Eckdaten:
Für die 133. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 746 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Höherer Geräuschpegel im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Dr. Elisabeth Hlavac (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Frauenministerin! Sehr geehrte Frau Unterrichtsministerin! Meine Damen und Herren! (Höherer Geräuschpegel im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Bei der Tagung des Europäischen Rats in Cardiff wurde ein Schlußdokument verabschiedet, in dem Fragen der Beschäftigung ein zentraler Stellenwert zukommt. Insbesondere wird angeführt, daß durch die Nationalen Aktionspläne die Mitgliedstaaten aufgefordert werden, ernsthafte Anstrengungen zu unternehmen, um die Beschäftigungsfähigkeit der aktiven Bevölkerung, insbesondere der Jungen, der Langzeitarbeitslosen, aber auch der Frauen zu verbessern.
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Diese Woche findet ein informeller Ministerrat in Innsbruck statt, bei dem erstmals die Arbeits- und SozialministerInnen gemeinsam mit den GleichbehandlungsministerInnen tagen. Das zentrale Thema sind auch da die Nationalen Aktionspläne. Ich halte das für sehr notwendig und wichtig, denn es zeigt sich, daß bei einer ganzen Reihe von Aktionsplänen ein deutliches Defizit im Bereich der vierten Säule, der Chancengleichheit für Frauen, vorliegt, die ein sehr wichtiger Schwerpunkt sein soll. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Bedauerlicherweise räumen aber manche Mitgliedstaaten der Beschäftigung von Frauen und der Verbesserung ihrer Chancen auf dem Arbeitsmarkt nicht die gebührende Aufmerksamkeit ein. Vor allem bedarf es gezielter Maßnahmen für Frauen. Chancengleichheit wird nur bei partnerschaftlicher Teilung der Versorgungsarbeit, durch Änderungen bei der Arbeitsorganisation und durch eine entsprechende Arbeitsmarktpolitik erreichbar sein. Es wird auch notwendig sein, im Bereich der Lohnpolitik darauf zu achten, daß tatsächlich gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit bezahlt wird, und der Ausbildung der Mädchen besonders verstärktes Augenmerk zu schenken. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch für die Erhaltung des hohen Niveaus unseres Sozialversicherungssystems ist die Frauenbeschäftigung von wachsender Bedeutung. Daher werden wir sehr darauf achten müssen, daß der Maßnahmenkatalog des Aktionsplans Frauen auch tatsächlich in ausreichendem Maße Chancen eröffnet. Frau Bundesministerin Hostasch und Frau Bundesministerin Prammer setzen sich ja sehr dafür ein, und ich hoffe, daß es einen Erfolg geben wird. Wir werden das sicher sehr genau beobachten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine weitere Forderung ist die Schaffung der Möglichkeit für Eltern von Kleinkindern, auf Teilzeitjobs umzusteigen, aber mit dem Recht auf Rückkehr auf einen Vollarbeitsplatz. Auch das ist eine notwendige familienfreundliche Maßnahme, die wir bestimmt weiterverfolgen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Der informelle Ministerrat, der in Innsbruck stattfinden wird, wird hoffentlich die notwendigen Impulse dafür setzen, und ich hoffe, Frau Bundesministerin, daß bei dieser Ratstagung substantielle Ergebnisse erzielt werden können. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Lassen Sie mich dazu folgendes ganz klar und deutlich sagen: Es gibt in der Europäischen Union kein Musterland. Von Skandinavien bis in den Süden finden wir zwar durchaus gute, erwähnenswerte Beispiele, die andere Länder sinnvollerweise vielleicht auch übernehmen sollten, gleichzeitig gibt es aber auch sehr viele Hemmnisse, sehr viele Hürden in all diesen Staaten. Diese gilt es zu beseitigen, da gilt es, den Hebel anzusetzen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin auch sehr froh darüber, daß beim Treffen der Staats- und Regierungschefs in Cardiff noch einmal klar gesagt und erwähnt wurde, daß in Richtung Chancengleichheit und Beschäftigung verstärkte Maßnahmen zu setzen sind und daß dafür Sorge zu tragen ist, daß die Gleichstellung von Frauen und Männern in alle Beschäftigungspolitiken ihren Eingang finden muß. Das Thema des Gender-Mainstreamings – wie es auf europäischer Ebene heißt – ist etwas Wesentliches und Wichtiges. In allen Bereichen der Politik hatten wir darauf Rücksicht zu nehmen, daß es unterschiedliche Arten der Betroffenheit gibt und daß immer wieder auch die jeweilige Maßnahme auf die Auswirkung auf Frauen hinterfragt werden muß. Dieses Gender-Mainstreaming ist wesentlich, das haben auch wir voranzutreiben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Lassen Sie mich einige dieser Punkte der Analyse der Kommission, die mir auch aufgefallen sind, erwähnen: Die geschlechtsspezifische Differenz in der Beschäftigung hängt unmittelbar mit der Höhe der Frauenerwerbsquote zusammen. Je niedriger die Frauenerwerbsquote ist, umso größer ist klarerweise der Unterschied der Beschäftigungsquote von Frauen und Männern. Das heißt, eine Erhöhung der Erwerbsquote ist nur durch eine Steigerung der Frauenbeschäftigung zu erreichen. Das muß uns klar sein, und das ist das wesentliche. Das heißt, das Ziel auch des österreichischen Nationalen Aktionsplans ist nur dadurch zu erreichen, daß Frauenarbeitsplätze geschaffen werden und Frauen somit die Möglichkeit einer Beschäftigung bekommen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein ganz wesentliches und wichtiges Thema, worüber ich sehr glücklich bin, daß es ab morgen am informellen Ministerrat diskutiert wird – zum ersten Mal innerhalb der Europäischen Union in einem derartigen Gremium, wie ich anmerken möchte –, ist die Frage der Aufteilung der Versorgungsarbeit. An dieser Stelle habe ich schon so oft gesagt: Wer das Thema der unterschiedlichen Aufteilung der Versorgungsarbeit nicht ernst nimmt, darf auch nicht für sich in Anspruch nehmen, daß es ihm ein ernstes Thema ist, daß die unterschiedlichen Einkommen abgebaut werden und anderes mehr. Diese Auflösung muß uns gelingen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin aber auch davon überzeugt, daß es gemeinsam besser geht und daß es Sinn macht – so wie es jetzt auch hinsichtlich der Beschäftigungspolitik allgemein Sinn macht –, auf europäischer Ebene über das Thema Frauen zu diskutieren und die bestmöglichen Lösungen zu finden. Doch kaufen wir uns damit nicht frei, ganz im Gegenteil, wir nehmen den Auftrag mit nach Hause, in Österreich für die Frauen das Bestmögliche zu tun. – Danke schön (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nun bin ich bei einem Thema angelangt, das ich erfreulich finde: Es ist uns in Österreich gelungen, im sogenannten NAP zu verankern, daß Kinderbetreuungseinrichtungen entsprechend gefördert werden müssen. Es ist wichtig, daß Kinderbetreuung, Familie und Beruf miteinander vereinbar sein müssen. Das ist der Wunsch der Familien, das ist der Wunsch der Frauen und Männer. Da nützt überhaupt kein Gesellschaftsbild, dem hat man sich zu stellen (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, die zentralen Fragen für die Zukunftssicherung der Frauen sind Berufswahl, Bildung und Ausbildung. Vor allem aber sollten wir gerade den jungen Mädchen und Frauen dazu verhelfen beziehungsweise ihnen bewußt machen, daß sie, wenn sie Chancen für ihr Leben gewinnen wollen, ihre Karriere, ihr Leben ebenso planen müssen, wie die Männer dies tun, natürlich auch mit der Hoffnung verbunden, daß es möglich ist, ihr Leben so zu leben, wie sie es möchten – das heißt, daß auch Familie, wenn sie ihnen ein zentrales Anliegen ist, ihren Platz hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kammerlander: Warum haben Sie im Unterausschuß dagegen gestimmt?
"Taten statt Worte"– das haben beherzte Frauen der Österreichischen Volkspartei gemeinsam mit Bundesminister Bartenstein im Bundeskomitee im Jahre 1990 zum Anlaß genommen, zu sagen: Was reden wir denn immer davon? Jetzt müssen wir etwas tun! – In der Zwischenzeit haben sie bereits ein "Handbuch der Chancengleichheit" herausgegeben. In diesem steht schon sehr genau, was Sie jetzt nach zweijähriger Untersuchung erstellen lassen wollen, nämlich wie diese Frauenförderpläne ausschauen sollen. Wir haben sie! Bereits seit dem Jahr 1992 gibt es jedes Jahr eine Prämierung von Betrieben in der Steiermark, inzwischen auch schon in Wien und Niederösterreich. Ich bin am 15. Juli zu einer solchen Prämierung eingeladen und sehe dieser mit großem Interesse entgegen. (Abg. Mag. Kammerlander: Warum haben Sie im Unterausschuß dagegen gestimmt?)
Abg. Mag. Kammerlander: Hätten Sie dem Antrag im Ausschuß zugestimmt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Hier steht es drinnen: Mit Hilfe eines Frauenförderplanes kann man in Betrieben auf freiwilliger Basis viele Möglichkeiten der Beschäftigung zur Zufriedenheit der Mitarbeiter und zur Zufriedenheit der Beschäftiger ausschöpfen. (Abg. Mag. Kammerlander: Hätten Sie dem Antrag im Ausschuß zugestimmt!) Dem
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Bundesministerinnen! Wenn das neue Jahrhundert – und darin, glaube ich, sind wir absolut alle einer Meinung –, ein Jahrhundert der Frauen sein soll, dann müssen wir uns die Frage stellen, ob wir bislang national auf den richtigen Gleisen gefahren sind oder ob wir nicht tatsächlich das eine oder andere Gleis verlassen müssen und die Weichen etwas anders stellen müssen, damit es wirklich auch eine positive Zukunft für die Frauen gibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rosemarie Bauer: Wo habe ich das gesagt? Zuhören!
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Frau Kollegin Rosemarie Bauer! Sie haben wieder von der Kinderbetreuung gesprochen. (Abg. Rosemarie Bauer: Wo habe ich das gesagt? Zuhören!) Ich muß ehrlich sagen, Ihre ständige Forderung nach dem Kinderbetreuungsscheck wird schon beinahe lächerlich, Frau Kollegin Rosemarie Bauer. (Abg. Dr. Höchtl: Zuhören!) Vor Wahlen fordern Sie ständig den Kinderbetreuungsscheck in Oberösterreich, in Niederösterreich, auch hier im Hohen Haus. Wenn dann die Freiheitlichen einen diesbezüglichen Antrag einbringen, dann lehnen Sie ihn ab. Das Spiel, das Sie hier spielen, ist wirklich doppelbödig! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rosemarie Bauer: Sie müssen zuhören!)
Abg. Dr. Höchtl: Zuhören!
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Frau Kollegin Rosemarie Bauer! Sie haben wieder von der Kinderbetreuung gesprochen. (Abg. Rosemarie Bauer: Wo habe ich das gesagt? Zuhören!) Ich muß ehrlich sagen, Ihre ständige Forderung nach dem Kinderbetreuungsscheck wird schon beinahe lächerlich, Frau Kollegin Rosemarie Bauer. (Abg. Dr. Höchtl: Zuhören!) Vor Wahlen fordern Sie ständig den Kinderbetreuungsscheck in Oberösterreich, in Niederösterreich, auch hier im Hohen Haus. Wenn dann die Freiheitlichen einen diesbezüglichen Antrag einbringen, dann lehnen Sie ihn ab. Das Spiel, das Sie hier spielen, ist wirklich doppelbödig! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rosemarie Bauer: Sie müssen zuhören!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rosemarie Bauer: Sie müssen zuhören!
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Frau Kollegin Rosemarie Bauer! Sie haben wieder von der Kinderbetreuung gesprochen. (Abg. Rosemarie Bauer: Wo habe ich das gesagt? Zuhören!) Ich muß ehrlich sagen, Ihre ständige Forderung nach dem Kinderbetreuungsscheck wird schon beinahe lächerlich, Frau Kollegin Rosemarie Bauer. (Abg. Dr. Höchtl: Zuhören!) Vor Wahlen fordern Sie ständig den Kinderbetreuungsscheck in Oberösterreich, in Niederösterreich, auch hier im Hohen Haus. Wenn dann die Freiheitlichen einen diesbezüglichen Antrag einbringen, dann lehnen Sie ihn ab. Das Spiel, das Sie hier spielen, ist wirklich doppelbödig! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rosemarie Bauer: Sie müssen zuhören!)
Abg. Mag. Stadler: Hört! Hört!
Nun zu den Äußerungen von Frau Kollegin Hlavac von der SPÖ. Frau Kollegin, Sie haben gesagt, die Frauen müssen überproportional gefördert werden. Auch die Frau Ministerin hat sich in diese Richtung geäußert. Ich frage mich jetzt, wer in der SPÖ eigentlich die Frauenpolitik bestimmt. Denn bei der Programmdiskussion in der SPÖ hat Ihr Bundesgeschäftsführer gesagt: Nun zu den "Kleinpunkten", zu den Frauen. – Frau Kollegin Hlavac (Abg. Mag. Stadler: Hört! Hört!), Sie sind die "Kleinpunkte"! Die Frauen sind die "Kleinpunkte" in der SPÖ! Das bestätigt Ihr Bundesgeschäftsführer Rudas! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider: Hört!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider: Hört!
Nun zu den Äußerungen von Frau Kollegin Hlavac von der SPÖ. Frau Kollegin, Sie haben gesagt, die Frauen müssen überproportional gefördert werden. Auch die Frau Ministerin hat sich in diese Richtung geäußert. Ich frage mich jetzt, wer in der SPÖ eigentlich die Frauenpolitik bestimmt. Denn bei der Programmdiskussion in der SPÖ hat Ihr Bundesgeschäftsführer gesagt: Nun zu den "Kleinpunkten", zu den Frauen. – Frau Kollegin Hlavac (Abg. Mag. Stadler: Hört! Hört!), Sie sind die "Kleinpunkte"! Die Frauen sind die "Kleinpunkte" in der SPÖ! Das bestätigt Ihr Bundesgeschäftsführer Rudas! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider: Hört!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist der Herr Rudas, der den Kostelka angezeigt hat!
Wie soll denn die SPÖ-Frauenpolitik innerhalb der EU ernst genommen werden, wenn Ihr eigener Bundesgeschäftsführer sie als "Kleinpunkte" bezeichnet? (Abg. Mag. Stadler: Das ist der Herr Rudas, der den Kostelka angezeigt hat!) Die SPÖ-Frauen haben keine Stimme innerhalb ihrer Partei, denn sie waren ganz still gegenüber Bundesgeschäftsführer Rudas. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Frau Dohnal hat schon gesagt, sie sind im Vorzimmer!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Frau Dohnal hat schon gesagt, sie sind im Vorzimmer!
Wie soll denn die SPÖ-Frauenpolitik innerhalb der EU ernst genommen werden, wenn Ihr eigener Bundesgeschäftsführer sie als "Kleinpunkte" bezeichnet? (Abg. Mag. Stadler: Das ist der Herr Rudas, der den Kostelka angezeigt hat!) Die SPÖ-Frauen haben keine Stimme innerhalb ihrer Partei, denn sie waren ganz still gegenüber Bundesgeschäftsführer Rudas. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Frau Dohnal hat schon gesagt, sie sind im Vorzimmer!)
Abg. Dr. Haider: Da schau her! Solidarität der Frauen!
Auch ich habe damit meine Erfahrungen gemacht. Man muß sich einmal vorstellen: Alleine die Tatsache, daß ich es gewagt habe, Abgeordneten Keppelmüller auf Ehrenbeleidigung zu klagen, und den Prozeß gewonnen habe, hat genügt, daß mich die gesamte SPÖ-Fraktion im Umweltausschuß nicht zur Vorsitzenden gewählt hat. (Abg. Dr. Haider: Da schau her! Solidarität der Frauen!) Das muß man sich einmal vorstellen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Demokraten sind das! Die Guten und Toleranten sind das!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Demokraten sind das! Die Guten und Toleranten sind das!
Auch ich habe damit meine Erfahrungen gemacht. Man muß sich einmal vorstellen: Alleine die Tatsache, daß ich es gewagt habe, Abgeordneten Keppelmüller auf Ehrenbeleidigung zu klagen, und den Prozeß gewonnen habe, hat genügt, daß mich die gesamte SPÖ-Fraktion im Umweltausschuß nicht zur Vorsitzenden gewählt hat. (Abg. Dr. Haider: Da schau her! Solidarität der Frauen!) Das muß man sich einmal vorstellen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Demokraten sind das! Die Guten und Toleranten sind das!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Zurücktreten soll er!
Wo waren da die Stimmen der Frauen? Wo waren da die Stimmen der Frauenrechtlerinnen? Wo war da die Stimme der Frauenministerin? Was war eigentlich der Grund für das Schweigen? – Ich kann Ihnen sagen, was der Grund war: Es ging ja nur um eine Freiheitliche. Eine freiheitliche Abgeordnete kann man beleidigen, kann man diskriminieren, kann man für vogelfrei erklären. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Zurücktreten soll er!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Keppelmüller! Sie zeigen gegenüber Ihren Kolleginnen mehr als einen schlechten Stil! Das sind keine Zufälligkeiten. Sie sind ein Wiederholungstäter. Es kommt bei Ihnen heraus, was drinnen ist! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler – in Richtung des Abg. Dr. Keppelmüller, der gerade mit Abg. Mag. Frieser spricht –: Die Frau Frieser prüft ihn gerade! Sie macht gerade den Intelligenztest!
Aber einen Hoffnungsschimmer gibt es auch für Sie, Herr Kollege. Denn mit der Entschuldigung bei Kollegin Langthaler zeigen Sie wenigstens eine gewisse Lernfähigkeit, sei es, daß Sie nicht das zweite Mal einen Prozeß gegen eine Kollegin verlieren wollen, sei es, daß Sie wirklich einsichtig geworden sind. (Abg. Mag. Stadler – in Richtung des Abg. Dr. Keppelmüller, der gerade mit Abg. Mag. Frieser spricht –: Die Frau Frieser prüft ihn gerade! Sie macht gerade den Intelligenztest!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auf alle Fälle ist es positiv, wenn Sie, Herr Kollege Keppelmüller, Ihr Verhalten gegenüber den Frauen und Männern im Parlament ändern, denn – und das möchte ich auch wirklich gesagt haben – die meisten Männer im Parlament pflegen einen ordentlichen Umgang mit uns Kolleginnen und verdienen es wirklich nicht, wegen einiger weniger pauschal verurteilt zu werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Wir hatten ein Frauen-Volksbegehren. Von diesem Frauen-Volksbegehren wurde quasi nichts umgesetzt, und dafür waren Sie beide verantwortlich. Daher: Nicht schöne Worte, sondern Taten sind gefragt! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Bundesministerin für Frauenangelegenheiten! Sie haben sich aus der Innenpolitik verabschiedet, und das seit einem halben Jahr! (Beifall bei den Grünen.) Sie haben nichts von dem getan, wozu Sie an Berichtslegung eigentlich verpflichtet wären gewesen, Sie haben nichts von dem getan, was Sie versprochen haben, wie zum Beispiel diese große Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes. Aber wir machen eine Aktuelle Stunde und hören den Reden zu, in denen die Freude darüber zum Ausdruck gebracht wird, daß jetzt auch auf EU-Ebene über Gleichbehandlung diskutiert wird.
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte in diesem Zusammenhang durchaus noch einmal auf den Vorfall im Umweltausschuß zu sprechen kommen, auch wenn ich Frau Kollegin Aumayr recht gebe: Es ist nicht die Regel, daß Männer mit uns Frauen im Hohen Haus so umgehen. Aber es scheint die Regel zu sein, daß bestimmte Kollegen sich hier alles herausnehmen dürfen, was, solange es nur irgendwie geht, still geduldet wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander (fortsetzend): Ich bin beim Schlußsatz. Das angebliche Sprichwort, das Sie zitiert haben, zeigt ganz klar auf, welchen Geist Sie da haben oder nicht haben, denn dieses angebliche Sprichwort – es ist ja nicht einmal ein Sprichwort, sondern eine Redewendung –, das von Ihnen als Entschuldigungsgrund herangezogen wurde, ist ein äußerst sexistisches. Und das bestürzt mich ganz besonders: daß diese Sensibilität in dieser Debatte offensichtlich nicht vorhanden ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Alle Bildungsmaßnahmen dienen dazu, daß Frauen eine echte Chance auf einen qualifizierten Arbeitsplatz haben. Darüber hinaus muß es Anliegen der Politik, Anliegen der Bildungspolitik sein, Einstellungen zu verändern – und zwar vor allem Einstellungen in den Köpfen der Männer zu verändern. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Deshalb halte ich es für notwendig, in allen Bereichen – sowohl im Verwaltungsbereich als auch im Bildungsbereich – die Gleichberechtigung, die Förderung der Mädchen besonders ernst zu nehmen.
Abg. Dr. Schmidt: Von 84!
Ich meine, wir setzen auch Signale. Es gibt nicht nur fünf Frauen, die Sektionschefinnen sind, es gibt inzwischen sieben Frauen, die Sektionschefinnen sind. (Abg. Dr. Schmidt: Von 84!) Es ist auch erstmals gelungen, eine Frau als HTL-Landesschulinspektorin in Tirol zu installieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Es wird erstmals eine Frau Direktorin einer HTL in Salzburg werden. Wir haben auch erstmals eine Frau zur Direktorin eines Museums ernannt, nämlich des Theatermuseums.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich meine, wir setzen auch Signale. Es gibt nicht nur fünf Frauen, die Sektionschefinnen sind, es gibt inzwischen sieben Frauen, die Sektionschefinnen sind. (Abg. Dr. Schmidt: Von 84!) Es ist auch erstmals gelungen, eine Frau als HTL-Landesschulinspektorin in Tirol zu installieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Es wird erstmals eine Frau Direktorin einer HTL in Salzburg werden. Wir haben auch erstmals eine Frau zur Direktorin eines Museums ernannt, nämlich des Theatermuseums.
Beifall bei der ÖVP.
Noch etwas, meine Damen und Herren: 52 Prozent der Wahlberechtigten sind Wählerinnen, und ich meine, wir dürfen erst zufrieden sein, wenn 52 Prozent der wichtigen Positionen in allen Bereichen unserer Gesellschaft auch mit Frauen besetzt sind. (Beifall bei der ÖVP.) Um das zu erreichen, gibt es für uns alle noch viel zu tun. Ich meine, daß wir versuchen sollten, diese Ziele gemeinsam zu erreichen. Die ÖVP wird jedenfalls auch in Zukunft eine starke Stimme für Chancengerechtigkeit und Gleichberechtigung der Frauen sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Noch etwas, meine Damen und Herren: 52 Prozent der Wahlberechtigten sind Wählerinnen, und ich meine, wir dürfen erst zufrieden sein, wenn 52 Prozent der wichtigen Positionen in allen Bereichen unserer Gesellschaft auch mit Frauen besetzt sind. (Beifall bei der ÖVP.) Um das zu erreichen, gibt es für uns alle noch viel zu tun. Ich meine, daß wir versuchen sollten, diese Ziele gemeinsam zu erreichen. Die ÖVP wird jedenfalls auch in Zukunft eine starke Stimme für Chancengerechtigkeit und Gleichberechtigung der Frauen sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kammerlander: Das ist sexistisch gewesen und nicht speziell Frauendiskriminierung!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Bundesministerinnen! Hohes Haus! Frau Kollegin Aumayr, ich gehe gleich auf Ihre Ausführungen und jene von Frau Kollegin Kammerlander ein. Ich stimme mit Ihnen überein, daß sprachliche Frauendiskriminierung dazu beiträgt, gesellschaftspolitische Rollenbilder zu festigen. (Abg. Mag. Kammerlander: Das ist sexistisch gewesen und nicht speziell Frauendiskriminierung!) Es ist daher eine Aufgabe von uns Frauen, gegen diese sprachliche Diskriminierung aufzutreten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Bundesministerinnen! Hohes Haus! Frau Kollegin Aumayr, ich gehe gleich auf Ihre Ausführungen und jene von Frau Kollegin Kammerlander ein. Ich stimme mit Ihnen überein, daß sprachliche Frauendiskriminierung dazu beiträgt, gesellschaftspolitische Rollenbilder zu festigen. (Abg. Mag. Kammerlander: Das ist sexistisch gewesen und nicht speziell Frauendiskriminierung!) Es ist daher eine Aufgabe von uns Frauen, gegen diese sprachliche Diskriminierung aufzutreten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich würde mir aber in diesem Zusammenhang gerade von Ihnen, Frau Kollegin Aumayr, ein bißchen mehr Sensibilität erwarten. Vielleicht sollten Sie zuerst in Ihren eigenen Reihen einmal reagieren. Ich erinnere Sie an die ungeheuerliche Wortwahl des Abgeordneten Stadler gegenüber der Frau Abgeordneten Petrovic. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. ) Vielleicht sollten Sie dieses Thema einmal aufzeigen. Wenn Sie es ehrlich meinen, wäre dies angebracht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Richten Sie das an die Adresse Ihrer Kollegen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Richten Sie das an die Adresse Ihrer Kollegen!
Ich würde mir aber in diesem Zusammenhang gerade von Ihnen, Frau Kollegin Aumayr, ein bißchen mehr Sensibilität erwarten. Vielleicht sollten Sie zuerst in Ihren eigenen Reihen einmal reagieren. Ich erinnere Sie an die ungeheuerliche Wortwahl des Abgeordneten Stadler gegenüber der Frau Abgeordneten Petrovic. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. ) Vielleicht sollten Sie dieses Thema einmal aufzeigen. Wenn Sie es ehrlich meinen, wäre dies angebracht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Richten Sie das an die Adresse Ihrer Kollegen!)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Kollegin Bauer! Sie fragen, ob wir die richtigen Weichen gestellt haben. Ich finde die Frage gerechtfertigt, nur meine ich, diese Weichenstellung hätten wir ermöglichen können, wenn wir mit der ÖVP in einigen Punkten des Frauen-Volksbegehrens auf einen Nenner gekommen wären. (Beifall bei der SPÖ.) Ich bedaure es zutiefst, daß das nicht der Fall war. Wir haben Initiativen gesetzt, wir haben Anträge eingebracht, und wir werden dieses Thema in diesem Haus weiterverfolgen. Darauf können Sie sich verlassen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosemarie Bauer: Das ist doch ein alter Hut!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosemarie Bauer: Das ist doch ein alter Hut!
Frau Kollegin Bauer! Sie fragen, ob wir die richtigen Weichen gestellt haben. Ich finde die Frage gerechtfertigt, nur meine ich, diese Weichenstellung hätten wir ermöglichen können, wenn wir mit der ÖVP in einigen Punkten des Frauen-Volksbegehrens auf einen Nenner gekommen wären. (Beifall bei der SPÖ.) Ich bedaure es zutiefst, daß das nicht der Fall war. Wir haben Initiativen gesetzt, wir haben Anträge eingebracht, und wir werden dieses Thema in diesem Haus weiterverfolgen. Darauf können Sie sich verlassen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosemarie Bauer: Das ist doch ein alter Hut!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Edeltraud Gatterer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frauen Ministerinnen! Daß Frauenpolitik, die erfolgreich sein soll, sich nicht nur auf das eigene Land beschränken kann, sondern auch international wirken muß, hat eine ÖVP-Politikerin, nämlich Lola Solar, schon im Jahre 1953 erkannt. (Beifall bei der ÖVP.) Sie gründete die Europäische Frauenunion. Ihr war bewußt, daß Netzwerke für Frauen genauso wichtig sind wie effiziente Politik für Frauen im eigenen Land. Sie hat ihr vordringlichstes Ziel erreicht, nämlich Frieden für Europa, und wir sind die erste Frauengeneration, die nicht Söhne in den Krieg verabschieden muß.
Beifall bei der ÖVP.
Es ist viel geschehen, aber es gibt noch viel zu tun, und wir Frauen wissen wirklich, wovon wir reden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist daher notwendig, daß Frauenpolitik gerade auch unter der österreichischen Präsidentschaft ein fixer Tagesordnungspunkt ist, und zwar in allen Bereichen und nicht nur bei der morgigen Konferenz in Innsbruck, wo sich – und das finde ich sehr positiv – erstmals die Frauen- und SozialministerInnen treffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Die ÖVP-Frauen werden nicht müde werden, ihre Forderungen hier immer wieder zu deponieren und zu versuchen, eine Lösung zu finden. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit wird nur bei einer Neubewertung der Arbeit erreichbar sein.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Edeltraud Gatterer (fortsetzend): Ich glaube, daß das Thema nicht "Gleiche Chancen für Frauen in Europa", sondern "Chancen für Frauen in Europa" heißen müßte. Der Kontinent Europa ist schließlich der einzige, der nach einer Frau benannt wird – Grund genug für uns Frauen und auch Männer, für diesen Kontinent zu kämpfen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Jetzt muß ich mich fragen: Wo sind die aktuellen Erfolge der SPÖ-PolitikerInnen, die Sie heute hier verkaufen wollen? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wo sind denn überhaupt die Erfolge der Frauenpolitik, die in den letzten 20 Jahren SPÖ-dominiert war? Darüber besteht ja gar kein Zweifel. Wo haben Sie in diesen "Kleinbereichen" Erfolge erzielt, wie zum Beispiel hinsichtlich der Forderung "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!" oder der Gleichberechtigung im Bereich der sozialen Absicherung, der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, der Chancengleichheit für die beruflichen Karrieremöglichkeiten oder auch der gleichberechtigten Teilnahme von Frauen am öffentlichen Leben und in der Politik?
Abg. Silhavy: Sie auch!
Ich erinnere in diesem Zusammenhang nicht nur an den Kollegen Keppelmüller. Sie haben es ja in den eigenen Bereichen sicher sehr schwer, wie man gemerkt hat. (Abg. Silhavy: Sie auch!) – Nein, wir haben keinen Kollegen, der uns mit körperlicher Gewalt zur Abstimmung bringen muß
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Hlavac! Ich schätze Sie sonst sehr, aber Sie haben heute nur Schlagworte gebraucht, Phrasen, die wir in der Frauenpolitik seit 20 Jahren hören. Das gleiche gilt für Frauenministerin Prammer. Wenn sie sagt, sie habe die Hoffnung, daß sich das Ganze jetzt auf EU-Ebene bessert, dann gesteht sie damit ja ein, daß die österreichische Frauenpolitik gescheitert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Der Clou ist ja, daß der EU-Beitritt uns Frauen in Österreich gravierende Nachteile gebracht hat, Nachteile auf dem Arbeitsmarkt, aber auch Nachteile durch die beiden Sparpakete. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Wie wollen Sie wirklich glaubwürdig vertreten, meine Damen Bundesministerinnen, ...
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Edith Haller (fortsetzend): ... – ich bin gerade dabei –, daß uns der EU-Beitritt im Bereich Frauenpolitik helfen könnte? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordnete Maria Schaffenrath (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frauenministerin! Meine Damen und Herren! Ich glaube, daß allein der Titel dieser Aktuellen Stunde, nämlich "Gleiche Chancen für Frauen in Europa", ein ganz deutliches Zeichen dafür ist, daß es sich dabei um eine Alibiaktion handelt, daß Sie heute hier versuchen wollen, vom Reformstau in Österreich abzulenken. Sie können sich in der Präsidentschaft sonnen, Sie können versuchen, von Österreich aus Chancengleichheit für alle Frauen zu erreichen, aber Tatsache ist, daß Sie mit den Problemen vor der eigenen Haustüre noch immer nicht fertig sind, daß das hier ein Ablenkungsmanöver ist. Sie alle hätten im Rahmen des Frauen-Volksbegehrens wahrlich Gelegenheit genug gehabt, in diesem Bereich etwas zu tun. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Fekter: Glauben Sie nicht, daß ich selber denken kann?
Frau Kollegin Fekter! Die Art, wie Sie agiert haben, war ja eindeutig. Ich war ja geradezu überrascht, daß Sie nicht einen Schwindelzettel Ihres Klubobmanns mitgebracht hatten. Also darüber brauchen wir wirklich nicht mehr zu diskutieren. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Fekter: Glauben Sie nicht, daß ich selber denken kann?)
Abg. Dr. Khol: Die Blumen waren für die Rosemarie Bauer! So genau sind Ihre Wortmeldungen! Ihre Rede ist voll auf Irrtümer aufgebaut!
Die Liberalen jedenfalls waren wirklich tätig. Wir haben einen Beschäftigungsgipfel für Frauen ... (Abg. Dr. Khol: Die Blumen waren für die Rosemarie Bauer! So genau sind Ihre Wortmeldungen! Ihre Rede ist voll auf Irrtümer aufgebaut!) – Ja, für Wohlverhalten, Herr Kollege Khol.
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Die Liberalen haben jedenfalls – das sollte Sie jetzt interessieren, denn da haben Sie Handlungsbedarf – einen Beschäftigungsgipfel für Frauen, die Frauenprojekte betreiben, in Brüssel initiiert. Durch diesen wurde jedenfalls eines klar ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. ) – Frau Kollegin Fekter, Sie haben in der Frauenpolitik Handlungsbedarf, dem Sie nicht gerecht werden können, weil Ihr Frauenbild so konservativ ist, daß Sie nicht weiterkommen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Die Liberalen haben jedenfalls – das sollte Sie jetzt interessieren, denn da haben Sie Handlungsbedarf – einen Beschäftigungsgipfel für Frauen, die Frauenprojekte betreiben, in Brüssel initiiert. Durch diesen wurde jedenfalls eines klar ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. ) – Frau Kollegin Fekter, Sie haben in der Frauenpolitik Handlungsbedarf, dem Sie nicht gerecht werden können, weil Ihr Frauenbild so konservativ ist, daß Sie nicht weiterkommen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Frau Unterrichtsministerin! Ihnen muß ich noch einmal folgendes sagen: Sie haben hier die formalen Abschlüsse gelobt. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Wir haben nach wie vor in unserem Bildungssystem nichts getan – entgegen Ihren Ankündigungen! –, das dieser geschlechtsspezifischen Segmentierung in der Arbeitswelt entgegenwirkt.
Abg. Schaffenrath: Dann bedanke ich mich! – Beifall beim Liberalen Forum.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die Redezeit ist beendet! (Abg. Schaffenrath: Dann bedanke ich mich! – Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Mertel: Ich habe das nie gesehen!
Wir von den Grünen haben uns sehr bemüht, eine eindeutige Reaktion der Frauen dieses Hauses auf diese eindeutig sexistische Werbung zu erwirken (die Rednerin hält ein Blatt mit Werbung in die Höhe), wo sich ein Stachelhalsband durch eine Barbiepuppe bohrt und dann noch steht: "pure Intelligenz", und zwar in einer ziemlich verballhornten Rechtschreibung. Wir haben uns an alle Fraktionen dieses Hohen Hauses gewandt, und es haben uns postwendend die Kolleginnen des Liberalen Forums und auch die Kolleginnen der ÖVP unterstützt. (Abg. Dr. Mertel: Ich habe das nie gesehen!) Wir haben uns auch an die sozialdemokratische Fraktion gewandt, haben aber von dieser keine Unterstützung bekommen. (Abg. Schieder: An wen denn?) Das werde ich Ihnen im Detail auflisten. (Abg. Schieder: Aha!)
Abg. Schieder: An wen denn?
Wir von den Grünen haben uns sehr bemüht, eine eindeutige Reaktion der Frauen dieses Hauses auf diese eindeutig sexistische Werbung zu erwirken (die Rednerin hält ein Blatt mit Werbung in die Höhe), wo sich ein Stachelhalsband durch eine Barbiepuppe bohrt und dann noch steht: "pure Intelligenz", und zwar in einer ziemlich verballhornten Rechtschreibung. Wir haben uns an alle Fraktionen dieses Hohen Hauses gewandt, und es haben uns postwendend die Kolleginnen des Liberalen Forums und auch die Kolleginnen der ÖVP unterstützt. (Abg. Dr. Mertel: Ich habe das nie gesehen!) Wir haben uns auch an die sozialdemokratische Fraktion gewandt, haben aber von dieser keine Unterstützung bekommen. (Abg. Schieder: An wen denn?) Das werde ich Ihnen im Detail auflisten. (Abg. Schieder: Aha!)
Abg. Schieder: Aha!
Wir von den Grünen haben uns sehr bemüht, eine eindeutige Reaktion der Frauen dieses Hauses auf diese eindeutig sexistische Werbung zu erwirken (die Rednerin hält ein Blatt mit Werbung in die Höhe), wo sich ein Stachelhalsband durch eine Barbiepuppe bohrt und dann noch steht: "pure Intelligenz", und zwar in einer ziemlich verballhornten Rechtschreibung. Wir haben uns an alle Fraktionen dieses Hohen Hauses gewandt, und es haben uns postwendend die Kolleginnen des Liberalen Forums und auch die Kolleginnen der ÖVP unterstützt. (Abg. Dr. Mertel: Ich habe das nie gesehen!) Wir haben uns auch an die sozialdemokratische Fraktion gewandt, haben aber von dieser keine Unterstützung bekommen. (Abg. Schieder: An wen denn?) Das werde ich Ihnen im Detail auflisten. (Abg. Schieder: Aha!)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Smolle.
Meine Damen und Herren! Dieses Projekt ist ein sehr erfolgreiches Projekt, wie man anhand der wirtschaftlichen Erfolgszahlen feststellen kann. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Smolle. )
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Heute gibt es dieses Friedenswerk, und Österreich trägt seit dem 1. Juli als Vorsitzland der Europäischen Union besondere Verantwortung für diese Union, für dieses Friedensprojekt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mich hat es sehr berührt, daß sich Alois Mock, als wir im Jahre 1994 nach den legendären Verhandlungsrunden unseren Vertrag unter Dach und Fach hatten, nicht einfach wie ein Schneekönig darüber freute, daß wir es geschafft haben, was er ja auch tun hätte können – es ist nämlich ein hohes Verdienst, die Beharrlichkeit aufzubringen, um zu diesem Erfolg zu kommen –, sondern in jener Stunde an die Länder Mittel- und Osteuropas dachte, die ein Recht darauf haben, zu einem erweiterten Europa einmal dazuzugehören. Wir Österreicher sehen dieses Vermächtnis auch als eine Verpflichtung, im Rahmen unserer EU-Vorsitzführung dieses Großbauvorhaben, dieses Großprojekt Europa zu einem gemeinsamen europäischen Haus aufzubauen, das allen, die zur vollen Partnerschaft bereit und fähig sind, auch wirklich ein behagliches Wohnrecht bietet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Diese Themen gehören angesprochen, und sie werden mir gerade auch in der Rede in der UN-Generalversammlung ein ganz besonderes Anliegen sein. Es freut mich, daß das Europäische Parlament vor wenigen Tagen, am 2. Juli, ein Aktionsprogramm, das mit immerhin 400 Millionen Schilling für die nächsten vier Jahre dotiert ist und genau diesen Themen gewidmet ist, angenommen hat. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Nach meiner Überzeugung zeigt gerade dieses Beispiel des Konflikts im Kosovo, daß von allen Europäern plus Amerikanern und Russen eine ganz neue Qualität an Solidarität gefordert wird. Die Sicherheit Europas und aller Europäer kann heute eben nicht mehr im Alleingang, sondern nur im europäischen Verbund, im Zusammenspiel UNO, Europäische Union, OSZE und natürlich – nicht zu vergessen – NATO wirksam gewährleistet werden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Betrachten wir daher diese erste EU-Präsidentschaft eines neuen Mitgliedslandes, die erste Präsidentschaft Österreichs als gemeinsames österreichisches Anliegen, für das wir uns in unserem jeweiligen Wirkungsbereich und im Rahmen der internationalen Kontakte auf allen Seiten dieses Hauses einsetzen wollen. Ich bin für meinen Teil zu einer solchen Kooperation gerne bereit. (Anhaltender Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Frau Staatssekretärin! Herr Vizekanzler! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Österreich hat den Vorsitz in der EU übernommen. Der Herr Vizekanzler hat in seiner Funktion als EU-Ratsvorsitzender gesprochen, und wir wünschen ihm auch aus der Sicht der freiheitlichen Opposition für die Aufgabe, die ihm zugeteilt wurde, viel Erfolg. Wir merken aber an, daß die Freiheitlichen selbstverständlich erwarten, daß ein Außenminister und Vizekanzler, der vor dem österreichischen Parlament spricht, auch zu den österreichischen Positionen und zu den österreichischen Interessen klar Stellung bezieht und uns hier nicht nur sozusagen ein aufgewärmtes Programm seiner Arbeit innerhalb der Europäischen Union vorlegt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Maitz: Das ist ja selbstverständlich!
Es muß deutlich gemacht werden, daß die Interessen Österreichs mit dem EU-Vorsitz zu verbinden sind. Denn wenn Sie schon davon sprechen, daß Sie ein gemeinsames Haus Europa bauen wollen, in dem sich alle wohlfühlen sollen, vor allem auch die osteuropäischen Nachbarländer – das mag ein schönes Bild sein, das Helmut Kohl auch gerne gebraucht; so originell ist es ja nicht –, dann sollten sich auch die Österreicher darin wohlfühlen. (Abg. Dr. Maitz: Das ist ja selbstverständlich!) Das, was Sie hier ausgeführt haben, geht aber eher in Richtung eines Delogierungsbescheides für die Österreicher, wenn das passiert, daß man heute eine entsprechende ... (Widerspruch bei der ÖVP.) Es ist ein Delogierungsbescheid, wenn gesagt wird, die Arbeitslosigkeit sei kein Problem! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Widerspruch bei der ÖVP.
Es muß deutlich gemacht werden, daß die Interessen Österreichs mit dem EU-Vorsitz zu verbinden sind. Denn wenn Sie schon davon sprechen, daß Sie ein gemeinsames Haus Europa bauen wollen, in dem sich alle wohlfühlen sollen, vor allem auch die osteuropäischen Nachbarländer – das mag ein schönes Bild sein, das Helmut Kohl auch gerne gebraucht; so originell ist es ja nicht –, dann sollten sich auch die Österreicher darin wohlfühlen. (Abg. Dr. Maitz: Das ist ja selbstverständlich!) Das, was Sie hier ausgeführt haben, geht aber eher in Richtung eines Delogierungsbescheides für die Österreicher, wenn das passiert, daß man heute eine entsprechende ... (Widerspruch bei der ÖVP.) Es ist ein Delogierungsbescheid, wenn gesagt wird, die Arbeitslosigkeit sei kein Problem! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es muß deutlich gemacht werden, daß die Interessen Österreichs mit dem EU-Vorsitz zu verbinden sind. Denn wenn Sie schon davon sprechen, daß Sie ein gemeinsames Haus Europa bauen wollen, in dem sich alle wohlfühlen sollen, vor allem auch die osteuropäischen Nachbarländer – das mag ein schönes Bild sein, das Helmut Kohl auch gerne gebraucht; so originell ist es ja nicht –, dann sollten sich auch die Österreicher darin wohlfühlen. (Abg. Dr. Maitz: Das ist ja selbstverständlich!) Das, was Sie hier ausgeführt haben, geht aber eher in Richtung eines Delogierungsbescheides für die Österreicher, wenn das passiert, daß man heute eine entsprechende ... (Widerspruch bei der ÖVP.) Es ist ein Delogierungsbescheid, wenn gesagt wird, die Arbeitslosigkeit sei kein Problem! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Das sind ja lauter Raubersg’schichten!
Meine Damen und Herren! Sehr erfolgreich sind Ihre Programme bisher ja nicht. Schauen Sie sich die jüngste Arbeitslosenstatistik an. Burgenland ist Ziel-1-Gebiet, enorme Förderungssummen der EU gehen ins Burgenland. Und welches Bundesland hat die höchste Steigerungsrate der Arbeitslosen in diesem Monat zu verzeichnen? – 12,8 Prozent Steigerung der Arbeitslosigkeit im Burgenland! Die neue Lyocell-Produktion, die Sie dort mit 10 Millionen Schilling pro Arbeitsplatz für 120 Arbeitskräfte errichtet haben, ist in Wirklichkeit heute schon pleite. Dafür haben Sie in Oberösterreich 500 Arbeitsplätze vernichtet. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Das sind ja lauter Raubersg’schichten!) – Wenn das die Vorbereitung auf die EU-Osterweiterung ist, dann, meine Damen und Herren, wird es gefährlich!
Abg. Mag. Stadler: Das ist ja unglaublich!
Aber so übereinstimmend ist der Konsens in der Regierung diesbezüglich ja nicht. Das möchte ich dem Herrn Vizekanzler mitgeben. In einem Interview einer Zeitschrift mit Herrn Bundeskanzler Klima zum Thema EU-Vorsitz unter dem Titel "Vom Manager zum Staatsmann" wird dieser auf die EU-Osterweiterung angesprochen, und da redet er ganz anders als Sie! Er sagt, er sehe in der EU-Osterweiterung eine Gefahr für die Arbeitsplätze. Er sei vor kurzem in der Ukraine gewesen, einem Land mit 50 Millionen Einwohnern, von denen viele in Armut und Hoffnungslosigkeit leben. Man solle bedenken, sagt Klima, daß von Wien aus die Ukraine näher liege als Bregenz, die Hauptstadt von Vorarlberg. So viele Hunderttausende Grenzsoldaten, eiserne Vorhänge, Stacheldraht und Tretminen würden wir nicht aufbringen können, um die Flüchtlinge aus der Ukraine und anderen osteuropäischen Staaten aufzuhalten, sagt er. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Der Vorsitzende der EU, Bundeskanzler Viktor Klima, spricht zur selben Zeit, zu der Sie, Herr Vizekanzler Schüssel, sagen, die EU-Osterweiterung sei ein Vorteil für Österreich, im Zusammenhang mit der Osterweiterung von der Notwendigkeit, Stacheldrähte zu spannen, Tretminen aufzustellen, um Flüchtlingsströme abzuwehren! Sie müssen sich einmal einig werden, welche Politik jetzt gilt: die des Herrn Klima oder die des Herrn Vizekanzlers Schüssel! – Das ist der Punkt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzböck: Das ist die nächste Nummer!
Daß es mit der Ehrlichkeit bei Ihnen nicht so weit her ist, das sieht man, wenn man die Berichterstattung betreffend die Debatten über das EU-Programm der Bundesregierung hernimmt. In einem Nachrichtenmagazin, das dem Raiffeisenverband sehr nahesteht und daher nichts gegen die Landwirtschaft schreiben wird, steht, daß Herr Agrarminister Molterer und Herr Finanzminister Edlinger erst kurzfristig vor Beschlußfassung des EU-Programms der österreichischen Bundesregierung sozusagen eine Tischvorlage gemacht haben, weil sie verhindern wollten, daß die Bevölkerung erfährt, daß Teile der EU-Gelder, die bisher in die Töpfe der Landwirtschaft gewandert sind, von den strukturschwachen Gebieten im Zuge der Osterweiterung abkassiert werden sollen. (Abg. Schwarzböck: Das ist die nächste Nummer!) Das ist die Realität!
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Wir glauben, daß es der Herr Vizekanzler als Notwendigkeit erachtet, die Osterweiterung zu propagieren. Das ist seine Aufgabe als EU-Vorsitzender. Aber wir möchten auch anmerken, daß man das nicht so undifferenziert machen sollte. Ich würde ganz gerne einmal von Ihnen hören: Welche Übergangsfristen planen Sie? Wenn die Schweiz als Nichtmitgliedsland für die Eröffnung der Freizügigkeit gegenüber der EU eine Übergangsfrist von nahezu 15 Jahren bekommt, dann frage ich mich, wie die Frau Staatssekretärin im Außenpolitischen Ausschuß sagen kann: Maximal zehn Jahre Übergangsfrist kommen in Frage! – Sie wissen ganz genau, daß wir das nicht schaffen. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind die Sorgen, die wir diesbezüglich äußern. Daher brauchen Sie sich nicht zu erregen, wenn wir hier an einer undifferenzierten Darlegung der Osterweiterungspolitik Kritik üben. Man kann kein gemeinsames Haus bauen, das auf der Grundlage basiert, daß die bisherigen Einwohner in Österreich delogiert werden. Das kann es doch nicht geben! Da werden die Freiheitlichen sicher nicht mit dabei sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Herr Vizekanzler hat in der "Kleinen Zeitung" erklärt: Nein, eine Nettobeitragssenkung brauchen wir nicht, wir zahlen nicht so viel! Herr Klima und der Herr Finanzminister sagen in der Zwischenzeit: Wir zahlen doch zuviel! Als wir Freiheitlichen 1996 gefordert haben: Verhandelt doch eine Absenkung der Nettobeiträge, weil wir zuviel nach Brüssel zahlen und das Geld in Österreich für unsere Beschäftigungspolitik, für eine Steuerreform, für die Belebung des Mittelstandes brauchen würden!, haben Sie uns geantwortet, das sei technisch undurchführbar. Jetzt, da Herr Kohl in Deutschland sozusagen das Eis bricht, werden die Österreicher auf einmal auch mutig. Sie sollten aber eigenständig sein, aus eigenem den Mut haben, die österreichischen Interessen zu vertreten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher erwarten wir das auch von einer österreichischen Regierung – bei allem internationalem Engagement, bei allem, was Sie als Außenminister zusätzlich noch regeln müssen, bis hinein in den Kosovo. Wobei Sie sich diesbezüglich nicht zu viele Illusionen machen sollten, denn als Sie bei Herrn Miloševic waren, haben Sie ihn zwar freundlich behandelt, aber drei Stunden später hat er seine ethnischen Säuberungen im Kosovo fortgesetzt. Ich glaube nicht, daß das Leute sind, die man jetzt in die OSZE holen und zu denen man sagen sollte: Wir bedanken uns dafür, daß ihr Leute liquidiert, dafür dürft ihr Mitglieder in einer weiteren internationalen Organisation werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da kann es nur die harte Maßnahme der Sanktion geben, und das wird ohne die NATO und ohne die atlantischen Bündnispartner nicht gehen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber trotz all dem, das Sie zugegebenermaßen nicht allein lösen können, wird doch eines im Vordergrund stehen müssen: Ihre Bereitschaft, während dieser Periode das Wort "Österreich", die österreichischen Interessen und die Anliegen Ihrer eigenen Bevölkerung, der Sie unmittelbar verantwortlich sind, auch hier vor dem Parlament, nicht zu vergessen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Diese erste Erklärung des Präsidenten des Allgemeinen Rates der Europäischen Union in einem österreichischen Parlament erfüllt mich und meine Fraktion mit großer Freude. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es war ein langer Weg von 1918 bis 1998. 1918 war Österreich das, was übriggeblieben ist, so das berühmte Wort von Clemenceau: L’Autriche, c’est ce qui reste! Heute ist Österreich im Vorsitz der Europäischen Union und ist voll berechtigt in der Ratspräsidentschaft; ein Staat, der in Europa Verantwortung trägt, hochgeachtet und sehr erfolgreich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser.
Die Ratspräsidentschaft ist für uns, meine Damen und Herren, Auftrag und Verantwortung; eine Verantwortung, der wir gerecht werden müssen. Die Erweiterung der Europäischen Union, wie sie der Heilige Vater in seiner Botschaft in der Hofburg so deutlich angesprochen hat, als er von den "zwei Lungen Europas" gesprochen hat, ist ein Auftrag, den wir mit großer Verantwortung wahrnehmen werden. (Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser. )
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Gredler.
Die Ukraine, meine Damen und Herren, ist in diese Erweiterung nicht inbegriffen, und die Frage der Geschwindigkeit und der Übergangsfristen werden die Erweiterungskandidaten, unsere Nachbarn, mit denen wir 500 Jahre unter einem gemeinsamen Dach gelebt haben, selbst bestimmen. Sobald sie europareif sind, sind sie uns herzlich willkommen! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Gredler. )
Abg. Scheibner: Und jetzt?
Noch 1990 wäre es nicht möglich gewesen, Wirtschaftssanktionen gegen einen Rechtsbrecher, wenn diese von der UNO verhängt werden, mitzutragen, denn die klassische Neutralität hat das damals ausgeschlossen. – Wir haben natürlich Überflugsrechte gegeben, wir haben Waffentransporte, Panzertransporte durch Österreich ermöglicht, und wir haben natürlich voll an Wirtschaftssanktionen teilgenommen. (Abg. Scheibner: Und jetzt?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
All das zeigt doch ganz deutlich, daß die Neutralität des Jahres 1955 heute eine völlig andere ist als damals, eine differenzierte Neutralität. Und wir haben im Rahmen der Vereinten Nationen schon lange das Abseitsstehen in der Neutralität durch das Mitmachen in der Solidarität ersetzt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Abg. Scheibner: Also steht sie doch im Tabernakel!
Es verlangt die Ehrlichkeit, daß wir das unseren Mitbürgern sagen. Der Amsterdamer Vertrag ist ja nur die Anwendung des gleichen Prinzips im europäischen Maßstab, was wir weltweit machen: Solidarität üben gegen Rechtsbrecher, Frauenvergewaltiger, Kindertöter. Amsterdam macht es möglich, wenn die zuständigen Gremien, die zuständigen Organe der Republik es beschließen, daß wir auch da Solidarität üben. Und wir von der Volkspartei glauben, daß man diese differenzierte Neutralität unseren Mitbürgern klar vor Augen führen muß. Die alte, klassische Neutralität steht in der Tat im Tabernakel, sie steht in der Schatzkammer der Republik; wir können sie dort bewundern. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Abg. Scheibner: Also steht sie doch im Tabernakel!)
Beifall bei der ÖVP.
Daher konnte der Vizekanzler sagen: In 50 Jahren hat es in der Welt 200 Kriege gegeben, aber keinen einzigen auf unserem Kontinent. Ich glaube, das ist eine Friedensbilanz, die wir unterstützen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg Scheibner: Wir sind jetzt auch allein! Was haben Sie gemacht in den letzten 40 Jahren?
Meine Damen und Herren! Ehrlichkeit ist verlangt, auch Ehrlichkeit gegenüber der Landesverteidigung. Wenn wir allein bleiben wollen, dann müssen wir unser Heer entsprechend ausrüsten. (Abg Scheibner: Wir sind jetzt auch allein! Was haben Sie gemacht in den letzten 40 Jahren?) Und wenn wir der NATO beitreten wollen oder bei der "Partnerschaft für den Frieden"-Plus mitmachen wollen, dann müssen wir unser Heer entsprechend umorganisieren und Minister Fasslabend nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch unterstützen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Jung: Aber Sie auch in der ÖVP!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Jung: Aber Sie auch in der ÖVP!
Meine Damen und Herren! Ehrlichkeit ist verlangt, auch Ehrlichkeit gegenüber der Landesverteidigung. Wenn wir allein bleiben wollen, dann müssen wir unser Heer entsprechend ausrüsten. (Abg Scheibner: Wir sind jetzt auch allein! Was haben Sie gemacht in den letzten 40 Jahren?) Und wenn wir der NATO beitreten wollen oder bei der "Partnerschaft für den Frieden"-Plus mitmachen wollen, dann müssen wir unser Heer entsprechend umorganisieren und Minister Fasslabend nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch unterstützen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Jung: Aber Sie auch in der ÖVP!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Mit dem EU-Vorsitz und der Wirtschafts- und Währungsunion befinden wir uns auf einem sehr guten Weg. Österreich hat seinen Platz in Europa und in der Welt gefunden. Wir sind ein demokratisches, wohlhabendes, friedensliebendes, solidarisches Land geworden. Eine Hausaufgabe haben wir allerdings noch zu lösen: Über die Frage der europäischen Friedensordnung und über unser Verhältnis zur NATO werden wir ständig weiterdiskutieren müssen. Das werden wir denjenigen, denen es unangenehm ist, daß man ihre Politik mit der Realität konfrontiert, nicht ersparen können. Über die NATO werden wir weiterreden müssen, denn wer Frieden will, kann sich dieser Diskussion nicht entziehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kukacka: Das ist kindisch! Lächerlich!
Herr Bundesminister! Offensichtlich brauchen Sie die EU-Präsidentschaft, um zu verstehen, welche Aufgaben ein Außenminister wahrzunehmen hat. (Abg. Mag. Kukacka: Das ist kindisch! Lächerlich!) Ich erinnere mich sehr gut daran, daß letztes Jahr Reaktionen von seiten des Herrn Außenministers immer erst kamen, nachdem es eine Stellungnahme entweder vom Rat oder von Außenminister Kinkel gegeben hat. Ich weiß, daß sich die Situation geringfügig verbessert hat, weil Sie jetzt selbst Mitglied im Europäischen Rat sind und Ratsvorsitzender geworden sind. Es wäre aber schön gewesen, wenn Sie die historische Entwicklung der österreichischen Außenpolitik, nämlich die Außenpolitik als eine eigenständige Aufgabe, weitergeführt beziehungsweise belebt hätten. Sie haben sie aber einschlafen lassen zugunsten einer hoffentlich positiven Entwicklung in Europa, einer gemeinsamen Sicherheits- und Außenpolitik. Wir haben zurzeit weder eine gemeinsame Außenpolitik noch eine gemeinsame Sicherheitspolitik in Europa. Das ist eine Zielvorgabe, die wir hoffentlich bald erreichen werden, sodaß der Vorwurf, den ich jetzt an Sie richte, nämlich daß Sie eigentlich kein Außenpolitiker sind, sondern nur ein Politiker, der sich ab und zu mit Außenpolitik beschäftigt, nicht mehr aufrechterhalten werden muß.
Vizekanzler Dr. Schüssel: Das ist mein Vorwort!
In einem weiteren Punkt wird festgestellt, daß die Heimkehr der neuen Demokratien in das gemeinsame Europa erst dann abgeschlossen sei, wenn diese Staaten beiden Organisationen vollberechtigt angehörten. – Herr Außenminister! Ich frage Sie: Ist diese Darstellung wirklich die Meinung der Bundesregierung oder nur die der ÖVP und des ÖVP-Vorsitzenden? (Vizekanzler Dr. Schüssel: Das ist mein Vorwort!)
Abg. Tichy-Schreder: Das ist auch gut so!
Mir ist klar, daß das Ihre Meinung ist. Aber dieses Buch, Herr Bundesminister, bleibt nicht in Österreich. Es beinhaltet jene Position, die der österreichische Außenminister in der Welt vertritt, und ist in sämtlichen amerikanischen Forschungseinrichtungen und in allen Universitäten der Welt zu finden! (Abg. Tichy-Schreder: Das ist auch gut so!) Jeder, der dieses Vorwort liest, ist der Überzeugung, daß Sie die akkordierte Meinung Österreichs repräsentieren.
Zwischenruf des Abg. Jung.
Wir sollten darüber diskutieren! Wir sollten über die NATO diskutieren, aber wir sollten auch über andere Sicherheitssysteme, die es erst aufzubauen gilt, diskutieren, namentlich die WEU! Man braucht Phantasie, Courage und Mut, um mit anderen Partnern in Europa darüber zu debattieren! (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Diesen Mut und diese Courage haben Sie offensichtlich nicht. Sie fühlen sich wohler, wenn Sie sich in bereits vorhandene Strukturen einbetten können, und sehen darin sozusagen Ihre Sicherheit. Das ist schade! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir sollten darüber diskutieren! Wir sollten über die NATO diskutieren, aber wir sollten auch über andere Sicherheitssysteme, die es erst aufzubauen gilt, diskutieren, namentlich die WEU! Man braucht Phantasie, Courage und Mut, um mit anderen Partnern in Europa darüber zu debattieren! (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Diesen Mut und diese Courage haben Sie offensichtlich nicht. Sie fühlen sich wohler, wenn Sie sich in bereits vorhandene Strukturen einbetten können, und sehen darin sozusagen Ihre Sicherheit. Das ist schade! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Schieder: Ich entziehe mich nicht! Ich bin als nächster zu Wort gemeldet!
Die abschließende Begründung, wonach sich die NATO in der Bewältigung dieser sicherheitspolitischen Herausforderung als unverzichtbares Rückgrat einer funktionierenden Sicherheitsstruktur erwiesen habe, heißt eigentlich, daß Österreich weder ein Rückgrat noch eine Sicherheitsstruktur hat. Wenn das die grundlegende Analyse ist, dann verstehe ich nicht, warum Sie, Herr Kollege Schieder, sich einfach der Diskussion entziehen. (Abg. Schieder: Ich entziehe mich nicht! Ich bin als nächster zu Wort gemeldet!) Oder Kollege Schüssel auf der Regierungsbank hat nicht recht. Der derzeitige Zustand ist jedenfalls unerträglich, und ich bitte Sie, dieses Thema zum Wohle der notwendigen sicherheitspolitischen Diskussion offensiv anzugehen.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Ich habe Clemenceau zitiert!
Herr Khol! Sie haben gesagt: L’Autriche, c’est ce qui reste! Ich sage Ihnen: L’Autriche, ça m’interesse. – Das wäre vielleicht die richtigere Äußerung in puncto Außenpolitik. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Ich habe Clemenceau zitiert!) Sie zitieren Clemenceau, ich zitiere Gredler. (Abg. Dr. Khol: Ich habe nicht das Selbstbewußtsein, das Sie haben!)
Abg. Dr. Khol: Ich habe nicht das Selbstbewußtsein, das Sie haben!
Herr Khol! Sie haben gesagt: L’Autriche, c’est ce qui reste! Ich sage Ihnen: L’Autriche, ça m’interesse. – Das wäre vielleicht die richtigere Äußerung in puncto Außenpolitik. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Ich habe Clemenceau zitiert!) Sie zitieren Clemenceau, ich zitiere Gredler. (Abg. Dr. Khol: Ich habe nicht das Selbstbewußtsein, das Sie haben!)
Zwischenruf des Abg. Jung. – Abg. Dr. Khol: Das war mit Ihrem Vater möglich!
Ich habe nicht den Eindruck, Herr Kollege, daß Ihre Fraktion bestrebt ist, in puncto Außenpolitik eine gemeinsame Basis zu finden, wie sie früher einmal im Hause Usus war. (Zwischenruf des Abg. Jung. – Abg. Dr. Khol: Das war mit Ihrem Vater möglich!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Kollege Haider hat auch behauptet, die Erweiterung – mein Kollege Smolle wird ausführlich über die Erweiterung sprechen – führe zu einer Katastrophe, da soundso viele Arbeitswillige in Österreich einen Arbeitsplatz suchen werden und so weiter und so fort. Ich kann nur sagen, daß der zur Diskussion stehende Finanzrahmen, vom Jahr 2000 bis 2006, auch beinhaltet, daß wir über die 1,27 Prozent des BIP diskutieren. Ich halte diesen Wert nicht für sakrosankt, denn ich bin der Überzeugung, daß die Erweiterung kostet, aber auch nützt, und zwar beiden Seiten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher sollten wir meiner Meinung nach die Bundesregierung nicht attackieren, weil sie bei einem bestehenden Vertrag im letzten Jahr nicht über den von uns zu leistenden Finanzbeitrag neu verhandelt hat. Es ist klar, daß jetzt – und Herr Kohl hat das damit gemeint – über das Finanz-Rahmenprogramm des nächsten Jahrtausends gesprochen wird, und daher jetzt die Verhandlungen neu beginnen. Offensichtlich ist das den Kolleginnen und Kollegen der FPÖ entgangen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Zu guter Letzt möchte ich noch einen Antrag vorlesen, der sich daraus ergibt, daß es im Hohen Haus keine Berichterstattung über den Gipfel von Cardiff gegeben hat; ein Umstand, den ich für sehr bedauerlich halte. (Beifall beim Liberalen Forum.) Es ist erst nach bitten und betteln möglich gewesen, im Außenpolitischen Rat vor einer winzigen Gruppe von Leuten eine Äußerung des Herrn Bundeskanzlers über Cardiff zu erheischen. Es kann doch nicht parlamentarische Usance werden, daß man keinen anständigen Bericht bekommt und keine Möglichkeit hat, mit der Regierung darüber zu debattieren. Deshalb lese ich vor:
Beifall beim Liberalen Forum.
Wissen Sie, woher meine Informationen darüber stammen? – Von den Deutschen! Denn Herr Kohl und Herr Kinkel waren bereit, im deutschen Parlament über die Ergebnisse zu debattieren. Das ist ein schlechtes Zeugnis für Österreich! Wenn Sie unserem Antrag zustimmen, könnten wir ab dem nächsten Gipfel eine gute Diskussion über Europa führen. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Jung: Ausgehöhlt haben Sie es eh schon früher!
Selbstverständlich sind wir zu jeder Debatte bereit. Aber eine Debatte zu führen kann nicht automatisch heißen, daß dadurch ein Gesetz in seiner Gültigkeit schon in Frage gestellt ist. (Abg. Jung: Ausgehöhlt haben Sie es eh schon früher!) Darüber müßte Einigkeit bestehen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Das ist nie bestritten worden, Herr Kollege!
Das Bild von der NATO, die nicht Österreich beitreten kann, stimmt zwar, aber ebenso stimmt auch das umgekehrte Bild, das sogar mit einer Person als Karikatur in einer Zeitung zu sehen war, nämlich daß der Außenminister, der Verteidigungsminister oder der Klubobmann persönlich nicht der NATO beitreten kann. Ein solcher Schritt muß von der Mehrheit in Österreich getragen sein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Das ist nie bestritten worden, Herr Kollege!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Aber es wurde vom Prinzen Eugen der Maria Theresia gesagt!
Ich möchte noch anmerken, daß es vielleicht ganz gut wäre, wenn Herr Klubobmann Khol bei den Bildern bliebe, denn mit den Zitaten hat er seine Schwierigkeiten. Ich weiß nicht, ob Prinz Eugen Latein gesprochen hat. Das Zitat "si vis pacem, ..." ist sicher nicht von ihm, denn es ist von Vegetius, 4. Jahrhundert nach Christus, wie in jedem Büchmann festzustellen ist, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Aber es wurde vom Prinzen Eugen der Maria Theresia gesagt!) – Natürlich! Jeder darf einen Ausspruch zitieren, aber auch wenn er es gesagt hat, stammt es dann nicht von ihm, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Khol: Ich bin froh, daß du es besser weißt! – Abg. Jung: Im Lateinunterricht aufgepaßt!)
Abg. Dr. Khol: Ich bin froh, daß du es besser weißt! – Abg. Jung: Im Lateinunterricht aufgepaßt!
Ich möchte noch anmerken, daß es vielleicht ganz gut wäre, wenn Herr Klubobmann Khol bei den Bildern bliebe, denn mit den Zitaten hat er seine Schwierigkeiten. Ich weiß nicht, ob Prinz Eugen Latein gesprochen hat. Das Zitat "si vis pacem, ..." ist sicher nicht von ihm, denn es ist von Vegetius, 4. Jahrhundert nach Christus, wie in jedem Büchmann festzustellen ist, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Aber es wurde vom Prinzen Eugen der Maria Theresia gesagt!) – Natürlich! Jeder darf einen Ausspruch zitieren, aber auch wenn er es gesagt hat, stammt es dann nicht von ihm, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Khol: Ich bin froh, daß du es besser weißt! – Abg. Jung: Im Lateinunterricht aufgepaßt!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Man muß sich Gedanken darüber machen, wie man bessere Instrumente schafft, von Übertragungsmöglichkeiten über Satelliten bis zu Möglichkeiten, von nationalen Parlamenten Dinge zum Europäischen Parlament zu bringen. Da gilt es, eine Reihe von Dingen zu entwickeln, die EU mit Leben zu erfüllen, bürgernah zu gestalten. Dazu sollte auch Österreich einen Beitrag leisten, denn das wird die Herausforderung sein: nicht, die Integration rückgängig zu machen, sondern sie so zu gestalten, so zu verändern, daß die Bürger, die Betroffenen, die Menschen stärker mitwirken können und sich dadurch stärker in ihr wiederfinden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Richtige Argumente!
Wir können gerne bei der EU-Osterweiterung beginnen. Sie ist ja einer Ihrer Schwerpunkte, und ich begrüße das. Sie ist auch einer Ihrer Schwerpunkte in diesem Außenpolitischen Bericht. Mit dieser Unsicherheit, die die österreichische Bundesregierung ständig nach außen signalisiert, öffnen Sie den populistischen Kritikern – wir haben ja heute hier den Klubobmann der FPÖ gehört (Abg. Dr. Haider: Richtige Argumente!) –, den Drüberhauern, den oberflächlichen, gefährlichen Sagern Tür und Tor, und Sie lassen keinerlei Raum für eine fundierte Auseinandersetzung.
Vizekanzler Dr. Schüssel: Ich habe nicht von "bevorzugt" geredet!
Österreich hat versprochen, mit dem Beitritt zur Union die Anwaltschaft für die Nachbarländer zu übernehmen. Und was signalisieren Sie nach außen? Was signalisieren Sie nach Europa? – Eine völlig unentschlossene Haltung. Einmal sagen Sie, die Nachbarländer sollten möglichst rasch beitreten können. Heute lese ich in der Zeitung, daß Slowenien bevorzugt werden soll. – Das sehe ich ein. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Ich habe nicht von "bevorzugt" geredet!) Es sprechen alle wirtschaftlichen Daten dafür, es spricht die gesellschaftliche Entwicklung dafür. Mit der Normensetzung hapert es noch etwas. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Differenzieren!) Ich finde es richtig, daß wir differenzieren nach den Ländern, auch wenn Sie jetzt nicht "bevorzugt" gesagt haben. Das würde eine sinnvolle Debatte ermöglichen, aber Sie lassen sie im Vorfeld gar nicht zu, weil Sie als Bundesregierung und als einzelne Minister und Ministerinnen sich ständig mit Schlagworten begnügen und diese aussenden.
Vizekanzler Dr. Schüssel: Differenzieren!
Österreich hat versprochen, mit dem Beitritt zur Union die Anwaltschaft für die Nachbarländer zu übernehmen. Und was signalisieren Sie nach außen? Was signalisieren Sie nach Europa? – Eine völlig unentschlossene Haltung. Einmal sagen Sie, die Nachbarländer sollten möglichst rasch beitreten können. Heute lese ich in der Zeitung, daß Slowenien bevorzugt werden soll. – Das sehe ich ein. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Ich habe nicht von "bevorzugt" geredet!) Es sprechen alle wirtschaftlichen Daten dafür, es spricht die gesellschaftliche Entwicklung dafür. Mit der Normensetzung hapert es noch etwas. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Differenzieren!) Ich finde es richtig, daß wir differenzieren nach den Ländern, auch wenn Sie jetzt nicht "bevorzugt" gesagt haben. Das würde eine sinnvolle Debatte ermöglichen, aber Sie lassen sie im Vorfeld gar nicht zu, weil Sie als Bundesregierung und als einzelne Minister und Ministerinnen sich ständig mit Schlagworten begnügen und diese aussenden.
Abg. Dr. Khol: Und Völkerrechtler!
Sie, Herr Klubobmann, als Verfassungsjurist (Abg. Dr. Khol: Und Völkerrechtler!) kreieren da neue Begriffe von "klassischer Neutralität" und "differenzierter Neutralität" und vergessen offensichtlich, daß im Gesetz von der immerwährenden Neutralität die Rede ist. (Abg. Dr. Khol: Frau Kammerlander! Das ist ein Begriff aus dem Neutralitätsrecht! Die Schweiz hatte eine differenzierte Neutralität!) Das ist ein Unterschied zu dem, was Sie sagen. Wir können darüber diskutieren, daß sich die Anforderungen in Europa geändert haben, wir können auch darüber diskutieren, wie die Sicherheitsarchitektur ausschauen soll, aber bleiben wir am Boden des Gesetzes! Sie, der Sie immer den Verfassungsbogen predigen, aber offensichtlich Wasser trinken und nicht das, was Sie predigen ... (Heiterkeit und Zwischenrufe.) Wein trinkt, ist ja egal. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Khol. ) Es ist egal, wie das Sprichwort lautet.
Abg. Dr. Khol: Frau Kammerlander! Das ist ein Begriff aus dem Neutralitätsrecht! Die Schweiz hatte eine differenzierte Neutralität!
Sie, Herr Klubobmann, als Verfassungsjurist (Abg. Dr. Khol: Und Völkerrechtler!) kreieren da neue Begriffe von "klassischer Neutralität" und "differenzierter Neutralität" und vergessen offensichtlich, daß im Gesetz von der immerwährenden Neutralität die Rede ist. (Abg. Dr. Khol: Frau Kammerlander! Das ist ein Begriff aus dem Neutralitätsrecht! Die Schweiz hatte eine differenzierte Neutralität!) Das ist ein Unterschied zu dem, was Sie sagen. Wir können darüber diskutieren, daß sich die Anforderungen in Europa geändert haben, wir können auch darüber diskutieren, wie die Sicherheitsarchitektur ausschauen soll, aber bleiben wir am Boden des Gesetzes! Sie, der Sie immer den Verfassungsbogen predigen, aber offensichtlich Wasser trinken und nicht das, was Sie predigen ... (Heiterkeit und Zwischenrufe.) Wein trinkt, ist ja egal. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Khol. ) Es ist egal, wie das Sprichwort lautet.
Heiterkeit und Zwischenrufe.
Sie, Herr Klubobmann, als Verfassungsjurist (Abg. Dr. Khol: Und Völkerrechtler!) kreieren da neue Begriffe von "klassischer Neutralität" und "differenzierter Neutralität" und vergessen offensichtlich, daß im Gesetz von der immerwährenden Neutralität die Rede ist. (Abg. Dr. Khol: Frau Kammerlander! Das ist ein Begriff aus dem Neutralitätsrecht! Die Schweiz hatte eine differenzierte Neutralität!) Das ist ein Unterschied zu dem, was Sie sagen. Wir können darüber diskutieren, daß sich die Anforderungen in Europa geändert haben, wir können auch darüber diskutieren, wie die Sicherheitsarchitektur ausschauen soll, aber bleiben wir am Boden des Gesetzes! Sie, der Sie immer den Verfassungsbogen predigen, aber offensichtlich Wasser trinken und nicht das, was Sie predigen ... (Heiterkeit und Zwischenrufe.) Wein trinkt, ist ja egal. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Khol. ) Es ist egal, wie das Sprichwort lautet.
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Khol.
Sie, Herr Klubobmann, als Verfassungsjurist (Abg. Dr. Khol: Und Völkerrechtler!) kreieren da neue Begriffe von "klassischer Neutralität" und "differenzierter Neutralität" und vergessen offensichtlich, daß im Gesetz von der immerwährenden Neutralität die Rede ist. (Abg. Dr. Khol: Frau Kammerlander! Das ist ein Begriff aus dem Neutralitätsrecht! Die Schweiz hatte eine differenzierte Neutralität!) Das ist ein Unterschied zu dem, was Sie sagen. Wir können darüber diskutieren, daß sich die Anforderungen in Europa geändert haben, wir können auch darüber diskutieren, wie die Sicherheitsarchitektur ausschauen soll, aber bleiben wir am Boden des Gesetzes! Sie, der Sie immer den Verfassungsbogen predigen, aber offensichtlich Wasser trinken und nicht das, was Sie predigen ... (Heiterkeit und Zwischenrufe.) Wein trinkt, ist ja egal. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Khol. ) Es ist egal, wie das Sprichwort lautet.
Abg. Dr. Khol: Frau Kammerlander, ich bleibe ernst!
Aber offensichtlich bleiben Sie nicht innerhalb des "Verfassungsbogens", den Sie predigen, denn sonst würden Sie von diesem ausgehend diskutieren. (Abg. Dr. Khol: Frau Kammerlander, ich bleibe ernst!)
Abg. Schieder schüttelt den Kopf.
Was ist denn seither geschehen? – Es gab eine Verfassungsänderung, es gibt nun einen Artikel 23f. Wir haben de facto bereits jetzt sozusagen eine Mitwirkung auch in kriegsvorbereitenden Fällen. – Ich nenne das so. (Abg. Schieder schüttelt den Kopf.) Ich nenne das so! Ja, schütteln Sie nur den Kopf. Das ist Ihnen unangenehm, Herr Kollege Schieder, weil Sie mitgemacht haben. (Abg. Schieder: Nein, ich schüttle ihn nicht, weil es mir unangenehm ist, sondern es ist falsch!) Es ist nicht falsch. Man kann es so interpretieren. (Abg. Schieder: Nein! Man kann es schon so interpretieren, aber es ist falsch!)
Abg. Schieder: Nein, ich schüttle ihn nicht, weil es mir unangenehm ist, sondern es ist falsch!
Was ist denn seither geschehen? – Es gab eine Verfassungsänderung, es gibt nun einen Artikel 23f. Wir haben de facto bereits jetzt sozusagen eine Mitwirkung auch in kriegsvorbereitenden Fällen. – Ich nenne das so. (Abg. Schieder schüttelt den Kopf.) Ich nenne das so! Ja, schütteln Sie nur den Kopf. Das ist Ihnen unangenehm, Herr Kollege Schieder, weil Sie mitgemacht haben. (Abg. Schieder: Nein, ich schüttle ihn nicht, weil es mir unangenehm ist, sondern es ist falsch!) Es ist nicht falsch. Man kann es so interpretieren. (Abg. Schieder: Nein! Man kann es schon so interpretieren, aber es ist falsch!)
Abg. Schieder: Nein! Man kann es schon so interpretieren, aber es ist falsch!
Was ist denn seither geschehen? – Es gab eine Verfassungsänderung, es gibt nun einen Artikel 23f. Wir haben de facto bereits jetzt sozusagen eine Mitwirkung auch in kriegsvorbereitenden Fällen. – Ich nenne das so. (Abg. Schieder schüttelt den Kopf.) Ich nenne das so! Ja, schütteln Sie nur den Kopf. Das ist Ihnen unangenehm, Herr Kollege Schieder, weil Sie mitgemacht haben. (Abg. Schieder: Nein, ich schüttle ihn nicht, weil es mir unangenehm ist, sondern es ist falsch!) Es ist nicht falsch. Man kann es so interpretieren. (Abg. Schieder: Nein! Man kann es schon so interpretieren, aber es ist falsch!)
Abg. Hans Helmut Moser: Alle Optionen sind offen, Frau Kammerlander!
Sie bringen heute einen Antrag ein zum Kosovo – nur als Beispiel. Sie bringen, wie ich sehe, mit der ÖVP und den Liberalen einen Antrag zum Kosovo ein. Ich wundere mich, weil da als eine der Forderungen zur kurzfristigen Beendigung der Krise steht: Abschluß der Vorbereitungen zu friedenssichernden und humanitären Maßnahmen und Bereitschaft zu friedenschaffenden Maßnahmen der europäischen oder internationalen Staatengemeinschaft. (Abg. Hans Helmut Moser: Alle Optionen sind offen, Frau Kammerlander!) Ich vermisse die Konkretisierung, über die wir im Ausschuß gesprochen haben, die Konkretisierung, von der sogar die Staatssekretärin ausgegangen ist. Die Staatssekretärin hat im Ausschuß gesagt: Ohne Sicherheitsratsbeschluß der UNO werden wir nicht eingreifen und werden wir uns nicht beteiligen, das ist die österreichische Position.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Herr Außenminister! Ich kenne ja schon seit längerem die Debatte über die Vorworte in den Außenpolitischen Berichten. Natürlich sind diese Vorworte Ihre Meinung, das weiß ich schon, nur, Herr Außenminister, Sie sind nicht irgendwer. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das ist ja nicht die Meinung von irgend jemandem, sondern das ist die Meinung des Außenministers, noch dazu des derzeitigen Ratspräsidenten. (Abg. Dr. Khol: Ja!) Das gibt Politik, und das ist nicht irgend etwas, sondern das ist Außenpolitik, niedergeschriebene Außenpolitik. Aber dann distanzieren Sie sich nicht immer davon (Abg. Dr. Khol: Es distanziert sich niemand!), wenn wir darauf Bezug nehmen, wenn wir sagen, das spiegelt die österreichische Haltung wider. Wenn wir sagen, das spiegelt die österreichische Haltung wider, sagen Sie immer: Nein, das ist nur das Vorwort, das ist meine ganz persönliche Meinung! (Vizekanzler Dr. Schüssel: Ich stehe zu jedem Wort!)
Abg. Dr. Khol: Ja!
Herr Außenminister! Ich kenne ja schon seit längerem die Debatte über die Vorworte in den Außenpolitischen Berichten. Natürlich sind diese Vorworte Ihre Meinung, das weiß ich schon, nur, Herr Außenminister, Sie sind nicht irgendwer. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das ist ja nicht die Meinung von irgend jemandem, sondern das ist die Meinung des Außenministers, noch dazu des derzeitigen Ratspräsidenten. (Abg. Dr. Khol: Ja!) Das gibt Politik, und das ist nicht irgend etwas, sondern das ist Außenpolitik, niedergeschriebene Außenpolitik. Aber dann distanzieren Sie sich nicht immer davon (Abg. Dr. Khol: Es distanziert sich niemand!), wenn wir darauf Bezug nehmen, wenn wir sagen, das spiegelt die österreichische Haltung wider. Wenn wir sagen, das spiegelt die österreichische Haltung wider, sagen Sie immer: Nein, das ist nur das Vorwort, das ist meine ganz persönliche Meinung! (Vizekanzler Dr. Schüssel: Ich stehe zu jedem Wort!)
Abg. Dr. Khol: Es distanziert sich niemand!
Herr Außenminister! Ich kenne ja schon seit längerem die Debatte über die Vorworte in den Außenpolitischen Berichten. Natürlich sind diese Vorworte Ihre Meinung, das weiß ich schon, nur, Herr Außenminister, Sie sind nicht irgendwer. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das ist ja nicht die Meinung von irgend jemandem, sondern das ist die Meinung des Außenministers, noch dazu des derzeitigen Ratspräsidenten. (Abg. Dr. Khol: Ja!) Das gibt Politik, und das ist nicht irgend etwas, sondern das ist Außenpolitik, niedergeschriebene Außenpolitik. Aber dann distanzieren Sie sich nicht immer davon (Abg. Dr. Khol: Es distanziert sich niemand!), wenn wir darauf Bezug nehmen, wenn wir sagen, das spiegelt die österreichische Haltung wider. Wenn wir sagen, das spiegelt die österreichische Haltung wider, sagen Sie immer: Nein, das ist nur das Vorwort, das ist meine ganz persönliche Meinung! (Vizekanzler Dr. Schüssel: Ich stehe zu jedem Wort!)
Vizekanzler Dr. Schüssel: Ich stehe zu jedem Wort!
Herr Außenminister! Ich kenne ja schon seit längerem die Debatte über die Vorworte in den Außenpolitischen Berichten. Natürlich sind diese Vorworte Ihre Meinung, das weiß ich schon, nur, Herr Außenminister, Sie sind nicht irgendwer. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das ist ja nicht die Meinung von irgend jemandem, sondern das ist die Meinung des Außenministers, noch dazu des derzeitigen Ratspräsidenten. (Abg. Dr. Khol: Ja!) Das gibt Politik, und das ist nicht irgend etwas, sondern das ist Außenpolitik, niedergeschriebene Außenpolitik. Aber dann distanzieren Sie sich nicht immer davon (Abg. Dr. Khol: Es distanziert sich niemand!), wenn wir darauf Bezug nehmen, wenn wir sagen, das spiegelt die österreichische Haltung wider. Wenn wir sagen, das spiegelt die österreichische Haltung wider, sagen Sie immer: Nein, das ist nur das Vorwort, das ist meine ganz persönliche Meinung! (Vizekanzler Dr. Schüssel: Ich stehe zu jedem Wort!)
Abg. Dr. Khol: Vizekanzler, ÖVP-Parteiobmann!
Als Außenminister (Abg. Dr. Khol: Vizekanzler, ÖVP-Parteiobmann!), noch dazu als Vizekanzler, als Ratspräsident – was wollen Sie noch alles aufzählen? – haben Sie keine persönliche Meinung, die wir als solche differenziert wahrnehmen könnten, weil vor allem das Vorwort eines außenpolitischen Berichtes die Meinung der Bundesregierung, die Meinung Österreichs in einem internationalen Kontext widerspiegelt.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurmitzer: Wo haben Sie denn das her?
Lassen Sie mich zum Schluß noch folgendes sagen: Was mich im Zusammenhang mit der Übernahme dieser Ratspräsidentschaft bestürzt, ist, daß Sie kein klares Bild von Europa haben, egal, um welchen Bereich es sich handelt, und daß Sie unglaubwürdig, mit einem unglaubwürdigen Status diese Ratspräsidentschaft beginnen, mit den verschiedensten Äußerungen und Meldungen, die von Ihnen als Bundesregierung ausgehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurmitzer: Wo haben Sie denn das her?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich gratuliere, denn das ist auch Ihr Erfolg, Herr Minister, und ich gratuliere wirklich zu diesem Schritt-für-Schritt-Approach. Das ist genau das, was Sie von Jean Monnet zitiert haben: Die Europäische Union läßt sich nur in kleinen Schritten, gelegentlich mühselig, erarbeiten, nicht in einem großen Entwurf. Eine neue Verfassung, eine verfassungsgebende Versammlung werden beschlossen, und dann gibt es ein neues Europa – so sicher nicht! Wir müssen uns dieser Mühe unterziehen, und ich glaube, das Ziel ist es wert, daß wir uns dieser Mühe unterziehen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Morgen wird der Bundespräsident angelobt. Ich bin überzeugt davon, daß er angesichts der breiten Nominierung aus der österreichischen Bevölkerung und angesichts seiner großen Erfahrungen und seiner klaren Positionen vor allem hinsichtlich der Integration und auch der Sicherheitspolitik einen wichtigen Beitrag dazu leisten wird, daß wir einen richtigen Weg in der Außenpolitik nehmen. Ich bin trotz aller Schwierigkeiten optimistisch. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Kollege Khol hat in seiner Rede sehr oft das Wort "ehrlich" in den Mund genommen. Ich halte das für eine gefährliche Drohung, wenn gerade Kollege Khol in der Sicherheitspolitik von Ehrlichkeit spricht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. )
Abg. Mag. Kukacka: Wissen Sie denn nicht, daß wir nicht allein regieren?
Herr Abgeordneter Kukacka! Wenn Abgeordneter Khol vom Rednerpult wie ein guter Oppositionsredner fordert, daß man endlich mehr für die Landesverteidigung machen sollte, dann frage ich Abgeordneten Khol, wer denn die letzten elf Jahre die Verantwortung für dieses Ressort und auch für die Budgetverhandlungen gehabt hat. (Abg. Mag. Kukacka: Wissen Sie denn nicht, daß wir nicht allein regieren?) Er verlangt eine offene Diskussion und auch Entscheidungen in der Frage der Sicherheitspolitik und in der Frage der Mitgliedschaft bei der NATO. Daher frage ich mich, Herr Kollege Kukacka: Wer hat denn die letzten elf Jahre die Verantwortung im Außenamt gehabt? War das nicht Ihre Fraktion? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kukacka: Differenzieren Sie einmal ein bißchen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kukacka: Differenzieren Sie einmal ein bißchen!
Herr Abgeordneter Kukacka! Wenn Abgeordneter Khol vom Rednerpult wie ein guter Oppositionsredner fordert, daß man endlich mehr für die Landesverteidigung machen sollte, dann frage ich Abgeordneten Khol, wer denn die letzten elf Jahre die Verantwortung für dieses Ressort und auch für die Budgetverhandlungen gehabt hat. (Abg. Mag. Kukacka: Wissen Sie denn nicht, daß wir nicht allein regieren?) Er verlangt eine offene Diskussion und auch Entscheidungen in der Frage der Sicherheitspolitik und in der Frage der Mitgliedschaft bei der NATO. Daher frage ich mich, Herr Kollege Kukacka: Wer hat denn die letzten elf Jahre die Verantwortung im Außenamt gehabt? War das nicht Ihre Fraktion? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kukacka: Differenzieren Sie einmal ein bißchen!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler
Herr Außenminister! Sie bringen uns schon fast weinerlich in Ihrem Vorwort Ihre persönliche Meinung zur Kenntnis. Das ist ganz schön, Herr Außenminister (Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler ), aber eine persönliche Meinung hat in einem Außenpolitischen Bericht nichts verloren. Da würden wir uns wünschen, zu erfahren, wo Ihre klaren Perspektiven in der Sicherheitspolitik sind. Wie wenig Sie diesbezüglich anzubieten haben, zeigt der Bericht mit viereinhalb Seiten zur Sicherheitspolitik. Das ist sehr dürftig.
Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler
Nach wie vor machen Sie sich überall wichtig, bei allen internationalen Einsätzen sind wir dabei. Jetzt planen Sie sogar, mit acht Mann – das muß man sich vorstellen! – bei einem Albanien-Manöver mitzutun (Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler ), und diese acht Mann bekommen dann noch acht Adjutanten dazu, die für ihre Versorgung zuständig sind. Mir diesen acht Mann leisten Sie dann einen netten Beitrag zur internationalen Sicherheit im Kosovo. Aber auf der anderen Seite verweigert Ihr Ministerium Überflugsgenehmigungen für Manöver in diesem Bereich, obwohl Sie immer fordern, daß die NATO endlich handlungsfähig sein soll.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Außenminister! Wir würden uns von Ihnen erwarten – und das erwarten sich auch so viele Angehörige der sudetendeutschen Bevölkerungsgruppe und ihre Nachkommen –, daß Sie endlich dafür sorgen, daß dieser Bevölkerungsgruppe 50 Jahre nach Ende des Krieges endlich Gerechtigkeit widerfährt. Machen Sie das zu einer Bedingung und einem Prinzip Ihrer Verhandlungen mit diesen Staaten! Schweigen Sie nicht zu diesem Unrecht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es kann nicht sein, daß im ausgehenden 20. Jahrhundert Staaten in die demokratische Gemeinschaft aufgenommen werden wollen, die noch solche Unrechtstatbestände in ihrer Rechtsordnung verankert haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Jung.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Hohes Haus! Ich denke, daß die Debatte über unsere Rolle und unser Selbstverständnis in Europa ein wenig darunter leidet, daß wir permanent das Vertreten österreichischer Interessen mit einer fast pathologischen Selbstfixierung vermischen. Wir denken immer nur über uns selbst und über die paar Problemchen, die wir haben, nach. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Das hat noch lange nichts damit zu tun, nicht auch die österreichischen Interessen in Europa zu vertreten und zu definieren, welche die österreichische Rolle im Endeffekt ist.
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf
Bei der Institutionenreform muß man auch über die Position, ich will den Kommissar nicht verlieren, ich möchte eine entsprechende Gewichtung bei den Abstimmungen haben, damit Österreich seine Stimme erheben kann, hinausgehen. Ich muß ein Konzept entwickeln, das sichert, daß man – gesetzt den Fall, es kommt wirklich zu dieser Erweiterung, und es werden immer mehr und mehr – handlungs- und funktionsfähig bleibt. Dazu muß ich an einem Modell arbeiten (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf ), das weit über Ihren Schrebergarten hinausgeht, Herr Abgeordneter von der FPÖ, ein Modell, wonach wir uns als einen Teil Europas begreifen, in dem wir eine spezifische Rolle zu erfüllen haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... Ausländer soll man dunsten lassen an der Grenze!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: ... Ausländer soll man dunsten lassen an der Grenze!
Bei der Institutionenreform muß man auch über die Position, ich will den Kommissar nicht verlieren, ich möchte eine entsprechende Gewichtung bei den Abstimmungen haben, damit Österreich seine Stimme erheben kann, hinausgehen. Ich muß ein Konzept entwickeln, das sichert, daß man – gesetzt den Fall, es kommt wirklich zu dieser Erweiterung, und es werden immer mehr und mehr – handlungs- und funktionsfähig bleibt. Dazu muß ich an einem Modell arbeiten (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf ), das weit über Ihren Schrebergarten hinausgeht, Herr Abgeordneter von der FPÖ, ein Modell, wonach wir uns als einen Teil Europas begreifen, in dem wir eine spezifische Rolle zu erfüllen haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... Ausländer soll man dunsten lassen an der Grenze!)
Abg. Dr. Khol: Beides!
Bei der Frage der Sicherheitspolitik teile ich einmal ausnahmsweise nicht ganz die Meinung von Kollegen Khol, der hier gesagt hat: "Si vis pacem, para bellum". Das ist eigentlich das Prinzip der alten NATO gewesen. Wenn Sie mich als jemand, der in der Schule auch Griechisch konsumieren durfte, gefragt hätten, hätte ich Ihnen "panta rhei" empfohlen. Das ist in Wirklichkeit der Slogan (Abg. Dr. Khol: Beides!), der sich in bezug auf NATO und die sicherheitspolitische Architektur und in bezug auf die Neutralität als das adäquate, auch mehrheitsfähigere Zitat aus der Schatzkiste unserer gymnasialen Ausbildung zu zitieren lohnt.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol.
Herr Außenminister! Ich würde dafür plädieren, im parlamentarischen Rahmen eine Enquete über die Auslandskulturpolitik durchzuführen, darüber zu diskutieren, eine Art politische Nullbudgetierung vorzunehmen und über neue Wege und neue Zielsetzungen nachzudenken und vielleicht auch darüber nachzudenken, wie man Geldquellen mobilisieren kann, damit man mehr machen kann. Das wäre auch ein Beitrag, um Österreich und Österreichs Interessen im Ausland stärker zum Durchbruch zu verhelfen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol. )
Abg. Smolle: 8 bis 9 Minuten!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Smolle. – Bitte, Herr Abgeordneter. Sie wollen keine Redezeitbeschränkung, außer der geschäftsordnungsmäßigen? (Abg. Smolle: 8 bis 9 Minuten!) – 8 bis 9 Minuten kann ich nicht einstellen, Zwischengrößen haben wir nicht. (Allgemeine Heiterkeit.) Ich stelle Ihnen 9 Minuten ein, Herr Abgeordneter. – Bitte.
Allgemeine Heiterkeit.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Smolle. – Bitte, Herr Abgeordneter. Sie wollen keine Redezeitbeschränkung, außer der geschäftsordnungsmäßigen? (Abg. Smolle: 8 bis 9 Minuten!) – 8 bis 9 Minuten kann ich nicht einstellen, Zwischengrößen haben wir nicht. (Allgemeine Heiterkeit.) Ich stelle Ihnen 9 Minuten ein, Herr Abgeordneter. – Bitte.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie versteht man ja schon sonst nicht! – Heiterkeit.
Abgeordneter Karl Smolle (Liberales Forum): Das ist sehr freundlich, Herr Präsident! – Spoštovani gospod predsednik! Visoki Dom! Gospod minister! Hohes Haus! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie versteht man ja schon sonst nicht! – Heiterkeit.) Die Uneinigkeit der Regierungsparteien haben wir heute wieder demonstriert bekommen. Die einzige Einigkeit, die hier besteht, ist, daß man die Mittelschulbildung ein bißchen auffrischt und sich gegenseitig bei Zitaten Übereinstimmung attestiert.
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Das ist nicht verständlich, da wir wissen, daß die Osterweiterung ein ganz zentrales Thema sein muß, ein ganz zentrales politisches, aber auch sicherheitspolitisches Thema. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich bin auch der Auffassung, daß es zu keiner blockweisen Aufnahme der Länder kommen sollte. Es ist ganz klar, es gibt Länder, die es rascher schaffen werden, und es gibt Länder, die länger brauchen werden. Wir sollten uns aber bewußt sein, daß wir, wenn wir den Ländern die Möglichkeit des Beitritts eröffnen, auch die Reformvorhaben in diesen Ländern beschleunigen. Das heißt, das geht nur Hand in Hand und nicht so, daß eine Hand nicht weiß, was die andere macht. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt sind Sie endlich bei ihrem Lieblingsthema! Endlich!
Ich spreche mich aber klar gegen jede Art aus, Bedingungen zu stellen. Das sind populistische Ansätze, die wir vor allem immer bei der FPÖ finden. Überhaupt bin ich der Meinung, daß sich die FPÖ von der Politik insgesamt verabschiedet hat, aber ganz speziell von der Europapolitik. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt sind Sie endlich bei ihrem Lieblingsthema! Endlich!) Da wird der Populismus fortgesetzt, den Sie auch bei allen anderen Fragen betreiben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe schon darauf gewartet!) Ernste politische Vorhaben bringen Sie nicht vor, es geht um irgendwelche schlampigen Gründe, vielleicht finden wir ein paar Wähler, die auf diese Kleinigkeiten hereinfallen, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dreckkübel schleudern!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe schon darauf gewartet!
Ich spreche mich aber klar gegen jede Art aus, Bedingungen zu stellen. Das sind populistische Ansätze, die wir vor allem immer bei der FPÖ finden. Überhaupt bin ich der Meinung, daß sich die FPÖ von der Politik insgesamt verabschiedet hat, aber ganz speziell von der Europapolitik. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt sind Sie endlich bei ihrem Lieblingsthema! Endlich!) Da wird der Populismus fortgesetzt, den Sie auch bei allen anderen Fragen betreiben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe schon darauf gewartet!) Ernste politische Vorhaben bringen Sie nicht vor, es geht um irgendwelche schlampigen Gründe, vielleicht finden wir ein paar Wähler, die auf diese Kleinigkeiten hereinfallen, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dreckkübel schleudern!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Dreckkübel schleudern!
Ich spreche mich aber klar gegen jede Art aus, Bedingungen zu stellen. Das sind populistische Ansätze, die wir vor allem immer bei der FPÖ finden. Überhaupt bin ich der Meinung, daß sich die FPÖ von der Politik insgesamt verabschiedet hat, aber ganz speziell von der Europapolitik. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt sind Sie endlich bei ihrem Lieblingsthema! Endlich!) Da wird der Populismus fortgesetzt, den Sie auch bei allen anderen Fragen betreiben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe schon darauf gewartet!) Ernste politische Vorhaben bringen Sie nicht vor, es geht um irgendwelche schlampigen Gründe, vielleicht finden wir ein paar Wähler, die auf diese Kleinigkeiten hereinfallen, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dreckkübel schleudern!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Aus Ihrem Munde möchte ich die klare Aussage hören, daß Sie sich dagegen aussprechen, daß Griechenland irgendwelche Bedingungen setzen kann, Bedingungen dahin gehend, daß alle Beitrittswerber zur Aufnahme gesperrt werden, wenn man die griechisch-zypriotische Delegation nicht als einzige Vertretung anerkennt. Dazu müssen Sie ein klares Nein sagen. Es geht nicht an, daß ein Land Europa erpreßt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn Europa sagt, daß die Menschenrechte unteilbar sind, dann sind sie auch für die Türkei unteilbar, unteilbar für die Türken in Zypern, unteilbar für die Türken in Griechenland, unteilbar aber auch für die Kurden in der Türkei. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Zweytick: Das liegt an Ihnen!
Sehr geehrter Herr Bundesminister! Es wäre schön, wenn Sie in der Lage wären, einmal einen Außenpolitischen Bericht vorzulegen – gerade Ihre Fraktion hat schon jahrelang den außenpolitischen Bereich inne und somit die Aufgabe, einen Bericht über Außenpolitik vorzulegen –, bei dem alle Fraktionen einvernehmlich durch Applaus zeigen könnten, daß wir alle eine gemeinsame Außenpolitik betreiben. (Abg. Zweytick: Das liegt an Ihnen!)
Abg. Mag. Peter: Sie schaffen das alles gemeinsam? – Abg. Dr. Khol: So ist es!
Ich darf nur eines zu dem leidigen Thema Vorwort sagen, das offensichtlich jedes Mal ein unglaublicher Punkt ist. Sie kennen die Spielregeln: Vom Berichtsteil selbst ist jedes Wort mit allen Ministern abgestimmt. Das Vorwort der Staatssekretärin oder des Bundesministers wird persönlich formuliert. Ich habe aber überhaupt kein Problem mit mir – weder jetzt als Ratsvorsitzender noch als Außenminister, Vizekanzler, einzelne Person oder in sonstigen politischen Mandaten. Ich habe überhaupt keine schizophrene Distanz zu mir selbst, aber das ist ein persönlich gestaltetes Vorwort des Ressortchefs. (Abg. Mag. Peter: Sie schaffen das alles gemeinsam? – Abg. Dr. Khol: So ist es!)
Zwischenruf des Abg. Kiss.
Es ist für Sie auch ohneweiters ein Punkt, über den man diskutieren kann, in dem man auch anderer Meinung sein kann. Ich habe aber auch überhaupt kein Problem damit, in Hinkunft ein Vorwort entweder überhaupt wegzulassen oder auch das noch Wort für Wort abzustimmen. Ich sehe nur nicht ein, warum diese fast kasuistische Wortklauberei, die manche probiert haben, jetzt ein solch unheimlich wichtiges Thema ist. (Zwischenruf des Abg. Kiss. )
Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.
Zum Beispiel hat Frau Abgeordnete Gredler einen Satz zitiert, daß diese beiden Erweiterungsprozesse zur Stabilität Europas beitragen und Ausdrucksformen einer sich ergänzenden Wertegemeinschaft sind. Das ist ausdrücklich zitiert: Gerade jene Länder, die eine kommunistische Herrschaft durchlitten haben, sind davon überzeugt ... und so weiter. Das sind wörtliche Zitate aus Reden von Geremek, von Mazowiecki, von Bartoszewski, von László Kovács und anderen. Diese sagen das wirklich. Ich habe angenommen, daß das gerade den Profis in der Außenpolitik selbstverständlich geläufig sein muß. Das ist keine eigensinnige Darstellung des Außenministers, der darauf beharrt, daß das seine persönliche Meinung ist. Ich zitiere die Kandidaten, und diese sehen das genau so, daß sozusagen die EU-Erweiterung und die sicherheitspolitische Dimension zwei Seiten ein und derselben Medaille sind. (Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.) Dieser erste Punkt ist haargenau so erwähnt. (Abg. Kiss: Über das Vorwort hinaus sind sie nicht gekommen! Ich wette um 1 000 S, daß sie nicht weiter gekommen sind!)
Abg. Kiss: Über das Vorwort hinaus sind sie nicht gekommen! Ich wette um 1 000 S, daß sie nicht weiter gekommen sind!
Zum Beispiel hat Frau Abgeordnete Gredler einen Satz zitiert, daß diese beiden Erweiterungsprozesse zur Stabilität Europas beitragen und Ausdrucksformen einer sich ergänzenden Wertegemeinschaft sind. Das ist ausdrücklich zitiert: Gerade jene Länder, die eine kommunistische Herrschaft durchlitten haben, sind davon überzeugt ... und so weiter. Das sind wörtliche Zitate aus Reden von Geremek, von Mazowiecki, von Bartoszewski, von László Kovács und anderen. Diese sagen das wirklich. Ich habe angenommen, daß das gerade den Profis in der Außenpolitik selbstverständlich geläufig sein muß. Das ist keine eigensinnige Darstellung des Außenministers, der darauf beharrt, daß das seine persönliche Meinung ist. Ich zitiere die Kandidaten, und diese sehen das genau so, daß sozusagen die EU-Erweiterung und die sicherheitspolitische Dimension zwei Seiten ein und derselben Medaille sind. (Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.) Dieser erste Punkt ist haargenau so erwähnt. (Abg. Kiss: Über das Vorwort hinaus sind sie nicht gekommen! Ich wette um 1 000 S, daß sie nicht weiter gekommen sind!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Die Frage des Umweltschutzes ist ein ganz wichtiges Thema. Wenn man tatsächlich das 6-Liter-Auto unter der österreichischen Präsidentschaft zusammenbrächte, dann brauche ich mich doch nicht dafür zu genieren, daß ich in unserer sechsmonatigen Präsidentschaft Österreich hintangereiht habe, wie es Klubobmann Haider, der leider nicht mehr der Debatte beiwohnt, offensichtlich von mir annimmt. Aber gerade weil ich leidenschaftlich für Europa und für Österreich bin, weiß ich, daß in dieser Zeit gemeinsam sehr viel zu erreichen ist, ohne jetzt ständig zu sagen: Bitte, das ist österreichisch, das ist nicht Europa! – Für mich ist das eine untrennbare Einheit, und das ist das Spannende daran! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ein zweites sehr wichtiges Thema: Frau Abgeordnete Kammerlander hat einige Male – ich habe es nicht genau verstanden, aber ich habe mich betroffen gefühlt, daher sage ich das gleich – kritisiert, wir schaffen oder ich schaffe Unsicherheit. Ich möchte da gerne hinhören. Wenn Sie also das Gefühl haben, gerade in der Frage Erweiterung, daß der Außenminister dieser Republik Unsicherheiten erkennen läßt, dann sagen Sie es mir, aber bitte präzise! Ich glaube, daß ich mit meiner Linie einen ganz klaren Kurs fahre, den ich nicht nur in Österreich erläutern kann. Es sitzt auf der Galerie der frühere Staatssekretär aus Slowenien, heutiger Botschafter Sloweniens in Österreich – willkommen! –, der gestern zum Beispiel mit mir die Verhandlungen von Präsidenten, Ministerpräsidenten, Außenministern geführt hat. Ich sage dort nichts anderes, als ich hier vor Ihnen, vor den österreichischen Abgeordneten, sage. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Da Peter Schieder jetzt hereingekommen ist, sage ich ganz bewußt: Ich finde die heutige sicherheitspolitische Diskussion hochinteressant, und zwar deswegen, weil sie ehrlich war. Andreas Khol hat leidenschaftlich gesagt, daß an der NATO kein Weg vorbeiführt. Der Fraktionsführer der Sozialdemokraten hat eigentlich in einer sehr bemerkenswerten Weise – wenn ich richtig zugehört und interpretiert habe – gemeint, im Prinzip sind wir hier nicht unüberbrückbar auseinander. Und das gleiche gilt auch für die meisten der Oppositionsredner, denn klarerweise ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) – Moment! Es ist wichtig, daß man das auch noch herausarbeitet – als Chance für eine solche Debatte, ohne Polemik.
Abg. Jung: Das lehnt doch der Kanzler ab, die Beistandsverpflichtung!
Es war sehr wichtig, das herauszuarbeiten, und für mich sehr positiv. Dann kann man tatsächlich diskutieren, wie die Beistandsverpflichtungen des Artikels 5 bei der WEU und bei der NATO sind. Wenn wir so weit sind, daß wir etwa die Beistandsverpflichtung in der WEU als eine außer Streit stehende Frage ansehen könnten – ich bin einmal so vorsichtig –, dann sage ich ganz offen, daß sie in vielen Punkten sogar härter und eindeutiger formuliert ist als bei der NATO. (Abg. Jung: Das lehnt doch der Kanzler ab, die Beistandsverpflichtung!) Dann sind wir, so glaube ich, in der sicherheitspolitischen Diskussion heute vielleicht sogar einen großen Schritt, intellektuell gesehen, weitergekommen. (Abg. Scheibner: Davon müssen Sie halt einmal Ihren Kanzler überzeugen!)
Abg. Scheibner: Davon müssen Sie halt einmal Ihren Kanzler überzeugen!
Es war sehr wichtig, das herauszuarbeiten, und für mich sehr positiv. Dann kann man tatsächlich diskutieren, wie die Beistandsverpflichtungen des Artikels 5 bei der WEU und bei der NATO sind. Wenn wir so weit sind, daß wir etwa die Beistandsverpflichtung in der WEU als eine außer Streit stehende Frage ansehen könnten – ich bin einmal so vorsichtig –, dann sage ich ganz offen, daß sie in vielen Punkten sogar härter und eindeutiger formuliert ist als bei der NATO. (Abg. Jung: Das lehnt doch der Kanzler ab, die Beistandsverpflichtung!) Dann sind wir, so glaube ich, in der sicherheitspolitischen Diskussion heute vielleicht sogar einen großen Schritt, intellektuell gesehen, weitergekommen. (Abg. Scheibner: Davon müssen Sie halt einmal Ihren Kanzler überzeugen!)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Noch einmal: Lassen wir jetzt die polemischen Zwischenrufe! Ich finde – dafür gehören die Debattenbeiträge gelobt –, das war eine am Beginn der österreichischen Präsidentschaft höchst erfreuliche und vernünftige, weiterführende Debatte, wozu, so glaube ich, auch die Meinungsbildung der letzten Tage und Wochen sicherlich einen positiven Aspekt beigetragen hat. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Die dritte Behauptung betraf meine Erwartung, daß wir durch den EU-Beitritt einige Arbeitsplätze dazubekommen. Ich bin auf gutem, gesichertem Boden. Wenn Sie sich etwa die Prognosen der Wirtschaftsforscher, die in diesen Tagen vorgelegt wurden, ansehen, dann werden Sie erkennen, daß wir allein heuer ungefähr plus 30 000 und nächstes Jahr noch einmal plus 30 000 Arbeitsplätze haben werden. Schlecht für ein junges EU-Mitglied ist das nicht. – Ich danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was liegt denn im österreichischen Interesse? – Das österreichische Interesse ist, daß dieses Projekt Europa funktioniert. Das österreichische Interesse ist, daß die Europäische Union in der Beschäftigungspolitik erfolgreich ist. Das österreichische Interesse ist, daß die Europäische Union in der Bekämpfung der Kriminalität erfolgreich ist. Das österreichische Interesse ist, daß der Euro eine harte Währung werden wird, daß die Währungsunion ein erfolgreiches Projekt ist. – Wenn wir dafür arbeiten, dann arbeiten wir im österreichischen Interesse und nichts anderes, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Es ist aber, wenn Sie schon einmal bei einer Baustelle gewohnt haben, auch für Sie von Vorteil, wenn die Baustelle einmal fertig wird, wenn die Belästigungen von außen aufhören und es den anderen ähnlich gut geht wie Ihnen. Das ist in unserem Interesse, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Ich wäre absolut dagegen, Jugoslawien angesichts seiner derzeitigen Vorgangsweise in den Europarat aufzunehmen. Da muß sich vorher noch vieles ändern in Jugoslawien. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.) Aber dort, wo man darüber nachdenkt, wie man Krisen bewältigt, wie etwa jene im Kosovo – darauf möchte ich noch kurz eingehen –, soll es so rasch wie möglich gehen, damit die Situation im Interesse der Menschen dort friedlich bewältigt werden kann. Und da braucht man auch Jugoslawien mit am Tisch, da muß man mit Jugoslawien reden, um einen Sonderstatus für den Kosovo mit einer weitgehenden Autonomie innerhalb Jugoslawiens durchzusetzen, um die Einhaltung der Menschenrechte durchzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich wäre absolut dagegen, Jugoslawien angesichts seiner derzeitigen Vorgangsweise in den Europarat aufzunehmen. Da muß sich vorher noch vieles ändern in Jugoslawien. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.) Aber dort, wo man darüber nachdenkt, wie man Krisen bewältigt, wie etwa jene im Kosovo – darauf möchte ich noch kurz eingehen –, soll es so rasch wie möglich gehen, damit die Situation im Interesse der Menschen dort friedlich bewältigt werden kann. Und da braucht man auch Jugoslawien mit am Tisch, da muß man mit Jugoslawien reden, um einen Sonderstatus für den Kosovo mit einer weitgehenden Autonomie innerhalb Jugoslawiens durchzusetzen, um die Einhaltung der Menschenrechte durchzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Wie viele Leute sollen noch sterben, bis Sie kapieren, daß Verhandlungen nichts nützen!?
Kollege Scheibner! Das werden Sie letzten Endes auch und vor allem durch Dialog machen müssen. (Abg. Scheibner: Wie viele Leute sollen noch sterben, bis Sie kapieren, daß Verhandlungen nichts nützen!?) Drohungen alleine nützen leider nichts, das hat die Vergangenheit bereits gezeigt.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Mein ganz persönliches Bild dazu: Als Jahrgang 1942 bin ich in der Nachkriegszeit aufgewachsen und habe miterlebt, wie die Menschen sich nach der Souveränität Österreichs gesehnt haben. Meine Eltern haben gezittert, wenn sie die Enns-Demarkationslinie im eigenen Land überquert haben. Wenn wir heute in dem neuen Europa eine führende Rolle spielen, ist das das klare Bild von Europa, das ich habe: nicht im eigenen Land zittern zu müssen, sondern in diesem Europa von morgen eine führende Rolle spielen zu können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Wolfgang Jung (Freiheitliche): Herr Minister! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister, Sie haben unseren Obmann gerade in bezug auf Wahrheit angegriffen, und dann haben Sie selbst von der großen Leistung auf dem Arbeitsmarkt gesprochen. Ich zitiere den heutigen "Standard"; das ist eine "typische" freiheitliche Zeitung: "Neuer Arbeitslosenrekord in Wien". – Das ist die Realität, Herr Bundesminister, und nicht das, was Sie uns immer wieder sagen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nun zu Ihrem Außenpolitischen Bericht. "Wien ist anders", kann man dazu nur sagen. Normalerweise arbeitet man, und wenn man erfolgreich gearbeitet hat, wird gefeiert. Wir haben einmal mit dem Feiern begonnen und nicht mit dem Arbeiten, Herr Bundesminister. Bei uns tanzt der Kongreß oder der Vorsitz und weiß noch nicht, ob er nicht auf dem Eis tanzt. Und für Sie, Herr Bundesminister, kann man in diesem Zusammenhang sagen: Vom Metternich zum "Millimetternich" kann man schnell abrutschen. Seien Sie vorsichtig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und dann ist da noch etwas, Herr Bundesminister – das würde mich wirklich interessieren –: Was machen Sie als Vorsitzender im EU-Bereich, wenn die NATO beschließt, weil es eben nicht anders weitergeht und weil es die Russen blockieren, einen Einsatz dort unten auch ohne UNO- oder KSZE-Mandat zu machen? Was werden Sie dann tun? Wenn die Mehrheit der europäischen Staaten will, daß Sie dort aktiv werden, dann werden Sie sagen: Ja, aber als Österreicher nicht!, oder Sie werden die EU dort vertreten, jedoch sagen: Aber über Österreich dürfen Sie nicht drüberfliegen!, wie Sie es ja schon bei der Übung gemacht haben. Dabei haben doch gerade Sie gesagt, im Kosovo gibt es keine Neutralität. – Herr Minister! Wer soll Sie in Wirklichkeit draußen noch ernst nehmen? Diese Frage stellt man sich wirklich. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und dazu gehört, daß Sie endlich auch da einmal klar Position beziehen, Herr Minister. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum sowie des Abg Dr. Khol.
Ich bin daher der Auffassung, daß, wenn es eine zentrale Funktion Österreichs in Europa gibt, sie darin besteht, daß wir im Herzen dieses Kontinents liegen und eine entscheidende Funktion als Türöffner für die zentral- und osteuropäischen Demokratien haben. Ich befürchte wirklich, daß, wenn sich eine Art von Debatte niederschlägt, die nicht die politische Vision einer erweiterten Europäischen Union im Zentrum hat, sondern bei der nur ausschließlich die Probleme, die ich sehr wohl sehe, im Vordergrund stehen, dann besteht die Gefahr, daß die manchmal auftretende Engstirnigkeit und Engherzigkeit, die hier in Österreich an den Tag gelegt wird, uns in Zukunft in Österreich und in Europa noch leid tun wird. (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum sowie des Abg Dr. Khol. )
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mehr Europa, mehr Integration bedeutet einen stärkeren Drang in Richtung Demokratisierung der europäischen Strukturen. Damit führen wir Europa wieder näher an die Bürger heran, und das, glaube ich, ist eine entscheidende Herausforderung für die Zukunft des Integrationsprozesses. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider – auf den auf der Regierungsbank sitzenden Vizekanzler und Außenminister Dr. Schüssel weisend –: Nicht nur! Auch seinen Bericht diskutieren wir!
Abgeordneter Hans Helmut Moser (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Außenminister! Wir diskutieren heute den Außenpolitischen Bericht der Bundesregierung. Ich glaube, daß es eine sehr wichtige Debatte ist, weil es immer wieder die Möglichkeit ... (Abg. Dr. Haider – auf den auf der Regierungsbank sitzenden Vizekanzler und Außenminister Dr. Schüssel weisend –: Nicht nur! Auch seinen Bericht diskutieren wir!) Ich gehe davon aus, daß, wie der Herr Außenminister es gesagt hat, der Bericht als solcher mit den anderen Ministern abgestimmt ist und es daher ein Bericht auch der Bundesregierung ist. Und ich glaube, das ist eine sehr wichtige und interessante Bestandsaufnahme über den Zustand der österreichischen Außenpolitik.
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn im Rahmen dieser Debatte beispielsweise die Neutralität in Frage gestellt wird, dann heißt das nicht, daß damit quasi ein verfassungswidriges Verhalten an den Tag gelegt wird, sondern gerade dem Gesetzgeber und uns im Hohen Hause muß es möglich sein, auch über Änderungen der österreichischen Bundesverfassung zu reden. Daher ist auch die Frage der Neutralität als eine sicherheitspolitische Konzeption zu diskutieren, meine Damen und Herren. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen
Meine Damen und Herren! Ich meine, daß wir in Wahrnehmung unserer Verantwortung auf dem Kontinent (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) und in Wahrnehmung unserer Verpflichtung eine derartige Entschließung fassen sollten, und ich ersuche Sie, dem Entschließungsantrag die notwendige Zustimmung zu geben. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Ich meine, daß wir in Wahrnehmung unserer Verantwortung auf dem Kontinent (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) und in Wahrnehmung unserer Verpflichtung eine derartige Entschließung fassen sollten, und ich ersuche Sie, dem Entschließungsantrag die notwendige Zustimmung zu geben. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Fekter: Gott sei Dank hat sie zugenommen! Früher sind sie vertuscht worden!
Abgeordnete Dr. Brigitte Povysil (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Noch immer haben Kinder bei uns absolut keinen Vorrang. Die Zahl der angezeigten und der bekanntgewordenen Sexualverbrechen hat in den letzten drei Jahren um 100 Prozent zugenommen. (Abg. Dr. Fekter: Gott sei Dank hat sie zugenommen! Früher sind sie vertuscht worden!)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Sexueller Mißbrauch ist mittlerweile ein lukrativer Geschäftszweig geworden. Na klar: Die Kinder lassen ja alles mit sich machen und wissen gar nicht, was wirklich von ihnen verlangt wird! Sie werden vor den Produktionen entsprechend präpariert, sie werden als Lolitas hergerichtet. Sie werden mit Drogen vollgepumpt, damit sie nicht wirklich eine Wahrnehmung davon haben, was mit ihnen passiert. Sie dulden zum Beispiel, daß ein älterer Mann mit ihnen Oralverkehr hat. Sie onanieren vor einer Kamera und wissen gar nicht, was da wirklich passiert. Sie werden in ihrem Sexualverhalten so verunsichert, daß sie alles mit sich machen lassen. – So ist das heutzutage mit Kindern. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Kinder werden getötet! Sie werden aber nicht nur bei diesen Videos getötet, nein, sie werden auch beim sexuellen Mißbrauch getötet. Ich kann nicht aufhören, immer von neuem zu wiederholen: Sexueller Mißbrauch ist Mord, meine Damen und Herren! Es ist Mord an der kindlichen Seele. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir sind daher mit einem Maßnahmenkatalog an die Regierung herangetreten. Wir haben mit einem solchen Katalog bereits einige Male versucht, die Regierung zu Maßnahmen zu bewegen. Dieser Maßnahmenkatalog enthält viele Regelungen, zum Beispiel das Einrichten von Meldestellen – es wird die Melde- und die Anzeigepflicht besser geregelt –, zum Beispiel das Strafausmaß – das Strafausmaß wird verstärkt und exakter definiert –, vor allem aber – das ist für uns ein besonders wichtiger Punkt – ist die lebenslange Führungsaufsicht für Täter vorzusehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wo bitte liegt am ehesten unsere direkte Chance? – Diese liegt am ehesten wohl nur in den Kindern selbst! Es war uns daher besonders wichtig, in unserem Maßnahmenkatalog verpflichtende Aufklärung für die Kinder zu fordern. Denn die Kinder müssen wir lehren, wie sie eigenverantwortlich und kritisch nicht nur nein sagen, sondern nein und ja zu den Dingen sagen können, die für sie in Frage kommen. Sie müssen wirkliche Eigenverantwortlichkeit haben, sie müssen der Raffinesse des Täters entkommen, sie müssen wissen, was auf sie zukommt, damit sie entscheiden können, wie sie ihr Leben weiter verbringen oder wie sie den Tätern entgegnen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ungeheuerlich!
Was, bitte, ist bis jetzt von seiten der Regierungsparteien in dieser Sache geschehen? – Es ist geradezu unglaublich! Im Justizausschuß wurde die Regierungsvorlage zur Novellierung des Sexualstrafrechts einfach abgesetzt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ungeheuerlich!) Meine Damen und Herren! Kinder haben keinen Vorrang bei uns! (Abg. Dr. Haider: In Europa spielen wir uns groß auf und die Kinder schützen wir nicht! – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. ) Hier herunten am Rednerpult reden Sie groß, in der EU reden Sie groß über Kinderrechte. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber kaum ist eine Regierungsvorlage – die ohnehin nur Minimalforderungen erfüllt, Frau Abgeordnete! – im Ausschuß, wird sie abgesetzt. (Abg. Dr. Haider – in Richtung der Abg. Dr. Fekter –: Sie sind die Vorsitzende!)
Abg. Dr. Haider: In Europa spielen wir uns groß auf und die Kinder schützen wir nicht! – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Was, bitte, ist bis jetzt von seiten der Regierungsparteien in dieser Sache geschehen? – Es ist geradezu unglaublich! Im Justizausschuß wurde die Regierungsvorlage zur Novellierung des Sexualstrafrechts einfach abgesetzt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ungeheuerlich!) Meine Damen und Herren! Kinder haben keinen Vorrang bei uns! (Abg. Dr. Haider: In Europa spielen wir uns groß auf und die Kinder schützen wir nicht! – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. ) Hier herunten am Rednerpult reden Sie groß, in der EU reden Sie groß über Kinderrechte. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber kaum ist eine Regierungsvorlage – die ohnehin nur Minimalforderungen erfüllt, Frau Abgeordnete! – im Ausschuß, wird sie abgesetzt. (Abg. Dr. Haider – in Richtung der Abg. Dr. Fekter –: Sie sind die Vorsitzende!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was, bitte, ist bis jetzt von seiten der Regierungsparteien in dieser Sache geschehen? – Es ist geradezu unglaublich! Im Justizausschuß wurde die Regierungsvorlage zur Novellierung des Sexualstrafrechts einfach abgesetzt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ungeheuerlich!) Meine Damen und Herren! Kinder haben keinen Vorrang bei uns! (Abg. Dr. Haider: In Europa spielen wir uns groß auf und die Kinder schützen wir nicht! – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. ) Hier herunten am Rednerpult reden Sie groß, in der EU reden Sie groß über Kinderrechte. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber kaum ist eine Regierungsvorlage – die ohnehin nur Minimalforderungen erfüllt, Frau Abgeordnete! – im Ausschuß, wird sie abgesetzt. (Abg. Dr. Haider – in Richtung der Abg. Dr. Fekter –: Sie sind die Vorsitzende!)
Abg. Dr. Haider – in Richtung der Abg. Dr. Fekter –: Sie sind die Vorsitzende!
Was, bitte, ist bis jetzt von seiten der Regierungsparteien in dieser Sache geschehen? – Es ist geradezu unglaublich! Im Justizausschuß wurde die Regierungsvorlage zur Novellierung des Sexualstrafrechts einfach abgesetzt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ungeheuerlich!) Meine Damen und Herren! Kinder haben keinen Vorrang bei uns! (Abg. Dr. Haider: In Europa spielen wir uns groß auf und die Kinder schützen wir nicht! – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. ) Hier herunten am Rednerpult reden Sie groß, in der EU reden Sie groß über Kinderrechte. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber kaum ist eine Regierungsvorlage – die ohnehin nur Minimalforderungen erfüllt, Frau Abgeordnete! – im Ausschuß, wird sie abgesetzt. (Abg. Dr. Haider – in Richtung der Abg. Dr. Fekter –: Sie sind die Vorsitzende!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie – die Abgeordneten von der Sozialdemokratie und von der ÖVP – konnten sich nicht einmal auf zwei Dinge einigen: nicht einmal auf die Verjährungsfrist und nicht einmal auf die schonende Vernehmung von Kindern. Worin liegt bitte eine Schwierigkeit für die Einigung darüber, daß Kinder in einem Sexualstrafrechtsprozeß schonend einvernommen werden? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Fäkalkunst, das lieben die Sozialisten!
Aber ein Cornelius Kolig mit seiner Fäkalkunst wird subventioniert und gefördert! Aber ein Biennale-Katalog mit Kindesmißbrauchsszenen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Fäkalkunst, das lieben die Sozialisten!) Ja, der wird gefördert, es ist unglaublich!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Otto Mühl bekommt die Bühne für die Verhöhnung seiner Opfer, und in der Wiener Secession bekommt er eine Ausstellung. Meine Damen und Herren! Ich habe nur zwei Worte für diese Ausstellung: ekelerregend und lächerlich. Mehr kann man dazu nicht sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
in Richtung des Bundesministers Dr. Bartenstein
Warum wird das subventioniert? Warum – so frage ich Sie – wird das subventioniert und die Regierungsvorlage abgesetzt? – Herr Minister (in Richtung des Bundesministers Dr. Bartenstein), Sie haben Familie, Sie können mir das erklären. Herr Staatssekretär! Sie sind in Vertretung des Herrn Bundeskanzlers da, ich hoffe, Sie können mir das erklären. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Des
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das kann wirklich nur mit der Tatsache verglichen werden, daß auch von Bundesminister Einem das "TATblatt" als Aufforderung zu Gewalt für lange Zeit subventioniert wurde. Das ist offensichtlich die Subventionspolitik der Regierungsparteien. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Das ist subventioniert?
Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Sie sind mit mir doch sicherlich einer Meinung, daß man Kinder nur dann schützen kann, wenn man ihnen wirklich eine selbstbewußte, kritische Erziehung gibt und ein normales Sexualverhalten zeigt. Sie sind da meiner Meinung, nehme ich an. Warum aber, so frage ich, unterstützt dann die Regierung Vereine, die härteste pornographische Inhalte im Internet anbieten? – Es ist geradezu unglaublich! Wie sollen sich unsere Kinder da orientieren? (Abg. Dr. Haider: Das ist subventioniert?)
Abg. Dr. Haider: Ungeheuerlich! – Abg. Scheibner: Skandalös!
Regierungsvorlagen werden abgesetzt, und dann werden pornographische Inhalte, härteste Hardcore-Pornographie von der Regierung unterstützt? (Abg. Dr. Haider: Ungeheuerlich! – Abg. Scheibner: Skandalös!) Wissen Sie das, Herr Minister? Wissen Sie, daß im Jahr 1996 für diese Vereine 900 000 S an Subventionen geflossen sind? Können Sie mir das im gesamten Konnex des Kindesmißbrauchs, der uns alle betrifft, in irgendeiner Weise erklären? – Es ist mir geradezu unvorstellbar.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Staatssekretär! Jetzt sagen Sie mir bei dieser Politik: Kann da aus unseren Kindern jemals das werden, was wir uns alle wünschen, nämlich fröhliche, selbstbewußte, eigenverantwortliche Kinder? – Erklären Sie mir das bitte! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt verlassen Sie den Sitzungssaal, von SPÖ und ÖVP! Das ist Ihnen fad!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zur Abgabe einer Stellungnahme hat sich nun – in Vertretung des Herrn Bundeskanzlers – Herr Staatssekretär Dr. Wittmann zu Wort gemeldet. – Bitte, Herr Staatssekretär. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt verlassen Sie den Sitzungssaal, von SPÖ und ÖVP! Das ist Ihnen fad!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht einmal Ihnen hören sie zu!
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Peter Wittmann: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht einmal Ihnen hören sie zu!) Es steht ein Dringlicher Antrag der FPÖ zum Thema "Schutz der Kinder vor Kindesmißbrauch und Kinderpornographie" zur Debatte. Erlauben Sie mir einige Anmerkungen zur Antragsbegründung und zu diesem sehr ernsten Thema an sich, bevor ich auf den Antrag selbst eingehe.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Sie reden jedesmal das gleiche! – Abg. Scheibner: Eine Frechheit ist das!
Meine Damen und Herren! Das Thema des Kindesmißbrauchs ist für die Bundesregierung viel zu wichtig, als daß ich hier auf die Parteipolitik oder Polemik Ihrer Seite eingehen möchte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Sie reden jedesmal das gleiche! – Abg. Scheibner: Eine Frechheit ist das!) Der Mißbrauch von Kindern ist eine schreckliche Erfahrung für das Opfer und für die Angehörigen, er ist ein schwerwiegendes Problem für die gesamte Gesellschaft. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das steht Ihnen nicht zu! Ungeheuerlich!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das steht Ihnen nicht zu! Ungeheuerlich!
Meine Damen und Herren! Das Thema des Kindesmißbrauchs ist für die Bundesregierung viel zu wichtig, als daß ich hier auf die Parteipolitik oder Polemik Ihrer Seite eingehen möchte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Sie reden jedesmal das gleiche! – Abg. Scheibner: Eine Frechheit ist das!) Der Mißbrauch von Kindern ist eine schreckliche Erfahrung für das Opfer und für die Angehörigen, er ist ein schwerwiegendes Problem für die gesamte Gesellschaft. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das steht Ihnen nicht zu! Ungeheuerlich!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wo ist der Bundeskanzler?
Die Bundesregierung hat ein 25-Punkte-Programm beschlossen, um den Mißbrauch von Kindern mit aller Kraft zu bekämpfen. Die Bundesregierung arbeitet an der Umsetzung dieses Maßnahmenkataloges. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wo ist der Bundeskanzler?) Einige wichtige Punkte
Abg. Jung: Dann tun Sie doch was!
Meine Damen und Herren von der FPÖ! Es handelt sich dabei mit Sicherheit nicht um eine Angelegenheit, die man parteipolitisch ausschlachten sollte. (Abg. Jung: Dann tun Sie doch was!) In diesem Sinne hat der Justizminister ein Strafrechtsänderungsgesetz vorgelegt, in dem unter anderem eine Verlängerung der Verjährungsfrist, eine schärfere Bestrafung und eine Ausdehnung der schonenden Vernehmung vorgesehen sind. (Abg. Jung: Das ist ein alter Beschluß! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich bin davon überzeugt, daß die notwendigen Maßnahmen auch beschlossen werden.
Abg. Jung: Das ist ein alter Beschluß! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der FPÖ! Es handelt sich dabei mit Sicherheit nicht um eine Angelegenheit, die man parteipolitisch ausschlachten sollte. (Abg. Jung: Dann tun Sie doch was!) In diesem Sinne hat der Justizminister ein Strafrechtsänderungsgesetz vorgelegt, in dem unter anderem eine Verlängerung der Verjährungsfrist, eine schärfere Bestrafung und eine Ausdehnung der schonenden Vernehmung vorgesehen sind. (Abg. Jung: Das ist ein alter Beschluß! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich bin davon überzeugt, daß die notwendigen Maßnahmen auch beschlossen werden.
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Darüber hinaus wurden Maßnahmen für ein sauberes Internet ergriffen. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Eine eigene Meldestelle beim Innenministerium für kinderpornographische Inhalte wurde bereits im Februar 1997 eingerichtet. Diese Inhalte werden auch konsequent zur Anzeige gebracht. (Abg. Mag. Stadler: Das werden wir Ihnen heute noch zeigen! Gefördert habt ihr es!)
Abg. Mag. Stadler: Das werden wir Ihnen heute noch zeigen! Gefördert habt ihr es!
Darüber hinaus wurden Maßnahmen für ein sauberes Internet ergriffen. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Eine eigene Meldestelle beim Innenministerium für kinderpornographische Inhalte wurde bereits im Februar 1997 eingerichtet. Diese Inhalte werden auch konsequent zur Anzeige gebracht. (Abg. Mag. Stadler: Das werden wir Ihnen heute noch zeigen! Gefördert habt ihr es!)
Abg. Dr. Krüger: Das ist ein Witz!
Meine Damen und Herren! Kindesmißbrauch und Kinderpornographie sind ein internationales Problem, das die Bundesregierung daher auch auf dieser Ebene bekämpft. Die österreichischen Maßnahmen gegen Gewalt in der Gesellschaft sind bereits Vorbild für die Europäische Union und die Vereinten Nationen. (Abg. Dr. Krüger: Das ist ein Witz!) So wird zum Beispiel das österreichische Modell der Präventionsarbeit in der Exekutive, konkret die speziellen Schulungen der Exekutivbeamten, von anderen Ländern übernommen. Darüber hinaus engagiert sich Österreich auch im Rahmen spezieller EU-Initiativen zur Bekämpfung von Gewalt an Kindern.
Abg. Jung: Aber in Ausstellungen dürfen sie!
Was die Medien betrifft, darf ich zunächst an die geltende Rechtslage erinnern. Im Rundfunkgesetz ist normiert, daß alle Sendungen im Hinblick auf ihre Aufmachung und ihren Inhalt die Menschenwürde und die Grundrechte anderer achten müssen, auch dürfen die Sendungen nicht zu Haß aufgrund von Rasse, Geschlecht, Religion und Nationalität aufreizen. (Abg. Jung: Aber in Ausstellungen dürfen sie!)
Abg. Dr. Krüger: Gibt es seit ’89!
Die gleichen Regelungen gelten auch für private Fernsehveranstalter. (Abg. Dr. Krüger: Gibt es seit ’89!) Aus der ständigen Spruchpraxis der Kommission zur Wahrung des Rundfunkgesetzes zeigt sich, daß gerade diese Bestimmungen von der zuständigen Aufsichtsbehörde mit großer Sorgfalt überwacht werden. (Abg. Dr. Krüger: Sie haben alles verschlafen!)
Abg. Dr. Krüger: Sie haben alles verschlafen!
Die gleichen Regelungen gelten auch für private Fernsehveranstalter. (Abg. Dr. Krüger: Gibt es seit ’89!) Aus der ständigen Spruchpraxis der Kommission zur Wahrung des Rundfunkgesetzes zeigt sich, daß gerade diese Bestimmungen von der zuständigen Aufsichtsbehörde mit großer Sorgfalt überwacht werden. (Abg. Dr. Krüger: Sie haben alles verschlafen!)
Abg. Dr. Povysil: Sie erzählen Märchen!
Das Kabel- und Satelliten-Rundfunkgesetz sieht neben der Überwachung durch die entsprechende Aufsichtsbehörde Verwaltungsstrafen für Rundfunkveranstalter vor, die gegen diese Gebote verstoßen. (Abg. Dr. Povysil: Sie erzählen Märchen!)
Abg. Dr. Salzl: Sie haben derartige Vereine gefördert!
Zum Bereich des Internets erinnere ich daran, daß die Problematik um die Nutzung der neuen Dienste nur international geregelt werden kann. Dort, wo ein Tatbestand auf österreichischem Boden gesetzt wird, weiß ich, daß die österreichischen Sicherheits- und Justizbehörden alles tun, um diesen Vorgängen Einhalt zu gebieten. (Abg. Dr. Salzl: Sie haben derartige Vereine gefördert!)
Abg. Dr. Krüger: Frau Fekter bringt leider nichts weiter!
Meine Damen und Herren! Repressive beziehungsweise strafrechtliche Maßnahmen sind ein wesentlicher Bestandteil der Bekämpfung des Kindesmißbrauchs, und wir müssen hier die notwendigen Änderungen herbeiführen. (Abg. Dr. Krüger: Frau Fekter bringt leider nichts weiter!) Ich warne jedoch davor, in derartigen Maßnahmen das einzige und ausreichende Mittel zur effektiven Mißbrauchsbekämpfung zu sehen. Wir müssen als verantwortungsbewußte Bürger in dieser Gesellschaft darauf achten, daß insbesondere das Dunkelfeld des sexuellen Mißbrauchs von Kindern in der Familie, im sozialen Nahraum und in bestimmten Autoritätsverhältnissen aufgehellt wird. Dazu bedarf es weiterer Aufklärungsmaßnahmen. Es bedarf neben strengen Strafen der Unterstützung und Betreuung der Opfer.
Abg. Dr. Krüger: Ein Diskussionsverbot ist erlassen worden!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich habe gerade ausgeführt, aus welchen Gründen sich dieses Thema sicherlich nicht für parteipolitische Polemik und schon gar nicht für verleumderische Unterstellungen eignet. (Abg. Dr. Krüger: Ein Diskussionsverbot ist erlassen worden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: Die Förderung ist zurückzuweisen!
Zur angeblichen Förderung von Pornographie durch die Kunstförderung lassen Sie mich folgendes sagen: Grundsätzlich ist die Unterstellung, daß durch die Bundesregierung Pornographie oder Gewalttätiges besonders gefördert wird, aufs äußerste zurückzuweisen. Ich verwahre mich gegen derartige Unterstellungen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: Die Förderung ist zurückzuweisen!)
Abg. Dr. Salzl: Das ist nicht lächerlich, sondern das ist ein Faktum!
Meine Damen und Herren! Es ist nahezu lächerlich, der Bundesregierung zu unterstellen, daß eine Förderung der Pornographie stattfindet. (Abg. Dr. Salzl: Das ist nicht lächerlich, sondern das ist ein Faktum!) Ich verwahre mich aufs ausdrücklichste dagegen! Ich habe auch Familie und würde mich keinem anderen Abgeordneten gegenüber für derartige Unterstellungen hergeben. Sie sollten Ihre Ausdrucksmittel wirklich gezielter wählen, denn ich glaube, daß mit Unterstellungen diesem Thema sicherlich nicht gedient ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Es ist nicht Ihre Aufgabe, Zensuren zu verteilen! Sie haben zu antworten!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Es ist nicht Ihre Aufgabe, Zensuren zu verteilen! Sie haben zu antworten!
Meine Damen und Herren! Es ist nahezu lächerlich, der Bundesregierung zu unterstellen, daß eine Förderung der Pornographie stattfindet. (Abg. Dr. Salzl: Das ist nicht lächerlich, sondern das ist ein Faktum!) Ich verwahre mich aufs ausdrücklichste dagegen! Ich habe auch Familie und würde mich keinem anderen Abgeordneten gegenüber für derartige Unterstellungen hergeben. Sie sollten Ihre Ausdrucksmittel wirklich gezielter wählen, denn ich glaube, daß mit Unterstellungen diesem Thema sicherlich nicht gedient ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Es ist nicht Ihre Aufgabe, Zensuren zu verteilen! Sie haben zu antworten!)
Abg. Mag. Stadler: Sie werden heute noch staunen! Das ist noch harmlos! Ziehen Sie sich warm an! Sie werden heute noch einiges erleben!
Ich möchte aber auch ausdrücklich festhalten, daß die Zeiten zum Glück vorbei sind, in denen der Staat festgelegt hat, was Kunst ist und was nicht Kunst ist. (Abg. Mag. Stadler: Sie werden heute noch staunen! Das ist noch harmlos! Ziehen Sie sich warm an! Sie werden heute noch einiges erleben!) Ich darf nur an einige Fälle in der Kunstgeschichte erinnern. Der Ihnen wohl bekannteste und auch in unmittelbarer Nähe mit einer Ausstellung bedachte ist Egon Schiele. (Abg. Dr. Krüger: Das hat sich Schiele nicht verdient!) Ich glaube, daß wir sehr gut beraten sind, wenn wir uns bei der Beurteilung von Kunst auf das Urteil von Fachleuten verlassen und nicht hier auf Zuruf den staatlichen Eingriff erwarten.
Abg. Dr. Krüger: Das hat sich Schiele nicht verdient!
Ich möchte aber auch ausdrücklich festhalten, daß die Zeiten zum Glück vorbei sind, in denen der Staat festgelegt hat, was Kunst ist und was nicht Kunst ist. (Abg. Mag. Stadler: Sie werden heute noch staunen! Das ist noch harmlos! Ziehen Sie sich warm an! Sie werden heute noch einiges erleben!) Ich darf nur an einige Fälle in der Kunstgeschichte erinnern. Der Ihnen wohl bekannteste und auch in unmittelbarer Nähe mit einer Ausstellung bedachte ist Egon Schiele. (Abg. Dr. Krüger: Das hat sich Schiele nicht verdient!) Ich glaube, daß wir sehr gut beraten sind, wenn wir uns bei der Beurteilung von Kunst auf das Urteil von Fachleuten verlassen und nicht hier auf Zuruf den staatlichen Eingriff erwarten.
Abg. Aumayr: Kinder sollten wir schützen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte ausdrücklich festhalten: Wir sollten uns davor schützen (Abg. Aumayr: Kinder sollten wir schützen!) beziehungsweise davon Abstand nehmen, Kunst und Gewalt gegen Kinder in einen Topf zu werfen und darauf parteipolitische Polemik aufzubauen. (Abg. Mag. Stadler: Sie sind noch jämmerlicher, wenn Sie frei reden! Lesen Sie wieder!) Ich finde es beschämend, Kindesmißbrauch im Zusammenhang mit Kunst zu erwähnen, um hier irgendwelche parteipolitischen Propagandasprüche anzubringen. (Abg. Mag. Stadler: Noch jämmerlicher! Lesen Sie weiter!)
Abg. Mag. Stadler: Sie sind noch jämmerlicher, wenn Sie frei reden! Lesen Sie wieder!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte ausdrücklich festhalten: Wir sollten uns davor schützen (Abg. Aumayr: Kinder sollten wir schützen!) beziehungsweise davon Abstand nehmen, Kunst und Gewalt gegen Kinder in einen Topf zu werfen und darauf parteipolitische Polemik aufzubauen. (Abg. Mag. Stadler: Sie sind noch jämmerlicher, wenn Sie frei reden! Lesen Sie wieder!) Ich finde es beschämend, Kindesmißbrauch im Zusammenhang mit Kunst zu erwähnen, um hier irgendwelche parteipolitischen Propagandasprüche anzubringen. (Abg. Mag. Stadler: Noch jämmerlicher! Lesen Sie weiter!)
Abg. Mag. Stadler: Noch jämmerlicher! Lesen Sie weiter!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte ausdrücklich festhalten: Wir sollten uns davor schützen (Abg. Aumayr: Kinder sollten wir schützen!) beziehungsweise davon Abstand nehmen, Kunst und Gewalt gegen Kinder in einen Topf zu werfen und darauf parteipolitische Polemik aufzubauen. (Abg. Mag. Stadler: Sie sind noch jämmerlicher, wenn Sie frei reden! Lesen Sie wieder!) Ich finde es beschämend, Kindesmißbrauch im Zusammenhang mit Kunst zu erwähnen, um hier irgendwelche parteipolitischen Propagandasprüche anzubringen. (Abg. Mag. Stadler: Noch jämmerlicher! Lesen Sie weiter!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Setzen Sie sich nieder, das ist gescheiter! – Abg. Mag. Stadler: Setzen! Nicht genügend! Da applaudieren nicht einmal alle von der SPÖ!
Kindesmißbrauch ist und bleibt eine Form der Menschenrechtsverletzung, die zutiefst zu verurteilen ist, die in keiner Gesellschaftsform einen Platz zu finden hat und die auf das strengste bestraft gehört! Unter diesen Prämissen handelt die Bundesregierung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Setzen Sie sich nieder, das ist gescheiter! – Abg. Mag. Stadler: Setzen! Nicht genügend! Da applaudieren nicht einmal alle von der SPÖ!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Offenbar sind Sie – Sie besonders, Herr Staatssekretär! – immer noch der Meinung, daß sich "mutige" Literatur durch obszöne Wörter und daß sich "mutige" Malerei durch Perversion und Aktionismus durch Ferkeleien definiert. Ich glaube, das ist Ihre Meinung! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Diesen Eindruck muß man angesichts all dessen, was Sie im Zusammenhang mit diesen Vorfällen in den letzten Jahren gesagt haben, immer mehr gewinnen. (Abg. Müller: Nicht so laut!)
Abg. Müller: Nicht so laut!
Offenbar sind Sie – Sie besonders, Herr Staatssekretär! – immer noch der Meinung, daß sich "mutige" Literatur durch obszöne Wörter und daß sich "mutige" Malerei durch Perversion und Aktionismus durch Ferkeleien definiert. Ich glaube, das ist Ihre Meinung! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Diesen Eindruck muß man angesichts all dessen, was Sie im Zusammenhang mit diesen Vorfällen in den letzten Jahren gesagt haben, immer mehr gewinnen. (Abg. Müller: Nicht so laut!)
Abg. Dr. Brinek: Entschuldigen Sie! Wie wollen Sie das Internet überprüfen?
Einige Kostproben: "Do order your membership now!" (Abg. Dr. Brinek: Entschuldigen Sie! Wie wollen Sie das Internet überprüfen?) – Einen Moment, wir kommen darauf zurück, Frau Kollegin Brinek! – Die "Fetish-Diva" kann man in allen möglichen Situationen über Internet abrufen und allerhand lernen.
Abg. Mag. Stadler: Die Gehrer! Ihre Gehrer, Frau Brinek!
Weiters gibt es einen bemerkenswerten Hinweis, Herr Staatssekretär, und jetzt wird es spannend! "Support of and Cooperation with Cultural Institutions and Initiatives: ... KUNSTHALLE wien, Museumsquartier Errichtungs- und Betriebs GmbH. ... Museum für Angewandte Kunst MAK, Wiener Secession" (Abg. Mag. Stadler: Die Gehrer! Ihre Gehrer, Frau Brinek!), "Werkstätten- und Kulturhaus WUK, Österreichisches Kultur Service ÖKS, Global 2000" finden sich darunter, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Schämen Sie sich!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Schämen Sie sich!
Weiters gibt es einen bemerkenswerten Hinweis, Herr Staatssekretär, und jetzt wird es spannend! "Support of and Cooperation with Cultural Institutions and Initiatives: ... KUNSTHALLE wien, Museumsquartier Errichtungs- und Betriebs GmbH. ... Museum für Angewandte Kunst MAK, Wiener Secession" (Abg. Mag. Stadler: Die Gehrer! Ihre Gehrer, Frau Brinek!), "Werkstätten- und Kulturhaus WUK, Österreichisches Kultur Service ÖKS, Global 2000" finden sich darunter, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Schämen Sie sich!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider: Das ist subventioniert? – "Pfui!"-Rufe bei den Freiheitlichen.
Aber was dann kommt, Herr Staatssekretär, das schlägt dem Faß den Boden aus: "... supported by: Bundeskanzleramt – KUNST Bundeskurator Wolfgang Zinggl"! Sind das Ihre Maßnahmen für ein sauberes Internet, Herr Staatssekretär? Indem Sie das subventionieren, was ich Ihnen gerade gezeigt habe? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider: Das ist subventioniert? – "Pfui!"-Rufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Das ist eine Schweinerei, sonst gar nichts! Mit Steuergeldern subventionieren und dann groß reden, daß man die Kinder schützt!
Sind das Ihre Maßnahmen für ein sauberes Internet? Sind das Ihre Maßnahmen, Herr Staatssekretär? (Abg. Dr. Haider: Das ist eine Schweinerei, sonst gar nichts! Mit Steuergeldern subventionieren und dann groß reden, daß man die Kinder schützt!) Ich zitiere aus dem Kunstbericht 1996, Kuratorenbericht Stella Rollig: "t0 – Public Netbase" – das ist dieses hier (der Redner hält die zuvor zitierten Blätter in die Höhe) –, "Verein t0 – Institut für neue Kulturtechnologien, Wien", Gesamtförderungen 900 000 S, 1996 320 000 S und 100 000 S. Herr Staatssekretär! Sie haben das gefördert! Ist das Ihre Vorstellung vom sauberen Internet, Herr Staatssekretär? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sind das Ihre Maßnahmen für ein sauberes Internet?
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sind das Ihre Maßnahmen für ein sauberes Internet? Sind das Ihre Maßnahmen, Herr Staatssekretär? (Abg. Dr. Haider: Das ist eine Schweinerei, sonst gar nichts! Mit Steuergeldern subventionieren und dann groß reden, daß man die Kinder schützt!) Ich zitiere aus dem Kunstbericht 1996, Kuratorenbericht Stella Rollig: "t0 – Public Netbase" – das ist dieses hier (der Redner hält die zuvor zitierten Blätter in die Höhe) –, "Verein t0 – Institut für neue Kulturtechnologien, Wien", Gesamtförderungen 900 000 S, 1996 320 000 S und 100 000 S. Herr Staatssekretär! Sie haben das gefördert! Ist das Ihre Vorstellung vom sauberen Internet, Herr Staatssekretär? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sind das Ihre Maßnahmen für ein sauberes Internet?
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, das, was Sie von wegen "polemisch", "untergriffig" und "unterste Schublade" gesagt haben, richtet sich von selbst! Wissen Sie nicht, was Sie tun? Weiß bei Ihnen die Linke nicht, was die Rechte in Ihrer Institution tut? Sie fördern doch diese Ferkeleien, Herr Staatssekretär! Wir haben es Ihnen nachgewiesen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Ich bin schon neugierig, wie Sie sich aus der Affäre ziehen werden! Ich bin schon sehr neugierig, wie Sie sich aus der Affäre ziehen werden, wenn Sie jetzt einmal erklären müssen, wie es zu solchen Förderungen kommt! Es ist nachgewiesen, daß die Förderungen aus Ihrem Bereich stammen, und zwar nicht zu knapp. Dafür werden wir uns noch interessieren! Die Berichte darüber, wie hoch die Förderungen im Jahr 1997 waren, wie hoch die Förderungen im Jahr 1998 sind und was Sie an Förderungen für das Jahr 1999 vorgesehen haben, liegen uns von der Opposition nicht vor. Das würde uns noch brennend interessieren, und ich bin neugierig, ob Sie uns darüber jetzt im gleichen Stil Auskunft geben werden, wie Sie vorher verurteilt haben, daß wir in die unterste Schublade greifen und der Öffentlichkeit Unwahrheiten mitteilen wollen! Dafür gibt es Belege, Herr Staatssekretär, und ich bin neugierig, wie Sie mit diesen Belegen umgehen werden, mit welchen die Finanzierungen eindeutig nachzuweisen sind. – Sie finanzieren harte Pornographie, die unsere Kinder über das Internet uneingeschränkt abrufen können! (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (fortsetzend): Vor allem rühmen sich noch als beste Benutzer dieses Service das ÖVP-Parlamentsklubteam und der SPÖ-Parlamentsklub, und das Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie liegt an dritter Stelle als User bei der Sex-Online-Internet-Geschichte, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. )
Abg. Dr. Haider: Haben Sie Kinder? Warum unterstützen Sie solche Ferkeleien? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Der Inhalt dieses Dringlichen Antrages, dieses Gemisch aus Forderungen nach bereits umgesetzten Maßnahmen einerseits und nach Maßnahmen, die derzeit in Diskussion stehen, andererseits, vermengt mit Auseinandersetzungen, die wir bereits im Zusammenhang mit der Causa Mühl kennen, zeigt einmal mehr – das muß ich Ihnen hier vorwerfen – , daß mit dieser Art Panoptikum unterschiedlichster Zusammenfassungen nicht wirklich dem Rechnung getragen wird, was wir hier diskutieren. Meine Damen und Herren! Ich meine, daß das Thema zu ernst ist, um hier auf Kosten der Kinder eine parteipolitische Diskussion abzuführen. (Abg. Dr. Haider: Haben Sie Kinder? Warum unterstützen Sie solche Ferkeleien? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Sie reden immer von Kindern, und dann unterstützen Sie solche Schweinereien!
Unter anderem ist auch die Art und Weise, wie Sie eine Auseinandersetzung führen, nämlich indem Sie hier gehässig herunterschreien, bezeichnend für Sie, meine Damen und Herren! Das kann ich Ihnen sagen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Sie reden immer von Kindern, und dann unterstützen Sie solche Schweinereien!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Frau Kollegin Povysil! Ich möchte eine Anmerkung machen, weil ich das heute hier bemerkenswert gefunden habe: Ich habe Sie bis jetzt in all Ihren Redebeiträgen als sehr sachliche Diskutantin empfunden. Eigentlich möchte ich mir kein Werturteil anmaßen, aber ich bedaure, was Sie heute hier erklärt haben, zutiefst. Ich muß sagen, daß es sich hiebei auch um eine Art persönliche Enttäuschung handelt – wobei meine Erwartungshaltung bei Abgeordneten der Freiheitlichen Partei grundsätzlich nicht allzu hoch ist, das muß ich dazusagen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf. )
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Povysil! Sie haben hier allen Ernstes mitgeteilt, daß es Filme gibt, in welchen Kinder ermordet oder geschändet und sexuell mißbraucht werden. – Das wissen wir alle, das fürchten wir alle, und das bekämpfen wir alle! Sie haben diese Tatsache aber nicht in der Form in den Raum gestellt, daß Sie gesagt haben, wir müssen etwas dagegen tun, sondern in die Richtung gebracht, daß dies von Parteien dieses Hauses gefördert wird! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie haben uns das unterstellt und gefragt: Erkennen Sie das nicht? Unternehmen Sie nichts dagegen? – In Anbetracht dessen möchte ich Sie bitten, in den Diskussionen dieses Hauses auf ein Niveau zurückzukommen, das dem Ruf dieses Hauses gerecht wird, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Kollegin Povysil! Sie haben hier allen Ernstes mitgeteilt, daß es Filme gibt, in welchen Kinder ermordet oder geschändet und sexuell mißbraucht werden. – Das wissen wir alle, das fürchten wir alle, und das bekämpfen wir alle! Sie haben diese Tatsache aber nicht in der Form in den Raum gestellt, daß Sie gesagt haben, wir müssen etwas dagegen tun, sondern in die Richtung gebracht, daß dies von Parteien dieses Hauses gefördert wird! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie haben uns das unterstellt und gefragt: Erkennen Sie das nicht? Unternehmen Sie nichts dagegen? – In Anbetracht dessen möchte ich Sie bitten, in den Diskussionen dieses Hauses auf ein Niveau zurückzukommen, das dem Ruf dieses Hauses gerecht wird, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Povysil.
Ich kann Ihnen folgendes sagen, damit man in der Sache selbst doch vielleicht etwas klarer sieht und die Obstrusität dieses Arguments in einer extrem heiklen und extrem gefährlichen Sache offengelegt wird: Sie sagen, daß die Regierung nichts umgesetzt hat. (Zwischenruf der Abg. Dr. Povysil. ) Sie sagen, daß andere Parteien dieses Hauses nichts umgesetzt haben. – Ich möchte in Erinnerung rufen, daß der Kinderschutz ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. )
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Ich kann Ihnen folgendes sagen, damit man in der Sache selbst doch vielleicht etwas klarer sieht und die Obstrusität dieses Arguments in einer extrem heiklen und extrem gefährlichen Sache offengelegt wird: Sie sagen, daß die Regierung nichts umgesetzt hat. (Zwischenruf der Abg. Dr. Povysil. ) Sie sagen, daß andere Parteien dieses Hauses nichts umgesetzt haben. – Ich möchte in Erinnerung rufen, daß der Kinderschutz ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. )
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Herr Kollege! Es wurde etwa § 64 StGB umgesetzt, womit wir ausdrücklich Vorsorge getroffen haben, daß sexuelle Ausbeutung von Kindern im Ausland auch in Österreich strafbar ist. Sagen Sie nicht, daß das nichts ist! Ferner haben wir den § 207a StGB betreffend pornographische Darstellung mit Unmündigen umgesetzt. Und das ist eine signifikante Änderung! Letztlich haben wir auch eine Änderung des § 1328 ABGB umgesetzt, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf. )
Beifall bei der SPÖ.
Trotzdem sagen Sie hier jedoch, daß nichts getan wurde! Das ist Ihre Argumentation! Und weil Sie überhaupt nicht differenzieren können, sind Sie auch nicht ernst zu nehmen, meine Damen und Herren. Merken Sie sich das! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Sie subventionieren Schweinereien!
Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die bereits umgesetzt wurden, und es gibt auch eine Reihe von Maßnahmen, bei denen wir uns gerade im Zuge der Umsetzung befinden. (Abg. Dr. Haider: Sie subventionieren Schweinereien!) Meine Damen und Herren! Vielleicht wissen es nicht alle, das mag sein, aber einige von Ihnen wissen sicherlich, daß zum Beispiel im Rahmen der Strafprozeßnovelle des Vorverfahrens eine umfangreiche weitere Verbesserung des Opferschutzes vorgesehen ist. Man kann doch nicht einfach hergehen und das, was im Vorhaben enthalten ist, aus den Entwürfen abschreiben und sich dann herstellen und sagen: Das fordern wir! – Das ist das Unlautere an Ihrem Vorgehen, das ich Ihnen vorwerfe! (Abg. Mag. Stadler: Sie fördern Schweinereien!)
Abg. Mag. Stadler: Sie fördern Schweinereien!
Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die bereits umgesetzt wurden, und es gibt auch eine Reihe von Maßnahmen, bei denen wir uns gerade im Zuge der Umsetzung befinden. (Abg. Dr. Haider: Sie subventionieren Schweinereien!) Meine Damen und Herren! Vielleicht wissen es nicht alle, das mag sein, aber einige von Ihnen wissen sicherlich, daß zum Beispiel im Rahmen der Strafprozeßnovelle des Vorverfahrens eine umfangreiche weitere Verbesserung des Opferschutzes vorgesehen ist. Man kann doch nicht einfach hergehen und das, was im Vorhaben enthalten ist, aus den Entwürfen abschreiben und sich dann herstellen und sagen: Das fordern wir! – Das ist das Unlautere an Ihrem Vorgehen, das ich Ihnen vorwerfe! (Abg. Mag. Stadler: Sie fördern Schweinereien!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Sie haben hier zum Teil Maßnahmen gefordert, die bereits umgesetzt sind. Sie trauen sich aber trotzdem, hier herauszugehen und zu sagen: Wir fordern das! Sie haben hier Maßnahmen gefordert, die derzeit in den Vorhaben diskutiert werden, meine Damen und Herren! So fordern Sie etwa die Verbesserung der Stellung der Opfer, die Verfahrenshilfe oder die schonende Einvernahme, die teilweise schon jetzt ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Herr Kollege! Das müßten Sie ja wissen! Die schonende Einvernahme gibt es schon. Sie werden es vielleicht nicht wissen, Kollege Haider, aber Mitarbeiter Ihrer Partei werden Ihnen das erläutern können! (Abg. Dr. Haider: Warum fördern Sie Schweinereien?)
Abg. Dr. Haider: Warum fördern Sie Schweinereien?
Sie haben hier zum Teil Maßnahmen gefordert, die bereits umgesetzt sind. Sie trauen sich aber trotzdem, hier herauszugehen und zu sagen: Wir fordern das! Sie haben hier Maßnahmen gefordert, die derzeit in den Vorhaben diskutiert werden, meine Damen und Herren! So fordern Sie etwa die Verbesserung der Stellung der Opfer, die Verfahrenshilfe oder die schonende Einvernahme, die teilweise schon jetzt ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Herr Kollege! Das müßten Sie ja wissen! Die schonende Einvernahme gibt es schon. Sie werden es vielleicht nicht wissen, Kollege Haider, aber Mitarbeiter Ihrer Partei werden Ihnen das erläutern können! (Abg. Dr. Haider: Warum fördern Sie Schweinereien?)
Zwischenruf der Abg. Dr. Povysil.
Herr Kollege Haider! Wenn Sie jetzt gerade so stark reden, dann möchte ich Ihnen folgendes sagen: Kollegin Povysil hat richtigerweise ausgeführt, daß es notwendig ist, daß wir für den Kinderschutz Rahmenbedingungen schaffen, und daß diese Rahmenbedingungen letztlich so ausschauen müssen, daß die Kinder selbst wehrfähig werden, daß sie Rückgrat haben, daß sie sich auch tatsächlich zur Wehr setzen können und daß es auch Stellen gibt, die derartige Probleme entgegennehmen, wie zum Beispiel die Schutztelefone, die wir bundesweit eingerichtet haben. Sie, Herr Kollege Haider, stellen mit einer Unverfrorenheit ähnliche Forderungen auf, und das unmittelbar nachdem Sie in Ihrer eigenen Partei jede Menge von Maßnahmen gesetzt haben, die gerade das verhindern sollen, was Sie jetzt fordern, nämlich Rückgrat, Selbständigkeit und Selbstverantwortung! (Zwischenruf der Abg. Dr. Povysil. )
Abg. Dr. Haider: Sie subventionieren Schweinereien!
Sie können das doch nicht wirklich hier fordern! Leben Sie das doch einmal vor, Herr Kollege Haider! Ich erinnere Sie an Ihre Stellungnahmen, in denen Sie sagen, daß es Menschen erster und zweiter Klasse und einen Führer gibt! Und genau das ist es, Herr Kollege Haider! (Abg. Dr. Haider: Sie subventionieren Schweinereien!) Sie können das jetzt ruhig noch 20mal heruntersagen, weil Sie genau wissen, daß Sie in der Argumentation schwächer sind. (Beifall und Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall und Heiterkeit bei der SPÖ.
Sie können das doch nicht wirklich hier fordern! Leben Sie das doch einmal vor, Herr Kollege Haider! Ich erinnere Sie an Ihre Stellungnahmen, in denen Sie sagen, daß es Menschen erster und zweiter Klasse und einen Führer gibt! Und genau das ist es, Herr Kollege Haider! (Abg. Dr. Haider: Sie subventionieren Schweinereien!) Sie können das jetzt ruhig noch 20mal heruntersagen, weil Sie genau wissen, daß Sie in der Argumentation schwächer sind. (Beifall und Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Sie fördern die Gewalt an Kindern!
Sie sind derjenige, der von Menschen erster und zweiter Klasse und von Menschen, die auf andere heruntertreten, gesprochen hat! Haben Sie das nicht gesagt, Herr Kollege Haider? Soll ich es Ihnen vorlesen? Soll ich es Ihnen in Erinnerung bringen? (Abg. Dr. Haider: Sie fördern die Gewalt an Kindern!) Herr Kollege Haider! Mit welcher Unverfrorenheit fordern Sie das, wenn Sie dann genau das Gegenteil tun? (Abg. Mag. Stadler: Sie reden einen solchen Schmarren daher, daß sich die SPÖ bereits geniert!) Herr Kollege Stadler! Sie zu schockieren ist, glaube ich, eher eine Ehre als eine Last! (Abg. Mag. Stadler: Nicht einmal Fuhrmann hat solchen Topfen verzapft! Einen solchen Schmarren hat noch kein Justizsprecher der SPÖ verzapft!)
Abg. Mag. Stadler: Sie reden einen solchen Schmarren daher, daß sich die SPÖ bereits geniert!
Sie sind derjenige, der von Menschen erster und zweiter Klasse und von Menschen, die auf andere heruntertreten, gesprochen hat! Haben Sie das nicht gesagt, Herr Kollege Haider? Soll ich es Ihnen vorlesen? Soll ich es Ihnen in Erinnerung bringen? (Abg. Dr. Haider: Sie fördern die Gewalt an Kindern!) Herr Kollege Haider! Mit welcher Unverfrorenheit fordern Sie das, wenn Sie dann genau das Gegenteil tun? (Abg. Mag. Stadler: Sie reden einen solchen Schmarren daher, daß sich die SPÖ bereits geniert!) Herr Kollege Stadler! Sie zu schockieren ist, glaube ich, eher eine Ehre als eine Last! (Abg. Mag. Stadler: Nicht einmal Fuhrmann hat solchen Topfen verzapft! Einen solchen Schmarren hat noch kein Justizsprecher der SPÖ verzapft!)
Abg. Mag. Stadler: Nicht einmal Fuhrmann hat solchen Topfen verzapft! Einen solchen Schmarren hat noch kein Justizsprecher der SPÖ verzapft!
Sie sind derjenige, der von Menschen erster und zweiter Klasse und von Menschen, die auf andere heruntertreten, gesprochen hat! Haben Sie das nicht gesagt, Herr Kollege Haider? Soll ich es Ihnen vorlesen? Soll ich es Ihnen in Erinnerung bringen? (Abg. Dr. Haider: Sie fördern die Gewalt an Kindern!) Herr Kollege Haider! Mit welcher Unverfrorenheit fordern Sie das, wenn Sie dann genau das Gegenteil tun? (Abg. Mag. Stadler: Sie reden einen solchen Schmarren daher, daß sich die SPÖ bereits geniert!) Herr Kollege Stadler! Sie zu schockieren ist, glaube ich, eher eine Ehre als eine Last! (Abg. Mag. Stadler: Nicht einmal Fuhrmann hat solchen Topfen verzapft! Einen solchen Schmarren hat noch kein Justizsprecher der SPÖ verzapft!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Höchste Zeit, daß Sie sich setzen! Sie haben die Opfer lange genug verhöhnt!
Schreien Sie nur und bringen Sie das Bild Ihrer Partei in signifikanter Form zum Ausdruck, damit auch die Ernsthaftigkeit, wie Sie mit diesem Thema umgehen, Herr Kollege Stadler, hier offenkundig wird! Diese Ernsthaftigkeit haben Sie uns heute wirklich eindeutig bewiesen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Höchste Zeit, daß Sie sich setzen! Sie haben die Opfer lange genug verhöhnt!)
Beifall bei der SPÖ.
Von Verhöhnung dürfen Sie nichts sagen, Herr Kollege Stadler! Denn Sie verhöhnen nicht nur die Mitglieder Ihres Klubs und Ihrer Partei, sondern Sie verhöhnen neben den Kindern auch die gesamte Bevölkerung dieses Landes, indem Sie glauben, daß es noch irgend jemanden gibt, der Sie ernst nimmt! (Beifall bei der SPÖ.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Ich komme zum Schluß: Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die umgesetzt wurden. Das möchte ich noch einmal erwähnen. Weiters gibt es einen Entschließungsantrag vom 26.2.1998, den Sie, Kollege Haider, weil Sie ja des öfteren nicht hier sind, vermutlich nicht kennen werden. In diesem sind zahlreiche Maßnahmen aufgezählt: Symptomkatalog, täterbezogene Maßnahmen, intensive Zusammenarbeit. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Herr Kollege Stadler! Sie tun mir wirklich leid! Sie werden uns durch diese Art und Weise der Debatte nicht daran hindern, daß wir die Diskussion sachbezogen weiterführen und letztlich das, was auch Sie fordern, ohne Sie und ohne Ihr Zutun zum Wohle unserer Kinder umsetzen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Die ÖVP lehnt eine Vereinsförderung für zwielichtige Zwecke natürlich ab! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Sie haben überhaupt keine Ahnung vom Internet!
Und man muß noch hinzufügen: Das Internet der ÖVP verfügt über diese Links, während andere Stellen diese Links nicht haben, weil sie die entsprechenden internetmäßigen Dienstleistungen nicht anbieten; daher scheinen sie in den Statistiken nicht in diesem Ausmaß auf! (Abg. Dr. Graf: Sie haben überhaupt keine Ahnung vom Internet!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Es ist weiters zu sagen, daß nicht jeder, der in der Statistik als Nutzer registriert wird, als Voyeur unterwegs war, denn es ist beispielsweise sehr wohl Aufgabe des Familienministeriums – dazu wird sich der Herr Familienminister noch äußern – , derartige pornographische Dinge im Internet aufzuspüren zu versuchen, um sie an die Dienststelle im Innenministerium zu melden, denn es wurde dort eigens eine zentrale Meldestelle zur Bekämpfung kinderpornographischer Inhalte im Internet eingerichtet! (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Beifall bei der ÖVP.
Ich weiß, Herr Abgeordneter Schweitzer, daß es Ihnen leid tut, daß das Ganze ein Luftballon war. Daher auch diese Aufregung! Ich bitte Sie, sich zuerst zu erkundigen, wie man im Internet surft und wem dann was als User zuzurechnen ist, wenn solche Statistiken erscheinen und Sie diese zitieren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Gibt es das Wort "Kinder" für Sie?
Nun zur eigentlichen Dringlichen Anfrage. (Abg. Dr. Haider: Gibt es das Wort "Kinder" für Sie?) Herr Kollege Haider! Ich komme jetzt, nachdem ich auf die Vorredner eingegangen bin, zur Sache. Allerdings möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, daß Sie das Thema in Richtung Internet gelenkt haben! Nun komme ich aber zum Dringlichen Antrag. Die ÖVP hat den Schutz der Kinder immer in den Vordergrund gestellt und den Opferschutz immer thematisiert! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Nun zur eigentlichen Dringlichen Anfrage. (Abg. Dr. Haider: Gibt es das Wort "Kinder" für Sie?) Herr Kollege Haider! Ich komme jetzt, nachdem ich auf die Vorredner eingegangen bin, zur Sache. Allerdings möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, daß Sie das Thema in Richtung Internet gelenkt haben! Nun komme ich aber zum Dringlichen Antrag. Die ÖVP hat den Schutz der Kinder immer in den Vordergrund gestellt und den Opferschutz immer thematisiert! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Jung: In der nächsten Legislaturperiode?
Neu ist die Regierungsvorlage, die bedauerlicherweise – das gebe ich zu – nicht verabschiedet werden konnte, weil es keine echte Einigung vor dem Ausschuß gab. Diese Regierungsvorlage wird eine Verlängerung der Verjährung von Sexualdelikten bis über die Volljährigkeit des Opfers hinaus vorsehen. Sie wird weiters eine strafrechtliche Gleichstellung der Beischlafdelikte mit den beischlafähnlichen Delikten vorsehen, und sie wird auch eine Verbesserung der prozessualen Stellung des Opfers von Sexualdelikten vorsehen. (Abg. Jung: In der nächsten Legislaturperiode?) Nein! Wir haben noch den ganzen Herbst Zeit, und ich bin sicher, daß wir im Herbst zu einer Einigung kommen werden!
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Vielleicht finden wir hier breitere Zustimmung, als es vor dem Ausschuß den Anschein hatte. Kritisch war nämlich von der ÖVP gesehen worden, daß in diesem Gesetz Beischlaf und beischlafähnliche Handlungen mit Jugendlichen bis zu einem Alter von zwölf Jahren erlaubt werden, und zwar bei einer Toleranzgrenze von drei Jahren, das heißt in etwa unter Gleichaltrigen. Wir von der ÖVP sagen: Eine Senkung des Schutzalters von derzeit 14 Jahren auf 12 Jahre ist für uns nicht akzeptabel! (Beifall bei der ÖVP.) Wir wollen in diesem Zusammenhang die Altersgrenze mit 13 Jahren mit einer Toleranzgrenze von drei Jahren festlegen, und wir hoffen, daß sich der Koalitionspartner oder eventuell auch die Freiheitlichen dem anschließen können.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist kein Schutz der Kinder, wenn man zuerst Gewalt einfordert, bevor man etwas unternimmt! (Beifall bei der ÖVP.) Sie hätten damals zustimmen können!
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie brauchen auch jetzt nicht zu bedauern, daß die Strafrechtsreform nicht vor dem Sommer über die Bühne gegangen ist, denn Sie haben signalisiert, daß Sie nicht zustimmen werden. Ihnen gingen die Verjährungsbestimmungen viel zu weit. Kollege Ofner hat sich auf die Seite der Täter gestellt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) In Ihrem Antrag wird unter Punkt 15 gefordert: Ende der Verjährungsfrist für Delikte zwei Jahre nach der Mündigkeit des Opfers. – Wir wollen aber mehr als diese zwei Jahre. Herr Kollege Ofner hingegen hat argumentiert, daß das ein Damoklesschwert sei, das über dem Täter hänge, daß das unzumutbar sei und daß er den Täter nach zwei Jahren aus der Pflicht nehmen wolle.
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (fortsetzend): Wir wollen das Opfer schützen und nicht den Täter entlasten! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die Darstellung, daß ich mich auf die Seite der Täter gestellt hätte, ist unrichtig. Ich habe mich auf die Seite der Opfer gestellt, allerdings fachmännisch anders als die Ehegattinnen von Schottergrubenbesitzern. (Beifall und Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Schwimmer: Das war eines Ofner unwürdig!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Ich möchte vorläufig einmal feststellen, daß der letzte Satz über eine tatsächliche Berichtigung hinausgegangen ist. (Abg. Dr. Schwimmer: Das war eines Ofner unwürdig!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der ÖVP.
Ich habe nicht vergessen, daß die aufgeregt diskutierende freiheitliche Fraktion in ihren Reihen einen Mitarbeiter gehabt hat, der die erste Erotik-Messe in Wien über die Infrastruktur des freiheitlichen Parlamentsklubs organisiert hat. Es waren der Fax-Anschluß der Freiheitlichen, das Telefon der Freiheitlichen, die Computer der Freiheitlichen, mit welchen ein Mitarbeiter des freiheitlichen Parlamentsklubs die erste Erotik-Messe in Wien organisiert hat. Wenn man halt im Glashaus sitzt, dann soll man nicht mit Steinen schmeißen! Das ist Herrn Abgeordneten Ofner eingefallen, als er auf Ihre Vorhaltungen geantwortet hat! Daran hat er sich jetzt erinnert. Das wollte ich konkretisieren! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist insbesondere interessant, daß Abgeordneter Krüger – den ich jetzt leider nicht mehr sehe – , als es hier um die Unterscheidung zwischen "KZ" und "Straflager" gegangen ist, derjenige war, der, angesprochen auf eineinhalb Millionen Kinder, die in Konzentrationslagern umgekommen sind, nichts anders zu assoziieren wußte, als zu sagen: Das ist eine semantische Masturbation. – In Anbetracht dessen hat diese Fraktion null moralische Kompetenz, irgend etwas in dieser Richtung zu sagen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Jung.
Sie hat aber nicht nur keine moralische Kompetenz, sondern offenbar auch keine fachliche Kompetenz. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Herr Abgeordneter Jung! Jetzt komme ich zu Ihnen! Herr Staatssekretär Wittmann hat, nachdem Frau Abgeordnete Povysil gemeint hat, daß Mühl und diese Fäkalienkunst ein Problem sind, klar gesagt: Der Staat bestimmt nicht, was Kunst ist. – Dem stimmen wir zu. Herr Abgeordneter Jung fühlte sich jedoch provoziert, als Herr Staatssekretär Wittman dann noch sagte: Sie haben ein Beispiel in Ihrer Nähe, nämlich Egon Schiele. Darauf meinte Abgeordneter Jung: Der gehört auch eingesperrt! (Allgemeine Heiterkeit.)
Allgemeine Heiterkeit.
Sie hat aber nicht nur keine moralische Kompetenz, sondern offenbar auch keine fachliche Kompetenz. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Herr Abgeordneter Jung! Jetzt komme ich zu Ihnen! Herr Staatssekretär Wittmann hat, nachdem Frau Abgeordnete Povysil gemeint hat, daß Mühl und diese Fäkalienkunst ein Problem sind, klar gesagt: Der Staat bestimmt nicht, was Kunst ist. – Dem stimmen wir zu. Herr Abgeordneter Jung fühlte sich jedoch provoziert, als Herr Staatssekretär Wittman dann noch sagte: Sie haben ein Beispiel in Ihrer Nähe, nämlich Egon Schiele. Darauf meinte Abgeordneter Jung: Der gehört auch eingesperrt! (Allgemeine Heiterkeit.)
Abg. Dr. Krüger: Gut, daß solche Figuren nicht in der Liste der Anwälte eingetragen sind!
Ich sage Ihnen das auch aufgrund Ihres konkreten Dringlichen Antrages. (Abg. Dr. Krüger: Gut, daß solche Figuren nicht in der Liste der Anwälte eingetragen sind!) Herr Abgeordneter! Wenn ich mir recht anhöre, was Sie hier sagen, müßten Sie dort längst ausgetragen sein! (Beifall beim Liberalen Forum, bei SPÖ und ÖVP.) Es ist nur der Großzügigkeit der Kammer zu verdanken, daß Sie noch immer auf der Liste sind. Wie ist das jetzt? (Abg. Dr. Krüger: Da haben Sie nichts verloren!)
Beifall beim Liberalen Forum, bei SPÖ und ÖVP.
Ich sage Ihnen das auch aufgrund Ihres konkreten Dringlichen Antrages. (Abg. Dr. Krüger: Gut, daß solche Figuren nicht in der Liste der Anwälte eingetragen sind!) Herr Abgeordneter! Wenn ich mir recht anhöre, was Sie hier sagen, müßten Sie dort längst ausgetragen sein! (Beifall beim Liberalen Forum, bei SPÖ und ÖVP.) Es ist nur der Großzügigkeit der Kammer zu verdanken, daß Sie noch immer auf der Liste sind. Wie ist das jetzt? (Abg. Dr. Krüger: Da haben Sie nichts verloren!)
Abg. Dr. Krüger: Da haben Sie nichts verloren!
Ich sage Ihnen das auch aufgrund Ihres konkreten Dringlichen Antrages. (Abg. Dr. Krüger: Gut, daß solche Figuren nicht in der Liste der Anwälte eingetragen sind!) Herr Abgeordneter! Wenn ich mir recht anhöre, was Sie hier sagen, müßten Sie dort längst ausgetragen sein! (Beifall beim Liberalen Forum, bei SPÖ und ÖVP.) Es ist nur der Großzügigkeit der Kammer zu verdanken, daß Sie noch immer auf der Liste sind. Wie ist das jetzt? (Abg. Dr. Krüger: Da haben Sie nichts verloren!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Das hat mir noch gefehlt!
Ich frage Sie als Jurist: Welche Verbrechen haben denn jene 1,5 Millionen Kinder begangen, die in den – nach Ihrer Diktion – Straflagern – üblicherweise "KZs" genannt – zu Tode gekommen sind? (Ruf bei den Freiheitlichen: Das hat mir noch gefehlt!) – Sie haben gesagt, das sind "Straflager". Wenn dort Kinder eingesperrt waren und umgebracht wurden, Herr Abgeordneter Krüger, Herr Rechtsanwalt, dann werden Sie wohl wissen, welche "Verbrechen" diese angeblich begangen haben. Dieses Erklärung sind Sie uns jedoch am Rednerpult schuldig geblieben. (Abg. Mag. Stadler: Wir haben geglaubt, Sie sind nur primitiv! Sie sind noch primitiver!)
Abg. Mag. Stadler: Wir haben geglaubt, Sie sind nur primitiv! Sie sind noch primitiver!
Ich frage Sie als Jurist: Welche Verbrechen haben denn jene 1,5 Millionen Kinder begangen, die in den – nach Ihrer Diktion – Straflagern – üblicherweise "KZs" genannt – zu Tode gekommen sind? (Ruf bei den Freiheitlichen: Das hat mir noch gefehlt!) – Sie haben gesagt, das sind "Straflager". Wenn dort Kinder eingesperrt waren und umgebracht wurden, Herr Abgeordneter Krüger, Herr Rechtsanwalt, dann werden Sie wohl wissen, welche "Verbrechen" diese angeblich begangen haben. Dieses Erklärung sind Sie uns jedoch am Rednerpult schuldig geblieben. (Abg. Mag. Stadler: Wir haben geglaubt, Sie sind nur primitiv! Sie sind noch primitiver!)
Abg. Mag. Stadler: Sie muß ihren Schützling schützen! Die politische Ziehmutter!
Ich wundere mich weiters, daß Sie eine absolute Anzeigepflicht verlangen. In diesem Zusammenhang – da, Frau Abgeordnete Fekter (Abg. Mag. Stadler: Sie muß ihren Schützling schützen! Die politische Ziehmutter!) , muß ich Sie korrigierend ansprechen – ist es so, daß die Freiheitlichen das für alle an Unmündigen begangenen Straftaten verlangen. (Abg. Dr. Graf: Sie müssen die Regierung kontrollieren, nicht die Abgeordneten!) Wir alle wissen – und Sie, Herr Abgeordneter Graf, dürften das auch wissen –, daß man an die Straftaten nicht anknüpfen kann, und zwar deshalb nicht, meine Damen und Herren, weil die Straftaten immerhin noch eines abgeschlossenen Verfahrens bedürfen, bis sie tatsächlich festgestellt worden sind.
Abg. Dr. Graf: Sie müssen die Regierung kontrollieren, nicht die Abgeordneten!
Ich wundere mich weiters, daß Sie eine absolute Anzeigepflicht verlangen. In diesem Zusammenhang – da, Frau Abgeordnete Fekter (Abg. Mag. Stadler: Sie muß ihren Schützling schützen! Die politische Ziehmutter!) , muß ich Sie korrigierend ansprechen – ist es so, daß die Freiheitlichen das für alle an Unmündigen begangenen Straftaten verlangen. (Abg. Dr. Graf: Sie müssen die Regierung kontrollieren, nicht die Abgeordneten!) Wir alle wissen – und Sie, Herr Abgeordneter Graf, dürften das auch wissen –, daß man an die Straftaten nicht anknüpfen kann, und zwar deshalb nicht, meine Damen und Herren, weil die Straftaten immerhin noch eines abgeschlossenen Verfahrens bedürfen, bis sie tatsächlich festgestellt worden sind.
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Meine Damen und Herren von der FPÖ! Aber daß Sie in diesem Antrag noch verlangen, daß es zur Einrichtung von Sonderabteilungen der Sicherheitsbehörden kommen soll, die auch Schein- und Vertrauenskäufe durchführen sollen, daß Sie also haben wollen, daß die Polizei in Österreich diese Verbrechen anstachelt und jene Leute, die sie eigentlich bekämpfen soll, dazu verführen soll, daß das Ihr Vorschlag ist, beweist doch in Wirklichkeit nur Ihre Inkompetenz auf diesem Gebiet. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Mit Ihrer Art der Politik möchte ich nichts zu tun haben! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Krüger: Da lasse ich mich klagen! – Abg. Mag. Peter: Setzen!
Zweitens möchte ich auf die Bestimmungen der Geschäftsordnung hinsichtlich der tatsächlichen Berichtigungen mit Nachdruck aufmerksam machen, und ich möchte darum bitten (Abg. Dr. Krüger: Da lasse ich mich klagen! – Abg. Mag. Peter: Setzen!) – Herr Abgeordneter Krüger, das Präsidium ist jetzt am Wort! (Unruhe im Saal – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen) –, nicht mit dem Vorsatz an das Rednerpult zu treten, eine tatsächliche Berichtigung vielleicht nicht als solche zu gebrauchen.
Unruhe im Saal – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen
Zweitens möchte ich auf die Bestimmungen der Geschäftsordnung hinsichtlich der tatsächlichen Berichtigungen mit Nachdruck aufmerksam machen, und ich möchte darum bitten (Abg. Dr. Krüger: Da lasse ich mich klagen! – Abg. Mag. Peter: Setzen!) – Herr Abgeordneter Krüger, das Präsidium ist jetzt am Wort! (Unruhe im Saal – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen) –, nicht mit dem Vorsatz an das Rednerpult zu treten, eine tatsächliche Berichtigung vielleicht nicht als solche zu gebrauchen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Freiheitlichen haben sich von diesem Mitarbeiter sofort getrennt, als er sich anschickte, eine Porno-Messe zu organisieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Schmidt: Das ist nicht wahr, was Sie sagen!
Ich habe folgendes gesagt: Schiele war allerdings auch wegen Unzuchthandlungen – wie wir alle wissen – eingesperrt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Schmidt: Das ist nicht wahr, was Sie sagen!)
Abg. Fuchs: Sie korrigieren sogar die Geschichte! – Abg. Scheibner: Über das regt ihr euch auf, über die Kinderschänder nicht! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist nun Herr Bundesminister Dr. Bartenstein. – Bitte, Herr Bundesminister. (Abg. Fuchs: Sie korrigieren sogar die Geschichte! – Abg. Scheibner: Über das regt ihr euch auf, über die Kinderschänder nicht! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Ofner – er ist jetzt nicht mehr im Saal –, lassen Sie mich als jemand, der mehrere Jahre lang auf den Abgeordnetenbänken dieses Hauses gesessen ist, sagen, daß mich Ihre Aussage in Richtung der Justizsprecherin der VP-Fraktion und Vorsitzenden des Justizausschusses betroffen gemacht hat. Diesen Untergriff habe ich weder von Ihnen erwartet noch bisher erlebt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) – Ich erlaube mir, das jetzt trotzdem zu tun. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ich sage es Ihnen nur!) Solch einen Untergriff habe ich noch von niemandem in diesem Hohen Haus gehört (Abg. Mag. Stadler: Sie wissen, daß Khol Präsident werden will!) , wobei es ja insbesondere für sich selbst spricht, wenn man das Berufsbild des Ehemannes der Vorsitzenden des Justizausschusses verächtlich machen will. Das ist ja das Lächerlichste, was ich je gehört habe. Was soll das?! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ich sage es Ihnen nur!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Ofner – er ist jetzt nicht mehr im Saal –, lassen Sie mich als jemand, der mehrere Jahre lang auf den Abgeordnetenbänken dieses Hauses gesessen ist, sagen, daß mich Ihre Aussage in Richtung der Justizsprecherin der VP-Fraktion und Vorsitzenden des Justizausschusses betroffen gemacht hat. Diesen Untergriff habe ich weder von Ihnen erwartet noch bisher erlebt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) – Ich erlaube mir, das jetzt trotzdem zu tun. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ich sage es Ihnen nur!) Solch einen Untergriff habe ich noch von niemandem in diesem Hohen Haus gehört (Abg. Mag. Stadler: Sie wissen, daß Khol Präsident werden will!) , wobei es ja insbesondere für sich selbst spricht, wenn man das Berufsbild des Ehemannes der Vorsitzenden des Justizausschusses verächtlich machen will. Das ist ja das Lächerlichste, was ich je gehört habe. Was soll das?! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Sie wissen, daß Khol Präsident werden will!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Ofner – er ist jetzt nicht mehr im Saal –, lassen Sie mich als jemand, der mehrere Jahre lang auf den Abgeordnetenbänken dieses Hauses gesessen ist, sagen, daß mich Ihre Aussage in Richtung der Justizsprecherin der VP-Fraktion und Vorsitzenden des Justizausschusses betroffen gemacht hat. Diesen Untergriff habe ich weder von Ihnen erwartet noch bisher erlebt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) – Ich erlaube mir, das jetzt trotzdem zu tun. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ich sage es Ihnen nur!) Solch einen Untergriff habe ich noch von niemandem in diesem Hohen Haus gehört (Abg. Mag. Stadler: Sie wissen, daß Khol Präsident werden will!) , wobei es ja insbesondere für sich selbst spricht, wenn man das Berufsbild des Ehemannes der Vorsitzenden des Justizausschusses verächtlich machen will. Das ist ja das Lächerlichste, was ich je gehört habe. Was soll das?! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Ofner – er ist jetzt nicht mehr im Saal –, lassen Sie mich als jemand, der mehrere Jahre lang auf den Abgeordnetenbänken dieses Hauses gesessen ist, sagen, daß mich Ihre Aussage in Richtung der Justizsprecherin der VP-Fraktion und Vorsitzenden des Justizausschusses betroffen gemacht hat. Diesen Untergriff habe ich weder von Ihnen erwartet noch bisher erlebt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) – Ich erlaube mir, das jetzt trotzdem zu tun. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ich sage es Ihnen nur!) Solch einen Untergriff habe ich noch von niemandem in diesem Hohen Haus gehört (Abg. Mag. Stadler: Sie wissen, daß Khol Präsident werden will!) , wobei es ja insbesondere für sich selbst spricht, wenn man das Berufsbild des Ehemannes der Vorsitzenden des Justizausschusses verächtlich machen will. Das ist ja das Lächerlichste, was ich je gehört habe. Was soll das?! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Ein Wort zu den Förderungen! Bitte, nur ein Wort zu den Förderungen! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Frau Abgeordnete! Zur "Scheinheiligkeit", die Sie der Regierungskoalition vorgeworfen haben: Das gebe ich Ihnen telquel zurück und möchte einiges – aber nicht explizit, weil das zu lange dauern würde – von dem, was Herr Abgeordneter Barmüller hier referiert hat, zitieren. Von "Scheinheiligkeit" oder "Doppelmoral" in diesem Zusammenhang zu sprechen, ist wohl ein Verfolgen des Prinzips "Haltet den Dieb!". – Schauen Sie einmal bei sich selbst nach, schauen Sie einmal nach, wann Sie seriös an der Aufarbeitung des Themas "Kampf dem sexuellen Mißbrauch an Kindern und Kampf den Kinderschändern" mitgearbeitet haben, und stellen Sie das der parlamentarischen Aktivität gegenüber, wann Sie, so wie heute, lediglich versucht haben, politische Stimmungsmache zu betreiben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Ein Wort zu den Förderungen! Bitte, nur ein Wort zu den Förderungen! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Abg. Mag. Schweitzer: Was tun wir gegen solche Förderungen?
Sie haben hinsichtlich der von Ihnen geäußerten Ziele, nämlich den Opferschutz zu stärken, etwas für die Tätertherapie zu tun (Abg. Mag. Schweitzer: Was tun wir gegen solche Förderungen?), Mitarbeiter und Sympathisanten in allen Rängen dieses Hohen Hauses und auch auf der Regierungsbank auf Ihrer Seite. Es ist richtig und wichtig, daß schon einiges geschehen ist, daß aber noch manches geschehen muß. Frau Abgeordnete Fekter hat in beeindruckender Weise darauf hingewiesen, welche konkreten Maßnahmen bereits ergriffen wurden. (Abg. Mag. Schweitzer: Was tun wir gemeinsam?) Herr Abgeordneter Jarolim hat darauf verwiesen, daß die Regierung ein 25-Punkte-Programm zum Thema "Kampf gegen die Gewalt an Kindern und gegen die Gewalt in der Familie" verabschiedet hat, das wir nun Punkt für Punkt umsetzen werden.
Abg. Mag. Schweitzer: Was tun wir gemeinsam?
Sie haben hinsichtlich der von Ihnen geäußerten Ziele, nämlich den Opferschutz zu stärken, etwas für die Tätertherapie zu tun (Abg. Mag. Schweitzer: Was tun wir gegen solche Förderungen?), Mitarbeiter und Sympathisanten in allen Rängen dieses Hohen Hauses und auch auf der Regierungsbank auf Ihrer Seite. Es ist richtig und wichtig, daß schon einiges geschehen ist, daß aber noch manches geschehen muß. Frau Abgeordnete Fekter hat in beeindruckender Weise darauf hingewiesen, welche konkreten Maßnahmen bereits ergriffen wurden. (Abg. Mag. Schweitzer: Was tun wir gemeinsam?) Herr Abgeordneter Jarolim hat darauf verwiesen, daß die Regierung ein 25-Punkte-Programm zum Thema "Kampf gegen die Gewalt an Kindern und gegen die Gewalt in der Familie" verabschiedet hat, das wir nun Punkt für Punkt umsetzen werden.
Beifall bei ÖVP und SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Kein Wort zu den Förderungen!
In dieser Hinsicht werden Sie Partner in der Debatte finden, aber Sie werden bei uns sicherlich niemanden finden, der Ihrer politischen Polemik folgt. Sie sagen zuerst leichtfertig: Sexueller Mißbrauch ist Mord an der Kinderseele. – Das würde ich ja noch unterschreiben. Aber Sie sprechen zuerst einmal von "Mord" und in Ihrem heutigen Forderungskatalog wiederum von der "lebenslangen Haftstrafe für besonders schwere Formen des Kindesmißbrauchs". – Wer das tut, meine sehr verehrten Damen und Herren, der sagt damit indirekt, daß er für Mord an und für sich die Todesstrafe fordert, denn die Todesstrafe ist die einzige Steigerung zur lebenslangen Haftstrafe. – Das lehne ich ganz dezidiert ab, meine Damen und Herren von der freiheitlichen Fraktion! (Beifall bei ÖVP und SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Kein Wort zu den Förderungen!)
Beifall bei der ÖVP.
In einem stimme ich den Aussagen mancher Abgeordneter, auch der Aussage von Frau Abgeordneter Fekter völlig zu: Es wäre zweifellos zweckmäßig, wenn das Hohe Haus so bald wie möglich jene Regierungsvorlage verabschieden könnte, die eine weitere Verschärfung des Sexualstrafrechtes in Sachen Verjährung, in Sachen härterer Bestrafung von beischlafähnlichen Handlungen vorsieht. Die Regierungsvorlage liegt dem Parlament vor. Ich appelliere an diejenigen, die in den letzten Wochen andere Punkte mit hineinreklamiert haben, das nicht zu tun, sondern eine rasche Verabschiedung dieser Vorlage zu ermöglichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Sie haben alle nichts getan! – Abg. Mag. Schweitzer: Haben Sie auch was gefunden?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich komme zum Schluß und sage in Richtung des Herrn Abgeordneten Schweitzer, daß diese Userzugriffe – nicht publiziert, Herr Abgeordneter Stadler, in einer Tageszeitschrift, aber in einer Wochenzeitschrift; gerade Sie irren des öfteren –, daß also diese Userzugriffe von verschiedensten Institutionen, unter anderem auch seitens des Familienministeriums in einer internen Untersuchung verfolgt werden. – Erstes Ergebnis dieser Untersuchung: Selbstverständlich handelt es sich prinzipiell einmal um die routinemäßige Verfolgung dessen, was sich in diesem Bereich tut. Das ist ja eine der Aufgaben des Familienressorts und meiner Beamten in diesem Bereich, weil es ja darum geht, das Internet von Kinderpornographie zu säubern. Da muß und soll man aktiv sein! (Abg. Mag. Stadler: Sie haben alle nichts getan! – Abg. Mag. Schweitzer: Haben Sie auch was gefunden?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Dann müssen Sie darüber Bescheid wissen, was Wittmann gefördert hat!
Sollte sich herausstellen, Herr Abgeordneter Schweitzer, daß über dienstliche Verpflichtungen hinaus gesurft oder "geust" wurde oder wird, so wird das Konsequenzen haben! Entsprechenden Handlungen werden dann von mir unverzüglich gesetzt werden! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Dann müssen Sie darüber Bescheid wissen, was Wittmann gefördert hat!)
Abg. Mag. Schweitzer: Pornographie im Internet!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich weiß, daß die freiheitliche Fraktion immer wieder versucht, zu sagen, die Regierung fördere Mißhandlung von Kindern (Abg. Mag. Schweitzer: Pornographie im Internet!), der Bundeskanzler unterstütze Kindesmißbrauch. – So geschehen am 26. Februar dieses Jahres.
Abg. Scheibner: Was tun wir bagatellisieren?
Das macht die Argumentation eines Familienministers, der sich dem Kampf gegen Kindesmißbrauch in hohem Maße verschrieben hat, nicht eben einfacher. Die Vereinfacher sind aber unter uns, und die Bagatellisierer sitzen heute vor allem in den Reihen der freiheitlichen Fraktion und nicht in denen der Regierungsfraktionen. (Abg. Scheibner: Was tun wir bagatellisieren?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Herr Präsident! Ich bedanke mich für die Erteilung des Wortes. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Nichts zu den Förderungen gesagt! Er sagt nichts dazu, der "junge" Mann!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Dr. Petrovic. – Bitte. (Abg. Mag. Schweitzer: Nichts zu den Förderungen gesagt! Er sagt nichts dazu, der "junge" Mann!)
Abg. Dr. Haider: Sie haben wohl vergessen, daß schon ein Antrag dem Parlament vorliegt! – Abg. Mag. Stadler: Sie brauchen nur diesem Antrag zuzustimmen! Der liegt im Justizausschuß!
Zum anderen ist der Antrag auch traurig, Frau Dr. Povysil, denn er bleibt hinter den Ankündigungen zurück. Wenn es Ihnen ernsthaft um Verbesserungen im Prozeßrecht gegangen wäre, so vermisse ich das in Ihrem Antrag. Denn die Frage der Verjährung, die Frage des Schutzes der Opfer bei der Aussage und während des Prozesses wird in Ihrem Antrag überhaupt nicht thematisiert, sondern es werden alle erforderlichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Kindesmißbrauchs verlangt. (Abg. Dr. Haider: Sie haben wohl vergessen, daß schon ein Antrag dem Parlament vorliegt! – Abg. Mag. Stadler: Sie brauchen nur diesem Antrag zuzustimmen! Der liegt im Justizausschuß!) In dieser Form ist das eine derartige Gummiformulierung, daß sich daraus überhaupt keine konkreten Maßnahmen ableiten lassen. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zum anderen ist der Antrag auch traurig, Frau Dr. Povysil, denn er bleibt hinter den Ankündigungen zurück. Wenn es Ihnen ernsthaft um Verbesserungen im Prozeßrecht gegangen wäre, so vermisse ich das in Ihrem Antrag. Denn die Frage der Verjährung, die Frage des Schutzes der Opfer bei der Aussage und während des Prozesses wird in Ihrem Antrag überhaupt nicht thematisiert, sondern es werden alle erforderlichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Kindesmißbrauchs verlangt. (Abg. Dr. Haider: Sie haben wohl vergessen, daß schon ein Antrag dem Parlament vorliegt! – Abg. Mag. Stadler: Sie brauchen nur diesem Antrag zuzustimmen! Der liegt im Justizausschuß!) In dieser Form ist das eine derartige Gummiformulierung, daß sich daraus überhaupt keine konkreten Maßnahmen ableiten lassen. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Sie sollten sich besser informieren! Im Justizausschuß liegt ein Antrag von uns!
Ich weiß nicht, warum Sie sich immer so aufregen, wenn man versucht, sich ernsthaft mit Ihren Äußerungen auseinanderzusetzen. (Abg. Mag. Stadler: Sie sollten sich besser informieren! Im Justizausschuß liegt ein Antrag von uns!) Ich komme noch auf Details zu sprechen, wenn Sie nur ein bißchen warten.
Abg. Mag. Stadler: Die Viererbande gegen Kinder!
Zum anderen – und das fand ich wirklich schlimm –, nämlich zu den Äußerungen des Herrn Bundesministers über die Ausführungen des Abgeordneten Ofner in Richtung der Frau Abgeordneten Dr. Fekter. (Abg. Mag. Stadler: Die Viererbande gegen Kinder!) – Herr Präsident! Ich verwahre mich auch gegen Ausdrücke wie "Viererbande" und dergleichen! (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein politischer Ausdruck aus dem "real existierenden Sozialismus"!) Sie verwenden eine derartige Diktion wirklich nur zur Diffamierung des Hauses in seiner Gesamtheit! (Beifall bei den Grünen, bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist ein politischer Ausdruck aus dem "real existierenden Sozialismus"!
Zum anderen – und das fand ich wirklich schlimm –, nämlich zu den Äußerungen des Herrn Bundesministers über die Ausführungen des Abgeordneten Ofner in Richtung der Frau Abgeordneten Dr. Fekter. (Abg. Mag. Stadler: Die Viererbande gegen Kinder!) – Herr Präsident! Ich verwahre mich auch gegen Ausdrücke wie "Viererbande" und dergleichen! (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein politischer Ausdruck aus dem "real existierenden Sozialismus"!) Sie verwenden eine derartige Diktion wirklich nur zur Diffamierung des Hauses in seiner Gesamtheit! (Beifall bei den Grünen, bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen, bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.
Zum anderen – und das fand ich wirklich schlimm –, nämlich zu den Äußerungen des Herrn Bundesministers über die Ausführungen des Abgeordneten Ofner in Richtung der Frau Abgeordneten Dr. Fekter. (Abg. Mag. Stadler: Die Viererbande gegen Kinder!) – Herr Präsident! Ich verwahre mich auch gegen Ausdrücke wie "Viererbande" und dergleichen! (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein politischer Ausdruck aus dem "real existierenden Sozialismus"!) Sie verwenden eine derartige Diktion wirklich nur zur Diffamierung des Hauses in seiner Gesamtheit! (Beifall bei den Grünen, bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Stadler: Mit erhobenem Zeigefinger gehen Sie dort hinauf, um dem Präsidenten zu drohen!
Stellen Sie diese sexistischen Übergriffe ein – und dann werden Sie auch nicht mehr mit solchen Vorwürfen konfrontiert sein! (Abg. Mag. Stadler: Mit erhobenem Zeigefinger gehen Sie dort hinauf, um dem Präsidenten zu drohen!)
Abg. Mag. Stadler: Mit erhobenem Zeigefinger gegen den "bösen Schüler Haider" muß Khol einen Ordnungsruf verlangen! – Abg. Dr. Haider: Bitte, Herr Lehrer, der Haider hat etwas Böses gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich nehme Ihren Antrag, der hinter allen Ankündigungen zurückbleibt, auch deswegen nicht ernst, ... (Abg. Mag. Stadler: Mit erhobenem Zeigefinger gegen den "bösen Schüler Haider" muß Khol einen Ordnungsruf verlangen! – Abg. Dr. Haider: Bitte, Herr Lehrer, der Haider hat etwas Böses gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie scheinen offenbar sehr erregt zu sein. Ich weiß gar nicht, warum. Der Antrag scheint jedenfalls nicht sehr gut überlegt zu sein.
Abg. Mag. Stadler: Jetzt ist der Kardinal wieder dran! Reden Sie doch einmal über die Regierung! Die freut sich sicherlich!
Sie nehmen offenbar Ihre eigenen Anträge nicht sehr ernst. Sie beantragen in den Punkten 1 und 2 der Begründung Ihres Antrages zentrale Meldestellen schon für Personen, die "verdächtigt werden", Minderjährige sexuell belästigt zu haben. Dabei nehmen Sie auf Kinderbetreuer, Lehrer und Ärzte Bezug. Und dann entnehme ich der APA folgende Meldung – Originaltext Stadler –: "Es gibt keine stichhaltigen Beweise gegen diesen ehrwürdigen alten Mann"; gemeint ist Kardinal Groer. Es sei nicht bewiesen, und es sei beschämend ... (Abg. Mag. Stadler: Jetzt ist der Kardinal wieder dran! Reden Sie doch einmal über die Regierung! Die freut sich sicherlich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Seit wann ist der Kardinal im Internet? – Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Was wollen Sie denn? Wenn es schon beim bloßen Verdacht eine Meldestelle geben sollte, dann müßte dies wohl für jede Person gelten, gerade wenn Sie Personen nennen, die Abhängigkeitsverhältnisse auch ausnützen könnten. Oder nehmen Sie Ihre Anträge nicht sehr ernst? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Seit wann ist der Kardinal im Internet? – Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. )
Abg. Mag. Stadler: Reden Sie einmal mit der Regierung! Die fördert die Pornographie! – Abg. Dr. Haider: Sie glaubt, wenn sie eine Brille hat, hat sie schon einen weiteren Horizont!
Herr Stadler, bitte lesen Sie die Anträge, bevor Sie sie offenbar mitunterstützen! (Abg. Mag. Stadler: Reden Sie einmal mit der Regierung! Die fördert die Pornographie! – Abg. Dr. Haider: Sie glaubt, wenn sie eine Brille hat, hat sie schon einen weiteren Horizont!) Sie scheinen sich sehr aufzuregen, und das wird schon seinen guten Grund haben.
Abg. Dr. Haider: In dubio pro reo!
Ich entnehme ebenfalls der APA, daß im Mai dieses Jahres ein gewisser Herr Rumpold einen Juristen in dessen Weichteile gezwickt haben soll. Daraufhin kam es zu einer Verurteilung in erster Instanz. – Ich weiß nicht, wie das mit dem besseren Schutz männlicher Opfer aussieht. (Abg. Dr. Haider: In dubio pro reo!) Sicherlich gilt der Grundsatz "in dubio pro reo", aber Sie verlangen dies alles ja schon bei Verdachtsmomenten. Und ein solches wird bei einer Verurteilung in erster Instanz doch sicherlich gegeben sein. Also ich weiß nicht, wer da in die Weichteile zwickt und wer dann die Opfer schützt. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.
Ich entnehme ebenfalls der APA, daß im Mai dieses Jahres ein gewisser Herr Rumpold einen Juristen in dessen Weichteile gezwickt haben soll. Daraufhin kam es zu einer Verurteilung in erster Instanz. – Ich weiß nicht, wie das mit dem besseren Schutz männlicher Opfer aussieht. (Abg. Dr. Haider: In dubio pro reo!) Sicherlich gilt der Grundsatz "in dubio pro reo", aber Sie verlangen dies alles ja schon bei Verdachtsmomenten. Und ein solches wird bei einer Verurteilung in erster Instanz doch sicherlich gegeben sein. Also ich weiß nicht, wer da in die Weichteile zwickt und wer dann die Opfer schützt. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.
Ich bitte Sie von der FPÖ jedenfalls, diese sommerliche Politagitation zu beenden, richte aber noch einmal den Appell an die Regierungsparteien: Setzen Sie sich noch einmal zusammen –auch mit seriösen Oppositionspolitikerinnen und -politikern, und versuchen wir, rasch einen tatsächlich besseren Schutz der Opfer vor allem im Prozeß sicherzustellen. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.)
Abg. Rosemarie Bauer: Da hat er nicht mit euch gerechnet!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es wurde von einem Abgeordneten – ich glaube, es war Kollege Jarolim – eine "niveauvolle Debatte" verlangt. (Abg. Rosemarie Bauer: Da hat er nicht mit euch gerechnet!) Herr Staatssekretär! Wahrscheinlich, weil er nach Ihnen drangekommen ist, hat er Sie gemeint, denn was Sie in Ihrer Replik auf unseren Dringlichen Antrag vorgebracht haben, ist ein so tiefes Niveau, daß man in den tiefsten Keller dieses Hauses gehen müßte, wollte man sich diesem Niveau angleichen – und selbst dann würde man es noch nicht erreichen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Fuchs: Das ist unerhört!) Es ist ungeheuerlich, was sich hier abspielt, meine Damen und Herren.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Fuchs: Das ist unerhört!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es wurde von einem Abgeordneten – ich glaube, es war Kollege Jarolim – eine "niveauvolle Debatte" verlangt. (Abg. Rosemarie Bauer: Da hat er nicht mit euch gerechnet!) Herr Staatssekretär! Wahrscheinlich, weil er nach Ihnen drangekommen ist, hat er Sie gemeint, denn was Sie in Ihrer Replik auf unseren Dringlichen Antrag vorgebracht haben, ist ein so tiefes Niveau, daß man in den tiefsten Keller dieses Hauses gehen müßte, wollte man sich diesem Niveau angleichen – und selbst dann würde man es noch nicht erreichen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Fuchs: Das ist unerhört!) Es ist ungeheuerlich, was sich hier abspielt, meine Damen und Herren.
Abg. Mag. Barmüller: Herbert, das mußt du deinen Kollegen sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das gilt auch für Sie von dieser ehrenwerten Gesellschaft, denn auch du, Kollege Barmüller, hast dich mit deinem Beitrag diesem Niveau angepaßt! (Abg. Mag. Barmüller: Herbert, das mußt du deinen Kollegen sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Fuchs: Das ist unerhört!
Worum geht es in diesem Antrag? – Es geht darum ... (Abg. Fuchs: Das ist unerhört! ) Ja, das ist wirklich unerhört, daß man es ins Lächerliche zieht, wenn es darum geht, Kinder zu schützen und dafür zu sorgen, daß man nicht via Kunstsubvention in diesem Land ein Klima schafft, in dem solche Dinge begünstigt und unterstützt werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Frau Kollegin, wenn Sie das als unerhört empfinden, dann stimme ich Ihnen zu. Solche Debattenbeiträge, wie Sie sie hier abgeführt haben, sind wirklich unerhört, sind ein Skandal! Und wenn Sie dann gar nichts mehr wissen, kommen Sie wieder mit der "Faschismuskeule". (Abg. Mag. Barmüller: Man kann nicht die Augen vor der Realität verschließen!) Und wenn man dann auch nichts mehr weiß, regt man sich darüber auf, daß irgendwelche Internet-Berichte bekanntgeworden seien. (Abg. Mag. Barmüller: Herbert, warum hast du dagegen gestimmt, als ...? – Gegenruf bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Worum geht es in diesem Antrag? – Es geht darum ... (Abg. Fuchs: Das ist unerhört! ) Ja, das ist wirklich unerhört, daß man es ins Lächerliche zieht, wenn es darum geht, Kinder zu schützen und dafür zu sorgen, daß man nicht via Kunstsubvention in diesem Land ein Klima schafft, in dem solche Dinge begünstigt und unterstützt werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Frau Kollegin, wenn Sie das als unerhört empfinden, dann stimme ich Ihnen zu. Solche Debattenbeiträge, wie Sie sie hier abgeführt haben, sind wirklich unerhört, sind ein Skandal! Und wenn Sie dann gar nichts mehr wissen, kommen Sie wieder mit der "Faschismuskeule". (Abg. Mag. Barmüller: Man kann nicht die Augen vor der Realität verschließen!) Und wenn man dann auch nichts mehr weiß, regt man sich darüber auf, daß irgendwelche Internet-Berichte bekanntgeworden seien. (Abg. Mag. Barmüller: Herbert, warum hast du dagegen gestimmt, als ...? – Gegenruf bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Barmüller: Man kann nicht die Augen vor der Realität verschließen!
Worum geht es in diesem Antrag? – Es geht darum ... (Abg. Fuchs: Das ist unerhört! ) Ja, das ist wirklich unerhört, daß man es ins Lächerliche zieht, wenn es darum geht, Kinder zu schützen und dafür zu sorgen, daß man nicht via Kunstsubvention in diesem Land ein Klima schafft, in dem solche Dinge begünstigt und unterstützt werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Frau Kollegin, wenn Sie das als unerhört empfinden, dann stimme ich Ihnen zu. Solche Debattenbeiträge, wie Sie sie hier abgeführt haben, sind wirklich unerhört, sind ein Skandal! Und wenn Sie dann gar nichts mehr wissen, kommen Sie wieder mit der "Faschismuskeule". (Abg. Mag. Barmüller: Man kann nicht die Augen vor der Realität verschließen!) Und wenn man dann auch nichts mehr weiß, regt man sich darüber auf, daß irgendwelche Internet-Berichte bekanntgeworden seien. (Abg. Mag. Barmüller: Herbert, warum hast du dagegen gestimmt, als ...? – Gegenruf bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Barmüller: Herbert, warum hast du dagegen gestimmt, als ...? – Gegenruf bei den Freiheitlichen.
Worum geht es in diesem Antrag? – Es geht darum ... (Abg. Fuchs: Das ist unerhört! ) Ja, das ist wirklich unerhört, daß man es ins Lächerliche zieht, wenn es darum geht, Kinder zu schützen und dafür zu sorgen, daß man nicht via Kunstsubvention in diesem Land ein Klima schafft, in dem solche Dinge begünstigt und unterstützt werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Frau Kollegin, wenn Sie das als unerhört empfinden, dann stimme ich Ihnen zu. Solche Debattenbeiträge, wie Sie sie hier abgeführt haben, sind wirklich unerhört, sind ein Skandal! Und wenn Sie dann gar nichts mehr wissen, kommen Sie wieder mit der "Faschismuskeule". (Abg. Mag. Barmüller: Man kann nicht die Augen vor der Realität verschließen!) Und wenn man dann auch nichts mehr weiß, regt man sich darüber auf, daß irgendwelche Internet-Berichte bekanntgeworden seien. (Abg. Mag. Barmüller: Herbert, warum hast du dagegen gestimmt, als ...? – Gegenruf bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Staatssekretär! Was sagen Sie Eltern, deren Kinder sexuell mißbraucht werden, warum solcher Unrat und Schmutz gefördert wird, bedeutende Preise bekommt und in Theatern aufgeführt wird?! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Barmüller: Warum habt ihr das immer abgelehnt?
Herr Staatssekretär! Wir wollen mit diesem Dringlichen Antrag erreichen, daß endlich bei Ihnen und in diesem Land ein Umdenkprozeß stattfindet, daß solche Publikationen (Abg. Mag. Barmüller: Warum habt ihr das immer abgelehnt?), daß solche Bilder (Abg. Mag. Barmüller: Herbert, warum hast du das immer abgelehnt?), Kollege Barmüller, auf denen Mutter Teresa, die sich nicht mehr wehren kann, in derart übler Art und Weise verunglimpft wird, daß solche Dinge eben nicht mehr möglich sind – und wenn, dann im Verborgenen, aber nicht mit staatlicher Subvention! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Barmüller: Herbert, warum hast du das immer abgelehnt?
Herr Staatssekretär! Wir wollen mit diesem Dringlichen Antrag erreichen, daß endlich bei Ihnen und in diesem Land ein Umdenkprozeß stattfindet, daß solche Publikationen (Abg. Mag. Barmüller: Warum habt ihr das immer abgelehnt?), daß solche Bilder (Abg. Mag. Barmüller: Herbert, warum hast du das immer abgelehnt?), Kollege Barmüller, auf denen Mutter Teresa, die sich nicht mehr wehren kann, in derart übler Art und Weise verunglimpft wird, daß solche Dinge eben nicht mehr möglich sind – und wenn, dann im Verborgenen, aber nicht mit staatlicher Subvention! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe beim Liberalen Forum.
Herr Staatssekretär! Wir wollen mit diesem Dringlichen Antrag erreichen, daß endlich bei Ihnen und in diesem Land ein Umdenkprozeß stattfindet, daß solche Publikationen (Abg. Mag. Barmüller: Warum habt ihr das immer abgelehnt?), daß solche Bilder (Abg. Mag. Barmüller: Herbert, warum hast du das immer abgelehnt?), Kollege Barmüller, auf denen Mutter Teresa, die sich nicht mehr wehren kann, in derart übler Art und Weise verunglimpft wird, daß solche Dinge eben nicht mehr möglich sind – und wenn, dann im Verborgenen, aber nicht mit staatlicher Subvention! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Barmüller: Dann würde ich an deiner Stelle im Justizausschuß anfangen!
Meine Damen und Herren! Kollegin Povysil hat gesagt: Der Mißbrauch an Kindern ist Mord. – Ich meine, wir sollten uns an derartigen Dingen nicht beteiligen. (Abg. Mag. Barmüller: Dann würde ich an deiner Stelle im Justizausschuß anfangen!)
Rufe und Gegenrufe zwischen ÖVP und Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder (das Glockenzeichen gebend): Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Dr. Povysil gemeldet. Maximale Redezeit: 2 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Rufe und Gegenrufe zwischen ÖVP und Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
"Der Kleine liegt auf dem Rücken. Seine Beine sind vertikal angebunden an ein Heizungsrohr. Der Bub zeigt keine Reaktionen mehr." (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Kinder müssen als eigenständige Menschen mit Bedürfnissen, Wünschen und dem Recht auf Achtung und nicht als Besitz oder als notwendiges Übel angesehen werden, das sich mitunter auch den sexuellen Wünschen der Erwachsenen zu fügen hat. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Wir müssen für unsere Kinder ein vernetztes Hilfsangebot mit qualifiziertem Personal schaffen. Durch Repressionen erreichen wir nur das Gegenteil der Zielsetzung.
Beifall bei der SPÖ.
Der Dringliche Antrag von Frau Abgeordneter Povysil ist auf reine Symptombekämpfung ausgerichtet; damit können keine Probleme gelöst werden. Und vor allem: Das Benehmen und auch Ihre Aufmerksamkeit während dieser Debatte – speziell bei wirklich konkreten Vorschlägen – stimmt mich angesichts der Ernsthaftigkeit dieses Themas traurig. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Jung: Das ist ja noch verantwortungsloser!
Ich stelle richtig: Das Phönix-Theater bekommt vom Bund, vom Land und von der Stadt Linz eine Basisförderung. Diese Basisförderung wird im voraus gewährt, und es wird auf die Programmgestaltung weder im Positiven noch im Negativen Einfluß genommen, weil es sich ansonsten dabei um Kunstzensur handeln würde. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Jung: Das ist ja noch verantwortungsloser!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Sonja Moser-Starrach (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Es darf kein Pardon für Kinderschänder geben! Kinderschänder sind das letzte, was wir in diesem Land wollen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Jung: Wer regiert dieses Land?
Aber der uns jetzt vorliegende Dringliche Antrag ist bereits mindestens zweimal wortidentisch eingebracht worden; das letzte Mal am 26. Feber 1998. Wir, die Abgeordneten der ÖVP, arbeiten bereits in diese Richtung. Kollegin Fekter hat bereits aufgezählt, welche Gesetze und Novellen hier bereits ein- und durchgebracht wurden. Wir werden morgen 60 000 Unterschriften zum Schutz der Kinder vor Mißbrauch an den Herrn Präsidenten übergeben. (Abg. Jung: Wer regiert dieses Land?) Die Regierungsvorlage betreffend Sexualdelikte und Penetration wird ebenfalls zügig und gewissenhaft im Herbst verhandelt werden.
Abg. Jung: Wer regiert eigentlich in diesem Land?
Die Scheinheiligkeit ist schon deshalb sehr interessant ... (Abg. Jung: Wer regiert eigentlich in diesem Land?) Lassen Sie mich aus dem Artikel "Haiders Porno-Pärchen muß zurücktreten!" zitieren! Es handelt sich dabei um den Skandal des Ehepaars Genser, den auch Kollegin Petrovic schon angesprochen hat. Im Interview meinte der "F"-Mandatar:
Beifall bei der SPÖ.
Wer sind die Opfer von sexuellem Mißbrauch? – Es gibt Untersuchungen, wonach es österreichweit eine Dunkelziffer von 10 000 bis 25 000 Kindern gibt, die davon betroffen sind. Jede vierte Frau in Österreich hatte mit sexuellem Mißbrauch zu tun, wurde sexuell mißbraucht. Ich glaube, daß sich diese Opfer eine Diskussion dieser Art nicht verdient haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte einen sehr wichtigen Punkt davon herausgreifen, nämlich die Einführung eines sicherheitspolizeilichen Wegweiserechts von Gewalttätern aus dem gemeinsamen Familienverband. Es war höchst an der Zeit, daß nicht Frauen mit ihren Kindern – mißhandelte Frauen, sexuell mißbrauchte Frauen und Kinder – flüchten müssen, sondern daß ihnen die Möglichkeit geboten wird, weiter in ihrem Wohnumfeld bleiben zu können. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
In diesem Zusammenhang würde ich gerne wissen, wie die Freiheitlichen ihr Abstimmungsverhalten und ihre Diskussionsbeiträge zum Thema der Wegweisung der Gewalttäter aus dem Familienverband rechtfertigen. Sie haben dagegen gestimmt, als es darum ging, wirklichen Opferschutz zu betreiben. Sie sind dabei auf der Seite der Gewalttäter in den Familien gestanden. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Haben Sie der Frau Povysil eigentlich zugehört?
Ich weiß schon – das an die Freiheitliche Partei –, daß man auch einzig und allein dem Ruf nach dem Strafrecht nachgehen kann. Dem Strafrecht kommt in diesem Zusammenhang natürlich auch eine große Rolle zu, aber das Strafrecht allein ist zuwenig. (Abg. Dr. Haider: Haben Sie der Frau Povysil eigentlich zugehört?)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Kollegin Tegischer ist auch auf diese Problematik eingegangen. Der große Nachteil des Strafrechtes ist nämlich, daß es zu spät zur Verfolgung kommt. Zu diesem Zeitpunkt hat nämlich der Mißbrauch schon stattgefunden. Daher ist die wichtigste Frage, wie man den Ursachen von sexuellem Kindesmißbrauch auf die Spur kommen kann, um diesem Mißbrauch Abhilfe zu schaffen. Bereiche wie die Stärkung des Selbstbewußtseins und die Rechte der Kinder können wirklich einen präventiven Beitrag dazu leisten, daß es zu dieser Form von Gewalt nicht kommt. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie von den Freiheitlichen haben Schwierigkeiten damit, Kinder zu Gewaltfreiheit und zu Toleranz in diesem Land zu erziehen. Das werfe ich Ihnen in diesem Zusammenhang vor. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen als eine, die, wie gesagt, größtes Interesse daran hat, diese Diskussion zu führen und alles dazu beitragen wird, um Regelungen zu finden, damit Kinder und Frauen tatsächlich geschützt werden: Sie haben mit der Diskussion, wie Sie sie hier geführt haben, den betroffenen Frauen und Kindern keinen guten Dienst erwiesen. Ich finde, Ihre Diskussionsbeiträge waren beschämend! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Keiner bringt ein Wort des Bedauerns über die Lippen. Nein, man versucht, so wie Frau Petrovic, irgendeine Ehebettgeschichte beim ÖKM mit Kindesmißbrauch zu vergleichen. Da sieht man, welche Denkart hier dahintersteckt: Es geht nicht um die Kinder. Nein! Wenn wir versuchen, Kinder zu schützen, dann werden irgendwelche ÖKM-Geschichten erzählt, meine Damen und Herren! Das zeigt, wie abgrundtief diese Menschen die Kinder in diesem Lande verachten! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Abgrundtiefe Verachtung für die Kinder dieses Landes – das ist die Politik, die heute zum besten gegeben wurde!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Damit nicht genug! (Der Redner zeigt eine weitere Reproduktion eines Werks von Otto Mühl und legt sie vor sich auf das Rednerpult.) Das ist Ihre Bundesregierung, Frau Moser – wenn Sie schon den Papst zitieren –, die Mutter Teresa in der Sezession verhöhnt. Meine Damen und Herren! Ich weiß nicht, ob Sie sich das Bild schon einmal vergegenwärtigt haben, ob Sie vielleicht hin und wieder auch eine andere Zeitung als die "Tiroler Tageszeitung" lesen, Frau Moser. Ihre Bundesminister sind das! Diese Schweinereien sind gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten. Ihr eigener Parteichef fördert das. Meine Damen und Herren! Frau Moser! Wäre es nicht an der Zeit, statt sich auf den Papst zu berufen, einmal mit Ihrem Parteivorsitzenden zu reden, damit er derartige Dinge abstellt? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Moser! Sie sollten sich dafür schämen! Ich habe immer geglaubt, daß Sie als ehemalige Familienministerin zumindest noch wissen, worum es geht. Sie sind einmal Familienministerin gewesen. Sie haben zwar nicht viel Spuren hinterlassen, aber Sie waren einmal für dieses Ressort verantwortlich. Sie hätten heute als Familienministerin außer Dienst die Pflicht gehabt, das nachzuholen, was Ihr eigener Familienminister – derzeit noch im Dienst – versäumt hat: sich bei den Kindern dafür zu entschuldigen, daß die Regierung dieses Landes zum wiederholten Male Kinderschänder fördert! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: 60 000 Unterschriften haben wir schon!
Heuchelei im Internet zum besten geben, das ist Ihre Politik. Außerhalb des Parlaments reden Sie immer anders als hier herinnen, so wie Ihre Kollegin Horngacher, die derzeit in Tirol eine Aktion "Kinder brauchen uns" macht. "Schaut nicht weg!", sagt sie. Dann wird eine Unterschriftensammelaktion durchgeführt. (Abg. Dr. Fekter: 60 000 Unterschriften haben wir schon!) Ja, wunderbar! Diese 60 000 Unterschriften verhöhnen Sie gleich, Frau Fekter! Diese 60 000 Unterschriften sind bei Ihrer Partei für die Katz abgegeben worden, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Heuchelei im Internet zum besten geben, das ist Ihre Politik. Außerhalb des Parlaments reden Sie immer anders als hier herinnen, so wie Ihre Kollegin Horngacher, die derzeit in Tirol eine Aktion "Kinder brauchen uns" macht. "Schaut nicht weg!", sagt sie. Dann wird eine Unterschriftensammelaktion durchgeführt. (Abg. Dr. Fekter: 60 000 Unterschriften haben wir schon!) Ja, wunderbar! Diese 60 000 Unterschriften verhöhnen Sie gleich, Frau Fekter! Diese 60 000 Unterschriften sind bei Ihrer Partei für die Katz abgegeben worden, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Womöglich haben Sie sich eingeklinkt bei uns im Klub! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Eine der Forderungen lautet – Frau Horngacher, korrigieren Sie mich, wenn es nicht stimmt –: Gesetzliche Regelung für Internet-Provider zum Schutz der Jugendlichen und Kinder. – Im eigenen Klub sollten Sie das einmal umsetzen! Im eigenen Klub sitzen die Leute, die im Internet auf Kinderpornographie zugreifen. Machen Sie das einmal in Ihrem eigenen Klub, und dann haben Sie mit diesen 60 000 Unterschriften auch etwas angefangen und die Unterzeichner nicht nur an der Nase herumgeführt, Frau Horngacher! (Abg. Dr. Fekter: Womöglich haben Sie sich eingeklinkt bei uns im Klub! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Wer weiß denn das?
Ach, ich habe mich eingeklinkt? Mein Gott, Frau Fekter! (Abg. Dr. Fekter: Wer weiß denn das?) Sie wollten ja Datenschutz haben, Frau Fekter. Schauen wir einmal in Ihrem Benützernetz nach, wer das war. Ich mache Ihnen ein Angebot, Frau Fekter: Gehen wir nachschauen, wer bei Ihnen die Benützer sind! Ich glaube, da würde manch einer aus Ihrem Parlamentsklub eine böse Überraschung erleben, inklusive der Frau Justizausschußvorsitzenden! Primitiver, Frau Justizausschußvorsitzende, geht es nicht mehr! Ihr eigener Klub ist der Gipfelpunkt der Heuchelei! Daß der andere Teil dessen, was man im Marxismus in China als "Vierer-Bande" bezeichnet, daß der Rest dieser "Vierer-Bande" jene Haltung vertritt, die Herr Jarolim zum besten gegeben hat, der heute gesagt hat – ich zitiere ihn wörtlich –, er bedauere, daß Frau Kollegin Povysil das Thema Kindesmißbrauch nicht sachlich abgehandelt hat ... (Abg. Dr. Jarolim: Sachlicher als Sie!) – Aber ja, Herr Kollege Jarolim! Wie verräterisch doch Sprache sein kann! Sie sehen im Kind eine sachliche Problematik. (Widerspruch bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Sachlicher als Sie!
Ach, ich habe mich eingeklinkt? Mein Gott, Frau Fekter! (Abg. Dr. Fekter: Wer weiß denn das?) Sie wollten ja Datenschutz haben, Frau Fekter. Schauen wir einmal in Ihrem Benützernetz nach, wer das war. Ich mache Ihnen ein Angebot, Frau Fekter: Gehen wir nachschauen, wer bei Ihnen die Benützer sind! Ich glaube, da würde manch einer aus Ihrem Parlamentsklub eine böse Überraschung erleben, inklusive der Frau Justizausschußvorsitzenden! Primitiver, Frau Justizausschußvorsitzende, geht es nicht mehr! Ihr eigener Klub ist der Gipfelpunkt der Heuchelei! Daß der andere Teil dessen, was man im Marxismus in China als "Vierer-Bande" bezeichnet, daß der Rest dieser "Vierer-Bande" jene Haltung vertritt, die Herr Jarolim zum besten gegeben hat, der heute gesagt hat – ich zitiere ihn wörtlich –, er bedauere, daß Frau Kollegin Povysil das Thema Kindesmißbrauch nicht sachlich abgehandelt hat ... (Abg. Dr. Jarolim: Sachlicher als Sie!) – Aber ja, Herr Kollege Jarolim! Wie verräterisch doch Sprache sein kann! Sie sehen im Kind eine sachliche Problematik. (Widerspruch bei der SPÖ.)
Widerspruch bei der SPÖ.
Ach, ich habe mich eingeklinkt? Mein Gott, Frau Fekter! (Abg. Dr. Fekter: Wer weiß denn das?) Sie wollten ja Datenschutz haben, Frau Fekter. Schauen wir einmal in Ihrem Benützernetz nach, wer das war. Ich mache Ihnen ein Angebot, Frau Fekter: Gehen wir nachschauen, wer bei Ihnen die Benützer sind! Ich glaube, da würde manch einer aus Ihrem Parlamentsklub eine böse Überraschung erleben, inklusive der Frau Justizausschußvorsitzenden! Primitiver, Frau Justizausschußvorsitzende, geht es nicht mehr! Ihr eigener Klub ist der Gipfelpunkt der Heuchelei! Daß der andere Teil dessen, was man im Marxismus in China als "Vierer-Bande" bezeichnet, daß der Rest dieser "Vierer-Bande" jene Haltung vertritt, die Herr Jarolim zum besten gegeben hat, der heute gesagt hat – ich zitiere ihn wörtlich –, er bedauere, daß Frau Kollegin Povysil das Thema Kindesmißbrauch nicht sachlich abgehandelt hat ... (Abg. Dr. Jarolim: Sachlicher als Sie!) – Aber ja, Herr Kollege Jarolim! Wie verräterisch doch Sprache sein kann! Sie sehen im Kind eine sachliche Problematik. (Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Sie sind das Letzte!
Meine Damen und Herren! So kann nur jemand reden, der das Kind abgrundtief mißachtet. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Sie sind das Letzte!) So kann man nur reden, wenn man kein Gefühl dafür hat, was für ein empfindliches, verletzliches Wesen ein Kind ist, wenn man kein Gefühl dafür hat, daß man ein Kind lebenslänglich schändet, wenn man den sexuellen Mißbrauch eines Kindes begünstigt, so wie das Ihre Bundesregierung tut. (Abg. Dr. Fekter: Wieso haben Sie dann dagegen gestimmt?) Wenn man das tut, dann kann man so
Abg. Dr. Fekter: Wieso haben Sie dann dagegen gestimmt?
Meine Damen und Herren! So kann nur jemand reden, der das Kind abgrundtief mißachtet. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Sie sind das Letzte!) So kann man nur reden, wenn man kein Gefühl dafür hat, was für ein empfindliches, verletzliches Wesen ein Kind ist, wenn man kein Gefühl dafür hat, daß man ein Kind lebenslänglich schändet, wenn man den sexuellen Mißbrauch eines Kindes begünstigt, so wie das Ihre Bundesregierung tut. (Abg. Dr. Fekter: Wieso haben Sie dann dagegen gestimmt?) Wenn man das tut, dann kann man so
Zwischenruf der Abg. Dr. Sonja Moser-Starrach.
Meine Damen und Herren! Das ist das, was ich sagen möchte: Diese Geisteshaltung Ihres Staatssekretärs, Ihres Bundeskanzlers, Ihres Familienministers, Ihrer Ausschußvorsitzenden, Ihrer Frau Exfamilienministerin ist es, die das alles begünstigt. Diese Geisteshaltung steht heute vor der Anklage! (Zwischenruf der Abg. Dr. Sonja Moser-Starrach. ) – Nein, Frau Moser, Sie haben heute hier den Papst zitiert. Sie haben sich auf den Papst berufen in einer wohlvorbereiteten und -aufgesetzten Rede, die Ihnen Ihr Sekretär geschrieben hat.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Sie haben es heute als ehemalige Familienministerin verabsäumt, das nachzuholen, was Ihre Regierung, die – und ich wiederhole es noch einmal – permanent beim Fördern von Pornovereinen ertappt wird, heute nicht zustande gebracht hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Sie werden sich hoffentlich die anderen Debattenbeiträge auch durchlesen!
Zu Wort gelangt jetzt Herr Abgeordneter Dr. Jarolim. Die Redezeit beträgt ... (Abg. Dr. Graf: Sie werden sich hoffentlich die anderen Debattenbeiträge auch durchlesen!) – Ich brauche keine Ermahnungen, Herr Abgeordneter! (Abg. Dr. Graf: Wenn Sie keine Ahnung von der Debatte haben ...! – Abg. Grabner: Aber du! – Abg. Dr. Haider: Wir waren da! – Abg. Mag. Stadler: Im Gegensatz zum Grabner waren wir da! – Abg. Dr. Haider: Immer diese Zensuren in eine Richtung!)
Abg. Dr. Graf: Wenn Sie keine Ahnung von der Debatte haben ...! – Abg. Grabner: Aber du! – Abg. Dr. Haider: Wir waren da! – Abg. Mag. Stadler: Im Gegensatz zum Grabner waren wir da! – Abg. Dr. Haider: Immer diese Zensuren in eine Richtung!
Zu Wort gelangt jetzt Herr Abgeordneter Dr. Jarolim. Die Redezeit beträgt ... (Abg. Dr. Graf: Sie werden sich hoffentlich die anderen Debattenbeiträge auch durchlesen!) – Ich brauche keine Ermahnungen, Herr Abgeordneter! (Abg. Dr. Graf: Wenn Sie keine Ahnung von der Debatte haben ...! – Abg. Grabner: Aber du! – Abg. Dr. Haider: Wir waren da! – Abg. Mag. Stadler: Im Gegensatz zum Grabner waren wir da! – Abg. Dr. Haider: Immer diese Zensuren in eine Richtung!)
Abg. Haigermoser: Was ist jetzt? Was wollen wir denn? Eiertanz oder Absprung?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, das geht nicht! Sie haben sich zu einer tatsächlichen Berichtigung gemeldet, und daher bitte ich Sie, auch eine tatsächliche Berichtigung vorzubringen. (Abg. Haigermoser: Was ist jetzt? Was wollen wir denn? Eiertanz oder Absprung?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (fortsetzend): Ich berichtige tatsächlich: Herr Kollege Stadler hat in seiner Rede vorhin mitgeteilt, ich hätte gesagt, Kinder wären eine Sache. – Das ist unrichtig. Ich habe gesagt, daß dieses Haus in seiner Verantwortung dafür zu sorgen hat, daß wir für den Kinderschutz eintreten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Kollege Mag. Stadler! Sie haben mich nicht enttäuscht. Ihre Ausführungen haben meinen Erwartungen entsprochen. Aber Ausführungen anderer Abgeordneter Ihrer Fraktion haben mich doch verwundert. Dr. Ofner etwa hat in seiner tatsächlichen Berichtigung mit einer wirklich sexistischen Bemerkung aufhorchen lassen, die man zurückweisen muß. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Daß man eine Kollegin mit dem Beruf ihres Mannes hier abqualifizieren will, das habe ich Herrn Dr. Ofner nicht zugetraut, das gebe ich ganz offen zu.
Abg. Mag. Stadler – eine seiner vorher gezeigten Reproduktionen hochhaltend –: Was ist das? Das ist grauslich! Das hat der Minister gefördert!
Auch den Zwischenruf des Abgeordneten Dr. Krüger, den ich für einen der ernstzunehmenden Abgeordneten der "F" halte, der sich nicht gegen einen Abgeordneten meiner Fraktion richtete, sondern gegen einen Abgeordneten des Liberalen Forums, halte ich für wirklich grauslich, muß ich sagen. (Abg. Mag. Stadler – eine seiner vorher gezeigten Reproduktionen hochhaltend –: Was ist das? Das ist grauslich! Das hat der Minister gefördert!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Herr Mag. Stadler! Grauslich ist es, hier zu sagen, dieser Figur gehöre ihre Berufsberechtigung aberkannt. Ich bin mit diesem Abgeordneten vielfach nicht einer Meinung. Ich bin sehr oft ganz anderer Meinung als er. Aber jeder Abgeordneter hier in diesem Haus ist für mich ein Mensch, ein Mensch und keine Figur. Sie haben "Figur" gesagt, Herr Dr. Krüger. (Beifall bei ÖVP und SPÖ, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Haider: Sagen Sie zum Barmüller auch einmal etwas! – Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal, was der Barmüller zum Krüger gesagt hat!
Sie wollten ihm gleichzeitig hier seine berufliche Ehre absprechen. Ich halte das wirklich für unzulässig, und ich bin enttäuscht darüber, daß Sie das getan haben. So kann man nicht diskutieren. (Abg. Dr. Haider: Sagen Sie zum Barmüller auch einmal etwas! – Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal, was der Barmüller zum Krüger gesagt hat!)
Abg. Haigermoser: Was kann er?
Ich traue Dr. Haider viel zu. Ich traue ihm auch zu, daß er sich im Internet auskennt und daß er mit diesem modernen Medium umgehen kann. Beim Mag. Schweitzer weiß ich es nicht unbedingt, aber Sie können das sicher, Herr Dr. Haider. Auch Mag. Stadler kann das sicher. (Abg. Haigermoser: Was kann er?) In der Zeitungsmeldung, auf die er sich bezieht, die ich im übrigen in ihren Zahlen bezweifle – ich werde Ihnen gleich sagen, warum –, stand ausdrücklich, daß beim ÖVP-Server der Zugang über Links vorgenommen wurde. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) – Moment, nicht lachen! Die Sache ist viel zu ernst. Das Thema insgesamt ist viel zu ernst, und auch ein solcher Vorwurf ist viel zu ernst.
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Ich traue Dr. Haider viel zu. Ich traue ihm auch zu, daß er sich im Internet auskennt und daß er mit diesem modernen Medium umgehen kann. Beim Mag. Schweitzer weiß ich es nicht unbedingt, aber Sie können das sicher, Herr Dr. Haider. Auch Mag. Stadler kann das sicher. (Abg. Haigermoser: Was kann er?) In der Zeitungsmeldung, auf die er sich bezieht, die ich im übrigen in ihren Zahlen bezweifle – ich werde Ihnen gleich sagen, warum –, stand ausdrücklich, daß beim ÖVP-Server der Zugang über Links vorgenommen wurde. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) – Moment, nicht lachen! Die Sache ist viel zu ernst. Das Thema insgesamt ist viel zu ernst, und auch ein solcher Vorwurf ist viel zu ernst.
Abg. Mag. Stadler: Das ist bei der Niederösterreichischen Landesregierung so! Das ist bei der Tiroler Landesregierung so! Das ist bei der Vorarlberger Landesregierung so! Lauter Schwarze!
Was heißt "Links" im Zusammenhang mit dem Internet? – Sie finden auf einer Homepage Verweise auf eine andere. Sie steigen bei der ersten Homepage ein, surfen und sehen, da gibt es einen interessanten Hinweis. (Abg. Mag. Stadler: Das ist bei der Niederösterreichischen Landesregierung so! Das ist bei der Tiroler Landesregierung so! Das ist bei der Vorarlberger Landesregierung so! Lauter Schwarze!) Also von der Homepage der Landesregierung kommt man zur Homepage der Bundesregierung, kommt man zur Homepage der Präsidentschaftskanzlei, kommt man zur Homepage der Austria Presse Agentur und so weiter. (Abg. Mag. Stadler: Das sind lauter Schwarze!)
Abg. Mag. Stadler: Das sind lauter Schwarze!
Was heißt "Links" im Zusammenhang mit dem Internet? – Sie finden auf einer Homepage Verweise auf eine andere. Sie steigen bei der ersten Homepage ein, surfen und sehen, da gibt es einen interessanten Hinweis. (Abg. Mag. Stadler: Das ist bei der Niederösterreichischen Landesregierung so! Das ist bei der Tiroler Landesregierung so! Das ist bei der Vorarlberger Landesregierung so! Lauter Schwarze!) Also von der Homepage der Landesregierung kommt man zur Homepage der Bundesregierung, kommt man zur Homepage der Präsidentschaftskanzlei, kommt man zur Homepage der Austria Presse Agentur und so weiter. (Abg. Mag. Stadler: Das sind lauter Schwarze!)
Abg. Mag. Stadler: Aber Porno finden Sie bei uns keinen!
Ich weiß schon, Herr Mag. Stadler, die FPÖ hat eine interessante Homepage, und das ist meiner Meinung nach auch sehr bezeichnend: Auf der Homepage der FPÖ gibt es ausschließlich blaue Links. (Abg. Mag. Stadler: Aber Porno finden Sie bei uns keinen!) Sie können dort sozusagen nur im eigenen Saft surfen. Sie kommen bei der FPÖ nicht mehr hinaus.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich komme zum Thema zurück. Diese Koalitionsregierung hat gemeinsam bereits erreichen können, daß die österreichische Gerichtsbarkeit auch bei Sexualdelikten im Ausland eingeführt wurde. Die Strafbarkeit, insbesondere von Kinderpornographie, wurde wesentlich verstärkt. Ein immaterielles Schadenersatzrecht für Opfer sexueller Handlungen wurde geschaffen, und gegen die Stimmen der FPÖ wurde ein Wegweiserecht für Gewalttäter in der Familie beschlossen, eine wesentliche Maßnahme im Kampf gegen die Gewalt in der Familie. Das sind die konkreten Maßnahmen, die wir brauchen – und nicht Ihre unberechtigten Vorwürfe! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Ich berichtige tatsächlich, daß ich gesagt habe, daß der Herr Kollege Barmüller nicht in die Liste der österreichischen Anwälte eingetragen ist. Ich verhehle allerdings nicht, daß ich meine Genugtuung darüber ausgedrückt habe, denn die Unterstellung, die er mir heute zukommen hat lassen, daß ich ein zwiespältiges Verhältnis zu den Opfern des Nationalsozialismus hätte ... (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Haben Sie gesagt "diese Figur"?
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (fortsetzend): ..., habe ich niemals hier hingenommen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Haben Sie gesagt "diese Figur"?)
Abg. Mag. Stadler – wieder eine während seiner Rede gezeigte Reproduktion eines Werks von Otto Mühl in die Höhe haltend –: Das ist Ihre Politik!
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Peter Wittmann: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich finde, diese Art der Politik einer Partei, die die Mitglieder der Bundesregierung, aber auch die anderen Abgeordneten hier im Haus der Förderung des Kindesmißbrauchs bezichtigt (Abg. Mag. Stadler – wieder eine während seiner Rede gezeigte Reproduktion eines Werks von Otto Mühl in die Höhe haltend –: Das ist Ihre Politik!), wirft ein bezeichnendes Licht auf das Sittenbild dieser Partei. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank! – Abg. Dr. Haider: Entschuldigen Sie sich bei den Kindern für die Schweinereien, die Sie fördern!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank! – Abg. Dr. Haider: Entschuldigen Sie sich bei den Kindern für die Schweinereien, die Sie fördern!
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Peter Wittmann: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich finde, diese Art der Politik einer Partei, die die Mitglieder der Bundesregierung, aber auch die anderen Abgeordneten hier im Haus der Förderung des Kindesmißbrauchs bezichtigt (Abg. Mag. Stadler – wieder eine während seiner Rede gezeigte Reproduktion eines Werks von Otto Mühl in die Höhe haltend –: Das ist Ihre Politik!), wirft ein bezeichnendes Licht auf das Sittenbild dieser Partei. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank! – Abg. Dr. Haider: Entschuldigen Sie sich bei den Kindern für die Schweinereien, die Sie fördern!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Entschuldigen Sie sich bei den Kindern für die Schweinereien, die Sie fördern! Das ist das einzige, was Sie hier zu tun haben!
Wir gehen davon aus, daß Kindesmißbrauch eine Menschenrechtsverletzung darstellt, die auf allen Ebenen bekämpft gehört. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Entschuldigen Sie sich bei den Kindern für die Schweinereien, die Sie fördern! Das ist das einzige, was Sie hier zu tun haben!) Und das ist die Prämisse, unter der diese Regierung handelt, und hier versuchen wir, Lösungsansätze zu finden.
Abg. Mag. Stadler: Jetzt gibt er es das erste Mal zu!
Zu der vom Abgeordneten Schweitzer angeführten Public Netbase: Es handelt sich hier um einen Verein für Kunst und neue Technologie. Dieser Verein wird vom Bundeskanzleramt mit einer Basisförderung gefördert (Abg. Mag. Stadler: Jetzt gibt er es das erste Mal zu!) und setzt sich mit den neuen Technologien und Kunst auseinander.
Abg. Dr. Haider: Macht euch nicht lächerlich! – Abg. Mag. Schweitzer hält ein Blatt mit der Aufschrift "SEX" in die Höhe
Dieser Verein macht eine Veranstaltung, die sich "Sexnet" nennt, und mit dieser Veranstaltung soll der Sex im Internet und das Aufkommen der Pornographie im Internet kritisch behandelt werden. Man will sich kritisch mit diesem Thema auseinandersetzen (Abg. Dr. Haider: Macht euch nicht lächerlich! – Abg. Mag. Schweitzer hält ein Blatt mit der Aufschrift "SEX" in die Höhe), um zu verhindern, daß diese Art und Weise von Erscheinungsformen im Internet überhandnimmt. (Abg. Mag. Stadler: Genieren Sie sich nicht? Schämen Sie sich endlich!) Es handelt sich dabei um eine kritische, offensive Auseinandersetzung mit diesem Thema im Internet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Genieren Sie sich nicht für diese Rechtfertigung? – Abg. Mag. Stadler: Schämen und setzen!)
Abg. Mag. Stadler: Genieren Sie sich nicht? Schämen Sie sich endlich!
Dieser Verein macht eine Veranstaltung, die sich "Sexnet" nennt, und mit dieser Veranstaltung soll der Sex im Internet und das Aufkommen der Pornographie im Internet kritisch behandelt werden. Man will sich kritisch mit diesem Thema auseinandersetzen (Abg. Dr. Haider: Macht euch nicht lächerlich! – Abg. Mag. Schweitzer hält ein Blatt mit der Aufschrift "SEX" in die Höhe), um zu verhindern, daß diese Art und Weise von Erscheinungsformen im Internet überhandnimmt. (Abg. Mag. Stadler: Genieren Sie sich nicht? Schämen Sie sich endlich!) Es handelt sich dabei um eine kritische, offensive Auseinandersetzung mit diesem Thema im Internet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Genieren Sie sich nicht für diese Rechtfertigung? – Abg. Mag. Stadler: Schämen und setzen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Genieren Sie sich nicht für diese Rechtfertigung? – Abg. Mag. Stadler: Schämen und setzen!
Dieser Verein macht eine Veranstaltung, die sich "Sexnet" nennt, und mit dieser Veranstaltung soll der Sex im Internet und das Aufkommen der Pornographie im Internet kritisch behandelt werden. Man will sich kritisch mit diesem Thema auseinandersetzen (Abg. Dr. Haider: Macht euch nicht lächerlich! – Abg. Mag. Schweitzer hält ein Blatt mit der Aufschrift "SEX" in die Höhe), um zu verhindern, daß diese Art und Weise von Erscheinungsformen im Internet überhandnimmt. (Abg. Mag. Stadler: Genieren Sie sich nicht? Schämen Sie sich endlich!) Es handelt sich dabei um eine kritische, offensive Auseinandersetzung mit diesem Thema im Internet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Genieren Sie sich nicht für diese Rechtfertigung? – Abg. Mag. Stadler: Schämen und setzen!)
Abg. Meisinger: Unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich möchte auch festhalten, daß es nicht genügt, sich die Bilder anzuschauen, sondern man muß auch die Texte, die das verurteilen, lesen. Es sollen nicht die Bilder konsumiert werden, sondern der intellektuelle Inhalt, der dahintersteckt, soll gelesen werden. (Abg. Meisinger: Unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Ihr Niveau! – Abg. Haigermoser: Ihre Note brauchen wir nicht!
Sie sollten bei dieser Auseinandersetzung nicht eine Darstellung provozieren, bei welcher Sie Gewalt und Kinderpornographie mit Kunst gleichsetzen. Ich glaube, daß das ein Niveau ist (Abg. Mag. Stadler: Ihr Niveau! – Abg. Haigermoser: Ihre Note brauchen wir nicht!), das dieses Haus nicht verdient. Es geschieht auch nicht, und es wird durch die Bundesregierung auch nicht gefördert. (Abg. Mag. Stadler: Schämen Sie sich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Schämen Sie sich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie sollten bei dieser Auseinandersetzung nicht eine Darstellung provozieren, bei welcher Sie Gewalt und Kinderpornographie mit Kunst gleichsetzen. Ich glaube, daß das ein Niveau ist (Abg. Mag. Stadler: Ihr Niveau! – Abg. Haigermoser: Ihre Note brauchen wir nicht!), das dieses Haus nicht verdient. Es geschieht auch nicht, und es wird durch die Bundesregierung auch nicht gefördert. (Abg. Mag. Stadler: Schämen Sie sich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Die das Parlament benützen! Wer glauben Sie denn, wer Sie sind? – Abg. Dr. Haider: Genieren Sie sich für eine solche Rechtfertigung! – Abg. Mag. Stadler: Diese Wortmeldung werden wir uns ausheben!
Wir wollen bei dieser Diskussion keine Grundsatzdiskussion über Kunst und Kunstverbot führen. Wir bedienen uns Fachleuten, die darüber entscheiden, was Kunst sein soll und was nicht Kunst sein soll. (Abg. Haigermoser: Die das Parlament benützen! Wer glauben Sie denn, wer Sie sind? – Abg. Dr. Haider: Genieren Sie sich für eine solche Rechtfertigung! – Abg. Mag. Stadler: Diese Wortmeldung werden wir uns ausheben!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner – ein Bild in die Höhe haltend –: Welchen Hintergrund hat dieses Bild? – Abg. Haigermoser: Wissen Sie überhaupt, was Sie gesagt haben? Sind Sie noch ganz "beinander"? – Abg. Mag. Stadler – Reproduktionen von Werken von Otto Mühl vorzeigend –: Das ist Ihre Politik! Sie sollten sich schämen!
Bei dieser Diskussion geht es um Kindesmißbrauch. Ich halte fest, daß es eine billige Polemik ist, Kunst und Gewalt gegen Kinder in einen Topf zu werfen. Ich weigere mich, diese Unterstellungen unbeantwortet zu lassen, und halte nochmals fest, daß Kindesmißbrauch für uns eine Menschenrechtsverletzung darstellt, die bekämpft gehört. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner – ein Bild in die Höhe haltend –: Welchen Hintergrund hat dieses Bild? – Abg. Haigermoser: Wissen Sie überhaupt, was Sie gesagt haben? Sind Sie noch ganz "beinander"? – Abg. Mag. Stadler – Reproduktionen von Werken von Otto Mühl vorzeigend –: Das ist Ihre Politik! Sie sollten sich schämen!)
Abg. Dr. Höchtl – die Hand hebend –: Hier!
Abgeordnete Maria Schaffenrath (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Damen und Herren! Herrn Kollegen Höchtl sehe ich jetzt leider nicht. (Abg. Dr. Höchtl – die Hand hebend –: Hier!) Oh, Sie sind in die erste Reihe vorgerückt. – Herr Kollege Höchtl, Sie haben heute laut APA gesagt, daß Sie sich wundern, daß wir Liberale für einen Antrag, der uns vor zehn Tagen noch nicht als so dringlich erschien, eine Fristsetzung beantragen. (Abg. Dr. Höchtl: Ich habe sechsmal nachgefragt!) Da gebe ich Ihnen recht, Herr Kollege Höchtl: Es ist wahr, wir hatten es mit diesem Antrag nicht eilig, vor allem deshalb nicht, weil wir in der Frage "Wahlpflichtgegenstand Ethik" unsere Position in Richtung Ethikunterricht für alle Schüler und Schülerinnen im österreichischen Bildungssystem weiterentwickelt haben.
Abg. Dr. Höchtl: Ich habe sechsmal nachgefragt!
Abgeordnete Maria Schaffenrath (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Damen und Herren! Herrn Kollegen Höchtl sehe ich jetzt leider nicht. (Abg. Dr. Höchtl – die Hand hebend –: Hier!) Oh, Sie sind in die erste Reihe vorgerückt. – Herr Kollege Höchtl, Sie haben heute laut APA gesagt, daß Sie sich wundern, daß wir Liberale für einen Antrag, der uns vor zehn Tagen noch nicht als so dringlich erschien, eine Fristsetzung beantragen. (Abg. Dr. Höchtl: Ich habe sechsmal nachgefragt!) Da gebe ich Ihnen recht, Herr Kollege Höchtl: Es ist wahr, wir hatten es mit diesem Antrag nicht eilig, vor allem deshalb nicht, weil wir in der Frage "Wahlpflichtgegenstand Ethik" unsere Position in Richtung Ethikunterricht für alle Schüler und Schülerinnen im österreichischen Bildungssystem weiterentwickelt haben.
Abg. Dr. Höchtl: Nicht Wahlpflicht...! Pflicht...!
Aber daß wir heute diese Fristsetzung verlangen, hat nichts mit Scheinheiligkeit zu tun, wie Sie uns das unterstellen, sondern mit der völlig veränderten politischen Diskussionsebene in diesem Lande. Ihre Unterrichtsministerin hat nämlich im Rahmen der "Pressestunde" doch recht vehement für den Wahlpflichtgegenstand Ethikunterricht (Abg. Dr. Höchtl: Nicht Wahlpflicht...! Pflicht...!) – Wahlpflichtgegenstand Ethikunterricht! – Stellung genommen. Für all jene, die sich vom konfessionellen Religionsunterricht abmelden (Abg. Dr. Höchtl: Das ist doch keine Wahlpflicht!), möge ein Pflichtgegenstand Ethikunterricht zur Verfügung stehen.
Abg. Dr. Höchtl: Das ist doch keine Wahlpflicht!
Aber daß wir heute diese Fristsetzung verlangen, hat nichts mit Scheinheiligkeit zu tun, wie Sie uns das unterstellen, sondern mit der völlig veränderten politischen Diskussionsebene in diesem Lande. Ihre Unterrichtsministerin hat nämlich im Rahmen der "Pressestunde" doch recht vehement für den Wahlpflichtgegenstand Ethikunterricht (Abg. Dr. Höchtl: Nicht Wahlpflicht...! Pflicht...!) – Wahlpflichtgegenstand Ethikunterricht! – Stellung genommen. Für all jene, die sich vom konfessionellen Religionsunterricht abmelden (Abg. Dr. Höchtl: Das ist doch keine Wahlpflicht!), möge ein Pflichtgegenstand Ethikunterricht zur Verfügung stehen.
Abg. Dr. Höchtl: Das war immer unsere Position!
Auch Ihr Klubobmann Khol hat sich am 2. Juli via APA dazu zu Wort gemeldet. Wir waren nicht nur überrascht, Herr Klubobmann Khol, sondern geradezu erfreut über Ihre – wenn auch sehr späte – Einsicht, Herr Klubobmann Khol, daß ein Ethikunterricht im österreichischen Schulsystem jedenfalls Bedeutung hat. (Abg. Dr. Höchtl: Das war immer unsere Position!) Diese späte Einsicht hat mich als Tirolerin insbesondere deshalb so gefreut, Herr Klubobmann Khol, weil die Tiroler Volkspartei noch im Jahre 1994 die Einführung eines Wahlpflichtgegenstandes Ethik als Grund dafür genannt hat, das Liberale Forum nicht zu wählen. Ich hoffe, daß Ihnen dadurch keine Tiroler Wählerinnen und Wähler abhanden kommen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Aufgrund all dieser Umstände ist eine neue Situation entstanden, und ich meine, daß eine Diskussion über einen Unterrichtsgegenstand Ethik im Ausschuß wichtig wäre. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Khol: Sie sind aber leicht zu verwirren!
Bemerkenswert ist, Herr Abgeordneter Stadler, aber der Umstand, daß Ihre Kritik in Richtung Klubobmann Khol den Herrn Klubobmann sehr rasch zu einem meiner Meinung nach recht kuriosen Rückzug bewogen hat. Diese Ihre Richtigstellung, Herr Abgeordneter Khol, die Sie jetzt via Medien in die Öffentlichkeit zu bringen versucht haben, hat eher verwirrt als erklärt. (Abg. Dr. Khol: Sie sind aber leicht zu verwirren!)
Abg. Dr. Khol: Ja!
Dann sagten Sie in der Interpretation, Herr Stadler hätte Ihre Aussage bewußt verdreht. Gemeint wären nur Konfessionslose, weil für Angehörige einer Konfession jedenfalls der Religionsunterricht als Pflichtgegenstand bestehen bliebe. (Abg. Dr. Khol: Ja!)
Abg. Dr. Maitz: Nein, nein! – Abg. Dr. Khol: Das muß bei Ihnen so sein! – Abg. Schwarzenberger: Nur Liberale!
Das müssen Sie wirklich erklären, denn was passiert denn dann mit jenen Schülern und Schülerinnen, die sich vom Religionsunterricht abmelden, und das ist derzeit immerhin jeder oder jede Zweite? (Abg. Dr. Maitz: Nein, nein! – Abg. Dr. Khol: Das muß bei Ihnen so sein! – Abg. Schwarzenberger: Nur Liberale!) Die Tendenz ist steigend. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Regen Sie sich nicht so auf! Der Vorstoß kam doch von Ihrem eigenen Klubobmann! Diese Angriffe sind jetzt wirklich nicht angebracht! (Abg. Mag. Stadler: Von der Ministerin!) – Nein, Herr Klubobmann Khol hat sich schon am 2. Juli diesbezüglich geäußert, und Frau Ministerin Gehrer hat in ÖVP-Treue nachgezogen, Herr Abgeordneter.
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das müssen Sie wirklich erklären, denn was passiert denn dann mit jenen Schülern und Schülerinnen, die sich vom Religionsunterricht abmelden, und das ist derzeit immerhin jeder oder jede Zweite? (Abg. Dr. Maitz: Nein, nein! – Abg. Dr. Khol: Das muß bei Ihnen so sein! – Abg. Schwarzenberger: Nur Liberale!) Die Tendenz ist steigend. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Regen Sie sich nicht so auf! Der Vorstoß kam doch von Ihrem eigenen Klubobmann! Diese Angriffe sind jetzt wirklich nicht angebracht! (Abg. Mag. Stadler: Von der Ministerin!) – Nein, Herr Klubobmann Khol hat sich schon am 2. Juli diesbezüglich geäußert, und Frau Ministerin Gehrer hat in ÖVP-Treue nachgezogen, Herr Abgeordneter.
Abg. Mag. Stadler: Von der Ministerin!
Das müssen Sie wirklich erklären, denn was passiert denn dann mit jenen Schülern und Schülerinnen, die sich vom Religionsunterricht abmelden, und das ist derzeit immerhin jeder oder jede Zweite? (Abg. Dr. Maitz: Nein, nein! – Abg. Dr. Khol: Das muß bei Ihnen so sein! – Abg. Schwarzenberger: Nur Liberale!) Die Tendenz ist steigend. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Regen Sie sich nicht so auf! Der Vorstoß kam doch von Ihrem eigenen Klubobmann! Diese Angriffe sind jetzt wirklich nicht angebracht! (Abg. Mag. Stadler: Von der Ministerin!) – Nein, Herr Klubobmann Khol hat sich schon am 2. Juli diesbezüglich geäußert, und Frau Ministerin Gehrer hat in ÖVP-Treue nachgezogen, Herr Abgeordneter.
Abg. Dr. Khol: Auch am Werktag! Sonntagsreden halten vielleicht Sie, ich nicht!
Herr Klubobmann Khol! Es nützt Ihnen gar nichts, wenn Sie einerseits in Sonntagsreden den Werteverfall der Jugend kritisieren (Abg. Dr. Khol: Auch am Werktag! Sonntagsreden halten vielleicht Sie, ich nicht!) und diese Sonntagsreden auch noch in einem Buch zusammenfassen,
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Kollege Khol! Wie immer Sie diesen Unterrichtsgegenstand taufen wollen, das sei Ihnen unbenommen. Wir werden jedenfalls darauf drängen, daß diese schon lange andauernden Diskussionen endlich zu einem Ende kommen und unsere jungen Menschen jene Hilfestellung in der Werteorientierung bekommen, die sie so dringend brauchen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Maßgeblich für uns Sozialdemokraten ist aber, daß der Ethikunterricht auf eine freiwillige Basis gestellt wird und kein Schüler, auch nicht jener, der sich vom Religionsunterricht abmeldet, gezwungen werden soll, den Ethikunterricht zu besuchen. Wir können daher dem Antrag des Liberalen Forums, der ein Wahlpflichtfach vorsieht, nämlich entweder Religions- oder Ethikunterricht, nichts abgewinnen. Wir empfinden darin eigentlich eine Benachteiligung all jener Schülerinnen und Schüler, die den Religionsunterricht als Fach besuchen wollen. Sie hätten dann keine Chance mehr, ein Ethikfach, das wir uns als unverbindliche Übung, als Freigegenstand vorstellen können, zu besuchen. Ich meine, je breiter das Angebot, desto sinnvoller ist es für die Jugendlichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nochmals: Wir haben eine positive Einstellung zum Ethikunterricht, wir sagen ein absolutes Ja dazu. Dieser soll auf freiwilliger Basis und, wie ich bereits gesagt habe, nach Möglichkeit im Rahmen eines Freigegenstandes oder einer unverbindlichen Übung erfolgen, damit wirklich jeder Jugendliche, der Interesse an dieser Zusatzinformation hat, diese Möglichkeit auch wahrnehmen kann. Darüber sollten an der Schule Schüler, Lehrer und Eltern entscheiden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schaffenrath: Nein! Ergänzen!
Ich hoffe, daß dieser Zielparagraph des Schulunterrichtsgesetzes, den das Liberale Forum eigentlich streichen beziehungsweise ändern (Abg. Schaffenrath: Nein! Ergänzen!) und ergänzen will – das Religiöse soll entfallen –, dann noch weiter bestehen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich hoffe, daß dieser Zielparagraph des Schulunterrichtsgesetzes, den das Liberale Forum eigentlich streichen beziehungsweise ändern (Abg. Schaffenrath: Nein! Ergänzen!) und ergänzen will – das Religiöse soll entfallen –, dann noch weiter bestehen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitliche haben an sich festgelegt, wie wir uns zu dieser Frage verhalten. – Ich weiß, Sie auch. – Wir haben im Parteiprogramm ganz klar gesagt: Für uns kommt ein Ethikunterricht als Ersatz für konfessionellen Religionsunterricht nicht in Frage! – Dabei bleibe ich auch, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Schaffenrath.
Meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei! Ich weiß schon, daß Ihr Klubobmann in jede Richtung fällt. Es ist nur die Frage, von welchem Medium er gerade interviewt wird oder wer gerade seine Zuhörer sind. Aber Sie sollten wirklich aufpassen! Mit dem Ethikunterricht wird der Religionsunterricht nicht nur unterlaufen, sondern er wird langfristig sogar abgeschafft. Denn das garantiere ich Ihnen – wir haben das auch den Bischöfen gesagt –: Dieser Ethikunterricht wird jede Förderung erfahren, die diese Republik zu vergeben hat, wird jede Attraktivität erfahren, die diese Republik sich erlauben kann, meine Damen und Herren, im Vergleich zum konfessionellen Religionsunterricht, der sich ohnehin schon schwertut in dieser säkularisierten Welt von heute. Daher ist unsere Forderung ... (Zwischenruf der Abg. Schaffenrath. ) – Ich sage, es ist legitim, dafür einzutreten. Aber es ist nicht legitim, diese Wickel-Wackel-Politik der Österreichischen Volkspartei zu betreiben.
Abg. Dr. Höchtl: Wird er nicht!
Sie sollten sich endlich einmal entscheiden, wohin Sie wollen! Dem klerikalen Publikum in Ihrer Partei sagen Sie immer, wie sehr Sie für den Religionsunterricht kämpfen. Gleichzeitig treten Sie für einen Ethikunterricht ein – und das ist eben mein Anliegen an die Vertreter der ÖVP –, vor dem ich ausdrücklich warnen möchte. Dieser wird nämlich attraktiver gestaltet werden, allein schon von der Unterrichtsanordnung her! Allein schon von der öffentlichen Förderung her wird er attraktiver gestaltet werden, als der Religionsunterricht es je sein kann. Daher lautet unsere Forderung ... (Abg. Dr. Höchtl: Wird er nicht!)
Abg. Dr. Höchtl: Aber wieso?
Herr Kollege Höchtl! Natürlich wird das so laufen. (Abg. Dr. Höchtl: Aber wieso?) Sie haben in der Schulpolitik in den letzten 30 Jahren Schritt für Schritt, immer wieder, Millimeter für Millimeter Ihre Positionen aufgegeben und haben damit den Linken Vorschub geleistet, und jetzt wollen Sie das auch noch beim Religionsunterricht tun! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Höchtl! Natürlich wird das so laufen. (Abg. Dr. Höchtl: Aber wieso?) Sie haben in der Schulpolitik in den letzten 30 Jahren Schritt für Schritt, immer wieder, Millimeter für Millimeter Ihre Positionen aufgegeben und haben damit den Linken Vorschub geleistet, und jetzt wollen Sie das auch noch beim Religionsunterricht tun! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Rauch-Kallat.
Ich warne Sie daher, daß Sie nicht glauben ... (Zwischenruf der Abg. Rauch-Kallat. ) – Ja, ich weiß schon, Sie liebäugeln mit diesem Publikum, Frau Rauch-Kallat. Ich weiß, Sie sind das liberale Gewissen, Sie sind das Liberale Forum innerhalb der Österreichischen Volkspartei. – Nein, Gewissen nicht; ich nehme das zurück. Sie ist das LIF der Österreichischen Volkspartei. Sie möchte so etwas, weil sie glaubt, sie sei damit zeitgeistig und modern.
Abg. Dr. Höchtl: Tun wir ja nicht!
Ich appelliere nicht an Sie, Sie können sich mit der Frau Schaffenrath einigen. Ich appelliere an die vernünftigen Leute und Schulpolitiker in Ihren Reihen, die es ja auch noch geben soll: Schaffen Sie den Religionsunterricht nicht ab, unterlaufen Sie ihn nicht mit einem Ethikunterricht! (Abg. Dr. Höchtl: Tun wir ja nicht!) – Aber natürlich tun Sie das, Herr Kollege Höchtl! (Abg. Dr. Höchtl: Aber wieso?) Seien Sie doch nicht ständig so blauäugig. Sie haben mit Ihrer Blauäugigkeit in der Schulpolitik schon genug angerichtet. Sie sollten nicht weiter blauäugig sein! Sie sollten dafür eintreten, daß man den Religionsunterricht wieder attraktiver gestaltet, anstatt ihn mit einem fragwürdigen Ethikunterricht zu unterlaufen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Höchtl: Aber wieso?
Ich appelliere nicht an Sie, Sie können sich mit der Frau Schaffenrath einigen. Ich appelliere an die vernünftigen Leute und Schulpolitiker in Ihren Reihen, die es ja auch noch geben soll: Schaffen Sie den Religionsunterricht nicht ab, unterlaufen Sie ihn nicht mit einem Ethikunterricht! (Abg. Dr. Höchtl: Tun wir ja nicht!) – Aber natürlich tun Sie das, Herr Kollege Höchtl! (Abg. Dr. Höchtl: Aber wieso?) Seien Sie doch nicht ständig so blauäugig. Sie haben mit Ihrer Blauäugigkeit in der Schulpolitik schon genug angerichtet. Sie sollten nicht weiter blauäugig sein! Sie sollten dafür eintreten, daß man den Religionsunterricht wieder attraktiver gestaltet, anstatt ihn mit einem fragwürdigen Ethikunterricht zu unterlaufen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich appelliere nicht an Sie, Sie können sich mit der Frau Schaffenrath einigen. Ich appelliere an die vernünftigen Leute und Schulpolitiker in Ihren Reihen, die es ja auch noch geben soll: Schaffen Sie den Religionsunterricht nicht ab, unterlaufen Sie ihn nicht mit einem Ethikunterricht! (Abg. Dr. Höchtl: Tun wir ja nicht!) – Aber natürlich tun Sie das, Herr Kollege Höchtl! (Abg. Dr. Höchtl: Aber wieso?) Seien Sie doch nicht ständig so blauäugig. Sie haben mit Ihrer Blauäugigkeit in der Schulpolitik schon genug angerichtet. Sie sollten nicht weiter blauäugig sein! Sie sollten dafür eintreten, daß man den Religionsunterricht wieder attraktiver gestaltet, anstatt ihn mit einem fragwürdigen Ethikunterricht zu unterlaufen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Eine qualitätvolle Wortmeldung im Gegensatz zu dem, was der Vorredner gebracht hat! – Abg. Dr. Schmidt – auf dem Weg zum Rednerpult –: Diese Latte ist zu niedrig!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Dr. Schmidt. – Gleiche Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Khol: Eine qualitätvolle Wortmeldung im Gegensatz zu dem, was der Vorredner gebracht hat! – Abg. Dr. Schmidt – auf dem Weg zum Rednerpult –: Diese Latte ist zu niedrig!)
Zwischenruf des Abg. Schieder.
An die Kollegen der SPÖ, vor allem an Kollegen Antoni gerichtet: Ich verstehe Ihre Argumentation nicht. Sie sagen, Sie stimmen dem Antrag nicht zu, weil Sie den Ethikunterricht einzig auf Freiwilligkeit beruhen lassen wollen. Zugleich aber nehmen Sie in Kauf, daß Religion der Pflichtgegenstand ist. Jetzt frage ich Sie: Ist es Ihnen wirklich wichtiger, in einem Land, in dem man jedenfalls sagt, man habe sich der Trennung von Kirche und Staat verpflichtet, einen Pflichtgegenstand zu haben, der Glauben zu vermitteln hat – und das ist der Lehrplan des Religionsunterrichtes! –, bei dem es um Glaubensinhalte geht, als Menschen ethische Werte zu vermitteln? (Zwischenruf des Abg. Schieder. ) – Ja, aber das macht doch keinen Sinn.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Schieder.
Mir geht es jetzt darum, daß Sie den Zustand in Kauf nehmen beziehungsweise sich dafür stark machen, daß es den Pflichtgegenstand gibt, Glauben zu vermitteln, und daß Sie sich dagegen wehren, ethische Werte zum Pflichtgegenstand zu machen. Das verstehe ich einfach nicht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Schieder. ) Ich verstehe es bei Ihnen schon gar nicht. Ich verstehe es aber ehrlich gestanden auch bei der ÖVP nicht. Damit will ich mich jetzt auseinandersetzen.
Abg. Dr. Leiner: Woher nehmen Sie diese Werte?
Aus diesen ethischen Werten (Abg. Dr. Leiner: Woher nehmen Sie diese Werte?) – ich hoffe ja doch, daß Sie sich die Lehrpläne angeschaut haben – entsteht selbstverständlich, wenn jemand ein religiöses Gefühl hat, auch die Festigung seines religiösen Glaubens. (Abg. Dr. Leiner: Woher nehmen Sie ethische Werte?) Ist es denn eine staatliche Aufgabe, Glauben weiterzugeben? Ist das das Richtige, was Sie bewerten wollen? Wollen Sie wirklich diese Glaubensinhalte auf die gleiche Stufe stellen wie die Gesetze der Physik oder sonst irgend etwas und daher entsprechend bewerten? (Zwischenrufe des Abg. Schieder. )
Abg. Dr. Leiner: Woher nehmen Sie ethische Werte?
Aus diesen ethischen Werten (Abg. Dr. Leiner: Woher nehmen Sie diese Werte?) – ich hoffe ja doch, daß Sie sich die Lehrpläne angeschaut haben – entsteht selbstverständlich, wenn jemand ein religiöses Gefühl hat, auch die Festigung seines religiösen Glaubens. (Abg. Dr. Leiner: Woher nehmen Sie ethische Werte?) Ist es denn eine staatliche Aufgabe, Glauben weiterzugeben? Ist das das Richtige, was Sie bewerten wollen? Wollen Sie wirklich diese Glaubensinhalte auf die gleiche Stufe stellen wie die Gesetze der Physik oder sonst irgend etwas und daher entsprechend bewerten? (Zwischenrufe des Abg. Schieder. )
Zwischenrufe des Abg. Schieder.
Aus diesen ethischen Werten (Abg. Dr. Leiner: Woher nehmen Sie diese Werte?) – ich hoffe ja doch, daß Sie sich die Lehrpläne angeschaut haben – entsteht selbstverständlich, wenn jemand ein religiöses Gefühl hat, auch die Festigung seines religiösen Glaubens. (Abg. Dr. Leiner: Woher nehmen Sie ethische Werte?) Ist es denn eine staatliche Aufgabe, Glauben weiterzugeben? Ist das das Richtige, was Sie bewerten wollen? Wollen Sie wirklich diese Glaubensinhalte auf die gleiche Stufe stellen wie die Gesetze der Physik oder sonst irgend etwas und daher entsprechend bewerten? (Zwischenrufe des Abg. Schieder. )
Abg. Haigermoser: Väterchen Frost statt Christkind!
Ich teile ja Ihr Bild dieser Gesellschaft nicht, aber auch ich orte, daß wir Entsolidarisierungstendenzen haben. Auch ich orte, daß die Menschen nicht bereit sind, für sich oder für andere Verantwortung zu übernehmen. (Abg. Haigermoser: Väterchen Frost statt Christkind!) Ich bin der festen Überzeugung, daß dies zu einem Teil darauf zurückzuführen ist, daß man in unserem Schulsystem den jungen Menschen nicht die Gelegenheit gibt, diese Werteskala selbst zu entwickeln.
Abg. Dr. Khol: Der Lehrplan umfaßt Wertebereiche, das sind verschiedene Konfessionen!
Herr Kollege Khol! Reden wir darüber! Wir sind offen. (Abg. Dr. Khol: Der Lehrplan umfaßt Wertebereiche, das sind verschiedene Konfessionen!) Ich möchte darüber reden. Deswegen dieser Fristsetzungsantrag für den Ausschuß. Reden wir doch im Ausschuß darüber, ohne Publikum (Abg. Dr. Khol: Zuerst die Schulversuche!), ohne Öffentlichkeit, wo man wirklich die Argumente austauschen kann! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Daher mein Appell an Sie alle: Stimmen Sie dem Fristsetzungsantrag zu! Sie haben dabei jede Möglichkeit von Abänderungsanträgen. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Khol: Zuerst die Schulversuche!
Herr Kollege Khol! Reden wir darüber! Wir sind offen. (Abg. Dr. Khol: Der Lehrplan umfaßt Wertebereiche, das sind verschiedene Konfessionen!) Ich möchte darüber reden. Deswegen dieser Fristsetzungsantrag für den Ausschuß. Reden wir doch im Ausschuß darüber, ohne Publikum (Abg. Dr. Khol: Zuerst die Schulversuche!), ohne Öffentlichkeit, wo man wirklich die Argumente austauschen kann! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Daher mein Appell an Sie alle: Stimmen Sie dem Fristsetzungsantrag zu! Sie haben dabei jede Möglichkeit von Abänderungsanträgen. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Herr Kollege Khol! Reden wir darüber! Wir sind offen. (Abg. Dr. Khol: Der Lehrplan umfaßt Wertebereiche, das sind verschiedene Konfessionen!) Ich möchte darüber reden. Deswegen dieser Fristsetzungsantrag für den Ausschuß. Reden wir doch im Ausschuß darüber, ohne Publikum (Abg. Dr. Khol: Zuerst die Schulversuche!), ohne Öffentlichkeit, wo man wirklich die Argumente austauschen kann! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Daher mein Appell an Sie alle: Stimmen Sie dem Fristsetzungsantrag zu! Sie haben dabei jede Möglichkeit von Abänderungsanträgen. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Kollege Khol! Reden wir darüber! Wir sind offen. (Abg. Dr. Khol: Der Lehrplan umfaßt Wertebereiche, das sind verschiedene Konfessionen!) Ich möchte darüber reden. Deswegen dieser Fristsetzungsantrag für den Ausschuß. Reden wir doch im Ausschuß darüber, ohne Publikum (Abg. Dr. Khol: Zuerst die Schulversuche!), ohne Öffentlichkeit, wo man wirklich die Argumente austauschen kann! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Daher mein Appell an Sie alle: Stimmen Sie dem Fristsetzungsantrag zu! Sie haben dabei jede Möglichkeit von Abänderungsanträgen. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Graf: Was ist Ethik? Definieren Sie Ethik!
Zweitens: Es ist sehr wesentlich, dies im Kontext der Schule und der Gesellschaft zu sehen, in der oft solidarisches, ethisches, moralisches Verhalten in den Hintergrund gedrängt wird. (Abg. Dr. Graf: Was ist Ethik? Definieren Sie Ethik!) Vor dem Faktum, daß die sozialen Werte, auch die ethischen Werte im Alltagsverhalten, auch im wirtschaftlichen und im kulturellen Bereich (Abg. Dr. Graf: Ein Beispiel!) immer mehr in der Defensive sind, sehe ich diese Diskussion als sehr günstig an. (Abg. Dr. Graf: Zum Beispiel?!)
Abg. Dr. Graf: Ein Beispiel!
Zweitens: Es ist sehr wesentlich, dies im Kontext der Schule und der Gesellschaft zu sehen, in der oft solidarisches, ethisches, moralisches Verhalten in den Hintergrund gedrängt wird. (Abg. Dr. Graf: Was ist Ethik? Definieren Sie Ethik!) Vor dem Faktum, daß die sozialen Werte, auch die ethischen Werte im Alltagsverhalten, auch im wirtschaftlichen und im kulturellen Bereich (Abg. Dr. Graf: Ein Beispiel!) immer mehr in der Defensive sind, sehe ich diese Diskussion als sehr günstig an. (Abg. Dr. Graf: Zum Beispiel?!)
Abg. Dr. Graf: Zum Beispiel?!
Zweitens: Es ist sehr wesentlich, dies im Kontext der Schule und der Gesellschaft zu sehen, in der oft solidarisches, ethisches, moralisches Verhalten in den Hintergrund gedrängt wird. (Abg. Dr. Graf: Was ist Ethik? Definieren Sie Ethik!) Vor dem Faktum, daß die sozialen Werte, auch die ethischen Werte im Alltagsverhalten, auch im wirtschaftlichen und im kulturellen Bereich (Abg. Dr. Graf: Ein Beispiel!) immer mehr in der Defensive sind, sehe ich diese Diskussion als sehr günstig an. (Abg. Dr. Graf: Zum Beispiel?!)
Abg. Dr. Höchtl: Dann ist der Fristsetzungsantrag sinnlos!
Prinzipiell zur Frage des Ethikunterrichts in der Schule: Kein Zweifel, er ist eine Alternative. Er ist dann eine Alternative, wenn die Schulversuche evaluiert sind. Unserer Meinung nach ist es notwendig, erst einmal abzuwarten, bis die Ergebnisse der Schulversuche auf dem Tisch liegen. Insoferne ist dann die konkrete Urteilsbildung über den Ethikunterricht in den Ausschußgesprächen am besten angesiedelt. (Abg. Dr. Höchtl: Dann ist der Fristsetzungsantrag sinnlos!)
Abg. Dr. Schmidt: Das gibt es doch!
Das zweite, das wir beachten müssen, ist das Faktum, daß wir ein Konzept für den Ethikunterricht brauchen. (Abg. Dr. Schmidt: Das gibt es doch!) Eine konzeptlose Vorgangsweise in diesem Bereich würde sich sehr rächen. Wir sind dafür, daß die einzelnen Konzepte evaluiert und auch im Ausschuß noch einer gründlichen Diskussion unterzogen werden, und sehen Ihren Antrag sicherlich als Beschleunigungsverfahren. – Mir ist mitgeteilt worden, daß die Konzepte dazu noch fehlen.
Beifall bei den Grünen.
Das dritte wichtige Element, das ich aus der Praxis noch einbringen möchte, ist, daß – ganz egal, ob Ethikunterricht oder Religionsunterricht – in erster Linie das soziale Verhalten der Kinder durch Vorbildwirkung im Unterricht provoziert beziehungsweise gefördert wird. Da nützt kein Ethikunterricht, da nützt kein Religionsunterricht: Wenn Werte nicht vorgelebt, vorgeführt und auch vorbildlich praktiziert werden, ist der ganze Ethikunterricht für die Katz’. Deshalb ist es meiner Meinung nach wesentlich, neben einem Ethikunterricht auf jeden Fall das soziale Zusammenleben in den Klassen durch die Wiedereinführung der Klassenvorstandsstunde zu fördern und zu pflegen. Das ist meiner Ansicht nach ebenfalls ein wichtiger Eckpfeiler, parallel zum Ethikunterricht. Vor diesem Hintergrund bin ich dankbar für diese Diskussion, sehe sie aber als Anfang, als Startschuß für einen weiteren Bereich, der nicht nur den Ethikunterricht umfassen soll. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Gredler: Es ist niemand auf der Regierungsbank!
Zu Wort gemeldet hat sich Frau Abgeordnete Konrad. Ich teile mit, daß Sie die drittletzte Rednerin sind und daß dann wieder eine Abstimmung erfolgen wird. Dies nur zur Zeiteinteilung. – Bitte. (Abg. Dr. Gredler: Es ist niemand auf der Regierungsbank!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Kooperationsbereitschaft, Offenheit, wechselseitiges Interesse sind die Seile eines europäischen kulturellen Netzwerkes, wie wir es uns vorstellen, eines kulturellen Netzwerkes, das die Staatengemeinschaft dringend braucht. Diese Seile liegen auch in den Händen der österreichischen Außenkulturpolitik und müssen von uns verstärkt mit geknüpft werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dkfm. Holger Bauer (Freiheitliche): Hohes Haus! Die Erklärung des Herrn Vizekanzlers zu Fragen der österreichischen Außenpolitik war eine, wie sie auf dem diplomatischen, auf dem außenpolitischen Feld eben üblich ist: viele schöne Worte, aber in der Sache unverbindlich, für Otto Normalverbraucher vielfach unverständlich und vor allem abgehoben von den wirklichen Sorgen, Wünschen und Problemen der betroffenen Bevölkerung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Ja, das war gut!
Nichts haben wir darüber gehört, wie Sie, wenn die Grenzen einmal offen sind, die österreichischen Grenzregionen gegen das dann hereinbrechende Sozial- und Lohndumping schützen wollen – keinen einzigen Satz! Und keinen einzigen Satz, Frau Staatssekretärin, haben wir auch über die Kostenvorstellung gehört, was denn das kosten wird. Nein, ich korrigiere mich: Wir haben einen Satz gehört: Gratis wird es nicht sein!, hat der Herr Außenminister gesagt. (Abg. Mag. Stadler: Ja, das war gut!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da stimme ich ihm zu: Genauso wenig wie unser Beitritt zur EU gratis war, genauso wenig wie für uns als Hartwährungsland die Einführung des Euro gratis sein wird, genauso wenig wird für uns als Nettozahler auch die Osterweiterung gratis sein. Und in welche Richtung es gehen wird, haben wir heute schon gehört und gelesen: Die Bauern werden weniger kriegen, und die Nettozahlungen der Österreicherinnen und Österreicher werden sich erhöhen. Ich frage Sie also: Welche Kostenvorstellungen, welcher Kostenrahmen existiert bei Ihrem Projekt? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.
Wir haben 1989 miterlebt, daß durch die Ostöffnung der Eiserne Vorhang weggefallen ist, wir haben 1991 den Zusammenbruch der Sowjetunion erlebt, und wir sehen, was der Zusammenbruch des Warschauer Paktes bedeutet. Wir haben in diesen Jahren, glaube ich, sehr wichtige Schritte gesetzt, beginnend bei der Partnerschaft für den Frieden bis zu den Amsterdamer Vertragsbestimmungen hinsichtlich einer neuen Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik. Aber eines ist auch wichtig, und das steht noch aus: Wir müssen eine Entscheidung treffen hinsichtlich der Sicherheit Österreichs. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. )
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne begrüßen wir diesen Vorschlag auf Diskussion im Außenpolitischen Ausschuß. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Minister! Meine Damen und Herren! Herr Klubobmann Khol hat in der vorangegangenen Diskussion über den Außenpolitischen Bericht sehr viel von Ehrlichkeit in der sicherheitspolitischen Debatte gesprochen. Wenn man den Begriff der Ehrlichkeit in diesem Fall anwendet, dann muß man wohl sagen, daß es den Antragstellern nicht wirklich um eine rasche Erweiterung der Aufgaben dieses Rates für Integrationsfragen geht, denn sonst hätte man eine andere Vorgangsweise der parlamentarischen Behandlung gefunden und nicht zuerst eine erste Lesung verlangt, dann auf die Zuweisung an den Außenpolitischen Ausschuß gewartet und gleich darauf hier in der Debatte gesagt: Aber im nächsten halben Jahr wollen wir darüber nicht diskutieren und schon gar nicht darüber entscheiden. Also, Herr Klubobmann Khol – Sie sind ja der Erstantragsteller –, die Seriosität dieses Antrages darf wohl in Zweifel gestellt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Für uns ist klar: Sicherheit kann nur im Verbund mit den anderen Staaten erfolgen. Die Entscheidung nimmt uns niemand ab. Die Gründe liegen aber ganz offen. Acht Jahre hätten Sie Zeit gehabt. Wir brauchen keinen Rat für Integrationsfragen, sondern wir brauchen eine klare und offene Diskussion im Ausschuß, und wir brauchen letztendlich klare und rasche Entscheidungen über die Zukunft der österreichischen Sicherheitspolitik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Der NATO-Gegner Moser!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Hans Helmut Moser. (Abg. Dr. Graf: Der NATO-Gegner Moser!) Er hat das Wort. Redezeit: 20 Minuten.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich meine daher, daß es nicht notwendig ist, diesem Antrag die Zustimmung zu geben, weil daraus weder ein Sinn abgeleitet werden kann noch sich irgendwelche Vorteile im Rahmen einer weiterführenden sachlichen Diskussion der zukünftigen österreichischen Sicherheitspolitik ergeben. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Privilegien wurden damals von uns Freiheitlichen sehr gut dargestellt. Ob das der Verbund-Direktor Giljum mit 1,7 Millionen Gehalt, 100 Prozent Remuneration, 280 000 S Wohnungszulage und 200 000 S Ausstattungszulage war, wir haben Ihnen die Beispiele plakativ genannt. Sie haben immer nur gesagt: Jaja, auch wenn Price Waterhouse all das bestätigt, macht das nichts, die Zeit vergeht, wir werden im geschützten Bereich weiterleben. Und Sie haben EVN und OKA letztlich als Ausgedinge für die Landeshauptleute verwendet – ob das unter Skacel oder unter Müllner war, mit allen leidigen Skandalen, oder ob Wenzl sich in der OKA mit Millionenbezügen in der Pension angedient hat. Dafür haben Sie diese Gesellschaften mißbraucht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.
Frau Abgeordnete Langthaler hat uns mit ihrem Antrag betreffend 5 Prozent alternativer Energie für die Stromerzeugung noch ein Abschiedsgeschenk gemacht. Sosehr wir Freiheitliche, vor allem mein Kollege Hofmann, für die alternative Energie eintreten – was ich für sehr gut halte –, muß ich Ihnen trotzdem sagen, daß Ihre Forderung einen zweistelligen Milliardenbetrag ausmacht. (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. ) Frau Abgeordnete, bei allem Respekt, Sie wissen ganz genau, daß das ein Danaergeschenk wäre, das Sie uns machen würden (Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler ), wenn das Ihr letzter Wunsch an diese Regierung in diesem Parlament ist, bevor Sie ausscheiden!
Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler
Frau Abgeordnete Langthaler hat uns mit ihrem Antrag betreffend 5 Prozent alternativer Energie für die Stromerzeugung noch ein Abschiedsgeschenk gemacht. Sosehr wir Freiheitliche, vor allem mein Kollege Hofmann, für die alternative Energie eintreten – was ich für sehr gut halte –, muß ich Ihnen trotzdem sagen, daß Ihre Forderung einen zweistelligen Milliardenbetrag ausmacht. (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. ) Frau Abgeordnete, bei allem Respekt, Sie wissen ganz genau, daß das ein Danaergeschenk wäre, das Sie uns machen würden (Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler ), wenn das Ihr letzter Wunsch an diese Regierung in diesem Parlament ist, bevor Sie ausscheiden!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist unser Vorschlag, das wäre eine Liberalisierung des Marktes! Beenden Sie daher Ihren elektrifizierten Proporz, übernehmen Sie unseren Vorschlag, dann werden wir in Europa nicht Schlußlicht bleiben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben mit diesem ElWOG eine EU-Richtlinie umzusetzen, die recht stark in einen Wirtschaftszweig eingreift, der zugegebenermaßen einerseits sehr stark segmentiert und andererseits fest in die historische Entwicklung der diversen Regionen unseres Landes eingebunden ist. Das muß man beileibe nicht so negativ darstellen, wie Sie das tun, Herr Kollege Prinzhorn. Ganz im Gegenteil! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn. ) Viele Regionen hätten sich nicht so gut entwickeln können, wenn es nicht so gewesen wäre.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber diese Branche hat in Summe gesehen sehr gute und interessante Zukunftsperspektiven. Angesichts der Diskussion über die Atomenergie sowie der Folgekosten dieser Form der Stromaufbringung und so weiter im Ausland kann man mit Fug und Recht behaupten, daß diese unsere Form der Stromerzeugung – hoher Wasserkraftanteil und sonstige erneuerbare Energieträger – zusammen mit dem, was in Zukunft noch dazu getan wird – ich komme gleich darauf –, eine wirklich interessante Zukunftsperspektive, und zwar nicht nur ökologisch, sondern vor allem auch wirtschaftlich, hat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Vor 20 Jahren hätten Sie anfangen sollen, nicht jetzt!
Es ist jedoch ein Widerspruch, Herr Kollege Prinzhorn, auf der einen Seite das Zuviel an Personal, das es früher gegeben hat, zu kritisieren, auf der anderen Seite aber über die Personalkostensenkungen zu lamentieren. (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Vor 20 Jahren hätten Sie anfangen sollen, nicht jetzt!) Sie hätten immer weh getan, ob heute oder vor zwei Jahren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Damals hätten Sie eine Strukturänderung machen sollen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Damals hätten Sie eine Strukturänderung machen sollen!
Es ist jedoch ein Widerspruch, Herr Kollege Prinzhorn, auf der einen Seite das Zuviel an Personal, das es früher gegeben hat, zu kritisieren, auf der anderen Seite aber über die Personalkostensenkungen zu lamentieren. (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Vor 20 Jahren hätten Sie anfangen sollen, nicht jetzt!) Sie hätten immer weh getan, ob heute oder vor zwei Jahren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Damals hätten Sie eine Strukturänderung machen sollen!)
Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Was kostet das?
Zum Netzzugang für Großabnehmer: Herr Prinzhorn! Ich glaube nicht, daß Sie gemeint haben, daß es keine Regelung gäbe, sondern ich nehme an, Sie haben die Netztarife gemeint. Denn für den Netzzugang gibt es sehr wohl eine Regelung, und zwar die beste, die möglich war, nämlich der regulierte Netzzugang. (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Was kostet das?) Wir hatten ursprünglich ein anderes System im Sinne, sind aber im Laufe der Beratungen klar zu der Erkenntnis gelangt, daß dieses System marktkonformer, effizienter und auch viel unbürokratischer ist. Das einzige, was geregelt sein und bleiben muß, ist natürlich das Netzsystem, der Netzzugang, weil es in diesem Bereich weiterhin ein natürliches Monopol gibt. Aber das gewählte System ist jedenfalls, wie gesagt, viel effizienter und unbürokratischer als alles andere in Diskussion Gestandene.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir haben allerdings, und das aus gutem Grund, nämlich aus beschäftigungs- und regionalpolitischen Überlegungen, die Braunkohleverstromung in der Steiermark explizit und vorneweg bereits als sogenannte "stranded investments" und damit auch als betriebsbeihilfenempfangsbedürftig anerkannt. Aber das war meiner Ansicht nach nicht nur aus regional- und beschäftigungspolitischen Gründen notwendig, sondern auch ein Gebot der Fairneß gegenüber den Betroffenen in der Steiermark. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Barmüller: Keine Wasserkraft!
Ein weiteres wesentliches Anliegen konnte realisiert werden: Es wurde den erneuerbaren Energieträgern in der Verstromung zum Durchbruch verholfen. Biomasse, Biogas, Deponiegas, geothermische Energie, Wind und Sonne sind interessante Substitutionsmöglichkeiten (Abg. Mag. Barmüller: Keine Wasserkraft!), interessant auch für fossile Energieträger, und es handelt sich dabei vor allem auch um interessante Erwerbsmöglichkeiten gerade im ländlichen Raum. Es wurden erreicht: eine Abnahmeverpflichtung von 3 Prozent bis 2005, Herr Kollege Prinzhorn, verbindliche Einspeisetarife, die in den Ländern festzulegen sind, eine gleichzeitige Vergütung an die EVUs dafür, der direkte Netzzugang mit dem Ab-Hof-Verkauf und auch anlagenrechtliche Erleichterungen für Erzeugungsanlagen zur Verstromung von erneuerbaren Energieträgern. Insgesamt ist das ein Paket, das mithelfen wird, den Anteil der erneuerbaren Energie noch zu erhöhen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte mich abschließend auch als Vorsitzender des Unterausschusses, der dieses Gesetz behandelt hat, in diesem Zusammenhang recht herzlich bedanken, zunächst bei dir, Herr Bundesminister, für die mühevolle Vorarbeit. Bis es überhaupt zur Regierungsvorlage kommen konnte, waren viele Verhandlungsrunden notwendig, die du bravourös gemeistert hast, damit du eine sehr gute Regierungsvorlage vorlegen konntest. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte aber auch deine Mitarbeiter in der Sektion VIII, angeführt von Herrn Sektionschef Zluwa, nicht unerwähnt lassen. Sie haben uns wirklich vorbildlich in unserer Arbeit unterstützt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Hochpreislich!
Auch unsere beiden Verhandlungspartner auf seiten des Koalitionspartners, Staatssekretär Ruttenstorfer und Abgeordneter Oberhaidinger, seien erwähnt. Es waren harte Verhandlungen, aber meiner Ansicht nach auf einem guten Niveau (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Hochpreislich!) und auf einer menschlichen Basis, die sich sehen lassen kann, und wir haben gemeinsam ein gutes Ergebnis zustande gebracht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Auch unsere beiden Verhandlungspartner auf seiten des Koalitionspartners, Staatssekretär Ruttenstorfer und Abgeordneter Oberhaidinger, seien erwähnt. Es waren harte Verhandlungen, aber meiner Ansicht nach auf einem guten Niveau (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Hochpreislich!) und auf einer menschlichen Basis, die sich sehen lassen kann, und wir haben gemeinsam ein gutes Ergebnis zustande gebracht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: 4 Minuten überzogen!
Zu guter Letzt bedanke ich mich bei allen Mitarbeitern, allen Kolleginnen und Kollegen im Unterausschuß und auch im Wirtschaftsausschuß (Abg. Dr. Khol: 4 Minuten überzogen!) und auch schon vorweg, lieber Klubobmann, bei allen hier im Hohen Haus für die, wie ich hoffe
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Tatsache ist, daß die Lösung, die gefunden wurde, für die Struktur der österreichischen Elektrizitätswirtschaft nicht zukunftsweisend sein kann, Herr Abgeordneter Kopf, sondern es wird so sein, daß aufgrund von sehr regionalen Interessen, von Länderinteressen, eine Energieversorgungsstruktur aufgebaut wird, die auf Dauer nicht aus dem österreichischen Bereich heraus dominiert werden kann. Wir laufen damit Gefahr, daß wir im europäischen Verbund insgesamt eher zu den randgeregelten Bereichen gehören werden. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Kopf: Zwingend, sonst Minister!
Was die Einspeisetarife angeht: Diese sind Ländersache, diesbezüglich hat sich bis heute nichts geändert. (Abg. Kopf: Zwingend, sonst Minister!) Ja, Mindestpreise, aber nicht darüber. Das war auch bisher schon so.
Abg. Kopf: Dann hätten wir die 3 Prozent auch schon erreicht!
Und letztlich haben Sie die Kleinwasserkraft ausgenommen. Sie haben die Kleinwasserkraftwerke, Herr Abgeordneter Kopf, nicht zu den erneuerbaren Energieträgern gezählt. Die Kleinwasserkraft kommt nicht vor. (Abg. Kopf: Dann hätten wir die 3 Prozent auch schon erreicht!) Und deshalb sage ich Ihnen: Es wäre angemessen, ein Ziel zu setzen, das da heißt: Eine hundertprozentige Versorgung über erneuerbare Energieträger, heute offensiv begonnen, würde letztlich dazu führen, daß wir mehr Projekte hätten, die auch etwa mit Solarpreisen ausgezeichnet werden könnten. Wir könnten sicher sein, daß etwas gemacht wird, was regionale Wertschöpfung bringt, Arbeitsplatzsicherung bedeutet und die Exportwirtschaft ankurbelt. Das wird dieses Gesetz nicht erreichen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Und letztlich haben Sie die Kleinwasserkraft ausgenommen. Sie haben die Kleinwasserkraftwerke, Herr Abgeordneter Kopf, nicht zu den erneuerbaren Energieträgern gezählt. Die Kleinwasserkraft kommt nicht vor. (Abg. Kopf: Dann hätten wir die 3 Prozent auch schon erreicht!) Und deshalb sage ich Ihnen: Es wäre angemessen, ein Ziel zu setzen, das da heißt: Eine hundertprozentige Versorgung über erneuerbare Energieträger, heute offensiv begonnen, würde letztlich dazu führen, daß wir mehr Projekte hätten, die auch etwa mit Solarpreisen ausgezeichnet werden könnten. Wir könnten sicher sein, daß etwas gemacht wird, was regionale Wertschöpfung bringt, Arbeitsplatzsicherung bedeutet und die Exportwirtschaft ankurbelt. Das wird dieses Gesetz nicht erreichen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Oberhaidinger: Acht!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Am Wort ist jetzt Herr Abgeordneter Oberhaidinger. 6 Minuten freiwillige Redezeit. (Abg. Oberhaidinger: Acht!) 8 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Beifall bei der SPÖ.
Darüber hinaus sollten wir nicht übersehen, daß auch für Verteilunternehmen, sofern sie Übertragungsnetzbetreiber sind oder wenn sie einen zugelassenen Kunden in ihrem Versorgungsbereich haben, der Markt in diesem Umfang geöffnet wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meinem Verhandlungsleiter, dem Kollegen Karlheinz Kopf, danke ich für seine sehr harte, aber immer faire und sachliche Art der Verhandlungsführung, die es ermöglicht, daß wir uns heute – nachdem wir dieses Gesetz beschlossen haben – noch immer in die Augen schauen können und weiter miteinander für die österreichische E-Wirtschaft und Energiewirtschaft arbeiten werden können. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Oberhaidinger: Theoretisch!
Es ist legitim, daß Deutschland das versucht, daß es ganz besonders Frankreich versucht, ebenso Skandinavien und Österreich. Dagegen habe ich nichts einzuwenden. Der Unterschied ist nur, daß beispielsweise Deutschland seinen Markt sofort mit 100 Prozent öffnet (Abg. Oberhaidinger: Theoretisch!), wie Sie richtig ausgeführt haben, mit einigen protektionistischen Maßnahmen drinnen. Theoretisch. Aber Österreich, Herr Abgeordneter Oberhaidinger, öffnet mit rund 27 Prozent, und zwar auch nur theoretisch. (Abg. Marizzi: 30!) Dann sind es eben 30 Prozent, streiten wir nicht um 3 Prozent. Aber das eben auch nur theoretisch, Herr Kollege Oberhaidinger.
Abg. Marizzi: 30!
Es ist legitim, daß Deutschland das versucht, daß es ganz besonders Frankreich versucht, ebenso Skandinavien und Österreich. Dagegen habe ich nichts einzuwenden. Der Unterschied ist nur, daß beispielsweise Deutschland seinen Markt sofort mit 100 Prozent öffnet (Abg. Oberhaidinger: Theoretisch!), wie Sie richtig ausgeführt haben, mit einigen protektionistischen Maßnahmen drinnen. Theoretisch. Aber Österreich, Herr Abgeordneter Oberhaidinger, öffnet mit rund 27 Prozent, und zwar auch nur theoretisch. (Abg. Marizzi: 30!) Dann sind es eben 30 Prozent, streiten wir nicht um 3 Prozent. Aber das eben auch nur theoretisch, Herr Kollege Oberhaidinger.
Abg. Kopf: Die haben ihn schon im internationalen Vergleich!
Das ist etwas anderes. Ich wäre absolut dafür gewesen, und Sie hätten auch bei den Liberalen und bei uns Partner gefunden hinsichtlich der Überlegung, daß man unter bestimmten Rahmenbedingungen mehr öffnet, und vor allem dahin gehend, nicht nur – das ist eines der Ziele dieser Liberalisierung – einen Preisvorteil für die Großabnehmer, sondern auch einen Preisvorteil, der sehr rasch greift, für Konsumentinnen und Konsumenten zu erzielen. (Abg. Kopf: Die haben ihn schon im internationalen Vergleich!)
Abg. Kopf: Die haben bis jetzt einen höheren Tarif gehabt!
Ich weiß, daß Sie heute einen Entschließungsantrag einbringen, Herr Abgeordneter Kopf, aber trotzdem können Sie nicht abstreiten, daß diese Liberalisierungsrichtlinien in ganz Europa eine große Gefahr beinhalten, nämlich daß vorwiegend Großabnehmer davon profitieren werden und nicht die Konsumenten. Wir haben das am Beispiel England schon gesehen. (Abg. Kopf: Die haben bis jetzt einen höheren Tarif gehabt!) Dort sind zwar die Preise gesunken, aber nicht für die Konsumentinnen und Konsumenten. (Abg. Oberhaidinger: Weitere fünf Jahre keine Strompreiserhöhung!)
Abg. Oberhaidinger: Weitere fünf Jahre keine Strompreiserhöhung!
Ich weiß, daß Sie heute einen Entschließungsantrag einbringen, Herr Abgeordneter Kopf, aber trotzdem können Sie nicht abstreiten, daß diese Liberalisierungsrichtlinien in ganz Europa eine große Gefahr beinhalten, nämlich daß vorwiegend Großabnehmer davon profitieren werden und nicht die Konsumenten. Wir haben das am Beispiel England schon gesehen. (Abg. Kopf: Die haben bis jetzt einen höheren Tarif gehabt!) Dort sind zwar die Preise gesunken, aber nicht für die Konsumentinnen und Konsumenten. (Abg. Oberhaidinger: Weitere fünf Jahre keine Strompreiserhöhung!)
Abg. Kopf: Einspeisetarife, direkter Markt für die Erzeuger!
Herr Abgeordneter Kopf! Es tut mir sehr leid, daß folgendes nicht in der Endfassung des Gesetzes ist: Es steht nicht darin, was passiert, wenn die Landesversorger das nicht erreichen. Meine große Sorge ist – sosehr ich diese kleine Regelung begrüße –, daß das totes Recht bleibt. Ich erinnere Sie an andere Gesetze, bei denen wir ebenfalls Quoten beschlossen haben, wie zum Beispiel beim Ozongesetz. Das wurde vom Hohen Haus, von allen Abgeordneten hier, beschlossen: minus 40 Prozent NOx und VOC bis zum Jahr 1996. Schauen Sie es sich an, wir haben die Quote nicht erreicht. Was ist passiert? – Es ist nichts passiert. Und was wird hier passieren? – Im ursprünglichen Entwurf waren entsprechende Ausgleichszahlungen vorgesehen. Diese sind jetzt nicht mehr vorgesehen. (Abg. Kopf: Einspeisetarife, direkter Markt für die Erzeuger!)
Abg. Kopf: Maßnahmen sind doch gescheiter als Strafen!
Herr Abgeordneter Kopf! Es ist leider keine Bestrafung für den Fall vorgesehen, daß diese 3-Prozent-Regelung nicht eingehalten wird. Was passiert dann? – Deshalb muß ich sagen, sosehr ich es begrüße, daß wenigstens das enthalten ist, so sehr bedauere ich es, daß man es nicht gewagt hat, die Landesversorger mehr zu "zwicken". (Abg. Kopf: Maßnahmen sind doch gescheiter als Strafen!)
Abg. Kopf: Wie geht das?
Die Grünen haben ein sehr klares Konzept gehabt. Wir haben uns für ein klares Unbundling, eine eigene Kraftwerksgesellschaft mit einer optimalen Koordination des Kraftwerksparks in Österreich ausgesprochen. (Abg. Kopf: Wie geht das?) Ich erinnere Sie: Wir alle kennen das Beispiel Dürnrohr, ein EVN-Block, ein Verbund-Block, mit ganz geringer Auslastung. Bevor sich die EVN mit dem Verbund zusammentut, bauen sie lieber Theiß aus. Das ist verrückt! Das ist Vernichtung volkswirtschaftlichen Vermögens, Herr Abgeordneter Kopf! (Abg. Kopf: Wie soll das gehen? Wollen Sie Enteignungen durchführen?) Wir haben eine Kraftwerksholding, in der die Landesversorger entsprechend ihres dort eingebrachten Eigentums vertreten sind, vorgeschlagen. (Abg. Kopf: Das kann ich den Eigentümern doch nicht aufzwingen!) Bei gutem Willen wäre das möglich. Aber so können wir nicht mehr davon reden, daß das Ziel eine österreichische Energiepolitik ist.
Abg. Kopf: Wie soll das gehen? Wollen Sie Enteignungen durchführen?
Die Grünen haben ein sehr klares Konzept gehabt. Wir haben uns für ein klares Unbundling, eine eigene Kraftwerksgesellschaft mit einer optimalen Koordination des Kraftwerksparks in Österreich ausgesprochen. (Abg. Kopf: Wie geht das?) Ich erinnere Sie: Wir alle kennen das Beispiel Dürnrohr, ein EVN-Block, ein Verbund-Block, mit ganz geringer Auslastung. Bevor sich die EVN mit dem Verbund zusammentut, bauen sie lieber Theiß aus. Das ist verrückt! Das ist Vernichtung volkswirtschaftlichen Vermögens, Herr Abgeordneter Kopf! (Abg. Kopf: Wie soll das gehen? Wollen Sie Enteignungen durchführen?) Wir haben eine Kraftwerksholding, in der die Landesversorger entsprechend ihres dort eingebrachten Eigentums vertreten sind, vorgeschlagen. (Abg. Kopf: Das kann ich den Eigentümern doch nicht aufzwingen!) Bei gutem Willen wäre das möglich. Aber so können wir nicht mehr davon reden, daß das Ziel eine österreichische Energiepolitik ist.
Abg. Kopf: Das kann ich den Eigentümern doch nicht aufzwingen!
Die Grünen haben ein sehr klares Konzept gehabt. Wir haben uns für ein klares Unbundling, eine eigene Kraftwerksgesellschaft mit einer optimalen Koordination des Kraftwerksparks in Österreich ausgesprochen. (Abg. Kopf: Wie geht das?) Ich erinnere Sie: Wir alle kennen das Beispiel Dürnrohr, ein EVN-Block, ein Verbund-Block, mit ganz geringer Auslastung. Bevor sich die EVN mit dem Verbund zusammentut, bauen sie lieber Theiß aus. Das ist verrückt! Das ist Vernichtung volkswirtschaftlichen Vermögens, Herr Abgeordneter Kopf! (Abg. Kopf: Wie soll das gehen? Wollen Sie Enteignungen durchführen?) Wir haben eine Kraftwerksholding, in der die Landesversorger entsprechend ihres dort eingebrachten Eigentums vertreten sind, vorgeschlagen. (Abg. Kopf: Das kann ich den Eigentümern doch nicht aufzwingen!) Bei gutem Willen wäre das möglich. Aber so können wir nicht mehr davon reden, daß das Ziel eine österreichische Energiepolitik ist.
Abg. Kopf: Aber nicht per Gesetz!
Ich war vor kurzem bei einer Diskussion mit Landeshauptmann Stix und Landesrat Leitl, bei der ich über die große Übereinstimmung, die wir drei dort auf diesem Podium hatten, überrascht war. Nachher war ich besonders überrascht, daß es nicht gelungen ist, eine vernünftigere Lösung zusammenzubringen, zum Beispiel eine Kraftwerkskoordination mit optimaler Nutzung von Synergieeffekten und, Herr Bundesminister, mit einer eigenen Netzgesellschaft. Ich brauche Sie nicht daran zu erinnern, daß es ursprünglich auch Ihr Ziel war, eine eigene Netzgesellschaft im Rahmen dieses Gesetzes einzubauen. (Abg. Kopf: Aber nicht per Gesetz!)
Abg. Oberhaidinger: Eine gute österreichische Lösung bringen wird!
Das Gesetz hat versucht, an den bestehenden Rahmenbedingungen herumzubasteln. Ein paar Rädchen wurden verdreht, soviel, wie es aufgrund der Richtlinie gerade notwendig ist. Ich glaube nach wie vor, daß die große ökologische Chance, aber auch die unternehmenspolitische Chance nicht genutzt wurden. Ich bin mir auch nicht sicher, daß das Gesetz EU-konform ist, und ich bedauere, daß Sie nicht versucht haben, die Oppositionsparteien in die Verhandlungen einzubinden und daß einmal mehr eine österreichische Lösung herausgekommen ist, Herr Abgeordneter Oberhaidinger, die zwar kurzfristig nicht große Gewinner und Verlierer bringen wird, aber die langfristig für Österreich – davon bin ich überzeugt – von Schaden sein wird. (Abg. Oberhaidinger: Eine gute österreichische Lösung bringen wird!) Vergleichen Sie die Entwicklung in den skandinavischen Ländern oder in Spanien, wo man Spotmärkte zuläßt, wo
Beifall bei den Grünen.
Abschließend kann man nur sagen: Es wurde eine Chance verpaßt, die EU-Richtlinie wurde mehr oder weniger eingehalten. Wir werden warten, ob die EU-Kommission ihren Sanktus dazu gibt. Sonst bleibt mir nicht mehr viel zu sagen, als daß ich Ihnen noch einen schönen Abend wünsche. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Rudolf Schwarzböck (ÖVP): Verehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Langthaler! Die Dynamik, die von diesem EIWOG ausgeht, wird sicher größer sein als Ihre Erwartungen, die Sie heute hier formuliert haben. Ich verfolge es schon seit Jahren, daß Sie bei jedem Reformwerk, das wir aus der Sicht der Regierungsparteien verhandelt und verabschiedet haben, nicht daran geglaubt haben und die Erfolgszahlen dann wesentlich besser waren als Ihre pessimistischen Erwartungen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine geschätzten Damen und Herren! Die Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern hat das Wirtschaftsforschungsinstitut beauftragt, eine Studie zu erarbeiten, welche Arbeitsplatzeffekte eine stärkere Rohstoff- und Biomassenutzung bringen könnten. Es sind 60 000 Arbeitsplätze mit derartigen positiven innovatorischen Entwicklungen in Verbindung gebracht worden, und bin überzeugt davon, daß wir damit einen ersten und wesentlichen Beitrag geleistet haben, um diese umfassenden ganzheitlichen Ziele in Angriff nehmen und entsprechend weiterentwickeln zu können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Oberhaidinger: Förderer!
Abgeordneter Ing. Wolfgang Nußbaumer (Freiheitliche): Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Bundesminister, Sie wollten ein Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz vorlegen, das ein Vorbild für fortschrittliche Wirtschaftspolitik in Österreich werden sollte. Geblieben ist Ihnen nicht einmal der kleinste Nenner, wie es ein sozialdemokratischer Abgeordneter im Ausschuß formuliert hat. Ich weiß nicht, wer der größere Verhinderer war: Sie, Herr Oberhaidinger, von der SPÖ, oder Sie, Herr Kopf, von der ÖVP?! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Oberhaidinger: Förderer!)
Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.
Die Großen werden es sich schon richten. Diese hätten es sich auch ohne Strommarktöffnung gerichtet. Sie wären einfach mit ihren Forderungen an die Gesellschaften herangetreten. Aber die klein- und mittelständischen Unternehmen werden davon nicht profitieren können. (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. ) Deshalb bleibt Österreich beim Industriestrom, beim Strom für klein- und mittelständische Unternehmen europäisches Hochpreisland. Es ist ein solches, und es wird ein solches bleiben. Ich kann Ihnen dazu die Unterlagen zeigen. Gestern stand im "Standard" zu lesen: Wir liegen an der 32. Stelle bezüglich der Kosten.
Abg. Oberhaidinger: Rascher, als Sie glauben! In zwei, drei Jahren!
Herr Schwarzböck – ich sehe ihn nicht mehr, er ist schon weggegangen. Die Dynamik, von der er gemeint hat, daß sie entstehen wird, wird nicht entstehen. Dieses Gesetz ist nicht einmal in der Lage, die Systemnutzungstarife ... (Abg. Oberhaidinger: Rascher, als Sie glauben! In zwei, drei Jahren!) Nein, das glaube ich nicht. Nein! Sie waren nicht in der Lage, die Systemnutzungstarife, also die Netzgebühren, zumindest die Berechnung, festzuschreiben. Sie überlassen diese Entscheidung dem Hauptausschuß und setzen diese Entscheidung ständig dem politischen Spiel aus, einem politischen Spiel zu Lasten der E-Wirtschaft, zu Lasten der klein- und mittelständischen Unternehmen und auch zu Lasten der Verbraucher. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. – Abg. Kopf: Das glauben Sie doch selbst nicht, was Sie da sagen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. – Abg. Kopf: Das glauben Sie doch selbst nicht, was Sie da sagen!
Herr Schwarzböck – ich sehe ihn nicht mehr, er ist schon weggegangen. Die Dynamik, von der er gemeint hat, daß sie entstehen wird, wird nicht entstehen. Dieses Gesetz ist nicht einmal in der Lage, die Systemnutzungstarife ... (Abg. Oberhaidinger: Rascher, als Sie glauben! In zwei, drei Jahren!) Nein, das glaube ich nicht. Nein! Sie waren nicht in der Lage, die Systemnutzungstarife, also die Netzgebühren, zumindest die Berechnung, festzuschreiben. Sie überlassen diese Entscheidung dem Hauptausschuß und setzen diese Entscheidung ständig dem politischen Spiel aus, einem politischen Spiel zu Lasten der E-Wirtschaft, zu Lasten der klein- und mittelständischen Unternehmen und auch zu Lasten der Verbraucher. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. – Abg. Kopf: Das glauben Sie doch selbst nicht, was Sie da sagen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Oberhaidinger: Salzburg!
Trotzdem ist das schlimmste Problem, das die E-Wirtschaft haben wird, die fehlende Wettbewerbsfähigkeit. Das wird sich in der Form auswirken, daß sich die E-Wirtschaft Schritt für Schritt verkaufen wird. Sie wird sich selbst verkaufen müssen, wie das in der Steiermark der Fall war. Sie wird sich an das Ausland, lieber Kollege Kopf, an ausländische Unternehmen verkaufen, die nur eines im Sinn haben, nämlich auf dem Umweg der Beteiligung an der österreichischen E-Wirtschaft an die österreichischen Wasserressourcen zu kommen. Sie wollen an die österreichischen Wasserressourcen herankommen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Oberhaidinger: Salzburg!)
Abg. Kopf: Was ist dein Lösungsvorschlag?
Österreichische Wasserressourcen in ausländischer Hand ist aber gleichbedeutend mit der Vernichtung des Wirtschaftsstandortes Österreich. (Abg. Kopf: Was ist dein Lösungsvorschlag?) Dem wirkt dieses Gesetz nicht entgegen (Abg. Kopf: Lösungsvorschlag!), sondern unser Entschließungsantrag. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Kopf: Lösungsvorschlag!
Österreichische Wasserressourcen in ausländischer Hand ist aber gleichbedeutend mit der Vernichtung des Wirtschaftsstandortes Österreich. (Abg. Kopf: Was ist dein Lösungsvorschlag?) Dem wirkt dieses Gesetz nicht entgegen (Abg. Kopf: Lösungsvorschlag!), sondern unser Entschließungsantrag. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Österreichische Wasserressourcen in ausländischer Hand ist aber gleichbedeutend mit der Vernichtung des Wirtschaftsstandortes Österreich. (Abg. Kopf: Was ist dein Lösungsvorschlag?) Dem wirkt dieses Gesetz nicht entgegen (Abg. Kopf: Lösungsvorschlag!), sondern unser Entschließungsantrag. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Nun zur Ernsthaftigkeit mancher Aussagen. Kollegin Langthaler kritisiert unsere CO2-Emissionen und so weiter. Die letzten Zahlen des IEA beweisen anderes. Ein auf IEA-Daten basierender Vergleich des Energieverbrauches und der CO2-Emissionen zeigt, daß Österreich besser ist als der EU-Durchschnitt – besser als der OECD-Durchschnitt! Das ist die Wahrheit! Alles andere sind Märchen und Wunschträume. – Das nur am Rande zur Kritik. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Wir haben die höchsten Gaspreise!
Sie haben Norwegen erwähnt. Dazu müssen Sie doch sagen, daß Norwegen ein Ölressourcenland, ein Gasressourcenland ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Wir haben die höchsten Gaspreise!) Wir liegen hinsichtlich der Wasserkraft in Europa hinter Norwegen an
Abg. Ing. Nußbaumer: Sie sagten, die Kernkraft sei teurer, jetzt sagen Sie, die Kernkraft sei billiger! Sie widersprechen sich!
Sie unterschätzen den Einfluß, den der Verzicht auf die Kernkraft in Österreich gehabt hat. Natürlich kostet das Geld. Sie unterschätzen, welche Bedeutung es hatte, daß wir uns für eine umweltorientierte Energiepolitik entschieden haben. Das kostet Geld. Da sind natürlich betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Spannungsverhältnisse vorhanden, darüber gibt es überhaupt keine Diskussion. (Abg. Ing. Nußbaumer: Sie sagten, die Kernkraft sei teurer, jetzt sagen Sie, die Kernkraft sei billiger! Sie widersprechen sich!)
Abg. Ing. Nußbaumer: Die Privilegien habt ihr untergebracht!
Ich darf Ihnen einen Widerspruch nennen: Auf der einen Seite kritisieren Sie und meinen, das eine oder andere sei schlecht. Im selben Atemzug sagen Sie, Sie hätten Angst, daß wir aufgekauft werden. – Also wenn das österreichische Elektrizitätswesen so schlecht ist, dann frage ich mich, warum es so begehrt ist. (Abg. Ing. Nußbaumer: Die Privilegien habt ihr untergebracht!) Ich nenne Ihnen den Hauptgrund: Der Hauptgrund ist ein strategischer, weil wir ein enorm wichtiges geopolitisches Stromnetz haben. Das, meine Damen und Herren, ist es, was begehrt ist. Und das zeigt, daß wir mit unserer Energiepolitik diesbezüglich richtig liegen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Nußbaumer: Ich bin sehr überrascht, daß Sie sagen, der Atomstrompreis sei niedriger!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Nußbaumer: Ich bin sehr überrascht, daß Sie sagen, der Atomstrompreis sei niedriger!
Ich darf Ihnen einen Widerspruch nennen: Auf der einen Seite kritisieren Sie und meinen, das eine oder andere sei schlecht. Im selben Atemzug sagen Sie, Sie hätten Angst, daß wir aufgekauft werden. – Also wenn das österreichische Elektrizitätswesen so schlecht ist, dann frage ich mich, warum es so begehrt ist. (Abg. Ing. Nußbaumer: Die Privilegien habt ihr untergebracht!) Ich nenne Ihnen den Hauptgrund: Der Hauptgrund ist ein strategischer, weil wir ein enorm wichtiges geopolitisches Stromnetz haben. Das, meine Damen und Herren, ist es, was begehrt ist. Und das zeigt, daß wir mit unserer Energiepolitik diesbezüglich richtig liegen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Nußbaumer: Ich bin sehr überrascht, daß Sie sagen, der Atomstrompreis sei niedriger!)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, insgesamt war unsere Energiepolitik richtig. Man muß den Vätern und Großvätern dankbar sein, denn eine der Voraussetzungen für den Aufstieg Österreichs zu jenem Land, das wir heute sind, war eine funktionierende Energiewirtschaft. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zweiter Punkt: die Reaktion der Großinvestoren und der österreichischen Großkunden. Ich habe mit allen österreichischen Großkunden, vor allem internationaler Provenienz, in den letzten Wochen Kontakte gehabt, und überall wurde uns gesagt: Wir sind mit den zum Teil bereits vorverhandelten Preisen außerordentlich zufrieden. – Neue Investoren haben angekündigt, daß das Hindernis Strompreis für Investoren nicht mehr besteht. (Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Sie lachen – ich habe die Beispiele, Sie haben nur das Lachen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zweiter Punkt: die Reaktion der Großinvestoren und der österreichischen Großkunden. Ich habe mit allen österreichischen Großkunden, vor allem internationaler Provenienz, in den letzten Wochen Kontakte gehabt, und überall wurde uns gesagt: Wir sind mit den zum Teil bereits vorverhandelten Preisen außerordentlich zufrieden. – Neue Investoren haben angekündigt, daß das Hindernis Strompreis für Investoren nicht mehr besteht. (Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Sie lachen – ich habe die Beispiele, Sie haben nur das Lachen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.
Vierter Punkt: Bezüglich Alternativen-Diskussion würde ich bei der Frau Abgeordneten Langthaler und bei Herrn Abgeordneten Barmüller anschließen. Ich bleibe bei der Grundüberzeugung: Wenn Sie so davon überzeugt sind, daß jene Alternativen die große Zukunft haben, von denen Sie sprechen, dann muß ich sagen, suchen Sie sich Ihre Kunden selbst! Sie haben den Netzzugang, und Sie haben die Möglichkeit, eigene Netze zu bauen. Aber Alternativen zu propagieren und dann von jemand anderem subventionieren zu lassen, ist nicht die Lösung, die in einem System, in dem uns auch aus Wasser erzeugter Strom aus den Ohren fließt, gefunden werden kann. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller. )
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich kann Ihnen nur von meinem Haus aus sagen: Die österreichische Kernlösung hat durch die jetzt zu beschließende Regelung wesentliche Impulse erhalten, und das Gesetz wird rascher nicht mehr so stehen, wie es heute intendiert ist, wenn wir auf Basis dieser Entschließungen fortfahren. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Oberhaidinger: Das ist etwas anderes!
Aber es wäre gerade jetzt die Neugestaltung der E-Wirtschaft mit diesem ElWOG in entscheidendem Maße möglich. Ich stelle fest, daß dem nicht so ist – zumindest nicht so, wie es unseren Vorstellungen entspricht. (Abg. Oberhaidinger: Das ist etwas anderes!) Sie kennen unseren Abänderungsantrag. Kollege Oberhaidinger, der sich bekanntermaßen sehr für erneuerbare Energie einsetzt, hat sich gemeinsam mit Kollegen Kopf, beide Energiesprecher ihrer Fraktion, zu einem Entschließungsantrag hinreißen lassen, mit dem man tatsächlich nicht allzuviel anfangen kann.
Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.
Es wäre tatsächlich sinnvoll, jetzt dieses ElWOG herzunehmen, um von der Ist-Situation abzugehen, wie sie sich heute in der E-Wirtschaft darstellt und wodurch sie geprägt ist, nämlich durch Proporz, durch Privilegien, durch Mißwirtschaft statt vernünftiger Marktwirtschaft. Es gibt also ein Monopol statt Wettbewerb und überhöhter Strompreise. Man sollte endlich zu einer transparenten Lösung übergehen, zu einer Aufgliederung, zu einem Trennen zwischen Produktion und Netz, wie das wünschenswert wäre. (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie wissen, daß es eine Machbarkeitsstudie gibt, und diese Machbarkeitsstudie zielt darauf ab, auch die Wasserressourcen Österreichs – jetzt betrifft es das Rhone-Tal, von dort soll auf die iberische Halbinsel gepumpt werden; irgendwann wird es Österreich sein – zu verwenden. Sie werden diese Ihre Aussagen und dieses Verhöhnen hoffentlich dann auch noch im Gedächtnis haben. Daß wir Sie davor gewarnt haben, auch das sollten Sie bei diesem ElWOG und angesichts der Tatsache nicht vergessen, daß die Interessenten nach wie vor da sind, die unsere heimische E-Wirtschaft kaufen werden, und wir dann vom Ausland fremdbestimmt sind. Jetzt sind wir staatlich inländisch, nachher werden wir ausländisch fremdbestimmt sein, und die Gestaltung der E-Wirtschaft wird vom Ausland vorgenommen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Ich bin hier!
Abgeordneter Mag. Franz Steindl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! In der Tat schließen wir heute eine sehr schwierige Materie ab, und es ist anscheinend in diesem Hohen Hause ein ungeschriebenes Gesetz: Je schwieriger die Materie, desto geringer die Anwesenheit der Abgeordnetenkollegen und -kolleginnen. (Abg. Haigermoser: Ich bin hier!) – Ich habe nicht dich gemeint, sondern allgemein. (Abg. Haigermoser: Oberhaidinger und ich, wir sind hier!) Ich bin sicher, daß es beim nächsten Tagesordnungspunkt, wenn es um die Zeltfest-Problematik geht, wieder ein volles Haus geben wird.
Abg. Haigermoser: Oberhaidinger und ich, wir sind hier!
Abgeordneter Mag. Franz Steindl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! In der Tat schließen wir heute eine sehr schwierige Materie ab, und es ist anscheinend in diesem Hohen Hause ein ungeschriebenes Gesetz: Je schwieriger die Materie, desto geringer die Anwesenheit der Abgeordnetenkollegen und -kolleginnen. (Abg. Haigermoser: Ich bin hier!) – Ich habe nicht dich gemeint, sondern allgemein. (Abg. Haigermoser: Oberhaidinger und ich, wir sind hier!) Ich bin sicher, daß es beim nächsten Tagesordnungspunkt, wenn es um die Zeltfest-Problematik geht, wieder ein volles Haus geben wird.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ein Letztes: Es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, ein Meilenstein in der Energiewirtschaft, es wird aber nicht der letzte sein. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, daß Energiepolitik etwas Wichtiges, etwas Wertvolles ist, das wir auch in Zukunft zu einem beachtlichen Teil auf nationaler Ebene steuern können sollten. Ich bin auch der Meinung, daß sich unsere Industrie und auch die E-Wirtschaft in dieser Form in den nächsten Jahren im Rahmen dieses Gesetzes entsprechend strukturieren werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, daß wir diesen Gedanken aufnehmen sollten, denn sonst kommt es zu einem Ausverkauf der österreichischen Energie. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Natürlich geht das im Prinzip nur durch Erträge oder durch Produktivitätsfortschritte. Daher, Herr Minister, folgende Anregung: Bei den Produktivitätsfortschritten sollte doch beachtet werden, daß das nicht in erster Linie und primär zu Lasten der Beschäftigten geht. Denn wir haben in der österreichischen E-Wirtschaft eine sehr, sehr verkrustete Struktur, wir haben große Reserven durch die Koordination des Kraftwerkseinsatzes, indem Kraftwerke betrieben werden, die andere zum selben Zeitpunkt billiger betreiben könnten. Daher ist es notwendig, in den Verordnungen primär die Reserven anzugehen und nicht primär bei den Beschäftigten in der E-Wirtschaft zu sparen. (Beifall bei der SPÖ.) – Erste Bemerkung.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister! Wenn wir schon über Preisregelung und Preisverfahren reden, so möchte ich Sie auch darauf aufmerksam machen, daß wir einen zweiten Energiemarkt haben, nämlich den Benzin- und Dieselmarkt, auf dem auch eine Preisregelung notwendig wäre, weil wir weit über dem internationalen Preisniveau liegen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zweite Bemerkung: Wir müssen auf EU-Ebene darauf dringen, meine sehr geehrten Damen und Herren, daß eine bessere Methodik zur Evaluierung der wahren volkswirtschaftlichen Kosten verschiedener Energieträger – vor allem des Atomstroms – entwickelt wird. Gelingt diese korrekte Kostenbewertung, wird sich die Wasserkraft in Zukunft durchaus als konkurrenzfähig erweisen. Allein aus diesem Grund darf es aber zu keinem Ausverkauf der österreichischen E-Wirtschaft kommen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Wer hat damit angefangen, Herr Präsident?
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Schöggl! Trotz des Applauses Ihrer Fraktion (Abg. Mag. Stadler: Wer hat damit angefangen, Herr Präsident?) möchte ich schon festhalten, daß das Schlußwort des Berichterstatters kein Debattenbeitrag im Sinne der Geschäftsordnung sein kann. (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ und bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Er hat keine Ahnung!) Also für die Zukunft wollen wir das festhalten.
Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ und bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Er hat keine Ahnung!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Schöggl! Trotz des Applauses Ihrer Fraktion (Abg. Mag. Stadler: Wer hat damit angefangen, Herr Präsident?) möchte ich schon festhalten, daß das Schlußwort des Berichterstatters kein Debattenbeitrag im Sinne der Geschäftsordnung sein kann. (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ und bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Er hat keine Ahnung!) Also für die Zukunft wollen wir das festhalten.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber genauso wichtig sind die Tourismuswirtschaft und das Gastgewerbe, meine Damen und Herren, und daher hätte man im Zuge der Gesetzwerdung rund um die Gewerbeordnung "Festzelte" auch für diesen Wirtschaftszweig einsetzen müssen. Sie von der sozialistischen Koalition, insbesondere Sie von der ÖVP, haben es "geschafft" – unter Anführungszeichen –, einerseits das Gastgewerbe auf die Vereine loszulassen, andererseits die Vereine auf das Gastgewerbe. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Fink: Sie sind gegen die Vereine! – Abg. Schwarzenberger: Sie sind gegen die Vereine!
Das, meine Damen und Herren, ist die eigentliche Gemeinheit bei dieser Novellierung. Daher stimmen wir aus diesem und vielen anderen Gründen dieser Gesetzwerdung nicht zu. (Abg. Fink: Sie sind gegen die Vereine! – Abg. Schwarzenberger: Sie sind gegen die Vereine!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rosemarie Bauer: Keine Untergriffe! – Abg. Schwarzenberger: Was haben Sie gegen die Frau Rauch-Kallat?
Wir bekennen uns zu den Rechten der Vereine, meine Damen und Herren, und wir bekennen uns zur Notwendigkeit, den Vereinen das Überleben zu ermöglichen. Wir haben einige Vorschläge eingebracht. Doch das schlechte Gewissen jener "aufrechten" Kämpfer für das Gastgewerbe, nämlich des Herrn Stummvoll, des Herrn Maderthaner und des Kollegen Puttinger, hat sich ja manifestiert, Kollege Leiner, denn sie haben bei den Ausschußberatungen gefehlt, sie haben sich in Unschuld davongestohlen. Statt dessen haben Sie die Frau Rauch-Kallat in den Ausschuß gesetzt, die dann in ihren Wortmeldungen durch Unkenntnis geglänzt hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rosemarie Bauer: Keine Untergriffe! – Abg. Schwarzenberger: Was haben Sie gegen die Frau Rauch-Kallat?)
Abg. Dr. Leiner: Sag es, daß du gegen die Vereine bist!
Wir haben gesagt, daß wir ein Gesetz mit begleitenden Maßnahmen haben wollen, um einerseits den Wirten das Überleben zu ermöglichen und andererseits den Vereinen das zu geben, was Ihnen zusteht, nämlich nach dem Motto: Gebt dem Papste, was des Papstes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist! (Abg. Dr. Leiner: Sag es, daß du gegen die Vereine bist!)
Abg. Dr. Puttinger: Sie waren auch dabei!
Sie von der ÖVP waren einmal mehr nicht bereit – wir haben das in unserem Minderheitenbericht genau festgestellt –, für die Gastronomie jene Versprechungen einzulösen, die Sie ihr tagtäglich machen, die Sie ihr in Ihren Sonntagsreden machen. Sie haben das auch gemacht, als Sie via Präsident Maderthaner dem damaligen Bundeskanzler Vranitzky Zehntausende Unterschriften zur Abschaffung der Getränkesteuer öffentlichkeitswirksam überreicht haben. (Abg. Dr. Puttinger: Sie waren auch dabei!)
Abg. Mag. Steindl: Haigermoser, bist du jetzt dagegen oder dafür?
Man hätte guten Gewissens den Vereinen die Rechte zuordnen können, die ihnen zustehen, denn auch die Vereine sind an einer funktionierenden dörflichen Gemeinschaft interessiert. Die Vereine sind interessiert daran, daß es den Kirchenwirt weiterhin gibt, damit sie dort ihre Vereinstätigkeit über die Zeltfeste hinaus abführen können. Die Zusammenführung, die Vernetzung der Interessen der Vereine und der Wirte wäre leichter gelungen, wenn Sie steuerliche Maßnahmen gesetzt hätten, meine Damen und Herren. (Abg. Mag. Steindl: Haigermoser, bist du jetzt dagegen oder dafür?)
Abg. Fink: Vorschlag!
Solch eine Salzamtfeststellung haben wir in diesem Parlament überhaupt noch nicht erlebt. (Abg. Fink: Vorschlag!) Das ist genau jenes schlechte Gewissen, meine Damen und Herren, das Sie bei dem ganzen Gesetz begleitet hat. (Abg. Fink: Vorschlag! Nicht nur gegen die Vereine sein!) Sie haben den Vereinen nicht gegeben, was ihnen zusteht, den Wirten nicht gegeben, was ihnen zusteht, sondern allen etwas genommen. Sie haben zwischen diesen beiden wichtigen Bevölkerungsgruppen Unfrieden gesät, meine Damen und Herren, und sind einmal mehr im Stehen umgefallen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Fink: Vorschlag! Nicht nur gegen die Vereine sein!
Solch eine Salzamtfeststellung haben wir in diesem Parlament überhaupt noch nicht erlebt. (Abg. Fink: Vorschlag!) Das ist genau jenes schlechte Gewissen, meine Damen und Herren, das Sie bei dem ganzen Gesetz begleitet hat. (Abg. Fink: Vorschlag! Nicht nur gegen die Vereine sein!) Sie haben den Vereinen nicht gegeben, was ihnen zusteht, den Wirten nicht gegeben, was ihnen zusteht, sondern allen etwas genommen. Sie haben zwischen diesen beiden wichtigen Bevölkerungsgruppen Unfrieden gesät, meine Damen und Herren, und sind einmal mehr im Stehen umgefallen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Solch eine Salzamtfeststellung haben wir in diesem Parlament überhaupt noch nicht erlebt. (Abg. Fink: Vorschlag!) Das ist genau jenes schlechte Gewissen, meine Damen und Herren, das Sie bei dem ganzen Gesetz begleitet hat. (Abg. Fink: Vorschlag! Nicht nur gegen die Vereine sein!) Sie haben den Vereinen nicht gegeben, was ihnen zusteht, den Wirten nicht gegeben, was ihnen zusteht, sondern allen etwas genommen. Sie haben zwischen diesen beiden wichtigen Bevölkerungsgruppen Unfrieden gesät, meine Damen und Herren, und sind einmal mehr im Stehen umgefallen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie bekommen zu diesem Gesetz von uns keine Zustimmung, außer Sie stimmen dem Entschließungsantrag von uns Freiheitlichen zu. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Mit dieser Gesetzesänderung wird rechtlich endgültig klargestellt, was in unserem Land seit Jahren, ja Jahrzehnten Praxis ist. Als aktiver Feuerwehrmann freue ich mich darüber, daß endlich jene Veranstaltungen, die dem Zweck dienen, Einrichtungen mitfinanzieren zu können, damit man Geräte für den Katastrophenhilfsdienst, Geräte für die Bergung Verletzter und andere notwendige Dinge anschaffen kann, in Zukunft ohne behördliche Verfolgung stattfinden können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es ist ja fast nicht zu glauben, daß es immer noch Menschen gibt, die soviel Idealismus und Einsatzfreude zeigen, die Urlaubstage opfern und Schulungen machen, um der Gesellschaft bei Schwierigkeiten, bei der Bergung von Verletzten, bei Unwetterkatastrophen, bei Bränden und anderen dringenden Hilfsdiensten zur Verfügung zu stehen. (Beifall bei der ÖVP.) Es ist daher notwendig, auch von dieser Stelle aus den Einsatzkräften der Feuerwehr, der Bergrettung, der Wasserrettung und anderer Bereiche für die Tausenden Stunden an Arbeit zum Wohle der Gesellschaft einmal Danke zu sagen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Es ist ja fast nicht zu glauben, daß es immer noch Menschen gibt, die soviel Idealismus und Einsatzfreude zeigen, die Urlaubstage opfern und Schulungen machen, um der Gesellschaft bei Schwierigkeiten, bei der Bergung von Verletzten, bei Unwetterkatastrophen, bei Bränden und anderen dringenden Hilfsdiensten zur Verfügung zu stehen. (Beifall bei der ÖVP.) Es ist daher notwendig, auch von dieser Stelle aus den Einsatzkräften der Feuerwehr, der Bergrettung, der Wasserrettung und anderer Bereiche für die Tausenden Stunden an Arbeit zum Wohle der Gesellschaft einmal Danke zu sagen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Natürlich wäre es wünschenswert, wenn die Gemeinden einen ausreichend großen finanziellen Spielraum hätten, um all diese Notwendigkeiten sozusagen aus dem Stand heraus finanzieren zu können. Das ist aber nicht möglich, vor allem für die kleineren ländlichen Gemeinden, weil die Finanzkraft nicht gegeben ist. Dann gäbe es viele derartiger notwendiger Einrichtungen nicht. In dieser Hinsicht wäre Österreich ein armes Land. Ich bin jedoch überzeugt davon, Herr Kollege Haigermoser, daß die Wirtschaft insgesamt, der Fremdenverkehr und letztlich auch die Gastronomie in Summe profitieren werden, wenn es in jeder Gemeinde ein vielfältiges Vereinsleben geben kann und gibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bringe nur ein kleines Beispiel dafür – ich habe mir die Fakten und Daten geben lassen –: Meine Musikkapelle hat im Vorjahr 54 000 S für Gasthausrechnungen ausgegeben, damit bei den vielfältigsten Ausrückungen manchmal eine Jause oder ein Mittagessen mit einem Getränk für die Mitglieder finanzierbar ist. Der Kassier hat mir heute folgendes bestätigt: Gäbe es nicht die Möglichkeit, alle zwei Jahre – alle zwei Jahre, bitte! – ein derartiges Zeltfest zu veranstalten, könnte die Musikvereinskasse diese Ausgaben nicht leisten. – Und letztlich profitiert auch der Gastwirt davon, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ehrenamtliche Einsatzkräfte müssen oft extreme Situationen bestehen. Wir alle können uns nur wünschen, daß wir deren Einrichtungen persönlich nie benötigen. Wenn wir sie aber beanspruchen, meine Damen und Herren, dann sollten wir ihnen jene technische Ausstattung ermöglichen, die notwendig ist, damit sie rasch und zielstrebig helfen können. Viele solcher Geräte werden aus Erlösen von Zeltfesten finanziert. Erlösen wir die Feuerwehren und die Vereine von unnötigen Schikanen! Mit diesem Gesetzesbeschluß wird das möglich werden! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Auer.
Die Ausnahmeregelung im Bereich der Umsatz- und der Körperschaftsteuer, von der Kollege Auer bereits gesprochen hat, bedeutet einen Steuerausfall in der Größenordnung von deutlich über 1 Milliarde Schilling im Jahr. Die Gemeinden verzichten auf Getränkesteuer in der Höhe von 100 Millionen Schilling pro Jahr. (Zwischenruf des Abg. Auer. ) Sie zahlen die Getränkesteuer auf den Wareneinsatz, Herr Auer, aber nicht auf den Verkaufspreis; das heißt, der Wertschöpfungsbetrag bleibt unberücksichtigt. Also beläuft sich das Ganze auf 100 Millionen Schilling.
Abg. Leikam: Wenn sie wieder beim Wirt einkehren!
Dieser Steuerverzicht ist geltendes Recht und steht heute nicht zur Debatte. Es ist eine Förderung der Tätigkeit dieser Vereine, die ohne Zweifel förderungswürdig sind. Wir sollten nur der Ordnung halber – damit das Pharisäertum nicht allzu große Blüten treibt – festhalten, daß davon natürlich auch Ausflüge und dergleichen Dinge finanziert werden. (Abg. Leikam: Wenn sie wieder beim Wirt einkehren!) – Die finden auch woanders statt. Mein Gesangsverein ist einmal mit dem Ertrag aus solch einem Fest nach Amerika geflogen. Das gibt es auch. (Abg. Leikam: Wir könnten ins "Weiße Rößl" fahren!) Der Feuerwehr von Altaussee, Herr Kollege, gehört mittlerweile der "Schneiderwirt", und sie hat außerdem ein Motorboot in Lignano. Also diskutieren wir doch die Dinge bitte ganz in Ruhe – und ohne das pharisäerhafte Hinaufblicken zur Besuchergalerie, wo heute die Feuerwehrleute sitzen. Das ist ja geradezu unerträglich! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Leikam: Wir könnten ins "Weiße Rößl" fahren!
Dieser Steuerverzicht ist geltendes Recht und steht heute nicht zur Debatte. Es ist eine Förderung der Tätigkeit dieser Vereine, die ohne Zweifel förderungswürdig sind. Wir sollten nur der Ordnung halber – damit das Pharisäertum nicht allzu große Blüten treibt – festhalten, daß davon natürlich auch Ausflüge und dergleichen Dinge finanziert werden. (Abg. Leikam: Wenn sie wieder beim Wirt einkehren!) – Die finden auch woanders statt. Mein Gesangsverein ist einmal mit dem Ertrag aus solch einem Fest nach Amerika geflogen. Das gibt es auch. (Abg. Leikam: Wir könnten ins "Weiße Rößl" fahren!) Der Feuerwehr von Altaussee, Herr Kollege, gehört mittlerweile der "Schneiderwirt", und sie hat außerdem ein Motorboot in Lignano. Also diskutieren wir doch die Dinge bitte ganz in Ruhe – und ohne das pharisäerhafte Hinaufblicken zur Besuchergalerie, wo heute die Feuerwehrleute sitzen. Das ist ja geradezu unerträglich! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Dieser Steuerverzicht ist geltendes Recht und steht heute nicht zur Debatte. Es ist eine Förderung der Tätigkeit dieser Vereine, die ohne Zweifel förderungswürdig sind. Wir sollten nur der Ordnung halber – damit das Pharisäertum nicht allzu große Blüten treibt – festhalten, daß davon natürlich auch Ausflüge und dergleichen Dinge finanziert werden. (Abg. Leikam: Wenn sie wieder beim Wirt einkehren!) – Die finden auch woanders statt. Mein Gesangsverein ist einmal mit dem Ertrag aus solch einem Fest nach Amerika geflogen. Das gibt es auch. (Abg. Leikam: Wir könnten ins "Weiße Rößl" fahren!) Der Feuerwehr von Altaussee, Herr Kollege, gehört mittlerweile der "Schneiderwirt", und sie hat außerdem ein Motorboot in Lignano. Also diskutieren wir doch die Dinge bitte ganz in Ruhe – und ohne das pharisäerhafte Hinaufblicken zur Besuchergalerie, wo heute die Feuerwehrleute sitzen. Das ist ja geradezu unerträglich! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ein weiterer Punkt: Über das, was Qualität ist, entscheidet nicht die Wirtschaftskammer, entscheide auch ich nicht, sondern entscheiden die Kunden. 5 Millionen Österreicherinnen und Österreicher besuchen offensichtlich solche Zeltfeste. Es gibt also eine gewisse Nachfrage dafür. Man wird diese Nachfrage wohl nicht verhindern können, es gibt sie nun einmal. Daß Sie von den Koalitionsparteien jetzt aber die Möglichkeit schaffen, das Ganze in Form einer Wettbewerbsverzerrung zwischen dem gastronomischen Anbieter und dem Festzeltanbieter festzulegen – weil Sie natürlich den Druck der Vereine im Genick haben; das ist ja gar keine Frage! –, ist wirklich die schlechteste aller schlechtesten Lösungen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Rosemarie Bauer: Das gibt es eh! Das machen ja viele!
Ich fordere die Wirte Österreichs von diesem Pult aus auf, kreativ darüber nachzudenken, wie ihre Dienstleistungen den Vereinen gegenüber ausschauen müßten, damit man in den Vereinen sagt: Diese Arbeit tun wir uns nicht an, dazu ziehen wir den örtlichen Wirt heran, der soll uns das Fest organisieren! Wir Vereine bringen selbstverständlich die Mitarbeiter ein, inklusive der Tochter des "Rößl"-Wirtes, die gerne beim Feuerwehrfest mitarbeitet. Damit machen wir trotzdem ein anständiges Geschäft! (Abg. Rosemarie Bauer: Das gibt es eh! Das machen ja viele!) Dann brauchen Sie keine so kniefällige Lösung zu machen, bei der Sie dem Druck von außen nachgeben und eine glasklare Wettbewerbsverzerrung im wirtschaftlichen Bereich schaffen. Dieser Lösung können Sie in Wirklichkeit nicht guten Herzens zustimmen – es sei denn, Sie fürchten sich. Aber Furcht ist kein guter Ratgeber bei politischen Entscheidungen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich fordere die Wirte Österreichs von diesem Pult aus auf, kreativ darüber nachzudenken, wie ihre Dienstleistungen den Vereinen gegenüber ausschauen müßten, damit man in den Vereinen sagt: Diese Arbeit tun wir uns nicht an, dazu ziehen wir den örtlichen Wirt heran, der soll uns das Fest organisieren! Wir Vereine bringen selbstverständlich die Mitarbeiter ein, inklusive der Tochter des "Rößl"-Wirtes, die gerne beim Feuerwehrfest mitarbeitet. Damit machen wir trotzdem ein anständiges Geschäft! (Abg. Rosemarie Bauer: Das gibt es eh! Das machen ja viele!) Dann brauchen Sie keine so kniefällige Lösung zu machen, bei der Sie dem Druck von außen nachgeben und eine glasklare Wettbewerbsverzerrung im wirtschaftlichen Bereich schaffen. Dieser Lösung können Sie in Wirklichkeit nicht guten Herzens zustimmen – es sei denn, Sie fürchten sich. Aber Furcht ist kein guter Ratgeber bei politischen Entscheidungen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich bedauere, daß Sie mit diesen Fragen so umgehen, wünsche aber trotzdem allen Vereinen alles Gute. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Unsere Fraktion hat vom ersten Augenblick an gesagt, die Vereine wie die Freiwillige Feuerwehr, das Rote Kreuz, die Sportvereine und sonstige mildtätige oder gemeinnützige Organisationen erfüllen einen Dienst an der Gemeinschaft, der – unabhängig vom Finanziellen, behaupte ich; aber dieser Aspekt ist auch sehr wichtig – vom Engagement her unersetzbar ist. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Seien wir froh, meine Damen und Herren, daß es in unserem Land – das habe ich heute von Vertretern der Freiwilligen Feuerwehr gehört – über 300 000 freiwillige Feuerwehrmänner, über 100 000 Funktionäre in Sportvereinen und Zigtausende freiwillige Helfer in kirchlichen und karitativen Vereinen gibt. Wollen wir diese Menschen wirklich durch bürokratische Fesseln behindern? Wollen wir sie bei dem, was sie durch Selbsterarbeiten für die Allgemeinheit tun, behindern? (Abg. Mag. Peter: Das glauben Sie nicht wirklich selbst!)
Abg. Mag. Peter: Das glauben Sie nicht wirklich selbst!
Unsere Fraktion hat vom ersten Augenblick an gesagt, die Vereine wie die Freiwillige Feuerwehr, das Rote Kreuz, die Sportvereine und sonstige mildtätige oder gemeinnützige Organisationen erfüllen einen Dienst an der Gemeinschaft, der – unabhängig vom Finanziellen, behaupte ich; aber dieser Aspekt ist auch sehr wichtig – vom Engagement her unersetzbar ist. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Seien wir froh, meine Damen und Herren, daß es in unserem Land – das habe ich heute von Vertretern der Freiwilligen Feuerwehr gehört – über 300 000 freiwillige Feuerwehrmänner, über 100 000 Funktionäre in Sportvereinen und Zigtausende freiwillige Helfer in kirchlichen und karitativen Vereinen gibt. Wollen wir diese Menschen wirklich durch bürokratische Fesseln behindern? Wollen wir sie bei dem, was sie durch Selbsterarbeiten für die Allgemeinheit tun, behindern? (Abg. Mag. Peter: Das glauben Sie nicht wirklich selbst!)
Beifall bei der ÖVP.
Zur FPÖ: Herr Kollege Haigermoser, Ihre Ausführungen zeugen von Doppelbödigkeit. Sie sagten: Wir wären ja dafür, aber dann müßte man die Getränkesteuer streichen. – Ich schließe mich dieser Ihrer Meinung sofort an, wenn Sie mir sagen, wie man den Gemeinden diesen Ausfall der Getränkesteuer tatsächlich kompensieren könnte. Denn wenn man in einer Gemeinde einen Ausfall von 1,8 Millionen Schilling an Getränkesteuer zu verzeichnen hat, bringt man kein Budget mehr zustande. Und so geht es vielen Gemeinden und Bürgermeistern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich bin sehr froh, daß es zu dieser Einigung gekommen! Ich meine, daß dieser Fachgruppenvorsteher der Gastronomie der Oberösterreichischen Wirtschaftskammer beileibe weit übers Ziel geschossen hat! Dafür gebührt ihm die rote Karte! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte ganz schlicht und einfach meine Freude darüber bekunden, daß es zu dieser Lösung für unsere Vereine gekommen ist! Ich bin vor allem froh, daß wir für die vielen Tausend Funktionäre und Funktionärinnen in unseren Vereinen – von den Freiwilligen Feuerwehren angefangen über das Rote Kreuz bis hin zu den sozialkaritativen Vereinen, Sportvereinen und Musikvereinen – diese unbürokratische Lösung getroffen haben. All diesen Funktionären und Funktionärinnen, die sich dafür hergeben, Feste zu veranstalten und dafür stundenlang und tagelang zu arbeiten, um das erwirtschaftete Geld wieder zum Wohle der Öffentlichkeit einsetzen zu können, möchte ich an dieser Stelle Dank sagen! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin, wie bereits gesagt, froh darüber, daß wir diese Lösung gefunden haben. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Herr Abgeordneter Haigermoser, auch zu Ihnen eine Bemerkung: Daß Sie die Getränkesteuerabschaffung mit diesem Gesetz junktimieren wollen, zeigt mir, daß Sie nicht sehr viel Ahnung von Gemeindefinanzen haben! Oder wollen Sie, daß die Gemeinden nur mehr fremdbestimmte Finanzen zur Verfügung haben, was dann wiederum – wie Herr Auer es schon gesagt hat – den Vereinen auf den Kopf fallen würde? – Ich danke nochmals für diese gemeinsame Lösung! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin, wie bereits gesagt, froh darüber, daß wir diese Lösung gefunden haben. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Herr Abgeordneter Haigermoser, auch zu Ihnen eine Bemerkung: Daß Sie die Getränkesteuerabschaffung mit diesem Gesetz junktimieren wollen, zeigt mir, daß Sie nicht sehr viel Ahnung von Gemeindefinanzen haben! Oder wollen Sie, daß die Gemeinden nur mehr fremdbestimmte Finanzen zur Verfügung haben, was dann wiederum – wie Herr Auer es schon gesagt hat – den Vereinen auf den Kopf fallen würde? – Ich danke nochmals für diese gemeinsame Lösung! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte in diesem Zusammenhang dem Klubobmann, Kollegen Heindl und vor allem auch Frau Mag. Hans dafür danken, daß sie diese Änderungen zustande gebracht haben. Daran muß man auch einmal denken, denn es war, wie ich mich erinnern kann, eine schwierige Diskussion mit der ÖVP! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Herr Kollege Peter! Sie haben gemeint, daß die Freiwilligen Feuerwehren keine Steuer zahlen. Dazu möchte ich Ihnen einige Zahlen nennen: Die Freiwilligen Feuerwehren in Niederösterreich investieren 500 Millionen Schilling selbst, 300 Millionen Schilling bekommen sie von den Gemeinden, und sie zahlen für ihre Investitionen 83 Millionen Schilling Umsatzsteuer. Herr Kollege Peter! Das ist doch nicht so wenig! Somit sind sie ja auch kein schlechter Steuerzahler! (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter. ) – Warten Sie, Herr Kollege Peter, ich bin noch nicht fertig!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Smolle: Das ist ja Demagogie!
Sie haben gesagt, daß es mit den Zeltfesten Probleme gibt, weil durch diese der Gastronomie viel Geld entgeht. Dazu möchte ich Ihnen sagen, was ich mir ausgerechnet habe: Wenn wir die Freiwilligen Feuerwehren nicht hätten, dann müßten wir für die Feuerwehren fast soviel an Steuern aufbringen wie für das Bundesheer, nämlich 20 Milliarden Schilling! Herr Kollege Peter! Wo sollten wir das Geld hernehmen? – Deshalb sind wir stolz auf die Freiwilligen Feuerwehren, stolz auf diese Feste und stolz auf den heutigen Tag! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Smolle: Das ist ja Demagogie!)
Abg. Mag. Peter: Ich werde Sie daran erinnern!
Wie war es bisher? – Schon bisher haben viele dieser 12 000 oder 13 000 Sportvereine in Österreich eintägige oder zweitägige Festveranstaltungen abgehalten, manche unter Einschaltung eines Gewerbetreibenden, manche ohne Einschaltung eines Gewerbetreibenden. Und wie wird es in Zukunft aufgrund der neuen Regelung sein? – Diese Sportfeste beziehungsweise Zeltfeste werden wieder stattfinden, manche Vereine werden sich der Unterstützung der Gewerbetreibenden bedienen, und manche Vereine werden ihre Feste ohne Gewerbetreibenden abhalten. Es wird sich also – und das möchte ich hier vermitteln – im Prinzip nichts ändern! Daher wird es auch nicht zu den befürchteten Einbußen, die Kollege Peter prophezeit hat, kommen. (Abg. Mag. Peter: Ich werde Sie daran erinnern!) Es wird dazu nicht kommen, denn es wird jetzt lediglich das, was bisher schon Realität war, durch eine Gesetzesänderung legalisiert. Ich meine, daß das notwendig war und daß das gut ist! Im Sinne der im Sport Aktiven – nochmals: es sind 12 000 Sportvereine, 100 000 ehrenamtliche Funktionäre und 2 Millionen Sport Ausübende – begrüßen wir diese Novelle! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wie war es bisher? – Schon bisher haben viele dieser 12 000 oder 13 000 Sportvereine in Österreich eintägige oder zweitägige Festveranstaltungen abgehalten, manche unter Einschaltung eines Gewerbetreibenden, manche ohne Einschaltung eines Gewerbetreibenden. Und wie wird es in Zukunft aufgrund der neuen Regelung sein? – Diese Sportfeste beziehungsweise Zeltfeste werden wieder stattfinden, manche Vereine werden sich der Unterstützung der Gewerbetreibenden bedienen, und manche Vereine werden ihre Feste ohne Gewerbetreibenden abhalten. Es wird sich also – und das möchte ich hier vermitteln – im Prinzip nichts ändern! Daher wird es auch nicht zu den befürchteten Einbußen, die Kollege Peter prophezeit hat, kommen. (Abg. Mag. Peter: Ich werde Sie daran erinnern!) Es wird dazu nicht kommen, denn es wird jetzt lediglich das, was bisher schon Realität war, durch eine Gesetzesänderung legalisiert. Ich meine, daß das notwendig war und daß das gut ist! Im Sinne der im Sport Aktiven – nochmals: es sind 12 000 Sportvereine, 100 000 ehrenamtliche Funktionäre und 2 Millionen Sport Ausübende – begrüßen wir diese Novelle! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosemarie Bauer: Jetzt bin ich gespannt, Herr Kollege, ob Sie das in so kurzer Zeit schaffen!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Maier. 2 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Abgeordneter, Sie sind am Wort. (Abg. Rosemarie Bauer: Jetzt bin ich gespannt, Herr Kollege, ob Sie das in so kurzer Zeit schaffen!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Nach der Vorlage sollen nun Gäste von Gastgewerbetreibenden mit Kraftfahrzeugen vom eigenen Gastgewerbebetrieb zu Aufnahmsstellen des öffentlichen Verkehrs und umgekehrt oder von oder zu ihrer Unterkunft befördert werden können. Voraussetzung dafür ist eine Konzession für das Gästewagengewerbe. (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter. ) Kollege Peter! Mir wäre es auch lieber gewesen, wenn wir das in Form eines Nebenrechtes hätten regeln können, aber in diesem Zusammenhang gab es auch andere Probleme. Ich erinnere nur an das Problem mit der Kfz-Haftpflichtversicherung!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Diese Regelung ist als sinnvolle Maßnahme zur Hebung der Verkehrssicherheit und als konkreter Beitrag im Kampf gegen Trunkenheit am Steuer zu verstehen. Jeder Unfall, der dadurch verhindert werden kann, rechtfertigt diese Regelung. Diese Regelung ist aber auch als Beitrag zur Wahrung der österreichischen Wirtshauskultur zu verstehen, als Begleitmaßnahme zur 0,5-Promille-Regelung. – Ich darf Sie daher einladen, dieser Regelung zuzustimmen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Blünegger: Das stimmt ja nicht!
Meine Damen und Herren! Was ich bedauere, ist, daß eigentlich alle Parteien letztlich zu einem Standpunkt gefunden und sich dazu bekannt haben – auch Kollege Peter –, daß aber die Freiheitlichen, was wir aber schon gewohnt sind, wie bei der 0,5-Promille-Abstimmung einen Ausweg gesucht, in Wirklichkeit die Flucht ergriffen und eine Entscheidung durch irgendwelche Forderungen, die sie aufstellten, vermieden haben. (Abg. Blünegger: Das stimmt ja nicht!) Sie haben sich wieder einmal vor einer Entscheidung gedrückt. Wenn es brenzlig wird, ziehen Sie sozusagen den Schwanz ein! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Was ich bedauere, ist, daß eigentlich alle Parteien letztlich zu einem Standpunkt gefunden und sich dazu bekannt haben – auch Kollege Peter –, daß aber die Freiheitlichen, was wir aber schon gewohnt sind, wie bei der 0,5-Promille-Abstimmung einen Ausweg gesucht, in Wirklichkeit die Flucht ergriffen und eine Entscheidung durch irgendwelche Forderungen, die sie aufstellten, vermieden haben. (Abg. Blünegger: Das stimmt ja nicht!) Sie haben sich wieder einmal vor einer Entscheidung gedrückt. Wenn es brenzlig wird, ziehen Sie sozusagen den Schwanz ein! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gaál: Gegen die ÖVP!
Abgeordnete Ingrid Tichy-Schreder (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Feuerwehrkommandanten! Meine sehr geehrten Herren! Sie alle auf der Galerie haben sich durchgesetzt, und zwar in voller Länge durchgesetzt! (Abg. Gaál: Gegen die ÖVP!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka.
Meine sehr geehrten Herren! Ich bin mit der Regelung, die getroffen wird, vom demokratiepolitischen Standpunkt nicht ganz einverstanden, weil man versucht hat, verschiedene Gruppen mit aller Vehemenz gegeneinander aufzuwiegeln. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka. ) Herr Klubobmann Kostelka! Sie selbst haben oft gesagt, daß Sie kein Mann der Zeltfeste sind. – Ich gehe gerne auf Zeltfeste, auch auf Zeltfeste der Freiwilligen Feuerwehr, und ich habe auch in meiner Verwandtschaft Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Smolle ), was ich jedoch möchte, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist Gerechtigkeit, und ich halte es vom demokratiepolitischen Standpunkt her für nicht sehr klug, meine Herren, daß Sie sich – verzeihen Sie! – mit Ihren Muskeln durchgesetzt haben! Ich bin eine Frau, die gerne tragfähige Kompromisse schließt, und ich meine, daß man auf Kosten einer Organisation nicht alles durchsetzen kann.
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Smolle
Meine sehr geehrten Herren! Ich bin mit der Regelung, die getroffen wird, vom demokratiepolitischen Standpunkt nicht ganz einverstanden, weil man versucht hat, verschiedene Gruppen mit aller Vehemenz gegeneinander aufzuwiegeln. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka. ) Herr Klubobmann Kostelka! Sie selbst haben oft gesagt, daß Sie kein Mann der Zeltfeste sind. – Ich gehe gerne auf Zeltfeste, auch auf Zeltfeste der Freiwilligen Feuerwehr, und ich habe auch in meiner Verwandtschaft Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Smolle ), was ich jedoch möchte, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist Gerechtigkeit, und ich halte es vom demokratiepolitischen Standpunkt her für nicht sehr klug, meine Herren, daß Sie sich – verzeihen Sie! – mit Ihren Muskeln durchgesetzt haben! Ich bin eine Frau, die gerne tragfähige Kompromisse schließt, und ich meine, daß man auf Kosten einer Organisation nicht alles durchsetzen kann.
Abg. Dr. Mertel: Reden Sie eigentlich mit uns oder mit der Galerie?
Ich wünsche mir noch etwas, meine Herren! Ich weiß Ihre Arbeit zu würdigen, ich weiß, was Sie leisten und daß Sie bei Tag und Nacht einsatzbereit sind. Mir ist klar, daß Sie dafür modernstes Gerät brauchen. Bitte verzeihen Sie mir dennoch die Frage: Müssen überall, in jedem Ort, sogenannte Gammaknives sein? Können Sie nicht miteinander kooperieren und die Geräte, die wichtig und notwendig sind, sinnvoll gemeinsam nützen? Ich glaube, daß wir gemeinsam – das sage ich ganz bewußt –, weil die Politik ... (Abg. Dr. Mertel: Reden Sie eigentlich mit uns oder mit der Galerie?) Ich spreche mit der Galerie, denn es geht mir darum, daß wir in Zukunft mit den Herren von der Freiwilligen Feuerwehr miteinander agieren und nicht gegeneinander.
Beifall bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.
Daher geht mein Appell an die Feuerwehrkommandanten – und ich weiß, daß das nicht vergebens ist –: Seien Sie kompromißbereit und gehen Sie in Zukunft auf die Gastwirte zu, damit eine gemeinsame Lösung gefunden wird! (Beifall bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Eine Petition über die berufliche Eingliederung von lernbehinderten Jugendlichen sollte im Wirtschaftsausschuß behandelt werden, sie ist aber von dort an den Sozialausschuß verwiesen worden. Ich möchte all jenen, die im Wirtschaftsausschuß waren, sagen: Damit, daß diese Petition an den Sozialausschuß übertragen wurde, haben Sie den Einbringern dieser Petition diametral entgegengewirkt, und Sie haben damit auch bewiesen, daß Sie nicht bereit sind, eine Sache in jenem Ausschuß, den es betrifft, zu behandeln, entweder weil Sie kein Interesse daran gehabt haben oder weil Sie keine Ideen und keine Zeit gehabt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Frau Tichy-Schreder! Ich möchte Sie persönlich ansprechen, weil Sie ja Ausschußvorsitzende sind: Glauben Sie, daß es sich, wenn auf einer Petition oder einem Antrag "Behinderter" steht, dabei automatisch um Sozialfälle handelt und dieser Antrag automatisch in den Sozialausschuß gehört? – Das ist ganz einfach falsch! Die Einbringer dieser Petition haben eindeutig gesagt, was sie geändert haben wollen. Sie haben eindeutig die Mängel aufgezeigt, die lernschwachen Jugendlichen auf dem Weg zur Berufstätigkeit entgegenstehen! (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.
Es gibt in diesem Zusammenhang zum Beispiel Probleme mit den Berufsschulen betreffend das eingeschränkte Ausbildungsangebot, und diese sind wirklich keine Angelegenheit des Sozialausschusses! (Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder. ) Frau Tichy-Schreder! In diesem Zusammenhang geht es um die unzureichende Berufsvorbereitung, und das ist keine Angelegenheit des Sozialausschusses, sondern entweder eine des Wirtschaftsausschusses oder bestenfalls eine des Unterrichtsausschusses. Ich finde, daß es einfach nicht richtig ist, daß man dem Sozialausschuß ganz einfach alles hinhaut, was mit Behinderten zu tun hat! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt in diesem Zusammenhang zum Beispiel Probleme mit den Berufsschulen betreffend das eingeschränkte Ausbildungsangebot, und diese sind wirklich keine Angelegenheit des Sozialausschusses! (Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder. ) Frau Tichy-Schreder! In diesem Zusammenhang geht es um die unzureichende Berufsvorbereitung, und das ist keine Angelegenheit des Sozialausschusses, sondern entweder eine des Wirtschaftsausschusses oder bestenfalls eine des Unterrichtsausschusses. Ich finde, daß es einfach nicht richtig ist, daß man dem Sozialausschuß ganz einfach alles hinhaut, was mit Behinderten zu tun hat! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Der Wirtschaftsausschuß ist dafür zuständig, daß Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt werden und daß auch lernbehinderten Jugendlichen ein Weg in die Berufstätigkeit offensteht! (Beifall bei den Freiheitlichen)
Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Zuweisung der Petition Nr. 4 an den Sozialausschuß halte ich für völlig verfehlt, denn dabei geht es grundsätzlich um die Ausbildung und um die Schaffung von Arbeitsplätzen für lernbehinderte Menschen, und das hat nichts mit dem Bereich Soziales zu tun, sondern ist ausschließlich eine Frage der Gestaltung von Lehrplänen in Berufsschulen beziehungsweise eine Frage der Gestaltung von Arbeitsplätzen in der Wirtschaft über reguläre Arbeitsplätze. Man kann es sich nicht so einfach machen, daß man hergeht und dieses Thema automatisch an den Sozialausschuß verweist, mit der Begründung, daß es um Lernbehinderte geht. Bei diesem Personenkreis handelt es sich nicht um lernbehinderte, sondern ausschließlich um lernschwache Menschen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. ) Damit soll doch nichts anderes erreicht werden – so wie Herr Bösch das in dieser Petition auch will –, als daß jemand, der schwach ist, automatisch als behindert deklariert wird, damit man an die Mittel des europäischen Sozialfonds kommt. Deshalb werden lernschwache Menschen als behindert abqualifiziert.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Deshalb begrüße ich diese Rechtsanpassungen im Düngemittelgesetz und gebe gerne meine Zustimmung dazu. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Rainer Wimmer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es geht heute um die Novellierung des Düngemittelgesetzes. Ich bin nicht ganz auf deiner Seite, lieber Freund Freund Karl! Ich denke, daß die Frage Klärschlamm, in der es Probleme gibt, ehestens in Angriff genommen werden muß. Wir warten schon sehr lange auf eine diesbezügliche Verordnung. Ich gehe davon aus, daß wir noch heuer im Herbst in dieser Angelegenheit zu einer Lösung kommen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Seit dem Jahre 1986 gibt es in der Europäischen Union eine Regelung betreffend Verwendung von Klärschlamm. Dabei ist bemerkenswert, daß gerade diese Richtlinien ausdrücklich strengere nationale Maßnahmen zulassen. Wie schaut es aber in unseren Nachbarstaaten aus? – Die Bundesrepublik Deutschland ist schon im Jahre 1992 von der Länderregelung, wie wir sie noch immer haben, abgegangen und setzt heute die EU-Standards in Form einer bundeseinheitlichen Verordnung um. Deshalb meine ich: Das muß auch bei uns möglich sein, meine sehr geschätzten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Auer.
Wir erblicken in der vorliegenden Novellierung des Düngemittelgesetzes einen ersten wichtigen Schritt zu einer guten Lösung und werden daher dieser Novelle unsere Zustimmung erteilen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Auer. )
Abg. Schwarzböck: Mit der Antwort werden Sie jetzt keine Freude haben!
Herr Bundesminister! Welchen Beschluß haben Sie als Tischvorlage über die "Agenda 2000" vorgelegt, worüber sich ... (Abg. Schwarzböck: Mit der Antwort werden Sie jetzt keine Freude haben!) Nein, den Inhalt wüßte ich gerne! Davon wissen die Bauern nämlich nichts. (Abg. Schwarzböck: Mit der Antwort haben Sie keine Freude!) Sie treten in der Öffentlichkeit gegen die "Agenda 2000" auf, und der Herr Bundesminister legt mit Herrn Minister Edlinger als Tischvorlage zur "Agenda 2000" und zur EU-Osterweiterung ein Papier auf den Tisch, über das sich der Kommissar "narrisch freut". Da möchte ich sehr um Aufklärung bitten! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Er wird Sie aufklären!)
Abg. Schwarzböck: Mit der Antwort haben Sie keine Freude!
Herr Bundesminister! Welchen Beschluß haben Sie als Tischvorlage über die "Agenda 2000" vorgelegt, worüber sich ... (Abg. Schwarzböck: Mit der Antwort werden Sie jetzt keine Freude haben!) Nein, den Inhalt wüßte ich gerne! Davon wissen die Bauern nämlich nichts. (Abg. Schwarzböck: Mit der Antwort haben Sie keine Freude!) Sie treten in der Öffentlichkeit gegen die "Agenda 2000" auf, und der Herr Bundesminister legt mit Herrn Minister Edlinger als Tischvorlage zur "Agenda 2000" und zur EU-Osterweiterung ein Papier auf den Tisch, über das sich der Kommissar "narrisch freut". Da möchte ich sehr um Aufklärung bitten! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Er wird Sie aufklären!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Er wird Sie aufklären!
Herr Bundesminister! Welchen Beschluß haben Sie als Tischvorlage über die "Agenda 2000" vorgelegt, worüber sich ... (Abg. Schwarzböck: Mit der Antwort werden Sie jetzt keine Freude haben!) Nein, den Inhalt wüßte ich gerne! Davon wissen die Bauern nämlich nichts. (Abg. Schwarzböck: Mit der Antwort haben Sie keine Freude!) Sie treten in der Öffentlichkeit gegen die "Agenda 2000" auf, und der Herr Bundesminister legt mit Herrn Minister Edlinger als Tischvorlage zur "Agenda 2000" und zur EU-Osterweiterung ein Papier auf den Tisch, über das sich der Kommissar "narrisch freut". Da möchte ich sehr um Aufklärung bitten! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Er wird Sie aufklären!)
Bundesminister Mag. Molterer gibt ein Handzeichen. – Abg. Schwarzenberger: Der Herr Bundesminister hat sich gemeldet!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort ist niemand mehr gemeldet. (Bundesminister Mag. Molterer gibt ein Handzeichen. – Abg. Schwarzenberger: Der Herr Bundesminister hat sich gemeldet!) Entschuldigung; das scheint bei mir nicht auf. – Bitte, Herr Bundesminister.
Abg. Aumayr: Ich frage Sie!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft Mag. Wilhelm Molterer: Herr Präsident! Hohes Haus! Zum Düngemittelgesetz ist alles gesagt. Frau Abgeordnete Aumayr! Es wäre das erste Mal, daß die FPÖ dem "profil" hundertprozentigen Glauben schenken würde. Ich tue es nicht. (Abg. Aumayr: Ich frage Sie!) Sie werden nächste Woche im "profil" einen gemeinsamen Leserbrief von Rudolf Edlinger und mir finden, in welchem steht, daß dieser Bericht des "profils" nicht der Realität entspricht.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Das ist eine sehr vernünftige Vorgangsweise, auf die ich stolz bin, weil sie die Agrarleitlinie für die österreichischen Bauern außer Streit stellt. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Mit sozialdemokratischer und freiheitlicher Beteiligung! – Abg. Schwarzböck: Mit freiheitlichen Stimmen!
Abgeordneter Dr. Stefan Salzl (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir diskutieren heute wieder einmal das angeblich strengste Weingesetz der Welt. Dieses restriktive Weingesetz wurde als Anlaßgesetz im Zuge des Weinskandals konzipiert und sollte damals das schwer angeschlagene Image ... (Abg. Schwarzenberger: Mit sozialdemokratischer und freiheitlicher Beteiligung! – Abg. Schwarzböck: Mit freiheitlichen Stimmen!) Ja. Wenn Sie mir zuhören, dann werden Sie merken, daß ich die damalige Intention an und für sich nicht kritisiere. Sie war meiner Meinung nach richtig.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist daher unverständlich, daß trotz der angekündigten lückenlosen Kontrolle und entgegen anderen Versprechungen vor dem EU-Beitritt die Banderole bei Qualitätsweinen noch immer beibehalten worden ist. Anstelle der versprochenen Liberalisierung und Entbürokratisierung wurde eine zusätzliche Bestandsmeldung eingeführt. Es wurden Begleitpapiere bei der Beförderung von Weinen eingeführt. Unsere Weinwirtschaft wird seit Jahren nicht liberalisiert und wettbewerbsfähig gemacht, sondern sie wird meiner Meinung nach zu Tode reglementiert, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir Freiheitliche werden daher einer weiteren Verschlechterung der Situation unserer Weinbauern unsere Zustimmung nicht erteilen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl geht zum Rednerpult, nimmt eine Weinflasche, die der Redner darauf abgestellt hat, an sich und geht in Richtung Ausgang. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Wabl klaut!
Abgeordneter Johannes Zweytick (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Lieber Kollege Salzl! Soweit ich mich erinnern kann, war eine der absolut wichtigsten Maßnahmen nach dem Weinskandal 1985 die Einführung der Banderole zur Mengenkontrolle, denn Hauptverursacher waren jene Großbetriebe, die künstlichen Wein erzeugten. Zum Schutze kleiner und mittlerer Betriebe war das einfach notwendig, um das Image des österreichischen Weines zu sichern, zu halten und auszubauen. (Abg. Wabl geht zum Rednerpult, nimmt eine Weinflasche, die der Redner darauf abgestellt hat, an sich und geht in Richtung Ausgang. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Wabl klaut!)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Mag. Peter.
Auf all diese Aussagen hat die Bundesregierung schon 1985 und dann 1986 mit einem sehr strengen Gesetz reagiert. Heute sind wir soweit, daß wir nicht nur in Frankreich, sondern auch weltweit Preise verliehen bekommen. Das gute Image der österreichischen Weine ist wiederhergestellt, und unsere Weine sind mittlerweile sehr berühmt. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Mag. Peter. )
Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Nun eine kurze Bemerkung zum Vorschlag der Freiheitlichen: Ich kann es mir nicht vorstellen, daß das, was Sie vorschlagen, sinnvoll wäre, ja ich meine, daß es sogar sehr gefährlich wäre, das umzusetzen, was Sie hier beantragen. (Zwischenruf der Abg. Aumayr. ) Liebe Frau Aumayr! Ich glaube, daß du da nicht viel mitreden kannst.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Müller.
Wir haben das erlebt und wissen, wovon wir sprechen. Daher ist diese Angleichung an EU-Recht richtig. Sie erfolgt nicht nur im Interesse der Produzenten, sondern auch im Interesse der Konsumenten. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Müller. )
Beifall bei der ÖVP.
Das ist wichtig für Österreich, weil nicht nur die Veranstaltung in den Räumlichkeiten der Hofburg ausschlaggebend war, sondern vor allem auch der Inhalt, der dort ausgeschenkt wurde. 1997 ist ein Herzeige-Jahrgang in Europa, der meiner Ansicht nach in hohem Maß von den Weißweinen Österreichs dominiert wird. Ich möchte hier einmal pauschal allen Winzern Österreichs gratulieren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich wollte zu diesem Thema nicht nur eine Rede halten, sondern habe mir erlaubt, meinen Beitrag auch ideell zu leisten. Das heißt, ich habe eine spezielle Cuvée abgefüllt, Jahrgang 1997, mit dem Emblem des österreichischen EU-Vorsitzes. Es ist eine besondere Cuvée aus Sauvignon und Chardonnay. Ich darf mich damit bei Herrn Landwirtschaftsminister Molterer für seine harte, aber faire Haltung in der Weingesetzgebung bedanken, ihm zu den Erfolgen gratulieren, weil er daran meiner Ansicht nach maßgeblichen Anteil hatte, und ihm für die Zukunft alles Gute wünschen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf: Hannes, du bist ein Jubelperser! – Abg. Dr. Fekter: Das war eine rassistische Bemerkung!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Klein. 4 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Ruf: Hannes, du bist ein Jubelperser! – Abg. Dr. Fekter: Das war eine rassistische Bemerkung!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Warum wird der Entwurf für eine Reform der Europäischen Weinmarktordnung den kleinen Weinbauern vorenthalten und als bestgehütetes Geheimnis der europäischen Marktpolitik gehandelt? Weil mit Wein wie mit keinem anderen Produkt die Emotionen in der europäischen Agrarlandschaft geschürt werden können? – Ich glaube, daß die Geheimnistuerei nicht von ungefähr kommt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Zweytick: Das ist ein Landesgesetz!
Der Betreiber einer Buschenschank muß bei der Anmeldung von drei Buschenschank-Terminen zu Beginn des Jahres dreimal 180 S zahlen, weil § 9 des niederösterreichischen Buschenschank-Gesetzes das vorsieht. – Ist das die Politik, die Sie verfolgen? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Zweytick: Das ist ein Landesgesetz!) Das weiß ich!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Aus den genannten Gründen lehnen wir Freiheitlichen diese Novellierung des Weingesetzes ab und verlangen ein neues Weingesetz, das für den Bauern verständlich und für den Konsumenten "bekömmlich" ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Matthias Achs (SPÖ): Herr Bundesminister! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Zweytick hat dem österreichischen Weißwein das Wort geredet. Lieber Hannes! Die Roten sind auch nicht zu verachten, und vor allem sehr bekömmlich! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. )
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Die heutige Novelle zum Weingesetz enthält notwendige Änderungen, die den guten Weg der heimischen Weinwirtschaft sichern sollen. Auf diesem Weg konnten in den letzten Jahren erfreuliche Entwicklungen genommen werden. So ist zum Beispiel das Vertrauen der heimischen Konsumenten in den österreichischen Wein gestiegen. Die Österreicherinnen und Österreicher haben erkannt, daß die Qualität inländischer Weine jedem internationalen Vergleich standhält. Natürlich stellen wir mit 1 Prozent Weltmarktanteil mengenmäßig nur eine bescheidene Größe dar, aber in puncto Qualität kann sich Österreich mit den führenden Weinbauländern problemlos messen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die heutige Novelle zum Weingesetz sieht eine straffe Einhaltung der EU-Normen und die Ausweitung der Kontrollen beim Tankexport von Prädikatwein vor. Damit ist gewährleistet, daß österreichischer Wein auch weiterhin das vollste Vertrauen im In- und im Ausland genießt. Wenn ich mich persönlich auch nie mit dem Gedanken anfreunden konnte, daß ein derart hochwertiges Produkt im Tank exportiert wird, muß man doch dem Gemeinschaftsrecht folgen und auf nationaler Ebene das Beste daraus machen, denn schließlich geht es darum, daß alles unternommen wird, um die Qualität heimischer Weine zu sichern. So gesehen sind die neuen Maßnahmen keineswegs als Schikanen zu werten, sondern vielmehr als Eigenschutz für die Winzer und als Garantie für die Konsumenten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir haben in den letzten Jahren gesehen, daß dies möglich ist und daß gerade ein Land wie Österreich die besten Voraussetzungen dafür mitbringt, die Herausforderungen im Weinbereich auch in Zukunft erfolgreich zu meistern! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Wir sind eh stolz, aber Sie haben keinen Grund dazu!
Wir sollten eigentlich stolz darauf sein, daß wir rund die Hälfte der europäischen Biobauern haben. Mehr als 250 000 Hektar Ackerland oder Mähfläche werden in Österreich biologisch bewirtschaftet, und mehr als 300 000 Hektar Ackerland beziehungsweise Grünland werden ohne Einsatz von Handelsdünger, Pflanzenschutzmittel und Herbizide bewirtschaftet. Darüber hinaus werden fast 250 000 Hektar Grünland und Ackerland teilweise ohne Einsatz von Handelsdünger und Spritzmittel bewirtschaftet. Anstatt auf diese Umweltleistungen stolz zu sein, haben die Grünen hier einen Antrag eingebracht, um all das zu erschweren! (Abg. Wabl: Wir sind eh stolz, aber Sie haben keinen Grund dazu!)
Beifall bei der ÖVP.
Sie wollen, daß alle Bauern, die sich daran beteiligen, durch entsprechende Untersuchungen den Nachweis zu erbringen haben, daß es sich bei allen Futtermitteln, die sie ankaufen, tatsächlich um gentechnikfreie Getreidesorten handelt. Das ist meiner Meinung nach den Bauern aufgrund der hohen Untersuchungskosten nicht zuzumuten! Wir wollen den Bauern weiterhin ermöglichen, diese Umweltleistungen zu erbringen, ohne ihnen dies durch zusätzliche teure Untersuchungskosten zu erschweren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Ein Allerletztes: Ich freue mich, daß zumindest die Petition Nr. 28 betreffend die Kennzeich-nungspflicht verabschiedet wurde, und ich gehe davon aus, daß der Herr Bundesminister alles in seiner Macht Stehende tun wird, damit das, was im Bereich des Getreides schon erreicht wurde, auch für alle anderen Bereiche des Saatgutes durchgesetzt wird, nämlich daß eindeutig gekennzeichnet wird. Denn diese Petition geht in diese Richtung, und der Ausschuß hat sie einstimmig verabschiedet. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wabl – zu der ans Rednerpult tretenden Abg. Horngacher –: Jetzt bin ich gespannt, wie du dich herauswurstelst!
Zu Wort gemeldet ist nun Frau Abgeordnete Horngacher. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Wabl – zu der ans Rednerpult tretenden Abg. Horngacher –: Jetzt bin ich gespannt, wie du dich herauswurstelst!)
Abg. Wabl: Aber nur fast alle!
Wir können mittlerweile zu Recht sagen, daß fast alle Forderungen erfüllt sind. (Abg. Wabl: Aber nur fast alle!) Saatgut muß gekennzeichnet sein. Derzeit gilt die Saatgutverordnung. Damit ist die Sicherheit gewährleistet. In Österreich gibt es derzeit außerdem kein gentechnisch verändertes Saatgut. – Wir sind sicherlich auf diesem Gebiet ein Vorbild für andere EU-Staaten.
Abg. Wabl: Das stimmt doch überhaupt nicht!
Zum Antrag des Herrn Abgeordneten Wabl betreffend Verzicht auf den Einsatz der Gentechnik als Mindestkriterium für die Teilnahme am ÖPUL II ist zu sagen: Das ÖPUL-Programm 1998 ist ein Vertrag zwischen der österreichischen Regierung und den Bauern, der bereits zum großen Teil abgeschlossen ist, und die einseitige Änderung eines gültigen Vertrages widerspricht jedem Vertrauensprinzip. (Abg. Wabl: Das stimmt doch überhaupt nicht!) Viel gravierender ist jedoch noch, daß der Bauer für etwas geradestehen soll, was er selbst weder prüfen noch garantieren kann. Derzeit ist das Problem kaum vorhanden, weil gentechnisch veränderte Produkte noch kaum auf dem Markt sind.
Beifall bei der ÖVP.
Daher muß man sich diese Forderungen genau anschauen. Es ist leicht gesagt, daß auch diese Untersuchungen das Landwirtschaftsministerium zahlen muß. Ich frage Sie: Von welchem Geld, bitte? Das Geld müßte wiederum von anderen Förderungen für Bauern weggenommen werden. Daher sind wir etwas mißtrauisch, obwohl ich auch sagen muß: Der Konsument wünscht gentechnikfreie Nahrungsmittel, und auch wir wollen sie, aber ich weiß nicht, ob es möglich ist, auf diesem Wege zum Ziel zu kommen. Gegebenenfalls müssen wir uns andere Wege überlegen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Steindl: Welchen Stoffen?
Ebenso verhält es sich bei den Futtermitteln, da nur bei Mais und Soja Kennzeichnungspflicht besteht. Was ist aber mit den Beistoffen? (Abg. Mag. Steindl: Welchen Stoffen?) – Diese sind nicht gekennzeichnet. Durch die derzeitige Situation werden die Bauern verunsichert, denn sie wissen nicht, was in den Beistoffen drinnen ist. Aber die Haftung liegt bei den Produzenten, also bei den Bauern.
In Richtung Bundesminister Dr. Bartenstein:
Erstens: die Zuständigkeit. Laut Aussage von Ministerin Prammer im Gentechnik-Unterausschuß ist dafür nicht Umweltminister Bartenstein, sondern Wirtschaftsminister Farnleitner zuständig. (In Richtung Bundesminister Dr. Bartenstein:) Wo liegt Ihre Kompetenz, Herr Minister? Haben Sie nichts mitzureden?
Bundesminister Mag. Molterer und der vor der Ministerbank stehende Abg. Smolle sprechen miteinander.
Drittens: die Nachweisbarkeit. Die Rückverfolgbarkeit einer gentechnikfreien Produktion der einzelnen Rohstoffe und Zutaten eines Lebensmittels muß lückenlos gegeben sein. (Bundesminister Mag. Molterer und der vor der Ministerbank stehende Abg. Smolle sprechen miteinander.)
Abg. Mag. Stadler: Der Minister hat nicht zugehört! Die ganze Zeit schon! – Abg. Haigermoser: Smolle! Das wäre schon die vierte Partei! Bei der ÖVP warst du noch nicht! – Abg. Smolle – zu seinem Platz zurückgehend –: Haigermoser! Zu dir komme ich nicht!
Herr Minister! Ich ersuche Sie, meinen Worten zu folgen. (Abg. Mag. Stadler: Der Minister hat nicht zugehört! Die ganze Zeit schon! – Abg. Haigermoser: Smolle! Das wäre schon die vierte Partei! Bei der ÖVP warst du noch nicht! – Abg. Smolle – zu seinem Platz zurückgehend –: Haigermoser! Zu dir komme ich nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Smolle! Sie würden sich auch beschweren, wenn ich mit dem Herrn Minister sprechen würde, während Sie am Rednerpult sind! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Genau so ist es. (Abg. Leikam: Die Zeiten haben sich geändert da herinnen!)
Abg. Leikam: Die Zeiten haben sich geändert da herinnen!
Herr Abgeordneter Smolle! Sie würden sich auch beschweren, wenn ich mit dem Herrn Minister sprechen würde, während Sie am Rednerpult sind! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Genau so ist es. (Abg. Leikam: Die Zeiten haben sich geändert da herinnen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zusammenfassend: Eine lückenlose Kennzeichnung ist nicht gegeben. Biobauern werden zusätzlich zur Kasse gebeten. Die Haftung liegt beim Produzenten. Die Konsumenten und Endverbraucher werden getäuscht. Da machen wir Freiheitliche nicht mit! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Alles gleicht sich an! Gefahr im Verzug: Smolle will zur ÖVP!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft Mag. Wilhelm Molterer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte nur einiges klarstellen. (Abg. Haigermoser: Alles gleicht sich an! Gefahr im Verzug: Smolle will zur ÖVP!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Aber die Novel-Seed-Verordnung gibt es noch nicht!
So gesehen ist dieser Entschließungsantrag, Frau Abgeordnete Aumayr, aus meiner Sicht nicht erforderlich, weil der jetzige Rechtszustand Ihre Zielsetzungen abdeckt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Aber die Novel-Seed-Verordnung gibt es noch nicht!)
Abg. Smolle: Wabl! Darf ich mit dem Herrn Bundesminister etwas sprechen?
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! (Abg. Smolle: Wabl! Darf ich mit dem Herrn Bundesminister etwas sprechen?) Mein Leid war zu groß. Die Reden von Frau Horngacher und anderen haben mich dazu veranlaßt, hier noch ein paar Worte zu dieser Problematik zu sagen.
Ruf bei der ÖVP: Was er für ein Gesicht macht!
Frau Kollegin! (Ruf bei der ÖVP: Was er für ein Gesicht macht!) Ja, es ist wirklich so: Ich leide, Frau Horngacher! Sie erzählen der Öffentlichkeit im Ausschuß – mit Unterstützung des Ministers –, sämtliche österreichischen Bauern und Bäuerinnen halten sich daran, und überhaupt haben sie nicht einmal die Gelegenheit, gentechnisch veränderte Organismen einzusetzen. Aber Sie wollen nicht, daß in einem Vertrag beidseitig festgeschrieben und klargestellt wird, daß die österreichische Landwirtschaft keine gentechnisch veränderten Organismen verwendet. Das wollen Sie nicht, weil Sie sagen: Da müssen wieder die Bauern zahlen.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Smolle.
Frau Kollegin Horngacher! Bitte hören Sie auf mit dieser Art der Politik der Doppelgleisigkeit, der Doppelbödigkeit und der Heuchelei! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Smolle. ) Es ist unerträglich! Sie wissen ganz genau, daß in der Hendlmast systematisch prophylaktisch Antibiotika eingesetzt werden.
Abg. Schieder: Und schmecken tut es auch noch schlechter!
Auf diese Weise wird dann in Wahrheit für das billige Massenprodukt bezahlt! Das Schweinsschnitzerl aus der Massentierhaltung ist nur billig im Geschäft. Das Gemüse aus der Massenproduktion ist nur billig im Geschäft. Tatsächlich ist es aber letztendlich das teurere. (Abg. Schieder: Und schmecken tut es auch noch schlechter!) Der Biobauer produziert wesentlich billiger. Aus dieser Falle müssen wir endlich herausfinden.
Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Dr. Fischer und Schieder.
Herr Kollege Schieder! Ich weiß mich mit Ihnen in dieser Frage einer Meinung. Leider sind Sie nicht Landwirtschaftssprecher, sonst hätten wir in dieser Frage lauter gute Gesetze. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Dr. Fischer und Schieder. )
Abg. Dr. Fekter spricht, an der Ministerbank stehend, mit Bundesminister Dr. Bartenstein.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Bundesminister! (Abg. Dr. Fekter spricht, an der Ministerbank stehend, mit Bundesminister Dr. Bartenstein. ) Wenn Sie dann vielleicht die Gnade haben, Ihre Konferenz zu beenden. – (Abg. Dr. Fekter: Oh, ich bin gnädig zu Ihnen!) Sie brauchen gar nicht gnädig zu sein. Sie brauchen nur die Abmachungen aus der Präsidialkonferenz einzuhalten, Frau Kollegin! Das genügt schon.
Abg. Dr. Fekter: Oh, ich bin gnädig zu Ihnen!
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Bundesminister! (Abg. Dr. Fekter spricht, an der Ministerbank stehend, mit Bundesminister Dr. Bartenstein. ) Wenn Sie dann vielleicht die Gnade haben, Ihre Konferenz zu beenden. – (Abg. Dr. Fekter: Oh, ich bin gnädig zu Ihnen!) Sie brauchen gar nicht gnädig zu sein. Sie brauchen nur die Abmachungen aus der Präsidialkonferenz einzuhalten, Frau Kollegin! Das genügt schon.
Abg. Dr. Niederwieser: Oberlehrer!
Meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Niederwieser: Oberlehrer!) Nein, das ist nicht der Oberlehrer, das ist hier einfach die Sitte, Herr Niederwieser. Herr Lehrer Niederwieser! Das ist das, was wir in der Präsidialkonferenz ausgemacht haben. (Abg. Müller: In der Präsidialkonferenz ist auch eine Mäßigung in der Wortwahl angeregt worden!)
Abg. Müller: In der Präsidialkonferenz ist auch eine Mäßigung in der Wortwahl angeregt worden!
Meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Niederwieser: Oberlehrer!) Nein, das ist nicht der Oberlehrer, das ist hier einfach die Sitte, Herr Niederwieser. Herr Lehrer Niederwieser! Das ist das, was wir in der Präsidialkonferenz ausgemacht haben. (Abg. Müller: In der Präsidialkonferenz ist auch eine Mäßigung in der Wortwahl angeregt worden!)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Weil Sie nicht dort waren!
Meine Damen und Herren! Der Bundesminister verspricht etwas, und der Familienausschuß stellt in einer Ausschußfeststellung fest, daß der Bundesminister etwas versprochen hat. Das ist eine neue Qualität, das ist etwas völlig Neues. – Bitte? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Weil Sie nicht dort waren!)
Heiterkeit bei der SPÖ. – Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie können überall Versprechungen tätigen. Wenn Sie bei uns eine Versprechung tätigen, würde sie sogar noch Teil eines Haftungsvertrages werden. (Heiterkeit bei der SPÖ. – Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber daß der Ausschuß mittlerweile Ausschußfeststellungen treffen muß, meine Damen und Herren, nur weil der Minister mit seinen Ankündigungen nicht glaubwürdig genug ist, das ist eine neue Qualität des Parlamentarismus.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Nein, Chemiker!
Meine Damen und Herren! Es gibt etwas, was der Herr Bundesminister bei seinem Versprechen vor dem Ausschuß hätte bedenken sollen. – Ich weiß nicht, Herr Bundesminister: Sind Sie selbst Jurist? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Nein, Chemiker!) Sie sind kein Jurist, Sie sind Chemiker. Gut, dann sehe ich Ihnen das nach.
Heiterkeit des Bundesministers Dr. Bartenstein. – Demonstrativer Beifall der Abg. Schaffenrath.
Bitte zum Mitschreiben, Herr Familienminister: Im Artikel 9 MRK – MRK heißt Menschenrechtskonvention – steht ... (Heiterkeit des Bundesministers Dr. Bartenstein. – Demonstrativer Beifall der Abg. Schaffenrath. ) Das haben Sie nicht gewußt? Lesen Sie die MRK einmal! Oder soll ich sie Ihnen vorlesen?
Bundesminister Dr. Bartenstein: Glauben ist etwas Relatives! Sie irren!
Letzter Punkt, Herr Bundesminister. Sie sind doch, glaube ich, Katholik. Da müßte Ihnen doch auffallen, daß Sie auch gegen Völkerrecht verstoßen. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Glauben ist etwas Relatives! Sie irren!) Nein, das ist nicht etwas Relatives, Herr Bundesminister! (Bundesminister Dr. Bartenstein: Sie irren trotzdem!) Wieso irre ich? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Weil ich nicht Katholik bin!) Sie sind nicht Katholik. Was sind Sie dann? Sind Sie evangelisch? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Ja!) – Na, dann müßten Sie ja Ihre eigenen kirchenrechtlichen Verhältnisse kennen!
Bundesminister Dr. Bartenstein: Sie irren trotzdem!
Letzter Punkt, Herr Bundesminister. Sie sind doch, glaube ich, Katholik. Da müßte Ihnen doch auffallen, daß Sie auch gegen Völkerrecht verstoßen. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Glauben ist etwas Relatives! Sie irren!) Nein, das ist nicht etwas Relatives, Herr Bundesminister! (Bundesminister Dr. Bartenstein: Sie irren trotzdem!) Wieso irre ich? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Weil ich nicht Katholik bin!) Sie sind nicht Katholik. Was sind Sie dann? Sind Sie evangelisch? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Ja!) – Na, dann müßten Sie ja Ihre eigenen kirchenrechtlichen Verhältnisse kennen!
Bundesminister Dr. Bartenstein: Weil ich nicht Katholik bin!
Letzter Punkt, Herr Bundesminister. Sie sind doch, glaube ich, Katholik. Da müßte Ihnen doch auffallen, daß Sie auch gegen Völkerrecht verstoßen. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Glauben ist etwas Relatives! Sie irren!) Nein, das ist nicht etwas Relatives, Herr Bundesminister! (Bundesminister Dr. Bartenstein: Sie irren trotzdem!) Wieso irre ich? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Weil ich nicht Katholik bin!) Sie sind nicht Katholik. Was sind Sie dann? Sind Sie evangelisch? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Ja!) – Na, dann müßten Sie ja Ihre eigenen kirchenrechtlichen Verhältnisse kennen!
Bundesminister Dr. Bartenstein: Ja!
Letzter Punkt, Herr Bundesminister. Sie sind doch, glaube ich, Katholik. Da müßte Ihnen doch auffallen, daß Sie auch gegen Völkerrecht verstoßen. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Glauben ist etwas Relatives! Sie irren!) Nein, das ist nicht etwas Relatives, Herr Bundesminister! (Bundesminister Dr. Bartenstein: Sie irren trotzdem!) Wieso irre ich? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Weil ich nicht Katholik bin!) Sie sind nicht Katholik. Was sind Sie dann? Sind Sie evangelisch? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Ja!) – Na, dann müßten Sie ja Ihre eigenen kirchenrechtlichen Verhältnisse kennen!
In Richtung des Abg. Dr. Khol:
(In Richtung des Abg. Dr. Khol:) Dann werde ich den Oberkatholiken Ihres Klubs ansprechen. Denn das Völkerrecht, nämlich das Konkordat zwischen der Republik Österreich und dem Heiligen Stuhl, regelt ausdrücklich in Artikel 1 § 1, daß der Staat nicht das Recht hat, in die inneren Angelegenheiten der katholischen Kirche – hier noch genannt: der heiligen römisch-katholischen Kirche – Eingriffe zu tätigen, Aufsichtsrechte wahrzunehmen und dergleichen mehr.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich warne daher heute davor, diese Ausschußfeststellung zu beschließen. An die Fraktionen ergeht mein Aufruf, einzusehen, daß es ein Schmarren ist, daß man beschließt, daß das, was Sie versprochen haben, einzuhalten sein wird, und daß das Parlament heute damit, daß es eine solche Ausschußfeststellung beschließt, gegen geltendes Verfassungsrecht – ich habe Ihnen drei entsprechende Gesetzesstellen zitiert – und gegen geltendes Völkerrecht verstößt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Herr Feurstein! Ich werde Ihnen etwas über das Opus Dei schicken!
Einmal mehr warne ich auch aus gesellschaftspolitischer Sicht vor den Sektenmitgliedern der zweiten Generation, also jenen Menschen, die in diesen geschlossenen Regelsystemen aufgewachsen sind und nichts anderes mehr kennen. (Abg. Mag. Stadler: Herr Feurstein! Ich werde Ihnen etwas über das Opus Dei schicken!)
Beifall bei der ÖVP.
Hauptaufgabe der neuen Einrichtung ist es jedenfalls, Gefährdungen zu dokumentieren, die von sogenannten Sekten und pseudoreligiösen Gruppen ausgehen, und darüber entsprechend zu informieren. Betroffene sollen bei den Experten Beratung finden können. Zu den Hauptaufgaben zählen außerdem die Zusammenarbeit und der Informationsaustausch mit ausländischen Stellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Weiß ich schon! Das haben wir eingehend diskutiert!
Ich möchte Sie aber darüber aufklären, daß Ihre Abgeordneten im Ausschuß bis auf zwei Ausnahmen dieser Ausschußfeststellung auch ihre Zustimmung gegeben haben. (Abg. Mag. Stadler: Weiß ich schon! Das haben wir eingehend diskutiert!) Ja, aber das soll auch festgehalten werden. Das hat mich auch sehr gewundert. (Abg. Haigermoser: Wo ist das Problem? Wo sehen Sie das Problem? – Abg. Dr. Mertel: Weil dort keine Juristen waren! – Abg. Mag. Stadler: Haben Sie dagegen gestimmt?)
Abg. Haigermoser: Wo ist das Problem? Wo sehen Sie das Problem? – Abg. Dr. Mertel: Weil dort keine Juristen waren! – Abg. Mag. Stadler: Haben Sie dagegen gestimmt?
Ich möchte Sie aber darüber aufklären, daß Ihre Abgeordneten im Ausschuß bis auf zwei Ausnahmen dieser Ausschußfeststellung auch ihre Zustimmung gegeben haben. (Abg. Mag. Stadler: Weiß ich schon! Das haben wir eingehend diskutiert!) Ja, aber das soll auch festgehalten werden. Das hat mich auch sehr gewundert. (Abg. Haigermoser: Wo ist das Problem? Wo sehen Sie das Problem? – Abg. Dr. Mertel: Weil dort keine Juristen waren! – Abg. Mag. Stadler: Haben Sie dagegen gestimmt?)
Beifall beim Liberalen Forum.
Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, was von einer Ausschußfeststellung zu halten ist, die auf die Funktionsperiode des zuständigen Ministers, nämlich des jetzigen Ministers Bartenstein, zugeschnitten ist. – Wir Liberalen können einer solchen Alibihandlung sicherlich nicht zustimmen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich schließe mich dieser Meinung an und hoffe – nein, ich erwarte! –, daß bei der Umsetzung dieses Auftrages mit größter Sorgfalt und Sensibilität vorgegangen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundesminister! Ich möchte noch auf eine ganz besonders gefährliche Tendenz aufmerksam machen: Durch die Verschiedenbehandlung von an sich gleichen Phänomenen könnte unter Umständen sogar für die anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften mit ihren etablierten, bewährten und unproblematischen Tätigkeiten eine Gefahr geschaffen werden. Denn in dem Maße, in dem für diesen etablierten Bereich keine Zuständigkeiten gegeben sind, laden Sie Sekten, destruktive Kulte und derartige Gebilde fast ein, allenfalls unter dem Deckmantel der etablierten Kirchen Zuflucht zu nehmen und unter einer gewissen Tarnung zu agieren. Das heißt: Ich wage zu bezweifeln, ob mit den jetzt vorliegenden Regelungen wirklich der von uns allen – wie ich annehme – angestrebte Zweck erreicht wird. Daher können wir dem Gesetz unsere Zustimmung nicht erteilen. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Bundesminister für Umwelt, Jugend und Familie Dr. Martin Bartenstein: Danke, Herr Präsident. Meine sehr verehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! Wenn Sie in Kürze – wie ich hoffe – dieser Regierungsvorlage Ihre Zustimmung geben, dann tun Sie damit nicht mehr und nicht weniger, als eine Struktur zu genehmigen, die an sich ebenso in Form einer Abteilung meines Hauses ins Leben gerufen werden hätte können. Die jetzige Lösung hat allerdings den Vorteil, daß diese Stelle weisungsfrei – auch von mir weisungsfrei! – und unabhängig gestellt und für jeden Staatsbürger Österreichs ansprechbar ist, ohne daß dieser den Umweg über die Ministerialbürokratie und Hierarchie nehmen muß. Das ist die Idee, die hinter der Schaffung dieser Bundesstelle für Sekteninformation und -dokumentation steht. Um nicht mehr, aber auch um nicht weniger geht es. Ich glaube, daß wir damit einen weiteren Schritt in der Bearbeitung und Bewältigung dessen gehen, was ich als Unwesen im Bereich der Sekten bezeichne. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Ich habe mich Ihnen gegenüber auf direktes Befragen geoutet. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Nein, ich bin kein Jurist, ich bin Chemiker! Das schadet manchmal auch nichts. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Nein, ich bin kein Katholik, sondern – jetzt sage ich es Ihnen – Protestant. Und auch das schadet manchmal nichts, weil ich damit wohl ein wenig über den Verdacht erhaben bin, der katholischen Kirche besondere Dienste erweisen zu wollen.
Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Ich habe mich Ihnen gegenüber auf direktes Befragen geoutet. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Nein, ich bin kein Jurist, ich bin Chemiker! Das schadet manchmal auch nichts. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Nein, ich bin kein Katholik, sondern – jetzt sage ich es Ihnen – Protestant. Und auch das schadet manchmal nichts, weil ich damit wohl ein wenig über den Verdacht erhaben bin, der katholischen Kirche besondere Dienste erweisen zu wollen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber, Herr Abgeordneter Stadler, ich kann sehr wohl lesen und ein bißchen etwas verstehen. Daher kann ich Ihnen mitteilen, daß diese Ausschußfeststellung nichts anderes besagt, als daß mir zugehende Informationen weitergegeben werden und daß im Fall des Falles das Umwelt- und Familienressort und/oder die Sektenstelle Hilfestellung leisten. Das ist nicht Aufsichtsmäßiges, das hat nichts mit Kontrolle zu tun, und es handelt sich hiebei keinesfalls um einen Eingriff in Rechte gemäß Art. 15 Staatsgrundgesetz oder ähnliches. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das, was Sie kritisieren, wird auch von der anderen Seite, also auch von den Liberalen und den Grünen, kritisiert. Daher meine ich: 180 Grad diametral in der Mitte zu liegen ist manchmal gar nicht so falsch.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es ist dies zwangsläufig eine heikle Frage. Ich meine aber, daß wir sie in befriedigender Art und Weise beantwortet haben. Damit bedanke ich mich schon im voraus beim Hohen Haus für die Zustimmung zu diesem Gesetz, weil dieses für mich ein wichtiges Instrument zum Schutz österreichischer Bürger vor den negativen Auswirkungen von Sekten in Zukunft sein wird. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Mertel: Haben Sie Ihre Reden verwechselt?
Die Beschäftigung mit unseren Kindern und Jugendlichen wird heute immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Video und Fernsehen ersetzen teilweise schon in frühen Jahren die Beziehungsarbeit in der Familie. (Abg. Dr. Mertel: Haben Sie Ihre Reden verwechselt?) Die Eltern haben für ihre Kinder weniger Zeit oder auch weniger Energie. Aufgrund dieser Zuwendungsdefizite wachsen – so sagen die Psychologen – die Ansprüche der Kinder auf Konsumgüter. Die Frage ist nur, ob Konsum diese Lücke füllt. Die Folge dieser Erscheinung ist oft, daß sich Heranwachsende den bestehenden Normen widersetzen oder gegen Institutionen auftreten. In Wahrheit ist jedoch ein Großteil der Jugendlichen auf Identitätssuche beziehungsweise Sinnsuche. Und genau ab diesem Zeitpunkt wächst auch die Gefahr, daß die Jugendlichen den Sinn des Lebens in Sekten oder sektenähnlichen Aktivitäten suchen.
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrter Herr Bundesminister! Ich bedanke mich bei dir für diese Vorlage, der wir von der ÖVP gerne zustimmen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenbemerkung des Bundesministers Dr. Bartenstein.
Wenn es um die Institution Kirche beziehungsweise anerkannte Religionsgemeinschaften geht, werden Sie mit Beschwerden zugeschüttet werden, und Sie werden nicht bloß an oberster Stelle etablierter Briefkasten sein! Sie haben vielleicht die Dimension noch nicht durchschaut. Denn wären Sie bloß Briefkasten oder Briefträger, dann hätten Sie diesen Briefkasten auch bei der Erzdiözese aufhängen oder aber auch im Beamtenbereich ansiedeln können. Sie haben aber sich selbst dazu berufen, höchstpersönlich den Briefträger zu spielen. Und genau das wird Ihnen auf den Kopf fallen! Sie werden an meine warnenden Worte sicherlich noch denken. (Zwischenbemerkung des Bundesministers Dr. Bartenstein. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgesehen von den anderen durchaus richtigen Bedenken möchte ich feststellen, daß bereits der geringste Anschein von Verfassungswidrigkeit abzuwehren ist, und dieser ist zweifellos bei dieser Ausschußfeststellung gegeben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Das paßt Ihnen nicht!
Bei den anerkannten Kirchen gibt es einen Graubereich, der, wie ich meine, ähnlich ist wie jener im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, wo es ebenfalls einen Graubereich gibt, in dem in Wahrheit Datenmaterial gesammelt wird et cetera. (Abg. Dr. Nowotny: Das paßt Ihnen nicht!) Die Frage, ob Sie sich selbst in diesem Punkt in bezug auf die anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften nicht im übertragenen Sinn zu einem Dr. Neugebauer machen, ist noch offen; die muß noch beantwortet werden. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Bei den anerkannten Kirchen gibt es einen Graubereich, der, wie ich meine, ähnlich ist wie jener im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, wo es ebenfalls einen Graubereich gibt, in dem in Wahrheit Datenmaterial gesammelt wird et cetera. (Abg. Dr. Nowotny: Das paßt Ihnen nicht!) Die Frage, ob Sie sich selbst in diesem Punkt in bezug auf die anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften nicht im übertragenen Sinn zu einem Dr. Neugebauer machen, ist noch offen; die muß noch beantwortet werden. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Bundesminister Dr. Bartenstein: Ober-was? "Oberschmuftler"? Das ist volkstümlich, wahrscheinlich oberösterreichisch!
Ich meine, mit dieser Ausschußfeststellung sind Sie nicht bloß Briefträger und Briefkasten an oberster Stelle, sondern der "Oberschmuftler" in anerkannten Religionsangelegenheiten! Und das ist unrichtig und gehört abgelehnt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Bundesminister Dr. Bartenstein: Ober-was? "Oberschmuftler"? Das ist volkstümlich, wahrscheinlich oberösterreichisch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schaffenrath: Ethikunterricht!
Besonders die Prävention ist mir ein Anliegen, in der Art, daß neben Informationen auch gezielt Projekte gefördert werden, die darauf abzielen, junge Menschen in ihrer Persönlichkeit, Kritikfähigkeit und im Erlernen von Problemlösungsstrategien zu fördern. Dann werden Sekten, Psychokulte und Heilslehren-Gruppierungen für sie unattraktiv. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schaffenrath: Ethikunterricht!)
Abg. Dr. Mertel: Was sagt die MRK dazu? – Abg. Dr. Khol: Das ist ja nur eine Information!
Ich bedanke mich beim Herrn Bundesminister sehr herzlich dafür, daß er mit der Broschüre "Sekten – Wissen schützt" schon den ersten Schritt gesetzt hat. Dies wurde bereits 280 000mal angenommen; nicht nur abgefragt, sondern auch angenommen. (Abg. Dr. Mertel: Was sagt die MRK dazu? – Abg. Dr. Khol: Das ist ja nur eine Information!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny.
Ich glaube, aus diesem Grund ist es dringend notwendig, daß es eine Bundesstelle gibt, die Wissen sammelt, die aufmerksam macht, die hinweist. Robert Musil sagte: "Wir haben keine innere Stimme mehr, der Verstand tyrannisiert unser Leben." – Sekten und Psychokulte können diese innere Stimme nicht zum Klingen bringen und schon gar nicht ersetzen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny. )
Abg. Dr. Mertel: Wo ist er? – Ah, da oben sitzt er!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Eines muß man dem Abgeordneten Stadler lassen. Erstens hat er sich mit dieser Materie zwar nicht im Ausschuß beschäftigt, aber doch sehr tief – bis hinein ins Konkordat – gegraben, und zweitens ist er – im Unterschied zu seinem Klubobmann – auch tatsächlich da, wenn diskutiert wird. (Abg. Dr. Mertel: Wo ist er? – Ah, da oben sitzt er!) Das hält sein Klubobmann einigermaßen anders. Den sehen wir hier nur sehr selten.
Abg. Mag. Stadler: Dafür braucht er keine Ausschußfeststellung!
Kollege Stadler! Sie verwechseln etwas, wenn Sie die Ausschußfeststellung kritisieren. Wenn der Herr Bundesminister oder wenn diese Beratungsstelle Informationen bekommt, die sich auch auf den kirchlichen Bereich und auf Organisationen aus dem kirchlichen Bereich beziehen, dann wird der Herr Bundesminister im Sinne dieser Ausschußfeststellung die entsprechende Kirche von diesen Vorgängen verständigen. (Abg. Mag. Stadler: Dafür braucht er keine Ausschußfeststellung!)
Abg. Mag. Stadler: Dafür brauche ich keine Ausschußfeststellung!
Das ist nicht so, wie es bei Ihnen ist. Wenn Sie oder Ihr Klub einen Brief der Firma Prochema bekommen, dann geben Sie ihn dem Herrn Rosenstingl und sagen: "Jetzt mach aber da einmal!" – Das ist selbstverständlich in dem Sinn ein Befehl, wie Sie das betrachten. (Abg. Mag. Stadler: Dafür brauche ich keine Ausschußfeststellung!) Die Information, die der Herr Bundesminister gibt, ist eine Information und kein Befehl an die Kirche. Insofern kann das auch überhaupt nicht verfassungswidrig sein.
Abg. Dr. Mertel: Knebelungsvertrag!
Sie haben auch diesen – wie heißt das? – Haftungsvertrag angezogen. (Abg. Dr. Mertel: Knebelungsvertrag!) Knebelungs-, Haftungsvertrag – ist ja gleichgültig. Es ist selbstverständlich relativ leicht, solche Haftungsverträge einzugehen. Wir wissen ja bis heute nicht, was die Position der Freiheitlichen Partei zu diesem Gesetz tatsächlich ist. Von Ihnen waren zwei Redner hier heraußen. Beide haben sich nur auf die Ausschußfeststellung bezogen, aber kein einziges Wort zum Gesetz selbst gesagt. (Abg. Mag. Stadler: Genügt das nicht?)
Abg. Mag. Stadler: Genügt das nicht?
Sie haben auch diesen – wie heißt das? – Haftungsvertrag angezogen. (Abg. Dr. Mertel: Knebelungsvertrag!) Knebelungs-, Haftungsvertrag – ist ja gleichgültig. Es ist selbstverständlich relativ leicht, solche Haftungsverträge einzugehen. Wir wissen ja bis heute nicht, was die Position der Freiheitlichen Partei zu diesem Gesetz tatsächlich ist. Von Ihnen waren zwei Redner hier heraußen. Beide haben sich nur auf die Ausschußfeststellung bezogen, aber kein einziges Wort zum Gesetz selbst gesagt. (Abg. Mag. Stadler: Genügt das nicht?)
Abg. Mag. Stadler: Das habe ich gesagt! Ganz zu Beginn der Rede!
Wir stimmen ja bitte nicht nur über die Ausschußfeststellung ab, sondern wir stimmen über ein Bundesgesetz ab. Sie haben aber kein Wort darüber verloren, weshalb Sie dieses Gesetz ablehnen. Sie haben nur fadenscheinige, falsche verfassungsrechtliche Bedenken hinsichtlich der Ausschußfeststellung, die Sie bewußt falsch interpretiert haben, hier vorgetragen. Ich bin gespannt, ob Sie dann dem Gesetz zustimmen werden. (Abg. Mag. Stadler: Das habe ich gesagt! Ganz zu Beginn der Rede!)
Abg. Mag. Stadler: Ganz zu Beginn der Rede habe ich das gesagt!
Sie können das selbst nachlesen. Wenn Sie nicht mehr wissen, was Sie gesprochen haben, lesen Sie es selbst nach! (Abg. Mag. Stadler: Ganz zu Beginn der Rede habe ich das gesagt!) Sie haben zum Gesetz kein Wort gesagt, außer am Anfang, daß Sie es ablehnen werden. (Abg. Mag. Stadler: Das gibt jetzt ein "Nicht genügend", Herr Lehrer! Ich habe das ganz zu Beginn gesagt!)
Abg. Mag. Stadler: Das gibt jetzt ein "Nicht genügend", Herr Lehrer! Ich habe das ganz zu Beginn gesagt!
Sie können das selbst nachlesen. Wenn Sie nicht mehr wissen, was Sie gesprochen haben, lesen Sie es selbst nach! (Abg. Mag. Stadler: Ganz zu Beginn der Rede habe ich das gesagt!) Sie haben zum Gesetz kein Wort gesagt, außer am Anfang, daß Sie es ablehnen werden. (Abg. Mag. Stadler: Das gibt jetzt ein "Nicht genügend", Herr Lehrer! Ich habe das ganz zu Beginn gesagt!)
Abg. Dr. Schmidt: Das ist eine so skurrile Argumentation!
Ich denke, diese Beratungsstelle hat eine dermaßen wichtige Funktion, daß man sich ohne weiteres mit dem, was sie zu tun hat, zufriedengeben kann, noch dazu, da für den anderen Bereich eine Lösung gefunden wurde. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist eine so skurrile Argumentation!) Diese Beratungsstelle wird seriöse, wirksame und umfassende Information zu liefern haben. Sie wird, wenn notwendig, jenen Betroffenen und Angehörigen Hilfestellung leisten, die in Gefahr geraten, nicht nur Hab und Gut, sondern auch ihre persönliche Freiheit zu verlieren.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schaffenrath: Ehrlich froh oder "koalitionsfroh"? – Das frage ich dich noch, ob du ehrlich froh bist!
Das ist eine sehr wichtige Aufgabe, und daher sind wir froh, daß diese Stelle eingerichtet wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schaffenrath: Ehrlich froh oder "koalitionsfroh"? – Das frage ich dich noch, ob du ehrlich froh bist!)
Abg. Mag. Stadler: Falsch!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es geht nicht darum, irgendwelche Zwangsmaßnahmen durchzuführen. Aber wir wollen eine Stelle haben, welche diese Gefährdungen dokumentiert, und wir wollen eine Bundesstelle haben, die informiert. Aber wir wollen nicht nur diese Bundesstelle haben – übrigens ist seitens der Freiheitlichen Partei zum Gesetz selbst überhaupt kein Einwand vorgebracht worden (Abg. Mag. Stadler: Falsch!), wie festgehalten werden muß, und das heißt, ich lade Sie ein, zuzustimmen –, sondern wir müssen auch weitere Schritte setzen. Wir müssen Schritte im Hinblick darauf setzen, wie es mit dem Schutz der Konsumenten vor den verschiedenen Angeboten auf dem Psychomarkt weitergeht. Denn da geht es allein in Österreich um einen Markt von rund 10 Milliarden Schilling.
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Mertel.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich denke, all jenen, denen es ein Anliegen ist, über die Gefahren zu informieren und den betroffenen Menschen zu helfen, muß man nahelegen, diesem Gesetz zuzustimmen. Wir tun es. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Mertel. )
Abg. Dr. Graf: Das ist es! Da habe ich schon recht!
Ich wünsche jedenfalls namens der sozialdemokratischen Fraktion dem neugeschaffenen Dokumentationsarchiv für Sektenfragen – ich betone: Dokumentationsarchiv für Sektenfragen (Abg. Dr. Graf: Das ist es! Da habe ich schon recht!) –, also dieser neuen Bundesstelle, viel Erfolg! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich wünsche jedenfalls namens der sozialdemokratischen Fraktion dem neugeschaffenen Dokumentationsarchiv für Sektenfragen – ich betone: Dokumentationsarchiv für Sektenfragen (Abg. Dr. Graf: Das ist es! Da habe ich schon recht!) –, also dieser neuen Bundesstelle, viel Erfolg! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir davon sprechen, daß es in Österreich zwischen 500 und 600 derartige Gruppierungen gibt, so ist es für eine einzelne Stelle, die nicht vernetzt ist, fast unmöglich, im gesamten Bundesgebiet sozusagen alle Informationen zur Verfügung zu haben. Es geht also in Wahrheit nicht um Spitzeldienste, sondern es geht in erster Linie um das Sammeln von Informationen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: Frau Haller! Wo waren Sie bis jetzt? – Abg. Haller: Ich glaube, ich bin Ihnen nicht Rechenschaft schuldig, Frau Kollegin Mertel!
Die erste Wortmeldung liegt von Frau Abgeordneter Haller vor. – Bitte. (Abg. Dr. Mertel: Frau Haller! Wo waren Sie bis jetzt? – Abg. Haller: Ich glaube, ich bin Ihnen nicht Rechenschaft schuldig, Frau Kollegin Mertel!)
Abg. Dr. Mertel: Wo waren Sie nur?
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! (Abg. Dr. Mertel: Wo waren Sie nur?) Drei freiheitliche Anträge stehen jetzt zur Diskussion. Der erste, 644/A (E), betrifft ... (Abg. Dr. Mertel: Sie haben mir gefehlt! – Abg. Dr. Graf: Wo war Ihre Fraktion? – Abg. Dr. Mertel: Die war da!) Normalerweise bin ich immer
Abg. Dr. Mertel: Sie haben mir gefehlt! – Abg. Dr. Graf: Wo war Ihre Fraktion? – Abg. Dr. Mertel: Die war da!
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! (Abg. Dr. Mertel: Wo waren Sie nur?) Drei freiheitliche Anträge stehen jetzt zur Diskussion. Der erste, 644/A (E), betrifft ... (Abg. Dr. Mertel: Sie haben mir gefehlt! – Abg. Dr. Graf: Wo war Ihre Fraktion? – Abg. Dr. Mertel: Die war da!) Normalerweise bin ich immer
Bundesminister Dr. Bartenstein: Das sagen Sie, nachdem ich mich sehr aufmerksam mit dem freiheitlichen Antrag befaßt habe?!
Diese Freude ist aber dadurch ein bißchen getrübt worden, daß Sie zwar positiv argumentieren, dann aber freiheitliche Anträge selbstverständlich niederstimmen. Das ist die Realität. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das sagen Sie, nachdem ich mich sehr aufmerksam mit dem freiheitlichen Antrag befaßt habe?!) Ja, Herr Bundesminister, ich sage das. Genau aus diesem Grund sage ich das. (Abg. Dr. Mertel: Jetzt wissen Sie, wie das mit dem Abstimmungszwang ist!)
Abg. Dr. Mertel: Jetzt wissen Sie, wie das mit dem Abstimmungszwang ist!
Diese Freude ist aber dadurch ein bißchen getrübt worden, daß Sie zwar positiv argumentieren, dann aber freiheitliche Anträge selbstverständlich niederstimmen. Das ist die Realität. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das sagen Sie, nachdem ich mich sehr aufmerksam mit dem freiheitlichen Antrag befaßt habe?!) Ja, Herr Bundesminister, ich sage das. Genau aus diesem Grund sage ich das. (Abg. Dr. Mertel: Jetzt wissen Sie, wie das mit dem Abstimmungszwang ist!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist unsere freiheitliche Forderung!
Ich habe vor kurzem kaum meinen Augen getraut, als ich "Kommunal" – offizielles Organ des Österreichischen Gemeindebundes – aufgeschlagen habe, und zwar Seite 51 der Nummer 6 von 1998. Unter "Oberösterreich" steht: Kinderbetreuungsscheck von der Wiege bis zur Schule. Herr Landeshauptmann Pühringer und Herr Landesrat Hiesl – auch sie gehören der ÖVP an – fordern daher die rasche Einführung des sogenannten Kinderbetreuungsschecks. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist unsere freiheitliche Forderung!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen: Mir ist diese Diktion sehr gut bekannt; Ihnen vielleicht nicht so sehr. Denn wir Freiheitlichen haben vor drei Jahren diesen Falter herausgebracht, Herr Bundesminister! (Die Rednerin hält eine gefaltete Broschüre in die Höhe.) Darauf steht: "Von der Wiege bis zum Schuleintritt – den Kinderbetreuungsscheck." Es ist also nicht nur so, daß die ÖVP in den Ländern diesen Scheck fordert, sondern sie verwendet sogar unsere Diktion und unsere Argumentation – um nicht zu sagen: Sie schreibt das ab, was wir fordern. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Die Rednerin überreicht Bundesminister Dr. Bartenstein die Broschüre. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Geben Sie ihm auch einen Erlagschein für das Honorar! – Abg. Dr. Mertel: Ich würde das Urheberrecht einfordern!
Herr Bundesminister! Damit Sie es mir glauben, gebe ich Ihnen diese beiden Exemplare. (Die Rednerin überreicht Bundesminister Dr. Bartenstein die Broschüre. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Geben Sie ihm auch einen Erlagschein für das Honorar! – Abg. Dr. Mertel: Ich würde das Urheberrecht einfordern!)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Frau Kollegin! Machen wir es! Aber dann stimmen Sie im Plenum dagegen!
Es wäre sehr schön, wenn ich zu Ihnen sagen könnte: Herr Bundesminister, gehen wir dieses Vorhaben gemeinsam an, setzen wir einen ersten Schritt, versuchen wir es gemeinsam! Aber ich habe das Gefühl, Herr Bundesminister, daß Sie die Freiheitlichen – gerade in der Familienpolitik – immer wieder als Druckmittel gegen Ihren Koalitionspartner verwenden. Ich habe tatsächlich den Verdacht, daß das auch im Bereich dieses Kinderbetreuungsschecks so laufen könnte. Wenn nicht ... (Bundesminister Dr. Bartenstein: Frau Kollegin! Machen wir es! Aber dann stimmen Sie im Plenum dagegen!) Ein bißchen Vertrauen muß schon da sein. Bei mir ist es da, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Beim Kinderbetreuungsscheck bleibt sie Ihnen treu!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Beim Kinderbetreuungsscheck bleibt sie Ihnen treu!
Es wäre sehr schön, wenn ich zu Ihnen sagen könnte: Herr Bundesminister, gehen wir dieses Vorhaben gemeinsam an, setzen wir einen ersten Schritt, versuchen wir es gemeinsam! Aber ich habe das Gefühl, Herr Bundesminister, daß Sie die Freiheitlichen – gerade in der Familienpolitik – immer wieder als Druckmittel gegen Ihren Koalitionspartner verwenden. Ich habe tatsächlich den Verdacht, daß das auch im Bereich dieses Kinderbetreuungsschecks so laufen könnte. Wenn nicht ... (Bundesminister Dr. Bartenstein: Frau Kollegin! Machen wir es! Aber dann stimmen Sie im Plenum dagegen!) Ein bißchen Vertrauen muß schon da sein. Bei mir ist es da, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Beim Kinderbetreuungsscheck bleibt sie Ihnen treu!)
Abg. Dr. Mertel: Überraschend!
Herr Bundesminister! Sie verteidigen auch die Abschaffung der Geburtenbeihilfe. Sie haben im Ausschuß mit Ihrer Parteikollegin Moser darüber gestritten, um wieviel Prozent die Mutter-Kind-Paß-Untersuchungen tatsächlich zurückgegangen sind. Faktum ist, daß sie gravierend zurückgegangen sind. Genau das haben wir Freiheitlichen befürchtet, genau das hat auch der familienpolitische Beirat befürchtet. Aber Sie stimmen diesem Antrag der Freiheitlichen, der auf einem einstimmigen Antrag des familienpolitischen Beirates beruht, nicht zu. (Abg. Dr. Mertel: Überraschend!)
Abg. Dr. Mertel: Na ja! Bei der Fluktuation!
Herr Bundesminister! Die Folgekosten aus der fehlenden Untersuchungsdisziplin beim Mutter-Kind-Paß werden kommen. Sie werden kommen, aber dann werden Sie vielleicht nicht mehr Minister sein. (Abg. Dr. Mertel: Na ja! Bei der Fluktuation!) Vielleicht ist es Ihnen deshalb nicht so wichtig. Uns ist es wichtig. Wir werden unsere Intentionen selbstverständlich weiterhin verfolgen, Herr Bundesminister, konsequent und beharrlich, so wie ich das eigentlich immer bin. (Abg. Dr. Mertel: Das müssen Sie jetzt ja aufgrund des Vertrages!)
Abg. Dr. Mertel: Das müssen Sie jetzt ja aufgrund des Vertrages!
Herr Bundesminister! Die Folgekosten aus der fehlenden Untersuchungsdisziplin beim Mutter-Kind-Paß werden kommen. Sie werden kommen, aber dann werden Sie vielleicht nicht mehr Minister sein. (Abg. Dr. Mertel: Na ja! Bei der Fluktuation!) Vielleicht ist es Ihnen deshalb nicht so wichtig. Uns ist es wichtig. Wir werden unsere Intentionen selbstverständlich weiterhin verfolgen, Herr Bundesminister, konsequent und beharrlich, so wie ich das eigentlich immer bin. (Abg. Dr. Mertel: Das müssen Sie jetzt ja aufgrund des Vertrages!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Bleiben Sie bei der Abstimmung jetzt da?
Wir werden dann sehen, ob sich die ÖVP in den Ländern und im Bund zu einer gemeinsamen Linie bekennen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Bleiben Sie bei der Abstimmung jetzt da?)
Abg. Mag. Stadler: Waren vorweggenommen!
Abgeordnete Katharina Horngacher (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Der Antrag der Frau Abgeordneten Haller auf Valorisierung der Familienbeihilfe geht in keiner Weise auf das kürzlich beschlossene Familienpaket ein. Die 12,6 Milliarden Schilling, die zusätzlich für die Familien aufgebracht werden (Abg. Mag. Stadler: Waren vorweggenommen!), bringen uns familienpolitisch einen großen Schritt weiter. Das müssen auch Sie zugeben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Katharina Horngacher (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Der Antrag der Frau Abgeordneten Haller auf Valorisierung der Familienbeihilfe geht in keiner Weise auf das kürzlich beschlossene Familienpaket ein. Die 12,6 Milliarden Schilling, die zusätzlich für die Familien aufgebracht werden (Abg. Mag. Stadler: Waren vorweggenommen!), bringen uns familienpolitisch einen großen Schritt weiter. Das müssen auch Sie zugeben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Die Linken werden das nie akzeptieren!
Außerdem bin ich nach wie vor davon überzeugt, daß Kinder von der Geburt bis zum Kindergartenalter auf jeden Fall am besten bei der eigenen Mutter aufgehoben sind. Das ist ein für das Leben sehr wichtiger Abschnitt, in dem alle Kinder Geborgenheit und Wärme brauchen. Daher habe ich sehr viele Sympathien für diesen Kinderbetreuungsscheck, weiß aber, daß es derzeit dafür noch zu früh ist. (Abg. Mag. Stadler: Die Linken werden das nie akzeptieren!) Ich bin überzeugt davon, daß auch jene, die derzeit noch meinen, daß damit die Frauenpolitik gefährdet
Beifall bei der ÖVP.
Frau Abgeordnete Haller! Der Herr Minister hat im Ausschuß gesagt, daß es mit der Finanzierung sicherlich noch ein paar Jahre dauern wird. Anscheinend bereitet euch als Oppositionspartei die Finanzierung die wenigsten Sorgen. Aber vielleicht können wir auch die Einführung dieses Systems, ebenso wie wir das Familienpaket gefeiert haben, einmal gemeinsam feiern! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Die Finanzierung ist nicht das Problem! Aber die Linken werden das nie akzeptieren, selbst wenn Sie es finanzieren!
Ich hoffe zuversichtlich, daß wir in ein paar Jahren so weit sind. Vorher wird der Betreuungsscheck kaum finanzierbar sein. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Die Finanzierung ist nicht das Problem! Aber die Linken werden das nie akzeptieren, selbst wenn Sie es finanzieren!)
Abg. Haller: Seien Sie doch still! Sie haben ja keine Ahnung!
Außerdem wird nicht erwähnt, daß für die Finanzierung des Kinderbetreuungsschecks andere Familienleistungen entfallen würden, die heute selbstverständlich für die Frauen sind, wie Karenzgeld, Karenzgeldzuschuß, Teilzeitbeihilfe, Betriebshilfe, Wiedereinstiegshilfe, Sondernotstandshilfe, Ausbildungshilfe. (Abg. Haller: Seien Sie doch still! Sie haben ja keine Ahnung!)
Beifall bei der SPÖ.
Noch kurz zum Antrag 658/A (E) betreffend die Erhöhung des Mutter-Kind-Paß-Bonus: Seit Anfang dieses Jahres gibt es nur mehr 2000 S. Es ist natürlich bedauerlich, daß ein Rückgang der Mutter-Kind-Paß-Untersuchungen erfolgt. Wir hoffen, daß das Recall-System die Mütter zur Verantwortung, die sie gegenüber der Gesellschaft und gegenüber ihrem Kind haben, mahnt. Finanzielle Anreize dürfen nicht der einzige Grund dafür sein, daß die Mutter-Kind-Paß-Untersuchungen in Anspruch genommen werden, die nach wie vor kostenlos sind. Die Freude, ein gesundes Kind zu haben beziehungsweise für dessen Gesundheit zu sorgen, müßte allen Förderungen gegenübergestellt werden! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.
Auch dem zweiten Antrag betreffend den Kinderbetreuungsscheck stehen wir ablehnend gegenüber. Der Idee, daß für jedes Kind ein bestimmter Betrag zur Verfügung stehen soll, der entweder bei einer Kinderbetreuungsstelle oder bei einer Tagesmutter eingelöst werden kann oder aber auch vom betreuenden Elternteil einbehalten werden kann, können wir nichts abgewinnen. Denn das würde Mütter noch mehr von einer eigenständigen Erwerbstätigkeit abbringen und das würde auch eine weitere sozialrechtliche Absicherung nicht ermöglichen, von einer eigenständigen Lebensgestaltung und Selbstbestimmung ganz zu schweigen! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.
Zum dritten Antrag betreffend die Erhöhung des Mutter-Kind-Paß-Bonus möchte ich festhalten, daß es für mich bedauerlich ist, daß es überhaupt eines finanziellen Anreizes bedarf, damit diese Untersuchungen durchgeführt werden. Es sollte doch im Eigeninteresse jeder Mutter und jedes Vaters sein, ein gesundes Kind zu haben! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Johann Schuster (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Bei der Rede der Abgeordneten Horngacher hat die Tiroler Kollegin, Abgeordnete Haller, gemeint: Zuerst nehmt ihr den Familien das Geld, und dann gebt ihr im Rahmen der Familiensteuerreform das Geld wieder zurück! – Frau Abgeordnete Haller! Ich darf Ihnen folgendes sagen: Wenn wir in Österreich die Familienförderungen analysieren und einen Vergleich zu den EU-Staaten vornehmen, dann können wir deutlich feststellen, daß Österreich Spitze ist! Eine Bundesregierung in Österreich mit einem Familienminister, der Bartenstein heißt, ist mir immer noch der beste Garant für eine brauchbare Familienpolitik. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Haller.
Meine Damen und Herren! Etwas kurios ist folgendes: Ich gestehe der Familiensprecherin Haller zu, daß sie bei den Ausschußsitzungen wirklich aktiv mitarbeitet und sich bemüht, gute Anträge einzubringen. Hohes Haus! Allerdings überlasse ich es Ihnen, zu beurteilen, was davon zu halten ist, wenn eine Partei in diesem Haus bei einer Familiensteuerreform, deren Volumen 12,6 Milliarden Schilling ausmacht, in dritter Lesung gegen das diesbezügliche Budgetbegleitgesetz und die entsprechenden Maßnahmen stimmt, nachher aber kleine Anträgen stellt. Ich überlasse es den Wählerinnen und Wählern, zu beurteilen, wer hier auf dem richtigen Schiff ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Haller. )
Abg. Mag. Stadler: Schuster bleib bei deinem Leisten!
Abschließend, meine Damen und Herren, möchte ich folgendes feststellen: Frau Abgeordnete Haller hat gemeint, daß der Herr Bundesminister die Auswirkungen der Abschaffung der Geburtenbeihilfe und der Rückläufigkeit der Untersuchungen nicht mehr erleben wird. – Herr Bundesminister! Ich nehme im Rahmen meines Debettenbeitrages eine "tatsächliche Berichtigung" vor. (Abg. Mag. Stadler: Schuster bleib bei deinem Leisten!) Sie werden auf jeden Fall eine gute Familienpolitik auch in den nächsten Jahren erleben, und die Volkspartei wird auf jeden Fall den Oppositionsanträgen keine Zustimmung geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend, meine Damen und Herren, möchte ich folgendes feststellen: Frau Abgeordnete Haller hat gemeint, daß der Herr Bundesminister die Auswirkungen der Abschaffung der Geburtenbeihilfe und der Rückläufigkeit der Untersuchungen nicht mehr erleben wird. – Herr Bundesminister! Ich nehme im Rahmen meines Debettenbeitrages eine "tatsächliche Berichtigung" vor. (Abg. Mag. Stadler: Schuster bleib bei deinem Leisten!) Sie werden auf jeden Fall eine gute Familienpolitik auch in den nächsten Jahren erleben, und die Volkspartei wird auf jeden Fall den Oppositionsanträgen keine Zustimmung geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.
Die Forderung nach der Einführung des Kinderbetreuungsschecks riecht sehr nach der Ideologie: "Sei eine gute Mutter, bleib selbst zu Hause bei deinen Kindern und überlaß sie nicht den Institutionen!" – Wir fordern gemeinsam mit der Frauenministerin: Familienförderung weiterhin als ausgewogener Mix aus Geldzuwendungen und Dienstleistungen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch Verkürzung der Arbeitszeit, Ausdehnung der Rückkehrgarantie nach dem Karenzurlaub auf 26 Wochen, gesetzlich abgesicherte Möglichkeit auf Vermittlung von Teilzeitarbeitsplätzen für Eltern mit Betreuungspflichten, flächendeckende und bedarfsgerechte Kinderbetreuungseinrichtungen und partnerschaftliche Teilung der Versorgungsarbeit zwischen Frauen und Männern! (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man müßte sich einmal wirklich grundsätzlich darüber unterhalten, wie es dazu kommen konnte, daß im ursprünglichen Entwurf der Novellierung des Bundespflegegeldgesetzes eine Verschlechterung der Stufen sechs und sieben vorgesehen war. In Anbetracht dessen möchte ich vor allem die Sozialdemokraten fragen, wie die Behindertenpolitik ihrer Vorstellung nach eigentlich weitergehen soll, wenn sie daran denken, die Beträge gerade bei jenen zu kürzen, die des Pflegegeldes am allerdringendsten bedürfen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es war nur den energischen Protesten der Behindertenorganisationen zu verdanken, daß diese Verschlechterungen zurückgenommen wurden, aber es bleibt das Mißtrauen, daß Sie nicht davor zurückschrecken, das Pflegegeld zu kürzen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, insbesondere von den Sozialdemokraten! Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, daß Sie wirklich nicht an dem rütteln sollten, was einmal zugesagt worden ist! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Stellen Sie sich einmal vor, Sie sind ein jugendlicher Behinderter und in einer Anstalt untergebracht und haben nur 500 S Taschengeld! – Aber offensichtlich glauben die Sozialdemokraten, wenn man ein Bett, einen Spind, einen Sessel und etwas zu essen hat, dann ist das Leben wunderbar! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dem ist aber nicht so! Denn es haben auch – beziehungsweise vor allem – junge behinderte Menschen die gleichen Bedürfnisse wie alle anderen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Ihre Redezeit ist um!
Frau Minister! Sie haben all unsere Bedenken im Ausschuß gehört. Daher bitte ich Sie: Unternehmen Sie etwas! (Abg. Dr. Fekter: Ihre Redezeit ist um!) Frau Fekter! In all Ihrem Wohlstand können Sie sich vielleicht wirklich nicht vorstellen, wie es ist, mit 500 S Taschengeld im Monat auskommen zu müssen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie sollten sich schämen, gerade bei diesem Thema auf die Einhaltung der Redezeit zu pochen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Minister! Sie haben all unsere Bedenken im Ausschuß gehört. Daher bitte ich Sie: Unternehmen Sie etwas! (Abg. Dr. Fekter: Ihre Redezeit ist um!) Frau Fekter! In all Ihrem Wohlstand können Sie sich vielleicht wirklich nicht vorstellen, wie es ist, mit 500 S Taschengeld im Monat auskommen zu müssen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie sollten sich schämen, gerade bei diesem Thema auf die Einhaltung der Redezeit zu pochen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Minister! Sie haben all unsere Bedenken im Ausschuß gehört. Daher bitte ich Sie: Unternehmen Sie etwas! (Abg. Dr. Fekter: Ihre Redezeit ist um!) Frau Fekter! In all Ihrem Wohlstand können Sie sich vielleicht wirklich nicht vorstellen, wie es ist, mit 500 S Taschengeld im Monat auskommen zu müssen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie sollten sich schämen, gerade bei diesem Thema auf die Einhaltung der Redezeit zu pochen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie das Frau Bauer! Sie glaubt es nicht!
Abgeordnete Annemarie Reitsamer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte in Anbetracht der fortgeschrittenen Stunde nur ganz kurz auf den Debattenbeitrag der Frau Abgeordneten Partik-Pablé replizieren. Sie hat uns im Ausschuß drastisch vor Augen geführt – und ich habe durchaus Verständnis dafür –, daß es Behinderte gibt, die mit einem Taschengeld von nur 500 S auskommen müssen. Frau Kollegin! Hiebei kann es sich aber nicht um Bezieher nach dem Bundespflegegeldgesetz handeln, denn diese haben eine Pension, und von dieser Pension bleiben ihnen 20 Prozent Taschengeld vom Monatsbezug und der 13. und 14. Bezug zur Gänze. Ich gebe aber zu, daß bei den Ländern in diesem Zusammenhang einiges im argen liegt! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie das Frau Bauer! Sie glaubt es nicht!) Wenn Sie mich ausreden lassen, werde ich versuchen, einen praktikablen Vorschlag zu machen!
Beifall bei der SPÖ.
Es gibt noch zwei Nachredner meiner Fraktion, die sich mit den anderen Punkten beschäftigen werden. Wir haben leider nur noch ganz wenig Redezeit. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich meine, daß wir in Solidarität mit den leider noch immer diskriminierten Menschen, zu denen neben anderen auch die Behinderten gehören, diese Diskriminierungen endlich ausräumen sollten! In diesem Entwurf sind derartige Bemühungen aber leider noch nicht feststellbar, weshalb wir der vorliegenden Gesetzesnovelle nicht unsere Zustimmung geben werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Die Erfahrungen im Zusammenhang mit der Evaluierung des Bundespflegegeldgesetzes haben gezeigt, daß eine Anpassung erforderlich ist. Ziel ist es nun, ein noch umfassenderes Pflegevorsorgesystem und eine Verbesserung der Situation der pflegebedürftigen Menschen zu erreichen. Ich spreche bewußt von einer Verbesserung der Situation der pflegebedürftigen Menschen, denn Österreich kann auf dieses System stolz sein! Wenn ich bedenke, daß die Sozialversicherung und der Bund 1996 insgesamt 8,2 Milliarden Schilling dafür ausgegeben haben, dann meine ich, daß Kollegin Partik-Pablé mit ihren Negativanmerkungen nicht auf dem richtigen Weg ist! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abschließend möchte ich noch bemerken: Derzeit werden rund 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen im Familienverband gepflegt, und zwar zu 79 Prozent durch Frauen und nur zu 20,3 Prozent durch Männer. Die Weiterversicherung, die mit Wirksamkeit 1. Jänner 1998 in Kraft getreten ist, ist ein wichtiger Schritt. Ich wünsche mir, daß diesbezüglich auch eine Bewertung und Aufnahme in das BIP vorgenommen wird. Außerdem möchte ich im Namen der ÖVP sagen, daß die Vorlage sehr, sehr gut vorbereitet wurde. Dafür danke ich der Sektion, und ich hoffe, daß alle zustimmen werden! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Reitsamer: Sie haben nichts verstanden!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Reitsamer! Ihre Argumentation ist wirklich abenteuerlich, wenn Sie sagen, daß die Länder das Taschengeld gekürzt haben. Sie haben das Taschengeld gekürzt, und zwar mit dem letzten Gesetz, aber nicht die Länder! Die Länder könnten das Taschengeld gesetzlich gar nicht kürzen, denn es handelt sich um ein Bundesgesetz. Und für die Kürzung des Taschengeldes sind nicht die Länder verantwortlich, sondern der Bund – und auch Sie, Frau Reitsamer! Das jetzt auf die Länder abzuschieben, ist wirklich eine abenteuerliche Argumentation. (Abg. Reitsamer: Sie haben nichts verstanden!)
Abg. Mag. Guggenberger: Und das wollen Sie alles wissen, daß das niemand ansieht!
Dazu kommt ein weiterer Punkt, Frau Ministerin! Sie sprechen immer davon, daß kein Geld da ist. Auf der anderen Seite ist aber genug Geld da, um einen Werbefilm – egal, als welchem Budget er finanziert worden ist – für die Pflegesicherung zu machen, einen Werbefilm, der pro Kassette 3 000 S kostet. Es wurden 510 000 S für 170 Videokassetten ausgegeben, die irgendwo in den Vereinen herumliegen und dort verstauben, weil sie von niemandem angefordert wurden. (Abg. Mag. Guggenberger: Und das wollen Sie alles wissen, daß das niemand ansieht!) Sie
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Guggenberger: Das stimmt überhaupt nicht!
Frau Ministerin! Das Geld so zu verschleudern, ist ungeheuerlich! Hätten Sie diese 510 000 S den behinderten Menschen in Form von Taschengeld zurückgegeben, dann wäre das für Hunderte behinderte Menschen eine Besserstellung gewesen. Aber der Werbefilm, den Sie um dieses Geld gemacht haben, verstaubt nur im Regal, und die Behinderten haben nichts davon. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Guggenberger: Das stimmt überhaupt nicht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Für Selbstbeweihräucherung!
Wenn Ihnen im Budget für Öffentlichkeitsarbeit zuviel Geld übriggeblieben ist und Sie diesen Videofilm deshalb haben machen müssen, dann wäre es sinnvoller gewesen, Sie hätten diesen Anteil am Öffentlichkeitsarbeits-Budget zur Pflegevorsorge umgeschichtet und dort richtig verwendet, statt für solche sinnlosen Dinge unheimlich viel Geld zu verschleudern (Abg. Dr. Partik-Pablé: Für Selbstbeweihräucherung!) und auf der anderen Seite zu sagen, daß Sie den behinderten Menschen aus dem Pflegegeld nicht mehr als 569 S Taschengeld geben können.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist schamlos!
Aber zur Finanzierung einer halbwegs gesicherten Lebensqualität würden Sie mit 569 S im Monat nicht auskommen. Ich denke, das brauchen Sie allein schon dann, wenn Sie einmal im Monat zum Friseur gehen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist schamlos!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Denken Sie doch an den ersten Entwurf!
Abgeordneter Mag. Walter Guggenberger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man sich jetzt Frau Kollegin Haidlmayr und vorher Frau Kollegin Partik-Pablé angehört hat, dann müßte man meinen, hier sei ein Raubzug in die Taschen der armen pflegebedürftigen Menschen geplant. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Denken Sie doch an den ersten Entwurf!) Genau das Gegenteil ist geplant, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Walter Guggenberger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man sich jetzt Frau Kollegin Haidlmayr und vorher Frau Kollegin Partik-Pablé angehört hat, dann müßte man meinen, hier sei ein Raubzug in die Taschen der armen pflegebedürftigen Menschen geplant. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Denken Sie doch an den ersten Entwurf!) Genau das Gegenteil ist geplant, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Sie dürfen nicht vergessen, wie es im europäischen Vergleich ist!
Die Novelle, die wir heute beschließen, wird dazu führen, daß wir einen jährlichen Mehraufwand für die pflegebedürftigen Menschen dieses Landes im Ausmaß von 470 Millionen Schilling leisten. (Abg. Dr. Graf: Sie dürfen nicht vergessen, wie es im europäischen Vergleich ist!) Rund 15 000 Betroffene werden im Monat über 3 000 S mehr bekommen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie doch, was Sie zuerst vorgehabt haben!) Das ist eine Novelle, auf die wir stolz sein können. Wir bekennen uns auch dazu! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie, was Sie vorgehabt haben! Sie sind zu feig dazu! Sagen Sie es!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie doch, was Sie zuerst vorgehabt haben!
Die Novelle, die wir heute beschließen, wird dazu führen, daß wir einen jährlichen Mehraufwand für die pflegebedürftigen Menschen dieses Landes im Ausmaß von 470 Millionen Schilling leisten. (Abg. Dr. Graf: Sie dürfen nicht vergessen, wie es im europäischen Vergleich ist!) Rund 15 000 Betroffene werden im Monat über 3 000 S mehr bekommen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie doch, was Sie zuerst vorgehabt haben!) Das ist eine Novelle, auf die wir stolz sein können. Wir bekennen uns auch dazu! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie, was Sie vorgehabt haben! Sie sind zu feig dazu! Sagen Sie es!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie, was Sie vorgehabt haben! Sie sind zu feig dazu! Sagen Sie es!
Die Novelle, die wir heute beschließen, wird dazu führen, daß wir einen jährlichen Mehraufwand für die pflegebedürftigen Menschen dieses Landes im Ausmaß von 470 Millionen Schilling leisten. (Abg. Dr. Graf: Sie dürfen nicht vergessen, wie es im europäischen Vergleich ist!) Rund 15 000 Betroffene werden im Monat über 3 000 S mehr bekommen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie doch, was Sie zuerst vorgehabt haben!) Das ist eine Novelle, auf die wir stolz sein können. Wir bekennen uns auch dazu! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie, was Sie vorgehabt haben! Sie sind zu feig dazu! Sagen Sie es!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Weil ihnen nichts anderes übriggeblieben ist!
Sie sind mit Ihrer Kritik wieder einmal völlig allein, Frau Kollegin Haidlmayr und Frau Kollegin Partik-Pablé! Die Dachorganisation der Behindertenorganisationen, die Arbeitsgemeinschaft Rehabilitation haben sich vollinhaltlich zu dieser Novelle bekannt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Weil ihnen nichts anderes übriggeblieben ist!) Es hat ursprünglich die eine oder andere Meinungsverschiedenheit gegeben. Man hat sich zusammengesetzt und hat gemeinsam gehandelt. Die Arbeitsgemeinschaft Rehabilitation als Sprecherin von 300 000 behinderten Menschen sagt: Das ist eine gute Novelle. – Sie sagen das Gegenteil. Es kann sich jeder seinen Reim darauf machen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Mit Ach und Krach!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Mit Ach und Krach!
Sie sind mit Ihrer Kritik wieder einmal völlig allein, Frau Kollegin Haidlmayr und Frau Kollegin Partik-Pablé! Die Dachorganisation der Behindertenorganisationen, die Arbeitsgemeinschaft Rehabilitation haben sich vollinhaltlich zu dieser Novelle bekannt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Weil ihnen nichts anderes übriggeblieben ist!) Es hat ursprünglich die eine oder andere Meinungsverschiedenheit gegeben. Man hat sich zusammengesetzt und hat gemeinsam gehandelt. Die Arbeitsgemeinschaft Rehabilitation als Sprecherin von 300 000 behinderten Menschen sagt: Das ist eine gute Novelle. – Sie sagen das Gegenteil. Es kann sich jeder seinen Reim darauf machen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Mit Ach und Krach!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Mit dieser Novelle verbessern wir es noch um ein gutes Stück. Deshalb stimmen wir gerne zu. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Guggenberger: Was ist das für eine Verschlechterung bei 470 Millionen Schilling mehr?
Die Behindertenverbände sind jetzt zwar insofern etwas ruhiger gestellt, als der erste Entwurf gegenüber dem, was heute beschlossen wird, eine noch bedeutendere Verschlechterung für die Behinderten gebracht hätte. (Abg. Mag. Guggenberger: Was ist das für eine Verschlechterung bei 470 Millionen Schilling mehr?) Aber ich darf Ihnen vorrechnen, was Ihnen auch von der Seniorenkurie bis hin zur Österreichischen Arbeitsgemeinschaft Rehabilitation in der Begutachtung zu diesem Entwurf vorgerechnet worden ist, Herr Kollege Guggenberger! (Abg. Mag. Guggenberger: Legen Sie es mir vor!)
Abg. Mag. Guggenberger: Legen Sie es mir vor!
Die Behindertenverbände sind jetzt zwar insofern etwas ruhiger gestellt, als der erste Entwurf gegenüber dem, was heute beschlossen wird, eine noch bedeutendere Verschlechterung für die Behinderten gebracht hätte. (Abg. Mag. Guggenberger: Was ist das für eine Verschlechterung bei 470 Millionen Schilling mehr?) Aber ich darf Ihnen vorrechnen, was Ihnen auch von der Seniorenkurie bis hin zur Österreichischen Arbeitsgemeinschaft Rehabilitation in der Begutachtung zu diesem Entwurf vorgerechnet worden ist, Herr Kollege Guggenberger! (Abg. Mag. Guggenberger: Legen Sie es mir vor!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Guggenberger! Ich glaube, wenn Sie fair wären, würden Sie zugeben, daß Sie heute zwar einen kleinen Bruchteil von dem, was Sie den Behinderten entzogen haben, wieder zurückgeben, aber daß das kein Jahrhundertprojekt ist! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie der Abg. Haidlmayr. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die kennen keine Menschen, sondern nur die Akten!
Herr Kollege Guggenberger! Sie können auch nicht beiseite schieben, daß die Pflegeaufwendungen in den letzten Jahren exorbitant gestiegen sind: Über alle Inflationsraten hinaus sind die Pflegeleistungen für die Behinderten teurer, teurer und nochmals teurer geworden! Da hat die öffentliche Hand – auch die Gemeinden – maßgeblich dazu beigetragen, den Behinderten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Jahrhundertwerk ist das bei Gott keines! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie der Abg. Haidlmayr. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die kennen keine Menschen, sondern nur die Akten!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Winfried Seidinger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Geschätzte Damen und Herren! Wenn man dem letzten Redner zugehört hat, dann meint man, heute wäre das Pflegegeldgesetz in Österreich zu Grabe getragen worden. Genauso klingt es von manchen Seiten her, und ich verwahre mich dagegen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Kommen Sie mit 500 S Taschengeld aus?
Ich verwahre mich auch dagegen, daß es immer wieder heißt, daß die verschiedenen Organisationen im Behindertenbereich gegen diese Novellierung wären. Das Pflegegeldgesetz findet breite Akzeptanz. Mehrheitliche Zustimmung bestätigt der Präsident der Behindertenorganisation Dr. Klaus Vogel der kürzlich im Ministerrat beschlossenen Novelle zum Bundespflegegeldgesetz. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kommen Sie mit 500 S Taschengeld aus?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Kommen Sie mit 500 S Taschengeld aus?
Vom Kriegsopfer- und Behindertenverband: Ein ganzer Abschnitt, in dem ausschließlich steht, daß das ganze begrüßt wird. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kommen Sie mit 500 S Taschengeld aus?) Frau Kollegin! Ich habe 2 oder 3 Minuten Redezeit, da werde ich mich mit Ihnen nicht auseinandersetzen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, es gibt kein Gesetz, das, wenn man es novelliert, nicht noch weitere Wünsche offenläßt. Und in diesem Sinn stimmt die sozialdemokratische Fraktion zu. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die sind bereits verunsichert!
Sehr geschätzte Damen und Herren von der Opposition! Ich möchte Sie bitten, nicht den Eindruck zu erwecken, daß jetzt Verschlechterungen mit diesem Gesetz herbeigeführt werden – da Sie, Frau Dr. Partik-Pablé, in Ihrem Beitrag doch selbst sagen, daß diese Novelle letztlich nur Verbesserungen mit sich bringt. Bitte verunsichern Sie die Menschen nicht! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die sind bereits verunsichert!) Es ist ein wichtiges Gesetz gerade für eine schwache Gruppe in unserer Gesellschaft. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geschätzte Damen und Herren von der Opposition! Ich möchte Sie bitten, nicht den Eindruck zu erwecken, daß jetzt Verschlechterungen mit diesem Gesetz herbeigeführt werden – da Sie, Frau Dr. Partik-Pablé, in Ihrem Beitrag doch selbst sagen, daß diese Novelle letztlich nur Verbesserungen mit sich bringt. Bitte verunsichern Sie die Menschen nicht! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die sind bereits verunsichert!) Es ist ein wichtiges Gesetz gerade für eine schwache Gruppe in unserer Gesellschaft. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Dann geben Sie Druckschriften heraus und machen Sie keinen Film!
Erlauben Sie mir weiters eine kurze Bemerkung zu dem Beitrag der Frau Abgeordneten Haidlmayr und ihrem Hinweis auf einen Werbefilm: Ich denke, es ist die Verpflichtung eines Ministeriums, die Betroffenen immer umfassend zu informieren und immer auf dem aktuellen Informationsstand zu halten, damit sie alle ihre Rechte in Anspruch nehmen können und damit es optimal gelingt, den Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Ich betrachte es daher als meine Pflicht – und auch meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter –, immer wieder darauf zu achten, daß diesem Auftrag Rechnung getragen wird. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dann geben Sie Druckschriften heraus und machen Sie keinen Film!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bekenne mich daher nicht nur zu den Informationsdiensten der Sektionen des Ministeriums, sondern auch zu diesem Film, der hervorragend gestaltet wurde. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Peter: Das ist das Geld der Arbeitgeber!
Das ist etwas, was uns weder im Ausschuß noch sonstwo erklärt werden konnte. Es ist offensichtlich die einzige Masse an frei verfügbaren Mitteln, aus denen 300 Millionen Schilling vom Erstattungsfonds hin zum Hauptverband verschoben werden können, um die Chipkarte und deren Einführung vorzubereiten. (Abg. Mag. Peter: Das ist das Geld der Arbeitgeber!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Bundesregierung hat 1996 zu diesen sozialen Mißständen durch die damalige Reform beigetragen. Wir denken, daß die Behebung dieser Mißstände in der vorliegenden Form nicht unterstützenswert ist – noch dazu werden diejenigen aus den Unternehmerkreisen, die früher unselbständig tätig waren und in den letzten zwei Jahren, seit der Reform, von Arbeitslosigkeit und Insolvenz betroffen worden sind, nicht mit erfaßt. Ich glaube daher, daß unsere Ablehnung in diesen Punkten gute Gründe hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Das überrascht! Wieso?
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Ich denke, daß ich nicht besonders hervorzuheben brauche, daß die sozialdemokratische Fraktion allen vier Vorlagen die Zustimmung gibt. (Abg. Wabl: Das überrascht! Wieso?)
Beifall bei der SPÖ.
Wir geben daher allen vier Vorlagen unsere Zustimmung. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Verzetnitsch: Trotz früher Stunde!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Trotz später Stunde vier Bemerkungen. (Abg. Verzetnitsch: Trotz früher Stunde!)
Abg. Verzetnitsch: Ich habe gesagt: frühe Stunde!
Das Entgeltfortzahlungsgesetz kostet immer noch 2,1 Prozent der Bruttolohnsumme, stellt also Lohnnebenkosten dar – Lohnnebenkosten, Herr Präsident Verzetnitsch, die wir doch gemeinsam senken wollten (Abg. Verzetnitsch: Ich habe gesagt: frühe Stunde!), weil wir die Arbeitskosten senken wollen, nachdem wir erkannt haben, daß sich die Menge der Arbeitskosten negativ auf die Menge an Beschäftigung auswirkt. Statt daß wir den Überschuß in diesem Fonds jetzt zur Senkung der Arbeitskosten und zur Senkung der Beiträge verwenden, verwenden wir ihn zur Finanzierung einer Chipkarte. Ich habe noch nie in meinem Leben eine Versicherung
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Die Politik geht eben so: Wir brauchen Geld, daher suchen wir nach einem Topf, in dem Geld zu finden ist. Es zeigt sich: Ah, Entgeltfortzahlung! Da haben wir jetzt 300 Millionen Schilling, diese nehmen wir heraus und finanzieren es damit. – Wenn das Ihre Politik ist, kann ich Sie wirklich nur bedauern! Dann reden Sie aber bitte in Zukunft nicht mehr von der Senkung der Arbeitskosten! (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Silhavy: Dann bauen wir die Arbeitnehmerrechte aus!
Wenn Sie also einen einheitlichen Arbeitnehmerbegriff wollen – Sie sind an der Regierung! Sie haben alle Macht der Welt, inklusive unserer "großartigen" Frau Sozial-, Gesundheits- und Arbeitsministerin! Alles das ist sie. Warum tun Sie diesbezüglich denn nichts? Warum muten Sie uns zu, an einem alten Gesetz herumzudoktern? (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Silhavy: Dann bauen wir die Arbeitnehmerrechte aus!)
Abg. Silhavy: Wie schauen wir denn im Gastgewerbe aus, Herr Kollege Peter? Wie schauen wir da aus?
Die Arbeitnehmerrechte sollen gleich sein. Ich kann nicht einsehen, warum ein Postmitarbeiter etwas Besseres sein soll als ein Bahnmitarbeiter und ein Bahnmitarbeiter etwas Besseres als ein Mitarbeiter in der Industrie! Das kann ich ganz einfach nicht einsehen! (Abg. Silhavy: Wie schauen wir denn im Gastgewerbe aus, Herr Kollege Peter? Wie schauen wir da aus?) Im Gastgewerbe gilt das Arbeitsverfassungsgesetz. Gott sei Dank gilt es, weil es ein gutes Gesetz ist, Frau Silhavy! (Abg. Silhavy: Was ist mit ...?) Frau Silhavy, Sie müssen bei Zwischenrufen Luft holen! Sonst kann ich nichts sagen, wenn Sie nicht Luft holen!
Abg. Silhavy: Was ist mit ...?
Die Arbeitnehmerrechte sollen gleich sein. Ich kann nicht einsehen, warum ein Postmitarbeiter etwas Besseres sein soll als ein Bahnmitarbeiter und ein Bahnmitarbeiter etwas Besseres als ein Mitarbeiter in der Industrie! Das kann ich ganz einfach nicht einsehen! (Abg. Silhavy: Wie schauen wir denn im Gastgewerbe aus, Herr Kollege Peter? Wie schauen wir da aus?) Im Gastgewerbe gilt das Arbeitsverfassungsgesetz. Gott sei Dank gilt es, weil es ein gutes Gesetz ist, Frau Silhavy! (Abg. Silhavy: Was ist mit ...?) Frau Silhavy, Sie müssen bei Zwischenrufen Luft holen! Sonst kann ich nichts sagen, wenn Sie nicht Luft holen!
Beifall beim Liberalen Forum.
Aber eines verstehe ich nicht, meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen, die Sie alle von der neuen Selbständigkeit reden: Warum muß die Senkung der Mindestbemessungsgrundlage im GSVG für Jungunternehmer in den ersten drei Jahren an Ihren Zahnkronen-Streitereien enden? Was haben die Zahnkronen mit der Jungunternehmerförderung zu tun?, frage ich Sie hier im Hohen Hause. Was hat das miteinander zu tun? Wollen Sie jetzt Jungunternehmer fördern, oder wollen Sie über Zahnkronen streiten? – Vielleicht kann mir irgend jemand diese Frage beantworten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Peter.
Wir stehen auch voll dazu, meine Damen und Herren, daß die ASVG-Novelle, die jetzt im Sozialausschuß beraten wird, sowie die Novellen zum Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz und zum Bauern-Sozialversicherungsgesetz so bald wie möglich beschlossen werden. Wir hoffen, daß es noch vor dem Sommer möglich sein wird, die nach wie vor offenen Fragen zu klären und auch hiebei zu einem positiven Abschluß zu kommen. Ich stimme mit Ihnen vollkommen überein, Herr Abgeordneter Peter: Wir brauchen diese Regelungen unbedingt für die jungen Leute, die neu selbständig werden, damit sie in diesem Fall im Bereich der Beitragszahlung Erleichterungen erhalten. (Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Peter. )
Beifall bei der ÖVP.
Insgesamt glaube ich, daß wir auf einem guten Wege sind und nicht nur heute, sondern auch in der nächsten Zeit die notwendigen Beschlüsse fassen können. Ich meine, wir können diesen Vorlagen unsere Zustimmung geben, da die Regelungen im Sinne einer Verbesserung der sozialen Sicherheit getroffen wurden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Ablehnen werden wir auf jeden Fall den Antrag der Frau Abgeordneten Reitsamer bezüglich das Post-Betriebsverfassungsgesetz. Wir haben dem Post-Betriebsverfassungsgesetz schon bei dessen Einführung nicht zustimmen können, weil wir eine echte Vereinheitlichung von ArbeitnehmerInnenrechten wollen und keine Aufsplitterung, und gemäß diesem Antrag der Frau Abgeordneten Reitsamer und des Herrn Feurstein wird das passive Wahlrecht für AusländerInnen wie bei der Bahn wieder nicht eingeführt. Vielmehr ist dieses Post-Betriebsverfassungsgesetz nur Grundlage dafür, daß es in Zukunft wahrscheinlich noch weitere Sonderregelungen geben wird. Für die Post und für die Bahn gibt es bereits solche Sonderregelungen, und es erhebt sich die Frage, welche Sonderregelungen für welche ArbeitnehmerInnen Sie noch zu treffen beabsichtigen. Warum streben Sie im Sinne aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht eine Vereinheitlichung, sondern eine Zerstückelung an? – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir haben für Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, Stiftungen und Umschulungseinrichtungen geschaffen, in welchen diese sich beruflich neu orientieren können und somit neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Daß diese Ausbildungsmöglichkeiten sehr wichtig sind, sehe ich in meinem Bezirk, weil gerade wir stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Und wenn man an der Basis steht und plötzlich mit einer großen Anzahl von Arbeitsplatzverlusten konfrontiert ist, dann kann man erst richtig erkennen und auch schätzen, wie wichtig es ist, daß Einrichtungen zur Verfügung stehen, mit welchen ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Zukunft gegeben werden kann. Damit die Betroffenen diese Schulungsmaßnahmen in Anspruch nehmen können, ist es aber notwendig, daß das Ausbildungs-Arbeitslosengeld, mit dem die Betroffenen ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, um welches es in diesem Antrag geht, auch zur Verfügung steht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir Sozialdemokraten werden weiterhin bemüht sein, die Situation von arbeitslos gewordenen Menschen zu verbessern und ihnen die Möglichkeit zu geben, an Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein großer Vorteil ist, daß es zu einer Valorisierung und zu einer Erhöhung der Einheitswertgrenze für den Bezug von Arbeitslosengeld oder Karenzgeld von 54 000 S auf 60 000 S kommt, wenn jemand in der Land- und Forstwirtschaft tätig war. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt also eine Reihe von Verbesserungen, die wir begrüßen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Im übrigen möchte ich feststellen, daß ich mich freue, daß es uns heute gelungen ist, einer Gruppe der Bevölkerung Möglichkeiten zu eröffnen, die wir uns viele, viele Jahre eindeutig und sehr massiv gewünscht haben! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte mich außerdem dafür bedanken, daß mit diesem Abänderungsantrag auch sichergestellt ist, daß die Auflebstiftung auch im Jahr 1999 wieder beansprucht werden kann. (Beifall bei der ÖVP.)