Eckdaten:
Für die 142. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 867 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von der Abgeordneten Anita Fleckl
Petition betreffend „Mobilitätsgarantie der Bundesregierung“ (Ordnungsnummer 84) (überreicht von der Abgeordneten Anita Fleckl)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Andreas Khol: Ich begrüße den neuen Abgeordneten herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Michael Spindelegger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Geschätzte Damen und Herren! Wir wollen diesen Nationalratstag mit einem erfreulichen Thema beginnen, nämlich mit der Analyse des Europäischen Rates unter dem Vorsitz von Bundeskanzler Schüssel. Wir werden uns an diesem Tag ohnehin noch genug mit den Skandalen rund um die BAWAG und ein rotes Netzwerk in Österreich beschäftigen. Aber, meine Damen und Herren, das ist ein weniger erfreuliches Kapitel. Lassen Sie uns daher zunächst nicht in die Karibik, sondern nach Brüssel blicken! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der Opposition, lassen Sie das doch! Wenn Österreich den Vorsitz in Europa innehat und wirklich gute Ergebnisse nach Hause bringt, so lassen Sie doch diese kleinlichen Unterstellungen! Es ist wirklich Großartiges beschlossen worden, und Österreich konnte sich in Europa profilieren. Und darüber sollten wir uns alle freuen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Beschäftigung und Wachstum – das sind die drängenden Fragen, die sich jeder österreichische und europäische Bürger heute stellt, weil es ihm wichtig ist, dass seine Kinder, dass seine Enkelkinder und dass er selbst in einem Arbeitsprozess einen Arbeitsplatz haben und dort erfolgreich sein können. Und darum ist Beschäftigung und Wachstum das entscheidende Thema, das Österreich ganz oben auf die Prioritätenliste gesetzt hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Welche?
Schauen Sie sich die konkreten Beschlüsse dazu an! Diese können sich tatsächlich sehen lassen. Bezüglich Beschäftigung hat unter österreichischem Vorsitz das Gremium der höchsten Staats- und Regierungschefs in Europa beschlossen, dass wir pro Jahr zwei Millionen Arbeitsplätze zusätzlich schaffen wollen, die, heruntergebrochen auf jedes Mitgliedsland, bedeuten, dass es dort wieder eine Perspektive gibt, dass es Beschäftigung gibt und dass es Programme gibt, wie man eine solche Beschäftigung erreichen kann, meine Damen und Herren. (Abg. Öllinger: Welche?) Das soll kein konkretes Ziel sein? – Das ist ein ganz konkretes Ziel, das vielen Menschen wieder Hoffnung gibt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das sind ganz konkrete Maßnahmen, die jetzt in einem großen europäischen Kontext 25 Beschäftigungsprogramme ergeben werden und damit Arbeitslosigkeit wirklich an der Wurzel bekämpfen. Genau das wollen wir! Und darum ist das ein großer Erfolg für Österreich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das bedeutet, dass junge Menschen eine ganz konkrete Perspektive bekommen. Das soll kein konkretes Ziel sein? – Meine Damen und Herren! Das ist ein ganz ambitionierter Plan, der zwar zuerst überall umgesetzt werden muss, aber innerhalb eines Jahres, bis 2007, muss das stehen. Ich halte das für einen entscheidenden Fortschritt für Europa insgesamt und begrüße dies daher sehr. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was hat das bewirkt? – Wir können uns heute alle miteinander freuen, dass österreichweit schon 9 000 zusätzliche Lehrstellen geschaffen wurden, das heißt, junge Leute haben eine konkrete Perspektive. Und das ist uns ganz besonders wichtig. Auf europäischer Ebene, im europäischen Kontext bedeutet das, dass es in 25 Mitgliedsländern eine solche Offensive geben wird. In 25 Mitgliedsländern haben daher junge Menschen, die heute keinen Job haben, in der Zukunft eine konkrete Jobaussicht, weil nationale Programme dafür sorgen müssen, dass diese Perspektive bis Ende 2007 steht. Und das wollen wir: Jobs für junge Leute in Europa! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ja, meine Damen und Herren, das sind ganz konkrete Ziele – und nicht irgendein Gerede um die Zukunft. Da muss jedes Mitgliedsland ein ambitioniertes Programm vorlegen, damit es Forschung und Entwicklung geben kann, und dafür werden Mittel zur Verfügung gestellt. Und das bedeutet ebenso, dass wir bis 2010 100 Milliarden € mehr für Forschung als heute ausgeben werden. Das sind ganz konkrete Zahlen – und das wird auch entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit Österreichs beitragen. Das ist ein konkretes Ziel – und das wollen wir in Europa: mehr Wachstum. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese konkreten Ziele zeigen jedenfalls, dass Nachhaltigkeit erstmals ein großes Thema in Europa ist – und genau das wollen wir auf dem Energiesektor erreichen: nicht abhängig sein, sondern erneuerbare Energie fördern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Bundeskanzler Dr. Schüssel ist nicht nur ein guter österreichischer Regierungschef, sondern mittlerweile auch ein Staatsmann europäischen Formats. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Präsident! Hoher Nationalrat! Ich darf kurz zum Europäischen Rat Stellung nehmen. Am Anfang waren ja viele Themen und Ziele, die wir uns vorgenommen haben, sehr umstritten. Als wir im Hauptausschuss vorige Woche zusammengekommen sind, war es ja so, dass praktisch alle konkreten gemeinsamen Vorhaben von einer Mehrheit der Mitgliedstaaten abgelehnt beziehungsweise noch lange nicht akzeptiert wurden. Unserem Team ist es jedoch gelungen – ausdrücklich hervorheben für alle möchte ich jetzt unseren ständigen Vertreter bei der EU, Botschafter Gregor Woschnagg, die Außenministerin, alle Fachminister, also wirklich das gesamte Team –, alle Ziele, die wir uns vorgenommen haben, in den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates unterzubringen. Und das ist etwas, was nicht selbstverständlich gewesen ist! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ganz konkret haben wir uns vorgenommen, durch geeignete Maßnahmen, vor allem natürlich hinsichtlich Rahmenbedingungen der bald 27 EU-Mitgliedstaaten zwei Millionen zusätzliche Arbeitsplätze jedes Jahr neu zu fördern, was ein Beschäftigungswachstum von etwa 1 Prozent pro Jahr bedeutet. Das würde bis zum Jahre 2010 zehn Millionen Arbeitsplätze zusätzlich ergeben. Ein ganz wichtiges und konkretes Ziel – und dieses ist auch erreichbar, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Weiteres Ziel: Reduzierung der Zahl der Schulabbrecher auf 10 Prozent. Das ist meiner Meinung nach überhaupt einer der wichtigsten Punkte, dass wir die jungen Menschen in dieser Wachstum- und Beschäftigungsstrategie nicht vergessen, sondern ihnen – im Gegenteil – alle Chancen der Welt ermöglichen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Und wir werden heute mit dem Beschluss zum österreichischen IST, dem Institute of Science and Technology, goldrichtig liegen, denn damit haben wir den Anschluss an diese europäische Strategie geschafft, etwas, was wir ja immer vorgehabt haben, wie Sie ja wissen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben die Europäische Investitionsbank in die Pflicht genommen. Sie wird jetzt für Forschung, für die Transeuropäischen Netze und die Mittelstandsfinanzierung wesentlich mehr Geld ausgeben, für Mittelstand und F & E 15 Milliarden € zusätzlich und für Energieeffizienz und Transeuropäische Netze ebenfalls 25 Milliarden € zusätzlich. Ganz konkrete Maßnahmen, die mithelfen werden, das Ziel, 2 Millionen Jobs pro Jahr zusätzlich, erreichen zu können. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nächstes Ziel: Stärkung und Steigerung des Gesamtanteils der erneuerbaren Energie auf 15 Prozent – sehr umstritten anfangs. Wir sind im Moment weit von diesem Ziel entfernt, aber es ist erreichbar, wenn wir sozusagen die Bremsklötze wegräumen und mehr Kraftwerke zulassen. Vor allem im Bereich Wasserkraft liegen enorme Reserven brach. Da können wir übrigens über die Möglichkeiten an privatem Kapital an die 1 000 Milliarden € freimachen für den Ausbau der Netze, für neue Kraftwerke, für Pipelines. Da stecken Job-Chancen drinnen, die mit diesen Beschlüssen im Rücken jetzt leichter realisiert werden können. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, wir haben also ein reiches Arbeitsprogramm! Und wir sind dabei, wie ich meine, nicht schlecht unterwegs. Vieles ist bereits geschehen, wie etwa diese Woche der höchst interessante Abschluss Europäischer Führerschein, Europäische Wegekostenrichtlinie, Themen, die seit vielen, vielen Präsidentschaften unerledigt geblieben sind, aber: Viel Arbeit haben wir noch vor uns! Wir zählen dabei auf Ihre Unterstützung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler, ich glaube, die Professionalität, die Kompetenz und das Geschick deiner Verhandlungsführung haben auch den französischen Präsidenten überzeugt. Wir sind wieder wer in Europa, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Warum kann da Österreich mit gutem Beispiel in Europa vorangehen, meine Damen und Herren? – Weil wir glaubwürdig sind, weil wir nachweisen können, dass wir seit der politischen Wende im Jahr 2000 eine Politik für Klein- und Mittelbetriebe gemacht haben. Es war die Abkehr von jener Politik, die verstaatlichte defizitäre Großbetriebe, siehe verstaatlichte Industrie, gefördert hat. Es war ein bewusstes Zugehen auf das Potential der Klein- und Mittelbetriebe, die der Jobmotor in unserem Land sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herausforderung bewältigt, ist ein europäisches Modell, und es ist das Verdienst unseres Bundeskanzlers, der Frau Außenministerin und des gesamten Teams, dass wir diese Themen durchgesetzt haben: erstens Beschäftigungspolitik als Priorität in der EU, zweitens Einbringen der Klein- und Mittelbetriebe als Jobmotor und drittens Sozialpartnerschaft, sozialer Dialog statt Arbeitskampf. Das ist das Verdienst unserer Präsidentschaft und wird lang über dieses halbe Jahr hinaus wirken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Das könnte der Strache auch sagen! Der „Strache der SPÖ“! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das, was Sie uns hier geschildert haben, kann höchstens das Ergebnis einer Plauderstunde eines 5-Uhr-Treffens gewesen sein, denn es ist unverbindlich, es ist unkonkret, und es gibt letztlich keine Verpflichtung. (Abg. Mag. Molterer: Das könnte der Strache auch sagen! Der „Strache der SPÖ“! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie sagen ja selbst die ganze Zeit, wir haben eine Selbstverpflichtung. Also es bleibt einem jeden überlassen, ob er es macht oder ob er es nicht macht. Und das muss man den Zusehern und Zuhörern auch mitteilen, damit sie nicht glauben, dass das fixe Beschlüsse sind. (Abg. Großruck – in Richtung SPÖ –: Ihr seid Arbeitsplatzvernichter, nicht -schaffer!)
Abg. Großruck – in Richtung SPÖ –: Ihr seid Arbeitsplatzvernichter, nicht -schaffer!
Das, was Sie uns hier geschildert haben, kann höchstens das Ergebnis einer Plauderstunde eines 5-Uhr-Treffens gewesen sein, denn es ist unverbindlich, es ist unkonkret, und es gibt letztlich keine Verpflichtung. (Abg. Mag. Molterer: Das könnte der Strache auch sagen! Der „Strache der SPÖ“! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie sagen ja selbst die ganze Zeit, wir haben eine Selbstverpflichtung. Also es bleibt einem jeden überlassen, ob er es macht oder ob er es nicht macht. Und das muss man den Zusehern und Zuhörern auch mitteilen, damit sie nicht glauben, dass das fixe Beschlüsse sind. (Abg. Großruck – in Richtung SPÖ –: Ihr seid Arbeitsplatzvernichter, nicht -schaffer!)
Rufe bei der ÖVP: BAWAG! BAWAG!
Jetzt stellen Sie sich her – weil Ihnen die PR-Berater gesagt haben, wenige Monate vor den Nationalratswahlen brauchen Sie ein bisschen eine Sozialrhetorik, Herr Bundeskanzler – und betreiben Sozialrhetorik, jetzt entdecken Sie plötzlich Bereiche, die wir seit Jahren hier thematisieren, aber nur rhetorisch, ohne Verbindlichkeit, ohne konkrete Umsetzungsmaßnahmen. (Rufe bei der ÖVP: BAWAG! BAWAG!) Das ist in Wirklichkeit Ihr Ergebnis. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt stellen Sie sich her – weil Ihnen die PR-Berater gesagt haben, wenige Monate vor den Nationalratswahlen brauchen Sie ein bisschen eine Sozialrhetorik, Herr Bundeskanzler – und betreiben Sozialrhetorik, jetzt entdecken Sie plötzlich Bereiche, die wir seit Jahren hier thematisieren, aber nur rhetorisch, ohne Verbindlichkeit, ohne konkrete Umsetzungsmaßnahmen. (Rufe bei der ÖVP: BAWAG! BAWAG!) Das ist in Wirklichkeit Ihr Ergebnis. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie sind ja sonst so fleißig beim Zitieren internationaler Medien. Wieso haben Sie heute nichts zitiert? Ich kann Ihnen sagen, warum: weil das, was Sie da als Ergebnis eines 5-Uhr-Treffens in der Europäischen Union eingebracht haben, in den internationalen Medien keinen Niederschlag gefunden hat, und zwar wegen notorischer Bedeutungslosigkeit. Das ist das Problem, weil das in Wirklichkeit eben keine Verbindlichkeit nach sich zieht. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Lentsch.
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas: Energiepolitik. (Zwischenruf der Abg. Lentsch.) – Konzentrieren Sie sich lieber ein bisschen, und schreiben Sie mit! – Das, was Sie zur Energiepolitik eingebracht haben, das hat der Club of Rome vor 36 Jahren schon gesagt. Jetzt entdecken Sie das Energiesparen. Ich frage mich: Welche Schritte haben
Rufe bei der ÖVP: Kreisky! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie gegen die Atomenergie, gegen die Renaissance der Atomenergie unternommen? Da sagen Sie: Um Gottes willen nur nicht anrühren, das soll weiter nationale Angelegenheit bleiben! (Rufe bei der ÖVP: Kreisky! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich weiß schon, wo die Zuständigkeiten sind.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das darf nicht wahr sein! Dieser Redner ist „Experte“! Der „Strache der SPÖ“!
Das heißt, die EU wird sich erweitern, erweitern, erweitern. Ein feiner Kern wird sich bilden, und Österreich werden wir suchen müssen auf der Landkarte. Das ist das Ergebnis Ihrer Nichtpolitik! Und daher haben diejenigen Recht, die gesagt haben, es ist eine Ratspräsidentschaft der Ratlosigkeit und der Inaktivität. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das darf nicht wahr sein! Dieser Redner ist „Experte“! Der „Strache der SPÖ“!)
Ruf bei der ÖVP: Die Luft ist draußen, Herr Cap!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner. – 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Ruf bei der ÖVP: Die Luft ist draußen, Herr Cap!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Meine Damen und Herren! Wenn Kollege Cap der Regierung und uns allen Unprofessionalität vorwirft, dann kann ich das nur als Kompliment auffassen. Ich gestehe Ihnen das zu, gegenüber Ihrer Politik sind wir unprofessionell, denn so einen professionellen Pleiten-, Pech- und Pannendienst, wie Sie ihn zusammengebracht haben, schaffen wir sicherlich nicht. Da sind wir unprofessionell, das sei Ihnen zugestanden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Heinzl: Was ist mit dem Herrn Rosenstingl?
Von ARBÖ über BAWAG bis ÖGB haben Sie Ihre Professionalität unter Beweis gestellt. Wir sind stolz auf die Unprofessionalität, die Sie uns vorwerfen, meine Damen und Herren. (Abg. Heinzl: Was ist mit dem Herrn Rosenstingl?)
Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos.
Es stimmt schon, diese EU-Präsidentschaft ist unaufgeregt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos.) – Mein Gott, Herr Darabos, meine Güte! Ja werfen Sie uns irgendwelche Meinungsumfragen vor?! Das ist wirklich lustig von Ihnen. Warten wir den Wahltag ab, wenn es darum geht, wer in Zukunft dieses Land regiert: Ihre BAWAG, Ihre Gewerkschaftsfunktionäre, Ihre SPÖ-Funktionäre, die glauben, dass das Land in ihrer Machtsphäre ist, wo man alles machen kann, vom Postenschacher über Stiftungen bis zu Karibikgeschäften (Abg. Parnigoni: Sie müssen von Postenschacher reden!) – oder diese Koalition, die seit dem Jahr 2000 gezeigt hat, gegen Ihren Widerstand, gegen den Widerstand auch der Europäischen Union, wie man ein Land professionell führt und wie man auch eine EU-Präsidentschaft professionell führt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Sie müssen von Postenschacher reden!
Es stimmt schon, diese EU-Präsidentschaft ist unaufgeregt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos.) – Mein Gott, Herr Darabos, meine Güte! Ja werfen Sie uns irgendwelche Meinungsumfragen vor?! Das ist wirklich lustig von Ihnen. Warten wir den Wahltag ab, wenn es darum geht, wer in Zukunft dieses Land regiert: Ihre BAWAG, Ihre Gewerkschaftsfunktionäre, Ihre SPÖ-Funktionäre, die glauben, dass das Land in ihrer Machtsphäre ist, wo man alles machen kann, vom Postenschacher über Stiftungen bis zu Karibikgeschäften (Abg. Parnigoni: Sie müssen von Postenschacher reden!) – oder diese Koalition, die seit dem Jahr 2000 gezeigt hat, gegen Ihren Widerstand, gegen den Widerstand auch der Europäischen Union, wie man ein Land professionell führt und wie man auch eine EU-Präsidentschaft professionell führt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es stimmt schon, diese EU-Präsidentschaft ist unaufgeregt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos.) – Mein Gott, Herr Darabos, meine Güte! Ja werfen Sie uns irgendwelche Meinungsumfragen vor?! Das ist wirklich lustig von Ihnen. Warten wir den Wahltag ab, wenn es darum geht, wer in Zukunft dieses Land regiert: Ihre BAWAG, Ihre Gewerkschaftsfunktionäre, Ihre SPÖ-Funktionäre, die glauben, dass das Land in ihrer Machtsphäre ist, wo man alles machen kann, vom Postenschacher über Stiftungen bis zu Karibikgeschäften (Abg. Parnigoni: Sie müssen von Postenschacher reden!) – oder diese Koalition, die seit dem Jahr 2000 gezeigt hat, gegen Ihren Widerstand, gegen den Widerstand auch der Europäischen Union, wie man ein Land professionell führt und wie man auch eine EU-Präsidentschaft professionell führt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Vor dieser Entscheidung, Herr Darabos, müssen Sie sich fürchten – nicht wir! (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Als Wissenschaftssprecher habe ich Mitte der neunziger Jahre noch gefordert, dass wir 2 Prozent Forschungsquote erreichen – das war unter einer SPÖ-geführten Regierung nicht möglich. Heute freuen wir uns, dass wir auf dem Weg in Richtung 3 Prozent für die Forschung, für die Zukunft der Wirtschaft und der Bevölkerung hier in Österreich sind. Darauf kann man stolz sein! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Aber es war eher unaufgeregt und ineffizient!
Es wird in dieser Präsidentschaft noch einiges zu tun geben: über die europäische Verfassung, über die Sicherheitspolitik, über den Nahostkonflikt und den Balkan zu diskutieren. Die erste Hälfte, glaube ich, war unaufgeregt, aber effizient, die zweite Hälfte wird auch die entsprechende Dynamik bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Aber es war eher unaufgeregt und ineffizient!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Das ist aber Ihre Sicht!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Werte Kolleginnen und Kollegen! Der Schlüsselsatz in der Rede des Bundeskanzlers zur Bilanz der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft war: Viel ist noch zu tun! – Wenn man also die blumigen Selbstdarstellungen, das Lobhudeln, die Seifenblasen abzieht und es auf den messbaren Erfolg und auf das tatsächlich Durchgesetzte reduziert, dann bleibt wenig bis gar nichts übrig. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Das ist aber Ihre Sicht!)
Abg. Öllinger: Das stimmt!
Sie nehmen es auch mit den Fakten nicht sehr genau! Wenn der Bundeskanzler davon spricht, dass Österreich einen Spitzenplatz bei niedriger Arbeitslosigkeit in Europa einnimmt, dann hat er offensichtlich übersehen, dass Österreich diesen Spitzenplatz schon sehr lange verloren hat (Abg. Öllinger: Das stimmt!) und insbesondere bei der Jugendarbeitslosigkeit eine extrem besorgniserregende Entwicklung zu verzeichnen hat – und das aber im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten, wo der Trend bei der Arbeitslosigkeit mittlerweile so aussieht, dass diese sinkt. (Abg. Mag. Hakl: Ja, weil sie so hoch ist! – Abg. Großruck: Wenn Sie von ... was verstünden, ...!) Österreich ist eines der wenigen Länder, wo die Arbeitslosigkeit weiter ansteigt! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Hakl: Ja, weil sie so hoch ist! – Abg. Großruck: Wenn Sie von ... was verstünden, ...!
Sie nehmen es auch mit den Fakten nicht sehr genau! Wenn der Bundeskanzler davon spricht, dass Österreich einen Spitzenplatz bei niedriger Arbeitslosigkeit in Europa einnimmt, dann hat er offensichtlich übersehen, dass Österreich diesen Spitzenplatz schon sehr lange verloren hat (Abg. Öllinger: Das stimmt!) und insbesondere bei der Jugendarbeitslosigkeit eine extrem besorgniserregende Entwicklung zu verzeichnen hat – und das aber im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten, wo der Trend bei der Arbeitslosigkeit mittlerweile so aussieht, dass diese sinkt. (Abg. Mag. Hakl: Ja, weil sie so hoch ist! – Abg. Großruck: Wenn Sie von ... was verstünden, ...!) Österreich ist eines der wenigen Länder, wo die Arbeitslosigkeit weiter ansteigt! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie nehmen es auch mit den Fakten nicht sehr genau! Wenn der Bundeskanzler davon spricht, dass Österreich einen Spitzenplatz bei niedriger Arbeitslosigkeit in Europa einnimmt, dann hat er offensichtlich übersehen, dass Österreich diesen Spitzenplatz schon sehr lange verloren hat (Abg. Öllinger: Das stimmt!) und insbesondere bei der Jugendarbeitslosigkeit eine extrem besorgniserregende Entwicklung zu verzeichnen hat – und das aber im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten, wo der Trend bei der Arbeitslosigkeit mittlerweile so aussieht, dass diese sinkt. (Abg. Mag. Hakl: Ja, weil sie so hoch ist! – Abg. Großruck: Wenn Sie von ... was verstünden, ...!) Österreich ist eines der wenigen Länder, wo die Arbeitslosigkeit weiter ansteigt! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie sind ganz nahe an der Kommissionsposition von Barroso, der ein deklarierter Atombefürworter ist, und es ist bezeichnend, dass Sie auf das Eröffnungsreferat der deutschen Bundeskanzlerin Merkel, die den deutschen Atomausstieg wieder rückgängig machen will, Bezug genommen haben. Das war Ihre Referenz in Ihrer Rede! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Sind Sie schlecht vorbereitet?
Nachhaltige Energiepolitik, wettbewerbsfähige, sichere Energiepolitik schaut ganz anders aus! Sie haben heute von neuen Netzen gesprochen, von Sicherheit. (Abg. Großruck: Sind Sie schlecht vorbereitet?) Sie haben gesagt, dass der Weckruf „Gasstreit“ zu Beginn dieses Jahres einige aufgeweckt hat, auch den Wirtschaftsminister Bartenstein. (Abg. Großruck: Sie sind schlecht vorbereitet! – Filibuster, eine Filibusterei ist das!) Ich muss sagen, das war wirklich der letzte Weckruf, den man irgendwie hören könnte, denn diesen Weckruf gibt es, glaube ich, seit 20 Jahren. Das Problem der Abhängigkeit von Energieimporten, vor allem aus geopolitisch instabilen Regionen, ist ein Problem, das, so denke ich, dem Wirtschaftsminister nicht erst seit Weihnachten bekannt sein sollte. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Sie sind schlecht vorbereitet! – Filibuster, eine Filibusterei ist das!
Nachhaltige Energiepolitik, wettbewerbsfähige, sichere Energiepolitik schaut ganz anders aus! Sie haben heute von neuen Netzen gesprochen, von Sicherheit. (Abg. Großruck: Sind Sie schlecht vorbereitet?) Sie haben gesagt, dass der Weckruf „Gasstreit“ zu Beginn dieses Jahres einige aufgeweckt hat, auch den Wirtschaftsminister Bartenstein. (Abg. Großruck: Sie sind schlecht vorbereitet! – Filibuster, eine Filibusterei ist das!) Ich muss sagen, das war wirklich der letzte Weckruf, den man irgendwie hören könnte, denn diesen Weckruf gibt es, glaube ich, seit 20 Jahren. Das Problem der Abhängigkeit von Energieimporten, vor allem aus geopolitisch instabilen Regionen, ist ein Problem, das, so denke ich, dem Wirtschaftsminister nicht erst seit Weihnachten bekannt sein sollte. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Nachhaltige Energiepolitik, wettbewerbsfähige, sichere Energiepolitik schaut ganz anders aus! Sie haben heute von neuen Netzen gesprochen, von Sicherheit. (Abg. Großruck: Sind Sie schlecht vorbereitet?) Sie haben gesagt, dass der Weckruf „Gasstreit“ zu Beginn dieses Jahres einige aufgeweckt hat, auch den Wirtschaftsminister Bartenstein. (Abg. Großruck: Sie sind schlecht vorbereitet! – Filibuster, eine Filibusterei ist das!) Ich muss sagen, das war wirklich der letzte Weckruf, den man irgendwie hören könnte, denn diesen Weckruf gibt es, glaube ich, seit 20 Jahren. Das Problem der Abhängigkeit von Energieimporten, vor allem aus geopolitisch instabilen Regionen, ist ein Problem, das, so denke ich, dem Wirtschaftsminister nicht erst seit Weihnachten bekannt sein sollte. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Das ist eine Behauptung!
Die Strategie der Atom-Lobby in Europa war sehr, sehr klar und auch durchschaubar. Sie haben das mit schönen Worten in Österreich immer so zugedeckt, dass Sie gesagt haben, wir müssen Zwentendorf nicht aufsperren, und das als Erfolg verkauft haben. Um das geht es im Moment eigentlich nicht. Es geht im Moment darum, wie der europäische Energiemix ausschauen wird, und bei diesem Energiemix haben sich vor allem die Franzosen mit einer Strategie durchgesetzt, die überhaupt nicht raffiniert ist, aber die man hätte bekämpfen müssen – was Sie nicht getan haben –, nämlich die Atomenergie als Lösung für die Klimaschutzproblematik zu verkaufen. Und es findet sich jetzt in Ihren Schlussfolgerungen dieses Rates unter dem Decknamen „Low Emission Technology“ bereits die Vorbereitung für eine fixe Atomquote auf europäischer Ebene. – Die Vorbereitung für eine fix verankerte Atomquote unter dem Deckmantel „Low Emission Technology“! (Abg. Mag. Molterer: Das ist eine Behauptung!) – In Frankreich wird die Atomenergie bereits ganz offen als erneuerbare Energiequelle bezeichnet.
Abg. Murauer: Da haben Sie aber nicht zugehört!
Sie, Herr Bundeskanzler, haben mit keinem Wort weder den Boom der erneuerbaren Energiequellen in Österreich noch die Chance, die dieser Bereich für die europäische Ebene geboten hätte – vor allem die Arbeitsplatzchancen, die in diesem Bereich verankert sind –, erwähnt. (Abg. Murauer: Da haben Sie aber nicht zugehört!) Wenn man sich das in Deutschland anschaut, dann kann man feststellen, dass der dort von den Grünen vorbereitete Weg im Jahr 2004 150 000 Arbeitsplätze gebracht hat; heuer sind es schon 170 000 Arbeitsplätze! Es könnten ohne Probleme 300 000 Arbeitsplätze sein.
Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit des Abg. Hornek.
In Österreich ist es ähnlich: In Österreich gibt es einen Boom – aber trotz der Politik, nicht wegen der Politik! (Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit des Abg. Hornek.) Heuer sind erstmals mehr Holzheizungen als Ölheizungen installiert worden. Aber es werden in Österreich immer noch Ölheizungen installiert, sogar mit öffentlichen Förderungen. Jede Preissteigerung pro Barrel belastet hier die Haushalte – 250 € sind es heuer. Das ist eine Energiepolitik, an der Bartenstein nicht im Geringsten etwas zu ändern gedenkt – und Sie, Herr Bundeskanzler, wie aus Ihrer Rede zu entnehmen ist, offensichtlich auch nicht.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die lachen maximal Sie aus!
Was uns sehr schmerzt, ist, dass die große Hoffnung, die Sie in der österreichischen Bevölkerung geweckt haben, nämlich im Bereich des europäischen Atomausstiegs einen Schritt voranzukommen und die österreichische Präsidentschaft nicht nur als eine rein moderierende zu verstehen – bei der man ja nirgendwo anecken will und immer versucht, sehr nahe an der Position der Kommission zu sein –, sondern auch einmal vorzupreschen, enttäuscht wurde. Die Franzosen und die Engländer lachen uns aus bei diesem Verständnis von einer Präsidentschaft (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die lachen maximal Sie aus!), wo man sich ausschließlich auf einen diplomatischen Standpunkt zurückzieht und nicht einmal auch Vorschläge macht und Initiativen setzt, selbst wenn sie kontroversiell sind. Das haben Sie in diesem Bereich völlig verschlafen, und ich kann es nur so werten, dass Sie das einfach überhaupt nicht interessiert. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was uns sehr schmerzt, ist, dass die große Hoffnung, die Sie in der österreichischen Bevölkerung geweckt haben, nämlich im Bereich des europäischen Atomausstiegs einen Schritt voranzukommen und die österreichische Präsidentschaft nicht nur als eine rein moderierende zu verstehen – bei der man ja nirgendwo anecken will und immer versucht, sehr nahe an der Position der Kommission zu sein –, sondern auch einmal vorzupreschen, enttäuscht wurde. Die Franzosen und die Engländer lachen uns aus bei diesem Verständnis von einer Präsidentschaft (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die lachen maximal Sie aus!), wo man sich ausschließlich auf einen diplomatischen Standpunkt zurückzieht und nicht einmal auch Vorschläge macht und Initiativen setzt, selbst wenn sie kontroversiell sind. Das haben Sie in diesem Bereich völlig verschlafen, und ich kann es nur so werten, dass Sie das einfach überhaupt nicht interessiert. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Hohes Haus! Meine Damen und Herren an den Fernsehschirmen! Zunächst zum ersten Debattenredner der großen Oppositionspartei: Ich verstehe schon, dass Ihnen zurzeit nicht zum Lachen zumute ist, nur: Solch einen Beitrag verdient sich das österreichische Parlament nicht! Ein destruktiver Vortrag, der sich ausnahmslos an negativen Betrachtungen ausrichtet – das ist absolut entbehrlich! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Ich denke, es ist richtig, was vor kurzem in einer Zeitung geschrieben wurde, nämlich: Österreich hat es besser! – Zwar nicht überall, denn wir haben einige Baustellen, einige selbst eingerichtete Baustellen, die selbst die ARBÖ-Fahrer nicht mehr reparieren können, es ist nun einmal so, aber ich denke, wir haben es in vielen anderen Bereichen besser. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Jedenfalls ist die Politik, die heute gemacht wird, besser, als sie vor Jahren war: Wir haben eine Beschäftigung, wir haben einen ordentlichen Staatshaushalt und vieles mehr, was herzeigbar ist. Seit Jahren wird bei uns eine zukunftsweisende Regierungspolitik gemacht, wo nichts dem Zufall überlassen wird, sondern die gut vorbereitet ist. Das ist die Handschrift von Herrn Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel und seinem Team! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, es ist richtig, was vor kurzem in einer Zeitung geschrieben wurde, nämlich: Österreich hat es besser! – Zwar nicht überall, denn wir haben einige Baustellen, einige selbst eingerichtete Baustellen, die selbst die ARBÖ-Fahrer nicht mehr reparieren können, es ist nun einmal so, aber ich denke, wir haben es in vielen anderen Bereichen besser. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Jedenfalls ist die Politik, die heute gemacht wird, besser, als sie vor Jahren war: Wir haben eine Beschäftigung, wir haben einen ordentlichen Staatshaushalt und vieles mehr, was herzeigbar ist. Seit Jahren wird bei uns eine zukunftsweisende Regierungspolitik gemacht, wo nichts dem Zufall überlassen wird, sondern die gut vorbereitet ist. Das ist die Handschrift von Herrn Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel und seinem Team! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Großruck: Bravo!
Danke, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Großruck: Bravo!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Er hat mit der BAWAG telefoniert!
Präsident Dr. Andreas Khol: Bevor ich Herrn Abgeordnetem Dr. Einem das Wort erteile, möchte ich die Damen und Herren Abgeordneten daran erinnern, dass wir in der Präsidialkonferenz übereingekommen sind, nicht im Plenum zu telefonieren. Ich sage das aus gegebenem Anlass. Herr Abgeordneter Faul ist jetzt gerade nicht im Saal, aber er hat 4 Minuten lang telefoniert. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Er hat mit der BAWAG telefoniert!) Ich wollte nur den Vorredner nicht unterbrechen.
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Sie sollten uns nicht vorwerfen, dass wir Sie nicht auch loben. Herr Bundeskanzler, einen guten Futterverwerter nennt man jemanden, der wenig isst und trotzdem zunimmt. Sie sind einer, der sehr wenig Erfolg zu berichten hat und sich trotzdem so hinstellt. Das finde ich bewundernswert, wie Sie das machen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Die Wirtschaftsforscher schaffen Arbeitsplätze?
Ja, es wäre eine tolle Geschichte, wenn das etwas wäre, nur: Müssen Sie sich dafür überhaupt anstrengen, Herr Bundeskanzler? – Die Antwort ist: Nein, Sie müssen sich überhaupt nicht anstrengen! Das ist nämlich genau das, was die Wirtschaftsforscher prognostizieren. Sie haben sich Ihr Ziel genau dort festgelegt, wo es ohnedies eintritt, und sagen dann: Das war unser anspruchsvolles Ziel!, und wenn es dann eingelöst werden sollte, dann sagen Sie: Das waren wir! – Das waren überhaupt nicht Sie! Wenn es eingelöst wird, dann waren es die Wirtschaftsforscher, die richtig prognostiziert haben. Sie haben dazu wenig, um nicht zu sagen gar nichts beigetragen. (Abg. Scheibner: Die Wirtschaftsforscher schaffen Arbeitsplätze?)
Ruf bei der ÖVP: Genau!
Lassen Sie mich einen zweiten Punkt ansprechen: Sie haben auch heute wieder gesagt und die Frau Außenministerin hat in der „Pressestunde“ gesagt und Sie haben auch letzte Woche in Brüssel immer wieder gesagt, der Staat schaffe keine Arbeitsplätze, das schaffen nur die Unternehmer. (Ruf bei der ÖVP: Genau!) – Toll!
Abg. Großruck: Der Steuerzahler!
Oder lassen Sie mich ein Zweites fragen: Wie ist denn das mit der Bildung, die so wichtig ist, um den Standort Europa zu retten? Wer zahlt die Schulen und die Lehrer? Wer macht das mit den Universitäten? (Abg. Großruck: Der Steuerzahler!) Machen das alles die Unternehmer oder macht das der Staat mit den Mitteln der Steuerzahler?
Abg. Großruck: Und damit auch wieder die Wirtschaft!
Herr Bürgermeister, das ist doch ein bisschen billig! (Abg. Großruck: Und damit auch wieder die Wirtschaft!) Also macht es der Staat oder macht es nicht der Staat? – Nein, es machen die Lohnsteuerzahler den Hauptteil davon. Da irren Sie auch!
Abg. Rädler: Das war ja das Versprechen der SPÖ: Wir schaffen Arbeitsplätze!
Ich frage Sie einfach nur: Schafft der Staat Arbeitsplätze – kann er oder kann er nicht? (Abg. Rädler: Das war ja das Versprechen der SPÖ: Wir schaffen Arbeitsplätze!) Wer finanziert denn die Grundlagenforschung, wenn nicht der Staat sie finanziert? Bei der anwendungsorientierten Forschung, da sind natürlich die Unternehmen tätig, ja – aber bei der Grundlagenforschung sagen Sie mir doch bitte nicht, dass das die Privaten finanzieren! (Abg. Mag. Hakl: Deswegen geben wir ja so viel Geld ...!) – Diese Gelder,
Abg. Mag. Hakl: Deswegen geben wir ja so viel Geld ...!
Ich frage Sie einfach nur: Schafft der Staat Arbeitsplätze – kann er oder kann er nicht? (Abg. Rädler: Das war ja das Versprechen der SPÖ: Wir schaffen Arbeitsplätze!) Wer finanziert denn die Grundlagenforschung, wenn nicht der Staat sie finanziert? Bei der anwendungsorientierten Forschung, da sind natürlich die Unternehmen tätig, ja – aber bei der Grundlagenforschung sagen Sie mir doch bitte nicht, dass das die Privaten finanzieren! (Abg. Mag. Hakl: Deswegen geben wir ja so viel Geld ...!) – Diese Gelder,
Ruf bei der ÖVP: Jawohl!
Lassen Sie mich noch ein Weiteres ansprechen: KMU-Förderung. Auch Herr Stummvoll ist nicht müde geworden zu sagen: Diese Regierung steht für Mittelstandsförderung! (Ruf bei der ÖVP: Jawohl!) – Einen Schmarr’n, Herr Abgeordneter, einen Schmarr’n! (Abg. Mag. Molterer: Herr Einem, das sagt man doch nicht!) Der Herr Bundeskanzler sagt, er habe den Arbeitgebervertreter in Europa eingeladen. Er hat den Industrievertreter in Europa eingeladen, und er hat ausdrücklich dem Vertreter der kleinen und mittleren Unternehmen gesagt, dass er nicht teilnehmen darf. – „Tolle“ Leistung! (Abg. Mag. Molterer: Sie gehen ja auf das Niveau von Cap, Herr Einem!)
Abg. Mag. Molterer: Herr Einem, das sagt man doch nicht!
Lassen Sie mich noch ein Weiteres ansprechen: KMU-Förderung. Auch Herr Stummvoll ist nicht müde geworden zu sagen: Diese Regierung steht für Mittelstandsförderung! (Ruf bei der ÖVP: Jawohl!) – Einen Schmarr’n, Herr Abgeordneter, einen Schmarr’n! (Abg. Mag. Molterer: Herr Einem, das sagt man doch nicht!) Der Herr Bundeskanzler sagt, er habe den Arbeitgebervertreter in Europa eingeladen. Er hat den Industrievertreter in Europa eingeladen, und er hat ausdrücklich dem Vertreter der kleinen und mittleren Unternehmen gesagt, dass er nicht teilnehmen darf. – „Tolle“ Leistung! (Abg. Mag. Molterer: Sie gehen ja auf das Niveau von Cap, Herr Einem!)
Abg. Mag. Molterer: Sie gehen ja auf das Niveau von Cap, Herr Einem!
Lassen Sie mich noch ein Weiteres ansprechen: KMU-Förderung. Auch Herr Stummvoll ist nicht müde geworden zu sagen: Diese Regierung steht für Mittelstandsförderung! (Ruf bei der ÖVP: Jawohl!) – Einen Schmarr’n, Herr Abgeordneter, einen Schmarr’n! (Abg. Mag. Molterer: Herr Einem, das sagt man doch nicht!) Der Herr Bundeskanzler sagt, er habe den Arbeitgebervertreter in Europa eingeladen. Er hat den Industrievertreter in Europa eingeladen, und er hat ausdrücklich dem Vertreter der kleinen und mittleren Unternehmen gesagt, dass er nicht teilnehmen darf. – „Tolle“ Leistung! (Abg. Mag. Molterer: Sie gehen ja auf das Niveau von Cap, Herr Einem!)
Abg. Dr. Stummvoll: So ein Unsinn! – Abg. Mag. Hakl: Einkommensteuersenkung!
Die Steuerreform, die Sie mit Ihrer Regierung gemacht haben, Herr Bundeskanzler, hat dazu geführt, dass die großen Unternehmen im Rahmen der KöSt-Senkung 1,1 Milliarden € geschenkt bekommen haben. Was haben denn die kleinen Unternehmen bekommen, wenn ich fragen darf? – Denen haben Sie sogar noch die Investitionsbegünstigung gestrichen! (Abg. Dr. Stummvoll: So ein Unsinn! – Abg. Mag. Hakl: Einkommensteuersenkung!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: So ein Unsinn!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich denke, bei den Angaben, die Sie hier machen, kann man getrost sagen: Sie haben sich nichts vorgenommen! Sie haben hier so getan, als ob es großartig wäre, und es ist so ähnlich wie das, was Sie im Inland leisten: Sie behaupten, die Zahl der Arbeitsplätze steigt – in Wahrheit sind es Teilzeit-Arbeitsplätze, und wenn man sie in Vollzeit-Äquivalenten ausrechnet, wird deutlich, dass mehr verloren gegangen ist, als gewonnen wurde. – Herr Bundeskanzler, das ist eine armselige Bilanz! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: So ein Unsinn!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
sagen: Das ist allemal ein schöner „Misserfolg“, wenn man sich unter 27 auf den dritten Platz nach vorne gearbeitet hat! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Oje-Rufe bei der ÖVP
Zweiter Punkt: Herr Dr. Einem, Sie waren doch selbst einmal Infrastrukturminister (Oje-Rufe bei der ÖVP), wenn ich mich dunkel erinnere (Abg. Scheibner: Sehr dunkel war das!), Sie kennen doch die Zahlen! Also, automatisch ist es nicht, dass wir in Österreich heute doppelt so viel in Schiene und Straße investieren als zu Ihrer Zeit! Automatisch ist das nicht, das ist Anstrengung (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen) – obwohl wir in dieser Zeit das Budget in Ordnung gehalten haben, obwohl wir in dieser Zeit die größte Entlastung gemacht haben.
Abg. Scheibner: Sehr dunkel war das!
Zweiter Punkt: Herr Dr. Einem, Sie waren doch selbst einmal Infrastrukturminister (Oje-Rufe bei der ÖVP), wenn ich mich dunkel erinnere (Abg. Scheibner: Sehr dunkel war das!), Sie kennen doch die Zahlen! Also, automatisch ist es nicht, dass wir in Österreich heute doppelt so viel in Schiene und Straße investieren als zu Ihrer Zeit! Automatisch ist das nicht, das ist Anstrengung (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen) – obwohl wir in dieser Zeit das Budget in Ordnung gehalten haben, obwohl wir in dieser Zeit die größte Entlastung gemacht haben.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Zweiter Punkt: Herr Dr. Einem, Sie waren doch selbst einmal Infrastrukturminister (Oje-Rufe bei der ÖVP), wenn ich mich dunkel erinnere (Abg. Scheibner: Sehr dunkel war das!), Sie kennen doch die Zahlen! Also, automatisch ist es nicht, dass wir in Österreich heute doppelt so viel in Schiene und Straße investieren als zu Ihrer Zeit! Automatisch ist das nicht, das ist Anstrengung (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen) – obwohl wir in dieser Zeit das Budget in Ordnung gehalten haben, obwohl wir in dieser Zeit die größte Entlastung gemacht haben.
Abg. Dr. Einem: Und die höchste Arbeitslosigkeit!
Nur ein kleines Beispiel: Automatisch ist es nicht, dass wir heute jedes Jahr Unternehmensgründungs-Rekorde haben, wesentlich mehr Unternehmer ... (Abg. Dr. Einem: Und die höchste Arbeitslosigkeit!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Seien Sie doch mit uns stolz darauf, dass wir es geschafft haben, dass wir Gründerrekorde haben, dass wir den Mittelstand um 1,4 Milliarden entlastet haben! Automatisch, Herr Abgeordneter Einem, war das nicht, das will ich hier ausdrücklich festhalten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben international die beste indirekte steuerliche Forschungsförderung! – Automatisch? – Nein, Herr Abgeordneter Einem, automatisch war das nicht, auch wenn Sie dagegen gestimmt haben; das sei hier auch vermerkt. Zu der Automatik, die Sie behaupten, haben Sie nichts beigetragen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Einem: Doppelt so viele Arbeitslose gibt es!
Noch ein Punkt: der Arbeitsmarkt. – Bitte, automatisch ist es nicht, dass wir heute, obwohl wir eine gute Konjunktur haben, doppelt so viel für aktive Arbeitsmarktförderung ausgeben wie in der Zeit, als ... (Abg. Dr. Einem: Doppelt so viele Arbeitslose gibt es!) Doppelt so viele Arbeitslose?! – Na, bitte! Herr Abgeordneter, machen wir gemeinsam einmal einen Blick auf die Zahlen, dann werden Sie sehr viel realitätsnäher werden (Abg. Broukal: Sie haben Recht! Es sind nur 56 Prozent mehr!): Wir haben Rekordbeschäftigung – das sage ich hier ausdrücklich –, wir haben tatsächlich eine steigende Arbeitslosenrate, und wir arbeiten daran, dass sie sinkt! Wir investieren 300 Millionen in diesen Tagen und hoffen, dass das auch wirkt!
Abg. Broukal: Sie haben Recht! Es sind nur 56 Prozent mehr!
Noch ein Punkt: der Arbeitsmarkt. – Bitte, automatisch ist es nicht, dass wir heute, obwohl wir eine gute Konjunktur haben, doppelt so viel für aktive Arbeitsmarktförderung ausgeben wie in der Zeit, als ... (Abg. Dr. Einem: Doppelt so viele Arbeitslose gibt es!) Doppelt so viele Arbeitslose?! – Na, bitte! Herr Abgeordneter, machen wir gemeinsam einmal einen Blick auf die Zahlen, dann werden Sie sehr viel realitätsnäher werden (Abg. Broukal: Sie haben Recht! Es sind nur 56 Prozent mehr!): Wir haben Rekordbeschäftigung – das sage ich hier ausdrücklich –, wir haben tatsächlich eine steigende Arbeitslosenrate, und wir arbeiten daran, dass sie sinkt! Wir investieren 300 Millionen in diesen Tagen und hoffen, dass das auch wirkt!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Automatisch ist das nicht! Und mit dem Niederreden von allem, was hier geschehen ist, wird die Lage in Österreich nicht besser. Das sage ich mit bestem Wissen und Gewissen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich sage noch etwas dazu, wenn Sie die jungen Menschen erwähnen: Wir haben mit Egon Blum einen eigens dafür Beauftragten gemacht, und Michael Häupl, Bürgermeister von Wien – ich habe mit ihm persönlich ein sehr, sehr entspanntes und gutes Verhältnis all die Jahre hindurch –, hat jetzt darum gebeten, dass er einen Termin für ein gemeinsames Gespräch mit Egon Blum bekommt. Und ich bin sehr dafür, denn unser Sorgenkind ist natürlich der Wiener Arbeitsmarkt. In den meisten anderen Bundesländern sinkt ja bereits die Arbeitslosigkeit, bei der Jugend, bitte, sinkt die Arbeitslosigkeit durch unsere Maßnahmen! – Automatisch ist das nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Einem, Sie wären auch gut beraten – Sie wissen, dass ich Sie als intellektuellen Gesprächspartner und Diskutanten schätze –, Sie wären gut beraten, wenn Sie nicht in das Rohr der Allgemeinkritik – alles ist schlecht, alles geht zugrunde!, verkauft’s mei’ G’wand, i’ fahr’ in’ Himmel! – mit einstimmen. – Das ist nicht wahr! Österreich steht gut da, und nach diesem Europäischen Rat glaube ich, dass auch Europa ein Stück besser dasteht, wenn wir es ernst meinen, was wir beschlossen haben. – Wir nehmen es ernst. (Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Bevor ich zu Europa komme, noch ein Satz zu Herrn Kollegen Stummvoll. Sie haben gesagt, Herr Kollege, seit 2000 geht es bergauf mit diesem Land, seit 2000 ist Ende der Schuldenpolitik, seit 2000 gibt es Reformen in diesem Land. – Jetzt frage ich mich: Welche Partei ist im Jahr 2000 in die Regierung gekommen, dass es so bergauf geht, dass wir uns so positiv entwickeln? Welcher Klub hat federführend dazu beigetragen, dass nach 16 Jahren Schwarz-Rot oder Rot-Schwarz, wie auch immer man das nennen mag, eine so erfolgreiche Politik Platz gegriffen hat? – Ich kann mich nur bei den Kolleginnen und Kollegen meines Klubs und unseren Regierungsmitgliedern bedanken: Das BZÖ und unsere Klubmitglieder sind Beweis für Qualität! (Beifall bei den Freiheitlichen.) – Gut.
Abg. Öllinger: Was hat das mit den Ängsten, mit den Befürchtungen zu tun?
Es wurden schon einige Vorhaben und einige positive Dinge herausgestrichen: Es wurde das europaweit einheitliche Führerscheinsystem erwähnt – ein neues, visionäres System, das hier wirklich einheitliche Rahmenrichtlinien schafft (Abg. Öllinger: Was hat das mit den Ängsten, mit den Befürchtungen zu tun?) –, es wurde über eine Wegekostenrichtlinie gesprochen, die nach Jahren endlich erledigt werden konnte, und der Herr Bundeskanzler hat auch darüber gesprochen, dass wir heimische Projekte, wie zum Beispiel den Brenner-Basistunnel, erledigen konnten.
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Molterer.
Was der Herr Bundeskanzler nicht dazugesagt hat, ist: Welcher Minister war es, der all diese wichtigen Projekte auf die Schiene gebracht hat? Welcher Minister und welches Ressort haben hier konkrete Erfolge erzielt? – Es war das Ressort von Hubert Gorbach, unserem Vizekanzler, und ich möchte an dieser Stelle auch einmal danke dafür sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Molterer.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Meine geschätzten Damen und Herren, das wird sich die Landwirtschaft nicht leisten können! Das wird weiter dazu führen, dass wir die Bauern nicht auf den Betrieben halten können. Das wird uns zusätzliche Sorge machen, und wir sind hier sicher auch als Berufsvertreter gefordert, besonders darauf einzuwirken, dass das System überdacht wird, dass man in diese Achse vielleicht mehr Geld bekommt, dass man die Prozentverteilung aufschnüren kann, dass man eine Deckelung macht. Wir müssen hier neue Ansätze suchen, denn ich glaube (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) – mein Schlusssatz, Herr Präsident! –, wir müssen um jeden Arbeitsplatz in diesem Land kämpfen. Und es ist auch jeder Arbeitsplatz auf einem Bauernhof ein wichtiger, ein Arbeitsplatz, um den es sich zu kämpfen lohnt. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren, das wird sich die Landwirtschaft nicht leisten können! Das wird weiter dazu führen, dass wir die Bauern nicht auf den Betrieben halten können. Das wird uns zusätzliche Sorge machen, und wir sind hier sicher auch als Berufsvertreter gefordert, besonders darauf einzuwirken, dass das System überdacht wird, dass man in diese Achse vielleicht mehr Geld bekommt, dass man die Prozentverteilung aufschnüren kann, dass man eine Deckelung macht. Wir müssen hier neue Ansätze suchen, denn ich glaube (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) – mein Schlusssatz, Herr Präsident! –, wir müssen um jeden Arbeitsplatz in diesem Land kämpfen. Und es ist auch jeder Arbeitsplatz auf einem Bauernhof ein wichtiger, ein Arbeitsplatz, um den es sich zu kämpfen lohnt. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Der Erstredner der ÖVP, Herr Kollege Spindelegger, hat behauptet, der Bundeskanzler habe für diesen Europäischen Rat die richtigen Themen gewählt. Eines dieser Themen, die wichtig gewesen wären, hat der Bundeskanzler aber heute verschwiegen. Eines hat er nicht thematisiert beim Gipfel, eines hat er widerstandslos geschehen lassen: Dass nämlich bei diesem Gipfel der erste Schritt in Richtung einer Renaissance der Atomkraft fixiert wurde. Das, Herr Bundeskanzler, haben Sie auch heute verschwiegen, dass Sie dem widerstandslos zugestimmt haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Wasserkraft, die Sie verhindern wollen!
Da werden manche fragen: Warum war das denn so? – In diesem Ratsbeschluss steht drinnen, dass es eine fixe Quote für Niedrigemissionstechnologien geben soll. Schauen wir uns an, welche Niedrigemissionstechnologien es gibt – Öl und Gas gehören sicher nicht dazu –: Erneuerbare: Wind, Wasser, Sonne, Biomasse. (Abg. Großruck: Wasserkraft, die Sie verhindern wollen!) Dafür gibt es schon eine fixe Quote, das muss man nicht neu festschreiben. Was bleibt also über? – Die Atomkraft.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Was heißt das? Was bedeutet das?
In einem Artikel in „Die Zeit“-online hat ein Journalist geschrieben, dieser eigene Energiemix komme ihm so vor wie eine Art Nationalheiligtum. – Herr Bundeskanzler! Nationalheiligtümer oder Heiligtümer überhaupt haben in der Politik aber wirklich nichts verloren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Was heißt das? Was bedeutet das?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Und was ist positiv aus der Sicht der Grünen?
Herr Bundeskanzler, diesen Vorwurf, ebenfalls in „Die Zeit“, getitelt mit „Energisch lethargisch“, diesen Vorwurf müssen Sie sich gefallen lassen. Sie haben heute nicht ein Sterbenswörtchen über diese Renaissance der Atomkraft gesagt, und die österreichische Bevölkerung wird Ihnen klarmachen, dass das nicht der Weg ist, den Sie gehen sollen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Und was ist positiv aus der Sicht der Grünen?)
Abg. Amon: Haben Sie einen Vorschlag?
Wo sind die konkreten Initiativen? Von Versprechungen, Herr Bundeskanzler, werden die Jugendlichen weder satt, noch haben sie ein Einkommen, noch eine Lebens- und Berufsperspektive, die sie ja über einen Arbeitsplatz bekommen könnten. (Abg. Amon: Haben Sie einen Vorschlag?)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Ein Letztes noch. Sie schwärmen neuerdings vom europäischen Lebensmodell. Herr Bundeskanzler, das klingt toll. Ich weiß, Sie sind Meister darin, sozusagen schwärmerisch zu sein und mit neuen Begriffen zu arbeiten. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Unser Verdacht – unser wohlbegründeter Verdacht! – ist aber, dass es Ihnen dabei um Sozialabbau geht. Und das wollen Sie damit verdecken. Herr Bundeskanzler, auch wenn Sie das mit einem schönfärberischen Begriff versehen, werden Ihnen – auch in Österreich – jene, die tatsächlich schon an der Armutsgrenze und in der Armut leben, wie Alleinerzieherinnen, das nicht glauben. Die werden Ihnen das nicht glauben, und davon werden diese Menschen auch nicht satt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ein Letztes noch. Sie schwärmen neuerdings vom europäischen Lebensmodell. Herr Bundeskanzler, das klingt toll. Ich weiß, Sie sind Meister darin, sozusagen schwärmerisch zu sein und mit neuen Begriffen zu arbeiten. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Unser Verdacht – unser wohlbegründeter Verdacht! – ist aber, dass es Ihnen dabei um Sozialabbau geht. Und das wollen Sie damit verdecken. Herr Bundeskanzler, auch wenn Sie das mit einem schönfärberischen Begriff versehen, werden Ihnen – auch in Österreich – jene, die tatsächlich schon an der Armutsgrenze und in der Armut leben, wie Alleinerzieherinnen, das nicht glauben. Die werden Ihnen das nicht glauben, und davon werden diese Menschen auch nicht satt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Herr Kollege Pointner, könnten Sie so nett sein, mir nicht Ihren Allerwertesten zuzuwenden? (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Das, was sich von dieser Gesetzesvorlage ablesen lässt, und noch mehr von dem Prozess, wie es bis heute zu dieser Gesetzesvorlage gekommen ist, ist, dass dem Bemühen, ein wirkungsvolles Anti-Stalking-Gesetz zu gestalten, ein wenig die Ernsthaftigkeit fehlt und dass letzten Endes übrig bleibt, dass in einem Bereich, wo gerade Frauen die große Mehrheit der Betroffenen, der Opfer darstellen, nur Schutz zweiter Klasse gewährt wird – im Unterschied zu anderen Bereichen, wo das Strafgesetzbuch einschreitet. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt im Klartext: Es dauert lange, es ist für Menschen leichter machbar, die einigermaßen juristisch bewandert sind oder sich einen Rechtsanwalt leisten können, die im Regelfall ein gewisses Bildungsniveau haben, sich das zutrauen und vor den gesetzlichen Autoritäten wenig zurückschrecken. Alle anderen, die diesen mühsamen Weg nicht gehen können, werden keinen Schutz vor Stalking erfahren, weil Sie das in Ihrem Gesetz nicht vorsehen. Ich halte das für blamabel. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich frage mich, ob das nicht auch mit einer gewissen Form von Verharmlosung zu tun hat, wie wir sie ja auch von Sprechern des Innenressorts kennen, die über die Medien salopp mitteilen ließen: Man kann doch nicht jemanden ins Gefängnis stecken, weil er Rosen schickt! – Entschuldigung, wenn er vielleicht täglich Rosen schickt und es dezidiert unerwünscht ist, wenn es Psychoterror ist, Rosen zu schicken, dann muss das natürlich geahndet werden! Sie glauben, dass das eine Kavaliersgeste ist. Sie machen aus einem Gewaltakt ein Kavaliersdelikt! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie meinen, dass es reicht, Dinge dem Namen nach zu erledigen – wir meinen, es ist unabdingbar, Dinge dem Inhalt nach korrekt, ernsthaft und seriös zu erledigen. Ich kann Ihnen daher nur sagen: Ihre Arbeit und Ihre Vorlagen reichen jedenfalls nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dipl.-Ing. Achleitner.
Deshalb bin ich sehr froh darüber, dass die Bundesregierung unter Bundeskanzler Schüssel und die Ministerinnen Gastinger und Prokop den Mut hatten, uns dieses Gesetz zur Beschlussfassung vorzulegen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dipl.-Ing. Achleitner.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dipl.-Ing. Achleitner.
Ich danke gerade auch als Beraterin – man fühlt sich da oft ohnmächtig – für diesen Schritt von mehr Gerechtigkeit für die Betroffenen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dipl.-Ing. Achleitner.)
Abg. Scheibner: Wieso seid ihr dann dagegen?
Die Rosen sind jetzt quasi nur ein Begriff, der zeigt, was unerwünscht ist: permanente Nachstellung, permanenter unerwünschter Kontakt, ob in Form von Rosen oder in anderer Form, wie etwa durch SMS, Telefonterror oder Terror, wie ihn Kollegin Riener geschildert hat, oder auch sozusagen durch das physische In-die-Nähe Kommen, das Vor-der-Tür-Stehen, das Abpassen bei der Straßenbahn oder das Sich-Bewegen am Arbeitsplatz oder irgendwo in der Nähe und in Sichtkontakt. Wenn diese permanente Nachstellung und dieser unerwünschte Kontakt da sind, dann ist das Stalking, meine Damen und Herren, ist gleich Psychoterror, und das sollte und wird in Österreich strafbar sein. (Abg. Scheibner: Wieso seid ihr dann dagegen?)
Beifall bei den Grünen.
Wenn so etwas aus dem Mund oder aus dem APA-Ticker oder aus der Schreibmaschine oder aus dem Computer des Innenressorts kommt, dann frage ich mich, wie potentielle Stalkingopfer in Österreich Vertrauen in die Exekutive werden entwickeln können, nämlich dahin gehend, dass die Exekutive dann einschreitet, um sie zu schützen, bevor sie krank und fix und fertig sind. – Das ist es, was uns daran nicht gefällt! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht!
Genau der Punkt ist es, dass es keine Möglichkeit beziehungsweise Verpflichtung für sofortiges Einschreiten der Polizei gibt, die dazu führen würden, dass es den nötigen Schutz gibt und dass die strafrechtlichen Bestimmungen auch wirken. (Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht!) Das ist der Punkt!
Abg. Scheibner: Haben Sie das Gesetz auch gelesen?
Wenn dieses Verfahren so ist, dass man zuerst einmal eine Anzeige machen, zur Polizei gehen und das dort irgendwie erläutern, lang und breit erzählen muss und dann eine einstweilige Verfügung erwirken muss – man muss einmal den Richter beziehungsweise die Richterin überzeugen, dass das ein für die Gesundheit und das Wohlbefinden schädliches Verhalten ist –, dann wird das nicht zielführend sein. (Abg. Scheibner: Haben Sie das Gesetz auch gelesen?) Erst irgendwann einmal, wenn das alles ohnehin schon ein unglaublich langer Prozess ist, wo man ohnehin schon fast fix und fertig ist, kann vielleicht die Polizei zum Schutz der Opfer einschreiten.
Beifall bei den Grünen.
Ich kann es zahlenmäßig nicht genau sagen, aber 90 Prozent der Fälle sind sicher mit Stalking im unmittelbaren, also engeren familiären oder ehemals familiären Umfeld konfrontiert. Der häufigste Fall von Stalking geschieht innerhalb von Partnern beziehungsweise Expartnern, also von Menschen, die einander kennen oder gekannt haben, die eine nahe Beziehung zueinander hatten, wie in jenem Fall, der von Frau Riener geschildert wurde. Genau das erst späte Einschreiten der Polizei und der leider so langatmige und langwierige Prozess der Opfer, um sich von staatlichen Stellen tatsächlich Schutz zu holen, sind die Gründe dafür, warum wir mit diesem Anti-Stalking-Gesetz, das wir als unzureichend ablehnen, eben nicht zufrieden sind. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn es um die Gefährdung der Bevölkerung durch ganz grobe, ganz willkürliche und grob fahrlässige Beeinträchtigung der Umwelt geht, dann sollte man den Spielraum jetzt auch im Sinne der Gesundheit und des Wohlergehens der Bevölkerung so eng wie möglich fassen. Aber das ist von dieser Regierung nicht zu erwarten. Deshalb hoffe ich auf die nächste. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
auch noch durchgesetzt haben, dazu gratuliere ich Ihnen wirklich. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Überraschend!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Die sachlichen Ausführungen des Herrn Kollegen Jarolim, die durchaus kritisch waren (Abg. Scheibner: Überraschend!) – es war überraschend, dass sie sachlich waren –, respektiere ich ja noch. Aber zu den Grünen muss ich schon sagen: Sie tun immer so, als ob Sie so wahnsinnig für die Frauen eintreten würden. Aber in diesem Fall, nur weil Ihnen einige Punkte dieses Gesetzes nicht passen, stimmen Sie ganz einfach nicht zu und wären eigentlich dafür, dass wir weiterhin ohne Anti-Stalking-Gesetz auskommen müssen. – Also das ist doch wirklich sehr widersprüchlich. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Die sachlichen Ausführungen des Herrn Kollegen Jarolim, die durchaus kritisch waren (Abg. Scheibner: Überraschend!) – es war überraschend, dass sie sachlich waren –, respektiere ich ja noch. Aber zu den Grünen muss ich schon sagen: Sie tun immer so, als ob Sie so wahnsinnig für die Frauen eintreten würden. Aber in diesem Fall, nur weil Ihnen einige Punkte dieses Gesetzes nicht passen, stimmen Sie ganz einfach nicht zu und wären eigentlich dafür, dass wir weiterhin ohne Anti-Stalking-Gesetz auskommen müssen. – Also das ist doch wirklich sehr widersprüchlich. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie behaupten, die Ernsthaftigkeit fehlt. – Überhaupt nicht! Die Frau Minister hat immer wieder erklärt, wie wichtig ihr die Sache ist. Ich weiß nicht, wie viele sozialistische Justizminister oder jene, die Ihnen zugeordnet werden können, dieses Thema nicht in Angriff genommen haben. Stalking gibt es seit Jahrzehnten, aber kein sozialistischer Justizminister oder Innenminister hat sich je darum gekümmert. Frau Minister Gastinger hat es getan! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie der Abg. Mag. Wurm.
Wie gesagt: Die ganzen Bestimmungen, die wir heute beschließen, stehen unter dem Einfluss, dass wir jeden Druck auf andere Personen und jede Gewaltanwendung wirklich ahnden wollen. Ich bin überzeugt davon, dass sich die Anti-Stalking-Bestimmung, auch wenn die Grünen nicht mitstimmen, sehr zum Vorteil von allen, insbesondere von Frauen entwickeln wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Dr. Jarolim: Sie haben ja keine Ahnung! – Abg. Öllinger: Na na, bitte!
Ich halte das für eine rechtlich saubere und wirkungsvolle Vorgangsweise. Die KollegInnen von den Grünen und Herr Kollege Jarolim müssen sich schon die Frage gefallen lassen, warum in den letzten Jahren bei Verbesserungen im Sicherheitspolizeigesetz und in der Strafprozessordnung von Ihrer Seite nicht mitgegangen wurde, weil angeblich dem Polizeistaat Vorschub geleistet wurde, und Sie jetzt all diese Maßnahmen, die wir heute setzen, in den Bereich der Sicherheitspolizei hineinbekommen wollen. (Abg. Dr. Jarolim: Sie haben ja keine Ahnung! – Abg. Öllinger: Na na, bitte!) Das ist ein Widerspruch in Ihrer Justizpolitik, den Sie uns erklären müssen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich halte das für eine rechtlich saubere und wirkungsvolle Vorgangsweise. Die KollegInnen von den Grünen und Herr Kollege Jarolim müssen sich schon die Frage gefallen lassen, warum in den letzten Jahren bei Verbesserungen im Sicherheitspolizeigesetz und in der Strafprozessordnung von Ihrer Seite nicht mitgegangen wurde, weil angeblich dem Polizeistaat Vorschub geleistet wurde, und Sie jetzt all diese Maßnahmen, die wir heute setzen, in den Bereich der Sicherheitspolizei hineinbekommen wollen. (Abg. Dr. Jarolim: Sie haben ja keine Ahnung! – Abg. Öllinger: Na na, bitte!) Das ist ein Widerspruch in Ihrer Justizpolitik, den Sie uns erklären müssen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Insgesamt, so denke ich, ist dies ein weiterer Fortschritt in einer Reihe von beachtenswerten Justizreformen der letzten Jahre zur Hebung der Rechtssicherheit und zum Schutz der Bevölkerung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Gemacht haben es aber wir!
Dieses Gesetz wurde unter Frau Ministerin Gastinger eingebracht, aber wenn wir uns die Chronologie der Gesetzwerdung ansehen, dann können wir feststellen, dass es dieses Gesetz nicht deswegen gibt, weil Frau Ministerin Gastinger zuständig ist, sondern obwohl sie zuständig ist, und auch nur deshalb, weil es eine tatkräftige Unterstützung der SPÖ gegeben hat. Das können Sie noch so oft in Frage stellen. Das Gesetz würde es so nicht geben, wenn nicht die SPÖ so darauf gedrängt und vor allem die Vorarbeiten geleistet hätte! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Gemacht haben es aber wir!)
Beifall bei der SPÖ.
Nach vielen Hindernissen wird jetzt ein Gesetz beschlossen, das zwar nicht ganz so ist, wie wir es ursprünglich vorgeschlagen haben, aber es ist ein erster Schritt und das ist ganz wichtig. Ich denke, die NGOs, die Experten, Expertinnen, die mit den Betroffenen arbeiten, können mit diesem Gesetz leben. Das ist wichtig. Darum stimmen wir heute auch zu. Wir müssen uns aber auf alle Fälle ansehen, wie sich das auf die Betroffenen auswirkt und dann gegebenenfalls rasch handeln. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Achleitner –: Geh, sag ihnen, wie es wirklich war! – Abg. Heinisch-Hosek: Genau so!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dipl.-Ing. Achleitner. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Neudeck – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Achleitner –: Geh, sag ihnen, wie es wirklich war! – Abg. Heinisch-Hosek: Genau so!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren, zum Abschluss möchte ich mich einer Aussage der Obfrau des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser anschließen, die sicher tagtäglich mit Schicksalen von Frauen zu tun hat und die sich bei der Justizministerin Karin Gastinger bedankt, denn sie meint: Karin Gastinger ist die erste Justizministerin, die sich so aktiv eingesetzt hat für ein Gesetz, das vor allem Frauen helfen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Stadlbauer: Aber es gilt nicht in allen Fällen!
Wenn ich mir die Redebeiträge vor allem der Frau Abgeordneten Weinzinger und der Frau Abgeordneten Stoisits, aber auch teilweise des Herrn Abgeordneten Jarolim und der Frau Abgeordneten Stadlbauer anhöre, so möchte ich unbedingt Folgendes feststellen: Wir haben hier ein Offizialdelikt vorgesehen! Wir haben hier einen neuen Straftatbestand vorgesehen, wo die Polizei, wenn jemand anruft oder wenn Sie, Frau Abgeordnete Stadlbauer, anrufen und sagen: Ich werde gestalkt! Vor meiner Tür steht wieder ein Mann!, kommen muss. Das ist ein Offizialdelikt. Wenn Sie anzeigen, Sie haben eine Körperverletzung, Sie wurden gerade geschlagen, dann muss auch die Polizei kommen. (Abg. Stadlbauer: Aber es gilt nicht in allen Fällen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie tun so, als ob wir das Stalking verharmlosen! Das hat mich am meisten erschüttert! Ich bin sicher jemand, der das auch aus Erzählungen von Opfern, wie es Frau Abgeordnete Riener schon gesagt hat, kennt. Ich kenne es durch einen Mann, der gestalkt wurde. Es trifft Männer genauso wie Frauen. Ich weiß, wie schlimm das ist. Und wir haben es jetzt geschafft, dass wir in unserem Strafgesetzbuch, in einem Strafgesetzbuch, das genau unseren Wertekatalog widerspiegelt, festlegen, dass wir psychische Gewalt gegen Menschen in Österreich nicht dulden werden! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich stehe nicht an, hier zu sagen, ich persönlich hätte mir auch gewünscht, dass es ähnlich dem Gewaltschutzgesetz eine Regelung nach dem Sicherheitspolizeigesetz gibt. Das hätte ich mir gewünscht. Aber ich sage Ihnen auch ganz ehrlich – und deswegen freut mich auch, dass die Redebeiträge der SPÖ in diese Richtung gehen –: Mir ist es lieber, ich habe das, was ich habe – das ist wirklich ausgeklügelt und durchdacht im Rahmen dessen, was möglich war – als gar nichts. Das sage ich Ihnen ehrlich. Ich habe nicht vor, den Weg, den Deutschland mit Rot-Grün gegangen ist, zu gehen, nämlich nichts zu haben, weil es keine Einigung gegeben hat. Das ist dort aber so. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Der Bereich der Genitalverstümmelung ist ebenfalls ein ganz wesentlicher. Uns ist es gelungen, europaweit wirklich einen Fortschritt zu erzielen, denn es gibt sehr wenige Länder in Europa, die gerade im Bereich traditionsbedingte Gewalt und hier vor allem im Bereich Genitalverstümmelung in Bezug auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen so weit sind wie Österreich. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Leider sind die Auswirkungen des Stalkings auf die Betroffenen beträchtlich. Wir haben schon einiges darüber gehört; das Beispiel von Frau Riener war wirklich beeindruckend. Zwei Drittel der Opfer werden von Schlafstörungen und Alpträumen geplagt. Knapp 10 Prozent berichten über Angst während der Verfolgung bis hin zu panikartigen Zuständen. Mit diesem Gesetz wird nun endlich sichergestellt, dass Stalkingopfer nicht allein gelassen werden und dass sie auch professionelle Hilfe durch bewährte Opferschutzeinrichtungen erhalten können. Es ist daher tatsächlich unverständlich und unbegreiflich und schade, dass die Grünen hier nicht mitgehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Ministerin Gastinger hat auch zugegeben, dass es eine bessere Variante gäbe –dieser besseren Variante sind wir verpflichtet! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das möchte ich hier einmal ganz stark betonen und Ministerin Gastinger auch meinen Dank und meine Anerkennung dafür aussprechen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Um dem Einhalt gebieten zu können, ist es wirklich notwendig, dass das Opfer alles dokumentiert, dann zur Behörde geht und alles vorlegt. Dann kann die Behörde in Österreich gegen die betreffende Person wirklich tätig werden. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Erhalten bleiben Elemente im Strafgesetzbuch als Gefährlichkeitsdelikte beziehungsweise potentielle Gefährdungsdelikte, sie werden aber im Hinblick auf die zu schützenden Rechtsgüter angepasst und eingefügt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesministerin für Gesundheit und Frauen Maria Rauch-Kallat: Frau Präsident! Frau Regierungskollegin! Hohes Haus! Als Frauenministerin ist es für mich eine große Freude, dass heute dieses Anti-Stalking-Gesetz beschlossen werden kann. Ich möchte mich ausdrücklich bei Frau Bundesminister Gastinger dafür bedanken, dass sie es noch in dieser Legislaturperiode zustande gebracht hat, dieses Gesetz dem Parlament zuzuleiten und dafür auch eine Mehrheit zu bekommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedauere, dass die Grünen nicht mitgehen, denn ich glaube auch, dass, wie Frau Bundesminister Gastinger bereits gesagt hat, es besser ist, ein Gesetz durchzubringen, als ewig zu verhandeln und dann kein Gesetz zu haben. Es wird für die Betroffenen in jedem Fall eine wesentliche Verbesserung ihrer Situation sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In diesem Sinne, glaube ich, können wir mit diesem Gesetz heute eine wesentliche Verbesserung für Frauen in unserem Land, für von Gewalt oder Psychoterror bedrohte Frauen in unserem Land beschließen. Ich bedanke mich noch einmal ausdrücklich dafür. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Thema „Gewalt gegen Frauen, Gewalt in der Familie, Gewalt im Familienkreis“ zu enttabuisieren, zu diskutieren und öffentlich zu machen, was etwas Wesentliches ist, war immer ein Anliegen der SPÖ beziehungsweise der SPÖ-Frauen. Wir haben uns immer vehement dafür eingesetzt, dass das diskutiert wird und dass entsprechende Maßnahmen gesetzt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
In diesem Sinne werden wir dieser Gesetzesvorlage zustimmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir werden mit diesem Gesetz in diesem Fall nicht sehr viel ausrichten können, aber wir müssen uns sehr wohl Sorge um die Umwelt in diesem Bereich machen. Damit will ich Folgendes sagen: Sorge um die Umwelt kann nicht allein mittels Gesetz geregelt werden, sondern muss in allen Bereichen, und zwar auch im Vorfeld, wahrgenommen werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Dass die Frage der Registrierung noch nicht gelöst ist, stellt unserer Auffassung nach einen der größten Schwachpunkte dieses Gesetzentwurfes dar. Daher können wir ihm leider nicht zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Erschreckend für mich war auch, im Hearing aus dem Mund eines Universitätsprofessors zu hören, der Gesetzgeber solle doch gleich einen Katalog von Behandlungsmethoden fixieren, auf die automatisch verzichtet wird. – Hohes Haus! So einen Unsinn lehnt die ÖVP strikt ab! (Beifall bei der ÖVP.) Jeder Mann und jede Frau hat das Recht auf Behandlung, und niemand – wirklich niemand! – darf sich als Richter über lebenswertes oder nicht lebenswertes Leben aufspielen!
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! All das galt es, bei diesem Gesetz zu verhindern. Daher haben wir den Zugang nicht leichtfertig gestaltet, sondern sehr wohl mit sorgsamer Überlegung auch formalistisch ausgeprägt. (Beifall bei der ÖVP.) Der Gesetzgeber hat die Menschenwürde bis zuletzt zu schützen und eine Entsorgungsgesellschaft, in der leichtfertig Verfügungen zu unterschreiben sind, damit man Kosten spart, möglichst zu verhindern.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.
Ich hoffe, dass dieses Instrument nicht leichtfertig angewandt wird, sondern dass vielmehr sehr sorgsam damit umgegangen wird, und dass das neue Instrument zu mehr Sensibilität für das Sterben in Würde führt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.)
Abg. Wittauer: Du sagst dann über die BAWAG vielleicht auch noch ein bisschen!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Frau Präsidentin! Damen auf der Regierungsbank! Damen und Herren im Hohen Haus und auf der Besuchertribüne! Ich bin ja in sehr weiten Teilen bei Ihnen, Frau Kollegin Fekter. (Abg. Wittauer: Du sagst dann über die BAWAG vielleicht auch noch ein bisschen!) – Ich komme dann gleich darauf zurück, lieber Kollege. Es freut mich, dass ihr in politischer Selbstmordabsicht das Thema so breittreten wollt.
Abg. Dr. Fekter: Die Patientenanwaltschaft kostet nichts!
Daher wäre es anständig gewesen, diese Frage ausführlich zu diskutieren und auch mit den Interessenvertretungen der Notare und Anwälte, was die Kosten betrifft, klare Gespräche zu führen, denn alles über einen Leisten zu schlagen und zu sagen, dass es zwischen 100 € und 200 € oder vielleicht auch 300 € kosten wird, wird uns nicht weiterführen, denn das ist nicht wahr, es kann viel weniger kosten. (Abg. Dr. Fekter: Die Patientenanwaltschaft kostet nichts!)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Mag. Wurm und Dr. Fekter.
Die Patientenanwaltschaft ist ein anderes Thema. Wir sprechen jetzt bewusst – das haben Sie ja angesprochen und das haben wir auch im Justizausschuss diskutiert – über die Kosten, die bei einer seriösen fachlichen Beratung entstehen werden und müssen. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Mag. Wurm und Dr. Fekter.)
Abg. Dr. Fekter: ... keine Patientenverfügung! Das ist doch kein Instrument für jedermann! Das soll eine Ausnahme sein!
Es betrifft vor allem das Zusammenwirken. Es wird notwendig sein, dass Ärzte und Juristen gemeinsam die Beratung durchführen, und das kostet Geld; im Übrigen Geld – und das soll jetzt nicht makaber ins Treffen geführt werden –, das man dem Staat vielleicht durch aufwendige Behandlungen erspart, wenn der Patient verfügt, wie er zu verfügen beabsichtigt. Dann muss man aber auch den Mut haben, zu sagen, wer diese Kosten bezahlt. Es wäre zum Beispiel recht und billig, die Frage zu stellen, ob man nicht aus der Sozialversicherung diese Kosten aufbringt, nämlich nicht nur für den medizinischen Teil, sondern auch für den rechtlichen Teil, denn letztlich läuft das Ganze in das Gesundheitsressort hinein, und hier wäre eine anständige Diskussion vonnöten gewesen. (Abg. Dr. Fekter: ... keine Patientenverfügung! Das ist doch kein Instrument für jedermann! Das soll eine Ausnahme sein!)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben diese Diskussion, obwohl wir im Herzen, in der Emotion und auch in der Sache einer Meinung sind, abgebrochen und auf halbem Wege unterbunden. Daher kommen wir leider zu keinem Konsens, was zu bedauern ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Wenn ich eine solche Formvorschrift habe und verlange, dann ist auch gewährleistet, dass es klare Formulierungen gibt, dann gibt es eben keine Unsicherheit für den Arzt, sondern dann kann im Zusammenwirken der Fachleute der Patient genau festlegen, was er möchte und was nicht, denn es ist nicht die Aufgabe des Arztes und auch nicht die Aufgabe des Gerichtes, zu erforschen, was der Patient eigentlich wollte, sondern dieser soll selbst festlegen, was er möchte und was nicht. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Abg. Mag. Wurm: ... Zupancic, der Vizepräsident des Österreichischen Seniorenrates!
Was die Kosten anlangt, hat Frau Abgeordnete Wurm gemeint, es würde wegen der Kosten ein Minderheitenprogramm sein. Frau Abgeordnete Wurm! (Abg. Mag. Wurm: ... Zupancic, der Vizepräsident des Österreichischen Seniorenrates!) – Ja. Es ist ja wurscht, wer das gesagt hat; Sie haben es hier erwähnt.
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Zum Schluss möchte ich betonen, dass die gesetzlichen Bestimmungen über die Verbote der Mitwirkung am Selbstmord und der Tötung auf Verlangen, also die so genannte aktive Sterbehilfe von dieser Bestimmung nicht berührt wird. Diese gesetzwidrigen Handlungen sind nach wie vor mit Strafe bedroht. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der SPÖ.
Aus den genannten Punkten können wir dieser Vorlage leider nicht zustimmen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das wollen wir erreichen, und da sollen die Kosten niemanden daran hindern! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte mich ganz herzlich bedanken, vor allem bei Frau Bundesminister Gastinger und ihrem Haus für die gute Zusammenarbeit bei diesem Gesetz. Ich möchte mich besonders bei der Frau Abgeordneten Maria Theresia Fekter bedanken, die uns lange begleitet hat – auch schon in der Entwicklung des Ministerratsentwurfs –, und bei der Frau Abgeordneten Partik-Pablé, die uns ebenfalls begleitet hat, aber auch bei allen Abgeordneten der Opposition für die ernsthafte Diskussion im Ausschuss, natürlich auch bei den Expertinnen und Experten, die uns auf diesem Weg begleitet haben. Ich denke, dass wir damit heute ein gutes Gesetz beschließen können, dessen Evaluierung in zwei oder drei Jahren sicher auch noch mögliche Verbesserungen zulässt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich stimme dem Gesetz deswegen zu, weil ich glaube, dass es besser ist als der derzeitige Zustand, der sehr im Graubereich liegt. Es ist sehr klug, wenn es hier eine gesetzliche Regelung gibt. Ich stimme auch deswegen zu, weil wir beschlossen haben, es in drei Jahren zu evaluieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn die Autonomie des Patienten von Leuten unterminiert werden soll, die sagen, das ist mir alles Wurscht, neben dem Recht auf Leben will ich dem Patienten auch die Pflicht zum Leben aufoktroyieren, dann sage ich: Wir sollten uns nicht anmaßen, anderen Menschen eine Pflicht zum Leben über den Kopf zu stülpen. Darum finde ich solch eine Verfügung notwendig und gut. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Das ist ein klassischer Irrtum! Da unterliegt er einem Irrtum, wenn er geheilt werden könnte!
Ich finde es auch etwas kritisch, hineinzuschreiben, dieses Recht oder die Verbindlichkeit einer Verfügung ist unwirksam, wenn sich der Stand der medizinischen Wissenschaft bedeutend geändert hat. Wenn Sie wissen, wie Wissenschafter streiten, was der Stand der Wissenschaft einerseits und was eine bedeutende Entwicklung andererseits ist, finde ich immer wieder Hebel, den Patientenwillen sozusagen ... (Abg. Dr. Fekter: Das ist ein klassischer Irrtum! Da unterliegt er einem Irrtum, wenn er geheilt werden könnte!) – Das verstehe ich auch. Aber im Gesetz steht: Wenn entscheidende Änderungen in der Wissenschaft eintreten, wenn sich die Bedingungen geändert haben.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir sprechen uns für dieses Gesetz aus, weil es ein Schritt ist und wir – erfreulicherweise von Seiten der Regierungsparteien – Abänderungsvorschläge und Feststellungen des Ausschusses herausverhandeln oder hineinverhandeln konnten, die eine Evaluierung des Gesetzes auf Stärken und Schwächen ermöglichen und dann vielleicht einen breiteren, hürdenfreieren Zugang zu dieser Verfügung ermöglichen und einige Verbesserungen gestatten, die ich für notwendig halte. Aber insgesamt bedanke ich mich auch, dass man diesen Schritt gesetzt hat. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Was sicherlich noch nachjustierungsbedürftig ist – das sehe ich auch so und da bin ich auch sehr froh, dass der Hohe Nationalrat dazu eine Entschließung verabschieden wird –, ist die Frage der Registrierung. Da gibt es verschiedene Modelle, wie man das angehen kann. Da bedarf auch einer technischen Umsetzung und vor allem einer Machbarkeitsanalyse. Dies wird sicherlich eine Frage sein, die wir uns noch weiter überlegen werden müssen. Ob es jetzt die e-card wird, ob es, so wie es die Frau Abgeordnete angesprochen hat, eine Karte wird, die man immer mitführt – ich meine, das kann man jetzt schon machen –, oder ob es allenfalls ein Register bei den Notaren wird – der Vertreter der Notariatskammer hat auch angeführt, dass dies möglich wäre –, da wird man sich sicherlich überlegen müssen, was das Zweckmäßigste ist; aber das wird sicherlich noch kommen. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Allgemeiner Beifall.
Das ist eine sehr sensible Materie und wir sind diesbezüglich sehr vorsichtig, bewusst sehr vorsichtig, vorgegangen. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auch bei den Expertinnen und Experten, die uns sehr wesentliche Beiträge dahin gehend geliefert haben, dass wir heute so weit sind, dass wir dieses Gesetz beschließen können, bedanken; und bei Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. – Danke vielmals. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, auch zum Sterben in Würde und ohne Angst haben wir heute einen sehr sensiblen Beitrag geleistet. Und ich appelliere im Besonderen an die Ärzte, in diesem Sinne sorgsam mit den auch auf sie zukommenden Entscheidungen umzugehen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.
Das wollen wir erreichen. Wenn wir einen kleinen Beitrag zu dieser großen Entscheidung leisten können, dann, so denke ich, ist das eine gute Vorlage, die natürlich unsere Zustimmung finden wird. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der Grünen sowie des Abg. Broukal.
Ich persönlich muss sagen, mit heutigem Datum wäre ich außer Stande, für mich selber so eine Patientenverfügung zu machen, obwohl ich seit 30 Jahren in diesem Beruf und Bereich tätig bin. Momentan möchte ich das für mich selber nicht entscheiden müssen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der Grünen sowie des Abg. Broukal.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Broukal.
Ich darf darauf verweisen, dass das in Wirklichkeit auch ein europäisches Thema ist und dass diese neuen Verfügungen in vielen Ländern debattiert und diskutiert werden. Ich meine, wir sollten hier den Wünschen der Bürger und der Ärzte Rechnung tragen, aber wirklich auch sehr auf der Hut sein, wie sich diese Patientenverfügungen entwickeln. In diesem Sinne bitte ich um die Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Broukal.)
Das Mikrophon fällt aus und die Rednerin ist im Plenarsaal nicht mehr zu hören. – Rufe bei der ÖVP – in Richtung Präsidium –: Der Ton ist weg! Freiwillige Redezeitbeschränkung!
Ein Bedürfnis scheint mir aber bei jedem vorhanden zu sein, Kollegin Hakl hat es schon erwähnt, nämlich das Bedürfnis nach der Würde des Lebens und des Sterbens. Deshalb ist der Erfahrungsbericht nach drei Jahren zu begrüßen, denn dieser Aspekt ... (Das Mikrophon fällt aus und die Rednerin ist im Plenarsaal nicht mehr zu hören. – Rufe bei der ÖVP – in Richtung Präsidium –: Der Ton ist weg! Freiwillige Redezeitbeschränkung!)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb ist der Erfahrungsbericht nach drei Jahren zu begrüßen, denn dieser Erfahrungsbericht wird ein Spiegel unserer Zivilgesellschaft sein, inwieweit wir in der Lage sind, den tatsächlichen Bedürfnissen der Patienten und nicht nur dem sozialen Umfeld Rechnung zu tragen. Wir von der ÖVP werden diesen ethisch hohen Anspruch immer in den Mittelpunkt stellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es sind sehr viele heikle Momente darin enthalten, wie zum Beispiel der Wunsch, die Ernährung abzulehnen. Wir müssen hier unterscheiden zwischen Pflege, also wenn die händische Verabreichung von Nahrung erfolgt, und künstlicher Ernährung. All diese heiklen Punkte spricht diese Gesetzesvorlage an, und ich glaube, dass das Gesetz helfen wird, die Selbstbestimmung von Patienten zu unterstützen und in dieser heiklen Materie durch gute ärztliche und juristische Informationen vor Missbrauch am Patienten entscheidend zu schützen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte mich bei allen Institutionen bedanken, wie zum Beispiel bei der Patientenanwaltschaft, den Ärzten, der Hospizbewegung, die in den letzten Jahren diesen Dialog geführt haben, und vor allem möchte ich mich auch bei den beiden Bundesministerinnen bedanken. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
verfügung, die sauber und korrekt gemacht wird, ein wesentlicher Schritt in Richtung mehr Menschenwürde und in Richtung mehr Patientenwille. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Würdevolles Sterben, meine ich, ist nicht eine Frage eines 100 oder 200 € teuren Rechtsaktes, es misst sich an der Fähigkeit, den Hinfälligkeitsprozess auf hohem kulturellem und sozialem Niveau auszuhalten. Seien wir also mit dem Gesetz und den damit verbundenen Erwartungen so bescheiden, wie es uns ansteht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Registrierung!
Meiner Ansicht nach ist es schon bedauerlich, wenn das Hauptargument einer Ablehnung diese 100 oder 200 € sind. (Abg. Mag. Wurm: Registrierung!) Was die Registrierung betrifft, wurden ja schon diverse Vorschläge gemacht. Jedenfalls aus meiner Sicht: Ich halte diesen Ansatz, die E-Card damit zu verbinden, für sehr positiv, denn dadurch wird es möglich sein, sehr bald zu wissen, dass eine Patientenverfügung vorliegt.
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend: Ich meine, es ist das individuelle Recht jedes Menschen, auch sein Ableben selbst zu bestimmen. Diese Patientenverfügung ist ein Schritt in diese Richtung, aber auch – das ist uns vom BZÖ ganz wichtig – unter der klaren Ansage, dass wir nie für eine aktive Sterbehilfe eintreten werden. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Bei der AMAG geht das nicht!
Jetzt soll der Aktionär natürlich die Möglichkeit haben zu sagen, wenn eigentlich von seinem ursprünglichen Investment, bei dem er sich gedacht hat, ich bin bereit, in diese Branche zu investieren, nichts mehr übrig ist und er sieht, dass plötzlich zum Beispiel ein deutscher Autoreifenhersteller das Unternehmen übernimmt und möglicherweise schließen wird: Da möchte ich nicht mehr mit dabei sein! Ich möchte meine Aktien verkaufen, und zwar zu dem Betrag, zu dem der Neue, dieses deutsche Unternehmen beispielsweise, selbst die Aktien erworben hat. Und das geht nicht, Herr Kollege Molterer! (Abg. Mag. Molterer: Bei der AMAG geht das nicht!)
Abg. Mag. Ikrath: Das ist europäischer Standard!
Das führt dazu, dass man natürlich in einem Unternehmen bis 26 Prozent Anteile erwerben kann, ohne dass es zu der Verpflichtung kommt, den Kleinaktionären den gleichen Betrag zu bezahlen, damit diese aus der Gesellschaft aussteigen, die zukünftig ja nicht mehr ihre sein wird, und das nur deshalb, weil Sie per Gesetz dekretieren: Bis zu 26 beziehungsweise 30 Prozent gibt es keine Beherrschung, auch wenn es zwanzig Mal eine Beherrschung ist. (Abg. Mag. Ikrath: Das ist europäischer Standard!) – Dieser europäische Standard, Kollege Ikrath, besteht eben nicht, sondern der europäische Standard sagt, dass man sich ganz genau anschauen muss, in welchem Land welche Mehrheiten gegeben sind. In England sind 30 Prozent – da gebe ich dir Recht – eine Mehrheit, weil dort 50 bis 60 Prozent jeweils anwesend sind. In Österreich ist es genau die Hälfte.
Abg. Mag. Regler: Also nein! Nein!
Den englischen Standard jetzt auf die österreichischen Verhältnisse zu übertragen bedeutet ganz einfach den Versuch, auf eine komplexe Frage eine einfache Antwort zu geben oder einfach die tatsächlichen Verhältnisse zu beugen, zu brechen und ein Gesetz zu machen, das eigentlich nichts anderes ist als die Bedienung einer Interessengruppe. Das ist schade für das Land, weil es natürlich so ist, dass man ganz genau schaut: Was passiert jetzt in Österreich? – Wenn wir da wieder in die Bananenrepublik zurückfallen (Abg. Mag. Regler: Also nein! Nein!) und wenn man sagt, das ist ohnedies egal, weil man natürlich jederzeit bis zu 30 Prozent erwerben kann, dann ist das
Abg. Mag. Regler: Immer die „Bananenrepublik“! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
erschreckenderweise eine sehr rückschrittliche Politik. (Abg. Mag. Regler: Immer die „Bananenrepublik“! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Heute ist ein guter Tag, um über „Blamage“ zu reden! – Abg. Neugebauer – in Richtung des auf seinen Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Dr. Jarolim –: Wo sind denn Sie geboren, in welcher Republik?
Meine Damen und Herren, die meisten von Ihnen werden eben nicht wissen, worum es geht, nehme ich an. Aber wenn der Oberste Gerichtshof und die Rechtsanwaltskammer sagen, das ist das Ärgste, was es überhaupt geben kann, das bedeutet, das Gesetz beziehungsweise die Zielrichtung auf den Kopf zu stellen, dann kann es in diesem Land wahrscheinlich nur mehr so gehen, dass das Herren wie Schüssel und Molterer umsetzen. Im Interesse des Landes ist es sicher nicht. Es passt zu Ihrer Gesamtpolitik und es passt dazu, dass wir in dieser europäischen Präsidentschaft nichts weiterkriegen als eher nur Blamagen. Da hätten wir uns eigentlich mehr verdient, meine Damen und Herren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Heute ist ein guter Tag, um über „Blamage“ zu reden! – Abg. Neugebauer – in Richtung des auf seinen Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Dr. Jarolim –: Wo sind denn Sie geboren, in welcher Republik?)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Herr Präsident! Frau Justizministerin! Hohes Haus! Ich könnte jetzt sagen, es passt auch zu den Ausführungen des Kollegen Jarolim, dass die SPÖ einmal mehr den Beweis antritt, keine Wirtschaftskompetenz zu haben. – Mag sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Ach so?
Es ist auch besonders bemerkenswert, dass Kollege Jarolim im Justizausschuss gerade bei diesem Tagesordnungspunkt nicht anwesend war (Abg. Mag. Molterer: Ach so?) und Kollege Puswald, der diese Position dort vertreten hat, offensichtlich unseren Argumenten mittlerweile Rechnung getragen hat, eines Besseren belehrt ist und sich heute gar nicht mehr zu Wort meldet. Aber ich werde jetzt gerne dieses kleine Privatissimum in Wirtschaftspraxis noch einmal für den Kollegen Jarolim und wen es sonst interessieren mag nachholen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Wenn hier von „Bananenrepublik“ gesprochen wird, dann würde ich doch zumindest einmal versuchen zu schauen, wer in Europa welche Schwellenwerte für kontrollierende Beteiligungen aufweist, und ich darf jetzt einige weitere „Bananenrepubliken“ anbieten: Deutschland 30 Prozent, Frankreich 33 Prozent, Großbritannien – bereits erwähnt – 30 Prozent, Portugal 33 bis 50 Prozent, Schweiz 33 Prozent, Finnland 67 Prozent, Norwegen 40 Prozent, Dänemark 33 bis 50 Prozent. Spanien ist das einzige europäische Land – so weit zum europäischen Standard und zu Bananenrepubliken –, das derzeit eine niedrigere Schwelle hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Und zudem haben wir, Kollege Jarolim – bitte jetzt zuhören, weil du auch von Anlassgesetzgebung gesprochen hast –, mit dieser Gesetzesnovelle eine EU-Richtlinie umgesetzt. Das ist natürlich ein Anlass, aber ein Anlass, dem wir Rechnung tragen müssen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
bezug hat, eingelöst. Das unterscheidet uns fundamental von der SPÖ. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ellmauer: Bei der BAWAG!
Und wir haben – das habe ich kein einziges Mal von der SPÖ gehört, die sich angeblich die Interessen der Kleinaktionäre so sehr auf ihre Fahnen schreibt – gerade die Position der Kleinaktionäre dadurch massiv gestärkt, indem wir (Abg. Ellmauer: Bei der BAWAG!) – das wollte ich jetzt nicht betonen, es ist mir schon fast unangenehm, immer wieder daran zu erinnern; Sie wissen es ohnedies und werden es noch oft genug hören – den 15-prozentigen Preisabschlag für Kleinaktionäre im Falle von Pflichtanboten gestrichen haben. In Zukunft wird jeder Investor gleich behandelt, wenn es ein Pflichtanbot gibt, egal ob er ein großer oder ein kleiner ist.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Man kann nur hoffen, dass wir das nie lernen, Herr Kollege Ikrath!
Das ist die Politik dieser Regierung, das ist Wirtschaftskompetenz, und da kann die SPÖ – und möglicherweise auch die Opposition allgemein – noch viel lernen! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Man kann nur hoffen, dass wir das nie lernen, Herr Kollege Ikrath!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Mein Gott na! Das ist eine „grenzenlos intelligente“ ...! – Abg. Mag. Molterer – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Mag. Maier –: Jacky, das war nicht wirklich gut!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist unrichtig. Kollege Puswald wird sich zum Tagesordnungspunkt 24 zu Wort melden. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Mein Gott na! Das ist eine „grenzenlos intelligente“ ...! – Abg. Mag. Molterer – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Mag. Maier –: Jacky, das war nicht wirklich gut!)
Abg. Dr. Jarolim: Dem Herrn Molterer kannst du es erklären!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Sehr geehrte Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Ich werde kein Privatissimum über das Übernahmegesetz halten (Abg. Dr. Jarolim: Dem Herrn Molterer kannst du es erklären!), aber ungefähr so viel wie Kollege Ikrath in dem von ihm angekündigten Privatissimum bin ich auch imstande,
Abg. Neudeck: Geh, wieso? – Aber geh!
Wir werden dieses Gesetz ablehnen. Herr Kollege Ikrath, Österreich ist keine Bananenrepublik, denn in Österreich wachsen keine Bananen – das steht fest –, aber in Österreich wachsen Äpfel und Birnen, und deshalb sollte man Äpfel und Birnen nicht mischen. Wenn Sie hier die Prozentgrenzen in den jeweiligen europäischen Ländern dargestellt haben, dann sind diese zwar richtig, denn das sind absolute Grenzen, aber was Sie nicht dazugesagt haben, ist, dass es natürlich in Österreich völlig andere Strukturen an der Börse gibt als in den Ländern, die Sie hier aufgezählt haben (Abg. Neudeck: Geh, wieso? – Aber geh!), und dass es in Österreich in Wahrheit so ist – und so viel verstehe ich auch von Wirtschaft, dazu muss ich nicht eine Spitzenmanagerin sein wie Sie, um das zu erkennen –, dass man vielfach schon mit einem Aktienanteil von 15 Prozent, den man hält, die bestimmende Kontrolle über ein Unternehmen haben kann, weil die Struktur eine ganz andere ist.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Broukal. – Abg. Rädler: Der Einzige, der von der SPÖ klatscht, ist der Broukal!
Deshalb: nicht mit uns! Wir mischen nicht Äpfel und Birnen, wir bleiben reinsortig und lehnen dieses Übernahmegesetz ab. Da orientiere ich mich in meiner Meinung an einem echten Privatissimum, nämlich dem Privatissimum des Leiters der Übernahmekommission – und der lehnt dieses Gesetz ab. Das kann man überall nachlesen. Man kann sich auch mit ihm treffen; er ist sehr gerne bereit, denjenigen Damen und Herren, die ein Privatissimum brauchen, eines zu geben. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Broukal. – Abg. Rädler: Der Einzige, der von der SPÖ klatscht, ist der Broukal!)
Abg. Mag. Johann Maier: Aber nicht diesen Richtwert!
Zweitens müssen wir eine EU-Richtlinie umsetzen, die uns vorschreibt, dass wir einen Richtwert festsetzen müssen. (Abg. Mag. Johann Maier: Aber nicht diesen Richtwert!) Das stimmt, ja; Sie brauchen gar nicht so mit dem Finger auf mich zu zeigen. Ich sage ja nicht, diesen Richtwert, aber wir müssen einen Richtwert festsetzen. Und das haben wir jetzt in Befolgung dieser EU-Richtlinie auch getan. Dass Sie mit diesem Richtwert nicht einverstanden sind, das steht auf einem anderen Blatt. Aber, wie gesagt: Eine EU-Richtlinie war umzusetzen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie sollten nicht immer wieder davon reden, dass es eine Anlassgesetzgebung gibt, nämlich dass ohne Grund Gesetze verändert werden, sondern nehmen Sie zur Kenntnis, dass wir mehr Rechtssicherheit haben wollten, und das wird mit der Beschlussfassung über diese Regierungsvorlage heute verwirklicht. Eigentlich finde ich, dass Sie zustimmen sollten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne hoffe ich auf Ihre Zustimmung und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.
Die Frage, die man sich hier stellen muss, ist eine ganz andere, meine sehr verehrten Damen und Herren von der ÖVP und vom BZÖ! Wem dient diese Regelung? – Diese Regelung dient einigen Großaktionären und dem Großkapital, aber keinesfalls den Kleinanlegern, und das ist ein wesentlicher Grund, warum wir diese Vorlage ablehnen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.)
Abg. Mag. Ikrath: Wie hat das beim ÖGB in der BAWAG ausgesehen?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Kollege Ikrath hat gemeint, die Rechtssicherheit und Investitionssicherheit werden verbessert. (Abg. Mag. Ikrath: Wie hat das beim ÖGB in der BAWAG ausgesehen?) Sie fragen, wie das in der BAWAG war? – Wie war das mit dem Herrn Finanzminister, der im Rahmen der Finanzmarktaufsicht seit fünf Jahren über die Karibikgeschäfte Bescheid wusste? Warum hat der Finanzminister in diesem Bereich nicht eingegriffen? – Das Verschulden, meine sehr verehrten Damen und Herren, liegt im Bereich des Finanzministeriums. Lassen Sie mich das hier mit aller Deutlichkeit einmal feststellen! (Beifall bei der SPÖ. – Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Kollege Ikrath hat gemeint, die Rechtssicherheit und Investitionssicherheit werden verbessert. (Abg. Mag. Ikrath: Wie hat das beim ÖGB in der BAWAG ausgesehen?) Sie fragen, wie das in der BAWAG war? – Wie war das mit dem Herrn Finanzminister, der im Rahmen der Finanzmarktaufsicht seit fünf Jahren über die Karibikgeschäfte Bescheid wusste? Warum hat der Finanzminister in diesem Bereich nicht eingegriffen? – Das Verschulden, meine sehr verehrten Damen und Herren, liegt im Bereich des Finanzministeriums. Lassen Sie mich das hier mit aller Deutlichkeit einmal feststellen! (Beifall bei der SPÖ. – Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Kabarettreif!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Über die BAWAG werden wir am Nachmittag diskutieren. (Abg. Scheibner: Kabarettreif!) Bundesminister Grasser muss seiner Verantwortlichkeit endlich nachkommen. Das ist ein Problem, das wir in Österreich zu lösen haben. Das können wir nicht über das Übernahmerecht lösen, das können wir über seinen freiwilligen Rücktritt lösen, den wir uns heute erwarten werden. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Über die BAWAG werden wir am Nachmittag diskutieren. (Abg. Scheibner: Kabarettreif!) Bundesminister Grasser muss seiner Verantwortlichkeit endlich nachkommen. Das ist ein Problem, das wir in Österreich zu lösen haben. Das können wir nicht über das Übernahmerecht lösen, das können wir über seinen freiwilligen Rücktritt lösen, den wir uns heute erwarten werden. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, wenn der Bankfachmann Ikrath dem Politiker Ikrath zuhören würde, dann würde er sich schämen. Mehr ist dieser Diskussion nicht hinzuzufügen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren von ÖVP und BZÖ! Das sind Aussagen, die im Rahmen des Begutachtungsverfahrens getroffen worden sind. Wir halten abschließend fest: Übernahme kommt von übernehmen. Mit diesem Gesetz haben Sie sich übernommen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Genau!
Abgeordneter Johann Ledolter (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich glaube, noch eindeutiger kann man die Haltung und die Grundeinstellung der SPÖ nicht dokumentieren, als der Auftritt des Herrn Kollegen Maier gezeigt hat. (Abg. Mag. Molterer: Genau!) Es ist ein Lehrbeispiel dafür, wie dieser rote Filz aus SPÖ und ÖGB mit Doppelmoral und Doppelbödigkeit versucht, den Menschen in diesem Land Sand in die Augen zu streuen, Wasser zu predigen und Wein zu trinken. Und dafür könnte man noch viele schöne Sprichworte strapazieren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Abgeordneter Johann Ledolter (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich glaube, noch eindeutiger kann man die Haltung und die Grundeinstellung der SPÖ nicht dokumentieren, als der Auftritt des Herrn Kollegen Maier gezeigt hat. (Abg. Mag. Molterer: Genau!) Es ist ein Lehrbeispiel dafür, wie dieser rote Filz aus SPÖ und ÖGB mit Doppelmoral und Doppelbödigkeit versucht, den Menschen in diesem Land Sand in die Augen zu streuen, Wasser zu predigen und Wein zu trinken. Und dafür könnte man noch viele schöne Sprichworte strapazieren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Abg. Parnigoni: Sie nehmen Ihren Spitzen die Pointen weg! Wir sind noch nicht bei der Dringlichen!
Ein weiteres Beispiel: Die SPÖ-geführte BAWAG versenkt 1,4 Milliarden € in der Karibik, und um diese Milliardenverluste zu decken, geht der ÖGB mit dem Streikfonds so fahrlässig um, dass er ihn als Sicherheit einbringt. (Abg. Parnigoni: Sie nehmen Ihren Spitzen die Pointen weg! Wir sind noch nicht bei der Dringlichen!)
Abg. Parnigoni: Sie sind Gewerkschaftsmitglied, Herr Kollege Ledolter?
Meine Damen und Herren! Jedes Gewerkschaftsmitglied hätte in etwa 1 000 € dafür aufgewendet, oder man hätte ungefähr 230 000 Rentnern zwei Jahre lang die Mindestrente dafür geben können. (Abg. Parnigoni: Sie sind Gewerkschaftsmitglied, Herr Kollege Ledolter?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dieser Partei unter dieser Führung werden die Wählerinnen und Wähler unser Land hoffentlich nicht anvertrauen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Broukal.
Ich stelle mir jetzt vor, ich wäre – das ist nicht möglich, denn die BAWAG gehört zu 100 Prozent dem ÖGB, wie wir alle wissen – 20-prozentiger BAWAG-Miteigentümer. (Zwischenruf des Abg. Broukal.) Kollege Broukal, Sie würden weiterhin in der Zeitung von der BAWAG schreiben dürfen, weil Ihre Artikel ganz gut sind. Ich weiß nicht, ob Sie auch so viel Geld dafür bekommen, wie Kollege Elsner von der BAWAG erhalten hat. Sie schreiben aber ganz gut in der BAWAG-Zeitung, das kann hier durchaus festgehalten werden. (Abg. Broukal: Danke!) Sie würden auch schreiben, wenn ich dort beteiligt wäre.
Abg. Broukal: Danke!
Ich stelle mir jetzt vor, ich wäre – das ist nicht möglich, denn die BAWAG gehört zu 100 Prozent dem ÖGB, wie wir alle wissen – 20-prozentiger BAWAG-Miteigentümer. (Zwischenruf des Abg. Broukal.) Kollege Broukal, Sie würden weiterhin in der Zeitung von der BAWAG schreiben dürfen, weil Ihre Artikel ganz gut sind. Ich weiß nicht, ob Sie auch so viel Geld dafür bekommen, wie Kollege Elsner von der BAWAG erhalten hat. Sie schreiben aber ganz gut in der BAWAG-Zeitung, das kann hier durchaus festgehalten werden. (Abg. Broukal: Danke!) Sie würden auch schreiben, wenn ich dort beteiligt wäre.
Zwischenruf bei der SPÖ.
Gehen wir also davon aus, ich hätte 20 Prozent an der BAWAG, und jetzt macht der ÖGB eines der üblichen In-sich-Geschäfte und verkauft Anteile überteuert an eine eigene Stiftung. Müsste ich dann ein Übernahmeangebot für die gesamte Bank stellen? Wie sehen Sie das? – (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Nein, das wäre kein Geschäft! Ja vielleicht für den ÖGB, aber sicher nicht für den Kleinaktionär, der plötzlich in eine beherrschende Situation kommt und das gar nie gewollt hat.
Abg. Dr. Jarolim: Haarsträubend!
Ich finde es auch positiv, dass es ein vorgeschaltetes ... (Abg. Dr. Jarolim: Haarsträubend!) – Herr Kollege, haarsträubend ist es vielleicht bei Ihnen, aber so hoch sind sie auch nicht. (Abg. Dr. Jarolim: So etwas Haarsträubendes habe ich noch nie gehört!) Herr Kollege, ich habe Ihnen zugehört. Ihre Rede war für einen Juristen nur parteipolitisch gefärbt, es war kein juristisches Wissen darin enthalten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist völlig unrichtig!)
Abg. Dr. Jarolim: So etwas Haarsträubendes habe ich noch nie gehört!
Ich finde es auch positiv, dass es ein vorgeschaltetes ... (Abg. Dr. Jarolim: Haarsträubend!) – Herr Kollege, haarsträubend ist es vielleicht bei Ihnen, aber so hoch sind sie auch nicht. (Abg. Dr. Jarolim: So etwas Haarsträubendes habe ich noch nie gehört!) Herr Kollege, ich habe Ihnen zugehört. Ihre Rede war für einen Juristen nur parteipolitisch gefärbt, es war kein juristisches Wissen darin enthalten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist völlig unrichtig!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist völlig unrichtig!
Ich finde es auch positiv, dass es ein vorgeschaltetes ... (Abg. Dr. Jarolim: Haarsträubend!) – Herr Kollege, haarsträubend ist es vielleicht bei Ihnen, aber so hoch sind sie auch nicht. (Abg. Dr. Jarolim: So etwas Haarsträubendes habe ich noch nie gehört!) Herr Kollege, ich habe Ihnen zugehört. Ihre Rede war für einen Juristen nur parteipolitisch gefärbt, es war kein juristisches Wissen darin enthalten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist völlig unrichtig!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich finde es positiv, dass es ein vorgeschaltetes Verfahren geben kann, bei dem man zu einer Rechtsansicht kommen kann, ohne dass man lange Verfahren abwarten muss. Da ist ein schnelles Verfahren vorgesehen. Das ist auch eine Sicherheit für die Aktionäre, und es wäre gut, wenn die SPÖ diesem Gesetz ebenfalls zustimmen würde. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Frau Ministerin, ein Dankeschön dir und deinem Team für das Engagement, dass dieser Vertrag zustande gekommen ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Das ist ja nicht richtig, Parnigoni! Warum sagst du so etwas?
Verfügung hat. (Abg. Murauer: Das ist ja nicht richtig, Parnigoni! Warum sagst du so etwas?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Ja, auch Bankensicherheit!
Deswegen, meine Damen und Herren, gehört mein Respekt den MitarbeiterInnen der Exekutive, die auch unter solchen Bedingungen ihr Bestes geben und für die Aufrechterhaltung der Sicherheit in diesem Lande sorgen, denn das Recht auf Sicherheit ist natürlich ein Grundrecht, und dieses muss gewahrt bleiben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Ja, auch Bankensicherheit!)
Abg. Murauer: Der Parnigoni gehört nicht zur ÖVP! – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Geschäftsordnung würde es ja normalerweise nicht vorsehen, aber wir haben jetzt zwei Reden der Österreichischen Volkspartei gehört. Ich frage mich: Wo bleibt die sozialdemokratische Stimme? (Abg. Murauer: Der Parnigoni gehört nicht zur ÖVP! – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) – In diesem Zwischenruf, Herr Kollege Murauer, ist keine Sicherheit mehr zu verspüren.
Abg. Mag. Darabos: Das glauben Sie ja selber nicht!
Die SPÖ hat sich im Februar 2005 entschlossen, in der Sicherheitspolitik, in der Menschenrechtspolitik, in der Kunstpolitik, in der Integrationspolitik, in der Europa-Politik, in der Türkei-Politik und in einigen anderen Politikfeldern allen Angriffen der Regierungsparteien und insbesondere der ÖVP dadurch den Wind aus den Segeln zu nehmen, dass sie einfach die Position der ÖVP übernimmt. (Abg. Mag. Darabos: Das glauben Sie ja selber nicht!) Das erleben wir seither in allen mit diesen Materien befassten Ausschüssen, und ich versichere Ihnen, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, das war letzten Endes keine kluge Entscheidung.
Beifall bei den Grünen.
Sie müssten ja nur in der jüngeren Geschichte nachschauen. Sie haben es schon einmal probiert, als sozialdemokratischer „Schmiedl“ den blauen „Schmied“ zu bekämpfen. Damals hat es noch eine Entschuldigung gegeben, nämlich: Der blaue „Schmied“ wird immer größer, bedroht uns, wir fürchten uns, was sollen wir machen? Jetzt liegt der orange „Schmied“ auf dem Boden, und vor ihm steht der sozialdemokratische „Schmiedl“ und sagt: Ja, ihr habt vollkommen Recht, wir tragen diese Position der Regierung mit! – Das soll der Beginn einer Wende sein? Das soll eine neue Politik sein? Das soll eine Alternative sein? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist Sozialdemokratie heute! Das ist der Vorwahlkampf. Das ist der Vorgeschmack, was es heißt, wenn eine „rote Wende“ bevorsteht und wenn Alfred Gusenbauer seine Partei für startklar erklärt. Ich wünsche Ihnen viele Startprobleme im Sinne der österreichischen Menschenrechte, der Grundrechte, der Bürgerrechte, fairer Asylverfahren und der Freiheit der Kunst. Ich wünsche, dass diese politische Rechnung, die zumindest auf demselben Niveau ist wie die von Löschnak, Schlögl und anderen vor mehr als einem Jahrzehnt, auch ein zweites Mal nicht aufgeht. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was die Großveranstaltungen betrifft, Kollege Pilz – Kollege Pilz ist jetzt, wie gehabt, nicht mehr im Saal, aber ich sage es trotzdem –: Kollege Pilz, gehen Sie zu internationalen Fußballspielen und schauen Sie sich dort die Gewaltbereitschaft dieser Leute an! Ich denke, dann werden Sie hier nicht noch einmal sagen, dass es nicht notwendig sei, im Vorhinein das Land, in dem ein solches Spiel stattfindet, darüber zu informieren, welche Leute möglicherweise über seine Grenzen kommen und dort bewusst und gezielt Gewalt ausüben! – Danke. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf bei der SPÖ.
Frau Bundesministerin Prokop und Herrn Bundeskanzler Wolfgang Schüssel darf ich zum Abschluss dieses Prümer Vertrages gratulieren. In diese Richtung hat es ja bereits von deutscher Seite her Vorstöße gegeben, die jedoch von einzelnen Schengen-Mitgliedstaaten abgelehnt wurden. Nun, während der österreichischen Ratspräsidentschaft, ist es gelungen, sieben Länder zu einer polizeilichen Kooperation zu vereinen. Ich sehe darin einen großen Erfolg – und das hat selbst die SPÖ erkannt, weil sie dem zustimmen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Österreich ist eines der sichersten Länder der Welt, und Bundesministerin Prokop und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sorgen dafür, dass das auch in Zukunft so bleiben wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! In Europa gab es diesbezüglich folgendes Problem: Minister entscheiden im Rahmen der dritten Säule über Kooperationsangebote, über Auskunftsverpflichtungen, über gegenseitige Zusammenarbeit. Nationale Parlamente sind nicht eingebunden, aber auch nationale Kontrollbehörden sind nicht eingebunden. – In diesem Übereinkommen ist jetzt zum ersten Mal die Aufgabe unabhängiger Datenschutzkontrollbehörden normiert! (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Zum ersten Mal kann in Österreich die Datenschutzkommission überprüfen und eingreifen, meine sehr verehrten Damen und Herren – und das sehe ich als großen Erfolg der österreichischen Datenschützer! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir brauchen hier mehr Grundrechtsschutz, wir brauchen hier mehr Sicherheit für die österreichischen Europäer, Frau Bundesministerin. Und es ist das Anliegen der sozialdemokratischen Fraktion, dass Sie auf europäischer Ebene entsprechende Initiativen starten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich fordere Sie auf, hier für das entsprechende Personal zu sorgen, damit diesen Kontrollen nachgekommen werden kann, andernfalls können die Zielsetzungen dieses Übereinkommens nicht realisiert werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ihnen von der SPÖ kann es nur gut tun, dass sich die Grünen jetzt von Ihnen absetzen oder abgrenzen, überhaupt jetzt, wo Sie so in der Bredouille sind. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Es wird Ihnen sicher nur gut tun, wenn Sie sich der vernünftigen Politik anschließen, die diese Bundesregierung macht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ihnen von der SPÖ kann es nur gut tun, dass sich die Grünen jetzt von Ihnen absetzen oder abgrenzen, überhaupt jetzt, wo Sie so in der Bredouille sind. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Es wird Ihnen sicher nur gut tun, wenn Sie sich der vernünftigen Politik anschließen, die diese Bundesregierung macht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Sburny
Auf den Schwarzen Listen stehen jene Menschen, die eine Gefahr für die Österreicher darstellen (Zwischenruf der Abg. Sburny) – wie gesagt, nicht all die Guten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Auf den Schwarzen Listen stehen jene Menschen, die eine Gefahr für die Österreicher darstellen (Zwischenruf der Abg. Sburny) – wie gesagt, nicht all die Guten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Sburny: Ja, das wissen wir!
Frau Abgeordnete, ich habe noch nie gehört, dass auf einer Schwarzen Liste jemand steht, der nichts angestellt hat. Wir alle wissen doch, wer auf den Schwarzen Listen steht. (Abg. Sburny: Ja, das wissen wir!) Deshalb haben diese Listen auch diesen Namen.
Abg. Mag. Wurm: Frauenhandel!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich meine, unser aller Bestreben sollte doch darauf gerichtet sein, die Kriminalität zu bekämpfen. Gestern hat es im „Report“ einen Beitrag über internationalen Menschenhandel gegeben. (Abg. Mag. Wurm: Frauenhandel!) Frauenhandel. 7 Milliarden Dollar werden durch den Menschenhandel verdient – furchtbare Schicksale werden dargestellt. Da habe ich doch überhaupt keine Hemmungen, wenn ich diese Menschen mittels DNA-Analyse, Fingerprint oder Kennzeichen-Überwachung bekomme.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wie gesagt, man braucht ja gar nicht sehr viel Angst zu haben, wenn man nicht betroffen ist, denn zuerst wird anonym geschaut, ob diese Daten übereinstimmen, und erst dann erfolgt im Rechtshilfeübereinkommen eine Personifizierung dieser Daten. Wie gesagt, wer nichts zu befürchten hat, kann dem ohne weiteres zustimmen. Ich glaube, dass dieser Vertrag in der Kriminalitätsbekämpfung wirklich ein großer Schritt vorwärts ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Pfeffer
Die ÖVP und diese Bundesregierung stehen für Sicherheit in dieser Republik, für Sicherheit für unsere Menschen – und auch für Bankensicherheit. Es drängt sich natürlich auf, dass ich als Wehrsprecher der ÖVP ganz kurz auch auf die Bankensicherheit hinweise (Zwischenruf der Abg. Pfeffer), denn das, was jetzt passiert, darf uns nicht mit Freude erfüllen.
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Niemand von uns, insbesondere niemand von Ihnen von der SPÖ, aber auch sonst niemand, kann glücklich sein über diese Misswirtschaft bei der BAWAG, die uns international die Reputation nimmt. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Kollege Parnigoni, jetzt rede ich gar nicht davon, was beim ARBÖ los ist. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Der ARBÖ wäre dein Kapitel, aber das ziehe ich jetzt gar nicht heran, sondern
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Niemand von uns, insbesondere niemand von Ihnen von der SPÖ, aber auch sonst niemand, kann glücklich sein über diese Misswirtschaft bei der BAWAG, die uns international die Reputation nimmt. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Kollege Parnigoni, jetzt rede ich gar nicht davon, was beim ARBÖ los ist. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Der ARBÖ wäre dein Kapitel, aber das ziehe ich jetzt gar nicht heran, sondern
Abg. Mag. Wurm: Prümer Vertrag!
ich rede von der BAWAG. (Abg. Mag. Wurm: Prümer Vertrag!) Abgeordnete, die sowohl SPÖ- und ÖGB-Funktionäre als auch im Aufsichtsrat der BAWAG sind (Ruf bei der SPÖ: Was hat das mit dem Prümer Vertrag zu tun?) und im roten Filz mitmachen, stehen hier am Rednerpult, verlangen Sondersitzungen, verlangen Dringliche Anfragen, verlangen, alles zu kontrollieren, weil sie sich nicht vorstellen können, dass in Österreich im Rahmen der Eurofighter-Beschaffung Flugzeuge beschafft werden, ohne dass es dabei dunkle Machenschaften gibt. Das gibt es aber, weil diese Bundesregierung das nicht duldet und nicht macht! (Abg. Parnigoni: Und warum gibt es den Untersuchungsausschuss nicht?)
Ruf bei der SPÖ: Was hat das mit dem Prümer Vertrag zu tun?
ich rede von der BAWAG. (Abg. Mag. Wurm: Prümer Vertrag!) Abgeordnete, die sowohl SPÖ- und ÖGB-Funktionäre als auch im Aufsichtsrat der BAWAG sind (Ruf bei der SPÖ: Was hat das mit dem Prümer Vertrag zu tun?) und im roten Filz mitmachen, stehen hier am Rednerpult, verlangen Sondersitzungen, verlangen Dringliche Anfragen, verlangen, alles zu kontrollieren, weil sie sich nicht vorstellen können, dass in Österreich im Rahmen der Eurofighter-Beschaffung Flugzeuge beschafft werden, ohne dass es dabei dunkle Machenschaften gibt. Das gibt es aber, weil diese Bundesregierung das nicht duldet und nicht macht! (Abg. Parnigoni: Und warum gibt es den Untersuchungsausschuss nicht?)
Abg. Parnigoni: Und warum gibt es den Untersuchungsausschuss nicht?
ich rede von der BAWAG. (Abg. Mag. Wurm: Prümer Vertrag!) Abgeordnete, die sowohl SPÖ- und ÖGB-Funktionäre als auch im Aufsichtsrat der BAWAG sind (Ruf bei der SPÖ: Was hat das mit dem Prümer Vertrag zu tun?) und im roten Filz mitmachen, stehen hier am Rednerpult, verlangen Sondersitzungen, verlangen Dringliche Anfragen, verlangen, alles zu kontrollieren, weil sie sich nicht vorstellen können, dass in Österreich im Rahmen der Eurofighter-Beschaffung Flugzeuge beschafft werden, ohne dass es dabei dunkle Machenschaften gibt. Das gibt es aber, weil diese Bundesregierung das nicht duldet und nicht macht! (Abg. Parnigoni: Und warum gibt es den Untersuchungsausschuss nicht?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Bevölkerung soll wissen, die Damen und Herren, die jetzt hier auf der Galerie sitzen, sollen wissen, dass Sie auf der einen Seite hier herinnen im Zusammenhang mit der Luftraumüberwachung massiv gegen die Sicherheit Österreichs auftreten – sich dann aber umdrehen und sagen: Aber ein Geschäft mit unserer Bank machen wir selbstverständlich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abschließend: Dieses Gesetz ist ein weiterer Schritt für die Sicherheit in Österreich und für unsere Bevölkerung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geschätzte Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Kollege Murauer, was diese BAWAG-Geschichte und die Eurofighter-Beschaffung mit dem Prümer Vertrag zu tun haben, weiß ich nicht; da gehört mehr als nur rege Phantasie dazu. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Man muss sagen: Thema verfehlt, setzen, fünf, lieber Freund! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Finanzieren willst du sie, aber dagegen sein!
Wenn wir schon beim Untersuchungsausschuss sind, muss ich sagen: Es würde mich sehr freuen, wenn wir uns im Eurofighter-Untersuchungsausschuss wieder sehen würden, damit wir dort die Fakten klarstellen können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Finanzieren willst du sie, aber dagegen sein!)
Beifall bei der SPÖ.
Für vernünftige Lösungen stehen wir immer zur Verfügung, insbesondere dann, wenn es um die Sicherheit Österreichs und seiner Bevölkerung geht. Daher werden wir diesem Staatsvertrag die Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir hoffen, dass es bald zu einer Erweiterung des Vertrages kommen kann. Der Beitritt dieser direkten Nachbarländer würde für Österreich mehr Sicherheit und eine massive Erleichterung der polizeilichen Arbeit bringen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte damit ein wirkliches Danke sagen. Ich glaube, dass wir mit dem Prümer Vertrag ein Modell der internationalen Polizeizusammenarbeit in einem Europa, das weniger Grenzen hat, wo die Grenzen immer mehr fallen, haben werden, dass wir darüber hinaus aber auch dem Datenschutz gerade in der polizeilichen Zusammenarbeit eine bessere Basis geben, dass wir damit aber auch dem Grundrecht der Sicherheit besser zum Recht verhelfen. Herzlichen Dank für diese Kooperation und vor allem für diese sehr sachliche Diskussion. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass diese Dringliche Anfrage von höchster Aktualität ist. Es geht letztlich um den Banken- und Finanzstandort Österreich, der sich in den letzten Jahren einen überaus guten, ja hervorragenden Ruf erwirtschaftet hat. Die Banken haben viel Geld gemacht, sie haben in den Osten expandiert, und dies ist auch ein wichtiges Signal für den Wirtschaftsstandort Österreich. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Man muss das hier klar und deutlich gleich zu Beginn sagen: Auch bei der BAWAG sind die Spareinlagen gesichert – es muss sich niemand Sorgen machen –, aber es geht uns darum, dass sich solch skandalöse Zustände, wie wir sie in den letzten Tagen und Wochen erfahren mussten, nicht wiederholen können und dass eben genau dieser Finanz- und Bankenstandort Österreich nicht gefährdet ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
Es war heute schon interessant: Herr Abgeordneter Maier hat ja schon ein bisschen die Verteidigungsstrategie der SPÖ heute hier dargestellt. Er war so nervös, dass er das schon bei einem falschen Tagesordnungspunkt zum Ausdruck gebracht hat. Er hat gesagt: Schuld an der ganzen Geschichte ist nicht der ÖGB als Eigentümer, sind natürlich nicht die Aufsichtsräte, die das kontrollieren sollten, schon gar nicht die SPÖ, denn da gilt ja der Grundsatz: Nichts hören, nichts sehen und nichts sprechen! – nein, schuld an dem ganzen Desaster ist nur einer: Finanzminister Grasser. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) – Na fein! Na fein! Das alles kennen wir ja schon. Da wird noch applaudiert und genickt.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Großartig! Da habt ihr offensichtlich eine Klubsitzung gehabt, wo ihr eingeschworen worden seid: Nicht wir sind schuld, nur Grasser ist schuld!, so wie wir das schon gehabt haben. Also nicht der Dieb ist schuld am Diebstahl, sondern die Polizei ist schuld, weil sie nicht rechtzeitig am Tatort war, um den Diebstahl zu verhindern. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) – So ist also die Verteidigungsstrategie der SPÖ! Wunderbar! Nur schade, dass Herr Abgeordneter Maier so nervös gewesen ist und das bereits vorher hier präsentiert hat, meine Damen und Herren.
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es hat bereits damals eine Diskussion rund um die Verantwortlichkeit gegeben, und damals war schon interessant, dass niemand dabei gewesen ist! Nichts sehen, nichts hören, nichts sprechen! – Der damalige Zentralsekretär Cap hat gesagt: Das ist Sache der Gewerkschaft, dazu haben wir überhaupt keine Meinung. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) – 1994!
Oh-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Gut, jetzt hätte man sagen können, man ist eines Besseres belehrt worden und diese ganzen Geschäfte gehören der Vergangenheit an. – Dem war nicht so. Es gab dann den Wechsel von Flöttl zu Elsner, und Herr Generaldirektor Elsner hat diese Karibik-Geschäfte wieder aufgenommen, diese hoch und höchst riskanten! (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Diesmal aber – und das geben alle zu – mit vollem Wissen des Aufsichtsrates und auch des Aufsichtsratsvorsitzenden. Wer war das? – Der heutige Arbeiterkammerpräsident Tumpel, der heute auch keine Verantwortung mehr hat, auch nichts weiß, nichts sieht und nicht über diese Verantwortung spricht. – Alles klar.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Mag sein, und wahrscheinlich ist es so, dass die Bank dadurch zumindest in der Öffentlichkeit aus einigen Schwierigkeiten herausgehalten worden ist. Trotzdem war dieses Vorgehen nicht korrekt, meine Damen und Herren, darüber kann man sich hier nicht hinwegschwindeln! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Und vor allem gibt es eine Verantwortung auch des Eigentümervertreters und des Aufsichts-
Ruf bei der ÖVP: Der Herr Gusenbauer!
ratsvorsitzenden, und zwar sowohl von Tumpel als auch von Weninger, für all diese Geschäfte in den vergangenen Jahren. – Gut, meine Damen und Herren. (Ruf bei der ÖVP: Der Herr Gusenbauer!) – Ja, dazu kommen wir noch. Na ja, der Herr Gusenbauer, der ist ja heute nicht da. (Abg. Dr. Stummvoll: Ist er schon zurückgetreten? – Abg. Neudeck: Er war nicht startklar!) Das ist ja auch wieder so ein Motto: Nichts hören, nichts sprechen und nichts sehen!, denn dann kann er auch nicht dabei gewesen sein.
Abg. Dr. Stummvoll: Ist er schon zurückgetreten? – Abg. Neudeck: Er war nicht startklar!
ratsvorsitzenden, und zwar sowohl von Tumpel als auch von Weninger, für all diese Geschäfte in den vergangenen Jahren. – Gut, meine Damen und Herren. (Ruf bei der ÖVP: Der Herr Gusenbauer!) – Ja, dazu kommen wir noch. Na ja, der Herr Gusenbauer, der ist ja heute nicht da. (Abg. Dr. Stummvoll: Ist er schon zurückgetreten? – Abg. Neudeck: Er war nicht startklar!) Das ist ja auch wieder so ein Motto: Nichts hören, nichts sprechen und nichts sehen!, denn dann kann er auch nicht dabei gewesen sein.
Abg. Mag. Molterer: Das glaube ich nicht!
Man muss sich das ja folgendermaßen vorstellen: Herr Gewerkschaftspräsident Verzetnitsch, einer der höchsten Funktionäre auch der SPÖ, sagt dem eigenen Parteichef und dem Präsidium nichts darüber, dass er eine derartige Milliardenhaftung mit den Gewerkschaftsbund-Geldern übernommen hat. (Abg. Mag. Molterer: Das glaube ich nicht!) – Das gibt es nicht?! – Na ja, ich kann mir das schon vorstellen! Das wird so gewesen sein: Präsident Verzetnitsch sagt einem hochrangigen Funktionär der SPÖ: Du, pass auf, ich muss dir etwas sagen: Wir haben ein Problem mit der BAWAG; da wird eine Haftung schlagend! – Geh, davon will ich gar nichts wissen!, wird die Antwort gewesen sein.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Ungeheuerlich!
Und dann wird er gesagt haben: Wir haben das Problem und müssen eine Haftung übernehmen, denn sonst werden auch in der Öffentlichkeit Probleme auftreten, und da könnten wir hineingezogen werden. – Sagt er: Das habe ich jetzt aber nicht gehört, und du weißt ja, du hast mir nichts darüber gesagt. – So, kann ich mir vorstellen, wird das abgelaufen sein, denn alles andere würde ja jeder Erfahrung widersprechen, wo Sie ja den Gewerkschaftsbund immer wieder als Vorfeld der SPÖ betrachten und als Ihre Klientel und als Ihr Machtspektrum, Herr Kollege Wittmann. – Das ist doch die Realität, aus der Sie hier herausflüchten wollen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Ungeheuerlich!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!
Ja was sind denn das für Bankexperten? Da verstehe ich dann schon, wenn die alle sagen: Wir haben nichts gehört, wir haben nichts gesehen und können auch deshalb darüber nicht sprechen! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!) Genau das ist die Kontrolle, das ist das Konglomerat, das wir hier kritisieren, meine Damen und Herren.
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Deshalb ist es auch möglich gewesen, dass diese 350 Millionen, die da immer so herumschwirren, weiter herumgeschwirrt sind. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Herr Kollege Matznetter, erklären Sie uns einmal, wieso diese 350 Millionen, wo man weiß, die haben sich in Luft aufgelöst, wieder auftauchen und in einen BAWAG-Fonds eingebracht werden und die BAWAG dann Fondsanteile im Wert von 350 Millionen € bekommt, die dann wieder in der Bilanz angeführt werden, um diese Verluste zu kaschieren und zu vertuschen! Herr Kollege Matznetter, sagen Sie uns als Steuerberater: Was ist das? – Ist das Bilanzfälschung, oder was ist das, Herr Kollege? Das aber nach dem Jahr 2000, nicht davor! Schreien Sie nicht herum, sondern erklären Sie endlich die Fehler, die da gemacht worden sind! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Deshalb ist es auch möglich gewesen, dass diese 350 Millionen, die da immer so herumschwirren, weiter herumgeschwirrt sind. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Herr Kollege Matznetter, erklären Sie uns einmal, wieso diese 350 Millionen, wo man weiß, die haben sich in Luft aufgelöst, wieder auftauchen und in einen BAWAG-Fonds eingebracht werden und die BAWAG dann Fondsanteile im Wert von 350 Millionen € bekommt, die dann wieder in der Bilanz angeführt werden, um diese Verluste zu kaschieren und zu vertuschen! Herr Kollege Matznetter, sagen Sie uns als Steuerberater: Was ist das? – Ist das Bilanzfälschung, oder was ist das, Herr Kollege? Das aber nach dem Jahr 2000, nicht davor! Schreien Sie nicht herum, sondern erklären Sie endlich die Fehler, die da gemacht worden sind! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Unvorstellbar!
Diese Fonds sind bis zum Jahre 2004 noch hin und her verschoben worden, bis sie endlich bei Briefkastenfirmen in der Karibik endgelagert worden sind. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Unvorstellbar!) Und der Deal ist abgelaufen mit einer REFCO-Tochter, wo wir ja dann die Folgen gemerkt haben mit diesem 350 Millionen €-Blitzkredit, von dem auch niemand etwas gewusst haben will. – Gut, so weit, so schlecht, meine Damen und Herren.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wie viel? – 50 Millionen Schilling!
Aber jetzt noch zur Verantwortung auch der Eigentümervertreter. Jetzt könnte man meinen, dass man nach diesen Erfahrungen, nachdem Herr Generaldirektor Elsner im Jahr 2000 dem Eigentümervertreter diese missliche Nachricht über all diese Malversationen übermittelt hat, sagt: Gut, lieber Generaldirektor, das war es, wir werden das alles noch einmal bereinigen, aber von dir haben wir jetzt genug und du gehst und besser nicht mehr viel darüber reden. Was ist aber passiert? – Erstens einmal ist er noch geblieben, er ist erst 2003 in Pension gegangen, hat sich aber davor noch schön seinen Pensionsanspruch abfertigen lassen: 3,6 Millionen €, nicht schlecht. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wie viel? – 50 Millionen Schilling!) Warum davor abfertigen lassen? – Weil sich die Steuergesetze verändert haben. Hätte er es sich bei Verlassen des Unternehmens ablösen lassen, hätte er um 12 Millionen Schilling mehr an Steuern zahlen müssen. Also der ÖGB ermöglicht dem BAWAG-Generaldirektor eine steuerschonende Abfertigung seiner Pension. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!
Aber jetzt noch zur Verantwortung auch der Eigentümervertreter. Jetzt könnte man meinen, dass man nach diesen Erfahrungen, nachdem Herr Generaldirektor Elsner im Jahr 2000 dem Eigentümervertreter diese missliche Nachricht über all diese Malversationen übermittelt hat, sagt: Gut, lieber Generaldirektor, das war es, wir werden das alles noch einmal bereinigen, aber von dir haben wir jetzt genug und du gehst und besser nicht mehr viel darüber reden. Was ist aber passiert? – Erstens einmal ist er noch geblieben, er ist erst 2003 in Pension gegangen, hat sich aber davor noch schön seinen Pensionsanspruch abfertigen lassen: 3,6 Millionen €, nicht schlecht. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wie viel? – 50 Millionen Schilling!) Warum davor abfertigen lassen? – Weil sich die Steuergesetze verändert haben. Hätte er es sich bei Verlassen des Unternehmens ablösen lassen, hätte er um 12 Millionen Schilling mehr an Steuern zahlen müssen. Also der ÖGB ermöglicht dem BAWAG-Generaldirektor eine steuerschonende Abfertigung seiner Pension. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist eine Beleidigung für den Sparverein!
Wunderbar, meine Damen und Herren: Der ÖGB, eine wichtige Institution für die Vertretung der Arbeiterinteressen, spielt sich da auf wie ein Großkapitalist, aber ist marktwirtschaftlich geführt wie ein Sparverein, meine Damen und Herren. Das muss auch einmal beendet werden im Interesse der Arbeitnehmer! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist eine Beleidigung für den Sparverein!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aufklären!
Auch das könnten Sie vielleicht, Herr Matznetter, wenn Sie dann ... – Der Einser-Sturm sozusagen kommt ja heute hier nicht heraus, damit man nicht verbunden wird mit dieser unangenehmen Sache. Also gibt man dem Wirtschaftsexperten Matznetter die Möglichkeit, hier herauszugehen. Erklären Sie uns das einmal: Warum wurde denn Kollege Elsner belohnt, und was hatte er denn zu verbergen? Vielleicht soll er nicht darüber Auskunft geben, warum der ÖGB im Jahr 2004, in dem man all diese Probleme schon gehabt hat, aber trotzdem einen Großteil dieser Verluste noch nicht abgeschrieben hat, eine Sonderdividende erhalten hat von der BAWAG im Wert von 56 Millionen €, meine Damen und Herren. 56 Millionen € Sonderdividende zusätzlich zur normalen Dividende von 15 Millionen € zur Abdeckung der Gewerkschaftsschulden aus der BAWAG entnommen, meine Damen und Herren! Ist das einer dieser Punkte, worüber die Öffentlichkeit nicht oder nicht richtig informiert werden sollte? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aufklären!) Klären Sie das einmal auf! Eine Bank, die gerade dabei ist, diese Malversationen zu sanieren, und die nicht einmal noch in der Lage gewesen wäre, das alles abzuschreiben, muss noch 56 Millionen € Sonderdividende an den Gewerkschaftsbund überweisen, weil dort anscheinend die Misswirtschaft und der Mitgliederschwund so weit gehen, dass man den eigenen Betrieb nicht mehr finanzieren kann.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das sind die skandalösen Verstrickungen, meine Damen und Herren, zwischen einer Bank, einem Gewerkschaftsbund und einer SPÖ, die so tut, als ob sie nichts mit diesem Gewerkschaftsbund zu tun hätte, wobei aber alle Spitzenfunktionäre dieser Gewerkschaft auch Spitzenfunktionäre der SPÖ sind! Das sind die Tatsachen, meine Damen und Herren, und da können Sie sich nicht daraus hinwegstehlen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Proporz!
Meine Damen und Herren! Jetzt könnte man noch immer glauben, jetzt hat man endlich die Zeichen der Zeit erkannt und wird entsprechende Maßnahmen setzen, um das alles zu bewältigen. Und was passiert jetzt? – Da wird Herr Rudolf Hundstorfer interimistisch Gewerkschaftspräsident und leitet die Gewerkschaft. Kollege Hundstorfer ist in Wien bekannt als SPÖ-Mandatar und Spitzenfunktionär (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Proporz!) und wird von den eigenen Leuten auch entsprechend charakterisiert als einer, der im Rahmen seiner Tätigkeit in der Gemeinde Wien im Zweifel die Interessen der SPÖ vor die Interessen der Gewerkschaft stellt. Wunderbares Signal an die Gewerkschaftsmitglieder!
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von der SPÖ, noch ganz zum Schluss, weil in einer Reaktion Kollege Gusenbauer auf seiner Homepage sagt: Das ist ja alles nur ein Ablenkungsmanöver der Regierung von den eigenen Schwächen. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) – Ich glaube eher, Sie haben noch geschaut, dass das jetzt auf die Tagesordnung kommt und nicht schleichend irgendwann im Sommer, weil Sie sich dann ein Problem erwartet haben. Aber wir sollen uns ein Beispiel nehmen, wie Sie angeblich die SPÖ saniert haben, Herr Kollege Gusenbauer, schreiben Sie auf der eigenen Homepage.
Abg. Mag. Darabos: Präzisieren Sie!
Ja, das würde uns auch interessieren, weil bei den großen Schulden, welche die SPÖ gehabt hat, und wenn Sie sagen ... (Abg. Mag. Darabos: Präzisieren Sie!) – Ja, ich präzisiere, Herr Kollege. Ich habe mir nämlich den Rechenschaftsbericht Ihrer Partei herausgeholt: Rechenschaftsbericht aus den Jahren 2001 und 2002 der Sozial-
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Darabos, Sie rufen ständig dazwischen, Sie können sich zu Wort melden! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Oh-Rufe bei der ÖVP
Abgeordneter Herbert Scheibner (fortsetzend): Spenden von auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhenden Berufs- und Wirtschaftsverbänden im Jahr 2001: 2,5 Millionen € (Oh-Rufe bei der ÖVP), im Jahr 2002 unter diesem Titel, also noch einmal Spenden von auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhenden Berufs- und Wirtschaftsverbänden: 5,6 Millionen €. (Neuerliche Oh-Rufe bei der ÖVP.) Herr Kollege Gusenbauer, auch das würde uns interessieren: ein Berufsverband auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhend. Was haben Sie vom Österreichischen Gewerkschaftsbund zur Abdeckung Ihrer Parteischulden bekommen? (Lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerliche Oh-Rufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Herbert Scheibner (fortsetzend): Spenden von auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhenden Berufs- und Wirtschaftsverbänden im Jahr 2001: 2,5 Millionen € (Oh-Rufe bei der ÖVP), im Jahr 2002 unter diesem Titel, also noch einmal Spenden von auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhenden Berufs- und Wirtschaftsverbänden: 5,6 Millionen €. (Neuerliche Oh-Rufe bei der ÖVP.) Herr Kollege Gusenbauer, auch das würde uns interessieren: ein Berufsverband auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhend. Was haben Sie vom Österreichischen Gewerkschaftsbund zur Abdeckung Ihrer Parteischulden bekommen? (Lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Herbert Scheibner (fortsetzend): Spenden von auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhenden Berufs- und Wirtschaftsverbänden im Jahr 2001: 2,5 Millionen € (Oh-Rufe bei der ÖVP), im Jahr 2002 unter diesem Titel, also noch einmal Spenden von auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhenden Berufs- und Wirtschaftsverbänden: 5,6 Millionen €. (Neuerliche Oh-Rufe bei der ÖVP.) Herr Kollege Gusenbauer, auch das würde uns interessieren: ein Berufsverband auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhend. Was haben Sie vom Österreichischen Gewerkschaftsbund zur Abdeckung Ihrer Parteischulden bekommen? (Lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
gesagt, Österreich ist nach Schweden und Finnland das Land mit der dritthöchsten Wettbewerbsfähigkeit in ganz Europa. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Puswald: Doch! Abfangjäger! – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn wir gerade vor diesem Hintergrund nun mit diesem Finanzskandal der BAWAG konfrontiert sind, muss uns auch bewusst sein, dass das leider Gottes ein Rückschlag für den Finanzplatz ist, dann muss uns bewusst sein, dass wir eine ganze Reihe von negativen Überschriften in vielen namhaften internationalen Blättern und Magazinen haben, dann muss uns klar sein, dass es einen Finanzskandal in dieser Dimension in Österreich bisher noch nie gegeben hat. (Abg. Dr. Puswald: Doch! Abfangjäger! – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist die Außenpolitik der SPÖ!
Wenn man knapp 1,4 Milliarden € sieht und weiß, dass es ungefähr 1,3 Millionen Mitglieder des Gewerkschaftsbundes gibt, dann heißt das, meine Damen und Herren, dass mehr als 1 000 € pro Gewerkschaftsmitglied in der Karibik verspekuliert worden sind. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist die Außenpolitik der SPÖ!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gaál: Das ist gesichert!
Das ist eine sehr ernste Situation, wo wir gemeinsam zwei Zielsetzungen verfolgen sollten. Erstens, meine Damen und Herren, wenn es um die Zukunft geht: Es ist mir – und ich möchte das in aller Deutlichkeit hier sagen – ein riesiges Anliegen, dazu beizutragen, dass wir die Zukunft der BAWAG sichern können und dass wir den mehr als 1,2 Millionen Sparern Sicherheit geben können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gaál: Das ist gesichert!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben jetzt zwei Vorstände in der BAWAG. Ich möchte Herrn Professor Nowotny und Herrn Dr. Koren erwähnen, wobei ich hier auch sagen möchte: Ich habe volles Vertrauen zu diesen beiden Vorständen. Ich danke ihnen, dass sie zur Aufklärung dieses Finanzskandals in den letzten Tagen viel beigetragen haben und das sicherlich weiterhin tun werden, und möchte alles tun, um diese beiden Vorstände in ihrem Bestreben, die Bank abzusichern, entsprechend zu unterstützen, damit wir auch in der Lage sind, diese schwierige Situation zu meistern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zweiter Punkt, meine Damen und Herren: Es ist vollkommen klar, dass wir alles dazu tun müssen – in die Vergangenheit gerichtet –, dass es mehr Transparenz gibt, dass es vorbehaltlose Aufklärung gibt. Es sind heute so viele Fragen unbeantwortet, so viele Fragen offen, wo es nicht möglich ist, Antworten aus heutiger Sicht zu geben, dass man einfach nur sagen kann: Im Interesse des Ansehens Österreichs, im Interesse des Vertrauens, was den Wirtschaftsstandort Österreich betrifft, muss es eine lückenlose Aufklärung geben, darf keine Frage unbeantwortet bleiben! Und ich erwarte mir, dass jeder, der zu diesem Finanzskandal beigetragen hat, der davon gewusst hat oder es auch nur toleriert hat, auch einen Beitrag zur Aufklärung leistet, dass er Wiedergutmachung leistet und dass auch entsprechende Konsequenzen gezogen werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter: Wieso nicht 2001?
Es wird die fehlende qualitative und quantitative Ausstattung der internen Revision sowie eine mögliche Verletzung von Bilanzierungs- und Eigenkapitalvorschriften bei der Abschreibung der Verluste aus den Karibikgeschäften zu prüfen sein. (Abg. Dr. Matznetter: Wieso nicht 2001?)
Ruf bei der ÖVP: Aha!
Meines Erachtens, wenn man das verfolgt, was jetzt berichtet wurde, haben die Verantwortlichen offensichtlich aus dem ersten Karibik-Skandal 1994 nichts gelernt. Der seinerzeitige Generaldirektor Flöttl ist damals zwar zurückgetreten, sein Nachfolger als Vorstands-Vorsitzender bei der BAWAG, Herr Elsner, hat aber bereits 1995 den Aufsichtsrat informiert – damals unter dem Vorsitz des heutigen Präsidenten der Arbeiterkammer Tumpel (Ruf bei der ÖVP: Aha!) –, dass man die Karibik-Geschäfte wieder aufnehmen möchte, auch unter Beteiligung des Herrn Flöttl junior.
Ruf bei der ÖVP: Wahnsinn!
Konsequenzen hat es offensichtlich auch nach dem Eintritt der Verluste in der Größenordnung von 1 Milliarde € für die Betroffenen keine gegeben. (Ruf bei der ÖVP: Wahnsinn!) Im Gegenteil: Der ehemalige Generaldirektor Elsner, der die Karibik-Geschäfte laut BAWAG beauftragt hat, war bis zum Jahr 2003 BAWAG-Generaldirektor, seine Pensionsansprüche wurden mit einer Größenordnung von 3,5 Millionen € abgefertigt, und er hat einen Job in den Lotterien bekommen, der laut Medienberichten mit weiteren 330 000 € im Jahr honoriert war. (Abg. Mag. Molterer: Irre! – Gegenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Mag. Molterer: Irre! – Gegenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Konsequenzen hat es offensichtlich auch nach dem Eintritt der Verluste in der Größenordnung von 1 Milliarde € für die Betroffenen keine gegeben. (Ruf bei der ÖVP: Wahnsinn!) Im Gegenteil: Der ehemalige Generaldirektor Elsner, der die Karibik-Geschäfte laut BAWAG beauftragt hat, war bis zum Jahr 2003 BAWAG-Generaldirektor, seine Pensionsansprüche wurden mit einer Größenordnung von 3,5 Millionen € abgefertigt, und er hat einen Job in den Lotterien bekommen, der laut Medienberichten mit weiteren 330 000 € im Jahr honoriert war. (Abg. Mag. Molterer: Irre! – Gegenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Im Jahr 2000 dieselbe Konstellation: Elsner BAWAG-Generaldirektor; Weninger Aufsichtsrats-Vorsitzender; Verzetnitsch ÖGB-Präsident, Eigentümervertreter. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Dr. Matznetter: Was ist mit Professor ...?
Im Aufsichtsrat der BAWAG fanden sich bis zum Jahr 2000 Personen wie zum Beispiel Eleonora Hostasch oder Konsum-Vorstandsdirektor Kommerzialrat Dkfm. Edwin Schuster oder Kommerzialrat Dr. Hermann Gerharter und eine Reihe von anderen Persönlichkeiten. (Abg. Dr. Matznetter: Was ist mit Professor ...?)
Abg. Mag. Molterer: Das darf nicht wahr sein! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Was den Minderheitseigentümer betrifft, die Bayerische Landesbank, so darf ich informieren, dass ich gestern ein Telefongespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Werner Schmidt geführt habe. Die Bayerische Landesbank war immerhin 46 Prozent-Aktionär an der BAWAG. Generaldirektor Schmidt hat mir versichert, dass er über all diese Malversationen nicht informiert worden ist und nichts davon gewusst hat. (Abg. Mag. Molterer: Das darf nicht wahr sein! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Wahnsinn!
Die bisherigen Recherchen geben uns Anlass zu glauben, dass der ÖGB für das Engagement der BAWAG am Casino-Projekt in Jericho in Form einer Garantie haften dürfte. Eine der BAWAG zuzurechnende Holding hält 11 Prozent an dem Casino in Jericho. Gegenüber dieser Holding hat der Österreichische Gewerkschaftsbund eine Haftung im Ausmaß von 120 Millionen € übernommen. (Abg. Dr. Fekter: Wahnsinn!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber das Ziel – ich sage es nochmals –, das wir gerade vor diesem Hintergrund haben müssen, ist, den Schaden zu reduzieren, was nur durch eine lückenlose, durch eine vorbehaltlose Aufklärung mit schonungslosen Konsequenzen gehen kann, ebenso wie auf der anderen Seite die Sicherung des Institutes für die Zukunft gelingen muss. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich gehe vor diesem Hintergrund davon aus, dass Gewinne der BAWAG – P.S.K. bis zur vollständigen Abarbeitung aller Schadensfälle der Vergangenheit ausschließlich zur Stärkung der Kapitalbasis der Bank verwendet werden und Ausschüttungen unterbleiben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ebenfalls bestehen nicht zuletzt zum Schutz der Gläubiger, aber auch der Mitglieder entsprechende Rechnungslegungsvorschriften, nach denen vom Leitungsorgan zu gewährleisten ist, dass die Finanzlage des Vereins rechtzeitig und hinreichend erkennbar ist. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Meine Damen und Herren, das hat in einem Land der zahlreichen Vereine auch jeder kleine Verein kennen gelernt, und es ist hinreichend bekannt, dass man die Rechnungslegungsvorschriften entsprechend einzuhalten hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Ebenfalls bestehen nicht zuletzt zum Schutz der Gläubiger, aber auch der Mitglieder entsprechende Rechnungslegungsvorschriften, nach denen vom Leitungsorgan zu gewährleisten ist, dass die Finanzlage des Vereins rechtzeitig und hinreichend erkennbar ist. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Meine Damen und Herren, das hat in einem Land der zahlreichen Vereine auch jeder kleine Verein kennen gelernt, und es ist hinreichend bekannt, dass man die Rechnungslegungsvorschriften entsprechend einzuhalten hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Dr. Puswald: Ja natürlich!
Zu den Fragen 10 und 11, in welchen es darum geht, was die Finanzmarktaufsicht getan oder nicht getan hat. – Ich darf betonen, dass das für mich deshalb eine besonders wichtige Frage ist, weil mir heute von der Sozialdemokratischen Partei vorgeworfen wurde, dass das Bundesministerium für Finanzen alles gewusst, aber nichts getan hat. Konsequenz: Grasser ist schuld. (Abg. Dr. Puswald: Ja natürlich!)
Abg. Mag. Molterer: Aha!
Meine Damen und Herren, ich darf Sie informieren, dass es am 1. Oktober 1995 im Finanzministerium eine Besprechung gegeben hat, bei welcher der damalige Generaldirektor Elsner im Finanzministerium mitgeteilt hat, dass er unter voller Information und Zustimmung des Aufsichtsrates, des damaligen Präsidenten Tumpel (Abg. Mag. Molterer: Aha!), aber auch der anderen Aufsichtsratsmitglieder, die Karibik-Geschäfte mit Flöttl junior wieder aufnehmen wird.
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Ich darf dazusagen, um das klarzustellen, dass es nicht Aufgabe der Finanzmarktaufsicht ist, einer Bank Geschäfte zu verbieten. Das kann eine Aufsicht auf Basis der gesetzlichen Grundlage nicht tun. Vielmehr ist es Aufgabe der Aufsicht, zu überprüfen, ob Gesetze eingehalten werden, ob es ein entsprechendes Risikomanagement gibt, ob es eine entsprechende Sorgfaltspflicht gibt und so weiter. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Mag. Molterer: Ach so?
Ich darf darüber informieren, dass es im Jahre 1995 zur Aufnahme der Geschäfte kam. Ich habe mir angesehen, was in diesem Zusammenhang im Finanzministerium getan wurde, und ich sage offen, dass ich überrascht war, dass der im Jahr 1995 verantwortliche Finanzminister Staribacher von der Sozialdemokratie nichts getan hat, dass der nachfolgende Finanzminister Klima, späterer Bundeskanzler der Sozialdemokratie, nichts getan hat und dass danach in den Jahren 1997, 1998 und 1999 der dritte sozialdemokratische Finanzminister Edlinger nichts getan hat. (Abg. Mag. Molterer: Ach so?) Das heißt: In den Jahren 1995, 1996, 1997, 1998, 1999 bis Februar 2000 hat es keine Aufsichtshandlung im Bundesministerium für Finanzen gegeben! Das fällt in die Verantwortung der damaligen sozialdemokratischen Finanzminister! (Abg. Mag Molterer: Unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Gegenrufe des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Mag Molterer: Unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Gegenrufe des Abg. Dr. Matznetter.
Ich darf darüber informieren, dass es im Jahre 1995 zur Aufnahme der Geschäfte kam. Ich habe mir angesehen, was in diesem Zusammenhang im Finanzministerium getan wurde, und ich sage offen, dass ich überrascht war, dass der im Jahr 1995 verantwortliche Finanzminister Staribacher von der Sozialdemokratie nichts getan hat, dass der nachfolgende Finanzminister Klima, späterer Bundeskanzler der Sozialdemokratie, nichts getan hat und dass danach in den Jahren 1997, 1998 und 1999 der dritte sozialdemokratische Finanzminister Edlinger nichts getan hat. (Abg. Mag. Molterer: Ach so?) Das heißt: In den Jahren 1995, 1996, 1997, 1998, 1999 bis Februar 2000 hat es keine Aufsichtshandlung im Bundesministerium für Finanzen gegeben! Das fällt in die Verantwortung der damaligen sozialdemokratischen Finanzminister! (Abg. Mag Molterer: Unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Gegenrufe des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
samen Beschluss über die Errichtung der Finanzmarktaufsicht – einer weisungsfreien und unabhängigen Allfinanzaufsicht – gegeben, die in Österreich seit dem 1. Jänner 2002 tätig ist. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Ich möchte darüber informieren, dass ich veranlasst habe, dass es am 24. Oktober 2000 ein Managementgespräch mit dem BAWAG-Vorstand gegeben hat, bei dem es um Fragen wie die Sorgfaltspflicht des Vorstandes gegangen ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Weiters ist es dabei um die Frage des Engagements in der Karibik durch die BAWAG gegangen. Außerdem ist es auch konkret um die Frage gegangen, wie die BAWAG sich den Erwerb der Postsparkasse leisten konnte. (Abg. Dr. Matznetter: Haben Sie dieses Gespräch geführt?) Ich habe dieses Gespräch nicht geführt, aber ich trage Verantwortung für dieses Gespräch, weil es fünf Jahre davor solche Gespräche nicht gegeben hat, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter: Haben Sie dieses Gespräch geführt?
Ich möchte darüber informieren, dass ich veranlasst habe, dass es am 24. Oktober 2000 ein Managementgespräch mit dem BAWAG-Vorstand gegeben hat, bei dem es um Fragen wie die Sorgfaltspflicht des Vorstandes gegangen ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Weiters ist es dabei um die Frage des Engagements in der Karibik durch die BAWAG gegangen. Außerdem ist es auch konkret um die Frage gegangen, wie die BAWAG sich den Erwerb der Postsparkasse leisten konnte. (Abg. Dr. Matznetter: Haben Sie dieses Gespräch geführt?) Ich habe dieses Gespräch nicht geführt, aber ich trage Verantwortung für dieses Gespräch, weil es fünf Jahre davor solche Gespräche nicht gegeben hat, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte darüber informieren, dass ich veranlasst habe, dass es am 24. Oktober 2000 ein Managementgespräch mit dem BAWAG-Vorstand gegeben hat, bei dem es um Fragen wie die Sorgfaltspflicht des Vorstandes gegangen ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Weiters ist es dabei um die Frage des Engagements in der Karibik durch die BAWAG gegangen. Außerdem ist es auch konkret um die Frage gegangen, wie die BAWAG sich den Erwerb der Postsparkasse leisten konnte. (Abg. Dr. Matznetter: Haben Sie dieses Gespräch geführt?) Ich habe dieses Gespräch nicht geführt, aber ich trage Verantwortung für dieses Gespräch, weil es fünf Jahre davor solche Gespräche nicht gegeben hat, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Was?
Herr Abgeordneter, ich muss Ihnen leider auch mitteilen, dass mich meine Damen und Herren, die damals verantwortlich waren, informiert haben, dass damals der zuständige Vorstand gesagt hat, dass es kein Problem bei den Karibikgeschäften und keine Verluste gibt. (Abg. Mag. Molterer: Was?) Damals hat man die Finanzmarktaufsicht offensichtlich expressis verbis belogen! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Herr Abgeordneter, ich muss Ihnen leider auch mitteilen, dass mich meine Damen und Herren, die damals verantwortlich waren, informiert haben, dass damals der zuständige Vorstand gesagt hat, dass es kein Problem bei den Karibikgeschäften und keine Verluste gibt. (Abg. Mag. Molterer: Was?) Damals hat man die Finanzmarktaufsicht offensichtlich expressis verbis belogen! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Darabos: Herr Minister! Wer hat damals gelogen?
Ich darf informieren, dass es im Dezember des Jahres 2000 einen weiteren Prüfungsauftrag des Bundesministers für Finanzen gegeben hat. Ich habe damals die Oesterreichische Nationalbank beauftragt, eine Vor-Ort-Prüfung in der BAWAG durchzuführen. (Abg. Mag. Darabos: Herr Minister! Wer hat damals gelogen?) Für diese Vor-Ort-Prüfung des Jahres 2000/2001 war die Notenbank in meinem Auftrag verantwortlich. Innerhalb der Notenbank war die verantwortliche Direktorin Frau Tumpel-Gugerell. (Abg. Dr. Stummvoll: Wer? – Abg. Mag. Molterer: Wer? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Wer? – Abg. Mag. Molterer: Wer? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich darf informieren, dass es im Dezember des Jahres 2000 einen weiteren Prüfungsauftrag des Bundesministers für Finanzen gegeben hat. Ich habe damals die Oesterreichische Nationalbank beauftragt, eine Vor-Ort-Prüfung in der BAWAG durchzuführen. (Abg. Mag. Darabos: Herr Minister! Wer hat damals gelogen?) Für diese Vor-Ort-Prüfung des Jahres 2000/2001 war die Notenbank in meinem Auftrag verantwortlich. Innerhalb der Notenbank war die verantwortliche Direktorin Frau Tumpel-Gugerell. (Abg. Dr. Stummvoll: Wer? – Abg. Mag. Molterer: Wer? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Unter der Ägide der Finanzmarktaufsicht hat es im Jahr 2003 eine weitere Vor-Ort-Prüfung der BAWAG – P.S.K.-Gruppe mit dem Prüfungsschwerpunkt der Zusammenführung beider Institute gegeben. Aus Anlass der REFCO-Bennett-Kreditgewährung im Oktober 2005 hat die Finanzmarktaufsicht sofort dieses Geschäftsumfeld einer neuerlichen Prüfung unterzogen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Meine Damen und Herren, ich muss Sie auch über einen Schriftverkehr vom Dezember 2005 informieren: Damals hat die Finanzmarktaufsicht bei der BAWAG angefragt, ob es einen Zusammenhang zwischen der BAWAG und den Karibikgesellschaften gibt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das wurde schriftlich im Dezember des letzten Jahres von der BAWAG verneint. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Offensichtlich erfolgte also auch im Dezember vergangenen Jahres eine glatte Fehlinformation und wurde die glatte Unwahrheit gegenüber der Finanzmarktaufsicht gesagt! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren, ich muss Sie auch über einen Schriftverkehr vom Dezember 2005 informieren: Damals hat die Finanzmarktaufsicht bei der BAWAG angefragt, ob es einen Zusammenhang zwischen der BAWAG und den Karibikgesellschaften gibt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das wurde schriftlich im Dezember des letzten Jahres von der BAWAG verneint. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Offensichtlich erfolgte also auch im Dezember vergangenen Jahres eine glatte Fehlinformation und wurde die glatte Unwahrheit gegenüber der Finanzmarktaufsicht gesagt! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Meine Damen und Herren, ich muss Sie auch über einen Schriftverkehr vom Dezember 2005 informieren: Damals hat die Finanzmarktaufsicht bei der BAWAG angefragt, ob es einen Zusammenhang zwischen der BAWAG und den Karibikgesellschaften gibt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das wurde schriftlich im Dezember des letzten Jahres von der BAWAG verneint. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Offensichtlich erfolgte also auch im Dezember vergangenen Jahres eine glatte Fehlinformation und wurde die glatte Unwahrheit gegenüber der Finanzmarktaufsicht gesagt! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Dr. Matznetter: Genau!
Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Matznetter fragt, was das Ergebnis des Prüfberichtes 2001 war. (Abg. Dr. Matznetter: Genau!) Ich möchte darüber informieren, dass dieser Prüfbericht sehr wohl eine Reihe von Defiziten in der BAWAG zu Tage gefördert hat, eine Reihe von Dingen, die man verbessern kann, etwa die interne Revision. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos. – Abg. Dr. Matznetter: Wie funktioniert die interne Revision? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos. – Abg. Dr. Matznetter: Wie funktioniert die interne Revision? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Matznetter fragt, was das Ergebnis des Prüfberichtes 2001 war. (Abg. Dr. Matznetter: Genau!) Ich möchte darüber informieren, dass dieser Prüfbericht sehr wohl eine Reihe von Defiziten in der BAWAG zu Tage gefördert hat, eine Reihe von Dingen, die man verbessern kann, etwa die interne Revision. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos. – Abg. Dr. Matznetter: Wie funktioniert die interne Revision? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Wie funktioniert die interne Revision?
Werte Abgeordnete, ich darf darüber informieren ... (Abg. Dr. Matznetter: Wie funktioniert die interne Revision?)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Matznetter, es ist jetzt genug! Ich erteile Ihnen einen Ordnungsruf. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Bitte keinen Beifall!
Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser (fortsetzend): Hohes Haus! Ich darf darüber informieren, dass in diesem Prüfbericht der Oesterreichischen Nationalbank aus dem Jahr 2001 kein Wort über ein Engagement der BAWAG in der Karibik von 500 Millionen € aus dem Jahr 1995 enthalten ist, dass kein Wort über ein weiteres Engagement von 500 Millionen € aus dem Jahr 1998 enthalten ist und dass kein Wort über ein weiteres Engagement von 350 Millionen € im Jahr 2000 enthalten ist. (Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.)
Abg. Dr. Matznetter: Ohne interne Revision!
Meine Damen und Herren, Sie müssen darüber hinaus beachten, wie eine Aufsicht funktioniert. In Österreich gibt es einen Stufenaufbau der Aufsicht. Stufe 1 – der Vorstand: Dieser ist natürlich zur Sorgfalt verpflichtet. Stufe 2 – eine interne Revision. Stufe 3 – der Aufsichtsrat der Bank: Dieser hat selbstverständlich die Kontrolle der Bank durchzuführen. Stufe 4 – der Wirtschaftsprüfer: Hauptaufgabe des Wirtschaftsprüfers ist es, die Werthaltigkeit von Forderungen beziehungsweise Verbindlichkeiten zu bewerten, weil das ja die Voraussetzung dafür ist, ob man eine Bilanz testieren kann oder nicht. (Abg. Dr. Matznetter: Ohne interne Revision!) Fünfte Stufe – die Aufsicht selbst.
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Ich muss Ihnen leider sagen, dass ich auf Grund meiner bisherigen Recherchen den Eindruck gewonnen habe, dass man ganz bewusst und vorsätzlich an der Aufsicht vorbei agiert hat und die Aufsicht falsch informiert hat. Um die Verantwortung klarzulegen: Fünf Jahre lang waren sozialdemokratische Finanzminister in Verantwortung, knapp zwei Jahre meine Person, als das Bundesministerium für Finanzen noch die Verantwortung hatte. Seit vier Jahren trägt jetzt die unabhängige, weisungsfreie Finanzmarktaufsicht die Verantwortung, und über diesen gesamten Zeitraum ist es keinem der Verantwortungsträger gelungen, diese Malversationen aufzudecken! (Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, ich hätte das, was ich jetzt sagen werde, sonst nicht gesagt, aber ich muss es doch zur Sprache bringen, wenn man mir hier vorwirft, dass ich für diesen Skandal Verantwortung trage, wenn man sagt: Grasser ist schuld!, und gleichzeitig Abgeordneter Gusenbauer gesagt hat: Verzetnitsch hat sich nichts zuschulden kommen lassen, Verzetnitsch hat alles richtig gemacht! (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, ich hätte hier nicht mit Parteipolitik begonnen, weil ich glaube, dass die Sachlichkeit das oberste Gebot ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wenn man mir aber hier vorwirft, ich hätte Schuld an diesem Finanzskandal (Abg. Öllinger: Ich fange gleich an zu weinen!), dann muss ich Ihnen einfach sagen, dass mein Eindruck ist, dass Fritz Verzetnitsch, der bis vor kurzem in Ihren Reihen als Parlamentarier neben anderen Gewerkschaftsfunktionären gesessen ist, offensichtlich alles gewusst hat und dass er ganz bewusst in Kauf genommen hat, dass nicht informiert wird, dass er zugeschaut
Abg. Öllinger: Ich fange gleich an zu weinen!
Meine Damen und Herren, ich hätte hier nicht mit Parteipolitik begonnen, weil ich glaube, dass die Sachlichkeit das oberste Gebot ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wenn man mir aber hier vorwirft, ich hätte Schuld an diesem Finanzskandal (Abg. Öllinger: Ich fange gleich an zu weinen!), dann muss ich Ihnen einfach sagen, dass mein Eindruck ist, dass Fritz Verzetnitsch, der bis vor kurzem in Ihren Reihen als Parlamentarier neben anderen Gewerkschaftsfunktionären gesessen ist, offensichtlich alles gewusst hat und dass er ganz bewusst in Kauf genommen hat, dass nicht informiert wird, dass er zugeschaut
Abg. Mag. Molterer: Unerhört!
hat, wie die Finanzmarktaufsicht mehrfach von seinem Aufsichtsratsvorsitzenden und von seinem Generaldirektor angelogen wurde und die Unwahrheit gesagt wurde. (Abg. Mag. Molterer: Unerhört!)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, daher muss ich Ihnen, wenn Sie sagen, ich sei schuld, sagen: Lächerlicher geht es nicht! Das ist kein Beitrag zur Aufklärung! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist eine Verzweiflungstat Ihrer Parteistrategen, und ich hoffe, es fällt ihnen mehr ein!
Abg. Dr. Stummvoll: Beachtlich! – Abg. Mag. Molterer: Unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Frage 12 darf ich wie folgt beantworten: In der Verstaatlichten Industrie hat es von 1981 bis 1990 Zuschüsse des Steuerzahlers von etwa 4,3 Milliarden € gebraucht. Gleichzeitig sind etwa 50 000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Bei der Länderbank waren Zuschüsse von 430 Millionen € nötig. Bei der DDSG war ein Zuschuss von etwa 380 Millionen € vonnöten. Bei der AMAG bedurfte es bei der Privatisierung eines Zuschusses von etwa 87 Millionen €. Bei Grundig gab es von1983 bis 1988 Zuschüsse von 50 Millionen €. 2003 sind trotzdem 800 Arbeitsplätze verloren gegangen. Beim „Konsum“ gab es Lieferantenverbindlichkeiten von 116 Millionen €, der Insolvenzausfallfonds war mit 145 bis 218 Millionen € belastet, und 5 000 Arbeitnehmer wurden gekündigt. Bei der Bank Burgenland betrug die übernommene Haftung des Landes 480 Millionen €. Fremdwährungsspekulationen unter meinem Vorgänger Finanzminister außer Dienst Edlinger brachten Kurs- und Zinsverluste von 1 868 000 000 €. (Abg. Dr. Stummvoll: Beachtlich! – Abg. Mag. Molterer: Unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, damit möchte ich abschließen und nochmals sagen: Unser größtes Interesse muss es sein, die Zukunft der Bank zu sichern, den Sparern Sicherheit zu geben und auf der anderen Seite eine lückenlose Aufklärung dieser Vorkommnisse sicherzustellen! – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Abgeordneter Matznetter hat völlig ordnungsgemäß von seinem Platz politische Zwischenrufe getätigt. – Die Reaktion auf die Zwischenrufe war, dass ihm Staatssekretär Kukacka in äußerst ungezogener Form quasi den „Vogel“ gezeigt hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das können wir nicht akzeptieren! (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir fordern eine Entschuldigung durch Staatssekretär Kukacka! Wir fordern, dass der Ordnungsruf zurückgezogen wird! Eigentlich verdient Staatssekretär Kukacka einen Ordnungsruf, denn das ist nicht akzeptabel! (Beifall bei der SPÖ.)
Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Abgeordneter Matznetter hat völlig ordnungsgemäß von seinem Platz politische Zwischenrufe getätigt. – Die Reaktion auf die Zwischenrufe war, dass ihm Staatssekretär Kukacka in äußerst ungezogener Form quasi den „Vogel“ gezeigt hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das können wir nicht akzeptieren! (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir fordern eine Entschuldigung durch Staatssekretär Kukacka! Wir fordern, dass der Ordnungsruf zurückgezogen wird! Eigentlich verdient Staatssekretär Kukacka einen Ordnungsruf, denn das ist nicht akzeptabel! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Abgeordneter Matznetter hat völlig ordnungsgemäß von seinem Platz politische Zwischenrufe getätigt. – Die Reaktion auf die Zwischenrufe war, dass ihm Staatssekretär Kukacka in äußerst ungezogener Form quasi den „Vogel“ gezeigt hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das können wir nicht akzeptieren! (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir fordern eine Entschuldigung durch Staatssekretär Kukacka! Wir fordern, dass der Ordnungsruf zurückgezogen wird! Eigentlich verdient Staatssekretär Kukacka einen Ordnungsruf, denn das ist nicht akzeptabel! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Herr Präsident! Im Übrigen halte ich fest: Die Frage der Ordnungsruferteilung ist ausschließlich Sache des Präsidenten und von niemandem sonst zu beurteilen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Abg. Dr. Fekter: Das ist beweisbar!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Natürlich ist es allein Ihr Recht, Ordnungsrufe zu erteilen oder nicht. Eine gewisse Symmetrie halte ich da aber schon für angebracht. Ich habe diese Interaktion zwischen dem Herrn Staatssekretär und meinem Kollegen Matznetter nicht gesehen, dazu kann ich nichts sagen. Ich habe mir aber sehr wohl gemerkt, dass man von der Regierungsbank – vielleicht aus sehr guten Gründen – sagen kann: Dieser oder jener hat gelogen. (Abg. Dr. Fekter: Das ist beweisbar!) Wenn ich das Gleiche hingegen hier vom Rednerpult aus sage und hundert gute Belege und Beweise dafür habe, dass jemand wissentlich die Unwahrheit gesagt oder – wie man im Volksmund sagt – gelogen hat, denn bekomme ich sofort einen Ordnungsruf. Das finde ich, mit Respekt, nicht ganz in Ordnung! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Natürlich ist es allein Ihr Recht, Ordnungsrufe zu erteilen oder nicht. Eine gewisse Symmetrie halte ich da aber schon für angebracht. Ich habe diese Interaktion zwischen dem Herrn Staatssekretär und meinem Kollegen Matznetter nicht gesehen, dazu kann ich nichts sagen. Ich habe mir aber sehr wohl gemerkt, dass man von der Regierungsbank – vielleicht aus sehr guten Gründen – sagen kann: Dieser oder jener hat gelogen. (Abg. Dr. Fekter: Das ist beweisbar!) Wenn ich das Gleiche hingegen hier vom Rednerpult aus sage und hundert gute Belege und Beweise dafür habe, dass jemand wissentlich die Unwahrheit gesagt oder – wie man im Volksmund sagt – gelogen hat, denn bekomme ich sofort einen Ordnungsruf. Das finde ich, mit Respekt, nicht ganz in Ordnung! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall und Heiterkeit bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
diese Dinge dort behandeln kann und wir hier wieder zur Sache kommen können. (Beifall und Heiterkeit bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich möchte noch einmal alle Damen und Herren des Hohen Hauses darauf aufmerksam machen, dass beharrliches Stören eines Redners durch ständiges Zwischenrufen vom Platz aus nach dem vierten Zwischenruf von mir mit einem Ordnungsruf bedacht wird – ganz gleich, von welcher Fraktion diese Zwischenrufe kommen. Herr Kollege Matznetter, Sie sind der beharrlichste Zwischenrufer, und Sie wissen das! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Herren Minister! Meine Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.) Seid nicht ganz so aufgeregt! Die Kuh ist schon aus dem Stall! Die BAWAG und die Gewerkschaft könnt ihr nicht mehr retten! Seid also ein bisschen ruhiger!
Abg. Rädler: Das glaube ich!
Meine Damen und Herren! Die BAWAG wurde 1922 von Karl Renner gegründet und sollte die finanziellen Mittel der Gewerkschaft und Konsumgenossenschaften sorgfältig verwalten. Damals war es noch die Arbeiterbank, später wurde sie BAWAG genannt. Wenn er sähe, was sich daraus entwickelt hat, dann würde sich Karl Renner im Grab umdrehen! (Abg. Rädler: Das glaube ich!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren, die BAWAG gibt es seit nunmehr bald 85 Jahren. Ich bin seit 25 Jahren Kunde bei der BAWAG. Die BAWAG hat meine ersten Finanzierungen ordnungsgemäß durchgeführt und war mir als Bank immer ein wertvoller Begleiter, wobei ich dazusagen muss, dass ich über die Filialgeschäfte nie hinausgekommen bin. Ich habe nie mit dem Vorstand zu tun gehabt. Daher möchte ich heute ganz besonders den Hunderten Mitarbeitern der BAWAG in den Filialen unterhalb des Vorstands danken, dass sie weiterhin ihre Arbeit ordnungsgemäß durchführen, dass sie anstürmende Kunden zu beruhigen versuchen und dieses unerklärliche Debakel tagtäglich Hunderten Leuten am Schalter erklären. Vielen Dank an die BAWAG-Mitarbeiter und selbstverständlich auch an die -Mitarbeiterinnen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
mit gewerkschaftlichen Gedanken nichts zu tun! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Sie vergessen Ihre eigene Partei!
Karl Sekanina, Bautenminister und Metaller-Gewerkschafter, ist zurückgetreten ... (Abg. Öllinger: Sie vergessen Ihre eigene Partei!) Ich vergesse meine eigene Partei natürlich nicht (Abg. Dr. Wittmann: Wie heißt er? Rosenstingl?), nur: Derartige Dimensionen und moralische Doppelbödigkeiten gibt es in keiner anderen Partei, das dürfen Sie mir sicher glauben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Wittmann: Wie heißt er? Rosenstingl?
Karl Sekanina, Bautenminister und Metaller-Gewerkschafter, ist zurückgetreten ... (Abg. Öllinger: Sie vergessen Ihre eigene Partei!) Ich vergesse meine eigene Partei natürlich nicht (Abg. Dr. Wittmann: Wie heißt er? Rosenstingl?), nur: Derartige Dimensionen und moralische Doppelbödigkeiten gibt es in keiner anderen Partei, das dürfen Sie mir sicher glauben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Karl Sekanina, Bautenminister und Metaller-Gewerkschafter, ist zurückgetreten ... (Abg. Öllinger: Sie vergessen Ihre eigene Partei!) Ich vergesse meine eigene Partei natürlich nicht (Abg. Dr. Wittmann: Wie heißt er? Rosenstingl?), nur: Derartige Dimensionen und moralische Doppelbödigkeiten gibt es in keiner anderen Partei, das dürfen Sie mir sicher glauben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Die sind wenigstens zurückgetreten!
Multifunktionär Alois Rechberger tritt als steirischer AK-Präsident zurück, weil er wegen missbräuchlicher Verwendung von Kammergeldern verurteilt wurde. (Abg. Öllinger: Die sind wenigstens zurückgetreten!) Kollege, wer soll bei uns zurücktreten? Bei uns hat kein Mensch Parteigelder entnommen. (Abg. Öllinger: Alle!) Diese Behauptung
Abg. Öllinger: Alle!
Multifunktionär Alois Rechberger tritt als steirischer AK-Präsident zurück, weil er wegen missbräuchlicher Verwendung von Kammergeldern verurteilt wurde. (Abg. Öllinger: Die sind wenigstens zurückgetreten!) Kollege, wer soll bei uns zurücktreten? Bei uns hat kein Mensch Parteigelder entnommen. (Abg. Öllinger: Alle!) Diese Behauptung
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
können Sie 25 Mal aufstellen, sie wird nicht wahrer, Kollege Öllinger! (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es ist dies vielleicht sogar nur die Spitze eines Eisberges. Ich möchte Sie ersuchen, im Namen der Sparer und der Gewerkschaftsmitglieder: Gehen Sie in sich und verteidigen Sie nicht derartige verbrecherische Maßnahmen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich habe vor einer Woche gesagt: Pleiten, Pech und Pannen. – Das ist leider nicht richtig, denn eine Panne ist das nicht mehr. Als Pech sieht es vielleicht mancher von Ihnen, nämlich Pech für Sie, dass das jetzt an die Öffentlichkeit gekommen ist. Eine Panne ist es, wie gesagt, nicht, sondern es ist eine veritable Pleite, eine Pleite der SPÖ-Wirtschaftspolitik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Zehntausende!
Was hat sich denn alles abgespielt? Die Verstaatlichte ist Pleite gegangen, mit Milliarden Schilling und Euro subventioniert, und Tausende Arbeitsplätze sind verloren gegangen. (Abg. Dr. Stummvoll: Zehntausende!)
Abg. Dr. Fekter: Da war er in Moskau und hat den Boden geküsst!
Der „Konsum“ ist vor elf Jahren Pleite gegangen, meine Damen und Herren! Gusenbauer hat gesagt, er war vor elf Jahren noch ein Kind. Ich habe ihn damals schon gekannt, er hat etwas anders ausgesehen als ein Kind. (Abg. Dr. Fekter: Da war er in Moskau und hat den Boden geküsst!) 17 000 Leute haben ihren Job verloren. – Wirtschaftspolitik Marke SPÖ!
Abg. Amon: Soziale Gerechtigkeit!
Dann gibt es den ARBÖ, von dem vier Landesverbände am Rande der Existenz, der Insolvenz sind. Es gibt einen Generaldirektor mit 240 000 € Gage, angeblich mit einer Gehaltserhöhung von 18 Prozent pro Jahr. – Das ist ein Sittenbild der SPÖ (Abg. Amon: Soziale Gerechtigkeit!) und ein Ausdruck der Wirtschaftspolitik der SPÖ, der sich gewaschen hat, und jetzt distanziert sie sich davon; angeblich sind dort ja Parnigoni oder Rieder oder Schober aus Kärnten führend verantwortlich gewesen. – Eine klassische Sache des roten Netzwerkes!
Abg. Dr. Stummvoll: Unerhört!
Und die Bawag ist die Spitze und der Höhepunkt, meine Damen und Herren! 1 Milliarde € werden in der Karibik versenkt. Der Aufsichtsratsvorsitzende, damals Tumpel, sagt, er habe damit nichts zu tun, er trage keine Verantwortung, und nimmt auch keine wahr. (Abg. Dr. Stummvoll: Unerhört!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Hochriskante Geschäfte haben Sie gemacht! Sie können nicht nur nicht wirtschaften, sondern Sie haben jede Kompetenz verspielt! Der rote Faden der SPÖ-Wirtschaftspolitik bedeutet rote Zahlen. Roter Faden sind rote Zahlen – das ist Wirtschaftspolitik Marke SPÖ! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Das sagst du?
Diese rote Doppelmoral muss aufgezeigt werden. (Abg. Gradwohl: Das sagst du?) Da gibt es einen Streikfonds, der die Lebensversicherung der Arbeitnehmer, der Gewerkschafter ist, der das Herzstück der Gewerkschaftsbewegung ist, und es wird einfach zugegriffen. Dieser Streikfonds wird dem fast noch höheren Risiko ausgesetzt, als es die Karibik-Geschäfte an sich schon sind. Ja ist denn das verantwortbar gegenüber den 1,4 Millionen Gewerkschaftsmitgliedern?
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie machen hoch riskante Geschäfte, verzocken 1 Milliarde €, setzen 1 Milliarde € in den Karibiksand, meine Damen und Herren, und dann reden Sie vom „Heuschrecken-Kapitalismus“, vom „Turbo-Kapitalismus“?! Was ist denn dann das? – Verspekuliert, Hochrisikospekulationen in Ihrem Verantwortungsbereich. Sie haben jedes Recht verloren, jemals noch das Wort „neoliberal“ in den Mund zu nehmen, denn das, was Sie gemacht haben, ist die Steigerungsstufe davon. Bei Ihnen sitzen die Heuschrecken, im roten Netzwerk, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
könne, dass eine Gewerkschaftsbank BAWAG/P.S.K. den Eurofighter-Kauf vorfinanziert. Das muss man wissen! Die Gewerkschaftsbank beteiligt sich an einer Ausschreibung der Finanzierungsagentur über die Vorfinanzierung des Eurofighter-Kaufes. Mit Abstand das beste Angebot legt BAWAG/P.S.K. – Ihre Bank, meine Damen und Herren, finanziert den Eurofighter-Vorkauf. Das sind die SPÖ-Mitglieder, die hier herinnen und draußen gegen den Eurofighter-Kauf polemisieren! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) So weit haben Sie es gebracht: Geschäfte damit machen und dann hinausgehen und dagegen polemisieren!
Abg. Scheibner: Das zugesperrt ist!
Apropos Glaubwürdigkeit: Da lese ich in den Medien, dass der Gewerkschaftsbund, der rote ÖGB, nach wie vor eine Haftung von 120 Millionen € aufrecht hat. Aber wofür? – Für ein Casino in Jericho! Für ein Casino haften Sie, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Das zugesperrt ist!)
Abg. Dr. Fekter: AMAG!
Aber damit nicht genug: Sie haben es in der Arbeiterkammer und im ÖGB unter Führung der SPÖ so weit gebracht, dass Sie die Mitarbeiter entmündigen und durch Arbeiterkammer und Gewerkschaft bevormunden. (Abg. Dr. Fekter: AMAG!) Ich meine die Mitarbeiter der AMAG in Oberösterreich, die über ihr Eigentum aus ihrer Mitarbeiterbeteiligung verfügen wollen, das aber nicht dürfen, weil die Arbeiterkammer und der ÖGB das untersagen! – So weit haben Sie es gebracht: Nicht für, sondern gegen die Arbeitnehmer geht Ihre Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber damit nicht genug: Sie haben es in der Arbeiterkammer und im ÖGB unter Führung der SPÖ so weit gebracht, dass Sie die Mitarbeiter entmündigen und durch Arbeiterkammer und Gewerkschaft bevormunden. (Abg. Dr. Fekter: AMAG!) Ich meine die Mitarbeiter der AMAG in Oberösterreich, die über ihr Eigentum aus ihrer Mitarbeiterbeteiligung verfügen wollen, das aber nicht dürfen, weil die Arbeiterkammer und der ÖGB das untersagen! – So weit haben Sie es gebracht: Nicht für, sondern gegen die Arbeitnehmer geht Ihre Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher stimmt es, was ein renommierter Journalist bereits vergangenes Jahr geschrieben hat: „Markt plus Marx ergibt Murks!“ – Gerade wieder bewiesen! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe gesagt, man soll einen einrichten!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Herr Kollege Scheibner, Sie haben gesagt, einen Kindergarten wollen Sie hier nicht haben (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe gesagt, man soll einen einrichten!), daher lassen wir einmal das politische Kleingeldwechseln und die Kindergartenfrage weg und kommen wir zum Kern der Sache! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Herr Kollege Scheibner, Sie haben gesagt, einen Kindergarten wollen Sie hier nicht haben (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe gesagt, man soll einen einrichten!), daher lassen wir einmal das politische Kleingeldwechseln und die Kindergartenfrage weg und kommen wir zum Kern der Sache! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Haben wir alle gesagt!
Erstens – und das hat der Herr Finanzminister verabsäumt, hier als Erstes festzustellen, wenn ihm schon der Finanzplatz wichtig ist –: Die BAWAG/P.S.K.-Gruppe ist heute eine grundsolide Bank mit 3,3 Milliarden € Eigenkapital. (Abg. Scheibner: Haben wir alle gesagt!) Es besteht für keinen einzigen Euro Anlegergeld Gefahr. Und es gibt auch keinen Anlass dafür, dass heute eine derartige Krise herbeigeredet wird. – Das muss man den Menschen, die ihre Sparbücher bei der BAWAG haben, und den 6 000 Beschäftigten dort auch sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Erstens – und das hat der Herr Finanzminister verabsäumt, hier als Erstes festzustellen, wenn ihm schon der Finanzplatz wichtig ist –: Die BAWAG/P.S.K.-Gruppe ist heute eine grundsolide Bank mit 3,3 Milliarden € Eigenkapital. (Abg. Scheibner: Haben wir alle gesagt!) Es besteht für keinen einzigen Euro Anlegergeld Gefahr. Und es gibt auch keinen Anlass dafür, dass heute eine derartige Krise herbeigeredet wird. – Das muss man den Menschen, die ihre Sparbücher bei der BAWAG haben, und den 6 000 Beschäftigten dort auch sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Erstens: Jede Bank muss eine interne Revision haben. Das ist gesetzlich geregelt und das muss funktionieren. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Ruf bei der ÖVP: Tumpel fragen!
Die zweite Sicherung ist der Bankprüfer. Dieser Bankprüfer hat den Bestätigungsvermerk einzuschränken oder zu versagen, wenn – und das führt zurück zum ersten Punkt – die interne Revision, das heißt Sicherung eins, versagt hat. (Ruf bei der ÖVP: Tumpel fragen!) In diesem Fall darf der Bankprüfer keinen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk geben. Außerdem hat der Gesetzgeber vernünftigerweise vorgesehen, dass er nach § 63 Abs. 3 eine sofortige Meldung – und ich bleibe bei der Rechtslage 2001 – an den Bundesminister für Finanzen zu machen hat. (Rufe bei der ÖVP: Hat er es gemacht?)
Rufe bei der ÖVP: Hat er es gemacht?
Die zweite Sicherung ist der Bankprüfer. Dieser Bankprüfer hat den Bestätigungsvermerk einzuschränken oder zu versagen, wenn – und das führt zurück zum ersten Punkt – die interne Revision, das heißt Sicherung eins, versagt hat. (Ruf bei der ÖVP: Tumpel fragen!) In diesem Fall darf der Bankprüfer keinen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk geben. Außerdem hat der Gesetzgeber vernünftigerweise vorgesehen, dass er nach § 63 Abs. 3 eine sofortige Meldung – und ich bleibe bei der Rechtslage 2001 – an den Bundesminister für Finanzen zu machen hat. (Rufe bei der ÖVP: Hat er es gemacht?)
Abg. Mag. Hakl: Hat er es gemacht?
Dann gibt es eine dritte Sicherung, und die heißt Bankenaufsicht. (Abg. Mag. Hakl: Hat er es gemacht?) – Wir kommen gleich darauf zu sprechen, Frau Kollegin Hakl! Diese Bankenaufsicht hatte vor der Existenz der FMA, also vor den Spekulationen, den Bundesminister für Finanzen als Behördenleiter. (Abg. Mag. Donnerbauer: Ja, den Herrn Edlinger zum Beispiel!) – Nein, genau das funktioniert nicht, weil Sie es sich nicht genau angeschaut haben.
Abg. Mag. Donnerbauer: Ja, den Herrn Edlinger zum Beispiel!
Dann gibt es eine dritte Sicherung, und die heißt Bankenaufsicht. (Abg. Mag. Hakl: Hat er es gemacht?) – Wir kommen gleich darauf zu sprechen, Frau Kollegin Hakl! Diese Bankenaufsicht hatte vor der Existenz der FMA, also vor den Spekulationen, den Bundesminister für Finanzen als Behördenleiter. (Abg. Mag. Donnerbauer: Ja, den Herrn Edlinger zum Beispiel!) – Nein, genau das funktioniert nicht, weil Sie es sich nicht genau angeschaut haben.
Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Wir haben vorhin in der Beantwortung richtig gehört, dass 1994 eine Vor-Ort-Prüfung stattgefunden hat. Diese hat detaillierte Auflagen erteilt, denen diese Sondergeschäfte in der Fortführung unterliegen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) Dazu gehört eine Reihe von Maßnahmen, die die interne Revision betreffen, und dazu gehört eine Reihe von Maßnahmen, was die jährliche interne Prüfung und Berichterstattung betrifft. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Wir haben vorhin in der Beantwortung richtig gehört, dass 1994 eine Vor-Ort-Prüfung stattgefunden hat. Diese hat detaillierte Auflagen erteilt, denen diese Sondergeschäfte in der Fortführung unterliegen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) Dazu gehört eine Reihe von Maßnahmen, die die interne Revision betreffen, und dazu gehört eine Reihe von Maßnahmen, was die jährliche interne Prüfung und Berichterstattung betrifft. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Abg. Dr. Stummvoll: Keine Aufregung! – ironische Heiterkeit bei der ÖVP
Jetzt komme ich zum Punkt (Abg. Dr. Stummvoll: Keine Aufregung! – ironische Heiterkeit bei der ÖVP) – Herr Molterer, das Lachen können Sie sich sparen! –: In diesem Bericht standen, was wahrheitswidrig von ihm vor zehn Minuten hier in seiner Antwort anders gesagt wurde, die 350 Millionen € ausdrücklich auf Seite 27 drinnen. (Bundesminister Mag. Grasser: Nein!) Es stand drinnen, dass ein Verdacht bestehe, dass das Risiko überschritten ist. – Ich lese es Ihnen vor, Herr Minister. (Bundesminister Mag. Grasser: Lesen Sie alles vor, was da drinnen steht!)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Es stand drinnen, dass die jährlich angeordnete interne Prüfung zuletzt im Oktober 1998 stattgefunden hat und danach nur noch einmal formell und danach nicht mehr. Und genau diese drei Punkte sind es, wie wir jetzt wissen, die zum Desaster geführt haben. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und jetzt kommt der Herr Finanzminister und erklärt uns hier in seiner Anfragebeantwortung ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Die Abgeordneten von der ÖVP sind ein wenig nervös, Herr Präsident, vielleicht schaffen Sie es, die Ruhe wiederherzustellen. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Und jetzt kommt der Herr Finanzminister und erklärt uns hier in seiner Anfragebeantwortung ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Die Abgeordneten von der ÖVP sind ein wenig nervös, Herr Präsident, vielleicht schaffen Sie es, die Ruhe wiederherzustellen. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Molterer: Peinlich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Der Herr Bundesminister für Finanzen hat am 27. April 2001 diesen ... (Abg. Mag. Molterer: Peinlich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ich komme schon zu diesem Punkt.
Abg. Dr. Fekter: Die Verteidigung geht durch!
Seit dem 27. April 2001 wusste Karl-Heinz Grasser, dass die Karibik-Geschäfte weitergingen (Abg. Dr. Fekter: Die Verteidigung geht durch!), dass die Auflagen nicht eingehalten worden sind, dass die interne Revision nicht funktioniert hat, dass die Empfehlung ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Warten Sie! Er wusste auch, dass die Großveranlagungsrisikogrenzen überschritten waren.
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Seit dem 27. April 2001 wusste Karl-Heinz Grasser, dass die Karibik-Geschäfte weitergingen (Abg. Dr. Fekter: Die Verteidigung geht durch!), dass die Auflagen nicht eingehalten worden sind, dass die interne Revision nicht funktioniert hat, dass die Empfehlung ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Warten Sie! Er wusste auch, dass die Großveranlagungsrisikogrenzen überschritten waren.
Abg. Dr. Fekter: Haben Sie nicht aufgepasst bei der Beantwortung der Fragen?
Doch was tat der Herr Finanzminister? – Nichts im ersten Jahr! Nichts im zweiten Jahr! Nichts im dritten Jahr! Nichts im vierten Jahr! Und vorgestern wachte er auf und sagte: Jetzt werden wir uns das ganz genau anschauen! (Abg. Dr. Fekter: Haben Sie nicht aufgepasst bei der Beantwortung der Fragen?)
ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP
Die Bankenaufsicht, die letzte und wichtigste Sicherung, die dieser Nationalrat als Gesetzgeber eingerichtet hat, versagte in Form des Behördenleiters Karl-Heinz Grasser (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP) – Herr Kollege, Sie verstehen offensichtlich die Welt nicht! –, der die Bankenaufsicht ist, die vom Gesetzgeber eingerichtete Behörde, die verhindern soll, dass Vermögenswerte verspielt werden – zum Risiko einer Bank.
Abg. Dr. Fekter: Er hat es ja vorgelesen!
der Vor-Ort-Prüfung nach dem Jahr 1999? (Abg. Dr. Fekter: Er hat es ja vorgelesen!) –Weil er schon wusste, dass er darauf keine Antwort hat! Deswegen fehlt die Frage.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das Wissen des Herrn Grasser, der bei den gröbsten Verstößen gegen das BWG nichts unternommen hat, ist eine Frage, mit der wir uns wegen der Funktionalität des gesamten Finanzmarktes auseinander setzen müssen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Sie brauchen nicht so nervös zu sein, Kollege Molterer! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Das Versagen der Bankenaufsicht und des zuständigen Ressortministers ist ein Versagen innerhalb der österreichischen Bundesregierung. (Neuerliche ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Das ist jene Wirtschaftskompetenz, auf die Sie angeblich so stolz sind. Und ich sage Ihnen Folgendes dazu: Wenn er nur 10 Prozent so viel Rückgrat und Anstand wie Fritz Verzetnitsch hätte, dann hätte er jetzt schon seinen Rücktritt erklärt! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerliche ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Sie brauchen nicht so nervös zu sein, Kollege Molterer! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Das Versagen der Bankenaufsicht und des zuständigen Ressortministers ist ein Versagen innerhalb der österreichischen Bundesregierung. (Neuerliche ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Das ist jene Wirtschaftskompetenz, auf die Sie angeblich so stolz sind. Und ich sage Ihnen Folgendes dazu: Wenn er nur 10 Prozent so viel Rückgrat und Anstand wie Fritz Verzetnitsch hätte, dann hätte er jetzt schon seinen Rücktritt erklärt! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie brauchen nicht so nervös zu sein, Kollege Molterer! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Das Versagen der Bankenaufsicht und des zuständigen Ressortministers ist ein Versagen innerhalb der österreichischen Bundesregierung. (Neuerliche ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Das ist jene Wirtschaftskompetenz, auf die Sie angeblich so stolz sind. Und ich sage Ihnen Folgendes dazu: Wenn er nur 10 Prozent so viel Rückgrat und Anstand wie Fritz Verzetnitsch hätte, dann hätte er jetzt schon seinen Rücktritt erklärt! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren an den Bildschirmen: Herr Kollege Verzetnitsch hat mit seiner Garantieleistung durch den Streikfonds eines verhindert ... (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Es ist eine Wunschredezeit, Herr Kollege. (Abg. Scheibner: Das wird eh nicht übertragen! – Abg. Mag. Molterer: Hat Ihnen der Cap gesagt, dass das übertragen wird?) Ich weiß schon, dass es Ihnen unangenehm ist, Herr Kollege Molterer, ich komme nämlich jetzt zu Ihrem Verhalten.
Abg. Scheibner: Das wird eh nicht übertragen! – Abg. Mag. Molterer: Hat Ihnen der Cap gesagt, dass das übertragen wird?
Meine Damen und Herren an den Bildschirmen: Herr Kollege Verzetnitsch hat mit seiner Garantieleistung durch den Streikfonds eines verhindert ... (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Es ist eine Wunschredezeit, Herr Kollege. (Abg. Scheibner: Das wird eh nicht übertragen! – Abg. Mag. Molterer: Hat Ihnen der Cap gesagt, dass das übertragen wird?) Ich weiß schon, dass es Ihnen unangenehm ist, Herr Kollege Molterer, ich komme nämlich jetzt zu Ihrem Verhalten.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Kollege Verzetnitsch hat mit seiner Garantieleistung dafür gesorgt, dass Hunderttausende Sparer und 6 000 Beschäftigte nicht zu Schaden gekommen sind. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Hätte es Herr Verzetnitsch rechtlich überhaupt tun können? – Wissen Sie, wer es rechtlich als Einziger konnte? Der Bundesminister für Finanzen! (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nach § 70 Abs. 2 des Bankwesengesetzes konnte nur er Generaldirektor Elsner entlassen, einen Regierungskommissär einsetzen und Anordnungen treffen. (Abg. Mag. Molterer: Das hätten Sie gewollt? Ah so, so weit war es schon!) Ausschließlich der Finanzminister, niemand anderer! Er wusste es, ...
Abg. Mag. Molterer: Das hätten Sie gewollt? Ah so, so weit war es schon!
Hätte es Herr Verzetnitsch rechtlich überhaupt tun können? – Wissen Sie, wer es rechtlich als Einziger konnte? Der Bundesminister für Finanzen! (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nach § 70 Abs. 2 des Bankwesengesetzes konnte nur er Generaldirektor Elsner entlassen, einen Regierungskommissär einsetzen und Anordnungen treffen. (Abg. Mag. Molterer: Das hätten Sie gewollt? Ah so, so weit war es schon!) Ausschließlich der Finanzminister, niemand anderer! Er wusste es, ...
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (fortsetzend): Daher nehmen wir zur Kenntnis: Es hat die dritte Sicherung auch versagt. – Verantwortung: Karl-Heinz Grasser und die ÖVP. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Oh-Rufe bei der SPÖ.
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gemeldet hat sich Herr Staatssekretär Dr. Finz. – Bitte. (Oh-Rufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Eine Lüge!
Herr Professor Van der Bellen, Sie haben sich erst vor kurzem über das Wort „Lüge“ Beschwert. Wie bezeichnen Sie das? Was ist das? (Abg. Dr. Van der Bellen: Eine Lüge!) – Danke. (Lebhafter Beifall bei der ÖVP.)
Lebhafter Beifall bei der ÖVP.
Herr Professor Van der Bellen, Sie haben sich erst vor kurzem über das Wort „Lüge“ Beschwert. Wie bezeichnen Sie das? Was ist das? (Abg. Dr. Van der Bellen: Eine Lüge!) – Danke. (Lebhafter Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es ist unrichtig, dass es „die Firmen des Flöttl“ sind, weil nämlich Investmentbanken nicht im privaten Eigentum stehen. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Herr Kollege Matznetter, Ihre Gegenangriffe in Ehren, aber ... (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Wollen Sie nichts aufdecken?
Tatsache ist schon, dass diese Affäre um die BAWAG und um den ÖGB es natürlich den Regierungsparteien ermöglicht, von ihren Fehlern abzulenken: von der Arbeitsmarkt-Misere, davon, was an den Schulen und an den Universitäten passiert (Abg. Dr. Stummvoll: Wollen Sie nichts aufdecken?), davon, wie es um die Frauenbeschäftigung bestellt ist und was in der Energiepolitik geschieht. (Abg. Dr. Fekter: Österreich steht gut da!) All das ist momentan kein Thema! Das müssen wir zur Kenntnis nehmen. Dass die Regierungsparteien diese Affäre dankbarst aufgreifen, ist ja kein Wunder.
Abg. Dr. Fekter: Österreich steht gut da!
Tatsache ist schon, dass diese Affäre um die BAWAG und um den ÖGB es natürlich den Regierungsparteien ermöglicht, von ihren Fehlern abzulenken: von der Arbeitsmarkt-Misere, davon, was an den Schulen und an den Universitäten passiert (Abg. Dr. Stummvoll: Wollen Sie nichts aufdecken?), davon, wie es um die Frauenbeschäftigung bestellt ist und was in der Energiepolitik geschieht. (Abg. Dr. Fekter: Österreich steht gut da!) All das ist momentan kein Thema! Das müssen wir zur Kenntnis nehmen. Dass die Regierungsparteien diese Affäre dankbarst aufgreifen, ist ja kein Wunder.
Abg. Dr. Stummvoll: Wollen Sie es nicht aufdecken?
Mir tut das in gewisser Weise doppelt Leid: erstens, weil es den Regierungsparteien ermöglicht, von ihren eigenen Fehlern und Versäumnissen abzulenken (Abg. Dr. Stummvoll: Wollen Sie es nicht aufdecken?), und zweitens – und das ist noch wichtiger –, weil die Grünen starke Gewerkschaften in Österreich haben wollen.
Abg. Murauer: So wie wir!
Wir Grünen wollen eine starke Vertretung der Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. (Abg. Murauer: So wie wir!) Wir wollen, dass diese Gewerkschaften so wie bisher diese Interessen energisch und, wenn es sein muss, auch mit Streikdrohungen vertreten – mit wirtschaftspolitischem Augenmaß. Die österreichischen Gewerkschaften sind international dafür bekannt, dass sie die Balance zwischen den verschiedenen Interessen ihrer Politik in der Vergangenheit sehr gut gehalten haben.
Beifall bei den Grünen.
Unter anderem bin ich überzeugt, dass – das ist ein ganz wesentlicher Punkt und, wie ich meine, sehr schmerzhaft für den ÖGB und möglicherweise auch für die SPÖ – sich der ÖGB von der BAWAG trennen sollte. Aus einer Reihe von Gründen sollte sich der Österreichische Gewerkschaftsbund von dieser Bank trennen, denn seit Jahren – nicht erst seit gestern, seit mindestens 15 Jahren! – sind da unlösbare Interessenkonflikte zwischen der Gewerkschaft einerseits und dieser Bank andererseits, aber auch innerhalb der einzelnen Gewerkschaften, zu beobachten. Sie handeln sich da massive Glaubwürdigkeitsprobleme im ÖGB, in der Arbeiterkammer und in der Folge natürlich auch in der SPÖ ein. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Da war Van der Bellen auch überrascht!
Der letzte Anlassfall von gestern waren die Eurofighter. – Na, klassisch! Ausgerechnet die BAWAG hat die Vorfinanzierung der Eurofighter übernommen! (Abg. Dr. Stummvoll: Da war Van der Bellen auch überrascht!) Das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen!
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Nur muss ich dazusagen: Die Bank ist eine Bank, eine Aktiengesellschaft, für die Bank ist das ein ganz normales Geschäft. Aber wie schaut das für den ÖGB aus, für die Gewerkschaftsmitglieder, soweit sie sozialdemokratisch orientiert sind, die sich tagtäglich – und nicht mit Unrecht – von den Grünen, aber auch von der SPÖ haben sagen lassen: Das ist die größte Fehlinvestition in der Geschichte der Zweiten Republik!? – Und dann macht die gewerkschaftseigene Bank die Vorfinanzierung der Eurofighter. Also wenn dieses Geschäft vom Finanzminister eingefädelt worden ist, dann muss ich sagen: Respekt! Das ist Machiavellismus pur! (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit und demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
10 Prozent an Temelín halten würden, wie würden wir dann heute dastehen? (Ironische Heiterkeit und demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Das alles ist ja unvorstellbar! Das muss anders organisiert werden! Dafür brauchen Sie keine eigene Bank. Im Gegenteil: Die Glaubwürdigkeit der Interessenvertretung ÖGB – und das ist mir ein ganz wichtiger Punkt – wird durch das Eigentum an der BAWAG eher beschädigt als gefördert. Bitte überlegen Sie sich das! Ganz generell. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Abg. Kopf: Wo er Aufsichtsratspräsident war!
In der Person Tumpel wird ja nur personifiziert, was das grundsätzliche Problem ist: Gerade Präsident Tumpel wurde nie müde – und wird bis heute nicht müde –, bei jeder Gelegenheit zu klagen, der Turbo-Kapitalismus und die Finanzmärkte und die Globalisierung, all das sei furchtbar auf dieser Welt, aber wenn es die BAWAG macht, dann ist es offensichtlich in Ordnung. (Abg. Kopf: Wo er Aufsichtsratspräsident war!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Arbeiterkammer durch eine solche Person glaubwürdig vertreten werden können. – Ich glaube, nicht. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, überlegen Sie sich das! Es gibt da Interessenkonflikte zwischen Leitungsfunktionen in der Interessenvertretung ÖGB oder in der AK oder wo auch immer und einem Nationalratsmandat einer politischen Partei. Ich würde mich freuen, wenn Sie auch da klare Verhältnisse schaffen würden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Scheibner, Sie haben am Schluss Ihrer Rede noch die Parteienfinanzierung angesprochen. – Danke, dass wir Sie plötzlich auf unserer Seite finden! Nur: Sie haben eines vergessen: Das, was die SPÖ da möglicherweise vom ÖGB als Privatverein an finanziellen Spenden zugeschanzt bekommt, ist ein Klacks im Vergleich zu dem, was die ÖVP von der Industriellenvereinigung und ähnlichen Verbänden bekommt. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Rein gewaschen, unbekannt, wer der einzelne Spender ist, über die Vermittlung der Industriellenvereinigung! Völlig legal in Österreich – völlig legal, ich betone das! Nur: In Deutschland (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) würden Sie dafür mit Haftstrafen sanktioniert werden. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Rein gewaschen, unbekannt, wer der einzelne Spender ist, über die Vermittlung der Industriellenvereinigung! Völlig legal in Österreich – völlig legal, ich betone das! Nur: In Deutschland (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) würden Sie dafür mit Haftstrafen sanktioniert werden. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Überhaupt nichts!
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohe Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Kollegin Csörgits, Vizepräsidentin des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, ist nicht hier am Rednerpult: Wie viel wissen Sie von der ganzen Situation? (Abg. Scheibner: Überhaupt nichts!) Wieso melden Sie sich nicht? – Erzählen Sie mir nicht, Frau Kollegin, und einige andere, wie Kollege Katzian, dass ihr nicht darüber Bescheid wisst, was da passiert ist! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Bildet euch nicht ein, dass die Gewerkschafts-Mitgliedsbeiträge euer Eigentum sind! Das sind Mitgliedsbeiträge der Mitglieder, aber es ist nicht euer Eigentum, mit dem ihr tun könnt, was ihr wollt. Das verbitte ich mir!
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohe Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Kollegin Csörgits, Vizepräsidentin des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, ist nicht hier am Rednerpult: Wie viel wissen Sie von der ganzen Situation? (Abg. Scheibner: Überhaupt nichts!) Wieso melden Sie sich nicht? – Erzählen Sie mir nicht, Frau Kollegin, und einige andere, wie Kollege Katzian, dass ihr nicht darüber Bescheid wisst, was da passiert ist! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Bildet euch nicht ein, dass die Gewerkschafts-Mitgliedsbeiträge euer Eigentum sind! Das sind Mitgliedsbeiträge der Mitglieder, aber es ist nicht euer Eigentum, mit dem ihr tun könnt, was ihr wollt. Das verbitte ich mir!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich vertrete die Arbeitnehmer draußen, ich vertrete die Mitglieder, und ich bin selbst seit 37 Jahren Mitglied. Ich bin in einem Mittelbetrieb in Oberösterreich beschäftigt, dort sind fast 100 Prozent Mitglieder, fast 100 Prozent organisiert. In Zukunft werde ich es mir überlegen, wenn einer zu mir kommt. Viele Anrufe habe ich jetzt bekommen, da haben die Leute gesagt: Kollege Walch, ich trete aus dem ÖGB aus, weil es nicht so sein kann; ich war noch nie in der Karibik auf Urlaub, weil ich es mir nicht leisten kann, und die ÖGB-Funktionäre oder gewisse Leute verschleudern den Mitgliedsbeitrag in der Karibik – so nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
demonstrativer Beifall bei der SPÖ
Interessant ist ja Folgendes: Kollege Matznetter – das ist sowieso der Beste (demonstrativer Beifall bei der SPÖ) – macht jetzt die Täter zum Opfer! Das ist ja wirklich das Schönste! Bist du denn der Rechtsberater der SPÖ, oder bist du da vielleicht involviert?
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich finde es unerhört, was da passiert ist! Ich verlange vom Gewerkschaftsbund, dessen Funktionäre zu 99 Prozent SPÖ-ler und SPÖ-Abgeordnete sind, dementsprechend Aufklärung, und speziell von dir, Frau Kollegin Csörgits. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich muss wirklich sagen, dass Sie sich nicht zu Wort melden, das finde ich ... Ich weiß schon: nichts sagen! Ich hoffe, dass die Staatsanwaltschaft genau prüft, was alle Vizepräsidenten, speziell von Ihrer Fraktion, wussten und wo sie ja gesagt haben.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Am ärgsten ist der Kollege Tumpel, der immer sofort weiß, wann man etwas kritisieren muss. Jetzt auf einmal wird es ruhiger um die Burschen: Jetzt tauchen wir alle unter, hoffentlich trifft es uns nicht, jetzt ducken wir uns ein bisschen. – So nicht! Mit Mitgliedsbeiträgen kann und darf nicht so umgegangen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Den Beweis habt ihr schon lange geliefert.
Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP
Noch eines muss ich sagen. So wie die SPÖ Oberösterreich, der Kollege Schopf, der AK-Präsident in Oberösterreich ein Einreiseverbot nach Braunau zur BAWAG haben, weil sie gegen die Interessen der Gewerkschaftsmitglieder arbeiten (Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP), so wird es jetzt auch der Kollegin Csörgits gehen. (Abg. Dr. Fekter: ... sich unter den Nagel reißen!) Sie wird ebenfalls ein Einreiseverbot bei den Betrieben haben, weil die Mitglieder sagen werden: Wir brauchen sie nicht, weil sie oder ihr mit unserem Geld so umgeht!
Abg. Dr. Fekter: ... sich unter den Nagel reißen!
Noch eines muss ich sagen. So wie die SPÖ Oberösterreich, der Kollege Schopf, der AK-Präsident in Oberösterreich ein Einreiseverbot nach Braunau zur BAWAG haben, weil sie gegen die Interessen der Gewerkschaftsmitglieder arbeiten (Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP), so wird es jetzt auch der Kollegin Csörgits gehen. (Abg. Dr. Fekter: ... sich unter den Nagel reißen!) Sie wird ebenfalls ein Einreiseverbot bei den Betrieben haben, weil die Mitglieder sagen werden: Wir brauchen sie nicht, weil sie oder ihr mit unserem Geld so umgeht!
Abg. Dr. Matznetter: Warum beschweren Sie sich nicht ...?
Wenn man sich das anschaut: Das ist jetzt bei der BAWAG der Fall, das war bei der Bank Burgenland so. (Abg. Dr. Matznetter: Warum beschweren Sie sich nicht ...?) So einen Selbstbedienungsladen, wie es ihn im ÖGB gibt, damit sich diese Funktionäre eine Abfertigung zugestehen – sie haben eigene Statuten gemacht, wonach es 24 Monatsgehälter als Abfertigung gibt, wenn man nach 25 Jahren aus dem ÖGB austritt –, das finde ich unerhört! Da geht es um die Mitgliedsbeiträge der Mitarbeiter. 80 Prozent gibt es an Pension! Eine Zusatzpension zahlt der ÖGB seinen Funktionären, 80 Prozent des Letztbezuges! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!) Wir haben es bei den Beamten abgeschafft, da haben wir gesagt: Jetzt machen wir eine Gleichstellung. Aber beim ÖGB ist das nicht der Fall!
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!
Wenn man sich das anschaut: Das ist jetzt bei der BAWAG der Fall, das war bei der Bank Burgenland so. (Abg. Dr. Matznetter: Warum beschweren Sie sich nicht ...?) So einen Selbstbedienungsladen, wie es ihn im ÖGB gibt, damit sich diese Funktionäre eine Abfertigung zugestehen – sie haben eigene Statuten gemacht, wonach es 24 Monatsgehälter als Abfertigung gibt, wenn man nach 25 Jahren aus dem ÖGB austritt –, das finde ich unerhört! Da geht es um die Mitgliedsbeiträge der Mitarbeiter. 80 Prozent gibt es an Pension! Eine Zusatzpension zahlt der ÖGB seinen Funktionären, 80 Prozent des Letztbezuges! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!) Wir haben es bei den Beamten abgeschafft, da haben wir gesagt: Jetzt machen wir eine Gleichstellung. Aber beim ÖGB ist das nicht der Fall!
Abg. Mag. Darabos: 2 Prozent BZÖ!
Heute lese ich in der Zeitung, dass Flöttl dort, wo er sich jetzt befindet – in der Karibik nämlich –, von einem Medienmann darauf angesprochen wurde, was da los ist. Er war ganz verwundert und hat gesagt: Ich habe nichts getan, aber ich werde auspacken, was hier in Österreich passiert ist und wer aller Bescheid weiß. – Also zieht euch gut an, für euch schaut es wirklich nicht gut aus! (Abg. Mag. Darabos: 2 Prozent BZÖ!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist eure unfähige Wirtschaftspolitik! Ihr habt es jahrzehntelang gezeigt, und ich hoffe, ihr kommt nie wieder an die Regierung. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Darabos: Genau!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Die Debattenbeiträge der SPÖ muten schon ein wenig eigenartig an. Sie versuchen hier ein beispielloses Ablenkungsmanöver – Herr Kollege Matznetter in bewährter Weise –, das Ihnen aber in keinster Weise gelingt, denn die Menschen wissen ganz genau, was passiert ist. (Abg. Mag. Darabos: Genau!) Die im Eigentum des ÖGB stehende Bank BAWAG hat 1,4 Milliarden € verspekuliert (Abg. Ing. Kapeller: Bis jetzt!) – so weit ist es bekannt –, und dafür tragen Sie mit die Verantwortung, aber nicht der Finanzminister, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Kapeller: Bis jetzt!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Die Debattenbeiträge der SPÖ muten schon ein wenig eigenartig an. Sie versuchen hier ein beispielloses Ablenkungsmanöver – Herr Kollege Matznetter in bewährter Weise –, das Ihnen aber in keinster Weise gelingt, denn die Menschen wissen ganz genau, was passiert ist. (Abg. Mag. Darabos: Genau!) Die im Eigentum des ÖGB stehende Bank BAWAG hat 1,4 Milliarden € verspekuliert (Abg. Ing. Kapeller: Bis jetzt!) – so weit ist es bekannt –, und dafür tragen Sie mit die Verantwortung, aber nicht der Finanzminister, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Die Debattenbeiträge der SPÖ muten schon ein wenig eigenartig an. Sie versuchen hier ein beispielloses Ablenkungsmanöver – Herr Kollege Matznetter in bewährter Weise –, das Ihnen aber in keinster Weise gelingt, denn die Menschen wissen ganz genau, was passiert ist. (Abg. Mag. Darabos: Genau!) Die im Eigentum des ÖGB stehende Bank BAWAG hat 1,4 Milliarden € verspekuliert (Abg. Ing. Kapeller: Bis jetzt!) – so weit ist es bekannt –, und dafür tragen Sie mit die Verantwortung, aber nicht der Finanzminister, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Darabos: Sie waren schon einmal origineller!
Die Botschaft ist eine ganz einfache. Stellen Sie sich einen Feuerwehrmann vor, der einen Brand legt und dann mit seiner Kompanie ausrückt und diesen Brand löscht. Und was macht die SPÖ? – Sie hängt diesem Feuerwehrmann einen Orden um. Das ist die Politik, die Wirtschaftspolitik der SPÖ, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Darabos: Sie waren schon einmal origineller!)
Abg. Parnigoni: Geh, bitte!
Ihr Problem ist ein gewaltiges: Sie fordern soziale Gerechtigkeit ein und haben jede soziale Verantwortung verloren. (Abg. Parnigoni: Geh, bitte!) Sie kritisieren mangelnde Arbeitsplätze bei Beschäftigungsrekord, und wo immer Sie das Sagen haben, vernichten Sie Tausende Arbeitsplätze! Ganz gleich, ob bei der „Arbeiterzeitung“, ob in der verstaatlichten Industrie, ob beim „Konsum“ oder beim ARBÖ – aber das ist ja alles keine Frage, die die SPÖ betrifft! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ihr Problem ist ein gewaltiges: Sie fordern soziale Gerechtigkeit ein und haben jede soziale Verantwortung verloren. (Abg. Parnigoni: Geh, bitte!) Sie kritisieren mangelnde Arbeitsplätze bei Beschäftigungsrekord, und wo immer Sie das Sagen haben, vernichten Sie Tausende Arbeitsplätze! Ganz gleich, ob bei der „Arbeiterzeitung“, ob in der verstaatlichten Industrie, ob beim „Konsum“ oder beim ARBÖ – aber das ist ja alles keine Frage, die die SPÖ betrifft! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Murauer: Warum?
Vorstand des ARBÖ zurückgetreten (Abg. Murauer: Warum?), weil das die SPÖ nichts angeht, was dort läuft, meine Damen und Herren! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Deshalb ist ja Ihr Abgeordneter Verzetnitsch zurückgetreten, weil das alles die SPÖ nichts angeht.
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Vorstand des ARBÖ zurückgetreten (Abg. Murauer: Warum?), weil das die SPÖ nichts angeht, was dort läuft, meine Damen und Herren! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Deshalb ist ja Ihr Abgeordneter Verzetnitsch zurückgetreten, weil das alles die SPÖ nichts angeht.
Abg. Parnigoni: Sie waren nicht einmal da bei seiner Angelobung! Sie lügen ja! – Gegenrufe bei der ÖVP
Heute in der Früh, als Kollege Katzian angelobt wurde, war es ganz interessant: Sein erster Gesprächspartner, etwa eine Stunde lang, war Kollege Parnigoni. Wahrscheinlich haben sie das neue Wirtschaftskonzept der SPÖ besprochen, das kann ich mir vorstellen. Es ist wirklich unglaublich (Abg. Parnigoni: Sie waren nicht einmal da bei seiner Angelobung! Sie lügen ja! – Gegenrufe bei der ÖVP): Sie kritisieren den „Heuschrecken-Kapitalismus“ – und Ihre Spitzen in der österreichischen Gewerkschaft spekulieren gerade in diesem Bereich in einer Art und Weise, die höchst problematisch ist! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Heute in der Früh, als Kollege Katzian angelobt wurde, war es ganz interessant: Sein erster Gesprächspartner, etwa eine Stunde lang, war Kollege Parnigoni. Wahrscheinlich haben sie das neue Wirtschaftskonzept der SPÖ besprochen, das kann ich mir vorstellen. Es ist wirklich unglaublich (Abg. Parnigoni: Sie waren nicht einmal da bei seiner Angelobung! Sie lügen ja! – Gegenrufe bei der ÖVP): Sie kritisieren den „Heuschrecken-Kapitalismus“ – und Ihre Spitzen in der österreichischen Gewerkschaft spekulieren gerade in diesem Bereich in einer Art und Weise, die höchst problematisch ist! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich frage mich, Frau Kollegin Csörgits, Herr Kollege Leutner – ich sehe ihn jetzt nicht, er ist immerhin der Leitende Sekretär des ÖGB –, Herr Kollege Katzian: Warum melden Sie sich heute in dieser Debatte nicht zu Wort? Wissen Sie, wer der erste Debattenredner der SPÖ in dieser Debatte gewesen ist? – Der Vizepräsident der Wirtschaftskammer! Der SPÖ-Abgeordnete Matznetter spricht zur Verteidigung des ÖGB und der BAWAG, der Vizepräsident der Wirtschaftskammer von der SPÖ spricht zur Verteidigung! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Broukal.
Frau Kollegin Csörgits! Herr Kollege Leutner! Herr Kollege Katzian! Haben Sie zu dieser Thematik nichts zu sagen? Oder dürfen Sie nicht, weil das alles die SPÖ ja nichts angeht? (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Broukal.)
Abg. Mag. Darabos: Schade!
Kollege Darabos, weil Sie hier aus der ersten Reihe dazwischenrufen: Ich konnte Ihre Ausführungen im „Report“ leider nicht mitverfolgen. (Abg. Mag. Darabos: Schade!) Sie waren ja zu dem Thema geladen; obwohl es die SPÖ nichts angeht, geht der SPÖ-Bundesgeschäftsführer hin. (Abg. Mag. Darabos: ... eingeladen wurde vom ORF!) Dann sagen Sie dort: Man muss unterscheiden, denn wenn ein Gewerkschafter als Aufsichtsrat in der Bank ist, dann ist er als Gewerkschafter im Aufsichtsrat. (Oh-Rufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Darabos: ... eingeladen wurde vom ORF!
Kollege Darabos, weil Sie hier aus der ersten Reihe dazwischenrufen: Ich konnte Ihre Ausführungen im „Report“ leider nicht mitverfolgen. (Abg. Mag. Darabos: Schade!) Sie waren ja zu dem Thema geladen; obwohl es die SPÖ nichts angeht, geht der SPÖ-Bundesgeschäftsführer hin. (Abg. Mag. Darabos: ... eingeladen wurde vom ORF!) Dann sagen Sie dort: Man muss unterscheiden, denn wenn ein Gewerkschafter als Aufsichtsrat in der Bank ist, dann ist er als Gewerkschafter im Aufsichtsrat. (Oh-Rufe bei der ÖVP.)
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Kollege Darabos, weil Sie hier aus der ersten Reihe dazwischenrufen: Ich konnte Ihre Ausführungen im „Report“ leider nicht mitverfolgen. (Abg. Mag. Darabos: Schade!) Sie waren ja zu dem Thema geladen; obwohl es die SPÖ nichts angeht, geht der SPÖ-Bundesgeschäftsführer hin. (Abg. Mag. Darabos: ... eingeladen wurde vom ORF!) Dann sagen Sie dort: Man muss unterscheiden, denn wenn ein Gewerkschafter als Aufsichtsrat in der Bank ist, dann ist er als Gewerkschafter im Aufsichtsrat. (Oh-Rufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wissen Sie, was anständig gewesen wäre, wenn Sie die Bank hätten retten wollen? – Ihren deutschen Partner zu informieren, diesen zu fragen, ob er bereit ist, die Haftung zu übernehmen, und damit wirklich die Anleger zu versichern, dass ihre Gelder in Sicherheit sind! Das wäre Ihre Aufgabe gewesen, und nichts anderes. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Arme Arbeiterkammer!
Meine Damen und Herren! Ich bin Mitglied der Arbeiterkammer, und ich sage Ihnen (Abg. Dr. Cap: Arme Arbeiterkammer!): Ein Präsident der Arbeiterkammer, der eine derartige Vorgangsweise duldet, hat den letzten Kredit – im doppelten Sinn des Wortes – verspielt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich bin Mitglied der Arbeiterkammer, und ich sage Ihnen (Abg. Dr. Cap: Arme Arbeiterkammer!): Ein Präsident der Arbeiterkammer, der eine derartige Vorgangsweise duldet, hat den letzten Kredit – im doppelten Sinn des Wortes – verspielt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Für „Lüge“ gibt es keinen Ordnungsruf?! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Parnigoni zu Wort gemeldet. 2 Minuten, Fakten gegen Fakten, Herr Kollege. (Abg. Scheibner: Für „Lüge“ gibt es keinen Ordnungsruf?! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Amon hat behauptet, ich hätte eine Stunde lang mit dem Herrn Abgeordneten Katzian über das Wirtschaftsprogramm der SPÖ diskutiert. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Ihr habt ja kein Wirtschaftsprogramm!
Ich berichtige tatsächlich, dass das nicht der Wahrheit entspricht. (Abg. Rädler: Ihr habt ja kein Wirtschaftsprogramm!) – Lassen Sie mich das sagen, bitte. – Danke.
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich rede oft und sehr gerne mit Wolfgang Katzian, meinem Vorsitzenden in der GPA, der ich immerhin über 40 Jahre angehöre, und ich kann Ihnen versichern: Dieses heutige Gespräch über ein erfolgreiches Wirtschaftsprogramm der SPÖ hat nur eine Viertelstunde gedauert. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Wittmann. 6 Minuten Redezeit. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Murauer: Was zum Beispiel?
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Problematik, die sich bei der Beantwortung dieser Dringlichen Anfrage für mich gestellt hat, wäre die gewesen, Herr Finanzminister, dass Sie ein bisschen mehr Objektivität als Regierungsmitglied und weniger Populismus des Politikers Grasser hätten durchklingen lassen. Es ist immer ein bisschen weggelassen worden, immer ein bisschen dazugekommen, es ist ganz einfach vieles nicht richtig beantwortet worden. (Abg. Murauer: Was zum Beispiel?)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Was Ihnen gut angestanden wäre, ist, auch einmal festzuhalten, dass man zwischen Management und Eigentümer trennen muss. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Was das Management der BAWAG gemacht hat, ist durch nichts zu rechtfertigen, und auch wir distanzieren uns voll und ganz von dem, was das Management der BAWAG dort gemacht hat. (Beifall bei der SPÖ.) Das ist überhaupt nicht gutzuheißen, da gebe ich Ihnen völlig Recht. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Was Ihnen gut angestanden wäre, ist, auch einmal festzuhalten, dass man zwischen Management und Eigentümer trennen muss. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Was das Management der BAWAG gemacht hat, ist durch nichts zu rechtfertigen, und auch wir distanzieren uns voll und ganz von dem, was das Management der BAWAG dort gemacht hat. (Beifall bei der SPÖ.) Das ist überhaupt nicht gutzuheißen, da gebe ich Ihnen völlig Recht. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Was Ihnen gut angestanden wäre, ist, auch einmal festzuhalten, dass man zwischen Management und Eigentümer trennen muss. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Was das Management der BAWAG gemacht hat, ist durch nichts zu rechtfertigen, und auch wir distanzieren uns voll und ganz von dem, was das Management der BAWAG dort gemacht hat. (Beifall bei der SPÖ.) Das ist überhaupt nicht gutzuheißen, da gebe ich Ihnen völlig Recht. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Dann tauscht es aus! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Warum regen Sie sich auf? – Ich gebe Ihnen völlig Recht: Dieses Management war ganz einfach falsch. (Abg. Rädler: Dann tauscht es aus! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Keine Aufregung! Ich gebe dir ohnehin Recht.
Rufe bei der ÖVP: Das glaubt ihr ja selber nicht!
Aber vom Finanzminister hätte ich mir schon erwartet, dass er eine Trennung zwischen Management und Eigentümer vornimmt. Als Eigentümer hat Präsident Verzetnitsch eine Verantwortung übernommen, die ihresgleichen sucht. (Rufe bei der ÖVP: Das glaubt ihr ja selber nicht!) Er hat nämlich in einer schwierigen Lage versucht (Abg. Mag. Tancsits: ... Mitgliedsbeiträge!), die kleinen Sparer, die bei der BAWAG Gelder angelegt haben – nämlich die mit den kleinen Sparbüchern –, vor Schaden zu bewahren (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP), indem er eine Haftung des Gewerkschaftsbundes angeboten hat, um die Missmanagement-Aktionen letztendlich hintanzuhalten und der BAWAG eine Chance zu geben, sich wieder zu entwickeln.
Abg. Mag. Tancsits: ... Mitgliedsbeiträge!
Aber vom Finanzminister hätte ich mir schon erwartet, dass er eine Trennung zwischen Management und Eigentümer vornimmt. Als Eigentümer hat Präsident Verzetnitsch eine Verantwortung übernommen, die ihresgleichen sucht. (Rufe bei der ÖVP: Das glaubt ihr ja selber nicht!) Er hat nämlich in einer schwierigen Lage versucht (Abg. Mag. Tancsits: ... Mitgliedsbeiträge!), die kleinen Sparer, die bei der BAWAG Gelder angelegt haben – nämlich die mit den kleinen Sparbüchern –, vor Schaden zu bewahren (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP), indem er eine Haftung des Gewerkschaftsbundes angeboten hat, um die Missmanagement-Aktionen letztendlich hintanzuhalten und der BAWAG eine Chance zu geben, sich wieder zu entwickeln.
anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP
Aber vom Finanzminister hätte ich mir schon erwartet, dass er eine Trennung zwischen Management und Eigentümer vornimmt. Als Eigentümer hat Präsident Verzetnitsch eine Verantwortung übernommen, die ihresgleichen sucht. (Rufe bei der ÖVP: Das glaubt ihr ja selber nicht!) Er hat nämlich in einer schwierigen Lage versucht (Abg. Mag. Tancsits: ... Mitgliedsbeiträge!), die kleinen Sparer, die bei der BAWAG Gelder angelegt haben – nämlich die mit den kleinen Sparbüchern –, vor Schaden zu bewahren (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP), indem er eine Haftung des Gewerkschaftsbundes angeboten hat, um die Missmanagement-Aktionen letztendlich hintanzuhalten und der BAWAG eine Chance zu geben, sich wieder zu entwickeln.
Beifall bei der SPÖ.
Liebe Freunde, diese Aktivität ist sechs Jahre her. Der BAWAG geht es seither gut, und die Arbeitsplätze hat er damit auch gerettet. Es sind immerhin 6 000 Arbeitsplätze, die er mit dieser Aktion gerettet hat. (Beifall bei der SPÖ.) Das heißt, er hat nichts anderes getan, als dass er seiner Verantwortung als Eigentümer nachgekommen ist – was nicht rechtfertigt, dass es dort Misswirtschaft im Management gegeben hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Liebe Freunde, diese Aktivität ist sechs Jahre her. Der BAWAG geht es seither gut, und die Arbeitsplätze hat er damit auch gerettet. Es sind immerhin 6 000 Arbeitsplätze, die er mit dieser Aktion gerettet hat. (Beifall bei der SPÖ.) Das heißt, er hat nichts anderes getan, als dass er seiner Verantwortung als Eigentümer nachgekommen ist – was nicht rechtfertigt, dass es dort Misswirtschaft im Management gegeben hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: ... sich einmal entschuldigen!
Aber dass das der Herr Finanzminister seit 2001 – nämlich seit 27. April 2001 – gewusst hat, geht aus dem Bericht seiner eigenen Prüforgane hervor. (Abg. Rädler: ... sich einmal entschuldigen!) Er hat es seit 2001 gewusst. Er hätte ja auch tätig werden können! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Warum ist es denn nicht dazu gekommen?
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Aber dass das der Herr Finanzminister seit 2001 – nämlich seit 27. April 2001 – gewusst hat, geht aus dem Bericht seiner eigenen Prüforgane hervor. (Abg. Rädler: ... sich einmal entschuldigen!) Er hat es seit 2001 gewusst. Er hätte ja auch tätig werden können! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Warum ist es denn nicht dazu gekommen?
Ruf bei der ÖVP: Haltet den Dieb! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Vielleicht hat er dieselben Beweggründe wie Fritz Verzetnitsch gehabt und sich gedacht: Ich bewahre den Finanzplatz Österreich vor Schaden und mache nichts. Oder er hat die Überlegung gehabt: Wir graben das schnell vor der Wahl aus. (Ruf bei der ÖVP: Haltet den Dieb! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Diese Möglichkeit gibt es auch – und die könnte man ruhig einmal ansprechen –, dass er vielleicht den Zeitpunkt jetzt ganz gut gewählt hat, nämlich vor einer Wahl (Abg. Dr. Fekter: ... auch noch vertauschen!), um hier in ein Feuer noch hineinzublasen, das wirklich gefährlich ist, weil es auch Auswirkungen auf Raiffeisen hat.
Abg. Dr. Fekter: ... auch noch vertauschen!
Vielleicht hat er dieselben Beweggründe wie Fritz Verzetnitsch gehabt und sich gedacht: Ich bewahre den Finanzplatz Österreich vor Schaden und mache nichts. Oder er hat die Überlegung gehabt: Wir graben das schnell vor der Wahl aus. (Ruf bei der ÖVP: Haltet den Dieb! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Diese Möglichkeit gibt es auch – und die könnte man ruhig einmal ansprechen –, dass er vielleicht den Zeitpunkt jetzt ganz gut gewählt hat, nämlich vor einer Wahl (Abg. Dr. Fekter: ... auch noch vertauschen!), um hier in ein Feuer noch hineinzublasen, das wirklich gefährlich ist, weil es auch Auswirkungen auf Raiffeisen hat.
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Ich erinnere Sie an ein paar Geschichten, wie zum Beispiel die NEWAG – dort hat man den Generaldirektor Gruber gleich verhaftet –; die „Libro“-Pleite, einen Klassiker; Herberstein – für die steirischen Abgeordneten. Wenn wir schon dabei sind, dann möchte ich Ihnen nur Ihre Wirtschaftskompetenz ebenfalls vor Augen halten. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Da gibt es genug aufzuräumen. (Beifall bei der SPÖ.) So einfach, wie Sie sich das machen, ist es leider nicht, auch wenn Sie dem Kollegen Tumpel vorwerfen, dass er alles gewusst hat. (Abg. Rädler: ... die Stadt Wiener Neustadt in die Pleite geführt!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich erinnere Sie an ein paar Geschichten, wie zum Beispiel die NEWAG – dort hat man den Generaldirektor Gruber gleich verhaftet –; die „Libro“-Pleite, einen Klassiker; Herberstein – für die steirischen Abgeordneten. Wenn wir schon dabei sind, dann möchte ich Ihnen nur Ihre Wirtschaftskompetenz ebenfalls vor Augen halten. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Da gibt es genug aufzuräumen. (Beifall bei der SPÖ.) So einfach, wie Sie sich das machen, ist es leider nicht, auch wenn Sie dem Kollegen Tumpel vorwerfen, dass er alles gewusst hat. (Abg. Rädler: ... die Stadt Wiener Neustadt in die Pleite geführt!)
Abg. Rädler: ... die Stadt Wiener Neustadt in die Pleite geführt!
Ich erinnere Sie an ein paar Geschichten, wie zum Beispiel die NEWAG – dort hat man den Generaldirektor Gruber gleich verhaftet –; die „Libro“-Pleite, einen Klassiker; Herberstein – für die steirischen Abgeordneten. Wenn wir schon dabei sind, dann möchte ich Ihnen nur Ihre Wirtschaftskompetenz ebenfalls vor Augen halten. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Da gibt es genug aufzuräumen. (Beifall bei der SPÖ.) So einfach, wie Sie sich das machen, ist es leider nicht, auch wenn Sie dem Kollegen Tumpel vorwerfen, dass er alles gewusst hat. (Abg. Rädler: ... die Stadt Wiener Neustadt in die Pleite geführt!)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Die Abgeordneten Dr. Fekter und Steibl halten aktuelle Ausgaben von „NEWS“ und „profil“ mit den Schlagzeilen „Das Luxus-Leben der BAWAG-Banker“ beziehungsweise „Das ÖGB-Debakel“ in die Höhe.
Dann möchte ich den Abgeordneten der ÖVP ein Gesicht zeigen, damit Sie es sich gut merken! (Der Redner stellt ein Foto von Dr. Kurt Faltlhauser vor sich auf das Rednerpult.) Das ist der Staatsminister für Finanzen der CSU in Bayern – nach wie vor Staatsminister, und zum Zeitpunkt der Pleite auch Staatsminister. Der war von 1996 bis 2004 im Aufsichtsrat der BAWAG. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Die Abgeordneten Dr. Fekter und Steibl halten aktuelle Ausgaben von „NEWS“ und „profil“ mit den Schlagzeilen „Das Luxus-Leben der BAWAG-Banker“ beziehungsweise „Das ÖGB-Debakel“ in die Höhe.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Mit dem haben Sie immer guten Kontakt gehalten, denn das ist eine Schwesterpartei von Ihnen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich weiß genau, dass Sie dieselben Informationen haben wie wir! Sie haben dieselben Informationen, und die CSU – zu Ihrer Information – ist keine Vorfeldorganisation der Sozialdemokraten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mit dem haben Sie immer guten Kontakt gehalten, denn das ist eine Schwesterpartei von Ihnen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich weiß genau, dass Sie dieselben Informationen haben wie wir! Sie haben dieselben Informationen, und die CSU – zu Ihrer Information – ist keine Vorfeldorganisation der Sozialdemokraten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Traurig!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Lustig ist das alles nicht. (Abg. Steibl: Traurig!) – Eben. Natürlich ist es sehr verlockend, das Augenmerk darauf zu richten, dass sich die Grünen da in eine schiedsrichterliche Rolle drängen lassen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: So wichtig seid ihr nicht!) Aber so einfach wird es auch nicht sein. Ich werde in den sechs Minuten wahrscheinlich noch ein paar Bemerkungen und Vergleiche anbringen können, die sehr wohl mit dem Verhalten des Finanzministeriums zu tun haben und mit vergleichbaren Fällen auch bei der ÖVP, aber es kann nur richtig sein, dass wir uns auch und zunächst einmal dem Anlassfall zuwenden.
Abg. Dr. Partik-Pablé: So wichtig seid ihr nicht!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Lustig ist das alles nicht. (Abg. Steibl: Traurig!) – Eben. Natürlich ist es sehr verlockend, das Augenmerk darauf zu richten, dass sich die Grünen da in eine schiedsrichterliche Rolle drängen lassen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: So wichtig seid ihr nicht!) Aber so einfach wird es auch nicht sein. Ich werde in den sechs Minuten wahrscheinlich noch ein paar Bemerkungen und Vergleiche anbringen können, die sehr wohl mit dem Verhalten des Finanzministeriums zu tun haben und mit vergleichbaren Fällen auch bei der ÖVP, aber es kann nur richtig sein, dass wir uns auch und zunächst einmal dem Anlassfall zuwenden.
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Ich würde also in dieser Sache nicht weiter den Richter spielen. Man könnte ja auch fragen, ob nicht auch ein paar Gewinne vorher drinnen waren und der Nettoverlust für die BAWAG vielleicht ohnehin geringer ist. – Das könnten wir alles, ist aber nicht unser Job. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schöls.
Jetzt geht es nämlich nicht nur mehr um die BAWAG und den ÖGB, sondern es geht ja jetzt auch um die Glaubwürdigkeit der Arbeiterkammer. Deshalb appellieren wir heftig daran, dass sich der Herr Präsident Tumpel weiter diesen Nachdenkübungen aussetzt. Er hat es sicher auch nicht leicht, aber ich glaube, die nächsten Schritte sind unvermeidlich. Ich musste das anmerken, und ich halte, genau betrachtet, auch nichts anderes für sinnvoll. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schöls.)
Zwischenruf des Abg. Gaál.
Sie sind ja sehr geschickt vorgegangen: Es hat keine Ausschreibung für diese Kreditvergaben gegeben, obwohl es eine derartige Dimension gehabt hätte. – Nein, die Finanzierungsagentur ist vom Ministerium beauftragt worden, nur herumzutelefonieren. (Zwischenruf des Abg. Gaál.) Aber zum Schlausein gehören immer zwei, ist mir vorhin zugeraunt worden, nämlich die, die schlau vorgehen – das war der Grasser –, und die, die mit denen schlau vorgegangen wird und die sich hineinziehen haben lassen. (Abg. Rädler: Genau!) Das ist der nächste Punkt der Tragödie, und das rechtfertigt auch einen nächsten Schritt der Trennung.
Abg. Rädler: Genau!
Sie sind ja sehr geschickt vorgegangen: Es hat keine Ausschreibung für diese Kreditvergaben gegeben, obwohl es eine derartige Dimension gehabt hätte. – Nein, die Finanzierungsagentur ist vom Ministerium beauftragt worden, nur herumzutelefonieren. (Zwischenruf des Abg. Gaál.) Aber zum Schlausein gehören immer zwei, ist mir vorhin zugeraunt worden, nämlich die, die schlau vorgehen – das war der Grasser –, und die, die mit denen schlau vorgegangen wird und die sich hineinziehen haben lassen. (Abg. Rädler: Genau!) Das ist der nächste Punkt der Tragödie, und das rechtfertigt auch einen nächsten Schritt der Trennung.
Abg. Rädler: Ihr auch!
Ich sage Ihnen nur mehr einen Satz am Schluss: Was die Offenlegung der Parteispenden betrifft, so sind alle herzlich eingeladen, diesen Schritt zu tun (Abg. Rädler: Ihr auch!), SPÖ und ÖVP. (Abg. Rädler: Die Grünen!)
Abg. Rädler: Die Grünen!
Ich sage Ihnen nur mehr einen Satz am Schluss: Was die Offenlegung der Parteispenden betrifft, so sind alle herzlich eingeladen, diesen Schritt zu tun (Abg. Rädler: Ihr auch!), SPÖ und ÖVP. (Abg. Rädler: Die Grünen!)
Beifall bei den Grünen.
Wenn ich mir nämlich anschaue, was Sie aus der ESTAG Geld herausgezogen haben und unter dem Strich nur deshalb gestoppt werden konnten, weil Sie in flagranti ertappt wurden, dann ist das weder ein Beweis für Wirtschaftskompetenz noch irgendein Grund zur Häme. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Trunk: Wie bitte?
Es wurde heute schon berichtet: Kollege Schober aus dem Kärntner Landtag musste auch gehen bei der SPÖ. Jetzt die BAWAG. (Abg. Mag. Trunk: Wie bitte?) – Beim ARBÖ hat er gehen müssen. (Abg. Mag. Trunk: Sie haben gesagt, aus dem Landtag ...!) Nein, ich habe gesagt: Kollege Schober aus dem Landtag. Bitte schauen Sie das Redeprotokoll an, Frau Trunk! Sie brauchen nicht immer überzureagieren. Ich weiß, dass die SPÖ in Kärnten ein Mega-Problem hat mit dem ARBÖ, mit der BAWAG, mit der Schaunig, mit den Ortstafeln. (Abg. Mag. Trunk: Und der Herr Landeshauptmann!) Dafür können wir aber nichts. Wir können nichts dafür. Die Wahlen werden es weisen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Trunk: Sie haben gesagt, aus dem Landtag ...!
Es wurde heute schon berichtet: Kollege Schober aus dem Kärntner Landtag musste auch gehen bei der SPÖ. Jetzt die BAWAG. (Abg. Mag. Trunk: Wie bitte?) – Beim ARBÖ hat er gehen müssen. (Abg. Mag. Trunk: Sie haben gesagt, aus dem Landtag ...!) Nein, ich habe gesagt: Kollege Schober aus dem Landtag. Bitte schauen Sie das Redeprotokoll an, Frau Trunk! Sie brauchen nicht immer überzureagieren. Ich weiß, dass die SPÖ in Kärnten ein Mega-Problem hat mit dem ARBÖ, mit der BAWAG, mit der Schaunig, mit den Ortstafeln. (Abg. Mag. Trunk: Und der Herr Landeshauptmann!) Dafür können wir aber nichts. Wir können nichts dafür. Die Wahlen werden es weisen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Trunk: Und der Herr Landeshauptmann!
Es wurde heute schon berichtet: Kollege Schober aus dem Kärntner Landtag musste auch gehen bei der SPÖ. Jetzt die BAWAG. (Abg. Mag. Trunk: Wie bitte?) – Beim ARBÖ hat er gehen müssen. (Abg. Mag. Trunk: Sie haben gesagt, aus dem Landtag ...!) Nein, ich habe gesagt: Kollege Schober aus dem Landtag. Bitte schauen Sie das Redeprotokoll an, Frau Trunk! Sie brauchen nicht immer überzureagieren. Ich weiß, dass die SPÖ in Kärnten ein Mega-Problem hat mit dem ARBÖ, mit der BAWAG, mit der Schaunig, mit den Ortstafeln. (Abg. Mag. Trunk: Und der Herr Landeshauptmann!) Dafür können wir aber nichts. Wir können nichts dafür. Die Wahlen werden es weisen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es wurde heute schon berichtet: Kollege Schober aus dem Kärntner Landtag musste auch gehen bei der SPÖ. Jetzt die BAWAG. (Abg. Mag. Trunk: Wie bitte?) – Beim ARBÖ hat er gehen müssen. (Abg. Mag. Trunk: Sie haben gesagt, aus dem Landtag ...!) Nein, ich habe gesagt: Kollege Schober aus dem Landtag. Bitte schauen Sie das Redeprotokoll an, Frau Trunk! Sie brauchen nicht immer überzureagieren. Ich weiß, dass die SPÖ in Kärnten ein Mega-Problem hat mit dem ARBÖ, mit der BAWAG, mit der Schaunig, mit den Ortstafeln. (Abg. Mag. Trunk: Und der Herr Landeshauptmann!) Dafür können wir aber nichts. Wir können nichts dafür. Die Wahlen werden es weisen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Die Wahlen werden es weisen!
Aber das Thema ist viel zu ernst. Milliarden von Euro! (Abg. Gradwohl: Die Wahlen werden es weisen!) – Heinz, Milliarden von Euro! Wir sollten vielleicht einmal diese Summe irgendwie anders darstellen. Wir sollten vielleicht einmal anders darüber diskutieren, denn der normale Mensch draußen auf der Straße kann sich ja gar nicht vorstellen, wie viel Geld das ist. Man sollte das einmal anders darstellen. – Ich habe ein paar Vergleiche mitgenommen: 1 Milliarde € entspricht zum Beispiel 55 000 niegelnagelneuen VW Golf. Wenn die hintereinander fahren würden, wäre das ein Stau von Wien bis Innsbruck. – Das ist dieser Schuldenbetrag! (Abg. Pfeffer: Der Vergleich hinkt!) – Der Vergleich hinkt nicht, das ist die Realität!
Abg. Pfeffer: Der Vergleich hinkt!
Aber das Thema ist viel zu ernst. Milliarden von Euro! (Abg. Gradwohl: Die Wahlen werden es weisen!) – Heinz, Milliarden von Euro! Wir sollten vielleicht einmal diese Summe irgendwie anders darstellen. Wir sollten vielleicht einmal anders darüber diskutieren, denn der normale Mensch draußen auf der Straße kann sich ja gar nicht vorstellen, wie viel Geld das ist. Man sollte das einmal anders darstellen. – Ich habe ein paar Vergleiche mitgenommen: 1 Milliarde € entspricht zum Beispiel 55 000 niegelnagelneuen VW Golf. Wenn die hintereinander fahren würden, wäre das ein Stau von Wien bis Innsbruck. – Das ist dieser Schuldenbetrag! (Abg. Pfeffer: Der Vergleich hinkt!) – Der Vergleich hinkt nicht, das ist die Realität!
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Heute Vormittag haben wir über die Bauern gesprochen. Diese 1 Milliarde € ist das gesamte Förderpaket der österreichischen Landwirtschaft. Das ist weggeputzt! Ab ins Flugzeug, gemma! REFCO, Flöttl, wie sie alle heißen: hinein, weg damit! Das kann ja kein Mensch mehr verstehen, meine geschätzten Damen und Herren! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Trunk: Styrian Spirit!
Ihre Aufgeregtheit zeigt ja ... (Abg. Mag. Trunk: Styrian Spirit!) – Styrian Spirit! Frau Kollegin Trunk, relativieren wir einmal: Styrian Spirit – wie haben denn die drei Regierungsmitglieder der SPÖ geheißen, die mitgestimmt haben? Wie haben sie denn geheißen? Sie brauchen gar nicht in Ihre Zeitung hineinzuschauen! Die SPÖ hat mitgestimmt. (Abg. Dr. Puswald: Haider hat das Sagen!) Ich stehe dazu, dass wir in Kärnten bei der Styrian Spirit mit dabei waren. Wir haben versucht, eine Fluglinie nach Kärnten zu bringen. Wir haben versucht, Arbeitsplätze zu schaffen. Wir haben versucht, MAGNA nach Kärnten zu bringen. Wir versuchen, Arbeitsplätze zu schaffen. Was wir nicht versuchen, ist, das Geld von kleinen Anlegern und ÖGB-Funktionären in der Karibik zu versenken! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Puswald: Haider hat das Sagen!
Ihre Aufgeregtheit zeigt ja ... (Abg. Mag. Trunk: Styrian Spirit!) – Styrian Spirit! Frau Kollegin Trunk, relativieren wir einmal: Styrian Spirit – wie haben denn die drei Regierungsmitglieder der SPÖ geheißen, die mitgestimmt haben? Wie haben sie denn geheißen? Sie brauchen gar nicht in Ihre Zeitung hineinzuschauen! Die SPÖ hat mitgestimmt. (Abg. Dr. Puswald: Haider hat das Sagen!) Ich stehe dazu, dass wir in Kärnten bei der Styrian Spirit mit dabei waren. Wir haben versucht, eine Fluglinie nach Kärnten zu bringen. Wir haben versucht, Arbeitsplätze zu schaffen. Wir haben versucht, MAGNA nach Kärnten zu bringen. Wir versuchen, Arbeitsplätze zu schaffen. Was wir nicht versuchen, ist, das Geld von kleinen Anlegern und ÖGB-Funktionären in der Karibik zu versenken! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ihre Aufgeregtheit zeigt ja ... (Abg. Mag. Trunk: Styrian Spirit!) – Styrian Spirit! Frau Kollegin Trunk, relativieren wir einmal: Styrian Spirit – wie haben denn die drei Regierungsmitglieder der SPÖ geheißen, die mitgestimmt haben? Wie haben sie denn geheißen? Sie brauchen gar nicht in Ihre Zeitung hineinzuschauen! Die SPÖ hat mitgestimmt. (Abg. Dr. Puswald: Haider hat das Sagen!) Ich stehe dazu, dass wir in Kärnten bei der Styrian Spirit mit dabei waren. Wir haben versucht, eine Fluglinie nach Kärnten zu bringen. Wir haben versucht, Arbeitsplätze zu schaffen. Wir haben versucht, MAGNA nach Kärnten zu bringen. Wir versuchen, Arbeitsplätze zu schaffen. Was wir nicht versuchen, ist, das Geld von kleinen Anlegern und ÖGB-Funktionären in der Karibik zu versenken! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Meine geschätzten Damen und Herren! Daher gibt es nur eines: restlose Aufklärung dieses Sachverhaltes, Konsequenzen ziehen, politische Verantwortung tragen, Hut nehmen und nach Hause gehen! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Wattaul – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Puswald –: Mach dich nicht du auch noch lächerlich!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Puswald zu Wort gemeldet. (Abg. Wattaul – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Puswald –: Mach dich nicht du auch noch lächerlich!) – Herr Abgeordneter Puswald, Sie kennen die Bestimmungen. 2 Minuten. – Bitte.
Abg. Dr. Fekter: ... der Puswald ... Wirtschaftskompetenz!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! (Abg. Dr. Fekter: ... der Puswald ... Wirtschaftskompetenz!) Meine Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren im Saal! Kollege Scheuch hat gerade behauptet, es sei das Sparvermögen kleiner Sparer von der BAWAG vernichtet worden. – Diese Behauptung ist falsch!
Beifall bei der SPÖ.– Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Wattaul: Das Geld vom Weihnachtsmann! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: 1 Milliarde €!
Es ist kein einziger Cent von Sparern und Investoren der BAWAG vernichtet oder auch nur in Frage gestellt worden. (Beifall bei der SPÖ.– Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Wattaul: Das Geld vom Weihnachtsmann! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: 1 Milliarde €!)
Abg. Dr. Puswald: Sie verstehen das! Sie haben Wirtschaftskompetenz! – Heiterkeit bei der SPÖ.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Das war jetzt eine interessante Feststellung des Herrn Puswald. (Abg. Dr. Puswald: Sie verstehen das! Sie haben Wirtschaftskompetenz! – Heiterkeit bei der SPÖ.) – Ja, danke.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Natürlich ist das Management die erste Adresse der Kritik. Natürlich haben die Manager diese Dinge getan. Aber die Letzten, die hier zur Verantwortung gezogen werden sollen und können beziehungsweise verantwortlich gemacht werden sollen, sind wohl jene Kontrollore, denen man wissentlich und absichtlich Informationen vorenthalten hat – wahrscheinlich sogar strafrechtlich relevante Informationen vorenthalten hat. Die wollen Sie jetzt, liebe Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, zu den Schuldigen machen? Die Polizisten sind die Schuldigen, und nicht die Täter? – Also mir ist der Opferschutz allemal lieber als der Täterschutz, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Heinzl: Die hat die ÖVP nicht?
Was sich hier auftut, ist ein wirtschaftliches, ein moralisches und ein politisches Debakel der SPÖ. Länderbank, „Konsum“, Bank Burgenland, BAWAG, Verstaatlichte, Bank Austria, ARBÖ und nicht zuletzt auch die SPÖ mit ihren wirtschaftlichen Problemen (Abg. Heinzl: Die hat die ÖVP nicht?), all diese Probleme funktionieren nach dem gleichen Strickmuster. Sozialistische Politmanager oder Funktionäre kommen in wirtschaftliche Entscheidungsfunktionen. Was kommt heraus? – Pleite, ein wirtschaftliches Debakel Marke SPÖ. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was sich hier auftut, ist ein wirtschaftliches, ein moralisches und ein politisches Debakel der SPÖ. Länderbank, „Konsum“, Bank Burgenland, BAWAG, Verstaatlichte, Bank Austria, ARBÖ und nicht zuletzt auch die SPÖ mit ihren wirtschaftlichen Problemen (Abg. Heinzl: Die hat die ÖVP nicht?), all diese Probleme funktionieren nach dem gleichen Strickmuster. Sozialistische Politmanager oder Funktionäre kommen in wirtschaftliche Entscheidungsfunktionen. Was kommt heraus? – Pleite, ein wirtschaftliches Debakel Marke SPÖ. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Menschenverachtend!
Meine Damen und Herren! Es drängt sich die Schlussfolgerung auf: Die SPÖ kann nicht wirtschaften. Lieber Kollege Parnigoni, wenn du vorher berichtigt hast, du hättest nicht eine Stunde, sondern nur eine Viertelstunde mit dem Kollegen Katzian über das Wirtschaftsprogramm der SPÖ gesprochen, dann muss ich dir sagen: Erstens kann man nicht länger drüber reden, weil nicht mehr drinnen steht, und zum Zweiten ist es auch noch schade um die Viertelstunde. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Menschenverachtend!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Oder was hält man denn von jemandem und von dessen Glaubwürdigkeit, der seinem Mitgesellschafter – nicht einem, der 2 Prozent hat, sondern einem, der fast gleich viel Anteile an dem Unternehmen hat wie er selber – kein Wort von diesen Problemen sagt und ihn der Gefahr aussetzt, seiner gesamten Anteile verlustig zu gehen? Was hält man denn von der Vertrauenswürdigkeit einer solchen Person? – Das ist massiver Vertrauensbruch, meine Damen und Herren, an Partnern, Freunden und Kollegen, aber vor allem an Wirtschaftspartnern – und das ist in der Nähe der Kriminalität, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der ÖVP: Lauter Experten!
Nicht zuletzt, meine Damen und Herren, ist das Ganze ein politisches Debakel der SPÖ. Es gibt da ein interessantes „Kompetenzteam Wirtschaft“ bei der SPÖ (Ruf bei der ÖVP: Lauter Experten!): Tumpel, Muhm, Verzetnitsch und Zwettler waren bei Matznetter im „Kompetenzteam Wirtschaft“. Und die haben dann geredet. (Abg. Mag. Molterer: Was? Der Zwettler? BAWAG?) – Ja, BAWAG – Zwettler.
Abg. Mag. Molterer: Was? Der Zwettler? BAWAG?
Nicht zuletzt, meine Damen und Herren, ist das Ganze ein politisches Debakel der SPÖ. Es gibt da ein interessantes „Kompetenzteam Wirtschaft“ bei der SPÖ (Ruf bei der ÖVP: Lauter Experten!): Tumpel, Muhm, Verzetnitsch und Zwettler waren bei Matznetter im „Kompetenzteam Wirtschaft“. Und die haben dann geredet. (Abg. Mag. Molterer: Was? Der Zwettler? BAWAG?) – Ja, BAWAG – Zwettler.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die haben dann ständig von Heuschrecken, von neoliberal, von Turbokapitalismus gesprochen. Ich glaube, sie müssen auch wissen, wovon sie sprechen! Das ist die Wirtschaftskompetenz der SPÖ, meine Damen und Herren! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Oje-Rufe bei der ÖVP.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Kräuter. Wunschredezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Oje-Rufe bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Wenig überraschend, dass Kollege Kopf doch als geradezu personifizierte Überheblichkeit hierher kommt. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Wenn ich nur erinnern darf an ESTAG beispielsweise, an Spielberg, an Parmalat. Es gibt so viele Baustellen, es gibt so viel vor der eigenen Türe zu kehren, dass Sie etwas bescheidener auftreten sollten, lieber Kollege. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Wenig überraschend, dass Kollege Kopf doch als geradezu personifizierte Überheblichkeit hierher kommt. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Wenn ich nur erinnern darf an ESTAG beispielsweise, an Spielberg, an Parmalat. Es gibt so viele Baustellen, es gibt so viel vor der eigenen Türe zu kehren, dass Sie etwas bescheidener auftreten sollten, lieber Kollege. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
lebhafte ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Wissen Sie, Herr Kollege Grillitsch, ich bin bei Formulierungen kein Waisenknabe und habe für „abenteuerlicher Unsinn des Bundeskanzlers“ einen Ordnungsruf empfangen, aber zu Vogel-Zeigen, von der Regierungsbank Lügen sagen und einen „Spitz“ ausrichten in Zeitungen sage ich Ihnen etwas: Bei der Androhung von Gewalt in einer Demokratie (lebhafte ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen) ist die Rücknahme der Androhung und eine Entschuldigung notwendig, sonst – ich sage Ihnen das, wie es ist – ist der ÖVP-Obmann der Steiermark rücktrittsreif. (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wissen Sie, Herr Kollege Grillitsch, ich bin bei Formulierungen kein Waisenknabe und habe für „abenteuerlicher Unsinn des Bundeskanzlers“ einen Ordnungsruf empfangen, aber zu Vogel-Zeigen, von der Regierungsbank Lügen sagen und einen „Spitz“ ausrichten in Zeitungen sage ich Ihnen etwas: Bei der Androhung von Gewalt in einer Demokratie (lebhafte ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen) ist die Rücknahme der Androhung und eine Entschuldigung notwendig, sonst – ich sage Ihnen das, wie es ist – ist der ÖVP-Obmann der Steiermark rücktrittsreif. (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Freund: Die BAWAG kennt den Vertrag!
Für die SPÖ ist klar, und das ist Linie: Wir wollen diese Eurofighter nicht, und wir werden weiterhin alles daransetzen, diesen Fall aufzuklären. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Freund: Die BAWAG kennt den Vertrag!)
Beifall bei der SPÖ.
Da Kollege Van der Bellen und andere auch so unheimlich überrascht waren, dass diese Sache – BAWAG-Vorfinanzierung der Eurofighter – jetzt „bekannt“ wird – unter Anführungszeichen; Herr Fasslabend, Sie lächeln in sich hinein, Sie lassen einfach die Panzer verrosten und verrotten, aber das ist eine andere Geschichte –: Im „Kurier“ vom 20. Oktober 2005 ist das längst nachzulesen. Also bitte schön, hat die ÖVP das damals nichts gewusst, nicht gelesen, das BZÖ nicht, die Grünen nicht? – Seien Sie mir nicht böse: Sich heute hier so überrascht zu geben, das richtet sich von selbst! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihre Verteidigung hinkt auf jeden Fall auch!
Meine Damen und Herren, gestern hat der Finanzminister ungewöhnliche Worte gebraucht: gelogen, betrogen. Ich habe mir gedacht: Warum echauffiert sich eigentlich unser smarter Finanzminister so extraordinär? Und dann habe ich mir schon gedacht, na, vielleicht pfeift da jemand laut, der durch den Wald geht. Und dann stellt sich tatsächlich heraus, die Finanzmarktaufsicht hätte das Debakel verhindern können. Also so kann es nicht sein: Der Finanzminister erteilte gestern Zensuren, wer was gemacht hat, was falsch und was richtig war, aber heute schaut er selbst sehr alt aus. Ich bin ja dem Kollegen Scheibner nachgerade dankbar für seinen schönen Vergleich mit dem Dieb und der Polizei. Also wenn Grasser die Polizei ist, dann hat er zugeschaut, wie sich der Dieb bedient. Das ist die Situation. Ihr Vergleich hinkt, mein lieber Kollege Scheibner. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihre Verteidigung hinkt auf jeden Fall auch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Von der BAWAG will er nicht reden!
habe da diesen unglaublichen Vertrag (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe); über den werden wir uns noch unterhalten, abgeschlossen zwischen der Österreichring GmbH, dem ÖAMTC, unter Beitritt des Landes Steiermark –, und wissen Sie, was da geschehen ist, meine Damen und Herren? – Wertlose Fahrnisse, geringwertige Liegenschaften, desolate Bauwerke sind um einen um 10 Millionen überteuerten Preis dem Land angedreht worden. – So viel zu der „tollen“ Wirtschaftskompetenz der ÖVP im Allgemeinen und in der Steiermark im Besonderen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Von der BAWAG will er nicht reden!)
Abg. Großruck: Na hallo! Was heißt „Rechtsbruch“? – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, in diesem Wahlkampf will die ÖVP mit einem Bücherl mit Gartentipps von Wolfgang Schüssel imponieren – und das bei der höchsten Arbeitslosigkeit in der Zweiten Republik, bei Postenschacher, bei Rechtsbrüchen, bei Kontrollverweigerung, bei Demokratie-Demontage! (Abg. Großruck: Na hallo! Was heißt „Rechtsbruch“? – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.) Da werden die Wählerinnen und Wähler Sie enttarnen! Und ich sage Ihnen etwas: Ihr Bücherl mit Gartentipps ist eine einzige Pflanzerei! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, in diesem Wahlkampf will die ÖVP mit einem Bücherl mit Gartentipps von Wolfgang Schüssel imponieren – und das bei der höchsten Arbeitslosigkeit in der Zweiten Republik, bei Postenschacher, bei Rechtsbrüchen, bei Kontrollverweigerung, bei Demokratie-Demontage! (Abg. Großruck: Na hallo! Was heißt „Rechtsbruch“? – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.) Da werden die Wählerinnen und Wähler Sie enttarnen! Und ich sage Ihnen etwas: Ihr Bücherl mit Gartentipps ist eine einzige Pflanzerei! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Millionen!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Frau Präsidentin! Werte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Herr Kollege Kräuter, es geht unter anderem um 1,3 Gewerkschaftsmitglieder, die durch diese BAWAG-Geschichte betroffen sind (Abg. Großruck: Millionen!), um 1,3 Millionen Gewerkschaftsmitglieder – danke schön, Entschuldigung –, die betroffen sind und die momentan etwas enttäuscht, verunsichert und zu einem großen Teil auch empört sind über das, was sie hören. Ich finde, es genügt nicht, eine Abwehrhaltung einzunehmen und zu sagen, es ist alles nicht ganz so, wie es dargestellt wird, sondern es wird schon darum gehen, es aufzuklären und den Leuten zu sagen, was eigentlich tatsächlich los ist und was Sie in Zukunft zu tun gedenken.
Abg. Grillitsch: Die bei der BAWAG!
Ich komme gleich einmal auf diese Eurofighter-Geschichte zurück, die Sie angesprochen haben. Es geht nicht darum, wer jetzt überrascht ist, dass die BAWAG die Eurofighter vorfinanziert (Abg. Grillitsch: Die bei der BAWAG!) – ja, die bei der BAWAG, mittlerweile werden Sie es vielleicht auch wissen –, sondern worum es geht, ist zum Beispiel – das ist einer der Widersprüche beziehungsweise eines der Spannungsfelder, in denen Sie sich bewegen –, dass hochrangige Gewerkschaftsmitglieder im ÖGB wissen, dass die BAWAG die Eurofighter vorfinanziert und hier im Parlament auf SPÖ-Linie gegen die Eurofighter auftreten. Das ist ein Widerspruch, der einfach nicht ganz leicht aufzulösen ist, oder Sie werden mir einmal erklären müssen, wie das geht. (Beifall bei den Grünen, der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen, der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich komme gleich einmal auf diese Eurofighter-Geschichte zurück, die Sie angesprochen haben. Es geht nicht darum, wer jetzt überrascht ist, dass die BAWAG die Eurofighter vorfinanziert (Abg. Grillitsch: Die bei der BAWAG!) – ja, die bei der BAWAG, mittlerweile werden Sie es vielleicht auch wissen –, sondern worum es geht, ist zum Beispiel – das ist einer der Widersprüche beziehungsweise eines der Spannungsfelder, in denen Sie sich bewegen –, dass hochrangige Gewerkschaftsmitglieder im ÖGB wissen, dass die BAWAG die Eurofighter vorfinanziert und hier im Parlament auf SPÖ-Linie gegen die Eurofighter auftreten. Das ist ein Widerspruch, der einfach nicht ganz leicht aufzulösen ist, oder Sie werden mir einmal erklären müssen, wie das geht. (Beifall bei den Grünen, der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Und zuletzt: Vielleicht ist diese ganze BAWAG-Geschichte jetzt eine Gelegenheit, dass der ÖGB insgesamt einmal seine Strukturen durchforstet, weil der ÖGB ja nicht gerade bekannt ist für eine besonders demokratische Struktur. Vielleicht würde es hin und wieder auch helfen, wenn Sie einigen Kontrollmechanismen beziehungsweise einer demokratiepolitischen Struktur zum Durchbruch verhelfen würden, die auch sicherstellt, dass es Rechenschaftsberichte gibt, dass es transparente Kommunikation gibt und dass die, die im ÖGB das Sagen haben, auch ihren Mitgliedern verpflichtet sind. Das wäre zumindest ein gutes Ende dieser Sache. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Und der, der sich hier gemeldet hat, hat auch ein großes Problem, nämlich ein Glaubwürdigkeitsproblem. Für mich ist Ihr Glaubwürdigkeitsproblem ein größeres Problem als das mit der Bank, denn, meine Damen und Herren, wenn Reden und Handeln so weit auseinander liegen wie bei Ihnen, dann kann Ihnen niemand mehr irgendetwas glauben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Auer: Milliarden!
Die Ironie des Schicksals will es, dass genau in dem Saal, in dem letzten Freitag bekannt gegeben werden musste, dass 1,4 Millionen € in Karibik-Geschäften verloren gegangen sind (Abg. Auer: Milliarden!), 1,4 Milliarden € in Karibik-Geschäften verloren gegangen sind, vor eineinhalb Jahren Matznetter das SPÖ-Wirtschaftsprogramm vorgestellt hat. Wissen Sie, was er damals gesagt hat? – Er hat gesagt: Wir können uns ein florierendes Gemeinwesen nur dann leisten, wenn Finanzgeschäfte auch dementsprechend in Österreich europäisch versteuert werden. (Heiterkeit bei der ÖVP.) – Tag und Nacht, meine Damen und Herren! Sie haben den gegenteiligen Weg gewählt: in die Karibik, steuerschonend. Wenn Sie aber Sonntagsreden halten, sagen Sie das genaue Gegenteil. Längst hat Tumpel im Jahr 1995 schon die Segel in Richtung Karibik gesetzt, und Sie behaupten hier das Gegenteil.
Heiterkeit bei der ÖVP.
Die Ironie des Schicksals will es, dass genau in dem Saal, in dem letzten Freitag bekannt gegeben werden musste, dass 1,4 Millionen € in Karibik-Geschäften verloren gegangen sind (Abg. Auer: Milliarden!), 1,4 Milliarden € in Karibik-Geschäften verloren gegangen sind, vor eineinhalb Jahren Matznetter das SPÖ-Wirtschaftsprogramm vorgestellt hat. Wissen Sie, was er damals gesagt hat? – Er hat gesagt: Wir können uns ein florierendes Gemeinwesen nur dann leisten, wenn Finanzgeschäfte auch dementsprechend in Österreich europäisch versteuert werden. (Heiterkeit bei der ÖVP.) – Tag und Nacht, meine Damen und Herren! Sie haben den gegenteiligen Weg gewählt: in die Karibik, steuerschonend. Wenn Sie aber Sonntagsreden halten, sagen Sie das genaue Gegenteil. Längst hat Tumpel im Jahr 1995 schon die Segel in Richtung Karibik gesetzt, und Sie behaupten hier das Gegenteil.
Lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP.
Oder der zweite Punkt: Abgeordneter Gusenbauer – es ist schon gesagt worden –, angesprochen von einem Journalisten: Überall, wo die SPÖ wirtschaftet, von „Konsum“ bis BAWAG und ARBÖ, geht es schief. Was antwortet er? – Als der „Konsum“ in Konkurs ging, war ich noch ein Kind – mit 35 ein Kind; Sie sind schon hier im Parlament gesessen –, sagt Dr. Gusenbauer. (Lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
goni oder Heinzl, den ARBÖ-Chef von St. Pölten? (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Ich weiß es nicht? Sie lachen. Wissen Sie, so kann man Verantwortung nicht wahrnehmen.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Ruf bei der SPÖ: Ihre Redezeit ist abgelaufen!
Meine Damen und Herren, ich sage Ihnen eines: Sie können sich hier ducken, Sie können abtauchen, aber wenn alles so in Ordnung ist, dann beantworten Sie vielleicht den Österreichern eine Frage. Machen wir ein Gedankenspiel, rein theoretisch: Alfred Gusenbauer kommt in die Verlegenheit, eine Regierung zu bilden. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Ruf bei der SPÖ: Ihre Redezeit ist abgelaufen!) Glauben Sie wirklich, dass dort alles so gut funktioniert – oder hätten Sie dabei doch ein schlechtes Gefühl? –, angenommen, Sie nähmen den Verkehrsminister aus dem ARBÖ-Management, Sie nähmen den Wirtschaftsminister vom „Konsum“ – Gerharter ist noch jünger als Androsch –, und Sie nähmen, weil es so passt, einen Finanzminister aus der Vorstandsetage der BAWAG? (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren, ich sage Ihnen eines: Sie können sich hier ducken, Sie können abtauchen, aber wenn alles so in Ordnung ist, dann beantworten Sie vielleicht den Österreichern eine Frage. Machen wir ein Gedankenspiel, rein theoretisch: Alfred Gusenbauer kommt in die Verlegenheit, eine Regierung zu bilden. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Ruf bei der SPÖ: Ihre Redezeit ist abgelaufen!) Glauben Sie wirklich, dass dort alles so gut funktioniert – oder hätten Sie dabei doch ein schlechtes Gefühl? –, angenommen, Sie nähmen den Verkehrsminister aus dem ARBÖ-Management, Sie nähmen den Wirtschaftsminister vom „Konsum“ – Gerharter ist noch jünger als Androsch –, und Sie nähmen, weil es so passt, einen Finanzminister aus der Vorstandsetage der BAWAG? (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Silhavy: Ihre Regierung ist eine Katastrophe!
Meine Damen und Herren, wir wollen das verhindern, denn das wäre eine Katastrophe. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Silhavy: Ihre Regierung ist eine Katastrophe!)
Beifall bei der ÖVP für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Lopatka.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter! Ihre Zeit ist wirklich abgelaufen. (Beifall bei der ÖVP für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Lopatka.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Der Kollege Lopatka hat hier einige Namen zitiert. Ich möchte mich mit einer Person befassen, die hier im Parlament sitzt, nämlich mit dem Wirtschaftssprecher der SPÖ, dem Herr Kollegen Matznetter, denn zu dieser Vorstellung, die da heute geboten worden ist, da gehört schon etwas dazu. Da stellt sich Matznetter als Wirtschaftssprecher her, weiß, dass mehr als 1 Milliarde € in den Sand gesetzt worden ist, dass Gewerkschaftsgelder zweckwidrig verwendet worden sind, und sagt dann: In Wirklichkeit ist der Finanzminister schuld. – Also da gehört doch wirklich eine Unverfrorenheit dazu. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Und es ist doch wirklich peinlich, wenn der Wirtschaftssprecher dann verlangt, dass der Finanzminister zurücktreten muss.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sehr gut! Sehr gut!
Und nach dieser kläglichen Vorstellung, die Sie heute geboten haben, hoffe ich, dass Sie diesem Antrag zustimmen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sehr gut! Sehr gut!)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Puswald zu Wort gemeldet. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Herr Abgeordneter, Sie kennen die Bestimmungen: In 2 Minuten den zu berichtigenden Sachverhalt.
Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.
Richtig ist, dass die Gewerkschaft keine Gelder zweckwidrig verwendete, sondern Haftungen eingegangen ist, die bis heute nicht schlagend geworden sind. (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Und ich sage Ihnen, das kann durchaus eine auch Auswirkung auf die nächsten Wahlen haben, weil die Bevölkerung die Entscheidung haben wird, ob es die Möglichkeit geben soll, dass das endlich unmöglich gemacht wird in einem Österreich des 21. Jahrhunderts oder ob man wieder zurückgehen will zu so einer Misswirtschaft, zu so einer Verparteipolitisierung. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Lachen Sie nur! Wir werden zum Schluss lachen, denn wir haben die Verantwortung für dieses Land und dafür, meine Damen und Herren, dass solcher Missbrauch von Arbeitnehmerinteressen der Vergangenheit angehören muss. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das haben Sie selbst gemacht!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Klubobmann Scheibner! Dem Herrn Finanzminister – er ist nicht mehr hier –, aber auch Herrn Abgeordnetem Amon möchte ich Folgendes sagen: Das waren natürlich alles Krokodilstränen, die Sie hier für den ÖGB und für die BAWAG vergossen haben. Ihnen geht es darum, dass die Arbeitnehmerseite in der Auseinandersetzung geschwächt wird. (Abg. Scheibner: Das haben Sie selbst gemacht!) Das ist es! Das waren Kritiker Ihrer Regierungspolitik, und die wollen Sie nachhaltig schwächen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Klubobmann Scheibner! Dem Herrn Finanzminister – er ist nicht mehr hier –, aber auch Herrn Abgeordnetem Amon möchte ich Folgendes sagen: Das waren natürlich alles Krokodilstränen, die Sie hier für den ÖGB und für die BAWAG vergossen haben. Ihnen geht es darum, dass die Arbeitnehmerseite in der Auseinandersetzung geschwächt wird. (Abg. Scheibner: Das haben Sie selbst gemacht!) Das ist es! Das waren Kritiker Ihrer Regierungspolitik, und die wollen Sie nachhaltig schwächen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Kommen Sie doch nicht her, fangen Sie hier nicht zu heulen an und fragen, welchen Schaden das alles bedeutet! – Das ist einmal als erster Punkt festzustellen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Weiter beschäftigen!
Als zweiter Punkt ist festzustellen: Kommen Sie nicht her und tun so, als ob es hier auch nur einen Einzigen gäbe, der Verständnis für das Management der BAWAG hätte! (Abg. Scheibner: Weiter beschäftigen!) Kommen Sie nicht mit dem her! Man soll alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um die Verantwortlichkeiten klarzustellen bis hin, dass sie Wiedergutmachung leisten müssen. Und unterstellen Sie hier
Beifall bei der SPÖ.
niemandem, dass es auch nur irgendein Mitgefühl für dieses gescheiterte Management geben kann! Das muss einmal in aller Deutlichkeit gesagt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Nur den roten Sumpf!
Sie sprechen vom Bankenplatz Österreich. Ich habe mir die Wahlkampflinie des Herrn Lopatka angesehen. Davor braucht man sich nicht zu fürchten, denn wenn Sie diesen Kinderwahlkampf weiterentwickeln, dann ist das nicht gefährlich. Aber wenn Sie jetzt damit anfangen, sechs Monate lang eine Bank in den Wahlkampf hineinzuziehen, dann riskieren Sie den Ruf aller Banken. (Abg. Dr. Fekter: Nur den roten Sumpf!) Und Sie kennen das, was die Menschen draußen sagen. Die sagen, in allen Banken geht es so zu. – Das ist das, was die draußen sagen.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ja, das ist das, was die draußen sagen. Und dann werden Sie sich wundern, wenn die Sparer zu allen Banken kein Vertrauen mehr haben. Das ist dann Ihre Verantwortung, wenn Sie diesen Weg gehen. Davor kann ich nur warnen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Kapeller: Nicht in der Art und Weise! Der ÖGB ... arbeitenden Menschen ...!
Im „Standard“ stand am Samstag auf der ersten Seite: BAWAG, auf Seite 7: Raiffeisen, Energieverluste, Investitionsverluste, Georgien, Sparkasse Tirol. Wir können das aufarbeiten. (Abg. Ing. Kapeller: Nicht in der Art und Weise! Der ÖGB ... arbeitenden Menschen ...!)
Beifall bei der SPÖ.
Ganze Listen gibt es da! Wir können hier auch Aufsichtsratssitzungen simulieren. Dann können Sie sich eine schwarze Bank aussuchen, alles ist möglich, aber es schadet der Wirtschaft, es schadet dem Bankenplatz. Daher soll man damit bitte seriös umgehen und nicht so, wie Sie das tun. Das ist unverantwortlich, das ist keine Wirtschaftskompetenz, Wirklich nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dieses Spielchen können wir endlos fortsetzen, bis hin zum Finanzminister. Heast, Karl-Heinz, drück ein Auge zu! Weißt eh, aufpassen, Vorsicht! – Aber ja, machen wir schon! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Der Elsner ist vorige Woche im Stiftungsrat gesessen!
Bei diesem Spiel sind dann alle dabei! Das ist keine Art und Weise, wie hier vorzugehen ist. (Abg. Scheibner: Der Elsner ist vorige Woche im Stiftungsrat gesessen!) Wenn man Wirtschaftskompetenz vortäuschen will, wenn man haben will, dass die Banken in Österreich vernünftig Geschäfte machen und auch wirklich existieren können, dann ist das unverantwortlich. Das sage ich Ihnen: Das zeugt nicht von Regierungsfähigkeit. Wirklich nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bei diesem Spiel sind dann alle dabei! Das ist keine Art und Weise, wie hier vorzugehen ist. (Abg. Scheibner: Der Elsner ist vorige Woche im Stiftungsrat gesessen!) Wenn man Wirtschaftskompetenz vortäuschen will, wenn man haben will, dass die Banken in Österreich vernünftig Geschäfte machen und auch wirklich existieren können, dann ist das unverantwortlich. Das sage ich Ihnen: Das zeugt nicht von Regierungsfähigkeit. Wirklich nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Bei euch nur Schweigen! – Abg. Rädler: Das ist ungeheuerlich!
Tolle Rollenverteilung: Grasser mit den dicksten Krokodilstränen, der über die Wirtschaft spricht und so weiter. Dann Lopatka, dann Scheibner, dann Amon. Diese Rollenverteilung hier war unanständig. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Unanständig! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Bei euch nur Schweigen! – Abg. Rädler: Das ist ungeheuerlich!) Das hören Sie ungern. Das müssen Sie sich jetzt alles einmal anhören.
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Und jetzt reden wir über politische Verantwortung! Nachdem die Diskussion losgegangen ist, ist Präsident Verzetnitsch zurückgetreten. Vier Vorstände sind – das sei nur hinzugefügt – übrigens auch zurückgetreten. Wer ist von der Regierung bis jetzt zurückgetreten? – Wenn ich mir das so anschaue ... (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Armselig ist das!
Ja, wenn Sie lachen über die Grasser-Homepage, über Gehrer, über all die Minister, die längst rücktrittsreif gewesen wären ... Ich weiß schon, politische Verantwortung bei Ihnen ist geteilt. (Abg. Scheibner: Armselig ist das!) Bei uns muss sie wahrgenommen werden, bei Ihnen können Sie das nicht einmal buchstabieren. Das ist genau das, wo die Trennung gegeben ist. Und das ist unsauber! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ja, wenn Sie lachen über die Grasser-Homepage, über Gehrer, über all die Minister, die längst rücktrittsreif gewesen wären ... Ich weiß schon, politische Verantwortung bei Ihnen ist geteilt. (Abg. Scheibner: Armselig ist das!) Bei uns muss sie wahrgenommen werden, bei Ihnen können Sie das nicht einmal buchstabieren. Das ist genau das, wo die Trennung gegeben ist. Und das ist unsauber! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Jetzt ist er wieder Sozialdemokrat? – Abg. Scheibner: Wer ist ein Sozialdemokrat?
Zum Abschluss sage ich – der Finanzminister hat es selbst gesagt: der Sozialdemokrat Ewald Nowotny wirkt hier an der Aufklärung mit –: Nicht so tun, als ob die Sozialdemokraten nicht interessiert wären. So kann man das nicht bewältigen. Er wirkt hier mit; das sollten Sie zur Kenntnis nehmen und nicht alle in einen Topf werfen. Das ist nämlich wirklich ungehörig. (Abg. Mag. Molterer: Jetzt ist er wieder Sozialdemokrat? – Abg. Scheibner: Wer ist ein Sozialdemokrat?)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben gesagt: Es ist kein ÖGB-Mitglied herausgekommen. – Wir alle sind ÖGB-Mitglieder. Wir alle fühlen uns berufen, hier herauszukommen. Und wir haben hier unseren Standpunkt eindeutig klargestellt. (Beifall bei der SPÖ.) Das war unanständig, was Sie heute gemacht haben. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ.
Sie haben gesagt: Es ist kein ÖGB-Mitglied herausgekommen. – Wir alle sind ÖGB-Mitglieder. Wir alle fühlen uns berufen, hier herauszukommen. Und wir haben hier unseren Standpunkt eindeutig klargestellt. (Beifall bei der SPÖ.) Das war unanständig, was Sie heute gemacht haben. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Genau!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Herr Abgeordneter Dr. Cap hat behauptet, die ÖVP hätte Interesse daran, die Arbeitnehmerseite zu schwächen. (Abg. Eder: Genau!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich berichtige tatsächlich: Nichts kann die Arbeitnehmerseite mehr schwächen als die Malversationen, die sozialistische Gewerkschafter hier decken und verteidigt haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Der Aufdecker! Untersuchungsausschuss!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Pilz. Gesamtrestredezeit für den grünen Klub: 5 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Rufe bei der ÖVP: Der Aufdecker! Untersuchungsausschuss!)
Heiterkeit bei der ÖVP
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Nachdem meinen Vorredner Josef Cap völlig unvorhergesehen und spontan die Empörung überwältigt hat (Heiterkeit bei der ÖVP), möchte ich doch sagen, dass dies in einem Punkt zu Recht passiert ist. Wäre Fritz Verzetnitsch nicht Präsident des ÖGB, sondern, sagen wir einmal, Karibik-Staatssekretär der Regierung Schüssel gewesen, wäre er nach wie vor im Amt und bekäme möglicherweise zusätzlich das Bildungsministerium übertragen. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Nachdem meinen Vorredner Josef Cap völlig unvorhergesehen und spontan die Empörung überwältigt hat (Heiterkeit bei der ÖVP), möchte ich doch sagen, dass dies in einem Punkt zu Recht passiert ist. Wäre Fritz Verzetnitsch nicht Präsident des ÖGB, sondern, sagen wir einmal, Karibik-Staatssekretär der Regierung Schüssel gewesen, wäre er nach wie vor im Amt und bekäme möglicherweise zusätzlich das Bildungsministerium übertragen. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das festzustellen, ist nicht unerheblich, weil es in unserem Land sehr selten eine ausreichende politische Kultur in Bezug auf politische und persönliche Verantwortung gibt. Dort, wo Rücktritte längst schon die Regel sein müssten, ist es noch in keinem einzigen Fall dazu gekommen. – Erster Punkt. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Soll es in der Früh wirklich so sein, dass ein Aufsichtsrat aufwacht und sagt, ja, bei der Eurofighter-Finanzierung werden wir blendend verdienen, aber, jessas na, ich darf die Klubsitzung nicht versäumen, denn da bereiten wir eine Abfangjäger-Dringliche vor? (Heiterkeit bei der ÖVP.) Das kann doch nicht die Zukunft sein.
Ruf bei der SPÖ: Hört! Hört!
Kleiner Hinweis: Im Jahre 2000 waren es für die SPÖ 1,7 Millionen €, für die ÖVP 360 000 €, im Jahr 2001 2,4 Millionen € für die SPÖ, für die ÖVP 570 000 €, im Jahr 2002 5,7 Millionen € für die SPÖ, 1,4 Millionen € für die ÖVP und 20 000 € erstmals für die Freiheitlichen. Im Jahr 2003 – im Eurofighter-Vertragsjahr – 990 000 € für die SPÖ, 310 000 € für die ÖVP und plötzlich 750 000 € für die Freiheitliche Partei. (Ruf bei der SPÖ: Hört! Hört!) Im Jahr 2004 1,7 Millionen € für die SPÖ, 670 000 € für die ÖVP, 360 000 € für die Freiheitliche Partei. Seit 1990 waren das für die SPÖ insgesamt 23 Millionen €, für die ÖVP 12 Millionen € und für die FPÖ 3 Millionen €.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
De Frage eines ÖVP-Kollegen beantworte ich gerne: Seit 1990 floss nachweislich kein Schilling, kein Groschen, kein Euro und kein Cent auf irgendein Konto der Grünen Partei, weil wir unter diesem Titel kein Geld zu beziehen pflegen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Legen Sie das offen! Kommen Sie der Aufforderung von Klubobmann Scheibner nach, und wir werden gemeinsam ein kleines Stück an Glaubwürdigkeit zurückgewinnen! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Gradwohl: Warum schaut ihr so groß?
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist einstimmig angenommen. (E 176.) (Abg. Gradwohl: Warum schaut ihr so groß?)
Abg. Prinz: Das sind nicht Anschüttungen! Das sind Tatsachen! – Abg. Dr. Fekter: Fakten!
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Frau Präsident! Frau Minister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Es ist ja an und für sich unglaublich – das muss man feststellen –, welche Anschüttungen hier seitens der Regierungsfraktionen in den letzten zweieinhalb Stunden gekommen sind. (Abg. Prinz: Das sind nicht Anschüttungen! Das sind Tatsachen! – Abg. Dr. Fekter: Fakten!) Im Gegensatz zu diesen verbalen Attacken haben wir es schwarz auf weiß durch eine unter Wahrheitspflicht abgegebene Beantwortung der schriftlichen Anfrage 3849/J von mir an die Frau Bundesministerin, dass der ÖVP- und Gehrer-Günstling Direktor Seipel in der Öffentlichkeit bewusst und mehrfach die Unwahrheit gesagt hat, um seine hoch dotierte Funktion als Direktor des Kunsthistorischen Museums zu retten.
Beifall bei der SPÖ.
Hohes Haus! Herr Seipel hat damit nicht nur die Unwahrheit gesagt, er hat auch den PolizistInnen, welche die durch seine Schlamperei gestohlene „Saliera“ für die Republik zurückgebracht haben, Amtsmissbrauch vorgeworfen. Das ist eine schändliche Vorgangsweise, die wir zutiefst verurteilen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Gilt das auch für Tumpel? – Abg. Gradwohl: Ist der in der Regierung?
Meine Damen und Herren, es entspricht nicht den Usancen des Hauses, das Wort „Lüge“ zu verwenden; ich stelle also in den Raum, ob diese Unwahrheiten anders zu benennen sind, und fordere den Herrn Direktor dazu auf, dass er endlich seinen Hut nimmt. (Abg. Dr. Fekter: Gilt das auch für Tumpel? – Abg. Gradwohl: Ist der in der Regierung?)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist im Übrigen ein Markenzeichen dieser Regierung geworden, dass sie unsere verdiente Exekutive in mittlerweile schon empörender Art und Weise im Stich lässt – sei es bei der Schwerarbeiterregelung, sei es bei den Arbeitsbedingungen, sei es beim Exekutivdienstgesetz. In den letzten sechs Jahren wurde dieses Exekutivdienstgesetz wiederholt, von Bundeskanzler Schüssel abwärts, versprochen. Nichts ist in Angriff genommen worden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich fordere Sie auf, dass Sie die Interessen der Kolleginnen und Kollegen ernst nehmen und dass sie von Ihnen hinkünftig in Schutz genommen werden, wenn Ihre Parteifreunde sie in diffamierender Art und Weise beleidigen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gradwohl: Ist der Grasser für die „Saliera“ zuständig?
Reden wir über die wahren und wirklichen Skandale in dieser Republik, reden wir über die BAWAG! Wenn Ihr Wirtschaftssprecher heute nur die Aussage zusammenbringt, dass zum Schluss Grasser schuld ist und alle anderen eigentlich nicht, wenn das die logische Konsequenz aus diesem Skandal ist, dann ist das ein wirklicher Skandal! (Abg. Gradwohl: Ist der Grasser für die „Saliera“ zuständig?)
Beifall bei der ÖVP.
Warum hat Landeshauptmann-Stellvertreter Haider in Oberösterreich nicht geschaut, dass die BAWAG Anteile an der Voest kauft? – Hätte er ruhig machen können! Er hat gesagt, die Voest wird an die Russen verkauft, anstatt sich zu engagieren, so wie oberösterreichische Banken Arbeitsplätze in Oberösterreich gesichert haben. Das wäre Aufgabe einer BAWAG gewesen, aber nicht das Geld – 1,4 Milliarden €! – zu verzocken! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Sicher!
Herr Abgeordneter Parnigoni, eines noch: Sie waren ja bis vor kurzem im Präsidium des ARBÖ – stimmt das? (Abg. Parnigoni: Sicher!) Sie müssen ja ein bisschen etwas wissen, ich habe daher noch fünf Fragen an Sie – bitte mitschreiben! –, denn es ist wirklich wichtig, dass dies auch hier herinnen zur Sprache kommt. Sie haben das sinkende Schiff verlassen, vom Schiff, das im Untertauchen ist, sind Sie schnell abgesprungen. – Fünf Fragen:
Beifall bei der ÖVP.
Beantworten Sie diese Fragen! Müssen diese Fragen mit Ja beantwortet werden, dann ist das ein wahrer Skandal, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.– Abg. Parnigoni: Gehen Sie zum ARBÖ und fragen Sie sie!
Das sind die wahren Skandale! Reden wir darüber und klären wir sie auf! – Die Bevölkerung hat ein Recht darauf! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.– Abg. Parnigoni: Gehen Sie zum ARBÖ und fragen Sie sie!)
Beifall bei der SPÖ.
Sie nicht, was mit den Exekutivbeamten geschieht. Das finde ich sehr bedauerlich, Frau Ministerin. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte aber auch noch einen Punkt anschneiden, denn es ist in dieser Debatte festgestellt worden, dass Österreich einen sehr schlechten Sicherheitszustand aufzuweisen hat. Tatsache ist, dass Österreich in allen Statistiken zu den sichersten Ländern dieser Welt gehört, und ich glaube, darauf können wir alle miteinander stolz sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Zweiten, wenn die Statistik angeschnitten wird: Diese Statistik in dieser Form gibt es erst seit 2000. Da kann man keine Vergleiche mit anderen Statistiken anführen, die händisch geführt wurden und nicht EDV-mäßig geführt wurden. Und es gibt seit dieser Zeit auch neue, breite Kriminalformen, die früher nicht in der Statistik aufgeschienen sind. Damit gab es auch eine weitaus höhere Fallanzahl, aber Sie sehen auch in den letzten Statistiken, dass die Aufklärungsrate deutlich nach oben steigt, und das ist der Arbeit unserer Exekutive zu verdanken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Neugebauer: Danke, Frau Bundesminister!
dass wir so eine gute Exekutive und Polizei in Österreich haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Neugebauer: Danke, Frau Bundesminister!)
Abg. Scheibner: Schlecht gemacht!
Sie stellen sich da her, fangen weinerlich an, die Ablöse von Seipel zu fordern, erzählen uns dann vom Putzen der Wachzimmer, von der Schwerarbeiterregelung und verschiedenes anderes, ohne aber ein wirkliches Substrat zu haben. – Oder wollen Sie mit Ihrer Anfrage eine Kulturdebatte entfachen? Möglicherweise sind es doch die Personalvertretungswahlen oder die BAWAG. (Abg. Scheibner: Schlecht gemacht!) Schlecht gemacht, ja!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die einzige Anschüttung, die ich jetzt im Rahmen der Diskussion gehört habe, war die von Frau Muttonen, die der Frau Minister vorgeworfen hat, ihre Exekutivbeamten lägen ihr nicht am Herzen, es sei ihr völlig egal, wie es ihnen geht und wie sie ausgerüstet sind. Eine derartig perverse, absurde Anschüttung habe ich wirklich schon lange nicht gehört. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
Was mich gestört hat an der ganzen Auseinandersetzung im Zusammenhang mit der Auffindung der „Saliera“, das waren die Medien, aber über die Medien haben wir ja keine Macht. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) Denn von diesen wird der Verdächtige zum Helden hochstilisiert. Wenn es nach ihnen geht, soll dieser ganze Coup sogar verfilmt werden. Die ganze Aktion ist dargestellt worden sozusagen als Husarenritt eines Menschen, der immer flott drauf ist, ein Frauenliebling und was weiß
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber eines möchte ich sagen: Die Gerichte und die Staatsanwaltschaften werden jetzt ermitteln, und denen traue ich zu und die haben mein Vertrauen, dass sie ohne irgendwelche Sentimentalitäten die Person des Täters sehen und die Tat auch richtig beurteilen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Gahr: Das ist schon oft diskutiert worden!
Was ich nur überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist die Tatsache, dass dieser Museumsdirektor, der ständig Probleme gemacht hat und weiterhin macht, der auch ungesetzliche Aktivitäten gesetzt hat – und ich bin davon überzeugt, dass das auch weitergeht –, noch immer im Amt ist. Das kann ich irgendwie nicht nachvollziehen: dass dieser Direktor sechs ägyptische Grabbeigaben kauft und zwei davon sozusagen als Provision für sich in den Privatbesitz übergleiten lässt – das ist bis heute nicht gerichtet! –, dass er sein eigenes Auto an das Museum verkauft, um dann damit selbst weiter zu fahren, dass er die Sphinx ... (Abg. Gahr: Das ist schon oft diskutiert worden!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Zehn Jahre ...!), er ist sich seiner Verantwortung letzten Endes bewusst geworden. – Ja, Sie sagen, er ist zurückgetreten worden. Mag sein, dass ihm die Freunde und Freundinnen aus seiner Partei empfohlen haben zurückzutreten, und er hat das letzten Endes dann auch gemacht. Aber das würde ich mir von den Freunden und Freundinnen des Direktors Seipel in der ÖVP auch erwarten, aber da geschieht überhaupt nichts. Im Gegenteil, er wird gedeckt: Das, was er macht, ist alles super. – Ich glaube, da mangelt es an der Kultur der Verantwortung. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie auf den Bundeskanzler einwirken werden, damit auch hier die Einhaltung dessen, was Gesetz ist, kontrolliert werden kann. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein Dank an Frau Bundesministerin Prokop, denn mit diesem Projekt wird die polizeiliche Zusammenarbeit verstärkt und die Sicherheit in Europa erhöht. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber jetzt verbringen diese Beamtinnen und Beamten ihre Schlafzeit zwischen den Umkleidespinds, wo sie ihre Klappbetten aufstellen müssen und wenig Platz ist. Dort sollte Abhilfe geschaffen werden. Frau Bundesministerin, bitte schauen Sie sich das an! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Prümer Vertrag ist ein Mosaikstein im Gesamtsystem zu mehr Sicherheit in einem der sichersten Länder Europas. Ein gutes Gesetz! Ich erbitte Ihre Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
gestellt haben, sehr herzlich bedanken. Wir können mit gutem Gewissen diesem Staatsvertrag unsere Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Aber immerhin: Bei dieser Beschlussfassung heute sind Sie dabei. Das stimmt uns zuversichtlich für weitere Beschlussfassungen für mehr Sicherheit in Österreich. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Seien Sie nicht so streng mit mir!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Klubobmann Scheibner hat heute wieder gesagt: die Elite-Universität in Gugging. Herr Kollege Scheibner, es handelt sich um keine Elite-Universität aus dem schlichten Grund, weil es sich um keine Universität handelt. Was dort gelehrt und geforscht wird, wissen wir bis heute nicht. Fest steht nur, umfassend wird es nicht sein. Deswegen kann es auch keine Elite-Universität sein. (Abg. Scheibner: Seien Sie nicht so streng mit mir!)
Abg. Dr. Brinek: Alles falsch!
Ich stimme Hannes Androsch voll zu. Was hat er so schön gesagt? (Abg. Dr. Brinek: Alles falsch!) – Die Finanzsituation der Universitäten ist eine teilautonomisierte Verwaltung von skandalösen Mängeln. Dem ist nichts hinzuzufügen. Reden Sie mit den Leuten auf der Uni, gehen Sie zu Vorlesungen, schauen Sie, wie es dort ausschaut und wie es dort teilweise riecht! (Abg. Dr. Brinek: Das mache ich!) Dann werden Sie bemerken, dass das alles andere als luxuriöse Institutionen sind.
Abg. Dr. Brinek: Das mache ich!
Ich stimme Hannes Androsch voll zu. Was hat er so schön gesagt? (Abg. Dr. Brinek: Alles falsch!) – Die Finanzsituation der Universitäten ist eine teilautonomisierte Verwaltung von skandalösen Mängeln. Dem ist nichts hinzuzufügen. Reden Sie mit den Leuten auf der Uni, gehen Sie zu Vorlesungen, schauen Sie, wie es dort ausschaut und wie es dort teilweise riecht! (Abg. Dr. Brinek: Das mache ich!) Dann werden Sie bemerken, dass das alles andere als luxuriöse Institutionen sind.
Beifall bei den Grünen.
Weiters: der Forschungsförderungsfonds für die wissenschaftliche Forschung, FWF. Kollege Broukal ist damit zufrieden, wenn jetzt ausnahmsweise im Vorgriff auf das Budget 2007 30 Millionen € – hoffentlich, das steht nämlich nicht im Gesetz – zusätzlich bereitgestellt werden. Das ist in Ordnung. Aber wie lange sollen wir uns diese Flickschusterei von den Regierungsparteien noch bieten lassen? Herr Kollege Broukal, das, was der FWF braucht, und zwar nicht erst seit gestern, sondern schon seit Jahren, ist eine längerfristige verbindliche Zusage, damit sie vernünftig planen können. Sie benötigen ein höheres Grundbudget und gesicherte Zuwachsraten im laufenden Budget. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Broukal: Das wäre meine Perspektive gewesen, Herr Professor!
Ich bin nicht damit zufrieden, dass jetzt einmal etwas versprochen wird. Nächstes Jahr haben wir dasselbe Theater wieder, das garantiere ich Ihnen, außer die Regierung wechselt. (Abg. Broukal: Das wäre meine Perspektive gewesen, Herr Professor!) – Aber mit dieser Regierung würden wir das Gleiche wieder haben.
Beifall bei den Grünen.
Was jetzt geändert wurde, Herr Kollege Broukal, ist das allermindeste Minimum. Es war von Anfang an klar, dass das Kuratorium in der Form nicht hält: vier Leute von der Bundesregierung, drei vom Land Niederösterreich. Das war eine Groteske zur Potenz. Vielleicht war das geplant, den Regierungsparteien traue ich das durchaus zu, dass sie zuerst eine Groteske inszenieren, um dann das Mindeste zu machen, und die SPÖ sagt bravo dazu. Mir und den Grünen ist das, lieber Kollege Broukal, zu wenig. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Mit der Zusage der Bundesregierung, die Universitäten mit insgesamt 1,1 Milliarden € bis zum Jahr 2009 budgetmäßig auszustatten, ist wieder ein weiterer Fundamentgrundstein gelegt worden, auf den gut aufgebaut werden kann. Und wenn wir heute als Abschluss eines neuen Moduls der Universitäts- und Forschungslandschaft weitere 455 Millionen € für die nächsten Jahre für Spitzenleistungen im Bereich der Grundlagenforschung verabschieden, dann bin ich sehr froh und zuversichtlich und meine, dass das eine sehr schöne Bilanz dieser Bundesregierung und der Frau Bundesministerin Gehrer ist. Mit der Verabschiedung dieses Gesetzes setzen wir einen schönen Schlusspunkt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Broukal: Eigentlich müssen Sie uns sehr zwingen dazu, wenn ich Ihnen so zuhöre!
Ich bin froh darüber, dass die SPÖ heute zustimmt und wir gemeinsam ein gutes und solides Gesetz verabschieden können. (Abg. Broukal: Eigentlich müssen Sie uns sehr zwingen dazu, wenn ich Ihnen so zuhöre!) – Sie müssen offenbar sich zwingen, es ist Ihre Motivation, Sie können es auch als Demokrat und freier Abgeordneter bleiben lassen. Ich habe aber den Eindruck, Kollegen Bauer aus Niederösterreich ist sehr viel daran gelegen, und wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er vom Anfang an einen anderen Beitrag dazu geleistet.
Beifall bei der ÖVP.
Schließlich können wir mit der heutigen Verabschiedung – zusammen mit einem aufgestockten FWF, einer neu organisierten FFG, neu und gut ausgestatteten Universitäten –, mit diesem Institute of Science and Technology neue Wege gehen, und es können damit sowohl die Wissenschaftlerinnen und Wissenschafter, die Forscherinnen und Forscher als auch die bestehenden Institutionen selbst und die künftig in Klosterneuburg Tätigen einen gemeinsamen Erfolg für Österreich einfahren. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist auch nicht richtig, und Sie können mir keine Beispiele nennen. Ich muss sagen: Sie nerven mich auch – jetzt meine ich nicht Sie, Frau Bundesministerin, sondern Leute hier im Plenum – mit MIT. Wissen Sie, dass am MIT, in Harvard und Stanford über 300 Studienrichtungen angeboten werden, bis zur Theaterwissenschaft. Glauben Sie, dass in Gugging Theaterwissenschaft unterrichtet wird? – Dort werden drei Fächer unterrichtet. MIT hat über 3 000 Professoren, über 10 000 Studierende und ein Budget, das so hoch ist wie das ganze Budget der hoch verehrten Frau Bundesministerin für alle 21 Universitäten Österreichs. Reden wir doch nicht pausenlos so einen Unsinn! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Die haben auch einmal einen ersten Tag gehabt!
Sie werden mir keine einzige Institution der Welt nennen können, wo top down wissenschaftliche Exzellenz sozusagen wie ein Wunder aus dem Boden sprießt. Harvard, Stanford haben eine Geschichte, Frau Brinek, Sie wissen es vielleicht. Diese Universitäten sind mehrere hundert Jahre alt, die eine ist um 1700 gegründet worden und die zweite 1810 oder 1820. Das kann es nicht sein! (Abg. Dr. Brinek: Die haben auch einmal einen ersten Tag gehabt!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Was ist dann passiert? – Die Industriellenvereinigung ist – das sage ich jetzt einmal wertfrei – lobenswerterweise eingesprungen und hat drei wirklich anerkannte Leute finanziert oder bewegt, da einzuspringen und sozusagen das Steuer herumzureißen. Diese haben dann versucht, Vorschläge zu machen. Und ich stehe nicht an, zu sagen: Es hat sich irgendetwas in diesem Vorschlag zum IST-A gebessert, nämlich, dass es statt sieben Kuratoriumsmitglieder nunmehr 14 gibt. Unklar ist aber die Formulierung: Sie müssen in international anerkannten Wissenschaftseinrichtungen tätig sein. – Sie werden doch zugeben, dass auch österreichische Universitäten wissenschaftlich oder international anerkannt sind. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Es steht dem nichts im Wege, dass in das Kuratorium – theoretisch sage ich jetzt – nur Inländer berufen werden, die in Konkurrenz zu den dort tätigen Wissenschaftlern sehr eifersüchtig wachen werden, wer was tut und wer was bekommt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) Das Motto ist aber, dort werden die Besten bestens bezahlt und dürfen tun und lassen, was sie wollen, was auch im Sinne der Freiheit der Forschung gut ist.
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek
Was denken sich Universitäten, wenn sie sich das anschauen? – Denken Sie nicht, dass man besser dort (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek) – Sie haben Zeit zum Reden gehabt – investieren soll, wo bereits Spitzeninstitute in Österreich existieren, wo Spitzenarbeitsgruppen und Teams arbeiten, deren Leistungen man kennt. Die könnten sich wahrlich einer internationalen Evaluierung stellen!
Abg. Dr. Brinek: Das wissen wir alles!
Es gibt ein Modell – ich bin an und für sich stolz und erfreut, dass der Wissenschaftsfonds das publiziert hat –, das unserem entsprechen würde. Die wollen Exzellenz-Cluster, das heißt auf bestehenden Einrichtungen ohne Verzögerung etwas initiieren (Abg. Dr. Brinek: Das wissen wir alles!), indem man ausländische Wissenschaftler als Bereicherung zusätzlich berufen kann, zusätzliche Institute dazu gründen kann, um sozusagen über diese Schwelle zu kommen, sodass man absolut international kompatibel ist und mit den Besten der Welt mit streiten kann. (Abg. Dr. Brinek: Wir kennen das Konzept!)
Abg. Dr. Brinek: Wir kennen das Konzept!
Es gibt ein Modell – ich bin an und für sich stolz und erfreut, dass der Wissenschaftsfonds das publiziert hat –, das unserem entsprechen würde. Die wollen Exzellenz-Cluster, das heißt auf bestehenden Einrichtungen ohne Verzögerung etwas initiieren (Abg. Dr. Brinek: Das wissen wir alles!), indem man ausländische Wissenschaftler als Bereicherung zusätzlich berufen kann, zusätzliche Institute dazu gründen kann, um sozusagen über diese Schwelle zu kommen, sodass man absolut international kompatibel ist und mit den Besten der Welt mit streiten kann. (Abg. Dr. Brinek: Wir kennen das Konzept!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Bühne gegangen. Wird das noch irgendwer korrigieren? Was steht da drinnen? (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Regler: Ein engagierter Landeshauptmann!
Da kann man nicht wie Pröll argumentieren und sagen: Weil wir eine Bioäthanolanlage gemacht haben, weil wir das MedAustron nach Niederösterreich gebracht haben! – Das geht nicht gegen Niederösterreich, aber zum Ruhm und Denkmal eines Landeshauptmannes kann ich doch kein Elite-Institut gründen! (Abg. Mag. Regler: Ein engagierter Landeshauptmann!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Brinek: Das war eine Ratsempfehlung, Herr Kollege Grünewald!
Abschließend muss ich sagen: Es ist in diesem Gesetzentwurf einiges besser geworden, aber – und dann schließe ich wirklich meine Ausführungen – Sie haben auch die SPÖ übertölpelt. Der Wissenschaftsfonds war bei mir. Er hat mir gesagt, mit den 30 Millionen schaut das so aus: Gorbach konnte sie nicht geben, Grasser hat sich in kurzer Zeit überreden lassen! Aber es steht deutlich drinnen: ein einmaliger Vorgriff auf das Jahr 2007. – Wenn Sie jedes Jahr einen Vorgriff von 30 Millionen € machen, dann hat der FWF in zehn Jahren gar nichts mehr. Und das ist, glaube ich, kein Anreiz, diesem Modell zuzustimmen. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Brinek: Das war eine Ratsempfehlung, Herr Kollege Grünewald!)
Abg. Dr. Brinek: Nicht meine Einstellung!
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Liebe Kollegin Brinek, ich denke mir, ganz so pessimistisch, wie der Kurt Grünewald das sieht, muss man es nicht sehen; da stimme ich dir zu. Man sollte zwar grundsätzlich immer das Schlechteste vermuten (Abg. Dr. Brinek: Nicht meine Einstellung!), aber es muss ja auch nicht immer eintreten. Genau, es muss ja auch nicht immer eintreten. Und es gibt ja dann auch noch eine kritische Öffentlichkeit, die einem notfalls in den Arm fällt, falls man das Schlechte nicht nur plant, sondern auch ausführen will. (Abg. Dr. Grünewald: Oder in den Rücken!)
Abg. Dr. Grünewald: Oder in den Rücken!
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Liebe Kollegin Brinek, ich denke mir, ganz so pessimistisch, wie der Kurt Grünewald das sieht, muss man es nicht sehen; da stimme ich dir zu. Man sollte zwar grundsätzlich immer das Schlechteste vermuten (Abg. Dr. Brinek: Nicht meine Einstellung!), aber es muss ja auch nicht immer eintreten. Genau, es muss ja auch nicht immer eintreten. Und es gibt ja dann auch noch eine kritische Öffentlichkeit, die einem notfalls in den Arm fällt, falls man das Schlechte nicht nur plant, sondern auch ausführen will. (Abg. Dr. Grünewald: Oder in den Rücken!)
in Richtung des Abg. Dr. Grünewald
Ich glaube, Kurt (in Richtung des Abg. Dr. Grünewald), dass du einen Fehler begehst. Im Ministerratsvortrag – soweit er mir zugänglich ist – ist davon die Rede, dass diese 30 Millionen € mehr auch in den nächsten Jahren kommen sollen. Bitte, das wird vielleicht die Frau Bundesministerin dann genauer ausführen können. Ich erfahre davon ja nur onditweise, weil das keine öffentlichen Dokumente sind. Mir war es schon wichtig, dafür zu sorgen, dass diese 30 Millionen nicht einmalig, sondern dauerhaft sind, und das scheint, sage ich, gelungen zu sein – to the best of my knowledge, sonst hätte ich nicht zugestimmt. Für 30 Millionen einmalig, nur damit wir einen Frieden geben, hätte ich es nicht gemacht.
Beifall bei der SPÖ.
Der Weg dorthin ist noch weit, ein Anfang ist gemacht. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn Sie es sich genau anschauen: Auch das Weizmann-Institut hat einmal klein angefangen. Und wenn man nicht anfängt, dann kann schlussendlich kein Exzellenz-Institut in dieser Art entstehen. Ich danke jedenfalls allen, die uns jetzt bei der Gründung dieses Exzellenz-Institutes unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Broukal: Ich erwarte mir, dass es in sechs Monaten Wurscht ist, was die ÖVP dazu meint!
Ich schaue nur zu Ihnen, Herr Kollege Broukal, weil Sie so absolut optimistisch sind. Von der ÖVP erwarte ich mir nichts anderes, als dass sie das verteidigt, was sie in die Wege geleitet hat. Ich habe nur geglaubt, die SPÖ denkt hier noch ein bisschen weiter. (Abg. Broukal: Ich erwarte mir, dass es in sechs Monaten Wurscht ist, was die ÖVP dazu meint!)
Abg. Dr. Brinek: Das wird ja gemacht!
Aus unserer Sicht – und Kollege Grünewald hat es schon gesagt – fehlt im Bereich der Universitäten einfach jede Menge an Basis, wo eigentlich Exzellenz aufzusetzen wäre. Und solange das nicht da ist ... (Abg. Dr. Brinek: Das wird ja gemacht!) – Nein, genau das wird nicht gemacht. Sie machen es so wie mit den 30 Millionen jetzt vom FWF. Das schaue ich mir nämlich noch an! (Abg. Dr. Brinek: Das ist Ihnen fast unangenehm mit den 30 Millionen!)
Abg. Dr. Brinek: Das ist Ihnen fast unangenehm mit den 30 Millionen!
Aus unserer Sicht – und Kollege Grünewald hat es schon gesagt – fehlt im Bereich der Universitäten einfach jede Menge an Basis, wo eigentlich Exzellenz aufzusetzen wäre. Und solange das nicht da ist ... (Abg. Dr. Brinek: Das wird ja gemacht!) – Nein, genau das wird nicht gemacht. Sie machen es so wie mit den 30 Millionen jetzt vom FWF. Das schaue ich mir nämlich noch an! (Abg. Dr. Brinek: Das ist Ihnen fast unangenehm mit den 30 Millionen!)
Beifall bei den Grünen.
Das würde bedeuten, dass Sie für den FWF 2006/2007 60 Millionen mehr brauchen würden – sind wir uns da einig? –, denn 30 Millionen nehmen Sie jetzt als Vorgriff auf 2006, dann sind die 30 Millionen dort weg. Das heißt, wenn Sie die 30 Millionen wieder sichern wollen, was Sie jetzt behaupten, brauchen Sie 60 Millionen zusätzlich für das Budget 2007. Na, das schaue ich mir noch ganz genau an, wo das dann bei Ihnen aufscheinen wird! Das wird nämlich nirgends aufscheinen, weil Ihre Versprechungen einfach sehr selten wahr gemacht werden. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Ich hätte noch ein kleines Beispiel, was man auch machen könnte: Man könnte auf aktuelle Forschungsinitiativen aufsetzen. Ich erzähle Ihnen in diesem Zusammenhang etwas Aktuelles: In Gänserndorf gibt es ein Projekt mit den ehemaligen Tierversuchsaffen von Baxter. Ich weiß nicht, ob Ihnen das bekannt sind. Dort sitzen 44 ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) – Warten Sie ein bisschen! Es hat etwas mit Exzellenz zu tun. (Abg. Dr. Brinek: Aber nicht mit dem Vertrag vom Zeilinger!) – Nein, mit dem Zeilinger nicht. Aber es hat etwas mit einer Frau zu tun – vielleicht interessiert es Sie deswegen nicht. Bei dem derzeitigen Projekt sind nämlich bis jetzt überhaupt nur Männer im Spiel, und zwar gleich, aus welchem Land sie kommen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Aber nicht mit dem Vertrag vom Zeilinger!
Ich hätte noch ein kleines Beispiel, was man auch machen könnte: Man könnte auf aktuelle Forschungsinitiativen aufsetzen. Ich erzähle Ihnen in diesem Zusammenhang etwas Aktuelles: In Gänserndorf gibt es ein Projekt mit den ehemaligen Tierversuchsaffen von Baxter. Ich weiß nicht, ob Ihnen das bekannt sind. Dort sitzen 44 ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) – Warten Sie ein bisschen! Es hat etwas mit Exzellenz zu tun. (Abg. Dr. Brinek: Aber nicht mit dem Vertrag vom Zeilinger!) – Nein, mit dem Zeilinger nicht. Aber es hat etwas mit einer Frau zu tun – vielleicht interessiert es Sie deswegen nicht. Bei dem derzeitigen Projekt sind nämlich bis jetzt überhaupt nur Männer im Spiel, und zwar gleich, aus welchem Land sie kommen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich hätte noch ein kleines Beispiel, was man auch machen könnte: Man könnte auf aktuelle Forschungsinitiativen aufsetzen. Ich erzähle Ihnen in diesem Zusammenhang etwas Aktuelles: In Gänserndorf gibt es ein Projekt mit den ehemaligen Tierversuchsaffen von Baxter. Ich weiß nicht, ob Ihnen das bekannt sind. Dort sitzen 44 ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) – Warten Sie ein bisschen! Es hat etwas mit Exzellenz zu tun. (Abg. Dr. Brinek: Aber nicht mit dem Vertrag vom Zeilinger!) – Nein, mit dem Zeilinger nicht. Aber es hat etwas mit einer Frau zu tun – vielleicht interessiert es Sie deswegen nicht. Bei dem derzeitigen Projekt sind nämlich bis jetzt überhaupt nur Männer im Spiel, und zwar gleich, aus welchem Land sie kommen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
an vorletzter Stelle im OECD-Bereich steht, was die Forscherinnen betrifft, könnte uns auch das vielleicht zumindest zu denken geben. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Broukal: Das muss ja sein! Das hätte mir gefehlt!
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Zuerst möchte ich mich schon ein bisschen mit der SPÖ befassen (Abg. Broukal: Das muss ja sein! Das hätte mir gefehlt!), auch wenn es sehr lobenswert ist, dass Sie sich heute und in den letzten Tagen dazu entschlossen haben, hier zuzustimmen. Es freut uns, dass offenbar die internationalen Argumente für Sie doch schlagend genug waren.
Abg. Broukal: Das Wort „Rohrkrepierer“ habe ich noch nie verwendet!
Dann geht es weiter: Am 19. Februar – und das ist spannend, was da am 19. Februar geschieht – schrieb Kollege Broukal: Projekt Elite-Uni „schon jetzt ein Rohrkrepierer“. (Abg. Broukal: Das Wort „Rohrkrepierer“ habe ich noch nie verwendet!) – Doch, ist in Anführungsstrichen!
Zwischenruf des Abg. Broukal.
Das ist schon sehr spannend: Der eine Teil, auf der SP-Bundesseite, sagt nein – der andere Teil der Partei jedoch sagt, und zwar am gleichen Tag, ja! Das hat wahrscheinlich dazu geführt – offensichtlich ist die SPÖ Niederösterreich doch wichtiger, ja Niederösterreich generell wichtiger, als sich das der eine oder andere in Wien gedacht hat –, dass nach einer Nachdenkpause von drei Wochen für Gusenbauer dann diese große Geschichte sozusagen im „Kurier“ kam. Gusenbauer dem „Kurier“ vom 7. März 2006 gegenüber – ich zitiere –: „Gugging ist nicht das Problem.“ Gusenbauer hat doch damit Sie, Herr Kollege Broukal – wie so oft –, desavouiert, da er eben im Endeffekt gesagt hat: „Gugging ist nicht das Problem.“ (Zwischenruf des Abg. Broukal.)
Abg. Dr. Sonnberger: Sehr flexibel!
Ich weiß ja nicht, was im Endeffekt zu diesem Umdenken in der SPÖ geführt hat; Sie wissen das sicherlich viel besser. Jedenfalls hat das dazu geführt, dass die SPÖ zu diesem Standort zuerst nein, dann ja gesagt hat, zuerst zick, dann zack, alles tot, um dann zu sagen, es lebe das Institute of Science and Technology – Austria. (Abg. Dr. Sonnberger: Sehr flexibel!) – Ja, „Flexibilität“ kann man das auch nennen. Es ist also geradezu spannend, wie man einen solchen Meinungsumschwung innerhalb kürzester Zeit herbeiführt beziehungsweise sich erst so und dann so verhält. Insofern ist es mir auch wichtig, das noch einmal zum Thema FWF aufzuzeigen und hier einiges klarzustellen.
Abg. Krainer: Im Internet können Sie das nachschauen!
Klarzustellen ist da auch gegenüber den Grünen, dass es hier um eine Aufstockung für das Budget 2006 geht – und das soll auch die Messlatte für die Budgets der folgenden Jahre sein. Wir gehen sehr wohl davon aus, dass es da noch zu einer weiteren Aufstockung kommt. Auch wir werden uns das genau anschauen, denn sonst wird es nicht möglich sein, diese Art der Grundlagenforschung zu machen, von der wir jetzt alle hier sprechen. (Abg. Krainer: Im Internet können Sie das nachschauen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir freuen uns jedenfalls, dass das letztendlich auf die Zustimmung aller gestoßen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich würde mir, wie gesagt, wünschen, dass in diesem Leitungsgremium auch einige Frauen sitzen. Sehr viele werden es unter Umständen nicht sein, denn es ist nun einmal der Anteil der Wissenschafterinnen auf diesem Gebiete der Spitzenforschung leider noch nicht sehr hoch, aber wir werden weiter daran arbeiten – vielleicht auch das gemeinsam –, damit sich das in Zukunft ändert. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich freue mich auch, dass die SPÖ schließlich und endlich ihren Zickzackkurs – hoffentlich! – beendet hat und bei dieser Meinung bleibt, dass Gugging doch ein guter Standort ist, dass dieses Institut mit dem Kuratorium eine gute Einrichtung ist und dass man dort gute Forschung betreiben und letztendlich sagen kann: Ende gut, alles gut! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das hat also nichts mit dem Geld, sondern mit den Affen zu tun. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Da ist es nur wichtig und auch richtig, dass Österreich alle Hebel in Bewegung setzt, um da nicht hinten nachzuhinken, sondern um Spitzenreiter zu sein, denn wenn wir auf europäischer Ebene mitgestalten wollen, wenn wir auf dem Elitekurs auch den Ton angeben möchten, dann ist es wichtig, dass Österreich die entsprechenden Ressourcen bereitstellt. Und gerade Professor Zeilinger war derjenige, der Anfang dieses Jahres gesagt hat, es wäre wichtig, noch bis Ende des Jahres einen ordentlichen Vorschlag vorzulegen, damit man das rasch umsetzen kann. Genau das ist jetzt gelungen. Und dazu muss man der Frau Bundesminister auch wirklich sehr herzlich gratulieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bin froh darüber, dass dieser Kompromiss auch dazu geführt hat, dass die SPÖ zustimmt. Ich glaube auch, dass die Standortwahl keine schlechte ist, nicht um jetzt – um noch einmal auf die Ausführungen von Herrn Dr. Grünewald zu replizieren – ein Denkmal für den Landeshauptmann von Niederösterreich zu setzen, sondern vielmehr deshalb, weil er der Einzige war, der gesagt hat, ich mache ein ordentliches Angebot. Hätte das der Wiener Bürgermeister getan, wäre das Institut vielleicht jetzt in Wien, aber das war leider nicht der Fall. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dementsprechend bitte ich um Unterstützung. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
In diesem Sinne möchte ich ein herzliches Dankeschön sagen für die Einigung, zumindest zwischen den Sozialdemokraten und den Regierungsparteien, weil ich glaube, es ist ein guter Beitrag auf dem Weg zu mehr Wissen und zu höherer Ausbildung, ja Höchstausbildung. Ich wünsche dem Institute of Science and Technology viel Erfolg. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ein gutes Gesetz – es garantiert die Freiheit der Wissenschaft, es gewährleistet die Finanzierung, und es schafft vor allem auch die Basis für exzellente Grundlagenforschung in Österreich. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Wie heißt der?
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Auch wenn Sie es nicht zur Kenntnis nehmen wollen, aber Sie müssen mittlerweile – vor allem die linke Fraktion der Grünen und der SPÖ – zur Kenntnis nehmen, dass sich diese Bundesregierung von Anfang an ganz klar zu einer Forschungsinitiative bekannt hat. Mit einem eigenen Staatssekretär (Ruf bei der SPÖ: Wie heißt der?), der sich im Schwerpunkt um Wissenschaft und Forschung kümmert, ist es nun endlich auch möglich geworden – der Herr Staatssekretär selbst hat es Ihnen dargelegt, und ich wiederhole es noch einmal –, haben wir erreicht, dass die Forschungsquote so hoch ist wie nie zuvor. Sie wollen das einfach nicht zur Kenntnis nehmen, Sie müssen aber die Zahlen zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Auch wenn Sie es nicht zur Kenntnis nehmen wollen, aber Sie müssen mittlerweile – vor allem die linke Fraktion der Grünen und der SPÖ – zur Kenntnis nehmen, dass sich diese Bundesregierung von Anfang an ganz klar zu einer Forschungsinitiative bekannt hat. Mit einem eigenen Staatssekretär (Ruf bei der SPÖ: Wie heißt der?), der sich im Schwerpunkt um Wissenschaft und Forschung kümmert, ist es nun endlich auch möglich geworden – der Herr Staatssekretär selbst hat es Ihnen dargelegt, und ich wiederhole es noch einmal –, haben wir erreicht, dass die Forschungsquote so hoch ist wie nie zuvor. Sie wollen das einfach nicht zur Kenntnis nehmen, Sie müssen aber die Zahlen zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein Riesenerfolg!
Ich kann nur sagen, Sie können sich mit fremden Federn schmücken – Kollegin Bleckmann hat schon den Zickzackkurs des Kollegen Broukal und der SPÖ bei diesem Thema aufgezeigt –, Faktum ist aber, dass wir mit dieser Elite-Uni mehr Geld für die Forschung haben, ein Vorzeigeprojekt haben und dass wir auf Grund des Verhandlungserfolgs von Kollegin Bleckmann und Staatssekretär Mainoni erreicht haben, dass die Vernetzung mit anderen Exzellenz-Zentren gegeben ist und dass die politische Unabhängigkeit damit auch gewährleistet ist. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein Riesenerfolg!) – Ich glaube, das ist auch wesentlich: dass die Unabhängigkeit der Forschungseinrichtungen gewährleistet ist und nicht parteipolitisch dirigiert wird. Es entscheiden in den Gremien internationale Experten.
Abg. Öllinger: Eigentlich haben wir eine FPÖ-Alleinregierung! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: BZÖ!
Das ist, wie ich meine, ein Schritt in Richtung internationales Niveau, auch im europäischen Rahmen, und eine weitere Chance im Hinblick auf eine Stärkung unseres Forschungs- und Wirtschaftsstandortes Österreich. Sie nehmen das ... (Abg. Öllinger: Eigentlich haben wir eine FPÖ-Alleinregierung! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: BZÖ!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die SPÖ ist mit dabei. Ich muss sagen, Sie haben sich dann dazu bekannt, dass es ein guter Schritt ist, und uns freut das! – Es tut uns Leid, dass die Grünen nach wie vor einer Elite-Ausbildung nichts abgewinnen können, aber wir sind das ohnehin gewohnt. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Grünewald: Meilenstein oder Leuchtturm?
Mit dem heutigen Beschluss, dieses Institut in Klosterneuburg zu errichten, wird, so denke ich, ein ganz bedeutender Meilenstein gesetzt, nämlich nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch auf mitteleuropäischer Ebene. (Abg. Dr. Grünewald: Meilenstein oder Leuchtturm?) – Herr Abgeordneter Grünewald, ich denke, Sie sind ein gescheiter Mann, aber diese Bedeutung können Sie nicht hoch genug einschätzen und Sie sollten eigentlich froh sein, dass wir dieses Institut bekommen!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich habe schon gesagt, die Donau-Universität ist heute mit Sicherheit die modernste Universität mit 3 500 Studentinnen und Studenten, die Fachhochschulstandorte St. Pölten, Wiener Neustadt, Krems und Wieselburg und die Privatuniversität für Design in St. Pölten sind alle schon großartige Aushängeschilder des Hochschulwesens in Niederösterreich, und mit dem heute zu beschließenden Institut wird ein weiteres Highlight gesetzt. – Ich freue mich und danke für die Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesministerin, das alles hebt nicht die Qualität der breiten Basis, die wir brauchen, um dann Spitzenforschung und Spitzenqualität erzielen zu können. Denn die österreichische Jugend hat allemal das Recht auf eine Bundesregierung, die wieder ins Bildungssystem investiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Unsere Politik ist darauf ausgerichtet, dass wir allen Menschen den gleichen Zugang zur Bildung geben wollen, denn wenn wir heute von einem Elite-Institut sprechen wollen, dann möchte ich dazu nur abschließend sagen: Bildung darf nicht zu einem Luxusgut für wenige werden, sondern Bildung ist ein Recht, das jedermann zusteht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Vorreiterposition beanspruchen darf – dann steht selbstverständlich einem weiteren Ausbau für Forschungseinrichtungen auch in den Geisteswissenschaften nichts mehr im Weg. Auf das hoffe ich, auf das setze ich. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Österreichs Universitäten seit Ihrem unheilvollen Wirken an allen Ecken und Enden kracht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Grossmann wendet sich zur Regierungsbank um und übergibt Bundesministerin Gehrer die besagten Anträge. – Beifall bei der SPÖ.
Frau Ministerin! Ich übergebe Ihnen jetzt diese Anträge. Bitte gehen Sie damit sorgfältig um! (Abg. Mag. Grossmann wendet sich zur Regierungsbank um und übergibt Bundesministerin Gehrer die besagten Anträge. – Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Bildungspolitik ist ja wirklich ganz was Globales!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Hütl. (Abg. Dr. Jarolim: Bildungspolitik ist ja wirklich ganz was Globales!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Noch ein Wort zur Förderung von Exzellenz. Ich denke, dass Exzellenz mehr bedarf als nur eines Instituts. Es bedarf nicht nur quasi des Berges unter der Spitze, sondern auch einer koordinierten Politik, wo alle möglichen Bereiche zusammenspielen müssen. Es gibt dabei noch viele Probleme, nicht nur beim Berg für die Spitze, sondern auch – Frau Bundesministerin, das werden Sie wissen, weil Sie sicher auch die Klagen der Rektorenkonferenz gehört haben werden – mit dem neuen Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz bei der Frage der Durchführung von internationalen Studentenaustauschprogrammen wie CEEPUS II, bei der Frage der Beschäftigung von Forschern und Gastprofessoren und bei Fragen von Verfahrensdauer und dergleichen. Wir sind bereit, Ihnen auch zu helfen, wenn es darum geht, mit Ihrer Ministerkollegin Prokop darüber zu verhandeln, wie man diese Schwierigkeiten ausräumen kann, und stehen zur Verfügung. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Gesetzwerdung zeichnet sich durch beachtliches Tempo und vor allem durch entsprechende Qualität aus: Erst im Juni 2004 wurden von Professor Zeilinger dem Rat für Forschung und Technologieentwicklung die Pläne für eine Exzellenzuniversität vorgelegt, und am 29. Jänner dieses Jahres wurden die Ergebnisse präsentiert und der Standort Klosterneuburg festgelegt. Dieser Standort bietet alles, was für einen zukunftsträchtigen Standort notwendig ist. Daher möchte ich allen sehr, sehr herzlich danken, im Besonderen unserer Bundesministerin Gehrer und unserem Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich entnehme einer Zeitung: „Mailath-Pokorny shakt im Szene-Tempel“. – Das sei ihm vergönnt! Tanzen ist gesund! Bewegung ist wunderbar! Nur hat offenbar auf Wiener Ebene bei der SPÖ – Mailath-Pokorny und Häupl – die Energie nicht ausgereicht, um sich darüber hinaus mit dem Thema des Spitzeninstituts auseinander zu setzen. Das ist schade! Gut ist aber, dass Sie heute doch mitstimmen, dass wir einen gemeinsamen Weg mit der SPÖ gehen können. Die Grünen haben zwar im Ausschuss mitgesprochen – im Gegensatz zu den Kollegen von der SPÖ –, tun aber leider jetzt nichts. Schade! Wir arbeiten jedenfalls weiter an innovativen Konzepten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte aber nicht verabsäumen, im Zusammenhang mit diesem tollen Beschlusses für unser Land derjenigen großen Respekt und Dank auszusprechen, die sich diesen über viele Jahre verdient hat, unter anderem mit vielen Verbesserungen im Zusammenhang mit unserem Forschungs- und Wissenschaftsstandort, vor allem aber auch mit dem Bildungsstandort Österreich, nämlich unserer Bundesministerin Elisabeth Gehrer. Damit schließe ich schon meinen Beitrag. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Ich bitte jene Damen und Herren, die auch in dritter Lesung für den vorliegenden Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Der Gesetzentwurf ist in dritter Lesung ebenfalls mehrheitlich angenommen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Ich bin für Helmpflicht auf der Regierungsbank!
Ein meines Erachtens entscheidender Punkt ist, dass diese Regelung auch für ausländische Fahrzeuge gilt. Erinnern wir uns: Im November sind in Kärnten, als es eine Woche heftigen Schneefall gab, vor allem slowenische LKWs hängen geblieben. Diese Winterreifenpflicht gilt nun auch für ausländische LKWs. (Abg. Neudeck: Ich bin für Helmpflicht auf der Regierungsbank!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Sinne werden wir diesem Gesetz zustimmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
So gesehen können wir mit unserem Abänderungsantrag diesem Gesetzesvorhaben zustimmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Der nächste Vorteil ist, dass man die Glühlampen nicht so oft austauschen muss und dass diejenigen, die noch keine selbständige Einrichtung für das Tageslicht haben, das mit nutzen können. Das war ein Wunsch von vielen. Dieser Antrag wird von drei Parteien unterstützt – ich hoffe, Frau Abgeordnete Moser überlegt es sich noch. Das ist ein sinnvoller Antrag, und er sollte im Sinne der Verkehrssicherheit von allen unterstützt werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Mir ist klar, die Straßenverkehrsordnung soll der Sicherheit dienen – und das eben nicht nur bei den Winterreifen, nicht nur in den Straßentunnels, sondern bitte auch beim Tempo. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich danke dem Verkehrsressort für die Vorlage dieses für Europa wirklich vorbildlichen Gesetzes, und ich freue mich auf eine einstimmige Annahme. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir stimmen diesem Gesetz gerne zu, weil es im Wesentlichen die Verkehrssicherheit in Österreich erhöht. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die Verkehrssicherheit, meine Damen und Herren, ist generell ein Schwerpunkt in der Verkehrspolitik von Verkehrsminister Gorbach, und die Ergebnisse zeigen auch, dass richtige und wichtige Maßnahmen gesetzt wurden. Ich könnte hier jetzt eine ganze Palette von Bewusstseinsbildung, von Kampagnen, aber auch von sehr großen finanziellen Investitionen aufzählen, die dazu führen, die Verkehrssicherheit auf Österreichs Straßen massiv zu verbessern. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Das Ziel, bis zum Jahr 2010 die Zahl der Verkehrstoten zu halbieren, ist ein sehr ambitioniertes. Mit den vielen Maßnahmen, die von dieser Bundesregierung gesetzt werden, sind wir auf einem sehr guten Weg. Die Zahlen aus dem letzten Jahr belegen, dass wir 30 Prozent weniger Verkehrstote hatten als im Jahr 1999. Das zeigt uns: Wir sind auf dem richtigen Weg! Der vorliegende Gesetzentwurf ist ein weiterer Schritt, Schutz und Sicherheit für die Menschen zu bieten. Daher ist es ganz klar, dass wir diese Gesetzesvorlagen unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wie wir von meiner Vorrednerin bereits gehört haben, ist es das Ziel, in den nächsten zehn Jahren die Zahl der Todesfälle um die Hälfte zu reduzieren. 1970 waren es rund 2 000 Menschen, die im Verkehrsgeschehen in einem Jahr ums Leben gekommen sind, derzeit sind es rund 848, aber jeder Tote ist einer zu viel. Daher werden wir diesem Gesetz zustimmen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Die vorliegende Novelle zum Kraftfahrgesetz ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, weshalb wir ihr auch unsere Zustimmung geben werden. Aber ich hoffe, dass die Diskussion darüber nicht zu Ende ist, sondern weitergeführt wird. Es gibt, wie schon gesagt, etliche Verbesserungsvorschläge, mit denen wir uns künftig auch auseinander setzen sollten und die wir im Sinne von mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen umsetzen sollten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Man kann sagen, man kann mit den Maßnahmen leben – deshalb ist es auch eine Vier-Parteien-Materie. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte auch jenen Recht geben, die meinen, dass in Zukunft auch eine Winterreifenpflicht für PKW eingeführt werden sollte. Der Zeitraum wurde festgesetzt, es ist ein Mindestzeitraum, an den sich alle halten sollten. Darüber hinaus kann jeder sein Fahrzeug für den Winter entsprechend ausstatten, um es in fahrtüchtigem Zustand zu erhalten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Regler: Ich habe immer geglaubt, dass das viel Geld ist: 1,1 Milliarden €!
Herr Abgeordneter Regler, wenn Sie einen Vergleich mit der BAWAG anstellen (Abg. Mag. Regler: Ich habe immer geglaubt, dass das viel Geld ist: 1,1 Milliarden €!), dann darf ich einen anderen Vergleich ziehen, nämlich: Genau dieser Betrag ist von den Arbeitern zu den Konzernen umverteilt worden! Stichwort: KöSt. (Abg. Mag. Molterer: Wie viel ist es bei der Bank Burgenland?) – Alles saniert, Herr Kollege! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Wie viel ist es bei der Bank Burgenland?
Herr Abgeordneter Regler, wenn Sie einen Vergleich mit der BAWAG anstellen (Abg. Mag. Regler: Ich habe immer geglaubt, dass das viel Geld ist: 1,1 Milliarden €!), dann darf ich einen anderen Vergleich ziehen, nämlich: Genau dieser Betrag ist von den Arbeitern zu den Konzernen umverteilt worden! Stichwort: KöSt. (Abg. Mag. Molterer: Wie viel ist es bei der Bank Burgenland?) – Alles saniert, Herr Kollege! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Regler, wenn Sie einen Vergleich mit der BAWAG anstellen (Abg. Mag. Regler: Ich habe immer geglaubt, dass das viel Geld ist: 1,1 Milliarden €!), dann darf ich einen anderen Vergleich ziehen, nämlich: Genau dieser Betrag ist von den Arbeitern zu den Konzernen umverteilt worden! Stichwort: KöSt. (Abg. Mag. Molterer: Wie viel ist es bei der Bank Burgenland?) – Alles saniert, Herr Kollege! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum anderen: die Verschwendung. – Auf Grund der hohen Kosten ist jede Form der Misswirtschaft bei den Servicegesellschaften der ASFINAG abzustellen. Der Rechnungshof hat sich klar dazu geäußert und berichtet, welch teure Missstände es da gibt. Wir sind der Meinung, Herr Staatssekretär, dass kein Euro bei der Sicherheit fehlen darf. Daher fordern wir Sie auf, diese teuren Missstände rasch abzustellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Gelungen ist uns auch, die Zahl der schweren Tunnelunfälle in Österreich zu reduzieren, und damit leisten wir auch einen wichtigen Beitrag, die Verkehrssicherheit in Österreich zu verbessern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Sicherheit in Straßentunnels hat oberste Priorität, weil jedes Fehlverhalten in einem Tunnel fatale Folgen haben kann. Daher ist dieser Schritt ein ganz wichtiger Beitrag zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Umsetzung der Tunnel- und Sicherheitsrichtlinie ist notwendig, ist wichtig, und wir werden deshalb dieser Vorlage die Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Es wird schon gebaut!
Allerdings möchte ich hinzufügen, dass wir – das ist ganz wichtig! – auch eine Reihe von Bahnprojekten im Auge haben müssen. Denn es ist nicht so, dass wir schwerpunktmäßig nur Straßen im Auge haben sollen, sondern wir müssen bei der Gelegenheit – wenn wir heute zu Straßenprojekten, die dringend notwendig sind, ja sagen, und das tun wir – gleichzeitig die wichtigen Schienenprojekte im Auge haben. (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Es wird schon gebaut!)
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Mit viel Geld!
Kollege Regler, wenn Sie sagen, es wird schon gebaut, ist das umso erfreulicher. Aber es werden auch ... (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Mit viel Geld!) Ja, das viele Geld ist das Problem. Es wird eben auch eine Reihe von Vorhaben gebaut, die nicht in den TEN-Strecken beinhaltet sind. Wir haben – wenn Sie sagen, es wird schon um viel Geld gebaut – heute vom Herrn Bundeskanzler gehört, dass es doch eine Reihe von Kürzungen auf europäischer Ebene gibt. Das heißt, wir haben zwar das Vorhaben, wir nehmen jetzt die Straßen, von denen wir konkret reden, einmal ins Gesetz auf, aber ganz wichtig wird auch die Finanzierung all dieser Streckenführungen sein. Da wird auch die ASFINAG eine sehr wichtige Rolle spielen müssen.
Abg. Dipl.-Ing. Regler: 8 Milliarden!
Wenn man sagt, es wird schon gebaut, dann freuen wir uns auch, aber wir müssen auch wissen, dass der Schuldenstand der ASFINAG von ungefähr 6 Milliarden € nunmehr angewachsen ist auf etwa 9 Milliarden (Abg. Dipl.-Ing. Regler: 8 Milliarden!) oder 8 bis 9 Milliarden €. Die Schulden und vor allem die Zinsen müssen bezahlt werden, und es wird auch eine Aufgabe der nächsten Regierung sein, dass man der ASFINAG die Möglichkeiten und die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür gibt, die Zinsen und diese Schulden entsprechend zahlen zu können.
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Die Autofahrer!
Ich möchte jetzt nicht zu den einzelnen Projekten Stellung nehmen – das wird eine Reihe von Kollegen von mir und wahrscheinlich auch von Ihrer Fraktion noch tun –, aber es wird für uns doch eine ganz wichtige Frage sein, dass wir der ASFINAG die Möglichkeit geben, die enormen Aufwendungen, die mit diesen Investitionen verbunden sind, bedecken zu können, denn bezahlen muss es letztendlich die Bevölkerung. (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Die Autofahrer!) Daher müssen wir uns auch hier darüber im Klaren sein, dass wir uns hier so sparsam, so effizient und so gut wie möglich fortbewegen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte jetzt nicht zu den einzelnen Projekten Stellung nehmen – das wird eine Reihe von Kollegen von mir und wahrscheinlich auch von Ihrer Fraktion noch tun –, aber es wird für uns doch eine ganz wichtige Frage sein, dass wir der ASFINAG die Möglichkeit geben, die enormen Aufwendungen, die mit diesen Investitionen verbunden sind, bedecken zu können, denn bezahlen muss es letztendlich die Bevölkerung. (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Die Autofahrer!) Daher müssen wir uns auch hier darüber im Klaren sein, dass wir uns hier so sparsam, so effizient und so gut wie möglich fortbewegen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben heute vom Herrn Bundeskanzler schon gehört – und ich bin froh darüber –, dass gerade diese Bundesregierung das Doppelte dessen investiert, was die Regierungen zuvor investiert haben. Das heißt, wir können in den Regionen draußen wirklich auch die Arbeitsplätze und den Wirtschaftsstandort sichern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher bin ich froh, dass es hier im Hohen Haus auch zu diesem Projekt Übereinstimmung gibt, wenngleich wir natürlich auch die Sorgen und die Vorstellungen der Anrainer in den Verfahren entsprechend wahrnehmen müssen, sodass es zu einem positiven Prozess und zur allgemeinen Akzeptanz für dieses Projekt kommt. Daher bin ich sehr froh über diese Einstimmigkeit hier im Hohen Haus. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gabriela Moser überprüft ihr Dokumentenmaterial, dadurch verzögert sich ihr Eintreffen am Rednerpult.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächste Rednerin ist Frau Dr. Gabriela Moser. 8 Minuten Wunschredezeit. (Abg. Dr. Gabriela Moser überprüft ihr Dokumentenmaterial, dadurch verzögert sich ihr Eintreffen am Rednerpult.)
Abg. Dr. Gabriela Moser – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nein, nein!
Das waren schon die ersten 2 Minuten Ihrer Redezeit, oder wie sehe ich das? (Abg. Dr. Gabriela Moser – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nein, nein!) – Sie sind am Wort, Frau Kollegin.
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Sehr wichtig!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Wir haben gehört, dass hier unter einem viele, an sich widersprüchliche Tagesordnungspunkte verhandelt werden. Der erste, wesentliche Punkt ist dieses Bundesstraßengesetz. Es handelt sich insbesondere um eine Reihe von Autobahn-ähnlichen Straßen – diese soll ja die ASFINAG zahlen –, die vor allem die Erreichbarkeit unserer östlichen Nachbarländer verbessern sollen. (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Sehr wichtig!)
demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
Keine Frage, ich bin voll dafür (demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), und ich finde, man hätte schon längst etwas unternehmen müssen, dass die lokale Bevölkerung weniger unter diesem zunehmenden Verkehr leidet. Aber wir stehen vor dem Problem, dass kleinräumige Ortsumfahrungen, die sinnvoll sind, nicht vorangetrieben wurden und nicht gemacht wurden, weil diese kleinräumigen Ortsumfahrungen aus dem Budget des Landes Niederösterreich hätten gezahlt werden müssen.
Zwischenrufe bei der ÖVP
Wir haben – und das haben wir ja in verschiedenen Ausschüssen diskutiert (Zwischenrufe bei der ÖVP) – die Tendenz aller Bundesländer, ihre Landesbudgets zu schonen und Straßenprojekte so zu dimensionieren, dass sie automatisch einen Schnellstraßen- oder Autobahnrang erhalten, sodass sie von der ASFINAG finanziert werden können. Das ist der so genannte Finanz-Jongliermechanismus im Straßenbaubereich, den die Bundesländer immer wieder betreiben.
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Fasslabend.
Diese Fehlsteuerung im Straßenbereich, nämlich das Vermeiden von Ortsumfahrungen und das Hinaufstilisieren zu Riesen-Autobahnen- und -Schnellstraßenprojekten, ist ein Resultat dieser Zwei-Topf-Wirtschaft. Ich bin dagegen, dass weiterhin überdimensioniert gebaut wird, und darum bin ich auch gegen dieses Bundesstraßengesetz. Es umfasst insgesamt fünf Projekte, die in Summe 200 Kilometer ausmachen, und diese 200 Kilometer kosten sage und schreibe 2,5 bis 3 Milliarden €, bitte! (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Fasslabend.) Ich meine, das sind Dimensionen, über die wir sonst nur im Rahmen der Pensionsreform reden.
Abg. Eder: Stimmt ja eh nicht mehr!
Herr Kollege Fasslabend! Ich bin ja neugierig, wie Sie mir jetzt zeigen wollen – rein rechnerisch –, wie diese Milliardenschuld der ASFINAG jemals beglichen werden soll. Denn das sind ja lauter zusätzliche Schulden! Wir haben bereits jetzt einen Schuldenstand von 9 Milliarden €. Der Generalverkehrsplan, auf dem diese zusätzliche Straßenbauprojektmaßnahme im Bundesstraßengesetz beruht (Abg. Eder: Stimmt ja eh nicht mehr!), sieht jetzt weitere 3 Milliarden € vor. Ich zeige es Ihnen, wir haben von der ASFINAG – da gibt es ja wunderbar aufklärende Veranstaltungen – Grafiken über die Generalverkehrsprojekte bekommen. Was glauben Sie, was dabei herauskommt? – Die Liste aller Bundesländer-Wünsche umfasst 12 Milliarden €, wenn man es zusammenrechnet! Wer soll das bezahlen? (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Die Autofahrer!)
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Die Autofahrer!
Herr Kollege Fasslabend! Ich bin ja neugierig, wie Sie mir jetzt zeigen wollen – rein rechnerisch –, wie diese Milliardenschuld der ASFINAG jemals beglichen werden soll. Denn das sind ja lauter zusätzliche Schulden! Wir haben bereits jetzt einen Schuldenstand von 9 Milliarden €. Der Generalverkehrsplan, auf dem diese zusätzliche Straßenbauprojektmaßnahme im Bundesstraßengesetz beruht (Abg. Eder: Stimmt ja eh nicht mehr!), sieht jetzt weitere 3 Milliarden € vor. Ich zeige es Ihnen, wir haben von der ASFINAG – da gibt es ja wunderbar aufklärende Veranstaltungen – Grafiken über die Generalverkehrsprojekte bekommen. Was glauben Sie, was dabei herauskommt? – Die Liste aller Bundesländer-Wünsche umfasst 12 Milliarden €, wenn man es zusammenrechnet! Wer soll das bezahlen? (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Die Autofahrer!)
Abg. Mag. Regler: Nein! Über 600 ...!
Es ist dies wirklich ein sehr lehrreicher Artikel, nicht nur, weil man darin die Einnahmen-/Ausgaben-Situation sieht und merkt, dass die ASFINAG derzeit dank der LKW-Maut 280 Millionen an Einnahmen-Plus hat (Abg. Mag. Regler: Nein! Über 600 ...!), sondern auch, dass wir ein Bauvolumen bewältigen müssen, weswegen der Zinsendienst massiv steigen wird. Derzeit haben wir einen Zinsendienst von 310 Millionen, der zukünftige Zinsendienst wird wahrscheinlich an die 400 Millionen betragen. Bitte, dann schrumpfen die 280 Millionen massiv, und es ist praktisch kein Geld zum Zurückzahlen da!
Abg. Kößl: Was ist mit der A 26?
kostet 100 Millionen, bitte! (Abg. Kößl: Was ist mit der A 26?) Ja, die könnten wir auch noch diskutieren, aber das erspare ich Ihnen heute. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
kostet 100 Millionen, bitte! (Abg. Kößl: Was ist mit der A 26?) Ja, die könnten wir auch noch diskutieren, aber das erspare ich Ihnen heute. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Alle diese Projekte im Ausmaß von 3 Milliarden € sind mehr oder weniger die Garantie dafür, dass nach der nächsten Wahl – von Ihnen (in Richtung ÖVP) oder von Ihnen (in Richtung SPÖ) – den AutofahrerInnen die PKW-Maut aufgebrummt wird. Ich bin strikt dagegen, weil ich diese Wahnsinnsprojekte nicht will. Ich will Ortsumfahrungen, und ich will einen flüssigen Verkehr. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ich bin strikt dagegen, dass uns aus diesen gigantomanischen Projekten eine PKW-Maut mehr oder weniger aufgezwungen wird! Sie sind auf dem besten Weg dazu, und, Herr Staatssekretär Kukacka, Sie verhehlen es ja gar nicht. Irgendwer muss ja das Ganze einmal zahlen, es geht ja nicht alles mit fiktiver Umschuldung. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Alle diese Projekte im Ausmaß von 3 Milliarden € sind mehr oder weniger die Garantie dafür, dass nach der nächsten Wahl – von Ihnen (in Richtung ÖVP) oder von Ihnen (in Richtung SPÖ) – den AutofahrerInnen die PKW-Maut aufgebrummt wird. Ich bin strikt dagegen, weil ich diese Wahnsinnsprojekte nicht will. Ich will Ortsumfahrungen, und ich will einen flüssigen Verkehr. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ich bin strikt dagegen, dass uns aus diesen gigantomanischen Projekten eine PKW-Maut mehr oder weniger aufgezwungen wird! Sie sind auf dem besten Weg dazu, und, Herr Staatssekretär Kukacka, Sie verhehlen es ja gar nicht. Irgendwer muss ja das Ganze einmal zahlen, es geht ja nicht alles mit fiktiver Umschuldung. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Wir haben also in Summe eine Autobahnbaupolitik zu Lasten der zukünftigen Generation, zu Lasten der AutofahrerInnen, die dann wirklich zur Kasse gebeten werden, und eine Autobahnbaupolitik, die – ich darf zum Schluss noch einmal den Fachartikel zitieren – eindeutig wem dient? Ich zitiere: Sie dient Lobbyisten, zum Beispiel der Bauindustrie. Sie hat nämlich „bei dem österreichischen System der Fernstraßenfinanzierung vermutlich größere Chancen, dass Ausgaben für Lobbying zu den gewünschten Ergebnissen und einer größeren Projektanzahl führen“. – Da haben Sie es schwarz auf weiß von den Straßenbau- und Finanzierungsspezialisten aus Berlin: Das österreichische ASFINAG-Modell ist ein Modell für die Bauindustrie und für die Bankenwelt, zu Lasten der AutofahrerInnen und zu Lasten der Bevölkerung, die dort wohnt! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: In den Osten von Innsbruck!
Gelder weghaben. Das ist eine eigenartige Politik. (Ruf bei der ÖVP: In den Osten von Innsbruck!) Na klar, das ist nämlich das Nächste.
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Die drei, vier Häuselbesitzer, die nachher auch mit Lärmschutzmaßnahmen bedient werden und die dort eine Bürgerinitiative darstellen – da setzen Sie sich drauf! Ich sagen Ihnen: Schauen Sie auf ganz Innsbruck, dann werden Sie die Abfahrt Innsbruck Mitte mit unterstützen müssen, anstatt solche Anträge einzubringen! (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meiner Meinung nach ist das verfassungswidrig, weil es dem Gleichheitsgrundsatz widerspricht. Ich denke, dass durch den Beschluss dieses Abänderungsantrages eine Verfassungskonformität wiederhergestellt werden könnte, und bitte Sie um Zustimmung auch zum Abänderungsantrag. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Eine gute Verkehrsinfrastruktur ist für einen Wirtschaftsstandort die Voraussetzung, um weiter erfolgreich zu sein, und darum ist dieses Bundesstraßengesetz so wichtig und der richtige Weg für eine erfolgreiche Zukunft – sowohl wirtschaftspolitisch als auch verkehrspolitisch. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
(Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Haubner: Ach so?
Es ist eben nicht so, dass Verkehrsinfrastrukturausgaben höheres Wirtschaftswachstum bedeuten, sondern es verhält sich sozusagen genau gegengleich. (Abg. Haubner: Ach so?)
Abg. Gahr: Wir haben aber ein positives Wirtschaftswachstum!
Das ist auch der Grund, warum wir Grünen so gegen die Änderung dieses Bundesstraßengesetzes auftreten. Was haben wir denn am meisten dagegen einzuwenden, oder wogegen richtet sich unser Protest? – Das eine ist, dass wir neue Transitrouten für LKWs in Ostösterreich erzeugen. Wir wissen aus Westösterreich, was das für Auswirkungen hat. Wir kennen das aus Tirol, dass ein hohes Verkehrsaufkommen das Wirtschaftswachstum einschränkt und Regionen ausbluten lässt. (Abg. Gahr: Wir haben aber ein positives Wirtschaftswachstum!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Können Sie das noch einmal wiederholen?
Das zweite Problem ist: Zwei Projekte befinden sich im klaren Widerspruch zur Alpenkonvention. Das kann uns in dem Jahr, in dem wir den Vorsitz in der Alpenkonvention führen, nicht egal sein. Wir befinden uns mit diesen Verkehrsprojekten im Widerspruch zum Verkehrsprotokoll. (Abg. Dr. Mitterlehner: Können Sie das noch einmal wiederholen?) – Wir befinden uns im Widerspruch zum Verkehrsprotokoll, und der Bundesminister Pröll führt im Moment den Vorsitz in der Alpenkonvention. (Abg. Dr. Mitterlehner: Nein, das mit dem Wirtschaftswachstum! – Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Kukacka.) – Ja! Das betrifft zwei Straßen, nämlich die S 34 und die S 37. (Abg. Dr. Fekter: Verkehrswege ausbauen bremst das Wirtschaftswachstum!? So einen Unsinn habe ich noch nie gehört!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Nein, das mit dem Wirtschaftswachstum! – Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Kukacka.
Das zweite Problem ist: Zwei Projekte befinden sich im klaren Widerspruch zur Alpenkonvention. Das kann uns in dem Jahr, in dem wir den Vorsitz in der Alpenkonvention führen, nicht egal sein. Wir befinden uns mit diesen Verkehrsprojekten im Widerspruch zum Verkehrsprotokoll. (Abg. Dr. Mitterlehner: Können Sie das noch einmal wiederholen?) – Wir befinden uns im Widerspruch zum Verkehrsprotokoll, und der Bundesminister Pröll führt im Moment den Vorsitz in der Alpenkonvention. (Abg. Dr. Mitterlehner: Nein, das mit dem Wirtschaftswachstum! – Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Kukacka.) – Ja! Das betrifft zwei Straßen, nämlich die S 34 und die S 37. (Abg. Dr. Fekter: Verkehrswege ausbauen bremst das Wirtschaftswachstum!? So einen Unsinn habe ich noch nie gehört!)
Abg. Dr. Fekter: Verkehrswege ausbauen bremst das Wirtschaftswachstum!? So einen Unsinn habe ich noch nie gehört!
Das zweite Problem ist: Zwei Projekte befinden sich im klaren Widerspruch zur Alpenkonvention. Das kann uns in dem Jahr, in dem wir den Vorsitz in der Alpenkonvention führen, nicht egal sein. Wir befinden uns mit diesen Verkehrsprojekten im Widerspruch zum Verkehrsprotokoll. (Abg. Dr. Mitterlehner: Können Sie das noch einmal wiederholen?) – Wir befinden uns im Widerspruch zum Verkehrsprotokoll, und der Bundesminister Pröll führt im Moment den Vorsitz in der Alpenkonvention. (Abg. Dr. Mitterlehner: Nein, das mit dem Wirtschaftswachstum! – Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Kukacka.) – Ja! Das betrifft zwei Straßen, nämlich die S 34 und die S 37. (Abg. Dr. Fekter: Verkehrswege ausbauen bremst das Wirtschaftswachstum!? So einen Unsinn habe ich noch nie gehört!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Ist das auch eine Theorie von Professor Van der Bellen?
Die immer wieder ins Treffen geführten Beschäftigungseffekte sind eben gerade nicht angeführt. Das war auch einer unserer Kritikpunkte im Verkehrsausschuss. Wir konnten den Erläuterungen nicht entnehmen, welche Beschäftigungseffekte tatsächlich zu erwarten sind. Wahr ist vielmehr, dass außer beim Straßenbau, bei den Baumaßnahmen nachher keine positiven Beschäftigungseffekte zu verzeichnen sind. (Abg. Dr. Mitterlehner: Ist das auch eine Theorie von Professor Van der Bellen?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Mitterlehner: Auf welchem Weg sind denn Sie ins Parlament gekommen?
Alles in allem, noch mit bedacht, dass diese Straßenprojekte ausgerechnet in Luftsanierungsgebieten durchgeführt werden und ohnehin schon ein Problem mit der Feinstaubproblematik besteht, können wir einem solchen Gesetz aus guten Gründen nicht zustimmen und sind mehr als besorgt über die zukünftige Entwicklung in der Verkehrsinfrastruktur. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Mitterlehner: Auf welchem Weg sind denn Sie ins Parlament gekommen?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren, es wurden in den Jahren 2002 bis 2006 über 5 Milliarden € für Straßenbaumaßnahmen ausgegeben. Es ist gut so, dass da viel investiert wurde, denn das steigert die Mobilität der Menschen, hat aber auch eine sehr positive Auswirkung auf die Arbeitsplätze und auf die Beschäftigungssituation in Österreich. – Ich denke, das ist ein sehr wichtiger Aspekt, der durch diese Maßnahmen ebenfalls gefördert wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte aber – so wie im Ausschuss – noch einmal darauf hinweisen: Auch in Oberösterreich – in Linz – hat es sehr gut funktioniert, dass der Bindermichl sowohl vom Bund als auch vom Land als auch von der Stadt Linz mitfinanziert wurde. Es wurden großartige Maßnahmen für die Leute, die in der Umgebung des Bindermichl wohnen, getroffen, und die Menschen sind sehr erleichtert und uns allen dankbar, dass so viel Geld investiert wurde. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich denke, Sie sollten noch einmal darüber nachdenken und Ihren Antrag zurückziehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Der Heinzl hat das gefordert? Die so genannte Heinzl-...!
Noch einmal: Es ist deshalb sehr zu begrüßen, dass meine Forderung erfüllt wird und die Traisental-Schnellstraße in das Bundesstraßengesetz nun zumindest für den Streckenabschnitt Knoten St. Pölten bis Wilhelmsburg Nord aufgenommen wird. (Abg. Dr. Mitterlehner: Der Heinzl hat das gefordert? Die so genannte Heinzl-...!)
Abg. Kainz: Das ist ja keine Frage!
Drittens: Ist es nach Ihrem heutigen Wissensstand absehbar, wann und vor allem wo der Land-Niederösterreich-Teil der Traisental-Schnellstraße errichtet wird und ob das Land Niederösterreich bereits die Finanzierung der Straße sichergestellt hat? (Abg. Kainz: Das ist ja keine Frage!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kainz: Nein, Sie können zu mir kommen!
Die Menschen im niederösterreichischen Zentralraum sind sehr an den Antworten auf diese Fragen interessiert. – Wenn Sie die Frage nicht verstanden haben, kommen Sie dann zu mir, ich wiederhole sie Ihnen gerne. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kainz: Nein, Sie können zu mir kommen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Heinzl: 240 Millionen €? Die Finanzierung steht?
Abgeordneter Christoph Kainz (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Heinzl! Mich wundert es schon, dass Sie fragen, ob in Niederösterreich die Finanzierung steht. Das war noch allemal so – das war so bei der Elite-Universität, und das ist auch so bei anderen Infrastruktureinrichtungen –: Wir Niederösterreicher halten Wort! Die Finanzierung steht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Heinzl: 240 Millionen €? Die Finanzierung steht?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir bauen den zweiten Teil, und daran könnte sich auch das Land Wien ein Beispiel nehmen, weil es für uns in Niederösterreich selbstverständlich ist, dass man zusammenarbeitet, dass der Bund seinen Teil leistet, aber auch das Land gerne den seinen leistet, damit das Land vorwärts geht und damit die Menschen nicht auf der Strecke bleiben. – Das ist in Wien ganz anders. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber auch die Traisental-Schnellstraße – die S 34 – ist ein gutes Beispiel. Da werden in einer durchaus sensiblen Region, die gerade auch durch die verstaatlichte Industrie schwere wirtschaftliche Zeiten hinter sich hat, jetzt die richtigen Maßnahmen gesetzt, sodass es in dieser Region wieder bergauf geht, dass Arbeitsplätze geschaffen werden, wobei aber die Verkehrssicherheit wie in allen anderen Bereichen auch nicht zu kurz kommt. – Das ist die Verkehrspolitik dieser Bundesregierung, und deshalb stimmen Sie diesem Programm hoffentlich auch gerne zu. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Aber ohne diesen Beschluss kann man gar nicht fahren!
Daher, geschätzte Damen und Herren, begrüße ich, dass dieser Beschluss heute gefasst wird. Auch wenn in der Zeitung einmal gestanden ist, auf Resolutionen und auf Anträgen – weil ich viele eingebracht habe – kann man nicht fahren, so meine ich, auch auf diesem Beschluss kann man nicht fahren, wenn nicht rasch gebaut wird. Und diese Hoffnung drücke ich damit aus. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Aber ohne diesen Beschluss kann man gar nicht fahren!)
Beifall bei der ÖVP.
überprüfen, und Kollege Gusenbauer hat bei seiner Startklar-Tour das Gleiche gesagt. Also ich glaube, mit diesem Populismus, meine sehr geehrten Damen und Herren, werden Sie in dieser Region sicher nicht punkten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Staatssekretär Mag. Kukacka: Das ist erst drei Tage aus!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Staatssekretär, vorerst möchte ich mich herzlich bedanken für die Nichtbeantwortung der Fragen, deren Beantwortung Sie mir zugesichert haben. Ich habe sie bis jetzt nicht bekommen. (Staatssekretär Mag. Kukacka: Das ist erst drei Tage aus!) Was heißt „drei Tage aus“? Wenn ich im Ausschuss Fragen stelle und Sie nicht in der Lage sind, mir diese zu beantworten, mir aber zusagen, dass ich sie schriftlich nachgereicht bekomme, dann brauche ich sie für den heutigen Tagesordnungspunkt und nicht in zwei Jahren! (Beifall bei der SPÖ. – Staatssekretär Mag. Kukacka: Sind schon unterwegs!) Wenn ich ein Pech habe, werden Sie in Zukunft die Fragen im Ausschuss sofort beantworten, Herr Staatssekretär.
Beifall bei der SPÖ. – Staatssekretär Mag. Kukacka: Sind schon unterwegs!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Staatssekretär, vorerst möchte ich mich herzlich bedanken für die Nichtbeantwortung der Fragen, deren Beantwortung Sie mir zugesichert haben. Ich habe sie bis jetzt nicht bekommen. (Staatssekretär Mag. Kukacka: Das ist erst drei Tage aus!) Was heißt „drei Tage aus“? Wenn ich im Ausschuss Fragen stelle und Sie nicht in der Lage sind, mir diese zu beantworten, mir aber zusagen, dass ich sie schriftlich nachgereicht bekomme, dann brauche ich sie für den heutigen Tagesordnungspunkt und nicht in zwei Jahren! (Beifall bei der SPÖ. – Staatssekretär Mag. Kukacka: Sind schon unterwegs!) Wenn ich ein Pech habe, werden Sie in Zukunft die Fragen im Ausschuss sofort beantworten, Herr Staatssekretär.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Für die Maßnahmen im Weinviertel ist es allerhöchste Zeit! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Heinzl: S 34, wenn schon!
Abgeordneter Johann Kurzbauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Auch ich melde mich zum Thema S 36. Herr Kollege Heinzl! (Abg. Heinzl: S 34, wenn schon!) – Ja, ja, S 34! – Lieber Herr Kollege Heinzl, wir sind nicht in der Sendung „Wünsch Dir was“. Du weißt ganz genau, dass es sehr lange Verhandlungen zwischen dem BMVIT und unserem Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll gegeben hat, und letztlich ist es gelungen, dass dieses Straßenstück
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Wir alle bedanken uns selbstverständlich, dass dieses Straßenstück in das hochrangige Netz übernommen worden ist. Ein spezielles Dankeschön unserem Landeshauptmann Pröll und Herrn Vizekanzler Gorbach. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gabriela Moser – eine Landkarte herzeigend und zwei parallele Linien andeutend –: Ich habe mir das hier eingezeichnet!
Es ist natürlich klar, dass sich solche Straßenverbindungen im Zentrum näher sind als weiter weg, aber es sind keine Parallelverbindungen, sondern haben ganz klar andere Zielrichtungen. (Abg. Dr. Gabriela Moser – eine Landkarte herzeigend und zwei parallele Linien andeutend –: Ich habe mir das hier eingezeichnet!)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Zuständig war der Wirtschaftsminister der ÖVP! Straßenbau- und Wirtschaftsminister der ÖVP seit 1986!
Ich freue mich daher, dass es uns mit dieser Beschlussfassung heute, mit der Aufnahme dieser wichtigen Straßenprojekte in das Bundesstraßengesetz gelingt, 20 Jahre nachdem eine SPÖ-dominierte Bundesregierung die schon bestehenden hochrangigen Straßenverbindungen Richtung Norden und ins Waldviertel aus dem Bundesstraßengesetz entfernt hat – das ist Faktum –, jetzt diesen Schritt zu setzen, diese notwendigen hochrangigen Straßenverbindungen wieder in das Bundesstraßengesetz aufzunehmen. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Zuständig war der Wirtschaftsminister der ÖVP! Straßenbau- und Wirtschaftsminister der ÖVP seit 1986!)
Abg. Parnigoni: Graf – Bundesminister der ÖVP! Schüssel – Bundesminister der ÖVP! Alles Minister von euch!
Ich glaube auch, dass es müßig ist, über die letzten 20 Jahre weiterzudiskutieren, aber den größten Teil dieser Zeit waren schon sozialistische Bundeskanzler, sozialistische Finanzminister, sozialistische Verkehrsminister am Werken. Also bitte das auch zur Kenntnis zu nehmen. (Abg. Parnigoni: Graf – Bundesminister der ÖVP! Schüssel – Bundesminister der ÖVP! Alles Minister von euch!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Du zeihst den Schüssel der Unfähigkeit!
Ich freue mich abschließend, dass wir heute diesen Beschluss fassen können: für die betroffene Region, für die mehr als 8 000 Bürgerinnen und Bürger, die im Rahmen meiner Plattform für Infrastruktur mit ihrer Unterschrift diese Projekte unterstützt haben, und ich sage zu, dass wir uns alle gemeinsam dafür einsetzen werden, dass diese Projekte auch faktisch rasch in die Tat umgesetzt werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Du zeihst den Schüssel der Unfähigkeit!)
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! In die Marchfeld-Schnellstraße und in die Weinviertel-Schnellstraße werden zirka 700 Millionen € investiert, eine finanzielle Herausforderung für die ASFINAG, aber in etwa nur die Hälfte der Summe, die die BAWAG verloren hat, 700 Millionen €, die in Niederösterreich investiert und nicht verspekuliert werden, 700 Millionen €, die im Land, im Weinviertel, verbaut und nicht im Sand der Karibik versenkt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wirtschaftskompetenz und Österreich-Bewusstsein unterscheiden die ÖVP von der SPÖ. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Bayr: Es wird keine Finanzierung durch ein einziges anderes Bundesland geben!
Abschließend noch zum Thema Hansson-Kurve. Weil die Frau Kollegin Bayr gemeint hat, das wäre verfassungswidrig, halte ich hier ausdrücklich fest: Das ist nicht der Fall. Wir schreiben hier nur die bereits derzeit gehandhabte Praxis im Gesetz fest. Es ist, glaube ich, verständlich, warum wir das machen. (Abg. Bayr: Es wird keine Finanzierung durch ein einziges anderes Bundesland geben!) Es handelt sich bei diesem Bauprojekt um das bisher teuerste Autobahnprojekt, das in Österreich realisiert worden ist. Hier werden 400 Millionen € auf 2,6 Kilometer in Wien verbaut. Ich glaube, das ist ein großes Entgegenkommen des Bundes gegenüber der Stadt und dem Land Wien, und es ist nur selbstverständlich, dass das Land Wien für diese Straße, die in erster Linie der Gemeinde und den Anrainern dient, einen entsprechenden Beitrag leistet. Und dieser Beitrag wird hier festgehalten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend noch zum Thema Hansson-Kurve. Weil die Frau Kollegin Bayr gemeint hat, das wäre verfassungswidrig, halte ich hier ausdrücklich fest: Das ist nicht der Fall. Wir schreiben hier nur die bereits derzeit gehandhabte Praxis im Gesetz fest. Es ist, glaube ich, verständlich, warum wir das machen. (Abg. Bayr: Es wird keine Finanzierung durch ein einziges anderes Bundesland geben!) Es handelt sich bei diesem Bauprojekt um das bisher teuerste Autobahnprojekt, das in Österreich realisiert worden ist. Hier werden 400 Millionen € auf 2,6 Kilometer in Wien verbaut. Ich glaube, das ist ein großes Entgegenkommen des Bundes gegenüber der Stadt und dem Land Wien, und es ist nur selbstverständlich, dass das Land Wien für diese Straße, die in erster Linie der Gemeinde und den Anrainern dient, einen entsprechenden Beitrag leistet. Und dieser Beitrag wird hier festgehalten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wo ist das Croquis?
Die Abgeordneten Bayr, Kolleginnen und Kollegen ... (Abg. Scheibner: Wo ist das Croquis?) Bitte, es gibt kein Croquis für die Klubobleute? (Abg. Neudeck: Nur die Opposition hat eines bekommen! – Abg. Mag. Molterer: Nein!) Ist erledigt? Gibt es nun ein Croquis? (Abg. Mag. Molterer: Ja, danke! Erledigt!) Jetzt wollte ich gerade unterbrechen. – Gut.
Abg. Neudeck: Nur die Opposition hat eines bekommen! – Abg. Mag. Molterer: Nein!
Die Abgeordneten Bayr, Kolleginnen und Kollegen ... (Abg. Scheibner: Wo ist das Croquis?) Bitte, es gibt kein Croquis für die Klubobleute? (Abg. Neudeck: Nur die Opposition hat eines bekommen! – Abg. Mag. Molterer: Nein!) Ist erledigt? Gibt es nun ein Croquis? (Abg. Mag. Molterer: Ja, danke! Erledigt!) Jetzt wollte ich gerade unterbrechen. – Gut.
Abg. Mag. Molterer: Ja, danke! Erledigt!
Die Abgeordneten Bayr, Kolleginnen und Kollegen ... (Abg. Scheibner: Wo ist das Croquis?) Bitte, es gibt kein Croquis für die Klubobleute? (Abg. Neudeck: Nur die Opposition hat eines bekommen! – Abg. Mag. Molterer: Nein!) Ist erledigt? Gibt es nun ein Croquis? (Abg. Mag. Molterer: Ja, danke! Erledigt!) Jetzt wollte ich gerade unterbrechen. – Gut.
Heiterkeit.
Ich bitte jene Damen und Herren, die dafür eintreten, um ein Zeichen. – Herr Kollege Wittauer (da dieser zwischen den Bankreihen in die Hocke gegangen ist), wie ist Ihr Zeichen? Kauern ist kein Zeichen. (Heiterkeit.) – Der Antrag findet keine Mehrheit und ist daher abgelehnt.
Beifall bei der ÖVP.
Waren Sie schon einmal in der Karibik? – Ich nicht, aber, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ: Sie sollten dorthin fahren, Ihre Gewerkschaftsgelder liegen schon dort. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Meine Damen und Herren! Eigentlich habe ich mir vorgenommen, dem Kollegen Böhm Recht zu geben, mich seiner Meinung anzuschließen, aber zu seinem Sidestep zu Atomic und Herrn Rohrmoser darf ich schon aufklärend dazusagen: Herr Rohrmoser ist mit 1,5 Milliarden Schilling in Konkurs gegangen und hat sich auf demselben Wege woanders ein Schloss um 1,5 Milliarden gekauft. Das kann die BAWAG auch beim besten Willen mit dem Geld der kleinen Sparer nicht tolerieren und auch nicht zahlen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Sozialdemokraten werden dieser Initiative zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Ich muss doch auf Alois Rohrmoser eingehen, da dieses Thema schon wieder hier erwähnt wurde. Natürlich war einiges bei diesem Konkurs nicht ganz in Ordnung, da doch einige Dinge falsch gelaufen sind und Rohrmoser lange um sein Recht gekämpft hat. Leider Gottes ist er dann auch frühzeitig gestorben. Also: Nicht die Dinge verwechseln! Es wäre heute noch untersuchenswert, wie das zustande gekommen ist, denn Atomic war ein erfolgreiches Unternehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wie man sieht, herrscht breiter Konsens: Jeder stimmt dafür; auch wir werden es tun. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Mitterlehner: Bravo!
Die Basis für ordentliche Untersuchungen sind immer solide Unterlagen, und solide Unterlagen kann das Arbeitsinspektorat bieten. Deshalb sind wir Grüne selbstverständlich für diesen Vorschlag. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Mitterlehner: Bravo!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine geschätzten Damen und Herren! Daher darf ich auch die Zustimmung der Sozialdemokraten zu dieser Vorlage kundtun. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Positiv dabei ist, dass diese Regierungsvorlage nunmehr eine Verwaltungsvereinfachung beinhaltet, die eine Reduktion des Bearbeitungsaufwandes für die ArbeitsinspektorInnen mit sich bringt. Wir werden daher diesem Gesetz und dieser Änderung guten Gewissens zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Was sind nun unsere Forderungen? – Unsere Forderungen sind nach wie vor, dass Gene, Pflanzen, Tiere, Menschen und Teile des menschlichen Körpers überhaupt nicht patentiert werden dürfen. Die Mitgliedsländer des Europäischen Patentübereinkommens, wozu auch Österreich gehört, müssen als politische Kontrolle dafür sorgen, dass das Europäische Patentamt keine weiteren Patente auf Leben mehr erteilt. Wir fordern außerdem, dass es eine unabhängige, demokratische und öffentlich nachvollziehbare Kontrollinstanz geben muss, um Vorkommnisse, wie sie sich in den letzten Jahren im Europäischen Patentamt ereignet haben, künftig zu verhindern. Wir werden dies auch weiterhin im Europäischen Parlament mit den europäischen Grünen gemeinsam verfolgen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neudeck: Das ist für einen Bürgermeister schön, wenn er etwas eröffnet!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Ich eröffne den Reigen der Reden zu den Wahrnehmungsberichten des Rechnungshofes mit einem Beitrag zur Kontrolle der Mehrwertsteuer. – So weit ist es klar. (Abg. Neudeck: Das ist für einen Bürgermeister schön, wenn er etwas eröffnet!) – Pass lieber gut auf, lieber Kollege Neudeck!
Abg. Neudeck: Wie in der Karibik!
Allerdings steht dann ein sehr schöner Ausdruck dabei: „Parallel Audit des Rechnungshofes und der Eidgenössischen Finanzkontrolle“. Also hier wurden zwei Kontrollinstanzen in ihren Ergebnissen miteinander verglichen, und der Gegenstand ihrer Überprüfung waren die Umsatzsteuer und die Mehrwertsteuer. Es sind da ganz interessante Ergebnisse zutage getreten. (Abg. Neudeck: Wie in der Karibik!)
Beifall bei der SPÖ.
Das wäre eine echte Hilfe für unsere kleinen und kleinsten Unternehmungen im ländlichen Raum, wenn man für sie die Umsatzsteuergrenze anheben würde, also die Grenze, ab der eine Umsatzsteuer zu bezahlen ist, nach oben heben würde. Das brächte weniger Verwaltungsaufwand und auch mehr Spielraum in der Kalkulation, um wirtschaftlich überleben zu können. Eine sehr spannende Geschichte, denn ich denke mir, was für die Bauern billig ist, sollte für die kleinen Unternehmer auch gut sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das wäre eine sehr, sehr interessante Überlegung. Dann könnte sich Herr Grillitsch seine Vorschläge zur Rettung der Nahversorgung und der kleinen Wirte sparen, indem er meint, die Wirte werden überleben, wenn sie Postpartner sind. Die Wirte werden auch dann nicht überleben, weil das kein Geschäft ist. Allerdings wäre die Anhebung der Umsatzsteuergrenze eine echte Hilfe. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was ich unterstreichen möchte, ist die Überlegung betreffend Anhebung des Eintritts der Steuerpflicht für die Umsatzsteuer auf etwa 35 000 €. Das wäre eine Maßnahme, die durchaus zweckmäßig und im Sinne einer Wirtschaftsförderung für die KMUs zu sehen ist, wie auch all diese Überlegungen, wie sie schon Karl-Heinz Grasser bei den letzten Tagungen und Zusammenkünften der EU-Finanzminister eingebracht hat, wo es darum geht, die Präsidentschaft im Zeichen von Maßnahmen zur Steueroptimierung zu nutzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Danke, Herr Lehrer! – Abg. Faul: Gilt das für dich auch?
Auffällig war ja, dass im Bericht selber das Finanzministerium schon eine gewisse Zustimmung signalisiert hat. Die Abgeordneten im Rechnungshofausschuss waren alle noch nicht ganz auf der Höhe der Debatte, habe ich festgestellt. Das ist dann leider auch in der Sendung „Hohes Haus“ vorgeführt worden, im wahrsten Sinne des Wortes. Also ich würde von dieser Stelle aus appellieren wollen, dass sich die Abgeordneten vielleicht besser auf die Ausschussdebatten vorbereiten sollen. – Damit ist auch dieses gesagt. Das war kein Ruhmesblatt. Das war wirklich unangenehm. (Abg. Mag. Molterer: Danke, Herr Lehrer! – Abg. Faul: Gilt das für dich auch?) – Ja, aber ich habe den Bericht nicht nur gelesen, ich war am Vortag auch zwei Stunden lang im Rechnungshof und habe mich bei den untersuchenden Beamten genau erkundigt.
Rechnungshofpräsident Dr. Moser: Eidgenössische Finanzkontrolle! – Ruf bei der ÖVP: Schlecht aufgepasst!
Das ist aber jetzt noch gar nicht der wirklich spektakuläre Punkt. Der Bericht ist ja für sich und an sich erwähnenswert, und ich stehe nicht an, aus gutem Grund wieder einmal dem Rechnungshof Respekt und Dank auszusprechen dafür, dass diese übergreifenden und vergleichenden Prüfungen überhaupt gemacht werden, auch in einem Segment, das relativ schwierig ist, wie die Bewertung verschiedener Umsatzsteuersysteme und die Vollziehung der Systeme als solche. Also Hut ab! Ich glaube, das kann sich europaweit sehen lassen, auch was Sie gemeinsam mit dem Schweizer – ich weiß gar nicht mehr, wie das dort heißt –, mit dem Schweizer Rechnungshof ... (Rechnungshofpräsident Dr. Moser: Eidgenössische Finanzkontrolle! – Ruf bei der ÖVP: Schlecht aufgepasst!) – Ja, das habe ich mir nicht genau gemerkt.
Zwischenruf des Abg. Gahr.
Es gibt aber einen ganz anderen Zusammenhang ... (Zwischenruf des Abg. Gahr.) Herr Kollege Gahr, Sie geben mir das Stichwort. (Abg. Steibl: Es ist schade um die Zeit, um die Redezeit, wenn man sich das anhören muss!) Es gibt auch noch einen anderen Zusammenhang zwischen der Schweiz und Österreich. Das ist nicht nur die Fußball-Europameisterschaft, das ist nicht nur der vergleichende Rechnungshofbericht, das ist vielleicht auch der Umstand, dass in der Schweiz bestimmte Vorgänge in der Exekutive und Vollziehung dem Parlament offen gelegt werden.
Abg. Steibl: Es ist schade um die Zeit, um die Redezeit, wenn man sich das anhören muss!
Es gibt aber einen ganz anderen Zusammenhang ... (Zwischenruf des Abg. Gahr.) Herr Kollege Gahr, Sie geben mir das Stichwort. (Abg. Steibl: Es ist schade um die Zeit, um die Redezeit, wenn man sich das anhören muss!) Es gibt auch noch einen anderen Zusammenhang zwischen der Schweiz und Österreich. Das ist nicht nur die Fußball-Europameisterschaft, das ist nicht nur der vergleichende Rechnungshofbericht, das ist vielleicht auch der Umstand, dass in der Schweiz bestimmte Vorgänge in der Exekutive und Vollziehung dem Parlament offen gelegt werden.
Beifall bei den Grünen.
Nehmen Sie sich ein Beispiel – wenigstens an Bukarest! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Meine Herren Präsidenten! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Wenn Kollege Kogler Zensuren verteilt, wie man sich auf den Ausschuss vorbereitet, dann kann auch ich die Zensur verteilen, dass der Eurofighter-Vertrag nichts mit dem jetzigen Thema zu tun hat und dass das nicht zur Sache war. Andererseits: Ich denke, solange der Streikfonds seitens der Gewerkschaft nicht offen gelegt wird und wir nicht erfahren, wohin diese Gelder fließen, wofür man damit haftet, wird man auch damit leben können, dass wir den Eurofighter-Vertrag nicht sehen. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Mag. Gaßner: ... und euch gibt es auch nicht mehr lang!
Kollege Gaßner, eines schon noch: Die Mehrwertsteuersätze wurden unter einer SPÖ-Regierung eingeführt; zuerst hat überhaupt erst eine SP-Alleinregierung dieses System eingeführt. Die Steuersätze wurden unter einer sozialdemokratisch geführten Regierung eingeführt, unter einem sozialdemokratischen Bundesminister. (Abg. Mag. Gaßner: ... und euch gibt es auch nicht mehr lang!) – Kollege Gaßner, 1972 war ich FPÖ-Mitglied, war ich Jugend-Obmann in Wien. Ich war noch nicht im Parlament, daher: So ein „Fossil“ bin ich auch wieder nicht! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Kollege Gaßner, eines schon noch: Die Mehrwertsteuersätze wurden unter einer SPÖ-Regierung eingeführt; zuerst hat überhaupt erst eine SP-Alleinregierung dieses System eingeführt. Die Steuersätze wurden unter einer sozialdemokratisch geführten Regierung eingeführt, unter einem sozialdemokratischen Bundesminister. (Abg. Mag. Gaßner: ... und euch gibt es auch nicht mehr lang!) – Kollege Gaßner, 1972 war ich FPÖ-Mitglied, war ich Jugend-Obmann in Wien. Ich war noch nicht im Parlament, daher: So ein „Fossil“ bin ich auch wieder nicht! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.)
Ruf bei der SPÖ: Lustig!
Das BZÖ hat es noch nicht gegeben, aber wir werden uns in 30 Jahren darüber unterhalten, wie lange es das BZÖ dann schon gibt; dann wirst du diesen Zwischenruf vielleicht für das BZÖ noch einmal machen. (Ruf bei der SPÖ: Lustig!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich würde Herrn Staatssekretär Finz bitten, den Herrn Finanzminister zu ersuchen, die Optionsmöglichkeit – diese läuft übermorgen ab – für die Einführung eines reduzierten Mehrwertsteuersatzes, des so genannten Luxemburger Modells, nicht verstreichen zu lassen, denn ich finde, es ist seine Ministerverantwortlichkeit, zu sagen, in seiner Periode führt er das nicht ein. Wenn wir nicht bis 31. März dafür optieren, können wir es bis 2010 nicht einführen. Ich finde es gerecht, wenn der Finanzminister jetzt sagen würde: Das wird nicht eingeführt, solange ich Minister bin, aber ich finde es unbedingt notwendig, dafür zu optieren, um nicht vielleicht einen Nachfolger zu präjudizieren, dass er diese Erleichterung für die Klein- und Mittelbetriebe Österreichs dann nicht einführen kann. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Ob der das weiß?
In Österreich – ich glaube, das weiß Abgeordneter Puswald auch – ist es so, dass es eine Zeit-, Gruppen- und Fallauswahl gibt (Abg. Mag. Molterer: Ob der das weiß?) und der Prüfer keinerlei Möglichkeit hat, auf das Prüfungsergebnis Einfluss zu nehmen. (Abg. Mag. Molterer: Ob der Puswald das weiß?)
Abg. Mag. Molterer: Ob der Puswald das weiß?
In Österreich – ich glaube, das weiß Abgeordneter Puswald auch – ist es so, dass es eine Zeit-, Gruppen- und Fallauswahl gibt (Abg. Mag. Molterer: Ob der das weiß?) und der Prüfer keinerlei Möglichkeit hat, auf das Prüfungsergebnis Einfluss zu nehmen. (Abg. Mag. Molterer: Ob der Puswald das weiß?)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Als Letztes möchte ich noch darauf hinweisen, dass den Mitarbeitern des Rechnungshofes gedankt wurde. Ich möchte diesen Dank auch weitergeben und mich ebenfalls bei den PrüferInnen bedanken. Insbesondere möchte ich mich auch – und ich hoffe, Sie gestatten das – bei dem Kollegen aus der Schweiz bedanken, der durch seine konstruktive Zusammenarbeit sicherlich auch maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die Erfahrungen gerade aus diesem Parallel-Audit als überaus positiv bewertet werden können. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Abg. Neudeck – zu dem sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Puswald –: Jetzt musst du beweisen, dass du es verstanden hast!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Puswald. 3 Minuten Redezeit. (Abg. Neudeck – zu dem sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Puswald –: Jetzt musst du beweisen, dass du es verstanden hast!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Donabauer: Red zur Sache, Puswald!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes, danke für die hohe Qualität und den Stil Ihrer Ausführungen. Herr Staatssekretär, wir können uns das von Ihnen und Herrn Finanzminister Grasser nur wünschen. Ich fürchte, dass dieser Wunsch ungehört bleiben wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Donabauer: Red zur Sache, Puswald!)
Abg. Neudeck: Bei welchem Thema sind Sie jetzt? – Das ist der falsche Tagesordnungspunkt!
Der Rechnungshof hat aber im Zusammenhang mit diesem Tagesordnungspunkt auch, und zwar auf mehreren Seiten, den Einfluss auf Aufsichtsrats- und Vorstandsbestellungen, die Einflussnahme bei der Gestaltung von Vorstandsverträgen und bei der Vorsitzführung im Aufsichtsrat kritisiert und diesbezüglich auf enorme Mängel hingewiesen. Der Rechnungshof hat weiters den direkten Durchgriff auf wesentliche Postenbesetzungen kritisiert (Abg. Neudeck: Bei welchem Thema sind Sie jetzt? – Das ist der falsche Tagesordnungspunkt!), eine intransparente Handhabung dieses dort gefundenen Konflikts, die den gesamten Ablauf geprägt hat. Der Rechnungshof kritisiert in diesem Bericht enorme nicht notwendige Beratungskosten (Staatssekretär Dr. Finz: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) und vor allem eine nicht nur ein Kompetenzvakuum verursachende, sondern auch eine nachhaltige und tief greifende Beeinträchtigung der positiven Unternehmensentwicklung darstellende Ges-
Staatssekretär Dr. Finz: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Der Rechnungshof hat aber im Zusammenhang mit diesem Tagesordnungspunkt auch, und zwar auf mehreren Seiten, den Einfluss auf Aufsichtsrats- und Vorstandsbestellungen, die Einflussnahme bei der Gestaltung von Vorstandsverträgen und bei der Vorsitzführung im Aufsichtsrat kritisiert und diesbezüglich auf enorme Mängel hingewiesen. Der Rechnungshof hat weiters den direkten Durchgriff auf wesentliche Postenbesetzungen kritisiert (Abg. Neudeck: Bei welchem Thema sind Sie jetzt? – Das ist der falsche Tagesordnungspunkt!), eine intransparente Handhabung dieses dort gefundenen Konflikts, die den gesamten Ablauf geprägt hat. Der Rechnungshof kritisiert in diesem Bericht enorme nicht notwendige Beratungskosten (Staatssekretär Dr. Finz: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) und vor allem eine nicht nur ein Kompetenzvakuum verursachende, sondern auch eine nachhaltige und tief greifende Beeinträchtigung der positiven Unternehmensentwicklung darstellende Ges-
Abg. Neudeck: Kollege, du hast die falsche Rede! – Staatssekretär Dr. Finz: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt!
tion. (Abg. Neudeck: Kollege, du hast die falsche Rede! – Staatssekretär Dr. Finz: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt!)
Beifall bei der SPÖ
Die Rede stimmt schon, und das Erstaunliche ist – Sie werden wahrscheinlich gedacht haben, ich rede von der BAWAG –: Nein, wir reden vom Herrn Finanzminister (Beifall bei der SPÖ), der hier beim Konferenzzentrum in einer Weise Einfluss genommen hat, die heute, wie wir gehört haben, von Ihnen laufend kritisiert worden ist. Das heißt mit anderen Worten: Da ist kein rotes Netzwerk, sondern das ist ein Grasser’sches Netzwerk, das einer ganz genauen Durchleuchtung bedarf – Kollege Matznetter hat es heute schon angeführt. (Abg. Neudeck: Wir sind beim Parallel-Audit!)
Abg. Neudeck: Wir sind beim Parallel-Audit!
Die Rede stimmt schon, und das Erstaunliche ist – Sie werden wahrscheinlich gedacht haben, ich rede von der BAWAG –: Nein, wir reden vom Herrn Finanzminister (Beifall bei der SPÖ), der hier beim Konferenzzentrum in einer Weise Einfluss genommen hat, die heute, wie wir gehört haben, von Ihnen laufend kritisiert worden ist. Das heißt mit anderen Worten: Da ist kein rotes Netzwerk, sondern das ist ein Grasser’sches Netzwerk, das einer ganz genauen Durchleuchtung bedarf – Kollege Matznetter hat es heute schon angeführt. (Abg. Neudeck: Wir sind beim Parallel-Audit!)
Abg. Mag. Molterer: ... Eurofighter finanziert!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (fortsetzend): Wenn sich Kollege Neudeck so aufregt, dann verstehe ich das schon, denn wir haben in letzter Zeit beredte Beispiele einer „wunderbaren“, Herr Klubobmann Molterer, schwarz-blau-orangen Wirtschaftspolitik erlebt, vor allem, wie jetzt hervorkommt, im Fall der Panzerbeschaffung des schwarzen Ministers Fasslabend, wo wirklich Millionen an Steuergeldern in den Sand gesetzt wurden (Abg. Mag. Molterer: ... Eurofighter finanziert!), oder der Eurofighter – danke, Herr Klubobmann Molterer! –, wo dem Steuerzahler Milliarden Euro abverlangt werden, die nirgends hereingebracht werden – entgegen dem, was Ihre Partei ankündigt.
Abg. Mag. Molterer: Ich sage nur: BAWAG!
Da hat also die schwarze und orange-blaue Reichshälfte wirklich demonstriert, dass sie in der Wirtschaftspolitik an allen Ecken und Enden versagt hat. Und es geht bis zur Stadt Klagenfurt, wo Ihre schwarzen Freunde vom Rechnungshof im höchsten Maße in ihrer Finanzpolitik kritisiert werden. (Abg. Mag. Molterer: Ich sage nur: BAWAG!)
Abg. Mag. Molterer: Dann fällt Ihnen nichts mehr ein!
Und wann immer Sie „BAWAG“ sagen, Herr Klubobmann Molterer (Abg. Mag. Molterer: Dann fällt Ihnen nichts mehr ein!), schauen Sie einfach auf die schwarze Seite, denn es gibt dort auch genug Schwarze, die dabei sind, zum Beispiel einen Herrn Dr. Koren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Den hat aber heute extra wer gelobt, hab’ ich gehört!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Den hat aber heute extra wer gelobt, hab’ ich gehört!
Und wann immer Sie „BAWAG“ sagen, Herr Klubobmann Molterer (Abg. Mag. Molterer: Dann fällt Ihnen nichts mehr ein!), schauen Sie einfach auf die schwarze Seite, denn es gibt dort auch genug Schwarze, die dabei sind, zum Beispiel einen Herrn Dr. Koren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Den hat aber heute extra wer gelobt, hab’ ich gehört!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich würde es sehr begrüßen, wenn diese Umsatzsteuergrenze auf 35 000 € angehoben würde, weil das ein wichtiger Schritt vor allem zur Verwaltungsentlastung unserer Betriebe wäre. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Sinne sind Vergleiche immer wieder positiv, damit man Anregungen für die Zukunft erhält. Danke dem Rechnungshof dafür! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Donabauer.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für dessen Kenntnisnahme eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. – Die Zustimmung wird ... (Zwischenruf des Abg. Donabauer.)
Abg. Scheibner: Das sind ja nur Zwischenrufe!
Herr Abgeordneter Donabauer! Wir sind mitten in einem Abstimmungsvorgang, und da kann man nicht Wortmeldungen machen! (Abg. Scheibner: Das sind ja nur Zwischenrufe!)
Ruf bei der ÖVP: Rede einmal zur Sache!
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich kann nachvollziehen, dass sich Kollege Puswald schon ein bisschen auf den nächsten Tagesordnungspunkt eingeschossen hat, denn da Sie, Herr Staatssekretär, sich heute mit dem Finanzminister hier hergestellt und sich als die Saubermänner der Republik aufgespielt haben, muss man Ihnen diesen Skandal, den Umbau des Austria Centers zum Karl-Heinz-Grasser-Center schon auch einmal vor Augen führen. (Ruf bei der ÖVP: Rede einmal zur Sache!) Das ist in Wirklichkeit das Strickmuster der blau-schwarzen beziehungsweise orange-schwarzen Regierung, das sich durchzieht: durch die Bundesimmobilien, durch die Museen, durch die Bundesbahnen, durch die ASFINAG. Immer das gleiche Motto: Es kann kosten, was es wolle – die Hauptsache ist, es dient den Freunden! (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich kann nachvollziehen, dass sich Kollege Puswald schon ein bisschen auf den nächsten Tagesordnungspunkt eingeschossen hat, denn da Sie, Herr Staatssekretär, sich heute mit dem Finanzminister hier hergestellt und sich als die Saubermänner der Republik aufgespielt haben, muss man Ihnen diesen Skandal, den Umbau des Austria Centers zum Karl-Heinz-Grasser-Center schon auch einmal vor Augen führen. (Ruf bei der ÖVP: Rede einmal zur Sache!) Das ist in Wirklichkeit das Strickmuster der blau-schwarzen beziehungsweise orange-schwarzen Regierung, das sich durchzieht: durch die Bundesimmobilien, durch die Museen, durch die Bundesbahnen, durch die ASFINAG. Immer das gleiche Motto: Es kann kosten, was es wolle – die Hauptsache ist, es dient den Freunden! (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Kollege Faul! Gibt es da eine Strafanzeige?
Er hat sich die Kasko-Versicherung für seinen Privat-PKW übernehmen lassen, und dann hat er sich noch Sachzuwendungen zukommen lassen, wo bis heute nicht einmal der Rechnungshof draufgekommen ist, um welche Sachzuwendungen es da gegangen ist; er hat es zumindest bezweifelt. – Und das war für einen oder für zwei Leute ganz normal: für Karl-Heinz Grasser und für Staatssekretär Finz. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Kollege Faul! Gibt es da eine Strafanzeige?)
Abg. Parnigoni: Märchenstunde!
Obwohl Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, die Sachlage wieder einmal anders sehen und schlecht machen und alles skandalisieren, möchte ich schon, dass Sie auch auf den Rekordumsatz von 15 Millionen € im Jahr 2005 für das Austria Center Vienna oder für das Konferenzzentrum eingehen (Abg. Parnigoni: Märchenstunde!) – dies kann man nämlich als äußerst positiv bezeichnen. Im vergangenen Jahr wurden 146 Veranstaltungen mit 300 000 Besucherinnen und Besuchern im Austria Center Vienna durchgeführt (Abg. Faul: Das hat es ja vorher auch schon ...!) – das ist ein Plus von 9 Prozent. Vorher gab es nur negative operative Ergebnisse, und jetzt, in den letzten zwei Jahren, sind es durchwegs positive Ergebnisse. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Faul: Das hat es ja vorher auch schon ...!
Obwohl Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, die Sachlage wieder einmal anders sehen und schlecht machen und alles skandalisieren, möchte ich schon, dass Sie auch auf den Rekordumsatz von 15 Millionen € im Jahr 2005 für das Austria Center Vienna oder für das Konferenzzentrum eingehen (Abg. Parnigoni: Märchenstunde!) – dies kann man nämlich als äußerst positiv bezeichnen. Im vergangenen Jahr wurden 146 Veranstaltungen mit 300 000 Besucherinnen und Besuchern im Austria Center Vienna durchgeführt (Abg. Faul: Das hat es ja vorher auch schon ...!) – das ist ein Plus von 9 Prozent. Vorher gab es nur negative operative Ergebnisse, und jetzt, in den letzten zwei Jahren, sind es durchwegs positive Ergebnisse. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Obwohl Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, die Sachlage wieder einmal anders sehen und schlecht machen und alles skandalisieren, möchte ich schon, dass Sie auch auf den Rekordumsatz von 15 Millionen € im Jahr 2005 für das Austria Center Vienna oder für das Konferenzzentrum eingehen (Abg. Parnigoni: Märchenstunde!) – dies kann man nämlich als äußerst positiv bezeichnen. Im vergangenen Jahr wurden 146 Veranstaltungen mit 300 000 Besucherinnen und Besuchern im Austria Center Vienna durchgeführt (Abg. Faul: Das hat es ja vorher auch schon ...!) – das ist ein Plus von 9 Prozent. Vorher gab es nur negative operative Ergebnisse, und jetzt, in den letzten zwei Jahren, sind es durchwegs positive Ergebnisse. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Weil es eine Schweinerei war!
Mit 15 Millionen € Umsatz liegt das Austria Center immerhin unter den Top 3 in Europa. Und bedenken Sie: 60 000 von 300 000 Besuchern kamen aus dem Ausland, und für Wiens Tourismus – Wien ist ja unbedingt rot regiert – bedeutet das eine enorme Wertschöpfung. Mindestens ein Drittel jener 390 Millionen €, die der Veranstaltungstourismus der Stadt Wien laut Kongress-Statistik im Vorjahr gebracht hat, wurde vom Austria Center lukriert. – Ich weiß nicht, warum Sie immer auf diesem Bestellungsvorgang herumreiten. (Ruf bei der SPÖ: Weil es eine Schweinerei war!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neudeck.
Herr Vorstand Rupperti hat uns gezeigt, wie man, wenn man aus der Tourismusbranche kommt, wirklich die Geschäfte führt und wie man operative Ergebnisse in den positiven Bereich bringt. – Leugnen Sie es, es stimmt aber nicht! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neudeck.)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: Werner, eine Strafanzeige ...!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Mag. Kogler zu Wort. Wunschredezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: Werner, eine Strafanzeige ...!)
Abg. Scheibner: Das ist schon schwer um diese Zeit!
Ich glaube, wir haben hier eine ganz andere Referenz zu begutachten, nämlich die klassische Grasser’sche Postenbesetzungs-Referenz, und die geht so – da muss man jetzt wirklich nachdenken (Abg. Scheibner: Das ist schon schwer um diese Zeit!), damit man alle Ingredienzien beisammen hat und wieder richtig so aneinander reiht, dass die Geschichte überhaupt nachvollziehbar wird (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: ... morgen in der Früh!), weil sie an sich unfassbar ist. Die Geschichte geht so (Abg. Neudeck: Geh auf deinen Platz zurück – und dann nicht mehr hinaus!):
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: ... morgen in der Früh!
Ich glaube, wir haben hier eine ganz andere Referenz zu begutachten, nämlich die klassische Grasser’sche Postenbesetzungs-Referenz, und die geht so – da muss man jetzt wirklich nachdenken (Abg. Scheibner: Das ist schon schwer um diese Zeit!), damit man alle Ingredienzien beisammen hat und wieder richtig so aneinander reiht, dass die Geschichte überhaupt nachvollziehbar wird (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: ... morgen in der Früh!), weil sie an sich unfassbar ist. Die Geschichte geht so (Abg. Neudeck: Geh auf deinen Platz zurück – und dann nicht mehr hinaus!):
Abg. Neudeck: Geh auf deinen Platz zurück – und dann nicht mehr hinaus!
Ich glaube, wir haben hier eine ganz andere Referenz zu begutachten, nämlich die klassische Grasser’sche Postenbesetzungs-Referenz, und die geht so – da muss man jetzt wirklich nachdenken (Abg. Scheibner: Das ist schon schwer um diese Zeit!), damit man alle Ingredienzien beisammen hat und wieder richtig so aneinander reiht, dass die Geschichte überhaupt nachvollziehbar wird (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: ... morgen in der Früh!), weil sie an sich unfassbar ist. Die Geschichte geht so (Abg. Neudeck: Geh auf deinen Platz zurück – und dann nicht mehr hinaus!):
Ruf bei den Freiheitlichen: Bei der BAWAG!
Es gibt einen Aufsichtsratsvorsitzenden (Ruf bei den Freiheitlichen: Bei der BAWAG!), der schon einmal der Freund von Grasser ist; da fangen wir schon an. – Nein, den haben Sie in Kärnten gefunden, dort treffen sich bekanntlich auch Freunde – „Urlaub bei Freunden“ –, und aus dieser Ecke ist ja dieser Herr, der Aufsichtsratsvorsitzende, gekommen. Und der war dann unterwegs und hat monatelang und monatelang und noch einen Monat lang geeignete Manager für den Vorstand dieses herausragenden und zugegebenermaßen wichtigen Unternehmens gesucht.
Abg. Scheibner: Ach geh?
Jetzt müssen wir die Beratungssituation einführen, nicht? – Das ist ja dieser Bundesregierung auf den Leib geschnitten! Herr Staatssekretär, ich weiß nicht, wo Sie gerade Ihren Berater kleben haben. Unter dem Sessel vielleicht? – Noch schaut er nicht hervor. – Jetzt kommt also der Berater ins Spiel, aber nicht so, wie es vielleicht gerade noch duldbar, allenfalls wünschenswert wäre, nämlich dass der Berater durch eine Ausschreibung herangezogen würde, weil er sich eben in einer Ausschreibung als bester Berater erweist, nein! – Solche hat es auch gegeben, nicht? Drei, vier Berater haben sich auf Grund irgendeines Rundrufs eben beworben, aber just zwei Beraterinstitutionen sind nachnominiert worden, wie es im Bericht so schön heißt. (Abg. Scheibner: Ach geh?)
Abg. Scheibner: Wie heißt denn der?
Ja, ja! Und von wem? – Von jenem Aufsichtsratsvorsitzenden (Abg. Scheibner: Wie heißt denn der?), der mittlerweile sowieso schon ein halbes Jahr oder ein Dreivierteljahr an dieser Stelle den besten Vorstand sucht!
Abg. Scheibner: Also wie heißt der?
Und jetzt hat er da eine Beraterfirma, die Folgendes vorschlägt: Weißt du was, Vorsitzender? (Abg. Scheibner: Also wie heißt der?) Das ist jetzt so: Wir haben da eigentlich lauter Deppen, und es gibt eigentlich nur einen wirklich guten Vorstand, und der bist du! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Danke!) – Und jetzt hat es sich wieder positiv gefügt, dass der, der ihm das erklärt, derjenige war, den er ausgesucht hat.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Danke!
Und jetzt hat er da eine Beraterfirma, die Folgendes vorschlägt: Weißt du was, Vorsitzender? (Abg. Scheibner: Also wie heißt der?) Das ist jetzt so: Wir haben da eigentlich lauter Deppen, und es gibt eigentlich nur einen wirklich guten Vorstand, und der bist du! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Danke!) – Und jetzt hat es sich wieder positiv gefügt, dass der, der ihm das erklärt, derjenige war, den er ausgesucht hat.
Abg. Scheibner: Das ist uns heute schon zu kompliziert!
Und das ist das System Postenbesetzung und Postenberufung à la Grasser! Dieses Prinzip ist 1 : 1 durchgezogen, und am Schluss ist wirklich das herausgekommen! (Abg. Scheibner: Das ist uns heute schon zu kompliziert!) Am Schluss – Kollege Neudeck amüsiert sich, der weiß das sowieso genau – ist es so gewesen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gibt’s da eine einfachere Variante?), dass der Aufsichtsratsvorsitzende, der jetzt mittlerweile schon ein Jahr lang gesucht hat, endlich einen gefunden hat – nämlich sich selbst! Der beste Vorstandsvorsitzende, den es geben kann, ist er selbst – ein Freund von Grasser!
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gibt’s da eine einfachere Variante?
Und das ist das System Postenbesetzung und Postenberufung à la Grasser! Dieses Prinzip ist 1 : 1 durchgezogen, und am Schluss ist wirklich das herausgekommen! (Abg. Scheibner: Das ist uns heute schon zu kompliziert!) Am Schluss – Kollege Neudeck amüsiert sich, der weiß das sowieso genau – ist es so gewesen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gibt’s da eine einfachere Variante?), dass der Aufsichtsratsvorsitzende, der jetzt mittlerweile schon ein Jahr lang gesucht hat, endlich einen gefunden hat – nämlich sich selbst! Der beste Vorstandsvorsitzende, den es geben kann, ist er selbst – ein Freund von Grasser!
Abg. Scheibner: ... hat vielleicht den besseren Wein!
Als Aufsichtsratsvorsitzender ist jetzt einer gekommen, der die meiste Zeit in Spanien Golf spielt. Aus diesem Grund sind auch die Aufwendungen für die Aufsichtsratssitzungen explodiert: weil sie den jetzt dauernd von Spanien einfliegen müssen – für die Aufsichtratssitzungen. (Abg. Scheibner: ... hat vielleicht den besseren Wein!) Und auch da ist nicht ganz klar, was jetzt wirklich die Kompetenzen und die Ausweise sind.
Abg. Neudeck: Das hat Liechtenstein auch schon einmal probiert!
Der Zusammenhang mit der Offenlegung der Eurofighter-Verträge ist Folgender: Dieses Konferenzzentrum, das ohne diese Manager offensichtlich nicht auskommt, ist eine reine Veranstaltung für Trockenschwimmen. (Abg. Neudeck: Das hat Liechtenstein auch schon einmal probiert!) Sie brauchen ein paar Flieger in der Luft, weil sonst die Bilanzen nicht mehr stimmen und niemand mehr zum Kongress kommt. Das haben Sie uns erklärt: Es kommt niemand zum Kongress, wenn wir nicht im Jahr 2007 – verspätet aber doch – diese Kampfflugzeuge namens Eurofighter bekommen. (Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, kann man da nicht einmal etwas machen?)
Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, kann man da nicht einmal etwas machen?
Der Zusammenhang mit der Offenlegung der Eurofighter-Verträge ist Folgender: Dieses Konferenzzentrum, das ohne diese Manager offensichtlich nicht auskommt, ist eine reine Veranstaltung für Trockenschwimmen. (Abg. Neudeck: Das hat Liechtenstein auch schon einmal probiert!) Sie brauchen ein paar Flieger in der Luft, weil sonst die Bilanzen nicht mehr stimmen und niemand mehr zum Kongress kommt. Das haben Sie uns erklärt: Es kommt niemand zum Kongress, wenn wir nicht im Jahr 2007 – verspätet aber doch – diese Kampfflugzeuge namens Eurofighter bekommen. (Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, kann man da nicht einmal etwas machen?)
Abg. Scheibner: Es geht nur um den Kongress!
Jetzt frage ich Sie: Wenn all das so wichtig und so dramatisch ist, auch für das Konferenzzentrum, warum wird dann diesem Parlament jener Vertrag, der diesen Beweis der Wichtigkeit vielleicht unterstützen könnte, nicht offen gelegt. Es ist anders als in der Schweiz, anders als in Deutschland (Abg. Scheibner: Es geht nur um den Kongress!), vermutlich anders als in Albanien, jedenfalls aber anders als in Rumänien. Wir sind hier in der Gegenwart! Schönen Abend! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Es geht nur um den Kongress!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Es geht nur um den Kongress!
Jetzt frage ich Sie: Wenn all das so wichtig und so dramatisch ist, auch für das Konferenzzentrum, warum wird dann diesem Parlament jener Vertrag, der diesen Beweis der Wichtigkeit vielleicht unterstützen könnte, nicht offen gelegt. Es ist anders als in der Schweiz, anders als in Deutschland (Abg. Scheibner: Es geht nur um den Kongress!), vermutlich anders als in Albanien, jedenfalls aber anders als in Rumänien. Wir sind hier in der Gegenwart! Schönen Abend! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Es geht nur um den Kongress!)
Abg. Mag. Kogler: Das wäre sicher hilfreich!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Kollege Kogler, ich frage mich, was geben die Leute im Rechnungshof aus, wenn du dort stundenlang sitzt und dich erkundigst. Irgendwie muss es dort eine Quelle geben für gut wohlfühlen. Ich werde mich vor dem nächsten Rechnungshofausschuss auch im Rechnungshof bei den Beamten vergewissern, ob ich den Bericht richtig verstanden habe, Kollege Kogler, dann kann ich es vielleicht auch so gut darbringen. (Abg. Mag. Kogler: Das wäre sicher hilfreich!)
Abg. Parnigoni: Ah so! Auf einmal!
Ich komme nun zur Sache: Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte. Wenn man negieren würde, dass der Bestellungsvorgang um den Vorstand Rupperti bei der IAKW nicht der eleganteste der letzten Jahre war, dann würde man die Arbeit des Rechnungshofes sehr minder schätzen. Und das möchte ich nicht, weil ich der Meinung bin, dass der Rechnungshof sehr gute Arbeit leistet. Die Opposition muss beziehungsweise möchte halt manchmal etwas herauslesen, was auch gerechtfertigt ist. Aber über den Bestellungsvorgang, würde ich sagen, decken wir den Mantel des Schweigens. (Abg. Parnigoni: Ah so! Auf einmal!) – Nicht auf einmal, das habe ich im Ausschuss auch schon gesagt, da haben Sie nicht zugehört, wenn Sie anwesend waren, Kollege. (Abg. Parnigoni: Ich bin nicht im Rechnungshofausschuss!) Ich habe das auch im Ausschuss als nicht elegante Bestellung bezeichnet. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich habe auch darauf bestanden, dass wir mit ... (Abg. Parnigoni: Sie wollen über alles den Mantel ausbreiten!) – Nicht über alles, ich hätte ihn gerne über Sie gestülpt, aber das nützt leider nichts, das wäre sehr gut, aber es geht nicht.
Abg. Parnigoni: Ich bin nicht im Rechnungshofausschuss!
Ich komme nun zur Sache: Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte. Wenn man negieren würde, dass der Bestellungsvorgang um den Vorstand Rupperti bei der IAKW nicht der eleganteste der letzten Jahre war, dann würde man die Arbeit des Rechnungshofes sehr minder schätzen. Und das möchte ich nicht, weil ich der Meinung bin, dass der Rechnungshof sehr gute Arbeit leistet. Die Opposition muss beziehungsweise möchte halt manchmal etwas herauslesen, was auch gerechtfertigt ist. Aber über den Bestellungsvorgang, würde ich sagen, decken wir den Mantel des Schweigens. (Abg. Parnigoni: Ah so! Auf einmal!) – Nicht auf einmal, das habe ich im Ausschuss auch schon gesagt, da haben Sie nicht zugehört, wenn Sie anwesend waren, Kollege. (Abg. Parnigoni: Ich bin nicht im Rechnungshofausschuss!) Ich habe das auch im Ausschuss als nicht elegante Bestellung bezeichnet. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich habe auch darauf bestanden, dass wir mit ... (Abg. Parnigoni: Sie wollen über alles den Mantel ausbreiten!) – Nicht über alles, ich hätte ihn gerne über Sie gestülpt, aber das nützt leider nichts, das wäre sehr gut, aber es geht nicht.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich komme nun zur Sache: Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte. Wenn man negieren würde, dass der Bestellungsvorgang um den Vorstand Rupperti bei der IAKW nicht der eleganteste der letzten Jahre war, dann würde man die Arbeit des Rechnungshofes sehr minder schätzen. Und das möchte ich nicht, weil ich der Meinung bin, dass der Rechnungshof sehr gute Arbeit leistet. Die Opposition muss beziehungsweise möchte halt manchmal etwas herauslesen, was auch gerechtfertigt ist. Aber über den Bestellungsvorgang, würde ich sagen, decken wir den Mantel des Schweigens. (Abg. Parnigoni: Ah so! Auf einmal!) – Nicht auf einmal, das habe ich im Ausschuss auch schon gesagt, da haben Sie nicht zugehört, wenn Sie anwesend waren, Kollege. (Abg. Parnigoni: Ich bin nicht im Rechnungshofausschuss!) Ich habe das auch im Ausschuss als nicht elegante Bestellung bezeichnet. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich habe auch darauf bestanden, dass wir mit ... (Abg. Parnigoni: Sie wollen über alles den Mantel ausbreiten!) – Nicht über alles, ich hätte ihn gerne über Sie gestülpt, aber das nützt leider nichts, das wäre sehr gut, aber es geht nicht.
Abg. Parnigoni: Sie wollen über alles den Mantel ausbreiten!
Ich komme nun zur Sache: Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte. Wenn man negieren würde, dass der Bestellungsvorgang um den Vorstand Rupperti bei der IAKW nicht der eleganteste der letzten Jahre war, dann würde man die Arbeit des Rechnungshofes sehr minder schätzen. Und das möchte ich nicht, weil ich der Meinung bin, dass der Rechnungshof sehr gute Arbeit leistet. Die Opposition muss beziehungsweise möchte halt manchmal etwas herauslesen, was auch gerechtfertigt ist. Aber über den Bestellungsvorgang, würde ich sagen, decken wir den Mantel des Schweigens. (Abg. Parnigoni: Ah so! Auf einmal!) – Nicht auf einmal, das habe ich im Ausschuss auch schon gesagt, da haben Sie nicht zugehört, wenn Sie anwesend waren, Kollege. (Abg. Parnigoni: Ich bin nicht im Rechnungshofausschuss!) Ich habe das auch im Ausschuss als nicht elegante Bestellung bezeichnet. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich habe auch darauf bestanden, dass wir mit ... (Abg. Parnigoni: Sie wollen über alles den Mantel ausbreiten!) – Nicht über alles, ich hätte ihn gerne über Sie gestülpt, aber das nützt leider nichts, das wäre sehr gut, aber es geht nicht.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, dass man, so wie ich es gesagt habe, über die Bestellung den Mantel des Schweigens breiten kann, dass wir aber mit der Arbeit von Rupperti im IAKW bisher zufrieden waren. Und ich hoffe, dass auch in Zukunft die Kongresse so zahlreich dort stattfinden werden und wir weiterhin ein positives Ergebnis gewärtigen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Dr. Alfred Finz: Sehr verehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern bei Aktiengesellschaften gemäß Aktiengesetz allein der Aufsichtsrat zuständig ist. Die Hauptversammlung ist also nicht zuständig, damit hat auch der Eigentümer beziehungsweise dessen Vertreter keine unmittelbare Einflussnahmemöglichkeit. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Abg. Dr. Jarolim: Weihnachtsmärchen!
Eine Überschneidung der Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrates und als Vorstand lag zu keinem Zeitpunkt vor. (Abg. Dr. Jarolim: Weihnachtsmärchen!) Herr Rupperti wurde als Ergebnis eines Hearings, dessen Jury (Abg. Faul: Die er selbst zusammengestellt hat!) unter anderem aus Mitgliedern des Aufsichtsrates und des Betriebsrates zusammengesetzt war, als bestgeeignetster Kandidat einstimmig – einstimmig! – zum Vorstand bestellt. Bereits im ersten Geschäftsjahr konnte er den Umsatz von budgetierten 8,9 Millionen € auf 9,8 Millionen € steigern. – Herr Abgeordneter Faul, es gibt also überhaupt keinen Hintergrund für Ihre Beschuldigungen, die Sie hier erhoben haben. Es war eine objektive Bestellung! – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Faul: Die er selbst zusammengestellt hat!
Eine Überschneidung der Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrates und als Vorstand lag zu keinem Zeitpunkt vor. (Abg. Dr. Jarolim: Weihnachtsmärchen!) Herr Rupperti wurde als Ergebnis eines Hearings, dessen Jury (Abg. Faul: Die er selbst zusammengestellt hat!) unter anderem aus Mitgliedern des Aufsichtsrates und des Betriebsrates zusammengesetzt war, als bestgeeignetster Kandidat einstimmig – einstimmig! – zum Vorstand bestellt. Bereits im ersten Geschäftsjahr konnte er den Umsatz von budgetierten 8,9 Millionen € auf 9,8 Millionen € steigern. – Herr Abgeordneter Faul, es gibt also überhaupt keinen Hintergrund für Ihre Beschuldigungen, die Sie hier erhoben haben. Es war eine objektive Bestellung! – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Eine Überschneidung der Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrates und als Vorstand lag zu keinem Zeitpunkt vor. (Abg. Dr. Jarolim: Weihnachtsmärchen!) Herr Rupperti wurde als Ergebnis eines Hearings, dessen Jury (Abg. Faul: Die er selbst zusammengestellt hat!) unter anderem aus Mitgliedern des Aufsichtsrates und des Betriebsrates zusammengesetzt war, als bestgeeignetster Kandidat einstimmig – einstimmig! – zum Vorstand bestellt. Bereits im ersten Geschäftsjahr konnte er den Umsatz von budgetierten 8,9 Millionen € auf 9,8 Millionen € steigern. – Herr Abgeordneter Faul, es gibt also überhaupt keinen Hintergrund für Ihre Beschuldigungen, die Sie hier erhoben haben. Es war eine objektive Bestellung! – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Rechtswidrigkeit!
Abgeordneter Hermann Krist (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes! Hohes Haus! Wie nicht anders zu erwarten war, zeugt wieder einmal ein Rechnungshofbericht von willkürlichen und unerhörten Vorgängen bei Postenbesetzungen im Verantwortungsbereich dieser Bundesregierung. Wieder einmal wurden Vorstandsverträge üppig ausgestaltet und wurde gegen das Stellenbesetzungsgesetz und natürlich gegen die Vertragsschablonenverordnung verstoßen. (Abg. Dr. Jarolim: Rechtswidrigkeit!) Der Rechnungshof zerzaust zu Recht diese Verträge.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das gehört zum nächsten Tagesordnungspunkt! – Abg. Scheibner: ARBÖ!
Was sagte zum Beispiel der ÖVP-Rechnungshofsprecher, Kollege Gahr, zu diesen Vorwürfen des Rechnungshofes? – Er sagte: Gute Manager kosten! Was sagte Kollege Neudeck dazu in einer Ausgabe des „Kurier“? – Er sagte: Ich stoße mich nicht daran, dass es mehr hoch bezahlte Manager und dafür immer weniger Beschäftigte gibt! – Das ist eine sehr bemerkenswerte Aussage eines Regierungspolitikers. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das gehört zum nächsten Tagesordnungspunkt! – Abg. Scheibner: ARBÖ!)
Abg. Scheibner: Aber nicht so viel wie beim ARBÖ!
Ich muss dir aber ausnahmsweise zu einer ebenfalls gegenüber dem „Kurier“ gemachten Aussage gratulieren. Darin sagt Kollege Neudeck, es sei ihm klar, dass man guten Managern Gehälter bieten muss, wie sie in gleichartigen Betrieben der Privatwirtschaft gezahlt werden (Abg. Scheibner: Aber nicht so viel wie beim ARBÖ!), denn sonst bekommt man nur Leute aus dem politischen Ausgedinge oder erfolglose Wirtschaftsleute. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gut, dass die BAWAG-Manager solche Gehälter gehabt haben!) Na, bravo! Da schlägt die tiefe Erkenntnis und die reichhaltige Erfahrung aus Postenbesetzungen durch ÖVP und BZÖ während ihrer Regierungszeit durch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gut, dass die BAWAG-Manager solche Gehälter gehabt haben!
Ich muss dir aber ausnahmsweise zu einer ebenfalls gegenüber dem „Kurier“ gemachten Aussage gratulieren. Darin sagt Kollege Neudeck, es sei ihm klar, dass man guten Managern Gehälter bieten muss, wie sie in gleichartigen Betrieben der Privatwirtschaft gezahlt werden (Abg. Scheibner: Aber nicht so viel wie beim ARBÖ!), denn sonst bekommt man nur Leute aus dem politischen Ausgedinge oder erfolglose Wirtschaftsleute. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gut, dass die BAWAG-Manager solche Gehälter gehabt haben!) Na, bravo! Da schlägt die tiefe Erkenntnis und die reichhaltige Erfahrung aus Postenbesetzungen durch ÖVP und BZÖ während ihrer Regierungszeit durch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt!
Ich muss dir aber ausnahmsweise zu einer ebenfalls gegenüber dem „Kurier“ gemachten Aussage gratulieren. Darin sagt Kollege Neudeck, es sei ihm klar, dass man guten Managern Gehälter bieten muss, wie sie in gleichartigen Betrieben der Privatwirtschaft gezahlt werden (Abg. Scheibner: Aber nicht so viel wie beim ARBÖ!), denn sonst bekommt man nur Leute aus dem politischen Ausgedinge oder erfolglose Wirtschaftsleute. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gut, dass die BAWAG-Manager solche Gehälter gehabt haben!) Na, bravo! Da schlägt die tiefe Erkenntnis und die reichhaltige Erfahrung aus Postenbesetzungen durch ÖVP und BZÖ während ihrer Regierungszeit durch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Falsche Rede!
Zur Auffrischung darf ich ein paar Spezialisten zum Thema qualifizierte und gut bezahlte Manager mit sehr niedriger Hemmschwelle beim Abkassieren und beim wenig Leisten in Erinnerung rufen – Stichwort: gute Manager kosten –: Direktor Seipel, Gilbert Trattner, Kandlhofer, Hirschmann. Und zu nennen ist auch Seibersdorf als Sammelstelle für lauter solche Spezialisten. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Falsche Rede!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Falsche Rede!
Aber mit Sicherheit ein besonderes Schmankerl ist die Bestellung zum zweiten Vorstandsposten beim Internationalen Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien. Es wurde dies schon mehrfach ausgeführt: Ein Aufsichtsratvorsitzender schlägt sich selbst dafür vor, handelt mit sich selbst den eigenen Vertrag aus, engagiert mündlich zusätzlich noch einen externen Berater um 32 000 €. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Falsche Rede!) Das ist mit Sicherheit ein ganz besonderes Glanzstück von objektiver, fairer und qualifizierter Personalauswahl à la ÖVP/BZÖ. Dass sich der Aufsichtsrat nicht einmal bemüht hat, die einzelnen Bewerber unter Vorlage der vorschriftsmäßigen Unterlagen zu vergleichen, und es vom heutigen Vorstandsdirektor gar keine vorschriftsmäßige Bewerbung gibt, ist ein echter Skandal, den die Regierungsfraktionen zu verantworten haben.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Seit Antritt dieser Bundesregierung sind wir permanent mit solchen Vorgängen konfrontiert, und trotz der immer wieder kehrenden Bemängelungen, aufgedeckt durch den Rechnungshof, nehmen die Damen und Herren der Bundesregierung das nicht ernst und entwerten somit die wichtige und wertvolle Arbeit des Rechnungshofes. Es ist dies eine unglaubliche Geringschätzung und vorsätzliche Missachtung der Arbeit des gesamten Rechnungshofes. Wir von den Sozialdemokraten, Herr Präsident, schätzen die Arbeit des Rechnungshofes und des gesamten Teams. – Danke für Ihre Arbeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Kollege Krist, wenn du von einem absoluten Skandal sprichst, dann muss ich sagen: Wir finden diesen Skandal derzeit nur bei der BAWAG und im ÖGB und sonst nirgends! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Das war die überraschende Pointe!
Noch einmal ganz kurz zur Diskussion um die Person Thomas Rupperti und seine Bestellung. (Abg. Mag. Kogler: Das war die überraschende Pointe!) Ich habe als Abgeordneter in zwei Ausschüssen Herrn Rupperti als Experten und Auskunftsperson kennen gelernt. Die Zahlen, Fakten und auch verschiedenste Unterlagen sprechen absolut für diese Bestellung. (Abg. Mag. Kogler: Er hat irgendwelche geheimen Informationen!) Herr Rupperti wirkte außerdem bei seinen Antworten und in seinem Auftreten als äußerst kompetenter und fähiger Fachmann. Er ist meiner Meinung nach für die Position des Vorstandes des Konferenzzentrums Wien absolut geeignet, und die Geschäftszahlen belegen dies auch ganz eindeutig.
Abg. Mag. Kogler: Er hat irgendwelche geheimen Informationen!
Noch einmal ganz kurz zur Diskussion um die Person Thomas Rupperti und seine Bestellung. (Abg. Mag. Kogler: Das war die überraschende Pointe!) Ich habe als Abgeordneter in zwei Ausschüssen Herrn Rupperti als Experten und Auskunftsperson kennen gelernt. Die Zahlen, Fakten und auch verschiedenste Unterlagen sprechen absolut für diese Bestellung. (Abg. Mag. Kogler: Er hat irgendwelche geheimen Informationen!) Herr Rupperti wirkte außerdem bei seinen Antworten und in seinem Auftreten als äußerst kompetenter und fähiger Fachmann. Er ist meiner Meinung nach für die Position des Vorstandes des Konferenzzentrums Wien absolut geeignet, und die Geschäftszahlen belegen dies auch ganz eindeutig.
Abg. Dr. Jarolim: Das nützt jetzt alles nichts!
Bereits im ersten Jahr seiner Tätigkeit konnte durch den neuen Vorstand der Umsatz gesteigert werden. Das Jahr 2005 war eines der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte des Hauses. Herr Rupperti gilt als anerkannter Experte dieser Branche und hat sowohl nationale als auch internationale Erfahrung. (Abg. Dr. Jarolim: Das nützt jetzt alles nichts!) Seine Bestellung war rechtlich in Ordnung, und er ist als der am besten geeignete Kandidat einstimmig aus dem Hearing hervorgegangen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Entscheidend ist Folgendes: Der Konferenztourismus sichert Arbeitsplätze, weist eine hohe Umwegrentabilität auf und sichert dadurch wichtige Steuereinnahmen für Österreich. Daher bitte ich im Sinne dieses erfolgreichen Konferenzzentrums in Wien um Ihre Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Schöls.
Abgeordneter Mag. Dietmar Hoscher (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Die Feststellung des Rechnungshofes, dass sich sozusagen Aufsichtsratsvorsitzende selbst zum Vorstand bestellen, spricht Bände und macht es erklärlich, warum Kollege Neudeck den Mantel des Schweigens darüber breiten möchte. Diesen Gefallen werden wir Ihnen, Herr Abgeordneter, sicherlich nicht tun. (Zwischenruf des Abg. Schöls.) Auch die Ausführungen des Herrn Staatssekretärs sind durchaus bezeichnend. Ich denke, das mag vielleicht auch einer der Gründe gewesen sein, warum Sie wieder auf Ihren Staatssekretärsposten zurückgekehrt sind und in Wien nicht mehr Ihre Tätigkeit als Landesparteivorsitzender der ÖVP ausüben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Dietmar Hoscher (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Die Feststellung des Rechnungshofes, dass sich sozusagen Aufsichtsratsvorsitzende selbst zum Vorstand bestellen, spricht Bände und macht es erklärlich, warum Kollege Neudeck den Mantel des Schweigens darüber breiten möchte. Diesen Gefallen werden wir Ihnen, Herr Abgeordneter, sicherlich nicht tun. (Zwischenruf des Abg. Schöls.) Auch die Ausführungen des Herrn Staatssekretärs sind durchaus bezeichnend. Ich denke, das mag vielleicht auch einer der Gründe gewesen sein, warum Sie wieder auf Ihren Staatssekretärsposten zurückgekehrt sind und in Wien nicht mehr Ihre Tätigkeit als Landesparteivorsitzender der ÖVP ausüben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
knapp hinter Paris. In diesem Licht ist es verständlich, wenn der Rechnungshof auch darauf hinweist, dass gerade im Rahmen des Bundes in Wien eine notwendige Koordination stattfinden muss zwischen dem ACV und dem Kongresszentrum in der Hofburg. Daher ist es umso erstaunlicher, dass auf unsere Nachfrage im Finanzausschuss erklärt wurde, dass etwa im Rahmen der österreichischen Ratspräsidentschaft keine einzige Veranstaltung im ACV stattfindet. Das führt mich jetzt im Lichte des Berichtes des Rechnungshofes dann wieder dazu, dass ich mich frage, was weiß jetzt das Finanzministerium beispielsweise, was wir noch nicht wissen, wenn dort keine einzige Veranstaltung stattfindet. Die Ausrede, dass das Außenministerium für die Koordination zuständig sei, ist doch sehr schwach für einen Eigentümervertreter. Da sollte der Eigentümervertreter auch nach dem Aktiengesetz durchaus ein bisschen Einfluss nehmen können, wenn schon nicht in anderen Bereichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zudem hält der Rechnungshof in verdienstvoller Weise völlig richtig fest, dass die vom Bund für die Pacht und den Betrieb des ACV geleisteten Zuschüsse geringer sind als die durch das ACV induzierten Steuereinnahmen. Das macht das Ganze noch eigenartiger, und wir sind sehr gespannt, wie das Finanzministerium und das Außenministerium unsere diesbezüglichen schriftlichen Anfragen beantworten werden. Oder ist der Eigentümer dafür dann auch nicht zuständig? (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim
Wie man bei einem Vergleich der Lebensläufe vom ehemaligen Androsch-Sekretär Auracher und dem ihm nachfolgenden Vorstand Rupperti leicht feststellen kann, wurde mit dem neuen Vorstand Rupperti ein echter Tourismusexperte in den Vorstand berufen (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim), der im ersten Jahr seiner Vorstandstätigkeit und auf Grund seiner hervorragenden Verbindungen den Turn around beim Betriebsergebnis geschafft hat. Aurachers Qualifikation bestand nur darin, dass er Sekretär bei Minister Androsch war.
Abg. Mag. Kogler: Sie können bei der Löwingerbühne auftreten!
Das durchschnittliche Betriebsergebnis unter Auracher war ein Verlust in der Höhe von 2,2 Millionen € jährlich, jenes von Rupperti ein jährlicher Gewinn in der Höhe von 128 000 €. Innerhalb von nur vier Jahren konnte eine Steigerung von über 3 Millionen € oder 150 Prozent erreicht werden. (Abg. Mag. Kogler: Sie können bei der Löwingerbühne auftreten!) Weiters wurde im Jahr 2005 mit über 150 Veranstaltungen eine Höchstzahl an Veranstaltungen erreicht. Bei den großen Kongressveranstaltungen wurde seit dem Jahr 2000 fast eine Verdoppelung der Veranstaltungen erreicht. Dies
Abg. Dr. Cap: Löwingerbühne!
ist insofern sehr bedeutsam, da dies für das Jahr 2005 eine Größenordnung von 310 000 Kongressbesuchern bedeutet hat. (Abg. Dr. Cap: Löwingerbühne!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Umwegrentabilität für Wien, Kollege Cap – das ist in hohem Maße interessant –, beträgt 116 Millionen €. Sie sollten den markanten Unterschied kennen: Nicht rote Zahlen sind entscheidend, sondern schwarze Zahlenergebnisse, und zwar speziell für den Steuerzahler, denn die einen, nämlich die Verluste, hat der Steuerzahler zu bezahlen, und die anderen reduzieren die Aufwendungen für den Steuerzahler! Beides probiert – kein Vergleich! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Präsident! Beim Einkommensbericht fallen besonders die ÖBB-Gagen unangenehm auf. Und da muss ich mich schon an das Torso vom BZÖ wenden, denn immerhin stellen Sie den künftigen Exminister, der dafür verantwortlich ist. Ich muss Ihnen schon sagen, das sind astronomische Bezüge, die es in der Privatwirtschaft nicht geben würde, und das ist einfach untragbar, Herr Kollege Neudeck! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt entscheiden Sie sich einmal, ob Sie für oder gegen Haider sind! Das ist unvorstellbar! Da könnten Sie ja in der Ortstafelfrage auch auf seiner Seite sein!
Nein, ich sage das gar nicht. Ich habe ja gewusst, dass mir irgendjemand in die Falle tappen wird – aber dass es gerade Sie sind, Frau Kollegin! Ich zitiere Herrn Dr. Haider: Astronomische Bezüge des Managements. Derartige würde es in der Privatwirtschaft nicht geben, und das ist untragbar. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt entscheiden Sie sich einmal, ob Sie für oder gegen Haider sind! Das ist unvorstellbar! Da könnten Sie ja in der Ortstafelfrage auch auf seiner Seite sein!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
ist eindeutig. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) Ja, Herr Scheuch, ich weiß schon, dass das unangenehm ist (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die BAWAG ist unangenehm!), aber diese Aussagen stammen von Ihrem BZÖ-Chef Jörg Haider, das sind Originalzitate, und Sie werden ja wohl da noch eine Minute später dazu stehen, wenn man diese Originalzitate hier vorträgt. Seien Sie mir nicht böse!
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die BAWAG ist unangenehm!
ist eindeutig. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) Ja, Herr Scheuch, ich weiß schon, dass das unangenehm ist (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die BAWAG ist unangenehm!), aber diese Aussagen stammen von Ihrem BZÖ-Chef Jörg Haider, das sind Originalzitate, und Sie werden ja wohl da noch eine Minute später dazu stehen, wenn man diese Originalzitate hier vorträgt. Seien Sie mir nicht böse!
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, bei den ÖBB ist sehr, sehr viel aufzuräumen. Gut, dass es so einen Einkommensbericht gibt. Reformen sind notwendig, und die werden wir vorantreiben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Rechnungshofprüfung enthält eigentlich wenig Kritikpunkte, und ich glaube, die Vergleiche, die hier angestellt werden, sind sehr populistisch, etwa der Vergleich mit dem Gehalt des Bundeskanzlers. Ich glaube, Kollege Krist, man muss das auch einmal im Verhältnis zur Privatwirtschaft sehen. Man sieht ja auch wieder am BAWAG-Skandal, wohin es führt, wenn die falschen Manager am falschen Platz sitzen. Das ist der größte Verlust und der größte Schaden für die Steuerzahler und für die Mitglieder. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was mich noch sehr gestört hat, war im Vorfeld, dass der Kollege Kräuter hier immer von „Kopfgeld“ und „Kopfprämien“ spricht. Ich glaube, das ist eine Beleidigung für die vielen tüchtigen und fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in öffentlichen Unternehmungen. Kollege Kräuter, wir wünschen uns nur eines: dass möglichst schnell Ihr BAWAG-Skandal auch im Rechnungshof behandelt wird und dass wir ihn auch hier sehr offen und transparent diskutieren. Dann werden Sie feststellen, dass Sie selbst mehr als genug Handlungsbedarf haben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Der Herr Staatssekretär ist ja jetzt entschwunden, aber eine Replik auf das, was er gesagt hat, passt gerade auch zu diesem Tagesordnungspunkt. Er produziert sich nämlich da auf der Regierungsbank vor dem Mikrophon und verliest ein Kommuniqué, das diesen ganzen absurden Vorgang der Bestellung des Herrn Rupperti, der vom Aufsichtsratsvorsitzendensessel hinuntergeschlüpft ist – auf dieser Etappe ist ihm wahrscheinlich der Heiligenschein abhanden gekommen – und wohlbestallt auf dem Vorstandssessel gelandet ist, beschreibt. Dass dieser Vorgang vom Herrn Staatssekretär hier mit einer Wischi-Waschi-Erklärung auch noch gerechtfertigt wird, ist eine Schande für dieses Haus. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Wurscht, aber das System Grasser muss gedeckt werden – viel Glück dabei auch weiterhin!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn uns der Verfassungsgerichtshof auf ein paar Dinge aufmerksam macht, dann ist das gut. Aber in Wahrheit sagt er damit auch, was wir anders formulieren müssen, damit wir unserem Willen, dem Willen des Nationalrates, hier zum Durchbruch verhelfen. Dazu werden wir Sie herzlich einladen, und dann werden wir ja sehen, wo der Verfassungsbogen gerade wieder im Spektrum ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Es kann ja jetzt auch bei diesem Tagesordnungspunkt die Fragestellung nicht ganz unberührt bleiben, dass wir hier Manager haben, die ganz hervorragende Arbeit im Sicherheitsbereich leisten. Das wird deutlich, wenn man im Bericht Nachschau hält; er ist sehr dick. Da gibt es ein sehr renommiertes Sicherheitsunternehmen im öffentlichen Dienst, und jetzt frage ich Sie: Was sind alle diese Gehälter für diese Sicherheitsbeamten wert, wenn nicht die Eurofighter angeschafft würden? – Und weil das wo wichtig ist, sollte sich dieses Parlament vergewissern, dass bei dem Vertragswerk alles mit rechten Dingen und redlichsten Absichten zugegangen ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Allein, das Argument ist nicht so überwältigend, weil eines kann nicht sein, Herr Klubobmann Molterer: Dass privatrechtliche Verträge – und es ist nichts anderes als ein privatrechtlicher Vertrag – auch nur ansatzweise in der Lage sein sollen, die Grundregeln des Zusammenspiels zwischen Parlament und Regierung auszuhebeln. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das geht nicht, und mit dieser Meinung sind wir nicht allein. Nennenswerte Verfassungsjuristen teilen diese Meinung. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir duellieren uns im Morgengrauen. (Heiterkeit.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Allein, das Argument ist nicht so überwältigend, weil eines kann nicht sein, Herr Klubobmann Molterer: Dass privatrechtliche Verträge – und es ist nichts anderes als ein privatrechtlicher Vertrag – auch nur ansatzweise in der Lage sein sollen, die Grundregeln des Zusammenspiels zwischen Parlament und Regierung auszuhebeln. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das geht nicht, und mit dieser Meinung sind wir nicht allein. Nennenswerte Verfassungsjuristen teilen diese Meinung. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir duellieren uns im Morgengrauen. (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Allein, das Argument ist nicht so überwältigend, weil eines kann nicht sein, Herr Klubobmann Molterer: Dass privatrechtliche Verträge – und es ist nichts anderes als ein privatrechtlicher Vertrag – auch nur ansatzweise in der Lage sein sollen, die Grundregeln des Zusammenspiels zwischen Parlament und Regierung auszuhebeln. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das geht nicht, und mit dieser Meinung sind wir nicht allein. Nennenswerte Verfassungsjuristen teilen diese Meinung. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir duellieren uns im Morgengrauen. (Heiterkeit.)
Beifall und Bravorufe bei den Grünen sowie Beifall bei der SPÖ.
mehr selber aussuchen, und schon gar nicht die schwarz-blaue Mehrheit für sich alleine! (Beifall und Bravorufe bei den Grünen sowie Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Du warst ja gar nicht im Ausschuss!?
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär – er ist nicht mehr da. (Abg. Mag. Gaßner: Du warst ja gar nicht im Ausschuss!?) – Was war das jetzt? Was hast du gesagt? (Abg. Mag. Gaßner: Du warst gar nicht in den Ausschüssen!) – Oja! Ich war in allen Ausschüssen, sicher, sogar bei mehreren Sitzungen, Kollege. (Ruf bei der SPÖ: Jetzt hat er ihn am falschen Fuß erwischt!) – Auf beiden!
Abg. Mag. Gaßner: Du warst gar nicht in den Ausschüssen!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär – er ist nicht mehr da. (Abg. Mag. Gaßner: Du warst ja gar nicht im Ausschuss!?) – Was war das jetzt? Was hast du gesagt? (Abg. Mag. Gaßner: Du warst gar nicht in den Ausschüssen!) – Oja! Ich war in allen Ausschüssen, sicher, sogar bei mehreren Sitzungen, Kollege. (Ruf bei der SPÖ: Jetzt hat er ihn am falschen Fuß erwischt!) – Auf beiden!
Ruf bei der SPÖ: Jetzt hat er ihn am falschen Fuß erwischt!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär – er ist nicht mehr da. (Abg. Mag. Gaßner: Du warst ja gar nicht im Ausschuss!?) – Was war das jetzt? Was hast du gesagt? (Abg. Mag. Gaßner: Du warst gar nicht in den Ausschüssen!) – Oja! Ich war in allen Ausschüssen, sicher, sogar bei mehreren Sitzungen, Kollege. (Ruf bei der SPÖ: Jetzt hat er ihn am falschen Fuß erwischt!) – Auf beiden!
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Molterer.
Leser zitiert dann auch noch Kreisky, der an dieser Front gescheitert ist, und zitiert dann auch noch Renner, und zum Schluss schreibt er: Nach dem Zusammenbruch des „Konsum“ ist nun auch die Gewerkschaft wenn schon nicht ein toter, so doch ein gelähmter Arm und Ast. Wie lange kann sich der dritte Arm und Ast, nämlich die SPÖ als Partei noch integer aufrechterhalten? Es erscheint nicht übertrieben, wenn man die innenpolitischen Konsequenzen, die der BAWAG-Skandal auslösen kann, mit dem Zusammenbruch der Creditanstalt 1931 vergleicht. Und zu guter Letzt, so Norbert Leser, noch eine Frage: Wo bleibt angesichts dieser Vorgänge der Aufschrei der angeblich moralischen Instanz des Bundespräsidenten? – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Molterer.)
Beifall bei der SPÖ.
serungsvorschläge betreffend mehr Transparenz, Offenheit und Ehrlichkeit zu unterstützen! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Kaipel.
Herr Kollege Kaipel, der Verfassungsgerichtshof hat uns gesagt, dass man eigentlich niemanden zwingen kann, seine Gehälter offen zu legen. Aber du hast Recht: Viele Menschen draußen würden heute die Einkommen der Vorstände und Aufsichtsräte sowohl der BAWAG als auch des ÖGB sicherlich sehr interessieren! (Zwischenruf des Abg. Ing. Kaipel.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben vom Rechnungshof eine sehr, sehr gute Unterlage bekommen, wofür ich mich sowohl beim Präsidenten des Rechnungshofes als auch bei seinen Beamten recht herzlich bedanken möchte! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Abgeordnete Mag. Ruth Becher (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sechs Jahre Schwarz-Blau-Orange und neues Regieren bedeuten nicht nur Rekordarbeitslosigkeit und Sozialabbau, sondern ist auch gekennzeichnet durch Umfärbeaktionen und Privilegienwirtschaft, vor allem im Bereich der öffentlichen und der staatsnahen Betriebe. (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Das gesamte Ausmaß dieser Mentalität zeigt sich immer klarer. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Von mehr Privat und weniger Staat kann dabei keine Rede sein! Die Zahl der staatsnahen Betriebe ist gestiegen, die Zahl der dort beschäftigten Mitarbeiter ist um 8 Prozent zurückgegangen, und die Zahl der Vorstandsposten hat sich um 12 Prozent erhöht. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Diese Rede haben Sie wohl vor einer Woche geschrieben!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Diese Rede haben Sie wohl vor einer Woche geschrieben!
Das gesamte Ausmaß dieser Mentalität zeigt sich immer klarer. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Von mehr Privat und weniger Staat kann dabei keine Rede sein! Die Zahl der staatsnahen Betriebe ist gestiegen, die Zahl der dort beschäftigten Mitarbeiter ist um 8 Prozent zurückgegangen, und die Zahl der Vorstandsposten hat sich um 12 Prozent erhöht. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Diese Rede haben Sie wohl vor einer Woche geschrieben!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Auf der Straße werden sie nicht sitzen!
Der Aufsichtsratspräsident der ÖBB, Reithofer, hat in einer APA-Aussendung sogar bekannt, dass die beiden Vorstände der ÖBB Holding, Huber und Söllinger, 625 000 € an Fixvergütung plus einer Erfolgsprämie von 50 Prozent erhalten, und ich frage Sie: Wird diese Erfolgsprämie dann schlagend sein, wenn, wie vom Verkehrsminister gewünscht, 12 000 Eisenbahner auf der Straße sitzen? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Auf der Straße werden sie nicht sitzen!) Es spricht Bände, wenn ÖBB-Manager innerhalb nur eines Jahres, und das ist in diesem Bericht ersichtlich, nämlich zwischen 2003 und 2004, Gehaltserhöhungen um 53 Prozent erhalten haben und im selben Zeitraum über 1 600 Mitarbeiter abgebaut werden! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der Aufsichtsratspräsident der ÖBB, Reithofer, hat in einer APA-Aussendung sogar bekannt, dass die beiden Vorstände der ÖBB Holding, Huber und Söllinger, 625 000 € an Fixvergütung plus einer Erfolgsprämie von 50 Prozent erhalten, und ich frage Sie: Wird diese Erfolgsprämie dann schlagend sein, wenn, wie vom Verkehrsminister gewünscht, 12 000 Eisenbahner auf der Straße sitzen? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Auf der Straße werden sie nicht sitzen!) Es spricht Bände, wenn ÖBB-Manager innerhalb nur eines Jahres, und das ist in diesem Bericht ersichtlich, nämlich zwischen 2003 und 2004, Gehaltserhöhungen um 53 Prozent erhalten haben und im selben Zeitraum über 1 600 Mitarbeiter abgebaut werden! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Letztlich möchte ich noch sagen: Dieser Bericht darf nicht als ein Vehikel der Neidgenossenschaft verwendet werden, obwohl es manchmal ganz gut sein kann, wenn die Öffentlichkeit zum Beispiel erfährt, dass ein ehemaliger BAWAG-Generaldirektor bei den Lotterien für eine geringfügige Nebenbeschäftigung 300 000 € im Jahr bezieht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Weil Kollege Gahr heute von Transparenz gesprochen hat, muss ich sagen: Diese habe ich im Rechnungshofausschuss bisher noch nicht gesehen! (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Transparenz gibt es dort nämlich nicht! Immer wenn eine Untersuchung beziehungsweise Kontrolle angefordert wird, wird mit Ihrer Mehrheit die Decke darübergestülpt, und man darf nicht untersuchen.
Abg. Lentsch: Neudeck hat doch keine Leute! – Abg. Neudeck: Meine Leute sind alle gut beschäftigt!
Kollege Neudeck hat zum Beispiel auch gesagt, dass die ÖBB nicht mehr eine Gesellschaft sind, sondern aufgeteilt worden sind, und da sei es klar, dass es mehrere Manager gibt. – Ja, Herr Kollege Neudeck, Sie mussten die ÖBB aufteilen und filetieren, damit Sie Ihre Leute unterbringen konnten! (Abg. Lentsch: Neudeck hat doch keine Leute! – Abg. Neudeck: Meine Leute sind alle gut beschäftigt!)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Das ist der wahre Hintergrund dieser Aufteilung und Filetierung bei den Bundesbahnen! Dort sind jetzt mehr Manager als je zuvor und immer weniger Personal tätig, und das haben Sie zu verantworten! Und überhaupt ist das alles, was Sie heute hier behauptet haben, und sind die Attacken, die Sie ständig im Hinblick auf die BAWAG und Ähnliches mehr reiten, wiederum nur ein Teil der Decke, die Sie über Ihre Unzulänglichkeiten darüberstülpen! Das sei nur gesagt. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch sind Sie dafür verantwortlich, dass es hier in Österreich ein deutlich schwächeres Wachstum als im EU-Durchschnitt gibt. Und letztlich haben Sie auch, weil Sie hier immer auch das Defizit mit formulieren, den höchsten Schuldenstand aller Zeiten zu verantworten! Das ist Ihre Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie wollen ja immer einsparen!
Bei einer Einrichtung in unserem Land, nämlich beim Kunsthistorischen Museum, ist meiner Meinung nach sehr klar ersichtlich, dass ein Direktor 246 400 € im Jahr verdient. Wenn man diesen Direktor – fälschlich – mit den Kriterien misst, die Kollege Regler vorher angesetzt hat, dass man wirklich nur die besten Manager nehmen soll und dass es wichtig ist, dass es auch leistungsbezogene Einkommensbestandteile gibt, dann verstehe ich jetzt, wie Sie das System sehen: Dieser Direktor hat nämlich das Geburtstagsfest für den Herrn Staatssekretär sicherlich nicht von seinem Gehalt bezahlt, sondern mit Geldern der SteuerzahlerInnen. Wir warten heute noch auf einen zweiten kaufmännischen Geschäftsführer. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie wollen ja immer einsparen!) Auch diesbezüglich treffen Sie keinerlei Maßnahmen, damit im Kunsthistorischen Museum die kunsthistorischen Schätze unseres Landes nicht feudalherrschaftlich verwaltet werden, sondern dass sie für die Österreicherinnen und Österreicher und für die Touristen zur Verfügung gestellt werden. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Für „feudalherrschaftlich“ wäre Elsner zuständig, der hätte jetzt mehr Zeit!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Für „feudalherrschaftlich“ wäre Elsner zuständig, der hätte jetzt mehr Zeit!
Bei einer Einrichtung in unserem Land, nämlich beim Kunsthistorischen Museum, ist meiner Meinung nach sehr klar ersichtlich, dass ein Direktor 246 400 € im Jahr verdient. Wenn man diesen Direktor – fälschlich – mit den Kriterien misst, die Kollege Regler vorher angesetzt hat, dass man wirklich nur die besten Manager nehmen soll und dass es wichtig ist, dass es auch leistungsbezogene Einkommensbestandteile gibt, dann verstehe ich jetzt, wie Sie das System sehen: Dieser Direktor hat nämlich das Geburtstagsfest für den Herrn Staatssekretär sicherlich nicht von seinem Gehalt bezahlt, sondern mit Geldern der SteuerzahlerInnen. Wir warten heute noch auf einen zweiten kaufmännischen Geschäftsführer. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie wollen ja immer einsparen!) Auch diesbezüglich treffen Sie keinerlei Maßnahmen, damit im Kunsthistorischen Museum die kunsthistorischen Schätze unseres Landes nicht feudalherrschaftlich verwaltet werden, sondern dass sie für die Österreicherinnen und Österreicher und für die Touristen zur Verfügung gestellt werden. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Für „feudalherrschaftlich“ wäre Elsner zuständig, der hätte jetzt mehr Zeit!)
Beifall bei der SPÖ.
Tatsache ist, dass dieser Herr Direktor Statuen aus Ägypten eingeführt hat und von vier Statuen dann zwei in seinem Besitz gelandet sind. Außerdem hat dieser Direktor seinen alten Privat-PKW günstigst an das Museum verscherbelt oder wieder zurückverleast. – Ich denke mir: Hier sind Konsequenzen zu ziehen. Hier ist keinerlei Leistung gegeben, sondern man sieht nur, dass auf Seiten der ÖVP die Abzockermethoden und die Feudalfürsten Saison haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Jetzt hatte ich schon Entzugserscheinungen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Schönpass. Wunschredezeit: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Neudeck: Jetzt hatte ich schon Entzugserscheinungen!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das heißt „ÖGB“, nicht „ÖBB“!
Als Beispiel erinnere ich an die astronomischen Gehälter und Abfertigungen von leitenden ÖBB-Managern. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das heißt „ÖGB“, nicht „ÖBB“!)
Abg. Scheibner: Meinen Sie „ÖGB“ oder „ÖBB“? Haben Sie vielleicht das Falsche aufgeschrieben?
Für die Fahrgäste der ÖBB hat sich aus der neuen Strukturierung der ÖBB allerdings keine Verbesserung des Streckennetzes oder der Transportqualität ergeben. (Abg. Scheibner: Meinen Sie „ÖGB“ oder „ÖBB“? Haben Sie vielleicht das Falsche aufgeschrieben?)
Abg. Scheibner: Das hätten wir beim ÖGB auch gern gewusst!
Namen der Bezieher überhöhter Einkommen zu veröffentlichen, die man ohnehin sogar in den Zeitungen nachlesen kann. Konkrete Fälle müssen transparent und nachvollziehbar sein, sodass auch die Bürgerinnen und Bürger genau erfahren, was mit ihren Steuergeldern passiert. (Abg. Scheibner: Das hätten wir beim ÖGB auch gern gewusst!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: ÖGB statt ÖBB, das ist der Slogan!
Der Rechnungshof weist darauf hin, dass sich die Eigentümerstruktur von einigen der überprüften Einrichtungen verändert hat und diese Einrichtungen dadurch nicht länger der Kontrolle des Rechnungshofes unterliegen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: ÖGB statt ÖBB, das ist der Slogan!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Heute kann ich nicht klatschen, Frau Kollegin, heute ausnahmsweise nicht!
So entziehen Sie sich der öffentlichen Kontrolle! In der Praxis sieht das so aus: Die formal ausgegliederten Unternehmen werden mit regierungsnahen Managern nachbesetzt oder bestückt, die horrende Gehälter kassieren und sich dafür nicht einmal mehr öffentlich verantworten müssen. Hier wird einmal mehr deutlich, dass der Kurs dieser Regierung, möglichst viel und möglichst rasch auszugliedern, keineswegs zu mehr Sparsamkeit im öffentlichen Haushalt beigetragen hat. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Heute kann ich nicht klatschen, Frau Kollegin, heute ausnahmsweise nicht!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Jarolim.
Ganz am Schluss möchte ich im Hinblick auf eine Stärkung der Kontrollrechte noch darauf hinweisen, dass es – wie auch im Konvent diskutiert – zweckmäßig wäre, dass der Rechnungshof die Möglichkeit erhält, Unternehmen bereits bei einer 25‑prozentigen Beteiligung der öffentlichen Hand einer Überprüfung zu unterziehen, damit, wenn es eine dementsprechende Verfassungsänderung gibt, auch die betreffenden Leistungsdaten beziehungsweise Einkommensdaten erhältlich sind. Darüber hinaus könnten wir dadurch auch sicherstellen, dass eine Flucht aus der Kontrolle vermieden wird und die Kontrolle als solche gestärkt wird. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Jarolim.)
Allgemeiner Beifall.
Ich danke Ihnen abschließend noch einmal, dass Sie die Leistung des Rechnungshofes auch im Zuge der heutigen drei Debatten positiv erwähnt haben! Ich möchte das auch an die Mitarbeiter weitergeben, weil das sicherlich zu deren Motivation beiträgt. – Ich danke Ihnen. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Dr. Jarolim: Kollege Amon ist noch nicht da!
Wir kommen zur Abstimmung über den Antrag. (Abg. Dr. Jarolim: Kollege Amon ist noch nicht da!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir sollten daher im Interesse des heimischen Tourismus den gegenständlichen Vorschlag raschest einer Beschlussfassung zuführen und nicht wieder 84 Sitzungen dieser GP abwarten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll – auf dem Weg zum Rednerpult –: 1 Minute!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. Wunschredezeit: 2 Minuten. (Abg. Dr. Stummvoll – auf dem Weg zum Rednerpult –: 1 Minute!) 1 Minute. – Bitte.
Abg. Mag. Hoscher: Ich bin Tourismussprecher! Das ist meine Aufgabe!
Es geht hier nicht nur um den Tourismus, Herr Kollege. Sie machen es sich leicht, Sie spielen hier den Lobbyisten des Tourismus. (Abg. Mag. Hoscher: Ich bin Tourismussprecher! Das ist meine Aufgabe!) Es gibt auch andere Wirtschaftsbereiche, in denen es genauso wichtig ist, Herr Kollege Hoscher! Wir werden auch darüber diskutieren, ob eine degressive AfA besser als die lineare AfA ist.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Also lassen Sie den Fleckerlteppich! Wir machen eine große Reform, es wird ein großer Wurf werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Aber Sie sollten auch wissen, dass es heute schon möglich ist, kürzere Abschreibungsfristen zu erzielen, indem man dem Finanzamt einfach ein Gutachten vorlegt. Dann ist die Einsicht gegeben, das auch in einem kürzeren Zeitraum abzuschreiben. – Danke schön. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich weiß nicht, wie viel Zeit Sie noch aufwenden wollen. Ich glaube nicht, dass der Tourismus noch so viel Zeit hat. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Ferdinand Maier (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! An sich ist über den Tourismus schon sehr viel gesagt worden, ich kann das nur unterstreichen. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Insbesondere das, was Dr. Stummvoll gesagt hat, findet meine Zustimmung. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist eine Einser-Rede!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist eine Einser-Rede!
Abgeordneter Dr. Ferdinand Maier (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! An sich ist über den Tourismus schon sehr viel gesagt worden, ich kann das nur unterstreichen. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Insbesondere das, was Dr. Stummvoll gesagt hat, findet meine Zustimmung. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist eine Einser-Rede!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der Letzte zahlt eine Runde!
Ich möchte, da ich offensichtlich oder voraussichtlich der letzte Redner bin, eine Zusammenfassung machen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der Letzte zahlt eine Runde!) Es war für mich sehr beeindruckend, dass die Debatte des gestrigen Tages – heute weniger – eigentlich sehr stark unter dem Aspekt der BAWAG stand und vehemente Angriffe gegen die SPÖ, gegen die Gewerkschafter von der SPÖ gerichtet wurden.
Abg. Schieder: Zur Sache!
Was mir aufgefallen ist, ist, dass Kollege Gusenbauer selten hier war (Abg. Schieder: Zur Sache!) und dass er, wenn er hier war, nichts gesprochen hat. (Abg. Schieder: Zur Sache!) An sich – ich bin kein Jurist – sagt man ja: Wenn jemand schweigt, stimmt er zu. Insofern möchte ich zusammenfassend sagen: Wenigstens Gusenbauer hat erkannt, dass die Angriffe und die Vorwürfe berechtigt sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Schieder: Zur Sache!
Was mir aufgefallen ist, ist, dass Kollege Gusenbauer selten hier war (Abg. Schieder: Zur Sache!) und dass er, wenn er hier war, nichts gesprochen hat. (Abg. Schieder: Zur Sache!) An sich – ich bin kein Jurist – sagt man ja: Wenn jemand schweigt, stimmt er zu. Insofern möchte ich zusammenfassend sagen: Wenigstens Gusenbauer hat erkannt, dass die Angriffe und die Vorwürfe berechtigt sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was mir aufgefallen ist, ist, dass Kollege Gusenbauer selten hier war (Abg. Schieder: Zur Sache!) und dass er, wenn er hier war, nichts gesprochen hat. (Abg. Schieder: Zur Sache!) An sich – ich bin kein Jurist – sagt man ja: Wenn jemand schweigt, stimmt er zu. Insofern möchte ich zusammenfassend sagen: Wenigstens Gusenbauer hat erkannt, dass die Angriffe und die Vorwürfe berechtigt sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)