Eckdaten:
Für die 50. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 846 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! „Familie – Drehscheibe der Generationen“ ist das heutige Thema, das wir Freiheitlichen uns ganz bewusst ausgesucht haben, denn angesichts einer vermehrt globalisierten Welt, einer brutalen Leistungsgesellschaft, der Ellbogenmethoden – jeder von Ihnen kennt sie vom Kindergarten beginnend bis zum Studium, bis ins Berufsleben –, angesichts eines immer größer werdenden Verdrängungswettbewerbs in der Arbeitswelt geht es uns Freiheitlichen darum, der Familie den Platz und Stellenwert einzuräumen, der ihr gebührt. Familie soll in Zukunft Geborgenheit, Nestwärme und Vertrauen bieten, und zwar nicht nur für Kinder und für Eltern, sondern für alle Generationen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nach wie vor versuchen manche linken Weltverbesserer – wobei diese durchaus nicht nur in linken Parteien angesiedelt sind, wie man sieht, wenn man das Beispiel der steirischen ÖVP betrachtet –, uns immer wieder klarzumachen, dass Familie angeblich ein überholtes Modell sei, dass Kinder am besten von sieben Uhr in der Früh bis acht Uhr abends in einer Ganztagsschule unterzubringen sind und somit ausschließlich vom Staat erzogen werden, und das auch schon in der Volksschule. Nach der Geburt sollten sie rasch in eine Kinderkrippe gebracht werden. Und Senioren sollten möglichst rasch in einer Pflegeanstalt versorgt werden. Dazu sage ich ganz klar: Das ist nicht unsere freiheitliche Politik! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
politik gesetzt. Und auch damals – ich erinnere daran – kam der automatische Reflex von Rot und Schwarz: nicht finanzierbar, das ist ein ungedeckter Scheck, das ist nicht die Wahrheit. Ich erinnere auch daran, dass Rot und Schwarz, als dann der Herr Landeshauptmann diesen Kinderscheck in der Regierung umsetzen wollte, alles versucht haben, um das zu verhindern. Wer immer jetzt sagt, er sei der Erfinder des Kinderschecks, dem kann ich nur sagen: Der alleinige Erfinder des Kinderschecks war der Landeshauptmann von Kärnten, der das dann auch mit der Hilfe der Bevölkerung umgesetzt hat. Mittels einer Unterschriftenaktion waren dann Rot und Schwarz dazu zu bewegen, dem doch die Zustimmung zu erteilen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die logische Fortsetzung dieses Kinderschecks ist wieder einmal von Kärnten ausgegangen. Der Kärntner Landeshauptmann hat unlängst die Geburtenprämie in Höhe von 800 € als Lebensstartgeld präsentiert. Das ist würdevoll, auch für die jungen Familien, damit ihnen gerade in der Anfangsphase, nach der Geburt eines Kindes die vielen Anschaffungen, die zu tätigen sind, ermöglicht werden und das Kind von Beginn an Geborgenheit spürt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen, es ist ganz einfach: Jede Gemeinde – das wissen viele Bürgermeister unter Ihnen – hat einen Bauhof. Bei diesem Bauhof kann man auch Geräte zur Gartengestaltung, aber auch Schneeräumgeräte ausborgen. Was machen wir? – Wir haben in diesem Bauhof einen Pool, in dem es nicht nur Schneeräumgeräte gibt, sondern auch Geräte zur Altenbetreuung, nämlich Rollstühle, Krankenbetten, aber auch Patientenlifte und Badelifte. Diese Geräte kann sich der Bürger von Steindorf kostenlos ausborgen, um damit die Pflege zu Hause durchzuführen. Das Ergebnis ist, dass 70 Prozent zu Hause pflegen. Das ist vorbildliche freiheitliche Sozialpolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage noch einmal: Das ist gelebte Sozialpolitik, die auch in Würde das Altwerden zu Hause ermöglicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Steibl: Na bitte!
Einen weiteren Meilenstein will unser Kärntner Landeshauptmann mit der Mütterpension verwirklichen. (Abg. Steibl: Na bitte!) Die Mütterpension soll all jenen zugute kommen, die bisher gar keine Pension – es gibt noch immer viele Frauen, die Kinder betreut haben und gar keine Pension haben – oder nur eine sehr geringe Pension von monatlich weniger als 300 € haben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dasselbe geschah jetzt auch – wir werden heute den diesbezüglichen Beschluss fassen – bei der Rückerstattung der Pensionsdifferenz. Auch da hat der Kärntner Landeshauptmann rasch und unbürokratisch gehandelt. Es waren keine Almosen, wie dies von Seiten der Sozialdemokratie dargestellt wurde. Es waren keine Almosen, es wurde rasch und unbürokratisch gehandelt, und Tausenden Kärntner Pensionistinnen und Pensionisten konnte die Differenz ausbezahlt werden. Dieses Geld inklusive der Differenz der 13. und 14. Pensionsauszahlung haben die Menschen bereits im Geldbörsel und können es verwenden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bin mir dessen sicher, dass wir das umsetzen werden, weil wieder einmal der Kärntner Weg vorzeigt, was Sozialpolitik ist! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es ist bezeichnend, dass in Zeiten des rasanten Fortschritts und des gesellschaftlichen Wandels die Wichtigkeit der so genannten kleinen Lebenswelten ansteigt. Wenn das gesellschaftliche Klima einer globalisierten Welt kälter wird, sind Wärme und Geborgenheit in der privaten Beziehungswelt gefragt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir zahlen das Mehrlingskindergeld seit diesem Jahr, weil Zwillinge und Drillinge nicht nur mehr Freude bringen, sondern auch ein Mehr an finanziellem Aufwand bedeuten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Familien mit Kindern sichern den Generationenvertrag, daher ist eine Verbesserung der Chancen gerade für Frauen auf eine eigenständige Alterssicherung ein politisches Muss. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nachdem ich zu Beginn davon gesprochen habe, dass wir im Familienförderungssystem die Umstellung vom Lasten- zum Leistungsausgleich geschafft haben, möchte ich nun auch noch darauf hinweisen, dass wir gerade mit unseren Familienleistungen präventiv die Armut verhindern. Kinder zu haben darf nicht zu einem Armutsrisiko werden! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ruf bei den Grünen: Alleinerzieherinnen!
Gerade mit den auf das heurige Jahr vorgezogenen familiensteuerlichen Maßnahmen, wie etwa der Erhöhung der Absetzbeträge für kinderreiche Familien, entlasten wir rund 900 000 Alleinverdiener- und Alleinerzieherfamilien nachhaltig. (Ruf bei den Grünen: Alleinerzieherinnen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Eine besondere Herausforderung auch für die Familien stellt die Sicherheit im Alter dar. Für jene, die im aktiven Erwerbsleben schon ihren Beitrag zur Generationensolidarität geleistet haben, ist es ein absolutes Muss, in Würde und Selbstbestimmung auch alt werden zu können. Daher wird neben den pensionssichernden Maßnahmen aus dem Jahr 2003 kein Weg an der Harmonisierung der Pensionssysteme vorbeiführen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Sburny: Das gibt es aber in so genannten intakten Familien auch!
Familie ist ein Ort der Geborgenheit, den Kinder und junge Menschen für ihre positive Entwicklung brauchen. Das darf uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Ehen geschieden werden und somit auch Kinder und Jugendliche negative Erfahrungen machen, was die Brüchigkeit von Partnerschaften und Beziehungen oder auch physische und psychische Gewalt anbelangt. (Abg. Sburny: Das gibt es aber in so genannten intakten Familien auch!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der europäische Vergleich macht uns sicher, dass wir mit dem Modell der direkten Familienförderung, mit der sozialrechtlichen Absicherung von Familienleistungen, mit den Steuervorteilen für Mehrkinderfamilien und den Vereinbarkeitsmaßnahmen auf dem richtigen Weg sind. Diese Regierung bringt damit auch die gesellschaftliche Wertschätzung und die große Bedeutung der Familien als Drehscheibe der Generationen zum Ausdruck – im Sinne einer Politik, die nicht Konflikte zwischen den Generationen schafft, sondern Brücken baut und das Prinzip der Wahlfreiheit für die persönlichen Lebensentwürfe bestmöglich sichert. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Eingangs möchte ich bezüglich der Ausführungen der Kollegin Rossmann nur etwas klarstellen: Der Kinderscheck hat leider nicht das Licht der Welt erblickt. Es ist das Kinderbetreuungsgeld geworden, und das haben wir gemeinsam unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel eingeführt. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte schon anmerken, dass derartige Aussagen im Wahlkampf zwar berechtigt sind, aber Elisabeth Scheucher, die Spitzenkandidatin der ÖVP, zeigt als Präsidentin des Hilfswerks, was gelebte Sozialpolitik ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Schülerinnen bis zum Jahr 2006 ausbauen. Es wird mehr als 10 000 bedarfsgerechte, kindgerechte und elterngerechte Plätze geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Widerspruch bei den Grünen. – Abg. Sburny: 0,5 bis 1,2 Prozent!
Auch der Väterbeteiligung an der Kindererziehung und -betreuung wird eine große Bedeutung zugemessen. (Widerspruch bei den Grünen. – Abg. Sburny: 0,5 bis 1,2 Prozent!) So hat sich seit 1997 die Väterkarenz verdreifacht und seit dem Kinderbetreuungsgeld verdoppelt, und das hat sehr wohl etwas mit der Zuverdienstgrenze, mit der Anhebung und auch mit dem Bezugszeitraum zu tun.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zusammenfassend darf ich feststellen, dass wir mit dieser Regierung, mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, mit Staatssekretärin Haubner und mit Bundesminister Haupt, stolz sein können auf diese Sozialpolitik, auf unsere Familienpolitik. Und wir sind auch stolz auf unsere Standortpolitik, denn sozial ist, was Arbeit schafft! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Ich denke, dass es nach den Debattenbeiträgen der letzten halben Stunde hoch an der Zeit ist, diese familienpolitische Märchenstunde zu beenden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Wir sollten es uns auch in diesem Kreise leisten, der Realität ein wenig mehr in die Augen zu schauen. (Abg. Mag. Molterer: Das werden wir beim nächsten Tagesordnungspunkt sehen!)
Abg. Mag. Molterer: Das werden wir beim nächsten Tagesordnungspunkt sehen!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Ich denke, dass es nach den Debattenbeiträgen der letzten halben Stunde hoch an der Zeit ist, diese familienpolitische Märchenstunde zu beenden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Wir sollten es uns auch in diesem Kreise leisten, der Realität ein wenig mehr in die Augen zu schauen. (Abg. Mag. Molterer: Das werden wir beim nächsten Tagesordnungspunkt sehen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Da werden Sie sich noch wundern!
Das erste „Märchen“, das wir gehört haben, waren die diversen Kärntner Wahlkampf-Seifenblasen, die uns im Eingangsstatement von Kollegin Rossmann gezeichnet worden sind. Das hat ja fast schon wie Ihre Abschiedsrede geklungen, Frau Kollegin Rossmann! Ich denke, zuerst sollten Sie gewählt werden, und dahin ist noch ein weiter Weg. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Da werden Sie sich noch wundern!)
Abg. Scheibner: ..., die Sie geschaffen haben!
Das zweite „Märchen“ betrifft das Bild von der heilen Familie, das vor allem die Vorrednerinnen der Freiheitlichen Partei hier gezeichnet haben. Kollegin Rossmann hat sogar von der Zeit gesprochen, als die Familie „noch in Ordnung war“. Sehr geehrte Damen und Herren, das ist das Problem: Was Sie als Unordnung empfinden, das ist die Lebensrealität von immer mehr Menschen in diesem Land! Das ist die Lebensrealität (Abg. Scheibner: ..., die Sie geschaffen haben!) von immer mehr Menschen in diesem Land – die wollen so leben! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: 30 Jahre SPÖ-Familienpolitik!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: 30 Jahre SPÖ-Familienpolitik!
Das zweite „Märchen“ betrifft das Bild von der heilen Familie, das vor allem die Vorrednerinnen der Freiheitlichen Partei hier gezeichnet haben. Kollegin Rossmann hat sogar von der Zeit gesprochen, als die Familie „noch in Ordnung war“. Sehr geehrte Damen und Herren, das ist das Problem: Was Sie als Unordnung empfinden, das ist die Lebensrealität von immer mehr Menschen in diesem Land! Das ist die Lebensrealität (Abg. Scheibner: ..., die Sie geschaffen haben!) von immer mehr Menschen in diesem Land – die wollen so leben! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: 30 Jahre SPÖ-Familienpolitik!)
Abg. Mag. Mainoni: Otto Muehl zum Beispiel!
Diese Menschen wollen sich von Ihnen nicht vorschreiben lassen, zu welch starrem Bild sie zurückkehren sollen und in welchen starren Familienformen, die Ihnen vorschweben, sie leben sollen. Sie werden zur Kenntnis nehmen müssen, dass wir in einem Zeitalter des gesellschaftlichen Wandels leben, wo sich auch in der Familie viel ändert; nicht die Welt rundherum ändert sich – und in der Familie muss alles gleich bleiben. Wir müssen unseren Familien die Vielfalt der Familienformen – die sicher auch wir hier leben; man muss ja nicht so tun, als ob – zugestehen, sie als gleichwertige Formen von Familie anerkennen (Abg. Mag. Mainoni: Otto Muehl zum Beispiel!) – ob das AlleinerzieherInnen sind, ob das die klassische Vater-Mutter-Kind-Familie ist, die
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Patchwork-Familie, was auch immer. Alle diese Formen müssen wir als gleichwertig anerkennen, und die Vielfalt dieser unterschiedlichen Formen verdient unsere Unterstützung, Unterstützung seitens der Politik. Und das übersehen Sie! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber das ist ja nicht der Idealzustand! – Abg. Scheibner: Und Sie finden das normal?
Sie negieren zum Beispiel völlig, dass mittlerweile ein Viertel der Familien – ein Viertel, und das ist wirklich viel! – Ein-Eltern-Familien sind. Ein Viertel! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber das ist ja nicht der Idealzustand! – Abg. Scheibner: Und Sie finden das normal?) Sie finden, das ist nicht der Idealzustand; jemand anderer findet vielleicht schon, dass das der Idealzustand ist. Und wie auch immer er oder sie das findet, es ist eine Lebenssituation, in der er oder sie unsere Unterstützung verdient, Herr Kollege Scheibner. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie negieren zum Beispiel völlig, dass mittlerweile ein Viertel der Familien – ein Viertel, und das ist wirklich viel! – Ein-Eltern-Familien sind. Ein Viertel! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber das ist ja nicht der Idealzustand! – Abg. Scheibner: Und Sie finden das normal?) Sie finden, das ist nicht der Idealzustand; jemand anderer findet vielleicht schon, dass das der Idealzustand ist. Und wie auch immer er oder sie das findet, es ist eine Lebenssituation, in der er oder sie unsere Unterstützung verdient, Herr Kollege Scheibner. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es ist natürlich in hohem Maße bezeichnend, dass das Thema AlleinerzieherInnen in Ihrem Regierungsprogramm nicht einmal vorkommt. Das ist kein Thema, denn: Was nicht sein darf, das nicht sein kann – nicht wahr, Herr Scheibner? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Aber so machen wir keine sinnvolle Familienpolitik, die die Menschen unterstützt. (Abg. Scheibner: Fragen Sie die Kinder, was sie darüber denken!)
Abg. Scheibner: Fragen Sie die Kinder, was sie darüber denken!
Es ist natürlich in hohem Maße bezeichnend, dass das Thema AlleinerzieherInnen in Ihrem Regierungsprogramm nicht einmal vorkommt. Das ist kein Thema, denn: Was nicht sein darf, das nicht sein kann – nicht wahr, Herr Scheibner? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Aber so machen wir keine sinnvolle Familienpolitik, die die Menschen unterstützt. (Abg. Scheibner: Fragen Sie die Kinder, was sie darüber denken!)
Abg. Mag. Mainoni: Was haben denn die Sozialisten gemacht für die Alleinerziehenden? Gar nichts!
Wir kommen zum dritten „Märchen“. Das dritte „Märchen“ hat Ihre „großartigen familienpolitischen Leistungen“, die Sie in der letzten Zeit vollbracht haben, zum Inhalt. Und das ist ja die nächste Ansammlung von Seifenblasen! Das ist ja unglaublich! (Abg. Mag. Mainoni: Was haben denn die Sozialisten gemacht für die Alleinerziehenden? Gar nichts!) Da erzählen Sie uns zum Beispiel, dass das Kindergeld das Instrument gegen Armutsgefährdung ist. Das Gegenteil ist der Fall, lesen Sie die Studien! So starr, wie das Kindergeld im Moment ist, führt es die Frauen schnurgerade in die Armutsfalle, weil sie so lange aussteigen und weil sie nicht mehr in den Beruf zurückkommen.
Abg. Mag. Mainoni: Das Kindererziehungsgeld!
Wissen Sie, was das beste Mittel gegen Kinderarmut ist? (Abg. Mag. Mainoni: Das Kindererziehungsgeld!) – Unterstützungen vom Staat sind notwendig und wichtig und sollen ausgebaut werden, aber das effizienteste Mittel ist, dass die Frauen arbeiten, ein eigenes Einkommen haben, dass das Familieneinkommen entsprechend hoch ist. Und daher Ihre nächste Seifenblase! (Abg. Scheibner: Wahlfreiheit!) – Wahlfreiheit! Herr Kollege Scheibner, zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sage ich Ihnen: Ihre Wahlfreiheit ist in Wahrheit ein Entscheidungszwang. Sie sagen: Entweder du arbeitest – oder du hast eine Familie. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Wahlfreiheit!
Wissen Sie, was das beste Mittel gegen Kinderarmut ist? (Abg. Mag. Mainoni: Das Kindererziehungsgeld!) – Unterstützungen vom Staat sind notwendig und wichtig und sollen ausgebaut werden, aber das effizienteste Mittel ist, dass die Frauen arbeiten, ein eigenes Einkommen haben, dass das Familieneinkommen entsprechend hoch ist. Und daher Ihre nächste Seifenblase! (Abg. Scheibner: Wahlfreiheit!) – Wahlfreiheit! Herr Kollege Scheibner, zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sage ich Ihnen: Ihre Wahlfreiheit ist in Wahrheit ein Entscheidungszwang. Sie sagen: Entweder du arbeitest – oder du hast eine Familie. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Wissen Sie, was das beste Mittel gegen Kinderarmut ist? (Abg. Mag. Mainoni: Das Kindererziehungsgeld!) – Unterstützungen vom Staat sind notwendig und wichtig und sollen ausgebaut werden, aber das effizienteste Mittel ist, dass die Frauen arbeiten, ein eigenes Einkommen haben, dass das Familieneinkommen entsprechend hoch ist. Und daher Ihre nächste Seifenblase! (Abg. Scheibner: Wahlfreiheit!) – Wahlfreiheit! Herr Kollege Scheibner, zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sage ich Ihnen: Ihre Wahlfreiheit ist in Wahrheit ein Entscheidungszwang. Sie sagen: Entweder du arbeitest – oder du hast eine Familie. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wichtig wäre es, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu setzen, sodass wirklich beides möglich ist – und das tun Sie nicht! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Meine geschätzten Damen und Herren! Frau Kollegin Kuntzl, wenn Sie von Märchen sprechen, würde ich Ihnen empfehlen, dass Sie lieber einmal zu Hause Ihren Kindern Märchen erzählen. Das wäre auch ein Beitrag zur Familienpolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn man sich heute die Rednerliste zu diesem Thema ein bisschen genauer ansieht, muss man feststellen, dass die Freiheitlichen eigentlich die einzige Partei sind, die zur Familienpolitik zwei Männer ans Rednerpult schickt. Ich glaube, auch das ist ein deutlicher Beweis und ein deutliches Indiz dafür, dass bei uns gelebte Familienpolitik Mann und Frau betrifft und wir diese Politik auch gemeinsam leben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eine kleine Anmerkung sei mir auch noch zum Thema Kindergeld erlaubt, weil hier darüber diskutiert wurde, ob dieses Schüssel oder Haider gebracht hat – oder wer auch immer. Ich glaube, wichtig ist, dass das Kindergeld, der Kinderscheck, umgesetzt ist. Wer ihn umgesetzt hat, wer diese Vision nach außen getragen hat und in welchem Bundesland diese Maßnahme als Erstes zum Tragen gekommen ist, das wissen wir alle. Es waren auf alle Fälle nicht die Sozialdemokraten. Danke, Jörg! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dieser Grundsatz ist bezeichnend für die Freiheitlichen. Das war immer unsere Stärke, das haben wir immer umzusetzen versucht. Ich muss an dieser Stelle sagen, auch die Opposition hat sicherlich gute Ideen. Auch dort gibt es Ansätze, über die man diskutieren sollte, nur verwahre ich mich gegen eines, meine geschätzten Damen und Herren: Ich verwahre mich gegen Klassenkampf und gegen Parteipolemik! Ich glaube, dazu ist dieses Thema zu wichtig. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe der Abg. Dr. Glawischnig.
Wenn man hier als relativ junger Redner steht und über die ältere Generation spricht, sollte man sich auch der Verantwortung gegenüber diesen Menschen und der Tradition bewusst werden. (Zwischenrufe der Abg. Dr. Glawischnig.) Das ist ein wichtiger Bereich, und ich glaube, dazwischenreden kann man auch bei anderen Themen, Frau Dr. Glawischnig. Dieses Thema eignet sich nicht dafür. Sie schätzen die alten Leute nicht! Das ist schlecht, das sollte man nicht machen. Ich bin davon überzeugt, dass man die ältere Generation schätzen sollte. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.)
Ironische Heiterkeit bei den Grünen.
Wenn man hier als relativ junger Redner steht und über die ältere Generation spricht, sollte man sich auch der Verantwortung gegenüber diesen Menschen und der Tradition bewusst werden. (Zwischenrufe der Abg. Dr. Glawischnig.) Das ist ein wichtiger Bereich, und ich glaube, dazwischenreden kann man auch bei anderen Themen, Frau Dr. Glawischnig. Dieses Thema eignet sich nicht dafür. Sie schätzen die alten Leute nicht! Das ist schlecht, das sollte man nicht machen. Ich bin davon überzeugt, dass man die ältere Generation schätzen sollte. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen eines: Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn wir nächstes Jahr dieser Frau in Klagenfurt mit einem freiheitlichen Landeshauptmann zum 101. Geburtstag gratulieren werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Scheuch! Scheuch!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Herr Kollege Scheucher, Ihr Niveau ist nicht ... (Rufe bei den Freiheitlichen: Scheuch! Scheuch!) Herr Kollege Scheuch, pardon, aber mittlerweile ist zwischen Schwarz und Blau so wenig Unterschied, dass ich mir schwer tue bei den Namen. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Herr Kollege Scheucher, Ihr Niveau ist nicht ... (Rufe bei den Freiheitlichen: Scheuch! Scheuch!) Herr Kollege Scheuch, pardon, aber mittlerweile ist zwischen Schwarz und Blau so wenig Unterschied, dass ich mir schwer tue bei den Namen. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Rossmann.
Das partnerschaftliche Prinzip sollte eines der Grundprinzipien in einer Beziehung sein. Und wenn Sie jetzt hergehen und die Pflege und viele andere Leistungen einfach an die Familien zurückgeben wollen, dann ignorieren Sie eines der wesentlichsten Probleme, die die Familien im Grunde haben: Die Familien brauchen soziale Infrastrukturen. Und weil Sie gerade über Kärnten gesprochen haben: Kärnten ist Schlusslicht, was genau diese soziale Infrastruktur betrifft! Bei solchen Dingen wie Heimhilfe, Essen auf Rädern, Hauskrankenpflege, Besuchsdienst ist Kärnten weit hinten. Ich möchte hier keinen Wahlkampf machen, aber ich möchte Sie schon einmal auf die Fakten hinweisen. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Rossmann.) Ich möchte Sie auf die Fakten hinweisen.
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (fortsetzend): Das partnerschaftliche Prinzip ist also einer der Grundsätze, und partnerschaftliches Prinzip heißt auch Partnerschaft zwischen Mann und Frau. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Österreich falsch läuft. (Beifall bei den Grünen.) Es ist nicht nur eine Frage der Politik, aber es ist vor allem eine Aufgabe der Politik, diese Rahmenbedingungen zu schaffen.
Beifall bei den Grünen.
Sprechen Sie einmal mit den Familien und fragen Sie, was im Moment die Eltern beschäftigt! Schauen Sie sich den Arbeitsmarkt für junge Leute, schauen Sie sich die Jugendarbeitslosigkeit an! Schauen Sie sich die Kürzungen im Bildungsbereich an! Schauen Sie sich an, wenn den jungen Menschen, den Kindern in den Volksschulen der Putz von der Decke auf den Kopf fällt, wenn unter dem Jahr die Lehrer pensioniert werden, wenn Schulstunden gestrichen werden, wenn Skikurse gestrichen werden! Es ist wirklich bedauerlich, dass wir über diese Themen, die im Moment junge Menschen, junge Familien sehr bewegen, kein einziges Wort verloren haben! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Das kommt!
Ich möchte auf die konkreten Maßnahmen, die Sie heute so gelobt haben, wo Sie in den schönsten Farben beschrieben haben, was nicht alles geleistet worden ist, eingehen. Erinnern wir uns doch zurück: Die ÖVP – der Bundeskanzler höchstpersönlich – hat im letzten Wahlkampf das Recht auf Teilzeit versprochen. (Abg. Mag. Molterer: Das kommt!) Es ist bis zum heutigen Zeitpunkt nicht verwirklicht, und mit der Form, wie Sie es verwirklichen wollen, schaffen Sie eine Zweiklassengesellschaft für Familien. Personen, die in Betrieben mit weniger als 20 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen beschäftigt sind, wollen Sie von diesem Recht ausnehmen. Das ist mir völlig unverständlich! Und dann reden Sie von Wahlfreiheit und der garantierten Möglichkeit für Eltern, dieses Problem der Betreuung zu lösen!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich darf Frau Kollegin Scheucher, die heute nicht da ist, nur kurz an etwas erinnern: Die ersten Parlamentarierinnen hier in diesem Haus im Jahre 1919 haben drei Forderungen gehabt: Die erste war: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! – Das ist bis heute nicht verwirklicht! Die zweite war: Küchengeräte, und die dritte war: Kinderbetreuungsplätze. Denken Sie einmal darüber nach! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Weil Sie es verhindert haben!
Wenn Sie heute, werte Frau Abgeordnete Kuntzl, in Bezug auf die Familienpolitik der ÖVP und der FPÖ von der Märchenpolitik gesprochen haben, dann kann ich Ihnen nur sagen: Vielleicht ist es für Sie wie ein Märchen, so eine Politik zu machen, denn Sie, sehr geehrte Damen und Herren von der SPÖ, hatten 30 Jahre Zeit, Familienpolitik zu machen. Sie haben damals die Verantwortung getragen – Sie haben es nicht getan, Sie haben es nicht geschafft, solche Maßnahmen zu setzen, wie das diese Bundesregierung heute macht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Weil Sie es verhindert haben!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Für die Bundesregierung gibt es nur das eine Ziel: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Uns geht es nicht, wie Sie es immer plakatieren, um eine Entscheidung entweder – oder, sondern um ein Miteinander.
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Es ist also ein wichtiges Anliegen dieser Regierung, Verbesserungen hinsichtlich der Rahmenbedingungen für die Familien zu schaffen, und das Kinderbetreuungsgeld ist einer der politischen Meilensteine, die hier gesetzt wurden. Ich erwähne in diesem Zusammenhang auch die Familienhospizkarenz, die umgesetzt werden konnte, die Einkommensstärkung der Familien bei der Steuerreform, das Recht auf Elternteilzeit, das jetzt in Diskussion steht, sowie den Dienstleistungsscheck, der ebenfalls dazu beitragen wird (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), dass unsere Familien Beruf und Familie vereinbaren können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist also ein wichtiges Anliegen dieser Regierung, Verbesserungen hinsichtlich der Rahmenbedingungen für die Familien zu schaffen, und das Kinderbetreuungsgeld ist einer der politischen Meilensteine, die hier gesetzt wurden. Ich erwähne in diesem Zusammenhang auch die Familienhospizkarenz, die umgesetzt werden konnte, die Einkommensstärkung der Familien bei der Steuerreform, das Recht auf Elternteilzeit, das jetzt in Diskussion steht, sowie den Dienstleistungsscheck, der ebenfalls dazu beitragen wird (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), dass unsere Familien Beruf und Familie vereinbaren können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Familien erbringen Leistungen zur Sicherung unserer Gesellschaft auch in Zukunft und haben einen Anspruch auf eine engagierte Familienpolitik – die ÖVP und die FPÖ schaffen das mit Sicherheit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! In Familien wird sicherlich generationenübergreifend diskutiert. Auch junge Menschen sitzen am Familientisch und ziehen ihre Bilanz der Politik, die Sie machen. Es ist leider nicht immer im Sinne der jungen Menschen, was Sie tun: Wir hätten jetzt am 7. März in zwei Bundesländern die Möglichkeit bieten können, dass junge Leute früher bei den Landtagswahlen mitreden können. Verhindert haben Sie es, dass Wählen mit 16 in den beiden Bundesländern Kärnten und Salzburg möglich wird. Wahrscheinlich fürchten Sie sich vor den Stimmen der jungen Menschen, die vielleicht nicht so sind, wie Sie das wollen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Nur ein kleines Beispiel mit großer negativer Wirkung, über das unter den Österreicherinnen und Österreichern auch diskutiert wird: Diese Bundesregierung hat seit 4. Februar 2000 fast 1 Milliarde Schilling für Beratung ausgegeben. – Geholfen hat es nichts, viel Geld war es auch, und zugute gekommen ist es nicht denen, die es gebraucht hätten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie sind ja richtig poetisch heute!
Der größte Prasser, meine Damen und Herren, heißt Grasser (Abg. Scheibner: Sie sind ja richtig poetisch heute!), denn das Finanzministerium war es, das 15 Millionen € seit dem Jahr 2000 für Beratungen ausgegeben hat. – Geholfen hat es nichts, er ist in Turbulenzen. Jeder andere Finanzminister wäre längst gegangen, mit Anstand hätte er es gemacht. Er tut es nicht, aber es wird eine Sache der Zeit sein. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Viele familienpolitische Forderungen haben wir bis jetzt noch nicht gehört!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Viele familienpolitische Forderungen haben wir bis jetzt noch nicht gehört!
Der größte Prasser, meine Damen und Herren, heißt Grasser (Abg. Scheibner: Sie sind ja richtig poetisch heute!), denn das Finanzministerium war es, das 15 Millionen € seit dem Jahr 2000 für Beratungen ausgegeben hat. – Geholfen hat es nichts, er ist in Turbulenzen. Jeder andere Finanzminister wäre längst gegangen, mit Anstand hätte er es gemacht. Er tut es nicht, aber es wird eine Sache der Zeit sein. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Viele familienpolitische Forderungen haben wir bis jetzt noch nicht gehört!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Drei Wurstsemmeln kosten gerade einmal 3 € beim Fleischhauer. Und wissen Sie, was man um 10 € noch bekommt? Zwei Tage lang „Essen auf Rädern“ für ältere Menschen, die sich nicht mehr selbst verpflegen können! Das heißt zwei Tage hungern, das wollen Sie! Das ist traurig! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Aus all diesen Gründen, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, ist es einmal mehr wichtig, wenn wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sagen: Familienpolitik, Sozialpolitik, Generationenpolitik: Politik braucht ein Gewissen! – Das vermisse ich jedoch bei Ihnen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Noch einmal zur Jugendarbeitslosigkeit: Kärnten hat hier eine Vorreiterrolle: Die Jugendarbeitslosigkeit wurde eindrucksvoll gesenkt, und wir werden es heuer noch schaffen, das jeder, der eine Lehrstelle in Kärnten sucht, auch eine finden wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Haben ja keine! – Abg. Mag. Mainoni: Es ist ja nichts gekommen!
Die Pensionssicherungsreform ist ein gravierender Punkt der Generationenpolitik, der Familienpolitik, für uns ein Herzstück – von Ihnen immer wieder abqualifiziert als Pensionsraub. Ihr Beitrag zu dieser Familienpolitik war vielleicht, dass Sie die Familien auf die Straße geholt haben, um zu streiken und zu demonstrieren. Sie hätten einmal kommen und sagen können: Liebe Regierungsparteien, wir hätten folgenden Vorschlag für die Pensionssicherungsreform! – Das haben Sie nicht gemacht! (Abg. Scheibner: Haben ja keine! – Abg. Mag. Mainoni: Es ist ja nichts gekommen!) Im Nachhinein kommen Sie mit irgendwelchen 0,8-Prozent-Regelungen oder sonst irgendetwas daher. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die Pensionssicherungsreform ist ein gravierender Punkt der Generationenpolitik, der Familienpolitik, für uns ein Herzstück – von Ihnen immer wieder abqualifiziert als Pensionsraub. Ihr Beitrag zu dieser Familienpolitik war vielleicht, dass Sie die Familien auf die Straße geholt haben, um zu streiken und zu demonstrieren. Sie hätten einmal kommen und sagen können: Liebe Regierungsparteien, wir hätten folgenden Vorschlag für die Pensionssicherungsreform! – Das haben Sie nicht gemacht! (Abg. Scheibner: Haben ja keine! – Abg. Mag. Mainoni: Es ist ja nichts gekommen!) Im Nachhinein kommen Sie mit irgendwelchen 0,8-Prozent-Regelungen oder sonst irgendetwas daher. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist unser Verständnis und das ist mein Verständnis nach einem Jahr im Nationalrat: dass man sich zusammensetzt und sagt, was man will. Das ist Demokratie. Aber nein, das machen Sie nicht. Anstatt dessen rufen Sie die Familien auf: Kommt auf die Straße, streikt und demonstriert!, und reden alles schlecht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: ... Ihr Gesetz! Nicht „Angstmache“!
Der Endeffekt dessen ist, dass Sie die Leute, die Familien, die Arbeitnehmer, die Pensionisten, die Jugendlichen verunsichern. Wir sehen das jetzt an den neuesten Erkenntnissen darüber, wo das Geld hingelangt: auf die Sparbücher. Allein auf Grund dieser Angstmache traut sich keiner mehr etwas (Abg. Sburny: ... Ihr Gesetz! Nicht „Angstmache“!), weil Sie die Menschen einfach verunsichern und Ihnen hier meines Erachtens die Unwahrheit auftischen. Das ist Ihre einzige Möglichkeit, Politik zu machen! – Das ist nicht mein Politikverständnis, wo jeder versucht, einen guten und positiven Teil dazu beizutragen. Ich weiß, Sie schlagen schon die Hände zusammen, Herr Kollege Öllinger, aber so ist es. Wir arbeiten eben für die Zukunft! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Endeffekt dessen ist, dass Sie die Leute, die Familien, die Arbeitnehmer, die Pensionisten, die Jugendlichen verunsichern. Wir sehen das jetzt an den neuesten Erkenntnissen darüber, wo das Geld hingelangt: auf die Sparbücher. Allein auf Grund dieser Angstmache traut sich keiner mehr etwas (Abg. Sburny: ... Ihr Gesetz! Nicht „Angstmache“!), weil Sie die Menschen einfach verunsichern und Ihnen hier meines Erachtens die Unwahrheit auftischen. Das ist Ihre einzige Möglichkeit, Politik zu machen! – Das ist nicht mein Politikverständnis, wo jeder versucht, einen guten und positiven Teil dazu beizutragen. Ich weiß, Sie schlagen schon die Hände zusammen, Herr Kollege Öllinger, aber so ist es. Wir arbeiten eben für die Zukunft! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte auch noch Folgendes sagen, was die Aussage, 10 € entsprechen drei Wurstsemmeln, betrifft: Wenn wir einkaufen gehen, dann bedeuten 10 €: drei Kilo Brot, zwei Liter Milch, ein Kilo Mehl, ein Kilo Reis, zwei Kilo Teigwaren und auch noch Getränke. Das machen wir mit 10 €! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist derzeit im Wesentlichen sehr viel eher für Männer in Österreich gegeben, wenn man „Familie“ dahin gehend definiert, eine Familie irgendwie zu haben. Wenn man „Familie“ so definiert, dass sie bedeutet, Familie leben zu können, dann gilt das auch für die Männer nicht. Was Sie nämlich betreiben, ist eine Familienpolitik, in der Sie den Männern das Familienleben verunmöglichen und den Frauen des Berufsleben verunmöglichen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was aber an den Vorschlägen, die von Ihrer Seite kommen, auffällt, ist, dass wir offensichtlich auf dem Weg von der Familie und von der Sozialpolitik hin zur „Scheckgesellschaft“ sind: Es gibt einen Kinderbetreuungsscheck, einen Pflegescheck, eine Geburtenprämie, einen Dienstleistungsscheck. Wenn es nach einigen Vorschlägen, die ich interpretiere, geht, dann haben wir vielleicht demnächst einen Ehevermittlungsscheck und ich weiß nicht, was noch alles. Faktum ist: Was dahinter steht, ist ganz eindeutig: Die Regierung stiehlt sich aus ihrer Verantwortung, Sozialleistungen und ein soziales Auffangnetz sicherzustellen, und überantwortet diese Aufgabe den Familien und dort vor allem den Frauen. – So kann es nicht gehen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nein, ...! So eine ...! – Abg. Mag. Mainoni: ... solche Sorgen! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist wirklich die Hauptsorge der Grünen!
Wo ist denn die Eigenständigkeit, die Sie jungen Menschen zugestehen, wenn Sie ihnen noch nicht einmal ein Grundrecht auf eigenes Einkommen und Arbeiten garantieren können? An dieser Stelle vielleicht eine kleine Anmerkung in Richtung meines Vorredners: Ich habe ganz deutlich gehört, dass Sie – zumindest in Kärnten – einen Lehrplatz offensichtlich nur jedem männlichen Jugendlichen versprechen wollen, den weiblichen Jugendlichen nicht. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nein, ...! So eine ...! – Abg. Mag. Mainoni: ... solche Sorgen! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist wirklich die Hauptsorge der Grünen!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Mag. Haupt.
Ich finde es auch ein bisschen bedauerlich, dass nicht einmal die Staatssekretärin weiß, dass die Alleinerziehenden vor allem Alleinerzieherinnen sind, und dass sich das noch nicht einmal in der Sprache niederschlägt. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Mag. Haupt.) – Da hilft es auch nichts, wenn von der Regierungsbank da hinten Zwischenrufe als Störmanöver kommen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, dass wir vor allem sehr viele Maßnahmen setzen müssen, denen ein ausgedehnter Familienbegriff zu Grunde liegt. Ziel muss es in unserer Gesellschaft sein, dass Menschen so leben können, wie sie selbst es entscheiden, und nicht, wie die Regierungspolitik es ihnen vorschreiben will, dass sie selbst entscheiden können, wie sie leben und dass sie diese Lebensform, die sie wählen – in welchen Generationen sie zusammenleben, mit wie vielen Menschen sie zusammenleben, ob Männer und Frauen zusammenleben oder nicht –, umsetzen können, gleichermaßen existentiell abgesichert und mit gleichen sozialen Rechten ausgestattet. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Mainoni: Ich glaube, sogar verboten!
Präsident Dr. Andreas Khol: Wir gelangen nunmehr zu den Punkten 1 und 2 der Tagesordnung, über welche die Debatte unter einem durchgeführt wird. – Herr Abgeordneter Eder! Telefonieren ist hier nicht üblich! – Danke. (Abg. Mag. Mainoni: Ich glaube, sogar verboten!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was sich da in den letzten Tagen und Wochen an Empörung unter den Pensionistinnen und Pensionisten getan hat, war wirklich berechtigt. Wenn es eine Bundesregierung gibt, die so weit abgehoben ist von den realen Lebensverhältnissen eines Großteils der österreichischen Bevölkerung, dann ist das wahrhaft skandalös, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Was die Abgehobenheit betrifft, so hat ja Frau Abgeordnete Fuhrmann von der ÖVP absolut den Vogel abgeschossen. Ich weiß nicht, wo sie heute ist. Vielleicht ist sie gerade wieder Wurstsemmeln einkaufen. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) – Sie hat gemeint: 10 € Pensionskürzung – wieso regen sich da die Leute auf? Darum bekommt sie maximal drei Wurstsemmeln beim Billa!
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Mainoni und Neudeck
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das sagt eine Abgeordnete mit einem Bruttoeinkommen von 7 200 € den österreichischen Pensionistinnen und Pensionisten (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Mainoni und Neudeck), die manchmal weniger als 700 € im Monat haben! Meine Damen und Herren, wo leben Sie denn überhaupt, wenn Sie solche Vergleiche ziehen? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Großruck.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Großruck.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das sagt eine Abgeordnete mit einem Bruttoeinkommen von 7 200 € den österreichischen Pensionistinnen und Pensionisten (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Mainoni und Neudeck), die manchmal weniger als 700 € im Monat haben! Meine Damen und Herren, wo leben Sie denn überhaupt, wenn Sie solche Vergleiche ziehen? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Großruck.)
Abg. Mag. Mainoni: ... SPÖ-Regierung!
In diesem Zusammenhang sage ich Ihnen noch etwas: Es ist ja nicht das erste Mal, dass die Pensionen gekürzt werden. (Abg. Mag. Mainoni: ... SPÖ-Regierung!) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ja, es stimmt: Was glauben Sie, um wie viel die Pensionen in den achtziger Jahren in Österreich im Durchschnitt erhöht wurden? – Um durchschnittlich 4 Prozent pro Jahr! In den neunziger Jahren durchschnittlich um 2,6 Prozent! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo war die Inflation?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo war die Inflation?
In diesem Zusammenhang sage ich Ihnen noch etwas: Es ist ja nicht das erste Mal, dass die Pensionen gekürzt werden. (Abg. Mag. Mainoni: ... SPÖ-Regierung!) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ja, es stimmt: Was glauben Sie, um wie viel die Pensionen in den achtziger Jahren in Österreich im Durchschnitt erhöht wurden? – Um durchschnittlich 4 Prozent pro Jahr! In den neunziger Jahren durchschnittlich um 2,6 Prozent! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo war die Inflation?)
Abg. Mag. Mainoni: Das stimmt einfach nicht!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Seit dem Regierungsantritt von Schwarz-Blau sind die Pensionen brutto durchschnittlich um 0,8 Prozent erhöht worden. Das heißt, seit dem Jahr 2000 hat es für die Pensionisten keinen Wertausgleich für die Teuerungsrate mehr gegeben. Daher ist die heurige Pensionskürzung nicht die erste (Abg. Mag. Mainoni: Das stimmt einfach nicht!), sondern die konsequente Fortsetzung der Pensionskürzungspolitik dieser schwarz-blauen Regierung. (Abg. Mag. Mainoni: Das stimmt nicht, was Sie sagen!) Das müssen wir hier aufzeigen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Mainoni: Das stimmt nicht, was Sie sagen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Seit dem Regierungsantritt von Schwarz-Blau sind die Pensionen brutto durchschnittlich um 0,8 Prozent erhöht worden. Das heißt, seit dem Jahr 2000 hat es für die Pensionisten keinen Wertausgleich für die Teuerungsrate mehr gegeben. Daher ist die heurige Pensionskürzung nicht die erste (Abg. Mag. Mainoni: Das stimmt einfach nicht!), sondern die konsequente Fortsetzung der Pensionskürzungspolitik dieser schwarz-blauen Regierung. (Abg. Mag. Mainoni: Das stimmt nicht, was Sie sagen!) Das müssen wir hier aufzeigen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Seit dem Regierungsantritt von Schwarz-Blau sind die Pensionen brutto durchschnittlich um 0,8 Prozent erhöht worden. Das heißt, seit dem Jahr 2000 hat es für die Pensionisten keinen Wertausgleich für die Teuerungsrate mehr gegeben. Daher ist die heurige Pensionskürzung nicht die erste (Abg. Mag. Mainoni: Das stimmt einfach nicht!), sondern die konsequente Fortsetzung der Pensionskürzungspolitik dieser schwarz-blauen Regierung. (Abg. Mag. Mainoni: Das stimmt nicht, was Sie sagen!) Das müssen wir hier aufzeigen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Das stimmt einfach nicht!
All das findet vor dem Hintergrund von hohlen Ankündigungen durch den Bundeskanzler und durch die Bundesregierung statt, in denen es immer heißt: Es gibt keinen Eingriff in bestehende Pensionen! Es wird den Wertausgleich für die Pensionisten geben! Und selbstverständlich sind die zwei Millionen Pensionistinnen und Pensionisten von all den Maßnahmen nicht betroffen! – Die Wahrheit ist: Seitdem Schwarz-Blau regiert, werden die Pensionen in Österreich konsequent gekürzt! Das ist der falsche Weg, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Das stimmt einfach nicht!)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
In diesem Zusammenhang wird immer gesagt, da könne man eben nichts machen, diese Kürzungen müsse man einfach durchführen, damit das Pensionssystem nachhaltig finanzierbar bleibt. – Meine Damen und Herren! Bei anderen Dingen sind Sie nicht so knausrig! Wenn es um die Beratungs- oder Werbekosten der Bundesregierung geht, dann hat man locker 1 Milliarde Schilling zur Verfügung, um diese schlechte Regierungspolitik in der Öffentlichkeit zu propagieren. Also bei sich selbst sind Sie großzügig! Knausrig sind Sie nur bei den Pensionistinnen und Pensionisten. Das ist die falsche Prioritätensetzung für Österreich, meine Damen und Herren! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Die „Härten“ werden „abgefedert“! – Ihre Abfederung der Härten schaut so aus, dass auch nach dem heutigen Beschluss im Nationalrat Hunderttausende von Pensionistinnen und Pensionisten eine reale Pensionskürzung haben werden und damit die Grundlage für weitere Pensionskürzungen in den nächsten Jahren gelegt ist. – Das, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist kein ehrlicher Umgang mit den Pensionistinnen und Pensionisten in unserem Land! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Rossmann. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Aber das Schlimmste in dieser gesamten Auseinandersetzung ist ja nicht die bekannte unsoziale Gesinnung der Bundesregierung und vor allem der Mitglieder der ÖVP, sondern das Schlimmste war das, was in Kärnten vor sich gegangen ist, wo sich der Landeshauptmann hingestellt und gesagt hat, wer bereit ist, als Bittsteller, als Bettler vor das Landhaus zu kommen und zu sagen: Bitte, bitte, Herr Landeshauptmann, gib mir das zurück, was mir der Bundeskanzler weggenommen hat!, dem ist er bereit, diesen Unterschied auszugleichen. (Zwischenruf der Abg. Rossmann. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Diese Art von Bittsteller-Gesellschaft lehnen wir ab! Das hat mit einer gerechten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts absolut nichts zu tun! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Rädler: In der Schublade!
Zur Frage der Konzepte ist klar festzuhalten: Seit einem Jahr liegt das Konzept der Sozialdemokratie zum Thema Pensionssicherung und Pensionsvereinheitlichung auf dem Tisch. (Abg. Rädler: In der Schublade!) – Nein, es wurde hier im Hohen Haus präsentiert und beantragt, und liegt nicht in der Schublade, Herr Kollege. Wenn Sie des Lesens mächtig sind, können Sie das seit Monaten nachlesen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Zur Frage der Konzepte ist klar festzuhalten: Seit einem Jahr liegt das Konzept der Sozialdemokratie zum Thema Pensionssicherung und Pensionsvereinheitlichung auf dem Tisch. (Abg. Rädler: In der Schublade!) – Nein, es wurde hier im Hohen Haus präsentiert und beantragt, und liegt nicht in der Schublade, Herr Kollege. Wenn Sie des Lesens mächtig sind, können Sie das seit Monaten nachlesen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Bleckmann: Von den Sozialpartnern gibt es auch nichts!
Meine Damen und Herren! Zwei Monate sind seit diesem Fristende vergangen, aber es gibt noch immer keinen Vorschlag von Seiten der Regierung, was die Pensionsharmonisierung betrifft (Abg. Dr. Bleckmann: Von den Sozialpartnern gibt es auch nichts!), weil Sie Pensionsgerechtigkeit scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Ich sage Ihnen: Nehmen Sie unser Konzept! Das ist nämlich das gerechtere Konzept, und es liegt seit einem Jahr vor. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Zwei Monate sind seit diesem Fristende vergangen, aber es gibt noch immer keinen Vorschlag von Seiten der Regierung, was die Pensionsharmonisierung betrifft (Abg. Dr. Bleckmann: Von den Sozialpartnern gibt es auch nichts!), weil Sie Pensionsgerechtigkeit scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Ich sage Ihnen: Nehmen Sie unser Konzept! Das ist nämlich das gerechtere Konzept, und es liegt seit einem Jahr vor. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Großruck: Auf Wiedersehen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ihr Umgang mit den Pensionistinnen und Pensionisten ist verantwortungslos, er ist gefühlskalt, er ist herzlos, und ohne eine gerechte Sichtweise der Lebensbedingungen der älteren Generationen in unserem Land. (Abg. Großruck: Auf Wiedersehen!)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Beenden Sie diese Art der Verhöhnung der älteren Generation! Sie hat sich das nicht verdient! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Mainoni – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Den Moskauer Boden geküsst!
Abgeordnete Ingrid Turković-Wendl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Besucher hier auf der Galerie! Und ich sage in diesem Fall auch: liebe Seniorinnen und Senioren! Herr Kollege Dr. Gusenbauer! Jugendlicher Überschwang – so würde ich so manche Handlung, die man macht, wenn man 20 Jahre und ein bisschen darüber ist, nennen. Die eine kann den Wert einer Wurstsemmel nicht wirklich beurteilen und einschätzen, ein anderer hat im Überschwang (Abg. Mag. Mainoni – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Den Moskauer Boden geküsst!) sowjetischen Boden geküsst (Zwischenrufe bei der SPÖ), was ihm vielleicht jetzt auch nicht mehr unbedingt ansteht. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Eine alte Geschichte, aber so ist es eben! Jugend!
Zwischenrufe bei der SPÖ
Abgeordnete Ingrid Turković-Wendl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Besucher hier auf der Galerie! Und ich sage in diesem Fall auch: liebe Seniorinnen und Senioren! Herr Kollege Dr. Gusenbauer! Jugendlicher Überschwang – so würde ich so manche Handlung, die man macht, wenn man 20 Jahre und ein bisschen darüber ist, nennen. Die eine kann den Wert einer Wurstsemmel nicht wirklich beurteilen und einschätzen, ein anderer hat im Überschwang (Abg. Mag. Mainoni – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Den Moskauer Boden geküsst!) sowjetischen Boden geküsst (Zwischenrufe bei der SPÖ), was ihm vielleicht jetzt auch nicht mehr unbedingt ansteht. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Eine alte Geschichte, aber so ist es eben! Jugend!
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Ingrid Turković-Wendl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Besucher hier auf der Galerie! Und ich sage in diesem Fall auch: liebe Seniorinnen und Senioren! Herr Kollege Dr. Gusenbauer! Jugendlicher Überschwang – so würde ich so manche Handlung, die man macht, wenn man 20 Jahre und ein bisschen darüber ist, nennen. Die eine kann den Wert einer Wurstsemmel nicht wirklich beurteilen und einschätzen, ein anderer hat im Überschwang (Abg. Mag. Mainoni – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Den Moskauer Boden geküsst!) sowjetischen Boden geküsst (Zwischenrufe bei der SPÖ), was ihm vielleicht jetzt auch nicht mehr unbedingt ansteht. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Eine alte Geschichte, aber so ist es eben! Jugend!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn man sich länger mit dem Thema des Älterwerdens, das viele noch vor sich herschieben wollen und von dem viele sagen: Mir passiert das nie!, auseinander setzt, dann kommt man eigentlich immer mehr zu der Überzeugung, dass Älterwerden etwas ganz Großartiges ist. Ich stehe hier vor Ihnen und sage Ihnen: Ich fühle mich mit meinen 63 Jahren sehr wohl! Vor fünf Jahren habe ich mich im ORF noch genieren müssen, dass ich damals über 50 war; das muss ich heute mit meiner Arbeit hier im Parlament überhaupt nicht mehr. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Sburny.
Und warum gut erleben können? (Zwischenruf der Abg. Sburny.) – Weil Sie in einem sozialen System sind und weil vor allem der medizinische Fortschritt ungeheuer gewachsen ist. Das gilt nicht nur für die Älteren. Denken wir doch an das Beispiel der beiden Buben, die beim Eislaufen eingebrochen sind, verunglückt sind! Vor fünf Jahren hätte man sie noch nicht retten können. Das symbolisiert den medizinischen Fortschritt, der uns Tag für Tag zugute kommt. Ich freue mich darüber, und jeder, der älter ist, weiß, dass das die Sicherheit unserer Zukunft ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Und warum gut erleben können? (Zwischenruf der Abg. Sburny.) – Weil Sie in einem sozialen System sind und weil vor allem der medizinische Fortschritt ungeheuer gewachsen ist. Das gilt nicht nur für die Älteren. Denken wir doch an das Beispiel der beiden Buben, die beim Eislaufen eingebrochen sind, verunglückt sind! Vor fünf Jahren hätte man sie noch nicht retten können. Das symbolisiert den medizinischen Fortschritt, der uns Tag für Tag zugute kommt. Ich freue mich darüber, und jeder, der älter ist, weiß, dass das die Sicherheit unserer Zukunft ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Gesundheit und Pension!
Meine Damen und Herren! Die Sicherheit dieses Gesundheitssystems ist auch eine finanzielle Frage, das ist klar. Wir alle wissen es, aber wir wollen uns das eigentlich nicht eingestehen. Ich habe mit unzähligen Seniorinnen und Senioren gerade über diesen Punkt gesprochen, habe sie gefragt, was ihnen denn jetzt das Wichtigste in ihrem Leben ist. Sie haben mir geantwortet: Sicher meine Familie, das ist das Wichtigste (Ruf bei der SPÖ: Gesundheit und Pension!), aber das Zweite ist meine Möglichkeit, gesund älter zu werden, und auch ich möchte gerne, dass dieses System erhalten bleibt. – Sie haben es verstanden, dass wir den Krankenversicherungsbeitrag erhöhen. Sie haben es (Abg. Schopf: Pensionskürzungen!) als eine verantwortungsvolle Politik dieser Regierung verstanden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Schopf: Pensionskürzungen!
Meine Damen und Herren! Die Sicherheit dieses Gesundheitssystems ist auch eine finanzielle Frage, das ist klar. Wir alle wissen es, aber wir wollen uns das eigentlich nicht eingestehen. Ich habe mit unzähligen Seniorinnen und Senioren gerade über diesen Punkt gesprochen, habe sie gefragt, was ihnen denn jetzt das Wichtigste in ihrem Leben ist. Sie haben mir geantwortet: Sicher meine Familie, das ist das Wichtigste (Ruf bei der SPÖ: Gesundheit und Pension!), aber das Zweite ist meine Möglichkeit, gesund älter zu werden, und auch ich möchte gerne, dass dieses System erhalten bleibt. – Sie haben es verstanden, dass wir den Krankenversicherungsbeitrag erhöhen. Sie haben es (Abg. Schopf: Pensionskürzungen!) als eine verantwortungsvolle Politik dieser Regierung verstanden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Sicherheit dieses Gesundheitssystems ist auch eine finanzielle Frage, das ist klar. Wir alle wissen es, aber wir wollen uns das eigentlich nicht eingestehen. Ich habe mit unzähligen Seniorinnen und Senioren gerade über diesen Punkt gesprochen, habe sie gefragt, was ihnen denn jetzt das Wichtigste in ihrem Leben ist. Sie haben mir geantwortet: Sicher meine Familie, das ist das Wichtigste (Ruf bei der SPÖ: Gesundheit und Pension!), aber das Zweite ist meine Möglichkeit, gesund älter zu werden, und auch ich möchte gerne, dass dieses System erhalten bleibt. – Sie haben es verstanden, dass wir den Krankenversicherungsbeitrag erhöhen. Sie haben es (Abg. Schopf: Pensionskürzungen!) als eine verantwortungsvolle Politik dieser Regierung verstanden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Da haben Sie Glück gehabt!
Ich habe mein rechtes Hüftgelenk austauschen lassen können und nicht darauf warten müssen. (Abg. Sburny: Da haben Sie Glück gehabt!) Ich habe dadurch ein neues Leben, und ich fühle mich wohl! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich habe mein rechtes Hüftgelenk austauschen lassen können und nicht darauf warten müssen. (Abg. Sburny: Da haben Sie Glück gehabt!) Ich habe dadurch ein neues Leben, und ich fühle mich wohl! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger – auf Abg. Scheibner deutend –: Er hat das gesagt!
Sie sind noch nicht so weit, und Sie werden es vielleicht nie brauchen, aber wer vor so einer Frage steht und es wirklich am eigenen Leib spürt, der weiß, wohin er steuern muss. Daher bin ich für alle Zuwendungen, für alle Unterstützungen und auch für alle Überlegungen dieser Regierung dankbar, die diese Form des Weiterlebens für uns ältere Menschen sichert, unterstützt, plant und Vorsorge trifft – auch das muss man machen, auch das ist ein mutiger Schritt! Und mutige Schritte in der Regierung sind nicht leicht, sie können natürlich sehr gut von der Opposition ausgenützt werden mit unmöglichen Worten und Vergleichen wie Feldzug, wie Raub, wie Armutsfalle, wie Trägerraketen, die ich alle gar nicht mehr hören will! (Abg. Öllinger – auf Abg. Scheibner deutend –: Er hat das gesagt!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ist Ihnen bewusst, was Sie da im Munde führen? – Das ist ein Kriegsgeheul, ein Kriegsgeheul, das ich wirklich nicht so im Raum stehen lassen will! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Ja! Und Sie nützen das aus! Sie benützen den guten Willen der Leute!
Meine Damen und Herren! Wenn wir heute einen Lebenszeitraum von 60 bis 90 Jahren haben – und das ist keine Illusion, das ist Realität! –, dann müssen wir die Menschen dieser Lebensphase ganz anders anschauen. Sie sind nicht mehr ein Häufchen, das man übersehen kann, es sind Menschen, die ganz unterschiedlich leben; die einen planen, lernen, andere packen vor allem mit an. Mitanpacken ist eine Selbstverständlichkeit der älteren Generation, auch das Mithelfen. Es gab noch keine Schlagzeile in den Medien darüber, dass in den Familien, ohne irgendetwas zu sagen, die Kinder betreut werden (Abg. Sburny: Ja! Und Sie nützen das aus! Sie benützen den guten Willen der Leute!), dass kleinere und auch größere Anschaffungen unterstützt werden, dass sehr viele Dinge passieren, für die ältere Menschen nie gelobt werden, nie dafür in der Zeitung stehen. Es wird für eine Selbstverständlichkeit gehalten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn wir heute einen Lebenszeitraum von 60 bis 90 Jahren haben – und das ist keine Illusion, das ist Realität! –, dann müssen wir die Menschen dieser Lebensphase ganz anders anschauen. Sie sind nicht mehr ein Häufchen, das man übersehen kann, es sind Menschen, die ganz unterschiedlich leben; die einen planen, lernen, andere packen vor allem mit an. Mitanpacken ist eine Selbstverständlichkeit der älteren Generation, auch das Mithelfen. Es gab noch keine Schlagzeile in den Medien darüber, dass in den Familien, ohne irgendetwas zu sagen, die Kinder betreut werden (Abg. Sburny: Ja! Und Sie nützen das aus! Sie benützen den guten Willen der Leute!), dass kleinere und auch größere Anschaffungen unterstützt werden, dass sehr viele Dinge passieren, für die ältere Menschen nie gelobt werden, nie dafür in der Zeitung stehen. Es wird für eine Selbstverständlichkeit gehalten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Brosz: ... das mit Pensionskürzungen zu tun?
Für uns ältere Menschen ist es ganz klar, dass wir diese Arbeiten gerne machen und uns für andere einsetzen. Aber wir wollen auch als eine aktive Generation anerkannt werden, die eine anerkannte Leistung in unserem Staat, in unserem Land, erbringt. (Abg. Brosz: ... das mit Pensionskürzungen zu tun?) Ich bitte Sie sehr herzlich, dass Sie den Menschen, die ich hier vertrete und denen ich vertraue – weil ich mit ihnen diskutiere, spreche und Pläne schmiede –, mehr an Unterscheidungskraft zutrauen zwischen Vorspiegelungen und der Realität, wie wir unser Land weiterbauen können.
Abg. Dr. Rada: Sagen Sie das dem Herrn Bundeskanzler!
Meine Damen und Herren! Nehmen Sie einmal den Gedanken auf, dass auch in der älteren Generation die Zukunft unseres Landes in ausgezeichneten Händen liegt! (Abg. Dr. Rada: Sagen Sie das dem Herrn Bundeskanzler!) Unterstützen Sie diese älteren Menschen, die Seniorinnen und Senioren in Österreich! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Nehmen Sie einmal den Gedanken auf, dass auch in der älteren Generation die Zukunft unseres Landes in ausgezeichneten Händen liegt! (Abg. Dr. Rada: Sagen Sie das dem Herrn Bundeskanzler!) Unterstützen Sie diese älteren Menschen, die Seniorinnen und Senioren in Österreich! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Jetzt wird es schwierig!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Jetzt wird es schwierig!) Ich begrüße auch die Zuschauer auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Schwierig, das wird schwierig!) – Es fällt mir schwer, da haben Sie völlig Recht. Es fällt mir schwer, nach dieser Rede der Abgeordneten Turković-Wendl mit dem zu beginnen (Ruf bei der ÖVP: Ja, das ist nicht leicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Verzichten Sie gleich auf Ihre Rede! – Abg. Mag. Wurm: Nein, wirklich nicht!), was ich eigentlich sagen wollte. (Heiterkeit und demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Schwierig, das wird schwierig!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Jetzt wird es schwierig!) Ich begrüße auch die Zuschauer auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Schwierig, das wird schwierig!) – Es fällt mir schwer, da haben Sie völlig Recht. Es fällt mir schwer, nach dieser Rede der Abgeordneten Turković-Wendl mit dem zu beginnen (Ruf bei der ÖVP: Ja, das ist nicht leicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Verzichten Sie gleich auf Ihre Rede! – Abg. Mag. Wurm: Nein, wirklich nicht!), was ich eigentlich sagen wollte. (Heiterkeit und demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Ruf bei der ÖVP: Ja, das ist nicht leicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Verzichten Sie gleich auf Ihre Rede! – Abg. Mag. Wurm: Nein, wirklich nicht!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Jetzt wird es schwierig!) Ich begrüße auch die Zuschauer auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Schwierig, das wird schwierig!) – Es fällt mir schwer, da haben Sie völlig Recht. Es fällt mir schwer, nach dieser Rede der Abgeordneten Turković-Wendl mit dem zu beginnen (Ruf bei der ÖVP: Ja, das ist nicht leicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Verzichten Sie gleich auf Ihre Rede! – Abg. Mag. Wurm: Nein, wirklich nicht!), was ich eigentlich sagen wollte. (Heiterkeit und demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Heiterkeit und demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Jetzt wird es schwierig!) Ich begrüße auch die Zuschauer auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Schwierig, das wird schwierig!) – Es fällt mir schwer, da haben Sie völlig Recht. Es fällt mir schwer, nach dieser Rede der Abgeordneten Turković-Wendl mit dem zu beginnen (Ruf bei der ÖVP: Ja, das ist nicht leicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Verzichten Sie gleich auf Ihre Rede! – Abg. Mag. Wurm: Nein, wirklich nicht!), was ich eigentlich sagen wollte. (Heiterkeit und demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Ist das schlecht?
Frau Abgeordnete! Es fällt mir deswegen schwer, weil Ihre Rede eigentlich an die Grenzen dessen gegangen ist, was für viele gerade noch erträglich ist – und das nicht nur für Pensionistinnen und Pensionisten. Es ist schön für Sie, Frau Abgeordnete Turković-Wendl, wenn Sie erklären können: Ich fühle mich wohl. (Abg. Mag. Molterer: Ist das schlecht?) Aber ich kenne viele Pensionistinnen und Pensionisten, die fühlen sich nicht wohl. Ich möchte Ihnen dazu ein Beispiel bringen, ein Beispiel, das ich nicht gerne anführen wollte, weil es in das übliche Schema hineinpasst:
Abg. Donabauer: Ah, wieder die Mutter!
Meine Mutter (Abg. Donabauer: Ah, wieder die Mutter!) bezieht eine Ausgleichszulage. (Ruf bei der ÖVP: Wie die vom Gusenbauer!) Ich rechne Ihnen das vor: 619,41 € netto im Jahr 2003, 624,78 € im Jahr 2004. Das sei hier angeführt, wenn Frau Abgeordnete Wendl erklärt, Pensionistinnen und Pensionisten könnten sich alles leisten. (Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Nein, das hat sie nicht gesagt!)
Ruf bei der ÖVP: Wie die vom Gusenbauer!
Meine Mutter (Abg. Donabauer: Ah, wieder die Mutter!) bezieht eine Ausgleichszulage. (Ruf bei der ÖVP: Wie die vom Gusenbauer!) Ich rechne Ihnen das vor: 619,41 € netto im Jahr 2003, 624,78 € im Jahr 2004. Das sei hier angeführt, wenn Frau Abgeordnete Wendl erklärt, Pensionistinnen und Pensionisten könnten sich alles leisten. (Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Nein, das hat sie nicht gesagt!)
Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Nein, das hat sie nicht gesagt!
Meine Mutter (Abg. Donabauer: Ah, wieder die Mutter!) bezieht eine Ausgleichszulage. (Ruf bei der ÖVP: Wie die vom Gusenbauer!) Ich rechne Ihnen das vor: 619,41 € netto im Jahr 2003, 624,78 € im Jahr 2004. Das sei hier angeführt, wenn Frau Abgeordnete Wendl erklärt, Pensionistinnen und Pensionisten könnten sich alles leisten. (Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Nein, das hat sie nicht gesagt!)
anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Wenn Sie behaupten, Sie hätten Zugang zu den besten Gesundheitsleistungen (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), kann ich Ihnen nur Folgendes entgegenhalten – ich bitte Sie um etwas Aufmerksamkeit (Abg. Mag. Gaßner: Das wollen sie nicht hören!) –: Wenn meine Mutter Rezepte erhält, sind diese für sie als Ausgleichszulagenbezieherin von der Krankenkasse aus kostenlos. Allerdings ist das für sie – bei diesem geringen Einkommen – unbedingt notwendig. Aber bei einer Erhöhung des Krankenversicherungsbeitrages um 0,5 Prozent und einer gleichzeitig jährlichen Streichung von Rezepten aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen (Abg. Mag. Molterer: Wir machen es billiger, wie Sie wissen!) – Rezepte, die für diese Menschen notwendig sind, die sie sich aber dann selbst bezahlen müssen – können Sie sich ausrechnen, was von diesen 624,78 € noch übrig bleibt. Und kommen Sie mir dann nicht damit, Aussagen über Wurstsemmelrechnungen von 10 € als „jugendlichen Überschwang“ zu bezeichnen! Da hört sich der Spaß auf! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Das wollen sie nicht hören!
Wenn Sie behaupten, Sie hätten Zugang zu den besten Gesundheitsleistungen (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), kann ich Ihnen nur Folgendes entgegenhalten – ich bitte Sie um etwas Aufmerksamkeit (Abg. Mag. Gaßner: Das wollen sie nicht hören!) –: Wenn meine Mutter Rezepte erhält, sind diese für sie als Ausgleichszulagenbezieherin von der Krankenkasse aus kostenlos. Allerdings ist das für sie – bei diesem geringen Einkommen – unbedingt notwendig. Aber bei einer Erhöhung des Krankenversicherungsbeitrages um 0,5 Prozent und einer gleichzeitig jährlichen Streichung von Rezepten aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen (Abg. Mag. Molterer: Wir machen es billiger, wie Sie wissen!) – Rezepte, die für diese Menschen notwendig sind, die sie sich aber dann selbst bezahlen müssen – können Sie sich ausrechnen, was von diesen 624,78 € noch übrig bleibt. Und kommen Sie mir dann nicht damit, Aussagen über Wurstsemmelrechnungen von 10 € als „jugendlichen Überschwang“ zu bezeichnen! Da hört sich der Spaß auf! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Wir machen es billiger, wie Sie wissen!
Wenn Sie behaupten, Sie hätten Zugang zu den besten Gesundheitsleistungen (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), kann ich Ihnen nur Folgendes entgegenhalten – ich bitte Sie um etwas Aufmerksamkeit (Abg. Mag. Gaßner: Das wollen sie nicht hören!) –: Wenn meine Mutter Rezepte erhält, sind diese für sie als Ausgleichszulagenbezieherin von der Krankenkasse aus kostenlos. Allerdings ist das für sie – bei diesem geringen Einkommen – unbedingt notwendig. Aber bei einer Erhöhung des Krankenversicherungsbeitrages um 0,5 Prozent und einer gleichzeitig jährlichen Streichung von Rezepten aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen (Abg. Mag. Molterer: Wir machen es billiger, wie Sie wissen!) – Rezepte, die für diese Menschen notwendig sind, die sie sich aber dann selbst bezahlen müssen – können Sie sich ausrechnen, was von diesen 624,78 € noch übrig bleibt. Und kommen Sie mir dann nicht damit, Aussagen über Wurstsemmelrechnungen von 10 € als „jugendlichen Überschwang“ zu bezeichnen! Da hört sich der Spaß auf! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn Sie behaupten, Sie hätten Zugang zu den besten Gesundheitsleistungen (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), kann ich Ihnen nur Folgendes entgegenhalten – ich bitte Sie um etwas Aufmerksamkeit (Abg. Mag. Gaßner: Das wollen sie nicht hören!) –: Wenn meine Mutter Rezepte erhält, sind diese für sie als Ausgleichszulagenbezieherin von der Krankenkasse aus kostenlos. Allerdings ist das für sie – bei diesem geringen Einkommen – unbedingt notwendig. Aber bei einer Erhöhung des Krankenversicherungsbeitrages um 0,5 Prozent und einer gleichzeitig jährlichen Streichung von Rezepten aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen (Abg. Mag. Molterer: Wir machen es billiger, wie Sie wissen!) – Rezepte, die für diese Menschen notwendig sind, die sie sich aber dann selbst bezahlen müssen – können Sie sich ausrechnen, was von diesen 624,78 € noch übrig bleibt. Und kommen Sie mir dann nicht damit, Aussagen über Wurstsemmelrechnungen von 10 € als „jugendlichen Überschwang“ zu bezeichnen! Da hört sich der Spaß auf! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und der SPÖ. – Abg. Mag. Hakl: Vielleicht in Wien! In Tirol nicht! – Rufe bei der SPÖ: Skandal!
Lassen Sie bitte auch das Argument, man sei froh – und das war das Bild der Abgeordneten Turković-Wendl – über Hüftgelenksoperationen, die doch so rasch gegangen seien! Wissen Sie, wie lange man auf Hüftgelenksoperationen warten muss? – Ein halbes Jahr bis ein Jahr beträgt derzeit die Wartezeit! (Zwischenrufe bei der ÖVP und der SPÖ. – Abg. Mag. Hakl: Vielleicht in Wien! In Tirol nicht! – Rufe bei der SPÖ: Skandal!) Das wissen alle, die sich mit der Sache auseinander setzen, außer man hat die Möglichkeit einer privaten Zusatzversicherung. Dann geht es schnell, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Kopf: Ja – und Ihres?
Frau Abgeordnete Turković-Wendl, mir steht es nicht zu, über Ihr Einkommen zu richten oder Aussagen darüber zu treffen. Tatsache ist allerdings, dass sich Ihr Einkommen von jenem der Durchschnittspensionistinnen und -pensionisten deutlich unterscheidet (Abg. Kopf: Ja – und Ihres?), so wie auch mein Einkommen, nur ergreife ich Partei für diejenigen, denen es schlecht geht (Abg. Kopf – auf Abg. Turković-Wendl deutend –: Und sie nicht?), die von 600 oder 700 oder auch von 1 500 € leben müssen. Denen geht es nämlich nicht so gut wie uns oder denjenigen, ...
Abg. Kopf – auf Abg. Turković-Wendl deutend –: Und sie nicht?
Frau Abgeordnete Turković-Wendl, mir steht es nicht zu, über Ihr Einkommen zu richten oder Aussagen darüber zu treffen. Tatsache ist allerdings, dass sich Ihr Einkommen von jenem der Durchschnittspensionistinnen und -pensionisten deutlich unterscheidet (Abg. Kopf: Ja – und Ihres?), so wie auch mein Einkommen, nur ergreife ich Partei für diejenigen, denen es schlecht geht (Abg. Kopf – auf Abg. Turković-Wendl deutend –: Und sie nicht?), die von 600 oder 700 oder auch von 1 500 € leben müssen. Denen geht es nämlich nicht so gut wie uns oder denjenigen, ...
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Kopf! Ihre Zwischenrufe sind störend! (Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): ... die ein Zweit- oder Dritteinkommen haben. Das ist die Realität in diesem Land! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Hakl: Darum machen wir ja ein Gesetz!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Pensionisten, die ein Einkommen von 600 € haben – und die AusgleichszulagenbezieherInnen bekommen ja nicht einmal den Aufschlag von 0,6 Prozent –, müssen beim Landeshauptmann vorstellig werden, um das Geld „bar aufs Handerl“ ausbezahlt zu bekommen. (Abg. Mag. Hakl: Darum machen wir ja ein Gesetz!) Dazu werden dann noch in den Nachrichten fröhliche Gesichter gezeigt, weil das so „schön“ und so „lustig“ ist (Abg. Dolinschek: ... unbürokratisch!), aber ich bitte Sie zu bedenken, dass es genau diese ältere Generation war, die auch noch andere Bilder gesehen hat (Abg. Dolinschek: Die haben Österreich aufgebaut!), die nämlich schon einmal eine Zeit erlebt hat, in der man sich um Leistungen anstellen musste.
Abg. Dolinschek: ... unbürokratisch!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Pensionisten, die ein Einkommen von 600 € haben – und die AusgleichszulagenbezieherInnen bekommen ja nicht einmal den Aufschlag von 0,6 Prozent –, müssen beim Landeshauptmann vorstellig werden, um das Geld „bar aufs Handerl“ ausbezahlt zu bekommen. (Abg. Mag. Hakl: Darum machen wir ja ein Gesetz!) Dazu werden dann noch in den Nachrichten fröhliche Gesichter gezeigt, weil das so „schön“ und so „lustig“ ist (Abg. Dolinschek: ... unbürokratisch!), aber ich bitte Sie zu bedenken, dass es genau diese ältere Generation war, die auch noch andere Bilder gesehen hat (Abg. Dolinschek: Die haben Österreich aufgebaut!), die nämlich schon einmal eine Zeit erlebt hat, in der man sich um Leistungen anstellen musste.
Abg. Dolinschek: Die haben Österreich aufgebaut!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Pensionisten, die ein Einkommen von 600 € haben – und die AusgleichszulagenbezieherInnen bekommen ja nicht einmal den Aufschlag von 0,6 Prozent –, müssen beim Landeshauptmann vorstellig werden, um das Geld „bar aufs Handerl“ ausbezahlt zu bekommen. (Abg. Mag. Hakl: Darum machen wir ja ein Gesetz!) Dazu werden dann noch in den Nachrichten fröhliche Gesichter gezeigt, weil das so „schön“ und so „lustig“ ist (Abg. Dolinschek: ... unbürokratisch!), aber ich bitte Sie zu bedenken, dass es genau diese ältere Generation war, die auch noch andere Bilder gesehen hat (Abg. Dolinschek: Die haben Österreich aufgebaut!), die nämlich schon einmal eine Zeit erlebt hat, in der man sich um Leistungen anstellen musste.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das wissen Sie genau! Wenn Herr Landeshauptmann Haider in Kärnten für die Inserate, mit denen er diese Almosenpolitik verkauft, mehr ausgibt als für die tatsächliche Auszahlung, dann hört sich der Spaß auf! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Das hat er vorher nicht gewusst!
Die Pensionisten dürfen sich bei den Landeshauptleuten um Pensionsnachzahlungen anstellen. Die Bundesregierung sagt dann, dass sie das reparieren werde, es werde jeder bis 780 € 0,6 Prozent zusätzlich bekommen. Der Landeshauptmann bekommt das dann aus den Versicherten-Geldern zurück. (Abg. Wittauer: Das hat er vorher nicht gewusst!) Das ist nämlich die nächste Gemeinheit: Es zahlt nicht der Herr Bundeskanzler aus den Bundesbeiträgen, sondern die Versicherten zahlen diese Jux-Aktion noch einmal aus den Rücklagen, die bei den Pensionsversicherungen gebildet wurden. (Abg. Mag. Molterer: Das ist falsch! – Abg. Scheibner: „Jux-Aktion“ sagen Sie?)
Abg. Mag. Molterer: Das ist falsch! – Abg. Scheibner: „Jux-Aktion“ sagen Sie?
Die Pensionisten dürfen sich bei den Landeshauptleuten um Pensionsnachzahlungen anstellen. Die Bundesregierung sagt dann, dass sie das reparieren werde, es werde jeder bis 780 € 0,6 Prozent zusätzlich bekommen. Der Landeshauptmann bekommt das dann aus den Versicherten-Geldern zurück. (Abg. Wittauer: Das hat er vorher nicht gewusst!) Das ist nämlich die nächste Gemeinheit: Es zahlt nicht der Herr Bundeskanzler aus den Bundesbeiträgen, sondern die Versicherten zahlen diese Jux-Aktion noch einmal aus den Rücklagen, die bei den Pensionsversicherungen gebildet wurden. (Abg. Mag. Molterer: Das ist falsch! – Abg. Scheibner: „Jux-Aktion“ sagen Sie?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich habe überhaupt keine Berater!
Bekämen die Leute nicht doch 0,6 Prozent, die einfach ein paar Euro mehr bedeuten, so wäre die Gemeinheit dieser Aktion wahrscheinlich unüberbietbar, weil sich die Versicherten ohnehin alles selbst zahlen. Weder der Herr Bundeskanzler noch der Herr Sozialminister übernehmen diese Kosten. Der Herr Sozialminister gibt das Geld in seinem Ressort für Parteipropaganda, Parteiwerbung und Beraterverträge aus, von denen dann Herr Scheibner sagt, er hätte genug von diesen Beratern, er wolle sie eigentlich nicht mehr sehen. So schaut es in der Realität aus! Das ist Ihre Politik. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich habe überhaupt keine Berater!) – Aber Geld geben Sie dafür aus, Unmengen an Geld! Ihre Regierung, Herr Abgeordneter Scheibner! Sie stützen sie. (Abg. Scheibner: Die Berater sind immer noch besser als Ihre Rede!)
Abg. Scheibner: Die Berater sind immer noch besser als Ihre Rede!
Bekämen die Leute nicht doch 0,6 Prozent, die einfach ein paar Euro mehr bedeuten, so wäre die Gemeinheit dieser Aktion wahrscheinlich unüberbietbar, weil sich die Versicherten ohnehin alles selbst zahlen. Weder der Herr Bundeskanzler noch der Herr Sozialminister übernehmen diese Kosten. Der Herr Sozialminister gibt das Geld in seinem Ressort für Parteipropaganda, Parteiwerbung und Beraterverträge aus, von denen dann Herr Scheibner sagt, er hätte genug von diesen Beratern, er wolle sie eigentlich nicht mehr sehen. So schaut es in der Realität aus! Das ist Ihre Politik. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich habe überhaupt keine Berater!) – Aber Geld geben Sie dafür aus, Unmengen an Geld! Ihre Regierung, Herr Abgeordneter Scheibner! Sie stützen sie. (Abg. Scheibner: Die Berater sind immer noch besser als Ihre Rede!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber wenn es um eine so billige Abkassiereraktion geht, bei der nichts an Leistungen dem entgegensteht, dann sind die Leute nach vier Jahren einer solchen Politik tatsächlich zu Recht verärgert. Sie lassen ja auch die Jungen im Regen stehen. Das ist doch die Situation, die wir betreffend Arbeitsplätze vorfinden. Sie machen auch die Jungen zu Bittstellern um Arbeitsplätze und zu Bittstellern um Bildung. So schaut doch die Realität in den Schulen und im Bildungsbereich aus! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt wissen wir es!
Da Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP – und ich erinnere mich gut daran –, noch in der Wahlauseinandersetzung 2002 gesagt haben, die Grünen kürzen die Pensionen, die Grünen sind die Bösen, die die Pensionen kürzen wollen, so hoffe ich, dass nicht nur bei der kommenden Landtagswahl, sondern auch bei der nächsten Nationalratswahl das Gedächtnis der Menschen, das Langzeitgedächtnis auch der Älteren so weit entwickelt ist, wie es Frau Turković-Wendl wünscht, dass Sie nämlich die verdiente Antwort auf diese Politik erhalten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt wissen wir es!)
Abg. Öllinger: Ausgleichszulage!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Werter Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Öllinger, wenn deine Mutter eine Pension von 615 € bekommt, so wird sie mit 1. Juni den Differenzbetrag netto ausgeglichen bekommen, 14 Mal im Jahr gerechnet. (Abg. Öllinger: Ausgleichszulage!) Wenn sie in Kärnten zu Hause wäre, dann hätte sie dieses Geld schon bekommen, denn der Herr Landeshauptmann von Kärnten hat in dieser Frage gleich reagiert und hat das den Leuten ausbezahlt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Werter Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Öllinger, wenn deine Mutter eine Pension von 615 € bekommt, so wird sie mit 1. Juni den Differenzbetrag netto ausgeglichen bekommen, 14 Mal im Jahr gerechnet. (Abg. Öllinger: Ausgleichszulage!) Wenn sie in Kärnten zu Hause wäre, dann hätte sie dieses Geld schon bekommen, denn der Herr Landeshauptmann von Kärnten hat in dieser Frage gleich reagiert und hat das den Leuten ausbezahlt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das passierte innerhalb von zwei Tagen, nach einer Woche waren die ersten Zahlungen getätigt. Wer schnell hilft, hilft doppelt, sehr geehrte Damen und Herren! – So viel einmal dazu. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Frag ihn, ob er zustimmt!
Herr Dr. Gusenbauer meint, es habe einen Monat gebraucht, um diese Reparatur zu beschließen. Herr Dr. Gusenbauer, ich kann mich nicht daran erinnern, dass jemals in der Geschichte der Zweiten Republik (Abg. Scheibner: Frag ihn, ob er zustimmt!), wenn man sich zu einem Fehler bekennt und eine Korrektur durchführt, diese Reaktion so schnell passiert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Dr. Gusenbauer meint, es habe einen Monat gebraucht, um diese Reparatur zu beschließen. Herr Dr. Gusenbauer, ich kann mich nicht daran erinnern, dass jemals in der Geschichte der Zweiten Republik (Abg. Scheibner: Frag ihn, ob er zustimmt!), wenn man sich zu einem Fehler bekennt und eine Korrektur durchführt, diese Reaktion so schnell passiert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Frag, ob er zustimmt!
Es ist sicherlich keine Schande, dass man, wenn man einen Fehler eingesteht, diesen sofort repariert und Neues umsetzt. Das ist keine Schande! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Frag, ob er zustimmt!) – Frau Kollegin, ich hoffe, Dr. Gusenbauer wird unserem Antrag zustimmen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger. – Abg. Scheibner: Ich glaube nicht!) – Glaubst du nicht? Warten wir es ab!
Zwischenruf des Abg. Öllinger. – Abg. Scheibner: Ich glaube nicht!
Es ist sicherlich keine Schande, dass man, wenn man einen Fehler eingesteht, diesen sofort repariert und Neues umsetzt. Das ist keine Schande! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Frag, ob er zustimmt!) – Frau Kollegin, ich hoffe, Dr. Gusenbauer wird unserem Antrag zustimmen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger. – Abg. Scheibner: Ich glaube nicht!) – Glaubst du nicht? Warten wir es ab!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die bereits beschlossene Pensionsanpassung betrage durchschnittlich 1 Prozent, somit fehlen 0,2 Prozent. Die Kranken- und Unfallversicherung werde erhöht, somit ergebe sich auch eine Erhöhung von 0,8 Prozent. – 0,8 Prozent für alle bedeutet, Herr Dr. Gusenbauer, dass Sie sich für die Blechas und für die Pensionisten mit hoher Pension einsetzen und nicht für die Kleinstpensionisten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
Und jetzt schreibt der Kärntner SP-Spitzenkandidat Ambrozy ebenfalls einen Pensionistenbrief. Meine Mutter hat auch einen bekommen. Er schreibt darin sinngemäß: Setzen Sie am 7. März ein Zeichen! Die ÖVP und die FPÖ machen Rentenklau, Pensionsklau. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist Verunsicherung! Wählertäuschung!
Weiters heißt es: Es wird jeder Arztbesuch teurer. – Da verwechselt er wohl die Bundesrepublik Deutschland mit Österreich. – Er schreibt: Jeder Arztbesuch kostet 10 €. – Das ist in Deutschland bei Ihrem Kollegen Schröder so, bei der rot-grünen deutschen Regierung ist das so, aber nicht in Österreich! Da verwechselt er ein bisschen etwas. (Abg. Scheibner: Das ist Verunsicherung! Wählertäuschung!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Genau!
Vielleicht, Herr Dr. Gusenbauer, geben Sie Herrn Ambrozy Nachhilfeunterricht, wie es tatsächlich ist! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Genau!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wo?
Im Gegensatz dazu wird in Österreich im nächsten Jahr die Valorisierung des Pflegegeldes durchgeführt, es wird auch eine Reduzierung der Mehrwertsteuer bei Arzneimitteln erfolgen (Abg. Dr. Gusenbauer: Wo?), und zwar gleich um 50 Prozent. Die Mehrwertsteuer wird von 20 Prozent auf 10 Prozent gekürzt. Das kommt allen älteren
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Personen und jenen, die krank sind, zugute. Das ist der Solidaritätsgedanke, den wir hier in diesem Hohen Haus und in dieser Koalition leben, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Dr. Gusenbauer, in Wien hat die SPÖ die absolute Mehrheit. Warum haben Sie zum Beispiel die Harmonisierung nicht schon in den Ländern umgesetzt? (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: So ist es!
In Kärnten ist es so, dass schon mehrere Versuche gestartet worden sind, um für alle – für die Landesbeamten und die Gemeindebeamten – das gleiche Pensionssystem einzuführen. Für die sind nicht wir hier im Nationalrat zuständig, außer Sie stimmen mit und wir haben eine Zweidrittelmehrheit. Das wurde immer von der SPÖ im Kärntner Landtag abgelehnt. Abgelehnt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: So ist es!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich hoffe auch auf die Sozialpartner, dass sie da mitmachen, und auf Ihre Fraktion (in Richtung SPÖ), wenn Ihnen der Solidaritätsgedanke wichtig ist. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Das ist Ihre Haltung!
Bundesminister für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Mag. Herbert Haupt: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher, sowohl hier im Hohen Haus als auch zu Hause vor den Fernsehapparaten! Hohes Haus! Der Nationalrat wird heute vermutlich mit den Stimmen der Regierungsparteien beschließen, dass ein Ausgleich bei den Pensionen bis 780 € erfolgen wird. Das will ich nicht als Erfolg verkaufen, sondern ich will es als Selbstverständlichkeit betrachten, dass ein Fehler, den wir gemacht haben, korrigiert wird – wenn wir ihn gemacht haben. (Abg. Parnigoni: Das ist Ihre Haltung!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrter Herr Kollege Gusenbauer, bei Ihnen weiß offensichtlich die eine Hand nicht, was die andere Hand will. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Anders ist dieses Schreiben des Kollegen Brenner, der – wenn ich das richtig aus meiner politischen Laufbahn zurückverfolgen kann – einmal auch Mitglied der Gewerkschaft Metall war, nicht zu begreifen. Die Beschlusslage der Wiener Gebietskrankenkasse im Jahre 2001 und die Zusammensetzung des Vorstandes ergibt – auch nach parteipolitischen Gesichtspunkten – keine Mehrheit für irgendeine der Regierungsparteien in diesem Vorstand. Daher, Herr Kollege Gusenbauer, sollten Sie vielleicht mit Ihren Genossen in Wien ein ernstes Wort über die unterschiedlichen Betrachtungsweisen sprechen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrter Herr Kollege Gusenbauer, bei Ihnen weiß offensichtlich die eine Hand nicht, was die andere Hand will. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Anders ist dieses Schreiben des Kollegen Brenner, der – wenn ich das richtig aus meiner politischen Laufbahn zurückverfolgen kann – einmal auch Mitglied der Gewerkschaft Metall war, nicht zu begreifen. Die Beschlusslage der Wiener Gebietskrankenkasse im Jahre 2001 und die Zusammensetzung des Vorstandes ergibt – auch nach parteipolitischen Gesichtspunkten – keine Mehrheit für irgendeine der Regierungsparteien in diesem Vorstand. Daher, Herr Kollege Gusenbauer, sollten Sie vielleicht mit Ihren Genossen in Wien ein ernstes Wort über die unterschiedlichen Betrachtungsweisen sprechen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Das haben Sie geschrieben!
Kollege Öllinger! Ich bin durchaus dankbar, dass Sie auf das Langzeitgedächtnis der Pensionisten Bezug genommen haben. Im Jahre 1995 kam der berühmte Vranitzky-Brief, den mein Kärntner Fraktionskollege Dolinschek richtigerweise zitiert hat. 1996 kamen eine Pensionskürzung von 1,3 Prozent netto und die höchste Belastungsquote, die die Pensionisten bis dato in der Zweiten Republik hinnehmen mussten. Ich hoffe, dass das Langzeitgedächtnis – wie Kollege Öllinger gesagt hat – noch sehr lange funktioniert. Ich hoffe weiters, dass damit von jenen, die ein Langzeitgedächtnis besitzen, der hier im Original vorliegende Brief des Herrn Ambrozy dorthin verwiesen wird, wo er hingehört: zu Wahlversprechungen und zu Verunsicherungen, die im Substrat schlicht und einfach falsch sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Das haben Sie geschrieben!)
Abg. Scheibner: Das hat er nicht dazu gesagt!
Herr Kollege Gusenbauer, darf ich Ihre Zahlen korrigieren? – Sie sind nicht sehr weit daneben gelegen, aber es scheint mir doch wichtig, das für die Damen und Herren hier zu korrigieren: In den achtziger Jahren gab es im Durchschnitt nicht 4 Prozent, sondern 3,5 Prozent Erhöhung – im Übrigen bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 3,8 Prozent, Herr Kollege Gusenbauer (Abg. Scheibner: Das hat er nicht dazu gesagt!) –, in den neunziger Jahren gab es im Durchschnitt nicht 2,6 Prozent, sondern 2,3 Prozent Erhöhung bei einer Inflationsrate von 2,4 Prozent. (Aha-Rufe bei den Freiheitlichen.)
Aha-Rufe bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Gusenbauer, darf ich Ihre Zahlen korrigieren? – Sie sind nicht sehr weit daneben gelegen, aber es scheint mir doch wichtig, das für die Damen und Herren hier zu korrigieren: In den achtziger Jahren gab es im Durchschnitt nicht 4 Prozent, sondern 3,5 Prozent Erhöhung – im Übrigen bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 3,8 Prozent, Herr Kollege Gusenbauer (Abg. Scheibner: Das hat er nicht dazu gesagt!) –, in den neunziger Jahren gab es im Durchschnitt nicht 2,6 Prozent, sondern 2,3 Prozent Erhöhung bei einer Inflationsrate von 2,4 Prozent. (Aha-Rufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das stimmt nicht!
Sehr geehrter Herr Kollege Gusenbauer! Das hat dazu geführt, dass die von Ihnen immer wieder zitierte Aufbaugeneration nach dem Zweiten Weltkrieg heute Ausgleichszulagenrichtsatzbezieherin geworden ist. Die Ausgleichszulagenrichtsätze für Alleinstehende wurden von 2000 bis 2004 um 7,5 Prozent ohne und um 7,5 Prozent mit Alleinverdienerabsetzbetrag erhöht. Der Richtsatz für Verheiratete wurde um 16,1 Prozent ohne beziehungsweise um 15,1 Prozent mit Alleinverdienerabsetzbetrag erhöht bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,9 Prozent. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das stimmt nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrter Herr Kollege Gusenbauer, ich bitte Sie, bei Ihren Zahlenspielereien zu berücksichtigen, wie die tatsächliche Situation ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
nen über 2 000 € einen Verlust von 0,8 Prozent und bei den Beamten, die entsprechend noch höhere Pensionen hatten, auch deutlich darüber gegeben hat. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ja! Aber, bitte, seien Sie sauber!
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich würde Sie bitten, Gleiches mit Gleichem und nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ja! Aber, bitte, seien Sie sauber!)
Abg. Öllinger: Sind sie!
Ich bin sehr dankbar dafür, dass zwei Landeshauptleute mit Sofortzahlungen jenen, denen es finanziell wirklich schlecht geht, unter die Arme gegriffen haben. Aber es braucht keiner zum Bittsteller zu werden (Abg. Öllinger: Sind sie!), Herr Kollege Öllinger, sondern jeder Einzelne wird möglichst schnell von der Sozialversicherung die entsprechenden Beträge ausbezahlt bekommen, sodass keiner zum Landesfürsten – um bei Ihrer Terminologie zu bleiben – gehen muss. (Abg. Öllinger: Das war schon!) Jeder Einzelne wird in entsprechender Form, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt, etwa Mitte des Jahres, die Erhöhungen, die heute beschlossen werden, ausbezahlt bekommen.
Abg. Öllinger: Das war schon!
Ich bin sehr dankbar dafür, dass zwei Landeshauptleute mit Sofortzahlungen jenen, denen es finanziell wirklich schlecht geht, unter die Arme gegriffen haben. Aber es braucht keiner zum Bittsteller zu werden (Abg. Öllinger: Sind sie!), Herr Kollege Öllinger, sondern jeder Einzelne wird möglichst schnell von der Sozialversicherung die entsprechenden Beträge ausbezahlt bekommen, sodass keiner zum Landesfürsten – um bei Ihrer Terminologie zu bleiben – gehen muss. (Abg. Öllinger: Das war schon!) Jeder Einzelne wird in entsprechender Form, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt, etwa Mitte des Jahres, die Erhöhungen, die heute beschlossen werden, ausbezahlt bekommen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Für Ihre Gesetze brauchen Sie tausend Härtefonds! – Abg. Dr. Gusenbauer: Das waren jetzt 10 Minuten lang Unwahrheiten!
Da mir in der Öffentlichkeit immer vorgeworfen wird, dass die Einführung von Härtefonds eine unsoziale Handlung wäre, darf ich darauf hinweisen, dass es meiner Meinung nach unsozial ist, dass jemandem, der mit 10 oder 20 Cent über den Richtlinien zu liegen kommt, nicht geholfen werden kann, weil das Gesetz das deutlich so vorsieht. Daher bin ich dafür, dass wir für solche Notfälle Härtefonds haben, um dort unbürokratisch schnell helfen zu können, wo das Gesetz leider nicht helfen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Für Ihre Gesetze brauchen Sie tausend Härtefonds! – Abg. Dr. Gusenbauer: Das waren jetzt 10 Minuten lang Unwahrheiten!)
Abg. Scheibner: Das haben Sie eingeführt!
Wofür Sie stehen, ist Einmalzahlung als Almosen. (Abg. Scheibner: Das haben Sie eingeführt!) – Wofür wir, die Sozialdemokratie, mit Alfred Gusenbauer, Gabi Burgstaller, Peter Ambrozy, Gabi Schaunig und allen anderen stehen, ist soziale Gerechtigkeit und gerechte Inflationsabgeltung! – Das ist es, was uns von Ihnen unterscheidet! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wofür Sie stehen, ist Einmalzahlung als Almosen. (Abg. Scheibner: Das haben Sie eingeführt!) – Wofür wir, die Sozialdemokratie, mit Alfred Gusenbauer, Gabi Burgstaller, Peter Ambrozy, Gabi Schaunig und allen anderen stehen, ist soziale Gerechtigkeit und gerechte Inflationsabgeltung! – Das ist es, was uns von Ihnen unterscheidet! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
„Die Alternativen wären, den Menschen Sand in die Augen zu streuen oder die Entsorgung Älterer faktisch auf Euthanasiewegen.“ – Das ist Menschenverachtung! Das ist mehr als ein Skandal! Und das fordert eine klare Distanzierung seitens des Bundeskanzlers. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Großruck: Lesen Sie die Zeitungskommentare!
Unsere Antwort ist erstens das Engagement, ein Pensions-Volksbegehren gegen diesen Raub und gegen diese soziale Ungerechtigkeit einzuleiten (Abg. Großruck: Lesen Sie die Zeitungskommentare!), und zweitens der Mut, dahinter und dazu zu stehen.
Beifall bei der SPÖ.
Ihnen fehlt der Mut, der Lebenswirklichkeit der Menschen, der Frauen, der Männer und der Kinder in Österreich ins Auge zu schauen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Wiener Misswirtschaft!
Herr Bundeskanzler! Was ist die Wirklichkeit? – Wir leben in Österreich im Jahre 2004 in einer Republik, in der die Menschen wieder Schlange stehen müssen: 352 000 arbeitslose Menschen, davon 48 000 arbeitslose Jugendliche. (Abg. Dr. Fekter: Wiener Misswirtschaft!) 26 000 Menschen stehen Schlange vor Sozialeinrichtungen (Ruf bei der ÖVP: In Wien!), weil sie mit dem Pensionsvorschuss nicht auskommen und nicht überleben können.
Ruf bei der ÖVP: In Wien!
Herr Bundeskanzler! Was ist die Wirklichkeit? – Wir leben in Österreich im Jahre 2004 in einer Republik, in der die Menschen wieder Schlange stehen müssen: 352 000 arbeitslose Menschen, davon 48 000 arbeitslose Jugendliche. (Abg. Dr. Fekter: Wiener Misswirtschaft!) 26 000 Menschen stehen Schlange vor Sozialeinrichtungen (Ruf bei der ÖVP: In Wien!), weil sie mit dem Pensionsvorschuss nicht auskommen und nicht überleben können.
Beifall bei der SPÖ.
Nun an die Adresse der so genannten Wirtschaftsparteien: Es stehen in Österreich insgesamt 5 648 Unternehmen – allein in Kärnten ganze 414 – vor dem Konkursrichter Schlange. – Dafür tragen Sie die Verantwortung! Schuld daran ist Ihre verantwortungslose Politik, Ihre Politik gegen die Menschen in Österreich, insbesondere in Kärnten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Herr Finanzminister Grasser, der heute nicht da ist! Vor allem Herr Sozialminister! Wahrheit ist, dass Sie alle mit dem Kärntner Landeshauptmann zusammen all diese Maßnahmen nicht nur im Koalitionsausschuss, sondern auch hier mit Ihren Stimmen beschlossen haben. Sie tragen gemeinsam mit Jörg Haider die Verantwortung für diesen Pensionsraub, für die soziale Kälte, für die Arbeitslosigkeit und für die Zukunftslosigkeit unserer Jugend. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Unerhört! – Abg. Miedl: Unglaublich! – weitere heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Herr Bundeskanzler! Sie sprechen aus, was es ist: die Politik eines unverschämten Pokerspielers als Bundeskanzler (Abg. Großruck: Unerhört! – Abg. Miedl: Unglaublich! – weitere heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen) und seines Mitspielers Jörg Haiders, der zwischen Wien und Klagenfurt laufend die Seiten, die Phrasen und das Gewand wechselt.
Rufe bei der ÖVP: Unerhört!
Mit Ihrer heutigen oberflächlichen Reparatur ... (Rufe bei der ÖVP: Unerhört!) Wissen Sie, was unverschämt ist? (Neuerliche Rufe bei der ÖVP: Unerhört! Unglaublich!)
Neuerliche Rufe bei der ÖVP: Unerhört! Unglaublich!
Mit Ihrer heutigen oberflächlichen Reparatur ... (Rufe bei der ÖVP: Unerhört!) Wissen Sie, was unverschämt ist? (Neuerliche Rufe bei der ÖVP: Unerhört! Unglaublich!)
Abg. Mag. Trunk bleibt weiterhin beim Rednerpult stehen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die Redezeit ist abgelaufen, Frau Abgeordnete! (Abg. Mag. Trunk bleibt weiterhin beim Rednerpult stehen.) – Ich wiederhole, dass die Redezeit abgelaufen ist. (Abg. Scheibner: Verlassen Sie das Rednerpult, Ihre Redezeit ist abgelaufen! – Abg. Mag. Trunk verlässt noch immer nicht das Rednerpult.) Bitte, Frau Abgeordnete, verlassen Sie das Rednerpult!
Abg. Scheibner: Verlassen Sie das Rednerpult, Ihre Redezeit ist abgelaufen! – Abg. Mag. Trunk verlässt noch immer nicht das Rednerpult.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die Redezeit ist abgelaufen, Frau Abgeordnete! (Abg. Mag. Trunk bleibt weiterhin beim Rednerpult stehen.) – Ich wiederhole, dass die Redezeit abgelaufen ist. (Abg. Scheibner: Verlassen Sie das Rednerpult, Ihre Redezeit ist abgelaufen! – Abg. Mag. Trunk verlässt noch immer nicht das Rednerpult.) Bitte, Frau Abgeordnete, verlassen Sie das Rednerpult!
Beifall bei der SPÖ für die nun das Rednerpult verlassende Abg. Mag. Trunk. – Abg. Scheibner – in Richtung der Abg. Mag. Trunk –: So etwas Überhebliches! Unter jeder Kritik ist das!
(Beifall bei der SPÖ für die nun das Rednerpult verlassende Abg. Mag. Trunk. – Abg. Scheibner – in Richtung der Abg. Mag. Trunk –: So etwas Überhebliches! Unter jeder Kritik ist das!)
Abg. Mag. Tancsits – auf dem Weg zum Rednerpult –: Sie haben Ihr Taferl vergessen, Frau Kollegin! – Abg. Parnigoni geht zum Rednerpult und nimmt die Tafel weg.
Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Tancsits. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Mag. Tancsits – auf dem Weg zum Rednerpult –: Sie haben Ihr Taferl vergessen, Frau Kollegin! – Abg. Parnigoni geht zum Rednerpult und nimmt die Tafel weg.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Wenn, wie meine Vorrednerin hier zum Ausdruck brachte, der SPÖ-Fraktion die Erhöhung der Pensionen wirklich so wichtig ist, dann braucht sie kein Volksbegehren zu machen, sondern dann genügt es, wenn sie in wenigen Stunden unserem Antrag auf Erhöhung der Pensionen für das Jahr 2004 zustimmt (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), und zwar einer außerordentlichen Erhöhung von 0,6 Prozent, die, wie bereits vom Herrn Sozialminister dargelegt wurde, die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge für weit mehr als 50 Prozent der Einzel-Pensionsbezieher ausgleichen wird. Diese notwendige Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge findet für die Mehrheit der Pensionsbezieher überhaupt nicht statt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das, meine Damen und Herren, ist erfolgreiche Sozialpolitik und nicht Pensionsraub! Überlegen Sie sich das noch einmal und stimmen Sie unserem Antrag auf Pensionserhöhung zu! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Kollege Tancsits, das, was heute hier mit den Stimmen der Fraktionen von ÖVP und FPÖ beschlossen werden wird, ist natürlich keine Pensionserhöhung, sondern das ist eine Einmalzahlung, und wenn Sie damit kaschieren wollen, dass die niedrigen Pensionen tendenziell immer niedriger werden und die hohen immer höher, dann wird Ihnen das damit nicht gelingen. Das ist eine Einmalzahlung, die strukturell überhaupt nichts ändert, die nächstes Jahr auf eine eventuelle Pensionserhöhung nicht angerechnet wird. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Warum stimmen Sie dann nicht zu?
Diese Einmalzahlung aus einem Ihrer Härtefonds ist gut für all jene, die dieses Geld sehr dringend brauchen, sie ändert aber nichts an der strukturellen Benachteiligung durch niedrige Pensionen. Diese Benachteiligung durch niedrige Pensionen ... (Abg. Wittauer: Warum stimmen Sie dann nicht zu?) Hören Sie mir zu, ich erkläre es Ihnen gerade!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Die Benachteiligung durch niedrige Pensionen bleibt aufrecht, und die Lücke zwischen den Niedrigstpensionen und den Höchstpensionen klafft immer weiter auseinander. Daran ist Ihre Politik schuld und das, was Sie als Pensionsgesetz beschlossen haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Am liebsten würden Sie jede Statistik abschaffen, damit man die Auswirkungen Ihrer Politik nirgendwo mehr nachlesen kann. Aber ich sage Ihnen, wer an dieser Unsicherheit schuld ist: Das sind Sie mit Ihren Gesetzen, die Sie im Rahmen der so genannten Reform beschlossen haben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Weil das eine Frechheit ist, was Sie da sagen, weil das nicht stimmt! Das ist falsch!
In meiner Heimatgemeinde Langenlois haben zum Beispiel die Straßenarbeiter errechnet, dass ihre Pension in Zukunft so ausschauen wird, dass sie, obwohl sie dreieinhalb Jahre länger arbeiten müssen, um rund 48 Prozent weniger Pension bekommen werden. Ganz ähnlich geht es einer Menge Frauen, die auf Grund von nicht vorhandenen Kinderbetreuungsplätzen und strukturellen Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt durch die längere Umrechnungszeit sehr viel weniger, und zwar bis zu 40 Prozent weniger ... (Abgeordnete der Freiheitlichen sprechen in den Bankreihen miteinander und lachen dabei.) – Ich finde es „nett“, dass Sie das unglaublich amüsiert, aber es ist für die Leute, die das betrifft, wenig amüsant. (Abg. Scheibner: Weil das eine Frechheit ist, was Sie da sagen, weil das nicht stimmt! Das ist falsch!) Nein, es ist nicht falsch, es ist berechnet, und nur weil ... (Abg. Wittauer: Frau Kollegin! Die 10-Prozent-Deckelung ist falsch!) Es ist nicht falsch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Es ist die 10-Prozent-Deckelung falsch! – Abg. Scheibner: Das ist eine Verunsicherung der älteren Leute, was Sie da betreiben!)
Abg. Wittauer: Frau Kollegin! Die 10-Prozent-Deckelung ist falsch!
In meiner Heimatgemeinde Langenlois haben zum Beispiel die Straßenarbeiter errechnet, dass ihre Pension in Zukunft so ausschauen wird, dass sie, obwohl sie dreieinhalb Jahre länger arbeiten müssen, um rund 48 Prozent weniger Pension bekommen werden. Ganz ähnlich geht es einer Menge Frauen, die auf Grund von nicht vorhandenen Kinderbetreuungsplätzen und strukturellen Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt durch die längere Umrechnungszeit sehr viel weniger, und zwar bis zu 40 Prozent weniger ... (Abgeordnete der Freiheitlichen sprechen in den Bankreihen miteinander und lachen dabei.) – Ich finde es „nett“, dass Sie das unglaublich amüsiert, aber es ist für die Leute, die das betrifft, wenig amüsant. (Abg. Scheibner: Weil das eine Frechheit ist, was Sie da sagen, weil das nicht stimmt! Das ist falsch!) Nein, es ist nicht falsch, es ist berechnet, und nur weil ... (Abg. Wittauer: Frau Kollegin! Die 10-Prozent-Deckelung ist falsch!) Es ist nicht falsch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Es ist die 10-Prozent-Deckelung falsch! – Abg. Scheibner: Das ist eine Verunsicherung der älteren Leute, was Sie da betreiben!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Es ist die 10-Prozent-Deckelung falsch! – Abg. Scheibner: Das ist eine Verunsicherung der älteren Leute, was Sie da betreiben!
In meiner Heimatgemeinde Langenlois haben zum Beispiel die Straßenarbeiter errechnet, dass ihre Pension in Zukunft so ausschauen wird, dass sie, obwohl sie dreieinhalb Jahre länger arbeiten müssen, um rund 48 Prozent weniger Pension bekommen werden. Ganz ähnlich geht es einer Menge Frauen, die auf Grund von nicht vorhandenen Kinderbetreuungsplätzen und strukturellen Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt durch die längere Umrechnungszeit sehr viel weniger, und zwar bis zu 40 Prozent weniger ... (Abgeordnete der Freiheitlichen sprechen in den Bankreihen miteinander und lachen dabei.) – Ich finde es „nett“, dass Sie das unglaublich amüsiert, aber es ist für die Leute, die das betrifft, wenig amüsant. (Abg. Scheibner: Weil das eine Frechheit ist, was Sie da sagen, weil das nicht stimmt! Das ist falsch!) Nein, es ist nicht falsch, es ist berechnet, und nur weil ... (Abg. Wittauer: Frau Kollegin! Die 10-Prozent-Deckelung ist falsch!) Es ist nicht falsch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Es ist die 10-Prozent-Deckelung falsch! – Abg. Scheibner: Das ist eine Verunsicherung der älteren Leute, was Sie da betreiben!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das ist es, was mich stört: dass Sie hier Gesetze machen, die die Leute in die Armut zwingen, und dann, so wie heute wieder, mit einem einmaligen Almosen so tun, als ob damit irgendetwas repariert wäre, und sich dafür noch feiern lassen wollen. – Das ist, finde ich, politisch letztklassig! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Walch begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel auf.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zum Wort gelangt Herr Abgeordneter Walch. – Bitte. (Abg. Walch begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel auf.)
Abg. Silhavy: Käse!
mehr Pension geben (Abg. Silhavy: Käse!), obwohl Karl Blecha von der SPÖ, ein Pensionskaiser, eine monatliche Pension von 12 554 € hat. Lassen Sie das auf der Zunge zergehen! Ich wiederhole: 12 554 € beziehungsweise 172 000 S im Monat!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese SPÖ unter ihrem Kanzler hat es 30 Jahre nicht zustande gebracht, für die Kleinen etwas zu machen, für die Kleinen den Lohn zu erhöhen, so wie es sich gehört, denn dann wären mehr Beiträge einbezahlt worden und wir hätten heute dieses Problem nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Keine Ahnung!
Dann das Nächste. Wir haben voriges Jahr beschlossen, dass für jene Regierungsmitglieder oder Abgeordnete, die aus dem Parlament oder aus den Landtagen ausscheiden, die Entgeltfortzahlung von zwölf Monaten auf sechs Monate reduziert wird beziehungsweise von den Abgeordneten von sechs Monate auf drei Monate. Der Bezug wurde von 100 Prozent auf 75 Prozent gekürzt. (Abg. Öllinger: Keine Ahnung!) Wo war da die SPÖ? – Nein, sie hat dagegen gestimmt. Sie will die Privilegien auf Kosten der österreichischen Steuerzahler erhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dann das Nächste. Wir haben voriges Jahr beschlossen, dass für jene Regierungsmitglieder oder Abgeordnete, die aus dem Parlament oder aus den Landtagen ausscheiden, die Entgeltfortzahlung von zwölf Monaten auf sechs Monate reduziert wird beziehungsweise von den Abgeordneten von sechs Monate auf drei Monate. Der Bezug wurde von 100 Prozent auf 75 Prozent gekürzt. (Abg. Öllinger: Keine Ahnung!) Wo war da die SPÖ? – Nein, sie hat dagegen gestimmt. Sie will die Privilegien auf Kosten der österreichischen Steuerzahler erhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Aha, die Leute warten lassen! Was ist das?
So und jetzt kommt der Tupfen auf dem i. Heute liegt ein Antrag von ÖVP und FPÖ vor, wonach all jene Pensionsbezieher, deren Pension unter 780 € liegt, eine Einmalzahlung in Höhe von 0,6 Prozent bekommen sollen. Das halte ich für sehr gut, und ich hoffe auch, dass die SPÖ dem zustimmen wird. Aber das Beste ist Folgendes: Der ÖAAB beziehungsweise die ÖVP und die Freiheitlichen haben vorige Woche im Vorstand der Pensionsversicherung eine Sitzung gehabt und vorausschauend gemeint: Wenn dieses Gesetz am Mittwoch im Parlament beschlossen wird, werden wir sofort eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen und diese Nachzahlung beschließen, wie sie in dem Gesetz, das heute verabschiedet wird, vorgesehen ist. Ihr werdet es nicht glauben, vielleicht weiß Dr. Gusenbauer nicht, was seine angeblichen Gewerkschaftsvertreter dort in der Pensionsversicherung machen. Diese haben gesagt, das kommt gar nicht in Frage, diese Sitzung berufen wir gar nicht ein. Wir haben Zeit, da warten wir noch ein wenig, da rechnen wir vielleicht noch ein bisschen. (Abg. Scheibner: Aha, die Leute warten lassen! Was ist das?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist das wahre Gesicht! Gott sei Dank haben sich die ÖVP und die FPÖ im Vorstand durchgesetzt. Ich bin schon neugierig und ich werde meine Vertreter fragen, was am 4. März in dieser besagten Vorstandssitzung passiert, ob die SPÖ-Vertreter zustimmen, dass jene Pensionisten in Österreich, die eine Pension bekommen, die unter 780 € beträgt, die 0,6 Prozent erhalten und dass das rasch durchgeführt wird. Wenn ihr, die ihr diesen Schlamassel verursacht habt, es mit den österreichischen Pensionistinnen und Pensionisten ehrlich meint, dann stimmt heute zu! 30 Jahre hättet ihr Zeit gehabt, für gerechte Löhne und gerechte Pensionen in Österreich zu sorgen. Ihr habt immer gesagt: Armer, hilf mir, damit es mir nicht auch so geht wie dir. – Das sind die Aussagen der SPÖ und von Karli Blecha. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Jetzt schaue ich die sozialdemokratischen, die freiheitlichen Gewerkschafter und jene der ÖVP an und frage: Ist es nicht eigentlich eine sehr vernünftige Relation, dass die Pensionisten fast gleich viel Anteil am Wirtschaftswachstum und am Zuwachs gehabt haben wie die gesamte aktive Bevölkerung? Keine Rede daher von Raub, denn das wäre ja sonst auch ein Raub an den Arbeitnehmern, den die Sozialpartner mit zu verantworten hätten. Die Fakten zeigen ein ganz nüchternes und eigentlich positives Bild, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ein zweiter Vergleich: Stellen wir einen Vergleich mit der Zeit an, als ein sozialdemokratischer Kanzler, Finanzminister und Sozialminister für Pensionen und deren Finanzierung verantwortlich gewesen sind. Vom Jahr 1995 bis zum Jahr 1999 sind die Richtsätze für alleinstehende Ausgleichszulagenempfänger um sage und schreibe 29 € gestiegen, in der Zeit, für die wir Verantwortung tragen, um 49 €. SPÖ-Zeit: 29 € Anstieg, ÖVP/FPÖ-Zeit 49 € – eine Steigerung um 11 Prozent, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Jetzt gibt es ja auch Pensionisten, die in einer Gemeinschaft leben, Familie, Lebensgemeinschaft: In Ihrer Zeit, also von 1995 bis 1999, ist der Familienrichtsatz um 42 € gestiegen, in unserer Zeit um 154 €, also um fast 21 Prozent! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zum Volksbegehren, da oben auf der Galerie gerade Frau Knoll saß: Wenn Sie sagen, die Pensionssicherungsreform kostet oder spart 3 Milliarden € ein, dann darf ich dem nur entgegenhalten: Wir haben im Jahre 1999 21,3 Milliarden € für Pensionen ohne öffentlichen Dienst ausgegeben. – Heute sind es um 3,6 Milliarden € mehr. Es wird also in Österreich niemand zurückgelassen. Hier friert niemand, hier wird niemand alleine gelassen, dafür sorgen wir. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Gott sei Dank!
Jetzt hat in einer beeindruckenden Rede für mich – ich habe sie noch nicht in diesem Stil reden gehört – Ingrid Turković-Wendl auf die Entwicklung gerade für die ältere Generation hingewiesen. Das ist eine rein sachliche Frage, hat also nichts mit Parteipolitik zu tun. Schauen wir uns doch die Entwicklung etwa der Zahl der Hüftgelenksoperationen an. Heute werden 18 000 Menschen pro Jahr operiert. (Abg. Mag. Molterer: Gott sei Dank!) Natürlich warten sie eine Zeit lang. Vor zehn Jahren waren es nicht einmal ein Drittel. Jede einzelne Operation kostet 9 000 €. Und das wird aus unserem solida-
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
rischen medizinischen und Gesundheitssystem finanziert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Da frage ich wirklich ganz offen: Ist es nicht gerechtfertigt, auch einen kleinen, bescheidenen Beitrag für diese allgemein zugängliche Medizin zu verlangen – zum Unterschied von anderen Ländern, wo übrigens Sozialdemokraten nicht ganz fern der Regierungsmacht sind, ich erinnere nur an Großbritannien oder andere Länder, wo das eben nicht so selbstverständlich ist? Aber wir sind in Österreich, und wir haben etwas, worauf wir doch alle gemeinsam stolz sein können. Heute werden über 10 000 Knieoperationen durchgeführt, in deren Rahmen künstliche Knies eingebaut werden. Vor zehn Jahren waren es 1 000 oder 2 000. Jede einzelne Operation kostet 10 000 €. Es ist gut angelegte medizinische Versorgung für unsere Bürgerinnen und Bürger. Und ich glaube, dass dafür ein kleiner Beitrag adäquat ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herbert Haupt hat sehr beeindruckend erzählt, die Vertreter der Wiener Gebietskrankenkasse – und da sitzen die Sozialpartner drinnen und mehrheitlich rote Gewerkschafter – haben das genauso empfohlen. Und auch wir haben es mit den Sozialpartnern diskutiert. Während wir die Lohnnebenkosten insgesamt stabil halten wollen, haben wir gemeint – und das kann man auch offen vertreten –, dass den Pensionisten, die ja einen geringeren Krankenversicherungsbeitrag als die aktive Bevölkerung zahlen, ein solcher Beitrag zumutbar ist. Und dazu kommt die Steuerreform, die mit 1. Jänner dieses Jahres und nächsten Jahres 150 000 Pensionisten steuerfrei stellt. Ich glaube daher ganz bewusst, dass wir mit dieser positiven Leistungsbilanz vor die österreichische Öffentlichkeit treten können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der SPÖ
Natürlich nützen Sie das jetzt, um Propaganda für das Pensionsraub-Volksbegehren zu machen. Das verstehe ich. Auf der anderen Seite, wenn wir schon sachlich darüber diskutieren – jetzt ist Gusenbauer nicht mehr da (Rufe bei der SPÖ), ja, gut, er steht hinter mir, dann hört er mich –, dann bitte ich, auch die Zitate zu beachten, die noch vor neun Monaten gefallen sind. Da hat der Parteivorsitzende der SPÖ vorgeschlagen, sein Pensionssystem kostet 10 Prozent der Höhe der Pensionen. Und wörtlich: Es handelt sich dabei um einen Betrag, mit dem man leben kann. – Entweder Raub oder nicht Raub. Ich persönlich bin für eine sachliche Diskussion, und ich sage ganz offen, mir wäre es recht, wenn wir uns von dieser eher grobschlächtigen Rhetorik ein wenig entfernen könnten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Natürlich nützen Sie das jetzt, um Propaganda für das Pensionsraub-Volksbegehren zu machen. Das verstehe ich. Auf der anderen Seite, wenn wir schon sachlich darüber diskutieren – jetzt ist Gusenbauer nicht mehr da (Rufe bei der SPÖ), ja, gut, er steht hinter mir, dann hört er mich –, dann bitte ich, auch die Zitate zu beachten, die noch vor neun Monaten gefallen sind. Da hat der Parteivorsitzende der SPÖ vorgeschlagen, sein Pensionssystem kostet 10 Prozent der Höhe der Pensionen. Und wörtlich: Es handelt sich dabei um einen Betrag, mit dem man leben kann. – Entweder Raub oder nicht Raub. Ich persönlich bin für eine sachliche Diskussion, und ich sage ganz offen, mir wäre es recht, wenn wir uns von dieser eher grobschlächtigen Rhetorik ein wenig entfernen könnten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Persönlich glaube ich, dass wir den Österreicherinnen und Österreichern, den Pensionistinnen und Pensionisten sagen müssen: Danke für eure Aufbauleistung! Seid sicher, dass wir uns dieser Leistung immer bewusst sind, dass wir versuchen, sozial verantwortbar all das zu garantieren, was in der Gesundheitsvorsorge und in der Altersvorsorge notwendig ist. Aber habt auch Verständnis dafür, dass es nichts zum Nulltarif geben kann. Diese Ehrlichkeit vermisse ich manchmal in der politischen Debatte. Wir sind jedenfalls dazu bereit. (Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scharer begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel auf. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scharer: Man kann es Ihnen nicht oft genug zeigen, Herr Kollege!
Zu Wort gemeldet hat sich Frau Abgeordnete Scharer. Die Redezeit beträgt 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Scharer begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel auf. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scharer: Man kann es Ihnen nicht oft genug zeigen, Herr Kollege!)
Ruf bei der ÖVP: Peter Schieder!
Abgeordnete Erika Scharer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Zu den Ausführungen des Kollegen Walch nur eine kurze Bemerkung und aufklärend dazu. Wissen Sie, wer eine höhere Pension als Karl Blecha beziehen wird? (Ruf bei der ÖVP: Peter Schieder!) – Wolfgang Schüssel, Jörg Haider, Andreas Khol, Kollege Stummvoll, um nur einige zu nennen. Damit ist das Thema, wie ich meine, ausreichend behandelt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordnete Erika Scharer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Zu den Ausführungen des Kollegen Walch nur eine kurze Bemerkung und aufklärend dazu. Wissen Sie, wer eine höhere Pension als Karl Blecha beziehen wird? (Ruf bei der ÖVP: Peter Schieder!) – Wolfgang Schüssel, Jörg Haider, Andreas Khol, Kollege Stummvoll, um nur einige zu nennen. Damit ist das Thema, wie ich meine, ausreichend behandelt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Klubobmann Molterer, Sie haben keine Ahnung, was Sie mit Ihrer Aussage anrichten, dass eine höhere Lebenserwartung mit höheren Kosten verbunden ist, was Sie damit auslösen. – Wir lehnen diese demütigende Politik ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Kollegin Fuhrmann, Sie wissen nicht, wie sich PensionistInnen fühlen, wenn Sie sagen, dass Sie die Aufregungen und Proteste gegen die Pensionskürzung nicht verstehen können, und den Verlust von 10 € damit vergleichen, ob man sich drei Wurstsemmeln kaufen kann oder nicht. Schämen Sie sich für solche Aussagen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein Zynismus und eine Respektlosigkeit, die man, Frau Kollegin Wendl, nicht mit jugendlichem Leichtsinn und Unerfahrenheit abtun kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
ÖVP und FPÖ schüren solchen Zeitgeist mit ihrer unsolidarischen Politik, und sie tragen auch die Verantwortung für die Scheinheiligkeit der Landeshauptmänner von Salzburg und Kärnten, die sich – und da stimme ich mit Kollegem Öllinger überein – wie Landesfürsten gebärdet haben. Sie, Herr Bundeskanzler, haben es zugelassen, dass Menschen zu Bittstellern und Almosenbeziehern gemacht worden sind. Sie tragen dafür die Verantwortung, dass diese für alle PensionistInnen in Österreich lebenswichtige Existenzgrundlage zum billigen Stimmenfang in Wahlkampfzeiten missbraucht worden ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Schade, dass Sie nicht kandidieren!
Wahltag ist Zahltag, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Schade, dass Sie nicht kandidieren!) Die Abrechnung für diese unwürdige Politik wird am 7. März erfolgen. Wir, die SPÖ, und auch das Team um Gabi Burgstaller sind für eine wertgesicherte Pension (Abg. Scheibner: Sie haben die Auszahlungen abgelehnt!) für alle Österreicherinnen und Österreicher unabhängig von Wahltagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie haben die Auszahlungen abgelehnt!
Wahltag ist Zahltag, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Schade, dass Sie nicht kandidieren!) Die Abrechnung für diese unwürdige Politik wird am 7. März erfolgen. Wir, die SPÖ, und auch das Team um Gabi Burgstaller sind für eine wertgesicherte Pension (Abg. Scheibner: Sie haben die Auszahlungen abgelehnt!) für alle Österreicherinnen und Österreicher unabhängig von Wahltagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wahltag ist Zahltag, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Schade, dass Sie nicht kandidieren!) Die Abrechnung für diese unwürdige Politik wird am 7. März erfolgen. Wir, die SPÖ, und auch das Team um Gabi Burgstaller sind für eine wertgesicherte Pension (Abg. Scheibner: Sie haben die Auszahlungen abgelehnt!) für alle Österreicherinnen und Österreicher unabhängig von Wahltagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Herr Bundeskanzler! Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! In einem Diskussionsprozess, der im Parlament wohl richtig und gut angesiedelt ist, ist es nur korrekt und fair, sich mit den Argumenten, die in diese Diskussion eingebracht wurden, auseinander zu setzen. Was aber der Sache nicht dient, meine Damen und Herren, ist pure Polemik, ist der Versuch, Landtagswahlkampf hier in den Nationalrat, in das Hohe Haus hereinzubringen. Das haben die Menschen in diesem Land einfach nicht verdient. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! In der Politik, und zwar in allen westlichen Staaten, ist klar, dass zwei ganz große Themen die sozialpolitische Auseinandersetzung bestimmen: Reform und Sicherung der Altersvorsorge sowie Sicherung des Gesundheitssystems. Es ist doch völlig selbstverständlich, dass das diskutiert wird. Und angesichts einer Entwicklung, die wir Gott sei Dank erreicht haben – dass eben die Menschen länger den Ruhestand genießen können, dass es aber leider auch das Faktum sinkender Geburtenzahlen gibt –, wäre es einfach verantwortungslos, uns nicht mit diesen Themen auseinander zu setzen. Der Unterschied ist nur: In Österreich entscheiden und handeln wir danach, dass den Menschen in unserem Lande Zukunft geboten wird, und zwar den jungen, den erwerbstätigen und den älteren Menschen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Das ist das, was wir befürchten! – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Wir handeln deswegen, weil wir im Gegensatz zu Ihnen von der Opposition hiefür ein Konzept ausgearbeitet haben – und wir wissen, wohin wir wollen. (Abg. Sburny: Das ist das, was wir befürchten! – Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger – die entsprechende Handbewegung dazu machend –: Nach unten geht’s!
Herr Kollege Öllinger, vielleicht können Sie das auch in Ihren internen Diskussionsprozess mitnehmen: Wir wollen in der Altersvorsorge die starke erste, die umlagenfinanzierte Säule erhalten. Das bedeutet aber, dass wir uns vor zwei Dingen einfach nicht drücken dürfen – Sie tun es aber, wir nicht! –: Diese Säule kann nur dann stark bleiben, wenn wir reformieren, daher die Pensionssicherungsreform der Jahre 2000 und 2003, und wenn wir harmonisieren, wenn wir das System nachhaltig gerecht und finanzierbar gestalten. Das sind die Ansprüche, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger – die entsprechende Handbewegung dazu machend –: Nach unten geht’s!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In unserem Konzept sehen wir klarerweise auch den Ausbau der zweiten Säule vor, nämlich die betriebliche Altersvorsorge. Daher ein Ja zu Betriebspensionskassen und selbstverständlich zum sozialpolitischen Meilenstein dieser Bundesregierung, zur Abfertigung neu. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Verzetnitsch: Das ist aber jetzt ein Scherz von Ihnen, dass ...!
Interessant ist, meine Damen und Herren: Über viele Jahre hinweg hat die SPÖ, haben rote Gewerkschafter die Abfertigung neu abgelehnt. (Abg. Verzetnitsch: Das ist aber jetzt ein Scherz von Ihnen, dass ...!) Jetzt, wo diese wirkt und sie eine wirkliche Erfolgsgeschichte ist, gibt es sehr, sehr viele, die sich dieses Federl an den Hut heften möchten, Herr Präsident Verzetnitsch.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Einem: Jahrelang haben Sie das zu verhindern versucht!
Wir haben jedenfalls – auch mit Hilfe aller Sozialpartner – die Abfertigung neu realisiert; das ist unser sozialpolitischer Erfolg. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Einem: Jahrelang haben Sie das zu verhindern versucht!)
Abg. Öllinger – die entsprechende Handbewegung dazu machend –: Die durch die Finger schauen!
Die Altersvorsorge, meine Damen und Herren, muss auf einem dritten Standbein beruhen – und wer das leugnet, handelt unverantwortlich –, nämlich auf dem der Eigenvorsorge. Diese Regierung hat die allgemeine Zukunftsvorsorge geschaffen. Übrigens: In wenigen Jahren wird es genauso sein wie bei der Abfertigung neu: Alle werden dieses Modell zu „ihrem Erfolgsmodell“ zu machen versuchen. – Wir hingegen haben das umgesetzt, und jetzt sind es schon – Herr Präsident Verzetnitsch, Sie wissen das – rund 300 000 Österreicherinnen und Österreicher (Abg. Öllinger – die entsprechende Handbewegung dazu machend –: Die durch die Finger schauen!), die dieses System der allgemeinen Zukunftsvorsorge nützen. (Abg. Sburny: Und die, die sich das nicht leisten können?!) Unser Modell ist positiv und richtig. Das ist unser Modell, das ist unsere Antwort: nicht plumpe Kritik, sondern wir handeln! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Und die, die sich das nicht leisten können?!
Die Altersvorsorge, meine Damen und Herren, muss auf einem dritten Standbein beruhen – und wer das leugnet, handelt unverantwortlich –, nämlich auf dem der Eigenvorsorge. Diese Regierung hat die allgemeine Zukunftsvorsorge geschaffen. Übrigens: In wenigen Jahren wird es genauso sein wie bei der Abfertigung neu: Alle werden dieses Modell zu „ihrem Erfolgsmodell“ zu machen versuchen. – Wir hingegen haben das umgesetzt, und jetzt sind es schon – Herr Präsident Verzetnitsch, Sie wissen das – rund 300 000 Österreicherinnen und Österreicher (Abg. Öllinger – die entsprechende Handbewegung dazu machend –: Die durch die Finger schauen!), die dieses System der allgemeinen Zukunftsvorsorge nützen. (Abg. Sburny: Und die, die sich das nicht leisten können?!) Unser Modell ist positiv und richtig. Das ist unser Modell, das ist unsere Antwort: nicht plumpe Kritik, sondern wir handeln! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Altersvorsorge, meine Damen und Herren, muss auf einem dritten Standbein beruhen – und wer das leugnet, handelt unverantwortlich –, nämlich auf dem der Eigenvorsorge. Diese Regierung hat die allgemeine Zukunftsvorsorge geschaffen. Übrigens: In wenigen Jahren wird es genauso sein wie bei der Abfertigung neu: Alle werden dieses Modell zu „ihrem Erfolgsmodell“ zu machen versuchen. – Wir hingegen haben das umgesetzt, und jetzt sind es schon – Herr Präsident Verzetnitsch, Sie wissen das – rund 300 000 Österreicherinnen und Österreicher (Abg. Öllinger – die entsprechende Handbewegung dazu machend –: Die durch die Finger schauen!), die dieses System der allgemeinen Zukunftsvorsorge nützen. (Abg. Sburny: Und die, die sich das nicht leisten können?!) Unser Modell ist positiv und richtig. Das ist unser Modell, das ist unsere Antwort: nicht plumpe Kritik, sondern wir handeln! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Haben Sie heute schon eine Wurstsemmel gegessen?
Gesundheit ist uns etwas wert, und daher erhalten wir dieses System gesund und fit und selbstverständlich auch für ältere Menschen frei und offen zugänglich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Haben Sie heute schon eine Wurstsemmel gegessen?)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
sind nicht angebracht! Im Jahre 1995 hat es diesen „berühmten“ Vranitzky-Brief gegeben, in dem den Pensionistinnen und Pensionisten Österreich ganz einfach die Unwahrheit gesagt wurde. Mit der Wahrheit sind Sie dann 1997 herausgerückt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) 1997 haben Sie die Krankenversicherungsbeiträge erhöht. Aber wissen Sie, was Sie nicht gemacht haben? – Die Pensionen haben Sie nicht erhöht! Sie von der SPÖ hatten daher eine Null-Pensionsrunde zu verantworten! – Und das übrigens auch mit der Stimme des jetzt den Vorsitz führenden Herrn Präsidenten Fischer. Das sei laut und deutlich hier gesagt, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Gusenbauer: Diesen ganzen Jammer jetzt müssen Sie schon alleine verantworten! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Diesen ganzen Jammer jetzt müssen Sie schon alleine verantworten! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
sind nicht angebracht! Im Jahre 1995 hat es diesen „berühmten“ Vranitzky-Brief gegeben, in dem den Pensionistinnen und Pensionisten Österreich ganz einfach die Unwahrheit gesagt wurde. Mit der Wahrheit sind Sie dann 1997 herausgerückt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) 1997 haben Sie die Krankenversicherungsbeiträge erhöht. Aber wissen Sie, was Sie nicht gemacht haben? – Die Pensionen haben Sie nicht erhöht! Sie von der SPÖ hatten daher eine Null-Pensionsrunde zu verantworten! – Und das übrigens auch mit der Stimme des jetzt den Vorsitz führenden Herrn Präsidenten Fischer. Das sei laut und deutlich hier gesagt, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Gusenbauer: Diesen ganzen Jammer jetzt müssen Sie schon alleine verantworten! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Sie von der SPÖ machen schlicht und einfach ein Partei-Begehren – und wir werden Sie testen: Sie gehen hinaus und verunsichern die Menschen. Heute aber haben Sie die Chance: Stimmen Sie diesem unserem Antrag zu, und dann tun Sie etwas konkret für jene Menschen, die diese Hilfe brauchen! Ein Volksbegehren hingegen kostet 2 Millionen € – Steuergeld im Übrigen! – und hilft den Pensionisten nicht! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Der Molterer wird immer schlechter, habe ich den Eindruck! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Bleiben Sie auch hier auf dem Weg der Verantwortlichkeit! Kehren Sie dorthin zurück, wo den Menschen wirklich geholfen wird! Hier herinnen entscheiden und nicht draußen Polemik machen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Der Molterer wird immer schlechter, habe ich den Eindruck! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Das ist aber neu!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Herr Klubobmann Molterer, ich argumentiere auch gerne mit Daten und Fakten, ich setze mich damit gerne sachlich auseinander. (Ruf bei der ÖVP: Das ist aber neu!) Und daher möchte ich Sie jetzt gerne mit zwei Zahlen konfrontieren, versuchen Sie doch immer wieder den Eindruck zu erwecken, als ginge es bei dieser Diskussion um eine Pensionsreform um etwas Unabänderliches, das so sein muss, wie es eben ist: dass es immer mehr Pensionistinnen und Pensionisten auf der einen Seite gibt und immer weniger an Geburten auf der anderen Seite. Sie stellen aber nie die Frage, wie überhaupt das Pensionsvolumen insgesamt verteilt ist. In diesem Zusammenhang möchte ich Sie mit zwei Zahlen konfrontieren – und mich würde interessieren, was Sie dazu sagen –: Die obersten rund 2 Prozent der Pensionistinnen und Pensionisten erhalten rund 10 Prozent der Pensionssumme. (Abg. Scheibner: Die SPÖ will das erhöhen!) Die untersten, und zwar fast 30 Prozent, erhalten nur rund 7 Prozent der Pensionssumme.
Abg. Scheibner: Die SPÖ will das erhöhen!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Herr Klubobmann Molterer, ich argumentiere auch gerne mit Daten und Fakten, ich setze mich damit gerne sachlich auseinander. (Ruf bei der ÖVP: Das ist aber neu!) Und daher möchte ich Sie jetzt gerne mit zwei Zahlen konfrontieren, versuchen Sie doch immer wieder den Eindruck zu erwecken, als ginge es bei dieser Diskussion um eine Pensionsreform um etwas Unabänderliches, das so sein muss, wie es eben ist: dass es immer mehr Pensionistinnen und Pensionisten auf der einen Seite gibt und immer weniger an Geburten auf der anderen Seite. Sie stellen aber nie die Frage, wie überhaupt das Pensionsvolumen insgesamt verteilt ist. In diesem Zusammenhang möchte ich Sie mit zwei Zahlen konfrontieren – und mich würde interessieren, was Sie dazu sagen –: Die obersten rund 2 Prozent der Pensionistinnen und Pensionisten erhalten rund 10 Prozent der Pensionssumme. (Abg. Scheibner: Die SPÖ will das erhöhen!) Die untersten, und zwar fast 30 Prozent, erhalten nur rund 7 Prozent der Pensionssumme.
Beifall bei den Grünen.
Die Frage, auf die es heute ankommt: Wenn hier heute eine so genannte Reparatur beschlossen wird – so genannte deswegen, weil das doch im Wesentlichen, auch aus Ihren eigenen Reihen wird das so beschrieben, einerseits als übler Trick zu sehen ist und weil andererseits diese große Schieflage der Sozialpolitik von ÖVP und FPÖ, die Sie in den vergangenen vier Jahren gehabt haben, nicht repariert wird, ja gar nicht repariert werden kann. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei den Grünen: Genauso ist es!
Da Sie, Herr Klubobmann Molterer, den Verdacht geäußert haben, dass hier über ein Volksbegehren Wahlkampf gemacht wird: Ich habe den großen Verdacht, dass diese Gesetzesreparatur ausschließlich aus Wahlkampfgründen gemacht wird. Ohne den 7. März gäbe es diese so genannte Reparatur nie und nimmer! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei den Grünen: Genauso ist es!)
Ruf bei der ÖVP: Das ist falsch! Steuerbefreiung bis zu ...!
Wenn man weiters die Frage stellt, was denn diese schwarz-blaue Bundesregierung geleistet hat in Bezug auf eine Steuersenkung, um eben genau die kleinsten PensionsbezieherInnen zu entlasten, so kann die Antwort nur heißen: Gar nichts! (Ruf bei der ÖVP: Das ist falsch! Steuerbefreiung bis zu ...!) Und da, so meine ich, kann die Benotung Ihrer Sozialpolitik nicht gerade gut ausfallen – und das spüren auch die Menschen! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn man weiters die Frage stellt, was denn diese schwarz-blaue Bundesregierung geleistet hat in Bezug auf eine Steuersenkung, um eben genau die kleinsten PensionsbezieherInnen zu entlasten, so kann die Antwort nur heißen: Gar nichts! (Ruf bei der ÖVP: Das ist falsch! Steuerbefreiung bis zu ...!) Und da, so meine ich, kann die Benotung Ihrer Sozialpolitik nicht gerade gut ausfallen – und das spüren auch die Menschen! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Wieder falsch!
In den vergangenen vier Jahren haben Sie von ÖVP und FPÖ rund 30 Steuern und Gebühren erhöht (Rufe bei der ÖVP: Wieder falsch!), was sich natürlich auf kleinste EinkommenbezieherInnen überproportional hoch auswirkt und diese am ärgsten trifft! Und Sie haben auch, und zwar mit keinem Cent, die kleinsten Pensionsbezieherinnen und Pensionsbezieher entlastet! Das ist Ihre Verantwortung! Wir hätten das jedenfalls keineswegs so gemacht. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
In den vergangenen vier Jahren haben Sie von ÖVP und FPÖ rund 30 Steuern und Gebühren erhöht (Rufe bei der ÖVP: Wieder falsch!), was sich natürlich auf kleinste EinkommenbezieherInnen überproportional hoch auswirkt und diese am ärgsten trifft! Und Sie haben auch, und zwar mit keinem Cent, die kleinsten Pensionsbezieherinnen und Pensionsbezieher entlastet! Das ist Ihre Verantwortung! Wir hätten das jedenfalls keineswegs so gemacht. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
In diesem Zusammenhang möchte ich ein Erlebnis aus den Verhandlungen Grüne/ÖVP rund um die Bildung einer Regierungskoalition erwähnen. Damals sind Sie von der ÖVP mit dem Slogan gekommen: Ein Pensionssystem für alle! Bei unseren Verhandlungen hingegen war es das erklärte Ziel Ihrer Partei, ausschließlich eine Milliarde € aus dem Pensionssystem herauszupressen, um dann eine Steuerreform durchführen zu können. Und diese eine Milliarde € aus der Steuerreform landet jetzt über die Senkung der Körperschaftsteuer bei den Unternehmen, bei den Aktiengesellschaften, bei großen und starken Unternehmen also. Und das ist Umverteilung auf die genau falsche Seite! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das sind Fakten, Zahlen und Daten! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Zusammenhang möchte ich ein Erlebnis aus den Verhandlungen Grüne/ÖVP rund um die Bildung einer Regierungskoalition erwähnen. Damals sind Sie von der ÖVP mit dem Slogan gekommen: Ein Pensionssystem für alle! Bei unseren Verhandlungen hingegen war es das erklärte Ziel Ihrer Partei, ausschließlich eine Milliarde € aus dem Pensionssystem herauszupressen, um dann eine Steuerreform durchführen zu können. Und diese eine Milliarde € aus der Steuerreform landet jetzt über die Senkung der Körperschaftsteuer bei den Unternehmen, bei den Aktiengesellschaften, bei großen und starken Unternehmen also. Und das ist Umverteilung auf die genau falsche Seite! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das sind Fakten, Zahlen und Daten! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Sieht die SPÖ sonst keine andere Chance? Kein Selbstvertrauen in der SPÖ?
Einen letzten Punkt möchte ich noch erwähnen, weil Sie, Herr Klubobmann Molterer, hier mit den Kosten argumentiert haben, die ein Volksbegehren verursacht. – Ich finde es beschämend, wie in den vergangenen Jahren hier in diesem Hause mit Volksbegehren umgegangen wurde. Und ich finde es beschämend, wenn Sie hier Kosten aufrechnen, was direkte Demokratie kostet! (Abg. Mag. Molterer: Sieht die SPÖ sonst keine andere Chance? Kein Selbstvertrauen in der SPÖ?)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das wird ja immer besser, was Sie da sagen!
Zu jenen Kosten, die hier heute bereits angesprochen wurden, die der Kärntner Landeshauptmann über diese unfassbar missbräuchliche und erniedrigende Barauszahlung vornimmt: Das ist ein Bruchteil dessen, was Sie sich als Sonderparteienförderung für die Wahlkämpfe, vor allem für den Kärntner Wahlkampf, in den letzten Wochen selber genehmigt haben! Das ist doch beschämend! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das wird ja immer besser, was Sie da sagen!)
Abg. Dr. Gusenbauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Scheuch –: Jetzt kommt wieder ein Kärntner Märchen! „Danke Jörg!“ und so!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheuch. Gleiche Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Gusenbauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Scheuch –: Jetzt kommt wieder ein Kärntner Märchen! „Danke Jörg!“ und so!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Bei mir nicht!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Herr Bundeskanzler! Werte Regierungsmitglieder! Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Am Beginn ein paar Klarstellungen: Frau Kollegin Scharer hat eine Liste von Leuten genannt, die hohe Pensionen bekommen. Diese Liste könnte man verlängern, auch was die linke Reichshälfte betrifft: Gusenbauer, Schieder, Einem, Nürnberger, Verzetnitsch. (Abg. Dr. Gusenbauer: Bei mir nicht!) Ich glaube, es gibt sehr viele Leute, die in der Politik viel bekommen und viel verdienen. (Ruf bei der SPÖ: Rosenstingl!) Das ist etwas, worüber wir hier schon sehr oft diskutiert haben. (Neuerlicher Ruf bei der SPÖ: Rosenstingl!)
Ruf bei der SPÖ: Rosenstingl!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Herr Bundeskanzler! Werte Regierungsmitglieder! Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Am Beginn ein paar Klarstellungen: Frau Kollegin Scharer hat eine Liste von Leuten genannt, die hohe Pensionen bekommen. Diese Liste könnte man verlängern, auch was die linke Reichshälfte betrifft: Gusenbauer, Schieder, Einem, Nürnberger, Verzetnitsch. (Abg. Dr. Gusenbauer: Bei mir nicht!) Ich glaube, es gibt sehr viele Leute, die in der Politik viel bekommen und viel verdienen. (Ruf bei der SPÖ: Rosenstingl!) Das ist etwas, worüber wir hier schon sehr oft diskutiert haben. (Neuerlicher Ruf bei der SPÖ: Rosenstingl!)
Neuerlicher Ruf bei der SPÖ: Rosenstingl!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Herr Bundeskanzler! Werte Regierungsmitglieder! Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Am Beginn ein paar Klarstellungen: Frau Kollegin Scharer hat eine Liste von Leuten genannt, die hohe Pensionen bekommen. Diese Liste könnte man verlängern, auch was die linke Reichshälfte betrifft: Gusenbauer, Schieder, Einem, Nürnberger, Verzetnitsch. (Abg. Dr. Gusenbauer: Bei mir nicht!) Ich glaube, es gibt sehr viele Leute, die in der Politik viel bekommen und viel verdienen. (Ruf bei der SPÖ: Rosenstingl!) Das ist etwas, worüber wir hier schon sehr oft diskutiert haben. (Neuerlicher Ruf bei der SPÖ: Rosenstingl!)
Widerspruch bei den Grünen
Frau Kollegin Glawischnig – es ist, glaube ich, Zufall, dass wir immer wieder hintereinander reden –, jetzt haben Sie sich extra nach Kärnten gemeldet, um dort Wahlkampf zu machen, haben sich also von Wien nach Seeboden gemeldet, kandidieren in Klagenfurt und wollen Kärnten verändern, Kärnten verbessern. Frau Kollegin, ich glaube, es ist der falsche Zugang, sich als Kärntnerin – und als solche sehe ich Sie – hier herauszustellen und das Land zu vernadern (Widerspruch bei den Grünen) – Frau Kollegin Trunk tut das ja ebenso –, dieses Land Kärnten nur schlecht zu machen! Kärnten verdient es sich nicht, von Ihnen schlecht gemacht zu werden! Seien Sie doch stolz auf Ihre Heimat! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Nach dem 7. März sind wir das eh wieder! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Nach dem 7. März sind wir das eh wieder! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Frau Kollegin Glawischnig – es ist, glaube ich, Zufall, dass wir immer wieder hintereinander reden –, jetzt haben Sie sich extra nach Kärnten gemeldet, um dort Wahlkampf zu machen, haben sich also von Wien nach Seeboden gemeldet, kandidieren in Klagenfurt und wollen Kärnten verändern, Kärnten verbessern. Frau Kollegin, ich glaube, es ist der falsche Zugang, sich als Kärntnerin – und als solche sehe ich Sie – hier herauszustellen und das Land zu vernadern (Widerspruch bei den Grünen) – Frau Kollegin Trunk tut das ja ebenso –, dieses Land Kärnten nur schlecht zu machen! Kärnten verdient es sich nicht, von Ihnen schlecht gemacht zu werden! Seien Sie doch stolz auf Ihre Heimat! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Nach dem 7. März sind wir das eh wieder! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist eine Vernaderung!
Herr Kollege Gusenbauer, Sie haben vielleicht den interessanten Artikel in der „Presse“ über Ihre Beziehung zu Ihrer Mutter gelesen. Das ist eine ganz interessante Sache. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist eine Vernaderung!) Ich darf daraus zitieren:
Abg. Dr. Gusenbauer: Das tue ich auch!
„Weniger bekannt ist die im ABGB normierte Pflicht der Kinder, ihre Not leidenden Väter und Mütter zu unterstützen.“ (Abg. Dr. Gusenbauer: Das tue ich auch!) Und weiters: „Für Menschen, die das Herz am rechten Fleck haben, eine Sache, die sich von selbst versteht. Ausnahmen bestätigen die Regel.“ (Abg. Dr. Gusenbauer: Was wollen Sie damit sagen? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Was wollen Sie damit sagen? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
„Weniger bekannt ist die im ABGB normierte Pflicht der Kinder, ihre Not leidenden Väter und Mütter zu unterstützen.“ (Abg. Dr. Gusenbauer: Das tue ich auch!) Und weiters: „Für Menschen, die das Herz am rechten Fleck haben, eine Sache, die sich von selbst versteht. Ausnahmen bestätigen die Regel.“ (Abg. Dr. Gusenbauer: Was wollen Sie damit sagen? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ruf: Nein, meine ist berufstätig!
Ich habe auch eine Mutter zuhause, so wie alle hier. (Ruf: Nein, meine ist berufstätig!) Wissen Sie was? – Ich bin stolz auf meine Mutter! (Rufe: Sind wir auch!) Sie hat mich großgezogen, sie hat aus mir und meinem Bruder, auch wenn es hiezu andere Meinungen geben sollte, zwei rechtschaffene Menschen gemacht. Wissen Sie was? – Stellvertretend für all die Millionen Mütter und Väter, die es in Österreich gibt, möchte ich mich hier einmal bedanken für die Mütter und Väter, die aus uns allen rechtschaffene Menschen gemacht haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Rufe: Sind wir auch!
Ich habe auch eine Mutter zuhause, so wie alle hier. (Ruf: Nein, meine ist berufstätig!) Wissen Sie was? – Ich bin stolz auf meine Mutter! (Rufe: Sind wir auch!) Sie hat mich großgezogen, sie hat aus mir und meinem Bruder, auch wenn es hiezu andere Meinungen geben sollte, zwei rechtschaffene Menschen gemacht. Wissen Sie was? – Stellvertretend für all die Millionen Mütter und Väter, die es in Österreich gibt, möchte ich mich hier einmal bedanken für die Mütter und Väter, die aus uns allen rechtschaffene Menschen gemacht haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich habe auch eine Mutter zuhause, so wie alle hier. (Ruf: Nein, meine ist berufstätig!) Wissen Sie was? – Ich bin stolz auf meine Mutter! (Rufe: Sind wir auch!) Sie hat mich großgezogen, sie hat aus mir und meinem Bruder, auch wenn es hiezu andere Meinungen geben sollte, zwei rechtschaffene Menschen gemacht. Wissen Sie was? – Stellvertretend für all die Millionen Mütter und Väter, die es in Österreich gibt, möchte ich mich hier einmal bedanken für die Mütter und Väter, die aus uns allen rechtschaffene Menschen gemacht haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Sburny: Was heißt da „Wahlkampf-Polemik“?
Eigentlich verdient es Ihre Mutter nicht, Herr Kollege Gusenbauer – ich kenne sie nicht, aber ich glaube nicht, dass sie es sich verdient hat –, wegen Pensionshöhen oder nicht vorhandener Höhen in eine Wahlkampf-Polemik gezogen zu werden. (Abg. Sburny: Was heißt da „Wahlkampf-Polemik“?) Ich meine, das ist nicht der richtige Zugang.
Abg. Sburny: Das ist aber nicht der Großteil in Österreich! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.
Wir alle sollten gemeinsam dafür sorgen, dass die ältere Generation in Österreich ein Auskommen hat. Natürlich gibt es unterschiedliche Pensionen. Frau Kollegin Glawischnig, na klar gibt es Leute mit weniger Pension und Leute mit mehr Pension. (Abg. Sburny: Das ist aber nicht der Großteil in Österreich! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.) Aber das rührt schon zum Teil auch daher, dass Menschen mehr beziehungsweise eben weniger für ihre Pension eingezahlt haben. Es wäre wirklich unverfroren, hier zu stehen und zu verlangen, dass alle gleich viel an Pension bekommen sollten. Ich bin davon überzeugt, das wäre der falsche Zugang, denn die unterschiedlichen Einzahlungshöhen machen eben unterschiedliche Pensionshöhen aus.
Rufe bei den Freiheitlichen. Na da schau her!
Herr Dr. Ambrozy hat, wenn er am 7. März die Wahl verlieren wird, einen Anspruch auf eine Pension von 14 500 € im Monat. (Rufe bei den Freiheitlichen. Na da schau her!) Für Dr. Ambrozy, der eine Erhöhung der Pensionen um 0,8 Prozent fordert, würde das im Jahr bedeuten – ich habe mir das ausgerechnet –: 1 137 € mehr! (Zwischenruf der Abg. Bures.) Na bitte lesen Sie dieses Inserat! Offensichtlich haben Sie Ihre Kärntner Freunde nicht im Griff! „Für alle Pensionen“, lautete Ambrozys Forderung wortwörtlich! Das wären bitte für den Dr. Ambrozy 1 137 € mehr Pension im Jahr! (Abg. Wittauer: Eine Schande ist das!) 15 000 S, die Ambrozy nach dem 7. März offensichtlich sehr dringend brauchen wird, wenn er in die politische Pension geschickt werden wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Bures.
Herr Dr. Ambrozy hat, wenn er am 7. März die Wahl verlieren wird, einen Anspruch auf eine Pension von 14 500 € im Monat. (Rufe bei den Freiheitlichen. Na da schau her!) Für Dr. Ambrozy, der eine Erhöhung der Pensionen um 0,8 Prozent fordert, würde das im Jahr bedeuten – ich habe mir das ausgerechnet –: 1 137 € mehr! (Zwischenruf der Abg. Bures.) Na bitte lesen Sie dieses Inserat! Offensichtlich haben Sie Ihre Kärntner Freunde nicht im Griff! „Für alle Pensionen“, lautete Ambrozys Forderung wortwörtlich! Das wären bitte für den Dr. Ambrozy 1 137 € mehr Pension im Jahr! (Abg. Wittauer: Eine Schande ist das!) 15 000 S, die Ambrozy nach dem 7. März offensichtlich sehr dringend brauchen wird, wenn er in die politische Pension geschickt werden wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wittauer: Eine Schande ist das!
Herr Dr. Ambrozy hat, wenn er am 7. März die Wahl verlieren wird, einen Anspruch auf eine Pension von 14 500 € im Monat. (Rufe bei den Freiheitlichen. Na da schau her!) Für Dr. Ambrozy, der eine Erhöhung der Pensionen um 0,8 Prozent fordert, würde das im Jahr bedeuten – ich habe mir das ausgerechnet –: 1 137 € mehr! (Zwischenruf der Abg. Bures.) Na bitte lesen Sie dieses Inserat! Offensichtlich haben Sie Ihre Kärntner Freunde nicht im Griff! „Für alle Pensionen“, lautete Ambrozys Forderung wortwörtlich! Das wären bitte für den Dr. Ambrozy 1 137 € mehr Pension im Jahr! (Abg. Wittauer: Eine Schande ist das!) 15 000 S, die Ambrozy nach dem 7. März offensichtlich sehr dringend brauchen wird, wenn er in die politische Pension geschickt werden wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Dr. Ambrozy hat, wenn er am 7. März die Wahl verlieren wird, einen Anspruch auf eine Pension von 14 500 € im Monat. (Rufe bei den Freiheitlichen. Na da schau her!) Für Dr. Ambrozy, der eine Erhöhung der Pensionen um 0,8 Prozent fordert, würde das im Jahr bedeuten – ich habe mir das ausgerechnet –: 1 137 € mehr! (Zwischenruf der Abg. Bures.) Na bitte lesen Sie dieses Inserat! Offensichtlich haben Sie Ihre Kärntner Freunde nicht im Griff! „Für alle Pensionen“, lautete Ambrozys Forderung wortwörtlich! Das wären bitte für den Dr. Ambrozy 1 137 € mehr Pension im Jahr! (Abg. Wittauer: Eine Schande ist das!) 15 000 S, die Ambrozy nach dem 7. März offensichtlich sehr dringend brauchen wird, wenn er in die politische Pension geschickt werden wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Verzetnitsch: Die kann es doch noch gar nicht geben!
Da sehr oft von Ihnen Kritik an Dr. Haiders Auszahlung an Kärtner Pensionistinnen und Pensionisten kommt, möchte ich Ihnen sagen: Diese Auszahlungen waren und sind gut! Glauben Sie mir: Solange in den verschiedensten Sozialversicherungsanstalten SPÖ-Gewerkschafter Auszahlungen möglicherweise blockieren oder verhindern (Abg. Verzetnitsch: Die kann es doch noch gar nicht geben!), ist es gut, meine ich, dass alle Kärntnerinnen und Kärntner die Möglichkeit haben, zu Landeshauptmann Dr. Haider, zu den verantwortlichen Stellen zu gehen, um dieses Geld zu erhalten, denn sie
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sie wollen sich das leisten, dass ...!
Letztes Mal bin ich hier gestanden und habe eine Rechnung gebracht, und ich möchte das heute nochmals tun. 30 Jahre SPÖ-Regierung – alle wissen es –: 2 000 Milliarden Schulden! Dieses Geld – ich kann es nur noch einmal wiederholen –, aufgeteilt auf die Pensionistinnen und Pensionisten, damit ich ja richtig „gegendert“ habe, würde ganz klar bedeuten: 70 000 € pro Pensionist könnten wir uns leisten, wenn es diese Verschwendungspolitik der SPÖ nicht gegeben hätte. 70 000 € pro Pensionist! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sie wollen sich das leisten, dass ...!)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Das ist viel Geld, meine Damen und Herren, sehr viel Geld, für das wir jetzt die Verantwortung tragen müssen. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Wir Freiheitlichen sind aber als Regierungspartei dazu angetreten, und wir werden dafür sorgen, dass die Pensionen ...
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (fortsetzend): ... auch in Zukunft gesichert sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf: Ich hab’ kein’s!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Den Abgeordneten von ÖVP und FPÖ sei ins Stammbuch geschrieben (Ruf: Ich hab’ kein’s!): Auch Sie werden hoffentlich einmal das Pensionsalter erreichen, und auch Sie werden dann in dieser Lebensphase weder Almosen von Landeshauptleuten haben wollen, die gerade wahlkämpfend unterwegs sind (Abg. Wittauer: Das ist doch kein „Almosen!), noch vom Betteln leben wollen. Halten Sie sich also auch bei anderen Menschen – was Sie diesen alles zumuten wollen! – an das, was auch für Sie selbst zumutbar ist! Steigen Sie von Ihrem hohen Ross herunter! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Das ist doch kein „Almosen!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Den Abgeordneten von ÖVP und FPÖ sei ins Stammbuch geschrieben (Ruf: Ich hab’ kein’s!): Auch Sie werden hoffentlich einmal das Pensionsalter erreichen, und auch Sie werden dann in dieser Lebensphase weder Almosen von Landeshauptleuten haben wollen, die gerade wahlkämpfend unterwegs sind (Abg. Wittauer: Das ist doch kein „Almosen!), noch vom Betteln leben wollen. Halten Sie sich also auch bei anderen Menschen – was Sie diesen alles zumuten wollen! – an das, was auch für Sie selbst zumutbar ist! Steigen Sie von Ihrem hohen Ross herunter! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Den Abgeordneten von ÖVP und FPÖ sei ins Stammbuch geschrieben (Ruf: Ich hab’ kein’s!): Auch Sie werden hoffentlich einmal das Pensionsalter erreichen, und auch Sie werden dann in dieser Lebensphase weder Almosen von Landeshauptleuten haben wollen, die gerade wahlkämpfend unterwegs sind (Abg. Wittauer: Das ist doch kein „Almosen!), noch vom Betteln leben wollen. Halten Sie sich also auch bei anderen Menschen – was Sie diesen alles zumuten wollen! – an das, was auch für Sie selbst zumutbar ist! Steigen Sie von Ihrem hohen Ross herunter! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, wir weisen auf das Schärfste die Menschenverachtung, die Verletzung der Würde des einzelnen Menschen, die Sie mit dieser Almosenpolitik an den Tag legen, zurück! Sie gaukeln den Menschen etwas vor – und das lehnen wir ab, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie von ÖVP und FPÖ haben keinen Antrag auf Erhöhung der Pensionen eingebracht, sondern speisen die Menschen mit einer Einmalzahlung ab und setzen damit den Pensionsraub, den Sie schon in den vergangenen drei Jahren gemacht haben, fort! Im nächsten Jahr sind dann diese Menschen noch einmal dran und kommen sozusagen doppelt zum Handkuss! – Das verurteilen wir, meine Damen und Herren! Das ist keine gerechte, das ist keine faire Politik! Das ist eine Politik, die sich die ältere Generation in unserem Lande nicht verdient hat! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Jawohl! – Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
abgelehnt haben. Schämen Sie sich dafür, meine Damen und Herren! (Ruf bei der SPÖ: Jawohl! – Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Den SPÖ-Mitgliedsbeitrag!
Beschäftigen Sie sich doch einmal mit der Situation der Menschen! Ich glaube Frau Turković-Wendl schon, dass sie mit Pensionistinnen und Pensionisten zusammen ist und sich dort alle Leute wohl fühlen, weil ihnen nichts abgeht – vielleicht bei irgendeinem Nobel-Heurigen! Ich lade Frau Turković-Wendl einmal ein, mit mir durch die Stadt zu gehen und mit Pensionistinnen und Pensionisten zu sprechen. Die werden ihr erklären, was alles sie sich heuer nicht mehr leisten können, was sie sich im Jahr 2000 noch leisten konnten. Das ist wahrlich ... (Ruf bei der ÖVP: Den SPÖ-Mitgliedsbeitrag!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Vielleicht sind wir schuld, wenn die SPÖ ...?
Sie können hier ruhig ätzen und sich lustig machen. Aber wissen Sie, wie viele Leute sich überlegen, ob sie noch bei einem Verein dabei sein können, weil sie das Geld notwendig brauchen und weil Sie eine Politik betreiben, dass sich die Menschen das nicht mehr leisten können? Das finden Sie lustig? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Vielleicht sind wir schuld, wenn die SPÖ ...?) Die betroffenen Menschen finden das wahrlich nicht lustig, sondern sie sind wirklich davon betroffen!
Abg. Neudeck: Aber Präsident Fischer war die letzten 30 Jahre bei der SPÖ!
In den wirtschaftlich schlechten Jahren 1996 bis 1999 haben die Pensionistinnen und Pensionisten in diesem Land einen realen Zuwachs der Pensionen um 0,43 Prozent erhalten; nicht weiß Gott wie hoch, das gebe ich zu. Aber in den Jahren 2000 bis 2003, seit Sie an der Regierung sind und auch Frau Ferrero-Waldner die Politik, die im Ministerrat beschlossen worden ist, mitzutragen hat, haben die Pensionistinnen und Pensionisten einen Wertverlust von 4 Prozent hinnehmen müssen! (Abg. Neudeck: Aber Präsident Fischer war die letzten 30 Jahre bei der SPÖ!) 4 Prozent minus in der realen Pensionshöhe (Abg. Neudeck: Fischer hat die Schuldenpolitik mitgetragen!), seit diese Bundesregierung am Werk ist, und da hat Frau Ferrero-Waldner immer mitgestimmt – bei uns war es ein realer Zuwachs! Das ist der Unterschied in der Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat Ihnen aber Haupt widerlegt! Der Sozialminister!)
Abg. Neudeck: Fischer hat die Schuldenpolitik mitgetragen!
In den wirtschaftlich schlechten Jahren 1996 bis 1999 haben die Pensionistinnen und Pensionisten in diesem Land einen realen Zuwachs der Pensionen um 0,43 Prozent erhalten; nicht weiß Gott wie hoch, das gebe ich zu. Aber in den Jahren 2000 bis 2003, seit Sie an der Regierung sind und auch Frau Ferrero-Waldner die Politik, die im Ministerrat beschlossen worden ist, mitzutragen hat, haben die Pensionistinnen und Pensionisten einen Wertverlust von 4 Prozent hinnehmen müssen! (Abg. Neudeck: Aber Präsident Fischer war die letzten 30 Jahre bei der SPÖ!) 4 Prozent minus in der realen Pensionshöhe (Abg. Neudeck: Fischer hat die Schuldenpolitik mitgetragen!), seit diese Bundesregierung am Werk ist, und da hat Frau Ferrero-Waldner immer mitgestimmt – bei uns war es ein realer Zuwachs! Das ist der Unterschied in der Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat Ihnen aber Haupt widerlegt! Der Sozialminister!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat Ihnen aber Haupt widerlegt! Der Sozialminister!
In den wirtschaftlich schlechten Jahren 1996 bis 1999 haben die Pensionistinnen und Pensionisten in diesem Land einen realen Zuwachs der Pensionen um 0,43 Prozent erhalten; nicht weiß Gott wie hoch, das gebe ich zu. Aber in den Jahren 2000 bis 2003, seit Sie an der Regierung sind und auch Frau Ferrero-Waldner die Politik, die im Ministerrat beschlossen worden ist, mitzutragen hat, haben die Pensionistinnen und Pensionisten einen Wertverlust von 4 Prozent hinnehmen müssen! (Abg. Neudeck: Aber Präsident Fischer war die letzten 30 Jahre bei der SPÖ!) 4 Prozent minus in der realen Pensionshöhe (Abg. Neudeck: Fischer hat die Schuldenpolitik mitgetragen!), seit diese Bundesregierung am Werk ist, und da hat Frau Ferrero-Waldner immer mitgestimmt – bei uns war es ein realer Zuwachs! Das ist der Unterschied in der Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat Ihnen aber Haupt widerlegt! Der Sozialminister!)
Abg. Neudeck: Wie war der Index?
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas, Herr Kollege Scheibner: Die Erhöhung der Mindestpensionen in den siebziger Jahren hat 158 Prozent betragen, in den achtziger Jahren 47 Prozent, in den neunziger Jahren 49 Prozent – 30 Jahre sozialdemokratische Regierung, da haben Sie Recht! (Abg. Neudeck: Wie war der Index?) ÖVP/FPÖ-Regierung: 6 Prozent – das ist Ihr soziales Gewissen. Sie sollten sich wirklich schämen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Rechnen Sie uns einmal nach 30 Jahren nach!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Rechnen Sie uns einmal nach 30 Jahren nach!
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas, Herr Kollege Scheibner: Die Erhöhung der Mindestpensionen in den siebziger Jahren hat 158 Prozent betragen, in den achtziger Jahren 47 Prozent, in den neunziger Jahren 49 Prozent – 30 Jahre sozialdemokratische Regierung, da haben Sie Recht! (Abg. Neudeck: Wie war der Index?) ÖVP/FPÖ-Regierung: 6 Prozent – das ist Ihr soziales Gewissen. Sie sollten sich wirklich schämen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Rechnen Sie uns einmal nach 30 Jahren nach!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte Sie abschließend auf eine Kolumne von Conrad Seidl im „Standard“ hinweisen, weil Sie immer sagen: Wer rasch hilft, hilft doppelt. Herr Seidl stellt fest: Das gilt zweifelsohne für akute Katastrophenfälle – für Hochwasser, für Feuer, für Hungerkatastrophen –, es gilt aber woanders nicht. Woanders nämlich ist das politischer Aktionismus, der mehr Schaden als Nutzen anrichtet. – Genau das machen Sie mit Ihrer Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Oh-Rufe bei der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.
Wahr ist vielmehr, dass bei der Reform der Politikerbezüge und bei der Abschaffung der Politikerpensionen im Jahr 1997 die FPÖ hier im Hohen Haus dagegen gestimmt hat. (Oh-Rufe bei der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat er nicht gemacht! Das ist eine falsche Berichtigung! Das hat kein Mensch gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zum Zweiten möchte ich Herrn Abgeordneten Scheuch ersuchen, Verleumdungen in Bezug auf meine Mutter zu unterlassen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat er nicht gemacht! Das ist eine falsche Berichtigung! Das hat kein Mensch gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Es stimmt aber auch, dass eine kleine Gruppe von Pensionsbeziehern da hinein gehört, nämlich jene, die mit der Ausgleichszulage leben und überwiegend von dort her eine Leistung erhalten. Über diese Dinge müssen wir einmal reden. Der Herr Bundeskanzler konnte Ihnen heute in seiner Darstellung dokumentieren, dass wir gerade diese Kleinstpensionen der Ausgleichszulagenbezieher in den letzten Jahren um nahezu 21 Prozent anheben konnten. Reden Sie daher bitte nicht von Armut, sondern reden Sie von einem Versäumnis: Das haben Sie nicht zustande gebracht, und jetzt ist es gemacht worden! Das sind Daten und Fakten, über die man reden muss. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Sie machen den Leuten was vor! Das ist das Schlimme!
Wir wissen aus den Sozialversicherungen, dass der Deckungsgrad bei den Pensionisten unter 40 Prozent liegt. Bitte, wie lange wollen Sie denn noch den jungen Leuten all das Geld abverlangen, das wir brauchen, um dieses gute System, das wir mit allen anderen Staaten vergleichen können, halten zu können? – Haben Sie endlich einmal den Mut, schauen Sie den Jungen in die Augen und sagen Sie ihnen, dass Sie mit ihnen in Wirklichkeit eine ganz schlimme Linie gehen wollen. Das lehnen wir ab! Wir haben die Kraft, den Leuten zu sagen, dass wir diese Art von Politik nicht fortsetzen können und nicht fortsetzen werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Sie machen den Leuten was vor! Das ist das Schlimme!)
Abg. Silhavy: Wir wollen eigenständige Pensionen, im Gegensatz zu Ihnen!
Was mich noch stört, ist nicht so sehr die Polemik – obwohl die auch stört –, sondern vor allem die Respektlosigkeit. Ich habe vor meinen Eltern immer hohe Achtung und hohen Respekt gehabt. Aber dass Mütter dafür herhalten müssen, dass ihre Pensionsbescheide, ihre Pensionszettel der Öffentlichkeit vorgestellt werden, und dass man nicht die ganze Wahrheit sagt – dass das gesamte Familieneinkommen der übrigen Familie, des Ehepartners, des Vaters verschwiegen wird –, das ist unanständig! Hören Sie auf, eine solche Politik zu machen. (Abg. Silhavy: Wir wollen eigenständige Pensionen, im Gegensatz zu Ihnen!) Das ist, bitte, einer ordentlichen politischen Kultur nicht angemessen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Was mich noch stört, ist nicht so sehr die Polemik – obwohl die auch stört –, sondern vor allem die Respektlosigkeit. Ich habe vor meinen Eltern immer hohe Achtung und hohen Respekt gehabt. Aber dass Mütter dafür herhalten müssen, dass ihre Pensionsbescheide, ihre Pensionszettel der Öffentlichkeit vorgestellt werden, und dass man nicht die ganze Wahrheit sagt – dass das gesamte Familieneinkommen der übrigen Familie, des Ehepartners, des Vaters verschwiegen wird –, das ist unanständig! Hören Sie auf, eine solche Politik zu machen. (Abg. Silhavy: Wir wollen eigenständige Pensionen, im Gegensatz zu Ihnen!) Das ist, bitte, einer ordentlichen politischen Kultur nicht angemessen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es gäbe noch eine Menge zu sagen, aber die Redezeit erlaubt es leider nicht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Haupt – in Richtung der Abg. Mag. Trunk –: Melitta, das ist kein pädagogisches Vorbild!
Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Dr. Lichtenberger. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. (Bundesminister Mag. Haupt – in Richtung der Abg. Mag. Trunk –: Melitta, das ist kein pädagogisches Vorbild!)
Abg. Donabauer: Bitte!
Herr Kollege Donabauer, ich möchte Ihnen Folgendes sagen (Abg. Donabauer: Bitte!): Sehr viele dieser Menschen haben mir ihre Pensionsbescheide gezeigt mit dem Wunsch, ich möge hier vom Rednerpult aus zitieren, wie viel oder wie wenig sie bekommen und wie viel man ihnen weggenommen hat. Ich möge hier aus ihrem Pensionsbescheid mit Namensnennung zitieren – die Menschen haben sich das selbst gewünscht, weil sie so empört, weil sie so hilflos und weil sie so zornig auf diese Politik der Regierung sind, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Kollege Donabauer, ich möchte Ihnen Folgendes sagen (Abg. Donabauer: Bitte!): Sehr viele dieser Menschen haben mir ihre Pensionsbescheide gezeigt mit dem Wunsch, ich möge hier vom Rednerpult aus zitieren, wie viel oder wie wenig sie bekommen und wie viel man ihnen weggenommen hat. Ich möge hier aus ihrem Pensionsbescheid mit Namensnennung zitieren – die Menschen haben sich das selbst gewünscht, weil sie so empört, weil sie so hilflos und weil sie so zornig auf diese Politik der Regierung sind, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Diese Empörung kann aber eines nicht verdecken. In diesem Zweier-Packerl, das heute diskutiert wird, ist etwas versteckt, was für die Zukunft mindestens gleich viele Emotionen verdient, und zwar Ihre Bürger-Card. Was Sie mit dieser Bürger-Card – dieser Sozialversicherungs-Card, dieser E-Card, wie immer Sie sie nennen wollen – planen und vorsehen, meine Damen und Herren, ist der totale Überwachungsstaat! Das verstecken Sie hinter der Pensionsdebatte, weil Sie sich schämen – und Sie schämen sich zu Recht dafür! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber was ist in Zukunft von Ihnen geplant, meine Damen und Herren? – Ihre Vision steht in Widerspruch zum Datenschutz, und zwar diametral! Sie wollen eine Card, über die Sie im Zweifelsfall von den Schulnoten bis zu den Krankheiten und den Bürgerdaten alles abrufen können. Das, meine Damen und Herren, ist der „gläserne Mensch“, das lehnen wir ab, und zwar striktest! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Damit möchte ich zum Abschluss kommen: Dass der Datenschutzrat in dieser Frage vollständig ausgeschaltet wurde, ist ein Skandal, der uns in nächster Zeit noch heftig beschäftigen wird! Dieser Datenschutzrat, den Sie selbst schon eingefärbt haben, hat sich ohnehin sehr vorsichtig verhalten, eben weil ÖVP-Mitarbeiterinnen und ÖVP-Mitarbeiter als Stellvertreter dort drinnen Politik machen. Aber das Entscheidende ist, meine Damen und Herren: Nicht einmal der Datenschutzrat hat diesen Datenschutzskandal rechtzeitig bearbeiten können. Das muss uns beschäftigen, denn der „gläserne Mensch“ darf nicht die Zukunft in Österreich werden! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Kollege Gusenbauer ist leider nicht mehr da, aber ich lasse ihm trotzdem ausrichten, dass die Beschränkung der Politikerbezüge – ich möchte nur daran erinnern – deshalb zustande gekommen ist und die damaligen Regierungsparteien ÖVP und SPÖ nur deshalb überhaupt die Initiative ergriffen haben, weil der Druck der Freiheitlichen und auch der Druck der Öffentlichkeit so stark geworden war. Vor allem war es nicht mehr zu erklären, dass man mit 80 Prozent des Parlamentsabgeordnetengehalts nach zehn Jahren in Pension gehen konnte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Dass Sie uns vorhalten, dass wir dagegen gestimmt haben, ist wirklich stark!
Wir haben damals deshalb dagegen gestimmt, weil wir einen eigenen Antrag eingebracht hatten, der viel weitergehend war, weil uns das noch zu wenig war, was Sie letzten Endes beschlossen haben. Wir haben es damals als ersten Schritt bezeichnet. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Dass Sie uns vorhalten, dass wir dagegen gestimmt haben, ist wirklich stark!) Uns dann vorzuhalten, dass wir nicht mitgestimmt haben, das ist, glaube ich, ein Hohn, das ist unglaublich!
Abg. Keck: Aber das passiert doch hier in Österreich!
Ich muss sagen, Sie verwechseln offensichtlich Kärnten und Österreich mit deutschen Verhältnissen (Abg. Keck: Aber das passiert doch hier in Österreich!), denn das ist genau das, was Bundeskanzler Schröder jetzt umgesetzt hat. Ich war unlängst in Deutschland. Spricht man mit jemandem auf der Straße, steigt man in ein Taxi ein, steigt man beim Hotelrezeptionisten aus – es gibt niemanden, der nicht über die Sozialpolitik von Schröder in Deutschland schimpft! So weit ist es. Und Sie verwechseln offensichtlich Deutschland mit Österreich, speziell mit Kärnten. Das ist unerhört! Lassen Sie diese Angstmache! Das ist nicht nur unfair, sondern Sie verunsichern die Bevölkerung damit, und das ist zutiefst abzulehnen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich muss sagen, Sie verwechseln offensichtlich Kärnten und Österreich mit deutschen Verhältnissen (Abg. Keck: Aber das passiert doch hier in Österreich!), denn das ist genau das, was Bundeskanzler Schröder jetzt umgesetzt hat. Ich war unlängst in Deutschland. Spricht man mit jemandem auf der Straße, steigt man in ein Taxi ein, steigt man beim Hotelrezeptionisten aus – es gibt niemanden, der nicht über die Sozialpolitik von Schröder in Deutschland schimpft! So weit ist es. Und Sie verwechseln offensichtlich Deutschland mit Österreich, speziell mit Kärnten. Das ist unerhört! Lassen Sie diese Angstmache! Das ist nicht nur unfair, sondern Sie verunsichern die Bevölkerung damit, und das ist zutiefst abzulehnen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Donabauer: Da war ich dabei!
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Präsident, es ist hier heute einige Male, so zum Beispiel von den Abgeordneten Walch und Molterer, der Ausdruck „Unwahrheit“ im Zusammenhang mit anderen Rednern gebraucht worden. Ich hoffe, wenn ich diesen Ausdruck auch gebrauche, nicht einen Ordnungsruf zu bekommen, denn ich muss als Erstes einmal feststellen: Herr Abgeordneter Donabauer, zum wiederholten Male haben Sie hier die Unwahrheit gesagt, wenn Sie mich bezichtigt haben, im Jahre 1997 die Reform verhindert zu haben. (Abg. Donabauer: Da war ich dabei!) Ich bin froh, dass der jetzige ÖAAB-Obmann, Kollege Neugebauer, in die erste Reihe gekommen ist; da hört er mich nämlich ganz genau.
Beifall bei der SPÖ.
Wenn ich mir heute einen Vorwurf mache – aber gewerkschaftliche Solidarität heißt für mich halt etwas; ich bin nicht einer, der umfällt, wenn er irgendwo einen Preis dafür kriegt –, dass ich einen Fehler gemacht habe, dann den, dass ich mich für den Herrn Neugebauer einspannen habe lassen. Das mache ich mir heute zum Vorwurf, aber verhindert habe ich nichts, Herr Abgeordneter Donabauer! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das habe ich ja gesagt!
Herr Abgeordneter Scheuch, ich gebe Ihnen Recht und attestiere Ihnen, dass Ihre Mutter sicherlich bemüht war und es auch zustande gebracht hat, ordentliche Kinder großzuziehen, aber ich unterstelle jeder Mutter in diesem Lande, dass sie bestrebt ist, aus ihren Kindern ordentliche Menschen zu machen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das habe ich ja gesagt!) Nur haben wir Jüngeren die moralische Verantwortung, die Ver-
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
pflichtung, dass diese Mütter einen finanziell gesicherten Lebensabend haben, dass man ihnen nicht die Pensionen kürzt und dass sie nicht als Bittsteller wegen ein paar Euro zum Landeshauptmann gehen müssen. Das haben sich die Mütter nicht verdient! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt.
Herr Bundesminister Haupt, Ihnen kann ich es auch nicht ersparen: Nach jetzigem Wissensstand dürften auch Sie die Unwahrheit gesagt haben. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt.) Ich werde Ihnen das gleich sagen. Einen Brief der Wiener Gebietskrankenkasse, der an Sie adressiert ist, haben Sie nicht bekommen? – Vielleicht können Sie ihn mir zeigen. (Bundesminister Mag. Haupt blättert in seinen Unterlagen.) Also Sie haben keinen Brief bekommen. Das halte ich einmal fest. Ich weiß, wer den Brief gekriegt hat.
Bundesminister Mag. Haupt blättert in seinen Unterlagen.
Herr Bundesminister Haupt, Ihnen kann ich es auch nicht ersparen: Nach jetzigem Wissensstand dürften auch Sie die Unwahrheit gesagt haben. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt.) Ich werde Ihnen das gleich sagen. Einen Brief der Wiener Gebietskrankenkasse, der an Sie adressiert ist, haben Sie nicht bekommen? – Vielleicht können Sie ihn mir zeigen. (Bundesminister Mag. Haupt blättert in seinen Unterlagen.) Also Sie haben keinen Brief bekommen. Das halte ich einmal fest. Ich weiß, wer den Brief gekriegt hat.
Abg. Mag. Molterer: Haben Sie ein Problem mit der Wiener Gebietskrankenkasse?
Herr Abgeordneter Molterer, der Herr Bundeskanzler hat immer von den sozialdemokratischen Gewerkschaftern gesprochen. – Also bitte, Sie haben selbst aus diesem Brief vorgelesen, dass das über Anregung und Wunsch der Kontrollversammlung der Wiener Gebietskrankenkassa geschehen ist, und in der Kontrollversammlung haben die Arbeitgeber eine Mehrheit. Sie, Herr Minister, werden ja hoffentlich nicht annehmen, dass wir in der Wiener Gebietskrankenkassa eine rote Arbeitgebermehrheit haben. (Abg. Mag. Molterer: Haben Sie ein Problem mit der Wiener Gebietskrankenkasse?) Herr Klubobmann Molterer, das gibt es ja nicht. Also lieber Herr Klubobmann, das waren deine geschätzten Parteifreunde in der Kontrollversammlung, die diese Anregung gemacht haben. (Abg. Mag. Molterer: Nürnberger distanziert sich von der Wiener Gebietskrankenkasse!) Ich distanziere mich nicht, aber von der Kontrollversammlung war das.
Abg. Mag. Molterer: Nürnberger distanziert sich von der Wiener Gebietskrankenkasse!
Herr Abgeordneter Molterer, der Herr Bundeskanzler hat immer von den sozialdemokratischen Gewerkschaftern gesprochen. – Also bitte, Sie haben selbst aus diesem Brief vorgelesen, dass das über Anregung und Wunsch der Kontrollversammlung der Wiener Gebietskrankenkassa geschehen ist, und in der Kontrollversammlung haben die Arbeitgeber eine Mehrheit. Sie, Herr Minister, werden ja hoffentlich nicht annehmen, dass wir in der Wiener Gebietskrankenkassa eine rote Arbeitgebermehrheit haben. (Abg. Mag. Molterer: Haben Sie ein Problem mit der Wiener Gebietskrankenkasse?) Herr Klubobmann Molterer, das gibt es ja nicht. Also lieber Herr Klubobmann, das waren deine geschätzten Parteifreunde in der Kontrollversammlung, die diese Anregung gemacht haben. (Abg. Mag. Molterer: Nürnberger distanziert sich von der Wiener Gebietskrankenkasse!) Ich distanziere mich nicht, aber von der Kontrollversammlung war das.
Beifall bei der SPÖ.
Meine 3 Minuten Redezeit sind um, daher ein Schlusssatz: Sie werden für diese Politik die Rechnung das erste Mal am 6. oder 7. März in Kärnten und Salzburg bekommen, und Sie werden noch schauen, Herr Klubobmann, wie viele Menschen das Pensions-Volksbegehren unterschreiben werden. Die Rechnung bekommen Sie – und zwar früher, als Ihnen lieb ist! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Das stimmt ja nicht! Das ist eine Einmalzahlung und kein Ausgleich! – Abg. Dr. Puswald: Das ist heuer! Aber was ist nächstes Jahr?
Ich möchte aber eines zugeben: Es ist richtig, dass es durch die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge, über deren Notwendigkeit hier ausgiebig referiert wurde, bei kleinen Pensionen zu Differenzen kam. Aber weil dieser Bundesregierung die soziale Sicherheit wichtig ist und weil diese Bundesregierung die soziale Frage nicht wegschiebt, wird es zum Ausgleich dieser kleinen Differenzen kommen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Silhavy: Das stimmt ja nicht! Das ist eine Einmalzahlung und kein Ausgleich! – Abg. Dr. Puswald: Das ist heuer! Aber was ist nächstes Jahr?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Silhavy: Was bedeuten Einmalbeträge?
Kein einziger Pensionist wird einen Nachteil erleiden, sehr geehrte Frau Kollegin Silhavy. Das wissen Sie genauso wie ich. Ich bitte Sie daher, nicht mit Halbwahrheiten zu argumentieren, sondern einfach bei der ganzen Wahrheit zu bleiben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Silhavy: Was bedeuten Einmalbeträge?)
Abg. Silhavy: Es geht um die kleinen Pensionen!
Kein Pensionist wird einen Nachteil haben, auch nicht die Frau Mama des Herrn Gusenbauer – das wissen Sie –, auch wenn sie ebenfalls ein Opfer der Halbwahrheitenpropaganda der SPÖ geworden ist, weil sie sich hinstellen und sagen musste: Ich habe nur eine Pension von unter 400 €, ich verliere. Sie hat aber nicht gesagt – und niemand hat das gesagt, das wäre aber die ganze Wahrheit gewesen –, dass der Ehepartner eine wesentlich höhere Pension hat und daher der Ausgleichszulagenrichtsatz bei weitem überschritten war. (Abg. Silhavy: Es geht um die kleinen Pensionen!) Halbwahrheitenpropaganda also. Peinlich, herzzerreißend, beschämend, meine sehr geehrten Damen und Herren! Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Hat sie eine kleine Pension oder hat sie keine?) Sie hat keinen Nachteil. Dieser Nachteil wird ausgeglichen, das wissen Sie. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? – Keine Antwort! Reden Sie vom nächsten Jahr, nicht von heuer!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Hat sie eine kleine Pension oder hat sie keine?
Kein Pensionist wird einen Nachteil haben, auch nicht die Frau Mama des Herrn Gusenbauer – das wissen Sie –, auch wenn sie ebenfalls ein Opfer der Halbwahrheitenpropaganda der SPÖ geworden ist, weil sie sich hinstellen und sagen musste: Ich habe nur eine Pension von unter 400 €, ich verliere. Sie hat aber nicht gesagt – und niemand hat das gesagt, das wäre aber die ganze Wahrheit gewesen –, dass der Ehepartner eine wesentlich höhere Pension hat und daher der Ausgleichszulagenrichtsatz bei weitem überschritten war. (Abg. Silhavy: Es geht um die kleinen Pensionen!) Halbwahrheitenpropaganda also. Peinlich, herzzerreißend, beschämend, meine sehr geehrten Damen und Herren! Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Hat sie eine kleine Pension oder hat sie keine?) Sie hat keinen Nachteil. Dieser Nachteil wird ausgeglichen, das wissen Sie. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? – Keine Antwort! Reden Sie vom nächsten Jahr, nicht von heuer!)
Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? – Keine Antwort! Reden Sie vom nächsten Jahr, nicht von heuer!
Kein Pensionist wird einen Nachteil haben, auch nicht die Frau Mama des Herrn Gusenbauer – das wissen Sie –, auch wenn sie ebenfalls ein Opfer der Halbwahrheitenpropaganda der SPÖ geworden ist, weil sie sich hinstellen und sagen musste: Ich habe nur eine Pension von unter 400 €, ich verliere. Sie hat aber nicht gesagt – und niemand hat das gesagt, das wäre aber die ganze Wahrheit gewesen –, dass der Ehepartner eine wesentlich höhere Pension hat und daher der Ausgleichszulagenrichtsatz bei weitem überschritten war. (Abg. Silhavy: Es geht um die kleinen Pensionen!) Halbwahrheitenpropaganda also. Peinlich, herzzerreißend, beschämend, meine sehr geehrten Damen und Herren! Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Hat sie eine kleine Pension oder hat sie keine?) Sie hat keinen Nachteil. Dieser Nachteil wird ausgeglichen, das wissen Sie. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? – Keine Antwort! Reden Sie vom nächsten Jahr, nicht von heuer!)
Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?
Diese Regierung löst Probleme. Sie schafft den Ausgleich dort, wo es notwendig ist, meine sehr geehrten Damen und Herren. Was tut die Opposition? – Sie machen den Menschen Angst, Sie verbreiten eine Gräuelpropaganda. Sie schüren einen Generationenkonflikt mit Methoden des Klassenkampfes, meine sehr geehrten Damen und Herren. Und nur das ist es, was Sie wollen, denn sonst würden Sie einen Begriff wie „Pensionsraub“ nicht in den Mund nehmen. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?) Ich bitte Sie wirklich, und Sie als Jurist müssten das wissen, Herr Kollege Puswald. (Abg. Dr. Puswald: Ich weiß es, darum frage ich Sie?) Raub ist ein Verbrechen, und man sollte dieses Wort in diesem Zusammenhang nicht in den Mund nehmen. (Abg. Dr. Puswald: Man sollte es nicht begehen!) Wir sollten uns wirklich hüten und das annehmen, was der Herr Bundeskanzler hier gesagt hat: Seien wir vorsichtig mit der Terminologie. Es nützt Ihnen und uns ebenso. (Abg. Dr. Puswald: Man sollte das Verbrechen nicht begehen! – Abg. Neugebauer: Das ist ja ungeheuerlich!)
Abg. Dr. Puswald: Ich weiß es, darum frage ich Sie?
Diese Regierung löst Probleme. Sie schafft den Ausgleich dort, wo es notwendig ist, meine sehr geehrten Damen und Herren. Was tut die Opposition? – Sie machen den Menschen Angst, Sie verbreiten eine Gräuelpropaganda. Sie schüren einen Generationenkonflikt mit Methoden des Klassenkampfes, meine sehr geehrten Damen und Herren. Und nur das ist es, was Sie wollen, denn sonst würden Sie einen Begriff wie „Pensionsraub“ nicht in den Mund nehmen. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?) Ich bitte Sie wirklich, und Sie als Jurist müssten das wissen, Herr Kollege Puswald. (Abg. Dr. Puswald: Ich weiß es, darum frage ich Sie?) Raub ist ein Verbrechen, und man sollte dieses Wort in diesem Zusammenhang nicht in den Mund nehmen. (Abg. Dr. Puswald: Man sollte es nicht begehen!) Wir sollten uns wirklich hüten und das annehmen, was der Herr Bundeskanzler hier gesagt hat: Seien wir vorsichtig mit der Terminologie. Es nützt Ihnen und uns ebenso. (Abg. Dr. Puswald: Man sollte das Verbrechen nicht begehen! – Abg. Neugebauer: Das ist ja ungeheuerlich!)
Abg. Dr. Puswald: Man sollte es nicht begehen!
Diese Regierung löst Probleme. Sie schafft den Ausgleich dort, wo es notwendig ist, meine sehr geehrten Damen und Herren. Was tut die Opposition? – Sie machen den Menschen Angst, Sie verbreiten eine Gräuelpropaganda. Sie schüren einen Generationenkonflikt mit Methoden des Klassenkampfes, meine sehr geehrten Damen und Herren. Und nur das ist es, was Sie wollen, denn sonst würden Sie einen Begriff wie „Pensionsraub“ nicht in den Mund nehmen. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?) Ich bitte Sie wirklich, und Sie als Jurist müssten das wissen, Herr Kollege Puswald. (Abg. Dr. Puswald: Ich weiß es, darum frage ich Sie?) Raub ist ein Verbrechen, und man sollte dieses Wort in diesem Zusammenhang nicht in den Mund nehmen. (Abg. Dr. Puswald: Man sollte es nicht begehen!) Wir sollten uns wirklich hüten und das annehmen, was der Herr Bundeskanzler hier gesagt hat: Seien wir vorsichtig mit der Terminologie. Es nützt Ihnen und uns ebenso. (Abg. Dr. Puswald: Man sollte das Verbrechen nicht begehen! – Abg. Neugebauer: Das ist ja ungeheuerlich!)
Abg. Dr. Puswald: Man sollte das Verbrechen nicht begehen! – Abg. Neugebauer: Das ist ja ungeheuerlich!
Diese Regierung löst Probleme. Sie schafft den Ausgleich dort, wo es notwendig ist, meine sehr geehrten Damen und Herren. Was tut die Opposition? – Sie machen den Menschen Angst, Sie verbreiten eine Gräuelpropaganda. Sie schüren einen Generationenkonflikt mit Methoden des Klassenkampfes, meine sehr geehrten Damen und Herren. Und nur das ist es, was Sie wollen, denn sonst würden Sie einen Begriff wie „Pensionsraub“ nicht in den Mund nehmen. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?) Ich bitte Sie wirklich, und Sie als Jurist müssten das wissen, Herr Kollege Puswald. (Abg. Dr. Puswald: Ich weiß es, darum frage ich Sie?) Raub ist ein Verbrechen, und man sollte dieses Wort in diesem Zusammenhang nicht in den Mund nehmen. (Abg. Dr. Puswald: Man sollte es nicht begehen!) Wir sollten uns wirklich hüten und das annehmen, was der Herr Bundeskanzler hier gesagt hat: Seien wir vorsichtig mit der Terminologie. Es nützt Ihnen und uns ebenso. (Abg. Dr. Puswald: Man sollte das Verbrechen nicht begehen! – Abg. Neugebauer: Das ist ja ungeheuerlich!)
Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?
Sie scheuen sich nicht einmal, Bilder aus den fünfziger Jahren aufzugreifen und wissen vielleicht nicht – oder wissen Sie es doch? –, dass der erste Räuber der Kohlenräuber aus der Nazizeit war. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?) Und genau das gleiche Bild wird heute in Klagenfurt affichiert. Zufällig oder nicht? Ich mache Sie dafür verantwortlich. Versuchen Sie, aus der Geschichte zu lernen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Dr. Puswald – in Richtung des Redners –: Lernen Sie aus der Geschichte und vermeiden Sie nächstes Jahr die Fehler, die Sie jetzt machen!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Dr. Puswald – in Richtung des Redners –: Lernen Sie aus der Geschichte und vermeiden Sie nächstes Jahr die Fehler, die Sie jetzt machen!
Sie scheuen sich nicht einmal, Bilder aus den fünfziger Jahren aufzugreifen und wissen vielleicht nicht – oder wissen Sie es doch? –, dass der erste Räuber der Kohlenräuber aus der Nazizeit war. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?) Und genau das gleiche Bild wird heute in Klagenfurt affichiert. Zufällig oder nicht? Ich mache Sie dafür verantwortlich. Versuchen Sie, aus der Geschichte zu lernen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Dr. Puswald – in Richtung des Redners –: Lernen Sie aus der Geschichte und vermeiden Sie nächstes Jahr die Fehler, die Sie jetzt machen!)
Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?
sion von weit über 12 000 € bezieht, stellt sich an die Spitze eines Pensionisten-Volksbegehrens, das wieder nur das Ziel hat, den alten Menschen Angst zu machen (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?), und es tut mir einfach weh, wenn in der Politik die Angst zur Methode wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Sie wollen behaupten, dass wir den Leuten Angst machen?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Sie wollen behaupten, dass wir den Leuten Angst machen?
sion von weit über 12 000 € bezieht, stellt sich an die Spitze eines Pensionisten-Volksbegehrens, das wieder nur das Ziel hat, den alten Menschen Angst zu machen (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?), und es tut mir einfach weh, wenn in der Politik die Angst zur Methode wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Sie wollen behaupten, dass wir den Leuten Angst machen?)
Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?
Merken Sie sich eines: Wer Angst sät, wird Hass ernten (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?), und zwar spätestens dann, wenn es darum geht, Ihre Vorschläge, meine sehr verehrten Damen und Herren von der SPÖ, genauer unter die Lupe zu nehmen. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wie geht es den Pensionisten nächstes Jahr?) Die SPÖ war immer diejenige, die zur Sanierung des Systems die Krankenkassenbeiträge erhöhen wollte. – Heute wissen Sie nichts davon. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wer wird nächstes Jahr die Pensionen ausgleichen?) Die SPÖ war diejenige, die 10 Prozent Pensionistensteuer einführen wollte. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wer wird nächstes Jahr die Pensionen erhöhen?) – Heute wissen Sie nichts davon. Die SPÖ war die einzige Partei, die einen Sozialminister gestellt hat, der die Pensionen nicht erhöht hat. – Heute wissen Sie nichts davon. Es ist eine seltsame Form der Vergesslichkeit, die plötzlich ganze Gruppen befällt und nicht nur einzelne Personen; eine ganz interessante Form. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wie geht es den Pensionisten nächstes Jahr?
Merken Sie sich eines: Wer Angst sät, wird Hass ernten (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?), und zwar spätestens dann, wenn es darum geht, Ihre Vorschläge, meine sehr verehrten Damen und Herren von der SPÖ, genauer unter die Lupe zu nehmen. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wie geht es den Pensionisten nächstes Jahr?) Die SPÖ war immer diejenige, die zur Sanierung des Systems die Krankenkassenbeiträge erhöhen wollte. – Heute wissen Sie nichts davon. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wer wird nächstes Jahr die Pensionen ausgleichen?) Die SPÖ war diejenige, die 10 Prozent Pensionistensteuer einführen wollte. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wer wird nächstes Jahr die Pensionen erhöhen?) – Heute wissen Sie nichts davon. Die SPÖ war die einzige Partei, die einen Sozialminister gestellt hat, der die Pensionen nicht erhöht hat. – Heute wissen Sie nichts davon. Es ist eine seltsame Form der Vergesslichkeit, die plötzlich ganze Gruppen befällt und nicht nur einzelne Personen; eine ganz interessante Form. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wer wird nächstes Jahr die Pensionen ausgleichen?
Merken Sie sich eines: Wer Angst sät, wird Hass ernten (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?), und zwar spätestens dann, wenn es darum geht, Ihre Vorschläge, meine sehr verehrten Damen und Herren von der SPÖ, genauer unter die Lupe zu nehmen. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wie geht es den Pensionisten nächstes Jahr?) Die SPÖ war immer diejenige, die zur Sanierung des Systems die Krankenkassenbeiträge erhöhen wollte. – Heute wissen Sie nichts davon. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wer wird nächstes Jahr die Pensionen ausgleichen?) Die SPÖ war diejenige, die 10 Prozent Pensionistensteuer einführen wollte. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wer wird nächstes Jahr die Pensionen erhöhen?) – Heute wissen Sie nichts davon. Die SPÖ war die einzige Partei, die einen Sozialminister gestellt hat, der die Pensionen nicht erhöht hat. – Heute wissen Sie nichts davon. Es ist eine seltsame Form der Vergesslichkeit, die plötzlich ganze Gruppen befällt und nicht nur einzelne Personen; eine ganz interessante Form. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wer wird nächstes Jahr die Pensionen erhöhen?
Merken Sie sich eines: Wer Angst sät, wird Hass ernten (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?), und zwar spätestens dann, wenn es darum geht, Ihre Vorschläge, meine sehr verehrten Damen und Herren von der SPÖ, genauer unter die Lupe zu nehmen. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wie geht es den Pensionisten nächstes Jahr?) Die SPÖ war immer diejenige, die zur Sanierung des Systems die Krankenkassenbeiträge erhöhen wollte. – Heute wissen Sie nichts davon. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wer wird nächstes Jahr die Pensionen ausgleichen?) Die SPÖ war diejenige, die 10 Prozent Pensionistensteuer einführen wollte. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wer wird nächstes Jahr die Pensionen erhöhen?) – Heute wissen Sie nichts davon. Die SPÖ war die einzige Partei, die einen Sozialminister gestellt hat, der die Pensionen nicht erhöht hat. – Heute wissen Sie nichts davon. Es ist eine seltsame Form der Vergesslichkeit, die plötzlich ganze Gruppen befällt und nicht nur einzelne Personen; eine ganz interessante Form. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Merken Sie sich eines: Wer Angst sät, wird Hass ernten (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr?), und zwar spätestens dann, wenn es darum geht, Ihre Vorschläge, meine sehr verehrten Damen und Herren von der SPÖ, genauer unter die Lupe zu nehmen. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wie geht es den Pensionisten nächstes Jahr?) Die SPÖ war immer diejenige, die zur Sanierung des Systems die Krankenkassenbeiträge erhöhen wollte. – Heute wissen Sie nichts davon. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wer wird nächstes Jahr die Pensionen ausgleichen?) Die SPÖ war diejenige, die 10 Prozent Pensionistensteuer einführen wollte. (Abg. Dr. Puswald: Was ist nächstes Jahr? Wer wird nächstes Jahr die Pensionen erhöhen?) – Heute wissen Sie nichts davon. Die SPÖ war die einzige Partei, die einen Sozialminister gestellt hat, der die Pensionen nicht erhöht hat. – Heute wissen Sie nichts davon. Es ist eine seltsame Form der Vergesslichkeit, die plötzlich ganze Gruppen befällt und nicht nur einzelne Personen; eine ganz interessante Form. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Puswald: Sie gratulieren uns dazu!
Und zu Ihrem Volksbegehren darf ich Ihnen eines sagen (Abg. Dr. Puswald: Sie gratulieren uns dazu!) – ja, ja –, die Leitartikel in den einzelnen Zeitungen sagen es Ihnen: Sie missbrauchen ein Volksrecht als Partei (Abg. Dr. Puswald: Nicht missbrauchen, gebrauchen! Das ist ein Unterschied!), weil Sie selber nicht imstande sind, als Partei hier zu reüssieren. Und ich darf Ihnen noch etwas sagen: Was die SPÖ jetzt macht (Abg. Dr. Puswald: Das tut Ihnen weh!), ist schlicht und einfach Pensionistenpflanzerei. Lesen Sie nach in den „Oberösterreichischen Nachrichten“! Es gibt auch noch viele andere Dokumente. – Ich danke Ihnen schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Das war eine schwache Rede!)
Abg. Dr. Puswald: Nicht missbrauchen, gebrauchen! Das ist ein Unterschied!
Und zu Ihrem Volksbegehren darf ich Ihnen eines sagen (Abg. Dr. Puswald: Sie gratulieren uns dazu!) – ja, ja –, die Leitartikel in den einzelnen Zeitungen sagen es Ihnen: Sie missbrauchen ein Volksrecht als Partei (Abg. Dr. Puswald: Nicht missbrauchen, gebrauchen! Das ist ein Unterschied!), weil Sie selber nicht imstande sind, als Partei hier zu reüssieren. Und ich darf Ihnen noch etwas sagen: Was die SPÖ jetzt macht (Abg. Dr. Puswald: Das tut Ihnen weh!), ist schlicht und einfach Pensionistenpflanzerei. Lesen Sie nach in den „Oberösterreichischen Nachrichten“! Es gibt auch noch viele andere Dokumente. – Ich danke Ihnen schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Das war eine schwache Rede!)
Abg. Dr. Puswald: Das tut Ihnen weh!
Und zu Ihrem Volksbegehren darf ich Ihnen eines sagen (Abg. Dr. Puswald: Sie gratulieren uns dazu!) – ja, ja –, die Leitartikel in den einzelnen Zeitungen sagen es Ihnen: Sie missbrauchen ein Volksrecht als Partei (Abg. Dr. Puswald: Nicht missbrauchen, gebrauchen! Das ist ein Unterschied!), weil Sie selber nicht imstande sind, als Partei hier zu reüssieren. Und ich darf Ihnen noch etwas sagen: Was die SPÖ jetzt macht (Abg. Dr. Puswald: Das tut Ihnen weh!), ist schlicht und einfach Pensionistenpflanzerei. Lesen Sie nach in den „Oberösterreichischen Nachrichten“! Es gibt auch noch viele andere Dokumente. – Ich danke Ihnen schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Das war eine schwache Rede!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Das war eine schwache Rede!
Und zu Ihrem Volksbegehren darf ich Ihnen eines sagen (Abg. Dr. Puswald: Sie gratulieren uns dazu!) – ja, ja –, die Leitartikel in den einzelnen Zeitungen sagen es Ihnen: Sie missbrauchen ein Volksrecht als Partei (Abg. Dr. Puswald: Nicht missbrauchen, gebrauchen! Das ist ein Unterschied!), weil Sie selber nicht imstande sind, als Partei hier zu reüssieren. Und ich darf Ihnen noch etwas sagen: Was die SPÖ jetzt macht (Abg. Dr. Puswald: Das tut Ihnen weh!), ist schlicht und einfach Pensionistenpflanzerei. Lesen Sie nach in den „Oberösterreichischen Nachrichten“! Es gibt auch noch viele andere Dokumente. – Ich danke Ihnen schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Das war eine schwache Rede!)
Abg. Dr. Trinkl: Haltet den Räuber!
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Sozialminister! Hohes Haus! Im Juli 2003 wurde hier im Hohen Haus der Pensionsraub von Ihnen, den Abgeordneten der ÖVP und der FPÖ, beschlossen (Abg. Dr. Trinkl: Haltet den Räuber!), und damit nehmen Sie zukünftigen Pensionisten massiv Geld weg, das sich diese durch jahrzehntelange Arbeit verdient haben.
Beifall bei der SPÖ.
All das zeigt, meine Damen und Herren, dass Sie nach wie vor nichts für die Pensionisten übrig haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jahrzehnte hinweg getan haben und so den Wohlstand unseres Landes und den Wohlstand für unsere heutige Jugend aufgebaut haben, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Kollege, ich habe Hunger! Geben Sie die Wurstsemmel her!
Frau Fuhrmann – das muss man hier sagen – wäre heute nicht so abgehoben und weltfremd, wenn ihre Eltern- und Großelterngeneration nicht für sie dieses wohlige Nest gebaut hätte. Frau Fuhrmann redet vom Einkaufen, und ich muss sie fragen, ob sie in der letzten Zeit überhaupt selbst einkaufen war, denn auf Grund ihrer Aussage erkennt man, dass sie keine Ahnung von den Lebensmittelpreisen in Österreich hat. Wenn sie um 10 € drei Wurstsemmeln kaufen kann, dann kostet eine Wurstsemmel 3,33 €. Und das ist so eine Wurstsemmel (der Redner hält eine Semmel in die Höhe, die ganz dick mit Extrawurst gefüllt ist), das ist eine Luxuswurstsemmel der Frau Fuhrmann um 3,33 €, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Kollege, ich habe Hunger! Geben Sie die Wurstsemmel her!) Und das, was ich hier habe – schauen Sie sich das sehr gut an (der Redner hält eine Semmel in die Höhe, die nur mit einer Extrawurstscheibe gefüllt ist) –, das ist eine Wurstsemmel, die sich Kleinstpensionisten leisten können, aber das nicht jeden Tag, sondern, wenn es hoch hergeht, vielleicht drei-, viermal im Jahr.
Der Redner legt eine dick belegte Wurstsemmel vor Bundesminister Mag. Haupt auf die Regierungsbank.
Ich kann zum Abschluss nur eines machen: Ich schenke diese Wurstsemmel der Regierung, denn diese Wurstsemmel, diese Luxus-Wurstsemmel, steht für die Klientel, die Sie vertreten, meine Damen und Herren. Herr Haupt, ich gebe sie Ihnen in Vertretung für die Regierung. (Der Redner legt eine dick belegte Wurstsemmel vor Bundesminister Mag. Haupt auf die Regierungsbank.) – Diese Wurstsemmel hingegen ist die Wurstsemmel der Pensionisten. Sie steht für die Klientel, die wir vertreten, für die wir eintreten. (Der Redner legt auch eine schwach belegte Wurstsemmel vor Bundesminister Mag. Haupt auf die Regierungsbank. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist eine „Konsum“-Wurstsemmel!) Und jetzt kann der Herr Bundeskanzler Schüssel klare Vergleiche ziehen, wie es ausschaut: Luxus für Ihre Partei – die Pensionisten vertreten wir. (Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Mag. Haupt – nachdem er Wurst von der einen Semmel in die andere gelegt hat –: Und wir machen die Umverteilung! – Zahlreiche Zwischenrufe.)
Der Redner legt auch eine schwach belegte Wurstsemmel vor Bundesminister Mag. Haupt auf die Regierungsbank. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist eine „Konsum“-Wurstsemmel!
Ich kann zum Abschluss nur eines machen: Ich schenke diese Wurstsemmel der Regierung, denn diese Wurstsemmel, diese Luxus-Wurstsemmel, steht für die Klientel, die Sie vertreten, meine Damen und Herren. Herr Haupt, ich gebe sie Ihnen in Vertretung für die Regierung. (Der Redner legt eine dick belegte Wurstsemmel vor Bundesminister Mag. Haupt auf die Regierungsbank.) – Diese Wurstsemmel hingegen ist die Wurstsemmel der Pensionisten. Sie steht für die Klientel, die wir vertreten, für die wir eintreten. (Der Redner legt auch eine schwach belegte Wurstsemmel vor Bundesminister Mag. Haupt auf die Regierungsbank. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist eine „Konsum“-Wurstsemmel!) Und jetzt kann der Herr Bundeskanzler Schüssel klare Vergleiche ziehen, wie es ausschaut: Luxus für Ihre Partei – die Pensionisten vertreten wir. (Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Mag. Haupt – nachdem er Wurst von der einen Semmel in die andere gelegt hat –: Und wir machen die Umverteilung! – Zahlreiche Zwischenrufe.)
Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Mag. Haupt – nachdem er Wurst von der einen Semmel in die andere gelegt hat –: Und wir machen die Umverteilung! – Zahlreiche Zwischenrufe.
Ich kann zum Abschluss nur eines machen: Ich schenke diese Wurstsemmel der Regierung, denn diese Wurstsemmel, diese Luxus-Wurstsemmel, steht für die Klientel, die Sie vertreten, meine Damen und Herren. Herr Haupt, ich gebe sie Ihnen in Vertretung für die Regierung. (Der Redner legt eine dick belegte Wurstsemmel vor Bundesminister Mag. Haupt auf die Regierungsbank.) – Diese Wurstsemmel hingegen ist die Wurstsemmel der Pensionisten. Sie steht für die Klientel, die wir vertreten, für die wir eintreten. (Der Redner legt auch eine schwach belegte Wurstsemmel vor Bundesminister Mag. Haupt auf die Regierungsbank. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist eine „Konsum“-Wurstsemmel!) Und jetzt kann der Herr Bundeskanzler Schüssel klare Vergleiche ziehen, wie es ausschaut: Luxus für Ihre Partei – die Pensionisten vertreten wir. (Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Mag. Haupt – nachdem er Wurst von der einen Semmel in die andere gelegt hat –: Und wir machen die Umverteilung! – Zahlreiche Zwischenrufe.)
Heiterkeit.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege Haupt, die zwei Wurstsemmeln werde ich gleich konfiszieren. (Heiterkeit.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Stummvoll.
Was wäre das für eine Beitragserhöhung gewesen, wenn wir das gemacht hätten, was Ihre Gewerkschafter, Ihre Sozialdemokraten in der Wiener Gebietskrankenkasse verlangt hätten, meine Damen und Herren?! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Stummvoll.) Das ist Ihre Politik, dass Sie dort in diesen Gremien etwas ganz anderes beschließen, als Sie hier vom Rednerpult aus medienwirksam verlangen. Aber dann werfen Sie nicht unserem Sozialminister vor, er hätte die Unwahrheit gesprochen!
Abg. Öllinger: Nein, nein, nein!
Zweiter Punkt: Es ist wirklich grotesk, wenn Herr Gusenbauer – der auch nicht mehr da ist – den Freiheitlichen vorwirft, sie wären gegen die Abschaffung der Politikerpensionen gewesen. Das kann man wirklich nur mehr ins Kabarett verweisen. Der Villacher Fasching ist zwar schon gestern übertragen worden, aber vielleicht hat das noch irgendwelche Nachwirkungen. Ich habe in der Eile nur vier Anträge von damals, vier Anträge der Freiheitlichen aus den Jahren 1996, 1997 herausgeholt, worin es um die gänzliche Abschaffung aller Politikerprivilegien im Pensionssystem gegangen ist. Und das war der Grund, warum wir der 97er-Reform nicht zugestimmt haben (Abg. Öllinger: Nein, nein, nein!): weil Sie die damals bestehenden Privilegien perpetuiert und zementiert haben und weil eben diese Pensionen auch jetzt noch möglich sind – zumindest für all jene, die diese Ansprüche gehabt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Stummvoll. – Abg. Öllinger: Daran sind Sie schuld!)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Stummvoll. – Abg. Öllinger: Daran sind Sie schuld!
Zweiter Punkt: Es ist wirklich grotesk, wenn Herr Gusenbauer – der auch nicht mehr da ist – den Freiheitlichen vorwirft, sie wären gegen die Abschaffung der Politikerpensionen gewesen. Das kann man wirklich nur mehr ins Kabarett verweisen. Der Villacher Fasching ist zwar schon gestern übertragen worden, aber vielleicht hat das noch irgendwelche Nachwirkungen. Ich habe in der Eile nur vier Anträge von damals, vier Anträge der Freiheitlichen aus den Jahren 1996, 1997 herausgeholt, worin es um die gänzliche Abschaffung aller Politikerprivilegien im Pensionssystem gegangen ist. Und das war der Grund, warum wir der 97er-Reform nicht zugestimmt haben (Abg. Öllinger: Nein, nein, nein!): weil Sie die damals bestehenden Privilegien perpetuiert und zementiert haben und weil eben diese Pensionen auch jetzt noch möglich sind – zumindest für all jene, die diese Ansprüche gehabt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Stummvoll. – Abg. Öllinger: Daran sind Sie schuld!)
Abg. Dr. Puswald: Er hat 2 000 € mehr, der Herr Landeshauptmann!
Und so geht es ja weiter. Auch in der Debatte: Da wird eine rasche, eine gute, eine effiziente Maßnahme des Kärntner Landeshauptmannes als Almosenverteilung deklariert. (Abg. Dr. Puswald: Er hat 2 000 € mehr, der Herr Landeshauptmann!) Wer hat Sie denn daran gehindert, etwa in Wien oder im Burgenland den Pensionisten rasch, unbürokratisch und effizient diese Gelder zukommen zu lassen? (Abg. Dr. Puswald: Er nimmt das aus dem Landesbudget, das gar nicht mehr vorhanden ist!) Aber dort haben Sie kein Interesse gehabt, denn Sie wollten ja weiter Ängste schüren, Sie wollten ja weiter dieses Pensionsthema für Ihre Parteipolitik verwenden. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Machen Sie keine Zwischenrufe!) So etwa, Frau Kollegin Silhavy, in Pensionsbriefen des Herrn Ambrozy, in denen Angst geschürt wird.
Abg. Dr. Puswald: Er nimmt das aus dem Landesbudget, das gar nicht mehr vorhanden ist!
Und so geht es ja weiter. Auch in der Debatte: Da wird eine rasche, eine gute, eine effiziente Maßnahme des Kärntner Landeshauptmannes als Almosenverteilung deklariert. (Abg. Dr. Puswald: Er hat 2 000 € mehr, der Herr Landeshauptmann!) Wer hat Sie denn daran gehindert, etwa in Wien oder im Burgenland den Pensionisten rasch, unbürokratisch und effizient diese Gelder zukommen zu lassen? (Abg. Dr. Puswald: Er nimmt das aus dem Landesbudget, das gar nicht mehr vorhanden ist!) Aber dort haben Sie kein Interesse gehabt, denn Sie wollten ja weiter Ängste schüren, Sie wollten ja weiter dieses Pensionsthema für Ihre Parteipolitik verwenden. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Machen Sie keine Zwischenrufe!) So etwa, Frau Kollegin Silhavy, in Pensionsbriefen des Herrn Ambrozy, in denen Angst geschürt wird.
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Machen Sie keine Zwischenrufe!
Und so geht es ja weiter. Auch in der Debatte: Da wird eine rasche, eine gute, eine effiziente Maßnahme des Kärntner Landeshauptmannes als Almosenverteilung deklariert. (Abg. Dr. Puswald: Er hat 2 000 € mehr, der Herr Landeshauptmann!) Wer hat Sie denn daran gehindert, etwa in Wien oder im Burgenland den Pensionisten rasch, unbürokratisch und effizient diese Gelder zukommen zu lassen? (Abg. Dr. Puswald: Er nimmt das aus dem Landesbudget, das gar nicht mehr vorhanden ist!) Aber dort haben Sie kein Interesse gehabt, denn Sie wollten ja weiter Ängste schüren, Sie wollten ja weiter dieses Pensionsthema für Ihre Parteipolitik verwenden. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Machen Sie keine Zwischenrufe!) So etwa, Frau Kollegin Silhavy, in Pensionsbriefen des Herrn Ambrozy, in denen Angst geschürt wird.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist gut und richtig so und wird auch in Zukunft Politik dieser Regierung sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich möchte zuerst auf die Ausführungen des Kollegen Walch eingehen, der leider nicht mehr im Saal ist. Er hat zitiert, dass anlässlich einer Sitzung der Pensionsversicherungsanstalt ein Termin verschoben worden ist, bei dem es auch um den Bereich der – wie Sie es formulieren – Pensionsreparatur geht. Ich darf hier festhalten, dass dieser Tagesordnungspunkt deshalb nicht sehr gut auf die Tagesordnung gesetzt werden kann, weil es bis zu diesem Zeitpunkt, nämlich dem 4. März, noch keine Sitzung des Bundesrates gibt, in der diese Materie behandelt wird. Ich möchte da nicht in Wunden rühren, aber wir wissen ja, dass es bei den Freiheitlichen oft nicht ganz klar ist, welches Stimmverhalten sie im Bundesrat an den Tag legen. – Das dazu. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wissen Sie, ich habe es schön langsam satt, dass immer gesagt wird, da sei eben ein bisschen etwas passiert. – Das ist schon in Ordnung. Man macht Fehler, und die soll man auch korrigieren. Aber ich sage Ihnen: Die ganze Arbeit dieser Bundesregierung ist ein einziger Fehler und gehört sehr bald repariert! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf daran erinnern, dass es zu einer unsozialen Besteuerung der Unfallrenten gekommen ist, die dann im Nachhinein wieder repariert werden musste. Es ist zur Einführung einer Freizeitunfallversicherung gekommen, durch die aber überhaupt keine neuen Leistungen entstanden sind. Das Zynische dabei ist, dass dieser Betrag auch PflegegeldbezieherInnen abgezogen wird. Ich denke, allein das ist ein Zeichen dafür, dass sehr viele Fehler passieren. Angesichts solcher Fehler ist es an der Zeit, dass wir ein deutliches Zeichen setzen. Die Bundesregierung hat ein Ablaufdatum. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Um diese Optik wieder gerade zu rücken, beschließen wir heute diese einmalige außerordentliche Zuwendung von 0,6 Prozent für alle Pensionen bis zu 780 €. Das ist ein Akt der Fairness und der Solidarität unter den Generationen, und dazu bekennen wir uns auch, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abschließend ist noch anzumerken, dass mit dieser Anpassung die Solidarität zwischen den Generationen zum Ausdruck gebracht wird. Die SPÖ will mit ihrem Antrag, der sich gegen die Jugend richtet, wieder einmal einen Keil zwischen Jung und Alt treiben, weil die Jungen diejenigen sind, die das bezahlen sollen. – Sie sagen ja nicht, woher sie das Geld für diese Erhöhungen nehmen! Zusätzlich müssen wir auch noch jene Schulden abzahlen, die Sie uns hinterlassen haben. Diese Bundesregierung und wir von der Österreichischen Volkspartei werden das nicht zulassen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Es ist meiner Meinung nach einfach absurd, wenn so wichtige personenbezogene Daten künftig dort verankert werden sollen. Es hat sogar Missfallen bei der „ARGE Daten“ und beim Datenschutzrat erregt, aber Ihnen sind diese Einwendungen, wie auch alles andere, egal. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.) Es gibt Einwände, in denen sogar darauf verwiesen wird, dass die Card-Lösung nicht nur dem von Ihnen beschlossenen E-Government-Gesetz widerspricht, sondern auch den Vorgaben der EU-Sozialversicherungscard, und dass die angedachte künftige Online-Abfrage bei den Ärzten datenschutzrechtlich und sicherheitstechnisch bedenklich ist.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gabriela Moser.
Wenn es um den Schutz der Bürgerinnen und Bürger geht, sollte man mit diesem Thema nicht so spielen. Da war der „gläserne Mensch“ bei George Orwell noch harmlos! Meine Damen und Herren! Solche Methoden, die der totalitären Überwachung dienen, lehnen wir ganz klipp und klar ab! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gabriela Moser.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Generationenvertrag muss also umfassend verstanden werden und nicht selektiv. Die demographische Entwicklung hat da einen großen Einfluss. Ich denke, das können wir alle nachvollziehen, dazu gibt es auch Daten. Ich fordere, dass die Problemlösung vor dem Generationenkonflikt steht. Viele Menschen wissen sehr wohl, dass es hier um Zukunftsfragen geht und nicht um ein Politikspektakel. Ich fordere daher alle auf, die unwürdige Ausdrucksweise sein zu lassen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Mir persönlich geht es ganz schlecht, wenn man ständig von gefühlskalt, herzlos, Almosen, Schröpfen, Abspeisen et cetera redet, obwohl mir jetzt im Plenum bewusst geworden ist, dass ich „abspeisen“ noch aus meiner Kindheit in Zusammenhang mit der Abspeisung in der Kirche in Erinnerung habe und das somit positiv besetzt wäre. – Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: 2,5 Millionen zahlen keine Einkommensteuer!
50 Jahre lang arbeiten soll. – Das kann man auch einem Prospekt über das Volksbegehren zur Pensionsreform entnehmen. Andererseits hat beispielsweise der Abgeordnete Stummvoll in einer Aussendung gesagt, es sei ohnehin genug für den kleinen Mann getan worden. Er hat nicht dazu gesagt, jetzt muss etwas für die großen Männer getan werden, aber das ist Ihre innere Haltung, Herr Stummvoll (Abg. Dr. Stummvoll: 2,5 Millionen zahlen keine Einkommensteuer!): Für die Großen etwas zu tun und für die Kleinen nichts zu tun! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
50 Jahre lang arbeiten soll. – Das kann man auch einem Prospekt über das Volksbegehren zur Pensionsreform entnehmen. Andererseits hat beispielsweise der Abgeordnete Stummvoll in einer Aussendung gesagt, es sei ohnehin genug für den kleinen Mann getan worden. Er hat nicht dazu gesagt, jetzt muss etwas für die großen Männer getan werden, aber das ist Ihre innere Haltung, Herr Stummvoll (Abg. Dr. Stummvoll: 2,5 Millionen zahlen keine Einkommensteuer!): Für die Großen etwas zu tun und für die Kleinen nichts zu tun! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Mehr als keine Steuern geht nicht!
Herr Abgeordneter! Sie und die ÖVP wollen Umverteilung, und die FPÖ hilft Ihnen dabei. (Abg. Dr. Stummvoll: Mehr als keine Steuern geht nicht!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Trinkl hat an diesem Rednerpult vor wenigen Minuten gesagt, es sei ein Missbrauch des Volksrechtes seitens der SPÖ, wenn ein Volksbegehren durch die SPÖ gestartet wird. – Ich sage dazu nur: 1982 haben ÖVP-Abgeordnete ein Volksbegehren zum Konferenzzentrum initiiert. Dann war das damals auch Missbrauch, sehr verehrte Damen und Herren von der Volkspartei! Diese Aussage richtet sich also von selbst, und deshalb fordere ich jeden auf, dieses Pensionsvolksbegehren möglichst am ersten Tag, am 22. März, zu unterschreiben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist eine Illusion!
Es geht hier um die Änderung in den Sozialversicherungsgesetzen, die eine Kombination der Bürgerkarte und der Sozialversicherungs-E-Card möglich macht. Es soll möglich sein, die Schlüsselfunktion innerhalb des elektronischen Verwaltungssystems auf der Bürgerkarte aufzubringen, ohne dass andere Verwendungsmodalitäten berührt sind. (Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist eine Illusion!) Umgekehrt genehmigt diese Gesetzespassage auch die Möglichkeit, die Sozialversicherungs-E-Card mit Personenkennzeichen der Bürgerkarte auszustatten.
Abg. Dr. Lichtenberger: Na wenigstens etwas!
Die Begründung für diese vorgeschlagene Änderung, die auf Anregung des Datenschutzrates erfolgt, liegt darin, dass der Datenschutzrat auch in Zukunft eingebunden wird. (Abg. Dr. Lichtenberger: Na wenigstens etwas!) – Danke sehr.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die E-Card bietet aber auch für die Zukunft die Möglichkeit, Vereinfachungen, die notwendig sind, ohne großen Arbeitsaufwand umzusetzen. Dies ist letztlich ein weiterer Schritt der ÖVP-FPÖ-Regierung unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, um die Verwaltungskosten der Sozialversicherungen zu senken, um mehr Geld für die medizinischen Leistungen für die österreichische Bevölkerung zu haben, also auch für unsere Seniorinnen und Senioren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
ter Ihrer Fraktion, denn Sie haben sich ja den ganzen Datenschutzrat parteipolitisch so zurechtgerichtet, dass der auch nicht mehr viel sagt. In letzter Minute sagt der nur mehr: Bitte, bitte, wenn es schon einen Datenschutzrat gibt, dann lasst uns doch in Datenschutzangelegenheiten noch ein paar Worte sagen und eliminiert uns nicht einfach völlig in Fragen von höchster datenrechtlicher Relevanz! (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Fakt ist: Die Sozialversicherten, denen man vor vielen Jahren, genau 1996, gesagt hat, dass sie ein modernes Sozialversicherungssystem mit einer Sozialversicherungs-E-Card bekommen werden, zahlen jetzt mit ihren Versicherungsgeldern die „Bürgerkarte“ dieser Bundesregierung, die eigentlich aus Steuergeldern bezahlt werden müsste; das kann man unter dem Strich sagen. Die datenrechtlichen Probleme, die sich aus dieser Neuorientierung ergeben, sind völlig ungeklärt. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Der zweite Teil der Geschichte, finge mit der Frage an, wie es eigentlich dazu kommt, dass die Frau eines Mannes, der – in diesem Fall – 45 Jahre lang gearbeitet hat, auf die Mindestrente angewiesen ist. Das zeigt das ganze Elend auch unseres Pensionssystems, dass wir solche Situationen und Existenzen sowie Mindestsicherungen nach wie vor produzieren. Frauen – egal, ob Mütter oder nicht –, die ihren Anteil an der Wirtschaft erbracht haben, und das können Sie mir glauben, sind nach wie vor auf Mindestzulagen, auf Ausgleichszulagen angewiesen, obwohl sie ihr Leben lang gearbeitet haben! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Nürnberger: Die Wahrheit!
Wenn Reformunwilligkeit einen Namen hat, dann darf ich in diesem Zusammenhang Sie, Herr Abgeordneter Nürnberger, zu Ihrer „Trilogie der Unwahrheiten“ ansprechen, die Sie über unseren Klubobmann und über den Abgeordneten Donabauer in Ihrer Rede vorgebracht haben. (Abg. Nürnberger: Die Wahrheit!) – Die Wahrheit ist die: Der Reformunwille der SPÖ hat 1999 mit der Verweigerung Ihrer Unterschrift unter das Regierungsübereinkommen begonnen, in dem die Pensionsreform enthalten war. (Abg. Nürnberger: Gott sei Dank!) Das war der Beginn der Reformunwilligkeit der SPÖ! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Nürnberger: Gott sei Dank!
Wenn Reformunwilligkeit einen Namen hat, dann darf ich in diesem Zusammenhang Sie, Herr Abgeordneter Nürnberger, zu Ihrer „Trilogie der Unwahrheiten“ ansprechen, die Sie über unseren Klubobmann und über den Abgeordneten Donabauer in Ihrer Rede vorgebracht haben. (Abg. Nürnberger: Die Wahrheit!) – Die Wahrheit ist die: Der Reformunwille der SPÖ hat 1999 mit der Verweigerung Ihrer Unterschrift unter das Regierungsübereinkommen begonnen, in dem die Pensionsreform enthalten war. (Abg. Nürnberger: Gott sei Dank!) Das war der Beginn der Reformunwilligkeit der SPÖ! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Reformunwilligkeit einen Namen hat, dann darf ich in diesem Zusammenhang Sie, Herr Abgeordneter Nürnberger, zu Ihrer „Trilogie der Unwahrheiten“ ansprechen, die Sie über unseren Klubobmann und über den Abgeordneten Donabauer in Ihrer Rede vorgebracht haben. (Abg. Nürnberger: Die Wahrheit!) – Die Wahrheit ist die: Der Reformunwille der SPÖ hat 1999 mit der Verweigerung Ihrer Unterschrift unter das Regierungsübereinkommen begonnen, in dem die Pensionsreform enthalten war. (Abg. Nürnberger: Gott sei Dank!) Das war der Beginn der Reformunwilligkeit der SPÖ! (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Johann Rädler (fortsetzend): Herr Präsident, gestatten Sie mir aber aktuell, noch auf die Ausführungen des Abgeordneten Keck eingzuehen, der sich heute hier zum „politischen Würstelmann“ gemacht hat, indem er Wurstsemmeln verteilt hat. Daran sieht man, wie sehr die SPÖ und besonders er falsch liegen: Heute ist Aschermittwoch! Da werden S’ kein politisches Geschäft mit Wurstsemmeln machen! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Johann Rädler (fortsetzend): ... der heute eine Durchschnittspension von 925 € hat, und ein Eisenbahner hat eine Pension von 254 €. Das ist Ihre Politik! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Die Sitzung wird um 14.11 Uhr unterbrochen und um 14.12 Uhr wieder aufgenommen. – Schriftführer Wimmer beginnt mit dem Namensaufruf, und es werfen Abgeordnete Stimmzettel in die Urne.
(Die Sitzung wird um 14.11 Uhr unterbrochen und um 14.12 Uhr wieder aufgenommen. – Schriftführer Wimmer beginnt mit dem Namensaufruf, und es werfen Abgeordnete Stimmzettel in die Urne.)
Präsident Dr. Khol und Konzeptsbeamte sprechen mit dem den Vorsitz führenden Präsidenten Dipl.-Ing. Prinzhorn.
Ich bitte Sie, fortzusetzen! (Präsident Dr. Khol und Konzeptsbeamte sprechen mit dem den Vorsitz führenden Präsidenten Dipl.-Ing. Prinzhorn.)
Rufe bei der SPÖ: Das ist die Chaospolitik der Regierung! – Ein Bediensteter der Parlamentsdirektion entfernt die zuvor bereits abgegebenen Stimmzettel aus der Urne.
Fangen Sie bitte mit der Abstimmung neu an, damit keine Missverständnisse möglich sind! (Rufe bei der SPÖ: Das ist die Chaospolitik der Regierung! – Ein Bediensteter der Parlamentsdirektion entfernt die zuvor bereits abgegebenen Stimmzettel aus der Urne.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Wimmer und Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Wimmer und Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei der ÖVP.
In der Tat, meine Damen und Herren, wäre ohne Unterstützung des Landes Niederösterreich diese Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen. Ich bedanke mich sehr, dass es gelungen ist, eine Artikel-15a-Vereinbarung zu schließen und damit eine Finanzierungsgarantie für die Zukunft zu haben. Danke an Niederösterreich! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Noch ein letzter Dank an die handelnden Personen. Im Ressort sind das Frau Bundesministerin Gehrer, Sektionschef Höllinger und sein Stellvertreter Mag. Faulhammer. Unter den Pionieren in Krems – alle, die nicht genannt werden, mögen mir das nachsehen – danke ich dem jetzigen Rektor Werner Fröhlich und der Kuratoriumsvorsitzenden Monika Skalicky. Danken möchte ich auch der als Vizepräsidentin ernannten, aber als langjährige Chefin arbeitenden Ingela Brunner, die sich damals, als sich die erste Vizepräsidentin Maria Berger schnell wieder verabschiedet hatte, um Krems gekümmert und Krems lange Zeit geführt at. Vielen Dank allen Genannten, aber auch den Mitgemeinten. Viel Erfolg mit der neuen Donau-Universität Krems! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Broukal –: Ein Taferl?
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Broukal. – Bitte. (Abg. Dr. Fekter – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Broukal –: Ein Taferl?)
Heiterkeit.
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Ein Taferl, Frau Fekter, jawohl! – Herr Präsident, danke für die Beförderung! Ich bin nur Brillenträger, kein Doktor. (Heiterkeit.)
Beifall der Abg. Mag. Wurm.
Aber wir freuen uns, dass Krems seinen Weg weitergeht. Es ist immerhin, wie man aus eigener Anschauung weiß, die einzige Universität in Österreich, die eine eigene Eisenbahnstation hat, auch wenn sie diese teilen muss mit dem großen Zuchthaus am unteren Ende des Bahnsteigs, aber immerhin. Und es ist eine Universität, die, getragen vom Willen der politischen Parteien im Land, seit vielen Jahren um Anerkennung, Geld und um einen Platz in der österreichischen Universitätslandschaft kämpft. Das ist ein kleiner Schritt, es wird nicht der letzte sein; wir waren uns einig. (Beifall der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Dr. Brinek: Das heißt, das Gesetz gibt diese Form der Mitsprache her!
Die kleineren Universitäten waren da anders. Zum Teil unter den (Abg. Dr. Brinek: Das heißt, das Gesetz gibt diese Form der Mitsprache her!) argwöhnischen Augen des Ministeriums und auch der Frau Bundesministerin, wenn ich richtig informiert bin, hat man von Anfang an in beratenden Gremien versucht – mehr ist nicht möglich nach diesem Universitätsprofessoren-Schutz-Gesetz 2002 –, die Studierenden und den so genannten Mittelbau wieder miteinzubeziehen. Ich finde, so nebenbei gesagt, dieses Wort „Mittelbau“ schön langsam beleidigend, oder? Da sehe ich Herrn Professor Grünewald, da sehe ich Sie, Frau Professorin, und denke mir: Was seid ihr für ein „Mittelbau“? – Ihr seid die tragenden Säulen dieses Systems! Und dann gibt es noch ein paar Professoren darüber. Warum haben diese paar Professoren – Professorinnen zu sagen würde sich fast verbieten, wenn man Gender Mainstreaming ernst nimmt, denn es gibt fast keine – überall die halben Rechte?! Und ihr müsst betteln und froh sein, wenn ihr informell mitreden dürft? – Ihr seid erwachsene Menschen und lasst euch das gefallen. (Abg. Dr. Brinek: Das Gesetz gibt jetzt mehr her!)
Abg. Dr. Brinek: Das Gesetz gibt jetzt mehr her!
Die kleineren Universitäten waren da anders. Zum Teil unter den (Abg. Dr. Brinek: Das heißt, das Gesetz gibt diese Form der Mitsprache her!) argwöhnischen Augen des Ministeriums und auch der Frau Bundesministerin, wenn ich richtig informiert bin, hat man von Anfang an in beratenden Gremien versucht – mehr ist nicht möglich nach diesem Universitätsprofessoren-Schutz-Gesetz 2002 –, die Studierenden und den so genannten Mittelbau wieder miteinzubeziehen. Ich finde, so nebenbei gesagt, dieses Wort „Mittelbau“ schön langsam beleidigend, oder? Da sehe ich Herrn Professor Grünewald, da sehe ich Sie, Frau Professorin, und denke mir: Was seid ihr für ein „Mittelbau“? – Ihr seid die tragenden Säulen dieses Systems! Und dann gibt es noch ein paar Professoren darüber. Warum haben diese paar Professoren – Professorinnen zu sagen würde sich fast verbieten, wenn man Gender Mainstreaming ernst nimmt, denn es gibt fast keine – überall die halben Rechte?! Und ihr müsst betteln und froh sein, wenn ihr informell mitreden dürft? – Ihr seid erwachsene Menschen und lasst euch das gefallen. (Abg. Dr. Brinek: Das Gesetz gibt jetzt mehr her!)
Abg. Dr. Brinek: Das Gesetz gibt jetzt mehr her, wie Sie sagen!
In keinem Betrieb der Welt würden sich so qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefallen lassen, ausgesperrt zu werden von Mitbestimmung, die man Jahre und Jahrzehnte hatte und für die Universität nutzte. Ihr lasst euch all das gefallen?! – Was soll man tun? (Abg. Dr. Brinek: Das Gesetz gibt jetzt mehr her, wie Sie sagen!)
Abg. Dr. Brinek: All das gibt das Gesetz her! Das ist doch spannend!
aus Wien. Aber die Universität Wien hat dann über Vermittlung des – ich sage das mit Stolz – sozialdemokratischen, also der SPÖ zugehörigen Vorsitzenden des Universitätsrates Kothbauer doch versucht, die Dinge noch so ins Lot zu bringen, dass wahrscheinlich auch in Wien Mitspracherechte, informelle Anhörungsrechte jetzt so gewährleistet sind, wie es wohl im Jahre 2004 ... (Abg. Dr. Brinek: All das gibt das Gesetz her! Das ist doch spannend!) – Ja, aber dieses Gesetz gab auch dem Rektor Winckler die Möglichkeit, das nicht zu tun.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Ganz so ist es auch nicht!
Bis vor einem halben Jahr war es Ihr Recht, Frau Dr. Brinek! Heute können Sie froh sein, dass die Professoren Ihnen das Mitspracherecht einräumen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Ganz so ist es auch nicht!) – Natürlich, das stimmt! Es gibt in diesem neuen Gesetz einen Satz, der sinngemäß heißt: Je weniger die Gremien zu reden haben, desto mehr dürfen der Mittelbau und die Studierenden dabei sein. Das ist ein umgekehrtes Axiom. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Bis vor einem halben Jahr war es Ihr Recht, Frau Dr. Brinek! Heute können Sie froh sein, dass die Professoren Ihnen das Mitspracherecht einräumen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Ganz so ist es auch nicht!) – Natürlich, das stimmt! Es gibt in diesem neuen Gesetz einen Satz, der sinngemäß heißt: Je weniger die Gremien zu reden haben, desto mehr dürfen der Mittelbau und die Studierenden dabei sein. Das ist ein umgekehrtes Axiom. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine aber, dass es an der Zeit ist, an dieser Stelle zu sagen: Wenn die SPÖ die Gelegenheit bekommt, das zu ändern, dann werden Sie, Frau Kollegen Brinek, und Herr Professor Grünewald wieder das Recht zur Mitsprache haben – und nicht nur in beratenden Gremien ohne jeden Einfluss mitreden dürfen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Wir können aber jetzt schon Senatsmitglieder sein!
Das Zweite, was ich Ihnen gerne sagen möchte, ist ... (Abg. Dr. Brinek: Wir können aber jetzt schon Senatsmitglieder sein!) – Aber sonst sehr wenig, oder? Das ist schon klar. (Abg Dr. Brinek: Das ist dasselbe!) – Nein, nein!
Abg Dr. Brinek: Das ist dasselbe!
Das Zweite, was ich Ihnen gerne sagen möchte, ist ... (Abg. Dr. Brinek: Wir können aber jetzt schon Senatsmitglieder sein!) – Aber sonst sehr wenig, oder? Das ist schon klar. (Abg Dr. Brinek: Das ist dasselbe!) – Nein, nein!
Der Redner hält die Tafel in Richtung ÖVP und wird dadurch großteils verdeckt. – Abg. Dr. Brinek: Wir sehen Sie überhaupt nicht mehr!
Wir sehen: 1990, 1998, 1999 – ÖVP/SPÖ-Regierung –: ein starker Anstieg der Universitätsbudgets. (Der Redner hält die Tafel in Richtung ÖVP und wird dadurch großteils verdeckt. – Abg. Dr. Brinek: Wir sehen Sie überhaupt nicht mehr!) Das macht nichts! Das ist ein altes Spiel, das nächste Mal bringe ich so eine große. Der Grasser wollte immer Lichtbildervorträge hier machen; ich bin da seiner Meinung.
Abg. Dr. Fekter: Die Budgetsanierung ist an Ihnen aber spurlos vorbeigegangen!
Jetzt drehen wir die Tafel um und schauen uns an, wie die Dotierung der Universitäten im Verhältnis zum Volkseinkommen aussieht: Wir haben wieder eine einsame Spitze: 1999 – ÖVP/SPÖ –, und wir haben einen Rückfall, gemessen am Volkseinkommen, hinter die Dotierung des Jahres 1990! Hinter die Dotierung des Jahres 1990! (Abg. Dr. Fekter: Die Budgetsanierung ist an Ihnen aber spurlos vorbeigegangen!) Ja, aber an den Universitäten ist Ihr Sparprogramm nicht spurlos vorbeigegangen! Geerntet haben Sie, was dort los war, oder? (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Jetzt drehen wir die Tafel um und schauen uns an, wie die Dotierung der Universitäten im Verhältnis zum Volkseinkommen aussieht: Wir haben wieder eine einsame Spitze: 1999 – ÖVP/SPÖ –, und wir haben einen Rückfall, gemessen am Volkseinkommen, hinter die Dotierung des Jahres 1990! Hinter die Dotierung des Jahres 1990! (Abg. Dr. Fekter: Die Budgetsanierung ist an Ihnen aber spurlos vorbeigegangen!) Ja, aber an den Universitäten ist Ihr Sparprogramm nicht spurlos vorbeigegangen! Geerntet haben Sie, was dort los war, oder? (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie können auch sagen, das ist alles in Ordnung, die brauchen das Geld nicht. – Ich sage Ihnen: Wir werden in die nächste Wahl gehen mit dem Versprechen, die Universitäten wieder dorthin zu bringen, wo sie im Jahre 1999 waren, als Sie von der ÖVP auch noch der Meinung waren, dass die Universitäten ordentliches Geld verdienen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Broukal: Bitte nicht ad hominem, wenn es leicht geht! Ich leide eh so unter dem Mangel an einem akademischen Grad! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie, Herr Abgeordneter Broukal, sagen – ich habe mir das aufgeschrieben –, in keinem Betrieb der Welt wäre es möglich, dass der Mittelbau so wenig mitreden kann. – Sie, Kollege Broukal, haben es halt nicht studiert, aber Sie haben es auch nicht kennen gelernt. Von der Betriebswirtschaftslehre her betrachtet schaut es einfach anders aus in den Betrieben der Welt. Das müssten Sie schon auch wissen, Kollege Broukal! (Abg. Broukal: Bitte nicht ad hominem, wenn es leicht geht! Ich leide eh so unter dem Mangel an einem akademischen Grad! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Broukal: Wir haben gesagt, wir führen es wieder ein!
Ich erinnere mich an das Kinderbetreuungsgeld. Bei der Einführung des Kinderbetreuungsgeldes hat es ganz groß geheißen: Das schaffen wir wieder ab, das ist ganz schrecklich, das ist ganz furchtbar! (Abg. Broukal: Wir haben gesagt, wir führen es wieder ein!) Im Wahlkampf gab es dann schon wieder ganz andere Töne. Da hat es geheißen, wir ändern nur marginal etwas, denn so schlecht und so schrecklich ist es ja gar nicht, und abschaffen werden wir es nicht – weil Sie gesehen haben, dass das Kinderbetreuungsgeld bei den Familien und bei der Bevölkerung gut angekommen ist.
Abg. Broukal: Mitsprache werden Sie uns nie ausreden können!
Sie von der SPÖ werden auch hier, beim UOG 2002, sehen: Es wird auch gut ankommen, nur braucht es seine Zeit, bis es implentiert ist und wirklich gut funktioniert. Dann werden alle sehen, dass es das bessere System ist – und wir werden auch sehen, wie Sie sich dann verhalten werden, denn die Mitsprachemöglichkeit – das wissen Sie selbst – gibt es ja. (Abg. Broukal: Mitsprache werden Sie uns nie ausreden können!) Sie wissen, wie das jetzige System aussieht.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Broukal.
Im Übrigen ist es sehr erfreulich, dass dieser Beschluss einstimmig erfolgt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Broukal.) Es ist erfreulich, dass hier auch die Opposition mitgeht. Wir werden trotzdem bei Ihrem Entschließungsantrag nicht mitgehen, denn der bezieht sich auf 2004, und dort wird eben um 6 Prozent mehr Geld als 2003 zur Verfügung gestellt. Deshalb werden wir Ihrem Entschließungsantrag nicht die Zustimmung erteilen, weil man diesem Anliegen eigentlich schon nachgekommen ist. Für 2005 werden wir es uns dann neu anschauen, und wir sind froh, dass die Donau-Universität Krems jetzt die Möglichkeit hat, sich noch zu vergrößern, zu verbreitern und noch mehr Angebot für die Studierenden zur Verfügung zu stellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Im Übrigen ist es sehr erfreulich, dass dieser Beschluss einstimmig erfolgt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Broukal.) Es ist erfreulich, dass hier auch die Opposition mitgeht. Wir werden trotzdem bei Ihrem Entschließungsantrag nicht mitgehen, denn der bezieht sich auf 2004, und dort wird eben um 6 Prozent mehr Geld als 2003 zur Verfügung gestellt. Deshalb werden wir Ihrem Entschließungsantrag nicht die Zustimmung erteilen, weil man diesem Anliegen eigentlich schon nachgekommen ist. Für 2005 werden wir es uns dann neu anschauen, und wir sind froh, dass die Donau-Universität Krems jetzt die Möglichkeit hat, sich noch zu vergrößern, zu verbreitern und noch mehr Angebot für die Studierenden zur Verfügung zu stellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Brinek: Nein, das habe ich nicht gesagt! Da haben Sie sich verhört!
Wir sollten aber der Realität Tribut zollen – und nicht nur Tribut zollen Pseudo-Aktivitäten oder Versprechungen oder dem Vortäuschen emsiger Betriebsamkeit. Die Universität, kommt mir vor, ist als Begriff zu etwas verkommen, das weich ist wie ein Badeschwamm. Was heißt Universität? Kann Universität – Kollegin Brinek, da muss ich Sie schon kritisieren – etwas sein, wo keine Habilitationen möglich sind? Sie haben das nicht gelesen. Sie haben gesagt, Habilitationen sind dort möglich. – Die sind dort nicht möglich! (Abg. Dr. Brinek: Nein, das habe ich nicht gesagt! Da haben Sie sich verhört!) – Wenn Sie es nicht gesagt haben, nehme ich das zurück.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es sind dort keine Habilitationen möglich. Es werden dort keine regulären Studien angeboten. – Okay, soll so sein, aber dann reden wir nochmals über den Begriff „Universität“: Es gibt eine Privatuniversität, die am Anfang 15 Studierende gehabt hat und wo nur Medizininformatik angeboten wird. Ist das eine „Universität“, wenn die erste Tat dort war, dass sich die dort Lehrenden Talare gekauft haben? – Also, ich finde: nicht unbedingt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das heißt, hier kommt es, wenn der Staat nicht gegensteuert, langsam irgendwie zu einer Schräglage, die eigentlich wieder meine These bestätigt, dass es kein bundeseinheitlich tragfähiges Bildungs- und Forschungskonzept gibt und Leistung und Wettbewerb eigentlich nur dann Gültigkeit erlangen kann, wenn alle die gleichen Chancen haben. Ich wünsche diese Krems, aber ich wünsche sie allen 20 oder 21 österreichischen Universitäten genauso. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
man muss das Budget gesamthaft sehen, und es ist ein neues Denken, das mit diesem neuen Universitätsgesetz gefordert wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben gerade deshalb, weil lebensbegleitendes Lernen, weil Weiterlernen im Laufe der beruflichen Tätigkeit so notwendig ist, diese Donau-Universität Krems ganz klar nach diesen neuen Herausforderungen positioniert, die auch innerhalb der EU eine ganz bedeutende Rolle spielen. Das ist die neue und ganz wichtige Aufgabe für diese moderne Weiterbildungsuniversität in Krems. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Universitäten gehen in ein neues Jahrhundert mit einem neuen Gesetz. Wir wenden dieses Gesetz jetzt auch auf die Donau-Universität Krems an. Wir positionieren sie im Feld des lebensbegleitenden Lernens. Wir positionieren sie in dieser neuen Herausforderung für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, in dieser neuen Herausforderung, die auch das große gemeinsame Mitteleuropa uns bringt. Ich freue mich sehr, dass alle Fraktionen dieses Hauses dieser Gesetzesvorlage betreffend Donau-Universität Krems zustimmen werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
nach Finz
10. Sie selbst haben am 12. Juni 2003 im Plenum erklärt: „Natürlich ist diese Homepage privat.“ Besteht damit (nach Finz) eine Steuerpflicht?
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Auf der Überdruss-Seite schaut es so aus: Seit acht Monaten, wenn es nicht schon in den neunten Monat geht, sind wir mit verschiedenen Causen in der Frage Grasser beschäftigt. Und in diesen acht oder neun Monaten wurde nichts ausgeräumt, keine Frage endgültig geklärt, wurden uns Dokumente verweigert. Ganz im Gegenteil: Mit fast jeder Woche, die vergangen ist, in diesen acht oder neun Monaten sind neue Fragen aufgetaucht, neue Verdachtsmomente aufgetaucht, die ihrerseits wieder einer Erklärung bedürfen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Behauptung, dass der Bund in seinem Budget 2004, wenn ich mich recht erinnere, 700 Millionen € zusätzlich für Bildung und Wissenschaft ausgeben wird, entpuppte sich kurze Zeit später als eine rein aus der Luft gegriffene Behauptung, eine reine Bilanzverlängerung im Budget. Ich will Sie jetzt damit nicht länger quälen, aber die Kollegen und Kolleginnen von der ÖVP insbesondere würde ich doch bitten: Wenn Sie einmal eine ruhige Minute haben, schauen Sie in Ihren Briefings von damals nach, ob das so drinnen gestanden ist oder nicht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Von euch, oder was? Habt ihr so etwas?
Es geht nicht an, meine Kolleginnen und Kollegen, insbesondere von den Regierungsfraktionen, dass Abgeordnete dazu verurteilt werden, detektivische Kleinarbeit zu leisten. Werden wir als Detektive bezahlt? Dafür gibt es ausgelagerte Büros. (Abg. Dr. Mitterlehner: Von euch, oder was? Habt ihr so etwas?) Herr Kollege! (Abg. Mag. Molterer: Eine berechtigte Frage!)
Abg. Mag. Molterer: Eine berechtigte Frage!
Es geht nicht an, meine Kolleginnen und Kollegen, insbesondere von den Regierungsfraktionen, dass Abgeordnete dazu verurteilt werden, detektivische Kleinarbeit zu leisten. Werden wir als Detektive bezahlt? Dafür gibt es ausgelagerte Büros. (Abg. Dr. Mitterlehner: Von euch, oder was? Habt ihr so etwas?) Herr Kollege! (Abg. Mag. Molterer: Eine berechtigte Frage!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich bin sehr für die Selbständigen, auch für die New Economy, und wenn sich in diesem Bereich gute Büros entwickeln, ist dagegen überhaupt nichts zu sagen. Nur ich möchte nicht, dass sie auf meine Kosten und auf Kosten der Steuerzahler bezahlt werden, um auf den Unsinn des Finanzministers draufzukommen. Das finde ich übertrieben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Wissen Sie das nicht?
Ausnahmsweise werden wir heute auch Staatssekretär Finz ein bisschen stärker in unsere Betrachtungen einbeziehen – Staatssekretär Finz, der derzeit mindestens drei, nicht Ämter, aber Funktionen bekleidet: Er ist Staatssekretär, treuer Diener seines Herrn in der Himmelpfortgasse. Er ist außerdem Obmann der Wiener ÖVP – oder nicht, Herr Kollege Molterer? Schon, oder täusche ich mich? (Abg. Mag. Molterer: Wissen Sie das nicht?) – Na ja, man verliert ja leicht die Übersicht bei der Wiener ÖVP. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: So wenig interessieren Sie sich für Politik?) – Sagen Sie es: Ist er es, der Herr Staatssekretär? Also er ist es, danke! Und schließlich ist er Kandidat für die Präsidentschaft im Rechnungshof. Bis heute wurde das nicht dementiert, nicht von der ÖVP, von der FPÖ vielleicht, da gibt es schon Anzeichen, jedenfalls nicht von Staatssekretär Finz selber.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: So wenig interessieren Sie sich für Politik?
Ausnahmsweise werden wir heute auch Staatssekretär Finz ein bisschen stärker in unsere Betrachtungen einbeziehen – Staatssekretär Finz, der derzeit mindestens drei, nicht Ämter, aber Funktionen bekleidet: Er ist Staatssekretär, treuer Diener seines Herrn in der Himmelpfortgasse. Er ist außerdem Obmann der Wiener ÖVP – oder nicht, Herr Kollege Molterer? Schon, oder täusche ich mich? (Abg. Mag. Molterer: Wissen Sie das nicht?) – Na ja, man verliert ja leicht die Übersicht bei der Wiener ÖVP. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: So wenig interessieren Sie sich für Politik?) – Sagen Sie es: Ist er es, der Herr Staatssekretär? Also er ist es, danke! Und schließlich ist er Kandidat für die Präsidentschaft im Rechnungshof. Bis heute wurde das nicht dementiert, nicht von der ÖVP, von der FPÖ vielleicht, da gibt es schon Anzeichen, jedenfalls nicht von Staatssekretär Finz selber.
Abg. Mag. Molterer: Wünschen Sie ihm das?
Herr Kollege Molterer, seien Sie so lieb und machen unseren amtierenden Staatssekretär einmal auf Artikel 78 Abs. 2 der geltenden Bundesverfassung aufmerksam! Da steht nämlich zu lesen, dass Staatssekretäre „in gleicher Weise wie die Bundesminister bestellt werden und aus dem Amt scheiden“. – „Scheiden“, damit ist ja nicht nur „verscheiden im Amt“ gemeint und dann sozusagen im Holz hinaus, sondern auch alle anderen Austrittsgründe. (Abg. Mag. Molterer: Wünschen Sie ihm das?) – Nein, überhaupt nicht! Ich sage nur: „bestellt werden und aus dem Amt scheiden“ wie die Bundesminister.
Abg. Dr. Jarolim: Da haben Sie völlig Recht!
Herr Staatssekretär Finz! Der Artikel in der „Kleinen Zeitung“ ist überschrieben mit: Ich bin sicher kein Weißwäscher. Sie beziehen sich auf ein Interview von mir. Ich kann Sie beruhigen, ich finde auch, Sie sind kein Weißwäscher, absolut. Das Originalzitat von mir lautet nämlich: Es reicht einfach, was „Staatssekretär Finz an hilflosen und albernen Versuchen der Weißwäscherei für Grasser aufgestellt hat“. – „Standard“ vom vergangenen Montag. (Abg. Dr. Jarolim: Da haben Sie völlig Recht!) „Versuchen“, erfolglosen „Versuchen der Weißwäscherei“! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Staatssekretär Finz! Der Artikel in der „Kleinen Zeitung“ ist überschrieben mit: Ich bin sicher kein Weißwäscher. Sie beziehen sich auf ein Interview von mir. Ich kann Sie beruhigen, ich finde auch, Sie sind kein Weißwäscher, absolut. Das Originalzitat von mir lautet nämlich: Es reicht einfach, was „Staatssekretär Finz an hilflosen und albernen Versuchen der Weißwäscherei für Grasser aufgestellt hat“. – „Standard“ vom vergangenen Montag. (Abg. Dr. Jarolim: Da haben Sie völlig Recht!) „Versuchen“, erfolglosen „Versuchen der Weißwäscherei“! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Das Naheliegendste!
Herr Staatssekretär Finz, Sie sagen: Ich habe überhaupt keine Angst. – Ich möchte Ihnen auch gar keine Angst einjagen, überhaupt nicht. Alles, was wir verlangen, ist Ihr Rücktritt. Das hat nichts mit Angst einjagen zu tun, das ist etwas ganz Normales, dass man auch als Staatssekretär einmal zurücktreten kann. (Abg. Dr. Jarolim: Das Naheliegendste!)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist falsch verstandene Scham! – Heiterkeit bei der SPÖ.
Abgesehen davon, wenn Sie ein so gutes Gewissen haben, dann frage ich Sie: Monatelang haben Sie uns gesagt, dass es Gutachten verschiedener Wirtschaftsprüfungsfirmen und Steuerberaterfirmen gibt, die belegen, dass weder der Verein noch Karl-Heinz Grasser – niemals im Leben – im Zusammenhang mit der Spende der Industriellenvereinigung steuerpflichtig sein könnten. – Okay. Und wo sind die Texte? Warum geben Sie uns nicht den Volltext dieser Gutachten? Warum sagen Sie nur, Sie haben das gelesen, finden das in Ordnung, und deswegen müssen wir das auch glauben? (Abg. Dr. Jarolim: Das ist falsch verstandene Scham! – Heiterkeit bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Richtig!
„Daher jetzt ein Vergleich: Wenn ein Dienstgeber seinem Bediensteten ein Kraftfahrzeug gibt und sagt, dass er es nur für dienstliche Zwecke benützen darf, dann ist keine Steuer zu bezahlen, weil er es eben nur für die dienstlichen Zwecke benützt.“ (Ruf bei der ÖVP: Richtig!) – Ja, eh, das bestreitet niemand! Wenn mir der grüne Klub einen Bleistift gibt, damit ich irgendwelche Kreuzchen male, dann brauche ich dafür nicht Steuern zu zahlen. Das ist mein Amtswerkzeug, wenn man so will – angesichts meiner Kenntnisse des Internets. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Heiterkeit bei den Grünen.
„Daher jetzt ein Vergleich: Wenn ein Dienstgeber seinem Bediensteten ein Kraftfahrzeug gibt und sagt, dass er es nur für dienstliche Zwecke benützen darf, dann ist keine Steuer zu bezahlen, weil er es eben nur für die dienstlichen Zwecke benützt.“ (Ruf bei der ÖVP: Richtig!) – Ja, eh, das bestreitet niemand! Wenn mir der grüne Klub einen Bleistift gibt, damit ich irgendwelche Kreuzchen male, dann brauche ich dafür nicht Steuern zu zahlen. Das ist mein Amtswerkzeug, wenn man so will – angesichts meiner Kenntnisse des Internets. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was soll denn das heißen? – Wenn die Industriellenvereinigung der Dienstgeber des Finanzministers ist und er deswegen diese Zahlung nicht zu versteuern braucht, dann würde ich doch vorschlagen, dass die Industriellenvereinigung auch das Gehalt des Finanzministers zahlt. Das sind dann saubere Verhältnisse. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Öllinger: Es sind schon mehrere!
Ihre zweite Begründung, die Sie uns Ende Jänner gegeben haben, streife ich jetzt nur. Damals haben Sie uns gesagt: Die Spende, die Zahlung, die Überweisung der Industriellenvereinigung an diesen sagenhaften Verein ist deswegen nicht steuerpflichtig, weil Überweisungen an Katastrophenopfer auch nicht steuerpflichtig sind. – Wer ist jetzt das Katastrophenopfer? Der Verein oder der Finanzminister? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Öllinger: Es sind schon mehrere!)
Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.
Etwas ist mir noch aufgefallen, Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP: Sie werden, glaube ich, bald eine Beschwerde von den Angehörigen der Freien Berufe und Gewerbetreibenden bekommen, denn ich denke, die Optikerverbände müssen langsam nervös werden. Immer wenn ich in den letzten Tagen eine Stellungnahme von einem ÖVP-Politiker gelesen habe, hat es in erster Linie geheißen: Die Sache ist in Ordnung, rechtlich einwandfrei, aber die Optik ist schlecht. Die Optik ist fatal, die Optik könnte besser sein. – Was können die Optiker dafür? (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) Es geht doch hier nicht um Brillen, es geht um Tatsachen und Fakten! Und die wollen wir heute in den Antworten auf diese 47 Fragen vom Finanzminister wieder einmal beleuchtet haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Heute ist Aschermittwoch! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ein bisschen unter Ihrem Niveau!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Heute ist Aschermittwoch! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ein bisschen unter Ihrem Niveau!
Etwas ist mir noch aufgefallen, Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP: Sie werden, glaube ich, bald eine Beschwerde von den Angehörigen der Freien Berufe und Gewerbetreibenden bekommen, denn ich denke, die Optikerverbände müssen langsam nervös werden. Immer wenn ich in den letzten Tagen eine Stellungnahme von einem ÖVP-Politiker gelesen habe, hat es in erster Linie geheißen: Die Sache ist in Ordnung, rechtlich einwandfrei, aber die Optik ist schlecht. Die Optik ist fatal, die Optik könnte besser sein. – Was können die Optiker dafür? (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) Es geht doch hier nicht um Brillen, es geht um Tatsachen und Fakten! Und die wollen wir heute in den Antworten auf diese 47 Fragen vom Finanzminister wieder einmal beleuchtet haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Heute ist Aschermittwoch! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ein bisschen unter Ihrem Niveau!)
Rufe bei der SPÖ: Finz! Finz!
tens Bundeskanzler Schüssel und drittens Teile der FPÖ. (Rufe bei der SPÖ: Finz! Finz!) – Ja, Finz steht vor Grasser, nicht hinter Grasser. (Abg. Großruck: Ich hoffe, der ORF überträgt das jetzt nicht!)
Abg. Großruck: Ich hoffe, der ORF überträgt das jetzt nicht!
tens Bundeskanzler Schüssel und drittens Teile der FPÖ. (Rufe bei der SPÖ: Finz! Finz!) – Ja, Finz steht vor Grasser, nicht hinter Grasser. (Abg. Großruck: Ich hoffe, der ORF überträgt das jetzt nicht!)
Abg. Öllinger: Super!
„... Herr Bartenstein, der über die Spende der Industriellenvereinigung an Grasser sagt, sie sei gut angelegt gewesen, denn herausgekommen sei die Senkung der Körperschaftssteuer“. (Abg. Öllinger: Super!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Minister, Sie sind am Wort! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Stummvoll
Ich interpretiere das bereits als erste Absetzbewegung des Bundeskanzlers (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Stummvoll) gegenüber seinem Finanzminister. (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... ist doch nicht zur Geschäftsordnung!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: ... ist doch nicht zur Geschäftsordnung!
Ich interpretiere das bereits als erste Absetzbewegung des Bundeskanzlers (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Stummvoll) gegenüber seinem Finanzminister. (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... ist doch nicht zur Geschäftsordnung!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte daher den Antrag stellen, gemäß § 18 Abs. 3 der Geschäftsordnung über die Herbeischaffung beziehungsweise Herbeizitierung des Bundeskanzlers abzustimmen. Bitte auch um Bekanntgabe der Anzahl der Pro- und Kontra-Stimmen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Zur Geschäftsordnung! Zur Geschäftsordnung!
jetzt beginnt: Die Grünen stellen eine Dringliche Anfrage an wen? (Rufe bei der SPÖ: Zur Geschäftsordnung! Zur Geschäftsordnung!) – Zur Geschäftsordnung.
Beifall bei der ÖVP.
Ich muss sagen: Die Grünen sollten einmal wissen, was sie wollen! Wenn sie den Bundeskanzler befragen wollen, dann sollten sie eine Dringliche Anfrage an ihn richten – und nicht umgekehrt! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Das gehört aber jetzt wirklich nicht mehr zur Geschäftsordnung!
Frau Abgeordnete Glawischnig, ich glaube, Sie wollten hier eine politische Aussage treffen, wenn Sie daraus, dass der Herr Bundeskanzler bei einer Anfrage an den Finanzminister nicht anwesend ist, schon eine Abwärtsbewegung oder Absetzbewegung des Herrn Bundeskanzlers ablesen wollen. (Abg. Silhavy: Das gehört aber jetzt wirklich nicht mehr zur Geschäftsordnung!) Ich finde, diese Wortmeldung war absolut entbehrlich und hat überhaupt ... (Ruf bei den Grünen: ... den Antrag!)
Ruf bei den Grünen: ... den Antrag!
Frau Abgeordnete Glawischnig, ich glaube, Sie wollten hier eine politische Aussage treffen, wenn Sie daraus, dass der Herr Bundeskanzler bei einer Anfrage an den Finanzminister nicht anwesend ist, schon eine Abwärtsbewegung oder Absetzbewegung des Herrn Bundeskanzlers ablesen wollen. (Abg. Silhavy: Das gehört aber jetzt wirklich nicht mehr zur Geschäftsordnung!) Ich finde, diese Wortmeldung war absolut entbehrlich und hat überhaupt ... (Ruf bei den Grünen: ... den Antrag!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Welche denn? Welche Geschäfte erledigt er?
Wenn Sie den Bundeskanzler bei dieser Anfrage hätten dabei haben wollen, dann hätten Sie die Anfrage an den Bundeskanzler stellen müssen und nicht an den Finanzminister, sehr geehrte Frau Abgeordnete Glawischnig! Wir wollen jetzt hören, was der Finanzminister auf Ihre Fragen zu antworten hat – und den Herrn Bundeskanzler lassen wir seine Geschäfte erledigen, Frau Abgeordnete Glawischnig. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Welche denn? Welche Geschäfte erledigt er?)
Die Abgeordneten der Grünen und der SPÖ erheben sich von ihren Sitzplätzen. – Die Schriftführer Jakob Auer und Wimmer nehmen die Zählung der dem Antrag zustimmenden Abgeordneten vor. – Abg. Dr. Fischer – auf ÖVP und Freiheitliche weisend, in Richtung des Schriftführers Jakob Auer –: Da drüben sollen Sie zählen!
Wer ist für den Antrag der Frau Abgeordneten Glawischnig auf Herbeischaffung des Herrn Bundeskanzlers? (Die Abgeordneten der Grünen und der SPÖ erheben sich von ihren Sitzplätzen. – Die Schriftführer Jakob Auer und Wimmer nehmen die Zählung der dem Antrag zustimmenden Abgeordneten vor. – Abg. Dr. Fischer – auf ÖVP und Freiheitliche weisend, in Richtung des Schriftführers Jakob Auer –: Da drüben sollen Sie zählen!)
Abg. Öllinger: Warum?
Meine Damen und Herren! An Pro-Stimmen wurden von meinen beiden unterstützenden Abgeordneten 73 gezählt. Das ist eindeutig die Minderheit. Der Antrag ist damit abgelehnt. (Abg. Öllinger: Warum?)
Ruf bei den Grünen: Ja!
Wollen Sie die Kontra-Stimmen auch noch gezählt haben? (Ruf bei den Grünen: Ja!) – Bitte sehr, wir zählen auch die Kontra-Stimmen. (Die Zählung der Kontra-Stimmen wird vorgenommen.)
Abg. Öllinger: Das haben Sie uns zu verdanken!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Liebe Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich bedanke mich sehr für die besonders zahlreiche Präsenz der Damen und Herren Abgeordneten (Abg. Öllinger: Das haben Sie uns zu verdanken!) und werde bemüht sein, die große Zahl von 47 Fragen auch umfassend zu beantworten, weswegen ich gleich vorweg um Verzeihung dafür bitte, dass 47 Fragen wahrscheinlich in 20 Minuten relativ schwer zu beantworten sein werden. (Abg. Öllinger: Na, na, na!)
Abg. Öllinger: Na, na, na!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Liebe Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich bedanke mich sehr für die besonders zahlreiche Präsenz der Damen und Herren Abgeordneten (Abg. Öllinger: Das haben Sie uns zu verdanken!) und werde bemüht sein, die große Zahl von 47 Fragen auch umfassend zu beantworten, weswegen ich gleich vorweg um Verzeihung dafür bitte, dass 47 Fragen wahrscheinlich in 20 Minuten relativ schwer zu beantworten sein werden. (Abg. Öllinger: Na, na, na!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Insofern, meine Damen und Herren, gibt es hier nichts zu verheimlichen. Dieser Sozialfonds mit seinen Spendern wurde offen gelegt. Und ich möchte noch einmal dazu sagen – weil man mehrfach versucht hat, auch das zu kriminalisieren und ins falsche Eck zu rücken –: Ich bedanke mich bei allen fast 60 Spendern, die für Kinder, die in Not geraten sind, etwas tun – und ich lasse mir dieses soziale Engagement weder von den Grünen noch von sonst jemandem verbieten. Das ist ein ganz, ganz wichtiges Sozialengagement. Sie können mich hundertmal fragen, Sie können hundertmal kritisieren – ich werde bei diesem sozialen Engagement bleiben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Neudeck: ... Kontonummer!
Der Verein hat offensichtlich eine Summe in der Größenordnung von 10 000 € von einem insgesamt verfügbarem Budget von 283 000 € gespendet. Das heißt: 10 000 € von einem Gesamtbudget in Höhe von 283 000 €, in etwa also 4 Prozent des Gesamtbudgets. Ich sage nur: Ich danke dem Verein dafür, dass er das getan hat. Ich danke auch den anderen 60 Spendern dafür, dass sie das getan haben. Ich hoffe, dass auch Sie – und ich lade Sie herzlich dazu ein – diesem Sozialfonds Geld zur Verfügung stellen. Dieses kommt in Not geratenen Kindern zugute. Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihr soziales Engagement auch pekuniär unter Beweis stellen würden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Neudeck: ... Kontonummer!)
Abg. Dr. Gusenbauer – in Richtung ÖVP –: Nicht applaudieren, überweisen!
Herr Abgeordneter Neudeck, ich stelle sehr gerne die Kontonummer denjenigen, die sich sozial engagieren wollen, zur Verfügung. (Abg. Dr. Gusenbauer – in Richtung ÖVP –: Nicht applaudieren, überweisen!) Vielleicht finden sich Repräsentanten von diesen auf Seiten der Sozialdemokraten. (Abg. Dr. Stummvoll – auf die SPÖ weisend –: ... zuerst die Parteifinanzen sanieren! – Abg. Dr. Gusenbauer: Herr Stummvoll, wie viel haben Sie schon überwiesen? – Nichts!)
Abg. Dr. Stummvoll – auf die SPÖ weisend –: ... zuerst die Parteifinanzen sanieren! – Abg. Dr. Gusenbauer: Herr Stummvoll, wie viel haben Sie schon überwiesen? – Nichts!
Herr Abgeordneter Neudeck, ich stelle sehr gerne die Kontonummer denjenigen, die sich sozial engagieren wollen, zur Verfügung. (Abg. Dr. Gusenbauer – in Richtung ÖVP –: Nicht applaudieren, überweisen!) Vielleicht finden sich Repräsentanten von diesen auf Seiten der Sozialdemokraten. (Abg. Dr. Stummvoll – auf die SPÖ weisend –: ... zuerst die Parteifinanzen sanieren! – Abg. Dr. Gusenbauer: Herr Stummvoll, wie viel haben Sie schon überwiesen? – Nichts!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Das Treuhandkonto ist für den Bereich der Ertragsteuern dem Sozialfonds zuzurechnen. Der Sozialfonds wurde mit dem Bescheid vom 22. Dezember 2003 vom Amt der Wiener Landesregierung, MA 62, bestätigt. Nach den Bestimmungen des Körperschaftsteuergesetzes, Herr Abgeordneter Matznetter, gilt diese Zurechnung bereits für die Gründungsphase des Sozialfonds. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das Treuhandkonto ist erst nach Beginn der Gründungsphase eingerichtet worden und ist daher zu jedem Zeitpunkt seiner Existenz als Konto des Sozialfonds anzusehen. Spenden auf ein Konto eines Sozialfonds unterliegen keiner Ertragsteuerpflicht.
Abg. Dr. Gusenbauer: Für welche nicht?
Was die Frage 9 betrifft, so fragen Sie darin, ob ich in dieser Frage derselben Auffassung bin wie mein Staatssekretär Alfred Finz. – Da wir in den allermeisten Fragen derselben Auffassung sind, darf ich Ihnen sagen: Ja, selbstverständlich gilt das auch für diese Frage. (Abg. Dr. Gusenbauer: Für welche nicht?) – Es fällt mir jetzt ad hoc keine ein, Herr Dr. Gusenbauer, weil wir beide ja für eine sehr gute Finanzpolitik stehen (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Gusenbauer), und das geht nur dann, wenn man auch wirklich immer gemeinsam an einem Strang zieht, und das in die gleiche Richtung. (Beifall bei der ÖVP.)
ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Gusenbauer
Was die Frage 9 betrifft, so fragen Sie darin, ob ich in dieser Frage derselben Auffassung bin wie mein Staatssekretär Alfred Finz. – Da wir in den allermeisten Fragen derselben Auffassung sind, darf ich Ihnen sagen: Ja, selbstverständlich gilt das auch für diese Frage. (Abg. Dr. Gusenbauer: Für welche nicht?) – Es fällt mir jetzt ad hoc keine ein, Herr Dr. Gusenbauer, weil wir beide ja für eine sehr gute Finanzpolitik stehen (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Gusenbauer), und das geht nur dann, wenn man auch wirklich immer gemeinsam an einem Strang zieht, und das in die gleiche Richtung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Was die Frage 9 betrifft, so fragen Sie darin, ob ich in dieser Frage derselben Auffassung bin wie mein Staatssekretär Alfred Finz. – Da wir in den allermeisten Fragen derselben Auffassung sind, darf ich Ihnen sagen: Ja, selbstverständlich gilt das auch für diese Frage. (Abg. Dr. Gusenbauer: Für welche nicht?) – Es fällt mir jetzt ad hoc keine ein, Herr Dr. Gusenbauer, weil wir beide ja für eine sehr gute Finanzpolitik stehen (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Gusenbauer), und das geht nur dann, wenn man auch wirklich immer gemeinsam an einem Strang zieht, und das in die gleiche Richtung. (Beifall bei der ÖVP.)
ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Cap
Diese Homepage ist privat, weil sie die Homepage eines privaten Vereins ist. Sie ist aber natürlich nicht die private Homepage des Karl-Heinz Grasser (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Cap), sondern sie dient Karl-Heinz Grasser in der Funktion als Finanzminister. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei den Grünen und der SPÖ: Ach so!) Daher ein sehr einfacher Zusammenhang: Private Homepage, weil Homepage eines privaten Vereins. (Abg. Öllinger: So einfach geht das!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei den Grünen und der SPÖ: Ach so!
Diese Homepage ist privat, weil sie die Homepage eines privaten Vereins ist. Sie ist aber natürlich nicht die private Homepage des Karl-Heinz Grasser (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Cap), sondern sie dient Karl-Heinz Grasser in der Funktion als Finanzminister. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei den Grünen und der SPÖ: Ach so!) Daher ein sehr einfacher Zusammenhang: Private Homepage, weil Homepage eines privaten Vereins. (Abg. Öllinger: So einfach geht das!)
Abg. Öllinger: So einfach geht das!
Diese Homepage ist privat, weil sie die Homepage eines privaten Vereins ist. Sie ist aber natürlich nicht die private Homepage des Karl-Heinz Grasser (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Cap), sondern sie dient Karl-Heinz Grasser in der Funktion als Finanzminister. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei den Grünen und der SPÖ: Ach so!) Daher ein sehr einfacher Zusammenhang: Private Homepage, weil Homepage eines privaten Vereins. (Abg. Öllinger: So einfach geht das!)
Abg. Öllinger: Uns! Uns! Wir wollen sie!
Es wurden alle diese Gutachten der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt. Sie wurden auch den Finanzbehörden zur Verfügung gestellt. Ich stelle selbstverständlich diese Gutachten, wenn der Rechnungshof das wünscht – zumal der Präsident des Rechnungshofs ja auch angekündigt hat, hier eine Prüfung vorzunehmen –, auch diesem zur Verfügung. (Abg. Öllinger: Uns! Uns! Wir wollen sie!) – Herr Abgeordneter Öllinger, der Rechnungshof ist meines Wissens das Kontrollorgan des Parlaments. Ich stelle daher, wenn dieses Kontrollorgan objektiv prüft – woran ich keine Sekunde zweifle (Abg. Öllinger: Zeigen Sie die Gutachten uns!) –, selbstverständlich diese Gutachten nicht nur allen zuständigen Behörden, sondern auch dem Rechnungshof, der prüft, zur Verfügung. (Abg. Öllinger: Nein! Uns, jetzt! Wir wollen sie sehen!)
Abg. Öllinger: Zeigen Sie die Gutachten uns!
Es wurden alle diese Gutachten der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt. Sie wurden auch den Finanzbehörden zur Verfügung gestellt. Ich stelle selbstverständlich diese Gutachten, wenn der Rechnungshof das wünscht – zumal der Präsident des Rechnungshofs ja auch angekündigt hat, hier eine Prüfung vorzunehmen –, auch diesem zur Verfügung. (Abg. Öllinger: Uns! Uns! Wir wollen sie!) – Herr Abgeordneter Öllinger, der Rechnungshof ist meines Wissens das Kontrollorgan des Parlaments. Ich stelle daher, wenn dieses Kontrollorgan objektiv prüft – woran ich keine Sekunde zweifle (Abg. Öllinger: Zeigen Sie die Gutachten uns!) –, selbstverständlich diese Gutachten nicht nur allen zuständigen Behörden, sondern auch dem Rechnungshof, der prüft, zur Verfügung. (Abg. Öllinger: Nein! Uns, jetzt! Wir wollen sie sehen!)
Abg. Öllinger: Nein! Uns, jetzt! Wir wollen sie sehen!
Es wurden alle diese Gutachten der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt. Sie wurden auch den Finanzbehörden zur Verfügung gestellt. Ich stelle selbstverständlich diese Gutachten, wenn der Rechnungshof das wünscht – zumal der Präsident des Rechnungshofs ja auch angekündigt hat, hier eine Prüfung vorzunehmen –, auch diesem zur Verfügung. (Abg. Öllinger: Uns! Uns! Wir wollen sie!) – Herr Abgeordneter Öllinger, der Rechnungshof ist meines Wissens das Kontrollorgan des Parlaments. Ich stelle daher, wenn dieses Kontrollorgan objektiv prüft – woran ich keine Sekunde zweifle (Abg. Öllinger: Zeigen Sie die Gutachten uns!) –, selbstverständlich diese Gutachten nicht nur allen zuständigen Behörden, sondern auch dem Rechnungshof, der prüft, zur Verfügung. (Abg. Öllinger: Nein! Uns, jetzt! Wir wollen sie sehen!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Ich darf darüber hinaus zu diesem Fragenkomplex 9 bis 11 noch Folgendes ausführen und darf mich dabei auf Aussagen von Staatssekretär Dr. Finz beziehen, der ja damals, als diese Frage von Ihnen releviert wurde, die Inhalte und Antworten der zuständigen Finanzämter auf das Auskunftsersuchen des Vereins und von mir entsprechend in der Öffentlichkeit dargestellt hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) Ich tue das also mit einem sinngemäßen Zitat des Staatssekretärs Alfred Finz, wobei ich betonen möchte: Die Finanzämter sind erst tätig geworden, weil sowohl der Verein als auch ich selbst proaktiv tätig geworden sind und gesagt haben: Bitte, gebt uns hier eine entsprechende Rechtsauskunft, bevor noch irgendeine Anzeige oder sonst etwas eingebracht worden ist. – Ich führe im Folgenden an, was Alfred Finz ausgeführt hat:
Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger.
„Hinsichtlich des Vereins zur Förderung der New Economy wurde in Bezug auf die Schenkungssteuer Folgendes festgehalten: Der Verein zur Förderung der New Economy ist auf Grund der Statuten und der tatsächlichen Geschäftsführung nicht gemeinnützig, die Zuwendungen der Industriellenvereinigung wären daher nicht von der Schenkungssteuer befreit. Weiters wird ausgeführt: Es liegt allerdings weder eine Schenkung noch eine freiwillige Zuwendung vor, weil es an der Schenkungsabsicht fehlt.“ (Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger.)
Abg. Öllinger: Ach ja!
Zur Körperschaftsteuer wird in diesem Überprüfungsergebnis ausgeführt: Grundsätzlich ist der Verein zur Förderung der New Economy mangels Gemeinnützigkeit körperschaftsteuerpflichtig. Die Zuwendung der Industriellenvereinigung an den Verein ist allerdings nicht steuerpflichtig“ (Abg. Öllinger: Ach ja!) „, weil der Verein der Industriellenvereinigung keine Gegenleistung erbracht hat.“ (Abg. Öllinger: Das trauen Sie sich noch vorzulesen! „Grundsätzlich steuerpflichtig“!) „Sonstige körperschaftsteuerpflichtige Tätigkeiten des Vereins konnten nicht festgestellt werden.
Abg. Öllinger: Das trauen Sie sich noch vorzulesen! „Grundsätzlich steuerpflichtig“!
Zur Körperschaftsteuer wird in diesem Überprüfungsergebnis ausgeführt: Grundsätzlich ist der Verein zur Förderung der New Economy mangels Gemeinnützigkeit körperschaftsteuerpflichtig. Die Zuwendung der Industriellenvereinigung an den Verein ist allerdings nicht steuerpflichtig“ (Abg. Öllinger: Ach ja!) „, weil der Verein der Industriellenvereinigung keine Gegenleistung erbracht hat.“ (Abg. Öllinger: Das trauen Sie sich noch vorzulesen! „Grundsätzlich steuerpflichtig“!) „Sonstige körperschaftsteuerpflichtige Tätigkeiten des Vereins konnten nicht festgestellt werden.
Abg. Sburny: Aber in dem Fall nicht!
Dritter Punkt: die Umsatzsteuer. Der Verein zur Förderung der New Economy ist grundsätzlich auch umsatzsteuerpflichtig, besagt das Ergebnis.“ (Abg. Sburny: Aber in dem Fall nicht!)
Abg. Öllinger: Nein, den gibt es ja nicht!
Sehr geehrte Frau Abgeordnete, wenn Sie die Grundprinzipien des Körperschaftsteuergesetzes und des Umsatzsteuergesetzes kennen würden, dann wüssten Sie, dass es einen Leistungsaustausch braucht (Abg. Öllinger: Nein, den gibt es ja nicht!): Leistung und Gegenleistung. (Ruf bei den Grünen: Dann ist es aber keine Schenkung, oder?) Das ist hier nicht der Fall, daher besteht eben offensichtlich auch keine Umsatzsteuerpflicht.
Ruf bei den Grünen: Dann ist es aber keine Schenkung, oder?
Sehr geehrte Frau Abgeordnete, wenn Sie die Grundprinzipien des Körperschaftsteuergesetzes und des Umsatzsteuergesetzes kennen würden, dann wüssten Sie, dass es einen Leistungsaustausch braucht (Abg. Öllinger: Nein, den gibt es ja nicht!): Leistung und Gegenleistung. (Ruf bei den Grünen: Dann ist es aber keine Schenkung, oder?) Das ist hier nicht der Fall, daher besteht eben offensichtlich auch keine Umsatzsteuerpflicht.
Ruf bei den Grünen: Welche Werbungskosten?
Ein derartiger Vorteil aus dem Dienstverhältnis ist daher im Ergebnis beim Politiker Grasser nicht steuerpflichtig, weil dem Vorteil aus dem Dienstverhältnis auch Werbungskosten gegenüberstehen. (Ruf bei den Grünen: Welche Werbungskosten?) Anders wäre es zu beurteilen gewesen, wenn es sich um einen privaten Vorteil handelte. Sie haben in Ihrer Anfrage dazu einen Vergleich angeführt: Ähnlich ist es bei einem Fahrzeug, das der Arbeitgeber einem Angestellten zur Nutzung überlässt (Abg. Öllinger: Bei wem sind Sie angestellt?); fährt der Angestellte damit nur beruflich, dann ist die Fahrzeugnutzung kein steuerlicher Sachbezug; darf er dagegen auch privat fahren, liegt ein steuerpflichtiger Sachbezug vor.
Abg. Öllinger: Bei wem sind Sie angestellt?
Ein derartiger Vorteil aus dem Dienstverhältnis ist daher im Ergebnis beim Politiker Grasser nicht steuerpflichtig, weil dem Vorteil aus dem Dienstverhältnis auch Werbungskosten gegenüberstehen. (Ruf bei den Grünen: Welche Werbungskosten?) Anders wäre es zu beurteilen gewesen, wenn es sich um einen privaten Vorteil handelte. Sie haben in Ihrer Anfrage dazu einen Vergleich angeführt: Ähnlich ist es bei einem Fahrzeug, das der Arbeitgeber einem Angestellten zur Nutzung überlässt (Abg. Öllinger: Bei wem sind Sie angestellt?); fährt der Angestellte damit nur beruflich, dann ist die Fahrzeugnutzung kein steuerlicher Sachbezug; darf er dagegen auch privat fahren, liegt ein steuerpflichtiger Sachbezug vor.
Abg. Öllinger: Unabhängig von wem?
Die Abgabenbehörden kommen zum Schluss, dass weder dem Verein zur Förderung der New Economy noch Herrn Bundesminister Grasser abgabenrechtliche Verfehlungen anzulasten sind. – Das waren zwei Finanzämter mit in etwa zehn unabhängigen Beamten. Ich ersuche darum, dass man deren Unabhängigkeit (Abg. Öllinger: Unabhängig von wem?) und deren Integrität, auch wenn Ihnen das Ergebnis nicht passt, zur Kenntnis nimmt und damit anerkennt, dass wir hier völlig korrekt gehandelt haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Abgabenbehörden kommen zum Schluss, dass weder dem Verein zur Förderung der New Economy noch Herrn Bundesminister Grasser abgabenrechtliche Verfehlungen anzulasten sind. – Das waren zwei Finanzämter mit in etwa zehn unabhängigen Beamten. Ich ersuche darum, dass man deren Unabhängigkeit (Abg. Öllinger: Unabhängig von wem?) und deren Integrität, auch wenn Ihnen das Ergebnis nicht passt, zur Kenntnis nimmt und damit anerkennt, dass wir hier völlig korrekt gehandelt haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das ist danebengegangen!
Wie ich schon mehrmals dargelegt habe, wurde mir im Frühjahr 2001 bekannt, dass sich dieser Verein unter anderem die Entwicklung einer Homepage als Leitprojekt vorgenommen hat. (Abg. Öllinger: Das ist danebengegangen!) Ich bin damals von den Vereinsorganen gefragt worden, ob ich sozusagen als Leitperson für die Förderung der New Economy auf der einen Seite und für die Homepage auf der anderen Seite zur Verfügung stehen würde. Eine formelle Ermächtigung in dem Sinn, wie Sie mich hier fragen, war daher nicht notwendig und hat es auch nicht gegeben.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen: ... nicht möglich!
Erstens darf ich sagen, dass diese Fragen nicht Gegenstand der Vollziehung sind, daher nicht dem Fragerecht gemäß § 90 Geschäftsordnungsgesetz unterliegen. Und ich möchte Sie um etwas ersuchen, Herr Professor Van der Bellen: Man kann mir die 12. oder 13. oder 14. Anfrage stellen und mehrere Misstrauensanträge, aber ich bitte Sie, dass Sie meine Familie aus dieser parteipolitischen Kampagne herauslassen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen: ... nicht möglich!)
Abg. Öllinger: „Die Namen“ steht in der Anfrage!
Die Kommission bestand aus fünf fachlich-inhaltlich zuständigen Mitabeitern des Bundesministeriums für Finanzen. (Abg. Öllinger: „Die Namen“ steht in der Anfrage!) – Ich habe schon an anderer Stelle gesagt, dass ich das aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht bekannt geben kann. (Abg. Öllinger: Nein, das geht nicht! – Abg. Schieder: Das ist keine Datenschutzfrage! – Abg. Öllinger: Das geht nicht! Das ist inakzepta-
Abg. Schieder: Ja, aber eine Person unterliegt in ... nicht dem Datenschutz! ...!
bel!) – Wir haben diese Dinge im Rechnungshofunterausschuss zum Beispiel bekannt gegeben, weil der Rechnungshofunterausschuss entsprechend vertraulich arbeitet. (Abg. Schieder: Ja, aber eine Person unterliegt in ... nicht dem Datenschutz! ...!) Im Plenum habe ich auch auf andere Fragestellungen bei Dringlichen Anfragen keine konkreten Namen bekannt gegeben. (Abg. Brosz: War Winkler dabei? – Abg. Bures: Den Winkler haben Sie als Auskunftsperson abgelehnt!)
Abg. Brosz: War Winkler dabei? – Abg. Bures: Den Winkler haben Sie als Auskunftsperson abgelehnt!
bel!) – Wir haben diese Dinge im Rechnungshofunterausschuss zum Beispiel bekannt gegeben, weil der Rechnungshofunterausschuss entsprechend vertraulich arbeitet. (Abg. Schieder: Ja, aber eine Person unterliegt in ... nicht dem Datenschutz! ...!) Im Plenum habe ich auch auf andere Fragestellungen bei Dringlichen Anfragen keine konkreten Namen bekannt gegeben. (Abg. Brosz: War Winkler dabei? – Abg. Bures: Den Winkler haben Sie als Auskunftsperson abgelehnt!)
Ruf bei den Grünen: Welche?
Ja. Es lagen Referenzprojekte vor. (Ruf bei den Grünen: Welche?)
Abg. Dr. Cap: Pech! – Abg. Dr. Gusenbauer: Das war aber knapp!
Die Firma FirstInEx erzielte 373 Punkte, der Zweitgereihte 357 Punkte und der Drittgereihte 279 Punkte. (Abg. Dr. Cap: Pech! – Abg. Dr. Gusenbauer: Das war aber knapp!)
Heiterkeit bei der ÖVP und der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.
Und zum Vierten sage ich, nur der Vollständigkeit halber: Herr Professor, ich glaube, ich kenne Sie besser als Herrn Feichtinger, denn diesen habe ich nur einige wenige Male in meinem ganzen Leben gesehen. Wenn Sie hier schreiben, mein „persönlicher Freund“ und – wie sagen Sie? – „Jachtgefährte“, dann könnten eher Sie mich als Ihren persönlichen Freund bezeichnen, worüber wir natürlich noch sprechen müssten. (Heiterkeit bei der ÖVP und der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Abg. Öllinger: YLine!
Ich war erstaunt, als ich diese Frage gelesen habe – und das war bei mir noch nie der Fall –, obwohl ich mittlerweile eine gewisse Routine bei Dringlichen Anfragen habe. Sie sprechen hier im Zusammenhang mit Ernst & Young von der „Einbringung einer Porno-Website“. Ich bin der Letzte, der Ernst & Young zu verteidigen hätte, muss aber dazu sagen, dass es bezüglich Ernst & Young auch schon Aussagen des stellvertretenden Klubobmannes Öllinger gegeben hat, der gesagt hat, Ernst & Young sei befangen, weil der „Verein zur Förderung der New Economy“ Ernst & Young beauftragt hat, die Wirtschaftsprüfung vorzunehmen – obwohl es dort keinen Euro Steuergeld gibt, hat man ja gesagt, maximale Transparenz und Information nach außen –, Ernst & Young aber auch Miteigentümer der Firma FirstInEx war. (Abg. Öllinger: YLine!)
Rufe bei den Grünen: Frage!
Ich sage: Schade, dass den Grünen solche Irrtümer am laufenden Band passieren! (Rufe bei den Grünen: Frage!)
Abg. Öllinger: Ja, aber Sie!
Zu Jura Trust, zur Spinola-Stiftung und zu YLine hatte und hat das Bundesministerium für Finanzen keinerlei geschäftliche oder sonstige Beziehungen. (Abg. Öllinger: Ja, aber Sie!)
Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger.
Ich gestehe Ihnen ganz offen, dass sich die Finanzmarktaufsicht auf § 16 Abs. 3 FMABG berufen hat, in dem die direkte Auskunftspflicht der Finanzmarktaufsicht gegenüber dem Finanzausschuss des Nationalrates geregelt ist und sich auf solche Auskünfte beschränkt, die nicht unter gesetzliche Verschwiegenheitspflichten fallen. Eine Auskunftserteilung im Plenum ist für die FMA nicht vorgesehen, wird mir von dieser mitgeteilt. (Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger.) Das ist auch ein Verfassungsgesetz. Wir haben das gemeinsam beschlossen. Ich bitte, das so zur Kenntnis zu nehmen. Das ist die Auskunft der Finanzmarktaufsicht.
Abg. Brosz: ... Mindestpensionen ...?
gen für unser Land. Für uns sind Fragen wichtig wie: Arbeitsplätze schaffen, Sicherung des Sozial- und Gesundheitssystems, des Wirtschafts- und des Arbeitsstandortes, das sind die entscheidenden Fragen. Das sind die Fragen, auf die die Menschen in unserem Land zu Recht Lösungen erwarten, und das sind die Bereiche, wo wir versuchen, Probleme zu lösen, Entscheidungen zu treffen und die Zukunft unseres Landes zu sichern. (Abg. Brosz: ... Mindestpensionen ...?)
Abg. Öllinger: Sie sind ja doch bei keiner Partei!
Meine Damen und Herren! Während Sie in den letzten Monaten etwa elf Dringliche Anfragen an mich im Nationalrat und im Bundesrat eingebracht haben, sechs Misstrauensanträge, sechs Anträge auf Einsetzung von Untersuchungsausschüssen gestellt haben, mehrere Sachverhaltsdarstellungen an die Staatsanwaltschaft eingebracht haben, und damit aus meiner Sicht – darf ich Ihnen sagen – die Parteipolitik zum Prinzip erhoben haben (Abg. Öllinger: Sie sind ja doch bei keiner Partei!), haben wir gearbeitet! (Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Während Sie in den letzten Monaten etwa elf Dringliche Anfragen an mich im Nationalrat und im Bundesrat eingebracht haben, sechs Misstrauensanträge, sechs Anträge auf Einsetzung von Untersuchungsausschüssen gestellt haben, mehrere Sachverhaltsdarstellungen an die Staatsanwaltschaft eingebracht haben, und damit aus meiner Sicht – darf ich Ihnen sagen – die Parteipolitik zum Prinzip erhoben haben (Abg. Öllinger: Sie sind ja doch bei keiner Partei!), haben wir gearbeitet! (Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Der Applaus war auch schon einmal besser!
Wir haben eine durchaus herzeigbare Erfolgsbilanz zustande gebracht. Ich darf erinnern an die Steuerreform, die der Bundeskanzler, der Vizekanzler und die Klubobleute der Regierungsfraktionen mit uns verhandelt haben: mehr als 3 Milliarden € Entlastung! Jeder Steuerzahler wird im Durchschnitt mit 500 € entlastet, ein riesiger Schritt für den Wirtschafts- und Arbeitsstandort mit dem Prinzip „Sozial gerecht ist das, was Arbeit schafft!“ Das ist eine Politik, meine Damen und Herren, die Vertrauen verdient! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Der Applaus war auch schon einmal besser!)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Marizzi: Peinlich ist das!
Was den österreichischen Kapitalmarkt betrifft, darf ich noch Folgendes anführen: Wir haben am 4. Februar 2000 diesen Kapitalmarkt als einen Nischenkapitalmarkt, als einen Randkapitalmarkt übernommen bei 1 064 Punkten. Vor wenigen Tagen hat dieser Kapitalmarkt, der ATX, 1 789 Punkte erreicht, ein Plus von 68 Prozent, während der Deutsche Aktienindex ein Minus von 45 Prozent und der Standard & Poors 500 ein Minus von 20 Prozent aufweist. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Marizzi: Peinlich ist das!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Das ist eine Politik für mehr Eigenkapital, damit für mehr Wachstum, für mehr Beschäftigung, eine Politik, die Vertrauen verdient! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben zwei Mal de facto einen ausgeglichenen Haushalt erreicht. Wir haben die Finanzen neu geordnet, und wir haben vor einem Monat erstmals erreicht – erstmals seitdem wir Mitglied der Europäischen Union sind –, dass Österreichs Finanzpolitik unter die besten vier Mitgliedsländer eingereiht worden ist, eine Politik, die Vertrauen verdient. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Haben Sie das ausgeschrieben, diesen Auftrag? – Abg. Dr. Gusenbauer: Wie kommen Sie auf das?
Wenn ich in Richtung des Alfred Gusenbauer sehe, muss ich sagen, dass er es war, der eine Studie bei Herrn Katzmair beauftragt hat – ich glaube, für 150 000 € –, in der zu lesen steht, das Ziel sei die systematische Diskreditierung meiner Person. Sie zahlen also 150 000 € für eine Studie, bei der unter anderem herauskommt, dass man sich die systematische Diskreditierung des Karl-Heinz Grasser ernsthaft überlegen sollte. (Abg. Neudeck – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Haben Sie das ausgeschrieben, diesen Auftrag? – Abg. Dr. Gusenbauer: Wie kommen Sie auf das?) – Das ist auch Gegenstand der Berichterstattung der APA. Ich habe das nachgelesen. Ich freue mich, wenn Sie das korrigieren und wenn das nicht so ist. (Abg. Dr. Gusenbauer: Wieso reden Sie einen Unsinn bei einer Befragung? Das ist unerträglich von der Regierungsbank! – Abg. Neudeck: Das hat die Sozialistische Internationale gezahlt!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wieso reden Sie einen Unsinn bei einer Befragung? Das ist unerträglich von der Regierungsbank! – Abg. Neudeck: Das hat die Sozialistische Internationale gezahlt!
Wenn ich in Richtung des Alfred Gusenbauer sehe, muss ich sagen, dass er es war, der eine Studie bei Herrn Katzmair beauftragt hat – ich glaube, für 150 000 € –, in der zu lesen steht, das Ziel sei die systematische Diskreditierung meiner Person. Sie zahlen also 150 000 € für eine Studie, bei der unter anderem herauskommt, dass man sich die systematische Diskreditierung des Karl-Heinz Grasser ernsthaft überlegen sollte. (Abg. Neudeck – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Haben Sie das ausgeschrieben, diesen Auftrag? – Abg. Dr. Gusenbauer: Wie kommen Sie auf das?) – Das ist auch Gegenstand der Berichterstattung der APA. Ich habe das nachgelesen. Ich freue mich, wenn Sie das korrigieren und wenn das nicht so ist. (Abg. Dr. Gusenbauer: Wieso reden Sie einen Unsinn bei einer Befragung? Das ist unerträglich von der Regierungsbank! – Abg. Neudeck: Das hat die Sozialistische Internationale gezahlt!)
Abg. Silhavy: Das ist eine Unterstellung!
Herr Professor Van der Bellen, Sie haben in den letzten Tagen eine Sprache verwendet, die mich wirklich überrascht hat. Sie haben vorhin auch den „Standard“ angeführt, dort steht im Interview als Überschrift: „Diesmal ist Finz auch dran“. – Das haben Sie mit einer geradezu entwaffnenden parteipolitischen Erklärung begründet. Sie haben gesagt, eigentlich könnte er auch als Rechnungshofpräsident zur Verfügung stehen, da Sie ja offensichtlich wissen, dass er sehr kompetent ist, viel Erfahrung hat und daher auch für dieses Amt eine sehr hohe Eignung hätte. (Abg. Silhavy: Das ist eine Unterstellung!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wie meistens!
Zwei Aspekte zum Schluss, meine Damen und Herren. Sie haben eine Reihe von unhaltbaren Vorwürfen gemacht. Ich sage nur zu einem – weil Sie da nicht nachgefragt haben, es aber doch erwähnt haben – Folgendes: Sie sagen, ich hätte am 12. Juni das Parlament falsch informiert (Abg. Dr. Gusenbauer: Wie meistens!) in der Frage Professoren-Inserate.
Abg. Dr. Van der Bellen: Seine private Meinung?
Herr Professor, lesen Sie meine Anfragebeantwortung von damals nach! Sie war völlig korrekt! Befragen Sie Herrn Dozenten Christl, was er mit diesen Inseraten zu tun hatte (Abg. Dr. Van der Bellen: Seine private Meinung?), dann wird er Ihnen sagen, ja, er hat mit Professoren gesprochen, ja, er hat auch an Texten mitgearbeitet, ja, diese Kampagne war ihm bekannt; aber die Frage damals war, ob das Finanzministerium oder ich selbst Inserate beauftragt haben. Und ich sage Ihnen: Mit der Finanzierung dieser Kampagne hatten wir nichts zu tun, weder ich selbst (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist vom Himmel gefallen?!) noch Herr Dozent Christl. Somit war das von Ihnen einfach die Unwahrheit, die Sie hier behauptet haben.
Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist vom Himmel gefallen?!
Herr Professor, lesen Sie meine Anfragebeantwortung von damals nach! Sie war völlig korrekt! Befragen Sie Herrn Dozenten Christl, was er mit diesen Inseraten zu tun hatte (Abg. Dr. Van der Bellen: Seine private Meinung?), dann wird er Ihnen sagen, ja, er hat mit Professoren gesprochen, ja, er hat auch an Texten mitgearbeitet, ja, diese Kampagne war ihm bekannt; aber die Frage damals war, ob das Finanzministerium oder ich selbst Inserate beauftragt haben. Und ich sage Ihnen: Mit der Finanzierung dieser Kampagne hatten wir nichts zu tun, weder ich selbst (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist vom Himmel gefallen?!) noch Herr Dozent Christl. Somit war das von Ihnen einfach die Unwahrheit, die Sie hier behauptet haben.
Abg. Dr. Gusenbauer: Sie nicht!
Da es eine Reihe von Vorwürfen gibt, Herr Professor, sage ich Ihnen: Diese Vorwürfe sind am Ende des Tages überprüfbar. Ich unterstelle allen hier im Hohen Haus, dass sie Interesse an der Wahrheit haben. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie nicht!) Ich verweise daher nochmals darauf: Es gibt ein laufendes Verfahren bei der Staatsanwaltschaft, die Finanzbehörden haben bereits ermittelt. Der Rechnungshof als das Kontrollorgan des Parlaments hat angekündigt, dass er diese Frage auch prüfen wird. Ich muss Ihnen sagen, ich habe volles Vertrauen zu den österreichischen Behörden. Jeder, der an Fairness und Objektivität Interesse hat, sollte eigentlich sagen: Arbeiten wir nicht mit
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich freue mich schon auf dieses Ergebnis. Ich fürchte, Sie haben Angst vor diesem Ergebnis, weil Sie wissen, dass dann Ihre Kampagne in sich zusammenbrechen wird, weil dabei nur herauskommen kann, dass alles völlig korrekt gewesen ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Die können Sie haben! Lesen!
Ich frage: Wo sind die Alternativen, die die Grünen eingebracht haben? (Abg. Öllinger: Die können Sie haben! Lesen!) Wo ist die Alternative zur Steuerreform, zur Pensionsreform, zur Pensionsharmonisierung, zur Gesundheitsreform und zu den vielen anderen Fragen?
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher können wir nur sagen, wir lassen uns sicherlich nicht beirren. Mit den Steinen, die Sie mir in den Weg räumen, werde ich etwas Neues, Schönes und Gutes bauen. Ich glaube, dass diese Bundesregierung einen sehr klaren Weg geht. Alleine der Blick nach Deutschland zeigt, dass wir unsere Hausaufgaben machen. Das ist gut für die Arbeitnehmer, gut für die Wirtschaft, gut für unser Land. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Wenn Sie referieren, kommt niemand!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Finanzminister! Sie haben uns eingeladen, mit Ihnen gemeinsam tätig zu werden. Wie sollen wir das verstehen? Sollen wir gemeinsam mit Ihnen Kinderfotos sammeln und auf eine gemeinsame Homepage stellen? Sollen wir gemeinsam mit Ihnen die Bank Austria oder die Raiffeisenbank anrufen und sagen, wir referieren nur gemeinsam, wenn es eine Spende auf ein gemeinsames Konto gibt? (Abg. Neudeck: Wenn Sie referieren, kommt niemand!) Sollen wir gemeinsam bei der Industriellenvereinigung vorstellig werden und sagen, wir bräuchten Gelder für gemeinsame Websites, obwohl wir nicht garantieren können, dass das Geld nicht irgendwohin weiterfließt? Und das selbstverständlich gemeinsam! (Abg. Neudeck: Das ist eine schlechte Symbiose!)
Abg. Neudeck: Das ist eine schlechte Symbiose!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Finanzminister! Sie haben uns eingeladen, mit Ihnen gemeinsam tätig zu werden. Wie sollen wir das verstehen? Sollen wir gemeinsam mit Ihnen Kinderfotos sammeln und auf eine gemeinsame Homepage stellen? Sollen wir gemeinsam mit Ihnen die Bank Austria oder die Raiffeisenbank anrufen und sagen, wir referieren nur gemeinsam, wenn es eine Spende auf ein gemeinsames Konto gibt? (Abg. Neudeck: Wenn Sie referieren, kommt niemand!) Sollen wir gemeinsam bei der Industriellenvereinigung vorstellig werden und sagen, wir bräuchten Gelder für gemeinsame Websites, obwohl wir nicht garantieren können, dass das Geld nicht irgendwohin weiterfließt? Und das selbstverständlich gemeinsam! (Abg. Neudeck: Das ist eine schlechte Symbiose!)
Abg. Gaál: Nicht leistbar! – Abg. Scheibner: Das „weil“ stimmt nicht!
Oder wollen Sie mit uns gemeinsam Eurofighter beschaffen und durch – der Präsident hat mich mehrmals darauf hingewiesen, den Begriff „Schiebung“ nicht zu verwenden – Eingriffe die teuerste Type durchzusetzen – und das sage ich als Mitglied der Bundesheerreformkommission –, obwohl alle Experten im Bundesministerium für Landesverteidigung heute sagen, wir werden, auch wenn wir die beste Reform in einer Drei- oder Vier-Parteien-Einigung zu Stande bringen, sie schlicht und einfach nicht finanzieren können, weil das Geld für die Eurofighter ausgegeben wird? (Abg. Gaál: Nicht leistbar! – Abg. Scheibner: Das „weil“ stimmt nicht!) Wir werden uns eine ganz wichtige Reform in der Sicherheitspolitik nicht leisten können.
Abg. Neudeck: Vielleicht wollen Sie die Patenschaft für einen Flieger übernehmen?
Ist das Ihre Einladung, Herr Bundesminister für Finanzen, da praktisch zum politischen Mittäter oder zur politischen Mittäterin zu werden? – Danke, Herr Finanzminister, wir werden diese Einladung auch diesmal nicht annehmen! (Abg. Neudeck: Vielleicht wollen Sie die Patenschaft für einen Flieger übernehmen?) Und das hat nichts damit zu tun, ob es sich hiebei um strafbare oder gerade nicht strafbare Delikte handelt, es handelt sich einfach um politisch, aber auch moralisch und von der politischen Kultur her unverständliches und unverantwortliches Handeln – und das nicht in einem Fall, sondern in Dutzenden Fällen, wie wir es Ihnen Tag für Tag und Woche für Woche nachweisen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ist das Ihre Einladung, Herr Bundesminister für Finanzen, da praktisch zum politischen Mittäter oder zur politischen Mittäterin zu werden? – Danke, Herr Finanzminister, wir werden diese Einladung auch diesmal nicht annehmen! (Abg. Neudeck: Vielleicht wollen Sie die Patenschaft für einen Flieger übernehmen?) Und das hat nichts damit zu tun, ob es sich hiebei um strafbare oder gerade nicht strafbare Delikte handelt, es handelt sich einfach um politisch, aber auch moralisch und von der politischen Kultur her unverständliches und unverantwortliches Handeln – und das nicht in einem Fall, sondern in Dutzenden Fällen, wie wir es Ihnen Tag für Tag und Woche für Woche nachweisen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Neudeck: In den Raum stellen!
Aber jetzt etwas zum Raumgefühl. (Abg. Neudeck: In den Raum stellen!) Sie haben uns erklärt, Sie kennen den Treuhänder Dr. Feichtinger aus Vaduz weniger als unseren Klubobmann Alexander Van der Bellen. – Jeder Jachturlaub, der mit immer derselben Gruppe unternommen worden ist (Abg. Großruck – ein Exemplar der Dringlichen Anfrage in die Höhe haltend –: „Jacht“ steht da! Jacht oder Jagd?), hat zwei Mitsegler gekannt: Bundesminister Grasser und den liechtensteinischen Treuhänder Micky Feichtinger. Wie groß muss diese Jacht gewesen sein, dass Sie Herrn Feichtinger dort seltener gesehen haben, als Sie Alexander Van der Bellen sonst sehen? Welche unglaublichen Jachten kann man sich in diesen Kreisen bereits leisten, dass man sich schlicht und einfach nicht mehr begegnet und ab und zu zum Beispiel das Wort „Spinola Stiftung“ oder „Jura Trust AG“ oder „YLine“ oder „Ernst Hofmann“ oder „Webline“ oder „Capital Bank“ oder „IPM-Bank in Liechtenstein“ oder „RBB-Bank in Wolfsberg“ zuflüstern kann? (Abg. Großruck: Der Matznetter weiß mehr dazu! – Abg. Neudeck: Auf einer Jacht hätte ich andere Ideen!)
Abg. Großruck – ein Exemplar der Dringlichen Anfrage in die Höhe haltend –: „Jacht“ steht da! Jacht oder Jagd?
Aber jetzt etwas zum Raumgefühl. (Abg. Neudeck: In den Raum stellen!) Sie haben uns erklärt, Sie kennen den Treuhänder Dr. Feichtinger aus Vaduz weniger als unseren Klubobmann Alexander Van der Bellen. – Jeder Jachturlaub, der mit immer derselben Gruppe unternommen worden ist (Abg. Großruck – ein Exemplar der Dringlichen Anfrage in die Höhe haltend –: „Jacht“ steht da! Jacht oder Jagd?), hat zwei Mitsegler gekannt: Bundesminister Grasser und den liechtensteinischen Treuhänder Micky Feichtinger. Wie groß muss diese Jacht gewesen sein, dass Sie Herrn Feichtinger dort seltener gesehen haben, als Sie Alexander Van der Bellen sonst sehen? Welche unglaublichen Jachten kann man sich in diesen Kreisen bereits leisten, dass man sich schlicht und einfach nicht mehr begegnet und ab und zu zum Beispiel das Wort „Spinola Stiftung“ oder „Jura Trust AG“ oder „YLine“ oder „Ernst Hofmann“ oder „Webline“ oder „Capital Bank“ oder „IPM-Bank in Liechtenstein“ oder „RBB-Bank in Wolfsberg“ zuflüstern kann? (Abg. Großruck: Der Matznetter weiß mehr dazu! – Abg. Neudeck: Auf einer Jacht hätte ich andere Ideen!)
Abg. Großruck: Der Matznetter weiß mehr dazu! – Abg. Neudeck: Auf einer Jacht hätte ich andere Ideen!
Aber jetzt etwas zum Raumgefühl. (Abg. Neudeck: In den Raum stellen!) Sie haben uns erklärt, Sie kennen den Treuhänder Dr. Feichtinger aus Vaduz weniger als unseren Klubobmann Alexander Van der Bellen. – Jeder Jachturlaub, der mit immer derselben Gruppe unternommen worden ist (Abg. Großruck – ein Exemplar der Dringlichen Anfrage in die Höhe haltend –: „Jacht“ steht da! Jacht oder Jagd?), hat zwei Mitsegler gekannt: Bundesminister Grasser und den liechtensteinischen Treuhänder Micky Feichtinger. Wie groß muss diese Jacht gewesen sein, dass Sie Herrn Feichtinger dort seltener gesehen haben, als Sie Alexander Van der Bellen sonst sehen? Welche unglaublichen Jachten kann man sich in diesen Kreisen bereits leisten, dass man sich schlicht und einfach nicht mehr begegnet und ab und zu zum Beispiel das Wort „Spinola Stiftung“ oder „Jura Trust AG“ oder „YLine“ oder „Ernst Hofmann“ oder „Webline“ oder „Capital Bank“ oder „IPM-Bank in Liechtenstein“ oder „RBB-Bank in Wolfsberg“ zuflüstern kann? (Abg. Großruck: Der Matznetter weiß mehr dazu! – Abg. Neudeck: Auf einer Jacht hätte ich andere Ideen!)
Abg. Neudeck: Steht da drinnen auch etwas oder sind das nur Deckblätter, so wie Sie es immer machen?
Natürlich kennen Sie die Sachverhaltsdarstellung der Finanzmarktaufsicht an die Wiener Staatsanwaltschaft nicht – nicht weil Sie sie nicht kennen können, sondern weil Sie sie nicht kennen wollen. Aus einem einfachen Grund: weil hier zum ersten Mal (der Redner hält ein Exemplar der Sachverhaltsdarstellung in die Höhe) von einer öffentlichen Einrichtung die wirkliche New Economy in Ihrem Sinne dokumentiert worden ist. Das sind Dutzende Seiten an Beweisaufnahme über die New Economy im Sinne dieser Friends-Economy, Herr Finanzminister (Abg. Neudeck: Steht da drinnen auch etwas oder sind das nur Deckblätter, so wie Sie es immer machen?), für die Sie politisch stehen und in der Sie politisch Ihre Freundschaften pflegen.
Abg. Großruck: Was hat der ... damit zu tun?
Stellen Sie sich einmal vor: New Economy: Studenten richten eine kleine Firma namens Webline in Graz ein. Dort werden bestimmte Programme über eine Webcam an diejenigen übertragen, die bereit sind, sich so etwas im Internet gegen eine geringe Gebühr anzuschauen. Dann kommt jemand und sagt: Diese Firma ist fürchterlich überschuldet. Wir kaufen sie euch ab. Dieser Herr steht in einem Treuhandverhältnis zum Industriellen Ernst Hofmann (Abg. Großruck: Was hat der ... damit zu tun?), der insbesondere der Freiheitlichen Partei, nicht nur in der Steiermark, alles andere als unbekannt ist. Er übernimmt die Firma, die konkursreif ist, die gerade einen Jahresverlust von mehr als 2,5 Millionen Schilling und in Folge einen weiteren Jahresverlust von 7,5 Millionen Schilling macht, und geht mit dieser Firma zu Ernst & Young. (Abg. Großruck: Jetzt sind wir aber bei Fidel Castro!)
Abg. Großruck: Jetzt sind wir aber bei Fidel Castro!
Stellen Sie sich einmal vor: New Economy: Studenten richten eine kleine Firma namens Webline in Graz ein. Dort werden bestimmte Programme über eine Webcam an diejenigen übertragen, die bereit sind, sich so etwas im Internet gegen eine geringe Gebühr anzuschauen. Dann kommt jemand und sagt: Diese Firma ist fürchterlich überschuldet. Wir kaufen sie euch ab. Dieser Herr steht in einem Treuhandverhältnis zum Industriellen Ernst Hofmann (Abg. Großruck: Was hat der ... damit zu tun?), der insbesondere der Freiheitlichen Partei, nicht nur in der Steiermark, alles andere als unbekannt ist. Er übernimmt die Firma, die konkursreif ist, die gerade einen Jahresverlust von mehr als 2,5 Millionen Schilling und in Folge einen weiteren Jahresverlust von 7,5 Millionen Schilling macht, und geht mit dieser Firma zu Ernst & Young. (Abg. Großruck: Jetzt sind wir aber bei Fidel Castro!)
Abg. Neudeck: Wer? Wer? Kann ich dort anrufen?
Ernst & Young bewertet diese gerade noch studentische, konkursreife Kleinstfirma und sagt: Sie ist zwischen 31 und 41 Millionen Schilling wert. – Da lachen zwar die Hühner, aber nicht die New Economy-Vertreter, denn die sagen: Dann bringen wir sie doch in die YLine ein! Sie wird in die YLine eingebracht, und dafür gibt es 15 000 YLine-Aktien. Diese kommen auf ein Depot der Capital Bank in Wolfsberg, der früheren RBB-Bank. Das ist ein der FPÖ nahe stehendes und für ihre Finanzen äußerst bedeutsames Schlüsselunternehmen. (Abg. Neudeck: Wer? Wer? Kann ich dort anrufen?)
Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt können Sie sagen: Damit habe ich nichts zu tun! Das ist nicht auf der Jacht passiert, das ist an Land passiert, und ich war nicht dabei! (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.) Aber auch Sie hatten YLine-Aktien. Auch über Ihre Depots muss es Unterlagen bei der FMA geben und vielleicht auch über andere Regierungsmitglieder.
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Herr Finanzminister! Wir werden klären, wie Ihre und die New Economy Ihrer Freunde ausschaut und funktioniert hat. Wir werden weiters klären, warum immer die Falschen, nämlich jene, die auf die New Economy und ihre Versprechungen hereinfallen, für Sie und Ihresgleichen die Rechnung bezahlen müssen. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Khol gibt erneut das Glockenzeichen.
noch ein Schiff und eine Schrottladung gegeben. (Präsident Dr. Khol gibt erneut das Glockenzeichen.) Bei der New Economy ist in den glänzenden und glitzernden Blasen schlicht und einfach nichts enthalten. Es ist allerhöchste Zeit, dass in wirtschaftlicher und in politischer Hinsicht mit den Freunden der New Economy und damit auch mit Ihrer politischen Tätigkeit Schluss gemacht wird. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
noch ein Schiff und eine Schrottladung gegeben. (Präsident Dr. Khol gibt erneut das Glockenzeichen.) Bei der New Economy ist in den glänzenden und glitzernden Blasen schlicht und einfach nichts enthalten. Es ist allerhöchste Zeit, dass in wirtschaftlicher und in politischer Hinsicht mit den Freunden der New Economy und damit auch mit Ihrer politischen Tätigkeit Schluss gemacht wird. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Danke!
Abgeordneter Dr. Werner Fasslabend (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Klubobmann Van der Bellen, eigentlich muss man den Grünen für diese heutige Dringliche Anfrage und auch für die beiden Misstrauensanträge, die sie gestellt haben, dankbar sein. (Rufe bei der SPÖ: Danke!) Man muss einerseits deshalb dankbar sein, weil damit klar ersichtlich wird, welche politische Taktik sie verfolgen, und andererseits auch deshalb, weil ihnen offensichtlich ein größeres finanzpolitisches Konzept, das dahinter steht, fehlt.
Abg. Öllinger: Warum waren Sie dann in der Regierung gemeinsam mit der SPÖ?
Von der SPÖ wissen wir das schon seit längerem. (Abg. Öllinger: Warum waren Sie dann in der Regierung gemeinsam mit der SPÖ?) Die SPÖ hat nicht nur Studien in Auftrag gegeben, sondern sie hat sich auch ganz klar dazu bekannt. Es gibt diese Studie, die heute schon präsentiert worden ist: „Empirische und Strategische Grundlagen“ – verfasst von Dr. Harald Katzmair. Meines Wissens hat sich die SPÖ bis jetzt noch nicht klar davon distanziert, dass die Ergebnisse dieser Studie von der Partei auch diskutiert wurden. (Abg. Dr. Gusenbauer: Es gab ja auch keine Veranlassung!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Es gab ja auch keine Veranlassung!
Von der SPÖ wissen wir das schon seit längerem. (Abg. Öllinger: Warum waren Sie dann in der Regierung gemeinsam mit der SPÖ?) Die SPÖ hat nicht nur Studien in Auftrag gegeben, sondern sie hat sich auch ganz klar dazu bekannt. Es gibt diese Studie, die heute schon präsentiert worden ist: „Empirische und Strategische Grundlagen“ – verfasst von Dr. Harald Katzmair. Meines Wissens hat sich die SPÖ bis jetzt noch nicht klar davon distanziert, dass die Ergebnisse dieser Studie von der Partei auch diskutiert wurden. (Abg. Dr. Gusenbauer: Es gab ja auch keine Veranlassung!)
Abg. Mag Molterer: Auch Van der Bellen? Aha!
Es wird empfohlen, namentlich diese vier Politiker – Karl-Heinz Grasser, Alexander Van der Bellen, Benita Ferrero-Waldner und Ernst Strasser (Abg. Mag Molterer: Auch Van der Bellen? Aha!) – entweder positiv zu vereinnahmen oder nachhaltig politisch zu desavouieren, da sie zentrale Identifikationsfiguren für die Mehrheit des seitens der SPÖ noch mobilisierbaren Potentials darstellen. Besonders Karl-Heinz Grasser gelingt es, unter den zentralen Wählergruppen der SPÖ, den mittleren und leitenden Angestellten und Pensionisten eine sehr positive Rolle zu spielen.
Zwischenrufe bei der SPÖ
Mich wundert es nicht, dass Sie versucht haben, daraus Kapital zu schlagen (Zwischenrufe bei der SPÖ), aber die Tatsache, dass diese Desavouierung nur über ein persönliches Anpatzen erfolgt, finde ich sehr bedauerlich, wie ich es überhaupt für bedauerlich halte, dass diese ursprüngliche Strategie und Taktik, die von Gusenbauer und Cap entwickelt worden ist, seit dem Teilwahlerfolg von Haider in Oberösterreich jetzt auch in der Schublade verschwunden ist und sich die große Oppositionspartei zu einer reinen „Bum-Bum“-Oppositionspolitik bekennt. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Mich wundert es nicht, dass Sie versucht haben, daraus Kapital zu schlagen (Zwischenrufe bei der SPÖ), aber die Tatsache, dass diese Desavouierung nur über ein persönliches Anpatzen erfolgt, finde ich sehr bedauerlich, wie ich es überhaupt für bedauerlich halte, dass diese ursprüngliche Strategie und Taktik, die von Gusenbauer und Cap entwickelt worden ist, seit dem Teilwahlerfolg von Haider in Oberösterreich jetzt auch in der Schublade verschwunden ist und sich die große Oppositionspartei zu einer reinen „Bum-Bum“-Oppositionspolitik bekennt. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.
Schauen Sie nach Deutschland, was dort passiert! Bringen Sie einmal ein Konzept, und deklarieren Sie sich damit, was Sie anders machen würden, was Sie gleich wie Schröder und Fischer machen würden oder was Sie vielleicht sogar noch schlechter machen! Rücken Sie heraus damit! Auch Gusenbauer musste letztendlich das tun, es ist ihm nichts anderes übrig geblieben. Er tut sich heute schwer, wenn er bei der Pensionserhöhung zugeben muss, dass er selbst Kürzungen bis maximal 10 Prozent für Frühpensionisten in Kauf genommen hätte, es aber nur 7 Prozent geworden sind. (Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.) Dass er sich dann beim Angriff schwer tut, das wissen wir. Aber von Ihnen hätte ich in dieser Beziehung etwas mehr erwartet.
Abg. Dr. Van der Bellen: Mit Begründung!
Herr Professor Van der Bellen, dass Sie den sechsten oder siebenten Misstrauensantrag gegen den Finanzminister einbringen, damit haben wir gerechnet. Dass Sie aber gleichzeitig auch noch einen Misstrauensantrag gegen den Staatssekretär Finz einbringen (Abg. Dr. Van der Bellen: Mit Begründung!), das zeigt eigentlich auf, was wirklich dahinter steht, nämlich nichts anderes als der Versuch, anzupatzen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Nein, er ist schon angepatzt!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Nein, er ist schon angepatzt!
Herr Professor Van der Bellen, dass Sie den sechsten oder siebenten Misstrauensantrag gegen den Finanzminister einbringen, damit haben wir gerechnet. Dass Sie aber gleichzeitig auch noch einen Misstrauensantrag gegen den Staatssekretär Finz einbringen (Abg. Dr. Van der Bellen: Mit Begründung!), das zeigt eigentlich auf, was wirklich dahinter steht, nämlich nichts anderes als der Versuch, anzupatzen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Nein, er ist schon angepatzt!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer
Gehen wir auf die Person ein! – Alfred Finz ist 1966 als B-Beamter (Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer), als Amtsassistent in den Rechnungshof eingetreten, er hat 34 Jahre dort nicht nur erfolgreich gearbeitet, sondern auch mit Gewissenhaftigkeit und mit Fleiß ... (Abg. Dr. Gusenbauer: ... eine Schande!)
Abg. Dr. Gusenbauer: ... eine Schande!
Gehen wir auf die Person ein! – Alfred Finz ist 1966 als B-Beamter (Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer), als Amtsassistent in den Rechnungshof eingetreten, er hat 34 Jahre dort nicht nur erfolgreich gearbeitet, sondern auch mit Gewissenhaftigkeit und mit Fleiß ... (Abg. Dr. Gusenbauer: ... eine Schande!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist doch unerhört, diese Beschimpfungen! Ich lasse mich von ihm nicht beschimpfen! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Gusenbauer! Wir haben in der Präsidialkonferenz genau diesen Fall mehrmals besprochen. In der letzten Debatte haben Sie 13 Zwischenrufe bei einem Redner gemacht, jetzt sind Sie schon wieder bei fünf Zwischenrufen. Ich bitte Sie, dieses störende Verhalten einzustellen! (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist doch unerhört, diese Beschimpfungen! Ich lasse mich von ihm nicht beschimpfen! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist unerträglich!
Am Wort ist der Redner! (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist unerträglich!)
Abg. Nürnberger: Wir lassen uns keinen Maulkorb umhängen!
Abgeordneter Dr. Werner Fasslabend (fortsetzend): Herr Gusenbauer, würden Sie ein bisschen zuhören! Ich rede gerade Herrn Professor Van der Bellen an. (Abg. Nürnberger: Wir lassen uns keinen Maulkorb umhängen!)
Abg. Dr. Kräuter: Warum hat er den Rechnungshof abgelehnt?
Warum? Was hat er denn gemacht? – Er hat als Erstes, bitte, als der Vorwurf wegen der Homepage im Finanzministerium erhoben worden ist, eine Prüfung durchgeführt – das, was er sein ganzes Leben lang gelernt hat. Ich halte das auch für das Selbstverständlichste: dass jemand hergeht und versucht, im Inneren einmal zu überprüfen, ob da irgendetwas passiert ist. Selbstverständlich ist die innere Revision, die innere Prüfung das Erste, was man tut. (Abg. Dr. Kräuter: Warum hat er den Rechnungshof abgelehnt?) – Es ist nichts herausgekommen! Er hat, ohne dass er selbst an der Prüfung teilgenommen hat, das Ergebnis verkündet, und es war nichts dabei, was in irgendeiner Form unrechtmäßig gewesen wäre. (Abg. Dr. Kräuter: Warum hat er den Rechnungshof abgelehnt?)
Abg. Dr. Kräuter: Warum hat er den Rechnungshof abgelehnt?
Warum? Was hat er denn gemacht? – Er hat als Erstes, bitte, als der Vorwurf wegen der Homepage im Finanzministerium erhoben worden ist, eine Prüfung durchgeführt – das, was er sein ganzes Leben lang gelernt hat. Ich halte das auch für das Selbstverständlichste: dass jemand hergeht und versucht, im Inneren einmal zu überprüfen, ob da irgendetwas passiert ist. Selbstverständlich ist die innere Revision, die innere Prüfung das Erste, was man tut. (Abg. Dr. Kräuter: Warum hat er den Rechnungshof abgelehnt?) – Es ist nichts herausgekommen! Er hat, ohne dass er selbst an der Prüfung teilgenommen hat, das Ergebnis verkündet, und es war nichts dabei, was in irgendeiner Form unrechtmäßig gewesen wäre. (Abg. Dr. Kräuter: Warum hat er den Rechnungshof abgelehnt?)
ironische Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ
Das ist Mut zur Verantwortung, den er da bewiesen hat! Wenn dann der Dank dafür der ist, dass man einen Misstrauensantrag gegen ihn einbringt, also gegen jemanden, der sofort, als der Rechnungshofpräsident sich in dieser Richtung bekannt hat, anerkannt hat, dass es hier um eine wirtschaftliche Prüfung, um die Frage der Prüfung der Gerechtigkeit gehen soll, dann muss ich sagen: Das zeigt ganz, ganz deutlich, worauf Sie wirklich hinauswollen: Sie wollen den zweiten Erfolgreichen vom Team (ironische Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ), nämlich Alfred Finz, schlechtmachen und anpatzen. Aber es wird Ihnen nicht gelingen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist Mut zur Verantwortung, den er da bewiesen hat! Wenn dann der Dank dafür der ist, dass man einen Misstrauensantrag gegen ihn einbringt, also gegen jemanden, der sofort, als der Rechnungshofpräsident sich in dieser Richtung bekannt hat, anerkannt hat, dass es hier um eine wirtschaftliche Prüfung, um die Frage der Prüfung der Gerechtigkeit gehen soll, dann muss ich sagen: Das zeigt ganz, ganz deutlich, worauf Sie wirklich hinauswollen: Sie wollen den zweiten Erfolgreichen vom Team (ironische Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ), nämlich Alfred Finz, schlechtmachen und anpatzen. Aber es wird Ihnen nicht gelingen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kräuter: Sagt das der Dinkhauser auch?
Ich glaube, dass es gerade in unserer Demokratie, die ich weit vor viele andere Demokratien stelle, angebracht ist, darauf nicht nur Wert zu legen, sondern sich auch als Oppositionsvertreter dazu zu bekennen. Sie werden sich nicht zuletzt selbst damit einen guten Dienst erweisen, denn ich glaube, dass es die Menschen schätzen, wenn man seriös agiert und nicht einfach versucht, Personen anzupatzen. Sonst werden Sie das Misstrauen, das viele Menschen gegenüber Rot-Grün haben, nie loswerden. (Abg. Dr. Kräuter: Sagt das der Dinkhauser auch?) Das Misstrauen ist begründet durch das Debakel in Deutschland. Versuchen Sie nicht, etwas Ähnliches in Österreich herbeizuführen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, dass es gerade in unserer Demokratie, die ich weit vor viele andere Demokratien stelle, angebracht ist, darauf nicht nur Wert zu legen, sondern sich auch als Oppositionsvertreter dazu zu bekennen. Sie werden sich nicht zuletzt selbst damit einen guten Dienst erweisen, denn ich glaube, dass es die Menschen schätzen, wenn man seriös agiert und nicht einfach versucht, Personen anzupatzen. Sonst werden Sie das Misstrauen, das viele Menschen gegenüber Rot-Grün haben, nie loswerden. (Abg. Dr. Kräuter: Sagt das der Dinkhauser auch?) Das Misstrauen ist begründet durch das Debakel in Deutschland. Versuchen Sie nicht, etwas Ähnliches in Österreich herbeizuführen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: „Ortsfremden“?!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich möchte nur darauf hinweisen, dass wir in der Präsidialkonferenz zu Recht kritisiert haben, dass Zwischenrufe stehend von Ortsfremden (Abg. Mag. Molterer: „Ortsfremden“?!) in der ersten, zweiten Reihe oder von Ortsfremden auf Plätzen in der ersten, zweiten Reihe, wo nicht ihr Platz ist, gegenüber Rednern erfolgen. Hingegen ist bei Dr. Gusenbauer Folgendes: Er sitzt auf seinem Platz, es ist sein Platz, und er kann natürlich Zwischenrufe machen!
Beifall bei der SPÖ.
Daher glaube ich, dass die Anmerkung von Ihnen nicht entsprechend dem Konsens, den wir in der Präsidialkonferenz geschlossen haben, war. Ich möchte das daher zurückweisen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben auch vereinbart, dass nicht stehend zwischengerufen werden soll, und Präsident Khol hat zusammengefasst, dass er in seiner Vorsitzführung darauf achten wird, dass ein vernünftiger Umgang mit dem Instrument Zwischenruf gewährleistet ist, und er hat von sich aus erklärt, dass er auch auf die Quantität hinweisen wird. Er hat also nichts anderes gemacht als das, was er in der Präsidiale angekündigt hat, damit ein ordnungsgemäßer Sitzungsablauf gewährleistet ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: So habt ihr das gemacht! – Abg. Scheibner: So war das bei euch!
Allein die Art und Weise, wie Sie geschildert haben, wie das mit den Anrufen des Herrn Dr. Christl ist, macht das deutlich. – Natürlich wird er beim potentiellen Veranstalter angerufen und gesagt haben: Es ist möglich, dass der Finanzminister kommt, aber es wäre wünschenswert, wenn eine Spende rüberwachsen würde! Dann wird der andere gesagt haben: Das kann ich mir schwer vorstellen! Dann wird er gesagt haben: Ich aber kann mir schwer vorstellen, dass der Finanzminister kommt! Dann wird der andere gesagt haben: Vielleicht haben wir doch eine Spende! (Abg. Mag. Molterer: So habt ihr das gemacht! – Abg. Scheibner: So war das bei euch!) Dann wird er gesagt haben: Jetzt haben wir doch einen Termin für den Finanzminister! – So wird das gewesen sein! Das ist die Wirklichkeit! Das ist die Realität!
Beifall bei der SPÖ.
Genauso ist es bei der Frage: Ab wann ist ein Minister rücktrittsreif? – Bis die Handschellen klicken? Oder gibt es zwischen Sesselkleben und Handschellenklicken noch irgendetwas dazwischen? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Das ist richtig!
Daher sage ich Ihnen: Es gibt so etwas wie eine politische Verantwortlichkeit! Es ist nicht bloß eine Frage der Optik. Ich bin schon zu lange hier (Abg. Neudeck: Das ist richtig!), um nicht in den Gesichtern lesen zu können: Stirnrunzeln einzelner ÖVP-Abgeordneter, bedächtiges Kopfschütteln, Augenkontakt zu uns hinüber in dem Sinne: Wie lange gibt es den da oben noch?, schadenfreudiges Grinsen bei FPÖ-Abgeordneten. – So schaut es aus!
Beifall bei der SPÖ.
Warum sitzt der Herr Finanzminister überhaupt noch hier? – Das kann ich Ihnen auch sagen! Wenn er nicht mehr da ist, dann ist Bundeskanzler Schüssel in seiner Macht halbiert. Das ist die Wahrheit! Dann sitzt halt einer aus dem Agrarbereich oder aus der Bundeswirtschaftskammer oder aus dem Bereich der Industrie auf der Regierungsbank. Dann muss er sich wieder mit einem schwarzen Lobbyistenverein auseinander setzen. – So ist es einfacher! Der Grasser ist abhängig. Wenn er nur einmal mit den Fingern schnippt, ist er nicht mehr Finanzminister. Daher ist der Bundeskanzler Schüssel zugleich Finanzminister. So schaut die Wirklichkeit aus! Und Ihr Lächeln bestätigt mir das auch! (Beifall bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Dann gibt es noch einen Dritten, einen Einzelkämpfer, den Staatssekretär Finz. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Was bewegt ihn, dass er seine Brust entkleidet, sich herstellt und sagt: Stecht zuerst auf mich ein, bevor ihr auf den Finanzminister losgeht! – Das wird ein vertrauliches Gespräch des Bundeskanzlers mit dem Staatssekretär gewesen sein, wo ihm Schüssel gesagt haben wird: Du musst dir deinen Rechnungshofpräsidenten zuerst verdienen! Knochenarbeit ist angesagt! Komm, mach deine Brust frei, sie ist eh breit genug (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), stell dich hin und verteidige den Finanzminister! Du hast genug Wissen, um das auch wirklich zu können! (Abg. Mag. Molterer: Der Faschingsdienstag war gestern!)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Dann gibt es noch einen Dritten, einen Einzelkämpfer, den Staatssekretär Finz. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Was bewegt ihn, dass er seine Brust entkleidet, sich herstellt und sagt: Stecht zuerst auf mich ein, bevor ihr auf den Finanzminister losgeht! – Das wird ein vertrauliches Gespräch des Bundeskanzlers mit dem Staatssekretär gewesen sein, wo ihm Schüssel gesagt haben wird: Du musst dir deinen Rechnungshofpräsidenten zuerst verdienen! Knochenarbeit ist angesagt! Komm, mach deine Brust frei, sie ist eh breit genug (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), stell dich hin und verteidige den Finanzminister! Du hast genug Wissen, um das auch wirklich zu können! (Abg. Mag. Molterer: Der Faschingsdienstag war gestern!)
Abg. Mag. Molterer: Der Faschingsdienstag war gestern!
Dann gibt es noch einen Dritten, einen Einzelkämpfer, den Staatssekretär Finz. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Was bewegt ihn, dass er seine Brust entkleidet, sich herstellt und sagt: Stecht zuerst auf mich ein, bevor ihr auf den Finanzminister losgeht! – Das wird ein vertrauliches Gespräch des Bundeskanzlers mit dem Staatssekretär gewesen sein, wo ihm Schüssel gesagt haben wird: Du musst dir deinen Rechnungshofpräsidenten zuerst verdienen! Knochenarbeit ist angesagt! Komm, mach deine Brust frei, sie ist eh breit genug (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), stell dich hin und verteidige den Finanzminister! Du hast genug Wissen, um das auch wirklich zu können! (Abg. Mag. Molterer: Der Faschingsdienstag war gestern!)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Dem nervösen Molterer ist es noch zu früh, dass er Finanzminister wird, der will das nicht (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), der will noch ein bisschen warten, und daher will er, dass der Finanzminister noch ein bisschen da oben sitzt. Der soll noch ein paar unpopuläre Sachen machen, und er rennt dann wie das Christkind durch das Land und verteilt.
Beifall bei der SPÖ.
Das ist das Konzept, das da dahintersteckt! Bringen wir es doch auf den einfachen Punkt, reden wir nicht um den Brei herum: So schaut es in Wahrheit aus! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ellmauer: Der Fasching ist vorbei!
Auch Sie – genial, völlig ohne Insiderwissen – haben gesagt: Ich muss die Aktien abstoßen! (Abg. Ellmauer: Der Fasching ist vorbei!) Jetzt ist Schluss! Mir sagt mein Instinkt – das Finanzministerium, ein unfehlbarer Instinkt! –: Weg mit den Aktien!
Abg. Neudeck: Sind Sie noch bei der Konsumgenossenschaft?
Sie sitzen da, stirnrunzelnd, kopfschüttelnd, kaum das glaubend, aber die Parole heißt: Festhalten, festhalten, festhalten! (Abg. Neudeck: Sind Sie noch bei der Konsumgenossenschaft?) – Sie sollten überhaupt keine Zwischenrufe machen, denn Sie haben den Herrn Grasser in Ihrer Fraktion überhaupt „erfunden“, und dass er hier heute sitzt, ist unter anderem Ihr „Verdienst“. Also halten Sie sich aus dem Ganzen ja heraus! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir haben das nicht erfunden! Das ist seine Leistung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir haben das nicht erfunden! Das ist seine Leistung!
Sie sitzen da, stirnrunzelnd, kopfschüttelnd, kaum das glaubend, aber die Parole heißt: Festhalten, festhalten, festhalten! (Abg. Neudeck: Sind Sie noch bei der Konsumgenossenschaft?) – Sie sollten überhaupt keine Zwischenrufe machen, denn Sie haben den Herrn Grasser in Ihrer Fraktion überhaupt „erfunden“, und dass er hier heute sitzt, ist unter anderem Ihr „Verdienst“. Also halten Sie sich aus dem Ganzen ja heraus! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir haben das nicht erfunden! Das ist seine Leistung!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Der Finanzminister sagt: nein! Das traut er sich nicht. Er sagt: Die haben Repräsentationsspesen! Es wurde gegessen, getrunken, und die Homepage kostet das 24fache! – Herr Finanzminister! Für wie blöd halten Sie eigentlich alle, die sich das jedes Mal anhören müssen? Das ist doch unfassbar, was Sie da sagen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir sagen jedenfalls: Hier sollten moralische Standards eingehalten werden, die diese Verhaltensweise, die Sie hier zur Schau stellen, nicht möglich machen! Das wird Sie nicht beeindrucken, denn für Sie ist das Parlament ein Theater. Für uns ist es eine wichtige Kontrolleinrichtung, und der haben wir gefälligst zu entsprechen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Cap.
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler, ich darf Sie besonders begrüßen! Ich habe zwar dagegengestimmt, dass Sie kommen müssen, aber ich freue mich, dass Sie freiwillig gerne gekommen sind. Herr Finanzminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Kollege Cap oder Herr Kollege Gusenbauer – das ist irgendwie mit den Klubobmännern nicht so leicht –, wenn Sie gerührt sind, stört es mich nicht, nur: Wenn Sie weinen, kann ich Ihnen nicht helfen, ich habe kein Taschentuch mit! (Zwischenruf des Abg. Dr. Cap.) – Gusenbauer hat gesagt, er sei gerührt. Nur für den Fall, dass Sie nicht wissen, warum. (Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.) Das passt! Solange Sie nicht geschüttelt sind, Herr Klubobmann, ist es überhaupt kein Problem – gerührt nehme ich Sie gerne.
Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler, ich darf Sie besonders begrüßen! Ich habe zwar dagegengestimmt, dass Sie kommen müssen, aber ich freue mich, dass Sie freiwillig gerne gekommen sind. Herr Finanzminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Kollege Cap oder Herr Kollege Gusenbauer – das ist irgendwie mit den Klubobmännern nicht so leicht –, wenn Sie gerührt sind, stört es mich nicht, nur: Wenn Sie weinen, kann ich Ihnen nicht helfen, ich habe kein Taschentuch mit! (Zwischenruf des Abg. Dr. Cap.) – Gusenbauer hat gesagt, er sei gerührt. Nur für den Fall, dass Sie nicht wissen, warum. (Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.) Das passt! Solange Sie nicht geschüttelt sind, Herr Klubobmann, ist es überhaupt kein Problem – gerührt nehme ich Sie gerne.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Cap, Ihre Rede hat gezeigt, dass Sie von Jahrzehnten Sozialdemokratie geprägt sind, wo man anruft und sagt: Eine Spende für einen Vortrag! Ein Inserat bei den Wiener Stadtwerken für einen Vortrag oder für eine Zeitung oder vielleicht doch bei den Gaswerken oder Wasserwerken oder bei sonst einer der SPÖ nahe stehenden Organisation, wie es in Wien noch immer ist. – Genau das ist der gelebte Sozialismus! Genauso ist es, Sie haben es ganz leicht angedeutet: Wie der Schelm denkt, so ist er! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Sie haben das super hinübergebracht. Sie haben da nicht einmal eine Sekunde nachdenken müssen, das ist bei Ihnen verinnerlicht. Es kann Ihrer Meinung nach einer gar nicht wo hingehen und einen Vortrag halten deswegen, weil er etwas weiterbringen will, weil er Ideen hat. Nein, da muss es um Geld gehen, da muss eine Spende irgendwohin fließen. So sehen Sie das! (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) – Ihre Partei! Sie wissen, warum Sie dort sind, wo Sie sind.
Abg. Ellmauer: Ein Wahnsinn!
Ihr Landeshauptmann Häupl gibt in Wien 40 Millionen € (Abg. Ellmauer: Ein Wahnsinn!) – das habe ich Ihnen das letzte Mal schon gesagt – für PR aus, und in Anbetracht dessen wollen Sie sich hier herstellen und sagen, eine Homepage koste ein Vielfaches?!
Ruf des Abg. Dr. Matznetter.
immer größer wird. Ich sehe in den Schreibstuben die Ministerialbeamten sitzen, die diese Anfragen schriftlich beantworten müssen. Es sind Tausende Anfragen, ein Großteil davon von den Grünen. Meine Damen und Herren! Das ist ja alles auch schon ein kommerzielles Problem, und da gibt es eine super Lösung: Ab jeder fünften Anfrage soll der Präsident des Nationalrates dem Abgeordneten, der das unterzeichnet hat, schreiben und auf die Kosten hinweisen. Und ab dieser Anfrage hat auch das Ministerium hinzuschreiben, welche Kosten die Beantwortung dieser Anfrage verursacht. Das wäre doch ein guter Vorschlag. (Ruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Danke, Kollege Matznetter! Ich habe schon geglaubt, ihr werdet nicht munter. Einsperren, die Abgeordneten.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wissen Sie, von wem der Vorschlag ist, Kollege Kräuter? Er kommt zum Stichwort. 1993 hat der grüne Verwaltungsreform-Sprecher der SPÖ Günther Kräuter genau das hinsichtlich der Anfragen vorgeschlagen, was ich Ihnen jetzt hier gesagt habe. Das ist das Demokratieverständnis, das Sie haben, solange Sie am Ruder sitzen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Schauen Sie sich einmal in der eigenen Partei Ihr Netzwerk um Matznetter und andere an! Dort haben Sie viel zu tun. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
neuen Fettnapf aufsucht, der sich insofern gewaschen hat, als es gleich wieder wegspritzt. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.) – Ja, dann kommt der Weißwäscher, genau, danke für den Hinweis! – Das ist Ihr Problem: Jeder Fluchtversuch nach vorne endet in einer neuen Selbstanklage. Und damit müssen Sie leben, und lassen Sie uns damit im Kraut! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich muss Ihnen das auch deshalb sagen, weil es in der Tat nicht so war, dass die Grünen etwa im ersten Jahr Ihrer Amtszeit so besondere Vorbehalte gehabt hätten. Im Gegenteil, wir müssen uns jetzt fragen, wie uns das passieren konnte. Wieso sind wir auf einen Verkleidungskünstler reingefallen? Wir müssen mit uns unter Umständen hart ins Gericht gehen. Aber das, was Sie sagen, ist falsch. Es hat das nicht gegeben. Und nehmen Sie endlich zur Kenntnis, dass es eine serielle Verknüpfung von Handlungen gibt, die Sie in Ihrer Amtsführung schon längst unmöglich machen, die zu diesen ständigen Anfragen und Misstrauensanträgen hier führen. Das müssen Sie jetzt zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das sollte auch der Herr Bundeskanzler zur Kenntnis nehmen. Aber die Erklärung haben wir ja schon gehabt, was hier für eine Interessenlage vorherrscht. In Wahrheit müssen wir uns auch deshalb – Sie im Übrigen auch – dauernd hier mit diesen Dingen beschäftigen, weil der Herr Bundeskanzler nicht in der Lage, vor allem aber nicht willens ist, seine Verantwortung zu übernehmen und die Herren Finz und Grasser ihrer Verantwortung zu entbinden. Es wäre ohnehin schon allen geholfen. Deshalb werden wir das aber, wenn das mit Ihrer Vorwärtsverteidigung so weitergeht, unsererseits so weiter machen. Wir werden die Abgeordneten hier im Haus weiter informieren, damit sie später nicht sagen können, sie haben nichts gewusst – Sie kennen das Argument. Das ist auch Teil unseres Jobs, und das gehört dazu. Wir nehmen das auf uns. Auch wir würden manchmal lieber schon etwas anderes machen, das können Sie uns glauben, aber es gibt eine Rollenverteilung in einem Parlament, und die nehmen wir jedenfalls wahr. Und Sie sollten nicht lamentieren, sondern Sie sollten die notwendigen Konsequenzen selbst ziehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
In der Sache selber ist ja wieder die Bestätigung auf dem Fuß gefolgt. Es wird nicht besser. Allein schon Ihre Formulierungen, Herr Bundesminister für Finanzen! Wortwörtlich: „Wir haben einen Kapitalmarkt übernommen.“ Wer „wir“? – Die Bundesregierung übernimmt den Kapitalmarkt? Ich glaube eher, Sie sind vom Kapitalmarkt übernommen worden. Das ist allenfalls noch zutreffend. Jedenfalls sind Sie von der Industriellenvereinigung in den Dienst genommen worden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie haben sich in den Dienst stellen lassen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Industriellenvereinigung. Zu diesem Konstrukt müssen Sie greifen, damit Sie überhaupt noch so (der Redner macht eine entsprechende Handbewegung) drüberschauen. Und das ist die Geschichte, die Sie zu verantworten haben! Aber wir sind gar nicht unfroh über diese rechtliche Figur, die in Wahrheit eine rhetorische Figur ist, die Ihren ganzen Schlamassel beschreibt, den Sie selber auch noch vor sich hertragen. Es ist Ihnen wirklich nicht zu helfen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich darf mich an dieser Stelle kurz dem angekündigten Misstrauensantrag gegen den Herrn Staatssekretär Finz zuwenden und ihn begründen. Ich weise auf das hin, was seit dem 11. Juli, seit dieser wunderbaren Weißwaschung – das wollen Sie nicht gerne hören, ich weiß es – passiert ist. Es ist nichts besser geworden. Sie haben immer alles weiter mit verteidigt, und zwar völlig ohne Ansatz irgendeiner Kritik, das ist das Problematische. Und unser Eindruck ist eigentlich, dass Sie hier das Amt des Staatssekretärs zum Amt des Parteisekretärs umfunktionieren, und auch das halten wir mittlerweile nach längerer Respektzeit für untragbar. Das ist so. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Sie aber, meine Damen und Herren von der Regierung, können uns nicht mehr erklären, dass das alles nicht so gewesen sei! Das ist doch schon so lächerlich, dass man sich damit gar nicht länger aufzuhalten braucht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Mehr braucht man dazu nicht zu sagen. Und das war auch schon mein Schlusssatz. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Überprüfung der Steuer- und Abgabenpflicht erfolgte selbständig durch die zuständigen Finanzbehörden, nämlich durch das Finanzamt für Gebühren und Verkehrssteuern sowie durch das Finanzamt für den 4., 5. und 10. Wiener Gemeindebezirk. Ich habe auch gegenüber diesen Finanzbehörden, die einzig zuständig sind, keinerlei Weisung erteilt, sondern von vornherein erklärt, und zwar im Wege des Präsidenten der Finanzlandesdirektion, dass ich kein Zwischenergebnis sehen und an keiner Besprechung teilnehmen möchte. Und das wurde auch so eingehalten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Lentsch: Das ist aber nett!
„Das allein müsste reichen, um dem Gespenst Finz ... das Licht auszublasen.“ (Abg. Lentsch: Das ist aber nett!) – Ja, das ist eine „gute“ Aussage.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
„Es reicht einfach, was er inzwischen“ – gemeint bin ich, Finz – „an hilflosen und albernen Versuchen der Weißwäscherei für Grasser aufgestellt hat.“ (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Wir haben Ihnen nicht Amtsmissbrauch vorgeworfen!
Wenn ich das getan hätte: Das wäre der Vorwurf, dass ich Amtsmissbrauch begangen habe – aber nicht nur ich, sondern auch die hiefür zuständigen Finanzbeamten, wobei zu diesen Personen der amtierende Präsident der Finanzlandesdirektion gehört, zwei Vorstände der Finanzämter sowie neben den Referenten zahlreiche Experten in steuerrechtlichen Fragen. All denen werfen Sie praktisch hiemit auch Amtsmissbrauch vor. (Abg. Öllinger: Wir haben Ihnen nicht Amtsmissbrauch vorgeworfen!) – Na was ist das: „Weißwäscherei“?! – Das soll doch heißen, ich hätte ein Verfahren in eine bestimmte Richtung beeinflusst. (Abg. Öllinger: Nein, nein, die funktioniert anders!)
Abg. Öllinger: Nein, nein, die funktioniert anders!
Wenn ich das getan hätte: Das wäre der Vorwurf, dass ich Amtsmissbrauch begangen habe – aber nicht nur ich, sondern auch die hiefür zuständigen Finanzbeamten, wobei zu diesen Personen der amtierende Präsident der Finanzlandesdirektion gehört, zwei Vorstände der Finanzämter sowie neben den Referenten zahlreiche Experten in steuerrechtlichen Fragen. All denen werfen Sie praktisch hiemit auch Amtsmissbrauch vor. (Abg. Öllinger: Wir haben Ihnen nicht Amtsmissbrauch vorgeworfen!) – Na was ist das: „Weißwäscherei“?! – Das soll doch heißen, ich hätte ein Verfahren in eine bestimmte Richtung beeinflusst. (Abg. Öllinger: Nein, nein, die funktioniert anders!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Allein schon für diese Bediensteten, die sich hier nicht so wehren können, wie ich das kann, weise ich diesen Ihren Vorwurf auf das Entschiedenste zurück! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Spindelegger: Da schau her!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Bundeskanzler! Herr Finanzminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Als Herr Staatssekretär Finz gemeint hat, es werde der Zeitpunkt kommen, wo die strafrechtlichen Ermittlungen eingestellt werden, haben Sie von der SPÖ den Kopf geschüttelt. – Dazu darf ich Ihnen die APA von heute 16.54 Uhr – also relativ jung – zitieren : „Justiz stellt strafrechtliche Ermittlungen gegen Grasser ein.“ (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Spindelegger: Da schau her!)
Abg. Dr. Puswald: So schnell geht das?
Herr Professor Van der Bellen! Hier steht: „Justiz stellt strafrechtliche Ermittlungen gegen Grasser ein.“ (Abg. Dr. Puswald: So schnell geht das?) Ja, das geht so schnell! (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Professor Van der Bellen! Hier steht: „Justiz stellt strafrechtliche Ermittlungen gegen Grasser ein.“ (Abg. Dr. Puswald: So schnell geht das?) Ja, das geht so schnell! (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Darf ich Ihnen etwas sagen? – Das war ein langer Zeitraum! Es hat lange gedauert bei der Justiz, bis dieser Zeitpunkt gekommen ist, den wir immer kommen gesehen haben! Neun Monate – Kollege Puswald, neun Monate! – hat es gedauert. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Professor Van der Bellen, Dr. Pilz, Dr. Cap, Mag. Kogler: Sie alle haben heute hier viel geredet, aber nichts Neues gesagt, aber schon gar nichts Neues gesagt! Und das ist das Problem der Opposition: Man will hier unbedingt etwas am Köcheln halten, was mittlerweile von der Justiz ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (fortsetzend): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da zeigt sich das Dilemma der Opposition: Die Opposition hat ein Problem, und zwar ist ihr Problem schlicht und einfach die erfolgreiche Arbeit der Bundesregierung! (Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Wenn Sie dem schon auf sachlicher Ebene nichts entgegenzusetzen haben, so versuchen Sie heute zum x-ten Mal – und das war ja heute schon eine gefährliche Drohung, dass Sie das fortsetzen werden – mit persönlichen Angriffen die Hauptakteure dieses erfolgreichen Kurses schlecht zu machen. Aber langsam wird es fad! (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Abg. Bures: Weil es schon so traurig ist!
Wenn ich nur in die Reihen der SPÖ schaue – ich sehe ja ohnehin nur mehr sehr, sehr wenige hier sitzen –, und wenn ich Ihre Gesichter sehe, einige den „Kurier“ lesend, andere eine andere Tageszeitung lesend, dann muss ich feststellen: Es gibt ohnehin nur mehr einen oder zwei, die sich das antun, dieses Pflichtritual hier mitzumachen, meine Damen und Herren! (Abg. Bures: Weil es schon so traurig ist!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Fadesse und Desinteresse sieht man auch bei den Grünen, aber nachdem Sie in der Sacharbeit kein Gegenkonzept haben, versuchen Sie eben auch, das Gleiche fortzusetzen. Der große Unterschied zu früher ist nur, Herr Professor Van der Bellen, dass Sie sich hier nun einspannen lassen! Das wundert mich, denn die SPÖ hat es vor der Wahl verabsäumt, Karl-Heinz Grasser nachhaltig – so hat es wortwörtlich in der Studie geheißen: nachhaltig – zu desavouieren. Das war das von den Bundesgeschäftsführerinnen Kuntzl und Bures in Auftrag gegebene Konzept der SPÖ. – Vor der Wahl war man allerdings zu langsam und hat immer wieder einmal etwas verschlafen. Jetzt, nach der Wahl, bisher also neun Monate, gibt es jedoch nur ein Thema: Karl-Heinz Grasser nachhaltig zu desavouieren! (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Sollte es nicht eigentlich bei der Politik, die wir machen, darum gehen, Arbeitsplätze zu sichern oder die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu ermöglichen? Wäre nicht das unser gemeinsames Thema? (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Grünes Licht für die Voest: In Linz wird investiert wie noch nie. 950 neue Jobs soll das Projekt Linz 2010 bringen. – Zitatende. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Bures.
Der Chef der Voest, Eder, hat es vor kurzem deutlich gesagt: Die Steuerreform war es, die ihn dazu veranlasst hat, in einem derartig hohen Ausmaß zu investieren. – Es ist dies die größte Industrie-Investition Österreichs mit 2 Milliarden €. (Zwischenruf der Abg. Bures.)
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Aber das verhält sich nicht nur im Bereich des Budgetdefizits so. Meine Damen und Herren! Wir haben auch ein doppelt so hohes Wachstum wie die anderen Länder in der Europäischen Union zusammen! Und das ist mit ein Grund, warum wir immer auch auf Rot-Grün in Deutschland verweisen, denn daran sieht man natürlich, dass unsere Politik das Gegenmodell ist, nämlich das erfolgreiche Modell, das sich hundertprozentig von dem unterscheidet, was Rot-Grün in Deutschland zustande bringt! (Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Abg. Neudeck: So tief im Sumpf wollen wir jetzt gar nicht wühlen!
Meine Damen und Herren! Kollege Neudeck! Schachner-Blazizek hat es damals durchgesetzt: Er hat mehr als 3 Millionen für die Homepage ausgegeben. Das war aber nur die eine Seite der Medaille. Wissen Sie, wie die andere Seite der Medaille aussieht? Wissen Sie, wer diesen Zuschlag erhalten hat? – Der ehemalige steirische Juso-Chef Jörg Paller. Aber es ist alles objektiv vor sich gegangen, und die Vorgangsweise wurde von der steirischen SPÖ massiv verteidigt. (Abg. Neudeck: So tief im Sumpf wollen wir jetzt gar nicht wühlen!) Kollege Kräuter wird sich noch gut erinnern können, denn auch die anderen Landesräte der SPÖ in der Steiermark ließen Homepages um mehr als 1 Million Schilling einrichten. – Aber es war ja nur Steuergeld, es war ja nur Steuergeld! (Abg. Mag. Molterer: Ah so ist das!)
Abg. Mag. Molterer: Ah so ist das!
Meine Damen und Herren! Kollege Neudeck! Schachner-Blazizek hat es damals durchgesetzt: Er hat mehr als 3 Millionen für die Homepage ausgegeben. Das war aber nur die eine Seite der Medaille. Wissen Sie, wie die andere Seite der Medaille aussieht? Wissen Sie, wer diesen Zuschlag erhalten hat? – Der ehemalige steirische Juso-Chef Jörg Paller. Aber es ist alles objektiv vor sich gegangen, und die Vorgangsweise wurde von der steirischen SPÖ massiv verteidigt. (Abg. Neudeck: So tief im Sumpf wollen wir jetzt gar nicht wühlen!) Kollege Kräuter wird sich noch gut erinnern können, denn auch die anderen Landesräte der SPÖ in der Steiermark ließen Homepages um mehr als 1 Million Schilling einrichten. – Aber es war ja nur Steuergeld, es war ja nur Steuergeld! (Abg. Mag. Molterer: Ah so ist das!)
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
nicht so lange her! Wo hat es dort Aufregung gegeben? – Es hat eben keine Aufregung bei der SPÖ gegeben! (Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Daher frage ich Sie jetzt: Wer verdient hier Misstrauen, wer verdient hier Vertrauen? – Unser hundertprozentiges Vertrauen verdient ein Finanzminister, der eine so erfolgreiche Politik macht, dass ihr in allen internationalen Medien und auch bei uns von jenen, die sich die Sache objektiv ansehen, nur ein positives Zeugnis ausgestellt werden kann. – Die Politik hat Karl-Heinz Grasser an der Arbeit zu messen, und diese ist überdurchschnittlich erfolgreich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Lebhafte Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Herr Abgeordneter Dr. Matznetter. 7 Minuten Wunschredezeit. – Bitte. (Lebhafte Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Trinkl: Das ist aber nicht sehr lustig!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Der Herr Bundeskanzler ist weg. Herr Finanzminister! Herr Staatssekretär, gleichzeitig Filialleiter und Stellvertreter der IV in der Himmelpfortgasse! (Abg. Dr. Trinkl: Das ist aber nicht sehr lustig!) Hohes Haus! Es ist wirklich nicht lustig! Die heutige Aussage des Kollegen Bartenstein trifft nämlich tatsächlich den Kern der Politik!
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Jetzt kommen wir gleich zum Sozialfonds, weil Sie in diesem Zusammenhang von einer fehlenden sozialen Ader der anderen sprechen. – Schämen Sie sich eigentlich nicht, wenn Sie zuerst groß den Sozialfonds verkünden und sagen, dass Sie 40 000 € widmen werden, dann aber in der Presseaussendung von Dr. Weißmann vom 6. Februar 2004 zu lesen ist, dass Sie jene Person waren, die nur 1 000 € einbezahlt hat? Schämen Sie sich nicht dafür, dass da Leute Gelder eingezahlt haben, die wirklich geglaubt haben, dass das zusätzliche Spenden für die Kinder im Rahmen des Fonds sind? Wenn es sich nämlich tatsächlich so verhielte, dass der Fonds mit den 40 000 € von Ihnen errichtet worden wäre, dann hätte dieser Fonds mit den 39 000 € der anderen Spender bereits 79 000 €. Aber die Zahlung der Damen, Herren, Banken und aller anderen dienten nur dazu, Ihre fehlende Bereitschaft auszugleichen. Aber es hat Sie ja niemand gezwungen, das Konto einzurichten! (Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Herr Neudeck, ich komme gleich zu den Problemen, die Sie als Finanzreferent der FPÖ mit ihm (der Redner deutet auf Bundesminister Mag. Grasser) hatten! Die Geschichte der Vorträge liegt ja noch länger zurück. Blicken wir zurück in die Vergangenheit, auf den Beginn Ihrer Ministertätigkeit! Warum musste die FPÖ denn ihre magische 60 000-S-netto-Grenze anheben? – Weil er nicht bereit war, auf 60 000 S herunter zu gehen! Wegen Karl-Heinz Grasser wurde sie auf 66 000 S angehoben! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Wir wissen aber, dass er für 2002 mitgeteilt hat – denn das hat er selbst geschrieben –, dass er für drei Familien 5 500 € gespendet hätte. – Wenn man jetzt die Aussendung seines Steuerberaters anschaut und zusammensortiert, dann sind von den 7 500 € – übrigens zufällig immer der Betrag, den spenden zu sollen die Bankinstitute erahnt haben – 2 000 € an eine Stiftung in Salzburg gegangen und von der Kärntner Raiffeisenbank genau für drei Familien 5 500 € überwiesen worden. Was stimmt also? Stimmt das, was er Ihnen mitgeteilt hat, Herr Neudeck, dass er es gespendet hat, oder stimmt die Mitteilung, dass niemand das verlangt hat, sondern die Spende von der Raiffeisenbank kam? Diese Frage werden wir auch noch klären! (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Kehren wir zurück zur Frage der sozialen Verwendung. (Zwischenruf des Abg. Neudeck.) Wir kommen gleich zu Y-Line, keine Angst! Ich möchte nur aufzeigen, was diese 10 000 € beinhalten könnten, ich will nur das rechtliche Substrat festhalten: Behauptet wurde nämlich von der Regierungsbank aus, dass eine Vorgründungsphase bereits dem Fonds zuzurechnen sei. Grasser bezog sich in diesem Zusammenhang auf die Körperschaftssteuerrichtlinien. In diesen ist allerdings genau das Gegenteil festgelegt! Dort wird nämlich Bezug genommen auf die zivilrechtliche Existenz ab dem Zeitpunkt, zu dem die Stiftung per Urkunde oder Satzung eingerichtet ist. Die Satzung, Herr Staatssekretär, wird aber erst jetzt festgelegt! Die rechtliche Existenz beginnt nach Ihren eigenen Stiftungsrichtlinien, Randziffer 24, erst in dem Zeitpunkt der Zulässigkeitserklärung! (Abg. Neudeck: Das interessiert einen in Österreich!) Und vor diesem Zeitpunkt gibt es keine juristische Person, und vor diesem Zeitpunkt gibt es auch nicht, wie bei der GmbH, eine Vorgründungsgesellschaft, denn es gibt keine Gesellschaft!
Abg. Neudeck: Das interessiert einen in Österreich!
Kehren wir zurück zur Frage der sozialen Verwendung. (Zwischenruf des Abg. Neudeck.) Wir kommen gleich zu Y-Line, keine Angst! Ich möchte nur aufzeigen, was diese 10 000 € beinhalten könnten, ich will nur das rechtliche Substrat festhalten: Behauptet wurde nämlich von der Regierungsbank aus, dass eine Vorgründungsphase bereits dem Fonds zuzurechnen sei. Grasser bezog sich in diesem Zusammenhang auf die Körperschaftssteuerrichtlinien. In diesen ist allerdings genau das Gegenteil festgelegt! Dort wird nämlich Bezug genommen auf die zivilrechtliche Existenz ab dem Zeitpunkt, zu dem die Stiftung per Urkunde oder Satzung eingerichtet ist. Die Satzung, Herr Staatssekretär, wird aber erst jetzt festgelegt! Die rechtliche Existenz beginnt nach Ihren eigenen Stiftungsrichtlinien, Randziffer 24, erst in dem Zeitpunkt der Zulässigkeitserklärung! (Abg. Neudeck: Das interessiert einen in Österreich!) Und vor diesem Zeitpunkt gibt es keine juristische Person, und vor diesem Zeitpunkt gibt es auch nicht, wie bei der GmbH, eine Vorgründungsgesellschaft, denn es gibt keine Gesellschaft!
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
In diesem Punkt ist alles, wie ich glaube, glasklar, und daher ist Ihr Abschied, Herr Minister, leider mittelfristig nicht zu verhindern! (Zwischenruf des Abg. Neudeck.) Warum habe ich „leider“ gesagt? – Herr Neudeck, ich sage es Ihnen: Wir von der Opposition stellen die parteipolitische Frage: Beginnt ein guter Tag mit einem Karl-Heinz Grasser, der im Amt geblieben ist? – Ja, uns nutzt das, Ihnen schadet das! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Punkt ist alles, wie ich glaube, glasklar, und daher ist Ihr Abschied, Herr Minister, leider mittelfristig nicht zu verhindern! (Zwischenruf des Abg. Neudeck.) Warum habe ich „leider“ gesagt? – Herr Neudeck, ich sage es Ihnen: Wir von der Opposition stellen die parteipolitische Frage: Beginnt ein guter Tag mit einem Karl-Heinz Grasser, der im Amt geblieben ist? – Ja, uns nutzt das, Ihnen schadet das! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben das Stichwort Y-Line hineingeworfen: Ich bleibe gleich bei FirstInEx, weil ich nicht mehr viel Zeit habe. – Ein kurzer Hinweis: Papa Grasser war bei FirstInEx als Gründungsaktionär beteiligt. Das war zufällig, über Familien reden wir nicht. Geben Sie bekannt, ob es bei Y-Line das Gleiche war! Dann wird man sich leichter tun! Danke, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Ich habe heute lange überlegt, ob ich mich heute hierherstellen und zu diesem Tagesordnungspunkt sprechen soll. – Wie Sie sehen, bin ich ein entscheidungsfreudiger Mensch, und deswegen stehe ich hier. Ich stehe deshalb hier, weil ich glaube, dass einmal betont werden muss, dass es nicht mehr lustig – das wäre das falsche Wort –, sondern mittlerweile schon sehr mühsam für einen Abgeordneten ist, der eigentlich im Parlament ist, um zu arbeiten, dass man sich Tage, Wochen und Monate mit ein und derselben Sache beschäftigen muss, nämlich: Homepage: ja – nein? Finanzierung: ja – nein? Woher kommt das Geld? Wohin ging es? (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Deshalb habe ich mir gedacht, ich nutze die Chance, wenn der Herr Minister heute hier ist – man bekommt ihn ja nicht immer so leicht zu sehen –, ihm ganz offiziell an dieser Stelle das Schreiben der Agrargemeinschaft, das auch von mir unterstützt wird, zu überreichen und ihn zu bitten, dass er – wie es von Parlamentariern und Ministern zu erwarten ist – arbeitet und sich nicht permanent mit der Beschmutzung und Besudelei durch die Opposition beschäftigt, sondern dafür sorgt, dass diese Bauern in Vorderberg – eventuell auf Grund einer Ausnahmegenehmigung – von diesen Geldern ohne Besteuerung das herausbekommen, was sie brauchen, um damit ihre Güterwege wieder zu sanieren. – Herr Minister, bitte helfen Sie uns dabei! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Scheuch, es wundert mich nicht, dass Sie sich zu Recht die Frage gestellt haben, warum Sie überhaupt ans Rednerpult getreten sind. Ihre Ausführungen haben gezeigt, dass es eigentlich ohnehin völlig sinnlos war. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.)
Abg. Neudeck: Unterausschuss!
Ich darf Ihnen sagen, es ist ja lächerlich, wenn Sie davon reden, dass es Gremien gibt. Natürlich gibt es parlamentarische Gremien, zum Beispiel den kleinen Untersuchungsausschuss. Was war im kleinen Untersuchungsausschuss? (Abg. Neudeck: Unterausschuss!) – Sie haben dort versucht, alles zu verschleiern. Sie haben dort versucht, bei allen Auskunftspersonen – ob das Herr Winkler aus dem Finanzministerium war, ob es die Vertreter von Lehman Brothers waren – zu verhindern, dass sie tatsächlich diesem Parlament, der Öffentlichkeit und dem Ausschuss Rede und Antwort stehen. Das heißt, es gibt Gremien, aber Sie haben in den letzten Wochen nichts anderes versucht, als alles zu verschleiern und sich hinter die Weißwascherei des Herrn Finanzstaatssekretärs zu stellen.
Abg. Mag. Molterer: Was sagen Sie denn zu Schachner-Blazizek? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Bundesminister! Wissen Sie, wie hoch das durchschnittliche Einkommen einer Arbeiterin in Österreich ist? – Es beträgt 1 073 €. Sie muss 20 Jahre arbeiten, um zu dem Geld zu kommen, das Sie so locker für Babyfotos im Netz zur Verfügung stellen. (Abg. Mag. Molterer: Was sagen Sie denn zu Schachner-Blazizek? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn man davon hört, dass der Herr Winkler, der nicht einmal im Aus-
Abg. Ellmauer: Sie haben hier dagegen gestimmt!
schuss auskunftsbereit war, Ihr neuer Vereinsvorsitzender ist, der offensichtlich nicht sehr sorgfältig mit dem Geld umgeht, dann zeigt das ein Sittenbild, das zu Recht die Mehrheit der Bevölkerung empört, weil es deutlich macht, dass Sie – wenn ich an die Pensionsdebatte heute Vormittag denke – zwar sehr sparsam sein wollen bei denjenigen, die eigentlich unserer Hilfe und unserer Unterstützung bedürfen, nämlich Kleinstpensionisten (Abg. Ellmauer: Sie haben hier dagegen gestimmt!), dass Sie aber sehr, sehr großzügig sind (Abg. Mag. Molterer: Warum haben Sie es gerade abgelehnt?), wenn es um Sie selbst geht, und dass Sie sehr großzügig sind (Abg. Mag. Molterer: Sie haben es gerade abgelehnt!), wenn es um Ihre Freunde bis hin zum Herrn Papa im nahen Umfeld geht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Sie haben gerade nein gesagt zur Aufstockung!)
Abg. Mag. Molterer: Warum haben Sie es gerade abgelehnt?
schuss auskunftsbereit war, Ihr neuer Vereinsvorsitzender ist, der offensichtlich nicht sehr sorgfältig mit dem Geld umgeht, dann zeigt das ein Sittenbild, das zu Recht die Mehrheit der Bevölkerung empört, weil es deutlich macht, dass Sie – wenn ich an die Pensionsdebatte heute Vormittag denke – zwar sehr sparsam sein wollen bei denjenigen, die eigentlich unserer Hilfe und unserer Unterstützung bedürfen, nämlich Kleinstpensionisten (Abg. Ellmauer: Sie haben hier dagegen gestimmt!), dass Sie aber sehr, sehr großzügig sind (Abg. Mag. Molterer: Warum haben Sie es gerade abgelehnt?), wenn es um Sie selbst geht, und dass Sie sehr großzügig sind (Abg. Mag. Molterer: Sie haben es gerade abgelehnt!), wenn es um Ihre Freunde bis hin zum Herrn Papa im nahen Umfeld geht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Sie haben gerade nein gesagt zur Aufstockung!)
Abg. Mag. Molterer: Sie haben es gerade abgelehnt!
schuss auskunftsbereit war, Ihr neuer Vereinsvorsitzender ist, der offensichtlich nicht sehr sorgfältig mit dem Geld umgeht, dann zeigt das ein Sittenbild, das zu Recht die Mehrheit der Bevölkerung empört, weil es deutlich macht, dass Sie – wenn ich an die Pensionsdebatte heute Vormittag denke – zwar sehr sparsam sein wollen bei denjenigen, die eigentlich unserer Hilfe und unserer Unterstützung bedürfen, nämlich Kleinstpensionisten (Abg. Ellmauer: Sie haben hier dagegen gestimmt!), dass Sie aber sehr, sehr großzügig sind (Abg. Mag. Molterer: Warum haben Sie es gerade abgelehnt?), wenn es um Sie selbst geht, und dass Sie sehr großzügig sind (Abg. Mag. Molterer: Sie haben es gerade abgelehnt!), wenn es um Ihre Freunde bis hin zum Herrn Papa im nahen Umfeld geht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Sie haben gerade nein gesagt zur Aufstockung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Sie haben gerade nein gesagt zur Aufstockung!
schuss auskunftsbereit war, Ihr neuer Vereinsvorsitzender ist, der offensichtlich nicht sehr sorgfältig mit dem Geld umgeht, dann zeigt das ein Sittenbild, das zu Recht die Mehrheit der Bevölkerung empört, weil es deutlich macht, dass Sie – wenn ich an die Pensionsdebatte heute Vormittag denke – zwar sehr sparsam sein wollen bei denjenigen, die eigentlich unserer Hilfe und unserer Unterstützung bedürfen, nämlich Kleinstpensionisten (Abg. Ellmauer: Sie haben hier dagegen gestimmt!), dass Sie aber sehr, sehr großzügig sind (Abg. Mag. Molterer: Warum haben Sie es gerade abgelehnt?), wenn es um Sie selbst geht, und dass Sie sehr großzügig sind (Abg. Mag. Molterer: Sie haben es gerade abgelehnt!), wenn es um Ihre Freunde bis hin zum Herrn Papa im nahen Umfeld geht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Sie haben gerade nein gesagt zur Aufstockung!)
Zwischenruf der Abg. Bayr.
Herr Bundesminister! Ich glaube, heute ist auch wieder deutlich geworden, dass Sie sich immer mehr in Widersprüchlichkeiten verstricken. Die Widersprüche des Vereins, ob die Homepage jetzt öffentlich oder privat ist, sind ja schon so peinlich, dass es kaum mehr zu ertragen ist. Herr Bundesminister, Sie haben davon gesprochen, dass der Verein und die Homepage – das haben Sie uns hier im Parlament gesagt – privat wären. Staatssekretär Alfred Finz hat am 11. Juli im Parlament gesagt: Die Homepage hat nur dienstliche Zwecke erfüllt, weil sie zur Darstellung der Politik des Ministers gedient hat.Das war besonders peinlich vor allem im Zusammenhang mit den Babyfotos, die natürlich dienstlich ganz besonders wichtig für den Herrn Finanzminister sind. (Zwischenruf der Abg. Bayr.)
Abg. Dr. Fekter: Nein! – Bundesminister Mag. Grasser kehrt vom anderen Ende der Regierungsbank zu seinem Platz zurück.
Und heute stellen Sie sich wieder her: Der Herr Staatssekretär sagt, das ist dienstlich; Sie sagen, das ist privat. – Er ist jetzt sozusagen abhanden gekommen, der Herr Finanzminister. (Abg. Dr. Fekter: Nein! – Bundesminister Mag. Grasser kehrt vom anderen Ende der Regierungsbank zu seinem Platz zurück.) Aber wahrscheinlich macht er dann wieder eine widersprüchliche Aussage. (Abg. Dr. Fekter: Freuen Sie sich nicht zu früh!) Dann sagen Sie: Wir sind einer Meinung, dies ist alles völlig privat. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Fekter: Freuen Sie sich nicht zu früh!
Und heute stellen Sie sich wieder her: Der Herr Staatssekretär sagt, das ist dienstlich; Sie sagen, das ist privat. – Er ist jetzt sozusagen abhanden gekommen, der Herr Finanzminister. (Abg. Dr. Fekter: Nein! – Bundesminister Mag. Grasser kehrt vom anderen Ende der Regierungsbank zu seinem Platz zurück.) Aber wahrscheinlich macht er dann wieder eine widersprüchliche Aussage. (Abg. Dr. Fekter: Freuen Sie sich nicht zu früh!) Dann sagen Sie: Wir sind einer Meinung, dies ist alles völlig privat. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Und heute stellen Sie sich wieder her: Der Herr Staatssekretär sagt, das ist dienstlich; Sie sagen, das ist privat. – Er ist jetzt sozusagen abhanden gekommen, der Herr Finanzminister. (Abg. Dr. Fekter: Nein! – Bundesminister Mag. Grasser kehrt vom anderen Ende der Regierungsbank zu seinem Platz zurück.) Aber wahrscheinlich macht er dann wieder eine widersprüchliche Aussage. (Abg. Dr. Fekter: Freuen Sie sich nicht zu früh!) Dann sagen Sie: Wir sind einer Meinung, dies ist alles völlig privat. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Herr Staatssekretär! Sie haben gesagt, Sie haben in dieser Frage auch das zuständige Wiener Finanzamt 4, 5 und 10 beauftragt. Herr Hofrat Stöger sagt: Wir haben hier gar keine Zuständigkeit, um das tatsächlich zu prüfen. (Bundesminister Mag. Grasser: Das ist doch nicht das Gebührenfinanzamt ...!) – Daher haben auch Sie, Herr Staatssekretär, hier die Unwahrheit gesagt. (Zwischenruf des Abg. Neudeck.) Sie haben Stellen beauftragt, die nicht zuständig sind, und Sie versuchen in Wirklichkeit, diesen Persilschein, diese Weißwascherei zu belegen, und verstricken sich nur noch mehr in Widersprüchlichkeiten. (Abg. Neudeck: Sie wissen nicht einmal, worum es geht!)
Abg. Neudeck: Sie wissen nicht einmal, worum es geht!
Herr Staatssekretär! Sie haben gesagt, Sie haben in dieser Frage auch das zuständige Wiener Finanzamt 4, 5 und 10 beauftragt. Herr Hofrat Stöger sagt: Wir haben hier gar keine Zuständigkeit, um das tatsächlich zu prüfen. (Bundesminister Mag. Grasser: Das ist doch nicht das Gebührenfinanzamt ...!) – Daher haben auch Sie, Herr Staatssekretär, hier die Unwahrheit gesagt. (Zwischenruf des Abg. Neudeck.) Sie haben Stellen beauftragt, die nicht zuständig sind, und Sie versuchen in Wirklichkeit, diesen Persilschein, diese Weißwascherei zu belegen, und verstricken sich nur noch mehr in Widersprüchlichkeiten. (Abg. Neudeck: Sie wissen nicht einmal, worum es geht!)
Abg. Scheibner: Sie haben sich verstrickt!
Herr Finanzminister! Sie haben sich in Widersprüchlichkeiten verstrickt (Abg. Scheibner: Sie haben sich verstrickt!), Sie sind unglaubwürdig in Ihrer Politik, und Sie sind offensichtlich nicht in der Lage oder auch nicht willens, zwischen Recht und Unrecht zu entscheiden. Daher sind Sie zu Recht rücktrittsreif! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Finanzminister! Sie haben sich in Widersprüchlichkeiten verstrickt (Abg. Scheibner: Sie haben sich verstrickt!), Sie sind unglaubwürdig in Ihrer Politik, und Sie sind offensichtlich nicht in der Lage oder auch nicht willens, zwischen Recht und Unrecht zu entscheiden. Daher sind Sie zu Recht rücktrittsreif! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Wo?
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich beginne in aller Eile gleich beim Herrn Finanzminister, der von einer „schmutzigen Polit-Kampagne“ gesprochen hat. „Sudel-Kampagne“ nennt Klubobmann Molterer die Debatte um die Homepage (Abg. Mag. Molterer: Wo?), „Schmutzkübel-Kampagne“ nennt es Fasslabend.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich zitiere Ihnen etwas aus der „Kleinen Zeitung“; das ist die größte Bundesländerzeitung Österreichs, alles andere als linkslastig. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Was schreibt dort Dr. Ulrich Stocker, ein durchaus honoriger Journalist, innenpolitisch einer der wichtigsten? – Er sagt in seiner „Wochenschau“, dass Hauptthemen der Mittwoch-Sitzung des Nationalrates das Pensions-Wirrwarr und Mogeleien des Finanzministers und seiner Crew sein werden.
Der Redner übergibt Staatssekretär Dr. Finz ein Schriftstück.
Es ist ein Segen, meine Damen und Herren, dass im österreichischen Parlament Stenographische Protokolle angefertigt werden, in denen auch Zwischenrufe festgehalten werden: „Staatssekretär Dr. Finz: Das stimmt nicht!“ – Herr Staatssekretär Finz, es stimmt! Hier haben Sie das Originaldokument. (Der Redner übergibt Staatssekretär Dr. Finz ein Schriftstück.) Sie haben hier im Parlament nicht die Wahrheit gesagt, darum sollten Sie zurücktreten! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es ist ein Segen, meine Damen und Herren, dass im österreichischen Parlament Stenographische Protokolle angefertigt werden, in denen auch Zwischenrufe festgehalten werden: „Staatssekretär Dr. Finz: Das stimmt nicht!“ – Herr Staatssekretär Finz, es stimmt! Hier haben Sie das Originaldokument. (Der Redner übergibt Staatssekretär Dr. Finz ein Schriftstück.) Sie haben hier im Parlament nicht die Wahrheit gesagt, darum sollten Sie zurücktreten! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Meine Damen und Herren! Karl-Heinz Grasser soll gehen, ich habe die Nase gestrichen voll! – Das sagt auch nicht irgendein übler „Sudel-Kampagnisierer“, sondern Ihr Funktionär, der Tiroler AK-Präsident Fritz Dinkhauser (Zwischenrufe bei der ÖVP), und er wünscht sich etwas christlich-soziale Orientierung der Volkspartei. Ich muss Ihnen Folgendes sagen: Mit dieser Aussage hat dieser Mann – Ihr Parteimann, Kollege
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Molterer! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) – ein passables Wahlergebnis erreicht, obwohl er der ÖVP angehört.
Beifall bei der ÖVP und den Grünen.
Karl-Heinz Grasser soll gehen, alle haben „die Nase voll“! (Beifall bei der ÖVP und den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Ja!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Präsident! Sehr geehrter Finanzminister! Sehr geehrter Staatssekretär! Eines ist schon äußerst eigenartig und bedenklich, meine Damen und Herren: dass Sie hier sagen, wir sollen zur politischen Sacharbeit zurückkehren (Ruf bei der ÖVP: Ja!), wenn ein politischer Grundkonsens von Ihnen verletzt wird. Das ist für mich bedenklich, denn ein politischer Grundkonsens hat eine politische Moral, und um das diskutieren und kämpfen wir heute. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Präsident! Sehr geehrter Finanzminister! Sehr geehrter Staatssekretär! Eines ist schon äußerst eigenartig und bedenklich, meine Damen und Herren: dass Sie hier sagen, wir sollen zur politischen Sacharbeit zurückkehren (Ruf bei der ÖVP: Ja!), wenn ein politischer Grundkonsens von Ihnen verletzt wird. Das ist für mich bedenklich, denn ein politischer Grundkonsens hat eine politische Moral, und um das diskutieren und kämpfen wir heute. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Auf den Couloirs?
Das ist es, was uns empört, und deshalb kommt auch unser Klubobmann heraus und stellt hier eine Dringliche Anfrage als letzte Möglichkeit, damit Sie endlich öffentlich zu dem stehen, was Sie im Geheimen auch schon auf den Couloirs durchaus zugestehen: dass dieser Finanzminister nicht mehr tragbar ist. (Abg. Scheibner: Auf den Couloirs?) Er ist für Sie politisch einfach nicht mehr tragbar, denn er hat sich nicht nur im Parlament mehrmals der Wahrheit enthalten, sondern er hat vor allem das ständige Vermischen von Privatem und Politischem vorangetrieben. Das ist sozusagen die politisch korrumpierende Dauertätigkeit, dagegen wollen wir uns zur Wehr setzen, und deshalb diese Dringliche Anfrage! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... dass Sie uns das jetzt erklären!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... dass Sie uns das jetzt erklären!
Das ist es, was uns empört, und deshalb kommt auch unser Klubobmann heraus und stellt hier eine Dringliche Anfrage als letzte Möglichkeit, damit Sie endlich öffentlich zu dem stehen, was Sie im Geheimen auch schon auf den Couloirs durchaus zugestehen: dass dieser Finanzminister nicht mehr tragbar ist. (Abg. Scheibner: Auf den Couloirs?) Er ist für Sie politisch einfach nicht mehr tragbar, denn er hat sich nicht nur im Parlament mehrmals der Wahrheit enthalten, sondern er hat vor allem das ständige Vermischen von Privatem und Politischem vorangetrieben. Das ist sozusagen die politisch korrumpierende Dauertätigkeit, dagegen wollen wir uns zur Wehr setzen, und deshalb diese Dringliche Anfrage! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... dass Sie uns das jetzt erklären!)
Abg. Mag. Mainoni: Haben Sie das „profil“ gelesen, gell? Sind keine eigenen Geschichten!
weil das ja mein Hauptansatzpunkt und mein Hauptkritikpunkt ist. Zum Beispiel ist Ihr Fraktionskollege Lothar Späth in Baden-Württemberg zurückgetreten, als ihm nachgewiesen wurde, dass er Urlaubsreisen von Industriekonzernen gesponsert bekommen hat. (Abg. Mag. Mainoni: Haben Sie das „profil“ gelesen, gell? Sind keine eigenen Geschichten!) Das war ein Rücktrittsgrund. – Hier sitzt ein Finanzminister, der sich eine Homepage sponsern lässt und noch immer sitzt und sitzt und sitzt! (Abg. Großruck: Er ist ja nicht mit der Homepage auf Urlaub gefahren!)
Abg. Großruck: Er ist ja nicht mit der Homepage auf Urlaub gefahren!
weil das ja mein Hauptansatzpunkt und mein Hauptkritikpunkt ist. Zum Beispiel ist Ihr Fraktionskollege Lothar Späth in Baden-Württemberg zurückgetreten, als ihm nachgewiesen wurde, dass er Urlaubsreisen von Industriekonzernen gesponsert bekommen hat. (Abg. Mag. Mainoni: Haben Sie das „profil“ gelesen, gell? Sind keine eigenen Geschichten!) Das war ein Rücktrittsgrund. – Hier sitzt ein Finanzminister, der sich eine Homepage sponsern lässt und noch immer sitzt und sitzt und sitzt! (Abg. Großruck: Er ist ja nicht mit der Homepage auf Urlaub gefahren!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Möllemann! – Zwischenrufe bei der ÖVP
Ein zweites Beispiel aus Ihrem Bereich (Ruf bei den Freiheitlichen: Möllemann! – Zwischenrufe bei der ÖVP): Bitte denken Sie an Kurt Biedenkopf! Da ist es um 68 € gegangen, um einen Rabatt von 68 € bei einem Möbelkauf. Er ist als Ministerpräsident zurückgetreten – aber hier sitzt ein Finanzminister, der sich von der Industriellenvereinigung Länge mal Breite sponsern lässt, dann die gesponserten Gelder in ein Netzwerk von Freundesbeziehungen schleust und womöglich irgendwelche Reptilienfonds speist. (Abg. Mag. Mainoni: Auch zurückgetreten: Özdemir! Ein Grüner!)
Abg. Mag. Mainoni: Auch zurückgetreten: Özdemir! Ein Grüner!
Ein zweites Beispiel aus Ihrem Bereich (Ruf bei den Freiheitlichen: Möllemann! – Zwischenrufe bei der ÖVP): Bitte denken Sie an Kurt Biedenkopf! Da ist es um 68 € gegangen, um einen Rabatt von 68 € bei einem Möbelkauf. Er ist als Ministerpräsident zurückgetreten – aber hier sitzt ein Finanzminister, der sich von der Industriellenvereinigung Länge mal Breite sponsern lässt, dann die gesponserten Gelder in ein Netzwerk von Freundesbeziehungen schleust und womöglich irgendwelche Reptilienfonds speist. (Abg. Mag. Mainoni: Auch zurückgetreten: Özdemir! Ein Grüner!)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Bitte, dieser Finanzminister sitzt nach wie vor hier, und daneben sitzt ein Herr Staatssekretär Finz in seiner Biederkeit und greift zurück auf gewisse vergangene Zeiten, indem er sich noch dazu herausnimmt (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) – ich komme zum Schlusssatz (Abg. Mag. Mainoni: Die Bonusmeilen des Herrn Özdemir von den Grünen!) –, den Rechnungshofpräsidenten zu kritisieren, weil sich der etwas erlaubt, was nach Herrn Finz anscheinend jenseits der Befugnisse des Rechnungshofes liegt: weil sich der erlaubt, etwas zu überprüfen!
Abg. Mag. Mainoni: Die Bonusmeilen des Herrn Özdemir von den Grünen!
Bitte, dieser Finanzminister sitzt nach wie vor hier, und daneben sitzt ein Herr Staatssekretär Finz in seiner Biederkeit und greift zurück auf gewisse vergangene Zeiten, indem er sich noch dazu herausnimmt (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) – ich komme zum Schlusssatz (Abg. Mag. Mainoni: Die Bonusmeilen des Herrn Özdemir von den Grünen!) –, den Rechnungshofpräsidenten zu kritisieren, weil sich der etwas erlaubt, was nach Herrn Finz anscheinend jenseits der Befugnisse des Rechnungshofes liegt: weil sich der erlaubt, etwas zu überprüfen!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Dabei müssten Sie, Herr Staatssekretär, hier schon längst selbst tätig geworden sein, dem Rechnungshof den Rücken stärken und ihn nicht kritisieren. Deshalb auch unser Misstrauensantrag Ihnen gegenüber, weil Sie in Ihrer ureigensten Materie so herumlavieren und dem Herrn Finanzminister den Rücken decken! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Wimmer und Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Wimmer und Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Entschließungsantrag betreffend Versagung des Vertrauens gegenüber dem Bundesminister für Finanzen hat daher nicht die erforderliche Mehrheit erreicht und ist damit abgelehnt. (Beifall bei der ÖVP.)
Entgegen dem von Präsident Dr. Khol verkündeten Ergebnis beträgt die tatsächliche Anzahl der „Ja“-Stimmen 82. – Bei der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses wurden irrtümlich 83 „Ja“-Stimmen verkündet, weil eine namentliche Stimmkarte doppelt abgegeben worden war. An der Feststellung des Präsidenten, dass der Antrag abgelehnt wurde, ändert sich jedoch nichts.
(Entgegen dem von Präsident Dr. Khol verkündeten Ergebnis beträgt die tatsächliche Anzahl der „Ja“-Stimmen 82. – Bei der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses wurden irrtümlich 83 „Ja“-Stimmen verkündet, weil eine namentliche Stimmkarte doppelt abgegeben worden war. An der Feststellung des Präsidenten, dass der Antrag abgelehnt wurde, ändert sich jedoch nichts.)
Beifall bei den Grünen.
Vorweg vielleicht: Beachtlich an dieser Materie ist ja, dass ein Bundestierschutzgesetz ganz offenkundig um einiges komplizierter, schwieriger und komplexer ist als eine Steuerreform, eine Pensionsreform oder die Erstellung eines Zweijahresbudgets, wenn ich mir anschaue, wie lange es schon dauert und in welches Schlamassel sich die Bundesregierung dabei bereits hineinmanövriert hat. (Beifall bei den Grünen.) Ein Schlamassel, bei dem sich immer drängender die Frage stellt: Ist es tatsächlich ein Schlamassel – oder ist es ein Manöver mit dem Titel „gezieltes Scheitern“, das der Bundeskanzler hier mit aktiver Mithilfe seines Landwirtschaftsministers fährt?
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Und Betriebinnen!
Wir können daraus ganz deutlich ablesen, was hier betrieben wird: Es ist hier eine sehr intensive Agrar-Lobby am Werk. – Ich unterscheide übrigens hier ganz eindeutig zwischen Agrar-Lobby und den tatsächlichen bäuerlichen Betrieben oder gar biobäuerlichen Betrieben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Und Betriebinnen!) Es wird nicht besser, Herr Abgeordneter Scheuch, wenn Sie nicht von Ihrem Platz aus unqualifizierte Zwischenrufe machen. Und nachdem es der Herr Präsident nicht kritisiert, erlaube ich mir diese Freiheit. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir können daraus ganz deutlich ablesen, was hier betrieben wird: Es ist hier eine sehr intensive Agrar-Lobby am Werk. – Ich unterscheide übrigens hier ganz eindeutig zwischen Agrar-Lobby und den tatsächlichen bäuerlichen Betrieben oder gar biobäuerlichen Betrieben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Und Betriebinnen!) Es wird nicht besser, Herr Abgeordneter Scheuch, wenn Sie nicht von Ihrem Platz aus unqualifizierte Zwischenrufe machen. Und nachdem es der Herr Präsident nicht kritisiert, erlaube ich mir diese Freiheit. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Gott sei Dank nur für das Protokoll! Wenn Sie es uns gesagt hätten, hätte ich Ihnen schon etwas geantwortet! – Weitere Zwischenrufe.
Da wir schon dabei sind, weise ich auch auf den beträchtlichen Lärmpegel im Saal hin. Das auch nur für das Protokoll. (Abg. Scheibner: Gott sei Dank nur für das Protokoll! Wenn Sie es uns gesagt hätten, hätte ich Ihnen schon etwas geantwortet! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei den Grünen.
Warum sagen Sie nicht einfach klipp und klar, „best of nine“ kommt nicht in Frage, statt uns da definitorische Bemühungen um die Ohren zu schlagen, mit denen diese Regierung ja offensichtlich ganz besonders gerne arbeitet? (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Was heißt denn das konkret? – Das heißt ganz konkret, dass Sie, Herr Minister Pröll – aber Sie sind nicht der Einzige, wir haben nur jetzt gerade Ihre Anfragebeantwortung hier –, wie auch Regierungskollegen von Ihnen eine gesetzlich sanktionierte Lizenz zum Tierquälen haben wollen. Punkt! Das ist genau das, was Sie haben wollen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Großruck: Ein Schnabel wurde bei einem Ferkel noch nie kupiert!
Es ist zum Beispiel allgemein verboten, eindeutig tierquälerische Eingriffe – da sind auch die Experten einer Meinung – vorzunehmen, wie das Kupieren von Schnäbeln oder Schwänzen, beim Ferkel zum Beispiel (Abg. Großruck: Ein Schnabel wurde bei einem Ferkel noch nie kupiert!), oder Eingriffe, die mit erheblichen Schmerzen verbunden sind, wie etwa die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung. Das ist alles Tierquälerei und eigentlich verboten, aber in der Verordnung, die sich der Herr Minister geschrieben hat, und zum Teil im Gesetz, das sich die Herren Minister mehrerer befasster Ressorts geschrieben haben, soll es dann für die Landwirtschaft erlaubt sein. (Unruhe im Saal.)
Abg. Wittauer: Es gibt einen Ombudsmann!
Dabei haben wir dieses Tierschutz-Volksbegehren noch nicht einmal ansatzweise in den Forderungen drinnen. Wir haben im Tierschutz-Volksbegehren zentrale Elemente gehabt, wie etwa Tierschutz im Verfassungsrang. Dazu sagt die ÖVP njet. Eine unabhängige Tieranwaltschaft kommt doch nicht einmal in die Tüte. Da gab es ja sogar Resolutionen in den Landeslandwirtschaftskammern, dass das bloß nicht kommen dürfe. (Abg. Wittauer: Es gibt einen Ombudsmann!)
Abg. Hornek: Sind das die, die die Stallungen anzünden? – Ruf bei den Grünen: Nicht nur die!
Des Weiteren ist die Frage nach der finanziellen Förderung des Tierschutzes in dem Entwurf ja fast schon blamabel geregelt. Man kann so vielleicht die Umstellung im landwirtschaftlichen Bereich und die wissenschaftliche Tierschutzforschung fördern, aber für den aktiven Tierschutz, also für jene Menschen, die sich meist ehrenamtlich mit viel Zeit und Engagement für den Tierschutz vor Ort einsetzen, wollen Sie jedenfalls keinen müden Euro und keinen Cent herausrücken. (Abg. Hornek: Sind das die, die die Stallungen anzünden? – Ruf bei den Grünen: Nicht nur die!) – So schaut Ihre Tierschutzpolitik aus! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Des Weiteren ist die Frage nach der finanziellen Förderung des Tierschutzes in dem Entwurf ja fast schon blamabel geregelt. Man kann so vielleicht die Umstellung im landwirtschaftlichen Bereich und die wissenschaftliche Tierschutzforschung fördern, aber für den aktiven Tierschutz, also für jene Menschen, die sich meist ehrenamtlich mit viel Zeit und Engagement für den Tierschutz vor Ort einsetzen, wollen Sie jedenfalls keinen müden Euro und keinen Cent herausrücken. (Abg. Hornek: Sind das die, die die Stallungen anzünden? – Ruf bei den Grünen: Nicht nur die!) – So schaut Ihre Tierschutzpolitik aus! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hornek: Ja!
Ich kann daher eigentlich nur den abwesenden Bundeskanzler fragen, denn in den Landwirtschaftsminister setze ich nach dieser blamablen Anfragebeantwortung keine Hoffnung mehr. Die ÖVP und insbesondere den Herrn Bundeskanzler, der sich mit seinem Wahlversprechen großartig hingestellt hat, würde ich aber schon gerne fragen: Sieht so in Ihren Augen ein modernes Bundestierschutzgesetz aus? (Abg. Hornek: Ja!) Meine Damen und Herren von der ÖVP! Herr Bundeskanzler! Können Sie verantworten, dass das Tierleid in Österreich nicht nur anhalten, sondern größer werden wird, weil Sie die Standards per Gesetz wegregulieren wollen? – So schaut es nämlich aus. (Abg. Hornek: Das ist unrichtig!)
Abg. Hornek: Das ist unrichtig!
Ich kann daher eigentlich nur den abwesenden Bundeskanzler fragen, denn in den Landwirtschaftsminister setze ich nach dieser blamablen Anfragebeantwortung keine Hoffnung mehr. Die ÖVP und insbesondere den Herrn Bundeskanzler, der sich mit seinem Wahlversprechen großartig hingestellt hat, würde ich aber schon gerne fragen: Sieht so in Ihren Augen ein modernes Bundestierschutzgesetz aus? (Abg. Hornek: Ja!) Meine Damen und Herren von der ÖVP! Herr Bundeskanzler! Können Sie verantworten, dass das Tierleid in Österreich nicht nur anhalten, sondern größer werden wird, weil Sie die Standards per Gesetz wegregulieren wollen? – So schaut es nämlich aus. (Abg. Hornek: Das ist unrichtig!)
Abg. Scheibner: Im nächsten Ministerrat? Da wette ich mit Ihnen nicht, denn das ist nicht im nächsten Ministerrat!
gelingt es ihr diesmal. Ich fürchte zwar, dass wir wieder ein Manöver haben und jetzt für den Wahlkampf ein bisschen getöst wird. Dann wird das Gesetz aufgehalten und wir verschieben alles. – Wetten, dass es nicht im nächsten Ministerrat ist! Wetten, dass Sie sich bis dahin nicht durchgesetzt haben! (Abg. Scheibner: Im nächsten Ministerrat? Da wette ich mit Ihnen nicht, denn das ist nicht im nächsten Ministerrat!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Verschieben wir es bis nach dem 7. März, das ist ganz praktisch. Dann kommt ein bisschen eine Alibiregelung da, ein Entschließungsantrag dort, dass man den Tierschutz im Konvent haben möchte, aber im Gesetz wird herzlich wenig beziehungsweise gar nichts stehen. Ob Sie dann mitstimmen oder nicht, darauf bin ich neugierig! Wir werden es nicht tun können. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenberger: ... Exodus! – Heiterkeit bei den Grünen.
Man muss auch die Genesis, die Entstehungsgeschichte des Bundestierschutzgesetzes sehen. (Abg. Dr. Lichtenberger: ... Exodus! – Heiterkeit bei den Grünen.) Wir gehen von Ländergesetzen auf Basis einer 15a-Vereinbarung aus. Es hat sich in diesem Bereich in den letzten Jahren eine Entwicklung ergeben – Sie haben diverse Verbote angesprochen –, wonach in einzelnen Bundesländern, denen die Tierhaltung im agrarischen Bereich in dieser Gattung nicht bekannt war, natürlich ein Verbot ausgesprochen wurde. – (Abg. Mag. Weinzinger: In Salzburg ...!) So viel zur Entwicklung der Ländergesetze. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Weinzinger: In Salzburg ...!
Man muss auch die Genesis, die Entstehungsgeschichte des Bundestierschutzgesetzes sehen. (Abg. Dr. Lichtenberger: ... Exodus! – Heiterkeit bei den Grünen.) Wir gehen von Ländergesetzen auf Basis einer 15a-Vereinbarung aus. Es hat sich in diesem Bereich in den letzten Jahren eine Entwicklung ergeben – Sie haben diverse Verbote angesprochen –, wonach in einzelnen Bundesländern, denen die Tierhaltung im agrarischen Bereich in dieser Gattung nicht bekannt war, natürlich ein Verbot ausgesprochen wurde. – (Abg. Mag. Weinzinger: In Salzburg ...!) So viel zur Entwicklung der Ländergesetze. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Man muss auch die Genesis, die Entstehungsgeschichte des Bundestierschutzgesetzes sehen. (Abg. Dr. Lichtenberger: ... Exodus! – Heiterkeit bei den Grünen.) Wir gehen von Ländergesetzen auf Basis einer 15a-Vereinbarung aus. Es hat sich in diesem Bereich in den letzten Jahren eine Entwicklung ergeben – Sie haben diverse Verbote angesprochen –, wonach in einzelnen Bundesländern, denen die Tierhaltung im agrarischen Bereich in dieser Gattung nicht bekannt war, natürlich ein Verbot ausgesprochen wurde. – (Abg. Mag. Weinzinger: In Salzburg ...!) So viel zur Entwicklung der Ländergesetze. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Weinzinger: Die Einvernehmensregelung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie wissen auch, wie die Verteilung der Zuständigkeiten in diesem Bereich ist. Der Herr Bundeskanzler wird das Bundestierschutzgesetz vorlegen. Die weitere Zuständigkeit liegt im Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, weil dort die Veterinärbehörde angesiedelt ist. Ich kann mich noch an viele Diskussionen erinnern, in denen argumentiert wurde, das Bundestierschutzgesetz solle nicht in der Zuständigkeit des Landwirtschaftsministers liegen. (Abg. Mag. Weinzinger: Die Einvernehmensregelung!) Das ist auch so nicht vorgesehen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine ganz andere Landwirtschaft!
Ich nenne in diesem Zusammenhang immer wieder die Schweiz, weil man das auch anführen muss (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine ganz andere Landwirtschaft!): Sie hat die Käfighennenhaltung verboten, kann derzeit nur 30 Prozent der Produkte aus eigener Produktion erzeugen und muss den Rest aus dem Ausland importieren. Das sind vorrangig in Form von Käfighennenhaltung produzierte Eier. Das will ich nicht. Deshalb werden wir auch versuchen, bei der vorzeitigen Umstellung von Käfighennenhaltung auf Boden- und Alternativsysteme entsprechende finanzielle Unterstützung zu gewähren. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: In Kärnten haben wir das heute beschlossen!) Das ist der richtige Weg: Ausstiegsszenarien festzulegen und auf der anderen Seite auch Unterstützung zu bieten, damit wir die Ware weiterhin in Österreich produzieren können.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: In Kärnten haben wir das heute beschlossen!
Ich nenne in diesem Zusammenhang immer wieder die Schweiz, weil man das auch anführen muss (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine ganz andere Landwirtschaft!): Sie hat die Käfighennenhaltung verboten, kann derzeit nur 30 Prozent der Produkte aus eigener Produktion erzeugen und muss den Rest aus dem Ausland importieren. Das sind vorrangig in Form von Käfighennenhaltung produzierte Eier. Das will ich nicht. Deshalb werden wir auch versuchen, bei der vorzeitigen Umstellung von Käfighennenhaltung auf Boden- und Alternativsysteme entsprechende finanzielle Unterstützung zu gewähren. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: In Kärnten haben wir das heute beschlossen!) Das ist der richtige Weg: Ausstiegsszenarien festzulegen und auf der anderen Seite auch Unterstützung zu bieten, damit wir die Ware weiterhin in Österreich produzieren können.
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie hat gesagt die Agrarpolitik, nicht die Bauern!
Einem Thema möchte ich mich noch widmen, weil die Bauern hier in ein schiefes Licht gerückt wurden (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie hat gesagt die Agrarpolitik, nicht die Bauern!): Sie haben gesagt, die Absicht mancher sei es, die Lizenz zum Tierquälen zu erteilen. Das ist ein heftiger Vorwurf, den ich auf niemandem sitzen lassen kann, weil niemand im agrarischen Bereich – und das können Sie mir glauben – auch nur im Ansatz daran denkt, Tiere zu quälen. Tiere sind eine wesentliche Einkommensbasis für die österreichischen Bäuerinnen und Bauern, für die Grünlandwirtschaft gerade in den benachteiligten Gebieten in den Alpenregionen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Einem Thema möchte ich mich noch widmen, weil die Bauern hier in ein schiefes Licht gerückt wurden (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie hat gesagt die Agrarpolitik, nicht die Bauern!): Sie haben gesagt, die Absicht mancher sei es, die Lizenz zum Tierquälen zu erteilen. Das ist ein heftiger Vorwurf, den ich auf niemandem sitzen lassen kann, weil niemand im agrarischen Bereich – und das können Sie mir glauben – auch nur im Ansatz daran denkt, Tiere zu quälen. Tiere sind eine wesentliche Einkommensbasis für die österreichischen Bäuerinnen und Bauern, für die Grünlandwirtschaft gerade in den benachteiligten Gebieten in den Alpenregionen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Niemand hat Interesse, hatte Interesse und wird Interesse daran haben, Tiere zu quälen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Käfighaltung ist Tierquälerei!
Ich weise aber zurück, dass man generell einen gesamten Berufsstand verunglimpft, wie Sie, Frau Kollegin Weinzinger, heute in Ihrer Presseaussendung, indem Sie wörtlich schreiben, dass „die tierquälerischen Praktiken in der Landwirtschaft weiter erlaubt“ seien und „die ÖVP mit Zähnen und Klauen das Recht auf Tierquälerei verteidigt“. – Diese generelle Verunglimpfung der Bauern weise ich ganz entschieden zurück! (Abg. Dr. Pirklhuber: Käfighaltung ist Tierquälerei!) Nehmen Sie das zur Kenntnis, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich weise aber zurück, dass man generell einen gesamten Berufsstand verunglimpft, wie Sie, Frau Kollegin Weinzinger, heute in Ihrer Presseaussendung, indem Sie wörtlich schreiben, dass „die tierquälerischen Praktiken in der Landwirtschaft weiter erlaubt“ seien und „die ÖVP mit Zähnen und Klauen das Recht auf Tierquälerei verteidigt“. – Diese generelle Verunglimpfung der Bauern weise ich ganz entschieden zurück! (Abg. Dr. Pirklhuber: Käfighaltung ist Tierquälerei!) Nehmen Sie das zur Kenntnis, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Weinzinger: Sie sollten ein Langzeitgedächtnis haben! – Weiterer Zwischenruf bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! So weit sollten auch Sie als junge Abgeordnete wissen, wie parlamentarische Prozesse ablaufen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Weinzinger: Sie sollten ein Langzeitgedächtnis haben! – Weiterer Zwischenruf bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Na bitte, Kollege Auer!
Aber offensichtlich geht es Ihnen ja gar nicht darum. Offensichtlich soll Tierschutz für weiteren Populismus herhalten. (Abg. Öllinger: Na bitte, Kollege Auer!) Wir setzen dem eine umfassende Arbeit mit wirklich profunden Experten entgegen, und die Namen Troxler, Pechlaner und Gsandtner bürgen auch dafür – damit das klargestellt ist!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Großruck: Dann täte sie wie ein Schweinderl ausschauen!
Außerdem sage ich Ihnen ganz offen: Ich würde Sie gerne einladen, bäuerliche Betriebe zu besuchen – Sie können sie sich selber aussuchen – und einmal 14 Tage lang im Stall mitzuarbeiten, damit Sie wissen, wovon Sie reden und was Sie fordern, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Großruck: Dann täte sie wie ein Schweinderl ausschauen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Durchschnittszahlen, Kollege Auer!
Sehr oft vernimmt man ja, in Österreich gäbe es Massenproduktion und die tierhalterischen Massenbetriebe im Bereich der Bauernschaft müssten ein Ende haben. – Ich habe mir zum Vergleich die Tierbestandsgrenzen und die Tierbestände im Schnitt ausheben lassen. Nur drei Fakten: Rinderhaltung in Österreich: 20,5 Stück, in Luxemburg das Fünffache: 105 Stück im Durchschnitt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Durchschnittszahlen, Kollege Auer!) Milchkühe: in Österreich: 8,4, in Großbritannien das Achtfache: 68,2 Stück. Schweinehaltung: in Österreich im Schnitt 38 Stück pro Betrieb, in den Niederlanden das 19-Fache, nämlich weit über 700 Stück pro Betrieb.
Abg. Mag. Weinzinger: Salzburg!
Ich gebe Ihnen Recht, dass gerade auch im Bereich der Legehühner das eine oder andere zu machen ist – gar keine Frage. Aber es ist natürlich interessant, wenn bestimmte Bundesländer, in denen eine bestimmte Produktion überhaupt keine Rolle spielt, sehr tapfer sind. Das kommt mir so vor, als ob man im Burgenland die Almwirtschaft abschaffen wollte. Meine Damen und Herren! Das hat auch keinen Bezug. (Abg. Mag. Weinzinger: Salzburg!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Vernünftiger Tierschutz ist dringend notwendig. Dieser wird auf Grund dieser sorgsamen Gesetzgebung, die im Laufen ist und deren Produkt mit Sicherheit in Kürze auf den Tisch gelegt wird, im beiderseitigen Einvernehmen der Regierungsparteien unterstützt von den Experten in einem zukunftsweisenden Gesetzes verankert werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Jakob Auer: Schweiz! Deutschland!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Auer, nur ein Satz noch zum Thema Eier und Legehennen: Sie wissen ganz genau, dass es mit gewissen Übergangsfristen auch möglich ist, auf Legebatterien zu verzichten und die Eier trotzdem in Österreich zu produzieren, und zwar zu ganz akzeptablen Tierschutzstandards. (Abg. Jakob Auer: Schweiz! Deutschland!) Man muss nur die richtige Weichenstellung dafür treffen. Niemand von uns verlangt, dass wir die Legebatterien von heute auf morgen zusperren. Wir sind alle bereit, gewisse Übergangsfristen zu akzeptieren, aber das sollte zumindest unser Ziel sein. (Abg. Jakob Auer: Das wird ja auch gemacht!)
Abg. Jakob Auer: Das wird ja auch gemacht!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Auer, nur ein Satz noch zum Thema Eier und Legehennen: Sie wissen ganz genau, dass es mit gewissen Übergangsfristen auch möglich ist, auf Legebatterien zu verzichten und die Eier trotzdem in Österreich zu produzieren, und zwar zu ganz akzeptablen Tierschutzstandards. (Abg. Jakob Auer: Schweiz! Deutschland!) Man muss nur die richtige Weichenstellung dafür treffen. Niemand von uns verlangt, dass wir die Legebatterien von heute auf morgen zusperren. Wir sind alle bereit, gewisse Übergangsfristen zu akzeptieren, aber das sollte zumindest unser Ziel sein. (Abg. Jakob Auer: Das wird ja auch gemacht!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Großruck: Das ist falsch!
Sie wollen das ja nicht einmal mehr zu Ihrem Ziel machen. Sie sagen, entweder Legebatterien oder aus dem Ausland importieren, und keine Alternativen, und das sind wir nicht bereit zu akzeptieren. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Großruck: Das ist falsch!)
Abg. Scheibner: Was schauen Sie denn uns an?
Meine Damen und Herren von der Bundesregierung! Was Sie uns in den letzten Monaten in Sachen Tierschutz präsentiert haben, ist leider ein Trauerspiel. Anders kann ich es nicht mehr formulieren. (Abg. Scheibner: Was schauen Sie denn uns an?) – Sie gehören, glaube ich, auch noch zur Regierung, soweit ich mich erinnern kann. Ich betone: noch. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber wir haben nichts präsentiert!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber wir haben nichts präsentiert!
Meine Damen und Herren von der Bundesregierung! Was Sie uns in den letzten Monaten in Sachen Tierschutz präsentiert haben, ist leider ein Trauerspiel. Anders kann ich es nicht mehr formulieren. (Abg. Scheibner: Was schauen Sie denn uns an?) – Sie gehören, glaube ich, auch noch zur Regierung, soweit ich mich erinnern kann. Ich betone: noch. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber wir haben nichts präsentiert!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Nicht von mir!
Wenn wir dann die Verordnungsermächtigungen, die von Ihnen kommen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Nicht von mir!), einfordern und vorgelegt bekommen – wobei das, so möchte ich betonen, natürlich auch nur eine Vorversion der Vorversion und ja keine endgültige Version ist – und dann inhaltlich anschauen, dann kommt einem bei manchen Dingen wirklich ein bisschen das Grausen. Gerade im Nutztierbereich, der, wie wir schon vorher der Rede des Kollegen Auer entnehmen konnten, einer der kritischen Bereiche ist, gibt es gravierende Verschlechterungen in Ihren Verordnungsentwürfen. Von einem Gleichbleiben des Niveaus kann man überhaupt nicht reden, ganz im Gegenteil, das Niveau sinkt teilweise auf EU-Standards, teilweise sogar unter diese.
Abg. Mag. Molterer: Intensive!
Was ich auch interessant finde: Ihnen ist ja bekannt und, so glaube ich, bewusst, dass dieses Gesetz eine Zweidrittelmaterie ist. Sie benötigen dafür eine Verfassungsänderung, das heißt, Sie brauchen auch die SPÖ dafür. – Bis zum heutigen Tag ist niemand an mich oder an uns mit irgendwelchen Bestrebungen, mit uns zu verhandeln, herangetreten. Ja, es hat Vorbesprechungen gegeben. (Abg. Mag. Molterer: Intensive!) – Das gestehe ich schon zu. Aber dass jemand zu mir gekommen wäre und gesagt hätte, er wolle jetzt über dieses oder jenes verhandeln, daran kann ich mich nicht erinnern. (Abg. Mag. Molterer: Die Frau Dr. Baumgartner-Gabitzer!) – Frau Dr. Baumgartner-Gabitzer und ich haben miteinander gesprochen, aber verhandelt haben wir nicht.
Abg. Mag. Molterer: Die Frau Dr. Baumgartner-Gabitzer!
Was ich auch interessant finde: Ihnen ist ja bekannt und, so glaube ich, bewusst, dass dieses Gesetz eine Zweidrittelmaterie ist. Sie benötigen dafür eine Verfassungsänderung, das heißt, Sie brauchen auch die SPÖ dafür. – Bis zum heutigen Tag ist niemand an mich oder an uns mit irgendwelchen Bestrebungen, mit uns zu verhandeln, herangetreten. Ja, es hat Vorbesprechungen gegeben. (Abg. Mag. Molterer: Intensive!) – Das gestehe ich schon zu. Aber dass jemand zu mir gekommen wäre und gesagt hätte, er wolle jetzt über dieses oder jenes verhandeln, daran kann ich mich nicht erinnern. (Abg. Mag. Molterer: Die Frau Dr. Baumgartner-Gabitzer!) – Frau Dr. Baumgartner-Gabitzer und ich haben miteinander gesprochen, aber verhandelt haben wir nicht.
Abg. Mag. Molterer: Gibt es schon eine Regierungsvorlage, über die wir verhandeln können?
Das ist, glaube ich, schon eine Quintessenz, wenn man sich eine parlamentarische Zweidrittelmehrheit für irgendetwas erhofft. (Abg. Mag. Molterer: Gibt es schon eine Regierungsvorlage, über die wir verhandeln können?) – Es gibt keine Regierungsvorlage. Ganz genau. Wenn Sie mir zugehört hätten: Das ist das, was ich am Anfang schon ganz leicht bekrittelt hätte. (Abg. Mag. Molterer: Worüber wollen Sie dann verhandeln?)
Abg. Mag. Molterer: Worüber wollen Sie dann verhandeln?
Das ist, glaube ich, schon eine Quintessenz, wenn man sich eine parlamentarische Zweidrittelmehrheit für irgendetwas erhofft. (Abg. Mag. Molterer: Gibt es schon eine Regierungsvorlage, über die wir verhandeln können?) – Es gibt keine Regierungsvorlage. Ganz genau. Wenn Sie mir zugehört hätten: Das ist das, was ich am Anfang schon ganz leicht bekrittelt hätte. (Abg. Mag. Molterer: Worüber wollen Sie dann verhandeln?)
Abg. Mag. Molterer: Ah! Jetzt weichen ...!
Vielleicht wäre es gescheit, uns einzubinden, bevor es eine fix und fertige Vorlage gibt, denn diese dann wieder aufzuschnüren ist natürlich viel schwieriger. (Abg. Mag. Molterer: Ah! Jetzt weichen ...!) – Was heißt weichen? Entschuldigen Sie, ich bin hier ganz offen und ehrlich, denn mein Ziel ist es ja wirklich, ein Tierschutzgesetz zu bekommen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich bezweifle ja den Ernst hinter Ihren Absichten, weil eben die Vorgangsweise so eigenartig ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Wir wollten beim Tierschutzgesetz „best of nine“ haben – das Beste von neun Landestierschutzgesetzgebungen. Was Sie uns hier serviert haben, ist „worst of nine“! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber eines vermisse ich sehr wohl: Ich habe von Ihnen kein Wort zum Schächten gehört. Das ist eigenartigerweise ein Thema, das man sich nicht anzufassen getraut. Das heißt, wo Tierquälerei festgeschrieben wird, wo also Tieren ohne Betäubung die Gurgel durchgeschnitten wird, da ist das für Sie kein Thema. Da putzt man sich ab, das überlässt man den Freiheitlichen. Dabei ist es jedoch in diesem Punkt wirklich so, dass Tierquälerei im Tierschutzgesetz festgeschrieben wird. Und dagegen sind wir! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Weinzinger: Warum machen Sie es dann? – Abg. Scheibner: Wir machen es eben nicht!
Natürlich ist es so, dass ich gerade Sie, Herr Minister Pröll, auffordere und bitte, uns dabei zu unterstützen. Ich weiß, dass es ihm keine Herzensangelegenheit ist, uns zu helfen, auch diese Bestimmung mit hineinzubringen, aber es kann doch nicht so sein, dass Tierquälerei im Tierschutzgesetz festgeschrieben steht. Dagegen sind wir Freiheitliche, und wir werden auch dafür kämpfen! (Abg. Mag. Weinzinger: Warum machen Sie es dann? – Abg. Scheibner: Wir machen es eben nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Jetzt die ökonomischen Auswirkungen. Wenn Sie nachgeschaut hätten, dann hätten Sie gesehen, es heißt da genau: Das Bundesministerium muss das Gesetz berücksichtigen und auch auf ökonomische Auswirkungen Bedacht nehmen, und Bedachtnahme bedeutet eine Zurückstufung im Wortlaut. Es ist schon ein Unterschied, ob ich das gleichgewichtig hinschreibe oder ob ich manchen Bauern in den Übergangsregelungen und Übergangsbestimmungen ein bisserl entgegenkomme, damit sie nicht wegrationalisiert werden. Das wollen wir nicht, und dafür stehen wir auch nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Es gibt vier Punkte, die aus unserer Sicht noch offen sind, und für die werden wir weiter kämpfen. Ich hoffe, Frau Abgeordnete Weinzinger, bei der Frage des betäubungslosen Schlachtens Ihre Unterstützung zu bekommen. Sie werden sich ja dazu vielleicht auch einmal zu Wort melden. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Bei der Staatszielbestimmung ist für uns ein wichtiger Punkt, dass das Mitgeschöpf Tier in die Verfassung kommt. Auch da hoffen wir auf Unterstützung, aber ich meine, das habe ich zuvor ohnehin schon herausgehört. Dann werden wir am Ende des Tages ein gutes Tierschutzgesetz haben.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Klaus Wittauer (fortsetzend): ... werden es auch goutieren, dass wir diesen Kampf führen und auch weiterhin führen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Er schweigt und genießt!
gewisse Art, aber Sie können sich durchaus auch Ihren eigenen Reim darauf machen. (Abg. Öllinger: Er schweigt und genießt!)
Abg. Scheibner: Das hat sie Ihnen erzählt?
Kollege Auer! Wir sind sehr wohl diskussionsbereit, und Kollegin Weinzinger hat sich bemüht, in Form von vielen guten, konkreten Vorschlägen im Rahmen des Unterausschusses hiezu Beiträge zu liefern. (Abg. Scheibner: Das hat sie Ihnen erzählt?)
Abg. Mag. Molterer: Das ist ein Vertreter der Wissenschaft und nicht der Landwirtschaft!
Ich möchte bei dieser Gelegenheit noch einmal zurückkommen auf die Enquete zum Tierschutzgesetz, also darauf, wie die Diskussion hier im Hause begonnen hat. Ich erinnere an die Ausführungen von Professor Haiger, einem international anerkannten Landwirtschaftsvertreter, Professor für Tierzucht, lange Jahre tätig an der Universität für Bodenkultur. (Abg. Mag. Molterer: Das ist ein Vertreter der Wissenschaft und nicht der Landwirtschaft!) Er hat ganz klipp und klar in diesem Haus gesagt: Käfighaltung ist Tierquälerei, durchgängige Vollspaltenböden sind Tierquälerei und eine dauernde Anbindehaltung ist Tierquälerei.
Beifall bei den Grünen.
Wenn ein Vertreter einer Fachdisziplin, der auch Praxiserfahrung hat, der Forschungsprojekte durchgeführt hat, der Bauern beraten hat, viele Erzeugergemeinschaften unterstützt hat, das sagt, dann müssen wir diese Tatsachen auch ernst nehmen, meine Damen und Herren. Wir können an diesen Fakten nicht einfach vorbeigehen, und wir sollen das auch nicht, ob das jetzt draußen bei den Bäuerinnen und Bauern immer gleich auf Applaus stößt oder nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
auch Lösungen entwickeln, wie man das den Konsumenten zeitgemäß vermitteln kann. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Völlig falsch! Das ist leider nicht mehr so.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (fortsetzend): ... einzelstaatliche Vorschriften entsprechend über der Norm der Gemeinschaft liegen. – Soweit dazu. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Völlig falsch! Das ist leider nicht mehr so.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Man sieht an diesem Beispiel: Nichts ist so erfolgreich wie der Erfolg. Heute bekennen sich alle vier Fraktionen zu dieser neuen gesetzlichen Basis und auch zur 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Land Niederösterreich. Ich freue mich darüber als einer, der diese Idee von Beginn an für richtig gehalten hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Die Uni in Krems ist meines Wissens in Europa überhaupt die einzige staatliche Universität, die sich zu 100 Prozent der Weiterbildung widmet. Das ist die große Herausforderung, vor der wir heute stehen. Denn ohne Weiterbildung, ohne lebenslanges Lernen wird es weder Arbeitsplätze noch Einkommenschancen, noch soziale Sicherheit geben. Das ist der wirtschaftspolitische Aspekt dieser Donau-Uni. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, lassen Sie mich noch Folgendes sagen: Der jetzige Präsident, Präsident Fröhlich, mit seinem exzellenten Mitarbeiterteam hat sich nicht immer Freunde geschaffen, das weiß ich. Es gibt auch Kritiker. Aber eines muss ich sagen: Ohne Präsident Fröhlich und sein exzellentes Team, mit seiner konsequenten, offensiven, innovativen Vorwärtsstrategie, wäre Krems nicht jene Erfolgsstory, die sie in den letzten Jahren geworden ist. Meine Damen und Herren aus Krems! Ich bedanke mich sehr für diese Initiative. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zum Abschluss möchte ich eines sagen: Mit dieser Donau-Uni ist eine Vision Wirklichkeit geworden. Es wurde bewiesen, dass der frühere Spruch eines früheren Bundeskanzlers: Wenn du eine Vision hast, dann brauchst du einen Arzt!, Gott sei Dank nicht zutrifft. Du brauchst aber die politische Durchsetzungsfähigkeit, um eine Vision zur Wirklichkeit werden zu lassen. Und ich wage heute die Prognose, dass die Vision von Frau Minister Gehrer, die sie vor der Unterbrechung der Sitzung geäußert hat, dass nämlich Krems ein Zentrum der Weiterbildung in einem neuen Europa werden wird, nach der Erweiterung mit 1. Mai – ich wage die Vorhersage, bei aller nötigen Vorsicht bei Prognosen –, in den nächsten Jahren Wirklichkeit werden wird. Wir freuen uns – und ich sehe, wie meine Kollegin Anni Höllerer aus dem Bezirk Krems sich mit freut –, dass wir heute dieses Gesetz beschließen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie wissen, die derzeitige Situation ist gekennzeichnet durch total überfüllte Hörsäle, nächtelanges Anstellen der Studierenden für Seminar- und Laborplätze, Stromrechnungen können nicht bezahlt, moderne Geräte nicht eingesetzt werden, weil die Reparatur zu teuer ist, neue Laboreinrichtungen können nicht angeschafft werden, und Lehrveranstaltungen müssen teilweise abgesetzt werden. Dies ist also eine Situation an den Universitäten, die nicht wünschenswert ist und die man reparieren kann und reparieren soll. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte mich an dieser Stelle bei der niederösterreichischen Bildungsgesellschaft, bei der Frau Unterrichtsministerin und bei unserer Landesregierung – allen voran Landeshauptmann Pröll – recht herzlich für diesen mutigen Schritt bedanken. (Beifall bei der ÖVP.) Es kann nur ein richtiger Schritt sein, wenn aus einer ehemaligen Tabakfabrik eines der modernsten Bildungszentren dieser Welt wird – ich glaube, das kann man so sagen. Wenn man gehört hat, wie mein Vorredner erklärt hat, dass die Eigenfinanzierungsquote 74 Prozent beträgt, dann, muss ich sagen, ist das ein weiterer Grund, stolz zu sein.
Beifall bei der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! Frei nach Karl Farkas: Schauen Sie sich das an! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Großruck: Was kostet ein Studium dort?
Aber dazu bedarf es natürlich auch einer finanziellen Grundausstattung. Ich habe mir das herausgesucht: Es darf zu keinem Aushungern der Unis führen. Wenn man die Budgets von Cambridge und Oxford zusammenzählt, dann haben die beiden das zweieinhalbfache Budget der österreichischen Gesamtuniversitäten. Allein diese beiden Universitäten haben das Zweieinhalbfache von unseren Gesamtuniversitäten! (Abg. Großruck: Was kostet ein Studium dort?) – Das können Sie in der letzten Ausgabe des „Economist“ nachlesen. (Abg. Dr. Stummvoll: Ist das vom Staat?) Trotzdem! Das sind die Investitionsausgaben in diesem Bereich. (Abg. Großruck: 60 000 S im Jahr!)
Abg. Dr. Stummvoll: Ist das vom Staat?
Aber dazu bedarf es natürlich auch einer finanziellen Grundausstattung. Ich habe mir das herausgesucht: Es darf zu keinem Aushungern der Unis führen. Wenn man die Budgets von Cambridge und Oxford zusammenzählt, dann haben die beiden das zweieinhalbfache Budget der österreichischen Gesamtuniversitäten. Allein diese beiden Universitäten haben das Zweieinhalbfache von unseren Gesamtuniversitäten! (Abg. Großruck: Was kostet ein Studium dort?) – Das können Sie in der letzten Ausgabe des „Economist“ nachlesen. (Abg. Dr. Stummvoll: Ist das vom Staat?) Trotzdem! Das sind die Investitionsausgaben in diesem Bereich. (Abg. Großruck: 60 000 S im Jahr!)
Abg. Großruck: 60 000 S im Jahr!
Aber dazu bedarf es natürlich auch einer finanziellen Grundausstattung. Ich habe mir das herausgesucht: Es darf zu keinem Aushungern der Unis führen. Wenn man die Budgets von Cambridge und Oxford zusammenzählt, dann haben die beiden das zweieinhalbfache Budget der österreichischen Gesamtuniversitäten. Allein diese beiden Universitäten haben das Zweieinhalbfache von unseren Gesamtuniversitäten! (Abg. Großruck: Was kostet ein Studium dort?) – Das können Sie in der letzten Ausgabe des „Economist“ nachlesen. (Abg. Dr. Stummvoll: Ist das vom Staat?) Trotzdem! Das sind die Investitionsausgaben in diesem Bereich. (Abg. Großruck: 60 000 S im Jahr!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Wir brauchen aber beides!
eine sozialdemokratische Maxime zu formulieren: Wir sind dafür, Universitäten statt Gefängnisse zu bauen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Wir brauchen aber beides!)
Beifall bei der ÖVP.
Das eine wurde vom Kollegen Stummvoll schon ausgeführt, nämlich dass man in Niederösterreich schon sehr zeitig – vor allem seitens der Landeshauptleute Sigi Ludwig und Erwin Pröll – an diese Institution geglaubt hat und sie auch mit entsprechenden finanziellen Mitteln ausgestattet, entsprechend unterstützt und gefördert hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, diese zusätzlichen Geldmittel sollen auch dort ankommen, wo sie benötigt werden. Diese sollen den Universitäten zur Verfügung gestellt werden, die auch in diesen Bereichen entsprechende Leistungen erbringen, und nicht mit der Gießkanne über alle gleich ausgeschüttet werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Broukal: Nicht schon wieder!
Erlauben Sie mir aber zum Schluss auch noch auf das einzugehen, was Kollege Broukal gesagt hat. Er hat das eigentlich provoziert, indem er uns schon vorausgesagt hat, was er und die SPÖ im nächsten Wahlkampf als Motto vorzugeben gedenken und wie sie diesen Wahlkampf anlegen wollen. Ich erinnere mich wieder an den letzten Wahlkampf, Herr Broukal! (Abg. Broukal: Nicht schon wieder!) Wir haben das schon einmal gehabt, und Sie sind einer, der immer Redlichkeit, Ehrlichkeit, sachliche Auseinandersetzungen fordert. (Abg. Broukal: Sachlichkeit, nicht Redlichkeit!)
Abg. Broukal: Sachlichkeit, nicht Redlichkeit!
Erlauben Sie mir aber zum Schluss auch noch auf das einzugehen, was Kollege Broukal gesagt hat. Er hat das eigentlich provoziert, indem er uns schon vorausgesagt hat, was er und die SPÖ im nächsten Wahlkampf als Motto vorzugeben gedenken und wie sie diesen Wahlkampf anlegen wollen. Ich erinnere mich wieder an den letzten Wahlkampf, Herr Broukal! (Abg. Broukal: Nicht schon wieder!) Wir haben das schon einmal gehabt, und Sie sind einer, der immer Redlichkeit, Ehrlichkeit, sachliche Auseinandersetzungen fordert. (Abg. Broukal: Sachlichkeit, nicht Redlichkeit!)
Abg. Broukal: Das ist ganz einfach, da habe ich noch nicht gewusst, wie viel Geld Sie schon den Universitäten weggenommen haben! 15 Millionen in fünf Jahren!
Herr Broukal! Im Sinne dieser Sachlichkeit frage ich mich schon wieder Folgendes: Sie haben uns im Jahr 2002 noch gesagt: Zusätzliches Geld für die Unis soll es auch unter Minister Broukal nicht geben. Einsparen und Umschichten sind seine Rezepte. (Abg. Broukal: Das ist ganz einfach, da habe ich noch nicht gewusst, wie viel Geld Sie schon den Universitäten weggenommen haben! 15 Millionen in fünf Jahren!) Sie haben sich sehr schnell von diesem Konzept entfernt, und ich kann Ihnen auch sagen, warum Sie, Herr Kollege Broukal, sich so schnell entfernt haben – das kommt auch in Ihrem Entschließungsantrag überhaupt nicht vor –: weil Sie sich derzeit über die Finanzierung einfach keine Gedanken machen müssen, weil es als Opposition leicht ist, zu sagen: Mehr Geld für diesen Bereich, mehr Geld für diesen Bereich und mehr Geld für jenen Bereich!, ohne dazu zu sagen, woher dieses Geld kommt. (Abg. Broukal: Erzählen Sie das nicht mir! Sagen Sie das den Studenten, die sich nächtelang um einen Laborplatz anstellen müssen! Sagen Sie das den Professoren, sagen Sie das den Universitäten! Ich habe es nicht für möglich gehalten!)
Abg. Broukal: Erzählen Sie das nicht mir! Sagen Sie das den Studenten, die sich nächtelang um einen Laborplatz anstellen müssen! Sagen Sie das den Professoren, sagen Sie das den Universitäten! Ich habe es nicht für möglich gehalten!
Herr Broukal! Im Sinne dieser Sachlichkeit frage ich mich schon wieder Folgendes: Sie haben uns im Jahr 2002 noch gesagt: Zusätzliches Geld für die Unis soll es auch unter Minister Broukal nicht geben. Einsparen und Umschichten sind seine Rezepte. (Abg. Broukal: Das ist ganz einfach, da habe ich noch nicht gewusst, wie viel Geld Sie schon den Universitäten weggenommen haben! 15 Millionen in fünf Jahren!) Sie haben sich sehr schnell von diesem Konzept entfernt, und ich kann Ihnen auch sagen, warum Sie, Herr Kollege Broukal, sich so schnell entfernt haben – das kommt auch in Ihrem Entschließungsantrag überhaupt nicht vor –: weil Sie sich derzeit über die Finanzierung einfach keine Gedanken machen müssen, weil es als Opposition leicht ist, zu sagen: Mehr Geld für diesen Bereich, mehr Geld für diesen Bereich und mehr Geld für jenen Bereich!, ohne dazu zu sagen, woher dieses Geld kommt. (Abg. Broukal: Erzählen Sie das nicht mir! Sagen Sie das den Studenten, die sich nächtelang um einen Laborplatz anstellen müssen! Sagen Sie das den Professoren, sagen Sie das den Universitäten! Ich habe es nicht für möglich gehalten!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir stehen für leistungsorientierte Universitäten und dafür, dass diese Leistungen auch entsprechend honoriert und entsprechende finanzielle Anreize zur Verfügung gestellt werden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist unser Konzept, und das werden wir auch weiter verfolgen. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir stehen für leistungsorientierte Universitäten und dafür, dass diese Leistungen auch entsprechend honoriert und entsprechende finanzielle Anreize zur Verfügung gestellt werden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist unser Konzept, und das werden wir auch weiter verfolgen. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Nicht Herr Broukal!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gemeldet ist (Abg. Dr. Stummvoll: Nicht Herr Broukal!) nicht Herr Kollege Broukal, sondern Frau Abgeordnete Walther. – Bitte.
Abg. Dr. Brinek: Das ist eigentlich ein bisschen ein Missbrauch einer Feier!
Ich möchte darauf hinweisen, dass an der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Karl-Franzens-Universität alle Lehrer der höheren Schulen für die Steiermark und für das Südburgenland – zumindest für das Südburgenland – ausgebildet werden. (Abg. Dr. Brinek: Das ist eigentlich ein bisschen ein Missbrauch einer Feier!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Das ist kein Missbrauch einer Feier! Ich habe darauf hingewiesen, dass er sich in die Situation gedrängt gefühlt hat, verzweifelt darauf hinzuweisen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Der eingebrachte Entschließungsantrag betreffend 100 Millionen € Soforthilfe ist angesichts dieses Szenarios unbedingt zu unterstützen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Und frei nach Brader möchte ich sagen: „Schauen Sie sich das an!“ Sie haben auch nächste Woche die Möglichkeit, die Messe „BeSt“ zu besuchen: Beruf, Studium und Weiterbildung. Diese Messe findet von Donnerstag bis Sonntag in der Wiener Stadthalle statt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Brinek: Nein, das ist nicht so sicher!
institution zu haben, sondern es muss mehr werden. (Abg. Dr. Brinek: Nein, das ist nicht so sicher!) Da bin ich ganz bei der Abgeordneten Kuntzl, die heute erklärt hat, dass wir verstärkt solche Angebote für berufstätige Menschen brauchen, die am Abend, in ihrer Freizeit davon Gebrauch machen wollen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
institution zu haben, sondern es muss mehr werden. (Abg. Dr. Brinek: Nein, das ist nicht so sicher!) Da bin ich ganz bei der Abgeordneten Kuntzl, die heute erklärt hat, dass wir verstärkt solche Angebote für berufstätige Menschen brauchen, die am Abend, in ihrer Freizeit davon Gebrauch machen wollen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Abg. Dr. Brinek: Ich kenne mich gut aus dort!
Frau Abgeordnete Brinek, ich habe Ihnen heute sehr genau zugehört. Sie sind sicherlich mit der Wiener Universität eher auf du und du als mit der Donau-Universität in Krems. (Abg. Dr. Brinek: Ich kenne mich gut aus dort!) Daher glaube ich nicht wirklich alles, was Sie zu diesem Thema gesagt haben.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Nein, das ist nicht so sicher! Das Expertenurteil sagt etwas anderes!
Trotz alledem sehe ich diese Bemühungen und diese Entwicklungen als einen positiven Schritt. Wir würden aber in der jetzigen Zeit gerade angesichts der Erweiterung der Europäischen Union in Krems eine Voll-Universität brauchen. Das wäre ein wirklich wichtiger Schritt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Nein, das ist nicht so sicher! Das Expertenurteil sagt etwas anderes!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte am Beginn meiner Ausführungen neben dem Dank, der schon an sehr viele, die für die DUK gearbeitet haben, ausgesprochen wurde, vor allem allen Bediensteten in den zehn Jahren des Bestehens der Donau-Universität dafür danken, dass sie so viel Geduld und so viel Engagement aufgebracht haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Rada, es stimmt auch nicht, dass der Bund die Leistungen zurückgenommen hat, sondern das Land Niederösterreich hat ergänzend zu dem, was der Bund gemacht hat, als zweiten Schritt, obwohl hier die Leistungen nicht zurückgenommen wurden, im Sommer des vergangenen Jahres 47,3 Millionen € zur Verfügung gestellt. Daher: Ein schöner Tag für die Donau-Universität Krems, ein schöner Tag für das Bundesland Niederösterreich, einer Insel der Menschlichkeit im Sinne der Philosophie von Landeshauptmann Dr. Pröll! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zu seinem Platz begebenden Abg. Schöls –: Sie wissen aber schon, dass das nicht stimmt, was Sie da gesagt haben! – Gegenrufe bei der ÖVP.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Brosz. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zu seinem Platz begebenden Abg. Schöls –: Sie wissen aber schon, dass das nicht stimmt, was Sie da gesagt haben! – Gegenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Da Kollege Schöls hier von einer „Insel der Menschlichkeit“ gesprochen hat und das Bundesministerium für Finanzen schreibt, dass die notwendigen Mittel entweder durch eine drastische Erhöhung der Studiengebühren oder durch die Erhöhung der Bundesmittel aufgebracht werden müssen, muss ich sagen: Wir werden schauen, was passiert. Eine drastische Erhöhung der Studiengebühren wäre wohl kaum eine „Insel der Menschlichkeit“ – zumindest nicht so, wie wir es interpretieren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Brinek: Das ist das Entwicklungsziel für 3 000 Studierende! Das braucht Zeit!
Ich sage Ihnen: Auch wenn wir heute zustimmen, werden wir darauf genau schauen! Und Sie übernehmen die Verantwortung dafür, dass das, was Grasser schreibt, wirklich falsch ist. Wenn nicht, werden wir das sicher noch an anderer Stelle weiter diskutieren. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Brinek: Das ist das Entwicklungsziel für 3 000 Studierende! Das braucht Zeit!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das vorliegende Abkommen CEEPUS II wird sicher in Zukunft weiterer Verlängerungen und Erweiterungen bedürfen, aber in jedem Fall ist CEEPUS II eine Erfolgsgeschichte. Ich bin froh und sehr stolz, dass wir heute als österreichische Parlamentarier parteiübergreifend und einmütig CEEPUS II als Erfolg versprechendes Zukunftsmodell begrüßen, denn das beweist und ist ein Zeichen auch für die Öffentlichkeit, wie wichtig und bedeutsam uns die Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Kultur und Wissenschaft mit anderen Ländern, insbesondere aber mit unseren Nachbarstaaten, ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Wolfmayr
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wir beschäftigen uns, wie schon erwähnt, mit dem CEEPUS II-Programm. Das heißt, es hatte schon einen Vorläufer. Es hat gut funktioniert, und der Vertrag ist so, dass wir dem auch sehr gerne zustimmen. Ich kann mich da ausnahmsweise den Ausführungen meiner Vorrednerin anschließen (demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Wolfmayr), was die Bedeutung dieses Vertrages und auch die hochschulpolitische Bedeutung anlangt.
Abg. Walch arbeitet am Laptop.
Ich habe die aktuellen Zahlen der Arbeitsmarktstatistik hier, in der die Zahl der Arbeitslosen differenziert nach Ausbildung aufgeführt sind: Fachhochschule: 418, plus 97; Veränderung gegenüber dem Vorjahr: plus 30 Prozent. (Abg. Walch arbeitet am Laptop.) – Kollege Walch, Arbeitslose: Interessiert dich das überhaupt nicht? – Das wollte ich nur einmal dargestellt haben. Und was die Universitätsabschlüsse betrifft, ist es nicht viel besser: arbeitslose Akademiker mit Uni-Abschluss: 7 798; Steigerung gegenüber dem Vorjahr: plus 15 Prozent.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Da kann ich nur sagen: Das ist der falsche Weg, den Sie da einschlagen. Ich appelliere an Sie: Kehren Sie um, geben wir diesen Menschen eine faire Chance! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Niederwieser: Jährlich, jährlich!
Aber nun zum Thema, zum CEEPUS II-Programm. Wir haben schon viel darüber gehört, nur eines: Es sind nicht nur 200 Studierende, wie Sie, Kollege Niederwieser, gesagt haben, sondern es sind seit 1995 776 Studierende und 390 Lehrende (Abg. Dr. Niederwieser: Jährlich, jährlich!) aus Österreich, die davon betroffen beziehungsweise in diesen Genuss gekommen sind, mit durchschnittlich 940 € pro Monat gefördert zu werden. Das ist ja auch nicht so wenig. Und es sind zu uns nach Österreich 1 495 Studierende und 623 Lehrende gekommen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist vielleicht nicht epochal, da haben Sie Recht, aber es ist ein wichtiger Bereich, der dazu beiträgt, dass es einen Gedankenaustausch gibt, einen Austausch unter den Studierenden, aber eben auch unter den Lehrenden, der nur zu forcieren und zu fördern ist. Ich wünsche mir, dass das Programm nicht nur fünf Jahre in Kraft ist, sondern dass es über viele Jahre hinaus solche Programme und auch viele andere gibt, um den Austausch zwischen Österreich und den anderen Ländern zu forcieren. Ich freue mich, dass wir hier einen einstimmigen Beschluss fassen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Vielleicht können wir also wieder einmal einen gemeinsamen Antrag beschließen, durch den etwas mehr ausgegeben oder investiert wird als 600 000 €, denn Visionen alleine genügen nicht, um zu einer Besserung der Situation zu kommen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Niederwieser, gehen Sie einfach davon aus, dass sich diese Regierung bereits den Kopf zerbrochen und viele dieser Grundsatzthemen angepackt hat. Faktum ist ja, dass die Wirtschaft die Basis für die Generierung von Arbeitsplätzen bildet und dass diese Regierung zum Thema Wirtschaft schon sehr viel geleistet hat – denn nur so können wir es zustande bringen, eine vermehrte Anzahl von Arbeitsplätzen zu schaffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie sehen, das sind ganz praktische Beispiele, die zwar jetzt noch nicht in großem Umfang umgesetzt werden können, dennoch aber bereits im Kleinen von großen Erfolgen gekennzeichnet sind. Alle Beteiligten sprechen sich dafür aus, diese Projekte fortzuführen. Auch wir denken, dass es für die Schaffung eines europäischen Hochschulraumes notwendig ist, diese Projekte – auch wenn sie in einem kleineren Umfang stattfinden – zu unterstützen. Wir sind daher froh darüber, dass sich zu diesem Punkt alle Fraktionen geeinigt haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Bei der Rede der Kollegin Bleckmann hat mir der Verweis auf die vergangenen 30 Jahre gefehlt, aber das hängt vielleicht damit zusammen, dass sie einmal etwas Positives über die letzten 30 Jahre hätte sagen müssen – und das kommt ihr natürlich nicht über die Lippen. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Und tatsächlich: Wenn wir dieses gemeinsame Ziel, 3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Forschung und Entwicklung, erreichen wollen, dann wird uns eine Vogel-Strauß-Politik, wie sie die Ministerin in dieser Frage betreibt, nicht weiterhelfen, sondern da werden wir auch innerstaatlich überlegen müssen, was wir hier machen können, um es Studierenden auch aus mittel- und osteuropäischen Ländern zu erleichtern, Stipendien in Österreich anzunehmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, dass die Zahlen aus den letzten Jahren darauf hinweisen, dass der Nachholbedarf in der Ausbildung bei unseren Nachbarn ein steigender ist und dass die dortigen Zahlen auch für uns sehr wichtig sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Als Tourismussprecher der ÖVP möchte ich natürlich am Schluss auch noch den Tourismus in die Waagschale werfen. Ich glaube, dass in der Zukunft ein boomender Tourismus in unseren Nachbarstaaten zu erwarten ist und dass wir sicherlich einen Nachholbedarf auch im Bereich der Gästebetreuung, gerade was die Sprache angeht, haben. Das heißt, auch unsere Tourismusfachleute, auch unsere Tourismusstudierenden müssen in Zukunft vermehrt auf den osteuropäischen Gast eingehen können, und dazu gehört auch eine bessere Ausbildung. Ich meine, auch ein Austausch in diesem Bereich ist für uns alle für die Zukunft sehr wichtig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
CEEPUS II schafft einen besseren europäischen Hochschulraum. Mit der Zurverfügungstellung von zirka 1 Million € werden wir einen Anreiz dafür schaffen, dass Studenten das Wagnis eingehen, zumindest einen Monat auch im osteuropäischen Raum zu verbringen, und damit die Brücken nach Osteuropa und in ein vereintes Europa schlagen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das ist jedenfalls kein Beitrag dazu, die Akademikerquote in Österreich zu erhöhen. Und Studiengebühren haben ganz sicher keinen positiven Effekt für unsere Hochschulen in Österreich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Nicht nur, weil es diese Einsicht im Zusammenhang mit dieser Vereinbarung gibt, sondern auch deswegen, weil die sozialdemokratische Fraktion der Meinung ist, dass diese Vereinbarung die Internationalisierung der Universitäten fördert, werden wir dieser Vereinbarung zustimmen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abschließend stelle ich fest, dass dieses wichtige Programm nun für die Zukunft sichergestellt ist, es ist nämlich erfreulicherweise die Finanzierung im Budget der Ministerin gesichert. – Damit bedanke ich mich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
schlossen wurden. Das bedeutet, dass wir in der Außenpolitik über alle Fraktionen hinweg einen breiten Konsens haben, und ich freue mich darüber, dass das gelungen ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.
Für mich ist das ein Anlass, anerkennend in Richtung des Außenministeriums zu sagen, dass eine große Zufriedenheit besteht, denn wir erfahren ja vielfach von Mitbürgern, die in Not sind, dass ihnen unsere Vertretungsbehörden wirksam geholfen haben. Ich möchte mich daher auch namens meiner Fraktion bei allen Damen und Herren des Außenministeriums, vor allem in den Vertretungsbehörden, herzlich dafür bedanken, dass sie für die Österreicherinnen und Österreicher gute Arbeit leisten. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.)
Abg. Mag. Lunacek: Genua? Volxtheater?
Meine Damen und Herren! Da steht die Ministerin auch nicht nach, denn auch die Bundesministerin nimmt in besonders kniffligen Fällen den Telefonhörer in die Hand, lässt ihre Kontakte spielen, um etwas für Österreicher zu tun. (Abg. Mag. Lunacek: Genua? Volxtheater?) Da Sie das immer erwähnen und ein bisschen abfällig belächeln, meine Damen und Herren: Viele Österreicher verdanken ihr auch zum Beispiel die Freiheit. (Abg. Sburny: Manche auch U-Haft!) Es gibt einen Österreicher, der in Kuba über ein Jahr lang im Gefängnis war, dem Tode nahe, weil er krank war und dort nicht behandelt wurde. Sie hat es durch dreimalige Intervention bei ihrem Amtskollegen in Kuba geschafft, dass er nach Österreich verlegt wurde. Jemand verdankt ihr also auch sein Leben, man kann sich das ganz plastisch so vor Augen führen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Abg. Sburny: Manche auch U-Haft!
Meine Damen und Herren! Da steht die Ministerin auch nicht nach, denn auch die Bundesministerin nimmt in besonders kniffligen Fällen den Telefonhörer in die Hand, lässt ihre Kontakte spielen, um etwas für Österreicher zu tun. (Abg. Mag. Lunacek: Genua? Volxtheater?) Da Sie das immer erwähnen und ein bisschen abfällig belächeln, meine Damen und Herren: Viele Österreicher verdanken ihr auch zum Beispiel die Freiheit. (Abg. Sburny: Manche auch U-Haft!) Es gibt einen Österreicher, der in Kuba über ein Jahr lang im Gefängnis war, dem Tode nahe, weil er krank war und dort nicht behandelt wurde. Sie hat es durch dreimalige Intervention bei ihrem Amtskollegen in Kuba geschafft, dass er nach Österreich verlegt wurde. Jemand verdankt ihr also auch sein Leben, man kann sich das ganz plastisch so vor Augen führen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Sburny.
Meine Damen und Herren! Da steht die Ministerin auch nicht nach, denn auch die Bundesministerin nimmt in besonders kniffligen Fällen den Telefonhörer in die Hand, lässt ihre Kontakte spielen, um etwas für Österreicher zu tun. (Abg. Mag. Lunacek: Genua? Volxtheater?) Da Sie das immer erwähnen und ein bisschen abfällig belächeln, meine Damen und Herren: Viele Österreicher verdanken ihr auch zum Beispiel die Freiheit. (Abg. Sburny: Manche auch U-Haft!) Es gibt einen Österreicher, der in Kuba über ein Jahr lang im Gefängnis war, dem Tode nahe, weil er krank war und dort nicht behandelt wurde. Sie hat es durch dreimalige Intervention bei ihrem Amtskollegen in Kuba geschafft, dass er nach Österreich verlegt wurde. Jemand verdankt ihr also auch sein Leben, man kann sich das ganz plastisch so vor Augen führen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.
Und sie hat es auch für Personen geschafft, um die sich viele auf der ganzen Welt bemüht haben und die auch dem Tode knapp entronnen sind; da war sie mit eine dabei. Erinnern Sie sich an jene Frau, die in Nigeria zum Tode durch Steinigung verurteilt wurde! Die Außenministerin hat es gemeinsam mit dem Generalsekretär der UNO und anderen geschafft, dass davon abgegangen wurde. (Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.) Viele haben sich bemüht, ich möchte das durchaus zugeben, aber auch unsere Außenministerin legt da Hand an und versucht, Einzelnen zu helfen, meine Damen und Herren! Das möchte ich als sehr positiv hervorheben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Und sie hat es auch für Personen geschafft, um die sich viele auf der ganzen Welt bemüht haben und die auch dem Tode knapp entronnen sind; da war sie mit eine dabei. Erinnern Sie sich an jene Frau, die in Nigeria zum Tode durch Steinigung verurteilt wurde! Die Außenministerin hat es gemeinsam mit dem Generalsekretär der UNO und anderen geschafft, dass davon abgegangen wurde. (Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.) Viele haben sich bemüht, ich möchte das durchaus zugeben, aber auch unsere Außenministerin legt da Hand an und versucht, Einzelnen zu helfen, meine Damen und Herren! Das möchte ich als sehr positiv hervorheben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich halte das für eine wegweisende Entscheidung. Die Idee dafür stammt von Benita Ferrero-Waldner, die Idee einer regionalen Partnerschaft, von Ihnen oft belächelt und heruntergemacht, in Wahrheit eine große außenpolitische Weichenstellung, die man gar nicht genug loben kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Rossmann.
Meine Damen und Herren! Wenn jetzt der ungarische Ministerpräsident – der nicht uns nahe steht! – nach Österreich kommt und sagt, er möchte in diesem Europa vor allem mit Österreich zusammenarbeiten, so ist das ein schöner Erfolg. Und es zeigt sich: Wenn man zur rechten Zeit Brücken schlägt, kann man, wenn es darauf ankommt, auch drübergehen. Dafür ist unsere Außenministerin ein Garant! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Rossmann.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich freue mich, dass wir eine erfahrene, eine kompetente, eine beliebte und vor allem eine erfolgreiche Außenministerin haben. Auch wenn es anderen nicht passt: Wir können stolz auf sie sein! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Auch ich bin froh darüber, dass all diese Vorlagen einstimmig beschlossen werden. Und ich glaube, es ist ein Zeichen dafür, dass wir als Oppositionspartei – die Regierung wird natürlich immer für ihre Vorlagen sein – nicht auf Grund des Umstandes, dass ein Bundespräsidentenwahlkampf ansteht und die Außenministerin eine Kandidatin dafür ist, jetzt einen anderen Maßstab anlegen, sondern das Prinzip: Wenn etwas in Ordnung ist, dann stimmen wir zu!, beibehalten, gemäß der Sache vorgehen und nicht nach persönlichen Fragen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Überrascht Sie das?
Ich glaube, Herr Abgeordneter Spindelegger ist ein bisschen der Versuchung erlegen, gerade wegen des Präsidentenwahlkampfes ein Übermaß an Lob in seine Rede einzuflechten. (Abg. Mag. Molterer: Überrascht Sie das?) – Ja, es überrascht mich (Abg. Mag. Molterer: Mich nicht! Weil es gerechtfertigt ist!), denn es passt nicht zu dem, was er vorher über Einstimmigkeit und anderes gesagt hat. Und vielleicht überrascht es Sie auch, Herr Klubobmann, dass ich jetzt nicht auf die gleiche Art und Weise reagieren werde, also das Übermaß an Lob nicht mit einem Übermaß an Kritik – wie viel Kritik muss man bringen, um dieses Lob auszugleichen? (Heiterkeit bei der ÖVP) – ausgleichen möchte, sondern mich nur mit ein paar Punkten, vor allem mit dem Konsulargebührengesetz, befassen möchte.
Abg. Mag. Molterer: Mich nicht! Weil es gerechtfertigt ist!
Ich glaube, Herr Abgeordneter Spindelegger ist ein bisschen der Versuchung erlegen, gerade wegen des Präsidentenwahlkampfes ein Übermaß an Lob in seine Rede einzuflechten. (Abg. Mag. Molterer: Überrascht Sie das?) – Ja, es überrascht mich (Abg. Mag. Molterer: Mich nicht! Weil es gerechtfertigt ist!), denn es passt nicht zu dem, was er vorher über Einstimmigkeit und anderes gesagt hat. Und vielleicht überrascht es Sie auch, Herr Klubobmann, dass ich jetzt nicht auf die gleiche Art und Weise reagieren werde, also das Übermaß an Lob nicht mit einem Übermaß an Kritik – wie viel Kritik muss man bringen, um dieses Lob auszugleichen? (Heiterkeit bei der ÖVP) – ausgleichen möchte, sondern mich nur mit ein paar Punkten, vor allem mit dem Konsulargebührengesetz, befassen möchte.
Heiterkeit bei der ÖVP
Ich glaube, Herr Abgeordneter Spindelegger ist ein bisschen der Versuchung erlegen, gerade wegen des Präsidentenwahlkampfes ein Übermaß an Lob in seine Rede einzuflechten. (Abg. Mag. Molterer: Überrascht Sie das?) – Ja, es überrascht mich (Abg. Mag. Molterer: Mich nicht! Weil es gerechtfertigt ist!), denn es passt nicht zu dem, was er vorher über Einstimmigkeit und anderes gesagt hat. Und vielleicht überrascht es Sie auch, Herr Klubobmann, dass ich jetzt nicht auf die gleiche Art und Weise reagieren werde, also das Übermaß an Lob nicht mit einem Übermaß an Kritik – wie viel Kritik muss man bringen, um dieses Lob auszugleichen? (Heiterkeit bei der ÖVP) – ausgleichen möchte, sondern mich nur mit ein paar Punkten, vor allem mit dem Konsulargebührengesetz, befassen möchte.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir sollten uns bei dieser Gelegenheit auch einmal die Honorarkonsulate anschauen. Viele erledigen eine großartige und wichtige Tätigkeit für Österreich. Die Auswahlkriterien sind zwar etwas altmodisch und nicht transparent – hier sollten wir wahrscheinlich auch einmal Neuerungen setzen, aber Platz für Neuerungen ist ja, so wie in anderen Bereichen, auch in der Außenpolitik vorhanden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Schieder: Nicht von mir!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Kollege Schieder! (Der Redner hält einen Kugelschreiber, der auf dem Rednerpult gelegen ist, in die Höhe.) Ich nehme an, der rote BawaG-Kugelschreiber gehört Ihnen? (Abg. Schieder: Nicht von mir!) Nein? Gut! (Abg. Schieder: Ich verwende einen schwarzen! – Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) – Aber hoffentlich nicht von Raiffeisen, Herr Kollege! – (Abg. Schieder: Es kommt nicht auf die Farbe des Kugelschreibers an!) Aber auf die Farbe der Organisation vielleicht!
Abg. Schieder: Ich verwende einen schwarzen! – Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Kollege Schieder! (Der Redner hält einen Kugelschreiber, der auf dem Rednerpult gelegen ist, in die Höhe.) Ich nehme an, der rote BawaG-Kugelschreiber gehört Ihnen? (Abg. Schieder: Nicht von mir!) Nein? Gut! (Abg. Schieder: Ich verwende einen schwarzen! – Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) – Aber hoffentlich nicht von Raiffeisen, Herr Kollege! – (Abg. Schieder: Es kommt nicht auf die Farbe des Kugelschreibers an!) Aber auf die Farbe der Organisation vielleicht!
Abg. Schieder: Es kommt nicht auf die Farbe des Kugelschreibers an!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Kollege Schieder! (Der Redner hält einen Kugelschreiber, der auf dem Rednerpult gelegen ist, in die Höhe.) Ich nehme an, der rote BawaG-Kugelschreiber gehört Ihnen? (Abg. Schieder: Nicht von mir!) Nein? Gut! (Abg. Schieder: Ich verwende einen schwarzen! – Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) – Aber hoffentlich nicht von Raiffeisen, Herr Kollege! – (Abg. Schieder: Es kommt nicht auf die Farbe des Kugelschreibers an!) Aber auf die Farbe der Organisation vielleicht!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir tun das auch aus vollster Überzeugung, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Man erhofft sich nun, dass sich die Europäische Union stärker als bisher als objektiver Partner, als objektiver Vermittler und als Unterstützer für jene progressiven, fortschrittlichen Kräfte auch in diesen Ländern, die den Menschen eine Perspektive in ihrer Heimat geben wollen und die einen Aufbau von sozialen Standards und von wirtschaftlichen Standards wollen, einbindet. Wir alle wissen es: Wenn Menschen eine Perspektive haben, wenn sie für sich selbst eine Zukunft sehen, dann sind sie weniger anfällig für radikale Thesen und terroristische Ambitionen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Schieder.
Das ist ein wirklicher Beitrag für den Frieden in dieser Region und damit aber auch für unsere Sicherheit, weil wir alle wissen, dass auch unsere Sicherheit von der Situation in dieser Region, in diesen Ländern, mit denen wir jetzt dieses Assoziierungsabkommen ratifizieren, beeinflusst wird. (Beifall bei den Freiheitlichen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Schieder.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nein! Das tun wir ja nicht!
Insofern würde ich eher mit Kollegem Schieder sagen, es beweist einfach die Sachlichkeit der Opposition, dass wir bei Themen, bei denen es tatsächlich um Inhalte geht, die auch für uns – und für Österreich – sinnvoll sind, zustimmen und nicht partout sagen: Nur weil die Frau Außenministerin jetzt Bundespräsidentin werden will, stimmen wir dem nicht zu. Das wäre kindisch! Das tun wir sicher nicht! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nein! Das tun wir ja nicht!)
Widerspruch bei der ÖVP
Also diesbezüglich würde ich mir von Ihnen ein breiteres Verständnis erwarten, also nicht nur, dass Sie sagen, den haben Sie aus Kuba nach Österreich geholt (Widerspruch bei der ÖVP), sondern dass Sie auch festhalten, was da tatsächlich passiert ist.
Rufe bei der ÖVP: Nein! Nein!
Der zweite Punkt – wir haben das auch schon in einem Zwischenruf angemerkt – betrifft die Volxtheater-Karawane. Frau Ministerin, es ist immer noch ausständig, dass Sie hier eine Entschuldigung aussprechen, denn diese Leute sind vor zwei Wochen in Italien freigesprochen worden! Sie haben sie damals vorverurteilt! (Rufe bei der ÖVP: Nein! Nein!) Sie haben nie gesagt, dass das nicht gestimmt hat, dass Sie sich dafür entschuldigen, dass Ihnen das Leid tut. (Abg. Murauer: Umgeschaut hat sie sich!) Das erwarte ich von Ihnen immer noch, Frau Ministerin! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Murauer: Umgeschaut hat sie sich!
Der zweite Punkt – wir haben das auch schon in einem Zwischenruf angemerkt – betrifft die Volxtheater-Karawane. Frau Ministerin, es ist immer noch ausständig, dass Sie hier eine Entschuldigung aussprechen, denn diese Leute sind vor zwei Wochen in Italien freigesprochen worden! Sie haben sie damals vorverurteilt! (Rufe bei der ÖVP: Nein! Nein!) Sie haben nie gesagt, dass das nicht gestimmt hat, dass Sie sich dafür entschuldigen, dass Ihnen das Leid tut. (Abg. Murauer: Umgeschaut hat sie sich!) Das erwarte ich von Ihnen immer noch, Frau Ministerin! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Der zweite Punkt – wir haben das auch schon in einem Zwischenruf angemerkt – betrifft die Volxtheater-Karawane. Frau Ministerin, es ist immer noch ausständig, dass Sie hier eine Entschuldigung aussprechen, denn diese Leute sind vor zwei Wochen in Italien freigesprochen worden! Sie haben sie damals vorverurteilt! (Rufe bei der ÖVP: Nein! Nein!) Sie haben nie gesagt, dass das nicht gestimmt hat, dass Sie sich dafür entschuldigen, dass Ihnen das Leid tut. (Abg. Murauer: Umgeschaut hat sie sich!) Das erwarte ich von Ihnen immer noch, Frau Ministerin! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Amon: Vielleicht haben wir eine andere Position ...!
Lassen Sie mich zu etwas Grundsätzlichem kommen! Es ist natürlich relativ einfach, bei etwas, wofür alle anderen auch sind, im Europäischen Rat dafür zu sein und es hier zur Ratifizierung vorzulegen. Aber bei jenen Dingen, bei denen es nicht so einfach ist, passiert das nicht. Das sind jene Verträge, wo es auch von Ihrer Seite aus Initiativen geben könnte, zum Beispiel was Syrien betrifft. Es könnte auch Initiativen geben – das ist uns vielleicht näher –, um zu anderen Verträgen, die von dieser Bundesregierung nicht weiter bearbeitet werden, zu kommen, nämlich – ich mag es ja schon gar nicht mehr ansprechen – zum Grenzgängerabkommen und zum Praktikantenabkommen mit Tschechien. Sie haben immer gesagt, dass das wichtig wäre; mittlerweile sind Sie jedoch auch auf Bartensteins Linie, der sagt: Wir bleiben so lange restriktiv, bis die Arbeitslosigkeit sinkt. (Abg. Amon: Vielleicht haben wir eine andere Position ...!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Ministerin! Es ist leider so, dass bei Ihnen viele Dinge zwar in Ordnung sind, es diverse interessante Punkte gibt, wo man sagen kann, ja, okay, aber diese politische Leadership, Initiativen zu setzen, die mehr sind als ein Menschenrechtshandbuch – das ist schon gut –, eben politische Initiativen zu setzen, bei denen man das Gefühl hat, dass dieser gute Name, den Österreich in vielen Ländern, auch in der UNO noch hat, etwas wert ist, ist von Ihnen zu wenig genutzt worden. Das ist auch meine politische Kritik an Ihnen, die ich in diesem Sinn noch einmal auch hier anmerken muss. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dafür haben sie jetzt keine Kollegen mehr in den Reihen sitzen!
Was ich dabei nicht verstehe – das möchte ich auch sagen –, ist Folgendes: Frau Kollegin Lunacek, vor nicht einmal zwei Stunden ist ein Kollege von Ihnen hier herausgegangen und hat sich maßlos darüber beklagt, dass wir zu viele Arbeitslose haben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dafür haben sie jetzt keine Kollegen mehr in den Reihen sitzen!) – Bedeutet Ihnen das nichts? Wissen Sie, dass das durchschnittliche Lohnniveau in der Slowakei ein Siebentel des österreichischen ist? (Abg. Mag. Lunacek: Ich habe von Tschechien geredet!) Wissen Sie, was passiert, wenn Sie die Grenzen in einem Verhältnis aufmachen, wo die Stadtgrenze von Preßburg 35 Kilometer von Wien entfernt ist? (Abg. Mag. Lunacek: Das steht in der Regierungserklärung!) Wissen Sie das? – Ich finde das arg! Ich finde es arg, einfach so zu tun, als wäre das nichts, einmal so zu reden und dann wieder anders! (Abg. Sburny: Lesen Sie Ihre Regierungserklärung!) Ich würde mir wünschen, dass da wirklich eine Linie dahinter ist, die auch auf die Menschen zielt, nämlich auf die betroffenen Menschen. Und das vermisse ich bei Ihnen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Lunacek: Ich habe von Tschechien geredet!
Was ich dabei nicht verstehe – das möchte ich auch sagen –, ist Folgendes: Frau Kollegin Lunacek, vor nicht einmal zwei Stunden ist ein Kollege von Ihnen hier herausgegangen und hat sich maßlos darüber beklagt, dass wir zu viele Arbeitslose haben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dafür haben sie jetzt keine Kollegen mehr in den Reihen sitzen!) – Bedeutet Ihnen das nichts? Wissen Sie, dass das durchschnittliche Lohnniveau in der Slowakei ein Siebentel des österreichischen ist? (Abg. Mag. Lunacek: Ich habe von Tschechien geredet!) Wissen Sie, was passiert, wenn Sie die Grenzen in einem Verhältnis aufmachen, wo die Stadtgrenze von Preßburg 35 Kilometer von Wien entfernt ist? (Abg. Mag. Lunacek: Das steht in der Regierungserklärung!) Wissen Sie das? – Ich finde das arg! Ich finde es arg, einfach so zu tun, als wäre das nichts, einmal so zu reden und dann wieder anders! (Abg. Sburny: Lesen Sie Ihre Regierungserklärung!) Ich würde mir wünschen, dass da wirklich eine Linie dahinter ist, die auch auf die Menschen zielt, nämlich auf die betroffenen Menschen. Und das vermisse ich bei Ihnen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Lunacek: Das steht in der Regierungserklärung!
Was ich dabei nicht verstehe – das möchte ich auch sagen –, ist Folgendes: Frau Kollegin Lunacek, vor nicht einmal zwei Stunden ist ein Kollege von Ihnen hier herausgegangen und hat sich maßlos darüber beklagt, dass wir zu viele Arbeitslose haben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dafür haben sie jetzt keine Kollegen mehr in den Reihen sitzen!) – Bedeutet Ihnen das nichts? Wissen Sie, dass das durchschnittliche Lohnniveau in der Slowakei ein Siebentel des österreichischen ist? (Abg. Mag. Lunacek: Ich habe von Tschechien geredet!) Wissen Sie, was passiert, wenn Sie die Grenzen in einem Verhältnis aufmachen, wo die Stadtgrenze von Preßburg 35 Kilometer von Wien entfernt ist? (Abg. Mag. Lunacek: Das steht in der Regierungserklärung!) Wissen Sie das? – Ich finde das arg! Ich finde es arg, einfach so zu tun, als wäre das nichts, einmal so zu reden und dann wieder anders! (Abg. Sburny: Lesen Sie Ihre Regierungserklärung!) Ich würde mir wünschen, dass da wirklich eine Linie dahinter ist, die auch auf die Menschen zielt, nämlich auf die betroffenen Menschen. Und das vermisse ich bei Ihnen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Lesen Sie Ihre Regierungserklärung!
Was ich dabei nicht verstehe – das möchte ich auch sagen –, ist Folgendes: Frau Kollegin Lunacek, vor nicht einmal zwei Stunden ist ein Kollege von Ihnen hier herausgegangen und hat sich maßlos darüber beklagt, dass wir zu viele Arbeitslose haben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dafür haben sie jetzt keine Kollegen mehr in den Reihen sitzen!) – Bedeutet Ihnen das nichts? Wissen Sie, dass das durchschnittliche Lohnniveau in der Slowakei ein Siebentel des österreichischen ist? (Abg. Mag. Lunacek: Ich habe von Tschechien geredet!) Wissen Sie, was passiert, wenn Sie die Grenzen in einem Verhältnis aufmachen, wo die Stadtgrenze von Preßburg 35 Kilometer von Wien entfernt ist? (Abg. Mag. Lunacek: Das steht in der Regierungserklärung!) Wissen Sie das? – Ich finde das arg! Ich finde es arg, einfach so zu tun, als wäre das nichts, einmal so zu reden und dann wieder anders! (Abg. Sburny: Lesen Sie Ihre Regierungserklärung!) Ich würde mir wünschen, dass da wirklich eine Linie dahinter ist, die auch auf die Menschen zielt, nämlich auf die betroffenen Menschen. Und das vermisse ich bei Ihnen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was ich dabei nicht verstehe – das möchte ich auch sagen –, ist Folgendes: Frau Kollegin Lunacek, vor nicht einmal zwei Stunden ist ein Kollege von Ihnen hier herausgegangen und hat sich maßlos darüber beklagt, dass wir zu viele Arbeitslose haben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dafür haben sie jetzt keine Kollegen mehr in den Reihen sitzen!) – Bedeutet Ihnen das nichts? Wissen Sie, dass das durchschnittliche Lohnniveau in der Slowakei ein Siebentel des österreichischen ist? (Abg. Mag. Lunacek: Ich habe von Tschechien geredet!) Wissen Sie, was passiert, wenn Sie die Grenzen in einem Verhältnis aufmachen, wo die Stadtgrenze von Preßburg 35 Kilometer von Wien entfernt ist? (Abg. Mag. Lunacek: Das steht in der Regierungserklärung!) Wissen Sie das? – Ich finde das arg! Ich finde es arg, einfach so zu tun, als wäre das nichts, einmal so zu reden und dann wieder anders! (Abg. Sburny: Lesen Sie Ihre Regierungserklärung!) Ich würde mir wünschen, dass da wirklich eine Linie dahinter ist, die auch auf die Menschen zielt, nämlich auf die betroffenen Menschen. Und das vermisse ich bei Ihnen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Schieder und Salto?! – Abg. Mag. Molterer: Fassungslosigkeit bei Schieder!
Kollegem Schieder wollte ich noch sagen: Herr Kollege Schieder, ich habe mich über Ihre Worte, diesen kleinen Schieder’schen Salto gefreut. Dass das besondere Lob von Kollegem Spindelegger mit etwas Kritik ausgeglichen werden muss, hat mich intellektuell gefreut. (Abg. Scheibner: Schieder und Salto?! – Abg. Mag. Molterer: Fassungslosigkeit bei Schieder!) Aber ich würde sagen: Wenn es Ihnen wirklich ein Bedürfnis ist, die Frau Ministerin zu loben, sollten Sie sich durch Parteigründe nicht davon abhalten lassen. Man muss sie loben, sie ist wirklich gut! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Kollegem Schieder wollte ich noch sagen: Herr Kollege Schieder, ich habe mich über Ihre Worte, diesen kleinen Schieder’schen Salto gefreut. Dass das besondere Lob von Kollegem Spindelegger mit etwas Kritik ausgeglichen werden muss, hat mich intellektuell gefreut. (Abg. Scheibner: Schieder und Salto?! – Abg. Mag. Molterer: Fassungslosigkeit bei Schieder!) Aber ich würde sagen: Wenn es Ihnen wirklich ein Bedürfnis ist, die Frau Ministerin zu loben, sollten Sie sich durch Parteigründe nicht davon abhalten lassen. Man muss sie loben, sie ist wirklich gut! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Schieder: Ich glaube, ich muss jetzt noch zwei Kontraredner mehr nominieren!
Sie sollten sich keine Sorgen machen, sie wird ... (Abg. Schieder: Ich glaube, ich muss jetzt noch zwei Kontraredner mehr nominieren!) – Sie wird in jedem Fall auch in Zukunft für die Außenpolitik und für die Außenvertretung Österreichs zuständig sein.
Beifall bei der ÖVP.
Ich muss sagen, ich habe sie erlebt, wie sie als Staatssekretärin die EU-Präsidentschaft Österreichs vorbereitet hat. Das hat sie nicht nur vorzüglich gemacht, sondern ganz ausgezeichnet! (Beifall bei der ÖVP.) Wenn das eine wirkliche Erfolgsgeschichte geworden ist, dann war es ihre. Ich bin sicher, dass sie schon jetzt die weiteren Weichen gestellt hat.
Abg. Schieder: Reizen Sie uns nicht zu sehr!
Ähnliches hat sie auch als Vorsitzende im Rahmen der OSZE getan. Ich weiß, dass Sie das ähnlich sehen, Herr Kollege Schieder, daher tun Sie es sich nicht an! Wenn Ihnen danach ist, sagen Sie es! (Abg. Schieder: Reizen Sie uns nicht zu sehr!) – Okay, ich bin sicher, Kollege Cap wird schon andere Worte finden. (Allgemeine Heiterkeit.)
Allgemeine Heiterkeit.
Ähnliches hat sie auch als Vorsitzende im Rahmen der OSZE getan. Ich weiß, dass Sie das ähnlich sehen, Herr Kollege Schieder, daher tun Sie es sich nicht an! Wenn Ihnen danach ist, sagen Sie es! (Abg. Schieder: Reizen Sie uns nicht zu sehr!) – Okay, ich bin sicher, Kollege Cap wird schon andere Worte finden. (Allgemeine Heiterkeit.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Lassen Sie jedenfalls uns unserer Freude entsprechend Ausdruck verleihen! Wir sind wirklich stolz auf die Ministerin. Wir sind nicht nur stolz, sondern wir sind ungeheuer froh, dass wir sie haben, weil sie für Österreich so viel leistet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer – in Richtung des Abg. Schieder –: Den Salto möchte ich auch noch sehen! – Abg. Schieder: Ich nehme eh schon ab!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Cap. – Bitte. (Abg. Mag. Molterer – in Richtung des Abg. Schieder –: Den Salto möchte ich auch noch sehen! – Abg. Schieder: Ich nehme eh schon ab!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Es war zumindest ein beeindruckendes Plädoyer des Kollegen Fasslabend, dass die Frau Außenministerin Außenministerin bleiben soll. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Anders kann ich die Liebeserklärung, die Sie hier von diesem Podium aus getätigt haben, nicht verstehen. Sie müssen dem Wähler dann sagen, dass er sich auch entsprechend verhält.
Heiterkeit bei den Grünen – Abg. Scheibner: Jetzt ist euch das auch nicht recht!
Meine Aufgabe ist, so wie immer, mich hier kritisch mit Fragen der Außenpolitik auseinander zu setzen. Ich möchte mich mit den Fragen der Tagesordnungspunkte 8, 9 und 10, nämlich der Europa-Mittelmeer-Abkommen, befassen. Wir haben uns – weil wir jetzt überhaupt so gerne Homepages anschauen – auch die Homepage des Außenministeriums angesehen. Da hat sich dieser euro-mediterrane Raum noch nicht ganz niedergeschlagen: Unter dem Obertitel „Das Außenministerium – Weltweit für Sie da“ kommen dann unter dem Bereich „Außereuropäischer Raum“ der Nahe Osten, Afrika südlich der Sahara, Nordafrika, der asiatisch-pazifische Raum, Nordamerika, Lateinamerika und die Karibik vor. Der euro-mediterrane Raum hat sich da noch nicht wirklich niedergeschlagen. Sie sollten die Homepage, die sicherlich billiger ist als andere vergleichbare Homepages (Heiterkeit bei den Grünen – Abg. Scheibner: Jetzt ist euch das auch nicht recht!), vielleicht etwas überarbeiten und auch diesem Raum ein wenig Geltung verschaffen.
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner.
Frau Außenministerin, ich glaube, wir hatten einmal eine Sitzung im Außenpolitischen Ausschuss, bei der Sie die Ideen und die Initiativen, die Joschka Fischer entwickelt hat, unterstützt haben. Es ist immer so, es wird kommentiert, es wird interpretiert. Aber die Frage ist: Wo sind die Initiativen, die Sie setzen?, damit dann Joschka Fischer sagt: Das, was die Frau Außenministerin Benita Ferrero-Waldner macht, finde ich interessant, das sollte man eigentlich unterstützen. – Wissen Sie, das ist anscheinend der qualitative Unterschied in der Außenpolitik. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner.) – Diese Kritik werden Sie schon noch vertragen, weil Sie da gerade etwas unwillig gemurmelt haben.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es ist jedenfalls so, dass diese Anmerkung, so glaube ich, berechtigt ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das eine oder andere zustimmende Lächeln bei den ÖVP-Abgeordneten (Abg. Mag. Molterer: Zustimmung für Ferrero-Waldner!) bestätigt mir, dass ich in meiner Kritik anscheinend wirklich auf dem richtigen Weg bin.
Abg. Mag. Molterer: Zustimmung für Ferrero-Waldner!
Es ist jedenfalls so, dass diese Anmerkung, so glaube ich, berechtigt ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das eine oder andere zustimmende Lächeln bei den ÖVP-Abgeordneten (Abg. Mag. Molterer: Zustimmung für Ferrero-Waldner!) bestätigt mir, dass ich in meiner Kritik anscheinend wirklich auf dem richtigen Weg bin.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das kann sich nicht nur auf die Frage der Freihandelszone oder auf die wirtschaftliche Frage beschränken, das kann sich auch nicht allein auf die militärische Komponente beschränken. Jeder Kampf gegen den Terrorismus, der sich auf einen militärischen Kampf verkürzt, greift zu kurz. Das ist vielleicht für die Rüstungsindustrie etwas Interessantes, aber das wird letztlich nichts lösen. Daher ist diese Fischer-Initiative eine sehr positive. Sie sollte in diesem Gesamtkunstwerk, würde ich fast sagen, auch als solche verstanden und begriffen werden. – Schade, Frau Außenministerin, dass nicht Ihnen diese Idee gekommen ist. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich halte es daher für notwendig, dass diese Erweiterungseuphorie, die hier von manchen in diesem Haus gehegt wird, endlich einmal der Vernunft weicht. Denn eines muss man wissen: Die Erweiterung kostet uns immer etwas, und daran sollten wir dabei denken. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Man kann wirklich sagen: Es ist eine ausgesprochen gute und ruhige Diskussion der Außenpolitik, die hier heute stattfindet. Ich denke, das ist auch in Ordnung so. Es herrscht auch ein gutes Klima, und darum – das möchte ich schon sagen – ist die Außenministerin Benita Ferrero-Waldner immer sehr bemüht. Dass sogar Kollege Cap hier relativ seriös gewesen ist, dafür möchte ich mich bedanken. Ich muss ehrlich sagen: Ich habe nicht damit gerechnet, dass das doch so seriös ausfällt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schieder: Nein, nein! Sie haben mich falsch verstanden!
Auch Kollege Schieder hat gemeint, man könne gar nicht so viel Kritik üben, als man Positives über die Außenministerin sagen könne, um dem einigermaßen nahe zu kommen. – Ich habe Sie jedenfalls so verstanden, Herr Schieder. (Abg. Schieder: Nein, nein! Sie haben mich falsch verstanden!) Ich habe Sie demnach nicht richtig verstanden. (Abg. Schieder: Bewusst!)
Abg. Schieder: Bewusst!
Auch Kollege Schieder hat gemeint, man könne gar nicht so viel Kritik üben, als man Positives über die Außenministerin sagen könne, um dem einigermaßen nahe zu kommen. – Ich habe Sie jedenfalls so verstanden, Herr Schieder. (Abg. Schieder: Nein, nein! Sie haben mich falsch verstanden!) Ich habe Sie demnach nicht richtig verstanden. (Abg. Schieder: Bewusst!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Frau Bundesministerin! Ich möchte mich herzlich bedanken für Ihre Tätigkeit. Wenn heute von Seiten der Opposition auch die eine oder andere Kritik angebracht wurde, so gehört das, denke ich, ein wenig zu deren Geschäft. Was im Vordergrund steht, das ist Ihr Bemühen, das ist Ihre erfolgreiche Außenpolitik, das ist Ihre internationale Bekanntheit und Anerkennung. Der Charme, der Sie da begleitet, führt immer wieder zum Erfolg. Ich wünsche Ihnen auf allen Ebenen, auf denen Sie noch tätig werden, alles Gute. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Lunacek: Das sagt Joschka Fischer sicher nicht!
Das ist sicher keine schlechte Idee, aber da ist eines ganz wesentlich, und das habe ich auch in meiner Intervention in München gleich gesagt, und das ist auch jetzt beim Rat der Außenminister herausgekommen: dass es falsch wäre, diese Initiative neu zu machen, um den Nahost-Konflikt auszuklammern. Es besteht die Gefahr, dass man jetzt sagt: Wir wollen eine Demokratisierungsoffensive für die arabischen Länder!, dass man aber den Nahost-Konflikt ausklammert, der wesentlich schuld daran ist, dass die ganze Region nicht zur Ruhe kommen kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Lunacek: Das sagt Joschka Fischer sicher nicht!)
Abg. Mag. Lunacek: Aber wann?
Genau darum geht es, Frau Abgeordnete Lunacek, und deshalb gibt es da ein vorsichtiges Vorgehen! Es heißt ja nicht, dass das nicht kommt, es wird sicher kommen. (Abg. Mag. Lunacek: Aber wann?) Es wird dann kommen, wenn es für den österreichischen Arbeitsmarkt gut ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Genau darum geht es, Frau Abgeordnete Lunacek, und deshalb gibt es da ein vorsichtiges Vorgehen! Es heißt ja nicht, dass das nicht kommt, es wird sicher kommen. (Abg. Mag. Lunacek: Aber wann?) Es wird dann kommen, wenn es für den österreichischen Arbeitsmarkt gut ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Mir war es als Außenministerin ein Anliegen, gerade diesen Teil serviceorientiert zu gestalten, und es ist wirklich so, dass rund um die Uhr ein Ansprechpartner für allfällige Notsituationen da ist. Das ist nicht selbstverständlich, aber das wird bei uns selbstverständlich so gehandhabt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen auch: Wichtige Konsularfälle sind immer selbstverständlich Chefsache, aber sie sind natürlich auch in besten Händen bei meinen guten Beamten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Da good news bekanntlich no news sind, muss man sagen: Es gibt unzählige Fälle, die wir positiv erledigen, über die aber nie geredet wird. Zum Beispiel habe ich, als ich vor zirka 14 Tagen in München bei der Sicherheitskonferenz war, am Abend auf dem Kaiserball von unserem Generalkonsul die Nachricht erhalten, dass 13 Österreicher, weil sie randaliert haben, eingesperrt wurden. Herr Minister Wiesheu war auch auf dem Ball, und über Intervention von Minister Wiesheu habe ich sofort mit dem Innenminister Bayerns telefoniert, und ich habe in derselben Nacht in zwei Stunden die Österreicher freigehabt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Schieder: Auf alle Bälle gehen!
Ich sage nur: Davon hört man nichts! (Abg. Schieder: Auf alle Bälle gehen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dieser Fall hätte in Österreich sicher einen ganz anderen Ausgang gefunden. Dieser junge Mann wäre für immer erledigt gewesen, wenn wir es ihm nicht ermöglicht hätten, in einem Gefängnis in Österreich die restlichen Monate abzusitzen. Er hat inzwischen das Studium fertig gemacht, und er ist vor einigen Jahren mit einem Blumenstrauß zu mir gekommen, um mir zu sagen: Herzlichen Dank! – Ich sage nur: Auch das sind Fälle, die die Realität betreffen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zum Visa-Bereich möchte ich Folgendes sagen: In Moskau und in Zürich haben wir inzwischen 60 000 Visa im Jahr, in Kiew 47 000, in Belgrad 37 000 und in Peking 28 000. Daher lautet meine Devise: Genau, aber nicht kleinlich prüfen, und wir müssen Rahmenbedingungen sicherstellen, die es den Visawerbern möglich machen, unter akzeptablen Umständen zu ihrem Visum zu kommen! Das liegt im Interesse der österreichischen Wirtschaft, das liegt im Interesse des Tourismus, aber das liegt auch im Interesse des einzelnen Bewerbers. Das heißt, auch Entwicklungen zu verhindern, die zu einer massiven Umleitung der Visawerber auf österreichische Botschaften führen können – damit bin ich bei der Novelle zum Konsulargebührengesetz angelangt –, und das ist auch der Grund, warum wir gesagt haben: Wir wollen rasch handeln!, denn sonst hätte es da eine Umleitung der Visawerber gegeben, und das hätte die österreichischen Botschaften zusätzlich belastet. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Schon!
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Frau Bundesministerin! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Bundesministerin, wir bestreiten ja gar nicht, dass Sie die Pflichten, die Sie haben, erfüllen, aber ich denke, dass das noch kein besonderer Grund für ausgiebiges Lob ist. (Rufe bei der ÖVP: Schon!) Ich halte es für selbstverständlich, dass Sie Ihre Aufgaben erfüllen, und wir sind auch bereit, das anzuerkennen.
Abg. Großruck: Das ist sehr billige Polemik!
getan, um zu verhindern, dass Pendler zu uns herüberkommen. Sie beklagen, dass es eine hohe Arbeitslosigkeit gibt, und Sie hoffen auf den wirtschaftlichen Aufschwung, aber Sie tun weder für den wirtschaftlichen Aufschwung etwas noch dafür, dass nicht zusätzliche Pendler kommen, solange es der Arbeitsmarkt nicht verträgt. (Abg. Großruck: Das ist sehr billige Polemik!)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist nicht billige Polemik, sondern das sind Tatsachen, Herr Kollege! Sie könnten mit Tatsachen erwidern, wenn Sie welche hätten, aber Sie haben keine. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich nehme zur Kenntnis, Sie waren der Meinung, Frau Dr. Ferrero-Waldner soll Außenministerin bleiben. Das ist mir recht. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Machen Sie das mit Cap aus! Wir wissen, was wir wollen!
Der Einzige, von dem ich es anders gehört habe, war Kollege Cap. Bei ihm habe ich den Eindruck gehabt, dass er durchaus dafür ist, dass sich da etwas ändert. Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob er wirklich dafür ist, dass Sie Bundespräsidentin werden. (Abg. Mag. Molterer: Machen Sie das mit Cap aus! Wir wissen, was wir wollen!) Ich sage Ihnen, mir wäre es recht, wenn Sie nicht Bundespräsidentin würden. Sie müssen für mich auch nicht Außenministerin bleiben, denn Sie waren für mich die beste Staatssekretärin, die wir in diesem Land gehabt haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Der Einzige, von dem ich es anders gehört habe, war Kollege Cap. Bei ihm habe ich den Eindruck gehabt, dass er durchaus dafür ist, dass sich da etwas ändert. Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob er wirklich dafür ist, dass Sie Bundespräsidentin werden. (Abg. Mag. Molterer: Machen Sie das mit Cap aus! Wir wissen, was wir wollen!) Ich sage Ihnen, mir wäre es recht, wenn Sie nicht Bundespräsidentin würden. Sie müssen für mich auch nicht Außenministerin bleiben, denn Sie waren für mich die beste Staatssekretärin, die wir in diesem Land gehabt haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau – derzeit noch – Außenministerin! Ich könnte jetzt noch viel draufgeben auf das, was Herr von Einem gesagt hat. Ein bissel geärgert hat mich, dass er die Übergangszeiten so heruntermacht, denn ich lebe unmittelbar an der slowakischen Grenze, ich rede mit den Maurern in meiner Umgebung und den Mitarbeitern von Baufirmen und weiß: Diese sind sehr froh, dass wir diese Regelungen haben, und wir wissen auch sehr genau, dass diese Regelungen wirksam sein werden, wenn wir sie brauchen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich habe dann auch erlebt, dass die Ägypter sehr schätzen, dass österreichische Bedienstete, Beamte in Fragen der Sicherheit sehr hilfreich sind, indem sie nämlich die Fälschungssicherheit von Dokumenten, das Wissen, das bei uns darüber vorhanden ist, weitergeben. Diese Dienste werden sehr hoch geschätzt. Das ist aktive Sicherheitsarbeit, weit von unserer Grenze, und ich bedanke mich bei allen dafür, die das mit großer Kompetenz das eingeführt haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wissen, dass unsere Frau Außenminister die richtigen Akzente setzt: im Großen und im Kleinen mit großer Freude, mit großer Liebe und Menschlichkeit und mit Charisma und Charakter. Und das ist etwas, was sie immer für Österreich einsetzt – egal, ob sie für uns als Außenministerin oder als Bundespräsidentin für Österreich tätig ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner: Kennen Sie die Details?
Zum Zweiten: Die Višegrad-Staaten beabsichtigen die Vertiefung der Zusammenarbeit, wo Österreich überhaupt nicht dabei ist. All das, was Sie, Frau Bundesministerin, da behaupten, nämlich dass da große Vorleistungen erbracht wurden, ist in Wirklichkeit nicht gegeben. (Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner: Kennen Sie die Details?) Die kenne ich ganz genau!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Geschätzte Damen und Herren! Natürlich wollen wir jede Verbesserung der Zusammenarbeit, wie jetzt das bilaterale Rahmenübereinkommen von Madrid, das sich in Umsetzung befindet, unterstützen, weil ich glaube, dass die Handlungsfähigkeit der Gebietskörperschaften tatsächlich verbessert werden soll, und zwar dadurch, dass die Verbindlichkeit dieser Verträge entsprechend festgelegt ist. Daher stimmen wir dem zu. Aber weil man so tut, als wäre die Außenpolitik gerade gegenüber den EU-Erweiterungsstaaten besonders erfolgreich gewesen, wollte ich das einmal richtig stellen. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
rin Dr. Benita Ferrero-Waldner zu verdanken – im Gegensatz zu manch anderen Politikern, die erst kürzlich ihre Liebe zur Außenpolitik erkannt haben. Es ist unsere Frau Dr. Benita Ferrero-Waldner, die Österreich im Ausland hervorragend vertritt und auch in Zeiten der Sanktionen exzellente Arbeit geleistet hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn die Kollegen Cap und Einem jetzt sagen, die ÖVP bedauere es offenbar, Frau Dr. Ferrero-Waldner als Außenministerin zu verlieren, so stimmt das natürlich. Wenn man mit jemandem sehr gut und sehr gerne zusammengearbeitet hat, dann tut es einem Leid, aber gleichzeitig wissen wir Frau Dr. Benita Ferrero-Waldner mit den besten Eigenschaften für das höchste Amt im Staat ausgestattet. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Gut ist, dass doch alle Fraktionen dahinter stehen, dass wir das gemeinsam umsetzen. Ich denke, das Thema Partnerschaften betrifft alle Länder Europas gleichermaßen. Österreich hat das erkannt und einen großen Beitrag geleistet. Ich gehe davon aus, dass wir weiter auf diesem Kurs bleiben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Außenministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es geht jetzt schon einige Zeit hin und her, als hätten wir Präsidentschaftswahlkampf. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass das Thema jetzt die Außenpolitik ist. Wir wissen natürlich die Arbeit der Frau Außenministerin einzuschätzen, wir kennen aber auch die positiven Ansätze und Eigenschaften unseres Präsidenten Fischer sehr gut, der ebenfalls für dieses Amt kandidiert. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Die Europäische Union und wir werden mit dem Abkommen dann Erfolg haben, wenn wir mit den Menschen und nicht gegen sie arbeiten. Die vorliegenden Assoziationsabkommen geben uns die Rahmenbedingungen, und wir sind aufgefordert, entsprechende Aktivitäten zu setzen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich denke jetzt etwa nur an das Geiseldrama in der algerischen Wüste. Ich denke aber auch an die Rolle von Frau Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner in der Zeit des OSZE-Vorsitzes im Jahre 2000. Damals hatte sie, sehr weitschauend, bereits jene Krisenregionen im Auge, denen dann rund um den 11. September 2001 internationale Aufmerksamkeit galt. Vielen ist dann das Lächeln beziehungsweise Schmunzeln vergangen, das sich diese vorausschauende Frau damals mit ihrer Politik zum Teil eingehandelt hatte, das aber absolut ungerechtfertigt war, wie die darauf folgenden Ereignisse gezeigt haben. – Danke für diesen Weitblick, danke für diese Kompetenz und für die massive Vertretung unserer Interessen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich erinnere nur daran, dass die Frau Bundesminister österreichische Interessen nicht nur wegen ihrer Menschlichkeit, ihrer Kompetenz und ihres Einfühlungsvermögens hervorragend zu vertreten versteht, sondern nicht zuletzt auch deshalb, weil sie auf Grund ihrer Sprachgewandtheit mit rund 65 Staatsoberhäuptern auf dieser Welt in deren Muttersprache parlieren kann. Das ist eine Qualität, liebe Frau Bundesministerin, die meiner Überzeugung nach kein Mitbewerber in dieser Form einbringt! Ich wünsche daher alles Gute und weiterhin viel Erfolg! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesministerin! Lieber Kollege Ledolter, ich glaube, dass der sanfte Umgang mit der Frau Bundesminister durch unsere Fraktion auch darauf zurückzuführen ist, dass wir sicher und überzeugt sind, dass die Menschen in Österreich eine richtige Wahl bei dieser Präsidentenwahl treffen werden, und dass wir sehr optimistisch sind, dass Herr Kollege Fischer gewinnen wird! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ich glaube, das ist durchaus legitim! Ich habe schon befürchtet, dass der Kollege ( Abg. Scheibner: Hört endlich mit der Bundespräsidentenwahl auf, alle miteinander!) Na gut. Kommen wir zu den sachlichen Themen.
Abg. Scheibner: Hört endlich mit der Bundespräsidentenwahl auf, alle miteinander!
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesministerin! Lieber Kollege Ledolter, ich glaube, dass der sanfte Umgang mit der Frau Bundesminister durch unsere Fraktion auch darauf zurückzuführen ist, dass wir sicher und überzeugt sind, dass die Menschen in Österreich eine richtige Wahl bei dieser Präsidentenwahl treffen werden, und dass wir sehr optimistisch sind, dass Herr Kollege Fischer gewinnen wird! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ich glaube, das ist durchaus legitim! Ich habe schon befürchtet, dass der Kollege ( Abg. Scheibner: Hört endlich mit der Bundespräsidentenwahl auf, alle miteinander!) Na gut. Kommen wir zu den sachlichen Themen.
Beifall bei der SPÖ.
Über die Aufteilung der Kosten in Österreich und über die Steuerzuordnung zu den einzelnen Berufsgruppen könnte man diskutieren. Da ist möglicherweise eine gewisse Benachteiligung der Unselbständigen gegeben. Ansonsten sind wir damit aber zufrieden, müssen wir uns doch dieser Herausforderung stellen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Pfeffer: Na geh!
Abgeordneter Mag. Dr. Alfred Brader (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Ich möchte ganz kurz zu den Ausführungen meines Vorredners sagen: Seinen Optimismus hätte ich nicht, vor allem deshalb, weil ich mir denke, dass ein Bundespräsident auch ein gewisses Maß an außenpolitischer Erfahrung braucht, und diese sehe ich bei unserem Zweiten Nationalratspräsidenten nicht! (Abg. Pfeffer: Na geh!) Er ist ja nicht einmal im Außenpolitischen Ausschuss! Aus dem Integrationsrat ist er auch drei Tage nach seiner Bestellung ausgeschieden, aber das war kein großer Verlust, weil er im Vorjahr bei dessen Sitzungen ohnehin nie dabei war.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Ich glaube, dass dieses Übereinkommen auch in wirtschaftlicher Hinsicht sehr wichtig ist. Immerhin ist Ägypten ein ganz wichtiger Handelspartner im Mittelmeerraum. Und ich freue mich, dass dieses Abkommen die Zustimmung aller bekommen wird! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Frau Minister! Im Hinblick darauf möchte ich festhalten, dass Sie bis jetzt keine Initiative gesetzt haben, die beispielsweise den Zugang der Frauen in den Mittelmeerstaaten zu Aufklärung und Anwendung von Verhütungsmitteln erleichtert hätte. Frau Minister! Das steht in krassem Gegensatz zu Ihren Versuchen, sich im heute schon so oft zitierten Bundespräsidentschaftswahlkampf als Frau mit Herz und als Frauenrechtlerin zu positionieren! Das steht wahrhaftig im krassen Gegensatz dazu! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Frau Minister! Es ist nicht zu verstehen, dass für derart sekundäre Dinge wie persönliche PR von Ihnen so viel Geld verschleudert wird, wenn es doch wesentlich wichtigere Aspekte für die Finanzierung einer funktionierenden österreichischen Außenpolitik, wie zum Beispiel die Entwicklungshilfe, gäbe! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! So vorteilhaft diese Abkommen sind, so wichtig wäre es, dass diese durch eine aktive österreichische Außenpolitik ergänzt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Heinzl.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich verstehe die Aufregung nicht! Herr Kollege Heinzl hat vorhin mit ganz tollen Zahlen „brilliert“. Ich kann mir nur, wenn ich das Bruttonationalprodukt hernehme und dann herunterrechne, die Relation nicht vorstellen, dass man einerseits 300 000 € für Fotowerbung verwendet ... (Zwischenruf des Abg. Heinzl.) Trotzdem steht es in keiner Relation!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Slowakei gehört zu jenen Ländern, welche die besten Voraussetzungen für einen baldigen Beitritt zur Europäischen Union aufweisen. Österreich wird die Slowakei dabei weiterhin nach besten Kräften unterstützen, und ich bin überzeugt davon, dass Beharrlichkeit und Besonnenheit zum Erfolg führen werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir dürfen nicht vergessen: Dort leben Menschen, die noch nie ihre Heimat gesehen haben, in Flüchtlingslagern, sie kennen nichts anderes als Flüchtlingslager, eine ganz kleine Gruppe, die vielleicht früher noch mehr Aufmerksamkeit hatte, aber mit zunehmender Zahl an Konflikten weltweit immer mehr in Vergessenheit geraten ist. Wir wissen auch, dass die internationale Unterstützung rückläufig ist, dass die gesundheitliche Situation dort in den Lagern schlechter geworden ist und dass wir gerade hier von Österreich aus alles daransetzen müssten, den Menschen diese Unterstützung zu geben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Frau Ministerin! Ich erwarte mir, dass es nicht nur bei diesem Entschließungsantrag bleibt, sondern dass Österreich wirklich Aktivitäten setzt, dass es insbesondere im humanitären Bereich das fortschreibt, was es schon gibt – und darüber hinaus auch die eine oder andere Initiative auf europäischer Ebene setzt, um dort den Menschen zu signalisieren: Wir haben sie nicht vergessen, das kleine Österreich vergisst die Menschen in der Wüste, das sahaurische Volk nicht! Ich wäre sehr froh darüber, auch von Ihrer Seite ein klares Bekenntnis dazu zu hören. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Brosz: ... nicht polemisch werden!
In Marokko schwelt eben auch seit 30 Jahren ein anderer bedauerlicher Konflikt, und ich bin froh darüber, dass wir einen gemeinsamen Entschließungsantrag zustande gebracht haben, wonach wir innerhalb der Europäischen Union initiativ werden, wenngleich nicht so wie früher alleine. Wir haben jetzt ja eine europäische Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, wobei wir alle eine gemeinsame Verfassung und die Stärkung der politischen Rolle Europas wollen, und zu einer Stärkung sollte es auch in diesen außenpolitischen Fragen kommen. Deswegen gibt es kein alleiniges Vorpreschen Österreichs mehr in dieser Frage, wenngleich ich der festen Überzeugung bin – und auch die Opposition verstehe, wenn sie sich das wünscht –, dass unsere exzellente Außenministerin und hoffentlich künftige Präsidentin Benita Ferrereo-Waldner, die sehr viel Erfahrung im Lösen und Ansprechen von schwierigen Konflikten hat, auch hier eingreifen würde. (Abg. Brosz: ... nicht polemisch werden!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Unsere Frau Außenminister hat schon während ihres OSZE-Vorsitzes im Jahre 2000 viele große Konflikte angesprochen und mitgeholfen, dafür tragfähige Lösungen zu erarbeiten und vorzubereiten. Dr. Ferrero-Waldner hat auf Grund ihrer exzellenten Kontakte zur UNO in den Konflikten von damals – Armenien, Aserbaidschan, Berg-Karabach, Zentralasien und am Balkan – sicherlich auch Gehör bei der UNO, wenn sie sich in dieser Frage innerhalb Europas und bei der UNO zu Wort meldet. Dafür, Frau Bundesminister, herzlichen Dank! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
bald in Freiheit gelangen. Auch hiefür wird sich unsere Außenministerin, später allenfalls auch als Präsidentin, einsetzen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Widerspruch bei den Grünen.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Scheibner. (Widerspruch bei den Grünen.) – Mein Bildschirm ist weg, er hat seit einigen Minuten nicht mehr richtig funktioniert.
Abg. Schieder: Der Bildschirm ist noch da, aber das Bild nicht!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Auch wenn Ihr Bildschirm weg ist, Herr Präsident: Ich hatte eine schriftliche Liste, da stand es so. (Abg. Schieder: Der Bildschirm ist noch da, aber das Bild nicht!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl
wichtig die beiden österreichischen Soldaten sind, die bei der MINURSO, also dort bei der UNO-Truppe sind. Du bringst das jetzt ein. Aber genau das war der Punkt, an dem es uns leider nicht gelungen ist, die Regierungsfraktionen davon zu überzeugen, dass wir das auch im Entschließungsantrag festhalten sollen: Dass nämlich Österreich den Vereinten Nationen für die Zukunft die Möglichkeit anbietet, im Bedarfsfall Militärbeobachter, Polizisten/Polizistinnen sowie ziviles Personal zu entsenden, sobald deutliche Schritte bei der Umsetzung des Friedensplanes sichtbar sind. Dieser Widerspruch, zuerst zu sagen, wie wichtig die österreichischen Soldaten bei der MINURSO sind (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl), dann aber nicht im Entschließungsantrag drinnen zu haben, dass wir diese Möglichkeit der UNO weiterhin anbieten wollen, ist ein Widerspruch, den ich sehr bedauere.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Im Ausschuss hat es von der Frau Außenministerin geheißen: Das heißt ja nicht, dass wir nicht vorhaben, das zu tun. – Ich sage das auch hier im Plenum, weil ich hoffe, dass das in Zukunft vielleicht doch der Fall sein wird. Jedenfalls ist dies der Grund dafür, dass wir von meiner Fraktion den negativen Ausschussbericht ablehnen, aber dennoch dem Vier-Parteien-Antrag zustimmen werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Frau Ministerin, ich hoffe sehr, dass Sie in diesem Bereich tatsächlich politisch initiativ werden, so zum Beispiel auch gegenüber Marokko diese Punkte, die ich angeführt habe, vorbringen und im Rahmen der EU stärker als bisher tätig sein werden, damit es tatsächlich zu Erfolgen und zu einem Frieden für die Bevölkerung kommen wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Frau Außenministerin! Ich hoffe und bin davon überzeugt, dass Sie, das Außenamt, aber auch die Europäische Union – auch das ist eine Region, die für die Europäische Union wichtig sein kann und wichtig sein sollte – alles in der Macht Stehende tun, um die Problematik dieses schwelenden, leider immer mehr in Vergessenheit geratenen Konflikt wieder aufleben zu lassen, damit man endlich auch der wenngleich nicht großen, jedoch geschundenen Bevölkerung in dieser Region eine Perspektive gibt, möglichst in Unabhängigkeit zu leben, oder dass man zumindest erreicht – und dies vielleicht noch vor dem jetzt vorgesehenen Termin 2008 –, dass dort die Bevölkerung selbst darüber entscheiden kann, welche Zukunft sie für ihr Land wählen möchte. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita Ferrero-Waldner: Herr Präsident! Hohes Haus! Zuerst darf ich sagen, dass ich mich freue, dass hier ein gemeinsamer Vier-Parteien-Entschließungsantrag zustande gekommen ist, denn es ist die Westsahara zwar ein Konflikt, der nicht jeden Tag auf der Tagesordnung steht, aber bei uns Außenpolitikern nicht vergessen ist. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich sage, es ist wieder eine Periode einer vorsichtigen Hoffnung angebrochen, aber für uns ist es wichtig, dass wir die Menschen in den Flüchtlingslagern nicht im Stich lassen. Das werden wir sicherlich nicht tun. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Außerdem sollten wir auch dranbleiben, damit der Konflikt gelöst wird und damit es dann letztendlich auch zu dieser Volksabstimmung kommt und die Westsahara einer demokratischen und selbstbestimmten Zukunft entgegensehen kann. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)