Eckdaten:
Für die 127. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 772 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Dr. Robert Rada
Petition betreffend „Bestmögliche universitäre Aus- und Weiterbildung aller PädagogInnen“ (Ordnungsnummer 75) (überreicht vom Abgeordneten Dr. Robert Rada)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Als verhindert gemeldet sind die Abgeordneten Mag. Scheucher-Pichler, Dr. Wittmann, Parnigoni, Lackner und Broukal. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Andreas Khol: Ich begrüße den neuen Abgeordneten herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich glaube, dass jenseits jeglicher Debatte über die Konfrontation von Kulturen der wesentliche Grund für Ausschreitungen und Auseinandersetzungen eine tiefe soziale Krise ist, die vielen jungen Menschen keine Chance und keine Perspektive mehr bietet. Die geeignete Antwort der Politik muss daher sein, diese soziale Krise zu erfassen und eine Politik zu machen, welche die Wirtschafts- und Sozialpolitik in Europa ändert, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie haben gemeint, das sei auf Frankreich beschränkt. Ich würde sagen, zum Glück – zum Glück! – für Europa ist dies erst an einzelnen Stellen Europas aufgebrochen, zu glauben aber, dass andere Teile Europas immun dagegen wären, hielte ich für einen schweren Irrtum. Ich bin der Meinung, wenn dieselben Ursachen auch in anderen Teilen Europas in dem Ausmaß schlagend werden, dann kann das leider überall passieren. Daher ist es unsere Aufgabe als österreichische Politikerinnen und Politiker, zu verhindern, dass es in Österreich zu einer solchen sozialen Krise kommt, die zu denselben Ausschreitungen führt, wie sie derzeit in Paris stattfinden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Wenn man die PISA-Studie ernst nimmt, wenn man sie genau analysiert, dann stellt man fest, dass ein Fünftel der 15-Jährigen in Österreich nicht ordentlich lesen kann und damit deren Chance auf eine Lehrausbildung oder auf eine Weiterbildung in der Schule außerordentlich gering ist. Das heißt, es gibt auch bei uns erste Anzeichen dafür, dass der soziale Aufzug nicht mehr funktioniert, dass die soziale Durchlässigkeit eingeschränkt worden ist. Unsere Aufgabe muss es daher sein, wenn wir den sozialen Frieden und die Demokratie in unserem Lande halten wollen, die soziale Durchlässigkeit der Gesellschaft zu 100 Prozent herzustellen, und das heißt in erster Linie: Chancen und Bildung für die Jugendlichen in unserem Land, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Jetzt werden Sie sich die Frage stellen: Was hat das zu tun zum Beispiel mit der Situation der Zuwanderer oder derjenigen, die sich am unteren Ende der sozialen Skala befinden? – Das kann ich Ihnen sagen: Es gibt immer mehr Menschen, die nur die Qualifikation für wenig nachgefragte und wenig qualifizierte Tätigkeiten haben, aber es gibt zu wenig Arbeit für sie. Daher ist es die größte Herausforderung an eine Gesellschaft, dafür zu sorgen, dass möglichst viele Kinder und Jugendlichen zu einer möglichst hohen Bildung kommen. Das ist das einzige Mittel, mit dem man langfristig die Gesellschaft durchlässig gestalten kann! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Sagen Sie das Häupl!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage der politischen Verantwortung. Wenn man sieht, dass es da Probleme gibt, glauben Sie dann, dass es der richtige Weg ist, die Plätze der Begleitlehrer an den Schulen zu streichen, die dafür verantwortlich sind, dass alle Kinder auch die deutsche Sprache ordentlich lernen und damit bessere Bildungschancen haben?! Halten Sie es für richtig, in einer solchen Situation 5 500 Pflichtschullehrerplätze in Österreich zu streichen? (Abg. Dr. Brinek: Sagen Sie das Häupl!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich sage Ihnen: Mit jedem Lehrerplatz, den Sie hier streichen, reduzieren Sie die Chancen der Kinder und Jugendlichen in unserem Land. Das ist der falsche Weg, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Was hat Stadtrat Rieder gemacht?
Ich halte die Forderung der Landeshauptleute für völlig richtig, wenn sie sagen, wir bräuchten in Österreich mindestens 800 Begleitlehrer, damit die Kinder in den Schulen ordentlich Deutsch lernen und damit eine bessere Chance haben, an unserem Bildungssystem teilzunehmen. (Abg. Dr. Brinek: Was hat Stadtrat Rieder gemacht?) Ich würde sagen, wenn man ohnehin darüber jammert, dass es in Österreich zu viele Lehrer gibt, weil es zu wenig Kinder gibt, dann sollten wir das doch als Chance begreifen, mit mehr Lehrern mehr für die Kinder zu tun und daher für eine bessere Bildung zu sorgen. Das würde für Gerechtigkeit sorgen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich halte die Forderung der Landeshauptleute für völlig richtig, wenn sie sagen, wir bräuchten in Österreich mindestens 800 Begleitlehrer, damit die Kinder in den Schulen ordentlich Deutsch lernen und damit eine bessere Chance haben, an unserem Bildungssystem teilzunehmen. (Abg. Dr. Brinek: Was hat Stadtrat Rieder gemacht?) Ich würde sagen, wenn man ohnehin darüber jammert, dass es in Österreich zu viele Lehrer gibt, weil es zu wenig Kinder gibt, dann sollten wir das doch als Chance begreifen, mit mehr Lehrern mehr für die Kinder zu tun und daher für eine bessere Bildung zu sorgen. Das würde für Gerechtigkeit sorgen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Großruck: Was Sie finden, ist nicht relevant!
Ich finde es eigentlich erschreckend (Abg. Großruck: Was Sie finden, ist nicht relevant!), dass aus dem Ergebnis der PISA-Studie und aus den Warnzeichen, die es in einzelnen Teilen Europas gibt, nicht die richtigen Schlüsse gezogen werden, sondern uns statt dessen ein Schulpaket I und ein Schulpaket II vorgelegt werden, die an keinem dieser Missstände irgendetwas ändern, meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist eine Überlebensfrage – wirtschaftlich wie sozial – für Österreich, dass das österreichische Schulsystem durchlässiger wird, dass es sozial integrativer wird und dass mehr Kinder mehr Chancen in unserem Land haben.
Abg. Mag. Hakl: 20 Prozent Arbeitslose in Finnland!
Ich sage es erneut: Das finnische Schulsystem hat bewiesen, dass es besser ist. Es ist besser, den finnischen Weg als den Gehrer-Weg zu gehen. (Abg. Mag. Hakl: 20 Prozent Arbeitslose in Finnland!) Das würde den Kindern in unserem Land mehr Chancen bieten, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Großruck.
Ich sage es erneut: Das finnische Schulsystem hat bewiesen, dass es besser ist. Es ist besser, den finnischen Weg als den Gehrer-Weg zu gehen. (Abg. Mag. Hakl: 20 Prozent Arbeitslose in Finnland!) Das würde den Kindern in unserem Land mehr Chancen bieten, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Abg. Schöls: Von welchem Land reden Sie?
Vernünftige Politik geht an die Wurzeln der Probleme. Jetzt dazusitzen und zu polemisieren, wie es die Abgeordneten von den Regierungsparteien tun, endet meistens damit, dass man dann nur mehr mit polizeilichen Maßnahmen imstande ist, Probleme einzudämmen. Das ist der falsche Weg, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Schöls: Von welchem Land reden Sie?)
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Gehen Sie einen Weg, bei welchem die Probleme an den Wurzeln gepackt werden. Wir müssen die soziale Krise an den Wurzeln packen, da nützt Ihre Polemik überhaupt nichts. Geben Sie den Kindern und Jugendlichen mehr Bildungschancen, mehr Arbeitsplätze, dann werden wir in Zukunft keine Gewalt, sondern sozialen Aufstieg haben! Das ist der viel vernünftigere Weg für Österreich und seine Bewohner, meine Damen und Herren! (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Öllinger: Die sollte auch da sein!
Wenn Sie dann des Weiteren ausgeführt haben – und ich bin nicht der Bildungsminister, Ministerin Gehrer ist heute leider verhindert (Abg. Öllinger: Die sollte auch da sein!) –, dass es in Österreich ein eklatantes Ungleichgewicht der Chancen im öffentlichen Schulsystem gäbe, dann sage ich Ihnen als Vater von fünf Kindern, die in den letzten Jahren durch Volksschule und Gymnasium in diesem Land gegangen sind, und zwar durch öffentliche Gymnasien – das halten andere mit ihren Kindern anders, wie man hört, Herr Dr. Gusenbauer –, dass ich festgestellt habe, dass in Österreich Kinder aus allen Regionen, aus allen sozialen Schichten in unserem Schulsystem völlig identische und sehr gute Chancen bekommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn Sie dann des Weiteren ausgeführt haben – und ich bin nicht der Bildungsminister, Ministerin Gehrer ist heute leider verhindert (Abg. Öllinger: Die sollte auch da sein!) –, dass es in Österreich ein eklatantes Ungleichgewicht der Chancen im öffentlichen Schulsystem gäbe, dann sage ich Ihnen als Vater von fünf Kindern, die in den letzten Jahren durch Volksschule und Gymnasium in diesem Land gegangen sind, und zwar durch öffentliche Gymnasien – das halten andere mit ihren Kindern anders, wie man hört, Herr Dr. Gusenbauer –, dass ich festgestellt habe, dass in Österreich Kinder aus allen Regionen, aus allen sozialen Schichten in unserem Schulsystem völlig identische und sehr gute Chancen bekommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
in der Bundeshauptstadt. Das zeigen folgende Zahlen: Es gibt in Österreich nicht weniger als 2 305 Lehrerposten zur Förderung von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache. Das kostet fast 100 Millionen € im Jahr. 1 300 dieser Posten, Herr Dr. Gusenbauer, sind in Wien vergeben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bin froh darüber, dass das AMS im Bezug auf arbeitslose Jugendliche überproportional viel auch finanziell für ausländische arbeitslose Jugendliche tut. Das ist zwar nur leicht überproportional, Herr Professor Van der Bellen, aber immerhin überproportional und geht in die richtige Richtung. Statt „No future“, sagen wir in Österreich „Jobs for You(th)“. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Dass dieses bewährte Programm wirkt, ersieht man daraus, dass AMS-Analysen ergeben, dass immerhin zwei Drittel der jungen Menschen nach sechs Monaten einen Job haben, einen nicht geförderten Job. Das halte ich für befriedigend, zumal ich weiß, welche jungen Menschen in diese Programme aufgenommen werden. Das sind junge Menschen ohne Hauptschulabschluss, junge Menschen ohne Lehrabschluss, die dann später mit 20, 22, 24 Jahren ihren Lehrabschluss nachholen müssen, die andere Berufsabschlüsse nachholen müssen, also durchwegs junge Menschen, die aufs erste Hinschauen auf dem Arbeitsmarkt wenig Chancen hätten. Auf diese Art und Weise bekommen sie eine zweite, eine dritte Chance – was auch im Sinne des Titels der Aktuellen Stunde „Jugend braucht auch Chancen“ ist, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Überraschend positiv entwickelt sich die Lehrlingssituation, und zwar letztlich auch auf Grund der Initiativen des, wie ich meine, allseits geschätzten Kommerzialrates Blum, unseres Jugendbeschäftigungsbeauftragten. Der so genannte Blum-Bonus hat – Grasser und ich haben geschätzt, dass es vorerst einmal 3 000 Anmeldungen geben wird – bisher zu 8 500 Anmeldungen geführt. Das ist ziemlich oder sogar sehr erfolgreich. Es sind allein bis Ende Oktober im Jahresvergleich 3,7 Prozent mehr Lehrverträge für Lehrlinge im ersten Lehrjahr eingereicht worden, und zwar plus 1 757. Das ist hochsignifikant! Wir werden nach Jahren abnehmender Zahlen, nach einem Jahr der Stagnation, nämlich dem Jahr 2004, nun im Jahr 2005 eine deutliche Steigerung haben. Wir haben jetzt auch um nicht weniger als 82 Prozent mehr offene Lehrstellen, also fast eine Verdoppelung der offenen Lehrstellen und damit auch – und das, Frau Abgeordnete Silhavy, haben sie unlängst falsch ausgedrückt – eine Reduktion der Lehrstellenlücke um nicht weniger als ein Drittel. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Österreicher zeigt, meine sehr verehrten Damen und Herren – und damit möchte ich meine Ausführungen schließen –, dass die Jugend Bildung hat, dass sie deswegen Beschäftigung hat und dass sie deswegen alle Chancen hat, im Leben und auf dem Arbeitsmarkt gut unterzukommen, und dass wir uns deswegen Gott sei Dank mit Frankreich nicht vergleichen müssen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das ist noch nicht alles!
Ich tue mich schon mit dieser Formulierung ein wenig schwer, denn eigentlich ist Beschäftigung durch entsprechende Bildung das, was den jungen Menschen Chancen eröffnet. (Abg. Öllinger: Das ist noch nicht alles!) Wenn Sie darin einen Gegensatz sehen, dann haben Sie offenbar einiges nicht begriffen, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich tue mich schon mit dieser Formulierung ein wenig schwer, denn eigentlich ist Beschäftigung durch entsprechende Bildung das, was den jungen Menschen Chancen eröffnet. (Abg. Öllinger: Das ist noch nicht alles!) Wenn Sie darin einen Gegensatz sehen, dann haben Sie offenbar einiges nicht begriffen, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wir sind uns darin einig, dass die Arbeitslosigkeit ein europäisches Phänomen ist, dass es daher zweifelsohne auch europäischer Anstrengungen bedarf, um dagegen vorzugehen. Gerade deshalb, weil Arbeitslosigkeit ein europäisches Phänomen ist, ist auch der internationale Vergleich zulässig. Alle internationalen Vergleiche zeigen, dass die österreichische Bundesregierung im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, insbesondere im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit, höchst erfolgreich ist, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Wir kämpfen für jeden der Jugendlichen, damit er/sie einen Arbeitsplatz bekommt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das stimmt ja!
Da sollte man kein politisches Kleingeld schlagen wollen, Herr Dr. Gusenbauer, denn das ist eigentlich Gegenstand dieser Debatte. Wenn Sie hier davon reden, wie erfolgreich andere Bildungssysteme sind, wie etwa das finnische (Abg. Dr. Gusenbauer: Das stimmt ja!), dann beantworten Sie mir die Frage, warum die Finnen eine doppelt so hohe Jugendarbeitslosigkeit haben wie wir. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) – Also so gut kann dieses Bildungssystem denn doch nicht sein, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie!
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Da sollte man kein politisches Kleingeld schlagen wollen, Herr Dr. Gusenbauer, denn das ist eigentlich Gegenstand dieser Debatte. Wenn Sie hier davon reden, wie erfolgreich andere Bildungssysteme sind, wie etwa das finnische (Abg. Dr. Gusenbauer: Das stimmt ja!), dann beantworten Sie mir die Frage, warum die Finnen eine doppelt so hohe Jugendarbeitslosigkeit haben wie wir. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) – Also so gut kann dieses Bildungssystem denn doch nicht sein, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn Sie dann noch in Betracht ziehen, Herr Dr. Gusenbauer, dass es in Finnland bei den Jugendlichen einen Migrationshintergrund von nur 1,4 Prozent gibt und es bei uns in Österreich bei den Kindern und Jugendlichen einen solchen von 14 Prozent gibt, dann können Sie schon daran sehen, dass die österreichische Bildungspolitik um ein Vielfaches erfolgreicher ist als das, was Sie uns hier vorgeschlagen haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Oh-Rufe bei der ÖVP
Weiters sprachen Sie davon, Herr Dr. Gusenbauer, dass wir bei den Lehrerposten im Bereich der Migrationsunterstützung, im Bereich der Sprachförderung und bei Ähnlichem Kürzungen vorgenommen hätten. Dazu darf ich Ihnen sagen: Wir haben in Österreich 2 305 Lehrerinnen und Lehrer, die ausdrücklich dafür eingesetzt werden, sich in diesem Bereich zu engagieren und sich Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache zu widmen. Von diesen 2 305 Lehrerinnen und Lehrern sind alleine 1 300 in Wien. Also mehr als die Hälfte der Lehrerinnen und Lehrer, die in diesem Bereich eingesetzt sind, sind in Wien. Andere Bundesländer wären froh, würden sie auch so viele haben. Aber wer 700 Lehrerposten in diesem Bereich gestrichen hat, das war Ihr Wiener Stadtschulrat. Es war Ihre Stadtgemeinde in Wien, die diese Lehrerposten gestrichen hat (Oh-Rufe bei der ÖVP), und nicht das Bildungsministerium. – Das ist die Wahrheit, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Weiters sprachen Sie davon, Herr Dr. Gusenbauer, dass wir bei den Lehrerposten im Bereich der Migrationsunterstützung, im Bereich der Sprachförderung und bei Ähnlichem Kürzungen vorgenommen hätten. Dazu darf ich Ihnen sagen: Wir haben in Österreich 2 305 Lehrerinnen und Lehrer, die ausdrücklich dafür eingesetzt werden, sich in diesem Bereich zu engagieren und sich Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache zu widmen. Von diesen 2 305 Lehrerinnen und Lehrern sind alleine 1 300 in Wien. Also mehr als die Hälfte der Lehrerinnen und Lehrer, die in diesem Bereich eingesetzt sind, sind in Wien. Andere Bundesländer wären froh, würden sie auch so viele haben. Aber wer 700 Lehrerposten in diesem Bereich gestrichen hat, das war Ihr Wiener Stadtschulrat. Es war Ihre Stadtgemeinde in Wien, die diese Lehrerposten gestrichen hat (Oh-Rufe bei der ÖVP), und nicht das Bildungsministerium. – Das ist die Wahrheit, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben in diesem Bereich nicht nichts gemacht – Sie haben offensichtlich das Schulpaket II nicht gelesen, denn sonst wüssten Sie das –, sondern wir schaffen mit dem Schulpaket II zusätzlich 400 Lehrerstellen und Lehrerinnenstellen für die sprachliche Integration. – So sieht eine erfolgreiche Bildungspolitik aus, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich gebe Ihnen Recht, Herr Dr. Gusenbauer, wenn Sie sagen, dass es in Frankreich einerseits mangelnde Bildung und andererseits ein Mangel an Jobs sind, die zu den unerwünschten Situationen geführt haben. Zum Dritten wurden aber diese Randale auch durch eine politische Debatte ausgelöst. Das sollte man auch bedenken, wenn man eine solche Diskussion führt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Freund: Sehr gewagt! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gewalt lässt sich durch nichts und niemanden rechtfertigen, sehr wohl aber erklären und vorbeugen. Diejenigen, die heute als Täter dieser schrecklichen Gewalttaten verfolgt werden, sind in Wahrheit die Opfer. (Abg. Freund: Sehr gewagt! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie sind die Opfer einer so genannten Leistungsgesellschaft, die eine ganz wichtige Voraussetzung nicht erfüllt, nämlich Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit.
neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP
Wenn Kinder die Unterrichtssprache nicht verstehen (neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP) – meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP, da sollten Sie genau hinhören! –, wenn Kinder keinerlei Förderung erfahren, weder in der Schule noch zu Hause, wenn sie niemand versteht, und zwar nicht nur sprachlich, sondern auch emotional, wenn sich niemand mit ihren Problemen auseinander setzt, dann sind menschliches Leid und soziales Elend vorprogrammiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Kinder die Unterrichtssprache nicht verstehen (neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP) – meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP, da sollten Sie genau hinhören! –, wenn Kinder keinerlei Förderung erfahren, weder in der Schule noch zu Hause, wenn sie niemand versteht, und zwar nicht nur sprachlich, sondern auch emotional, wenn sich niemand mit ihren Problemen auseinander setzt, dann sind menschliches Leid und soziales Elend vorprogrammiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
schenrufe bei der ÖVP – Abg. Mag. Molterer – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer zeigend –: Du bist gemeint!), und das Auffangbecken für den Rest sind die l’école publique. Die Kinder werden so in völlig verschiedene Welten, in Bereiche mit völlig verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten aufgeteilt. – Das ist das System, das auch Ihnen vorschwebt, meine Damen und Herren von der ÖVP! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber diejenigen, die von den Chancen des Lebens abgeschnitten werden, haben nichts zu verlieren. Zorn, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit suchen sich ein Ventil. Soziale Kälte wird dann eben, so wie in Frankreich, mit brennenden Autos und brennenden Häusern beantwortet. Spätestens jetzt müssten jene, für die soziale Gerechtigkeit kein Wert an sich ist, kapieren, dass soziale Gerechtigkeit dann wenigstens eine Investition in die eigene Sicherheit ist. (Beifall bei der SPÖ.)
ironische Heiterkeit bei der ÖVP
Herr Minister! In Österreich hat wirklich niemand einen Grund, mit dem Finger auf Frankreich zu zeigen und zu sagen: Das sind die Bösen, und wir sind die Guten!, denn dass es sich in Österreich noch nicht so zugespitzt hat, ist zum einen darauf zurückzuführen, dass wir keine ehemalige Kolonialmacht mit entsprechenden Einwanderungsströmen sind, und zum anderen darauf, dass trotz ihrer Politik in den letzten fünf Jahren nach wie vor die Bildungsoffensive der siebziger Jahre nachwirkt (ironische Heiterkeit bei der ÖVP), die das Bildungssystem für alle Bevölkerungsschichten geöffnet hat, sodass es auch Arbeiterkindern, wie ich es bin, möglich wurde, zu einem Hochschulabschluss zu kommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister! In Österreich hat wirklich niemand einen Grund, mit dem Finger auf Frankreich zu zeigen und zu sagen: Das sind die Bösen, und wir sind die Guten!, denn dass es sich in Österreich noch nicht so zugespitzt hat, ist zum einen darauf zurückzuführen, dass wir keine ehemalige Kolonialmacht mit entsprechenden Einwanderungsströmen sind, und zum anderen darauf, dass trotz ihrer Politik in den letzten fünf Jahren nach wie vor die Bildungsoffensive der siebziger Jahre nachwirkt (ironische Heiterkeit bei der ÖVP), die das Bildungssystem für alle Bevölkerungsschichten geöffnet hat, sodass es auch Arbeiterkindern, wie ich es bin, möglich wurde, zu einem Hochschulabschluss zu kommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Haben Sie diese Rede beim Heurigen geschrieben?
Im Jahr 2000 war Österreich noch das EU-Land mit der geringsten Jugendarbeitslosigkeit. (Abg. Großruck: Haben Sie diese Rede beim Heurigen geschrieben?) Seither hat sich die Jugendarbeitslosigkeit verdoppelt. Die Lehrstellenlücke wird immer größer. In der Bildungspolitik hat es einen Kahlschlag gegeben, und immer mehr jungen Menschen sagt man: Für euch haben wir keine Verwendung! Was das für einen jungen Menschen bedeutet, der voll Tatendrang, voll Energie ist, was es für ihn bedeutet, dass es in der Gesellschaft keinen Platz für ihn gibt, liegt auf der Hand. Genau das müssen wir jetzt in Frankreich beobachten beziehungsweise wird uns dort dramatisch vor Augen geführt: Dieser junge Mensch wendet sich gegen die Gesellschaft und ihre Gesetze.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, lernen wir daraus.! Machen Sie endlich den Weg frei für eine sozial ausgewogene Politik in diesem Land! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Selbstverständlich ist es richtig, dass man auch nach den Ursachen derartiger Perspektivenlosigkeit, die dann auch zu solchen Krawallen und Straftaten führt, forschen muss, aber zu sagen, dass die Täter Opfer sind – und auch bei der Berichterstattung in Österreich hat man manchmal den Eindruck, dass diese Sozialromantik durchschlägt, wenn diese Krawallmacher als eine Art Robin-Hood-Figuren gesehen werden –, dass diese Krawallmacher Opfer sind und nicht Straftäter, das ist doch wohl der falsche Weg. Das sollten gerade Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, erkennen, zumal die Autos, die dort angezündet werden, genau der unterprivilegierten Schicht gehören, die Sie eigentlich vertreten sollten, egal, ob in Paris oder sonstwo in Europa. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Krainer: Absolut lächerlich!
Wenn Sie dann hergehen und Vergleiche mit Österreich ziehen, dann muss ich Ihnen sagen: Man kann höchstens einen Vergleich ziehen, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, nämlich den, dass Ihre Zuwanderungspolitik der achtziger und neunziger Jahre genauso von irgendwelchen theoretischen Zirkeln ausgearbeitet worden ist und völlig an der Praxis vorbeigegangen ist. (Abg. Krainer: Absolut lächerlich!) Genau diese Art der Politik ist mit eine Ursache für solche Zustände, wie es sie derzeit in Frankreich gibt. Man wollte ganz einfach die Probleme nicht erkennen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Krainer.) Ja, das ist schon richtig, allerdings von einer anderen Richtung, Herr Kollege. Das gilt auch für Wien.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Krainer.
Wenn Sie dann hergehen und Vergleiche mit Österreich ziehen, dann muss ich Ihnen sagen: Man kann höchstens einen Vergleich ziehen, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, nämlich den, dass Ihre Zuwanderungspolitik der achtziger und neunziger Jahre genauso von irgendwelchen theoretischen Zirkeln ausgearbeitet worden ist und völlig an der Praxis vorbeigegangen ist. (Abg. Krainer: Absolut lächerlich!) Genau diese Art der Politik ist mit eine Ursache für solche Zustände, wie es sie derzeit in Frankreich gibt. Man wollte ganz einfach die Probleme nicht erkennen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Krainer.) Ja, das ist schon richtig, allerdings von einer anderen Richtung, Herr Kollege. Das gilt auch für Wien.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Krainer – den Kopf schüttelnd –: Lächerlich!
Ihre romantischen Ideen in den achtziger und neunziger Jahren waren die der multikulturellen Gesellschaft. Sie sagten: Österreich ist ein offenes Land!, Wien ist eine offene Stadt!, aber Sie haben sich um die Integrationsrahmenbedingungen, darum, ob man genug Schulplätze hat, darum, ob man genug Wohnungen hat, darum, ob man genug Arbeitsplätze hat, überhaupt nicht gekümmert. Sie gingen das von der anderen Seite an. Das ist ein völlig falscher Zugang. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Krainer – den Kopf schüttelnd –: Lächerlich!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie können ruhig den Kopf schütteln, Herr Kollege Krainer. Ich kann sagen: Gott sei Dank haben wir nicht solche Zustände wie in Frankreich. Ein Grund dafür ist auch die geringere Zahl an Immigranten. Aber es darf nicht übersehen werden, dass es in Wien in manchen Bezirken Schulklassen gibt, in welchen der Anteil der Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache 70 bis 90 und noch mehr Prozent beträgt. Da erhebt sich schon die Frage: Wo wird denn da Integration betrieben? Wie soll es denn da funktionieren, diese Kinder in unsere Gesellschaft einzubinden und einzugliedern? Da bildet sich dann eine Parallelgesellschaft aus. Das mussten jetzt auch die Sozialromantiker in Deutschland, in Berlin zur Kenntnis nehmen. Jetzt müssen sie erkennen, dass das der völlig falsche Weg ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: So schaut es aus!
Wir haben jetzt weitere Maßnahmen in diesem Bereich gesetzt, meine Damen und Herren. So werden beispielsweise im Staatsbürgerschaftsrecht die Kriterien verschärft. (Abg. Öllinger: So schaut es aus!) Im Asylrecht soll der Missbrauch verhindert werden, indem unterschieden wird zwischen jenen, die nach Österreich kommen und berechtigterweise Unterstützung haben wollen, weil sie verfolgt werden, und jenen, die nur aus rein wirtschaftlichen Gründen zu uns kommen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Krainer: Völlig vorbei an der Realität!
Des Weiteren haben wir mit drei Konjunkturpaketen, einem Lehrlingspaket und einem Beschäftigungsprogramm der problematischen Situation auf dem Arbeitsmarkt gegengesteuert. 60 000 zusätzliche Beschäftigte gibt es allein auf Grund des letzten Beschäftigungspakets der Bundesregierung. Das ist die richtige Antwort – nicht die propagandistische Projektion furchtbarer Zustände in Frankreich auf Österreich! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Krainer: Völlig vorbei an der Realität!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Gott sei Dank haben wir nicht die Zustände wie in Frankreich! – Ja, das unterstütze ich. Im Hinblick auf den Rest Ihrer Rede, Herr Klubobmann, auch im Hinblick darauf, was der Herr Bundesminister gesagt hat, muss ich sagen: Die Regierungsparteien haben offensichtlich ein Brett vor dem Kopf. Sie wollen die Realität dieser Jugendlichen nicht zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Bundesminister, es ist doch unglaublich, wenn Sie sich hier herstellen und sagen, dass ausländische Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt gar nicht so schlecht dastehen. Wissen Sie, was Sie da sagen? „Ausländische Jugendliche“ – beachten Sie das Wort! Wir reden hier von den Jugendlichen zweiter und dritter Generation, die schon längst die österreichische Staatsbürgerschaft haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Das ist doch nicht wahr!
Sie wissen, wenn Sie – egal in welchem Bundesland! – mit Jugendlichen der zweiten und dritten Generation, die schon in Österreich aufgewachsen sind, reden, dann wissen Sie, welche Hoffnungen diese Jugendlichen tatsächlich haben, eine anständige Arbeit zu bekommen, nämlich: fast keine! (Abg. Dr. Fekter: Das ist doch nicht wahr!) Es wird Ihnen klar werden, wenn Sie mit ihnen reden, wie sehr diese Jugendlichen benachteiligt sind auf dem Arbeitsmarkt, wie oft nach Vorstellungen in Unternehmen nach wie vor danach entschieden wird, ob die Hautfarbe etwas dunkler oder etwas heller ist, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
schaft vorenthalten, während auf der anderen Seite Sie, nämlich Ihre Parteien, beim muttersprachlichen Unterricht für diese Jugendlichen Kürzungen, und zwar radikale Kürzungen vornehmen. Das ist eine Realität! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist doch ganz was anderes! Das kann man doch nicht vergleichen!
Sagen Sie nicht, das stimmt nicht! Hier die Zahlen für Kärnten: Elf muttersprachliche Lehrer waren es, jetzt sind es sechs. – Keine Kürzung? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist doch ganz was anderes! Das kann man doch nicht vergleichen!) Ich könnte Ihnen für jedes Bundesland Zahlen nennen, wie sehr Sie beim muttersprachlichen Unterricht, beim Stützunterricht für lernschwache Jugendliche kürzen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Themaverfehlung!) Was regt Sie dabei so auf, Frau Abgeordnete Partik-Pablé? Sie wollen das ja! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Themaverfehlung!
Sagen Sie nicht, das stimmt nicht! Hier die Zahlen für Kärnten: Elf muttersprachliche Lehrer waren es, jetzt sind es sechs. – Keine Kürzung? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist doch ganz was anderes! Das kann man doch nicht vergleichen!) Ich könnte Ihnen für jedes Bundesland Zahlen nennen, wie sehr Sie beim muttersprachlichen Unterricht, beim Stützunterricht für lernschwache Jugendliche kürzen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Themaverfehlung!) Was regt Sie dabei so auf, Frau Abgeordnete Partik-Pablé? Sie wollen das ja! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Sagen Sie nicht, das stimmt nicht! Hier die Zahlen für Kärnten: Elf muttersprachliche Lehrer waren es, jetzt sind es sechs. – Keine Kürzung? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist doch ganz was anderes! Das kann man doch nicht vergleichen!) Ich könnte Ihnen für jedes Bundesland Zahlen nennen, wie sehr Sie beim muttersprachlichen Unterricht, beim Stützunterricht für lernschwache Jugendliche kürzen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Themaverfehlung!) Was regt Sie dabei so auf, Frau Abgeordnete Partik-Pablé? Sie wollen das ja! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Wattaul: Absoluter Blödsinn! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie verwechseln Äpfel mit Birnen!
Sie wollen das, Sie stehen hinter diesem Konzept, wonach Sie mehrere Klassen von Jugendlichen schaffen wollen; ganz abgesehen davon, dass die Zukunftschancen auch für die österreichischen Jugendlichen schon einmal besser waren als jetzt, wenn man sich etwa die Zustände an den Universitäten beziehungsweise auf dem Arbeitsmarkt ansieht. (Abg. Wattaul: Absoluter Blödsinn! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie verwechseln Äpfel mit Birnen!)
Abg. Dr. Brinek: O ja!
Aber ich möchte jenseits von Bildung und Arbeitsmarkt noch einen Punkt anführen, den ich für besonders wichtig halte: Wie schaut es aus mit gelebter Integration, meine sehr geehrten Damen und Herren? – Nehmen Sie sich an der Nase! Wo gibt es denn beispielsweise die schwarzen Sanitäter, die türkischen Polizisten? Wo gibt es die serbischen AMS-Angestellten? Wo gibt es die Politiker mit Migrationshintergrund? Wo gibt es die hohen Funktionäre mit Migrationshintergrund in der Wirtschaftskammer oder auch im ÖGB? (Abg. Dr. Brinek: O ja!) Wo gibt es sie? – Es gibt sie nicht! (Abg. Dr. Brinek: O ja! Auf der Liste der Wirtschaftskammer!)
Abg. Dr. Brinek: O ja! Auf der Liste der Wirtschaftskammer!
Aber ich möchte jenseits von Bildung und Arbeitsmarkt noch einen Punkt anführen, den ich für besonders wichtig halte: Wie schaut es aus mit gelebter Integration, meine sehr geehrten Damen und Herren? – Nehmen Sie sich an der Nase! Wo gibt es denn beispielsweise die schwarzen Sanitäter, die türkischen Polizisten? Wo gibt es die serbischen AMS-Angestellten? Wo gibt es die Politiker mit Migrationshintergrund? Wo gibt es die hohen Funktionäre mit Migrationshintergrund in der Wirtschaftskammer oder auch im ÖGB? (Abg. Dr. Brinek: O ja!) Wo gibt es sie? – Es gibt sie nicht! (Abg. Dr. Brinek: O ja! Auf der Liste der Wirtschaftskammer!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist kein Beispiel für gelebte Integration, für ein Zusammenleben, für ein Aufeinander-Zugehen, für ein Einander-Zuhören und ein Einander-Verstehen. Diese Menschen brauchen auch eine entsprechende Vertretung, eine entsprechende Stimme in der Öffentlichkeit, aber das verwehren Sie ihnen ebenso wie die Chancen im Bildungsbereich und bei der Beschäftigung. Wenn Sie daran nichts ändern, meine sehr geehrten Damen und Herren, dann verspielen Sie tatsächlich die Zukunft dieser Jugendlichen und setzen etwas aufs Spiel, wofür dieses Land immer gestanden ist, nämlich den sozialen Zusammenhalt! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Und bei uns steigt sie!
Man muss auch wissen, dass in Frankreich die Arbeitslosigkeit doppelt so hoch ist wie in Österreich. (Abg. Öllinger: Und bei uns steigt sie!) Auch die Jugendarbeitslosigkeit dort ist doppelt so hoch wie in Österreich. Die Zahl derer, die sich über ein Jahr in Arbeitslosigkeit befinden, ist ebenfalls zweimal zu viel. – Das muss man zur Kenntnis nehmen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Krawalle in Frankreich sind sicherlich ein Ausdruck des Zorns und der Hoffnungslosigkeit junger Menschen, die den Glauben an ein gutes Leben verloren haben. Wenn Sie sich jetzt hier herstellen und den jungen Menschen in Österreich diesen Glauben an ein gutes Leben nehmen wollen, dann finde ich das ebenso erschütternd. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) All jene, die sich hier herstellen – das möchte ich auch für unsere Zuseher sagen – und Horrorszenarien von Frankreich zu uns nach Österreich reden möchten (Abg. Großruck: Der ist ein Nestbeschmutzer!), haben nicht darüber nachgedacht, was sie damit anrichten. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Der ist ein Nestbeschmutzer!
Die Krawalle in Frankreich sind sicherlich ein Ausdruck des Zorns und der Hoffnungslosigkeit junger Menschen, die den Glauben an ein gutes Leben verloren haben. Wenn Sie sich jetzt hier herstellen und den jungen Menschen in Österreich diesen Glauben an ein gutes Leben nehmen wollen, dann finde ich das ebenso erschütternd. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) All jene, die sich hier herstellen – das möchte ich auch für unsere Zuseher sagen – und Horrorszenarien von Frankreich zu uns nach Österreich reden möchten (Abg. Großruck: Der ist ein Nestbeschmutzer!), haben nicht darüber nachgedacht, was sie damit anrichten. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Krawalle in Frankreich sind sicherlich ein Ausdruck des Zorns und der Hoffnungslosigkeit junger Menschen, die den Glauben an ein gutes Leben verloren haben. Wenn Sie sich jetzt hier herstellen und den jungen Menschen in Österreich diesen Glauben an ein gutes Leben nehmen wollen, dann finde ich das ebenso erschütternd. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) All jene, die sich hier herstellen – das möchte ich auch für unsere Zuseher sagen – und Horrorszenarien von Frankreich zu uns nach Österreich reden möchten (Abg. Großruck: Der ist ein Nestbeschmutzer!), haben nicht darüber nachgedacht, was sie damit anrichten. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Tun Sie jetzt predigen, oder reden Sie?
Junge Menschen erwarten von Verantwortungsträgern dieses Landes (Abg. Öllinger: Tun Sie jetzt predigen, oder reden Sie?), dass sie Rahmenbedingungen schaffen für ein lebenswertes Land und Leben und Rahmenbedingungen, die Chancen bieten. Österreichische Jugendliche wollen nicht bemitleidet werden, denn wir haben das Mitleid nicht verdient. Vielmehr gilt es, die Ärmel aufzukrempeln und zu handeln, und das ist das, was wir auch getan haben.
Abg. Mag. Molterer: Milliarden!
Natürlich ist es eine große Herausforderung, bei einer schwachen Konjunktur die Leistungsfähigkeit des Sozialstaates aufrechtzuerhalten. Aber das abzusichern und diese Balance zu sichern, daran arbeiten wir. Die Sozialausgaben des Bundes sind heute so hoch wie noch nie zuvor. Wenn man sich anschaut, was wir für Sozialleistungen ausgeben, stellt man fest, das sind um 9 Millionen € mehr als noch im Jahr 1999. (Abg. Mag. Molterer: Milliarden!) Das müssen Sie auch zur Kenntnis nehmen. Im EU-Vergleich liegen wir damit an vierter Stelle. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Vielleicht kann man den Unterschied zwischen Millionen und Milliarden klären!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Vielleicht kann man den Unterschied zwischen Millionen und Milliarden klären!
Natürlich ist es eine große Herausforderung, bei einer schwachen Konjunktur die Leistungsfähigkeit des Sozialstaates aufrechtzuerhalten. Aber das abzusichern und diese Balance zu sichern, daran arbeiten wir. Die Sozialausgaben des Bundes sind heute so hoch wie noch nie zuvor. Wenn man sich anschaut, was wir für Sozialleistungen ausgeben, stellt man fest, das sind um 9 Millionen € mehr als noch im Jahr 1999. (Abg. Mag. Molterer: Milliarden!) Das müssen Sie auch zur Kenntnis nehmen. Im EU-Vergleich liegen wir damit an vierter Stelle. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Vielleicht kann man den Unterschied zwischen Millionen und Milliarden klären!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Nennen Sie den Unterschied zwischen Millionen und Milliarden!
Herr Dr. Gusenbauer, Sie waren Erstredner in dieser Aktuellen Stunde, ich frage Sie: Was bieten Sie denn für junge Menschen an? (Abg. Dr. Gusenbauer: Nennen Sie den Unterschied zwischen Millionen und Milliarden!) Ist es Ihr Konzept der solidarischen Hochleistungsgesellschaft, mit dem Sie jungen Arbeitslosen helfen möchten? Ist es Ihr Konzept, die jungen Menschen von der Früh bis zum Abend in die Schule zu stecken oder kleine Schulen zuzusperren? Oder ist es vielleicht noch die Freigabe von Drogen, womit Sie sicherlich keinem einzigen jungen Menschen helfen? (Abg. Dr. Gusenbauer: Wissen Sie, wovon Sie sprechen?) Das sind Ihre Konzepte, und das gehört hier auch gesagt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wissen Sie, wovon Sie sprechen?
Herr Dr. Gusenbauer, Sie waren Erstredner in dieser Aktuellen Stunde, ich frage Sie: Was bieten Sie denn für junge Menschen an? (Abg. Dr. Gusenbauer: Nennen Sie den Unterschied zwischen Millionen und Milliarden!) Ist es Ihr Konzept der solidarischen Hochleistungsgesellschaft, mit dem Sie jungen Arbeitslosen helfen möchten? Ist es Ihr Konzept, die jungen Menschen von der Früh bis zum Abend in die Schule zu stecken oder kleine Schulen zuzusperren? Oder ist es vielleicht noch die Freigabe von Drogen, womit Sie sicherlich keinem einzigen jungen Menschen helfen? (Abg. Dr. Gusenbauer: Wissen Sie, wovon Sie sprechen?) Das sind Ihre Konzepte, und das gehört hier auch gesagt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Dr. Gusenbauer, Sie waren Erstredner in dieser Aktuellen Stunde, ich frage Sie: Was bieten Sie denn für junge Menschen an? (Abg. Dr. Gusenbauer: Nennen Sie den Unterschied zwischen Millionen und Milliarden!) Ist es Ihr Konzept der solidarischen Hochleistungsgesellschaft, mit dem Sie jungen Arbeitslosen helfen möchten? Ist es Ihr Konzept, die jungen Menschen von der Früh bis zum Abend in die Schule zu stecken oder kleine Schulen zuzusperren? Oder ist es vielleicht noch die Freigabe von Drogen, womit Sie sicherlich keinem einzigen jungen Menschen helfen? (Abg. Dr. Gusenbauer: Wissen Sie, wovon Sie sprechen?) Das sind Ihre Konzepte, und das gehört hier auch gesagt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Man merkt, das ist das Ergebnis der Wurstsemmelperspektive!
Natürlich haben wir in Österreich – und das nehmen wir auch ernst – eine Arbeitslosenrate, mit der man sich beschäftigen muss, gerade im Jugendbereich. Deshalb haben wir Qualifizierungsmaßnahmen für 60 000 Menschen geschaffen und das Budget für aktive und aktivierende Arbeitsmarktpolitik verdoppelt. Aber das wollen Sie ja nicht zur Kenntnis nehmen, denn wir haben gehandelt – und das ist Ihnen nicht recht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Man merkt, das ist das Ergebnis der Wurstsemmelperspektive!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was Sie in Wien nicht wahrnehmen wollen – Sie verabsäumen es, dagegen anzugehen –, ist, dass 40 Prozent der neu eintretenden Schüler Deutsch nicht als Muttersprache haben. Das Konzept, das bewirkt, dass es in Finnland so gut funktioniert, ist, einmal zu evaluieren, ob denn die Maßnahmen – Sprachförderungen oder was auch immer – wirklich treffsicher sind. Das haben Sie in Wien verabsäumt. Jetzt suchen Sie nach Ausreden, aber das wird Ihnen nicht gelingen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Und die anderen 20 Prozent?
Ich möchte abschließend noch Caritas-Präsidenten Franz Küberl zitieren, der in der „Kleinen Zeitung“ gemeint hat: „Wir wissen, dass sicher 80 Prozent in Österreich in einer Situation leben, die gut bis sehr gut ist.“ (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Und die anderen 20 Prozent?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Erklären Sie uns das! Was meinen Sie damit? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Wenn ich mir das so angehört habe, dann habe ich den Eindruck, die Drogen sind schon freigegeben, denn zu solchen Äußerungen ... (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Erklären Sie uns das! Was meinen Sie damit? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Beruhigen Sie sich ein wenig!
Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Herr Niederwieser hat den Eindruck, die Drogen sind freigegeben! Das kann man sich doch nicht gefallen lassen!
Was Kollegin Fuhrmann am Ende ihrer Ausführungen gesagt hat, trifft den Nagel auf den Kopf. Sie hat Caritas-Präsidenten Küberl zitiert, wonach es 80 Prozent ziemlich gut geht in Österreich. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Herr Niederwieser hat den Eindruck, die Drogen sind freigegeben! Das kann man sich doch nicht gefallen lassen!) Ich frage Sie, Frau Kollegin Fuhrmann: Was ist mit den übrigen 20 Prozent? Was ist mit diesen 20 Prozent? Ist das eine solidarische Gesellschaft, für die wir verantwortlich sind? (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) Was ist mit der Pisa-Studie? (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) – Herr Bundesminister, beruhigen Sie sich! Sie können sich noch einmal zu Wort melden, aber hören Sie auf, dauernd von da hinten hereinzuschreien! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Das ist ja ungeheuerlich, Herr Präsident, er hört überhaupt nicht auf, zu reden. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Oder führen Sie Selbstgespräche, Herr Minister?
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Was Kollegin Fuhrmann am Ende ihrer Ausführungen gesagt hat, trifft den Nagel auf den Kopf. Sie hat Caritas-Präsidenten Küberl zitiert, wonach es 80 Prozent ziemlich gut geht in Österreich. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Herr Niederwieser hat den Eindruck, die Drogen sind freigegeben! Das kann man sich doch nicht gefallen lassen!) Ich frage Sie, Frau Kollegin Fuhrmann: Was ist mit den übrigen 20 Prozent? Was ist mit diesen 20 Prozent? Ist das eine solidarische Gesellschaft, für die wir verantwortlich sind? (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) Was ist mit der Pisa-Studie? (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) – Herr Bundesminister, beruhigen Sie sich! Sie können sich noch einmal zu Wort melden, aber hören Sie auf, dauernd von da hinten hereinzuschreien! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Das ist ja ungeheuerlich, Herr Präsident, er hört überhaupt nicht auf, zu reden. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Oder führen Sie Selbstgespräche, Herr Minister?
Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Was Kollegin Fuhrmann am Ende ihrer Ausführungen gesagt hat, trifft den Nagel auf den Kopf. Sie hat Caritas-Präsidenten Küberl zitiert, wonach es 80 Prozent ziemlich gut geht in Österreich. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Herr Niederwieser hat den Eindruck, die Drogen sind freigegeben! Das kann man sich doch nicht gefallen lassen!) Ich frage Sie, Frau Kollegin Fuhrmann: Was ist mit den übrigen 20 Prozent? Was ist mit diesen 20 Prozent? Ist das eine solidarische Gesellschaft, für die wir verantwortlich sind? (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) Was ist mit der Pisa-Studie? (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) – Herr Bundesminister, beruhigen Sie sich! Sie können sich noch einmal zu Wort melden, aber hören Sie auf, dauernd von da hinten hereinzuschreien! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Das ist ja ungeheuerlich, Herr Präsident, er hört überhaupt nicht auf, zu reden. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Oder führen Sie Selbstgespräche, Herr Minister?
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Was Kollegin Fuhrmann am Ende ihrer Ausführungen gesagt hat, trifft den Nagel auf den Kopf. Sie hat Caritas-Präsidenten Küberl zitiert, wonach es 80 Prozent ziemlich gut geht in Österreich. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Herr Niederwieser hat den Eindruck, die Drogen sind freigegeben! Das kann man sich doch nicht gefallen lassen!) Ich frage Sie, Frau Kollegin Fuhrmann: Was ist mit den übrigen 20 Prozent? Was ist mit diesen 20 Prozent? Ist das eine solidarische Gesellschaft, für die wir verantwortlich sind? (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) Was ist mit der Pisa-Studie? (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) – Herr Bundesminister, beruhigen Sie sich! Sie können sich noch einmal zu Wort melden, aber hören Sie auf, dauernd von da hinten hereinzuschreien! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Das ist ja ungeheuerlich, Herr Präsident, er hört überhaupt nicht auf, zu reden. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Oder führen Sie Selbstgespräche, Herr Minister?
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was Kollegin Fuhrmann am Ende ihrer Ausführungen gesagt hat, trifft den Nagel auf den Kopf. Sie hat Caritas-Präsidenten Küberl zitiert, wonach es 80 Prozent ziemlich gut geht in Österreich. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Herr Niederwieser hat den Eindruck, die Drogen sind freigegeben! Das kann man sich doch nicht gefallen lassen!) Ich frage Sie, Frau Kollegin Fuhrmann: Was ist mit den übrigen 20 Prozent? Was ist mit diesen 20 Prozent? Ist das eine solidarische Gesellschaft, für die wir verantwortlich sind? (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) Was ist mit der Pisa-Studie? (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) – Herr Bundesminister, beruhigen Sie sich! Sie können sich noch einmal zu Wort melden, aber hören Sie auf, dauernd von da hinten hereinzuschreien! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Das ist ja ungeheuerlich, Herr Präsident, er hört überhaupt nicht auf, zu reden. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Oder führen Sie Selbstgespräche, Herr Minister?
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (fortsetzend): Selbstverständlich habe ich das nicht gemeint! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Zur Sache!
20 Prozent der österreichischen Jugendlichen (Ruf bei der ÖVP: Zur Sache!), 20 Prozent der 15-Jährigen in Österreich haben ungenügende Kenntnisse im Lesen (Abg. Mag. Molterer: Was ist mit der Klarstellung? – Abg. Mag. Hakl: Also das ist jetzt sehr niveaulos! – Abg. Dr. Fekter: Setz dich nieder, Niederwieser!), haben ungenügende Kenntnisse in Mathematik, haben ungenügende Kenntnisse für das, was sie fürs Leben brauchen.
Abg. Mag. Molterer: Was ist mit der Klarstellung? – Abg. Mag. Hakl: Also das ist jetzt sehr niveaulos! – Abg. Dr. Fekter: Setz dich nieder, Niederwieser!
20 Prozent der österreichischen Jugendlichen (Ruf bei der ÖVP: Zur Sache!), 20 Prozent der 15-Jährigen in Österreich haben ungenügende Kenntnisse im Lesen (Abg. Mag. Molterer: Was ist mit der Klarstellung? – Abg. Mag. Hakl: Also das ist jetzt sehr niveaulos! – Abg. Dr. Fekter: Setz dich nieder, Niederwieser!), haben ungenügende Kenntnisse in Mathematik, haben ungenügende Kenntnisse für das, was sie fürs Leben brauchen.
Ruf bei der ÖVP: Sie haben sie nicht!
Wir sind von 15 auf 20 Prozent zurückgefallen, die Zahl der Jugendarbeitslosen ist von 35 000 auf 60 000 gestiegen, jetzt frage ich Sie: Ist das eine erfolgreiche Politik? Ist das eine erfolgreiche Politik im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit, so wie Sie das hier darstellen? Oder ist das ein Beispiel dafür, wie Sie sagen, Herr Bundesminister, dass Österreich zeigt, dass die Jugend Bildung hat? Ja, viele haben diese Bildung, eben 80 Prozent (Ruf bei der ÖVP: Sie haben sie nicht!), aber 20 Prozent haben sie nicht, und dafür trägt diese Regierung die Verantwortung. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir sind von 15 auf 20 Prozent zurückgefallen, die Zahl der Jugendarbeitslosen ist von 35 000 auf 60 000 gestiegen, jetzt frage ich Sie: Ist das eine erfolgreiche Politik? Ist das eine erfolgreiche Politik im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit, so wie Sie das hier darstellen? Oder ist das ein Beispiel dafür, wie Sie sagen, Herr Bundesminister, dass Österreich zeigt, dass die Jugend Bildung hat? Ja, viele haben diese Bildung, eben 80 Prozent (Ruf bei der ÖVP: Sie haben sie nicht!), aber 20 Prozent haben sie nicht, und dafür trägt diese Regierung die Verantwortung. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Lentsch: Das stimmt auch!
Wenn Sie beim Thema Sprachförderung im Kindergarten, beim Thema Begleitunterricht immer wieder darauf hinweisen, dass die Stadt Wien in diesen Bereichen zu wenig unternehmen würde – das ist ja ein beliebtes Spiel, das wir hier herinnen sehr oft präsentiert bekommen (Abg. Lentsch: Das stimmt auch!) –, dann lassen Sie mich Folgendes feststellen: Nach der österreichischen Bundesverfassung erlässt das Bundesministerium für Bildung die Stellenpläne für die Lehrer in ganz Österreich. – Das heißt, was hier wie verteilt wird, entscheidet zunächst einmal das Bildungsministerium unter Bildungsministerin Gehrer. (Abg. Mag. Molterer: Den Finanzausgleich kennen Sie nicht!) Dass hier vieles nicht funktioniert, das hat mit Wien überhaupt nichts zu tun.
Abg. Mag. Molterer: Den Finanzausgleich kennen Sie nicht!
Wenn Sie beim Thema Sprachförderung im Kindergarten, beim Thema Begleitunterricht immer wieder darauf hinweisen, dass die Stadt Wien in diesen Bereichen zu wenig unternehmen würde – das ist ja ein beliebtes Spiel, das wir hier herinnen sehr oft präsentiert bekommen (Abg. Lentsch: Das stimmt auch!) –, dann lassen Sie mich Folgendes feststellen: Nach der österreichischen Bundesverfassung erlässt das Bundesministerium für Bildung die Stellenpläne für die Lehrer in ganz Österreich. – Das heißt, was hier wie verteilt wird, entscheidet zunächst einmal das Bildungsministerium unter Bildungsministerin Gehrer. (Abg. Mag. Molterer: Den Finanzausgleich kennen Sie nicht!) Dass hier vieles nicht funktioniert, das hat mit Wien überhaupt nichts zu tun.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir werden diesen Antrag einbringen, und Sie können dann beweisen, was Sie von der Forderung Ihrer Landeshauptleute halten. Unterstützen Sie diese Vorschläge, wenn sie auch von der Opposition kommen! Paris, Frankreich ist zwar weit, aber doch nahe genug, um uns eine Warnung zu sein. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Dann muss man sich die Fuhrmann-Rede auch anschauen! Diese Wurstsemmel-Rede!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Niederwieser, da Sie die Klarstellung, um die ich Sie gebeten habe, nicht vorgenommen haben, werde ich das Protokoll herbeiholen lassen und mir vorbehalten, einen Ordnungsruf zu erteilen. Ich warte auf das Protokoll. (Abg. Dr. Gusenbauer: Dann muss man sich die Fuhrmann-Rede auch anschauen! Diese Wurstsemmel-Rede!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das sagen ausgerechnet Sie!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich finde es eigentlich sehr traurig, dass die SPÖ diese dramatischen Vorfälle in Frankreich zum Anlass nimmt, hier politisches Kleingeld zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das sagen ausgerechnet Sie!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Abgeordneter Gusenbauer, es ist richtig, dass diese Krawalle grundsätzlich darauf zurückzuführen sind, dass in Frankreich die Situation auf dem Arbeitsmarkt katastrophal ist, dass die Wohnsituation völlig verfahren ist, dass die Bildungssituation katastrophal ist, aber eine soziale Krise deshalb in Österreich herbeizureden, das ist völlig falsch. Das ist eine Polemik, die angesichts der momentanen Situation in Frankreich ganz einfach nicht angebracht ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Erfolglos!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Sorgen sind natürlich berechtigt und betreffen auch ganz Europa. Es ist klar, dass es Probleme gibt, und sowohl dieses Parlament als auch diese Bundesregierung haben diese Problematik immer gesehen. Wir haben pausenlos, permanent darüber diskutiert, wie man die Arbeitslosigkeit bekämpfen kann (Abg. Dr. Gusenbauer: Erfolglos!), wie man trotz der problematischen Wirtschaftslage in ganz Europa die Zahl der Arbeitsplätze erhöhen kann. Ich bin überzeugt davon, dass es in Österreich eine derartige Situation wie in Frankreich nicht geben wird (Abg. Öllinger: Wo in Österreich?), weil wir immer eine vorausschauende Politik gemacht haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Wo in Österreich?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Sorgen sind natürlich berechtigt und betreffen auch ganz Europa. Es ist klar, dass es Probleme gibt, und sowohl dieses Parlament als auch diese Bundesregierung haben diese Problematik immer gesehen. Wir haben pausenlos, permanent darüber diskutiert, wie man die Arbeitslosigkeit bekämpfen kann (Abg. Dr. Gusenbauer: Erfolglos!), wie man trotz der problematischen Wirtschaftslage in ganz Europa die Zahl der Arbeitsplätze erhöhen kann. Ich bin überzeugt davon, dass es in Österreich eine derartige Situation wie in Frankreich nicht geben wird (Abg. Öllinger: Wo in Österreich?), weil wir immer eine vorausschauende Politik gemacht haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Sorgen sind natürlich berechtigt und betreffen auch ganz Europa. Es ist klar, dass es Probleme gibt, und sowohl dieses Parlament als auch diese Bundesregierung haben diese Problematik immer gesehen. Wir haben pausenlos, permanent darüber diskutiert, wie man die Arbeitslosigkeit bekämpfen kann (Abg. Dr. Gusenbauer: Erfolglos!), wie man trotz der problematischen Wirtschaftslage in ganz Europa die Zahl der Arbeitsplätze erhöhen kann. Ich bin überzeugt davon, dass es in Österreich eine derartige Situation wie in Frankreich nicht geben wird (Abg. Öllinger: Wo in Österreich?), weil wir immer eine vorausschauende Politik gemacht haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Was, Wärme haben wir?!
Bei uns in Österreich funktioniert der Sozialstaat. Wir haben soziale Wärme und nicht die soziale Kälte (Abg. Öllinger: Was, Wärme haben wir?!), die Sie immer an die Wand malen wollen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wir haben immer die Anliegen der Jugendlichen ernst genommen. Es gibt in Österreich für die Jugendlichen, aber auch für alle anderen Arbeitslosen eine Perspektive. (Abg. Öllinger: Aber nur teilweise!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Bei uns in Österreich funktioniert der Sozialstaat. Wir haben soziale Wärme und nicht die soziale Kälte (Abg. Öllinger: Was, Wärme haben wir?!), die Sie immer an die Wand malen wollen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wir haben immer die Anliegen der Jugendlichen ernst genommen. Es gibt in Österreich für die Jugendlichen, aber auch für alle anderen Arbeitslosen eine Perspektive. (Abg. Öllinger: Aber nur teilweise!)
Abg. Öllinger: Aber nur teilweise!
Bei uns in Österreich funktioniert der Sozialstaat. Wir haben soziale Wärme und nicht die soziale Kälte (Abg. Öllinger: Was, Wärme haben wir?!), die Sie immer an die Wand malen wollen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wir haben immer die Anliegen der Jugendlichen ernst genommen. Es gibt in Österreich für die Jugendlichen, aber auch für alle anderen Arbeitslosen eine Perspektive. (Abg. Öllinger: Aber nur teilweise!)
Abg. Öllinger: Da könnte ich Ihnen lange Geschichten erzählen dazu, was Sie noch vor drei Jahren dazu gesagt hätten!
Besonders gefallen hat mir, dass das Arbeitsmarktservice für vermeintlich hoffnungslose Jugendliche, die schon jahrelang keine Arbeit auf dem Arbeitsmarkt finden, ein extra Programm gestartet hat. Dabei gehen Arbeitsmarktvermittler zu den Jugendlichen, versuchen, mit ihnen zu reden, sie zu Vorstellungsgesprächen zu bringen. All das sind Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, Missstände, wie sie in Paris aufgetreten sind, zu verhindern. (Abg. Öllinger: Da könnte ich Ihnen lange Geschichten erzählen dazu, was Sie noch vor drei Jahren dazu gesagt hätten!)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Meine sehr geehrten Damen und Herren, nicht umsonst (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) haben 60 Prozent der Österreicher keine Angst, dass solche Krawalle auch in Österreich ausbrechen könnten – weil daran gearbeitet wird, ein soziales Umfeld zu schaffen, das das verhindert! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, nicht umsonst (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) haben 60 Prozent der Österreicher keine Angst, dass solche Krawalle auch in Österreich ausbrechen könnten – weil daran gearbeitet wird, ein soziales Umfeld zu schaffen, das das verhindert! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen
Es tut mir auch sehr Leid, dass Sie, Herr Minister Bartenstein, der einzige Minister sind, der heute bei diesem Thema hier anwesend ist. Es fehlen Ministerin Gehrer und Ministerin Prokop (Beifall bei den Grünen), die beide sehr essentiell bei diesen Fragen von Bildung, Beschäftigung und Chancen mitzusprechen hätten. (Abg. Scheibner: Die können nicht sprechen, denn dann würden Sie keine Redezeit mehr haben!) Es ist sehr schade.
Abg. Scheibner: Die können nicht sprechen, denn dann würden Sie keine Redezeit mehr haben!
Es tut mir auch sehr Leid, dass Sie, Herr Minister Bartenstein, der einzige Minister sind, der heute bei diesem Thema hier anwesend ist. Es fehlen Ministerin Gehrer und Ministerin Prokop (Beifall bei den Grünen), die beide sehr essentiell bei diesen Fragen von Bildung, Beschäftigung und Chancen mitzusprechen hätten. (Abg. Scheibner: Die können nicht sprechen, denn dann würden Sie keine Redezeit mehr haben!) Es ist sehr schade.
Zwischenruf des Abg. Neudeck
Ich stimme mit Ihnen darin überein, dass wir nicht die gleichen Voraussetzungen haben wie in Frankreich (Zwischenruf des Abg. Neudeck), ich sehe aber sehr wohl Punkte, auf die wir genau achten müssen, damit es eben nicht so weit kommt.
Beifall bei den Grünen.
Ich muss Ihnen ehrlich sagen: Ich vermisse bei Ihnen dieses Problembewusstsein. Ich vermisse bei Ihnen, dass Sie sich auch hier heraus stellen und sagen: Ja, wir haben derzeit in Österreich 42 580 arbeitslose Jugendliche. – Warum fällt Ihnen das so schwer? Diese jungen Menschen, die keine Arbeit haben, gibt es, und sie haben momentan keine Perspektive. Das muss man auch sehen, und da kann man nicht einfach sagen, dass wir diese Probleme überhaupt nicht haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ja, bitte?
Herr Kollege Scheuch (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ja, bitte?), ich fordere Sie auf, sich von diesen Aussagen hier in diesem Hohen Haus zu distanzieren! Genau das ist doch der Boden, auf dem auch – nicht nur, aber auch – solche Unruhen entstehen. Und Sie sollten da nicht Öl hineingießen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Kollege Scheuch (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ja, bitte?), ich fordere Sie auf, sich von diesen Aussagen hier in diesem Hohen Haus zu distanzieren! Genau das ist doch der Boden, auf dem auch – nicht nur, aber auch – solche Unruhen entstehen. Und Sie sollten da nicht Öl hineingießen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Minister Bartenstein hat gesagt: Die Jugend hat alle Chancen. Kollegin Fuhrmann hat gesagt: Wir wollen den jungen Menschen den Glauben an Österreich nicht nehmen. – Es gibt viele Jugendliche, denen Sie den Glauben an Österreich nicht zu nehmen brauchen, Frau Kollegin Fuhrmann, denn die haben diesen Glauben nicht! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und wenn Sie sagen, 80 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher gehe es gut, so geht es 20 Prozent schlecht. Und unsere Aufgabe als Politikerinnen und Politiker ist es, auf diese 20 Prozent zu schauen, nicht nur auf jene Menschen in Österreich, denen es gut geht. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ja, dann tun Sie es auch, bitte. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und wenn Sie sagen, 80 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher gehe es gut, so geht es 20 Prozent schlecht. Und unsere Aufgabe als Politikerinnen und Politiker ist es, auf diese 20 Prozent zu schauen, nicht nur auf jene Menschen in Österreich, denen es gut geht. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ja, dann tun Sie es auch, bitte. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
müssten, darauf einen Fünfer bekämen, weil sie grammatikalisch nach wie vor Schwächen haben. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Die kommen aus Afrika, die tun sich schwer. Sie sind eine Bereicherung für Österreich, für unser Land. Bitte, denken Sie da um, klicken Sie um, da brauchen wir ganz andere Voraussetzungen! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
müssten, darauf einen Fünfer bekämen, weil sie grammatikalisch nach wie vor Schwächen haben. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Die kommen aus Afrika, die tun sich schwer. Sie sind eine Bereicherung für Österreich, für unser Land. Bitte, denken Sie da um, klicken Sie um, da brauchen wir ganz andere Voraussetzungen! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
denten! Geschätzte Damen und Herren! Im Jänner 2001 unterzeichneten die Republik Österreich und die USA das so genannte Washingtoner Abkommen. Sie alle erinnern sich sicherlich daran, da ja in der Folge auch die gesetzlichen Grundlagen hiefür hier im Nationalrat geschaffen wurden. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
gen zukommen zu lassen, dem entgegensteht, dass man von jener Seite, die verpflichtet ist, nämlich Österreich, den Betroffenen ein kleines Teilsegment, wahrscheinlich etwa eine 10-Prozent-Quote jenes Teils, den man letztendlich bekommen kann, schon vorher zukommen lassen kann. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Deshalb bitte ich Sie: Unterstützen Sie den Abänderungsantrag! Beschließen wir heute dieses Gesetz und beginnen wir mit den Vorauszahlungen zum Entschädigungsfonds! Glauben Sie mir: Die Herzen von alten Menschen, die damals aus Österreich vertrieben wurden und das Glück hatten zu überleben, die Herzen dieser Menschen werden Ihnen zufliegen. – Vielleicht bedeutet Ihnen das etwas. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Rechtssicherheit ist etwas, was unmittelbar bevorsteht, denn das war ein entscheidender Schritt der Kultusgemeinde. Ich danke der Kultusgemeinde dafür, und ich empfehle dem Hohen Haus, beim ursprünglichen Gesetzesantrag, der im Konsens aller vier Parteien, des Präsidiums des Nationalrates und des Klubobmannes Van der Bellen erarbeitet wurde, zu bleiben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Stuart Eizenstat hat damals gesagt: Was wir zusammen mit Österreich angestrebt haben, war Gerechtigkeit für die Opfer. Dies war abhängig von der Kenntnisnahme harter Wahrheiten und der Verbreitung von Wissen und Information. Österreich schafft heute Gerechtigkeit. Österreich schafft Wahrheit und verbreitet Wissen und Information. Österreich ist weitergekommen und hat schneller bei der Bewältigung der Vergangenheit gehandelt als irgendein anderes Land. – Dem ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren, es geht darum, diese fast 20 000 Anträge so rasch wie möglich zu bearbeiten. Es geht darum, jenen Menschen, die noch am Leben sind, die Entschädigungsleistungen zu geben. Ich erinnere nur an einen kleinen Teil oder einen kleinen Bereich, was diese Überlebenden dieses NS-Terrors erleben mussten: Nicht nur, dass ihnen Häuser entzogen wurden, nicht nur, dass sie ums Vermögen gebracht wurden – sie konnten keine Ausbildung machen, sie haben dadurch berufliche Schwierigkeiten gehabt. Das alles gehört entschädigt, und das so rasch als möglich. (Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Diese 60 Jahre sind 22 000 Tage. Warten wir nicht einen Tag länger, sondern beginnen wir mit dieser Arbeit! Ich gehe von dieser Rechtssicherheit aus und erwarte so wie Präsident Khol, dass noch in diesem wichtigen Jahr 2005 die ersten Anweisungen, die ersten Überweisungen erfolgen können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Frau Abgeordnete Prammer, Frau Präsidentin, Sie haben gerade gesagt, Sie gehen von der Rechtssicherheit aus, die kommen wird. Na, wir warten jetzt schon Tage, Monate, Jahre auf die Rechtssicherheit und sie ist ganz einfach nicht eingetreten. Woher Sie jetzt diesen Optimismus nehmen, dass heute oder morgen die Bestätigung des amerikanischen Gerichtes kommen wird, das weiß ich nicht. Wir als Parlamentarier jedenfalls müssen darauf bestehen, dass die Verpflichtungen, die wir seinerzeit im Washingtoner Abkommen abgeschlossen haben, eingehalten werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Selbstverständlich vertreten auch wir die Ansicht, dass möglichst viele Menschen in den Genuss der Zahlungen kommen sollen und müssen. Auf der anderen Seite gibt es diese Vereinbarung, die abgeschlossen worden ist, weil wir befürchtet haben, dass wir einer Klagesflut ausgesetzt sein könnten, trotzdem gezahlt worden ist. Es liegt nun am amerikanischen Gericht, die Sammelklagen abzuweisen, und 26 Kläger sind auch dafür, dass die Klagen zurückgezogen oder abgewiesen werden. Bisher hat sich das amerikanische Gericht aber noch nicht dazu entschließen können. Wir müssen so lange warten, bis diese so genannte Rechtssicherheit da ist. Wir stimmen dem Antrag, so wie er eingebracht worden ist, der die Rechtssicherheit als Grundlage hat, zu. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich würde mich daher sehr freuen, wenn die Initiative – wie Initiativanträge –, die hier vom Hohen Haus gesetzt wurde, wiederum gemeinsam getragen wird. So verständlich es ist, dass dies dem einen vielleicht noch zu weitgehend oder zu wenig weitgehend ist und er meint, dass es noch schneller gehen müsse: Glauben Sie mir, wir haben jedes Interesse daran, dieses Kapitel möglichst bald zu einem positiven Abschluss zu bringen! Arbeiten Sie mit, dass heute wieder das Signal kommt: Wir stehen gemeinsam hinter diesem so wichtigen Anliegen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bitte Sie alle um Zustimmung zum vorliegenden Antrag. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Allgemeiner Beifall.
Einer ist aber in diesem Zusammenhang meiner Meinung nach einer besonders hervorzuheben, einer, der verstorben ist: Botschafter Ernst Sucharipa, der der Verfasser dieses großen und differenzierten Konstruktes ist. Ernst Sucharipa hat damit der Republik einen großen Dienst erwiesen. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ.
man daran denken, wenn in Kürze die Behandlung des Zukunftsfonds wieder ins Haus kommt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schieder: Auf keinen unserer drei Punkte sind Sie eingegangen!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär Meine Damen und Herren! Herr Kollege Schieder, das von Ihnen zuletzt Gesagte unterstreiche ich insofern, als wir alle die Hoffnung haben, dass wir derartig sensible Materien, wie wir sie heute hier auf der Tagesordnung haben, und die auch die Materien des Zukunftsfonds und der Stipendienstiftung betreffen, in einem Konsens gemeinsam nicht nur debattieren, sondern auch beschließen können. Es waren nicht die Regierungsparteien, Herr Kollege Schieder, die dafür gesorgt haben, dass diese Gesetzesmaterie noch nicht beschlossen werden konnte, sondern ... (Abg. Schieder: Auf keinen unserer drei Punkte sind Sie eingegangen!) – Herr Kollege Schieder, es ist ein Einspruch im Bundesrat verabschiedet worden, wodurch es zu einer weiteren Verzögerung kommt.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Kollegin Stoisits, ich hoffe, Sie haben jetzt gesehen, dass es gar nicht möglich ist, Ihren Antrag hier zu beschließen, dass wir aber diese wichtige Vorlage trotzdem in einem Vier-Parteien-Konsens verabschieden können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wir sind überhaupt nicht beleidigt! Das waren unflätige Aussagen von Ihrem Abgeordneten Wittmann! Eine Frechheit!
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Scheibner, der Widerstand von unserer Seite wurde wohl von Ihrer Seite provoziert, nachdem Sie von einer ursprünglich konsensualen Formulierung eigenmächtig abgegangen sind. Also spielen Sie bitte nicht den Beleidigten! (Abg. Scheibner: Wir sind überhaupt nicht beleidigt! Das waren unflätige Aussagen von Ihrem Abgeordneten Wittmann! Eine Frechheit!) Es hat gute Gründe, warum wir hier Widerstand leisten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Scheibner, der Widerstand von unserer Seite wurde wohl von Ihrer Seite provoziert, nachdem Sie von einer ursprünglich konsensualen Formulierung eigenmächtig abgegangen sind. Also spielen Sie bitte nicht den Beleidigten! (Abg. Scheibner: Wir sind überhaupt nicht beleidigt! Das waren unflätige Aussagen von Ihrem Abgeordneten Wittmann! Eine Frechheit!) Es hat gute Gründe, warum wir hier Widerstand leisten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wie auch immer: Entscheidend ist, dass wir die Voraussetzung für eine rasche Auszahlung schaffen, und entscheidend ist auch, dass die Geschichte unseres Landes und unserer Parteien während der Zeit des Nationalsozialismus und Austrofaschismus konsequent aufgearbeitet wird beziehungsweise dass mit dieser Aufarbeitung endlich begonnen wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Österreich hat sich damit einer materiellen und rechtlichen Pflicht entledigt. Die ethische und moralische Dimension des Mordes an Juden ist gesetzlich und materiell auch nicht gutzumachen, weil sie sich jeglicher Kategorie des Denkens entzieht. Jahrelang hat diese umfassende moralische, gesellschaftliche und kulturelle Rehabilitierung der Juden und anderer politischer Verfolgter, darunter zahlreicher Wissenschafter, Philosophen und Intellektueller, nicht stattgefunden. Diese Auseinandersetzung muss nach Abschluss dieses Gesetzes erst beginnen. In diesem Sinn, glaube ich, ist der heutige Schritt ein erster Schritt in eine neue Zeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich appelliere hier ein letztes Mal an Sie, meine Damen und Herren. Wenn Sie wollen, dass es einen kleinen Teilbetrag, eine kleine Vorauszahlung an die betagten Opfer, die Anträge gestellt haben, bereits in den nächsten Monaten gibt, dann müssen wir dies von der Rechtssicherheit entkoppeln, denn wir sind in der Hand der amerikanischen Gerichte. Und die amerikanischen Gerichte werden – da habe ich mich kundig gemacht, wie sicherlich auch Präsident Khol – diese Causa sicher nicht im nächsten halben Jahr abschließen, obwohl die Kultusgemeinde alles tut, was möglich ist. Entkoppeln wir es im Sinne des Abänderungsantrages in der zweiten Lesung, und stimmen wir dann alle zu, damit all das eintritt, was sich alle hier so wünschen! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zum anderen möchte ich schon bemerken, dass Herr Dr. Pichler unbenommen sehr viel dazu beigetragen. Aber trotz allem war es diese Bundesregierung, die auch das Geld dafür hergegeben hat, der Herr Bundeskanzler höchstpersönlich, der dieses Gesetz hier eingebracht und hier auch verhandelt hat. Ich will niemanden schmälern, aber man muss schon alles beachten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir würden das auch gerne tun. Allerdings ist eine der Grundfesten hier in diesem Haus, auch in dieser Republik, dass man Rechtssicherheit beachtet. Und das ist etwas, was man in Wirklichkeit grundsätzlich nicht aufgeben kann. Das bedeutet für alle anderen Verlässlichkeit. Und dazu stehen wir, dass man sich im Prinzip auf das, was wir hier gesetzlich vereinbaren, was in den Verträgen vereinbart wird, auch verlassen kann. Und das wollen wir auch in Zukunft so halten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Hornek: Das ist ein Nonsens!
verlassen hätten. – Diese Tatsache ist unrichtig! (Abg. Hornek: Das ist ein Nonsens!) Wahr ist vielmehr, dass die Regierungskoalition in der Frage des Zukunftsfondsgesetzes und Stipendienstiftungsgesetzes, das wir letztes Mal beschlossen ...
Abg. Mag. Stoisits: Was ist das sonst, Herr Präsident? – Weitere Zwischenrufe.
Präsident Dr. Andreas Khol: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! (Abg. Mag. Stoisits: Was ist das sonst, Herr Präsident? – Weitere Zwischenrufe.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Posch bleibt beim Rednerpult stehen.
Zu Wort ist niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Posch bleibt beim Rednerpult stehen.)
Abg. Mag. Posch verharrt weiter am Rednerpult und spricht mit dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundeskanzler Dr. Schüssel.
Die Abgeordneten Mag. Stoisits, Kolleginnen und Kollegen haben einen Abänderungsantrag eingebracht, der sich auf Ziffer 1 § 11a bezieht, und ich ersuche jene Damen und Herren, die sich für diesen Abänderungsantrag aussprechen, um ein Zeichen. – Der Antrag findet nicht die Mehrheit und ist daher abgelehnt. (Abg. Mag. Posch verharrt weiter am Rednerpult und spricht mit dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundeskanzler Dr. Schüssel.) – Herr Kollege Posch, wir sind mitten in einer Abstimmung!
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Es gibt beim neuen Sportgesetz nur Sieger. Und so hat auch die BSO in ihrer Präsidiumssitzung einstimmig diese neue Mittelverteilung gutgeheißen. Im Sport zählt der Teamgeist, und alle Akteure haben bewiesen, dass es ihnen in erster Linie um den Sport geht und dass wir alle etwas für den Sport tun wollen. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Österreich ist zweifelsohne ein Sport- und Veranstaltungsland, und die beiden folgenden Anträge zeigen dies auch. 2,4 Millionen Österreicherinnen und Österreicher betreiben Sport in einem Sportverein. 350 000 ehrenamtliche Funktionäre und Trainer unterstützen sie dabei. Sie investieren Tausende Stunden für ihre Mitglieder und sind für ihre Mitglieder im Einsatz. Besonders für das Engagement von ehrenamtlich Tätigen, den vielen Funktionärinnen und Funktionären, Trainerinnen und Trainern ein aufrichtiges Dankeschön von dieser Stelle aus. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
uns auf viele Aktivitäten 2006! Sieger sind der Sport und das Gesundheitssystem. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
(Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Zuletzt eine Anmerkung, die ich mir als Dachverbandspräsidentin, die bereits Erfahrung mit Schulkooperationen und Schulsportinitiativen hat, zu machen erlaube: Herr Staatssekretär! Der organisierte Vereinssport ist gerne professioneller Partner zur Schaffung qualifizierter Bewegungseinheiten für Schulkinder. Wir können und wollen aber nicht Ersatz für die tägliche Sportstunde in der Schule sein. Das sei hier angemerkt. Dafür ist immer noch Bundesministerin Gehrer zuständig. Sie soll den Kindern ihre tägliche Turnstunde geben, und sie soll ihnen vor allem die verloren gegangenen Turnstunden der letzten Jahre wieder zurückgeben. Das soll eine wichtige gemeinsame Forderung sein. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Fauland.
Insgesamt, sehr verehrte Damen und Herren, ein guter Tag für den österreichischen Sport, ein guter Tag für den organisierten Vereinssport in Österreich! – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Fauland.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Markus Fauland (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Galerie! Mit dem nunmehr vorliegenden Sportförderungsgesetz neu ist es – das soll man wirklich mit Verlaub sagen – Herrn Staatssekretär Schweitzer gelungen, einen Meilenstein in der österreichischen Sportförderung endlich einmal zu realisieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Gaßner – in Richtung der wenigen im Saal anwesenden freiheitlichen Abgeordneten und der ÖVP –: Da müsst ihr klatschen!
merken: Durch den Wegfall des Deckelungsbetrages bei den Finanzierungen durch Erträge aus dem Bereich des Glücksspielmonopols kommt es allein – von der Gesamtsumme hat Kollege Haubner schon gesprochen – im Vergleich der Jahre 2005 und 2006 zu Mehreinnahmen in Höhe von zirka 6 Millionen €. Es ist, und das muss man auch hier einmal festhalten, Staatssekretär Schweitzer zu verdanken, dass, nachdem jahrzehntelang in Österreich, auch zu Zeiten einer großen Koalition, von der so genannten Sportmilliarde gesprochen wurde, er sie nunmehr realisiert hat. Dazu meine Gratulation! (Abg. Mag. Gaßner – in Richtung der wenigen im Saal anwesenden freiheitlichen Abgeordneten und der ÖVP –: Da müsst ihr klatschen!) – Meine Kollegen sind gerade nicht im Saal, aber damit kann ich leben.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Weiters ist auch die Initiative „Fit für Österreich“ nunmehr finanziell bedeckt. Diese Initiative, wiederum eine Initiative unseres Sportstaatssekretärs – man sieht, er arbeitet den ganzen Tag nur für den Sport –, spannt einen Bogen vom Kindesalter bis zu den Senioren und umfasst ein Angebot, das sich von Bewegungseinheiten für Kinder über – und das ist ein ganz wesentlicher Teil – eine Animation für Firmen, Sporteinheiten im Rahmen der Betreuung der Mitarbeiter anzubieten, bis hin zu geförderten Bewegungseinheiten in Seniorenheimen erstreckt. Das alles zusammen ist ein großer und sehr wesentlicher Fortschritt für unsere Volksgesundheit! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abgesehen von der Förderung des Spitzensports ist es daher aus unserer Sicht ganz wichtig, auch für Jugendliche die Möglichkeit zu bieten, dort einzusteigen, wo jetzt ihr Interesse liegt. Das sollte nunmehr in einem höheren Ausmaß möglich sein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
In diesem Sinn werden wir dem Gesetz zustimmen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mittermüller.
Wenn man weiß, dass über 2 Millionen Österreicherinnen und Österreicher wandern, vom Kleinkind bis zum Senior, wenn man weiß, dass der Wandersport – der für Familien sehr kostengünstig ist und auch über die Generationen hinweg betrieben werden kann – immer mehr Zulauf hat, wenn man weiß, dass der Klettersport die Jugend immer mehr begeistert und das Wandern ganz entscheidend zur Volksgesundheit beiträgt, und wenn man weiß, dass 2 310 Beschäftigte allein bei den alpinen Vereinen tätig sind, dann weiß man auch, dass die Verdoppelung der Mittel in dieser Bundes-Sportförderung für die alpinen Vereine eine sehr gewinnbringende Investition in die Zukunft ist. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mittermüller.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mittermüller.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Heute beschließen wir gemeinsam die notwendigen Mittel. Gleichzeitig aber werden die Verantwortlichen der Sportorganisationen, inklusive Kollegin Schasching, und alle, die mit Sport in Österreich zu tun haben, eingeladen, innovativ zu sein, kreativ zu sein, neue Wege zu beschreiten, um den Menschen in Österreich die Freude, die Lust, den Spaß an der Bewegung zu vermitteln. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mittermüller.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich freue mich, dass dieser wichtige Schritt im Bereich des Sportes getätigt wurde, und wünsche mir, dass diese finanzielle Aufwärtsentwicklung in Sinne des Sportes weitergeht, wünsche mir aber auch, dass bei vielen anderen Gesetzesänderungen solche Gemeinsamkeiten herrschen mögen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Breitensport als Gesundheitsvorsorge ist ein absolut aktuelles Thema geworden. Nicht zuletzt durch erschreckende statistische Zahlen sind die gesundheitlichen Defizite nachweisbar. So gibt es zum Beispiel an den Wiener Volksschulen durch Bewegungsarmut mehr als 50 Prozent Schulkinder mit Haltungsschäden – das sind allein in Wien immerhin 32 000 Kinder. Der persönliche und der volkswirtschaftliche Schaden dieser Erkrankung im bereits jugendlichen Alter ist ganz sicherlich ein enormer. Daher ist es sehr erfreulich, dass die Breitensportinitiative unseres Staatssekretärs Karl Schweitzer „Fit für Österreich“ durch die neue Mittelaufteilung finanziell gesichert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher erhält dieses Gesetz erfreulicherweise das Lob und die Zustimmung aller Parteien und ist sicherlich ein Meilenstein dieser Regierung für den Sport! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Beim Schwimmen ist es derzeit so, dass in den Vereinen mehr, vor allem Kinder und Jugendliche, trainieren gehen wollen, und da gibt es dann oft Probleme insofern, als zu wenig Trainingsbahnen für die Vereine zur Verfügung stehen. Da heißt es immer verhandeln zwischen den Vereinen und den jeweiligen Gemeinden, die öffentliche Bäder haben. Ich glaube, es wäre notwendig, hier Initiativen zu setzen, damit es mehr Möglichkeiten für das Training gibt, und auch – das habe ich im Ausschuss schon angesprochen – dazu beizutragen, dass in Westösterreich ein Hallenbad oder mehrere mit einer 50-Meter-Bahn entstehen. Bei den Olympiaden und bei den Weltmeisterschaften, bei den Langbahnweltmeisterschaften, wird auf diesen langen Bahnen geschwommen, und das muss man natürlich auch trainieren können, und zwar nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter, wenn man nicht im Freibad trainieren kann. Also hier ist es notwendig zu investieren, damit diese Möglichkeiten geschaffen werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Also insgesamt ein positiver Punkt – wie auch jener, dass die Kontrolle verbessert wurde, was Dieter Brosz auch schon angesprochen hat. Es ist wirklich einer der seltenen Fälle, wo es von grüner Seite Zustimmung gibt, auch eine zustimmende Meinung zum Sportstaatssekretär Schweitzer vom BZÖ. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
In Zusammenarbeit mit den Dachverbänden gelingt es uns, dieses flächendeckende Angebot zu machen. Mit „Fit für Österreich“ können wir in die Kindergärten, in die Schulen, in die Betriebe und auch zu den Senioren gelangen. Wir haben die Vereine der Dachverbände ersucht, sich zu qualifizieren, und sie haben es getan. Mit dem Qualitätssiegel „Fit für Österreich“ sind all jene Vereine gekennzeichnet, die dieses Angebot machen können. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Abg. Neudeck: Freiwillig!
Ich glaube, es ist auch bemerkenswert, dass wir im neuen Gesundheitspass die Möglichkeit haben, dass der Arzt auch Bewegungsprogramme verschreiben kann. Das ist für mich ein wesentlicher Schritt, der bis jetzt meines Erachtens noch viel zu wenig Beachtung gefunden hat. (Abg. Neudeck: Freiwillig!) – Natürlich freiwillig! Aber ich hoffe doch, dass immer mehr Österreicher und Österreicherinnen die Bewegung vorziehen und das Pulverlschlucken hintanstellen, denn das ist sicherlich der richtige Weg. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Ich glaube, es ist auch bemerkenswert, dass wir im neuen Gesundheitspass die Möglichkeit haben, dass der Arzt auch Bewegungsprogramme verschreiben kann. Das ist für mich ein wesentlicher Schritt, der bis jetzt meines Erachtens noch viel zu wenig Beachtung gefunden hat. (Abg. Neudeck: Freiwillig!) – Natürlich freiwillig! Aber ich hoffe doch, dass immer mehr Österreicher und Österreicherinnen die Bewegung vorziehen und das Pulverlschlucken hintanstellen, denn das ist sicherlich der richtige Weg. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP, der SPÖ und der Grünen.
Ich bedanke mich bei den Dachverbänden, dass sie da wirklich tatkräftige Unterstützung leisten, weiß aber auch, dass das die Überlebensaufgabe für die Dachverbände ist und eine wunderbare Kooperation für die Zukunft bedeuten wird. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP, der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Unter dem Motto „mehr Menschen zum Sport“ eint uns ein Ziel, und wir gehen gemeinsam diesen Weg. Danke dafür. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zusammengefasst, meine Damen und Herren: Ein gutes Gesetz mit vielen positiven Effekten, das Nachhaltigkeit garantiert und dem wir gerne unsere Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es war diese Bundesregierung, die in das Bundes-Sportförderungsgesetz die Behindertensportverbände als fixen Bestandteil ins Fördergeschehen aufgenommen hat, und es war diese Bundesregierung, die die Besondere Sportförderung mit einem Mindestbetrag von 40 Millionen € auf eine noch nie da gewesene Höhe festgelegt hat. Ich bedanke mich dafür sehr, sehr herzlich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf Ihnen einige Zahlen in diesem Zusammenhang nennen: Die Ehrenamtlichen leisten bei uns in Österreich ein wöchentliches Arbeitsvolumen von zirka 1 465 000 Stunden. Diese vielen Stunden bedeuten aber auch ein enormes Sparpotential im Gesundheitsbereich, dies bedeutet geringere Heilungskosten und weniger Krankenstände. Ohne Freiwillige wäre Sport in dieser breiten Form, wie er bei uns in Österreich ausgeübt wird, nicht finanzierbar. Ein herzliches Dankeschön an alle ehrenamtlichen Funktionärinnen und Funktionäre, die täglich für den Sport unterwegs sind, und ich wünsche ihnen allen, die sie so engagiert für den Sport eintreten, auch weiterhin viele Erfolge! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf mich bei allen, die hier mitverhandelt haben, recht herzlich bedanken, denn mit dem neuen Bundes-Sportförderungsgesetz wird es Gott sei Dank zu einer faireren Verteilung der Mittel und insgesamt zu einer längst notwendigen Aufwertung des Sports, der Verbände und der SportlerInnen kommen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herzlichen Dank den zigtausenden Funktionärinnen und Funktionären! Es lebe der Sport! (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Staatssekretär! Wichtig wäre es, im Zuge dieser Sportförderung auch zu schauen, dass das Bundesmonopolgesetz erhalten bleibt, denn daraus erhalten wir auch die Gelder für die Sportförderung. Wir müssen besonders darauf achten, dass im Zuge der Dienstleistungsrichtlinien-Diskussion das Bundesmonopolgesetz erhalten bleibt, damit der Sport weiter finanziert werden kann und damit wir auch weiterhin diese Sportfördermittel, wie wir sie jetzt beschlossen haben, positiv für die österreichischen Sportlerinnen und Sportler ausgeben können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
mal bekräftigen –: Österreich ist das Sportland Nummer eins! Das neue Bundes-Sportförderungsgesetz wird diesen Umstand noch mehr fördern und unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, das ist wirklich eine tolle Sache. Es liegt nun an der Politik, diese breite Zustimmung aller Sportverbände zu nützen, auch die breite Zustimmung hier im Hohen Haus, und dafür zu sorgen, dass die neue Sportförderung entsprechend auf die Beine gestellt, flexibler gestaltet und Österreich vielleicht noch ein wenig fitter wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Aber heute bist du gar nicht faul! – Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Lieber Herr Staatssekretär, ich freue mich über deine lobenden Worte bezüglich der Dachverbände. Wenn ich mich einige Jahre zurückerinnere, muss ich sagen: Da hat es eine Amtsvorgängerin gegeben, Frau Kollegin Riess-Passer, die immer sehr vehement gegen die Dachverbände vorgegangen ist und die Dachverbände abschaffen wollte. Gott sei Dank sind die ÖVP und Karlheinz Kopf rechtzeitig draufgekommen und haben dagegengehalten. Stell dir vor: Wir hätten heute keine Dachverbände, wir haben aber auch keine Frau Riess-Passer, vielleicht gibt es auch die Freiheitlichen nicht mehr – also: ein Chaos! Ich glaube, es war richtig, dass wir das so gemacht haben. (Abg. Neudeck: Aber heute bist du gar nicht faul! – Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Gemeinden müsste man in dieser Frage auch einmal entlasten. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) – Ein Dankeschön an die Bürgermeister.
Beifall bei der SPÖ.
Eine allerletzte Bemerkung, Herr Staatssekretär: Nur 10 Prozent der Krankheiten können medikamentös geheilt werden, 90 Prozent gehen auf die ungesunde Lebensführung zurück. Daher sei der Sport im Vordergrund! – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Glauben Sie wirklich, dass diese Programmangebote die männlichen Lehrlinge zu Bewegung motivieren? – Nein, mit Sicherheit nicht! Daher: Mehr Geld für den Breitensport ist gut, aber der Erfolg von Breitensportprojekten wird an den einzelnen Maßnahmen zu messen sein. Es sind deshalb sowohl die Sportorganisationen, aber im Speziellen auch der Herr Sportstaatssekretär aufgefordert, Initiativen zu erarbeiten, die innovativ und cool genug sind, um vom Zielpublikum auch angenommen zu werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Staatssekretär Schweitzer, so wichtig dieses Bundes-Sportförderungsgesetz insgesamt ist – es handelt sich um einen Quantensprung, da es um die Aufteilung der Besonderen Bundes-Sportförderungsmittel geht, wovon künftig ein beträchtlicher Teil auch in Schulkooperationsprojekte fließen soll –, kann es nur als Notfallprogramm zum verpflichtenden Sportunterricht in den Schulen angesehen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Fauland: Parteipolitische Agitation!
Aber zunächst zum ganz wesentlichen Punkt. Es hat in Salzburg eine Volksbefragung über die Frage gegeben, ob sich die Stadt Salzburg und das Land Salzburg gemeinsam für diese Olympischen Spiele bewerben sollen. Der zentrale Austragungsort ist Salzburg Stadt. In der Stadt Salzburg sprachen sich bei dieser Volksbefragung 60 Prozent der Bevölkerung gegen eine Bewerbung aus. Über das ganze Land gesehen hat es eine Mehrheit gegeben. Allerdings glauben wir, wenn ein solch hoher Bevölkerungsanteil bei der Frage Bewerbung für ein Großereignis, nämlich dort, wo die Hauptsportstätten sein werden, dagegen ist, dann ist das keine gute Ausgangsbasis, um sich für die Olympischen Spiele zu bewerben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Fauland: Parteipolitische Agitation!)
Beifall bei den Grünen.
Auch auf Grund der damaligen Enttäuschung, nämlich dass das Versprechen, ökologisch vorzugehen, nicht wirklich eingehalten wurde, wegen der mangelnden Unterstützung der Bevölkerung in Salzburg und des finanziellen Risikos stimmen wir Grüne diesem Antrag nicht zu. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Österreich als Veranstalterland hat sich mit den Olympischen Winterspielen 1964 und 1976 in Innsbruck bestens bewährt. Wenn ich jetzt noch die Erfolge unserer alpinen Wintersportler hinzufüge, die schon jahrzehntelang errungen werden, dann, muss ich sagen, ist die Bewerbung von Salzburg für 2014 ein Gebot der Stunde. So sehe ich das wirklich, und ich hoffe, Sie tun das auch. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Erfolgreich!
Nicht zuletzt ist ein solch großes Sportfest mit einer ungeheuren Vorbildwirkung verbunden. Wenn ich da noch persönlich werden darf: Ich habe bei Olympischen Winterspielen einmal als aktive Sportlerin mittun dürfen (Abg. Mag. Molterer: Erfolgreich!), da ist man mit dem Ganzen so sehr beschäftigt, aber dann bei sieben weiteren Winterspielen als Kommentatorin. Was kommt da noch hinzu? – Bei unserer ganzen Event-Kultur sind solche Sportfeste, bei denen die Jugend zeigen kann, was sie schon geleistet hat – sie musste ja dafür trainieren –, eine ganz einmalige und einzigartige Gelegenheit. Wenn ich Lillehammer 1994 ansprechen darf: Dort konnte man auch die Besucher aus dem Austragungsland, die Norweger, für ihre Fairness bewundern, mit der sie bis zum allerletzten Langläufer an der Piste gestanden sind und auch den Letzten so gefeiert haben wie den Sieger. Diese Möglichkeit hätten wir auch, wenn Salzburg zum Zug käme.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Daher bitte ich Sie und uns alle, dass wir diesen Gedanken mit aller Energie mittragen. Ich bitte natürlich auch die Bundesregierung, alle Mittel auszuschöpfen – nicht nur die finanziellen –, dass es wirklich zu einem Erfolg dieser Bewerbung und auch der Austragung kommt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Johann Maier –: Als Salzburger oder als Sportler? – Abg. Fauland – in Richtung des Abg. Mag. Johann Maier –: Dass wir einmal einer Meinung sind, Jacky!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Maier. Wunschredezeit: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Neudeck – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Johann Maier –: Als Salzburger oder als Sportler? – Abg. Fauland – in Richtung des Abg. Mag. Johann Maier –: Dass wir einmal einer Meinung sind, Jacky!)
Abg. Neudeck: Aber nicht erst seit der letzten Wahl!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Salzburg ist ein schönes Land. (Abg. Neudeck: Aber nicht erst seit der letzten Wahl!) Die Stadt Salzburg gehört zu den schönsten Städten der Welt. (Abg. Scheibner: Jetzt auf einmal!) Ich glaube, dass unsere Region prädestiniert ist für die Ausrichtung großer Events (Abg. Scheibner: Was ein Landeshauptmannwechsel alles ausmacht!) und auch prädestiniert ist für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2014.
Abg. Scheibner: Jetzt auf einmal!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Salzburg ist ein schönes Land. (Abg. Neudeck: Aber nicht erst seit der letzten Wahl!) Die Stadt Salzburg gehört zu den schönsten Städten der Welt. (Abg. Scheibner: Jetzt auf einmal!) Ich glaube, dass unsere Region prädestiniert ist für die Ausrichtung großer Events (Abg. Scheibner: Was ein Landeshauptmannwechsel alles ausmacht!) und auch prädestiniert ist für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2014.
Abg. Scheibner: Was ein Landeshauptmannwechsel alles ausmacht!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Salzburg ist ein schönes Land. (Abg. Neudeck: Aber nicht erst seit der letzten Wahl!) Die Stadt Salzburg gehört zu den schönsten Städten der Welt. (Abg. Scheibner: Jetzt auf einmal!) Ich glaube, dass unsere Region prädestiniert ist für die Ausrichtung großer Events (Abg. Scheibner: Was ein Landeshauptmannwechsel alles ausmacht!) und auch prädestiniert ist für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2014.
Beifall bei der SPÖ.
dort den Nahverkehr verstärken, meine sehr verehrten Damen und Herren. Das kommt der Region zugute, und es kommt dem Tourismus zugute. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir Salzburger werden uns bemühen, eine perfekte Bewerbung abzugeben. Wir wissen ganz genau, dass wir die Bevölkerung in der Stadt Salzburg noch überzeugen müssen. Wenn wir sie überzeugt haben, dann werden wir, glaube ich, diese Bewerbung erfolgreich bestreiten können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Abg. Brosz: Wofür war dann die Befragung? Fürs Krenreiben, oder was?
Ich kann dem Kollegen Brosz nicht folgen, wenn er sagt: Auf Grund der Tatsache, dass in der Bevölkerung möglicherweise die Zustimmung nicht gegeben wird, trage ich dieses Projekt jetzt schon zu Grabe. Das ist der falsche Ansatz. (Abg. Brosz: Wofür war dann die Befragung? Fürs Krenreiben, oder was?)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
lung in Salzburg haben, kann sich jeder selbst seine Gedanken machen. – Danke. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Ich glaube, dass es jetzt darum ginge, die wenigen zu überzeugen. Ich sage das ganz bewusst, weil auch die Wahlbeteiligung Berücksichtigung finden muss, wenn es um die Beurteilung dieses Ergebnisses geht. Wir beide wissen, dass die Wahlbeteiligung eine sehr geringe war und dass, umgelegt auf die Gesamteinwohnerzahl, die Zahl der Nein-Stimmen relativ gering ist. (Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP sowie des Abg. Mag. Johann Maier.
Deshalb ist es, glaube ich, für Salzburg von besonderer Bedeutung, über die Olympischen Spiele einen Impuls für einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor in Salzburg zu schaffen, und deswegen stehen wir vom Bund konsequent und zu 100 Prozent hinter dieser Bewerbung. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP sowie des Abg. Mag. Johann Maier.)
Abg. Neudeck – unter Hinweis auf die Broschüre „Salzburg 2014“, die der Redner aufs Rednerpult gestellt hat –: Ist das die Olympiamarke?
Abgeordneter Mag. Hans Langreiter (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Staatssekretär! (Abg. Neudeck – unter Hinweis auf die Broschüre „Salzburg 2014“, die der Redner aufs Rednerpult gestellt hat –: Ist das die Olympiamarke?) Meine Vorredner haben den grundsätzlichen Succus schon betont: Salzburg. Das sind heute Salzburger Festspiele; der nächste Tagesordnungspunkt zeigt dasselbe. Wichtig sind dabei mehrere Dinge: das wirtschaftspolitische, das arbeitsmarktpolitische, das mediale Interesse und alles, was mit dem Tourismus zusammenhängt.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wie Herr Staatssekretär Schweitzer schon betont hat, ist nicht nur die Host-City Salzburg der Austragungsort, sondern vor allem auch der ländliche Raum, und das ist auch entscheidend. Man merkt wiederum an Ihren (in Richtung der Grünen) Äußerungen, dass Sie für den ländlichen Raum nichts übrig haben! Wir haben heute in der Aktuellen Stunde darüber diskutiert, wo die Jugend eine Chance findet. Sie findet bei solch einem Großereignis nicht nur emotional, sondern auch arbeitsmarktpolitisch eine großartige Chance, nicht nur in Salzburg, sondern vor allem darüber hinaus! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Kollege Brosz, Sie geben keine Perspektive vor, Sie eröffnen keine Chance, Sie stellen sich absolut gegen den ländlichen Raum! Somit sind Sie auch nicht wählbar! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Den wenigen Kritikern darf man eine ökonomische Rechnung entgegenhalten, und die Zahlen sprechen für sich. Immerhin werden – das ist heute schon gesagt worden – 13 000 langfristig abgesicherte Jahresarbeitsplätze und damit Einkommen und Kaufkraft geschaffen und laut einer AK-Studie sogar 1 800 neue Arbeitsplätze. 1,3 Milliarden € an direkten und indirekten Wertschöpfungseffekten sind ebenfalls mit der Ausrichtung dieser Winterolympiade verbunden, Effekte, die unsere Wirtschaft dringend brauchen kann. Daher kann man den Antrag auf Unterstützung der Salzburger für ihre Bewerbung um die Winterolympiade nur die einhellige Zustimmung dieses Hauses wünschen. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen, der ÖVP und der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren! Während andere EU-Staaten wie Deutschland und Frankreich – wir hörten es heute schon in diesem Hohen Haus – ihre großen Probleme im Bereich der Wirtschaft und der inneren Sicherheit kaum bewältigen können, arbeitet diese österreichische Regierung am Wirtschafts- und Friedensprojekt Olympische Winterspiele 2014, nach dem Motto dieser Broschüre (die Rednerin hält die Broschüre „Salzburg 2014“ in die Höhe): „Österreich für Salzburg und Salzburg für Österreich“. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen, der ÖVP und der SPÖ.)
Abg. Brosz: Wie viele haben dafür gestimmt? Wie viel Prozent?
Manche machen es sich hier schon sehr leicht. Wenn man eine Umfrage in der Bevölkerung macht, wer dafür oder wer dagegen ist, dann muss man es fairerweise auch dazusagen, wenn sich nur 19 Prozent daran beteiligt haben und von den 19 Prozent dieser Umfrage 60 Prozent dagegengehalten haben. Das heißt, nicht einmal 10 Prozent der gesamten Bevölkerung sind dagegen. Es ist, glaube ich, nicht das Recht der Grünen (Abg. Brosz: Wie viele haben dafür gestimmt? Wie viel Prozent?), die wegen dieser Befragung dagegen sind (Abg. Brosz: 15 Prozent haben dafür gestimmt!), auch hier bei dieser so wichtigen Entscheidung, nämlich über Salzburg hinaus für Österreich, für die Bevölkerung und auch für den Sport so wichtigen Entscheidung, dagegen zu sein. Es ist sehr schade darum, weil dies eine großartige und einmalige Chance ist. Wir können nur hoffen, dass wir diesmal mehr Glück haben und im Juni 2007 vielleicht den Zuschlag bekommen.
Abg. Brosz: 15 Prozent haben dafür gestimmt!
Manche machen es sich hier schon sehr leicht. Wenn man eine Umfrage in der Bevölkerung macht, wer dafür oder wer dagegen ist, dann muss man es fairerweise auch dazusagen, wenn sich nur 19 Prozent daran beteiligt haben und von den 19 Prozent dieser Umfrage 60 Prozent dagegengehalten haben. Das heißt, nicht einmal 10 Prozent der gesamten Bevölkerung sind dagegen. Es ist, glaube ich, nicht das Recht der Grünen (Abg. Brosz: Wie viele haben dafür gestimmt? Wie viel Prozent?), die wegen dieser Befragung dagegen sind (Abg. Brosz: 15 Prozent haben dafür gestimmt!), auch hier bei dieser so wichtigen Entscheidung, nämlich über Salzburg hinaus für Österreich, für die Bevölkerung und auch für den Sport so wichtigen Entscheidung, dagegen zu sein. Es ist sehr schade darum, weil dies eine großartige und einmalige Chance ist. Wir können nur hoffen, dass wir diesmal mehr Glück haben und im Juni 2007 vielleicht den Zuschlag bekommen.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.
Von Seiten der Regierung und einer Oppositionspartei wird heute ein entscheidender Schritt dafür getan. Und ich kann nur an Sie, die Grünen, appellieren, bei dieser wichtigen Entscheidung für die Zukunft auch unseres Landes doch mitzutun, und appelliere noch einmal an Sie im Sinne des olympischen Gedankens: Dabei sein ist alles! – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Haubner überreicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Staatssekretär Mag. Schweitzer ein Armband.
mitee der Rad-Weltmeisterschaft und dem Österreichischen Radverband gemeinsam ein neues Projekt gestartet worden ist. Es gibt wieder schöne Bänder in Regenbogenfarben. Hunderttausend liegen auf. Bitte unterstützen Sie diese Organisation! Sie kommt dem Radsport, der Jugend und vor allem Salzburg und der Rad-WM zugute. Die beste Werbung für Olympische Winterspiele in Salzburg sind ausgezeichnete Rad-Weltmeisterschaften. In diesem Sinne freut es mich: Bike for Gold – Come to Salzburg! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Haubner überreicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Staatssekretär Mag. Schweitzer ein Armband.)
Abg. Brosz: Da haben Sie nicht richtig zugehört!
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wenn die Gesellschaft, die Politik an einem Strang ziehen, so ist man in der Lage, scheinbar Unmögliches zu erreichen. Daher tut es mir ein bisschen Leid, wenn man bei den Grünen glaubt, Herr Kollege Brosz, dass man sich nur bewerben soll, wenn man schon vorher weiß, dass man auch den Zuschlag bekommt. (Abg. Brosz: Da haben Sie nicht richtig zugehört!) Das kann aber niemand voraussagen. Wir hätten uns sonst nämlich auch nicht um die Salzburger Rad-WM bewerben dürfen. Gewusst haben wir das vorher nicht. Wir hatten auch einen ganz wichtigen Mitbewerber – Luzern in der Schweiz, Sie wissen das! Warum Salzburg den Zuschlag bekommen hat? – Auf Grund des besseren wirtschaftlichen Konzeptes, der transparenteren Finanzierung. Das sagt schon auch einiges und ist ein Zeichen dafür, dass die Zusammenarbeit stimmt.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wenn man zudem weiß, dass an Spitzentagen bis zu 250 000 Zuseher die Radstrecken säumen werden, dann darf man schon sehr stolz darauf sein, was da auf uns zukommt. Viel mehr noch darf man dann darauf stolz sein, was die Welt dann über Salzburg denken wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ, der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir hoffen, dass sich der positive „Punch“, der dadurch entstehen wird, dann auch in einer endgültig positiven Entscheidung für die Olympia-Bewerbung 2014 niederschlagen wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ, der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Brosz –: Auch Radfahren wollen sie nicht, die Grünen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Brosz zu Wort. Wunschredezeit: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Neudeck – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Brosz –: Auch Radfahren wollen sie nicht, die Grünen!)
Abg. Neudeck: Sie können auch gegen einen Vier-Parteien-Antrag reden! Das hat es auch schon gegeben! – Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Neudeck muss offenbar wieder zwischenrufen, obwohl er gar nicht weiß, was gesagt wird. Der Antrag zur Unterstützung der Rad-WM ist ein Vier-Parteien-Antrag! Das ist Ihnen wahrscheinlich nicht aufgefallen. Natürlich werden wir ihn unterstützen! (Abg. Neudeck: Sie können auch gegen einen Vier-Parteien-Antrag reden! Das hat es auch schon gegeben! – Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Staatssekretär Mag. Schweitzer: Das hat er bei Kreisky gelernt!
geringe Beteiligung gegeben hat, ohnehin nur bedeuten, dass nur 10 Prozent der Salzburger gegen die Olympia-Bewerbung sind, dann ist rechnerisch relativ einfach nachzuweisen, dass auch nur 15 Prozent dafür waren, weil eben die Wahlbeteiligung so gering war. Sie argumentieren, dass man, weil 10 Prozent dagegen waren, nicht dagegen sein könne, man aber blendend dafür sein könne, weil ganze 15 Prozent dafür waren. Da wird es dann mathematisch etwas kompliziert. (Beifall bei den Grünen. – Staatssekretär Mag. Schweitzer: Das hat er bei Kreisky gelernt!) – Hat er das bei Kreisky gelernt? Davon weiß ich nichts.
Beifall bei den Grünen.
Noch einmal: Unterstützung für die Rad-WM und keine Unterstützung für die Olympia-Bewerbung, aber dort, wo es Großereignisse verdienen, sind wir auch dabei. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Bravo!
Radsport zu erreichen. Eine erfolgreiche Radweltmeisterschaft in Salzburg wird ein weiterer Meilenstein auf dem Weg sein, sodass viele Österreicher den Radsport als Breitensport anerkennen und eine große Anhängerlobby Spitzensport in Österreich entsteht. Wir sehen also einer erfolgreichen Radweltmeisterschaft in Salzburg in knapp einem Jahr entgegen. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Bravo!)
Abg. Mag. Trunk: Finkenstein, bitte erwähnen Sie auch Finkenstein!
Abgeordnete Barbara Riener (ÖVP): Werte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Jedes Jahr fiebern viele Österreicher und mittlerweile auch Österreicherinnen bei der Tour de France mit. Georg Totschnig hat heuer, wie bereits erwähnt, sensationellerweise eine Touretappe gewonnen. Zehn Tage später befindet sich Graz alljährlich mit dem Altstadtkriterium der „Kleinen Zeitung“ im Mittelpunkt der Radsportwelt. Sportler mit so klingenden Namen wie Lance Armstrong, Jan Ullrich, Mario Cipollini, Peter Luttenberger, Gerit Klomser oder der junge Steirer Peter Wrolich nehmen daran teil. (Abg. Mag. Trunk: Finkenstein, bitte erwähnen Sie auch Finkenstein!) – Ihr Einwurf ist im Protokoll notiert.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Deshalb bin ich davon überzeugt, dass alle mit der Rad-WM befassten Bundesminister, allen voran unser Bundeskanzler Schüssel dem Entschließungsantrag Rechnung tragen und diese Veranstaltung bestmöglich unterstützen werden und alle Welt von einer gelungenen Rad-WM 2006 reden wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt nicht!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Der Anlass, dass die Problematik des schweizerischen Atomendlagers ins österreichische Parlament kommt, ist ein Antrag der Regierungsfraktionen, der im Umweltausschuss sehr kontrovers diskutiert worden ist. Ich kann berichten, dass heute auch im Vorarlberger Landtag ein Antrag bezüglich dieses Endlagers diskutiert und abgestimmt wird, der von allen Fraktionen des Vorarlberger Landtages einheitlich unterstützt wird, der sich allerdings in den Kernpunkten vom Regierungsantrag fundamental unterscheidet. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt nicht!)
Beifall bei den Grünen.
Das ist für uns auch der Grund, dem Regierungsantrag nicht zuzustimmen und den Vorarlberger Antrag, der sehr viel stärker ist, der sehr viel deutlicher ist, der sehr viel klarere Worte findet, wortidentisch auch hier einzubringen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt ja nicht!
Wie jetzt mit diesem Vorarlberger Problem, mit diesem Endlager in der Schweiz umgegangen wird, ist symptomatisch für die gesamte Antiatompolitik, insbesondere eines Ministers, der außer Briefe zu schreiben uns nur sagt, es sei nie irgendwo eine endgültige Entscheidung gefallen, der also zu diesem Thema eigentlich nichts beizutragen hat. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt ja nicht!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Das, was Sie heute in Ihrem Antrag beschließen wollen, ist im Grunde eine Beruhigungstablette, hat überhaupt keine inhaltliche Schärfe. Das Wichtigste fehlt, nämlich ein klares Nein zu einem Endlager in der Schweiz in Grenznähe. Ich denke, das ist doch das Mindeste, was sich die Vorarlberger Bevölkerung von uns erwarten kann, dass wir sagen, dass wir zumindest in Grenznähe kein Endlager wollen, denn wie kommt die Vorarlberger Bevölkerung dazu, diesem Risiko ausgesetzt zu sein. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Atomenergie, und das kommt in Ihrem Regierungsantrag auch überhaupt nicht vor. (Beifall bei den Grünen.) Das Einzige, was Sie heute beschließen werden, ist, dass die Bundesregierung darum ersucht wird, sich dafür einzusetzen, dass Österreich im Verfahren eingebunden ist. Ich finde, das ist weitaus zu wenig.
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie gegen diesen Antrag stimmen, dann frage ich mich wirklich, was Ihre Anti-Atom-Position ist. Was tut da wirklich weh? Volle Parteistellung, ein klares Nein zu einem grenznahen Endlager und klarzumachen, dass der Ausstieg aus der Atomenergie der einzig gangbare Weg ist. Erklären Sie mir einmal, warum Sie das heute ablehnen. Diese Erklärung würde mich wirklich freuen. (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit bei der ÖVP – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Oh! – Abg. Hornek: Oho!
Wir haben für diese Gelegenheit auch noch einen zweiten Antrag vorbereitet. Es geht um eine Anti-Atom-Offensive in unseren Nachbarstaaten, wo ich den Umweltminister gerne ein bisschen zu Aktivität verführen möchte (Heiterkeit bei der ÖVP – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Oh! – Abg. Hornek: Oho!), nämlich dass er insbesondere den mittel- und osteuropäischen Nachbarstaaten, die jetzt konkrete Ausbaupläne haben, in irgendeiner Form deutlich macht, dass es Alternativen geben muss, und das nicht
Beifall bei den Grünen.
durch simples Briefeschreiben einfach unter den Teppich kehrt. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ja, das habe ich gerade gemacht!
Ich danke auch den Kolleginnen und Kollegen von der Sozialdemokratie. Sie haben unseren Antrag im Ausschuss unterstützt und mit beschlossen. Es war einzig den Grünen vorbehalten, dieser Initiative der beiden Regierungsparteien ihre Zustimmung zu versagen. Da erklären Sie mir bitte einmal, warum Sie das getan haben. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ja, das habe ich gerade gemacht!)
Abg. Mandak: Ihr habt das doch verschlafen!
Nur weil Sie es versäumt haben – ganz besonders du, liebe Frau Kollegin Mandak, die du dich hier offenbar nicht einmal ans Rednerpult wagst bei diesem Thema, weil du weißt, dass ihr Butter am Kopf habt; ihr habt dieses Thema schlicht und einfach verschlafen, der Vorarlberger Bevölkerung helfen zu wollen (Abg. Mandak: Ihr habt das doch verschlafen!) –, kommen Sie hinterher daher und wollen uns mit einem Antrag treiben, der sich ein bisschen vom anderen unterscheidet, und jetzt der Vorarlberger Bevölkerung weismachen, dass wir nicht alles tun würden zu ihrem Schutz. (Abg. Mandak: Ihr habt es verschlafen! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Vorarlberger Antrag lautet anders!) Das ist nichts anderes als billige Parteipolemik auf dem Rücken der Vorarlberger Bevölkerung. Das lehnen wir entschieden ab. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mandak: Ihr habt es verschlafen! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Vorarlberger Antrag lautet anders!
Nur weil Sie es versäumt haben – ganz besonders du, liebe Frau Kollegin Mandak, die du dich hier offenbar nicht einmal ans Rednerpult wagst bei diesem Thema, weil du weißt, dass ihr Butter am Kopf habt; ihr habt dieses Thema schlicht und einfach verschlafen, der Vorarlberger Bevölkerung helfen zu wollen (Abg. Mandak: Ihr habt das doch verschlafen!) –, kommen Sie hinterher daher und wollen uns mit einem Antrag treiben, der sich ein bisschen vom anderen unterscheidet, und jetzt der Vorarlberger Bevölkerung weismachen, dass wir nicht alles tun würden zu ihrem Schutz. (Abg. Mandak: Ihr habt es verschlafen! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Vorarlberger Antrag lautet anders!) Das ist nichts anderes als billige Parteipolemik auf dem Rücken der Vorarlberger Bevölkerung. Das lehnen wir entschieden ab. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nur weil Sie es versäumt haben – ganz besonders du, liebe Frau Kollegin Mandak, die du dich hier offenbar nicht einmal ans Rednerpult wagst bei diesem Thema, weil du weißt, dass ihr Butter am Kopf habt; ihr habt dieses Thema schlicht und einfach verschlafen, der Vorarlberger Bevölkerung helfen zu wollen (Abg. Mandak: Ihr habt das doch verschlafen!) –, kommen Sie hinterher daher und wollen uns mit einem Antrag treiben, der sich ein bisschen vom anderen unterscheidet, und jetzt der Vorarlberger Bevölkerung weismachen, dass wir nicht alles tun würden zu ihrem Schutz. (Abg. Mandak: Ihr habt es verschlafen! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Vorarlberger Antrag lautet anders!) Das ist nichts anderes als billige Parteipolemik auf dem Rücken der Vorarlberger Bevölkerung. Das lehnen wir entschieden ab. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist der Vorarlberger Antrag!
Nichts von dem haben Sie getan. Sie haben, für mich völlig überraschend und ohne Vorwarnung, im Ausschuss den Antrag als einzige Fraktion dieses Hauses abgelehnt, und jetzt kommen Sie mit einem anderen Antrag daher (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist der Vorarlberger Antrag!) und wollen der Vorarlberger Bevölkerung weismachen, das, was Sie hier tun, sei besser als das, was drei Parteien in diesem Haus für die Bevölkerung schon getan haben, nämlich ein deutliches Signal an die Schweizer zu senden: Liebe Schweizer, so nicht! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber das steht nicht drinnen im Antrag!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber das steht nicht drinnen im Antrag!
Nichts von dem haben Sie getan. Sie haben, für mich völlig überraschend und ohne Vorwarnung, im Ausschuss den Antrag als einzige Fraktion dieses Hauses abgelehnt, und jetzt kommen Sie mit einem anderen Antrag daher (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist der Vorarlberger Antrag!) und wollen der Vorarlberger Bevölkerung weismachen, das, was Sie hier tun, sei besser als das, was drei Parteien in diesem Haus für die Bevölkerung schon getan haben, nämlich ein deutliches Signal an die Schweizer zu senden: Liebe Schweizer, so nicht! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber das steht nicht drinnen im Antrag!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie können unserem Antrag zustimmen!
Das, was jetzt entsteht, ist genau das Gegenteil davon. Jetzt wird das Bild der Uneinigkeit dieses Hauses in die Schweiz transportiert. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie können unserem Antrag zustimmen!) Und daran ist niemand anderer schuld als Sie. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wattaul: Billige Polemik!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wattaul: Billige Polemik!
Das, was jetzt entsteht, ist genau das Gegenteil davon. Jetzt wird das Bild der Uneinigkeit dieses Hauses in die Schweiz transportiert. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie können unserem Antrag zustimmen!) Und daran ist niemand anderer schuld als Sie. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wattaul: Billige Polemik!)
Abg. Kopf: Was du jetzt machst, ist ein Doppelspiel!
Ein besonders trauriges Beispiel für das Doppelspiel der ÖVP, was die Atomkraft betrifft, ist Temelín. (Abg. Kopf: Was du jetzt machst, ist ein Doppelspiel!) Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben gleich gesagt, dass wir das Melker Protokoll nicht für das Papier wert halten, auf dem es geschrieben ist, sondern nur für ein Placebo halten. Sie, Herr Minister, haben gesagt: Erstens: Temelín wird dadurch sicherer. Zweitens: Der Melker Vertrag wird Teil des Beitrittsvertrages mit Tschechien. Drittens: Der Vertrag und damit die Verbesserungen bei der Sicherheit werden einklagbar sein. Und viertens: Temelín wird erst dann in einen Dauerbetrieb gehen, wenn alle Sicherheitsbedenken ausgeräumt sind.
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Es ist noch nicht im Dauerbetrieb!
Was ist davon übrig geblieben? – Erstens: Es ist nicht Teil des Beitrittsvertrages. Zweitens: Es ist damit auch nicht einklagbar vor dem Europäischen Gerichtshof. Drittens: Temelín ist um keinen Deut sicherer geworden. Viertens: Temelín ist in Dauerbetrieb gegangen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Es ist noch nicht im Dauerbetrieb!), obwohl es keinerlei Verbesserung bei der Sicherheit gegeben hat. Es ist in Wahrheit nichts übrig geblieben von Ihrer Ankündigungspolitik.
Beifall bei der SPÖ.
gibt. Sie behaupten ja, es wäre noch nicht im Dauerbetrieb. Sie haben die Möglichkeit, und wir erwarten uns, dass Sie hier handeln. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Er hört nicht zu!
Minister Pröll hat im Ausschuss ganz klar Antworten gegeben, aber Sie wollen sie nicht hören, Sie wollen sie nicht zur Kenntnis nehmen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Er hört nicht zu!), sondern Sie machen da Parteipolitik, die auf dem Rücken der Österreicher ausgetragen wird. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Es geht um ein Endlager!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Es geht um ein Endlager!
Minister Pröll hat im Ausschuss ganz klar Antworten gegeben, aber Sie wollen sie nicht hören, Sie wollen sie nicht zur Kenntnis nehmen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Er hört nicht zu!), sondern Sie machen da Parteipolitik, die auf dem Rücken der Österreicher ausgetragen wird. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Es geht um ein Endlager!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ja, sicher! Das ist es doch!
Und jetzt kommt noch etwas erschwerend dazu, das haben Sie vergessen. Beim Ausschuss ist eine Abgeordnete von Ihnen sogar so weit gegangen, der österreichischen Bundesregierung zu unterstellen, dass wir ein Schweizer Endlager wegen Seibersdorf unterstützen, damit wir den eigenen radioaktiven Müll entsorgen können. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ja, sicher! Das ist es doch!) Wissen Sie was? Ich schäme mich hin und wieder dafür, dass Sie da heraußen Antiatompolitik mit großem Fragezeichen betreiben und nicht diese Bundesregierung in ihren Bemühungen unterstützen, für die Sicherheit Österreichs zu sorgen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sagen Sie mir inhaltlich, warum Sie kein klares Nein zum Atomendlager sagen!
Und wenn ich die vielen Zuhörer da anschaue, hoffe ich, sie bilden sich eine Meinung darüber, wie Sie Politik für die Zukunft verstehen. Wir machen Politik für die Zukunft, Frau Abgeordnete. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sagen Sie mir inhaltlich, warum Sie kein klares Nein zum Atomendlager sagen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben in der Vergangenheit – und wir werden das auch in Zukunft tun – in dieser Frage der Bewertung der Atomkraft als Energiequelle für die Zukunft einen klaren Standpunkt eingenommen. Egal, wer wo in Europa auf Atomkraft setzt, findet nicht unsere Unterstützung, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was machen Sie dagegen? Das ist geheim!
Jetzt zurück zu dem Thema, das auch Frau Abgeordnete Glawischnig angesprochen hat. Ja, wir sind gegen grenznahe Atomkraftwerke, wir sind gegen die Renaissance der Atomkraft in Europa. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was machen Sie dagegen? Das ist geheim!) Aber, Frau Abgeordnete Glawischnig, Sie wissen auch ganz genau, dass wir beim Beitritt zur Europäischen Union 1995 sehr beharrlich darauf gedrängt haben, dass die Energiebewirtschaftung nationale Verantwortung bleibt. Und warum? – Weil wir nicht wollten und auch in Zukunft nicht wollen, dass jemand anderer in Europa über Energiestandorte und Energiequellen in Österreich entscheiden kann. Wenn das aber so ist – und das ist ein großer Erfolg; wir können damit über unsere Energieversorgung selbst entscheiden –, dann müssen wir auch akzeptieren, dass andere Nationalstaaten über ihre Energiequellen ebenfalls selbst entscheiden.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist unsere Position. Wir werden, wissenschaftlich untermauert, diese Position auch gegenüber der Schweiz klar und deutlich beziehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Kopf: Das könnte wohl so sein!
Deshalb, meine Damen und Herren, vor allem von den Grünen, verstehe ich nicht, warum Sie bei dieser Frage des Endlagers in Schaffhausen nun anscheinend diesen Weg der Einstimmigkeit verlassen wollen. Ich bedaure das zutiefst. Man hat hier die Vermutung, dass Sie offenbar über eigenes Versagen, eigenes Versäumen hinwegtäuschen wollen. (Abg. Kopf: Das könnte wohl so sein!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte Sie aber ganz eindringlich bitten, dass Sie unseren Antrag einstimmig mittragen, damit wir gegenüber der Schweiz mit einer deutlichen Stimme sprechen. Bitte, gehen Sie in sich und nehmen Sie die Interessen der Vorarlberger Bevölkerung, der österreichischen Bevölkerung wahr! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Der Auftrag an den Herrn Bundesminister lautet daher, in diesem Europa dafür zu werben, dass auf Grund von Kombinationen unterschiedlicher Energieträger ein Ausstieg aus der Atomenergie möglich erscheint. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Der Erfolg war durchschlagend!
Minister Pröll hat davon gesprochen, dass er am 7. Juli ein Gespräch mit dem Schweizer Minister gehabt hat. Daher möchte ich in aller Bescheidenheit darauf hinweisen, dass ich am 22. November 2001 – 2001! – eine Pressekonferenz mit Raimund Kamm, einem Anti-AKW-Experten aus Deutschland, gemacht habe, bei der wir die Problematik der Zwischenlager in Deutschland und das Endlager in Benken thematisiert haben. (Abg. Mag. Molterer: Der Erfolg war durchschlagend!) Das war auch schon im Jahr 2001 Thema. Das haben wir alle gewusst. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Minister Pröll hat davon gesprochen, dass er am 7. Juli ein Gespräch mit dem Schweizer Minister gehabt hat. Daher möchte ich in aller Bescheidenheit darauf hinweisen, dass ich am 22. November 2001 – 2001! – eine Pressekonferenz mit Raimund Kamm, einem Anti-AKW-Experten aus Deutschland, gemacht habe, bei der wir die Problematik der Zwischenlager in Deutschland und das Endlager in Benken thematisiert haben. (Abg. Mag. Molterer: Der Erfolg war durchschlagend!) Das war auch schon im Jahr 2001 Thema. Das haben wir alle gewusst. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.
Genau in diese Richtung geht unsere Kritik, dass in dieser Zeit geschlafen worden ist. Ich habe Telefonate geführt. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.) – Selbstverständlich, Herr Minister. Dann haben Sie es nicht ernst genug genommen, seien Sie mir nicht böse. Ich habe damals mit Wien, mit dem Ministerium telefoniert. Da hat es geheißen, man wisse schon, dass das im Laufen ist, aber das sei nicht so gravierend und man habe alles im Griff. (Abg. Neudeck: Mit wem telefonieren Sie im Schlaf?)
Abg. Neudeck: Mit wem telefonieren Sie im Schlaf?
Genau in diese Richtung geht unsere Kritik, dass in dieser Zeit geschlafen worden ist. Ich habe Telefonate geführt. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.) – Selbstverständlich, Herr Minister. Dann haben Sie es nicht ernst genug genommen, seien Sie mir nicht böse. Ich habe damals mit Wien, mit dem Ministerium telefoniert. Da hat es geheißen, man wisse schon, dass das im Laufen ist, aber das sei nicht so gravierend und man habe alles im Griff. (Abg. Neudeck: Mit wem telefonieren Sie im Schlaf?)
Zwischenruf des Abg. Kopf.
Zu Ihrem Antrag: Ich finde es eigenartig, dass Sie, so wie Sie es angekündigt haben, dem Antrag nicht zustimmen werden, den all Ihre Kolleginnen und Kollegen in Vorarlberg unterstützen. (Zwischenruf des Abg. Kopf.) Das ist für mich nicht nachvollziehbar und, ich denke mir, für die Leute in Österreich auch nicht.
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Wenn Sie einen Antrag einbringen, in dem steht – ich zitiere aus dem Entschließungsantrag –, „dass Österreich sich von Beginn an aktiv und in vollem Umfang“ in die Diskussion um die Schweizer Absichten eingebracht hat, dann kann ich diesem Antrag nicht zustimmen, weil das nicht stimmt. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Abg. Kopf: Hätten Sie mir das nicht vor dem Ausschuss sagen können, dann hätten wir gemeinsam ...? Das ist Parteipolemik!
Weiters schreiben Sie in diesem Antrag: Die Bundesregierung soll „weiterhin mit Nachdruck alle zu Gebote stehenden Mittel einsetzen, um die österreichischen Interessen zum Schutz der Umwelt und der Bevölkerung zu vertreten“. Da kann ich leider auch nicht mitstimmen, weil Sie es nicht tun, sonst wären Sie Grüne, wenn Sie das täten. (Abg. Kopf: Hätten Sie mir das nicht vor dem Ausschuss sagen können, dann hätten wir gemeinsam ...? Das ist Parteipolemik!) Das ist doch klar, ihr seid doch Profis und wisst genau, wenn solche Texte in einem Entschließungsantrag stehen, ist es der Opposition unmöglich, so einem Antrag zuzustimmen. (Abg. Dr. Rasinger: Billige Polemik!)
Abg. Dr. Rasinger: Billige Polemik!
Weiters schreiben Sie in diesem Antrag: Die Bundesregierung soll „weiterhin mit Nachdruck alle zu Gebote stehenden Mittel einsetzen, um die österreichischen Interessen zum Schutz der Umwelt und der Bevölkerung zu vertreten“. Da kann ich leider auch nicht mitstimmen, weil Sie es nicht tun, sonst wären Sie Grüne, wenn Sie das täten. (Abg. Kopf: Hätten Sie mir das nicht vor dem Ausschuss sagen können, dann hätten wir gemeinsam ...? Das ist Parteipolemik!) Das ist doch klar, ihr seid doch Profis und wisst genau, wenn solche Texte in einem Entschließungsantrag stehen, ist es der Opposition unmöglich, so einem Antrag zuzustimmen. (Abg. Dr. Rasinger: Billige Polemik!)
Beifall bei den Grünen.
Kollegem Sieber danke ich sehr herzlich für die Gratulation zum dritten Platz. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich ersuche Sie: Nützen Sie auch die Präsidentschaft, um international endlich etwas im Sinne der Österreicherinnen und Österreicher zu erreichen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Werte Kolleginnen und Kollegen! Die SPÖ wird auch den beiden von den Grünen eingebrachten Anträgen zustimmen! Tschernobyl soll uns allen eine besondere Lehre und Mahnung sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist eine Schande! – Abg. Kopf: Es ist eine Schande, wie Sie sich aufführen!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Es ist dies die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist eine Schande! – Abg. Kopf: Es ist eine Schande, wie Sie sich aufführen!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Geh hör auf!
die ÖVP mit dieser Novelle? – Sie betreibt reine Klientelpolitik. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Geh hör auf!) Da sagt zuerst der Umweltsprecher der ÖVP, der in seinem Zivilberuf Generalsekretär des Wirtschaftsbundes ist: Die Industrie muss raus aus dem Gesetz (Abg. Großruck: Was sind Sie im Zivilberuf?), Baumaschinen müssen raus aus dem Gesetz, Spediteure, der Lkw-Bereich müssen auch aus dem Gesetz. Dann sagt der Umweltminister, der im Zivilberuf Landwirtschaftsminister ist: Die Landwirtschaft muss raus aus dem Gesetz. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Landwirtschaftsminister ist ein Zivilberuf?) – Sie kommen auch noch dran!
Abg. Großruck: Was sind Sie im Zivilberuf?
die ÖVP mit dieser Novelle? – Sie betreibt reine Klientelpolitik. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Geh hör auf!) Da sagt zuerst der Umweltsprecher der ÖVP, der in seinem Zivilberuf Generalsekretär des Wirtschaftsbundes ist: Die Industrie muss raus aus dem Gesetz (Abg. Großruck: Was sind Sie im Zivilberuf?), Baumaschinen müssen raus aus dem Gesetz, Spediteure, der Lkw-Bereich müssen auch aus dem Gesetz. Dann sagt der Umweltminister, der im Zivilberuf Landwirtschaftsminister ist: Die Landwirtschaft muss raus aus dem Gesetz. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Landwirtschaftsminister ist ein Zivilberuf?) – Sie kommen auch noch dran!
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Landwirtschaftsminister ist ein Zivilberuf?
die ÖVP mit dieser Novelle? – Sie betreibt reine Klientelpolitik. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Geh hör auf!) Da sagt zuerst der Umweltsprecher der ÖVP, der in seinem Zivilberuf Generalsekretär des Wirtschaftsbundes ist: Die Industrie muss raus aus dem Gesetz (Abg. Großruck: Was sind Sie im Zivilberuf?), Baumaschinen müssen raus aus dem Gesetz, Spediteure, der Lkw-Bereich müssen auch aus dem Gesetz. Dann sagt der Umweltminister, der im Zivilberuf Landwirtschaftsminister ist: Die Landwirtschaft muss raus aus dem Gesetz. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Landwirtschaftsminister ist ein Zivilberuf?) – Sie kommen auch noch dran!
Abg. Wittauer: Das ist kein Vetorecht, sondern in drei Monaten muss eine Übereinstimmung herrschen!
Dann kommt Herr Gorbach und merkt, dass alles herausgestrichen wird und möchte auch ein bisschen etwas haben. Jetzt ist das BZÖ nur der sehr kleine Juniorpartner dieser Koalition und darf deswegen nicht viel, sondern nur ein bisschen machen. Er bekommt ein Vetorecht für Verkehrsmaßnahmen nach drei Monaten. (Abg. Wittauer: Das ist kein Vetorecht, sondern in drei Monaten muss eine Übereinstimmung herrschen!) Das ist die Klientelpolitik der ÖVP mit dem Anhängsel BZÖ – und dazu ein klares Nein von meiner Fraktion. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Der einzige Posch hat es verstanden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Der einzige Posch hat es verstanden!
Dann kommt Herr Gorbach und merkt, dass alles herausgestrichen wird und möchte auch ein bisschen etwas haben. Jetzt ist das BZÖ nur der sehr kleine Juniorpartner dieser Koalition und darf deswegen nicht viel, sondern nur ein bisschen machen. Er bekommt ein Vetorecht für Verkehrsmaßnahmen nach drei Monaten. (Abg. Wittauer: Das ist kein Vetorecht, sondern in drei Monaten muss eine Übereinstimmung herrschen!) Das ist die Klientelpolitik der ÖVP mit dem Anhängsel BZÖ – und dazu ein klares Nein von meiner Fraktion. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Der einzige Posch hat es verstanden!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Endlich verstanden, Herr Abgeordneter!
Sie behaupten immer und tun es wieder, Sie würden den Bundesländern neue und mehr Kompetenzen geben, damit sie gegen den Feinstaub etwas machen können. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Endlich verstanden, Herr Abgeordneter!) – Ja, ich habe es nicht nur verstanden, sondern ich habe es auch gelesen. Sie können Ihre eigene Regierungsvorlage anscheinend nicht lesen. Auf der Seite 8 steht dazu nämlich:
Beifall bei der SPÖ.
Das steht in Ihrer Regierungsvorlage. Das Einzige, was Sie machen, ist, dass Sie Maßnahmen, die die Länder ohnehin setzen können und auch tun, wie Sie selbst schreiben, in die Verordnung für das IG-L schreiben. Das ist die einzige Erweiterung, die Sie sehen. Ich sage Ihnen eines: Die Menschen interessiert nicht, was in der Verordnung steht und ob in der Verordnung steht, was sonst auch gemacht werden würde, sondern die Menschen interessiert, dass die Politik – egal auf welcher Ebene – vernünftige Maßnahmen gegen den Feinstaub setzt, und die setzen Sie mit dieser Novelle überhaupt nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Das ist ein Blödsinn!
Sie tragen nicht die Verantwortung dafür, dass Feinstaub in Österreich entsteht, diese Verantwortung kann kein Einzelner tragen, aber Sie tragen die Verantwortung dafür, dass die Bundesländer in Zukunft nicht mehr effektiv gegen den Feinstaub vorgehen (Abg. Wittauer: Das ist ein Blödsinn!) und keine Maßnahmen mehr setzen können, die effektiv das Feinstaubproblem lösen. Sie tragen politisch dafür die Verantwortung, dass das in Zukunft nicht mehr geht, und zwar unabhängig davon, in welchem Bundesland,
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Er erzählt wieder Märchen!
das gilt für alle neun Bundesländer. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Er erzählt wieder Märchen!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Kopf –: Mach es besser!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Kopf. – Bitte. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Kopf –: Mach es besser!)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Man kann natürlich als Oppositionspartei, so wie es Herr Kollege Krainer als Sprecher der Sozialdemokratischen Partei getan hat, seine Rolle so definieren, dass man nahezu in jedem Fall, bei jedem Gesetz und bei jedem Thema, das man hier diskutiert, die Oppositionsrolle einnimmt und alles für schlecht, alles für nichtig, alles für nicht zielführend erklärt und dazu auch noch den Regierenden mangelnden Willen oder sogar noch böse Absicht unterstellt. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) So kann man seine Rolle selbstverständlich definieren.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es bleibt Ihnen unbenommen, in dieser Rolle zu verharren, statt sich mit den Dingen substantiell und differenziert auseinander zu setzen. Wir tun lieber Letzteres: Wir setzen uns damit auseinander und versuchen, sachgerechte Lösungen für tatsächlich vorhandene Probleme – und das Feinstaubproblem ist leider ein tatsächlich vorhandenes – zu finden. Das unterscheidet uns von Ihnen, das wird uns immer von Ihnen unterscheiden. Gott sei Dank tut es das! Die Wählerinnen und Wähler werden sich auch ein Bild davon machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Genau! Das ist die Wahrheit!
Nichts anderes ist in diesem Gesetz vorgesehen. Die Behauptung, dass der Verkehrsminister etwas anderes dabei verfolgen würde, und die geäußerte Unterstellung, dass ihm der Schutz der Bevölkerung nicht wichtig genug wäre (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Genau! Das ist die Wahrheit!), sind aus der Luft gegriffen, sind frei erfunden. Das hat der Verkehrsminister nicht verdient. Das hat diese Bundesregierung nicht verdient. Und das hat vor allem die Bevölkerung nicht verdient. Denn: Es geschieht mit diesem
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Genau das Gegenteil!
Gesetz genau das, wozu es geschaffen ist, nämlich die Bevölkerung zu schützen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Genau das Gegenteil!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Kein Wort ...! – Abg. Kopf – darauf replizierend –: Auf Ihr Urteil kann ich verzichten!
Wir finden diese Balance – Sie wollen sie gar nicht finden, weil Sie Totalopposition machen wollen. Bleiben Sie dabei! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Kein Wort ...! – Abg. Kopf – darauf replizierend –: Auf Ihr Urteil kann ich verzichten!)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig-Piesczek. – Bitte. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Kopf: Solch ein Unsinn!
Aber was tun Sie? – Sie legen jetzt eine Novelle vor, die eine Erleichterung und freie Fahrt für Tempo 160 km/h, und zwar auch in belasteten Gebieten, bedeutet. (Abg. Kopf: Solch ein Unsinn!) Sie bedeutet darüber hinaus Genehmigung von Anlagen selbst in schwer belasteten Gebieten. Sie ist obendrein EU-widrig, weil der wichtigste Punkt, nämlich vorbeugender Gesundheitsschutz, also die Verpflichtung, schon im Vorfeld gegen Gesundheitsgefährdung etwas zu unternehmen, nicht verwirklicht wird. – Das ist ein Armutszeugnis für jede Umweltpolitik!
Abg. Kopf: Verzweifelte Menschen ...!
Sie haben verzweifelt versucht, das Argument zu verteidigen, warum man bei einem Tempolimit, das nachweislich wirkt ... (Abg. Kopf: Verzweifelte Menschen ...!) Auf der Tauern Autobahn gibt es abschnittsweise ein Tempolimit von 100 km/h auf belastetem Gebiet, und dieses Tempolimit greift und bedeutet eine Reduktion der Umweltbelastung.
Abg. Kopf – auf das oben erwähnte Transparent zeigend –: Herr Präsident! Können Sie das nicht abstellen?
Herr Umweltminister, wie Sie sich vor dem Hintergrund der Bilanz dieses Jahres, die eine verheerende ist, hier herstellen und diese Novelle verteidigen können, das verstehe ich nicht. (Abg. Kopf – auf das oben erwähnte Transparent zeigend –: Herr Präsident! Können Sie das nicht abstellen?) Sie haben sich aus unserer Sicht das Prädikat „Umweltverschmutzungsminister“ mit dieser Novelle absolut verdient. (Beifall bei den
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich möchte die Details noch einmal erklären. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Machen Sie keine Zwischenrufe, sondern hören Sie mir jetzt kurz zu!
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gut so! Jawohl! Und auch umsetzen!
Ich spreche von einem Verkehrsminister, der sich entgegen allen Meinungen von Experten und Expertinnen Tempo 160 in den Kopf gesetzt hat (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gut so! Jawohl! Und auch umsetzen!), was ein völliger Unsinn ist, was zusätzliche Tote bedeutet. Jeder, der das unterstützt, nimmt in Kauf, dass es mehr Verkehrstote in Österreich gibt. Das ist erwiesen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wieso denn? In Deutschland gibt es weniger Verkehrstote!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wieso denn? In Deutschland gibt es weniger Verkehrstote!
Ich spreche von einem Verkehrsminister, der sich entgegen allen Meinungen von Experten und Expertinnen Tempo 160 in den Kopf gesetzt hat (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gut so! Jawohl! Und auch umsetzen!), was ein völliger Unsinn ist, was zusätzliche Tote bedeutet. Jeder, der das unterstützt, nimmt in Kauf, dass es mehr Verkehrstote in Österreich gibt. Das ist erwiesen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wieso denn? In Deutschland gibt es weniger Verkehrstote!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das Innenministerium!
Das Verkehrsministerium macht gerade eine große Kampagne (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das Innenministerium!), wo Sie genau die Bilder jener toten jungen Menschen, von denen ich spreche, anschauen können, wo darunter steht: Überhöhte Geschwindigkeit war die Unfallursache! Wenn Sie so etwas unterstützen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ich unterstütze Tempo 160!), dann gehören Sie wirklich nicht in dieses Haus. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ob ich hier sitze oder nicht, das beurteilt der Wähler, nicht Sie!) Dass Sie solche Maßnahmen, durch die es künftig mehr Tote auf den Straßen gibt, unterstützen, ist mir völlig unverständlich.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ich unterstütze Tempo 160!
Das Verkehrsministerium macht gerade eine große Kampagne (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das Innenministerium!), wo Sie genau die Bilder jener toten jungen Menschen, von denen ich spreche, anschauen können, wo darunter steht: Überhöhte Geschwindigkeit war die Unfallursache! Wenn Sie so etwas unterstützen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ich unterstütze Tempo 160!), dann gehören Sie wirklich nicht in dieses Haus. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ob ich hier sitze oder nicht, das beurteilt der Wähler, nicht Sie!) Dass Sie solche Maßnahmen, durch die es künftig mehr Tote auf den Straßen gibt, unterstützen, ist mir völlig unverständlich.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ob ich hier sitze oder nicht, das beurteilt der Wähler, nicht Sie!
Das Verkehrsministerium macht gerade eine große Kampagne (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das Innenministerium!), wo Sie genau die Bilder jener toten jungen Menschen, von denen ich spreche, anschauen können, wo darunter steht: Überhöhte Geschwindigkeit war die Unfallursache! Wenn Sie so etwas unterstützen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ich unterstütze Tempo 160!), dann gehören Sie wirklich nicht in dieses Haus. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ob ich hier sitze oder nicht, das beurteilt der Wähler, nicht Sie!) Dass Sie solche Maßnahmen, durch die es künftig mehr Tote auf den Straßen gibt, unterstützen, ist mir völlig unverständlich.
Beifall bei den Grünen.
130 km/h sind absolut genug! Tempo 160 bedeutet mehr Tote, bedeutet mehr Schadstoffe, bedeutet mehr Lärm. Was daran vernünftig sein soll, ist mir ein absolutes Rätsel. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Rasinger: Rauchen!
Das müssen Sie einmal den Menschen erklären, den Eltern von Kindern erklären, die jedes Jahr ins Krankenhaus gehen müssen und sich mit einem Lungeninkubator et cetera die Atemluft schaffen müssen. Das ist doch wahr! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Rasinger: Rauchen!)
Beifall bei den Grünen.
Wir haben nun eine Beschwerde an die EU-Kommission gerichtet. Unsere Einschätzung und auch die Einschätzung der Universität Graz – und die ist keine Grünen-Fach- oder -Teilorganisation – ist, dass dieses Gesetz EU-widrig ist. Wenn Sie es unbedingt haben wollen, dann wird uns halt der Europäische Gerichtshof verurteilen – auf Grund von fehlendem vorbeugendem Gesundheitsschutz. Und das erklären Sie einmal den betroffenen Eltern! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Sie setzen auf Populismus, um solche Bilder zu bekommen – wir setzen uns dafür ein, dass die Gesundheit der Kinder und der Menschen in diesem Land künftig nicht leiden muss. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Das ist der Unterschied, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Leere Worte!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Leere Worte!
Sie setzen auf Populismus, um solche Bilder zu bekommen – wir setzen uns dafür ein, dass die Gesundheit der Kinder und der Menschen in diesem Land künftig nicht leiden muss. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Das ist der Unterschied, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Leere Worte!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn wir das symbolisch fortführen, dann haben Sie offensichtlich auf Grund mangelnder Kompetenz im Umweltbereich heute Kindesweglegung betrieben. Ich hingegen kann Ihnen sagen, dass wir mit dieser Novelle künftig die Gasmasken von den Kindern wegnehmen können. Das ist eine kluge Umweltpolitik für die Zukunft: nicht Bilder zu produzieren, sondern Gesetze zum Wohle der Menschen zu produzieren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Krainer: Das stimmt ja gar nicht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was wir heute hier beschließen, ist entgegen vielen Behauptungen eine tatsächliche Verbesserung in der Frage der Bekämpfung von Feinstaubbelastungen, nämlich richtige Antworten gemeinsam mit den Bundesländern zu finden und auf diesem Weg die Feinstaubproblematik in den nächsten Jahren in den Griff zu bekommen. Das geht nicht im Alleingang, und das geht auch nicht durch gegenseitige Schuldzuweisungen, sondern das geht nur mit klugen Konzepten. (Abg. Krainer: Das stimmt ja gar nicht!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Wohlweislich vergessen Sie in dieser Debatte ständig, anzuführen, was denn alles in dieser Novelle enthalten ist. Im Unterschied zu dem, was Sie sagen, gibt es tatsächliche Verbesserungen weit darüber hinaus. Zum Beispiel führen wir mit dieser Novelle – ein Thema, das völlig unter den Tisch gekehrt wird – für Schwermetalle wie Arsen, Cadmium, Nickel, und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe zwei Jahre früher als die Europäische Union Grenzwerte ein. Zwei Jahre früher! Das wird von Ihnen völlig unter den Tisch gekehrt. Das stellt eine massive Verbesserung für die Umwelt und für die Gesundheitsqualität in diesem Land dar. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir erreichen mit dieser Novelle mehr Bürgernähe im Bereich der Luftreinhaltung. Auch das vergessen Sie, zu erwähnen. Bürgernähe wird von Ihnen doch immer großgeschrieben! In dieser Debatte wurde das von Ihnen kein einziges Mal erwähnt. Wir setzen mit der SUP-Richtlinie, Strategische Umweltprüfung, einen ganz klaren Akzent in der Frage der Bürgernähe und der Bürgerbeteiligung. (Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum glauben Ihnen das die Länder nicht?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir erweitern für die Landeshauptleute – auch das ist immer ein Wunsch der Länder gewesen – das Maßnahmenportfolio. Es wird den Ländern in Zukunft mit den Maßnahmenprogrammen, die wir heute hier definieren, möglich sein, weit über das bis jetzt mögliche Portfolio hinaus zu agieren, nämlich mit strukturellen Maßnahmen, mit Maßnahmen der Privatwirtschaft im Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Das gibt es Förderprogramme und Bewusstseinsbildung. Die Palette ist da massiv erweitert worden. Das ist immer Wunsch der Länder gewesen. Ich frage Sie: Wo ist das Problem, meine sehr geehrten Damen und Herren? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum glauben Ihnen das die Länder nicht?)
Abg. Krainer: Schauspielerei ist das!
Ich kann Ihnen auch sagen: Über 7 Millionen € werden bis Ende 2006 eingesetzt. Auch das blieb von Ihnen unerwähnt. Das greift bereits. Wir haben die ersten Projekte im Bereich der Umweltförderung mit diesem neuen Instrument im Laufen. Da treten Firmen an uns heran und nehmen diese Förderung in Anspruch, um ein Investment in die Gesundheit und in die Umweltqualität zu setzen. Das ist doch vorsorgende Politik! Deswegen ist dieses Gesetz eine kluge, richtige Novelle. (Abg. Krainer: Schauspielerei ist das!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Populismus, das Produzieren von Bildern für die Medien hilft vielleicht im kurzfristigen politischen Diskussionsprozess, hilft aber nicht den Menschen. Das ist ein wesentlicher Unterschied! Deswegen wäre ich froh darüber, wenn wir heute eine Mehrheit für diese Novelle finden würden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Grillitsch: Wir werden schauen, ob das eine tatsächliche Berichtigung ist!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Krainer zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Grillitsch: Wir werden schauen, ob das eine tatsächliche Berichtigung ist!)
Abg. Grillitsch: Das ist schon keine tatsächliche Berichtigung! Das ist eine politische Bewertung!
Ich berichtige tatsächlich: Das stimmt nicht! Es gab keine Verhandlungen mit den Ländern. Die dafür vorgesehene gemeinsame Sitzung mit den Umweltreferenten der Länder im September 2005 wurde wenige Tage vorher vom Minister abgesagt (Abg. Grillitsch: Das ist schon keine tatsächliche Berichtigung! Das ist eine politische Bewertung!) und findet erst jetzt nach der Beschlussfassung statt. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Euretwegen musste ich her!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Euretwegen musste ich her!
Ich berichtige tatsächlich: Das stimmt nicht! Es gab keine Verhandlungen mit den Ländern. Die dafür vorgesehene gemeinsame Sitzung mit den Umweltreferenten der Länder im September 2005 wurde wenige Tage vorher vom Minister abgesagt (Abg. Grillitsch: Das ist schon keine tatsächliche Berichtigung! Das ist eine politische Bewertung!) und findet erst jetzt nach der Beschlussfassung statt. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Euretwegen musste ich her!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Das war keine tatsächliche Berichtigung!
Im Übrigen freut es mich, dass die ÖVP zur Klientelpolitik nichts sagen kann. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Das war keine tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Abgeordneter Krainer, in Ihrer ersten Rede haben Sie die Landwirtschaft angesprochen und gesagt, dass wir wieder einmal die Landwirtschaft heraushalten. Dazu darf ich Ihnen sagen: Das ist ein weiteres typisches Beispiel dafür, wie man gute Umweltpolitik macht. Wir haben über 80 Prozent aller Landwirte in Umweltprogrammen eingebunden. Das bedeutet, dass die Landwirte Umweltverbesserer sind, dass sie diejenigen sind, die tatsächlich ihre Arbeit in diese Programme mit einbringen, und das finde ich gut. Man sollte das loben und nicht den Eindruck erwecken, als wäre die Landwirtschaft die Dreckschleuder Nummer eins in Österreich. Das stimmt nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nein! Die Freiheitlichen haben sich verabschiedet von der Politik!
Das IG-Luft ist ein Meilenstein. Die Grünen haben sich von der Umweltpolitik verabschiedet. Umweltpolitik macht diese Regierung. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nein! Die Freiheitlichen haben sich verabschiedet von der Politik!) Umweltpolitik machen wir, indem wir das IG-Luft beschließen.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ja, ja!
Nun komme ich zum Thema „Tempo 160“. – Sie wissen ganz genau, dass Hubert Gorbach als Verkehrsminister die Sicherheit an die erste Stelle gestellt hat. Das ist ein ehrgeiziges Ziel. Vieles davon ist schon erreicht worden, weil wir schon über 100 Tote weniger haben. Hubert Gorbach als Verkehrsminister wird nie zulassen, dass die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wird oder dass Menschen zu Schaden kommen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ja, ja!) Merken Sie sich das!
Abg. Dr. Gabriela Moser: Das stimmt ja nicht!
dafür gibt. Nur dort ist es zulässig, sagt er. Ich kann Ihnen sagen: Dort fahren die Leute schon längst mit Tempo 160. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Es wird mehr kontrolliert!
Frau Abgeordnete! Die Grünen in Deutschland – ich sage das nur deshalb, weil Sie so scheinheilig hier heraußen immer etwas behaupten, was nicht stimmt – sind schon lange an der Regierung, aber in Deutschland kann ich noch immer mit Tempo 200 fahren. Haben sie es abgeschafft? Nein. Interessanterweise ist es so, dass Deutschland im Schnitt weniger Verkehrstote hat als Österreich. Also lässt sich das verbinden? (Abg. Dr. Gabriela Moser: Es wird mehr kontrolliert!) Ich will es hier einmal gesagt haben, damit die Leute, die hier zuhören, auch wissen, worum es geht.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Na sicher!
Nun zum IG-Luft. – Die Landeshauptleute beziehungsweise die Landesregierungen können da von sich aus keine Maßnahmen treffen. Der Verkehrsminister Hubert Gorbach hat vorgeschlagen, dass die Verkehrsberuhigungsanlagen – die kennen Sie; 35 Millionen € pro Stück – an die Emissionsmessstellen angeschlossen werden können. Was bedeutet das? Das heißt, dass automatisch die Geschwindigkeit reduziert werden würde. Es stimmt nicht, was Frau Abgeordnete Glawischnig gesagt hat, dass nämlich dort Millionen an Euro für Verkehrstafeln ausgegeben werden. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Na sicher!) Verkehrsberuhigungsanlage heißt, dass automatisch eine Verkehrsreduktion angezeigt wird.
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Nächster Punkt: Warum glauben Sie, dass das den Landeshauptleuten nicht gefällt? (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Weil alle davon getroffen werden. Das heißt, es gibt eine Geschwindigkeitsreduktion, und irgendwann, wenn die Schwellenwerte überschritten werden, ist Stopp. Das ist das Ziel! Wenn ich die Bevölkerung schützen will, dann muss ich dann, wenn die Schwellenwerte überschritten werden, auch bei uns – genauso wie in Bologna – die Maßnahme treffen, dass der Verkehr gestoppt wird. Doch das wollen Sie nicht! (Abg. Mag. Kogler: Sie wollen Tempo 160 fahren – und dann stoppen!?)
Abg. Mag. Kogler: Sie wollen Tempo 160 fahren – und dann stoppen!?
Nächster Punkt: Warum glauben Sie, dass das den Landeshauptleuten nicht gefällt? (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Weil alle davon getroffen werden. Das heißt, es gibt eine Geschwindigkeitsreduktion, und irgendwann, wenn die Schwellenwerte überschritten werden, ist Stopp. Das ist das Ziel! Wenn ich die Bevölkerung schützen will, dann muss ich dann, wenn die Schwellenwerte überschritten werden, auch bei uns – genauso wie in Bologna – die Maßnahme treffen, dass der Verkehr gestoppt wird. Doch das wollen Sie nicht! (Abg. Mag. Kogler: Sie wollen Tempo 160 fahren – und dann stoppen!?)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
In diesem Zusammenhang darf ich Sie fragen: Macht Ihr Herr Anschober in Oberösterreich irgendetwas in diese Richtung? Hat er diesbezüglich irgendwelche Maßnahmen gesetzt? Ich habe noch nichts davon gehört. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Das IG-Luft kann da eingesetzt werden.
No-Rufe bei den Grünen.
Minister Hubert Gorbach wird nie etwas gegen die Bevölkerung tun. (No-Rufe bei den Grünen.) Wenn er nach drei Monaten eine Maßnahme des Landes, die sich auf ein hochrangiges Straßennetz bezieht, überprüfen lässt und eine Entscheidung trifft, wo Einstimmigkeit herrschen muss, dann finde ich das gut. Ich frage Sie: Weshalb soll der Verkehrsminister das nicht tun dürfen? Soll es so sein, dass der Verkehrsminister auf seinen Straßen (Abg. Mag. Kogler: „Seinen Straßen“?! – Abg. Öllinger: Die Straßen gehören nicht ihm!), auf den Straßen, wo er Maßnahmen setzt, um den Verkehr so schnell wie möglich von A nach B zu bringen, kein Recht mehr hat, mitzubestimmen? Ist es nicht so, dass die Bevölkerung will, dass der Verkehrsminister für das hochrangige Verkehrsnetz verantwortlich ist? Oder soll es auf einmal der Landeshauptmann sein? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Es geht hier um Luftschadstoffe! Da ist Minister Pröll zuständig!)
Abg. Mag. Kogler: „Seinen Straßen“?! – Abg. Öllinger: Die Straßen gehören nicht ihm!
Minister Hubert Gorbach wird nie etwas gegen die Bevölkerung tun. (No-Rufe bei den Grünen.) Wenn er nach drei Monaten eine Maßnahme des Landes, die sich auf ein hochrangiges Straßennetz bezieht, überprüfen lässt und eine Entscheidung trifft, wo Einstimmigkeit herrschen muss, dann finde ich das gut. Ich frage Sie: Weshalb soll der Verkehrsminister das nicht tun dürfen? Soll es so sein, dass der Verkehrsminister auf seinen Straßen (Abg. Mag. Kogler: „Seinen Straßen“?! – Abg. Öllinger: Die Straßen gehören nicht ihm!), auf den Straßen, wo er Maßnahmen setzt, um den Verkehr so schnell wie möglich von A nach B zu bringen, kein Recht mehr hat, mitzubestimmen? Ist es nicht so, dass die Bevölkerung will, dass der Verkehrsminister für das hochrangige Verkehrsnetz verantwortlich ist? Oder soll es auf einmal der Landeshauptmann sein? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Es geht hier um Luftschadstoffe! Da ist Minister Pröll zuständig!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Es geht hier um Luftschadstoffe! Da ist Minister Pröll zuständig!
Minister Hubert Gorbach wird nie etwas gegen die Bevölkerung tun. (No-Rufe bei den Grünen.) Wenn er nach drei Monaten eine Maßnahme des Landes, die sich auf ein hochrangiges Straßennetz bezieht, überprüfen lässt und eine Entscheidung trifft, wo Einstimmigkeit herrschen muss, dann finde ich das gut. Ich frage Sie: Weshalb soll der Verkehrsminister das nicht tun dürfen? Soll es so sein, dass der Verkehrsminister auf seinen Straßen (Abg. Mag. Kogler: „Seinen Straßen“?! – Abg. Öllinger: Die Straßen gehören nicht ihm!), auf den Straßen, wo er Maßnahmen setzt, um den Verkehr so schnell wie möglich von A nach B zu bringen, kein Recht mehr hat, mitzubestimmen? Ist es nicht so, dass die Bevölkerung will, dass der Verkehrsminister für das hochrangige Verkehrsnetz verantwortlich ist? Oder soll es auf einmal der Landeshauptmann sein? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Es geht hier um Luftschadstoffe! Da ist Minister Pröll zuständig!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ihr macht gar nichts!
Ich sage Ihnen noch einmal: Diese Regierung macht – zusammen mit dem Landwirtschafts- und Umweltminister – Umweltpolitik. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ihr macht gar nichts!) Sie jedoch haben sich, wie Sie es schon bei der Atompolitik bewiesen haben, von der Umweltpolitik verabschiedet. Wir setzen unsere Umweltpolitik
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
fort, und das werden die Menschen auch mit dem IG-Luft, wo es eine Neuausrichtung gibt, erleben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Gerhard Steier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Das Umweltrechtsanpassungsgesetz 2005 ist am besten folgendermaßen zu qualifizieren: als Fundgrube für zahlreiche Verwässerungen im Umweltbereich. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
tion dieses ARA-System-Gutachtens und eine Sonderuntersuchung des ARA-Systems seit dessen Bestehen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Kurzum: Viele Verbesserungen – ich ersuche Sie daher, diesem Gesetz zuzustimmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ellmauer: Die Gesundheit der Gesamtbevölkerung!
unserer Kinder, die Gesundheit auch der alten Menschen und vielleicht auch Ihre eigene Gesundheit. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ellmauer: Die Gesundheit der Gesamtbevölkerung!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Weil wir Sie dazu nicht brauchen!
Herr Minister! Weshalb sind Sie uns eigentlich nicht dankbar dafür, dass wir, die Grünen, darauf dringen, dass mehr getan wird (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Weil wir Sie dazu nicht brauchen!), dass mehr für den Umweltschutz getan wird, dass mehr für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung getan wird, dass vorbeugend agiert wird? Die EU gibt uns eine Richtlinie, welche die Vorbeugung fordert. Und was machen Sie, Herr Minister? Was machen Ihre Beamten? Was macht Ihre Arbeitsgruppe? – Sie setzen Maßnahmen, die sogar länger dauern als früher.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Sie verlängern den ohnehin schon langen Zeitraum zwischen dem Auftreten der Belastung, der Gesundheitsgefährdung, und dem Setzen von Maßnahmen dagegen auf 24 Monate. Stellen Sie sich vor: Jemand hat zu Hause einen Herzanfall, man wartet ab, vielleicht fünf Stunden, und dann wird der Notarzt gerufen. Genauso handeln Sie bei einer Feinstaubbelastung. Sie lassen messen, Sie lassen Grenzwertüberschreitungen feststellen – und dann, 24 Monate später, gibt es einen Maßnahmenkatalog! Ich meine, das ist Abdanken. Das ist Abdanken als Umweltminister, das ist Kapitulieren vor der Industrie! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Hat er ja nicht!
Das, Herr Umweltminister, ist auch Abdanken und Kapitulieren vor einer falschen Verkehrspolitik, womit ich jetzt noch auf einen zweiten Aspekt zu sprechen komme. Weshalb lassen Sie zu, dass genau jener Verkehrsminister, der wiederholt – wiederholt! – Tempo 160 fordert, jetzt die Letztentscheidung bei Tempolimits in den einzelnen Bundesländern hat (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Hat er ja nicht!), zumal bis jetzt die einzelnen Länder die Tempolimits für sich, autonom und entsprechend der Gefährdung, entsprechend der Belastung regeln können? Weshalb lassen Sie zu, dass diese Kompetenz zentral einem Verkehrsminister zukommt, der eine Mentalität an den Tag legt, die mehr Schadstoffbelastung, mehr Tote, mehr Verletzte fordert? – Das ist das zweite Abdanken, das Sie heute hier praktizieren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das, Herr Umweltminister, ist auch Abdanken und Kapitulieren vor einer falschen Verkehrspolitik, womit ich jetzt noch auf einen zweiten Aspekt zu sprechen komme. Weshalb lassen Sie zu, dass genau jener Verkehrsminister, der wiederholt – wiederholt! – Tempo 160 fordert, jetzt die Letztentscheidung bei Tempolimits in den einzelnen Bundesländern hat (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Hat er ja nicht!), zumal bis jetzt die einzelnen Länder die Tempolimits für sich, autonom und entsprechend der Gefährdung, entsprechend der Belastung regeln können? Weshalb lassen Sie zu, dass diese Kompetenz zentral einem Verkehrsminister zukommt, der eine Mentalität an den Tag legt, die mehr Schadstoffbelastung, mehr Tote, mehr Verletzte fordert? – Das ist das zweite Abdanken, das Sie heute hier praktizieren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie sprechen hier über den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Bitte, sorgen Sie dafür, dass Finanzminister Grasser mehr Geld hergibt, damit endlich ein attraktives öffentliches Verkehrsnetz angeboten wird und die Leute aufs Auto verzichten können! Das ist unsere Forderung, der Sie sich eigentlich anschließen sollten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das Gegenteil ist der Fall: Mit diesem Gesetzesvorschlag verhindern Sie, dass die Bundesländer effektive Instrumente erhalten, um etwas zum Schutz der Gesundheit der Kinder, zum Schutz der Gesundheit der Erwachsenen und zum Schutz der Gesundheit der alten Menschen tun zu können. Das ist Ihnen aber offensichtlich egal, Herr Bundesminister! Wir jedenfalls sind massiv gegen dieses Gesetz, das eine wirkliche Verschlechterung darstellt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Dann tun Sie was!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Frau Kollegin Moser, ich darf, glaube ich, namens aller Kolleginnen und Kollegen von den Regierungsparteien feststellen, dass uns die Gesundheit ein ganz großes Anliegen ist und auch in Zukunft sein wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Dann tun Sie was!)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Was ist Tempo 160?
Ich finde es ganz einfach ungeheuerlich, wenn Sie, Frau Kollegin Moser, Verkehrsminister Gorbach unterstellen, er würde in erster Linie auf „Raserei“ setzen (Abg. Dr. Gabriela Moser: Was ist Tempo 160?) und keinesfalls die Umwelt berücksichtigen! Weiters haben Sie behauptet, dass die Umwelt dem Vizekanzler im Grunde genommen egal sei.
Abg. Öllinger: Na sicher!
In Ihrer Ausschussfeststellung schreiben Sie von den Grünen von einer „Lex Gorbach“; Frau Kollegin Glawischnig hat auch vom „Tempo-160-Minister“ gesprochen. (Abg. Öllinger: Na sicher!)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Meine Damen und Herren von den Grünen, Sie können sicher sein, dass es für jeden Autofahrer viel nachvollziehbarer und daher auch akzeptierbarer ist, wenn die Geschwindigkeit abhängig ist von der Umweltmessung ... (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) – Passen Sie doch auf, Herr Kollege Öllinger!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Darum verstehe ich Ihre Aufregung nicht, wenn Sie von der Opposition Kritik daran üben, dass im Akutfall für die ersten drei Monate der jeweilige Landeshauptmann/die jeweilige Landeshauptfrau Handlungen setzen kann und danach, in Absprache mit dem Verkehrsminister, versucht wird, gute Regelungen auf Dauer zu finden; so zum Beispiel die Einrichtung von Verkehrsbeeinflussungsanlagen, sodass sichergestellt ist, dass jeweils ganz spezifische und den äußeren Umständen angepasste Maßnahmen ergriffen werden können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Positive Aspekte können auch in Bezug auf die Abfallwirtschaft angeführt werden, und was die so genannten Lärmkarten für die Erstellung von Aktionsplänen anlangt, so müssen künftig Daten von IPPC-Industrieanlagen weitergegeben werden, um auch im Bereich Lärmbekämpfung in Zukunft effektiver und effizienter arbeiten zu können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Österreich hat einen hohen Standard an Umweltschutz, und diese Novellierung geht sicherlich in die richtige Richtung, um unsere gute Umwelt zu erhalten, aber auch um den Umweltschutz in Zukunft noch stärker forcieren zu können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Ich stelle fest und berichtige tatsächlich: Ich habe gesagt, dass Herr Bundesminister Gorbach für Tempo 160 ist. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wittauer: Das macht ihn müde!
Abgeordnete Erika Scharer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Minister Pröll, wenn Sie es auch nicht hören wollen, möchte ich dennoch wiederholen (Abg. Wittauer: Das macht ihn müde!), dass es bedauerlich ist, dass Sie dieses Gesetz nicht mit den Ländern akkordiert haben. Seitens der Länder kann man ja gerade in betroffenen Gebieten schnell reagieren. Das wird aber jetzt durch dieses Gesetz schwieriger, wenn nicht gar unmöglich gemacht. (Abg. Wittauer: Wo? Wo?)
Abg. Wittauer: Wo? Wo?
Abgeordnete Erika Scharer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Minister Pröll, wenn Sie es auch nicht hören wollen, möchte ich dennoch wiederholen (Abg. Wittauer: Das macht ihn müde!), dass es bedauerlich ist, dass Sie dieses Gesetz nicht mit den Ländern akkordiert haben. Seitens der Länder kann man ja gerade in betroffenen Gebieten schnell reagieren. Das wird aber jetzt durch dieses Gesetz schwieriger, wenn nicht gar unmöglich gemacht. (Abg. Wittauer: Wo? Wo?)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Natürlich werden Sie von den Regierungsfraktionen diese Gesetzesvorlage beschließen – und Sie werden das erst dann mit den Ländern abstimmen. Ob das gut ist, sei dahingestellt. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wittauer: Erst ab drei Monaten!
Auch wenn Sie es nicht hören wollen: Es ist bedenklich, dass laut dieser Gesetzesvorlage bei Tempobeschränkungen durch die Landeshauptleute dem Verkehrsminister eine Art Vetorecht eingeräumt wird (Abg. Wittauer: Erst ab drei Monaten!) – das steht da drinnen, Herr Kollege –, indem ein von den Ländern verordnetes Tempolimit auf Autobahnen und Schnellstraßen lediglich für drei Monate gilt; darüber hinaus entscheidet dann das Verkehrsministerium.
Abg. Wittauer: Wenn, dann nimmt das Parlament ein Gesetz zurück, aber nicht der Minister!
Herr Umweltminister, nehmen Sie diese Umgehungsmöglichkeit im Gesetz zurück! (Abg. Wittauer: Wenn, dann nimmt das Parlament ein Gesetz zurück, aber nicht der Minister!) Tempolimits stellen Kernmaßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Anrainer dar, und wir sind gegen erhöhte Schadstoff- sowie Lärmbelastungen. Beispiel: Die Anfang April eingeführte Geschwindigkeitsbeschränkung auf einem Teilstück der Tauern Autobahn brachte gegenüber dem Jahre 2004 bei den Stickstoffoxiden eine Reduktion um 8 Prozent. Tempo 160 bedeutet jedoch 27 Prozent mehr Treibstoffverbrauch, jährlich zusätzlich 30 000 Tonnen Kohlendioxidbelastung und vor allem: eine Verdoppelung des Risikos von tödlichen Verkehrsunfällen.
Beifall bei der SPÖ.
Das Kyoto-Ziel, dessen Erreichung sich Österreich bis zum Jahr 2010 vorgenommen hat, wird nicht erreicht werden. Herr Minister Pröll, behindern Sie diese Zielerreichung nicht noch durch zusätzliche Beschränkungen für die Länder! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Krainer: Sie sind in der falschen Partei, wenn Sie zur Sache zurückkehren wollen!
Abgeordnete Helga Machne (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich möchte wieder zum IG-Luft und zur Sachlichkeit zurückkehren. (Abg. Krainer: Sie sind in der falschen Partei, wenn Sie zur Sache zurückkehren wollen!) Das IG-Luft wurde 1997 nach EG-Richtlinien vom Parlament beschlossen. Mit der nunmehrigen Novellierung wird auch eine EU-Richtlinie umgesetzt, die Anwendung des IG-Luft wesentlich verbessert, wie auch der Herr Bundesminister ausgeführt hat, und mehr Rechtssicherheit geschaffen. Außerdem wird der Maßnahmenkatalog für die Länder ausgeweitet.
Abg. Dr. Gabriela Moser: Und wer zahlt ihn?
Gestern hat der Ministerrat den Brenner-Basistunnel beschlossen. 2008 soll der Baubeginn sein. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Und wer zahlt ihn?) Auch Österreich (Abg. Dr. Gabriela Moser: Und welche Entlastung bringt er?), Tirol, die Europäische Union und Italien.
Abg. Dr. Gabriela Moser: Und welche Entlastung bringt er?
Gestern hat der Ministerrat den Brenner-Basistunnel beschlossen. 2008 soll der Baubeginn sein. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Und wer zahlt ihn?) Auch Österreich (Abg. Dr. Gabriela Moser: Und welche Entlastung bringt er?), Tirol, die Europäische Union und Italien.
Abg. Dr. Gabriela Moser: Aber nur, wenn der LKW-Verkehr ...!
Die Verkehrsminister Italiens und Österreichs haben diesen Brenner-Basistunnel beschlossen. Ich denke, das ist ein Freudentag nicht nur für Tirol, sondern auch für Europa. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Aber nur, wenn der LKW-Verkehr ...!) Das wird ein guter Beitrag für die Gesundheit sein, wenn die Wegekostenrichtlinie – da gebe ich Ihnen Recht – auch beschlossen wird.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Sie wollten sachlich sein, das war jetzt total unsachlich!
Der Novelle stimmen wir zu. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Sie wollten sachlich sein, das war jetzt total unsachlich!)
Abg. Öllinger: Niemand! – Abg. Großruck: Freude zu haben ist individuell!
Abgeordnete Heidemarie Rest-Hinterseer (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Mitglieder des Hohen Hauses! Die Freude der Frau Kollegin Machne kann ich nicht ganz nachvollziehen (Abg. Öllinger: Niemand! – Abg. Großruck: Freude zu haben ist individuell!), nachdem sich der Herr Minister jetzt offensichtlich in die lange Reihe der Minister einreihen möchte, die Gesetzesvorhaben wieder zurücknehmen müssen, weil sie gesetzwidrig sind. Das ist ja auch der Grund dafür, dass wir so vehement dagegen auftreten.
Abg. Wittauer: Für die Autobahnen ist er nicht zuständig?
Herr Minister Pröll, Sie sind jetzt überrascht. Haben Sie im Ausschuss nicht aufgepasst? Wir haben ja im Ausschuss schon angekündigt, dass zum einen, was „Tempo 160“, was die „Lex Gorbach“ betrifft, eine Willkür der Länder wohl nicht erkennbar ist, wie Herr Minister Gorbach das genannt hat, und dass zum anderen Rechtskonformität, was Schnellstraßen betrifft, nicht gegeben ist. Hier wird die Geschwindigkeit auf Autobahnen und Schnellstraßen geregelt, wozu der Herr Minister ja eigentlich gar nicht berechtigt ist. (Abg. Wittauer: Für die Autobahnen ist er nicht zuständig?) Das ist das eine Thema: Lex „Tempo 160“.
Beifall bei den Grünen.
Dieser Minister, nämlich Umweltminister Pröll, unternimmt allerdings nichts, im Gegenteil, er gibt sich dafür her – das erstaunt uns in diesem Fall besonders –, dem BZÖ-Minister und Vizekanzler eine bessere Startbasis zu ermöglichen, damit dieser womöglich wieder mit der ÖVP eine Koalition gründen kann, was sich aber zum Glück wahrscheinlich schon allein zahlenmäßig nicht mehr ausgehen wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
(Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf bei der SPÖ
Abgeordneter Johann Rädler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Mit der Beschlussfassung über das Umweltrechtsanpassungsgesetz schreiben wir die österreichische Umweltpolitik in einer sehr positiven Form fort. Es wurde hier vielfach angesprochen, und ich zitiere die heutige SPÖ-Aussendung, den SPÖ-Pressedienst, Herrn Abgeordneten Krainer, der meint, dass die österreichische Bundesregierung mit ihrer Umweltpolitik in den Abgrund fährt (Zwischenruf bei der SPÖ) – oder in die Hölle, wie Sie es bezeichnen –, dass sie keine Maßnahmen gegen den erhöhten Ausstoß der CO2-Emissionen in den Ländern ergreift.
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend: Es ist ein umfassendes Thema, das hier angesprochen wird, und es kann nicht Aufgabe des Bundes allein sein, es ist auch Aufgabe der Länder, der Gemeinden; wir müssen hier auf drei Ebenen handeln. Unsere Vorreiterrolle in Niederösterreich möge für Sie ein Beispiel dafür sein – und nicht die Polemik, die Sie hier vorgebracht haben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll
Die Förderung der Bundesbahnen ist auch noch ein Punkt. Und wenn ich an Ihren Koalitionspartner denke, Herrn Vizekanzler Gorbach, der ein Verfechter der 160-km/h-Hochgeschwindigkeitsstrecke ist, muss ich sagen, Sie sollten sich eher für unsere Bundesbahnen und deren Hochleistungsstrecken einsetzen (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll), denn das wäre für die Gesundheit der Bevölkerung in Österreich viel, viel besser als das, was Sie da vorgelegt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Förderung der Bundesbahnen ist auch noch ein Punkt. Und wenn ich an Ihren Koalitionspartner denke, Herrn Vizekanzler Gorbach, der ein Verfechter der 160-km/h-Hochgeschwindigkeitsstrecke ist, muss ich sagen, Sie sollten sich eher für unsere Bundesbahnen und deren Hochleistungsstrecken einsetzen (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll), denn das wäre für die Gesundheit der Bevölkerung in Österreich viel, viel besser als das, was Sie da vorgelegt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zusammenfassend sei zum Gesetz gesagt: zu viele Ausnahmen – zu viele Ausnahmen für erwiesene Luftbelaster! Ich sage Ihnen: Wer ein umweltpolitisches Gewissen hat, wird diesem Gesetz nicht zustimmen. – Wir haben dieses Gewissen und werden mit Sicherheit diesem Gesetz nicht zustimmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Krainer: Zerschlagung der ÖBB!
für die ÖBB einsetzen, so dürften Sie die letzten drei Jahre verschlafen haben! (Abg. Krainer: Zerschlagung der ÖBB!) Diese Bundesregierung hat sich für die Österreichischen Bundesbahnen eingesetzt, hat sie auf eine moderne Schiene gestellt und hat in den letzten Jahren so viel in das öffentliche Schienennetz investiert wie noch nie zuvor! Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
für die ÖBB einsetzen, so dürften Sie die letzten drei Jahre verschlafen haben! (Abg. Krainer: Zerschlagung der ÖBB!) Diese Bundesregierung hat sich für die Österreichischen Bundesbahnen eingesetzt, hat sie auf eine moderne Schiene gestellt und hat in den letzten Jahren so viel in das öffentliche Schienennetz investiert wie noch nie zuvor! Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Krainer: Das ist ja weiterhin erlaubt!
Weil hier gesagt wurde, dass nicht nur der Bund, sondern auch die Länder Maßnahmen setzen: Ja, das stimmt, aber es ist kein Kirchturmdenken angesagt! Wenn ich die Wiener Stadtpolitik hernehme, die ein Fahrverbot für LKWs älter als 1992 erlassen hat, sodass alle LKWs, die von Süden nach Norden fahren, nicht durch Wien fahren können, sondern über Niederösterreich fahren müssen, so muss ich sagen, das ist auch nicht richtig. (Abg. Krainer: Das ist ja weiterhin erlaubt!)
Abg. Krainer: Lesen Sie doch das Gesetz, das ist ja weiterhin möglich!
Ich denke, dass dieses Bundesgesetz die richtige Maßnahme ist und dass sich die Umweltlandesräte auch in dieser Frage gut koordinieren werden. Dies wird ein Beispiel dafür sein, wo Bund und Länder gemeinsam zum Wohle der Bevölkerung und auch zum Wohle der Kinder (Abg. Krainer: Lesen Sie doch das Gesetz, das ist ja weiterhin möglich!) – wo die Grünen zwar mit einem polemischen Beispiel heute hier agiert haben, aber auch zum Wohle der Kinder! – die richtigen Maßnahmen setzen und weiterhin erfolgreiche Umweltpolitik garantieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Das ist ja theoretisch weiterhin möglich!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Das ist ja theoretisch weiterhin möglich!
Ich denke, dass dieses Bundesgesetz die richtige Maßnahme ist und dass sich die Umweltlandesräte auch in dieser Frage gut koordinieren werden. Dies wird ein Beispiel dafür sein, wo Bund und Länder gemeinsam zum Wohle der Bevölkerung und auch zum Wohle der Kinder (Abg. Krainer: Lesen Sie doch das Gesetz, das ist ja weiterhin möglich!) – wo die Grünen zwar mit einem polemischen Beispiel heute hier agiert haben, aber auch zum Wohle der Kinder! – die richtigen Maßnahmen setzen und weiterhin erfolgreiche Umweltpolitik garantieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Das ist ja theoretisch weiterhin möglich!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Trunk. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Einsprüche gibt es nicht!
Herr Umweltminister, Sie haben von Verhandlungen mit Umweltreferenten gesprochen, Verhandlungen, die allerdings erst am 25. November stattfinden werden. Ich denke, es würde Ihnen gut anstehen, hier nicht von einer Zustimmung der Länder zu sprechen, denn es gibt zu 100 Prozent – zu 100 Prozent! – Ablehnung und Einsprüche der Länder zu Ihrer Verordnung. (Abg. Wittauer: Einsprüche gibt es nicht!) Das ist die Wahrheit, die Sie auch nicht bestreiten können.
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch
Herr Bundesminister! Würden Sie mit den Umweltreferenten/Umweltreferentinnen, Stadträtinnen und Stadträten sprechen, die sich wirklich seit Jahren in der Frage der Feinstaubreduzierung bemühen (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch) – etwa dem Kärntner Umweltlandesrat Reinhart Rohr, etwa der Klagenfurter Stadträtin Maria-Luise Mathiaschitz, würden Sie nicht über sie reden, sondern mit ihnen reden –, dann würden Sie wissen, welche Maßnahmen zu setzen sind. Denn etwa in der Krisen- und Problemregion Klagenfurt – demnächst kommt auch Wolfsberg bei den Maßnahmen dazu – bemühen sich die lokalen und regionalen Politiker und Politikerinnen auf Grund der EU-Richtlinie mit Hilfe der EU sehr, allerdings mit Behinderung und ohne Mittel des Bundes.
Abg. Wittauer: Woher soll der Bund das Geld nehmen?
Minister! Sagen Sie den Ländern und den Kommunen, woher sie das Geld dafür nehmen sollen! – Das wäre ein offensiver und hilfreicher Bundesbeitrag zur Feinstaubreduzierung. (Abg. Wittauer: Woher soll der Bund das Geld nehmen?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Landeshauptfrauen auch!
Im Übrigen zu den Kollegen von BZÖ/FPÖ und dazu, dass sie dafür sind, dass die Landeshauptmänner in Wirklichkeit entmündigt werden in dieser Frage (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Landeshauptfrauen auch!): Da spricht Sigmund Freud aus Ihnen, das ist unbestritten. Tatsache ist aber, dass Landeshauptleute und Landeshauptfrauen eingeschränkt werden, und zwar dort, wo der Bund andere Interessen hat. Das bedauere ich im Sinne jener Menschen, die Opfer dieser weder gesundheitspolitischen noch umweltpolitischen Maßnahmen sein werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Übrigen zu den Kollegen von BZÖ/FPÖ und dazu, dass sie dafür sind, dass die Landeshauptmänner in Wirklichkeit entmündigt werden in dieser Frage (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Landeshauptfrauen auch!): Da spricht Sigmund Freud aus Ihnen, das ist unbestritten. Tatsache ist aber, dass Landeshauptleute und Landeshauptfrauen eingeschränkt werden, und zwar dort, wo der Bund andere Interessen hat. Das bedauere ich im Sinne jener Menschen, die Opfer dieser weder gesundheitspolitischen noch umweltpolitischen Maßnahmen sein werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Doch! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen
Abgeordneter Erwin Hornek (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Grünen, die nicht mehr anwesend sind (Abg. Dr. Gabriela Moser: Doch! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen), haben heute in sehr aktionistischer ... (Abg. Krainer: Vier sind es!)
Abg. Krainer: Vier sind es!
Abgeordneter Erwin Hornek (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Grünen, die nicht mehr anwesend sind (Abg. Dr. Gabriela Moser: Doch! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen), haben heute in sehr aktionistischer ... (Abg. Krainer: Vier sind es!)
Abg. Krainer: Der Koalitionspartner ist noch schlechter vertreten, Herr Kollege Hornek!
Die letzten beiden Damen der Grünen haben heute in sehr aktionistischer Art und Weise, wie wir es gewohnt sind, mit Plastikpuppen in den Händen gefragt: Ist das die Zukunft unserer Kinder, Herr Minister? (Abg. Krainer: Der Koalitionspartner ist noch schlechter vertreten, Herr Kollege Hornek!) – Nein, das ist nicht die Zukunft unserer Kinder, meine sehr geehrten Damen und Herren, und zwar deshalb nicht, weil die Verantwortung für die Zukunft unserer Kinder nicht in den Händen der Grünen liegt! Die Verantwortung für die Zukunftspolitik im Umweltbereich liegt in starken Händen, in den starken Händen eines verantwortungsbewussten Vaters, unseres Ministers Dipl.-Ing. Josef Pröll!
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Wittauer.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines ist bei den Grünen und ihrem Aktionismus schon interessant – Sie sollten Ihre Vorgehensweise schärfen! –: Sie haben Plastikkinder, wiegen sie in den Armen, stecken sie nach Gebrauch in ein Plastiksackerl und schieben sie wie ein Problem unter den Tisch. – So werden Sie nie Probleme lösen, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Grünen! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Wittauer.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Halten Sie sich an eine Vorgangsweise, die Sinn macht! Setzen Sie sich mit der Gesetzesthematik auseinander, und Sie werden sehen, dass es sich hier um eine Gesetzesvorlage handelt, die eine umfassende Änderung in jenen Bereichen darstellt, die für die Zukunft im Umweltbereich notwendig sind, die Augenmaß mit sich bringt und die die ideale Vorgangsweise in diesem Zusammenhang bedeutet. – Ich danke für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Der Feinstaub in der Luft hat auch schon viel Staub hier im Parlament aufgewirbelt, und diese IG-Luft-Novelle weist schwere Mängel hinsichtlich der Feinstaubbekämpfung auf und wird auch – das kann nicht oft genug betont werden, Herr Minister – von den Ländern abgelehnt. Ich frage mich, warum das auch die ÖVP-Länder ablehnen, wenn das Gesetz ja ohnehin so toll ist, wie Sie uns hier verkaufen wollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Krainer: Zuschauen tut er!
Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Minister, ich möchte Sie doch fragen: Was wollen Sie in der Zukunft wirklich tun, um die Feinstaubbelastung zu bekämpfen, um die Feinstaubbelastung zu senken? – Ich frage: Was wollen Sie tun, und wann tun Sie wirklich etwas? – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Krainer: Zuschauen tut er!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abschließend: Als Kfz-Unternehmer bin ich sehr froh über die Aussage der Kollegin Moser, dass sie Tempo 160 noch keinesfalls als Raserei bezeichnet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die passt zu jedem Tag!
Aber andererseits, denke ich, passt genau diese Debatte zum heutigen Tag (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die passt zu jedem Tag!), nachdem der Europäische Gerichtshof das sektorale Fahrverbot auf der Inntalautobahn in Tirol für rechtswidrig erklärt hat, aber andererseits auch erkannt hat, dass Fahrverbote aus Umweltgründen grundsätzlich gerechtfertigt seien.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Hier wäre etwas zu tun, um das nächste Transitdebakel von vornherein zu verhindern und die Bevölkerung vor dieser gesundheitlichen Belastung zu schützen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Abgeordneter Franz Eßl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine geschätzten Damen und Herren! Wir diskutieren heute hier das Umweltrechtsanpassungsgesetz, und es ist dies tatsächlich eine sehr interessante Diskussion. Mein Kollege Steindl hat es schon angesprochen, und weil ich gerade in die Reihen der Grünen schaue: Da kommt die Frau Abgeordnete Moser, nachdem vorher fest gegen Tempo 160 gewettert worden ist, doch tatsächlich hier heraus und sagt in einer tatsächlichen Berichtigung wörtlich: Ich habe nicht gesagt, dass Bundesminister Gorbach für Raserei ist. Ich habe nur gesagt, dass Bundesminister Gorbach für Tempo 160 ist. – Das heißt doch auf Deutsch: Tempo 160 ist keine Raserei. Das ist sehr bemerkenswert (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), vor allem, weil diese Aussage aus dem Mund einer Grünen kommt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, dass dieses Gesetz, das wir heute diskutieren, ein gutes Gesetz ist und es so beschlossen werden sollte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Bundesminister! Mein Vorredner hat jetzt eine ganz besondere Chuzpe an den Tag gelegt. Sie sitzen mit einer Partei in der Bundesregierung, die seit Jahren für Tempo 160 in Österreich vorprescht, der die Gesundheit der Kinder völlig egal ist (Zwischenruf des Abg. Scheibner), die offenbar meint, dass Tempo 160 auf Autobahnen super ist und die Gefährdungslage völlig ignoriert. Sie wissen, dass wir, die Grünen, seit Jahren massiv dagegen opponieren, dass diese Maßnahme umgesetzt wird. Sie sollten vor Ihrer eigenen Tür kehren, bevor Sie da heruntergehen und ein Bild erzeugen, dass völlig jenseitig ist. Das ist ja unglaublich! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Bundesminister! Mein Vorredner hat jetzt eine ganz besondere Chuzpe an den Tag gelegt. Sie sitzen mit einer Partei in der Bundesregierung, die seit Jahren für Tempo 160 in Österreich vorprescht, der die Gesundheit der Kinder völlig egal ist (Zwischenruf des Abg. Scheibner), die offenbar meint, dass Tempo 160 auf Autobahnen super ist und die Gefährdungslage völlig ignoriert. Sie wissen, dass wir, die Grünen, seit Jahren massiv dagegen opponieren, dass diese Maßnahme umgesetzt wird. Sie sollten vor Ihrer eigenen Tür kehren, bevor Sie da heruntergehen und ein Bild erzeugen, dass völlig jenseitig ist. Das ist ja unglaublich! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: „Sozialistische“ passt schon! – Heiterkeit bei der ÖVP
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Kollege Franz Eßl hat soeben gemeint, die sozialistische ..., also die sozialdemokratische Fraktion würde behaupten (Abg. Dr. Fekter: „Sozialistische“ passt schon! – Heiterkeit bei der ÖVP), dass die Landwirtschaft in Österreich der größte Verursacher von Feinstaub wäre. – Das ist unwahr! Das haben wir nie gesagt!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist eine tatsächliche Haarspalterei!
Wir haben nur gesagt, dass die Landwirtschaft zu den fünf wesentlichen Emittenten gehört, aber bei weitem nicht Hauptverursacher ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist eine tatsächliche Haarspalterei!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nein, das hat sie nicht!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Da ein Kollege aus den Reihen der ÖVP hier wieder Behauptungen aufstellt, die nicht stimmen, halte ich noch einmal fest: Frau Kollegin Achleitner hat mir eine Bemerkung unterstellt (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nein, das hat sie nicht!) – Ja, sicher! Lesen Sie das Protokoll nach, Herr
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dass Sie 160 fahren! Das dürfen Sie ja gar nicht!
Ich persönlich vertrete die Meinung, wenn ich auf der Autobahn 160 km/h fahre, dann rase ich. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dass Sie 160 fahren! Das dürfen Sie ja gar nicht!) Nur sage ich nicht, dass der Herr Minister Gorbach ein Raser sei oder eben diese Raserei bewusst massiv provoziert. (Abg. Neudeck: Kollegin, mit dem Fahrradl ohne Airbag – ein Wahnsinn!)
Abg. Neudeck: Kollegin, mit dem Fahrradl ohne Airbag – ein Wahnsinn!
Ich persönlich vertrete die Meinung, wenn ich auf der Autobahn 160 km/h fahre, dann rase ich. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dass Sie 160 fahren! Das dürfen Sie ja gar nicht!) Nur sage ich nicht, dass der Herr Minister Gorbach ein Raser sei oder eben diese Raserei bewusst massiv provoziert. (Abg. Neudeck: Kollegin, mit dem Fahrradl ohne Airbag – ein Wahnsinn!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Kollege Scheuch! Sie müssen das genau im Protokoll nachlesen. Ich verwehre mich auf das Entschiedenste gegen diese Unterstellung, die von Seiten der ÖVP kommt, und halte noch einmal fest: Ich persönlich bezeichne Tempo 160 als Raserei und sonst nichts! (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Die Frau Berichterstatterin wünscht kein Schlusswort. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Diese Novelle bedeutet mehr Schutz für gefährdete Tiere, aber indirekt auch für Menschen. Ich freue mich daher, dass dieses Gesetz die Zustimmung aller Fraktionen erhalten wird. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wie im Ausschuss, meine Damen und Herren, werden wir auch im Plenum dieser Vorlage zustimmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich hoffe, dass wir, wenn wieder weitere Bestimmungen kommen, sofort und schnell handeln. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Man muss sich auch fragen, ob die dort gehandhabten Methoden des Umgangs mit diesen Tieren noch zeitgemäß sind. Vorige Woche wurde ein Video bekannt, in dem zu sehen ist, wie ein Babyelefant in Schönbrunn – unter Anführungszeichen – „dressiert“ wird, nämlich mit sehr harten Methoden, mit ungerechtfertigter Härte, mit in keinem didaktischen Zusammenhang stehenden Schlägen auf den Kopf, und man fragt sich wirklich, aus welchem Jahrhundert diese Ausbildungsmethode ist. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was man aber keinesfalls zulassen darf, ist, dass unter dem Deckmantel des Artenschutzes und der notwendigen Dressur in einem Zoo Tierquälerei betrieben wird. Im Hinblick darauf ersuche ich alle in diesem Haus, ihre Kontakte zu nutzen, um sicherzustellen, dass wir in Schönbrunn moderne Haltungs- und Ausbildungsmethoden anwenden und mittelfristig aus der Elefantenhaltung in Zoos aussteigen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Heute wären aber wir dran, Frau Kollegin!
zu Ihrer – nicht sehr erfolgreichen – Wirtschaftspolitik befragt und haben somit verhindert, dass wir dringlich über Frauenpolitik reden. (Abg. Scheibner: Heute wären aber wir dran, Frau Kollegin!)
Bundesministerin Rauch-Kallat: Seit 2003!
Heute können wir dies aber tun und die Frau Ministerin befragen, warum sie seit fünf Jahren keine Frauenpolitik macht. Sie ist zwar erst seit 2002 Frauenministerin, aber trotzdem ... (Bundesministerin Rauch-Kallat: Seit 2003!) Seit 2003, Frau Bundesministerin. Aber trotzdem: In der Politik sind Sie ja schon viel länger.
Abg. Dr. Fekter: Jede politische Maßnahme ist auch frauenrelevant!
Im Hinblick darauf stellt sich die Frage, Frau Bundesministerin: Warum machen Sie keine Frauenpolitik? Interessieren Sie die Anliegen der Frauen nicht? (Abg. Dr. Fekter: Jede politische Maßnahme ist auch frauenrelevant!) Interessieren Sie die Lebensumstände der Frauen nicht? Könnte es sein, dass Sie die Wünsche und Bedürfnisse der Frauen überfordern, Frau Frauenministerin? Nehmen Sie überhaupt wahr, in welchen verschiedenen Lebenswelten Frauen leben und zu leben haben und womit Frauen auskommen müssen? Sind Sie oft draußen bei den Frauen, Frau Frauenministerin? Wissen Sie, unter welchen Umständen Frauen ihr Leben meistern? (Abg. Dr. Fekter: Bei den Menschen!) Ich meine: Draußen bei den Menschen, und zwar nicht abgehoben irgendwo bei Festen und Feiern, sondern draußen vor Ort in Frauenberatungsstellen, in Kindergärten und überall dort, wo Frauen ihr Leben fristen, in Betrieben beispielsweise. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Bei den Menschen!
Im Hinblick darauf stellt sich die Frage, Frau Bundesministerin: Warum machen Sie keine Frauenpolitik? Interessieren Sie die Anliegen der Frauen nicht? (Abg. Dr. Fekter: Jede politische Maßnahme ist auch frauenrelevant!) Interessieren Sie die Lebensumstände der Frauen nicht? Könnte es sein, dass Sie die Wünsche und Bedürfnisse der Frauen überfordern, Frau Frauenministerin? Nehmen Sie überhaupt wahr, in welchen verschiedenen Lebenswelten Frauen leben und zu leben haben und womit Frauen auskommen müssen? Sind Sie oft draußen bei den Frauen, Frau Frauenministerin? Wissen Sie, unter welchen Umständen Frauen ihr Leben meistern? (Abg. Dr. Fekter: Bei den Menschen!) Ich meine: Draußen bei den Menschen, und zwar nicht abgehoben irgendwo bei Festen und Feiern, sondern draußen vor Ort in Frauenberatungsstellen, in Kindergärten und überall dort, wo Frauen ihr Leben fristen, in Betrieben beispielsweise. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Im Hinblick darauf stellt sich die Frage, Frau Bundesministerin: Warum machen Sie keine Frauenpolitik? Interessieren Sie die Anliegen der Frauen nicht? (Abg. Dr. Fekter: Jede politische Maßnahme ist auch frauenrelevant!) Interessieren Sie die Lebensumstände der Frauen nicht? Könnte es sein, dass Sie die Wünsche und Bedürfnisse der Frauen überfordern, Frau Frauenministerin? Nehmen Sie überhaupt wahr, in welchen verschiedenen Lebenswelten Frauen leben und zu leben haben und womit Frauen auskommen müssen? Sind Sie oft draußen bei den Frauen, Frau Frauenministerin? Wissen Sie, unter welchen Umständen Frauen ihr Leben meistern? (Abg. Dr. Fekter: Bei den Menschen!) Ich meine: Draußen bei den Menschen, und zwar nicht abgehoben irgendwo bei Festen und Feiern, sondern draußen vor Ort in Frauenberatungsstellen, in Kindergärten und überall dort, wo Frauen ihr Leben fristen, in Betrieben beispielsweise. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Liebe Kolleginnen! Frau Frauenministerin! In diesem Zusammenhang haben Sie sich nicht dafür eingesetzt, dass auch Frauen beachtet werden, die in dieser so schweren Zeit keine Kinder geboren hatten, denn es gab in dieser Zeit auch Frauen, die keine Kinder bekommen konnten, die selber sehr, sehr junge Frauen waren und die sich beispielsweise um ihre Geschwister kümmern mussten. Uns ist es gelungen, ein Buch herauszugeben. Daraus können Sie lernen, Frau Kollegin, da können Sie sich etwas mitnehmen, dass auch wir – im Gegensatz zu Ihnen – für den Wiederaufbau unseren Beitrag geleistet haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das war nur ein kleines Beispiel.
Beifall des Abg. Dr. Grünewald.
bekommt. (Beifall des Abg. Dr. Grünewald.) Sie wissen das, Kollege: Im Dienstleistungsbereich, im Tourismusbereich und im Gastgewerbe machen es die Öffnungszeiten beziehungsweise Arbeitszeiten für Frauen zum Teil unmöglich, dass sie ihre Kinder auch irgendwo unterbringen.
Abg. Steibl: Das stimmt nicht!
Ich weiß nicht, Frau Bundesministerin, wie Sie diese Rahmenbedingungen schaffen und wie Sie sich einmischen und mit Kollegin Haubner darüber reden, wie man mehr Kinderbetreuungsplätze schaffen kann. Auch die beiden genannten Herren haben festgestellt, dass es 100 000 und nicht 18 000 sind, wie Sie einmal gesagt haben. (Abg. Steibl: Das stimmt nicht!) Da haben Sie nämlich Bezirksdurchschnitte hergenommen und ganz wilde Berechnungen angestellt, die wirklich nicht seriös waren.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Auch wir stehen zur Durchrechnung, aber die SPÖ hat immer gesagt: Wir müssen danach trachten und darauf schauen, dass wir eine eigenständige Alterssicherung für Frauen forcieren und dass wir die Kindererziehungszeiten so bewerten, dass Frauen auch zu einer „anständigen“ Pension, von der sie leben können, kommen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Es gab in den Jahren 1975, 1985 und 1995 einen zehnjährigen Frauenbericht (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), ein wichtiges wissenschaftliches Dokument. Wir haben jetzt November, und wir haben überhaupt noch nichts davon gehört, dass Sie heuer noch einen Frauenbericht geben werden. Ich glaube, Sie nehmen Frauenpolitik einfach nicht wichtig genug, und ich hoffe, dass Sie im Sinne der Frauen Österreichs unsere Fragen heute beantworten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es gab in den Jahren 1975, 1985 und 1995 einen zehnjährigen Frauenbericht (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), ein wichtiges wissenschaftliches Dokument. Wir haben jetzt November, und wir haben überhaupt noch nichts davon gehört, dass Sie heuer noch einen Frauenbericht geben werden. Ich glaube, Sie nehmen Frauenpolitik einfach nicht wichtig genug, und ich hoffe, dass Sie im Sinne der Frauen Österreichs unsere Fragen heute beantworten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Sie lebt in Wien!
Bundesministerin für Gesundheit und Frauen Maria Rauch-Kallat: Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek, wenn ich Ihre jetzigen Ausführungen Revue passieren lasse und die Begründung Ihrer Dringlichen Anfrage lese, dann frage ich mich schon: In welcher Lebenswelt und in welchem Land leben Sie eigentlich? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Sie lebt in Wien!) Ich würde meinen, es war eine Fortsetzung des Jammerns, statt zu handeln, denn das, was wir im Jahr 2000 übernommen haben, waren 30 Jahre sozialdemokratischer Frauenpolitik beziehungsweise das Ergebnis von 30 Jahren sozialdemokratischer Frauenpolitik. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich werde Ihnen gerne die Antworten auf Ihre Fragen geben, für den Fall, dass Sie mich antworten lassen, aber Sie wissen: Ich habe auch nur 20 Minuten Redezeit, und daher muss ich mich beeilen, sie Ihnen zu geben.
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bundesministerin für Gesundheit und Frauen Maria Rauch-Kallat: Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek, wenn ich Ihre jetzigen Ausführungen Revue passieren lasse und die Begründung Ihrer Dringlichen Anfrage lese, dann frage ich mich schon: In welcher Lebenswelt und in welchem Land leben Sie eigentlich? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Sie lebt in Wien!) Ich würde meinen, es war eine Fortsetzung des Jammerns, statt zu handeln, denn das, was wir im Jahr 2000 übernommen haben, waren 30 Jahre sozialdemokratischer Frauenpolitik beziehungsweise das Ergebnis von 30 Jahren sozialdemokratischer Frauenpolitik. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich werde Ihnen gerne die Antworten auf Ihre Fragen geben, für den Fall, dass Sie mich antworten lassen, aber Sie wissen: Ich habe auch nur 20 Minuten Redezeit, und daher muss ich mich beeilen, sie Ihnen zu geben.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich erlebe immer wieder, dass ich mich frage, wenn Sie sagen, Sie hätten nichts gehört, ob Sie – es steht mir nicht zu, über das Hörvermögen zu urteilen – nicht hören wollen oder nicht sehen wollen und ob Sie nicht bewusst überhören. Es gibt nämlich vieles, was wir in diesen letzten drei Jahren gemacht haben, was wesentlich dazu beigetragen hat, dass sich auch die Situation von Frauen in diesem Land verbessert hat. Wenn Sie beklagen, wir hätten nichts für die „Trümmerfrauen“ in diesem Jahr gemacht, dann sage ich Ihnen: Wir haben eine große Veranstaltung am 1. Oktober gemacht, und ich war erst am Samstag wieder bei einer diesbezüglichen Veranstaltung, und wir haben vor allem eine Geldleistung für „Trümmerfrauen“ geschaffen, die mehr war, als je eine sozialdemokratische Regierung geleistet hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn Sie sich beklagen, Emanzipation und Gleichstellung tatsächlich ernst nehmen und den Frauen, die in dieser Zeit nicht Kinder großgezogen haben, diese Geldleistungen auch geben wollen, dann müssten Sie sie auch den Männern geben, die in dieser Zeit das Land aufgebaut haben. Ich denke, darüber sollten wir schon reden. Entweder wir nehmen Gleichstellung ernst oder nicht. Frauen haben gerade durch die Erziehung ihrer Kinder und durch die ungleiche Verteilung der Familienarbeit und der Erwerbsarbeit eine entsprechend höhere Belastung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Was die Frauenbeschäftigung und die Frauenarbeitslosigkeit anbelangt, sehr geehrte Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek, darf ich schon sagen: Nie zuvor in dieser Zweiten Republik waren so viele Frauen in Beschäftigung wie jetzt. Nie zuvor waren die Frauen so gut ausgebildet, und die Frauenarbeitslosigkeit – vielleicht schauen Sie sich einmal die Statistiken an – war just bis zum Jahr 1999 immer höher als die Männerarbeitslosigkeit. Welch Zufall, seit dem Jahr 2000 ist die Frauenarbeitslosigkeit geringer als die Männerarbeitslosigkeit. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) Woran das wohl liegen mag, Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek? – Vielleicht schauen Sie sich das auch einmal an. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Was die Frauenbeschäftigung und die Frauenarbeitslosigkeit anbelangt, sehr geehrte Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek, darf ich schon sagen: Nie zuvor in dieser Zweiten Republik waren so viele Frauen in Beschäftigung wie jetzt. Nie zuvor waren die Frauen so gut ausgebildet, und die Frauenarbeitslosigkeit – vielleicht schauen Sie sich einmal die Statistiken an – war just bis zum Jahr 1999 immer höher als die Männerarbeitslosigkeit. Welch Zufall, seit dem Jahr 2000 ist die Frauenarbeitslosigkeit geringer als die Männerarbeitslosigkeit. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) Woran das wohl liegen mag, Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek? – Vielleicht schauen Sie sich das auch einmal an. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.)
Ruf bei der SPÖ: Zwei Paar Schuhe!
Im Frauenvolksbegehren, das Sie voll und ganz unterstützt haben, haben Sie das Recht auf Teilzeit gefordert, und jetzt beklagen Sie in Ihrer Anfrage, dass es offensichtlich zu viel Teilzeit gibt. (Ruf bei der SPÖ: Zwei Paar Schuhe!) Sie müssen sich schon entscheiden, was Sie wollen, aber das entspricht dem Zickzackkurs der SPÖ auch in anderen Fragen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Im Frauenvolksbegehren, das Sie voll und ganz unterstützt haben, haben Sie das Recht auf Teilzeit gefordert, und jetzt beklagen Sie in Ihrer Anfrage, dass es offensichtlich zu viel Teilzeit gibt. (Ruf bei der SPÖ: Zwei Paar Schuhe!) Sie müssen sich schon entscheiden, was Sie wollen, aber das entspricht dem Zickzackkurs der SPÖ auch in anderen Fragen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Schau! Schau!
Meine Damen und Herren! Was das Fraueneinkommen anbelangt – Sie werden sich vielleicht auch die Statistiken anschauen –, zeigt sich Folgendes: Seit dem Jahr 2002 – oh Wunder! – ist bezüglich des 40-Stunden-Äquivalents die Einkommensschere im Abnehmen, und zwar von 23 Prozent auf 21,6 Prozent. Wenn ich mir einen Strukturindikator, den geschlechtsspezifischen Lohnunterschied, anschaue – ich sage gleich dazu: Quelle ist nicht die SPÖ sondern Eurostat –, so sehe ich, dass Österreich im Jahr 1995 – das ist die erste Zahl aus Österreich – 22 Prozent Lohnunterschied hat, im Jahr 1996 20 Prozent, im Jahr 1997 22 Prozent, im Jahr 1998 21 Prozent, im Jahr 1999 21 Prozent, im Jahr 2000 20 Prozent, im Jahr 2001 20 Prozent und im Jahr 2003 17 Prozent. (Abg. Dr. Fekter: Schau! Schau!) Im Zeitraum vom Jahr 1995 bis zum Jahr 2000 – das muss man schon rechnen, bis zum Jahr 2000, bis zum 3. Februar, waren Sie in der Regierung – haben Sie es nicht geschafft, eine Veränderung herbeizuführen, bloß von 22 auf 20 Prozent. Wir haben es jetzt vom Jahr 2001 bis zum Jahr 2003 auf 17 Prozent geschafft. – Die Quelle ist Eurostat; ich stelle sie Ihnen gerne zur Verfügung.
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Frau Kollegin, ich würde Ihnen jetzt gerne eine Fülle von Maßnahmen nennen, die wir in den letzten drei Jahren gesetzt haben, aber dann komme ich nicht zur Beantwortung Ihrer Fragen. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Ich bin aber gerne bereit, Ihnen das schriftlich zu übermitteln. Es braucht sozusagen nur ein wenig guten Willen, vielleicht einen Blick auf die Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen; dort können Sie einiges finden.
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek. – Abg. Stadlbauer: Sie sind dabei, aber sie sagen nichts!
Ich komme zur Frage 1, der Frauenarbeitslosigkeit und den Ergebnissen des Runden Tisches „Frauenbeschäftigung“. – Im Übrigen, Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek, vielleicht haben Sie es übersehen: Ich war am 1. Mai dabei, ich bin auch vorne dabei. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek. – Abg. Stadlbauer: Sie sind dabei, aber sie sagen nichts!) Ich bin, soweit ich weiß, nicht weit von Ihnen gesessen. Wir haben am 29. Juni im Frauenministerium auch einen eigenen Runden Tisch „Frauenbeschäftigung“ gemacht und haben dort Maßnahmen erarbeitet, die wir gerade umsetzen.
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Ich kann Ihnen dazu ein ganzes Büchlein zur Verfügung stellen. Ich darf Ihnen aber sagen, dass mir das ein ganz besonderes Anliegen ist. Wir haben das seit dem Jahr 2000 umgesetzt. – Im Jahr 1995 war das eine Vorgabe der Europäischen Union. Fünf Jahre haben es die sozialdemokratischen Frauenministerinnen und die sozialdemokratische Regierung nicht zustande gebracht, Gender Mainstreaming zu implementieren! (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Es war die Regierung ÖVP/FPÖ, die im Jahr 2000 einen Ministerratsvortrag zum Thema „Gender Mainstreaming“ eingebracht hat. – Das sind die Tatsachen, Frau Abgeordnete! Bleiben wir doch dabei! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich kann Ihnen dazu ein ganzes Büchlein zur Verfügung stellen. Ich darf Ihnen aber sagen, dass mir das ein ganz besonderes Anliegen ist. Wir haben das seit dem Jahr 2000 umgesetzt. – Im Jahr 1995 war das eine Vorgabe der Europäischen Union. Fünf Jahre haben es die sozialdemokratischen Frauenministerinnen und die sozialdemokratische Regierung nicht zustande gebracht, Gender Mainstreaming zu implementieren! (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Es war die Regierung ÖVP/FPÖ, die im Jahr 2000 einen Ministerratsvortrag zum Thema „Gender Mainstreaming“ eingebracht hat. – Das sind die Tatsachen, Frau Abgeordnete! Bleiben wir doch dabei! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Darf ich auch diesbezüglich festhalten: 30 Jahre gab es sozialistische Frauenministerinnen, oder: 22 Jahre, zuerst Staatssekretärinnen, dann Ministerinnen: Es gab nicht einmal eine einzige Mitarbeiterin des Ministeriums, die sich mit Migrationsfragen auseinander gesetzt hat, obwohl die Integration ja keine neue Sache ist. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Ein weiteres Beispiel verfehlter SPÖ-Integrationspolitik. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: So schaut es aus!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: So schaut es aus!
Darf ich auch diesbezüglich festhalten: 30 Jahre gab es sozialistische Frauenministerinnen, oder: 22 Jahre, zuerst Staatssekretärinnen, dann Ministerinnen: Es gab nicht einmal eine einzige Mitarbeiterin des Ministeriums, die sich mit Migrationsfragen auseinander gesetzt hat, obwohl die Integration ja keine neue Sache ist. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Ein weiteres Beispiel verfehlter SPÖ-Integrationspolitik. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: So schaut es aus!)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Diesbezüglich geht es auch um eine vermehrte Betätigung der Väter. Sie machen sich zwar lustig über die Kampagne des Ministeriums, aber es muss uns schon klar sein: Eine Gleichstellung im Berufsbereich wird sich erst dann ergeben, wenn es auch eine gleiche Arbeitsteilung, ein „Fair share“, in der Familien- und Kinderarbeit gibt. Dazu sind einfach alle in diesem Land gefordert! Und dazu braucht es auch noch einiges an Bewusstseinsbildung. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Zwischenruf der Abg. Stadlbauer.
Was den Zuverdienst zum Kinderbetreuungsgeld, also die Fragen 17, 18, anlangt, so wissen Sie, dass das Kinderbetreuungsgeld in Evaluierung ist. (Zwischenruf der Abg. Stadlbauer.) Die zuständige Bundesministerin ist gerne bereit, auch hier über neue Maßnahmen zu reden, und wir werden das tun.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Stadlbauer.
Sie stellen gar keine Fragen zur Pensionsreform, was ich schon verstehe, weil es Ihnen sehr unangenehm ist, dass die ÖVP-Regierung jetzt 1 350 € pro Monat als Anrechnung auf die Pensionszeiten zur Verfügung stellt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Stadlbauer.) Ja, ja, auf vier Jahre. Bei Ihnen waren es zwei Jahre. Und der Ausgleichszulagenrichtsatz beträgt nun 400 €. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie stellen gar keine Fragen zur Pensionsreform, was ich schon verstehe, weil es Ihnen sehr unangenehm ist, dass die ÖVP-Regierung jetzt 1 350 € pro Monat als Anrechnung auf die Pensionszeiten zur Verfügung stellt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Stadlbauer.) Ja, ja, auf vier Jahre. Bei Ihnen waren es zwei Jahre. Und der Ausgleichszulagenrichtsatz beträgt nun 400 €. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das mit der Steuerreform, Frau Kollegin, stimmt schlicht und einfach nicht. Sie haben im Übrigen dreimal verschiedene Zahlen genannt. Im Bundesrat haben Sie 1,5 Millionen genannt, in der Anfrage 2,5 Millionen, heute haben Sie von 1,6 Millionen gesprochen. Was Sie übersehen, ist, dass 1,5 Millionen Frauen schon bisher keine Steuer gezahlt haben und jetzt weitere Frauen zusätzlich keine Steuer zahlen werden. Dieses Paket sagt eindeutig, dass die Frauen einen größeren Nutzen davon haben, der Einkommenszuwachs wird nämlich bei den Frauen 2 Prozent betragen, bei den Männern nur 1,5 Prozent. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Stadlbauer: Das sind Kraut und Rüben!
Sie behaupten, dass wir viele Eltern vom Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit ausschließen. – Auch diese Behauptung entspricht nicht der Rechtslage. Mit der Reform 2004 wurde das Recht auf Teilzeit für Mitarbeitende in Betrieben mit über 20 MitarbeiterInnen bis zum siebenten Lebensjahr des Kindes ausgeweitet. Aber für alle anderen besteht natürlich weiterhin der besondere Kündigungs- und Entlassungsschutz bei Eltern-Teilzeit bis zum Ablauf des vierten Lebensjahres des Kindes und das Verbot einer Motivkündigung bei Teilzeit nach dem vierten Lebensjahr des Kindes. Dazu, was die unschlüssige Linie oder die Zickzacklinie der SPÖ zur Teilzeitarbeit anbelangt, habe ich ja schon vorhin Stellung genommen. (Abg. Stadlbauer: Das sind Kraut und Rüben!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich habe versucht, sehr rasch zu sprechen. Ich glaube, ich konnte Ihnen einen Teil unserer Arbeit nennen. Eigentlich hätte ich Ihnen noch weitaus mehr darüber sagen können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Das ist eine Sichtweise!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Sehr geschätzter Herr Präsident! Frau Bundesministerin, Sie haben zu Beginn Ihrer Rede im Zusammenhang mit der Frauenpolitik die Frage gestellt, in welchem Land wir leben. Also ich kann diese Frage sehr einfach beantworten. In den letzten fünf Jahren gab es hier in diesem Lande schlicht und ergreifend keine fortschrittliche Frauenpolitik. Das muss man auf den Punkt bringen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Das ist eine Sichtweise!) – Ja, eine richtige Sichtweise, denn in den Zeiten, in denen die Sozialdemokratie mit in der Regierung war und ganz entscheidende Frauenministerinnen wie Dohnal, Konrad und Prammer agiert haben, hat sich für die Frauen etwas bewegt. Und es hätte sich noch sehr, sehr viel mehr bewegt, hätten wir nicht diesen Oppositionspartner, der jetzt so fortschrittlich tut, aber im Grunde genommen das Herz auch nicht bei den Frauen hat, sehr geschätzte Damen und Herren. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Haben Sie Sehnsucht nach der großen Koalition?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Haben Sie Sehnsucht nach der großen Koalition?
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Sehr geschätzter Herr Präsident! Frau Bundesministerin, Sie haben zu Beginn Ihrer Rede im Zusammenhang mit der Frauenpolitik die Frage gestellt, in welchem Land wir leben. Also ich kann diese Frage sehr einfach beantworten. In den letzten fünf Jahren gab es hier in diesem Lande schlicht und ergreifend keine fortschrittliche Frauenpolitik. Das muss man auf den Punkt bringen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Das ist eine Sichtweise!) – Ja, eine richtige Sichtweise, denn in den Zeiten, in denen die Sozialdemokratie mit in der Regierung war und ganz entscheidende Frauenministerinnen wie Dohnal, Konrad und Prammer agiert haben, hat sich für die Frauen etwas bewegt. Und es hätte sich noch sehr, sehr viel mehr bewegt, hätten wir nicht diesen Oppositionspartner, der jetzt so fortschrittlich tut, aber im Grunde genommen das Herz auch nicht bei den Frauen hat, sehr geschätzte Damen und Herren. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Haben Sie Sehnsucht nach der großen Koalition?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn Sie hier darauf hingewiesen haben, was es alles an Erhebungen und Statistiken gibt, dann sage ich, ja, okay. Und wir haben auch schon viel geredet und wir haben auch schon viel gemeinsam geredet. Aber ich denke mir, die Zeit des Redens ist vorbei. Jetzt gehören einmal Taten gesetzt. Und da sind wir alle gefordert. Also tun wir endlich einmal etwas gemeinsam, und tun Sie in erster Linie etwas gemeinsam mit uns, Frau Bundesministerin! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Christine Marek (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren im Hohen Haus! Der frühere SPÖ-Außenminister Jankowitsch, dessen Aussagen in den letzten Tagen auch in den Medien öfters nachzulesen waren, hat vor ein paar Tagen in einem „Kurier“-Interview über die SPÖ gesagt, die SPÖ ist eine staatstragende Partei. Also ich muss sagen, mit Verlaub, davon merkt man, seit die SPÖ in Opposition ist, nicht sehr viel, längst nichts mehr, und ich kann nur sagen, Tendenz steigend. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Das kann man bei ihnen bei jeder Dringlichen sagen!
Ein offensichtliches Beispiel dafür ist die heute von der SPÖ eingebrachte Dringliche Anfrage, die nämlich vor Unsachlichkeit, Halb- und Unwahrheiten nur so strotzt. Und ganz nebenbei wird ganz bewusst Unsicherheit verbreitet. Und das ist nicht verantwortungsbewusste Politik, meine Damen und Herren! (Abg. Neudeck: Das kann man bei ihnen bei jeder Dringlichen sagen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Besonders erfolgreich waren diese Maßnahmen auch bei älteren Frauen über 50. Da konnte nämlich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 Prozent gesenkt werden, was, wie ich meine, ein durchaus herzeigbarer Erfolg ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Da möchte ich auch einen kurzen Blick über die Grenze nach Deutschland werfen, was die Frauenbeschäftigungsquote betrifft, denn dort ist ja die rot-grüne Bundesregierung mittlerweile abgewählt, gehört also Gott sei Dank der Vergangenheit an; dort sind deutlich weniger Frauen in Beschäftigung, als es in Österreich der Fall ist. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber offensichtlich sind auch Ihre Daten nicht ganz so aktuell, Frau Kollegin Heinisch-Hosek, wenn Sie nämlich in Ihrer Anfrage sagen, die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen sei unter der schwarz-blauen Bundesregierung größer geworden. Ich habe mir nämlich angesehen, wie die Entwicklung der Einkommensschere bis zum Jahr 2000 beziehungsweise ab dem Jahr 2000 tatsächlich verlaufen ist, Frau Kollegin. Und Tatsache ist, dass sich die arbeitszeitbereinigte Einkommensschere zwischen 1995 und 2000 um 0,6 Prozent reduziert hat, zwischen 2000 und 2002, also innerhalb von nur zwei Jahren, aber um ein Prozent. Sie ist also nicht gestiegen, wie Sie behaupten, und deutlich stärker geschlossen, als es vorher der Fall war. – Also auch da wieder einmal eine gezielte Desinformation und Verunsicherung durch die SPÖ. Ich kann das nur vehement ablehnen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Für die ÖVP stehen die Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Das Kinderbetreuungsgeld entspricht diesem Bild. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abschließend darf ich als Wiener Abgeordnete noch zwei Bemerkungen zu Wien machen, was Sie ja auch in Ihrer Anfrage angesprochen haben. Sie weisen auf die Wichtigkeit von Kinderbetreuungsangeboten hin. Das kann ich nur unterstützen. Dabei ist aber interessant, dass in Wien die Vier- und Fünfjährigen österreichweit fast am allerwenigsten, wenn man von der Quote ausgeht, in Kinderbetreuung sind. Bei den Vierjährigen ist Wien an vorletzter Stelle, bei den Fünfjährigen an allerletzter Stelle österreichweit. Ich kann nur der SPÖ in Wien empfehlen, die Kostengestaltung, die trotz der sozialen Staffelung immer noch sehr hoch ist, einmal zu überdenken. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Misswirtschaft in Wien! Wien hat die niedrigste Sozialhilfe!
Sie weisen auch auf die teils schwierige soziale Situation von Frauen hin, auch auf die steigende Armutsgefährdung. Auch da darf ich Ihnen wieder raten, in den Armutsbericht hineinzuschauen. Die Steigerung dieser Armutsgefährdung ist nämlich allein auf Wien zurückzuführen, meine Damen und Herren. (Abg. Dr. Fekter: Misswirtschaft in Wien! Wien hat die niedrigste Sozialhilfe!)
Ruf bei der ÖVP: So sind sie!
Die Grünen haben sich bis heute nicht davon distanziert! (Ruf bei der ÖVP: So sind sie!) Kollege Öllinger hat sich weder entschuldigt noch in irgendeiner Art und Weise darauf Bezug genommen. Ich glaube, es stünde den Grünen mittlerweile sehr gut an, von dieser Art der Wahlwerbung Abstand zu nehmen, denn sonst sind die Grünen beim Thema Frauen abgemeldet, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Grünen haben sich bis heute nicht davon distanziert! (Ruf bei der ÖVP: So sind sie!) Kollege Öllinger hat sich weder entschuldigt noch in irgendeiner Art und Weise darauf Bezug genommen. Ich glaube, es stünde den Grünen mittlerweile sehr gut an, von dieser Art der Wahlwerbung Abstand zu nehmen, denn sonst sind die Grünen beim Thema Frauen abgemeldet, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Frau Kollegin Csörgits, Sie haben zuerst angefragt, in welchem Land wir leben. – Ich bin froh, in einem Land zu leben, in dem die ÖVP und das Bündnis Zukunft Österreich die Frauenpolitik vertreten und sie auch mit guten Maßnahmen umsetzen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Heinisch-Hosek: ... Belastungen!
Ich spreche da in erster Linie von den Mindestpensionistinnen. Warum sind es in erster Linie Frauen? – Über 154 000 Frauen müssen unter der Erblast dieser damaligen SPÖ-Frauenpolitik leiden! Warum? (Abg. Heinisch-Hosek: ... Belastungen!) – Weil Sie es nie der Mühe wert gefunden haben, Kindererziehung als Wertschöpfung, als Leistung anzuerkennen – weder Kindererziehung noch die Pflegezeiten, die Personen – insbesondere Frauen – zu Hause geleistet haben.
Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben die Pensionsreform gemacht, nicht wir!
Und ich finde es schon sehr eigenartig, wenn Sie heute in Ihrem Antrag – als eine Ihrer Forderungen – schreiben, Kindererziehungszeiten seien nicht ausreichend bewertet. Das ist fast eine Farce, wenn man das mit der Situation der Frauen vergleicht, die heute mit Mindestpensionen leben. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben die Pensionsreform gemacht, nicht wir!) Gott sei Dank gibt es die Sozialministerin Haubner, die sich durchgesetzt hat, die Mindestpensionen insbesondere für die Frauen zu erhöhen – und zwar so weit, dass die Mindestpensionisten in Zukunft, ab dem 1. Jänner 2006, über 805 € pro Monat für sich zur Verfügung haben werden, wenn man es auf zwölf Monate umrechnet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und ich finde es schon sehr eigenartig, wenn Sie heute in Ihrem Antrag – als eine Ihrer Forderungen – schreiben, Kindererziehungszeiten seien nicht ausreichend bewertet. Das ist fast eine Farce, wenn man das mit der Situation der Frauen vergleicht, die heute mit Mindestpensionen leben. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben die Pensionsreform gemacht, nicht wir!) Gott sei Dank gibt es die Sozialministerin Haubner, die sich durchgesetzt hat, die Mindestpensionen insbesondere für die Frauen zu erhöhen – und zwar so weit, dass die Mindestpensionisten in Zukunft, ab dem 1. Jänner 2006, über 805 € pro Monat für sich zur Verfügung haben werden, wenn man es auf zwölf Monate umrechnet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Heinisch-Hosek: 1 157, bleiben Sie doch bei der Wahrheit!
Auch in Zukunft wird eine eigenständige Alterssicherung insbesondere für Frauen gewährleistet werden, die ihre Erwerbstätigkeit durch ihren Wunsch nach Kinderbetreuung unterbrechen, und es wird ihren Bedürfnissen Rechnung getragen, da vier Jahre Kindererziehung für die Pension angerechnet werden, mit einer Berechnungsgrundlage von über 1 350 €. (Abg. Heinisch-Hosek: 1 157, bleiben Sie doch bei der Wahrheit!)
Abg. Binder-Maier: Wenn sie Beiträge zahlen, oder?
Auch die Pflege wird endlich anerkannt. Künftig haben auch jene eine Chance, die sich ganz der Pflege ihrer Angehörigen verschrieben haben, die auf ein Einkommen verzichten, und auch jene, die ihre Berufstätigkeit einschränken und ihre Angehörigen pflegen und dabei eine Doppelbelastung zu tragen haben. Diese werden in Zukunft auch eine faire Chance auf eine Eigenpension haben. (Abg. Binder-Maier: Wenn sie Beiträge zahlen, oder?)
Abg. Öllinger: Schwarz-blau oder schwarz-orange?
Durch diese schwarz-orange Regierung wurde es auch möglich gemacht, dass es unter den Frauen nicht mehr zwei Klassen gibt. (Abg. Öllinger: Schwarz-blau oder schwarz-orange?) Ich denke an die Kindererziehung und an das Kinderbetreuungsgeld. Zu Zeiten von SPÖ-Frauenpolitik gab es diese zwei Klassen: die Bäuerinnen, Studentinnen und Hausfrauen hatten keine Chance, Kinderbetreuungsgeld zu bekommen, denn für Sie war es ganz klar, dass man von vornherein arbeiten muss, um in den Genuss von Karenzgeld zu kommen.
Abg. Stadlbauer: Das stimmt nicht!
Auch im Bereich des Karenzgeldes hat es ein so genanntes Berufsverbot gegeben. (Abg. Stadlbauer: Das stimmt nicht!) Gerade geringfügige Beschäftigung war erlaubt. Jetzt gibt es zumindest eine gewisse Zuverdienstmöglichkeit bis zu einer Grenze. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wasser predigen!) Wir würden uns aber wünschen, dass es in Zukunft keine Zuverdienstgrenze mehr gibt, sodass eine breite Palette von Zuverdienstmöglichkeiten ganz klar zur Verfügung steht.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wasser predigen!
Auch im Bereich des Karenzgeldes hat es ein so genanntes Berufsverbot gegeben. (Abg. Stadlbauer: Das stimmt nicht!) Gerade geringfügige Beschäftigung war erlaubt. Jetzt gibt es zumindest eine gewisse Zuverdienstmöglichkeit bis zu einer Grenze. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wasser predigen!) Wir würden uns aber wünschen, dass es in Zukunft keine Zuverdienstgrenze mehr gibt, sodass eine breite Palette von Zuverdienstmöglichkeiten ganz klar zur Verfügung steht.
Abg. Schasching: Das ist nicht wahr!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben heute früh, als die Sportförderung beschlossen wurde, schon gehört: Für uns ist Frauenpolitik eine Querschnittsmaterie. Heute wurden über 400 000 € insbesondere für Frauenförderung im Sportbereich beschlossen. Das ist auch ein Bereich, in dem früher überhaupt nie anerkannt wurde, dass spezielle Frauenförderung im Spitzensport zu berücksichtigen ist. (Abg. Schasching: Das ist nicht wahr!)
Abg. Öllinger: Es wäre schon schön, wenn Sie den LektorInnen angemessene Gehälter zahlen würden! Das sind nämlich meistens Frauen!
Auch im Bereich der Wissenschaft wird etwas getan. Für die Jahre 2000 bis 2006 stehen über 8,9 Millionen € zur Verfügung: für Förderungen von Professorinnen, für die Frauenförderpläne an den Universitäten und auch für Förderungen, um Mädchen darüber zu informieren, welche oder wie viele Möglichkeiten es auch in den für Frauen untypischen Studien gibt. (Abg. Öllinger: Es wäre schon schön, wenn Sie den LektorInnen angemessene Gehälter zahlen würden! Das sind nämlich meistens Frauen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Frauenpolitik und Förderung von Frauen sind für uns kein Lippenbekenntnis. Wir setzen ganz konkrete Handlungen und Maßnahmen, und wir werden uns auch in Zukunft nicht zurücklehnen und weiterhin für die Frauen in Österreich tätig sein. Ich denke, es ist wichtig, Schluss mit der Polemik zu machen und – ich spreche insbesondere gerade die Kolleginnen von SPÖ und Grünen an – gemeinsam mit uns für die Frauen in Österreich zu arbeiten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Achleitner: ... Geringfügigkeit!
Ich berichtige tatsächlich: Frauen konnten natürlich auch arbeiten und verdienen. Das nannte man damals Teilkarenz. (Abg. Dipl.-Ing. Achleitner: ... Geringfügigkeit!) Das Gute an der Sache war, dass die Frauen auch arbeitsrechtlich abgesichert waren. Das haben Sie ihnen jetzt weggenommen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ellmauer: Das Karenzgeld ist sofort eingestellt worden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ellmauer: Das Karenzgeld ist sofort eingestellt worden!
Ich berichtige tatsächlich: Frauen konnten natürlich auch arbeiten und verdienen. Das nannte man damals Teilkarenz. (Abg. Dipl.-Ing. Achleitner: ... Geringfügigkeit!) Das Gute an der Sache war, dass die Frauen auch arbeitsrechtlich abgesichert waren. Das haben Sie ihnen jetzt weggenommen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ellmauer: Das Karenzgeld ist sofort eingestellt worden!)
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Es geht auch höflicher!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Frau Ministerin! Eine Dringliche Anfrage an Frau Ministerin Rauch-Kallat zu richten ist fast schon ein Widerspruch in sich, denn wenn wir eines in diesen rund zwei Jahren der Amtstätigkeit dieser Ministerin gelernt haben, dann dass sie Anfragen, wenn man konkret fragt, grundsätzlich nicht beantwortet, sondern eine Nebelwolke von Allgemeinplätzen, Halbwahrheiten und Platitüden von sich gibt, die man nur unter einem Titel zusammenfassen kann: alles Schall und Rauch-Kallat! (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Es geht auch höflicher!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja nichts Neues, „salopp“!
Man braucht sich ja nur die Bilanz der Ministerin Rauch-Kallat anzuschauen. – Ich mache es jetzt zuerst einmal ein bisschen salopp mit dem, was ich Revue passieren habe lassen. Dann habe ich auch noch etwas von der Frau Ministerin höchstselbst. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja nichts Neues, „salopp“!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Man diskutiert ... in der „ZiB 3“! Sie hat Recht behalten!
Das, was so landauf, landab aufgefallen ist, was die Frau Ministerin im weitesten Sinne frauenpolitisch getan oder zu tun versucht hat, war, bei der Pensionsreform den Teilzeitbeschäftigten den guten Ratschlag zu geben, sie könnten ja reich heiraten, damit sie sich auch eine Zusatzpensionsversicherung leisten können. Dann gibt es den berühmten Berufsorientierungskurs als bislang nach wie vor einzige neue Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik. Es gab den Flop mit der Textänderung der Bundeshymne, und es gibt nun diese „Man(n) glaubt es kaum“-Kampagne, bei der man wirklich kaum glauben kann, was da abgeführt wird. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Man diskutiert ... in der „ZiB 3“! Sie hat Recht behalten!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was gab es von dieser Frau Ministerin an konkreten Maßnahmen oder Äußerungen in Sachen Budgetpolitik, bei der Pensionsreform, bei der Steuerreform, zur Armutsbekämpfung, in der Arbeitsmarktpolitik für Frauen – querdurch? – Nichts! Schweigen im Walde, Schweigen wie der Bundeskanzler und jedenfalls kein Engagement. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Man könnte sagen: Wenn davor in der Debatte Umweltminister Pröll bezichtigt wurde, er habe als Umweltminister abgedankt, dann kann man das der Frau Ministerin Rauch-Kallat nicht vorwerfen: Sie hat nicht abgedankt. Sie hat bloß ihr Amt als Frauenministerin nie angetreten, und das finde ich viel schlimmer. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Das ist nicht sehr informativ, was Sie da sagen! – Abg. Neudeck: Es ist schwer genug, Ihnen zuzuhören!
Oje! Jetzt werden die Herren Abgeordneten in der ÖVP unruhig. Schön, dass Sie zuhören, das freut mich! (Abg. Dr. Mitterlehner: Das ist nicht sehr informativ, was Sie da sagen! – Abg. Neudeck: Es ist schwer genug, Ihnen zuzuhören!) Ich habe nämlich auch die Bilanz hier, die Ihre Frauenministerin selbst vorlegt.
Abg. Dr. Fekter: Alterssicherung ist nicht zwangsläufig Familienpolitik, Frau Weinzinger! Das haben Sie nicht verstanden!
Da kommt das Thema Stärkung des Familieneinkommens mit mehreren Unterpunkten, eigenständige Alterssicherung, Wiedereinstieg – also lauter familienpolitische Maßnahmen. Frauenpolitik ist in meinen Augen nicht Familienpolitik! Schön, wenn es mehr gibt, aber ich werde dann noch ... (Abg. Dr. Fekter: Alterssicherung ist nicht zwangsläufig Familienpolitik, Frau Weinzinger! Das haben Sie nicht verstanden!) – Wer da jetzt was nicht verstanden hat, möchte ich nicht genauer qualifizieren, sonst bekomme ich einen Ordnungsruf. – Auf die familienpolitischen Maßnahmen, die hier angeführt werden, werde ich dann noch kurz eingehen. (Abg. Mag. Molterer: Diese Überheblichkeit ...!)
Abg. Mag. Molterer: Diese Überheblichkeit ...!
Da kommt das Thema Stärkung des Familieneinkommens mit mehreren Unterpunkten, eigenständige Alterssicherung, Wiedereinstieg – also lauter familienpolitische Maßnahmen. Frauenpolitik ist in meinen Augen nicht Familienpolitik! Schön, wenn es mehr gibt, aber ich werde dann noch ... (Abg. Dr. Fekter: Alterssicherung ist nicht zwangsläufig Familienpolitik, Frau Weinzinger! Das haben Sie nicht verstanden!) – Wer da jetzt was nicht verstanden hat, möchte ich nicht genauer qualifizieren, sonst bekomme ich einen Ordnungsruf. – Auf die familienpolitischen Maßnahmen, die hier angeführt werden, werde ich dann noch kurz eingehen. (Abg. Mag. Molterer: Diese Überheblichkeit ...!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Ihre Vorschläge?
Gar keine Maßnahme mehr gibt es beim Anteil von Frauen in Führungspositionen. Dann haben Sie natürlich noch Ihr Business-Mentoring, und: Frauen und Gesundheit. – Das war praktisch alles. (Abg. Dr. Mitterlehner: Ihre Vorschläge?)
Abg. Dr. Mitterlehner: Was schlagen Sie vor?
Davon ist keine Frau, die in Armutsgefährdung oder in Armut lebt, keine Frau, die – mit oder ohne fehlende Kinderbetreuung – Riesenprobleme auf dem Arbeitsmarkt hat, irgendwie positiv angesprochen oder betroffen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Was schlagen Sie vor?) Davon haben auch viele Frauen, die in Sackgassen ihrer Karriere stecken oder an die gläserne Decke stoßen, nichts. Die brauchen eine deutlich andere Politik!
Abg. Dr. Fekter: So ein Unsinn!
Fünf Jahre lang – bald sechs Jahre lang! – wird Politik gemacht, mit der ganz eindeutig ein Modell betrieben wird, dass Frauen am besten zu Hause bleiben, sich um die Kinder kümmern und nicht berufstätig sind (Abg. Dr. Fekter: So ein Unsinn!), weil Sie sämtliche Weichen in diese Richtung stellen (Abg. Dr. Stummvoll: So ein Topfen!), weil Sie vor allem für Alleinverdiener Politik machen, weil Sie die Zuverdienstgrenze möglichst eng halten (Abg. Dr. Fekter: So ein Schwachsinn!), weil Sie dementspre-
Abg. Dr. Stummvoll: So ein Topfen!
Fünf Jahre lang – bald sechs Jahre lang! – wird Politik gemacht, mit der ganz eindeutig ein Modell betrieben wird, dass Frauen am besten zu Hause bleiben, sich um die Kinder kümmern und nicht berufstätig sind (Abg. Dr. Fekter: So ein Unsinn!), weil Sie sämtliche Weichen in diese Richtung stellen (Abg. Dr. Stummvoll: So ein Topfen!), weil Sie vor allem für Alleinverdiener Politik machen, weil Sie die Zuverdienstgrenze möglichst eng halten (Abg. Dr. Fekter: So ein Schwachsinn!), weil Sie dementspre-
Abg. Dr. Fekter: So ein Schwachsinn!
Fünf Jahre lang – bald sechs Jahre lang! – wird Politik gemacht, mit der ganz eindeutig ein Modell betrieben wird, dass Frauen am besten zu Hause bleiben, sich um die Kinder kümmern und nicht berufstätig sind (Abg. Dr. Fekter: So ein Unsinn!), weil Sie sämtliche Weichen in diese Richtung stellen (Abg. Dr. Stummvoll: So ein Topfen!), weil Sie vor allem für Alleinverdiener Politik machen, weil Sie die Zuverdienstgrenze möglichst eng halten (Abg. Dr. Fekter: So ein Schwachsinn!), weil Sie dementspre-
Abg. Neudeck: Sie haben eine sehr selektive Wahrnehmung!
chende Arbeitsmarktpolitik betreiben! (Abg. Neudeck: Sie haben eine sehr selektive Wahrnehmung!)
Abg. Dr. Fekter: Sie haben nicht aufgepasst!
Die Frau Ministerin hat es ja gerade wieder bestritten: Arbeitslosigkeit von Frauen ist ja gar kein Thema! Wachsende Arbeitslosigkeit von Frauen ist ja unter „ferner liefen“ statistisch so oder so zu sehen! (Abg. Dr. Fekter: Sie haben nicht aufgepasst!)
Abg. Dr. Fekter: Die Menschen machen das freiwillig! ... Zwangsbeglückung!
Die Frauenbeschäftigung sei doch so toll! – Sagt sie dazu, dass sie da alle geringfügigen Beschäftigungen und Teilzeitbeschäftigungen dazuzählt, dass das keine Jobs sind, worauf frau auch nur annähernd eine Existenz aufbauen kann? – Nein, im Gegenteil! Sie ist zufrieden! (Abg. Dr. Fekter: Die Menschen machen das freiwillig! ... Zwangsbeglückung!) Sie ist zufrieden, und ich bin es nicht, und das ist der Unterschied in unserer Politik! Weil sie – so wie auch Sie alle, kann ich nur annehmen – zufrieden ist, dass das traditionelle Modell mit dem Familienernährer, Vater zu Hause, Alleinverdiener sowieso schon ausreicht. – Das ist genau die Politik, die wir nicht brauchen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Die Menschen wollen es freiwillig! – Bundesministerin Rauch-Kallat: Kombi-Lohn!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Die Menschen wollen es freiwillig! – Bundesministerin Rauch-Kallat: Kombi-Lohn!
Die Frauenbeschäftigung sei doch so toll! – Sagt sie dazu, dass sie da alle geringfügigen Beschäftigungen und Teilzeitbeschäftigungen dazuzählt, dass das keine Jobs sind, worauf frau auch nur annähernd eine Existenz aufbauen kann? – Nein, im Gegenteil! Sie ist zufrieden! (Abg. Dr. Fekter: Die Menschen machen das freiwillig! ... Zwangsbeglückung!) Sie ist zufrieden, und ich bin es nicht, und das ist der Unterschied in unserer Politik! Weil sie – so wie auch Sie alle, kann ich nur annehmen – zufrieden ist, dass das traditionelle Modell mit dem Familienernährer, Vater zu Hause, Alleinverdiener sowieso schon ausreicht. – Das ist genau die Politik, die wir nicht brauchen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Die Menschen wollen es freiwillig! – Bundesministerin Rauch-Kallat: Kombi-Lohn!)
Abg. Neudeck: Sie können sich keine Familien vorstellen!
Ganz konkret: Wenn Sie, Frau Kollegin Abgeordnete, sich nichts unter konkreter Frauenpolitik vorstellen können, nenne ich jetzt ein Beispiel (Abg. Neudeck: Sie können sich keine Familien vorstellen!): Wir haben hier eine Kampagne, die noch nicht einmal in irgendeiner positiven Form bewusstseinsbildend sein könnte – „Man(n) glaubt es kaum“ – um 300 000 € in etwa, wie ich den Medien entnommen habe.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Auf der anderen Seite rühmt man sich die ganze Zeit, wie toll nicht die Interventionsstellen arbeiten. Aber sagt man dazu, dass mehrere Bezirke in Wien nicht mehr vollständig betreut werden können, weil die angekündigte Erhöhung, die in der Aufbauphase ja notwendig ist, von der Frau Ministerin nicht kommt? Sagt man dazu, dass das Innsbrucker Frauenhaus de facto baufällig ist, dass man in Graz im Frauenhaus die Hälfte des Personals kürzen musste? – Das wäre Frauenpolitik, und nicht irgendwelche Alibi-Bekenntnisse, an Plakatwände geheftet! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne bin ich zuversichtlich, dass Ihnen das blüht, was Frau Abgeordnete Marek in Deutschland so toll gefunden hat: die Abwahl. – Das fände ich auch toll. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Nach dieser Rede ist es leicht, zu brillieren!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Krist. Wunschredezeit: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Neudeck: Nach dieser Rede ist es leicht, zu brillieren!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Hermann Krist (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Den Titel unserer Anfrage kann frau, aber auch man gar nicht oft genug wiederholen: Fünf Jahre Schwarz-Blau/Orange sind fünf Jahre ohne erkennbare Frauenpolitik. – Nach dieser traurigen Bilanz sollten Sie den Punkt „Frauen“ in Ihrem Regierungsprogramm umändern in „nichts sehen, nichts hören und – vor allem – nichts tun“. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Außerdem muss klargestellt werden, dass die Bundesregierung so gut wie nichts unternimmt, um den Mädchen von der traditionellen Berufswahl, gerade dann, wenn sie sich für einen Lehrberuf entscheiden, die Wege in die bekannten Männerdomänen zu eröffnen und zu ermöglichen. Dies würde nämlich einen Beitrag dazu leisten, höhere Einkommen zu erzielen, was eine bessere Absicherung insgesamt, auch in der Pension natürlich, zur Folge hat und vor allem ein eigenständiges Leben ermöglicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Was ist Ihnen wichtiger: ein Sportplatz, eine Straßen-Asphaltierung oder eine Kinderbetreuungseinrichtung?
Da ergibt sich auch ein Riesenproblem, wenn man hier die Kommunen, insbesondere die kleineren Gemeinden im ländlichen Raum völlig im Regen stehen lässt. Selbst wenn es nämlich möglich ist, eine Kinderbetreuungseinrichtung zu bauen, zu errichten, zu schaffen (Abg. Steibl: Was ist Ihnen wichtiger: ein Sportplatz, eine Straßen-Asphaltierung oder eine Kinderbetreuungseinrichtung?), sind dann meistens die Gebühren, die dort kostendeckend eingehoben werden müssen, der nächste Hemmschritt für eine Frau, gerade vielleicht für eine Alleinerzieherin, die das Kind dort in einer Krabbelstube, in einem Kindergarten oder in einem Hort unterbringen möchte, um auch wieder berufstätig sein zu können. Wie soll sich eine Frau mit einem Einkommen von 530 € netto für einen Reinigungsjob, den sie 20 Stunden pro Woche ausübt – nach zwei Jahren erfolgloser Suche, und selbst die Unterstützung des AMS hat nichts gebracht –, ihr Leben leisten können, eigenständig sein und sich ihr Leben ordentlich gestalten können?
Abg. Steibl: In Wien!
Ein anderes konkretes Beispiel: eine Alleinerzieherin mit sehr realen 700 € im Monat netto. Wie soll sich die einen Krabbelstubenplatz um 350 € – das ist ein durchschnittlicher Wert (Abg. Steibl: In Wien!) – für ihr Kind leisten können, und nebenbei auch noch selbst genug zum Leben haben? – Das ist nicht möglich. (Abg. Steibl: In Wien! – Wer ist da Bürgermeister?) – Nein, das ist in Oberösterreich, meine Damen und Herren. Sie sollten einmal nicht nur die Wiener Statistiken lesen, sondern auch andere aus den Bundesländern.
Abg. Steibl: In Wien! – Wer ist da Bürgermeister?
Ein anderes konkretes Beispiel: eine Alleinerzieherin mit sehr realen 700 € im Monat netto. Wie soll sich die einen Krabbelstubenplatz um 350 € – das ist ein durchschnittlicher Wert (Abg. Steibl: In Wien!) – für ihr Kind leisten können, und nebenbei auch noch selbst genug zum Leben haben? – Das ist nicht möglich. (Abg. Steibl: In Wien! – Wer ist da Bürgermeister?) – Nein, das ist in Oberösterreich, meine Damen und Herren. Sie sollten einmal nicht nur die Wiener Statistiken lesen, sondern auch andere aus den Bundesländern.
Beifall bei der SPÖ.
Manchmal habe ich den Eindruck, meine Damen und Herren von der Bundesregierung, Sie nehmen sich Henrik Ibsens Drama „Nora“ zum Vorbild für Ihre Frauenpolitik. Ich kann Ihnen nur empfehlen: Gehen Sie in sich, ändern Sie diese Haltung, es ist sicher die falsche! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesministerin, fangen Sie endlich damit an! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Freund: Ist gering!
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Frau Minister! Man möchte es kaum glauben, aber wir diskutieren eine Dringliche, die die SPÖ eingebracht hat. Das Interesse der SPÖ-Abgeordneten daran aber (Abg. Freund: Ist gering!) ist gering, das ist richtig: Nicht einmal die Hälfte ist anwesend. (Abg. Freund: Sehr gering!) Das lässt, glaube ich, ohnehin darauf schließen, wie ernst die SPÖ dieses Thema selbst nimmt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Freund: Sehr gering!
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Frau Minister! Man möchte es kaum glauben, aber wir diskutieren eine Dringliche, die die SPÖ eingebracht hat. Das Interesse der SPÖ-Abgeordneten daran aber (Abg. Freund: Ist gering!) ist gering, das ist richtig: Nicht einmal die Hälfte ist anwesend. (Abg. Freund: Sehr gering!) Das lässt, glaube ich, ohnehin darauf schließen, wie ernst die SPÖ dieses Thema selbst nimmt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Frau Minister! Man möchte es kaum glauben, aber wir diskutieren eine Dringliche, die die SPÖ eingebracht hat. Das Interesse der SPÖ-Abgeordneten daran aber (Abg. Freund: Ist gering!) ist gering, das ist richtig: Nicht einmal die Hälfte ist anwesend. (Abg. Freund: Sehr gering!) Das lässt, glaube ich, ohnehin darauf schließen, wie ernst die SPÖ dieses Thema selbst nimmt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Aber dass man mit falschen Tatsachen und Unwahrheiten Panik erzeugt und dass man alles und jedes schlechtmacht, das ist etwas, was ich in der Politik ziemlich verabscheue. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben gehandelt, wir haben in den Jahren, seitdem Bundeskanzler Schüssel Bundeskanzler ist, die Sozialquote erhöht. Im Übrigen: Bis zum Jahr 1999 ist sie gesunken. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Riepl: Die Arbeitslosen sind mehr geworden!
70 000 Frauen bekommen zusätzlich eine Pension, denn früher waren 25 Jahre notwendig, jetzt sind nur mehr 15 Jahre notwendig. Die Mindestpension haben wir auf 690 € angehoben. (Abg. Riepl: Die Arbeitslosen sind mehr geworden!) – Leistungen für Pensionisten, die in der Regierung unter einem sozialdemokratischen Kanzler nie zustande gebracht wurden!
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Bleckmann.
Wir haben die pensionsbegründenden Kindererziehungszeiten eingeführt, und wir haben die anrechenbaren Kindererziehungszeiten von 18 auf 24 Monate erhöht. Früher gab es 80 000 Bezieherinnen von Karenzgeld, heute beziehen bereits mehr als 140 000 Mütter Kindergeld. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Bleckmann.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Gleichzeitig zu diesen Leistungen konnten wir die Frauenerwerbsquote um 3,2 Prozent auf 62,8 Prozent steigern, und wir liegen damit 7 Prozent über dem EU-Durchschnitt. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Weinzinger: „Ich glaube Ihnen jedes Wort!“
Die Teilzeit arbeitenden Frauen, Frau Kollegin Weinzinger, arbeiten freiwillig Teilzeit! Niemand zwingt sie dazu! (Abg. Mag. Weinzinger: „Ich glaube Ihnen jedes Wort!“)
Abg. Riepl: Warum gibt’s dann immer mehr Frauen, die arbeitslos sind?
Wir haben ein 100-Millionen-€-Paket für eine Qualifizierungsoffensive für Frauen beschlossen, damit sie auch den Pflichtschulabschluss nachholen können und damit wir ihnen Hilfe für den Wiedereinstieg geben. (Abg. Riepl: Warum gibt’s dann immer mehr Frauen, die arbeitslos sind?)
Abg. Öllinger: Der Wahlkampf ist vorbei!
schaue, wo denn das wirklich stattfindet, dann komme ich darauf, dass jeder dritte Arbeitslose aus Wien stammt. Und (Abg. Öllinger: Der Wahlkampf ist vorbei!) – hören Sie gut zu! – die Arbeitslosen, die keinen Pflichtschulabschluss haben, stammen zu zwei Dritteln aus Wien (Abg. Sieber: Ach so?): 66 Prozent der Wiener Arbeitslosen haben keinen Pflichtschulabschluss – und Pflichtschule ist SPÖ-Verantwortung! SPÖ-Verantwortung ist Pflichtschule!
Abg. Sieber: Ach so?
schaue, wo denn das wirklich stattfindet, dann komme ich darauf, dass jeder dritte Arbeitslose aus Wien stammt. Und (Abg. Öllinger: Der Wahlkampf ist vorbei!) – hören Sie gut zu! – die Arbeitslosen, die keinen Pflichtschulabschluss haben, stammen zu zwei Dritteln aus Wien (Abg. Sieber: Ach so?): 66 Prozent der Wiener Arbeitslosen haben keinen Pflichtschulabschluss – und Pflichtschule ist SPÖ-Verantwortung! SPÖ-Verantwortung ist Pflichtschule!
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Bleckmann.
Wien hat die geringste Sozialhilfe! – Sie kritisieren die Armutsgefährdung. Erhöhen Sie doch die Sozialhilfe in Wien! Dann haben wir schlagartig wesentlich weniger Armutsgefährdete, denn das ist ein Wiener Problem. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Bleckmann.)
Abg. Reheis: Das stimmt auch nicht! Wenn es noch so oft behauptet wird, so stimmt es doch nicht!
Wien hat die höchsten Kindergartengebühren: bis zu 196 € – und das ist nicht frauenfreundlich! Wien ist Schlusslicht bei der Kinderbetreuungsquote. (Abg. Reheis: Das stimmt auch nicht! Wenn es noch so oft behauptet wird, so stimmt es doch nicht!) Das heißt, in Wien ist die Kinderbetreuung nicht optimal sichergestellt. Und dass wir hier ein strukturelles Problem haben, kombiniert mit der Arbeitslosigkeit, das bündelt sich! Würde Wien den Österreich-Durchschnitt nicht dermaßen drastisch nach unten ziehen – wir hätten kein so großes Problem mehr! (Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.
Wien hat die höchsten Kindergartengebühren: bis zu 196 € – und das ist nicht frauenfreundlich! Wien ist Schlusslicht bei der Kinderbetreuungsquote. (Abg. Reheis: Das stimmt auch nicht! Wenn es noch so oft behauptet wird, so stimmt es doch nicht!) Das heißt, in Wien ist die Kinderbetreuung nicht optimal sichergestellt. Und dass wir hier ein strukturelles Problem haben, kombiniert mit der Arbeitslosigkeit, das bündelt sich! Würde Wien den Österreich-Durchschnitt nicht dermaßen drastisch nach unten ziehen – wir hätten kein so großes Problem mehr! (Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.
Unter Bundeskanzler Schüssel wurden 70 000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Nur: Im selben Zeitraum sind in Wien 14 000 abgebaut worden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.) Und das alles unter einem roten, SPÖ-geführten Wien! Die Arbeitslosenquote ist in Wien am allerhöchsten von allen Bundesländern. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die SPÖ wirtschaftet Wien in ein frauenfeindliches Klima – wie durch das Vernichten von Arbeitsplätzen – und versucht dann, sich auf die Bundesregierung auszureden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Einem: ... das Gegenteil!)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Unter Bundeskanzler Schüssel wurden 70 000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Nur: Im selben Zeitraum sind in Wien 14 000 abgebaut worden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.) Und das alles unter einem roten, SPÖ-geführten Wien! Die Arbeitslosenquote ist in Wien am allerhöchsten von allen Bundesländern. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die SPÖ wirtschaftet Wien in ein frauenfeindliches Klima – wie durch das Vernichten von Arbeitsplätzen – und versucht dann, sich auf die Bundesregierung auszureden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Einem: ... das Gegenteil!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Einem: ... das Gegenteil!
Unter Bundeskanzler Schüssel wurden 70 000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Nur: Im selben Zeitraum sind in Wien 14 000 abgebaut worden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.) Und das alles unter einem roten, SPÖ-geführten Wien! Die Arbeitslosenquote ist in Wien am allerhöchsten von allen Bundesländern. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die SPÖ wirtschaftet Wien in ein frauenfeindliches Klima – wie durch das Vernichten von Arbeitsplätzen – und versucht dann, sich auf die Bundesregierung auszureden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Einem: ... das Gegenteil!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neudeck und Bravorufe bei der ÖVP.
Lösen Sie die Probleme in Wien, dann werden Sie erkennen, wie gut diese Frauenpolitik ist! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neudeck und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Ach so! Ich hab’ geglaubt, wegen der SPÖ oder wegen Wien!
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Hohes Haus! Es wurde davon gesprochen, dass Frauenpolitik nicht gleichzeitig Familienpolitik sein kann. Es ist schon klar, dass es da Unterschiede gibt, aber ich frage schon: Warum haben denn die Frauen vor allem im Berufsleben Probleme? – Das Grundproblem ist doch, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht so leicht machbar ist. (Abg. Öllinger: Ach so! Ich hab’ geglaubt, wegen der SPÖ oder wegen Wien!) Daher ist gerade dieser Teil der Familienpolitik ein besonders wichtiger Teil, und insofern sind das zwei Bereiche, zwei Arten der Politik, die für mich sehr eng zusammengehören. Und daher kann ich nicht sagen: Familienpolitik ist nichts, aber Frauenpolitik müssen wir machen!, sondern ich glaube, dass der Schwerpunkt genau jener sein muss, den auch die Regierung setzt, indem sie sagt, Familienpolitik ist wichtig, und vor allem der Bereich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist uns ein besonderes Anliegen, und hier müssen vermehrt noch Schwerpunkte gesetzt werden – wie zum Beispiel mit der Familienallianz, die ja auch gegründet worden ist. Das ist wichtig, und diese Schwerpunkte werden gesetzt.
Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.
Deshalb kann man auch nicht sagen, Frauenpolitik ist nicht Familienpolitik. Frauenpolitik und Familienpolitik müssen vielmehr gemeinsam stattfinden! (Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.) – Sagen Sie es ruhig so! Für Sie ist es wahrscheinlich sowieso nicht wichtig, dass es da eine Vereinbarkeit für Frauen gibt.
Abg. Stadlbauer: Das stimmt ja nicht!
Dann sagen Sie auch noch, dass die Politik, die gemacht wird, dazu führt, dass Frauen zu Hause bleiben. Da frage ich schon: Wozu hat denn das Karenzgeld, das Sie unter SPÖ-Regierung hatten, geführt? – Dazu, dass die Frauen in der Zeit, in der sie in Karenz waren, nicht arbeiten durften, denn sonst hätten sie das Karenzgeld nicht erhalten. (Abg. Stadlbauer: Das stimmt ja nicht!) Aber so war es! (Abg. Heinisch-Hosek: ...! Waren Sie nicht da vorher?) Durch das Kinderbetreuungsgeld mit der Zuverdienstmöglichkeit haben die Frauen die Möglichkeit, mit ihrem Betrieb weiter in Kontakt zu bleiben, dazuzuverdienen, und haben jetzt nicht mehr Berufsverbot – das sie vorher hatten. So ist es nun einmal! Nehmen Sie das zur Kenntnis, dass das jetzt verbessert worden ist! (Abg. Stadlbauer: Aber das stimmt ja nicht, was Sie sagen!)
Abg. Heinisch-Hosek: ...! Waren Sie nicht da vorher?
Dann sagen Sie auch noch, dass die Politik, die gemacht wird, dazu führt, dass Frauen zu Hause bleiben. Da frage ich schon: Wozu hat denn das Karenzgeld, das Sie unter SPÖ-Regierung hatten, geführt? – Dazu, dass die Frauen in der Zeit, in der sie in Karenz waren, nicht arbeiten durften, denn sonst hätten sie das Karenzgeld nicht erhalten. (Abg. Stadlbauer: Das stimmt ja nicht!) Aber so war es! (Abg. Heinisch-Hosek: ...! Waren Sie nicht da vorher?) Durch das Kinderbetreuungsgeld mit der Zuverdienstmöglichkeit haben die Frauen die Möglichkeit, mit ihrem Betrieb weiter in Kontakt zu bleiben, dazuzuverdienen, und haben jetzt nicht mehr Berufsverbot – das sie vorher hatten. So ist es nun einmal! Nehmen Sie das zur Kenntnis, dass das jetzt verbessert worden ist! (Abg. Stadlbauer: Aber das stimmt ja nicht, was Sie sagen!)
Abg. Stadlbauer: Aber das stimmt ja nicht, was Sie sagen!
Dann sagen Sie auch noch, dass die Politik, die gemacht wird, dazu führt, dass Frauen zu Hause bleiben. Da frage ich schon: Wozu hat denn das Karenzgeld, das Sie unter SPÖ-Regierung hatten, geführt? – Dazu, dass die Frauen in der Zeit, in der sie in Karenz waren, nicht arbeiten durften, denn sonst hätten sie das Karenzgeld nicht erhalten. (Abg. Stadlbauer: Das stimmt ja nicht!) Aber so war es! (Abg. Heinisch-Hosek: ...! Waren Sie nicht da vorher?) Durch das Kinderbetreuungsgeld mit der Zuverdienstmöglichkeit haben die Frauen die Möglichkeit, mit ihrem Betrieb weiter in Kontakt zu bleiben, dazuzuverdienen, und haben jetzt nicht mehr Berufsverbot – das sie vorher hatten. So ist es nun einmal! Nehmen Sie das zur Kenntnis, dass das jetzt verbessert worden ist! (Abg. Stadlbauer: Aber das stimmt ja nicht, was Sie sagen!)
Beifall des Abg. Neudeck und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Sie haben selbst gesagt, das Kinderbetreuungsgeld würden Sie heute nicht mehr abschaffen, sondern Sie würden es nur noch verbessern und ausweiten, oder wie auch immer. Auf jeden Fall nehmen Sie auch zur Kenntnis, dass das Kinderbetreuungsgeld eine gute Einrichtung ist, die diese Regierung geschaffen hat. Und es ist auch gut so, dass wir es dann alle gemeinsam verbessern. (Beifall des Abg. Neudeck und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Heinisch-Hosek: Früher ist mehr passiert!
Wenn wir jetzt auf die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen zu sprechen kommen, dann muss ich sagen – und ich bin auch schon lange in der Frauenpolitik tätig –, dass dieses Thema seit Jahren, wahrscheinlich seit es Frauenpolitik als eigene Politik gibt, das wichtigste Thema ist. Nur: Sehr viel ist eben in den letzten 40 Jahren in diesem Bereich auch nicht passiert, das muss man schon einmal zur Kenntnis nehmen. Auch Ihnen ist es in der Zeit, in der Sie eine Frauenministerin nach der anderen hatten, nicht gelungen, hier eklatant irgendwelche Verbesserungen herbeizuführen. Das müssen Sie eben auch zur Kenntnis nehmen, dass das anscheinend ein sehr schwieriger Bereich ist. (Abg. Heinisch-Hosek: Früher ist mehr passiert!)
Abg. Stadlbauer: Reden Sie mit der Wirtschaft, dass sie besser zahlt!
Ich gebe Ihnen Folgendes mit auf den Weg, wenn Sie wirklich Interesse haben, da etwas zu verändern, zu verbessern – neben dem, was die Regierung ohnehin schon tut –: Setzen Sie mit bei den Sozialpartnern an! Setzen Sie dort an, wo die Kollektivverträge auch für die Frauen gemacht werden! Reden Sie mit Ihren Gewerkschaftskollegen, die ja vor allem auch immer Kollektivverträge verhandeln, dass sie sich – auch die Männer für die Frauen – einsetzen, damit es in den Bereichen, in denen die Frauen tätig sind, bessere Kollektivverträge gibt! (Abg. Stadlbauer: Reden Sie mit der Wirtschaft, dass sie besser zahlt!)
Abg. Schopf: Sie haben doch keine Ahnung von Lohnverhandlungen!
Schauen Sie einmal, dass Sie in diesem Bereich auch etwas bewegen, wo Sie jetzt noch die Möglichkeit haben, etwas zu bewegen. Setzen Sie sich dort ein! – Da passiert nichts! Nicht einmal einen Mindestlohn in der Höhe von 1 000 € umzusetzen und durchzusetzen ist bisher auf Seiten der Gewerkschaft gelungen. (Abg. Schopf: Sie haben doch keine Ahnung von Lohnverhandlungen!)
Abg. Sieber: Lästig sein! Lästig sein!
Probieren Sie es einmal! Sie haben sich anscheinend noch nicht großartig dafür eingesetzt. (Abg. Sieber: Lästig sein! Lästig sein!) Und das, was man in diesem Bereich machen muss, ist nun einmal, Bewusstseinskampagnen zu führen, Bewusstseinsänderungen herbeizuführen, und das kann man eben nur mit medialer Arbeit.
Abg. Heinisch-Hosek: Nur für private Projekte! Das wissen Sie genau!
Wenn Sie das Thema Kinderbetreuung ansprechen, so wissen Sie selbst, dass Kinderbetreuung Ländersache ist, und Sie haben ja einige Landeshauptleute, die, wenn sie wollten, auch einiges verändern könnten. Hier könnte man verstärkt ansetzen und verstärkt fördern, nur: Es liegt nun einmal die Zuständigkeit auf Seiten des Landes. Der Bund hat hier eine Zusatzaufgabe, eine Fleißaufgabe gemacht, nämlich im Sozialministerium, wo die Sozialministerin gesagt hat, es ist ihr ein großes Anliegen, dass zusätzliche Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden. Es gibt für die Jahre 2005 und 2006 jeweils 700 000 €, mit denen zusätzliche Kinderbetreuungsplätze – zusätzlich zu dem, was die Länder machen – geschaffen werden können. Das heißt, bis Ende des Jahres 2005 gibt es 1 000 neue Kinderbetreuungsplätze auf Grund dieses Projektes, und das wird es für 2006 auch geben. (Abg. Heinisch-Hosek: Nur für private Projekte! Das wissen Sie genau!)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Nehmen Sie das halt auch in Anspruch und nehmen Sie zur Kenntnis, dass hier auf Seiten der Bundesregierung Fleißaufgaben gemacht werden, indem wir in Bereichen arbeiten, für die eigentlich die Länder zuständig wären, also Ihre Landeshauptleute. Nehmen Sie sich selbst bei der Nase, und kehren Sie vor der eigenen Tür! (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Mehrere! ...! Haben Sie nicht aufgepasst? – Der Kollege Öllinger hat nicht aufgepasst!
Wenn ich es recht gehört habe, Frau Bundesministerin, dann haben Sie gesagt, es wird als eine der Maßnahmen, die Sie setzen, einen Männer- und Frauenbericht – oder Frauen- und Männerbericht – für die letzten zehn Jahre geben. (Abg. Dr. Fekter: Mehrere! ...! Haben Sie nicht aufgepasst? – Der Kollege Öllinger hat nicht aufgepasst!) – Bitte können Sie einmal zuhören! Sie können ja nachher etwas sagen, wenn ich den Kommentar dazu gemacht habe.
Abg. Dr. Fekter: Wollen Sie Männer diskriminieren?
Ich finde das sinnvoll. Aber bitte, Frau Bundesministerin, könnten Sie wenigstens dann mit den Männern in Ihren beiden Fraktionen reden? Die haben nämlich verlangt, dass es extra – zu diesem Bericht, den Sie machen, in dem Männer und Frauen verglichen werden, noch dazu – noch einen Männerbericht geben soll. Und das haben sie auch durchgesetzt – wider besseres Wissen, dass es nämlich von Ihrem Ressort einen Bericht gibt (Abg. Dr. Fekter: Wollen Sie Männer diskriminieren?), in dem Frauen und Männer ohnehin für die zurückliegenden zehn Jahre verglichen werden.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wo, Frau Ministerin, bleibt da Ihre Stimme? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: So ist es!
Ja, wo sind wir denn in den Initiativen der Bundesregierung in Richtung Anhebung der Mindestlöhne? Da nützt es nichts, wenn man dann auf die Gewerkschaft zeigt – die außerdem nicht alleine Mindestlöhne verhandelt, sondern immer noch ein Gegenüber hat (Abg. Heinisch-Hosek: So ist es!), welches Arbeitgeberseite heißt, das zustimmen muss, denn von diesem kommt das Geld.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Dass man sich bei diesen Widersprüchen überhaupt noch auskennt!
Da nützt es nichts, zu sagen: Wir sind nicht dafür verantwortlich, dass es diese Mindestlöhne nicht gibt!, und das dann auch noch irgendwie mit einem kleinen Lächeln anzupreisen, sondern es wäre notwendig, von Ihrer Seite Initiativen zu setzen, damit sich tatsächlich bei den Frauenlöhnen durch Mindestlöhne, durch gesetzliche Mindestlöhne etwas ändert. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Dass man sich bei diesen Widersprüchen überhaupt noch auskennt!)
Zwischenruf des Abg. Sieber. – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Rauch-Kallat.
Frau Bundesministerin Haubner sagt, auch wenn die Omi und auch wenn die Frau – also die Mutter – betreut, soll der Mann die Möglichkeit haben, die Frau als Steuerabzugsposten für Kinderbetreuung geltend zu machen. (Zwischenruf des Abg. Sieber. – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Rauch-Kallat.) – Das hat sie uns erklärt!
Abg. Steibl: Nein, das wollen wir mit Sicherheit nicht, ...! – Ruf bei der ÖVP: Was haben Sie denn gegen die Oma?
Nein, das wollen wir mit Sicherheit nicht, dass die Omi oder der Opa oder die Frau als Steuerabzugsposten für Kinderbetreuung geltend gemacht werden kann! (Abg. Steibl: Nein, das wollen wir mit Sicherheit nicht, ...! – Ruf bei der ÖVP: Was haben Sie denn gegen die Oma?)
Beifall bei den Grünen.
Denn was wir wollen, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist, dass Kinderbetreuungsangebote verbessert werden – und nicht exklusive Abzugsposten für Frauen oder für Mütter geschaffen werden! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neudeck: Deine Rede ist schon so viel gescheitert, dass das auch Wurscht ist!
So, und jetzt zum eigentlichen Thema. – Sie, Frau Bundesministerin, haben am Beginn Ihres Redebeitrages – sagen wir: in Form einer leichten Polemik – gegenüber SPÖ-Abgeordneten gesagt: „In welcher Lebenswelt ... leben Sie eigentlich?“ – Das war ein Versuch, eine Polemik aufzubauen. (Abg. Neudeck: Deine Rede ist schon so viel gescheitert, dass das auch Wurscht ist!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt frage ich Sie, Frau Bundesministerin: Wo bleibt da Ihr Aufschrei – und unsere gemeinsame Initiative hier im Parlament –, dass es nicht bei diesen 468 € bleiben kann, denn 468 € sind zum Leben zu wenig?! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das wissen Sie genauso gut wie ich, da brauche ich nicht in der Lebenswelt eines anderen zu leben, sondern das weiß ich: 468 € pro Monat sind zum Leben zu wenig! Trotzdem nimmt es die Politik Jahr für Jahr in Kauf. Und da interessiert mich überhaupt nicht, ob das zu SPÖ/ÖVP-Zeiten – das vergessen Sie ja immer wieder – anders war; natürlich war es nicht besser! Ein ums andere Jahr erklären wir Ihnen: Davon kann man nicht leben! Trotzdem lassen Sie die Leute davon leben und sagen, das ist deren Problem. 468 € sind offensichtlich genug – wir sagen Ihnen aber, das ist mit Sicherheit nicht genug.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Bundesministerin, was wir von Ihnen verlangen, das ist eine klare, eine starke Stimme für die Frauen – nicht deshalb, weil wir der Meinung sind, Sie könnten das eine oder andere oder sehr vieles verbessern und die Arbeitslosigkeit reduzieren, die Einkommensunterschiede reduzieren, nein, sondern deshalb, weil die Frauen diese starke Stimme brauchen. Und die sind Sie leider nicht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Besonders in Wien!
Zum Zweiten: Frau Kollegin Fekter, Sie haben sehr wortgewaltig kritisiert, wir SozialdemokratInnen würden immer nur jammern, Panik machen, alles schlechtmachen. – Frau Kollegin Fekter, es liegt uns fern, etwas schlechtzumachen oder Panik zu erzeugen, nur, Frau Kollegin Fekter, es ist Tatsache, dass sich die Realitäten der Frauen in den letzten fünf Jahren wahrlich verändert haben. (Abg. Dr. Fekter: Besonders in Wien!) Wenn man der Frau Ministerin bei der Anfragebeantwortung zugehört hat, könnte man meinen, es sei alles eitel Wonne.
Abg. Steibl: Aber Sie sind als Nationalrätin für ganz Österreich zuständig!
„Wien“ war jetzt ein Stichwort, Frau Kollegin Fekter: Also ich fühle mich als Mostviertler Abgeordnete nicht zuständig für die Angelegenheiten der Stadt Wien. (Abg. Steibl: Aber Sie sind als Nationalrätin für ganz Österreich zuständig!) Ich bin eine regionale Abgeordnete, und es geht um Bundesgesetzgebung, und es geht um Maßnahmen für die Frauen in ganz Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
„Wien“ war jetzt ein Stichwort, Frau Kollegin Fekter: Also ich fühle mich als Mostviertler Abgeordnete nicht zuständig für die Angelegenheiten der Stadt Wien. (Abg. Steibl: Aber Sie sind als Nationalrätin für ganz Österreich zuständig!) Ich bin eine regionale Abgeordnete, und es geht um Bundesgesetzgebung, und es geht um Maßnahmen für die Frauen in ganz Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, da die Frau Ministerin in ihrer Anfragebeantwortung auch auf die Integration eingegangen ist, noch ein Thema, das mich maßlos aufregt, nicht unbedingt ein Frauenthema, aber in letzter Konsequenz sicherlich auch ein Thema, das Mädchen betrifft, nämlich das Sprachticket, das momentan in ganz Österreich an Kinder, die eine Frühförderung brauchen, verteilt wird: 80 €, vier Stunden pro Woche, zwölf Mal. Dieses Ticket kann in ganz Österreich nirgends eingelöst werden. – Genauso eine Pseudomaßnahme, Frau Ministerin, wie vielfach Ihre Maßnahmen, die Sie uns heute bei der Anfragebeantwortung genannt haben, sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Werte Kollegen und Kolleginnen! Also manchmal, wenn man hier zuhört, muss man die Sozialisten schon fragen, was sie wollen, denn einmal wollen sie die Frauenpolitik in diesem Eck haben, einmal wollen sie die Familienpolitik in diesem Eck haben, also ganz so, wie sie es brauchen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: Querschnittsmaterie!
Sagen Sie einmal, was Sie konkret wollen, denn Sie vermischen da Äpfel mit Birnen und wissen selbst nicht, was Sie tun, wenn Sie eine Dringliche Anfrage an die Frau Bundesminister für Frauenangelegenheiten stellen und ein Großteil der Fragen die Familienministerin betrifft! (Abg. Heinisch-Hosek: Querschnittsmaterie!) Aber möglicherweise kann ich Ihnen jetzt in den nächsten paar Minuten etwas mit auf den Weg geben, damit Sie wissen, was wir in diesem Bereich alles tun.
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Erwähnen möchte ich noch, dass die Familienleistungen nunmehr 5,4 Milliarden € betragen. Im Jahre 1999 waren es lediglich 4,1 Milliarden €. Und Folgendes muss man schon sagen: Kinderbetreuung ... (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Frau Kollegin Silhavy, Kinderbetreuung ist Ländersache, und ich freue mich, wenn Herr Landeshauptmann Voves nunmehr das letzte Kindergartenjahr sozusagen gratis anbietet und die Steiermark auch da eine Vorreiterrolle übernimmt, wenn tatsächlich das gemacht wird, was hier schon oft angesprochen wurde. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Frau Kollegin Steibl, wie war das mit den Kochbüchern? Gilt das für die Männer oder für die Frauen?) – Für beide, auch für Sie!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Frau Kollegin Steibl, wie war das mit den Kochbüchern? Gilt das für die Männer oder für die Frauen?
Erwähnen möchte ich noch, dass die Familienleistungen nunmehr 5,4 Milliarden € betragen. Im Jahre 1999 waren es lediglich 4,1 Milliarden €. Und Folgendes muss man schon sagen: Kinderbetreuung ... (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Frau Kollegin Silhavy, Kinderbetreuung ist Ländersache, und ich freue mich, wenn Herr Landeshauptmann Voves nunmehr das letzte Kindergartenjahr sozusagen gratis anbietet und die Steiermark auch da eine Vorreiterrolle übernimmt, wenn tatsächlich das gemacht wird, was hier schon oft angesprochen wurde. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Frau Kollegin Steibl, wie war das mit den Kochbüchern? Gilt das für die Männer oder für die Frauen?) – Für beide, auch für Sie!
Wow-Rufe bei der ÖVP
Folgendes noch, weil offensichtlich Sie von der SPÖ vergessen haben, was Sie im Bereich Familienpolitik gemacht haben: Unter Federführung der SPÖ wurde der Wegfall der Geburtenbeihilfe bis zum dritten Lebensjahr des Kindes (Wow-Rufe bei der ÖVP), die Verkürzung der Bezugszeit des Karenzgeldes sowie die Verkürzung der Karenzzeit auf 18 Monate beschlossen. (Abg. Hornek: Wahnsinn! Das ist soziale Kälte! – Abg. Silhavy: War da nicht auch der Herr Schüssel irgendwie dabei?)
Abg. Hornek: Wahnsinn! Das ist soziale Kälte! – Abg. Silhavy: War da nicht auch der Herr Schüssel irgendwie dabei?
Folgendes noch, weil offensichtlich Sie von der SPÖ vergessen haben, was Sie im Bereich Familienpolitik gemacht haben: Unter Federführung der SPÖ wurde der Wegfall der Geburtenbeihilfe bis zum dritten Lebensjahr des Kindes (Wow-Rufe bei der ÖVP), die Verkürzung der Bezugszeit des Karenzgeldes sowie die Verkürzung der Karenzzeit auf 18 Monate beschlossen. (Abg. Hornek: Wahnsinn! Das ist soziale Kälte! – Abg. Silhavy: War da nicht auch der Herr Schüssel irgendwie dabei?)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das allein zeigt, dass man auch ein bissel am Boden bleiben muss. Ich denke, man stellt vieles viel zu schnell auf den Kopf, aber es ist um vieles schwieriger, etwas auf die Beine zu bringen und zu schauen, dass es auf Schiene ist und dass gute Politik gemacht wird. Und genau das machen wir in Österreich mit dieser Bundesregierung unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und mit unserer Frau Bundesministerin für Frauenangelegenheiten Rauch-Kallat. Sie von der SPÖ wissen das ohnehin, wollen es jedoch nicht wahrhaben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Bundesministerin Rauch-Kallat: Gott sei Dank!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich habe mich gefragt, was denn eigentlich alles los sein muss in Österreich, dass sich Herr Veit Sorger von der Industriellenvereinigung und Herr Herbert Tumpel von der Arbeiterkammer, beide sehr honorige Herren, für eine Pressekonferenz zusammentun und mehr Kinderbetreuungsplätze in Österreich einfordern. (Bundesministerin Rauch-Kallat: Gott sei Dank!) – Gott sei Dank tun die beiden das, Frau Ministerin, jedoch: Wann haben Sie das zum letzten Mal getan? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich habe mich gefragt, was denn eigentlich alles los sein muss in Österreich, dass sich Herr Veit Sorger von der Industriellenvereinigung und Herr Herbert Tumpel von der Arbeiterkammer, beide sehr honorige Herren, für eine Pressekonferenz zusammentun und mehr Kinderbetreuungsplätze in Österreich einfordern. (Bundesministerin Rauch-Kallat: Gott sei Dank!) – Gott sei Dank tun die beiden das, Frau Ministerin, jedoch: Wann haben Sie das zum letzten Mal getan? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neudeck: Vor allem in Wien!
Wann haben Sie, Frau Bundesministerin, das letzte Mal eine Pressekonferenz gegeben – möglicherweise mit Verbündeten aus der Wirtschaft, aus ArbeitnehmerInnen-Kreisen – und gesagt: Wir brauchen in Österreich dringend Kinderbetreuungsplätze!? (Abg. Neudeck: Vor allem in Wien!)
Beifall und Heiterkeit bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Da sitzt ein junges, total fesches Paar, Zeitung lesend im gestylten, pieksauberen Wohnzimmer, und dann fragt eines der Kinder nach dem anderen: Mami, bin ich ein Wunschkind? – Und die Mutter sagt jedem der Kinder natürlich: Du bist auch ein Wunschkind! – Ich frage Sie: Sind Sie schon einmal mit fünf Kindern im Alter von sieben Jahren bis herunter zu einem halben Jahr Zeitung lesend in einem aufgeräumten Wohnzimmer gesessen?! (Beifall und Heiterkeit bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Schlechte PR-Agentur!
Das ist ein Familienbild, wo ich wirklich nicht mitkann! (Abg. Dr. Fekter: Schlechte PR-Agentur!) Wenn man sich das anschaut, ist es wirklich zum Lachen, aber andererseits: Was wird denn da den Familien vermittelt? Was wird damit Familien mit fünf Kindern vermittelt? – Ihr seid doch zu blöd, zu dumm, zu patschert, dass ihr das erreicht, was hier gezeigt wird, denn bei euch geht’s rund, bei euch ist es schmutzig, ihr habt bei weitem nicht diese schöne Wohnung, weil ihr hinten und vorne nicht wisst, wie ihr mit fünf Kindern mit dem Geld auskommen sollt! Ihre Antwort lautet, dass diese Mutter mit fünf Kindern auch noch erwerbstätig sein kann!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
So, meine ich, kann man und darf man Familienpolitik und in diesem Sinne auch Frauenpolitik nicht machen, denn man darf den Frauen nicht etwas vorgaukeln, was so nie und nimmer erreichbar ist! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe: Ist nicht da!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Brinek. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 4 Minuten. Restredezeit: 12 Minuten. (Rufe: Ist nicht da!) – Sie ist da, sie eilt herbei. – Entschuldigung, vorher gelangt Frau Abgeordnete Mag. Muttonen zu Wort.
Heiterkeit. – Abg. Heinisch-Hosek: Machen Sie sich nicht auch noch lustig darüber, Herr Präsident!
Ich war so fasziniert vom aufgeräumten Zimmer mit den fünf Kindern, denn bei meinen sechsen war es nie aufgeräumt. (Heiterkeit. – Abg. Heinisch-Hosek: Machen Sie sich nicht auch noch lustig darüber, Herr Präsident!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Es ist schön, Herr Präsident, wenn Sie in diese Lebenswelten einsteigen können. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Es ist aber nicht neu, dass die Luft in Führungspositionen für Frauen sehr dünn ist; traurig ist nur, Frau Ministerin, dass Sie nichts dagegen unternehmen, und traurig ist auch, dass Sie die Querschnittmaterie, für die Sie ja verantwortlich und zuständig sind, nicht nutzen, um sich einzumischen, um für Frauen auf allen Ebenen Partei zu ergreifen, um sich zu engagieren. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn man sich die Universitäten anschaut, dann wissen Sie, dass die Anzahl der Professorinnen sehr gering ist. In diesem Bereich ist Österreich ebenfalls nicht im Spitzenfeld zu finden. Ich würde gerne wissen: Was werden Sie tun? Welche konkreten Vorschläge haben Sie, um Frau Ministerin Gehrer aufzuwecken? – In den nächsten Jahren werden 40 Prozent der Professuren vakant. Da wäre es ganz wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, aber bis jetzt war leider nichts von Ihnen zu hören. Es gibt also rundum viel zu tun. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: Sie sagen immer Querschnittmaterie!
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Geschätzte Vorrednerin! Ich freue mich zwar über den großen Radius des Arbeitsbereiches der Frau Frauenministerin, aber für so viele Dinge, wie Sie sie verantwortlich machen wollen, kann sie nicht zur Verantwortung gezogen werden. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie sagen immer Querschnittmaterie!) – Querschnitt, ja, darum kann ich auch sagen, was zum Beispiel Frau Ministerin Gehrer an wunderbarer Arbeit und Politik (Abg. Heinisch-Hosek: Sie muss sich immer einmischen!) im Bereich Bildung, Wissenschaft und Forschung macht. (Abg. Dr. Rada: Das stimmt aber nicht!)
Abg. Heinisch-Hosek: Sie muss sich immer einmischen!
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Geschätzte Vorrednerin! Ich freue mich zwar über den großen Radius des Arbeitsbereiches der Frau Frauenministerin, aber für so viele Dinge, wie Sie sie verantwortlich machen wollen, kann sie nicht zur Verantwortung gezogen werden. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie sagen immer Querschnittmaterie!) – Querschnitt, ja, darum kann ich auch sagen, was zum Beispiel Frau Ministerin Gehrer an wunderbarer Arbeit und Politik (Abg. Heinisch-Hosek: Sie muss sich immer einmischen!) im Bereich Bildung, Wissenschaft und Forschung macht. (Abg. Dr. Rada: Das stimmt aber nicht!)
Abg. Dr. Rada: Das stimmt aber nicht!
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Geschätzte Vorrednerin! Ich freue mich zwar über den großen Radius des Arbeitsbereiches der Frau Frauenministerin, aber für so viele Dinge, wie Sie sie verantwortlich machen wollen, kann sie nicht zur Verantwortung gezogen werden. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie sagen immer Querschnittmaterie!) – Querschnitt, ja, darum kann ich auch sagen, was zum Beispiel Frau Ministerin Gehrer an wunderbarer Arbeit und Politik (Abg. Heinisch-Hosek: Sie muss sich immer einmischen!) im Bereich Bildung, Wissenschaft und Forschung macht. (Abg. Dr. Rada: Das stimmt aber nicht!)
Abg. Heinisch-Hosek: Haben Sie den Uni-Bericht gelesen? – Abg. Mag. Muttonen: Was ist mit leitenden Posten?
Frau Muttonen ist offenbar in den letzten Jahren nie durch die Wiener Galerien gegangen, denn sonst hätte sie erkennen müssen, dass die Wiener Galerien im Wesentlichen von Frauen geleitet werden. Da mag sich wer auch immer das Mascherl anheften. (Abg. Heinisch-Hosek: Haben Sie den Uni-Bericht gelesen? – Abg. Mag. Muttonen: Was ist mit leitenden Posten?)
Abg. Mag. Muttonen: Noch eine!
Was für diese Regierung im Kunstbereich ganz sicher gilt, sind zum Beispiel Frau Direktorin Gabriele Zuna-Kratky (Abg. Mag. Muttonen: Noch eine!), Frau Generaldirektorin Johanna Rachinger von der ÖNB, ihre Vorgängerin Generaldirektorin Magda Strebl, vor vielen Jahren berufen, Frau Direktorin Ingried Brugger, Frau Direktorin Stella Rollig im Lentos und viele andere.
Beifall bei der ÖVP.
Also: Sprechen Sie die Dinge beim Namen an und sagen Sie, wo Ihre Probleme liegen! (Beifall bei der ÖVP.) In diesem Bereich hat die Regierung in den letzten Jahren in einem hohen Maße das getan, was möglich war. Sie hat vorbildliche Berufungen dort, wo sie die Chance hatte, zu berufen, vorgenommen.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neudeck.
Meine Damen und Herren! Beweise sind genug erbracht. Frauenpolitik ist eine Querschnittmaterie. Für Frau Bildungs- und Kulturministerin Gehrer kann ich sagen: Wir sind gut unterwegs. Ich lade Sie ein, an weiteren Programmen mitzuarbeiten. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neudeck.)
Abg. Grander: Geh!
zu arbeiten, die unsere Unterstützung brauchen, die armutsgefährdet sind, die arbeitslos sind, wie sie falsche Zahlen präsentieren, wie sie Statistiken uminterpretieren, wie sie die Situation schönreden (Abg. Grander: Geh!), dann wäre es ein Stückchen gerechter in Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
zu arbeiten, die unsere Unterstützung brauchen, die armutsgefährdet sind, die arbeitslos sind, wie sie falsche Zahlen präsentieren, wie sie Statistiken uminterpretieren, wie sie die Situation schönreden (Abg. Grander: Geh!), dann wäre es ein Stückchen gerechter in Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Noch einmal das Angebot: Ich lade Sie ein: Machen wir etwas für die Frauen! Es gibt viel zu tun. Dabei sein alleine ist leider zu wenig. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Frau Präsident! Frau Bundesminister! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Frau Minister, Sie haben Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek gefragt, in welcher Welt sie lebt. Ich sage es Ihnen: In der realen Welt, in der Wirklichkeit lebt sie – unter den Menschen! Wir wissen schon, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsfraktionen, für wen in diesem Lande Politik gemacht wird. Für die breite Bevölkerung nicht und schon gar nicht für die Frauen! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Von Regierungsvertretern und von einigen Damen und Herren Abgeordneten ist hier zum Ausdruck gebracht worden, dass die Damen die Teilzeit wollen. Ich lade Sie einmal in unsere Regionen quer durch das Bundesgebiet ein. Sehr große Firmen stellen nicht eine einzige Dame als Vollbeschäftigte ein. Das jetzt so darzustellen, dass das der Wunsch der Frauen sei, da liegen Sie sehr weit daneben. Ich lade Sie auch ein, einmal zu den Menschen zu gehen und mit den Frauen zu diskutieren, die nicht einmal 700 € im Monat haben, die vielleicht noch das Problem haben, dass sie weder leistbare Kinderbetreuungseinrichtungen und schon gar nicht geeignete Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen vorfinden. Und dann tun Sie so, als ob alles wunderschön sei. In Wirklichkeit hat Ihre Politik, aber nicht nur für die Frauen, sondern für die Menschen überhaupt in unserer Heimat eigentlich alles verschlechtert. (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin sicher, nicht nur die Frauen, aber vor allem die Frauen werden Ihnen eine entsprechende Antwort geben, nämlich am Wahltag bei der nächsten Nationalratswahl. Da bin ich mir ganz sicher, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
ben wir denn? Wie schaut es denn in der Generalität aus? Oder wie schaut es in den Banken aus? Meine Damen und Herren! Das ist es eigentlich nicht einmal wert, dass wir es diskutieren. Wir wissen es alle: Da können sich die Frauen nur gefrotzelt vorkommen. Ich sage das auch in aller Klarheit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Der Sepp Rieder hat das verhandelt!
Abschließend sage ich Folgendes – und ich bin neugierig, was Kollege Neugebauer in den nächsten Tagen dazu sagen wird; ich gehe davon aus, dass auch er überrascht war –: Es hat ja eine Jubelmeldung des Finanzministers gegeben, dass die Verwaltungsreform II 15 667 Planstellen kostet. In einer Zeit, die die schlechteste und prekärste Arbeitsmarktsituation in der Zweiten Republik aufweist (Abg. Mag. Molterer: Der Sepp Rieder hat das verhandelt!) – das kann man nicht schönreden, Herr Klubobmann –, feiert man, dass 16 000 Leute im öffentlichen Dienst nicht mehr nachbesetzt werden. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Abschließend sage ich Folgendes – und ich bin neugierig, was Kollege Neugebauer in den nächsten Tagen dazu sagen wird; ich gehe davon aus, dass auch er überrascht war –: Es hat ja eine Jubelmeldung des Finanzministers gegeben, dass die Verwaltungsreform II 15 667 Planstellen kostet. In einer Zeit, die die schlechteste und prekärste Arbeitsmarktsituation in der Zweiten Republik aufweist (Abg. Mag. Molterer: Der Sepp Rieder hat das verhandelt!) – das kann man nicht schönreden, Herr Klubobmann –, feiert man, dass 16 000 Leute im öffentlichen Dienst nicht mehr nachbesetzt werden. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Mein Schlusswort, Frau Präsidentin: Davon ist sicher wieder mehr als 50 Prozent weibliches Personal betroffen. Daher: Sie haben eigentlich in der Frauenpolitik abgedankt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da uns dieses Thema sehr wichtig ist, werden wir zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Ich darf es abschließend ganz deutlich sagen: Vielleicht gibt es heute noch eine Möglichkeit, dass wir eine abgeänderte Gesetzeslage gemeinsam diskutieren und noch einmal darüber nachdenken. Ich darf von dieser Stelle aus sagen ... (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Ich verstehe schon, Herr Präsident, es tut Ihnen weh. (Abg. Grillitsch: Dass die Bergbauern aufgeben ...!) Aber gehen Sie einmal hinaus zu Ihren Leuten, gehen Sie hinaus und reden Sie mit ihnen! Sie trauen sich wahrscheinlich nicht mehr, zu diesen Versammlungen zu gehen.
Abg. Grillitsch: Dass die Bergbauern aufgeben ...!
Ich darf es abschließend ganz deutlich sagen: Vielleicht gibt es heute noch eine Möglichkeit, dass wir eine abgeänderte Gesetzeslage gemeinsam diskutieren und noch einmal darüber nachdenken. Ich darf von dieser Stelle aus sagen ... (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Ich verstehe schon, Herr Präsident, es tut Ihnen weh. (Abg. Grillitsch: Dass die Bergbauern aufgeben ...!) Aber gehen Sie einmal hinaus zu Ihren Leuten, gehen Sie hinaus und reden Sie mit ihnen! Sie trauen sich wahrscheinlich nicht mehr, zu diesen Versammlungen zu gehen.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Ich sage, wir Sozialdemokraten stehen auf der Seite der Schwächeren. Wir stehen hier auf der Seite der Eingeforsteten und werden dafür kämpfen, dass diese Menschen, die jetzt durch Ihren Beschluss ihr Recht verlieren, wieder zu ihrem Recht kommen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass dies nicht bloße Nutzungsrechte sind, sondern dass sie eine Art Miteigentümer-Partnerschaft für den einzelnen Berechtigten bedeuten. Die Berechtigten sind aus meiner Sicht als solche zu betrachten, und die Nutzungsrechte bilden auch heute noch einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung von bäuerlichen Existenzen. Dies unterstreicht auch die Bedeutung dieses heutigen Gesetzes. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Nein, nicht „Ihre Vertreter“!
Es ist auch interessant, wer beim Verfassungsgerichtshof die Beschwerde geführt hat: Es war nämlich die Österreichische Bundesforste AG. Das heißt, eigentlich hat der Eigentümervertreter, die Republik Österreich, beziehungsweise Ihre Vertreter dort die Beschwerde geführt, um die Rechte der Bundesforste gegenüber den eingeforsteten ... (Abg. Mag. Molterer: Nein, nicht „Ihre Vertreter“!) Bitte? (Abg. Mag. Molterer: Das ist einfach falsch! Du weißt nicht, was eine AG ist, und kennst nicht die geschäftliche Struktur!)
Abg. Mag. Molterer: Das ist einfach falsch! Du weißt nicht, was eine AG ist, und kennst nicht die geschäftliche Struktur!
Es ist auch interessant, wer beim Verfassungsgerichtshof die Beschwerde geführt hat: Es war nämlich die Österreichische Bundesforste AG. Das heißt, eigentlich hat der Eigentümervertreter, die Republik Österreich, beziehungsweise Ihre Vertreter dort die Beschwerde geführt, um die Rechte der Bundesforste gegenüber den eingeforsteten ... (Abg. Mag. Molterer: Nein, nicht „Ihre Vertreter“!) Bitte? (Abg. Mag. Molterer: Das ist einfach falsch! Du weißt nicht, was eine AG ist, und kennst nicht die geschäftliche Struktur!)
Beifall bei den Grünen.
Schauen Sie, die Österreichische Bundesforste AG ist zu 100 Prozent im Eigentum der Republik, Herr Kollege Molterer! Zu 100 Prozent im Eigentum der österreichischen Republik – also was soll das? (Beifall bei den Grünen.) Wenn hier der Eigentümer, nämlich die Republik Österreich, gegen die österreichischen Bäuerinnen und Bauern eine Beschwerde vor dem Verfassungsgerichtshof führt, ist das zumindest eine sehr, sehr pikante Angelegenheit. Das sollte man nicht vergessen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir werden daher diesem Gesetz leider nicht zustimmen können. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich erklärt!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine geschätzten Damen und Herren! Hin und wieder finde ich es faszinierend: Im Ausschuss haben ganz klar alle Parteien zugestimmt. Im Ausschuss wurde das noch als großer Konsens gefeiert, und alle waren überzeugt davon, hier etwas Gutes gemacht zu haben. Das muss man einmal ganz ehrlich sagen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich erklärt!)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir vom freiheitlichen Klub werden natürlich unsere Zustimmung, die wir im Ausschuss gegeben haben, auch halten und werden dem Gesetz zustimmen. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Um die Fairness zu wahren, sieht diese Novelle aber auch vor, dass auch für das Nutzungsrecht der aktuelle Verkehrswert zu ermitteln ist und nicht nur der objektive Ertragswert. Es ist also sehr wichtig, dass diese Parität hergestellt wird, weil das die Entwirrung gewisser Besitz- und Nutzungsverhältnisse fördert, und das ist gut für den Wald, das ist gut für die Umwelt und das ist gut für die bäuerlichen Betriebe. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich bin sehr froh darüber, dass es uns im Landwirtschaftsausschuss gelungen ist, hiezu einen Vier-Parteien-Antrag einzubringen, um das europäische Landwirtschaftsmodell in den WTO-Verhandlungen absichern können, wo es darum geht, dass wir uns für Sozialstandards, für Umweltstandards, für Tierschutzstandards und gegen schrankenlosen Welthandel einsetzen. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Fekter: Wieder die alte Rede!
arbeiten. 31 Prozent der Betriebe müssen mit 5 Prozent auskommen – sie bearbeiten 9 Prozent der Fläche. Nicht einmal diese Förderung ist gerecht! (Abg. Dr. Fekter: Wieder die alte Rede!) Und so kommt es dazu, Herr Bundesminister, dass kleine österreichische Betriebe einen Stundenlohn von unter 3 €, Frau Kollegin, haben und davon leben sollen. Sie werden zum Aufgeben gezwungen.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, finden Sie sich endlich dazu bereit, die Arbeit zu subventionieren und nicht die Fläche! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gradwohl: Einspruch!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Kummerer, einleitend zwei Bemerkungen. Wenn ich mir so die Sitzreihen anschaue und wenn wir genau zählen, dann bin ich mir nicht sicher, ob wir im Ausschuss bei dieser Diskussion nicht mehr Öffentlichkeit gehabt haben als jetzt hier im Plenum, ob nicht mindestens gleich viele Abgeordnete, aber auf alle Fälle mehr Interessenten anwesend waren, als das momentan der Fall ist. (Abg. Gradwohl: Einspruch!) Diese Diskussion haben wir schon sehr oft geführt.
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer hält den Bericht in die Höhe.
Herr Kollege Kummerer, die zweite Sache, ein kleiner Vergleich: Jedes Mal wieder stellt sich ein Vertreter der SPÖ hier heraus und erklärt, die großen Bauern – also von den Hektaren her – bekämen viel Geld, die kleinen Bauern bekämen wenig Geld und das sei ungerecht, denn beide müssten arbeiten. – So gesehen ist die ganze Welt ungerecht! Ein kleiner ... (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer hält den Bericht in die Höhe.) Ja, Herr Kollege Kummerer, ich habe ihn auch hier! Das ist ein gutes Werk. Zum Dank dafür komme ich später.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Silhavy: Da haben noch andere daran gearbeitet!
Grüner Bericht: Ich möchte auch ein paar Worte zum Grünen Bericht sagen, denn auch wenn er im Ausschuss enderledigt wurde, möchte ich die Plattform nutzen, hier danke zu sagen. Das haben meine Vorredner noch nicht gemacht; ich werde das jetzt als Erster machen. Ich möchte mich hier auch noch einmal dafür bedanken: ein gutes Vertragswerk, 320 Seiten Information, gut gegliedert, gut aufgebaut. Also ich meine, da leistet das Ministerium ganze Arbeit. Herr Bundesminister, danke schön dafür! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Silhavy: Da haben noch andere daran gearbeitet!) – Na stellvertretend! Ich kann ja nicht einem jeden danke sagen, das würde den Rahmen meiner Redezeit sprengen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ansonsten noch einmal ein abschließender Appell, hier aus der Diskussion herauszunehmen, welcher Bauer viel, welcher Bauer wenig bekommt. Ich bin davon überzeugt, es ist jeder Euro, der in die Landwirtschaft fließt – egal, ob in die großen Betriebe oder in die kleinen Betriebe –, ein gut investierter Euro. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die zweite zentrale Forderung ist, dass der faire Handel gestärkt werden soll. Schon bei den letzten Ministerials in Cancún hat der damalige Chefverhandler Lamy, jetzige WTO-Generaldirektor, beginnend mit den WTO-Verhandlungen eine große Veranstaltung zum Thema Fair Trade durchgeführt. Damals hat man noch gesagt, das sei so ein bisschen Augenauswischerei. Mittlerweile sagen wir auch in unserem Vier-Parteien-Antrag: Fairer Handel und nicht freier Handel – das ist die Zukunft. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Es wird also vom 13. bis 18. Dezember die sechste WTO-Ministerkonferenz stattfinden. Dort wird wahrscheinlich keine Welt verändert werden. Es gibt große Zweifel, ob es überhaupt zu einem Abschluss kommen wird. Das hat aber nicht nur mit der Landwirtschaft zu tun, das hat auch mit Themen wie Marktzugang für Industrieerzeugnisse, Dienstleistungen und neue Regeln für Handelserleichterungen zu tun. Wir werden dort die Welt nicht verändern, aber wir haben gemeinsam einen Entschließungsantrag beschlossen, der einen sehr beachtlichen Ruck in Richtung eines fairen und angemessenen Handels der Völker und Nationen untereinander darstellt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Bartenstein und Pröll, das ist ein Gespann!
Spannende Verhandlungen stehen Mitte Dezember in Hongkong bevor. Martin Bartenstein und ich sind froh darüber, dass wir mit einem Vier-Parteien-Antrag in diese Verhandlungen gehen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Bartenstein und Pröll, das ist ein Gespann!)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zuerst darf ich als jemand, der schon eine gewisse Zeit hier im Hohen Hause ist, auch festhalten, dass es erfreulich war, wieder einmal wie im letzten Landwirtschaftsausschuss zu erleben, dass, wenn alle Fraktionen einen Schritt aufeinander zugehen, es auch möglich ist, einen gemeinsamen Antrag zustande zu bringen. Dafür darf ich sowohl Frau Kollegin Rest-Hinterseer als auch Kollegen Gradwohl, genauso auch Kollegen Wittauer, vor allem auch unserer Mitarbeiterin, Mag. Mickel, sowie Frau Dipl.-Ing. Klauser aus dem Ministerium und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch aus den anderen Fraktionen, die uns hier wirklich beratend zur Seite gestanden sind, meinen besonderen Dank aussprechen. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist daher wirklich notwendig, tatsächlich über fairen Handel anstatt freien Handel zu diskutieren, aber wenn, dann alle Aspekte zu beleuchten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das kommt mir auch so vor! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wie kommen Sie darauf?
Ich glaube, dass etliches gelungen ist, aber ich möchte schon darauf hinweisen – der Herr Bundesminister hat das in seiner Wortmeldung auch schon gebracht –, dass Peter Mandelson vieles eingebracht hat und sich auch auf einen Standard fixieren hat lassen, der sowohl für die europäischen Länder als auch für die Dritte Welt verträglich ist, aber es kommt natürlich noch immer darauf an, dass der Standard, der sich in unserem Vier-Parteien-Antrag widerspiegelt, auch durchgehalten wird. Mir kommt nämlich vor, dass Herr Bundesminister Bartenstein hier teilweise ganz andere Ansätze hat. (Abg. Öllinger: Das kommt mir auch so vor! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wie kommen Sie darauf?)
Abg. Öllinger: Haben Sie das nicht gewusst, Herr Minister?
Darf ich Ihnen ein paar Artikel-Überschriften zitieren: Bartenstein: Österreich profitiert vom liberalen Welthandel. – Bartenstein: Globalisierung als Chance verstehen. – Bartenstein: WTO-Zug ist auf Schiene. – Bartenstein: Die WTO-Runde darf an der Landwirtschaft nicht scheitern. – Bartenstein: Von der Schlüsselrolle Landwirtschaft bei WTO-Verhandlungen nicht erfreut. (Abg. Öllinger: Haben Sie das nicht gewusst, Herr Minister?)
Abg. Öllinger: Hals- und Beinbruch!
Ich wünsche Ihnen in diesem Punkt (Abg. Öllinger: Hals- und Beinbruch!) – und Sie haben es auch mit der Unterstützung des Vier-Parteien-Antrages bewiesen – viel Festigkeit und Überzeugungsarbeit gegenüber Ihrem Ministerkollegen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich komme zum Schluss: Ich glaube, dass wir auf einem richtigen Weg sind im Landwirtschaftsausschuss, und ich würde mir wünschen und habe es im Ausschuss auch schon gesagt, dass wir gemeinsam einen Fair-Trade-Tag im Hohen Haus machen, zu dem wir die verschiedenen Produzenten aus anderen Ländern, aber auch die Produzenten aus Österreich einladen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Er hat eine unfreiwillige Redezeitbeschränkung! – Abg. Wittauer – auf dem Weg zum Rednerpult –: 3 Minuten!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Wittauer. – Herr Abgeordneter, Sie haben keine freiwillige Redezeitbeschränkung angegeben. Das heißt, ich stelle die Uhr für Sie auf 20 Minuten. (Abg. Öllinger: Er hat eine unfreiwillige Redezeitbeschränkung! – Abg. Wittauer – auf dem Weg zum Rednerpult –: 3 Minuten!) 3 Minuten, okay.
Abg. Öllinger: Überhaupt nicht!
Ich bin auch froh, dass Frau Abgeordnete Walther Minister Bartenstein zitiert hat, und angesichts dessen erst recht froh darüber, dass wir Minister Pröll etwas auf den Weg mitgegeben, etwas festgehalten haben, damit das, was der Wirtschaftsminister vielleicht will, nicht ganz umgesetzt werden kann. (Abg. Öllinger: Überhaupt nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich hoffe, dass wir nach Hongkong über eine erfolgreiche Beendigung der Verhandlungen reden können, und freue mich schon über die Berichterstattung von Minister Pröll. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Das stimmt! – Abg. Mag. Kogler: Schreiben Sie gleich hinein, Großkonzerne bezahlen keine Steuern!
Wenn Sie da Unternehmungen Steuervorteile verschaffen und anderswo diese Unternehmen Steuern zahlen, geht dieser Wettbewerb weiter, an dessen Ende dann auch prekäre Arbeitsverhältnisse stehen, Herr Bundesminister. (Abg. Öllinger: Das stimmt! – Abg. Mag. Kogler: Schreiben Sie gleich hinein, Großkonzerne bezahlen keine Steuern!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, dass wir da weiterdiskutieren müssen, das ist nicht das Ende der Fahnenstange, denn die Ernährungssouveränität ist so ein essenzielles Recht, wie es auch soziale Mindeststandards, eine ökologische Sicherung und eine nachhaltige Produktion sind. Das muss die Europäische Union nicht nur vor sich hertragen sozusagen wie einen Leuchtstern bei den Verhandlungen, sondern das muss auch zur Richtschnur für das eigene Handeln werden, das muss überprüfbar sein, sonst, Herr Bundesminister, werden wir dem Argument der Entwicklungsländer und anderen Staaten, nämlich dass wir nur handelsverzerrende Schranken errichten wollen, nur Wettbewerbsverzerrungen und eine Verschleierung unserer eigenen Interessen betreiben, nichts entgegensetzen können. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich ersuche Sie, in diesem Sinne aktiv zu sein und nicht nur die Landwirtschaft im Auge zu haben, also genau so, wie Sie es gesagt haben. Es geht auch darum, im Bereich der Dienstleistungen, in anderen Bereichen vor allem soziale Standards festzuschreiben, und ich erwarte mir, dass Sie dazu auch noch einmal Stellung nehmen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
baren Teil der Gesamtwirtschaft in Österreich dar. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Wir treten für die Stärkung des fairen Handels und gegen die Ausbeutung der Landwirte in den Entwicklungsländern ein. Es ist mir aber auch wichtig, mittels fairer Entscheidungen den zukünftigen bäuerlichen Generationen in Österreich eine Perspektive zu geben. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Alles!
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Herr Obmann! Lieber Kollege Grillitsch! Ich teile vieles von diesen Sorgen, die du aus deiner Sicht der WTO-Verhandlungen vorgebracht hast (Abg. Grillitsch: Alles!), ich verstehe nur nicht, dass du im Großen das bemängelst, was wir in Österreich im Kleinen eigentlich besser machen könnten. (Abg. Grillitsch: Wir sind in Österreich eh gut! Das war eine Bestätigung für unsere Agrarpolitik!)
Abg. Grillitsch: Wir sind in Österreich eh gut! Das war eine Bestätigung für unsere Agrarpolitik!
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Herr Obmann! Lieber Kollege Grillitsch! Ich teile vieles von diesen Sorgen, die du aus deiner Sicht der WTO-Verhandlungen vorgebracht hast (Abg. Grillitsch: Alles!), ich verstehe nur nicht, dass du im Großen das bemängelst, was wir in Österreich im Kleinen eigentlich besser machen könnten. (Abg. Grillitsch: Wir sind in Österreich eh gut! Das war eine Bestätigung für unsere Agrarpolitik!)
Abg. Grillitsch: Du bestätigst unsere Agrarpolitik!
Herr Bundesminister! Ich wünsche Ihnen alles Gute auf diesem Wege. Ich glaube, es ist wichtig, dass Sie Europa hinter sich vereinigen können und dass Sie das Gewicht, das Sie sich bei den WTO-Verhandlungen wünschen, erreichen. Ich glaube aber, mit der Verstärkung durch Minister Bartenstein wird nicht so viel Gewicht zusammenkommen. Sie haben viel abgenommen, und er wiegt auch nicht so viel – das ist halt so. (Abg. Grillitsch: Du bestätigst unsere Agrarpolitik!)
Beifall bei der SPÖ.
Das zeigt mir nur, Herr Präsident, mit welcher Kraft Sie Ihren Lobbyismus weiter betreiben, damit Ihre Mitbewerber die erfolgreichen Biobauern loswerden, aber ich glaube, Sie werden den Erfolg der Biobauern in Österreich nicht verhindern können, den Sie sich selbst zuzuschreiben haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich denke, dass von diesem Vier-Parteien-Antrag eine gute Signalwirkung ausgeht, und ich denke, dass es gut und richtig ist, dass die beiden Minister, in diesem Fall Sie, weil es die Landwirtschaft betrifft, mit diesem Antrag rückengestärkt in die Verhandlungen gehen können, und ich wünsche ihnen dafür den bestmöglichen Erfolg. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Eine Anmerkung noch zur Europäischen Union: Sie ist wahrscheinlich das größte Nachhaltigkeitsprojekt, das es in der Geschichte je gegeben hat. Die Starken, die Nettozahler, helfen den Schwachen. Trotz aller Probleme, die es in der EU gibt, kann man sagen: Dieser Weg ist genau der richtige, nämlich gleichberechtigte Staaten in einem Miteinander! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Auer, du hast es heute wirklich hervorragend verstanden, allen zu danken, die daran beteiligt waren, und ich möchte genauso wie der Kollege Pirklhuber diesen Dank zurückgeben, denn deine Verhandlungsführung hat es ermöglicht, dass es leicht war, Schritte aufeinander zuzugehen, und dass wir zu diesem Vier-Parteien-Antrag gekommen sind. Ich würde es mir wünschen, dass wir das in vielen Bereichen des Öfteren erleben könnten. Vielleicht solltest du öfter die Verhandlungsführung übernehmen, lieber Jakob. Herzlichen Dank! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister, Sie wissen das, denn wir haben das auch bei der, leider Gottes, Enderledigung des Grünen Berichtes im Ausschuss angesprochen. Seit Jahren sitzen Sie mit einer wirklich hervorragenden Arbeitskraft-Studie da, Sie müssten sie nur aus der Schublade hervorholen, und das würde uns in der WTO die Verhandlungen erleichtern und auch bei der Veränderung der Gemeinsamen Agrarpolitik eine bessere Position verschaffen, nämlich die Fördermittel nach der Arbeitskraft abzustellen und den Menschen in den Mittelpunkt zu rücken. Allein das ist nicht Ihr Interesse. Leider. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Qualitätsvollen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines ist schon auch bezeichnend, auch in dieser Diskussion jetzt: Vielleicht wäre es tatsächlich für die Regierungsfraktionen überlegenswert, dass man manches Mal, so wie bei diesem Vier-Parteien-Antrag, hergeht und sich das, was die Oppositionsparteien vorschlagen, wirklich zu Herzen nimmt, ohne irgendwelchen Druck erzeugen zu müssen – jetzt ist ein bisschen Druck dahintergestanden, aber das war nicht schlecht –, dass man Anträge der Opposition nicht einfach abschmettert, vertagt oder sonst irgendwie nicht erledigt, sondern sich damit beschäftigt. Dann kämen wir nämlich zu vernünftigen Ergebnissen, und das würde uns allen gut tun. (Abg. Mag. Molterer: Qualitätsvollen!) Qualitätsvollen, klugen, hat der Herr Bundesminister im Ausschuss immer wieder gesagt. Und ich finde, das war eine kluge Entscheidung.
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Zu weit!
Aber in einem Punkt muss ich Ihnen, Herr Bundesminister, leider widersprechen. Sie haben davon gesprochen, dass die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik in Europa durchgeführt wurde, und gesagt, dass das so bleiben muss. Jetzt kommt sicher ein Einwand vom Herrn Klubobmann und von unserem Herrn Bauernbundpräsidenten, aber ich kann mich erinnern, dass es da einen gewissen Herrn Franz Fischler gegeben hat, der Vorschläge auf den Tisch gelegt hat, die viel weitreichender waren als das, was dann beschlossen wurde. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Zu weit!)
Abg. Mag. Molterer: Jawohl! Gott sei Dank!
Nur: Der Herr Bundesminister außer Dienst Willi Molterer hat sich damals mit den Franzosen zusammengetan (Abg. Mag. Molterer: Jawohl! Gott sei Dank!) und hat mit den Franzosen dafür gesorgt, dass diese Verteilung der öffentlichen Mittel auf europäischer Ebene heute noch Diskussionsgegenstand ist. Dafür, geschätzter Herr Klubobmann, können nur Sie die Verantwortung übernehmen. (Abg. Mag. Molterer: So ist es! Das tue ich gerne!) Dass die Diskussion um die öffentlichen Gelder für die Landwirtschaft nach wie vor noch nicht gelöst ist, wissen Sie genauso gut wie ich. Und dass es immer schwieriger wird, das zu lösen, auch das liegt in Ihrem Verantwortungsbereich.
Abg. Mag. Molterer: So ist es! Das tue ich gerne!
Nur: Der Herr Bundesminister außer Dienst Willi Molterer hat sich damals mit den Franzosen zusammengetan (Abg. Mag. Molterer: Jawohl! Gott sei Dank!) und hat mit den Franzosen dafür gesorgt, dass diese Verteilung der öffentlichen Mittel auf europäischer Ebene heute noch Diskussionsgegenstand ist. Dafür, geschätzter Herr Klubobmann, können nur Sie die Verantwortung übernehmen. (Abg. Mag. Molterer: So ist es! Das tue ich gerne!) Dass die Diskussion um die öffentlichen Gelder für die Landwirtschaft nach wie vor noch nicht gelöst ist, wissen Sie genauso gut wie ich. Und dass es immer schwieriger wird, das zu lösen, auch das liegt in Ihrem Verantwortungsbereich.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Vielleicht sollten Sie auch da ein bisschen mehr auf die Opposition hören, ein bisschen auch zur Kenntnis nehmen, dass ländlicher Raum nicht nur Landwirtschaft ist. Dann können wir uns vielleicht bei vielen Punkten treffen und haben wahrscheinlich sehr viele solche Momente, wo wir einstimmige Beschlüsse fassen können. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Wieso?
Bei diesem Vier-Parteien-Antrag, mit dem wir eine österreichische Position zur WTO beschließen und wo wir zumindest einen Minimalkonsens zustande bringen, freut es mich, dass gerade die SPÖ mitgeht. Nur: Sie sollte, wenn sie A sagt, auch B sagen und den dazu notwendigen Ausgleichszahlungen, um im Rahmen dieser Vereinbarungen bestehen zu können, ebenfalls zustimmen. Vielleicht können Sie Ihrem Klubobmann Gusenbauer einmal ausrichten, dass er die Fördermittelkürzungs-Diskussion endlich öffentlich widerrufen sollte. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Wieso?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Einen qualitativen Außenschutz vertreten wir seit Jahren! – Abg. Mag. Molterer – darauf replizierend –: Da habt ihr aber lang dazu gebraucht!
Es ist auch sehr interessant und erfreulich, dass da die Grünen die Kurve gekratzt haben. Ich kann mich erinnern, dass ich vor drei Jahren bei einer Tagung in Brüssel verlangt habe, dass Europa das Recht auf eigene Lebensmittelversorgung nicht aufgeben darf. Ein Grün-Europaabgeordneter hat sich zu Wort gemeldet und hat mich einen Agrarfaschisten geschimpft, weil ich gesagt habe: Das Recht lassen wir uns nicht aus der Hand nehmen, genauso wenig wie die eigenständige Verteidigung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Einen qualitativen Außenschutz vertreten wir seit Jahren! – Abg. Mag. Molterer – darauf replizierend –: Da habt ihr aber lang dazu gebraucht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir wissen, dass die Wertschöpfung in den Regionen der Schlüssel unserer zukünftigen Entwicklung ist, und wir wissen, dass sehr vieles davon abhängt. Wir wissen, dass wir Bauern dafür arbeiten, dass unser Bundesminister dafür einsteht, und ich bin auch sicher, dass er damit die nachhaltigen Lebensgrundlagen bei uns in Österreich in der WTO verteidigen wird, und zwar nicht nur das, was uns schmeckt, sondern auch die Art, wie wir leben. Dafür wünsche ich dir viel Erfolg! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Insofern sehen wir das als übereilte Aktion und als Nichtanerkennung der wesentlichen Leistungen an, die Restitution umfassen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
(Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es wäre daher an der Zeit, zur Person Plech endlich Stellung zu nehmen, ob da nicht eine Interessenkollision vorliegt. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich werde wahrscheinlich ein bisschen länger als 4 Minuten brauchen, nachdem Frau Kollegin Becher in historischen Akten gekramt hat. Offensichtlich gibt es nichts Neues, was sie als skandalträchtig verkaufen könnte, daher die Dauerfrage: Was macht ein Fachmann wie Kommerzialrat Plech in einem Aufsichtsrat? Wenn sogar Kollegin Moser von den Grünen von einer positiven Entwicklung der BIG und von einer positiven Gesellschaft redet, dann kann gerade ein Fachmann wie Plech dort sicher einiges einbringen. Ihr solltet euch vielleicht einmal andere Feindbilder holen, denn deswegen, weil jemand einen Makler- oder einen Hausverwalterberuf ausübt, kann er ja nicht Berufsverbot haben. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Großruck: Erlösen!
Zur Bundesimmobiliengesellschaft, meine Damen und Herren. Diese Ausgliederung im Jahre 2000 hat wirklich eine moderne Struktur geschaffen und vor allen Dingen auch dazu geführt, dass Kostenbewusstsein bei den Mietern und Nutzern, bei den Ministerien, bei den Universitäten et cetera, eingetreten ist. Wenn Kollege Großruck in diesem Zusammenhang von Gewinnen redet (Abg. Großruck: Erlösen!), sie in schöne Zahlen gießt, dann möchte ich sagen, ich sehe das nicht so positiv, weil das nämlich keine Gewinne sind, die erwirtschaftet wurden, sondern Gewinne, die sich auf Grund von Veräußerungen ergeben haben und daher nicht dafür stehen, dass diese Gesellschaft positiv gearbeitet hat oder auch nicht.
Abg. Eder: Wir stimmen ja zu!
mich, dass das auch seitens der grünen Fraktion anerkannt wird, und ich hoffe, dass auch bei der SPÖ diese Erkenntnis eintritt. (Abg. Eder: Wir stimmen ja zu!) Ich weiß, Kollege Eder, dass ihr zustimmt, ich finde es nur schade, dass Kollegin Becher gerade vorhin wieder ein altes Feindbild, das ohnehin schon seit langem abg’nudelt ist, in diese Diskussion eingebracht hat. Daher habe ich mich auch damit auseinander setzen müssen, dass man das nicht wirklich so sehen kann.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Was die Restitution der Präsidentenvilla betrifft, habe ich kein Problem, wenn wir diese zwei Gebäude, um die es geht, von der Liste der historischen Gebäude streichen. Ich glaube, diese Sache wird ein positives Ende finden, und wir werden mit dem Verkauf nicht ewig warten müssen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen hier im Hohen Haus, ich bitte, der Verschmelzung dieser einmaligen Erfolgsgeschichte in dieser Republik zuzustimmen, und ich schließe meinen Beitrag mit dem Dank an die Geschäftsführung, an die Geschäftsleitung sowie an die Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter dieser Unternehmen. – Alles Gute weiterhin! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister Bartenstein, Sie waren Umweltminister, Sie sind nach Kyoto gefahren mit einem akkordierten Auftrag für eine Reduktion von 25 Prozent der Treibhausgase. Sie sind mit einer Reduktion von 13 Prozent aus Kyoto zurückgekommen. Der jetzige Umweltminister meint, selbst dieses Kyoto-Ziel kann gefährdet, unter Umständen nicht erreichbar sein. – Dann, meine Damen und Herren, wird es tatsächlich teuer! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte aber auch noch Stellung nehmen zu der Forderung der Opposition nach einer Verpflichtung der BIG zu Investitionen, die Energieeinsparungen bringen. Dies würde die BIG gegenüber anderen Vermietern schlechter stellen und könnte auch ein Eingriff in bestehende Mietverträge sein. Schon derzeit, Hohes Haus, wird von der BIG im Rahmen des Contracting-Projektes ein Investitionsvolumen von über 15 Millionen € vereinbart, das auch großteils schon getätigt worden ist, und im Rahmen von Generalsanierungen wurden seit 1992 bereits 800 000 Quadratmeter Nutzfläche energierelevant verbessert. Ich denke, das ist – auch ohne besondere gesetzliche Verpflichtung – ein sehr gutes Ergebnis für ein umweltbewusstes Handeln der BIG. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Aber da muss sie noch 15 Jahre bestehen, dass sie so ist wie das ...!
Wir sind nicht böse darüber, aber, wie mein Kollege Eder im Ausschuss gemeint hat, schauen wir uns doch einmal das Organigramm an! 16 Gesellschaften umfasst die BIG jetzt, und dieses Organigramm – der Herr Bundesminister war sehr auskunftsbereit – wächst wie eine Hydra, sehr pointiert gesagt. (Abg. Neudeck: Aber da muss sie noch 15 Jahre bestehen, dass sie so ist wie das ...!) Das muss nicht so sein, Herr Kollege Neudeck! Man könnte sich dort Beiräte sparen, man könnte sich Aufsichtsräte sparen, noch dazu, wo doch immer und überall der Spargedanke im Vordergrund stehen soll. Wenn man heute lesen muss, dass von dieser Bundesregierung 16 000 Beamte eingespart werden sollen, könnte man sich auch überlegen, in Gesellschaften, wo der Bund tätig ist, einzusparen. Auch das könnte ein Zeichen sein.
Beifall bei der SPÖ.
aber gehen Sie vielleicht auch ein bisschen auf die Argumente der Opposition ein! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren, die BIG hat seit dem Jahre 1999 Investitionen für Generalsanierungen und Neubauten in Höhe von ungefähr 1,9 Milliarden € vorgenommen, und das ist, denke ich, wahrlich eine Erfolgsstory. Ich möchte meinerseits allen Damen und Herren, die hiefür Verantwortung tragen, meine Anerkennung aussprechen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Das habt ihr vorher immer verschenkt!
Wenn Abgeordneter Neudeck behauptet, es sei gelungen, „Filetstücke“ zu verkaufen, muss ich sagen: Herr Abgeordneter, natürlich ist so etwas zu verkaufen! (Abg. Neudeck: Das habt ihr vorher immer verschenkt!) Und wenn man „Filetstücke“ verkauft, dann ist das, behaupte ich, ein Ausverkauf Österreichs. (Beifall der Abg. Hagenhofer.) „Filetstücke“ könnte auch die Republik Österreich gewinnbringend verkaufen. (Abg. Neudeck: Was ist der Unterschied?) Das, was Sie in dieser Richtung meinen, ist eine Gewinnmaximierung für gewisse Leute, die in diesem Bereich mitspielen.
Beifall der Abg. Hagenhofer.
Wenn Abgeordneter Neudeck behauptet, es sei gelungen, „Filetstücke“ zu verkaufen, muss ich sagen: Herr Abgeordneter, natürlich ist so etwas zu verkaufen! (Abg. Neudeck: Das habt ihr vorher immer verschenkt!) Und wenn man „Filetstücke“ verkauft, dann ist das, behaupte ich, ein Ausverkauf Österreichs. (Beifall der Abg. Hagenhofer.) „Filetstücke“ könnte auch die Republik Österreich gewinnbringend verkaufen. (Abg. Neudeck: Was ist der Unterschied?) Das, was Sie in dieser Richtung meinen, ist eine Gewinnmaximierung für gewisse Leute, die in diesem Bereich mitspielen.
Abg. Neudeck: Was ist der Unterschied?
Wenn Abgeordneter Neudeck behauptet, es sei gelungen, „Filetstücke“ zu verkaufen, muss ich sagen: Herr Abgeordneter, natürlich ist so etwas zu verkaufen! (Abg. Neudeck: Das habt ihr vorher immer verschenkt!) Und wenn man „Filetstücke“ verkauft, dann ist das, behaupte ich, ein Ausverkauf Österreichs. (Beifall der Abg. Hagenhofer.) „Filetstücke“ könnte auch die Republik Österreich gewinnbringend verkaufen. (Abg. Neudeck: Was ist der Unterschied?) Das, was Sie in dieser Richtung meinen, ist eine Gewinnmaximierung für gewisse Leute, die in diesem Bereich mitspielen.
Abg. Scheibner: Deshalb muss es ja nicht stimmen!
Es wurden heute von meinen Vorrednern bereits gewisse Dinge und Namen genannt, und dem ist nichts hinzuzufügen. (Abg. Scheibner: Deshalb muss es ja nicht stimmen!) Was mir aber im Zusammenhang mit den letzten Ausschussgesprächen immer noch fehlt, ist die Beantwortung der Frage, wie weit das auf Töchter aufgeteilt ist und sonstiges. Was passiert jetzt tatsächlich mit all diesen Liegenschaften (Abg. Neudeck:
Abg. Neudeck: Eine GesmbH ist kein Verein!
Haben Sie es wirklich nicht verstanden, oder stellen Sie sich immer so ungeschickt an?), die über die BIG beziehungsweise über verschiedenste andere Vereine verkauft werden sollen (Abg. Neudeck: Eine GesmbH ist kein Verein!), was passiert mit den Kasernen, die verkauft werden sollen?
Abg. Scheibner: Sie wollen doch selbst die Kasernen verkaufen!
Herr Minister, Sie könnten das heute noch rechtzeitig richtig stellen. Im Ausschuss hieß es, das seien Dinge, die im Bereich der Republik bleiben – unveräußerliche Dinge. Was aber haben wir gestern in den Medien gehört? – Diese Kasernen werden verkauft, und zwar an Bestbieter. (Abg. Scheibner: Sie wollen doch selbst die Kasernen verkaufen!) Was ist wirklich die politische Absicht des Herrn Bundesministers? (Abg. Neudeck: Sollen sie es der „Sozialbau“ verkaufen – oder was haben Sie sich vorgestellt?) Was wird mit all dem geschehen? Es heißt auch in diesen Gesetzesvorlagen, dass es große Wertschöpfung für die Regionen geben werde. – Derzeit bemerke ich nichts davon, dass es nach Kasernenschließungen eine höhere Wertschöpfung in den betroffenen Gebieten gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Da klatschen nicht einmal die eigenen Leute!)
Abg. Neudeck: Sollen sie es der „Sozialbau“ verkaufen – oder was haben Sie sich vorgestellt?
Herr Minister, Sie könnten das heute noch rechtzeitig richtig stellen. Im Ausschuss hieß es, das seien Dinge, die im Bereich der Republik bleiben – unveräußerliche Dinge. Was aber haben wir gestern in den Medien gehört? – Diese Kasernen werden verkauft, und zwar an Bestbieter. (Abg. Scheibner: Sie wollen doch selbst die Kasernen verkaufen!) Was ist wirklich die politische Absicht des Herrn Bundesministers? (Abg. Neudeck: Sollen sie es der „Sozialbau“ verkaufen – oder was haben Sie sich vorgestellt?) Was wird mit all dem geschehen? Es heißt auch in diesen Gesetzesvorlagen, dass es große Wertschöpfung für die Regionen geben werde. – Derzeit bemerke ich nichts davon, dass es nach Kasernenschließungen eine höhere Wertschöpfung in den betroffenen Gebieten gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Da klatschen nicht einmal die eigenen Leute!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Da klatschen nicht einmal die eigenen Leute!
Herr Minister, Sie könnten das heute noch rechtzeitig richtig stellen. Im Ausschuss hieß es, das seien Dinge, die im Bereich der Republik bleiben – unveräußerliche Dinge. Was aber haben wir gestern in den Medien gehört? – Diese Kasernen werden verkauft, und zwar an Bestbieter. (Abg. Scheibner: Sie wollen doch selbst die Kasernen verkaufen!) Was ist wirklich die politische Absicht des Herrn Bundesministers? (Abg. Neudeck: Sollen sie es der „Sozialbau“ verkaufen – oder was haben Sie sich vorgestellt?) Was wird mit all dem geschehen? Es heißt auch in diesen Gesetzesvorlagen, dass es große Wertschöpfung für die Regionen geben werde. – Derzeit bemerke ich nichts davon, dass es nach Kasernenschließungen eine höhere Wertschöpfung in den betroffenen Gebieten gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Da klatschen nicht einmal die eigenen Leute!)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Das hat uns eh schon wer vorgelesen!
Für 2005 wird für die BIG, ein Unternehmen, das sich auf dem Markt behaupten muss, ein Gewinn von etwa 45 Millionen € erwartet. Seit 1999 wurden für Generalsanierungen und Neubauten in Summe etwa 1,9 Milliarden € ausgegeben. Für 2006 ist ein Rekordbetrag von 384 Millionen € für Investitionen vorgesehen. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Das hat uns eh schon wer vorgelesen!)
Abg. Schieder: Na die müssen vorher schlecht gewesen sein!
Bereits 45 Prozent der Gebäudeflächen der BIG sind energetisch saniert. Dadurch konnte eine Energieeinsparung von rund 20 Prozent oder ein CO2-Äquivalent von 16 500 Tonnen pro Jahr an Einsparung erzielt werden. In den nächsten Jahren sollen es 46 000 Tonnen werden. (Abg. Schieder: Na die müssen vorher schlecht gewesen sein!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Mit dieser signifikanten Verbesserung gegenüber dem Status quo ergibt sich ein deutlicher Fortschritt für die österreichische Universitätenlandschaft. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Leider!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Kummerer, zu Kyoto, um der historischen Wahrheit die Ehre zu geben: In Kyoto wurden nicht minus 25 oder minus 13 Prozent beschlossen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Leider!), sondern im Rahmen der Klimaschutzkonferenz – Frau Dr. Glawischnig, das war damals noch Frau Langthaler, Ihre Vorgängerin als Umweltsprecherin, die mit war (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ich weiß!) – wurde für die Industrieländer eine Reduktionspflicht zwischen 6 und 8 Prozent beschlossen. Die Europäische Union hat damals 8 Prozent übernommen, die Japaner und die Amerikaner 6 respektive 7 Prozent. Die Amerikaner sind mittels Nichtratifizierung bis jetzt aber nicht dazu gestanden. Alles andere ist das EU-interne Burden-Sharing, die Lastenverteilung. Und da ist es richtig, dass ich prinzipiell mit einer Position der Regierung und auch des Parlaments von minus 25 Prozent in die Verhandlungen eingetreten bin. Sinnvollerweise haben wir das dann herunter verhandelt – das haben viele andere in der Europäischen Union nicht verstanden – auf minus 13 Prozent. Und das ist der Stand, den wir auf Grund EU-interner Verpflichtungen zu erfüllen haben.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ich weiß!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Kummerer, zu Kyoto, um der historischen Wahrheit die Ehre zu geben: In Kyoto wurden nicht minus 25 oder minus 13 Prozent beschlossen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Leider!), sondern im Rahmen der Klimaschutzkonferenz – Frau Dr. Glawischnig, das war damals noch Frau Langthaler, Ihre Vorgängerin als Umweltsprecherin, die mit war (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ich weiß!) – wurde für die Industrieländer eine Reduktionspflicht zwischen 6 und 8 Prozent beschlossen. Die Europäische Union hat damals 8 Prozent übernommen, die Japaner und die Amerikaner 6 respektive 7 Prozent. Die Amerikaner sind mittels Nichtratifizierung bis jetzt aber nicht dazu gestanden. Alles andere ist das EU-interne Burden-Sharing, die Lastenverteilung. Und da ist es richtig, dass ich prinzipiell mit einer Position der Regierung und auch des Parlaments von minus 25 Prozent in die Verhandlungen eingetreten bin. Sinnvollerweise haben wir das dann herunter verhandelt – das haben viele andere in der Europäischen Union nicht verstanden – auf minus 13 Prozent. Und das ist der Stand, den wir auf Grund EU-interner Verpflichtungen zu erfüllen haben.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bedanke mich jedenfalls für die große Kooperationsbereitschaft der großen Fraktionen dieses Hauses, die Verschmelzung von BIG und BIG-Services zu ermöglichen. Es ist im historischen und unternehmensgeschichtlichen Ablauf sinnvoll, das zuerst zu trennen – nämlich Bundesgebäudeverwaltungen zusammenzuführen in eine privatwirtschaftliche Struktur, das war IMB, dann BIG-Services –, aber jetzt in absehbarer Zeit, und das ist auch meine Absicht, die beiden Gesellschaften zu verschmelzen, macht in der Entwicklung weiteren Sinn. – Danke für Ihr Verständnis. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte dafür sehr herzlich danken: für diese Umweltaktivitäten und für diese Energieaktivitäten der BIG sowie dem Minister und dem Ministerium für diese Gesetzesvorlage. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist auch abschließend Gelegenheit, Dank den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der Führung für die erbrachten Leistungen auszusprechen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Leider wurde von den Regierungsparteien auch ein Antrag vertagt, der ein einheitliches ökologisches Baurecht zum Inhalt hatte. Wir von Seiten der Sozialdemokratie hätten es für wichtig gehalten, in ganz Österreich eine mieterfreundliche Gewerbeordnung zu installieren. Leider ist auch dieser Antrag vertragt worden. Wir werden uns trotzdem auch in Zukunft nicht billig abspeisen lassen und bei den nächsten Beratungen immer wieder versuchen, diese Bereiche zu thematisieren, und wir werden versuchen, diesbezüglich eine Lösung zu finden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Michael Spindelegger (ÖVP): Sehr geschätzter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Wir haben heute eine Vorlage zu beschließen, die den Konsens aller gefunden hat, und zwar ein Abkommen mit Slowenien betreffend Visaerteilung. Das ist das Vorzeichen für unsere zukünftige Visapolitik: abgestimmt mit unseren Nachbarstaaten im Sinne gegenseitiger Unterstützung. Ich glaube, das ist ein guter und richtiger Weg, und ich bin froh darüber, dass alle Parteien dieses Hauses dazu stehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, und ich möchte das besonders der SPÖ ins Stammbuch schreiben, die hier beginnt, die Skandalisierungsmaschine anzuwerfen: Wir haben bedauerliche Fehlleistungen von Einzelpersonen zu registrieren; das ist richtig. Dagegen muss auch mit aller Strenge des Gesetzes vorgegangen werden, und da gehören auch strafrechtliche Mittel eingesetzt, aber es darf dabei nicht der Eindruck entstehen, dass unser Visaerteilungssystem fehlerhaft wäre. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zum Zweiten gibt es zwei Verdächtige, gegen die ermittelt wird, wo zum Teil Untersuchungshaft ausgesprochen wurde, wo Disziplinarverfahren eingeleitet sind, aber Sie von der Opposition versuchen hier den Eindruck zu erwecken, als wären alle Mitarbeiter des Außenamtes und bei den Vertretungsbehörden, die in diesem Bereich tätig sind, irgendwie verdächtig. Das möchte ich wirklich entschieden zurückweisen, weil sich das die vielen Damen und Herren, die für Österreich im Ausland tätig sind, nicht verdient haben! Das möchte ich hier auch bei dieser Debatte sagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich halte das für eine ganz richtige und kluge Vorgangsweise für die Zukunft. Ich möchte mit dem, was Jankowitsch sagte, schließen: Wir sollen uns nicht ergötzen, dass da etwas passiert ist! – Das passt genau in Ihre Richtung, meine Damen und Herren: Versuchen Sie keinen Skandal heraufzubeschwören, wo keiner ist! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Da wird es, Herr Staatssekretär Winkler, wie ich meine, gesetzlicher Maßnahmen bedürfen. Und ich frage mich auch, ob die in letzter Zeit sehr oft angewendete Auskunft von Regierungsmitgliedern, eine bestimmte Sache unterliege der Amtsverschwiegenheit, unter diesen Gesichtspunkten in Zukunft noch zu akzeptieren wäre. Gegebenenfalls wären auch hier gesetzliche Neuformulierungen zu finden, damit Österreich entschieden in dieser internationalen Korruptionsbekämpfung mitmachen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Hüten wir uns davor – vor allem auch was das Ansehen Österreichs im Ausland anlangt –, all diese Dinge parteipolitisch zu verallgemeinern und ein Bild entstehen zu lassen, das wir doch hoffentlich alle nicht wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Deshalb halten wir diesen Antrag aufrecht, und ich hoffe doch, dass er die Zustimmung aller Fraktionen findet – auch im Sinne des Anti-Korruptionsabkommens, das wir heute einstimmig hier ratifizieren werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich empfinde daher überhaupt keine Grundlage für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses als gegeben, und wir werden diesem Ansinnen selbstverständlich nicht zustimmen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich weiß nicht, ob Ihnen da irgendein Gedanke kommt, aber denken Sie einmal nach, was in der letzten Zeit im Zusammenhang mit den Österreichischen Bundesbahnen und mit dem Herrn Vizekanzler passiert ist, und überlegen Sie sich, ob allenfalls ein solches UN-Übereinkommen auch auf einen solchen Fall anzuwenden wäre! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es gibt Vorwürfe gegen einige wenige Personen. Ich muss hier schon betonen: Wir leben in einem Rechtsstaat, es wurde noch niemand verurteilt, es gilt also die Unschuldsvermutung. Es gibt auch, was die Vorwürfe in Belgrad, in Bukarest, in Kairo und in anderen Ländern betrifft, noch keine Anklage. Die einzige Anklage, die es gibt, wurde gegen jemanden erhoben, der sich gegenüber Vorwürfen, die überhaupt nicht in diesem Zusammenhang stehen, rechtfertigen muss, unrechtmäßig gehandelt zu haben. Aber es gibt noch keine Anklagen, und wir befinden uns noch im Stadium der Vorerhebungen und Voruntersuchungen. – Ich möchte hier niemanden in Schutz nehmen, damit das ganz klar ist. Wir werden alles tun, damit diese Vorwürfe aufgeklärt werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir sind des Weiteren sehr interessiert daran – und auch das in einem ureigensten Interesse –, alle Missstände abzustellen. Es wurde schon gesagt: Die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, aber auch die Bürger anderer Länder haben ein Recht darauf, dass es bei der Visa-Erteilung rechtmäßig, objektiv und fair zugeht. In 99,7 Prozent der Fälle haben die österreichischen Beamtinnen und Beamten und die österreichischen Vertragsbediensteten in dem Zeitraum, der hier zur Debatte steht, korrekt, umsichtig unter oft sehr schwierigen Verhältnissen gehandelt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Heinzl: Wenn die Belgrader Mafia inseriert, ist das dann kein kriminelles Netzwerk?
Ich kann Ihnen versichern, dass wir auch weiterhin alle Einzelfälle prüfen werden. Es handelt sich hiebei nämlich sehr wohl um Einzelfälle, und ich verwahre mich dagegen, wenn hier in manchen Beiträgen davon geredet wird, dass es kriminelle Netzwerke und einen Sumpf im Außenministerium gibt. (Abg. Heinzl: Wenn die Belgrader Mafia inseriert, ist das dann kein kriminelles Netzwerk?) Wir werden auch weiterhin dafür sorgen, dass die Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit korrekt durchführen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich kann Ihnen versichern, dass wir auch weiterhin alle Einzelfälle prüfen werden. Es handelt sich hiebei nämlich sehr wohl um Einzelfälle, und ich verwahre mich dagegen, wenn hier in manchen Beiträgen davon geredet wird, dass es kriminelle Netzwerke und einen Sumpf im Außenministerium gibt. (Abg. Heinzl: Wenn die Belgrader Mafia inseriert, ist das dann kein kriminelles Netzwerk?) Wir werden auch weiterhin dafür sorgen, dass die Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit korrekt durchführen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Heinzl: Jawohl!
Was Sie, Herr Staatssekretär, und auch die Frau Minister im Außenpolitischen Ausschuss angekündigt haben – wir konnten ja dort schon darüber reden – ist lobenswert, und ich unterstütze Sie darin. Aber wir sollten diese Bemühungen des Außenministeriums und die Bemühungen der Justiz auch parlamentarisch unterstützen. Ich glaube, das wäre der richtige Weg. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Heinzl: Jawohl!)
Abg. Schieder: Das System verdient, verteidigt zu werden!
Das sind die Chancen, die wir nützen sollen, anstatt irgendwo kleinkariert agieren und politisches Kleingeld verdienen zu wollen. Mir ist schon klar, liebe Genossen und liebe Grünen: Nachdem Sie bei Ihrer Jagd auf Finanzminister Grasser oder Frau Bundesministerin Gehrer, die Sie mit ihrem Universitätspaket überrascht oder am falschen Fuß erwischt hat, keinen Erfolg gehabt haben, gehen Sie jetzt auf die erfolgreiche Außenministerin Plassnik los. Das ist ja System bei Ihnen! (Abg. Schieder: Das System verdient, verteidigt zu werden!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
(Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Oh ja! Fragen Sie nur!
Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Wenn Sie heute hier im Hohen Haus gesagt haben, die Frau Außenministerin hätte alle Fragen im Ausschuss beantwortet, es sei nichts mehr offen, und das, was sie nicht beantwortet habe, habe sie dann schriftlich beantwortet, dann sage ich Ihnen als Mitglied des Außenpolitischen Ausschusses: Die Fragen, die ich gestellt habe, hat sie nicht beantwortet, und ich habe bis zur Stunde keinerlei schriftliche Beantwortung bekommen. Deshalb lasse ich es mir nicht nehmen, die Fragen hier im Plenum zu wiederholen, auch wenn es Ihnen nicht passt. (Rufe bei den Freiheitlichen: Oh ja! Fragen Sie nur!)
Abg. Kainz: Eine Frage noch zur Mariazellerbahn!
Es bleibt noch eine Reihe von Fragen zu klären: (Abg. Kainz: Eine Frage noch zur Mariazellerbahn!) Wer hat von diesem Visa-Handel profitiert und, zumal laut „NEWS“ noch immer Visa von österreichischen Botschaften angeboten werden, wer verdient noch immer daran? (Abg. Neudeck: Das ist ja der falsche Tagesordnungspunkt!)
Abg. Neudeck: Das ist ja der falsche Tagesordnungspunkt!
Es bleibt noch eine Reihe von Fragen zu klären: (Abg. Kainz: Eine Frage noch zur Mariazellerbahn!) Wer hat von diesem Visa-Handel profitiert und, zumal laut „NEWS“ noch immer Visa von österreichischen Botschaften angeboten werden, wer verdient noch immer daran? (Abg. Neudeck: Das ist ja der falsche Tagesordnungspunkt!)
Beifall bei der SPÖ.
Hohes Haus! Es wäre schon ausgesprochen erstaunlich, wenn ausgerechnet die Abgeordneten des BZÖ diese Vorgehensweise decken und gegen eine Einsetzung des Untersuchungsausschusses sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Heinzl: Na, mit Ihnen nicht!
Abgeordnete Carina Felzmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Kollege Heinzl! Wenn man Ihnen zuhört, dann denkt man, man lebt in einem anderen Land. Es gibt hier eine völlig unterschiedliche Wahrnehmung bezüglich der Arbeit der Ministerien, wobei mir unerklärlich ist, mit wem Sie was besprochen oder nicht besprochen haben. (Abg. Heinzl: Na, mit Ihnen nicht!) Faktum ist, dass das sehr wenig mit der wirklich hoch qualifizierten Arbeit unserer Beamten im Außenministerium zu tun hat. Das möchte ich nur einmal vorwegnehmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Mein Kollege wird dann noch kurz auf Ihre Rede eingehen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordnete Carina Felzmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Kollege Heinzl! Wenn man Ihnen zuhört, dann denkt man, man lebt in einem anderen Land. Es gibt hier eine völlig unterschiedliche Wahrnehmung bezüglich der Arbeit der Ministerien, wobei mir unerklärlich ist, mit wem Sie was besprochen oder nicht besprochen haben. (Abg. Heinzl: Na, mit Ihnen nicht!) Faktum ist, dass das sehr wenig mit der wirklich hoch qualifizierten Arbeit unserer Beamten im Außenministerium zu tun hat. Das möchte ich nur einmal vorwegnehmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Mein Kollege wird dann noch kurz auf Ihre Rede eingehen.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neudeck.
der überprüft; Österreich ist an zehnter Stelle, was das Vertrauen der Menschen in die Beamten betrifft. – Ich denke, damit sind wir wirklich sehr gut unterwegs. Die schwarzen Schafe werden Sie nie ausschließen können. Wir sind aber mit unserer Beamtenschaft sehr gut aufgestellt, und wir werden sicher alles, was wir können, dazu beitragen, um die Punkte zu klären, die offen sind. Das Gesetz ist ein gutes, und da ist es gut, dass wir gemeinsam gehen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neudeck.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neudeck. – Abg. Heinzl: Das ist aber gnädig!
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Hohes Haus! Herr Staatssekretär! Herr Präsident! Mag der Wunsch nach diesem Untersuchungsausschuss noch so sehnlich sein, wir werden ihm aus ganz klaren Überlegungen, die schon vorgetragen wurden, nicht zustimmen. Zuerst arbeiten die Gerichte. Der Herr Staatssekretär hat uns eindrucksvoll und glaubwürdig vorgetragen, dass seitens des Hauses im Eigeninteresse alles unternommen wird, um diese Vorfälle zu klären. Deshalb warten wir diese Arbeit und die Berichte ab, und dann werden wir die Diskussion gerne mit jedem weiterführen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neudeck. – Abg. Heinzl: Das ist aber gnädig!)
Beifall bei der ÖVP.
Dem internationalen Abkommen der UNO, das heute hier vorliegt, werden wir natürlich zustimmen, und ich denke, dass die Kernpunkte, die internationale Zusammenarbeit bei der Korruptionsbekämpfung und die Rückführung von Vermögenswerten in die Ursprungsländer, durch dieses Abkommen nun auch in entsprechender Weise geregelt sind. Ich hoffe, dass es uns allen gelingt, gerade diesen schlimmen Entwicklungen damit entgegenzuwirken und dieser ganzen Sache Einhalt zu gebieten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Heinzl: Aber fragen wird man noch dürfen!
die im Außenministerium arbeiten, potentielle Kriminelle oder in diese Affäre verwickelt. (Abg. Heinzl: Aber fragen wird man noch dürfen!) Er müsste eigentlich wissen, dass ein Einzelfall noch lange nicht dazu berechtigt, diese Verdachtsmomente zu äußern. Ich sage, dass gerade Sie das wissen müssten, weil ja auch niemand hier behauptet, dass wegen eines Kriminalfalles zum Beispiel im St. Pöltener Spital alle Spitalsbediensteten sozusagen kriminell veranlagt sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Heinzl: Herr Dr. Brader, ...!) – Herr Abgeordneter Heinzl, ich frage Sie auch nicht, ob Sie davon gewusst haben, dass ein Ihnen nahe Stehender betrügerisch und fahrlässig gehandelt hat. (Abg. Heinzl: Ich habe keine Nähe ...!) – Das ist Ihr Problem! Sie brauchen jetzt nicht zu schimpfen, Herr Kollege! Sie machen hier Verdächtigungen und haben selbst in vielen Bereichen Probleme.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Heinzl: Herr Dr. Brader, ...!
die im Außenministerium arbeiten, potentielle Kriminelle oder in diese Affäre verwickelt. (Abg. Heinzl: Aber fragen wird man noch dürfen!) Er müsste eigentlich wissen, dass ein Einzelfall noch lange nicht dazu berechtigt, diese Verdachtsmomente zu äußern. Ich sage, dass gerade Sie das wissen müssten, weil ja auch niemand hier behauptet, dass wegen eines Kriminalfalles zum Beispiel im St. Pöltener Spital alle Spitalsbediensteten sozusagen kriminell veranlagt sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Heinzl: Herr Dr. Brader, ...!) – Herr Abgeordneter Heinzl, ich frage Sie auch nicht, ob Sie davon gewusst haben, dass ein Ihnen nahe Stehender betrügerisch und fahrlässig gehandelt hat. (Abg. Heinzl: Ich habe keine Nähe ...!) – Das ist Ihr Problem! Sie brauchen jetzt nicht zu schimpfen, Herr Kollege! Sie machen hier Verdächtigungen und haben selbst in vielen Bereichen Probleme.
Abg. Heinzl: Ich habe keine Nähe ...!
die im Außenministerium arbeiten, potentielle Kriminelle oder in diese Affäre verwickelt. (Abg. Heinzl: Aber fragen wird man noch dürfen!) Er müsste eigentlich wissen, dass ein Einzelfall noch lange nicht dazu berechtigt, diese Verdachtsmomente zu äußern. Ich sage, dass gerade Sie das wissen müssten, weil ja auch niemand hier behauptet, dass wegen eines Kriminalfalles zum Beispiel im St. Pöltener Spital alle Spitalsbediensteten sozusagen kriminell veranlagt sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Heinzl: Herr Dr. Brader, ...!) – Herr Abgeordneter Heinzl, ich frage Sie auch nicht, ob Sie davon gewusst haben, dass ein Ihnen nahe Stehender betrügerisch und fahrlässig gehandelt hat. (Abg. Heinzl: Ich habe keine Nähe ...!) – Das ist Ihr Problem! Sie brauchen jetzt nicht zu schimpfen, Herr Kollege! Sie machen hier Verdächtigungen und haben selbst in vielen Bereichen Probleme.
Beifall bei der ÖVP.
Zurück zur vorgelegten Materie. Ich begrüße natürlich auch die vorgelegten Abkommen. Ich denke, sie sind der richtige Schritt, und ich freue mich, dass trotz aller Bemühungen und Vorbereitungen für den EU-Vorsitz Zeit war, so wichtige nachbarschaftspflegende Abkommen zu verhandeln. Ich begrüße das und ich hoffe sehr, dass sich die Verantwortlichen im Außenministerium durch solche Aktionen, wie sie Kollege Heinzl gesetzt hat, nicht irritieren lassen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger
Ich denke, dass gerade Österreich, dass gerade unser Parlamentarismus geeignet ist, Kontrollrechte zu exportieren, aufzuzeigen, welche Möglichkeiten wir in unserem Parlament (Zwischenruf des Abg. Öllinger) – danke für die Bestätigung, Herr Kollege Öllinger – haben, und darauf aufmerksam zu machen, dass das Parlament zu kontrollieren hat und diese Rechte auch wahrnimmt. Und wir nehmen sie auch wahr.
Beifall bei der ÖVP.
Wenn darauf hingewiesen wird, wie viele Konsularfälle es gibt – meine Damen und Herren, 650 000 jährlich, darüber hinaus noch zusätzlich 400 000 Visaanträge beziehungsweise -erstellungen –, dann weiß man, was sich tut. Wenn es Einzelfälle gegeben hat, dann tut es uns Leid. Für eine Aufklärung wurde gesorgt. Wenn ich daran denke, wie unsere Frau Außenministerin in der Türkeifrage verhandelt hat, dann bin ich sehr zuversichtlich, dass diese Fälle ebenso mit jener Konsequenz aufgeklärt werden, die sie in anderen Verhandlungen gezeigt hat. – So weit auch zu ihrer politischen Verantwortung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, es ist eigentlich schade um die Zeit, die wir darauf zu verwenden haben, den Skandalisierungsversuch der Opposition abzuwenden, in dem versucht wird, pauschal das ganze Team des Außenministeriums, vor allem die Konsulate, zu verdächtigen und in Misskredit zu bringen. Viel besser wäre es, hier darüber zu reden, dass es eine äußerst erfolgreiche Außenpolitik unserer Außenministerin gibt, oder beispielsweise zu erwähnen, dass heute eine Islamkonferenz zu Ende geht, die nicht nur in der islamischen Welt, sondern weit darüber hinaus international Beachtung und Anerkennung findet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Na hallo!
Meine Damen und Herren, ein ganz gewaltiger Unterschied: Bei uns ist etwas passiert, anderswo, im Nachbarland, hat es auf Grund von entsprechenden Erlässen systematische Rechtsbeugungen gegeben (Abg. Öllinger: Na hallo!), die mit dem, was wir haben, absolut nichts gemein haben. (Abg. Öllinger: Völlig verkehrt! Das stimmt ja überhaupt nicht!) Im Sinne von Jankowitsch und der Intention unserer Außenministerin möchte ich nur den Appell aussprechen: Setzen wir den erfolgreichen Weg des Außenministeriums fort und machen wir unser Land nicht schlecht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Völlig verkehrt! Das stimmt ja überhaupt nicht!
Meine Damen und Herren, ein ganz gewaltiger Unterschied: Bei uns ist etwas passiert, anderswo, im Nachbarland, hat es auf Grund von entsprechenden Erlässen systematische Rechtsbeugungen gegeben (Abg. Öllinger: Na hallo!), die mit dem, was wir haben, absolut nichts gemein haben. (Abg. Öllinger: Völlig verkehrt! Das stimmt ja überhaupt nicht!) Im Sinne von Jankowitsch und der Intention unserer Außenministerin möchte ich nur den Appell aussprechen: Setzen wir den erfolgreichen Weg des Außenministeriums fort und machen wir unser Land nicht schlecht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, ein ganz gewaltiger Unterschied: Bei uns ist etwas passiert, anderswo, im Nachbarland, hat es auf Grund von entsprechenden Erlässen systematische Rechtsbeugungen gegeben (Abg. Öllinger: Na hallo!), die mit dem, was wir haben, absolut nichts gemein haben. (Abg. Öllinger: Völlig verkehrt! Das stimmt ja überhaupt nicht!) Im Sinne von Jankowitsch und der Intention unserer Außenministerin möchte ich nur den Appell aussprechen: Setzen wir den erfolgreichen Weg des Außenministeriums fort und machen wir unser Land nicht schlecht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Mit Ihrer Pensionsharmonisierungsreform und der Pensionssicherungsreform haben Sie das Gefühl der Österreicher für staatliche Pensionen nicht sicherer gemacht. Ich darf Sie daran erinnern, dass im morgigen „Kurier“ eine Umfrage zitiert wird, aus der eindeutig hervorgeht, dass sich die Menschen weiterhin große Sorgen um die staatliche Pension machen, und sich zugleich die Schlagzeile findet: „Aufbau der Privatpension wird teurer“. Das politische Credo, das Sie hier in diesem Haus vertreten, nämlich Privatvorsorge sei das Allheilmittel, scheint also so nicht aufzugehen, denn die Geldtaschen der Österreicher sind unter Ihrer Politik auch nicht dicker, sondern schmäler geworden. Da stellt sich die Frage: Wer kann sich Privatvorsorge in Zukunft noch leisten? Sie sollten also Ihre Politik diesbezüglich überdenken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich würde mir sehr wünschen, dass Sie nicht nur Reparaturen machen, die verfassungswidrige Umstände beseitigen, sondern dass Sie endlich auch einmal Vorschlägen und Anträgen von uns, also der Opposition, die sinnvoll sind, Ihre Zustimmung geben, weil sie Ungerechtigkeiten für jene Menschen beseitigen würden, denen durch Ihre Bestimmungen Verschlechterungen und Ungerechtigkeiten widerfahren. Ich hoffe, dass dieser Antrag nicht wieder sechs Monate im Haus liegen muss, bevor er im Sozialausschuss behandelt wird. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Auf jeden Fall müssen wir eine langfristige Antwort für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer finden, denn alle mit 50 in Pension oder in die Arbeitslosigkeit zu schicken, das ist sicherlich keine Lösung. Das ist eine Tatsache, die uns allen bewusst sein sollte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Silhavy: Was hat das jetzt mit dem Antrag zu tun?
Weiters sagen Sie, dass künftig ein Arbeitgeber jeden mit 62 kündigen kann. Der Arbeitgeber hat auch in diesem Fall jene Strafe zu bezahlen, die er zu bezahlten hätte, wenn er jemanden mit 58 oder mit 60 kündigt. Sie wissen ganz genau, Frau Kollegin, dass ein Arbeitgeber, der einen Arbeitnehmer kündigt, der das 50. Lebensjahr bereits überschritten hat und mindestens zehn Jahre im Betrieb beschäftigt war, eine Strafe in Höhe bis zu drei Monatsentgelten zahlen muss. Und das steht da halt verkehrt drinnen, aber wir werden das im Ausschuss intensiv diskutieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Silhavy: Was hat das jetzt mit dem Antrag zu tun?)
Abg. Silhavy: Denken sollte er auch noch!
auf alle Fälle denken oder lesen und dann sprechen. (Abg. Silhavy: Denken sollte er auch noch!) Die Rede des Kollegen Walch war dazu angetan, bei mir den Eindruck zu erwecken, dass er zuerst spricht, bevor er den Antrag liest, denn das, was jetzt als Begründung vom Kollegen Walch gesagt wurde, hat überhaupt nichts mit dem Antrag zu tun.
Abg. Walch: Steht in der Begründung vom Antragsteller! Lesen!
Auf der anderen Seite die Ausführungen der Kollegin Lentsch, die sagt, wir müssen langfristige Lösungen finden und dürfen die Leute nicht mit 50 in die Arbeitslose oder in die Pension schicken. (Abg. Walch: Steht in der Begründung vom Antragsteller! Lesen!) Das hat auch überhaupt nichts mit diesem Antrag zu tun, in dem es ausschließlich darum geht, dass bestimmte Formen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses dazu führen, dass die Leute zwangsweise in die Korridorpension geschickt werden, wobei wir ihnen nur die Wahlmöglichkeit geben wollen.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Walch: Lesen!
Der Antrag der Sozialdemokraten ist schlüssig, begründet und stimmig. Deshalb sollte er vor Ablauf von sechs Monaten im Ausschuss ernsthaft diskutiert werden. Ich hoffe, dass du dich auch vorbereitest, Kollege Walch. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Walch: Lesen!)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend noch einmal: Dieser Antrag soll eines gewährleisten, dass das Wohnen für die Menschen in Österreich wieder günstiger wird, und das betrifft insbesondere jüngere Menschen, die nur mehr befristete Verträge bekommen. Und in diesem Sinne darf ich Sie ersuchen, unserem Antrag wohlwollend gegenüberzustehen beziehungsweise ihn im Justizausschuss in Behandlung zu nehmen und diesem auch zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Johann Maier: Nur bei der Verlängerung!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Kolleginnen und Kollegen! Mit dem vorliegenden Antrag zur Änderung des Gebührengesetzes fordern die Antragsteller und Antragstellerinnen unter anderem eine Gebührenfreiheit für Mietverträge von Wohnraum bis zu einer Dauer von sechs Monaten beziehungsweise auch Gebührenfreiheit für die Verlängerung von bestehenden Mietverträgen von Wohnraum. (Abg. Mag. Johann Maier: Nur bei der Verlängerung!) – Na ja, mietvertragsgebührenfrei.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich denke, dass es nicht nur eine Sache des Mietrechtes sein soll, sondern – dazu werden Sie sich sicher auch bekennen können – ich meine, dass wir das auch im Finanzausschuss besprechen und uns die Bagatellsteuern im Allgemeinen einmal anschauen sollten, weil das Aufkommen im Gesamten für den Vertragsaufwand viel zu gering ist. Das heißt, das wäre meine Anregung. Meine Fraktion ist an einer Gesamtlösung interessiert und nicht an einem Flickwerk, nicht daran, dass man sagt, man ändert da ein bisschen etwas und dort ein bisschen etwas. Vielleicht können Sie sich das auch noch einmal überlegen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube daher, dass man im Zuge einer Steuerreform die Bagatellsteuern im Gesamten einmal überlegen und abschaffen soll und nicht jetzt kleinweis das herausnehmen soll, denn sonst schaffen wir die weiteren kleinen Steuern auch nicht ab, weil wir sagen, wir haben ohnehin schon Einzelaktionen in großer Zahl gemacht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist meines Erachtens ein Missverhältnis, und deswegen unterstütze ich diesen konkreten Initiativantrag, der darauf abzielt, diese Gebühren insgesamt abzuschaffen – denn das wäre der eigentliche Beitrag. (Beifall bei den Grünen.) – Ja, das wäre der eigentliche Beitrag, Wohnen wirklich zu verbilligen! Was hat denn der Finanzminister
Beifall bei den Grünen.
damit zu tun, dass privatwirtschaftliche Verträge abgeschlossen werden? – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Eine Unterlassung gibt es nicht, und bauliche Barrieren, die diskriminierend sind, müssen nicht beseitigt werden. Sie können aufrechterhalten bleiben, der Diskriminierende zahlt lediglich ein „Taschengeld“ von bis zu 400 € an Schmerzensgeld, aber geändert hat sich nichts. Die Situation von behinderten Menschen wird sich auch mit 1. Jänner 2006 und in Hinkunft nicht verbessern, wenn Sie das Gesetz, das Sie beschlossen haben, in der Form aufrechterhalten. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das heißt, Sie haben in diesem Punkt kläglich versagt, und deshalb ist ein Behindertengleichstellungsgesetz unumgänglich, das Ihren eigenen Anforderungen entspricht. Deshalb ist der Initiativantrag notwendig, und deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren, sind Sie aufgefordert dieses Behindertengleichstellungsgesetz, das seinen Namen in dieser Form niemals verdient, zu einem Gesetz zu machen, durch das Menschen mit Behinderungen wirklich ein Instrument in der Hand haben, mit dem sie sich gegen Diskriminierungen wehren können und durch das sichergestellt ist, dass Diskriminierung in Zukunft nicht mehr stattfinden darf und bestehende Diskriminierungsbestandteile beseitigt werden müssen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jeder, meine sehr geehrten Damen und Herren, der jetzt herauskommt und sagt, ich hätte nicht Recht, das stimme alles nicht, was rede ich für einen Blödsinn daher – ich höre schon, was da kommen wird! –, braucht nur auf die Websites der entsprechenden Behindertenorganisationen zu schauen. Wenn ich nicht Recht habe, haben die behinderten Menschen in Österreich anscheinend auch nicht Recht. – Aber wir haben Recht, nur müssen Sie unser Recht endlich zur Kenntnis nehmen! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Das Gesetz wird evaluiert und kommt auch in Form des Berichts zur Lage behinderter Menschen in den Nationalrat und wird dann dort diskutiert. Dort werden wir das Gesetz auch, wenn es notwendig ist, verbessern. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kommen Sie zufällig aus der Steiermark? Wenn nicht, schauen Sie sich das einmal an, die Umfärbungen!
Ich möchte noch zu einem weiteren Aspekt kommen – neben den vielen anderen Bereichen wie Verbandsklage und Beweislastumkehr –, nämlich zum Behindertenanwalt. Da wird eine neue Stelle geschaffen, und der Behindertenanwalt soll dann auch tätig werden. Da Ex-Minister Herbert Haupt immer wieder als Behindertenanwalt vorgeschlagen wird, erhebt sich schon folgende Frage: Wenn Ex-Minister Herbert Haupt ohne Ausschreibung Behindertenanwalt wird, dann ist das wieder ein Zeichen dafür, dass die Regierungsfraktionen von ÖVP, FPÖ und BZÖ nur ihre Schäfchen ins Trockene bringen, behinderte Menschen in diesem Bereich aber im Regen stehen lassen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kommen Sie zufällig aus der Steiermark? Wenn nicht, schauen Sie sich das einmal an, die Umfärbungen!)
Abg. Öllinger – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Partik-Pablé –: Sagen Sie etwas zum Behindertenanwalt!
(Abg. Öllinger – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Partik-Pablé –: Sagen Sie etwas zum Behindertenanwalt!)
Abg. Haidlmayr: Aber nur am Anfang! Dann sind sie rausgeschmissen worden!
Ich glaube schon – beziehungsweise es ist unbedingt notwendig! –, dass man die Fortschritte sehen muss, Frau Abgeordnete Haidlmayr, und dass man nicht leugnen soll, dass etwas passiert ist. Man kann doch nicht ganz einfach darüber hinweggehen, dass sehr vieles durchgesetzt worden ist! Viele Behindertenorganisationen waren in die Gesetzwerdung eingebunden, und in sehr vielen Diskussionen ... (Abg. Haidlmayr: Aber nur am Anfang! Dann sind sie rausgeschmissen worden!) – Frau Abgeordnete Haidlmayr, ich bitte Sie, einmal diesen Reflex zu unterdrücken: Kaum mache ich den Mund auf und sage etwas, antworten Sie oder widerlegen Sie mich schon! – Hören Sie mir doch zu, genauso wie ich Ihnen zugehört habe! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube schon – beziehungsweise es ist unbedingt notwendig! –, dass man die Fortschritte sehen muss, Frau Abgeordnete Haidlmayr, und dass man nicht leugnen soll, dass etwas passiert ist. Man kann doch nicht ganz einfach darüber hinweggehen, dass sehr vieles durchgesetzt worden ist! Viele Behindertenorganisationen waren in die Gesetzwerdung eingebunden, und in sehr vielen Diskussionen ... (Abg. Haidlmayr: Aber nur am Anfang! Dann sind sie rausgeschmissen worden!) – Frau Abgeordnete Haidlmayr, ich bitte Sie, einmal diesen Reflex zu unterdrücken: Kaum mache ich den Mund auf und sage etwas, antworten Sie oder widerlegen Sie mich schon! – Hören Sie mir doch zu, genauso wie ich Ihnen zugehört habe! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Haidlmayr: Natürlich!
Es ist auch nicht richtig, dass dieses Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz sagt, dass über die Barrierefreiheit erst ab 2015 geredet wird. (Abg. Haidlmayr: Natürlich!) – Das stimmt ganz einfach nicht! (Abg. Haidlmayr: Natürlich! Lesen Sie es!) – Nein! Es ist ein Etappenplan vorgesehen. Die Bundesregierung hat vorgesehen, dass alle öffentlichen Gebäude sukzessive barrierefrei gemacht werden.
Abg. Haidlmayr: Natürlich! Lesen Sie es!
Es ist auch nicht richtig, dass dieses Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz sagt, dass über die Barrierefreiheit erst ab 2015 geredet wird. (Abg. Haidlmayr: Natürlich!) – Das stimmt ganz einfach nicht! (Abg. Haidlmayr: Natürlich! Lesen Sie es!) – Nein! Es ist ein Etappenplan vorgesehen. Die Bundesregierung hat vorgesehen, dass alle öffentlichen Gebäude sukzessive barrierefrei gemacht werden.
Abg. Haidlmayr: Der Haupt hat sich schon angemeldet!
Nun gehe ich auf das Thema „Behindertenanwalt“ ein: Sie kritisieren Dinge, die überhaupt noch nicht im Raum stehen! Es steht nicht im Raum, wer Behindertenanwalt wird. (Abg. Haidlmayr: Der Haupt hat sich schon angemeldet!) – Ja, er kann sich ja anmelden! Sie können sich auch anmelden. (Abg. Mag. Wurm: Wohin soll sie sich wenden?) – Es kann sich jeder anmelden! (Abg. Öllinger: Wo?)
Abg. Mag. Wurm: Wohin soll sie sich wenden?
Nun gehe ich auf das Thema „Behindertenanwalt“ ein: Sie kritisieren Dinge, die überhaupt noch nicht im Raum stehen! Es steht nicht im Raum, wer Behindertenanwalt wird. (Abg. Haidlmayr: Der Haupt hat sich schon angemeldet!) – Ja, er kann sich ja anmelden! Sie können sich auch anmelden. (Abg. Mag. Wurm: Wohin soll sie sich wenden?) – Es kann sich jeder anmelden! (Abg. Öllinger: Wo?)
Abg. Öllinger: Wo?
Nun gehe ich auf das Thema „Behindertenanwalt“ ein: Sie kritisieren Dinge, die überhaupt noch nicht im Raum stehen! Es steht nicht im Raum, wer Behindertenanwalt wird. (Abg. Haidlmayr: Der Haupt hat sich schon angemeldet!) – Ja, er kann sich ja anmelden! Sie können sich auch anmelden. (Abg. Mag. Wurm: Wohin soll sie sich wenden?) – Es kann sich jeder anmelden! (Abg. Öllinger: Wo?)
Abg. Scheibner: Die Fakten!
Aber es ist doch noch überhaupt nicht entschieden worden, wer was wird, und ich bin überzeugt davon, dass eine ordnungsgemäße Ausschreibung stattfinden wird. Konzentrieren Sie sich doch einmal auf das, was beschlossen ist (Abg. Scheibner: Die Fakten!), aber lesen Sie nicht Kaffeesud und kritisieren Sie keine Dinge, die überhaupt noch nicht existent sind! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber es ist doch noch überhaupt nicht entschieden worden, wer was wird, und ich bin überzeugt davon, dass eine ordnungsgemäße Ausschreibung stattfinden wird. Konzentrieren Sie sich doch einmal auf das, was beschlossen ist (Abg. Scheibner: Die Fakten!), aber lesen Sie nicht Kaffeesud und kritisieren Sie keine Dinge, die überhaupt noch nicht existent sind! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Wann wird ausgeschrieben?
Ich glaube, wir sollten jetzt einmal mit dem, was wir erreicht haben, zufrieden sein, sollten beobachten, was alles falsch ist, was schief läuft und wo wir dann Korrekturen einbringen müssen, bevor wir weiterhin irgendwelche Vorstellungen in den Raum stellen, die ganz einfach noch nicht Realität sind. (Abg. Öllinger: Wann wird ausgeschrieben?) – Ich glaube, so fahren wir am besten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wann wird ausgeschrieben?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wann wird ausgeschrieben?
Ich glaube, wir sollten jetzt einmal mit dem, was wir erreicht haben, zufrieden sein, sollten beobachten, was alles falsch ist, was schief läuft und wo wir dann Korrekturen einbringen müssen, bevor wir weiterhin irgendwelche Vorstellungen in den Raum stellen, die ganz einfach noch nicht Realität sind. (Abg. Öllinger: Wann wird ausgeschrieben?) – Ich glaube, so fahren wir am besten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wann wird ausgeschrieben?)
Beifall bei der SPÖ.
Ich ersuche also um Vernunft, sodass wir das durchführen können, und ersuche weiters, den Antrag dem Verkehrsausschuss zuzuweisen und rasch umzusetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir werden versuchen, diesen Vorschlag bei der nächsten Sitzung oder bei einer der nächsten Sitzungen des Verkehrsausschusses entsprechend zu diskutieren und, wenn es wirklich um die nächste grundlegende Novelle der Straßenverkehrsordnung geht, auch entsprechend mit zu bedenken. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger spricht mit der eine Bankreihe weiter hinten sitzenden Abg. Sburny.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Wittauer zu Wort. Wunschredezeit: 2 Minuten. – Bitte. (Abg. Öllinger spricht mit der eine Bankreihe weiter hinten sitzenden Abg. Sburny.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Deshalb ist unsere Meinung da insgesamt eher kritisch. Diskutieren wir einmal darüber, welche Ausnahmegenehmigungen wir streichen können, weil viel Missbrauch betrieben wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Meiner Überzeugung nach ist aber, sowohl was die Hebammen betrifft, was also sozusagen die Zukunft der Regelungen anlangt, als auch was den Bestand der Regelungen – „Arzt im Dienst“ – anlangt, eine wesentliche Frage schon die der Kontrolle, denn, bitte, ich weiß, dass häufig „Arzt im Dienst“ auch dann hinter der Windschutzscheibe klemmt, wenn der Arzt etwas anderes macht, als seinem Dienst nachzukommen. Ich glaube daher, wir sollten auch die Kontrolle überlegen, aber auf jeden Fall: Bahn frei für „Hebamme im Dienst“! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Uns Grünen geht es nicht um kleine Änderungen. Es ist einfach höchste Zeit, dass es eine Gesamtgleichstellung gibt, ein gesamtes Paket, dass dieses Warten auf gleiche Rechte für gleiche Liebe endlich einmal ein Ende hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: „Gott bewahre!“
Ich weiß schon, dass viele von Ihnen nichts davon hören wollen, obwohl sie wahrscheinlich in ihrem Umfeld, in ihrem familiären Umfeld, in ihrem Freundes- beziehungsweise FreundInnenkreis oder Bekanntenkreis genügend – oder zumindest ein paar – Menschen haben (Abg. Öllinger: „Gott bewahre!“), die lesbisch oder schwul leben und die ihnen wahrscheinlich auch sagen, wo die Schwierigkeiten liegen, wo überall sie keine gleichen Rechte haben, obwohl sie die Pflichten, die sie füreinander übernehmen, schon wahrnehmen – aber die Rechte fehlen: im Mietrecht, im Erbrecht, in vielen anderen Punkten. (Abg. Scheibner: Über all das können wir ja reden!) Aber zu all dem heißt es von Seiten der Regierungsfraktionen: Ohren zu, nichts hören, nichts sehen wollen, wir wollen das nicht! (Abg. Scheibner: Über all das können wir reden!)
Abg. Scheibner: Über all das können wir ja reden!
Ich weiß schon, dass viele von Ihnen nichts davon hören wollen, obwohl sie wahrscheinlich in ihrem Umfeld, in ihrem familiären Umfeld, in ihrem Freundes- beziehungsweise FreundInnenkreis oder Bekanntenkreis genügend – oder zumindest ein paar – Menschen haben (Abg. Öllinger: „Gott bewahre!“), die lesbisch oder schwul leben und die ihnen wahrscheinlich auch sagen, wo die Schwierigkeiten liegen, wo überall sie keine gleichen Rechte haben, obwohl sie die Pflichten, die sie füreinander übernehmen, schon wahrnehmen – aber die Rechte fehlen: im Mietrecht, im Erbrecht, in vielen anderen Punkten. (Abg. Scheibner: Über all das können wir ja reden!) Aber zu all dem heißt es von Seiten der Regierungsfraktionen: Ohren zu, nichts hören, nichts sehen wollen, wir wollen das nicht! (Abg. Scheibner: Über all das können wir reden!)
Abg. Scheibner: Über all das können wir reden!
Ich weiß schon, dass viele von Ihnen nichts davon hören wollen, obwohl sie wahrscheinlich in ihrem Umfeld, in ihrem familiären Umfeld, in ihrem Freundes- beziehungsweise FreundInnenkreis oder Bekanntenkreis genügend – oder zumindest ein paar – Menschen haben (Abg. Öllinger: „Gott bewahre!“), die lesbisch oder schwul leben und die ihnen wahrscheinlich auch sagen, wo die Schwierigkeiten liegen, wo überall sie keine gleichen Rechte haben, obwohl sie die Pflichten, die sie füreinander übernehmen, schon wahrnehmen – aber die Rechte fehlen: im Mietrecht, im Erbrecht, in vielen anderen Punkten. (Abg. Scheibner: Über all das können wir ja reden!) Aber zu all dem heißt es von Seiten der Regierungsfraktionen: Ohren zu, nichts hören, nichts sehen wollen, wir wollen das nicht! (Abg. Scheibner: Über all das können wir reden!)
Beifall bei den Grünen.
Frau Kollegin Fekter, es wäre ganz einfach: Dann machen Sie halt eine Ehe erster Klasse, damit endlich auch Lesben und Schwule nicht mehr Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse sind! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Frau Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Homosexuelle Paare leben in einer Lebensgemeinschaft. Eine Homoehe – wie in diesem Antrag, Frau Kollegin Lunacek – lehnen wir ab. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Eherecht für Homosexuelle, wie in diesem Antrag gefordert, wird es mit der ÖVP nicht geben. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Lunacek und Sburny
Abgeordnete Mag. Ruth Becher (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Antrag von Kollegin Lunacek und FreundInnen ist angesichts des Urteils des Verfassungsgerichtshofes brandaktuell, und er ist von der Stoßrichtung her sehr begrüßenswert. Die Frage ist, was mit diesem Antrag letztendlich geschehen wird (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Lunacek und Sburny): ob er, wie zu erwarten ist, weiter auf die lange Bank geschoben werden wird, ob die Regierungsparteien weiter mauern werden, um ihr antiquiertes Familienbild auch weiterhin aufrechtzuerhalten. (Abg. Öllinger: Ja, leider!) Das wird sich zeigen. (Abg. Scheibner: Was ist ein „antiquiertes Familienbild“?)
Abg. Öllinger: Ja, leider!
Abgeordnete Mag. Ruth Becher (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Antrag von Kollegin Lunacek und FreundInnen ist angesichts des Urteils des Verfassungsgerichtshofes brandaktuell, und er ist von der Stoßrichtung her sehr begrüßenswert. Die Frage ist, was mit diesem Antrag letztendlich geschehen wird (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Lunacek und Sburny): ob er, wie zu erwarten ist, weiter auf die lange Bank geschoben werden wird, ob die Regierungsparteien weiter mauern werden, um ihr antiquiertes Familienbild auch weiterhin aufrechtzuerhalten. (Abg. Öllinger: Ja, leider!) Das wird sich zeigen. (Abg. Scheibner: Was ist ein „antiquiertes Familienbild“?)
Abg. Scheibner: Was ist ein „antiquiertes Familienbild“?
Abgeordnete Mag. Ruth Becher (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Antrag von Kollegin Lunacek und FreundInnen ist angesichts des Urteils des Verfassungsgerichtshofes brandaktuell, und er ist von der Stoßrichtung her sehr begrüßenswert. Die Frage ist, was mit diesem Antrag letztendlich geschehen wird (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Lunacek und Sburny): ob er, wie zu erwarten ist, weiter auf die lange Bank geschoben werden wird, ob die Regierungsparteien weiter mauern werden, um ihr antiquiertes Familienbild auch weiterhin aufrechtzuerhalten. (Abg. Öllinger: Ja, leider!) Das wird sich zeigen. (Abg. Scheibner: Was ist ein „antiquiertes Familienbild“?)
Beifall bei der SPÖ.
Der Zug in Richtung gleichgeschlechtliche Partnerschaften ist jedenfalls längst abgefahren – und das mit Ihnen oder ohne Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Regierungsbank. Und wenn Sie sich nicht bereit erklären, die längst notwendigen und überfälligen Maßnahmen in diesem Bereich zu setzen, dann werden sie ohne Sie geschehen, spätestens dann im Herbst 2006. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Die Frau Gastinger ist unserer Meinung!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Frau Kollegin, keine Drohungen aussprechen, bitte! Aber es ist ja noch lange Zeit, dieses Bild, das Sie sich da ausmalen, zu verhindern. (Abg. Mag. Wurm: Die Frau Gastinger ist unserer Meinung!)
Abg. Öllinger: Das ist aber eine Diskriminierung!
Frau Abgeordnete Lunacek, Sie kennen meine Meinung, und die habe ich schon seit vielen Jahren – und hatte sie auch zu einer Zeit, als auch das nicht en vogue gewesen ist –: Ich spreche mich gegen jede Diskriminierung von Homosexuellen aus (Abg. Öllinger: Das ist aber eine Diskriminierung!) und bin auch sehr dafür – und daran arbeitet auch die Frau Justizministerin –, genau jene Punkte, die angesprochen wurden, aufzuarbeiten, Punkte, wo es wirklich Diskriminierungen gibt: ob das die Besuchsrechte sind, ob das im Mietrecht ist, ob das in anderen Bereichen der Fall ist. Zum Teil ist es repariert worden, zum Teil gibt es da sicherlich noch einen Bedarf, diese Dinge zu korrigieren.
Ruf bei der SPÖ: „Irgendwer“!
Ich sage Ihnen aber: Ehe ist klar definiert. Und wo die Gesellschaft Privilegierungen schafft, vor allem auch dort, wo mit Steuergeldern oder mit Sozialversicherungsbeiträgen entsprechende Quersubventionierungen vorgenommen werden, wie zum Beispiel – ich verweise da auf das VfGH-Erkenntnis – bei der beitragsfreien oder beitragsbegünstigten Mitversicherung, dort hat die Gesellschaft auch ein Interesse. Und dieses Interesse kann nicht darin bestehen, dass irgendwer halt miteinander zusammenlebt (Ruf bei der SPÖ: „Irgendwer“!) und das per se schon einmal wichtig und interessant ist (Abg. Mag. Lunacek: Warum nicht?), sondern da gibt es andere Interessen.
Abg. Mag. Lunacek: Warum nicht?
Ich sage Ihnen aber: Ehe ist klar definiert. Und wo die Gesellschaft Privilegierungen schafft, vor allem auch dort, wo mit Steuergeldern oder mit Sozialversicherungsbeiträgen entsprechende Quersubventionierungen vorgenommen werden, wie zum Beispiel – ich verweise da auf das VfGH-Erkenntnis – bei der beitragsfreien oder beitragsbegünstigten Mitversicherung, dort hat die Gesellschaft auch ein Interesse. Und dieses Interesse kann nicht darin bestehen, dass irgendwer halt miteinander zusammenlebt (Ruf bei der SPÖ: „Irgendwer“!) und das per se schon einmal wichtig und interessant ist (Abg. Mag. Lunacek: Warum nicht?), sondern da gibt es andere Interessen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ansonsten: Gegen jede Diskriminierung – wie und wo und wann und mit wem jemand zusammenlebt, ist seine Privatsache, und zwar in jeder Hinsicht –, gegen jede Einmischung, aber auch gegen jede Subventionierung mit Steuergeldern oder Sozialversicherungsbeiträgen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Also bitte!
Das muss eine ganz schön lasche Presseabteilung sein (Abg. Neudeck: Also bitte!), die gezählte zwei Monate gebraucht hat, um diese Presseaussendung zu machen und
Abg. Mag. Molterer: Nein, hundert! 200!
Das heißt, sie kann es auch zwei Jahre, drei Jahre, vier Jahre, fünf Jahre, sechs Jahre aufbewahren – sieben Jahre, wie auch immer (Abg. Mag. Molterer: Nein, hundert! 200!) –, aber sie muss es nicht nach einem Jahr vernichten! (Abg. Mag. Molterer: Ich bin für 300!)
Abg. Mag. Molterer: Ich bin für 300!
Das heißt, sie kann es auch zwei Jahre, drei Jahre, vier Jahre, fünf Jahre, sechs Jahre aufbewahren – sieben Jahre, wie auch immer (Abg. Mag. Molterer: Nein, hundert! 200!) –, aber sie muss es nicht nach einem Jahr vernichten! (Abg. Mag. Molterer: Ich bin für 300!)
Abg. Mag. Molterer: 300 Jahre ist das Mindeste! – Nein: Ich beantrage 400 Jahre! Nein, 500 Jahre!
Wieso erzählt sie uns daher im Außenpolitischen Ausschuss so einen Schmäh, mit dieser Tonlage?, frage ich mich. (Abg. Mag. Molterer: 300 Jahre ist das Mindeste! – Nein: Ich beantrage 400 Jahre! Nein, 500 Jahre!) – Nein, nein, Sie können sich dann äußern zu den vielen Punkten, die damit natürlich völlig offen sind. (Abg. Neudeck: Vielleicht sollten wir sie in der Nationalbibliothek aufheben!)
Abg. Neudeck: Vielleicht sollten wir sie in der Nationalbibliothek aufheben!
Wieso erzählt sie uns daher im Außenpolitischen Ausschuss so einen Schmäh, mit dieser Tonlage?, frage ich mich. (Abg. Mag. Molterer: 300 Jahre ist das Mindeste! – Nein: Ich beantrage 400 Jahre! Nein, 500 Jahre!) – Nein, nein, Sie können sich dann äußern zu den vielen Punkten, die damit natürlich völlig offen sind. (Abg. Neudeck: Vielleicht sollten wir sie in der Nationalbibliothek aufheben!)
Abg. Mag. Molterer: Trauen Sie das dem Peter Jankowitsch nicht zu? Ist das eine Kritik an Jankowitsch?
Das ist der von Frau Außenministerin Plassnik eingesetzte Vorsitzende der Kommission für diese Visa-Affäre, und der hat am 14. November – anscheinend – noch gar nicht gewusst, dass am 27. September schon ein Stopp getätigt wurde (Abg. Mag. Molterer: Trauen Sie das dem Peter Jankowitsch nicht zu? Ist das eine Kritik an Jankowitsch?), und das zu einem Zeitpunkt – wenn man zurückversetzt denkt (Abg. Mag. Molterer: Eine Kritik an Jankowitsch! Interessant: Cap kritisiert Jankowitsch!) –, zu dem, und zwar im Juni 2005, das auf zwei Jahre verlängert wurde, und in Anbetracht dessen, dass in Wahrheit bis Mitte des Jahres 2004 keine Akten mehr existierten. Es existiert von positiv erledigten Formularen nichts mehr – zumindest bis Mitte des Jahres 2004. Restbestände existieren noch.
Abg. Mag. Molterer: Eine Kritik an Jankowitsch! Interessant: Cap kritisiert Jankowitsch!
Das ist der von Frau Außenministerin Plassnik eingesetzte Vorsitzende der Kommission für diese Visa-Affäre, und der hat am 14. November – anscheinend – noch gar nicht gewusst, dass am 27. September schon ein Stopp getätigt wurde (Abg. Mag. Molterer: Trauen Sie das dem Peter Jankowitsch nicht zu? Ist das eine Kritik an Jankowitsch?), und das zu einem Zeitpunkt – wenn man zurückversetzt denkt (Abg. Mag. Molterer: Eine Kritik an Jankowitsch! Interessant: Cap kritisiert Jankowitsch!) –, zu dem, und zwar im Juni 2005, das auf zwei Jahre verlängert wurde, und in Anbetracht dessen, dass in Wahrheit bis Mitte des Jahres 2004 keine Akten mehr existierten. Es existiert von positiv erledigten Formularen nichts mehr – zumindest bis Mitte des Jahres 2004. Restbestände existieren noch.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Dann kam der Außenpolitische Ausschuss vorige Woche, 10. November: Die Frau Außenministerin hat über den 27. September wieder nichts gesagt, es kam nichts! Heute plötzlich, zwei Monate später, eine Woche nach dem Außenpolitischen Ausschuss, einen Monat nach dem Rat für Integration, wird der 27. September erfunden! Und der Herr Staatssekretär Winkler spielt bei dem üblen Spiel anscheinend mit. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Was ist hier los? Wieso wehren Sie sich dann eigentlich gegen die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses? Na ich weiß, warum – das war ja auch nur eine akademische, fast rhetorische Frage –: Ein Untersuchungsausschuss bei dieser Faktenlage endet mit dem Rücktritt mindestens der Außenministerin, weil die an diesem Vertuschungsprozess teilnimmt. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) So ist es, ja, ja! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Was ist hier los? Wieso wehren Sie sich dann eigentlich gegen die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses? Na ich weiß, warum – das war ja auch nur eine akademische, fast rhetorische Frage –: Ein Untersuchungsausschuss bei dieser Faktenlage endet mit dem Rücktritt mindestens der Außenministerin, weil die an diesem Vertuschungsprozess teilnimmt. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) So ist es, ja, ja! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich sage Ihnen: Wir nehmen unsere Aufgabe als Opposition im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher ernst, und wir lassen uns das nicht gefallen, und daher gibt es diesen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Und ich sage Ihnen: Das ist heute nicht die letzte Debatte dazu. Es ist nicht die letzte Debatte! Das wird weitergehen! Wir wollen eine schonungslose Aufklärung. Egal, wer davon betroffen ist! Egal, wer davon betroffen ist! Ich sage das zweimal; es ist mir egal, wer davon betroffen ist. Da muss Sauberkeit herrschen im Außenamt, und zwar so rasch wie möglich. Wehren Sie sich nicht dagegen, denn sonst machen Sie sich nämlich mitschuldig an dieser Vertuschungsaktion! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es geht darum, das zu überprüfen, nämlich die politische Verantwortung dafür, warum es über Jahre in einzelnen Botschaften eben nicht korrekt abgelaufen ist. Ja mittlerweile wird sogar strafrechtlich geprüft, ob das korrekt war, die Justiz kümmert sich darum. Es geht darum, die politische Verantwortung zu klären, warum hier jahrelang niemand etwas gemerkt hat oder nicht merken wollte. Und das geht das Parlament sehr wohl etwas an! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie haben ja den Antrag auch erst heute eingebracht!
Können Sie uns verraten, warum die Außenministerin uns das nicht bereits letzte Woche im Ausschuss gesagt hat? (Abg. Scheibner: Sie haben ja den Antrag auch erst heute eingebracht!) – Der Kollege Scheibner sagt jetzt, deswegen, weil ich den Antrag jetzt erst eingebracht habe, hat die Außenministerin das Recht, uns das erst heute zu sagen und nicht schon vor einer Woche, das, was sie angeblich schon seit 27. September weiß. Herr Kollege Scheibner, das ist wirklich eine Chuzpe! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Können Sie uns verraten, warum die Außenministerin uns das nicht bereits letzte Woche im Ausschuss gesagt hat? (Abg. Scheibner: Sie haben ja den Antrag auch erst heute eingebracht!) – Der Kollege Scheibner sagt jetzt, deswegen, weil ich den Antrag jetzt erst eingebracht habe, hat die Außenministerin das Recht, uns das erst heute zu sagen und nicht schon vor einer Woche, das, was sie angeblich schon seit 27. September weiß. Herr Kollege Scheibner, das ist wirklich eine Chuzpe! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Weil Sie nicht gefragt haben!
Wenn die Ministerin das vor einer Woche oder vor einem Monat im Auswärtigen Rat auch schon gewusst hat, dass sie oder sonst jemand in ihrem Haus am 27. September das angeordnet hat, warum sagt sie uns das dann erst heute? (Abg. Scheibner: Weil Sie nicht gefragt haben!) Das erfordert einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss und die Klärung der politischen Verantwortung dafür.
Ah-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Großruck: Jetzt wissen wir es, jetzt ist es heraußen!
Ich kann mir schon vorstellen, dass es der Außenministerin Plassnik äußerst unangenehm ist, jetzt Dinge klären zu müssen, die unter ihrer Vorgängerin und vielleicht sogar unter dem Vorvorgänger, nämlich dem jetzigen Bundeskanzler Schüssel, geschehen sind. (Ah-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Großruck: Jetzt wissen wir es, jetzt ist es heraußen!) Sie muss das jetzt klären, und ich kann mir vorstellen, dass ihr das sehr, sehr
Abg. Großruck: Vielleicht gehen Sie noch bis zum Kaiser Franz Joseph zurück!
unangenehm ist. Ich glaube, niemand von uns wäre gerne in dieser Situation, aber geklärt muss es trotzdem werden. (Abg. Großruck: Vielleicht gehen Sie noch bis zum Kaiser Franz Joseph zurück!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Das wissen wir schon! Das hat der Cap auch schon erzählt!
Auch der Generalinspektor selbst, der damals diesen Auftrag bekam, hat gegenüber PRO 7 Austria festgehalten, er hatte nicht den Auftrag, spezifisch diese Vorwürfe zu klären. (Abg. Dr. Mitterlehner: Das wissen wir schon! Das hat der Cap auch schon erzählt!) – Was stimmt jetzt? Da gibt es verschiedene Aussagen, und das wird nicht die Justiz klären, das ist auch nicht ihre Aufgabe, sondern das zu klären ist Aufgabe dieses Hauses. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Auch der Generalinspektor selbst, der damals diesen Auftrag bekam, hat gegenüber PRO 7 Austria festgehalten, er hatte nicht den Auftrag, spezifisch diese Vorwürfe zu klären. (Abg. Dr. Mitterlehner: Das wissen wir schon! Das hat der Cap auch schon erzählt!) – Was stimmt jetzt? Da gibt es verschiedene Aussagen, und das wird nicht die Justiz klären, das ist auch nicht ihre Aufgabe, sondern das zu klären ist Aufgabe dieses Hauses. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses Ihre Zustimmung zu erteilen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Lunacek: Das ist aber jetzt nicht das Thema!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Bevor ich zu Ihren Anträgen Stellung nehme, möchte ich der Frau Außenministerin zu zwei Dingen wirklich gratulieren. Zum Ersten: Sie hat mit der Haltung in der Türkei-Frage eine besondere Rolle, eine besonders positive, ehrliche Rolle in diesem Europa eingenommen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Lunacek: Das ist aber jetzt nicht das Thema!)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zum Zweiten: Mit der Islam-Konferenz in den letzten drei Tagen sind wir in der Frage, wie wir mit Religionen umgehen, in eine völlig neue Dimension vorgedrungen, und wir werden wahrscheinlich die Auswirkungen, die von dieser Konferenz ausgehen werden, erst in den nächsten Monaten und Jahren merken. Ein großes Lob der Frau Außenministerin! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist natürlich, Herr Kollege Cap, eine Themensetzung, die wirklich auch Antworten auf die brennenden Probleme dieser Zeit gibt, das muss man einmal sagen. Mich wundert ja immer wieder bei Ihnen, mit welcher Präzision Sie die falschen Themen erwischen bei solchen Dingen. (Beifall bei der ÖVP.) Wenn Sie sagen, Herr Kollege Cap, wir müssen die Frau Außenministerin Plassnik schützen, dann frage ich mich: Vor wem? (Abg. Dr. Cap: Vor sich selbst!) Vor Ihnen, Herr Kollege Cap? – Nein, da sind Sie mit Ihren Anträgen um eine Schuhnummer zu klein!
Abg. Dr. Cap: Vor sich selbst!
Es ist natürlich, Herr Kollege Cap, eine Themensetzung, die wirklich auch Antworten auf die brennenden Probleme dieser Zeit gibt, das muss man einmal sagen. Mich wundert ja immer wieder bei Ihnen, mit welcher Präzision Sie die falschen Themen erwischen bei solchen Dingen. (Beifall bei der ÖVP.) Wenn Sie sagen, Herr Kollege Cap, wir müssen die Frau Außenministerin Plassnik schützen, dann frage ich mich: Vor wem? (Abg. Dr. Cap: Vor sich selbst!) Vor Ihnen, Herr Kollege Cap? – Nein, da sind Sie mit Ihren Anträgen um eine Schuhnummer zu klein!
Abg. Öllinger: Die Gehrer, der Grasser, die Sickl, der Haupt!
Wir haben ja bei all Ihren Misstrauensanträgen in der Vergangenheit gesehen, dass sich diese interessanterweise immer gegen jene Minister richten, die besonders gut unterwegs sind. (Abg. Öllinger: Die Gehrer, der Grasser, die Sickl, der Haupt!) Das ist offensichtlich Ihre Strategie: Die beliebten Minister tun wir ein bissel desavouieren, und das probieren Sie jetzt auch bei der Frau Außenministerin. Nur, mit diesen Anträgen ist es in Wirklichkeit ein friendly fire, ein Schuss ins Knie. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben ja bei all Ihren Misstrauensanträgen in der Vergangenheit gesehen, dass sich diese interessanterweise immer gegen jene Minister richten, die besonders gut unterwegs sind. (Abg. Öllinger: Die Gehrer, der Grasser, die Sickl, der Haupt!) Das ist offensichtlich Ihre Strategie: Die beliebten Minister tun wir ein bissel desavouieren, und das probieren Sie jetzt auch bei der Frau Außenministerin. Nur, mit diesen Anträgen ist es in Wirklichkeit ein friendly fire, ein Schuss ins Knie. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das heißt, Otto Schily und Joschka Fischer haben Tür und Tor geöffnet für Russen, für Ukrainer. Die sind in den europäischen Raum geströmt ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ja, darüber müssen wir reden, denn das war wirklich ein Skandal, für den die Ressortverantwortlichen persönlich verantwortlich waren, geschätzte Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gradwohl: Aber die haben sich nicht versteckt! Die haben im Ausschuss ausgesagt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gradwohl: Aber die haben sich nicht versteckt! Die haben im Ausschuss ausgesagt!
Das heißt, Otto Schily und Joschka Fischer haben Tür und Tor geöffnet für Russen, für Ukrainer. Die sind in den europäischen Raum geströmt ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ja, darüber müssen wir reden, denn das war wirklich ein Skandal, für den die Ressortverantwortlichen persönlich verantwortlich waren, geschätzte Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gradwohl: Aber die haben sich nicht versteckt! Die haben im Ausschuss ausgesagt!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
macht! Das ist der Punkt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Schauen wir doch, was in Deutschland los ist! Die deutschen Arbeitnehmer kommen zu uns, die deutschen Unternehmer kommen zu uns, die deutschen Studenten kommen zu uns. Die Deutschen flüchten vor ihrer eigenen Regierung, dafür bekommen sie die Russen. Das ist das Ergebnis ihrer Politik! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Lunacek: Korruptionsverdacht!
Und das ist eben in Österreich anders. Ja, es gibt ein Problem, den Verdacht (Abg. Mag. Lunacek: Korruptionsverdacht!), dass zwei Mitarbeiter des Außenministeriums möglicherweise eine Fehlhandlung begangen haben. Dieser wird jetzt sehr konsequent von der Außenministerin nachgegangen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ah ja!
Zusammenfassend: Es ist eigentlich relativ einfach. In Deutschland öffnen die Regierungsmitglieder die Grenzen, in Österreich wird sehr konsequent gegen Missbrauch vorgegangen. In Deutschland war der Untersuchungsausschuss gerechtfertigt, in Österreich ist er nicht gerechtfertigt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ah ja!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Letzter Satz, Herr Kollege Cap: Ein bisschen empfinde ich es auch als präventiven Misstrauensantrag gegenüber Peter Jankowitsch (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), dass man da jetzt präventiv einen weiteren Untersuchungsausschuss einsetzen will. Ich sage: Abwarten! – Wir stimmen diesem Antrag nicht zu! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Letzter Satz, Herr Kollege Cap: Ein bisschen empfinde ich es auch als präventiven Misstrauensantrag gegenüber Peter Jankowitsch (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), dass man da jetzt präventiv einen weiteren Untersuchungsausschuss einsetzen will. Ich sage: Abwarten! – Wir stimmen diesem Antrag nicht zu! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Na also!
Ich glaube der Frau Ministerin, dass sie persönlich für die lückenlose Aufklärung und Abstellung der Missbräuche ist. (Abg. Scheibner: Na also!) Es ist sicher auch klug, eine Expertenkommission einzuberufen, gar keine Frage. Es geht auch nicht darum, irgendeinen Generalverdacht gegen das Außenamt zu äußern, wie Sie das im Ausschuss getan haben, aber für eines müssen Sie sich jetzt einmal entscheiden: Ist das ein Einzelfall, oder ist das etwas Strukturelles? Wenn das jetzt ein krimineller Einzelfall ist, frage ich: Wofür braucht man dann eine Expertenkommission? Das ist ein entscheidender Punkt. Es kann einen kriminellen Einzelfall geben. Okay, dann sollen die Justizbehörden ermitteln, und die Sache ist abgehakt. Aber wozu braucht man dann eine Expertenkommission? Das ist die Frage!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Daher ist die logische Konsequenz ein Untersuchungsausschuss. Ich bin überzeugt davon, dass sich noch der eine oder andere Abgeordnete finden wird, der unserem Antrag und dem Antrag der Grünen zustimmen wird. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Cap: Ganz einfach!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Es ist schon interessant, wie man sich schwer tut, gerade jetzt diese Notwendigkeit eines Untersuchungsausschusses zu argumentieren. (Abg. Dr. Cap: Ganz einfach!) – So einfach war es anscheinend nicht. Herr Abgeordneter Posch ist jetzt hergegangen und hat gesagt, wenn man keine Expertenkommission eingerichtet hätte, sondern nur die Justiz hätte untersuchen lassen, dann hätte man gesagt, aha, ein krimineller Einzelfall, da brauchen wir keinen Untersuchungsausschuss. Aber weil die Frau Außenministerin eben noch zusätzlich eine Expertenkommission unter dem Vorsitz des ehemaligen Außenministers Jankowitsch eingesetzt habe (Abg. Gaál: Das ist eine falsche Schlussfolgerung!), sei das ein Indiz, dass etwas faul ist. Da gebe es etwas politisch aufzuklären und deshalb ein Untersuchungsausschuss.
Abg. Gaál: Das ist eine falsche Schlussfolgerung!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Es ist schon interessant, wie man sich schwer tut, gerade jetzt diese Notwendigkeit eines Untersuchungsausschusses zu argumentieren. (Abg. Dr. Cap: Ganz einfach!) – So einfach war es anscheinend nicht. Herr Abgeordneter Posch ist jetzt hergegangen und hat gesagt, wenn man keine Expertenkommission eingerichtet hätte, sondern nur die Justiz hätte untersuchen lassen, dann hätte man gesagt, aha, ein krimineller Einzelfall, da brauchen wir keinen Untersuchungsausschuss. Aber weil die Frau Außenministerin eben noch zusätzlich eine Expertenkommission unter dem Vorsitz des ehemaligen Außenministers Jankowitsch eingesetzt habe (Abg. Gaál: Das ist eine falsche Schlussfolgerung!), sei das ein Indiz, dass etwas faul ist. Da gebe es etwas politisch aufzuklären und deshalb ein Untersuchungsausschuss.
Abg. Dr. Kräuter: Und die Freiheitlichen sind dafür!
Das ist wirklich eine herrlich „logische“ Argumentationskette. (Abg. Dr. Kräuter: Und die Freiheitlichen sind dafür!) – Es ist vielleicht bei euch in der Klubsitzung so, dass das eine logische Argumentationskette ist, aber wirklich seriös ist es nicht, wenn man sich selbst ernst nimmt. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, warum Cap und Posch hier diesen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses begründen und nicht der wirkliche Experte für Außenpolitik im Klub der SPÖ. Und das ist Herr Abgeordneter Schieder, der im Ausschuss sehr konsequent und seriös seine Fragen gestellt und auch die entsprechenden Antworten bekommen hat. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist der einzige Seriöse!) Es wird schon seinen Grund haben, warum es auch hier bei den Redebeiträgen eine Unterscheidung zwischen Parteitaktik/ Parteipolitik und einer seriösen Außenpolitik in einem parlamentarischen Klub gibt. Auch das spricht Bände, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist der einzige Seriöse!
Das ist wirklich eine herrlich „logische“ Argumentationskette. (Abg. Dr. Kräuter: Und die Freiheitlichen sind dafür!) – Es ist vielleicht bei euch in der Klubsitzung so, dass das eine logische Argumentationskette ist, aber wirklich seriös ist es nicht, wenn man sich selbst ernst nimmt. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, warum Cap und Posch hier diesen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses begründen und nicht der wirkliche Experte für Außenpolitik im Klub der SPÖ. Und das ist Herr Abgeordneter Schieder, der im Ausschuss sehr konsequent und seriös seine Fragen gestellt und auch die entsprechenden Antworten bekommen hat. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist der einzige Seriöse!) Es wird schon seinen Grund haben, warum es auch hier bei den Redebeiträgen eine Unterscheidung zwischen Parteitaktik/ Parteipolitik und einer seriösen Außenpolitik in einem parlamentarischen Klub gibt. Auch das spricht Bände, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist wirklich eine herrlich „logische“ Argumentationskette. (Abg. Dr. Kräuter: Und die Freiheitlichen sind dafür!) – Es ist vielleicht bei euch in der Klubsitzung so, dass das eine logische Argumentationskette ist, aber wirklich seriös ist es nicht, wenn man sich selbst ernst nimmt. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, warum Cap und Posch hier diesen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses begründen und nicht der wirkliche Experte für Außenpolitik im Klub der SPÖ. Und das ist Herr Abgeordneter Schieder, der im Ausschuss sehr konsequent und seriös seine Fragen gestellt und auch die entsprechenden Antworten bekommen hat. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist der einzige Seriöse!) Es wird schon seinen Grund haben, warum es auch hier bei den Redebeiträgen eine Unterscheidung zwischen Parteitaktik/ Parteipolitik und einer seriösen Außenpolitik in einem parlamentarischen Klub gibt. Auch das spricht Bände, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nichts zu sagen!
Wenn Herr Abgeordneter Cap hier zehn Minuten Redezeit braucht (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nichts zu sagen!), um nur diese eine Geschichte mit dieser Anordnung der Frau Außenministerin zur Aktenvernichtung zu beleuchten, dann ist das schon recht interessant. Die ganze Redezeit betraf nur diesen einen Punkt. Bitte, da wird es wohl – davon gehe ich aus – einen Aktenvermerk oder eine schriftliche Anordnung geben. Man kann sich anschauen, wann sie datiert worden ist, beziehungsweise wird es einen Verteiler geben. Dafür braucht man wirklich keinen Untersuchungsausschuss. Stellen Sie doch das nächste Mal im Ausschuss eine diesbezügliche Frage, bis jetzt haben Sie diese Fragen nicht gestellt. Und Antworten auf nicht gestellte Fragen sind halt schwer zu geben. Ich bin mir sicher, dass die Frau Außenministerin auch diese Frage beantworten wird.
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Sie haben angekündigt, es werde jetzt eine Reihe solcher Anträge auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses geben. Ich bin fast ein bisschen enttäuscht, denn ich freue mich immer schon auf die Anträge für einen Untersuchungsausschuss betreffend Abfangjäger, die jetzt anscheinend für einige Zeit nicht kommen werden. Aber vielleicht war der Überflug der Eurofighter bei der Parade am Nationalfeiertag so beeindruckend, dass Sie eingesehen haben: Das lassen wir jetzt lieber bleiben. Eine Million Österreicher hat dem zugejubelt, also machen wir wieder etwas anderes für die Parteitaktik. Da nehmen wir halt die Außenpolitik, EU-Präsidentschaft hin oder her, ist völlig egal. Da haben wir wieder ein Thema, um sozusagen hineinzufahren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Die von Ihnen so kritisierte Kommission unter Vorsitz des Kollegen Jankowitsch wird auch eine wichtige Arbeit zu leisten haben, und dann werden wir entscheiden, ob es politische Verantwortung oder klare Hinweise darauf gibt. Dann werden wir selbstverständlich auch über die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses diskutieren müssen. Das ist unsere Verantwortung. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege Kräuter, aber alles schön der Reihe nach. Sie sind jetzt frustriert, weil es nicht um die Abfangjäger geht. Dann manchen Sie wenigsten ein Radl: einmal Außenamt, dann wieder Abfangjäger; dann brauchen Sie nicht nur Zwischenrufe zu machen, sondern können auch hier vom Rednerpult aus Ihre Parteipolemik betreiben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Für uns geht es hier um Seriosität in einem sehr sensiblen Bereich, und da darf keine Frage offen bleiben. Das sage ich in aller Deutlichkeit! (Abg. Öllinger: Ja, ja!)
Abg. Öllinger: Ja, ja!
Herr Kollege Kräuter, aber alles schön der Reihe nach. Sie sind jetzt frustriert, weil es nicht um die Abfangjäger geht. Dann manchen Sie wenigsten ein Radl: einmal Außenamt, dann wieder Abfangjäger; dann brauchen Sie nicht nur Zwischenrufe zu machen, sondern können auch hier vom Rednerpult aus Ihre Parteipolemik betreiben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Für uns geht es hier um Seriosität in einem sehr sensiblen Bereich, und da darf keine Frage offen bleiben. Das sage ich in aller Deutlichkeit! (Abg. Öllinger: Ja, ja!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir werden uns diese Ermittlungen sehr genau ansehen und hoffen, dass es bei diesem kriminellen Fall bleibt und es keine politischen Verwicklungen gibt. Wenn es anders sein sollte, werden wir wieder darüber diskutieren. Aber für Parteipolitik in diesem Bereich sind wir nicht zu haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Oje-Rufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Frau Präsidentin! (Oje-Rufe bei der ÖVP.) – Sie können ruhig „oje“ sagen. (Abg. Neudeck: Wir wissen auch, warum!)
Abg. Neudeck: Wir wissen auch, warum!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Frau Präsidentin! (Oje-Rufe bei der ÖVP.) – Sie können ruhig „oje“ sagen. (Abg. Neudeck: Wir wissen auch, warum!)
Abg. Scheibner: Da können Sie einen Untersuchungsausschuss auch nicht machen, wenn ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das, was ich aus der Debatte bisher mitnehme, ist: Das Einzige, was funktioniert hat, das Einzige, was bisher gearbeitet hat, ist die Skartierungsmaschine. Die hat funktioniert, die hat gearbeitet, zumindest bis Ende 2004. Nachdem die Affäre – nach Unterlagen der Justiz – schon vor sieben Jahren begonnen hat und nachdem die Akten bis 2004 – streiten wir nicht darüber, ob September oder November 2004 – in den Reißwolf gesteckt worden sind, können Sie ziemlich sicher sein, dass die meisten Unterlagen schon durch Zeitablauf erledigt sind. – Nein, sagt Herr Klubobmann Scheibner, wird schon nicht sein. Irgendwo wird man vielleicht schon noch ein paar Zettel finden, es könnten ja welche auf dem Weg zum Reißwolf verloren gegangen sein. (Abg. Scheibner: Da können Sie einen Untersuchungsausschuss auch nicht machen, wenn ...!) – Herr Kollege Scheibner! Ja, diese Hoffnung gibt es noch, dass ein paar Zettel übrig geblieben sind.
Abg. Scheibner: Sie können die Zettel auch nicht herzaubern!
Die Dimension, die Sie hier so ganz selbstverständlich predigen, dass diese Akten natürlich nach einem Jahr sofort in den Reißwolf kommen, muss man sich einmal vorstellen! (Abg. Scheibner: Sie können die Zettel auch nicht herzaubern!) Und uns wollen Sie bei anderer Gelegenheit – siehe Sicherheitspolizeigesetz und Ähnliches – klarmachen, dass Rufdaten von Bürgern natürlich mindestens ein Jahr, aber besser wären noch zwei Jahre, gespeichert werden müssen. Das ist ganz klar. Die Finanz- und Steuerdaten müssen sogar sieben Jahre lang gelagert werden. Nur dort, wo eine Behörde zur Verantwortung gezogen werden könnte, ist nach einem Jahr Schluss. Nein, bitte, nicht mehr!
Abg. Scheibner: Sehr unschlüssige Argumentation!
Das ist etwas, was ich aus dieser Debatte mitnehme und was Sie noch mit Ihrer Haltung verteidigen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Sehr unschlüssige Argumentation!) Da stellen Sie die Relationen zwischen den Rechten der Bürger her, auch zwischen jenen, die in Belgrad oder in Budapest oder in Bukarest auf ordentlichem Wege um Visa ersucht und diese nicht erhalten haben, weil sie kein Schmiergeld zahlen konnten, weil sie den Beamten nicht bestechen konnten.
Abg. Scheibner: Nicht von uns!
Aber selbstverständlich soll das Möglichste getan werden, damit nichts ans Licht kommt, Herr Kollege Scheibner. Und dass dem so ist, das sollte ausgerechnet Ihre Fraktion ziemlich beunruhigen. Im Jahr 2002 hat eine Mitarbeiterin an der Botschaft in Belgrad schon gemeldet, dass es da Probleme gibt. Herr Edelmayr, Landtagsabgeordneter aus Oberösterreich, war im Jahr 2001 bei der Ministerin. (Abg. Scheibner: Nicht von uns!) Im Jahr 2002 meldet eine Mitarbeiterin der Konsularbehörde, dass es Probleme gibt. Was passiert mit der Mitarbeiterin? – Weg mit ihr! Versetzen, dorthin, wo sie diese Vorfälle sicher nicht mehr melden kann, am besten nach Helsinki oder sonst wohin. Das sind Realitäten, denen Sie sich stellen müssen, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Zwischenrufe bei der ÖVP
Kommen Sie mir nicht mit der Bundesrepublik Deutschland! Das ist das Höchste an dem Ganzen. Sie sagen, in der Bundesrepublik war etwas ganz Kriminelles. – Nichts war kriminell! Da hat niemand Schmiergelder für Visa gezahlt, sondern dort ist man im Rahmen einer intensiven Beratung in einem Untersuchungsausschuss auch draufgekommen (Zwischenrufe bei der ÖVP) – jetzt passen Sie auf! –, dass einige der Personen, von denen man geglaubt hat, das seien Kriminelle, die mit Visa nach Deutschland eingereist sind, dort mit den Visa aus Österreich unterwegs waren. Die waren mit diesen Visa aus Belgrad unterwegs. Das ist wirklich typisch für Ihre Art, Politik zu betreiben und Dinge zu vertuschen!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das muss man sich einmal vorstellen! Deswegen herrscht in der Bundesrepublik Deutschland große Aufregung, aber in Österreich soll nicht untersucht werden. Aus diesem Grund bedarf es eines Untersuchungsausschusses. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)