Eckdaten:
Für die 113. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 529 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Kiss: Ihr seid die wenigsten!
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum): Einen schönen guten Morgen! Es ist schon wahr, daß das Plenum insgesamt schwach besetzt ist, zugegebenermaßen bei allen Fraktionen. (Abg. Kiss: Ihr seid die wenigsten!) Die wenigsten? – In der Relation nicht. Aber Sie hören mir nicht zu. Ich habe gesagt: zugegebenermaßen bei allen Fraktionen. (Zwischenrufe und Heiterkeit bei der ÖVP.) Ich weiß nicht, woraus Sie Ihre Freude schöpfen. Vor allem frage ich mich, wie Sie die Dinge so locker nehmen können, wie Sie in einer so lockeren Art und Weise agieren können, wenn es sich um ein Thema handelt, das wirklich ins Mark des Rechtsstaates geht. (Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenrufe und Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum): Einen schönen guten Morgen! Es ist schon wahr, daß das Plenum insgesamt schwach besetzt ist, zugegebenermaßen bei allen Fraktionen. (Abg. Kiss: Ihr seid die wenigsten!) Die wenigsten? – In der Relation nicht. Aber Sie hören mir nicht zu. Ich habe gesagt: zugegebenermaßen bei allen Fraktionen. (Zwischenrufe und Heiterkeit bei der ÖVP.) Ich weiß nicht, woraus Sie Ihre Freude schöpfen. Vor allem frage ich mich, wie Sie die Dinge so locker nehmen können, wie Sie in einer so lockeren Art und Weise agieren können, wenn es sich um ein Thema handelt, das wirklich ins Mark des Rechtsstaates geht. (Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum): Einen schönen guten Morgen! Es ist schon wahr, daß das Plenum insgesamt schwach besetzt ist, zugegebenermaßen bei allen Fraktionen. (Abg. Kiss: Ihr seid die wenigsten!) Die wenigsten? – In der Relation nicht. Aber Sie hören mir nicht zu. Ich habe gesagt: zugegebenermaßen bei allen Fraktionen. (Zwischenrufe und Heiterkeit bei der ÖVP.) Ich weiß nicht, woraus Sie Ihre Freude schöpfen. Vor allem frage ich mich, wie Sie die Dinge so locker nehmen können, wie Sie in einer so lockeren Art und Weise agieren können, wenn es sich um ein Thema handelt, das wirklich ins Mark des Rechtsstaates geht. (Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Wer macht das?
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (fortsetzend): Es ist bekannt, daß die Sozialversicherungsträger, daß die Krankenhäuser die Gesundheitsdaten von Patientinnen und Patienten sammeln. Es ist bekannt, daß Banken die finanziellen Daten ihrer Kundinnen und Kunden sammeln. Es ist bekannt, daß Versandhäuser die Einkaufsgewohnheiten ihrer Konsumentinnen und Konsumenten feststellen. Es ist bekannt, daß Essensgewohnheiten über Kreditkarten überprüft und nachvollzogen werden können. (Abg. Dr. Stummvoll: Wer macht das?) Es ist bekannt, daß das gesammelt wird. (Abg. Dr. Stummvoll: Wer macht das?) Die Versandhäuser selber, denn es gibt entsprechende Listen! Sie wissen, daß die Banken das haben, Sie wissen, daß die Sozialversicherungen das haben. Sie wissen, daß die Krankenhäuser das haben. (Abg. Dr. Stummvoll: Und die Essensgewohnheiten?) Was die Essensgewohnheiten betrifft, so reicht offenbar Ihre Phantasie nicht aus, sich vorzustellen, daß, wenn man Aufstellungen über die Rechnungen hat, die über Kreditkarten bezahlt werden, Restaurants, die immer wieder vorkommen, selbstverständlich das Bild einer Person dahin gehend zeichnen können, welche Essensgewohnheiten sie hat, in welche Lokale sie essen zu gehen pflegt. Da den Kopf zu wiegen, halte ich für eine Realitätsverweigerung.
Abg. Dr. Stummvoll: Wer macht das?
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (fortsetzend): Es ist bekannt, daß die Sozialversicherungsträger, daß die Krankenhäuser die Gesundheitsdaten von Patientinnen und Patienten sammeln. Es ist bekannt, daß Banken die finanziellen Daten ihrer Kundinnen und Kunden sammeln. Es ist bekannt, daß Versandhäuser die Einkaufsgewohnheiten ihrer Konsumentinnen und Konsumenten feststellen. Es ist bekannt, daß Essensgewohnheiten über Kreditkarten überprüft und nachvollzogen werden können. (Abg. Dr. Stummvoll: Wer macht das?) Es ist bekannt, daß das gesammelt wird. (Abg. Dr. Stummvoll: Wer macht das?) Die Versandhäuser selber, denn es gibt entsprechende Listen! Sie wissen, daß die Banken das haben, Sie wissen, daß die Sozialversicherungen das haben. Sie wissen, daß die Krankenhäuser das haben. (Abg. Dr. Stummvoll: Und die Essensgewohnheiten?) Was die Essensgewohnheiten betrifft, so reicht offenbar Ihre Phantasie nicht aus, sich vorzustellen, daß, wenn man Aufstellungen über die Rechnungen hat, die über Kreditkarten bezahlt werden, Restaurants, die immer wieder vorkommen, selbstverständlich das Bild einer Person dahin gehend zeichnen können, welche Essensgewohnheiten sie hat, in welche Lokale sie essen zu gehen pflegt. Da den Kopf zu wiegen, halte ich für eine Realitätsverweigerung.
Abg. Dr. Stummvoll: Und die Essensgewohnheiten?
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (fortsetzend): Es ist bekannt, daß die Sozialversicherungsträger, daß die Krankenhäuser die Gesundheitsdaten von Patientinnen und Patienten sammeln. Es ist bekannt, daß Banken die finanziellen Daten ihrer Kundinnen und Kunden sammeln. Es ist bekannt, daß Versandhäuser die Einkaufsgewohnheiten ihrer Konsumentinnen und Konsumenten feststellen. Es ist bekannt, daß Essensgewohnheiten über Kreditkarten überprüft und nachvollzogen werden können. (Abg. Dr. Stummvoll: Wer macht das?) Es ist bekannt, daß das gesammelt wird. (Abg. Dr. Stummvoll: Wer macht das?) Die Versandhäuser selber, denn es gibt entsprechende Listen! Sie wissen, daß die Banken das haben, Sie wissen, daß die Sozialversicherungen das haben. Sie wissen, daß die Krankenhäuser das haben. (Abg. Dr. Stummvoll: Und die Essensgewohnheiten?) Was die Essensgewohnheiten betrifft, so reicht offenbar Ihre Phantasie nicht aus, sich vorzustellen, daß, wenn man Aufstellungen über die Rechnungen hat, die über Kreditkarten bezahlt werden, Restaurants, die immer wieder vorkommen, selbstverständlich das Bild einer Person dahin gehend zeichnen können, welche Essensgewohnheiten sie hat, in welche Lokale sie essen zu gehen pflegt. Da den Kopf zu wiegen, halte ich für eine Realitätsverweigerung.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Was man dann damit macht, ist eine Frage der Zukunft. Da haben Sie recht. Mir geht es nur darum, aufzuzeigen, was heute in diesem Zusammenhang schon alles möglich ist. Das als Politikerin oder Politiker nicht zu realisieren, halte ich für verantwortungslos. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Jung.
Das eröffnet eine Dimension, die mir deswegen kalte Schauer über den Rücken jagt, weil damit das deutlich geworden ist, was wir von Anfang an gesagt haben: daß dieser erste Schritt, den diese beiden Koalitionsparteien da gesetzt haben, eine Schleuse öffnet, die überhaupt nicht mehr geschlossen werden kann. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Noch schlimmer, wenn Sie, noch dazu aus Ihrem Ressort, sagen, daß das passiert und für Sie etwas ganz Normales ist. Das ist ja der Grund, warum der Heeresnachrichtendienst dringend einer ordentlichen Kontrolle, bis hin zur Abschaffung, bedarf. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das eröffnet eine Dimension, die mir deswegen kalte Schauer über den Rücken jagt, weil damit das deutlich geworden ist, was wir von Anfang an gesagt haben: daß dieser erste Schritt, den diese beiden Koalitionsparteien da gesetzt haben, eine Schleuse öffnet, die überhaupt nicht mehr geschlossen werden kann. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Noch schlimmer, wenn Sie, noch dazu aus Ihrem Ressort, sagen, daß das passiert und für Sie etwas ganz Normales ist. Das ist ja der Grund, warum der Heeresnachrichtendienst dringend einer ordentlichen Kontrolle, bis hin zur Abschaffung, bedarf. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Maitz: So ein Unsinn!
Es ist offenbar nicht realisiert worden, auch wenn wir davor gewarnt haben, daß mit der Einführung von Lauschangriff und Rasterfahndung die Unschuldsvermutung umgedreht wird. Jetzt werden hoffentlich alle begreifen, daß alle Bürger in unserem Land von diesem Staat, von diesem Innenminister als Verdächtige behandelt werden, mit der Begründung: Wir machen ja nachher ohnehin einen Unterschied zwischen Schuldigen und Unschuldigen. (Abg. Dr. Maitz: So ein Unsinn!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Sie müssen einmal unterscheiden zwischen den Dimensionen "verdächtig" und "unverdächtig" und "schuldig" und "unschuldig". Das wäre ja noch schöner, wenn Schuldige und Unschuldige auch noch gleich behandelt werden würden! Aber daß Sie Verdächtige und Unverdächtige gleich behandeln, indem Sie alle einmal potentiell überwachen, das ist für mich unerträglich! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Daher sage ich: Mit unserem derzeitigen Datenschutzrecht haben wir ein zahnloses Instrument, um derartigem Überwachungswahnsinn auch wirklich Einhalt zu gebieten. Ich fordere Sie daher auf, nicht die Augen zu verschließen und nicht mit Argumenten zu kommen, man müsse sich gegen Verbrecher zur Wehr setzen. Denn wenn Sie einmal wirklich akzeptieren, daß Sie eine Waffengleichheit herstellen wollen, dann haben wir den Rechtsstaat aufgegeben. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schmidt: Doch! Wollen sie’s oder nicht?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In einem kürzlich erschienenen Buch und in einer Artikelserie wurde fälschlicherweise behauptet – und Sie haben das auch heute wieder gesagt, Frau Abgeordnete –, daß die Polizei das Abhören von GSM-Handies im Griff hat, und es wurde der Anschein erweckt, daß die Polizei wahllos Mobiltelephone unter Einsatz eines sogenannten Word-scanners abhört. Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, entspricht nicht der Wahrheit. Die österreichische Exekutive tut das nicht. (Abg. Dr. Schmidt: Doch! Wollen sie’s oder nicht?)
Abg. Dr. Schmidt: Die schreiben auch Briefe! Wollen Sie das Briefgeheimnis aufgeben?
Auch um die sogenannten Wertkartentelephone gab es vor nicht allzulanger Zeit eine sehr lange und intensive öffentliche Diskussion. Dabei wurden die Probleme, die die österreichische Exekutive mit diesen Wertkartentelephonen hat, meiner Ansicht nach verharmlost. Tatsächlich – und das kann ich jederzeit nachweisen – wird diese Art von Telephonen von Straftätern vor allem im Suchtgiftbereich immer häufiger verwendet. (Abg. Dr. Schmidt: Die schreiben auch Briefe! Wollen Sie das Briefgeheimnis aufgeben?) Dieses Problem betrifft nicht nur Österreich, sondern stellt auch in anderen europäischen Staaten die Exekutive bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität vor eine schwere Aufgabe.
Abg. Dr. Schmidt: Genügt die Verwendung eines Wortes für den Verdacht?
Telefonüberwachungen werden – das kann ich Ihnen bestätigen und versichern – nur bei ausreichender Verdachtslage eingesetzt und auch nur dann, wenn ein entsprechender Erfolg zu erwarten ist. (Abg. Dr. Schmidt: Genügt die Verwendung eines Wortes für den Verdacht?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bin überzeugt davon, daß dieser Balanceakt in Österreich aufgrund der datenschutzrechtlichen Bestimmungen für die österreichische Exekutive zu schaffen sein wird. Natürlich muß es unser gemeinsamer Auftrag sein, größtmögliche Sensibilität zu entwickeln. In unserem Land leben die Bürger zum Glück in großer Freizügigkeit. Die Eingriffsmöglichkeiten der Sicherheitsbehörden sind genau normiert und bestens kontrolliert und auf die Bedürfnisse der Bürger, aber auch auf die Bedürfnisse einer modernen Verbrechensbekämpfung abgestimmt. Ich werde alles daransetzen, daß dies auch in Zukunft mit Ihrer Unterstützung und Ihrer Kontrolle so bleiben wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das ist so wie bei der Telephonzelle, Herr Bundesminister. Ich hoffe, Sie haben nicht vor, Telephonzellen in diesem Land abtragen zu lassen, weil dort bekanntlich unter Einwurf einer Münze oder unter Verwendung einer Telephonwertkarte telephoniert werden kann, und das "bedauerlicherweise" anonym. Daß das Herrn Sika schmerzt, verstehe ich. Aber das ist seit Jahr und Tag in diesem Land üblich – es ist sicherlich auch ein polizeiliches Problem, das gebe ich zu. (Beifall beim Liberalen Forum.) Trotzdem werden Sie hoffentlich nicht so weit gehen, daß Sie ab sofort in jede Telephonzelle ein Gerät einbauen lassen, wodurch alle Gespräche mitgeschnitten werden können. (Abg. Rosenstingl: Videokameras!)
Abg. Rosenstingl: Videokameras!
Das ist so wie bei der Telephonzelle, Herr Bundesminister. Ich hoffe, Sie haben nicht vor, Telephonzellen in diesem Land abtragen zu lassen, weil dort bekanntlich unter Einwurf einer Münze oder unter Verwendung einer Telephonwertkarte telephoniert werden kann, und das "bedauerlicherweise" anonym. Daß das Herrn Sika schmerzt, verstehe ich. Aber das ist seit Jahr und Tag in diesem Land üblich – es ist sicherlich auch ein polizeiliches Problem, das gebe ich zu. (Beifall beim Liberalen Forum.) Trotzdem werden Sie hoffentlich nicht so weit gehen, daß Sie ab sofort in jede Telephonzelle ein Gerät einbauen lassen, wodurch alle Gespräche mitgeschnitten werden können. (Abg. Rosenstingl: Videokameras!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Erinnern Sie sich an den Einbruch in den Schengen-Computer. Das war ein Befugter, der allerdings gekauft wurde. Es gibt sozusagen Systeme, wo geradezu die Einladung gegeben ist, an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am Ende der Front in der Sicherheitsexekutive arbeiten, mit diesem Ansinnen heranzutreten, wo geradezu der Nährboden für die Chance, sich Leute einzukaufen, gelegt wird. Jetzt sage ich nicht, daß das der Normalfall ist bei den Exekutivbeamten, aber es genügen ein, zwei, drei solcher Fälle. Sie wissen, daß kein System besser ist als das schwächste Glied in der Kette. Das wissen Sie ganz genau. Sie schaffen da menschliche Schnittstellen für die organisierte Kriminalität. Das kann ich nicht nachvollziehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn Sie so leichtfertig Instrumente schaffen und aus der Hand geben, Herr Bundesminister, dann ist das, was Sie gesagt haben, zwar schön als Sonntagsrede anzuhören, aber leider in seiner Substanz nicht richtig. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Schmidt: Wir wollen ja nicht im nachhinein darüber reden, sondern im vorhinein!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Diese Aktuelle Stunde ist für mich insofern etwas problematisch, als Kollegin Heide Schmidt zwar in der Einleitung ihrer Rede selbst gesagt hat, sie wolle bei dieser Gelegenheit auch auf technische Entwicklungen hinweisen, die alarmierend seien, und weiters auch technische Entwicklungen dargestellt hat – sie hat damit eigentlich in die Zukunft geblickt –, sie aber gleichermaßen hier in der Diskussion den Eindruck erweckt hat, daß aufgrund der Legistik, also aufgrund der gesetzlichen Regelungen, den Umständen, die sich hier abzeichnen, nicht entsprochen wird. (Abg. Dr. Schmidt: Wir wollen ja nicht im nachhinein darüber reden, sondern im vorhinein!) Ich meine, daß es gerade in einer Diskussion, die so hochsensibel ist wie jene über die Frage des Datenschutzes, notwendig ist, in der Öffentlichkeit darzulegen, was tatsächlich bereits geschehen ist, welche Möglichkeiten der Gefährdung bestehen und was man dagegen tun kann.
Weitere Zwischenrufe der Abg. Dr. Schmidt.
Es ist allerdings meines Erachtens nicht lauter, zu sagen, es gebe die Möglichkeit von Mißbrauch, daher wäre alleine schon deswegen der Innenminister in die Verantwortung zu nehmen, daher wäre mehr oder weniger der Mißbrauch, der erwiesenermaßen insbesondere im privaten Bereich vorliegt, etwas, was die Regierung zu vertreten habe. Ich glaube, Sie sollten auch das zur Kenntnis nehmen und akzeptieren, was der Herr Bundesminister vorhin gesagt hat. (Weitere Zwischenrufe der Abg. Dr. Schmidt. ) Es ist bekannt, Frau Kollegin, daß im privaten Bereich Datenmißbrauch stattfindet, und das gilt es zu bekämpfen. Das ist überhaupt kein Thema, und in diesem Punkt werden Sie sicherlich die Sozialdemokratie immer auf Ihrer Seite haben. Es darf zu keinen Datenmißbräuchen kommen, und es müssen Instrumentarien eingerichtet werden, um sie zu verhindern.
Abg. Dr. Schmidt: Die Gefahr besteht im Mißbrauch, das wissen Sie ganz genau!
Ich glaube, man muß wirklich die Punkte aufgreifen und fragen, wo Gefahren bestehen. (Abg. Dr. Schmidt: Die Gefahr besteht im Mißbrauch, das wissen Sie ganz genau!) Man muß auf der anderen Seite allerdings auch realistisch damit umgehen. Und die ehemalige Diskussion darüber, ob zum Beispiel der Rechtsschutzbeauftragte nur ein Scheinargument sei oder nicht, war sicherlich im Sinne des Datenschutzes und dessen notwendiger Entwicklung nicht sehr hilfreich. Das gilt jetzt auch in der gegenständlichen Diskussion.
Abg. Dr. Schmidt: Aber nur unter den gleichen Voraussetzungen!
Wir sollten nicht so tun, als gäbe es nicht bereits seit längerem in der Strafprozeßordnung die Möglichkeit einer Telephonüberwachung. Tatsache ist, daß sich die Technik – wie Sie das auch richtig dargelegt haben – in einer sehr schnellen Art und Weise weiterentwickelt und daß dieses Instrumentarium auch auf die technische Entwicklung transponiert werden muß. Und daher ist es auch legitim, die Frage zu stellen, ob nicht, wenn derzeit stationäre Telephoneinrichtungen überwacht werden können, die Entwicklung aber in zunehmendem Maße in Richtung tragbarer Einrichtungen geht, unter den gleichen Voraussetzungen, wie sie derzeit beim stationären Netz vorgesehen sind, auch das GSM-Handynetz überwacht werden darf. (Abg. Dr. Schmidt: Aber nur unter den gleichen Voraussetzungen!) Und ich sage, das ist vergleichbar, das ist angemessen, und daher sollten auch hier entsprechende Möglichkeiten bestehen, und zwar auch nur unter Zuhilfenahme eines massiven Rechtsschutzes, nämlich nur mit richterlicher Genehmigung.
Abg. Dr. Schmidt: Auch für die Exekutive!
Frau Kollegin! Wenn Sie zu Recht sagen, daß es immer wieder die Möglichkeit des Mißbrauchs von Daten für Private geben wird (Abg. Dr. Schmidt: Auch für die Exekutive!), dann muß man unterscheiden, was einerseits amtlich möglich ist und was wir an Instrumenten der Exekutive in die Hand geben – was die Möglichkeit eines Mißbrauches nicht vorsieht und sehr prohibitiv gegen einen derartigen Mißbrauch ist – und welche Möglichkeiten von Mißbräuchen es auf der anderen Seite trotz der Gesetzeslage im privaten Bereich gibt und wie diesen vorzubeugen ist.
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine, da muß man ganz einfach differenzieren und sagen, es ist notwendig, Mißbrauch zu verhindern und mit Nachdruck darauf zu achten, daß der Datenschutz gewahrt bleibt. Aber ich glaube, es ist nicht zulässig, daß man undifferenziert das bestehende Reglementarium kritisiert und es mit dem Hinweis auf privaten Mißbrauch, der mit diesem Reglementarium in gar keinem Zusammenhang steht, attackiert. – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schmidt: Das alleine ist es!
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Werte Kollegen! Sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer, die Sie heute so zahlreich da sind! Es ist unbestritten, daß mit der zunehmenden technologischen Entwicklung die Möglichkeiten der Überwachung, wie sie auch Frau Kollegin Schmidt angeführt hat, fast grenzenlos zu sein scheinen. (Abg. Dr. Schmidt: Das alleine ist es!) Und insbesondere die Dichte der Netze, die wir inzwischen schon kennen, die Verschiedenartigkeit und die mögliche Verknüpfung von Daten und deren mißbräuchliche Verwendung müssen uns natürlich sensibel machen. Da gebe ich Frau Kollegin Schmidt recht.
Abg. Dr. Kier: Für den bestmöglichen Mißbrauch!
Es ist unbestritten, daß Mißbrauch, Korruption und Delikte im Zusammenhang mit der Datenverwendung bekämpft werden müssen. Darüber herrscht doch hier in diesem Haus Konsens. Die Frage ist nur, mit welchem Mittel, und, Frau Kollegin Schmidt, genau da unterscheiden wir uns. Wir wollen der Exekutive die bestmöglichen Mittel, jene auf dem letzten technologischen Stand in die Hand geben. (Abg. Dr. Kier: Für den bestmöglichen Mißbrauch!) Wir verkennen aber dabei nicht, daß wir natürlich dem Rechtsschutzinteresse auf Datenschutz auch Rechnung tragen müssen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Kiermaier. )
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Kiermaier.
Es ist unbestritten, daß Mißbrauch, Korruption und Delikte im Zusammenhang mit der Datenverwendung bekämpft werden müssen. Darüber herrscht doch hier in diesem Haus Konsens. Die Frage ist nur, mit welchem Mittel, und, Frau Kollegin Schmidt, genau da unterscheiden wir uns. Wir wollen der Exekutive die bestmöglichen Mittel, jene auf dem letzten technologischen Stand in die Hand geben. (Abg. Dr. Kier: Für den bestmöglichen Mißbrauch!) Wir verkennen aber dabei nicht, daß wir natürlich dem Rechtsschutzinteresse auf Datenschutz auch Rechnung tragen müssen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Kiermaier. )
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Kiermaier.
Gerade der Lauschangriff und das Gesetz über die modernen Ermittlungsmethoden haben genau gezeigt, wie sensibel wir hier in diesem Spannungsfeld vorgehen, wie hoch wir auch den Rechtsschutz bezüglich der privaten Sphäre angesetzt haben und wie viele Kontrollmechanismen wir eingebaut haben, um Mißbrauch möglichst hintanzuhalten. Ich bin kein Illusionist, ich weiß, er kann stattfinden, weil es immer wieder Kriminelle geben wird, aber es muß unser Ziel sein, diese Kriminellen aufzudecken und auch entsprechend zu bestrafen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Kiermaier. )
Abg. Dr. Schmidt: Wer soll sie selektieren? – Abg. Dr. Khol: Hören Sie doch zu, Frau Kollegin! – Abg. Dr. Schmidt: Was heißt das? Wollen Sie überprüfen, wer was fernsieht?
Ich akzeptiere daher, daß wir darüber nachdenken müssen, wie wir den Datenschutz in bezug auf die modernen Methoden weiter ausbauen können. Das müssen wir berücksichtigen, wenn wir – gut gemeint – neue Netze installieren. Als Beispiel möchte ich den Wunsch, alle Fernsehapparate mit einem Chip auszustatten, um Gewaltsendungen selektieren zu können, nennen. Auch das ist etwas, wobei im nachhinein unter Umständen mit diesem Chip auch wieder Mißbrauch betrieben werden könnte. (Abg. Dr. Schmidt: Wer soll sie selektieren? – Abg. Dr. Khol: Hören Sie doch zu, Frau Kollegin! – Abg. Dr. Schmidt: Was heißt das? Wollen Sie überprüfen, wer was fernsieht?) Frau Kollegin Schmidt! Wenn Sie nicht auf dem letzten Stand der Debatte sind, gebe ich Ihnen nachher gerne ein Privatissimum und sage Ihnen, was gemeint ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich akzeptiere daher, daß wir darüber nachdenken müssen, wie wir den Datenschutz in bezug auf die modernen Methoden weiter ausbauen können. Das müssen wir berücksichtigen, wenn wir – gut gemeint – neue Netze installieren. Als Beispiel möchte ich den Wunsch, alle Fernsehapparate mit einem Chip auszustatten, um Gewaltsendungen selektieren zu können, nennen. Auch das ist etwas, wobei im nachhinein unter Umständen mit diesem Chip auch wieder Mißbrauch betrieben werden könnte. (Abg. Dr. Schmidt: Wer soll sie selektieren? – Abg. Dr. Khol: Hören Sie doch zu, Frau Kollegin! – Abg. Dr. Schmidt: Was heißt das? Wollen Sie überprüfen, wer was fernsieht?) Frau Kollegin Schmidt! Wenn Sie nicht auf dem letzten Stand der Debatte sind, gebe ich Ihnen nachher gerne ein Privatissimum und sage Ihnen, was gemeint ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: In Niederösterreich hat sie dafür die Quittung bekommen!
Frau Kollegin Schmidt! Mich irritiert ein bißchen Ihr permanentes Aufzeigen mit dem Zeigefinger, Ihr ständiger Hinweis darauf, ohne Lösungen anzubieten. Es ist Realitätsverweigerung, zu glauben, daß nur mit dem Heben des Zeigefingers der Datenfluß gestoppt werden könnte. Wir nehmen es ernst, es ist unsere Aufgabe, dem Grundrecht Datenschutz Rechnung zu tragen, aber es ist auch unsere Aufgabe, die österreichische Bevölkerung vor der organisierten Kriminalität und vor sonstigen Kriminellen zu schützen. Von diesem Schutz ist in Ihren Ausführungen überhaupt nicht die Rede gewesen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: In Niederösterreich hat sie dafür die Quittung bekommen!)
Abg. Mag. Barmüller: Und die Österreicherinnen? – Abg. Dr. Kier: Das der Österreicherinnen nicht?
Uns ist das Sicherheitsbedürfnis der Österreicher eben auch etwas wert (Abg. Mag. Barmüller: Und die Österreicherinnen? – Abg. Dr. Kier: Das der Österreicherinnen nicht?), und daher akzeptieren wir, daß die Exekutive unter gesetzlich geregelten Voraussetzungen die modernsten Ermittlungsmethoden bekommt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo! Ausgezeichnet!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo! Ausgezeichnet!
Uns ist das Sicherheitsbedürfnis der Österreicher eben auch etwas wert (Abg. Mag. Barmüller: Und die Österreicherinnen? – Abg. Dr. Kier: Das der Österreicherinnen nicht?), und daher akzeptieren wir, daß die Exekutive unter gesetzlich geregelten Voraussetzungen die modernsten Ermittlungsmethoden bekommt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo! Ausgezeichnet!)
Abg. Dr. Schmidt nickt.
Irgend jemand – ich glaube, es war der Herr Bundesminister – hat in seiner Wortspende erklärt, es müsse ohnehin immer der ausreichende Verdacht vorhanden sein. Ich darf daran erinnern – und etliche Anwesende waren damals dabei –, daß es im Zusammenhang mit der Einführung des Lauschangriffes und der Rasterfahndung hier im Budgetsaal ein Hearing gegeben hat, an dem maßgebliche Exponenten des Rechtsstaates Österreich teilgenommen haben, unter anderem ein offizieller Repräsentant der Staatsanwaltschaft. Ich könnte den Namen nennen, aber er ist sehr lieb, und ich will ihn nicht nennen. Wer dabei war, weiß, wie er heißt. Er hat gesagt: Was reden wir immer von einem dringenden Tatverdacht? Wir praktizieren es doch auch beim Telephonabhören so, daß wir durch das Abhören den dringenden Tatverdacht erst schaffen wollen! – Das hat er wörtlich gesagt, ich habe es mitgeschrieben. Dem steht man doch fassungslos gegenüber. (Abg. Dr. Schmidt nickt.)
Abg. Mag. Barmüller: Und man verwendet es dann!
Das heißt, nicht, wenn der dringende Tatverdacht gegeben ist, wird abgehört, sondern man hört einmal ab, denn vielleicht gelingt es einem, den dringenden Tatverdacht zu schaffen (Abg. Mag. Barmüller: Und man verwendet es dann!), und wenn nicht, dann hat man eben Pech gehabt. Es war ein Repräsentant – im übrigen (in Richtung Bundesminister Mag. Schlögl) ein Angehöriger deiner Partei –, der staatsanwaltschaftlicher Funktionär in gehobener Funktion ist, der das erklärt hat: Was wollt ihr eigentlich mit dem Tatverdacht, den schaffen wir doch erst durch das Abhören!
in Richtung Bundesminister Mag. Schlögl
Das heißt, nicht, wenn der dringende Tatverdacht gegeben ist, wird abgehört, sondern man hört einmal ab, denn vielleicht gelingt es einem, den dringenden Tatverdacht zu schaffen (Abg. Mag. Barmüller: Und man verwendet es dann!), und wenn nicht, dann hat man eben Pech gehabt. Es war ein Repräsentant – im übrigen (in Richtung Bundesminister Mag. Schlögl) ein Angehöriger deiner Partei –, der staatsanwaltschaftlicher Funktionär in gehobener Funktion ist, der das erklärt hat: Was wollt ihr eigentlich mit dem Tatverdacht, den schaffen wir doch erst durch das Abhören!
Beifall bei den Freiheitlichen sowie beim Liberalen Forum.
Und was ist jetzt? – Nachträglich stellt sich heraus, daß die Deutschen die Ausnahmen geschaffen haben, die man uns vorenthalten hat, obwohl die Deutschen seinerzeit die Rute im Fenster waren, weshalb man gesagt hat: Blamieren wir uns nicht! Das müssen wir machen, denn die Deutschen haben das schon längst. – Nichts haben sie gehabt! Abgelehnt haben sie es, denn dort gilt der Rechtsstaat doch noch etwas mehr als bei uns, und die Rechtskultur wird hochgehalten. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Wenn wir den Rechtsstaat scheibchenweise beschneiden, dann, meine sehr geehrten Damen und Herren, wird es brenzlig, dann ist es brenzlig, und in dieser Situation sind wir jetzt. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Es geht um die Rechte der Bürgerinnen und Bürger in Österreich, die vor allem im Hinblick auf ihre intimste Sphäre, auf personenbezogene Daten, die gesammelt werden, auf Telephonüberwachung, die durchgeführt wird, eingeschränkt werden, es geht um die Rechte, die im Zusammenhang mit dem großen Lauschangriff eingeschränkt werden, der doch in ein paar Monaten jede rechtsstaatliche Grundlage – um bei den Worten des Herrn Bundesministers zu bleiben – hat. All diese Rechte sind massiv eingeschränkt.
Abg. Edler: Das ist eine Unterstellung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin sehr überrascht, daß Herr Kollege Jarolim bei seiner ersten Rede als neuer Justizsprecher der sozialdemokratischen Fraktion der Einschränkung der Bürgerrechte das Wort redet, daß er so wie noch keiner seiner Vorgänger als Justizsprecher – auch nicht Dr. Fuhrmann¸ das muß ich jetzt zu seiner Ehrenrettung sagen, nachdem er in dieser Funktion abgetreten ist – hier dem großen Lauschangriff das Wort redet. (Abg. Edler: Das ist eine Unterstellung!) Das ist etwas, was ich wirklich bemerkenswert finde. (Abg. Leikam: Sie reden der Kriminalität das Wort! Wollen Sie mehr Kriminalität im Lande?)
Abg. Leikam: Sie reden der Kriminalität das Wort! Wollen Sie mehr Kriminalität im Lande?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin sehr überrascht, daß Herr Kollege Jarolim bei seiner ersten Rede als neuer Justizsprecher der sozialdemokratischen Fraktion der Einschränkung der Bürgerrechte das Wort redet, daß er so wie noch keiner seiner Vorgänger als Justizsprecher – auch nicht Dr. Fuhrmann¸ das muß ich jetzt zu seiner Ehrenrettung sagen, nachdem er in dieser Funktion abgetreten ist – hier dem großen Lauschangriff das Wort redet. (Abg. Edler: Das ist eine Unterstellung!) Das ist etwas, was ich wirklich bemerkenswert finde. (Abg. Leikam: Sie reden der Kriminalität das Wort! Wollen Sie mehr Kriminalität im Lande?)
Abg. Kopf: Das ist auch harmlos!
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, zuletzt noch etwas – das hat nicht sosehr mit dem Herrn Bundesminister zu tun –, um Ihnen zu illustrieren, wie es wirklich um die Privatsphäre und um die Bürgerrechte in Österreich bestellt ist. Wenn man in Österreich einen Krankenschein will und zu seinem Arbeitgeber geht, dann zwingen die Gebietskrankenkassen – in dem Fall geht es um die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse – den Arbeitergeber, vom Dienstnehmer zu erfragen, für welchen Facharzt das ist. Da werden Profile über die Ausgabe von Krankenscheinen aufgezeichnet, und man meint, das klingt alles so harmlos. (Abg. Kopf: Das ist auch harmlos!) Das klingt alles so harmlos, man gibt da ja nur den Facharzt an. (Abg. Dr. Khol: Das ist absolut harmlos!)
Abg. Dr. Khol: Das ist absolut harmlos!
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, zuletzt noch etwas – das hat nicht sosehr mit dem Herrn Bundesminister zu tun –, um Ihnen zu illustrieren, wie es wirklich um die Privatsphäre und um die Bürgerrechte in Österreich bestellt ist. Wenn man in Österreich einen Krankenschein will und zu seinem Arbeitgeber geht, dann zwingen die Gebietskrankenkassen – in dem Fall geht es um die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse – den Arbeitergeber, vom Dienstnehmer zu erfragen, für welchen Facharzt das ist. Da werden Profile über die Ausgabe von Krankenscheinen aufgezeichnet, und man meint, das klingt alles so harmlos. (Abg. Kopf: Das ist auch harmlos!) Das klingt alles so harmlos, man gibt da ja nur den Facharzt an. (Abg. Dr. Khol: Das ist absolut harmlos!)
Abg. Dr. Khol: Ihr habt einen Verfolgungswahn!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich frage mich: Wo kommen wir hin, wenn diese Vorgangsweise fortgesetzt wird? (Abg. Dr. Khol: Ihr habt einen Verfolgungswahn!)
Abg. Dr. Khol: Die haben einen Verfolgungswahn!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Das, sehr geehrter Herr Präsident, ist etwas, was scheinbar so harmlos klingt, womit aber der Orwellsche Überwachungsstaat in einem Bereich, der nichts mit der Polizei zu tun hat, sondern wo es um die Gesundheit respektive Krankheit von Menschen geht, schon in die Realität umgesetzt wird. (Abg. Dr. Khol: Die haben einen Verfolgungswahn!) Und damit sollten wir uns auch auseinandersetzen. (Beifall bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Ihr habt einen Verfolgungswahn!)
Beifall bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Ihr habt einen Verfolgungswahn!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Das, sehr geehrter Herr Präsident, ist etwas, was scheinbar so harmlos klingt, womit aber der Orwellsche Überwachungsstaat in einem Bereich, der nichts mit der Polizei zu tun hat, sondern wo es um die Gesundheit respektive Krankheit von Menschen geht, schon in die Realität umgesetzt wird. (Abg. Dr. Khol: Die haben einen Verfolgungswahn!) Und damit sollten wir uns auch auseinandersetzen. (Beifall bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Ihr habt einen Verfolgungswahn!)
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.
Denn eine demokratische Kontrolle in diesem Haus – etwa von Heeresnachrichtendiensten, von der Staatspolizei –, das ist etwas, was man von der Frau Abgeordneten Fekter nicht haben kann. Und genau das ist das Mißverhältnis, das hier auf Seite der ÖVP aufgezeigt werden muß und das so eklatant klarlegt, wie Sie in Wahrheit zum Rechtsstaat stehen. Wo es um die Überwachung der Bürgerinnen und Bürger geht, da wollen Sie die modernsten Mittel, dort, wo es um grundlegende demokratische Kontrollmechanismen geht, mauern Sie ab. (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.)
der genannte Abgeordnete spricht mit dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Mag. Schlögl, kehrt aber nun zu seinem Platz zurück
Das ist ein Verständnis, dem wir in diesem Hause selbstverständlich den Kampf ansagen, meine Damen und Herren, aber wir tun das, wie es schon eingangs auch vom Herrn Bundesminister gesagt worden ist, dennoch differenziert. Wir unterstellen nicht, daß sich der Herr Bundesminister in Wahrheit nicht nur mit dem Abgeordneten Höchtl (der genannte Abgeordnete spricht mit dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Mag. Schlögl, kehrt aber nun zu seinem Platz zurück) unterhalten möchte, sondern alle überwachen will. Nein, das will er ganz bestimmt nicht. Aber wahr ist, meine Damen und Herren, daß es mittlerweile nicht bloß um den Datenschutz geht, sondern es geht sowohl im staatlichen Bereich wie auch im Bereich von privaten Firmen um die Wahrung der Privatsphäre von einzelnen Menschen. Und die Wahrung der Privatsphäre ist in Österreich nicht mehr gewährleistet, und zwar deshalb nicht mehr gewährleistet, weil man mittlerweile auch von staatlicher Seite den großen Lauschangriff eingeführt hat und ihn auch nutzen wird und nutzen will.
Abg. Wabl: Ja, selbstverständlich!
Jetzt möchte ich wissen, Herr Abgeordneter Wabl: Haben die Grünen einen Online-Zugriff, sodaß sie einen Teil lesen können? (Abg. Wabl: Ja, selbstverständlich!) Also wenn Sie sagen, ja, selbstverständlich, so ist das offenbar etwas, was gerade in der linken Reichshälfte verbreitet ist. Oder wie? Das glaube ich weniger. (Bundesminister Mag. Schlögl: Jetzt kenne ich unsere undichte Stelle! Der Wabl ist es!) Wahr ist, daß Herr Abgeordneter Wabl nicht die undichte Stelle ist, sondern daß er hier offenbar – ebenso wie die Liberalen – in einen Bereich hineinstoßen will, in dem die Privatsphäre, Herr Bundesminister, eklatant gefährdet ist. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Bundesminister Mag. Schlögl: Jetzt kenne ich unsere undichte Stelle! Der Wabl ist es!
Jetzt möchte ich wissen, Herr Abgeordneter Wabl: Haben die Grünen einen Online-Zugriff, sodaß sie einen Teil lesen können? (Abg. Wabl: Ja, selbstverständlich!) Also wenn Sie sagen, ja, selbstverständlich, so ist das offenbar etwas, was gerade in der linken Reichshälfte verbreitet ist. Oder wie? Das glaube ich weniger. (Bundesminister Mag. Schlögl: Jetzt kenne ich unsere undichte Stelle! Der Wabl ist es!) Wahr ist, daß Herr Abgeordneter Wabl nicht die undichte Stelle ist, sondern daß er hier offenbar – ebenso wie die Liberalen – in einen Bereich hineinstoßen will, in dem die Privatsphäre, Herr Bundesminister, eklatant gefährdet ist. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Jetzt möchte ich wissen, Herr Abgeordneter Wabl: Haben die Grünen einen Online-Zugriff, sodaß sie einen Teil lesen können? (Abg. Wabl: Ja, selbstverständlich!) Also wenn Sie sagen, ja, selbstverständlich, so ist das offenbar etwas, was gerade in der linken Reichshälfte verbreitet ist. Oder wie? Das glaube ich weniger. (Bundesminister Mag. Schlögl: Jetzt kenne ich unsere undichte Stelle! Der Wabl ist es!) Wahr ist, daß Herr Abgeordneter Wabl nicht die undichte Stelle ist, sondern daß er hier offenbar – ebenso wie die Liberalen – in einen Bereich hineinstoßen will, in dem die Privatsphäre, Herr Bundesminister, eklatant gefährdet ist. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch. – Bundesminister Mag. Schlögl: Sie haben es nicht ausgeführt!
Es waren in Leoben Funktionäre der AUF – also den Freiheitlichen nahestehende Personalvertretungsfunktionäre –, die einen großen Lauschangriff gemacht haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch. – Bundesminister Mag. Schlögl: Sie haben es nicht ausgeführt!) Herr Bundesminister, er ist nicht gemacht worden, weil es so dilettantisch war. Es ist schon richtig, daß einer die Videokamera nicht bedienen konnte und daß es dadurch auch erst herausgekommen ist. Aber ich frage mich: Was tun Sie gegen diese Innentäter? Welche Konsequenzen gibt es für Leute aus dem Bereich der Polizei, die Gesetze brechen? (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Es waren in Leoben Funktionäre der AUF – also den Freiheitlichen nahestehende Personalvertretungsfunktionäre –, die einen großen Lauschangriff gemacht haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch. – Bundesminister Mag. Schlögl: Sie haben es nicht ausgeführt!) Herr Bundesminister, er ist nicht gemacht worden, weil es so dilettantisch war. Es ist schon richtig, daß einer die Videokamera nicht bedienen konnte und daß es dadurch auch erst herausgekommen ist. Aber ich frage mich: Was tun Sie gegen diese Innentäter? Welche Konsequenzen gibt es für Leute aus dem Bereich der Polizei, die Gesetze brechen? (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (fortsetzend): Und da soll nicht jemand Sorge haben, daß die Privatsphäre in diesem Land durch das, was diese Regierung gemacht hat, bereits in einem Ausmaß unterhöhlt ist, das nicht mehr hinzunehmen ist?! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Wabl: Das ist richtig!
Abgeordneter Günter Kiermaier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man den Verlauf der Debatte verfolgt, müßte man glauben, die Datenjäger sind unter uns (Abg. Wabl: Das ist richtig!), und wer denn sonst als die Exekutive ist diejenige, die das veranstaltet, und der gläserne Überwachungsstaat ist schon längst ausgebrochen. (Abg. Wabl: Das ist genau richtig! Das ist genau richtig, wie Sie das sehen!) Ich glaube, wir sollten die Kirche im Dorf lassen und diese Thematik nüchterner betrachten, als dies geschieht. (Abg. Mag. Barmüller: Nein, überwachen, Herr Kiermaier!)
Abg. Wabl: Das ist genau richtig! Das ist genau richtig, wie Sie das sehen!
Abgeordneter Günter Kiermaier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man den Verlauf der Debatte verfolgt, müßte man glauben, die Datenjäger sind unter uns (Abg. Wabl: Das ist richtig!), und wer denn sonst als die Exekutive ist diejenige, die das veranstaltet, und der gläserne Überwachungsstaat ist schon längst ausgebrochen. (Abg. Wabl: Das ist genau richtig! Das ist genau richtig, wie Sie das sehen!) Ich glaube, wir sollten die Kirche im Dorf lassen und diese Thematik nüchterner betrachten, als dies geschieht. (Abg. Mag. Barmüller: Nein, überwachen, Herr Kiermaier!)
Abg. Mag. Barmüller: Nein, überwachen, Herr Kiermaier!
Abgeordneter Günter Kiermaier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man den Verlauf der Debatte verfolgt, müßte man glauben, die Datenjäger sind unter uns (Abg. Wabl: Das ist richtig!), und wer denn sonst als die Exekutive ist diejenige, die das veranstaltet, und der gläserne Überwachungsstaat ist schon längst ausgebrochen. (Abg. Wabl: Das ist genau richtig! Das ist genau richtig, wie Sie das sehen!) Ich glaube, wir sollten die Kirche im Dorf lassen und diese Thematik nüchterner betrachten, als dies geschieht. (Abg. Mag. Barmüller: Nein, überwachen, Herr Kiermaier!)
Abg. Dr. Schmidt: Aber Sie wollen sie ja dazu zwingen! Darum geht es ja!
Mit dem richterlichen Befehl, der schon angezweifelt wurde – ich gebe schon zu, weder Richter noch Staatsanwälte sind der liebe Gott, bei beiden gibt es natürlich auch Fehlentscheidungen, wie es sie überall bei Menschen gibt –, ist eine Linie eingezogen, die man, glaube ich, akzeptieren kann. Außerdem: Weder die Telekom noch andere private Firmen lassen in ihren Apparaturen herumschnüffeln, wenn nicht eine entsprechende richterliche Basis geschaffen ist. (Abg. Dr. Schmidt: Aber Sie wollen sie ja dazu zwingen! Darum geht es ja!)
Abg. Dr. Khol: Das war jetzt die Unwahrheit, denn niemand kann die Redebeiträge des Kier verfolgen, weil er redet am Tag fünfzehnmal und mehr!
Nun eine kleine Zwischenbemerkung zu Herrn Kollegen Dr. Kier, den ich sehr schätze und dessen Redebeiträge ich immer sehr aufmerksam verfolge: Der Vergleich mit dem Krankenpfleger heute war nicht gut. (Abg. Dr. Khol: Das war jetzt die Unwahrheit, denn niemand kann die Redebeiträge des Kier verfolgen, weil er redet am Tag fünfzehnmal und mehr!) – Ja, in Ordnung. Aber jene, die ich höre, gefallen mir, das muß ich unumwunden zugeben und aus Fairneß dazusagen. Aber der Vergleich mit dem Krankenpfleger, der das Skalpell nimmt, war meiner Meinung nach nicht richtig, denn die zur Debatte stehenden Beamten sind gut geschult (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), sind Spitzenbeamte, und denen möchte ich diesen Vergleich nicht zumuten. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Nun eine kleine Zwischenbemerkung zu Herrn Kollegen Dr. Kier, den ich sehr schätze und dessen Redebeiträge ich immer sehr aufmerksam verfolge: Der Vergleich mit dem Krankenpfleger heute war nicht gut. (Abg. Dr. Khol: Das war jetzt die Unwahrheit, denn niemand kann die Redebeiträge des Kier verfolgen, weil er redet am Tag fünfzehnmal und mehr!) – Ja, in Ordnung. Aber jene, die ich höre, gefallen mir, das muß ich unumwunden zugeben und aus Fairneß dazusagen. Aber der Vergleich mit dem Krankenpfleger, der das Skalpell nimmt, war meiner Meinung nach nicht richtig, denn die zur Debatte stehenden Beamten sind gut geschult (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), sind Spitzenbeamte, und denen möchte ich diesen Vergleich nicht zumuten. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Nun eine kleine Zwischenbemerkung zu Herrn Kollegen Dr. Kier, den ich sehr schätze und dessen Redebeiträge ich immer sehr aufmerksam verfolge: Der Vergleich mit dem Krankenpfleger heute war nicht gut. (Abg. Dr. Khol: Das war jetzt die Unwahrheit, denn niemand kann die Redebeiträge des Kier verfolgen, weil er redet am Tag fünfzehnmal und mehr!) – Ja, in Ordnung. Aber jene, die ich höre, gefallen mir, das muß ich unumwunden zugeben und aus Fairneß dazusagen. Aber der Vergleich mit dem Krankenpfleger, der das Skalpell nimmt, war meiner Meinung nach nicht richtig, denn die zur Debatte stehenden Beamten sind gut geschult (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), sind Spitzenbeamte, und denen möchte ich diesen Vergleich nicht zumuten. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Barmüller: Sie haben nicht einmal das, Herr Abgeordneter!
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Frau Kollegin Schmidt! Man kann natürlich sehr hehre Absichten haben, wenn man etwas thematisiert, dennoch haben Sie heute – ich unterstelle Ihnen nichts – kraß überzeichnet, so wie in der gesamten Diskussion, als es um die Einführung der modernen Ermittlungsmethoden gegangen ist. (Abg. Mag. Barmüller: Sie haben nicht einmal das, Herr Abgeordneter!) Sie zeichnen – ich zitiere zwei Ihrer Worte – ein "Horrorszenario", und Sie sprechen unter anderem davon, daß dies ins "Mark des Rechtsstaates" zielen würde, wenn man den Datenschutz in Österreich heute beurteilt. – Ich kann Ihr Urteil nicht nur nicht nachvollziehen, sondern ich
Abg. Dr. Schmidt: Ein ganz neues Thema!
Frau Kollegin Schmidt! Wenn ich jetzt besonders boshaft wäre, würde ich sagen, am 19. April sind Bundespräsidentenwahlen, und Sie versuchen jetzt krampfhaft, noch schnell eine Möglichkeit zu finden, um ins Fernsehen zu gelangen, um eine Position einzubringen. (Abg. Dr. Schmidt: Ein ganz neues Thema!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.
Diese Bundespräsidentenwahl wird Ihnen dann auch das entsprechende Ergebnis, wie schon am vorigen Sonntag, ins Haus bringen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits. ) Ich bin überzeugt davon, Sie werden auch dort eine glatte Abfuhr erleben. Glauben Sie mir das! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Bundespräsidentenwahl wird Ihnen dann auch das entsprechende Ergebnis, wie schon am vorigen Sonntag, ins Haus bringen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits. ) Ich bin überzeugt davon, Sie werden auch dort eine glatte Abfuhr erleben. Glauben Sie mir das! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mir hat gefallen, was Ihr Kollege Moser gesagt hat, als er zum Ergebnis der niederösterreichischen Landtagswahlen befragt wurde. Das gehört zwar jetzt nicht hierher, aber ich zitiere Hans Helmut Moser. Er hat gesagt, er habe in Niederösterreich mit Ihren Positionen, Frau Kollegin Schmidt, die Sie einnehmen, alle Hände und Füße voll zu tun gehabt. Seine Begründung: Sie argumentieren für die Giftler, für die Homosexuellen und gegen Kruzifixe. – Das versteht die Bevölkerung nicht. Auch in dieser Sache betreffend den Datenschutz argumentieren Sie eindeutig gegen die Interessen der Bevölkerung. Glauben Sie mir das! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie wollten, um es jetzt einmal so zu sagen, "Patrona Austriae" werden. Sie werden es nicht werden. Fast scheint mir, Sie wollen Schutzpatronin der organisierten Kriminalität werden, Frau Kollegin Schmidt! Glauben Sie es mir! So haben Sie hier argumentiert. Wenn Sie sagen, die Exekutive sollte keine Waffengleichheit haben, also nur die Kriminellen, die Schwerstkriminellen sollen technische Mittel, sollen den Schutz des Rechtsstaates genießen können, dann muß ich Ihnen sagen, da finden wir uns nicht, Frau Kollegin Schmidt! Da haben Sie überzeichnet. Da haben Sie jenes Horrorszenario gezeichnet, von dem Sie geredet haben. Glauben Sie mir es! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Der beste Datenschutz – das muß uns allen klar sein, das ist endlich einmal ein ehrliches Aufzeigen dieser Problematik – wäre die Vermeidung von Daten, aber dann hätten wir natürlich auch wesentlich weniger Informationen. Die zweite Möglichkeit ist eine klare, praktikable, kontrollierbare Datenschutzgebung, die aber auch Konsequenzen bei Mißbrauch haben muß – diese Konsequenzen fehlen hier. Oder man macht es wie in Schweden und sagt, man hat das Öffentlichkeitsprinzip. Das heißt, jeder im Verwaltungsbereich weiß über jeden genau Bescheid. – Über eines, meine Damen und Herren, sind sich aber alle Experten einig: Zurzeit ist bei uns in Österreich der Datenschutz unterm Hund! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Barmüller: Zur Geschäftsordnung!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Ich stehe Ihnen in dieser Frage für ein Gespräch zur Verfügung, aber die Geschäftsordnung habe ich ordnungsgemäß zu handhaben. (Abg. Mag. Barmüller: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Kiss: Ich habe Moser zitiert! Ich habe Hans Helmut Moser zitiert!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Was Kollege Kiss hier geboten hat, war bemerkenswert. Zuerst einmal hat er die Antragsteller dieser Aktuellen Stunde in einer Art und Weise heruntergemacht, die immerhin für den Sicherheitssprecher der ÖVP beachtlich ist. Er hat hier nämlich festgestellt, daß ein Mitglied dieses Hauses für die Kriminellen, für die Giftler ist und Gefahr läuft, Schutzpatronin der Schwerstkriminellen zu werden. (Abg. Kiss: Ich habe Moser zitiert! Ich habe Hans Helmut Moser zitiert!)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Herr Minister! Sie können hier selbstverständlich betonen – ich nehme Ihnen das auch ab –, daß Sie eine gute Ausrüstung für die Polizei haben wollen, daß Sie gute Gesetze für die Polizei und für die Sicherheitsexekutive haben wollen, und all das sollen Sie auch bekommen. Aber es gibt in einem Rechtsstaat Grenzen, wo der Private in seinen Rechten beschnitten wird, und diese Grenzen sind nicht zu überschreiten, und das übersehen Sie bei dieser Diskussion. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Das ist unsere Befürchtung, daß Sie mit Hilfe von neuen Gesetzen das legitimieren, was die Polizei und die Exekutive schon längst illegal machen. Und dagegen werden wir uns wehren, Herr Kiss! Da können Sie hundertmal sagen, Sie seien der Schutzpatron für die einfachen Bürgerinnen und Bürger! Wenn solche Dinge passieren, dann weiß ich, daß Sie auf der falschen Seite stehen! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dies aufzuklären, haben die Regierenden hier im Haus mit ihrer gegenseitigen Seilschaft abgelehnt. Unser Antrag, der anscheinend so gut war, daß er auch vom Kollegen Wabl übernommen und den Medien entsprechend verkauft wurde, dieser unser Antrag, daß die politisch Verantwortlichen, nämlich Landeshauptmann außer Dienst Dr. Josef Krainer und Frau Landeshauptfrau Klasnic, zwecks Klärung in den Rechnungsausschuß gebeten werden, wurde abgelehnt – frei nach dem Motto: Hilfst du mir, so helfe ich dir. – So funktioniert es ja immer. Aber der Steuerzahler, der das letztendlich alles bezahlen muß, hat das längst durchschaut, meine Damen und Herren, wie die letzten Wahlergebnisse in Graz gezeigt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich frage Sie nur, meine Damen und Herren hier im Haus: Wann werden Sie endlich aufwachen? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Nicht nur die, die sie sich vorstellt!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Frau Kollegin Apfelbeck hat vor mir – sie ist nicht hier – Kritik daran geäußert, daß nicht jene Personen geladen werden, die sie sich vorstellt. (Abg. Wabl: Nicht nur die, die sie sich vorstellt!) – Ich halte dem entgegen, liebe Kollegin Apfelbeck, lieber Kollege Wabl und liebe vereinigte Opposition: Wir laden jene Damen und Herren in den Ausschuß, die in dieser Republik und in den Bundesländern dafür verantwortlich sind. Diese werden von uns geladen, und sie kommen auch. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Frau Kollegin Apfelbeck hat vor mir – sie ist nicht hier – Kritik daran geäußert, daß nicht jene Personen geladen werden, die sie sich vorstellt. (Abg. Wabl: Nicht nur die, die sie sich vorstellt!) – Ich halte dem entgegen, liebe Kollegin Apfelbeck, lieber Kollege Wabl und liebe vereinigte Opposition: Wir laden jene Damen und Herren in den Ausschuß, die in dieser Republik und in den Bundesländern dafür verantwortlich sind. Diese werden von uns geladen, und sie kommen auch. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Ein Beispiel aus der Steiermark: Wir laden den Verantwortlichen für den Straßenbau, Landesrat Ressel, und wir werden nicht, nur weil es Ihnen nach der Landeshauptfrau gelüstet, diese ebenfalls laden. Besuchen Sie sie im Landhaus, Sie wird Ihnen wahrscheinlich auch Besuch gewähren, dort können Sie mit ihr sprechen! (Zwischenruf des Abg. Wabl. ) Auch Sie können dort Ihre Wünsche vortragen, Kollege Wabl, aber tragen Sie im Rechnungshofausschuß Ihre Kritik jenen Verantwortlichen vor, die derzeit die Verantwortung tragen. Daher glaube ich, das ist ... (Abg. Rosenstingl: Die Landeshauptfrau war verantwortlich in diesem Zeitraum! Sie war verantwortlich in dieser Zeit! Sie war verantwortlich zu diesem Zeitpunkt! Sie hat das zu verantworten!)
Abg. Rosenstingl: Die Landeshauptfrau war verantwortlich in diesem Zeitraum! Sie war verantwortlich in dieser Zeit! Sie war verantwortlich zu diesem Zeitpunkt! Sie hat das zu verantworten!
Ein Beispiel aus der Steiermark: Wir laden den Verantwortlichen für den Straßenbau, Landesrat Ressel, und wir werden nicht, nur weil es Ihnen nach der Landeshauptfrau gelüstet, diese ebenfalls laden. Besuchen Sie sie im Landhaus, Sie wird Ihnen wahrscheinlich auch Besuch gewähren, dort können Sie mit ihr sprechen! (Zwischenruf des Abg. Wabl. ) Auch Sie können dort Ihre Wünsche vortragen, Kollege Wabl, aber tragen Sie im Rechnungshofausschuß Ihre Kritik jenen Verantwortlichen vor, die derzeit die Verantwortung tragen. Daher glaube ich, das ist ... (Abg. Rosenstingl: Die Landeshauptfrau war verantwortlich in diesem Zeitraum! Sie war verantwortlich in dieser Zeit! Sie war verantwortlich zu diesem Zeitpunkt! Sie hat das zu verantworten!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner.
Natürlich hat uns der Bericht über die Firma HTM geschmerzt. Aber was wäre bei HTM die Alternative gewesen? – Der Konkurs hätte bedeutet, daß Tausende Arbeitsplätze verlorengegangen wären. Deshalb war der Verkauf in diesem Fall wahrscheinlich die bessere Lösung. (Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner. )
Beifall bei der SPÖ.
Es gab auch einen kritischen Bericht über die Firma Wibeba. Kollege Trattner! Sie wissen, wir haben im Ausschuß lange darüber diskutiert, warum gerade die Firma Wibeba in ein großes Minus hineingeschlittert ist und daß diese Firma in den Jahren 1994 und 1995 schwere Verluste geschrieben hat. Dann hat sich aber gezeigt, daß es sozusagen mit einer "Infusion", mit einer Hilfeleistung durch ein anderes, sehr potentes Unternehmen, nämlich der Firma Porr und durch deren ausgesprochen guten Manager, Generaldirektor Pöchhacker, der dieser Firma in den entscheidenden, schwierigen Zeiten zu Hilfe gekommen ist, gelungen ist, die Wibeba wieder in schwarze Zahlen zu führen. Heute hat die Firma Wibeba wieder 18 Prozent Eigenkapital, meine Damen und Herren. Und heute schreibt sie nicht nur schwarze Zahlen, sondern ist Garant für Hunderte Arbeitsplätze und damit für die finanzielle Sicherstellung für Hunderte Familien. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich noch etwas anmerken, was ich für die heutige Debatte sehr wesentlich finde: Einer der geprüften Bereiche war die Schienenfahrzeugbeschaffung der ÖBB. Auch das ist wieder ein Beweis, liebe Kollegin Apfelbeck, daß Sie nicht ganz recht haben: Sie haben gesagt, wir laden nicht die, die Sie wollen. – Wir haben aber mit Zustimmung der Regierungsparteien, auf die Sie so hinhacken, einstimmig beschlossen, als an einem Tag der Generaldirektor der ÖBB nicht zur Rechnungshofausschußsitzung kommen konnte, daß wir ihn zusätzlich noch einmal laden, sodaß er an einem anderen Tag an einer Sitzung des Ausschusses teilgenommen hat. (Zwischenruf des Abg. Wabl. )
Beifall bei der SPÖ.
Die ÖBB haben bei den Werken Simmering-Graz-Pauker 240 Doppelstockwaggons und 657 Waggons der üblichen Bauart bestellt. Aber es ist nicht das allein, sondern mit dieser Auftragsleistung, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren – und ich bitte, hier wirklich aufzupassen –, durch die ÖBB ist es gelungen, die österreichische Wertschöpfung von 60 bis 65 Prozent auf 92 Prozent zu erhöhen. Das ist österreichische Industrie- und Arbeitsmarktpolitik! Das brauchen wir gerade auf dem so sensiblen Arbeitsmarkt in Österreich, wo wir um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein zweiter Punkt, meine Damen und Herren – und damit möchte ich schließen –: Den ÖBB ist es gelungen, daß sich zum Beispiel bei Hochgeschwindigkeitslokomotiven die Kosten, die früher 70 Millionen Schilling ausgemacht haben, nun nur mehr auf 35 Millionen Schilling belaufen. Auch das ist wiederum eine Reduktion im Sinne des Sparens in diesem Staat. Was heißt das? – Viele Betriebe nehmen die Kritik des Rechnungshofes ernst, arbeiten sie ein, sichern damit Arbeitsplätze – mehr als je zuvor –, erhöhen die österreichische Wertschöpfung und sparen noch dabei. Das nenne ich effiziente Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Brix: Aber das stimmt doch nicht!
Herr Abgeordneter Brix! Es wundert mich unter diesem Aspekt nicht, daß mittlerweile im Rechnungshof Sitten einreißen, daß Termine nicht mehr einvernehmlich gemacht werden, daß der Opposition nicht die Gelegenheit gegeben wird, an den Sitzungen teilzunehmen, sondern Sie setzen Termine just zu jenem Zeitpunkt an ... (Abg. Brix: Aber das stimmt doch nicht!) Na, selbstverständlich stimmt das!
Abg. Edler: Der ist zuständig!
Ich muß mich ja darüber wundern, daß Sie sagen, der steirische Finanzlandesrat Ressel solle nach Wien kommen, um über diesen Bereich zu reden. (Abg. Edler: Der ist zuständig!) Aber daß jene Personen, die tatsächlich für die einzelnen Verfehlungen, die hier genannt worden sind, verantwortlich waren, aus dem Bereich der ÖVP kommen, das können Sie offenbar aus Koalitionsraison nicht sagen. Und daher veranstalten Sie im Rechnungshofausschuß nichts anderes als eine Show! Sie unternehmen irgend etwas, aber in Wirklichkeit setzen Sie nichts um. Das ist genau das, was uns alle so verdrossen macht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter. )
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Ich muß mich ja darüber wundern, daß Sie sagen, der steirische Finanzlandesrat Ressel solle nach Wien kommen, um über diesen Bereich zu reden. (Abg. Edler: Der ist zuständig!) Aber daß jene Personen, die tatsächlich für die einzelnen Verfehlungen, die hier genannt worden sind, verantwortlich waren, aus dem Bereich der ÖVP kommen, das können Sie offenbar aus Koalitionsraison nicht sagen. Und daher veranstalten Sie im Rechnungshofausschuß nichts anderes als eine Show! Sie unternehmen irgend etwas, aber in Wirklichkeit setzen Sie nichts um. Das ist genau das, was uns alle so verdrossen macht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter. )
Abg. Edler: Das ist ja eine Unterstellung!
Herr Abgeordneter Kräuter! Ich weiß schon, daß Sie nachher dazu reden werden. Sie sollten aber vor allem etwas tun! Sie sind an der Regierung! ÖVP und SPÖ sind jene Fraktionen, die die Herren und Damen Minister dazu auffordern können, etwas zu unternehmen, aber das tun sie nicht! Das einzige, was Sie machen, ist, daß Sie durch Ihre Terminvereinbarungen die Opposition von den Sitzungen des Rechnungshofausschusses ausschließen (Abg. Edler: Das ist ja eine Unterstellung!), und wenn es nachher darum geht – und ich werde es Ihnen noch zitieren –, die einzelnen Punkte umzusetzen, kann man mit Ihnen nichts anfangen.
Abg. Wurmitzer: Du kennst dich nicht aus!
Das, meine Damen und Herren, sind Beispiele, die jetzt wieder im Rechnungshofbericht angeführt werden, und wenn wir nun abermals zwei Jahre lang raufen müssen, damit ... (Abg. Wurmitzer: Du kennst dich nicht aus!) Herr Abgeordneter Wurmitzer! Ich weiß, das ist unangenehm, aber wahr ist: So schütter die ÖVP im Moment in ihren Reihen besetzt ist, so schüchtern ist sie und so schütter ist sie auch vertreten, wenn es darum geht, diese Dinge gegenüber ihrem Koalitionspartner vielleicht durchzusetzen. Da halten Sie ohnehin beide die Hand auf. (Zwischenruf des Abg. Großruck. )
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Das, meine Damen und Herren, sind Beispiele, die jetzt wieder im Rechnungshofbericht angeführt werden, und wenn wir nun abermals zwei Jahre lang raufen müssen, damit ... (Abg. Wurmitzer: Du kennst dich nicht aus!) Herr Abgeordneter Wurmitzer! Ich weiß, das ist unangenehm, aber wahr ist: So schütter die ÖVP im Moment in ihren Reihen besetzt ist, so schüchtern ist sie und so schütter ist sie auch vertreten, wenn es darum geht, diese Dinge gegenüber ihrem Koalitionspartner vielleicht durchzusetzen. Da halten Sie ohnehin beide die Hand auf. (Zwischenruf des Abg. Großruck. )
Zwischenruf des Abg. Brix.
Herr Abgeordneter Brix stellt sich hier heraus und sagt: Ich weiß nichts, ich mache nichts, ich tue nichts, ich möchte auch nichts davon hören. – Aber jetzt möchte ich von Ihnen, Herr Abgeordneter Brix, wissen: Wann werden Sie von der SPÖ die Einhaltung jener Gesetze, die Sie hier im Hause im Jahre 1987 beschlossen haben, auch wirklich umsetzen? Wann werden Sie denn ein Budget entwerfen, bei dem es nicht nur große Worte vom Herrn Bundesminister Edlinger gibt, sondern bei dem es dazu kommt, daß das, was in dem Budget festgehalten wird, auch tatsächlich gemacht wird? (Zwischenruf des Abg. Brix. )
Abg. Brix: Das Lob verdienen die ÖBB! Wollen Sie sagen, das ist keine Leistung, daß Lehrlinge eingestellt werden?
Da gibt es etwa auch das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz – was oftmals von unserer Seite hier moniert worden ist –, das einfach eine Ungeheuerlichkeit an bürokratischen Auflagen für Klein- und Mittelbetriebe darstellt und bei dem Sie nie eingreifen. Aber in Ihrem Zuständigkeitsbereich, an dem Sie als politische Partei doch besonderes Interesse haben müßten, weil es ja Ihr Minister ist, der zuständig ist, tun Sie diesbezüglich nichts. Da schweigen Sie still. Sie stellen sich hier zum Rednerpult und loben die ÖBB, aber sonst verlieren Sie kein Wort darüber, daß man irgend etwas unternehmen müßte. Nichts! Das ist genau jene Doppelmoral, Herr Abgeordneter Brix, die in Österreich allen zum Hals heraushängt. (Abg. Brix: Das Lob verdienen die ÖBB! Wollen Sie sagen, das ist keine Leistung, daß Lehrlinge eingestellt werden?)
Abg. Brix: Sie auch nicht!
Herr Abgeordneter Brix! Die Lehrlinge in Österreich haben nicht Sie eingestellt. (Abg. Brix: Sie auch nicht!) Wir rühmen uns dessen auch nicht, Herr Abgeordneter Brix! Ich als Oppositionsabgeordneter sage Ihnen nur, in welchen Bereichen Sie tätig werden sollten, in denen Sie aber aus Parteiraison oder aus Rücksicht auf den Koalitionspartner – weil es einfach nicht genehm ist – nichts machen, während Sie all jenen in Österreich, die sich nicht an Bescheide halten, nicht nur Strafen aufbrummen lassen, weil das Rechtssystem so ist, sondern eventuell sogar Ersatzfreiheitsstrafen.
Abg. Wabl: Nichts sagt er, da schweigt er!
Wenn es etwa darum geht, daß in der Steiermark ein Naturschutzbescheid im Rahmen der Ennsnahen Trasse eingeholt wird, dann kann man locker in diesen Bericht hineinschreiben: Das war leider aus finanziellen Gründen nicht möglich. – Das wurde im Rechnungshofausschuß mehrmals diskutiert. Dazu sagt Herr Abgeordneter Brix nichts. (Abg. Wabl: Nichts sagt er, da schweigt er!) Er sitzt dort, hört sich alles an, wird mit einer sachlichen Kritik von seiten des Rechnungshofes konfrontiert, die da lautet: Hier sind Gesetze nicht eingehalten worden!, aber er sagt nichts dazu.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Brix.
Herr Abgeordneter Brix! Wenn es darum geht, Frau Landeshauptmann Klasnic, die jetzt in diesem Zusammenhang die politische Verantwortung hat, oder den ehemaligen Landeshauptmann Krainer zu diesem Thema zu befragen, dann sagen Sie: Nein, von denen wollen wir nichts hören. – Das ist die Doppelbödigkeit, mit der Sie mit den Berichten des Rechnungshofes umgehen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Brix. )
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Barmüller: Persönliche Erwiderung!
Ich stelle fest: Richtig ist vielmehr, daß die Vorsitzende des Unterausschusses, Frau Kollegin Apfelbeck, freundlicherweise alle Fraktionen zu einem Termingespräch eingeladen hat, an jenem Tag die verschiedensten Termine diskutiert wurden, aber aufgrund der Situation – Budgetausschußsitzung et cetera –, auch durch einen Krankenhausaufenthalt der Frau Vorsitzenden, kein gemeinsamer Termin gefunden werden konnte. Dann wurde von allen fünf Fraktionen der kleinste gemeinsame Nenner – das war der besagte vorige Donnerstag – als Termin festgelegt und so beschlossen. – Das ist die Richtigstellung. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Barmüller: Persönliche Erwiderung!)
Abg. Dr. Kier: Das ist der falsche Sachverhalt!
Damit liegt keine Voraussetzung für eine persönliche Erwiderung vor. (Abg. Dr. Kier: Das ist der falsche Sachverhalt!)
Abg. Großruck: Wie ein kleines Kind!
Ich bitte Sie, mit Ihrer Klubvorsitzenden zu sprechen, weil bereits mehrfach in der Präsidialsitzung diskutiert wurde, wie wir das Thema persönliche Erwiderung handhaben. (Abg. Großruck: Wie ein kleines Kind!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zum zweiten: Sie haben auch gemeint, Sie würden in Ihrer Arbeit im Ausschuß behindert, weil Auskunftspersonen nicht genehmigt würden. – Ich darf Ihnen sagen, es hat schon den Fall gegeben, daß neun Auskunftspersonen auf Wunsch der Oppositionsparteien geladen wurden, und keine einzige Person wurde befragt. Eine so exzessive Vorgangsweise wollen Sie hier kritisieren? (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wissen Sie, wer die verantwortlichen Straßenbaureferenten waren? – Jeweils hohe und höchste Funktionäre der Freiheitlichen Partei. Einer davon sitzt hier in der ersten Bank: Dr. Haider war dafür zuständig. Also wenn Sie schon massiv kritisieren, dann sollten Sie auch den Balken im eigenen Auge nicht übersehen! Das möchte ich Ihnen dazu sagen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Wabl: Bundesheer!
Es gibt solche Bereiche. Ich möchte einen davon herausgreifen, und zwar den Bereich Mehrdienstleistungen der Lehrer im Jahre 1996. Der höchste Undank an den Rechnungshof besteht darin, daß jahrelange Kritik nichts fruchtet und keine Veränderungen bei den kritisierten und betroffenen Stellen hervorruft. Das sind dann die sogenannten Ladenhüter der Politik, und einen solchen gibt es auch in diesem Bericht, nämlich das Beschaffungswesen der ÖBB. (Abg. Wabl: Bundesheer!) ÖBB, Kollege Wabl!
Beifall bei der ÖVP.
Der Rechnungshof berichtet, daß zum Zeitpunkt der Prüfung die Vorgaben noch nicht erreicht worden sind. Ich darf dazu sagen, daß diese Feststellung daraus resultiert, daß das Schuljahr ja nicht mit dem Budgetjahr übereinstimmt. Mittlerweile ist aber die Zielvorgabe von 400 Millionen Schilling pro Jahr erreicht. Ich stehe nicht an, Frau Bundesministerin Gehrer und ihrem Ministerium von dieser Stelle aus ein herzliches Dankeschön zu sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Weil da Jörg Haider Landeshauptmann war!
Insgesamt stellt der Rechnungshof diesem Bereich ein positives Zeugnis aus, wenn er auch anmerkt, daß der Vollzug in manchen Bundesländern nachhinkt. Hierzu darf ich als Kärntner nicht ohne Stolz vermerken, daß das Bundesland Kärnten und das Bundesland Tirol in diesem Zusammenhang auch vom Rechnungshof als vorbildlich herausgestrichen wurden. (Abg. Dr. Graf: Weil da Jörg Haider Landeshauptmann war!) Es gibt also überall Verbesserungsmöglichkeiten, und diese sollten genützt werden.
Abg. Edler: Semmering-Tunnel!
Ich möchte abschließend feststellen, daß, wenn man falsch beschafft, Geld für wichtige Bereiche fehlt. Als Kärntner darf ich anmerken, daß es einen eklatanten Unterschied zwischen der Ausstattung der Südbahn und der Westbahn gibt. (Abg. Edler: Semmering-Tunnel!) Als Benutzer der Südbahn muß ich darauf hinweisen, daß die Fahrzeit für 300 Kilometer mehr als fünf Stunden beträgt. (Abg. Wabl: Pröll verstopft das Loch! – Rufe: Pröll!) Das ist die gleiche Geschwindigkeit wie zu Zeiten von Freiherr von Ghega. Ich weiß auch, daß altes Material eingesetzt wird und daß vor allem die Gastronomie absolut nicht als zeitgemäß bezeichnet werden kann.
Abg. Wabl: Pröll verstopft das Loch! – Rufe: Pröll!
Ich möchte abschließend feststellen, daß, wenn man falsch beschafft, Geld für wichtige Bereiche fehlt. Als Kärntner darf ich anmerken, daß es einen eklatanten Unterschied zwischen der Ausstattung der Südbahn und der Westbahn gibt. (Abg. Edler: Semmering-Tunnel!) Als Benutzer der Südbahn muß ich darauf hinweisen, daß die Fahrzeit für 300 Kilometer mehr als fünf Stunden beträgt. (Abg. Wabl: Pröll verstopft das Loch! – Rufe: Pröll!) Das ist die gleiche Geschwindigkeit wie zu Zeiten von Freiherr von Ghega. Ich weiß auch, daß altes Material eingesetzt wird und daß vor allem die Gastronomie absolut nicht als zeitgemäß bezeichnet werden kann.
Abg. Kiermaier: Herr Landeshauptmann Pröll ist die Adresse! – Abg. Schwarzenberger: Heute ist nicht der 1. April!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Wabl. (Abg. Kiermaier: Herr Landeshauptmann Pröll ist die Adresse! – Abg. Schwarzenberger: Heute ist nicht der 1. April!)
Abg. Dr. Lukesch: Bravo!
Ich glaube, daß die untersuchten Gegenstände – natürlich nur zum Teil, weil der Umfang sehr groß ist – sehr ausführlich verhandelt worden sind, daß es in weiten Bereichen Reaktionen und Änderungen gibt und selbst in den Verhandlungen noch Korrekturen des Verhaltens der betroffenen Stellen stattfinden. (Abg. Dr. Lukesch: Bravo!)
Ruf: Nein!
Meine Damen und Herren! Ich erwähne nur ein Beispiel: Das Amt der Steiermärkischen Landesregierung hat in einem Fall eine nur sehr unzureichende Stellungnahme abgegeben, nämlich im Zusammenhang – Herr Kollege Barmüller hat es schon erwähnt – mit der Nichtbeachtung von naturschutzrechtlichen Auflagen. Es wurde einfach argumentiert: Wir haben das aus wirtschaftlichen Gründen nicht getan. Es konnte nicht ausführlich aufgeklärt werden, was tatsächlich der Hintergrund war. Wir haben nun zwei Seiten vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung nachgereicht bekommen, die hoffentlich auch bei den Fraktionskolleginnen und Fraktionskollegen eingelangt sind. (Ruf: Nein!)
Abg. Dr. Lukesch: Er hat einen Informationsvorsprung! Das ist gefährlich!
Meine Damen und Herren! Das ist an die Parlamentsdirektion ergangen und auch zu meinen Handen. Ich habe meinem Büro den Auftrag gegeben, es zu kopieren und weiterzuschicken. Ich habe eine Kopie davon erhalten. Das Schriftstück ist erst gestern eingelangt, muß ich dazusagen. (Abg. Dr. Lukesch: Er hat einen Informationsvorsprung! Das ist gefährlich!)
Abg. Dr. Lukesch: Aha, "zukommen lassen"!
Herr Abgeordneter Lukesch! Man hat mir das zukommen lassen. (Abg. Dr. Lukesch: Aha, "zukommen lassen"!) Auf dem Postweg, Herr Abgeordneter! (Abg. Schwarzenberger: Haben Sie das im Zuge der Rasterfahndung bekommen?) Der Rechnungshof ist mittlerweile auch informiert. Nun möchte ich aber eingehen auf ... (Abg. Dr. Lukesch: Wer ist der Absender?) Das Amt der Steiermärkischen Landesregierung. (Abg. Dr. Lukesch: Vielleicht ist es der Bruder gewesen?) Ich würde Sie ersuchen, in der Parlamentsdirektion nachzufragen.
Abg. Schwarzenberger: Haben Sie das im Zuge der Rasterfahndung bekommen?
Herr Abgeordneter Lukesch! Man hat mir das zukommen lassen. (Abg. Dr. Lukesch: Aha, "zukommen lassen"!) Auf dem Postweg, Herr Abgeordneter! (Abg. Schwarzenberger: Haben Sie das im Zuge der Rasterfahndung bekommen?) Der Rechnungshof ist mittlerweile auch informiert. Nun möchte ich aber eingehen auf ... (Abg. Dr. Lukesch: Wer ist der Absender?) Das Amt der Steiermärkischen Landesregierung. (Abg. Dr. Lukesch: Vielleicht ist es der Bruder gewesen?) Ich würde Sie ersuchen, in der Parlamentsdirektion nachzufragen.
Abg. Dr. Lukesch: Wer ist der Absender?
Herr Abgeordneter Lukesch! Man hat mir das zukommen lassen. (Abg. Dr. Lukesch: Aha, "zukommen lassen"!) Auf dem Postweg, Herr Abgeordneter! (Abg. Schwarzenberger: Haben Sie das im Zuge der Rasterfahndung bekommen?) Der Rechnungshof ist mittlerweile auch informiert. Nun möchte ich aber eingehen auf ... (Abg. Dr. Lukesch: Wer ist der Absender?) Das Amt der Steiermärkischen Landesregierung. (Abg. Dr. Lukesch: Vielleicht ist es der Bruder gewesen?) Ich würde Sie ersuchen, in der Parlamentsdirektion nachzufragen.
Abg. Dr. Lukesch: Vielleicht ist es der Bruder gewesen?
Herr Abgeordneter Lukesch! Man hat mir das zukommen lassen. (Abg. Dr. Lukesch: Aha, "zukommen lassen"!) Auf dem Postweg, Herr Abgeordneter! (Abg. Schwarzenberger: Haben Sie das im Zuge der Rasterfahndung bekommen?) Der Rechnungshof ist mittlerweile auch informiert. Nun möchte ich aber eingehen auf ... (Abg. Dr. Lukesch: Wer ist der Absender?) Das Amt der Steiermärkischen Landesregierung. (Abg. Dr. Lukesch: Vielleicht ist es der Bruder gewesen?) Ich würde Sie ersuchen, in der Parlamentsdirektion nachzufragen.
Abg. Brix: Aber jetzt ist er verantwortlich!
Daß zusätzlich, Herr Kollege Brix, auch noch die politisch Verantwortlichen geladen werden müssen – das Parlament, der Ausschuß sind politische Gremien –, ist ja wohl selbstverständlich. Aber Sie haben sich, wenn ein politisch Verantwortlicher aus der Vergangenheit geladen werden soll, auf die Praxis eingeschworen, zu blockieren, zu mauern, abzubetonieren. Und das haben Sie auch mit Herrn Landesrat Ressel gemacht bei dem Fall, den Sie hier erwähnt haben. Ich habe es als taktischen Fehler empfunden, daß man Landesrat Ressel auf die Liste der zu ladenden Personen setzt, obwohl ich glaube, daß er in der Angelegenheit Ennsnahe Trasse sehr viel zu sagen hat. Aber Landesrat Ressel war überhaupt nicht verantwortlich für die Vorgänge, aufgrund derer es zum Desaster bei der Ennstrasse gekommen ist. (Abg. Brix: Aber jetzt ist er verantwortlich!)
Abg. Mag. Barmüller: Vielleicht hat das damit zu tun, daß zuwenig Zeit im Ausschuß ist! Sie setzen die Zeit ja auch schön kurz an!
Diese Politikerinnen und Politiker haben Sie abgelehnt, und jetzt sagen Sie, selbstverständlich laden wir die Landesräte und die politischen Verantwortlichen ein – diejenigen, die jetzt verantwortlich sind. Aber in bezug auf jene, die eigentlich für die Sache verantwortlich sind, da sagen Sie: Bitte schön, was wollen Sie denn? Wir haben schon einmal eine Sitzung gehabt, da waren neun da, und sie sind gar nicht gefragt worden! – Sie argumentieren damit, daß irgendwann einmal – ich glaube, das war vor vier oder fünf Jahren – Beamte geladen und nicht befragt worden sind. Na und? Es ist halt einmal vorgekommen, daß sie sich das anhören mußten, was die Abgeordneten über Sachverhalte erzählen. (Abg. Mag. Barmüller: Vielleicht hat das damit zu tun, daß zuwenig Zeit im Ausschuß ist! Sie setzen die Zeit ja auch schön kurz an!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Barmüller. – Abg. Brix: Das stimmt doch nicht!
Das kommt auch noch dazu. In der Sache hat Kollege Barmüller recht: Es wurde ein Termin festgesetzt und von Ihnen durchgedrückt, an dem er nicht teilnehmen konnte, und das ist ein grundlegendes Abgehen vom Konsens in diesem Haus. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Barmüller. – Abg. Brix: Das stimmt doch nicht!)
Abg. Mag. Barmüller: Beihilfe!
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Brix und Herr Kollege Wurmitzer, Sie werden dieses Abmauern nicht durchhalten. Wir haben einen eklatanten Fall des Mißbrauchs – ich würde sagen: Diebstahls – gehabt. Wenn der Rechnungshof feststellt, daß in einer Schottergrube, die dem Bund gehört, nicht nur 150 000 oder 175 000 Kubikmeter abgebaut und verrechnet worden sind, sondern mehr als das Doppelte, dann ist das Amt der Steiermärkischen Landesregierung selbstverständlich verpflichtet, darüber Rechenschaft abzulegen. Wie soll ich es bezeichnen, wenn Sie, Herr Kollege Brix, einen Antrag, wonach die oder der politisch Zuständige in den Ausschuß kommen soll, ablehnen? (Abg. Mag. Barmüller: Beihilfe!) Es gibt darüber keine Auskunft. Die Beamten, die zum Ausschuß eingeladen waren, konnten keine Auskunft darüber geben, wo 150 000 Kubikmeter Schotter aus dem Bundeseigentum verblieben sind.
Abg. Mag. Barmüller: Beihilfe!
Wenn solche Dinge regelmäßig passieren, meine Damen und Herren, dann war es kein Fehler, sondern dann ist offensichtlich Betrug im Spiel. Und wenn Sie das nicht aufklären wollen, mit dem Argument, es würden ohnehin immer die Zuständigen geladen (Abg. Mag. Barmüller: Beihilfe!), dann ist das, meine Damen und Herren, politisch grob fahrlässig und demokratie
Abg. Mag. Stadler: Wurmitzer ist keine zitierbare Quelle!
Meine Damen und Herren! Das ist eigentlich genau der Punkt, um den es hier in diesem Haus geht: Kontrolle. Wie wird die Macht, die SPÖ und ÖVP sich in diesem Land feinsäuberlich teilen – brüderlich, wie wir von Herrn Wurmitzer gehört haben – kontrolliert? In Kärnten darf auch schon die FPÖ dabeisein bei den Straßenbauskandalen. (Abg. Mag. Stadler: Wurmitzer ist keine zitierbare Quelle!) Das hat Herr Kollege Wurmitzer hier berichtet; es kann ja falsch sein, Sie können sich dazu noch zu Wort melden. Aber wenn dem so ist, dann wird es notwendig sein, daß diese Macht kontrolliert wird. Wir haben einen Mann im Land, der direkt gewählt worden ist und der im Jahre 1992 behauptet hat, Macht braucht Kontrolle. (Abg. Brix: Es gibt einen Grünen in der Steiermark, der hat sich als Polizist ausgegeben! Heißt der nicht auch Wabl?)
Abg. Brix: Es gibt einen Grünen in der Steiermark, der hat sich als Polizist ausgegeben! Heißt der nicht auch Wabl?
Meine Damen und Herren! Das ist eigentlich genau der Punkt, um den es hier in diesem Haus geht: Kontrolle. Wie wird die Macht, die SPÖ und ÖVP sich in diesem Land feinsäuberlich teilen – brüderlich, wie wir von Herrn Wurmitzer gehört haben – kontrolliert? In Kärnten darf auch schon die FPÖ dabeisein bei den Straßenbauskandalen. (Abg. Mag. Stadler: Wurmitzer ist keine zitierbare Quelle!) Das hat Herr Kollege Wurmitzer hier berichtet; es kann ja falsch sein, Sie können sich dazu noch zu Wort melden. Aber wenn dem so ist, dann wird es notwendig sein, daß diese Macht kontrolliert wird. Wir haben einen Mann im Land, der direkt gewählt worden ist und der im Jahre 1992 behauptet hat, Macht braucht Kontrolle. (Abg. Brix: Es gibt einen Grünen in der Steiermark, der hat sich als Polizist ausgegeben! Heißt der nicht auch Wabl?)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Dieser Mann, der davon redet, daß Macht Kontrolle braucht, tritt wieder zur Präsidentschaftswahl an. Er will wieder Präsident unserer Republik werden – als Bürgerinnen- und Bürgerkandidat, meine Damen und Herren. Und jetzt frage ich Sie: Was legitimiert diesen Mann, der gesagt hat, Macht braucht Kontrolle, wenn er selbst keine Bedenken hat, im Machtfilz auf diese Machtbereiche zuzugreifen, ohne sich kontrollieren zu lassen? – Meine Damen und Herren! Was ist von einem solchen Kandidaten zu halten? (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Lukesch: Na, na! Mäßigen Sie sich, Herr Wabl!
Meine Damen und Herren! Wenn dieser Sachverhalt nicht überprüft wird, weil der Herr Präsident offensichtlich zu feige ist, das überprüfen zu lassen, und in der Öffentlichkeit nicht klar dazu Stellung nimmt (Abg. Dr. Lukesch: Na, na! Mäßigen Sie sich, Herr Wabl!), dann erwarte ich mir, daß der Präsident des Rechnungshofes diesen Sachverhalt prüft. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Wenn dieser Sachverhalt nicht überprüft wird, weil der Herr Präsident offensichtlich zu feige ist, das überprüfen zu lassen, und in der Öffentlichkeit nicht klar dazu Stellung nimmt (Abg. Dr. Lukesch: Na, na! Mäßigen Sie sich, Herr Wabl!), dann erwarte ich mir, daß der Präsident des Rechnungshofes diesen Sachverhalt prüft. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Das kann es nicht sein. Es kann nicht sein, daß jener Mann, der lautstark in unserer Republik verkündet: Macht braucht Kontrolle!, selber in diesem Machtfilz verfangen ist und keine klare Position bezieht. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum. – Abg. Wurmitzer: Nur keine Unterstellungen!
Meine Damen und Herren! Wenn dieser Vorgang – ich sage das noch einmal mit allem Nachdruck – nicht vor der Wahl in der Öffentlichkeit klar und deutlich dargelegt wird, dann weiß ich nicht, wozu unsere Institutionen – das Parlament, der Rechnungshof, das Außenamt, die interne Revision – noch in der Lage sind. Die Öffentlichkeit muß erfahren, daß ihr oberster Kontrollor, ihr selbsternannter Kontrollor offensichtlich beliebig auf Beamte zugreifen kann und nach seinem Belieben Entschädigungszahlungen tätigt – ohne klare gesetzliche Grundlage. Man muß feststellen, daß überhaupt keine gesetzliche Grundlage für diesen Vorgang besteht. Das nächste Mal zieht die SPÖ einfach Beamte aus dem Sozialministerium, dem Außenamt, aus Wirtschaftsministerium und Wissenschaftsministerium ab und macht einen Wahlkampf. – Bitte, das kann es doch nicht sein, Herr Kollege Wurmitzer, das ist doch unglaublich! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum. – Abg. Wurmitzer: Nur keine Unterstellungen!)
Abg. Schwarzenberger: Da hilft im Grunde Rasterfahndung und Lauschangriff!
Herr Abgeordneter Wurmitzer! Wenn Sie sich als Mitglied des Rechnungshofausschusses ernst nehmen (Abg. Schwarzenberger: Da hilft im Grunde Rasterfahndung und Lauschangriff!) , dann müssen Sie ein Interesse daran haben, daß diese Causa lückenlos aufgeklärt wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurmitzer: Aufklären muß man anderes auch!) Es darf nicht sein, daß die Republik um zirka eine Viertelmillion Schilling geschädigt wird, nur weil ein Mitglied Ihrer Partei Präsident werden will. (Abg. Wurmitzer: Und wer noch?!) Das kann nicht sein, und das sollten Sie aufklären. (Abg. Wurmitzer: Was dein Bruder in Wien macht, muß man aufklären!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurmitzer: Aufklären muß man anderes auch!
Herr Abgeordneter Wurmitzer! Wenn Sie sich als Mitglied des Rechnungshofausschusses ernst nehmen (Abg. Schwarzenberger: Da hilft im Grunde Rasterfahndung und Lauschangriff!) , dann müssen Sie ein Interesse daran haben, daß diese Causa lückenlos aufgeklärt wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurmitzer: Aufklären muß man anderes auch!) Es darf nicht sein, daß die Republik um zirka eine Viertelmillion Schilling geschädigt wird, nur weil ein Mitglied Ihrer Partei Präsident werden will. (Abg. Wurmitzer: Und wer noch?!) Das kann nicht sein, und das sollten Sie aufklären. (Abg. Wurmitzer: Was dein Bruder in Wien macht, muß man aufklären!)
Abg. Wurmitzer: Und wer noch?!
Herr Abgeordneter Wurmitzer! Wenn Sie sich als Mitglied des Rechnungshofausschusses ernst nehmen (Abg. Schwarzenberger: Da hilft im Grunde Rasterfahndung und Lauschangriff!) , dann müssen Sie ein Interesse daran haben, daß diese Causa lückenlos aufgeklärt wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurmitzer: Aufklären muß man anderes auch!) Es darf nicht sein, daß die Republik um zirka eine Viertelmillion Schilling geschädigt wird, nur weil ein Mitglied Ihrer Partei Präsident werden will. (Abg. Wurmitzer: Und wer noch?!) Das kann nicht sein, und das sollten Sie aufklären. (Abg. Wurmitzer: Was dein Bruder in Wien macht, muß man aufklären!)
Abg. Wurmitzer: Was dein Bruder in Wien macht, muß man aufklären!
Herr Abgeordneter Wurmitzer! Wenn Sie sich als Mitglied des Rechnungshofausschusses ernst nehmen (Abg. Schwarzenberger: Da hilft im Grunde Rasterfahndung und Lauschangriff!) , dann müssen Sie ein Interesse daran haben, daß diese Causa lückenlos aufgeklärt wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurmitzer: Aufklären muß man anderes auch!) Es darf nicht sein, daß die Republik um zirka eine Viertelmillion Schilling geschädigt wird, nur weil ein Mitglied Ihrer Partei Präsident werden will. (Abg. Wurmitzer: Und wer noch?!) Das kann nicht sein, und das sollten Sie aufklären. (Abg. Wurmitzer: Was dein Bruder in Wien macht, muß man aufklären!)
Abg. Wurmitzer: Und was ist damit, was ein Richter der Republik in Wien macht?
Herr Abgeordneter Wurmitzer! Wir reden hier über den obersten Repräsentanten dieser Republik, der offensichtlich im Machtfilz verfangen ist und keine klare Sprache findet. Das ist der Gegenstand, um den es hier geht, und wenn Sie sich als Kontrollor in diesem Haus ernst nehmen ... (Abg. Wurmitzer: Und was ist damit, was ein Richter der Republik in Wien macht?)
Abg. Wurmitzer: Gar nicht wahr!
Herr Abgeordneter Wurmitzer! Es ist in Ordnung, daß Sie die Freiheitlichen kritisieren. (Abg. Wurmitzer: Gar nicht wahr!) Selbstverständlich. Das sollen Sie auch. Es ist in Ordnung, wenn Sie die Sozialdemokraten kritisieren, wenn diese bei den ÖBB Dinge gemacht haben, die nicht korrekt sind. (Abg. Schwarzenberger: Aber es ist nicht in Ordnung, wenn der Wabl kritisiert wird!) Aber wenn es sich um Dinge handelt, die in Ihrem eigenen Bereich liegen – oh, da wollen Sie sich nicht die Finger verbrennen! Oje, da geht es um schwarze Belange, da geht es um meine Partei, da halte ich den Mund, denn sonst bin ich beim nächsten Mal nicht mehr auf der Liste! – Wenn das Ihr Selbstverständnis als Volksvertreter ist, dann sind Sie zu lange hier gesessen, Herr Abgeordneter Wurmitzer! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Van der Bellen wird Sie auch nicht mehr auf die Liste setzen!)
Abg. Schwarzenberger: Aber es ist nicht in Ordnung, wenn der Wabl kritisiert wird!
Herr Abgeordneter Wurmitzer! Es ist in Ordnung, daß Sie die Freiheitlichen kritisieren. (Abg. Wurmitzer: Gar nicht wahr!) Selbstverständlich. Das sollen Sie auch. Es ist in Ordnung, wenn Sie die Sozialdemokraten kritisieren, wenn diese bei den ÖBB Dinge gemacht haben, die nicht korrekt sind. (Abg. Schwarzenberger: Aber es ist nicht in Ordnung, wenn der Wabl kritisiert wird!) Aber wenn es sich um Dinge handelt, die in Ihrem eigenen Bereich liegen – oh, da wollen Sie sich nicht die Finger verbrennen! Oje, da geht es um schwarze Belange, da geht es um meine Partei, da halte ich den Mund, denn sonst bin ich beim nächsten Mal nicht mehr auf der Liste! – Wenn das Ihr Selbstverständnis als Volksvertreter ist, dann sind Sie zu lange hier gesessen, Herr Abgeordneter Wurmitzer! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Van der Bellen wird Sie auch nicht mehr auf die Liste setzen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Van der Bellen wird Sie auch nicht mehr auf die Liste setzen!
Herr Abgeordneter Wurmitzer! Es ist in Ordnung, daß Sie die Freiheitlichen kritisieren. (Abg. Wurmitzer: Gar nicht wahr!) Selbstverständlich. Das sollen Sie auch. Es ist in Ordnung, wenn Sie die Sozialdemokraten kritisieren, wenn diese bei den ÖBB Dinge gemacht haben, die nicht korrekt sind. (Abg. Schwarzenberger: Aber es ist nicht in Ordnung, wenn der Wabl kritisiert wird!) Aber wenn es sich um Dinge handelt, die in Ihrem eigenen Bereich liegen – oh, da wollen Sie sich nicht die Finger verbrennen! Oje, da geht es um schwarze Belange, da geht es um meine Partei, da halte ich den Mund, denn sonst bin ich beim nächsten Mal nicht mehr auf der Liste! – Wenn das Ihr Selbstverständnis als Volksvertreter ist, dann sind Sie zu lange hier gesessen, Herr Abgeordneter Wurmitzer! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Van der Bellen wird Sie auch nicht mehr auf die Liste setzen!)
Abg. Wurmitzer: Das ist mir aber neu! Soll ich zitieren, was du über mich da herinnen gesagt hast? Nachlesen!
Herr Abgeordneter Wurmitzer! Ich habe Sie immer als einen derjenigen Abgeordneten geschätzt, die sich zumindest bemühen, der Sache auf den Grund zu gehen. Bemühen Sie sich auch in dieser Sache, denn wenn ... (Abg. Wurmitzer: Das ist mir aber neu! Soll ich zitieren, was du über mich da herinnen gesagt hast? Nachlesen!)
Abg. Dr. Lukesch: Das war eine Vorverurteilung, was Sie gemacht haben!
Herr Abgeordneter Wurmitzer! Ich kritisiere Sie dort hart, wo ich glaube, daß Sie eine falsche Meinung verbreiten. Das ist auch zulässig. Aber wenn sich der Herr Bundespräsident bei einer Wahlkampfrede hinstellt und sagt: "Ich bin niemand etwas schuldig!", dann darf ein Volksvertreter wohl nachfragen: Stimmt das? Ist er wirklich "niemand etwas schuldig"? (Abg. Dr. Lukesch: Das war eine Vorverurteilung, was Sie gemacht haben!) – Ich rede jetzt nicht davon, ob die Grammatik stimmt, sondern ich rede davon, ob er tatsächlich niemandem etwas schuldig ist. Ich rede jetzt nicht von der parteipolitischen Schuld, die er der ÖVP gegenüber hat. Ich rede von einer Schuld gegenüber der Republik Österreich im Ausmaß von zirka einer Viertelmillion Schilling. Dieser Betrag wurde rechtswidrig angeeignet, und es wurde rechtswidrig über einen Beamten verfügt, und das werden wir nicht hinnehmen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Ihr Bruder hat rechtswidrige Auftritte in Wien!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Ihr Bruder hat rechtswidrige Auftritte in Wien!
Herr Abgeordneter Wurmitzer! Ich kritisiere Sie dort hart, wo ich glaube, daß Sie eine falsche Meinung verbreiten. Das ist auch zulässig. Aber wenn sich der Herr Bundespräsident bei einer Wahlkampfrede hinstellt und sagt: "Ich bin niemand etwas schuldig!", dann darf ein Volksvertreter wohl nachfragen: Stimmt das? Ist er wirklich "niemand etwas schuldig"? (Abg. Dr. Lukesch: Das war eine Vorverurteilung, was Sie gemacht haben!) – Ich rede jetzt nicht davon, ob die Grammatik stimmt, sondern ich rede davon, ob er tatsächlich niemandem etwas schuldig ist. Ich rede jetzt nicht von der parteipolitischen Schuld, die er der ÖVP gegenüber hat. Ich rede von einer Schuld gegenüber der Republik Österreich im Ausmaß von zirka einer Viertelmillion Schilling. Dieser Betrag wurde rechtswidrig angeeignet, und es wurde rechtswidrig über einen Beamten verfügt, und das werden wir nicht hinnehmen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Ihr Bruder hat rechtswidrige Auftritte in Wien!)
Abg. Dr. Petrovic: Dann lesen Sie es bitte nach! – Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Mir bleibt verschlossen, was die Scharmützel um die Bundespräsidentenwahl mit dem Tätigkeitsbericht des Rechnungshofes zu tun haben. Es tut mir leid, darüber muß ich noch nachdenken. (Abg. Dr. Petrovic: Dann lesen Sie es bitte nach! – Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller. )
Abg. Mag. Barmüller: Wie war das mit der Schottergrube in der Steiermark? – 150 000 Kubikmeter bezahlter und nicht gelieferter Schotter!
Eine zweite Feststellung: Es gibt keinen Grund für eine Strafanzeige im Zusammenhang mit der Bundesstraßenverwaltung in der Steiermark. Wenn in steirischen Tageszeitungen zu lesen ist: "Die Sache stinkt. SPÖ und ÖVP breiten den Mantel des Schweigens über die Sache" und Kollege Wabl heute so weit geht, hier unter dem Schutz der Immunität von Betrug zu sprechen, dann möchte ich noch einmal festhalten: Kein Grund für eine Strafanzeige, und hier wird von Betrug gesprochen! Meine Damen und Herren, bitte machen Sie sich davon ein Bild. (Abg. Mag. Barmüller: Wie war das mit der Schottergrube in der Steiermark? – 150 000 Kubikmeter bezahlter und nicht gelieferter Schotter!)
Abg. Mag. Barmüller: Ich habe festgehalten, daß ihr den Ausschuß ohnehin nicht vor dem Sommer abschließen wollt! Das ist kein Widerspruch!
Zu den Terminen: Kollege Barmüller, du widersprichst dir wirklich selbst. Wenn du einerseits den Vorwurf erhebst, daß die SPÖ verschleppen will, und zum anderen forderst, daß Termine verschoben werden – sei mir bitte nicht böse, lies es im Protokoll nach –, dann ist das ein glatter Widerspruch. Oder zu den Auskunftspersonen, über die Wabl grundsätzlich sagt ... (Abg. Mag. Barmüller: Ich habe festgehalten, daß ihr den Ausschuß ohnehin nicht vor dem Sommer abschließen wollt! Das ist kein Widerspruch!) Lies deinen Widerspruch im eigenen Redeprotokoll nach!
Abg. Wabl: In diesem Fall habe ich auch keinen Vorwurf erhoben, sondern im Fall des Beamten Mirus! Das ist nicht widersprechend! Warum haben Sie diesen Beamten abgelehnt? Warum haben Sie ihn abgelehnt?
Ein anderer Widerspruch: Kollege Wabl äußert hier den Vorwurf, daß Auskunftspersonen, die sich entschuldigen, später abgelehnt werden. Im Zusammenhang mit den ÖBB haben wir vertagt, und ihr Chef, Draxler, ist gekommen – damit ist dieser vorhin erhobene Vorwurf eindrucksvoll widerlegt. (Abg. Wabl: In diesem Fall habe ich auch keinen Vorwurf erhoben, sondern im Fall des Beamten Mirus! Das ist nicht widersprechend! Warum haben Sie diesen Beamten abgelehnt? Warum haben Sie ihn abgelehnt?)
Abg. Wabl: Warum haben Sie ihn abgelehnt?
Kommen wir von den Scharmützeln zur Sache, reden wir von der Ennsnahen Trasse. (Abg. Wabl: Warum haben Sie ihn abgelehnt?) Ich verwahre mich gegen die grundsätzliche Feststellung, daß Auskunftspersonen, die sich entschuldigen, anschließend abgelehnt werden. Das stimmt nicht, Kollege Wabl, das stimmt so nicht, wie Sie es gesagt haben.
Abg. Apfelbeck: Herr Kollege! Wir behandeln den Tätigkeitsbericht!
Zur Sache der Ennsnahen Trasse, meine Damen und Herren: Mit der Ressel-Tangente ist längst, wie Sie alle wissen, ein entscheidender Ansatz gelungen. (Abg. Apfelbeck: Herr Kollege! Wir behandeln den Tätigkeitsbericht!) Dem steirischen Finanz- und Verkehrslandesrat – Frau Kollegin, hören Sie zu – Ing. Joachim Ressel ist jetzt gelungen, woran die steirische ÖVP mehr als zwei Jahrzehnte lang gescheitert ist. Es gibt im Ennstal eine konkrete Lösung. Die steirische Landesregierung hat am Montag dieser Woche grünes Licht für die Ressel-Tangente gegeben. Es gibt dazu auch – das sollte man nicht vergessen – die Zustimmung der Grünen.
Abg. Mag. Barmüller: Ihr habt ihn im Ausschuß nicht zu Wort kommen lassen!
Meine Damen und Herren, zuletzt ein dringender Appell an Minister Molterer: Seit Monaten, ja seit Jahren liegt im Landwirtschaftsministerium ein Entwurf für einen wasserrechtlichen Bescheid über die Wanne Stainach. Vielfache Urgenzen sind dokumentiert, ja eine Landesbehörde geht sogar so weit, eine Säumnisbeschwerde gegen den Minister anzudrohen. Mein Appell an Sie, Herr Minister Molterer: Handeln Sie endlich, geben Sie diesen Bescheid hinaus, nehmen Sie sich kein schlechtes Beispiel an Krainer oder Klasnic! (Abg. Mag. Barmüller: Ihr habt ihn im Ausschuß nicht zu Wort kommen lassen!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich hoffe auf Einsicht für die Bevölkerung im Ennstal, für die Ressel-Tangente und für die Unterstützung dieser intelligenten Lösung. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lukesch: Das war nicht so!
Ein Unternehmen aus dem Produktionsbereich mit 5 Milliarden Schilling Schulden, mit einem Umsatz von 4,3 Milliarden Schilling und mit 99,5 Prozent Fremdkapital zu kaufen, das macht kein vernünftiges Wirtschaftsunternehmen. Somit wurde es damals nur gekauft, weil es heftigste politische Interventionen seitens zweier Großbanken in Österreich gab, die sich dort mit Krediten engagiert hatten, welche zum Großteil unbesichert waren. Bevor das Ganze den Bach hinunterging, bediente man sich eines Staatsbetriebes, um diese dubiosen Kredite zu sanieren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lukesch: Das war nicht so!) Denn der Einzelwertberichtigungsbedarf dieser Großbanken war zum damaligen Zeitpunkt ohnedies schon sehr hoch, und einen HTM-Konkurs hätten diese zwei Banken damals sicherlich nicht sehr gut verdaut. – Das zu diesem Fall.
Abg. Mag. Stadler: Da schau her! – Abg. Dr. Lukesch: Dreistellige Millionenbeträge, von Jahr zu Jahr steigend!
Das wurde im Aufsichtsrat abgesegnet, aber es hat offensichtlich der Österreichischen Volkspartei nicht gar so gut gefallen. Denn im August 1995 wurde auf Intervention der Österreichischen Volkspartei der damalige Vorstand der ATW zum Finanzminister vorgeladen. Dr. Staribacher erklärte, er müsse die Unterscheidung zwischen wirtschaftlichen und politischen Fragen treffen. Gegenüber unserer Arbeit als Vorstände – so die Auskunft der Vorstände – gebe es keine Vorwürfe. Das HTM-Sanierungskonzept sei überzeugend, für die Durchsetzung brauche er und wolle er die Zustimmung der ÖVP, und diese Zustimmung sei nur um den politischem Preis der Abberufung des gesamten Vorstandes zu erreichen. (Abg. Mag. Stadler: Da schau her! – Abg. Dr. Lukesch: Dreistellige Millionenbeträge, von Jahr zu Jahr steigend!) – Soweit diese Intervention seitens der Österreichischen Volkspartei.
Abg. Dr. Lukesch: Sehr gefährlich!
Sie wissen überdies genau, daß das mit Auflagen verbunden ist. Die HTM war bis heute noch nicht in der Lage, eine Bilanz für 1995 oder 1996 zu legen. Das ist eine ganz gefährliche Geschichte. (Abg. Dr. Lukesch: Sehr gefährlich!) Wenn das den Bach hinuntergeht und diese Gruppe insolvent wird – das läßt sich unter Umständen annehmen –, kommt es zu einem Durchgriffsrecht seitens der Banken direkt auf die ATW, und zwar mit Riesenforderungen über 1,2 Milliarden Schilling, die man ihnen als sogenannte Mitgift für den Verkauf in Aussicht gestellt hat und worauf überhaupt keine Einflußnahme mehr möglich ist.
Abg. Haigermoser: Wo ist das Geld?
Das nächste Gefahrenmoment, das auf uns zukommt, ist, daß die Tatbestände, die auferlegt worden sind, nicht erfüllt werden. Diese bestehen darin, daß die Jahresabschlüsse der HTM-Gruppe von 1995 bis 1999 jeweils spätestens Ende Juni des folgenden Jahres vorzulegen sind. Herr Eliasch hat 25 Millionen Schilling innerhalb eines Monats nach dem Tag der Entscheidung zu bezahlen, bis 31. Dezember 1998 275 Millionen Schilling und so weiter und so fort. (Abg. Haigermoser: Wo ist das Geld?) Man hat bis jetzt nichts davon gehört. Das ist auch der Grund, warum sie dort nicht bilanzieren können. Aber wo, bitte, ist die "Mitgift" geblieben, welche die ATW dieser Gruppe gegeben haben, wo ist diese geblieben? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das nächste Gefahrenmoment, das auf uns zukommt, ist, daß die Tatbestände, die auferlegt worden sind, nicht erfüllt werden. Diese bestehen darin, daß die Jahresabschlüsse der HTM-Gruppe von 1995 bis 1999 jeweils spätestens Ende Juni des folgenden Jahres vorzulegen sind. Herr Eliasch hat 25 Millionen Schilling innerhalb eines Monats nach dem Tag der Entscheidung zu bezahlen, bis 31. Dezember 1998 275 Millionen Schilling und so weiter und so fort. (Abg. Haigermoser: Wo ist das Geld?) Man hat bis jetzt nichts davon gehört. Das ist auch der Grund, warum sie dort nicht bilanzieren können. Aber wo, bitte, ist die "Mitgift" geblieben, welche die ATW dieser Gruppe gegeben haben, wo ist diese geblieben? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: War die auch bei dieser Geschichte dabei?
Die damalige Staatssekretärin Fekter (Abg. Haigermoser: War die auch bei dieser Geschichte dabei?) hat diese Sache ja kritisiert. (Abg. Haigermoser: Schon wieder!) Und diese HTM-Auseinandersetzung war ja auch Gegenstand einer Sondersitzung im Jahr 1995, als damals danach die Koalition auseinandergebrochen ist. Ich hätte mir erwartet, daß man, wenn man ein Sanierungskonzept beschließt, dieses Sanierungskonzept auch durchzieht, aber nicht jemandem Geldgeschenke macht, von dem man nicht weiß, was er hat und was man dafür bekommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Schon wieder!
Die damalige Staatssekretärin Fekter (Abg. Haigermoser: War die auch bei dieser Geschichte dabei?) hat diese Sache ja kritisiert. (Abg. Haigermoser: Schon wieder!) Und diese HTM-Auseinandersetzung war ja auch Gegenstand einer Sondersitzung im Jahr 1995, als damals danach die Koalition auseinandergebrochen ist. Ich hätte mir erwartet, daß man, wenn man ein Sanierungskonzept beschließt, dieses Sanierungskonzept auch durchzieht, aber nicht jemandem Geldgeschenke macht, von dem man nicht weiß, was er hat und was man dafür bekommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die damalige Staatssekretärin Fekter (Abg. Haigermoser: War die auch bei dieser Geschichte dabei?) hat diese Sache ja kritisiert. (Abg. Haigermoser: Schon wieder!) Und diese HTM-Auseinandersetzung war ja auch Gegenstand einer Sondersitzung im Jahr 1995, als damals danach die Koalition auseinandergebrochen ist. Ich hätte mir erwartet, daß man, wenn man ein Sanierungskonzept beschließt, dieses Sanierungskonzept auch durchzieht, aber nicht jemandem Geldgeschenke macht, von dem man nicht weiß, was er hat und was man dafür bekommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wo widerlegt?
Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Herren Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Wabl hat es in seiner Wortmeldung als notwendig empfunden, den amtierenden Bundespräsidenten auf das unsachlichste hier vom Rednerpult aus anzugreifen und mit Vorwürfen zu überschütten, die längst schon alle widerlegt sind. Ich weise diese Vorgangsweise auf das schärfste zurück. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wo widerlegt?)
Abg. Schaffenrath: Sippenhaftung haben wir aber nicht, oder?
Herr Wabl! Ihre Äußerungen sind ausgesprochen unglaubwürdig, denn Sie sind ein Betroffener in Sachen Bundespräsidentenwahl. Ihr Bruder ist ja bekanntlich gewogen und für zu leicht befunden worden. (Abg. Schaffenrath: Sippenhaftung haben wir aber nicht, oder?) Er spielt den Polizisten hier in Wien, und Sie spielen hier im Hohen Haus den Richter über den amtierenden Bundespräsidenten. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.) Sie haben damit jegliches Vertrauen als Obmann des Rechnungshofausschusses – bei mir jedenfalls – verspielt. (Abg. Wabl: Diese Präpotenz ist unbeschreiblich! Wo ist der Beweis? Was ist widerlegt? Sie decken Amtsmißbrauch offensichtlich! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Herr Wabl! Ihre Äußerungen sind ausgesprochen unglaubwürdig, denn Sie sind ein Betroffener in Sachen Bundespräsidentenwahl. Ihr Bruder ist ja bekanntlich gewogen und für zu leicht befunden worden. (Abg. Schaffenrath: Sippenhaftung haben wir aber nicht, oder?) Er spielt den Polizisten hier in Wien, und Sie spielen hier im Hohen Haus den Richter über den amtierenden Bundespräsidenten. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.) Sie haben damit jegliches Vertrauen als Obmann des Rechnungshofausschusses – bei mir jedenfalls – verspielt. (Abg. Wabl: Diese Präpotenz ist unbeschreiblich! Wo ist der Beweis? Was ist widerlegt? Sie decken Amtsmißbrauch offensichtlich! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Wabl: Diese Präpotenz ist unbeschreiblich! Wo ist der Beweis? Was ist widerlegt? Sie decken Amtsmißbrauch offensichtlich! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Herr Wabl! Ihre Äußerungen sind ausgesprochen unglaubwürdig, denn Sie sind ein Betroffener in Sachen Bundespräsidentenwahl. Ihr Bruder ist ja bekanntlich gewogen und für zu leicht befunden worden. (Abg. Schaffenrath: Sippenhaftung haben wir aber nicht, oder?) Er spielt den Polizisten hier in Wien, und Sie spielen hier im Hohen Haus den Richter über den amtierenden Bundespräsidenten. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.) Sie haben damit jegliches Vertrauen als Obmann des Rechnungshofausschusses – bei mir jedenfalls – verspielt. (Abg. Wabl: Diese Präpotenz ist unbeschreiblich! Wo ist der Beweis? Was ist widerlegt? Sie decken Amtsmißbrauch offensichtlich! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Firlinger: Deinen Kollegen Pröll wird das nicht freuen!
Man steht vor einer "Leiche", die den staatlichen Monopolbetrieb ATW 3,6 Milliarden Schilling, so berichtet der Rechnungshof, insgesamt gekostet hat, und ich sage: den Steuerzahler gekostet hat, denn dieses Geld hätte ja den halben Bau des Semmering-Basistunnels – da spreche ich jetzt für die Steirer (Abg. Firlinger: Deinen Kollegen Pröll wird das nicht freuen!) – oder ein Viertel des Baus der Unterinntalbahn finanzieren können – da spreche ich jetzt für die Tiroler. Die Pathologen trösten sich bei einem solchen Fall mit dem Satz: Mors auxilium vitae. (Abg. Schaffenrath: Gratuliere, Herr Lukesch! Das war Lateinisch!) Der Tod ist eine Hilfestellung für das Leben. Wir lernen also daraus, aber es war in diesem Fall tatsächlich ein sehr, sehr teures Lernen.
Abg. Schaffenrath: Gratuliere, Herr Lukesch! Das war Lateinisch!
Man steht vor einer "Leiche", die den staatlichen Monopolbetrieb ATW 3,6 Milliarden Schilling, so berichtet der Rechnungshof, insgesamt gekostet hat, und ich sage: den Steuerzahler gekostet hat, denn dieses Geld hätte ja den halben Bau des Semmering-Basistunnels – da spreche ich jetzt für die Steirer (Abg. Firlinger: Deinen Kollegen Pröll wird das nicht freuen!) – oder ein Viertel des Baus der Unterinntalbahn finanzieren können – da spreche ich jetzt für die Tiroler. Die Pathologen trösten sich bei einem solchen Fall mit dem Satz: Mors auxilium vitae. (Abg. Schaffenrath: Gratuliere, Herr Lukesch! Das war Lateinisch!) Der Tod ist eine Hilfestellung für das Leben. Wir lernen also daraus, aber es war in diesem Fall tatsächlich ein sehr, sehr teures Lernen.
Beifall bei der ÖVP.
Aber deshalb, weil es Probleme bei der kaufmännischen Abrechnung gibt, besteht kein Anlaß, das Kind mit dem Bade auszuschütten und die Teilrechtsfähigkeit letztlich durch eine falsche Kompetenzverlagerung zu verhindern. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Lukesch: Ich habe überhaupt keine Enunziation in diese Richtung gemacht!
Ich berichtige: Weder der Bund noch die ÖVP, noch der Rechnungshof haben der Öffentlichkeit einen Beleg vorgelegt, wodurch diese Anschuldigung, die zu Recht besteht, widerlegt worden wäre. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Lukesch: Ich habe überhaupt keine Enunziation in diese Richtung gemacht!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Kollege Wurmitzer! Ich frage Sie: Haben Sie sich auch dafür bei der Frau Unterrichtsministerin bedankt, daß sie die 17 Millionen Schilling, die ungerechtfertigterweise zuviel an Überstunden an Lehrer und Lehrerinnen ausbezahlt wurden, nicht zurückfordern will? Ich finde, es ist ein Skandal, daß man dieser ausdrücklichen Empfehlung des Rechnungshofes nicht nachkommt. Ich halte das für unkorrekt. Ich halte das auch für unkorrekt gegenüber den Lehrern und Lehrerinnen in den Bundesländern Tirol und Vorarlberg. Ich halte das für eine grobe Verfehlung, und ich glaube auch, das ist ein unkorrekter Umgang mit öffentlichen Mitteln. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher – und damit möchte ich an und für sich auch schon schließen –, Herr Kollege Wurmitzer, richten Sie Ihren Dank an die Frau Unterrichtsministerin auch in dieser Richtung, daß sie 17 Millionen Schilling ungleich auf die Lehrerschaft in Österreich verteilt. Für mich ist das rechtswidrig, aber Sie sind ja sogar noch unpatriotisch gegenüber Ihren Kollegen und Kolleginnen in Kärnten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Ruf bei der SPÖ: An "vorderster" Front!
Wenn sich die ÖBAG in dieser Situation etwa beim Verkauf der WTK an deren ehemaligen Geschäftsführer tatsächlich nicht professionell verhalten hat, wie der Rechnungshof feststellt, darf dies aufgrund der besonderen Lage der Bergbauholding nicht verwundern. Außerdem waren es nicht viele, meine sehr verehrten Damen und Herren, die damals so wie ich versucht haben, ihren Verkauf zu verhindern. Wo waren damals all jene, die heute diese Verkäufe kritisieren, als es vielleicht noch möglich gewesen wäre, dem sterbenden Bergbau durch geeignete ergänzende, arbeitsplatzschaffende Maßnahmen zu helfen? (Ruf bei der SPÖ: An "vorderster" Front!) Die Rolle der OKA im Zusammenhang mit der Abnahme der WTK-Kohle ist ein Beispiel dafür.
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dennoch ist es der Bergbauholding gelungen, die planmäßigen Redimensionierungen – so bedauerlich solche Redimensionierungen auch immer sind – und Bergbauaktivitäten im wesentlichen sozialverträglich zu gestalten. Im nachhinein ist es natürlich immer leichter, einzelne Entscheidungen zu kritisieren, ohne selbst die Verantwortung für die Betriebe tragen zu müssen, und zu behaupten, daß es anders besser gewesen wäre. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Edler: Sonst hätten wir zugesperrt!
Ich zitiere, was im Rechnungshofbericht festgestellt wird: Das Beschaffungswesen der ÖBB ist teilweise eine Förderung für die Fahrzeugindustrie. An anderer Stelle heißt es: Der Stützungskauf ist mit beschränkter beschäftigungspolitischer Auswirkung versehen gewesen. (Abg. Edler: Sonst hätten wir zugesperrt!)
Beifall bei den Grünen.
Das bringen wir heute im Zusammenhang mit diesem Rechnungshofbericht auch vor, und ich bin neugierig, ob sich die ÖVP im Laufe der Debatte mit relativ schwacher Stimme – die ÖVP ist ja in diesem Zusammenhang beinahe stimmlos – zu einem Bekenntnis in der Richtung durchringt, daß diese Schuld endgültig beglichen wird, damit der Herr, der mit Parteigeld, mit Staatsgeld und als Parteikandidat zu diesem Amt kam, jetzt als Bürger präsident unbestritten in die nächste Runde gehen kann. Derzeit ist das sehr umstritten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rosemarie Bauer: Sie war ja auch nicht im Ausschuß!
Abgeordneter Mag. Franz Steindl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Es ist ja ganz interessant in dieser Diskussion: Immer dann, wenn eine Rednerin oder ein Redner hier zum Rednerpult geht und über den Rechnungshofbericht spricht, aber nicht die entsprechenden Kenntnisse hat, weil sie beziehungsweise er den Bericht nicht gelesen hat, kommt das Thema Bundespräsident zur Sprache. Das muß man wirklich in aller Klarheit hier einmal feststellen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rosemarie Bauer: Sie war ja auch nicht im Ausschuß!)
Beifall bei der ÖVP.
In Richtung des Herrn Staatssekretärs Ruttenstorfer: Man sollte in der Diskussion betreffend Besoldungsrecht, Pragmatisierung und so weiter das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Im Gegenteil: Bei derartigen Instanzen wie dem Rechnungshof sollte man zwar das System kritisch hinterfragen, aber an der Pragmatisierung dort, wo sie notwendig ist, nicht rütteln. Die ÖVP bekennt sich zu diesem Beamtenschutz vor allem im Bereich des Rechnungshofes. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die fünfte Feststellung betrifft die Personalpolitik – mit diesen vielen Sonderverträgen, mit diesen tausend Absicherungen. Ich könnte das einer burgenländischen Arbeiterin, die vielleicht 10 000 S brutto im Monat verdient, nicht erklären! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Edler: Jetzt hörst du aber auf!
Ich bin wieder einmal zu der Erkenntnis gekommen, daß sich der Staat dort, wo man etwas privat machen kann, zurückziehen sollte. Es war ganz einfach die Politik der siebziger Jahre, die versucht hat, zu vereinnahmen. Wenn man sich die Verstaatlichte anschaut (der Redner zeigt zwei Grafiken): 1993 noch in diesem Umfang mit den vielen Mischkonzernen – die Handschrift der SPÖ! – und die ÖIAG-Struktur 1998, genau zergliedert – das trägt die Handschrift der ÖVP! (Abg. Edler: Jetzt hörst du aber auf!) –, kann man feststellen: In dieser Zeitspanne hat eine erfolgreiche Privatisierungswelle stattgefunden! Und das ist der Weg, den wir befürworten und den wir auch in Zukunft einschlagen wollen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich bin wieder einmal zu der Erkenntnis gekommen, daß sich der Staat dort, wo man etwas privat machen kann, zurückziehen sollte. Es war ganz einfach die Politik der siebziger Jahre, die versucht hat, zu vereinnahmen. Wenn man sich die Verstaatlichte anschaut (der Redner zeigt zwei Grafiken): 1993 noch in diesem Umfang mit den vielen Mischkonzernen – die Handschrift der SPÖ! – und die ÖIAG-Struktur 1998, genau zergliedert – das trägt die Handschrift der ÖVP! (Abg. Edler: Jetzt hörst du aber auf!) –, kann man feststellen: In dieser Zeitspanne hat eine erfolgreiche Privatisierungswelle stattgefunden! Und das ist der Weg, den wir befürworten und den wir auch in Zukunft einschlagen wollen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Rosemarie Bauer: Ist der Kandidat Wabl schon frei?
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Frau Abgeordnete Dr. Gabriela Moser hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung gemeldet. – Bitte, Frau Abgeordnete, beginnen Sie mit dem Sachverhalt, den Sie berichtigen wollen. (Abg. Rosemarie Bauer: Ist der Kandidat Wabl schon frei?)
Abg. Dr. Lukesch: Sie berichtigen sich selbst! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Im Rechnungshofbericht ist nicht – da haben Sie recht – die Summe von 250 000 S genannt – das war falsch von mir –, sondern die Causa, und insofern habe ich das falsch im Gedächtnis gehabt. (Abg. Dr. Lukesch: Sie berichtigen sich selbst! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Er spricht auf Seite 51 die Causa an, und zwar in dem Bereich, in dem es um die Anhebung der Wohnungsvergütung für Leiter von Vertretungsbehörden geht. Damit ist die Causa umschrieben, wenn auch kein konkreter Betrag im Bericht steht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurmitzer: Herr Präsident! Das ist eine Berichtigung in eigener Sache!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurmitzer: Herr Präsident! Das ist eine Berichtigung in eigener Sache!
Im Rechnungshofbericht ist nicht – da haben Sie recht – die Summe von 250 000 S genannt – das war falsch von mir –, sondern die Causa, und insofern habe ich das falsch im Gedächtnis gehabt. (Abg. Dr. Lukesch: Sie berichtigen sich selbst! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Er spricht auf Seite 51 die Causa an, und zwar in dem Bereich, in dem es um die Anhebung der Wohnungsvergütung für Leiter von Vertretungsbehörden geht. Damit ist die Causa umschrieben, wenn auch kein konkreter Betrag im Bericht steht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurmitzer: Herr Präsident! Das ist eine Berichtigung in eigener Sache!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Peter Rosenstingl (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Brix ist leider nicht im Saal ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Entschuldigen Sie, er ist hier. Ich habe dich weiter herunten vermutet. (Abg. Edler: Er hat ja gewartet, bis du redest!) Kollege Wurmitzer ist Gott sei Dank auch im Saal.
Abg. Edler: Er hat ja gewartet, bis du redest!
Abgeordneter Peter Rosenstingl (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Brix ist leider nicht im Saal ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Entschuldigen Sie, er ist hier. Ich habe dich weiter herunten vermutet. (Abg. Edler: Er hat ja gewartet, bis du redest!) Kollege Wurmitzer ist Gott sei Dank auch im Saal.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Wurmitzer! Wir haben nichts davon, wenn Sie sagen, Sie laden den derzeit verantwortlichen Landesrat in den Rechnungshofausschuß ein. Denn in der Zeit, die der Rechnungshofbericht behandelt, oder in der Zeit, in der es zum Beispiel um die Ennsnahe Trasse gegangen ist, war die jetzige Frau Landeshauptfrau Klasnic zuständig. Sie hat damals das Ressort geführt. Meiner Ansicht nach haben wir Parlamentarier ein Anrecht darauf, diejenigen Leute zu laden, die damals verantwortlich waren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lukesch: Das stimmt nicht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte schon darauf hinweisen – und Sie wissen, daß das immer wieder passiert –, daß wir im Rechnungshofausschuß dann, wenn der amtierende Politiker zwar da ist, aber in der Zeit, in der das betreffende Ereignis stattgefunden hat, nicht verantwortlich war, immer wieder hören müssen: Tut mir leid, das war vor meiner Zeit. Ich weiß nichts davon, ich war damals nicht im Amt. (Abg. Dr. Lukesch: Das stimmt nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lukesch: Das ist falsch!
Herr Kollege Lukesch! Das hören wir immer wieder. Ich frage Sie daher: Warum wollen Sie die Verantwortlichen nicht laden? Haben diese Verantwortlichen etwas zu verbergen, oder haben Sie vielleicht Angst, daß sie uns Antworten geben könnten, die Ihnen nicht recht wären, daß sie im Rechnungshofausschuß etwas sagen könnten, was den Regierungsfraktionen nicht recht wäre? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lukesch: Das ist falsch!)
Abg. Wurmitzer – neun Finger hochhaltend –: Neun!
Ich möchte noch auf etwas anderes eingehen, was hier gesagt wurde. Ich weiß nicht mehr, wer das gesagt hat, aber es hieß: Sie laden Auskunftspersonen, und diese kommen dann gar nicht zum Antworten. (Abg. Wurmitzer – neun Finger hochhaltend –: Neun!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wurmitzer: Das stimmt doch nicht! Und Sie lernen Geschichte!
Meine lieben Kolleginnen und Kollegen von den Regierungsparteien! Vielleicht sollten Sie Ihren Ministern einmal beibringen, auch andere Auskunftspersonen zu Wort kommen zu lassen. Denn wenn wir jemanden fragen, zum Beispiel eine Auskunftsperson, irgendeinen Beamten, wollen wir eigentlich nicht, daß der Minister antwortet, sondern wir wollen, daß der Beamte oder der Zuständige, der geladen ist, antwortet. Es hat sich bei Ihnen aber leider eingebürgert, daß der Minister alles weiß, alles beantwortet und seine eigenen Beamten oder auch andere Beamte, die auch geladen wurden, gar nicht zu Wort kommen läßt. Daher nochmals: Lernen Sie Demokratie! Lassen Sie die Leute reden, die wir fragen, und laden Sie diejenigen, die zum betreffenden Zeitpunkt verantwortlich waren! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wurmitzer: Das stimmt doch nicht! Und Sie lernen Geschichte!)
Abg. Edler: Da warst du noch Verwaltungsrat!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte mich noch mit einem Detail des Rechnungshofberichts beschäftigen, und zwar mit der Schienenfahrzeugbeschaffung der ÖBB, weil ich glaube, daß in diesem Bereich die Kritik des Rechnungshofes sehr berechtigt ist. In manchen Teilen ist die Vorgangsweise der Österreichischen Bundesbahnen zu diesem Zeitpunkt eher bedenklich gewesen. (Abg. Edler: Da warst du noch Verwaltungsrat!)
Abg. Edler: Kollege Rosenstingl! Warst du damals im Verwaltungsrat?!
Es ist mir zum Beispiel unverständlich, daß bei Beschaffungen von Lokomotiven nicht festgestellt wurde, wie groß der tatsächliche Bedarf ist, sondern daß ohne Grundlagen irgendwelche Lokomotiven bestellt oder beschafft wurden. (Abg. Edler: Kollege Rosenstingl! Warst du damals im Verwaltungsrat?!) Herr Kollege! Es kam daher bei allen Beschaffungsvorgängen zu überhöhten Preisen. Es gibt in diesem Bereich keinen einzigen Beschaffungsvorgang, bei dem es nicht zu überhöhten Preisen gekommen ist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich hoffe, daß in Zukunft eine derartige Verschwendungspolitik vermieden werden kann. Ich möchte aber dem – leider heute nicht anwesenden – Generaldirektor Draxler schon eines sagen: Da offensichtlich Fehler geschehen sind und der Rechnungshofbericht diese Fehler aufzeigt, hat es meiner Meinung nach keinen Sinn, daß der Herr Generaldirektor Draxler sich im Ausschuß hinsetzt, alles beschönigt, sagt, es sei sowieso alles in Ordnung, und glaubt, daß damit alle Fehler ungeschehen gemacht sind. Ich hoffe, daß er in Zukunft anders handeln wird, und daß diese Verschwendungspolitik nicht fortgeführt wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Dieses Projekt wurde international ausgeschrieben. Ich möchte nochmals betonen, daß die österreichische Fahrzeugindustrie in der Lage ist, aus diesem Wettbewerb ihre Vorteile zu ziehen und somit österreichische Arbeitsplätze zu sichern. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wurmitzer: Das ist die Unwahrheit!
Es ist leider richtig, daß die geladenen Auskunftspersonen teilweise offenbar eine Schweigepflicht hatten, teilweise inkompetent waren, und immer dann, wenn es wie etwa im Zusammenhang mit der Bundesstraßenverwaltung Steiermark zur Sache und auf den Punkt kam, wurde gerne ein nicht anwesender Hofrat zitiert, der sich gerade auf Urlaub befindet, oder es wurden bereits in Pension befindliche oder auch schon verstorbene Verantwortliche zitiert. Die Anwesenden konnten jedenfalls nicht so recht zur Sache befragt werden. (Abg. Wurmitzer: Das ist die Unwahrheit!)
der Redner blickt zu dem auf der Galerie sitzenden Abg. Dr. Kräuter
Immerhin geht es um 14 fehlerhaft verrechnete Baulose in der Steiermark. Das ist in der bisherigen Debatte untergegangen. Es ist auch untergegangen, daß die Steiermärkische Landesregierung zum Rechnungshofbericht in sieben Fällen keine Stellungnahme abzugeben hatte, also mit den 3,6 Prozent fehlerhaften Abrechnungen offensichtlich durchaus leben kann, ebenso wie Herr Kollege Kräuter. Er hat gemeint: Es gab keine Strafanzeigen, daher ist alles in Ordnung. Es gibt eben systemimmanente Fehler, mit denen man zu leben hat. – Ich muß Ihnen sagen: Wir denken nicht daran, damit zu leben, Herr Kollege Kräuter (der Redner blickt zu dem auf der Galerie sitzenden Abg. Dr. Kräuter) – wo immer Sie sein mögen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Immerhin geht es um 14 fehlerhaft verrechnete Baulose in der Steiermark. Das ist in der bisherigen Debatte untergegangen. Es ist auch untergegangen, daß die Steiermärkische Landesregierung zum Rechnungshofbericht in sieben Fällen keine Stellungnahme abzugeben hatte, also mit den 3,6 Prozent fehlerhaften Abrechnungen offensichtlich durchaus leben kann, ebenso wie Herr Kollege Kräuter. Er hat gemeint: Es gab keine Strafanzeigen, daher ist alles in Ordnung. Es gibt eben systemimmanente Fehler, mit denen man zu leben hat. – Ich muß Ihnen sagen: Wir denken nicht daran, damit zu leben, Herr Kollege Kräuter (der Redner blickt zu dem auf der Galerie sitzenden Abg. Dr. Kräuter) – wo immer Sie sein mögen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wurmitzer – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Das habe ich nie gesagt!
Die Ennsnahe Trasse, bei der 26 Jahre, die von den beiden Koalitionsparteien, in erster Linie von der ÖVP, versäumt wurden, versucht man jetzt über diese Tangente zu retten. Herr Kollege Wurmitzer ist sich nicht zu schade, mit seinem alten Komplex von der Kärntner Karawanken Autobahn all diese Fehler in der Steiermark zuzudecken, zu sagen: Damals ist unter der Verantwortung von Kollegen Haider ähnliches passiert. Daher ist alles gut und richtig, was hier in 14 Punkten aufgezählt wird und in die Millionen geht. (Abg. Wurmitzer – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Das habe ich nie gesagt!)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.
Herr Kollege Wurmitzer! Sie haben übersehen, daß die Freiheitlichen hier wiederholt einen Unterausschuß gefordert haben, um die Unregelmäßigkeiten dort aufzudecken. Wer war denn dagegen, Herr Wurmitzer? – Sie waren dagegen und haben die Aufklärung verhindert. Wir haben keine Probleme damit. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Wurmitzer. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Damit kann man einfach nicht leben. Es darf nicht passieren, daß Zahlen vorgegeben werden, Mehrdienstleistungen dann tatsächlich erfolgen und das eigentliche Einsparungsziel verfehlt wird, nämlich durch gut und teuer ausgebildete Junglehrer das zu ersetzen, was die teuren Altlehrer erbringen, die natürlich von ihren politisch eingesetzten Direktoren je nachdem, wie günstlinghaft sie sich benehmen, mit Mehrdienstleistungen beteilt werden. Ich habe jetzt auf meine Anfrage hin die Kopfzahl der Lehrer für 1996 von der Frau Bundesminister mitgeteilt bekommen, und ich mußte feststellen, daß die Erhöhung marginal ist. Die Junglehrer sitzen auf der Straße, und die Altlehrer beziehen weiterhin Mehrdienstleistungen. Nicht einmal eine Anpassung an das Gesetz und eine Rückzahlung von 17 Millionen Schilling, wie sie uns der Rechnungshof vorgerechnet hat, sind bewerkstelligt worden. Rundherum stinkt es! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Gegenteil ist richtig: Die Beamten waren sehr kooperativ und haben nach bestem Wissen und Gewissen Auskunft erteilt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: 6 Minuten!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nunmehr gelangt Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Hofmann zu Wort. – Herr Abgeordneter, 4 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung? (Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: 6 Minuten!) 6 Minuten. – Bitte.
Abg. Dr. Keppelmüller: Das hat mit Rot-Schwarz nichts zu tun!
Es zeigt dies ein gewisses Sittenbild auf. Der, wie ich meine, rote Staska, der mittlerweile in Ungnade gefallen ist, und der schwarze Schabel haben sich einige Dinge gerichtet. (Abg. Dr. Keppelmüller: Das hat mit Rot-Schwarz nichts zu tun!) Sehr geehrter Herr Präsident! Wenn die Auskunftsperson oder, wie ich meine, Nichtauskunftsperson Staska meint, daß er nicht involviert gewesen wäre in den Verkauf, sondern nur für den Gesamtverkauf zuständig gewesen wäre, dann ist das glattweg die Unwahrheit. Ich habe hier einen Zeitungsartikel, wonach er genau das Gegenteil behauptet im Zusammenhang mit den Verhandlungen, die Schabel nach Bekanntgabe seines Interesses an der WTK noch getätigt hat. Das ist somit unrichtig.
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Keppelmüller.
Es gäbe noch sehr viel dazu zu sagen. Tatsache ist: Das Geschäft war nur für Schabel ein gutes, es bedeutete eine Verbesserung seiner pekuniären Situation. Aber bekanntlich stinkt Geld nicht, allerdings die Geschäfte, die da am Rande getätigt wurden. Wie ich meine, wird das letztlich auf die öffentliche Hand zurückfallen. Die 500 000-S-GmbH ist keine Garantie für all die Bergschäden, für all die Verpflichtungen, die seitens der WTK bestehen. Ich kann dazu nur sagen: Glück auf! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Keppelmüller. )
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Abgeordnete Gabriele Binder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Zurück zu einem Teilbereich des Rechnungshofberichtes, zur Schienenfahrzeugbeschaffung der ÖBB. Ein wesentlicher Kritikpunkt des Berichtes war die Beschaffung der ÖBB bis 1993, die zwar im Interesse der heimischen Industrie erfolgte, aber zum Nachteil der ÖBB, so der Rechnungshof, da sie zumeist ohne Ausschreibung im Inland vonstatten ging. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es ist wichtig, mit entsprechenden Angeboten den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen, dadurch auch die Umweltbelastungen, welche durch den Individualverkehr verursacht werden, zu senken und durch den Einsatz von modernen Verkehrsmitteln und mit einem attraktiven Fahrplan dafür zu sorgen, daß man pünktlich und rasch von einem Ort zum anderen kommt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir von den Freiheitlichen, Herr Staatssekretär, empfehlen Ihnen, alles zu unternehmen, daß dieser Verlängerung nicht zugestimmt wird. Wir werden sehr genau beobachten, ob all die Dinge, die auf eine Mitverantwortung des Herrn Dr. Schram bei diesem Desaster hindeuten, auch dementsprechend untersucht werden, bevor die Eigentümervertreter der Republik einer weiteren Verlängerung des Vorstandsvertrages des Herrn Dr. Schram im heurigen Jahr zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wirklich als höchstes politisches Ziel hier in diesem Hohen Haus definiert wird, wundert es mich, daß Sie nicht auch als Beispiel angeführt haben, inwieweit bei Ausschreibungen beziehungsweise bei Angeboten überprüft werden soll, ob Arbeitszeitregelungen überhaupt eingehalten werden können, ob in den Angeboten kollektivvertragliche Entlohnungen überhaupt fixiert werden können. Ich ersuche Sie daher – ich glaube, daß auch das eine Aufgabe des Rechnungshofes ist –, zu schauen, inwieweit Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerrechte auch bei Anbotslegungen tatsächlich garantiert werden können. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher abschließend einige Fragen an Sie, Herr Rechnungshofpräsident: Wußten Sie davon? Wie beurteilen Sie eine eventuelle Amtshaftungs- und Schadenersatzklage? Welchen Personenkreis würde eine solche betreffen? Oder meinen Sie, daß dann wiederum der Steuerzahler zum Handkuß kommen würde? – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bitte die zuständigen Minister beziehungsweise Staatssekretäre, sich den Fall noch einmal anzuschauen, noch dazu, wo ich höre – auch von Staska bestätigt –, daß dieser Private für seine "Schnackerl"-Kohleförderung nach wie vor Bergbauförderung bekommt. Er hat um 20 Millionen Schilling gekauft – 11 Millionen aus seinen hochgerechneten Pensionsansprüchen aus der Zusatzpension –, dann hat er Kredite aufgenommen, und jetzt bekommt er offenbar Bergbauförderung. Vorher – Kollege Hofmann hat das bereits erwähnt – hat er noch kräftig eingekauft: Lastwägen, Geräte et cetera, alles mögliche. Ich halte das für einen Skandal, der durch eine nachträgliche Prüfung leider nur mehr zum Teil aufgedeckt beziehungsweise bestätigt werden könnte, und ich erwarte, daß die Verantwortlichen der ÖIAG, aber auch die verantwortlichen Politiker, die Verantwortlichen in der Regierung, sich diesen skandalösen Verkauf der Wolfsegg-Traunthaler noch einmal ganz genau anschauen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Ganz generell darf ich, was die Behandlung des Tätigkeitsberichtes des Jahres 1996 hier im Plenum anlangt, sagen, daß ich mit großem Wohlgefallen vernommen habe, daß von allen Fraktionen dem Rechnungshof und vor allem seinen Bediensteten Dank dafür ausgesprochen wurde, daß dieser Bericht in dieser Form zustande gekommen ist und daß dieser Bericht auch in dieser Form abgehandelt wurde. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Verdienste, die im Zusammenhang mit dem Tätigkeitsbericht des Jahres 1996 zu verzeichnen sind, gebühren – ich habe es bereits erwähnt – den Beamten des Rechnungshofes. Es freut mich daher, daß in der Diskussion auch klar zum Ausdruck gebracht wurde, daß man den Beamten des Rechnungshofes nicht nur für ihre Tätigkeit dankt, sondern daß man darüber hinaus ihre Tätigkeit in der Weise respektiert, daß es gilt, ihr Berufsbeamtentum zu erhalten. Ich meine, man sollte noch etwas daran knüpfen: Man sollte daran auch den Wunsch der Bediensteten des Rechnungshofes knüpfen, ein neues, eigenständiges, modernes und leistungsgerechtes Dienst- und Besoldungsrecht zu erhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn die vielen Bekenntnisse, die heute zum Rechnungshof abgelegt wurden, nicht nur Lippenbekenntnisse sein sollen, dann gilt es auch, diese Bekenntnisse den Bediensteten des Rechnungshofes in klarer, eindeutiger Form, in Gesetzesform zu demonstrieren, um damit die Wertschätzung, die man gegenüber den Bediensteten des Rechnungshofes hegt, zum Ausdruck zu bringen. Ich meine, die vielen eingesparten Millionen, die sich allein aus diesem Tätigkeitsbericht des Jahres 1996 ergeben, sollten die Forderungen der Bediensteten des Rechnungshofes rechtfertigen können. (Beifall bei den Grünen.) Damit könnte man auch unter Beweis stellen, daß jeder Schilling, der den Bediensteten des Rechnungshofes zugute kommt, ein gut angelegter Schilling ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn die vielen Bekenntnisse, die heute zum Rechnungshof abgelegt wurden, nicht nur Lippenbekenntnisse sein sollen, dann gilt es auch, diese Bekenntnisse den Bediensteten des Rechnungshofes in klarer, eindeutiger Form, in Gesetzesform zu demonstrieren, um damit die Wertschätzung, die man gegenüber den Bediensteten des Rechnungshofes hegt, zum Ausdruck zu bringen. Ich meine, die vielen eingesparten Millionen, die sich allein aus diesem Tätigkeitsbericht des Jahres 1996 ergeben, sollten die Forderungen der Bediensteten des Rechnungshofes rechtfertigen können. (Beifall bei den Grünen.) Damit könnte man auch unter Beweis stellen, daß jeder Schilling, der den Bediensteten des Rechnungshofes zugute kommt, ein gut angelegter Schilling ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Und wenn ich dann höre, es seien im Wahlkampf 1992 lediglich die direkten Personalkosten von der ÖVP getragen worden – jetzt sollen sie von der Industriellenvereinigung getragen werden –, dann muß ich schon fragen: Was ist mit den Sozialabgaben? Was ist mit den Lohnnebenkosten? Was ist mit einer Verzinsung? Was ist mit den Wohnungskosten? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist ein "schönes" Geschäft für die Republik Österreich, wo der eine, nämlich die ÖVP und der schwarz-blaue Kandidat Klestil, alle Vorteile aus diesem Geschäft schöpft und alle Nachteile zu Lasten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ausgehen. Das sind keine vollen Kosten, meine Damen und Herren! Und warum soll die öffentliche Hand, warum sollen die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler für einen von mehreren Kandidatinnen und Kandidaten einen Teil der Wahlkampfkosten zahlen? Nach welcher gesetzlichen Anordnung ist denn das gedeckt, meine Damen und Herren? Das ist rechtswidrig! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schwimmer: Wer zahlt die Polizei in Sachen Dr. Wabl?
Unserer bescheidenen Schätzung nach handelt es sich zumindest – Daten werden uns ja nicht offengelegt – um eine Viertelmillion Schilling (Abg. Dr. Schwimmer: Wer zahlt die Polizei in Sachen Dr. Wabl?) , und ich meine, Sie hätten großen Handlungsbedarf, dieses Geld zurückzuzahlen, und zwar schleunigst!
Abg. Dr. Maitz: Die Märchenstunde geht zu Ende!
Meine Damen und Herren! Wenn Sie hier und heute nicht die Bereitschaft haben, diese Angelegenheit lückenlos aufzuklären und die Schäden, die Sie den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern zugefügt haben, wiedergutzumachen, dann soll der Herr Kandidat Dr. Klestil nie wieder irgendein Wort von Kontrolle der Macht in den Mund nehmen (Abg. Dr. Maitz: Die Märchenstunde geht zu Ende!), dann soll er auch nicht medial erklären, daß er niemandem etwas schuldig ist. Er ist etwas schuldig: Er ist Aufklärung und er ist Geld schuldig! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Wenn Sie hier und heute nicht die Bereitschaft haben, diese Angelegenheit lückenlos aufzuklären und die Schäden, die Sie den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern zugefügt haben, wiedergutzumachen, dann soll der Herr Kandidat Dr. Klestil nie wieder irgendein Wort von Kontrolle der Macht in den Mund nehmen (Abg. Dr. Maitz: Die Märchenstunde geht zu Ende!), dann soll er auch nicht medial erklären, daß er niemandem etwas schuldig ist. Er ist etwas schuldig: Er ist Aufklärung und er ist Geld schuldig! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Durch eine Änderung des Forschungsförderungsgesetzes könnte der FWF in die Lage versetzt werden, teilrechtsfähige Universitätseinrichtungen zu fördern und somit auch eine ordnungsgemäße Zuordnung der Projekte und eine klare Zuteilung der damit erwirtschafteten Drittmittel ermöglichen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Auf welcher Seite steht das? Auf welcher Seite steht das im Rechnungshofbericht? – Abg. Wabl: Die FPÖ schweigt hier auch verdächtig!
Es wurden ganz plausible Argumente in den Raum gestellt, es wurde eine Zahl an nicht geleisteten Refundierungen betreffend die Dienstwohnung des Herrn Dr. Waldner genannt, aber außer durch ein paar beleidigte Zwischenrufe ist man auf die Sache überhaupt nicht eingegangen. Ich meine, das ist dringend untersuchungsbedürftig, denn das öffentliche Dienstrecht ist hier ziemlich stringent. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Auf welcher Seite steht das? Auf welcher Seite steht das im Rechnungshofbericht? – Abg. Wabl: Die FPÖ schweigt hier auch verdächtig!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Das muß man in diesem Fall tatsächlich mit wirtschaftlichen Maßstäben messen, nicht mit irgendwelchen Formalismen alleine, denn daß es sich hier um keinen öffentlichen Bereich handelt, für den Herr Dr. Waldner abgestellt worden ist, das ist mehr als eindeutig. Ich meine, ich räume schon ein, daß der Bundespräsidentschaftskandidat Klestil derzeit außerdem auch amtierender Bundespräsident ist, aber Dr. Waldner ist ja nicht zur Unterstützung des amtierenden Bundespräsidenten in die Heimat gerufen worden, sondern zur Verstärkung der Wahlkampftruppe des Kandidaten Dr. Klestil, der hofft, wieder Bundespräsident zu werden. Und das ist etwas ganz anderes, das ist keine öffentliche Aufgabe. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Daher stelle ich mir in meiner vielleicht naiven, heilen Welt der Bundespräsidentschaftskandidaten folgendes vor: Herr Dr. Klestil wird sich dieser Frage jenseits der formalen Rechtsordnung sicher stellen, denn es wird mit seinem Amtsverständnis wohl nicht in Einklang zu bringen sein, daß er sich von Beamten seines früheren Hauses unterstützen läßt – er war dort immerhin Generalsekretär, und das ist nicht irgend etwas, wie Sie hoffentlich wissen –, und das noch dazu teilweise zu Lasten der Republik Österreich. Also ich kann mir nicht vorstellen, daß das ein Kandidat Klestil auf sich sitzenlassen wird. Er wird sich öffentlich äußern. Sollte er sich dazu öffentlich nicht äußern und das nicht ins rechte Lot rücken, dann wird sein Schweigen eine ganz deutliche Antwort sein. In diesem Fall stimmt er nämlich dann der Kritik zu. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Ich meine, es ist die Sache dieses Hauses, in bestimmten Fragen dort für Öffentlichkeit zu sorgen, wo die sonstigen Akteure das Problem lieber unter der Decke halten. Ich meine, der Herr Bundespräsident und Kandidat Dr. Klestil wird gut beraten sein, in diesem Fall ausnahmsweise von der von ihm sonst gerne gepflogenen Praxis, Probleme unter der Decke zu halten, Abstand zu nehmen, denn diesmal geht es um sein Wahlkampfteam, unmittelbar um den Wahlkampf. Da sind es dann nicht "nur" ein paar ermordete Kurden, zu denen er auch schweigt. Ich meine, in dem Fall wird er vielleicht bekennen, vielleicht ist er beim Geld sensibler. In der Pensionsfrage hat er uns das ja vorgeführt, da war er auch sehr sensibel. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Ironische Heiterkeit beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Abgeordneter Kurt Wallner (SPÖ): Frau Bundesminister! Meine Herren Präsidenten! Meine Damen und Herren! Ich möchte in Hinblick auf den vorliegenden Rechnungshofbericht auf die Themen zurückkommen, die tatsächlich in den Ausschußsitzungen behandelt worden sind, namentlich auf den Bereich Bergbau. Ich möchte aber zunächst zu meinen Vorrednern von der Opposition sagen: Die Themenauswahl trifft in erster Linie die Opposition. Es ist also etwas verwunderlich, wenn Sie jetzt diesen Bereich hier in der Plenardebatte ansprechen. Im übrigen möchte ich als Vertreter der Sozialdemokratie sagen, daß sich unsere Partei in diesen laufenden Präsidentschaftswahlkampf nicht einmischt, da wir keinen Kandidaten aufgestellt haben und auch keinen unterstützen wollen. (Ironische Heiterkeit beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Es dürfte sich hier um ein Match Klestil – Schmidt – Knoll handeln, das uns nicht näher interessiert.
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte abschließend den Verantwortlichen der Bergbauholding dafür danken, daß diese in einer eindeutigen Stellungnahme festgehalten haben, daß es auch nach dem Jahre 2000, also nach dem Auslaufen des bisherigen Liefervertrages mit der StahlAG, weiterhin möglich sein wird, in Eisenerz Erzabbau zu betreiben. Glück auf! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Was ist mit der Kontrolle des Rechnungshofes? – Abg. Dr. Petrovic: Was ist mit der Kontrolle?
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist weiters Herr Abgeordneter Mag. Firlinger. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Wabl: Was ist mit der Kontrolle des Rechnungshofes? – Abg. Dr. Petrovic: Was ist mit der Kontrolle?)
Abg. Dr. Petrovic: Wie war denn das bei der Nationalbank? – Abg. Wabl: Da braucht man keine Kontrolle, wenn es um die "Blauen" geht!
Abgeordneter Mag. Reinhard Firlinger (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Hohes Haus! Im Gegensatz zu den Rednern der liberalen und der grünen Fraktion möchte ich mich mit dem Tätigkeitsbericht des Rechnungshofes für das Jahr 1996 auseinandersetzen – und von diesem "Ausflug" zum Bundespräsidentenwahlkampf wieder in die nüchterne Realität zurückkehren. (Abg. Dr. Petrovic: Wie war denn das bei der Nationalbank? – Abg. Wabl: Da braucht man keine Kontrolle, wenn es um die "Blauen" geht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte von dieser Stelle aus an alle Verantwortlichen im Bund und in der Gemeinde Wien appellieren, das Management dazu zu zwingen und aufzufordern, zumindest nachträglich die Empfehlungen des Rechnungshofes ernst zu nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich kurz zusammenfassen: Was seitens des Rechnungshofes in bezug auf die WIBEBA festgestellt wurde, ist Ausdruck eines negativen Sittenbildes, eines Sittenbildes von hemmungsloser Bereicherung und unzulässiger Einflußnahme, von Packelei und Dominanz des Staates über die Privatwirtschaft. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Warum sagen Sie nichts zum Präsidenten und zur Nationalbank?
Hemmungslos wurde in die Kassa gegriffen. Das ist ein Beweis für die Verfilzung, die in diesem Staat herrscht, meine Damen und Herren, denn im Grunde genommen bestätigt dieser Prüfungsbericht unsere mehrmals geäußerte Forderung, daß es einen Untersuchungsausschuß zur Überprüfung staatsnaher Banken geben muß. (Abg. Wabl: Warum sagen Sie nichts zum Präsidenten und zur Nationalbank?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir haben die Affäre Praschak nicht vergessen. Im vorliegenden Fall handelt es sich um ein Tochterunternehmen der Bank Austria, und daher wäre es sehr wohl angezeigt, die Sachlage gründlich zu prüfen, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher ist es aus unserer Sicht verständlich, wenn wir Freiheitlichen dem Rechnungshofbericht nicht zustimmen – aber nicht deshalb, weil wir glauben, daß der Rechnungshof schlecht gearbeitet hätte, sondern weil wir einfach die Zustände, die der Rechnungshof aufdeckt, nicht zur Kenntnis nehmen können und wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Darum wundert es mich ganz besonders, daß Sie so schweigsam sind, Kolleginnen und Kollegen von den Freiheitlichen, wenn es um Verfilzung, Hemmungslosigkeit und um das Aufdecken von Mißständen geht, um Schaden für die SteuerzahlerInnen im Zusammenhang mit der Kandidatur des blau-schwarzen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten, Dr. Klestil. (Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit.
Meine Damen und Herren! Nicht daß Sie glauben, daß mich Kollege Firlinger wirklich reizen kann. (Heiterkeit.) Wer mich aber tatsächlich reizt, das sind die Kollegen von der Sozialdemokratie. Der von mir geschätzte Kollege Wallner geht zum Rednerpult und sagt dort: Nein, der Wahlkampf interessiert die SPÖ nicht; wir mischen uns nicht in den Wahlkampf ein. – Lieber Kollege Wallner, du bist Mitglied des Rechnungshofausschusses, im Gegensatz zu mir. Interessiert dich nicht, wo den österreichischen Bürgerinnen und Bürgern Geld entgeht? Interessiert dich nicht, warum nicht lautstark eingefordert wird, daß Mißstände aufgedeckt werden, sodaß man zumindest Stellung nehmen und sagen kann: Nein, das Geld gehört den Bürgern und Bürgerinnen, und das wollen wir zumindest zurückgeben. Da ist doch nichts dabei! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Nicht daß Sie glauben, daß mich Kollege Firlinger wirklich reizen kann. (Heiterkeit.) Wer mich aber tatsächlich reizt, das sind die Kollegen von der Sozialdemokratie. Der von mir geschätzte Kollege Wallner geht zum Rednerpult und sagt dort: Nein, der Wahlkampf interessiert die SPÖ nicht; wir mischen uns nicht in den Wahlkampf ein. – Lieber Kollege Wallner, du bist Mitglied des Rechnungshofausschusses, im Gegensatz zu mir. Interessiert dich nicht, wo den österreichischen Bürgerinnen und Bürgern Geld entgeht? Interessiert dich nicht, warum nicht lautstark eingefordert wird, daß Mißstände aufgedeckt werden, sodaß man zumindest Stellung nehmen und sagen kann: Nein, das Geld gehört den Bürgern und Bürgerinnen, und das wollen wir zumindest zurückgeben. Da ist doch nichts dabei! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Unerläßlich scheint mir zu sein – speziell weil durch den Denkmalschutz eine Einschränkung der Eigentumsrechte stattfindet, und ein jeder, der ein altes Haus besitzt, weiß, was ihm da aufgebürdet wird und was er sich auch selber aufbürdet –, daß eine steuerliche Neubewertung diskutiert wird, und zwar ernsthaft. Auch das wäre eine Aufgabe für den Kulturausschuß. Man sollte sich wirklich einmal mit den Damen und Herren vom Finanzministerium zusammensetzen, um dieses Thema abzuhandeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Heindl.
Es wurde öfters erwähnt, daß andere Staaten damit zögern, unter anderem auch Luxemburg. Luxemburg hat die Richtlinien allerdings bereits genehmigt. Italien wird sie demnächst genehmigen, und Deutschland – ich habe hier die Klage der EU vorliegen – wird sie ebenfalls ändern. Die Standpunkte, die Deutschland dabei vertritt – unter anderem durch den Wahlkampf bedingt –, werden dort wahrscheinlich keinen "kratzen". Deswegen bitte ich Sie um Ihr Einverständnis zu diesem Gesetz. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Heindl. )
Abg. Dr. Khol: Wo ist die Vorsitzende des Kulturausschusses?
Abgeordnete Klara Motter (Liberales Forum): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Anlaß für die heutige Debatte rund um die Bundesmuseen ist der Kulturbericht 1996, der am 18. Februar, wie bereits von meinen Vorrednern erwähnt wurde, im Kulturausschuß behandelt wurde. Diese Ausschußsitzung bot auch den Rahmen für ein großangelegtes Expertenhearing mit dem Thema "Zur Lage der Bundesmuseen". (Abg. Dr. Khol: Wo ist die Vorsitzende des Kulturausschusses?) Herr Klubobmann Khol! Ich war auch bei dieser Ausschußsitzung anwesend. Es steht uns, wie ich meine, frei, zu entscheiden, wer hier ans Rednerpult tritt. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Wo ist die Vorsitzende?)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Wo ist die Vorsitzende?
Abgeordnete Klara Motter (Liberales Forum): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Anlaß für die heutige Debatte rund um die Bundesmuseen ist der Kulturbericht 1996, der am 18. Februar, wie bereits von meinen Vorrednern erwähnt wurde, im Kulturausschuß behandelt wurde. Diese Ausschußsitzung bot auch den Rahmen für ein großangelegtes Expertenhearing mit dem Thema "Zur Lage der Bundesmuseen". (Abg. Dr. Khol: Wo ist die Vorsitzende des Kulturausschusses?) Herr Klubobmann Khol! Ich war auch bei dieser Ausschußsitzung anwesend. Es steht uns, wie ich meine, frei, zu entscheiden, wer hier ans Rednerpult tritt. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Wo ist die Vorsitzende?)
Abg. Dr. Leiner: Ich schon!
Herr Kollege Morak! Sie haben davon gesprochen, daß alle einverstanden waren. Dem muß ich entgegenhalten, ich habe diesen Eindruck nicht gewonnen. (Abg. Dr. Leiner: Ich schon!) Zumindest in der zweiten Wortmeldung der Direktoren hat ja nur noch einer für alle gesprochen. Ich saß ja auch dabei und habe auch ein gewisses Murren von einigen gehört, die nicht mit allem einverstanden waren. Bitte, nehmen Sie das zur Kenntnis! (Abg. Dr. Brinek: Was waren die offenen Fragen?) Es gab sehr viele Detailfragen, ich werde sie Ihnen jetzt nennen.
Abg. Dr. Brinek: Was waren die offenen Fragen?
Herr Kollege Morak! Sie haben davon gesprochen, daß alle einverstanden waren. Dem muß ich entgegenhalten, ich habe diesen Eindruck nicht gewonnen. (Abg. Dr. Leiner: Ich schon!) Zumindest in der zweiten Wortmeldung der Direktoren hat ja nur noch einer für alle gesprochen. Ich saß ja auch dabei und habe auch ein gewisses Murren von einigen gehört, die nicht mit allem einverstanden waren. Bitte, nehmen Sie das zur Kenntnis! (Abg. Dr. Brinek: Was waren die offenen Fragen?) Es gab sehr viele Detailfragen, ich werde sie Ihnen jetzt nennen.
Abg. Dr. Leiner: Spricht für sie!
Auch die Frau Ministerin hat nach mehrmaligem Nachfragen der Ausschußvorsitzenden betont, daß die Anregungen aus dem Kulturausschuß auf alle Fälle in den zweiten Entwurf einfließen werden müssen. (Abg. Dr. Leiner: Spricht für sie!) Also ganz klar war es nicht, wenn sogar die Frau Ministerin sagt, daß sie sich darüber Gedanken macht. Ich habe immer noch die berechtigte Hoffnung, Frau Ministerin, daß Sie das auch tun werden. (Abg. Dr. Puttinger: Ist positiv!) Warum sind Sie so nervös? – Ich weiß schon, warum. Ich werde es Ihnen auch noch sagen.
Abg. Dr. Puttinger: Ist positiv!
Auch die Frau Ministerin hat nach mehrmaligem Nachfragen der Ausschußvorsitzenden betont, daß die Anregungen aus dem Kulturausschuß auf alle Fälle in den zweiten Entwurf einfließen werden müssen. (Abg. Dr. Leiner: Spricht für sie!) Also ganz klar war es nicht, wenn sogar die Frau Ministerin sagt, daß sie sich darüber Gedanken macht. Ich habe immer noch die berechtigte Hoffnung, Frau Ministerin, daß Sie das auch tun werden. (Abg. Dr. Puttinger: Ist positiv!) Warum sind Sie so nervös? – Ich weiß schon, warum. Ich werde es Ihnen auch noch sagen.
Abg. Dr. Puttinger: Ist das der österreichische Weg?
Weiters: Um die ministerielle Verantwortung zu garantieren, hat der holländische Staat einige Befugnisse in den Satzungen der Stiftung festgelegt. Erstens bedürfen Satzungsänderungen, insbesondere solche über Zielsetzung und Verwaltungsstruktur, der Genehmigung des Ministers. Zweitens werden die Mitglieder des Aufsichtsrats vom Minister eingesetzt und abberufen. Drittens muß der Minister bei der Ernennung und Abberufung des Direktors gehört werden. Viertens bedarf die Auflösung der Stiftung der Genehmigung des Ministers. – Das sind meines Erachtens genug Möglichkeiten, um sich als erstes politisches Organ einzubringen. (Abg. Dr. Puttinger: Ist das der österreichische Weg?)
Abg. Dr. Puttinger: Was wollen die Liberalen?
Ein weiteres äußerst wichtiges Ergebnis ist anläßlich der Debatte die Position der ÖVP, des Regierungspartners der SPÖ. Während Sie, Frau Bundesministerin, nur die Erlangung der Vollrechtsfähigkeit erreichen wollen, besteht die SPÖ auf einer tatsächlichen Ausgliederung wie bei den Bundestheatern, also einer der GesmbH angeglicheneren Form. Dies ist offensichtlich der Grund dafür, warum die ÖVP die Ausgliederung der Bundestheater in der beabsichtigten Form zu blockieren versucht. Denn schlagende inhaltliche Argumente konnten Sie bisher nicht beisteuern. Sie wissen es nicht genau, ich weiß, worum es Ihnen geht – um Machterhaltung. (Abg. Dr. Puttinger: Was wollen die Liberalen?)
Abg. Zweytick: Wer ist Vorsitzender des Kulturausschusses?
Da der Bundestheaterbericht 1996/97 zur Behandlung ansteht (Abg. Zweytick: Wer ist Vorsitzender des Kulturausschusses?), ist eine ideale Plattform zur Diskussion gegeben. (Abg. Mag. Stadler: Wer ist denn die Obfrau des Kulturausschusses? Ist es nicht Schmidt? Dann kann sie ihn jederzeit einberufen! Sagen Sie es der Schmidt!) Aber es müssen alle anderen Parteien damit einverstanden sein. Das erscheint uns als der einzig sinnvolle Weg, diese verfahrene Situation wieder zu verlassen und den gemeinsam eingeschlagenen konstruktiven Weg weiterzugehen – nicht um irgendeiner Partei Wahlkampfmunition für die nächsten Nationalratswahlen zu liefern, sondern um die geeignete rechtliche Basis für den Weiterbestand unserer wichtigsten kulturellen Institutionen für die nächsten Jahrzehnte zu schaffen.
Abg. Mag. Stadler: Wer ist denn die Obfrau des Kulturausschusses? Ist es nicht Schmidt? Dann kann sie ihn jederzeit einberufen! Sagen Sie es der Schmidt!
Da der Bundestheaterbericht 1996/97 zur Behandlung ansteht (Abg. Zweytick: Wer ist Vorsitzender des Kulturausschusses?), ist eine ideale Plattform zur Diskussion gegeben. (Abg. Mag. Stadler: Wer ist denn die Obfrau des Kulturausschusses? Ist es nicht Schmidt? Dann kann sie ihn jederzeit einberufen! Sagen Sie es der Schmidt!) Aber es müssen alle anderen Parteien damit einverstanden sein. Das erscheint uns als der einzig sinnvolle Weg, diese verfahrene Situation wieder zu verlassen und den gemeinsam eingeschlagenen konstruktiven Weg weiterzugehen – nicht um irgendeiner Partei Wahlkampfmunition für die nächsten Nationalratswahlen zu liefern, sondern um die geeignete rechtliche Basis für den Weiterbestand unserer wichtigsten kulturellen Institutionen für die nächsten Jahrzehnte zu schaffen.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Wenn wir Ihre Unterstützung haben, kann nichts mehr passieren!
Herr Kollege Klubobmann Stadler! Gerade Ihre Mitarbeiterin kam vorhin mit der Bitte zu mir – Sie stellen doch den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses –, etwas zu unterstützen, damit es auf die Tagesordnung kommt. Sie wissen daher genau, was ein Vorsitzender bei einer großen Regierungskoalition zu sagen hat. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Wenn wir Ihre Unterstützung haben, kann nichts mehr passieren!)
Abg. Mag. Stadler: Ihr schießt euch permanent ins Knie, wenn Schmidt nicht da ist!
Zum Kulturbericht 1996 ist zu sagen, daß dieser zwar eine Übersicht über die Besucher- und Budgetentwicklung der einzelnen Museen beziehungsweise der Nationalbibliothek bietet, daß allerdings nach wie vor keine museumspolitische Zielvorgabe vorhanden ist. (Abg. Mag. Stadler: Ihr schießt euch permanent ins Knie, wenn Schmidt nicht da ist!) Die zentrale Frage, was ein Museum der Zukunft eigentlich darstellen soll, also die Frage nach der zukünftigen Identität der einzelnen Museen, bleiben Sie, sehr geehrte Frau Ministerin, auch in diesem Jahr schuldig.
Beifall beim Liberalen Forum.
Gerade als verantwortliche Ministerin muß man sich aber die Frage stellen: Wohin sollen sich unsere Bundesmuseen entwickeln? Sollen sie Tourismusattraktionen werden? Sollen sie Depots oder klassisch definierte Bildungsinstitutionen sein? – Diesen Fragen muß man sich stellen, und zwar für jedes einzelne Museum, denn ohne klar definierte Zielvorgaben kann es auch zu keiner sinnvollen Museumspolitik kommen. Sich nur auf das Budget, das zweifelsohne die Grundvoraussetzung darstellt, zu konzentrieren, ist nach Ansicht von uns Liberalen eindeutig zuwenig. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Kollege Morak ist leider nicht anwesend, aber ich nehme an, es wird ihm ausgerichtet. Ich halte ihn als Kultursprecher der ÖVP für einen guten Kultursprecher, aber wenn er diesen Kurs weiter mitträgt, dann meine ich, ist es ein falscher Weg. Er erweist diesem Land sicher keinen guten Dienst und führt unsere wichtigsten kulturellen Institutionen nicht zielführend ins nächste Jahrtausend. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich verstehe es auch nicht, daß der Sportsprecher der FPÖ, Kollege Grollitsch, meint, nur der Sport sollte die Lottomittel bekommen, Kunst und Kultur sollten jedoch aus diesem Bereich nichts erhalten. Das ist mir schleierhaft. In Großbritannien ist das ein ganz wesentlicher Aspekt im Kunst- und Kulturbereich. Wer den Umfang dieser Mittel kennt, sollte eigentlich, wenn er sich schon zum Bereich Kunst und Kultur zu Wort meldet, einen anderen Standpunkt vertreten. Ansonsten sollte er sich bei der Sportdebatte melden, dort kann er dann für eine Erhöhung des Sportbudgets – mit welchen Mitteln auch immer – eintreten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Naturhistorischen Museum selbst: Wenn es so geplant ist, wie es hier steht, nämlich als kulturhistorisches Phänomen und Gesamtkunstwerk, dann ist es in der Tat richtig, wenn man es so beläßt, wie es ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Ziele sind folgende: mehr Selbständigkeit, ein neues Denken, mehr Verantwortung, heraus aus der Kameralistik, über mehrere Jahre hinweg budgetieren zu können, über mehrere Jahre hinweg arbeiten zu können. Es geht auch darum, privatwirtschaftliche Erlöse haben zu können, es geht darum, eigenständiger über mehrere Jahre hinweg Planungen zu machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dazu stelle ich auch folgendes fest: Wenn uns immer Holland als Beispiel vor Augen gehalten wird, so wissen doch alle, die die Verhältnisse dort kennen, daß der Staat bedeutend weniger Mittel für die Museen aufwendet als Österreich und daß man dann, wenn man viele Steuergelder zu verwalten hat, seine Verantwortung nicht einfach abgeben kann. Die Verantwortung für 1,7 Milliarden Schilling an Steuergeldern für unsere Museen, für das Bundesdenkmalamt kann ich nicht einfach an irgend jemand anderen delegieren. Ich will auch weiterhin diese Verantwortung wahrnehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn sich bei einer sachlichen Diskussion herausstellt, daß das Modell der Anstalten ein geeignetes Modell ist, mit geringem bürokratischen Aufwand, mit Einsparungen im Verwaltungsbereich, ohne neue zusätzliche Verwaltungen, dann müssen wir alle gemeinsam alles daran setzen, dieses Anstaltenmodell umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich meine, daß die Präsentation des Kulturberichtes immer eine gute Gelegenheit ist, aufzuzeigen, was im Kulturbereich alles getan wird und daß sehr wohl etwas weitergeht. – Ich danke allen, die sich intensiv mit diesem Bericht beschäftigen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man spricht von Gründerwellen; man spricht von Technologieoffensiven, man spricht von einer Entlastung des Faktors Arbeit, und die gestrige Budgetrede des Finanzministers war wieder eine Auflistung angeblich erledigter Probleme: Die Gewerbeordnung wurde liberalisiert, eine Verwaltungsreform wurde eingeleitet, der Telekom-Bereich wurde dereguliert, die Strommarktöffnung wird 1999 Realität, die Pensionssysteme wurden geändert, eine Technologie- und Exportoffensive wurde begonnen, Unternehmen im Staatsbereich wurden und werden privatisiert. – Das ist wie ein Loblied auf die Tätigkeit dieser Bundesregierung. Es mag schon sein, daß man all diese Aussagen in Brüssel glaubt; nur hier in Österreich glaubt sie niemand mehr! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich habe das Gefühl, daß in den letzten Wochen und Monaten sehr gerne ausweichende Randthemen in den Mittelpunkt der politischen Diskussion gestellt werden. Da geht es um die Kirche, da geht es um die Frage, ob Ehebruch ein Scheidungsgrund ist oder nicht, da geht es um Waffenbesitz – ja oder nein, aber um die zentralen Themen der Beschäftigungspolitik in unserem Lande wird herumlaviert in einem Ausmaß, wie es unerträglicher nicht sein kann! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Das ist doch ein Unsinn, was Sie da verbreiten! Schauen Sie sich die Zahlen an!
Aber alles, was die verstaatlichten Betriebe wie OMV und VOEST in den vergangenen Jahren betrieben haben, ist den Bach hinuntergelaufen. Überall, wo internationales Geld gesetzt wurde, war es weg. Wir sind nicht in der Lage, international zu wirtschaften und auch nicht, im heimischen Bereich entsprechende Leistungen zu erbringen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Das ist doch ein Unsinn, was Sie da verbreiten! Schauen Sie sich die Zahlen an!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Trotz massivster steuerlicher Belastungen der Österreicher in den letzten Jahren – die Steigerung von 1995 bis jetzt beträgt 30 Prozent mehr Steueraufkommen der heimischen Bürger – weist das Budget 1999 wiederum eine Nettoneuverschuldung von über 70 Milliarden Schilling aus. Das ist kein Wirtschaften, das ist Abwirtschaften, was hier getan wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kukacka: Wir gehören zu den besten Staaten Europas!
Diese Regierung wird medial geschont, aber sie wird von der Bevölkerung nicht mehr geschont; jetzt wird ihr der scharfe Wind der Arbeitslosigkeit ins Gesicht geblasen. (Abg. Mag. Kukacka: Wir gehören zu den besten Staaten Europas!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Mir gefällt es, daß Herr Wirtschaftsminister Farnleitner heute hergeht und in einer Presseaussendung sagt: Es ist eigentlich für den nationalen Beschäftigungskatalog alles geklärt, Ausnahmen gibt es nur bei den Lehrlingen, da sind wir uns noch nicht ganz einig. – Und mit keiner Silbe wird erwähnt, daß dieses von Ihnen erstellte nationale Beschäftigungsprogramm Kosten in der Höhe von etwa 7 Milliarden Schilling verursacht, aber nicht ein Groschen dafür im Budget 1999 vorgesehen ist. Daher sind Sie Heuchler! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kukacka: Sie müssen aufpassen, der Finanzminister hat das gestern erläutert!
Sie möchten in der Öffentlichkeit immer wieder glänzen, aber Sie sind unlauter in Ihrem Vorgehen. (Abg. Mag. Kukacka: Sie müssen aufpassen, der Finanzminister hat das gestern erläutert!) Sie malen Geschichten. Sie erwecken Hoffnungen in den Menschen dieser Republik und enttäuschen sie zunehmend, weil all Ihre Prognosen bis zur heutigen Wahl nicht aufgegangen sind. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie möchten in der Öffentlichkeit immer wieder glänzen, aber Sie sind unlauter in Ihrem Vorgehen. (Abg. Mag. Kukacka: Sie müssen aufpassen, der Finanzminister hat das gestern erläutert!) Sie malen Geschichten. Sie erwecken Hoffnungen in den Menschen dieser Republik und enttäuschen sie zunehmend, weil all Ihre Prognosen bis zur heutigen Wahl nicht aufgegangen sind. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich weiß, daß die internationalen Tagungen des Gewerkschaftsbundes und der Regierungsmitglieder schon "enorm viele" Arbeitsplätze in dieser Republik geschaffen haben. Zeigen Sie mir einen einzigen Arbeitsplatz, der durch diese internationalen Tagungen geschaffen wurde! Einen einzigen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daß Sie sich nicht schämen in einer Zeit, in der in dieser Republik die Einkommen von 40 Prozent der Arbeiterinnen unter 6 200 S im Monat liegen! Das ist die Sozialpolitik der Sozialdemokraten, die jetzt schon viele Jahre anhält! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwemlein.
Ich werde Ihnen jetzt ein Beispiel sagen: Da interveniert der Landeshauptmann von Oberösterreich, da interveniert der Landeshauptmann von Salzburg, und da interveniert die Landeshauptfrau der Steiermark um einen einzigen Vorstandsposten bei der ÖSAG in dieser Republik. Da laufen die Telefone heiß, damit dieser eine Posten wieder schwarz besetzt werden kann. Ich würde mir wünschen, daß diese Landeshauptleute die Telefone einmal heißlaufen lassen würden für Posten für Arbeiter und Angestellte in dieser Republik! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwemlein. )
Abg. Mag. Steindl: Was hat das mit der Beschäftigungspolitik zu tun?
Jetzt werde ich Ihnen eines der "tiefsten" Beispiele provinziellen Postenschachers nennen: Da gibt es einen Bürgermeister Kraxner in der Bezirkshauptstadt Wolfsberg, der zurücktritt. Und siehe da, mit dem Rücktritt wird dieser Bürgermeister Kraxner wiederum in den Dienst der Gebietskrankenkasse als Kontrollarzt übernommen. Aber er ist im Krankenstand. Dieser besagte Bürgermeister ist vom 15. Dezember 1997 bis 18. März 1998 im Krankenstand. Warum bis 18. März? – Weil er als Aufsichtsratsvorsitzender der Landeskrankenanstalten Kärnten am 20. März die Nachbesetzung des Krankenhausmanagers zu veranlassen hatte. Und damit die Mehrheitsverhältnisse in diesem Aufsichtsrat stimmen, wird er rückwirkend wieder gesundgeschrieben, denn in Wirklichkeit war er am Tag der Aufsichtsratssitzung noch im Krankenstand. (Abg. Mag. Steindl: Was hat das mit der Beschäftigungspolitik zu tun?) Als das eine heimische Zeitung entdeckt hat, war die Hölle los, und dann wurde er rückwirkend gesundgeschrieben. – Da wird alles in Bewegung gesetzt!
Abg. Schaffenrath: Was hat das mit der Beschäftigung zu tun? – Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Dieser Kontrollarzt, der an und für sich darüber entscheidet, ob jemand in Krankenstand gehen kann, ob jemand in Pension gehen kann, richtet es sich selbst. (Abg. Schaffenrath: Was hat das mit der Beschäftigung zu tun? – Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) – Ein fester Roter, ein SPÖler natürlich. Wer würde sonst in einer Gebietskrankenkasse in Kärnten eine Position bekommen? Das ist noch eine lupenreine Geschichte des parteipolitischen Denkens.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das sind die Sachen, die die Menschen ärgern, und Sie wollen nicht, daß wir das auch veröffentlichen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Schön reden für Brüssel, aber intern nur ja keine Schwierigkeiten! – Ich sage Ihnen eines: Das ist falsches Denken! Das ist falsches und verantwortungsloses Denken! Geben Sie es doch ehrlich zu, daß auch Sie mit dieser Situation nicht zufrieden sind!
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Jetzt werde ich Ihnen etwas sagen: Da gibt es einen Auftrag, daß jede 55jährige weibliche Arbeitslose und jeder 60jährige männliche Arbeitslose eine Arbeitsplatzgarantie für ein Jahr bekommen soll. Na großartig! Da kann man nur sagen, Papier ist geduldig. Reden Sie einmal mit den Praktikern im Arbeitsmarktservice, welche Probleme sie haben, 40jährige noch irgendwohin zu vermitteln. Für solche Unsinnigkeiten werden Zeit, Geld und Papier verwendet und die Mitarbeiter geärgert. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Das sind keine Alternativen. Lassen Sie doch Alternativen zu! Verfügen Sie kein Denkverbot! Tun Sie nicht immer alles so ab, was von den Oppositionsparteien kommt, insbesondere das, was die Freiheitlichen an sozialen Ideen einbringen! Sie kommen sowieso. Denn wenn es Ihnen zu eng wird, dann kommen überraschenderweise immer wieder Vorschläge, die von uns gemacht wurden, auch in Ihren Überlegungen vor – bis hin zur Reparatur des Notstandshilfegesetzes. Sie sind schon so verlogen ... (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Reinhart Gaugg (fortsetzend): Wenn man ein Gesetz beschließt im Wissen, daß es vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben wird, und dort hineinschreibt, man bittet um eine 18monatige Korrekturpause, dann hätte man gleich hineinschreiben können: Bitte, dieses Verfassungsgerichtshofsurteil erst nach dem 1. Jänner 2000, denn vorher haben wir kein Geld im Budget. – Das ist nämlich der einzige Grund, Sie wissen das ganz genau. Aber jetzt sind Sie wieder einmal vom Gericht blamiert worden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Die Bundesregierung verfolgt mit dem nationalen Aktionsplan das Ziel, neue, zusätzliche Arbeit zu schaffen – das ist ganz neu; das hören wir jetzt schon seit zehn Jahren (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) –, das Niveau der Arbeitslosigkeit deutlich zu verringern – sensationell; no na –, und zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern beizutragen – ich bin ganz begeistert!
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen
Man wird weiters, man höre und staune – und das ist eigentlich die Doppelzüngigkeit und auch der Grund, warum ich durchaus der Meinung bin, daß man hin und wieder mit den Herren der Regierungsparteien etwas heftiger diskutieren muß, denn sonst schlafen sie komplett ein (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen); es ist auch ganz interessant, denn damit haben Sie den Beweis angetreten, wie ernst es Ihnen bezüglich Liberalisierung der Medien ist –, das Privatfernsehen zulassen. Auch das ist ein Punkt in diesem Beschäftigungsprogramm!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist immer lustig! Man hat Ideen, man beabsichtigt eine Steigerung der Beschäftigung, man macht Vorschläge, und dann steht bei der Finanzierung: Das Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten sagt, das müssen wir noch bereden. – Bei anderen wird die Finanzierung überhaupt völlig offengelassen. Bei der Sozialpolitik unter der Verantwortung von Bundeskanzler Klima hat man schwer versagt, und daher ist er für mich eine große Enttäuschung. Er war der Hoffnungsträger der SPÖ, als er als Bundeskanzler angetreten ist. Heute verliert er sogar in seiner eigenen Gemeinde, weil ihm die Menschen, die ihn näher kennen, noch weniger glauben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und die schnoddrigen Antworten der Minister und der Staatssekretäre der Ministerien müssen wir uns nicht gefallen lassen! Nur ein kleines Zitat aus der Beantwortung einer Anfrage an die Frau Sozialministerin Hostasch betreffend Lehrlingsbereich: "Die Zusage, jedem Jugendlichen mindestens ein Ausbildungsangebot zu machen, konnte gegeben werden, weil die Bundesregierung die Leistungsfähigkeit der Dienste des AMS und die Kapazität der Schulen kennt und daher wußte, daß eine solche Zusage realistisch ist." – Das urteilt sich von selbst, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Haben Sie das auch aufgeschrieben?
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Peter Wittmann: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Bundesregierung ist die Frage der Beschäftigung ein zu wichtiges Thema, um für billige Polemik herzuhalten. (Abg. Ing. Reichhold: Haben Sie das auch aufgeschrieben?) Ich werde versuchen, die Daten und Fakten, die der Bundesregierung wichtig sind, zu analysieren.
Abg. Mag. Stadler: Das hat der Sinowatz auch gesagt!
Ich will diese Hinweise nicht weiter kommentieren, denn die Bundesregierung hat hier ein anderes Konzept, nämlich eine Politik der seriösen Maßnahmen, eine Politik, die anerkennt, daß wir heute in einer Welt leben, in der ökonomische Zusammenhänge sehr komplex geworden sind, in der es keine Wundermittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gibt (Abg. Mag. Stadler: Das hat der Sinowatz auch gesagt!), eine Politik, die nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen wird! (Ruf bei den Freiheitlichen: Nur Ausreden!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Nur Ausreden!
Ich will diese Hinweise nicht weiter kommentieren, denn die Bundesregierung hat hier ein anderes Konzept, nämlich eine Politik der seriösen Maßnahmen, eine Politik, die anerkennt, daß wir heute in einer Welt leben, in der ökonomische Zusammenhänge sehr komplex geworden sind, in der es keine Wundermittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gibt (Abg. Mag. Stadler: Das hat der Sinowatz auch gesagt!), eine Politik, die nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen wird! (Ruf bei den Freiheitlichen: Nur Ausreden!)
Abg. Mag. Trattner: Haben Sie das 99er Budget gelesen?
Erstens eine europäische Beschäftigungspolitik verwirklichen, zweitens die Infrastruktur ausbauen, drittens Innovationen vorantreiben, viertens einfacher wirtschaften, fünftens die Ausbildung modernisieren, sechstens aktive Arbeitsmarktpolitik forcieren (Abg. Mag. Trattner: Haben Sie das 99er Budget gelesen?), siebentens Exporte stärken, achtens Entscheidungszentren in Österreich erhalten, neuntens neue Wege gehen beim Erschließen neuer Beschäftigungsfelder ebenso wie beim Zulassen neuer Technologien.
Abg. Haigermoser: Immer wenn es brenzlig wird, kneift der Klima!
Dieses Programm wird systematisch und Punkt für Punkt verwirklicht. (Abg. Haigermoser: Immer wenn es brenzlig wird, kneift der Klima!)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Zusammenhang daher einige Worte zur Frage der Lehrlingsausbildung: Von Lehrplatzvernichtung kann nach der umfangreichen Initiative des Vorjahres, die erstmals nach 20 Jahren wieder zu mehr Lehrstellen geführt hat, wohl keine Rede sein. Das Gegenteil trifft zu. Mit viel gemeinsamem Engagement von Wirtschaft, Bund, Ländern, Gemeinden und dem AMS ist eine Trendwende gelungen. Weitgehende strukturelle Reformen werden derzeit verhandelt. Österreich ist und bleibt das Land mit der niedrigsten Jugendarbeitslosigkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Ist eh alles paletti!
Ich verweise in diesem Zusammenhang nochmals auf meine Einleitung und möchte Ihnen folgendes zur Kenntnis bringen: In Österreich beträgt die Arbeitslosigkeit im Jahre 1997 4,4 Prozent und in der EU 10,7 Prozent. Diese positive Entwicklung ergibt sich daraus, daß nicht nur die Zahl der Arbeitslosen, sondern auch die der Beschäftigten gestiegen ist. Trotzdem sieht die Bundesregierung den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit als eine der wichtigsten Aufgaben an und hat daher die eingangs erwähnten beschäftigungspolitischen Maßnahmen ergriffen. (Abg. Böhacker: Ist eh alles paletti!)
Abg. Haigermoser: Sie haben die Frage nicht beantwortet!
Die Ostöffnung hat der österreichischen Wirtschaft insgesamt Vorteile gebracht. Dies ist vor allem auf die steigenden Nettoexporte Österreichs in die mittel- und osteuropäischen Staaten zurückzuführen. Per Saldo wurden seit der Ostöffnung in Österreich rund 20 000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Wissenschaftliche Untersuchungen und Statistiken zeigen, daß die Unternehmen, die in Mittel- und Osteuropa investieren, gleichzeitig auch jene sind, die im Inland ihre Beschäftigung zügig ausweiten. Auslandsinvestitionen in Mittel- und Osteuropa sind daher mittel- und langfristig ein wesentliches Element zur Sicherung der Konkurrenzfähigkeit österreichischer Betriebe und damit auch der Sicherung von Arbeitsplätzen in Österreich. (Abg. Haigermoser: Sie haben die Frage nicht beantwortet!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Andererseits muß es im Interesse der Anrainerländer wie Österreich liegen, daß es bei der Erweiterung Übergangsfristen geben wird, die insbesondere auch bei der Freizügigkeit hinsichtlich der Arbeitnehmer einzufordern sein wird. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Auf die spezielle Lage der jeweiligen EU-Grenzregionen muß selbstverständlich wie schon in der Vergangenheit Rücksicht genommen werden, und diesbezüglich sind auch die Vorstellungen Österreichs bereits an die Europäische Union weitergeleitet worden. (Abg. Aumayr: Nehmen Sie die Reaktion von Brüssel!) Wir werden versuchen, diese unsere Anliegen in Brüssel auch vehement zu vertreten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Nehmen Sie die Reaktion von Brüssel!
Andererseits muß es im Interesse der Anrainerländer wie Österreich liegen, daß es bei der Erweiterung Übergangsfristen geben wird, die insbesondere auch bei der Freizügigkeit hinsichtlich der Arbeitnehmer einzufordern sein wird. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Auf die spezielle Lage der jeweiligen EU-Grenzregionen muß selbstverständlich wie schon in der Vergangenheit Rücksicht genommen werden, und diesbezüglich sind auch die Vorstellungen Österreichs bereits an die Europäische Union weitergeleitet worden. (Abg. Aumayr: Nehmen Sie die Reaktion von Brüssel!) Wir werden versuchen, diese unsere Anliegen in Brüssel auch vehement zu vertreten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Andererseits muß es im Interesse der Anrainerländer wie Österreich liegen, daß es bei der Erweiterung Übergangsfristen geben wird, die insbesondere auch bei der Freizügigkeit hinsichtlich der Arbeitnehmer einzufordern sein wird. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Auf die spezielle Lage der jeweiligen EU-Grenzregionen muß selbstverständlich wie schon in der Vergangenheit Rücksicht genommen werden, und diesbezüglich sind auch die Vorstellungen Österreichs bereits an die Europäische Union weitergeleitet worden. (Abg. Aumayr: Nehmen Sie die Reaktion von Brüssel!) Wir werden versuchen, diese unsere Anliegen in Brüssel auch vehement zu vertreten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Ein Verlegenheitspascher war das jetzt!
Unsere Perspektive für Europa ist also nicht die einer Festung, sondern eines Europa, das den Raum des Wohlstandes und des Friedens auf diesem Kontinent auch im eigenen Interesse sichert. (Abg. Haigermoser: Ein Verlegenheitspascher war das jetzt!)
Unruhe im Saal – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Die wichtigsten als österreichische Ballungszentren zu bezeichnenden österreichischen Städte in Tagespendeldistanz zu städtischen Zentren (Unruhe im Saal – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) in den mittel- und osteuropäischen Ländern sind Wien, Graz, Klagenfurt und Linz. Ohne die von Österreich zu fordernden Übergangsregeln hinsichtlich der Arbeitnehmerfreizügigkeit ist im Falle eines Beitrittes der mittel- und osteuropäischen Nachbarstaaten insbesondere mit einem Ansteigen der Tagespendler zu rechnen, und deswegen wird auch diese Übergangsfrist einzufordern sein. Diese Übergangsfristen werden zentrales Thema bei den Beitrittsverhandlungen sein.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol.
Entsprechende präventive Maßnahmen werden daher in dem von Österreich geforderten Sonderprogramm für Grenzregionen zu den mittel- und osteuropäischen Ländern zu setzen sein. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol. )
Abg. Haigermoser: Ja! Oh! Ui!
Die Regierungskonferenz von Amsterdam hat bekanntlich im Bereich der Sozial- und Umweltpolitik substantielle Fortschritte erzielt. Das Sozialabkommen wird nunmehr in den Vertrag eingebaut und ist somit für alle Mitgliedstaaten – sowohl für die derzeitigen 15 Mitgliedstaaten als auch für die künftigen Mitgliedstaaten aus Mittel- und Osteuropa – verbindlich. (Abg. Haigermoser: Ja! Oh! Ui!) Damit bestehen wieder einheitliche Rechtsgrundlagen für die Sozialpolitik.
Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank! – Abg. Dr. Khol: Haigermoser, das war der Zwischenruf aus den siebziger Jahren! – Heiterkeit bei der ÖVP.
Die Lehrlingsoffensive der Bundesregierung war insbesondere im vorigen Jahr ein besonders großer Erfolg. So wurden 1997 mehr Lehranfänger gezählt als im Jahr davor. Woher Sie Ihre Behauptung nehmen, daß 10 000 Jugendliche ohne Beschäftigung sind, führe ich darauf zurück, daß Sie trotz wiederholter Aufklärung dieses Faktum nicht akzeptieren wollen. Tatsache ist, daß Mitte März 2 472 sofort verfügbaren Lehrstellen 3 337 Lehrstellensuchende gegenüberstanden. (Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank! – Abg. Dr. Khol: Haigermoser, das war der Zwischenruf aus den siebziger Jahren! – Heiterkeit bei der ÖVP. )
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf darauf hinweisen, daß die Zunahme der verfügbaren Lehrstellen 18 Prozent betragen hat, während die Abnahme der Lehrstellensuchenden zum Vorjahr 21 Prozent betragen hat. Ich meine, daß sich diese Prozentzahlen sehen lassen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Wie macht sie das?
Das differenzierte Förderpaket des AMS hat 1997 bereits den erwähnten Erfolg gehabt. Es ist allerdings nicht von der Hand zu weisen, daß einzelne Betriebe mit der Beschäftigung von Lehrlingen zuwarten, um öffentliche Förderungen zu lukrieren. Die zuständige Frau Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat deshalb das Arbeitsmarktservice angewiesen, die entsprechenden Förderrichtlinien zu adaptieren und dieses Phänomen abzustellen. (Abg. Böhacker: Wie macht sie das?)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin mir bewußt, daß die Höhe der Lohnnebenkosten gewisse Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat. Die Lohnnebenkosten dürfen allerdings nicht isoliert beurteilt werden. Wesentlich ist, die Produktivität der Wirtschaft mitzubetrachten. Ein wichtiger Indikator für den Arbeitsmarkt sind neben anderen die Lohnstückkosten. Gerade dabei hat Österreich in den letzten Jahren eine beachtlich positive Entwicklung genommen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Das ist ja peinlich, was Sie sagen! In einem Satz widersprechen Sie sich dreimal!
Ich darf Sie erinnern, daß die letzte Steuerreform im Jahre 1994 in Kraft getreten ist. Diese Steuerreform wurde damals auch international als beispielhaft anerkannt. Ich bin nicht in der Lage, zu erkennen, warum bereits vier Jahre nach der letzten Steuerreform davon gesprochen werden kann, die nächste sei schon längst fällig. (Abg. Haigermoser: Das ist ja peinlich, was Sie sagen! In einem Satz widersprechen Sie sich dreimal!) Dabei ist auch zu bedenken, daß das Steuerrecht im Hinblick auf die Bemühungen um Rechtssicherheit nicht durch ständige Änderungen unübersichtlich werden sollte. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Diese Ansicht teilen meines Wissens auch Abgeordnete Ihrer Fraktion. Ich halte den beabsichtigten Zeitraum zwischen der letzten Steuerreform und der Steuerreform 2000 für durchaus angemessen, insbesondere im Hinblick auf die geringe Inflationsrate in den letzten Jahren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich darf Sie erinnern, daß die letzte Steuerreform im Jahre 1994 in Kraft getreten ist. Diese Steuerreform wurde damals auch international als beispielhaft anerkannt. Ich bin nicht in der Lage, zu erkennen, warum bereits vier Jahre nach der letzten Steuerreform davon gesprochen werden kann, die nächste sei schon längst fällig. (Abg. Haigermoser: Das ist ja peinlich, was Sie sagen! In einem Satz widersprechen Sie sich dreimal!) Dabei ist auch zu bedenken, daß das Steuerrecht im Hinblick auf die Bemühungen um Rechtssicherheit nicht durch ständige Änderungen unübersichtlich werden sollte. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Diese Ansicht teilen meines Wissens auch Abgeordnete Ihrer Fraktion. Ich halte den beabsichtigten Zeitraum zwischen der letzten Steuerreform und der Steuerreform 2000 für durchaus angemessen, insbesondere im Hinblick auf die geringe Inflationsrate in den letzten Jahren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich darf Sie erinnern, daß die letzte Steuerreform im Jahre 1994 in Kraft getreten ist. Diese Steuerreform wurde damals auch international als beispielhaft anerkannt. Ich bin nicht in der Lage, zu erkennen, warum bereits vier Jahre nach der letzten Steuerreform davon gesprochen werden kann, die nächste sei schon längst fällig. (Abg. Haigermoser: Das ist ja peinlich, was Sie sagen! In einem Satz widersprechen Sie sich dreimal!) Dabei ist auch zu bedenken, daß das Steuerrecht im Hinblick auf die Bemühungen um Rechtssicherheit nicht durch ständige Änderungen unübersichtlich werden sollte. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Diese Ansicht teilen meines Wissens auch Abgeordnete Ihrer Fraktion. Ich halte den beabsichtigten Zeitraum zwischen der letzten Steuerreform und der Steuerreform 2000 für durchaus angemessen, insbesondere im Hinblick auf die geringe Inflationsrate in den letzten Jahren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Der Bundesminister für Finanzen hat im April des Vorjahres die Steuerreformkommission mit dem Auftrag einberufen, das österreichische Steuersystem zu überprüfen und eine Steuerreform für das Jahr 2000 vorzubereiten. Der Bundesminister für Finanzen hat seinen Arbeitsaufträgen an die Kommission klare Hauptziele mitgegeben, nämlich die steuerliche Entlastung des Faktors Arbeit, die Überprüfung der Kapitalbesteuerung, eine Ökologisierung des Steuersystems sowie die Konvergenzkompatibilität dieser Steuerreform. Bis zum Herbst 1998 sollen dazu die ersten Vorschläge gemacht werden, und es besteht kein Anlaß, von diesem Terminplan abzuweichen. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Fuhrmann: Wer macht das?
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr Staatssekretär, Sie hatten die Freundlichkeit, die Argumente des freiheitlichen Sprechers als "Unsinn" zu bezeichnen, weil er gewagt hat, die erfolgreiche Beschäftigungspolitik der Bundesregierung in Zweifel zu ziehen. Ich darf darauf verweisen, daß Sie absolut falsch liegen, wenn Sie glauben, man müsse die Arbeitslosenrate bejubeln. Denn wenn Sie alle dazurechnen, die Sie wegen langer Arbeitslosigkeit in die Frühpension schicken (Abg. Dr. Fuhrmann: Wer macht das?), wenn Sie jene dazurechnen, die in Umschulungen sind, die in Arbeitsstiftungen sind, weil ihre Betriebe eingegangen sind, sie keine Arbeitsplätze mehr haben und sozusagen geparkt sind, bis man wieder etwas für sie findet, wenn Sie die jungen Menschen dazurechnen, die von der Schule abgehen, noch nie gearbeitet haben und daher in der Arbeitslosenstatistik nicht aufscheinen, dann kommen Sie auch laut Wirtschaftsforschungsinstitut auf eine Arbeitslosenrate von nicht 300 000, sondern mehr als 600 000 Menschen – und das sind 16 Prozent und wahrlich kein Ruhmesblatt Ihrer Politik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr Staatssekretär, Sie hatten die Freundlichkeit, die Argumente des freiheitlichen Sprechers als "Unsinn" zu bezeichnen, weil er gewagt hat, die erfolgreiche Beschäftigungspolitik der Bundesregierung in Zweifel zu ziehen. Ich darf darauf verweisen, daß Sie absolut falsch liegen, wenn Sie glauben, man müsse die Arbeitslosenrate bejubeln. Denn wenn Sie alle dazurechnen, die Sie wegen langer Arbeitslosigkeit in die Frühpension schicken (Abg. Dr. Fuhrmann: Wer macht das?), wenn Sie jene dazurechnen, die in Umschulungen sind, die in Arbeitsstiftungen sind, weil ihre Betriebe eingegangen sind, sie keine Arbeitsplätze mehr haben und sozusagen geparkt sind, bis man wieder etwas für sie findet, wenn Sie die jungen Menschen dazurechnen, die von der Schule abgehen, noch nie gearbeitet haben und daher in der Arbeitslosenstatistik nicht aufscheinen, dann kommen Sie auch laut Wirtschaftsforschungsinstitut auf eine Arbeitslosenrate von nicht 300 000, sondern mehr als 600 000 Menschen – und das sind 16 Prozent und wahrlich kein Ruhmesblatt Ihrer Politik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwemlein: Viele Arbeitsplätze haben Sie aber auch noch nicht geschaffen!
Denn Ihre Politik, meine Damen und Herren von der Bundesregierung, ist ja nicht sehr überzeugend. (Abg. Schwemlein: Viele Arbeitsplätze haben Sie aber auch noch nicht geschaffen!) In einem Interview mit dem früheren Generaldirektor des "Konsum" sagte dieser: Als es um die 15 000 Arbeitsplätze der "Konsum"-Mitarbeiter gegangen ist, hätte die Bank Austria die Finanzierung gemacht, aber der ÖGB legte sich quer, weil ein Verkauf von BAWAG-Aktien ohne Zustimmung des ÖGB nicht möglich gewesen ist und nicht erfolgen darf. – Das heißt, für den ÖGB waren die Bank und die Aktien wichtiger als die Menschen und die Arbeitsplätze. (Abg. Mag. Stadler: So ist es!) Das ist Ihre Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: So ist es!
Denn Ihre Politik, meine Damen und Herren von der Bundesregierung, ist ja nicht sehr überzeugend. (Abg. Schwemlein: Viele Arbeitsplätze haben Sie aber auch noch nicht geschaffen!) In einem Interview mit dem früheren Generaldirektor des "Konsum" sagte dieser: Als es um die 15 000 Arbeitsplätze der "Konsum"-Mitarbeiter gegangen ist, hätte die Bank Austria die Finanzierung gemacht, aber der ÖGB legte sich quer, weil ein Verkauf von BAWAG-Aktien ohne Zustimmung des ÖGB nicht möglich gewesen ist und nicht erfolgen darf. – Das heißt, für den ÖGB waren die Bank und die Aktien wichtiger als die Menschen und die Arbeitsplätze. (Abg. Mag. Stadler: So ist es!) Das ist Ihre Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Denn Ihre Politik, meine Damen und Herren von der Bundesregierung, ist ja nicht sehr überzeugend. (Abg. Schwemlein: Viele Arbeitsplätze haben Sie aber auch noch nicht geschaffen!) In einem Interview mit dem früheren Generaldirektor des "Konsum" sagte dieser: Als es um die 15 000 Arbeitsplätze der "Konsum"-Mitarbeiter gegangen ist, hätte die Bank Austria die Finanzierung gemacht, aber der ÖGB legte sich quer, weil ein Verkauf von BAWAG-Aktien ohne Zustimmung des ÖGB nicht möglich gewesen ist und nicht erfolgen darf. – Das heißt, für den ÖGB waren die Bank und die Aktien wichtiger als die Menschen und die Arbeitsplätze. (Abg. Mag. Stadler: So ist es!) Das ist Ihre Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Zynismus pur!
So sieht also das Versprechen des Herrn Bundeskanzlers Klima aus, den älteren Arbeitnehmern Schutz zu bieten und ihnen zu helfen! Dasselbe haben wir bei der Post, wo sogar Rundschreiben herumgereicht werden, in denen Herr Ditz, früherer Wirtschaftsminister und Superstar der ÖVP, sagt, er wird all jenen Mitarbeitern besonderes Augenmerk zuwenden, die bereit sind, das Personalabbaumodell, das die Führungskräfte vorgelegt haben, zu verfolgen. Man bekennt sich dazu, daß für den Einsatz für das Personalabbaumodell in der Zukunft im Unternehmen für jene Platz sein wird, die am meisten Leute abbauen. – Eine tolle Politik, die Sie uns vormachen, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stadler: Zynismus pur!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nach all dem, was der Herr Bundeskanzler geschrieben hat, haben Sie die Stirn, hierherzukommen und das Parlament bewußt zu belügen, indem Sie etwas ganz anderes erklären, als im Brief des Bundeskanzlers drinnensteht! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das ist ein offizielles Dokument, meine Damen und Herren! Das ist ein offizielles Dokument der österreichischen Bundesregierung. Das ist der Brief des Herrn Bundeskanzlers, und Sie können jetzt mit Ordnungsrufen und was immer hantieren, ich bleibe dabei: Dieser Staatssekretär belügt das Parlament einfach rigoros (Beifall bei den Freiheitlichen), im Gegensatz zu dem, was ...
Beifall bei den Freiheitlichen
Nach all dem, was der Herr Bundeskanzler geschrieben hat, haben Sie die Stirn, hierherzukommen und das Parlament bewußt zu belügen, indem Sie etwas ganz anderes erklären, als im Brief des Bundeskanzlers drinnensteht! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das ist ein offizielles Dokument, meine Damen und Herren! Das ist ein offizielles Dokument der österreichischen Bundesregierung. Das ist der Brief des Herrn Bundeskanzlers, und Sie können jetzt mit Ordnungsrufen und was immer hantieren, ich bleibe dabei: Dieser Staatssekretär belügt das Parlament einfach rigoros (Beifall bei den Freiheitlichen), im Gegensatz zu dem, was ...
Abg. Dr. Maitz: Der Miesmacher vom Dienst!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Dr. Haider! Ich erteile Ihnen einen Ordnungsruf, den Sie außerdem provoziert haben, und ich bitte Sie, Ihre Ausführungen fortzusetzen im Sinne gemeinsamer Überlegungen, die wir oft anstellen. (Abg. Dr. Maitz: Der Miesmacher vom Dienst!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): Ich habe das geschäftsordnungsmäßige Recht, darauf hinzuweisen, und es ist interessant, daß es die ÖVP nicht aufregt. Ihr Landeshauptmann Pröll hat ebenfalls darauf hingewiesen, welche Gefahren bestehen. Aber kaum sind die Wahlen vorbei, sitzen Sie hier herinnen und verteidigen wieder die Öffnung um jeden Preis, damit Arbeitsplätze zugrunde gehen, die Wirtschaft zusperren muß und wir Tausende Menschen als Einpendler nach Österreich hereinbekommen. Das ist Ihre Politik, meine Damen und Herren! Das haben wir heute von diesem Herrn gehört. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben jedoch alles Geld der Arbeitsmarktverwaltung bereits ausgegeben und haben keine Munition mehr, um den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit wirklich zu führen. Das ist es, was wir Ihnen vorwerfen: daß Sie hier eine Scharlatanerie erster Ordnung betreiben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher sagen wir: Erstens wäre es wichtig, einen 30prozentigen Ausbildungsfreibetrag für die Betriebe zu schaffen, damit Kosten wegfallen. Niedrige Kosten heißt mehr Lehrplätze für die österreichische Jugend. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zum zweiten: Die Berufsschule muß dringend reformiert werden. Warum wehren Sie sich dagegen, daß die Berufsschulen den modernen Gesichtspunkten angepaßt werden? Ich habe einen Betrieb besucht, Felten & Guilleaume in Gmünd, wo mir gesagt wurde: Die Lehrlinge, die hier hochspezialisiert ausgebildet werden, arbeiten in der Berufsschule an veralteten Maschinen. Die Berufsschule soll zu uns kommen und hier produzieren. – Das alles verschlafen Sie und wundern sich, daß der Facharbeiterstand in Österreich zugrunde geht mit dieser Art der Politik. Daher haben Sie hier dringenden Handlungsbedarf! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Der Messias!
Herr Staatssekretär, der Sie den Herrn Bundeskanzler vertreten (Abg. Koppler: Der Messias!): Sie haben auch die Frage der Lohnnebenkosten angezogen, was die Arbeitsplätze betrifft. Na selbstverständlich! Aber wer hat denn bei der letzten Steuerreform eine neue Kommunalabgabe geschaffen, die als neue Arbeitskostenbelastung auszuweisen ist? Die Kommunalabgabe ist nichts anderes als die alte Lohnsummensteuer plus 50 Prozent. Und das nennen Sie Entlastung
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): Daher sagen wir Ihnen: Es geht, Herr Staatssekretär, nicht darum, Sie anzuagitieren, daß Sie nichts weiterbringen, sondern darum, daß Sie endlich konkrete Maßnahmen setzen, indem Sie ein Steuersenkungspaket vorlegen, das der österreichischen Wirtschaft Hoffnung gibt, das Arbeitsplätze sichert und das den jungen Menschen die Chance gibt, wieder ohne Subventionen ausreichend ausgebildet zu werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich ersuche Sie ferner, Herr Präsident, über diesen Antrag eine kurze Debatte zuzulassen oder, falls Sie anders entscheiden und diese Debatte nicht zulassen, eine kurze Präsidiale anzuberaumen. Ich glaube, kein Parlament der demokratischen Welt kann es akzeptieren, von einem Regierungsmitglied eklatant falsch, bewußt falsch informiert zu werden, wie das heute angesichts des vorliegenden Dokuments geschehen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist Mißbrauch!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrter Herr Präsident! Diese Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung ist unter Mißbrauch der Geschäftsordnung der offensichtliche Versuch der Skandalisierung einer korrekten Anfragebeantwortung. Ich möchte das mit allem Nachdruck zurückweisen! (Abg. Mag. Stadler: Das ist Mißbrauch!)
Abg. Madl: Das ist falsch!
Es ist hier eine Antwort im Rahmen der Geschäftsordnung erfolgt. (Abg. Madl: Das ist falsch!) Ich sehe keinen Grund, warum ein Mitglied der Bundesregierung, das gehörig vertreten ist, herbeizitiert werden soll, und ich muß mit allem Nachdruck die Versuche der Freiheitlichen Fraktion zurückweisen, hier zu skandalisieren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es ist hier eine Antwort im Rahmen der Geschäftsordnung erfolgt. (Abg. Madl: Das ist falsch!) Ich sehe keinen Grund, warum ein Mitglied der Bundesregierung, das gehörig vertreten ist, herbeizitiert werden soll, und ich muß mit allem Nachdruck die Versuche der Freiheitlichen Fraktion zurückweisen, hier zu skandalisieren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
"Nein!"-Rufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Auch die Volkspartei ist der Ansicht, daß die Anfragebeantwortung korrekt war, und sie stimmt weder einer Präsidiale noch einer Zitation zu. ("Nein!"-Rufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das läßt sich beweisen!
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Peter Wittmann: Grundsätzlich möchte ich derartige Unterstellungen zurückweisen. (Abg. Mag. Stadler: Das läßt sich beweisen!) Den Brief, den Sie zitiert haben, haben Sie natürlich wieder einmal unvollständig zitiert. Auf Seite 3 ist der Handlungsbedarf nach Analyse dieser Vorgaben angeführt. Der Handlungsbedarf, der in diesem Brief angeführt ist, deckt sich mit der Beantwortung der Fragen 8 bis 15. Dasselbe Maßnahmenpaket, das hier angeführt wird, wurde von mir auch in der Anfragebeantwortung angeführt. (Abg. Mag. Stadler: Geben Sie uns Ihre Lesevorlage, dann werden wir es Ihnen beweisen!)
Abg. Mag. Stadler: Geben Sie uns Ihre Lesevorlage, dann werden wir es Ihnen beweisen!
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Peter Wittmann: Grundsätzlich möchte ich derartige Unterstellungen zurückweisen. (Abg. Mag. Stadler: Das läßt sich beweisen!) Den Brief, den Sie zitiert haben, haben Sie natürlich wieder einmal unvollständig zitiert. Auf Seite 3 ist der Handlungsbedarf nach Analyse dieser Vorgaben angeführt. Der Handlungsbedarf, der in diesem Brief angeführt ist, deckt sich mit der Beantwortung der Fragen 8 bis 15. Dasselbe Maßnahmenpaket, das hier angeführt wird, wurde von mir auch in der Anfragebeantwortung angeführt. (Abg. Mag. Stadler: Geben Sie uns Ihre Lesevorlage, dann werden wir es Ihnen beweisen!)
Abg. Mag. Stadler: ... bevor Sie wieder eine Leseübung machen!
Ich möchte hinzufügen, daß es nicht darum geht, die Bevölkerung mit etwaigen Skandalisierungen beziehungsweise Angstmache in bezug auf eine Osterweiterung zu verunsichern, sondern es geht darum, konkrete Maßnahmen zu treffen und einzufordern, wie eine Ostöffnung stattfinden kann. (Abg. Mag. Stadler: ... bevor Sie wieder eine Leseübung machen!) Das heißt, man wird Maßnahmen der Europäischen Union einfordern, die zur Vorbereitung für eine Osterweiterung durchzuführen sind, und man wird Maßnahmen der Beitrittsländer einfordern, damit sie sich EU-reif machen. (Abg. Dr. Haider: Was wollen Sie konkret?)
Abg. Dr. Haider: Was wollen Sie konkret?
Ich möchte hinzufügen, daß es nicht darum geht, die Bevölkerung mit etwaigen Skandalisierungen beziehungsweise Angstmache in bezug auf eine Osterweiterung zu verunsichern, sondern es geht darum, konkrete Maßnahmen zu treffen und einzufordern, wie eine Ostöffnung stattfinden kann. (Abg. Mag. Stadler: ... bevor Sie wieder eine Leseübung machen!) Das heißt, man wird Maßnahmen der Europäischen Union einfordern, die zur Vorbereitung für eine Osterweiterung durchzuführen sind, und man wird Maßnahmen der Beitrittsländer einfordern, damit sie sich EU-reif machen. (Abg. Dr. Haider: Was wollen Sie konkret?)
Abg. Böhacker: Die sind ja abgelehnt worden! – Abg. Mag. Stadler: Setzen! Nicht genügend! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Wir sind am Beginn eines Verhandlungsprozesses. Ich möchte Sie nur darauf hinweisen, daß auch Österreich über fünf Jahre lang Verhandlungen geführt hat, bis es nach dem Ansuchen der EU beitreten konnte, und daß sich in diesen fünf Jahren sehr viel verändert hat. Man wird die Vorgaben gemäß den Kopenhagener Kriterien genau einzuhalten haben, damit überhaupt ein Beitritt erfolgen kann. Weiters wird Österreich seine Bedingungen für die Unterstützung der Regionen an der Ostgrenze bei der Europäischen Union vortragen und versuchen, sie durchzusetzen. Wir sind auf einem ... (Abg. Böhacker: Die sind ja abgelehnt worden! – Abg. Mag. Stadler: Setzen! Nicht genügend! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Böhacker: So eine Ahnungslosigkeit!
Wir stehen am Beginn eines Verhandlungsprozesses. Wir werden sicherlich eine dieser Maßnahmen am Ende der Verhandlungen nach Hause bringen. Ich bin überzeugt davon, daß derartige Maßnahmen getroffen werden. (Abg. Böhacker: So eine Ahnungslosigkeit!) Eine weitere Maßnahme, die eingefordert wird, ist (Abg. Böhacker: Totale Ahnungslosigkeit!), daß es insbesondere bei der freien Arbeitsplatzwahl zu Übergangsfristen kommen muß. (Abg. Dr. Haider: Reden Sie sich in keinen Wirbel hinein!) Auch das ist ein Kriterium, das in die Verhandlungen eingebracht werden wird.
Abg. Böhacker: Totale Ahnungslosigkeit!
Wir stehen am Beginn eines Verhandlungsprozesses. Wir werden sicherlich eine dieser Maßnahmen am Ende der Verhandlungen nach Hause bringen. Ich bin überzeugt davon, daß derartige Maßnahmen getroffen werden. (Abg. Böhacker: So eine Ahnungslosigkeit!) Eine weitere Maßnahme, die eingefordert wird, ist (Abg. Böhacker: Totale Ahnungslosigkeit!), daß es insbesondere bei der freien Arbeitsplatzwahl zu Übergangsfristen kommen muß. (Abg. Dr. Haider: Reden Sie sich in keinen Wirbel hinein!) Auch das ist ein Kriterium, das in die Verhandlungen eingebracht werden wird.
Abg. Dr. Haider: Reden Sie sich in keinen Wirbel hinein!
Wir stehen am Beginn eines Verhandlungsprozesses. Wir werden sicherlich eine dieser Maßnahmen am Ende der Verhandlungen nach Hause bringen. Ich bin überzeugt davon, daß derartige Maßnahmen getroffen werden. (Abg. Böhacker: So eine Ahnungslosigkeit!) Eine weitere Maßnahme, die eingefordert wird, ist (Abg. Böhacker: Totale Ahnungslosigkeit!), daß es insbesondere bei der freien Arbeitsplatzwahl zu Übergangsfristen kommen muß. (Abg. Dr. Haider: Reden Sie sich in keinen Wirbel hinein!) Auch das ist ein Kriterium, das in die Verhandlungen eingebracht werden wird.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Böhacker: Jetzt haben wir gehört, was Sache ist!
In diesem Sinne gibt es eine einheitliche Meinung der österreichischen Bundesregierung zu Maßnahmen der Europäischen Union und seitens der Beitrittsländer. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Böhacker: Jetzt haben wir gehört, was Sache ist!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Dem Santer die Wahrheit sagen – und uns anschwindeln!
Abgeordneter Franz Hums (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Einleitend möchte ich mich bei Herrn Klubobmann Dr. Haider sehr herzlich dafür bedanken, daß er hier den Brief des Herrn Bundeskanzlers an die EU, an Santer zitiert hat. Denn dieser Brief beweist ganz genau, daß der Herr Bundeskanzler vorausschauend alles unternimmt, damit die künftige Osterweiterung nicht zu Lasten der österreichischen Arbeitnehmer und Arbeitsplätze geht. Daher war das eigentlich eine sehr gute Angelegenheit für die Sozialdemokratische Partei. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Dem Santer die Wahrheit sagen – und uns anschwindeln!)
Abg. Dr. Haider: Die Österreicher dürfen die Wahrheit nicht erfahren!
Niemand hätte glaubwürdiger hier vorbringen können, daß der Herr Bundeskanzler jetzt schon dafür eintritt, daß mit der Osterweiterung sehr wohl Chancen im Osten genützt und Risken ausgeschlossen werden. (Abg. Dr. Haider: Die Österreicher dürfen die Wahrheit nicht erfahren!) Aber nicht zu Lasten von Arbeitsplätzen! Denn es wird im Laufe der Beitrittsverhandlungen eine Reihe von Maßnahmen geben, damit wir in Österreich unsere Arbeitsplätze absichern. (Abg. Dr. Haider: Ihr habt ja schon mit der Vernichtung angefangen!) Bisher hat die Osterweiterung netto 40 000 Arbeitsplätze in Österreich gebracht. Daher ist es unsinnig, ständig zu verunsichern! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Ihr habt ja schon mit der Vernichtung angefangen!
Niemand hätte glaubwürdiger hier vorbringen können, daß der Herr Bundeskanzler jetzt schon dafür eintritt, daß mit der Osterweiterung sehr wohl Chancen im Osten genützt und Risken ausgeschlossen werden. (Abg. Dr. Haider: Die Österreicher dürfen die Wahrheit nicht erfahren!) Aber nicht zu Lasten von Arbeitsplätzen! Denn es wird im Laufe der Beitrittsverhandlungen eine Reihe von Maßnahmen geben, damit wir in Österreich unsere Arbeitsplätze absichern. (Abg. Dr. Haider: Ihr habt ja schon mit der Vernichtung angefangen!) Bisher hat die Osterweiterung netto 40 000 Arbeitsplätze in Österreich gebracht. Daher ist es unsinnig, ständig zu verunsichern! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Niemand hätte glaubwürdiger hier vorbringen können, daß der Herr Bundeskanzler jetzt schon dafür eintritt, daß mit der Osterweiterung sehr wohl Chancen im Osten genützt und Risken ausgeschlossen werden. (Abg. Dr. Haider: Die Österreicher dürfen die Wahrheit nicht erfahren!) Aber nicht zu Lasten von Arbeitsplätzen! Denn es wird im Laufe der Beitrittsverhandlungen eine Reihe von Maßnahmen geben, damit wir in Österreich unsere Arbeitsplätze absichern. (Abg. Dr. Haider: Ihr habt ja schon mit der Vernichtung angefangen!) Bisher hat die Osterweiterung netto 40 000 Arbeitsplätze in Österreich gebracht. Daher ist es unsinnig, ständig zu verunsichern! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Nein zur Osterweiterung, ja zu Arbeitsplätzen!
Herr Dr. Haider! Eine Opposition, die zeitgerecht auf irgend etwas aufmerksam machen will – völlig in Ordnung; eine Opposition, die hart kritisiert –, halte ich für völlig in Ordnung. Aber ich habe manchmal den Eindruck, Sie sind hier gern der Geist, der stets verneint. Und das kann es nicht sein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Nein zur Osterweiterung, ja zu Arbeitsplätzen!)
Abg. Dr. Haider: Nein zur Osterweiterung, ja zu Arbeitsplätzen! – Abg. Haigermoser: Maßnahmen setzen! Steuerreform!
Gehen wir doch gemeinsam den Weg, Arbeitsplätze zu sichern! Es kann doch niemand wegdiskutieren, daß weltweit die rasante technische Entwicklung, die Veränderung der wirtschaftspolitischen Situation auf internationalem Gebiet alle Staaten der Welt gefordert hat, Maßnahmen zu treffen, um Arbeitsplätze zu sichern. (Abg. Dr. Haider: Nein zur Osterweiterung, ja zu Arbeitsplätzen! – Abg. Haigermoser: Maßnahmen setzen! Steuerreform!)
Abg. Dr. Haider: Gar nichts macht ihr!
Die Sozialdemokraten haben nicht nur unter dem jetzigen Bundeskanzler, sondern auch unter allen Vorgängern, auf allen Ebenen immer danach getrachtet (Abg. Dr. Haider: Gar nichts macht ihr!), Vollbeschäftigung in Österreich zu sichern. (Abg. Dr. Haider: Und wo sind wir?) Glauben Sie denn, ohne diese Maßnahmen wäre es gelungen, daß Österreich das Verdienst hat, innerhalb der EU mit Luxemburg zu den Staaten mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit zu gehören? – Der größte Dank, die größte Anerkennung dafür gilt den Österreicherinnen und Österreichern. Mit ihrem Können, mit ihrem Fleiß sind sie es, die die hohe Wettbewerbsfähigkeit in der Welt sichern. Ihnen gilt der erste Dank, sie sind es. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Und wo sind wir?
Die Sozialdemokraten haben nicht nur unter dem jetzigen Bundeskanzler, sondern auch unter allen Vorgängern, auf allen Ebenen immer danach getrachtet (Abg. Dr. Haider: Gar nichts macht ihr!), Vollbeschäftigung in Österreich zu sichern. (Abg. Dr. Haider: Und wo sind wir?) Glauben Sie denn, ohne diese Maßnahmen wäre es gelungen, daß Österreich das Verdienst hat, innerhalb der EU mit Luxemburg zu den Staaten mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit zu gehören? – Der größte Dank, die größte Anerkennung dafür gilt den Österreicherinnen und Österreichern. Mit ihrem Können, mit ihrem Fleiß sind sie es, die die hohe Wettbewerbsfähigkeit in der Welt sichern. Ihnen gilt der erste Dank, sie sind es. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Sozialdemokraten haben nicht nur unter dem jetzigen Bundeskanzler, sondern auch unter allen Vorgängern, auf allen Ebenen immer danach getrachtet (Abg. Dr. Haider: Gar nichts macht ihr!), Vollbeschäftigung in Österreich zu sichern. (Abg. Dr. Haider: Und wo sind wir?) Glauben Sie denn, ohne diese Maßnahmen wäre es gelungen, daß Österreich das Verdienst hat, innerhalb der EU mit Luxemburg zu den Staaten mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit zu gehören? – Der größte Dank, die größte Anerkennung dafür gilt den Österreicherinnen und Österreichern. Mit ihrem Können, mit ihrem Fleiß sind sie es, die die hohe Wettbewerbsfähigkeit in der Welt sichern. Ihnen gilt der erste Dank, sie sind es. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Ihr habt es versprochen!
Aber ohne die geschickten wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Regierung, heuer und in den vergangenen Jahren, wäre es nicht möglich gewesen, daß wir diese exzellenten Daten haben, exzellente Daten, die uns jedoch nicht beruhigen. Denn unser Ziel ist weiterhin die Vollbeschäftigung, aber, Herr Dr. Haider: Vollbeschäftigung mit Wohlstand und sozialer Absicherung für alle. (Abg. Dr. Haider: Ihr habt es versprochen!) Aber in Ihrem Antrag steht schon wieder: Wir stören die Vollbeschäftigung, weil wir die allgemeine Sozialversicherungspflicht für alle Beschäftigungen wollen. (Abg. Dr. Haider: Kein Konzept!) Wären Sie denn wirklich dafür, daß
Abg. Dr. Haider: Kein Konzept!
Aber ohne die geschickten wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Regierung, heuer und in den vergangenen Jahren, wäre es nicht möglich gewesen, daß wir diese exzellenten Daten haben, exzellente Daten, die uns jedoch nicht beruhigen. Denn unser Ziel ist weiterhin die Vollbeschäftigung, aber, Herr Dr. Haider: Vollbeschäftigung mit Wohlstand und sozialer Absicherung für alle. (Abg. Dr. Haider: Ihr habt es versprochen!) Aber in Ihrem Antrag steht schon wieder: Wir stören die Vollbeschäftigung, weil wir die allgemeine Sozialversicherungspflicht für alle Beschäftigungen wollen. (Abg. Dr. Haider: Kein Konzept!) Wären Sie denn wirklich dafür, daß
Abg. Dr. Haider: Ihr habt doch den Leuten etwas anderes versprochen!
Sie treten dafür ein – in den vorigen Debatten unter dem Titel "Lohnnebenkostensenkung" –, beispielsweise Pensionsbeiträge zu senken und dafür eine von Ihnen patentierte private Pensionsversicherung als Ersatz einzuführen, aber das kann nicht unser Ziel sein! Wenn Sie jetzt – das sage ich als Eisenbahner – hier bedauern, daß Arbeitsplätze auch im Bereich der Eisenbahn verschwinden, dann wird das niemand in höherem Maße leid tun als uns, das ist keine Frage. Aber der technische Fortschritt erfordert auch dort Veränderungen. Nur eines, Herr Dr. Haider ... (Abg. Dr. Haider: Ihr habt doch den Leuten etwas anderes versprochen!)
Abg. Dr. Haider: Doch! Bei der Post!
Nie habe ich versprochen, daß keine Rationalisierungen kommen werden! (Abg. Dr. Haider: Doch! Bei der Post!) Da können Sie alle meine Reden als Gewerkschafter lesen. Wenn ich aber Ihre Reden lese, in denen Sie noch verlangt haben, daß man in der verstaatlichten Industrie alle Betriebe, die nicht ertragreich sind, schließen soll, dann weiß ich: Donawitz wäre nach Ihrer Arbeitsplatzpolitik längst geschlossen. (Abg. Dr. Haider: Und ihr müßt es machen!) Das vergessen manche wieder, aber wir werden es nicht vergessen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Und ihr müßt es machen!
Nie habe ich versprochen, daß keine Rationalisierungen kommen werden! (Abg. Dr. Haider: Doch! Bei der Post!) Da können Sie alle meine Reden als Gewerkschafter lesen. Wenn ich aber Ihre Reden lese, in denen Sie noch verlangt haben, daß man in der verstaatlichten Industrie alle Betriebe, die nicht ertragreich sind, schließen soll, dann weiß ich: Donawitz wäre nach Ihrer Arbeitsplatzpolitik längst geschlossen. (Abg. Dr. Haider: Und ihr müßt es machen!) Das vergessen manche wieder, aber wir werden es nicht vergessen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nie habe ich versprochen, daß keine Rationalisierungen kommen werden! (Abg. Dr. Haider: Doch! Bei der Post!) Da können Sie alle meine Reden als Gewerkschafter lesen. Wenn ich aber Ihre Reden lese, in denen Sie noch verlangt haben, daß man in der verstaatlichten Industrie alle Betriebe, die nicht ertragreich sind, schließen soll, dann weiß ich: Donawitz wäre nach Ihrer Arbeitsplatzpolitik längst geschlossen. (Abg. Dr. Haider: Und ihr müßt es machen!) Das vergessen manche wieder, aber wir werden es nicht vergessen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gaugg: Mehr Direktoren als Lehrlinge haben die ÖBB!
Ihnen konnte die Rationalisierung bei der Eisenbahn gar nicht schnell genug gehen. Nur versuchen Sie jetzt plötzlich, den Menschen, weil Sie glauben, sie vergessen ... (Abg. Gaugg: Mehr Direktoren als Lehrlinge haben die ÖBB!) Die ÖBB haben mehr Lehrlinge als je zuvor. Da sind Sie sicher auf dem falschen Dampfer.
Abg. Mag. Stadler: Die Mitarbeit verweigert im ÖGB?!
Die Technologie-Exportoffensive ist eine dieser Maßnahmen – sie wirkt. (Abg. Mag. Stadler: Die Mitarbeit verweigert im ÖGB?!) Maßnahmen im Infrastrukturausbau, beispielsweise im Bahnbereich – jährlich 12 Milliarden Schilling mehr. Das sichert die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs für die Zukunft und schafft gleichzeitig schon jetzt Arbeitsplätze. Ausbildungsoffensive – im Lehrlingsbereich ist sehr viel geschehen. Neue Berufsbilder kommen. (Abg. Gaugg – in Richtung des Abg. Koppler –: 2 Milliarden Schilling, lautet der Vorwurf!) Daran sollten Sie ein bißchen mitarbeiten und nicht nur Obstruktion betreiben.
Abg. Gaugg – in Richtung des Abg. Koppler –: 2 Milliarden Schilling, lautet der Vorwurf!
Die Technologie-Exportoffensive ist eine dieser Maßnahmen – sie wirkt. (Abg. Mag. Stadler: Die Mitarbeit verweigert im ÖGB?!) Maßnahmen im Infrastrukturausbau, beispielsweise im Bahnbereich – jährlich 12 Milliarden Schilling mehr. Das sichert die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs für die Zukunft und schafft gleichzeitig schon jetzt Arbeitsplätze. Ausbildungsoffensive – im Lehrlingsbereich ist sehr viel geschehen. Neue Berufsbilder kommen. (Abg. Gaugg – in Richtung des Abg. Koppler –: 2 Milliarden Schilling, lautet der Vorwurf!) Daran sollten Sie ein bißchen mitarbeiten und nicht nur Obstruktion betreiben.
Abg. Mag. Stadler: Ist dieses Koalitionsangebot mit dem Bundeskanzler abgesprochen? Sie machen uns ein Koalitionsangebot? Ist das ernst gemeint?
Neue Arbeitsplätze im Gesundheitsbereich: Die Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik sind nicht, wie Sie glauben, gesunken. Denn 1995 waren es ungefähr 5 Milliarden, jetzt sind es 7,5 Milliarden Schilling allein für die direkte AMS-Förderung. Dazu kommen die Investitionen auf dem Gebiete der Infrastruktur, und so geht es weiter. Wir können in all diesen Bereichen Erfolge vorweisen. (Abg. Mag. Stadler: Ist dieses Koalitionsangebot mit dem Bundeskanzler abgesprochen? Sie machen uns ein Koalitionsangebot? Ist das ernst gemeint?)
Abg. Dr. Haider: Jetzt kommt ihr in Bewegung! Ihr seid in Niederösterreich schon eingegangen!
Koalitionsangebote werde ich Ihnen nie machen, aber ich erkenne es an, wenn Dr. Haider hier den Bundeskanzler einmal ausnahmsweise richtig ins Gespräch bringt, auch wenn er den Brief nur halb vorgelesen hat. Den Rest hat dann Herr Staatssekretär Wittmann vorgelesen. (Abg. Dr. Haider: Jetzt kommt ihr in Bewegung! Ihr seid in Niederösterreich schon eingegangen!)
Abg. Gaugg: Das hören wir auch schon seit Jahren!
Das alles ist bisher gelungen. Es wird auch in Zukunft mehr Mittel für die aktive Arbeitsmarktförderung geben. (Abg. Gaugg: Das hören wir auch schon seit Jahren!) Und sie steigen von Jahr zu Jahr! Wenn Sie nur ein bißchen rechnen könnten! Beim Buchstabieren sind Sie ja relativ gut – auch wenn Ihr Buchstabieren nicht jedem gefällt –, aber beim Addieren müßten Sie vielleicht noch etwas dazulernen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das alles ist bisher gelungen. Es wird auch in Zukunft mehr Mittel für die aktive Arbeitsmarktförderung geben. (Abg. Gaugg: Das hören wir auch schon seit Jahren!) Und sie steigen von Jahr zu Jahr! Wenn Sie nur ein bißchen rechnen könnten! Beim Buchstabieren sind Sie ja relativ gut – auch wenn Ihr Buchstabieren nicht jedem gefällt –, aber beim Addieren müßten Sie vielleicht noch etwas dazulernen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: 5 Milliarden habt ihr bei den Pensionen abgezweigt!
1995 waren es 5 Milliarden, voriges Jahr 7,5 Milliarden Schilling – und da sagen Sie, es sei weniger – nur für die aktive Arbeitsmarktpolitik des AMS! (Abg. Dr. Haider: 5 Milliarden habt ihr bei den Pensionen abgezweigt!) Dazu kommen Wirtschaftsförderung, Infrastrukturausbau und
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Ich möchte Ihnen nochmals sagen: Wenn Sie wirklich eine gute Opposition werden wollen – und das wird ja Ihr Hauptziel sein ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Die Sache mit dem Kanzler werden Sie inzwischen ja selbst schon abgeschrieben haben. Das ist kein Arbeitsplatz für Sie, solche Qualifikationsmaßnahmen gäbe es nicht einmal im AMS! Wenn Sie dorthin gehen und sagen, Sie möchten Kanzler werden, werden Sie dort kein Programm finden: weder im Lehrlingsprogramm noch im Seniorenprogramm – und auch nicht dazwischen. (In Richtung des Abg. Dr. Haider:) Das wird sicher nicht drinnen sein, Herr Doktor! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
In Richtung des Abg. Dr. Haider:
Ich möchte Ihnen nochmals sagen: Wenn Sie wirklich eine gute Opposition werden wollen – und das wird ja Ihr Hauptziel sein ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Die Sache mit dem Kanzler werden Sie inzwischen ja selbst schon abgeschrieben haben. Das ist kein Arbeitsplatz für Sie, solche Qualifikationsmaßnahmen gäbe es nicht einmal im AMS! Wenn Sie dorthin gehen und sagen, Sie möchten Kanzler werden, werden Sie dort kein Programm finden: weder im Lehrlingsprogramm noch im Seniorenprogramm – und auch nicht dazwischen. (In Richtung des Abg. Dr. Haider:) Das wird sicher nicht drinnen sein, Herr Doktor! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich möchte Ihnen nochmals sagen: Wenn Sie wirklich eine gute Opposition werden wollen – und das wird ja Ihr Hauptziel sein ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Die Sache mit dem Kanzler werden Sie inzwischen ja selbst schon abgeschrieben haben. Das ist kein Arbeitsplatz für Sie, solche Qualifikationsmaßnahmen gäbe es nicht einmal im AMS! Wenn Sie dorthin gehen und sagen, Sie möchten Kanzler werden, werden Sie dort kein Programm finden: weder im Lehrlingsprogramm noch im Seniorenprogramm – und auch nicht dazwischen. (In Richtung des Abg. Dr. Haider:) Das wird sicher nicht drinnen sein, Herr Doktor! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Wer hat die Wahlen verloren?
Werden Sie eine gute Opposition! Verzichten Sie ein bißchen auf Ihr Ziel, der Geist zu sein, der stets verneint! (Abg. Dr. Haider: Wer hat die Wahlen verloren?) Wir jedenfalls werden mit allen positiven Kräften in der Politik und in der Wirtschaft intensivst weiter daran arbeiten, daß es nicht so viele Arbeitslose gibt wie heute – das ist auch unser Ziel –, sondern Vollbeschäftigung. Aber Vollbeschäftigung – im Gegensatz zu Ihrem Ziel – auf Arbeitsplätzen mit voller sozialer Sicherheit und mit Wohlstand! Das ist unser Ziel, und dazu wird auch der nationale Aktionsplan wesentlich beitragen. Herr Dr. Haider, alles Gute beim Lernen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Werden Sie eine gute Opposition! Verzichten Sie ein bißchen auf Ihr Ziel, der Geist zu sein, der stets verneint! (Abg. Dr. Haider: Wer hat die Wahlen verloren?) Wir jedenfalls werden mit allen positiven Kräften in der Politik und in der Wirtschaft intensivst weiter daran arbeiten, daß es nicht so viele Arbeitslose gibt wie heute – das ist auch unser Ziel –, sondern Vollbeschäftigung. Aber Vollbeschäftigung – im Gegensatz zu Ihrem Ziel – auf Arbeitsplätzen mit voller sozialer Sicherheit und mit Wohlstand! Das ist unser Ziel, und dazu wird auch der nationale Aktionsplan wesentlich beitragen. Herr Dr. Haider, alles Gute beim Lernen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Trinkl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die heutige Dringliche Anfrage der Freiheitlichen hat zwar keinen konkreten Vorschlag für die Verbesserung der Beschäftigungssituation gebracht, aber seien Sie beruhigt: Das haben wir auch nicht erwartet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie bietet uns aber Gelegenheit, aus unserer Sicht zum Thema "Beschäftigung in Österreich" Stellung zu nehmen. Sie versuchen, mit statistischen Kunstgriffen und Behauptungen Angst und Schrecken im Land zu verbreiten. Unsere Politik ... (Abg. Haigermoser – eine Broschüre in die Höhe haltend –: Nicht wir! Das ist deine Statistik! Von der Wirtschaftskammer!) Glaube nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast! Sie haben das heute hier vorgeführt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Deine Statistik! – Zwischenruf des Abg. Gaugg. )
Abg. Haigermoser – eine Broschüre in die Höhe haltend –: Nicht wir! Das ist deine Statistik! Von der Wirtschaftskammer!
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Trinkl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die heutige Dringliche Anfrage der Freiheitlichen hat zwar keinen konkreten Vorschlag für die Verbesserung der Beschäftigungssituation gebracht, aber seien Sie beruhigt: Das haben wir auch nicht erwartet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie bietet uns aber Gelegenheit, aus unserer Sicht zum Thema "Beschäftigung in Österreich" Stellung zu nehmen. Sie versuchen, mit statistischen Kunstgriffen und Behauptungen Angst und Schrecken im Land zu verbreiten. Unsere Politik ... (Abg. Haigermoser – eine Broschüre in die Höhe haltend –: Nicht wir! Das ist deine Statistik! Von der Wirtschaftskammer!) Glaube nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast! Sie haben das heute hier vorgeführt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Deine Statistik! – Zwischenruf des Abg. Gaugg. )
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Deine Statistik! – Zwischenruf des Abg. Gaugg.
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Trinkl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die heutige Dringliche Anfrage der Freiheitlichen hat zwar keinen konkreten Vorschlag für die Verbesserung der Beschäftigungssituation gebracht, aber seien Sie beruhigt: Das haben wir auch nicht erwartet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie bietet uns aber Gelegenheit, aus unserer Sicht zum Thema "Beschäftigung in Österreich" Stellung zu nehmen. Sie versuchen, mit statistischen Kunstgriffen und Behauptungen Angst und Schrecken im Land zu verbreiten. Unsere Politik ... (Abg. Haigermoser – eine Broschüre in die Höhe haltend –: Nicht wir! Das ist deine Statistik! Von der Wirtschaftskammer!) Glaube nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast! Sie haben das heute hier vorgeführt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Deine Statistik! – Zwischenruf des Abg. Gaugg. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll – in Richtung Freiheitliche –: Richtig lesen! – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.
Unsere Politik, die Politik der ÖVP, unterscheidet sich davon sehr deutlich. Wir können auf Daten und Fakten hinweisen, wir können auf richtige Entscheidungen in der Vergangenheit hinweisen. Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, hören Sie zu: Wir können auch auf offensive Konzepte für die Zukunft hinweisen. Das ist unsere Politik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll – in Richtung Freiheitliche –: Richtig lesen! – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Gaugg: Sie war "großartig", die Leistung!
Lassen Sie mich folgendes festhalten: Nur eine starke, wettbewerbsfähige Wirtschaft schafft Arbeitsplätze. Die Politik hat die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Wirtschaft dieser Aufgabe auch gerecht werden kann. (Abg. Gaugg: Sie war "großartig", die Leistung!) Darf ich nur in aller Bescheidenheit darauf hinweisen, daß das in der Vergangenheit, in den letzten Jahren recht gut gelungen ist. Herr Bundesminister außer Dienst Hums hat ja darauf hingewiesen. Wir können die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa verzeichnen. Wir haben die niedrigsten Arbeitslosenzahlen im Verhältnis zu allen anderen europäischen Staaten. (Abg. Gaugg: Hunderttausend Arbeitslose mehr!) Wir haben viele andere Indikatoren, um aufzuzeigen, daß diese Politik in der Vergangenheit gegriffen hat.
Abg. Gaugg: Hunderttausend Arbeitslose mehr!
Lassen Sie mich folgendes festhalten: Nur eine starke, wettbewerbsfähige Wirtschaft schafft Arbeitsplätze. Die Politik hat die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Wirtschaft dieser Aufgabe auch gerecht werden kann. (Abg. Gaugg: Sie war "großartig", die Leistung!) Darf ich nur in aller Bescheidenheit darauf hinweisen, daß das in der Vergangenheit, in den letzten Jahren recht gut gelungen ist. Herr Bundesminister außer Dienst Hums hat ja darauf hingewiesen. Wir können die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa verzeichnen. Wir haben die niedrigsten Arbeitslosenzahlen im Verhältnis zu allen anderen europäischen Staaten. (Abg. Gaugg: Hunderttausend Arbeitslose mehr!) Wir haben viele andere Indikatoren, um aufzuzeigen, daß diese Politik in der Vergangenheit gegriffen hat.
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir Menschen neue Arbeit bieten wollen, so müssen wir auch neue Beschäftigungs- und Tätigkeitsfelder erschließen. Ich möchte in diesem Zusammenhang an einen Vorschlag unseres Abgeordneten Dr. Rasinger erinnern, wonach sich besonders im sozialen Bereich viele Möglichkeiten ergeben. Man sollte diese Initiativen unterstützen. Ich möchte auch den Vorschlag von Angeordneten aus dem ÖAAB vor Augen führen, mit dem sie immer wieder dem Home Service zum Durchbruch verhelfen wollen. Wir sollten solche Modelle verfolgen und endlich aktiv werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Anfangen!
Wir von der Volkspartei vertreten die Devise: Arbeit schaffen, nicht Arbeitslosigkeit verwalten! Nur die permanente Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich bietet auch eine Garantie für Beschäftigung. Nur wettbewerbsfähige Betriebe schaffen Arbeitsplätze! Da gilt es tatsächlich, jene Standortnachteile zu beseitigen, die wir vielfach noch vorfinden: hohe Infrastrukturkosten, enorme Regulierungsdichte, mangelnde Flexibilität. Auch wenn es viele nicht mehr hören können: Es muß uns gelingen, die lohnabhängigen Kosten unter die Lupe zu nehmen und die Lohnnebenkosten zu senken. (Abg. Haigermoser: Anfangen!) Auf heiß umkämpften Exportmärkten ist es entscheidend, einen günstigen Preis zu bieten.
Beifall bei der ÖVP.
Wir wollen nicht die Löhne senken, das möchte ich in aller Deutlichkeit feststellen. Wir wollen, daß unsere Mitarbeiter viel verdienen, gut verdienen, weil sie mit ihrem Verdienst auch Nachfrage schaffen. Was wir wollen, ist, daß diese Menschen das Geld, das die Betriebe für sie ausgeben, auch tatsächlich für ihre Familien verwenden können. Ich darf auch auf das Familienpaket als eine wirtschaftsbelebende Maßnahme hinweisen, das, ausgelöst von Minister Bartenstein, 12 Milliarden Schilling den Familien und damit in den Konsum bringen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Und wie viele Unternehmungen sind aufgrund dieser Novelle gegründet worden?
Ein wichtiger Punkt, auf den ich hinweisen möchte, ist die Bedeutung von Unternehmensgründungen für den Wirtschaftsstandort Österreich. Schließlich bringt jede Unternehmensgründung im Durchschnitt drei bis vier neue Arbeitsplätze. Auch in diesem Bereich ist uns manches gelungen. Wir haben im Vorjahr die Gewerbeordnungsnovelle hier in diesem Haus beschlossen. (Abg. Haigermoser: Und wie viele Unternehmungen sind aufgrund dieser Novelle gegründet worden?)
Abg. Haigermoser: Bitte nicht mehr weiterreden! Deiner Familie zuliebe! Zu deinem eigenen Schutz!
Ich darf Ihnen dazu folgendes sagen: 1996: 12 101 Betriebsgründungen, plus 15 Prozent; 1997: 12 433 Betriebsgründungen, plus 2,7 Prozent. Und der Trend ist steigend, Herr Haigermoser. (Abg. Haigermoser: Bitte nicht mehr weiterreden! Deiner Familie zuliebe! Zu deinem eigenen Schutz!) Schaut euch die Statistik an, dann werdet ihr erkennen, daß ich recht habe. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf Ihnen dazu folgendes sagen: 1996: 12 101 Betriebsgründungen, plus 15 Prozent; 1997: 12 433 Betriebsgründungen, plus 2,7 Prozent. Und der Trend ist steigend, Herr Haigermoser. (Abg. Haigermoser: Bitte nicht mehr weiterreden! Deiner Familie zuliebe! Zu deinem eigenen Schutz!) Schaut euch die Statistik an, dann werdet ihr erkennen, daß ich recht habe. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Unsere Politik ist eine andere, und Sie werden sehen, daß wir mit dieser Politik im Interesse unseres Landes Erfolg haben werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Mein Vorredner, Herr Kollege Dr. Trinkl, hat fälschlicherweise behauptet, das vorliegende Familienpaket wäre durch eine Initiative von Familienminister Bartenstein in Gang gesetzt worden. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.) Das ist falsch!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Das war keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Dr. Schwimmer: Das war eine falsche Wertung, keine Berichtigung!
Ich berichtige: Beim vorliegenden Familienpaket, das gestern von Finanzminister Edlinger fälschlicherweise als "neue Familienförderung" bezeichnet wurde, handelt es sich lediglich um eine unzureichende Reparaturmaßnahme in Sachen Familienbesteuerung, die auf ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes zurückzuführen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Das war keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Dr. Schwimmer: Das war eine falsche Wertung, keine Berichtigung!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Wenn wir schon über Arbeitslosigkeit diskutieren – und die arbeitslosen Menschen in unserem Land haben es sich verdient, daß wir uns ernsthaft damit beschäftigen –, dann lassen wir doch dieses kleinliche parteipolitische Gezänk! Die Opposition glaubt, sie muß die Regierung ärgern, die Regierung zitiert Statistiken, die der Herr Staatssekretär nur vom "Blattl" herunterliest. Das ist doch wirklich nicht eine Debatte über Arbeitslosigkeit, die es wert ist, geführt zu werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Tichy-Schreder: Das ist ja nicht wahr!
Setzen Sie einmal Taten, dann haben Sie das Recht, die Freiheitlichen zu kritisieren! Aber Sie machen in Ihren politischen Aussendungen ganz genau dasselbe. Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist wirklich drückend, und die Freiheitlichen haben selbstverständlich recht, wenn sie sagen, daß wir nicht 230 000 Arbeitslose haben. Wir haben sie nur besser versteckt als andere Länder. Es gibt in Wirklichkeit 500 000 bis 600 000 Menschen in Österreich, die ohne Arbeit sind. Sie haben sie besser "geparkt", das gebe ich zu; sie haben sie besser in der Statistik versteckt. (Abg. Tichy-Schreder: Das ist ja nicht wahr!) Aber es sind 500 000 bis 600 000 Menschen in Österreich, die arbeiten möchten, aber als Frühpensionisten oder in diversen Schulungssystemen keine Arbeit finden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Setzen Sie einmal Taten, dann haben Sie das Recht, die Freiheitlichen zu kritisieren! Aber Sie machen in Ihren politischen Aussendungen ganz genau dasselbe. Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist wirklich drückend, und die Freiheitlichen haben selbstverständlich recht, wenn sie sagen, daß wir nicht 230 000 Arbeitslose haben. Wir haben sie nur besser versteckt als andere Länder. Es gibt in Wirklichkeit 500 000 bis 600 000 Menschen in Österreich, die ohne Arbeit sind. Sie haben sie besser "geparkt", das gebe ich zu; sie haben sie besser in der Statistik versteckt. (Abg. Tichy-Schreder: Das ist ja nicht wahr!) Aber es sind 500 000 bis 600 000 Menschen in Österreich, die arbeiten möchten, aber als Frühpensionisten oder in diversen Schulungssystemen keine Arbeit finden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Tichy-Schreder: Und Sie verweigern sich den Terminen!
Sie haben im Ausschuß eine Vielzahl von Anträgen von uns liegen. Die Frau Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses hat trotz meiner vielfachen Intervention diesen Unterausschuß des Wirtschaftsausschusses, den wir gemeinsam mit dem Unterrichtsausschuß tagen lassen wollten, nicht einmal noch konstituiert! Das ist das Thema, Frau Tichy-Schreder: Sie verweigern sich der Debatte über die Lehrlingsreform! Das ist das wirkliche Thema! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Tichy-Schreder: Und Sie verweigern sich den Terminen!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Fangen wir doch zumindest mit dem Wirtschaftsausschuß am 31. März an, und diskutieren wir das! Der Unterausschuß ist nicht einberufen worden, er hat nicht diskutiert, er hat nicht auf Vorschläge, die die Opposition gemacht hat, reagiert. Wenn Ihnen die Vorschläge der Opposition betreffend die Lehrlingsproblematik nicht passen, dann bringen Sie selbst welche ein! Dazu zu schweigen, sie totzuschweigen, keine Diskussion zuzulassen, das ist offensichtlich Ihre Art, mit diesem Problem umzugehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Noch einige Worte zur Frage der Osterweiterung. Es ist natürlich der Freiheitlichen Partei und derem Bundesparteiobmann Jörg Haider vorbehalten, zuerst gegen die Europäische Union zu sein, dann gegen den Euro zu sein und selbstverständlicherweise jetzt gegen die Ostöffnung zu sein. Das ist ja klar, das ist wie bei einer Perlenkette, wo sich eine Perle an die andere reiht: Wir werden schon noch ein paar Österreicher finden, die uns das glauben und deren Ängste wir schüren können. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Also gehen wir doch her, und fangen wir jetzt an, die Osterweiterung in Österreich selbst vorzubereiten, damit dieses Jahrhundertwerk in Europa vollendet werden kann! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Böhacker: Das ist eine Ankündigung und keine Berichtigung!
Abgeordnete Ingrid Tichy-Schreder (ÖVP): Herr Abgeordneter Mag. Peter! Am 31. März, am kommenden Dienstag, haben wir eine Sitzung des Wirtschaftsausschusses. Im Anschluß daran sollte der Unterausschuß, der sich mit allen Lehrlingsfragen beschäftigt, konstituiert werden. (Abg. Böhacker: Das ist eine Ankündigung und keine Berichtigung!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Das stimmt aber wirklich nicht! Das ist unrichtig! – Abg. Dr. Graf: Das war keine tatsächliche Berichtigung!
Ich berichtige tatsächlich, Herr Abgeordneter Peter: Dieser Unterausschuß konnte deshalb nicht stattfinden, weil unter anderem auch das Liberale Forum diesen Termin abgelehnt hat. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Das stimmt aber wirklich nicht! Das ist unrichtig! – Abg. Dr. Graf: Das war keine tatsächliche Berichtigung!)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Haigermoser in Richtung ÖVP.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Weiterer Zwischenruf des Abg. Haigermoser in Richtung ÖVP.) Das Thema Arbeitslosigkeit, Herr Haigermoser, hätte sich auch von Ihrer Seite etwas mehr Aufmerksamkeit verdient. Ich denke, die Dringliche Anfrage der Freiheitlichen leidet an einem, allerdings nicht geringen Mangel: Es ist in Ihrer Anfrage nicht erkennbar, worauf Sie sich genau beziehen. Da ist alles drinnen: von der Osterweiterung über die Jugendlichen bis zu den älteren Arbeitslosen. Es fehlt nur noch die Kriminalität. – Das ist das Problem, Herr Kollege Haigermoser. Ich hoffe, Sie nehmen das Thema ernst. (Abg. Haigermoser: Vernetztes Denken!)
Abg. Haigermoser: Vernetztes Denken!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Weiterer Zwischenruf des Abg. Haigermoser in Richtung ÖVP.) Das Thema Arbeitslosigkeit, Herr Haigermoser, hätte sich auch von Ihrer Seite etwas mehr Aufmerksamkeit verdient. Ich denke, die Dringliche Anfrage der Freiheitlichen leidet an einem, allerdings nicht geringen Mangel: Es ist in Ihrer Anfrage nicht erkennbar, worauf Sie sich genau beziehen. Da ist alles drinnen: von der Osterweiterung über die Jugendlichen bis zu den älteren Arbeitslosen. Es fehlt nur noch die Kriminalität. – Das ist das Problem, Herr Kollege Haigermoser. Ich hoffe, Sie nehmen das Thema ernst. (Abg. Haigermoser: Vernetztes Denken!)
Abg Dr. Khol: Also, Ruhmesblätter heftet man sich an die Schläfe, nicht an die Schulter!
Meine Damen und Herren! Sie haben sich wirklich nicht viel an Ruhmesblättern auf die Schulter zu heften. Nein, es ist nicht so. (Abg Dr. Khol: Also, Ruhmesblätter heftet man sich an die Schläfe, nicht an die Schulter!) Sie können von Glück reden, daß wir in Österreich in den letzten Jahren von einem relativ niedrigen Sockel an Arbeitslosigkeit ausgegangen sind, aber Sie haben es nicht geschafft, diesen Sockel abzubauen. Sie werden das mit jenen Maßnahmen, die Sie in den letzten Jahren eingesetzt haben, auch nicht erreichen.
Zwischenruf bei der SPÖ.
Faktum ist auch, daß die Inanspruchnahme von Milliardenbeträgen aus AMS-Mitteln zur Förderung von Lehrstellen zu einem Wildwuchs an Förderungen geführt hat. Die Gewinner waren jene Betriebe, die gewartet hatten, bis die Regierung in Panik verfallen war und die dann – eben sehr spät – junge Leute eingestellt haben, um diese Förderung zu lukrieren. Diese Vorgangsweise ist meiner Meinung nach insofern ungerecht, als diejenigen, die mit der Beschäftigung von Lehrlingen am längsten zugewartet haben, den größten Vorteil, eben diese Förderung lukrieren konnten; die andern eben nicht. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin! 20 000 S pro Lehrstelle und Monat wurden bezahlt! Mehr als 2 Milliarden Schilling hat die Lehrlingsoffensive der Bundesregierung gekostet. Das ist ein fahrlässiger Umgang mit österreichischem Steuergeld! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Ich bin ganz zerknirscht!
Ich habe aber Verständnis, Herr Gaugg, daß Sie Probleme mit den Funktionen von Gewerkschaftsvorsitzenden haben (Abg. Mag. Stadler: Ich bin ganz zerknirscht!), wo Sie doch als Vorsitzender einer Gewerkschaftsbewegung Schnorrbriefe an Unternehmer schreiben, obwohl diese Gewerkschaft noch gar nicht vorhanden ist, weshalb Sie auch nicht ihr Vorsitzender sein können. Also: Bleiben wir bei der Wahrheit! Schnorrbriefe an Unternehmer zu schreiben und dann hier für die Arbeitnehmer Partei zu ergreifen, zeigt ein Sittenbild, das sehr deutlich in Richtung "einmal so und einmal so" ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Ihr kommt ja auch mit den "Kinderfreunden" vorbei! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Ihr kommt ja auch mit den "Kinderfreunden" vorbei! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich habe aber Verständnis, Herr Gaugg, daß Sie Probleme mit den Funktionen von Gewerkschaftsvorsitzenden haben (Abg. Mag. Stadler: Ich bin ganz zerknirscht!), wo Sie doch als Vorsitzender einer Gewerkschaftsbewegung Schnorrbriefe an Unternehmer schreiben, obwohl diese Gewerkschaft noch gar nicht vorhanden ist, weshalb Sie auch nicht ihr Vorsitzender sein können. Also: Bleiben wir bei der Wahrheit! Schnorrbriefe an Unternehmer zu schreiben und dann hier für die Arbeitnehmer Partei zu ergreifen, zeigt ein Sittenbild, das sehr deutlich in Richtung "einmal so und einmal so" ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Ihr kommt ja auch mit den "Kinderfreunden" vorbei! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber Ehre, wem Ehre gebührt, Herr Gaugg. Ich möchte einem Satz, den Sie in Ihrer Rede gebracht haben, vollinhaltlich zustimmen. Sie haben nämlich gesagt: "I man, i tram!". Herr Kollege Gaugg, damit haben Sie wohl recht gehabt. Ihr Redebeitrag war einfach eine "Traumrede". – Hochachtung, das bringt von uns niemand zusammen! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Nürnberger und Haigermoser.
Sehr verehrte Damen und Herren! Die Vorschläge der Freiheitlichen sind einmal so und einmal so. Ich zitiere beispielsweise aus einer Aussendung zur Entlohnung der Lehrlinge, die sich in einem Papier der Freiheitlichen vom 15. März 1997 findet. Darin wird eine Erhöhung der Lehrlingsentschädigung verlangt, so auch jetzt im Antrag. Die Senkung der kollektivvertraglichen Löhne und auch der Lehrlingsentschädigungen wurden von derselben Freiheitlichen Partei noch im Dezember 1994 verlangt. – Also, man weiß nicht so recht, was Sie wirklich wollen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Nürnberger und Haigermoser. ) – Für Ihren Zwischenruf, Herr Haigermoser, bin ich sehr dankbar, denn der nächste, auf den ich zu sprechen komme, sind nämlich Sie!
Abg. Haigermoser: Wer gehört gestrichen?
Sie haben am 26. Jänner 1995 gemeint, der Arbeitnehmerschutz gehöre ersatzlos gestrichen. (Abg. Haigermoser: Wer gehört gestrichen?) Der Arbeitnehmerschutz. Das haben Sie am 26. Jänner 1995 verlangt. Jetzt sagen Sie in Ihrem Antrag: Man muß ihn überdenken, man muß ihn vielleicht sogar noch verbessern, jedenfalls gehört er aktualisiert. – Das steht in Ihrer Aussendung vom 15. März 1997. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Also, was ist jetzt? Gehört er abgeschafft oder aktualisiert? Gehört er verbessert oder verschlechtert? – Bei Ihnen kennt man sich überhaupt nicht aus. Die Politik, die Vorschläge der Freiheitlichen sind nicht berechenbar, sie sind schlichtweg unberechenbar! (Abg. Haigermoser: Das haben wir in Niederösterreich gesehen, wer mit seinen Vorschlägen ankommt!)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Sie haben am 26. Jänner 1995 gemeint, der Arbeitnehmerschutz gehöre ersatzlos gestrichen. (Abg. Haigermoser: Wer gehört gestrichen?) Der Arbeitnehmerschutz. Das haben Sie am 26. Jänner 1995 verlangt. Jetzt sagen Sie in Ihrem Antrag: Man muß ihn überdenken, man muß ihn vielleicht sogar noch verbessern, jedenfalls gehört er aktualisiert. – Das steht in Ihrer Aussendung vom 15. März 1997. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Also, was ist jetzt? Gehört er abgeschafft oder aktualisiert? Gehört er verbessert oder verschlechtert? – Bei Ihnen kennt man sich überhaupt nicht aus. Die Politik, die Vorschläge der Freiheitlichen sind nicht berechenbar, sie sind schlichtweg unberechenbar! (Abg. Haigermoser: Das haben wir in Niederösterreich gesehen, wer mit seinen Vorschlägen ankommt!)
Abg. Haigermoser: Das haben wir in Niederösterreich gesehen, wer mit seinen Vorschlägen ankommt!
Sie haben am 26. Jänner 1995 gemeint, der Arbeitnehmerschutz gehöre ersatzlos gestrichen. (Abg. Haigermoser: Wer gehört gestrichen?) Der Arbeitnehmerschutz. Das haben Sie am 26. Jänner 1995 verlangt. Jetzt sagen Sie in Ihrem Antrag: Man muß ihn überdenken, man muß ihn vielleicht sogar noch verbessern, jedenfalls gehört er aktualisiert. – Das steht in Ihrer Aussendung vom 15. März 1997. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Also, was ist jetzt? Gehört er abgeschafft oder aktualisiert? Gehört er verbessert oder verschlechtert? – Bei Ihnen kennt man sich überhaupt nicht aus. Die Politik, die Vorschläge der Freiheitlichen sind nicht berechenbar, sie sind schlichtweg unberechenbar! (Abg. Haigermoser: Das haben wir in Niederösterreich gesehen, wer mit seinen Vorschlägen ankommt!)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Um ein letztes Beispiel zu nennen: In der Dringlichen Anfrage wird auch von einem "Wildwuchs an Förderungen" gesprochen. Ich gebe gerne zu: Auch wir sind über die Entwicklung der Förderungen nicht glücklich. Der Herr Staatssekretär hat schon darauf hingewiesen, daß es diesbezüglich im heurigen Jahr zu Veränderungen kommen wird. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Haigermoser: Derselbe Humor wie immer! Da muß man ja ins Kellerstüberl gehen zum Lachen!
Wie schaut der Vorschlag der Freiheitlichen zur Förderung der Lehrbetriebe eigentlich aus? – Der Vorschlag der Freiheitlichen ist in Wirklichkeit schon wieder anders als der Antrag, den sie gerade zitiert haben. Beispielsweise hat Herr Generalsekretär Westenthaler in einer Sitzung des Wiener Gemeinderates die Förderung aller Lehrbetriebe in Österreich verlangt. Abgesehen davon, daß wir das sicher nicht finanzieren können, zeigt das, wie oberflächlich die Freiheitlichen mit diesem Thema umgehen. Ich sehe schon Herrn Generalsekretär Westenthaler als Gärtnerlehrling in blauen Gummistiefeln: Er geht mit einer Gießkanne in jeder Hand herum und läßt jedem Lehrbetrieb Förderungen zukommen. (Abg. Haigermoser: Derselbe Humor wie immer! Da muß man ja ins Kellerstüberl gehen zum Lachen!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Gaugg! Faktum ist, daß sich die Politik der Bundesregierung, von der Sie behaupten, daß sie lehrplatzvernichtend ist, als lehrplatzfördernd erwiesen hat. Im vergangenen Jahr konnten Gott sei Dank mehr Lehrverträge abgeschlossen werden als im Jahr davor; es waren leider nur 3 096 mehr als im Jahr davor, aber jedenfalls deutlich mehr. Ich bin überzeugt davon, daß wir auf diesem Weg gemeinsam mit unserem Regierungspartner weiterkommen werden, und bin zuversichtlich, daß wir die Probleme auch in diesem Jahr meistern werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Gaugg hat aufgefordert, man solle in dieser Debatte Hoffnung und Zuversicht signalisieren. Herr Kollege Gaugg! Ich habe in Ihren Ausführungen keinen Ansatz von Hoffnung, von Zuversicht bemerkt, sondern sie waren von Desorientierung und Angstmacherei geprägt. Und damit können wir uns nicht identifizieren! (Beifall bei der ÖVP.) Hätten Sie doch wenigstens einen Vorschlag gebracht dahin gehend, was Sie in bezug auf Beschäftigungspolitik vorhaben!
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf in diesem Zusammenhang nur der Ordnung halber darauf aufmerksam machen, daß die duale Ausbildung in unserem Land eine Säule für die Qualität der Facharbeiter darstellt. Die duale Ausbildung wird international, weltweit, als erfolgreiches Modell gesehen, und unsere Lehrlinge erringen immer wieder internationale Preise. (Beifall bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren! Österreich ist aufgrund dieses Facharbeiterpotentials ein guter Standort für Betriebsansiedlungen.
Beifall bei der ÖVP.
Unser Appell und unser gemeinsames Anliegen, geschätzte Damen und Herren, muß es sein – und das ist es auch für die Österreichische Volkspartei –, es jedem Jugendlichen, jedem Schulabgänger zu ermöglichen, einen Arbeitsplatz, einen Ausbildungsplatz in diesem Land zu erhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben im vergangenen Jahr einen finanziellen Kraftakt gemacht. Aber nicht nur finanziell ist etwas geschehen, sondern wir haben auch bürokratische Hürden entfernt und es den Betrieben leichter gemacht. Und die Betriebe waren bereit, der Jugend ein gewaltiges Mehr an Arbeitsplätzen zur Verfügung zu stellen, und zwar auch die öffentliche Hand bis hin zum Bundesheer, das ebenfalls mehr Lehrlinge eingestellt hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gredler: Das ist nicht seriös?! – Abg. Dr. Khol: Nicht bei einer Dringlichen!
Da heute in dieser allgemeinen Diskussion über Arbeitsplätze, über Jugendbeschäftigung gesprochen wird, möchte ich darauf hinweisen, daß es nicht besonders seriös ist, wenn Frau Kollegin Gredler als nächste Rednerin hier einen Entschließungsantrag einbringen wird, der sich mit der Osterweiterung befaßt. (Abg. Dr. Gredler: Das ist nicht seriös?! – Abg. Dr. Khol: Nicht bei einer Dringlichen!)
Abg. Dr. Gredler: Das kann man jederzeit diskutieren!
Frau Kollegin! Ich meine, daß es seriöser wäre, einen Selbständigen Antrag einzubringen, damit man das auf einer möglichst breiten Basis diskutieren kann. (Abg. Dr. Gredler: Das kann man jederzeit diskutieren!) Das Thema ist zu wichtig, es sollte nicht einfach im Schnellschußverfahren mit einem Entschließungsantrag hier abgefertigt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Kollegin! Ich meine, daß es seriöser wäre, einen Selbständigen Antrag einzubringen, damit man das auf einer möglichst breiten Basis diskutieren kann. (Abg. Dr. Gredler: Das kann man jederzeit diskutieren!) Das Thema ist zu wichtig, es sollte nicht einfach im Schnellschußverfahren mit einem Entschließungsantrag hier abgefertigt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Dabei kommt es auch auf den Zeitfaktor an, weil die jungen Leute, die aus der Pflichtschule kommen, jetzt schon anfragen, wie und wo sie Lehrstellen bekommen, um sich weiterbilden und einen Beruf erlernen zu können. Und in diesem Zusammenhang darf ich schon an die Sozialdemokraten das Ersuchen richten, nicht zu verschieben, nicht zu verzögern, keine Zeit zu verlieren, sondern schon in den nächsten Monaten, spätestens im Mai, mit uns die wichtigsten Regulierungen zu beschließen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Ich darf Ihnen die wesentlichsten Maßnahmen des ÖAAB und der Österreichischen Volkspartei zur Beschäftigung der Jugend darlegen: Es muß zu einer verstärkten Gründerwelle kommen! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Wir brauchen die Startjobs – auch wenn du nicht damit einverstanden bist, Kollege Haigermoser, ist das notwendig; aber du wirst noch draufkommen –, die für drei Monate bis zwei Jahre jenen Abgängern aus höheren Schulen zur Verfügung stehen sollten, die das Problem haben, allein mit der theoretischen Ausbildung keinen Arbeitsplatz zu finden.
Abg. Haigermoser: Was ist jetzt?! Noch einmal! Das ist ja wirr!
Zur Lehrlingsoffensive ist es notwendig, die Lehrlingsentschädigung für das erste Berufsschuljahr der Wirtschaft zur Verfügung zu stellen und später einen Qualifikationsfreibetrag einzuführen. (Abg. Haigermoser: Was ist jetzt?! Noch einmal! Das ist ja wirr!)
Beifall bei der ÖVP
Ein wichtiges Element ist, daß nun die Jugendlichen ab 16 Jahre im Fremdenverkehr und in der Gastronomie bis 23 Uhr arbeiten können (Beifall bei der ÖVP) und daß die Verhältniszahlen im Berufsausbildungsgesetz gesenkt werden.
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Es kann nicht so sein, daß wir uns ausschließlich auf finanzielle Förderungen stützen. Es kann nur in einem Jahr möglich sein, daß von den Gemeinden über die Länder bis zum Bund und zum Arbeitsmarktservice finanzielle Mittel in diesem Ausmaß zur Verfügung gestellt werden, ein Ausmaß wie zum Beispiel bei Siemens Fohnsdorf, meine Damen und Herren, wo 34 Millionen Schilling Förderung für 20 Lehrlinge zur Verfügung gestellt werden. Das ist ein Mißverhältnis, das sicher nicht aufrechtzuerhalten ist! (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Anliegen der Volkspartei ist es, Beschäftigung, Ausbildung und Arbeit für die Jugend sicherzustellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kiss ist im Begriff, den Sitzungssaal verlassen.
Abgeordnete Dr. Martina Gredler (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Kiss – ist er hier? (Abg. Kiss ist im Begriff, den Sitzungssaal verlassen.) – Bitte bleiben Sie hier, Sie sind der erste, den ich ansprechen möchte.
Abg. Kiss und Abg. Dr. Khol: Um 6 Uhr früh!
Ich habe Ihre heutige Presseaussendung gelesen, in der Sie über einen Besuch an der EU-Außengrenze berichtet haben. Das müssen Sie vor 9 Uhr gemacht haben. (Abg. Kiss und Abg. Dr. Khol: Um 6 Uhr früh!) – Sie sind sozusagen ein "early bird"! – Sie sind dort offenbar von der organisierten Kriminalität erschreckt worden, anders kann ich mir Ihre Presseaussendung nicht erklären. Darin heißt es – ich darf zitieren –:
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich muß sagen: Die organisierte Kriminalität bedroht uns mit und ohne EU! Sind wir uns darin einig? (Beifall beim Liberalen Forum.) Ich meine, die EU wird die Situation vielleicht verbessern, aber sicher nicht verschlechtern!
Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Was ich gar nicht verstehe, ist, daß ausgerechnet der Wirtschaftssprecher der FPÖ, Thomas Prinzhorn, in einer Presseaussendung vom 2. März erklärt hat, daß er die Osterweiterung als völlig entbehrlich ansieht. Meiner Information nach besitzt Herr Prinzhorn in Ungarn Firmen, und diese gehen gar nicht schlecht! Die Arbeit der Ungarn schätzt er außerordentlich, zumindest scheint er dadurch nicht gerade in die Armut zu schlittern. Ich verstehe also nicht, warum gerade er sich gegen die Osterweiterung wehrt, obwohl er genau weiß, daß das ein interessanter Markt ist! Das ist mir völlig unerklärlich. (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich wünsche mir, daß wir sie mit offenen Armen empfangen und daß wir bereit sind, mit ihnen ein gemeinsames Europa zu bauen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Silhavy: Sagen Sie das der Wirtschaft, Frau Kollegin Haller!
Anläßlich des Frauentages hat ein Wissenschaftler, und zwar Hans Peter Martin, gesagt, daß aufgrund dieser Fakten ein gnadenloser Wettbewerb um die verbleibenden Jobs stattfindet. Und das ist einfach die Realität. Er sagte auch, daß die Frauen die "Ossis" auf dem Arbeitsmarkt in Österreich seien. (Abg. Silhavy: Sagen Sie das der Wirtschaft, Frau Kollegin Haller!) – Nein, ich sage das der Politik, denn die Politik schafft die Rahmenbedingungen, die es der Wirtschaft nicht ermöglichen, zu reagieren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) – Frau Kollegin, Sie können dann hier reden, wenn Sie wollen!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Anläßlich des Frauentages hat ein Wissenschaftler, und zwar Hans Peter Martin, gesagt, daß aufgrund dieser Fakten ein gnadenloser Wettbewerb um die verbleibenden Jobs stattfindet. Und das ist einfach die Realität. Er sagte auch, daß die Frauen die "Ossis" auf dem Arbeitsmarkt in Österreich seien. (Abg. Silhavy: Sagen Sie das der Wirtschaft, Frau Kollegin Haller!) – Nein, ich sage das der Politik, denn die Politik schafft die Rahmenbedingungen, die es der Wirtschaft nicht ermöglichen, zu reagieren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) – Frau Kollegin, Sie können dann hier reden, wenn Sie wollen!
Abg. Silhavy: Mit welchem Recht stellen Sie sich herunter und reden über Frauenpolitik? Sie haben gegen alles gestimmt, was für Frauen geschaffen wurde, Frau Kollegin Haller!
98 Prozent der Vollerwerbsarbeitsplätze in den letzten zehn Jahren sind für Männer geschaffen worden. Verantwortlich für die Zuspitzung der Probleme ist nach unserem Dafürhalten nicht nur eine Blockade der Durchführung von notwendigen sozialpolitischen Reformen, und zwar nicht nur für Frauen. Es ist schon sehr eigenartig, verwunderlich und auch nicht ehrlich, wenn der Bundeskanzler auf der anderen Seite das Frauen-Volksbegehren, das derzeit beraten wird, unterstützt. Ich finde es sehr traurig, daß es ein Expertenhearing und sechs Unterausschußsitzungen gegeben hat, aber bis heute effiziente Lösungen de facto nicht in Sicht sind. (Abg. Silhavy: Mit welchem Recht stellen Sie sich herunter und reden über Frauenpolitik? Sie haben gegen alles gestimmt, was für Frauen geschaffen wurde, Frau Kollegin Haller!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist auch sehr bezeichnend, Frau Kollegin, wenn die Expertin der Arbeiterkammer Oberösterreich, mit der Sie sich ja recht gut stehen müßten, als besten Lösungsansatz die steuerliche Entlastung von Einkommen und Betrieben einfordert. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das kommt mir als Freiheitlicher sehr bekannt vor.
Zwischenruf der Abg. Silhavy
Ich finde Sie und Ihre Vorgangsweise einfach verantwortungslos und werde darin bestätigt (Zwischenruf der Abg. Silhavy ) – Sie können noch so schreien, ich bin lauter (Abg. Silhavy: Das ist das einzige, was Sie sind!) – durch eine Aussage des Leiters eines steirischen Arbeitsmarktservicebüros, nachzulesen in der "Kleinen Zeitung" vom 11. 2. Er hat in seinem Bereich eine Steigerung der Frauenarbeitslosigkeit zwischen 15 und 25 Prozent zu verzeichnen und meint, längerfristig werde es noch schwieriger werden. Er ortet allgemein eine Situation, in der es insgesamt noch schwieriger werden wird, unter dem Stichwort "Südostöffnung". Wortwörtlich sagt er: "Darauf sind wir nicht vorbereitet, und das trifft vorwiegend Klein- und Mittelbetriebe."
Abg. Silhavy: Das ist das einzige, was Sie sind!
Ich finde Sie und Ihre Vorgangsweise einfach verantwortungslos und werde darin bestätigt (Zwischenruf der Abg. Silhavy ) – Sie können noch so schreien, ich bin lauter (Abg. Silhavy: Das ist das einzige, was Sie sind!) – durch eine Aussage des Leiters eines steirischen Arbeitsmarktservicebüros, nachzulesen in der "Kleinen Zeitung" vom 11. 2. Er hat in seinem Bereich eine Steigerung der Frauenarbeitslosigkeit zwischen 15 und 25 Prozent zu verzeichnen und meint, längerfristig werde es noch schwieriger werden. Er ortet allgemein eine Situation, in der es insgesamt noch schwieriger werden wird, unter dem Stichwort "Südostöffnung". Wortwörtlich sagt er: "Darauf sind wir nicht vorbereitet, und das trifft vorwiegend Klein- und Mittelbetriebe."
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Haller.
Abgeordnete Brigitte Tegischer (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Frau Kollegin Haller! Wir haben versucht, eine Reihe von Maßnahmen hier im Haus zu beschließen. Sie haben bei keiner einzigen Maßnahme mitgestimmt. Das muß ich hier einmal klarstellen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Haller. ) Wenn Sie sagen, daß die Politik die Rahmenbedingungen vorgibt, dann ist das wahr, aber Sie müssen diese auch mit bestimmen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Neue Steuern!
Ich habe schon in meiner Rede im März 1997 darauf hingewiesen, daß zur Finanzierung der Ausbildung von Jugendlichen ein Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nichtausbildenden Betrieben eine realistische Möglichkeit wäre. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Neue Steuern!) Diese Möglichkeit ist im erwähnten Antrag als Forderung an die Regierungsmitglieder herangetragen, aber bis jetzt nicht umgesetzt worden. Da die Wirtschaft aber diesem Antrag zugestimmt hat, wäre es jetzt an der Zeit, eine eindeutige Willensbekundung dazu auszudrücken.
Zwischenruf des Abg. Meisinger.
Ich möchte hier erwähnen, daß sehr viele Lehrlingsanwärter auf die hohe Drop-out-Rate in den höherbildenden Schulen zurückzuführen sind. Im HTL-Bereich etwa sind es 70 Prozent. Es ist daher wichtig ist, daß wir das Schulsystem modulartig gestalten. (Zwischenruf des Abg. Meisinger. ) Höherbildende Schulen gehören vernetzt, wobei darauf zu achten ist, daß lernschwache und sozial benachteiligte Jugendliche nicht durch den Rost fallen beziehungsweise daß sie Sonderausbildungsformen in Anspruch nehmen können. Ich sehe die Teillehre nicht unbedingt als das Mittel dafür an, diesen Jugendlichen eine Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt zu ersparen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte hier erwähnen, daß sehr viele Lehrlingsanwärter auf die hohe Drop-out-Rate in den höherbildenden Schulen zurückzuführen sind. Im HTL-Bereich etwa sind es 70 Prozent. Es ist daher wichtig ist, daß wir das Schulsystem modulartig gestalten. (Zwischenruf des Abg. Meisinger. ) Höherbildende Schulen gehören vernetzt, wobei darauf zu achten ist, daß lernschwache und sozial benachteiligte Jugendliche nicht durch den Rost fallen beziehungsweise daß sie Sonderausbildungsformen in Anspruch nehmen können. Ich sehe die Teillehre nicht unbedingt als das Mittel dafür an, diesen Jugendlichen eine Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt zu ersparen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Haller.
Hauptziel meiner Fraktion und, wie ich vermute, auch einiger anderer ist die Beseitigung von Arbeitslosigkeit und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Dafür werden wir weiterhin unsere ganze Kraft einsetzen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Haller. )
Abg. Meisinger: Die brauchen Sie nur zu lesen!
Es wäre dringend angebracht, daß auch die Opposition, im speziellen die FPÖ, konstruktive Vorschläge macht (Abg. Meisinger: Die brauchen Sie nur zu lesen!) und sich ihr Beitrag nicht nur im Stellen von Dringlichen Anfragen erschöpft. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es wäre dringend angebracht, daß auch die Opposition, im speziellen die FPÖ, konstruktive Vorschläge macht (Abg. Meisinger: Die brauchen Sie nur zu lesen!) und sich ihr Beitrag nicht nur im Stellen von Dringlichen Anfragen erschöpft. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Kolleginnen und Kollegen! Das Problem, das wir bei den Dringlichen Anfragen der Freiheitlichen haben, ist, daß sie immer ein Potpourri sind. Sie sollten sich einmal im vorhinein einigen, worüber wir eigentlich diskutieren sollen. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Ich halte alle von Ihnen angeschnittenen Themen für wichtig und vordringlich. Ich halte die Frage der ständig steigenden Arbeitslosigkeit für sehr wichtig. Ich halte die Frage der Osterweiterung für außerordentlich wichtig und würdig, hier einmal in aller Ausführlichkeit diskutiert zu werden. Ich erachte aber auch die Frage der Lehrlingsoffensive und der Konkurrenz, die jetzt im AMS-Bereich entsteht, für sehr, sehr wichtig. Das allein zum Beispiel würde meiner Meinung nach für eine Dringliche ausreichend sein.
Beifall bei den Grünen.
Sie sprechen in Ihrer Anfrage auch die Sozial- und Umweltstandards an. Wenn das stimmt, was Kollegin Gredler in bezug auf Kollegen Prinzhorn hier aufgezeigt hat, nämlich daß er Betriebe in Ungarn und in anderen osteuropäischen Ländern hat beziehungsweise an welchen beteiligt ist und davon profitiert, daß es noch keine EU-Osterweiterung gibt, daß er auch davon profitiert, daß es in diesen Ländern eigentlich keine geregelten Sozial- und Umweltstandards gibt, daß die Arbeitskräfte dort nach wie vor billiger sind als bei uns, daß es keine Steuerharmonisierung gibt, die Sie in Ihren Debattenbeiträgen hier verlangen, dann ist die Antwort ganz klar, und sie kann nur lauten: Das Ganze, das Sie hier heute geboten haben, ist äußerst widersprüchlich! (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen
Es besteht jetzt schon die Gefahr (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) – ich bin schon beim letzten Satz –, daß das Lohnniveau sinkt.
Beifall bei den Grünen.
Wir werden dem Antrag der Freiheitlichen nicht zustimmen, weil er unserer Meinung nach eine Selbstverständlichkeit darstellt und genau jene Rahmenbedingungen nicht enthält, die unserer Meinung nach wichtig sind. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ein klares Wort: Wir sind gegen die EU-Osterweiterung, und zwar aus gutem Grund. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Trinkl: 1993?
Meine Damen und Herren! "Potz Blitz!" könnte man sagen zu all den Berichten, die Sie uns ins Haus geliefert haben: Daten betreffend die Lehrlingsausbildung, Enquete 1993 et cetera, alles nur gute Ergebnisse. (Abg. Dr. Trinkl: 1993?) 1993! – Wo sind sie umgesetzt worden? Alle Projekte sind in der Schublade verschwunden.
Abg. Wabl: Schon wieder!
Das rote "Lehrlingstelephon" des Herrn Klima im vergangenen Jahr war der Rohrkrepierer par excellence. Der Berg kreißte und eine Spitzmaus ward geboren, meine Damen und Herren! Mehr als 3 000 Lehrlinge sind auf der Straße geblieben. Dann haben Sie schnell staatliche Lehrwerksstätten eingeführt. Aber der Wirtschaftsausschuß ist säumig gewesen. Frau Kollegin Tichy-Schreder! Sie haben heute bewußt die Unwahrheit gesagt. (Abg. Wabl: Schon wieder!) Wir von den Oppositionsparteien – auch Helmut Peter – haben verlangt, daß wir noch im alten Jahr mit den Beratungen beginnen. Sie haben gesagt: Sofort nach den Feiertagen – bitte
Abg.Tichy-Schreder: Ein schlechtes Gewissen? Das können Sie nicht wissen!
Sie haben die Dinge verschleppt, Sie vernebeln, Sie kehren die Dinge unter den Teppich, weil Sie sich in dieser Koalition nicht einig werden. Die Sozialpartner spielen Pingpong, meine Damen und Herren, und lösen kein einziges Problem. Das ist die Wahrheit, Frau Tichy-Schreder, und Sie haben ein schlechtes Gewissen. (Abg.Tichy-Schreder: Ein schlechtes Gewissen? Das können Sie nicht wissen!) Ich weiß es. Aber das hilft den Lehrlingen nicht, meine Damen und Herren!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Wittmann! Wenn Sie dann endlich einmal die Ergebnisse der Landtagswahlen in Niederösterreich sehr genau analysiert haben, wie es Herr Klima formuliert hat, dann kommen Sie vielleicht zu der Erkenntnis, daß auch Ihre Politik – Ihre Lehrlingspolitik, Ihre Arbeitsmarktpolitik – dafür verantwortlich ist, daß Ihnen die Wähler in Niederösterreich in Scharen davongelaufen sind. Es ist nicht meine Aufgabe, mir Ihren Kopf zu zerbrechen, aber im Dienste der arbeitenden Bevölkerung, der Betriebe wäre es notwendig, daß Sie nachzudenken begännen und sich fragten, ob die Politik, die Sie machen, nicht doch falsch ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Trinkl schüttelt verneinend den Kopf.
Unzufrieden, heißt es weiter, sind die Betriebe mit der Lehrlingsoffensive 1997. Kollege Trinkl! Angesichts dessen gehst du hier noch heraus und klatschst Beifall zu den sozialdemokratischen Plänen, die die Betriebe ein weiteres Mal drangsalieren! (Abg. Dr. Trinkl schüttelt verneinend den Kopf.) Das, was du als Wirtschaftskämmerer hier heute von dir gegeben hast, war peinlich. Freund! Dieser dein Auftritt heute war deiner unwürdig. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Trinkl: Du hast nicht zugehört, weil du immer dazwischenredest! Du redest vorbei! Du redest über den 93er-Bericht! Besser vorbereiten!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Trinkl: Du hast nicht zugehört, weil du immer dazwischenredest! Du redest vorbei! Du redest über den 93er-Bericht! Besser vorbereiten!
Unzufrieden, heißt es weiter, sind die Betriebe mit der Lehrlingsoffensive 1997. Kollege Trinkl! Angesichts dessen gehst du hier noch heraus und klatschst Beifall zu den sozialdemokratischen Plänen, die die Betriebe ein weiteres Mal drangsalieren! (Abg. Dr. Trinkl schüttelt verneinend den Kopf.) Das, was du als Wirtschaftskämmerer hier heute von dir gegeben hast, war peinlich. Freund! Dieser dein Auftritt heute war deiner unwürdig. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Trinkl: Du hast nicht zugehört, weil du immer dazwischenredest! Du redest vorbei! Du redest über den 93er-Bericht! Besser vorbereiten!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Kollege Trinkl! Mit dir habe ich heute noch eine Rechnung offen. Du hast gemeint, es gebe aufgrund der neuen Gewerbeordnung jetzt eine Gründungswelle sondergleichen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Teilgewerbe: 17 neue Gründungen in einem Vierteljahr. Und die Statistik habt ihr auch noch hingebogen – das ist mein
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich meine, daß die Konzepte der Freiheitlichen, die auf dem Tisch sind, umgesetzt gehören. Dann werden wieder Arbeits- und Lehrlingsplätze geschaffen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Wie war das mit der "Volkshilfe" und mit dem verfaulten Reis, den Sie nach Nicaragua geschickt haben?
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Als nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Bures. Frau Abgeordnete, Sie haben noch eine Redezeit von 2 Minuten. – Bitte. (Abg. Haigermoser: Wie war das mit der "Volkshilfe" und mit dem verfaulten Reis, den Sie nach Nicaragua geschickt haben?)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Am Schluß der Diskussion muß ich sagen, daß ich sehr froh darüber bin, daß die Verunsicherungsstrategie der Freiheitlichen nicht Platz gegriffen hat und daß das unerträgliche Spiel mit den Ängsten von arbeitslosen Menschen nicht angekommen ist. Ich glaube, daß die Menschen das durchschauen. Das einzige, das bei Ihnen Zufriedenheit auslöst, ist das Malen des Teufels an die Wand. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben es uns zur nationalen Aufgabe gemacht, den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit anzutreten. Ob es Ihnen paßt oder nicht: Sie haben auch zur Kenntnis zu nehmen, daß es erstmals nach 20 Jahren gelungen ist, ein Mehr an Lehrstellen zu erreichen, und wir 7,5 Milliarden Schilling in aktive Arbeitsmarktpolitik investieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich lade Sie herzlich ein, auch im Bereich der Frauenbeschäftigung aktiv zu sein. Da ist auch die Wirtschaft gefordert, aber die Politik muß dafür die Rahmenbedingungen schaffen. Sie können gerne unserer Forderung beitreten, daß es ein Recht auf Teilzeitarbeit geben muß, wenn man Betreuungspflichten gegenüber Kindern zu erfüllen hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Das ist ja unglaublich!
Ich möchte nun das, was die FPÖ heute hier präsentiert hat, kurz auf den Punkt bringen: Das Rezept der Freiheitlichen sieht die Senkung der Löhne und Gehälter vor (Abg. Böhacker: Das ist ja unglaublich!), weiters ein Weniger an sozialem Schutz. Arbeitnehmerschutzgesetze sind nach Meinung der Freiheitlichen ersatzlos zu streichen. Ein Zitat von den Freiheitlichen lautet: "Lehrlingsschutzbestimmungen gehören weg!" Ein Funktionär aus Ihrer Partei sagte: "Lehrlinge sind Läuse, die den Betrieb lahmlegen!" und "Frauen zurück an den Herd!" (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte nun das, was die FPÖ heute hier präsentiert hat, kurz auf den Punkt bringen: Das Rezept der Freiheitlichen sieht die Senkung der Löhne und Gehälter vor (Abg. Böhacker: Das ist ja unglaublich!), weiters ein Weniger an sozialem Schutz. Arbeitnehmerschutzgesetze sind nach Meinung der Freiheitlichen ersatzlos zu streichen. Ein Zitat von den Freiheitlichen lautet: "Lehrlingsschutzbestimmungen gehören weg!" Ein Funktionär aus Ihrer Partei sagte: "Lehrlinge sind Läuse, die den Betrieb lahmlegen!" und "Frauen zurück an den Herd!" (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Diesen Ihren menschenverachtenden Vorschlägen erteilen wir Sozialdemokraten eine entschiedene Absage! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Das Schicken von verfaultem Reis nach Nicaragua ist menschenverachtend!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Als nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Schaffenrath. Frau Abgeordnete, Sie haben noch eine Redezeit von 9 Minuten. – Bitte. (Abg. Haigermoser: Das Schicken von verfaultem Reis nach Nicaragua ist menschenverachtend!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist in Anbetracht der derzeitigen Arbeitsmarktsituation in Österreich beschämend, daß die Ausgaben Österreichs für eine aktive Arbeitsmarktpolitik, die hier so hochgelobt wurde, im europäischen Vergleich ganz unten angesiedelt sind. Da besteht wirklich Nachholbedarf. Es war Kollege Peter, der bereits darauf hingewiesen hat, daß es in jenen Bereichen, in welchen Qualifikationen ein wesentliches Element darstellen, Arbeitsplätze gibt. Wenn wir im Qualifizierungsbereich aber nicht ansetzen, werden wir diese Arbeitsplätze nicht bedienen können. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich unterstütze gerne den Punkt 1, in welchem Leistungsstipendien für Lehrlinge gefordert werden. Aber es gibt bereits ein Problem bei den pauschalierten Lehrausbildungsfreibeträgen in der Höhe von 30 Prozent – damit zementieren Sie sich ein, damit verhindern Sie andere strukturelle Ansätze. Wir glauben, daß wir das duale Ausbildungssystem in der Art neu konzipieren müssen, daß wir innerhalb dieses Systems nicht nur unterschiedliche Bildungsziele mit einer unterschiedlichen Schuldauer einführen, sondern auch ein verbessertes Bildungsangebot schaffen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Aber Sie sehen schon: Diesem Entschließungsantrag, den Sie heute eingebracht haben, vielleicht um Ihrem Antrag Gewicht zu geben und auch, um ein Alibi für Lehrlinge zu haben, Lösungsvorschläge zu haben, kann ich wegen einiger der jetzt aufgezeigten Ungereimtheiten nicht zustimmen. Wir können aber viele dieser Punkte, die wir einzeln in Entschließungsanträgen eingebracht haben, jederzeit gerne diskutieren. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Es ist eindeutig zuwenig und völlig in die falsche Richtung gedacht, wenn Sie sich bei der Aktion "Licht ins Dunkel" am 24. Dezember vor die Kameras stellen und den Menschen klarzumachen versuchen, was sie nicht alles für behinderte Menschen tun würden. – Das "Ergebnis" zeigt sich Jahr für Jahr, Tag für Tag an unserer Gesetzgebung, und auch im Bereich der Arbeitslosigkeit wird deutlich, was Sie wirklich tun: Seit Jahren üben Sie sich nämlich in Ignoranz, und seit Jahren sehen Sie auch die Problematik behinderter Menschen einfach nicht mehr; Sie behandeln das deshalb auch nicht mehr. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Auer: In Zukunft: noch größere ÖVP!
Meine Damen und Herren! Daß es den Wunsch der großen ÖVP – der noch großen ÖVP – gibt, gleich in das große Militärbündnis einzutreten, ist legitim. (Abg. Auer: In Zukunft: noch größere ÖVP!) Daß Herr Khol dies formuliert, ist auch legitim. Daß es dazu Parteitagsbeschlüsse gibt, Herr Maitz ein glühender NATO-Verehrer ist und General Clark anhimmelt, ist ebenfalls legitim, meine Damen und Herren. Aber es ist nicht legitim und nicht verfassungskonform, wenn der Herr Bundesminister für Landesverteidigung so tut, als ob Österreich bereits NATO-Mitglied wäre. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Daß es den Wunsch der großen ÖVP – der noch großen ÖVP – gibt, gleich in das große Militärbündnis einzutreten, ist legitim. (Abg. Auer: In Zukunft: noch größere ÖVP!) Daß Herr Khol dies formuliert, ist auch legitim. Daß es dazu Parteitagsbeschlüsse gibt, Herr Maitz ein glühender NATO-Verehrer ist und General Clark anhimmelt, ist ebenfalls legitim, meine Damen und Herren. Aber es ist nicht legitim und nicht verfassungskonform, wenn der Herr Bundesminister für Landesverteidigung so tut, als ob Österreich bereits NATO-Mitglied wäre. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Bundesminister Fasslabend kann das Parlament und den Landesverteidigungsrat nicht täuschen, denn das ist reif für einen Mißtrauensantrag! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Die Grünen haben einen Mißtrauensantrag gestellt, der im Verfassungsausschuß liegt. Wenn Sie diesen weiterhin nicht behandeln wollen, meine Damen und Herren, dann ist das zwar das Recht der Mehrheit, aber es ist nicht Ihr Recht, diesen Sachverhalt weiterhin in der Öffentlichkeit nicht zu diskutieren, die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu täuschen und einen Verteidigungsminister, der offensichtlich eine klare NATO-Strategie fährt, hier zu stützen. Das werden wir durchkreuzen! Das werden wir nicht zulassen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Petrovic: Maitz kann das nicht!
Abgeordneter Dr. Karl Maitz (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wabl hat nachgedacht – und Wabl ist zur Erkenntnis gekommen (Abg. Dr. Petrovic: Maitz kann das nicht!), daß sein Mißtrauensantrag vom 11. Juli 1997 in der Öffentlichkeit kläglich untergegangen ist, daß er zu einer politischen Pleite wurde. Warum? – Weil die Begründung kurios bis unsinnig war. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Karl Maitz (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wabl hat nachgedacht – und Wabl ist zur Erkenntnis gekommen (Abg. Dr. Petrovic: Maitz kann das nicht!), daß sein Mißtrauensantrag vom 11. Juli 1997 in der Öffentlichkeit kläglich untergegangen ist, daß er zu einer politischen Pleite wurde. Warum? – Weil die Begründung kurios bis unsinnig war. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Sagen Sie das auch Ihrem Koalitionspartner?
Vorträge, Prospekte, Meinungsäußerungen vor dem Seniorenbund – das waren alles sehr "wesentliche" Aussagen, die die Bundesregierung in Probleme stürzen hätten sollen. Kurios und unsinnig! Und daher mußte Wabl einen Skandal erfinden. (Abg. Wabl: Sagen Sie das auch Ihrem Koalitionspartner?)
Abg. Wabl: Phantasieren Sie jetzt – oder lesen Sie vor?
Kollege Wabl stellte am 11. Jänner 1998 eine Anfrage, in der er nach den Gesamtkosten inklusive der Ersatzteile fragt. Weiters fragt er nach dem Zeitrahmen der Finanzierung. – Die Antwort des Bundesministers lautet: Wenn man tatsächlich die Preissituation, die bei den fabriksneuen Panzern noch nicht einmal feststeht, annimmt, dann wird der Gerätepreis plus Finanzierungskosten plus Ersatzteilkosten (Abg. Wabl: Phantasieren Sie jetzt – oder lesen Sie vor?) – deine Anfrage war so – plus Wärmebildgeräte voraussichtlich 10,79 Milliarden Schilling ausmachen. – All das hätte Kollege Wabl ohne weiteres in einem Telephonat erfahren können, aber zumindest hätte er Zeitung lesen können, denn das stand auch in der Zeitung ganz genau. (Abg. Wabl: Darf man keine parlamentarische Anfrage stellen ...? – Abg. Dr. Petrovic: Muß man dabei telephonieren? – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Er hätte dann allerdings
Abg. Wabl: Darf man keine parlamentarische Anfrage stellen ...? – Abg. Dr. Petrovic: Muß man dabei telephonieren? – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Kollege Wabl stellte am 11. Jänner 1998 eine Anfrage, in der er nach den Gesamtkosten inklusive der Ersatzteile fragt. Weiters fragt er nach dem Zeitrahmen der Finanzierung. – Die Antwort des Bundesministers lautet: Wenn man tatsächlich die Preissituation, die bei den fabriksneuen Panzern noch nicht einmal feststeht, annimmt, dann wird der Gerätepreis plus Finanzierungskosten plus Ersatzteilkosten (Abg. Wabl: Phantasieren Sie jetzt – oder lesen Sie vor?) – deine Anfrage war so – plus Wärmebildgeräte voraussichtlich 10,79 Milliarden Schilling ausmachen. – All das hätte Kollege Wabl ohne weiteres in einem Telephonat erfahren können, aber zumindest hätte er Zeitung lesen können, denn das stand auch in der Zeitung ganz genau. (Abg. Wabl: Darf man keine parlamentarische Anfrage stellen ...? – Abg. Dr. Petrovic: Muß man dabei telephonieren? – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Er hätte dann allerdings
Abg. Wabl: Sagen Sie, was das HOT-System kostet!
Ich halte also fest: Herr Bundesminister Fasslabend hat 1996 korrekte Angaben über die voraussichtlichen Einzelpreise der Geräte, die anzuschaffen beabsichtigt waren, gemacht. Bundesminister Fasslabend hat 1998 die Gesamtkosten nach dem Stand der laufenden Verhandlungen, nach den Finanzierungskosten, den Ersatzteilkosten – Wärmebildkamera – und den Einzelkosten bekanntgegeben. (Abg. Wabl: Sagen Sie, was das HOT-System kostet!) Das hängt damit überhaupt nicht zusammen!
Beifall bei der ÖVP.
Die politische Führung hat also korrekt gehandelt. Das österreichische Bundesheer hat ohnedies unter schwierigsten finanziellen Bedingungen Anschaffungen zu tätigen, die jedesmal von den Abgeordneten der Grünen in genau gleicher Art und Weise skandalisiert werden. Wir von der ÖVP lehnen es daher ab, daß das ernste Anliegen der militärischen Landesverteidigung als "grüne" Spielwiese für künstliche Erregung mißbraucht wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl – in Richtung des Abg. Dr. Maitz –: Phantasiert der Koalitionspartner jetzt auch, Herr Maitz?
Abgeordneter Ing. Gerald Tychtl (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist in der Tat so, daß am 10. Dezember des Jahres 1996 im Landesverteidigungsrat eine Empfehlung zur Beschaffung des Mech-Paketes beschlossen wurde. Wir haben dieses Mech-Paket oftmals eingefordert, weil wir meinen, daß unser Bundesheer diese geforderten Geräte braucht, um den Anforderungen gerecht werden zu können. Es ist in der Tat so, daß es Teile gibt, die wir heute abermals einfordern müssen, weil sie nicht in jenem Umfang zur Verfügung gestellt wurden, wie das damals angekündigt wurde. (Abg. Wabl – in Richtung des Abg. Dr. Maitz –: Phantasiert der Koalitionspartner jetzt auch, Herr Maitz?) Kollege Wabl ist offensichtlich auch beim Phantasieren, und er ist nicht bereit, zuzuhören, weil er sich offensichtlich in eine Situation verrannt hat, von der er nicht abweichen kann. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Ing. Gerald Tychtl (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist in der Tat so, daß am 10. Dezember des Jahres 1996 im Landesverteidigungsrat eine Empfehlung zur Beschaffung des Mech-Paketes beschlossen wurde. Wir haben dieses Mech-Paket oftmals eingefordert, weil wir meinen, daß unser Bundesheer diese geforderten Geräte braucht, um den Anforderungen gerecht werden zu können. Es ist in der Tat so, daß es Teile gibt, die wir heute abermals einfordern müssen, weil sie nicht in jenem Umfang zur Verfügung gestellt wurden, wie das damals angekündigt wurde. (Abg. Wabl – in Richtung des Abg. Dr. Maitz –: Phantasiert der Koalitionspartner jetzt auch, Herr Maitz?) Kollege Wabl ist offensichtlich auch beim Phantasieren, und er ist nicht bereit, zuzuhören, weil er sich offensichtlich in eine Situation verrannt hat, von der er nicht abweichen kann. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wir werden jedenfalls diesem Antrag der Grünen nicht zustimmen, und wir hoffen, daß der Herr Landesverteidigungsminister am Montag alle Fragen wird aufklären können. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zum Selbstfaller kam es für den Minister, weil er infolge der überhasteten Beschaffung die wahren Kosten nicht absehen konnte. Denn wenn uns Kollege Maitz hier einreden will, daß zum Beispiel die Wärmebildgeräte nichts mit dem JAGUAR zu tun haben, dann kann ich nur sagen: Da versteht er absolut nichts von diesem Geschäft. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn man kann ohne diese Wärmebildgeräte bei Nacht, bei Nebel und bei sonstigem Wetter nicht schießen, auch bei Tag wäre dies nur eingeschränkt möglich.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, das sagt genug über diesen Minister und über die Situation des Bundesheeres aus. Wir werden diesem Antrag grundsätzlich zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich komme zum Schluß. – Meine Damen und Herren! Sollten die Grünen heute hier tatsächlich einen Mißtrauensantrag gegen Verteidigungsminister Fasslabend in dieser Frage einbringen, werden wir diesem Antrag, weil das inhaltlich nicht gerechtfertigt ist, nicht zustimmen. Wir appellieren aber an den Verteidigungsminister und auch an die Kollegen von der Österreichischen Volkspartei, ihrem Verteidigungsminister nahezulegen, in Zukunft gegenüber dem Parlament eine andere Informationspolitik zu betreiben, und dies möglichst rasch. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenrufe des Abg. Dr. Maitz.
Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander (Grüne): Herr Präsident! Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Maitz, da staunen Sie, daß Kollege Wabl nachgedacht hat! Diese Aussage würde mir zu vielen bösartigen Vermutungen Anlaß geben, aber lassen Sie es mich auf eine reduzieren: Nach Ihrer Rede habe ich berechtigte Zweifel, ob Sie nachgedacht haben. (Zwischenrufe des Abg. Dr. Maitz. ) Wenn Sie nämlich nachgedacht hätten, Herr Kollege Maitz, dann wäre Ihnen ein Unterschied aufgefallen: 6 Milliarden und über 10 Milliarden. Das allein spricht Bände.
Beifall bei den Grünen.
Wenn der Herr Landesverteidigungsminister auf wiederholte Nachfragen und offensichtlich auch im Landesverteidigungsrat immer von 6 Milliarden Schilling gesprochen hat, und plötzlich sind es über 10 Milliarden – was macht man denn da? Das ist ja wirklich peinlich. Die Grünen haben Sie aber immer als die "Narren" hingestellt, die von 8 Milliarden Schilling geredet haben. Da haben wir uns ja noch verschätzt! Über 10 Milliarden Schilling macht das Ganze aus! Sich jetzt darauf ausreden zu wollen, daß das jetzt der Gesamtpreis ist, daß das jetzt die Gesamtkosten sind – vorher habe man nur von ein paar Details geredet –, das ist eine müde Ausrede. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall der Abg. Dr. Gredler.
Herr Kollege Tychtl! Sie müssen heute nicht über das Mißtrauen gegenüber dem Minister entscheiden: Sie müssen heute nur über die Fristsetzung entscheiden. Sie haben damit eine Chance, denn wenn Sie auf den Montag verweisen, dann fragen Sie doch den Minister am Montag! Fühlen Sie ihm doch auf den Zahn, wie es Ihre Fraktion angekündigt hat. (Beifall der Abg. Dr. Gredler. ) Stimmen Sie doch der Fristsetzung zu, denn damit haben Sie die Chance, wenn die Antworten völlig unbefriedigend sind, im Landesverteidigungsrat in vier Wochen über einen Mißtrauensantrag entscheiden zu können! Lassen Sie sich doch nicht länger einen Bären auf die Nase binden, wie das hier offensichtlich jedesmal geschieht, wenn Herr Minister Fasslabend Ihnen irgend etwas erzählt!
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen
Sieh da: Das ganze frei verfügbare Budget des Ministers ist mit einem Schlag vergeben, und Sie haben gar nicht gewußt, was er da alles ausgibt! Das wird sich am Montag herausstellen. Stimmen Sie deshalb der Fristsetzung zu! Trauen Sie sich doch einmal! Wenn es so ist (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) – mein Schlußsatz –, wie Sie immer im Wahlkampf und in Wahlkampfbroschüren proklamieren, dann stimmen Sie dem zu! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sieh da: Das ganze frei verfügbare Budget des Ministers ist mit einem Schlag vergeben, und Sie haben gar nicht gewußt, was er da alles ausgibt! Das wird sich am Montag herausstellen. Stimmen Sie deshalb der Fristsetzung zu! Trauen Sie sich doch einmal! Wenn es so ist (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) – mein Schlußsatz –, wie Sie immer im Wahlkampf und in Wahlkampfbroschüren proklamieren, dann stimmen Sie dem zu! (Beifall bei den Grünen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Ich denke, die Frau Bundesministerin wird jetzt ganz neidisch geworden sein, wenn sie diese Zahlen gehört hat: eine Panzertype, bei der ein Exemplar 30 Millionen Schilling kostet! – Das ist genau jener Betrag, der im Budget 1999 den Literatinnen und Literaten abhanden kommt und der hinübergeführt wird zur Filmförderung, die den Betrag zwar auch dringend braucht, aber das sollte nicht auf Kosten der Literatur geschehen. Frau Bundesministerin! Ein Panzer – und die Filmförderung würde anders dastehen.
Abg. Dr. Maitz: Primitivste Polemik!
Aber eines ist klar: Wenn man die Umwegrentabilität betrachtet, muß festgestellt werden, es kommen wahrscheinlich viele Touristinnen und Touristen nach Österreich, die sich viel lieber Panzer anschauen wollen als Museen oder als in die Oper oder in Konzerte zu gehen. (Abg. Dr. Maitz: Primitivste Polemik!) Und natürlich gilt die Umwegrentabilität auch für den Bereich der Hotellerie. Allentsteig ist ja offenbar eine blühende Touristikmetropole, gar nicht zu vergleichen mit Wien, das da wenig zu bieten hat. (Abg. Dr. Maitz: Eine primitive Polemik!)
Abg. Dr. Maitz: Eine primitive Polemik!
Aber eines ist klar: Wenn man die Umwegrentabilität betrachtet, muß festgestellt werden, es kommen wahrscheinlich viele Touristinnen und Touristen nach Österreich, die sich viel lieber Panzer anschauen wollen als Museen oder als in die Oper oder in Konzerte zu gehen. (Abg. Dr. Maitz: Primitivste Polemik!) Und natürlich gilt die Umwegrentabilität auch für den Bereich der Hotellerie. Allentsteig ist ja offenbar eine blühende Touristikmetropole, gar nicht zu vergleichen mit Wien, das da wenig zu bieten hat. (Abg. Dr. Maitz: Eine primitive Polemik!)
Beifall bei den Grünen.
Zweiter Punkt: Was ist der Auftrag Kunst und Kultur? Ich vermisse eine Debatte in diesem Zusammenhang. Auch da scheint man auch von Ihrer Seite immer wieder auf die großen Flaggschiffe des österreichischen Kunst- und Kulturbetriebs zu schauen. Die brauchen wir natürlich auch, aber nicht nur. Wenn hier etwa Herr Seipel vom Kunsthistorischen Museum sagt, man wird in Zukunft die Museen stärker am wirtschaftlichen Erfolg zu messen haben, dann, so meine ich, redet er aus der Position seines Hauses relativ leicht. Der Direktor einer großen Einrichtung, nämlich der British National Gallery, Neil McGregor, streitet in einer öffentlichen Debatte um den freien Eintritt, um die Beibehaltung des freien Eintrittes. Er will keine Einnahmen, weil er sagt, das ist das kulturelle Erbe einer Nation, und das hat der Nation jederzeit und unentgeltlich zur Verfügung zu stehen. Das ist ein anderer Denkansatz, hier muß sich Kunst und Kultur nicht permanent kommerziell rechtfertigen, sondern sie hat einen Selbstwert. Ein bißchen etwas von dieser Denkart würde ich mir für unser Land wünschen. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Zum zweiten Tagesordnungspunkt betreffend widerrechtlich außer Landes verbrachte Kulturgüter. – Wir haben im Ausschuß eine sehr heftige und kontroversielle Debatte über die Richtlinie 93/7 EWG geführt, und mit unterschiedlichen Argumenten haben alle Oppositionsparteien der Übernahme dieser Richtlinie in österreichisches Recht nicht zugestimmt. Die Vorgangsweise, die hier gewählt wurde, ist meiner Meinung nach eine wirklich schlechte und in der Form unhaltbare. Sie ist erstens politisch unhaltbar, weil ich der Meinung bin, gerade wir in Österreich können und dürfen eine Diskussion, eine politische Debatte über die Rückgabe widerrechtlich verbrachter Kulturgüter nicht im Jahre 1993 und auch nicht im Jahre 1998 beginnen. Der späteste zulässige Zeitpunkt, den wir in Österreich diskutieren dürfen, ist 1938. Alles andere ist in diesem Land politisch nicht korrekt und ist unzulässig. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Motter.
Es wird sich Österreich auf Dauer nicht leisten können, ausschließlich die Lorbeeren aus der Vergangenheit in diversen Jubiläen immer wieder abzufeiern, sondern wenn wir jetzt nicht danach trachten, daß es heute Chancen und auch ökonomische Möglichkeiten für einen lebendigen und jungen Kulturbetrieb gibt, dann werden unsere Kinder und Enkelkinder in 50 oder 100 Jahren keine neuen Jubiläen mehr zu feiern haben. Und das finde ich sehr schade und sehr traurig. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Motter. )
Abg. Böhacker: Wo hast du das gelesen? Weißt du, wo das steht?
Abgeordneter Dr. Günther Leiner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts! – So könnte ich eigentlich die Gesundheitspolitik gegen die Kulturpolitik ausspielen, Frau Petrovic. (Abg. Böhacker: Wo hast du das gelesen? Weißt du, wo das steht?) Ich halte das, was Sie zu Beginn dargelegt haben, für eine Polemik, die, glaube ich, nicht angebracht ist.
Abg. Haigermoser: Wo ist sie denn? – Abg. Motter: Sie wird auch einmal hinausgehen dürfen!
Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, daß es eigentlich enttäuschend ist für alle jene, die herinnen sitzen, besonders aber auch für die im Kulturausschuß Tätigen, daß die Vorsitzende des Kulturausschusses nicht anwesend ist. (Abg. Haigermoser: Wo ist sie denn? – Abg. Motter: Sie wird auch einmal hinausgehen dürfen!)
Abg. Motter: Das müssen Sie mir nicht erklären von der Teilrechtsfähigkeit!
Frau Motter! Ich möchte noch einmal darauf hinweisen – das hat auch schon die Frau Ministerin gesagt –, daß die Aufgaben im Gesetzesbereich ganz einfach definiert sind. (Abg. Motter: Das müssen Sie mir nicht erklären von der Teilrechtsfähigkeit!) Nein, aber Sie haben ja hier heraußen die Frage gestellt, welche Aufgaben eigentlich zu verrichten sind. Für den Besucher die Ausstellung zu arrangieren, zu sammeln, zu bewahren und zu forschen – das ist eigentlich die Hauptaufgabe. (Abg. Motter: Das wissen wir alles!) Ja, aber Sie haben hier so getan, als ob Sie es nicht wüßten; deshalb habe ich es Ihnen jetzt noch einmal gesagt.
Abg. Motter: Das wissen wir alles!
Frau Motter! Ich möchte noch einmal darauf hinweisen – das hat auch schon die Frau Ministerin gesagt –, daß die Aufgaben im Gesetzesbereich ganz einfach definiert sind. (Abg. Motter: Das müssen Sie mir nicht erklären von der Teilrechtsfähigkeit!) Nein, aber Sie haben ja hier heraußen die Frage gestellt, welche Aufgaben eigentlich zu verrichten sind. Für den Besucher die Ausstellung zu arrangieren, zu sammeln, zu bewahren und zu forschen – das ist eigentlich die Hauptaufgabe. (Abg. Motter: Das wissen wir alles!) Ja, aber Sie haben hier so getan, als ob Sie es nicht wüßten; deshalb habe ich es Ihnen jetzt noch einmal gesagt.
Abg. Motter: Welcher Vorschlag?
Ich habe zuerst schon gesagt, daß dieser Vorschlag ein vernünftiger ist (Abg. Motter: Welcher Vorschlag?), daß wir diesen Weg gehen sollten. Ich gratuliere der Ministerin für diese Initiative. – Ich danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe zuerst schon gesagt, daß dieser Vorschlag ein vernünftiger ist (Abg. Motter: Welcher Vorschlag?), daß wir diesen Weg gehen sollten. Ich gratuliere der Ministerin für diese Initiative. – Ich danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: Er ist ein Universalgenie!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Minister Bartenstein ist ja nicht gerade der richtige Adressat für Kulturangelegenheiten. (Abg. Schwarzenberger: Er ist ein Universalgenie!) Na ja, er gehört auch der ÖVP an, so wie die Unterrichtsministerin, die es offensichtlich vorgezogen hat, sich all diese Argumente, die sie schon im Ausschuß gehört hat, nicht noch einmal anzuhören, insbesondere nicht die juristischen, wenn es um die Rückgabe von unrechtmäßig verbrachten Kulturgütern geht, von denen ich auch sprechen möchte.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Wir wollen eine Klage abwenden!
Andere Länder, die diese Bestimmung ebenfalls mit einer EU-Richtlinie vorgeschrieben erhalten haben, haben sich gewehrt – beispielsweise Italien und die Bundesrepublik Deutschland –, weil diese Richtlinie eben einen tiefen Eingriff in die bürgerliche Rechtsordnung darstellt. Das haben diese Länder nicht akzeptiert. Wir in Österreich haben natürlich wieder sofort gehandelt – sofort nicht, aber doch immerhin sehr schnell –, und leider Gottes haben die Koalitionsparteien unserem Vorschlag nicht stattgegeben. Wir haben nämlich angeregt: Warten wir doch ab! Deutschland wird von der EU geklagt, weil es diese Rechtsnorm nicht in nationales Recht übernommen hat. Warten wir doch ab, wie dieser Prozeß ausgeht! Italien steht schon vor dieser Klage. – Nein, bei uns wird nicht abgewartet, sondern mit der heutigen Beschlußfassung wird diese EU-Richtlinie auch in nationales Recht übergeführt. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Wir wollen eine Klage abwenden!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Jung: Vorauseilender Gehorsam!
Herr Minister Bartenstein! Sie sagen, wir wollen die Klage abwenden. – Na, riskieren wir es doch endlich einmal! Sagen wir doch einmal, wir lassen uns von der EU nicht mit Grundsätzen überrennen, die unserer jahrhundertelangen Tradition widersprechen! Ich finde, das können wir doch einmal riskieren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Jung: Vorauseilender Gehorsam!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Koalitionsparteien! Das Gesetz, das Sie heute durchdrücken werden, geht weder konform mit unserer nationalen Rechtsordnung, noch trägt es zur Rechtssicherheit bei, noch ist gewährleistet, daß die Durchführung dieses Gesetzes auch reibungslos funktionieren wird. Und deshalb lehnen wir es ab. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Die sozialdemokratische Fraktion teilt auch nicht die Einschätzung, daß mittels der EU-Richtlinie österreichisches Zivilrecht grundsätzlich in Frage gestellt wird. Ich schließe mich der Meinung an, die, wenn ich mich richtig erinnere, Kollege Morak im Kulturausschuß geäußert hat, daß Kulturschutz, wie beispielsweise Denkmalschutz, immer in Eigentumsrechte eingreift und daß dieser Eingriff unter gewissen geregelten Bedingungen auch akzeptabel ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, daß der Kulturbericht – das abschließend – ein gutes Basisdokument für all jene ist, die vor allem im Bereich der Erlebniswelt, des Zugänglich-Machens das Rad neu erfinden wollen. Ersparen wir uns die Wiedererfindung des Rades! Lesen wir den Kulturbericht! Beobachten wir das, was die Ministerin versprochen hat, was Kultur 2000 und Museum 2000 betrifft! Gehen wir an die Arbeit und machen wir konstruktive Vorschläge! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.
Ich freue mich in diesem Zusammenhang sehr über die Errichtung des Arnold Schönberg-Museums. Da ist wieder jemand sehr spät nach Österreich zurückgeholt worden. Ich denke, gerade Österreich mit seiner musikalischen Tradition hat den wichtigsten Vertreter der modernen Komposition nach Österreich zurückgeholt. Ich bedanke mich bei allen, die am Zustandekommen dieses Museums beteiligt waren, besonders bei der Stadt Wien. (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.
Zurück noch einmal zum Kulturbericht: Ich wünsche mir, daß wir genau diese Themen auch in der wissenschaftlichen Aufarbeitung in allen Bereichen der Museen zum Thema machen, daß man sich mit dieser Vergangenheit auseinandersetzt und wir in Zukunft alles daransetzen und tatsächlich eine Aufarbeitung stattfinden lassen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte mich in diesem Zusammenhang auch bei Frau Ministerin Gehrer und ihrem Team für die Arbeit bedanken. Ihre Vorschläge sind ausgezeichnet, wie auch der Kulturbericht bestätigt. Ich gratuliere den Leuten um Frau Ministerin Gehrer zu ihrem scharfen und sehr verantwortungsvollem Blick und wünsche auch für die Zukunft alles Gute. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Leiner.
Sehr geschätzte Damen und Herren! Abschließend möchte ich meinen Dank an jenen Mann richten, der durch viele Jahre hindurch das Bundesdenkmalamt geführt hat, nämlich Präsident Dr. Sailer. In den neuen Präsidenten setzen wir große Erwartungen. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Leiner. )
Widerspruch.
Abgeordnete Sonja Ablinger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Zu später Stunde, wie üblich ... (Widerspruch.) Schon, oder gehen Sie später zu Bett? – Was ich damit sagen will, ist, daß es sehr oft beziehungsweise meistens so ist, daß Kulturdebatten in diesem Hause nach der Mittagszeit geführt werden, was nicht heißt, daß es unüblich ist, sich länger im Hohen Hause aufzuhalten. Aber daß Kulturdebatten sehr spät am Abend stattfinden, ist – auch was das öffentliche Interesse betrifft – schade. Das ist aber leider immer so.
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Zusammenhang bin ich froh über die Äußerungen von Frau Ministerin Gehrer, die gesagt hat, daß es im Bericht ein eigenes Kapitel, einen eigenen Beitrag dazu geben wird, wie sich die Museen in Zukunft mit neuen Konzepten und mit welchen Innovationen sie sich präsentieren werden. Das ist ein wichtiger Aspekt, der diesen Bericht noch mehr vervollständigen wird, und ich meine, wir können diesem Bericht mit Freude zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Wieso soll das eine "Entzerrung" sein? Was ist daran eine Entzerrung?
Artikel III betrifft das Arbeitsruhegesetz. Hiebei geht es darum, eine alte österreichische Tradition wiederzubeleben. Es gab bis in die sechziger Jahre hinein den silbernen und den goldenen Sonntag vor Weihnachten. An diesen zwei Sonntagen vor Weihnachten durften die Geschäfte – auch mit Mitarbeitern – geöffnet sein. Ich glaube, man könnte eine große Entzerrung des Weihnachtseinkaufsdruckes bewirken, wenn an den vier Sonntagen vor Weihnachten – zunächst probeweise – auch Mitarbeiter beschäftigt werden könnten. (Abg. Öllinger: Wieso soll das eine "Entzerrung" sein? Was ist daran eine Entzerrung?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Feurstein.
Ich betone noch einmal, daß es wesentlich ist, mehr Spielraum bei den Bruttolöhnen zu gewinnen. Das ist aber nur möglich, wenn Sie die Arbeitskosten nicht weiter anheben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Feurstein. )
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Nürnberger: Jetzt applaudiert ihr erst, obwohl er schon seit einer Viertelstunde redet!
In diesem Antrag ist nur die Aliquotierung des unterjährigen Urlaubsanspruches enthalten. Ich meine aber, daß wir einen Schritt weitergehen und die Urlaubsansprüche überhaupt aliquotieren sollten. Selbstverständlich soll es beim bisherigen Urlaubsanspruch bleiben, und ich möchte mit aller Deutlichkeit sagen, daß ich nicht, wie Maderthaner, die fünf Wochen Urlaub in Frage stelle. Ich halte diesen Vorschlag von Maderthaner für unbrauchbar und daher für nicht diskutierbar! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Nürnberger: Jetzt applaudiert ihr erst, obwohl er schon seit einer Viertelstunde redet!) Herr Nürnberger, Sie haben nicht bemerkt, daß ich nie Luft geholt habe. Ich kann nämlich beim Einatmen und beim Ausatmen reden!
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Ich danke Ihnen, daß ich meine Vorschläge zum Wirtschaftsflexibilisierungsgesetz vortragen durfte, und bitte um Ihre Diskussionsbeiträge. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Was steckt nun hinter dem wohlklingenden Namen des LIF-Antrages? – Ich habe mir die Ausführungen des Herrn Abgeordneten Peter sehr genau angehört. Die ersten 15 Minuten hat er überhaupt nicht zum Antrag gesprochen, sondern nur von neuen Ufern und ähnlichem geredet. Wie schauen – im Telegrammstil – diese neuen Ufer aus? Was steckt hinter diesem Wirtschaftsflexibilisierungsgesetz? – Die Abschaffung von Feiertagen, die Abschaffung des Sonn- und Feiertagsruhegesetzes, die Aufhebung des Öffnungszeitengesetzes und die Aliquotierung des Urlaubsanspruches, die Sie freundlicherweise selbst erläutert haben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter. )
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Peter: Sie sind bei mir an der falschen Adresse, Sie kennen sich ja überhaupt nicht aus!
Allerdings stehen Sie, Herr Abgeordneter Peter, ja auch einer Organisation vor – ich glaube, sie nennt sich Hoteliervereinigung –, die den Arbeitnehmern seit Monaten eine gerechte Lohnerhöhung vorenthält. Im Hotel- und Gastgewerbe gibt es seit Monaten keinen Kollektivvertrag und keine Lohnerhöhung mehr. Vor ein paar Minuten haben Sie jedoch erklärt, daß die Lohnkosten die Schallmauer – die Schallmauer! – überschritten haben. Ich frage Sie: In Ihrer Branche haben wir noch nicht einmal 12 000 S Mindestlohn. Sind 12 000 S Monatslohn eine Schallmauer, Herr Abgeordneter Peter? Das müssen Sie den Menschen, die mit diesem Einkommen leben müssen, erklären! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Peter: Sie sind bei mir an der falschen Adresse, Sie kennen sich ja überhaupt nicht aus!)
Zwischenruf der Abg. Schaffenrath.
Die Sozialpartner haben eine Reihe von Flexibilisierungsmaßnahmen beschlossen, betreffend Arbeitszeit, betreffend Ist-Lohn-Flexibilisierung und ähnliches mehr. Ich kann Ihnen sagen: Sie tun der Flexibilisierung insgesamt mit diesem Vorschlag keinen guten Dienst! Sie bringen nämlich Flexibilisierung in ein schlechtes, ein negatives Licht. Wir bekennen uns dazu, daß wir flexibler werden müssen, und wir sind in der Lohn-, in der Gehalts- und in der Arbeitszeitpolitik ständig darum bemüht – gar keine Frage, dafür gibt es Beispiele. Aber es geht um eine vernünftige Flexibilisierung, aus der beide Seiten Vorteile ziehen. So werden wir auch in Zukunft vorgehen, und daher werden Sie für dieses Wirtschaftsflexibilisierungsgesetz keine Zustimmung finden. (Zwischenruf der Abg. Schaffenrath. )
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim Liberalen Forum.
Ich versichere Ihnen eines: Ich werde alles daransetzen, daß wir die österreichischen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen über diese Politik, die Sie verfolgen, aufklären! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Abg. Nürnberger: Ja, was sonst? Sie sind ja auch Unternehmer!
Abgeordneter Ing. Wolfgang Nußbaumer (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Der vorliegende Antrag ist von seiner Grundtendenz her – ich sage vorerst "Grundtendenz", Herr Nürnberger, werde aber auf Ihre Ausführungen noch zurückkommen – zu begrüßen. (Abg. Nürnberger: Ja, was sonst? Sie sind ja auch Unternehmer!) Verschiedene Details, wie beispielsweise eine Verlagerung kollektivvertraglicher Regelungen auf die Ebene der Betriebe – diese haben Sie angesprochen –, entsprechen selbstverständlich auch langjährigen Forderungen der Freiheitlichen. Einigen anderen Details wiederum stehe ich skeptisch gegenüber, beispielsweise der Abschaffung zweier kirchlicher Feiertage. Ganz sicher wird dieser Antrag den Wunsch der Antragsteller nicht erfüllen, ein Wirtschaftsflexibilisierungsgesetz zu schaffen.
Abg. Nürnberger: Auch die Kollektivverträge nicht?
Das starre Nein der Gewerkschaft befriedigt aber, glauben Sie mir das, vor allem die Arbeitnehmer nicht mehr. (Abg. Nürnberger: Auch die Kollektivverträge nicht?) Nein, denn die Arbeitnehmer wollen heute Arbeit, sie wollen Beschäftigung. (Abg. Nürnberger: Richtig!) Das ist das wichtigste. (Abg. Nürnberger: Aber in einer vernünftigen Entwicklung!) Vernünftig, ja, aber wir müssen so weit flexibilisieren, daß wir auch in den Unternehmen sehr rasch reagieren können. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Nürnberger: Das können Sie ja!) – Das war Beispiel eins.
Abg. Nürnberger: Richtig!
Das starre Nein der Gewerkschaft befriedigt aber, glauben Sie mir das, vor allem die Arbeitnehmer nicht mehr. (Abg. Nürnberger: Auch die Kollektivverträge nicht?) Nein, denn die Arbeitnehmer wollen heute Arbeit, sie wollen Beschäftigung. (Abg. Nürnberger: Richtig!) Das ist das wichtigste. (Abg. Nürnberger: Aber in einer vernünftigen Entwicklung!) Vernünftig, ja, aber wir müssen so weit flexibilisieren, daß wir auch in den Unternehmen sehr rasch reagieren können. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Nürnberger: Das können Sie ja!) – Das war Beispiel eins.
Abg. Nürnberger: Aber in einer vernünftigen Entwicklung!
Das starre Nein der Gewerkschaft befriedigt aber, glauben Sie mir das, vor allem die Arbeitnehmer nicht mehr. (Abg. Nürnberger: Auch die Kollektivverträge nicht?) Nein, denn die Arbeitnehmer wollen heute Arbeit, sie wollen Beschäftigung. (Abg. Nürnberger: Richtig!) Das ist das wichtigste. (Abg. Nürnberger: Aber in einer vernünftigen Entwicklung!) Vernünftig, ja, aber wir müssen so weit flexibilisieren, daß wir auch in den Unternehmen sehr rasch reagieren können. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Nürnberger: Das können Sie ja!) – Das war Beispiel eins.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Nürnberger: Das können Sie ja!
Das starre Nein der Gewerkschaft befriedigt aber, glauben Sie mir das, vor allem die Arbeitnehmer nicht mehr. (Abg. Nürnberger: Auch die Kollektivverträge nicht?) Nein, denn die Arbeitnehmer wollen heute Arbeit, sie wollen Beschäftigung. (Abg. Nürnberger: Richtig!) Das ist das wichtigste. (Abg. Nürnberger: Aber in einer vernünftigen Entwicklung!) Vernünftig, ja, aber wir müssen so weit flexibilisieren, daß wir auch in den Unternehmen sehr rasch reagieren können. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Nürnberger: Das können Sie ja!) – Das war Beispiel eins.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Beispiel drei ist die vorgeschlagene Urlaubsregelung. Entscheidend ist nicht, Herr Abgeordneter Peter, wann ein Urlaub dem Gesetz nach angetreten werden kann, sondern wie die effizienteste betriebliche Vereinbarung zum beiderseitigen Nutzen des Arbeitnehmers und des Betriebes beschaffen ist, ist das Entscheidende in dieser Frage. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Das gibt’s ja nicht!
Wirtschaftsflexibilisierung bedeutet aber auch die Angleichung der Rahmenbedingungen für die Betriebsgründung. Als Beispiel ziehe ich die Kosten einer GmbH-Registrierung heran: Sie betragen in den USA 3 500 S, in Deutschland 5 000 S, in Österreich aber 30 000 S. (Abg. Aumayr: Das gibt’s ja nicht!) Oder die Dauer: in den USA 3 Tage, in Deutschland 10 Tage, in Österreich hingegen 60 Tage.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt zahlreiche Beispiele dieser Art, meine Damen und Herren. Ein Wirtschaftsflexibilisierungsgesetz muß sich auch mit dieser Materie beschäftigen, sonst werden wir den Standort, wie Herr Abgeordneter Peter hier gesagt hat, in Zukunft nicht verbessern können. Wenn wir ihn aber nicht verbessern, dann verschlechtern wir uns im Verhältnis zu den Mitbewerbern im europäischen, aber auch im internationalen Umfeld. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Peter: Widersprechen Sie, wenn es erforderlich ist!
Nur bleibt das, Herr Abgeordneter Peter, was in der Folge kommt, weit hinter diesen Prinzipien zurück, ja ich sehe überhaupt keine Entsprechung dazu. Denn darin wird – mit Ausnahme des Öffnungszeitengesetzes – eigentlich nur an Schutzbestimmungen betreffend die ArbeitnehmerInnen herumgedoktert oder diese abgebaut, sodaß ich darin eigentlich nicht das erkennen kann, was zuerst in den Prinzipien vorgestellt worden ist. (Abg. Mag. Peter: Widersprechen Sie, wenn es erforderlich ist!) Vor allem greifen die Konsequenzen, die Sie ziehen – ich sehe das aus einem ganz anderen Blickwinkel als der Abgeordnete Nußbaumer –, wirklich extrem kurz.
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Wenn Sie zum Beispiel sagen, die Höhe der Arbeitskosten und der Lohnnebenkosten trage dazu bei, daß der Pfusch eskaliert, dann antworte ich Ihnen, daß das teilweise stimmt. Auch ich halte es für eine geradezu perverse Idee, jetzt vielleicht neue Polizeieinheiten zu schaffen, um das abzustellen. Meine Konsequenz daraus besteht in einem ganz anderen System der Finanzierung der Einnahmen des Staates, einem anderen Steuersystem, das meiner Meinung nach auf zwei Prinzipen umstellen müßte: Es müßte bei den Arbeitseinkommen Entlastungen bringen, vor allem bei den kleinen und mittleren Einkommen, statt dessen aber – und zwar zumindest aufkommensneutral – den Energiebereich in die Besteuerung einbeziehen und ebenso die Kapital- und Vermögenseinkünfte. Damit meine ich nicht arbeitendes betriebliches Kapital, sondern ich meine Privatvermögen und Kapitalerträge, die derzeit gegenüber den Arbeitseinkünften eindeutig privilegiert sind. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen.
Ein weiterer Punkt, Herr Abgeordneter: In manchen Bereichen leistet überhaupt niemand Widerstand. Dazu gehört die Regelung für Kolporteure, die Frage, ob sie freie Unternehmer oder unselbständig Beschäftigte sind. Auf diesem Markt besteht ein enormer Druck von gewissen Magnaten, dem niemand Widerstand leistet. Es ist ein selektiv freier Markt, der manche Personengruppen preisgegeben hat. Auch die Sozialdemokratie hat diese Gruppen preisgegeben, und daher meine ich, Sie können den Anspruch, daß Sie hier irgend etwas verteidigen, wirklich nicht mehr aufrechterhalten. Denn Sie verteidigen Rechte sehr selektiv – die Frauen, die AusländerInnen, ganze Gruppen wurden dabei preisgegeben. Insofern ist es eine wirklich skurrile Debatte, die hier abläuft. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Peter: Nur eines? – Abg. Schwarzenberger: Eines, das besonders wichtig ist!
Abgeordnete Ingrid Tichy-Schreder (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Das ist sozusagen die zweite Wirtschaftsdebatte, die wir heute führen. Dazu möchte ich Ihnen eines sagen, Herr Abgeordneter Peter (Abg. Mag. Peter: Nur eines? – Abg. Schwarzenberger: Eines, das besonders wichtig ist!) – mehrere Dinge, aber eines stelle ich allem anderen voran –: Sie haben mit dem Ausdruck "Wirtschaftsflexibilisierungsgesetz" ein sehr gutes Schlagwort gewählt. Dazu möchte ich Ihnen gratulieren.
Abg. Mag. Peter: Auch der Inhalt ist nicht schlecht!
Allerdings werden inhaltlich meiner Ansicht nach die Prioritäten in mancher Hinsicht falsch gesetzt. Mit "Flexibilisierung" verbinde ich andere, weit über die dargelegten Punkte hinausgehende Vorstellungen darüber, wie man in der Wirtschaft flexibilisieren kann. Aber das Wort hört sich gut an. (Abg. Mag. Peter: Auch der Inhalt ist nicht schlecht!)
Abg. Mag. Peter: Mit dem Zusperren auch nicht!
Herr Abgeordneter Mag. Peter! Zu einem Punkt, der mir sofort aufgefallen ist, möchte ich Sie bitten, auch ein bißchen in Richtung Zukunft zu denken und nicht nur in der Vergangenheit zu verharren. Ich weiß, das Liberale Forum ist stets bereit für Freizügigkeit der Öffnungszeiten, das ist ein Thema, dessen Sie sich angenommen haben: alles freigeben. Allerdings, Herr Abgeordneter Peter, bringen Sie mit der Freiheit der Öffnungszeiten noch lange kein Geschäft in die Läden. (Abg. Mag. Peter: Mit dem Zusperren auch nicht!) Denn bedenken Sie, was die Menschen bewegt (die Rednerin hält ein Schriftstück in die Höhe) : Tote Augen in Straßen klagen an. – Das ist die Realität, und nicht, daß es zuwenig Möglichkeiten zum Einkaufen gibt. Denn alle Umfragen belegen, daß wir mit den vorhandenen Regelungen das Auslangen finden.
Abg. Dolinschek: Auch über die große Handelsspanne!
Die Probleme im Handel liegen ganz woanders, und ich möchte Sie bitten, in dieser Debatte darüber zu sprechen. (Abg. Dolinschek: Auch über die große Handelsspanne!) Die Probleme liegen zum Beispiel darin, daß das Ausmaß der Verkaufsflächen seit 1976 um 118 Prozent
Abg. Mag. Peter: Da haben wir ein funktionierendes Kartell in Österreich!
Ein Problem ist auch die Konzentration im Handel. Aus diesem Grunde haben wir uns bemüht, im Rahmen der Gewerbeordnung etwas dagegen zu unternehmen. Denn wir müssen uns vor Augen halten, daß im Lebensmittelhandel 88 Prozent des Umsatzes auf nur fünf Unternehmen entfallen und daß im Bereich der Drogeriemärkte zwei Marktteilnehmer 70 Prozent des Umsatzes an sich gezogen haben. (Abg. Mag. Peter: Da haben wir ein funktionierendes Kartell in Österreich!) Herr Mag. Peter! Wenn Sie dieser Auffassung sind, dann hätten Sie im Wirtschaftsflexibilisierungsgesetz auf diesen Punkt Bezug nehmen sollen. (Abg. Mag. Peter: Anderes Thema!) Aha! Ich sage ja, mein Begriff von Flexibilisierung ist ein viel weiter gespannter als der, den Sie hier ansprechen. Darauf möchte ich Sie besonders hinweisen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Peter: Anderes Thema!
Ein Problem ist auch die Konzentration im Handel. Aus diesem Grunde haben wir uns bemüht, im Rahmen der Gewerbeordnung etwas dagegen zu unternehmen. Denn wir müssen uns vor Augen halten, daß im Lebensmittelhandel 88 Prozent des Umsatzes auf nur fünf Unternehmen entfallen und daß im Bereich der Drogeriemärkte zwei Marktteilnehmer 70 Prozent des Umsatzes an sich gezogen haben. (Abg. Mag. Peter: Da haben wir ein funktionierendes Kartell in Österreich!) Herr Mag. Peter! Wenn Sie dieser Auffassung sind, dann hätten Sie im Wirtschaftsflexibilisierungsgesetz auf diesen Punkt Bezug nehmen sollen. (Abg. Mag. Peter: Anderes Thema!) Aha! Ich sage ja, mein Begriff von Flexibilisierung ist ein viel weiter gespannter als der, den Sie hier ansprechen. Darauf möchte ich Sie besonders hinweisen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein Problem ist auch die Konzentration im Handel. Aus diesem Grunde haben wir uns bemüht, im Rahmen der Gewerbeordnung etwas dagegen zu unternehmen. Denn wir müssen uns vor Augen halten, daß im Lebensmittelhandel 88 Prozent des Umsatzes auf nur fünf Unternehmen entfallen und daß im Bereich der Drogeriemärkte zwei Marktteilnehmer 70 Prozent des Umsatzes an sich gezogen haben. (Abg. Mag. Peter: Da haben wir ein funktionierendes Kartell in Österreich!) Herr Mag. Peter! Wenn Sie dieser Auffassung sind, dann hätten Sie im Wirtschaftsflexibilisierungsgesetz auf diesen Punkt Bezug nehmen sollen. (Abg. Mag. Peter: Anderes Thema!) Aha! Ich sage ja, mein Begriff von Flexibilisierung ist ein viel weiter gespannter als der, den Sie hier ansprechen. Darauf möchte ich Sie besonders hinweisen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Meine Damen und Herren! Die Umfragen besagen, daß die Probleme auch in bezug auf die Feiertage woanders liegen. Ich verstehe schon, Sie sind liberal, Sie brauchen keine Feiertage. Aber eine solche Begründung gerade von Ihnen als einem Unternehmer aus der Tourismuswirtschaft, Herr Abgeordneter Peter? – In verschiedenen Punkten sind wir durchaus einer Meinung, allerdings unterscheiden wir uns in der Art, wie wir es aufbereiten und darstellen. Wenn Sie die Abschaffung des Feiertages am 15. August damit begründen, daß dieser sowieso in die Urlaubszeit falle und wir ihn daher nicht brauchten, dann ist das – verzeihen Sie – ein einigermaßen harter Standpunkt. Ein Feiertag kann nicht nur nach dem Maßstab der Urlaubszeit bewertet werden. Diese Begründung nach dem Motto, daß die Leute diesen Feiertag ohnehin nicht benötigen, weil da gerade Urlaubszeit ist, gefällt mir nicht. (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter. )
Abg. Mag. Peter: Hört! Hört!
Bezüglich Flexibilisierung des Kollektivvertrages möchte ich Ihnen folgendes zu bedenken geben: Einer der wenigen unter den Vorsitzenden der ÖGB-Fachgewerkschaften, die auf Flexibilisierungsschritte in Kollektivverträgen hinarbeiten, ist – man wird es nicht glauben – der mächtige Metallergewerkschaftspräsident Nürnberger. Er hat in verschiedenen Bereichen der Kollektivverträge und Betriebsvereinbarungen Flexibilisierungsschritte gesetzt, weil er am Puls der Zeit ist und weiß, was sich in den Betrieben tut. (Abg. Mag. Peter: Hört! Hört!) Er hat damit keinen leichten Stand, und wir sollten versuchen, seine Position in seiner Fraktion nicht zusätzlich zu belasten.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Denn wenn man jemanden zu sehr lobt, dann bringt ihn das schon wieder in Schwierigkeiten. Wir merken ja, daß es dort brodelt, daher sollten wir es Präsident Nürnberger nicht noch schwerer machen, sondern ihm die Möglichkeit geben, daß sich die in mehreren Kollektivverträgen festgelegten Flexibilisierungsschritte auch in Betriebsvereinbarungen niederschlagen, um den Wirtschaftsstandort Österreich auch für die Zukunft positiv zu gestalten. Denn so schlecht, wie er da oder dort dargestellt wird, ist er keineswegs. Er ist jedoch verbesserungswürdig, darin gebe ich Ihnen recht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist meiner Ansicht nach auch ein Grund dafür, daß es in Österreich an einer gewissen Unternehmensfinanzierungskultur mangelt. Wenn Sie beispielsweise nach England blicken, so sehen Sie, daß der englische Unternehmer die Möglichkeit hat, dreijährige Anleihen zu begeben. In Österreich fehlt das, obwohl es eigentlich sinnvoll wäre. Es fehlt deshalb, weil die Relation zwischen den Transaktionskosten und den Vorteilen aus solchen kurzfristigen Anleihen gestört ist. Für uns ist das ein Grund mehr, dieses Relikt aus der Vergangenheit zu beseitigen, genauso wie es unserer Meinung nach – nur betrifft das eben ein anderes Gesetz – längst überfällig ist, die Kreditsteuer, die staatliche Kreditgebühr abzuschaffen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das ist etwas, was kein Mensch mehr versteht: Sobald ein Kreditverhältnis begründet wird, muß zunächst einmal sofort die Steuer an den Fiskus abgeführt werden – egal, ob die Finanzierung erfolgreich ist oder nicht. Hauptsache, der Staat nascht mit!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich appelliere daher an die Adresse der Österreichischen Volkspartei sowie an die Sozialdemokraten, sich eine solche Änderung, die zum Nutzen Österreichs erfolgen würde, gut zu überlegen. Ich lade Sie herzlich ein, im Finanzausschuß Ihre konstruktiven Vorschläge zu dieser Materie einzubringen. Meiner Ansicht nach geht eine Rechnung, in der die Vorteile dieser Änderung den Nachteilen des Einnahmenentfalls gegenübergestellt werden, sicherlich auf. Ich hoffe, daß Sie mit mir wenigstens in der Hinsicht einig sind, daß es da einen Schub braucht, einen kleinen gesetzlichen Anstoß, um etwas in Bewegung zu setzen. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Firlinger: Endbesteuerung!
Ich bin aber darüber hinaus der Meinung, daß die von Ihnen geforderte Abschaffung der Börsenumsatzsteuer eigentlich dem modernen Diskussionstrend widerspricht. Denn der Trend in der internationalen Debatte geht eher in die Richtung, daß man versucht, von kurzfristigen, teilweise spekulativen Anlageformen abzugehen und zu mittel- und langfristigen Anlageformen stärker zu motivieren. (Abg. Mag. Firlinger: Endbesteuerung!) Darüber können wir auch reden!
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Firlinger! Ihr Vorschlag geht eigentlich in die falsche Richtung. Daher kann ich Ihnen schon heute auf Ihre freundliche Einladung eine freundliche Antwort geben: Da wird wenig drinnen sein. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Firlinger: Schauen Sie einmal die andere Seite an!
Wenn ich auch alle Ihre Vorschläge im Herzen verstehe, kann ich diese als verantwortungsvolle Abgeordnete nicht vertreten, weil man kein budgetäres Gegengewicht hat. Ich sage Ihnen, Herr Firlinger: Auch mit der Abschaffung der Politikerbezüge könnten wir Ihre Vorschläge nicht finanzieren! Sie wollten die Umsatzsteuer auf 16 Prozent senken. Das wäre ein Einahmenentfall von rund 28 Milliarden Schilling. Wie wollen Sie dafür einen Ausgleich schaffen? (Abg. Mag. Firlinger: Schauen Sie einmal die andere Seite an!) Würde ich jetzt all Ihre Vorschläge addieren, kämen wir in die Hunderte-Milliarden-Kategorie. Sie könnten uns jedoch nie sagen, wie das finanziert werden soll.
Beifall bei der ÖVP.
Mit einem Wort, meine Damen und Herren: Wir werden darüber im Ausschuß noch diskutieren. Kollege Gusenbauer hat das bereits angekündigt. Ich glaube aber, daß wir sinnvollerweise eine Lösung erst mit der Steuerreform 2000 werden finden können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Gusenbauer!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Gusenleitner hat schon darauf hingewiesen ... (Ruf bei der SPÖ: Gusenbauer!) Bitte streichen Sie "leitner" und setzen Sie "bauer" ein! (Abg. Dr. Gusenbauer: Die agrarische Vergangenheit macht sich bemerkbar!) Einverstanden!
Abg. Dr. Gusenbauer: Die agrarische Vergangenheit macht sich bemerkbar!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Gusenleitner hat schon darauf hingewiesen ... (Ruf bei der SPÖ: Gusenbauer!) Bitte streichen Sie "leitner" und setzen Sie "bauer" ein! (Abg. Dr. Gusenbauer: Die agrarische Vergangenheit macht sich bemerkbar!) Einverstanden!
Abg. Mag. Frieser: Das sind dann 1,2 Milliarden!
Ich halte die jetzige Börsenumsatzsteuer für verfehlt, weil sie alle Transaktionen betrifft und weil sie als eine Insellösung in Österreich eine reine fiskalpolitische Maßnahme ist, ob es sich dabei um 550 Millionen oder um 700 Millionen Schilling handelt. Ich glaube, daß es zu dieser Differenz kommt, weil er nur die Börsenumsatzsteuer meint und Sie, Frau Abgeordnete Frieser, die Kapitalverkehrsteuer dazurechnen. (Abg. Mag. Frieser: Das sind dann 1,2 Milliarden!) Sie haben recht: 1,2 Milliarden, es ist also noch teurer.