noch nie einen Pfifferling wert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte gar nicht auf die Debatte um das Buch "Babyficken" von Herrn Urs Allemann zurückkommen, meine Damen und Herren. Da hat sich die ÖVP voll ins Geschirr geworfen für den Herrn Allemann, damit er den Bachmann-Preis bekommt, sogar den Staatspreis hat er für sein Buch "Babyficken" bekommen. Sie sind erst aufgewacht. (Abg. Kampichler hält eine Ausgabe der "Niederösterreichischen Nachrichten" mit der Überschrift in die Höhe: "Kinderporno im Internet ein ,FPÖ-Racheakt‘?" – Abg. Dr. Schwimmer: FPÖler bringen Kinderpornos!) Sie, Herr Kollege Schwimmer, haben sich noch nie um irgendeinen Kinderschutz gekümmert. Noch nie! Außer daß Sie abkassieren wollen, waren Ihnen das Parlament und die Anliegen der Bevölkerung noch nie einen Pfifferling wert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben die Leute verlacht. Damals war eine Dame da, die insgesamt 150 000 Unterschriften gesammelt hatte. Wir haben vor der Sommerpause eine Petition mit 212 000 Unterschriften eingebracht. Jetzt sind Sie aufgewacht. Am Abend wird der Faule fleißig, Herr Kollege Khol. Jetzt sind Sie aufgewacht. Jetzt tun Sie so, als ob Sie auf internationaler Ebene etwas tun müßten. In Moçambique müssen Sie die Kinder schützen, Sie müssen sie überall schützen, nur in Österreich tun Sie nichts, meine Damen und Herren! Sie sind säumig, das ist Ihr Problem. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: In Ihrer eigenen Partei! – Abg. Kampichler: Herr Stadler! Sie sind nicht glaubwürdig! Es glaubt Ihnen keiner etwas! Sie müssen vor Ihrer Tür kehren!
Er sagte vor wenigen Tagen in einer Presseaussendung, daß man im eigenen Land, im nationalen Recht beginnen müsse, Kindesmißbrauch zu bekämpfen. Wo sind Ihre längeren Verjährungsfristen bei Kindesmißbrauch? Wo sind sie? Wo sind Ihre Bestimmungen für längere Strafen? Wo ist die lebenslange Führungsaufsicht, die mittlerweile – man höre und staune! – im August auch schon der Justizsprecher der sozialdemokratischen Fraktion forderte. Man muß geradezu staunen. Herr Jarolim spricht sich plötzlich für eine Meldepflicht von Sexualstraftätern aus, also dafür, daß diese nach der Haftentlassung überwacht werden müssen, und zwar ständig. Das heißt soviel wie lebenslänglich. Willkommen an Bord, Herr Kollege Jarolim! Lang haben Sie gebraucht. 212 000 Unterschriften der FPÖ haben doch etwas bewirkt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: In Ihrer eigenen Partei! – Abg. Kampichler: Herr Stadler! Sie sind nicht glaubwürdig! Es glaubt Ihnen keiner etwas! Sie müssen vor Ihrer Tür kehren!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Wissen Sie was, Herr Kollege: Packen Sie Ihre Zeitung ein und kümmern Sie sich um die Verurteilungen, die Sie gerade als übler Nachredner ausgefaßt haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Es ist beabsichtigt, 800 000 S für die Wanderausstellung zur Verfügung zu stellen! Da gehört das Bild dazu!
Ich möchte sagen, es hat das Außenministerium ganz klar in einer Anfragebeantwortung Stellung genommen. Ich lese Ihnen gerne noch einmal eine Frage dazu vor. (Abg. Dr. Haider: Es ist beabsichtigt, 800 000 S für die Wanderausstellung zur Verfügung zu stellen! Da gehört das Bild dazu!) Wenn Sie es auswendig können, hätten Sie es hier nicht anbringen müssen. Darf ich meine kurze Redezeit hier auch nützen.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Es ist international üblich, daß Außenministerien oder die gemäß der innerstaatlichen Regelung sonst zuständigen Behörden repräsentative Werkschauen der bildenden Kunst bei Auslandstourneen finanziell unterstützen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Vielleicht können Sie auch einen Moment zuhören! (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. – Rufe bei ÖVP und SPÖ: Zuhören! – Abg. Dr. Haider: Wanderausstellung mit der Mutter-Teresa-Fickerei! Eine Wanderausstellung, wo die Mutter Teresa als fickendes Wesen dargestellt wird! – Abg. Mag. Stadler: Das ist repräsentativ? Sind Sie noch zu retten? Das ist doch nicht repräsentativ für Österreich!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. – Rufe bei ÖVP und SPÖ: Zuhören! – Abg. Dr. Haider: Wanderausstellung mit der Mutter-Teresa-Fickerei! Eine Wanderausstellung, wo die Mutter Teresa als fickendes Wesen dargestellt wird! – Abg. Mag. Stadler: Das ist repräsentativ? Sind Sie noch zu retten? Das ist doch nicht repräsentativ für Österreich!
Es ist international üblich, daß Außenministerien oder die gemäß der innerstaatlichen Regelung sonst zuständigen Behörden repräsentative Werkschauen der bildenden Kunst bei Auslandstourneen finanziell unterstützen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Vielleicht können Sie auch einen Moment zuhören! (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. – Rufe bei ÖVP und SPÖ: Zuhören! – Abg. Dr. Haider: Wanderausstellung mit der Mutter-Teresa-Fickerei! Eine Wanderausstellung, wo die Mutter Teresa als fickendes Wesen dargestellt wird! – Abg. Mag. Stadler: Das ist repräsentativ? Sind Sie noch zu retten? Das ist doch nicht repräsentativ für Österreich!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich möchte folgendes sagen – jetzt hören Sie einmal zu! –: Ich finde es doch sehr erstaunlich, daß Sie bei einer außenpolitischen Debatte über den Schutz der Kinder nicht ein einziges Wort über Kinder sagten. Offensichtlich hat Sie das nicht interessiert! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist unerhört, was die Frau Staatssekretärin verzapft! – Abg. Dr. Haider: Außenpolitische Förderung einer Ausstellung!
Bitte, Frau Staatssekretärin. (Abg. Mag. Stadler: Das ist unerhört, was die Frau Staatssekretärin verzapft! – Abg. Dr. Haider: Außenpolitische Förderung einer Ausstellung!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ in Richtung Freiheitliche: Hören Sie einmal zu!
Staatssekretärin im Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita-Maria Ferrero-Waldner (fortsetzend): Herr Präsident! Ich habe nicht vor, hier in eine Kunstdebatte einzutreten. Diese ist bereits abgeführt worden. Ich habe aber sehr wohl vor, hier in eine außenpolitische Debatte über den Kinderschutz einzutreten. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ in Richtung Freiheitliche: Hören Sie einmal zu!) Und da – es ist bereits in der Debatte gesagt worden – sollten Sie eigentlich froh sein, wenn Österreich in der Ratspräsidentschaft die Chance ergreift, Österreich in Europa und in der Welt besser darzustellen. Der Schutz der Kinder müßte auch Ihnen angelegen sein, ist es aber offensichtlich nicht. – Danke, Herr Präsident. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Staatssekretärin im Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita-Maria Ferrero-Waldner (fortsetzend): Herr Präsident! Ich habe nicht vor, hier in eine Kunstdebatte einzutreten. Diese ist bereits abgeführt worden. Ich habe aber sehr wohl vor, hier in eine außenpolitische Debatte über den Kinderschutz einzutreten. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ in Richtung Freiheitliche: Hören Sie einmal zu!) Und da – es ist bereits in der Debatte gesagt worden – sollten Sie eigentlich froh sein, wenn Österreich in der Ratspräsidentschaft die Chance ergreift, Österreich in Europa und in der Welt besser darzustellen. Der Schutz der Kinder müßte auch Ihnen angelegen sein, ist es aber offensichtlich nicht. – Danke, Herr Präsident. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Haider – in Richtung Staatssekretärin Dr. Ferrero-Waldner –: Das war jetzt wirklich nicht okay! Ihr Außenministerium fördert eine Ausstellung im Ausland, wo diese Ungeheuerlichkeiten drin sind! Das ist Ihr Ressort! – Abg. Mag. Stadler: Das ist ja nicht repräsentativ für Österreich! Distanzieren Sie sich davon, daß Mühl repräsentativ für Österreich ist! Das kann doch nicht Ihr Ernst sein! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Klara Motter. – Bitte. (Abg. Dr. Haider – in Richtung Staatssekretärin Dr. Ferrero-Waldner –: Das war jetzt wirklich nicht okay! Ihr Außenministerium fördert eine Ausstellung im Ausland, wo diese Ungeheuerlichkeiten drin sind! Das ist Ihr Ressort! – Abg. Mag. Stadler: Das ist ja nicht repräsentativ für Österreich! Distanzieren Sie sich davon, daß Mühl repräsentativ für Österreich ist! Das kann doch nicht Ihr Ernst sein! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.
Abgeordnete Klara Motter (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist sehr schwer, bei dieser Stimmung hier im Hohen Haus auf eine sachliche Ebene zurückzukommen. Ich möchte es aber trotzdem versuchen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
So gut, so recht. Was ich aber heute bei allen gutgemeinten Vorschlägen, bei aller Beweihräucherung von seiten der ÖVP-Frauen feststellen und hinterfragen muß, ist, warum Österreich bis heute diese Ratifizierung nicht durchgeführt hat, die sicherlich wesentlich dazu beitragen würde, daß Kinderarbeit in allen Ländern noch stärker hintangehalten würde. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Tichy-Schreder: Frau Kollegin! Es gibt auch die Länder!
Frau Kollegin Rauch-Kallat und auch Frau Kollegin Mertel! Ob Meldestellen, Frauenhäuser, private Institutionen und so weiter, die den Opferschutz gewährleisten sollen, effizient arbeiten können, wenn wir nicht die nötigen Mittel dazu bereitstellen, ist ebenfalls zu hinterfragen. Im Budgetvoranschlag 1999 ist leider, wie wir wissen, wenig dafür vorgesehen. Schöne Worte, meine Damen und Herren, ersetzen leider keine notwendigen Mittel. (Abg. Tichy-Schreder: Frau Kollegin! Es gibt auch die Länder!) Auch die Länder brauchen das Geld, und Sie wissen genau, wie es dort aussieht.
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Ich könnte noch viel zu diesem Thema sagen. Leider ist die Redezeit vorbei. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Werte Frau Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dank an die KollegInnen vom Liberalen Forum und von der Sozialdemokratischen Partei für die sehr sachlichen Beiträge. Ich bin erschüttert über die restliche Debatte. Es ist heuchlerisch und widerlich, wie Sie hier ein Spiel mit der Angst um Kinder veranstalten, wo Sie doch genau wissen, daß alle Eltern in Österreich – egal, ob sie rot, blau, schwarz, grün oder sonst einer Farbe anhängen – die gleiche Angst um ihre Kinder teilen, daß das, worüber wir hier diskutieren sollten, keine Frage der Parteipolitik ist. (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.
Dennoch sei mir folgende Anmerkung erlaubt – und das ist das Problem, das es auch so schwierig macht –: Alle Eltern – und auch viele von Ihnen, nehme ich an, sind Eltern – teilen diese Angst, aber trotzdem passiert Gewalt gegenüber Kindern, um nur diesen einen Teilbereich herauszunehmen, zumeist im familiären Bereich. Und das macht es auch für uns so schwierig, mit diesem Thema ernst und seriös umzugehen. Da ist weit und breit keine Rede von Ihrem Herrn Mühl und seinen Eskapaden, Herr Kollege Stadler. Es ist widerlich und heuchlerisch, was Sie hier aufgeführt haben, und es hat mit dem Thema, über das wir diskutieren sollten, überhaupt nichts zu tun. (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Stadler: Zu Ihrem Mühl!
Wenn wir das alles im Kontext diskutieren würden, aber wirklich alles, Herr Kollege Stadler ... (Abg. Mag. Stadler: Zu Ihrem Mühl!) Das ist nicht "unser Mühl". Es ist Ihr Sichrovsky und nicht unser Mühl! (Abg. Mag. Stadler: Das ist euer Mühl!) Herr Kollege Stadler! Ich bin nicht bereit, auf diesem primitiven Niveau mit Ihnen zu diskutieren. (Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist euer Mühl!
Wenn wir das alles im Kontext diskutieren würden, aber wirklich alles, Herr Kollege Stadler ... (Abg. Mag. Stadler: Zu Ihrem Mühl!) Das ist nicht "unser Mühl". Es ist Ihr Sichrovsky und nicht unser Mühl! (Abg. Mag. Stadler: Das ist euer Mühl!) Herr Kollege Stadler! Ich bin nicht bereit, auf diesem primitiven Niveau mit Ihnen zu diskutieren. (Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn wir das alles im Kontext diskutieren würden, aber wirklich alles, Herr Kollege Stadler ... (Abg. Mag. Stadler: Zu Ihrem Mühl!) Das ist nicht "unser Mühl". Es ist Ihr Sichrovsky und nicht unser Mühl! (Abg. Mag. Stadler: Das ist euer Mühl!) Herr Kollege Stadler! Ich bin nicht bereit, auf diesem primitiven Niveau mit Ihnen zu diskutieren. (Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner
Ich sage nur: Es ist, wenn wir diese Debatte ernsthaft führen wollen, notwendig, alle Aspekte herauszugreifen. Ich bin daher dankbar, Frau Kollegin Gredler, daß Sie den Aspekt der Kinder im Militär herausgestrichen haben. Aber es wäre beispielsweise auch von seiten der österreichischen Bundesregierung zu erwarten, daß sie sich nicht nur stolz berühmt, jetzt endlich das Verbot von Personenminen durchgesetzt zu haben, sondern allgemein alle Minen verbietet (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner) und selbstverständlich auch den Schutz der Kinder im Krieg sicherstellt. Es ist notwendig, daß man alle Minen verbietet und nicht nur die Personenminen, denn egal, ob Kinder von einer Panzermine oder von einer Personenmine getötet werden – sie sind tot. Das wären auch Initiativen, die von seiten der österreichischen Politik gesetzt werden könnten. Sie sollten weniger Spiel mit der Angst, sondern Politik betreiben. Das fordern wir! (Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich sage nur: Es ist, wenn wir diese Debatte ernsthaft führen wollen, notwendig, alle Aspekte herauszugreifen. Ich bin daher dankbar, Frau Kollegin Gredler, daß Sie den Aspekt der Kinder im Militär herausgestrichen haben. Aber es wäre beispielsweise auch von seiten der österreichischen Bundesregierung zu erwarten, daß sie sich nicht nur stolz berühmt, jetzt endlich das Verbot von Personenminen durchgesetzt zu haben, sondern allgemein alle Minen verbietet (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner) und selbstverständlich auch den Schutz der Kinder im Krieg sicherstellt. Es ist notwendig, daß man alle Minen verbietet und nicht nur die Personenminen, denn egal, ob Kinder von einer Panzermine oder von einer Personenmine getötet werden – sie sind tot. Das wären auch Initiativen, die von seiten der österreichischen Politik gesetzt werden könnten. Sie sollten weniger Spiel mit der Angst, sondern Politik betreiben. Das fordern wir! (Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Was ist da geschäftsordnungsmäßig?
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (fortsetzend): Das geschäftsordnungsmäßige Verlangen, Herr Präsident, ist, daß diese Debatte als erster Schritt der Aufklärung sofort und unverzüglich aufgenommen wird und parlamentarische Vorspiele, die am Wesentlichen vorbeigehen, nämlich die politische und die administrative Verantwortung festzumachen, nicht mehr weitergeführt werden. (Abg. Mag. Stadler: Was ist da geschäftsordnungsmäßig?)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! In Anbetracht der Tatsache, daß der Verdacht besteht, daß dem Parlament ein nicht richtiger Bericht vorgelegt wurde und auch der Herr Bundeskanzler gestern abend noch vom Herrn Wirtschaftsminister zu einem Gespräch vor der Veröffentlichung seiner jüngsten Version beigezogen wurde, haben wir Grund zur Annahme, daß der Herr Bundeskanzler mitbeteiligt ist an der Falschinformation, die hier gegeben wurde (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), an einer Falschinformation, die über das hinausgeht, was Frau Kollegin Petrovic gesagt hat, denn seit zwei Jahren, seit 1996 ...
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich beantrage eine Sonderpräsidiale, um die entsprechende Vorgangsweise festzulegen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Der Umstand, daß er erklärt, ist akzeptiert worden, nicht die Erklärung! Herr Präsident, ich lege Wert darauf!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Daher erhält jetzt Herr Bundesminister Farnleitner das Wort, um die von ihm begehrte und von der Präsidialsitzung akzeptierte Erklärung abzugeben. – Bitte, Herr Bundesminister. (Abg. Mag. Stadler: Der Umstand, daß er erklärt, ist akzeptiert worden, nicht die Erklärung! Herr Präsident, ich lege Wert darauf!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe von Anfang an eine objektive Prüfung aller Vorgänge verlangt. (Beifall bei der ÖVP.) Mein Gespräch mit dem Herrn Bundeskanzler, Herr Klubobmann, war der bloße Anruf, daß ich aufgrund der mir vorliegenden neuen Informationen sofort ins Fernsehen gehen werde. Das war alles, was wir am Telephon miteinander gesprochen haben. (Abg. Dr. Haider: "Zufällig" vor der Debatte!)
Abg. Dr. Haider: "Zufällig" vor der Debatte!
Ich habe von Anfang an eine objektive Prüfung aller Vorgänge verlangt. (Beifall bei der ÖVP.) Mein Gespräch mit dem Herrn Bundeskanzler, Herr Klubobmann, war der bloße Anruf, daß ich aufgrund der mir vorliegenden neuen Informationen sofort ins Fernsehen gehen werde. Das war alles, was wir am Telephon miteinander gesprochen haben. (Abg. Dr. Haider: "Zufällig" vor der Debatte!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich bekenne mich nach wie vor dazu, daß wir den Angehörigen der verunglückten Bergleute und der österreichischen Öffentlichkeit eine lückenlose Aufklärung aller Vorgänge schuldig sind. Das Grubenunglück von Lassing vom 17. Juli 1998 hat zehn Bergleuten das Leben gekostet. Nur ein Mann, Georg Hainzl, konnte lebend aus der Grube geborgen werden. Für die Angehörigen und Freunde der im Bergwerk verbliebenen zehn Männer können wir nur Worte des Mitgefühls finden und alle unsere Kraft einsetzen, um ihren Schmerz zu lindern und sie zumindest materiell abzusichern. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Aber auch Georg Hainzl gilt mein persönliches Mitgefühl. Er wird vermutlich lange Zeit brauchen, um dieses traumatische Erlebnis zu verkraften. (Neuerlicher Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Finanzminister Edlinger und ich haben am 3. August im Einvernehmen mit Bundeskanzler Klima und Vizekanzler Schüssel in einer Vereinbarung festgehalten, daß der Bund für die Kosten der Rettungs- und Bergungsarbeiten, unbeschadet allfälliger Regreßansprüche, in Vorlage tritt. Wenn wir unser Versprechen an die Angehörigen, die Bergung der zehn vermißten Männer durchzuführen, ernst nehmen, müssen wir auch die finanziellen Voraussetzungen dafür schaffen, daß eine Bergung nicht an Liquiditätsengpässen eines Unternehmens scheitert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Hohes Haus! Wir können den Schmerz der Hinterbliebenen über den Verlust der geliebten Menschen nicht lindern. Das mindeste, was wir aber für die betroffenen Angehörigen und Anrainer tun können, ist, ihnen wenigsten die materiellen Sorgen abzunehmen. Ich darf an dieser Stelle dem Land Steiermark und der Frau Landeshauptmann Klasnic meinen Dank dafür aussprechen, daß in rascher und unbürokratischer Weise Hilfsmaßnahmen für die Angehörigen und Anrainer eingeleitet worden sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte auch den zahlreichen Privatpersonen im In- und Ausland danken, die ihr Mitgefühl und ihre Großherzigkeit mit umfangreichen Spenden bewiesen haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch dem Rettungsteam noch einmal danken, denn ich habe selten erlebt, daß unter solchem Streß, unter permanenter Verletzung aller arbeitsrechtlichen Vorschriften, ohne jede Ruhepause gearbeitet wurde. Ich glaube, man kann erst im nachhinein, wenn man das alles miterlebt hat, ermessen, was diese Truppe ausgehalten hat. Daher allen, auch den freiwilligen Helfern, herzlichen Dank! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Gestatten Sie mir auch ein klärendes Wort zu den für heute angekündigten Demonstrationen auf dem Ballhausplatz. Ich habe im Zuge der Verhandlungen über das Berggesetz vor Zeugen an die Bergbehörde Weisung gegeben, daß keine anhängigen Verfahren nach altem, also geltendem Recht abgeschlossen werden dürfen. Entgegen dieser Weisung wurden in laufenden Fällen von Gewinnungsbewilligungsverfahren Genehmigungen erteilt. Auch in diesem Fall werden wir alles daran setzen, daß aus diesen Schritten keine Schäden für Anrainer, Gemeinden und Natur entstehen, und es wird auch die notwendigen disziplinarrechtlichen Konsequenzen geben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich bin im Zuge der Ereignisse in Lassing wiederholt von Mitgliedern der Oppositionsparteien zum Rücktritt aufgefordert worden. Ich betone nochmals: Es ist nicht mein Verständnis von politischer Verantwortung, mich in einer schwierigen Situation vor der Verantwortung zu drücken oder drücken zu lassen. Meine Aufgabe ist es vielmehr, zur Bewältigung der Probleme beizutragen und konsequent die Umsetzung der dazu notwendigen Maßnahmen voranzutreiben. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist typisch!
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich habe während der Ausführungen des Herrn Bundesministers festgestellt, daß sein uns mündlich gegebener Bericht auch schriftlich vorliegt – allerdings nur den Klubobleuten der Regierungsfraktionen und den Medienvertretern. Ich halte fest, daß ich es für richtig halte, daß die Medienvertreter diesen Bericht auch in schriftlicher Form haben. Aber ich empfinde es als Desavouierung des Parlaments, daß hier mit zweierlei Maß gemessen wird und man es offenbar nicht für notwendig hält, den Parlamentariern – und insbesondere jenen der Opposition – diesen Bericht auch schriftlich vorzulegen. (Abg. Mag. Stadler: Das ist typisch!)
Abg. Mag. Barmüller: Das ist eine "Spezialität" des Ministers!
Ich ersuche daher, für eine umgehende Vervielfältigung Sorge zu tragen, sodaß wir dasselbe Service genießen können, wie Sie es offensichtlich für die Öffentlichkeitsarbeit, aber nicht für das Parlament bereitstellen. (Abg. Mag. Barmüller: Das ist eine "Spezialität" des Ministers!)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Der Herr Bundesminister möchte dazu kurz Stellung nehmen. – Bitte, Herr Minister. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Wabl: Den eigenen Klubs?! Sie sind doch Minister dieser Republik! Unglaublich! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Frau Abgeordnete Schmidt! Meine Mitarbeiter und ich haben bis kurz vor acht Uhr an dieser Rede gearbeitet, weil es noch einige Unterlagen durchzusehen galt. Wir haben deshalb nur wenige Exemplare zur Verfügung gestellt. Ich bitte um Verständnis dafür, daß die ersten vier Exemplare, die kopiert wurden, rasch den eigenen Klubs zur Verfügung gestellt wurden. (Abg. Wabl: Den eigenen Klubs?! Sie sind doch Minister dieser Republik! Unglaublich! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Ich meinte: den Regierungsklubs.
Beifall bei der ÖVP.
Die Druckmaschine im Haus läuft, und ich nehme an, daß die fehlenden Exemplare im Laufe der Sitzung allen Abgeordneten zur Verfügung gestellt werden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Bundesminister! Auch ich sähe es als gute parlamentarische Gepflogenheit an, wenn alle Fraktionen diesen Bericht bekommen könnten. Ich bitte Sie, jetzt die Vervielfältigung zu veranlassen und den Bericht auch den Oppositionsparteien zur Verfügung zu stellen. (Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum) (zur Geschäftsbehandlung): Ich meine schon, daß man es nicht unwidersprochen lassen kann, daß ein Minister von der Regierungsbank aus – noch dazu in solch einer Frage – von seinen Fraktionen redet, wenn er seinen Bericht nur den Regierungsfraktionen zur Verfügung stellt. Tatsache ist: Es ist doch üblich, wenn schon etwas Derartiges passiert, daß zumindest alle Klubobleute diesen Bericht erhalten müssen. Herr Minister, offener hätten Sie gar nicht sagen können, wie befangen Sie anscheinend sind. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Maitz: Das findet ja schon statt!
Ich wiederhole daher meinen Antrag: Ich verlasse mich nicht mehr auf das Wohlwollen des Herrn Ministers und "seiner" Fraktionen, sondern ich beantrage, daß eine umgehende Vervielfältigung stattfindet und die Abgeordneten den Bericht auch zur Verfügung gestellt bekommen. (Abg. Dr. Maitz: Das findet ja schon statt!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es ist ein trauriger Anlaß, der uns heute zu dieser Debatte zusammengeführt hat, nämlich das tragische Unglück von Lassing, das zehn Menschenleben gekostet hat. Ich glaube, wir sollten vor Beginn dieser Debatte auch von seiten des Parlaments all den Angehörigen der Opfer und den Geschädigten unser aufrichtiges Beileid und Mitgefühl aussprechen und ihnen versichern, daß wir als Parlamentarier, als Volksvertreter, alles daran setzen werden, um nicht nur die materielle Not zu lindern – das menschliche Leid können wir nicht lindern –, sondern auch die Hintergründe, die zu diesem tragischen Unglück geführt haben, restlos aufzuklären. Das, meine Damen und Herren, ist die Verantwortung dieses Hauses. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Brinek: Das hat er nicht gesagt!
Wer ausgeharrt hat, um die dritte Nachrichtensendung des ORF, die "Zeit im Bild 3", mitzuverfolgen, hat den Sachverhalt aber plötzlich von einem Verantwortlichen der Bergbehörde ganz anders dargestellt bekommen. Man konnte dann nämlich vernehmen, daß besagter Stollen, die Scheibe 1a, sehr wohl in den Plänen eingezeichnet war, daß es eine Genehmigung für diesen Stollen gegeben hat und daß man sehr vorsichtig damit sein sollte, diese Bauten schon jetzt als Ursache für dieses Grubenunglück zu bezeichnen, was Sie, Herr Minister, ja taxfrei sofort in der Öffentlichkeit getan haben. (Abg. Dr. Brinek: Das hat er nicht gesagt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der ÖVP: Bei der Wahrheit bleiben!
Weiters haben Sie sich – wie auch jetzt in dieser Debatte – hinter den Gesetzen versteckt, Sie haben sich hinter irgendwelchen mangelnden Informationen und Verfehlungen der Firma versteckt. Und Sie haben sich letztlich an Ihrer Behörde und an den Mitarbeitern Ihrer Behörde abgeputzt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der ÖVP: Bei der Wahrheit bleiben!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Bundesminister! Sie haben vor allem auch der Öffentlichkeit und den Betroffenen in Lassing wieder einmal bewußt die Unwahrheit gesagt. Die Fakten liegen vor. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die Fakten liegen vor, meine Damen und Herren von der ÖVP! Sie sollten endlich von dieser parteitaktischen Vorgangsweise abgehen, sich unbedingt hinter einen Minister, der schwere Verfehlungen zu verantworten hat, zu stellen. Das wäre doch interessant. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafter Protest bei der ÖVP.) Seien Sie einmal Volksvertreter und nicht Erfüllungsgehilfen einer Regierung und eines Ministers! Das wäre Ihre Verantwortung in diesem Fall. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Brinek und Dr. Maitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafter Protest bei der ÖVP.
Herr Bundesminister! Sie haben vor allem auch der Öffentlichkeit und den Betroffenen in Lassing wieder einmal bewußt die Unwahrheit gesagt. Die Fakten liegen vor. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die Fakten liegen vor, meine Damen und Herren von der ÖVP! Sie sollten endlich von dieser parteitaktischen Vorgangsweise abgehen, sich unbedingt hinter einen Minister, der schwere Verfehlungen zu verantworten hat, zu stellen. Das wäre doch interessant. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafter Protest bei der ÖVP.) Seien Sie einmal Volksvertreter und nicht Erfüllungsgehilfen einer Regierung und eines Ministers! Das wäre Ihre Verantwortung in diesem Fall. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Brinek und Dr. Maitz.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Brinek und Dr. Maitz.
Herr Bundesminister! Sie haben vor allem auch der Öffentlichkeit und den Betroffenen in Lassing wieder einmal bewußt die Unwahrheit gesagt. Die Fakten liegen vor. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die Fakten liegen vor, meine Damen und Herren von der ÖVP! Sie sollten endlich von dieser parteitaktischen Vorgangsweise abgehen, sich unbedingt hinter einen Minister, der schwere Verfehlungen zu verantworten hat, zu stellen. Das wäre doch interessant. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafter Protest bei der ÖVP.) Seien Sie einmal Volksvertreter und nicht Erfüllungsgehilfen einer Regierung und eines Ministers! Das wäre Ihre Verantwortung in diesem Fall. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Brinek und Dr. Maitz.)
Bundesminister Dr. Farnleitner spricht mit dem an der Regierungsbank stehenden Abg. Dr. Khol. – Abg. Dr. Haider: Kann man den Herrn Wirtschaftsminister zuhören lassen?!
Herr Wirtschaftsminister! Am 11. März ... (Bundesminister Dr. Farnleitner spricht mit dem an der Regierungsbank stehenden Abg. Dr. Khol. – Abg. Dr. Haider: Kann man den Herrn Wirtschaftsminister zuhören lassen?!) Ich kann mir schon vorstellen, daß Sie jetzt Einflüsterungen des ÖVP-Klubobmannes brauchen, aber vielleicht hören Sie einmal zu und nehmen dann zu diesen Dingen Stellung.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Sie haben dieses Faktum, das bekannt war und mit diesem Unglück nach derzeitigem Wissensstand nichts zu tun hat, zum Anlaß genommen, um kurz vor der heutigen Parlamentsdebatte ein Ablenkungsmanöver auf dem Rücken Ihrer Beamten zu starten, und Sie haben der Öffentlichkeit bewußt die Unwahrheit gesagt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Seit zwölf Jahren gibt es diese Reform, bestehen diese Maßnahmen lediglich auf dem Papier! – Wo war denn der Herr Bundeskanzler mit seiner Koordinierungskompetenz im Katastrophenfall und im Krisenfall? War das keine Katastrophe, Herr Wirtschaftsminister?! War das wirklich ein, wie Sie gesagt haben, begrenztes Grubenunglück, das jeden Tag passieren kann, bei dem man von außen zusehen sollte, wie es die Firma bewältigt, bei dem die Bergbehörde nicht einmal die Kompetenz hat, Absperrungen vorzunehmen, ein Unfall, bei dem die Bergbehörde ein finanzielles Pouvoir von sage und schreibe 5 000 S hat und bei dem Sie, Herr Wirtschaftsminister, zwar von außen gute Tips geben, aber nicht einmal in der Lage sind, klare Kompetenzen zur Bewältigung dieses Unglücks zu schaffen, etwa einen Einsatzleiter zu bestimmen?! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Herr Wirtschaftsminister! Was haben denn Sie selbst tatsächlich getan? (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.) Ich sagen Ihnen in aller Deutlichkeit: Wir brauchen keine Minister und Politiker, die sich hinter ihren Behörden und Beamten verstecken! Wir brauchen auch keine Minister, die sich hinter jenen Firmen verstecken, die sie kontrollieren sollten! Wir brauchen auch keine Minister, die die Bevölkerung falsch informieren, sondern wir brauchen Politiker, die Verantwortung tragen, die Kompetenz an sich ziehen, Entscheidungen treffen, und diese, wenn es notwendig ist, auch rasch umsetzen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Wirtschaftsminister! Was haben denn Sie selbst tatsächlich getan? (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.) Ich sagen Ihnen in aller Deutlichkeit: Wir brauchen keine Minister und Politiker, die sich hinter ihren Behörden und Beamten verstecken! Wir brauchen auch keine Minister, die sich hinter jenen Firmen verstecken, die sie kontrollieren sollten! Wir brauchen auch keine Minister, die die Bevölkerung falsch informieren, sondern wir brauchen Politiker, die Verantwortung tragen, die Kompetenz an sich ziehen, Entscheidungen treffen, und diese, wenn es notwendig ist, auch rasch umsetzen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Den Bergleuten und Einsatzkräften können Sie diesbezüglich keinen Vorwurf machen. Diese Leute sind keine Medienprofis und haben nicht gelernt, damit richtig umzugehen. Aber Sie hätten die Verantwortung gehabt, rechtzeitig einzugreifen, anstatt, nachdem Ihre Stellungnahmen im "Medienkasten" waren, mit Ihren Presseexperten wieder abzurauschen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sollten auch einmal überlegen, welche Maßnahmen in Zukunft zu ergreifen sind, damit das geeignete Bohrgerät nicht über verschlungene Wege und Pfade beschafft werden muß, und es nicht notwendig ist, über öffentliche Aufrufe Spezialkameras anzufordern. Es darf in Zukunft einfach nicht mehr zur Kenntnis genommen werden, daß die öffentlichen Stellen in Österreich am Freitag nachmittag zusperren und die Krisenbewältigung von bürokratischer Seite auf den nächsten Montag verschoben wird. Das ist wirklich entbehrlich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Maitz: Ihre!
Herr Wirtschaftsminister! Entbehrlich waren auch Ihre Wortspenden in dieser konfliktreichen Situation. (Abg. Dr. Maitz: Ihre!) Ihre Äußerungen waren skandalös und haben deutlich gezeigt, wie Sie mit diesem Unglück umgehen. Was haben Sie denn da nicht alles gesagt! Auch Sie haben alle elf Bergleute für tot erklärt. Sie haben auf Vorwürfe wörtlich geantwortet, daß wir eben in der Vergangenheit zu wenig Unfälle gehabt hätten, um ein passendes Krisenmanagement einzurichten. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das gibt es ja gar nicht! – Abg. Mag. Stadler: Das ist das größte!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das gibt es ja gar nicht! – Abg. Mag. Stadler: Das ist das größte!
Herr Wirtschaftsminister! Entbehrlich waren auch Ihre Wortspenden in dieser konfliktreichen Situation. (Abg. Dr. Maitz: Ihre!) Ihre Äußerungen waren skandalös und haben deutlich gezeigt, wie Sie mit diesem Unglück umgehen. Was haben Sie denn da nicht alles gesagt! Auch Sie haben alle elf Bergleute für tot erklärt. Sie haben auf Vorwürfe wörtlich geantwortet, daß wir eben in der Vergangenheit zu wenig Unfälle gehabt hätten, um ein passendes Krisenmanagement einzurichten. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das gibt es ja gar nicht! – Abg. Mag. Stadler: Das ist das größte!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wünschen Sie sich etwa mehr Unglücksfälle dieser Art? Muß denn in diesem Land immer erst etwas passieren, damit etwas passiert?! – Das sind doch skandalöse Aussagen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Wirtschaftskämmerer!
Sie haben außerdem gesagt, das Geschäft gehe weiter. Lassing sei eben zu Ihrer Tätigkeit dazugekommen. Sie haben dann noch zynisch angemerkt, daß Sie eines versichern könnten, nämlich daß nicht überprüft werde, ob die Arbeitszeitgesetze bei den Rettungsmaßnahmen eingehalten worden seien. – Vielen Dank für solche Äußerungen! Das zeigt, Herr Wirtschaftsminister (Abg. Mag. Stadler: Wirtschaftskämmerer!), daß Ihnen, wie wir schon öfter zur Kenntnis nehmen mußten, das Gefühl für Ihr Amt und vor allem für die Menschen fehlt (Abg. Dr. Maitz: Das hat der Herr Scheibner!), denn sonst wüßten Sie, daß man nicht mit einer solchen Kälte auf derartige Dinge reagieren darf, sondern daß man sich dafür einsetzen muß, daß alle Probleme sofort und rasch gelöst werden, und daß man auch einmal zugeben muß, daß man selbst Fehler gemacht hat, dann aber auch die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Maitz: Politspektakel!)
Abg. Dr. Maitz: Das hat der Herr Scheibner!
Sie haben außerdem gesagt, das Geschäft gehe weiter. Lassing sei eben zu Ihrer Tätigkeit dazugekommen. Sie haben dann noch zynisch angemerkt, daß Sie eines versichern könnten, nämlich daß nicht überprüft werde, ob die Arbeitszeitgesetze bei den Rettungsmaßnahmen eingehalten worden seien. – Vielen Dank für solche Äußerungen! Das zeigt, Herr Wirtschaftsminister (Abg. Mag. Stadler: Wirtschaftskämmerer!), daß Ihnen, wie wir schon öfter zur Kenntnis nehmen mußten, das Gefühl für Ihr Amt und vor allem für die Menschen fehlt (Abg. Dr. Maitz: Das hat der Herr Scheibner!), denn sonst wüßten Sie, daß man nicht mit einer solchen Kälte auf derartige Dinge reagieren darf, sondern daß man sich dafür einsetzen muß, daß alle Probleme sofort und rasch gelöst werden, und daß man auch einmal zugeben muß, daß man selbst Fehler gemacht hat, dann aber auch die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Maitz: Politspektakel!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Maitz: Politspektakel!
Sie haben außerdem gesagt, das Geschäft gehe weiter. Lassing sei eben zu Ihrer Tätigkeit dazugekommen. Sie haben dann noch zynisch angemerkt, daß Sie eines versichern könnten, nämlich daß nicht überprüft werde, ob die Arbeitszeitgesetze bei den Rettungsmaßnahmen eingehalten worden seien. – Vielen Dank für solche Äußerungen! Das zeigt, Herr Wirtschaftsminister (Abg. Mag. Stadler: Wirtschaftskämmerer!), daß Ihnen, wie wir schon öfter zur Kenntnis nehmen mußten, das Gefühl für Ihr Amt und vor allem für die Menschen fehlt (Abg. Dr. Maitz: Das hat der Herr Scheibner!), denn sonst wüßten Sie, daß man nicht mit einer solchen Kälte auf derartige Dinge reagieren darf, sondern daß man sich dafür einsetzen muß, daß alle Probleme sofort und rasch gelöst werden, und daß man auch einmal zugeben muß, daß man selbst Fehler gemacht hat, dann aber auch die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Maitz: Politspektakel!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Aber Sie sind ja mit Ihrer Haltung nicht allein. Auch der Herr Bundeskanzler hat Ihnen mit wertvollen Wortspenden assistiert. Er hat vor den Einsatzkräften – als wichtigste Forderung von ihm – gesagt, man möge ihn nur recht rasch informieren, wenn es Neuigkeiten gebe. Als Hainzl dann gerettet wurde, hat er in der Öffentlichkeit euphorisch erklärt: "Wir haben ihn gerettet!" – Wir, der Herr Bundeskanzler. Ich habe aber vorher nichts vom Herrn Bundeskanzler gehört. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Abg. Huber: Lesen Sie unsere Verfassung!
Der Bundeskanzler hätte, wie ich schon gesagt habe, die Koordinierungskompetenz beim Katastrophenschutz gehabt. Ich habe aber nicht gehört, daß er, als absehbar war, daß der Wirtschaftsminister nicht in der Lage ist, das zu koordinieren, gesagt hat, er werde die Verantwortung an sich ziehen. (Abg. Huber: Lesen Sie unsere Verfassung!) Er hätte ja sagen können: "Ich drücke auf den Knopf, erkläre dieses Unglück zu einer Katastrophe und setze damit das Krisenmanagement im Bereich des Bundeskanzleramtes in Kraft." – Wir haben aber nichts vom Herrn Bundeskanzler gehört. Er ist per Hubschrauber eingeflogen und hat dann, als es einen Erfolg zu vermelden gab, gesagt: "Wir haben ihn gerettet!"
Abg. Dr. Graf: Sich selber!
Meine Damen und Herren! Er hat dann noch etwas gesagt, das wirklich zu hinterfragen ist. Was hat er damit gemeint? – Er hat gesagt, die Rettung von Hainzl war ein Sieg der Menschlichkeit über die Technokraten. Ich wiederhole: der Sieg der Menschlichkeit über die Technokraten. – Wen hat er denn mit "Technokraten" gemeint? (Abg. Dr. Graf: Sich selber!) Herr Wirtschaftsminister, hat er Sie gemeint? (Abg. Mag. Stadler: Die Arbeiter!) Hat er sich selbst gemeint? – Ich glaube nicht, daß er zu so einer Selbstkritik fähig ist. Er hat wohl eher jene gemeint, die vor Ort wirklich geholfen haben, die die wahren Helden in dieser Katastrophe gewesen sind, die vielen Helfer, die bis zur Erschöpfung alles versucht haben, um die Bergleute zu retten! Diejenigen hat er wohl mit "Technokraten" gemeint. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Trinkl: Sie wissen, daß er die nicht gemeint hat!)
Abg. Mag. Stadler: Die Arbeiter!
Meine Damen und Herren! Er hat dann noch etwas gesagt, das wirklich zu hinterfragen ist. Was hat er damit gemeint? – Er hat gesagt, die Rettung von Hainzl war ein Sieg der Menschlichkeit über die Technokraten. Ich wiederhole: der Sieg der Menschlichkeit über die Technokraten. – Wen hat er denn mit "Technokraten" gemeint? (Abg. Dr. Graf: Sich selber!) Herr Wirtschaftsminister, hat er Sie gemeint? (Abg. Mag. Stadler: Die Arbeiter!) Hat er sich selbst gemeint? – Ich glaube nicht, daß er zu so einer Selbstkritik fähig ist. Er hat wohl eher jene gemeint, die vor Ort wirklich geholfen haben, die die wahren Helden in dieser Katastrophe gewesen sind, die vielen Helfer, die bis zur Erschöpfung alles versucht haben, um die Bergleute zu retten! Diejenigen hat er wohl mit "Technokraten" gemeint. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Trinkl: Sie wissen, daß er die nicht gemeint hat!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Trinkl: Sie wissen, daß er die nicht gemeint hat!
Meine Damen und Herren! Er hat dann noch etwas gesagt, das wirklich zu hinterfragen ist. Was hat er damit gemeint? – Er hat gesagt, die Rettung von Hainzl war ein Sieg der Menschlichkeit über die Technokraten. Ich wiederhole: der Sieg der Menschlichkeit über die Technokraten. – Wen hat er denn mit "Technokraten" gemeint? (Abg. Dr. Graf: Sich selber!) Herr Wirtschaftsminister, hat er Sie gemeint? (Abg. Mag. Stadler: Die Arbeiter!) Hat er sich selbst gemeint? – Ich glaube nicht, daß er zu so einer Selbstkritik fähig ist. Er hat wohl eher jene gemeint, die vor Ort wirklich geholfen haben, die die wahren Helden in dieser Katastrophe gewesen sind, die vielen Helfer, die bis zur Erschöpfung alles versucht haben, um die Bergleute zu retten! Diejenigen hat er wohl mit "Technokraten" gemeint. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Trinkl: Sie wissen, daß er die nicht gemeint hat!)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Barmüller.
Meine Damen und Herren! Diese skandalösen Aussagen unterliegen ebenfalls der politischen Verantwortung! Nicht Sie haben Hainzl herausgeholt, nicht Sie haben dort alles versucht, um die Bergleute zu retten, sondern es waren jene Hunderten Helfer und die Organisationen, die Tag und Nacht alles in ihrer Macht stehende getan haben, um den Verschütteten Rettung zu bringen. Und die haben es nicht verdient, derartig bezeichnet zu werden, sondern wir alle, auch wir Volksvertreter, haben ihnen für diese Leistung, ihre Zivilcourage und ihren Einsatz unseren höchsten Respekt, Dank und Anerkennung zu zollen! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Barmüller.)
Abg. Dr. Maitz: Dann haben Sie nicht zugehört!
Von anderen, die auch Zuständigkeit für sich reklamieren hätten können, hat man nichts gehört, etwa von Innenminister Schlögl, zuständig für den Zivilschutz, oder von Verteidigungsminister Fasslabend, im Bereich des Bundesheeres zuständig. Keine Wortmeldungen haben wir von ihnen gehört, auch heute nicht, keine Wortmeldungen zur Frage, wie man die Erfahrungen aus dieser Katastrophe in Verbesserungen ummünzen könnte. Darüber schweigt man, man zieht sich zurück und hofft, daß diese Debatte möglichst rasch beendet ist. (Abg. Dr. Maitz: Dann haben Sie nicht zugehört!) Außerdem haben Sie einen "wunderbaren" Ausgleich mit dem Koalitionspartner gefunden, und zwar nach dem Motto: Wir lassen euch Farnleitner, dafür laßt ihr uns unsere Ministerin Prammer!, die sich im Zuge des Rindfleischskandals ebenfalls sehr skandalös verhalten hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Von anderen, die auch Zuständigkeit für sich reklamieren hätten können, hat man nichts gehört, etwa von Innenminister Schlögl, zuständig für den Zivilschutz, oder von Verteidigungsminister Fasslabend, im Bereich des Bundesheeres zuständig. Keine Wortmeldungen haben wir von ihnen gehört, auch heute nicht, keine Wortmeldungen zur Frage, wie man die Erfahrungen aus dieser Katastrophe in Verbesserungen ummünzen könnte. Darüber schweigt man, man zieht sich zurück und hofft, daß diese Debatte möglichst rasch beendet ist. (Abg. Dr. Maitz: Dann haben Sie nicht zugehört!) Außerdem haben Sie einen "wunderbaren" Ausgleich mit dem Koalitionspartner gefunden, und zwar nach dem Motto: Wir lassen euch Farnleitner, dafür laßt ihr uns unsere Ministerin Prammer!, die sich im Zuge des Rindfleischskandals ebenfalls sehr skandalös verhalten hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Alles schön und notwendig: Digitalisierung von Plänen, Einrichtung eines Universitätslehrganges und so weiter. Alles sehr gut, wunderbar. Aber, Herr Wirtschaftsminister, das sind nicht die Maßnahmen, die wir uns von Ihnen und von der Bundesregierung erwartet haben, um dieses Defizit endlich einmal zu bereinigen, daß es nämlich in Österreich keinen funktionierenden Katastrophenschutz gibt, daß in Wirklichkeit ein derartiges Unglück, ja ein noch größeres, jeden Tag neuerlich passieren könnte – und niemand in einem solchen Fall wüßte, wie er mit diesem Unglück umgehen sollte oder könnte. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber dann käme wahrscheinlich wieder eine Wortmeldung von Ihnen, daß eben so wenig passiert bei uns und wir deshalb auf so etwas nicht vorbereitet sind.
Abg. Mag. Mühlbachler: Er weiß nicht, worüber er redet!
Wir diskutieren darüber, daß es bei uns keinen umfassenden Zivilschutz gibt, aber Sie sind nicht dazu bereit, unseren Vorschlägen einmal näherzutreten. Wir haben zum Beispiel gesagt: Wandeln wir doch den Zivildienst in einen echten Zivil- und Katastrophenschutzdienst um! – Derzeit ist es so, daß der Innenminister nicht weiß, wo er die Zivildiener einsetzen soll, und auf der anderen Seite gibt es diese Defizite. Große Teile der Bevölkerung sollten doch bitte hinsichtlich Zivil- und Katastrophenschutz ausgebildet werden – und das auch üben, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Mühlbachler: Er weiß nicht, worüber er redet!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Verabschieden Sie sich endlich einmal von Ihren eingefahrenen parteipolitischen Strukturen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Machen Sie einmal etwas für die Bevölkerung und nicht nur für Ihr Parteiprogramm, für Ihre Parteien und Ihren Minister! Das wäre notwendig! Das sind die Dinge, die hier anzusprechen sind. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Ich komme schon zum Schlußsatz.
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Verabschieden Sie sich endlich einmal von Ihren eingefahrenen parteipolitischen Strukturen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Machen Sie einmal etwas für die Bevölkerung und nicht nur für Ihr Parteiprogramm, für Ihre Parteien und Ihren Minister! Das wäre notwendig! Das sind die Dinge, die hier anzusprechen sind. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Ich komme schon zum Schlußsatz.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Regierung beziehungsweise dieser Wirtschaftsminister hat gezeigt, daß er unfähig ist, diese Probleme zu lösen. Deshalb verlangen wir, daß in einem Untersuchungsausschuß wirklich Licht in das Dunkel dieses Skandales gebracht wird, daß dann endlich auch Konsequenzen gezogen werden und es mit anderen Personen – mit diesen wird das nicht möglich sein! – Konsequenzen aus dieser Katastrophe und Verbesserungen im Bereich des Zivilschutzes und des Katastrophenschutzes gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Unser aller Mitgefühl gilt neben den betroffenen Familien im besonderen auch der gesamten Ortsgemeinde, der Ortsgemeinschaft. Herr Bürgermeister Bernhard Zeiser ist heute unter uns. (Der Redner blickt grüßend hinauf zur Galerie, von wo aus Herr Bürgermeister Zeiser der Debatte folgt.) – Unser Mitgefühl gilt allen, die dort Verantwortung tragen, sowie der ganzen Ortsgemeinschaft in dieser schönen Gemeinde Lassing. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Mag. Peter.
Bevor ich auf die jüngsten Erkenntnisse über dieses dramatische Grubenunglück von Lassing zu sprechen komme, erlaube ich mir, auf die umfangreichen Hilfs- und Rettungsmaßnahmen der Freiwilligen Feuerwehr, des Roten Kreuzes, der Gendarmerie und des Bundesheeres hinzuweisen. Besonders herzlich danken möchte ich den Hilfsmannschaften für ihren wirklich enormen Einsatz, von dem ich mich vor Ort sehr oft direkt überzeugen konnte. Aber auch allen anderen Rettungsmannschaften – egal, ob sie aus Österreich oder aus benachbarten Ländern gekommen sind – ist herzlich zu danken. Sie alle haben im Wettlauf um das Leben dieser Bergmänner ihr Bestes gegeben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Mag. Peter.)
Beifall bei der ÖVP.
Von besonderer Wichtigkeit ist aber für die Angehörigen und für die ganze Ortsgemeinschaft die vor Ort erfolgte Zusage von Bundesminister Farnleitner, der dabei von Bundeskanzler Mag. Klima und der gesamten Bundesregierung unterstützt wurde: daß die Bergung der verschütteten Kumpel finanziell gesichert ist und alles zu ihrer Bergung getan wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ebenso haben sich Bürgermeister Bernhard Zeiser und sein Vizebürgermeister für die Gemeindebürger entsprechend eingesetzt, sind den Betroffenen zur Seite gestanden und haben koordinierende Hilfe angeboten, wo sie nur konnten. Ich glaube, die ganze Ortsgemeinschaft unter der Leitung des Bürgermeisters verdient nicht nur unser Mitgefühl, sondern auch die Anerkennung dafür, wie sie diese schwierigen Wochen gemeistert haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
So war sie schon in der ersten Nacht, also vom 17. auf den 18. Juli, bei den betroffenen Familien, auch später, als Georg Hainzl geborgen werden konnte, und bei allen wichtigen Koordinationsgesprächen im Gemeindeamt anwesend, bei denen es darum ging, unbürokratisch und rasch zu handeln, um den Menschen Beistand und Wärme zu zeigen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Jetzt geht es darum, meine sehr verehrten Damen und Herren, die seit gestern abend bekanntgewordenen Vorwürfe vollends und rasch aufzuklären. Als seine politische Verantwortung erachte ich es, daß Bundesminister Dr. Farnleitner alles getan hat – und tun wird –, um das Grubenunglück aufzuklären und die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wenn man hier von Rücktritt, von Untersuchungsausschuß und von politischer Verantwortung spricht, dann ist festzuhalten, daß Minister Farnleitner die heutige Erklärung aus eigenem Antrieb und aus eigener Initiative abgegeben und bei der erstmöglichen Gelegenheit das Parlament – ohne mittels Anfragen oder Anträge gedrängt worden zu sein – informiert hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Damit hat sich Herr Minister Farnleitner als Ressortchef selbst an die Spitze der Untersuchungen gestellt. Mit seiner Tätigkeit ist er den vielfältigen Gerüchten auf den Grund gegangen, denn nur Fakten können Folgen haben, nur Fakten können Verantwortungen klarstellen. Farnleitner hat alles getan, um aus Gerüchten Fakten zu machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Smolle: Was spricht gegen einen Untersuchungsausschuß?
Minister Farnleitner, die Oberste Bergbehörde, die Staatsanwaltschaft, die Gerichte und die bereits bestellte internationale Kommission werden die aufgedeckten Fakten zu bearbeiten haben. Gab es einen nicht genehmigten Bergabbau? – Wenn ja, wer von der Firma des Bergwerksbetreibers ist für diesen verantwortlich? Hat die Bergbehörde von diesem nicht genehmigten Abbau gewußt und diesen gesetzwidrig geduldet? Hätte sie bei pflichtgemäßer Tätigkeit von diesem nicht genehmigten Abbau wissen und ihn einstellen müssen? Gab es in diesem Zusammenhang strafgesetzwidrige Vorkommnisse? – Es gibt viele Fragen mit großen Fragezeichen. Diese Fragen sind aufzuklären. (Abg. Smolle: Was spricht gegen einen Untersuchungsausschuß?)
Abg. Wabl: Warum sind Sie gegen einen Untersuchungsausschuß?
Die Betreiberfirma und nicht Minister Farnleitner ist für den nicht genehmigten Abbau, falls er bewiesen wird, verantwortlich. Ob ein Fehler bei der Bergbehörde vorlag, wird die Untersuchung der Gerichte und der internationalen Kommission zeigen. Eine politische Verantwortlichkeit könnte dann bestehen (Abg. Wabl: Warum sind Sie gegen einen Untersuchungsausschuß?), wenn Bundesminister Farnleitner säumig geworden wäre, nicht unverzüglich gehandelt oder bewußt falsche Handlungen gesetzt hätte. – Ich komme noch auf Ihre Äußerung zurück, Kollege Wabl. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Betreiberfirma und nicht Minister Farnleitner ist für den nicht genehmigten Abbau, falls er bewiesen wird, verantwortlich. Ob ein Fehler bei der Bergbehörde vorlag, wird die Untersuchung der Gerichte und der internationalen Kommission zeigen. Eine politische Verantwortlichkeit könnte dann bestehen (Abg. Wabl: Warum sind Sie gegen einen Untersuchungsausschuß?), wenn Bundesminister Farnleitner säumig geworden wäre, nicht unverzüglich gehandelt oder bewußt falsche Handlungen gesetzt hätte. – Ich komme noch auf Ihre Äußerung zurück, Kollege Wabl. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kammerlander: Wie denn? Wie denn? Bis jetzt habe ich noch keinen Bericht!
Der heutige Bericht des Ministers zeigt, daß er unverzüglich und auch schlüssig gehandelt hat, daß er den Informationen, den Volksmeinungen nachgegangen ist, Verdachtsmomente gegen einen rechtmäßigen Abbau gesammelt und der Staatsanwaltschaft, wie es in einem Rechtsstaat gehört, unverzüglich zugeleitet hat und darüber hinaus das Parlament und die Öffentlichkeit informiert hat. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kammerlander: Wie denn? Wie denn? Bis jetzt habe ich noch keinen Bericht!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wollen Herrn Bundesminister Farnleitner als Ressortverantwortlichen im Amt und nicht außer Amt, weil er dafür garantiert, daß untersucht und aufgeklärt wird, die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen und vor die Behörden gebracht werden, daß den Lassingern und dem ganzen Tal geholfen wird und die notwendigen Konsequenzen rechtlicher Natur für die Zukunft gezogen werden. Allfällige Fehler müssen sofort mittels gesetzlicher Maßnahmen abgestellt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Herr Minister hat daher unsere Unterstützung, weil er sie verdient und unverzüglich und schlüssig gehandelt hat. Man darf den Gerichten, den Staatsanwaltschaften und internationalen Kommissionen nicht mit einer Vorverurteilung vorgreifen. (Beifall bei der ÖVP.) Wir erwarten von Herrn Bundesminister Farnleitner, daß er das Parlament weiter unverzüglich und regelmäßig über die Untersuchungsergebnisse informiert und, so wie heute, seine Schlußfolgerungen vorlegt. (Abg. Smolle: Es gibt neben der strafrechtlichen Verantwortung auch eine politische!)
Abg. Smolle: Es gibt neben der strafrechtlichen Verantwortung auch eine politische!
Der Herr Minister hat daher unsere Unterstützung, weil er sie verdient und unverzüglich und schlüssig gehandelt hat. Man darf den Gerichten, den Staatsanwaltschaften und internationalen Kommissionen nicht mit einer Vorverurteilung vorgreifen. (Beifall bei der ÖVP.) Wir erwarten von Herrn Bundesminister Farnleitner, daß er das Parlament weiter unverzüglich und regelmäßig über die Untersuchungsergebnisse informiert und, so wie heute, seine Schlußfolgerungen vorlegt. (Abg. Smolle: Es gibt neben der strafrechtlichen Verantwortung auch eine politische!)
Abg. Wabl: Wenn der Khol nicht mehr verteidigt, ist der Kröll mit dem Farnleitner am Ende!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Aufgrund dieser und weiterer Erfahrungen sind daher eine Reihe notwendiger Konsequenzen und Maßnahmen zu treffen, die auch schon angesprochen wurden. Ich möchte einige davon noch einmal nennen und unterstreichen (Abg. Wabl: Wenn der Khol nicht mehr verteidigt, ist der Kröll mit dem Farnleitner am Ende!): Die objektive Prüfung wurde seitens des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten Herrn Dr. Dipl.-Ing. Eggehard Rother von der Europäischen Kommission, Direktion 5 E 4, die für die Sicherheit, den Gesundheitsschutz und auch für die Belange des Bergbaus zuständig ist, übertragen, und wir erwarten in Kürze erste Ergebnisse. (Abg. Mag. Peter: Die Europäische Kommission prüft in Österreich die politische Verantwortung! Hervorragend!)
Abg. Mag. Peter: Die Europäische Kommission prüft in Österreich die politische Verantwortung! Hervorragend!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Aufgrund dieser und weiterer Erfahrungen sind daher eine Reihe notwendiger Konsequenzen und Maßnahmen zu treffen, die auch schon angesprochen wurden. Ich möchte einige davon noch einmal nennen und unterstreichen (Abg. Wabl: Wenn der Khol nicht mehr verteidigt, ist der Kröll mit dem Farnleitner am Ende!): Die objektive Prüfung wurde seitens des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten Herrn Dr. Dipl.-Ing. Eggehard Rother von der Europäischen Kommission, Direktion 5 E 4, die für die Sicherheit, den Gesundheitsschutz und auch für die Belange des Bergbaus zuständig ist, übertragen, und wir erwarten in Kürze erste Ergebnisse. (Abg. Mag. Peter: Die Europäische Kommission prüft in Österreich die politische Verantwortung! Hervorragend!)
Abg. Wabl: Pressesprecher? Um zu vertuschen oder zu informieren?
Verstärktes Controlling durch die Behörden – natürlich wird das zu machen sein –, verbesserte Sicherheit für die Bergleute, etwa durch das Tragen von Chips – all das sind Maßnahmen, die vorgeschlagen und vom Minister in seinem Maßnahmenkatalog ganz konkret genannt werden. Weiters: ein Lehrgang für Krisenmanagement an der Montanuniversität Leoben bei Professor Dr. Wagner unter der Mitwirkung ausländischer Experten, neue Entwicklungen zur Verbesserung der Sicherheit unserer Bergwerke, die Einrichtung einer mobilen Einsatztruppe mit einem übergeordneten Krisenmanagement und mit geschulten Pressesprechern. (Abg. Wabl: Pressesprecher? Um zu vertuschen oder zu informieren?) Auch das ist eine Erkenntnis aus dieser Situation.
Beifall bei der ÖVP.
Über die Berggesetznovelle wurde bereits gesprochen. In diesem Zusammenhang muß darauf hingewiesen werden, daß es diesbezüglich schon lange Verhandlungen gibt und Lassing hoffentlich dazu beiträgt, daß dieses Haus in den nächsten Wochen tatsächlich ein neues Gesetz beschließen wird, bei dem die Menschen, die Gemeinden und die Anrainer auch Entscheidendes mitzureden haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Wabl
Hohes Haus! Diese und weitere Maßnahmen sind aus den Erkenntnissen von Lassing zu treffen (Zwischenruf des Abg. Wabl), damit in Zukunft die Sicherheit der Bergleute erhöht wird und auf Grubenkatastrophen effizienter und erfolgreicher reagiert werden kann, wie überhaupt auf Unglücksfälle und Katastrophen generell. (Abg. Wabl: Jahrzehntelang haben Sie ...!)
Abg. Wabl: Jahrzehntelang haben Sie ...!
Hohes Haus! Diese und weitere Maßnahmen sind aus den Erkenntnissen von Lassing zu treffen (Zwischenruf des Abg. Wabl), damit in Zukunft die Sicherheit der Bergleute erhöht wird und auf Grubenkatastrophen effizienter und erfolgreicher reagiert werden kann, wie überhaupt auf Unglücksfälle und Katastrophen generell. (Abg. Wabl: Jahrzehntelang haben Sie ...!)
Abg. Wabl: Die Scheinheiligkeit ...!
"Kein politisches Hickhack auf dem Rücken betroffener Familien", sagt sogar Franz Reiter, der Betriebsratsobmann. "Laßt uns zur Ruhe kommen, tut aber alles!", das wird verlangt. Bundespräsident Klestil meinte in der Stunde des Trostes: Ganz Österreich hat Verantwortung für die Angehörigen und gegenüber Lassing. – Die Ergebnisse der Untersuchungskommission werden, wie angekündigt, bald vorliegen. (Abg. Wabl: Die Scheinheiligkeit ...!)
Beifall bei der ÖVP.
Die Opposition will heute schon alle Erkenntnisse vorwegnehmen. Frau Petrovic von den Grünen, Herr Barmüller von den Liberalen oder Herr Scheibner von den Freiheitlichen, sie alle fordern die parlamentarische Untersuchung und den Rücktritt des Ministers. Damit ist den Familien in Lassing ganz sicher nicht gedient. Nützen Sie nicht den Schmerz und das Leid der Angehörigen für durchsichtige andere Motive parteipolitischer Art aus! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Genau darum geht es, um Aufklärung!
Dieses Haus und die gesamte Bevölkerung sollten das mahnende Wort des steirischen Bischofs Johann Weber ernstnehmen. Er sagte am 9. September am Dorfplatz von Lassing: "Hier ist nichts zu besichtigen." – Manche Leute wollten schon eine Reise dorthin organisieren, eine Attraktion für den Tourismus gewinnen. Dort ist Ehrfurcht aber wichtiger als Ausfragen, Ruhe wichtiger als Lärm. Dort stört Neugierde den mühsamen Frieden. Den Familien und der Gemeinde steht aber eine umfangreiche, ehrliche und wahrheitsgetreue Aufklärung zu, und danach werden die entsprechenden Schlüsse zu treffen sein. (Abg. Scheibner: Genau darum geht es, um Aufklärung!)
Abg. Scheibner: Ehrlichkeit!
Meine Damen und Herren! Damit ist den Betroffenen mehr gedient als mit durchsichtigem, kleinkariertem Hickhack. Wir sind für alle verantwortlich. Wir tragen diese Verantwortung gemeinsam, aber nicht aufgrund eines kleinlichen Hickhacks parteipolitischer Art, sondern in der Betroffenheit, in der Mittrauer, in der Hilfsbereitschaft (Abg. Scheibner: Ehrlichkeit!), in der Ehrlichkeit sowie später in der Konsequenz dessen, was bei den Untersuchungen herauskommen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Damit ist den Betroffenen mehr gedient als mit durchsichtigem, kleinkariertem Hickhack. Wir sind für alle verantwortlich. Wir tragen diese Verantwortung gemeinsam, aber nicht aufgrund eines kleinlichen Hickhacks parteipolitischer Art, sondern in der Betroffenheit, in der Mittrauer, in der Hilfsbereitschaft (Abg. Scheibner: Ehrlichkeit!), in der Ehrlichkeit sowie später in der Konsequenz dessen, was bei den Untersuchungen herauskommen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich kann Herrn Abgeordnetem Kröll nur zustimmen, wenn er sagt, daß es an der Zeit sei, die Entrechtung der Anrainer, die im Berggesetz festgeschrieben ist, endlich in diesem Hause zu eliminieren. Es ist aber auch festzuhalten, Herr Abgeordneter Kröll, daß Sie mit Ihrer Stimme es waren, der diese Entrechtung in diesem Haus mit beschlossen hat. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Trinkl: Schämen Sie sich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir haben aber zum Bericht des Herrn Bundesministers deshalb nicht applaudiert, weil wir es als eine Zumutung empfinden, daß sich jener Mann, der das verhindern hätte können, dessen Aufgabe es gewesen wäre, durch Nicht-Schleifenlassen der Aufsicht ein solches Unglück zu verhindern, heute hinstellt und Krokodilstränen vergießt. Das empfinden wir als unangebracht. (Abg. Dr. Trinkl: Schämen Sie sich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Ich sage Ihnen folgendes: Er soll aufhören, in aller Öffentlichkeit seine Hände in Unschuld zu waschen, denn er ist nicht unschuldig. Ich werde Ihnen das heute auch noch belegen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Sie sehen, daß auch die Justiz in diesen Sachen lasch ermittelt, und zwar sehr lasch ermittelt. Wenn Sie so tun, als müßte der Herr Bundesminister, den die Verantwortung trifft, gemeinsam mit den Bergbehörden, die die Verantwortung trifft, gemeinsam mit dem Unternehmen, das die Verantwortung trifft, dieses Unglück aufklären, dann sage ich Ihnen, auch im Lucona-Fall hat die Justiz ermittelt, hat die Justiz ihre Nachforschungen angestellt. Aber das, was an politischer Dimension dahinter gestanden ist, wäre niemals durch ein Gerichtsverfahren aufgekommen, sondern nur durch einen Untersuchungsausschuß in diesem Haus. Daher fordern wir einen solchen vehementer als gestern heute noch einmal. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Wenn es so wäre, daß seitens der Behörden, seitens der Bergbehörden, die nur und ausschließlich Herrn Bundesminister Farnleitner unterstehen – ich betone: nur und ausschließlich! –, Verfehlungen begangen worden sind, dann frage ich mich, warum es bis heute keine Suspendierung gibt. Kein einziger von jenen, die in diesem Zusammenhang verantwortlich sind, ist vom Herrn Bundesminister suspendiert worden. Ich meine, er hat diese Leute deshalb nicht suspendiert, weil er weiß, daß er ihnen in Wirklichkeit nichts vorhalten kann, weil er dort überhaupt keinen Einblick hat und weil er unfähig war, die Kontrolle über sie auszuüben, zu der er aber kraft Gesetzes und kraft Verfassung berufen ist. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Kopf.
In Wahrheit hat der Herr Bundesminister in seiner Berichtslegung gegenüber der Bundesregierung gar nicht mehr das Vertrauen der gesamten Bundesregierung bekommen. Das schreibt die APA heute, um 8.11 Uhr, in ihrem Bericht über und gestützt auf das "Morgenjournal". (Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Abg. Großruck: So lange ist er noch gar nicht Minister!
Das erste Faktum, das klarzustellen ist, ist folgendes: Es gibt nur eine Person, die berechtigt und verantwortlich ist, die Bergbehörden zu kontrollieren, und das ist Herr Bundesminister Farnleitner. Kein anderer Minister darf das, es ist seine Verantwortung, und er hat es offenbar über Jahre nicht getan. (Abg. Großruck: So lange ist er noch gar nicht Minister!) – Er hat es über Jahre nicht getan, Herr Abgeordneter! Warten Sie, Herr Abgeordneter!
Rufe bei der ÖVP: Wir auch!
Fällt Ihnen nicht auf, welcher Zynismus da dahinter steckt? – Und Sie von der ÖVP stützen das auch noch! Sie stützen das hier im Haus! Sie, Herr Abgeordneter Kröll, machen als Abgeordneter aus der Steiermark, aus dieser Gegend, dem Herrn Bundesminister die Mauer – die Mauer dafür, von seiner Verantwortung abzulenken. Ich habe auch noch im Ohr, was in der Sendung "Zur Sache" von Frau Liesl Matlschweiger und von Frau Zeiser gesagt worden ist. Sie haben gesagt: "Wir wollen Gerechtigkeit. Wir wollen, daß die Verantwortlichen genannt werden." (Rufe bei der ÖVP: Wir auch!) – Ja, und da sitzt ein Verantwortlicher. Da sitzt einer dieser Verantwortlichen, und Sie wollen nicht zugestehen, daß dieses Haus seine verfassungsmäßige Aufgabe, nämlich die parlamentarische Kontrolle der Regierung durchzuführen, wahrnimmt! Das ist die Crux an der Sache. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Fällt Ihnen nicht auf, welcher Zynismus da dahinter steckt? – Und Sie von der ÖVP stützen das auch noch! Sie stützen das hier im Haus! Sie, Herr Abgeordneter Kröll, machen als Abgeordneter aus der Steiermark, aus dieser Gegend, dem Herrn Bundesminister die Mauer – die Mauer dafür, von seiner Verantwortung abzulenken. Ich habe auch noch im Ohr, was in der Sendung "Zur Sache" von Frau Liesl Matlschweiger und von Frau Zeiser gesagt worden ist. Sie haben gesagt: "Wir wollen Gerechtigkeit. Wir wollen, daß die Verantwortlichen genannt werden." (Rufe bei der ÖVP: Wir auch!) – Ja, und da sitzt ein Verantwortlicher. Da sitzt einer dieser Verantwortlichen, und Sie wollen nicht zugestehen, daß dieses Haus seine verfassungsmäßige Aufgabe, nämlich die parlamentarische Kontrolle der Regierung durchzuführen, wahrnimmt! Das ist die Crux an der Sache. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Kukacka: Und was hat das mit seiner Verantwortung zu tun?
Herr Abgeordneter Kröll! Es steht in diesem Bericht, daß die Schlammassen in Bewegung waren, als die zehn Retter nach unten geschickt worden sind. Es steht auch im Bericht, daß, solange die Schlammassen in Bewegung sind, diese ein unkalkulierbares Risiko sind. – Zehn Menschen unter einem unkalkulierbaren Risiko und unter den Augen der Bergbehörde in eine Grube zu schicken, ist fahrlässig und ist sogar im strafrechtlichen Sinne fahrlässig. Das muß einmal klar gesagt werden! Das schreibt der Minister selbst in seinem Bericht. Haben Sie ihn nicht gelesen? (Abg. Mag. Kukacka: Und was hat das mit seiner Verantwortung zu tun?)
Abg. Mag. Kukacka: Dafür gibt es einen Einsatzleiter!
Das hat insofern mit seiner Verantwortung zu tun, als schon seit drei Wochen – ich betone: seit drei Wochen! – Schlamm in die Grube in Lassing geronnen ist, Herr Abgeordneter Kukacka! (Abg. Mag. Kukacka: Dafür gibt es einen Einsatzleiter!) Deshalb mußte man auch die Pumpen abschalten. Drei Wochen lang ist vor dem Unglück schon Schlamm in die Grube geronnen. Es war völlig klar, daß, wenn Schlamm in die Grube rinnt, das nur von oben kommen kann. Das sagt Ihnen jeder Geologe, das sagen Ihnen auch jene Leute, die über Lassing habilitiert haben. Mit diesen haben wir ebenfalls gesprochen (Abg. Mag. Kukacka: Aber dem Minister hat es niemand gesagt!), und sie sagen: "Das war klar, daß das von oben kommen muß. Da ist Gefahr im Verzug!" – Aber die Bergbehörde hat nichts gemacht, und dem Herrn Bundesminister war es Wurscht, denn er hat die Bergbehörde agieren lassen, wie sie wollte. Er hat ihnen nie auf die Finger geschaut. Und das ist die Verantwortung, die er in dieser Sache hat! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Trinkl: Warum haben Sie nichts gemacht?)
Abg. Mag. Kukacka: Aber dem Minister hat es niemand gesagt!
Das hat insofern mit seiner Verantwortung zu tun, als schon seit drei Wochen – ich betone: seit drei Wochen! – Schlamm in die Grube in Lassing geronnen ist, Herr Abgeordneter Kukacka! (Abg. Mag. Kukacka: Dafür gibt es einen Einsatzleiter!) Deshalb mußte man auch die Pumpen abschalten. Drei Wochen lang ist vor dem Unglück schon Schlamm in die Grube geronnen. Es war völlig klar, daß, wenn Schlamm in die Grube rinnt, das nur von oben kommen kann. Das sagt Ihnen jeder Geologe, das sagen Ihnen auch jene Leute, die über Lassing habilitiert haben. Mit diesen haben wir ebenfalls gesprochen (Abg. Mag. Kukacka: Aber dem Minister hat es niemand gesagt!), und sie sagen: "Das war klar, daß das von oben kommen muß. Da ist Gefahr im Verzug!" – Aber die Bergbehörde hat nichts gemacht, und dem Herrn Bundesminister war es Wurscht, denn er hat die Bergbehörde agieren lassen, wie sie wollte. Er hat ihnen nie auf die Finger geschaut. Und das ist die Verantwortung, die er in dieser Sache hat! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Trinkl: Warum haben Sie nichts gemacht?)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Trinkl: Warum haben Sie nichts gemacht?
Das hat insofern mit seiner Verantwortung zu tun, als schon seit drei Wochen – ich betone: seit drei Wochen! – Schlamm in die Grube in Lassing geronnen ist, Herr Abgeordneter Kukacka! (Abg. Mag. Kukacka: Dafür gibt es einen Einsatzleiter!) Deshalb mußte man auch die Pumpen abschalten. Drei Wochen lang ist vor dem Unglück schon Schlamm in die Grube geronnen. Es war völlig klar, daß, wenn Schlamm in die Grube rinnt, das nur von oben kommen kann. Das sagt Ihnen jeder Geologe, das sagen Ihnen auch jene Leute, die über Lassing habilitiert haben. Mit diesen haben wir ebenfalls gesprochen (Abg. Mag. Kukacka: Aber dem Minister hat es niemand gesagt!), und sie sagen: "Das war klar, daß das von oben kommen muß. Da ist Gefahr im Verzug!" – Aber die Bergbehörde hat nichts gemacht, und dem Herrn Bundesminister war es Wurscht, denn er hat die Bergbehörde agieren lassen, wie sie wollte. Er hat ihnen nie auf die Finger geschaut. Und das ist die Verantwortung, die er in dieser Sache hat! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Trinkl: Warum haben Sie nichts gemacht?)
Abg. Dr. Trinkl: Sie haben es gewußt! Er hat es nicht gewußt!
Herr Abgeordneter! Warum ich nichts gemacht habe? – Weil ich nicht in dieser Regierung sitze! Hören Sie doch auf damit! (Abg. Dr. Trinkl: Sie haben es gewußt! Er hat es nicht gewußt!) – Ich habe mich in der Sache kundig gemacht. Ich sage Ihnen, daß Herr Dipl.-Ing. Schöggl vom Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten, von Herrn Dr. Weber, in diese Grube hinuntergeschickt worden ist – wie die zehn anderen auch. Die Bergbehörde war diejenige, die es akzeptiert hat. Und der oberste Chef der Bergbehörde ist nur Herr Bundesminister Farnleitner. Kein anderer Minister darf sich laut Verfassung in seine Angelegenheiten mischen.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Warum hat man denn das Werk vor einem Jahr hinter einen Zaun gestellt? Warum hat denn die Bergbehörde Anrainerbeschwerden mißachtet, obwohl es für Häuser, die dort gebaut werden, die Auflage gibt, daß sie auf einer 30 Zentimeter dicken Betonschicht gebaut werden müssen, warum hat man nicht auf die Anrainer gehört, die gesagt haben: "Bei uns verziehen sich die Fenster! Bei uns verziehen sich die Türstöcke! Es klirren die Gläser in den Schränken, wenn gesprengt wird!"? – Niemand hat ihnen zugehört. Aber heute stellen Sie sich hier heraus und sagen: Man muß ihnen helfen, und man muß dies und jenes tun. – Das stimmt alles. Aber vor allem hätte man dieses Unglück verhindern müssen, indem man den Menschen, die dort leben, zuhören und auf sie eingehen hätte müssen, statt drüberzufahren, wie Sie es gemacht haben! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Nürnberger: Was stellen Sie für Behauptungen auf?
Noch etwas ist interessant, meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Nürnberger ist jetzt Gott sei Dank da. Er hat den Bericht der Gewerkschaft in Händen, und ich weiß, daß Herr Klubobmann Kostelka ihn eindringlichst gebeten hat, die darin enthaltenen Fakten nicht auf den Tisch zu legen. Und er steht als sechzehnter auf der Rednerliste, damit er nur ja nicht mehr in die Direktübertragung kommt. Es ist ja ungeheuerlich, daß die Gewerkschafter, die hier im Hause sitzen, bisher zu diesen Dingen geschwiegen haben. Es war der Herr Bundesminister, der gleich einmal gesagt hat: Na ja, was da alles passiert ist, was die Gewerkschaft verhindert hat und so weiter! – und heute decken Sie ihn. Sie decken ihn aus politischem, und zwar aus koalitionärem Kalkül, und das ist indiskutabel! Ich hoffe, Sie werden heute ... (Abg. Nürnberger: Was stellen Sie für Behauptungen auf?) – Herr Abgeordneter Nürnberger, Sie haben den Bericht in Händen, ich weiß es. (Abg. Nürnberger: Es gibt keinen Gewerkschaftsbericht!)
Abg. Nürnberger: Es gibt keinen Gewerkschaftsbericht!
Noch etwas ist interessant, meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Nürnberger ist jetzt Gott sei Dank da. Er hat den Bericht der Gewerkschaft in Händen, und ich weiß, daß Herr Klubobmann Kostelka ihn eindringlichst gebeten hat, die darin enthaltenen Fakten nicht auf den Tisch zu legen. Und er steht als sechzehnter auf der Rednerliste, damit er nur ja nicht mehr in die Direktübertragung kommt. Es ist ja ungeheuerlich, daß die Gewerkschafter, die hier im Hause sitzen, bisher zu diesen Dingen geschwiegen haben. Es war der Herr Bundesminister, der gleich einmal gesagt hat: Na ja, was da alles passiert ist, was die Gewerkschaft verhindert hat und so weiter! – und heute decken Sie ihn. Sie decken ihn aus politischem, und zwar aus koalitionärem Kalkül, und das ist indiskutabel! Ich hoffe, Sie werden heute ... (Abg. Nürnberger: Was stellen Sie für Behauptungen auf?) – Herr Abgeordneter Nürnberger, Sie haben den Bericht in Händen, ich weiß es. (Abg. Nürnberger: Es gibt keinen Gewerkschaftsbericht!)
Abg. Nürnberger: Ich mauere doch sicher nicht!
Ach so, jetzt gibt es keinen Gewerkschaftsbericht. Na okay, ist in Ordnung. Er wird aufkommen, und Sie werden sich dann auch für solche Aussagen und für solch ein Mauer-Machen gegenüber einem schwarzen Minister zu verantworten haben. (Abg. Nürnberger: Ich mauere doch sicher nicht!) – Aber da sieht man es: Die Sozialpartner sind eine Nudel, ein Teig. Ihr schert euch nicht mehr um die Leute. Das ist die Wahrheit! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Nürnberger: Warten Sie ab, was ich sagen werde! Tun Sie nicht vorverurteilen!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Nürnberger: Warten Sie ab, was ich sagen werde! Tun Sie nicht vorverurteilen!
Ach so, jetzt gibt es keinen Gewerkschaftsbericht. Na okay, ist in Ordnung. Er wird aufkommen, und Sie werden sich dann auch für solche Aussagen und für solch ein Mauer-Machen gegenüber einem schwarzen Minister zu verantworten haben. (Abg. Nürnberger: Ich mauere doch sicher nicht!) – Aber da sieht man es: Die Sozialpartner sind eine Nudel, ein Teig. Ihr schert euch nicht mehr um die Leute. Das ist die Wahrheit! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Nürnberger: Warten Sie ab, was ich sagen werde! Tun Sie nicht vorverurteilen!)
Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.
Auch hier sieht man, daß der Herr Bundesminister im Fall Lassing offenbar nur das zugeben will, was man ihm nachweisen kann – auch heute in seiner Erklärung vor dem Hohen Haus. Ich sage Ihnen das jetzt sine ira et studio, ich sage Ihnen das ohne Zorn und ohne Eifer: Der Herr Bundesminister hat heute hier gesagt, daß er gestern abend erstmals mit Beweisen konfrontiert worden ist, die einen unrechtmäßigen Abbau im Talkbergbau bei den Naintscher Mineralwerken bestätigt haben. Ich sage Ihnen von diesem Pult aus: Herr Minister! Sie lügen! Mit dieser Aussage lügen Sie! (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: Unverschämt!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (fortsetzend): Selbstverständlich, Herr Präsident! Aber ich benenne das, was der Herr Bundesminister gemacht hat, so, wie es wirklich ist. (Rufe bei der ÖVP: Unverschämt!)
Abg. Dr. Graf: Meistens stimmt nicht, was im "NEWS" steht!
Ich sage Ihnen noch etwas: Im "NEWS", das gestern erschienen ist, ist bereits Berghauptmann-Stellvertreter Zechling mit diesen Vorwürfen zitiert. Das "NEWS" war schon gestern um 16 Uhr zu erhalten. Und das – das habe ich nachgefragt, meine Damen und Herren –, was auf Seite 74 und 75 gedruckt wird, wird auf dem Bogen 4 gedruckt, und der Bogen 4 geht am Montag in Druck. Deshalb hat "NEWS" bereits am Sonntag von dieser Sache gewußt, und es hat auch der Herr Bundesminister, wie mir gesagt wurde, von dieser Sache gewußt. Er bekommt am Mittwoch zu Mittag das Vorausexemplar. (Abg. Dr. Graf: Meistens stimmt nicht, was im "NEWS" steht!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn es so sein sollte, daß irgend jemand von der Bergbehörde, der "NEWS" am Sonntag informiert hat, den Herrn Bundesminister nicht informiert hätte, dann wäre es angemessen gewesen, diese Person noch gestern zu suspendieren. Er hat es nicht getan, weil er weiß, daß er keinen Grund dafür hat, weil er es bereits am Sonntag gewußt hat. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Großruck: Sagen Sie uns den Grund, warum er eine Woche lang nichts gesagt hätte? Erzählen Sie uns einen Grund!
Vielleicht hat er es erst am Montag gelesen. Aber daß er sich heute hier vor das Hohe Haus hinstellt und sagt, er habe erst gestern abend davon erfahren, ist die Unwahrheit! Er weiß es auch, meine Damen und Herren! (Abg. Großruck: Sagen Sie uns den Grund, warum er eine Woche lang nichts gesagt hätte? Erzählen Sie uns einen Grund!) – Das ist kein simpler Grund. – Das ist die Unwahrheit! Die Desinformation hat in dieser Sache von Anfang an Platz gegriffen. Und es war auch der Herr Bundesminister, der nichts dagegen getan hat, sondern sie gefördert hat: Er hat sie mit seinem Bericht gefördert und er hat sie heute mit seiner Erklärung vor diesem Haus gefördert.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abgeordnete Dr. Khol und Dr. Trinkl: Das ist ungeheuerlich!
Und wenn die Sozialdemokraten in diesem Land glauben, daß sie dem Herrn Bundesminister, der für den Tod von zehn Bergleuten mitverantwortlich ist, noch immer die Mauer machen müssen, dann kann ich Ihnen nur sagen: Weit ist es in diesem Land mit der Sozialdemokratie gekommen! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abgeordnete Dr. Khol und Dr. Trinkl: Das ist ungeheuerlich!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller
Zweiter Punkt: Ich habe heute noch einmal mit der Berghauptmannschaft Leoben telefoniert und vom Leiter versichert erhalten, daß ihnen vom ungenehmigten Abbau nichts bekannt war. Wenn ein mit Presseaufgaben befaßter Mitarbeiter die Erklärungen, die im "NEWS" stehen, behauptet hat, so wird er vor einer Disziplinarkommission zu verantworten haben (Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller) – Herr Abgeordneter Barmüller, jetzt hören Sie einmal zu! –, wie er es vertreten kann, daß er ein Informationsmedium informiert, aber dieselbe Nachricht nicht an den Minister geht. Wenn Sie das noch gegen mich verwenden, dann muß ich sagen, das ist unglaublich!
Abg. Scheibner: Da haben Sie wieder einmal nicht zugehört! Das ist unglaublich!
Ich habe gesagt, die disziplinarischen Maßnahmen werden getroffen werden. Es kann doch nicht so sein, daß ich zuerst geprügelt werde, weil ich mich vor die Bergemannschaft stelle, und dann geprügelt werde, weil ich plötzlich sage, es war nicht alles in Ordnung, was von verschiedenen Stellen gemacht wurde, wie mir das mit Herrn Scheibner passiert ist. (Abg. Scheibner: Da haben Sie wieder einmal nicht zugehört! Das ist unglaublich!) Darüber werden wir auch noch zu reden haben. Denn nochmals: Ich verweigere nicht jedem jede Information, aber ich verwahre mich dagegen, daß mir unterstellt wird, daß ich Dinge nicht richtig wiedergebe. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe gesagt, die disziplinarischen Maßnahmen werden getroffen werden. Es kann doch nicht so sein, daß ich zuerst geprügelt werde, weil ich mich vor die Bergemannschaft stelle, und dann geprügelt werde, weil ich plötzlich sage, es war nicht alles in Ordnung, was von verschiedenen Stellen gemacht wurde, wie mir das mit Herrn Scheibner passiert ist. (Abg. Scheibner: Da haben Sie wieder einmal nicht zugehört! Das ist unglaublich!) Darüber werden wir auch noch zu reden haben. Denn nochmals: Ich verweigere nicht jedem jede Information, aber ich verwahre mich dagegen, daß mir unterstellt wird, daß ich Dinge nicht richtig wiedergebe. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Erlauben Sie mir auch, vor allem dem geretteten Georg Hainzl von dieser Stelle aus alles Gute und gute Besserung zu wünschen und ihm ebenso zu wünschen, daß er über die Schmerzen dieses Unglücks möglichst rasch hinwegkommt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich darf bei dieser Gelegenheit auch allen Mitbürgern in Lassing, die diese schwere Katastrophe vor Ort miterleben mußten, dafür danken, wie sie sich gegenüber jenen verhalten haben, die dort geholfen haben, und auch dafür, daß sie mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen, mitgeholfen haben. Das ging so weit, daß man den Rettungsmannschaften in der ersten Phase Getränke, Essen, Kuchen und so weiter gebracht hat. Dafür herzlichen Dank allen Lassingern und Bürgern aus der Umgebung, die so unmittelbar und spontan mitgeholfen haben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Unser Dank – das möchte ich hier ebenfalls klar sagen – gilt auch allen Rettungsmannschaften, den Feuerwehren, den österreichischen Grubenwehren, auch den Grubenwehren aus Deutschland, dem österreichischen Bundesheer, der Deutschen Bundeswehr, dem Roten Kreuz und den Fachfirmen, die vor Ort gekommen sind und mitgeholfen haben. Auch ihnen sei von diesem Pult aus für ihre rasche und unbürokratische Mithilfe herzlich gedankt! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das hat er selbst gesagt, der Minister!
Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Scheibner hat hier gesagt, daß fünf Tage verstrichen sind (Abg. Scheibner: Das hat er selbst gesagt, der Minister!) – ich wiederhole das, was Sie gesagt haben; entschuldigen Sie, wenn ich mir das erlaube, aber ich wiederhole Ihre Aussage –, bis die Hilfe tatsächlich koordiniert funktioniert hat. Ich darf Ihnen sagen, daß ganz konkret – das können Sie im Protokoll nachlesen – am Nachmittag dieses 17. Juli, von der Berghauptmannschaft alarmiert, die OMV-Bohrmannschaften um zirka 16 Uhr ihre Aktivitäten aufgenommen und überlegt haben – das ist nicht so einfach bei einer solchen Situation –, welches Bohrgerät man zur Verfügung stellen muß, welches Bohrgerät vorhanden ist und ob das technische Gerät, das in einem Unternehmen vorhanden ist, für diesen Einsatz ausreicht. Und es ist gar nicht so einfach, das über eine Distanz von 300 Kilometern festzustellen.
Abg. Scheibner: Der Minister sagt es ja selber!
Ich darf Ihnen jetzt folgendes sagen, weil man immer vom schlechten Management und fehlenden Krisenmanagement spricht: Normalerweise ... (Abg. Scheibner: Der Minister sagt es ja selber!) – Ich komme auch zu Kritikpunkten. Herr Kollege! Lassen Sie mich doch wenigstens einige Fakten hier sagen! Normalerweise bedarf es eines Zeitraumes von ein bis zwei Wochen – ein bis zwei Wochen sind die normale Vorbereitungszeit! –, um derartige Bohrungen vor Ort in dieser Größenordnung überhaupt durchführen zu können.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie Beifall des Abg. Scheibner.
Erlauben Sie mir bei dieser Gelegenheit, auch meinem Freund und Kollegen Abraham für seinen Einsatz wirklich aufrichtig zu danken. Er sitzt heute oben auf der Galerie und hört sich diese Debatte an. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie Beifall des Abg. Scheibner.)
Abg. Wabl: Warum sind Sie dann gegen einen Untersuchungsausschuß? Nur um den Koalitionspartner zu decken, den Herrn Khol!
Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, muß aufgeklärt werden. Darum geht es hier, und wir müssen uns alle zusammentun, um die vorhandenen offenen Fragen zu klären. (Abg. Wabl: Warum sind Sie dann gegen einen Untersuchungsausschuß? Nur um den Koalitionspartner zu decken, den Herrn Khol!) – Herr Kollege Wabl, lassen Sie mich doch das in Ruhe ausführen!
Abg. Mag. Barmüller: Das wird ein Persilschein sein! Was glauben Sie, was da herauskommt?
Es geht jetzt zunächst einmal darum, daß die Sachverständigen das Wort haben müssen, daß gegebenenfalls die Gerichte das Wort haben müssen und die Medien und die Politiker niemanden vorverurteilen dürfen. Es geht jetzt darum – und darauf verlasse ich mich –, daß eine Kommission unter der Leitung von Dr. Dipl.-Ing. Eggehard Rother von der Europäischen Kommission mit jenen internationalen Fachleuten, die heute im Bericht des Ministers genannt wurden, das Sagen haben sollen. Ich erwarte mir, daß in Kürze – es wurde gesagt, Ende Oktober/Anfang November – dem Parlament ein Bericht übergeben wird. (Abg. Mag. Barmüller: Das wird ein Persilschein sein! Was glauben Sie, was da herauskommt?) Und wenn wir diesen Bericht im Parlament haben, dann können wir über weitere politische Überlegungen und Vorgangsweisen urteilen. Solange ich nicht weiß, wovon ich spreche, urteile ich nicht. Wenn Sie das können, dann tun Sie das bitte! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Barmüller: Dann haben Sie sich noch nicht informiert!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Barmüller: Dann haben Sie sich noch nicht informiert!
Es geht jetzt zunächst einmal darum, daß die Sachverständigen das Wort haben müssen, daß gegebenenfalls die Gerichte das Wort haben müssen und die Medien und die Politiker niemanden vorverurteilen dürfen. Es geht jetzt darum – und darauf verlasse ich mich –, daß eine Kommission unter der Leitung von Dr. Dipl.-Ing. Eggehard Rother von der Europäischen Kommission mit jenen internationalen Fachleuten, die heute im Bericht des Ministers genannt wurden, das Sagen haben sollen. Ich erwarte mir, daß in Kürze – es wurde gesagt, Ende Oktober/Anfang November – dem Parlament ein Bericht übergeben wird. (Abg. Mag. Barmüller: Das wird ein Persilschein sein! Was glauben Sie, was da herauskommt?) Und wenn wir diesen Bericht im Parlament haben, dann können wir über weitere politische Überlegungen und Vorgangsweisen urteilen. Solange ich nicht weiß, wovon ich spreche, urteile ich nicht. Wenn Sie das können, dann tun Sie das bitte! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Barmüller: Dann haben Sie sich noch nicht informiert!)
Abg. Scheibner: Der Bundeskanzler kann die Koordinationskompetenz an sich ziehen!
Nun noch ein paar Worte zur Verantwortung des Herrn Bundeskanzlers. Von der Freiheitlichen Partei wird ja immer wieder gerne gesagt, er wäre der Mitverantwortliche, Katastrophenschutz liege ja in der Verantwortung des Bundeskanzlers. – Herr Kollege Scheibner! In der Bundesverfassung ist das sehr genau geregelt: Katastrophenschutz ist Angelegenheit der Länder, daher sind vernünftigerweise auch die Landeshauptleute und Bezirksverwaltungsbehörden dafür zuständig. Eine Bundesangelegenheit ist dann gegeben, wenn ein Nuklearunfall passiert. Dann ist das Bundeskanzleramt zuständig. Wenn ein Bergunfall passiert, dann ist die Bergbehörde in oberster Instanz zuständig und somit auch der Bund. (Abg. Scheibner: Der Bundeskanzler kann die Koordinationskompetenz an sich ziehen!) – Herr Scheibner! So ist das nun einmal organisiert, und dagegen können auch Sie nichts sagen, weil das so in der Verfassung steht. Da müßten wir die Verfassung ändern, und das werden wir nicht tun.
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lassen Sie mich zum Abschluß noch einen konstruktiven Vorschlag in Richtung Bergbehörde machen, die ja auch in Diskussion und unter Beschuß geraten ist. Angefangen davon, wie diese Behörde organisiert gehört, bis hin zur Abschaffung der Bergbehörde war die Rede. Ich glaube, es wäre vernünftig, wenn man die Bergbehörde dadurch entlasten würde, daß man ihr die Kompetenz für den gesamten Lockergesteinsabbau, nämlich den Bereich Schotter und Kies, wieder wegnimmt und zu den Gewerbebehörden verlagert. Damit wäre der Bergbehörde wirklich nur jener Bereich übertragen, für den sie eigentlich im Kernbereich zuständig ist, nämlich für den klassischen Bergbau. Würden wir uns darauf einigen können, dann wären auch die Gemeinden sehr zufrieden, weil sie dann wieder eine entsprechende Parteienstellung und Mitsprache hinsichtlich der Flächenwidmung für den gesamten Schotterabbau hätten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich glaube, es wäre eine gute Sache, wenn wir diese Gelegenheit auch dazu nützen würden, die Bergbehörden in dieser Form zu entlasten. – Ich danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Khol.
Herr Bundesminister! Wer ist der Chef der Behörde? Wen soll man denn verantwortlich machen? (Zwischenruf des Abg. Dr. Khol.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Herr Abgeordneter Khol! Es untersucht doch weiterhin diese Behörde auch in Lassing. Es ist doch wieder der Ball vom Minister an dieses Unternehmen zurückgegeben worden – von einem Minister, der offenbar im eigenen Hause nicht mehr gehört wird! Und das, Herr Abgeordneter Khol, ist politische Verantwortung, und um die geht es hier! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Maitz: Das kann nur die Frau Petrovic!
Ich habe bisher gezweifelt, ob es sträfliche Unfähigkeit ist oder Kumpanei, Packelei. (Abg. Dr. Maitz: Das kann nur die Frau Petrovic!) Meine Vermutung geht immer stärker in die zweite Richtung. Aber beides – ob es sträfliche Unfähigkeit ist, mangelndes Durchsetzungsvermögen im eigenen Haus oder Kumpanei – ist Teil einer politischen Verantwortung, die Sie – und nur Sie! – trifft.
Abg. Schwarzenberger: Die Ermittlung kann erst nach der Bergung stattfinden! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
"Das einzige, was ich getan habe, war intervenieren, daß die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei die Bergungen nicht behindern, was letztere tat." – Zitatende. Also offenbar wurden die Ermittler behindert, nicht die, die die ganze Zeit die Aufgabe gehabt hätten, exakte Kartierungen anzulegen. (Abg. Schwarzenberger: Die Ermittlung kann erst nach der Bergung stattfinden! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Brinek: Was heißt "seit längerer Zeit"?
Herr Bundesminister! Soeben hat der Staatsanwalt im "Mittagsjournal" mitgeteilt, daß die Kenntnisse über diesen Raubbau, diesen nicht genehmigten Abbau, seit längerer Zeit vorgelegen sind. (Abg. Dr. Brinek: Was heißt "seit längerer Zeit"?) – Jedenfalls nicht erst seit gestern abend. – Herr Minister! Versuchen Sie jetzt nicht, einen kleinen Beamten über die Klinge springen zu lassen, wenn es um Ihre Verantwortung als Behördenchef geht. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Soeben hat der Staatsanwalt im "Mittagsjournal" mitgeteilt, daß die Kenntnisse über diesen Raubbau, diesen nicht genehmigten Abbau, seit längerer Zeit vorgelegen sind. (Abg. Dr. Brinek: Was heißt "seit längerer Zeit"?) – Jedenfalls nicht erst seit gestern abend. – Herr Minister! Versuchen Sie jetzt nicht, einen kleinen Beamten über die Klinge springen zu lassen, wenn es um Ihre Verantwortung als Behördenchef geht. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Ich frage Sie auch: Wie ist dieser Bericht entstanden? Ohne die Bergbehörde? Wieso hat man einen einzigen Umstand offenbar dezidiert ausgeschlossen, nämlich neuere, menschliche Einwirkungen, eben Raubbautätigkeit? – Das ist ein tendenziöser Bericht, das ist ein Bericht von Ihnen, von Ihrem Haus! Wer hat den überprüft? – Dieser Bericht ist eindeutig falsch. Er geht in eine ganz bestimmte Richtung, weil er das, was die Menschen, die unter Druck gesetzt worden sind, immer schon behauptet haben, bewußt ins Abseits schiebt. Herr Minister, das ist Ihre Verantwortung! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Als die Klagsdrohungen der Firma Naintsch Mineralwerke ausgesandt worden sind, haben Sie da den Informanten mit einem Wort signalisiert: "Ich stehe hinter euch, ich werde nicht zulassen, daß man euch mundtot macht!"? – Diese Menschen haben nicht mehr gewußt, an wen sie sich wenden sollen! Herr Bundesminister, das ist Ihre politische Verantwortung! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Mein ganz besonderer Dank aber – das möchte ich hier schon sagen, weil es mir ein persönliches Anliegen ist – gilt Frau Matlschweiger und Frau Zeiser, denn hätten mich ihre Ausführungen in der ersten Phase nach dem Unglück persönlich nicht so absolut überzeugt von der Stichhaltigheit ihrer Argumente, dann hätte ich sicherlich auch nicht die Kraft aufgebracht, all diesen Mitteilungen in dieser Form nachzugehen. Deshalb – vielleicht auch im Interesse dieser mutigen Frauen von Lassing –, Herr Bundesminister: Überdenken Sie noch einmal Ihre Haltung! Nehmen Sie ein letztes Mal Ihre politische Verantwortung wahr und machen Sie den Weg für eine Untersuchung frei! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Barmüller: Was ist Gegenstand dieser Ermittlungen?
Nun, ich persönlich bin nicht der Sonderermittler. Es laufen die Ermittlungen in der Bergbehörde (Abg. Mag. Barmüller: Was ist Gegenstand dieser Ermittlungen?), in der Staatsanwaltschaft, und sie laufen in der internationalen Untersuchungskommission. Wir werden die Ergebnisse in Kürze gesammelt vorliegen und daraus die Konsequenzen zu ziehen haben.
Abg. Mag. Barmüller: Haben Sie schon etwas von Ministerverantwortlichkeit gehört?
Zum Zweiten: Es ist schön, was ich, wie Sie mir unterstellen, alles wissen sollte, was ich alles wissen müßte. Ich kann Ihnen nur sagen: Meines Wissens beinhaltet das Ministeramt nicht, daß der Minister allwissend ist, sondern er muß sich auch auf das verlassen können, was ihm seine Mitarbeiter sagen. (Abg. Mag. Barmüller: Haben Sie schon etwas von Ministerverantwortlichkeit gehört?)
Abg. Mag. Barmüller: Nachgegeben! Ja, das ist richtig!
Ich kann nur nochmals versichern: Es wird jedem Punkt nachgegeben. (Abg. Mag. Barmüller: Nachgegeben! Ja, das ist richtig!) Wir hatten eine andere Priorität, Frau Abgeordnete Petrovic. Die Priorität war, ohne Störung zu retten, zu bergen, soweit es in unserer Verantwortung war. Ich habe mehrmals – das gebe ich hier zu – mit Verantwortlichen geredet, weil ich es nicht für verantwortbar hielt, in der Rettungsphase des Herrn Hainzl Leute aus der Rettungsmannschaft zu Einvernahmen abzuziehen. Ich habe es nicht für verantwortbar gehalten, Unterlagen wegzuführen. Dazu stehe ich nach wie vor. Denn ich habe gesagt: Hier läuft nichts weg, außer das Leben und die Überlebenschancen! – Danke, Herr Präsident! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich kann nur nochmals versichern: Es wird jedem Punkt nachgegeben. (Abg. Mag. Barmüller: Nachgegeben! Ja, das ist richtig!) Wir hatten eine andere Priorität, Frau Abgeordnete Petrovic. Die Priorität war, ohne Störung zu retten, zu bergen, soweit es in unserer Verantwortung war. Ich habe mehrmals – das gebe ich hier zu – mit Verantwortlichen geredet, weil ich es nicht für verantwortbar hielt, in der Rettungsphase des Herrn Hainzl Leute aus der Rettungsmannschaft zu Einvernahmen abzuziehen. Ich habe es nicht für verantwortbar gehalten, Unterlagen wegzuführen. Dazu stehe ich nach wie vor. Denn ich habe gesagt: Hier läuft nichts weg, außer das Leben und die Überlebenschancen! – Danke, Herr Präsident! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich glaube, niemand, der in diesen Wochen diese Gefühle hatte, hat nur den geringsten Funken von Verständnis dafür, daß man diese menschliche Katastrophe jetzt zum Gegenstand eines aggressiven parteipolitischen Hickhacks macht, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Zu der Erschütterung, die ich damals hatte und die ich noch immer habe, kommt das Entsetzen über manchen Diskussionsbeitrag von heute hinzu.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Kier: Es gibt zwei Berichte! – Abg. Mag. Kammerlander: Es gibt doch zwei Berichte! – Abg. Wabl: Ihr offenes Wort ist eine offene Unwahrheit! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Lassen Sie mich ein offenes Wort sagen: Auch meinem parlamentarischen Verständnis entspricht es, daß man Unterlagen – ich sage das ganz offen, auch wenn ich derselben Partei angehöre wie der Herr Minister – allen Fraktionen in gleicher Weise zur Verfügung stellt. Nur manchmal hat ein Fehler oder ein Versehen auch sein Gutes. Denn durch diesen Fehler konnte ganz Österreich vor dem Fernsehschirm heute Zeuge davon werden, daß Frau Dr. Petrovic einen Bericht, den sie noch gar nicht gehört hatte, weil er noch nicht erstattet war, und den sie nach ihren eigenen Aussagen auch nicht hatte, im vorhinein als falsch bezeichnet hat. Das war unerhört! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Kier: Es gibt zwei Berichte! – Abg. Mag. Kammerlander: Es gibt doch zwei Berichte! – Abg. Wabl: Ihr offenes Wort ist eine offene Unwahrheit! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Barmüller: Vielleicht nehmen Sie zur Kenntnis, daß es zwei Berichte gibt! – Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen.
Frau Dr. Petrovic, Sie haben es ja selbst zugegeben. Sie haben sich beschwert, daß Sie den Bericht nicht haben, aber Sie haben ihn im vorhinein für falsch erklärt. Die Zuseher können das selbst beurteilen. Die haben Sie gesehen und gehört, Frau Dr. Petrovic. (Abg. Mag. Barmüller: Vielleicht nehmen Sie zur Kenntnis, daß es zwei Berichte gibt! – Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Mag. Barmüller: Es geht um die politische Verantwortung!
Nach der Argumentation des Herrn Abgeordneten Barmüller, der sich hier wirklich als haßerfüllter Besserwisser dargestellt hat, der zu miserablen Beleidigungen gegriffen hat, die auch zu einem Ordnungsruf des Präsidenten geführt haben, will der gleiche Barmüller, will die gleiche Frau Petrovic, die so genau weiß, was ein anderer weiß, dann im Untersuchungsausschuß Richter sein. (Abg. Mag. Barmüller: Es geht um die politische Verantwortung!) Wissen Sie, was das ist? – Das ist ein Inquisitionsgericht! Der Ankläger, der sein Urteil vorher fertig hat, ist gleichzeitig der Richter. Nach der mittelalterlichen Inquisition gab es das bestenfalls im Stalinismus. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Und dafür geben wir uns nicht her! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Nach der Argumentation des Herrn Abgeordneten Barmüller, der sich hier wirklich als haßerfüllter Besserwisser dargestellt hat, der zu miserablen Beleidigungen gegriffen hat, die auch zu einem Ordnungsruf des Präsidenten geführt haben, will der gleiche Barmüller, will die gleiche Frau Petrovic, die so genau weiß, was ein anderer weiß, dann im Untersuchungsausschuß Richter sein. (Abg. Mag. Barmüller: Es geht um die politische Verantwortung!) Wissen Sie, was das ist? – Das ist ein Inquisitionsgericht! Der Ankläger, der sein Urteil vorher fertig hat, ist gleichzeitig der Richter. Nach der mittelalterlichen Inquisition gab es das bestenfalls im Stalinismus. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Und dafür geben wir uns nicht her! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Nach der Argumentation des Herrn Abgeordneten Barmüller, der sich hier wirklich als haßerfüllter Besserwisser dargestellt hat, der zu miserablen Beleidigungen gegriffen hat, die auch zu einem Ordnungsruf des Präsidenten geführt haben, will der gleiche Barmüller, will die gleiche Frau Petrovic, die so genau weiß, was ein anderer weiß, dann im Untersuchungsausschuß Richter sein. (Abg. Mag. Barmüller: Es geht um die politische Verantwortung!) Wissen Sie, was das ist? – Das ist ein Inquisitionsgericht! Der Ankläger, der sein Urteil vorher fertig hat, ist gleichzeitig der Richter. Nach der mittelalterlichen Inquisition gab es das bestenfalls im Stalinismus. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Und dafür geben wir uns nicht her! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Kier: Wenn Sie keinen Widerspruch dulden, müssen Sie das Parlament abschaffen! – Abg. Mag. Kammerlander: Es geht doch um die politische Verantwortung!
Die Menschen in Lassing brauchen Gerechtigkeit. Die Betroffenen brauchen Gerechtigkeit. Sie brauchen eine im wahrsten Sinn des Wortes unparteiische Untersuchung. Sie brauchen keinen Schauprozeß, in dem sich diejenigen in Szene setzen können, die heute schon "alles wissen" und anklagen. (Abg. Dr. Kier: Wenn Sie keinen Widerspruch dulden, müssen Sie das Parlament abschaffen! – Abg. Mag. Kammerlander: Es geht doch um die politische Verantwortung!) Einen solchen Schauprozeß brauchen wir nicht! (Abg. Mag. Barmüller: Schämen Sie sich nicht?!)
Abg. Mag. Barmüller: Schämen Sie sich nicht?!
Die Menschen in Lassing brauchen Gerechtigkeit. Die Betroffenen brauchen Gerechtigkeit. Sie brauchen eine im wahrsten Sinn des Wortes unparteiische Untersuchung. Sie brauchen keinen Schauprozeß, in dem sich diejenigen in Szene setzen können, die heute schon "alles wissen" und anklagen. (Abg. Dr. Kier: Wenn Sie keinen Widerspruch dulden, müssen Sie das Parlament abschaffen! – Abg. Mag. Kammerlander: Es geht doch um die politische Verantwortung!) Einen solchen Schauprozeß brauchen wir nicht! (Abg. Mag. Barmüller: Schämen Sie sich nicht?!)
Abg. Mag. Barmüller: Ihre Persilschein-Kommission können Sie sich sparen! – Abg. Mag. Kammerlander: Das schau’ ich mir an, was bei Ihrer internationalen Kommission herauskommt!
Was die Menschen in Lassing verdienen, ist, daß eine wirklich unparteiische internationale Untersuchungskommission nach den Ursachen forscht, die Ursachen klarlegt (Abg. Mag. Barmüller: Ihre Persilschein-Kommission können Sie sich sparen! – Abg. Mag. Kammerlander: Das schau’ ich mir an, was bei Ihrer internationalen Kommission herauskommt!), offen auf den Tisch legt und daß, wenn strafbare Tatbestände, wenn rechtswidriges Handeln vorliegen sollten, Staatsanwaltschaft und Strafgerichte die entsprechenden Entscheidungen treffen. (Abg. Mag. Barmüller: Die strafrechtliche Verantwortung ja, aber es gibt auch andere Verantwortungen!) Das ist notwendig, das ist die Gerechtigkeit, die die Menschen in Lassing verdient haben, und für diese Gerechtigkeit werden wir sorgen!
Abg. Mag. Barmüller: Die strafrechtliche Verantwortung ja, aber es gibt auch andere Verantwortungen!
Was die Menschen in Lassing verdienen, ist, daß eine wirklich unparteiische internationale Untersuchungskommission nach den Ursachen forscht, die Ursachen klarlegt (Abg. Mag. Barmüller: Ihre Persilschein-Kommission können Sie sich sparen! – Abg. Mag. Kammerlander: Das schau’ ich mir an, was bei Ihrer internationalen Kommission herauskommt!), offen auf den Tisch legt und daß, wenn strafbare Tatbestände, wenn rechtswidriges Handeln vorliegen sollten, Staatsanwaltschaft und Strafgerichte die entsprechenden Entscheidungen treffen. (Abg. Mag. Barmüller: Die strafrechtliche Verantwortung ja, aber es gibt auch andere Verantwortungen!) Das ist notwendig, das ist die Gerechtigkeit, die die Menschen in Lassing verdient haben, und für diese Gerechtigkeit werden wir sorgen!
Abg. Mag. Kammerlander: Richtig, das ist seine Verantwortung!
Wenn Sie behaupten, Sie hätten keine Vorverurteilungen getroffen, dann erinnere ich Sie an folgendes: Frau Kammerlander, die so gerne bei Reden dazwischenschreit, hat während der Debatte einmal geschrien: "Der Minister, der dieses Unglück verursacht hat!" (Abg. Mag. Kammerlander: Richtig, das ist seine Verantwortung!) – Bitte, lächerlicher geht’s ja gar nicht mehr! Lächerlicher geht’s ja wirklich nicht mehr, meine Damen und Herren von den Grünen! Es ist ja sehr entlarvend und enttarnend, wie Sie aus einer menschlichen Tragödie mit billigsten Mitteln parteipolitisches Kapital schlagen wollen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn Sie behaupten, Sie hätten keine Vorverurteilungen getroffen, dann erinnere ich Sie an folgendes: Frau Kammerlander, die so gerne bei Reden dazwischenschreit, hat während der Debatte einmal geschrien: "Der Minister, der dieses Unglück verursacht hat!" (Abg. Mag. Kammerlander: Richtig, das ist seine Verantwortung!) – Bitte, lächerlicher geht’s ja gar nicht mehr! Lächerlicher geht’s ja wirklich nicht mehr, meine Damen und Herren von den Grünen! Es ist ja sehr entlarvend und enttarnend, wie Sie aus einer menschlichen Tragödie mit billigsten Mitteln parteipolitisches Kapital schlagen wollen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Barmüller: Sie haben es schon verstanden, nur zugeben wollen Sie es nicht!
Vieles, was in der heutigen Debatte von Ihrer Seite gekommen ist, war nicht verständlich. (Abg. Mag. Barmüller: Sie haben es schon verstanden, nur zugeben wollen Sie es nicht!) Ich habe den Abgeordneten Scheibner nicht verstanden, als er hier zur Verteidigung des rechtswidrigen Abbaues auf der Scheibe 1A Zuflucht gesucht hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Herr Abgeordneter Scheibner, es ist ganz eindeutig: Der Bericht des Ministers – in der Zwischenzeit haben Sie ihn auch schriftlich vor sich; Sie haben ihn auch gehört und haben als nachfolgender Debattenredner sicher genau zugehört – sagt ganz klar: Auf der Scheibe 1A war aufgrund des Antrages aus dem Jahr 1995 und gemäß Abbauplan 1996/97 der Abbau zulässig und genehmigt. (Abg. Scheibner: Die Bergbaubehörde hat nichts genehmigt! Das war Schwarzabbau!) Und im nächstfolgenden Hauptbetriebsplan wurde diese Scheibe 1A als erledigt, als abgebaut ausgewiesen. Wenn nachher dort Abbaumaßnahmen stattgefunden haben, die in keiner Genehmigung aufscheinen, so ist das zumindest ungenehmigt und rechtlich nicht in Ordnung. Und das hat der Minister festgestellt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Barmüller: Dreiundzwanzigmal war die Bergbehörde heuer dort!) Darüber hat der Minister von sich aus offen und ohne zu beschönigen die Öffentlichkeit informiert.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Vieles, was in der heutigen Debatte von Ihrer Seite gekommen ist, war nicht verständlich. (Abg. Mag. Barmüller: Sie haben es schon verstanden, nur zugeben wollen Sie es nicht!) Ich habe den Abgeordneten Scheibner nicht verstanden, als er hier zur Verteidigung des rechtswidrigen Abbaues auf der Scheibe 1A Zuflucht gesucht hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Herr Abgeordneter Scheibner, es ist ganz eindeutig: Der Bericht des Ministers – in der Zwischenzeit haben Sie ihn auch schriftlich vor sich; Sie haben ihn auch gehört und haben als nachfolgender Debattenredner sicher genau zugehört – sagt ganz klar: Auf der Scheibe 1A war aufgrund des Antrages aus dem Jahr 1995 und gemäß Abbauplan 1996/97 der Abbau zulässig und genehmigt. (Abg. Scheibner: Die Bergbaubehörde hat nichts genehmigt! Das war Schwarzabbau!) Und im nächstfolgenden Hauptbetriebsplan wurde diese Scheibe 1A als erledigt, als abgebaut ausgewiesen. Wenn nachher dort Abbaumaßnahmen stattgefunden haben, die in keiner Genehmigung aufscheinen, so ist das zumindest ungenehmigt und rechtlich nicht in Ordnung. Und das hat der Minister festgestellt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Barmüller: Dreiundzwanzigmal war die Bergbehörde heuer dort!) Darüber hat der Minister von sich aus offen und ohne zu beschönigen die Öffentlichkeit informiert.
Abg. Scheibner: Die Bergbaubehörde hat nichts genehmigt! Das war Schwarzabbau!
Vieles, was in der heutigen Debatte von Ihrer Seite gekommen ist, war nicht verständlich. (Abg. Mag. Barmüller: Sie haben es schon verstanden, nur zugeben wollen Sie es nicht!) Ich habe den Abgeordneten Scheibner nicht verstanden, als er hier zur Verteidigung des rechtswidrigen Abbaues auf der Scheibe 1A Zuflucht gesucht hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Herr Abgeordneter Scheibner, es ist ganz eindeutig: Der Bericht des Ministers – in der Zwischenzeit haben Sie ihn auch schriftlich vor sich; Sie haben ihn auch gehört und haben als nachfolgender Debattenredner sicher genau zugehört – sagt ganz klar: Auf der Scheibe 1A war aufgrund des Antrages aus dem Jahr 1995 und gemäß Abbauplan 1996/97 der Abbau zulässig und genehmigt. (Abg. Scheibner: Die Bergbaubehörde hat nichts genehmigt! Das war Schwarzabbau!) Und im nächstfolgenden Hauptbetriebsplan wurde diese Scheibe 1A als erledigt, als abgebaut ausgewiesen. Wenn nachher dort Abbaumaßnahmen stattgefunden haben, die in keiner Genehmigung aufscheinen, so ist das zumindest ungenehmigt und rechtlich nicht in Ordnung. Und das hat der Minister festgestellt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Barmüller: Dreiundzwanzigmal war die Bergbehörde heuer dort!) Darüber hat der Minister von sich aus offen und ohne zu beschönigen die Öffentlichkeit informiert.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Barmüller: Dreiundzwanzigmal war die Bergbehörde heuer dort!
Vieles, was in der heutigen Debatte von Ihrer Seite gekommen ist, war nicht verständlich. (Abg. Mag. Barmüller: Sie haben es schon verstanden, nur zugeben wollen Sie es nicht!) Ich habe den Abgeordneten Scheibner nicht verstanden, als er hier zur Verteidigung des rechtswidrigen Abbaues auf der Scheibe 1A Zuflucht gesucht hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Herr Abgeordneter Scheibner, es ist ganz eindeutig: Der Bericht des Ministers – in der Zwischenzeit haben Sie ihn auch schriftlich vor sich; Sie haben ihn auch gehört und haben als nachfolgender Debattenredner sicher genau zugehört – sagt ganz klar: Auf der Scheibe 1A war aufgrund des Antrages aus dem Jahr 1995 und gemäß Abbauplan 1996/97 der Abbau zulässig und genehmigt. (Abg. Scheibner: Die Bergbaubehörde hat nichts genehmigt! Das war Schwarzabbau!) Und im nächstfolgenden Hauptbetriebsplan wurde diese Scheibe 1A als erledigt, als abgebaut ausgewiesen. Wenn nachher dort Abbaumaßnahmen stattgefunden haben, die in keiner Genehmigung aufscheinen, so ist das zumindest ungenehmigt und rechtlich nicht in Ordnung. Und das hat der Minister festgestellt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Barmüller: Dreiundzwanzigmal war die Bergbehörde heuer dort!) Darüber hat der Minister von sich aus offen und ohne zu beschönigen die Öffentlichkeit informiert.
Abg. Mag. Barmüller: Daß man in der Politik Verantwortung trägt, Herr Dr. Schwimmer, wird auch Ihnen bekannt sein!
Es ist ja etwas Weiteres für mich nicht ganz verständlich: Ohne Fakten zu liefern, Frau Dr. Petrovic ... (Abg. Mag. Barmüller: Daß man in der Politik Verantwortung trägt, Herr Dr. Schwimmer, wird auch Ihnen bekannt sein!) – Abgeordneter Barmüller, der schon wieder dazwischenschreit, hat dauernd Fakten versprochen. Geliefert hat er uns Vorverurteilungen, geliefert hat er uns Beleidigungen, aber kein einziges Faktum. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Barmüller – schriftliche Unterlagen in die Höhe haltend –: Das ist ja nicht wahr! Seit Anfang Juli war das bekannt in Lassing! Schon drei Wochen vor dem Unglück!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Barmüller – schriftliche Unterlagen in die Höhe haltend –: Das ist ja nicht wahr! Seit Anfang Juli war das bekannt in Lassing! Schon drei Wochen vor dem Unglück!
Es ist ja etwas Weiteres für mich nicht ganz verständlich: Ohne Fakten zu liefern, Frau Dr. Petrovic ... (Abg. Mag. Barmüller: Daß man in der Politik Verantwortung trägt, Herr Dr. Schwimmer, wird auch Ihnen bekannt sein!) – Abgeordneter Barmüller, der schon wieder dazwischenschreit, hat dauernd Fakten versprochen. Geliefert hat er uns Vorverurteilungen, geliefert hat er uns Beleidigungen, aber kein einziges Faktum. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Barmüller – schriftliche Unterlagen in die Höhe haltend –: Das ist ja nicht wahr! Seit Anfang Juli war das bekannt in Lassing! Schon drei Wochen vor dem Unglück!)
Abg. Mag. Barmüller: Stimmt ja gar nicht! Der Bericht beginnt erst nach dem Unglück, Herr Kollege Schwimmer!
Es werden Vorwürfe über angebliche Vertuschungen erhoben, aber es wird kein einziges Faktum für eine Vertuschung vorgelegt. (Abg. Mag. Barmüller: Stimmt ja gar nicht! Der Bericht beginnt erst nach dem Unglück, Herr Kollege Schwimmer!) Und dann wird dem Minister von Frau Dr. Petrovic vorgeworfen, daß er einen sehr offenen, nicht beschönigenden Bericht vorgelegt hat, in dem auch steht, was nicht in Ordnung gewesen ist (Abg. Mag. Barmüller: Lesen Sie, wann der Bericht beginnt! Nach dem Unglück!), in dem etwa auch steht, daß die Behörde ein Weisung nicht nur nicht befolgt, sondern sogar konterkariert hat. Der Minister wird dem nachgehen und die entsprechenden Konsequenzen daraus ziehen. Das ist seine politische Verantwortung.
Abg. Mag. Barmüller: Lesen Sie, wann der Bericht beginnt! Nach dem Unglück!
Es werden Vorwürfe über angebliche Vertuschungen erhoben, aber es wird kein einziges Faktum für eine Vertuschung vorgelegt. (Abg. Mag. Barmüller: Stimmt ja gar nicht! Der Bericht beginnt erst nach dem Unglück, Herr Kollege Schwimmer!) Und dann wird dem Minister von Frau Dr. Petrovic vorgeworfen, daß er einen sehr offenen, nicht beschönigenden Bericht vorgelegt hat, in dem auch steht, was nicht in Ordnung gewesen ist (Abg. Mag. Barmüller: Lesen Sie, wann der Bericht beginnt! Nach dem Unglück!), in dem etwa auch steht, daß die Behörde ein Weisung nicht nur nicht befolgt, sondern sogar konterkariert hat. Der Minister wird dem nachgehen und die entsprechenden Konsequenzen daraus ziehen. Das ist seine politische Verantwortung.
Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.
Und noch etwas zur politischen Verantwortung: Wissen Sie, vielleicht hat Minister Farnleitner als zuständiger Wirtschaftsminister nicht hundertprozentig in Übereinstimmung mit den rechtlichen Vorschriften gehandelt, als er einer überforderten Firmenleitung die Einsatzleitung aus der Hand genommen und die Bergbehörde damit beauftragt hat. (Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.) Aber er hat das gemacht, und dabei hat er meine volle Zustimmung und meine volle Unterstützung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Und noch etwas zur politischen Verantwortung: Wissen Sie, vielleicht hat Minister Farnleitner als zuständiger Wirtschaftsminister nicht hundertprozentig in Übereinstimmung mit den rechtlichen Vorschriften gehandelt, als er einer überforderten Firmenleitung die Einsatzleitung aus der Hand genommen und die Bergbehörde damit beauftragt hat. (Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.) Aber er hat das gemacht, und dabei hat er meine volle Zustimmung und meine volle Unterstützung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Barmüller: Es geht doch nicht um Geld!
Vielleicht haben die Minister Farnleitner und Edlinger nicht hundertprozentig im Einklang mit den haushaltsrechtlichen Vorschriften gehandelt, als sie beide übereinstimmend erklärt haben, Bergung und Rettung dürfen nicht am Geld scheitern. (Abg. Mag. Barmüller: Es geht doch nicht um Geld!) Das ist die politische Verantwortung, die sie wahrgenommen haben, und dafür verdienen sie unser Vertrauen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Peter: Was soll diese Scheinverteidigung?)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Peter: Was soll diese Scheinverteidigung?
Vielleicht haben die Minister Farnleitner und Edlinger nicht hundertprozentig im Einklang mit den haushaltsrechtlichen Vorschriften gehandelt, als sie beide übereinstimmend erklärt haben, Bergung und Rettung dürfen nicht am Geld scheitern. (Abg. Mag. Barmüller: Es geht doch nicht um Geld!) Das ist die politische Verantwortung, die sie wahrgenommen haben, und dafür verdienen sie unser Vertrauen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Peter: Was soll diese Scheinverteidigung?)
Abg. Mag. Barmüller: Weil die unfähige Behörde nichts weitergebracht hat!
Ich halte nochmals fest: Es war bewundernswert, wie sich in Lassing unzählige Menschen freiwillig spontan zur Verfügung gestellt haben. (Abg. Mag. Barmüller: Weil die unfähige Behörde nichts weitergebracht hat!) Es ist für mich auch bewundernswert, wie die Beamten der von Ihnen so geschmähten Bergbehörde, als sie von dem Unglück gehört haben, unaufgefordert sofort an Ort und Stelle erschienen sind, wie sie, wie wir jetzt wissen – im nachhinein sind wir alle sehr viel gescheiter –, unter Riskierung des eigenen Lebens in die Grube eingefahren sind. Diese Beamten hatten kein wirtschaftliches Interesse, sie hatten ein menschliches Interesse, ein dienstliches Interesse daran und sind in die Grube eingefahren, um mithelfen zu können, um feststellen zu können: Was kann hier geschehen, um den Georg Hainzl zu retten? (Abg. Mag. Barmüller: Es war von vornherein klar, daß die Bergung nur von der Oberfläche aus passieren kann und nicht von der Grube aus! Das war keine menschliche Tat, sondern Grubensicherung!)
Abg. Mag. Barmüller: Es war von vornherein klar, daß die Bergung nur von der Oberfläche aus passieren kann und nicht von der Grube aus! Das war keine menschliche Tat, sondern Grubensicherung!
Ich halte nochmals fest: Es war bewundernswert, wie sich in Lassing unzählige Menschen freiwillig spontan zur Verfügung gestellt haben. (Abg. Mag. Barmüller: Weil die unfähige Behörde nichts weitergebracht hat!) Es ist für mich auch bewundernswert, wie die Beamten der von Ihnen so geschmähten Bergbehörde, als sie von dem Unglück gehört haben, unaufgefordert sofort an Ort und Stelle erschienen sind, wie sie, wie wir jetzt wissen – im nachhinein sind wir alle sehr viel gescheiter –, unter Riskierung des eigenen Lebens in die Grube eingefahren sind. Diese Beamten hatten kein wirtschaftliches Interesse, sie hatten ein menschliches Interesse, ein dienstliches Interesse daran und sind in die Grube eingefahren, um mithelfen zu können, um feststellen zu können: Was kann hier geschehen, um den Georg Hainzl zu retten? (Abg. Mag. Barmüller: Es war von vornherein klar, daß die Bergung nur von der Oberfläche aus passieren kann und nicht von der Grube aus! Das war keine menschliche Tat, sondern Grubensicherung!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich habe auch große Bewunderung für die Kreativität, die dort entwickelt worden ist. In wenigen Tagen sind komplizierteste technische Geräte und Methoden entwickelt worden, so etwa die berühmte kleine schwimmende Kamera oder die Druckkammer, die man dort entwickelt hat. Ich finde, auch den Menschen, die dort ihre Kreativität eingesetzt haben, gebühren unser Dank und unsere Bewunderung, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Barmüller: Das haben Sie in diesem Haus ja verhindert! Sie haben viele diesbezüglichen Anträge der Liberalen abgeschmettert!
Vielleicht sollte man sich noch einige Fragen überlegen. Es gibt zum Beispiel Frauen, die mit dem betreffenden Verunglückten noch nicht verheiratet waren und daher nicht die gleichen Ansprüche haben wie eine Ehefrau. (Abg. Mag. Barmüller: Das haben Sie in diesem Haus ja verhindert! Sie haben viele diesbezüglichen Anträge der Liberalen abgeschmettert!) Ich glaube, es muß in diesem Katastrophenfall dafür gesorgt werden, daß man einen gerechten Ausgleich findet, damit auch diese Frauen zu ihren Leistungen kommen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Vielleicht sollte man sich noch einige Fragen überlegen. Es gibt zum Beispiel Frauen, die mit dem betreffenden Verunglückten noch nicht verheiratet waren und daher nicht die gleichen Ansprüche haben wie eine Ehefrau. (Abg. Mag. Barmüller: Das haben Sie in diesem Haus ja verhindert! Sie haben viele diesbezüglichen Anträge der Liberalen abgeschmettert!) Ich glaube, es muß in diesem Katastrophenfall dafür gesorgt werden, daß man einen gerechten Ausgleich findet, damit auch diese Frauen zu ihren Leistungen kommen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Barmüller: Von denen, die es selbst betrifft!
Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich glaube daher, wir können wirklich von ganzem Herzen – da weiß ich mich eins mit allen Österreichern, die mitgezittert, mitgehofft, sich mitgefreut und mitgetrauert haben – allen danken, die ihren ganzen Einsatz, bis zur physischen Erschöpfung, geleistet haben, um in Lassing zu helfen und Menschenleben zu retten. Wir können den politisch Verantwortlichen dafür danken, daß sie den Rahmen dafür geschaffen haben. Wir können Minister Farnleitner und der Bundesregierung dafür danken, daß für eine unparteiische internationale Untersuchung gesorgt wird, und wir werden darauf dringen und darauf achten, daß diese Untersuchung auch tatsächlich mit allen notwendigen Mitteln durchgeführt wird. (Abg. Mag. Barmüller: Von denen, die es selbst betrifft!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Barmüller: Keine Polemik vom Rednerpult aus!
Ich sage noch einmal: Für einen Schauprozeß, bei dem Herr Barmüller Ankläger und Richter zugleich ist, haben wir nichts übrig! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Barmüller: Keine Polemik vom Rednerpult aus!)
Abg. Dr. Schwimmer: Nein, an das Parlament, hat Sie gesagt!
Ich stelle tatsächlich richtig – Herr Abgeordneter Schwimmer, Sie sollten dabei aufpassen –: Abgeordnete Dr. Petrovic hat nicht die Erklärung im Mund geführt, sondern, deutlich unterscheidbar, den Bericht des Ministers Farnleitner, den dieser an den Ministerrat erstattet hat. (Abg. Dr. Schwimmer: Nein, an das Parlament, hat Sie gesagt!) Sie hat also zu Recht diesen Bericht des Ministers Farnleitner als falsch und tatsachenwidrig bezeichnet. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Schwimmer: Persönliche Erwiderung, Herr Präsident!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Schwimmer: Persönliche Erwiderung, Herr Präsident!
Ich stelle tatsächlich richtig – Herr Abgeordneter Schwimmer, Sie sollten dabei aufpassen –: Abgeordnete Dr. Petrovic hat nicht die Erklärung im Mund geführt, sondern, deutlich unterscheidbar, den Bericht des Ministers Farnleitner, den dieser an den Ministerrat erstattet hat. (Abg. Dr. Schwimmer: Nein, an das Parlament, hat Sie gesagt!) Sie hat also zu Recht diesen Bericht des Ministers Farnleitner als falsch und tatsachenwidrig bezeichnet. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Schwimmer: Persönliche Erwiderung, Herr Präsident!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber ich möchte zunächst einige Anmerkungen zu meinen Vorrednern machen. Herr Abgeordneter Kröll hat die im Fall Lassing von den Politikern geleistete Hilfe in den höchsten Tönen gelobt. – Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist selbstverständlich, daß Politiker, die dazu berufen sind und natürlich auch die Mittel dafür zur Verfügung haben, Hilfe leisten. Wenn sie das nicht tun, dann haben sie als Politiker ohnehin keine Existenzberechtigung. Das in den höchsten Tönen zu loben, ist äußerst überflüssig. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Frage des Kollegen Barmüller, wer jene zehn Leute hineingeschickt hat, wer die Verantwortung dafür trägt, möchte ich mit einem Vergleich beantworten: Wenn man Feuerwehrmann ist und weiß, daß in einem brennenden Fahrzeug noch ein Kind eingeschlossen ist und der Tank jederzeit explodieren könnte, dann wird man versuchen, das Kind zu retten. Ich glaube, daß jeder versuchen würde, das Kind zu retten, und dafür auch sein Leben riskieren würde. Das haben diese zehn Bergleute gemacht. Sie wollten einerseits natürlich ihren Arbeitsplatz retten, mit dem sie ja sehr verwurzelt sind, andererseits das Überleben ihres eingeschlossenen Bergkameraden sichern. In diesem Fall ist Polemik wirklich fehl am Platz, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Deshalb erscheint es mir um so wichtiger, daß wir jenen, die vor Ort geholfen haben, den sogenannten Technokraten, die bis zur physischen und psychischen Erschöpfung gearbeitet und versucht haben, das Beste zu machen, unseren Dank aussprechen, denn das sind die wahren Helden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrter Herr Minister! Schaffen Sie sich mehr Lebensqualität – und ziehen Sie die Konsequenzen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dann, während der letzten Sitzung hier in diesem Hohen Haus, geschah das Unfaßbare: Georg Hainzl wurde verschüttet und in weiterer Folge zehn Männer. Ich war am nächsten Tag frühmorgens am Unglücksort und traf dort den Vater von Georg Hainzl, einen Mann, der von den Sorgen, der Ungewißheit und vom Schock gezeichnet war. Ich versuchte, ihm Mut zuzusprechen, denn ich war ehrlich überzeugt davon, daß man seinen Sohn wird retten können. Ich traf dort Einsatzkräfte, Feuerwehr, Rotes Kreuz, viele freiwillige Helfer, und ich sprach ihnen meinen ersten Dank für ihre Einsatzbereitschaft aus. Es waren auch Angehörige der Verschütteten darunter, die seelisch und körperlich natürlich angegriffen, aber doch bereit und willens waren, bei der Bergung zu helfen. Ihnen sage ich auch heute von diesem Rednerpult aus nochmals herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Am Samstag kamen der Bundeskanzler und der Innenminister zum ersten Mal nach Lassing, es war zu Mittag. Ich hatte den Eindruck, daß nach ein paar Telefonaten des Bundeskanzlers die Rettungsmaßnahmen besser in Fluß gerieten, und ich danke ihm dafür. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! So furchtbar die Medienberichterstattung für die Lassinger zum Teil auch war, so wichtig war sie aber auch, denn durch sie kam es zu einer Welle der Hilfsbereitschaft finanzieller Art für die leidgeprüften Angehörigen und jene Menschen, die ihre Wohnung oder ihr Haus verloren haben. Organisationen, Gemeinden, Einzelpersonen aus Österreich und aus dem Ausland haben großzügig gespendet. Jedem einzelnen von ihnen gehört auch von diesem Pult aus ein herzlicher Dank ausgesprochen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dafür, daß wir darauf besser vorbereitet sind, hat die Politik zu sorgen. Denn aus den Ereignissen von Lassing sollten wir lernen. Wir sollten bereit sein, Änderungen durchzuführen, und ich halte den Entschließungsantrag, der heute eingebracht wurde und in welchem es heißt, es müssen alle Umstände geklärt werden, die zum Unglück von Lassing geführt haben, und es müssen alle Maßnahmen ergriffen werden, die in Zukunft derartige Unglücksfälle verhindern und im Falle eines Unglücks den bestmöglichen Rettungseinsatz garantieren, für den besten Weg dazu. Daher stimmen wir diesem Entschließungsantrag gerne zu. – Danke (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: In wie vielen Untersuchungsausschüssen waren Sie, Herr Kollege Peter?! Haben Sie den Herrn Wabl erlebt in einem Untersuchungsausschuß?! – Abg. Dr. Schmidt – in Richtung des Abg. Dr. Khol –: Dann stehen Sie zu Ihrer Meinung und schaffen Sie diese Einrichtung ab! Schaffen Sie sie ab!
Meine Damen und Herren! Nicht minder erschüttert bin ich aber über das politische Versagen der Abgeordneten der Koalitionsparteien und Meinungen, wie sie etwa in den Aussagen des Herrn Schwimmer gegipfelt haben. Er hat uns doch tatsächlich erklärt, daß Untersuchungsausschüsse nichts anderes als Schauprozesse sind. Ich frage Sie: Was für ein Verständnis hat Schwimmer vom Parlamentarismus?! (Abg. Dr. Khol: In wie vielen Untersuchungsausschüssen waren Sie, Herr Kollege Peter?! Haben Sie den Herrn Wabl erlebt in einem Untersuchungsausschuß?! – Abg. Dr. Schmidt – in Richtung des Abg. Dr. Khol –: Dann stehen Sie zu Ihrer Meinung und schaffen Sie diese Einrichtung ab! Schaffen Sie sie ab!)
Abg. Dr. Khol: Nach dem Gericht!
Herr Klubobmann Khol! Die Frage der politischen Verantwortung kann ja nur im Parlament geklärt werden. (Abg. Dr. Khol: Nach dem Gericht!) Wenn Sie nicht in der Lage sind, die Vorgangsweise von Untersuchungsausschüssen so zu regeln, daß sie das gewünschte Ziel, nämlich die politische Verantwortung zu definieren, erreichen, dann müssen Sie zum Ständestaat zurückkehren, Herr Klubobmann Kohl. Dort gab es kein Parlament, das gestört hat. Dort hat niemand nach politischer Verantwortung gefragt. Damals gab es eine Partei, die war "göttlich", und wenn Fehler passiert sind, dann hat diese Partei gesagt: Ja, mein Gott, es sind Fehler passiert. Wir werden alles tun, damit diese Fehler nicht wieder passieren!
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Lassing bringt es an den Tag: eine verbürokratisierte Ineffizienz der Bergbehörde, eine überforderte Berghauptmannschaft und die fehlende Rolle der Berghauptmannschaft als begleitende Kontrolle, die im ersten Halbjahr 1998 23mal in die Grube in Lassing eingefahren ist. Dafür muß es doch einen Grund gegeben haben, daß die Leute von der Bergbehörde die Kontrollen verdrei-, vervierfacht haben, und trotzdem haben sie das, was sie gesucht haben, nicht gefunden. Vielleicht wollten sie es nicht finden, weil sie wußten, worum es geht. Aber trotz allem waren sie nicht in der Lage, eine Katastrophe abzufangen, von der ich meine, daß es eine vorhersehbare Katastrophe war, für die wir nicht neue Reglementierungen, sondern neue Verantwortungen brauchen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Ich bin als Unternehmer ein ganz kleiner Zwerg. Ich beschäftige nicht 8 000 oder 2 000 Mitarbeiter, aber ich bin heute hier an dieser Stelle im Parlament, an der ich die Ehre habe, jetzt zu stehen, dafür verantwortlich, was meine Mitarbeiter in genau dieser Sekunde tun! Diese Verantwortung ist für mich als Unternehmer unteilbar, und Sie als Minister tragen eine politische Verantwortung! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Lassing ist eine menschliche Tragödie, es ist ein wirtschaftliches Fiasko, und vor allem ein Waterloo der österreichischen Verwaltung. Lassen Sie mich allen Menschen, die davon betroffen sind, mein Beileid ausdrücken. Ich fühle mit ihnen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Khol: Naja, so san’s! Peinlich, peinlich! So "präzise" sind die Informationen!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu dem eben verlesenen Entschließungsantrag möchte ich bemerken, daß dieser dem Präsidium nicht vorliegt, sondern ein anderer, mit einem anderen, aber ähnlichen Wortlaut. Es besteht die Möglichkeit, daß das geklärt wird und daß Sie den Antrag später noch einmal einbringen. (Abg. Dr. Khol: Naja, so san’s! Peinlich, peinlich! So "präzise" sind die Informationen!)
Abg. Öllinger: Ich räume gerne den Platz!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Bitte um Entschuldigung: Das war jetzt ein Irrtum meinerseits oder vielleicht ein Fehler der EDV-Anlage. Herr Abgeordneter Trinkl war als nächster Redner zu Wort gemeldet. (Abg. Öllinger: Ich räume gerne den Platz!) – Das ist sehr liebenswürdig! Danke schön.
Beifall bei der ÖVP.
In meinem Bezirk, am Rabenwald, befindet sich ein Schwesterwerk von Lassing, das 85 Mitarbeitern Arbeit und Verdienst bietet. Und ich bin stolz darauf, daß innerhalb weniger Tage in der Pfarre Anger, einem Ort von nicht einmal 1 500 Seelen, ein Betrag von 250 000 S gesammelt werden konnte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In den Tagen nach dem Unglück haben Hunderte Menschen an Ort und Stelle geholfen. Sie haben bis zum Zusammenbrechen gearbeitet, sie haben ihr Letztes gegeben. Trotzdem hatten viele den Eindruck, es geschehe zu wenig, es fehle an der notwendigen Koordination. Ich verstehe diese Ungeduld, vor allem bei den Angehörigen, die um einen lieben Menschen bangten. Ich verstehe auch den Unmut und die Verbitterung über das eine oder andere vielleicht vorschnell gesagte Wort, das in dieser Situation geschmerzt hat. Tatsache aber ist, und das geht aus allen Berichten hervor, daß alle, die dort waren, ihr Bestes gegeben haben, und dafür sei ihnen herzlich gedankt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte, hieraus für die Zukunft zu lernen, besonders was die Medien anlangt. Ein wenig mehr Zurückhaltung wäre in dieser Sache sicher von Vorteil gewesen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Heindl.
Meine Damen und Herren! Bei der Beurteilung der Vorgänge in Lassing fällt mir ein Spruch ein, den man Konfuzius zuschreibt: Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln – ich möchte das besonders Herrn Kollegen Barmüller ans Herz legen –: durch Nachdenken, das ist der edelste Weg; durch Nachahmen, das ist der leichteste; und durch Erfahrung, das ist leider der bitterste Weg. (Zwischenruf des Abg. Dr. Heindl.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Buder.
Ich wiederhole: Die Experten hatten diese Entscheidungsgrundlagen in den entscheidenden Stunden und Tagen nicht. Sie gaben aber ihr Bestes, und dafür gebührt ihnen unser Respekt. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Buder.)
Abg. Mag. Barmüller: Si tacuisses!
Was mich aber wirklich erschüttert, ist die Art, wie man in der Öffentlichkeit Schuldzuweisungen trifft, ohne den genauen Sachverhalt zu kennen. – Herr Kollege Barmüller! Ich bin wirklich enttäuscht. Sie reihen Behauptung an Behauptung, bleiben aber den Beweis dafür schuldig. Warum? – Weil Sie den Beweis nicht erbringen können! (Abg. Mag. Barmüller: Si tacuisses!) Sie stellen Unwahrheiten in den Raum und tragen dadurch mit dazu bei, daß die Verunsicherung in der Bevölkerung zunimmt.
Abg. Mag. Barmüller: In den nächsten Wochen noch mehr! Das ist ein schmähliches Spiel, das Sie hier treiben!
Ich gebe zu, die Erkenntnisse der letzten Tage werden vielleicht weitere Klarheit bringen und auch Konsequenzen nach sich ziehen. (Abg. Mag. Barmüller: In den nächsten Wochen noch mehr! Das ist ein schmähliches Spiel, das Sie hier treiben!)
Abg. Mag. Barmüller: Die ganze steirische ÖVP kennt die Firma sehr gut!
Die gestern bekanntgewordenen Vorwürfe stellen uns alle vor eine neue Situation. Ich gebe zu, sie haben mich überrascht, denn ich kenne die Firma seit vielen Jahren als seriöses Unternehmen, dem die Sicherheit und Gesundheit seiner Mitarbeiter sehr am Herzen liegt. (Abg. Mag. Barmüller: Die ganze steirische ÖVP kennt die Firma sehr gut!) Ich war bei der Barbarafeier im Vorjahr dabei. (Abg. Öllinger: Ach so??!) Ja, ich war dort dabei, weil es ein bedeutendes Unternehmen in meinem Bezirk ist, das 100 Familien Arbeit gibt. Ich möchte, daß in Österreich auch in Zukunft Bergbau möglich ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Ach so??!
Die gestern bekanntgewordenen Vorwürfe stellen uns alle vor eine neue Situation. Ich gebe zu, sie haben mich überrascht, denn ich kenne die Firma seit vielen Jahren als seriöses Unternehmen, dem die Sicherheit und Gesundheit seiner Mitarbeiter sehr am Herzen liegt. (Abg. Mag. Barmüller: Die ganze steirische ÖVP kennt die Firma sehr gut!) Ich war bei der Barbarafeier im Vorjahr dabei. (Abg. Öllinger: Ach so??!) Ja, ich war dort dabei, weil es ein bedeutendes Unternehmen in meinem Bezirk ist, das 100 Familien Arbeit gibt. Ich möchte, daß in Österreich auch in Zukunft Bergbau möglich ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die gestern bekanntgewordenen Vorwürfe stellen uns alle vor eine neue Situation. Ich gebe zu, sie haben mich überrascht, denn ich kenne die Firma seit vielen Jahren als seriöses Unternehmen, dem die Sicherheit und Gesundheit seiner Mitarbeiter sehr am Herzen liegt. (Abg. Mag. Barmüller: Die ganze steirische ÖVP kennt die Firma sehr gut!) Ich war bei der Barbarafeier im Vorjahr dabei. (Abg. Öllinger: Ach so??!) Ja, ich war dort dabei, weil es ein bedeutendes Unternehmen in meinem Bezirk ist, das 100 Familien Arbeit gibt. Ich möchte, daß in Österreich auch in Zukunft Bergbau möglich ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Vergessen wir bitte bei allem Verständnis für eine politische Auseinandersetzung und bei allem Verständnis für Ihre politischen Ziele nicht, daß hinter jeder Funktion auch ein Mensch steht. Schüren wir nicht unnötig Mißtrauen, das schließlich zum Haß werden und dazu führen kann, daß Leute, die in der Öffentlichkeit tätig sind, mit Morddrohungen konfrontiert werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Peter: Gratuliere zu Ihrem Parlamentarismus-Verständnis!
Sie wollen einen Untersuchungsausschuß. Wir aber wollen eine objektive Klärung des Sachverhalts durch objektive Experten. Sie wollen ein politisches Spektakel. (Abg. Mag. Peter: Gratuliere zu Ihrem Parlamentarismus-Verständnis!) Wir aber wollen, daß sich der Wunsch unseres geschätzten Bischofs Johann Weber erfüllt, daß die geprüfte Bevölkerung von Lassing zur Ruhe kommen kann und jenen Frieden findet, den sie braucht, um wieder Hoffnung in die Zukunft haben zu können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie wollen einen Untersuchungsausschuß. Wir aber wollen eine objektive Klärung des Sachverhalts durch objektive Experten. Sie wollen ein politisches Spektakel. (Abg. Mag. Peter: Gratuliere zu Ihrem Parlamentarismus-Verständnis!) Wir aber wollen, daß sich der Wunsch unseres geschätzten Bischofs Johann Weber erfüllt, daß die geprüfte Bevölkerung von Lassing zur Ruhe kommen kann und jenen Frieden findet, den sie braucht, um wieder Hoffnung in die Zukunft haben zu können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Dritter Punkt: Sie haben davon gesprochen, Herr Minister, daß Sie als eine Reformmaßnahme die Bergbehörde straffen wollen. Ich interpretiere das als Mißmanagement der Bergbehörde und als klare Desavouierung Ihrer Person als Minister. Ja, wo gibt es denn das sonst noch, Herr Minister, daß Sie von dieser Bank aus erklären können, ich gebe meiner Bergbehörde eine Weisung, und die macht genau das Gegenteil? Ist denn das noch verständlich? Und niemand von den Regierungsparteien regt sich darüber auf und macht dem Minister die Mauer und sagt, das ist unmöglich! Ja, haben wir noch eine politische Verantwortung? Das wird zur Kenntnis genommen! Herr Abgeordneter Trinkl sagte von diesem Rednerpult aus sogar, die Opposition greife undifferenziert die Behörden an! Mußte nicht der Minister selbst eingestehen, daß er überhaupt nichts zu sagen hat gegenüber dieser Behörde? Ist das nicht eigentlich unglaublich, Herr Minister? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Nürnberger – ein Dokument in die Höhe haltend –: Kommt schon, Herr Kollege! Ich kann ja nichts dafür, daß ich nach Ihnen drankomme!
Es wird immer wieder gefordert: Auf die Datenautobahn, auf den Highway, einsteigen ins Internet! Steigen Sie ein, Herr Minister! Suchen Sie sich den Betrieb heraus! Sie werden mir nun sagen: Ich kann ja nicht alles machen, ich bin ja nicht für alles zuständig. – Aber irgend jemanden wird es doch geben, der sich für die Verantwortlichkeiten in diesem Betrieb interessieren muß. (Abg. Nürnberger – ein Dokument in die Höhe haltend –: Kommt schon, Herr Kollege! Ich kann ja nichts dafür, daß ich nach Ihnen drankomme!) Ja, kommt schon? Bei mir kommt es auch.
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Wenn Sie diese Verantwortung und das Problem mit dieser Behörde und ihren Vertretern, die schon von Anfang an beschuldigt wurden, daß sie gemeinsame Sache mit dem Unternehmen machen, nicht sehen wollen, dann tragen auch Sie die politische Verantwortung mit. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Sehr geehrter Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Beschäftigten im österreichischen Bergbau sind in der Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie, die ich in meiner Eigenschaft als Vorsitzender dieser Gewerkschaft repräsentieren darf, organisiert, und sämtliche verschütteten Kumpel und Bergleute waren Mitglieder unserer Gewerkschaft. Auch für unsere Gewerkschaft war es in der Zweiten Republik das größte und tragischste Unglück, mit dem wir konfrontiert worden sind. Wir haben Solidaritätsbezeugungen aus Brudergewerkschaften aus allen Teilen der Welt erhalten, und ich darf auch allen Rettern und Helfern, die mitgeholfen haben, zu retten, was zu retten war, unseren Dank aussprechen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage auch heute – diese Zahl wird in meinen weiteren Ausführungen noch eine Rolle spielen – Rio Tinto hat im letzen Jahr bei einem Umsatz von 9,2 Milliarden US-Dollar 1,2 Milliarden ebenfalls US-Dollar Reingewinn erwirtschaftet. Rio Tinto hat noch eine Eigenschaft, nämlich sehr rasch und ohne zu zögern – auch das kommt mit Beispielen im Bericht vor – ganze Standorte über Nacht zu schließen, wenn dieses Unternehmen glaubt, seine Profitmaximierung nicht mehr durchführen zu können. Daher muß man in dieser Situation auch Verständnis für die dabei betroffenen Beschäftigten haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Unsere Aufgabe muß es sein, nicht zuzulassen, daß Rio Tinto, so wie in zahlreichen anderen Fällen, Probleme dadurch löst, daß man den Betroffenen ein bißchen Geld in die Hand drückt, und wir reden nicht mehr darüber. Das kann es nicht sein. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir müssen daraus für die Zukunft eine Lehre ziehen, und da decke ich mich in einigen Punkten mit Ihnen, geschätzter Herr Minister! Ich teile Ihre Auffassung, daß ein sehr professionelles Krisenmanagement notwendig ist. Ich teile auch Ihre Auffassung, daß ein Überdenken der Bergbaubehörde notwendig ist. Die Bergbaubehörde braucht eine neue Struktur, modernes Management und ist – damit schaffe ich mir sicher keine Freunde – endlich einmal von ihren monarchistischen Zügen, die sie heute noch hat, zu befreien. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Jung.
Ich gebe auch zu bedenken beziehungsweise zu überlegen, ob alles in der Hand einer Behörde sein muß. (Zwischenruf des Abg. Jung.) Ich denke dabei vor allem an den Arbeitnehmerschutz. Dazu möchte ich sagen: Es stimmt, was Kollege Öllinger gesagt hat, nur ist es noch immer nicht offiziell, weil die Angst der dort Betroffenen groß ist, nicht nur den Arbeitsplatz, sondern das ganze Unternehmen durch Rio Tinto mit einem Schlag zu verlieren. Das werden wir wahrscheinlich nicht verhindern können, wenn der große Konzern zusperrt. Wir wissen aber mittlerweile, daß das Bergwerk nur deshalb den Ruf hatte, eines der sichersten Bergwerke mit den wenigsten Unfällen zu sein, weil tatsächlich sehr viele, die unter Tag Unfälle erlitten haben, genötigt wurden, ober Tag zu arbeiten beziehungsweise Urlaub zu nehmen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Jung.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Jung.
Ich gebe auch zu bedenken beziehungsweise zu überlegen, ob alles in der Hand einer Behörde sein muß. (Zwischenruf des Abg. Jung.) Ich denke dabei vor allem an den Arbeitnehmerschutz. Dazu möchte ich sagen: Es stimmt, was Kollege Öllinger gesagt hat, nur ist es noch immer nicht offiziell, weil die Angst der dort Betroffenen groß ist, nicht nur den Arbeitsplatz, sondern das ganze Unternehmen durch Rio Tinto mit einem Schlag zu verlieren. Das werden wir wahrscheinlich nicht verhindern können, wenn der große Konzern zusperrt. Wir wissen aber mittlerweile, daß das Bergwerk nur deshalb den Ruf hatte, eines der sichersten Bergwerke mit den wenigsten Unfällen zu sein, weil tatsächlich sehr viele, die unter Tag Unfälle erlitten haben, genötigt wurden, ober Tag zu arbeiten beziehungsweise Urlaub zu nehmen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Jung.)
Abg. Jung: Ja, sicher!
Ich möchte auch klar und deutlich zu den Vorwürfen Stellung nehmen, daß man Ablenkungsmanöver versucht hat. (Abg. Jung: Ja, sicher!) Die Betroffenen, die in der Sendung "Zur Sache" diskutiert haben, waren selbst zu feig dazu. Sie haben es den Moderator machen lassen, der versucht hat, die Gewerkschaft und den Betriebsrat schuldig werden zu lassen, weil sie angeblich Magnetkarten, Piepserl und ähnliches verhindert hätten.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich darf dazu ganz offiziell erklären: Es wurde in keinem einzigen Bergwerk in Österreich ein derartiger Vorschlag gemacht, weil es nach letzten Informationen und nach dem Stand der Technik diese angeblich noch gar nicht gibt. Wir haben in dem betroffenen Bergwerk keine Magnetkarten, keine Piepserl und nichts verhindert. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft haben sich lediglich gegen Piepserl und Pager ober Tage, in der Freizeit ausgesprochen. Das wird es nicht geben. Was die Ruferreichbarkeit betrifft, so gibt es eine klare und eindeutige Regelung im Kollektivvertrag. Aber Sicherungs- und Arbeitnehmerschutzmaßnahmen für unter Tag sind und werden von uns auch nicht verhindert. – Im Gegenteil: Sobald es sie nach dem Stand der Technik gibt, sollen sie in Österreichs Bergwerken eingeführt werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tichy-Schreder.
Ich werde es ihm aber sagen, und vielleicht kann er es dann im Protokoll nachlesen: Klubobmann Kostelka und ich haben über keinen Bericht gesprochen, und er hat mir auch keinen Auftrag gegeben, etwas nicht zu veröffentlichen, nicht zu tun oder nicht zu sagen. Ich darf das bitte dem Hohen Haus zur Kenntnis bringen. Ich habe mir in meinem Leben, wenn es um die Vertretung der Interessen von Arbeitnehmern gegangen ist oder geht, von niemandem vorschreiben lassen, ob ich etwas sage oder nicht tue, sondern ich handle immer nur in meiner Verantwortung unseren Kolleginnen und Kollegen gegenüber – das an die Adresse des Herrn Barmüller. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tichy-Schreder.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bekenne mich dazu, daß die enormen Kosten vorfinanziert worden sind, gar keine Frage. Ich unterstreiche, daß Sie und Minister Edlinger dies sofort entschieden haben. Aber sobald die Schuldfrage geklärt ist, dann, glaube ich, muß es Ihre Verantwortung sein, alles daranzusetzen, daß Rio Tinto diese Kosten auf Schilling und Groschen zurückzahlt, und daß kein Steuerschilling verwendet wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ich halte auch nichts davon – ich sage das in aller Deutlichkeit –, daß die Bergbaubehörde, auch wenn es die oberste Bergbaubehörde ist, die für all das vom ersten bis zum letzten Stadium mitverantwortlich ist, in diese Überprüfungen miteingebunden ist, sich quasi selbst überprüft. Ich will weiters sichergestellt haben, daß das Vorgehen der Bergbaubehörde – von der Berghauptmannschaft Leoben bis hinauf zur Spitze – durch diese unabhängige Kommission einer wertfreien und neutralen Prüfung zu unterziehen ist. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Smolle.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich vertraue auch auf die österreichische Justiz. Alles, was in diesem Unglücksfall strafrechtliche Konsequenzen hat, wird durch die Justiz einer Verantwortung zugeführt. Was die politische Verantwortung betrifft – das ist meine persönliche Meinung, sie deckt sich wahrscheinlich mit sehr vielen, die hier im Hohen Haus anwesend sind –, so entscheidet in diesem Land das Parlament! (Demonstrativer Beifall des Abg. Smolle.)
Beifall bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.
Ich spreche auch gleich eine sehr klare und deutliche Warnung aus: Es soll niemand versuchen, die Verantwortung für dieses Unglück von ganz oben sehr weit nach unten zu bringen – an "kleine" Betriebsleiter, an die Werkmeister, an Kumpel oder sonst jemanden. Das werden wir für unsere Kolleginnen und Kollegen nicht zulassen! (Beifall bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Bundeskanzler!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Verantwortung für dieses tragische Unglück liegt ganz oben. Sie liegt bei Rio Tinto, sie liegt bei den Naintscher Werken, sie liegt bei Ihnen, geschätzter Herr Minister, sie liegt beim Chef der Bergbaubehörde und zieht sich bis hinunter. (Ruf bei den Freiheitlichen: Bundeskanzler!) In diesem Sinne entbiete ich meinen Kolleginnen und Kollegen ein herzliches Glückauf im Bergbau! (Beifall bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Verantwortung für dieses tragische Unglück liegt ganz oben. Sie liegt bei Rio Tinto, sie liegt bei den Naintscher Werken, sie liegt bei Ihnen, geschätzter Herr Minister, sie liegt beim Chef der Bergbaubehörde und zieht sich bis hinunter. (Ruf bei den Freiheitlichen: Bundeskanzler!) In diesem Sinne entbiete ich meinen Kolleginnen und Kollegen ein herzliches Glückauf im Bergbau! (Beifall bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Nürnberger! Hätten Sie diese Rede bei dieser Trostfeier, bei dieser bestens gelungenen Trauerversammlung, wo unser Herr Bundespräsident die treffendsten Worte gefunden hat, die man dort nur sagen kann, gehalten, Sie hätten sich gewundert, was Ihre eigenen, die von Ihnen zu vertretenden Mitarbeiter, mit Ihnen gemacht hätten. – So kann man die Dinge nicht sehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das ist isoliert gesehen, und das ist jene "Mistkübel-Geschichte", die Sie den Oppositionellen vorwerfen.
Ruf bei der SPÖ: Westenthaler!
Wir haben uns vorgenommen, diese Sache, dieses Unglück so sachlich wie möglich zu behandeln, und wir halten uns daran. (Ruf bei der SPÖ: Westenthaler!) Ich werde auch einen Mißtrauensantrag gegen den Minister nicht unterstützen. Wir Freiheitlichen möchten, daß in einem Ausschuß Aufklärung betrieben wird, dazu ist immer noch Zeit, Herr Bundesminister. Ich war als einer, der mit den Betroffenen befreundet und sogar verwandt ist, vor Ort – Herrn Kollegen Nürnberger beispielsweise habe ich dort nicht angetroffen – und habe mit den Menschen gesprochen. Ich habe auch das Versprechen abgegeben, die Dinge sachlich zu berichten, aber bei derartigen Halbwahrheiten und den gestern von Ihnen geäußerten Schuldzuweisungen fällt es schwer, neutral zu bleiben.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kammerlander: Das ist ja seine Hauptaufgabe! Dafür ist er ja Landesrat! So ein Blödsinn! Das ist ja wohl das Letzte!
Ein Allerletztes: Ich kann verstehen, daß Sie angesichts der Versprechungen, die Sie im Zuge Ihrer Besuche in Lassing abgegeben haben, jemanden suchen, der diese bezahlt: Es gibt einen, der in Lassing gern gesehen wird, weil er ein stiller Helfer ist. Er ist ein Freiheitlicher, unser Landesrat Schmid. Sie werden mir recht geben, ebenso die betroffenen Familien: Er hat ohne Aufhebens Ihre Versprechungen bezüglich neuer Häuser eingehalten und auch finanziert – das wäre Ihre Aufgabe gewesen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kammerlander: Das ist ja seine Hauptaufgabe! Dafür ist er ja Landesrat! So ein Blödsinn! Das ist ja wohl das Letzte!)
Abg. Wabl: Gewinne privatisieren, Verluste verstaatlichen und dann noch danke sagen!
Meine Damen und Herren! Das wichtigste ist jetzt die Bergung der verschütteten Bergleute. (Abg. Wabl: Gewinne privatisieren, Verluste verstaatlichen und dann noch danke sagen!) – Fertig, Kollege Wabl? (Abg. Wabl: Das wollte ich nur feststellen! So weit ist die Sozialdemokratie!) Die Bergung der verschütteten Kumpel ist das wichtigste, das hat so rasch wie möglich zu geschehen. Daran darf einfach kein Zweifel bestehen.
Abg. Wabl: Das wollte ich nur feststellen! So weit ist die Sozialdemokratie!
Meine Damen und Herren! Das wichtigste ist jetzt die Bergung der verschütteten Bergleute. (Abg. Wabl: Gewinne privatisieren, Verluste verstaatlichen und dann noch danke sagen!) – Fertig, Kollege Wabl? (Abg. Wabl: Das wollte ich nur feststellen! So weit ist die Sozialdemokratie!) Die Bergung der verschütteten Kumpel ist das wichtigste, das hat so rasch wie möglich zu geschehen. Daran darf einfach kein Zweifel bestehen.
Beifall bei der SPÖ.
Der Herrgott habe entschieden, hat Frau Klasnic mit viel Pathos gemeint. – Welch fundamentaler Irrtum! Nicht der Herrgott ist verantwortlich, sondern menschliche Profitgier! Pathos war sicherlich ganz falsch am Platz. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir Politiker sind allen österreichischen Bergleuten schuldig – und das wird von uns erwartet –, daß wir durch Gesetze, Vorschriften und durch Kontrollinstitutionen für größtmögliche Sicherheit sorgen. Setzen wir alles daran, daß in Zukunft die österreichischen Bergleute in größtmöglicher Sicherheit arbeiten können. – Ein steirisches "Glückauf!" (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Das ist ja nicht einmal mehr lächerlich. Was glauben Sie denn, in welchem Land Sie leben? Wir sind doch nicht irgendwo, wo die demokratische Kontrolle am Boden ist. Was haben Sie denn aus diesem Hause gemacht, Herr Kostelka, Herr Khol? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Nun gewissermaßen zum Höhepunkt: Herr Kröll kommt an dieses Pult und hält eine Rede. Wissen Sie, Herr Kröll – Sie sind jetzt leider nicht anwesend –, der Inhalt Ihrer Rede war unerträglich. Sie tun fast so, als ob die Mitglieder der Oppositionsparteien auf dem Rücken von Toten politisches Kapital herausschlagen wollten. Sie wissen ganz genau, wie unglaublich unverschämt und erbärmlich das ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Meine Damen und Herren! Was muß in diesem Land passieren, daß ein Minister zugibt, daß er sein Ministerium nicht unter Kontrolle hat und die Ministerverantwortung in seinem Ministerium nicht mehr wahrnehmen kann? Der Sektionschef hat seine Weisung nicht ignoriert, nein, er hat sie nicht überhört. – Er hätte ja sagen können: Was geht mich das an, was Farnleitner mir hier erzählt, ich bleibe sitzen und tue, was ich will. – Meine Damen und Herren! Der Sektionschef handelt dort offensichtlich sogar gegen die Weisung und gibt ein internes Rundschreiben heraus, um – um wieder in der Diktion des Herrn Kräuter zu sprechen – die Profitmaximierung voranzutreiben. Herr Bundesminister! Wann wollen Sie zurücktreten, wenn Ihr eigener Sektionschef entgegen Ihrer Weisung ein Rundschreiben herausgibt? Was wollen Sie denn noch in diesem Haus? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Abg. Eder: Kollege Wabl! Ich bin kein Vorsitzender eines Ausschusses! Du bist ein Vorsitzender!
Meine Damen und Herren! Sie sind nicht mehr Minister in diesem Haus. Ich sage das nicht, weil ich glaube, daß Sie an diesem Unglück schuld sind. Das wäre unverschämt und ungerecht, alles mögliche wäre das. Aber Sie können Ihre Verantwortung in diesem Haus nicht wahrnehmen, weil offensichtlich die Bergbaubehörde mit den Interessen eines Konzerns Hand in Hand arbeitet, um das zu tun, was Nürnberger hier dezidiert erklärt hat, nämlich die Profite zu steigern und aus Gewinnsucht Menschenleben zu riskieren. Die Umwelt ist ihnen gleichgültig. Die Menschenrechte sind ihnen gleichgültig. Im englischen Unterhaus hat es darüber Untersuchungen gegeben. Bei uns gibt es das nicht, weil Herr Professor Lukesch so gerne in der Regierungspartei sitzt, weil Herr Nürnberger, Herr Gaál, Herr Posch und Herr Görg so gerne in der Regierungspartei sind. Es könnte ja zu einem Koalitionsbruch kommen. Es könnte ja sein, daß Herr Eder nicht mehr der Vorsitzende von Ausschüssen ist und nicht mehr diesen direkten Einfluß auf die Minister hat. (Abg. Eder: Kollege Wabl! Ich bin kein Vorsitzender eines Ausschusses! Du bist ein Vorsitzender!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Meine Damen und Herren! Angesichts einer Demokratie, einer Volksvertretung, die diese Würde, die einfachsten Grundsätze aufgegeben hat, und eines Ministers, der sich von der Regierungsbank aus – dies war heute entlarvend – entschuldigt, daß er das seinen Klubobleuten gegeben hat, sollten Sie endlich verstehen – es soll kein Vorwurf sein, daß Sie so lange Sozialpartner waren, aber Sie sind doch schon zwei Jahre Minister –, daß Sie Minister der Republik Österreich für wirtschaftliche Angelegenheiten sind und nicht Minister für Koalitionsangelegenheiten oder für Vertuschungsangelegenheiten. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Abg. Rosemarie Bauer: So wie die "F" bei allen Diskussionen hier herinnen!
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Herren Minister! Wer die gestrige Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mitverfolgt hat, wer heute die Printmedien aufgeschlagen und die Schlagzeilen über die angebliche Katastrophenursache von Lassing gelesen hat, der hat sich des Eindrucks nicht erwehren können, daß ein Minister, der politisch durch sein eigenes Handeln praktisch stehend k.o. ist, unmittelbar vor der ersten Sitzung des Nationalrates, in der es um die politische Aufarbeitung des Themas Lassing geht, versucht, durch eine Entlastungsoffensive seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. (Abg. Rosemarie Bauer: So wie die "F" bei allen Diskussionen hier herinnen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Angesichts dessen wollen Sie dem Hohen Haus glaubhaft machen, daß Sie tatsächlich erst am Vortag um 19 Uhr von diesem angeblichen Schwarzabbau verständigt wurden? – Das glaubt Ihnen in diesem Hohen Haus niemand. Ich glaube, nicht einmal Ihre Kollegen von der eigenen Partei glauben das! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrter Herr Minister! Wenn Sie in den "Oberösterreichischen Nachrichten" mit der Aussage zitiert werden, daß die Katastrophe von Lassing auf einen von den Behörden nicht genehmigten Abbau in der Grube zurückzuführen sei, aber am nächsten Tag allen Ernstes den Abgeordneten des Hohen Hauses in diesem Saal sagen, Sie könnten uns keine Auskunft über die Ursachen, die zu diesem Unglück geführt haben, geben, so ist dies das genaue Gegenteil von dem, was Sie gestern und heute früh versucht haben, der Öffentlichkeit plausibel zu machen. Es geht um Ihre Glaubwürdigkeit und um die Glaubwürdigkeit der Politik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Ich gestehe Ihnen schon zu, daß Sie einen schweren Sommer hatten. Aber diese Entlastungsoffensive hat sich von selbst entlarvt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich muß zur Frage des Untersuchungsausschusses, wenngleich es eine Vorwegnahme der Debatte über dessen Einsetzung darstellt, noch folgendes sagen: Kollege Wabl hat diesbezüglich völlig recht. Schade, daß Herr Klubobmann Khol von Ihrer Partei, der immer wieder vom Verfassungsbogen spricht, nicht anwesend ist. – Meine Damen und Herren! Wer wie Sie von der Regierungspartei im Hohen Haus stereotyp jeden Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses wegen des formalen Antrages, nicht wegen der Sache, ablehnt und zurückweist, betreibt eine kalte Aushöhlung unserer Bundesverfassung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rosemarie Bauer: Regen Sie sich nicht auf!
Wie fühlen Sie sich als Minister, wenn Sie einer Ihrer Beamten dermaßen brüskiert? Selbst wenn es die Pläne seit 1. August gibt, muß ich Sie fragen, warum Sie davon nichts gewußt haben. Herr Minister. Auch wenn ich all das für richtig erachte, was ich heute gehört habe, muß ich Sie trotzdem fragen, wieso Sie es nicht gewußt haben. Was läuft in dieser Behörde, in Ihrem Ministerium falsch, wenn Sie davon nichts wissen, heute hier stehen und sagen, Sie hätten das nicht gewußt? Welche Verantwortung haben Sie denn als Minister wahrgenommen, wenn Sie das nicht gewußt haben? (Abg. Rosemarie Bauer: Regen Sie sich nicht auf!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Aber all das wird nicht untersucht. Das wird beiseitegeschoben, weil hier in diesem Haus ein Verständnis von Demokratie herrscht, das meiner Meinung nach besorgniserregend ist. Es werden Untersuchungsausschüsse, berechtigte Fragen der Opposition, aber auch der Regierungspartei – wie ich jetzt sehe, auch der Sozialdemokratischen Partei –, also eine Reihe offener Fragen, die der Minister in seinem Bericht auch erwähnt, mit Inquisition gleichgesetzt. Wo befinden Sie sich denn von der ÖVP? In welchem Jahrhundert leben Sie denn? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Abg. Rosemarie Bauer: Nehmen Sie das zurück!
Ist es an Ihnen vorbeigegangen, daß wir in einem demokratischen Staat leben, wo jede Frage nach politischer Verantwortung legitim, richtig und rechtens ist? (Abg. Rosemarie Bauer: Nehmen Sie das zurück!) Es wäre Ihre Aufgabe und Verantwortung als Regierungspartei, diesen Fragen nachzugehen. Aber Sie befinden sich in einem selbstherrlichen Zustand, in dem Sie glauben, es sich leisten zu können, Untersuchungsausschüsse einfach abzulehnen, weil sie unbequem sind oder möglicherweise eine ganze Palette von Verantwortlichkeiten, Versäumnissen, die bei einem Minister festzumachen sind, aufs Tapet bringen würden. Ob er das gewollt hat oder nicht, es ist seine Verantwortung, und es ist festzumachen und nachzufragen, was eigentlich geschehen ist.
Beifall bei den Grünen.
Zuletzt erschütterte mich eigentlich noch die Aussage von Herrn Kollegen Nürnberger, der hier ganz freimütig erklärte, daß Betriebsunfälle anders deklariert worden seien, es habe massiven Druck gegeben. Er sagt das ganz freimütig als Gewerkschafter, und es gibt eigentlich keine Reaktion darauf im Haus – weder von der Sozialdemokratischen Partei noch von Ihnen. Finden Sie denn das so normal, so gewöhnlich, so richtig, daß wir uns in einer Situation befinden, in einer Zeit leben, in der solches geschehen kann, in der unter Gefährdung des Lebens Menschen unter Druck gesetzt werden, Arbeiten zu verrichten oder auch Unfälle nicht zu melden oder auch Informationen nicht weiterzugeben, die notwendig gewesen wären und auch notwendig sein werden? Finden Sie das alles so richtig, daß Sie sich darüber hinwegsetzen können und sagen können: Das interessiert uns nicht, das untersuchen wir nicht? Ich denke beziehungsweise ich bin mir ziemlich sicher, daß das eintreten wird, was Kollege Nürnberger gesagt und was er – wie leise durchgeklungen ist – befürchtet, nämlich daß die Ereignisse Sie überrollen werden und daß Sie früher oder später einem Untersuchungsausschuß zustimmen werden müssen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Haigermoser: Aus welchem Jahr war das?
Ich möchte Ihnen eine Broschüre, die alle Abgeordneten Mitte des letzten Jahres erhalten haben, zeigen: Es ist die Broschüre der Österreichischen Gesellschaft für Landesverteidigung und Sicherheitspolitik. Sie hat den Titel "Staatliches Krisenmanagement in Österreich". Ich zitiere Ihnen den ersten Absatz aus dem Vorwort dieser Broschüre: Die Kernkraftwerkskatastrophe von Tschernobyl brachte auch in Österreich ein Umdenken auf dem Gebiet des Zivil- und Katastrophenschutzes. – Ein Umdenken! – Vor allem die Notwendigkeit des koordinierten Vorgehens auf allen Ebenen der öffentlichen Verwaltung sowie einer umfassenden Information wurde augenscheinlich. (Abg. Haigermoser: Aus welchem Jahr war das?) Aus dem Jahre 1997.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Es ist ein Umdenken erfolgt. Kernstück dieses Krisenmanagements ist der sogenannte Koordinationsausschuß. Dieser Koordinationsausschuß wiederum ist ein Team von Experten, das im Anlaßfall die Krisensituation analysiert, die Bundesregierung berät und den Informationsaustausch zwischen den Verwaltungsstellen sicherstellt. Na gut, das wäre doch endlich eine Konsequenz aus den ganzen Katastrophen, die ich Ihnen aufgezeigt habe. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
"Dem Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten wird gemäß Art. 74 Abs. 1 des Bundesverfassungsgesetzes durch ausdrückliche Entschließung des Nationalrates das Vertrauen entzogen." (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich frage Sie wie zu Beginn meiner Rede: Was haben Sie aus dieser tragischen Katastrophe gelernt, und wie viele Katastrophen, meine Damen und Herren, braucht dieses Land noch? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Steindl: Ich habe es schon anders von Ihnen gehört!
Noch etwas Interessantes ist dort herausgekommen, nämlich daß es Geldrückflüsse auf Liechtensteiner Konten gegeben hat. Dies wurde von uns immer wieder angedeutet und war in der "Presse" auch einmal nachzulesen, wurde bisher aber vehement geleugnet. Die FPÖ-Argumente vom Mai, meine Damen und Herren, Herr Bundesminister, waren richtig. Es entspricht den Tatsachen, daß Ihre Partei, Herr Bundesminister, ob Sie das nun gern haben oder nicht – ich nehme an, Sie haben es nicht gern – halstief im Mafiasumpf steckt. Das ist das Problem der Republik: Die größte Regierungspartei hat intensive Ostmafiakontakte. Das ist ein Problem für diese Republik, das sehen nicht nur wir Freiheitlichen so, das sehen nicht nur viele tausend Bürger so, sondern das sieht auch Ihr eigener Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Mag. Sika, so, der ein hochanständiger Mann ist. Ich glaube, daß es gut ist, daß derartige Leute an der Beamtenspitze Ihres Ministeriums tätig sind. (Abg. Mag. Steindl: Ich habe es schon anders von Ihnen gehört!) Sie hören die Dinge immer anders, bei Ihnen habe ich oft Zweifel, ob Sie überhaupt der Debatte folgen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Noch etwas Interessantes ist dort herausgekommen, nämlich daß es Geldrückflüsse auf Liechtensteiner Konten gegeben hat. Dies wurde von uns immer wieder angedeutet und war in der "Presse" auch einmal nachzulesen, wurde bisher aber vehement geleugnet. Die FPÖ-Argumente vom Mai, meine Damen und Herren, Herr Bundesminister, waren richtig. Es entspricht den Tatsachen, daß Ihre Partei, Herr Bundesminister, ob Sie das nun gern haben oder nicht – ich nehme an, Sie haben es nicht gern – halstief im Mafiasumpf steckt. Das ist das Problem der Republik: Die größte Regierungspartei hat intensive Ostmafiakontakte. Das ist ein Problem für diese Republik, das sehen nicht nur wir Freiheitlichen so, das sehen nicht nur viele tausend Bürger so, sondern das sieht auch Ihr eigener Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Mag. Sika, so, der ein hochanständiger Mann ist. Ich glaube, daß es gut ist, daß derartige Leute an der Beamtenspitze Ihres Ministeriums tätig sind. (Abg. Mag. Steindl: Ich habe es schon anders von Ihnen gehört!) Sie hören die Dinge immer anders, bei Ihnen habe ich oft Zweifel, ob Sie überhaupt der Debatte folgen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Das ist doch absurd! Das ist eine Frechheit!
Herr Präsident! Es ist natürlich peinlich für einen Parlamentspräsidenten, wenn er auf Mafiafotos drauf ist. (Abg. Dr. Nowotny: Das ist doch absurd! Das ist eine Frechheit!) Was ist da absurd? Ah, das ist absurd! Dem Herrn Nowotny ist es gar nicht peinlich, wenn er mit Mafiosi auf Fotos ist. Das mag ja der Fall sein. Ich behaupte, daß es nach wie vor – ich kenne mittlerweile den Herrn Fischer auch schon ein bißchen – einem Präsidenten Fischer peinlich ist, auf Fotos gemeinsam mit Mafiapaten zu sein. (Abg. Dr. Nowotny: Das war ein Empfang! Also bitte!) Dieser ist dann später einmal erschossen worden. Ich weiß nicht, ob Sie Zeitung lesen, Herr Nowotny. Dieser Mafiapate ist dann später einmal erschossen worden. Soll ich Ihnen das Foto beschreiben? Im Empfangssalon des Präsidenten, hier im Hause, gemeinsam mit dem Herrn Sanikidse, abgelichtet unter dem Porträt des Expräsidenten Pöder. (Abg. Dr. Nowotny: Das war ein Empfang der Österreichisch-russischen Gesellschaft!)
Abg. Dr. Nowotny: Das war ein Empfang! Also bitte!
Herr Präsident! Es ist natürlich peinlich für einen Parlamentspräsidenten, wenn er auf Mafiafotos drauf ist. (Abg. Dr. Nowotny: Das ist doch absurd! Das ist eine Frechheit!) Was ist da absurd? Ah, das ist absurd! Dem Herrn Nowotny ist es gar nicht peinlich, wenn er mit Mafiosi auf Fotos ist. Das mag ja der Fall sein. Ich behaupte, daß es nach wie vor – ich kenne mittlerweile den Herrn Fischer auch schon ein bißchen – einem Präsidenten Fischer peinlich ist, auf Fotos gemeinsam mit Mafiapaten zu sein. (Abg. Dr. Nowotny: Das war ein Empfang! Also bitte!) Dieser ist dann später einmal erschossen worden. Ich weiß nicht, ob Sie Zeitung lesen, Herr Nowotny. Dieser Mafiapate ist dann später einmal erschossen worden. Soll ich Ihnen das Foto beschreiben? Im Empfangssalon des Präsidenten, hier im Hause, gemeinsam mit dem Herrn Sanikidse, abgelichtet unter dem Porträt des Expräsidenten Pöder. (Abg. Dr. Nowotny: Das war ein Empfang der Österreichisch-russischen Gesellschaft!)
Abg. Dr. Nowotny: Das war ein Empfang der Österreichisch-russischen Gesellschaft!
Herr Präsident! Es ist natürlich peinlich für einen Parlamentspräsidenten, wenn er auf Mafiafotos drauf ist. (Abg. Dr. Nowotny: Das ist doch absurd! Das ist eine Frechheit!) Was ist da absurd? Ah, das ist absurd! Dem Herrn Nowotny ist es gar nicht peinlich, wenn er mit Mafiosi auf Fotos ist. Das mag ja der Fall sein. Ich behaupte, daß es nach wie vor – ich kenne mittlerweile den Herrn Fischer auch schon ein bißchen – einem Präsidenten Fischer peinlich ist, auf Fotos gemeinsam mit Mafiapaten zu sein. (Abg. Dr. Nowotny: Das war ein Empfang! Also bitte!) Dieser ist dann später einmal erschossen worden. Ich weiß nicht, ob Sie Zeitung lesen, Herr Nowotny. Dieser Mafiapate ist dann später einmal erschossen worden. Soll ich Ihnen das Foto beschreiben? Im Empfangssalon des Präsidenten, hier im Hause, gemeinsam mit dem Herrn Sanikidse, abgelichtet unter dem Porträt des Expräsidenten Pöder. (Abg. Dr. Nowotny: Das war ein Empfang der Österreichisch-russischen Gesellschaft!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ja, ich weiß, daß Ihre Österreichisch-russische Gesellschaft von besonderem Interesse ist. Ihre Österreichisch-russische Gesellschaft ist gespickt mit ehrenwerten Leuten der ehrenwerten Gesellschaft. Das ist das Problem: Der Herr Löschnak hat es erkannt, der Herr Nowotny hat es immer noch nicht erkannt. Meine Damen und Herren, Hohes Haus, das ist das Problem! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Ich bin ja kein Richter!
Wollen Sie abstreiten, Herr Nowotny, daß Herr Blecha ... (Abg. Dr. Nowotny: Ich bin ja kein Richter!) Sie streiten ja alles ab. Sie sind ja einer der Oberabmaurer. Es paßt bei Ihnen vielleicht besonders gut: Sie sind einer der Oberabmaurer, wenn es darum geht, die eigene Partei vor dem Vorwurf zu schützen, der zu Recht erhoben wird, daß Ihre Partei halstief im Mafiasumpf steckt.
Abg. Gaál: Das ist eine Frechheit!
Wollen Sie bestreiten, daß interessante Geschäftskontakte des Herrn Exministers Blecha über die Arabischen Emirate bestehen? Untersuchen Sie einmal, welche Geschäfte Herr Exminister Blecha in Jebbel-Ali tätigt. Wollen Sie bestreiten, daß er an der gleichen Adresse wie der Herr Sanikidse tätig war? (Abg. Gaál: Das ist eine Frechheit!) Eine Frechheit, sagt er, der Herr Kollege Gaál. Herr Kollege Gaál, eine Frechheit ist, daß Leute im Parlament sitzen, die mit Mafiakontakten belastet sind! Das ist eine Frechheit, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wollen Sie bestreiten, daß interessante Geschäftskontakte des Herrn Exministers Blecha über die Arabischen Emirate bestehen? Untersuchen Sie einmal, welche Geschäfte Herr Exminister Blecha in Jebbel-Ali tätigt. Wollen Sie bestreiten, daß er an der gleichen Adresse wie der Herr Sanikidse tätig war? (Abg. Gaál: Das ist eine Frechheit!) Eine Frechheit, sagt er, der Herr Kollege Gaál. Herr Kollege Gaál, eine Frechheit ist, daß Leute im Parlament sitzen, die mit Mafiakontakten belastet sind! Das ist eine Frechheit, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch die ganzen Geschichten rund um das Aurora-Projekt – die Morgenröte hätte es in St. Petersburg sein sollen – sind bis heute eher dürftig ausgefallen, Herr Kollege Gaál, sehr dürftig ausgefallen. Das ist alles ein Umfeld, meine Damen und Herren, Hohes Haus, das Anlaß für Sie sein müßte, das einfach einmal selbstkritisch zu untersuchen und zu sagen: Vielleicht ist es gut, wenn die SPÖ einen Selbstreinigungsprozeß beginnt. Nehmen Sie sich ein Beispiel daran. Man kann nicht verhindern, daß Gauner in die Nähe von Parteien und sogar in Parteien hineinkommen. Das kann niemand verhindern, das habe ich Ihnen schon einmal gesagt. Aber man muß dafür sorgen, daß man die Trennlinie zu Gaunern zieht, und zwar konsequent. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Was ist das aber für ein Milieu, in dem man sich hier bewegt? Was ist das für ein Milieu, in das Ihre eigene Parteispitze verflochten ist? Herr Präsident! Was ist das für ein Milieu, in welchem es möglich ist, daß die Oberpaten der russischen Mafia, der kasachischen Mafia, der kaukasischen Mafia und aller möglichen sonstigen Mafiaorganisationen bei Ihnen im Präsidentensalon verkehren? Meine Damen und Herren! Was ist das für ein Milieu, das Sie hier erzeugt haben? (Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.) Sie finden das lustig? (Abg. Dr. Nowotny: Sie schaden sich ja selbst!) Ich weiß, Herr Kollege Nowotny, Sie haben eine gewisse Vorstellung, vielleicht weil Sie so ein christkindhaftes Gemüt haben oder weil Sie einfach die Realität nicht sehen wollen. Sie haben offensichtlich die Vorstellung, daß die Sozialdemokratie immer sauber ist und nur die anderen schmutzig sind. Sie meinen, die Sozialdemokratie hat mit Mafia nichts zu tun, weil sie immer nur ehrliche Geschäfte macht. Wenn Sie das glauben, dann haben Sie aber die letzten 30 Jahre und insbesondere die letzten Jahre der Mafiakontakte Ihrer Parteispitze verschlafen, Herr Kollege Nowotny! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Sie schaden sich ja selbst!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Was ist das aber für ein Milieu, in dem man sich hier bewegt? Was ist das für ein Milieu, in das Ihre eigene Parteispitze verflochten ist? Herr Präsident! Was ist das für ein Milieu, in welchem es möglich ist, daß die Oberpaten der russischen Mafia, der kasachischen Mafia, der kaukasischen Mafia und aller möglichen sonstigen Mafiaorganisationen bei Ihnen im Präsidentensalon verkehren? Meine Damen und Herren! Was ist das für ein Milieu, das Sie hier erzeugt haben? (Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.) Sie finden das lustig? (Abg. Dr. Nowotny: Sie schaden sich ja selbst!) Ich weiß, Herr Kollege Nowotny, Sie haben eine gewisse Vorstellung, vielleicht weil Sie so ein christkindhaftes Gemüt haben oder weil Sie einfach die Realität nicht sehen wollen. Sie haben offensichtlich die Vorstellung, daß die Sozialdemokratie immer sauber ist und nur die anderen schmutzig sind. Sie meinen, die Sozialdemokratie hat mit Mafia nichts zu tun, weil sie immer nur ehrliche Geschäfte macht. Wenn Sie das glauben, dann haben Sie aber die letzten 30 Jahre und insbesondere die letzten Jahre der Mafiakontakte Ihrer Parteispitze verschlafen, Herr Kollege Nowotny! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Was ist das aber für ein Milieu, in dem man sich hier bewegt? Was ist das für ein Milieu, in das Ihre eigene Parteispitze verflochten ist? Herr Präsident! Was ist das für ein Milieu, in welchem es möglich ist, daß die Oberpaten der russischen Mafia, der kasachischen Mafia, der kaukasischen Mafia und aller möglichen sonstigen Mafiaorganisationen bei Ihnen im Präsidentensalon verkehren? Meine Damen und Herren! Was ist das für ein Milieu, das Sie hier erzeugt haben? (Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.) Sie finden das lustig? (Abg. Dr. Nowotny: Sie schaden sich ja selbst!) Ich weiß, Herr Kollege Nowotny, Sie haben eine gewisse Vorstellung, vielleicht weil Sie so ein christkindhaftes Gemüt haben oder weil Sie einfach die Realität nicht sehen wollen. Sie haben offensichtlich die Vorstellung, daß die Sozialdemokratie immer sauber ist und nur die anderen schmutzig sind. Sie meinen, die Sozialdemokratie hat mit Mafia nichts zu tun, weil sie immer nur ehrliche Geschäfte macht. Wenn Sie das glauben, dann haben Sie aber die letzten 30 Jahre und insbesondere die letzten Jahre der Mafiakontakte Ihrer Parteispitze verschlafen, Herr Kollege Nowotny! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir fordern Sie auf, dafür zu sorgen, daß Ihre Parteispitze, namentlich durch den Herrn Bundeskanzler, endlich erklärt, wer noch aller aus Ihrer Parteispitze in diesem Mafiasumpf steckt, wer von den Abgeordneten, von den Ministern und den ehemaligen Ministern noch mit Mafiapaten zu tun hat! Das ist Ihre Aufgabe! Sie können Protokolle, die Aussagen von hochanständigen Beamten vor Gericht beinhalten, nicht einfach ignorieren! Sie konnten ignorieren, daß die FPÖ eine Dringliche Anfrage macht. Dazu haben Sie den ORF weiß Gott gut genug in der Hand. Der ORF hat ja eine besondere Rolle beim Herunterspielen dieser ganzen Mafiakontakte gespielt. Das dauert übrigens nach wie vor an. Der ORF interessiert sich nicht dafür. Der ORF interessiert sich für Kinkerlitzchen, sobald es aber um die SPÖ-Spitze geht, ist der ORF handzahm wie nur was! Der ORF hat das bis heute heruntergespielt. Sie können das aber nicht mehr herunterspielen, seit ein EDOK-Beamter unter Wahrheitspflicht ausgesagt hat, was wir Ihnen hier schon vorgerechnet haben! Das können Sie nicht mehr herunterspielen. So einfach ist das nicht mehr zu machen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Reitsamer.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! (Zwischenruf der Abg. Reitsamer.) Sie glauben das nicht, Frau Reitsamer? Dann sind Sie eine der letzten Gläubigen, die in Ihre Säulenheiligen restloses Vertrauen haben. Meine Damen und Herren! Daher richte ich – außer an Frau Reitsamer – den Appell an die SPÖ: Bitte sorgen Sie dafür, daß Ihre Parteispitze sich endlich deklariert und einen Schlußstrich und einen Trennstrich zu diesen Leuten zieht! Das ist nämlich im Interesse Österreichs! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! (Zwischenruf der Abg. Reitsamer.) Sie glauben das nicht, Frau Reitsamer? Dann sind Sie eine der letzten Gläubigen, die in Ihre Säulenheiligen restloses Vertrauen haben. Meine Damen und Herren! Daher richte ich – außer an Frau Reitsamer – den Appell an die SPÖ: Bitte sorgen Sie dafür, daß Ihre Parteispitze sich endlich deklariert und einen Schlußstrich und einen Trennstrich zu diesen Leuten zieht! Das ist nämlich im Interesse Österreichs! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Sosehr ich Ihnen heute für das Klima, das Sie in Ihrem Ministerium erzeugt haben, Lob gezollt habe, so sehr muß ich Sie jetzt ersuchen, jenen Weg zu beschreiten, der im Interesse des Landes liegt, nämlich der schonungslosen Aufklärung, auch wenn es prominente Genossen in aktiver Funktion oder ehemals in Funktionen Ihrer Partei betrifft. Denn sonst müssen Sie sich eines schönen Tages den Vorwurf gefallen lassen, daß Sie aus Parteiinteressen verhindert haben, was Ihre Beamten auf der unteren Ebene hilferufend vor Gericht verlangen, nämlich Aufklärung darüber, wie sehr die Staatsspitze dieses Landes, prominentest vertreten durch Mitglieder der SPÖ, aber auch durch Teile der ÖVP, mit der Ostmafia in Kontakt steht, denn die Leute unten tun sich schwer, gegen diese Mafiaorganisationen vorzugehen. Das ist ein Problem, das zwar einzelne in Ihrer Fraktion erkennen, die Mehrheit, insbesondere vertreten durch Frau Reitsamer, aber offensichtlich noch nicht erkennen will. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Reitsamer! Ich will Sie gar nicht mehr singulär darstellen. Der, der es in Ihrer eigenen Fraktion am wenigsten erkennen will, ist nämlich Klubobmann Kostelka, der, nachdem er – wie geplant – durch Kollegen Cap abgelöst sein wird, Innenminister werden möchte. Gott behüte uns davor, daß Herr Kostelka Innenminister ist, bevor die Ostmafiakontakte restlos aufgeklärt sind! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Eine Lagedarstellung der organisierten Kriminalität in Österreich und der Maßnahmen zur Bekämpfung durch die Sicherheitsbehörden erfolgt jährlich im Beitrag des Bundesministeriums für Inneres zum Sicherheitsbericht und im Beitrag des österreichischen Innenministeriums zum europäischen Lagebild. Eine ständige Erweiterung, Herr Abgeordneter Stadler, dieser Lagedarstellung halte ich für wichtig und werde sie auch in Zukunft betreiben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Hier habe ich den Brief, und ich habe auch eine Übersetzung!
Abgeordnete Maria Rauch-Kallat (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Abgeordneter Stadler hat hier neuerlich wider besseres Wissen behauptet, daß ich beziehungsweise mein Mann Kontakte zur Russenmafia pflegen. (Abg. Mag. Stadler: Hier habe ich den Brief, und ich habe auch eine Übersetzung!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Unsinn!
Die Behandlung dieser Fragen ist bereits gerichtsanhängig, und es ist bereits ein Versäumungsurteil gegen die FPÖ ergangen, weil die FPÖ nicht bereit war, eine Stellungnahme abzugeben, oder offensichtlich nicht in der Lage war, dem Gericht irgendwelche Beweise bekanntzugeben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Unsinn!)
Abg. Mag. Stadler: Narren!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es hat schon einmal ein Foto gegeben, auf dem ein hochrangiger Politiker dieser Republik mit einer – wie sich herausgestellt hat – dubiosen Gestalt abgebildet war. Ich habe mir nur das Wesentlichste von den damaligen Berichterstattungen mit herausgenommen. Es hat sich dies im Februar 1994 zugetragen: Kollege Cap, damals noch Zentralsekretär der SPÖ, hat sich über Wochen hinweg damit beschäftigt und dubioseste Verbindungen zwischen diesem prominenten Politiker und dem auch darauf abgebildeten Kleinkriminellen oder (Abg. Mag. Stadler: Narren!) Narren, was immer er war, hergestellt. Es hat eine Berichterstattung in den elektronischen und in den Printmedien gegeben, die sich über Wochen hingezogen hat, und man hat abenteuerlichste Konstruktionen gemacht, nur um diesem Politiker zu schaden.
Beifall bei den Freiheitlichen
Ich mache Sie einmal darauf aufmerksam, mit welch verschiedenem Maß Sie messen (Beifall bei den Freiheitlichen), wenn es sich um einen Angehörigen der Freiheitlichen Partei einerseits oder wenn es sich um den hochangesehenen Präsidenten dieses Parlaments andererseits handelt. Meine Damen und Herren! Mehr Fairneß in solchen Fragen wäre angebracht, gerade von denen, die Fairneß immer wieder predigen, wenn sie selbst einmal betroffen sind, die aber die Fairneß dann nie einhalten, wenn sie glauben, anderen Schaden zufügen zu können! – Das wäre einmal zu sagen, und ich hoffe, Sie haben sich das jetzt auch einmal gemerkt.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Schlögl.
Der Herr Bundesminister hat bei seiner Anfragebeantwortung peinlichst vermieden, Licht in dieses Dunkel zu bringen. Er hat die Protokolle nicht, er kann sich keine Protokolle besorgen – der "arme" Herr Minister kann sich keine Verhandlungsprotokolle besorgen! Mein Gott ist es schlimm, in Österreich Minister zu sein! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Schlögl.) Herr Minister, bitte machen Sie doch nicht den Eindruck, als könnten Sie sich diese Protokolle nicht besorgen, wenn es notwendig wäre. Wenn Sie sie für sich brauchen würden, dann hätten Sie sie schon. Sie hätten sie nicht erst zu besorgen brauchen, sie wären schon auf dem Tisch gelegen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Kollege Löschnak hat gesagt: Man hat ja nicht gewußt, welche Leute das sind! Es war ja vielleicht erst später der Fall, daß sie sich in eine kriminelle Richtung entwickelt haben. Tatsache ist – ob Sie das gewußt haben oder nicht gewußt haben –: Sie sind zum Türöffner für die organisierte Kriminalität aus dem Osten geworden! Jetzt haben wir diese in Österreich, und dafür tragen Sie die Verantwortung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Da ist viel auszuleuchten!
Abgeordneter Dr. Franz Löschnak (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Dringliche der Freiheitlichen zum Gegenstand verdient es wirklich, ausgeleuchtet zu werden, und zwar in mehrfacher Hinsicht und Richtung. (Abg. Mag. Stadler: Da ist viel auszuleuchten!) Ich werde mich bemühen, in der mir zur Verfügung stehenden Redezeit einige Denkansätze dazu beizutragen.
Abg. Dr. Ofner: Das ist noch immer brennend aktuell alles!
Zuerst einmal, meine sehr geehrten Damen und Herren, hinsichtlich der Dringlichkeit und deren Begründung: Das muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen! Wenn man diese Dringliche Anfrage vom heutigen Tage hernimmt und sie mit jener vergleicht, die Sie am 14. Mai dieses Jahres eingebracht haben, dann kommt man zu dem Schluß, daß mit Ausnahme der Einleitung, des ersten Satzes, den Sie ein bißchen modifiziert haben, und eines Satzes auf Seite 2 im Mittelteil, den Sie ein bißchen modifiziert haben, alles auf Punkt und Beistrich gleich ist – bis zur Seite 3, wo dann die Ihrer Meinung nach neuesten Erkenntnisse aus dem Mordprozeß gegen Sanikidse einfließen. Aber sonst ist alles gleich! (Abg. Dr. Ofner: Das ist noch immer brennend aktuell alles!) Lieber Freund Ofner, da mußt du uns erst einmal erklären, was an dieser heutigen Anfrage noch dringlich sein kann! Entweder war jene am 14. Mai dringlich oder ist die heutige dringlich. Jene am 14. Mai und die heutige mit wortgleichem Text können ja wohl nicht dringlich sein! Das wird auch dir einleuchten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zuerst einmal, meine sehr geehrten Damen und Herren, hinsichtlich der Dringlichkeit und deren Begründung: Das muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen! Wenn man diese Dringliche Anfrage vom heutigen Tage hernimmt und sie mit jener vergleicht, die Sie am 14. Mai dieses Jahres eingebracht haben, dann kommt man zu dem Schluß, daß mit Ausnahme der Einleitung, des ersten Satzes, den Sie ein bißchen modifiziert haben, und eines Satzes auf Seite 2 im Mittelteil, den Sie ein bißchen modifiziert haben, alles auf Punkt und Beistrich gleich ist – bis zur Seite 3, wo dann die Ihrer Meinung nach neuesten Erkenntnisse aus dem Mordprozeß gegen Sanikidse einfließen. Aber sonst ist alles gleich! (Abg. Dr. Ofner: Das ist noch immer brennend aktuell alles!) Lieber Freund Ofner, da mußt du uns erst einmal erklären, was an dieser heutigen Anfrage noch dringlich sein kann! Entweder war jene am 14. Mai dringlich oder ist die heutige dringlich. Jene am 14. Mai und die heutige mit wortgleichem Text können ja wohl nicht dringlich sein! Das wird auch dir einleuchten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Sachargumente gehen Ihnen aus, daher werden Sie polemisch!
Erste Feststellung in diesem Zusammenhang: Ursache sind offenbar die Troubles, in denen die FPÖ seit geraumer Zeit steckt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Sachargumente gehen Ihnen aus, daher werden Sie polemisch!) Keine Troubles, alles okay? (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Diese Mitteilung hören wir wohl. Ich habe bisher geglaubt, Sie haben seit einigen Monaten Troubles. Daher bin ich zu dem Schluß gekommen: Die Troubles, in denen Sie stecken, in denen die FPÖ steckt, lassen ganz einfach keine Unterscheidung mehr zu: Was ist dringlich, was ist nicht dringlich? Was ist wichtig, was ist nicht wichtig? Was sind Anliegen, die die Leute in diesem Land bewegen, und was sind Anliegen, die die Leute nicht bewegen? Da müssen Sie einmal eine Spur finden, sonst werden Sie in diesen Wirrnissen untergehen. – Aber das war nur die formale Einleitung. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Erste Feststellung in diesem Zusammenhang: Ursache sind offenbar die Troubles, in denen die FPÖ seit geraumer Zeit steckt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Sachargumente gehen Ihnen aus, daher werden Sie polemisch!) Keine Troubles, alles okay? (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Diese Mitteilung hören wir wohl. Ich habe bisher geglaubt, Sie haben seit einigen Monaten Troubles. Daher bin ich zu dem Schluß gekommen: Die Troubles, in denen Sie stecken, in denen die FPÖ steckt, lassen ganz einfach keine Unterscheidung mehr zu: Was ist dringlich, was ist nicht dringlich? Was ist wichtig, was ist nicht wichtig? Was sind Anliegen, die die Leute in diesem Land bewegen, und was sind Anliegen, die die Leute nicht bewegen? Da müssen Sie einmal eine Spur finden, sonst werden Sie in diesen Wirrnissen untergehen. – Aber das war nur die formale Einleitung. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Erste Feststellung in diesem Zusammenhang: Ursache sind offenbar die Troubles, in denen die FPÖ seit geraumer Zeit steckt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Sachargumente gehen Ihnen aus, daher werden Sie polemisch!) Keine Troubles, alles okay? (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Diese Mitteilung hören wir wohl. Ich habe bisher geglaubt, Sie haben seit einigen Monaten Troubles. Daher bin ich zu dem Schluß gekommen: Die Troubles, in denen Sie stecken, in denen die FPÖ steckt, lassen ganz einfach keine Unterscheidung mehr zu: Was ist dringlich, was ist nicht dringlich? Was ist wichtig, was ist nicht wichtig? Was sind Anliegen, die die Leute in diesem Land bewegen, und was sind Anliegen, die die Leute nicht bewegen? Da müssen Sie einmal eine Spur finden, sonst werden Sie in diesen Wirrnissen untergehen. – Aber das war nur die formale Einleitung. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie brauchen nicht Minister Schlögl die Stange zu halten!
Zum Inhalt, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie brauchen nicht Minister Schlögl die Stange zu halten!) Der braucht mich nicht, der kann sich selbst verteidigen, sehr geehrte Frau Abgeordnete.
Abg. Mag. Stadler: Nicht von uns, der EDOK-Beamte sagt das!
Und was ist wirklich? (Abg. Mag. Stadler: Nicht von uns, der EDOK-Beamte sagt das!) Nein, nein, Sie geben wieder, aber wie immer natürlich nur bruchstückhaft und nur Halbwahrheiten. Das stimmt nämlich in den entscheidenden Passagen überhaupt nicht. (Abg. Mag. Stadler: Ich werde es Ihnen dann vorlesen!) Gerne, lesen Sie es mir vor. Ich bin gespannt, was Sie mir aus den Gerichtsakten vorlesen werden, die vor zwei Tagen Gegenstand der Verhandlung im Landesgericht waren.
Abg. Mag. Stadler: Ich werde es Ihnen dann vorlesen!
Und was ist wirklich? (Abg. Mag. Stadler: Nicht von uns, der EDOK-Beamte sagt das!) Nein, nein, Sie geben wieder, aber wie immer natürlich nur bruchstückhaft und nur Halbwahrheiten. Das stimmt nämlich in den entscheidenden Passagen überhaupt nicht. (Abg. Mag. Stadler: Ich werde es Ihnen dann vorlesen!) Gerne, lesen Sie es mir vor. Ich bin gespannt, was Sie mir aus den Gerichtsakten vorlesen werden, die vor zwei Tagen Gegenstand der Verhandlung im Landesgericht waren.
Ruf bei den Freiheitlichen: Rege Phantasie!
Das ist für Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren von der FPÖ, schon Anlaß genug, ganz einfach zu sagen: Zahlreiche Verbindungen von Sanikidse zu österreichischen Politikern und Unternehmern sind bekannt und durch Fotos dokumentiert. – So weit gehen Sie! (Ruf bei den Freiheitlichen: Rege Phantasie!)
Abg. Dr. Krüger: Der Herr Alexander Maculan hat das Gegenteil erklärt!
Ich frage mich bei dieser Gelegenheit, da Sie immer für sich in Anspruch nehmen, die Interessen der Anständigen, der Aufrichtigen wahrzunehmen: Wie kommen eigentlich jene, die da von Ihnen immer wieder in den Sumpf gezogen werden, dazu, nicht nach Ihren Grundsätzen behandelt zu werden? Wie kommt zum Beispiel Kollege Heindl, der glaubwürdig versichert, er wurde nicht erpreßt, dazu, von Ihnen dann in den Sumpf gezogen zu werden? (Abg. Dr. Krüger: Der Herr Alexander Maculan hat das Gegenteil erklärt!) Herr Kollege Dr. Krüger, es werden doch auch Sie feststellen können, daß zwischen Herrn Maculan und Herrn Dr. Heindl ein Unterschied ist. Es mag sein, daß Herr Maculan erpreßt worden ist – das weiß ich nicht –, Herr Dr. Heindl ist jedenfalls nicht erpreßt worden. (Abg. Mag. Stadler: Der Maculan lügt, der Heindl sagt immer die Wahrheit! Da gehört eine rote Brille dazu!) Das sagt er Ihnen, und das glauben Sie ganz einfach nicht, weil es nicht in Ihr Konzept paßt. Der muß sich, wenn er irgendwo einmal genannt wird, im Sumpf der Russenmafia befinden. (Abg. Dr. Krüger: Das ist doch eine Vorstandsangelegenheit!) – Diese Vorverurteilungen, nur weil es Ihnen paßt, weil es in Ihr Konzept paßt, lehnen wir schlicht und einfach ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Der Maculan lügt, der Heindl sagt immer die Wahrheit! Da gehört eine rote Brille dazu!
Ich frage mich bei dieser Gelegenheit, da Sie immer für sich in Anspruch nehmen, die Interessen der Anständigen, der Aufrichtigen wahrzunehmen: Wie kommen eigentlich jene, die da von Ihnen immer wieder in den Sumpf gezogen werden, dazu, nicht nach Ihren Grundsätzen behandelt zu werden? Wie kommt zum Beispiel Kollege Heindl, der glaubwürdig versichert, er wurde nicht erpreßt, dazu, von Ihnen dann in den Sumpf gezogen zu werden? (Abg. Dr. Krüger: Der Herr Alexander Maculan hat das Gegenteil erklärt!) Herr Kollege Dr. Krüger, es werden doch auch Sie feststellen können, daß zwischen Herrn Maculan und Herrn Dr. Heindl ein Unterschied ist. Es mag sein, daß Herr Maculan erpreßt worden ist – das weiß ich nicht –, Herr Dr. Heindl ist jedenfalls nicht erpreßt worden. (Abg. Mag. Stadler: Der Maculan lügt, der Heindl sagt immer die Wahrheit! Da gehört eine rote Brille dazu!) Das sagt er Ihnen, und das glauben Sie ganz einfach nicht, weil es nicht in Ihr Konzept paßt. Der muß sich, wenn er irgendwo einmal genannt wird, im Sumpf der Russenmafia befinden. (Abg. Dr. Krüger: Das ist doch eine Vorstandsangelegenheit!) – Diese Vorverurteilungen, nur weil es Ihnen paßt, weil es in Ihr Konzept paßt, lehnen wir schlicht und einfach ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Krüger: Das ist doch eine Vorstandsangelegenheit!
Ich frage mich bei dieser Gelegenheit, da Sie immer für sich in Anspruch nehmen, die Interessen der Anständigen, der Aufrichtigen wahrzunehmen: Wie kommen eigentlich jene, die da von Ihnen immer wieder in den Sumpf gezogen werden, dazu, nicht nach Ihren Grundsätzen behandelt zu werden? Wie kommt zum Beispiel Kollege Heindl, der glaubwürdig versichert, er wurde nicht erpreßt, dazu, von Ihnen dann in den Sumpf gezogen zu werden? (Abg. Dr. Krüger: Der Herr Alexander Maculan hat das Gegenteil erklärt!) Herr Kollege Dr. Krüger, es werden doch auch Sie feststellen können, daß zwischen Herrn Maculan und Herrn Dr. Heindl ein Unterschied ist. Es mag sein, daß Herr Maculan erpreßt worden ist – das weiß ich nicht –, Herr Dr. Heindl ist jedenfalls nicht erpreßt worden. (Abg. Mag. Stadler: Der Maculan lügt, der Heindl sagt immer die Wahrheit! Da gehört eine rote Brille dazu!) Das sagt er Ihnen, und das glauben Sie ganz einfach nicht, weil es nicht in Ihr Konzept paßt. Der muß sich, wenn er irgendwo einmal genannt wird, im Sumpf der Russenmafia befinden. (Abg. Dr. Krüger: Das ist doch eine Vorstandsangelegenheit!) – Diese Vorverurteilungen, nur weil es Ihnen paßt, weil es in Ihr Konzept paßt, lehnen wir schlicht und einfach ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich frage mich bei dieser Gelegenheit, da Sie immer für sich in Anspruch nehmen, die Interessen der Anständigen, der Aufrichtigen wahrzunehmen: Wie kommen eigentlich jene, die da von Ihnen immer wieder in den Sumpf gezogen werden, dazu, nicht nach Ihren Grundsätzen behandelt zu werden? Wie kommt zum Beispiel Kollege Heindl, der glaubwürdig versichert, er wurde nicht erpreßt, dazu, von Ihnen dann in den Sumpf gezogen zu werden? (Abg. Dr. Krüger: Der Herr Alexander Maculan hat das Gegenteil erklärt!) Herr Kollege Dr. Krüger, es werden doch auch Sie feststellen können, daß zwischen Herrn Maculan und Herrn Dr. Heindl ein Unterschied ist. Es mag sein, daß Herr Maculan erpreßt worden ist – das weiß ich nicht –, Herr Dr. Heindl ist jedenfalls nicht erpreßt worden. (Abg. Mag. Stadler: Der Maculan lügt, der Heindl sagt immer die Wahrheit! Da gehört eine rote Brille dazu!) Das sagt er Ihnen, und das glauben Sie ganz einfach nicht, weil es nicht in Ihr Konzept paßt. Der muß sich, wenn er irgendwo einmal genannt wird, im Sumpf der Russenmafia befinden. (Abg. Dr. Krüger: Das ist doch eine Vorstandsangelegenheit!) – Diese Vorverurteilungen, nur weil es Ihnen paßt, weil es in Ihr Konzept paßt, lehnen wir schlicht und einfach ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Das ist naiv!
Nun zu den Fotos. (Abg. Dr. Haider: Das ist naiv!) Das hat nichts mit Naivität zu tun. Es mag schon sein, daß ich fallweise naiv bin, aber ich bin lieber naiv, als daß ich die Eigenschaften oder Qualifikationen habe, die manche von Ihnen haben, meine sehr geehrten Damen und Herren. Da bin ich lieber naiv! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Nun zu den Fotos. (Abg. Dr. Haider: Das ist naiv!) Das hat nichts mit Naivität zu tun. Es mag schon sein, daß ich fallweise naiv bin, aber ich bin lieber naiv, als daß ich die Eigenschaften oder Qualifikationen habe, die manche von Ihnen haben, meine sehr geehrten Damen und Herren. Da bin ich lieber naiv! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich komme also jetzt zu den Bildern, da Sie offenbar zwei oder mehrere Fotos angesprochen haben; ich weiß es nicht. Bei der Gerichtsverhandlung wurde von einem Foto gesprochen, auf dem Herr Sanikidse und auch der Präsident des österreichischen Nationalrates zu sehen waren. Das ist für Sie wieder Anlaß genug, einen großen Bogen zu schlagen und zu sagen: Unerhört! Selbst der Präsident des Nationalrates muß mit der russischen Mafia in Verbindung sein, denn sonst gäbe es ja kein Bild! Da tun Sie so – und jetzt komme ich auf die von Ihnen angesprochene Naivität zurück –, als ob Sie nicht wüßten, daß jeder, der im öffentlichen Leben steht – und für den Präsidenten des Nationalrates gilt das im besonderen –, im Jahr wahrscheinlich, ich weiß es nicht genau, fünfhundertmal, tausendmal oder zweitausendmal fotografiert wird: mit Herrn "Maier", mit Herrn "Müller", mit wem auch immer. Und einmal war eben Herr Sanikidse dabei. Aber das genügt Ihnen schon, um den Bogen zu spannen: Der muß auch bei der russischen Mafia sein! – Das ist wirklich infam, und Sie sollten sich dafür schämen, daß Sie solche Bögen spannen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte in aller gebotenen Kürze noch einen weiteren Punkt ansprechen. Es geht darum, daß Sie in Ihrer Dringlichen Anfrage auch vorwerfen, daß die Bundesregierung offenbar Versäumnisse aufzuweisen hat, denn sie habe nicht rechtzeitig gewarnt, sie habe den Gerüchten, den Verdachtsmomenten, die da immer wieder auftauchten, nicht entsprechend Rechnung getragen. – Ja da muß ich Sie einmal fragen: Wie stellen Sie sich eigentlich Ermittlungen von Polizeibehörden vor? Wie, glauben Sie, gehen die vor sich, wenn irgendein Gerücht, irgendein Verdachtsmoment auftaucht, und dann wieder Herr "Maier" und Herr "Müller" genannt werden? Hat jetzt die ermittelnde Behörde, die EDOK, die Verpflichtung zu sagen: Aha, der ist jetzt genannt worden, den müssen wir warnen!? – Das ist ja gar nicht möglich! Das ist nicht möglich, denn das wäre doch kontraproduktiv für die Ermittlungen, wenn wirklich etwas dahintersteckt, und wenn nichts dahintersteckt, meine sehr geehrten Damen und Herren, dann würden sich in erster Linie Sie aufregen und sagen: Unerhört, wo die Polizei überall dabei ist und wen sie warnt und damit indirekt verdächtigt! Sie hätten wahrscheinlich schon allein aus diesem Umstand die Dringlichen Anfragen für die nächsten Jahre. – Das lehnen wir schlicht und einfach ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zum Schluß kommend: Es ist relativ einfach durchschaubar, was Sie hier spielen: Die FPÖ steckt in der Krise (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) – ich bin schon beim Schlußsatz, Herr Präsident –, die FPÖ-Niederösterreich im besonderen, der FPÖ-Obmann auch, wie er immer wieder zu erkennen gibt, und die Partei als solche selbstverständlich ebenfalls, denn sonst würde ja der Obmann nicht unter Umständen einen Wechsel anstreben. Und damit sich das Ganze nicht bei den Wählern niederschlägt, muß eben immer irgend etwas herhalten – heute ist es wieder die Verbindung zur russischen Mafia. Nur, ich würde sagen: Das war ein schwacher Tag für Sie! Das Motto "Probieren wir es halt!" ist wirklich nicht aufgegangen. Es war schlicht und einfach, Herr Stadler, ein Rohrkrepierer! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zum Schluß kommend: Es ist relativ einfach durchschaubar, was Sie hier spielen: Die FPÖ steckt in der Krise (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) – ich bin schon beim Schlußsatz, Herr Präsident –, die FPÖ-Niederösterreich im besonderen, der FPÖ-Obmann auch, wie er immer wieder zu erkennen gibt, und die Partei als solche selbstverständlich ebenfalls, denn sonst würde ja der Obmann nicht unter Umständen einen Wechsel anstreben. Und damit sich das Ganze nicht bei den Wählern niederschlägt, muß eben immer irgend etwas herhalten – heute ist es wieder die Verbindung zur russischen Mafia. Nur, ich würde sagen: Das war ein schwacher Tag für Sie! Das Motto "Probieren wir es halt!" ist wirklich nicht aufgegangen. Es war schlicht und einfach, Herr Stadler, ein Rohrkrepierer! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Dies geht eindeutig über eine tatsächliche Berichtigung hinaus. Wenn ich Sie erinnern darf, ist der behauptete Sachverhalt wiederzugeben, nämlich Heindl hätte keine Kontakte zur Ostmafia, und dem das Gegenteil entgegenzuhalten. Aber man kann nicht Dokumente verlesen, Herr Abgeordneter Stadler! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Aber ich kann Ihnen doch zwei Quellen nennen. Wenn Ihnen nicht einmal mehr amtliche Quellen und Zeugenaussagen in Prozessen genügen, Herr Präsident, dann ist mir klar, wieso Ihnen das Foto mit Herrn Sanikidse peinlich ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Ich nehme zur Kenntnis, daß amtliche Dokumente nicht mehr genügen, wenn es für Ihre Partei peinlich ist! Das ist nirgends festgelegt worden!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Das ändert nichts daran, daß wir in der Präsidiale ganz genau festgelegt haben, wie tatsächliche Berichtigungen ausschauen müssen. Und das muß für jeden in diesem Haus gelten! (Abg. Mag. Stadler: Ich nehme zur Kenntnis, daß amtliche Dokumente nicht mehr genügen, wenn es für Ihre Partei peinlich ist! Das ist nirgends festgelegt worden!)
Ruf bei den Freiheitlichen: EDOK!
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Den fachlichen Ausführungen des Herrn Bundesministers möchte ich mich nachdrücklich anschließen. Herr Bundesminister a. D. Franz Löschnak hat mir im wahrsten Sinne des Wortes mit seinem Einstieg "den Christbaum abgeräumt", denn auch ich, Kollege Stadler, habe mir die Dringliche Anfrage vom Mai dieses Jahres zur Hand genommen. Und selbstverständlich bin auch ich auf das draufgekommen, was Franz Löschnak gesagt hat: Es ist eigentlich eine wortidentische Anfrage gewesen. Da und dort ist vielleicht ein Satz anders, außerdem wurde das Wort "Sanikidse" eingefügt. Ich habe mich gefragt, Kollege Stadler: Wo ist da wirklich die Dringlichkeit gegeben? (Ruf bei den Freiheitlichen: EDOK!) Sie war mir nicht plausibel. Ich nehme halt zur Kenntnis, daß Sie unter "dringlich" etwas anderes verstehen als ich, als wir von der Österreichischen Volkspartei. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Den fachlichen Ausführungen des Herrn Bundesministers möchte ich mich nachdrücklich anschließen. Herr Bundesminister a. D. Franz Löschnak hat mir im wahrsten Sinne des Wortes mit seinem Einstieg "den Christbaum abgeräumt", denn auch ich, Kollege Stadler, habe mir die Dringliche Anfrage vom Mai dieses Jahres zur Hand genommen. Und selbstverständlich bin auch ich auf das draufgekommen, was Franz Löschnak gesagt hat: Es ist eigentlich eine wortidentische Anfrage gewesen. Da und dort ist vielleicht ein Satz anders, außerdem wurde das Wort "Sanikidse" eingefügt. Ich habe mich gefragt, Kollege Stadler: Wo ist da wirklich die Dringlichkeit gegeben? (Ruf bei den Freiheitlichen: EDOK!) Sie war mir nicht plausibel. Ich nehme halt zur Kenntnis, daß Sie unter "dringlich" etwas anderes verstehen als ich, als wir von der Österreichischen Volkspartei. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: So wie beim Einem!
Und darum, Kollege Stadler, erweisen Sie der Sache selbst keinen guten Dienst, wenn Sie im Rahmen dieser Dringlichen Anfrage das Thema völlig anders aufziehen und so ein schiefes Bild abgeben. Glauben Sie mir das! (Abg. Mag. Stadler: So wie beim Einem!) Nein, nein, das ist schon in Ordnung so. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Und darum, Kollege Stadler, erweisen Sie der Sache selbst keinen guten Dienst, wenn Sie im Rahmen dieser Dringlichen Anfrage das Thema völlig anders aufziehen und so ein schiefes Bild abgeben. Glauben Sie mir das! (Abg. Mag. Stadler: So wie beim Einem!) Nein, nein, das ist schon in Ordnung so. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: So ein Blödsinn! – Abg. Haigermoser: Pauli, hör auf, dir ins Knie zu schießen!
Kollege Stadler! Mir ist bekanntgeworden, daß in diesem Sommer in Tirol eine Diskussion über Ihren Landesparteiobmann Linser geführt wurde. Dieser Landesparteiobmann der FPÖ hat unter anderem von jedem FPÖ-Mandatar, von allen, die auf einer Kandidatenliste der Freiheitlichen Partei stehen, verlangt, daß sie eine Bankgarantie in der Höhe von 1 Million Schilling hinterlegen für den Fall, daß sie aus der FPÖ ausscheiden. Ist das etwas anderes als Schutzgelderpressung? (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: So ein Blödsinn! – Abg. Haigermoser: Pauli, hör auf, dir ins Knie zu schießen!) Ist das etwas anderes als eine mafiose Vorgangsweise? Zwingen Sie dadurch nicht Menschen in ein Joch? Und dann kommen Sie hier heraus und klagen Dinge an, die gar nicht zu beklagen sind. Damit werden Sie unglaubwürdig, Kollege Stadler, und das halte ich Ihnen vor. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Haigermoser: Pauli, in deinem eigenen Interesse: Hör auf, dir ins eigene Knie zu schießen! Sonst wird dir der Waffenpaß weggenommen!) Nein, das tue ich auch nicht. Außerdem habe ich keinen Waffenpaß, ich habe kein Waffendokument. Ich habe auch keine Faust- und keine Langwaffe. (Abg. Mag. Stadler: Scientology haben wir ja gar nicht angegriffen!) Ja, ich weiß es.
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Haigermoser: Pauli, in deinem eigenen Interesse: Hör auf, dir ins eigene Knie zu schießen! Sonst wird dir der Waffenpaß weggenommen!
Kollege Stadler! Mir ist bekanntgeworden, daß in diesem Sommer in Tirol eine Diskussion über Ihren Landesparteiobmann Linser geführt wurde. Dieser Landesparteiobmann der FPÖ hat unter anderem von jedem FPÖ-Mandatar, von allen, die auf einer Kandidatenliste der Freiheitlichen Partei stehen, verlangt, daß sie eine Bankgarantie in der Höhe von 1 Million Schilling hinterlegen für den Fall, daß sie aus der FPÖ ausscheiden. Ist das etwas anderes als Schutzgelderpressung? (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: So ein Blödsinn! – Abg. Haigermoser: Pauli, hör auf, dir ins Knie zu schießen!) Ist das etwas anderes als eine mafiose Vorgangsweise? Zwingen Sie dadurch nicht Menschen in ein Joch? Und dann kommen Sie hier heraus und klagen Dinge an, die gar nicht zu beklagen sind. Damit werden Sie unglaubwürdig, Kollege Stadler, und das halte ich Ihnen vor. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Haigermoser: Pauli, in deinem eigenen Interesse: Hör auf, dir ins eigene Knie zu schießen! Sonst wird dir der Waffenpaß weggenommen!) Nein, das tue ich auch nicht. Außerdem habe ich keinen Waffenpaß, ich habe kein Waffendokument. Ich habe auch keine Faust- und keine Langwaffe. (Abg. Mag. Stadler: Scientology haben wir ja gar nicht angegriffen!) Ja, ich weiß es.
Abg. Mag. Stadler: Scientology haben wir ja gar nicht angegriffen!
Kollege Stadler! Mir ist bekanntgeworden, daß in diesem Sommer in Tirol eine Diskussion über Ihren Landesparteiobmann Linser geführt wurde. Dieser Landesparteiobmann der FPÖ hat unter anderem von jedem FPÖ-Mandatar, von allen, die auf einer Kandidatenliste der Freiheitlichen Partei stehen, verlangt, daß sie eine Bankgarantie in der Höhe von 1 Million Schilling hinterlegen für den Fall, daß sie aus der FPÖ ausscheiden. Ist das etwas anderes als Schutzgelderpressung? (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: So ein Blödsinn! – Abg. Haigermoser: Pauli, hör auf, dir ins Knie zu schießen!) Ist das etwas anderes als eine mafiose Vorgangsweise? Zwingen Sie dadurch nicht Menschen in ein Joch? Und dann kommen Sie hier heraus und klagen Dinge an, die gar nicht zu beklagen sind. Damit werden Sie unglaubwürdig, Kollege Stadler, und das halte ich Ihnen vor. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Haigermoser: Pauli, in deinem eigenen Interesse: Hör auf, dir ins eigene Knie zu schießen! Sonst wird dir der Waffenpaß weggenommen!) Nein, das tue ich auch nicht. Außerdem habe ich keinen Waffenpaß, ich habe kein Waffendokument. Ich habe auch keine Faust- und keine Langwaffe. (Abg. Mag. Stadler: Scientology haben wir ja gar nicht angegriffen!) Ja, ich weiß es.
Abg. Haigermoser: Hör auf, mit der Pistole herumzufuchteln! Du tust dir weh, Pauli!
Die Frage 16 möchte ich namens der ÖVP korrigieren. Da unterstellen Sie unter anderem Generaldirektor Sika – ich zitiere –: "Teilen Sie die Auffassung von Dr. Sika, daß der leichtfertige Umgang mit der organisierten Kriminalität, den dieser maßgebenden Politikern der Koalitionsparteien vorgeworfen hat, letztlich auch eine Gefahr für die österreichische Demokratie darstelle?" (Abg. Haigermoser: Hör auf, mit der Pistole herumzufuchteln! Du tust dir weh, Pauli!)
Abg. Mag. Stadler: Burgstaller, Mensdorff-Pouilly...!
Also: Generaldirektor Sika hat nie jemandem von der Österreichischen Volkspartei, der in einer politischen Funktion ist, etwas vorgeworfen. (Abg. Mag. Stadler: Burgstaller, Mensdorff-Pouilly...!) Ich verwahre mich namens der ÖVP auch dagegen, daß Generaldirektor Sika in diesem Zusammenhang genannt wird, und ich kann für die ÖVP hier und jetzt sagen: Nie ist jemand von uns auch nur in das Odium einer Ihrer Vorwürfe gekommen. Das stelle ich klar und deutlich hier fest. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Also: Generaldirektor Sika hat nie jemandem von der Österreichischen Volkspartei, der in einer politischen Funktion ist, etwas vorgeworfen. (Abg. Mag. Stadler: Burgstaller, Mensdorff-Pouilly...!) Ich verwahre mich namens der ÖVP auch dagegen, daß Generaldirektor Sika in diesem Zusammenhang genannt wird, und ich kann für die ÖVP hier und jetzt sagen: Nie ist jemand von uns auch nur in das Odium einer Ihrer Vorwürfe gekommen. Das stelle ich klar und deutlich hier fest. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: So ein Griasler! Du hast schon ganz andere Sachen erzählt! Soll ich sagen, was du schon alles über den Fischer gesagt hast? Falscher Fufziger!
Zum Schluß kommend aber auch eine Ehrenerklärung namens der ÖVP und in meinem Namen: Präsident Dr. Heinz Fischer ist für uns ein Ehrenmann, auch wenn Sie es heute so darstellen wollten, als wäre er das nicht. (Abg. Dr. Haider: So ein Griasler! Du hast schon ganz andere Sachen erzählt! Soll ich sagen, was du schon alles über den Fischer gesagt hast? Falscher Fufziger!) Wir kennen die Methode, die dahintersteckt, Kollege Stadler, und die Methode ist eindeutig und klar: Mit der Person des Nationalratspräsidenten diskreditiere ich die Funktion des Nationalratspräsidenten, und mit der Abwertung der Funktion des Nationalratspräsidenten diskreditiere, desavouiere und destabilisiere ich auch dieses Parlament, uns alle. Das ist die Methode. Die lehnen wir ab, und daher bekommen Sie von uns in dieser Richtung nie eine Zustimmung. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.
Zum Schluß kommend aber auch eine Ehrenerklärung namens der ÖVP und in meinem Namen: Präsident Dr. Heinz Fischer ist für uns ein Ehrenmann, auch wenn Sie es heute so darstellen wollten, als wäre er das nicht. (Abg. Dr. Haider: So ein Griasler! Du hast schon ganz andere Sachen erzählt! Soll ich sagen, was du schon alles über den Fischer gesagt hast? Falscher Fufziger!) Wir kennen die Methode, die dahintersteckt, Kollege Stadler, und die Methode ist eindeutig und klar: Mit der Person des Nationalratspräsidenten diskreditiere ich die Funktion des Nationalratspräsidenten, und mit der Abwertung der Funktion des Nationalratspräsidenten diskreditiere, desavouiere und destabilisiere ich auch dieses Parlament, uns alle. Das ist die Methode. Die lehnen wir ab, und daher bekommen Sie von uns in dieser Richtung nie eine Zustimmung. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Du darfst nur sagen: Das ist unrichtig!, und dann mußt du dich niedersetzen!
Als Beispiel für die Unrichtigkeit der Aussage des Kollegen Kiss sei auf die "Wirtschaftswoche" Nr. 51 aus dem Jahre 1995 verwiesen – ich darf es nicht vorlesen, sonst würde ich es tun (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Du darfst nur sagen: Das ist unrichtig!, und dann mußt du dich niedersetzen!) –, wo genau dargetan wird, wie der Abgeordnete a. D. Paul Burgstaller sich mit einem Mafioso namens Anatoli Pissarenko um 52 Millionen Schilling gerauft hat, die aus dem Waffenhandel nach Kroatien resultieren. (Abg. Dr. Schwimmer: Da war er weder Abgeordneter noch ÖVP-Mitglied! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren! Dieses Verfahren hat dazu geführt, daß sich der Abgeordnete Pauli Burgstaller gar nicht mehr vor die Haustür getraut hat, so stark war der Geruch des Mafiakontakts. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Schwimmer: Nicht genügend! Setzen!)
Abg. Dr. Schwimmer: Da war er weder Abgeordneter noch ÖVP-Mitglied! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Als Beispiel für die Unrichtigkeit der Aussage des Kollegen Kiss sei auf die "Wirtschaftswoche" Nr. 51 aus dem Jahre 1995 verwiesen – ich darf es nicht vorlesen, sonst würde ich es tun (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Du darfst nur sagen: Das ist unrichtig!, und dann mußt du dich niedersetzen!) –, wo genau dargetan wird, wie der Abgeordnete a. D. Paul Burgstaller sich mit einem Mafioso namens Anatoli Pissarenko um 52 Millionen Schilling gerauft hat, die aus dem Waffenhandel nach Kroatien resultieren. (Abg. Dr. Schwimmer: Da war er weder Abgeordneter noch ÖVP-Mitglied! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren! Dieses Verfahren hat dazu geführt, daß sich der Abgeordnete Pauli Burgstaller gar nicht mehr vor die Haustür getraut hat, so stark war der Geruch des Mafiakontakts. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Schwimmer: Nicht genügend! Setzen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Schwimmer: Nicht genügend! Setzen!
Als Beispiel für die Unrichtigkeit der Aussage des Kollegen Kiss sei auf die "Wirtschaftswoche" Nr. 51 aus dem Jahre 1995 verwiesen – ich darf es nicht vorlesen, sonst würde ich es tun (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Du darfst nur sagen: Das ist unrichtig!, und dann mußt du dich niedersetzen!) –, wo genau dargetan wird, wie der Abgeordnete a. D. Paul Burgstaller sich mit einem Mafioso namens Anatoli Pissarenko um 52 Millionen Schilling gerauft hat, die aus dem Waffenhandel nach Kroatien resultieren. (Abg. Dr. Schwimmer: Da war er weder Abgeordneter noch ÖVP-Mitglied! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren! Dieses Verfahren hat dazu geführt, daß sich der Abgeordnete Pauli Burgstaller gar nicht mehr vor die Haustür getraut hat, so stark war der Geruch des Mafiakontakts. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Schwimmer: Nicht genügend! Setzen!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich weiß – und Kollege Löschnak hat das auch angesprochen –, daß das sehr schwierig ist und daß es eine gewisse Gratwanderung ist: Inwieweit kann man auf der einen Seite Informationen aus den Erhebungen weitergeben, wie weit kann man tatsächlich gehen, um einzelne Politiker oder Wirtschaftstreibende vor der organisierten Kriminalität zu warnen? Es wird die Notwendigkeit bestehen, sich diesbezüglich etwas zu überlegen, und ich glaube, daß es notwendig ist, dieses Problem in einer Kontrolleinrichtung des Parlaments zu diskutieren, nämlich im Ständigen Unterausschuß des Parlaments zur Kontrolle des Schutzes der verfassungsmäßigen Einrichtungen, kurz: dem Stapo-Kontrollausschuß. Herr Bundesminister! Ich erwarte mir von Ihnen bei der nächsten Sitzung dieses Unterausschusses einen umfangreichen Bericht, eine Ergänzung zur Debatte, die wir heute führen, weil es notwendig ist und weil es Sinn macht, in diesem Gremium diese Diskussion zu führen, weil dort auch die entsprechende Vertraulichkeit gegeben ist. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Stadler: Das hat der Roth schon selber gemacht!
Ich glaube, mich weiters richtig erinnern zu können, daß Jürgen Roth etwas später, als ihm diese öffentliche Demonstration hier zu Ohren gekommen ist, peinlich berührt über diese Interpretation seines Briefes war und auch über die Interpretation seines Buches durch Ihre damalige Anfrage, in der Sie ja die sozialdemokratischen Politiker direkt beschuldigt haben (Abg. Mag. Stadler: Das hat der Roth schon selber gemacht!), während Herr Roth zumindest in dieser öffentlichen Stellungnahme sehr deutlich erklärt hat, daß er in keiner Weise irgendeinen Politiker wegen der direkten Verwicklung in Ostmafiageschäfte anklagen wollte.
Abg. Mag. Stadler: Herr Kollege, das sagt die EDOK, das sage nicht ich!
Herr Kollege Stadler! Ich bin froh darüber, daß der Herr Nationalratspräsident Fischer oder sonst jemand nie auf einem Foto bei der Firma Haban zu sehen war. Sonst hätten Sie vermutlich damals schon mit diesem Foto gewachelt und gesagt: Wir haben jetzt den Beweis, daß der Herr Fischer, die Spitzen der Sozialdemokratie (Abg. Mag. Stadler: Herr Kollege, das sagt die EDOK, das sage nicht ich!), der ÖVP oder des Sicherheitsbüros – denn die müssen ja auch manchmal bei einem Juwelier vorbeischauen – mit der organisierten Kriminalität unter einer Decke stecken! Das ist die Art und Weise, wie Sie Ihre Theorien konstruieren, meine Damen und Herren! Das sind Latrinengerüchte! (Abg. Mag. Stadler: Das sagt die EDOK! Wissen Sie, was die EDOK ist? Der EDOK-Mann sagt das!)
Abg. Mag. Stadler: Das sagt die EDOK! Wissen Sie, was die EDOK ist? Der EDOK-Mann sagt das!
Herr Kollege Stadler! Ich bin froh darüber, daß der Herr Nationalratspräsident Fischer oder sonst jemand nie auf einem Foto bei der Firma Haban zu sehen war. Sonst hätten Sie vermutlich damals schon mit diesem Foto gewachelt und gesagt: Wir haben jetzt den Beweis, daß der Herr Fischer, die Spitzen der Sozialdemokratie (Abg. Mag. Stadler: Herr Kollege, das sagt die EDOK, das sage nicht ich!), der ÖVP oder des Sicherheitsbüros – denn die müssen ja auch manchmal bei einem Juwelier vorbeischauen – mit der organisierten Kriminalität unter einer Decke stecken! Das ist die Art und Weise, wie Sie Ihre Theorien konstruieren, meine Damen und Herren! Das sind Latrinengerüchte! (Abg. Mag. Stadler: Das sagt die EDOK! Wissen Sie, was die EDOK ist? Der EDOK-Mann sagt das!)
Abg. Mag. Stadler: Nein, das ist falsch! Sie waren gemeinsam beteiligt! Das hat auch der Minister so dargestellt! Da muß ich den Minister in Schutz nehmen, der Minister hat das klargestellt!
Wenn ich mir nur vorstelle, Herr Blecha und Herr Gratz – ich folge jetzt der Ausführung des Herrn Innenministers – waren an einer Firma beteiligt, 1991 oder was weiß ich wann. Dann geben sie die Beteiligung an dieser Firma auf. 1994 steigt der Herr Sanikidse in diese Firma ein. (Abg. Mag. Stadler: Nein, das ist falsch! Sie waren gemeinsam beteiligt! Das hat auch der Minister so dargestellt! Da muß ich den Minister in Schutz nehmen, der Minister hat das klargestellt!) Er hat das in diese Richtung dargestellt. Er steigt irgendwann in diese Firma ein – und daraus konstruieren Sie den mafiosen Zusammenhang.
Abg. Dr. Krüger: Das ist ein kompletter Unsinn!
Wenn ich dieser Art von Konstruktion folgen darf, dann sind wir vermutlich alle hier schuldig, weil durch unsere Hände sicher irgendwann auch schon ein Geldschein gegangen ist, der in den Händen der organisierten Kriminalität war. (Abg. Dr. Krüger: Das ist ein kompletter Unsinn!) Ihre Art und Weise, Zusammenhänge herzustellen und zu versuchen, zu provozieren, ist etwas zu einfach gestrickt!
Abg. Mag. Stadler: Ein neues Steuerkonzept!
Oder: eine weitere Möglichkeit – Herr Abgeordneter Stadler, Sie müssen mir noch einmal folgen –: Man geht nun den Weg, etwas genauer über transnationale Korruption nachzudenken. Das ist nämlich ein spannendes Thema. Es ist klar, daß in Österreich Steuergelder dafür aufgewendet werden, daß Firmen, die im Osthandel tätig sind, ihre Ausgaben für Provisionen, für Schutzgelder, für Korruption und damit auch für die Förderung der organisierten Kriminalität von der Steuer absetzen können. Das ist nach dem Einkommensteuergesetz möglich. Die Frage ist folgende: Was machen wir damit, Herr Abgeordneter Stadler? Das ist der Punkt. (Abg. Mag. Stadler: Ein neues Steuerkonzept!) – Ihr Steuerkonzept in dieser Richtung beruhigt mich keineswegs. Das ist der Punkt: Was machen wir damit?
Abg. Mag. Stadler: Ich werde es unserem Finanzminister von der SPÖ sagen!
Die Gesetzeslage in den USA verbietet es ihren Unternehmen ausdrücklich, in Korruption im Ausland verwickelt zu sein und Aufwendungen für Provisionen und Schutzgelder von der Steuer abzusetzen. In Österreich und in Deutschland ist das nicht der Fall. Betriebe aus diesen beiden Ländern können Gelder, die sie im Ausland für Schutzgelder, für Korruption aufwenden müssen, von der Steuer absetzen. Das heißt aber nichts anderes, Herr Abgeordneter Stadler, als daß durch jede Form von Handel mit diesen Ländern Korruption und organisierte Kriminalität in diesen Ländern gefördert werden. Darum hat die USA – in diesem Fall sage ich, völlig zu Recht – gefordert, daß alle industrialisierten Länder ihrem Beispiel folgen müssen. Nur haben wir das Problem, Herr Abgeordneter Stadler, daß Österreich in dieser Hinsicht etwas säumig ist. Ich habe aber noch nichts über Initiativen von Ihrer Seite gehört, daß sich Österreich in dieser Hinsicht etwas beeilen sollte. (Abg. Mag. Stadler: Ich werde es unserem Finanzminister von der SPÖ sagen!) Das wäre eigentlich unsere Aufgabe, das wäre eigentlich das Thema. Ihre Schlußfolgerung kann nur sein: kein Handel mit einem Land, in dem es irgendeine Form von Korruption oder Kriminalität gibt, denn sonst läuft man Gefahr, sich die Hände schmutzig zu machen.
Abg. Mag. Stadler: Ich werde es unserem Finanzminister sagen!
Ich weiß nicht, ob das die von Ihnen gewünschte Schlußfolgerung ist, das nähert sich schon albanischen Zuständen an. Das wäre eine denkbare Variante und sicherlich für das Wirtschaftskonzept der Freiheitlichen irgendwie vorstellbar. Aber ich halte das für falsch. Ich glaube, daß wir diese Frage sehr ernst und seriös diskutieren sollten. Man käme dann bestimmten Wurzeln für Korruption, transnationale Korruption und organisierte Kriminalität im grenzüberschreitenden Verkehr etwas näher. (Abg. Mag. Stadler: Ich werde es unserem Finanzminister sagen!) Man käme diesen Wurzeln dadurch deutlich näher, als wenn man konstruierte Behauptungen über bestimmte Firmen und über bestimmte Personen aufstellt.
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ein weiterer Punkt: Ich kann mich daran erinnern, daß Österreich im Zusammenhang mit Geldwäscherei – der Herr Innenminister hat das auch gesagt – im internationalen Verkehr bestimmte Glaubwürdigkeit bescheinigt wurde. Es bleibt jedoch ein Punkt offen. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Das sind die anonymen Konten. Ich kann mich daran erinnern, daß ..
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Ich kann mich daran erinnern, daß diese anonymen Konten, die eine wesentliche Grundlage für Geldwäscherei darstellen, von den Freiheitlichen vehement verteidigt wurden. Die Schlußfolgerung daraus, Herr Abgeordneter Stadler, dürfen Sie selber ziehen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Das ist Ihre Schlußfolgerung, nicht meine!
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren. Herr Kollege Öllinger hat sich einmal mehr als pflichtschuldiger Verteidiger der Sozialdemokratie hier am Rednerpult dargestellt. Herr Kollege Öllinger, zu sagen, wir alle hätten Mafiaverbindungen, wenn wir Geld in der Hand haben, das irgendwann einmal durch Mafiahände gegangen ist (Abg. Öllinger: Das ist Ihre Schlußfolgerung, nicht meine!), und das sei vergleichbar mit der gesellschaftsrechtlichen Verknüpfung der Herren Blecha und Gratz mit Mafiafirmen, ist doch eine Blamage. Das ist doch eine Verharmlosung, Herr Kollege Öllinger! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sie haben das Wesen eines Vergleiches nicht verstanden!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sie haben das Wesen eines Vergleiches nicht verstanden!
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren. Herr Kollege Öllinger hat sich einmal mehr als pflichtschuldiger Verteidiger der Sozialdemokratie hier am Rednerpult dargestellt. Herr Kollege Öllinger, zu sagen, wir alle hätten Mafiaverbindungen, wenn wir Geld in der Hand haben, das irgendwann einmal durch Mafiahände gegangen ist (Abg. Öllinger: Das ist Ihre Schlußfolgerung, nicht meine!), und das sei vergleichbar mit der gesellschaftsrechtlichen Verknüpfung der Herren Blecha und Gratz mit Mafiafirmen, ist doch eine Blamage. Das ist doch eine Verharmlosung, Herr Kollege Öllinger! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sie haben das Wesen eines Vergleiches nicht verstanden!)
Abg. Dr. Haider: Der Blecha ist jetzt der neue Wahlkampfmanager der SPÖ Kärnten! – Abg. Mag. Stadler: So "wenig" hat er zu tun mit der SPÖ!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich war natürlich auch erstaunt, als ich im "Wiener" ein Interview mit dem Altbürgermeister Gratz gelesen habe. Ich habe noch die Gestik des Herrn Schieder in guter Erinnerung, als er gesagt hat: Der gehört nicht mehr zu uns, der hat nichts mehr mit uns zu tun. – Bitte, der Herr Gratz ist heute noch Ehrenobmann der Wiener SPÖ. Soviel zu der Distanz, von der Sie sprechen, die gegenüber Leuten zu ziehen ist, die sich mit der Mafia abgeben. (Abg. Dr. Haider: Der Blecha ist jetzt der neue Wahlkampfmanager der SPÖ Kärnten! – Abg. Mag. Stadler: So "wenig" hat er zu tun mit der SPÖ!)
Abg. Öllinger: Immer!
Herr Kollege Öllinger! Ich weiß nicht: Stellst du dich diesbezüglich heute so naiv (Abg. Öllinger: Immer!), oder bist du wirklich allen Ernstes der letzte gutgläubige Pflichtverteidiger der SPÖ, obwohl es nicht einmal mehr in ihren eigenen Reihen Pflichtverteidiger für ihre ehemaligen Obmänner und jetzt noch in Funktion befindliche Ehrenobmänner gibt? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Öllinger! Ich weiß nicht: Stellst du dich diesbezüglich heute so naiv (Abg. Öllinger: Immer!), oder bist du wirklich allen Ernstes der letzte gutgläubige Pflichtverteidiger der SPÖ, obwohl es nicht einmal mehr in ihren eigenen Reihen Pflichtverteidiger für ihre ehemaligen Obmänner und jetzt noch in Funktion befindliche Ehrenobmänner gibt? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf: Einen zu radikalen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist ja auch nicht überraschend, daß sich nach dem Niedergang der Sowjetunion durch den radikalen Übergang (Ruf: Einen zu radikalen!) von der Planwirtschaft zur freien Marktwirtschaft – einen zu radikalen Übergang, da gebe ich Ihnen recht, wenn Sie so argumentieren – mafiose Strukturen herausbilden. Da gibt es ehemalige Spione des KGB, die plötzlich beschäftigungslos geworden sind, die aber über immensen Einfluß und immenses Wissen verfügen, dubiose Geschäftsleute, Übergangsgewinnler, Krisengewinnler, die mafiose Strukturen bilden und dann versuchen, diese mafiosen Strukturen auch zu exportieren. Der Herr Bundesminister hat es ja gesagt: Österreich ist ein Aufmarschland für diese mafiosen Strukturen. Da kann man nicht sagen, man habe nichts davon gewußt, man sei unschuldig.
Abg. Wabl: Der drittletzte hinter Stadler und Haider!
Ich bin der letzte, der dem Herrn Nationalratspräsidenten unterstellen würde, den Kontakt dieser Leute zu suchen. (Abg. Wabl: Der drittletzte hinter Stadler und Haider!) Aber das ist natürlich die Strategie dieser Leute. Sie nehmen sich Anwälte, die in gewisser Nähe zur Regierung oder zu Abgeordneten der Regierungsparteien stehen. Sie suchen den Kontakt zu Abgeordneten, sie suchen auch den Kontakt zum Nationalratspräsidenten und können dann bei bester Gelegenheit in der eigenen Heimat Fotos herzeigen und sagen: Schaut her, was wir für gute Verbindungen haben! (Abg. Öllinger: Was ist mit Ihnen?) Möglicherweise schinden sie auch durch diese hervorragenden Verbindungen bei dem einen oder anderen Sicherheitsbeamten den Eindruck einer gewissen Unantastbarkeit. (Abg. Wabl: Krüger, haben Sie auch Kontakte?) Das ist es. Darum geht es, und das gehört durchleuchtet, meine Damen und Herren.
Abg. Öllinger: Was ist mit Ihnen?
Ich bin der letzte, der dem Herrn Nationalratspräsidenten unterstellen würde, den Kontakt dieser Leute zu suchen. (Abg. Wabl: Der drittletzte hinter Stadler und Haider!) Aber das ist natürlich die Strategie dieser Leute. Sie nehmen sich Anwälte, die in gewisser Nähe zur Regierung oder zu Abgeordneten der Regierungsparteien stehen. Sie suchen den Kontakt zu Abgeordneten, sie suchen auch den Kontakt zum Nationalratspräsidenten und können dann bei bester Gelegenheit in der eigenen Heimat Fotos herzeigen und sagen: Schaut her, was wir für gute Verbindungen haben! (Abg. Öllinger: Was ist mit Ihnen?) Möglicherweise schinden sie auch durch diese hervorragenden Verbindungen bei dem einen oder anderen Sicherheitsbeamten den Eindruck einer gewissen Unantastbarkeit. (Abg. Wabl: Krüger, haben Sie auch Kontakte?) Das ist es. Darum geht es, und das gehört durchleuchtet, meine Damen und Herren.
Abg. Wabl: Krüger, haben Sie auch Kontakte?
Ich bin der letzte, der dem Herrn Nationalratspräsidenten unterstellen würde, den Kontakt dieser Leute zu suchen. (Abg. Wabl: Der drittletzte hinter Stadler und Haider!) Aber das ist natürlich die Strategie dieser Leute. Sie nehmen sich Anwälte, die in gewisser Nähe zur Regierung oder zu Abgeordneten der Regierungsparteien stehen. Sie suchen den Kontakt zu Abgeordneten, sie suchen auch den Kontakt zum Nationalratspräsidenten und können dann bei bester Gelegenheit in der eigenen Heimat Fotos herzeigen und sagen: Schaut her, was wir für gute Verbindungen haben! (Abg. Öllinger: Was ist mit Ihnen?) Möglicherweise schinden sie auch durch diese hervorragenden Verbindungen bei dem einen oder anderen Sicherheitsbeamten den Eindruck einer gewissen Unantastbarkeit. (Abg. Wabl: Krüger, haben Sie auch Kontakte?) Das ist es. Darum geht es, und das gehört durchleuchtet, meine Damen und Herren.
Abg. Mag. Stadler – in Richtung des Abg. Dr. Löschnak –: Er war der Adressat! Das ist korrekt!
Herr Kollege Löschnak hat gesagt, Maculan und Heindl seien zwei verschiedene Personen. – Da gebe ich Ihnen völlig recht. Am Montag in der Sendung "ZiB 2" hat Herr Maculan auf die Frage der Reporterin geantwortet: Natürlich, es stimmt, mein Unternehmen ist von Sanikidse erpreßt worden. Bitte, Herr Kollege Löschnak: Für wie naiv halten Sie denn die Österreicher und auch die Abgeordneten dieses Hohen Hauses, wenn Sie sagen, daß Herr Kollege Heindl, der Vorstandsmitglied und noch dazu der für die Auslandskontakte und für Rußland zuständige Vorstand war, nicht darüber informiert war? Das wollen Sie uns doch nicht tatsächlich zumuten, wobei ich auch sage, daß Herr Kollege Heindl wahrscheinlich Opfer derartiger Erpressungen geworden ist. (Abg. Mag. Stadler – in Richtung des Abg. Dr. Löschnak –: Er war der Adressat! Das ist korrekt!) Das mag schon sein. Aber Herr Maculan, der heute nichts mehr zu verlieren hat – er hat bereits alles verloren, und zwar sein Unternehmen und einen Großteil seines Vermögens –, hat gesagt, daß er erpreßt worden ist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! So kann man sich nicht mit dieser Materie auseinandersetzen. Herr Bundesminister – jetzt komme ich zum Abschluß zu Ihnen –, man kann nicht auf der einen Seite Minimalist in der Beantwortung sein und sagen: Ich verneine die Frage, ob es "exzellente Verbindungen" gegeben hat – aber das sagt ja noch nichts darüber aus, daß es Verbindungen gegeben hat –, und auf der anderen Seite sagen: Wir müssen alles unternehmen, um hier diese mafiosen Strukturen zu bekämpfen. – Das ist zu wenig. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Kommt noch zur Einbringung!
Es ist schriftlich ein Entschließungsantrag Krüger mit Unterschriften von fünf Abgeordneten überreicht, aber nicht eingebracht worden. Kommt dieser noch zur Einbringung? (Abg. Mag. Stadler: Kommt noch zur Einbringung!) Das ist für das Einläuten wichtig.
Abg. Mag. Stadler: Nicht ganz!
Abgeordneter Anton Leikam (fortsetzend): Die Anfrage ist nicht nur vom Text her gleich, sondern die Rede des Kollegen Stadler war auch völlig identisch mit jener Rede, die er hier im Mai gehalten hat. (Abg. Mag. Stadler: Nicht ganz!) Ich habe im Protokoll mitgelesen, und es hat sich überhaupt nichts geändert. Es war derselbe Aufguß, es war derselbe Kaffee. Es waren dieselben beleidigenden Worte enthalten, wie sie schon im Mai hier zu hören waren. (Abg. Mag. Stadler: Es waren heute zusätzliche enthalten!) Nichts Neues vom Inhalt her, sondern wirklich nur ein einziger Grund, der aus Ihrer Sicht völlig verständlich ist, für den wir von der SPÖ aber kein Verständnis haben: Sie wollen ablenken, ablenken und noch einmal ablenken von jenen Problemen, die Sie in Ihrer Partei haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Es waren heute zusätzliche enthalten!
Abgeordneter Anton Leikam (fortsetzend): Die Anfrage ist nicht nur vom Text her gleich, sondern die Rede des Kollegen Stadler war auch völlig identisch mit jener Rede, die er hier im Mai gehalten hat. (Abg. Mag. Stadler: Nicht ganz!) Ich habe im Protokoll mitgelesen, und es hat sich überhaupt nichts geändert. Es war derselbe Aufguß, es war derselbe Kaffee. Es waren dieselben beleidigenden Worte enthalten, wie sie schon im Mai hier zu hören waren. (Abg. Mag. Stadler: Es waren heute zusätzliche enthalten!) Nichts Neues vom Inhalt her, sondern wirklich nur ein einziger Grund, der aus Ihrer Sicht völlig verständlich ist, für den wir von der SPÖ aber kein Verständnis haben: Sie wollen ablenken, ablenken und noch einmal ablenken von jenen Problemen, die Sie in Ihrer Partei haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Anton Leikam (fortsetzend): Die Anfrage ist nicht nur vom Text her gleich, sondern die Rede des Kollegen Stadler war auch völlig identisch mit jener Rede, die er hier im Mai gehalten hat. (Abg. Mag. Stadler: Nicht ganz!) Ich habe im Protokoll mitgelesen, und es hat sich überhaupt nichts geändert. Es war derselbe Aufguß, es war derselbe Kaffee. Es waren dieselben beleidigenden Worte enthalten, wie sie schon im Mai hier zu hören waren. (Abg. Mag. Stadler: Es waren heute zusätzliche enthalten!) Nichts Neues vom Inhalt her, sondern wirklich nur ein einziger Grund, der aus Ihrer Sicht völlig verständlich ist, für den wir von der SPÖ aber kein Verständnis haben: Sie wollen ablenken, ablenken und noch einmal ablenken von jenen Problemen, die Sie in Ihrer Partei haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist kalter Kaffee!
Da Sie, Herr Abgeordneter Stadler, auf diese sogenannte ehrenwerte Gesellschaft in der sozialdemokratischen Bewegung hingewiesen haben (Abg. Mag. Stadler: Das ist kalter Kaffee!), möchte ich schon einmal klar und deutlich feststellen: Abgeordneten einer Partei, die in Steuerkriminalität und nachweislich in Datenklau verwickelt sind (Abg. Böhacker: Das ist die Unwahrheit!), Abgeordneten und einem Parteiobmann einer Partei, die für das Fehlen eines Betrages in dreistelliger Millionenhöhe die Verantwortung zu tragen haben (Abg. Böhacker: ..., daß das die Unwahrheit ist, die Sie hier sagen!), steht es nicht zu, über andere in dieser Form zu richten und von einer ehrenwerten Gesellschaft zu reden. (Beifall bei der SPÖ.) Sorgen Sie einmal in Ihrer Partei für Ordnung! Sorgen Sie einmal dafür, daß dort nicht unschuldige Sparer zum Handkuß kommen! Sie haben selbst genug in Ihrer Partei zu regeln.
Abg. Böhacker: Das ist die Unwahrheit!
Da Sie, Herr Abgeordneter Stadler, auf diese sogenannte ehrenwerte Gesellschaft in der sozialdemokratischen Bewegung hingewiesen haben (Abg. Mag. Stadler: Das ist kalter Kaffee!), möchte ich schon einmal klar und deutlich feststellen: Abgeordneten einer Partei, die in Steuerkriminalität und nachweislich in Datenklau verwickelt sind (Abg. Böhacker: Das ist die Unwahrheit!), Abgeordneten und einem Parteiobmann einer Partei, die für das Fehlen eines Betrages in dreistelliger Millionenhöhe die Verantwortung zu tragen haben (Abg. Böhacker: ..., daß das die Unwahrheit ist, die Sie hier sagen!), steht es nicht zu, über andere in dieser Form zu richten und von einer ehrenwerten Gesellschaft zu reden. (Beifall bei der SPÖ.) Sorgen Sie einmal in Ihrer Partei für Ordnung! Sorgen Sie einmal dafür, daß dort nicht unschuldige Sparer zum Handkuß kommen! Sie haben selbst genug in Ihrer Partei zu regeln.
Abg. Böhacker: ..., daß das die Unwahrheit ist, die Sie hier sagen!
Da Sie, Herr Abgeordneter Stadler, auf diese sogenannte ehrenwerte Gesellschaft in der sozialdemokratischen Bewegung hingewiesen haben (Abg. Mag. Stadler: Das ist kalter Kaffee!), möchte ich schon einmal klar und deutlich feststellen: Abgeordneten einer Partei, die in Steuerkriminalität und nachweislich in Datenklau verwickelt sind (Abg. Böhacker: Das ist die Unwahrheit!), Abgeordneten und einem Parteiobmann einer Partei, die für das Fehlen eines Betrages in dreistelliger Millionenhöhe die Verantwortung zu tragen haben (Abg. Böhacker: ..., daß das die Unwahrheit ist, die Sie hier sagen!), steht es nicht zu, über andere in dieser Form zu richten und von einer ehrenwerten Gesellschaft zu reden. (Beifall bei der SPÖ.) Sorgen Sie einmal in Ihrer Partei für Ordnung! Sorgen Sie einmal dafür, daß dort nicht unschuldige Sparer zum Handkuß kommen! Sie haben selbst genug in Ihrer Partei zu regeln.
Beifall bei der SPÖ.
Da Sie, Herr Abgeordneter Stadler, auf diese sogenannte ehrenwerte Gesellschaft in der sozialdemokratischen Bewegung hingewiesen haben (Abg. Mag. Stadler: Das ist kalter Kaffee!), möchte ich schon einmal klar und deutlich feststellen: Abgeordneten einer Partei, die in Steuerkriminalität und nachweislich in Datenklau verwickelt sind (Abg. Böhacker: Das ist die Unwahrheit!), Abgeordneten und einem Parteiobmann einer Partei, die für das Fehlen eines Betrages in dreistelliger Millionenhöhe die Verantwortung zu tragen haben (Abg. Böhacker: ..., daß das die Unwahrheit ist, die Sie hier sagen!), steht es nicht zu, über andere in dieser Form zu richten und von einer ehrenwerten Gesellschaft zu reden. (Beifall bei der SPÖ.) Sorgen Sie einmal in Ihrer Partei für Ordnung! Sorgen Sie einmal dafür, daß dort nicht unschuldige Sparer zum Handkuß kommen! Sie haben selbst genug in Ihrer Partei zu regeln.
Abg. Mag. Stadler: Ostmafiakontakte schaden!
Alle Ihre Vorwürfe, Herr Abgeordneter Stadler, die Sie hier heute gegen Personen der SPÖ und zum Teil auch der ÖVP erhoben haben, sind durch nichts beweisbar. Es sind Anschuldigungen ohne jeden Hintergrund. Es sind Anschuldigungen, die unserem Land und den wirtschaftlichen Beziehungen unseres Landes schaden. (Abg. Mag. Stadler: Ostmafiakontakte schaden!) Wenn Sie ein Foto, auf dem Herr Nationalratspräsident Fischer mit jemandem abgelichtet ist, der im Rahmen eines Staatsbesuches als Begleitperson hier im Parlament war, als Beweismittel anführen, dann muß schon einmal die Frage gestellt werden: Gibt es nicht auch in Ihren Reihen Fotos von Auslandsbesuchen, von Auslandskontakten, die jahrelang zurückliegen? Können Sie für jeden dieser Kontakte, die Sie im Ausland oder auch hier in Österreich haben, Ihre Hand ins Feuer legen? Können Sie garantieren, daß nicht irgendwann einmal jemand, der auf den Fotos abgebildet ist, in irgendeine kriminelle Sache verwickelt war? – So einfach, meine Damen und Herren, kann man es sich nicht machen!
Abg. Dr. Haider: Aber keine Mafia!
Ich erinnere mich daran – ich glaube, es war in den Jahren 1991/92 –, daß gerade Ihr Parteiobmann Dr. Haider mit Besuchen im Osten begonnen hat, so zum Beispiel in Moskau. (Abg. Dr. Haider: Aber keine Mafia!) – Das weiß man ja nicht, mit wem Sie da gesprochen haben. Es sind ja nur einige Besuche bekannt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.) Aber Sie sind ja auch diesen Weg gegangen. Sie waren schon viel früher als andere in Moskau und haben versucht, Kontakte zu knüpfen. (Abg. Mag. Stadler: Auf den Tisch damit! Auf den Tisch!) Sie waren dort. Ich frage mich, wie es mit Ihren Ostbesuchen ist, ob es davon keine Fotos gibt. Ich bin mir sicher, auch das wird der Fall sein.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Ich erinnere mich daran – ich glaube, es war in den Jahren 1991/92 –, daß gerade Ihr Parteiobmann Dr. Haider mit Besuchen im Osten begonnen hat, so zum Beispiel in Moskau. (Abg. Dr. Haider: Aber keine Mafia!) – Das weiß man ja nicht, mit wem Sie da gesprochen haben. Es sind ja nur einige Besuche bekannt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.) Aber Sie sind ja auch diesen Weg gegangen. Sie waren schon viel früher als andere in Moskau und haben versucht, Kontakte zu knüpfen. (Abg. Mag. Stadler: Auf den Tisch damit! Auf den Tisch!) Sie waren dort. Ich frage mich, wie es mit Ihren Ostbesuchen ist, ob es davon keine Fotos gibt. Ich bin mir sicher, auch das wird der Fall sein.
Abg. Mag. Stadler: Auf den Tisch damit! Auf den Tisch!
Ich erinnere mich daran – ich glaube, es war in den Jahren 1991/92 –, daß gerade Ihr Parteiobmann Dr. Haider mit Besuchen im Osten begonnen hat, so zum Beispiel in Moskau. (Abg. Dr. Haider: Aber keine Mafia!) – Das weiß man ja nicht, mit wem Sie da gesprochen haben. Es sind ja nur einige Besuche bekannt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.) Aber Sie sind ja auch diesen Weg gegangen. Sie waren schon viel früher als andere in Moskau und haben versucht, Kontakte zu knüpfen. (Abg. Mag. Stadler: Auf den Tisch damit! Auf den Tisch!) Sie waren dort. Ich frage mich, wie es mit Ihren Ostbesuchen ist, ob es davon keine Fotos gibt. Ich bin mir sicher, auch das wird der Fall sein.
Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht einmal bestritten!
Wichtig sind auch, wie bereits vom Herrn Abgeordneten Kiss erwähnt, der Lauschangriff und die Rasterfahndung, die in erster Linie zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität dienen. In dieser Beziehung ist schon einiges geschehen, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, da brauchen Sie nicht Dringliche Anfragen ohne entsprechenden Hintergrund einzubringen. Diesbezüglich sind die Bundesregierung sowie der Innenminister mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schon auf dem richtigen Weg. Es geschieht schon sehr, sehr viel in dieser Richtung zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität. (Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht einmal bestritten!)
Beifall bei der SPÖ.
Das, was Sie hier heute wollten, ist, um es noch einmal zu sagen, von Ihren eigenen Problemen, die Sie zweifellos haben, abzulenken. Und es sind keine kleinen Probleme, die Sie haben, aber mit denen müssen Sie selber fertig werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schieder: Aber bitte!
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Leikam hat in Fortsetzung der sozialdemokratischen Besudelungskampagne in Salzburg ... (Abg. Schieder: Aber bitte!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Und seine Mitarbeiter! Was haben seine Mitarbeiter gemacht?
Der besagte Mandatar wurde in allen Instanzen rechtskräftig vom Vorwurf des Datenklaus freigesprochen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Und seine Mitarbeiter! Was haben seine Mitarbeiter gemacht?)
Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Haider. – Er hat das Wort. (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist eine komplizierte Zeitung! Die liest der Schwarzenberger nicht!
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Auch der ist wieder rehabilitiert. Auf zwei Seiten in der Salzburger "Kronen Zeitung" am Wochenende, glaube ich, wurde euch das mitgeteilt. (Abg. Mag. Stadler: Das ist eine komplizierte Zeitung! Die liest der Schwarzenberger nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Löschnak: Haben Sie die Antwort des Präsidenten zur Kenntnis genommen? Ja oder nein?
Der Standpunkt der Freiheitlichen Partei ist nun, daß wir angesichts der Tatsache, daß in einem Gerichtsverfahren gesagt wird, der Nationalratspräsident treffe sich im Rahmen der Österreichisch-russischen Gesellschaft mit Mafiapaten, das heißt, daß Mafiapaten aus diesem Milieu bereits in parlamentarischen Kreisen zu finden sind – einer von ihnen, nämlich jener berühmte Herr Sanikidse, wurde vor einiger Zeit ermordet –, das Recht haben, im Parlament den Präsidenten zu fragen: Lieber Präsident, was ist los? Pflegen Sie Umgang mit diesen Leuten? Besteht, wie jener Beamte meint, die Gefahr einer Unterwanderung unserer Demokratie? Das ist parlamentarische Kontrolle im klassischen Sinne! Das hat nichts mit Beleidigung der SPÖ zu tun, sondern mit Aufklärung, damit Österreich nicht von subversiven Elementen unterwandert wird. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Löschnak: Haben Sie die Antwort des Präsidenten zur Kenntnis genommen? Ja oder nein?)
Abg. Dr. Löschnak: Genügt Ihnen das nicht?
Ich habe nur ein paar Minuten Redezeit. Ich habe Ihnen gesagt, daß wir den Brief des Herrn Präsidenten bekommen haben. Wir hätten aber gerne auch hier im Parlament darüber geredet. Briefe ... (Abg. Dr. Löschnak: Genügt Ihnen das nicht?) Nein, das genügt mir nicht! Das genügt mir absolut nicht, da jener Beamte – und jetzt komme ich zum zweiten Punkt – ausgesagt hat, daß unter der Federführung eines hochrangigen UNIDO-Diplomaten ein Patentreffen der russischen Mafiosi in Wien veranstaltet wurde und dieser Diplomat sich trotz Intervention bei politischen Stellen heute immer noch im Amt befindet. Diplomatische Beziehungen, die auch der Herr Präsident unterhält, werden also mitunter dazu benützt, um Treffen von Mafiapaten zu organisieren. Das wurde von diesem Beamten ausgesagt, und das wollen wir unterbinden, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Löschnak.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Löschnak.
Ich habe nur ein paar Minuten Redezeit. Ich habe Ihnen gesagt, daß wir den Brief des Herrn Präsidenten bekommen haben. Wir hätten aber gerne auch hier im Parlament darüber geredet. Briefe ... (Abg. Dr. Löschnak: Genügt Ihnen das nicht?) Nein, das genügt mir nicht! Das genügt mir absolut nicht, da jener Beamte – und jetzt komme ich zum zweiten Punkt – ausgesagt hat, daß unter der Federführung eines hochrangigen UNIDO-Diplomaten ein Patentreffen der russischen Mafiosi in Wien veranstaltet wurde und dieser Diplomat sich trotz Intervention bei politischen Stellen heute immer noch im Amt befindet. Diplomatische Beziehungen, die auch der Herr Präsident unterhält, werden also mitunter dazu benützt, um Treffen von Mafiapaten zu organisieren. Das wurde von diesem Beamten ausgesagt, und das wollen wir unterbinden, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Löschnak.)
Abg. Mag. Stadler: Eine österreichische Firma, eine Bundesfirma, ist daran beteiligt!
Herr Kollege Löschnak! Drittens sagt dieser Beamte, daß die Patenvereinigung in Wien eine Firma besucht hat, die das Recht zum Export nuklearen Materials aus Rußland hat. Zusammengefaßt: Mafiatreffen, diplomatische Kreise, Einbindung österreichischer Politiker, Exportbewilligungen für Nukleartransfers durch Österreich – bitte, das sagt alles! Ich glaube, daß wir in dieser Frage nicht leichtfertig zur Tagesordnung übergehen können. (Abg. Mag. Stadler: Eine österreichische Firma, eine Bundesfirma, ist daran beteiligt!)
Abg. Schieder: Zum Schmuggeln haben die auch eine Erlaubnis?
An jener Firma, die nukleare Transporte, also Atomtransporte, durchführen darf, Atommaterial schmuggeln oder – möglicherweise legal – transportieren darf (Abg. Schieder: Zum Schmuggeln haben die auch eine Erlaubnis?), ist auch die ÖIAG, sprich: die eigene staatliche Beteiligungsholding, beteiligt. Ist denn das kein Grund, im Parlament darüber zu reden, was unsere staatseigenen Firmen im Dunstkreis der Mafia verloren haben? Deshalb haben wir diese Dringliche Anfragen an Sie gerichtet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
An jener Firma, die nukleare Transporte, also Atomtransporte, durchführen darf, Atommaterial schmuggeln oder – möglicherweise legal – transportieren darf (Abg. Schieder: Zum Schmuggeln haben die auch eine Erlaubnis?), ist auch die ÖIAG, sprich: die eigene staatliche Beteiligungsholding, beteiligt. Ist denn das kein Grund, im Parlament darüber zu reden, was unsere staatseigenen Firmen im Dunstkreis der Mafia verloren haben? Deshalb haben wir diese Dringliche Anfragen an Sie gerichtet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das wollte der Präsident nicht, daß ich es vorlese!
Was ist denn wahr an den Verbindungen Maculans mit der Mafia und des Herrn Pavlov von der Mafia mit Herrn Heindl, wenn in einem Protokoll der Wiener Staatspolizei vermerkt ist – ich zitiere wörtlich –: Pavlov hat beste Kontakte zum Nationalratsabgeordneten Dr. Kurt Heindl (SPÖ), der seit 1981 für die Firma Hofman & Maculan als Aufsichtsrat im Ostgeschäft tätig ist. Ebenso gute Kontakte pflegt Pavlov zu Alexander Maculan selbst. Bemerkenswert in dem Zusammenhang ist, daß Dr. Kurt Heindl (schwer verschuldet) – die Wiener Staatspolizei schreibt in ihrem Protokoll, daß Heindl schwer verschuldet ist und Mafiakontakte hat! – über eine Ebenseer Betonwerke AG mit der gleichnamigen Holding aus dem Maculan-Konzern verbunden ist. Diese Holding ist auch jenem Firmenkomplex zuzuordnen, in dem der Linzer Rechtsanwalt Dr. Gerhard Wildmoser (ÖVP) verankert ist. Dieser steht in Zusammenhang mit der Mitropa, im Besitz von Karl Blecha, mit Verbindung zur ACT, die wiederum im Verdacht steht, illegalen Waffenhandel mit Exjugoslawien betrieben zu haben. – Diese Aussagen stehen in einem Protokoll der Wiener Sicherheitsdirektion, das ist nicht unsere Erfindung. (Abg. Mag. Stadler: Das wollte der Präsident nicht, daß ich es vorlese!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Antworten Sie auf den Bericht, den die EDOK, Ihre Spezialabteilung, penibel zusammengetragen hat! Das (der Redner zeigt auf den von ihm zitierten EDOK-Bericht) ist das belastende Material, nicht die Thesen der FPÖ! Setzen Sie sich mit den amtlichen Dokumenten auseinander, dann brauchen wir in diesem Haus nicht zu polemisieren, sondern dann werden wir dafür sorgen, daß es zu keiner Unterwanderung durch unsichere und mafiose Kräfte kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Heindl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Soviel werde ich hoffentlich nicht brauchen, Herr Präsident!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Heindl. Die restliche Redezeit der SPÖ-Fraktion beträgt 9 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Heindl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Soviel werde ich hoffentlich nicht brauchen, Herr Präsident!)
Abg. Dr. Haider: Das steht alles in diesem Protokoll!
Abgeordneter Dr. Kurt Heindl (SPÖ): Meine Damen und Herren! Ich muß sagen, ich bin, was meine Person anlangt, sehr betroffen über diese Diskussion. (Abg. Dr. Haider: Das steht alles in diesem Protokoll!) Das ist kein Vorwurf, Herr Jörg Haider, ich kann nur sagen, daß ich betroffen bin, und darf kurz sagen, warum.
Abg. Mag. Stadler: Wir wissen Bescheid!
Bereits als junger Beamter im diplomatischen Dienst hatte ich viel im Ausland zu tun. Schon damals, lange vor dem Fall der Berliner Mauer, in den sechziger Jahren, wurde uns gelehrt, achtzugeben. Im Laufe meines Berufslebens wurde ich Mitglied der Geschäftsleitung eines großen Unternehmens und war der engste Mitarbeiter des Firmeninhabers. Ich hatte damals das Unglück, miterleben zu müssen, daß diese Person entführt wurde. (Abg. Mag. Stadler: Wir wissen Bescheid!) Ich war ungewollt die Ansprechperson der Entführer, weil sie wußten, daß Kurt Heindl der engste Mitarbeiter dieses Firmeninhabers war. Solche acht Tage zu erleben, wünsche ich niemandem! Sie können sich also denken, daß ein Mensch, der wie ich so etwas erlebt hat und im Zuge eines Berufswechsels für Auslandsgeschäfte – jedoch nicht im operativen Geschäft, sondern in einer Holding, nämlich dem Maculan-Konzern, der, wie ich glaube, am Höhepunkt seiner Entwicklung über 100 Firmen gehabt hat –, zuständig wird, besonders vorsichtig zu Werke geht.
Abg. Dr. Haider: Das ist ja überwiesen worden! 3 Prozent sind überwiesen worden!
Herr Kollege Krüger! Ob Sie mir das glauben oder nicht, natürlich ist letztlich, wenn Unternehmen aus Österreich, aus Deutschland oder aus der Slowakei für den Maculan-Konzern tätig waren und ich Gespräche mit den Geschäftsführern oder mit den Projektleitern hatte, als das Thema einer – Erpressung war es nicht, soweit ich damals informiert war, es ist der Versuch gestartet worden, ob man nicht Schutz brauche und so weiter. Unsere Kollegen vor Ort ... (Abg. Dr. Haider: Das ist ja überwiesen worden! 3 Prozent sind überwiesen worden!) Nein, ob Sie es mir glauben oder nicht, so war es! Unsere Kollegen vor Ort haben gesagt, daß wir das nicht bräuchten. Ich war von dem Kollegen, der da angesprochen wurde, zweimal im Gespräch. Ich habe – glauben Sie mir das wirklich, ich kann nur auf meine Glaubwürdigkeit verweisen – den Namen Sanikidse zum ersten Mal in meinem Leben gehört, als er umgebracht worden ist. Es hat mit mir – Kurt Heindl – persönlich auch niemand über dieses Thema gesprochen. Daher war ich überrascht, als ich das gehört habe. Ich möchte nun überhaupt nicht Fakten interpretieren, denn ich habe gehandelt.
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Herr Kollege Stadler! Als Sie im Mai bei einer Pressekonferenz über diesen Immobilienmakler-kontakt gesprochen haben, habe ich mich gefragt, ob mein Hirn nicht mehr funktioniert, denn ich habe noch nie mit einem Immobilienmakler zu tun gehabt, einen Herrn Pavlov kenne ich nicht. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Was habe ich also gemacht? – Ich habe bei der Staatspolizei angerufen und um Aufklärung gebeten. Ob ich mit jemandem Kontakt habe oder nicht, das weiß ich, was aber in irgendeinem Akt steht, das weiß ich nicht. Bei der Staatspolizei hat man mir gesagt, daß ich nach dem Auskunftspflichtgesetz das Recht habe, von der Behörde zu erfahren, ob ein Akt über mich existiert oder nicht. Ich habe mir die Unterlagen faxen lassen und mich nun zu Wort gemeldet, um diesen Sachverhalt klarzustellen.
Abg. Mag. Stadler: Sicherheitsbüro Wien!
Die Antwort kam einige Tage später. Ich darf vorwegschicken, daß ich zum ersten Mal in der Öffentlichkeit darüber spreche. Ich habe die drei Präsidenten, auch Präsidenten Brauneder, über den Inhalt des Schreibens informiert. Die Antwort lautet also: "Sehr geehrter Herr Dr. Heindl! Unter Bezugnahme auf Ihren schriftlichen Antrag vom 20.5.1998 betreffend Auskunft über staatspolizeiliche Vormerkungen teilt Ihnen das Bundesministerium für Inneres gemäß § 62 Sicherheitspolizeigesetz sowohl für den eigenen als auch für den Bereich der für Ihren Wohnsitz zuständigen Bundespolizeidirektion Wien mit: Für den Bereich des Bundesministeriums für Inneres wurden keine der Auskunftspflicht unterliegenden Daten ermittelt oder verarbeitet. Im Bereich der Bundespolizeidirektion Wien bestehen Vormerkungen." – Es steht drinnen, daß ich im Außenministerium war, also belanglose Dinge der Vergangenheit. Das heißt, man teilte mir mit ... (Abg. Mag. Stadler: Sicherheitsbüro Wien!)
Abg. Dr. Haider: Der Minister müßte das Sicherheitsbüro befragen!
Ich habe Auskunft begehrt. Wen sonst als die Staatspolizei soll ich denn fragen? (Abg. Dr. Haider: Der Minister müßte das Sicherheitsbüro befragen!) Ich bitte Sie – ich habe auch die drei Präsidenten darüber informiert –, das zur Kenntnis zu nehmen. (Abg. Dr. Haider: Machen Sie einmal eine Anfrage an das Sicherheitsbüro!) Mehr wollte ich nicht. Denn ich lege Wert auf meine persönliche Integrität. Da ich weiter in östlichen Ländern tätig bin und gerade weil ich eine gewisse Erfahrung habe, bin ich, das können Sie mir glauben, besonders vorsichtig. Ich kann Ihnen sagen, es stimmt weder das eine, auch wenn es in einem Akt steht, noch das andere, die Erpressung. Gott sei Dank bin ich nicht mit einer Erpressung konfrontiert worden.
Abg. Dr. Haider: Machen Sie einmal eine Anfrage an das Sicherheitsbüro!
Ich habe Auskunft begehrt. Wen sonst als die Staatspolizei soll ich denn fragen? (Abg. Dr. Haider: Der Minister müßte das Sicherheitsbüro befragen!) Ich bitte Sie – ich habe auch die drei Präsidenten darüber informiert –, das zur Kenntnis zu nehmen. (Abg. Dr. Haider: Machen Sie einmal eine Anfrage an das Sicherheitsbüro!) Mehr wollte ich nicht. Denn ich lege Wert auf meine persönliche Integrität. Da ich weiter in östlichen Ländern tätig bin und gerade weil ich eine gewisse Erfahrung habe, bin ich, das können Sie mir glauben, besonders vorsichtig. Ich kann Ihnen sagen, es stimmt weder das eine, auch wenn es in einem Akt steht, noch das andere, die Erpressung. Gott sei Dank bin ich nicht mit einer Erpressung konfrontiert worden.
Abg. Mag. Stadler: Das gilt für Vranitzky nicht, leider!
Ich darf Ihnen zum Schluß noch folgendes, ganz allgemein und nicht speziell über mich, sagen: Wir freuen uns alle, auch Firmen anderer Länder, wenn wir im Osten geschäftlich, kaufmännisch tätig sein können – ob das nun Leute von der Deutschen Bank oder der Chase Manhattan sind. Es hat sich in den letzten zehn Jahren vieles in Moskau und in Kiew getan. Daß dem einen oder anderen bei Kontakten etwas passiert, muß man zubilligen. Ich kann für mich nur sagen, daß mir bis jetzt diesbezüglich – ich muß auf Holz klopfen – noch nichts passiert ist. Es gibt jedoch keine Garantie, daß einer, der dort tätig ist, niemals mit jemandem aus diesen Kreisen zu tun hat. (Abg. Mag. Stadler: Das gilt für Vranitzky nicht, leider!) Mir ging es darum, klarzustellen, daß alles, was jemand wo auch immer über mich in dieser Richtung behauptet, nicht den Tatsachen entspricht. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Hans Helmut Moser.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Hans Helmut Moser.
Ich darf Ihnen zum Schluß noch folgendes, ganz allgemein und nicht speziell über mich, sagen: Wir freuen uns alle, auch Firmen anderer Länder, wenn wir im Osten geschäftlich, kaufmännisch tätig sein können – ob das nun Leute von der Deutschen Bank oder der Chase Manhattan sind. Es hat sich in den letzten zehn Jahren vieles in Moskau und in Kiew getan. Daß dem einen oder anderen bei Kontakten etwas passiert, muß man zubilligen. Ich kann für mich nur sagen, daß mir bis jetzt diesbezüglich – ich muß auf Holz klopfen – noch nichts passiert ist. Es gibt jedoch keine Garantie, daß einer, der dort tätig ist, niemals mit jemandem aus diesen Kreisen zu tun hat. (Abg. Mag. Stadler: Das gilt für Vranitzky nicht, leider!) Mir ging es darum, klarzustellen, daß alles, was jemand wo auch immer über mich in dieser Richtung behauptet, nicht den Tatsachen entspricht. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Hans Helmut Moser.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Diese Information habe ich am 19. Mai bekommen. Darüber hinaus habe ich, das sage ich auch sehr offen, Herrn Dr. Heindl gefragt, ob es einen solchen Kontakt gibt. Auch er hat mir persönlich gegenüber diesen Kontakt bestritten und gesagt, daß er Herrn Pavlov nicht kennt. Ich werde weiters alle Abteilungen der Wiener Polizei schriftlich befragen, ob es solche Kontakte gibt, und werde mir erlauben, den fünf Klubobmännern und dem Parlamentspräsidium die Antwort mitzuteilen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Leikam: Ich bitte um Verzeihung!
Ich stelle mit großem Bedauern fest, daß in der Zwischenzeit mehr als ein halbes Jahr vergangen ist und noch immer keine Möglichkeit bestanden hat, diese beiden Anträge, Herr Kollege, im Innenausschuß zu beraten. (Abg. Leikam: Ich bitte um Verzeihung!) Meine Damen und Herren! Auch wenn Herr Kollege Leikam jetzt um Verzeihung bittet: Es besteht Handlungsbedarf. Dieses Thema ist ein aktuelles politisches Thema, und wir können und dürfen uns nicht den Forderungen, den teilweise berechtigten Forderungen der Öffentlichkeit verschließen.
Beifall beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Ich appelliere daher an die beiden Regierungsparteien, in erster Linie an den Vorsitzenden des Innenausschusses, daß er sich vielleicht doch durchsetzen kann, daß diese beiden Anträge auf die Tagesordnung kommen und wir mit der Beratung beginnen können. Ich appelliere an die Österreichische Volkspartei, an deren Klubobmann und an Kollegen Kiss, daß sie die Blockade in einer, wie ich meine, sehr wesentlichen Frage beenden – in einer Frage, die auch eine Gewissensfrage für alle Abgeordneten sein sollte. Es ist nicht redlich, wenn dazu der Klubzwang ausgerufen wird und die Abgeordneten der beiden Regierungsparteien unter Kuratel gestellt werden. Es wäre in dieser Frage notwendig und es würde Sinn machen, den Klubzwang, den diese beiden Fraktionen offensichtlich haben, aufzuheben, sodaß die Abgeordneten frei nach ihrem Gewissen den jeweiligen Änderungen, Abänderungen zustimmen oder diese auch ablehnen können. Das erwarten wir. (Beifall beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher mein letzter Appell: Ich bitte die beiden Regierungsparteien darum, daß wir diese Abänderungsanträge bei der nächsten Sitzung des Innenausschusses beraten können und daß sie unserem Antrag die Zustimmung erteilen, damit spätestens bis 6. Oktober dem Nationalrat ein Bericht vorgelegt werden kann. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher möchte ich folgendes klar festhalten: Es geht nicht darum, daß wir die Jäger in irgendeiner Art und Weise angreifen. Es geht nicht darum, die Sportschützen bei Ausübung ihres Sports einzuschränken. Es geht auch nicht darum, irgendwelche Schützenvereine in Existenznöte zu bringen, aber es geht darum, meine Damen und Herren, den Bewaffnungsgrad in den privaten Haushalten dramatisch zu senken. (Beifall bei der SPÖ.) Denn angesichts dessen ist eine gemeinsame Anstrengung sehr wohl gefordert.
Abg. Dr. Kier: Verschließen!
Es macht keinen Sinn, wenn wir in irgendeiner Art und Weise versuchen, beschönigende Zahlen darzustellen. Es macht keinen Sinn, sich nur auf verstärkte Kontrolle hin auszureden, denn Tatsache ist, daß sich innerhalb der letzten Jahre auch das Bild unserer Gesellschaft wesentlich verändert hat. Es gibt einen weitaus höheren Grad an Gewaltbereitschaft. Wir haben eine veränderte Form der Konfliktbewältigung, und es kann sich klarerweise auch der Gesetzgeber diesen Veränderungen nicht (Abg. Dr. Kier: Verschließen!) verschließen – danke vielmals. Daher ist es unser aller gemeinsame (Abg. Wabl: Pflicht!) Anstrengung, eine Veränderung im Bereich des Waffengesetzes herbeizuführen.
Abg. Wabl: Pflicht!
Es macht keinen Sinn, wenn wir in irgendeiner Art und Weise versuchen, beschönigende Zahlen darzustellen. Es macht keinen Sinn, sich nur auf verstärkte Kontrolle hin auszureden, denn Tatsache ist, daß sich innerhalb der letzten Jahre auch das Bild unserer Gesellschaft wesentlich verändert hat. Es gibt einen weitaus höheren Grad an Gewaltbereitschaft. Wir haben eine veränderte Form der Konfliktbewältigung, und es kann sich klarerweise auch der Gesetzgeber diesen Veränderungen nicht (Abg. Dr. Kier: Verschließen!) verschließen – danke vielmals. Daher ist es unser aller gemeinsame (Abg. Wabl: Pflicht!) Anstrengung, eine Veränderung im Bereich des Waffengesetzes herbeizuführen.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol.
Wir von der SPÖ werden diesem Antrag nicht zustimmen, Herr Kollege Moser! Wir werden uns aber nächste Woche – das soll klar und deutlich festgehalten sein – in der Sitzung des Innenausschusses mit dieser Angelegenheit auseinandersetzen. Was immer auch in der Folge an guten Ideen kommt, um in der Sache einen Fortschritt zu schaffen, sind wir sehr gerne bereit, aufzugreifen. Ich hoffe, daß sich alle Fraktionen in diesem Haus eines zum Ziel gesetzt haben: nicht Populismus gegenüber einer Gruppe zu betreiben, sondern sich dafür einzusetzen, daß die Bevölkerung einen höheren Schutz erfährt. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol.)
Abg. Wabl: Dem Schwemlein seine Rede war falsch, Khol hat auch geklatscht!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Kiss. – Bitte. (Abg. Wabl: Dem Schwemlein seine Rede war falsch, Khol hat auch geklatscht!)
Abg. Wabl: Ist katastrophal!
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Die Position der Österreichischen Volkspartei zum Waffengesetz (Abg. Wabl: Ist katastrophal!) ist über lange Jahre hindurch eindeutig und geradlinig. Frei von irgendwelchen Versuchungen haben wir stets diese Meinung vertreten. Das derzeit geltende Waffengesetz ist modern, ist streng und geht in vielen Kriterien weit über EU-Normen hinaus. Wir haben mit diesem Waffengesetz ein Gesetz geschaffen, das sich europaweit sehen lassen kann. (Abg. Hans Helmut Moser: Aber das Gesetz bedarf einer Änderung!) Wir stehen als Österreichische Volkspartei zu diesem Gesetz, und – das sage ich ausdrücklich – wir fordern den zuständigen Innenminister permanent auf, dieses Gesetz endlich zu vollziehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hans Helmut Moser: Aber das Gesetz bedarf einer Änderung!
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Die Position der Österreichischen Volkspartei zum Waffengesetz (Abg. Wabl: Ist katastrophal!) ist über lange Jahre hindurch eindeutig und geradlinig. Frei von irgendwelchen Versuchungen haben wir stets diese Meinung vertreten. Das derzeit geltende Waffengesetz ist modern, ist streng und geht in vielen Kriterien weit über EU-Normen hinaus. Wir haben mit diesem Waffengesetz ein Gesetz geschaffen, das sich europaweit sehen lassen kann. (Abg. Hans Helmut Moser: Aber das Gesetz bedarf einer Änderung!) Wir stehen als Österreichische Volkspartei zu diesem Gesetz, und – das sage ich ausdrücklich – wir fordern den zuständigen Innenminister permanent auf, dieses Gesetz endlich zu vollziehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Die Position der Österreichischen Volkspartei zum Waffengesetz (Abg. Wabl: Ist katastrophal!) ist über lange Jahre hindurch eindeutig und geradlinig. Frei von irgendwelchen Versuchungen haben wir stets diese Meinung vertreten. Das derzeit geltende Waffengesetz ist modern, ist streng und geht in vielen Kriterien weit über EU-Normen hinaus. Wir haben mit diesem Waffengesetz ein Gesetz geschaffen, das sich europaweit sehen lassen kann. (Abg. Hans Helmut Moser: Aber das Gesetz bedarf einer Änderung!) Wir stehen als Österreichische Volkspartei zu diesem Gesetz, und – das sage ich ausdrücklich – wir fordern den zuständigen Innenminister permanent auf, dieses Gesetz endlich zu vollziehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwemlein: Sozialdemokraten!
Damit ich der Erinnerung, trotz allen möglichen Versuchen, daß etwas in Vergessenheit gerät, etwas auf die Sprünge helfe: Als wir am 12. Dezember 1996 dieses Waffengesetz beschlossen haben, übrigens mit den Stimmen aller Sozialisten (Abg. Schwemlein: Sozialdemokraten!) – Entschuldigung –, aller Sozialdemokraten, aller Grünen und der ÖVP, ging eine zweijährige Diskussionsphase zu Ende, eine Diskussionsphase, bei der wir internationale und nationale Experten in Hearings hier im Parlament hatten, um als Succus ein gutes Gesetz zu schaffen. Ich kann mich noch an die Schalmeientöne erinnern, die damals hier von diesem Rednerpult aus in dieses Plenum gehallt sind. Schalmeientöne beispielsweise von den Grünen: Die Aussagen des Herrn Anschober habe ich noch im Ohr – er ist leider Gottes nicht mehr im Parlament –, als er gesagt hat: Endlich ein Innenminister, dieser Caspar Einem, der ein solch revolutionäres, epochales Gesetz geschaffen hat; da stimmen wir mit Begeisterung und Leidenschaft zu. – Es waren die Sozialdemokraten, die selbstverständlich ihrem Caspar Einem die Stange gehalten und gesagt haben: So, jetzt setzen wir dieses Gesetz entsprechend um.
Abg. Schwemlein: Dürfen sie das?
Ich habe überhaupt in dieser Diskussion einen seriösen Verdacht, der sich mir deswegen aufdrängt, weil ich immer wieder in den Gesprächen mit jenen, die zu mir kommen, eine einfache, simple Frage stelle. Ich frage zum Beispiel Journalisten, Initiatoren von diversen Bewegungen, aber auch Bürger, die ein schärferes Waffengesetz fordern: Haben Sie dieses Waffengesetz überhaupt gelesen? (Abg. Schwemlein: Dürfen sie das?) Kennen Sie die Absichten dieses Gesetzes? Kennen Sie all das, was in dieses Waffengesetz an revolutionären Neuem eingeflossen ist? – Ich höre dann immer wieder eine entlarvende, offene Antwort: Nein, ich habe es nie gelesen, aber ich bin für ein schärferes Waffengesetz. (Abg. Leikam: Meteoriten müssen wir auch hineinnehmen!) Diesen für mich persönlich nicht nachvollziehbaren gedanklichen Sprung müssen Sie mir erst einmal erklären. (Abg. Schwemlein: Du hast dir ein neues Outfit gegeben, hast aber immer noch die alten Argumente!)
Abg. Leikam: Meteoriten müssen wir auch hineinnehmen!
Ich habe überhaupt in dieser Diskussion einen seriösen Verdacht, der sich mir deswegen aufdrängt, weil ich immer wieder in den Gesprächen mit jenen, die zu mir kommen, eine einfache, simple Frage stelle. Ich frage zum Beispiel Journalisten, Initiatoren von diversen Bewegungen, aber auch Bürger, die ein schärferes Waffengesetz fordern: Haben Sie dieses Waffengesetz überhaupt gelesen? (Abg. Schwemlein: Dürfen sie das?) Kennen Sie die Absichten dieses Gesetzes? Kennen Sie all das, was in dieses Waffengesetz an revolutionären Neuem eingeflossen ist? – Ich höre dann immer wieder eine entlarvende, offene Antwort: Nein, ich habe es nie gelesen, aber ich bin für ein schärferes Waffengesetz. (Abg. Leikam: Meteoriten müssen wir auch hineinnehmen!) Diesen für mich persönlich nicht nachvollziehbaren gedanklichen Sprung müssen Sie mir erst einmal erklären. (Abg. Schwemlein: Du hast dir ein neues Outfit gegeben, hast aber immer noch die alten Argumente!)
Abg. Schwemlein: Du hast dir ein neues Outfit gegeben, hast aber immer noch die alten Argumente!
Ich habe überhaupt in dieser Diskussion einen seriösen Verdacht, der sich mir deswegen aufdrängt, weil ich immer wieder in den Gesprächen mit jenen, die zu mir kommen, eine einfache, simple Frage stelle. Ich frage zum Beispiel Journalisten, Initiatoren von diversen Bewegungen, aber auch Bürger, die ein schärferes Waffengesetz fordern: Haben Sie dieses Waffengesetz überhaupt gelesen? (Abg. Schwemlein: Dürfen sie das?) Kennen Sie die Absichten dieses Gesetzes? Kennen Sie all das, was in dieses Waffengesetz an revolutionären Neuem eingeflossen ist? – Ich höre dann immer wieder eine entlarvende, offene Antwort: Nein, ich habe es nie gelesen, aber ich bin für ein schärferes Waffengesetz. (Abg. Leikam: Meteoriten müssen wir auch hineinnehmen!) Diesen für mich persönlich nicht nachvollziehbaren gedanklichen Sprung müssen Sie mir erst einmal erklären. (Abg. Schwemlein: Du hast dir ein neues Outfit gegeben, hast aber immer noch die alten Argumente!)
Abg. Hans Helmut Moser: Warum?
Darum sage ich klar und deutlich: Der Antrag der Liberalen, dieser Fristsetzungsantrag, wird von der ÖVP heute abgelehnt. (Abg. Hans Helmut Moser: Warum?) Übrigens hat auch Frau Klubobfrau Heide Schmidt in der gestrigen Pressekonferenz – ich zitiere aus der APA – gesagt, daß plötzlich auch die Liberalen jener Gruppe, die bisher ausgenommen von jeglichen Verschärfungsargumenten war, nämlich den Jägern und Schützen, in einer Form begegnen, die wir überhaupt nicht nachvollziehen können. Das sei jetzt nicht mehr sakrosankt, haben Sie gesagt – vorausgesetzt, das Zitat in der APA stimmt. Also nicht einmal mehr diese Gruppe soll ausgenommen werden.
Beifall bei der ÖVP.
Wir spüren, wohin der Weg geht. Wir sind berechenbar, wir sind für dieses Gesetz eingetreten, wir wollen, daß dieses Gesetz vollzogen wird, und wir fordern den Innenminister auf, dieses Gesetz entsprechend zu vollziehen, denn dann ist die beste Garantie dafür gegeben, daß das Waffengesetz zur Zufriedenheit jener, die es exekutieren müssen, ob das die Waffenbehörde ist, ob das die Exekutivbeamten sind, und jener, die ein Waffendokument und damit Waffen besitzen, umgesetzt wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Schwemlein
Wenn hier vom Kollegen Schwemlein angeschnitten worden ist, daß es eine Forderung der Öffentlichkeit nach Änderung des Waffengesetzes gibt, dann möchte ich nur sagen, daß aufgrund der Diskussion in den Medien eine falsche Darstellung gebracht wird. Die Medien pushen die ganze Sache, und es wird den Leuten vorgegaukelt, daß durch eine Änderung des Waffengesetzes tatsächlich die Aggressionen sinken würden (Zwischenruf des Abg. Schwemlein), die Gewaltbereitschaft enden würde. Das stimmt überhaupt nicht. Sie werden wahrscheinlich kein einziges Gewaltverbrechen durch eine Verschärfung des Waffengesetzes verhindern. Ich glaube, darüber müssen Sie sich einmal im klaren sein.
Zwischenruf des Abg. Schwemlein
Herr Abgeordneter Schwemlein! Bemühen Sie sich doch, die Konfliktbereitschaft in der Gesellschaft zu verändern! (Zwischenruf des Abg. Schwemlein) Bemühen Sie sich doch, daß es zu einem Aggressionsabbau kommt, bemühen Sie sich doch um diese gesellschaftlichen Probleme, von denen Sie gesagt haben, daß sie in der letzten Zeit so gravierend angestiegen sind! Das wäre weit wichtiger, als das Waffengesetz zu ändern. (Abg. Schwemlein: Tragen Sie etwas dazu bei!)
Abg. Schwemlein: Tragen Sie etwas dazu bei!
Herr Abgeordneter Schwemlein! Bemühen Sie sich doch, die Konfliktbereitschaft in der Gesellschaft zu verändern! (Zwischenruf des Abg. Schwemlein) Bemühen Sie sich doch, daß es zu einem Aggressionsabbau kommt, bemühen Sie sich doch um diese gesellschaftlichen Probleme, von denen Sie gesagt haben, daß sie in der letzten Zeit so gravierend angestiegen sind! Das wäre weit wichtiger, als das Waffengesetz zu ändern. (Abg. Schwemlein: Tragen Sie etwas dazu bei!)
Abg. Schwemlein: Ähnliches haben Sie vor der 0,5 Promille-Debatte schon gesagt!
Es gibt auch Möglichkeiten dazu, wobei zum Beispiel eine auch die Forderung der ÖVP ist. Ändern Sie doch die Gewaltdarstellung in den Medien, versuchen Sie das doch einmal! Dann werden Sie nämlich auch in den Haushalten, in den Familien die Gewalt verhindern, meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie sagen, ein höherer Schutz für die Bevölkerung soll mit einer Änderung des Waffengesetzes entstehen. – Das ist doch absurd, so etwas überhaupt nur anzunehmen. Ich bin der Meinung, daß sich mit einer Änderung des Waffengesetzes die Verbrechenszahlen nicht ändern werden. (Abg. Schwemlein: Ähnliches haben Sie vor der 0,5 Promille-Debatte schon gesagt!)
Abg. Leikam: Der Tiroler Staatsanwalt würde noch leben, Frau Kollegin!
Herr Abgeordneter Kiss! Ich habe heute die Bestätigung Ihrer bisherigen Haltung gehört. Ich hoffe nur, daß Sie diese Linie auch durchziehen werden. Ich hoffe, daß Sie einmal nicht umfallen werden, ich hoffe, daß Sie einmal nicht der SPÖ nachrennen werden, sondern daß Sie Ihren eigenständigen Standpunkt beibehalten werden. Aber ich bin wirklich sehr neugierig, wie lange Sie Ihre Linie beibehalten werden. (Abg. Leikam: Der Tiroler Staatsanwalt würde noch leben, Frau Kollegin!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie gaukeln der Bevölkerung etwas vor, was Sie nicht verwirklichen können. Deshalb sind wir nicht nur gegen Ihre Vorschläge in bezug auf ein neues Waffengesetz, sondern auch gegen Ihren Fristsetzungsantrag. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher meine ich, daß die Debatte nicht scheinheilig geführt werden darf. Herr Kollege Kiss! Sie haben gemeint, meine Klubobfrau hätte gesagt, für sie seien auch Jäger und Sportschützen nicht sakrosankt. Darauf muß ich erwidern: Für mich sind sie auch nicht sakrosankt. Denn nur die Eigenschaft, Jäger zu sein, spricht jemanden noch nicht heilig und nur die Eigenschaft, Sportschütze zu sein, schon gar nicht. Er wird vielleicht eines Tages Olympiasieger sein, aber nicht sakrosankt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn Sie sich daher selbst ernst nehmen, dann stimmen Sie diesem Fristsetzungsantrag zu – Sie, weil Sie dann die Sache in Ihrem Sinne rasch vom Tisch haben, und Sie, weil Sie endlich seriös über das Waffengesetz debattieren können! Aber wahrscheinlich werden Sie keine Lust haben, weil der Antrag von der Opposition kommt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mir persönlich ist folgendes ein großes Anliegen: Jäger sollen zwei Langwaffen haben dürfen, soferne sie im Besitz eines Waffenpasses sind. Niemand ist gegen Jäger und Jägerinnen, niemand ist gegen Schützen – Schützinnen sind mir nicht bekannt – und schon gar nicht gegen Sportschützen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Aber diese Maßnahmen sollen selbstverständlich mit Verbesserungen bezüglich des Waffenpasses – auch für diese Personen – verbunden sein. Das ist es, was jetzt gefragt ist. Frist hin, Frist her – der Antrag der Liberalen beinhaltet zuwenig. Es gilt jetzt, einen Antrag auf den Tisch zu legen, damit diese Änderung endlich im Parlament diskutiert und demzufolge auch beschlossen werden kann. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, daß das sehr wichtig für uns ist – sowohl als Unterstützung bei unserer Kontrolltätigkeit gegenüber den Behörden als auch als Feedback für uns –, für unsere eigene parlamentarische Tätigkeit und für unsere Gesetzgebungstätigkeit. Denn es passiert beim besten Willen doch auch manchmal, daß wir Gesetze beschließen, die einer Bevölkerungsgruppe helfen und Verbesserungen bringen sollen, die sich dann aber als nicht ganz zielgenau erweisen, bei denen es notwendig ist, nachzujustieren, und dann sind die Anregungen der Volksanwaltschaft für uns sehr wertvoll. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Ich entnehme dem Bericht, daß die Beschwerdehäufigkeit in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich ist. Gerade in Wien ist die Beschwerdehäufigkeit gemessen an der Bevölkerungszahl am höchsten, im äußersten Westen des Bundesgebietes ist sie am geringsten. Jetzt nehme ich nicht an, daß in Wien mehr Menschen meinen, sich beschweren zu müssen, oder auch nicht, daß sich die Wiener mehr gegen tatsächliche oder vermeintliche Mißstände zur Wehr setzen. Ich könnte mir vorstellen, daß das doch auch mit der regionalen Nähe zur Volksanwaltschaft zusammenhängt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) – Ja, aber es geht auch um Bundesfragen.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Die Volksanwältinnen und der Herr Volksanwalt sind ja bekannt für ihr Engagement und auch dafür, daß sie wirklich gerne bereit sind, mit uns zusammenzuarbeiten. Ich danke Ihnen für Ihre Tätigkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte Ihnen, meine Damen und Herren Volksanwälte, für Ihr Wirken namens unseres Klubs Dank und Anerkennung aussprechen – aber nicht nur Ihnen, sondern auch Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bei der Aufarbeitung all dieser Probleme hervorragende Arbeit leisten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Gespräche wurden außerhalb der Sprechstunden auf offener Straße oder in Lokalen direkt mit den Menschen geführt. Das ist die Art, wie Bürger gerne Beratung haben und wo man wirklich helfen kann. Das möchte ich sehr deutlich aufzeigen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren von der Volksanwaltschaft! Ihre Arbeit stellt eine Bereicherung für unser Land dar, weil dadurch die Beziehung zwischen Verwaltung und Bürger optimiert wird und es somit vielleicht auch zu mehr Lebensqualität für den einzelnen, zu mehr Vertrauen zwischen Bürger und Hoheitsverwaltung kommt. In diesem Sinne: herzlichen Dank für Ihre Arbeit. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich finde es außerordentlich interessant und gut, wenn jene Erfahrungen, die die drei hauptamtlichen Organwalter unseres Parlaments mit den Auswirkungen von Gesetzen gesammelt haben, auch in die Ausschußtätigkeit eingebracht werden. Es sollte daher im Zuge der Beratungen in der Enquete und im Unterausschuß – es gibt ja zwei Anträge, die dem betreffenden Unterausschuß zugewiesen wurden – auch darüber geredet werden, ob man der Anregung und dem Vorschlag der drei Volksanwälte, daß sie in Zukunft als beratende Stimme an den Ausschußberatungen teilnehmen und sich einbringen könnten, folgen und dieses Angebot annehmen sollte. Ich glaube, daß das gut wäre, weil es Fachkompetenz einbringt; denn diese Fachkompetenz liegt derzeit brach und sie fließt nur in die Berichte ein – ohne, daß ich das geringschätzen möchte –, die dann gelesen werden oder auch nicht, von Mitarbeitern bearbeitet werden oder nicht. Aber in den allerseltensten Fällen wird bei einer Novelle eines konkreten Gesetzes der Bericht aus dem Jahre "Schnee" herangezogen, um zu erläutern, welche Konsequenzen eine Novelle haben kann oder nicht. Daher glaube ich, daß es vernünftig wäre, meine Damen und Herren, dieses Angebot der Volksanwälte aufzugreifen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich meine, daß das Möglichkeiten sind, die bewirken würden, daß die Institution der Volksanwaltschaft, die ich – noch einmal! – als Institution außer Streit stelle, die wie kaum eine Institution im österreichischen Verfassungsgefüge und auch in der tagespolitischen Auseinandersetzung außer Streit steht, eine deutliche Aufwertung erfährt, womit auch dem Anliegen des Bürgers nach einer effizienten und starken Volksanwaltschaft Rechnung getragen würde. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Die Frau Schmidt möchte ins Fernsehen!
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Volksanwaltschaft! Hohes Haus! Ich möchte eingangs sagen, daß ich diese Institution immer noch für eine sinnvolle Einrichtung halte, daß ich immer noch glaube, daß sie sinnvolle Arbeit macht, obwohl ich durchaus den Eindruck habe, daß sie an Schlagkraft eingebüßt hat, obwohl ich durchaus den Eindruck habe, daß sie von der Verwaltung nicht mehr so ernst genommen wird, wie das einmal der Fall war. Ich glaube aber nicht, daß es viel Sinn macht, hier von dieser Stelle aus die Gründe zu hinterfragen. Einer der wesentlichen Gründe ist meiner Meinung nach aber auch die Öffentlichkeitsarbeit, die seinerzeit eben noch über das Fernsehen stattfinden konnte, die jedoch heute – aus welchen Gründen immer – nicht mehr möglich ist. (Abg. Mag. Stadler: Die Frau Schmidt möchte ins Fernsehen!) Ich glaube nicht, daß dies der einzige Grund ist – es wird wohl auch an anderen liegen –, aber ich sehe keinen Sinn darin, diesen Umstand jetzt hier zu relevieren.
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Stoisits.
Ich möchte daher durchaus auch namens meiner Fraktion den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in der Volksanwaltschaft mit Prüfungstätigkeit betraut sind, unseren Dank aussprechen, weil ich auch aufgrund dieses Berichtes den Eindruck habe, daß diese Arbeit von diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jedenfalls überwiegend sehr qualifiziert vorgenommen wird. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Stoisits.) – Das ist das eine.
Beifall beim Liberalen Forum.
Das richte ich jetzt an Sie von den Regierungsfraktionen, denn Sie sind es ja, die es sogar für besonders bemerkenswert halten, wenn ein Volksanwalt oder eine Volksanwältin auf der Straße mit Leuten spricht. Sie sollten viel eher die Konsequenzen daraus ziehen, welche Erfahrungen die Volksanwälte bei ihrer Prüfungstätigkeit machen, und diese dann aber auch umsetzen. Sie sollten nicht nur belobigen, was da drinnen steht, und vielleicht das eine oder andere beklagen, sondern Sie sollten auch versuchen, es zu ändern. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Barmüller: Das war ein Irrtum!
Kärnten hat es nicht getan, wie bekannt ist. (Abg. Mag. Barmüller: Das war ein Irrtum!) Es war ein Irrtum, ganz recht. Wir haben daraus gelernt und sind daher jetzt mit einer Plattform angetreten, um für uns eine solche Klagslegitimation allenfalls für das nächste Mal wieder herzustellen, weil man offenbar – und das ist meiner Meinung nach das Symptomatische an diesem System – ohne Zwang, also Zwang durch den Verfassungsgerichtshof, nicht dazu bereit ist, Fehlentwicklungen zu vermeiden, aus Fehlern zu lernen oder Mißstände zu beseitigen.
Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Irrtum! Wie so oft!
Die Volksanwaltschaft hat zum einen vorgeschlagen, ihre Kontrollzuständigkeit auf die ausgegliederten Rechtsträger, ähnlich der Zuständigkeit des Rechnungshofes, auszudehnen. Wir haben das nicht nur für einen sehr klugen Vorschlag, für einen politisch notwendigen Vorschlag gehalten, für einen Vorschlag, dessen Umsetzung auch deswegen so wichtig ist, weil ansonsten dieses Kontrollinstrument ausgehöhlt wird – wir wissen ja, daß immer mehr Auslagerungen erfolgen, und es wird an anderer Stelle über die Redlichkeit dieser Auslagerungen zu reden sein –, wir haben nicht nur Ihnen gesagt, daß wir uns dafür einsetzen werden, sondern wir haben bereits vor einem Jahr einen entsprechenden Initiativantrag eingebracht. Daher muß das der Herr Stadler nicht in der nächsten Sitzung des Unterausschusses verlangen, denn der Antrag liegt bereits vor, und er hätte ihn vorher schon unterstützen können. Die Regierungsfraktionen waren nicht dazu bereit, über diesen Antrag auch nur zu reden. Nach einem Jahr haben wir es geschafft, daß er auf die Tagesordnung des Verfassungsausschusses gekommen ist, und jetzt erst ist ein Unterausschuß eingesetzt worden. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Irrtum! Wie so oft!) Das ist übrigens auch ein Kuriosum, aber darauf werde ich später zu sprechen kommen. In diesem Zusammenhang werden wir daher hoffentlich auch die Regierungsfraktionen davon überzeugen können – wobei ich gestehe, daß sich meine Hoffnung in Grenzen hält –, daß die Kontrollzuständigkeit der Volksanwaltschaft in dieser Frage ausgedehnt werden muß. (Abg. Mag. Stadler: Wer ist zuständig?)
Abg. Mag. Stadler: Wer ist zuständig?
Die Volksanwaltschaft hat zum einen vorgeschlagen, ihre Kontrollzuständigkeit auf die ausgegliederten Rechtsträger, ähnlich der Zuständigkeit des Rechnungshofes, auszudehnen. Wir haben das nicht nur für einen sehr klugen Vorschlag, für einen politisch notwendigen Vorschlag gehalten, für einen Vorschlag, dessen Umsetzung auch deswegen so wichtig ist, weil ansonsten dieses Kontrollinstrument ausgehöhlt wird – wir wissen ja, daß immer mehr Auslagerungen erfolgen, und es wird an anderer Stelle über die Redlichkeit dieser Auslagerungen zu reden sein –, wir haben nicht nur Ihnen gesagt, daß wir uns dafür einsetzen werden, sondern wir haben bereits vor einem Jahr einen entsprechenden Initiativantrag eingebracht. Daher muß das der Herr Stadler nicht in der nächsten Sitzung des Unterausschusses verlangen, denn der Antrag liegt bereits vor, und er hätte ihn vorher schon unterstützen können. Die Regierungsfraktionen waren nicht dazu bereit, über diesen Antrag auch nur zu reden. Nach einem Jahr haben wir es geschafft, daß er auf die Tagesordnung des Verfassungsausschusses gekommen ist, und jetzt erst ist ein Unterausschuß eingesetzt worden. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Irrtum! Wie so oft!) Das ist übrigens auch ein Kuriosum, aber darauf werde ich später zu sprechen kommen. In diesem Zusammenhang werden wir daher hoffentlich auch die Regierungsfraktionen davon überzeugen können – wobei ich gestehe, daß sich meine Hoffnung in Grenzen hält –, daß die Kontrollzuständigkeit der Volksanwaltschaft in dieser Frage ausgedehnt werden muß. (Abg. Mag. Stadler: Wer ist zuständig?)
Abg. Mag. Stadler: Frau Schmidt! Seite 192 lesen! Da steht alles schon drinnen! Seite 192 ff!
Ich kann daher auch die Grünen nicht verstehen, da es ja auch an ihnen läge, einen Initiativantrag aus einer Anregung zu machen. Oder glaubt man vielleicht, daß die Volksanwaltschaft einen anderen Stellenwert hätte als die Abgeordneten? Das wäre doch bitte wohl eine Bankrotterklärung für das eigene Selbstverständnis. Und daher ist mir das nicht ganz einsichtig. (Abg. Mag. Stadler: Frau Schmidt! Seite 192 lesen! Da steht alles schon drinnen! Seite 192 ff!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Frau Lehrerin! Ich bitte Sie, Seite 192 ff zu lesen! Sie verharren im Irrtum wie so oft!
Wenn der Herr Stadler hier steht und sagt, er möchte, wenn diesen legistischen Anregungen nicht entsprochen wird, den Volksanwälten auch noch die Möglichkeit geben, die Regierung zu befragen, warum das nicht geschieht, wundert es mich nicht, daß gerade er das sagt, denn daß er sich im Verfassungsgefüge nicht richtig zurechtfindet, ist ja nicht zum ersten Mal offengelegt worden. Aber daß er meint, die Regierung solle darüber befragt werden, warum das Parlament nicht agiert, ist doch schon ein sehr merkwürdiges parlamentarisches Verständnis, das hier noch speziell offengelegt wird. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Frau Lehrerin! Ich bitte Sie, Seite 192 ff zu lesen! Sie verharren im Irrtum wie so oft!)
Abg. Mag. Stadler: Frau Lehrerin, Sie verharren im Irrtum!
Daher liegt mir daran, Ihnen das noch einmal in Erinnerung zu rufen, denn ich habe den Eindruck, daß Sie es nicht alle gehört haben. Aber auch das wundert mich nicht, denn ihm nicht zuzuhören, dafür habe ich wirklich Verständnis. (Abg. Mag. Stadler: Frau Lehrerin, Sie verharren im Irrtum!) Ich habe ihm nur deswegen zugehört, weil er vor mir geredet hat. (Abg. Mag. Stadler: Frau Oberlehrerin! Sie haben den Bericht nicht gelesen! Sie haben sich auf die Unterrichtsstunde nicht gut vorbereitet! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Stadler: Frau Oberlehrerin! Sie haben den Bericht nicht gelesen! Sie haben sich auf die Unterrichtsstunde nicht gut vorbereitet! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Daher liegt mir daran, Ihnen das noch einmal in Erinnerung zu rufen, denn ich habe den Eindruck, daß Sie es nicht alle gehört haben. Aber auch das wundert mich nicht, denn ihm nicht zuzuhören, dafür habe ich wirklich Verständnis. (Abg. Mag. Stadler: Frau Lehrerin, Sie verharren im Irrtum!) Ich habe ihm nur deswegen zugehört, weil er vor mir geredet hat. (Abg. Mag. Stadler: Frau Oberlehrerin! Sie haben den Bericht nicht gelesen! Sie haben sich auf die Unterrichtsstunde nicht gut vorbereitet! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Stadler: Frau Lehrerin, 192 ff lesen!
Der nächste Punkt betrifft die Teilnahme der Volksanwälte an den Verhandlungen der Ausschüsse beziehungsweise Unterausschüsse des Nationalrates und des Bundesrates. Diesbezüglich hat Herr Stadler gefunden, daß das so wesentlich wäre, aber da möchte ich mich der Meinung der Frau Kollegin Hlavac anschließen, die gesagt hat, daß es jetzt schon aufgrund der Geschäftsordnung möglich ist, Auskunftspersonen zu laden. (Abg. Mag. Stadler: Frau Lehrerin, 192 ff lesen!)
Abg. Mag. Stadler: Wollen Sie Volksanwältin werden? Gott bewahre!
Wenn dann davon geredet wird, daß wir das viel zuwenig nutzen, dann muß ich sagen: Wenn es zuwenig genutzt wird, gibt es offensichtlich kein Bedürfnis der Parlamentarierinnen und Parlamentarier. Warum muß man jetzt, nur weil die drei Volksanwälte auf der Regierungsbank sitzen, ein anderes Bild darstellen, als es tatsächlich die Befindlichkeit im Ausschuß ist? (Abg. Mag. Stadler: Wollen Sie Volksanwältin werden? Gott bewahre!) Wenn wir kein Bedürfnis haben, sie als Auskunftspersonen zu laden – bei wem müssen wir uns denn entschuldigen? Wenn wir jedoch das Bedürfnis haben, werden wir sie einladen und werden uns freuen, wenn sie kommen. Ich halte es daher nicht für notwendig, das noch mit einer zusätzlichen Bestimmung zu verankern, sondern dieses Procedere ist möglich. Ich schließe mich der Kollegin Hlavac an. Nicht mehr wollte ich damit sagen. Eine weitere Verankerung, wie sie vielleicht gefordert ist und wie sie der Herr Stadler auch unterstützen würde, unterstützen wir nicht, weil wir glauben, daß das Instrumentarium, das wir jetzt haben, bereits ausreichend ist. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Ja, Frau Lehrerin, ich weiß! Aber Sie sollten den Bericht lesen!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Ja, Frau Lehrerin, ich weiß! Aber Sie sollten den Bericht lesen!
Wenn dann davon geredet wird, daß wir das viel zuwenig nutzen, dann muß ich sagen: Wenn es zuwenig genutzt wird, gibt es offensichtlich kein Bedürfnis der Parlamentarierinnen und Parlamentarier. Warum muß man jetzt, nur weil die drei Volksanwälte auf der Regierungsbank sitzen, ein anderes Bild darstellen, als es tatsächlich die Befindlichkeit im Ausschuß ist? (Abg. Mag. Stadler: Wollen Sie Volksanwältin werden? Gott bewahre!) Wenn wir kein Bedürfnis haben, sie als Auskunftspersonen zu laden – bei wem müssen wir uns denn entschuldigen? Wenn wir jedoch das Bedürfnis haben, werden wir sie einladen und werden uns freuen, wenn sie kommen. Ich halte es daher nicht für notwendig, das noch mit einer zusätzlichen Bestimmung zu verankern, sondern dieses Procedere ist möglich. Ich schließe mich der Kollegin Hlavac an. Nicht mehr wollte ich damit sagen. Eine weitere Verankerung, wie sie vielleicht gefordert ist und wie sie der Herr Stadler auch unterstützen würde, unterstützen wir nicht, weil wir glauben, daß das Instrumentarium, das wir jetzt haben, bereits ausreichend ist. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Ja, Frau Lehrerin, ich weiß! Aber Sie sollten den Bericht lesen!)
Abg. Mag. Stadler: Frau Oberlehrerin! Nicht nur gescheit reden, sondern den Bericht lesen! Dann würde Ihnen auffallen, daß das alles schon drinnensteht!
Nächster Punkt: "Aufnahme einer (erstreckbaren) Frist von vier Wochen für die Behörden zur Erteilung der erforderlichen Auskünfte." – Das ist auch ein Anliegen, das wir sehr unterstützen (Abg. Mag. Stadler: Frau Oberlehrerin! Nicht nur gescheit reden, sondern den Bericht lesen! Dann würde Ihnen auffallen, daß das alles schon drinnensteht!), und zwar nicht nur hier verbal unterstützen, sondern das wir bereits vor einem Jahr in unseren Antrag, von dem ich gesprochen habe, hineingenommen haben. Es wäre daher seit einem Jahr verhandelbar, und es ist deshalb auch nicht notwendig, jetzt zu sagen, man würde das verlangen oder nicht. (Abg. Mag. Stadler: Bericht Seite 192 bis 199!) Denn der Antrag liegt vor, und man... (Abg. Mag. Stadler: Nein, es geht noch weiter! Bis Seite 204!)
Abg. Mag. Stadler: Bericht Seite 192 bis 199!
Nächster Punkt: "Aufnahme einer (erstreckbaren) Frist von vier Wochen für die Behörden zur Erteilung der erforderlichen Auskünfte." – Das ist auch ein Anliegen, das wir sehr unterstützen (Abg. Mag. Stadler: Frau Oberlehrerin! Nicht nur gescheit reden, sondern den Bericht lesen! Dann würde Ihnen auffallen, daß das alles schon drinnensteht!), und zwar nicht nur hier verbal unterstützen, sondern das wir bereits vor einem Jahr in unseren Antrag, von dem ich gesprochen habe, hineingenommen haben. Es wäre daher seit einem Jahr verhandelbar, und es ist deshalb auch nicht notwendig, jetzt zu sagen, man würde das verlangen oder nicht. (Abg. Mag. Stadler: Bericht Seite 192 bis 199!) Denn der Antrag liegt vor, und man... (Abg. Mag. Stadler: Nein, es geht noch weiter! Bis Seite 204!)
Abg. Mag. Stadler: Nein, es geht noch weiter! Bis Seite 204!
Nächster Punkt: "Aufnahme einer (erstreckbaren) Frist von vier Wochen für die Behörden zur Erteilung der erforderlichen Auskünfte." – Das ist auch ein Anliegen, das wir sehr unterstützen (Abg. Mag. Stadler: Frau Oberlehrerin! Nicht nur gescheit reden, sondern den Bericht lesen! Dann würde Ihnen auffallen, daß das alles schon drinnensteht!), und zwar nicht nur hier verbal unterstützen, sondern das wir bereits vor einem Jahr in unseren Antrag, von dem ich gesprochen habe, hineingenommen haben. Es wäre daher seit einem Jahr verhandelbar, und es ist deshalb auch nicht notwendig, jetzt zu sagen, man würde das verlangen oder nicht. (Abg. Mag. Stadler: Bericht Seite 192 bis 199!) Denn der Antrag liegt vor, und man... (Abg. Mag. Stadler: Nein, es geht noch weiter! Bis Seite 204!)
Abg. Mag. Stadler: Ich weiß! Ich weiß schon, daß Sie nichts wissen, Frau Oberlehrerin!
Ich weiß nicht, Herr Präsident Neisser (Abg. Mag. Stadler: Ich weiß! Ich weiß schon, daß Sie nichts wissen, Frau Oberlehrerin!), ob es nicht möglich wäre, diesen Krakeeler auf der rechten Seite ein wenig zur Ordnung zu rufen! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.) Ich gebe zwar zu, daß ich eine ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit habe und daß dieser Herr mich noch nie aus der Ruhe gebracht hat – außer mit demokratiepolitisch Üblem –, aber das ist demokratiepolitisch übel, denn es geht ihm um nichts anderes als darum, hier das Rederecht zu beeinträchtigen. Und das sollte auch einmal so gesehen werden, nämlich mit welchen Mitteln hier in diesem Parlament gearbeitet wird. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Er war wieder ungezogen, der Schüler Stadler! Ich weiß schon!) Aber er tut sich ein bißchen schwer, wenn er nicht durchkommt. Das ärgert ihn, und deswegen macht er es immer wieder. Man kennt das. Das sind die Reaktionen der Kinder. (Abg. Mag. Stadler: Er war wieder ungezogen, der Schüler Stadler! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.
Ich weiß nicht, Herr Präsident Neisser (Abg. Mag. Stadler: Ich weiß! Ich weiß schon, daß Sie nichts wissen, Frau Oberlehrerin!), ob es nicht möglich wäre, diesen Krakeeler auf der rechten Seite ein wenig zur Ordnung zu rufen! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.) Ich gebe zwar zu, daß ich eine ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit habe und daß dieser Herr mich noch nie aus der Ruhe gebracht hat – außer mit demokratiepolitisch Üblem –, aber das ist demokratiepolitisch übel, denn es geht ihm um nichts anderes als darum, hier das Rederecht zu beeinträchtigen. Und das sollte auch einmal so gesehen werden, nämlich mit welchen Mitteln hier in diesem Parlament gearbeitet wird. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Er war wieder ungezogen, der Schüler Stadler! Ich weiß schon!) Aber er tut sich ein bißchen schwer, wenn er nicht durchkommt. Das ärgert ihn, und deswegen macht er es immer wieder. Man kennt das. Das sind die Reaktionen der Kinder. (Abg. Mag. Stadler: Er war wieder ungezogen, der Schüler Stadler! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Er war wieder ungezogen, der Schüler Stadler! Ich weiß schon!
Ich weiß nicht, Herr Präsident Neisser (Abg. Mag. Stadler: Ich weiß! Ich weiß schon, daß Sie nichts wissen, Frau Oberlehrerin!), ob es nicht möglich wäre, diesen Krakeeler auf der rechten Seite ein wenig zur Ordnung zu rufen! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.) Ich gebe zwar zu, daß ich eine ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit habe und daß dieser Herr mich noch nie aus der Ruhe gebracht hat – außer mit demokratiepolitisch Üblem –, aber das ist demokratiepolitisch übel, denn es geht ihm um nichts anderes als darum, hier das Rederecht zu beeinträchtigen. Und das sollte auch einmal so gesehen werden, nämlich mit welchen Mitteln hier in diesem Parlament gearbeitet wird. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Er war wieder ungezogen, der Schüler Stadler! Ich weiß schon!) Aber er tut sich ein bißchen schwer, wenn er nicht durchkommt. Das ärgert ihn, und deswegen macht er es immer wieder. Man kennt das. Das sind die Reaktionen der Kinder. (Abg. Mag. Stadler: Er war wieder ungezogen, der Schüler Stadler! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Stadler: Er war wieder ungezogen, der Schüler Stadler! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Ich weiß nicht, Herr Präsident Neisser (Abg. Mag. Stadler: Ich weiß! Ich weiß schon, daß Sie nichts wissen, Frau Oberlehrerin!), ob es nicht möglich wäre, diesen Krakeeler auf der rechten Seite ein wenig zur Ordnung zu rufen! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.) Ich gebe zwar zu, daß ich eine ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit habe und daß dieser Herr mich noch nie aus der Ruhe gebracht hat – außer mit demokratiepolitisch Üblem –, aber das ist demokratiepolitisch übel, denn es geht ihm um nichts anderes als darum, hier das Rederecht zu beeinträchtigen. Und das sollte auch einmal so gesehen werden, nämlich mit welchen Mitteln hier in diesem Parlament gearbeitet wird. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Er war wieder ungezogen, der Schüler Stadler! Ich weiß schon!) Aber er tut sich ein bißchen schwer, wenn er nicht durchkommt. Das ärgert ihn, und deswegen macht er es immer wieder. Man kennt das. Das sind die Reaktionen der Kinder. (Abg. Mag. Stadler: Er war wieder ungezogen, der Schüler Stadler! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Stadler: Dazu hat man ja die Frau Schmidt!
Ein letzter Punkt noch. Das ist etwas, was bedauerlicherweise von den Volksanwälten selbst nicht releviert wird. Aber gut, ich kann mir schon vorstellen, daß man vielleicht kein Bedürfnis hat, sich damit auseinanderzusetzen. (Abg. Mag. Stadler: Dazu hat man ja die Frau Schmidt!) Wie auch immer, es gibt dazu bereits eine Initiative von Parlamentariern. Das ist das Wesentliche, denn im Parlament werden die Gesetze beschlossen.
Abg. Mag. Stadler: Sie wollen doch Volksanwältin werden, denn Bundespräsidentin können Sie nicht mehr werden!
Wir haben in besagtem Antrag, der ein Jahr alt ist, vorgeschlagen – auch von den Grünen liegt ein einschlägiger Antrag in dieser Richtung vor –, jenes Relikt aus der Vergangenheit, in dem es darum geht, daß nur die drei stärksten Parteien einen Vorschlag für die Volksanwaltschaft machen können, zu eliminieren, und zwar deshalb, weil es zu jenem Zeitpunkt, wie jeder weiß – das war im Jahre 1977 –, nur drei Parteien in diesem Hohen Haus gab. Es wurde zwar damals bereits die Formulierung "die drei stärksten im Hauptausschuß vertretenen Parteien" gewählt, also man hat nicht ausgeschlossen (Abg. Mag. Stadler: Sie wollen doch Volksanwältin werden, denn Bundespräsidentin können Sie nicht mehr werden!), daß noch die eine oder andere Partei hinzukommt, aber dennoch ging man von der vorherrschenden Lage aus: Es gibt nur drei Parteien.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich empfinde es so, weil es Alibiaktionen sind. Was nichts daran ändert, daß wir es zumindest geschafft haben, daß diese Vorlage beraten wird. Und ich hoffe, daß wir dann die Prüfungstätigkeit auf noch bessere Füße stellen können. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt.
Damit komme ich auf den Unterausschuß zum Thema Volksanwaltschaft zu sprechen. Da bin ich der gleichen Meinung wie Frau Dr. Schmidt. Es soll nun "zufällig" am selben Tag das sogenannte Demokratiepaket beschlossen werden. (Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt.) Ich wiederhole es nicht, ich teile ganz deine Auffassung. Aber dazu haben die Damen und Herren von der Koalition, speziell jene von der ÖVP, einen eigenen Standpunkt, den Sie uns gegenüber einmal erörtern könnten.
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zu bestimmten Details Ihres Berichts wird meine Kollegin Haidlmayr noch Stellung nehmen. Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre geleistete Arbeit. 12 000 Beschwerden in einem Jahr – das ist eine stattliche Zahl! 12 000 Beschwerden mit einem so kleinen Stab, wie Sie ihn haben, zu behandeln, beeindruckt mich. Ich muß sagen: All jene, die ich zur Volksanwaltschaft schicke, sind zwar mit dem Ergebnis nicht immer zufrieden, das dann herauskommt, aber das lag bis jetzt noch nie an Ihrem Bereich. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Allgemeiner Beifall.
Darüber, daß die Menschen sich erwarten, in der Volksanwaltschaft kompetente Information zu bekommen, freue ich mich natürlich. Es ist mir klar, daß dieses Ausmaß an Vertrauen, das die Menschen der Institution Volksanwaltschaft entgegenbringen, uns verpflichtet. Ich möchte in diesem Zusammenhang allen Damen und Herren des Hohen Hauses, die die Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewürdigt haben, herzlich dafür danken, denn es ist wirklich so: Was wären wir drei ohne unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? – Sie tragen die Lasten der Alltagsarbeit mit uns auf ihren Schultern und sind sehr engagiert. (Allgemeiner Beifall.) Haben Sie herzlichen Dank dafür, daß Sie diese Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Hauses so ausdrücklich anerkannt und gewürdigt haben.
Abg. Dr. Schmidt: Da brauchen Sie nicht traurig zu sein!
Ich möchte auch kurz den Punkt der Frage der Öffentlichkeitsarbeit streifen. Natürlich, Frau Dr. Schmidt, hätten wir gerne ein Mehr an Fenstern zur Öffentlichkeit, hätten wir auch gerne wieder ein Fenster im Fernsehen. Wir versuchen die Möglichkeiten, die sich uns bieten, anzunehmen. Es ist in der Sendeleiste "Willkommen Österreich" eine recht gute Zusammenarbeit mit der Volksanwaltschaft entstanden. Sie zeigt zwar weniger direkte Präsenz der Volksanwälte, sie reduziert sich immer nur auf einige wenige Minuten Sendezeit, aber das ist besser als nichts. Wir haben uns bemüht, da die Sendung "Ein Fall für den Volksanwalt" nicht mehr existiert und da wir leider auch in die Sendung "Konflikte" nicht mehr eingeladen werden, unseren Pressedienst ... (Abg. Dr. Schmidt: Da brauchen Sie nicht traurig zu sein!) – Na ja, aber es ist doch ein Fenster in die Öffentlichkeit, und wenn man sich regelmäßig in das Wohnzimmer der Bevölkerung sozusagen hineinschwindeln kann – ich glaube, daß ich das gerade Ihnen nicht zu sagen brauche, denn Sie wissen, wovon ich rede –, ist das natürlich ein Vorteil.
Allgemeiner Beifall.
Daß wir uns letztendlich als – Frau Abgeordnete Stoisits war so freundlich, das so zu formulieren – "Lobbyisten für die Bürger", ja sogar als Lobbyisten für die Menschen, darf ich sagen, verstehen wollen, ist etwas, was wir als unsere vornehmste Aufgabe sehen, die letztlich Sie, meine Damen und Herren dieses Hohen Hauses, uns anvertraut haben. Wir möchten vor allem für diejenigen eintreten, die benachteiligt sind, die sich in unserem System nicht alleine zurechtfinden. Im Sinne der von Ihnen als positiv gesehenen Arbeit werden wir uns bemühen, auch in den kommenden Jahren – ich darf sagen, in der noch verbleibenden Funktionszeit; wir haben jetzt rund die Halbzeit dieser Funktionsperiode erreicht – dieser Aufgabe, die Sie uns anvertraut haben, nach bestem Wissen und Gewissen nachzukommen. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Es ist vieles, was ich mir zu sagen vorgenommen habe, bereits hier von diesem Rednerpult aus erwähnt worden. Auch mir geht es darum, daß die Öffentlichkeitsarbeit der Volksanwaltschaft noch stärker werden sollte. Ich weiß, wir alle waren damals mit der Fernsehsendung "Ein Fall für den Volksanwalt" sehr unzufrieden, wir haben uns dagegen gewandt. Die Folge davon war zwar, daß diese Sendung in ihrer Art vom ORF-Programm abgesetzt wurde, daß es aber derzeit leider kein Äquivalent mehr für sie gibt. Es sind andere Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit in den Vordergrund getreten: der monatliche Infodienst, der wöchentliche Pressedienst, doch auch fallweise Auftritte im ORF und in privaten Radiosendungen. Ich hoffe, daß sich mit dem neuen Generalintendanten des ORF ein Verhältnis herstellen läßt, bei dem Sie wieder die Möglichkeit haben werden, verstärkt an die Öffentlichkeit zu treten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bitte Sie, jene Kontakte, die Sie bisher aufgebaut haben, weiter fortzuführen. Ich bitte Sie, jenen Staaten auch mit Rat und Hilfe zur Verfügung zu stehen, weil für mich persönlich die Volksanwaltschaft ein ganz wesentlicher Bestandteil einer funktionierenden Demokratie ist. Wenn wir schon wollen, daß die Staaten, die so lange von einer echten Demokratie entfernt waren, wieder richtige Demokratien werden, dann müssen wir auch erkennen, daß sie auch eine funktionierende Volksanwaltschaft brauchen. Ich wünsche Ihnen, meine Damen und Herren Volksanwälte, recht viel Erfolg in der Zukunft. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Schmidt: Das habe ich nicht gesagt!
Ganz wesentlich für meine Wortmeldung sind auch die Ausführungen der Kollegin Schmidt gewesen. Dazu möchte ich ganz kurz Stellung nehmen, und zwar aus dem Grund, weil Sie, Frau Kollegin Schmidt, selbst gesagt haben – und jetzt zitiere ich Sie wörtlich –, daß nicht der Eindruck entstehen soll – das Wort "pharisäerhaft" haben Sie, glaube ich, auch dazu gesagt –, daß, wenn es um die Behandlung der Volksanwaltschaft geht, im Ausschuß ein anderes Bild dargestellt wird als hier im Plenum. (Abg. Dr. Schmidt: Das habe ich nicht gesagt!)
Abg. Dr. Schmidt: Tatsächliche Berichtigung!
Genau das ist der Punkt. In dieser Art und Weise haben Sie das gesagt. Sie können es dann im Protokoll nachlesen. Ich habe leider nur wenig Zeit. Aber genau das ist der Punkt, für den ich erstens dem Kollegen Stippel sehr dankbar bin und bei dem man zweitens auch sieht, wie vorsichtig und höflich die Volksanwaltschaft mit allen Mitgliedern dieses Hohen Hauses umgeht. Als sich nämlich Frau Volksanwältin Messner bei allen Mitgliedern des Hauses für die Anerkennung der Dienste der Mitarbeiter der Volksanwaltschaft bedankt hat, so hat sie das auch an Ihre Adresse gesagt. Sie haben sich aber im Ausschuß nicht entsprechend verhalten; Kollege Stippel hat dies ohne Namensnennung angesprochen. Ich möchte hier aber nicht verschweigen, daß Sie sich im Ausschuß zu nahezu zwei Dritteln Ihres Redebeitrags ausschließlich über die Pragmatisierung geäußert und gemeint haben, der prozentuelle Anteil der pragmatisierten Mitarbeiter in der Volksanwaltschaft sei zu hoch. (Abg. Dr. Schmidt: Tatsächliche Berichtigung!)
Beifall der Abg. Haller.
Frau Abgeordnete Schmidt, Sie sind nach wie vor karenziert und aufgrund Ihrer Pragmatisierung auch zur Rückkehr in die Volksanwaltschaft berechtigt. Sie sind somit, wie ich schon gesagt habe, Nutznießerin. Sie haben auf Ihre Pragmatisierung nicht verzichtet. In Wahrheit blockieren Sie eine Position für einen Prüfbeamten, den die Volksanwaltschaft durchaus brauchen könnte, damit die viele Arbeit, die ihr ins Haus steht, auch erledigt werden kann. Sie blockieren diesen Posten durch Ihre Abwesenheit und Karenzierung. Sie prangern also ein System an, das Sie selbst als Nutznießerin permanent und seit Jahren ausnützen. Ich halte es schlichtweg für nicht tragbar, wenn man so damit umgeht. Herr Kollege Stippel hat das sehr richtig dargestellt. (Beifall der Abg. Haller.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und ich möchte Ihnen noch eines mit auf den Weg geben. Als Sie aus der Volksanwaltschaft ausgeschieden sind, haben Sie einen Berg an unerledigten Akten hinterlassen. Diese Beamten, die Sie nun so diskreditiert haben, sind genau jene Beamten, die diese Akten für Sie erledigt haben. Die haben Sie im Ausschuß mehr oder weniger schlecht behandelt, und es ist nur der Großzügigkeit der Volksanwaltschaft zu verdanken, daß sie darüber den Mantel des Schweigens breitet. Und das ist gut so, auch in Ihrem Sinne. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Schieder: Elegant ist das Wort "pharisäerhaft" so oder so nicht!
Soviel zum Gegenstand meiner tatsächlichen Berichtigung. Betreffend Pragmatisierung komme ich später noch zu Wort. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Schieder: Elegant ist das Wort "pharisäerhaft" so oder so nicht!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Mock.
Ich möchte abschließend noch einmal danke sagen – und zwar Ihnen, meine Damen und Herren von der Volksanwaltschaft. Viele meiner Freundinnen und Freunde und ich, wir fühlen uns von Ihnen wirklich vertreten, weil Sie die Aufgabe wahrnehmen, Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden, die Chance zu geben, wieder ein Stück weit in die Gesellschaft hineinzukommen. Dafür möchte ich danke sagen. Es ist schön, mit Ihnen zusammenzuarbeiten, und es ist auch sehr produktiv, mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Ich möchte diese Zusammenarbeit mit Ihnen noch sehr lange aufrechterhalten! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Mock.)
Abg. Schieder: Wir hören nichts! Der Lautsprecher funktioniert nicht! – Die Rednerin rückt das Mikrophon zurecht.
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum): Zum einem nur an den Abgeordneten Graf. (Abg. Schieder: Wir hören nichts! Der Lautsprecher funktioniert nicht! – Die Rednerin rückt das Mikrophon zurecht.) – Ist das jetzt verständlich? Ich freue mich, daß Sie mich hören wollen! (Rufe bei der SPÖ: Wir wollen ja!) Ich freue mich darüber! Geht es so besser? Ich versuche es.
Rufe bei der SPÖ: Wir wollen ja!
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum): Zum einem nur an den Abgeordneten Graf. (Abg. Schieder: Wir hören nichts! Der Lautsprecher funktioniert nicht! – Die Rednerin rückt das Mikrophon zurecht.) – Ist das jetzt verständlich? Ich freue mich, daß Sie mich hören wollen! (Rufe bei der SPÖ: Wir wollen ja!) Ich freue mich darüber! Geht es so besser? Ich versuche es.
Abg. Dr. Graf: Warum verzichten Sie dann nicht selbst darauf?!
Zweitens: Ich finde, es ist ein merkwürdiges Verständnis von Diskussion und von Grundsatzdenken, wenn man das Hinterfragen der Pragmatisierung als eine Diskreditierung von Beamten erkennt oder als solche empfindet. Ich habe mich daher, als Abgeordneter Stippel geredet hat, zu Wort gemeldet, weil ich meine andere Position hier noch einmal deponieren wollte. Ich habe eine andere Position als die, die Sie, Herr Abgeordneter Stippel, haben und die offenbar auch die FPÖ hat. Ich halte es nämlich nicht für notwendig, auch im Prüfungsbereich die Pragmatisierung zu haben. (Abg. Dr. Graf: Warum verzichten Sie dann nicht selbst darauf?!) Ich halte es nicht für notwendig. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Zweitens: Ich finde, es ist ein merkwürdiges Verständnis von Diskussion und von Grundsatzdenken, wenn man das Hinterfragen der Pragmatisierung als eine Diskreditierung von Beamten erkennt oder als solche empfindet. Ich habe mich daher, als Abgeordneter Stippel geredet hat, zu Wort gemeldet, weil ich meine andere Position hier noch einmal deponieren wollte. Ich habe eine andere Position als die, die Sie, Herr Abgeordneter Stippel, haben und die offenbar auch die FPÖ hat. Ich halte es nämlich nicht für notwendig, auch im Prüfungsbereich die Pragmatisierung zu haben. (Abg. Dr. Graf: Warum verzichten Sie dann nicht selbst darauf?!) Ich halte es nicht für notwendig. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Diese Ungleichheit: hier ein geschützter Bereich, dort ein freier Bereich, das ist jener Riß, der durch die Gesellschaft geht, den wir nicht auch noch verteidigen sollten. Wir sollten diese Kluft nicht noch tiefer machen, sondern in einer neuen Solidarität diese Grenze auflösen. Das ist es, was die Liberalen wollen, und das war der Hintergrund meiner Fragestellung. (Beifall beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Graf: Ich habe gesagt, Sie können mit gutem Beispiel vorangehen und auf Ihre Pragmatisierung verzichten! Immer auf die anderen zeigen!
Wenn die FPÖ glaubt, daß man damit Menschen diskreditiert, so mag das ihr Verständnis sein. (Abg. Dr. Graf: Ich habe gesagt, Sie können mit gutem Beispiel vorangehen und auf Ihre Pragmatisierung verzichten! Immer auf die anderen zeigen!) Das hat überhaupt nichts damit zu tun, daß wir unsere Linie des Rückbaus des Staates und vor allem auch des Rückbaus der Pragmatisierung bis hin zu deren gänzlichen Abschaffung, abgesehen von ganz wenigen Bereichen, politisch weiter fortsetzen werden. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn die FPÖ glaubt, daß man damit Menschen diskreditiert, so mag das ihr Verständnis sein. (Abg. Dr. Graf: Ich habe gesagt, Sie können mit gutem Beispiel vorangehen und auf Ihre Pragmatisierung verzichten! Immer auf die anderen zeigen!) Das hat überhaupt nichts damit zu tun, daß wir unsere Linie des Rückbaus des Staates und vor allem auch des Rückbaus der Pragmatisierung bis hin zu deren gänzlichen Abschaffung, abgesehen von ganz wenigen Bereichen, politisch weiter fortsetzen werden. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Volksanwältin Ingrid Korosec: Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da ich zehn Jahre diesem Haus angehört habe, weiß ich, wenn ich mir Ihre Tagesordnung ansehe, daß ich mir nur dann Sympathien holen kann, wenn ich mich jetzt sehr kurz fasse. Und das habe ich auch vor. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte aber, Frau Abgeordnete Schmidt, etwas aufklären; ich nehme an, es ist ein Mißverständnis, und ich glaube, das sollte man nicht im Raum stehen lassen. Es ist im Ausschuß gesagt worden, es gibt 47 Planstellen in der Volksanwaltschaft, und zwar 42 Beamte und 5 Vertragsbedienstete. Das stimmt. Allerdings: Die Planstellen, die wir haben, sind nicht ausschließlich mit Beamten besetzt. Tatsächlich ist es so, daß in der Volksanwaltschaft von den 47 Stellen 46,5 besetzt sind, davon 32 von Beamten, wobei man aber sagen muß, daß allein im Prüfbereich 25 Beamte beschäftigt sind, also unabhängig vom Sekretariat, nur rein die Prüfer. Das heißt, daß 14,5 Personen in der Volksanwaltschaft Vertragsbedienstete sind. Ich glaube nicht, daß das ein Mißverhältnis ist. Und im übrigen sind wir diesbezüglich einer Meinung mit Präsidenten Fiedler: Im Prüfbereich halten wir es für richtig und notwendig, daß Pragmatisierungen vorgenommen werden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
In diesem Sinne danke ich herzlich und freue mich schon auf die weitere Diskussion. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall der Abg. Haidlmayr.
Ich würde nur um folgendes bitten, meine sehr geehrten Damen und Herren: Im Zusammenhang mit der Berggesetznovelle hat es heute einige Wortmeldungen gegeben, in denen der Parteistellung der Anrainer das Wort geredet wurde. Ein Abgeordneter der ÖVP – ich glaube, Herr Abgeordneter Kröll war es – hat wörtlich gesagt: Die Entrechtung der Anrainer muß ein Ende haben! – Das sollte aber nicht nur im Bergrecht so sein, das sollte auch im Betriebsanlagenrecht so sein. Es sollte dieser Grundsatz auch in das Betriebsanlagengesetz Eingang finden, denn dieser Entwurf eines neuen Betriebsanlagengesetzes enthält zwar viele gute Ansätze und viele wertvolle Beschleunigungsschritte, die sich im Verwaltungsbereich wahrscheinlich durchaus positiv auswirken werden, aber die Rechte der Anrainer sind um kein Jota besser geworden. Nur eine einzige kleine Novelle hat es im Jahr 1998 gegeben, und zwar hinsichtlich des Antragsrechts der Bürger, wenn sie sich durch eine Betriebsanlage besonders stark beeinträchtigt fühlen. Mit dieser Novelle aus dem Jahr 1998 ist beschlossen worden, daß der Bürger nur dann die Kosten dieses Betriebsanlageverfahrens nicht zu tragen braucht, wenn diesem Betrieb neue Auflagen erteilt werden. Werden dem Betrieb im Umkehrschluß aber aufgrund dieses Antrages keine zusätzlichen Auflagen erteilt, dann muß der Antragsteller die gesamte Höhe der Kosten dieses Betriebsanlageverfahrens tragen, und das kann in die Zigtausende, in Einzelfällen sogar in die Hunderttausende Schilling gehen. Und das, glaube ich, ist eine zu harte Barriere. Sicherlich soll man eine mutwilllige Inanspruchnahme der Behörden verhindern, aber das kann man doch auch auf andere Weise erreichen, als daß man den Bürgern derart gravierende Verfahrenskosten aufhalst. (Beifall der Abg. Haidlmayr.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Was alle anderen Bereiche der Bergbehörde betrifft, kann ich mir nicht recht vorstellen, daß diese abzudecken jeder einzelnen Bezirkshauptmannschaft in Österreich zuzutrauen ist. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Rufe bei der SPÖ: Wo ist er denn?
Wir gelangen weiters zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Mag. Stadler und Genossen betreffend Weiterentwicklung der Volksanwaltschaft. (Rufe bei der SPÖ: Wo ist er denn?)
Abg. Dr. Khol: Stadler hat nicht zugestimmt, Herr Präsident!
Für den Fall Ihrer Zustimmung bitte ich Sie um ein entsprechendes Zeichen. – Dies ist die Minderheit. Der Antrag ist damit abgelehnt. (Abg. Dr. Khol: Stadler hat nicht zugestimmt, Herr Präsident!)
Abg. Kopf: 1997 schon noch!
Die nächsten Berichte werden dünner sein als der nun vorliegende, denn sie werden das Kapitel über die Bundessportheime nicht mehr enthalten; das macht immerhin ein Viertel dieses Berichtes aus. (Abg. Kopf: 1997 schon noch!) Die Bundessportheime wurden ja vor einiger Zeit ausgegliedert, sie wurden der Kontrolle durch den Rechnungshof entzogen und in einer Form der Scheinprivatisierung, gegen die wir uns aufgelehnt haben, quasi verschenkt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nehmen Sie zur Kenntnis, Herr Staatssekretär, die Freiheitlichen sind für diese Senza confini, wir sind für die Olympiade in Kärnten, und alle Unterstellungen, die Sie über die Medien transportieren, daß das nicht so sei, sind falsch. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kopf: Keine Sorge, das werden wir auch tun!
Das ist ein Bericht, der notwendig und gut ist für den Sport. Aber es gibt natürlich wie immer auch dazu andere Meinungen. Manche sagen, da gehört etwas verbessert, da gehört etwas ergänzt. Da, würde ich meinen, haben Sie recht, Herr Abgeordneter Kopf. Nur, daß das kein Sportbericht ist, wie das seinerzeit aufgrund Ihrer Ausführungen im "Standard" geheißen hat, das, glaube ich, kann man nicht sagen, und daher wird meine Fraktion diesen Sportbericht 1996 natürlich zustimmend zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kopf: Keine Sorge, das werden wir auch tun!) – Das zum einen.
Abg. Mag. Schweitzer: Wie weit sind Sie schon mit der Ausgliederung?
Ich verstehe schon, Herr Abgeordneter Grollitsch, daß Sie das nicht verstehen, denn wann auch immer Freiheitliche Aufgaben übertragen bekommen, endet das ja mit den bekannten Ergebnissen – ich denke da zum Beispiel an die niederösterreichische Wohnbauvereinigung oder diese Genossenschaft, die Sie führen. Daher verstehen Sie auch nicht, warum die Bundessporteinrichtungen in dieser Form ausgegliedert werden und wie sie dann geführt werden sollen. Aber da muß man einmal mit uns reden. Wir werden Sie gerne aufklären, und dann werden Sie wissen ... (Abg. Mag. Schweitzer: Wie weit sind Sie schon mit der Ausgliederung?) Wir sind ziemlich weit. Und es wird so sein, wie sich die Bundesregierung das vorgestellt hat, Herr Kollege Schweitzer: Es wird zum 1. Jänner 1999 ausgegliedert. (Abg. Mag. Schweitzer: ASVÖ? ASKÖ?)
Abg. Mag. Schweitzer: ASVÖ? ASKÖ?
Ich verstehe schon, Herr Abgeordneter Grollitsch, daß Sie das nicht verstehen, denn wann auch immer Freiheitliche Aufgaben übertragen bekommen, endet das ja mit den bekannten Ergebnissen – ich denke da zum Beispiel an die niederösterreichische Wohnbauvereinigung oder diese Genossenschaft, die Sie führen. Daher verstehen Sie auch nicht, warum die Bundessporteinrichtungen in dieser Form ausgegliedert werden und wie sie dann geführt werden sollen. Aber da muß man einmal mit uns reden. Wir werden Sie gerne aufklären, und dann werden Sie wissen ... (Abg. Mag. Schweitzer: Wie weit sind Sie schon mit der Ausgliederung?) Wir sind ziemlich weit. Und es wird so sein, wie sich die Bundesregierung das vorgestellt hat, Herr Kollege Schweitzer: Es wird zum 1. Jänner 1999 ausgegliedert. (Abg. Mag. Schweitzer: ASVÖ? ASKÖ?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Daß diese Bewegung weitergehen kann, dafür ist einmal dem Staatssekretär sozusagen in Vertretung des Sportministers Dank abzustatten, denn er unterstützt das immer wieder nach besten Kräften. Das ist natürlich nicht immer so umfassend, wie wir es uns wünschen würden, aber es ist einiges, und dafür unser Dank dem Staatssekretär und seinen Mitarbeitern und damit verbunden die Hoffnung, daß wir auch in Zukunft seine Unterstützung und die Unterstützung der Mitarbeiter haben werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Dann bist du automatisch Nichtsportler, nicht?
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Die Sportler sind offensichtlich alle nicht da, die machen etwas anderes. Wir halten die Stellung. (Abg. Mag. Schweitzer: Dann bist du automatisch Nichtsportler, nicht?) Richtig. (Abg. Mag. Schweitzer: Warum redest du dann?)
Abg. Mag. Schweitzer: Warum redest du dann?
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Die Sportler sind offensichtlich alle nicht da, die machen etwas anderes. Wir halten die Stellung. (Abg. Mag. Schweitzer: Dann bist du automatisch Nichtsportler, nicht?) Richtig. (Abg. Mag. Schweitzer: Warum redest du dann?)
Beifall des Abg. Smolle.
Meine Damen und Herren! Der Bericht selbst ist informativ. Wir lehnen ihn aber ab, weil wir die Strukturen ablehnen, unter denen der Sport heute abläuft, und es freut mich sehr, daß Herr Löschnak heute eine Reform, ein Überdenken dieser Strukturen angekündigt hat. Wenn es schon Dachverbände braucht, warum dann drei und nicht einen? Es hat halt Parteipolitik mit Sport nichts zu tun. Es gibt manche, die das glauben, weil es schön ist, sich irgendwo hinzustellen. Aber noch einmal: Parteipolitik und Sport – das gab es zu Systemzeiten. Da hatten die Kommunisten ihren Sport, und die Nazis hatten ihren Sport, alle möglichen furchtbaren Vereinigungen der Vergangenheit. Aber in der heutigen modernen, vielfältigen Demokratie hat Parteipolitik nichts mit Sport zu tun. (Beifall des Abg. Smolle.) Und wenn die Parteipolitik den Sport vereinnahmt, mißbraucht sie ihn. Politik hat dem Sport zu dienen und ihn nicht parteipolitisch zu beeinflussen.
Abg. Leikam: Und welcher soll das sein?
Darum brauchen wir nicht drei Dachverbände. Und wenn wir schon überhaupt einen Dachverband anbrachen, um den Massensport dort einzubinden, dann brauchen wir einen, aber nicht drei. Auch das sollte in einer Weiterentwicklung dieser Gesellschaft möglich sein. (Abg. Leikam: Und welcher soll das sein?) Lieber Herr Leikam! Stell dir vor, er wird keine Farbe haben. Das muß doch möglich sein in dieser Republik, oder? (Neuerlicher Beifall des Abg. Smolle.) Trotz meiner 50 Jahre habe ich noch Visionen.
Neuerlicher Beifall des Abg. Smolle.
Darum brauchen wir nicht drei Dachverbände. Und wenn wir schon überhaupt einen Dachverband anbrachen, um den Massensport dort einzubinden, dann brauchen wir einen, aber nicht drei. Auch das sollte in einer Weiterentwicklung dieser Gesellschaft möglich sein. (Abg. Leikam: Und welcher soll das sein?) Lieber Herr Leikam! Stell dir vor, er wird keine Farbe haben. Das muß doch möglich sein in dieser Republik, oder? (Neuerlicher Beifall des Abg. Smolle.) Trotz meiner 50 Jahre habe ich noch Visionen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Die Mittel der Bundessportorganisation, die von Lotto-Toto beigestellt werden, sind in Ordnung. Ich bin sehr froh darüber, daß im Juli dieser Antrag beschlossen wurde, und ich freue mich noch am Ende meiner Rede, daß sich auch Grollitsch zu Senza confini bekennt. Ich hoffe, daß er es allen verkorksten Nationalisten in Kärnten auch sagt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP
Ich wiederhole einmal mehr den Wunsch und die Forderung der ÖVP, daß mit der Schaffung eines Bildungsministeriums, in dem auch der Wissenschaftsbereich integriert wäre, der richtige Platz für den Schreibtisch des Sportstaatssekretärs gefunden wäre (Beifall bei der ÖVP), weil dann einfach die ideale Kombination zwischen Schulsport, außerschulischem Sport und universitärem Sport gegeben wäre und eine Koordination, die notwendig ist, besser vonstatten gehen könnte.
Abg. Dr. Grollitsch: Warum steht es dann dort: 360?
Wir konnten nach vielen Diskussionen die Valorisierungsproblematik lösen. Ich glaube, daß der Ansatz ein vernünftiger und kreativer ist. Diese Diskussion um diese Untergrenze, Herr Kollege Grollitsch, ist ja wirklich eine theoretische und im Grunde polemische, wenn ich dir das so sagen darf. Wir alle wissen, daß es sich dabei im Grunde um eine 10-Prozent-Abweichungsklausel nach oben und unten mit Begrenzung gehandelt hat. Wir wußten aber damals schon um die Umsätze der Lotterien, und jemandem im Sport erklären zu wollen – so wie du das offensichtlich versucht hast –, daß er jetzt Angst haben muß, mit dieser Untergrenze unter die früheren 400 Millionen zu fallen, ist nicht sehr seriös. Da helfen dann auch deine nachträglichen Erklärungen an die Funktionäre nichts. Das war nicht in Ordnung von dir. (Abg. Dr. Grollitsch: Warum steht es dann dort: 360?)
Abg. Leikam: Das tun sie überall!
Es kommt nicht zum Tragen, und das ist das Entscheidende! Das an einem Formalismus aufzuhängen, ist nicht seriös. Du hast damit nur einige Funktionäre verunsichert, und das war unsinnig und unnötig und nichts als parteipolitisches Kleingeldmachen. (Abg. Leikam: Das tun sie überall!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
An dieser Stelle möchte ich daher auch der gesamten Bundesregierung recht herzlich für die im Zusammenhang mit diesen Bewerbungen schon gefaßten Beschlüsse danken, die erforderliche Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Unser politisches Ziel muß darin liegen, eine Sportkultur zu schaffen, bei der eine gleichberechtigte Beteiligung der Frauen in allen Bereichen des Sports nicht nur möglich ist, sondern auch speziell gefördert wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein drittes mir sehr wichtiges Thema ist der Behindertensport. Diesem wurde leider kein eigenes Kapitel im Sportbericht gewidmet, obwohl auf diesem Gebiet sehr viel getan wird. Ich denke dabei zum Beispiel an die vor zwei Wochen im Bundessportzentrum Südstadt abgehaltenen Staatsmeisterschaften in Leichtathletik, bei denen die Betreuer und Betreuerinnen großes Engagement bewiesen und die Sportler und Sportlerinnen großartige Leistungen erzielt haben. Es wurden bei strömendem Regen acht österreichische Rekorde aufgestellt. Dafür gebühren allen mein ganz herzlicher Dank und meine Gratulation. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich appelliere an den Herrn Staatssekretär Dr. Wittmann, in den nächsten Sportberichten die Entwicklungen in diesen drei Bereichen zu dokumentieren. Aber auch an Sie, meine Damen und Herren, appelliere ich, dazu beizutragen, daß diesen Themen in der politischen Praxis und in der vorbereitenden Arbeit zur Gesetzgebung künftig mehr Gewicht verliehen wird. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das geht sich nie aus!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Weiters zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Schweitzer. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Mag. Schweitzer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das geht sich nie aus!)
Abg. Kopf: Wer wird nicht erwähnt? Dann im nächsten Bericht!
Das ist auch ein Schlaglicht, wie ernst und wie wichtig der Nachwuchssport in Österreich genommen wird. Ich betone das deshalb, weil das Thema Nachwuchs- und Jugendsport auch in diesem Sportbericht nicht wirklich ernst genommen wird. Vor allem wird die ganz breite Basis des Sportnachwuchses, die sich in den Schulen befindet, darin mit keinem einzigen Wort erwähnt. (Abg. Kopf: Wer wird nicht erwähnt? Dann im nächsten Bericht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Tun Sie doch mehr für die Jugend, dann werden Sie auch mehr Gelegenheit haben, sich mit den aus diesem Jugendsport herauskommenden Spitzensportlern zu präsentieren. Das wäre mein Anliegen zum Sportbericht. Und widmen Sie ihm das nächste Mal eine halbe Seite, denn das wäre schon unendlich mehr, als es diesmal der Fall ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Das hat mit Sport nichts zu tun!
Ein Beispiel dafür wäre der Österreich-Ring. Dazu ein paar Zahlen vom Marktforschungsinstitut OGM. (Abg. Mag. Schweitzer: Das hat mit Sport nichts zu tun!) Das hat schon mit Sport zu tun, weil ich doch den Sport als Wirtschaftsfaktor angesprochen habe und hiezu ein Beispiel anführe: Von wettermäßig geeigneten 262 Tagen im Jahr konnten an 208 Tagen tatsächlich Veranstaltungen durchgeführt werden. Das hat eine Zahl von 680 000 Besuchern mit sich gebracht. Der Umsatz ohne Eintrittskarten von 306 Millionen Schilling abzüglich der Kosten ergab eine Nettowertschöpfung von 147 Millionen Schilling. Bund und Land durften weitere 145 Millionen Schilling an Steuern einstreifen.
Abg. Mag. Schweitzer: Das Stadion in Graz!
Der Sport muß entsprechend seiner Bedeutung für Tourismus und Wirtschaft auch durch geeignete Initiativen im In- und Ausland gefördert werden. An Sie, Herr Staatssekretär, und an den Herrn Bundeskanzler sei die Bitte gerichtet, Großveranstaltungen durch die Schaffung der dafür erforderlichen Sportstätteninfrastruktur zu unterstützen. (Abg. Mag. Schweitzer: Das Stadion in Graz!) Nicht das Stadion in Graz! Für eine positive Bewerbung des ÖFB um die Austragung der Europameisterschaft 2004 müssen die notwendigen Einrichtungen im Land gesichert und die Stadien bereitgestellt werden. Die Bewerbung um die Europameisterschaft 2004 ist bestmöglich zu unterstützen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Ein neues Stadion in Graz!
Das gilt selbstverständlich auch für die Olympiabewerbung der Bewerberstadt Klagenfurt zur Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2006. Auch die ist entsprechend zu fördern und zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Ein neues Stadion in Graz!)
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Ich bitte Sie daher, den öffentlichen Sport gemeinsam straffer, klarer, stärker und positiver zu positionieren und diesem Vorhaben auch seitens des Staates einen entsprechenden Turbo zu verleihen, damit in allen Bevölkerungsschichten, ob jung oder alt, klar wird, daß wir Vorbild auch für Europa sind. Ich denke, diese Rechnung würde aufgehen, sie würde sich bezahlt machen. Wir alle könnten glücklich damit sein, und ich denke, daß wir damit auch eine gute Tat vollbringen würden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Nein! Stellenwert! Schwechat – Vienna!
Es wurde heute auch die Frage – ich kann da einen ganzen Komplex zusammenfassen – des Jugendsports aufgeworfen. Bezüglich Jugendsport möchte ich nicht jeweils besuchte Veranstaltungen aufrechnen, das ist eine Vorgangsweise, die nichts mit politischer Verantwortung zu tun hat (Abg. Mag. Schweitzer: Nein! Stellenwert! Schwechat – Vienna!), aber ich gebe Ihnen recht, daß der Jugendsport eine der bedeutendsten Herausforderungen für die Zukunft ist und daß uns die Zusammenführung des schulischen Sports und des Jugendsports ein Anliegen sein muß.
Abg. Mag. Schweitzer: Bauen wir jetzt noch ein Stadion in Graz?
Es war nicht immer leicht, eine derartige Bewerbung auf die Beine zu stellen, aber es ist uns, so glaube ich, ein ganz großer Wurf gelungen, daß wir das österreichweit abklären konnten. (Abg. Mag. Schweitzer: Bauen wir jetzt noch ein Stadion in Graz?) Wir haben fünf Stadien und nicht vier Stadien, wie es das Mindesterfordernis wäre. Somit sind wir weit darüber hinaus, und es gibt auch bereits die entsprechenden Regierungsbeschlüsse.
Abg. Mag. Schweitzer: Was passiert in diesem Zusammenhang mit dem Grazer Stadion? – Abg. Dr. Stippel: Zuhören!
Wir werden eine sportpolitisch sehr interessante Bewerbung für die Ausrichtung der Olympischen Spiele abgeben. Ich kann Ihnen versichern, daß diese Bewerbung nunmehr in sehr geordneten Bahnen verläuft, die Vorbereitung sehr gewissenhaft ist und bereits eine detaillierte Aufbereitung der Kosten der Sportstätten und auch der anderen Infrastruktur vorliegt. Ende September werden wir gemeinsam mit dem Österreichischen Olympischen Comité diese Bewerbung abgeben. (Abg. Mag. Schweitzer: Was passiert in diesem Zusammenhang mit dem Grazer Stadion? – Abg. Dr. Stippel: Zuhören!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir werden uns dafür einsetzen, daß die HSNS gesetzlich verankert wird und ein eigenes Frauenkontingent bekommt – damit bin ich beim Thema Frauen –, denn ein Frauenkontingent darf nicht zu Lasten jenes Kontingents gehen, das schon vorher vorhanden war. Es muß eine Ausweitung des Kontingents und damit zusätzliche Plätze für Frauen geben. Man darf in dieser Frage nicht mit zweierlei Maß messen, darin gebe ich Ihnen vollkommen recht. Man muß ein eigenes Kontingent für Frauen durchsetzen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Der Vorwurf, daß das Problem Behindertensport in diesem Sportbericht nicht aufgegriffen wurde, geht ins Leere. Gerade im Jahre 1996 ist es zur Anerkennung des Behindertensportes im Rahmen der BSO gekommen. Wir setzen 4,8 Millionen Schilling für den Spitzensport im Behindertenbereich ein und versuchen, über das Paralympische Comité eine Stärkung seines Images zu erreichen. Ich glaube, gerade der Behindertensport hat in den letzten beiden Jahren eine merkliche Verankerung in unserer Politik erfahren. Das werden wir auch durch das EU-Sportfest demonstrieren können, da wir in dieses europaweite Treffen auch die Behinderten eingebunden haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Das Grazer Stadion haben Sie nicht geklärt!
Ich hoffe, daß ich mit meinen Ausführungen die hier aufgeworfenen Fragen klären konnte. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Das Grazer Stadion haben Sie nicht geklärt!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Ich sage das heute als jemand, der selbst ein leidenschaftlicher Fußballer ist und der sehr viel Freude mit seiner Mannschaft erlebt. Denn wahrscheinlich ist der österreichische Rekordmeister Rapid der erfolgreichste österreichische Fußballklub überhaupt, und er hat auch diese Woche sehr viele Erfolge. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.) Aber ich sage es auch deswegen, weil diese Glosse ganz einfach aufzeigt, daß es nur drei "Sportelefanten" – so könnte man sie vielleicht nennen – gibt, die das ganze Geld durch Fernsehen bekommen, während mehr als 90 Prozent des Sports das Sponsoring, das wieder über das Fernsehen zurückkommt, verlieren. (Abg. Mag. Schweitzer: Paßt gut auf! Das stimmt, was er sagt!)
Abg. Mag. Schweitzer: Paßt gut auf! Das stimmt, was er sagt!
Ich sage das heute als jemand, der selbst ein leidenschaftlicher Fußballer ist und der sehr viel Freude mit seiner Mannschaft erlebt. Denn wahrscheinlich ist der österreichische Rekordmeister Rapid der erfolgreichste österreichische Fußballklub überhaupt, und er hat auch diese Woche sehr viele Erfolge. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.) Aber ich sage es auch deswegen, weil diese Glosse ganz einfach aufzeigt, daß es nur drei "Sportelefanten" – so könnte man sie vielleicht nennen – gibt, die das ganze Geld durch Fernsehen bekommen, während mehr als 90 Prozent des Sports das Sponsoring, das wieder über das Fernsehen zurückkommt, verlieren. (Abg. Mag. Schweitzer: Paßt gut auf! Das stimmt, was er sagt!)
Abg. Böhacker: Wer spielt denn im Fernsehen? Die Volksbank ist der Sponsor!
Daher, meine Damen und Herren, ist es so notwendig und so wichtig, daß der Sport, der Jugendsport, Geld, öffentliches Geld, öffentliche Subventionen bekommt. Herr Staatssekretär, wir, der Österreichische Schwimmverband, sind wirklich sehr dankbar dafür, daß es, nachdem die Valorisierung der Sportmittel gestoppt wurde (Abg. Böhacker: Wer spielt denn im Fernsehen? Die Volksbank ist der Sponsor!) – und dies hat uns getroffen wie ein Keulenschlag –, nun endlich möglich geworden ist, durch die Anpassung des Glücksspielgesetzes Geld zu bekommen. "Geld zu bekommen" unterstreiche ich, nur geschehen ist es bis heute nicht. Die Bundessportorganisation, die den Verbänden das Geld anweist und übermittelt, kann es nicht anweisen, weil die 20 Millionen, die zur Verfügung gestellt werden sollen, nachdem wir das – ich glaube, es war vor dem Sommer – hier beschlossen haben, noch nicht zur Auszahlung gelangt sind.
Abg. Mag. Schweitzer – Beifall spendend –: Bravo! Der ist gut, der Otmar!
Meine Damen und Herren! Auf diese Weise wird der Sport – und das betrifft 90 Prozent des Sports, jene Sportarten, die zwar sogenannte Grundsportarten sind und sehr wichtig sind, aber in Wirklichkeit durch die Fernsehelefanten zu Randsportarten degradiert werden – gestoppt! (Abg. Mag. Schweitzer – Beifall spendend –: Bravo! Der ist gut, der Otmar!) Herr Bundesminister, ich bitte Sie darum, daß man es nicht nur beim Beschluß dieses Gesetzes bewenden läßt und daß Sie hier nicht nur sagen, daß damit etwas für den Sport getan worden ist, sondern daß dieses Geld auch ausbezahlt wird.
Beifall der Abgeordneten Mag. Schweitzer und Dr. Grollitsch.
Daher bitte ich Sie von dieser Stelle aus: Wenn sich hier schon alle zum Sport bekennen, dann soll das kein Lippenbekenntnis sein, auch nicht von seiten der Regierung, sondern dann soll das, was uns zugesagt wurde und was wir per Gesetz beschlossen haben, auch erfüllt werden. Wir brauchen, der Sport braucht das Geld! (Beifall der Abgeordneten Mag. Schweitzer und Dr. Grollitsch.)
Abg. Mag. Schweitzer: Vienna gegen Schwechat, letzte Woche!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Lassen Sie mich trotzdem noch eine zweite Anmerkung machen, eine Anmerkung, die den Spitzensport betrifft. (Abg. Mag. Schweitzer: Vienna gegen Schwechat, letzte Woche!) Der Spitzensportausschuß ist sicherlich eine sehr, sehr gute Einrichtung, und in diesem Spitzensportausschuß sitzen die Vertreter des Österreichischen Olympischen Comités, die Vertreter der Regierung, die Vertreter der Länder und die Vertreter der Bundessportorganisation. – Pardon! Der Sporthilfe. Ich korrigiere: Die vierten Vertreter sind jene der Sporthilfe.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Bravo!
Meine Redezeit ist nahezu um. Lassen Sie mich in diesem Hohen Haus noch eines an jene übermitteln, die es auch verdienen: Wir haben im österreichischen Schwimmsport festgelegt, daß alle, die in den europäischen Verbänden des Schwimmsports zu tun haben, deshalb, weil wir stolz darauf sind, daß unser Bundesland Kärnten die Olympischen Winterspiele senza confini ausrichten würde, überall dafür eintreten und Lobbyismus machen werden, damit dieses Bundesland, das so für den Sport eintritt, auch diese Olympischen Spiele bekommt. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Bravo!)
Abg. Mag. Schweitzer: Was wirst du jetzt sagen?
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Höchtl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Schweitzer: Was wirst du jetzt sagen?) Man könnte ja sagen, es ist jetzt die Runde der einzelnen Sportverbandspräsidenten, weil jeder einzelne in seinem Bereich – sei es fürs Schwimmen, fürs Rodeln, für Fußball, für Skifahren – Stellung nimmt. (Abg. Leikam: Fürs Rodeln! – Abg. Mag. Schweitzer: Erzähl einmal, wie es ist als Präsident fürs Rodeln!) Aber ich glaube, wenn wir vor einiger Zeit begonnen haben, über die gesellschaftspolitische Notwendigkeit zu diskutieren, als Gesellschaft immer stärker eine engagierte Bürgergesellschaft zu werden (Abg. Mag. Posch: Beim Rodeln ist das Wurscht!), weil das die Zukunft insgesamt ist, dann besteht wohl kein Zweifel daran, daß der Sport ein Bereich ist, in dem dieses Engagement von vielen, nicht nur von wenigen, sondern von Tausenden Menschen diese Bürgergesellschaft, dieses engagierte In-der-Gesellschaft-tätig-Sein darstellt. (Abg. Böhacker: Ehrenamtlich!)
Abg. Leikam: Fürs Rodeln! – Abg. Mag. Schweitzer: Erzähl einmal, wie es ist als Präsident fürs Rodeln!
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Höchtl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Schweitzer: Was wirst du jetzt sagen?) Man könnte ja sagen, es ist jetzt die Runde der einzelnen Sportverbandspräsidenten, weil jeder einzelne in seinem Bereich – sei es fürs Schwimmen, fürs Rodeln, für Fußball, für Skifahren – Stellung nimmt. (Abg. Leikam: Fürs Rodeln! – Abg. Mag. Schweitzer: Erzähl einmal, wie es ist als Präsident fürs Rodeln!) Aber ich glaube, wenn wir vor einiger Zeit begonnen haben, über die gesellschaftspolitische Notwendigkeit zu diskutieren, als Gesellschaft immer stärker eine engagierte Bürgergesellschaft zu werden (Abg. Mag. Posch: Beim Rodeln ist das Wurscht!), weil das die Zukunft insgesamt ist, dann besteht wohl kein Zweifel daran, daß der Sport ein Bereich ist, in dem dieses Engagement von vielen, nicht nur von wenigen, sondern von Tausenden Menschen diese Bürgergesellschaft, dieses engagierte In-der-Gesellschaft-tätig-Sein darstellt. (Abg. Böhacker: Ehrenamtlich!)
Abg. Mag. Posch: Beim Rodeln ist das Wurscht!
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Höchtl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Schweitzer: Was wirst du jetzt sagen?) Man könnte ja sagen, es ist jetzt die Runde der einzelnen Sportverbandspräsidenten, weil jeder einzelne in seinem Bereich – sei es fürs Schwimmen, fürs Rodeln, für Fußball, für Skifahren – Stellung nimmt. (Abg. Leikam: Fürs Rodeln! – Abg. Mag. Schweitzer: Erzähl einmal, wie es ist als Präsident fürs Rodeln!) Aber ich glaube, wenn wir vor einiger Zeit begonnen haben, über die gesellschaftspolitische Notwendigkeit zu diskutieren, als Gesellschaft immer stärker eine engagierte Bürgergesellschaft zu werden (Abg. Mag. Posch: Beim Rodeln ist das Wurscht!), weil das die Zukunft insgesamt ist, dann besteht wohl kein Zweifel daran, daß der Sport ein Bereich ist, in dem dieses Engagement von vielen, nicht nur von wenigen, sondern von Tausenden Menschen diese Bürgergesellschaft, dieses engagierte In-der-Gesellschaft-tätig-Sein darstellt. (Abg. Böhacker: Ehrenamtlich!)
Abg. Böhacker: Ehrenamtlich!
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Höchtl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Schweitzer: Was wirst du jetzt sagen?) Man könnte ja sagen, es ist jetzt die Runde der einzelnen Sportverbandspräsidenten, weil jeder einzelne in seinem Bereich – sei es fürs Schwimmen, fürs Rodeln, für Fußball, für Skifahren – Stellung nimmt. (Abg. Leikam: Fürs Rodeln! – Abg. Mag. Schweitzer: Erzähl einmal, wie es ist als Präsident fürs Rodeln!) Aber ich glaube, wenn wir vor einiger Zeit begonnen haben, über die gesellschaftspolitische Notwendigkeit zu diskutieren, als Gesellschaft immer stärker eine engagierte Bürgergesellschaft zu werden (Abg. Mag. Posch: Beim Rodeln ist das Wurscht!), weil das die Zukunft insgesamt ist, dann besteht wohl kein Zweifel daran, daß der Sport ein Bereich ist, in dem dieses Engagement von vielen, nicht nur von wenigen, sondern von Tausenden Menschen diese Bürgergesellschaft, dieses engagierte In-der-Gesellschaft-tätig-Sein darstellt. (Abg. Böhacker: Ehrenamtlich!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Böhacker.
Deshalb möchte ich sagen: Wenn wir heute eine sportpolitische Diskussion über einen Sportbericht führen, sollten wir vor allem jenen mehr als hunderttausend Menschen, die sich in diesen 13 000 Vereinen ehrenamtlich für andere zur Verfügung stellen, für dieses ehrenamtliche Zurverfügungstellen ihrer Tätigkeit jahraus, jahrein ein herzliches Danke sagen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Böhacker.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich meine, Herr Kollege Grollitsch, es ist doch wirklich egal, aus welchen Gründen immer diese Dachverbände – ob das jetzt die UNION, der ASKÖ oder der ASVÖ ist – geschaffen worden sind, eines ist klar: Sie schaffen für diese Tausenden Vereine jene Betreuungschance, damit diese Hunderttausenden von Sportbegeisterten überhaupt die Möglichkeit haben, sich in ihrem Interessenbereich sportlich zu engagieren. Ob sie nun so oder so orientiert sind, ist egal, die Hauptsache ist, sie erfüllen eine wesentliche Aufgabe, nämlich für Sportinteressierte tätig zu sein. Ob das jetzt zwei, drei oder fünf Dachverbände sind, ist egal. Ich glaube, insoweit sollten wir uns zu einer Struktur, die gewachsen ist, durchaus bekennen, und ich möchte das auch heute hier am Rednerpult für alle tun. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, dafür haben wir einen Auftrag, und wenn wir diesen Auftrag gemeinsam zum Wohle aller erfüllen, dann ist das weder eine rote noch eine schwarze, noch eine blaue oder eine grüne oder wie auch immer geartete Sportpolitik, sondern eine Sportpolitik, die die Interessen des Menschen, der Sport betreiben möchte, als richtig und als wichtig betrachtet. Daher sagen wir zu diesem Sportbericht, der einiges davon auflistet, ein aufrichtiges Ja. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Ich weiß, es ist eine schwere Aufgabe, aber ich denke, Sie haben dafür Sorge zu tragen, daß der Breiten- und der Spitzensport gerecht gefördert werden, und ich denke – und ich bin sicher, Sie werden sich bemühen –, daß das auch in Zukunft so sein wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein Letztes: Herr Staatssekretär! Wir haben vor einem Jahr hier einen Fünfparteienantrag geliefert, aus dem hervorgeht, daß Österreichs Schuljugend bis hinauf zu den Studenten mit mehr sportlichen Möglichkeiten ausgestattet werden soll. Es wurde damals vereinbart, daß wir den Universitätssport in Verbindung mit dem Sport für Fachhochschulen gesetzlich festzulegen versuchen und dem Abbau des Universitätssportes gegensteuern. Leider konnten wir uns zu einem solchen Antrag heuer nicht verständigen. Ich bitte Sie um Ihre Unterstützung dafür, diesem bestehenden Vakuum im Studentensport und im Sport der wachsenden Zahl der Fachhochschüler besonderes Augenmerk zu widmen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nun ist die Frage zu stellen: Was passiert in der Folge? – Es wird das, was genehm ist, irgendwann irgendwo bearbeitet, und das, was weniger genehm ist, das wird verschleppt. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das heißt, es wird in Ausschüssen eingegraben, und diese Petitionen und Bürgerinitiativen verschwinden. Mit Ende der Gesetzgebungsperiode ist gleichsam auch diese Initiative gestorben, und es ist nicht so, daß sie automatisch in der darauffolgenden Periode einer Behandlung zugeführt wird. So habe ich hier zum Beispiel allein im Verfassungsausschuß sieben Petitionen aus dem Jahr 1996, die keiner Behandlung zugeführt wurden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es fällt mir sehr schwer, das ernst zu nehmen, noch dazu, wenn Oppositionsparteien hier unisono mit einstimmen und dieses Ansinnen, diese Petition negativ behandelt wissen wollen, die es bei den letzten Wahlen – weder die eine noch die andere – nicht geschafft haben, diese Anzahl von Stimmen, nämlich 500 000, zu erreichen. Abgesehen davon, daß damit offenkundig wird, daß kein Interesse daran besteht, den Bürger auch tatsächlich am politischen Geschehen in dem ihm zustehenden und erforderlichen Maße zu beteiligen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Grundsätzlich hat sich der Ausschuß für Petitionen und Bürgerinitiativen zur Vorbereitung seiner Entscheidungen über die einzelnen Anliegen in vielen Fällen an die Bundesministerien, die Volksanwaltschaft und andere Behörden beziehungsweise Organisationen mit dem Ersuchen um Stellungnahmen gewandt. Ich möchte hier als Ausschußvorsitzende die insgesamt sehr gute Zusammenarbeit mit den erwähnten Institutionen betonen und mich dafür bedanken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir wollen aber diesem Bereich in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit widmen. Wie dieses Mehr an Aufmerksamkeit im Detail aussehen könnte, sollte jedoch Gegenstand einer ausführlichen inhaltlichen Auseinandersetzung sein, die in meiner Fraktion schon begonnen hat. Ziel ist, daß jeder Bürger und jede Bürgerin im Petitionsausschuß eine Anlaufstelle vorfindet, wo rasch und effizient gearbeitet wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich befürchte aber, daß die Bürgeranliegen, die über Petitionen an uns herangetragen werden, von dieser Regierung einfach ignoriert werden. Darum mein Aufruf an Sie, meine sehr geschätzten Damen und Herren von der Koalition: Machen Sie endlich bessere Gesetze! Sorgen Sie für eine bürgernahe und bürgerfreundliche Verwaltung, und nehmen Sie die Sorgen der Bevölkerung endlich ernst! Denn dann muß sich der Bürger nicht mehr über Petitionen an den Gesetzgeber zur Wehr setzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Abgeordnete Edeltraud Gatterer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich glaube, der Petitionsausschuß zeigt zumindest eines: daß es möglich ist, über fünf Parteien hinweg gut und einvernehmlich zu arbeiten. Ich glaube, wir alle wissen, daß es wichtig ist, in diesem Ausschuß Verbesserungen durchzuführen. Dennoch meine ich, daß der Ansatz, gemeinsam Lösungen zu erzielen, ein sehr guter ist, der in den meisten anderen Bereichen und Ausschüssen in diesem Hause fehlt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch in anderen Bereichen hat es Verwaltungsvereinfachungen gegeben. Ich weiß allerdings auch, daß der Wunsch nach einer Folgekostenrechnung, bis in die Bereiche der Wirtschaft, daß der Wunsch nach einem Legislativdienst noch immer offen ist. Ich glaube, die Kammer hat mit "One Shop Stop" eine sehr gute Initiative gesetzt, durch die gezeigt wird, wie man Verwaltungsvereinfachung auch leben kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Ein Hearing, bei dem wir leider nicht so erfolgreich waren, betraf die Petition Nr. 27 "Österreichische Note – Präzisierung des Rundfunkgesetzes", was ich aber nach wie vor als wichtiges Ziel ansehe. Es wurde der ORF eingeladen, der durch den jetzigen Generalintendanten Weis vertreten war, an den die Bitte und der Auftrag gerichtet wurden, daß österreichische Künstler im ORF mehr vertreten sein sollten, um mehr gesehen und gehört werden zu können. Ich glaube, daß wir jetzt, seit Intendant Weis auch die Möglichkeit hat, diese Petition zu verwirklichen, noch einmal an ihn appellieren sollten, das auch umzusetzen. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Generell glaube ich auch, daß dieser Sammelbericht einen großen Erfolg des Ausschusses für Petitionen und Bürgerinitiativen widerspiegelt, insbesondere betreffend die Bürgerinitiative zum Verbot der Antipersonenminen. In diesem Bereich ist sehr viel geschehen. Österreich hat ein sehr strenges diesbezügliches Gesetz, war international federführend und konnte auch auf internationaler Ebene seine Erfahrungen einbringen. Ich glaube, das ist ein großer Erfolg, der nicht zuletzt auf die Bemühungen in Österreich und auf diese Bürgerinitiative zurückzuführen ist. Wir haben heute in der Früh über das Leid von Kindern gesprochen, die in Kriegen etwa durch Minen zu den ärmsten und auch unschuldigsten Leidtragenden der Konflikte werden. Ich glaube, auch diesbezüglich ist ein großer Erfolg erzielt worden, und nicht zuletzt dieser Erfolg hat auch dazu geführt, daß der Friedensnobelpreis an diese weltweite Initiative verliehen wurde. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir diesen Sammelbericht und die Tätigkeit des Ausschusses für Petitionen und Bürgerinitiativen seriös diskutieren, dann müssen wir uns für die Zukunft vornehmen, die Arbeit des Ausschusses noch eingehender zu überdenken. Ich glaube, in diesem Punkt sind wir einer Meinung. Wahrscheinlich sollte es Zeitbegrenzungen für die positiven, aber auch für die negativen Erledigungen geben, damit Transparenz geschaffen wird. Es wäre auch positiv, wenn nicht nur Stellungnahmen eingeholt werden, sondern man dann auch von den Ausschüssen, an welche zugewiesen wurde, einen Bericht darüber bekommt, ob und in welches Gesetz der Inhalt der entsprechenden Petition oder Bürgerinitiative eingeflossen ist, was man machen konnte und wie sich das auswirkt. Ich glaube, auch das würde der Transparenz im Sinne der Bürger dienen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Ich glaube, wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns, denn ich meine, gerade von seiten der Politik sollten wir Petitionen und Bürgerinitiativen fördern. Wir müssen die Bürger mit einbeziehen. In diesem Zusammenhang sehe ich Sie an, Frau Kollegin Aumayr, denn ich glaube, daß es nicht Sinn und Zweck des Petitionsausschusses ist, daß eine Abgeordnete mit einer Unterschrift eine Petition einbringt. Sie haben andere Möglichkeiten! (Zwischenruf der Abg. Aumayr.) Für die Petition "Stopp der Gesetzesflut" gab es 123 000 Unterschriften, das war nicht eine Petition mit einer Unterschrift! Ich glaube, wir sollten dieses Instrument politisch nicht mißbrauchen. Ich meine, daß wir die Bürgerinitiativen forcieren sollen, denn in Wirklichkeit sind die Bürgerinitiativen die kostengünstigen, wenn auch weniger spektakulären Schwestern des Volksbegehrens. Ich denke in diesem Zusammenhang an die Petitionen des Bürgermeisters Mühlbachler. Denn die Volksbegehren kosten den Steuerzahler, ganz egal, ob er diese Meinung vertritt oder nicht, sehr, sehr viele Millionen. Ich glaube, Ihre Partei müßte dazu auch einmal eine Kosten-Nutzen-Rechnung anstellen!
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir müssen uns Zeitrahmen schaffen und setzen. Ich glaube, die Arbeit des Ausschusses ist positiv, und dieser muß aufgewertet werden, weil er eine direkte Linie vom Bürger zum Parlament darstellt und wirklich die einzige diesbezügliche Schiene und Möglichkeit ist. Wir sollten diese Schiene breiter legen und aufbauen! Das wünsche ich mir! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Franz Koller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordneten! Wir Freiheitlichen treten für eine bürgernahe Politik ein. Volksbegehren, Petitionen und Bürgerinitiativen sind die demokratischen Wurzeln einer bürgernahen Politik. Die Forderungen nach mehr Bürgernähe und erhöhter Transparenz müssen endlich ernst genommen werden! Wenn Sie von den Regierungsparteien die Rechte der Opposition beschneiden, so gehen Sie in die falsche Richtung und führen die Bürger an der Nase herum! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zusammenfassend: Wir fordern eine lückenlose Kennzeichnung. Die Bauern, insbesondere die Biobauern, dürfen nicht zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Die Konsumenten und Endverbraucher dürfen nicht getäuscht werden. Wir Freiheitlichen vertreten nicht die Gentechniklobby wie Sie von der ÖVP, sondern wir Freiheitlichen vertreten die Anliegen der Bürger! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Wie auch immer: Wir müssen uns in diesem Ausschuß auch in bezug auf die Geschäftsordnung auseinandersetzen. Wir müssen nachdenken, wie wir die Effektivität steigern. Wir müssen nachdenken, wie wir zum Beispiel gewisse Angelegenheiten der Volksanwaltschaft zur Erledigung und auch zur Berichterstattung abtreten, damit wir erfahren, was damit geschehen ist. Es geht jetzt nicht darum, daß man kleinlich in Formulierungen schwelgt. Die Anliegen, die die Bürger einzeln oder in Gruppen vorbringen, sind meist sehr klar, wenn auch oft nicht sehr gefällig oder sehr brauchbar – möchte ich einmal sagen – für einen Antrag formuliert. Die Anliegen sind ernst zu nehmen und auch ernst zu erledigen. Es geht nicht an, daß wir eine solche Petition dann einfach zum Beispiel in den Gesundheitsausschuß oder in einen anderen Ausschuß schicken und alles mit Ende der Legislaturperiode dann sozusagen dem Papierkorb anheimfällt. Das ist nicht das, was sich der Bürger als Angehöriger einer Bürgerinitiative, als Petitionseinbringer vorstellt! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich schließe mich der Aussage nicht an, daß das ein zahnloser Ausschuß ist. Wir machen diesen Ausschuß erst zahnlos. Wenn dieser zahnlos ist, dann tragen wir Abgeordnete dafür die Verantwortung. Daher müssen wir Änderungen vornehmen! – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich beziehe mich jetzt auf die Petition Nr. 3: "Bus und Bahn für alle". Seit Oktober 1996 wird sie im Verfassungsausschuß behandelt, und das einzige, was man jetzt veranlaßt hat, ist, daß die Nichtdiskriminierung der Behinderten in die Verfassung aufgenommen worden ist. Das, worum es den Behinderten aber in Wirklichkeit geht, nämlich ein Antidiskriminierungsgesetz zu schaffen, aus dem die Behinderten ein Recht ableiten können, zu klagen, wenn sie diskriminiert werden, wurde bisher nicht umgesetzt. Deshalb muß ich sagen: Der Erfolg des Verfassungsausschusses ist wirklich ziemlich mager, und es besteht kein Grund für Lob oder Beweihräucherung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Motter: Nein! Nein!
In der Staatsoper gibt es zwei Behindertenplätze, und diese sind ganz weit hinten. (Abg. Motter: Nein! Nein!) Selbstverständlich sind sie weit hinten! Sie sind, glaube ich, in der drittletzten Reihe von hinten, Frau Abgeordnete Motter. Ich gehe wahrscheinlich öfter in die Oper als Sie. Außerdem würde ich öfters für jemanden einen Behindertenplatz brauchen. In der Volksoper ist ein Behinderter nicht einmal in der Lage, neben seiner Begleitperson zu sitzen, sondern diese muß hinter ihm sitzen. Wenn es sich um einen Rollstuhlfahrer handelt, dann schleifen die Räder des Rollstuhls an den Knien des Begleiters, weil dort der Platz so eng ist. Sehen kann man in der Volksoper außerdem auch nichts! (Abg. Dr. Brauneder: Das ist nicht immer schlecht!) Ja, das ist nicht immer schlecht.
Abg. Dr. Brauneder: Das ist nicht immer schlecht!
In der Staatsoper gibt es zwei Behindertenplätze, und diese sind ganz weit hinten. (Abg. Motter: Nein! Nein!) Selbstverständlich sind sie weit hinten! Sie sind, glaube ich, in der drittletzten Reihe von hinten, Frau Abgeordnete Motter. Ich gehe wahrscheinlich öfter in die Oper als Sie. Außerdem würde ich öfters für jemanden einen Behindertenplatz brauchen. In der Volksoper ist ein Behinderter nicht einmal in der Lage, neben seiner Begleitperson zu sitzen, sondern diese muß hinter ihm sitzen. Wenn es sich um einen Rollstuhlfahrer handelt, dann schleifen die Räder des Rollstuhls an den Knien des Begleiters, weil dort der Platz so eng ist. Sehen kann man in der Volksoper außerdem auch nichts! (Abg. Dr. Brauneder: Das ist nicht immer schlecht!) Ja, das ist nicht immer schlecht.
Abg. Dr. Brauneder: Schon! – Ruf bei der SPÖ: Das liegt an Peymann!
Im Burgtheater ist die Situation ein wenig besser, das gebe ich schon zu. (Abg. Dr. Brauneder: Schon! – Ruf bei der SPÖ: Das liegt an Peymann!) Aber da gibt es wirklich sehr viel zu tun. Vielleicht liegt es am Peymann, das kann schon sein (Heiterkeit des Abg. Dr. Brauneder), obwohl ich von ihm noch kein Wort zugunsten der Behinderten gehört habe.
Heiterkeit des Abg. Dr. Brauneder
Im Burgtheater ist die Situation ein wenig besser, das gebe ich schon zu. (Abg. Dr. Brauneder: Schon! – Ruf bei der SPÖ: Das liegt an Peymann!) Aber da gibt es wirklich sehr viel zu tun. Vielleicht liegt es am Peymann, das kann schon sein (Heiterkeit des Abg. Dr. Brauneder), obwohl ich von ihm noch kein Wort zugunsten der Behinderten gehört habe.
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Brauneder.
Ich möchte aber noch eines sagen: Ich habe immer wieder dargestellt, daß die größten Behinderungen für die Behinderten in den Ländern und in den Gemeinden erfolgen. Deshalb habe ich immer wieder gesagt, es wäre so dringend notwendig, daß wir hier ein Antidiskriminierungsgesetz schaffen und daß wir die Länder und Gemeinden verpflichten, auch in ihren Bereichen dafür Sorge zu tragen, daß es diese Diskriminierungen nicht mehr gibt. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Brauneder.)
Abg. Gatterer: Was haben denn die freiheitlichen Vertreter im Wiener Landtag dazu gesagt?
Das Apollo-Kino in Wien ist um Millionen Schillinge umgebaut worden. Frau Abgeordnete Rauch-Kallat meint, es gebe in Wien drei Kinos, die für Behinderte geeignet seien. Frau Kollegin Haidlmayr hat das schon ausprobiert, und sie hat gesagt, keines sei barrierefrei. Da hat die Gemeinde Wien also viele Millionen Schilling an Subventionen bezahlt, ohne darauf Wert zu legen, daß auch behindertengerecht gebaut wird. (Abg. Gatterer: Was haben denn die freiheitlichen Vertreter im Wiener Landtag dazu gesagt?) Unsere freiheitlichen Vertreter – machen Sie sich keine Sorgen! – haben sich immer für die Behinderten eingesetzt, aber wir haben, wie Sie ja wissen, keine Mehrheit in Wien. (Ruf bei den Freiheitlichen: Noch nicht!) Leider noch nicht, aber das wird sich wahrscheinlich bald ändern – überhaupt wenn Sie weiterhin eine solche Politik machen!
Ruf bei den Freiheitlichen: Noch nicht!
Das Apollo-Kino in Wien ist um Millionen Schillinge umgebaut worden. Frau Abgeordnete Rauch-Kallat meint, es gebe in Wien drei Kinos, die für Behinderte geeignet seien. Frau Kollegin Haidlmayr hat das schon ausprobiert, und sie hat gesagt, keines sei barrierefrei. Da hat die Gemeinde Wien also viele Millionen Schilling an Subventionen bezahlt, ohne darauf Wert zu legen, daß auch behindertengerecht gebaut wird. (Abg. Gatterer: Was haben denn die freiheitlichen Vertreter im Wiener Landtag dazu gesagt?) Unsere freiheitlichen Vertreter – machen Sie sich keine Sorgen! – haben sich immer für die Behinderten eingesetzt, aber wir haben, wie Sie ja wissen, keine Mehrheit in Wien. (Ruf bei den Freiheitlichen: Noch nicht!) Leider noch nicht, aber das wird sich wahrscheinlich bald ändern – überhaupt wenn Sie weiterhin eine solche Politik machen!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich würde Sie wirklich bitten, diese Petition ernst zu nehmen. Sie ist ein Grundpfeiler für das – unter Anführungszeichen – "normale" Leben, an dem Behinderte auch teilnehmen wollen. Ich bitte alle Mitglieder des Verfassungsausschusses, dafür Sorge zu tragen, daß es zu diesem Antidiskriminierungsgesetz kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Im großen und ganzen glaube ich aber, es ist eine wertvolle Arbeit, es ist ein guter Bericht, wir können damit etwas anfangen. Ich danke all jenen, die mich – und ich sage jetzt bewußt "mich" – dabei unterstützt haben, sodaß wir zumindest einmal die Gleichstellungsbestimmung in der Bundesverfassung verankert haben. Ich sage es immer wieder: Es war mein Erfolg, und ich bin stolz darauf. Wir müssen aber noch vieles tun, es ist noch lange nicht alles geregelt. – Danke. (Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Beifall bei der SPÖ.
Als letzten Punkt komme ich – weil sie heute schon angeschnitten wurde – zur Petition zum Schutz der Anrainer von Bundesstraßen: Hier gilt dasselbe. Ich möchte mich darüber nicht verbreiten, aber sehr wohl doch darauf aufmerksam machen, daß Lärmschutzwände allein das Problem nicht lösen. Vielmehr ist daran zu denken, Siedlungsgebiete weitläufig zu umfahren. Als Bewohner einer Region, die durch den Osttransit unter verstärktem Verkehrsaufkommen leidet, ist es für uns an der Zeit, über diese großräumigen Umfahrungsströme der Sogwirkung der Bundeshauptstadt Wien gegenzusteuern. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Das habt ihr davon!
Lassen Sie mich zum Schluß noch in aller Kürze auf die Thematik der Radfahrer auf unseren Forststraßen eingehen. Die Diskussion zieht sich ja jetzt schon einige Jahre hin, aber es gibt bis heute keine befriedigende Lösung. Es ist zu diesem Thema neuerlich eine Petition eingebracht worden. Schade, daß es mit unserem Koalitionspartner, der ÖVP, keine Einigung gegeben hat (Ruf bei den Freiheitlichen: Das habt ihr davon!), diese Petition in der letzten Petitionsausschußsitzung auch in die Tagesordnung aufzunehmen. Aber ich kann von dieser Stelle aus sagen, daß es einen neuen Anlauf geben wird, und da müssen die Karten schon auf den Tisch kommen.
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend darf ich feststellen: Wir werden mit aller Kraft dafür kämpfen, endlich ordentliche Rahmenbedingungen für unsere Radler in die Wege zu leiten, vor allen Dingen auch deshalb, weil es hier um eine riesige Chance für unseren Tourismus geht. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Petition Nr. 17 betreffend Erteilung von Regionalradiolizenzen für Osttirol ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig dieser Ausschuß ist und wie wichtig die Zusammenarbeit von den Bürgern und Bürgerinnen und den Abgeordneten ist. Es wurde eine Bürgerinitiative mit 6 000 Unterschriften eingebracht, und ich habe meine Solidarität und meine Wertschätzung für diese Bürgerinitiative durch die Einbringung einer Petition zum Ausdruck gebracht. Deshalb verwahre ich mich auch gegen die Meinung, daß mit den Petitionen Mißbrauch begangen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zusammenfassend möchte ich noch einmal die Notwendigkeit und Wichtigkeit dieses Ausschusses für Petitionen und Bürgerinitiativen hervorheben. Ich bin stolz darauf, daß ich Mitglied dieses Ausschusses bin. Er war schon sehr informativ. Ich bin davon überzeugt, daß mehr Mitbestimmungsrechte und eine höhere Wertschätzung der Anliegen von Bürgern und Bürgerinnen durch eine Aufwertung des Ausschusses gerechtfertigt sind und auch erreicht werden und daß dies auch eine neue Qualität des Demokratieverständnisses mit sich bringen wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Kammerlander.
Es wäre angesichts dessen, was heute aufgetaucht ist, angemessen, daß auch die Regierungsfraktionen diesem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ihre Zustimmung geben. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Kammerlander.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Dinge sind dringend zu klären, und darum ist der Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses einwandfrei zu unterstützen. – Glück auf! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Widerspruch der Abg. Mag. Kammerlander. – Zwischenrufe bei den Grünen. – Hinweis eines Konzeptsbeamten an den Präsidenten: Doch, Kammerlander!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Weitere Wortmeldungen liegen mir nicht vor. Damit ist die ... (Widerspruch der Abg. Mag. Kammerlander. – Zwischenrufe bei den Grünen. – Hinweis eines Konzeptsbeamten an den Präsidenten: Doch, Kammerlander!) – Warum ist das nicht am Schirm?! (Abg. Mag. Kammerlander: Das weiß ich doch nicht! – Antwort des Konzeptsbeamten in Richtung des Präsidenten: Weil es gerade gemeldet worden ist!)
Abg. Mag. Kammerlander: Das weiß ich doch nicht! – Antwort des Konzeptsbeamten in Richtung des Präsidenten: Weil es gerade gemeldet worden ist!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Weitere Wortmeldungen liegen mir nicht vor. Damit ist die ... (Widerspruch der Abg. Mag. Kammerlander. – Zwischenrufe bei den Grünen. – Hinweis eines Konzeptsbeamten an den Präsidenten: Doch, Kammerlander!) – Warum ist das nicht am Schirm?! (Abg. Mag. Kammerlander: Das weiß ich doch nicht! – Antwort des Konzeptsbeamten in Richtung des Präsidenten: Weil es gerade gemeldet worden ist!)
Abg. Mag. Kammerlander: Für die Kabelleitung bin ich nicht zuständig! – Abg. Dr. Mertel: Wo ist die Meldung?
Wir haben eine Vereinbarung in der Präsidialkonferenz, daß die Wortmeldungen so erfolgen, daß sie wenigstens die drei Meter Kabelleitung rechtzeitig zurücklegen können. – Also bitte, Frau Abgeordnete Kammerlander. (Abg. Mag. Kammerlander: Für die Kabelleitung bin ich nicht zuständig! – Abg. Dr. Mertel: Wo ist die Meldung?)
Beifall bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.
Sie haben jetzt einige Stunden Zeit gehabt – wie Herr Kollege Barmüller gesagt hat –, Zeitungsberichte zu lesen, Nachrichten anzuschauen und anzuhören, um zu erfahren, wie die Öffentlichkeit über das denkt, worüber heute diskutiert worden ist. Ein kleiner Funken Hoffnung war vielleicht noch da, daß Sie Ihre Meinung ändern und auch Sie zu der Auffassung kommen werden, daß jetzt der geeignete Zeitpunkt wäre, einen Untersuchungsausschuß einzusetzen. Aber es wird auch in einem Monat nicht zu spät sein, und wir werden den Antrag wieder einbringen! (Beifall bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.)