Eckdaten:
Für die 31. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 773 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Josef Edler
Petition betreffend "20 Jahre Fluglärm sind genug – Donaustadt fordert ihr Recht" (Ordnungsnummer 13) (überreicht vom Abgeordneten Josef Edler )
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Dr. Alfred Brader (fortsetzend): Alle Kinder profitieren, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, zum Beispiel eine Klassenschülerzahl von nicht über 20, nicht mehr als vier behinderte Kinder in einer Klasse, gut ausgebildete Lehrer, eine gute Kooperation zwischen Regelschule und sonderpädagogischen Zentren, ausreichende materielle Ressourcen und – last but not least – das Wichtigste: ein hohes Engagement aller Beteiligten. (Beifall bei der ÖVP.) Letzteres läßt sich nicht verordnen, sondern muß sozusagen a priori schon vorhanden sein. Das heißt auch, daß am Prinzip der Freiwilligkeit nicht gerüttelt werden soll.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es hat sich aber auch gezeigt, daß es viele Kinder gibt, die nicht in integrativen Modellen betreut werden können, für die diese Form nicht die richtige Betreuung ist. Gerade deshalb muß die freie Wahlmöglichkeit der Eltern gewahrt bleiben. Es ist meines Erachtens ein unverantwortlicher Nonsens, wenn von so manchen sogenannten Experten die Abschaffung aller heilpädagogischen Betreuungseinrichtungen gefordert wird! (Beifall bei der ÖVP.) Wer glaubt, daß ein bloß räumliches Beisammensein schon Integration bedeutet, der muß sich den Vorwurf gefallen lassen, daß er die behinderten Kinder für andere politische Ziele instrumentalisiert.
Beifall bei der ÖVP.
Wenn man die Diskussionen der vergangenen Jahre zum Thema "Gemeinsamer Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern" verfolgt hat, so hat man leider manchmal den Eindruck gewinnen müssen, daß da eher ideologische Grabenkämpfe geführt wurden, als daß ernsthaft diskutiert worden wäre. Es geht nicht darum, ob man, wie das die Freiheitlichen einmal behauptet haben, vor den Eltern auf die Knie geht, und es geht auch nicht darum, ob man auf den Knien rutschen muß, um seine Ansprüche durchzubringen, sondern es geht einzig und allein darum – und das ist mit diesem Reformpaket gesichert –, daß für das jeweils einmalige Kind in seiner jeweils einmaligen Befindlichkeit und Lebenssituation jene Organisationsform gefunden wird, in der seine Bildungschancen optimal genützt werden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir können mit Recht stolz sein auf diesen Weg. Wenn man das zu Ende gehende 20. Jahrhundert im Rückblick betrachtet, so kann man sagen: Es wird zu Recht – zumindest an seinem Ende – als das "Jahrhundert des Kindes" bezeichnet, wie es Ellen Key deklariert hat. Ich denke, daß dieser Weg weiter beschritten werden kann. Ich darf in Anlehnung an Jean Paul sagen: Manchen Wahrheiten müssen wie fremden Meisterwerken in jedem Jahrhundert neue Übersetzungen gegeben werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Reichhold: Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, die Schulpflicht bis 18 Jahre auszuweiten?
Wir sind dabei, für die Bildung auch der behinderten Kinder neue Wege zu beschreiten. Wir tun dies unter Bedachtnahme auf alle Bedürfnisse und Erkenntnisse, und es wird sich zeigen, daß wir gut daran tun, diesen Weg nicht zu verlassen. Wir werden uns, um ein weiteres "Jahrhundert des Kindes" zu gewährleisten, in Praxis und Wissenschaft wieder mehr um die Gesamtpersönlichkeit des Kindes kümmern und uns darauf konzentrieren müssen. Alle Typisierungen und Kategorisierungen sind genauso integrationshemmend wie die wissenschaftlich begründete Verobjektivierung und die progressive Ausweitung des Behindertenbegriffs. (Abg. Ing. Reichhold: Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, die Schulpflicht bis 18 Jahre auszuweiten?)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fuhrmann.
Ich möchte, daß wir unseren bedachtsamen, auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichteten Weg gemeinsam diskutieren, gemeinsam tragen, und ich wünsche mir eine Diskussion, die fachlich und sachlich ist und auf Phrasen und Ideologien verzichtet! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fuhrmann. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundesministerin für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten Elisabeth Gehrer: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ein gutes Bildungssystem muß vielfältig, kreativitätsfördernd und offen für Neues sein. Unsere Jugend braucht Schulen, die Leistung fordern, aber auch leben lassen, die Wissen vermitteln, aber auch die Werte nicht vergessen, Schulen, die auf ein Ziel hinarbeiten, aber auch Freiräume geben, Schulen, die neugierig machen und Antworten geben. Ein zukunftsweisendes und erfolgreiches Bildungssystem braucht Kontinuität dort, wo langfristige Ziele angestrebt werden, und Reformgeist, wo Veränderungen notwendig sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte nun zu einigen Schwerpunkten noch nähere Darstellungen geben. Die Integration in der Sekundarstufe I wurde von meinem Vorredner bereits behandelt. Ich halte ganz klar fest: Es geht nicht darum, daß das Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf das Lehrziel der Hauptschule, das Lehrziel des Gymnasiums erreicht. Es geht vielmehr um eine soziale Integration, es geht um mehr menschliches Miteinander, es geht um die Basis für eine menschliche Gesellschaft. Da ist die Integration ein guter Schritt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Zu der Diskussion um das Aufsteigen mit einem Nicht genügend stelle ich ganz klar fest: Leistung muß Leistung bleiben! (Beifall bei der ÖVP.) Es geht mir besonders darum, ein Frühwarnsystem einzurichten. Es muß doch ein zentrales bildungspolitisches Anliegen sein, schulischen Mißerfolg möglichst zu vermeiden. Es ist doch für jede Persönlichkeitsentwicklung von äußerst negativem Eindruck, wenn man bestätigt bekommt – womöglich in mehreren Fächern –: Ich kann es nicht, ich habe ein Nicht genügend.
Beifall bei der ÖVP.
Das heißt, wir müssen erstens dafür sorgen, daß das Kind die richtige Schulwahl trifft. Dazu müssen wir bereits in der vierten Klasse die Eltern miteinbinden, denn die Eltern bestimmen in großem Maße die Schulwahl. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte auch die Gelegenheit wahrnehmen, zum Schulschluß einen Appell an die Eltern zu richten: Liebe Eltern! Nehmen Sie die Noten, die Ihr Kind bringt, zwar ernst, aber überbewerten Sie die Noten nicht! Die Noten sagen nicht alles über die Lebenschancen eines jungen Menschen aus. Ich bitte die Eltern, mit dem Kind ein offenes Gespräch zu führen, dem Kind auch seine Stärken zu zeigen und vor allem auch eine vernünftige Planung zu machen. Lassen Sie dem Kind Zeit zum Erholen und machen Sie dann einen Lernplan. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Darüber hinaus, über dieses Schulgesetzeswerk hinaus, werden im kommenden Schuljahr noch folgende Schwerpunkte berücksichtigt: Wir wollen die Lehre aufwerten. Wir wollen einen ganz deutlichen Schwerpunkt für unsere duale Ausbildung setzen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich meine, die gute österreichische duale Ausbildung darf nicht durch eine Schule ersetzt werden. Wir werden die Aufwertung der Lehrberufe durch die Schaffung der Berufsreifeprüfung ermöglichen. Die Berufsreifeprüfung ist die Durchstiegsmöglichkeit von der Lehre, von der Fachschule zu weiterführender Bildung. Die Konzeption liegt vor, die Gespräche werden geführt, ein erster Gesetzentwurf liegt auch vor. Wir werden im Herbst diese Berufsreifeprüfung umsetzen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein weiteres zentrales Anliegen ist mir die echte Verwaltungsvereinfachung, die Entbürokratisierung. Es werden alle Abläufe zwischen Ministerium, Landesschulrat und Schulen aufs genaueste überprüft. Wir werden unnötigen Formularkram aus der Welt schaffen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Aufgabe der Schule ist es, die gesamte Persönlichkeit des jungen Menschen zu bilden und weiterzuentwickeln. Dies verlangt von jedem Lehrer und von jeder Lehrerin enormen Einsatz: enormen Einsatz an Kompetenz, an Wissen, aber auch an Liebe zur Jugend. Ich möchte daher den bevorstehenden Schulschluß zum Anlaß nehmen, allen Lehrerinnen und Lehrern in ganz Österreich für ihre wertvolle Arbeit in allen Schulen ein herzliches und aufrichtiges Danke zu sagen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt wird aber mit dieser Berufsreifeprüfung die Durchlässigkeit ermöglicht. Dabei geht es uns nicht darum, einen neuen Run auf die Universitäten zu produzieren, sondern auf diese Weise wird der Lehrberuf zusätzlich attraktiviert! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Warum habt ihr das nicht schon längst getan? – Abg. Dr. Khol: Laß dich nicht stören von ihm!
Daher glaube ich, daß damit eine bildungspolitische Mauer durchbrochen wird, was parallel dazu, daß man Unternehmen, die Lehrlinge ausbilden, massiv entlasten muß, ein zweites wichtiges Signal für eine positive Lehrausbildung setzt. (Abg. Haigermoser: Warum habt ihr das nicht schon längst getan? – Abg. Dr. Khol: Laß dich nicht stören von ihm!)
Beifall bei der ÖVP.
Der zweite Punkt, der mir sehr wesentlich erscheint, ist die Erweiterung der Autonomie. Die Schulautonomie ist, glaube ich, deshalb wichtig, weil auf diese Weise auf regionale Unterschiede eingegangen werden kann. Ich halte auch die Lockerung des Werbeverbotes für keine Gefahr. Dies bietet doch in Wahrheit eine Chance, viel stärker mit Unternehmen zu kooperieren, was derzeit in dieser Art und Weise nicht möglich wäre. Auf diese Weise werden doch auch Kontakte zu Unternehmen geknüpft und damit eventuell auch Arbeitsplätze sichergestellt. Die Lockerungen bei der Aufnahme von Schülern respektive bei den Supplierungen sind ein weiterer Schritt in Richtung Autonomie, der auf diese Weise Vorteile bringt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend freue ich mich als ehemaliger Schülervertreter natürlich auch, daß es zu einer Ausweitung der Schülervertretungsrechte kommt, etwa im Bereich der Unterstufe der AHS, weil ich glaube, daß man gar nicht früh genug damit beginnen kann, junge Leute in den demokratischen Prozeß einzubeziehen, daß man gar nicht früh genug damit beginnen kann, junge Leute Demokratie auch unmittelbar erleben zu lassen. Das ist richtig, das ist gut, daher begrüße ich dieses Paket! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (fortsetzend): Es geht nicht nur um Qualifikation, sondern es geht auch darum, daß wir Staatsbürger heranbilden, die an dieser Gesellschaft aktiv mitwirken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Abgeordnete Dr. Susanne Preisinger (Freiheitliche): Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Alle Jahre das gleiche Bild: Der Schulschluß steht vor der Tür, Zeugnisse und jede Menge Nicht genügend kommen ins Haus, und schon gibt es wieder eine Bandbreite von bildungspolitischen Aussagen und Absichtserklärungen seitens der Regierungsparteien. So haben wir auch heute hier wieder jede Menge Jubelmeldungen vernehmen müssen, die aber allesamt jedes Jahr das gleiche Bild von einerseits Hilflosigkeit und andererseits Verschleierung des eigenen bildungspolitischen Versagens und Fehler einer Bildungspolitik zum Ausdruck bringen (Beifall bei den Freiheitlichen), die letztlich zu Lasten und auf Kosten der Jugendlichen und Schüler geht und das Ziel verfolgt – das möchte ich hier schon klar aussprechen –, kommende Generationen in parteiideologische Zielvorstellungen hineinzuwängen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Susanne Preisinger (Freiheitliche): Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Alle Jahre das gleiche Bild: Der Schulschluß steht vor der Tür, Zeugnisse und jede Menge Nicht genügend kommen ins Haus, und schon gibt es wieder eine Bandbreite von bildungspolitischen Aussagen und Absichtserklärungen seitens der Regierungsparteien. So haben wir auch heute hier wieder jede Menge Jubelmeldungen vernehmen müssen, die aber allesamt jedes Jahr das gleiche Bild von einerseits Hilflosigkeit und andererseits Verschleierung des eigenen bildungspolitischen Versagens und Fehler einer Bildungspolitik zum Ausdruck bringen (Beifall bei den Freiheitlichen), die letztlich zu Lasten und auf Kosten der Jugendlichen und Schüler geht und das Ziel verfolgt – das möchte ich hier schon klar aussprechen –, kommende Generationen in parteiideologische Zielvorstellungen hineinzuwängen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesministerin Gehrer mit ihrem Reformpaket präsentiert sich als wirklich gekonnte Umsetzerin sozialistischer Bildungsideen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da ist einmal die Idee vom Aufsteigen mit Fünfer auf Elternantrag. Frau Bundesministerin! Was hat das mit Leistung zu tun? – Das ist natürlich eine Automatik! Zeigen Sie mir in Zukunft einen Fall, in dem die Eltern diesen Antrag nicht stellen werden. Das ist eine Traummännlein-Politik, die letztlich in einem pädagogischen Wahnsinn endet! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesministerin Gehrer mit ihrem Reformpaket präsentiert sich als wirklich gekonnte Umsetzerin sozialistischer Bildungsideen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da ist einmal die Idee vom Aufsteigen mit Fünfer auf Elternantrag. Frau Bundesministerin! Was hat das mit Leistung zu tun? – Das ist natürlich eine Automatik! Zeigen Sie mir in Zukunft einen Fall, in dem die Eltern diesen Antrag nicht stellen werden. Das ist eine Traummännlein-Politik, die letztlich in einem pädagogischen Wahnsinn endet! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Huber: Haben Sie überhaupt eine Ahnung, was Sie sagen?
Jetzt kommt der Sommerhit schlechthin: die Ausdehnung der Schulpflicht bis zum 18. Lebensjahr – selbstverständlich ausgehend von der sozialistischen Lieblingsidee der Gesamtschule, da geistige Uniformierung für die Zukunft angesagt ist. Denn über Begabtenförderung oder für begabte Schüler findet sich überhaupt nichts in diesem Papier. (Abg. Huber: Haben Sie überhaupt eine Ahnung, was Sie sagen?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Ausdehnung der Schulpflicht, Frau Kollegin, ist ein probates Mittel – und das sollte klar ausgesprochen werden –, um die Jugendarbeitslosigkeit zu verschleiern, die ja – das werden auch Sie wissen, Frau Kollegin – horrende Ausmaße angenommen hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. DDr. Niederwieser.
Es ist dieser Vorschlag aber auch weltfremd, weil man dabei überhaupt nicht die Kosten miteinbezieht. Herr Kollege Niederwieser! Sie haben davon gesprochen, was die Repetenten jedes Jahr kosten, ich frage Sie daher: Haben Sie berechnet, was es kosten würde, die Schulpflicht bis zum 18. Lebensjahr auszudehnen? – Aber auch Ihr Wiener sozialistischer Stadtschulratspräsident Scholz hat gesagt, man solle nicht Programme entwerfen, die unfinanzierbar sind. (Zwischenruf des Abg. DDr. Niederwieser. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Susanne Preisinger (fortsetzend): ... womit man aber der Jugend und den künftigen Generationen wirklich einen schlechten Dienst erweist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist auch der Begriff "Reformpaket" schlichtweg falsch: Reformen kann ich in diesem Paket nicht erkennen. Darin zeigt sich leider die Handschrift von Strukturbewahrern, aber Reformwille ist nicht erkennbar. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Um dafür die besten Voraussetzungen zu schaffen, brauchen wir eine wirklich autonome Schule, eine demokratisch verfaßte Schule, in der sich eben alle Schüler und Schülerinnen unter den besten pädagogischen Voraussetzungen, unter Einbeziehung der sozialen Komponente und im Rahmen von Weltoffenheit, von Vielfalt und Selbstbestimmung auch tatsächlich bestmöglich entfalten können. Daher muß die Schule allen uneingeschränkt offenstehen, auch den Minderheiten, auch den Behinderten. Das Recht auf eine unteilbare und uneingeschränkte Integration stellt für uns Liberale eine Frage der Menschenrechte dar! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Ich empfinde es als Zumutung, Frau Ministerin, meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP, daß wir vor zwei Tagen diesen doch sehr umfangreichen Entwurf erhalten haben und heute – zwei Tage danach – von Ihrer Seite im Prinzip eine Jubelveranstaltung – nichts anderes soll diese Aktuelle Stunde sein; aber es wird uns schon einigermaßen gelingen, denke ich, diesen Plan zu durchkreuzen – gemacht wird. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. DDr. Niederwieser: Wir machen so viel, daß wir euch nicht alles sagen können!
Eine Jubelveranstaltung kann nicht Sinn und Zweck sein, wenn wir uns über sehr wichtige Sachen unterhalten müssen. Es gibt auch keinen Anlaß dazu, Frau Ministerin. Angesichts der Irrungen und Wirrungen rund um die Schulbuchaktion gibt es keinen Anlaß dazu. Noch immer ist nicht erkennbar, wohin die Schulbuchaktion geht. – Ich weiß schon, Frau Ministerin, Sie sind nur teil- oder gar nicht zuständig, aber das ist ja auch ein Teil des Problems. (Abg. DDr. Niederwieser: Wir machen so viel, daß wir euch nicht alles sagen können!)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Ich weiß schon, daß Sie es unter den gegenwärtigen Bedingungen in der Regierung nicht einfach haben, wo sich Herr Fasslabend mit seinen Rüstungsphantasien ausbreitet, ich weiß schon, daß es in dieser Situation schwierig ist, der Bildung den notwendigen Platz zu geben, aber wenn Sie, meine Damen und Herren von der Regierungspartei ÖVP, schon sagen, Leistung muß Leistung bleiben, dann gilt das auch für die Leistungen der Bundesregierung und der Bildungspolitik. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Öllinger! Ich habe Aussendungen in letzter Zeit von Ihnen gelesen. Selbstverständlich ist die Leistungsbeurteilung eine sehr sensible Materie im gesamten Schulwesen. Ich bitte Sie aber, zur Kenntnis zu nehmen, daß jüngste Umfragen der Union höherer Schüler davon sprechen, daß 80 Prozent auf die Notengebung nicht verzichten wollen. An meiner Schule fragen mich die Volksschüler – ich habe Achtung vor all jenen, die sich mit verbaler Beurteilung intensiv auseinandersetzen –: Herr Lehrer, was ist denn das jetzt eigentlich für eine Note? Wie kann ich mich eigentlich einordnen? – Sie sollten zur Kenntnis nehmen, daß die Abschaffung der Notenbeurteilung kein Anliegen der Bevölkerung ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedanke mich bei der Frau Bundesministerin für diese Initiative und lade ein, diese Anliegen in den nächsten Wochen unverkrampft zu diskutieren, weil uns eines eint: Wir wollen, daß die Schullaufbahn jedes einzelnen Schülers und jeder Schülerin zu einem Erfolgskurs für sein beziehungsweise ihr Leben wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold.
Abgeordneter Dr. Robert Rada (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Sehr geschätzte Damen und Herren! Es ist ja nicht verwunderlich, daß einen Tag vor Zeugnisverteilung Abgeordnete Preisinger Negativzensuren an die Bundesregierung und an die Frau Ministerin verteilt. Ich darf beruhigen, Frau Ministerin: Sie bekommen aufgrund Ihrer Erklärung auch positive Zensuren, denn es sind das sehr weitgehende Ansätze, die einer positiven Schulentwicklung entsprechen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold. )
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte diese kurze Rede auch noch dazu nützen, einige Gedanken zum Polytechnischen Lehrgang darzustellen. Wir haben mit den derzeit laufenden Versuchen unter dem Arbeitstitel "PL 2000" bereits hervorragende Erfolge erzielt. (Beifall bei der SPÖ.) Erste Evaluationsergebnisse des Landesschulrates für Niederösterreich beweisen, daß die Befindlichkeit der Lehrer in diesem Schulwesen, obwohl es mit sehr viel mehr Arbeit verbunden ist, eine wesentlich bessere ist als im traditionellen Polytechnischen Lehrgang. daß die Schüler mit Motivation an der Arbeit sind, daß sie mit Begeisterung in den einzelnen Fachbereichen arbeiten, sich aber gleichzeitig wünschen, daß noch mehr berufspraktisches Lernen eingebaut wird, noch mehr Inhalte entsprechend einer echten Berufsorientierung.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Höchtl.
Zum Abschluß: Sehr geschätzte Frau Ministerin! Sie haben uns für die Ferien sehr viel Arbeit mitgegeben, und der Herbst wird zeigen, was wir umsetzen können. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Höchtl. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn man das neue Schulprogramm der SPÖ, das zur Diskussion steht, einer näheren Betrachtung unterzieht, stellt man allerdings fest: Die Bezeichnung "Bankrotterklärung" ist ja geradezu eine Verharmlosung. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn das, was im sozialistischen Schulprogramm steht, löst ja bei jedem normalsterblichen Österreicher geradezu apokalyptische Vorstellungen aus.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Sozialdemokratischen Partei! Wenn die Herren Honecker, Kossygin und Breschnew das gelesen hätten, was Sie hier verabschiedet haben, hätten sie ihre reinste Freude daran gehabt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist Kolchosendenken, Herr Kollege Niederwieser, das ist Gleichmacherei, das ist ein Hinunternivellieren, das, was Sie hier getan haben, ist nicht einmal einer sozialdemokratischen Partei in Mitteleuropa würdig! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. DDr. Niederwieser
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines zeigt dieses sozialistische Schulprogramm doch sehr deutlich: Es ist nichts anderes (Zwischenruf des Abg. DDr. Niederwieser ) , Herr Kollege Niederwieser, als das Eingeständnis des völligen Versagens in der Lehrlingspolitik. Das ist doch das entscheidende. Sie müssen Jahr für Jahr konstatieren, daß immer weniger Lehrplätze angeboten werden. (Abg. Ing. Reichhold: Das will sie ja haben, die SPÖ!) Lehrwerkstätten werden abgeschafft, geschlossen, immer weniger Lehrlinge treten eine Lehre an. (Abg. DDr. Niederwieser: Was hat das mit unserem Programm zu tun?) Das hat sehr wohl mit Ihrem Programm zu tun, weil Ihr Programm ja darauf abzielt – wie es Frau Abgeordnete Brinek ausgedrückt hat –, "Wärmestuben" für jene Jugendlichen zu schaffen, die aufgrund des völligen Versagens der sozialdemokratischen Wirtschafts- und Lehrlingspolitik keine Arbeit finden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Das will sie ja haben, die SPÖ!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines zeigt dieses sozialistische Schulprogramm doch sehr deutlich: Es ist nichts anderes (Zwischenruf des Abg. DDr. Niederwieser ) , Herr Kollege Niederwieser, als das Eingeständnis des völligen Versagens in der Lehrlingspolitik. Das ist doch das entscheidende. Sie müssen Jahr für Jahr konstatieren, daß immer weniger Lehrplätze angeboten werden. (Abg. Ing. Reichhold: Das will sie ja haben, die SPÖ!) Lehrwerkstätten werden abgeschafft, geschlossen, immer weniger Lehrlinge treten eine Lehre an. (Abg. DDr. Niederwieser: Was hat das mit unserem Programm zu tun?) Das hat sehr wohl mit Ihrem Programm zu tun, weil Ihr Programm ja darauf abzielt – wie es Frau Abgeordnete Brinek ausgedrückt hat –, "Wärmestuben" für jene Jugendlichen zu schaffen, die aufgrund des völligen Versagens der sozialdemokratischen Wirtschafts- und Lehrlingspolitik keine Arbeit finden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. DDr. Niederwieser: Was hat das mit unserem Programm zu tun?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines zeigt dieses sozialistische Schulprogramm doch sehr deutlich: Es ist nichts anderes (Zwischenruf des Abg. DDr. Niederwieser ) , Herr Kollege Niederwieser, als das Eingeständnis des völligen Versagens in der Lehrlingspolitik. Das ist doch das entscheidende. Sie müssen Jahr für Jahr konstatieren, daß immer weniger Lehrplätze angeboten werden. (Abg. Ing. Reichhold: Das will sie ja haben, die SPÖ!) Lehrwerkstätten werden abgeschafft, geschlossen, immer weniger Lehrlinge treten eine Lehre an. (Abg. DDr. Niederwieser: Was hat das mit unserem Programm zu tun?) Das hat sehr wohl mit Ihrem Programm zu tun, weil Ihr Programm ja darauf abzielt – wie es Frau Abgeordnete Brinek ausgedrückt hat –, "Wärmestuben" für jene Jugendlichen zu schaffen, die aufgrund des völligen Versagens der sozialdemokratischen Wirtschafts- und Lehrlingspolitik keine Arbeit finden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines zeigt dieses sozialistische Schulprogramm doch sehr deutlich: Es ist nichts anderes (Zwischenruf des Abg. DDr. Niederwieser ) , Herr Kollege Niederwieser, als das Eingeständnis des völligen Versagens in der Lehrlingspolitik. Das ist doch das entscheidende. Sie müssen Jahr für Jahr konstatieren, daß immer weniger Lehrplätze angeboten werden. (Abg. Ing. Reichhold: Das will sie ja haben, die SPÖ!) Lehrwerkstätten werden abgeschafft, geschlossen, immer weniger Lehrlinge treten eine Lehre an. (Abg. DDr. Niederwieser: Was hat das mit unserem Programm zu tun?) Das hat sehr wohl mit Ihrem Programm zu tun, weil Ihr Programm ja darauf abzielt – wie es Frau Abgeordnete Brinek ausgedrückt hat –, "Wärmestuben" für jene Jugendlichen zu schaffen, die aufgrund des völligen Versagens der sozialdemokratischen Wirtschafts- und Lehrlingspolitik keine Arbeit finden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. DDr. Niederwieser: Was ist denn die Berufsreife?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Lehrling von heute ist der Unternehmer von morgen. Das ist das Entscheidende. Tun Sie etwas! Da besteht Handlungsbedarf! Sie können doch nicht so tun, als ob es in Österreich kein Lehrlingsproblem gäbe. Sie sind doch den Lehrlingen – gemäß Ihres Grundsatzprogramms – an und für sich verpflichtet. Was hält Sie denn davon ab, für sie tätig zu werden? Sie haben eine Lehrlingssteuer eingeführt, Sie lehnen jede steuerliche Begünstigung für Lehrlinge ab, Sie machen für die Lehrlinge nichts! – Ich weiß schon, das tut Ihnen weh. (Abg. DDr. Niederwieser: Was ist denn die Berufsreife?)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte auf Ihren Parteifreund verweisen, Herrn Präsidenten Schilcher, der davon spricht, daß die Rechtschreibreform im Nationalrat debattiert werden sollte, daß das nach Artikel 18 der Bundesverfassung eine Sache des Gesetzgebers ist. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Nach Artikel 18 der Bundesverfassung hat die gesamte Verwaltung aufgrund von Gesetzen vollzogen zu werden, aber diesem Postulat wird in diesem Falle nicht Rechnung getragen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte auf Ihren Parteifreund verweisen, Herrn Präsidenten Schilcher, der davon spricht, daß die Rechtschreibreform im Nationalrat debattiert werden sollte, daß das nach Artikel 18 der Bundesverfassung eine Sache des Gesetzgebers ist. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Nach Artikel 18 der Bundesverfassung hat die gesamte Verwaltung aufgrund von Gesetzen vollzogen zu werden, aber diesem Postulat wird in diesem Falle nicht Rechnung getragen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Die heutige Aktuelle Stunde ist wirklich etwas Bemerkenswertes, und ich möchte ihr gerne eine Überschrift geben, die ich an die Frau Bundesministerin adressiere – genauer gesagt ein Sprichwort: Am Abend wird der Faule fleißig. Wenn uns nämlich vor zwei Tagen ein Konvolut von Entwürfen vorgelegt wurde, Entwürfe, die jetzt in Begutachtung gehen und die wir gerne ausführlich und gründlich studieren würden, die aber 48 Stunden später zum Gegenstand einer Aktuellen Stunde gemacht werden, dann kann ich den Kollegen Öllinger und Schaffenrath nur beipflichten: Es ist das der Versuch, eine Pressekonferenz in die Form einer Aktuellen Stunde umzugießen. (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das kann mich natürlich überhaupt nicht daran hindern, diesbezüglich konkrete Positionen aus diesen Reformpapieren aufzugreifen, ich betone aber ausdrücklich: Sowohl die Redezeit in einer Aktuellen Stunde als auch die Kürze der Vorbereitungsmöglichkeiten erlauben es nicht, ein abschließendes Urteil im Detail abzugeben, sehr wohl aber ein abschließendes Urteil im Gesamten. Das ist der untaugliche Versuch, vorzugaukeln, daß man Reformen macht. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Daher kann ich nur sagen: In diesem Punkt haben Sie sich deutlich entlarvt, denn hier haben Sie ein durchaus positives Ziel so dargestellt, daß erkennbar wurde, daß Sie ein die Menschenwürde der Kinder nicht respektierendes Menschenbild verbergen. (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Grünen.
In diesem Sinne meine ich, daß dieses Konvolut an Entwürfen zwar interessant zu studieren ist, eigentlich aber nur den falschen Anschein erwecken soll, daß Reformen stattfinden. Ich schließe meine Rede nochmals mit dem Sprichwort, Frau Bundesministerin: Am Abend wird der Faule fleißig. (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Schaffenrath.
Frau Ministerin! Diesen Weg, den Sie in der XVIII. GP für sich und Ihre ÖVP festgeschrieben haben, halten Sie mit allen Mitteln aufrecht. Und Ihr Gesetzentwurf zeigt, daß Sie die Rechte behinderter Kinder mit Füßen treten und Menschenrechte weiterhin auf das Gröbste verletzen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Schaffenrath. )
Beifall bei den Grünen.
Allein dieser Satz ist weiterhin eine klare Absage der Integration in der AHS. Behinderte Kinder kommen im AHS-Bereich nicht vor. § 15 Abs. 3 enthält die klare Aussage, daß Sie sich, indem Sie "im Rahmen der Möglichkeiten" schreiben, nach wie vor das Recht herausnehmen, zu bestimmen, wer in Integrationsklassen gehen darf beziehungsweise wer nicht. – Frau Ministerin! Das ist unmenschlich, das ist eine Menschenrechtsverletzung! Nehmen Sie das bitte endlich einmal zur Kenntnis! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Nehmen Sie zur Kenntnis: Behinderte Kinder, behinderte Menschen sind behinderte Kinder und behinderte Menschen, und sie dürfen auf keinen Fall auseinanderdividiert werden. Sie, Frau Ministerin, haben nicht das Recht, behinderte Menschen auseinanderzudividieren und sie in Einzelheiten ihrer Behinderung zu zerlegen und aufzurechnen. – So nicht, Frau Ministerin! (Beifall bei den Grünen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (fortsetzend): ... zeigt, was Sie von Integration halten: nämlich nichts. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Vor etwas mehr als zwei Wochen hat mich Bundesminister Johannes Ditz darüber informiert, daß er nicht mehr der Bundesregierung angehören möchte. Ich habe das zur Kenntnis nehmen müssen. Ich bedaure das ausdrücklich, denn ich glaube, daß Johannes Ditz in den rund zehn Jahren, die er – allerdings mit zum Teil mehrjähriger Unterbrechung – der Bundesregierung angehört hat, Wesentliches für Österreich, aber auch für die Bundesregierung und vor allem für die Wirtschaftspolitik geleistet hat. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: Kann man den Vorschlag auch ablehnen?
Es ist mir nicht leicht gefallen, Johannes Ditz gehen zu lassen, aber ich habe seine Gründe zu respektieren. Ich habe innerhalb von zwei Tagen einen Nachfolger gefunden, von dem ich glaube, daß er die Arbeit – und es ist eine wichtige und schwierige Arbeit im Wirtschaftsministerium zu leisten – sehr gut machen kann. Wir schlagen Ihnen daher Dr. Johannes Farnleitner vor, einen erfahrenen Wirtschaftspolitiker. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: Kann man den Vorschlag auch ablehnen?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Hannes Farnleitner kommt also aus der Sozialpartnerschaft – und es hat mich ein bißchen erstaunt, daß das bei manchen Medien auf sehr kritische Resonanz gestoßen ist. Ich möchte ganz offen sagen: Ich sehe das als Vorteil und ganz sicher nicht als Nachteil für Hannes Farnleitner und für das Land. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich halte es für einen Vorteil, wenn in diesem Land Österreich gemeinsam um Kompromisse – manchmal sogar um mühevolle Kompromisse – gerungen wird, als ununterbrochen Öl ins Feuer zu gießen und Konflikte zu schüren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Die erste – und wichtigste – ist, daß wir Arbeit schaffen und Arbeit sichern müssen, aber natürlich nicht mit den Rezepten der sechziger oder siebziger Jahre, sondern mit den modernsten Möglichkeiten einer modernen Wirtschaftspolitik; nicht mit Schulden oder Belastungen, sondern mit einer modernen Wirtschaftspolitik, die auf die Fähigkeiten der Mitarbeiter, die Möglichkeiten der Techniker und Investoren und die ungeheuren Potentiale im Bereich der Wirtschaft setzt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Daher "Glück auf!" für die neue Tätigkeit – im Interesse des Landes und ein gutes Zusammenwirken mit den Regierungsfraktionen, aber auch mit den drei Oppositionsparteien. (Anhaltender Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen – Widerspruch bei der ÖVP
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist das eine bemerkenswerte Erklärung des Herrn Dr. Schüssel gewesen, die wir soeben vernommen haben. Er hat wortreich sozusagen eine Grabesrede für den Schüssel-Ditz-Kurs gehalten (Beifall bei den Freiheitlichen – Widerspruch bei der ÖVP) , den man noch vor wenigen Monaten dem Wähler als das Zukunftsmodell Österreichs vorgestellt hat. Aber nach wenigen Monaten ist offenbar dieser Schüssel-Ditz-Kurs nicht mehr aktuell, zumindest hat sich der wesentliche Gestalter desselben verabschiedet. (Abg. Dr. Puttinger: Uns geht es um die Inhalte, nicht um die Namen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich verstehe schon, daß das für Sie nicht ganz angenehm ist, diese Peinlichkeit jetzt.
Abg. Dr. Puttinger: Uns geht es um die Inhalte, nicht um die Namen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist das eine bemerkenswerte Erklärung des Herrn Dr. Schüssel gewesen, die wir soeben vernommen haben. Er hat wortreich sozusagen eine Grabesrede für den Schüssel-Ditz-Kurs gehalten (Beifall bei den Freiheitlichen – Widerspruch bei der ÖVP) , den man noch vor wenigen Monaten dem Wähler als das Zukunftsmodell Österreichs vorgestellt hat. Aber nach wenigen Monaten ist offenbar dieser Schüssel-Ditz-Kurs nicht mehr aktuell, zumindest hat sich der wesentliche Gestalter desselben verabschiedet. (Abg. Dr. Puttinger: Uns geht es um die Inhalte, nicht um die Namen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich verstehe schon, daß das für Sie nicht ganz angenehm ist, diese Peinlichkeit jetzt.
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, daß der Applaus, der hier von Ihnen für Herrn Ditz, der so gut gearbeitet hat, gespendet worden ist, doch ein bißchen heuchlerisch war, insbesondere wenn Frau Fekter so stürmisch applaudiert hat, von der Herr Ditz im Abgehen gesagt hat: "Die läuft herum wie eine abgezogene Handgranate, weil sie in Oberösterreich politisch etwas werden will." (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Und darauf applaudiert sie und sagt: Danke für die großartigen Leistungen, die erbracht wurden.
Ruf bei der ÖVP: Der Haider schon gar nicht!
Schüssel hat es nicht geschafft, Ditz hat es nicht geschafft – vielleicht gelingt es im dritten Anlauf, Herr Minister! (Ruf bei der ÖVP: Der Haider schon gar nicht!) Ich wünsche Ihnen alles Gute auf diesem Weg, daß Sie vielleicht jetzt das vollziehen, was die beiden anderen nicht zusammengebracht haben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man hat Ihnen ja nichts Gutes getan, indem man in der Öffentlichkeit alle möglichen Kandidaten herumgereicht hat, die da in Frage kämen, nachdem Ditz resigniert hat. Da waren ja ganz andere Leute im Gespräch. Und daher entsteht der Eindruck, daß das jetzt irgendwie eine dritte Wahl gewesen ist. – Ich hoffe nicht, Herr Dr. Schüssel, daß Sie unter diesem Gesichtspunkt entschieden haben, nachdem Ihnen viele andere abgesagt haben, denn dann entsteht zu Recht der Eindruck, der in manchen Kommentaren zum Ausdruck kommt: Schüssel-Ditz-Kurs beendet – zurück an den Start! Jetzt kommen die Finsterlinge des Kammerstaates, des Zusperrens, der Regulierung, des Nichts-Weiterbringens, der Bürokratievermehrung. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich glaube nicht, meine Damen und Herren, daß das für Österreich in der jetzigen Situation gut wäre.
Oh-Rufe bei den Freiheitlichen.
Sie haben natürlich, Herr Minister Farnleitner, bei all Ihrer fachlichen Qualifikation einige Hypotheken, die Sie hier mitbringen. Eine der Hypotheken ist, daß Sie mit ein Hauptakteur – und das darf man nicht ganz vergessen – in diesem ominösen Milchwirtschaftsfonds gewesen sind. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen.) Sie waren einer der stellvertretenden Obleute des Milchwirtschaftsfonds, der ja wirklich nur deshalb schlußendlich als unseliges rot-schwarzes Produkt abgeschafft wurde, weil die Freiheitlichen in diesem Parlament einen Untersuchungsausschuß durchsetzen und nachweisen konnten, daß es da viele Unregelmäßigkeiten gegeben hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben natürlich, Herr Minister Farnleitner, bei all Ihrer fachlichen Qualifikation einige Hypotheken, die Sie hier mitbringen. Eine der Hypotheken ist, daß Sie mit ein Hauptakteur – und das darf man nicht ganz vergessen – in diesem ominösen Milchwirtschaftsfonds gewesen sind. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen.) Sie waren einer der stellvertretenden Obleute des Milchwirtschaftsfonds, der ja wirklich nur deshalb schlußendlich als unseliges rot-schwarzes Produkt abgeschafft wurde, weil die Freiheitlichen in diesem Parlament einen Untersuchungsausschuß durchsetzen und nachweisen konnten, daß es da viele Unregelmäßigkeiten gegeben hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Maderthaner: Farnleitner heißt er!
Um das in Erinnerung zu rufen: 1 Milliarde Schilling Bauerngelder wurden auf eine etwas eigenartige Art und Weise im Verhältnis 55 zu 45 Prozent zwischen der schwarzen Raiffeisenkasse und der roten BAWAG veranlagt, von denen niemand etwas gewußt hat. Das war typisches Sittenbild dieses Kammerstaates, vor dem sich viele fürchten, die jetzt sagen: Na hoffentlich ist dieser Johannes Farnberger jetzt ein geläuterter Johannes, wenn er ins Amt kommt (Abg. Ing. Maderthaner: Farnleitner heißt er!), und nicht der gleiche, den wir im Milchwirtschaftsfonds erlebt haben, der das dort mitvollzogen hat, was letztlich freiheitliche Kontrolle im Parlament abstellen konnte. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Leiner: Du redest von jemand anderen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Leiner: Du redest von jemand anderen!
Um das in Erinnerung zu rufen: 1 Milliarde Schilling Bauerngelder wurden auf eine etwas eigenartige Art und Weise im Verhältnis 55 zu 45 Prozent zwischen der schwarzen Raiffeisenkasse und der roten BAWAG veranlagt, von denen niemand etwas gewußt hat. Das war typisches Sittenbild dieses Kammerstaates, vor dem sich viele fürchten, die jetzt sagen: Na hoffentlich ist dieser Johannes Farnberger jetzt ein geläuterter Johannes, wenn er ins Amt kommt (Abg. Ing. Maderthaner: Farnleitner heißt er!), und nicht der gleiche, den wir im Milchwirtschaftsfonds erlebt haben, der das dort mitvollzogen hat, was letztlich freiheitliche Kontrolle im Parlament abstellen konnte. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Leiner: Du redest von jemand anderen!)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich glaube daher, Herr Bundesminister, daß es gut ist, wenn wir Freiheitlichen sagen: Das sind die Hypotheken, die Sie mitnehmen ... (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ihr wechselt die Minister so schnell, daß man sich nicht einmal mehr die Namen merken kann. Das ist das Problem. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube daher, Herr Bundesminister, daß es gut ist, wenn wir Freiheitlichen sagen: Das sind die Hypotheken, die Sie mitnehmen ... (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ihr wechselt die Minister so schnell, daß man sich nicht einmal mehr die Namen merken kann. Das ist das Problem. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Dr. Schüssel: "Alzi"!
Aber wir wollen euch Gerechtigkeit widerfahren lassen, meine Damen und Herren. (Bundesminister Dr. Schüssel: "Alzi"!) Ich glaube, daß es gut ist, meine Damen und Herren ... (Rufe bei der ÖVP: Alzheimer! Alzheimer!) – Der Alzheimer kommt bei euch oft ein bißchen durch, weil ihr vergeßt, was ihr schon alles versprochen habt, und versprecht uns das immer wieder aufs Neue. Ihr seid von der Fraktion der Alzheimer-Träger, würde ich sagen, meine lieben Freunde – und nicht die Freiheitlichen. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Alzheimer! Alzheimer!
Aber wir wollen euch Gerechtigkeit widerfahren lassen, meine Damen und Herren. (Bundesminister Dr. Schüssel: "Alzi"!) Ich glaube, daß es gut ist, meine Damen und Herren ... (Rufe bei der ÖVP: Alzheimer! Alzheimer!) – Der Alzheimer kommt bei euch oft ein bißchen durch, weil ihr vergeßt, was ihr schon alles versprochen habt, und versprecht uns das immer wieder aufs Neue. Ihr seid von der Fraktion der Alzheimer-Träger, würde ich sagen, meine lieben Freunde – und nicht die Freiheitlichen. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber wir wollen euch Gerechtigkeit widerfahren lassen, meine Damen und Herren. (Bundesminister Dr. Schüssel: "Alzi"!) Ich glaube, daß es gut ist, meine Damen und Herren ... (Rufe bei der ÖVP: Alzheimer! Alzheimer!) – Der Alzheimer kommt bei euch oft ein bißchen durch, weil ihr vergeßt, was ihr schon alles versprochen habt, und versprecht uns das immer wieder aufs Neue. Ihr seid von der Fraktion der Alzheimer-Träger, würde ich sagen, meine lieben Freunde – und nicht die Freiheitlichen. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was ich mir von Ihnen erwartet hätte, wäre gewesen, daß Sie gesagt hätten – jeder Minister kann alles verhindern, es gilt bei Beschlüssen das Einstimmigkeitsprinzip –: Ich stimme so lange nicht zu, solange nicht auch eine Einhebungsvergütung für die bisherigen Staatsleistungen in diesem Land eingeführt wird. – Das wäre ein guter Einstand gewesen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Absurd!
Heute liest man in den Zeitungen, daß jetzt noch die Parkplatzsteuer für Firmenparkplätze dazukommt. (Abg. Haigermoser: Absurd!) Warum hauen Sie nicht auf den Tisch und sagen: Weg mit diesem Unsinn!? – "Wurstsemmelerlaß", Parkplatzsteuer für Firmenparkplätze – das sind doch alles Dinge, die nur die Bürokratie in den Betrieben vermehren und die Kostenabrechung
Abg. Mag. Stadler: Ah, da schau her!
Ich bin überzeugt davon, daß Sie viele Gelegenheiten haben, jetzt schon durch konkrete Maßnahmen zu beweisen, daß dieser neue Wirtschaftsminister weiß, wo er wirklich ansetzen muß. Sie haben gesagt, Sie wollen einer sein für die klein- und mittelständischen Betriebe. Ist in Ordnung. Dann müssen Sie aber bitte auch dort ansetzen, wo es den Betrieben heute wirklich weh tut. Dann müssen Sie auch dort Ordnung machen, wo es nur mehr Kopfschütteln gibt. Sie haben die Möglichkeit, auch im Ministerium Ordnung zu machen, mit dem, was Ihnen Ditz noch eingebrockt hat, nämlich daß er den Pressechef der Österreich-Werbung plötzlich auf das Abstellgleis geschoben hat – bei vollen Bezügen! Ein "Hunderter" wird weiter bezahlt. Aber er ist auf das Abstellgleis geschoben, damit Herr Ditz dort seine Pressesekretärin unterbringen konnte. (Abg. Mag. Stadler: Ah, da schau her!) Meine Damen und Herren! Das ist etwas, was nicht akzeptabel ist, das sind Dinge, die man sofort abstellen kann. Das sind Vorgänge, die nichts mehr mit einer sachlichen Reformpolitik zu tun haben, die Sie vorzugeben versuchen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da heraußen redet Herr Puttinger davon, wie notwendig es ist, die Wirtschaft zu entlasten, aber da auf der Regierungsbank wird genau das Gegenteil gemacht: Deckel darüber, zumachen, weiter die Mißstände aufrechterhalten, anstatt Kosten zu vermeiden und eine transparente Staatsverwaltung einzurichten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: "Vertraulich" steht oben!
Dasselbe bei der Gebietskrankenkasse. Herr Minister! Ich bitte Sie: Brechen Sie dieses Kartell der Preisgestalter auf! Da sind ein paar Firmen über die Bundesinnung, der Handelskammer, gemeinsam mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger tätig, die bis zu 1 200 Prozent Handelsspannen akquirieren, ohne einen offenen Markt zu ermöglichen. Bei der letzten dringlichen Debatte ist von den Sozialdemokraten bestritten worden, daß es zwischen Hauptverband und Bundesinnung ein Paktum gibt. Da gibt es einen Brief vom 14. Juni 1996, von Herrn Dkfm. Drimal aus der Handelskammer an den Herrn Generalsekretär Günter Stummvoll, in dem drinnensteht: Die ARGE Orthopädie – um die es da gegangen ist – wurde in Abstimmung mit dem Hauptverband gegründet, um diese und jene Maßnahmen vorzunehmen. – Meine Damen und Herren! Herr Kollege Stummvoll! Den Brief von Drimal kennen wir ja: "in Abstimmung mit den Hauptverband." (Abg. Mag. Stadler: "Vertraulich" steht oben!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist bestritten worden, daß es diese Packelei auf Kosten marktwirtschaftlicher Preisgestaltung gibt. Fahren Sie dort hinein, dann brauchen Sie keine Krankenscheingebühren, dann brauchen Sie keine Beitragserhöhungen für Pensionisten, dann brauchen Sie keine Mehrbelastungen, keine Selbstbehalte! Machen Sie in diesem Dschungel einmal Ordnung, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Ich habe noch nichts gekriegt!
Herr Wirtschaftsminister! Ich bin sehr gespannt darauf, wie Sie die Bereinigung der Probleme mit den zuviel eingehobenen Außenhandelsförderungsbeiträgen angehen werden. 5 Milliarden Schilling sind der heimischen Wirtschaft durch die Außenhandelsförderungsbeiträge, die die Bundeskammer kassiert hat – zu Unrecht seit dem EWR-Beitritt –, verlorengegangen. (Abg. Haigermoser: Ich habe noch nichts gekriegt!) Ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes ist rechtskräftig. – Aber keiner ist zuständig dafür. Der Finanzminister sagt: Ich nicht, ich habe nur
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wie werden Sie die heimische Wirtschaft entlasten? Da redet man von 10 oder 15 Millionen Schilling mehr für die BÜRGES-Aktion in Österreich. Das feiert man als großen Erfolg für die heimische Wirtschaft. Gleichzeitig aber enthält die eigene Wirtschaftsvertretung Handelskammer der österreichischen Wirtschaft 5 Milliarden Schilling zu Unrecht einkassierter Außenhandelsförderungsbeiträge vor. Allein die Firma Schenker, Herr Kollege Maderthaner, hat 500 Millionen Schilling zu bekommen. Wann wird das eingelöst? Wann wird da Ordnung gemacht? Herr Minister! Das wird in Wirklichkeit die Feuertaufe für Sie sein, ob Sie in der Lage sind, als Aufsichtsorgan auch der eigenen Handelskammerorganisation für Ordnung, und zwar im Interesse der heimischen Wirtschaft, zu sorgen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und beim Liberalen Forum.
Sonst muß man das Gefühl haben, das läuft in eine falsche Richtung. Sonst muß man das Gefühl haben: Das, was uns da jetzt an neuen wirtschaftspolitischen Zielsetzungen präsentiert wird, ist wirklich eine Mischung aus albanischer Wirtschaftsphilosophie, vatikanischer Weltoffenheit und österreichischem Proporzdenken. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und beim Liberalen Forum.) Das wird nicht funktionieren, meine Damen und Herren!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben riesige Chancen, einen schlanken Staat zu erzeugen, Dinge zu verwirklichen, die Ihnen selbst ein Anliegen sind, und Sie wissen sehr genau, wo Sie ansetzen müssen. Aber auch niedrige Steuern sollten Sie ermöglichen. Die Studie des INFO-Institutes in München, die soeben erschienen ist, sagt ganz klar: Sinkende, niedrigere Steuern rentieren sich auch für den Staat, weil sie letztlich die Umsätze und die Dynamisierung der Wirtschaft so bewegen werden, daß unter dem Strich mehr eingenommen wird für den Staat. Tun Sie das, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Setzen Sie durch gesetzliche Initiativen endlich das um, was für Klein- und Mittelbetriebe zum Überleben notwendig ist, nämlich eine steuerrechtliche Regelung, in der der nichtentnommene Gewinn steuerlich begünstigt behandelt wird. Das heißt, ein Betrieb, der Geld verdient hat und dieses Geld als Gastwirt, als Tischlermeister, als Mechaniker wieder investiert, soll doch nicht so besteuert werden, als würde er es für den Privatverbrauch herausnehmen. Schaffen Sie diese Möglichkeit, dann brauchen Sie keine Subventionen, dann brauchen Sie nur mehr halb soviel Förderungen, wenn Sie den Betrieb, der fleißig ist, sich etwas erarbeitet und das erarbeitete Geld wieder reinvestiert, steuerlich begünstigen! Das ist die beste Investitionsförderung, die beste Arbeitsplatzsicherung, die Sie machen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie müssen aber auch jene Bereiche, bei denen es um die Zugangsbeschränkungen geht, öffnen. Ich habe vorgestern eine Diskussion an der WU gehabt, wo eine Jungunternehmerin aufgestanden ist und gesagt hat: Wissen Sie, was mich am meisten geärgert hat? Ich mache meinen Betrieb auf, habe noch keinen Schilling verdienen können, und mußte schon 8 000 S Einverleibungsgebühr bei der Handelskammer zahlen. Ich habe noch überhaupt nichts verdient, noch keine Umsätze gemacht, aber die Kammer war schon da und hat die Hand aufgehalten. – Das ist doch keine Wirtschaftsförderung! Das ist doch keine Jungunternehmerförderung! Sparen Sie sich Ihre Platitüden mit dem Gründungssparen, korrigieren Sie diese Dinge einmal! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Leibeigener!
Wozu eine Einverleibungsgebühr von jemandem, der unternehmerisch selbständig werden will? Das ist zünftlerisches Denken in Reinkultur! Einverleibt wird ein Betrieb! (Abg. Aumayr: Leibeigener!) Der wird gefressen! Einverleibt wird er einer Institution! Meine Damen und Herren! Das ist es, was beseitigt werden muß!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Fünfte Erwartung sind die Lehrlinge. Sie müssen in der Lehrlingsausbildung wirklich Akzente setzen, und zwar nicht in der Form, wie es Ihre Bundeswirtschaftskammer propagiert hat, indem sie ein Rundschreiben herausgegeben hat, daß die Lehrlingsentschädigungen einzufrieren sind, weil die Lehrlinge so teuer sind. Nein, das ist nicht der Weg! – Sie sollten danach trachten, daß die Betriebe einen Absetzbetrag für Lehrlingsausbildung bekommen. Jener Betrieb, der sich der Mühe unterzieht, junge Menschen auszubilden, soll das auch steuerlich geltend machen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und letztlich erwarten wir auch, daß Sie, Herr Minister, das, was Sie im Zusammenhang mit der EU richtig erkannt haben, einbringen. Sie haben nämlich in einem Zeitungsinterview gesagt, daß eigentlich falsch verhandelt worden ist: Wir sitzen in der Förderungsfalle. Herr Farnleitner hat – noch als Generalsekretär der Bundeswirtschaftskammer – gesagt: Österreich hat bei den EU-Beitrittsverhandlungen zu sehr um Förderungen gerungen. Diese müßten jetzt durch entsprechend hohe Mitgliedsbeiträge bezahlt werden. Bei der Neuverhandlung der Nettozahler im Jahre 1999 sollte über die Streichung der Förderungen und die Senkung der Nettozahlungen verhandelt werden. – Tolle Sache! Steht im freiheitlichen Programm! Sie sind unser Verbündeter, Herr Minister! Sie sind wirklich unser Verbündeter, wenn Sie das ernst meinen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider schüttelt Bundesminister Dr. Farnleitner die Hand.
Sie sehen also, es gibt viele Erwartungen, auch viele Gemeinsamkeiten, wo wir Sie unterstützen wollen. Wir werden Sie unterstützen, wenn Sie in diesen Bereichen wirklich aktiv werden. Es soll nicht so sein, daß die Opposition sagt: Weil es vom ÖVP-Wirtschaftsminister kommt, muß man nein sagen. Wenn diese Ihre Ideen im Sinne unserer Philosophie sind, wie ich sie hier dargelegt habe – und da können Sie uns beim Wort nehmen –, dann werden wir Sie unterstützen. Wenn sie es aber nicht sind, dann wird Sie die volle Kritik von uns Freiheitlichen treffen. – Ich hoffe aber, daß Sie etwas zusammenbringen werden, im Interesse der österreichischen Wirtschaft und der Arbeitsplätze, und ich wünsche Ihnen für Ihre schwierige Aufgabe alles Gute. (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider schüttelt Bundesminister Dr. Farnleitner die Hand.)
Beifall bei der ÖVP.
Dr. Ditz verdient unsere Anerkennung und unseren Dank, aber auch unseren Respekt vor seiner Entscheidung, als Minister zurückzutreten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Er fühlte sich seinem eigenen Anforderungsprofil vom Einsatz für das Land nicht mehr ganz gerecht und hat daher die Konsequenz gezogen. Die Konzeption des Schüssel-Ditz-Kurses ist ein verantwortungsvolles Zukunftsprogramm, das wir alle in der Österreichischen Volkspartei unterstützen und umsetzen wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Erinnern Sie sich an den medialen und oppositionellen "Willkommensgruß", der dem heute zu Recht hochgeschätzten Johannes Ditz zu Beginn seiner Karriere als Finanzstaatssekretär widerfahren ist. Heute ist er in den Medien – ich zitiere – der politische Herold der Entbürokratisierung, Liberalisierung und Deregulierung. Damals hat es geheißen: Er sei einer, der in Industriellenvereinigung und Partei groß geworden ist, der somit durch nichts für dieses Amt legitimiert ist. – So ähnlich kommen mir auch die Kommentare bei der Bestellung des Wirtschaftsfachmannes Dr. Johannes Farnleitner zum Wirtschaftsminister vor. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Krüger: Fragestunde ist morgen!
Meine Damen und Herren der Opposition! Erlauben Sie mir, Ihnen einige Fragen zu stellen: Was veranlaßt Sie, Herr Abgeordneter Dr. Prinzhorn, zur Aussage, Dr. Schüssel führe durch die Bestellung Dr. Farnleitners die ÖVP in eine wirtschaftspolitische Steinzeit zurück? (Abg. Dr. Krüger: Fragestunde ist morgen!) Herr Abgeordneter Mag. Peter – er ist nicht im Haus –, wo sehen Sie das deutliche Signal in Richtung Bewahrung des Systems und des Hoffens auf Befriedigung der Lobbys? Und worin begründen Sie, Herr Abgeordneter Van der Bellen, Ihre Annahme, der Dialog im ökologischen Bereich werde schwieriger? (Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner. )
Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner.
Meine Damen und Herren der Opposition! Erlauben Sie mir, Ihnen einige Fragen zu stellen: Was veranlaßt Sie, Herr Abgeordneter Dr. Prinzhorn, zur Aussage, Dr. Schüssel führe durch die Bestellung Dr. Farnleitners die ÖVP in eine wirtschaftspolitische Steinzeit zurück? (Abg. Dr. Krüger: Fragestunde ist morgen!) Herr Abgeordneter Mag. Peter – er ist nicht im Haus –, wo sehen Sie das deutliche Signal in Richtung Bewahrung des Systems und des Hoffens auf Befriedigung der Lobbys? Und worin begründen Sie, Herr Abgeordneter Van der Bellen, Ihre Annahme, der Dialog im ökologischen Bereich werde schwieriger? (Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner. )
Beifall bei der ÖVP.
Es zeigt sich ganz offensichtlich: Sie kennen Dr. Farnleitner nicht, aber Sie arbeiten mit Vermutungen, Annahmen, die durch nichts gerechtfertigt sind und die eigentlich Voreingenommenheit ausdrücken, ja sogar, meine Damen und Herren, absolutistisches Gedankengut aus dem vergangen Jahrhundert zeigen! (Beifall bei der ÖVP.) Glauben Sie, damit der Glaubwürdigkeit der Politik einen Dienst zu erweisen?
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das waren die Beweggründe von Dr. Schüssel, Herrn Dr. Farnleitner als Wirtschaftsminister vorzuschlagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Die Bevölkerung, die Menschen, die Unternehmer, die Betriebe wissen die Regierungsarbeit und die Wirtschaftspolitik und auch den Schüssel-Ditz-, jetzt Schüssel-Farnleitner-Vranitzky-Klima-Kurs sehr wohl richtig einzuschätzen und handeln auch danach. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Der Konjunkturbericht des Wirtschaftsforschungsinstitutes hat gezeigt, daß die Österreicherinnen und Österreicher diesen Weg mit uns gehen. Versuchen wir, auch von seiten der Opposition – zum Teil hat, das muß ich zugeben, Abgeordneter Haider differenziert argumentiert –, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Ich bin überzeugt, daß die Gestaltungskraft und der Optimismus der Bundesregierung durch Dr. Farnleitner unterstützt und ihr neue Impulse gegeben werden, um unseren Weg im Interesse Österreichs fortzusetzen! (Beifall bei der ÖVP.)
Vizekanzler Dr. Schüssel: Beim Staribacher protestiere ich!
In diesen Zusammenhang fällt mir allerdings schon auch auf, daß gerade jene, die mit dem Budget besonders vertraut sind, das Handtuch geworfen haben: Das waren Lacina, Staribacher und Ditz. Das ist bedenklich. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Beim Staribacher protestiere ich!) Aber mit dem Budget war er doch wohl vertraut, oder? – Das ist Ihre Beurteilung, es war Ihr Koalitionspartner. Jedenfalls läßt das für mich bedenkliche Rückschlüsse auf die Budgetwahrheit zu.
Abg. Tichy-Schreder: Sie kommentieren auch Kommentare!
Offensichtlich trauen Sie ihm höhere Qualitäten zu und freuen sich daher über den Wechsel. Das hat mich an einen Kommentar erinnert, den Czernin seinerzeit in einem Leitartikel geschrieben hat. (Abg. Tichy-Schreder: Sie kommentieren auch Kommentare!) – Weil sie durchaus mit Recht auch meinungsbildend sind. Ich glaube, daß es auch Sinn macht, sich damit auseinanderzusetzen. ( Abg. Dr. Khol: Ich habe geglaubt, daß Sie meinungsbildend sind!) Nicht alleine, ich glaube, das ist unser aller Aufgabe, und das ist auch die Aufgabe der Medien, und man sollte sich daher kritisch mit ihnen auseinandersetzen, was ich zu tun versuche. – In diesem Zusammenhang hat Czernin seinerzeit geschrieben: Aus lauter Freude hat die Regierung die Politik vergessen.
Abg. Dr. Khol: Ich habe geglaubt, daß Sie meinungsbildend sind!
Offensichtlich trauen Sie ihm höhere Qualitäten zu und freuen sich daher über den Wechsel. Das hat mich an einen Kommentar erinnert, den Czernin seinerzeit in einem Leitartikel geschrieben hat. (Abg. Tichy-Schreder: Sie kommentieren auch Kommentare!) – Weil sie durchaus mit Recht auch meinungsbildend sind. Ich glaube, daß es auch Sinn macht, sich damit auseinanderzusetzen. ( Abg. Dr. Khol: Ich habe geglaubt, daß Sie meinungsbildend sind!) Nicht alleine, ich glaube, das ist unser aller Aufgabe, und das ist auch die Aufgabe der Medien, und man sollte sich daher kritisch mit ihnen auseinandersetzen, was ich zu tun versuche. – In diesem Zusammenhang hat Czernin seinerzeit geschrieben: Aus lauter Freude hat die Regierung die Politik vergessen.
Vizekanzler Dr. Schüssel: Nein! "Jahrhundert" habe ich nicht gesagt!
Sie haben – das ist jetzt die Aktualität, die mit hineinspielt – daher auch einen seltsamen Begriff von Reform, denn Vizekanzler Schüssel hat im Zusammenhang mit der angeblichen Gesundheitsreform von einer Jahrhundertreform gesprochen. Es sei die größte Reform, die man seit Jahrzehnten gehabt hat. So ähnlich haben Sie es gesagt. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Nein! "Jahrhundert" habe ich nicht gesagt!) Es ist die größte Reform, die wir seit Jahrzehnten gehabt haben. Es ist schlimm genug, wenn Sie das sagen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenbemerkung des Vizekanzlers Dr. Schüssel. )
Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenbemerkung des Vizekanzlers Dr. Schüssel.
Sie haben – das ist jetzt die Aktualität, die mit hineinspielt – daher auch einen seltsamen Begriff von Reform, denn Vizekanzler Schüssel hat im Zusammenhang mit der angeblichen Gesundheitsreform von einer Jahrhundertreform gesprochen. Es sei die größte Reform, die man seit Jahrzehnten gehabt hat. So ähnlich haben Sie es gesagt. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Nein! "Jahrhundert" habe ich nicht gesagt!) Es ist die größte Reform, die wir seit Jahrzehnten gehabt haben. Es ist schlimm genug, wenn Sie das sagen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenbemerkung des Vizekanzlers Dr. Schüssel. )
Vizekanzler Dr. Schüssel: Ist es ja nicht!
Wenn eine Geldbeschaffungsaktion – damit will ich dieses Politikverständnis ausdrücken (Vizekanzler Dr. Schüssel: Ist es ja nicht!) – von Ihnen verstanden wird als eine der tiefgreifendsten
Beifall beim Liberalen Forum.
All das, Herr Minister, werden Sie aufzuholen haben, weil es von diesen Regierungsparteien bislang versäumt wurde, aber insbesondere vom Wirtschaftsressort, für das seit nahezu zehn Jahren die ÖVP verantwortlich zeichnet. Ich gestehe, ich bin aufgrund Ihrer ersten Äußerungen nicht sehr hoffnungsvoll, aber im Interesse Österreichs wünsche ich Ihnen alles Gute! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch die Zuständigkeit für den Tourismus ist in Ihrem Ressort zu finden, und wir haben uns in diesem Hohen Haus schon sehr oft mit der Entwicklung der Tourismuswirtschaft befaßt. Wir wissen, daß das ein ganz wichtiger Wirtschaftszweig ist, glauben aber doch, daß in der Unterstützung des Fremdenverkehrs eine Umorientierung zu erfolgen hat, daß es keinen Sinn hat, weitere Kapazitätsausweitungen vorzunehmen, sondern daß eine differenzierte Förderungspraxis zur Aufrechterhaltung eines Qualitätstourismus sichergestellt werden soll. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Die österreichische Volkswirtschaft ist eine kleine Volkswirtschaft. Ich meine, wir müssen alle Chancen nützen, um durch eigene Initiativen die Volkswirtschaft, die Wirtschaft zu stützen und zu fördern. Ich denke, daß gerade auch in Ihrem Ressort sehr viele Aufträge vergeben werden und das Beschaffungswesen einen großen Stellenwert hat. Ich glaube daher, wir könnten bei Wahrung aller internationalen Abkommen, die wir geschlossen haben, mehr Rücksicht auf die österreichischen Unternehmungen, auf die österreichischen Betriebe nehmen, damit wir die Wertschöpfung im eigenen Land halten und auch eine sehr bewußte Gegengeschäftspolitik machen können, wenn es darum geht, einerseits Importe für verschiedene Beschaffungen zu machen und andererseits diese mit Gegengeschäften zu beantworten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich glaube, es ist auch wichtig, darauf zu verweisen, daß in Ihrem Ressort auch eine Teilzuständigkeit für die Berufsausbildung und für das Lehrlingswesen besteht. Wir haben schon sehr oft darüber diskutiert! Ich ersuche Sie oder fordere Sie wirklich auf: Machen Sie Druck auf die österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmer, Lehrstellen anzubieten, sich nicht nur verbal zum dualen Berufsausbildungssystem zu bekennen, sondern sich auch aktiv dazu zu bekennen und den Jugendlichen eine Chance zu geben! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Lassen Sie mich bei den konkreten Forderungen noch auf einen Punkt zu sprechen kommen. Dabei geht es um eine selektive und auch nur punktuelle Wahrnehmung. Man soll dem, was in Zeitungen steht, nicht immer hundertprozentig Glauben schenken, aber ich konnte noch nicht hinterfragen, wie Sie das gemeint haben. Hinsichtlich der Bundesstraßenverwaltung und auch der Einführung des flächendeckenden Mautsystems haben erste Äußerungen von Ihnen den Eindruck erweckt, daß Sie mit dem Hinweis auf technische Probleme beabsichtigen, die beschlossene Einführung der flächendeckenden Maut nicht in der vereinbarten Form zu realisieren. Ich möchte mit Nachdruck feststellen, daß es für uns ganz entscheidend ist, daß insbesondere der LKW in die Kostenwahrheit eingebunden wird und daß die Vereinbarungen eingehalten werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Sehr geschätzter Herr Minister! Ich möchte noch einige persönlichere Worte sagen, weil ich mich über die ersten Reaktionen gewundert habe, die in der Öffentlichkeit erschienen sind, als Sie designiert wurden beziehungsweise innerhalb weniger Tage, als Minister angelobt wurden. Ich habe mich insoferne gewundert, als Ihnen eine Rolle, eine Art der Politik zugeordnet wurde, die man ja noch nicht kennt, noch nicht nachvollziehen kann, was ich als eine unfaire Vorpunzierung oder Vorlegitimierung bezeichne. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich kann nicht beurteilen, wie Sie sich als Minister bewähren werden, aber ich konnte Sie als Sozialpartner als fairen Gesprächspartner kennenlernen, der sehr kompetent ist, der kein Beharrer ist, der sich insbesondere im Wirtschafts- und Sozialbereich engagiert und wichtige Grundlagen für die zukünftigen politischen Entscheidungen erarbeitet hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich glaube, daß sich diese Form der Zusammenarbeit bewährt hat, bewährt für unser Land und für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, und ich denke, daß nicht zuletzt die sehr erfolgreichen Mitgliederbefragungen in den Kammern bestätigt haben, daß die österreichische Bevölkerung diese Form des Interessenausgleiches, diese Form des gemeinsamen Konsensfindens absolut unterstützt und sich auch wünscht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Sehr geehrter Herr Minister! Ich bin ein positiv denkender Mensch und bin daher davon überzeugt, daß es uns gelingen wird, im Sinne unseres Landes, im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gemeinsam eine gute Politik betreiben zu können. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen
Insoferne begrüßen wir Ihre Ankündigungen, daß Sie eine vertikale Entflechtung im Elektrizitätsbereich bei den Unternehmungen und die Schaffung einer nationalen Leitungsgesellschaft anstreben. Was uns aber fehlt, Herr Bundesminister – ich glaube, man kann heute nicht mehr über Energiepolitik reden, ohne die ökologische Dimension herausstreichen –, ist eine klare Aussage, ein klares Bekenntnis zum Prinzip des Least-cost-planning (Beifall bei den Grünen), das heißt, kein neues Kraftwerk, soferne wir in anderer Art und Weise billiger Strom produzieren können, zum Beispiel durch Einsparungen, und zwar ohne Einschränkungen für die Wirtschaft oder die Haushalte. Das ist in ganz großem Stil möglich, und da sollten Sie aktiv werden.
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundesminister! Es wäre wichtig, gerade bei diesen Hoffnungsmärkten – denn das sind Staaten der dritten Welt, das sind Staaten, die jetzt einen wirtschaftlichen Aufschwung suchen – zu klären, inwieweit Österreich als eine Bedingung und Voraussetzung für die Förderung des Handels auch die Steigerung deren Standards bei den Menschenrechten einklagt. Da sind Sie als Wirtschaftsminister gefordert. Diesbezüglich haben die Spitzen der österreichischen Bundesregierung unserer Meinung nach in der Vergangenheit zu lax agiert, zum Beispiel was China betrifft, was den Iran betrifft und was das zuletzt durch die Medien gegangene Beispiel Saudi-Arabien betrifft. Sie als Wirtschaftsminister können nicht nur Summen und Exporterlöse im Sinn haben, sondern Sie sind gefordert, über die Menschenrechte zu reden, über die Bedingungen, die in diesen Staaten herrschen, auch etwa über ökologische Zerstörung. Sie sollten einen klaren Kurs haben, der dahin geht, Exporte nur dann öffentlich zu unterstützen und zu fördern, wenn wir die Gewähr dafür haben, daß in diesen Staaten eine positive Entwicklung in Sachen Ökologie und Menschenrechte zumindest angestrebt wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Andererseits mache ich Sie darauf aufmerksam, daß eine Deregulierung, die wir in vielen Bereichen brauchen, nicht heißen kann, daß wir Bürger- und Bürgerinnenrechte abbauen. In diesen Bereichen müssen Sie sich auch klar deklarieren. Auch wir wollen rasche und zügige Behördenverfahren. Es ist nicht einzusehen, daß Betriebsanlagengenehmigungen Jahre dauern, aber das darf nicht auf Kosten der Anrainerinnen und Anrainer und der österreichischen Bevölkerung gehen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das sind aus unserer Sicht die zentralen Aufgaben. Wie gesagt: Wir begegnen Ihnen weder mit Vorschußlorbeeren noch mit einer Vorverurteilung. Es liegt an Ihnen, ob und inwieweit Sie sich den zentralen ökologischen Themen stellen. Wenn Sie das tun, dann gilt diese unsere von Anfang an getätigte Aussage, dann können Sie mit dem konstruktiven Dialog mit den Grünen und auch mit unserer Unterstützung rechnen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Unter "ökosozial" verstehe ich auch eine soziale Absicherung für den Schwächeren, und der Schwächere kann auch jener sein, der arbeiten möchte, aber keinen Arbeitsplatz hat. Wir müssen also diesen Bereich schon gesamtheitlich sehen und nicht nur ausschnittsweise. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Sie die Verhandlungen in den letzten Wochen, insbesondere in dieser Woche und auch in den EU-Gremien, mitverfolgt hätten, so würden Sie wissen, daß Österreich in diesem Bereich Vorreiter ist. Minister Bartenstein hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, daß es in der Europäischen Kommission ein Umdenken beziehungsweise eine Nachdenkphase für die Einführung etwa von genmanipuliertem Mais gibt. Da ist Österreich sozusagen Vorzeigemodell innerhalb der Europäischen Union und Vorkämpfer für solche ökologischen Leistungen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt.
Es stimmt auch nicht, was Frau Abgeordnete Schmidt gesagt hat, daß in Österreich die Zahl der Selbständigen immer weniger wird. (Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt. ) Gerade gestern gab es eine Meldung in den Morgennachrichten, daß es in Österreich im Jahre 1995 330 000 Selbständige gab – um 5 000 beziehungsweise um 1,6 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Es sind gerade die Kleinbetriebe – unsere Wirtschaft lebt auch davon –, die unsere Arbeitsplätze halten und neue Arbeitsplätze schaffen. Im Bereich der Großindustrie wird eher rationalisiert und werden Arbeitsplätze abgebaut. Aber die vielen Kleinbetriebe sind es, die sozusagen unseres Augenmerkes bedürfen, die in den letzten Jahren die zusätzlichen Arbeitsplätze geschaffen haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es stimmt auch nicht, was Frau Abgeordnete Schmidt gesagt hat, daß in Österreich die Zahl der Selbständigen immer weniger wird. (Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt. ) Gerade gestern gab es eine Meldung in den Morgennachrichten, daß es in Österreich im Jahre 1995 330 000 Selbständige gab – um 5 000 beziehungsweise um 1,6 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Es sind gerade die Kleinbetriebe – unsere Wirtschaft lebt auch davon –, die unsere Arbeitsplätze halten und neue Arbeitsplätze schaffen. Im Bereich der Großindustrie wird eher rationalisiert und werden Arbeitsplätze abgebaut. Aber die vielen Kleinbetriebe sind es, die sozusagen unseres Augenmerkes bedürfen, die in den letzten Jahren die zusätzlichen Arbeitsplätze geschaffen haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen .
Wir müssen gemeinsam danach trachten – im Hauptausschuß haben wir bereits diesbezügliche Stellungnahmen abgegeben –, daß genveränderte Produkte, wenn wir sie schon nicht verhindern können auf dem österreichischen Markt, entsprechend gekennzeichnet werden müssen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen .)
Abg. Wabl: Nur die Bäuerinnen? Wo sind die Bauern? – Abg. Tichy-Schreder: Auf den Feldern!
Unsere Bäuerinnen haben deshalb auch eine Initiative ergriffen. Sie ist in der vergangenen Woche vorgestellt worden. Es wird im Laufe des heurigen Sommers eine Plakataktion geben, durch die die Konsumenten auf die österreichischen Qualitätsprodukte aufmerksam gemacht werden; desgleichen auch mit Flugblättern vor den Handelsketten. Die Bäuerinnen werden sich auch zu den Lebensmittelregalen in den Geschäften der Handelsketten stellen (Abg. Wabl: Nur die Bäuerinnen? Wo sind die Bauern? – Abg. Tichy-Schreder: Auf den Feldern!) und die Diskussion mit den Konsumenten aufnehmen, um auf diese Art und Weise die österreichischen Konsumenten auf die österreichischen Produkte einzuschwören. Dabei wird auch auf die österreichische Herkunft und die Qualitätskennzeichnungen hingewiesen werden.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Sind wir Europäer oder sind wir keine Europäer?
Ich habe nicht verstanden, warum ausgerechnet Abgeordneter Haider dem neuen Wirtschaftsminister zum Vorwurf macht, er hätte ein schlechtes Einstandsgeschenk gemacht, wenn er die österreichischen Konsumenten, wenn er die Österreicher aufruft, österreichische Produkte zu kaufen. Auch in einem Binnenmarkt muß es erlaubt sein, patriotisch zu sein, denn mit österreichischen Produkten sind auch österreichische Arbeitsplätze verbunden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Sind wir Europäer oder sind wir keine Europäer?)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Max Weber sagte, Politik ist Bohren an harten Brettern mit Geduld und Augenmaß, oder andere sagen, die Politik ist die Kunst des Möglichen, so bin ich davon überzeugt, daß unser neuer Wirtschaftsminister diese Eigenschaften besitzt und sie zum Wohle der Österreicher einsetzen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zum zweiten, was meinen Stil anbelangt: Ich bin nicht empfindlich für Kritik, wenn sie konstruktiv ist. Ich würde aber jeden bitten, der kritisch auf mich zugeht, mir a) das zunächst nicht über ein Medium zu sagen und b) sich mit mir persönlich auseinanderzusetzen. Da würde ich jede Offenheit in den Raum stellen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zur Bemerkung über meinen Dialogstil – auch das habe ich in den Interviews, die mich in der letzten Zeit geballt überfallen haben, deutlich herausgestellt –: Es ist nicht nur der Dialog mit den Betroffenen, der Dialog mit den Sozialpartnern, ich habe auch gesagt, ich freue mich über jede Maßnahme, die von anderen Parteien mitgetragen werden kann. Denn eines habe ich in meiner Europapolitik gelernt: daß es ein bißchen komisch ist, wenn man österreichische Strategien ausarbeitet und sich in Parteigräben vergräbt. Das interessiert in Europa überhaupt niemand. Die Frage ist, ob wir gemeinsam strategieformulierungsfähig sind, ob wir das beispielgebend im eigenen Land durchsetzen können und ob wir dann international auch Allianzen schmieden können, um derartige Strategien umzusetzen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Eines, meine Damen und Herren, ist mir bei den Vorbereitungsinterviews eindeutig widerfahren: Man wird in Ausschnitten zitiert. Ich habe nicht gesagt, Frau Abgeordnete Schmidt, daß die Gewerbeordnung für mich keine Priorität habe. Ich habe gesagt, in diesem Haus, das ich übernehme, gibt es eine so breite Palette von Kompetenzen, daß ich meine, ich habe fünf, sechs Prioritäten. Es ist genug, was auf mich zukommt, und dazu zählt auch die Gewerbeordnung, aber ich wollte mich nicht auf eine enge Schiene des Hauses einbetonieren lassen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Hostasch .
Daher: Ja dazu, aber es muß wirklich funktionieren. Das ist meine Erklärung dazu. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Hostasch .)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Der zweite Punkt: Ich habe wiederholt – auch jetzt in Studien des WSA, an denen ich namhaft mitgearbeitet habe für die Europäische Kommission – dargelegt, daß bei den WTO-Verhandlungen die Fragen des Ökodumpings und des sozialen Dumpings eine große Rolle spielen müssen, sonst sind unsere Standards nicht zu halten. Es darf also in dem Sinn Freihandel nicht der Schlüssel zum Aushebeln von besseren Systemen sein, sondern es muß hier einen Weg geben, den man eben vertretbar auf mittlere Sicht auf internationaler Ebene absichert. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Daher meine abschließende Bitte zum Einstand: Messen Sie mich bitte nicht an Vorurteilen, messen Sie mich an dem, was ich geschrieben und gesagt habe und an dem, worum ich mich bemühe und was ich zustande bringe. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Zunächst: Ihr Vizekanzler und Parteichef hat Sie ausdrücklich als Sozialpartnerfunktionär gelobt. Sie werden verstehen, daß wir in dieses Lob nicht einstimmen, und zwar aus einem Grund, der so schön auch in der Laudatio des Herrn Vizekanzlers zum Ausdruck gekommen ist, der so schön gegenübergestellt hat: Sozialpartnerschaft oder das Chaos der Straße. Ich glaube, es ist in Wahrheit eine Abwertung unserer parlamentarischen Demokratie, wenn wir uns in dieser pluralistischen, demokratischen Form nicht zutrauen, ohne Chaos und ohne Straße auszukommen. – Das einmal ist ein Punkt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Und deshalb, Herr Bundesminister, hoffe ich, daß das, was sich da am Anfang bei Ihnen so an Meldungen eingeschlichen hat, nicht die Realität ist, die dann folgt. Denn dieses Österreich wird nur bestehen, wenn es besonders in der Wirtschaftspolitik ganz offen, ganz offensiv ist und wenn es diese Probleme ganz europäisch angeht. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Mag. Herbert Kaufmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Zuerst einmal zum Mißtrauen, das Abgeordneter Frischenschlager dem neuen Minister entgegenbringt: Ich glaube, daß Sozialpartnerschaft und Parlament sich natürlich ergänzen und daß in den letzten Jahre auch bewiesen worden ist, daß das für das Land ein sehr fruchtbarer Dialog war, der dem Land ungeheuer viel gebracht hat. Ich glaube also, daß dieses Mißtrauen absolut nicht angebracht und ungerechtfertigt ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist viel darüber gesprochen worden, wie man die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft verbessern und erhalten kann. Ein wichtiger Weg dazu ist ohne Zweifel die Förderung der Lehrlingsausbildung und die Erhaltung des dualen Systems in der Ausbildung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
"Es muß zu einer finanziellen Entlastung der Betriebe kommen, die gut ausbilden. Das können sowohl Lehrwerkstätten, aber natürlich auch qualitative hochstehende Gewerbe- und Handelsbetriebe sein. Es kann nicht sein, daß einige wenige engagierte Betriebe die Facharbeiterausbildung für die gesamte Wirtschaft und auch für die staatlichen Einrichtungen tragen." Und jetzt kommt es: "Die gesamte Wirtschaft, aber auch die öffentliche Hand haben für diesen finanziellen Ausweg zu sorgen." (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist eine gemeinsame Erklärung von Handelskammer und Arbeiterkammer in Niederösterreich. Ich glaube, daß das ein sehr guter Weg wäre, der auch auf Bundesebene übernommen werden könnte. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, daß Sie hier viel tun können. Generell muß der Konsument in Ihrem Ministerium einen höheren Stellenwert als bisher bekommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Posch: Auch steuerpolitisch!
Sehr häufig wird dabei mit Synergieeffekten argumentiert, die aber oft nicht eintreten. Wenn Sie also derart an die österreichischen Konsumenten appellieren, so nehmen Sie die österreichischen Unternehmer, die sehr oft die Arbeitnehmer in Lohndumpingpositionen zu bringen versuchen, indem sie mit Abwanderung drohen, dabei nicht aus! (Abg. Mag. Posch: Auch steuerpolitisch!)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Minister! Abschließend mein wichtigstes Anliegen: Als Wirtschaftsminister sind Sie Mitgestalter des Meinungsspektrums sowie des Meinungsklimas zur österreichischen Wirtschaftspolitik. In Österreich herrscht massiv die Meinung vor, daß Wettbewerbsfähigkeit nur über Lohnabbau erreicht werden könne. Hier erwarte ich mir wirklich, daß Sie dieser Falschmeinung energisch entgegentreten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrter Herr Minister! Es werden von fast allen Seiten sehr große Hoffnungen in Ihre Tätigkeit gesetzt. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen dafür wirklich alles Gute! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In Ergänzung zu diesen Konsolidierungsbestrebungen wurden daher Maßnahmen vorbereitet und in großem Umfang bereits gesetzt, die in ihrem Gesamteffekt die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft, die Qualität unseres Wirtschaftsstandortes sicherstellen sollen und damit mittel- bis langfristig für Arbeitsplätze sorgen werden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In diesem Zusammenhang möchte ich ganz kurz auf die Bemerkungen meines Vorredners eingehen. Ich halte es für unverzichtbar, daß die österreichische Bundesregierung – im Rahmen der Welthandelsvereinbarungen, im Rahmen des WTO-Agreements – die Anliegen vieler europäischer Länder, die Anliegen der Sozialpartner in Europa, die Anliegen der Gewerkschaften unterstützen. Ebenso halte ich es für unverzichtbar, daß wir in dieses Welthandels-Agreement – in Singapur im Herbst dieses Jahres – auch ein Minimum an "core labour standards" aufnehmen, Standards also, welche zum Beispiel Kinderarbeit und Zwangsarbeit verhindern, Standards, welche die Versammlungsfreiheit und die Gewerkschaftsfreiheit sicherstellen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tichy-Schreder.
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Die wichtigste Entwicklung des letzten Jahres ist Österreichs Beitritt zur Europäischen Union. Unser Beitritt hat Österreichs Position im europäischen Binnenmarkt gestärkt und sichert den wirtschaftlichen Stellenwert unseres Landes für die Zukunft. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tichy-Schreder. )
Abg. Dr. Haider: Die Schweiz! Total isoliert! Die Schweiz führt jetzt Transitverhandlungen für Österreich!
All jene, die sich jetzt um mehr Einfluß im Europäischen Parlament bemühen, die aber die europäische Integration gleichzeitig und fortwährend ablehnen, sind herzlichst eingeladen, sich ein genaueres Bild von einer Zukunft Österreichs in wirtschaftlicher Isolation zu verschaffen. Wir können auf die Vorteile ... (Abg. Dr. Haider: Die Schweiz! Total isoliert! Die Schweiz führt jetzt Transitverhandlungen für Österreich!) – Schweiz ist gut! Ich habe vorige Woche mit dem Schweizer Finanzminister Villiger ein Gespräch geführt. Dort gibt es ein massives Abwandern der Industrie, Herr Kollege! Ein bißchen mehr nachdenken und ein bißchen mehr informieren wäre hilfreich! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Und warum haben wir eine so hohe Arbeitslosigkeit seit 1995, wenn alles so super ist?! 4 000 Arbeitsplätze allein in der Lebensmittelindustrie! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Und warum haben wir eine so hohe Arbeitslosigkeit seit 1995, wenn alles so super ist?! 4 000 Arbeitsplätze allein in der Lebensmittelindustrie! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
All jene, die sich jetzt um mehr Einfluß im Europäischen Parlament bemühen, die aber die europäische Integration gleichzeitig und fortwährend ablehnen, sind herzlichst eingeladen, sich ein genaueres Bild von einer Zukunft Österreichs in wirtschaftlicher Isolation zu verschaffen. Wir können auf die Vorteile ... (Abg. Dr. Haider: Die Schweiz! Total isoliert! Die Schweiz führt jetzt Transitverhandlungen für Österreich!) – Schweiz ist gut! Ich habe vorige Woche mit dem Schweizer Finanzminister Villiger ein Gespräch geführt. Dort gibt es ein massives Abwandern der Industrie, Herr Kollege! Ein bißchen mehr nachdenken und ein bißchen mehr informieren wäre hilfreich! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Und warum haben wir eine so hohe Arbeitslosigkeit seit 1995, wenn alles so super ist?! 4 000 Arbeitsplätze allein in der Lebensmittelindustrie! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Dini hat gesagt, es ist versandet!
Meine Damen und Herren! Österreich – und das halte ich für besonders wichtig – spielt in Europa bereits eine aktive Rolle. Auf unsere Initiative ist das Thema "Beschäftigungspolitik" zum Thema Nummer eins in der Europäischen Union geworden. (Abg. Dr. Haider: Dini hat gesagt, es ist versandet!)
Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Österreich wird dafür eintreten, daß es im EU-Vertrag in Zukunft ein Kapitel Beschäftigungspolitik geben wird. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Und wir werden, meine sehr geehrten Damen und Herren, auch dafür eintreten, daß in Zukunft Beschäftigungsmaßnahmen und die Empfehlungen der Kommission, des Rates und die Umsetzung in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union ebenso sorgfältig analysiert und diskutiert werden wie die fiskalpolitischen Zielkriterien. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Also bitte! Ich bin wirklich ein gutmütiger Mensch, aber ...! – Abg. Tichy-Schreder – in Richtung Freiheitliche –: Seit wann seid ihr gutmütig?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Also bitte! Ich bin wirklich ein gutmütiger Mensch, aber ...! – Abg. Tichy-Schreder – in Richtung Freiheitliche –: Seit wann seid ihr gutmütig?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Österreich wird dafür eintreten, daß es im EU-Vertrag in Zukunft ein Kapitel Beschäftigungspolitik geben wird. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Und wir werden, meine sehr geehrten Damen und Herren, auch dafür eintreten, daß in Zukunft Beschäftigungsmaßnahmen und die Empfehlungen der Kommission, des Rates und die Umsetzung in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union ebenso sorgfältig analysiert und diskutiert werden wie die fiskalpolitischen Zielkriterien. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Also bitte! Ich bin wirklich ein gutmütiger Mensch, aber ...! – Abg. Tichy-Schreder – in Richtung Freiheitliche –: Seit wann seid ihr gutmütig?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Ja, genau! Bei 20 Millionen Arbeitslosen!
Das Ziel der Währungsunion ist Preisstabilität, das Ziel der Wirtschaftsunion ist Vollbeschäftigung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Ja, genau! Bei 20 Millionen Arbeitslosen!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Eine Rückkehr auf diesen budgetpolitischen Pfad, der auch immer auf die Beschäftigung Rücksicht genommen hat, meine Damen und Herren, entspricht also ganz und gar der guten traditionellen österreichischen Wirtschaftspolitik der letzten 20 Jahre, auf die wir mit Recht stolz sein können. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Ein schwacher Applaus! Nicht sehr begeistert!
Ein im Wettbewerb mit Dollar und Yen starker Euro wird für die europäische und damit für die österreichische Wirtschaft immense Wettbewerbsnachteile beseitigen. Viele Exporteure träumen heute schon davon, ohne Wechselkursrisken auf den Weltmärkten im Euro fakturieren zu können. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Ein schwacher Applaus! Nicht sehr begeistert!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir werden aber einen stabilen Schilling nur gegen einen stabilen Euro tauschen und unterstützen daher die Bemühungen um einen Stabilitätspakt innerhalb der Euro-Zone wie auch um ein neues Wechselkurssystem mit jenen Ländern, die noch nicht am Euro-Block teilnehmen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Böhacker: Halleluja!
Wenn sich die Wirtschaftslage nicht dramatisch verschlechtert, wofür es derzeit keine Anzeichen gibt, sind wir überzeugt davon, unsere gemeinsamen Konsolidierungsziele erreichen zu können. (Abg. Böhacker: Halleluja!) Das bedeutet aber keinesfalls, daß wir uns jetzt gemütlich zurücklehnen können, es bedeutet vielmehr eine strikte Haushaltsdisziplin und die rasche Umsetzung der nötigen Strukturreformen in vielen Bereichen der Aufgaben des Staates.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben mit dem Konsolidierungsprogramm auch das Ziel der sozialen Ausgewogenheit erreicht. Der soziale Grundgedanke hat auch eine sehr erwünschte ökonomische Nebenwirkung. Höhere Beiträge von Besserverdienenden schränken die Nachfrage nach heimischen Produkten weniger ein, als es massive Einschnitte bei jenen täten, die ohnehin schon wenig verdienen. Daß uns diese Ausgewogenheit bei den notwendigen Belastungen gelungen ist, bestätigt nicht nur die Tatsache, daß der Verhandlungsweg in Österreich geholfen hat, Streikmaßnahmen der Bevölkerung weitestgehend zu vermeiden, sondern das bestätigen auch internationale Institutionen, EU, OECD und andere. Dieser Bestätigung des eingeschlagenen Weges im eigenen Land und auch durch internationale Organisationen wollen und werden wir auch künftig gerecht werden: mit fortgesetzter Arbeit und dem fortgesetzten Bestreben, Österreichs Zukunft zu sichern! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Hinweis und auch die Entwicklung in den USA sollten uns zu denken geben. Ein langfristig tragfähiger Wirtschaftsprozeß ist nicht gegen die Menschen, er ist nur für die Menschen und mit ihnen sinnvoll und machbar. Unter Zwang, Resignation und Desillusion kann es keine langfristige Stabilität und keine wirtschaftliche Prosperität geben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Warum steigt dann die Arbeitslosigkeit so dramatisch? Warum gibt es keine Lehrlingsplätze?
Die Bilanz zeigt allerdings in Summe ein sehr deutlich positives Bild. Die österreichischen Nahrungsmittelpreise sind im Durchschnitt um 18 Prozent gefallen. Österreich hat seinen Export in die EU-Länder trotz realer Aufwertung stark gesteigert. Die Inflationsrate ist, wie bereits erwähnt, auf unter 2 Prozent gesunken. Die Direktinvestitionen nach Österreich haben weiter zugenommen. So haben sich allein in Vorarlberg 41 Schweizer Betriebe angesiedelt, um von hier vom Standort Österreich aus den europäischen Markt zu bearbeiten. Eine Reihe von Großinvestitionen von bereits in Österreich ansässigen Unternehmen wie General Motors, Siemens, Lenzing haben sich aufgrund der österreichischen ... (Abg. Haigermoser: Warum steigt dann die Arbeitslosigkeit so dramatisch? Warum gibt es keine Lehrlingsplätze?) Das sollten Sie die Wirtschaftsleute fragen, Herr Kollege! (Abg. Haigermoser: Aha! Pontius Pilatus! Mein Name ist Hase – "Hase Klima"!) Ja, ja! Wir sollten gemeinsam nachdenken, wer für die Lehrlingsfragen zuständig ist, aber nicht die Schuld auf die Europäische Union schieben. (Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich halte das für eine Scheuklappenmentalität, was Sie da betreiben.
Abg. Haigermoser: Aha! Pontius Pilatus! Mein Name ist Hase – "Hase Klima"!
Die Bilanz zeigt allerdings in Summe ein sehr deutlich positives Bild. Die österreichischen Nahrungsmittelpreise sind im Durchschnitt um 18 Prozent gefallen. Österreich hat seinen Export in die EU-Länder trotz realer Aufwertung stark gesteigert. Die Inflationsrate ist, wie bereits erwähnt, auf unter 2 Prozent gesunken. Die Direktinvestitionen nach Österreich haben weiter zugenommen. So haben sich allein in Vorarlberg 41 Schweizer Betriebe angesiedelt, um von hier vom Standort Österreich aus den europäischen Markt zu bearbeiten. Eine Reihe von Großinvestitionen von bereits in Österreich ansässigen Unternehmen wie General Motors, Siemens, Lenzing haben sich aufgrund der österreichischen ... (Abg. Haigermoser: Warum steigt dann die Arbeitslosigkeit so dramatisch? Warum gibt es keine Lehrlingsplätze?) Das sollten Sie die Wirtschaftsleute fragen, Herr Kollege! (Abg. Haigermoser: Aha! Pontius Pilatus! Mein Name ist Hase – "Hase Klima"!) Ja, ja! Wir sollten gemeinsam nachdenken, wer für die Lehrlingsfragen zuständig ist, aber nicht die Schuld auf die Europäische Union schieben. (Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich halte das für eine Scheuklappenmentalität, was Sie da betreiben.
Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Die Bilanz zeigt allerdings in Summe ein sehr deutlich positives Bild. Die österreichischen Nahrungsmittelpreise sind im Durchschnitt um 18 Prozent gefallen. Österreich hat seinen Export in die EU-Länder trotz realer Aufwertung stark gesteigert. Die Inflationsrate ist, wie bereits erwähnt, auf unter 2 Prozent gesunken. Die Direktinvestitionen nach Österreich haben weiter zugenommen. So haben sich allein in Vorarlberg 41 Schweizer Betriebe angesiedelt, um von hier vom Standort Österreich aus den europäischen Markt zu bearbeiten. Eine Reihe von Großinvestitionen von bereits in Österreich ansässigen Unternehmen wie General Motors, Siemens, Lenzing haben sich aufgrund der österreichischen ... (Abg. Haigermoser: Warum steigt dann die Arbeitslosigkeit so dramatisch? Warum gibt es keine Lehrlingsplätze?) Das sollten Sie die Wirtschaftsleute fragen, Herr Kollege! (Abg. Haigermoser: Aha! Pontius Pilatus! Mein Name ist Hase – "Hase Klima"!) Ja, ja! Wir sollten gemeinsam nachdenken, wer für die Lehrlingsfragen zuständig ist, aber nicht die Schuld auf die Europäische Union schieben. (Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich halte das für eine Scheuklappenmentalität, was Sie da betreiben.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es bleibt viel zu tun, vieles läuft gut, einiges bereitet uns Sorge. Ich bin aber überzeugt davon, meine Damen und Herren, daß ein Weitergehen auf dem österreichischen Weg, dem Weg des Verhandelns, dem Weg des Bemühens um einen Konsens bei klarer Zielvorgabe und konsequenter Durchführung, Österreich weiterhin Erfolg bringen wird. Die österreichische Gesellschaft und die österreichische Wirtschaft benötigen Innovation und kalkulierbares Risiko in unserer neuen Wirtschaftspolitik. Wir wissen, daß im globalen Wettbewerb nur die Leistung der Menschen eines Landes zählt. Wir bauen unsere Wirtschaftspolitik genau darauf auf, um so Arbeit, Wohlstand und Stabilität in Österreich zu sichern – und dazu zählt unverzichtbar der soziale Zusammenhalt in Österreich. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe.
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Johann Farnleitner: Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Es ist für einen ehemaligen Ghostwriter etwas schwierig, nach einem Profi seine Erstrede zu halten, vor allem weil ein Ghostwriter sich immer schreiben sieht, wenn er andere reden hört. Jetzt rede ich selbst. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe.) Meine Ghostwriterschaft geht schon Jahre zurück, als Generalsekretär war ich es nicht mehr. (Abg. Dr. Haselsteiner: Für wen denn, Herr Minister?) In meiner Anfangsphase in der Kammer.
Abg. Dr. Haselsteiner: Für wen denn, Herr Minister?
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Johann Farnleitner: Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Es ist für einen ehemaligen Ghostwriter etwas schwierig, nach einem Profi seine Erstrede zu halten, vor allem weil ein Ghostwriter sich immer schreiben sieht, wenn er andere reden hört. Jetzt rede ich selbst. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe.) Meine Ghostwriterschaft geht schon Jahre zurück, als Generalsekretär war ich es nicht mehr. (Abg. Dr. Haselsteiner: Für wen denn, Herr Minister?) In meiner Anfangsphase in der Kammer.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir haben in den vielen Arbeiten etwa des Wirtschaftsbeirates, bevor wir damals Sozialpartner und Regierung überzeugen konnten, von 1988 auf 1989, sehr genau geprüft, aus welchen wirtschaftlichen und sozialen Erwägungen man sich für den Beitritt entschließen sollte. Meine drei persönlichen wirtschaftspolitischen Hauptargumente waren damals: Entdiskriminierung des Wirtschaftsstandortes Österreich und seine Sicherung; Deregulierung und Liberalisierung in Bereichen, die wir ohne Beitritt politisch nicht schaffen würden, und die Mitbestimmung Österreichs bei den Rahmenbedingungen innerhalb der Europäischen Union. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Nächster Punkt: Mitbestimmung bei den Rahmenbedingungen in der EU. Wir haben im ersten Jahr sicher ein Lehrjahr hinter uns bringen müssen. Ich kann Ihnen das aus meiner Erfahrung im Wirtschafts- und Sozialausschuß sehr freimütig bekennen. Das "Hineinarbeiten" in eine geschlossene Gruppe von Experten, Angestellten, Funktionären ist für Neulinge außerordentlich schwierig. Das geht nur, wenn Sie hinreichend Zeit und die entsprechende Arbeitskapazität investieren. Es ist sicher eines meiner Anliegen für mein neues Ressort, diese Mitbestimmungschancen optimal wahrzunehmen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bringe Ihnen noch ein Beispiel für die wirkliche Problematik – ich möchte Sie damit nicht zu lange aufhalten –: Wir haben in Japan eine Marktumfrage gemacht, bei der sich gezeigt hat, was die Japaner am meisten am Urlaub in Österreich schätzen: Es war keine Stadt, es waren nicht die Lipizzaner, kein Heuriger, sondern die erste Priorität hatte das breite Sortiment an frischem Gebäck in Österreich. – Das war nach meinem Antritt als Generalsekretär-Stellvertreter der Wirtschaftskammer. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Wo ist das Körberl?
Wir wollten dann in Japan mit einer großen Hotelkette eine Frischbrotaktion machen. (Abg. Haigermoser: Wo ist das Körberl?) Wir warten seit genau drei Jahren auf die Einfuhrerlaubnis für das erste Gramm österreichischen Mehls – und das unter Freihandelsbedingungen!
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Der zweite Punkt, der mir dazu einfällt: Es kann ja nicht so sein, daß die Amerikaner jeweils einen Handelskrieg mit einem asiatischen Staat beginnen, die Europäer dann zusteigen und sagen: Bitte uns nicht zu diskriminieren – gleiche Behandlung!, sondern es kann nur eine gemeinsame Strategie der beiden größten Wirtschaftsblöcke der Welt zur Öffnung dieser riesigen Märkte, dieser riesigen Wachstumsmärkte, etwa in Asien, aber auch auf anderen Kontinenten, geben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Das ist eine Strategie, für die ich keine Subventionen brauche, für die ich keine Kreditverbilligungen brauche, dafür benötige ich lediglich koordiniertes politisches Vorgehen. Und dafür bitte ich um die entsprechende Unterstützung! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ein vierter Punkt, meine Damen und Herren: Wenn Sie mit Flugzeugen jedweder Art durch die Welt reisen, sehen Sie die wirklichen Helden der österreichischen Ökonomie, nämlich die Exportkaufleute. Wir sehen immer wieder Leute, die wochenlang unterwegs sind, sich fremde Sprachen im Flugzeug noch mühsam aneignen und alle möglichen Krankheiten einfangen. Viele junge Kaufleute sind nicht mehr bereit, sich dieser Mühe zu unterziehen. Die Exportkaufleute haben unregelmäßige Arbeitszeiten, haben unglaubliche Dinge zu bewältigen. Ich würde meinen, daß wir in diesem Sektor ein hohes Arbeitsplatzpotential haben. Wir sollten gemeinsam mit Hochschulen, Wirtschafts- und Berufsförderungsinstituten danach trachten, daß wir die Nachfrage, die wirklich rasant steigt, befriedigen können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich war noch Mitautor, als Ghostwriter damals, der Insolvenzrechtsnovelle 1983, bei der wir geglaubt hatten, über die Gleichstellung der Forderungen ein Frühwarnsystem zu etablieren. Daraus ist nichts geworden. Man wird wahrscheinlich doch eher bei den Betrieben als bei jenen, die dann zum Konkursrichter laufen, ansetzen müssen. Das ist aber eine ganz wichtige Aufgabe. Unsere Unternehmen müssen im weitesten Sinn eurofit sein – ich denke an den Bankenbereich –, denn was da an Strukturdruck auf uns zukommt, dem müssen wir rechtzeitig begegnen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, es ist nicht wichtig, wieviel Geld ein Jungunternehmer geschenkt erhält – darum geht es nicht; ich bin für Gründersparen –, entscheidend wird es sein, sicherzustellen, daß die Ausstattung mit einer hinreichenden Kapitalbasis gegeben ist, etwa im Haftungswege, begleitet von Managementkontrolle und Beratung über die Schwierigkeiten des Marktes, eventuell durch – wie man im Englischen so schön sagt – senior economic advisers, also durch alte, erfahrene Menschen aus der Wirtschaft – und solche gibt es viele, vor allem auch durch Frühpensionierungen. Auf diese Weise könnten wir den Jungen die Chance geben, erfolgreicher zu sein, als es heutige Insolvenzstatistiken aufzeigen: Nach zwei Jahren ist die Hälfte von ihnen wieder weg! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und beim Liberalen Forum
Zum ersten: Man sollte sich nicht genieren, nicht mit Vorurteilen an die Erfahrungen anderer Länder heranzugehen. Ich selbst hatte nebenberuflich das Vergnügen, mich mit dem amerikanischen Arbeitsmarkt auseinanderzusetzen. Es ist in Amerika nicht so gewesen, daß lauter McJobs, lauter Billigjobs in der letzten Zeit geschaffen wurden (Beifall bei der ÖVP und beim Liberalen Forum), sondern der Großteil der neuen Berufe wurde in Betrieben mit null bis fünf Mitarbeitern geschaffen. Der Großsektor hat überwiegend weiter abgebaut.
Ruf bei den Freiheitlichen: Bravo! Bravo!
Drittens – das kann man in der Statistik feststellen –: Die Einkommen in diesen Kleinberufen liegen über dem Median der amerikanischen Durchschnittsunternehmen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Bravo! Bravo!)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und dem Liberalen Forum.
Daher würde ich wirklich um Verständnis bitten für das, worauf ich jetzt zusteuere: Wir müssen manche Dinge einfach probieren! Klein- und Kleinstunternehmen, die die meisten Arbeitsplätze schaffen, sind bisher die Opfer aller Verfahren! (Beifall bei ÖVP, SPÖ und dem Liberalen Forum.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Noch etwas – dafür mußte ich einige Prügel einstecken, meine Damen und Herren, aber so kann es ja nicht sein –: Der Hauptträger der österreichischen Fremdenverkehrskonjunktur ist noch immer der Inlandstourismus. Man kann es doch den Österreichern zumuten, bei fünf Wochen Mindesturlaub – das ist mein Appell; ich habe nicht gesagt, die Österreicher sollen den gesamten Urlaub in Österreich verbringen – wenigstens etwas mehr ihres Urlaubs in Österreich zu verbringen als bisher. Das wäre ein Zeichen von Bürgerhilfe für einen Wirtschaftszweig, um den man kämpft. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Anders verhält es sich bei den Ostmärkten. Aufgrund dessen, was wir in letzter Zeit an zunehmendem Kaufkraftabfluß mit einer Devastierung der Versorgungsstruktur in grenznahen Gebieten von Gasthäusern, Lebensmittelhändlern erleben, ist es, glaube ich, legitim, ein Taferl – keine Stopptafel, wie mir unterstellt wurde – aufzustellen mit dem Motto: Arbeiten in Österreich, einkaufen im Ausland – wie lange noch? Ich bin damit auch bei Präsidenten Schwarzenberger und sage, die Tafel könnte auch lauten: In Österreich die Blüten bewundern, aber die Früchte im Ausland kaufen, davon lebt keine Kulturlandschaft! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Lassen Sie mich noch einen Hinweis geben, weil man immer sagt, der Österreicher sei beim Geldausgeben total risikoscheu. Meine Damen und Herren! Die Österreicher geben für Glücksspiele im Jahr 11,6 Milliarden Schilling aus, mit einer sehr geringen Gewinnchance. Es müßte doch wirtschaftspolitisch möglich sein, daß ein Teil dieses Kapitals für weit bessere Gewinnchancen – Wertpapiere, Unternehmen und so weiter – investiert wird. (Beifall bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren! Vielleicht sollte man weniger vom Aktiensparen, mehr vom Aktienspielen reden. – Ich sollte nun wieder sachlich werden. (Abg. Ing. Reichhold: Herr Minister! Es ist kein gutes Zeichen, wenn die Österreicher lieber ins Kasino gehen!)
Abg. Ing. Reichhold: Herr Minister! Es ist kein gutes Zeichen, wenn die Österreicher lieber ins Kasino gehen!
Lassen Sie mich noch einen Hinweis geben, weil man immer sagt, der Österreicher sei beim Geldausgeben total risikoscheu. Meine Damen und Herren! Die Österreicher geben für Glücksspiele im Jahr 11,6 Milliarden Schilling aus, mit einer sehr geringen Gewinnchance. Es müßte doch wirtschaftspolitisch möglich sein, daß ein Teil dieses Kapitals für weit bessere Gewinnchancen – Wertpapiere, Unternehmen und so weiter – investiert wird. (Beifall bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren! Vielleicht sollte man weniger vom Aktiensparen, mehr vom Aktienspielen reden. – Ich sollte nun wieder sachlich werden. (Abg. Ing. Reichhold: Herr Minister! Es ist kein gutes Zeichen, wenn die Österreicher lieber ins Kasino gehen!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wenn wir die Lust der Meister am Ausbilden weiterhin halten können, wenn dieses Bündel, von dem ich jetzt nur in Ansätzen gesprochen habe, fertig ist, soll es am Rest – der Deregulierung und Liberalisierung – nicht mangeln. Aber eine Liberalisierung und Deregulierung, die uns die Ausbildung zerschlägt, die uns die Motivation der Kleinen zerschlägt, wäre das Schlimmste, das diesem Land passieren kann. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Wirtschaftsminister! Ich kann vielen Ihrer Ausführungen meine Zustimmung geben beziehungsweise die meiner Fraktion, aber wir haben viel davon hier im Hohen Haus bereits gehört: von Ihrem Vorvorgänger Wolfgang, von Ihrem Vorgänger Johannes dem Ersten, jetzt hören wir es vom Nachfolger Johannes dem Zweiten. Ich bin sehr gespannt, ob Sie diese Dinge, die Sie hier angekündigt haben, auch definitiv umsetzen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Wirtschaftsminister! Sie haben gesagt, es gehe um die Schaffung von Rahmenbedingungen für die Bildung von Eigenkapital. Das haben die Vorgänger Schüssel und Ditz auch immer wieder hier im Hohen Haus behauptet. – Gekommen ist nichts. Gerade das Gegenteil ist eingetreten: Man hat als letztes kapitalstärkendes Instrument die Investitionsrücklage abgeschafft, nachdem man vorher bereits die Investitionsprämie abgeschafft hat. Durch das ständige Auseinanderklaffen zwischen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz aufgrund einer Verlängerung der Abschreibungsdauer auch im Hinblick mit den Firmen-Pkws kommt es in letzter Zeit immer mehr zu einer Scheinbesteuerung, was für die mittelständige Wirtschaft und für alle Unternehmen natürlich sehr schädlich ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
In den Jahren 1990 bis 1994 sind 75 000 Arbeitsplätze in der Industrie verlorengegangen. Sie haben immer behauptet, Sie seien die großen Arbeitsplatzschaffer, Sie seien die Vertreter der Arbeitnehmerinnen und der Arbeitnehmer. – Es ist dieser Bundesregierung in den letzten Jahren eines gelungen: daß sie nämlich sehr vielen Menschen die Arbeit weggenommen hat, anstatt Arbeit zu geben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Klima: Idealismus!
Wir haben Sie damals kritisiert, und Kramer vom Wirtschaftsforschungsinstitut sagt, das war ... (Bundesminister Mag. Klima: Idealismus!) Nein. Kramer schreibt im "Standard" vom 20. Juni 1996, daß es eben das Problem ist, daß die Zweckbindung bei 24,5 Milliarden Schilling aufhört, keine neuen Wohnbaumaßnahmen in Bundesländern gesetzt werden und die Differenz zu den 30 Milliarden den Ländern zur Verfügung gestellt wird, womit diese ihre Budgetlöcher stopfen. Das war bitte nicht im Sinne des Strukturpaketes. Damit sollten konjunkturankurbelnde Maßnahmen gesetzt werden. Hier haben Sie nur Maßnahmen gesetzt, damit die Budgetpolitik in den Ländern wieder in Ordnung gebracht werden kann.
Bundesminister Mag. Klima: Eins bis fünf!
Sie wollen immer nur das Budget für 1996/97 durchboxen, koste es, was es wolle. Ob der Vollzug in Ordnung geht, daran habe ich auch größte Zweifel, denn allein was das Umsatzsteueraufkommen betrifft, war die Entwicklung im Mai eher die gleiche wie im Jahr 1995. (Bundesminister Mag. Klima: Eins bis fünf!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie werden den Vollzug wahrscheinlich in dieser Richtung nicht zustande bringen. Sie sind nicht bereit, bei den Strukturen Änderungen herbeizuführen. Sie wollen nur der österreichischen Bevölkerung in die Tasche greifen. Wir werden bei dieser Politik nach wie vor nicht mitspielen, und bei der nächsten Wahl wird es Ihnen die Bevölkerung wieder zeigen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Trattner: Sollen!
Abgeordneter Friedrich Verzetnitsch (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Trattner! Wenn Sie zuerst gesagt haben, Sie können die Einsparungen bei den Gebietskrankenkassen nicht sehen, dann möchte ich Sie an eine Debatte vor wenigen Tagen hier im Hohen Haus erinnern, darüber hinaus aber auch darauf verweisen, daß das ja sowieso noch Gegenstand weiterer Debatten sein wird, daß zum Beispiel Minister Hums im Zusammenarbeit mit dem Hauptverband Dämpfungen bei den Ärztehonoraren erreicht hat, daß eine Milliarde Pharmakosten eingespart werden sollen (Abg. Mag. Trattner: Sollen!) – die Verträge müssen auch dementsprechend gestaltet werden –, daß rund 500 Millionen Schilling bei den Heilbehelfen, die Sie ja auch diskutiert haben, hereingebracht werden sollen und daß 300 Millionen Schilling im Verwaltungsbereich eingespart
Beifall bei der SPÖ.
Da Sie auch angemerkt haben, daß das Beschäftigungsniveau – und ich habe, glaube ich, gut zugehört – in den letzten Jahren gesunken ist, dann würde ich auch meinen, daß Fakten und Zahlen dem entgegenstehen. Wir können es ja nachher im Protokoll überprüfen. Es hat zwar bedauerlicherweise im letzten Jahr einen Anstieg der Arbeitslosigkeit gegeben, aber wir sollten eigentlich trotzdem stolz darauf sein, daß es uns in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern lange gelungen ist, einen hohen Stand an Beschäftigung zu halten. In einer Zeit, in der andere Länder bereits abgebaut haben, noch immer einen Zuwachs in der Beschäftigung zu erreichen, ist durchaus ein positives Zeichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Reichhold: Bei unseren Bauarbeitern bereits 15 Prozent!
Schauen wir uns das etwas genauer an: Ab 1979 sind die Einkommen der durchschnittlichen amerikanischen Arbeitnehmer um 10 Prozent gegenüber 1979 gesunken. (Abg. Ing. Reichhold: Bei unseren Bauarbeitern bereits 15 Prozent!) Seit 1980 haben 20 Prozent der Einkommensbezieher 97 Prozent des Einkommenszuwachses lukrieren können, 80 Prozent, also die Mehrheit, der Durchschnitt der amerikanischen Arbeitnehmer: 3 Prozent.
Beifall bei der SPÖ.
Am Schluß dieser Studie findet man die Empfehlung an uns Europäer: Citizen, if you want to buy it, look it first. Ich glaube, wir sollten uns das wirklich genauer anschauen und nicht nur als positiv in den Mittelpunkt rücken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nennen wir ein Beispiel: Wie nimmt ein Arbeitnehmer bei Semperit Ihre Nachricht: Kauft österreichische Qualität, macht Urlaub in Österreich! auf, wenn in einem Unternehmen, das Gewinne macht, das technologisch auf dem höchsten Stand ist, angesagt ist: Wir wandern in die Tschechei ab, denn dort ist die Produktion billiger? Ich glaube, daß diesbezüglich auch ein starker und deutlicher Ruf aus Ihrem Munde wichtig wäre: Bleibt in Österreich, produziert in Österreich! Es darf nicht so sein, daß das Gewinnstreben in das Ausland verlagert wird, während gleichzeitig die Österreicher und Österreicherinnen aufgefordert werden: Kauft österreichische Qualität, macht Urlaub in Österreich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Maderthaner: Die Praxis!
Herr Wirtschaftsminister, Sie sprechen zu Recht die Lehrlingsausbildung an, aber auch da wäre es sinnvoller denn je, wenn wir uns schon dauernd des dualen Systems rühmen und sagen, die duale Ausbildung in Österreich ist nicht nur für die Hälfte der jungen Menschen in Österreich wichtig, sondern auch für die Zukunft der österreichischen Wirtschaft, daß wir endlich aufhören mit dem sinnlosen Streit, daß Berufsschulzeit verlorene Zeit für den Betrieb sei. Wenn Dualität bedeutet, daß der Lehrling im Betrieb und in der Berufsschule sein Wissen erhält, dann sollten wir doch endlich damit aufhören, daß wir uns zwar des dualen Systems rühmen, aber die Zeit, die der Lehrling in der Berufsschule verbringt, bezeichnen wir als Belastung für die Unternehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Maderthaner: Die Praxis!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Präsident Maderthaner! Wir können ja, wenn ich ihn jetzt polemisch interpretiere, Ihrem Minister folgen und "learning by doing" vertreten, da ist überhaupt kein Lehrlingsausbildungssystem notwendig. In seiner Rede führt er nämlich aus, daß ohne Ausbildung, sondern nur am Arbeitsplatz die Kenntnisse erworben werden könnten – das heißt also, daß wir überhaupt kein Lehrlingssystem mehr brauchen. Man bezahlt die Lehrlinge gut, und irgendwie werden sie ihre Kenntnisse schon erwerben. Das ist aber nicht unser Ziel. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber diese neue Broschüre "Neuer Schwung für die Lehre durch Entlastung der Lehrbetriebe" ist ja bezeichnend. Wissen Sie, was als erster Punkt für die neue Lehre angeführt ist? – Der Lehrvertrag muß leichter zu lösen sein. Das ist die Qualitätsanforderung an das österreichische Berufsausbildungswesen? Meine Damen und Herren! Wenn das die Ansage der Wirtschaftskammer für die Jugend ist, die in wenigen Tagen die Schule verläßt, um in eine Lehre einzutreten, dann, glaube ich, sind wir weit zurückgeworfen in unseren Bemühungen, die Ausbildung dementsprechend zu verbessern. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Koppler: Nehmt euch endlich einmal Zeit für die Lehrlinge!
Diese Ausbildung soll aus diesem Grunde auch darüber hinaus seine Existenz begründen helfen. Er soll doch letztendlich mit diesem Wissen am Arbeitsmarkt sein Einkommen und sein Auskommen finden und seine Lebensexistenz dadurch begründen, daß er den Willen hat und ihm auch Mut gemacht wird, lebenslang zu lernen. Ich bin überzeugt davon, daß die Ideen, die Gedanken, die hier gemeinsam mit Herrn Bundesminister Hums, der die Initiative gesetzt hat, mit Minister Klima, mit Ministerin Gehrer und auch mit Ihnen, Herr Bundesminister, hoffentlich zu dem Erfolg führen werden, daß die Lehrlingsausbildung als duales System für die Hälfte der österreichischen Jugend auch Zukunft hat und nicht nur in einem reinen Kostendiskussionsthema sein Ende findet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Koppler: Nehmt euch endlich einmal Zeit für die Lehrlinge!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich möchte aber in aller Deutlichkeit darauf hinweisen, daß diese europäische Währung nur dann Sinn macht, wenn wir Arbeitsplätze erhalten, Arbeitsplätze schaffen, denn sonst ist das eine tote Währung. Ich erlaube mir folgenden Vergleich: Wir hatten in den 30er Jahren den Alpendollar, den harten österreichischen Schilling, wir hatten aber auch 600 000 Arbeitslose – und das soll nicht unsere Zielsetzung, auch nicht in einem gemeinsamen Europa sein. Daher muß es Wichtigeres geben als Rinder und Kriminelle, daher muß es Wichtigeres geben als einen Zeitplan. Ich bezeichne dieses "Wichtigere" als die Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Arbeit schaffen wird oft genug auch in unseren Debatten als sozialpolitisches Thema abgehandelt, abgestempelt. Arbeit schaffen darf nicht durch Rückschritt in den Leistungsstandards als Ziel gesetzt werden. Ich persönlich bin überzeugt davon, daß die Zukunft der Wirtschaft in der Qualität liegt. Und wenn die Zukunft der Wirtschaft in der Qualität liegt, warum gibt es dann immer wieder Ansätze, daß man von einer Rücknahme der einen oder anderen sozialpolitischen Leistung, von Zurückhaltung bei der Lohnentwicklung in der Wirtschaft spricht? – Anscheinend gilt der Qualitätsbegriff nur für die Wirtschaft, anscheinend bezeichnet man den, der als Hauptbeteiligter am Wirtschaftsleben teilnimmt – den Arbeitnehmer –, als Kostenfaktor auf zwei Beinen. Und das sollte nicht unser Ziel sein, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Warum unterbrechen wir das Arbeitsverhältnis, um zu mehr Bildung zu gelangen? Warum kommen wir nicht endlich dazu, daß Arbeitnehmer, wenn sie in einem Bereich nicht mehr gebraucht werden, am Betriebsstandort auf neue Qualifikationen vorbereitet und nicht in die Arbeitslosigkeit geschickt werden, um so zu ihrer Ausbildung zu kommen? – Ich glaube, daß es hier zu Reibungsverlusten kommt, die uns allen sehr viel Geld und vor allem menschliches Leid kosten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kiss: Ist Draxler nicht ein Genosse? – Abg. Koppler: Was hat denn das mit dem zu tun?
Meine Damen und Herren! Sie werden sagen, das sind nur Schlagworte, aber ich glaube, daß es mehr denn je notwendig ist, unsere Infrastruktur einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Investitionen in den Bereichen Verkehr, Umwelt, Energie und Telekommunikation müssen weiter verbessert werden. Ich meine hier nicht die Politik des Herrn Generaldirektor Draxler von den Bundesbahnen, der seinen Fahrplan damit entschuldigt, daß die Doppelstockwaggons nicht vorhanden sind, die er gerne hätte. – Dann hätte er sie früher bestellen müssen. Hier waren vier Jahre lang Bundesregierung, Sozialpartner mit ihm gemeinsam in einem Kampf, um eine entsprechende Bestellung durchzuführen. – Jedesmal ist es an der Preissituation gescheitert, und jetzt nimmt er es als lockere Entschuldigung für seine Fahrplanunfähigkeit her. Meine Damen und Herren! Das ist nicht die Infrastrukturpolitik, die ich meine. Ich glaube, daß es im Bereich Verkehr, Umwelt, Energie und Telekommunikation für alle – für alle! – eine dementsprechende Lösung geben muß. (Abg. Kiss: Ist Draxler nicht ein Genosse? – Abg. Koppler: Was hat denn das mit dem zu tun?) Man muß auch die Wahrheit aussprechen! Das ist vielleicht der Unterschied in der Politik. Ich glaube, daß das notwendig ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Sie werden sagen, das sind nur Schlagworte, aber ich glaube, daß es mehr denn je notwendig ist, unsere Infrastruktur einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Investitionen in den Bereichen Verkehr, Umwelt, Energie und Telekommunikation müssen weiter verbessert werden. Ich meine hier nicht die Politik des Herrn Generaldirektor Draxler von den Bundesbahnen, der seinen Fahrplan damit entschuldigt, daß die Doppelstockwaggons nicht vorhanden sind, die er gerne hätte. – Dann hätte er sie früher bestellen müssen. Hier waren vier Jahre lang Bundesregierung, Sozialpartner mit ihm gemeinsam in einem Kampf, um eine entsprechende Bestellung durchzuführen. – Jedesmal ist es an der Preissituation gescheitert, und jetzt nimmt er es als lockere Entschuldigung für seine Fahrplanunfähigkeit her. Meine Damen und Herren! Das ist nicht die Infrastrukturpolitik, die ich meine. Ich glaube, daß es im Bereich Verkehr, Umwelt, Energie und Telekommunikation für alle – für alle! – eine dementsprechende Lösung geben muß. (Abg. Kiss: Ist Draxler nicht ein Genosse? – Abg. Koppler: Was hat denn das mit dem zu tun?) Man muß auch die Wahrheit aussprechen! Das ist vielleicht der Unterschied in der Politik. Ich glaube, daß das notwendig ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Bundesminister Mag. Klima : Jaja!
Meine Damen und Herren! Der Herr Finanzminister hat heute gesagt, daß sich der ECOFIN-Rat mit der Frage der Beschäftigung der TEN-Netze auseinandersetzen wird. – Herr Bundesminister! Ich hoffe, ich habe Sie richtig verstanden: nicht in Dublin im Dezember, sondern demnächst in Dublin, wenn sich der ECOFIN-Rat dort trifft (Bundesminister Mag. Klima : Jaja!), da gibt es bereits die Möglichkeit, man muß also nicht bis Dezember warten. Ich habe das Gefühl, daß die europäischen Regierungen sich wieder auf den Dezember als Weihnachtsgeschenk geeinigt haben. Aber dazu möchte ich kritisch bemerken: So etwas hat es schon in Essen gegeben. Da hat man auch zu Weihnachten gesagt, man schafft Beschäftigung. – Das ist schon drei Jahre her! Wir sollten schneller sein und sollten die Chance nützen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Der Herr Finanzminister hat heute gesagt, daß sich der ECOFIN-Rat mit der Frage der Beschäftigung der TEN-Netze auseinandersetzen wird. – Herr Bundesminister! Ich hoffe, ich habe Sie richtig verstanden: nicht in Dublin im Dezember, sondern demnächst in Dublin, wenn sich der ECOFIN-Rat dort trifft (Bundesminister Mag. Klima : Jaja!), da gibt es bereits die Möglichkeit, man muß also nicht bis Dezember warten. Ich habe das Gefühl, daß die europäischen Regierungen sich wieder auf den Dezember als Weihnachtsgeschenk geeinigt haben. Aber dazu möchte ich kritisch bemerken: So etwas hat es schon in Essen gegeben. Da hat man auch zu Weihnachten gesagt, man schafft Beschäftigung. – Das ist schon drei Jahre her! Wir sollten schneller sein und sollten die Chance nützen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Billige Schlagworte – 150 000 schicken wir wieder heim, dann haben wir keine Arbeitslosen mehr! – heizen die politische Atomsphäre auf, lösen aber in Wirklichkeit keine Probleme. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es erscheint mir im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsbericht auch wichtig, auf die öffentlichen Dienstleistungen einzugehen. Diesbezüglich stehen wir durchaus vor neuen Herausforderungen – ich habe es schon angesprochen –: Die Frage der Regulierung beziehungsweise Deregulierung ist keine Frage des Beamtentums alleine, sondern das ist eine Frage, die wir uns vor allem hier im Hohen Haus stellen müssen. Aber wir sollten auch aufhören mit der da oder dort immer wieder latent auftretenden Diffamierung öffentlicher oder öffentlichkeitsnaher Unternehmungen mit dem Hinweis: Private machen das doch wesentlich besser! – Bei allen Bestrebungen in Richtung einer verstärkten Effizienz dürfen wir nicht davon abgehen, daß der Bürger unseres Landes Anspruch auf öffentliche Dienstleistungen zu vertretbaren, vor allem sozial vertretbaren, Preisen hat, die ordentlich ausgeführt werden und wo nicht das Gewinnstreben alleine im Vordergrund steht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Tichy-Schreder: Aber sie auch hier nicht überfordern!
Und wir sollten auch den öffentlich Bediensteten in diesem Hause Dank zollen für die täglich geleistete Arbeit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Tichy-Schreder: Aber sie auch hier nicht überfordern!)
Abg. Tichy-Schreder: Wir sollten die Bediensteten hier im Haus nicht überfordern! Das habe ich gemeint!
Das kann auch gemeinsam erarbeitet werden. Ich glaube, wir sollten nicht ständig die Meinung vertreten: Gäbe es keinen öffentlichen Dienst, hätten wir im Prinzip einen Klotz am Bein weniger. (Abg. Tichy-Schreder: Wir sollten die Bediensteten hier im Haus nicht überfordern! Das habe ich gemeint!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: 200 Prozent Zuschlag, das ist auch ein bißchen viel! – Abg. Tichy-Schreder: Da gibt es Kollektivverträge!
Meine Damen und Herren! Dieses Gesetz haben wir hier schon vor ein paar Jahren beschlossen, das es ermöglicht, länger offenzuhalten. Nur die Nutzungsmöglichkeit ist eine sehr geringe und meistens auch noch verbunden damit, daß man vom Arbeitnehmer verlangt, er soll zum Nulltarif arbeiten. So wird es nicht gehen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: 200 Prozent Zuschlag, das ist auch ein bißchen viel! – Abg. Tichy-Schreder: Da gibt es Kollektivverträge!)
Abg. Tichy-Schreder: Innerhalb der Wochenarbeitszeit!
Meine Damen und Herren! Frau Präsidentin! Ich verstehe durchaus Ihre Aufregung, aber ich denke da auch an den Sprecher einer großen Handelskette in Österreich, der sagt: Es muß endlich Schluß sein mit den Zuschlagszahlungen bei längeren Öffnungszeiten! (Abg. Tichy-Schreder: Innerhalb der Wochenarbeitszeit!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Tichy-Schreder: Hier im Haus werden die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst dazu verdammt, rund um die Uhr zu arbeiten!
Bei längeren Öffnungszeiten muß Schluß sein mit den Zuschlagszahlungen, hat er gesagt. Das haben wir ausgemacht. Das ist Inhalt eines Kollektivvertrages, Frau Kollegin! Und dazu sollten wir auch stehen, im Interesse der Beschäftigten in Österreich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Tichy-Schreder: Hier im Haus werden die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst dazu verdammt, rund um die Uhr zu arbeiten!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist Deregulierung, wie wir sie eigentlich nicht haben wollen! Wenn wir Vollbeschäftigung als unser Ziel anerkennen, dann glaube ich zusammenfassend noch einmal sagen zu dürfen, daß Investitionen in die Infrastruktur, eine verbesserte Aus- und Weiterbildung, eine vernünftige Kooperation, basierend auf Wirtschaftspolitik, auf Menschlichkeit und auf Berechenbarkeit, in Wirklichkeit im Vordergrund stehen müssen. Nützen wir die Chancen unserer Erfahrungen als Österreicherinnen und Österreicher im internationalen Wettbewerb, mit dem Ziel, die Zukunft neu zu gestalten, in der der Mensch nicht zum Kostenfaktor wird! (Beifall bei der SPÖ.)
Bundesminister Mag. Klima: Das war schon in der Budgetrede!
Abgeordneter Dr. Hans Peter Haselsteiner (Liberales Forum): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich war versucht, meine Replik auf die Budgetrede des Herrn Bundesfinanzministers herauszusuchen und sie noch einmal vorzulesen. Herr Minister! Was Sie uns heute gesagt haben, war interessant, war auch sachlich fundiert, man konnte dem zustimmen – zumindest ist mir in der Geschwindigkeit nichts aufgefallen, wo ich Ihnen wirklich widersprechen könnte und sagen müßte, da irren Sie sich –, nur es war überhaupt nichts Neues dabei. Das, was Sie uns heute gesagt haben, finden wir alle miteinander in Ihrer Budgetrede wieder, mit Ausnahme eines Begriffes – das ist mir aufgefallen –, und das ist der innovative Policy-mix. (Bundesminister Mag. Klima: Das war schon in der Budgetrede!) Der war in der Budgetrede auch schon enthalten? (Abg. Tichy-Schreder: Da sehen Sie die Ehrlichkeit des Ministers!) Dann habe ich ihn mir damals nicht richtig eingeprägt. – Ich weiß das zu schätzen. – Mir erschien er heute neu.
Abg. Tichy-Schreder: Da sehen Sie die Ehrlichkeit des Ministers!
Abgeordneter Dr. Hans Peter Haselsteiner (Liberales Forum): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich war versucht, meine Replik auf die Budgetrede des Herrn Bundesfinanzministers herauszusuchen und sie noch einmal vorzulesen. Herr Minister! Was Sie uns heute gesagt haben, war interessant, war auch sachlich fundiert, man konnte dem zustimmen – zumindest ist mir in der Geschwindigkeit nichts aufgefallen, wo ich Ihnen wirklich widersprechen könnte und sagen müßte, da irren Sie sich –, nur es war überhaupt nichts Neues dabei. Das, was Sie uns heute gesagt haben, finden wir alle miteinander in Ihrer Budgetrede wieder, mit Ausnahme eines Begriffes – das ist mir aufgefallen –, und das ist der innovative Policy-mix. (Bundesminister Mag. Klima: Das war schon in der Budgetrede!) Der war in der Budgetrede auch schon enthalten? (Abg. Tichy-Schreder: Da sehen Sie die Ehrlichkeit des Ministers!) Dann habe ich ihn mir damals nicht richtig eingeprägt. – Ich weiß das zu schätzen. – Mir erschien er heute neu.
Bundesminister Mag. Klima: Strukturreformen!
Herr Minister! Sie weisen immer darauf hin, wie gut es uns geht. Einmal sind wir das drittreichste Land, einmal das zweitreichste Land, dann wieder das viertreichste Land. Sie tun so, als hätten wir keinerlei Sorgen, keinerlei Druck und keinerlei wirklich ernstzunehmende Probleme. Und dann sagen Sie immer: Seriöserweise weise ich auch darauf hin, wir haben noch viel zu tun. (Bundesminister Mag. Klima: Strukturreformen!) Ja, Herr Minister! Sie und ich, wir wissen, in Wirklichkeit brennt der Hut! Wir haben mehr als viel zu tun. Wir haben die Krise noch nicht bewältigt. Das Sparpaket ist ja noch nicht einmal in Kraft, das fängt ja jetzt erst langsam zu wirken an. Die Auswirkungen spürt ja die österreichische Bevölkerung noch gar nicht, und ob der von Ihnen hochgelobte soziale Frieden hält, kann man auch noch nicht abschätzen. Wir wissen ja noch gar nicht, wie die Österreicherinnen und Österreicher darauf reagieren, insbesondere dann, wenn wir mit diesem Kraftakt der Budgets 1996/1997 nicht das Auslangen finden und wenn wir um weitere kleine, aber hochexplosive Pakete, wie zum Beispiel Sanierung der Krankenkassen, wie zum Beispiel Sanierung des Insolvenzentgeltsicherungsfonds, der ebenfalls pleite ist, streiten müssen. Es ist ja noch nicht einmal die Grundlage geschaffen, daß wir Entwarnung geben könnten.
Abg. Dr. Ofner: Hat er keine mehr!
Wir glauben und sagen das auch immer: Wir brauchen eine neue Streitkultur. Wir müssen die Differenzen und die Gegensätze, die unterschiedlichen Meinungen, die unterschiedlichen Auffassungen austragen. Herr Stummvoll! Wenn Sie dem Herrn Verzetnitsch vorhin zugehört haben, müßten Sie sich die Haare raufen, toben, hinausgehen ... (Abg. Dr. Ofner: Hat er keine mehr!) Ist ja Wurscht! Dann setzen Sie sich halt ein Toupet auf, dann haben Sie wieder welche. Aber Sie müßten sie sich raufen, Sie könnten nicht ruhig und gelassen hier sitzen und dem einfach zuhorchen. Das, bitte schön, meine Damen und Herren, ist unüberwindbar. Da gibt es nichts mehr, was wir konsensual, sozialpartnerschaftlich regeln könnten. Das gehört ausdiskutiert und von mir aus auch ausgestritten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir glauben und sagen das auch immer: Wir brauchen eine neue Streitkultur. Wir müssen die Differenzen und die Gegensätze, die unterschiedlichen Meinungen, die unterschiedlichen Auffassungen austragen. Herr Stummvoll! Wenn Sie dem Herrn Verzetnitsch vorhin zugehört haben, müßten Sie sich die Haare raufen, toben, hinausgehen ... (Abg. Dr. Ofner: Hat er keine mehr!) Ist ja Wurscht! Dann setzen Sie sich halt ein Toupet auf, dann haben Sie wieder welche. Aber Sie müßten sie sich raufen, Sie könnten nicht ruhig und gelassen hier sitzen und dem einfach zuhorchen. Das, bitte schön, meine Damen und Herren, ist unüberwindbar. Da gibt es nichts mehr, was wir konsensual, sozialpartnerschaftlich regeln könnten. Das gehört ausdiskutiert und von mir aus auch ausgestritten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Bundesminister Mag. Klima: Ihre Worte!
Liebe Frau Präsidentin! Ich wünsche es mir auch nicht, aber es geht nicht an, daß man sagt: Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder sozialpartnerschaftlichen Konsens und alles unter der Tuchent "ausmauscheln" (Bundesminister Mag. Klima: Ihre Worte!) – meine Interpretation, das gebe ich zu, Sie sagen: konsensual ausverhandeln und einen Kompromiß finden –, oder, wenn wir das nicht erreichen, es droht der Straßenmob! Dieser Vergleich ist nicht zulässig.
Abg. Tichy-Schreder: Für wirtschaftliche Angelegenheiten!
Nun zu Ihnen, Herr Bundesminister für Handel. (Abg. Tichy-Schreder: Für wirtschaftliche Angelegenheiten!) – Jetzt bin ich selber ganz verwirrt, denn jetzt habe ich nachdenken müssen: Heißt er jetzt Farnleitner oder Farngruber? – Ich weiß aber, daß Sie Farnleitner heißen. (Abg. Haigermoser: Ohne h!) Ja, das weiß ich schon. Herr Bundesminister Farnleitner! Das Ressort, das Sie jetzt übernommen haben und das schon seit vielen Jahren ÖVP-Ministern vorbehalten war, hat bedauerlicherweise aufgrund eines wirklich lächerlichen Koalitionsgehaders bei der letzten Regierungsumbildung nicht das Gewicht bekommen, das es eigentlich verdienen würde. Ich finde, es ist wirklich eine haarsträubende Lächerlichkeit und eine Blamage in dieser Welt, daß der arme Scholten Bundesminister für Wissenschaft, Kunst und Verkehr ist. Die Kombination allein ist dermaßen pervers, daß ich sagen muß, es ist eine Schande für diese Koalition, und es ist eine Schande für dich, Kurt, und alle, die ihr da sitzt, daß ihr nicht hergehen und sagen konntet: Jawohl, eine Kombination zwischen dem verbleibenden Verkehrsministerium und dem Bundesministerium für Handel wäre sinnvoll, und dann kann noch einiges an Agenden an das Finanzministerium übertragen werden. Das wäre sinnvoll gewesen, Herr Bundesminister! Es wäre auch ein bisserl innovativ gewesen, es hätte ein Signal gegeben, daß es nicht mehr um den Parteienstreit geht, nicht mehr um die Abgrenzung von Einflußsphären, sondern daß sachliche Motive im Vordergrund stehen und nicht kleinkariertes Parteidenken. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Haigermoser: Ohne h!
Nun zu Ihnen, Herr Bundesminister für Handel. (Abg. Tichy-Schreder: Für wirtschaftliche Angelegenheiten!) – Jetzt bin ich selber ganz verwirrt, denn jetzt habe ich nachdenken müssen: Heißt er jetzt Farnleitner oder Farngruber? – Ich weiß aber, daß Sie Farnleitner heißen. (Abg. Haigermoser: Ohne h!) Ja, das weiß ich schon. Herr Bundesminister Farnleitner! Das Ressort, das Sie jetzt übernommen haben und das schon seit vielen Jahren ÖVP-Ministern vorbehalten war, hat bedauerlicherweise aufgrund eines wirklich lächerlichen Koalitionsgehaders bei der letzten Regierungsumbildung nicht das Gewicht bekommen, das es eigentlich verdienen würde. Ich finde, es ist wirklich eine haarsträubende Lächerlichkeit und eine Blamage in dieser Welt, daß der arme Scholten Bundesminister für Wissenschaft, Kunst und Verkehr ist. Die Kombination allein ist dermaßen pervers, daß ich sagen muß, es ist eine Schande für diese Koalition, und es ist eine Schande für dich, Kurt, und alle, die ihr da sitzt, daß ihr nicht hergehen und sagen konntet: Jawohl, eine Kombination zwischen dem verbleibenden Verkehrsministerium und dem Bundesministerium für Handel wäre sinnvoll, und dann kann noch einiges an Agenden an das Finanzministerium übertragen werden. Das wäre sinnvoll gewesen, Herr Bundesminister! Es wäre auch ein bisserl innovativ gewesen, es hätte ein Signal gegeben, daß es nicht mehr um den Parteienstreit geht, nicht mehr um die Abgrenzung von Einflußsphären, sondern daß sachliche Motive im Vordergrund stehen und nicht kleinkariertes Parteidenken. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Nun zu Ihnen, Herr Bundesminister für Handel. (Abg. Tichy-Schreder: Für wirtschaftliche Angelegenheiten!) – Jetzt bin ich selber ganz verwirrt, denn jetzt habe ich nachdenken müssen: Heißt er jetzt Farnleitner oder Farngruber? – Ich weiß aber, daß Sie Farnleitner heißen. (Abg. Haigermoser: Ohne h!) Ja, das weiß ich schon. Herr Bundesminister Farnleitner! Das Ressort, das Sie jetzt übernommen haben und das schon seit vielen Jahren ÖVP-Ministern vorbehalten war, hat bedauerlicherweise aufgrund eines wirklich lächerlichen Koalitionsgehaders bei der letzten Regierungsumbildung nicht das Gewicht bekommen, das es eigentlich verdienen würde. Ich finde, es ist wirklich eine haarsträubende Lächerlichkeit und eine Blamage in dieser Welt, daß der arme Scholten Bundesminister für Wissenschaft, Kunst und Verkehr ist. Die Kombination allein ist dermaßen pervers, daß ich sagen muß, es ist eine Schande für diese Koalition, und es ist eine Schande für dich, Kurt, und alle, die ihr da sitzt, daß ihr nicht hergehen und sagen konntet: Jawohl, eine Kombination zwischen dem verbleibenden Verkehrsministerium und dem Bundesministerium für Handel wäre sinnvoll, und dann kann noch einiges an Agenden an das Finanzministerium übertragen werden. Das wäre sinnvoll gewesen, Herr Bundesminister! Es wäre auch ein bisserl innovativ gewesen, es hätte ein Signal gegeben, daß es nicht mehr um den Parteienstreit geht, nicht mehr um die Abgrenzung von Einflußsphären, sondern daß sachliche Motive im Vordergrund stehen und nicht kleinkariertes Parteidenken. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Khol: Hast du deine Vorurteile revidiert?
Herr Bundesminister! Ich möchte Ihnen hohe Kompetenz, insbesondere bei Ihrem Steckenpferd Export, zubilligen. Sie haben schon Recht, wenn Sie sagen, die österreichische Wirtschaft braucht neue Märkte, und die müssen nicht nur den großen, sondern vor allem den Klein- und Mittelbetrieben offenstehen. Weite Passagen Ihrer Rede haben mich angenehm überrascht und haben wieder etwas ausgewetzt von Ihren ersten Zeitungsinterviews, die mich sehr schockiert haben (Abg. Dr. Khol: Hast du deine Vorurteile revidiert?), zumindest das, was transportiert wurde. Vielleicht haben Sie das nicht so gesagt, das billige ich Ihnen gerne zu. (Abg. Tichy-Schreder: Ihr Zeitungsinterview läßt auch eine andere Interpretation zu!) Frau Präsident Tichy-Schreder! Jawohl, ich freue mich ja, daß Sie mich kennen und daß Sie mir daher Besseres zutrauen als das, was in den Zeitungen steht.
Abg. Tichy-Schreder: Ihr Zeitungsinterview läßt auch eine andere Interpretation zu!
Herr Bundesminister! Ich möchte Ihnen hohe Kompetenz, insbesondere bei Ihrem Steckenpferd Export, zubilligen. Sie haben schon Recht, wenn Sie sagen, die österreichische Wirtschaft braucht neue Märkte, und die müssen nicht nur den großen, sondern vor allem den Klein- und Mittelbetrieben offenstehen. Weite Passagen Ihrer Rede haben mich angenehm überrascht und haben wieder etwas ausgewetzt von Ihren ersten Zeitungsinterviews, die mich sehr schockiert haben (Abg. Dr. Khol: Hast du deine Vorurteile revidiert?), zumindest das, was transportiert wurde. Vielleicht haben Sie das nicht so gesagt, das billige ich Ihnen gerne zu. (Abg. Tichy-Schreder: Ihr Zeitungsinterview läßt auch eine andere Interpretation zu!) Frau Präsident Tichy-Schreder! Jawohl, ich freue mich ja, daß Sie mich kennen und daß Sie mir daher Besseres zutrauen als das, was in den Zeitungen steht.
Abg. Tichy-Schreder: Das ist die Bauordnung des Landes!
Herr Bundesminister! Seit damals – nicht ganz seit damals, aber seit vielen Jahren – haben Sie dieses Ihr Ressort verwaltet. Seit damals, Frau Tichy-Schreder, haben Sie in diese ... (Abg. Tichy-Schreder: Das ist die Bauordnung des Landes!) Aber, Frau Tichy-Schreder, aber das ist nicht die Bauordnung. Verzeihen Sie mir, das ist nicht die Bauordnung des Landes, sondern das ist im Gewerbeverfahren, in der Arbeitnehmerschutzbestimmung verankert. Der Herr Bundesminister hat es auch gesagt, es geht um eine Arbeitnehmerschutzbestimmung. Wenn dort eine Verkäuferin tätig ist, so braucht diese soundso viel Prozent Tageslicht. Das ist so! Und das ist, glaube ich, derselbe Fall, den Sie hier gemeint haben. Wir haben also dieselben Erfahrungen, nur habe ich sie 1978 gemacht. Sie nennen einen Fall von 1996, mein Fall war 1978. In diesem Zeitraum liegen aber zehn Jahre Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten in ÖVP-Hand. Und das muß ich anmerken.
Beifall beim Liberalen Forum.
Umgekehrt würde ich Sie aber bitten, daß Sie so wie Ditz und nicht wie vielleicht alle Ihrer Kollegen den einen oder anderen Vorschlag und Idee der Liberalen und der Opposition im allgemeinen mehr Aufmerksamkeit widmen als nur einem Stück Papier vom politischen Gegner, das man in den Papierkorb haut. In diesem Sinne danke ich. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte erstens einmal etwas zur Lehrlingsausbildung sagen: Wir wollen keine Verschulung, denn da könnte man sie gleich in die Fachschule schicken. Wir wollen, daß die Lehrlinge auch in der Praxis etwas lernen. Das ist der Grund! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Zusammenhang mit den älteren Arbeitslosen weise ich grundsätzlich die verallgemeinernden unqualifizierten Vorwürfe zurück, daß die Alten von den Unternehmern heimgeschickt werden. Ich möchte einmal ganz deutlich in diesem Haus feststellen: Dieses Thema der älteren Arbeitnehmer, sie nach Hause zu schicken, wenn man sie nicht mehr braucht, wurde erst durch die Sanierung der Verstaatlichten hoffähig gemacht. Wir sollten das einmal klar aussprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Das ist der Punkt!
Ich habe mir die Mühe gemacht und nachgesehen, wie viele ältere Arbeitnehmer vor diesen Aktionen nach Hause geschickt wurden, nämlich fast überhaupt keine. Erst als man diese Sanierungsaktion der Verstaatlichten gemacht hat, ist das hoffähig gemacht worden. So ist die Geschichte! Die Gesetze wurden von Ihrer Fraktion eingebracht, nicht von uns. Man hat es begünstigt, daß ältere Arbeitnehmer nach Hause geschickt werden. Das möchte ich einmal klar und deutlich festhalten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Das ist der Punkt!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte auch sagen, daß die Gewerkschaft mehr Verantwortung hat, als nur höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten zu verlangen. Wenn ich mir vor Augen führe, was in Deutschland in der Autoindustrie los ist, dann braucht man sich nicht zu wundern, daß die Betriebe auswandern. Im Vorjahr hat die Gewerkschaft 6 Prozent Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich verlangt. Das belastet die Autoindustrie mit zusätzlichen 11 Prozent, und darum braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Firmen andere Standorte suchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir liegen laut OECD-Statistik in Europa mit unserem Bruttoinlandsprodukt an vierter Stelle und weltweit, auch unter Berücksichtigung der Kaufkraftparitäten, an siebenter Stelle. Für ein kleines Land wie Österreich ist das ein hervorragender Platz, an dem wir uns befinden. Das sollten wir nützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Nur wegen der Frühpensionen, Herr Präsident!
Wir haben also einige Vorteile, die wir einbringen können. Wir können auch mit guten Zahlen hinsichtlich der Inflationsrate aufwarten. Wir liegen hier an vorderster Stelle im Vergleich zu allen anderen, wir liegen auch viel besser als der OECD-Durchschnitt. Wir haben noch immer gute Arbeitslosenzahlen, und auch diesbezüglich ist es wesentlich, daß wir im untersten Bereich liegen. (Abg. Haigermoser: Nur wegen der Frühpensionen, Herr Präsident!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Zur Sicherung der Zukunft brauchen wir aber auf alle Fälle Optimismus. Diesen bräuchten wir aber grundsätzlich. Ich sage Ihnen noch etwas: Wir wissen, daß manches in Ordnung gebracht und verbessert werden muß. Wir wissen, daß wir bei der Entbürokratisierung hinten nach sind, das ist ein wesentlicher Punkt. Wir haben viel zu hohe Lohnnebenkosten, das wissen wir auch, und da müssen wir den Hebel ansetzen. Wenn wir uns bemühen, den Hebel im negativen Bereich anzusetzen, dann werden wir es auch schaffen, noch besser zu werden, als wir es schon sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Bist viele Kilometer geflogen!
Meine Damen und Herren! Ich möchte Ihnen noch eines sagen: Ich war in den letzten drei Monaten in sechs Ländern: beim Haupthandelspartner Deutschland, aber auch in Südafrika, in Zimbabwe, in Bosnien, in Tunesien und in den letzten drei Tagen in der Türkei, einem der wichtigsten Handelspartner. (Abg. Haigermoser: Bist viele Kilometer geflogen!) Richtig, aber im Interesse der österreichischen Wirtschaft, lieber Herr Kollege, nur damit Sie das wissen. (Beifall bei der ÖVP.) Was habe ich dort gehört? Ich darf Ihnen eines sagen, Herr Kollege: In der Türkei war es durch die hervorragende Vorbereitung der beiden Außenhandelsdelegierten in Ankara und in Istanbul möglich, daß in dieser kurzen Zeit über 500 Kontaktgespräche zwischen den Firmen und über 16 Behördengespräche geführt werden konnten. Es war eine hervorragende Wirtschaftsmission, die sich auch in Aufträgen umsetzen wird. Das ist das Wesentliche, nur bekommt man den Auftrag nicht gleich in die Tasche gesteckt, das muß man auch sagen, wobei Siemens gestern einen Vertrag unterschrieben hat, der kein geringer ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich möchte Ihnen noch eines sagen: Ich war in den letzten drei Monaten in sechs Ländern: beim Haupthandelspartner Deutschland, aber auch in Südafrika, in Zimbabwe, in Bosnien, in Tunesien und in den letzten drei Tagen in der Türkei, einem der wichtigsten Handelspartner. (Abg. Haigermoser: Bist viele Kilometer geflogen!) Richtig, aber im Interesse der österreichischen Wirtschaft, lieber Herr Kollege, nur damit Sie das wissen. (Beifall bei der ÖVP.) Was habe ich dort gehört? Ich darf Ihnen eines sagen, Herr Kollege: In der Türkei war es durch die hervorragende Vorbereitung der beiden Außenhandelsdelegierten in Ankara und in Istanbul möglich, daß in dieser kurzen Zeit über 500 Kontaktgespräche zwischen den Firmen und über 16 Behördengespräche geführt werden konnten. Es war eine hervorragende Wirtschaftsmission, die sich auch in Aufträgen umsetzen wird. Das ist das Wesentliche, nur bekommt man den Auftrag nicht gleich in die Tasche gesteckt, das muß man auch sagen, wobei Siemens gestern einen Vertrag unterschrieben hat, der kein geringer ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich möchte Ihnen noch eines sagen: Ich war in den letzten drei Monaten in sechs Ländern: beim Haupthandelspartner Deutschland, aber auch in Südafrika, in Zimbabwe, in Bosnien, in Tunesien und in den letzten drei Tagen in der Türkei, einem der wichtigsten Handelspartner. (Abg. Haigermoser: Bist viele Kilometer geflogen!) Richtig, aber im Interesse der österreichischen Wirtschaft, lieber Herr Kollege, nur damit Sie das wissen. (Beifall bei der ÖVP.) Was habe ich dort gehört? Ich darf Ihnen eines sagen, Herr Kollege: In der Türkei war es durch die hervorragende Vorbereitung der beiden Außenhandelsdelegierten in Ankara und in Istanbul möglich, daß in dieser kurzen Zeit über 500 Kontaktgespräche zwischen den Firmen und über 16 Behördengespräche geführt werden konnten. Es war eine hervorragende Wirtschaftsmission, die sich auch in Aufträgen umsetzen wird. Das ist das Wesentliche, nur bekommt man den Auftrag nicht gleich in die Tasche gesteckt, das muß man auch sagen, wobei Siemens gestern einen Vertrag unterschrieben hat, der kein geringer ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Reichhold: Das interessiert ihn nicht! Das will er nicht hören!
Herr Bundeskanzler! Ich darf ganz emotionslos, denn es ist ja schon einige Zeit vergangen, an Sie die Frage richten, wie Sie einerseits den sehr geschickt verfaßten Werbebrief vom 7. Dezember, der Ihre faksimilierte Unterschrift trägt, und die nüchternen Verständigungsschreiben der Pensionsversicherungsanstalten an die Pensionisten andererseits in Einklang bringen, die bei ohnehin sehr geringen Pensionsbezügen Verluste von fast einem halben Tausender sozusagen von einem Monat auf den anderen Monat beinhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Reichhold: Das interessiert ihn nicht! Das will er nicht hören!)
Beifall bei den Freiheitlichen
Und dagegen, Herr Bundeskanzler, habe ich etwas! Ich bin für Ehrlichkeit in der Politik (Beifall bei den Freiheitlichen), und ich bin dafür, daß man nur das ankündigt, von dem man annehmen kann, daß man es zu halten imstande ist, und wenn man es nicht halten können sollte, dann muß man das selbst den Adressaten seiner Briefe bekanntgeben und darf es nicht den Sozialversicherungsanstalten überlassen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
So gesehen, meine Damen und Herren, ist das angebliche Sozialversicherungssparpaket kein Sparpaket, sondern ein Schröpfpaket. Es ist ein Schröpfpaket! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn sparen heißt, daß man selber weniger ausgibt. Sparen heißt nicht, daß man den anderen mehr wegnimmt oder daß man die Ansprüche der anderen reduziert.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist nicht so, daß man den Standpunkt vertritt, alle Versicherten sollen mehr zahlen. Nein, nur die Pensionisten sollen es tun! Das ist unverständlich, das ist ungerecht, das ist nach meiner Meinung verfassungswidrig, weil dem Gleichheitsgrundsatz widersprechend, und das ist ein Skandal, den sich die älteren Menschen nicht gefallen lassen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich frage Sie wieder, Herr Bundeskanzler, und ich bitte Sie, das dann genauso nüchtern zu beantworten, wie ich es hinterfrage: Ist das wirklich die Erfüllung dieses Versprechens? Ist es wirklich die Konsequenz von diesem Aufruf, daß man jetzt hergeht und ausgerechnet den Menschen dieser von Ihnen so direkt angesprochenen älteren Generation mehr aus der Tasche zieht – eine bestimmte Quote als einzigen – als allen anderen, die versichert sind? Das kann doch nicht wirklich so sein, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn daher die Aufbauleistung, die dann unter heute nicht mehr vorstellbaren Bedingungen, mit knurrendem Magen und mit erbärmlichem Werkzeug, hat durchgeführt werden müssen und durchgeführt worden ist, und das mit einer Aufbruchsstimmung sondergleichen, wenn diese nur mit dem einzigen Satz erwähnt wird: "aus einem armen Nachkriegsösterreich ein wohlhabendes Land gemacht", Herr Bundeskanzler, dann sind Ihre Werbeleute schlechte Historiker, schlechte Zeitgeschichtler. Sie haben nur einen winzigen Ausschnitt der Tragödie der älteren Generation zum Gegenstand Ihrer Werbeaussendung gemacht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sehe es als eine Aufgabe eigentlich von uns allen an, den älteren Menschen, ihrer großer Zahl, ihrer schweren persönlichen Schicksalsgeschichte entsprechend auch Bedeutung in der österreichischen politischen Szene zu verschaffen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn ich mir vor Augen halte, was Präsident Leutner vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger gestern oder vorgestern verkündet hat, nämlich daß niemand glauben darf, daß das, was da jetzt kommt, eine grundsätzliche Sanierung auf Dauer sei, das gehe bestenfalls für das Jahr 1997, und dann müsse man sich weiter den Kopf zerbrechen – also eine richtige Loch-auf-Loch-zu-Taktik, die der wichtige Herr Leutner ganz offen zugibt –, dann kann ich mir vorstellen, daß es in absehbarer Zeit keine Erhöhung der realen Einkommen für die älteren Menschen mehr geben wird. Das fängt heuer an, das geht 1997 weiter, das setzt sich 1998 fort, und ich prophezeie leider schon jetzt: Es wird weiter so sein. Die Pensionisten werden real weniger bekommen als jeweils vorher. – Und wir werden energisch dagegen kämpfen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Er ist schon geflüchtet!
Wieder darf ich in dem Zusammenhang Sie, Herr Bundeskanzler, ansprechen. Sie schreiben einen schönen Brief, Sie lassen einen schönen Brief schreiben (Abg. Ing. Reichhold: Er ist schon geflüchtet!) – macht nichts! –, und dann schreibt die Pensionsversicherungsanstalt an die älteren Menschen, um wieviel sie wirklich weniger bekommen. Dann sagt der Leutner (Abg. Ing. Reichhold: Lies es noch einmal vor!): Wir werden nicht zulassen, daß bestehende Pensionen gekürzt werden! Unterschrift: Ihr Franz Vranitzky.
Abg. Ing. Reichhold: Lies es noch einmal vor!
Wieder darf ich in dem Zusammenhang Sie, Herr Bundeskanzler, ansprechen. Sie schreiben einen schönen Brief, Sie lassen einen schönen Brief schreiben (Abg. Ing. Reichhold: Er ist schon geflüchtet!) – macht nichts! –, und dann schreibt die Pensionsversicherungsanstalt an die älteren Menschen, um wieviel sie wirklich weniger bekommen. Dann sagt der Leutner (Abg. Ing. Reichhold: Lies es noch einmal vor!): Wir werden nicht zulassen, daß bestehende Pensionen gekürzt werden! Unterschrift: Ihr Franz Vranitzky.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das heißt, die materielle Absicherung der älteren Menschen geht den Bach runter, meine Damen und Herren! Und wir können uns das alle miteinander nicht gefallen lassen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall des Abg. Dr. Haselsteiner.
Ich darf mich mit einigen Einzelheiten auseinandersetzen: Keine Anrechnung der Schul- und Studienzeiten für die entsprechenden Pensionsleistungen mehr, nur zu exorbitant hohen Nachkaufbeträgen. – Was bedeutet das in der Praxis? Das bedeutet, daß diejenigen, die sich einer höheren Ausbildung unterzogen haben, den Nachteil haben, daß ihnen jetzt die Jahre fehlen. Man komme mir nicht damit, zu sagen: Die haben ja auch mehr Schulbänke abgenützt. Wir wollen ja bitte, daß die jungen Menschen etwas lernen. Wir wollen, daß sie sich ausbilden lassen. Wir bilden uns etwas darauf ein – auch heute habe ich das aus mehreren Mündern gehört –, daß die Österreicher gescheite Leute sind, die etwas lernen und die sich daher entsprechend darstellen können. (Beifall des Abg. Dr. Haselsteiner. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber daß sie dann anschließend bestraft werden, indem man ihnen die Zeit, während welcher sie in unser aller Interesse etwas gelernt haben, nicht angerechnet bekommen auf die Pension, das ist kurzsichtig, das ist abzulehnen und zu bekämpfen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dafür stehen 569 S zur Verfügung! Das ist ja, bitte, wirklich ein Hohn! Da soll man den Leuten gleich überhaupt nichts geben und soll sagen: Ihr braucht eh nichts mehr, ihr seid ja im Pflegeheim, bei euch können wir restlos einsparen, um euch kümmert sich eh keiner. – Aber herzugehen und zu sagen, 569 S genügen, das ist zynisch und ein Hohn! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Mir fehlt, ehrlich gesagt, das Verständnis für das Nichtwissen um diese Umstände – das ist die eine Möglichkeit – oder für die bewußte Benachteiligung dieser armen Teufel, meine Damen und Herren. So kann man nicht vorgehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch als Oppositionspolitiker möchte ich jetzt gar nicht unterstellen, daß man bei der Gelegenheit die Rechnung aufmacht: Na der eine oder andere wird das vielleicht gar nicht mehr erleben. Ich will das nicht unterstellen. Aber man hätte es berücksichtigen müssen, daß ältere Menschen einfach nicht die Zeit haben, die wir jüngeren noch aufbringen. Sie haben sie psychisch nicht und sie haben sie auch physisch nicht. Und die darauf zu vertrösten, daß irgend etwas in einem Jahr geschieht, das ist, bitte, unmenschlich, und das zeugt von Unverständnis. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Ein Kronzeuge!
Es gibt ja einen ganz wichtigen Zeugen gegen die Politik des Kanzlers Vranitzky in diesen Dingen, und das ist der Wiener Bürgermeister Häupl. Er ist der wichtigste Zeuge gegen diese Art der "Sozialpolitik" – unter Anführungszeichen. (Abg. Dr. Graf: Ein Kronzeuge!) Ein Kronzeuge! Richtig! Du hast es erfaßt, er ist ein Kronzeuge gegen diese Dinge.
Abg. Mag. Stadler: Ah, da schau her!
Es ist ja direkt lustig: Heute, mit Beginn 15 Uhr, hat im Wiener Rathaus eine Landtagssitzung zu eben diesem Thema begonnen. Dort hat sich kein einziger Sozialdemokrat zu Wort gemeldet (Abg. Mag. Stadler: Ah, da schau her!) , nicht ein einziger! Nicht einmal die zuständige Sozialstadträtin! Sie hat sich nach hinten gesetzt und in Schweigen gehüllt.
Abg. Mag. Stadler: Das ist immer so!
Die Freiheitlichen haben dort wie da aufgezeigt, wie ungerecht, wie unlogisch, wie inkonsequent und wie vernichtend gegenüber den älteren Menschen dieses angebliche Sozialsanierungspaket ist. Die Freiheitlichen haben das aufgezeigt! Die ÖVP hat gemauert zugunsten der Sozialdemokraten (Abg. Mag. Stadler: Das ist immer so!) , die sich völlig in Schweigen gehüllt haben. Nicht eine einzige Wortmeldung! Und, wie gesagt, der Kronzeuge Häupl wird wahrscheinlich noch bis zum Wahltag halten, dann wird er vergessen, daß er Kronzeuge gewesen ist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich höre aber aus anderen Quellen, daß es nicht wenige Bereiche – vor allem im öffentlichen Dienst – gibt, wo Leute, die sich an der Grenze zum Leistungssportler bewegen, die regelmäßig ihre Läufe machen, ihre Touren und ähnliches mehr, ganz automatisch einmal im Jahr auf Kur fahren. Ich habe nichts dagegen, wenn diese auf Kur fahren – in ihrem Urlaub, auf ihre eigenen Kosten, meinetwegen mit einem Zuschuß. Aber wenn es sich einbürgert, daß in ganzen Verwaltungsbereichen jemand nicht nur seinen Urlaub konsumiert, sondern anschließend auch einen Kuraufenthalt auf Regimentsunkosten – wobei man hört, es gebe tote Saisonen, in denen die sonst halbleer stehenden Kuranstalten eben entsprechend aufgefüllt werden müssen –, dann frage ich mich, ob es da nicht ein Einsparungspotential gäbe, das in seinem Ergebnis weit über das hinauswüchse, was man den armen alten Teufeln zusätzlich aus der Tasche zu ziehen sich anschickt, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man muß daher, glaube ich, wenn man à la longue das Problem der Pensionssicherung ernsthaft lösen möchte, wenn man den alten Menschen die Sicherheit geben möchte, daß auch dann, wenn sie im Ruhestand sind, wirklich für sie gesorgt werden kann, dafür sorgen, daß die Familien in die Lage versetzt werden, Kinder zu haben, ohne dadurch gleich unter die Armutsgrenze gedrückt zu werden, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Da stimmt etwas nicht!
Es käme also zu einer Entlastung der Kinderbetreuungseinrichtungen, einer Entlastung des Arbeitsmarktes, und – das ist besonders wichtig – die Alterspyramide könnte repariert werden. Das heißt, es wäre ein Ansatz dazu, daß es wieder eine tragfähige Alterspyramide gibt, daß wieder die Jungen die Älteren auf Dauer erhalten können. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Da stimmt etwas nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn ein Kanzler an Hunderttausende Menschen einen Brief schreibt, dann hoffe ich doch, daß er vorhat, tatsächlich das einzuhalten, was drinnen steht. Und dann sei die Frage gestattet – diese richten wir heute an den Kanzler –, wie es dazu hat kommen können und was er dazu sagt, daß er versprochen hat, die alten Menschen zu schonen, und daß das jetzt ganz anders aussieht, daß sie mehr zahlen und weniger bekommen sollen als jemals zuvor. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Kanzlerbriefe!
Bundeskanzler Dkfm. Dr. Franz Vranitzky: Hohes Haus! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Man kann als Befragter über dringliche Anfragen recht verschiedene Ansichten vertreten. Wie auch immer, es gibt nichts Schlechtes, das nicht auch sein Gutes hätte. (Abg. Mag. Stadler: Kanzlerbriefe!) Denn jetzt, meine Damen und Herren von der FPÖ, Herr Dr. Ofner, werden Sie mir zuhören müssen, wenn ich Ihnen sage, wie die Dinge in Österreich wirklich sind, was ich im Wahlkampf tatsächlich gesagt und versprochen habe, was ich bereits verwirklicht habe und vor allem was jene tun, die sich in Österreich für die Sanierung der Pensionen und für die Sicherung des Gesundheitssystems einsetzen.
Beifall bei der SPÖ.
Erstens: Ich habe im vergangenen Wahlkampf nie verschwiegen, sondern im Gegensatz dazu sogar betont, daß wir in Zukunft sparen müssen, wenn wir unseren Sozialstaat erhalten wollen. Ich will das absolut tun, denn für mich – das sage ich Ihnen ganz ehrlich – ist eine moderne Gesellschaft ohne Solidarität nicht vorstellbar, genausowenig wie für Sie, wie Sie es jetzt dargestellt haben. Ich bekenne mich dazu und trete ganz aktiv dafür ein, daß bei uns die Starken mit den Schwachen solidarisch sind, die Jungen mit den Alten und die Gesunden mit den Kranken. Das ist mein persönliches Credo, ist aber auch das Credo meiner Partei und, wie ich hoffe, das Credo vieler anderer Damen und Herren des Hohen Hauses! (Beifall bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Zweitens: Im gleichen Atemzug habe ich mich auch – und das im Unterschied zur Volkspartei, jedenfalls im Wahlkampf – zu einem gerechten Sparen bekannt. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Das heißt für mich, daß jene, denen es in der Gesellschaft besser geht, mehr zum Sparen beitragen als jene, denen es nicht so gut geht.
Abg. Mag. Stadler: Die Reform stellt sicher!
Genauso bekenne ich mich fünftens bei der Gesundheit zu einer Politik, die die vorbildlichen Leistungen unseres weltweit anerkannten Gesundheitssystems weiterhin garantiert und gleichzeitig über eine Reform der Finanzierung diesen hohen Standard auch für die Zukunft finanziell absichert. Dazu haben wir die Spitalsreform eingeleitet, und dazu haben wir in der Bundesregierung vor zwei Tagen eine Reform unserer Krankenversicherungen beschlossen. Diese Reform stellt durch eine gesetzliche Bestimmung sicher, daß die Reform in den Krankenkassen sicher angegangen wird. (Abg. Mag. Stadler: Die Reform stellt sicher!) Sie stellt weiters sicher, daß der überwiegende Teil der nötigen Einsparungen durch die Kürzung von Ausgaben zustande kommt, nämlich zu zwei Dritteln, und sie stellt weiters sicher, daß die notwendigen Einnahmenerhöhungen sehr wohl sozial gerecht sind.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abg. Dr. Ofner und Mag. Stadler.
Meine Damen und Herren! Wie Sie sehen, liegt hier keineswegs der von den Freiheitlichen behauptete Wählerbetrug an Pensionisten und Kranken vor. Herr Dr. Ofner! Ich bin mir sehr sicher, daß Sie mich gar nicht gewählt haben. Daher haben Sie nur eine ganz kleine Legitimation, hier als Zensor meines Wahlprogrammes aufzutreten. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abg. Dr. Ofner und Mag. Stadler. )
Abg. Mag. Stadler: Warum kürzen Sie Ihre eigene Pension nicht? Warum verzichten Sie auf Ihre Länderbank-Pension nicht?
Es wäre aber Betrug, wenn wir die Augen vor den notwendigen Reformen im Pensionswesen und im Gesundheitswesen verschließen würden. (Abg. Mag. Stadler: Warum kürzen Sie Ihre eigene Pension nicht? Warum verzichten Sie auf Ihre Länderbank-Pension nicht?) – Sie haben diesen Unsinn in den letzten Tagen schon ein paarmal gesagt. Ich bin aktiv berufstätig und beziehe überhaupt keine Pension, daher kann ich auf keine verzichten. Nehmen Sie das endlich einmal zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Ein Pensionsmillionär sind Sie!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Ein Pensionsmillionär sind Sie!
Es wäre aber Betrug, wenn wir die Augen vor den notwendigen Reformen im Pensionswesen und im Gesundheitswesen verschließen würden. (Abg. Mag. Stadler: Warum kürzen Sie Ihre eigene Pension nicht? Warum verzichten Sie auf Ihre Länderbank-Pension nicht?) – Sie haben diesen Unsinn in den letzten Tagen schon ein paarmal gesagt. Ich bin aktiv berufstätig und beziehe überhaupt keine Pension, daher kann ich auf keine verzichten. Nehmen Sie das endlich einmal zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Ein Pensionsmillionär sind Sie!)
Abg. Mag. Stadler: Ein Pensionsmillionär sind Sie!
Was haben Sie jetzt gesagt? (Abg. Mag. Stadler: Ein Pensionsmillionär sind Sie!) – Wie ist jemand ein Pensionsmillionär, der keine Pension bezieht? (Abg. Mag. Stadler: Für Ihre drei Jahre in der Länderbank! 16 Monatsbezüge!) – Ich habe einen Fehler gemacht, mich mit Ihnen einzulassen. Es ist sinnlos. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Für Ihre drei Jahre in der Länderbank! 16 Monatsbezüge!
Was haben Sie jetzt gesagt? (Abg. Mag. Stadler: Ein Pensionsmillionär sind Sie!) – Wie ist jemand ein Pensionsmillionär, der keine Pension bezieht? (Abg. Mag. Stadler: Für Ihre drei Jahre in der Länderbank! 16 Monatsbezüge!) – Ich habe einen Fehler gemacht, mich mit Ihnen einzulassen. Es ist sinnlos. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was haben Sie jetzt gesagt? (Abg. Mag. Stadler: Ein Pensionsmillionär sind Sie!) – Wie ist jemand ein Pensionsmillionär, der keine Pension bezieht? (Abg. Mag. Stadler: Für Ihre drei Jahre in der Länderbank! 16 Monatsbezüge!) – Ich habe einen Fehler gemacht, mich mit Ihnen einzulassen. Es ist sinnlos. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Dr. Ofner! An Sie richte ich meine Worte, da Sie hier versucht haben, seriös zu argumentieren und zu diskutieren. – Es wäre Betrug, wenn wir nicht heute die notwendigen Maßnahmen ergreifen würden, um das System auch morgen zu sichern. Da das alles aber nicht so ist, wie Sie das behauptet haben, sondern so, wie ich es dargestellt habe, liegt nicht Betrug, sondern verantwortungsvolles politisches Handeln vor. Dabei werden wir uns vom Nichtstun der Freiheitlichen auf diesen sensiblen Gebieten sicher nicht abhalten lassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Sie wissen nicht, wovon Sie reden!
"Wir werden nicht zulassen, daß bestehende Pensionen gekürzt werden." – Sie sind nicht gekürzt worden. (Abg. Dr. Haider: Sie wissen nicht, wovon Sie reden!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
"Ich werde dafür sorgen, daß es eine gerechte Gesundheitsreform gibt." (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Sie sind nicht einmal informiert, wie es den Pensionisten geht!
Meine Damen und Herren! Österreich weist im internationalen Vergleich einen außerordentlich hohen und guten Standard der Gesundheitsversorgung auf. (Abg. Dr. Haider: Sie sind nicht einmal informiert, wie es den Pensionisten geht!) Ziel aller Reformen – ich bin im Wahlkampf für
Abg. Dr. Graf: Häupl sieht das anders!
Wir müssen uns dieser Aufgabe stellen, weil die Lebenserwartung steigt und der medizinisch-technische Fortschritt rasant ist. Es ist also ohne Zweifel eine ambitionierte und große Aufgabe. Mit den Reformen bei den Krankenhäusern und bei der Krankenversicherung wird dieses ambitionierte Ziel erreicht. (Abg. Dr. Graf: Häupl sieht das anders!)
Abg. Dr. Haider: Das habe ich von den Gewerkschaften etwas anders gehört heute!
Die Einigung über die Krankenkassenreform ist ein politischer Kompromiß, und ich füge hinzu, er ist aus sozialdemokratischer Sicht ein akzeptabler und tragfähiger Kompromiß, und zwar aus zwei Gründen. (Abg. Dr. Haider: Das habe ich von den Gewerkschaften etwas anders gehört heute!)
Abg. Mag. Stadler: Für wen gilt sie dann noch?
Ich halte fest: Diese Krankenscheingebühr gilt nicht für Kinder, sie gilt auch nicht für Pensionisten, diese Krankenscheingebühr gilt zudem nicht für sozial schwächere Personen, die auch von der Rezeptgebühr befreit sind. (Abg. Mag. Stadler: Für wen gilt sie dann noch?)
Abg. Mag. Stadler: Der nächste!
Ich füge hinzu, daß ich kein besonderer Anhänger dieser Gebühr bin, aber sie war der politische Preis, um einen Kompromiß zu finden (Abg. Mag. Stadler: Der nächste!), der die Finanzierbarkeit des Systems und die medizinische Versorgung für alle sicherstellt. Ich war und bin trotz dieses politischen Preises nicht bereit, den Verhandlern durch Ablehnung dieser Lösung in den Rücken zu fallen.
Abg. Dr. Haider: 78 Wochen haben wir!
Viertens: Das Leistungsangebot unseres Gesundheitssystems ist im internationalen Vergleich hervorragend. Diese Leistungen bleiben für alle Österreicherinnen und Österreicher erhalten. Im Bereich des Krankengeldes kommt es sogar zu einer deutlichen Leistungsverbesserung: 52 Wochen Krankengeldanspruch werden im Gesetz fixiert. Bisher war das Praxis, aber nicht gesetzlich. (Abg. Dr. Haider: 78 Wochen haben wir!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger. – Abg. Dr. Haider: Bisher waren 78 Wochen Krankengeld! Das wissen Sie nur nicht!
Die Anfragesteller tun so, als wären sie an einer ernsthaften Diskussion über Sozialpolitik interessiert, deshalb noch ein grundsätzliches Wort zur sozialen Verträglichkeit und zur sozialen Ausgewogenheit. (Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger. – Abg. Dr. Haider: Bisher waren 78 Wochen Krankengeld! Das wissen Sie nur nicht!)
Beifall bei der SPÖ
Wenn ich vor der Alternative stehe, entweder das Krankengeld für Krebskranke und Opfer schwerer Verkehrsunfälle nach einem halben Jahr einzustellen und durch die Sozialhilfe, die teilweise unter 5 000 S pro Monat liegt, zu ersetzen oder eine Krankenscheingebühr mit weitreichenden Ausnahmebestimmungen einzuführen, ist mir klar, wogegen ich mich zu entscheiden habe (Beifall bei der SPÖ) – nämlich dagegen, daß Krebskranke und Unfallopfer, verehrter Herr Dr. Ofner, nach einem halben Jahr ihr Vermögen – sei es ein Auto, sei es ein Fernsehapparat – verwerten müssen, ehe sie überhaupt Sozialhilfe bekommen. (Abg. Dr. Ofner: Herr Bundeskanzler! Es gibt doch weitere Möglichkeiten auch noch!)
Abg. Dr. Ofner: Herr Bundeskanzler! Es gibt doch weitere Möglichkeiten auch noch!
Wenn ich vor der Alternative stehe, entweder das Krankengeld für Krebskranke und Opfer schwerer Verkehrsunfälle nach einem halben Jahr einzustellen und durch die Sozialhilfe, die teilweise unter 5 000 S pro Monat liegt, zu ersetzen oder eine Krankenscheingebühr mit weitreichenden Ausnahmebestimmungen einzuführen, ist mir klar, wogegen ich mich zu entscheiden habe (Beifall bei der SPÖ) – nämlich dagegen, daß Krebskranke und Unfallopfer, verehrter Herr Dr. Ofner, nach einem halben Jahr ihr Vermögen – sei es ein Auto, sei es ein Fernsehapparat – verwerten müssen, ehe sie überhaupt Sozialhilfe bekommen. (Abg. Dr. Ofner: Herr Bundeskanzler! Es gibt doch weitere Möglichkeiten auch noch!)
Beifall bei der SPÖ.
Das mag politisch im Sinn der Stimmenmaximierung nicht klug sein, weil es beispielsweise in Wien ohnehin nur 4 000 Menschen betrifft. Ich bekenne mich als Sozialdemokrat uneingeschränkt dazu, auch für diese 4 000 Menschen im Interesse der sozialen Gerechtigkeit einzutreten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Wenn Sie das Häupl auch einmal sagen, denn er weiß das nicht!
Fünftens: Forderungen wie die Nichtbezahlung der ersten drei Krankengeldtage kamen aus den Reihen des Hohen Hauses, die sozialpolitisch extrem bedenklich sind und mit einem erheblichen finanziellen Nachteil für Kranke verbunden wären. Sie kommen nicht in Frage und sind daher nicht Bestandteil dieses Pakets. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Wenn Sie das Häupl auch einmal sagen, denn er weiß das nicht!)
Abg. Dr. Haider: Ein Ausspielen gegeneinander!
Sechstens: Die Krankenversicherungsbeiträge für Pensionisten werden um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent erhöht. Damit zahlen Pensionisten, die medizinische Leistungen in der Regel stärker als andere in Anspruch nehmen, nach wie vor einen geringeren Beitrag als Arbeiter. Herr Dr. Ofner! Wenn Sie mir sagen, wo Sie den verfassungsrechtlichen Skandal sehen, bin ich sehr gern bereit, mit Ihnen einmal zu diskutieren. (Abg. Dr. Haider: Ein Ausspielen gegeneinander!)
Abg. Dr. Ofner: Das glaube ich nicht!
Die Anfragesteller erwähnen mein Schreiben vom 7. Dezember 1995, mit dem ich mich persönlich an Pensionisten gewandt habe. Ich bin Ihnen dafür dankbar, Herr Dr. Ofner (Abg. Dr. Ofner: Das glaube ich nicht!) – dann glauben Sie eben das Falsche! –, weil ich darin
Abg. Dr. Ofner: Nein! Weder noch!
Beide Versprechen habe ich gehalten! (Abg. Dr. Ofner: Nein! Weder noch!) Das gesetzliche Pensionsalter bei langer Versicherungsdauer von 55 Jahren bei Frauen und 60 Jahren bei Männern bleibt unverändert. (Abg. Dr. Ofner: Aber sonst nichts!)
Abg. Dr. Ofner: Aber sonst nichts!
Beide Versprechen habe ich gehalten! (Abg. Dr. Ofner: Nein! Weder noch!) Das gesetzliche Pensionsalter bei langer Versicherungsdauer von 55 Jahren bei Frauen und 60 Jahren bei Männern bleibt unverändert. (Abg. Dr. Ofner: Aber sonst nichts!)
Beifall bei der SPÖ.
Vor allem durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wird versucht, das faktische Pensionsalter anzuheben – dagegen werden Sie ja nichts haben. Ich habe im Dezember 1995 festgestellt, daß sichere Arbeitsplätze die beste Garantie dafür sind, daß die Pensionen gesichert werden. Diese Aussage gilt, und die Bemühungen zur Schaffung von Arbeitsplätzen sind das wichtigste Ziel aller wirtschaftspolitischen Aktivitäten der österreichischen Bundesregierung auf heimischer wie auch auf europäischer Ebene. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie sehen also, Herr Abgeordneter! Was vor dem 17. Dezember 1995 gegolten hat, hat selbstverständlich auch danach die Verhandlungsposition der Sozialdemokraten bestimmt, und Sie sehen ferner, daß diese Verhandlungsposition der Sozialdemokraten das Ergebnis bestimmt hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Für in Pension befindliche Personen gibt es im Pensionsrecht keine Verschlechterung ihrer finanziellen Situation. Bei der im Zusammenhang mit der Budgetkonsolidierung erfolgten Aussetzung der Anpassung für 1997 handelt es sich um eine Maßnahme, durch die niemandem etwas weggenommen wird. Bei dieser Maßnahme wurde jedoch besonders darauf geachtet, daß sozial schwache Gruppen durch die Gewährung einer Einmalzahlung in Höhe von 3 000 S für Verheiratete beziehungsweise 2 000 S für Alleinstehende eine Einkommenserhöhung erhalten. 1996 wurden die Pensionen um 2,3 Prozent erhöht. Die Inflationsrate wird nach den vorliegenden Prognosen voraussichtlich um 1,7 Prozent betragen. Allein seit dem Jahr 1990 konnten die Pensionisten eine Kaufkraftsteigerung von real über 3 Prozent verzeichnen. Ausgleichszulagenbezieher hatten in diesem Zeitraum eine Kaufkraftsteigerung von sogar 22 Prozent. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Ich halte daher fest, daß die Einkommen der Pensionisten sowohl durch die bereits getroffenen als auch die zukünftigen Maßnahmen im Pensionsrecht nicht vermindert werden. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf. )
Abg. Mag. Stadler: Von 78 auf 52 ist es gekürzt! – Abg. Dr. Haider: Er kennt sich ja nicht aus! Er kennt sich leider nicht aus!
Gern bin ich bereit, Ihnen, Herr Abgeordneter, über die gesetzlichen Maßnahmen einmal mehr Auskunft zu geben. Die nun vorliegende 53. ASVG-Novelle enthält keine Kürzung des gesetzlichen Krankengeldanspruchs, sondern vielmehr eine Ausdehnung von 26 auf 52 Wochen. (Abg. Mag. Stadler: Von 78 auf 52 ist es gekürzt! – Abg. Dr. Haider: Er kennt sich ja nicht aus! Er kennt sich leider nicht aus!) Darüber hinaus ist weiter die Möglichkeit für die einzelnen Kassen offen, in ihren Satzungen die Dauer des Krankengeldanspruchs auf 78 Wochen zu verlängern.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Dr. Ofner! Sie haben in Ihrer Anfragebegründung einen Rückblick auf die Nachkriegszeit gemacht und haben auf die Zeit hingewiesen, in der es in Österreich, sowohl in den Städten, als auch auf dem Land, ohne Wasser, ohne Gas, ohne Fensterscheiben, mit Gräberfeldern in Parkanlagen et cetera zu leben galt. Ich verstehe Sie sehr wohl, da ich als Kind, als Schüler unter diesen Umständen in dieser Zeit zu leben hatte. Ich verstehe, daß Sie sich für diese Generation einsetzen, so wie ich das auch tue, aber Sie haben gemeint, hier sei eine geschundene Generation ohne Lobby. Ich widerspreche Ihnen. Erfreulicherweise hat es viele Pionierleistungen meiner Partei und anderer Gruppierungen gegeben, die dazu beigetragen haben, daß diese Generation eben keine geschundene ist und daß sie auch nicht ohne Vertretung und ohne Lobby dasteht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Lesen Sie uns Ihren Pensionsvertrag einmal vor!
Ich habe gesagt, meine Partei und andere Gruppen. Daß Ihre politische Gruppierung dabei war, können nicht einmal Sie behaupten, Herr Dr. Ofner. Das ist allerdings die Auseinandersetzung, um die es geht, und ich zitiere hier aus einigen Presseaussendungen, aus denen die grundsätzliche Einstellung erkennbar ist. Das ist nicht an Ihre Person gerichtet, aber ich möchte Sie daran erinnern, in welcher Umgebung, in welcher Gesellschaft Sie sich befinden. (Abg. Dr. Haider: Lesen Sie uns Ihren Pensionsvertrag einmal vor!)
Abg. Mag. Stadler: Hört! Hört!
"Rodungsbewilligung im Sozialstaat." (Abg. Mag. Stadler: Hört! Hört!) "Wir brauchen eine Rodungsbewilligung im Dickicht des Sozial- und Kammerstaates." (Abg. Dr. Haider: Lesen Sie uns Ihren Pensionsvertrag vor!) – Jene, die sich für die geschundene Generation einsetzen, haben das Wort "Rodungsbewilligung" zum Beispiel nicht verwendet. (Abg. Dr. Haider: Privilegienritter! – Abg. Mag. Stadler: Erkundigen Sie sich bei Ihrem Schwager! Erkundigen Sie sich bei Ihrem Schwager bei der ARGE Orthopädie! Dann werden Sie wissen, was wir meinen! Das beweisen wir Ihnen noch heute!)
Abg. Dr. Haider: Lesen Sie uns Ihren Pensionsvertrag vor!
"Rodungsbewilligung im Sozialstaat." (Abg. Mag. Stadler: Hört! Hört!) "Wir brauchen eine Rodungsbewilligung im Dickicht des Sozial- und Kammerstaates." (Abg. Dr. Haider: Lesen Sie uns Ihren Pensionsvertrag vor!) – Jene, die sich für die geschundene Generation einsetzen, haben das Wort "Rodungsbewilligung" zum Beispiel nicht verwendet. (Abg. Dr. Haider: Privilegienritter! – Abg. Mag. Stadler: Erkundigen Sie sich bei Ihrem Schwager! Erkundigen Sie sich bei Ihrem Schwager bei der ARGE Orthopädie! Dann werden Sie wissen, was wir meinen! Das beweisen wir Ihnen noch heute!)
Abg. Dr. Haider: Privilegienritter! – Abg. Mag. Stadler: Erkundigen Sie sich bei Ihrem Schwager! Erkundigen Sie sich bei Ihrem Schwager bei der ARGE Orthopädie! Dann werden Sie wissen, was wir meinen! Das beweisen wir Ihnen noch heute!
"Rodungsbewilligung im Sozialstaat." (Abg. Mag. Stadler: Hört! Hört!) "Wir brauchen eine Rodungsbewilligung im Dickicht des Sozial- und Kammerstaates." (Abg. Dr. Haider: Lesen Sie uns Ihren Pensionsvertrag vor!) – Jene, die sich für die geschundene Generation einsetzen, haben das Wort "Rodungsbewilligung" zum Beispiel nicht verwendet. (Abg. Dr. Haider: Privilegienritter! – Abg. Mag. Stadler: Erkundigen Sie sich bei Ihrem Schwager! Erkundigen Sie sich bei Ihrem Schwager bei der ARGE Orthopädie! Dann werden Sie wissen, was wir meinen! Das beweisen wir Ihnen noch heute!)
Abg. Dr. Haider – applaudierend –: Damit hat er recht!
Möchten Sie etwas über Ihre Einstellung zur Seniorenhilfe hören? – Ich lese Ihnen etwas vor: Unter der Überschrift "Nicht unkontrolliert jeden Antrag erledigen" steht hier – ich zitiere –: "Stellen Sie sich vor, wir haben eine Rattenplage in Salzburg und die offiziellen Stellen schreiben 5 bis 10 S pro Rattenschwanz aus. Einige werden sich ehrlich bemühen, die Ratten zu erledigen, andere werden Ratten züchten, um Geld zu verdienen." – FPÖ-Politiker Schnell, "Salzburger Nachrichten", 20. August 1994. (Abg. Dr. Haider – applaudierend –: Damit hat er recht!)
Lebhafter Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Das ist billige Effekthascherei!
Herr Dr. Ofner, ich bedaure Sie, daß Sie in der Gesellschaft sind – für die geschundene Generation. (Lebhafter Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Das ist billige Effekthascherei!)
Abg. Dr. Haider: Herr Bundeskanzler, warum applaudiert denn die Gewerkschaft nicht bei Ihrer Rede? – Abg. Mag. Stadler: Die Wiener reden nicht, und die Gewerkschafter applaudieren nicht! Da stimmt doch etwas nicht! – Abg. Dr. Haider: Irgend etwas stimmt da nicht! Verzetnitsch hat keine Hand gerührt!
Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Haupt. Ich erteile es ihm. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Haider: Herr Bundeskanzler, warum applaudiert denn die Gewerkschaft nicht bei Ihrer Rede? – Abg. Mag. Stadler: Die Wiener reden nicht, und die Gewerkschafter applaudieren nicht! Da stimmt doch etwas nicht! – Abg. Dr. Haider: Irgend etwas stimmt da nicht! Verzetnitsch hat keine Hand gerührt!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Herbert Haupt (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Zunächst einmal etwas vorneweg, Herr Bundeskanzler. Ich glaube, Sie haben heute deswegen hier von der Regierungsbank aus gleich mit Beiträgen, die normalerweise vom Rednerpult hier geliefert werden, begonnen und mit Polemik geschlossen, weil Sie offensichtlich aufgrund der Vorgänge im Wiener Rathaus nicht mehr sicher sind, daß Sie jemand von Ihrer Fraktion hier mit Ihrem Belastungspaket im Bereich der Gesundheit noch verteidigen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist als einmaliges Armutszeugnis für die Sozialdemokratie in Österreich zu sehen, daß im Wiener Rathaus zu einem Sozialthema kein einziger Sozialdemokrat das Wort ergriffen hat. Ich glaube, das sagt mehr und Beredteres aus über den Zustand der Sozialdemokratie und die Zustimmung Ihrer Genossen zu Ihren Maßnahmen der letzten Tage und Monate. Darüber, Herr Bundeskanzler, können Sie auch mit Polemik gegen Dr. Haider und Dr. Schnell mit Sicherheit nicht hinwegtäuschen, denn die Aussagen von Kollegen Nürnberger, von Kollegin Hostasch, von Herrn Bürgermeister Häupl und von Altbürgermeister Zilk zu den vorliegenden Belastungspaketen sind so deutlich und so klar, daß Ihnen die unsoziale Komponente von Ihren Genossen selbst entgegengehalten wird, ebenso von jenen, die sich tatsächlich mit Recht in der österreichischen Öffentlichkeit Ombudsmänner der sozial Bedürftigen titulieren können, die von den Menschen auch als solche empfunden werden und die sich wohltuend davon abheben, wie Sie heute hier eine völlig mißglückte Sozialpolitik verteidigt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Ich glaube, Sie waren noch nie so weit weg von der Realität des Lebens des einfachen Österreichers als in Ihren Ausführungen heute hier in Beantwortung der dringlichen Anfrage des Kollegen Ofner. Sie waren noch nie so weit weg und noch nie so einsam im Wolkenkuckucksheim eines schon längst der Sozialdemokratie entwachsenen Bankers. Ich gebe Ihnen recht, Sie sind noch kein Multipensionist, aber Sie sind ein kumulierter Abfertigungsjäger (Beifall bei den Freiheitlichen) , und das sind in der Diskussion, die jetzt um Abfertigungen und geschützte Bereiche und um jene Bereiche, die Herrn und Frau Österreicher interessieren, geführt wird, doch durchaus auch interessante Aspekte.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich und meine Fraktion sind immer davon ausgegangen, daß sich jemand einen Krankenschein dann holt, wenn er krank ist und wenn er ärztliche Hilfe braucht, und nicht dann, wenn er seinen Arzt bestechen will, damit er dann, wenn er in zehn Jahren oder in 40 Jahren krank wird, auch noch versorgt wird. Daher sind die 50 S, die eingehoben werden, eine Entsolidarisierung gegenüber jenen, die tatsächlich krank sind, und den Kranken, die bereits Leistungen brauchen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, Herr Bundeskanzler, Sie haben heute tatsächlich die Entsolidarisierungspolitik eines Sozialdemokraten vorgelebt, vorexerziert und vertreten, wie sie eigentlich einem gewachsenen Sozialdemokraten in Österreich nicht schöner und transparenter von der Tribüne aus vorzuführen war. Sie sind weit entfernt von den Wurzeln, wo Sie sich vielleicht einmal in der Nachkriegszeit im 16. Wiener Gemeindebezirk befunden haben. Sie, Herr Bundeskanzler, sitzen abgehoben auf der Regierungsbank und hören noch dazu offensichtlich auf Berater, die Ihnen nicht mehr die Wahrheit sagen, wie es den einfachen Menschen draußen tatsächlich geht, jenen, die auf Transplantationen warten und nicht das Glück haben, zweimal transplantiert zu werden, weil schon die erste Transplantation nicht mehr zeitgerecht erfolgt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das als Triumph und als Fortschritt zu feiern, Herr Bundeskanzler, halte ich jenen 4 000 gegenüber, die in Zukunft davon betroffen sein werden, sechs Monate früher ihren Fernseher verkaufen zu müssen, wie Sie Herrn Kollegen Ofner entgegengeschleudert haben, ihr Auto verkaufen zu müssen und dann vom Land in der Sozialhilfe bezahlt zu werden, für zynisch. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Golfplatzmentalität!
Das ist nicht die Solidarität mit den 4 000, Herr Bundeskanzler, wie ich sie mir gewünscht habe (Abg. Mag. Stadler: Golfplatzmentalität!) , sondern das ist jene Verteidigungspolitik, die nicht zugeben will, daß sie vor der Wahl mehr versprochen hat, als sie nach der Wahl halten konnte. Ich bin gespannt darauf, wieweit es sich die Österreichische Volkspartei gefallen lassen wird, als Koalitionspartner nun den unsozialen Part vom Bundeskanzler zugemittelt zu bekommen. Aber
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dort, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, wären Milliarden einzusparen, Milliarden allein durch einen legistischen Schritt, der vorsieht, daß in Zukunft bei entsprechender Neuzulassung von Medikamenten Studien anzufordern sind, in denen nicht nur das neue Präparat vorgestellt wird, sondern seine Vorteile jeweils auch mit jenen der billigsten Präparate, die auf dem Markt befindlich sind und die seit Jahren oder teilweise auch seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt werden, verglichen werden. – Ich würde Ihnen empfehlen, einmal auch diesen Anregungen der Freiheitlichen, wie eingespart werden könnte, nahezutreten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich frage Sie angesichts der Solidaritätsgedanken, die Sie heute hier formuliert haben: Warum haben Sie nicht dem geschützten Bereich einen Krankenversicherungsbeitrag bis zur Höchstbemessungsgrundlage – wie jedem anderen ASVG-Pensionisten auch – zugemutet und es sich damit auf der anderen Seite erspart, von jedem einzelnen dann, wenn er krank wird, 50 S Krankensteuer abzukassieren? Ich frage Sie: Wie ernst ist es Ihnen mit Ihren Solidaritätsideen? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
All das sind Zahlen aus Ihrem Amtsbereich, Herr Bundeskanzler, von Ihren Ministerien, Ihre offiziellen Zahlen, keine freiheitlichen Zahlen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich lade alle ein, diesem unserem Entschließungsantrag beizutreten, und ich darf Ihnen versichern, Herr Bundeskanzler: Solange wir von den Österreicher gewählt sind, haben Herr Dr. Ofner und ich die Legitimation, Sie zu kritisieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Haupt: Noch immer Magister!
Abgeordnete Eleonora Hostasch (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Dr. Haupt, nehmen Sie es mir nicht übel (Abg. Mag. Haupt: Noch immer Magister!) , Magister, Herr Kollege Abgeordneter (Abg. Mag. Haupt: Jetzt paßt es wieder!) , nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich nehme Ihnen dieses Plädoyer für Solidarität nicht ab. Ich behaupte, es ist nicht ehrlich gemeint (Beifall bei der SPÖ), denn die Politik Ihrer Partei ist alles andere als auf Solidarität gerichtet. Sie entsolidarisiert und entzweit, daher ist hier ein klarer Widerspruch zu sehen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Haupt: Jetzt paßt es wieder!
Abgeordnete Eleonora Hostasch (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Dr. Haupt, nehmen Sie es mir nicht übel (Abg. Mag. Haupt: Noch immer Magister!) , Magister, Herr Kollege Abgeordneter (Abg. Mag. Haupt: Jetzt paßt es wieder!) , nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich nehme Ihnen dieses Plädoyer für Solidarität nicht ab. Ich behaupte, es ist nicht ehrlich gemeint (Beifall bei der SPÖ), denn die Politik Ihrer Partei ist alles andere als auf Solidarität gerichtet. Sie entsolidarisiert und entzweit, daher ist hier ein klarer Widerspruch zu sehen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ
Abgeordnete Eleonora Hostasch (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Dr. Haupt, nehmen Sie es mir nicht übel (Abg. Mag. Haupt: Noch immer Magister!) , Magister, Herr Kollege Abgeordneter (Abg. Mag. Haupt: Jetzt paßt es wieder!) , nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich nehme Ihnen dieses Plädoyer für Solidarität nicht ab. Ich behaupte, es ist nicht ehrlich gemeint (Beifall bei der SPÖ), denn die Politik Ihrer Partei ist alles andere als auf Solidarität gerichtet. Sie entsolidarisiert und entzweit, daher ist hier ein klarer Widerspruch zu sehen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Eleonora Hostasch (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Dr. Haupt, nehmen Sie es mir nicht übel (Abg. Mag. Haupt: Noch immer Magister!) , Magister, Herr Kollege Abgeordneter (Abg. Mag. Haupt: Jetzt paßt es wieder!) , nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich nehme Ihnen dieses Plädoyer für Solidarität nicht ab. Ich behaupte, es ist nicht ehrlich gemeint (Beifall bei der SPÖ), denn die Politik Ihrer Partei ist alles andere als auf Solidarität gerichtet. Sie entsolidarisiert und entzweit, daher ist hier ein klarer Widerspruch zu sehen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Mein Gott! Legen Sie einmal eine andere Platte auf!
Sehr geschätzte Damen und Herren! Ich sehe auch in der heutigen dringlichen Anfrage den erneuten Versuch der Freiheitlichen, dieses parlamentarische Instrument zu mißbrauchen, denn gerade diese Frage haben wir vor wenigen Tagen in diesem Hohen Haus diskutiert. (Abg. Mag. Stadler: Mein Gott! Legen Sie einmal eine andere Platte auf!) Wir haben sehr profund Argumente ausgetauscht (Abg. Dr. Haider: Sie haben akzeptieren müssen, daß Schweinereien passieren im Hauptverband! Das ist eure Solidarität mit den Verschwendern! Die wollen Sie noch verteidigen!) , und ich behaupte und bin ganz sicher, daß Sozialpolitik sich trefflich für Sie eignet, sie zu benutzen, um die Bevölkerung zu verunsichern und besonders die sozial Schwachen zu verängstigen. Sie betreiben mit der Sozialpolitik Polemik, um politisch zu punkten! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Sie haben akzeptieren müssen, daß Schweinereien passieren im Hauptverband! Das ist eure Solidarität mit den Verschwendern! Die wollen Sie noch verteidigen!
Sehr geschätzte Damen und Herren! Ich sehe auch in der heutigen dringlichen Anfrage den erneuten Versuch der Freiheitlichen, dieses parlamentarische Instrument zu mißbrauchen, denn gerade diese Frage haben wir vor wenigen Tagen in diesem Hohen Haus diskutiert. (Abg. Mag. Stadler: Mein Gott! Legen Sie einmal eine andere Platte auf!) Wir haben sehr profund Argumente ausgetauscht (Abg. Dr. Haider: Sie haben akzeptieren müssen, daß Schweinereien passieren im Hauptverband! Das ist eure Solidarität mit den Verschwendern! Die wollen Sie noch verteidigen!) , und ich behaupte und bin ganz sicher, daß Sozialpolitik sich trefflich für Sie eignet, sie zu benutzen, um die Bevölkerung zu verunsichern und besonders die sozial Schwachen zu verängstigen. Sie betreiben mit der Sozialpolitik Polemik, um politisch zu punkten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geschätzte Damen und Herren! Ich sehe auch in der heutigen dringlichen Anfrage den erneuten Versuch der Freiheitlichen, dieses parlamentarische Instrument zu mißbrauchen, denn gerade diese Frage haben wir vor wenigen Tagen in diesem Hohen Haus diskutiert. (Abg. Mag. Stadler: Mein Gott! Legen Sie einmal eine andere Platte auf!) Wir haben sehr profund Argumente ausgetauscht (Abg. Dr. Haider: Sie haben akzeptieren müssen, daß Schweinereien passieren im Hauptverband! Das ist eure Solidarität mit den Verschwendern! Die wollen Sie noch verteidigen!) , und ich behaupte und bin ganz sicher, daß Sozialpolitik sich trefflich für Sie eignet, sie zu benutzen, um die Bevölkerung zu verunsichern und besonders die sozial Schwachen zu verängstigen. Sie betreiben mit der Sozialpolitik Polemik, um politisch zu punkten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ
Ich möchte auch mit Selbstbewußtsein sagen, daß wir stolz darauf sind, einen außerordentlich hohen Standard in der Gesundheitsversorgung zu haben (Beifall bei der SPÖ) , und daß wir im internationalen Vergleich ganz hervorragend liegen – und das bei einem vergleichsweise niedrigen Krankenversicherungsbeitrag.
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte Sie weiters daran erinnern, daß praktisch die gesamte österreichische Bevölkerung, nämlich 99 Prozent, in die gesetzliche Krankenversicherung einbezogen ist und die beitragsfreie Mitversicherung eine elementare, ganz große familienpolitische Leistung ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geschätzte Damen und Herren von den Freiheitlichen! Wenn Sie Ihren Blick über die österreichischen Grenzen werfen, dann werden Sie sehen, daß die Konzepte dieser Länder ganz andere, schlechtere, unsozialere sind als unsere. Denn wir stellen den Menschen in das Zentrum unserer Politik, und wir bemühen uns, eine sozial ausgewogene Sozialpolitik zu machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Ofner war sehr höflich!
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die heutige Diskussion, die Debatte zwischen Freiheitlichen und SPÖ, wird mit einer gewissen Härte geführt. Ich möchte allerdings sagen, daß sich in den Ausdrucksweisen doch manches geändert hat. (Abg. Dr. Haider: Ofner war sehr höflich!) Es ist richtig, daß Dr. Ofner andere Formulierungen verwendet, als es manche anderen Vertreter der Freiheitlichen tun. (Abg. Dr. Haider: Haupt war auch sehr höflich!)
Abg. Dr. Haider: Haupt war auch sehr höflich!
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die heutige Diskussion, die Debatte zwischen Freiheitlichen und SPÖ, wird mit einer gewissen Härte geführt. Ich möchte allerdings sagen, daß sich in den Ausdrucksweisen doch manches geändert hat. (Abg. Dr. Haider: Ofner war sehr höflich!) Es ist richtig, daß Dr. Ofner andere Formulierungen verwendet, als es manche anderen Vertreter der Freiheitlichen tun. (Abg. Dr. Haider: Haupt war auch sehr höflich!)
Abg. Aumayr: Das ändert gar nichts!
Jeder würde das gerne tun, aber wie soll damit die Sanierung des Staatshaushaltes herbeigeführt werden? Ich kann mir das nicht vorstellen! Ich sage nicht, daß der Vorschlag primitiv ist, aber unrealistisch, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen. (Abg. Aumayr: Das ändert gar nichts!) Genauso ist es mit Ihrem Vorschlag, Herr Mag. Haupt, den geschützten Bereich mit einem Krankenversicherungsbeitrag zu belasten. Für mich gehört natürlich zum geschützten Bereich auch die Tierärztekammer, auch die Ärztekammer. Ich frage mich, was mit den Pensionen, mit den Zusatzpensionen der Ärzte und der Tierärzte ist. Ich bin neugierig, wie Ihre Berufskollegen auf Ihren Vorschlag zur Lösung dieses Problems reagieren werden. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es dafür Zustimmung geben kann.
Abg. Haigermoser: Maitz! Ein Ausschußobmann müßte das wissen! So wichtig bist du auch nicht, Maitz!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Sekunde, Herr Abgeordneter! Ich würde bitten, keine Handys im Sitzungssaal zu verwenden. Das steht auch in der Hausordnung. – Bitte setzen Sie fort. (Abg. Haigermoser: Maitz! Ein Ausschußobmann müßte das wissen! So wichtig bist du auch nicht, Maitz!)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Abgeordnete Hostasch! Wir haben – auch ich persönlich – in wochen-, in monatelangen Verhandlungen mit dem Herrn Sozialminister sehr konstruktive Gespräche geführt – ich möchte das ausdrücklich unterstreichen –, und ich war der Meinung, daß natürlich die SPÖ-Fraktion zu dieser Vereinbarung steht, die nicht auf einseitigen Vorschlägen, sondern auf gemeinsamen Vorschlägen beruht. Wenn das nicht der Fall ist – ich kann es jetzt nicht ganz genau nachvollziehen –, dann würde ich das zutiefst bedauern, meine Damen und Herren von der SPÖ. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen den Menschen klar sagen, wohin der Weg geht, und klar sagen, daß natürlich nicht alle Risken des Menschen abgesichert werden können, aber daß wir die wichtigen Risken, nämlich Alter, Krankheit, Behinderung, Unfall, Arbeitslosigkeit, voll absichern und uns bemühen werden, diese Absicherung zu garantieren, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Da darf man aber vorher nicht das Gegenteil versprechen!
Wenn heute in der Anfrage der Freiheitlichen kritisiert worden ist, daß die Anwartschaftszeiten für die vorzeitige Pension erhöht worden sind, wenn kritisiert worden ist, daß wir beitragsfreie Studienzeiten nicht mehr anrechnen können, sondern daß wir auf Beiträge angewiesen sind, um die Pensionen zu sichern, so sind das Verantwortungen, Herr Dr. Ofner, die wir eben wahrnehmen (Abg. Dr. Ofner: Da darf man aber vorher nicht das Gegenteil versprechen!) und auf die wir eingehen, die Sie aber offensichtlich negieren. Ich bedaure, daß Sie gerade diese Beispiele genannt haben, Herr Dr. Ofner! Sie haben damit gezeigt, daß Sie die Sache nicht realistisch beurteilt haben, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn heute in der Anfrage der Freiheitlichen kritisiert worden ist, daß die Anwartschaftszeiten für die vorzeitige Pension erhöht worden sind, wenn kritisiert worden ist, daß wir beitragsfreie Studienzeiten nicht mehr anrechnen können, sondern daß wir auf Beiträge angewiesen sind, um die Pensionen zu sichern, so sind das Verantwortungen, Herr Dr. Ofner, die wir eben wahrnehmen (Abg. Dr. Ofner: Da darf man aber vorher nicht das Gegenteil versprechen!) und auf die wir eingehen, die Sie aber offensichtlich negieren. Ich bedaure, daß Sie gerade diese Beispiele genannt haben, Herr Dr. Ofner! Sie haben damit gezeigt, daß Sie die Sache nicht realistisch beurteilt haben, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Wie ich!
Damit, daß Sie jetzt einen Zwischenruf gemacht haben, Herr Dr. Ofner, beweisen Sie mir neuerlich, daß Sie nicht den Unterschied sehen zwischen einem jungen Lehrling beziehungsweise Gesellen, der vom 15. Lebensjahr an Beiträge leistet (Abg. Dr. Ofner: Wie ich!) , und einem Studenten, der eben auch die notwendige Voraussetzung für die Sicherung seiner Pension im Rahmen des Generationenvertrages schaffen muß. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Ich war beides! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Ich war beides! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Damit, daß Sie jetzt einen Zwischenruf gemacht haben, Herr Dr. Ofner, beweisen Sie mir neuerlich, daß Sie nicht den Unterschied sehen zwischen einem jungen Lehrling beziehungsweise Gesellen, der vom 15. Lebensjahr an Beiträge leistet (Abg. Dr. Ofner: Wie ich!) , und einem Studenten, der eben auch die notwendige Voraussetzung für die Sicherung seiner Pension im Rahmen des Generationenvertrages schaffen muß. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Ich war beides! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Im ASVG und in den anderen Sozialversicherungsgesetzen steht ganz genau drinnen, daß die Erhöhung der Pensionen mindestens der Inflationsrate entsprechen muß. Ihre Äußerung dazu war eine unwahre Feststellung, die durch nichts begründet ist, Herr Dr. Ofner! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es beweist mir auch Unwissenheit Ihrerseits, wenn Sie hier feststellen, die Pensionisten hätten nur 10 Prozent vom Pflegegeld als Taschengeld, aber nicht erwähnen, daß die Pensionisten natürlich, auch wenn sie im Heim sind und auch wenn sie Sozialhilfe bekommen, 20 Prozent ihrer Pension und die Sonderzahlungen, also die 13. und 14. Pension, frei verfügbar haben. Das muß mitgerechnet werden, wenn Sie diese Frage der Änderung beim Pflegegeld diskutieren und hier darstellen. Das war eine nicht vollständige und damit unrichtige Behauptung, die Sie hier vorgetragen haben! (Beifall bei der ÖVP.) Sie haben also den Pensionisten gesagt, daß ihnen etwas genommen wird, was ihnen in dieser Form nicht genommen worden ist. (Abg. Dr. Ofner: Gar nicht wahr!)
Abg. Dr. Ofner: Gar nicht wahr!
Es beweist mir auch Unwissenheit Ihrerseits, wenn Sie hier feststellen, die Pensionisten hätten nur 10 Prozent vom Pflegegeld als Taschengeld, aber nicht erwähnen, daß die Pensionisten natürlich, auch wenn sie im Heim sind und auch wenn sie Sozialhilfe bekommen, 20 Prozent ihrer Pension und die Sonderzahlungen, also die 13. und 14. Pension, frei verfügbar haben. Das muß mitgerechnet werden, wenn Sie diese Frage der Änderung beim Pflegegeld diskutieren und hier darstellen. Das war eine nicht vollständige und damit unrichtige Behauptung, die Sie hier vorgetragen haben! (Beifall bei der ÖVP.) Sie haben also den Pensionisten gesagt, daß ihnen etwas genommen wird, was ihnen in dieser Form nicht genommen worden ist. (Abg. Dr. Ofner: Gar nicht wahr!)
Beifall bei der ÖVP.
Der dritte Punkt, Herr Dr. Ofner: Sie kritisieren, daß bei Kuraufenthalten ein Selbstbehalt pro Tag von mindestens 70 S geleistet werden muß. – Ich kenne niemanden, der auf Kur geht, der mir gegenüber kritisch festgestellt hat, daß er 70 S pro Tag zu bezahlen hat. Im Gegenteil: Diese 70 S Selbstbehalt, die man bei Kuraufenthalten in Zukunft zu bezahlen hat, sind von den Betroffenen positiv aufgenommen worden, denn sie gewährleisten damit unsere soziale Sicherheit, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Lassen Sie mich noch kurz zur Situation der Krankenkassen Stellung nehmen. Meine Damen und Herren! Nach unserer Vorstellungen darf es keine Änderung bei den Lohnnebenkosten geben – auch keine minimale Änderung, die Frau Abgeordnete Hostasch hier in den Raum gestellt hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Abgeordnete! Ich möchte Ihnen ganz klar sagen: Die minimale Änderung, die Sie heute wieder vorgeschlagen haben, ist nicht minimal, sondern sie bedeutet Mehrkosten von 1,5 Milliarden Schilling, und 1,5 Milliarden Schilling für die Wirtschaft in dieser Situation sind keine Kleinigkeit, sondern dadurch wird in dieser schwierigen Situation – Herr Präsident des ÖGB, ich muß Ihnen das auch sagen – der Wirtschaftsstandort Österreich gefährdet. Darum haben wir das abgelehnt und werden nie zustimmen können! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol – in Richtung der nicht applaudierenden Abgeordneten der SPÖ –: Die Sozialdemokraten nicht!
Aber es ist richtig: Zwei Drittel des gesamten Volumens, dieser 7 Milliarden Schilling, um die es für das Jahr 1997 geht, werden durch Strukturmaßnahmen eingespart. Das sind echte Einsparungen: zwei Drittel von den 7 Milliarden Schilling. Ich betrachte das als etwas sehr Wichtiges; das ist unser gemeinsames Ergebnis, das wir gemeinsam mit dem Herrn Sozialminister erzielt haben. Ich möchte das wirklich unterstreichen und unterstütze hier auch die Position des Herrn Sozialministers. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol – in Richtung der nicht applaudierenden Abgeordneten der SPÖ –: Die Sozialdemokraten nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Das hast du falsch verstanden! Gottfried! Hätt’st auf’paßt! Da hast du nicht aufgepaßt!
Dr. Ofner hat kritisiert, daß seine Eltern in Zukunft – zwei Personen – durch einen monatlichen Krankenversicherungsbeitrag, wenn ich das richtig verstanden habe, von 525 S monatlich voll im ASVG versichert sind. Wenn das ein Problem ist, meine Damen und Herren, dann nennen Sie mir einen europäischen Staat, der für die Pensionisten eine solche soziale Sicherheit im Krankheitsfall bietet! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Das hast du falsch verstanden! Gottfried! Hätt’st auf’paßt! Da hast du nicht aufgepaßt!) Ich sage das nur, Sie haben das kritisiert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dr. Ofner hat kritisiert, daß seine Eltern in Zukunft – zwei Personen – durch einen monatlichen Krankenversicherungsbeitrag, wenn ich das richtig verstanden habe, von 525 S monatlich voll im ASVG versichert sind. Wenn das ein Problem ist, meine Damen und Herren, dann nennen Sie mir einen europäischen Staat, der für die Pensionisten eine solche soziale Sicherheit im Krankheitsfall bietet! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Das hast du falsch verstanden! Gottfried! Hätt’st auf’paßt! Da hast du nicht aufgepaßt!) Ich sage das nur, Sie haben das kritisiert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich habe darauf hingewiesen, daß der Pensionsbezug meines Vaters für beide Elternteile entgegen der ausdrücklichen Erklärung des Herrn Bundeskanzlers vor der Wahl, daß man den Pensionisten nichts wegnehmen werde, vorher 14 756,60 S pro Monat betragen hat und nachher 14 314 S. Das sind um 442,60 S weniger. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Feurstein: Das haben wir deutlich gesagt! Das haben wir immer gesagt, daß der Gesundheitsbereich ausgenommen ist!
Daher ist das nächste, was ich hier unbedingt am Beginn festhalten möchte, folgendes: Wir haben erst vor relativ kurzer Zeit dieses Notprogramm hier diskutiert und beschlossen, dieses sogenannte Sparpaket, Sie haben es "Sanierungsgesetz" genannt. Damals schon war allen Informierten klar, daß die Krankenversicherungsbereiche nicht in dem Paket enthalten sind, das heißt, daß diese Nachlaufeffekte kommen werden. Das heißt, es wurde damals den Leuten zwar sozusagen ein Gesamtpaket präsentiert, in dem aber einige Milliarden gefehlt haben. (Abg. Dr. Feurstein: Das haben wir deutlich gesagt! Das haben wir immer gesagt, daß der Gesundheitsbereich ausgenommen ist!) Wohl wahr – aber es hat gefehlt! Und ich sage Ihnen: Es fehlen noch ein paar solche "Packerl". Die nächsten Sparpakete sind sozusagen schon auf der Post! Es entwickelt sich das Wirtschaftswachstum nicht so wie prognostiziert. Das wird bedeuten, Sie werden Liquiditätsprobleme bekommen und werden wieder nach Einnahmen rufen – vielleicht diesmal zwei Drittel Einnahmen und nur ein Drittel ausgabenseitig –, und das ist das eigentliche Problem. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Daher ist das nächste, was ich hier unbedingt am Beginn festhalten möchte, folgendes: Wir haben erst vor relativ kurzer Zeit dieses Notprogramm hier diskutiert und beschlossen, dieses sogenannte Sparpaket, Sie haben es "Sanierungsgesetz" genannt. Damals schon war allen Informierten klar, daß die Krankenversicherungsbereiche nicht in dem Paket enthalten sind, das heißt, daß diese Nachlaufeffekte kommen werden. Das heißt, es wurde damals den Leuten zwar sozusagen ein Gesamtpaket präsentiert, in dem aber einige Milliarden gefehlt haben. (Abg. Dr. Feurstein: Das haben wir deutlich gesagt! Das haben wir immer gesagt, daß der Gesundheitsbereich ausgenommen ist!) Wohl wahr – aber es hat gefehlt! Und ich sage Ihnen: Es fehlen noch ein paar solche "Packerl". Die nächsten Sparpakete sind sozusagen schon auf der Post! Es entwickelt sich das Wirtschaftswachstum nicht so wie prognostiziert. Das wird bedeuten, Sie werden Liquiditätsprobleme bekommen und werden wieder nach Einnahmen rufen – vielleicht diesmal zwei Drittel Einnahmen und nur ein Drittel ausgabenseitig –, und das ist das eigentliche Problem. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Feurstein: Alle Krankenscheine für Pensionisten sind frei!
Der Herr Bundeskanzler hat uns dankenswerterweise vorgerechnet, daß diese Krankenscheingebühr von 50 S, umgelegt auf den Monat, ungefähr 16,60 S ausmacht, und zwar für Leute, die einen Krankenschein in Anspruch nehmen müssen. Bei den Pensionisten sieht das jetzt so aus, daß jeder Pensionist, der mehr als 6 660 S Pension im Monat hat, gleichgültig, ob er krank ist oder nicht, pro Monat einen höheren Betrag zahlt als 16,60 S. Wenn er zum Beispiel eine Pension von 10 000 S hat, zahlt er pro Monat 25 S – gleichgültig, ob er krank ist oder nicht. Daraus sieht man, daß diese Rechnung nur ein Spiel mit Zahlen ist, um zu verschleiern, daß man tatsächlich eigentlich nur versucht hat, Liquidität ... (Abg. Dr. Feurstein: Alle Krankenscheine für Pensionisten sind frei!) Herr Feurstein! Der Pensionist braucht keine Gebühr für den Krankenschein zu bezahlen. (Abg. Dr. Feurstein: Es gibt auch den Zahnschein, die Scheine für die Gattin und so weiter!)
Abg. Dr. Feurstein: Es gibt auch den Zahnschein, die Scheine für die Gattin und so weiter!
Der Herr Bundeskanzler hat uns dankenswerterweise vorgerechnet, daß diese Krankenscheingebühr von 50 S, umgelegt auf den Monat, ungefähr 16,60 S ausmacht, und zwar für Leute, die einen Krankenschein in Anspruch nehmen müssen. Bei den Pensionisten sieht das jetzt so aus, daß jeder Pensionist, der mehr als 6 660 S Pension im Monat hat, gleichgültig, ob er krank ist oder nicht, pro Monat einen höheren Betrag zahlt als 16,60 S. Wenn er zum Beispiel eine Pension von 10 000 S hat, zahlt er pro Monat 25 S – gleichgültig, ob er krank ist oder nicht. Daraus sieht man, daß diese Rechnung nur ein Spiel mit Zahlen ist, um zu verschleiern, daß man tatsächlich eigentlich nur versucht hat, Liquidität ... (Abg. Dr. Feurstein: Alle Krankenscheine für Pensionisten sind frei!) Herr Feurstein! Der Pensionist braucht keine Gebühr für den Krankenschein zu bezahlen. (Abg. Dr. Feurstein: Es gibt auch den Zahnschein, die Scheine für die Gattin und so weiter!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn ich höre, es wird in Zukunft ein Controlling im Krankenkassenbereich geben, dann freut mich das. Ich frage mich nur: Warum erst jetzt? Ich frage mich auch, ob Sie glauben, daß das Einführen eines Controlling, das letztlich nichts anderes bewirkt, als daß man die Schwachstellen besser findet, schon der Weisheit letzter Schluß ist. Das ist doch bestenfalls der Beginn einer Reform! Wesentlich wichtiger wäre, daß Sie in den Sozialversicherungsträgern ein Kostenbewußtsein schaffen und das selbstverständlich begleitend kontrollieren! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher bitte ich Sie, Herr Bundeskanzler, überdenken Sie noch einmal diese Teilantwort! Wenn Sie sich nämlich ausschließlich darauf zurückziehen, das bestehende System muß als solches bleiben, wie es ist, und ausschließlich die Hoffnung haben, daß sich die Selbstverwaltung, die jetzt schon versagt hat, vielleicht wie Münchhausen aus dem Sumpf zieht, dann machen Sie einen echten Denkfehler. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Zum Abschluß: Wenn wir nicht die alte wirtschaftliche Binsenweisheit anwenden, daß nur dann, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, ein System sowohl wirklich hohe Qualität darstellt als auch effizient, als auch leistbar ist, dann werden wir im Bereich sowohl der Pensionen als auch der Krankenversicherungen aus dem ständigen Löcherstopfen nicht herauskommen. Dann wartet die nächste Beitragserhöhung oder die nächste neue Rezeptgebühr oder die nächste neue Krankenscheingebühr sozusagen um die Ecke der Jahreswende. Dann haben wir das nächste kleine Sparpaket im Feber 1997 für diesen Zweck, im März 1997 für jenen Zweck und so weiter. Aber eines wird nicht gelingen: Das Budget wird am Ende des Jahres 1997 nicht konsolidiert sein! Und das werden Sie den Menschen, die Sie jetzt – gerade jene in der Armutszone – ganz schwer zur Kassa bitten, erklären müssen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Feurstein.
Das ist keine sozial gerechte Gesundheitsreform in dem Sinn, daß die Selbstbehalte tatsächlich sozial wirksam würden. Es ist auch nicht so, Herr Kollege Feurstein, wie Sie sagen: Ich habe bei einem Kuraufenthalt mit allen Leuten gesprochen, und diese waren alle einverstanden. – Das kann schon sein, Herr Kollege Feurstein – aber Sie haben nicht mit den Leuten gesprochen, die sich den Kuraufenthalt nicht leisten können! Es gibt sie, die Pensionisten, die knapp über der Mindestpension liegen. Ich kann sie Ihnen nennen, ich habe sie in meinem Verwandtenkreis. Die müssen es sich jedesmal überlegen, ob Sie sich einen Kuraufenthalt leisten können, weil Sie diesen Selbstbehalt zahlen müssen. Das mußten sich die Familienangehörigen auch schon bisher überlegen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Feurstein. )
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Kollege Ofner hat das im Prinzip auch der Regierung vorgeworfen. Er hat gesagt: Was wir jetzt erleben, ist die "Loch-auf-Loch-zu-Politik". Das praktizieren Sie in bezug auf die Gesundheitspolitik, auf die Sozialpolitik schon lange. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Aber auch für Sie, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, gilt, daß Sie Ihre Wahlversprechen, das, was Sie sagen, ernst nehmen sollten, sonst müssen Sie auch die Verantwortung dafür übernehmen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Kollege Ofner hat das im Prinzip auch der Regierung vorgeworfen. Er hat gesagt: Was wir jetzt erleben, ist die "Loch-auf-Loch-zu-Politik". Das praktizieren Sie in bezug auf die Gesundheitspolitik, auf die Sozialpolitik schon lange. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Aber auch für Sie, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, gilt, daß Sie Ihre Wahlversprechen, das, was Sie sagen, ernst nehmen sollten, sonst müssen Sie auch die Verantwortung dafür übernehmen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Bitte!
Ich kann es nicht lassen, ich als Ärztin muß Ihnen heute hier schon wieder eine Diagnose stellen. (Abg. Öllinger: Bitte!) Das Belastungspaket ist schwanger! – Wenn man genau hinschaut – man braucht nicht einmal genau hinzuschauen, man braucht nur ein halbwegs guter Diagnostiker zu sein –, sieht man (Abg. Dr. Feurstein: Schwangerschaft ist nichts Negatives!), daß – hören Sie mir zu, ich muß es ja erklären – im Bauch des Krankenversicherungssystems mit rasanter Geschwindigkeit ein neues Belastungsbaby heranwächst, das in einem weiteren Jahr schon wieder voll fortpflanzungsfähig sein wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Feurstein: Schwangerschaft ist nichts Negatives!
Ich kann es nicht lassen, ich als Ärztin muß Ihnen heute hier schon wieder eine Diagnose stellen. (Abg. Öllinger: Bitte!) Das Belastungspaket ist schwanger! – Wenn man genau hinschaut – man braucht nicht einmal genau hinzuschauen, man braucht nur ein halbwegs guter Diagnostiker zu sein –, sieht man (Abg. Dr. Feurstein: Schwangerschaft ist nichts Negatives!), daß – hören Sie mir zu, ich muß es ja erklären – im Bauch des Krankenversicherungssystems mit rasanter Geschwindigkeit ein neues Belastungsbaby heranwächst, das in einem weiteren Jahr schon wieder voll fortpflanzungsfähig sein wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich kann es nicht lassen, ich als Ärztin muß Ihnen heute hier schon wieder eine Diagnose stellen. (Abg. Öllinger: Bitte!) Das Belastungspaket ist schwanger! – Wenn man genau hinschaut – man braucht nicht einmal genau hinzuschauen, man braucht nur ein halbwegs guter Diagnostiker zu sein –, sieht man (Abg. Dr. Feurstein: Schwangerschaft ist nichts Negatives!), daß – hören Sie mir zu, ich muß es ja erklären – im Bauch des Krankenversicherungssystems mit rasanter Geschwindigkeit ein neues Belastungsbaby heranwächst, das in einem weiteren Jahr schon wieder voll fortpflanzungsfähig sein wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fuhrmann: So wichtig sind Sie nicht!
Meine Damen und Herren! Sie hätten verhüten müssen, statt sich dem Taumel der Gefühle hinzugeben und nur den Kranken und den Pensionisten tief in die Tasche zu greifen. Heute ist noch Gelegenheit, die Notbremse zu ziehen. Hören Sie einmal auf die Stimmen aus Ihrem eigenen Bereich, meine Damen und Herren von der SPÖ – es sind nur leider sehr wenig hier; ich denke, die anderen sind in der Cafeteria, aber vielleicht hören sie mich und kommen doch einen Sprung vorbei, damit sie das hören, was ich ihnen vorhalte. (Abg. Dr. Fuhrmann: So wichtig sind Sie nicht!) Ich halte Ihnen ja immer wieder einen Spiegel vor Augen. (Abg. Dr. Fuhrmann: Sie kommen sich sehr gut vor!) Ich glaube, daß ich genauso wichtig bin wie jeder andere Abgeordnete. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich glaube nicht, daß es für gewählte Volksvertreter richtig ist, einen Abgeordneten hier herinnen nicht ernst und nicht wichtig zu nehmen.
Abg. Dr. Fuhrmann: Sie kommen sich sehr gut vor!
Meine Damen und Herren! Sie hätten verhüten müssen, statt sich dem Taumel der Gefühle hinzugeben und nur den Kranken und den Pensionisten tief in die Tasche zu greifen. Heute ist noch Gelegenheit, die Notbremse zu ziehen. Hören Sie einmal auf die Stimmen aus Ihrem eigenen Bereich, meine Damen und Herren von der SPÖ – es sind nur leider sehr wenig hier; ich denke, die anderen sind in der Cafeteria, aber vielleicht hören sie mich und kommen doch einen Sprung vorbei, damit sie das hören, was ich ihnen vorhalte. (Abg. Dr. Fuhrmann: So wichtig sind Sie nicht!) Ich halte Ihnen ja immer wieder einen Spiegel vor Augen. (Abg. Dr. Fuhrmann: Sie kommen sich sehr gut vor!) Ich glaube, daß ich genauso wichtig bin wie jeder andere Abgeordnete. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich glaube nicht, daß es für gewählte Volksvertreter richtig ist, einen Abgeordneten hier herinnen nicht ernst und nicht wichtig zu nehmen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Sie hätten verhüten müssen, statt sich dem Taumel der Gefühle hinzugeben und nur den Kranken und den Pensionisten tief in die Tasche zu greifen. Heute ist noch Gelegenheit, die Notbremse zu ziehen. Hören Sie einmal auf die Stimmen aus Ihrem eigenen Bereich, meine Damen und Herren von der SPÖ – es sind nur leider sehr wenig hier; ich denke, die anderen sind in der Cafeteria, aber vielleicht hören sie mich und kommen doch einen Sprung vorbei, damit sie das hören, was ich ihnen vorhalte. (Abg. Dr. Fuhrmann: So wichtig sind Sie nicht!) Ich halte Ihnen ja immer wieder einen Spiegel vor Augen. (Abg. Dr. Fuhrmann: Sie kommen sich sehr gut vor!) Ich glaube, daß ich genauso wichtig bin wie jeder andere Abgeordnete. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich glaube nicht, daß es für gewählte Volksvertreter richtig ist, einen Abgeordneten hier herinnen nicht ernst und nicht wichtig zu nehmen.
Abg. Böhacker: Dann muß sie ja zurücktreten, wenn das jetzt kommt!
Hören Sie aber auch, was Frau Gesundheitsministerin Krammer im letzten Jahr zum Thema Krankenschein – Selbstbehalt meinte. Sie sagte, eine Krankensteuer sei beschämend, sie zeigte sich erschüttert und trat für echte Reformen im Gesundheitswesen ein. (Abg. Böhacker: Dann muß sie ja zurücktreten, wenn das jetzt kommt!) – So Krammer am 21. November 1995. –
Abg. Dr. Feurstein: Kinder sind frei, wissen Sie das?
Stellen Sie sich vor, es hustet jemand und sieht nicht, daß er eine Lungenentzündung hat – das merkt man nicht, das merkt man oft erst, wenn man ihn abhorcht oder wenn man ihn röntgt. (Abg. Dr. Feurstein: Kinder sind frei, wissen Sie das?) Das ist möglicherweise eine vitale Gefährdung für diese Patienten und bringt auch neue und hohe Kosten im Gesundheitssystem!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sollten wirklich den Rat einer Radiologin hören: Durchleuchten Sie doch endlich einmal das System der sozialen Krankenversicherungen! Verwenden Sie politische Röntgenstrahlen, um die Mißstände zu beseitigen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Eines kann ich Ihnen nämlich jetzt schon sagen: Beim Kassenröntgen werden Sie das erste Röntgenbild in Farbe erhalten, nämlich rot-schwarz. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abg. Seidinger und Mag. Guggenberger. )
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abg. Seidinger und Mag. Guggenberger.
Sie sollten wirklich den Rat einer Radiologin hören: Durchleuchten Sie doch endlich einmal das System der sozialen Krankenversicherungen! Verwenden Sie politische Röntgenstrahlen, um die Mißstände zu beseitigen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Eines kann ich Ihnen nämlich jetzt schon sagen: Beim Kassenröntgen werden Sie das erste Röntgenbild in Farbe erhalten, nämlich rot-schwarz. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abg. Seidinger und Mag. Guggenberger. )
Abg. Mag. Guggenberger: Ich war nur eine Minute draußen! Ich sitze schon den ganzen Nachmittag hier!
Ich darf Sie begrüßen, Herr Abgeordneter Guggenberger! Schön, daß Sie hier sind, wenn es um die Gesundheitspolitik geht. (Abg. Mag. Guggenberger: Ich war nur eine Minute draußen! Ich sitze schon den ganzen Nachmittag hier!) Ich freue mich ja, wenn ich Sie sehe. Ich freue mich, ich lächle Sie an! Hören Sie sich an, was wir von den Freiheitlichen sagen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir sagen: Weg vom verpolitisierten System der Pflichtversicherung, Marktöffnung und Liberalisierung, freier Wettbewerb unter den Versicherungen! Es ist eine Ideologiefrage, wenn der Herr Bundeskanzler immer wieder seine Argumente dagegen bringt. Wir fordern diese Liberalisierung! Wir fordern den freien Wettbewerb! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Haben Sie doch einmal die Größe, einzugestehen, daß die Einigung schlecht ist, daß sie nichts taugt! Haben Sie die Größe, einzugestehen, daß Sie mit diesem Paket die gesellschaftlichen Bruchlinien zwischen Alt und Jung noch vergrößern! Haben Sie die Größe, einzugestehen, daß dieses Paket auch extrem unsozial ist! Haben Sie die Größe, diesem Paket heute Ihre Zustimmung zu verwehren! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Es sind nicht viele da von deiner Fraktion!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Guggenberger. – Bitte. (Ruf bei den Freiheitlichen: Es sind nicht viele da von deiner Fraktion!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Noch nie gesehen – was?!
Abgeordneter Mag. Walter Guggenberger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Reden wir doch über die Heilbehelfe, hat meine Vorrednerin gesagt. Ich kann ihr diesen Gefallen sehr gerne tun. Wir erinnern uns alle an die letzte Sitzung vom 13. Juni, als uns hier heraußen von freiheitlichen Abgeordneten verschiedene Heilbehelfe vorgeführt wurden. (Ruf bei den Freiheitlichen: Noch nie gesehen – was?!) Bei diesen Heilbehelfen handelte es sich um Gegenstände, die einem Wiener Versicherten der Gebietskrankenkasse angeblich verordnet und durch einen Vertragshändler der Wiener Gebietskrankenkasse ausgegeben wurden.
Abg. Dr. Nowotny: Da schau her! Interessant!
In diesem Zusammenhang hat uns ein sehr interessantes Schreiben des Obmanns der Wiener Gebietskrankenkasse, Brunner, erreicht, in dem er uns folgenden Sachverhalt mitteilt – ich zitiere –: Am 20. Juni 1996 suchten ein Vertrauensarzt der Wiener Gebietskrankenkasse und ein Verwaltungsangestellter den Versicherten in seinem Sommerhaus auf, um, wenn notwendig, sofort Hilfe anzubieten. Es stellte sich heraus – man höre und staune! –, daß der Versicherte weder, wie auf einem der drei Verordnungsscheine ersichtlich, einen Schlaganfall erlitten hatte noch bewegungsunfähig war. Er braucht, wie unsere Vertreter unschwer feststellen konnten, nicht einmal einen Stock, geschweige denn einen Krankenfahrstuhl. Weiter gibt der Versicherte an, daß er auch nicht bei seinem Hausarzt gewesen sei und deshalb auch keine Verordnungsscheine bekommen habe. Er habe diese Gegenstände auch nie bezogen und war nie bei der Firma. (Abg. Dr. Nowotny: Da schau her! Interessant!) Der Vertrauensarzt der Wiener Gebietskrankenkasse untersuchte mit dessen Einverständnis dann den Patienten und stellte einen dem Alter gemäß durchaus guten Gesundheitszustand fest. Der Versicherte zeigte ihm auch seine Befunde. – Das schreibt uns der Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse. Folgerichtig wurde deshalb durch die Wiener Gebietskrankenkasse am 21. Juni über einen Rechtsanwalt eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft erstattet. (Abg. Dr. Haider: Ist gut, daß wir die Dringliche gemacht haben, jetzt werdet ihr aktiv!)
Abg. Dr. Haider: Ist gut, daß wir die Dringliche gemacht haben, jetzt werdet ihr aktiv!
In diesem Zusammenhang hat uns ein sehr interessantes Schreiben des Obmanns der Wiener Gebietskrankenkasse, Brunner, erreicht, in dem er uns folgenden Sachverhalt mitteilt – ich zitiere –: Am 20. Juni 1996 suchten ein Vertrauensarzt der Wiener Gebietskrankenkasse und ein Verwaltungsangestellter den Versicherten in seinem Sommerhaus auf, um, wenn notwendig, sofort Hilfe anzubieten. Es stellte sich heraus – man höre und staune! –, daß der Versicherte weder, wie auf einem der drei Verordnungsscheine ersichtlich, einen Schlaganfall erlitten hatte noch bewegungsunfähig war. Er braucht, wie unsere Vertreter unschwer feststellen konnten, nicht einmal einen Stock, geschweige denn einen Krankenfahrstuhl. Weiter gibt der Versicherte an, daß er auch nicht bei seinem Hausarzt gewesen sei und deshalb auch keine Verordnungsscheine bekommen habe. Er habe diese Gegenstände auch nie bezogen und war nie bei der Firma. (Abg. Dr. Nowotny: Da schau her! Interessant!) Der Vertrauensarzt der Wiener Gebietskrankenkasse untersuchte mit dessen Einverständnis dann den Patienten und stellte einen dem Alter gemäß durchaus guten Gesundheitszustand fest. Der Versicherte zeigte ihm auch seine Befunde. – Das schreibt uns der Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse. Folgerichtig wurde deshalb durch die Wiener Gebietskrankenkasse am 21. Juni über einen Rechtsanwalt eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft erstattet. (Abg. Dr. Haider: Ist gut, daß wir die Dringliche gemacht haben, jetzt werdet ihr aktiv!)
Ruf bei den Freiheitlichen: "Belästigt"?! – Abg. Dr. Haider: Du bist ein "Demokrat"!
Die Freiheitlichen waren es also, die dieses Parlament in höchst fragwürdigen Vorgängen belästigt haben! (Ruf bei den Freiheitlichen: "Belästigt"?! – Abg. Dr. Haider: Du bist ein "Demokrat"!)
Beifall bei der SPÖ.
Nehmen Sie zur Kenntnis: Wir lassen uns von niemandem vorwerfen, daß wir Wählerbetrug begangen haben! Von jemandem, der ein derart schlampiges Verhältnis zu solchen Vorgängen hat, schon ganz und gar nicht! Nehmen Sie das zur Kenntnis, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Aufschwung!
Was hat denn die Sozialdemokratische Partei vor den Wahlen landauf und landab plakatiert? – "Wir werden nicht zulassen, daß sich sozial Schwächere keinen Arzt mehr leisten können!" (Ruf bei den Freiheitlichen: Aufschwung!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Sie haben nichts getan!
Was haben wir in den vergangenen Monaten getan? Das ist Ihnen ja nicht verborgen geblieben. (Ruf bei den Freiheitlichen: Sie haben nichts getan!) Wir haben den Krankenanstalten-Zusammenarbeitsfonds, der mit Ende dieses Jahres auslaufen wird, durch eine Krankenanstaltenreform ersetzt. Allen Unkenrufen zum Trotz haben wir das zuwege gebracht. Diese Krankenanstaltenreform wird die Strukturen des österreichischen Gesundheitswesens von Grund auf erneuern.
Beifall bei der SPÖ.
All das im Sinne unseres Wahlversprechens: Wir werden dafür sorgen, daß dieses Gesundheitssystem abgesichert ist, und wir werden dafür sorgen, daß sich sozial Schwächere auch in Zukunft einen Arzt leisten können. Dazu stehen wir – und all diese Maßnahmen sind unter dieser Prämisse zu sehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Habt ihr euch jetzt auf etwas geeinigt oder nicht?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Namens der sozialdemokratischen Fraktion verhehle ich nicht, daß wir uns einen anderen Weg vorgestellt hätten, die Finanzierungslücke bei den Krankenkassen zu füllen. (Abg. Dr. Haider: Habt ihr euch jetzt auf etwas geeinigt oder nicht?) Wir hätten uns vorgestellt, eine angemessene, eine moderate Beitragserhöhung durchzuführen. Wir wissen uns diesbezüglich in guter Gesellschaft: Laut Meinungsumfragen finden über 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung, daß eine moderate, angemessene, bescheidene Beitragserhöhung durchaus etwas ist, womit man leben kann.
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube nicht, Kollege Feurstein, daß die Tiroler Unternehmer, die Tiroler Wirtschaftstreibenden, die Tiroler Wirtschaftskämmerer weniger gut rechnen können als andere. Also bitte, das ständige Diskutieren und Argumentieren darüber, wer den Wirtschaftsstandort, den Industriestandort Österreich gefährdet, ist aus unserer Sicht nicht gerechtfertigt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Trattner: So geht es nicht!
Eine Bitte, einen dringenden Appell hätte ich in diesem Zusammenhang allerdings. Wir haben gestern erfahren, daß bei der Wiener Gebietskrankenkasse per 31. März 1996 2,6 Milliarden Schilling an Krankenversicherungsbeiträgen ausständig sind. 2,6 Milliarden Schilling an Krankenversicherungsbeiträgen! Das sind mit anderen Worten Beträge, die die Unternehmer von ihren Arbeitnehmern bereits einkassiert und einbehalten haben. Sie geben sie nicht weiter, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Trattner: So geht es nicht!) Das ist fahrlässig, das ist unverantwortlich und gehört schleunigst abgestellt. Es ist dafür zu sorgen, daß die Arbeitgeber ihrer Pflicht der Wiener Gebietskrankenkasse gegenüber unmittelbar und sofort und ohne weiteren Verzug nachkommen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Peter. )
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Eine Bitte, einen dringenden Appell hätte ich in diesem Zusammenhang allerdings. Wir haben gestern erfahren, daß bei der Wiener Gebietskrankenkasse per 31. März 1996 2,6 Milliarden Schilling an Krankenversicherungsbeiträgen ausständig sind. 2,6 Milliarden Schilling an Krankenversicherungsbeiträgen! Das sind mit anderen Worten Beträge, die die Unternehmer von ihren Arbeitnehmern bereits einkassiert und einbehalten haben. Sie geben sie nicht weiter, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Trattner: So geht es nicht!) Das ist fahrlässig, das ist unverantwortlich und gehört schleunigst abgestellt. Es ist dafür zu sorgen, daß die Arbeitgeber ihrer Pflicht der Wiener Gebietskrankenkasse gegenüber unmittelbar und sofort und ohne weiteren Verzug nachkommen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Peter. )
Abg. Öllinger: Das ist weniger!
Wir haben erreicht – auch das wurde schon mehrmals gesagt –, daß das Krankengeld auch in Zukunft 52 Wochen ausbezahlt werden kann, und zwar per Gesetz. (Abg. Öllinger: Das ist weniger!) Ich darf Sie daran erinnern, daß noch vor wenigen Tagen ein prominenter Sozialpolitiker der Bundeswirtschaftskammer, Dr. Mayr, gemeint hat: Das kommt ja überhaupt nicht in Frage, daß wir diesen Krankengeldanspruch gesetzlich verdoppeln. (Abg. Öllinger: Das ist gesenkt worden!) Wir haben uns diesbezüglich durchgesetzt, und das ist außerordentlich wichtig, denn 16 000 Österreicherinnen und Österreicher wären davon betroffen. Die Ärmsten der Armen – in diesem Fall stimmt es wirklich – würden für diesen Fall der Sozialhilfe überantwortet werden. (Abg. Öllinger: Es waren 78 Wochen!) Das kommt für uns nicht in Frage, diesbezüglich haben wir uns durchgesetzt, das prägt die Handschrift unseres Sozialministers.
Abg. Öllinger: Das ist gesenkt worden!
Wir haben erreicht – auch das wurde schon mehrmals gesagt –, daß das Krankengeld auch in Zukunft 52 Wochen ausbezahlt werden kann, und zwar per Gesetz. (Abg. Öllinger: Das ist weniger!) Ich darf Sie daran erinnern, daß noch vor wenigen Tagen ein prominenter Sozialpolitiker der Bundeswirtschaftskammer, Dr. Mayr, gemeint hat: Das kommt ja überhaupt nicht in Frage, daß wir diesen Krankengeldanspruch gesetzlich verdoppeln. (Abg. Öllinger: Das ist gesenkt worden!) Wir haben uns diesbezüglich durchgesetzt, und das ist außerordentlich wichtig, denn 16 000 Österreicherinnen und Österreicher wären davon betroffen. Die Ärmsten der Armen – in diesem Fall stimmt es wirklich – würden für diesen Fall der Sozialhilfe überantwortet werden. (Abg. Öllinger: Es waren 78 Wochen!) Das kommt für uns nicht in Frage, diesbezüglich haben wir uns durchgesetzt, das prägt die Handschrift unseres Sozialministers.
Abg. Öllinger: Es waren 78 Wochen!
Wir haben erreicht – auch das wurde schon mehrmals gesagt –, daß das Krankengeld auch in Zukunft 52 Wochen ausbezahlt werden kann, und zwar per Gesetz. (Abg. Öllinger: Das ist weniger!) Ich darf Sie daran erinnern, daß noch vor wenigen Tagen ein prominenter Sozialpolitiker der Bundeswirtschaftskammer, Dr. Mayr, gemeint hat: Das kommt ja überhaupt nicht in Frage, daß wir diesen Krankengeldanspruch gesetzlich verdoppeln. (Abg. Öllinger: Das ist gesenkt worden!) Wir haben uns diesbezüglich durchgesetzt, und das ist außerordentlich wichtig, denn 16 000 Österreicherinnen und Österreicher wären davon betroffen. Die Ärmsten der Armen – in diesem Fall stimmt es wirklich – würden für diesen Fall der Sozialhilfe überantwortet werden. (Abg. Öllinger: Es waren 78 Wochen!) Das kommt für uns nicht in Frage, diesbezüglich haben wir uns durchgesetzt, das prägt die Handschrift unseres Sozialministers.
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! All das sind Maßnahmen, die dafür Sorge tragen werden, daß dieses System der österreichischen Krankenversicherung auch in Zukunft allen Menschen in diesem Land einen gerechten Zugang zu unserem Gesundheitssystem bietet. Es liegt uns eine Untersuchung vor, die bestätigt, daß weit über drei Viertel der österreichischen Bevölkerung diesem österreichischen System der Gesundheit beste Noten geben. Mit diesen Maßnahmen werden wir dafür sorgen, daß es auch in Hinkunft so bleibt. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Man kann ohne weiteres auch mit uns Liberalen über Gebührenerhöhungen diskutieren, aber solange diese angesprochenen Belastungen nur einseitig sind, solange kein Gestaltungswille für eine wirkliche Strukturreform ersichtlich ist, solange erkennbar ist, daß die Beitragserhöhungen, aber auch die Selbstbehalte, wie auch die Krankenscheingebühr kein Ausweg aus dem Krankenfinanzierungsdefizit sind, so lange bleiben diese Maßnahmen für uns Liberale eine unüberlegte Feuerwehraktion zur schnellen Geldbeschaffung. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich kann darüber hinaus auch nicht verstehen, wie ein Familienminister mit Versprechungen so einfach über die Klinge springen kann, wie sich ein Familienminister damit zufrieden geben kann, daß ab 1998 die Sozialtarifgestaltung für die ÖBB aus dem FLAF herausgenommen werden soll, und wie er sich mit weiteren "Zuckerln" zufriedengeben kann, wie zum Beispiel daß die Frage der Doppelrepetenten im Zuge der parlamentarischen Beratungen zur Novelle des Familienlastenausgleichsgesetzes noch einmal zur Sprache kommen soll. Ich kann das nicht nachvollziehen, es ist das für mich unerklärlich. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Schmidt: Das ist ein Skandal!
Was aber bezeichnend ist, ist die Vorgangsweise, wie die Abgeordneten – auch die der Koalitionsregierung – wieder einmal entmündigt wurden, denn dieses Gesetz tritt bereits am 1. Juli 1996 in Kraft. Die erste Möglichkeit zu einer Diskussion gibt es allerdings erst am 3. Juli im Familienausschuß; beschlossen werden kann dieses Gesetz erst in der letzten Plenarwoche vom 10. Juli bis 13. Juli. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist ein Skandal!) Es bleibt mir daher wieder einmal die Frage, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten des Hohen Hauses: Wie lange lassen wir uns diese Vorgangsweise noch gefallen, und wie lange schauen wir dieser Entmündigung zu? (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Was aber bezeichnend ist, ist die Vorgangsweise, wie die Abgeordneten – auch die der Koalitionsregierung – wieder einmal entmündigt wurden, denn dieses Gesetz tritt bereits am 1. Juli 1996 in Kraft. Die erste Möglichkeit zu einer Diskussion gibt es allerdings erst am 3. Juli im Familienausschuß; beschlossen werden kann dieses Gesetz erst in der letzten Plenarwoche vom 10. Juli bis 13. Juli. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist ein Skandal!) Es bleibt mir daher wieder einmal die Frage, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten des Hohen Hauses: Wie lange lassen wir uns diese Vorgangsweise noch gefallen, und wie lange schauen wir dieser Entmündigung zu? (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen.
Sie sind verpflichtet, für den Konsumenten, für den Patienten, für den kranken Menschen ein Angebot zu schaffen, das für ihn auch noch leistbar ist. Und Sie sind verpflichtet, nicht durch weitere Belastungen, auf Kosten der Österreicher das Budget oder die Krankenkasse zu sanieren, sondern es muß Ihre Aufgabe sein, eine Strukturreform von innen zu betreiben, denn dann hätten Sie den Österreichern dieses neue Belastungspaket auf jeden Fall ersparen können. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Das sind glatte Unwahrheiten oder Wählertäuschungen, genauso wie der "Pensionistenbrief". Wenn es in der SPÖ so Sitte ist, daß jener, der am eindeutigsten, am klarsten die Unwahrheit spricht, der am meisten die Wähler täuscht, zum Kanzler wird, dann gute Nacht, liebe SPÖ! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Von Gerechtigkeit, von gerechter Gesundheitsreform ist hier aber schon überhaupt keine Rede. Ich würde mir bei so einem Gerechtigkeitsdenken wirklich selbst meine Gedanken machen und mich genieren, wenn ich so etwas der österreichischen Bevölkerung als gerechte Gesundheitsreform präsentiere. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Also das sind doch eindeutige Absagen von ranghohen eigenen Parteigenossen zu diesem Belastungspaket, und ich glaube, wir Freiheitliche stehen mit dieser Kritik nicht allein da, wir haben Unterstützung von großen Teilen der ÖVP, von großen Teilen der SPÖ und vor allem vom größten Teil der Österreicherinnen und Österreicher, die unsere Bedenken zu diesem Belastungspaket teilen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Unsere dringliche Anfrage vom 13. Juni hat – und das ist das, was die ÖVP hier ausrechnet – 202 Millionen Schilling an Einsparungen jetzt schon gebracht. Ich bin sehr froh, daß wir das gemacht haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Peter: Es ist mir zu mühselig, eine tatsächliche Berichtigung zu machen! – Abg. Dr. Haider: Mach eine!
Weil gerade Herr Abgeordneter Peter hereinkommt: Ich habe mit Wonne zur Kenntnis genommen, daß Sie die 50 S Krankenscheinsteuer ablehnen. Aber in einer Fernsehsendung "Zur Sache" vor etwa einem Jahr haben Sie gefordert, für einen Krankenschein 300 S einzuheben. Das habe ich noch ganz genau im Ohr. 300 S fordert das Liberale Forum pro Krankenschein, wenn der Krankenschein ohne Zusatzleistung nur 180 S wert ist! Aber das sind die Reformvorschläge des Liberalen Forums. Das nur so nebenbei erwähnt. (Abg. Mag. Peter: Es ist mir zu mühselig, eine tatsächliche Berichtigung zu machen! – Abg. Dr. Haider: Mach eine!) Ich werde mir die Sendung "Zur Sache" vom Rabl ausheben. Da kann man sicher es noch hören.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Diesem Entschließungsantrag können Sie heute mit gutem Gewissen Ihre Zustimmung geben. Ich bin überzeugt, daß Sie damit einen Beitrag leisten, auch auf dem Arzneimittelsektor hohe Einsparungen von mindestens 2,5 Milliarden Schilling zu garantieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nehmen Sie dieses Belastungspaket zurück, überlegen Sie sich mit uns Freiheitlichen gemeinsam diese neuen Einsparungsvorschläge, und ich kann Ihnen garantieren, daß wir mit unseren Einsparungsvorschlägen niemand belasten und den Bürgern genauso die Versorgung angedeihen lassen können wie bisher! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber als letzter ist Herr Dr. Pumberger am Rednerpult gestanden, und ich denke mir – er ist ja im Gesundheitsausschuß –, es geht so manches an ihm vorbei, was dort passiert. Wir haben ein Bundespflegegeldgesetz beschlossen, und die halbe Welt beneidet uns, weil wir das haben. Wir haben es eingeführt mit 1. Juli 1993, mit dem gewaltigen Kostenaufwand von 8 Milliarden Schilling. Wir sind jetzt angelangt bei Bundesbeiträgen von 17 Milliarden Schilling und Landesbeiträgen von rund 5 Milliarden Schilling. Allerdings muß sich auch nicht der Steuerzahler allein darum bemühen, das zu finanzieren, weil ja damals auch die Versicherungsbeiträge angehoben worden sind. Letztendlich kommt das mehr als 300 000 Österreicherinnen und Österreichern zugute. – Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Warum wird sie dann jetzt wieder belastet?
Zum Abschluß ein Wort als Pensionist: Die Pensionisten haben seit 1985 durch die Maßnahmen der Pensionsreformen, durch das Sparpaket II im Jahr 1996, die Nullrunde bei den Pensionen 1997 insgesamt über 200 Milliarden zum Konsolidierungsprogramm des österreichischen Staatshaushaltes beigetragen. Diese Zahl sage ich deswegen, damit nicht immer der Eindruck entsteht, daß nur verschiedene andere Berufsgruppen zum Sparpaket beigetragen haben und die ältere Generation das nicht tut. (Abg. Dr. Haider: Warum wird sie dann jetzt wieder belastet?)
Abg. Dr. Haider: Schöne Ausreden! Es ist wieder die ÖVP schuld! Für das Gute seid ihr zuständig!
Das war nicht unser Ansinnen und nicht unsere Idee. Wir wollten andere Lösungen haben, aber wir sind damit nicht durchgekommen, weil unser Koalitionspartner gesagt hat, bei jedweder anderen Lösung würden auch die Lohnnebenkosten erhöht werden. (Abg. Dr. Haider: Schöne Ausreden! Es ist wieder die ÖVP schuld! Für das Gute seid ihr zuständig!) Das ist die Begründung. Aber eines muß ich schon noch feststellen: Wir haben mit dieser Erhöhung keine Freude –
Abg. Dr. Haider: Schlechte Vorschläge haben wir gemacht!
Ich frage mich oft: Was haben Sie als Antragsteller dieser dringlichen Anfrage bisher in diesem Lande zur Konsolidierung des Staatshaushaltes, zur Konsolidierung und zu den Reformen im Krankenhauswesen beigetragen? Was haben Sie bisher beigetragen? (Abg. Dr. Haider: Schlechte Vorschläge haben wir gemacht!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Dr. Haider! Wir wissen, daß Sie aus dem Bärental im Zusammenhang mit Ihrem Mandat vor drei Jahren 453 000 S lukriert haben. Das ist Ihr Beitrag. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das Kennzeichen eines verfeinerten Bonzentums im Privilegiensumpf stellen die Zulagen dar. (Beifall bei den Freiheitlichen.) So haben die im Außendienst Tätigen ein Anrecht auf eine Zulage, wenn sie nicht im Außendienst, sondern am Dienstort oder in ihrer Heimatgemeinde eingesetzt werden. Die Rechtfertigung der Kasse dazu lautet: Damit soll der fehlende Anspruch auf die Reisegebühren ausgeglichen werden. – Wer also von Ihnen, meine Damen und Herren hier im Hohen Haus, keinen Anspruch auf irgendwelche Reisegebühren hat, der melde sich einfach bei der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse. Für diese wäre das ein Grund, Ihnen eine Zulage als Entschädigung anzubieten. Die Gebietskrankenkasse erhöht dafür die Rezeptgebühren und verkauft die Krankenscheine an die Kranken.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein weiteres Beispiel: Bei der vorzeitigen Aufgabe eines Baurechtes ließ sich die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse 2,5 Millionen statt der vertraglich zugesicherten 9,6 Millionen Schilling von der Kammer für Arbeiter und Angestellte überweisen. – Ich meine daher, meine Damen und Herren hier im Hohen Haus, daß die Patienten, die ihren Krankenschein jetzt um 50 S und das Medikamentenrezept um 42 S kaufen müssen, ein Recht darauf haben, von der Arbeiterkammer zu verlangen, daß diese ihre Krankenschein- und Rezeptgebühr zur Gänze oder bis zur Grenze von 7,1 Millionen Schilling übernimmt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein weiterer Vorschlag, Herr Staatssekretär: Verkaufen Sie nicht die Krankenscheine an Kranke, sondern die Manager der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse an die Arbeiterkammer. Diese schuldet ohnedies Millionen aus den Taschen der Beitragszahler, aber belasten Sie bitte nicht die Beitragszahler. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die größte Groteske bei den Kuraufenthalten, sehr geehrter Herr Staatssekretär, ist aber folgende: Wenn nach der heutigen Praxis jemand, der bereits in Pension ist, eine beantragt, wird er diese nicht bewilligt bekommen, wenn er nicht im Erwerbsleben schon einmal wegen derselben Sache auf Kur war. Das ist sicherlich ein Mißstand, der aufgehoben gehört. Leute, die einer Kur bedürfen, sollten diese auch in der Pension lukrieren können, ohne gezwungen zu sein, auf Kur zu gehen, solange sie noch im Arbeitsprozeß stehen. Ich hoffe, ich stoße bei Ihnen nicht auf taube Ohren; bitte geben Sie das auch im Ministerrat weiter, Herr Staatssekretär! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eine Reform der Sozialversicherungsanstalten ist immer wieder angekündigt worden. Kleine Ansätze sind gemacht worden, aber eine wirklich grundlegende Reform der Sozialversicherungsanstalten ist bis heute ausgeblieben. Wir haben uns immer dafür eingesetzt, daß es eine Zusammenlegung der 28 Sozialversicherungsanstalten geben sollte, aber bisher wurde darüber gar nicht geredet. Die Mißstände bei der Preisgestaltung der Heilbehelfe, bei der Preisgestaltung der Medikamente sind groß. Hier liegt ein Einsparungspotential von zirka 17 Milliarden Schilling. Bei den Handelsspannen wäre wesentlich mehr einzusparen als mit diesen Maßnahmen, die man jetzt hier setzt. Aber über diese Dinge, sehr geehrte Damen und Herren, wird nicht einmal gesprochen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Abgeordnete Elfriede Madl (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Leider ist der Herr Bundeskanzler nicht mehr da. Er hat seine Wortspende abgegeben – das ist wieder einmal typisch – und sein Desinteresse damit bekundet, daß er wie ein Schauspieler entschwunden ist, nachdem seine Rolle vorbei war. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.) Er trinkt wahrscheinlich jetzt schon sein Bier, und wir unterhalten uns immer noch und machen uns Sorgen um die Probleme unserer Bürger. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Elfriede Madl (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Leider ist der Herr Bundeskanzler nicht mehr da. Er hat seine Wortspende abgegeben – das ist wieder einmal typisch – und sein Desinteresse damit bekundet, daß er wie ein Schauspieler entschwunden ist, nachdem seine Rolle vorbei war. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.) Er trinkt wahrscheinlich jetzt schon sein Bier, und wir unterhalten uns immer noch und machen uns Sorgen um die Probleme unserer Bürger. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Wo ist der Datenschutz? – Staatssekretär Mag. Schlögl: Ich kenne Ihre Eltern nicht!
Der Herr Kanzler hat seine Versprechungen zum Wahlkampf 1995 natürlich auch auf seiner Wahlkampftour bei Wahlkampfreden kundgetan. – Mein Gott, kaum entfleucht, ist es schon wieder vergessen. Aber er hat sich dazu verstiegen, sie sogar schriftlich festzuhalten – heute wurde das ja schon mehrfach erwähnt – in dem Brief vom 7. Dezember 1995, den übrigens auch meine Eltern erhalten haben. Sie sind zwar schon sehr betagt, aber noch immer nicht in Pension. Ich frage mich: Woher hat er die Adresse? – Sie waren weder der SPÖ nahegestanden, noch sind sie in Pension, noch sind sie in diesem Ort, wo sie diesen Brief erhalten haben, wahlberechtigt. Also die Ausrede, die der Kanzler einmal gebraucht hat, daß er das vom Wählerverzeichnis lukriert hat ... (Abg. Ing. Reichhold: Wo ist der Datenschutz? – Staatssekretär Mag. Schlögl: Ich kenne Ihre Eltern nicht!) Gott sei Dank!
Abg. Ing. Reichhold: Das macht der große Bruder!
Die Adressen können also nicht dem Wählerevidenzblatt entnommen worden sein! Ich frage mich schon, wo hier der Datenschutz bleibt. Das ist der Beweis dafür: Sie sind dort, wo sie den Brief bekommen haben, nicht gemeldet, sie sind weder bei der Sozialistischen Partei gewesen, noch werden sie es zukünftig sein, und sie sind auch nicht in Pension. Ich frage mich wirklich: Wie ist man an die Adresse meiner Eltern gekommen? Der Brief war adressiert an beide, es standen beide Vornamen drauf! Schrecklich! (Abg. Ing. Reichhold: Das macht der große Bruder!) Das macht der große Bruder! Ein wahres Wort! (Abg. Dr. Graf: Rasterfahndung!)
Abg. Dr. Graf: Rasterfahndung!
Die Adressen können also nicht dem Wählerevidenzblatt entnommen worden sein! Ich frage mich schon, wo hier der Datenschutz bleibt. Das ist der Beweis dafür: Sie sind dort, wo sie den Brief bekommen haben, nicht gemeldet, sie sind weder bei der Sozialistischen Partei gewesen, noch werden sie es zukünftig sein, und sie sind auch nicht in Pension. Ich frage mich wirklich: Wie ist man an die Adresse meiner Eltern gekommen? Der Brief war adressiert an beide, es standen beide Vornamen drauf! Schrecklich! (Abg. Ing. Reichhold: Das macht der große Bruder!) Das macht der große Bruder! Ein wahres Wort! (Abg. Dr. Graf: Rasterfahndung!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
In diesem Brief haben Sie das also schriftlich festgehalten. Der Herr Kanzler hat heute gesagt, daß er bei den bestehenden Pensionen nichts geändert hat. Das stimmt überhaupt nicht, denn die Pensionisten haben die jährliche Anpassung versäumt, die haben sie einfach nicht bekommen. Das heißt, sie haben die Kaufkraft der Pensionisten um jenen prozentuellen Anteil geschwächt, der die jährliche Inflation ausmacht. Das heißt also, der Kanzler hat den Pensionisten 3 Prozent an Kaufkraft weggenommen! Da kann man doch hier nicht sagen: Ich habe meine Wahlversprechen gehalten! Das ist doch ungeheuerlich! Er degradiert dieses Parlament zu einer Bühne, auf der er glaubt, er kann sagen, was er will, und das kann man einfach nicht zulassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Nicht einmal!
Wenn Sie jetzt mit dem Einwand der Einmalzahlung für Pensionisten kommen, dann ist das lächerlich. Ich möchte diese Summe hier überhaupt nicht erwähnen, weil das ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, der schon wieder verdampft. (Abg. Aumayr: Nicht einmal!) Nicht einmal das, ganz genau.
Abg. Dr. Graf: Aber nur nicht in seine!
Es ist vom Kanzler heute auch gesagt worden, daß er in bestehende Pensionen nicht eingegriffen hat. Das habe ich ihm gerade widerlegt. Er hat in bestehende Pensionen eingegriffen, indem er die Inflationsrate nicht abgegolten und so die Kaufkraft geschwächt hat. (Abg. Dr. Graf: Aber nur nicht in seine!) Das ist klar! In seinen Augen nicht! Wir stehen ja auf der Bühne. Er glaubt, das alles ist Theater.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Müssen sich also jene zweieinhalb Jahre länger darauf freuen, die wegen Erhöhung der notwendigen Versicherungszeiten für die Frühpension wegen langer Versicherungsdauer von 35 auf 37,5 Jahre jetzt nicht in Pension gehen können? – Die dürfen sich zweieinhalb Jahre länger auf ihre Pension freuen! Ich glaube, hier hat eine Verhöhnung des Volkes stattgefunden, und das sollte sich wirklich in der Öffentlichkeit niederschlagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Kanzler hat heute – nicht nur heute, auch damals – den Empfänger dieses Briefes für dumm verkauft und ihm ein X für ein U vorgemacht. Das ist Tatsache! Aber ich glaube, die Pensionisten und die Leute, die diesen Brief gelesen haben – das waren ja auch die Angehörigen, die noch Arbeitnehmer sind; die Pensionisten haben ja in der Regel Kinder, die noch im Arbeitsprozeß stehen, die haben diesen Brief auch gelesen; das war ein Schneeballeffekt –, wissen ganz genau, was sie fortan von den Worten unseres Kanzlers halten sollen: schnell versprochen, schnell gebrochen! – Mehr ist da nicht drinnen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Was ist jetzt los? – Heute haben wir gehört, die sozial Schwachen hat er nicht belastet, er hat seine Wahlversprechen eingehalten, und am gleichen Tag gibt sein Bürgermeister, sein Parteikollege, ein Interview und sagt, das geht nicht, daß wir die sozial Schwachen jetzt belasten. Ich kenne mich schon aus, warum das so ist, aber ob sich die Bevölkerung noch auskennt, weiß ich nicht. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) So ist es!
Abg. Dr. Partik-Pablé: Schmierentheater!
Wir haben heute wirklich ein Theaterstück vom Bundeskanzler geboten bekommen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Schmierentheater!) Es tut mir sehr leid, daß ich das Theater in der Josefstadt zitiert habe. Wenn du jetzt Schmierentheater sagst, so ist das der korrekte Ausdruck dafür, aber nicht für das Theater in der Josefstadt, das möchte ich dazu sagen. Schmierentheater ist wirklich gut für das, was wir heute hier geboten bekommen haben.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Auf der anderen Seite sagt sein Kollege in Oberösterreich: Es sind eh strukturelle Veränderungen möglich, die dieses Defizit abdecken können. Also in der eigenen Partei der Sozialdemokraten kracht es ganz schön, und zwar in aller Öffentlichkeit! Aber das scheint Sie alles gar nicht zu stören, wahrscheinlich ist das ein Normalzustand! Für mich ist das etwas Befremdliches, weil wir das ausdiskutieren und dann einer Meinung sind. Aber bei euch kracht es ja an allen Ecken und Enden! Wenn es nicht so ernst wäre, meine Damen und Herren, würde ich es lustig finden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das heißt also, die Sozialdemokraten werden von ihren eigenen Leuten entlarvt.
Abg. Parnigoni: Wenn man Ihnen zuhört, bin ich mir da nicht so sicher!
Da komme ich wieder auf ein Theaterstück zurück, und zwar auf das "Phantom der Oper". Da reißt Christine auch dem Phantom der Oper letztendlich die Larve vom Gesicht, und das Phantom entschwindet in die Finsternis. – Leider – leider muß ich jetzt wieder sagen – wird das bei uns nicht passieren! Der Kanzler wird wahrscheinlich nicht in die Finsternis entschwinden, aber, wie gesagt, wir sind ja hier nicht auf der Bühne, wir sind hier im Parlament. (Abg. Parnigoni: Wenn man Ihnen zuhört, bin ich mir da nicht so sicher!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Jetzt haben Sie großzügigerweise statt der Familien-Milliarde 600 Millionen bewilligt. Beim Strukturanpassungsgesetz haben Sie gesagt, wir machen eh etwas für die Familien, und zwei Monate später vergreifen Sie sich wieder an dem FLAF und räumen ihn um 854 Millionen Schilling weiter aus. Ich finde, das ist den Familien gegenüber ein Skandal! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Befolgen Sie die Ratschläge aus Ihren eigenen Kreisen! Befolgen Sie die Ratschläge, die auch aus Ihrer eigenen Partei kommen, nämlich in bezug auf die Reform der Sozialversicherungsanstalten und die Einbremsung der Mißstände bei den Heilmitteln und bei den Medikamenten, dann brauchen Sie Pensionisten, Arbeitnehmer, Familien und sozial Schwache nicht weiter zur Kasse zu bitten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zuletzt ist Herr Bundeskanzler Vranitzky vor zwei Tagen im Fernsehen gewesen und hat wieder einmal gesagt: Diese neuen Belastungen sind sozial, und sie sind sozial ausgewogen, und daher sind sie auch zumutbar. – Sie sind nicht davor zurückgeschreckt, als Sie den Behinderten 4 Milliarden Schilling aufgetischt haben, die sie zur Budgetsanierung beitragen sollen, auch von sozial ausgewogen zu sprechen. Sie sind nicht davor zurückgeschreckt, von sozial ausgewogen zu sprechen, als es darum gegangen ist, den Behinderten, die sich in Heimen oder in Anstalten befinden, nur 500 S Taschengeld zu lassen! Das ist Ihre Auffassung von sozial und sozial ausgewogen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Kampichler.
Es wundert mich wirklich nicht, daß der Bundeskanzler diese neue Belastung wieder als sozial verträglich hingestellt hat. Er denkt dabei nicht an die Familien, die die Krankenscheingebühr sehr wohl belastet. Man muß sich vorstellen: Zwei Elternteile, zwei Kinder, vier Personen – 200 S im Monat Krankenscheingebühr. (Zwischenruf des Abg. Kampichler. ) Was sagen Sie? Na bitte, mit Ihrem Gehalt ist es wahrscheinlich leicht möglich, das zu bezahlen, aber es gibt Familien, die mit 15 000 S auskommen müssen. (Abg. Kampichler: Kinder zahlen keine Krankenscheingebühr!) Nun, die Rezeptgebühr in der Höhe von 42 S, sehr geehrter Herr Abgeordneter, brummen Sie auch chronisch Kranken auf. Die Fahrtkosten für Kranke, die zum Arzt fahren müssen – 42 S kostet eine Fahrt. Können Sie sich vorstellen, was das für jemanden bedeutet, der ein Durchschnittseinkommen von 15 000 S hat und nicht ein Nationalratseinkommen so wie Sie? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. ) Ich weiß nicht: Warum faseln Sie ununterbrochen etwas von Untersuchungsrichter? Ich bin jetzt nicht Untersuchungsrichterin, sondern ich bin Politikerin! Ist es Ihnen nicht möglich, sich zu merken, daß ich nicht in meiner Eigenschaft als Richterin hier bin? – Ich hätte mir eigentlich schon erwartet, daß Sie eigentlich überreißen, als was ich da bin. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. ) Aber Sie brauchen sich jetzt nicht in mich zu verbeißen! Verbeißen Sie sich lieber in Ihren Kanzler Vranitzky, der das als sozial ausgewogen bekundet hat, was Sie den Leuten alles zumuten.
Abg. Kampichler: Kinder zahlen keine Krankenscheingebühr!
Es wundert mich wirklich nicht, daß der Bundeskanzler diese neue Belastung wieder als sozial verträglich hingestellt hat. Er denkt dabei nicht an die Familien, die die Krankenscheingebühr sehr wohl belastet. Man muß sich vorstellen: Zwei Elternteile, zwei Kinder, vier Personen – 200 S im Monat Krankenscheingebühr. (Zwischenruf des Abg. Kampichler. ) Was sagen Sie? Na bitte, mit Ihrem Gehalt ist es wahrscheinlich leicht möglich, das zu bezahlen, aber es gibt Familien, die mit 15 000 S auskommen müssen. (Abg. Kampichler: Kinder zahlen keine Krankenscheingebühr!) Nun, die Rezeptgebühr in der Höhe von 42 S, sehr geehrter Herr Abgeordneter, brummen Sie auch chronisch Kranken auf. Die Fahrtkosten für Kranke, die zum Arzt fahren müssen – 42 S kostet eine Fahrt. Können Sie sich vorstellen, was das für jemanden bedeutet, der ein Durchschnittseinkommen von 15 000 S hat und nicht ein Nationalratseinkommen so wie Sie? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. ) Ich weiß nicht: Warum faseln Sie ununterbrochen etwas von Untersuchungsrichter? Ich bin jetzt nicht Untersuchungsrichterin, sondern ich bin Politikerin! Ist es Ihnen nicht möglich, sich zu merken, daß ich nicht in meiner Eigenschaft als Richterin hier bin? – Ich hätte mir eigentlich schon erwartet, daß Sie eigentlich überreißen, als was ich da bin. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. ) Aber Sie brauchen sich jetzt nicht in mich zu verbeißen! Verbeißen Sie sich lieber in Ihren Kanzler Vranitzky, der das als sozial ausgewogen bekundet hat, was Sie den Leuten alles zumuten.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Es wundert mich wirklich nicht, daß der Bundeskanzler diese neue Belastung wieder als sozial verträglich hingestellt hat. Er denkt dabei nicht an die Familien, die die Krankenscheingebühr sehr wohl belastet. Man muß sich vorstellen: Zwei Elternteile, zwei Kinder, vier Personen – 200 S im Monat Krankenscheingebühr. (Zwischenruf des Abg. Kampichler. ) Was sagen Sie? Na bitte, mit Ihrem Gehalt ist es wahrscheinlich leicht möglich, das zu bezahlen, aber es gibt Familien, die mit 15 000 S auskommen müssen. (Abg. Kampichler: Kinder zahlen keine Krankenscheingebühr!) Nun, die Rezeptgebühr in der Höhe von 42 S, sehr geehrter Herr Abgeordneter, brummen Sie auch chronisch Kranken auf. Die Fahrtkosten für Kranke, die zum Arzt fahren müssen – 42 S kostet eine Fahrt. Können Sie sich vorstellen, was das für jemanden bedeutet, der ein Durchschnittseinkommen von 15 000 S hat und nicht ein Nationalratseinkommen so wie Sie? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. ) Ich weiß nicht: Warum faseln Sie ununterbrochen etwas von Untersuchungsrichter? Ich bin jetzt nicht Untersuchungsrichterin, sondern ich bin Politikerin! Ist es Ihnen nicht möglich, sich zu merken, daß ich nicht in meiner Eigenschaft als Richterin hier bin? – Ich hätte mir eigentlich schon erwartet, daß Sie eigentlich überreißen, als was ich da bin. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. ) Aber Sie brauchen sich jetzt nicht in mich zu verbeißen! Verbeißen Sie sich lieber in Ihren Kanzler Vranitzky, der das als sozial ausgewogen bekundet hat, was Sie den Leuten alles zumuten.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Es wundert mich wirklich nicht, daß der Bundeskanzler diese neue Belastung wieder als sozial verträglich hingestellt hat. Er denkt dabei nicht an die Familien, die die Krankenscheingebühr sehr wohl belastet. Man muß sich vorstellen: Zwei Elternteile, zwei Kinder, vier Personen – 200 S im Monat Krankenscheingebühr. (Zwischenruf des Abg. Kampichler. ) Was sagen Sie? Na bitte, mit Ihrem Gehalt ist es wahrscheinlich leicht möglich, das zu bezahlen, aber es gibt Familien, die mit 15 000 S auskommen müssen. (Abg. Kampichler: Kinder zahlen keine Krankenscheingebühr!) Nun, die Rezeptgebühr in der Höhe von 42 S, sehr geehrter Herr Abgeordneter, brummen Sie auch chronisch Kranken auf. Die Fahrtkosten für Kranke, die zum Arzt fahren müssen – 42 S kostet eine Fahrt. Können Sie sich vorstellen, was das für jemanden bedeutet, der ein Durchschnittseinkommen von 15 000 S hat und nicht ein Nationalratseinkommen so wie Sie? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. ) Ich weiß nicht: Warum faseln Sie ununterbrochen etwas von Untersuchungsrichter? Ich bin jetzt nicht Untersuchungsrichterin, sondern ich bin Politikerin! Ist es Ihnen nicht möglich, sich zu merken, daß ich nicht in meiner Eigenschaft als Richterin hier bin? – Ich hätte mir eigentlich schon erwartet, daß Sie eigentlich überreißen, als was ich da bin. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. ) Aber Sie brauchen sich jetzt nicht in mich zu verbeißen! Verbeißen Sie sich lieber in Ihren Kanzler Vranitzky, der das als sozial ausgewogen bekundet hat, was Sie den Leuten alles zumuten.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Gehen Sie doch einmal dorthin, und bereinigen Sie das doch dort einmal! Schauen Sie einmal, ob es notwendig ist, daß man an Ehrenamtliche Funktionsgebühren in der Höhe von 30 000 S im Monat auszahlt. Da hätten Sie genug zum Ausschöpfen, meine sehr geehrten Damen und Herren, aber davor drücken Sie sich ununterbrochen herum. Da entwickeln Sie überhaupt keine Phantasien. (Beifall bei den Freiheitlichen.) – Ich vermisse alle Maßnahmen, völlig antiquierte Geldeinnahmemöglichkeiten für verschiedene Politfunktionäre zu streichen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir sind jedenfalls dagegen, daß weiterhin so wie bisher gewirtschaftet wird, daß immer nur die einfachste Lösung herangezogen wird, Beiträge erhöht, Selbstkostenbeiträge eingehoben werden und an sonst nichts anderes gedacht wird. Wir bitten Sie, daß Sie endlich einmal umdenken lernen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Wer ist der Esel? – Abg. Mag. Stadler: Er soll nicht lange fragen!
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Kollegen! Bei der Debatte um die Erhöhung der Krankenkassengebühren komme ich mir in ein Märchen versetzt vor. Bundeskanzler Vranitzky, Bürgermeister Häupl, Vizekanzler Schüssel, Sozialsprecher der ÖVP Feurstein – sie spielen im Märchen die Bremer Stadtmusikanten. Alle schreien und kein Mensch kennt sich mehr aus. Wer wo steht, das überlasse ich jedem einzelnen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Wer ist der Esel? – Abg. Mag. Stadler: Er soll nicht lange fragen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Das war die Bedingung der ÖVP, und ich bin mir ganz sicher, Herr Kollege Schwarzenberger, vor der nächsten Wahl wird wieder ein Brief vom Herrn Bundeskanzler an die Wähler gehen, in dem er genau diese Situation beschreibt: Wir, die SPÖ, wollten diese Krankenscheingebühren gar nicht, aber die ÖVP wollte sie, das war ihre Bedingung. – Sie von der ÖVP werden wieder, Herr Kollege Schwarzenberger, eine aufs Dach bekommen – und zu Recht. Ich glaube, damit habe ich Ihre Frage, wer der Esel sei, beantwortet. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. )
Oh-Rufe.
Herr Staatssekretär! Sie sind eines der sympathischsten Mitglieder der Bundesregierung. (Oh-Rufe.) Es verbindet mich mit Ihnen eine Vorliebe, und zwar die Vorliebe für Rapid: Ich hoffe aber, daß Sie auch so siegreich sind wie Ihre Lieblingsmannschaft. Ich glaube, Sie hätten wirklich viel Arbeit.
Abg. Dietachmayr: Das sind keine Beamten!
Herr Staatssekretär! In den Versicherungen, in den Gebietskrankenkassen spielen sich unbeschreibliche Privilegiengeschichten ab. Beamte der Versicherungen, der Gebietskrankenkasse, ich sage Beamte ... (Abg. Dietachmayr: Das sind keine Beamten!) – Na selbstverständlich! Was ist denn ein Kurdirektor von einer Sozialversicherungsanstalt? Sie wissen das nicht einmal, Herr Kollege! Ich sage Ihnen, wie das dort läuft: Das ist schon ein Beamter, er ist aber gleichzeitig auch ein ASVG-Bediensteter. (Abg. Koppler: Was ist mit dem? Was ist mit dem?)
Abg. Koppler: Was ist mit dem? Was ist mit dem?
Herr Staatssekretär! In den Versicherungen, in den Gebietskrankenkassen spielen sich unbeschreibliche Privilegiengeschichten ab. Beamte der Versicherungen, der Gebietskrankenkasse, ich sage Beamte ... (Abg. Dietachmayr: Das sind keine Beamten!) – Na selbstverständlich! Was ist denn ein Kurdirektor von einer Sozialversicherungsanstalt? Sie wissen das nicht einmal, Herr Kollege! Ich sage Ihnen, wie das dort läuft: Das ist schon ein Beamter, er ist aber gleichzeitig auch ein ASVG-Bediensteter. (Abg. Koppler: Was ist mit dem? Was ist mit dem?)
Abg. Koppler: Eine Pension!
Mit 24 Jahren werden die Beamten in den Sozialversicherungsanstalten und Gebietskrankenkassen pragmatisiert – nach nur fünf Jahren Beamtentätigkeit. Sie haben günstigste Nachkauftarife, und sie bekommen – Herr Kollege, passen Sie auf, damit Ihnen nächstes Mal nicht mehr so ein Fehler passiert, daß Sie sagen, dort gibt es keine Beamte –, wenn sie in Pension gehen (Abg. Koppler: Eine Pension!), eine Abfertigung. Sie bekommen eine Abfertigung, und sie bekommen die Pension eines Beamten.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Koppler.
Herr Staatssekretär! Da wird Geld verschleudert, da sind dringend Reformen notwendig, und dafür sind Sie zuständig. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Koppler. ) Eine Abfertigung, Herr Kollege Koppler, und eine Beamtenpension bekommen sie. Das heißt, sie haben den Vorteil der ASVG-Bediensteten und den Vorteil des Beamtenstandes. Das hast nicht einmal du als Zentralbetriebsrat, gell? (Abg. Koppler: Ich habe überhaupt nichts!)
Abg. Koppler: Ich habe überhaupt nichts!
Herr Staatssekretär! Da wird Geld verschleudert, da sind dringend Reformen notwendig, und dafür sind Sie zuständig. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Koppler. ) Eine Abfertigung, Herr Kollege Koppler, und eine Beamtenpension bekommen sie. Das heißt, sie haben den Vorteil der ASVG-Bediensteten und den Vorteil des Beamtenstandes. Das hast nicht einmal du als Zentralbetriebsrat, gell? (Abg. Koppler: Ich habe überhaupt nichts!)
Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger
Ich war vor kurzem bei einer Versammlung in Wartberg, das ist im Bezirk Kirchdorf. Da gab mir eine 59jährige Frau den Brief, den sie von Herrn Dr. Vranitzky bekommen hat. Sie kennen ihn mittlerweile schon. Diese Frau (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger ) – Sie werden ihn noch oft zu hören bekommen, Herr Kollege – hat fünf Kinder zu fleißigen, anständigen Menschen großgezogen und hat zehn Jahre lang ihre Mutter gepflegt, bis sie gestorben ist. Für diese Leistungen, fünf Kinder großzuziehen und zehn Jahre lang Pflegearbeit zu verrichten, bekommt man in diesem Land vom Staat keinen einzigen Schilling. Und dann geht der Herr Bundeskanzler her und schreibt dieser Frau den Brief, in dem steht, daß ihre Pension gesichert ist. (Ruf bei den Freiheitlichen: Eine Schande ist das!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Eine Schande ist das!
Ich war vor kurzem bei einer Versammlung in Wartberg, das ist im Bezirk Kirchdorf. Da gab mir eine 59jährige Frau den Brief, den sie von Herrn Dr. Vranitzky bekommen hat. Sie kennen ihn mittlerweile schon. Diese Frau (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger ) – Sie werden ihn noch oft zu hören bekommen, Herr Kollege – hat fünf Kinder zu fleißigen, anständigen Menschen großgezogen und hat zehn Jahre lang ihre Mutter gepflegt, bis sie gestorben ist. Für diese Leistungen, fünf Kinder großzuziehen und zehn Jahre lang Pflegearbeit zu verrichten, bekommt man in diesem Land vom Staat keinen einzigen Schilling. Und dann geht der Herr Bundeskanzler her und schreibt dieser Frau den Brief, in dem steht, daß ihre Pension gesichert ist. (Ruf bei den Freiheitlichen: Eine Schande ist das!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ja, sie ist mitversichert bei ihrem Mann. So schaut die Frauen- und Familienpolitik in diesem Land aus. Es ist der blanke Hohn, daß Frauen, die Kinder erziehen, die Nur-Hausfrauen sind für die Sozialisten, absolut keine eigenständige soziale Absicherung haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dunst.
Die Auswirkungen dieser Familienpolitik sind hinlänglich bekannt. Die Mütter müssen jetzt alle arbeiten gehen, aber nicht aus Jux und Tollerei oder weil ihnen zu Hause so fad ist, sondern weil das Familieneinkommen durch Ihre Politik nicht mehr reicht. (Zwischenruf der Abg. Dunst. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dunst.
Ein ausgelernter Tischler – das müßte Sie, Frau Kollegin Dunst, als Sozialistin interessieren – bekommt im Monat 12 000 S netto. Eine ausgelernte Friseurin bekommt im Monat 7 200 S netto. Jetzt wollen mir Sie erklären, mit diesem Gehalt kann jemand seine Familie ernähren. 4 000 S bis 5 000 S oder 6 000 S gehen für die Miete drauf, und dann gehen Sie noch her und erhöhen die Energiesteuer, damit das Wohnen für die Familien noch teurer wird. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dunst. )
Abg. Schwarzenberger: Nein!
Aber besonders gepflanzt fühlen sich zahllose Bäuerinnen, Herr Kollege Schwarzenberger! Sie werden mit Sicherheit den Brief bekommen haben, den auch ich bekommen habe, nämlich von den oberösterreichischen Bäuerinnen, vom Bäuerinnenausschuß. (Abg. Schwarzenberger: Nein!) Kennen Sie ihn nicht? – Sie werden demnächst die Gelegenheit haben, die Forderungen der oberösterreichischen Bäuerinnen mit uns zu beschließen. (Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Aber besonders gepflanzt fühlen sich zahllose Bäuerinnen, Herr Kollege Schwarzenberger! Sie werden mit Sicherheit den Brief bekommen haben, den auch ich bekommen habe, nämlich von den oberösterreichischen Bäuerinnen, vom Bäuerinnenausschuß. (Abg. Schwarzenberger: Nein!) Kennen Sie ihn nicht? – Sie werden demnächst die Gelegenheit haben, die Forderungen der oberösterreichischen Bäuerinnen mit uns zu beschließen. (Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Wenn es nach Ihnen ginge, bekämen die Bäuerinnen noch immer keine Pension!
Herr Kollege Schwarzenberger! Vor allem sehr geehrte Kollegen von der ÖVP! Bauernabgeordnete! 1992 wurde die Bäuerinnenpension eingeführt – gegen die Stimmen der Freiheitlichen. Und wir haben recht gehabt, denn das, was Sie damals beschlossen und den Bäuerinnen versprochen haben, ist ein Skandal. Es hat nur vier Jahre gedauert, und alles ist anders. Sie sind auf allen Linien umgefallen – auf allen Linien! (Abg. Schwarzenberger: Wenn es nach Ihnen ginge, bekämen die Bäuerinnen noch immer keine Pension!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Schwarzenberger! Da muß eine Berufsgruppe, die schwerst arbeitet, wie die Bäuerinnen, die den schlechtesten Gesundheitszustand von allen Berufsgruppen in Österreich aufweist, jetzt aufgrund Ihrer Beschlüsse bis zum 60. Lebensjahr voll arbeiten. Das ist ein sozialpolitischer Skandal in diesem Land, der seinesgleichen sucht. Sie sind dafür verantwortlich, Herr Kollege Schwarzenberger. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Er will nicht mehr zuhören!
Herr Kollege Schwarzenberger! Noch etwas: Sie von der ÖVP behandeln die Bäuerinnen wie Menschen dritter Klasse. Es ist so, daß die Bäuerinnen keinen Berufsschutz haben. Wenn heute eine Bäuerin krank ist ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er will nicht mehr zuhören!) – Das glaube ich,
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man muß sich das vorstellen: Die Nebenerwerbsbauern zahlen Sozialversicherungsbeträge und Arbeitslosenbeiträge ein, und wenn sie gekündigt werden und sie einen Einheitswert von über 54 000 Schilling haben, bekommen sie kein Arbeitslosenentgelt ausbezahlt, Herr Kollege Schwarzenberger! Sie lassen sie bezahlen, aber wenn sie gekündigt werden, bekommen sie keinen einzigen Schilling, während zum Beispiel die Häftlinge in Österreich mit ihrer Haftzeit ein Anrecht auf Arbeitslosenentgelt erwerben, Herr Kollege Schwarzenberger! So schaut Ihre Sozialpolitik aus! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Oh!
Die Frau Präsidentin Hostasch ist gerade nicht da, vielleicht kommt sie noch. Ich möchte ihr nämlich eine Kritik aus Kärnten übermitteln, die unter anderem der Präsident Josef Quantschnig angebracht hat: "Das vom Ministerrat verabschiedete Krankenkassenpaket findet nicht die Zustimmung der Arbeiterkammer Kärnten." Oh! "Die Sanierungsmaßnahmen sind nicht sozial gerecht." (Abg. Koppler: Oh!) Oh! "Daher stellt Präsident Josef Quantschnig am Mittwoch in seiner Aussendung fest" (Abg. Koppler: Oh!) : "Sie treffen in erster Linie die Arbeitnehmer und Pensionisten." Und die wollen Sie angeblich in Schutz nehmen! Da, glaube ich, sind Sie nicht richtig, Kollege Koppler! (Beifall bei den Freiheitlichen.) "Die finanzielle Belastbarkeit der Arbeitnehmer habe den Plafond erreicht." – Das hat auch noch Präsident Quantschnig gesagt.
Abg. Koppler: Oh!
Die Frau Präsidentin Hostasch ist gerade nicht da, vielleicht kommt sie noch. Ich möchte ihr nämlich eine Kritik aus Kärnten übermitteln, die unter anderem der Präsident Josef Quantschnig angebracht hat: "Das vom Ministerrat verabschiedete Krankenkassenpaket findet nicht die Zustimmung der Arbeiterkammer Kärnten." Oh! "Die Sanierungsmaßnahmen sind nicht sozial gerecht." (Abg. Koppler: Oh!) Oh! "Daher stellt Präsident Josef Quantschnig am Mittwoch in seiner Aussendung fest" (Abg. Koppler: Oh!) : "Sie treffen in erster Linie die Arbeitnehmer und Pensionisten." Und die wollen Sie angeblich in Schutz nehmen! Da, glaube ich, sind Sie nicht richtig, Kollege Koppler! (Beifall bei den Freiheitlichen.) "Die finanzielle Belastbarkeit der Arbeitnehmer habe den Plafond erreicht." – Das hat auch noch Präsident Quantschnig gesagt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Frau Präsidentin Hostasch ist gerade nicht da, vielleicht kommt sie noch. Ich möchte ihr nämlich eine Kritik aus Kärnten übermitteln, die unter anderem der Präsident Josef Quantschnig angebracht hat: "Das vom Ministerrat verabschiedete Krankenkassenpaket findet nicht die Zustimmung der Arbeiterkammer Kärnten." Oh! "Die Sanierungsmaßnahmen sind nicht sozial gerecht." (Abg. Koppler: Oh!) Oh! "Daher stellt Präsident Josef Quantschnig am Mittwoch in seiner Aussendung fest" (Abg. Koppler: Oh!) : "Sie treffen in erster Linie die Arbeitnehmer und Pensionisten." Und die wollen Sie angeblich in Schutz nehmen! Da, glaube ich, sind Sie nicht richtig, Kollege Koppler! (Beifall bei den Freiheitlichen.) "Die finanzielle Belastbarkeit der Arbeitnehmer habe den Plafond erreicht." – Das hat auch noch Präsident Quantschnig gesagt.
Abg. Koppler: So wie du!
Ich habe unter anderem Vorschläge. Ich werde dir zuerst einmal noch die Belastungen sagen, Kollege Koppler, denn du wirst das wahrscheinlich nicht spüren bei deinem hohen Gehalt, bei dem Nichtstun, was du als arbeitsloses Einkommen einsteckst. (Abg. Koppler: So wie du!) Das ist deine Art und Weise, ist aber nicht so, wie wir Freiheitliche es haben wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich habe unter anderem Vorschläge. Ich werde dir zuerst einmal noch die Belastungen sagen, Kollege Koppler, denn du wirst das wahrscheinlich nicht spüren bei deinem hohen Gehalt, bei dem Nichtstun, was du als arbeitsloses Einkommen einsteckst. (Abg. Koppler: So wie du!) Das ist deine Art und Weise, ist aber nicht so, wie wir Freiheitliche es haben wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
"Sehr geehrte Familie Blünegger! Heuer gibt es eine schöne Bescherung für alle, die den verdienten Ruhestand genießen oder sich darauf freuen." Er sagt Bescherung. Ich brauche von ihm keine Bescherung, was ich brauche, ist, daß in Österreich keine solchen Fehler gemacht werden, daß Kleinfamilien und Pensionisten eine solche Bescherung erhalten, wie das durch dieses Maßnahmenpaket in der heutigen Krankenversicherungsdebatte der Fall ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Wie viele Prozente sind das in der Gesamtsumme?
Dazu zwei Beispiele, die ich hier ruhig erwähnen kann. Der Verwaltungsaufwand in den Krankenkassen stieg von 1992 bis 1995 von 3,18 Milliarden Schilling auf 3,72 Milliarden Schilling. Eine Kleinigkeit! (Abg. Koppler: Wie viele Prozente sind das in der Gesamtsumme?) Das müßte ich erst ausrechnen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Ich will dir ja nur sagen, daß das gestiegen ist. Der Prozentsatz ist doch nicht interessant, sondern es ist gestiegen, und das ist die entscheidende Frage. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Dazu zwei Beispiele, die ich hier ruhig erwähnen kann. Der Verwaltungsaufwand in den Krankenkassen stieg von 1992 bis 1995 von 3,18 Milliarden Schilling auf 3,72 Milliarden Schilling. Eine Kleinigkeit! (Abg. Koppler: Wie viele Prozente sind das in der Gesamtsumme?) Das müßte ich erst ausrechnen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Ich will dir ja nur sagen, daß das gestiegen ist. Der Prozentsatz ist doch nicht interessant, sondern es ist gestiegen, und das ist die entscheidende Frage. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dazu zwei Beispiele, die ich hier ruhig erwähnen kann. Der Verwaltungsaufwand in den Krankenkassen stieg von 1992 bis 1995 von 3,18 Milliarden Schilling auf 3,72 Milliarden Schilling. Eine Kleinigkeit! (Abg. Koppler: Wie viele Prozente sind das in der Gesamtsumme?) Das müßte ich erst ausrechnen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Ich will dir ja nur sagen, daß das gestiegen ist. Der Prozentsatz ist doch nicht interessant, sondern es ist gestiegen, und das ist die entscheidende Frage. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Oje!
Ich bin kein Funktionär in der Sozialversicherungsanstalt. Ich war ein Funktionär in der Tiroler Arbeiterkammer, und da habe ich das Meinige dazu beigetragen, Kollege Koppler, daß dort ein bisserl ein reiner Tisch gemacht worden ist. (Abg. Parnigoni: Oje!) Da sind Vizepräsidenten gegangen, die sich dort nicht mehr wohlgefühlt haben, und verschiedene andere Sachen mehr. Aber das ist eben freiheitliche Politik, und da werden diese schwarzen Produkte, die nicht in die Allgemeinheit hineingehören, einfach ausgemistet. Das, glaube ich, ist der richtige Weg! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Sonja Moser. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Sonja Moser.
Ich bin kein Funktionär in der Sozialversicherungsanstalt. Ich war ein Funktionär in der Tiroler Arbeiterkammer, und da habe ich das Meinige dazu beigetragen, Kollege Koppler, daß dort ein bisserl ein reiner Tisch gemacht worden ist. (Abg. Parnigoni: Oje!) Da sind Vizepräsidenten gegangen, die sich dort nicht mehr wohlgefühlt haben, und verschiedene andere Sachen mehr. Aber das ist eben freiheitliche Politik, und da werden diese schwarzen Produkte, die nicht in die Allgemeinheit hineingehören, einfach ausgemistet. Das, glaube ich, ist der richtige Weg! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Sonja Moser. )
Abg. Dr. Sonja Moser: Mir geht es gut!
Haben wir irgend etwas, Frau Kollegin Bauer? (Abg. Dr. Sonja Moser: Mir geht es gut!) Nicht. (Abg. Dr. Sonja Moser: Aber Ihre Argumente gehen Ihnen aus!) Ich suche meine Schule nicht, ich habe ja einen Arbeitsplatz. (Abg. Dr. Sonja Moser: Ich auch! – Abg. Dr. Graf: Eine Schule sucht sie!) Eine Schule sucht sie, ja. Irgendwo ist sie Direktorin in einer Schule, die es nicht mehr gibt. Gibt es sie wirklich nicht mehr? (Abg. Mag. Stadler: Die Schule gibt es nicht mehr!) Das ist ja eine Katastrophe. Da müssen wir die Schule auch noch suchen. Nicht nur die Arbeitsplätze müssen wir suchen, jetzt müssen wir die Schule auch noch suchen, das ist ja ganz etwas Neues.
Abg. Dr. Sonja Moser: Aber Ihre Argumente gehen Ihnen aus!
Haben wir irgend etwas, Frau Kollegin Bauer? (Abg. Dr. Sonja Moser: Mir geht es gut!) Nicht. (Abg. Dr. Sonja Moser: Aber Ihre Argumente gehen Ihnen aus!) Ich suche meine Schule nicht, ich habe ja einen Arbeitsplatz. (Abg. Dr. Sonja Moser: Ich auch! – Abg. Dr. Graf: Eine Schule sucht sie!) Eine Schule sucht sie, ja. Irgendwo ist sie Direktorin in einer Schule, die es nicht mehr gibt. Gibt es sie wirklich nicht mehr? (Abg. Mag. Stadler: Die Schule gibt es nicht mehr!) Das ist ja eine Katastrophe. Da müssen wir die Schule auch noch suchen. Nicht nur die Arbeitsplätze müssen wir suchen, jetzt müssen wir die Schule auch noch suchen, das ist ja ganz etwas Neues.
Abg. Dr. Sonja Moser: Ich auch! – Abg. Dr. Graf: Eine Schule sucht sie!
Haben wir irgend etwas, Frau Kollegin Bauer? (Abg. Dr. Sonja Moser: Mir geht es gut!) Nicht. (Abg. Dr. Sonja Moser: Aber Ihre Argumente gehen Ihnen aus!) Ich suche meine Schule nicht, ich habe ja einen Arbeitsplatz. (Abg. Dr. Sonja Moser: Ich auch! – Abg. Dr. Graf: Eine Schule sucht sie!) Eine Schule sucht sie, ja. Irgendwo ist sie Direktorin in einer Schule, die es nicht mehr gibt. Gibt es sie wirklich nicht mehr? (Abg. Mag. Stadler: Die Schule gibt es nicht mehr!) Das ist ja eine Katastrophe. Da müssen wir die Schule auch noch suchen. Nicht nur die Arbeitsplätze müssen wir suchen, jetzt müssen wir die Schule auch noch suchen, das ist ja ganz etwas Neues.
Abg. Mag. Stadler: Die Schule gibt es nicht mehr!
Haben wir irgend etwas, Frau Kollegin Bauer? (Abg. Dr. Sonja Moser: Mir geht es gut!) Nicht. (Abg. Dr. Sonja Moser: Aber Ihre Argumente gehen Ihnen aus!) Ich suche meine Schule nicht, ich habe ja einen Arbeitsplatz. (Abg. Dr. Sonja Moser: Ich auch! – Abg. Dr. Graf: Eine Schule sucht sie!) Eine Schule sucht sie, ja. Irgendwo ist sie Direktorin in einer Schule, die es nicht mehr gibt. Gibt es sie wirklich nicht mehr? (Abg. Mag. Stadler: Die Schule gibt es nicht mehr!) Das ist ja eine Katastrophe. Da müssen wir die Schule auch noch suchen. Nicht nur die Arbeitsplätze müssen wir suchen, jetzt müssen wir die Schule auch noch suchen, das ist ja ganz etwas Neues.
Abg. Koppler: Du weißt nicht, was Arbeit und Einkommen ist!
Als freiheitlicher Arbeitnehmer und Zahler der Sozialversicherungsbeiträge fordere ich natürlich bezüglich der Funktionsgebühren und der Vorstandsmitglieder: Sie sollen nicht arbeitslose Einkommen beziehen, sondern sie sollten nur für ihre Funktion bezahlt werden und nicht nach Nichtleistung. Das möchte ich nur dazu sagen. (Abg. Koppler: Du weißt nicht, was Arbeit und Einkommen ist!) Denn wir kennen ja, Kollege Koppler, die Gagen. Wir kennen ja die Gagen der verschiedenen Gebietskrankenkassenobmänner. Die kennst du ja selber. Du kennst ja zumindest die Gagen, die müßtest du wissen. Du kannst von deiner Gage ausgehen, die kennst du, und du weißt, dafür brauchst du gar nicht viel zu arbeiten. Einen Chauffeur hast du auch, das paßt auch, ist alles in Ordnung, gut. (Abg. Koppler: Das mußt du erst zusammenbringen!) Aber die Gebietskrankenkassenobmänner, die natürlich politisch bestimmt werden und nicht nach objektiven Kriterien, genau diese Gebietskrankenkassenobmänner verdienen nach meinem Dafürhalten einfach zuviel. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Das mußt du erst zusammenbringen!
Als freiheitlicher Arbeitnehmer und Zahler der Sozialversicherungsbeiträge fordere ich natürlich bezüglich der Funktionsgebühren und der Vorstandsmitglieder: Sie sollen nicht arbeitslose Einkommen beziehen, sondern sie sollten nur für ihre Funktion bezahlt werden und nicht nach Nichtleistung. Das möchte ich nur dazu sagen. (Abg. Koppler: Du weißt nicht, was Arbeit und Einkommen ist!) Denn wir kennen ja, Kollege Koppler, die Gagen. Wir kennen ja die Gagen der verschiedenen Gebietskrankenkassenobmänner. Die kennst du ja selber. Du kennst ja zumindest die Gagen, die müßtest du wissen. Du kannst von deiner Gage ausgehen, die kennst du, und du weißt, dafür brauchst du gar nicht viel zu arbeiten. Einen Chauffeur hast du auch, das paßt auch, ist alles in Ordnung, gut. (Abg. Koppler: Das mußt du erst zusammenbringen!) Aber die Gebietskrankenkassenobmänner, die natürlich politisch bestimmt werden und nicht nach objektiven Kriterien, genau diese Gebietskrankenkassenobmänner verdienen nach meinem Dafürhalten einfach zuviel. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Als freiheitlicher Arbeitnehmer und Zahler der Sozialversicherungsbeiträge fordere ich natürlich bezüglich der Funktionsgebühren und der Vorstandsmitglieder: Sie sollen nicht arbeitslose Einkommen beziehen, sondern sie sollten nur für ihre Funktion bezahlt werden und nicht nach Nichtleistung. Das möchte ich nur dazu sagen. (Abg. Koppler: Du weißt nicht, was Arbeit und Einkommen ist!) Denn wir kennen ja, Kollege Koppler, die Gagen. Wir kennen ja die Gagen der verschiedenen Gebietskrankenkassenobmänner. Die kennst du ja selber. Du kennst ja zumindest die Gagen, die müßtest du wissen. Du kannst von deiner Gage ausgehen, die kennst du, und du weißt, dafür brauchst du gar nicht viel zu arbeiten. Einen Chauffeur hast du auch, das paßt auch, ist alles in Ordnung, gut. (Abg. Koppler: Das mußt du erst zusammenbringen!) Aber die Gebietskrankenkassenobmänner, die natürlich politisch bestimmt werden und nicht nach objektiven Kriterien, genau diese Gebietskrankenkassenobmänner verdienen nach meinem Dafürhalten einfach zuviel. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Aufhören!
Hohes Haus! Werte Abgeordnete! Geschätzter Herr Staatssekretär! Durch eine Neuorganisation des gesamten Sozialversicherungswesen (Abg. Koppler: Aufhören!) und der Krankenkassen ergeben sich gewaltige Einsparungsmöglichkeiten.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, daß ich noch einen Satz zur Frau Präsidentin Hostasch sagen kann: Auch wir Freiheitlichen stellen den Menschen in den Vordergrund. Unterstützen Sie unsere Anträge zum Wohle der Bürger in Österreich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Amon: Bei Ihnen!
Die Aufmerksamkeit ist eine sehr schlechte, wie meistens bei Familienthemen (Abg. Amon: Bei Ihnen!) , aber ich werde es nicht müde, trotzdem immer wieder darauf hinzuweisen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Aufmerksamkeit ist eine sehr schlechte, wie meistens bei Familienthemen (Abg. Amon: Bei Ihnen!) , aber ich werde es nicht müde, trotzdem immer wieder darauf hinzuweisen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist einfach Etikettenschwindel, Herr Staatssekretär, wenn man als Ausgleich für diese neue Schröpfaktion ab 1998 vielleicht eine Einsparung im Bereich der Verkehrsverbünde um 350 Millionen Schilling ins Auge faßt, denn diese Ermächtigungsbewilligung, die jetzt der Herr Bundesminister für Jugend und Familie bekommt, enthält ja keine Verbindlichkeit, bitte. Das hat ja die österreichische Familienpolitik immer wieder gezeigt, und es ist ja auch nichts Neues: Seit fünf Jahren verlangt die Freiheitliche Partei, daß diese stillen Subventionen an die Verkehrsträger endlich einmal aufhören sollen. Familiengelder sind nicht dazu da, die ÖBB still zu subventionieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn sich der Herr Bundeskanzler heute hergestellt hat und mit einem Zynismus und mit einer Polemik auf unsere dringliche Anfrage geantwortet hat, dann muß ich wirklich sagen: Verantwortungsbewußtsein: nein, schlechtes Gewissen: ja. Das ist für mich die Erklärung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Nur ich, ich als Freiheitliche, wehre mich vehement dagegen (Beifall bei den Freiheitlichen) , daß gerade diejenigen, die immense unbezahlte Leistungen für die Gesellschaft dieses Staates dadurch erbringen, daß sie bereit sind, Kinder großzuziehen, immer mehr und mehr und immer mehr überproportional zur Kasse gebeten werden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und mein Aufruf geht hier nicht nur an die Regierungsbank, sondern auch an die Abgeordneten der beiden Regierungsparteien. Ich würde Sie wirklich ersuchen, von diesem Kurs endlich abzulassen und mehr für Österreichs Familien mit Kindern zu tun. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Ing. Mathias Reichhold (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Die heutige Diskussion und das Verhalten des Bundeskanzlers haben vieles verraten. Die Polemik, die Nervosität, ja die Aggression, die er zuletzt an den Tag legte, zeigen, daß offenbar dieses geschnürte Paket auf massiven Widerstand in der eigenen Partei stößt. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es wurden ja heute in der Debatte schon sehr viele Kritiker zitiert. Ich spare mir, noch weitere Zitate hinzuzufügen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Doch der Gesundheitsminister, der vor ein paar Jahren noch den Ausbau dieses Krankenhauses empfahl, wechselte dann nach Kärnten. Und nun will er diese Geburtenabteilung und die gynäkologische Abteilung schließen, und er will auch den Bau stoppen. – Das zeigt die chaotische Gesundheitspolitik dieser Bundesregierung und der Verantwortlichen in diesem Bereich, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, daß das nicht unbedingt ein typischer Kärntner Weg ist, dieser Weg ist vielmehr symbolisch für den Weg, den die Politik in Österreich insgesamt geht: Daß nämlich dort, wo Reformen Platz greifen sollten, nichts getan wird, und dort, wo vorbildliche Einrichtungen bestehen, die Dinge zerschlagen werden. – Mit dieser Politik können und werden Sie das Dilemma rund um die Krankenkassen sicher nicht lösen können! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir haben noch kein einziges Mal ein solches Beispiel gebracht wie das, das Bürgermeister Häupl heute betreffend seinen Stiefvater genannt hat. Meine Damen und Herren! Bürgermeister Häupl schildert heute, daß sein Stiefvater – ich weiß schon, Kollege Guggenberger wird wieder sagen, daß das nicht wahr ist! – fast 80 Jahre alt ist und einen Rollstuhl um sage und schreibe 75 000 S braucht und daß selbst er, Bürgermeister Häupl, Zweifel daran hat, ob dieser Rollstuhl ... (Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Ich möchte um etwas mehr Aufmerksamkeit für den Redner bitten! – Danke. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Das kann ich mir vorstellen! So wie Sie heute im Wiener Landtag an der Rostra keine Worte gefunden haben, so bemühen Sie sich auch hier, dieser Debatte auszuweichen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
All die großen Bonzen und Abkassierer, wie sie da drinnen sitzen, sind eines Sinnes mit den Abkassierern auf der Regierungsbank, meine Damen und Herren, Hohes Haus (Beifall bei den Freiheitlichen) , mit dem Abkassierer Vranitzky, der einen eigenen Pensionsvertrag bei der Länderbank über eine Pension in Millionenhöhe hat. Und diese Pension wird er selbstverständlich konsumieren, meine Damen und Herren, auch wenn es in der Öffentlichkeit bestritten wird! Herr Kollege Kostelka! Sie sind eines Sinnes – auch wenn Sie es in der Sendung "Zur Sache" bestritten haben – mit dem Abfertigungsmillionär Vranitzky. (Abg. Dr. Kostelka: Ich habe, im Unterschied zu Ihnen, auf meine verzichtet!) Sie sind ja auch so einer: Sie kassieren Ihr arbeitsloses Einkommen in der Höhe eines Gehaltes, das viele Österreicherinnen und Österreicher nicht einmal fürs Arbeiten verdienen, im Wege des "Höchtlns". Sie sollten sich schämen dafür! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Kostelka: Ich habe, im Unterschied zu Ihnen, auf meine verzichtet!
All die großen Bonzen und Abkassierer, wie sie da drinnen sitzen, sind eines Sinnes mit den Abkassierern auf der Regierungsbank, meine Damen und Herren, Hohes Haus (Beifall bei den Freiheitlichen) , mit dem Abkassierer Vranitzky, der einen eigenen Pensionsvertrag bei der Länderbank über eine Pension in Millionenhöhe hat. Und diese Pension wird er selbstverständlich konsumieren, meine Damen und Herren, auch wenn es in der Öffentlichkeit bestritten wird! Herr Kollege Kostelka! Sie sind eines Sinnes – auch wenn Sie es in der Sendung "Zur Sache" bestritten haben – mit dem Abfertigungsmillionär Vranitzky. (Abg. Dr. Kostelka: Ich habe, im Unterschied zu Ihnen, auf meine verzichtet!) Sie sind ja auch so einer: Sie kassieren Ihr arbeitsloses Einkommen in der Höhe eines Gehaltes, das viele Österreicherinnen und Österreicher nicht einmal fürs Arbeiten verdienen, im Wege des "Höchtlns". Sie sollten sich schämen dafür! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
All die großen Bonzen und Abkassierer, wie sie da drinnen sitzen, sind eines Sinnes mit den Abkassierern auf der Regierungsbank, meine Damen und Herren, Hohes Haus (Beifall bei den Freiheitlichen) , mit dem Abkassierer Vranitzky, der einen eigenen Pensionsvertrag bei der Länderbank über eine Pension in Millionenhöhe hat. Und diese Pension wird er selbstverständlich konsumieren, meine Damen und Herren, auch wenn es in der Öffentlichkeit bestritten wird! Herr Kollege Kostelka! Sie sind eines Sinnes – auch wenn Sie es in der Sendung "Zur Sache" bestritten haben – mit dem Abfertigungsmillionär Vranitzky. (Abg. Dr. Kostelka: Ich habe, im Unterschied zu Ihnen, auf meine verzichtet!) Sie sind ja auch so einer: Sie kassieren Ihr arbeitsloses Einkommen in der Höhe eines Gehaltes, das viele Österreicherinnen und Österreicher nicht einmal fürs Arbeiten verdienen, im Wege des "Höchtlns". Sie sollten sich schämen dafür! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka . – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Deswegen sind Ihnen die sozialen Anliegen der österreichischen Pensionistinnen und Pensionisten egal, meine Damen und Herren. Weil ja die Kanzlersgattin, die Frau Geschäftsführerin der Firma Normalia, vermutlich ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka . – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Natürlich sind Sie Abkassierer! Herr Präsident! Das ist ungeheuerlich! Herr Präsident! Dieser Herr dort in Blau ist einer der größten Abkassierer! (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Deswegen sind Ihnen die sozialen Anliegen der österreichischen Pensionistinnen und Pensionisten egal, meine Damen und Herren. Weil ja die Kanzlersgattin, die Frau Geschäftsführerin der Firma Normalia, vermutlich ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka . – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Natürlich sind Sie Abkassierer! Herr Präsident! Das ist ungeheuerlich! Herr Präsident! Dieser Herr dort in Blau ist einer der größten Abkassierer! (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Eder – mit der Hand auf Präsidenten Dr. Brauneder weisend –: Dort sitzt der Abkassierer!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder (das Glockenzeichen gebend) : Ich darf das Hohe Haus doch um etwas mehr Aufmerksamkeit und Disziplin bitten! (Abg. Eder – mit der Hand auf Präsidenten Dr. Brauneder weisend –: Dort sitzt der Abkassierer!)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Eder .
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Einer der größten Abkassierer dieses Hauses erlaubt sich, an der Vorsitzführung Kritik zu üben, weil er nicht in der Lage ist ... (Weiterer Zwischenruf des Abg. Eder .) Das haben Sie eben getan, weil Sie nicht in der Lage sind, sich in einer Sozialdebatte für die Pensionisten dieses Landes stark zu machen, wie das der Wiener Bürgermeister macht! Dafür würden Sie nämlich von Ihrem eigenen Klubobmann wahrscheinlich die rote Karte bekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dietachmayr . – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Gegenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dietachmayr . – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Gegenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Einer der größten Abkassierer dieses Hauses erlaubt sich, an der Vorsitzführung Kritik zu üben, weil er nicht in der Lage ist ... (Weiterer Zwischenruf des Abg. Eder .) Das haben Sie eben getan, weil Sie nicht in der Lage sind, sich in einer Sozialdebatte für die Pensionisten dieses Landes stark zu machen, wie das der Wiener Bürgermeister macht! Dafür würden Sie nämlich von Ihrem eigenen Klubobmann wahrscheinlich die rote Karte bekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dietachmayr . – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Gegenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meinen Damen und Herren! Der Bundeskanzler hat heute bewiesen, daß Pensionsabbau, Pensionskürzung und Golf spielen kein Widerspruch sind. – So würde das wahrscheinlich die Frau Kanzlerin ausdrücken. Was müssen die Pensionisten auch Pensionserhöhungen haben? Die sollen doch Golf spielen gehen, das ist viel gesünder als eine Pensionserhöhung! Deswegen wirbt auch die Firma Normalia fleißig im Magazin der Golfspieler, in der "golf revue", meine Damen und Herren, Hohes Haus! Dort schaltet die Firma Normalia ein ganzseitiges Inserat auf Kosten der Beitragszahler. Denn man ist ja beim Kassieren, wie wir wissen, auch bei der Firma Normalia nicht zimperlich! In diesem Inserat heißt es: "Treten Sie auf in einem Golfschuh der Sonderklasse". – Das ist kein Schlapfen von der Art, wie ihn Kollege Pumberger das letzte Mal gezeigt hat! "Treten Sie auf in einem Golfschuh der Sonderklasse: rahmengenäht, Obermaterial und Innenfutter aus weichem, atmungsaktivem Leder, nach orthopädischen Gesichtspunkten entwickelt. Der erste Schritt zu einem besseren Handicap." – Meine Damen und Herren! Firma Normalia! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Lambert ist ein Sozialist, ein Genosse!
Herr Kollege Puttinger! In dieser ARGE Orthopädie ist auch ein guter Bekannter von Ihnen tätig, nämlich Herr Gerhard Lambert, bisheriger Innungsmeister der Orthopäden in Salzburg, Sie kennen ihn wahrscheinlich gut! (Abg. Haigermoser: Lambert ist ein Sozialist, ein Genosse!) Ach, er ist auch ein Genosse? – Aber das ist ja das Schöne daran, daß man sich trifft: Rot und Schwarz sind einig vereint beim Aufteilen der Gelder, damit auf Kosten der Beitragszahler .... (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ihre ganze Bundeswirtschaftskammer sitzt da drinnen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Daher wird Herrn Stummvoll ja ständig mitgeteilt, daß Sie ruhig sein sollen, denn diese ARGE Orthopädie sei nach der Methode des Arzneimittelbeirates gebildet worden. Wir werden untersuchen, ob der Herr Bundesminister, der auch in der Arzneimittelbranche tätig ist, in ähnlicher Weise von diesem Arzneimittelbeirat und dessen Gestion profitiert, wie das offensichtlich bei der Familie des Herrn Bundeskanzlers der Fall ist.
Zwischenruf bei der ÖVP.
Herr Kollege Puttinger! In dieser ARGE Orthopädie ist auch ein guter Bekannter von Ihnen tätig, nämlich Herr Gerhard Lambert, bisheriger Innungsmeister der Orthopäden in Salzburg, Sie kennen ihn wahrscheinlich gut! (Abg. Haigermoser: Lambert ist ein Sozialist, ein Genosse!) Ach, er ist auch ein Genosse? – Aber das ist ja das Schöne daran, daß man sich trifft: Rot und Schwarz sind einig vereint beim Aufteilen der Gelder, damit auf Kosten der Beitragszahler .... (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ihre ganze Bundeswirtschaftskammer sitzt da drinnen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Daher wird Herrn Stummvoll ja ständig mitgeteilt, daß Sie ruhig sein sollen, denn diese ARGE Orthopädie sei nach der Methode des Arzneimittelbeirates gebildet worden. Wir werden untersuchen, ob der Herr Bundesminister, der auch in der Arzneimittelbranche tätig ist, in ähnlicher Weise von diesem Arzneimittelbeirat und dessen Gestion profitiert, wie das offensichtlich bei der Familie des Herrn Bundeskanzlers der Fall ist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Puttinger! In dieser ARGE Orthopädie ist auch ein guter Bekannter von Ihnen tätig, nämlich Herr Gerhard Lambert, bisheriger Innungsmeister der Orthopäden in Salzburg, Sie kennen ihn wahrscheinlich gut! (Abg. Haigermoser: Lambert ist ein Sozialist, ein Genosse!) Ach, er ist auch ein Genosse? – Aber das ist ja das Schöne daran, daß man sich trifft: Rot und Schwarz sind einig vereint beim Aufteilen der Gelder, damit auf Kosten der Beitragszahler .... (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ihre ganze Bundeswirtschaftskammer sitzt da drinnen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Daher wird Herrn Stummvoll ja ständig mitgeteilt, daß Sie ruhig sein sollen, denn diese ARGE Orthopädie sei nach der Methode des Arzneimittelbeirates gebildet worden. Wir werden untersuchen, ob der Herr Bundesminister, der auch in der Arzneimittelbranche tätig ist, in ähnlicher Weise von diesem Arzneimittelbeirat und dessen Gestion profitiert, wie das offensichtlich bei der Familie des Herrn Bundeskanzlers der Fall ist.
Abg. Koppler: Nimm die Einladung ja nicht an!
Herr Staatssekretär! Ich halte Sie für einen der relativ Vernünftigeren dieser Bundesregierung, und daher lade ich Sie ein, daß Sie in Vertretung des Bundeskanzlers, den ich wegen familiärer Verflechtungen für befangen halte, an diesem Heurigen der ARGE Orthopädie teilnehmen. (Abg. Koppler: Nimm die Einladung ja nicht an!) Ich werde selbst darauf bedacht sein, daß ich daran teilnehmen kann. Am 4. Juli um 18.30 Uhr will die ARGE Orthopädie nämlich beim Heurigen Zimmermann beim fleißigen Konsum des Weines endlich einmal Licht in das verworrene Dunkel der Beziehungsgeflechte rund um Herrn Professor Kristen, Herrn Lambert von der SPÖ und die Firma Radl von der ÖVP bringen. Vermutlich wollen sie letztlich erklären, daß diese Firmengeflechte nur zum Wohle der Beitragszahler unter Rücksicht auf deren Brieftaschen dienen. Man wolle dafür sorgen, daß die Schlapfen nicht allzu teuer sind; die Firma Normalia werde sich das vom Mund der Frau Christine Vranitzky – und von den Spenden des Herrn Baumeister Lugner – absparen, damit sie die Inserate bezahlen kann, meine Damen und Herren, Hohes Haus!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Sie werden niemandem erklären können, warum Sie in diesem Augiasstall nicht aufräumen und statt dessen die Beiträge der Beitragszahler und der Rentner hinauf schnalzen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Stadler! Sie haben sich einmal selbst als der Dobermann der Freiheitlichen Partei oder ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Du wirst dich wundern! (Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und bei der SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Stadler! Sie haben sich einmal selbst als der Dobermann der Freiheitlichen Partei oder ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Du wirst dich wundern! (Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Mertel: Er ist nur ein Pinscher!
Abgeordneter Anton Leikam (fortsetzend): Herr Abgeordneter Stadler! Sie haben sich selbst einmal als Dobermann der Freiheitlichen oder als Dobermann des Parteiobmannes Haider bezeichnet. (Abg. Dr. Mertel: Er ist nur ein Pinscher!) Das, was Sie hier jetzt geboten haben, kann allerdings nur so gewertet werden, daß Sie zwar wohl das Mundwerk eines Dobermanns, jedoch nur das Hirn eines Dackels haben. Anders kann ich das nicht beurteilen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Anton Leikam (fortsetzend): Herr Abgeordneter Stadler! Sie haben sich selbst einmal als Dobermann der Freiheitlichen oder als Dobermann des Parteiobmannes Haider bezeichnet. (Abg. Dr. Mertel: Er ist nur ein Pinscher!) Das, was Sie hier jetzt geboten haben, kann allerdings nur so gewertet werden, daß Sie zwar wohl das Mundwerk eines Dobermanns, jedoch nur das Hirn eines Dackels haben. Anders kann ich das nicht beurteilen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Salzl .
Aber es wird wieder einmal dieses typische Doppelspiel der Freiheitlichen gespielt. – Dr. Michael Ausserwinkler ist nun einmal der Gesundheitsreferent des Landes Kärnten. Wir alle wissen, daß im Krankenanstaltenbereich einiges reformiert werden muß. Die Gemeinden stöhnen unter der finanziellen Last, und es ist klar, daß die Krankenhausfinanzierung im bisherigen Umfang nicht weitergehen kann. Daher ist Ausserwinkler als Gesundheitsreferent gefordert, darüber nachzudenken, was man an den Krankenanstalten in Kärnten verbessern beziehungsweise ändern kann, ohne die Qualität ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Salzl .) Sie kennen sich vielleicht im Burgenland, nicht aber in Kärnten aus! Außerdem sind Sie Tierarzt und können, wenn es um die Geburtenstation geht, wirklich nicht mit diskutieren! Seien Sie mir nicht böse! Bleiben Sie bei Ihren Tieren, und lassen Sie das Krankenhaus St. Veit! Da kennen Sie sich nicht aus! (Beifall und Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Koppler: Kümmern Sie sich um Dobermänner! – Abg. Dr. Mertel: Und um Pinscher!) Dr. Michael Ausserwinkler als Gesundheitsreferent muß sich mit dieser Situation auseinandersetzen. Er muß mit den Verantwortlichen der betroffenen Krankenanstalten diskutieren. Er muß mit den Bürgermeistern reden. Und er tut das auch. Tatsache ist nämlich, daß dort 40 Kilometer voneinander entfernt drei Geburtenstationen sind: in Friesach, in St. Veit und in Klagenfurt. Wenn man daher nachdenkt, was man in diesem Bereich ändern kann, ohne die Qualität zu mindern, dann ist das durchaus legitim und sogar gefordert. Das Doppelspiel, Herr Abgeordneter Haider, das ich zuerst erwähnt habe, besteht darin, daß die Gesundheitsreform, die von Dr. Michael Ausserwinkler eingeleitet wurde, von Ihren Parteifreunden im Landtag gutgeheißen und von Abgeordneten Strutz sogar gelobt wird, daß auf der anderen Seite aber dann, wenn Maßnahmen ins Auge gefaßt werden, diese in der Öffentlichkeit mit Demonstrationen und so weiter wiederum bekämpft werden. – Das ist keine ehrliche Politik! Aber eine solche haben wir von Ihnen auch nicht erwartet. Der Unterschied besteht eben darin, daß wir Politik machen müssen, die realitätsbezogen ist, während Sie Forderungen in den Raum stellen können, ohne diese jemals verwirklichen zu müssen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall und Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Koppler: Kümmern Sie sich um Dobermänner! – Abg. Dr. Mertel: Und um Pinscher!
Aber es wird wieder einmal dieses typische Doppelspiel der Freiheitlichen gespielt. – Dr. Michael Ausserwinkler ist nun einmal der Gesundheitsreferent des Landes Kärnten. Wir alle wissen, daß im Krankenanstaltenbereich einiges reformiert werden muß. Die Gemeinden stöhnen unter der finanziellen Last, und es ist klar, daß die Krankenhausfinanzierung im bisherigen Umfang nicht weitergehen kann. Daher ist Ausserwinkler als Gesundheitsreferent gefordert, darüber nachzudenken, was man an den Krankenanstalten in Kärnten verbessern beziehungsweise ändern kann, ohne die Qualität ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Salzl .) Sie kennen sich vielleicht im Burgenland, nicht aber in Kärnten aus! Außerdem sind Sie Tierarzt und können, wenn es um die Geburtenstation geht, wirklich nicht mit diskutieren! Seien Sie mir nicht böse! Bleiben Sie bei Ihren Tieren, und lassen Sie das Krankenhaus St. Veit! Da kennen Sie sich nicht aus! (Beifall und Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Koppler: Kümmern Sie sich um Dobermänner! – Abg. Dr. Mertel: Und um Pinscher!) Dr. Michael Ausserwinkler als Gesundheitsreferent muß sich mit dieser Situation auseinandersetzen. Er muß mit den Verantwortlichen der betroffenen Krankenanstalten diskutieren. Er muß mit den Bürgermeistern reden. Und er tut das auch. Tatsache ist nämlich, daß dort 40 Kilometer voneinander entfernt drei Geburtenstationen sind: in Friesach, in St. Veit und in Klagenfurt. Wenn man daher nachdenkt, was man in diesem Bereich ändern kann, ohne die Qualität zu mindern, dann ist das durchaus legitim und sogar gefordert. Das Doppelspiel, Herr Abgeordneter Haider, das ich zuerst erwähnt habe, besteht darin, daß die Gesundheitsreform, die von Dr. Michael Ausserwinkler eingeleitet wurde, von Ihren Parteifreunden im Landtag gutgeheißen und von Abgeordneten Strutz sogar gelobt wird, daß auf der anderen Seite aber dann, wenn Maßnahmen ins Auge gefaßt werden, diese in der Öffentlichkeit mit Demonstrationen und so weiter wiederum bekämpft werden. – Das ist keine ehrliche Politik! Aber eine solche haben wir von Ihnen auch nicht erwartet. Der Unterschied besteht eben darin, daß wir Politik machen müssen, die realitätsbezogen ist, während Sie Forderungen in den Raum stellen können, ohne diese jemals verwirklichen zu müssen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber es wird wieder einmal dieses typische Doppelspiel der Freiheitlichen gespielt. – Dr. Michael Ausserwinkler ist nun einmal der Gesundheitsreferent des Landes Kärnten. Wir alle wissen, daß im Krankenanstaltenbereich einiges reformiert werden muß. Die Gemeinden stöhnen unter der finanziellen Last, und es ist klar, daß die Krankenhausfinanzierung im bisherigen Umfang nicht weitergehen kann. Daher ist Ausserwinkler als Gesundheitsreferent gefordert, darüber nachzudenken, was man an den Krankenanstalten in Kärnten verbessern beziehungsweise ändern kann, ohne die Qualität ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Salzl .) Sie kennen sich vielleicht im Burgenland, nicht aber in Kärnten aus! Außerdem sind Sie Tierarzt und können, wenn es um die Geburtenstation geht, wirklich nicht mit diskutieren! Seien Sie mir nicht böse! Bleiben Sie bei Ihren Tieren, und lassen Sie das Krankenhaus St. Veit! Da kennen Sie sich nicht aus! (Beifall und Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Koppler: Kümmern Sie sich um Dobermänner! – Abg. Dr. Mertel: Und um Pinscher!) Dr. Michael Ausserwinkler als Gesundheitsreferent muß sich mit dieser Situation auseinandersetzen. Er muß mit den Verantwortlichen der betroffenen Krankenanstalten diskutieren. Er muß mit den Bürgermeistern reden. Und er tut das auch. Tatsache ist nämlich, daß dort 40 Kilometer voneinander entfernt drei Geburtenstationen sind: in Friesach, in St. Veit und in Klagenfurt. Wenn man daher nachdenkt, was man in diesem Bereich ändern kann, ohne die Qualität zu mindern, dann ist das durchaus legitim und sogar gefordert. Das Doppelspiel, Herr Abgeordneter Haider, das ich zuerst erwähnt habe, besteht darin, daß die Gesundheitsreform, die von Dr. Michael Ausserwinkler eingeleitet wurde, von Ihren Parteifreunden im Landtag gutgeheißen und von Abgeordneten Strutz sogar gelobt wird, daß auf der anderen Seite aber dann, wenn Maßnahmen ins Auge gefaßt werden, diese in der Öffentlichkeit mit Demonstrationen und so weiter wiederum bekämpft werden. – Das ist keine ehrliche Politik! Aber eine solche haben wir von Ihnen auch nicht erwartet. Der Unterschied besteht eben darin, daß wir Politik machen müssen, die realitätsbezogen ist, während Sie Forderungen in den Raum stellen können, ohne diese jemals verwirklichen zu müssen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Und er tritt aus der Partei aus!
Nun zum Krankenhaus St. Veit aber noch einige Worte: Das laute Schreien, Kollege Reichhold, hilft nichts. Es hat mir aber sehr gut gefallen, daß gerade Bürgermeister Mock, den Abgeordneter Reichhold hier zitiert hat, jener war, der verhindert hat, daß Abgeordneter Reichhold bei einer von ihm einberufenen Pressekonferenz ein politisches Spielchen spielt, indem er ihn gebeten hat, den Raum zu verlassen. (Abg. Dr. Haider: Und er tritt aus der Partei aus!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir sollten gemeinsam an diesen Aufgaben arbeiten, um für unseren Bezirk und für unsere Krankenhäuser das Bestmögliche zu tun. Und da hat es keinen Sinn, wenn man mit lautem Geschrei Schuldzuweisungen vornimmt. Damit ist niemandem geholfen, schon gar nicht den Frauen, die sich in diese Krankenhäuser begeben und dort bestens behandelt werden.(Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Punkt VIII dieses Vertrages regelt eine Abfertigung in der Höhe von 14 Monatsgehältern. Diese Abfertigung von 14 Monatsgehältern hat der Herr Bundeskanzler gemäß Schreiben vom 16. August 1985 ... (Rufe bei der SPÖ: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Das ist Ihnen peinlich, das ist mir klar! Diese Abfertigung in der Höhe von rund 4 Millionen Schilling hat der Herr Bundeskanzler tatsächlich im August 1985 kassiert. Des weiteren hat der Herr Bundeskanzler ... (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.
Nach Punkt X dieses Dienstvertrages hat der Herr Bundeskanzler einen lebenslänglichen Ruhebezugsanspruch in der Höhe von 16 Monatsbezügen eines Bankdirektors neben seiner Kanzlerpension von 140 000 S: Das sind 200 000 im Monat, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Herr Abgeordneter Mag. Stadler hat seine Erwiderung aufgrund eines Zitates ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das halte ich für geschäftsordnungsgemäß. (Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Fuhrmann: Das ist unerhört! Skandalös diese Vorsitzführung! Das ist ein Skandal! Da war der Haupt Gold dagegen! Unfaßbar! Was ist das für ein Präsident?! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – SP-Abgeordnete verlassen den Sitzungssaal.)
Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Fuhrmann: Das ist unerhört! Skandalös diese Vorsitzführung! Das ist ein Skandal! Da war der Haupt Gold dagegen! Unfaßbar! Was ist das für ein Präsident?! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – SP-Abgeordnete verlassen den Sitzungssaal.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Herr Abgeordneter Mag. Stadler hat seine Erwiderung aufgrund eines Zitates ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das halte ich für geschäftsordnungsgemäß. (Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Fuhrmann: Das ist unerhört! Skandalös diese Vorsitzführung! Das ist ein Skandal! Da war der Haupt Gold dagegen! Unfaßbar! Was ist das für ein Präsident?! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – SP-Abgeordnete verlassen den Sitzungssaal.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fuhrmann: Was ist denn das für ein Präsident?
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fuhrmann: Was ist denn das für ein Präsident?) Es ist jedenfalls sehr interessant ...
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Heindl: Legen Sie den Vorsitz zurück! – Ruf bei den Freiheitlichen: Geschäftsführer eines Hasardeurs! – Abg. Mag. Stadler: Zur Geschäftsordnung!
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): Herr Präsident! (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Heindl: Legen Sie den Vorsitz zurück! – Ruf bei den Freiheitlichen: Geschäftsführer eines Hasardeurs! – Abg. Mag. Stadler: Zur Geschäftsordnung!)
Rufe bei der SPÖ: Wie immer! Schiebung! Eine unglaubliche Frechheit! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung ): Herr Präsident! Ich ersuche Sie dringend, angesichts evidenter Versuche eines Abgeordneten, auf Ihre Vorsitzführung Einfluß zu nehmen, mit der Aufforderung, Sie sollen den Vorsitz verlassen, um eine Sitzungsunterbrechung von zehn Minuten. (Rufe bei der SPÖ: Wie immer! Schiebung! Eine unglaubliche Frechheit! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Zur Geschäftsordnung!
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): Meine Damen und Herren! (Abg. Wabl: Zur Geschäftsordnung!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder (das Glockenzeichen gebend) : Zur Geschäftsbehandlung: Herr Abgeordneter Wabl. – Bitte. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Heiterkeit.
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Da jetzt neu in der Geschäftsordnung eingeführt worden ist, daß man sich auch während der Reden zur Geschäftsordnung melden kann, melde ich mich auch während der Rede. Ich hoffe, das tun heute noch viele. – Danke. (Heiterkeit.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es erscheint mir deshalb bezeichnend, daß ein Abgeordneter hier etwas verteidigt, was nicht zu verteidigen ist und sogar mit Hilfe der eigenen sozialdemokratischen Funktionäre auf Orts- und Bezirksebene durch Intervention der Freiheitlichen verhindert werden konnte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Archipel GULAG!
Herr Abgeordneter Seidinger von den Sozialdemokraten hat heute eine wirklich beachtliche Rede gehalten. Ich habe ihm mit großer Freude zugehört, weil er sehr grundsätzlich zu den Problemen des Sozialstaates Stellung genommen hat. Wir Freiheitlichen, meine Damen und Herren, zeigen die Probleme des Sozialstaates auf – etwa die Frage der überzogenen Handelsspannen bei Heilmitteln und Heilbehelfen –, und jeder bei den Sozialdemokraten und insbesondere die Arbeiterkammer- und ÖGB-Funktionäre wissen, daß wir recht haben. Aber Herr Abgeordneter Guggenberger geht heute heraus und sagt – ich habe mir sein Protokoll herausgesucht –, daß dieser Fall, den wir das letzte Mal geschildert haben, eines Mannes, der so schwer krank ist, daß er eine Decubitus-Matratze braucht, nicht stimmt. Das ist eine Matratze, die jemandem verschrieben wird, wenn er schwerstoperiert, dauernd bettlägerig ist und daher besonders gelagert werden muß. Er hat also gesagt, daß das alles mit dieser Decubitus-Matratze von diesem Patienten – wir haben diesen Fall mit dem Verordnungsschein hier dargestellt – nicht stimmt, denn der Vertrauensarzt der Wiener Gebietskrankenkasse ist bei diesem Patienten gewesen. – Sie müssen sich das vorstellen! Wir haben den Namen des Patienten nicht genannt! Man hat ihn ausgeforscht und diesen Mann mit dem Vertrauensarzt der Wiener Gebietskrankenkasse in einer Politkommission besucht. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Archipel GULAG!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist sozial, was? – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich bin im Besitz der Krankengeschichte dieses Mannes und habe mir jetzt von unseren Ärzten diese Krankengeschichte "übersetzen" lassen. Ich stelle hier für das Protokoll fest: Dieser Mann leidet an einer chronischen Fiebererkrankung, an Parkinson, sowie an chronischem Bluthochdruck und hat aufgrund eines Prostatakarzinoms eine schwere Prostataoperation hinter sich. Er hat ferner einen künstlichen Ausgang durch den Bauch, wofür er entsprechende Vorsorge zu treffen hat. – Herr Kollege Guggenberger jedoch kommt hier heraus und hat tatsächlich die Stirn, entgegen dem bedauernswerten Zustand dieses Menschen zu sagen: Der braucht nicht einmal eine Decubitus-Matratze. Wir haben festgestellt, daß sein Gesundheitszustand einwandfrei ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist sozial, was? – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Guggenberger! Sie selbst sind im Bereich der Sozialhilfe tätig. Wenn Sie einen Funken Moral haben, kommen Sie hier heraus und nehmen das, was Sie gesagt haben, zurück, weil das ist eine riesige Schweinerei! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das ist eine riesige Schweinerei! (Ruf bei den Freiheitlichen: Er sollte sich schämen!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Er sollte sich schämen!
Herr Kollege Guggenberger! Sie selbst sind im Bereich der Sozialhilfe tätig. Wenn Sie einen Funken Moral haben, kommen Sie hier heraus und nehmen das, was Sie gesagt haben, zurück, weil das ist eine riesige Schweinerei! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das ist eine riesige Schweinerei! (Ruf bei den Freiheitlichen: Er sollte sich schämen!)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Da wird – weil Freiheitliche nachweisen, wie die Patienten geprellt werden – ein 80jähriger schwerstoperierter, an einem Krebsleiden erkrankter Mann heimgesucht und gesundgestempelt, damit Herr Guggenberger hier die Behauptung aufstellen kann, daß alles, was die Freiheitlichen sagen, nicht stimmt. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Stasi! – Abg. Mag. Stadler: Chefarzt!
Ich zeige Ihnen hier den Verordnungsschein, meine Damen und Herren, meine lieben Freunde, vom 11. Juni 1996, abgestempelt vom Chefarzt der Wiener Gebietskrankenkasse: Dr. Gabriela Rubey – abgestempelt! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Stasi! – Abg. Mag. Stadler: Chefarzt!) Dieser Verordnungsschein wurde von Dr. med. Hans Bendl ausgestellt; dieser hat den Patienten untersucht und ihm diese Verordnung erteilt. Man kann doch nicht, nur weil es unangenehm ist, daß die Freiheitlichen etwas aufgezeigt haben, hergehen und auf dem Rücken eines todgeweihten Menschen eine derart primitive Art der Argumentation an den Tag legen! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich zeige Ihnen hier den Verordnungsschein, meine Damen und Herren, meine lieben Freunde, vom 11. Juni 1996, abgestempelt vom Chefarzt der Wiener Gebietskrankenkasse: Dr. Gabriela Rubey – abgestempelt! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Stasi! – Abg. Mag. Stadler: Chefarzt!) Dieser Verordnungsschein wurde von Dr. med. Hans Bendl ausgestellt; dieser hat den Patienten untersucht und ihm diese Verordnung erteilt. Man kann doch nicht, nur weil es unangenehm ist, daß die Freiheitlichen etwas aufgezeigt haben, hergehen und auf dem Rücken eines todgeweihten Menschen eine derart primitive Art der Argumentation an den Tag legen! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Guggenberger und weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich darf Sie daran erinnern, daß Sie derjenige sind, der sich an die Zeitungen gewandt und davon gesprochen hat, wie wenig Menschlichkeit es in der Politik gibt. Wenn das Ihre Menschlichkeit ist, Herr Kollege Guggenberger, Ihre Gesinnung, mit der Sie auf die Menschen losgehen, dann hat die Sozialdemokratie abgewirtschaftet in Österreich! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Guggenberger und weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Frechheit, daß ihr überhaupt hingegangen seid!
Herr Kollege Guggenberger! Wenn Sie wirklich einigermaßen Format haben, dann kommen Sie heraus und nehmen Sie das zurück! Wir haben ja die Krankengeschichte hier, wir haben den Gesundheitsbericht hier, wir haben die Dokumente hier! Was wollen Sie denn noch behaupten? Wenn ich nicht einen Ordnungsruf bekäme, würde ich sagen: Sie sind ein brutaler Lügner auf dem Rücken von Menschen (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Frechheit, daß ihr überhaupt hingegangen seid!), ein brutaler Lügner auf dem Rücken von Menschen, die todgeweiht sind! (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wenn ich nicht einen Ordnungsruf bekäme, habe ich gesagt! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Guggenberger! Wenn Sie wirklich einigermaßen Format haben, dann kommen Sie heraus und nehmen Sie das zurück! Wir haben ja die Krankengeschichte hier, wir haben den Gesundheitsbericht hier, wir haben die Dokumente hier! Was wollen Sie denn noch behaupten? Wenn ich nicht einen Ordnungsruf bekäme, würde ich sagen: Sie sind ein brutaler Lügner auf dem Rücken von Menschen (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Frechheit, daß ihr überhaupt hingegangen seid!), ein brutaler Lügner auf dem Rücken von Menschen, die todgeweiht sind! (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wenn ich nicht einen Ordnungsruf bekäme, habe ich gesagt! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Guggenberger! Wenn Sie wirklich einigermaßen Format haben, dann kommen Sie heraus und nehmen Sie das zurück! Wir haben ja die Krankengeschichte hier, wir haben den Gesundheitsbericht hier, wir haben die Dokumente hier! Was wollen Sie denn noch behaupten? Wenn ich nicht einen Ordnungsruf bekäme, würde ich sagen: Sie sind ein brutaler Lügner auf dem Rücken von Menschen (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Frechheit, daß ihr überhaupt hingegangen seid!), ein brutaler Lügner auf dem Rücken von Menschen, die todgeweiht sind! (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wenn ich nicht einen Ordnungsruf bekäme, habe ich gesagt! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Das war für mich nicht hörbar, aber ich werde das Protokoll einsehen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel .
Meine Damen und Herren! Das haben wir angeprangert, daß es Möglichkeiten ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel .) Ja, meine liebe Frau Kollegin Mertel! Ich weiß, Hauptsache Sie haben als arbeitslose Einkommensbezieherin Ihre Schäfchen im trockenen! Deshalb sind Ihnen die Menschen ja völlig egal. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die Menschen sind Ihnen völlig egal! Sie haben alles im trockenen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Huber .)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das haben wir angeprangert, daß es Möglichkeiten ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel .) Ja, meine liebe Frau Kollegin Mertel! Ich weiß, Hauptsache Sie haben als arbeitslose Einkommensbezieherin Ihre Schäfchen im trockenen! Deshalb sind Ihnen die Menschen ja völlig egal. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die Menschen sind Ihnen völlig egal! Sie haben alles im trockenen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Huber .)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Huber .
Meine Damen und Herren! Das haben wir angeprangert, daß es Möglichkeiten ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel .) Ja, meine liebe Frau Kollegin Mertel! Ich weiß, Hauptsache Sie haben als arbeitslose Einkommensbezieherin Ihre Schäfchen im trockenen! Deshalb sind Ihnen die Menschen ja völlig egal. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die Menschen sind Ihnen völlig egal! Sie haben alles im trockenen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Huber .)
Abg. Mag. Stadler: Da schau her!
Frau Kollegin! Warum sagen denn heute die Gebietskrankenkassen-Direktoren über dieses angebliche Superpaket, das wir hier haben, in den "Salzburger Nachrichten": absolut unbefriedigend, nicht durchdacht? Das sagen die roten Krankenkassen-Direktoren. (Abg. Mag. Stadler: Da schau her!) Es sind keine Freiheitlichen dort, denn ein Freiheitlicher hat dort keine Chance. (Abg. Parnigoni: Gott sei Dank! – Abg. Dr. Mertel: Moralapostel!) Nicht durchdacht.
Abg. Parnigoni: Gott sei Dank! – Abg. Dr. Mertel: Moralapostel!
Frau Kollegin! Warum sagen denn heute die Gebietskrankenkassen-Direktoren über dieses angebliche Superpaket, das wir hier haben, in den "Salzburger Nachrichten": absolut unbefriedigend, nicht durchdacht? Das sagen die roten Krankenkassen-Direktoren. (Abg. Mag. Stadler: Da schau her!) Es sind keine Freiheitlichen dort, denn ein Freiheitlicher hat dort keine Chance. (Abg. Parnigoni: Gott sei Dank! – Abg. Dr. Mertel: Moralapostel!) Nicht durchdacht.
Rufe bei der SPÖ: Redezeit!
Vranitzky hat es am 29. Mai 1996 versprochen: Zuerst müssen alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft sein, dann kann man über Beitragserhöhungen reden. – Das hat er am 29. Mai gesagt. (Rufe bei der SPÖ: Redezeit!) Die sind nicht ausgeschöpft, meine Damen und Herren! (Rufe bei der SPÖ: Redezeit! Schlußsatz!)
Rufe bei der SPÖ: Redezeit! Schlußsatz!
Vranitzky hat es am 29. Mai 1996 versprochen: Zuerst müssen alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft sein, dann kann man über Beitragserhöhungen reden. – Das hat er am 29. Mai gesagt. (Rufe bei der SPÖ: Redezeit!) Die sind nicht ausgeschöpft, meine Damen und Herren! (Rufe bei der SPÖ: Redezeit! Schlußsatz!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): Solange es das gibt, meine Damen und Herren, können Sie schreien und intervenieren, soviel Sie wollen! Wir werden der Bevölkerung sagen, daß Ihnen das Interesse der fleißigen Leute egal ist! Hauptsache, die Funktionäre haben ihre Pfründe, Hauptsache, die Bonzen können überleben! Und wieder einmal greift man den fleißigen Leuten in die Tasche! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Den Fall nicht! Diesen Fall hier nicht!
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zur Aufklärung – und ich muß vorausschicken, daß wir von demselben Patienten sprechen, Herr Abgeordneter Haider – darf ich sagen, daß ich mich in der letzten Sitzung des Parlaments im Zuge der dringlichen Anfrage verbürgt habe, mitzuhelfen, diese Angelegenheiten einer Aufklärung zuzuführen. Mir sind Verordnungsscheine übergeben worden, auf denen der Name ausgelackt war, aber die beliefernde Firma ... (Abg. Dr. Haider: Den Fall nicht! Diesen Fall hier nicht!)
Abg. Dr. Haider: Ich meine die Patientin, die die Verordnung des Schuhs bekommt, und die Verordnung von diesem krebsoperierten Patienten!
Ich habe ausdrücklich gesagt, ich gehe jetzt einmal davon aus, daß es sich um denselben Patienten handelt. Das wird ja objektiv feststellbar sein! (Abg. Dr. Haider: Ich meine die Patientin, die die Verordnung des Schuhs bekommt, und die Verordnung von diesem krebsoperierten Patienten!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Die habe ich dann vom Abgeordneten Stadler bekommen. Ich kann es dir noch zeigen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Moment, wart ab, was ich sage. Ich kann es dir zeigen, was ich in der Tasche habe.
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider .
Vom Ingenieur Frühwald ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider .) Moment, wart, was jetzt kommt! – Ich gestehe zu, daß es vielleicht nicht der gleiche Patient ist, das werden wir aufklären. (Ruf bei den Freiheitlichen: Es ist nicht der gleiche Patient!) Es geht hier um den Patienten, der besucht worden ist. Besucht worden ist nur ein Patient. (Abg. Dr. Haider: Was Guggenberger gesagt hat, ist ein krebsoperierter Patient!) Nein, nein! Also hören Sie einmal, was jetzt kommt! Und es wird sich doch morgen feststellen lassen, ob es der gleiche ist.
Ruf bei den Freiheitlichen: Es ist nicht der gleiche Patient!
Vom Ingenieur Frühwald ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider .) Moment, wart, was jetzt kommt! – Ich gestehe zu, daß es vielleicht nicht der gleiche Patient ist, das werden wir aufklären. (Ruf bei den Freiheitlichen: Es ist nicht der gleiche Patient!) Es geht hier um den Patienten, der besucht worden ist. Besucht worden ist nur ein Patient. (Abg. Dr. Haider: Was Guggenberger gesagt hat, ist ein krebsoperierter Patient!) Nein, nein! Also hören Sie einmal, was jetzt kommt! Und es wird sich doch morgen feststellen lassen, ob es der gleiche ist.
Abg. Dr. Haider: Was Guggenberger gesagt hat, ist ein krebsoperierter Patient!
Vom Ingenieur Frühwald ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider .) Moment, wart, was jetzt kommt! – Ich gestehe zu, daß es vielleicht nicht der gleiche Patient ist, das werden wir aufklären. (Ruf bei den Freiheitlichen: Es ist nicht der gleiche Patient!) Es geht hier um den Patienten, der besucht worden ist. Besucht worden ist nur ein Patient. (Abg. Dr. Haider: Was Guggenberger gesagt hat, ist ein krebsoperierter Patient!) Nein, nein! Also hören Sie einmal, was jetzt kommt! Und es wird sich doch morgen feststellen lassen, ob es der gleiche ist.
Abg. Dr. Haider: Ungeheuerlich!
Firma Frühwald, die geliefert hat, hat in der Wiener Gebietskrankenkasse am 19. Juni Mitteilung gemacht, daß sie – die Firma muß es ja wissen! – telefonisch den Patienten kontaktiert hat und ihm gesagt hat, daß er die Heilbehelfe, die im Parlament hergezeigt worden sind, nie bekommen hat. Am 20. Juni haben ein Vertrauensarzt und ein Verwaltungsangestellter (Abg. Dr. Haider: Ungeheuerlich!) – nicht ungeheuerlich! –, um sofort Hilfe leisten zu können, den Patienten besucht, weil er die Heilbehelfe nicht hatte – vorausgesetzt, es stimmt das, was gesagt wurde.
Abg. Leikam: Das ist der wahre Skandal! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es liegen Ausfolgescheine vor, die mit der gefälschten Unterschrift des Versicherten versehen sind und vom 11. Juni 1996 stammen. (Abg. Leikam: Das ist der wahre Skandal! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es wird versichert, daß er diese Behelfsartikel auch nicht brauche.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Guggenberger: Von seiner Schwester der Schuh war das!
Nun zu dem Schuh, Herr Dr. Haider: Den Schuh, den Sie hier im Parlament präsentiert haben, ist nicht jener Schuh, der in dem Schreiben der Pensionsversicherung, das Sie hervorgezogen haben, erwähnt ist. Dieser Schuh ist bis vor zwei, drei Tagen noch beim Orthopäden gewesen und wurde noch nicht ausgeliefert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Guggenberger: Von seiner Schwester der Schuh war das!)
Abg. Leikam: Unterschrift gefälscht! – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich hoffe, daß wir die Dinge aufklären können. – Kollege Nürnberger, bleiben Sie da! (Abg. Leikam: Unterschrift gefälscht! – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Huber: In welchem Krankenhaus war das? Das muß der Arzt verschreiben können! Der Arzt war im Krankenhaus? – Abg Dr. Partik-Pablé: Sehr "sozial"!
Die Behauptung, daß es sich hiebei um einen Patienten handle, der nach dem Bericht des Vertrauensarztes der Gebietskrankenkasse dem Alter gemäß gesund sei, ist unrichtig. Dieser Patient war nicht beim Hausarzt, sondern lag im Krankenhaus. Er hat eine schwere Krebsoperation hinter sich. Das geht auch aus der vorliegenden Krankengeschichte hervor, die ich Ihnen zu übergeben bereit bin, Herr Kollege. (Abg. Huber: In welchem Krankenhaus war das? Das muß der Arzt verschreiben können! Der Arzt war im Krankenhaus? – Abg Dr. Partik-Pablé: Sehr "sozial"!) Ja, im Wilhelminenspital, Frau Kollegin. Alle Unterlagen sind da. Im Wilhelminen-Spital wird es wohl ...
Abg. Dr. Nowotny: Das ist offensichtlich ein anderer Fall! – Abg. Dr. Fuhrmann: Das sind zwei verschiedene Fälle, eindeutig!
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): Es gibt aufgrund des Verordnungsscheines der Wiener Gebietskrankenkasse keinen Zweifel daran, daß dieser sowohl vom Vertrauensarzt gestempelt ist, vom Chefarzt am 11. Juni 1996 bewilligt wurde, von der Firma Paul Bständig Ges.m.b.H. – Bandagen – Orthopädie, 1170 Wien (Abg. Dr. Nowotny: Das ist offensichtlich ein anderer Fall! – Abg. Dr. Fuhrmann: Das sind zwei verschiedene Fälle, eindeutig!), am 12. Juni 1996, und von Dr. med. Hans Bendl, 1160 Wien, Stöberplatz 4 ausgestellt wurde. Am 5. Juni 1996 hat dieser ebenfalls die entsprechenden Verordnungen getätigt. Ich halte fest, daß der Versuch, diese ...
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): Herr Präsident! Ich wäre froh, wenn Sie immer so genau wären. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Die Geschäftsordnung gilt auch für den Haider! – Abg. Mag. Guggenberger: Den Schuh der Schwester!
Zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Pumberger gemeldet. Ich erteile ihm das Wort. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Die Geschäftsordnung gilt auch für den Haider! – Abg. Mag. Guggenberger: Den Schuh der Schwester!)
Abg. Dr. Nowotny: Das ist eine Bestätigung!
Die gesamte Belegschaft des Altersheims bekommt zweimal pro Jahr denselben Schuh um je 12 714 S, was pro Jahr etwa 300 000 S ausmacht. (Abg. Dr. Nowotny: Das ist eine Bestätigung!) Der Schuh hat jedoch lediglich einen repräsentativen Wert von etwa 2 000 bis 3 000 S und wurde nur deswegen so billig hergestellt, damit man ihm nicht ansieht, wie teuer er ist.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Das ist keine Berichtigung!
Nach einem Runden Tisch in der Gebietskrankenkasse Oberösterreich am Dienstag vormittag hat mir der Herr Direktor-Stellvertreter erklärt: Die Kunst, einen derartigen Schuh so herzustellen, daß man ihm nicht ansieht, daß er so teuer ist, macht ihn so teuer. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Das ist keine Berichtigung!)
Abg. Mag. Stadler: Er war noch gar nicht am Wort!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! In den letzten Minuten sind einige Dinge passiert, an denen man in diesem Haus nicht vorübergehen kann. Für’s erste einmal, Herr Professor Brauneder, ist es für mich wirklich einmalig, daß man einen Redner unterbricht, um zur Geschäftsbehandlung das Wort zu erteilen. (Abg. Mag. Stadler: Er war noch gar nicht am Wort!) Schauen Sie in die Geschäftsordnung! Ihnen steht das Recht zu, bis an das Ende der jeweiligen Debatte diese Geschäftsbehandlung zu verlegen, aber nicht, einen Redner zu unterbrechen. (Abg. Dr. Haider: Machen Sie jetzt eine Staatsaffäre daraus?! Sie spielen sich auf! – Abg. Ing. Reichhold: Reden Sie zur Sache! – Zwischenruf des Abg. Dietachmayr. )
Abg. Dr. Haider: Machen Sie jetzt eine Staatsaffäre daraus?! Sie spielen sich auf! – Abg. Ing. Reichhold: Reden Sie zur Sache! – Zwischenruf des Abg. Dietachmayr.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! In den letzten Minuten sind einige Dinge passiert, an denen man in diesem Haus nicht vorübergehen kann. Für’s erste einmal, Herr Professor Brauneder, ist es für mich wirklich einmalig, daß man einen Redner unterbricht, um zur Geschäftsbehandlung das Wort zu erteilen. (Abg. Mag. Stadler: Er war noch gar nicht am Wort!) Schauen Sie in die Geschäftsordnung! Ihnen steht das Recht zu, bis an das Ende der jeweiligen Debatte diese Geschäftsbehandlung zu verlegen, aber nicht, einen Redner zu unterbrechen. (Abg. Dr. Haider: Machen Sie jetzt eine Staatsaffäre daraus?! Sie spielen sich auf! – Abg. Ing. Reichhold: Reden Sie zur Sache! – Zwischenruf des Abg. Dietachmayr. )
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Herr Professor Brauneder! Sie wissen, daß ein Zitat etwas Nachvollziehbares sein muß. – Das jedoch, was hier verlesen wurde, ist eine Passage aus einem Vertrag, den niemand in diesem Haus kennt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Miese Schnüffler seid ihr! Wie im kommunistischen System!
Was mich in ganz besonderem Maße sehr beeindruckt hat, war, meine Damen und Herren, mit welcher Unverfrorenheit, mit welcher Selbstverständlichkeit von einer Fraktion dieses Hauses hier heraußen mit Verschlußakten gewachelt wird, mit Verträgen, die keiner kennt und die auch keiner haben kann und mit Krankengeschichten. (Abg. Dr. Haider: Miese Schnüffler seid ihr! Wie im kommunistischen System!) Fällt Ihnen eigentlich nicht auf, daß Sie behaupten, Krankengeschichten – also höchstpersönliche Dokumente – in der Hand zu haben (Abg. Dr. Haider: Miese Schnüffler!), wenn auf der anderen Seite aber völlig anonymisiert von jemandem dieses Hauses – ohne jemandes Privatsphäre zu verletzen – die Gegenbeweise angetreten werden, sind Sie auf einmal entsetzt. Dann ist auf einmal die Privatsphäre verletzt. – Wissen Sie, was das ist? Das ist nicht nur Unverfrorenheit, sondern Heuchelei! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Miese Schnüffler! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Miese Schnüffler!
Was mich in ganz besonderem Maße sehr beeindruckt hat, war, meine Damen und Herren, mit welcher Unverfrorenheit, mit welcher Selbstverständlichkeit von einer Fraktion dieses Hauses hier heraußen mit Verschlußakten gewachelt wird, mit Verträgen, die keiner kennt und die auch keiner haben kann und mit Krankengeschichten. (Abg. Dr. Haider: Miese Schnüffler seid ihr! Wie im kommunistischen System!) Fällt Ihnen eigentlich nicht auf, daß Sie behaupten, Krankengeschichten – also höchstpersönliche Dokumente – in der Hand zu haben (Abg. Dr. Haider: Miese Schnüffler!), wenn auf der anderen Seite aber völlig anonymisiert von jemandem dieses Hauses – ohne jemandes Privatsphäre zu verletzen – die Gegenbeweise angetreten werden, sind Sie auf einmal entsetzt. Dann ist auf einmal die Privatsphäre verletzt. – Wissen Sie, was das ist? Das ist nicht nur Unverfrorenheit, sondern Heuchelei! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Miese Schnüffler! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Miese Schnüffler! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Was mich in ganz besonderem Maße sehr beeindruckt hat, war, meine Damen und Herren, mit welcher Unverfrorenheit, mit welcher Selbstverständlichkeit von einer Fraktion dieses Hauses hier heraußen mit Verschlußakten gewachelt wird, mit Verträgen, die keiner kennt und die auch keiner haben kann und mit Krankengeschichten. (Abg. Dr. Haider: Miese Schnüffler seid ihr! Wie im kommunistischen System!) Fällt Ihnen eigentlich nicht auf, daß Sie behaupten, Krankengeschichten – also höchstpersönliche Dokumente – in der Hand zu haben (Abg. Dr. Haider: Miese Schnüffler!), wenn auf der anderen Seite aber völlig anonymisiert von jemandem dieses Hauses – ohne jemandes Privatsphäre zu verletzen – die Gegenbeweise angetreten werden, sind Sie auf einmal entsetzt. Dann ist auf einmal die Privatsphäre verletzt. – Wissen Sie, was das ist? Das ist nicht nur Unverfrorenheit, sondern Heuchelei! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Miese Schnüffler! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Damit wir euch Schnüfflern das Handwerk legen! Wie im Kommunismus! Schwer kranke Leute werden verfolgt! Stasi-Kostelka!
Ein kleiner "F-ler" sitzt in jedem österreichischen Haushalt und schreibt brav und schön mit. – Ich kann mir schon vorstellen, warum Sie das alles machen. Die Unverfrorenheit liegt nämlich insbesondere darin, daß Sie hier Immunisierungen vornehmen, daß Sie hier Dinge behaupten, und zwar im Wissen, daß Sie Unwahrheiten immer wieder und immer wieder von neuem – unter Berufung auf ein Zitat hier in diesem Hause und das Protokoll des Nationalrates – wiederholen können. (Abg. Dr. Haider: Damit wir euch Schnüfflern das Handwerk legen! Wie im Kommunismus! Schwer kranke Leute werden verfolgt! Stasi-Kostelka!) Das ist die Gemeinheit! Sie bleiben jeden Beweis schuldig! Es ist Ihnen völlig gleichgültig, ob das, was Sie sagen, stimmt oder nicht! Sie wollen in ganz bestimmtem Zusammenhang Emotionen wecken, und das tun Sie mit aller Konsequenz. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein kleiner "F-ler" sitzt in jedem österreichischen Haushalt und schreibt brav und schön mit. – Ich kann mir schon vorstellen, warum Sie das alles machen. Die Unverfrorenheit liegt nämlich insbesondere darin, daß Sie hier Immunisierungen vornehmen, daß Sie hier Dinge behaupten, und zwar im Wissen, daß Sie Unwahrheiten immer wieder und immer wieder von neuem – unter Berufung auf ein Zitat hier in diesem Hause und das Protokoll des Nationalrates – wiederholen können. (Abg. Dr. Haider: Damit wir euch Schnüfflern das Handwerk legen! Wie im Kommunismus! Schwer kranke Leute werden verfolgt! Stasi-Kostelka!) Das ist die Gemeinheit! Sie bleiben jeden Beweis schuldig! Es ist Ihnen völlig gleichgültig, ob das, was Sie sagen, stimmt oder nicht! Sie wollen in ganz bestimmtem Zusammenhang Emotionen wecken, und das tun Sie mit aller Konsequenz. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ihr gespieltes Interesse für den anständigen, braven, kleinen Österreicher nimmt der Fraktion der Großindustriellen, der Großgrundbesitzer und der Millionenmakler niemand ab. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Für Sie ist dieser kleine Österreicher, der Durchschnittsverdiener, nichts anderes als ein Spielball. Und die Österreicherinnen und Österreicher haben Ihnen am 17. Dezember eine Antwort darauf gegeben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Abkassieren tun Sie!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Abkassieren tun Sie!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ihr gespieltes Interesse für den anständigen, braven, kleinen Österreicher nimmt der Fraktion der Großindustriellen, der Großgrundbesitzer und der Millionenmakler niemand ab. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Für Sie ist dieser kleine Österreicher, der Durchschnittsverdiener, nichts anderes als ein Spielball. Und die Österreicherinnen und Österreicher haben Ihnen am 17. Dezember eine Antwort darauf gegeben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Abkassieren tun Sie!)
Abg. Dr. Haider: Bedenkminute!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich unterbreche die Sitzung für eine Minute. (Abg. Dr. Haider: Bedenkminute!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! – Jawohl, Herr Präsident, wir werden diese Debatte ordentlich weiterführen, wenn dies nach der Wortmeldung des Klubobmannes Dr. Kostelka auch schwierig ist. Herr Kostelka! Sie können mich und uns nicht beleidigen. Sie können uns nicht beleidigen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Kostelka! Wenn Sie so abschätzig von "Großgrundbesitzern" und "Millionenmaklern" gesprochen haben, getreu dem altsozialistischen Motto: Besitz ist Diebstahl, dann haben Sie wohl Anleihen bei den Linken der ehemaligen Sowjetunion gemacht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen das mit aller Deutlichkeit: Ich lasse mich nicht aus der Reserve locken! Aber eines soll gesagt werden, Herr Kollege Kostelka: Es geht nicht um Geschäftsbeziehungen, die da oder dort möglicherweise nicht allein um ihrer selbst willen gesetzt werden, sondern es geht um Recht und Gerechtigkeit. Es geht darum, daß jene sauer verdienten Schillinge, welche von den fleißigen Österreichern in den Sozialtopf eingezahlt werden, unbeschadet und "unabgezockt" wieder dorthin zurückfließen, woher sie gekommen sind, Herr Kollege! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aus diesem Grund und vielen anderen Gründen haben wir oftmals mit Anträgen eine taugliche Reform des Gesundheitswesens eingemahnt. Und nicht nur wir sprechen davon, sondern allenthalben wird davon gesprochen. Sie in Ihrer sozialistischen Koalition haben immer eingewendet, daß das Ganze daran scheitern müsse, daß der jeweilige Gesundheitsminister keine Kompetenzen hat. Dieses Pingpong-Spiel, Herr Kollege Kostelka, ist aber von der Bevölkerung mehr als durchschaut worden. Daher ist die Sache zu beleuchten, und zwar dergestalt, daß Mißstände aufgezeigt und abgestellt werden. Sie haben jedoch nichts anderes getan, als abzulenken, und Sie sind nicht bereit, Mißbräuche abzustellen. – Das ist der qualitative Unterschied zwischen unseren Ausführungen und Ihrer, Herr Kollege Kostelka! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Das trifft auf Sie zu!
Wenn Sie, Herr Kollege Kostelka, von "ordentlicher Wortwahl" gesprochen haben, sollten Sie sich einmal einen Spiegel vor Augen halten. "Heuchelei" ist die schonendste Bezeichnung für Ihre Kraftausdrücke! In der Sache sind Sie jedoch jeden einzelnen Beweis schuldig geblieben! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Das trifft auf Sie zu!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben ein untaugliches Ablenkungsmanöver gestartet. Sie sind alle Gegenbeweise schuldig geblieben. Sie haben keinen einzigen Vorschlag gemacht, wie man das marode Krankensystem verbessern kann. Das einzige, was Ihnen eingefallen ist, war, wie Sie weiter abkassieren können. Aber die Bevölkerung nimmt in zunehmendem Maße wahr, wo sie gut aufgehoben ist, nämlich nicht bei der Sozialdemokratie, sondern bei der freiheitlichen Bewegung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kostelka: Allerdings!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die Ausführungen des Herrn Klubobmannes Kostelka haben mich dazu bewogen, auch noch einmal kurz das Wort zu ergreifen. Sie lächeln, Herr Klubobmann! Ich möchte aber betonen, daß Sie sich mit einem gewählten Präsidenten auseinandergesetzt haben! (Abg. Dr. Kostelka: Allerdings!) Allerdings haben Sie vergessen, dazu zu sagen, was sich vor wenigen Minuten hier abgespielt hat, als der gewählte Präsident Brauneder die Vorsitzführung gehabt hat, der auch für Sie eine Autorität sein sollte, Herr Klubobmann Kostelka! (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie, Herr Kollege Nürnberger, die verfassungsmäßigen Organe ernst nehmen, dann müssen Sie sich, Herr Klubobmann Kostelka, einmal überlegen, was es bedeutet, wenn ein Abgeordneter aus Ihren Reihen dieses gewählte Organ der Republik Österreich auffordert, vom Präsidium zu verschwinden und seinen Vorsitz niederzulegen, Herr Kollege Kostelka! Was ist denn das in den Augen eines Verfassungsrechtlers, meine Damen und Herren? – Auf jeden Fall kein demokratisches Verhalten, das man von einem Repräsentanten dieses Hauses erwarten könnte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Lieber Freund! Du bist zu jung, um die SPÖ-Normalität beurteilen zu können!
Wenn Ihnen die Demokratie in diesem Haus so wichtig ist, dann können Sie doch nicht immer all das, was Ihnen gerade paßt, gutheißen, und all das, was Ihnen unangenehm ist, dann plötzlich in einer Art und Weise bekämpfen, die eines Demokraten wirklich unwürdig ist, Herr Kollege Kostelka! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Lieber Freund! Du bist zu jung, um die SPÖ-Normalität beurteilen zu können!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Kostelka! Sie sagen, daß wir hier mit Verschlußakten hantieren. – Mit welchen Verschlußakten? Wir haben mit Unterlagen – nach Ihrer Ausdrucksweise – "hantiert", die uns die betroffenen Bürger selbst zur Verfügung gestellt haben. Denn diese Bürger sehen uns als Anwalt und geben uns die Möglichkeiten, gegen die Vorgangsweisen, die Sie zu verantworten haben, hier zu Felde zu ziehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das haben wir aber alles schon erlebt, Herr Kollege Kostelka! Das haben wir etwa bei unserem Volksbegehren erlebt, das zu organisieren ich die Ehre hatte. Damals sind die Bürger auch zu uns gekommen und haben gesagt: Wir haben Angst, dieses demokratische Mittel zu unterschreiben. Denn der Parteikassierer ist zu mir in die Gemeindewohnung gekommen und hat gesagt: Lieber Freund, wenn du dieses Volksbegehren unterschreibst, dann wirst du deine Wohnung verlieren! – Die Pensionisten sind zu uns gekommen und haben gesagt: Es sind Leute zu uns gekommen und haben gesagt: Du wirst die Pension verlieren. – Und Leute aus Betrieben sind zu uns gekommen und haben gesagt: Der Betriebsrat war bei mir. Wir dürfen das Volksbegehren nicht unterschreiben, denn sonst verlieren wir unseren Arbeitsplatz. – Meine Damen und Herren! Das ist die Realität! So wird hier umgegangen mit den demokratischen Einrichtungen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Fuhrmann.
Das kennen wir alles, wir haben es oft genug erlebt. Sogar im Pyjama müssen Bürgermeister im Burgenland ausrücken, damit sie Autonummern von Leuten aufschreiben, die an Veranstaltungen der Freiheitlichen teilnehmen. Dann werden Leute ausgeschickt, die diese Veranstaltung ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Fuhrmann. ) Herr Kollege Fuhrmann! Es ist doch durch alle Medien gegangen, daß Frau Ministerin Krammer einen sozialistischen Bürgermeister aufgefordert hat, einmal nachzuschauen, wohin denn die freiheitlichen Politiker fahren. Dieser mußte im Pyjama ausrücken, um zu eruieren, wohin diese Leute fahren. (Heiterkeit bei der SPÖ.) – Das ist Ihr Demokratieverständnis, meine Damen und Herren!
Heiterkeit bei der SPÖ.
Das kennen wir alles, wir haben es oft genug erlebt. Sogar im Pyjama müssen Bürgermeister im Burgenland ausrücken, damit sie Autonummern von Leuten aufschreiben, die an Veranstaltungen der Freiheitlichen teilnehmen. Dann werden Leute ausgeschickt, die diese Veranstaltung ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Fuhrmann. ) Herr Kollege Fuhrmann! Es ist doch durch alle Medien gegangen, daß Frau Ministerin Krammer einen sozialistischen Bürgermeister aufgefordert hat, einmal nachzuschauen, wohin denn die freiheitlichen Politiker fahren. Dieser mußte im Pyjama ausrücken, um zu eruieren, wohin diese Leute fahren. (Heiterkeit bei der SPÖ.) – Das ist Ihr Demokratieverständnis, meine Damen und Herren!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abg. Dr. Karlsson sowie des Abg. Müller.
Darüber können Sie lachen, meine Damen und Herren! – Ich sage Ihnen: Gott sei Dank gibt es ein Regulativ, Gott sei Dank haben die Wähler bemerkt, wohin dieser undemokratische Weg führt. 400 000 Österreicher haben Ihr Lager in den letzten zehn Jahren verlassen. Meine Damen und Herren! Machen Sie so weiter! Mit jedem, den Sie bespitzeln, dem Sie jemanden ins Haus schicken und dessen Existenz Sie bedrohen, werden es mehr, die Ihr Lager verlassen und die Freiheitlichen unterstützen! Und wir werden auch deren Anwalt sein! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abg. Dr. Karlsson sowie des Abg. Müller. )
Abg. Dr. Mertel: Jawohl!
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Nur keine Aufregung, meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, vor allem die letzten Debattenbeiträge haben deutlich die Doppelbödigkeit gezeigt (Abg. Dr. Mertel: Jawohl!), mit der die Sozialdemokratie behaftet ist. Frau Kollegin Mertel! Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung! Herzlichen Dank für dieses Eingeständnis! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Nur keine Aufregung, meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, vor allem die letzten Debattenbeiträge haben deutlich die Doppelbödigkeit gezeigt (Abg. Dr. Mertel: Jawohl!), mit der die Sozialdemokratie behaftet ist. Frau Kollegin Mertel! Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung! Herzlichen Dank für dieses Eingeständnis! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Haider meldet sich zu Wort und sagt zum Präsidenten, daß er sich immer eine so exakte Handhabung der Geschäftsordnung wünscht. Darauf bricht große Bestürzung bei Ihnen aus, man spricht von Majestätsbeleidigung. Abgeordneter Scheibner hat diesen Sachverhalt bereits aufgezeigt, und ich möchte das noch unterstreichen. Auf der anderen Seite steht jedoch Herr Abgeordneter Heindl empört auf und fordert allen Ernstes den Präsidenten des Nationalrates Brauneder auf, sofort den Vorsitz zu verlassen! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das muß man sich einmal vorstellen! Herr Kollege Heindl! Ich attestiere Ihnen Emotion, überhaupt keine Frage! Aber geben wir doch den Dingen bitte die richtige Gewichtung! Wodurch ist denn die Demokratie in der Ersten Republik gescheitert? – Die Demokratie in der Ersten Republik ist aufgrund der Selbstausschaltung des Parlamentes gescheitert. Damals sind die Präsidenten auch der Aufforderung nachgekommen, das Amt niederzulegen und den Vorsitz zu verlassen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! An einer solchen Aufforderung finden Sie überhaupt nichts! Wenn es jedoch ein Abgeordneter von uns wagt, leiseste Kritik an der Vorsitzführung zu üben, dann bezeichnen Sie das gleich als ein demokratiepolitisches Vergehen. Und genau das verstehe ich unter Doppelbödigkeit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Klubobmann Kostelka! Machen Sie sich wirklich Sorgen um das Rederecht unseres Klubobmannes? – Uns soll es recht sein! Aber, Herr Abgeordneter Kostelka, wenn Sie ans Rednerpult treten und zu einem bestimmten Thema nichts anderes zu sagen haben als Bemerkungen zur Geschäftsordnung, dann frage ich Sie: Wie sieht es denn in diesem Fall mit der Handhabung der Geschäftsordnung aus? Wo bleibt denn da der "Ruf zur Sache"? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie wissen doch sehr genau, daß Sie zur Sache reden müssen. Sie haben dazu aber überhaupt nichts gesagt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Klubobmann Kostelka! Machen Sie sich wirklich Sorgen um das Rederecht unseres Klubobmannes? – Uns soll es recht sein! Aber, Herr Abgeordneter Kostelka, wenn Sie ans Rednerpult treten und zu einem bestimmten Thema nichts anderes zu sagen haben als Bemerkungen zur Geschäftsordnung, dann frage ich Sie: Wie sieht es denn in diesem Fall mit der Handhabung der Geschäftsordnung aus? Wo bleibt denn da der "Ruf zur Sache"? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie wissen doch sehr genau, daß Sie zur Sache reden müssen. Sie haben dazu aber überhaupt nichts gesagt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Haider auch!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Klubobmann Kostelka! Wenn Sie sich in eine – vermeintlich – wissenschaftliche Debatte mit Herrn Universitätsprofessor Dr. Willi Brauneder einlassen, dann werden Sie allemal den kürzeren ziehen! Sie sind nämlich im Assistentenstadium steckengeblieben in Ihrer wissenschaftlichen Ausbildung. (Abg. Dr. Nowotny: Haider auch!) Das ist das entscheidende! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Klubobmann Kostelka! Wenn Sie sich in eine – vermeintlich – wissenschaftliche Debatte mit Herrn Universitätsprofessor Dr. Willi Brauneder einlassen, dann werden Sie allemal den kürzeren ziehen! Sie sind nämlich im Assistentenstadium steckengeblieben in Ihrer wissenschaftlichen Ausbildung. (Abg. Dr. Nowotny: Haider auch!) Das ist das entscheidende! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Karlsson.
Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Guggenberger! Es hat mich wirklich gewundert, daß Sie sich nicht mehr zu Wort gemeldet haben! Haben Sie ein schlechtes Gewissen? Der Sachverhalt wurde doch klar und deutlich aufgezeigt! Sie müssen doch unsere Bestürzung und Empörung verstehen! (Zwischenruf der Abg. Dr. Karlsson. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Guggenberger.
Herr Abgeordneter Guggenberger! Treten Sie doch ans Rednerpult! Wir geben Ihnen ja die Möglichkeit, sich zu entschuldigen! Man kann doch nicht einem 80jährigen Patienten, der dem Tod geweiht ist, mit einer Kommission, mit einem Chefarzt, bis in die Wohnung nachgehen! Das ist doch unglaublich! Das ist doch ungeheuerlich! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Guggenberger. )
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Dieselbe menschenverachtende Haltung zeigt sich bei diesem Erlaß in Kärnten, mit dem Stoma-Patienten aufgefordert werden, auf antiseptische Tupfer zu verzichten und stattdessen Küchenrollen zu gebrauchen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das drückt wirklich die menschenverachtende Gesinnung aus, daß Ihnen Einzelschicksale völlig egal sind. Ihnen geht es nur darum, nach der Methode: "Haltet den Dieb!" den Freiheitlichen eines auszuwischen. Dazu ist Ihnen jedes Mittel recht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dieselbe menschenverachtende Haltung zeigt sich bei diesem Erlaß in Kärnten, mit dem Stoma-Patienten aufgefordert werden, auf antiseptische Tupfer zu verzichten und stattdessen Küchenrollen zu gebrauchen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das drückt wirklich die menschenverachtende Gesinnung aus, daß Ihnen Einzelschicksale völlig egal sind. Ihnen geht es nur darum, nach der Methode: "Haltet den Dieb!" den Freiheitlichen eines auszuwischen. Dazu ist Ihnen jedes Mittel recht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Herr Abgeordneter Guggenberger! Zum – wie ich hoffe – versöhnlichen Ausklang dieser Debatte möchte ich Sie bitten, daß Sie doch hier den Sachverhalt aufklären und sich dafür entschuldigen, daß man einen alten Mann so verfolgt hat. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Ich finde es wirklich bedenklich, wenn Sie sich darüber noch lustig machen! Was da zum Lachen ist, kann ich nicht verstehen. Das ist wirklich unglaublich! (Weiterer Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Kann er auch, selbstverständlich! Frau Abgeordnete Mertel! Wenn Sie den Sachverhalt so einschätzen, Frau Abgeordnete, und meinen, daß eine Entschuldigung angebracht ist, dann dürfen Sie sich aber nicht an mich wenden, sondern zwei Reihen weiter, nämlich an Herrn Abgeordneten Guggenberger! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Weiterer Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Herr Abgeordneter Guggenberger! Zum – wie ich hoffe – versöhnlichen Ausklang dieser Debatte möchte ich Sie bitten, daß Sie doch hier den Sachverhalt aufklären und sich dafür entschuldigen, daß man einen alten Mann so verfolgt hat. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Ich finde es wirklich bedenklich, wenn Sie sich darüber noch lustig machen! Was da zum Lachen ist, kann ich nicht verstehen. Das ist wirklich unglaublich! (Weiterer Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Kann er auch, selbstverständlich! Frau Abgeordnete Mertel! Wenn Sie den Sachverhalt so einschätzen, Frau Abgeordnete, und meinen, daß eine Entschuldigung angebracht ist, dann dürfen Sie sich aber nicht an mich wenden, sondern zwei Reihen weiter, nämlich an Herrn Abgeordneten Guggenberger! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Guggenberger! Zum – wie ich hoffe – versöhnlichen Ausklang dieser Debatte möchte ich Sie bitten, daß Sie doch hier den Sachverhalt aufklären und sich dafür entschuldigen, daß man einen alten Mann so verfolgt hat. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Ich finde es wirklich bedenklich, wenn Sie sich darüber noch lustig machen! Was da zum Lachen ist, kann ich nicht verstehen. Das ist wirklich unglaublich! (Weiterer Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Kann er auch, selbstverständlich! Frau Abgeordnete Mertel! Wenn Sie den Sachverhalt so einschätzen, Frau Abgeordnete, und meinen, daß eine Entschuldigung angebracht ist, dann dürfen Sie sich aber nicht an mich wenden, sondern zwei Reihen weiter, nämlich an Herrn Abgeordneten Guggenberger! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Das ist alles zulässig in diesem Haus! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Jetzt sitzt der richtige Präsident da!
Abgeordneter Mag. Walter Posch (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Abgeordneter Krüger hat in seinem von Unwahrheiten strotzenden Vergleich zwischen der Ersten Republik und der Zweiten Republik unter anderem behauptet, das Parlament habe sich ... (Abg. Dr. Haider: Das ist alles zulässig in diesem Haus! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Jetzt sitzt der richtige Präsident da!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Bitte bringen Sie den zu berichtigenden und den berichtigten Sachverhalt! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Das hat er nicht gesagt!
Abgeordneter Mag. Walter Posch (fortsetzend): Wenn ich nicht ständig unterbrochen werde, dann kann ich den zu berichtigenden Sachverhalt darstellen: Abgeordneter Krüger hat in seinem Vergleich zwischen Vorfällen in der Ersten Republik und der Zweiten Republik unhaltbarerweise behauptet, daß sich das Parlament im Jahre 1933 aufgrund des Verhaltens der drei Nationalratspräsidenten selbst ausgeschaltet habe. (Abg. Dr. Graf: Das hat er nicht gesagt!) Das hat er gesagt! – Ich stelle dazu fest: Das war nicht der Fall. Vielmehr wurde die Tatsache, daß die Prä
Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen.
Nächste Wortmeldung: Herr Abgeordneter Schweitzer. (Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Kostelka! Ich möchte meine Frage an Sie so formulieren: Warum gelangen immer mehr Unterlagen dieser Art in unsere Briefkästen? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist das Ergebnis von 26 Jahren sozialistischer Politik in diesem Lande! Das ist, Herr Kollege Kostelka, ein Meßwert, der Sie zum Nachdenken anregen sollte! In zunehmendem Maße gelangen solche Unterlagen in unsere Briefkästen, weil sich die Österreicherinnen und Österreicher unter diesem System, das Sie zu verantworten haben, nicht mehr wohlfühlen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Hätte es noch eines Beweises bedurft, meine Damen und Herren, dann hat ihn Kollege Guggenberger ohnedies heute erbracht. – Ihnen ist jedes Mittel recht, um einen Bürger, der verzweifelt um Hilfe ruft, einzuschüchtern! Sie spionieren bis in den letzten Winkel der Unterkunft eines Todkranken, um einen Entlastungsangriff zu starten, der sich dann als Fehlschlag entpuppt, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war ein Lauschangriff auf sozial Schwache!
Sie sollten einmal darüber nachdenken, wie Sie dieses System zum Nachteil der Österreicher benutzen, die sich in diesem Lande immer weniger wohlfühlen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war ein Lauschangriff auf sozial Schwache!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Meine Damen und Herren! Ein Bundespräsident aus Ihren Reihen hat einmal treffsicher festgestellt, daß "saure Wiesen" entstanden sind, die "trockengelegt" werden müssen. Meine Damen und Herren! Diese saure Wiesen sind in den letzten Jahren sozialistischer Regierungsdominanz jedoch nicht trockengelegt worden, sie sind vielmehr größer geworden! (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Und Sie haben genauso dafür gesorgt wie die Kostelkas, Fischers und Co aus der Sozialdemokratie! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ein Bundespräsident aus Ihren Reihen hat einmal treffsicher festgestellt, daß "saure Wiesen" entstanden sind, die "trockengelegt" werden müssen. Meine Damen und Herren! Diese saure Wiesen sind in den letzten Jahren sozialistischer Regierungsdominanz jedoch nicht trockengelegt worden, sie sind vielmehr größer geworden! (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Und Sie haben genauso dafür gesorgt wie die Kostelkas, Fischers und Co aus der Sozialdemokratie! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum, bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Wir nehmen mit fast siebenstündiger Verspätung die Debatte über die Wirtschaft wieder auf. Ich bin, glaube ich, der fünfte Redner zum zweiten Tagesordnungspunkt. Ganz kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, daß eine Geschäftsordnungsreform dringend notwendig ist. (Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum, bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wir haben uns einmal, von Ihrer Fraktion angeregt, 14 Stunden über Jute unterhalten!
Ich kann natürlich verstehen, wenn Sie jetzt den Saal verlassen! Glauben Sie mir, mir fällt es jetzt auch schwer, hierzubleiben! (Abg. Scheibner: Wir haben uns einmal, von Ihrer Fraktion angeregt, 14 Stunden über Jute unterhalten!) Das mag schon sein!
Abg. Parnigoni: Haigermoser wäre vielleicht gesprungen!
Ich wünsche mir jetzt, ein Dompteur zu sein, der jetzt für Sie die Leoparden durch brennende Reifen springen läßt, um Sie bei Stimmung zu halten. Das kann ich leider bekanntlich nicht. Es bleibt mir daher nichts anderes übrig, als jetzt in dieses trockene Thema einzusteigen. (Abg. Parnigoni: Haigermoser wäre vielleicht gesprungen!) Vielleicht! Danke!
Abg. Dr. Khol: Ein gutes Papier!
Zu meiner Gedächtnisstützung habe ich mir etwas mitgenommen, nämlich ein interessantes Dokument. Es handelt sich um das Koalitionsübereinkommen vom 7. März 1996. (Abg. Dr. Khol: Ein gutes Papier!) Es ist wahrscheinlich für Sie ein gutes Papier, Herr Dr. Khol! Ich nehme an, es ist für Sie verbindlich. Es müßte doch für Sie gewisse Zielvorstellungen enthalten!
Abg. Dr. Frischenschlager: Warum eigentlich?
Was heißt denn das? Welche Anreize werden Sie geben, um diese zusätzlichen Lehrstellen zu schaffen? Ich glaube, wir wollten das vor einem Jahr einmal im Industrieausschuß debattieren, doch hat seither der Industrieausschuß nie wieder getagt und ist heuer noch kein einziges Mal zusammengetreten. (Abg. Dr. Frischenschlager: Warum eigentlich?) Ich glaube deshalb, weil sich ÖVP und SPÖ über ein bestimmtes Detail hinsichtlich der Lehrlingsförderung – wenn ich mich nicht irre – nicht einigen können.
Rufe bei der SPÖ: Koppler! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zur Industriepolitik: Dazu haben wir heute, finde ich, am allerwenigsten gehört. Das ist auch nicht besonders überraschend, denn die Industriepolitik hat in Österreich schon immer ein ganz merkwürdiges Schattendasein geführt. Es ist auch nicht wirklich klar und eindeutig, wer in Österreich für Industriepolitik zuständig ist. Das ist ein bißchen ... (Rufe bei der SPÖ: Koppler! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Neben dem Abgeordneten Koppler ist es der Finanzminister, der Wirtschaftsminister, einige Kompetenzen obliegen dem Umweltminister.
Abg. Mag. Ederer: Was ist der Vorschlag?
Auf diese Weise wird es möglich sein, auf internationaler Ebene einen gewissen Wettbewerb auch in der E-Wirtschaft einzuführen – im Gegensatz zu den letzten 50 Jahren. Diese Richtlinie sieht vor, daß zunächst einmal rund ein Viertel des Strommarktes, und innerhalb der nächsten zehn Jahre rund ein Drittel des Strommarktes dem Wettbewerb geöffnet wird, allerdings nur dem Wettbewerb für große Industrieunternehmen – groß im Sinne von großer Stromnachfrage. Die Frage aus österreichischer Sicht ist jetzt zum Beispiel: Was ist mit bestimmten Stadtwerken? Werden diese in dieses Liberalisierungskonzept eingebunden oder nicht? Denn das ist von der EU-Richtlinie nicht geregelt, in bezug darauf gibt es einen österreichischen Spielraum. (Abg. Mag. Ederer: Was ist der Vorschlag?)
Abg. Haigermoser: Vielleicht kann man das jetzt wieder herausziehen, Herr Kollege! – Zwischenruf bei der SPÖ.
Wir haben dann eine Untergruppe gemacht – auch streng sozialpartnerschaftlich besetzt – und haben uns relativ rasch darauf geeinigt, daß nicht die Kürzung der Subvention argumentativ begründet werden muß, sondern die Beibehaltung. – Wir haben ein brauchbares Papier erstellt, aber aus Gründen, die ich, wenn es Sie interessiert, später erklären kann, ist diese Studie unwiderruflich in den Schubladen der Sozialpartnerschaft verschwunden, damals jedenfalls. (Abg. Haigermoser: Vielleicht kann man das jetzt wieder herausziehen, Herr Kollege! – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Diese Studie war gratis, denn in der Sozialpartnerschaft wird gratis gearbeitet. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Sie glauben, sie war deswegen nichts wert; aber wir haben viel Zeit investiert.
Abg. Dr. Nowotny: Wir werden es ihm ausrichten! – Abg. Haigermoser: Da ist er selbst schuld!
Noch einige Bemerkungen zu Minister Klimas heutiger Rede. Mir haben viele Punkte gut gefallen, wie zum Beispiel die Ausführungen – er ist im Moment nicht da, dann sage ich ihm auch nicht, was mir gut gefallen hat (Abg. Dr. Nowotny: Wir werden es ihm ausrichten! – Abg. Haigermoser: Da ist er selbst schuld!) , dann sage ich ihm nur, was mir schlecht "gefallen" hat –, die etwas euphemistischen Betrachtungen: "Erstmals wieder Licht am Konjunkturhimmel". Also ich weiß noch nicht, ob wir schon wieder Licht am Konjunkturhimmel sehen. Bestenfalls stabilisiert sich eine an sich schlechte Situation. (Abg. Haigermoser: Das sogenannte Minuswachstum!) Insofern mag schon sein, daß es sich, weil es nicht noch tiefer geht, stabilisiert.
Abg. Haigermoser: Das sogenannte Minuswachstum!
Noch einige Bemerkungen zu Minister Klimas heutiger Rede. Mir haben viele Punkte gut gefallen, wie zum Beispiel die Ausführungen – er ist im Moment nicht da, dann sage ich ihm auch nicht, was mir gut gefallen hat (Abg. Dr. Nowotny: Wir werden es ihm ausrichten! – Abg. Haigermoser: Da ist er selbst schuld!) , dann sage ich ihm nur, was mir schlecht "gefallen" hat –, die etwas euphemistischen Betrachtungen: "Erstmals wieder Licht am Konjunkturhimmel". Also ich weiß noch nicht, ob wir schon wieder Licht am Konjunkturhimmel sehen. Bestenfalls stabilisiert sich eine an sich schlechte Situation. (Abg. Haigermoser: Das sogenannte Minuswachstum!) Insofern mag schon sein, daß es sich, weil es nicht noch tiefer geht, stabilisiert.
Abg. Dr. Frischenschlager: Die gibt’s ja nicht!
Meine Damen und Herren! Es ist natürlich nie sehr fair, ein Programm, eine Rede oder eine Studie bezüglich eines nicht vorhandenen Inhalts zu kritisieren. Dessen bin ich mir schon bewußt, und in gewisser Weise spiegelt es natürlich meine persönlichen Präferenzen wieder. Trotzdem bin ich der Ansicht, daß wir zur Industriepolitik, Herr Minister Farnleitner und Herr Minister Klima, etwas mehr erfahren hätten können. Es hat mich auch ein bißchen gestört, daß im Rahmen einer Wirtschaftsdebatte die berühmten langfristigen Strukturreformen im Rahmen der Budgetpolitik wieder nicht ... (Abg. Dr. Frischenschlager: Die gibt’s ja nicht!) Irgendwo wird es sie im Konzept schon geben, hoffe ich zumindest! In einer Schublade des Finanzministeriums gibt es sicher etwas Derartiges. Ich frage mich nur, warum kommt es dann nie. Die Zeit vergeht. (Abg. Dr. Kier: Phantom-Schublade!) Jedenfalls haben wir über diese Themen nach wie vor nichts gehört, und ich hoffe nicht, daß das, was wir 1995 bereits erlebt haben, wieder einreißt, daß nämlich unmittelbar nach Beschlußfassung über das damalige Konsolidierungspaket eine gewisse Lähmung eingetreten ist. Das brauchen wir 1996 nicht.
Abg. Dr. Kier: Phantom-Schublade!
Meine Damen und Herren! Es ist natürlich nie sehr fair, ein Programm, eine Rede oder eine Studie bezüglich eines nicht vorhandenen Inhalts zu kritisieren. Dessen bin ich mir schon bewußt, und in gewisser Weise spiegelt es natürlich meine persönlichen Präferenzen wieder. Trotzdem bin ich der Ansicht, daß wir zur Industriepolitik, Herr Minister Farnleitner und Herr Minister Klima, etwas mehr erfahren hätten können. Es hat mich auch ein bißchen gestört, daß im Rahmen einer Wirtschaftsdebatte die berühmten langfristigen Strukturreformen im Rahmen der Budgetpolitik wieder nicht ... (Abg. Dr. Frischenschlager: Die gibt’s ja nicht!) Irgendwo wird es sie im Konzept schon geben, hoffe ich zumindest! In einer Schublade des Finanzministeriums gibt es sicher etwas Derartiges. Ich frage mich nur, warum kommt es dann nie. Die Zeit vergeht. (Abg. Dr. Kier: Phantom-Schublade!) Jedenfalls haben wir über diese Themen nach wie vor nichts gehört, und ich hoffe nicht, daß das, was wir 1995 bereits erlebt haben, wieder einreißt, daß nämlich unmittelbar nach Beschlußfassung über das damalige Konsolidierungspaket eine gewisse Lähmung eingetreten ist. Das brauchen wir 1996 nicht.
Beifall bei den Grünen.
Jetzt kann man natürlich der Meinung sein, die Wirtschaftsdebatte sei unwichtig. Ich bin nicht dieser Meinung. Wir haben normalerweise einmal im Jahr eine Budgetdebatte und diese beansprucht sehr viel Zeit. Da gibt es in der Regel keine dringlichen Anfragen, um das zu unterbrechen. Wir haben einmal im Jahr diese sogenannte Wirtschaftsdebatte, die immer – wenn ich mich nicht irre – Ende Juni, Anfang Juli stattfindet. Es wäre ohne weiteres möglich, dieses Dokument eine Woche vorher zu verteilen, sodaß man hier auch zum Bericht der Bundesregierung Stellung nehmen könnte und nicht nur zu den einzelnen Ministern. Vielleicht funktioniert das aber nächstes Jahr. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei den Grünen.
In diesem Sinn, Herr Minister, wünsche ich Ihnen viel Glück und heiße Sie herzlich willkommen in diesem Haus! Sie werden sich an späte Zeiten gewöhnen müssen, aber das waren Sie bis jetzt ja auch schon gewohnt. – Alles Gute! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei den Grünen.)
Abg. Mag. Barmüller: Das war eine Doppelconférence!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die beiden Herren Professoren haben zusammen 36 Minuten geredet, wenn auch im Verhältnis sieben zu eins. (Abg. Mag. Barmüller: Das war eine Doppelconférence!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Bravo!
Bekanntermaßen steht jetzt kein Wirtschaftsprofessor vor Ihnen, sondern ein praktizierender Gewerbetreibender, der sich täglich mit vielen Dingen auseinandersetzen muß, über die Wirtschaftsprofessoren dozieren beziehungsweise das Parlament beschließt. Am Samstag darf ich etwa in der Praxis Lehrlingseinstellungsgespräche führen. Ich habe mich gemeinsam mit meiner Frau entschlossen, wieder den Versuch zu unternehmen, wenn wir jemanden Tauglichen finden, einen Lehrling einzustellen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Bravo!) Ich habe mich dazu nicht nur aus Liebe zu den Lehrlingen entschlossen, sondern weil ich meine, daß auch seitens der Wirtschaft eine gewisse Verantwortung wahrzunehmen ist. Diese Verantwortung soll aber durch Gesetze, die wir hier täglich beschließen, nicht erschwert, sondern erleichtert werden.
Abg. Dr. Stummvoll: Das Gesetz, nicht die Umsetzung!
Ein Beispiel: das sogenannte Arbeitnehmerschutzgesetz, das an sich diesen Namen nicht verdient, das jetzt von den Vertretern in der Wirtschaftskammer bekämpft wird. Mit allen Kanonen wird hier geschossen. Man kritisiert, daß dieses Arbeitnehmerschutzgesetz wirtschaftsfeindlich sei – was stimmt –, daß es zu bürokratisch und nicht zu exekutieren sei. (Abg. Dr. Stummvoll: Das Gesetz, nicht die Umsetzung!) Na klar! Ein Gesetz ist so gut wie dessen Umsetzung, Kollege Stummvoll. (Abg. Dr. Stummvoll: Man kann ein Gesetz so oder so auslegen!) Das ist ja das Problem! Also bitte jetzt keine Notlüge und keine Ausreden!
Abg. Dr. Stummvoll: Man kann ein Gesetz so oder so auslegen!
Ein Beispiel: das sogenannte Arbeitnehmerschutzgesetz, das an sich diesen Namen nicht verdient, das jetzt von den Vertretern in der Wirtschaftskammer bekämpft wird. Mit allen Kanonen wird hier geschossen. Man kritisiert, daß dieses Arbeitnehmerschutzgesetz wirtschaftsfeindlich sei – was stimmt –, daß es zu bürokratisch und nicht zu exekutieren sei. (Abg. Dr. Stummvoll: Das Gesetz, nicht die Umsetzung!) Na klar! Ein Gesetz ist so gut wie dessen Umsetzung, Kollege Stummvoll. (Abg. Dr. Stummvoll: Man kann ein Gesetz so oder so auslegen!) Das ist ja das Problem! Also bitte jetzt keine Notlüge und keine Ausreden!
Abg. Dr. Stummvoll: Furchtbar ist der Papierkrieg, der jetzt entsteht!
Kollege Stummvoll bekämpft jetzt dieses Arbeitnehmerschutzgesetz. Denn jetzt ist es umzusetzen, und da hat er festgestellt, wie furchtbar dieses ist. (Abg. Dr. Stummvoll: Furchtbar ist der Papierkrieg, der jetzt entsteht!) Am 25. Mai 1994 bei der Beschlußfassung in diesem Haus hat er dieses Gesetz allerdings noch in den höchsten Tönen gelobt! (Abg. Dr. Stummvoll: Es liegt an der bürokratischen Umsetzung!)
Abg. Dr. Stummvoll: Es liegt an der bürokratischen Umsetzung!
Kollege Stummvoll bekämpft jetzt dieses Arbeitnehmerschutzgesetz. Denn jetzt ist es umzusetzen, und da hat er festgestellt, wie furchtbar dieses ist. (Abg. Dr. Stummvoll: Furchtbar ist der Papierkrieg, der jetzt entsteht!) Am 25. Mai 1994 bei der Beschlußfassung in diesem Haus hat er dieses Gesetz allerdings noch in den höchsten Tönen gelobt! (Abg. Dr. Stummvoll: Es liegt an der bürokratischen Umsetzung!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf beim Liberalen Forum.
Das heißt also: Stummvoll hat im vollen Wissen um die entsprechende Bürokratie das Gesetz damals gelobt, welches er heute bekämpft. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf beim Liberalen Forum.) Peter hat das auch kritisiert, weil er weiß, daß das nur, wenn überhaupt, mit Bürokratie sonder Zahl umzusetzen ist.
Abg. Dr. Stummvoll: Was?
Anhand dieses Beispiels wird die Doppelzüngigkeit dieser Sozialpartnerschaft einmal mehr offenbar, meine Damen und Herren! Und das ist das Problem, das Sie haben: Es brechen Ihnen überall die Dämme: Es brechen Ihnen die Dämme bei Ihren Mitgliedern. (Abg. Dr. Stummvoll: Was?) In Wien sind nur mehr 20 Prozent zur Wirtschaftskammerwahl gegangen! (Abg. Dr. Stummvoll: Bei 90 Prozent Zustimmung!) Sie sind ja noch viel ärger als dieser berühmt-berüchtigte Arbeiterkammerpräsident, der damals von einem "ganz großen Erfolg" gesprochen hat, Kollege Stummvoll! Sie sind ja noch viel ärger, wenn Sie 20 Prozent Wahlbeteiligung noch beloben! Sie haben doch die Leute nicht mehr hinter sich! Das ist das Problem! (Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. ) Herr Klubobmann! Unterhalten wir uns lieber über die Privilegien des Khol, dann wären wir, glaube ich, einmal auf der richtigen Linie! (Abg. Dr. Khol: Schwache Replik!)
Abg. Dr. Stummvoll: Bei 90 Prozent Zustimmung!
Anhand dieses Beispiels wird die Doppelzüngigkeit dieser Sozialpartnerschaft einmal mehr offenbar, meine Damen und Herren! Und das ist das Problem, das Sie haben: Es brechen Ihnen überall die Dämme: Es brechen Ihnen die Dämme bei Ihren Mitgliedern. (Abg. Dr. Stummvoll: Was?) In Wien sind nur mehr 20 Prozent zur Wirtschaftskammerwahl gegangen! (Abg. Dr. Stummvoll: Bei 90 Prozent Zustimmung!) Sie sind ja noch viel ärger als dieser berühmt-berüchtigte Arbeiterkammerpräsident, der damals von einem "ganz großen Erfolg" gesprochen hat, Kollege Stummvoll! Sie sind ja noch viel ärger, wenn Sie 20 Prozent Wahlbeteiligung noch beloben! Sie haben doch die Leute nicht mehr hinter sich! Das ist das Problem! (Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. ) Herr Klubobmann! Unterhalten wir uns lieber über die Privilegien des Khol, dann wären wir, glaube ich, einmal auf der richtigen Linie! (Abg. Dr. Khol: Schwache Replik!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Khol.
Anhand dieses Beispiels wird die Doppelzüngigkeit dieser Sozialpartnerschaft einmal mehr offenbar, meine Damen und Herren! Und das ist das Problem, das Sie haben: Es brechen Ihnen überall die Dämme: Es brechen Ihnen die Dämme bei Ihren Mitgliedern. (Abg. Dr. Stummvoll: Was?) In Wien sind nur mehr 20 Prozent zur Wirtschaftskammerwahl gegangen! (Abg. Dr. Stummvoll: Bei 90 Prozent Zustimmung!) Sie sind ja noch viel ärger als dieser berühmt-berüchtigte Arbeiterkammerpräsident, der damals von einem "ganz großen Erfolg" gesprochen hat, Kollege Stummvoll! Sie sind ja noch viel ärger, wenn Sie 20 Prozent Wahlbeteiligung noch beloben! Sie haben doch die Leute nicht mehr hinter sich! Das ist das Problem! (Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. ) Herr Klubobmann! Unterhalten wir uns lieber über die Privilegien des Khol, dann wären wir, glaube ich, einmal auf der richtigen Linie! (Abg. Dr. Khol: Schwache Replik!)
Abg. Dr. Khol: Schwache Replik!
Anhand dieses Beispiels wird die Doppelzüngigkeit dieser Sozialpartnerschaft einmal mehr offenbar, meine Damen und Herren! Und das ist das Problem, das Sie haben: Es brechen Ihnen überall die Dämme: Es brechen Ihnen die Dämme bei Ihren Mitgliedern. (Abg. Dr. Stummvoll: Was?) In Wien sind nur mehr 20 Prozent zur Wirtschaftskammerwahl gegangen! (Abg. Dr. Stummvoll: Bei 90 Prozent Zustimmung!) Sie sind ja noch viel ärger als dieser berühmt-berüchtigte Arbeiterkammerpräsident, der damals von einem "ganz großen Erfolg" gesprochen hat, Kollege Stummvoll! Sie sind ja noch viel ärger, wenn Sie 20 Prozent Wahlbeteiligung noch beloben! Sie haben doch die Leute nicht mehr hinter sich! Das ist das Problem! (Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. ) Herr Klubobmann! Unterhalten wir uns lieber über die Privilegien des Khol, dann wären wir, glaube ich, einmal auf der richtigen Linie! (Abg. Dr. Khol: Schwache Replik!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Peter: Aber nicht alle auf einmal, sondern hintereinander!
In diesem Artikel werden auch Beweise angeführt, warum es dazu kommen wird beziehungsweise warum dieser Konflikt schon über die Bühne geht. Als kleines Beispiel wird die sogenannte Parkplatzsteuer angeführt. Das zeigt die Klimaverschlechterung. Wie soll denn diese Gründeroffensive – 56 000 Unternehmen sollen sofort gegründet werden – vonstatten gehen, wenn Sie den Gewerbetreibenden oder jenen, die sich selbständig machen wollen, jeden Antrieb nehmen? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Peter: Aber nicht alle auf einmal, sondern hintereinander!) Jedes Jahr! – Wie wollen Sie denn erreichen, daß jemand Mut faßt und sagt: Ich will in diesem Land Österreich selbständig werden, weil ich mir Chancen ausrechne!? Denn die begleitende Steuerpolitik, die die Österreichische Volkspartei betreibt, verdient den Namen "Reform" wirklich nicht!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sind – und das ist Ihr Sündenfall Nummer römisch eins – bei diesem 50-S-Deal in die rote Falle gegangen! Herr Bundesminister Dr. Farnleitner! Es ist heute schon ausgeführt worden, daß Sie vergangenen Dienstag die erste Chance gehabt hätten, einmal nein zu sagen und zu sagen: Werte Freunde! Wenn man schon diese 50 S inkassieren will – und es ist eine zweite Frage, ob das überhaupt notwendig gewesen wäre –, dann soll nicht schon wieder die Wirtschaft damit befaßt werden, die somit wieder als unbezahlter Bürokrat für diesen Staat herangezogen wird. Es ist nicht nur mir schleierhaft, warum Sie da zugestimmt haben, und daher betrachten wir das als Erbsünde, die Sie auf Ihrem Weg mitnehmen, Herr Bundesminister. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da muß geforstet werden, da muß aufgeräumt werden mit der Axt, damit wir zwar kontrollieren, was notwendig ist, aber soviel Freiraum lassen, daß es sich in diesem Land wieder auszahlt, Unternehmer zu sein, meine Damen und Herren! Das sind die Fragen, die wir zu lösen haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Wir werden nicht protestieren, wenn Sie für solche Überraschungen gut sind. Unsere "Vorschußlorbeeren" – unter Anführungszeichen – mögen Sie haben, ich lege Sie Ihnen sinnbildlich auf die Regierungsbank. Aber wir werden Sie mit Argusaugen beobachten, ob Sie diesem Anforderungsprofil genügen oder ob Sie immer wieder das Ohr Ihrem ehemaligen Herrn und Meister Maderthaner leihen werden, der einer der, ich sage nicht: Betonköpfe, aber doch einer der Abmauerer in Sachen Gewerbeordnung, Liberalisierung und Deregulierung ist. Machen Sie sich frei von diesem Kammerzwang, dann haben Sie die Freiheitlichen auf Ihrer Seite! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Jakob! Fünf Minuten maximal!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Der nächste Redner ist Herr Abgeordneter Jakob Auer. – Er hat das Wort. (Abg. Dr. Khol: Jakob! Fünf Minuten maximal!)
Abg. Böhacker: Schade!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Sehr verehrter Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Meine Damen und Herren! Für diese Aufklärung, daß ich so viel Zeit habe, bedanke ich mich sehr herzlich! Ich werde sie jedoch nicht in Anspruch nehmen. (Abg. Böhacker: Schade!)
Abg. Haigermoser: Du hast wohl deine Rede umschreiben müssen! Am Vormittag hättest du anders gesprochen!
Meine Damen und Herren! Als jemand, der schon einige derartige wirtschaftspolitische Berichte erleben konnte, bin ich, in Anbetracht der Zeit, die man hier im Parlament sehr wohl hat, heute ein wenig enttäuscht. Dieser Tag ist für mich eine Enttäuschung. Denn heute hätte es die Chance gegeben – und ich hätte mir das auch erwartet –, daß die Erklärung zur wirtschaftspolitischen Lage eine Auseinandersetzung zwischen der Regierung und der Opposition bringt. Gerade von einer Partei, die immer vorgibt, für die Fleißigen, für die Tüchtigen, für die Anständigen, für die Wirtschaft, für die Arbeitsplätze einzutreten, hätte ich mir erwartet, daß sie den heutigen Tag nutzt, um sich entsprechend damit auseinanderzusetzen. (Abg. Haigermoser: Du hast wohl deine Rede umschreiben müssen! Am Vormittag hättest du anders gesprochen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Für mich gibt es zwei Begründungen, daß man diese Chance ungenützt vorübergehen lassen hat. – Erstens: Die wirtschaftliche Lage Österreichs ist weit besser, als das von Ihnen gerne herbeigeredet wird. Sie ist tatsächlich besser! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Er ist ein Genie!
Meine Damen und Herren! Zweite Begründung: Der neue Wirtschaftsminister Dr. Farnleitner hat Sie mit seiner blendenden Erklärung politisch gesehen sprachlos gemacht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Er ist ein Genie!)
Abg. Dr. Ofner: Mein Gott, ist das aber ein herziger Vergleich!
Im Verhältnis dazu waren die Aussagen des Kollegen Trattner nichts anderes als eine politische Geisterbahnfahrt. Es ist daher notwendig, ein wenig zur Realität zurückzukehren und die Wirtschaftspolitik so darzustellen, wie sie ist. Denn sie ist nicht so, wie sie von Ihnen herbeigeredet wird! Die politische Situation und die wirtschaftspolitische Situation müßte Ihnen, meine Damen und Herren von der F, doch die Augen öffnen! Aber es ist eben schwierig, einem Farbenblinden eine Farbe zu erklären, wenn er vor lauter Blau nichts anderes mehr sehen will! (Abg. Dr. Ofner: Mein Gott, ist das aber ein herziger Vergleich!) Sehr geehrter Kollege Ofner! Die Budgetsanierung war und ist notwendig. Ich nehme an, das werden auch Sie nicht bestreiten! (Abg. Dr. Ofner: Dann fangt endlich damit an!) Diese ist notwendig, unabhängig von den Maastricht-Kriterien! (Abg. Dr. Ofner: Wenn ihr einmal an der Regierung seid, dann geht es los!) Noch etwas, oder schon fertig? Sind Sie endlich munter geworden? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Dann fangt endlich damit an!
Im Verhältnis dazu waren die Aussagen des Kollegen Trattner nichts anderes als eine politische Geisterbahnfahrt. Es ist daher notwendig, ein wenig zur Realität zurückzukehren und die Wirtschaftspolitik so darzustellen, wie sie ist. Denn sie ist nicht so, wie sie von Ihnen herbeigeredet wird! Die politische Situation und die wirtschaftspolitische Situation müßte Ihnen, meine Damen und Herren von der F, doch die Augen öffnen! Aber es ist eben schwierig, einem Farbenblinden eine Farbe zu erklären, wenn er vor lauter Blau nichts anderes mehr sehen will! (Abg. Dr. Ofner: Mein Gott, ist das aber ein herziger Vergleich!) Sehr geehrter Kollege Ofner! Die Budgetsanierung war und ist notwendig. Ich nehme an, das werden auch Sie nicht bestreiten! (Abg. Dr. Ofner: Dann fangt endlich damit an!) Diese ist notwendig, unabhängig von den Maastricht-Kriterien! (Abg. Dr. Ofner: Wenn ihr einmal an der Regierung seid, dann geht es los!) Noch etwas, oder schon fertig? Sind Sie endlich munter geworden? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Wenn ihr einmal an der Regierung seid, dann geht es los!
Im Verhältnis dazu waren die Aussagen des Kollegen Trattner nichts anderes als eine politische Geisterbahnfahrt. Es ist daher notwendig, ein wenig zur Realität zurückzukehren und die Wirtschaftspolitik so darzustellen, wie sie ist. Denn sie ist nicht so, wie sie von Ihnen herbeigeredet wird! Die politische Situation und die wirtschaftspolitische Situation müßte Ihnen, meine Damen und Herren von der F, doch die Augen öffnen! Aber es ist eben schwierig, einem Farbenblinden eine Farbe zu erklären, wenn er vor lauter Blau nichts anderes mehr sehen will! (Abg. Dr. Ofner: Mein Gott, ist das aber ein herziger Vergleich!) Sehr geehrter Kollege Ofner! Die Budgetsanierung war und ist notwendig. Ich nehme an, das werden auch Sie nicht bestreiten! (Abg. Dr. Ofner: Dann fangt endlich damit an!) Diese ist notwendig, unabhängig von den Maastricht-Kriterien! (Abg. Dr. Ofner: Wenn ihr einmal an der Regierung seid, dann geht es los!) Noch etwas, oder schon fertig? Sind Sie endlich munter geworden? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Verhältnis dazu waren die Aussagen des Kollegen Trattner nichts anderes als eine politische Geisterbahnfahrt. Es ist daher notwendig, ein wenig zur Realität zurückzukehren und die Wirtschaftspolitik so darzustellen, wie sie ist. Denn sie ist nicht so, wie sie von Ihnen herbeigeredet wird! Die politische Situation und die wirtschaftspolitische Situation müßte Ihnen, meine Damen und Herren von der F, doch die Augen öffnen! Aber es ist eben schwierig, einem Farbenblinden eine Farbe zu erklären, wenn er vor lauter Blau nichts anderes mehr sehen will! (Abg. Dr. Ofner: Mein Gott, ist das aber ein herziger Vergleich!) Sehr geehrter Kollege Ofner! Die Budgetsanierung war und ist notwendig. Ich nehme an, das werden auch Sie nicht bestreiten! (Abg. Dr. Ofner: Dann fangt endlich damit an!) Diese ist notwendig, unabhängig von den Maastricht-Kriterien! (Abg. Dr. Ofner: Wenn ihr einmal an der Regierung seid, dann geht es los!) Noch etwas, oder schon fertig? Sind Sie endlich munter geworden? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Wo steht das?
Meine Damen und Herren! Ein fundiertes Budget, stabile Wechselkurse, geringe Inflationsraten und damit zusammenhängend niedrige Zinsen ergeben eine gute und tragfähige Basis für eine stabile Konjunktur und für eine Entwicklung, wie wir sie brauchen. Wenn es tatsächlich so schwierig wäre und wirtschaftlich so schlecht ginge, dann frage ich mich, meine Damen und Herren von der F, warum ich hier lese: Auslandsinvestoren stürmen Österreich. (Abg. Dr. Ofner: Wo steht das?) Ausländer haben in den ersten vier Monaten 1996 schon viermal soviel in Österreich investiert wie in der gleichen Zeit des Vorjahres. 16,8 Milliarden Schilling wurden investiert, also viermal soviel wie im Vorjahr. – Ich würde mir wünschen, daß jede Firma im ersten Quartal eines Jahres ein Ergebnis vorzeigen könnte, das besser ist als das Gesamtergebnis des Vorjahres! Das würde ich mir wünschen! Dieses Ergebnis können wir für Österreich nämlich vorzeigen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Farnleitner lacht schon!) Herr Bundesminister Farnleitner lächelt tatsächlich über deine Zwischenrufe, völlig richtig! (Abg. Dr. Ofner: Er lächelt nicht, er lacht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Farnleitner lacht schon!
Meine Damen und Herren! Ein fundiertes Budget, stabile Wechselkurse, geringe Inflationsraten und damit zusammenhängend niedrige Zinsen ergeben eine gute und tragfähige Basis für eine stabile Konjunktur und für eine Entwicklung, wie wir sie brauchen. Wenn es tatsächlich so schwierig wäre und wirtschaftlich so schlecht ginge, dann frage ich mich, meine Damen und Herren von der F, warum ich hier lese: Auslandsinvestoren stürmen Österreich. (Abg. Dr. Ofner: Wo steht das?) Ausländer haben in den ersten vier Monaten 1996 schon viermal soviel in Österreich investiert wie in der gleichen Zeit des Vorjahres. 16,8 Milliarden Schilling wurden investiert, also viermal soviel wie im Vorjahr. – Ich würde mir wünschen, daß jede Firma im ersten Quartal eines Jahres ein Ergebnis vorzeigen könnte, das besser ist als das Gesamtergebnis des Vorjahres! Das würde ich mir wünschen! Dieses Ergebnis können wir für Österreich nämlich vorzeigen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Farnleitner lacht schon!) Herr Bundesminister Farnleitner lächelt tatsächlich über deine Zwischenrufe, völlig richtig! (Abg. Dr. Ofner: Er lächelt nicht, er lacht!)
Abg. Dr. Ofner: Er lächelt nicht, er lacht!
Meine Damen und Herren! Ein fundiertes Budget, stabile Wechselkurse, geringe Inflationsraten und damit zusammenhängend niedrige Zinsen ergeben eine gute und tragfähige Basis für eine stabile Konjunktur und für eine Entwicklung, wie wir sie brauchen. Wenn es tatsächlich so schwierig wäre und wirtschaftlich so schlecht ginge, dann frage ich mich, meine Damen und Herren von der F, warum ich hier lese: Auslandsinvestoren stürmen Österreich. (Abg. Dr. Ofner: Wo steht das?) Ausländer haben in den ersten vier Monaten 1996 schon viermal soviel in Österreich investiert wie in der gleichen Zeit des Vorjahres. 16,8 Milliarden Schilling wurden investiert, also viermal soviel wie im Vorjahr. – Ich würde mir wünschen, daß jede Firma im ersten Quartal eines Jahres ein Ergebnis vorzeigen könnte, das besser ist als das Gesamtergebnis des Vorjahres! Das würde ich mir wünschen! Dieses Ergebnis können wir für Österreich nämlich vorzeigen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Farnleitner lacht schon!) Herr Bundesminister Farnleitner lächelt tatsächlich über deine Zwischenrufe, völlig richtig! (Abg. Dr. Ofner: Er lächelt nicht, er lacht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es ist unbestritten, daß nicht alles bestens ist. Die Probleme hat Herr Bundesminister Farnleitner heute in bemerkenswerter Seriosität und Offenheit dargelegt, und wir werden ihn bei den Reformvorhaben, die er angezeigt hat, unterstützen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich glaube, Herr Bundesminister, es war kein Zufall, daß Sie dieses Thema auch öffentlich angeschnitten haben. Denn niemand weiß besser als Sie, daß die EU-Richtlinie, die es jetzt gibt – Kollege Van der Bellen hat schon darauf hingewiesen –, einen ganz kurzfristigen Handlungszwang auslöst. Denn wenn wir es nicht schaffen, bis zum Inkrafttreten dieser Richtlinie, die immerhin marktwirtschaftliche Elemente bringen wird, also bis zum Jahr 1997 eine Strukturreform durchzuführen, dann wird das in einem Desaster enden, nämlich darin, daß wir in einem der zentralen Infrastrukturbereiche dieses Landes die eigentliche Wirtschaftshoheit verlieren werden. Und ich glaube, das würde wirklich den Zusammenhalt der Republik als Teil des geeinten Europas schwer gefährden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Schmidt: Auch die Wiener Wahl bedeutet ein Desaster!
Herr Bundesminister! Abgesehen von den technischen Details und den wirtschaftlichen Aspekten, die ich jetzt nicht beleuchten will, ist diese politische Herausforderung aus den genannten Gründen meiner Meinung nach wirklich eine große Herausforderung. Sie werden Ihren Fraktionskollegen Landeshauptleuten erklären müssen, warum das vernünftig ist. Und Sie werden erleben, daß die kurzfristige Angst, nicht wiedergewählt zu werden, im Land Oberösterreich und im Land Niederösterreich ein wesentlich stärkeres Motiv ist als die rationale Überlegung, daß es in fünf oder sechs Jahren in Österreich ein Desaster geben kann. (Abg. Dr. Schmidt: Auch die Wiener Wahl bedeutet ein Desaster!) Aber es wird diesen Landeshauptleuten – ich möchte hier eine Person besonders einbinden, damit ich nicht ausschließlich die Fraktionskollegen des Herrn Bundesministers Farnleitner apostrophiere –, es wird auch Herrn Bürgermeister Häupl klarzumachen sein, daß es am Ende des 20. Jahrhunderts nicht mehr zeitgemäß ist, ein Energieversorgungsunternehmen von der Größe und von der Bedeutung der Wiener Stadtwerke letztlich in Form einer Magistratsabteilung zu führen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Schmidt: So ist es!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Schmidt: So ist es!
Herr Bundesminister! Abgesehen von den technischen Details und den wirtschaftlichen Aspekten, die ich jetzt nicht beleuchten will, ist diese politische Herausforderung aus den genannten Gründen meiner Meinung nach wirklich eine große Herausforderung. Sie werden Ihren Fraktionskollegen Landeshauptleuten erklären müssen, warum das vernünftig ist. Und Sie werden erleben, daß die kurzfristige Angst, nicht wiedergewählt zu werden, im Land Oberösterreich und im Land Niederösterreich ein wesentlich stärkeres Motiv ist als die rationale Überlegung, daß es in fünf oder sechs Jahren in Österreich ein Desaster geben kann. (Abg. Dr. Schmidt: Auch die Wiener Wahl bedeutet ein Desaster!) Aber es wird diesen Landeshauptleuten – ich möchte hier eine Person besonders einbinden, damit ich nicht ausschließlich die Fraktionskollegen des Herrn Bundesministers Farnleitner apostrophiere –, es wird auch Herrn Bürgermeister Häupl klarzumachen sein, daß es am Ende des 20. Jahrhunderts nicht mehr zeitgemäß ist, ein Energieversorgungsunternehmen von der Größe und von der Bedeutung der Wiener Stadtwerke letztlich in Form einer Magistratsabteilung zu führen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Schmidt: So ist es!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich lade daher letztlich alle Fraktionen ein, sich an diesem Projekt zu beteiligen, weil ich meine, daß, wenn uns das nicht gelingt, der Ausverkauf stattfinden, die Struktur zerschlagen und das noch immer nicht fertige Höchstspannungsnetz nie fertiggestellt werden wird. Die Lastverteilungszentrale würde letztlich nicht von Wien nach Kaprun, sondern von Wien nach München oder nach Dortmund übersiedeln, und dann wären wir Peripherie im eigentlichen Sinn des Wortes. Und eines der "drei großen Netze" aus der Hand zu geben, das wäre schade. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Gartlehner schüttelt Bundesminister Dr. Farnleitner die Hand.
Nun noch ein abschließender Satz zum neuen Minister. Ich bin an sich ein Fan von Minister Ditz gewesen und habe mir gedacht, es wird niemand Besserer nachkommen. – Herr Bundesminister! Die ersten Tage Ihrer Tätigkeit und auch Ihre heutigen Ausführungen haben mich möglicherweise eines Besseren belehrt. Ich wünsche Ihnen alles Gute und freue mich auf unsere Zusammenarbeit. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Gartlehner schüttelt Bundesminister Dr. Farnleitner die Hand.)
Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima.
Herr Bundesminister! Sie haben gemeint, daß an den Schwierigkeiten des Lehrstellenmarktes die Unternehmer schuld seien – zumindest haben Sie das ein wenig emotionell und in unsere Richtung schauend gesagt. Ich glaube, daß Sie zwar seinerzeit als Finanzvorstand wahrscheinlich nichts mit Lehrlingen zu tun gehabt haben, aber vielleicht wissen Sie trotzdem, wie groß die Belastungen in Österreich derzeit sind, wenn man Lehrlinge beschäftigt. Es ist nun die Situation eingetreten, daß sich Klein- und Mittelbetriebe die Ausbildung von Lehrlingen teilweise nicht mehr leisten können, und dem muß man entgegensteuern. (Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
In der Vergangenheit hat man Belastungen, die ich jetzt nicht im Detail anführen möchte, für die Lehrlingsausbildung eingeführt – die Kommunalsteuer und so weiter, Sie wissen das ganz genau. Ich hoffe, Herr Bundesminister, daß diese Tendenz, immer mehr die Unternehmer, welche Lehrlinge ausbilden, zu belasten, nicht damit zusammenhängt, daß Sie von den Sozialdemokraten – oder zumindest einige Gruppierungen bei den Sozialdemokraten – mehr die staatlichen Lehrwerkstätten fördern wollen. Ich glaube, wir brauchen in Österreich weniger Staat und viel mehr privat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege, weil Sie gerade nicken: Ich verstehe dann wirklich nicht, warum gerade die Gewerkschaftsfraktion – also eine sozialistische Initiative – morgen in Niederösterreich erreichen will, daß bei den Lehrlingen im Handel die Lehrzeit von 1 080 auf 1 260 Stunden erhöht wird. Es gibt in Niederösterreich sogar eine Erhebung, woraus klar hervorgeht, daß dies wegen Lehrplänen oder sonst irgend etwas nicht notwendig wäre. Ich verstehe diese Initiative nicht, aber vielleicht könnten Sie auf Ihre Kollegen einwirken, morgen diesen Unsinn zu unterlassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich hoffe, daß wir das in Niederösterreich gemeinsam mit der ÖVP verhindern können, weil wir im Landesschulratskollegium Gott sei Dank die Mehrheit haben.
Abg. Parnigoni: Das macht aber dem 600er Mercedes eh nichts!
Ebenso wurden Verlustabzüge auf zwei Jahre ausgesetzt. Auch das trifft natürlich Kleinunternehmer, wenn sie das Pech hatten, Verluste zu haben. Zusätzlich wurden in den letzten Jahren – aufgrund einer verfehlten Steuerpolitik – Rücklagenbildungen erschwert und teilweise kuriose Steuergesetze geschaffen, wie beispielsweise die Autoabschreibung. Es wird niemandem gelingen, mit seinem Auto, sofern er es wirklich betrieblich braucht – und das setze ich voraus –, acht Jahre zu fahren, weil in acht Jahren hätte ich zum Beispiel auf dem Tachometer meines Autos zirka 600 000 bis 700 000 Kilometer. (Abg. Parnigoni: Das macht aber dem 600er Mercedes eh nichts!) Ich habe keinen 600er Mercedes! Da irrst du dich. Ich habe einen Mercedes, aber keinen 600er. Aber selbst einem Mercedes tun 600 000 bis 700 000 Kilometer nicht so gut. – Ich glaube, daß auch hier angesetzt werden muß, wenn man diese Kleinunternehmen wirklich fördern will. Solche Beispiele gibt es in der Steuergesetzgebung genug. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ebenso wurden Verlustabzüge auf zwei Jahre ausgesetzt. Auch das trifft natürlich Kleinunternehmer, wenn sie das Pech hatten, Verluste zu haben. Zusätzlich wurden in den letzten Jahren – aufgrund einer verfehlten Steuerpolitik – Rücklagenbildungen erschwert und teilweise kuriose Steuergesetze geschaffen, wie beispielsweise die Autoabschreibung. Es wird niemandem gelingen, mit seinem Auto, sofern er es wirklich betrieblich braucht – und das setze ich voraus –, acht Jahre zu fahren, weil in acht Jahren hätte ich zum Beispiel auf dem Tachometer meines Autos zirka 600 000 bis 700 000 Kilometer. (Abg. Parnigoni: Das macht aber dem 600er Mercedes eh nichts!) Ich habe keinen 600er Mercedes! Da irrst du dich. Ich habe einen Mercedes, aber keinen 600er. Aber selbst einem Mercedes tun 600 000 bis 700 000 Kilometer nicht so gut. – Ich glaube, daß auch hier angesetzt werden muß, wenn man diese Kleinunternehmen wirklich fördern will. Solche Beispiele gibt es in der Steuergesetzgebung genug. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt jedenfalls genug Möglichkeiten, die Rahmenbedingungen zu verändern, es wird aber nicht genügen, Herr Bundesminister, nur darüber zu sprechen. Sie werden handeln müssen. Sie werden wirtschaftsfreundliche Maßnahmen setzen müssen. Wenn Sie diese setzen, haben Sie die Unterstützung der Freiheitlichen. Sollten Sie jedoch die Wirtschaftspolitik der sozialistischen Koalition des letzten Jahrzehnts weiterbetreiben, werden wir Ihnen unseren Widerstand entgegensetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Habe ich nicht gesagt!
Abgeordneter Mag. Franz Steindl (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe heute die wirklich brillante Rede des neuen Wirtschaftsministers Dr. Hannes Farnleitner mitverfolgt, und ich muß sagen, sie war nicht nur brillant, sondern sie hat wirklich die Perspektiven aufgezeigt, die wir gerade für die Standortsicherung in Österreich dringend brauchen. Zur Äußerung von Herrn Dr. Haider beim ersten Tagesordnungspunkt, daß Dr. Farnleitner unter Umständen die zweite oder dritte Wahl ist, möchte ich folgendes sagen (Abg. Dr. Haider: Habe ich nicht gesagt!): Ich als Abgeordneter finde, daß wir mit Dr. Farnleitner als Wirtschaftsminister den besten Mann für Österreich erwischt haben; die erste Wahl. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Ruf bei den Freiheitlichen: Der paßt dir eh gut, der Farnleitner!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Ruf bei den Freiheitlichen: Der paßt dir eh gut, der Farnleitner!
Abgeordneter Mag. Franz Steindl (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe heute die wirklich brillante Rede des neuen Wirtschaftsministers Dr. Hannes Farnleitner mitverfolgt, und ich muß sagen, sie war nicht nur brillant, sondern sie hat wirklich die Perspektiven aufgezeigt, die wir gerade für die Standortsicherung in Österreich dringend brauchen. Zur Äußerung von Herrn Dr. Haider beim ersten Tagesordnungspunkt, daß Dr. Farnleitner unter Umständen die zweite oder dritte Wahl ist, möchte ich folgendes sagen (Abg. Dr. Haider: Habe ich nicht gesagt!): Ich als Abgeordneter finde, daß wir mit Dr. Farnleitner als Wirtschaftsminister den besten Mann für Österreich erwischt haben; die erste Wahl. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Ruf bei den Freiheitlichen: Der paßt dir eh gut, der Farnleitner!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Der Stix macht das schon!
Wir haben – Herr Dr. Haider, Sie werden das auch mitverfolgt haben – auch im Burgenland wieder eine neue Regierung, eine Dreier-Regierung. Wir haben auch dort einen neuen Wirtschaftslandesrat, einen sehr guten Mann, und ich bin überzeugt davon, daß diese Achse Wien–Burgenland auch in Zukunft sehr gut funktionieren wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Der Stix macht das schon!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich hätte einiges vorbereitet, aber aufgrund der vorgeschrittenen Zeit erspare ich mir das und komme schon zum Schluß. Ich meine, daß wir – wenn das Programm, das unser neuer Wirtschaftsminister vorgestellt hat, umgesetzt wird – eigentlich mit Optimismus der Zukunft entgegenblicken können. Und ich wünsche uns allen und den beiden Ministern – vor allem dem neuen Wirtschaftsminister – bei dessen Umsetzung viel Erfolg. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kiss: Böhacker verzichtet! Haider hat gesagt, Böhacker verzichtet! – Abg. Böhacker: Nein, nein!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete Schaffenrath, Sie sind aus der Rednerliste gestrichen. Dann ist der nächste Redner Herr Abgeordneter Böhacker. (Abg. Kiss: Böhacker verzichtet! Haider hat gesagt, Böhacker verzichtet! – Abg. Böhacker: Nein, nein!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Zunächst zu Ihren Ausführungen: Sie haben gemeint, die Bürger hätten das Belastungspaket, so wie Sie es geschnürt haben, akzeptiert. Das zeigt doch ganz deutlich, Herr Bundesminister, wie weit Sie von der Realität entfernt sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Bundesminister Mag. Klima: Die 20 Anrufe verkrafte ich!
Aber ich werde es anders machen: Ich werde allen meinen Mandanten, die mich anrufen und sich über die Lohnsteuerbescheide und die Vorauszahlungsbescheide beschweren, Ihre Telefonnummer geben, damit auch Sie wieder einmal die Stimme des Volkes hören. Dann werden Sie merken, daß nicht alle Bürger unseres Landes mit diesem Ihrem Belastungspaket einverstanden sind. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Bundesminister Mag. Klima: Die 20 Anrufe verkrafte ich!) Das werden ein bißchen mehr sein, Herr Bundesminister!
Bundesminister Mag. Klima: Sollen wir die Vermögensteuer wieder einführen?
Im Zusammenhang mit dem EU-Beitritt haben Sie immer wieder von Anpassungserfordernissen im Bereiche der Wirtschaft, von Anpassungen der Exporteure und vor allem von Anpassungen in geschützten Bereichen gesprochen. Herr Bundesminister! Eines ist mir jedoch dabei abgegangen, und zwar der Anpassungsdruck und die Anpassungserfordernisse im Zusammenhang mit dem Steuerrecht. (Bundesminister Mag. Klima: Sollen wir die Vermögensteuer wieder einführen?)
Abg. Dr. Haider: Das ist eine sozialistische Forderung!
Gerade Sie, Herr Finanzminister, hätten doch darüber einige Worte verlieren können, und zwar nicht über die Wiedereinführung der Vermögensteuer, der Gewerbe-, Kapital- oder Ertragsteuer. (Abg. Dr. Haider: Das ist eine sozialistische Forderung!) Ganz im Gegenteil: Sie müssen jetzt endlich einmal prüfen, inwieweit das österreichische Steuerrecht, das Abgabenrecht noch EU-kompatibel ist. Es gibt – ich verweise auf die 6. Mehrwertsteuerrichtlinie – insbesondere den Artikel 33, der sinngemäß lautet, daß neben der Umsatzsteuer keine weitere umsatzsteuerähnliche Abgabe in einem Land eingehoben werden darf.
Abg. Dr. Haider: Kammerumlage!
Finanzexperten haben auch mehrfach aufgezeigt, daß Getränkesteuer, Fremdenverkehrsabgabe in den Ländern, unter Umständen auch sogar die Verschlechterung beim Vorsteuerabzug bei Kraftfahrzeugen und die Mindestkörperschaftssteuer nicht unbedingt EU-konform sind. (Abg. Dr. Haider: Kammerumlage!) Kammerumlage – jawohl.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dazu kommt, Herr Bundesminister, daß Ihnen das Desaster betreffend Außenhandelsförderungsbeiträge wirklich eine Warnung sein sollte. Ich lade Sie ein, an anderer Stelle, zu anderer Zeit – wenn mehr Zeit vorhanden ist – einmal darüber zu diskutieren, ob das österreichische Steuerrecht überhaupt noch im vollen Umfang EU-kompatibel ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Ist Ihnen diese Passage bekannt? – Das schaut aber nicht sehr überzeugend aus, Herr Bundesminister. Falls Ihnen das wirklich bekannt ist, ist es umso ärger. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Bundesminister Mag. Klima: Das hat es bisher schon gegeben! Das ist auf Wunsch der Arbeitnehmervertretungen eine Vereinheitlichung gewesen, weil manche Finanzbeamte 500 S, andere 300 S Sachbezugswert ausrechneten! – Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner. – Abg. Dr. Haider: Die Arbeiterkammer fordert eine Belastung für die Arbeitnehmer! – Abg. Huber, zu Abg. Dr. Haider: Er versteht es nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Ich habe mir erlaubt, auf Basis des Verdienstes eines österreichischen Durchschnittsverdieners durchzurechnen, was diesem die fiktive Steuerbelastung, dieser Sachbezugswert, kostet. Es kostet den Steuerzahler bei einem Sachbezugswert von 2 400 S pro Jahr 1 064 S, der Arbeitgeber zahlt 709 S, insgesamt ergibt das 1 774 S Parksteuer. – Das ist eine stille, schleichende Steuererhöhung, die Sie, Herr Bundesminister, praktizieren. (Bundesminister Mag. Klima: Das hat es bisher schon gegeben! Das ist auf Wunsch der Arbeitnehmervertretungen eine Vereinheitlichung gewesen, weil manche Finanzbeamte 500 S, andere 300 S Sachbezugswert ausrechneten! – Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner. – Abg. Dr. Haider: Die Arbeiterkammer fordert eine Belastung für die Arbeitnehmer! – Abg. Huber, zu Abg. Dr. Haider: Er versteht es nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider: Jawohl! – Der Arbeiterkammerpräsident ist anscheinend ziemlich dumm, denn er versteht es auch nicht!
Herr Bundesminister! Der Arbeiterkammerpräsident von Salzburg hat heute wortwörtlich im Radio erklärt: Das ist eine "Beutelschneiderei"! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider: Jawohl! – Der Arbeiterkammerpräsident ist anscheinend ziemlich dumm, denn er versteht es auch nicht!) Das ist bitte mit den Arbeitnehmern abgestimmt.
Bundesminister Mag. Klima: Sie haben sich, nehme ich an, wie ihre Kollegen beschwert über die unterschiedliche Praxis! Nun hat es eine Vereinheitlichung gegeben!
Folgendes, Herr Bundesminister, muß ich Sie jetzt aber schon fragen – Sie besteuern, ja Sie setzen einen Sachbezugswert nicht für eine tatsächliche Nutzung eines Parkplatzes, sondern ausschließlich für eine fiktive Möglichkeit an –: Wie wollen Sie denn das bitte in der Praxis umsetzen? Wie wollen Sie das denn kontrollieren? Wie würden Sie das abhandeln, wenn heute eine Firma mit 100 Dienstnehmern 40 Parkplätze hat, die laufend von den einzelnen Dienstnehmern in der Schicht benutzt werden. (Bundesminister Mag. Klima: Sie haben sich, nehme ich an, wie ihre Kollegen beschwert über die unterschiedliche Praxis! Nun hat es eine Vereinheitlichung gegeben!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider: Schweinerei! – Bundesminister Mag. Klima: Ich erkläre es Ihnen noch einmal!
Nein das stimmt nicht, Herr Bundesminister! Es ist ein Unfug, wenn lediglich eine Möglichkeit besteuert wird. Es ist richtig, wenn etwas, das tatsächlich genutzt wird, besteuert wird, wenn es ein dienstwertähnlicher Vorteil ist. Aber hier handelt es sich allein um die Möglichkeit! Sie besteuern vielleicht das nächste Mal das Lottospiel zusätzlich, weil die Möglichkeit eines Gewinnes besteht, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider: Schweinerei! – Bundesminister Mag. Klima: Ich erkläre es Ihnen noch einmal!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Verordnung ist absoluter Unfug! Ich fordere Sie dringend und höflich auf: Ziehen Sie diese Verordnung zurück, bevor noch mehr Schaden angerichtet wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Warum schicken wir den Präsidenten nicht weg?! – Abg. Dr. Heindl: Brauneder ist jetzt nicht mehr da! Jetzt kann ich nichts mehr dazu sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Heindl. – Bitte. (Abg. Dr. Haider: Warum schicken wir den Präsidenten nicht weg?! – Abg. Dr. Heindl: Brauneder ist jetzt nicht mehr da! Jetzt kann ich nichts mehr dazu sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Helmut Haigermoser, der sagt, vorweg Lorbeeren geben, ist nicht da. Ich bin zutiefst überzeugt davon – und ich kenne den Dr. Farnleitner nun fast ein Vierteljahrhundert lang und weiß das daher –, daß dieser Mann ein Detailwissen hat, wie das nur wenige haben. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Alter ist keine Schande, das kann, was die Erfahrung anlangt, Vorteile haben. Wenn man dazu auch noch die nötige Dynamik mitbringt, ist das, glaube ich, von großem Nutzen. Ich persönlich bin überzeugt davon, daß Dr. Farnleitner in der Lage sein wird, all das, was er heute und an den Tagen vorher gesagt hat, in Kürze – und das möchte ich besonders betonen – in Angriff zu nehmen und umzusetzen. Das ist das Entscheidende, glaube ich, denn wir haben nicht viel Zeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ein Satz noch zum Thema Grenzbereich: Ich bin zwar Wiener Abgeordneter, komme aber komme aus dem Grenzland. Ich stimme völlig damit überein: Je radikaler wir hier vorgehen, desto besser. Auf diesem Gebiet muß etwas geschehen. Denn wenn heute Leute, so wie in meiner Heimatgemeinde, bereits zum Friseur über die Grenze fahren, dann schlagen alle Alarmglocken! Darüber sind wir uns einig, und wir müssen uns überlegen, welcher Weg der richtige ist. – Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit, auf einen guten Beginn und vor allem auf einen raschen Beginn! – Viel Erfolg! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie waren in der Wirtschaftskammer tätig und wissen das ja. Sie kommen also aus dem Bereich der Sozialpartner. Daher habe ich wenig Vertrauen, daß auf diesem Gebiet irgend etwas weitergeht. Unsere Fraktion hat zum Beispiel schon im Jahre 1991 einen Antrag eingebracht, daß das Jugendbeschäftigungsgesetz dahin gehend geändert wird, daß während der Sommerzeit zum Beispiel in Gastronomiebetrieben ein Lehrling in der Früh um eine Stunde später anfangen und dafür am Abend um eine Stunde später aufhören kann. Es war in den letzten fünf Jahren jedoch einfach nicht möglich, dies hier im Hohem Haus umzusetzen, weil die Sozialpartner darüber noch nicht beraten beziehungsweise keine Dringlichkeit darin gesehen haben. – Wie wir alle wissen, ist es jedoch so, daß der Urlaubsgast in Österreich nicht nach der astronomischen Zeit, sondern nach der Sonne lebt. Daher bestünde auf diesem Gebiet sicherlich Handlungsbedarf. Aber wenn es nicht einmal möglich ist, diese Kleinigkeit zu ändern, so bezweifle ich, daß es bei anderen Dingen Änderungen geben wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Uns allen – ich bin überzeugt, auch Ihnen und allen hier im Hohen Haus –, sind die österreichische Wirtschaft, die Vollbeschäftigung und der Wirtschaftstandort Österreich eine Herzensangelegenheit. Wir – und ich hoffe, auch Sie – werden dahin gehend wirken, daß es in der Steuer- und in der Förderungspolitik ebenso wie in der Sozialabgabenpolitik in Österreich zu einer Umstellung kommen wird. Wir müssen wegkommen von der massiven Besteuerung der Arbeitskraft und uns einem ökologischen Steuersystem zuwenden. Es muß zu einer Einführung eines Energiesteuermodells und gleichzeitig zur Senkung des Mehrwertsteuersatzes und zu einer Förderung erneuerbarer Energien kommen. Arbeiten Sie dahin gehend! Wir werden Sie, Herr Minister, genau beobachten. Ich bin interessiert an Ihrer Arbeit, und ich wünsche Ihnen natürlich viel Glück. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Verlies die richtige Rede!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gelangt nunmehr Abgeordneter Kopf. – Bitte, Herr Abgeordneter, um Ihren Beitrag. (Abg. Haigermoser: Verlies die richtige Rede!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Kollege Haigermoser! Probleme, die du vielleicht hast, habe ich nicht! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer : Ich bin da!
Herr Präsident! Herr Bundesminister! Die Schaufensterfunktion der Politik nach außen, Hohes Haus, kann zu dieser Zeit, wie ich meine, nicht mehr erfüllt werden. Es ist zu spät, um Botschaften nach außen zu senden, weil von den Medien niemand mehr da ist, der sie aufnehmen könnte. Ich kann mich also darauf beschränken, intern – obwohl auch hier relativ wenige Adressaten anwesend sind – eine Botschaft loszuwerden. (Abg. Mag. Schweitzer : Ich bin da!) Diese richtet sich an unseren Koalitionspartner.
Abg. Mag. Schweitzer: Warum schaut ihr dann zu?
Ich habe mich heute schon zu Beginn und während der ganzen Debatte einigermaßen darüber gewundert, daß ich von einigen Rednern im Hohen Haus, darüber hinaus aber auch aus den Medien zu hören bekam, daß die ÖVP als Demontierer von Sozialstandards, als Sozialabbauer und so weiter bezeichnet wird. Im Zusammenhang mit dieser Krankenkassensanierung wurde laut, daß die ÖVP den sozialen Frieden gefährde. Erhaltung von Frieden und Friedenssicherung kann natürlich nicht so vor sich gehen, daß einer permanent zuschaut und die Forderungen des anderen akzeptiert, während der andere permanent seine Forderungen durchsetzt. (Abg. Mag. Schweitzer: Warum schaut ihr dann zu?) Friedenssicherung kann nicht in diesem Ungleich
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Friedfertigkeit auf Ihrer Seite herrscht, dann wird sie sicher auch auf Unternehmerseite gezeigt werden. Der Frieden wird also nicht gefährdet sein, sondern die Friedenssicherung wird möglich sein. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: In der Kürze liegt die Würze!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Rossmann. – Bitte, Sie haben das Wort. (Abg. Schwarzenberger: In der Kürze liegt die Würze!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Meine sehr verehrten Herren Minister! Ich habe versucht, einiges Revue passieren zu lassen. Ich bin jetzt eineinhalb Jahre lang Abgeordnete in diesem Haus. Ich habe drei oder vier Erklärungen zur wirtschaftlichen Lage gehört. Das Verwunderliche daran ist: Sie kamen jeweils von drei verschiedenen Finanzministern und von drei verschiedenen Wirtschaftsministern. Da darf man sich nicht wundern, wenn die österreichische Wirtschaft nicht mehr auf Kontinuität bauen kann und kein Vertrauen mehr in beschlossene Gesetze hat, wenn diese dann ohnedies rückwirkend novelliert werden. Ich glaube, weitere Erklärungen dazu erübrigen sich, Herr Minister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Das sind Vorschußlorbeeren?!
Trotzdem war Ihr Auftreten für mich als Praktikerin – ich bin in der Gastronomie selbständig tätig – heute sehr unkonventionell. Es war eine wahre Freude für mich, daß Sie so frei von der Ministerbank aus gesprochen haben. Es war sehr interessant, Ihnen zuzuhören, das möchte ich sagen. Es besteht ein großer Unterschied zu Ihren Kollegen, die hier nur Vorlesungen halten, die eher langweilig sind. (Abg. Dr. Khol: Das sind Vorschußlorbeeren?!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sehr verehrter Herr Minister! Ich bezweifle jedoch, ob Sie sich auch wirklich durchsetzen können und all Ihre Willenserklärungen zur Umsetzung gelangen werden. Unser Klubobmann hat Ihnen schon Unterstützung bei der Umsetzung Ihrer Ideen zugesichert. Daß Sie diese hier im Haus sonst noch von jemandem bekommen werden, bezweifle ich allerdings. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Kiss: War das 1914?
Ich blättere weiter. Nun wird es vielleicht auch für Sie, Kollegin Tichy-Schreder, interessant werden, denn ich komme zurück zum damaligen Wirtschaftssprecher Taus, der beim Tourismusforum im Mayrhofen folgendes sagte... (Abg. Kiss: War das 1914?) Nein, das war nicht 1914, das wäre – zugegebenermaßen – noch trauriger, aber es war 1989! Sieben Jahre ist das schon her, ganze sieben Jahre! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich blättere weiter. Nun wird es vielleicht auch für Sie, Kollegin Tichy-Schreder, interessant werden, denn ich komme zurück zum damaligen Wirtschaftssprecher Taus, der beim Tourismusforum im Mayrhofen folgendes sagte... (Abg. Kiss: War das 1914?) Nein, das war nicht 1914, das wäre – zugegebenermaßen – noch trauriger, aber es war 1989! Sieben Jahre ist das schon her, ganze sieben Jahre! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Null Komma Josef!
Das sind auch unsere Forderungen seit Jahren. Und die gleichen Forderungen kamen von Ihrer Fraktion im Jahr 1989! – Daran sieht man, daß all diese Jahre nichts passiert ist. (Abg. Haigermoser: Null Komma Josef!) Sie wissen ganz genau, daß das 10-Punkte-Programm oder 20-Punkte-Programm, je nachdem, nicht verwirklicht wurde. Und das ist das wahre Problem in unserem Staat! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind auch unsere Forderungen seit Jahren. Und die gleichen Forderungen kamen von Ihrer Fraktion im Jahr 1989! – Daran sieht man, daß all diese Jahre nichts passiert ist. (Abg. Haigermoser: Null Komma Josef!) Sie wissen ganz genau, daß das 10-Punkte-Programm oder 20-Punkte-Programm, je nachdem, nicht verwirklicht wurde. Und das ist das wahre Problem in unserem Staat! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rosemarie Bauer: Dann widersprechen Sie aber Ihrem Parteiobmann! Er hat etwas anderes gesagt!
Auch Schüssel hat es also, so wie Ditz, seinerzeit nicht geschafft. Und daher haben wir eben unsere Zweifel, daß auch Sie, Herr Bundesminister Farnleitner, es nicht schaffen werden, wirklich Veränderungen zu bewirken und Hilfestellung zu geben. (Abg. Rosemarie Bauer: Dann widersprechen Sie aber Ihrem Parteiobmann! Er hat etwas anderes gesagt!)
Abg. Dr. Puttinger: Ich schäme mich dessen nicht!
Sehr verehrter Herr Minister! Sie kommen aus einem Bereich, in dem Sie die Unternehmer vertreten haben. Doch in dem Moment, in dem Sie hierher in dieses Haus kommen, unterliegen Sie dem Klubzwang Ihrer Fraktion, selbst als Minister. – Mich wundert das, ehrlich gesagt, nicht – und meine Kollegen auch nicht. Wir erleben es von Ihren Kollegen aus der Wirtschaftskammer oft, die genauso dem Klubzwang unterliegen und dann halt draußen bei den Wirtschaftstreibenden ganz anders reden. Der Herr Puttinger hat bei der Getränkesteuerabstimmung erklärt, daß er dringend auf die Toilette müsse. (Abg. Dr. Puttinger: Ich schäme mich dessen nicht!) Okay, ich respektiere Ihre Not. Man kann das aber interpretieren, wie man will. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger. ) Das hat mir jemand erzählt. Sollte es nicht stimmen, können Sie mir entgegnen. Mir hat jedenfalls jemand erzählt, daß Herr Puttinger bei der Abstimmung über die Getränkesteuer dringend auf die Toilette mußte. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Kümmern Sie sich um Ihre Arbeitnehmer! Die Arbeitsplätze schaffen nicht Sie, sondern wir! Und solange es uns gut geht und unsere Betriebe florieren, werden wir Arbeitnehmer haben! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Die Arbeitsplätze schaffen nicht Sie! Sie vertreiben die Arbeitnehmer! Das muß ich Ihnen leider sagen.
Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger.
Sehr verehrter Herr Minister! Sie kommen aus einem Bereich, in dem Sie die Unternehmer vertreten haben. Doch in dem Moment, in dem Sie hierher in dieses Haus kommen, unterliegen Sie dem Klubzwang Ihrer Fraktion, selbst als Minister. – Mich wundert das, ehrlich gesagt, nicht – und meine Kollegen auch nicht. Wir erleben es von Ihren Kollegen aus der Wirtschaftskammer oft, die genauso dem Klubzwang unterliegen und dann halt draußen bei den Wirtschaftstreibenden ganz anders reden. Der Herr Puttinger hat bei der Getränkesteuerabstimmung erklärt, daß er dringend auf die Toilette müsse. (Abg. Dr. Puttinger: Ich schäme mich dessen nicht!) Okay, ich respektiere Ihre Not. Man kann das aber interpretieren, wie man will. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger. ) Das hat mir jemand erzählt. Sollte es nicht stimmen, können Sie mir entgegnen. Mir hat jedenfalls jemand erzählt, daß Herr Puttinger bei der Abstimmung über die Getränkesteuer dringend auf die Toilette mußte. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Kümmern Sie sich um Ihre Arbeitnehmer! Die Arbeitsplätze schaffen nicht Sie, sondern wir! Und solange es uns gut geht und unsere Betriebe florieren, werden wir Arbeitnehmer haben! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Die Arbeitsplätze schaffen nicht Sie! Sie vertreiben die Arbeitnehmer! Das muß ich Ihnen leider sagen.
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Sehr verehrter Herr Minister! Sie kommen aus einem Bereich, in dem Sie die Unternehmer vertreten haben. Doch in dem Moment, in dem Sie hierher in dieses Haus kommen, unterliegen Sie dem Klubzwang Ihrer Fraktion, selbst als Minister. – Mich wundert das, ehrlich gesagt, nicht – und meine Kollegen auch nicht. Wir erleben es von Ihren Kollegen aus der Wirtschaftskammer oft, die genauso dem Klubzwang unterliegen und dann halt draußen bei den Wirtschaftstreibenden ganz anders reden. Der Herr Puttinger hat bei der Getränkesteuerabstimmung erklärt, daß er dringend auf die Toilette müsse. (Abg. Dr. Puttinger: Ich schäme mich dessen nicht!) Okay, ich respektiere Ihre Not. Man kann das aber interpretieren, wie man will. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger. ) Das hat mir jemand erzählt. Sollte es nicht stimmen, können Sie mir entgegnen. Mir hat jedenfalls jemand erzählt, daß Herr Puttinger bei der Abstimmung über die Getränkesteuer dringend auf die Toilette mußte. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Kümmern Sie sich um Ihre Arbeitnehmer! Die Arbeitsplätze schaffen nicht Sie, sondern wir! Und solange es uns gut geht und unsere Betriebe florieren, werden wir Arbeitnehmer haben! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Die Arbeitsplätze schaffen nicht Sie! Sie vertreiben die Arbeitnehmer! Das muß ich Ihnen leider sagen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Sehr verehrter Herr Minister! Sie kommen aus einem Bereich, in dem Sie die Unternehmer vertreten haben. Doch in dem Moment, in dem Sie hierher in dieses Haus kommen, unterliegen Sie dem Klubzwang Ihrer Fraktion, selbst als Minister. – Mich wundert das, ehrlich gesagt, nicht – und meine Kollegen auch nicht. Wir erleben es von Ihren Kollegen aus der Wirtschaftskammer oft, die genauso dem Klubzwang unterliegen und dann halt draußen bei den Wirtschaftstreibenden ganz anders reden. Der Herr Puttinger hat bei der Getränkesteuerabstimmung erklärt, daß er dringend auf die Toilette müsse. (Abg. Dr. Puttinger: Ich schäme mich dessen nicht!) Okay, ich respektiere Ihre Not. Man kann das aber interpretieren, wie man will. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger. ) Das hat mir jemand erzählt. Sollte es nicht stimmen, können Sie mir entgegnen. Mir hat jedenfalls jemand erzählt, daß Herr Puttinger bei der Abstimmung über die Getränkesteuer dringend auf die Toilette mußte. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Kümmern Sie sich um Ihre Arbeitnehmer! Die Arbeitsplätze schaffen nicht Sie, sondern wir! Und solange es uns gut geht und unsere Betriebe florieren, werden wir Arbeitnehmer haben! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Die Arbeitsplätze schaffen nicht Sie! Sie vertreiben die Arbeitnehmer! Das muß ich Ihnen leider sagen.
Abg. Silhavy: Es liegt an Ihnen! – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Aber – und da sind wir wieder beim Personal – wo wird denn als erstes eingespart? – Wenn die Arbeitskosten zu hoch sind, reduziert jeder sein Personal, auch die Klein- und Mittelbetriebe. Dort gibt es dann halt statt fünf Arbeitnehmern nur mehr vier oder drei. Aber in der Summe macht das auch etwas aus. Dazu muß ich noch folgendes sagen: Das Bonus-Malus-System für ältere Arbeitnehmer geht auch total daneben. Die Leute werden jetzt halt mit 49 Jahren gekündigt – und nicht mit 50. Es liegt einfach an der Tatsache... (Abg. Silhavy: Es liegt an Ihnen! – Zwischenruf des Abg. Parnigoni. ) Wer sagt denn, daß ich jemanden kündige? Wer sagt denn das? Ich mache das sicher nicht. Die Leute sind mir wertvoll, und ich komme mit ihnen zurecht. Aber es gibt viele Betriebe, die haben – Sie kennen das sicher – eine schwarze Liste, auf der die Kündigungsfristen vermerkt sind.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Genauso verhält es sich mit den Abfertigungen. Das kennen wir alle. Auch da geht der Schuß in die falsche Richtung. Das mag sehr wohl bei Großbetrieben funktionieren, aber bei Kleinbetrieben nicht. Daher warne ich davor, das in irgendeiner Form noch auszuweiten, denn der Schuß wird weiterhin nach hinten losgehen, wie das bei vielen, vielen Überregulierungen der Fall ist. Und das ist, glaube ich, auch Ihre Aufgabe. Niemand sagt, daß etwas nicht reguliert werden muß. Aber diese Überregulierungen wirken sich im Endeffekt auch zum Nachteil der Arbeitnehmer aus. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Nein!
Warum haben Sie noch nichts betreffend der Nachtarbeitszeit der Frauen gemacht? – Sie wissen ganz genau: Sie schaden damit den Frauen. – Weitere solche Beispiele ließen sich noch anführen. (Abg. Dr. Khol: Nein!)
Abg. Tichy-Schreder: Aber ja!
Sobald die Doppelmaut eingeführt werden wird, wird das bestehende Imageproblem natürlich auch zum akuten Problem. Ich muß sagen: Ich erlebe jetzt von deutscher Seite her schon viel an Negativstimmung, vor allem im Bustourismus. Das wird auf Sie noch zukommen! – Sie werden nicht glauben, was ich Ihnen jetzt sage: Ein Busunternehmer, der zirka 30 oder 50 Busse hat, kann in seinem Tourenplan nicht genau vorausplanen, welcher Bus nach Österreich fährt und welcher dann bei der nächsten Tour die Gäste wieder abholt. Das heißt: Rein theoretisch braucht er jetzt für seinen ganzen Fuhrpark, 30, 50 oder 100 Busse, ein Mautpickerl. Dann schaue ich mir an, wer Österreich noch in seinem Programm führen wird! (Abg. Tichy-Schreder: Aber ja!) Sie sind alle weit entfernt! Sie haben alle kein Problem damit! Fahren Sie nach Deutschland, reden Sie mit den Busveranstaltern! Ich habe das gemacht. Aber Sie wollen das ignorieren! (Abg. Tichy-Schreder: Ich bin öfter in Deutschland als Sie!)
Abg. Tichy-Schreder: Ich bin öfter in Deutschland als Sie!
Sobald die Doppelmaut eingeführt werden wird, wird das bestehende Imageproblem natürlich auch zum akuten Problem. Ich muß sagen: Ich erlebe jetzt von deutscher Seite her schon viel an Negativstimmung, vor allem im Bustourismus. Das wird auf Sie noch zukommen! – Sie werden nicht glauben, was ich Ihnen jetzt sage: Ein Busunternehmer, der zirka 30 oder 50 Busse hat, kann in seinem Tourenplan nicht genau vorausplanen, welcher Bus nach Österreich fährt und welcher dann bei der nächsten Tour die Gäste wieder abholt. Das heißt: Rein theoretisch braucht er jetzt für seinen ganzen Fuhrpark, 30, 50 oder 100 Busse, ein Mautpickerl. Dann schaue ich mir an, wer Österreich noch in seinem Programm führen wird! (Abg. Tichy-Schreder: Aber ja!) Sie sind alle weit entfernt! Sie haben alle kein Problem damit! Fahren Sie nach Deutschland, reden Sie mit den Busveranstaltern! Ich habe das gemacht. Aber Sie wollen das ignorieren! (Abg. Tichy-Schreder: Ich bin öfter in Deutschland als Sie!)
Abg. Mag. Guggenberger: Wer kocht im freiheitlichen Klub? Wie viele Hauben hat der Koch?
Herr Finanzminister! Für Sie ist das sicherlich eine Bagatelle. Das Einheben und das Handling kosten wahrscheinlich viel, viel mehr. Aber Sie können sich nicht vorstellen, was dadurch verursacht wird, daß viele Betriebe kein Mittagsgeschäft mehr haben. Stadtbetriebe haben kein Mittagsgeschäft mehr, weil sich Geschäftsleute sagen: Ich kann nur mehr die Hälfte absetzen, da gehen wir halt nicht essen. Viele werben sich sogar einen Koch von einem Haubenlokal ab und richten sich eine Küche ein. Ich rede jetzt von Banken oder Versicherungen; Sie werden das ja selbst wissen. Dort gibt es dann eigene Werksküchen mit Haubenqualität. Der Koch ist leicht abzuwerben, denn dort hat er eine fixe Arbeitszeit von sechs Stunden, kocht exklusiv für zehn oder 20 Leute – damit hat sich’s! Auf diese Weise geht aber auch dem Steuersystem Geld verloren, denn das kann als reine Betriebsausgabe abgesetzt werden. (Abg. Mag. Guggenberger: Wer kocht im freiheitlichen Klub? Wie viele Hauben hat der Koch?)
Abg. Haigermoser: Fangen Sie einmal in Ihrem Klub an!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister Klima! Herr Minister Farnleitner! Es ist sehr interessant: Kollegin Rossmann hat hier vom Rednerpult aus – das ist im Protokoll nachlesbar – einmal zugegeben, daß Unternehmer sich nicht davor scheuen, sozialrechtliche, arbeitsrechtliche und kollektivvertragliche Bestimmungen nach Möglichkeit zu umgehen. (Abg. Haigermoser: Fangen Sie einmal in Ihrem Klub an!) Herr Kollege! Sie haben sich und Ihre ganze Fraktion hat sich heute bei der dringlichen Anfrage dermaßen disqualifiziert, daß es besser ist, wenn Sie sich etwas ruhiger verhalten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Sie wissen genau, daß die Dringliche genau ins Zentrum getroffen hat!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Sie wissen genau, daß die Dringliche genau ins Zentrum getroffen hat!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister Klima! Herr Minister Farnleitner! Es ist sehr interessant: Kollegin Rossmann hat hier vom Rednerpult aus – das ist im Protokoll nachlesbar – einmal zugegeben, daß Unternehmer sich nicht davor scheuen, sozialrechtliche, arbeitsrechtliche und kollektivvertragliche Bestimmungen nach Möglichkeit zu umgehen. (Abg. Haigermoser: Fangen Sie einmal in Ihrem Klub an!) Herr Kollege! Sie haben sich und Ihre ganze Fraktion hat sich heute bei der dringlichen Anfrage dermaßen disqualifiziert, daß es besser ist, wenn Sie sich etwas ruhiger verhalten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Sie wissen genau, daß die Dringliche genau ins Zentrum getroffen hat!)
Abg. Haigermoser: Es ist peinlich, was Sie da verzapfen! – Ruf bei den Freiheitlichen: Umblättern nicht vergessen!
Die heftige Reaktion von Präsident Maderthaner gegenüber den Argumenten des ÖGB-Präsidenten Fritz Verzetnitsch und der allgemeine Angriff auf die Gewerkschaften – mit Augenzwinkern in Richtung deutsche Automobilindustrie – waren daher wohl mehr als unangebracht. (Abg. Haigermoser: Es ist peinlich, was Sie da verzapfen! – Ruf bei den Freiheitlichen: Umblättern nicht vergessen!) Peinlich, Herr Kollege sind höchstens Ihre Zwischenrufe, aber noch peinlicher ist, daß es Ihnen nicht einmal auffällt. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Hoffentlich sind die Seiten numeriert!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Hoffentlich sind die Seiten numeriert!
Die heftige Reaktion von Präsident Maderthaner gegenüber den Argumenten des ÖGB-Präsidenten Fritz Verzetnitsch und der allgemeine Angriff auf die Gewerkschaften – mit Augenzwinkern in Richtung deutsche Automobilindustrie – waren daher wohl mehr als unangebracht. (Abg. Haigermoser: Es ist peinlich, was Sie da verzapfen! – Ruf bei den Freiheitlichen: Umblättern nicht vergessen!) Peinlich, Herr Kollege sind höchstens Ihre Zwischenrufe, aber noch peinlicher ist, daß es Ihnen nicht einmal auffällt. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Hoffentlich sind die Seiten numeriert!)
Abg. Haigermoser: Sie sitzen doch in einer Koalition!
In der schriftlichen Erklärung der Unterlage des Herrn Bundesministers Farnleitner findet man folgendes (Abg. Haigermoser: Sie sitzen doch in einer Koalition!): "Makroökonomische und soziale Stabilität sind Voraussetzung für den effizienten Ablauf marktwirtschaftlicher Prozesse."
Abg. Haigermoser: Das haben Sie aber im vergangenen Jahr auch schon verzapft!
Um auf die Ausführungen des Kollegen Kopf einzugehen: Die größtmöglichste Annäherung, um das Ziel Vollbeschäftigung zu erreichen, ist wohl der wesentlichste Garant für soziale Stabilität. (Abg. Haigermoser: Das haben Sie aber im vergangenen Jahr auch schon verzapft!) Vollbeschäftigung heißt aber auch, Arbeit zu haben, die existenzsichernd ist und eine soziale Absicherung der Beschäftigten garantiert. (Abg. Dr. Haider betritt den Sitzungssaal.) Herr Kollege Haider! Sie geben uns ausnahmsweise auch einmal bei der "üblichen" Tagesordnung die Ehre, anwesend zu sein! Das ist sehr erfreulich! (Abg. Dr. Pumberger: Dann müssen Sie öfters da sein! Dann würden Sie ihn öfters sehen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider betritt den Sitzungssaal.
Um auf die Ausführungen des Kollegen Kopf einzugehen: Die größtmöglichste Annäherung, um das Ziel Vollbeschäftigung zu erreichen, ist wohl der wesentlichste Garant für soziale Stabilität. (Abg. Haigermoser: Das haben Sie aber im vergangenen Jahr auch schon verzapft!) Vollbeschäftigung heißt aber auch, Arbeit zu haben, die existenzsichernd ist und eine soziale Absicherung der Beschäftigten garantiert. (Abg. Dr. Haider betritt den Sitzungssaal.) Herr Kollege Haider! Sie geben uns ausnahmsweise auch einmal bei der "üblichen" Tagesordnung die Ehre, anwesend zu sein! Das ist sehr erfreulich! (Abg. Dr. Pumberger: Dann müssen Sie öfters da sein! Dann würden Sie ihn öfters sehen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pumberger: Dann müssen Sie öfters da sein! Dann würden Sie ihn öfters sehen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Um auf die Ausführungen des Kollegen Kopf einzugehen: Die größtmöglichste Annäherung, um das Ziel Vollbeschäftigung zu erreichen, ist wohl der wesentlichste Garant für soziale Stabilität. (Abg. Haigermoser: Das haben Sie aber im vergangenen Jahr auch schon verzapft!) Vollbeschäftigung heißt aber auch, Arbeit zu haben, die existenzsichernd ist und eine soziale Absicherung der Beschäftigten garantiert. (Abg. Dr. Haider betritt den Sitzungssaal.) Herr Kollege Haider! Sie geben uns ausnahmsweise auch einmal bei der "üblichen" Tagesordnung die Ehre, anwesend zu sein! Das ist sehr erfreulich! (Abg. Dr. Pumberger: Dann müssen Sie öfters da sein! Dann würden Sie ihn öfters sehen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Die immer wieder, und zwar auch in ihrer schriftlichen Erklärung am Beispiel der Niederlande, aufgezeigte Reduktion der Arbeitslosigkeit durch Teilzeit stimmt in jenen Fälle, in denen Menschen ihren Lebensunterhalt durch den Verdienst aus Teilzeitarbeit bestreiten müssen, fast nie. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Teilzeitarbeit wird von der österreichischen Wirtschaft nach wie vor überwiegend in jenen Bereichen angeboten, in denen ein niedriges Lohnniveau und oftmals leider auch schlechte Arbeitsbedingungen vorherrschen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Langsam lesen!) Für Sie wird es nie langsam genug sein, um dem folgen zu können. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Langsam lesen!
Die immer wieder, und zwar auch in ihrer schriftlichen Erklärung am Beispiel der Niederlande, aufgezeigte Reduktion der Arbeitslosigkeit durch Teilzeit stimmt in jenen Fälle, in denen Menschen ihren Lebensunterhalt durch den Verdienst aus Teilzeitarbeit bestreiten müssen, fast nie. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Teilzeitarbeit wird von der österreichischen Wirtschaft nach wie vor überwiegend in jenen Bereichen angeboten, in denen ein niedriges Lohnniveau und oftmals leider auch schlechte Arbeitsbedingungen vorherrschen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Langsam lesen!) Für Sie wird es nie langsam genug sein, um dem folgen zu können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die immer wieder, und zwar auch in ihrer schriftlichen Erklärung am Beispiel der Niederlande, aufgezeigte Reduktion der Arbeitslosigkeit durch Teilzeit stimmt in jenen Fälle, in denen Menschen ihren Lebensunterhalt durch den Verdienst aus Teilzeitarbeit bestreiten müssen, fast nie. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Teilzeitarbeit wird von der österreichischen Wirtschaft nach wie vor überwiegend in jenen Bereichen angeboten, in denen ein niedriges Lohnniveau und oftmals leider auch schlechte Arbeitsbedingungen vorherrschen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Langsam lesen!) Für Sie wird es nie langsam genug sein, um dem folgen zu können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Etwas langsamer, nicht so hektisch! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Seien Sie nicht so nervös!
Teilzeitarbeit wird ebenso häufig zur Flexibilisierung eingesetzt. Flexibilisierung nach dem Motto: Heute ist es zu heiß, es kommen keine Kunden, die Verkäuferin kann nach einer Stunde anstatt nach vier Stunden wieder nach Hause gehen. Diese Arbeitszeit muß sie an einem freien Nachmittag, den sie mit dem Kind verbringen wollte, einarbeiten. Ich hoffe, Herr Bundesminister, daß diese Art von Flexibilisierung von uns allen abgelehnt wird. (Abg. Haigermoser: Etwas langsamer, nicht so hektisch! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Seien Sie nicht so nervös!) Meine Damen
Abg. Haigermoser: Gegen Sie verblaßt Frau Annemarie Reitsamer!
Betreffend der immer wieder angesprochenen Ladenöffnungszeiten frage ich Sie: Wie flexibel sind die Unternehmen, wenn die Beschäftigten ihre Freizeit in zusammenhängenden Freizeitblöcken konsumieren möchten? (Abg. Haigermoser: Gegen Sie verblaßt Frau Annemarie Reitsamer!)
Abg. Dr. Haider: Das haben Sie richtig angenommen!
Bezüglich der Frage der Unterstützung von Klein- und Kleinstbetrieben hinsichtlich der Informationsbeschaffung, Herr Bundesminister, gebe ich Ihnen recht. Aber ich nehme an, daß in dieser Frage wohl auch die Wirtschaftskammer gefordert ist. (Abg. Dr. Haider: Das haben Sie richtig angenommen!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Hänsel und Gretel und das Rotkäppchen!
Ich habe oft den Eindruck, daß die Qualifikationsoffensive nicht in den Betrieben erfolgt, sondern in das Arbeitsmarktservice verlagert wird. Ihre schriftliche Erklärung endet mit der Feststellung, daß wir, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, pro Kopf im vorderen Feld der Weltwirtschaft und im Spitzenbereich der EU liegen. Deshalb folgere ich daraus, daß wir in Österreich durch die gute Arbeitsleistung der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen einen hohen Wertschöpfungsanteil erzielen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Hänsel und Gretel und das Rotkäppchen!)
Beifall bei der SPÖ.
Zur Erhaltung dieser hohen Qualität und der damit verbundenen Sicherung der heimischen Arbeitsplätze wird sich auch die Wirtschaft zu einer betrieblichen Aus- und vor allem auch Weiterbildung bekennen müssen. Ich hoffe, daß in Zukunft auch dieser Weg beschritten wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Unruhe im Saal. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ellmauer. – Bitte. (Unruhe im Saal. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: " Gefasel" hat der Haider gesagt! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Jawohl!
Herr Abgeordneter! Sie sind am Wort. (Abg. Dr. Cap: " Gefasel" hat der Haider gesagt! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Jawohl!)
Beifall bei der ÖVP.
Die technische Revolution – vor allem im Kommunikationsbereich – findet jetzt statt. Ich befürchte, daß wir – wenn diesbezüglich nicht energische Anstrengungen unternommen werden – ins Hintertreffen unseren Mitbewerbern gegenüber geraten werden. Eine gute Infrastruktur muß vorhanden sein, damit sich ein Unternehmen ansiedeln kann, sie ist die Schnittstelle eines Unternehmens zur Außenwelt: Verkehr, Kommunikation, Arbeitskräfteressourcen. Deshalb ist eine wirtschaftsnahe, praxisbezogene Ausbildung der Arbeitnehmer unbedingt erforderlich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mit den Fachhochschulen wurde ein Schritt in die richtige Richtung gesetzt, wobei die Durchlässigkeit – zurzeit kommen nur zirka 9 Prozent der Studierenden aus dem Bereich der Lehre – durch gezielte Maßnahmen, wie Berufsreifeprüfung, zu verbessern ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Ostöffnung hat den Wirtschaftsstandort Österreich aufgewertet. Meiner Meinung nach ist dieser Standortvorteil jedoch zeitlich begrenzt. Es sollten daher verstärkt Aktivitäten zum Aufbau einer kritischen Masse von Dienstleistungsaktivitäten und Headquarters-Funktionen aufgebaut werden, vor allem im Banken-, Consulting- und Versicherungsbereich, damit wir nicht von unseren westlichen Mitbewerbern, die verstärkt auf diese Märkte drängen, überrollt werden. (Beifall bei der ÖVP.) Auch da gilt: Nicht der größere, sondern der flexiblere und schnellere wird auf dem Markt reüssieren können. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sehr kapitalistisch!) Danke, Herr Staatssekretär außer Dienst.
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sehr kapitalistisch!
Die Ostöffnung hat den Wirtschaftsstandort Österreich aufgewertet. Meiner Meinung nach ist dieser Standortvorteil jedoch zeitlich begrenzt. Es sollten daher verstärkt Aktivitäten zum Aufbau einer kritischen Masse von Dienstleistungsaktivitäten und Headquarters-Funktionen aufgebaut werden, vor allem im Banken-, Consulting- und Versicherungsbereich, damit wir nicht von unseren westlichen Mitbewerbern, die verstärkt auf diese Märkte drängen, überrollt werden. (Beifall bei der ÖVP.) Auch da gilt: Nicht der größere, sondern der flexiblere und schnellere wird auf dem Markt reüssieren können. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sehr kapitalistisch!) Danke, Herr Staatssekretär außer Dienst.
Beifall bei der ÖVP.
Durch die Globalisierung der Wirtschaft kommt dem gezielten Standortmarketing in Zukunft entscheidende Bedeutung zu. Meiner Ansicht nach ist dieser Faktor die Voraussetzung, um auf den von uns bisher vernachlässigten pazifischen und asiatischen Märkten überhaupt reüssieren zu können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Solche Reden habe ich nicht einmal gehalten, als ich in dieses Haus hineingekommen bin! – Abg. Dr. Fekter: Geh bitte!
Auch für das Tourismusland Österreich ist es sehr wichtig, daß unser Renommee im Ausland wieder steigt, damit wieder mehr Gäste unser anerkannt gutes touristisches Angebot annehmen. (Abg. Haigermoser: Solche Reden habe ich nicht einmal gehalten, als ich in dieses Haus hineingekommen bin! – Abg. Dr. Fekter: Geh bitte!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich glaube, es ist wichtig, daß wir alle gemeinsam dazu beitragen, positive Maßnahmen und Signale zu setzen, um die psychologische Situation in unseren Betrieben wieder zu verbessern, damit eine neue Aufbruchstimmung gegeben ist. Denn nur so werden wir auch in Zukunft Arbeitsplätze sichern und den Wirtschaftsstandort Österreich erfolgreich gegen unsere Mitbewerber verteidigen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang ein weiteres Mal den Wunsch gegenüber dem Finanzminister äußern, daß im Bereich Wohnbau die Kapitalertragsteuerbefreiung von Wohnbauanleihen möglichst rasch erhöht werden sollte. Ein geringer Verzicht von Einnahmen könnte hier nämlich ein beachtliches Bauvolumen auslösen, was ebenfalls der Bauwirtschaft nützen und Tausende neue Arbeitsplätze und Wohnungen schaffen würde. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Das ist normal!
Ob man sich wundern oder ärgern soll, das soll jedem selbst überlassen werden. Über beides sollte man aber einmal nachdenken. (Abg. Böhacker: Das ist normal!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es ist meiner Meinung nach nicht normal, daß man, wenn sich ein Minister vorstellt, der sowohl mit Vorschußlorbeeren als auch mit Ablehnung bedacht wurde, der heute hier ein Bild von Seriosität, von Sattelfestigkeit, von Erfahrenheit geboten hat und zu sehr wesentlichen Problemen Stellung nimmt – und wir wissen, daß uns allein in wirtschaftlichen Belangen, auf Europa bezogen, auf die Konvergenzkriterien bezogen, sehr viel ins Haus steht –, das Hohe Haus vorher mit anderen Dingen sieben Stunden lang beschäftigen muß. Das ist wirklich zu hinterfragen. (Beifall bei der ÖVP.) Das möchte ich in aller Form gesagt haben.
Abg. Dr. Pumberger: Welche Rahmenbedingungen sind schwieriger geworden?!
Ich bin optimistisch, trotz der schwierigeren Rahmenbedingungen (Abg. Dr. Pumberger: Welche Rahmenbedingungen sind schwieriger geworden?!) – sowohl was den Wirtschaftsstandort Österreich innerhalb Europas als auch unsere Stellung und Rolle im Tourismus betrifft. 170 000 Beschäftigte arbeiten in 60 000 Betrieben. Die Bedeutung besonders für die Gemeinden und für die ländlichen Räume ist groß. Die Entvölkerung muß gestoppt werden. Es muß auch dort Lebensqualität und eine gute Infrastruktur geben. Aber es wäre eine Zumutung für Sie alle, wenn ich hier auch noch im Detail darauf eingehen würde. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abg. Dr. Feurstein und Dr. Stummvoll. )
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abg. Dr. Feurstein und Dr. Stummvoll.
Ich bin optimistisch, trotz der schwierigeren Rahmenbedingungen (Abg. Dr. Pumberger: Welche Rahmenbedingungen sind schwieriger geworden?!) – sowohl was den Wirtschaftsstandort Österreich innerhalb Europas als auch unsere Stellung und Rolle im Tourismus betrifft. 170 000 Beschäftigte arbeiten in 60 000 Betrieben. Die Bedeutung besonders für die Gemeinden und für die ländlichen Räume ist groß. Die Entvölkerung muß gestoppt werden. Es muß auch dort Lebensqualität und eine gute Infrastruktur geben. Aber es wäre eine Zumutung für Sie alle, wenn ich hier auch noch im Detail darauf eingehen würde. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abg. Dr. Feurstein und Dr. Stummvoll. )
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kröll reicht Bundesminister Dr. Farnleitner die Hand.
Mancher Eindruck ist nicht so vorteilhaft. Aber ich muß schon betonen: Wichtigen Sachen soll mehr Zeit gewidmet werden als unwichtigen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kröll reicht Bundesminister Dr. Farnleitner die Hand.)
Abg. Mag. Peter: Nicht genommen werden! Das geht ganz von selbst!
Meine Damen und Herren! Drei Beiträge, die ich angesprochen habe, die ein Bild über die Situation im Tourismus in der heutigen Zeit darstellen; viele Vorschläge sind gemacht worden. Kollegin Rossmann hat die ganze Latte "heruntergebetet", Kollege Peter hat die Anzahl der Betten, die aus dem Markt genommen werden sollen, mittlerweile von 300 000 Betten auf 400 000 Betten gesteigert. (Abg. Mag. Peter: Nicht genommen werden! Das geht ganz von selbst!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister Dr. Farnleitner! Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer Forderungen, Ihrer Vorschläge und hoffe, daß auch viele meiner – oder unserer – Vorschläge realisiert werden. Herr Bundesminister! Ich biete Ihnen eine konstruktive Zusammenarbeit an. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte Ihnen, Herr Wirtschaftsminister, zu Ihrer Tätigkeit viel Erfolg wünschen! Mit diesen Wünschen verbinde ich aber die Erwartung, daß Sie sich – so wie Minister Klima – für das Industriekernland Obersteiermark einsetzen, weil das eine Region ist, wo es großen Nachholbedarf gibt. Ich erwarte, daß Sie unsere Bemühungen um die dringend notwendige Infrastruktur und insbesondere um den Semmering-Basis-Bahn- und Straßentunnel unterstützen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Kostenfrage für eine eventuelle Gesamtlösung dieser Problematik wird uns noch sehr beschäftigen. Es stellt sich tatsächlich für uns die Frage, ob Sie in Zukunft so weiterwurschteln wollen oder ob Sie eine Lösung finden, die kostenneutral ist, Herr Staatssekretär. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Es handelt sich um einen Unterausschuß! Stadler müßte Sie jetzt schon sachlich berichtigen!
Was ist passiert? – Ordnungsgemäß wurde ein Antrag des Kollegen Frischenschlager auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, auf Zuweisung eines von der Koalition eingebrachten Entschließungsantrages und auf Zuweisung des von der Abgeordneten Haller eingebrachten Antrages an diesen Untersuchungsausschuß betreffend eingebracht. (Abg. Dr. Khol: Es handelt sich um einen Unterausschuß! Stadler müßte Sie jetzt schon sachlich berichtigen!) Ich habe gemeint: Unterausschuß. Entschuldigen Sie! Man kann sich auch irren! (Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Erst Kostelka beibringen, was Manieren sind, dann gescheit reden!)
Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Erst Kostelka beibringen, was Manieren sind, dann gescheit reden!
Was ist passiert? – Ordnungsgemäß wurde ein Antrag des Kollegen Frischenschlager auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, auf Zuweisung eines von der Koalition eingebrachten Entschließungsantrages und auf Zuweisung des von der Abgeordneten Haller eingebrachten Antrages an diesen Untersuchungsausschuß betreffend eingebracht. (Abg. Dr. Khol: Es handelt sich um einen Unterausschuß! Stadler müßte Sie jetzt schon sachlich berichtigen!) Ich habe gemeint: Unterausschuß. Entschuldigen Sie! Man kann sich auch irren! (Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Erst Kostelka beibringen, was Manieren sind, dann gescheit reden!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich halte es für sehr bedenklich, wenn wir hier Unterlagen zur Verhandlung bekommen, die nicht die tatsächlichen Gegebenheiten in den Ausschüssen wiedergeben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Haupt: Unterausschuß! – Abg. Böhacker: Er hat das richtiggestellt!
Abgeordnete Dr. Irmtraut Karlsson (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Ich glaube, wir waren bei zwei verschiedenen Sitzungen, obwohl es sich um denselben Verfassungsausschuß handelte. Herr Abgeordneter Frischenschlager hat mitnichten die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses verlangt. Ich wüßte auch nicht, wozu und worüber. (Abg. Mag. Haupt: Unterausschuß! – Abg. Böhacker: Er hat das richtiggestellt!) Nein! Mein Vorredner sprach vom Verlangen des Abgeordneten Frischenschlager auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Selbiger wurde weder vom Abgeordneten Frischenschlager noch von sonst jemandem verlangt. Es wurde hier von einem Untersuchungsausschuß gesprochen! Es stand aber auch kein derartiges Verlangen auf der Tagesordnung! (Abg. Scheibner: Gehen Sie zu Kostelka! – Abg. Mag. Stadler: Wo war denn Kostelka?) Das steht nicht zur Debatte! Es gibt einen Vorsitzenden, es gibt einen Stellvertreter, es gibt x Sitzungen, bei denen die Stellvertreter die Sitzungen führen! (Abg. Mag. Stadler: Kostelka hat sich nicht entschuldigt!)
Abg. Scheibner: Gehen Sie zu Kostelka! – Abg. Mag. Stadler: Wo war denn Kostelka?
Abgeordnete Dr. Irmtraut Karlsson (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Ich glaube, wir waren bei zwei verschiedenen Sitzungen, obwohl es sich um denselben Verfassungsausschuß handelte. Herr Abgeordneter Frischenschlager hat mitnichten die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses verlangt. Ich wüßte auch nicht, wozu und worüber. (Abg. Mag. Haupt: Unterausschuß! – Abg. Böhacker: Er hat das richtiggestellt!) Nein! Mein Vorredner sprach vom Verlangen des Abgeordneten Frischenschlager auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Selbiger wurde weder vom Abgeordneten Frischenschlager noch von sonst jemandem verlangt. Es wurde hier von einem Untersuchungsausschuß gesprochen! Es stand aber auch kein derartiges Verlangen auf der Tagesordnung! (Abg. Scheibner: Gehen Sie zu Kostelka! – Abg. Mag. Stadler: Wo war denn Kostelka?) Das steht nicht zur Debatte! Es gibt einen Vorsitzenden, es gibt einen Stellvertreter, es gibt x Sitzungen, bei denen die Stellvertreter die Sitzungen führen! (Abg. Mag. Stadler: Kostelka hat sich nicht entschuldigt!)
Abg. Mag. Stadler: Kostelka hat sich nicht entschuldigt!
Abgeordnete Dr. Irmtraut Karlsson (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Ich glaube, wir waren bei zwei verschiedenen Sitzungen, obwohl es sich um denselben Verfassungsausschuß handelte. Herr Abgeordneter Frischenschlager hat mitnichten die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses verlangt. Ich wüßte auch nicht, wozu und worüber. (Abg. Mag. Haupt: Unterausschuß! – Abg. Böhacker: Er hat das richtiggestellt!) Nein! Mein Vorredner sprach vom Verlangen des Abgeordneten Frischenschlager auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Selbiger wurde weder vom Abgeordneten Frischenschlager noch von sonst jemandem verlangt. Es wurde hier von einem Untersuchungsausschuß gesprochen! Es stand aber auch kein derartiges Verlangen auf der Tagesordnung! (Abg. Scheibner: Gehen Sie zu Kostelka! – Abg. Mag. Stadler: Wo war denn Kostelka?) Das steht nicht zur Debatte! Es gibt einen Vorsitzenden, es gibt einen Stellvertreter, es gibt x Sitzungen, bei denen die Stellvertreter die Sitzungen führen! (Abg. Mag. Stadler: Kostelka hat sich nicht entschuldigt!)
Abg. Mag. Stadler: Kostelka hat uns eine halbe Stunde warten lassen!
Es wurde von Ihnen aber auch eine Geschäftsordnung in dem Sinne konstruiert, daß jemand, der einen Antrag einbringt, dann auch bis zur Abstimmung dieses Antrages im Ausschuß zu sein hat. – Erstens gibt es das in der Geschäftsordnung nicht. Zweitens kann ich mich erinnern, daß es x Plenarsitzungen gab, in denen von Abgeordnetem Haider & Co. Anträge eingebracht wurden; als diese dann abgestimmt wurden, waren die Antragsteller jedoch alle nicht mehr da! Wir alle sind dagewesen, die Einbringer des Antrages hingegen waren längst nicht mehr da! (Abg. Mag. Stadler: Kostelka hat uns eine halbe Stunde warten lassen!) – Bei anderen will man eben beckmesserisch sein, die sollen alles ganz genau machen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es wurde von Ihnen aber auch eine Geschäftsordnung in dem Sinne konstruiert, daß jemand, der einen Antrag einbringt, dann auch bis zur Abstimmung dieses Antrages im Ausschuß zu sein hat. – Erstens gibt es das in der Geschäftsordnung nicht. Zweitens kann ich mich erinnern, daß es x Plenarsitzungen gab, in denen von Abgeordnetem Haider & Co. Anträge eingebracht wurden; als diese dann abgestimmt wurden, waren die Antragsteller jedoch alle nicht mehr da! Wir alle sind dagewesen, die Einbringer des Antrages hingegen waren längst nicht mehr da! (Abg. Mag. Stadler: Kostelka hat uns eine halbe Stunde warten lassen!) – Bei anderen will man eben beckmesserisch sein, die sollen alles ganz genau machen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Echauffieren Sie sich doch nicht so! Bringen Sie Ihrem Klubobmann lieber Manieren bei!
Das zur Vorgangsweise im Ausschuß. – Es ist daher alles ordnungsgemäß, was hier abzustimmen ist. Sie können nicht einmal zwischen einem Unterausschuß und einem Untersuchungsausschuß unterscheiden! Sie sollten daher überhaupt nicht über die Geschäftsordnung reden! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Echauffieren Sie sich doch nicht so! Bringen Sie Ihrem Klubobmann lieber Manieren bei!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Staatssekretär Schlögl hat wirklich gute Arbeit geleistet und leistet sie auch weiterhin, und unsere Fraktion wird diesen Bestimmungen gerne ihre Zustimmung geben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich war selber in diesem Ausschuß zugegen. Ich habe die Abstimmungsvorgänge verfolgt. In der Tat war der erste Abstimmungsvorgang vom Sekretariat in einer Weise vorbereitet worden, daß die Anträge in der falschen Reihenfolge abgestimmt wurden. Der Vorgang wurde im Einvernehmen mit allen Fraktionen reassumiert, und es wurde dann in der ordentlichen Reihenfolge abgestimmt. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Aumayr. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Friedhelm Frischenschlager (Liberales Forum): Herr Präsident! Meine verehrten Mitglieder der Bundesregierung! (Zwischenruf der Abg. Aumayr. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Warum hat die Sitzung eine halbe Stunde später begonnen?
Interessant waren natürlich in dieser Sitzung des Verfassungsausschusses die Abläufe insgesamt. Das hat schon damit begonnen, daß die Sitzung an einem Tag, an dem alle ohnedies schon überlastet waren, stattgefunden hat. Die Sitzung hat um fast eine halbe Stunde verspätet begonnen hat, und dann hat Kollege Donabauer bei den Abstimmungsvorgängen tatsächlich nicht ... (Abg. Scheibner: Warum hat die Sitzung eine halbe Stunde später begonnen?) Man war auf Vorsitzendensuche. Es hat sich dann aber der Stellvertreter gefunden. (Abg. Mag. Stadler: "Vorsitzendensuche" klingt komisch!) Das kann ja vorkommen!
Abg. Mag. Stadler: "Vorsitzendensuche" klingt komisch!
Interessant waren natürlich in dieser Sitzung des Verfassungsausschusses die Abläufe insgesamt. Das hat schon damit begonnen, daß die Sitzung an einem Tag, an dem alle ohnedies schon überlastet waren, stattgefunden hat. Die Sitzung hat um fast eine halbe Stunde verspätet begonnen hat, und dann hat Kollege Donabauer bei den Abstimmungsvorgängen tatsächlich nicht ... (Abg. Scheibner: Warum hat die Sitzung eine halbe Stunde später begonnen?) Man war auf Vorsitzendensuche. Es hat sich dann aber der Stellvertreter gefunden. (Abg. Mag. Stadler: "Vorsitzendensuche" klingt komisch!) Das kann ja vorkommen!
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich meine, daß wir bei der Geschäftsordnungsreform darauf zu achten haben, daß auch die Anträge der Opposition ihr eigenes verfahrensmäßiges Schicksal in diesem Hause erleben. Eine getrennte Diskussion und eine getrennte Abstimmung halte ich in diesem Zusammenhang für eine wichtige Sache. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
"Der Nationalrat wolle beschließen, daß der Antrag 104/A der Abgeordneten Haller und Genossen betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Beamten-Dienstrechtsgesetz 1979, das Gehaltsgesetz 1956, das Pensionsgesetz 1965, das Landeslehrer-Dienstrechtsgesetz 1984, das Land- und forstwirtschaftliche Landeslehrer-Dienstrechtsgesetz 1985 geändert werden, in der Fassung des Ausschußberichtes (190 der Beilagen) zur weiteren Behandlung an den Verfassungsausschuß rückverwiesen wird." (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Im übrigen werden wird den Regierungsvorlagen bezüglich Beamten-Dienstrechtsgesetz zustimmen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Pumberger: Der ist nicht da gewesen!
Dieses Protokoll ist vom Obmann-Stellvertreter und vom Schriftführer unterzeichnet worden. (Abg. Dr. Pumberger: Der ist nicht da gewesen!) Es wurden keine Einwendungen im Sinne des § 38 Abs. 4 des Geschäftordnungsgesetzes dagegen erhoben. Daher – ich muß von diesem Akt ausgehen – ist auch dieser Entschließungsantrag Verhandlungsgegenstand der heutigen Diskussion.
Abg. Mag. Haupt: Ein Schriftführer, der gar nicht da war!
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Höchtl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Präsident Dr. Neisser hat nun festgestellt, daß aufgrund der Einsicht in den Akt aus dem Verfassungsausschuß dieser Entschließungsantrag korrekt behandelt worden ist und korrekt zur Abstimmung gelangt ist. (Abg. Mag. Haupt: Ein Schriftführer, der gar nicht da war!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir von der Österreichischen Volkspartei stimmen diesen Vorlagen, also nicht nur der Land- und forstwirtschaftlichen Landeslehrer-Dienstrechtsgesetz-Novelle, sondern auch den anderen zu, und wir meinen, daß diese zu wesentlichen Verbesserungen führen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Höchtl: "Nackig"?
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, und auch Sie, Herr Staatssekretär Schlögl, stehen in dieser Sache wirklich ein bißchen sehr nackig da. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Höchtl: "Nackig"?) Ja! Nackig, unbedeckt! Denn dieser von den Regierungsparteien einfach als Alibi eingebrachte Entschließungsantrag enthält derart vage Formulierungen, daß er zur Bedeckung dieser Blöße einfach unzureichend ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das muß man wirklich einmal sagen. Er wurde nur deshalb eingebracht, damit man ja nicht in Versuchung gerät, einmal einem Antrag der Freiheitlichen zustimmen zu müssen, einem Antrag, der in den weitesten Bereichen wirklich gut ist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, und auch Sie, Herr Staatssekretär Schlögl, stehen in dieser Sache wirklich ein bißchen sehr nackig da. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Höchtl: "Nackig"?) Ja! Nackig, unbedeckt! Denn dieser von den Regierungsparteien einfach als Alibi eingebrachte Entschließungsantrag enthält derart vage Formulierungen, daß er zur Bedeckung dieser Blöße einfach unzureichend ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das muß man wirklich einmal sagen. Er wurde nur deshalb eingebracht, damit man ja nicht in Versuchung gerät, einmal einem Antrag der Freiheitlichen zustimmen zu müssen, einem Antrag, der in den weitesten Bereichen wirklich gut ist.
Beifall bei der SPÖ.
Wir Sozialdemokraten werden diesen Novellierungen gerne unsere Zustimmung geben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Es wird also bei teilzeitbeschäftigten Mitarbeitern an der Universität in Zukunft nicht mehr möglich sein, in Form von einjährigen Kettenarbeitsverträgen das Dienstverhältnis in einer doch sehr, ich würde sagen: abhängigen Art und Weise ad libidum zu verlängern. Wir eröffnen den Vertragsassistenten die Möglichkeit einer leistungsorientierten Karriere, was allerdings auch den Nachteil hat – und zum Teil Härten mit sich bringen wird –, daß diese Leistung, wie dies auch bei jedem Hochschulassistenten im Hinblick auf Dissertation und Habilitation der Fall ist, erbracht werden muß. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Drittens freue ich mich, daß die neue Verhandlungskultur von Wissenschaftsminister Scholten mit den Betroffenen an der Universität doch ihre Früchte zeitigt und es so jetzt möglich ist, strukturelle Maßnahmen im Bereich der assistentischen Lehre auf ein Jahr zu verschieben. Ich meine aber, wir sollten diesen Spielraum zu echten Verhandlungen nutzen und nicht verspielen, Herr Staatssekretär. 60 Prozent der akademischen Lehre werden vom Mittelbau, von den Assistenten erbracht. Und das soll auch endlich im Dienstrecht anerkannt werden! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Insgesamt gesehen haben wir damit zwei Drittel im Dienstrechtsbereich erledigt – heute das LDG, das Land- und forstwirtschaftliche Landeslehrer-Dienstrechtsgesetz –, und damit wird im Herbst nur noch eine Novelle des BDG beschlossen werden müssen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Bevor ich dem nächsten Redner das Wort erteile, teile ich mit, daß der Antrag auf Abhaltung einer Anfragebesprechung gemäß § 92 Abs. 2 der Geschäftsordnung zurückgezogen wurde. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Guggenberger: Das finde ich sehr gut mit dem Dackel!
Ich erteile ferner wegen der Wortfolge, Herr Abgeordneter Mag. Stadler habe "das Hirn eines Dackels", Herrn Abgeordneten Leikam einen Ordnungsruf. (Abg. Mag. Guggenberger: Das finde ich sehr gut mit dem Dackel!)
Beifall bei der ÖVP.
Betreffend die Sitzung des Verfassungsausschusses, deren Verlauf bezüglich der Abstimmungen ein wenig problematisiert worden ist, darf ich darauf hinweisen, daß die erste Wortmeldung eines Kollegen der freiheitlichen Fraktion damit begonnen hat, daß er meinte, er könne die Zustimmung zum Beamten-Dienstrechtsgesetz infolge Unkenntnis dieses Verlaufes nicht erteilen. – Ich habe zur Kenntnis genommen, daß diese Unkenntnis beseitigt wurde, und lade Sie daher ein – da es sich eben um ein sozialpartnerschaftlich vereinbartes Paket handelt –, dem die Zustimmung zu geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Gerade für Kinder von Landwirten haben die land- und forstwirtschaftlichen Schulen große Bedeutung. Es wird nicht nur eine brauchbare und fachlich einschlägige Berufsausbildung vermittelt: Der Fächerkanon sichert auch die notwendige Allgemeinbildung, um nach dem Besuch einer höheren Schule die Berechtigung zum Studium an einer Hochschule zu erhalten. Dabei finde ich ein einziges Detail schade: Dieser Schultyp wird vorwiegend von Burschen besucht; der "Überhang" an männlichen Schülern in der höheren Schule ist noch deutlicher als bei der mittleren. Daher scheint es mir eine Aufgabe der Sekundarstufe 1 zu sein, mehr Mädchen zu ermutigen, sich für diese höhere Schulform zu entscheiden, damit auch sie nach Absolvierung mehr Weiterbildungsmöglichkeiten haben – und dieses Recht nicht hauptsächlich von männlichen Schülern genutzt wird. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Von Kritikern wird immer wieder vorgebracht, daß viele Schüler die Schule nicht abschließen. Tatsache ist, daß Schulabgänger, die von der Fachschule und nicht vom Polytechnikum kommen, von den Lehrherren lieber eingestellt werden, weil sie eine bessere fachliche Ausbildung und Persönlichkeitsbildung haben. Sie werden in Fachschulen in den Fächern Lebenskunde, Politische Bildung und verstärkt auch ökologische Bewirtschaftung unterrichtet. Daneben werden Vermarktungskenntnisse vermittelt, und es wird Betriebsorganisation gelehrt: All das sind Fertigkeiten und Fähigkeiten, die junge Menschen heute brauchen, um sich auch in der Privatwirtschaft zurechtzufinden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Damit – anders als etwa in Bayern – unsere Schulen weiterhin gut besucht werden, ist es, glaube ich, sinnvoll, daß wir heute dieses Gesetz beschließen, zu welchem ich gerne meine Zustimmung gebe. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Also war Kollegin Hallers Aussage richtig!
Frau Kollegin Haller! Sie haben wirklich mit sehr wenig Sensibilität festgestellt: "Und die Frieser war überhaupt nicht da." – Dazu möchte ich sagen: Ich war leider krank. Es gibt dafür eine Bestätigung. Und ich wurde ordnungsgemäß vertreten. – Soviel zu Ihrer Information. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Also war Kollegin Hallers Aussage richtig!) Ich habe gesagt: Sie hat sie mit wenig Sensibilität getroffen. (Abg. Mag. Stadler: Das ist etwas anderes! Aber die Aussage war richtig!) Für eine Aussage über eine Kollegin
Abg. Mag. Stadler: Das ist etwas anderes! Aber die Aussage war richtig!
Frau Kollegin Haller! Sie haben wirklich mit sehr wenig Sensibilität festgestellt: "Und die Frieser war überhaupt nicht da." – Dazu möchte ich sagen: Ich war leider krank. Es gibt dafür eine Bestätigung. Und ich wurde ordnungsgemäß vertreten. – Soviel zu Ihrer Information. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Also war Kollegin Hallers Aussage richtig!) Ich habe gesagt: Sie hat sie mit wenig Sensibilität getroffen. (Abg. Mag. Stadler: Das ist etwas anderes! Aber die Aussage war richtig!) Für eine Aussage über eine Kollegin
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Verwaltungsvereinfachungen betreffend die Punkte 4 und 5 dieser Tagesordnung wurden von meinen Vorrednerinnen und Vorrednern schon erwähnt. – Ich hätte Ihnen gerne noch weitere Beiträge im Zusammenhang mit der Flexibilisierung des Beamten-Dienstrechtes und der Beamtendienstzeit dargeboten, aber in Anbetracht des Verlaufs der heutigen Diskussion verstehe ich, daß Sie darauf wenig Wert legen. Ich werde Sie ein andermal damit behelligen! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Was soll denn das?
Berichterstatter Dr. Günther Kräuter (Schlußwort): Hohes Haus! Die Berichterstattung zu den Tagesordnungspunkten 4 und 5 entspricht den tatsächlichen Abläufen. (Abg. Mag. Stadler: Was soll denn das?) Jegliche Zweifel daran sind völlig unhaltbar und aus der Luft gegriffen, wie sich anhand der Unterlagen einwandfrei nachweisen ließ. (Abg. Mag. Stadler: Das soll die Präsidiale klären!)
Abg. Mag. Stadler: Das soll die Präsidiale klären!
Berichterstatter Dr. Günther Kräuter (Schlußwort): Hohes Haus! Die Berichterstattung zu den Tagesordnungspunkten 4 und 5 entspricht den tatsächlichen Abläufen. (Abg. Mag. Stadler: Was soll denn das?) Jegliche Zweifel daran sind völlig unhaltbar und aus der Luft gegriffen, wie sich anhand der Unterlagen einwandfrei nachweisen ließ. (Abg. Mag. Stadler: Das soll die Präsidiale klären!)
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Herr Präsident! Ich ersuche, in den Abstimmungsvorgang einzutreten. – Danke schön. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)