Eckdaten:
Für die 199. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 882 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Allgemeiner Beifall.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich begrüße den Herrn Abgeordneten in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Wir erheben Einwendung gegen die Tagesordnung. Wir möchten, dass das Spekulationsverbot, die Verhandlungen darüber auf die Tagesordnung gesetzt werden, damit wir die Verhandlungen darüber noch vor den Nationalratswahlen zu Ende bringen können und ein für alle Mal hier im Hohen Haus beschließen, dass Spekulieren mit Steuergeldern und Spekulieren auf Pump verboten wird. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir wollen, dass die Verhandlungen, die schon sehr weit gediehen sind und wo die einzelnen Parteien des Hohen Hauses einander schon sehr nahe gekommen sind, endlich zum Abschluss gebracht werden. Es sind viele Kilometer verhandelt worden und es fehlen noch wenige Zentimeter – so hätte ich das kurz beschrieben. Daher wollen wir, dass dieses Spekulieren endlich aufhört. Es gibt schon große Übereinstimmung, dass es gelingen kann. Wir wollen, dass es auf die Tagesordnung kommt und dann wieder an den Ausschuss verwiesen wird, sodass wir es vor dem Sommer noch beschließen können. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Sie korrigieren halt leider nicht!
Alois Mock hat einmal gesagt: Man kann Fehler in der Wirtschaftspolitik machen und diese korrigieren. Man kann Fehler in der Sozialpolitik machen und diese korrigieren. Man kann Fehler in der Bildungspolitik machen und diese korrigieren. (Abg. Strache: Sie korrigieren halt leider nicht!) Wenn man in der Außenpolitik einen Fehler macht, dann kann man diesen möglicherweise nicht mehr korrigieren.
Beifall bei der ÖVP
Gemeinsam mit dem Department of Peacekeeping Operations der Vereinten Nationen wird diese Sicherheitslage laufend überprüft. Ich möchte dem Herrn Außenminister hier in ganz besonderer Weise für dieses Engagement danken. Ich möchte auch, Herr Außenminister, für Ihren Besuch herzlichen danken, den Sie kürzlich unseren Soldaten am Golan abgestattet haben, der ihnen auch zeigt, dass dieser Einsatz von ganz besonderer Bedeutung ist, dass er ganz besonders wichtig ist (Beifall bei der ÖVP) und dass sich auch die Spitzen unserer Republik in Ihrer Person, Herr Außenminister, in einer kritischen Situation nicht davor drücken, dort in dieses Krisengebiet zu fahren und unseren Soldaten den Dank für die Tätigkeit, die sie dort ausüben, auszusprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Gemeinsam mit dem Department of Peacekeeping Operations der Vereinten Nationen wird diese Sicherheitslage laufend überprüft. Ich möchte dem Herrn Außenminister hier in ganz besonderer Weise für dieses Engagement danken. Ich möchte auch, Herr Außenminister, für Ihren Besuch herzlichen danken, den Sie kürzlich unseren Soldaten am Golan abgestattet haben, der ihnen auch zeigt, dass dieser Einsatz von ganz besonderer Bedeutung ist, dass er ganz besonders wichtig ist (Beifall bei der ÖVP) und dass sich auch die Spitzen unserer Republik in Ihrer Person, Herr Außenminister, in einer kritischen Situation nicht davor drücken, dort in dieses Krisengebiet zu fahren und unseren Soldaten den Dank für die Tätigkeit, die sie dort ausüben, auszusprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es wäre, glaube ich, auch sinnvoll, dass andere Spitzen der Republik, etwa auch der Herr Verteidigungsminister, bald eine Gelegenheit wahrnehmen, um unseren Soldatinnen und Soldaten dort ein ähnliches Signal zu geben. Ich halte das für sinnvoll, ich halte das für wichtig. Wir sind stolz auf unsere Soldaten, die dort einen so wichtigen Dienst leisten, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
ist ihnen nicht genug für diesen Dienst, den sie leisten, zu danken. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Bundesminister, ich möchte Ihnen persönlich Respekt und Anerkennung für die Außenpolitik, die Sie gerade im Nahen Osten machen, aussprechen. Es war ein großer Erfolg Ihrer Außenpolitik, dass es gelungen ist, die palästinensische Seite etwa in den Vereinten Nationen in eine neue Situation zu bringen, und dass sich fast alle europäischen Staaten Ihrer Position angeschlossen haben. Das ist ein großer Erfolg der gemeinsamen österreichischen Außenpolitik, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Ich möchte heute auch all den Damen und Herren, die von österreichischer Seite in diesen Organisationen tätig sind, ein aufrichtiges Danke für ihren humanitären Einsatz sagen. Es ist großartig, wenn man sieht, wie da geholfen wird. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Ich möchte heute besonders jenen, die dort täglich ihren Dienst versehen und versuchen, dass dieser Friedensdienst der Vereinten Nationen auch ein Friedensdienst bleiben kann, meine ausdrückliche Anerkennung und meinen Respekt aussprechen. Das sind hervorragende Persönlichkeiten. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn es am Golan keine UNO-Soldaten gäbe, wenn damit auch die Gefahr drohte, dass Israel in den Konflikt mit einbezogen würde. Das wollen wir alle nicht. Deshalb ist es notwendig, dass am Golan weiter ein Friedensdienst im Rahmen der UNO durchgeführt wird. Und da tragen die Österreicher die entscheidende Verantwortung. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich darf bei dieser Gelegenheit auch allen anderen, die im Nahen Osten als österreichische Soldaten tätig sind, ob das bei UNTSO ist, ob das im Rahmen von UNIFIL im Libanon ist, damit eben der Libanon nicht in diesen Konflikt in Syrien mit einbezogen wird, ein herzliches Danke für ihren Einsatz sagen. Auch dort wird Österreich als Truppensteller besonders gelobt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und BZÖ sowie des Abg. Strache.
Das Zweite ist: Ich glaube auch insgesamt nicht, dass ein Mehr an Waffen in diesem Land zu einem Ende des Krieges führen wird. Ganz im Gegenteil! Es würde zu einer Eskalationsspirale beitragen. Und das wollen wir doch alle nicht. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und BZÖ sowie des Abg. Strache.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Cap und Strache.
Daher bin ich der festen Überzeugung, wir müssen uns alle darauf konzentrieren, eine politische Lösung dieses Konflikts herbeizuführen. Und daher müssen auch alle Kräfte unterstützt werden, die diese politische Lösung wollen. Und wenn zwei Kirchenvertreter entführt wurden, dann ist das ein alarmierendes Signal. Ich darf das heute noch einmal ansprechen. In Medien wurde berichtet, sie seien schon wieder freigelassen worden. Dem ist nicht so, sie sind immer noch entführt, weil sie für Frieden in Syrien eingetreten sind. Die internationale Gemeinschaft und wir sind aufgerufen, dem entgegenzuwirken. Nicht Entführung ist angesagt, sondern ein Friedensprozess, ein Gespräch am Runden Tisch mit allen Vertretern, die in Syrien sind. Das ist die Notwendigkeit, auf die wir hindrängen müssen, das muss die politische Lösung von morgen sein. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Cap und Strache.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir müssen unsere österreichischen Soldaten, die am Golan stehen, die bei UNIFIL engagiert sind, vonseiten Österreichs natürlich mit allen nötigen Ausrüstungsgegenständen unterstützen, aber auch in der Hinsicht, dass wir ihnen den Rücken stärken und uns für ihr Engagement bedanken, das Österreich große Anerkennung in der internationalen Gemeinschaft gebracht hat. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Gleich einleitend auch seitens der sozialdemokratischen Parlamentsfraktion unser Dank an unsere Soldaten, die den Dienst in dieser doch sehr gefährlichen Zone ausüben. Wir schließen uns den anerkennenden Worten der Vorredner hier natürlich vollinhaltlich an. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber das liegt natürlich auch im Verhältnis zwischen Palästina und Israel begründet, das ist der Kernbereich dieses Problems in dieser Region. Da gilt es schon auch an die israelische Regierung den Appell zu richten, endlich mit dem Siedlungsbau aufzuhören, weil das eine Zweistaatenlösung unterminiert und weil das im Endeffekt auch für Israel – vielleicht sogar primär für Israel – eine Katastrophe ist. Gerade Israel muss diese Zweistaatenlösung doch wollen müssen, wenn man wirklich auf einen dauerhaften Frieden drängen will. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Ich glaube auch, dass die Einschätzung in dieser Region von Bedeutung ist, was den Arabischen Frühling betrifft, und dass die westlichen Demokratien alles unternehmen müssen – auch das wäre ein Beitrag zum Frieden in dieser Region –, damit dieser Frühling wirklich noch ein Frühling wird und sich auch demokratisch weiterentwickelt. Wenn man die Äußerungen und die Handlungen des ägyptischen Präsidenten – aber wahrscheinlich auch in anderen Ländern – hört und sieht, dann muss ich sagen, bei allem Respekt vor dem Koran, aber im Endeffekt wird der Koran nicht Wohnungen, Jobs, Eiskästen und sonst etwas dort in Bewegung setzen, sondern da gehört eine gescheite Wirtschaftspolitik her. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Da gehört eine gescheite Politik insgesamt her.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zusammenfassend, glaube ich, sollten wir alle weiter diesen Weg gehen und unseren Beitrag leisten, denn der Friede in dieser Region bedeutet auch Frieden und Sicherheit für Österreich und Europa. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben heute die Verpflichtung und die Aufgabe, unseren Soldatinnen und Soldaten – es sind rund 380, die derzeit am Golan stehen – jegliche notwendige Unterstützung zu geben, und zwar von politischer Seite, aus ideeller Sicht, und natürlich auch die bestmögliche materielle Unterstützung, die wir seitens des österreichischen Bundesheeres zur Verfügung stellen können. Ich glaube, dass die heutige Aktuelle Stunde ein wirklich guter Anlass ist, unseren SoldatInnen, vor allem jenen, die dort professionell, kompetent und noch immer, trotz der Gefahrenmomente, motiviert ihren Dienst versehen, zu danken – auch jenen, die bisher fast 40 Jahre lang diesen Dienst im Sinne von friedensstiftenden Maßnahmen geleistet haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne danke ich, und ich hoffe, dass alle Soldatinnen und Soldaten wieder gesund in die Heimat zurückkehren können. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Leider Gottes findet auch eine Vertreibung Andersgläubiger statt, wie der Christen, die in diesen Regionen auch bedroht sind, wo es zu Christenverfolgung und auch zu Vertreibung kommt. Und ich vermisse die Unterstützung vonseiten der Europäischen Union, aber auch der österreichischen Bundesregierung, wenn es darum geht, die christlichen Bürger dieser Region vor solchen Entwicklungen entsprechend zu schützen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Vor knapp einem Jahr wurde aufgedeckt, dass neun österreichische Asylwerber an der russisch-georgischen Grenze, nämlich Tschetschenen, die als Asylwerber in Österreich waren und hier Anträge gestellt haben, als Kämpfer, als Terroristen, als Islamisten, als Radikale im Kampfanzug und mit Maschinengewehren in Kampfhandlungen erschossen beziehungsweise festgenommen wurden. Das sind offensichtlich keine Einzelfälle und das zeigt auch die Situation in Österreich auf, nämlich dass hier Menschen das heilige Recht auf Asyl offenkundig missbrauchen (Beifall bei der FPÖ) und radikale Islamisten Rekrutierungszonen und eine Rekrutierungsbasis auch in Österreich machen können, weil man hier zusieht, obwohl der Verfassungsschutz und auch die Sicherheitsbehörden seit Jahren darauf hinweisen, dass es diese Entwicklung gibt.
Beifall bei der FPÖ.
Österreich hat da eine Tradition, und zwar eine gute und positive Tradition: die Position des neutralen Vermittlers. Ich würde mir wünschen, dass man diese Tradition des neutralen Vermittlers endlich wieder stärker lebt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Daher komme ich am Ende meiner Ausführungen natürlich auch auf unsere UNO-Soldaten zu sprechen. Ja, unsere österreichischen UNO-Soldaten leisten Großartiges in dieser Region (Beifall bei der FPÖ), aber ihr Auftrag ist, in einer entmilitarisierten Zone Friedenssicherung zu betreiben. Wir haben es jedoch nicht mehr mit einer entmilitarisierten Zone zu tun. Es herrscht Krieg! Und diese Zone ist längst nicht mehr entmilitarisiert. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Daher komme ich am Ende meiner Ausführungen natürlich auch auf unsere UNO-Soldaten zu sprechen. Ja, unsere österreichischen UNO-Soldaten leisten Großartiges in dieser Region (Beifall bei der FPÖ), aber ihr Auftrag ist, in einer entmilitarisierten Zone Friedenssicherung zu betreiben. Wir haben es jedoch nicht mehr mit einer entmilitarisierten Zone zu tun. Es herrscht Krieg! Und diese Zone ist längst nicht mehr entmilitarisiert. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Es geht nicht mehr um Friedenssicherung, diese Soldaten befinden sich mitten in einer Kriegszone unterschiedlicher Kriegsparteien. Daher ist es unverantwortlich, unsere österreichischen Soldaten weiterhin vor Ort zu belassen und das zu negieren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Da sollten wir bei allem Dank und Respekt vor unseren UNO-Soldaten endlich deren Sicherheit gewährleisten und sie zurück nach Österreich holen. Das ist unser sicherheitspolitischer Ansatz. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Karlsböck – Abg. Dr. Graf: Wir müssen nicht gleicher Meinung sein wie alle anderen!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wenn die Freiheitliche Partei diese wichtige Diskussion über globale Sicherheit am Beispiel Syriens und des Golans zu einer Asylwerber-Debatte missbraucht, dann sage ich dazu nur zwei Sätze (Zwischenruf des Abg. Dr. Karlsböck – Abg. Dr. Graf: Wir müssen nicht gleicher Meinung sein wie alle anderen!):
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Meinen Sie die tschetschenischen Terroristen aus Boston, oder?
Erstens: Es gibt eine einzige Partei in der gesamten Europäischen Union, die enge freundschaftliche Beziehungen zum terroristischen Regime in Tschetschenien unterhält, das in Wien sogar Morde durchführen hat lassen. Diese Partei ist die Freiheitliche Partei Österreichs. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Meinen Sie die tschetschenischen Terroristen aus Boston, oder?)
Abg. Strache: Der Gaddafi hat die Grünen gesponsert! Das ist der einzige Nachweis !
Zweitens: Der Arabische Frühling hatte eine direkte Folge für die österreichische Parteienfinanzierung: Mit Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi hat die Freiheitliche Partei zwei ihrer wichtigsten Financiers verloren. (Abg. Strache: Der Gaddafi hat die Grünen gesponsert! Das ist der einzige Nachweis !) – Das dazu.
Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.
Aber jetzt, Herr Dr. Spindelegger, zum eigentlichen Problem, denn zum Glück ist die Freiheitliche Partei nicht mehr das Hauptproblem sogar der Republik Österreich. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Deswegen brauchen wir, Herr Dr. Spindelegger, auch hier im Parlament klare Worte. Wir stehen vor dem Scheitern der internationalen Nahostpolitik. Wir stehen vor einem Scherbenhaufen in Libyen. Wir stehen demnächst wahrscheinlich vor einem noch viel gefährlicheren Scherbenhaufen in Syrien. Nach wie vor stützt der Westen diktatorische Regimes wie Saudi Arabien. Nach wie vor lässt der Westen echte Demokratiebewegungen wie in Bahrain im Stich und decken die USA, Großbritannien und auch Frankreich saudische Interventionstruppen gegen demokratische BürgerInnenbewegungen eben in den Golfstaaten. Und in Syrien und in Libyen geht es nicht um Demokratie, geht es leider nicht um Menschenrechte, sondern um internationale Einflusssphären. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Da bräuchten wir eine österreichische Politik, die offen sagt: Wir brauchen eine große politische Wende in Brüssel! Und wir brauchen einen Außenminister, der das endlich offen und mutig anspricht. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Außenminister! Meine Damen und Herren! Ich bin sehr dankbar für diese Debatte, hätte mir aber auch eine Erklärung von Ihnen, Herr Außenminister, gewünscht, vor allem aus Geschäftsordnungsgründen, denn dann hätten wir noch intensiver debattieren und auch gemeinsame Anträge einbringen können, sodass wir auch wirklich der Stimme dieses Hauses in dieser wichtigen außenpolitischen Frage mehr Gewicht geben könnten. Aber das kann ja noch folgen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich bereits vor zwei Jahren hier meine Stimme kritisch erhoben habe. Damals sah ich mich dem Vorwurf ausgesetzt, ich würde die Diktatoren in Libyen und in Syrien unterstützen. Aber heute ist wohl eindeutig klar, dass die Revolutionen von außen organisiert wurden, dass sie nicht in Tripolis, nicht in Kairo, nicht in Damaskus entstanden sind, sondern in London, Paris, Washington und Ankara, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Dieses Land war eine Diktatur, selbstverständlich, es gab Menschenrechtsverletzungen, es gab keine Pressefreiheit – aber das ist wohl eine Situation, die in der gesamten Region zu kritisieren ist. Aber es gab damals Sicherheit, und zwar auch Stabilität an den Grenzen zu Israel. Deshalb ist ja Israel nicht sehr begeistert von dieser Situation. Es gab eine Freiheit der Religionen – und das ist heute ein bisschen zu kurz gekommen. Schauen Sie sich die jetzige Situation der Kopten nach der Revolution in Ägypten an! Sehen Sie die Angst der 3 Millionen Christen in Syrien, die nicht wissen, was in den nächsten Jahren auf sie zukommen wird! Und hier in Europa wundert man sich darüber, dass die Christen nicht der Revolutionsbewegung angehören, deren erstes Ziel es ist, diese 3 Millionen Christen aus Syrien zu vertreiben. Da frage ich mich wirklich, in welchem Land und auf welchem Kontinent wir leben. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Die einzige Chance, die Syrien in Zukunft hat – und das wäre eine Initiative, die Österreich und die Europäische Union setzen könnten –, ist, die vernünftigen Kräfte im Regime, in der Baath-Partei, und die gibt es, zu fördern und die vernünftigen Kräfte der innersyrischen Opposition an einen Tisch zu bringen, absolutes Waffenverbot, absolutes Gewaltverbot, und zu versuchen, wenn es noch möglich ist, dieses Pflänzchen einer Chance für eine friedliche Lösung in dieser Region in Syrien zu stärken. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Das ist die einzige Möglichkeit. Jedenfalls aber ist ein Riegel noch immer agierenden Großmächten vorzuschieben, die sich unter dem Mäntelchen der Menschenrechte nur um ihre eigenen Interessen kümmern und vielfaches Leid in Syrien und in dieser Region verursachen. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Dr. Pilz: Ich habe kein Wort darüber verloren!
Lassen Sie mich noch auf Syrien zu sprechen kommen: Wenn Herr Pilz – der jetzt schon wieder mit Abwesenheit glänzt, ah, jetzt kommt er wieder! – hier hergeht und sagt, dass die Ereignisse in Syrien rund um diese 60 Gotteskrieger, Asylwerber aus Österreich, bloß ein „Lercherlschas“ seien, dann möchte ich betonen, dass ich das ein bisschen anders sehe, Herr Pilz! (Abg. Dr. Pilz: Ich habe kein Wort darüber verloren!)
Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pilz.
Sie müssen sich einmal bewusst sein: Diese Menschen kommen hier her unter dem Vorwand, in ihrem Heimatstaat politisch oder religiös verfolgt zu werden, nehmen die Gastfreundschaft der österreichischen Staatsbürger in Anspruch, werden hier von den österreichischen Steuerzahlern durchgefüttert, und dann gehen sie nach Syrien und führen dort einen Gotteskampf, einen Heiligen Krieg. – Herr Pilz! Haben Sie Tomaten nicht nur auf den Augen, sondern auch auf Ihren Hühneraugen? Ich glaube, das, was Sie uns hier klarmachen wollen, ist der falsche Weg! (Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pilz.)
Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
kämpfen, während ihre Familien hier durchgefüttert werden. – Sie haben mir versprochen, Sie werden der Sache nachgehen. Aber bis heute habe ich nichts gehört. Es hat sich nichts geändert an dem Thema. Man hat mir nur Aufklärung versprochen, aber bis jetzt nichts getan. (Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Die Österreicherinnen und Österreicher, die hier für diese Menschen aufkommen, die mit ihren Steuergeldern für diese Menschen zahlen müssen, sollen einmal wissen, was mit ihrem Geld passiert. Ich glaube, wir investieren das Geld besser für die Österreicherinnen und Österreicher. Es gibt hier viele Frauen, die Alleinerzieherinnen sind und Probleme haben, finanziell durchzukommen. Dort wäre das Geld besser investiert. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Außenminister! Meine Damen und Herren! Wir haben schon gehört, dass bereits seit 1974 das österreichische Bundesheer für die Vereinten Nationen den Waffenstillstand zwischen Syrien und Israel überwacht und hierdurch einen unschätzbaren Beitrag zur Deeskalation in dem für die globale Sicherheit so bedeutsamen Nahostkonflikt leistet. Für diese hochwertige Friedensarbeit möchte auch ich den Soldatinnen und Soldaten recht herzlich danken! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinn könnten die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten einen wirklich sinnvollen Beitrag leisten, um das Leid der Syrer und Syrerinnen zu mindern. Es ist sehr begrüßenswert, dass Österreich jetzt 2 Millionen € aus dem Auslandskatastrophenfonds freigegeben hat, um die Flüchtlinge zu unterstützen. Aber angesichts der Hilfsgelder, die benötigt werden – Experten oder NGOs sprechen von bis zu 20 Millionen € jährlich –, kann nur ein gemeinsames europäisches und internationales Vorgehen wirklich weiterhelfen. Ich möchte die Regierung daher bitten, auf europäischer und auf internationaler Ebene darauf zu drängen, den Fokus weg von den Waffenexporten und hin zu gemeinsamen Maßnahmen der Zivil- und Krisenhilfe zu lenken. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte hier auch ganz klar erwähnen, dass es im Nationalen Sicherheitsrat, wo der Herr Vizekanzler über die Lage im Libanon und in Syrien berichtet hat, einen Beschluss gegeben hat, der genau das anspricht, was Herr Pilz kritisiert, nämlich dass sowohl eine Aufhebung als auch eine Lockerung des EU-Waffenembargos gegen Syrien weiterhin strikt abzulehnen sind. Außerdem sind die EU-Mitgliedstaaten nochmals eindringlich auf die möglichen Konsequenzen einer Aufhebung beziehungsweise Nichtverlängerung der österreichischen Beteiligung an der Mission hinzuweisen. – Was also wollen Sie mehr, Kollege Pilz? All das, was Sie fordern, ist hier beschlossen worden! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Man darf außerdem wohl auch darauf hinweisen, dass es Außenminister Spindelegger war, der die Soldaten auf den Golanhöhen besucht hat, ihnen eindringlich die Wertschätzung Österreichs und seine persönliche Wertschätzung ausgedrückt und dort auch klargestellt hat: Wir bleiben, solange wir können, und wir tun alles, was notwendig ist, dass wir so lange als möglich bleiben können, weil wir uns der Wichtigkeit dieser Mission bewusst sind. Aber wir treffen auch Vorsorge, dass, wenn es nicht mehr geht, die Sicherheit der österreichischen Soldaten gewährleistet ist. – Das dazu. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir tun das zum Beispiel in den Palästinensergebieten mit einem jährlichen Beitrag von 4 bis 5 Millionen €, aber auch in vielen anderen Bereichen. – Ich glaube, dass das der wesentliche Punkt für die zukünftige Entwicklung in Richtung Frieden und Freiheit dieser Region ist. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pilz.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Hübner. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pilz.)
Beifall bei der FPÖ.
Urlaub fahren und keine Konsequenzen gezogen werden, dass Berichte des Innenministeriums darüber vorliegen, die in der Schublade landen, weil man das politisch korrekterweise nicht hören und sagen will, dann verstehe ich natürlich, dass dieses Thema bei den Grünen und vor allem von Kollegen Pilz sofort mit Begriffen wie „Missbrauch“, „Hetze“ und so weiter in Verbindung gebracht wird. – Aber ich glaube, die Zuschauer und das Wahlpublikum können sich ein Bild davon machen, wer tatsächlich über Dinge diskutieren will, wer Missstände aufzeigt und wer drei bis vier Totschlagworte bereit hat, um Diskussionen über Missstände zu verhindern. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Klikovits: Wollen Sie unsere Soldaten abziehen?
Schauen wir uns einmal an, was wir getan haben: Die jeweiligen Missionen, nämlich UNIFIL im Südlibanon und UNDOF in Syrien, gibt es seit 39 Jahren, diese kosten jeweils zwischen 100 Millionen und 130 Millionen € im Jahr. Wenn Sie beide Summen mit 39 multiplizieren, dann können Sie sich ungefähr ausrechnen, von welchen Kosten wir reden. (Abg. Klikovits: Wollen Sie unsere Soldaten abziehen?) Sie können gerne noch einmal reden! Ich werde zu einer Schlussfolgerung kommen, Kollege Klikovits. – Das sind einmal die Kosten. Genützt hat das aber gar nichts.
Beifall bei der FPÖ.
Das Einzige, was wir dort tun, ist, dass wir einen Beitrag zur Gefährdung der Soldaten, die dort völlig sinnloserweise sitzen, leisten. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Klikovits
Das Zweite – und damit komme ich auch schon zum Ende – ist der Friedensprozess. Was haben wir, bitte, für den Friedensprozess in den letzten zwei Jahren getan? – Gar nichts! Es gibt keine Ansätze, gar nichts. Wenn man behauptet, der Friedensprozess am runden Tisch sei das Thema und nicht Entführungen (Zwischenruf des Abg. Klikovits), dann muss ich sagen: No na! Aber wo ist unsere Leistung? Wo ist unser Beitrag?
Beifall bei der FPÖ.
Deshalb sagen wir, dieses Mandat ist sinnlos. Eine Außenpolitik, wie wir sie in den siebziger Jahren noch gemacht haben, wäre notwendig. Die wäre wirklich notwendig, aber die sehen wir nicht einmal in Ansätzen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Also Diskussionsverbot der Grünen!
Ja, da stehen schlimme Dinge im Raum. Es ist aber nichts bewiesen. Der Verfassungsschutz prüft. Und solange der Verfassungsschutz prüft, werden wir jetzt nicht darüber reden, ob das Asylwerber sind, die ihre Situation ausnützen oder nicht, sondern wir werden uns das vielleicht im Parlament anhören und den Verfassungsschutz (Abg. Strache: Also Diskussionsverbot der Grünen!) – Nein, die Diskussion ist nicht verboten. Aber eine seriöse Diskussion darüber ist erwünscht. Zu dieser seriösen Diskussion sind Sie allerdings in diesem Zusammenhang leider nicht fähig. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ja, da stehen schlimme Dinge im Raum. Es ist aber nichts bewiesen. Der Verfassungsschutz prüft. Und solange der Verfassungsschutz prüft, werden wir jetzt nicht darüber reden, ob das Asylwerber sind, die ihre Situation ausnützen oder nicht, sondern wir werden uns das vielleicht im Parlament anhören und den Verfassungsschutz (Abg. Strache: Also Diskussionsverbot der Grünen!) – Nein, die Diskussion ist nicht verboten. Aber eine seriöse Diskussion darüber ist erwünscht. Zu dieser seriösen Diskussion sind Sie allerdings in diesem Zusammenhang leider nicht fähig. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Strache.
Ich möchte daran erinnern, dass genau Sie, Herr Hübner, und Ihre Kollegen beim obersten Terroristen in Tschetschenien, nämlich beim Herrn Kadyrow, zu Besuch waren. Deswegen wurde die Aussage getroffen, dass Sie der Ober-Tschetschenen-Freund sind. Das heißt, vielleicht können Sie uns Auskunft darüber geben, was da los ist und warum Tschetschenen aus Österreich nach Syrien gehen. (Zwischenruf des Abg. Strache.) Sie werden es wahrscheinlich besser wissen. Sonst ist dies sehr eigenartig und Ihr Besuch in Tschetschenien nach wie vor höchst fragwürdig. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte daran erinnern, dass genau Sie, Herr Hübner, und Ihre Kollegen beim obersten Terroristen in Tschetschenien, nämlich beim Herrn Kadyrow, zu Besuch waren. Deswegen wurde die Aussage getroffen, dass Sie der Ober-Tschetschenen-Freund sind. Das heißt, vielleicht können Sie uns Auskunft darüber geben, was da los ist und warum Tschetschenen aus Österreich nach Syrien gehen. (Zwischenruf des Abg. Strache.) Sie werden es wahrscheinlich besser wissen. Sonst ist dies sehr eigenartig und Ihr Besuch in Tschetschenien nach wie vor höchst fragwürdig. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dr. Spindelegger.
Zur derzeitigen Lage: Herr Minister Spindelegger, Sie haben es angesprochen, der Hinweis meines Kollegen Pilz war in erster Linie der, dass es verdammt eilig und an der Zeit ist und schnell etwas in Bezug auf die Frage des Embargos geschehen muss. Es wird Ende Mai ablaufen, es ist also nur mehr ganz wenig Zeit. Das heißt, es muss in Brüssel unbedingt verlängert werden. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dr. Spindelegger.) – Ja, ja!, sagen Sie. Das ist Ihre Rolle, sich dafür einzusetzen und massiv zu verhandeln, denn Sie wissen, welche Konsequenzen das für unsere Soldaten am Golan hat. (Vizekanzler Dr. Spindelegger: Lesen Sie doch einmal Zeitungen!) Ich lese die Zeitungen sehr intensiv und ich beobachte auch sehr genau, was Sie machen oder nicht machen. Und ich habe den Eindruck, dass Sie genau da nicht genug machen. (Beifall bei den Grünen.)
Vizekanzler Dr. Spindelegger: Lesen Sie doch einmal Zeitungen!
Zur derzeitigen Lage: Herr Minister Spindelegger, Sie haben es angesprochen, der Hinweis meines Kollegen Pilz war in erster Linie der, dass es verdammt eilig und an der Zeit ist und schnell etwas in Bezug auf die Frage des Embargos geschehen muss. Es wird Ende Mai ablaufen, es ist also nur mehr ganz wenig Zeit. Das heißt, es muss in Brüssel unbedingt verlängert werden. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dr. Spindelegger.) – Ja, ja!, sagen Sie. Das ist Ihre Rolle, sich dafür einzusetzen und massiv zu verhandeln, denn Sie wissen, welche Konsequenzen das für unsere Soldaten am Golan hat. (Vizekanzler Dr. Spindelegger: Lesen Sie doch einmal Zeitungen!) Ich lese die Zeitungen sehr intensiv und ich beobachte auch sehr genau, was Sie machen oder nicht machen. Und ich habe den Eindruck, dass Sie genau da nicht genug machen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Zur derzeitigen Lage: Herr Minister Spindelegger, Sie haben es angesprochen, der Hinweis meines Kollegen Pilz war in erster Linie der, dass es verdammt eilig und an der Zeit ist und schnell etwas in Bezug auf die Frage des Embargos geschehen muss. Es wird Ende Mai ablaufen, es ist also nur mehr ganz wenig Zeit. Das heißt, es muss in Brüssel unbedingt verlängert werden. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dr. Spindelegger.) – Ja, ja!, sagen Sie. Das ist Ihre Rolle, sich dafür einzusetzen und massiv zu verhandeln, denn Sie wissen, welche Konsequenzen das für unsere Soldaten am Golan hat. (Vizekanzler Dr. Spindelegger: Lesen Sie doch einmal Zeitungen!) Ich lese die Zeitungen sehr intensiv und ich beobachte auch sehr genau, was Sie machen oder nicht machen. Und ich habe den Eindruck, dass Sie genau da nicht genug machen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Klikovits: Das ist eine sehr selektive Wahrnehmung!
Es ist höchst an der Zeit (Abg. Klikovits: Das ist eine sehr selektive Wahrnehmung!) Nein, ich habe keine selektive Wahrnehmung. Aber es geht – und das hat der Herr Minister auch schon erwähnt – um die heikle Situation unserer Soldaten am Golan. Und es geht dort um Friedenssicherung oder nicht. Aber sobald es dazu kommt, dass Waffen nach Syrien transportiert und verkauft werden, sind unsere Soldaten, das wissen wir alle, extrem gefährdet.
Zwischenrufe der Abgeordneten Amon und Klikovits.
Das heißt, es ist höchst an der Zeit, ja ganz dringend, dass ganz offen über diese Situation gesprochen wird. Und ich vermisse diese Offenheit. Ich habe das Gefühl, das wird beschönigt, es wird nicht offen darüber geredet. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amon und Klikovits.) Doch, ich habe sehr gut zugehört. Es ist nirgendwo Klartext gesprochen worden. Nirgends ist gesagt worden, dass das Embargo Ende Mai ausläuft – Ende Mai, das ist in eineinhalb Monaten. Eineinhalb Monate sind sehr wenig Zeit, um die Situation unserer Soldaten am Golan zu klären. Bitte klären Sie das! Das ist ganz dringend, es ist höchste Zeit.
Abg. Kopf: „Großes PR-Budget“?
Es wird nicht berichtet. Vielleicht geben Sie Ihr großes PR-Budget falsch aus. Zumindest sind bei uns die Infos nicht angekommen, wie Ihre Vermittlerrolle diesbezüglich aussieht. (Abg. Kopf: „Großes PR-Budget“?) – Ja, es gibt ein großes PR-Budget. Wir haben das letztes Jahr diskutiert und wir werden das auch heuer diskutieren. Das übersteigt sogar die Höhe der humanitären Hilfe aus dem Auslandskatastrophenfonds, die nach Syrien geflossen ist. Das Budget, das der Minister für Pressearbeit zur Verfügung stellt, ist höher als jenes, das für humanitäre Hilfe geflossen ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es wird nicht berichtet. Vielleicht geben Sie Ihr großes PR-Budget falsch aus. Zumindest sind bei uns die Infos nicht angekommen, wie Ihre Vermittlerrolle diesbezüglich aussieht. (Abg. Kopf: „Großes PR-Budget“?) – Ja, es gibt ein großes PR-Budget. Wir haben das letztes Jahr diskutiert und wir werden das auch heuer diskutieren. Das übersteigt sogar die Höhe der humanitären Hilfe aus dem Auslandskatastrophenfonds, die nach Syrien geflossen ist. Das Budget, das der Minister für Pressearbeit zur Verfügung stellt, ist höher als jenes, das für humanitäre Hilfe geflossen ist. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Klikovits
Mir ist es daher wichtig, dass Sie die Situation (Zwischenruf des Abg. Klikovits) – doch, das wird schon was – am Golan sehr offen ansprechen, dass es (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Klikovits.) – Ja, diese Zeit nutze ich noch, um den Herrn Minister inständig dazu aufzurufen, ganz klar anzusprechen, wie heikel die Situation am Golan ist, wie knapp die Zeit ist und wie schnell man die Situation und das Embargo klären muss. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Klikovits.
Mir ist es daher wichtig, dass Sie die Situation (Zwischenruf des Abg. Klikovits) – doch, das wird schon was – am Golan sehr offen ansprechen, dass es (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Klikovits.) – Ja, diese Zeit nutze ich noch, um den Herrn Minister inständig dazu aufzurufen, ganz klar anzusprechen, wie heikel die Situation am Golan ist, wie knapp die Zeit ist und wie schnell man die Situation und das Embargo klären muss. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Mir ist es daher wichtig, dass Sie die Situation (Zwischenruf des Abg. Klikovits) – doch, das wird schon was – am Golan sehr offen ansprechen, dass es (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Klikovits.) – Ja, diese Zeit nutze ich noch, um den Herrn Minister inständig dazu aufzurufen, ganz klar anzusprechen, wie heikel die Situation am Golan ist, wie knapp die Zeit ist und wie schnell man die Situation und das Embargo klären muss. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Außenminister! Meine Damen und Herren! Ich darf vielleicht als Schlussredner zusammenfassen, dass ich diese Debatte für sehr, sehr wichtig gehalten habe und auch das jüngste Engagement des Außenministers in diesem Zusammenhang sehr begrüße. Ich möchte aber auch festhalten, dass ich nicht hoffe, dass sich so mancher Verdacht bestätigt, dass es sich bei dieser außenpolitischen Initiative um eine außenpolitische Stichflamme handelt, deren wahrer Hintergrund die bevorstehende Nationalratswahl in wenigen Monaten ist, meine Damen und Herren, so nach dem Motto des Herrn Spindelegger: Wenn ich innenpolitisch ein Fliegengewicht bin, versuche ich, in der Außenpolitik politisches Profil zu gewinnen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ
Ich darf an die ÖVP appellieren, die Außenpolitik nicht für ihren eigenen Wahlkampf zu missbrauchen (Beifall beim BZÖ), und möchte das bewusst heute schon, Monate vor der Wahl gesagt haben. Und dieser Verdacht ist ja nicht ganz unbegründet (Abg. Klikovits: Da sieht man, wie Sie denken!), denn wenn ich mir das Engagement des Herrn Spindelegger in seiner gesamten Außenminister-Zeit bisher und auch das Engagement der anderen rot-schwarzen Außenminister der letzten Jahre ansehe, gerade im Bereich des Nahen Osten, dann, muss ich sagen, ist dieses Engagement als sehr passiv zu bezeichnen und ist auch äußerst bescheiden gewesen.
Abg. Klikovits: Da sieht man, wie Sie denken!
Ich darf an die ÖVP appellieren, die Außenpolitik nicht für ihren eigenen Wahlkampf zu missbrauchen (Beifall beim BZÖ), und möchte das bewusst heute schon, Monate vor der Wahl gesagt haben. Und dieser Verdacht ist ja nicht ganz unbegründet (Abg. Klikovits: Da sieht man, wie Sie denken!), denn wenn ich mir das Engagement des Herrn Spindelegger in seiner gesamten Außenminister-Zeit bisher und auch das Engagement der anderen rot-schwarzen Außenminister der letzten Jahre ansehe, gerade im Bereich des Nahen Osten, dann, muss ich sagen, ist dieses Engagement als sehr passiv zu bezeichnen und ist auch äußerst bescheiden gewesen.
Beifall beim BZÖ
Da hilft es auch sehr wenig, auf die historische österreichische Tradition in den siebziger oder achtziger Jahren zu verweisen, Kollege Cap. Mit einem Verweis auf die siebziger und achtziger Jahre kann man die Zukunft nicht gewinnen, weder in Österreich noch im Nahen Osten, meine Damen und Herren (Beifall beim BZÖ), sondern es geht darum, die richtigen Schritte jetzt zu setzen.
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Da darf ich schon festhalten, dass sich, gerade was den Arabischen Frühling und die Ereignisse in diesen Ländern, ob das Tunesien, Libyen, Ägypten, der Jemen oder jetzt auch Syrien ist, betrifft, die Regierungsparteien und auch die anderen Fraktionen eigentlich immer falsch verhalten haben, nämlich zu jenen gehört haben, die diesen Arabischen Frühling bejubelt und gesagt haben, jetzt kommt dort die große Freiheitsbewegung, jetzt kommt dort die große Demokratiebewegung, jetzt kommt dort die große Bewegung der Menschenrechte. Wenn wir heute schauen, was aus diesem Arabischen Frühling geworden ist, dann sehen wir, dass sich all diese Erwartungen nicht erfüllt haben und sich nur eine einzige politische Haltung einer einzigen Fraktion in diesem Hohen Haus bewahrheitet hat, nämlich die außenpolitische Haltung des BZÖ. Wir waren die Einzigen, die immer davor gewarnt und gesagt haben, dass dieser Arabische Frühling nicht das Gelbe vom Ei ist. Aber wir sind dafür belächelt und auch sehr heftig kritisiert worden. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Daher muss man heute auch daran erinnern.
Beifall beim BZÖ.
Ich würde mir wünschen – zum Schluss sei das gesagt –, dass nicht nur Österreich hier eine klare Haltung einnimmt, sondern auch die Europäische Union eine klare Haltung einnimmt. Meine Damen und Herren! Ich stelle Ihnen die Frage: Wo ist hier die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Für uns – zum Schluss sei das noch einmal klargestellt –, für das BZÖ gilt, dass der Schutz unserer Soldaten für uns an erster Stelle steht. Ich möchte abschließend als letzter Redner zu diesem Punkt noch einmal allen, die dort im Einsatz sind, herzlich für ihr Engagement danken. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Nach 40 Jahren, meine sehr geehrten Damen und Herren, liegt es jetzt an uns, diesen einen Knackpunkt endlich zu lösen, nämlich den Knackpunkt einheitliches Haushaltsrecht für alle Länder, alle Gemeinden und alle Städte in unserem Land Österreich. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir sind immer so stolz auf den Rechnungshof, der ein Organ des Nationalrates ist und von allen Seiten gelobt wird. Wenn es so ist, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass er so gute Arbeit leistet, dann unterstützen Sie unsere Initiative (Beifall beim BZÖ), den Rechnungshof zu stärken, dann geben Sie ihm die Möglichkeit, all das zu prüfen, was zu prüfen ist! Aber man sollte nicht hinterher dem Rechnungshof die Schuld in die Schuhe schieben und sagen, dass er in Salzburg nicht ordnungsgemäß geprüft hat.
Beifall beim BZÖ.
Er konnte ja nicht prüfen bei all der kriminellen Energie, die da offenbar dahintersteckte, um Dinge zu verschleiern und zu verstecken. Unser Interesse hier muss es sein, unser eigenes Organ mit allen Möglichkeiten und Mitteln auszustatten, damit so etwas künftig nicht mehr passieren kann. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Bucher: Noch schlimmer!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Kollege Bucher, Sie haben selbst gesagt, dass der Anlass für diese ganze Debatte Salzburg ist. – Man muss aber dazusagen, dass Salzburg nicht der erste Fall von Spekulation in Österreich ist, sondern sich in eine lange Liste von Spekulationen seitens der öffentlichen Hand einreiht (Abg. Bucher: Noch schlimmer!), ob das Niederösterreich ist, Tirol oder auch die Bundesebene. (Abg. Vilimsky: Wien!) Auf Bundesebene allein wurden 350 Millionen € verloren.
Abg. Vilimsky: Wien!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Kollege Bucher, Sie haben selbst gesagt, dass der Anlass für diese ganze Debatte Salzburg ist. – Man muss aber dazusagen, dass Salzburg nicht der erste Fall von Spekulation in Österreich ist, sondern sich in eine lange Liste von Spekulationen seitens der öffentlichen Hand einreiht (Abg. Bucher: Noch schlimmer!), ob das Niederösterreich ist, Tirol oder auch die Bundesebene. (Abg. Vilimsky: Wien!) Auf Bundesebene allein wurden 350 Millionen € verloren.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Die drei wesentlichen Unterschiede, die ich sehe, sind erstens: Es hat politische Konsequenzen gegeben. Das heißt, der verantwortliche Landesrat ist zurückgetreten und hat die politische Verantwortung wahrgenommen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Der dritte große Unterschied ist: Im Gegensatz zum Beispiel zur Bundesebene, wo unterm Strich über 300 Millionen € verloren gegangen sind, ist in Salzburg bis heute kein Geld verloren gegangen, sondern unterm Strich ein Plus zu verzeichnen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Bucher: Das hättet ihr laut sagen müssen!
Das, was vorliegt – sagt selbst der Rechnungshof –, ist etwas, das er gerne hätte. (Abg. Bucher: Das hättet ihr laut sagen müssen!) Er versteht überhaupt nicht, wieso andere Parteien das nicht beschließen. Wir stehen dazu, aber es gibt offensichtlich kei-
Beifall bei der SPÖ.
Das ist etwas, das die ÖVP und wir, die SPÖ, vorgelegt haben, es findet nur – obwohl der Rechnungshof genau sagt, er will das, was da drinsteht – leider noch nicht die erforderliche Mehrheit. Ich hoffe, dass nach den Landtagswahlen in Tirol und Salzburg die Oppositionsparteien endlich bereit sind, diesen wichtigen Weg mit uns zu gehen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Elmar Podgorschek (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Ich darf eingangs, bevor ich auf die zur Diskussion stehende Thematik eingehe, noch eine Abordnung von Linz unter der Führung von Herrn Stadtrat Detlef Wimmer sehr herzlich begrüßen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe in der vorhin erwähnten Fernsehsendung ganz klar gesagt: Die Erfahrung aus der Vergangenheit zeigt uns immer wieder: Wenn wir der Regierung zu einer Zweidrittelmehrheit verholfen haben, dann ist das relativ schnell im Sand verlaufen. Ich verweise hier noch einmal auf die Erfahrungen gerade im Bereich der Minderheitsrechte im sogenannten Untersuchungsausschuss – bis heute haben wir noch nicht die zugesagten Rechte bekommen! Wir befürchten daher, dass, wenn wir Ihnen jetzt mehr oder weniger einen Blankoscheck ausstellen, die Richtlinien der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur, die entsprechend einzuhalten sind, dann wieder verwässert werden. Wir wissen ja nicht, wie die Regierungskonstellation in der nächsten Periode sein wird. Unter Umständen stehen wir dann wieder vor einem Scherbenhaufen und müssen zusehen, wie in manchen Ländern, Gemeinden spekuliert wird. Genau diese Spekulationen sollten wir eben verhindern, das müssen wir wasserdicht machen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Was das Spekulationsverbot anlangt, haben wir noch bis zum Sommer und, wenn es sein muss, auch bis nach dem Sommer Zeit. Wir können das letzten Endes auch noch im September beschließen. Dann hat die neue Regierung, wer auch immer dann in der Regierung sitzen mag, die Vorgaben einzuhalten, damit ein für alle Mal Spekulationen in Österreich nicht mehr möglich sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es liegt an Ihnen, ob Sie da mitmachen oder nicht. Ich kann Ihnen diesen Vorschlag jetzt nur unterbreiten. Es ist relativ leicht gemacht, man braucht nur § 16 zu beschließen, der Text ist schon vorhanden. Damit würden wir einen wesentlichen Punkt und vor allem die Voraussetzung erfüllen, dass nach 40 Jahren endlich ein einheitliches Rechnungswesen in Österreich eingeführt wäre, dass der Rechnungshof dann wirklich alle überprüfen könnte und eine Vergleichbarkeit der einzelnen Gesetzgebungskörperschaften möglich wäre, denn nur dann wäre Spekulation letzten Endes wirklich zu verhindern. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: Ist ja keine Fernsehzeit mehr!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich sage jetzt einmal zu Beginn ganz offen: Ich halte diese heutige Einwendungsdebatte – nicht zufällig in der Fernsehzeit (Abg. Scheibner: Ist ja keine Fernsehzeit mehr!) – für ein unglaublich billiges politisches Manöver! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Korrigieren Sie das bitte! Keine Fernsehzeit! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Warum? – Weil alle, die hier sind, wissen, dass das Spekulationsverbot auf jeden Fall vor dem Sommer beschlossen wird. Die einzige Frage ist: Wird es ein Verfassungsgesetz oder ein einfaches Gesetz?
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Korrigieren Sie das bitte! Keine Fernsehzeit! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich sage jetzt einmal zu Beginn ganz offen: Ich halte diese heutige Einwendungsdebatte – nicht zufällig in der Fernsehzeit (Abg. Scheibner: Ist ja keine Fernsehzeit mehr!) – für ein unglaublich billiges politisches Manöver! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Korrigieren Sie das bitte! Keine Fernsehzeit! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Warum? – Weil alle, die hier sind, wissen, dass das Spekulationsverbot auf jeden Fall vor dem Sommer beschlossen wird. Die einzige Frage ist: Wird es ein Verfassungsgesetz oder ein einfaches Gesetz?
Abg. Bucher: Was möchtest du?
Ich wehre mich dagegen, zu sagen, ein einfaches Gesetz sei nichts wert. (Abg. Bucher: Was möchtest du?) Wir beschließen ständig Gesetze, die sogenannte einfache Gesetze sind, aber, Herr Klubobmann Bucher, natürlich habe ich menschliches Verständnis dafür, dass die kleinste Fraktion in diesem Haus, der ständig Mandatare abhandenkommen, alles tut, um sich in Szene zu setzen. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist gar keine Frage, dafür habe ich menschliches Verständnis, meine Damen und Herren, aber von der Sache her ist das absolut ungerechtfertigt! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich wehre mich dagegen, zu sagen, ein einfaches Gesetz sei nichts wert. (Abg. Bucher: Was möchtest du?) Wir beschließen ständig Gesetze, die sogenannte einfache Gesetze sind, aber, Herr Klubobmann Bucher, natürlich habe ich menschliches Verständnis dafür, dass die kleinste Fraktion in diesem Haus, der ständig Mandatare abhandenkommen, alles tut, um sich in Szene zu setzen. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist gar keine Frage, dafür habe ich menschliches Verständnis, meine Damen und Herren, aber von der Sache her ist das absolut ungerechtfertigt! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Ich wehre mich dagegen, zu sagen, ein einfaches Gesetz sei nichts wert. (Abg. Bucher: Was möchtest du?) Wir beschließen ständig Gesetze, die sogenannte einfache Gesetze sind, aber, Herr Klubobmann Bucher, natürlich habe ich menschliches Verständnis dafür, dass die kleinste Fraktion in diesem Haus, der ständig Mandatare abhandenkommen, alles tut, um sich in Szene zu setzen. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist gar keine Frage, dafür habe ich menschliches Verständnis, meine Damen und Herren, aber von der Sache her ist das absolut ungerechtfertigt! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Mehrheit gibt es, das Spekulationsverbot wird verankert werden, kein verantwortlicher Politiker kann dagegen sein. Es bleibt nur die Frage, in welcher Form. Ich bin durchaus positiv, dass wir zumindest gemeinsam mit einer Oppositionspartei – ich appelliere noch einmal an die beiden Kollegen, die ich vorhin namentlich angeführt habe – eine Verfassungsbestimmung zustande bringen. Es wäre im Interesse des Landes. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
len die einheitlichen Grundsätze in der Verfassung verankert haben und nicht in Artikel-15a-Vereinbarungen, die vom österreichischen Koordinationskomitee kontrolliert werden, das in der Vergangenheit bewiesen hat, dass es in Wirklichkeit zu nichts nutze ist! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das Argument der Länder, dass das ein Eingriff in die Finanzautonomie der Länder wäre, entschuldigen Sie bitte, aber das ist lachhaft, das ist eine Lachnummer! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen
Es geht darum, dass wir in diesem Lande, was den Föderalismus anlangt, endlich neue Wege beschreiten müssen, und neue Wege heißt – das ist ein Appell an die Länder –: Bitte verlassen Sie diese Blockadehaltung, setzen Sie sich mit uns gemeinsam an einen Tisch, und erarbeiten wir gemeinsam eine wasserdichte Regelung für die Umsetzung eines Spekulationsverbots für Bund, Länder und Gemeinden (Beifall bei den Grünen) – im Sinne der SteuerzahlerInnen, denn um deren Steuern, die sie zahlen, geht es letztlich! – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es geht darum, dass wir in diesem Lande, was den Föderalismus anlangt, endlich neue Wege beschreiten müssen, und neue Wege heißt – das ist ein Appell an die Länder –: Bitte verlassen Sie diese Blockadehaltung, setzen Sie sich mit uns gemeinsam an einen Tisch, und erarbeiten wir gemeinsam eine wasserdichte Regelung für die Umsetzung eines Spekulationsverbots für Bund, Länder und Gemeinden (Beifall bei den Grünen) – im Sinne der SteuerzahlerInnen, denn um deren Steuern, die sie zahlen, geht es letztlich! – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Werdet ihr eh müssen!
Wir werden bei der Wahl am übernächsten Sonntag zur Verantwortung stehen und auch die Folgen tragen. (Ruf bei der ÖVP: Werdet ihr eh müssen!) Ich bin der Meinung, dass die Politik in Salzburg es verdient, wieder mit Vertrauen ausgestattet zu werden, weil man zu Fehlern steht, sie erkennt, sie behebt und natürlich auch weiterhin gewillt ist, für dieses Land positiv zu arbeiten.
Beifall bei der SPÖ.
Hätte man ein wenig nachgedacht und 1,2 oder 2,3 Milliarden – bei 0,5 Prozent Zinsen – nur auf die Bank gelegt, hätte das ein bisschen mehr an Sicherheit gebracht. Diese Erkenntnis haben wir jetzt, wir werden in Zukunft da entsprechend handeln, und ich hoffe, dass alle, die nach uns politisch gestalten, daraus ihre Lehren für die Zukunft ziehen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Der Begriff „risikoavers“ ist ja nicht greifbar. Was soll das heißen? Was ist risikoavers? Was sind vermeidbare Risken? – Das gehört definiert. Und wenn dann in § 1 steht, das habe risikoavers zu sein, und im nächsten Paragraphen steht, dass das hintennach mit den Gemeinden, mit den Ländern und mit jenen, die es betrifft, ausgepackelt werden soll, dann frage ich mich, ob man da nicht den Bock zum Gärtner macht. (Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Abg. Krainer: Nein, es geht um die Gemeinden! Wenn das eine kleine Gemeinde ist !
Letztlich geht es darum, dass wir die Länder in die Schranken weisen. Wir wollen mit diesem Verfassungsgesetz die Länder in die Schranken weisen, das wollen Sie, glaube ich, auch. (Abg. Krainer: Nein, es geht um die Gemeinden! Wenn das eine kleine Gemeinde ist !) Und wenn wir die Länder in die Schranken weisen wollen, dann können wir nicht die Länder fragen, ob ihnen das gefällt, bitte! Wo sind wir denn?! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Letztlich geht es darum, dass wir die Länder in die Schranken weisen. Wir wollen mit diesem Verfassungsgesetz die Länder in die Schranken weisen, das wollen Sie, glaube ich, auch. (Abg. Krainer: Nein, es geht um die Gemeinden! Wenn das eine kleine Gemeinde ist !) Und wenn wir die Länder in die Schranken weisen wollen, dann können wir nicht die Länder fragen, ob ihnen das gefällt, bitte! Wo sind wir denn?! (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Der Hintergrund ist ja nicht, dass es da böse Machenschaften gibt, wo irgendjemand versucht, sich illegal mit Spekulationen zu bereichern. Da geht es um ein System. Das System heißt, viele Länder können nicht ordentlich wirtschaften und versuchen, im Finanzcasino ihre Budgets aufzufetten. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Das ist ja der Hintergrund, und das wollen wir abstellen. Und wenn wir das abstellen wollen, dann müssen wir ordentliche Gesetze machen, und nicht Gesetze, wo uns die Länder Beifall spenden.
Beifall beim Team Stronach.
Wenn die Länder da Beifall spenden, dann muss ich das Gesetz gar nicht gelesen haben, dann kann ich Ihnen gleich sagen, dass es das Papier nicht wert ist, auf dem es steht. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Ein Punkt zum Schluss, den ich auch noch gerne ansprechen möchte: Wir sollten uns einmal überlegen, warum die Länder überhaupt Schulden machen müssen. Warum müssen die Länder Schulden machen? (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ist das überhaupt notwendig? – Es gibt nämlich einen Finanzausgleich, und man könnte über den Finanzausgleich den Ländern so viel Geld zur Verfügung stellen – mit klaren Regeln –, dass sie die notwendigen Maßnahmen vornehmen und ihre Aufgaben erfüllen können. Das wäre ja möglich.
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Warum machen wir das nicht? Warum verbieten wir nicht den Ländern überhaupt, Schulden zu machen? – Das wäre aus meiner Sicht der richtige Weg und würde vielleicht auch eine gewisse Vorbildwirkung für den Bund erzeugen, damit auch der Bund endlich mit dem Schuldenmachen aufhört. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim Team Stronach.
Abschließend: Hören wir auf, mit dem Schuldenmachen, verbieten wir das auch den Ländern, und dann sind wir auf einem guten, stabilen Weg! – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
2008 ist es dann gekommen wie bei allen anderen Dingen: Man hat einen Verlust von 388 Millionen € eingefahren. Da man heute immer wieder davon spricht, es seien keine Verluste angefallen: 388 Millionen € Verlust im Jahr 2008. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Aber die sozialistische Regierungsfraktion in Salzburg hat nicht so wie Sepp Pröll gehandelt, sie hat das Risiko und das Tempo erhöht, hat also noch spekulativere Geschäfte durchgeführt, und das hat letztlich zu diesem insgesamt großen Desaster geführt.
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen
Wenn man immer wieder Wilfried Haslauer vorwirft, er hätte als Hypo-Aufsichtsrat wissen müssen, dass entsprechende Spekulationsgeschäfte stattfinden, dann sage ich Ihnen – und ich selber sitze auch in einem Bankenaufsichtsrat (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen) –: Ein Aufsichtsrat in einer Bank beschäftigt sich in erster Linie mit der Auseinandersetzung betreffend Kreditlinien und Kreditaufnahme, aber keinesfalls mit Veranlagungen von Spekulationsgeschäften. – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn man immer wieder Wilfried Haslauer vorwirft, er hätte als Hypo-Aufsichtsrat wissen müssen, dass entsprechende Spekulationsgeschäfte stattfinden, dann sage ich Ihnen – und ich selber sitze auch in einem Bankenaufsichtsrat (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen) –: Ein Aufsichtsrat in einer Bank beschäftigt sich in erster Linie mit der Auseinandersetzung betreffend Kreditlinien und Kreditaufnahme, aber keinesfalls mit Veranlagungen von Spekulationsgeschäften. – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das stimmt !
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Stummvoll, bei Ihrer Rede haben Sie – zumindest am Anfang – ein bisschen danebengehaut – auf gut Wienerisch –, und zwar zumindest in zweifacher Hinsicht. Erstens einmal haben Sie uns reflexartig wieder einmal vorgeworfen, die Intention dieser Einwendungsdebatte sei einzig und allein, dass wir in der Fernsehzeit Aufmerksamkeit erregen wollen. (Abg. Dr. Stummvoll: Das stimmt !) – Ah so! Sie haben, glaube ich, die für ORF 2 gemeint, und die ist schon lang abgelaufen, um 10.30 Uhr. Sie sind leider schlecht informiert gewesen (neuerlicher Zwischenruf des
Abg. Dr. Stummvoll: Was hören Sie denn? Was hören Sie denn?
Zweiter Punkt: Sie haben gesagt: weil uns immer die Abgeordneten davonlaufen. – Kollege Stummvoll, ich wäre mir nicht so sicher, ob nicht bis zur Wahl auch noch der eine oder andere aus Ihrer Fraktion abhandenkommen könnte, was ich da so höre. (Abg. Dr. Stummvoll: Was hören Sie denn? Was hören Sie denn?)
Zwischenruf bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Riepl und Kickl.
Aber – und jetzt komme ich ja schon wieder zur Sache, weil das nämlich einen ursächlichen Zusammenhang hat –, Herr Kollege Stummvoll, ich frage Sie: Wer bestimmt denn über das Stärkeverhältnis der Fraktionen hier im Hohen Haus? Herr Kollege Stummvoll, wer bestimmt darüber: Ist es der Wähler, oder sind das irgendwelche Politstrategen? – Ich glaube, da sind wir uns einig: Der Wähler bestimmt über die Zusammensetzung und über das Stärkeverhältnis der Fraktionen hier im Hohen Haus. Und der Wähler hat im Jahr 2001 das BZÖ mit 21 Mandaten an die vierte Stelle gesetzt. (Zwischenruf bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Riepl und Kickl.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Stummvoll. – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Wenn die Geschäftsordnung dieses Hohen Hauses dem entsprechen würde, was der Wählerwille bei einer Wahl zum Ausdruck bringen möchte, dann hätten wir hier nicht Ihre Geplänkel zu diskutieren, sondern dann hätten wir auch kein Problem, über die Verfassungsmehrheit zu diskutieren. Sie wissen, dass das BZÖ der Meinung ist: Auch wenn wir in manchen Dingen der Ausformung dieses Spekulationsverbotes anderer Meinung sind als die Koalition, hätten wir trotzdem – weil wir der Meinung sind, dass es so wichtig ist, ein klares Signal, auch ein verfassungsrechtliches Signal zu setzen, dass diese Spekulationen der Länder und der Gemeinden in Zukunft der Vergangenheit angehören – dieser Vorlage eine Mehrheit, eine Verfassungsmehrheit gegeben. – Das nur zu Ihrem Einwand, Herr Kollege. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Stummvoll. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl
Es gibt eine Menge BZÖ-Mandatare. Heute ist wieder ein BZÖ-Mandatar angelobt worden, der halt der Meinung ist, er gehöre zu einer anderen Fraktion (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl), aber, Kollege Kickl, es wäre wirklich notwendig, über dieses Spekulationsverbot auch im Ausschuss zu weiterverhandeln, und das ist unser Anliegen.
Beifall beim BZÖ.
Das ist doch überhaupt keine Besonderheit, sondern eine Selbstverständlichkeit! Das soll bundeseinheitlich geregelt werden. Und das müssen wir noch vor der Wahl entsprechend umsetzen, und deshalb wollen wir darüber diskutieren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Leisten Sie keinen Widerstand, sondern machen Sie es endlich! Ich glaube, die Bevölkerung hat ein Anrecht darauf, dass diesem Missstand endlich ein Riegel vorgeschoben wird. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Die Ursache beziehungsweise der Grund dafür liegt einzig und allein darin, dass ein rot-schwarzes Spekulationssystem, das sich daran orientiert hat, in Wall Street-Manier den Finanzhaien Geld – und zwar Steuergeld! – in den Rachen zu werfen, anhand weniger Fälle aufgebrochen ist (Beifall bei der FPÖ) und heute dank unserer Verhandler Alois Gradauer und Elmar Podgorschek der parlamentarische Prozess so weit gediehen ist, um die Chance ergreifen zu können, dem für die Zukunft einen Riegel vorzuschieben.
demonstrativer Beifall bei der FPÖ
Sie sagen: Nein, nein, wir haben eh gut spekuliert! Und: Bitte, bitte wählt uns wieder! Und: Wir arbeiten das auf! – Ich frage Sie: Wo ist denn da die Verantwortung einer Landeshauptfrau in einer solchen Angelegenheit? (demonstrativer Beifall bei der FPÖ) – die nicht in der Lage ist, im eigenen Haushalt dafür Sorge zu tragen, anvertrautes Geld der Steuerzahler so zu verwalten, dass es eben nicht in einem Spekulationssumpf versinkt!
Beifall bei der FPÖ.
Sie kommen hier her und schimpfen auf die City of London, Sie kommen hier her und schimpfen auf die Wall Street?! – Ich sage Ihnen: Sie sind die Oberspekulanten dieser Republik! Statt von der „City of London“ sollte man vielmehr von der „City of Vienna“ sprechen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Auch der ÖVP, die Teil dieses Systems war, möchte ich heute hier etwas auf dem Weg geben, und zwar einen Randaspekt, der nicht mehr ganz in diese Debatte hineinpasst, nämlich: Durch die Bankenhilfspakete, die großteils durch Sie entriert waren, wobei heute ausreichend Leute in Ihrer Fraktion sitzen, die den Bankensektor vertreten, sind dem österreichischen Steuerzahler bereits über 6 Milliarden € entgangen. Auch das ist Spekulation, und auch darüber müssen wir reden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn man von Artikel-15a-Vereinbarungen spricht, was ja heute auch schon Thema war: Wir finden es nicht gut, dass man es quasi der Beliebigkeit überlassen soll – wo eben auch die Frau Burgstaller und der Herr Häupl in Wien durch Spekulation in der Vergangenheit aufgefallen sind –, wie die Gelder veranlagt werden oder nicht. Diese Artikel-15a-Vereinbarungen geben viel zu viel Raum in der Beurteilung dessen, was Spekulation sein soll oder nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Ich darf erinnern an einen Appell unseres Klubobmannes, in dieser Debatte auch mitzubedenken und auch mitzuverhandeln, dass die Spekulation um Wasser hintanzuhalten ist, dass sicherzustellen ist, dass Wasser, eines der heiligsten Güter, über die diese Republik verfügt, in ein Spekulationsverbot zu bringen und das auch verfassungsrechtlich abzusichern ist. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Das alles sind Elemente der Spekulation. Diesem unseligen Geist der Spekulation muss endlich Einhalt geboten werden. Ich kann nur sagen: Folgen wir den Vorschlägen von Elmar Podgorschek und Alois Gradauer: Zurück an den Ausschuss, materiell nachverhandeln, optimieren, verbessern! Und drehen wir der Spekulation auf allen Ebenen den Hahn ab! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: In Wien auch?!
Meine Damen und Herren! Ja, es ist ein bundeseinheitliches Spekulationsverbot erforderlich, dennoch, Kollege Scheibner, spricht nichts dagegen, dass Länder da eine Vorreiterrolle spielen. Oberösterreich zum Beispiel ist ein Land, das schon Vorreiter war, als es darum ging, ein Spekulationsverbot zu erlassen. Wir haben in Oberösterreich dieses Verbot für das ganze Land, für alle Kommunen erlassen. Und das ist gut so, denn das ist eine Notwendigkeit. Eines kann klar gesagt werden: Wo Grün regiert, dort gibt es ein Spekulationsverbot! (Abg. Scheibner: In Wien auch?!)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt: Wir brauchen eine Finanztransaktionssteuer. Die ist zwar bereits auf Schiene, aber es muss daran noch sehr hart gearbeitet werden. Und wir brauchen auch eine Regulierung der Finanzmärkte und ein Bankeninsolvenzrecht, das längst überfällig ist. Das sind wichtige Bausteine bei einem Spekulationsverbot. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist, glauben wir, genauso überfällig wie eine einheitliche Spekulationsverbots-Richtlinie für alle Länder, und zwar auf Bundesebene. Und da sind Sie säumig! Daher muss diese Debatte in den nächsten Wochen konsequent geführt werden, um noch vor dem Sommer eine gute Lösung, eine gute Regelung zu finden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Die SPÖ hat Günther Kräuter vorgeschlagen. Günther Kräuter ist uns als Abgeordnetenkollege gut bekannt. Er war ein bewährter Rechnungshof-Sprecher und hat auch im Eurofighter-Untersuchungsausschuss als Fraktionschef, glaube ich, wertvolle Arbeit geleistet. – Herr Abgeordneter Kräuter, wir freuen uns, dass Sie künftig als Volksanwalt tätig sein werden. (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei Grünen, ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Die ÖVP hat Gertrude Brinek nominiert. Ich glaube, zu Gertrude Brinek muss man nicht sehr viel sagen: Sie ist schon sechs Jahre lang Volksanwältin, und das ist die beste Empfehlung, sie auch für die nächsten sechs Jahre zu bestellen. (Beifall bei Grünen, ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Ah!
Die FPÖ hat den Abgeordneten Peter Fichtenbauer nominiert, und zwar in einer – unter Anführungszeichen – „denkwürdigen“ Sitzung. Es war eine Krisensitzung der Freiheitlichen Partei nach einer schweren Wahlniederlage in Niederösterreich. Es war jene Sitzung, in der der Dritte Nationalratspräsident Graf degradiert wurde (Abg. Dr. Graf: Ah!) und die Demontage der niederösterreichischen Rechtsaußen-Politikerin Rosenkranz gescheitert ist. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Die FPÖ hat den Abgeordneten Peter Fichtenbauer nominiert, und zwar in einer – unter Anführungszeichen – „denkwürdigen“ Sitzung. Es war eine Krisensitzung der Freiheitlichen Partei nach einer schweren Wahlniederlage in Niederösterreich. Es war jene Sitzung, in der der Dritte Nationalratspräsident Graf degradiert wurde (Abg. Dr. Graf: Ah!) und die Demontage der niederösterreichischen Rechtsaußen-Politikerin Rosenkranz gescheitert ist. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Hö-Rufe bei der FPÖ
Offensichtlich wollte die FPÖ ein vermeintlich liberales Signal mit der Nominierung des Abgeordneten Fichtenbauer setzen. Ich frage mich nur: Wann ist man in der FPÖ liberal? – In der FPÖ ist man offensichtlich dann liberal, wenn man nicht, wie der Parteichef, als Jugendlicher im Wald Wehrsportübungen abgehalten hat (Hö-Rufe bei der FPÖ), wenn man nicht, wie der Klubobmann der FPÖ Linz, den Halsstich mit Neonazi-Gruppen im Wald geübt hat, wenn man nicht, wie der Pressesprecher der FPÖ Wien, aus SS-Liedern auf Facebook zitiert, wenn man nicht, wie der Dritte Nationalratspräsident Graf, die Grenzen zwischen Deutschland und Österreich als willkürlich gezogen bezeichnet. Dann ist man offensichtlich in der FPÖ liberal!
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Der Abgeordnete Fichtenbauer kommt aus dem klassischen deutschnationalen Milieu. Er ist Mitglied der Ferialverbindung „Waldmark“. Das klingt sehr harmlos, ist aber kein Bubenabenteuerklub, sondern eine knallharte schlagende deutschnationale Burschenschaft im Waldviertel. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es ist eine Burschenschaft, die Deutschland als Vaterland bezeichnet und die Meinung vertritt, dass dieses Vaterland, also Deutschland, notfalls mit Waffen verteidigt werden muss. – Das ist der politische Hintergrund des Abgeordneten Fichtenbauer.
Abg. Strache: Das ist wirklich schon pathologisch!
Nowotny (Abg. Strache: Das ist wirklich schon pathologisch!) gemeinsam mit ihm Nowotny offensichtlich die Ehre erweisen. (Abg. Strache: Es ist wirklich pathologisch!)
Abg. Strache: Es ist wirklich pathologisch!
Nowotny (Abg. Strache: Das ist wirklich schon pathologisch!) gemeinsam mit ihm Nowotny offensichtlich die Ehre erweisen. (Abg. Strache: Es ist wirklich pathologisch!)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Ich frage mich: Was macht ein liberaler Politiker mit diesen Personen am Grab eines Nazipropagandahelden? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Graf: Weil ihr euch geirrt habt!
Meine Damen und Herren! Wir haben aber auch im Hauptausschuss dem Dreiervorschlag der Nominierung zugestimmt, und zwar aus zwei Gründen: weil wir grundsätzlich anerkennen – die Verfassung sieht das so vor –, dass die FPÖ das Nominierungsrecht hat (Abg. Dr. Graf: Weil ihr euch geirrt habt!), und weil für uns klar war, dass wir nicht, weil wir diese Funktion bei den letzten Wahlen verloren haben, grundsätzlich dagegen stimmen.
Abg. Strache: Schlechte Verlierer seid ihr! Schlechte Verlierer und pathologisch!
Das unterscheidet uns von der Freiheitlichen Partei. (Abg. Strache: Schlechte Verlierer seid ihr! Schlechte Verlierer und pathologisch!) Die Freiheitliche Partei hat vor sechs Jahren aus parteipolitischen Gründen gegen die Volksanwältin Stoisits gestimmt. (Ruf: Gut so!) Diesen Vorwurf lassen wir uns so nicht gefallen.
Ruf: Gut so!
Das unterscheidet uns von der Freiheitlichen Partei. (Abg. Strache: Schlechte Verlierer seid ihr! Schlechte Verlierer und pathologisch!) Die Freiheitliche Partei hat vor sechs Jahren aus parteipolitischen Gründen gegen die Volksanwältin Stoisits gestimmt. (Ruf: Gut so!) Diesen Vorwurf lassen wir uns so nicht gefallen.
Abg. Dr. Graf: Das ist eine DDR-Diktion! – Wir haben einen demokratischen Grundkonsens!
Aber, Herr Abgeordneter Fichtenbauer – und jetzt hören Sie uns gut zu! –, wenn Sie unsere Stimme wollen, dann müssen Sie einige Dinge klarstellen. Klar muss sein, dass Sie sich im antifaschistischen Grundkonsens der Zweiten Republik einreihen. (Abg. Dr. Graf: Das ist eine DDR-Diktion! – Wir haben einen demokratischen Grundkonsens!) Ob wir Sie wählen, hängt also davon ab, ob Sie bereit sind, sich vom rechtsextremen Milieu, von der rechtsextremen Heldenverehrung zu lösen.
Abg. Kickl: Na und?
Kommen Sie heute hier heraus und beantworten Sie mir folgende Frage: Sie haben sich gegenüber der Parlamentsdirektion – das ist auf der Homepage nachzulesen – als Mitglied des Vereins zur Erhaltung und Pflege des Grabs von Walter Nowotny deklariert. (Abg. Kickl: Na und?) Sind Sie bereit, mit sofortiger Wirkung aus diesem Nazipropaganda- und -kriegsheldenverein auszutreten? (Abg. Strache: Das ist ein Wahnsinn! – Abg. Kickl: Ungeheuerlich!) – Bitte keine verwirrenden Ansagen. Sagen Sie Ja oder sagen Sie Nein!
Abg. Strache: Das ist ein Wahnsinn! – Abg. Kickl: Ungeheuerlich!
Kommen Sie heute hier heraus und beantworten Sie mir folgende Frage: Sie haben sich gegenüber der Parlamentsdirektion – das ist auf der Homepage nachzulesen – als Mitglied des Vereins zur Erhaltung und Pflege des Grabs von Walter Nowotny deklariert. (Abg. Kickl: Na und?) Sind Sie bereit, mit sofortiger Wirkung aus diesem Nazipropaganda- und -kriegsheldenverein auszutreten? (Abg. Strache: Das ist ein Wahnsinn! – Abg. Kickl: Ungeheuerlich!) – Bitte keine verwirrenden Ansagen. Sagen Sie Ja oder sagen Sie Nein!
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie ein Ja sagen, dann werden die Grünen zustimmen. Wenn Sie ein Nein sagen, dann werden wir Ihnen die Zustimmung verweigern, weil wir nicht bereit sind, einen Abgeordneten zum Volksanwalt zu machen, von dem nicht sicher ist, dass er nicht an Aufmärschen teilnimmt, von denen es nachher ein Bild gibt, auf dem er gemeinsam mit Neonazis und Rechtsextremisten zu sehen ist. Das ist für uns inakzeptabel. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Kommen Sie heraus, Abgeordneter Fichtenbauer, geben Sie eine Erklärung ab! Der Zweite Weltkrieg ist seit 68 Jahren beendet. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Ich möchte natürlich meinen heutigen Debattenbeitrag in erster Linie dafür verwenden, der scheidenden Volksanwältin und dem scheidenden Volksanwalt sehr herzlich zu danken; es sind zwei – eine Volksanwältin wird ja wieder gewählt werden, davon gehe ich aus. Ich möchte es natürlich ganz besonders auf die Person Peter Kostelka zuschneiden, denn er hat immerhin zwölf Jahre lang sehr erfolgreich in der Volksanwaltschaft gewirkt, und wir haben, und das möchte ich auch in Erinnerung rufen, in diesen zwölf Jahren sehr viele Veränderungen in der Volksanwaltschaft erlebt und gesehen. Das ist das Ergebnis des Engagements aller dort Tätigen, aber bei zwölf Jahren Arbeit in der Volksanwaltschaft ist das natürlich auch besonders gewährleistet. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
Seit 2009, und das war gar nicht einfach, ist die Volksanwaltschaft das Generalsekretariat des IOI, also des International Ombudsman Institute. Das ist der Zusammenschluss von rund 155 unabhängigen Ombudsmannstellen aus 90 Ländern. Es haben sich damals sehr viele Volksanwaltschaften weltweit um dieses Generalsekretariat beworben, und dank der exzellenten auch internationalen Arbeit ist es uns gelungen, dieses Generalsekretariat nach Wien zu holen. Das ist das Verdienst unserer Volksanwältinnen und Volksanwälte, die das Know-how, das wir jetzt über Jahrzehnte besitzen, auch in andere Länder bringen, und ich glaube, auch dafür gehört ein Danke gesagt. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abg. Dr. Moser.
Daher wird die SPÖ natürlich dem Vorschlag des Hauptausschusses des Nationalrates voll Rechnung tragen und die Zustimmung geben. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abg. Dr. Moser.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und Grünen.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen im Hohen Haus! Die Volksanwaltschaft ist jetzt schon 36 Jahre alt – also einerseits noch jung, andererseits schon mit sehr viel Erfolg und Erfahrung ausgestattet –, und ich glaube, sie hat ihre Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit auch schon zigtausendfach beweisen können, in vielen Einzelfällen Menschen helfen können und auf der anderen Seite auch für uns im Parlament vielfach hilfreich sein können mit Vorschlägen, die aus ihrer, aus der Tätigkeit der drei Volksanwälte resultieren. Und, die Frau Präsidentin hat schon darauf hingewiesen, die Volksanwaltschaft hat sich in der Zwischenzeit auch hohe internationale Reputation erworben, und dafür ist den drei noch amtierenden Volksanwälten, aber auch ihren Vorgängerinnen und Vorgängern zu danken und dazu zu gratulieren, denn das ist im Laufe der vielen Jahre und der Tätigkeit vieler Volksanwälte so entstanden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und Grünen.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
Im Besonderen möchte ich den beiden scheidenden Volksanwälten Terezija Stoisits und Peter Kostelka danken. Ich denke, sie haben, so wie auch die verbleibende Volksanwältin Gertrude Brinek, sehr, sehr gute Arbeit geleistet, jeder in seinem Fachbereich, und auch als Kollektiv bestens ihre Aufgabe erfüllt. Also herzlichen Dank an alle drei, aber an diesem Tag natürlich insbesondere den beiden scheidenden, verbunden mit dem Wunsch für alles Gute in der Zukunft, insbesondere, wie gesagt, für Stoisits und Kostelka. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und Grünen.
zeigt: dass bei aller Bedeutung der Gesetze und Paragraphen – für deren Durchsetzung für die Bürgerinnen und Bürger ja die Volksanwaltschaft unter anderem da ist – bei ihr der Mensch vor dem Paragraphen kommt. Das zeichnet Gertrude Brinek aus und prädestiniert sie und befähigt sie mit Sicherheit auch für eine weitere Funktionsperiode, für die wir sie ja vorgeschlagen haben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Kollege Steinhauser, eines verstehe ich nicht: Wieso man erstens in dieser Debatte jetzt einen solch boshaften Ton, mit Anspielung auf eine Krisensitzung bei den Freiheitlichen und was dort alles womöglich mit dem Kollegen Graf passiert sei, hier hereinbringt. Ich kann ihn nur „boshaft“ nennen. Das kann ich nicht verstehen, aber das müssen Sie mit sich selbst ausmachen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Mag. Steinhauser: Er kann sich deklarieren!
Zum Zweiten – das ist ja weniger neu –, dass Sie in der üblich selbstgerechten Art der Grünen jetzt politisch werten: Ist Herr Fichtenbauer jetzt ein Liberaler oder (Abg. Mag. Steinhauser: Er kann sich deklarieren!) – Warum soll er? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zum Zweiten – das ist ja weniger neu –, dass Sie in der üblich selbstgerechten Art der Grünen jetzt politisch werten: Ist Herr Fichtenbauer jetzt ein Liberaler oder (Abg. Mag. Steinhauser: Er kann sich deklarieren!) – Warum soll er? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Ich kann nirgends eine Bestimmung finden, und ich sehe nicht einmal eine moralische Notwendigkeit, hier darzulegen: Bin ich liberal, bin ich national, bin ich ein Sozialdemokrat oder bin ich christdemokratisch? Die politische Gesinnung und Grundhaltung ist so lange kein Thema, solang seine Fähigkeit unbestritten ist, seine Anständigkeit unbestritten ist und vor allem eines unbestritten ist: dass sich Peter Fichtenbauer auf der Basis der Rechtsstaatlichkeit bewegt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Daran haben wir keinen Zweifel, und darum werden wir diesem Dreiervorschlag auch zustimmen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie, Herr Kollege Steinhauser, zeigen, dass Sie schlechte Verlierer sind, im wahrsten Sinne des Wortes. Nehmen Sie zur Kenntnis, dass Sie bei der letzten Nationalratswahl von den Wählern vom Platz drei auf den fünften degradiert worden sind! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Volksanwaltschaft ist eines der wichtigsten Instrumente für die Bürgerinnen und Bürger, wie zu Recht betont, damit Bürger zu ihrem Recht kommen können. Leider Gottes wird ihnen in unserer Gesellschaft Recht oftmals vorenthalten, und leider Gottes erleben wir, dass wir heute in der Republik viele Anwälte haben: Anwälte, die für Spekulanten ins Rennen gehen und Lobbyismus betreiben, Anwälte, die für Banken Lobbyismus betreiben, für globale Konzerne, aber leider Gottes nicht für die Bürger des Landes. Und so gesehen ist es ganz wichtig, dass wir hier mit einem langjährigen verdienten, aufrechten und exzellent arbeitenden Abgeordneten, nämlich mit Dr. Peter Fichtenbauer einen Rechtsanwalt haben, der auch wirklich ein Anwalt für die Bürger und ein Anwalt des Volkes sein wird. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen ganz, ganz offen: Alles, was nicht kommunistisch ist, Herr Steinhauser, wird offenbar vonseiten der Grünen einmal grundsätzlich als Neonazi diffamiert. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist das, was wir in vielen Debatten erleben und erleiden müssen. Da leben Sie genau das, was Alexander Solschenizyn einmal zum Besten gegeben hat, der nämlich gesagt hat, die Kommunisten, die wirklichen Kommunisten verunglimpfen und kriminalisieren politisch Andersdenkende, verschonen aber die wahren Kriminellen in unserer Gesellschaft. Das ist genau das, woran ich bei Ihnen oftmals erinnert werde. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Brosz: Das tut schon weh, oder?
warum er für die nächste Wahl nicht mehr auf einem wählbaren Platz aufgestellt und nominiert wurde. Der Herr Öllinger hat, so wie Sie und viele andere in Ihren Reihen, offenbar schon eine pathologische Fixierung, wenn es darum geht, jeden Freiheitlichen zu denunzieren und zu diffamieren. (Abg. Brosz: Das tut schon weh, oder?)
Beifall bei der FPÖ.
Aber dass Sie dann darüber hinaus dem Dr. Martin Graf vorwerfen, dass er einmal in der Vergangenheit den Wunsch geäußert hat, dass die unselige DDR- und BRD-Grenze hoffentlich irgendwann einmal Geschichte sein wird, das zeigt wieder Ihr Geschichtsverständnis. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Da geht es um Großdeutschland!
Sie sind offenbar zutiefst getroffen, dass die kommunistische DDR leider Gottes Vergangenheit ist. Das ist Ihr Geschichts- und Weltbild. Das werfen Sie dann Herrn Dr. Martin Graf vor, der genau von dieser unseligen Grenze gesprochen hat. (Abg. Öllinger: Da geht es um Großdeutschland!)
Beifall bei der FPÖ.
Das zeigt nur einmal mehr auf, wie Sie agieren. Sie versuchen einen Dr. Peter Fichtenbauer, einen aufrechten, freiheitsdenkenden Menschen und untadeligen Demokraten, auf letztklassige Weise in die Nähe von Rechtsextremismus und Antisemitismus zu rücken. Sie sagen in Wirklichkeit nichts über Dr. Peter Fichtenbauer aus. Aber was Sie aussagen oder aufzeigen, ist, dass Sie einen ganz unanständigen Charakter haben. Das ist das Bild, das Sie hier gezeigt haben. Das spricht letztlich nicht für Sie. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Ich sage dir Dank für alle deine Leistungen im Hohen Haus. Aber du kommst uns ja nicht abhanden, du bleibst ja in dieser Tätigkeit ein ganz wesentlicher Partner des Parlaments. – Alles, alles Gute, lieber Peter. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Was haben wir heute? – Wir haben eine Besetzung mit gescheiterten Politexistenzen. Kollege Steinhauser, wenn Sie die Vita des Herrn Kräuter auch genannt hätten, dann hätten wir auch darüber sprechen können: Gescheiterte Politexistenzen, die als Bundesgeschäftsführer verräumt werden, weil sie in der Sozialdemokratie untragbar geworden sind und Herrn Darabos Platz machen müssen, werden jetzt auf das Polit-Rentnerbankerl in die Volksanwaltschaft verschoben. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Steßl-Mühlbacher und Krainer.
Er ist ein typischer Vertreter des alten politischen Systems. Mit 60 Prozent wurde Herr Oberregierungsrat Kräuter bei der steirischen Landesregierung karenziert – volle Gage. Er ist ein wenig kürzer im Nationalrat als der am längsten dienende Abgeordnete der Zweiten Republik Josef Cap. Der am zweitlängsten dienende Politiker dieser Republik ist Günther Kräuter. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Steßl-Mühlbacher und Krainer.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Da können wir nicht mittun. Wir müssen darauf aufmerksam machen, dass wir es aus Achtung und Respekt gegenüber der Institution Volksanwaltschaft nicht zulassen können, dass diese Volksanwaltschaft zu einem Sammelsurium für Politiker wird, für die man hier im Hohen Haus keine Verwendung mehr findet. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.) So ist es ja.
Abg. Neubauer: Wie oft sind Sie schon zurückgetreten? – Abg. Kickl: Selbstachtung? Gerade Sie!
Ich weiß nicht, als Nächstes wird man dann Frau Rudas, wenn sie in der SPÖ nicht mehr wohlgelitten ist, einen nicht-amtsführenden Stadtrat in Wien antragen, damit sie auch ihr politisches bäuerliches Ausgedinge im Dunstfeld der Sozialdemokratie feiern kann. Das, sehr geehrte Damen und Herren, hat ja nichts mit der Selbstachtung dieses Hauses zu tun, mit der Achtung gegenüber der Institution der Volksanwaltschaft! (Abg. Neubauer: Wie oft sind Sie schon zurückgetreten? – Abg. Kickl: Selbstachtung? Gerade Sie!)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Warum bestellen wir bei der Volksanwaltschaft nicht Experten? Warum bestellen wir nicht Vertreter von NGOs? Warum bestellen wir nicht Ombudsleute, die in der Vergangenheit schon gezeigt haben, dass sie die Rechte der Bürgerinnen und Bürger ordentlich vertreten? Warum hängt denn diese Volksanwaltschaft alle sechs Jahre am Gängelband der Parteipolitik und warum müssen wir uns dann unwürdige Debatten anhören (Zwischenrufe bei der SPÖ), wie jenen Debattenbeitrag des Herrn Abgeordneten Steinhauser?
Zwischenrufe und Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.
Noch einmal: Wo sind denn die Zeiten eines Horst Schender? Wo sind denn die Zeiten eines Josseck, eines Zeillinger, eines Ewald Stadler? (Zwischenrufe und Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.)
Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Strache: Der Stadler! „Hast du einen Opa, schick ihn nach Europa“! Der Stadler-Opa!
Das war ja auch vor 36 Jahren die Gründungsidee – damals auf Initiative der Freiheitlichen, das stimmt. Die Gründungsidee der Volksanwaltschaft war es, Bürgerinnen und Bürgern zu ihrem Recht zu verhelfen. Aber diese Volksanwaltschaft soll nicht nach dem Motto funktionieren: Hast du einen Opa, dann schick ihn nach Europa! (Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Strache: Der Stadler! „Hast du einen Opa, schick ihn nach Europa“! Der Stadler-Opa!) Diese politischen Großväter und Großmütter sollen nicht in die Volksanwaltschaft verräumt werden.
Abg. Strache: Warum hat der Stadler nicht angenommen? Weil er ein Jahr länger im EU-Parlament sitzen möchte!
Sehr geehrte Damen und Herren! Da machen wir nicht mit. Kollege Strache kann sich noch so viele Zwischenrufe erlauben. An einem Tag, an dem einmal mehr ein Mandatar des BZÖ mittels Mandatsraub der Freiheitlichen Partei angehört (Abg. Strache: Warum hat der Stadler nicht angenommen? Weil er ein Jahr länger im EU-Parlament sitzen möchte!), sollte die freiheitliche Partei vielleicht in sich gehen und einmal überlegen, wie sie mit den demokratischen Institutionen dieses Hauses eigentlich umgeht und wie sie es mit diesen Charaktereigenschaften wie Ehre, Anstand und Treue, die sie sich so gern auf die Fahnen schreibt, in Zukunft hält. (Abg. Strache: Weil er Angst hat, dass er arbeitslos wird! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Am heutigen Tag machen sie einmal mehr ausschließlich Parteipolitik, anstatt dem Recht der Wählerinnen und Wähler zum Durchbruch zu verhelfen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Weil er Angst hat, dass er arbeitslos wird! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Da machen wir nicht mit. Kollege Strache kann sich noch so viele Zwischenrufe erlauben. An einem Tag, an dem einmal mehr ein Mandatar des BZÖ mittels Mandatsraub der Freiheitlichen Partei angehört (Abg. Strache: Warum hat der Stadler nicht angenommen? Weil er ein Jahr länger im EU-Parlament sitzen möchte!), sollte die freiheitliche Partei vielleicht in sich gehen und einmal überlegen, wie sie mit den demokratischen Institutionen dieses Hauses eigentlich umgeht und wie sie es mit diesen Charaktereigenschaften wie Ehre, Anstand und Treue, die sie sich so gern auf die Fahnen schreibt, in Zukunft hält. (Abg. Strache: Weil er Angst hat, dass er arbeitslos wird! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Am heutigen Tag machen sie einmal mehr ausschließlich Parteipolitik, anstatt dem Recht der Wählerinnen und Wähler zum Durchbruch zu verhelfen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Da machen wir nicht mit. Kollege Strache kann sich noch so viele Zwischenrufe erlauben. An einem Tag, an dem einmal mehr ein Mandatar des BZÖ mittels Mandatsraub der Freiheitlichen Partei angehört (Abg. Strache: Warum hat der Stadler nicht angenommen? Weil er ein Jahr länger im EU-Parlament sitzen möchte!), sollte die freiheitliche Partei vielleicht in sich gehen und einmal überlegen, wie sie mit den demokratischen Institutionen dieses Hauses eigentlich umgeht und wie sie es mit diesen Charaktereigenschaften wie Ehre, Anstand und Treue, die sie sich so gern auf die Fahnen schreibt, in Zukunft hält. (Abg. Strache: Weil er Angst hat, dass er arbeitslos wird! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Am heutigen Tag machen sie einmal mehr ausschließlich Parteipolitik, anstatt dem Recht der Wählerinnen und Wähler zum Durchbruch zu verhelfen. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Das hätten Sie ruhig früher abdrehen können, Herr Präsident! Das wäre keine Schande gewesen! Mikros abdrehen für Grosz!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Schenk. – Bitte. (Ruf bei der SPÖ: Das hätten Sie ruhig früher abdrehen können, Herr Präsident! Das wäre keine Schande gewesen! Mikros abdrehen für Grosz!)
Beifall beim Team Stronach.
Die zwei neuen Kollegen wurden auch schon angesprochen, Herr Kräuter und Herr Fichtenbauer. Auch gegen diese beiden Herren haben wir keinen Einspruch und werden sie auch, so wie es im Hauptausschuss vorgeschlagen wurde, wählen. Wir sind auch der Meinung, dass es jeder Partei, die das Vorschlagsrecht hat, zusteht, jene Personen für ein Amt zu nominieren, die sie für richtig hält. Da soll auch von außen nicht eingewirkt werden oder eine Person aus ideologischen oder anderen Gründen angezweifelt werden. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Das ist ein wichtiger, richtiger und dringender Punkt. Ich darf Sie bitten, daran auch mitzuarbeiten, damit wir in weiterer Folge endlich einmal zu einer Verwaltungsvereinfachung kommen und den Empfehlungen des Rechnungshofes nachkommen. Er wird gerne hier zitiert und gerne angesprochen – auch heute in der Debatte zum Spekulationsverbot. Aber wenn es tatsächlich ans Eingemachte geht, dann hört man nichts, dann ist die Meinung des Rechnungshofes nicht mehr so wichtig – und das kann es nicht sein. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich darf an dieser Stelle auch von unserer Seite alles Gute und eine gute Zusammenarbeit für die nächsten sechs Jahre zwischen der Volksanwaltschaft und dem Parlament wünschen. – Danke. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Der Grosz auch?
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Unsere Fraktion hat dem Vorschlag des Hauptausschusses zugestimmt und wird auch heute diesem Vorschlag die Zustimmung erteilen, weil die Usance dieses Hauses so ist. (Ruf bei der SPÖ: Der Grosz auch?) So lange der Bestellmodus in Artikel 148g Abs. 2 des Bundes-Verfassungsgesetzes so geregelt ist, dass die drei stimmenstärksten Parteien je eine Nominierung vornehmen können und dieser Gesamtvorschlag durch den Hauptausschuss des Nationalrates zu beschließen ist, muss man sich auch daran halten. Das ist zur Kenntnis zu nehmen.
Beifall beim BZÖ.
Ich möchte Kollegen Grosz aber ganz stark unterstützen was den Appell betrifft. Wenn von allen Seiten betont wird, wie wichtig die Volksanwaltschaft ist, welche wichtige Funktion sie für die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen ihres Kampfes um ihr Recht hat, dann ist auch der Appell gerechtfertigt, dass bei der Auswahl der Volksanwälte durch die einzelnen Fraktionen nicht Parteipolitik und innerparteiliche Prozesse im Mittelpunkt stehen dürfen, sondern die Eignung und die Qualifikation für das wichtige Amt des Volksanwaltes. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ein Satz noch zur Nominierung des Kollegen Fichtenbauer durch die FPÖ: Ich glaube, dass gerade Kollege Fichtenbauer als ausgebildeter Jurist, als Doktor der Juristerei, der meines Wissens über Jahrzehnte erfolgreich als Rechtsanwalt tätig war, allein durch seinen beruflichen Werdegang, aber auch durch seine Erfahrung, die er hier im Parlament und als Parlamentarier mit den Bürgern gemacht hat, für diese Funktion geeignet ist. Wenn ich diese Eignung in den Mittelpunkt stelle und nicht parteipolitische Interessen, wie das die Grünen tun, dann sehe ich nicht ein, warum man eine ablehnende Haltung gegenüber Herrn Fichtenbauer einnehmen sollte. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Brosz
Meine Damen und Herren von den Grünen, ich gebe Ihnen einen Rat: Das Schwingen der Nazi-Keule war nie besonders erfolgreich, das solltet ihr mittlerweile wissen. Es ist erst recht nicht erfolgreich (Zwischenruf des Abg. Brosz), wenn man die Nazi-Keule gegen eine Person schwingt, bei der das wirklich absolut unberechtigt ist und absolut keine sachliche Grundlage hat. Ich bin keiner, der die Freiheitliche Partei verteidigen will, aber was genug ist, ist genug. Herr Fichtenbauer ist eine tadellose Persönlichkeit. (Beifall bei BZÖ, ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ, ÖVP und FPÖ.
Meine Damen und Herren von den Grünen, ich gebe Ihnen einen Rat: Das Schwingen der Nazi-Keule war nie besonders erfolgreich, das solltet ihr mittlerweile wissen. Es ist erst recht nicht erfolgreich (Zwischenruf des Abg. Brosz), wenn man die Nazi-Keule gegen eine Person schwingt, bei der das wirklich absolut unberechtigt ist und absolut keine sachliche Grundlage hat. Ich bin keiner, der die Freiheitliche Partei verteidigen will, aber was genug ist, ist genug. Herr Fichtenbauer ist eine tadellose Persönlichkeit. (Beifall bei BZÖ, ÖVP und FPÖ.)
Abg. Grosz: Aber er kennt sich beim Fliegenfischen aus!
Wir nehmen das Nominierungsrecht zur Kenntnis. Herr Fichtenbauer wird damit unser Vertrauen bekommen. Ich bin davon überzeugt, dass er das rechtfertigen wird, wie hoffentlich auch Herr Kräuter. Da bin ich schon ein bisschen skeptischer, Kollege Grosz hat die Bedenken auch ausgeführt. Im Gegensatz zum Kollegen Fichtenbauer bin ich mir beim Kollegen Kräuter nicht sicher, ob nicht mehr die innerparteilichen Zustände in der Sozialdemokratie den Ausschlag für seine Nominierung gegeben haben als seine tatsächliche Eignung für das Amt des Volksanwaltes. (Abg. Grosz: Aber er kennt sich beim Fliegenfischen aus!)
Ruf bei der SPÖ: Sie sollten sich schämen! – Abg. Grosz: Er kennt sich beim Fliegenfischen wenigstens aus!
Aber wie gesagt, das Nominierungsrecht ist so, man kann nur den Gesamtvorschlag annehmen oder ablehnen. (Ruf bei der SPÖ: Sie sollten sich schämen! – Abg. Grosz: Er kennt sich beim Fliegenfischen wenigstens aus!) Wir nehmen ihn an und hoffen, dass Kollege Kräuter seine Aufgaben erfolgreicher erfüllen wird, als er das als SPÖ-Bundesgeschäftsführer getan hat, denn dort musste er ja seinen Sessel räumen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aber wie gesagt, das Nominierungsrecht ist so, man kann nur den Gesamtvorschlag annehmen oder ablehnen. (Ruf bei der SPÖ: Sie sollten sich schämen! – Abg. Grosz: Er kennt sich beim Fliegenfischen wenigstens aus!) Wir nehmen ihn an und hoffen, dass Kollege Kräuter seine Aufgaben erfolgreicher erfüllen wird, als er das als SPÖ-Bundesgeschäftsführer getan hat, denn dort musste er ja seinen Sessel räumen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Dr. Wolfgang Zinggl (Grüne): Herr Präsident! Werte Kollegen und Kolleginnen! Zunächst einmal ein herzliches Dankeschön an den scheidenden Volksanwalt Peter Kostelka und natürlich insbesondere an Terezija Stoisits. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Das ist ja noch nicht die letzte Sitzung, wir werden uns noch einmal bei allen bedanken.
Beifall bei den Grünen.
Deswegen haben wir auch im Verfassungsausschuss eine entsprechende Diskussion angezettelt. Wir haben auch einen Abänderungsantrag diesbezüglich eingebracht. Er war zu konkret und wurde nicht angenommen. Aber immerhin ist es zu einer Ausschussfeststellung gekommen, die von allen Parteien getragen wurde, und der zufolge sind Hearings vor Bestellungen der Organe des Parlaments jedenfalls ein Thema, und die Verfassungssprecher sollten sich treffen, um ein entsprechendes Konzept dafür auszuarbeiten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Nein! Das ist falsch!
Aber das heißt nicht, dass wir uns nicht an die aktuelle Verfassung halten. Es gibt diesen veralteten Bestellmodus nach wie vor und wir werden uns dem natürlich nicht widersetzen. Wir würden auch den Vorschlag der FPÖ nicht grundsätzlich ablehnen. Das haben wir auch im Hauptausschuss gezeigt – im Unterschied zu Ihrer Fraktion, Herr Kollege Strache, denn Sie haben Frau Stoisits ohne Wenn und Aber abgelehnt. (Abg. Strache: Nein! Das ist falsch!) – Ja. Sie haben genau das nicht getan, was Sie vorhin gesagt haben: Aus demokratiepolitischen Gründen müsste man es akzeptieren! (Abg. Strache: Das ist falsch und unwahr! Wir haben genau das Gegenteil getan!) – Egal.
Abg. Strache: Das ist falsch und unwahr! Wir haben genau das Gegenteil getan!
Aber das heißt nicht, dass wir uns nicht an die aktuelle Verfassung halten. Es gibt diesen veralteten Bestellmodus nach wie vor und wir werden uns dem natürlich nicht widersetzen. Wir würden auch den Vorschlag der FPÖ nicht grundsätzlich ablehnen. Das haben wir auch im Hauptausschuss gezeigt – im Unterschied zu Ihrer Fraktion, Herr Kollege Strache, denn Sie haben Frau Stoisits ohne Wenn und Aber abgelehnt. (Abg. Strache: Nein! Das ist falsch!) – Ja. Sie haben genau das nicht getan, was Sie vorhin gesagt haben: Aus demokratiepolitischen Gründen müsste man es akzeptieren! (Abg. Strache: Das ist falsch und unwahr! Wir haben genau das Gegenteil getan!) – Egal.
Abg. Kopf: Das ist nicht notwendig, nur weil Sie es wollen! – Abg. Strache: Wir haben schon lange den Schlussstrich gezogen!
Und als der Armin Wolf in der „ZiB 2“ Sie, Herr Strache, gefragt hat, warum es keine Distanzierung gibt, haben Sie gesagt: Bei uns gibt es laufend Distanzierungen zu dem Thema! – Wieso jetzt, in diesem Fall nicht? Es wäre ganz einfach, man könnte sich ganz leicht distanzieren! Man könnte wiederum einen Schlussstrich ziehen. (Abg. Kopf: Das ist nicht notwendig, nur weil Sie es wollen! – Abg. Strache: Wir haben schon lange den Schlussstrich gezogen!) Sie sprechen auch immer von den vielen Schlussstrichen, die Sie ziehen, aber es passiert wieder nicht.
Abg. Strache: War er auch nicht!
Und dann sagen Sie noch etwas, Sie sagen nämlich, der Walter Nowotny war kein NSDAP-Mitglied. (Abg. Strache: War er auch nicht!) – Sie brauchen nur im deutschen Bundesarchiv in Berlin nachzusehen: NSDAP-Mitglied seit 1. Mai 1938 mit der Nummer 6 382 781. Das kann jeder nachvollziehen. Also das ist eine Geschichtslüge; Sie leugnen die Fakten. Das machen Sie immer wieder und das ist kennzeichnend für Ihren Klub, was die Vergangenheit betrifft. Ziehen Sie auch da wieder einen Schlussstrich! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und dann sagen Sie noch etwas, Sie sagen nämlich, der Walter Nowotny war kein NSDAP-Mitglied. (Abg. Strache: War er auch nicht!) – Sie brauchen nur im deutschen Bundesarchiv in Berlin nachzusehen: NSDAP-Mitglied seit 1. Mai 1938 mit der Nummer 6 382 781. Das kann jeder nachvollziehen. Also das ist eine Geschichtslüge; Sie leugnen die Fakten. Das machen Sie immer wieder und das ist kennzeichnend für Ihren Klub, was die Vergangenheit betrifft. Ziehen Sie auch da wieder einen Schlussstrich! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Muss ich mich jetzt von meinem Vater distanzieren?
Also da kann man wirklich sagen: Das Ehrengrab braucht er nicht, und ich brauche das Grab auch nicht pflegen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Muss ich mich jetzt von meinem Vater distanzieren?) Ich brauche mich mit Leuten, die das unterstützen, nicht dort zu treffen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Neubauer: Mein Vater war sicher kein Kriegsverbrecher, nur weil er im Krieg war!
Ich ersuche Sie, dass Sie diese Konsequenz ziehen, hier herauskommen und noch einmal sagen, ob Sie das können oder nicht! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neubauer: Mein Vater war sicher kein Kriegsverbrecher, nur weil er im Krieg war!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich wollte mich eigentlich zu diesem Tagesordnungspunkt nicht zu Wort melden, weil ich der Meinung war, dass alle in diesem Haus die demokratischen Spielregeln und das Kräfteverhältnis, das der Wähler bei den letzten Nationalratswahlen ausgegeben hat, akzeptieren und einem gemeinsamen Paket in Sachen Volksanwaltschaft zustimmen. Aber ich sage Ihnen schon eines: Das, was die Grünen hier gemacht haben, das hat mit Argumentieren nichts zu tun, das ist Agitieren im miesesten Stil der Linken, wie wir es kennen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.) 68 lässt grüßen, meine Damen und Herren!
Beifall bei der FPÖ.
Glauben Sie denn wirklich, dass man es sich so einfach machen kann, dass man irgendwo hinaufschreibt „antifaschistisch“, und das würde alles rechtfertigen?! Dann sollten Sie nach Deutschland zur jetzt innerdeutschen Grenze pilgern und Ihre Marterln beim antifaschistischen Grenzwall aufstellen, denn dann ist das eigentlich ein Paradebeispiel für demokratische Baukunst, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.) Im Volksmund bei uns heißt das „die Mauer“, und das war eine Todesgrenze, die dort aufgezogen worden ist im Namen des Antifaschismus.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich sage Ihnen, meine Damen und Herren, eines über unseren freiheitlichen Volksanwalt Peter Fichtenbauer: Er ist ein exzellenter Fachmann, wie Sie keinen Einzigen in Ihren Reihen haben, ein exzellenter Jurist. Ihre „juristische Tätigkeit“ – unter Anführungszeichen –, die beschränkt sich aufs Vorverurteilen. Da sind Sie Experten! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Peter Fichtenbauer ist ein österreichischer Patriot, wie Sie keinen einzigen österreichischen Patrioten in Ihren Reihen haben – ganz einfach deshalb, weil Sie mit „Österreich“ und „Heimat“ ohnehin nichts anfangen können. Sie stellen das Tag für Tag politisch mehr unter Beweis. (Beifall bei der FPÖ.)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Grünen. – Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Unser Peter Fichtenbauer ist ein Paradeparlamentarier, wie Sie keinen einzigen Vergleichbaren in Ihren Reihen haben, weil Ihre parlamentarischen Aushängeschilder dieses Pult hier zu einem einzigen Zweck nutzen, nämlich um ihre Agitation und ihre Anschüttungen zu verbreiten und sich damit gleichzeitig die Immunität zu sichern. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Grünen. – Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Das ist für Sie das Instrument hier heraußen, aber nicht die Wahrheitsfindung und die politische Debatte. – Letztklassig ist das, meine Damen und Herren!
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
ne Damen und Herren. Denn selbsternanntes und selbst zugesprochenes Gutmenschentum, das Sie dauernd zelebrieren, ist nicht deckungsgleich mit dem Anspruch, ein guter Demokrat zu sein. Das sollten Sie sich einmal hinter die Ohren schreiben! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Sie reden ja völlig am Problem vorbei! – Ruf: Zum Thema!
Es sind schon Sie, meine Damen und Herren von den Grünen – es sind schon Sie; nicht alle, aber Teile davon, und ich glaube, viele, viele Ihrer Wähler können das auch schon nicht mehr hören (Abg. Dr. Moser: Sie reden ja völlig am Problem vorbei! – Ruf: Zum Thema!) –, es sind viele von Ihnen, die in Wahrheit, und ich muss das einmal sagen, mit dem, was Sie tun, mit dem, was Sie machen, mit den Methoden, die Sie benutzen, viel, viel näher an diesen totalitären Systemen und totalitären Regimen dran sind, als es Ihnen lieb sein kann, wenn es Ihnen wirklich um Demokratie und Freiheit geht. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Hornek und Rädler.) Sie sind viel, viel näher dran, als Ihnen das selber lieb sein kann. Und Sie haben das heute einmal mehr unter Beweis gestellt.
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Hornek und Rädler.
Es sind schon Sie, meine Damen und Herren von den Grünen – es sind schon Sie; nicht alle, aber Teile davon, und ich glaube, viele, viele Ihrer Wähler können das auch schon nicht mehr hören (Abg. Dr. Moser: Sie reden ja völlig am Problem vorbei! – Ruf: Zum Thema!) –, es sind viele von Ihnen, die in Wahrheit, und ich muss das einmal sagen, mit dem, was Sie tun, mit dem, was Sie machen, mit den Methoden, die Sie benutzen, viel, viel näher an diesen totalitären Systemen und totalitären Regimen dran sind, als es Ihnen lieb sein kann, wenn es Ihnen wirklich um Demokratie und Freiheit geht. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Hornek und Rädler.) Sie sind viel, viel näher dran, als Ihnen das selber lieb sein kann. Und Sie haben das heute einmal mehr unter Beweis gestellt.
Abg. Mag. Steinhauser: Alles belegt! Alles belegbar! – Abg. Brosz: Auch ... Mitgliedsnummer!
Sie sollten darüber nachdenken, ob Methoden wie Vernaderungen (Abg. Mag. Steinhauser: Alles belegt! Alles belegbar! – Abg. Brosz: Auch ... Mitgliedsnummer!), Verunglimpfungen, das Miesmachen, das Anschütten, das Denunzieren, ob das nicht genau diejenigen Zutaten sind, mit denen Regime arbeiten, meine Damen und Herren, wo es um die Freiheit und um die Demokratie nicht besonders gut bestellt ist. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie sollten darüber nachdenken, ob Methoden wie Vernaderungen (Abg. Mag. Steinhauser: Alles belegt! Alles belegbar! – Abg. Brosz: Auch ... Mitgliedsnummer!), Verunglimpfungen, das Miesmachen, das Anschütten, das Denunzieren, ob das nicht genau diejenigen Zutaten sind, mit denen Regime arbeiten, meine Damen und Herren, wo es um die Freiheit und um die Demokratie nicht besonders gut bestellt ist. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Petzner. – Abg. Dr. Moser: Wir haben nur eine Frage gestellt! Seit wann ist Fragen Terrorismus?
Darüber sollten Sie einmal nachdenken, und dann sollten Sie diese Messlatte an Ihr eigenes Verhalten anlegen! Und dann hoffe ich doch, dass Ihnen der Widerspruch irgendwann selbst einmal dämmert, meine Damen und Herren von den Grünen. Denn eines sage ich Ihnen auch noch: Tugendterrorismus ist auch eine Form von Terrorismus, auch wenn Ihnen das nicht gefällt. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Petzner. – Abg. Dr. Moser: Wir haben nur eine Frage gestellt! Seit wann ist Fragen Terrorismus?)
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Das ist übrigens jener Kollege Öllinger, auf dessen Facebook-Seite – und die ist bei Gott überschaubar, was die Anhängerschaft betrifft – es nur so wuselt von linksextremen Gestalten, meine Damen und Herren, die die FPÖ als Partei insgesamt vernadern, die einzelne Politiker der FPÖ vernadern und die vor allem die Wähler der FPÖ vernadern. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.) Und allen diesen Vernaderungen auf Ihrer Facebook-Seite ist eines gemeinsam, Herr Öllinger, nämlich dass diese Einträge ein besonders langes Haltbarkeitsdatum haben, und erst wenn der Anwalt bei Ihnen vorstellig wird, dann wird das herausgelöscht. So viel zu Ihrem Demokratieverständnis, weil Sie sich ja auch gerne mit Facebook-Seiten anderer Personen beschäftigen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist übrigens jener Kollege Öllinger, auf dessen Facebook-Seite – und die ist bei Gott überschaubar, was die Anhängerschaft betrifft – es nur so wuselt von linksextremen Gestalten, meine Damen und Herren, die die FPÖ als Partei insgesamt vernadern, die einzelne Politiker der FPÖ vernadern und die vor allem die Wähler der FPÖ vernadern. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.) Und allen diesen Vernaderungen auf Ihrer Facebook-Seite ist eines gemeinsam, Herr Öllinger, nämlich dass diese Einträge ein besonders langes Haltbarkeitsdatum haben, und erst wenn der Anwalt bei Ihnen vorstellig wird, dann wird das herausgelöscht. So viel zu Ihrem Demokratieverständnis, weil Sie sich ja auch gerne mit Facebook-Seiten anderer Personen beschäftigen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das war eine Frage, und Fragen sind ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Steinhauser.
Ich finde es ungeheuerlich, jetzt den Versuch zu unternehmen, den Dr. Peter Fichtenbauer, der ein lupenreiner Demokrat ist, in irgendeine Nähe zum Nationalsozialismus zu bringen und ihm irgendetwas zu unterstellen, was in Richtung Österreichfeindlichkeit geht. Das ist doch wirklich absurd! (Abg. Dr. Pirklhuber: Das war eine Frage, und Fragen sind ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Steinhauser.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Diskussion wird ja noch kein Standgericht sein, Herr Kollege!
lisches Standgericht (Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Diskussion wird ja noch kein Standgericht sein, Herr Kollege!), wo die mediale Vernichtung und die mediale Ruinierung von Menschen bei Ihnen auf der Tagesordnung stehen? Denken Sie doch einmal nach über das, was Sie tun! Das wird es nicht spielen! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Schreien Sie nicht so laut!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Schreien Sie nicht so laut!
lisches Standgericht (Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Diskussion wird ja noch kein Standgericht sein, Herr Kollege!), wo die mediale Vernichtung und die mediale Ruinierung von Menschen bei Ihnen auf der Tagesordnung stehen? Denken Sie doch einmal nach über das, was Sie tun! Das wird es nicht spielen! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Schreien Sie nicht so laut!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Und ich kann Ihnen nur eines sagen – ich weiß nicht, ob Sie ihn kennen, den kategorischen Imperativ (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber); ich lege ihn Ihnen wärmstens ans Herz –: Wenn Sie das, was Sie hier zur subjektiven Maxime erhoben haben, diese Gleichsetzung von Freiheit, von Wahrheit, von Demokratie und Toleranz mit Ihrem links-linken Weltbild, wenn Sie das zum allgemeinen Gesetz erheben, dann landen Sie im Stasi-Staat der DDR, meine Damen und Herren, und wir als Freiheitliche wollen das nicht haben. (Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Und ich kann Ihnen nur eines sagen – ich weiß nicht, ob Sie ihn kennen, den kategorischen Imperativ (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber); ich lege ihn Ihnen wärmstens ans Herz –: Wenn Sie das, was Sie hier zur subjektiven Maxime erhoben haben, diese Gleichsetzung von Freiheit, von Wahrheit, von Demokratie und Toleranz mit Ihrem links-linken Weltbild, wenn Sie das zum allgemeinen Gesetz erheben, dann landen Sie im Stasi-Staat der DDR, meine Damen und Herren, und wir als Freiheitliche wollen das nicht haben. (Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Brosz
Der Vergleich macht sicher: Peter Fichtenbauer, das ist jemand, der im fortgeschrittenen politischen Alter die Reife hat, die Erfahrung hat, der bewiesen hat, dass er es kann (Zwischenruf des Abg. Brosz) und damit die am besten geeignete Person für dieses höchste Amt ist.
Beifall – teilweise stehend gespendet – und Bravorufe bei der FPÖ sowie Beifall des Abg. Rädler. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Karl Öllinger ist auch im fortgerückten politischen Alter. Er wird von Jahr zu Jahr weiter nach hinten durchgereicht bei den Grünen – inzwischen auch schon auf der Wahlliste. Aber seien Sie von der grünen Fraktion doch nicht insgesamt so blöd, sich von diesen Leuten und von diesen Treibern vor den Karren spannen zu lassen! Das ist keine Frage mehr von gutem oder von schlechtem Stil, sondern das ist eine Frage des Hochhaltens der Demokratie in diesem Land. (Beifall – teilweise stehend gespendet – und Bravorufe bei der FPÖ sowie Beifall des Abg. Rädler. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP, FPÖ, BZÖ und Team Stronach.
Ich gratuliere herzlich und wünsche viel Erfolg bei der gestellten Aufgabe! (Beifall bei SPÖ, ÖVP, FPÖ, BZÖ und Team Stronach.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Der Herr Bundespräsident verwendet die Rettungsgasse!
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich entschuldige mich noch einmal, aber in der Innenstadt ist ein Unfall passiert, und daher war meine Fahrzeit hierher ein paar Minuten länger. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Der Herr Bundespräsident verwendet die Rettungsgasse!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Mit der Entscheidung des Gouverneursrates sind die wesentlichen Beschlüsse gefasst. Die erste Auszahlung an Zypern kann somit in der ersten Mai-Hälfte erfolgen. – Danke sehr für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist genau der falsche Weg! Und jetzt tun wir wieder 250 Millionen €, die wir gar nicht haben, in dieses Bankenspekulationsgeflecht hineininvestieren. Wir selbst müssen diese 250 Millionen € aufnehmen, weil wir dieses Geld nicht haben. Und da muss man schon einmal auch die Verantwortung der ÖVP in dem Zusammenhang festmachen: 25 Jahre Wirtschaftskompetenz des Herrn Stummvoll, 25 Jahre ÖVP-Wirtschaftskompetenz durchgängig in dieser Bundesregierung. Und diese Wirtschaftskompetenz, die vermeintliche, Herr Stummvoll, hat die Republik Österreich an den Rand des Konkurses gedrängt! – „Tolle“ Wirtschaftskompetenz! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Diese Haftungen, die Sie übernommen haben, 80 Milliarden € Target-Forderungen und Haftungen, sind nicht einmal im Budget eingerechnet! Ja, man stelle sich vor, das wird irgendwann einmal schlagend! Dann haben wir endgültig das Problem, zahlungsunfähig zu sein. Und das sagen Sie nie dazu. Und da steckt die Gefahr dahinter, dass man die Zukunftschancen unserer Kinder und Kindeskinder völlig aufs Spiel setzt, und das finde ich unverantwortlich! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn das in Deutschland durchaus offen und ehrlich diskutiert wird, dann ist das auch eine Diskussionschance für Österreich, zu sagen, dass wir vielleicht unsere Zukunft auch wieder im Schilling finden werden. Genau diese Debatte muss man führen, und die muss offen und ehrlich geführt werden, und man muss die Varianten durchrechnen. Der Schaden ist da, der Schaden wurde angerichtet – nicht von uns Freiheitlichen, sondern von anderen politischen Verantwortungsträgern, Herr Stummvoll, nämlich von SPÖ und ÖVP. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Matznetter: Und wenn es die Wahrheit ist?!
Deshalb bitte ich darum, endlich auch diese Diskussion, die in Deutschland geführt wird – offen geführt wird –, auch bei uns zuzulassen und nicht alles, was an anderen Meinungen vorhanden ist, automatisiert als dumm und populistisch et cetera einfach wegzuschieben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Matznetter: Und wenn es die Wahrheit ist?!)
Beifall bei der FPÖ
Das ist unsere Verantwortung, die wir haben, und dazu fordere ich Sie auf, denn ich sage, wir haben heute eine Euro-Zone, wo man in Wirklichkeit der Finanz-Oligarchie die Mauer macht. Das ist es! Und da spielen Sie mit, Herr Matznetter. Der Finanz-Oligarchie machen Sie die Mauer. Sie machen die Mauer den Banken. Sie machen die Mauer den Spekulanten. Sie machen die Mauer den globalen Konzernen, die es sich mit Gruppenbesteuerung bis heute richten können (Beifall bei der FPÖ), während Sie keinen Steuer-Cent für Familienbeihilfe, für Pensionspreisindexanpassungen, für notwendige Pflegeleistungen im Land, die verbessert werden müssten, auszugeben bereit sind! (Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.
Das ist unsere Verantwortung, die wir haben, und dazu fordere ich Sie auf, denn ich sage, wir haben heute eine Euro-Zone, wo man in Wirklichkeit der Finanz-Oligarchie die Mauer macht. Das ist es! Und da spielen Sie mit, Herr Matznetter. Der Finanz-Oligarchie machen Sie die Mauer. Sie machen die Mauer den Banken. Sie machen die Mauer den Spekulanten. Sie machen die Mauer den globalen Konzernen, die es sich mit Gruppenbesteuerung bis heute richten können (Beifall bei der FPÖ), während Sie keinen Steuer-Cent für Familienbeihilfe, für Pensionspreisindexanpassungen, für notwendige Pflegeleistungen im Land, die verbessert werden müssten, auszugeben bereit sind! (Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei der FPÖ.
Keine Familienbeihilfe, keine Kinderbeihilfe der letzten zehn Jahre ist inflationsangepasst worden. Bei den eigenen Bürgern sparen Sie. Das Einzige, was Sie tun, ist, die Gebühren weiter raufzuschrauben und die Bürger weiter zu belasten. Das ist Ihre nicht-soziale politische Verantwortung, die Sie leben! (Beifall bei der FPÖ.) Das ist das asoziale politische Element, das die Menschen heute realpolitisch durch Sie erleiden müssen.
Beifall bei der FPÖ
Da ist es an der Zeit, gegenzusteuern, unser Steuergeld für unsere Landsleute in Österreich einzusetzen, für unseren Bildungsbereich und unsere Kinder (Beifall bei der FPÖ), für mehr Lehrer und kleinere Klassenschülerhöchstzahlen, damit wir bei der PISA-Studie endlich wieder gute Ergebnisse zustande bringen.
Beifall bei der FPÖ.
Das ist genau der Irrtum, den Sie politisch begehen – und übrig bleiben leider Gottes die Menschen hier in Österreich. (Beifall bei der FPÖ.) Und dagegen braucht es eine starke Kraft. Das ist genau der Punkt. Dagegen halten wir Freiheitlichen, denn wir leben die soziale Kompetenz und Verantwortung für Österreich. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist genau der Irrtum, den Sie politisch begehen – und übrig bleiben leider Gottes die Menschen hier in Österreich. (Beifall bei der FPÖ.) Und dagegen braucht es eine starke Kraft. Das ist genau der Punkt. Dagegen halten wir Freiheitlichen, denn wir leben die soziale Kompetenz und Verantwortung für Österreich. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Das ist der erste Schritt zu unter 100 000!
Das Geld, das Zypern bekommt, ist nicht für die Banken. Eine Bank wird überhaupt – wie es so schön heißt – abgewickelt, nämlich zugemacht, und bei der zweiten Bank verlieren die Einleger, glaube ich, bis zu 40 Prozent der Guthaben über 100 000; das ist ja die berühmte Grenze. (Abg. Strache: Das ist der erste Schritt zu unter 100 000!) Das ist auch neu, dass die Sparer von Guthaben über 100 000 € zur Kasse gebeten werden – und da hofft man, dass man die Richtigen trifft –, weil sie vorher von hohen Zinsen, nämlich 5 Prozent Zinsen, profitiert haben.
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Das ist im Großen und Ganzen wiedergegeben, was da drinnen steht, und auf das würde ich ernsthaft eingehen und das würde ich gerne differenzierter diskutieren, weil man das nicht einfach mit dem Schlagwort „nicht zurückfallen in das alte Schuldenmachen“ abtun kann. Da müssten wir jetzt lang diskutieren: Was ist altes Schuldenmachen? Was ist neues Schuldenmachen? Was ist überhaupt Schuldenmachen und mit welchen Auswirkungen? Es geht darum, dass man differenziert auf diesen durchaus klugen Artikel von Eric Frey eingeht, der hier anscheinend versucht, das endlich einmal zu interpretieren, was in Überschriften und Schlagwörtern aus der EU zu uns tönt. Von dort kommen meistens leider gerade zu diesen heiklen Themen oft nur Überschriften und Schlagwörter. Das dient nicht, das ist nicht hilfreich. Das führt dann berechtigterweise auch zu so einer Kritik wie heute in der „Kronen Zeitung“ von dem Kommentator Claus Pandi. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie sagen zu Recht, Frau Finanzministerin, Stabilität ist ein ganz wichtiger Faktor. Natürlich, ja, aber das würde auch einer wirtschaftlichen Stabilität und einer fiskalpolitischen Stabilität nützen. Das wäre, glaube ich, etwas, was wir aus diesen Wortmeldungen möglicherweise zum jetzigen Zeitpunkt – sei es der richtige – als Schlussfolgerungen für Österreich mittel- und langfristig ziehen könnten. So müssten wir nicht die ganze Zeit nur darüber diskutieren: Unser Geld für unsere Landsleute!, sondern wir wollen ja in Wirklichkeit, dass die Euro-Zone eben unseren Landsleuten, wie es so schön in der Diktion der Blauen heißt, nützt und dient, und wollen in dem Sinn mit der Stabilisierung, aber mit dieser Korrektur, die von den Ökonomen und von der Europäischen Union jetzt angedeutet wird, einen Beitrag leisten für ganz Europa und damit in erster Linie auch für Österreich. – Kaputtsparen ist kein Programm! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Deimek
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Abgeordnete! Zuerst zwei kurze Nachbemerkungen noch zu meinen Vorrednern. Klubobmann Strache ist jetzt nicht mehr da, aber er hat sich sehr emotional über bestimmte politische Maßnahmen in der Vergangenheit aufgeregt. Ich muss das nun historisch richtigstellen. Das, worüber er sich aufgeregt hat, sind vorwiegend Maßnahmen, die unter freiheitlicher Regierungsbeteiligung zustande gekommen sind (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Deimek), nämlich massive Einschnitte im Pensionssystem, teilweise unverschämte Steuerprivilegien in Form der sogenannten Gruppenbesteuerung, sodass inländische Steuerzahlende Verluste aus dem EU-Ausland auf ihrem Rücken tragen mussten, und im Übrigen auch eine der größten Körperschaftsteuersenkungen. Also auch das war ein Gewinn für Konzerne, eine Begünstigung, die unter Schwarz-Blau stattgefunden hat. Das nur zur Richtigstellung. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Abgeordnete! Zuerst zwei kurze Nachbemerkungen noch zu meinen Vorrednern. Klubobmann Strache ist jetzt nicht mehr da, aber er hat sich sehr emotional über bestimmte politische Maßnahmen in der Vergangenheit aufgeregt. Ich muss das nun historisch richtigstellen. Das, worüber er sich aufgeregt hat, sind vorwiegend Maßnahmen, die unter freiheitlicher Regierungsbeteiligung zustande gekommen sind (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Deimek), nämlich massive Einschnitte im Pensionssystem, teilweise unverschämte Steuerprivilegien in Form der sogenannten Gruppenbesteuerung, sodass inländische Steuerzahlende Verluste aus dem EU-Ausland auf ihrem Rücken tragen mussten, und im Übrigen auch eine der größten Körperschaftsteuersenkungen. Also auch das war ein Gewinn für Konzerne, eine Begünstigung, die unter Schwarz-Blau stattgefunden hat. Das nur zur Richtigstellung. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pilz: Der kommt nicht! – Abg. Dr. Rosenkranz: Alles Notfallmaßnahmen! Sie zeigen nur Solidarität für die Lemminge!
Ich würde dem Kollegen, wenn er da wäre, gerne anbieten, dass er vielleicht Professor Van der Bellen einmal zu sich nach Hause einlädt, ein Privatissimum macht, wie schon einmal zum Budget, und sich einmal erklären lässt, was ein Austritt aus dem Euro und die Rückkehr zum Schilling tatsächlich bedeutet. (Abg. Dr. Pilz: Der kommt nicht! – Abg. Dr. Rosenkranz: Alles Notfallmaßnahmen! Sie zeigen nur Solidarität für die Lemminge!)
Beifall bei den Grünen.
rechnet hier, wo so viele internationale Transaktionen über dieses Land abgewickelt werden, im Rahmen dieses sogenannten Hilfspaketes nicht die Finanztransaktionssteuer mit hineingenommen? Das ist eines der wenigen Projekte – wo im Übrigen Österreich auch eine gute Rolle gespielt hat –, wo elf Staaten mittlerweile an Bord sind. Es ist mir absolut unverständlich, warum Sie sich hier nicht stärker dafür eingesetzt haben. Bitte erklären Sie sich dazu noch einmal ausführlicher! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Überall wird gekürzt, in ganz Europa. Es wird drastisch gekürzt. Sparpakete werden geschnürt. Am 1. Mai wird es wieder in ganz Europa das Aufstöhnen geben, die Schande Europas: Fast 6 Millionen Jugendliche sind arbeitslos und es gibt wenig Geld, um das zu bekämpfen. Überall gibt es Kürzungsprogramme, Sparpakete. Die Bankenhilfspakete haben seit 2007 die Verschuldung der EU-Staaten innerhalb von 5 Jahren um sagenhafte 670 Milliarden € nach oben getrieben. Allerdings – und das ist wirklich eine bemerkenswerte Zahl – gehen den EU-Staaten durch Steuerbetrug und Steuerhinterziehung jährlich 1 000 Milliarden € verloren. Was ist die Schlussfolgerung daraus? – Wir müssen alles daransetzen, um diese Erodierung der Steuerbasis der EU-Staaten nachhaltig zu bekämpfen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Oje!
Können Sie das noch in irgendeiner Weise vernünftig erklären? – Das ist doch nicht erklärbar! (Abg. Dr. Stummvoll: Oje!)
Beifall bei den Grünen.
(Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Man darf auch nicht vergessen, dass genau das Menschenhandel, Mädchenhandel, Waffenhandel, Drogenhandel massiv erleichtert. Bitte stellen Sie sich auf die richtige Seite und tauschen Sie diese Finanzministerin aus! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Rossmann: Wir haben aber die höchste Arbeitslosenquote seit 1945!
Frau Kollegin Glawischnig, ich weiß nicht, wo Sie leben. Bei der Jugendarbeitslosigkeit, da können wir in Österreich große Stücke auf unsere wirklich gute Politik und Sozialpartnerschaft halten. Hier sind wir wesentlich besser als andere europäische Länder, die froh sind, dass sie uns als Vorbild haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Rossmann: Wir haben aber die höchste Arbeitslosenquote seit 1945!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, Sie haben heute gesagt, der Herr Ex-Kollege Van der Bellen sollte dem Herrn Strache ein Privatissimum geben. Ich glaube, es wäre gut, wenn er auch Ihnen einmal ein Privatissimum darüber gibt, wie das in Österreich so ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Rossmann: Es ist ja tatsächlich so!
Zur Frau Finanzministerin und zu Ihren Qualitäten möchte ich Folgendes sagen: Frau Kollegin Glawischnig, Sie stellen einen Misstrauensantrag gegen die Frau Finanzministerin, sprechen hier von Spott und Hohn, dem die Frau Bundesministerin in Europa ausgesetzt sei. (Abg. Mag. Rossmann: Es ist ja tatsächlich so!)
Abg. Mag. Rossmann: Und schützt die Steuerhinterzieher damit!
Ich möchte Ihnen ehrlich sagen: Als österreichisches Volk, als österreichischer Steuerzahler und als österreichische Steuerzahlerin ist es mir lieber, die Frau Bundesministerin schließt Abkommen mit der Schweiz, mit Liechtenstein. Es ist mir lieber, die Frau Bundesministerin kassiert in Österreich für ausländische Konten. Das ist mir lieber. (Abg. Mag. Rossmann: Und schützt die Steuerhinterzieher damit!) Wir geben Auskünfte an die ausländischen (Abg. Mag. Rossmann: Sagen Sie die Wahrheit!) – Nein, Sie sagen auch nicht die Wahrheit. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.)
Abg. Mag. Rossmann: Sagen Sie die Wahrheit!
Ich möchte Ihnen ehrlich sagen: Als österreichisches Volk, als österreichischer Steuerzahler und als österreichische Steuerzahlerin ist es mir lieber, die Frau Bundesministerin schließt Abkommen mit der Schweiz, mit Liechtenstein. Es ist mir lieber, die Frau Bundesministerin kassiert in Österreich für ausländische Konten. Das ist mir lieber. (Abg. Mag. Rossmann: Und schützt die Steuerhinterzieher damit!) Wir geben Auskünfte an die ausländischen (Abg. Mag. Rossmann: Sagen Sie die Wahrheit!) – Nein, Sie sagen auch nicht die Wahrheit. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.
Ich möchte Ihnen ehrlich sagen: Als österreichisches Volk, als österreichischer Steuerzahler und als österreichische Steuerzahlerin ist es mir lieber, die Frau Bundesministerin schließt Abkommen mit der Schweiz, mit Liechtenstein. Es ist mir lieber, die Frau Bundesministerin kassiert in Österreich für ausländische Konten. Das ist mir lieber. (Abg. Mag. Rossmann: Und schützt die Steuerhinterzieher damit!) Wir geben Auskünfte an die ausländischen (Abg. Mag. Rossmann: Sagen Sie die Wahrheit!) – Nein, Sie sagen auch nicht die Wahrheit. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.)
Abg. Mag. Rossmann: Das ist ja geradezu eine Einladung zur Steuerhinterziehung!
Wir geben Auskünfte an Länder, wenn Anfragen da sind, wenn irgendwelche Ermittlungen vorliegen, wo verdächtige Steuerhinterzieher sind. (Abg. Mag. Rossmann: Das ist ja geradezu eine Einladung zur Steuerhinterziehung!) Da werden sehr wohl Auskünfte gegeben, Herr Kollege Rossmann. Sagen Sie doch die Wahrheit! Und sagen Sie den Menschen auch, dass von diesen ausländischen Steuergeldern oder Geldern, die hier angelegt sind, die Frau Bundesministerin und der österreichische Staat sehr wohl Zinsen einnehmen und diese auch an die anderen Länder weitergeben.
Beifall bei der ÖVP.
Ist es nicht besser, wenn wir Vereinbarungen haben, wo wir auch Geld für unser Budget bekommen, wo wir auch Gelder beziehen, als wenn wir nur Daten abliefern? Das ist besser und das sollten Sie auch den Menschen hier in diesem Lande einmal sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Danke, Frau Bundesministerin, für Ihre Leistungen! (Beifall bei der ÖVP.)
Bundesministerin Dr. Fekter – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Bucher –: Wie ist das mit dem Stronach und der Schweiz?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner gelangt Herr Abgeordneter Bucher zu Wort. 7 Minuten Redezeit. – Bitte. (Bundesministerin Dr. Fekter – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Bucher –: Wie ist das mit dem Stronach und der Schweiz?)
Staatssekretär Dr. Lopatka: Na geh!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Das müssen Sie beantworten, Frau Finanzministerin; das ist ja Ihr Job. (Staatssekretär Dr. Lopatka: Na geh!) Oder fragen Sie mich jetzt ernsthaft, wie das mit der Schweiz und dem Herrn Stronach ist? Ist es meine Aufgabe, das zu beantworten – oder Ihre als Bundesfinanzministerin?
Rufe: Das glaube ich nicht!
Außerdem: Was Stronach macht, ist mir völlig egal. (Rufe: Das glaube ich nicht!) Das berührt mich nicht. Das sollte Sie berühren, aber mich berührt das nicht. (Bundesministerin Dr. Fekter: Schweigen beim BZÖ!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Schweigen beim BZÖ!
Außerdem: Was Stronach macht, ist mir völlig egal. (Rufe: Das glaube ich nicht!) Das berührt mich nicht. Das sollte Sie berühren, aber mich berührt das nicht. (Bundesministerin Dr. Fekter: Schweigen beim BZÖ!)
Beifall beim BZÖ.
Für die Frau Tamandl gibt es eine kurze Antwort, weil sie mich ja immer so verbissen kritisiert. Ich sage Ihnen jetzt in charmanter Art und Weise: Also so gut kann die österreichische Politik nicht sein, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt 400 000 Österreicherinnen und Österreicher keinen Job haben, wahrscheinlich zu Hause sitzen, weil sie nicht gebraucht werden, sich vor den Fernsehgeräten diese Diskussion anhören und sich wundern über dieses tolle Land und die tolle Politik, die hier gemacht wird auf Ebene der Bundesregierung, und sie trotzdem keinen Job finden. Also überlegen Sie es sich sehr gut vom Wording her, was Sie diesen Menschen antworten, wenn sie Sie auf der Straße ansprechen und sagen: So eine tolle Politik in Österreich, das ist unglaublich, aber ich suche jetzt schon seit Monaten, seit Jahren einen Job und bekomme keinen; und wenn ich einen bekomme, dann bekomme ich nicht das Geld dafür, für das ich tatsächlich arbeite und eine Leistung erbringe. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Es gibt überall Minderheiten!
Es gibt mittlerweile viele, auch innerhalb der Union, die das im Bundestag in Berlin auch offen zur Sprache gebracht haben. Da schätze ich den Herrn Klaus-Peter Willsch von der CDU sehr, den ich besonders gut kenne, der genau die gleichen Ansichten vertritt wie wir. Es ist interessant, dass ein Kollege der ÖVP-Fraktion sich traut, dieselben politischen Ansichten zu vertreten wie wir vom BZÖ. Dort wird das toleriert. Hier im Hohen Haus hingegen, wenn wir unsere Bedenken zur Sprache bringen und hier deponieren, dann wird das immer als Panikmache abgetan. Aber er formuliert das so kantig, er sagt nämlich, dass es ein absurdes Theater ist, was da auf europäischer Ebene stattfindet, und es führt zu einem Rettungspaket 2 für Zypern. Er vertritt die gleiche Ansicht wie ich (Abg. Dr. Stummvoll: Es gibt überall Minderheiten!), nämlich dass dieses Kaputtsparen Zyperns dazu führt, dass dieses Land noch schneller in die Staatspleite rutscht, als es von selber dort angekommen wäre.
Beifall beim BZÖ.
Es wird jetzt noch schneller gehen. Zypern wird noch schneller pleite sein. Denn zuerst hat es geheißen, Zypern muss 5 Milliarden € aufbringen, dann 10 Milliarden €, jetzt sind es mittlerweile 13 Milliarden €, die Zypern selbst zu stemmen hat. Wie wird Zypern das stemmen? Das ist ein Beispiel der Verhandlungen auf europäischer Ebene: Beamtengehälter werden gekürzt, die Renten werden gekürzt, die Lohnsteuer wird erhöht, 14 Prozent mehr Steuern. Dort wird das Gold verkauft. Es werden Staatsbetriebe, Energiekonzerne an europäische Konzerne verschleudert. Innerhalb kürzester Zeit wird Geld gemacht auf Kosten Zyperns. Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist Kolonialismus. Das ist Ausbeutung eines Staates innerhalb der Eurozone und nichts anderes. Zypern ist nicht überlebensfähig. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dann werden auch noch die Steuern für die Menschen, die überhaupt nichts dafür können, erhöht. Die Mehrwertsteuer wird gleich um 2 Prozent erhöht, das heißt, das Leben der Menschen wird teurer. Ja, das ist die Solidarität, von der Sie immer reden. Wir brauchen Solidarität innerhalb Europas. Ich wäre sofort für mehr Solidarität, aber das ist keine Solidarität, das ist Ausbeutertum. Sie hungern Zypern mit dieser Politik aus, und das, was Sie hier betreiben, ist menschenunwürdig. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Da findet man, was die SPÖ gezahlt hat, in der Parlamentskantine!
Dank des ESM hat sich die Situation aber mittlerweile merklich entspannt. Die heftigen Spekulationsattacken haben aufgehört, und wenn Sie in die Parlamentskantine gehen, dann können Sie Ihren Kaffee dort immer noch in Euro bezahlen. (Abg. Grosz: Da findet man, was die SPÖ gezahlt hat, in der Parlamentskantine!) Spanien und Italien können sich zu tragbaren Konditionen refinanzieren. Irland und Portugal befinden sich ebenfalls auf einem guten Weg. Das, meine Damen und Herren, ist ein großer Erfolg.
Beifall bei der SPÖ.
Wichtig ist jetzt, dass wir in die Zukunft blicken – das hat heute Klubobmann Cap schon angesprochen –, dass es einen Perspektivenwechsel gibt. Wir haben gehört, dass sich die Spitzen der EU bereits dafür aussprechen, Investitionen zu tätigen und sich von dem rigiden Sparkurs, den wir immer kritisiert haben, abzuwenden, damit die Länder auch wirklich Spielraum bekommen, um ihre Wirtschaft wieder in neue Bahnen zu bringen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: No-Bailout-Klausel!
Das war damals die einhellige Meinung. Das wurde auch in die Verträge geschrieben. Eine sogenannte Bailout-Klausel wurde in die Verträge geschrieben. (Abg. Dr. Matznetter: No-Bailout-Klausel!) Pardon, No-Bailout-Klausel. Sie wissen es ja, Herr Matznetter, aber anscheinend haben Sie es schon wieder vergessen. (Abg. Dr. Matznetter: Das steht weiterhin drinnen!) Das heißt, es muss niemand für den anderen haften.
Abg. Dr. Matznetter: Das steht weiterhin drinnen!
Das war damals die einhellige Meinung. Das wurde auch in die Verträge geschrieben. Eine sogenannte Bailout-Klausel wurde in die Verträge geschrieben. (Abg. Dr. Matznetter: No-Bailout-Klausel!) Pardon, No-Bailout-Klausel. Sie wissen es ja, Herr Matznetter, aber anscheinend haben Sie es schon wieder vergessen. (Abg. Dr. Matznetter: Das steht weiterhin drinnen!) Das heißt, es muss niemand für den anderen haften.
Beifall beim Team Stronach.
Wenn Sie nach Ihrer Lesart vorgehen und sagen, Sie helfen einfach jedem, der in Schwierigkeiten ist, warum helfen Sie dann nicht den Zehntausenden in Österreich, die jedes Jahr in Privatkonkurs gehen? Warum machen Sie das nicht? Ich kann es Ihnen sagen: Weil Sie dort die Eigenverantwortung leben! Dort sagen Sie, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist. Wenn es aber um Staaten geht, dann gibt es diese Eigenverantwortung nach ÖVP-Lesart plötzlich nicht mehr. Genau das ist der Punkt! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Deshalb steht fest: Der Euro ist gescheitert, wir müssen uns das eingestehen. Jetzt geht es um Schadensbegrenzung, und Schadensbegrenzung ist sicherlich nicht, dass wir weiter einfach Geld in ein Fass ohne Boden werfen und Sie einfach alles retten, was sich auf der Bühne bewegt, ohne über die Folgen nachzudenken. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Deshalb sage ich noch einmal: Zypern muss nicht gerettet werden, Zypern soll nicht gerettet werden, Zypern wird jetzt leider gerettet, aber das wird ohnehin nicht von Dauer sein, und dann werden wir in wenigen Wochen oder Monaten das gleiche Thema wieder besprechen, so wie wir das damals bei Griechenland schon gemacht haben, und dann wird hoffentlich ein bisschen Vernunft in diesem Hohen Haus eingekehrt sein. – Vielen Dank! (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. List: Wo ist denn die ÖVP? Es ist ja alles schwarz hier!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Frau Finanzminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn ich so in diesen halbleeren Plenarsaal blicke, erlaube ich mir, Herr Präsident, die Anregung an die Parlamentspräsidiale, ob man die Mitwirkung des Parlaments im ESM-Gesetz, das wir gemeinsam beschlossen haben, wirklich so auslegen muss, dass man zwei Tage vor dem Gouverneursrat eine Sondersitzung macht und einen Tag danach das gleiche Thema noch einmal abhandelt. (Abg. List: Wo ist denn die ÖVP? Es ist ja alles schwarz hier!) Das ist eine Anregung an die Parlamentspräsidiale, denn man kann das
Abg. Ing. Westenthaler: Die Sondersitzung war doch von euch!
Gesetz so oder so auslegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Sondersitzung war doch von euch!)
Abg. Grosz: Wer hat da gegen den Wähler agiert? Der Wähler unterstützt das aber nicht!
Das heißt, meine Damen und Herren, der Misstrauensantrag müsste ja gegen die Parlamentsmehrheit eingebracht werden, und die Parlamentsmehrheit hat aber der Wähler so bestimmt. Eigentlich ist das also ein Misstrauensantrag gegen den Wähler, weil der Wähler in der Wahl die Stimmen so verteilt hat, dass hier zwei Parteien die Mehrheit haben, und diese Mehrheit hat immer alle Gesetzesinitiativen der Frau Finanzminister akzeptiert. (Abg. Grosz: Wer hat da gegen den Wähler agiert? Der Wähler unterstützt das aber nicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Offensivstrategien in den Bereichen Bildung, Infrastruktur, Wachstum, Energieeffizienz: Wir haben genau das gemacht, was jetzt die große Erkenntnis der EU-Spitzen ist! Wir haben nie gesagt, wir sparen nur, wir haben immer gesagt, wir brauchen diese Dreifachstrategie: einerseits Budgetkonsolidierung im Sinne der Stabilität, aber natürlich auch strukturelle Reformen und natürlich auch Impulse für Wachstum und Beschäftigung! Wir waren eigentlich die Vorreiter für das, was jetzt Barroso & Co wollen und was auch Eric Frey heute im „Standard“ schreibt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
All das, meine Damen und Herren, haben wir aufgrund von Vorschlägen, die diese Finanzministerin ins Parlament gebracht hat, gemacht: das umfangreiche Stabilitätspaket eins, das Stabilitätspaket zwei, meine Damen und Herren. Für mich ist also die Frau Finanzminister wirklich der Garant dafür, dass wir die richtige Finanz- und Wirtschaftspolitik machen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Rossmann: Das haben wir doch vorher schon gehört!
Besonderer Dank gebührt der Frau Finanzminister zu einem Detailpunkt des Zypern-Pakets, der vielleicht ein bisschen untergegangen ist. Die Frau Finanzminister hat im Zypern-Paket die Aufnahme eines Trust-Registers durchgesetzt. (Abg. Mag. Rossmann: Das haben wir doch vorher schon gehört!)
Abg. Mag. Rossmann: Wir haben ja nie gesagt, dass das das Allheilmittel ist!
heil. Wenn man den Kampf gegen Geldwäsche, gegen Drogengelder, gegen Schwarzgeld wirklich ernst nimmt, dann muss man zuerst all die anonymen Strukturen aufbrechen, denn dort gibt es keine Daten. Ich habe ja keine Daten, ich weiß nicht, wem das gehört, ich weiß nicht, wie viel da drinnen liegt. (Abg. Mag. Rossmann: Wir haben ja nie gesagt, dass das das Allheilmittel ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt da „scheinheilig“?!
Daher ist jetzt der Slogan der Frau Finanzminister, was für eine kleine Insel – Zypern – gilt, nämlich das Trust-Register, muss auch für eine große Insel gelten, vollkommen richtig. Es ist ja absurd, dass es ein EU-Mitglied gibt – United Kingdom (Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt da „scheinheilig“?!)
Abg. Grosz: Der erste Ordnungsruf in der Geschichte des Herrn Stummvoll!
Scheinheilig habe ich in Richtung dessen gesagt, was wir auch von der EU-Spitze hören, bitte. (Abg. Grosz: Der erste Ordnungsruf in der Geschichte des Herrn Stummvoll!)
Abg. Mag. Rossmann: Woher wissen Sie das?
Daher ist es wirklich ein großes Verdienst dieser Finanzministerin, gegen die Sie einen Misstrauensantrag einbringen, dass sie durchgesetzt hat, dass erstmals in der Europäischen Union diese ganzen anonymen Strukturen aufgebrochen werden. Na glauben Sie wirklich, dass die großen Steuerhinterzieher, die Drogenbosse ihre Gelder auf Sparkonten liegen haben? (Abg. Mag. Rossmann: Woher wissen Sie das?) Das ist ja völlig absurd, bitte. Wenn man das ernst nimmt, dann muss man neben den Trusts auch das in Angriff nehmen, was wir bereits 2003 beschlossen haben: Datenaustausch dann, wenn die Schweiz, Liechtenstein, Monaco, Andorra und wie sie alle heißen, mitmachen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos.
Daher ist es wirklich ein großes Verdienst dieser Finanzministerin, gegen die Sie einen Misstrauensantrag einbringen, dass sie durchgesetzt hat, dass erstmals in der Europäischen Union diese ganzen anonymen Strukturen aufgebrochen werden. Na glauben Sie wirklich, dass die großen Steuerhinterzieher, die Drogenbosse ihre Gelder auf Sparkonten liegen haben? (Abg. Mag. Rossmann: Woher wissen Sie das?) Das ist ja völlig absurd, bitte. Wenn man das ernst nimmt, dann muss man neben den Trusts auch das in Angriff nehmen, was wir bereits 2003 beschlossen haben: Datenaustausch dann, wenn die Schweiz, Liechtenstein, Monaco, Andorra und wie sie alle heißen, mitmachen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher, Frau Finanzminister, Dank für Ihre bisherige Arbeit und volle Unterstützung auch in Zukunft. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das will ich ja vorher wissen! Ich muss ja vorher die Information haben! – Abg. Tamandl: Das haben Sie falsch verstanden!
Abgeordneter Bernhard Themessl (FPÖ): Herr Präsident! Frau Finanzministerin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Zum Ersten, Herr Kollege Stummvoll: Dass wir heute, innerhalb von zwei Tagen das gleiche Thema noch einmal diskutieren, liegt nicht an der Opposition, sondern an den Regierungsparteien. Die Sondersitzung am Montag wurde von den Regierungsparteien einberufen und nicht von der Opposition. (Abg. Dr. Stummvoll: Das will ich ja vorher wissen! Ich muss ja vorher die Information haben! – Abg. Tamandl: Das haben Sie falsch verstanden!) Deswegen wird natürlich die Aufmerksamkeit der Abgeordneten nicht mehr so groß sein, wie sie vielleicht am Montag war. Das zum Ersten.
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Muttonen: In der EU!
Und wissen Sie – der Kollege Hübner hat das am Montag angesprochen –, alle diese fünf Länder haben eines gemeinsam: Sie haben den Erfolgs-Euro als Währung! Jetzt sage ich Ihnen das Gegenteil. Die wirtschaftlich besten fünf Länder in Europa – und Frau Muttonen, wir sind nicht die besten in Europa, weil auch die Schweiz und Norwegen im geographischen Sinne zu Europa gehören. (Abg. Mag. Muttonen: In der EU!)
Beifall bei der FPÖ.
Dann beziehen Sie sich auf die EU, wenn schon, denn schon, wobei die Zahlen auch nicht stimmen. So viel als Geographienachhilfeunterricht. – Die wirtschaftlich besten fünf Länder der letzten zwei Jahre waren Norwegen, die Schweiz, Schweden, Dänemark, Polen. Wissen Sie, was diese fünf Länder gemeinsam haben? – Die haben nicht den Erfolgs-Euro! Jetzt frage ich Sie: Ist das wirklich ein Erfolgs-Euro, wenn fünf Länder die Hilfe aller brauchen?! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Krainer: Arbeitsplätze aber auch!
Minister Hundstorfer hat ja zugegeben, dass die Arbeitslosenzahlen in Österreich auch in diesem Jahr noch steigen werden, trotz vorsichtig geschätzten Wirtschaftswachstums von vielleicht 1 Prozent, sofern es denn eintrifft. (Abg. Krainer: Arbeitsplätze aber auch!) – Da wissen Sie schon, welche Arbeitsplätze: Geringfügig Beschäftigte, Teilzeitbeschäftigte! Die Leute brauchen heute zwei und drei Jobs, um überhaupt über die Runden zu kommen. Wachen Sie doch endlich auf! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.) Sie sind ja vollkommen auf dem Holzweg! Ich weiß nicht, wo Sie leben.
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Minister Hundstorfer hat ja zugegeben, dass die Arbeitslosenzahlen in Österreich auch in diesem Jahr noch steigen werden, trotz vorsichtig geschätzten Wirtschaftswachstums von vielleicht 1 Prozent, sofern es denn eintrifft. (Abg. Krainer: Arbeitsplätze aber auch!) – Da wissen Sie schon, welche Arbeitsplätze: Geringfügig Beschäftigte, Teilzeitbeschäftigte! Die Leute brauchen heute zwei und drei Jobs, um überhaupt über die Runden zu kommen. Wachen Sie doch endlich auf! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.) Sie sind ja vollkommen auf dem Holzweg! Ich weiß nicht, wo Sie leben.
Abg. Mag. Rossmann: Schwarz-Blau hat dafür gesorgt, dass es ansteigt! Das ist die Wahrheit!
Noch etwas: Morgen wird hier im Hohen Haus der Sozialbericht behandelt, und in diesem Sozialbericht wird unter anderem auch über die Armutsgefährdung in Österreich gesprochen. In Österreich sind es in der Zwischenzeit über 1 Million Menschen, die von der Armut betroffen sind. Wissen Sie, wie viel das vor der Euro-Einführung waren? – Vor der Einführung waren es 400 000, also ein Drittel. (Abg. Mag. Rossmann: Schwarz-Blau hat dafür gesorgt, dass es ansteigt! Das ist die Wahrheit!) – So viel zum „Erfolgs-Euro“! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Noch etwas: Morgen wird hier im Hohen Haus der Sozialbericht behandelt, und in diesem Sozialbericht wird unter anderem auch über die Armutsgefährdung in Österreich gesprochen. In Österreich sind es in der Zwischenzeit über 1 Million Menschen, die von der Armut betroffen sind. Wissen Sie, wie viel das vor der Euro-Einführung waren? – Vor der Einführung waren es 400 000, also ein Drittel. (Abg. Mag. Rossmann: Schwarz-Blau hat dafür gesorgt, dass es ansteigt! Das ist die Wahrheit!) – So viel zum „Erfolgs-Euro“! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Hören sie doch endlich auf und geben Sie doch endlich zu, dass der Euro, die Euro-Zone und auch die EU in dieser Form, wie sie jetzt betrieben wird, absolut gescheitert sind! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Ing. Mag. Hubert Kuzdas (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! – Kollege Stummvoll ist jetzt nicht da. Ich kann mich an Aussagen von unserem Koalitionspartner erinnern, damals vor dem sogenannten Loipersdorf-Paket: Wir wollen das budgetausgabenseitig sanieren! – Ich bin froh, dass wir es nicht nur ausgabenseitig saniert haben, dass wir jetzt diese Balance habe, und es freut mich, dass der Kollege Stummvoll das auch lobend erwähnt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abschließend, meine Damen und Herren: Es war notwendig und richtig, Zypern zu helfen und zu retten. Für die Zukunft der Eurozone wird es entscheidend sein, wie schnell es uns gelingt, auf den Wachstumspfad zurückzukehren, die Zinslast zu erleichtern und die Ungleichgewichte in der Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Mitgliedsländer auszugleichen. Die Folgen – sollte uns das nicht gelingen – kann sich jeder selbst ausmalen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mayerhofer: Was heißt das?
Aber der Rest Europas steht dagegen, und das müssen Sie einmal zur Kenntnis nehmen. Sie stehen in dieser Frage einfach isoliert da. Das ist die Wahrheit! Kommissar Semeta schreibt heute in einer Aussendung, dass es vermutlich nicht mehr lange dauern wird, bis Österreich auch auf den Pfad der Tugend einschwenken wird. Ich glaube, es wird bald so weit sein. (Abg. Mayerhofer: Was heißt das?)
Beifall bei den Grünen.
Wenn wir heute immer noch kein Bankeninsolvenzrecht haben, viereinhalb Jahre nach der Pleite von Lehman, so ist das in Wirklichkeit ein Skandal! Die Bankenkrise wird ja weitere Folgen haben, wir werden demnächst vermutlich hier stehen und ein weiteres Land zur Behandlung haben, nämlich Slowenien. Und wieder wird der Auslöser die unbewältigte Bankenkrise sein. Das heißt, an dieser Frage muss dringend rasch und schnell gearbeitet werden, wenn Europa diese Eurokrise überwinden soll. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.
Welche Bedingungen sind das? – Das sind Ausgabenkürzungen (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) – Hören Sie jetzt zu, Sie haben sich dazu ja gar nicht geäußert, da fängt es einmal an! Sie haben etwas verlesen, aber an den wirklichen Problemen sind Sie vorbeigegangen, Frau Finanzministerin. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Welche Bedingungen sind das? – Das sind Ausgabenkürzungen (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) – Hören Sie jetzt zu, Sie haben sich dazu ja gar nicht geäußert, da fängt es einmal an! Sie haben etwas verlesen, aber an den wirklichen Problemen sind Sie vorbeigegangen, Frau Finanzministerin. (Beifall bei den Grünen.)
in Richtung der den Plenarsaal verlassenden Bundesministerin Dr. Fekter
Jetzt geht die Frau Finanzministerin (in Richtung der den Plenarsaal verlassenden Bundesministerin Dr. Fekter), das hört sie vielleicht nicht gerne. Im Falle Griechenlands hat es das auch gegeben, aber da hat sich die ILO in einem Gutachten sehr heftig dagegen ausgesprochen. Ich hoffe, das tut sie auch im Falle Zyperns.
Beifall bei den Grünen.
Das würde aber bedeuten: Weg von diesem harschen Konsolidierungskurs um jeden Preis! Mehr Zeit für die Konsolidierung, insbesondere in den Staaten des Südens! Aber auch expansive Impulse in der Fiskalpolitik jener Staaten in Europa, die sich das leisten können! Deutschland beispielsweise schreibt ja schon Budgetüberschüsse. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Es war durchaus interessant, die Klubobleute zu hören. Das ist der Vorteil, wenn wir zweimal über dasselbe Thema sprechen. Am interessantesten war Strache. Er lehnt die gesamte Zypernhilfe ab, um dann die österreichische Beteiligung an den internationalen Konzern-Steuertricksereien zu Recht zu geißeln. Das Gruppenbesteuerungsprivileg ist ein wesentliches Instrument für internationale Konzerne, um immer weniger Steuern zu zahlen. Auf unseren empörten Zwischenruf, dass es ja genau eine Koalition zwischen ÖVP und FPÖ war, die das beschlossen hat, hat es ihm fast die Schamesröte ins Gesicht getrieben. Das ist ein guter Anfang, meine Damen und Herren, nämlich zu begreifen, dass man mit einer Politik für Steuererosion und Steuerhinterziehung nicht punkten kann bei den Wählerinnen und Wählern! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stefan: Über die Enteignung!
Man hat das am Montag bei der Zypern-Debatte gesehen. Da haben Sie sich aufgeregt darüber, dass die Oligarchen, das sind die mit über 100 000 € am Konto, da mitzahlen sollen. (Abg. Mag. Stefan: Über die Enteignung!) Darüber hat er sich beschwert, Ihr Klubobmann! Beschwert hat er sich darüber der Schutzpatron russischer Schwarzgeld-Oligarchen. (Abg. Mag. Stefan: Bei Ihnen ist man also ab 100 000 € Oligarch! Interessant!) Insofern ist die Schamesröte Straches ein gutes Zeichen und eine Chance, dass Sie Ihre Position überdenken.
Abg. Mag. Stefan: Bei Ihnen ist man also ab 100 000 € Oligarch! Interessant!
Man hat das am Montag bei der Zypern-Debatte gesehen. Da haben Sie sich aufgeregt darüber, dass die Oligarchen, das sind die mit über 100 000 € am Konto, da mitzahlen sollen. (Abg. Mag. Stefan: Über die Enteignung!) Darüber hat er sich beschwert, Ihr Klubobmann! Beschwert hat er sich darüber der Schutzpatron russischer Schwarzgeld-Oligarchen. (Abg. Mag. Stefan: Bei Ihnen ist man also ab 100 000 € Oligarch! Interessant!) Insofern ist die Schamesröte Straches ein gutes Zeichen und eine Chance, dass Sie Ihre Position überdenken.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Das ist eine vernünftige Position von Bundeskanzler und Vizekanzler! Wenn Sie die auch vertreten, dann können wir mit Verve die Offenlegung, die Trockenlegung der Kanalinsel verlangen und all die Dinge tun, wo Sie völlig recht haben, Frau Bundesministerin. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Krainer: Das ist kein Vorwurf, sondern eine Tatsachenfeststellung! – Gegenrufe bei der FPÖ.
Sie haben das, wie ich nachlesen konnte, in der Vergangenheit immer wieder behauptet. Sie haben auch immer wieder einen Ordnungsruf dafür bekommen. (Abg. Krainer: Das ist kein Vorwurf, sondern eine Tatsachenfeststellung! – Gegenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Ich habe nichts gegen das Bankgeheimnis gesagt!
Man sollte das also nicht tun, und es ist auch völliger Unfug, eine ganze Fraktion als Schutzpatron der Steuerhinterzieher hinzustellen. Das stimmt doch nicht! Es gibt doch zig andere Gründe, warum man in Österreich für das Bankgeheimnis eintritt. (Abg. Dr. Matznetter: Ich habe nichts gegen das Bankgeheimnis gesagt!) Ja, und warum man auch zum Teil gegen diese Abkommen sein kann.
Beifall beim BZÖ.
Daher: Seien Sie mutig! Seien Sie endlich mutig wie auch beim Bankgeheimnis! Drücken Sie sich nicht vor der Wahrheit! Hauen Sie dort auf den Tisch, wenn es darum geht, österreichische Steuergelder zu verteidigen, die dort immer weiter hineingebuttert werden, denn das führt zu nichts. Wir werden hier noch weiter beschäftigt werden mit den nächsten Hilfspaketen, und das wird eine „never ending story“, an deren Ende ein Auseinanderbrechen dieser Währungsunion stehen wird. Das sage nicht nur ich als Abgeordneter einer Oppositionspartei, sondern das sagen Ihnen alle Experten. Das wird das Ergebnis sein, und wir werden dann zwar recht gehabt haben, aber wir werden nicht stolz darauf sein, sondern wir werden Ihnen vorhalten, dass Sie die aktuellen Entwicklungen einfach nicht erkannt haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Da werden die Bürger abgezockt – jeder brave Steuerzahler und auch Frank Stronach, der fast 50 Prozent an Steuern von den Sachen bezahlt, die er in Österreich erwirtschaftet hat, diese Leute werden abgezockt –, und die Raiffeisenbank kann sich durchschwindeln mithilfe dieser Bundesregierung und mithilfe der ÖVP, diesem Bankensektor. Meine Damen und Herren, das gehört abgeschafft! Mehr Fairness, mehr Ehrlichkeit, das wäre der richtige Weg. Frau Minister, wir können Ihnen sagen, wie es geht. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Hohes Haus! Herr Dr. Matznetter, ich glaube, Sie sollten etwas vorsichtiger sein, wenn Sie von Steuerhinterziehern sprechen. Soweit ich weiß, hat es einen ehemaligen Finanzminister erwischt, der Steuern hinterzogen hat, und dieser war ein SPÖ-Finanzminister. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sind gerne Schutzpatron der Österreicher und Österreicherinnen, wenn es um das Bankgeheimnis geht. Das Bankgeheimnis muss für Österreich bleiben! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Immer, wenn es Anliegen der Freiwilligen Feuerwehren gegeben hat, neue Geräte anzuschaffen, Spritzenwagen und was immer man da braucht, hat man versucht, abzuwimmeln, und es hat kein Geld gegeben. Wir schicken indirekt 300 Millionen € nach Zypern – Geld, das sicher verloren ist! Mit diesen 300 Millionen könnten viele, viele Wünsche der Feuerwehren und sonstige im österreichischen Bereich befindliche Wünsche erfüllt werden. Mir ist es, meine Damen und Herren, viel, viel lieber, die Feuerwehren bekommen ein bisschen mehr, als wir verlieren das Geld in Zypern. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das heißt, sie müssen für diese Schulden selbst geradestehen und nicht durch andere Staaten Unterstützung bekommen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Noch viel schlimmer ist ein Artikel, der von Boston Consulting herausgegeben wurde: 23. April, prophezeit wird „Massenenteignung der Europäer“. Ich zitiere wieder: „Gründe dafür sind die finanzielle Situation des Bankensektors und die hohe Staatsverschuldung in der Eurozone. Neben einer allgemeinen Zwangsabgabe für Anleger und Sparer sollen die Bürger über massive Steuern auf Vermögen und Erbschaften zur Kasse gebeten werden. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Damit möchte man einen Schuldenschnitt zu Gunsten der maroden Eurozonen-Mitglieder von Zypern bis Frankreich finanzieren.“
Beifall bei der FPÖ.
Nein, meine Damen und Herren, diese EU-Politik wollen wir Freiheitlichen nicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Krainer: Die Tiefe? Wie tief ist denn der Afritzer See?
Abgeordneter Maximilian Linder (FPÖ): Herr Präsident! Frau Minister! Herr Staatssekretär! Wir haben es auch heute wieder gehört, so wie am Montag: Zypern-Hilfe ist notwendig, wir dürfen die Banken nicht pleitegehen lassen. Der Vergleich zu Lehman Brothers wurde gezogen. Die Arbeitsplätze, das Wirtschaftswachstum in Österreich, all diese Dinge: wenn man ein bisschen in die Tiefe geht, erkennt man, dass da wirklich verzweifelt Argumente gesucht werden, warum wir ... (Abg. Krainer: Die Tiefe? Wie tief ist denn der Afritzer See?) – Herr Kollege, den kennen Sie nicht, die Tiefe. (Abg. Krainer: Warum soll ich den Afritzer See nicht kennen?) – Die Tiefe kennen Sie nicht. (Abg. Krainer: ... war ich noch nicht!)
Abg. Krainer: Warum soll ich den Afritzer See nicht kennen?
Abgeordneter Maximilian Linder (FPÖ): Herr Präsident! Frau Minister! Herr Staatssekretär! Wir haben es auch heute wieder gehört, so wie am Montag: Zypern-Hilfe ist notwendig, wir dürfen die Banken nicht pleitegehen lassen. Der Vergleich zu Lehman Brothers wurde gezogen. Die Arbeitsplätze, das Wirtschaftswachstum in Österreich, all diese Dinge: wenn man ein bisschen in die Tiefe geht, erkennt man, dass da wirklich verzweifelt Argumente gesucht werden, warum wir ... (Abg. Krainer: Die Tiefe? Wie tief ist denn der Afritzer See?) – Herr Kollege, den kennen Sie nicht, die Tiefe. (Abg. Krainer: Warum soll ich den Afritzer See nicht kennen?) – Die Tiefe kennen Sie nicht. (Abg. Krainer: ... war ich noch nicht!)
Abg. Krainer: ... war ich noch nicht!
Abgeordneter Maximilian Linder (FPÖ): Herr Präsident! Frau Minister! Herr Staatssekretär! Wir haben es auch heute wieder gehört, so wie am Montag: Zypern-Hilfe ist notwendig, wir dürfen die Banken nicht pleitegehen lassen. Der Vergleich zu Lehman Brothers wurde gezogen. Die Arbeitsplätze, das Wirtschaftswachstum in Österreich, all diese Dinge: wenn man ein bisschen in die Tiefe geht, erkennt man, dass da wirklich verzweifelt Argumente gesucht werden, warum wir ... (Abg. Krainer: Die Tiefe? Wie tief ist denn der Afritzer See?) – Herr Kollege, den kennen Sie nicht, die Tiefe. (Abg. Krainer: Warum soll ich den Afritzer See nicht kennen?) – Die Tiefe kennen Sie nicht. (Abg. Krainer: ... war ich noch nicht!)
Beifall bei der FPÖ.
Genau das ist das Problem! Bei uns wird verzweifelt versucht, die Bürger zu belasten, den letzten Euro aus dem Sack herauszuholen, und ist man froh darüber, dass man den anderen Pleitestaaten helfen kann. Und man schaut zu, wie sie die Zügel gleiten lassen, wie sie eigentlich auf unsere Kosten leben und locker dahinleben. (Beifall bei der FPÖ.) Allein diese Aussage letztens vom Kollegen Stummvoll – dass Sie sagen: auch uns macht es nicht glücklich, jedes Mal helfen zu müssen – zeigt, dass selbst die Regierung langsam zu zweifeln beginnt, ob dieser Rettungsschirm wirklich das Allheilmittel war. (Abg. Kopf: Das ist aber eine eigenwillige Interpretation! – Abg. Dr. Stummvoll: Das hast du missverstanden!)
Abg. Kopf: Das ist aber eine eigenwillige Interpretation! – Abg. Dr. Stummvoll: Das hast du missverstanden!
Genau das ist das Problem! Bei uns wird verzweifelt versucht, die Bürger zu belasten, den letzten Euro aus dem Sack herauszuholen, und ist man froh darüber, dass man den anderen Pleitestaaten helfen kann. Und man schaut zu, wie sie die Zügel gleiten lassen, wie sie eigentlich auf unsere Kosten leben und locker dahinleben. (Beifall bei der FPÖ.) Allein diese Aussage letztens vom Kollegen Stummvoll – dass Sie sagen: auch uns macht es nicht glücklich, jedes Mal helfen zu müssen – zeigt, dass selbst die Regierung langsam zu zweifeln beginnt, ob dieser Rettungsschirm wirklich das Allheilmittel war. (Abg. Kopf: Das ist aber eine eigenwillige Interpretation! – Abg. Dr. Stummvoll: Das hast du missverstanden!)
Abg. Hörl: Wir schauen nicht zu!
Wenn man dann hört, Frau Finanzminister, dass der zweite Rettungsschirm schon beschlossen ist, der sogenannte Schatten-Rettungsschirm, der heute mit 60 Milliarden € dotiert ist, um allen Ländern zu helfen, die nicht im Euro-Bereich der Europäischen Union drinnen sind, glaube ich, Frau Finanzminister: Das kann es nicht sein, dass wir mit aller Gewalt diesen Pleitestaaten permanent helfen, umgekehrt aber der EU-Haushalt in Österreich die Förderungen kürzt, dass die ländlichen Regionen ausgehungert werden, die ländliche Entwicklung hintangestellt wird und in weiterer Folge auch die Landwirtschaftsförderung gekürzt werden muss. Umgekehrt werden unsere Almbauern kriminalisiert, sollen sie 60 Millionen € aufbringen, aber wir schauen zu, wie weitere 50 oder 60 Milliarden (Abg. Hörl: Wir schauen nicht zu!) in einen weiteren Rettungsschirm gesteckt werden.
Beifall bei der FPÖ.
Frau Finanzminister, ich fordere Sie auf: Statt über neue Rettungsschirme nachzudenken oder denen zuzustimmen, denken Sie – so wie in Deutschland – über die zukünftige Alternative Schilling nach! Das würde für uns in Österreich sehr hilfreich sein. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Er ist nicht da! Wo ist Strache?
Wir gelangen schließlich zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Strache, Kolleginnen und Kollegen (Abg. Dr. Matznetter: Er ist nicht da! Wo ist Strache?) betreffend: Direkte Demokratie zulassen! – Österreichs Zukunft liegt im Schilling. (Abg. Krainer: Aber der Kollege Strache ...! – Abg. Dr. Matznetter: Der Antragsteller ist nicht da!)
Abg. Krainer: Aber der Kollege Strache ...! – Abg. Dr. Matznetter: Der Antragsteller ist nicht da!
Wir gelangen schließlich zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Strache, Kolleginnen und Kollegen (Abg. Dr. Matznetter: Er ist nicht da! Wo ist Strache?) betreffend: Direkte Demokratie zulassen! – Österreichs Zukunft liegt im Schilling. (Abg. Krainer: Aber der Kollege Strache ...! – Abg. Dr. Matznetter: Der Antragsteller ist nicht da!)
Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Kopf und Jakob Auer.
Mit diesen drei Punkten ist die Bundesregierung damals, sage ich einmal, die Arbeit angegangen. Man muss sagen, ganz nüchtern betrachtet, wenn man sich die Ergebnisse ansieht: Diese Arbeit war sehr, sehr erfolgreich, vor allem im internationalen Vergleich! (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Kopf und Jakob Auer.)
Beifall bei der SPÖ.
Eines wird uns, glaube ich, auch noch gelingen. Die Situation, die wir in Österreich haben, dass die Steuern und Abgaben auf Arbeit zu hoch und auf Kapital und Vermögen zu niedrig sind, ist ja nicht etwas, was nur auf Österreich zutrifft. Dieses Problem gibt es in einem weiten Teil der Europäischen Union. Wir werden auch hier noch zum Vorbild werden, dass die Steuern auf Arbeit in Österreich, aber auch in der Europäischen Union gesenkt werden müssen und Kapital und Vermögen einen gerechten Beitrag zur Finanzierung der Staaten leisten müssen. Viele Schritte sind wir gegangen; es fehlen noch viele, zum Beispiel eine Erbschafts- und Schenkungssteuer für Millionen-Erbschaften. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Rossmann: haben 24 Millionen gezahlt!
Man kann dazu sagen, das sei zu wenig, das sei zu viel, was immer. Ich halte nur fest: 570 Millionen € in einem Jahr, nämlich im letzten, damit das hier einmal richtiggestellt ist. (Abg. Mag. Rossmann: haben 24 Millionen gezahlt!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Ist auch ein Oberösterreicher!
Natürlich ist die Frage zu stellen, wie es auch in Zukunft gelingt, das geplante Budgetdefizit einzuhalten. Dazu sehe ich mir immer gerne die Redebeiträge der Kollegen der Opposition an. Kollege Gradauer, den ich persönlich sehr schätze in den letzten Jahren (Abg. Dr. Rosenkranz: Ist auch ein Oberösterreicher!), sagte, alles sei nichts, alles sei Makulatur, zurück an den Start. Man müsse doch dieses und jenes richtig darstellen, denn das würde sich nie und nimmer ausgehen.
Abg. Bucher: Warum?
Meine Damen und Herren! Wenn wir uns das Ergebnis des letzten Jahres ansehen, dann wirst du, Kollege Gradauer, auch zugeben müssen, dass sich das Budgetdefizit deutlich besser entwickelt hat, obwohl vermehrte Ausgaben für eine Bankenhilfe bestimmter Banken in Österreich notwendig waren, dass es sich eindeutig besser darstellt. (Abg. Bucher: Warum?)
Abg. Bucher: Warum will man das in Niederösterreich nicht?
hat, dass Österreich eine andere Wirtschaftspolitik hat. Daher blicken viele nach Österreich. Sie blicken aber auch nach Österreich, weil wir hier ein effizientes Haushaltsrecht installieren konnten. Auch das ist unbestritten. (Abg. Bucher: Warum will man das in Niederösterreich nicht?)
Abg. Petzner: Glaubst du das selber, was du da sagst?
Österreich ist nicht nur bei den harten Fakten, sondern auch in vielen anderen Bereichen ein Musterbeispiel, wie man etwas positiv entwickeln kann, die richtige Balance zwischen Sparen und effizienten Ausgaben finden kann. (Abg. Petzner: Glaubst du das selber, was du da sagst?) – Herr Kollege Petzner, gehen Sie in sich und schauen Sie, dass Sie Ihre BZÖ-Organisation in Ordnung bringen, da haben Sie viel Arbeit, denn in den letzten Jahren sind Sie von einem ordentlichen Schwund betroffen! Ihr Defizit ist deutlich größer geworden als jenes des Bundesbudgets. (Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Zwischenruf des Abg. Bucher.
Österreich ist nicht nur bei den harten Fakten, sondern auch in vielen anderen Bereichen ein Musterbeispiel, wie man etwas positiv entwickeln kann, die richtige Balance zwischen Sparen und effizienten Ausgaben finden kann. (Abg. Petzner: Glaubst du das selber, was du da sagst?) – Herr Kollege Petzner, gehen Sie in sich und schauen Sie, dass Sie Ihre BZÖ-Organisation in Ordnung bringen, da haben Sie viel Arbeit, denn in den letzten Jahren sind Sie von einem ordentlichen Schwund betroffen! Ihr Defizit ist deutlich größer geworden als jenes des Bundesbudgets. (Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Abg. Petzner: Wie wäre es dann, die Steuern zu senken?
Meine Damen und Herren! Tatsache ist, dass auch die Konjunktur, obwohl sie etwas schwächer geworden ist, zu den positiven Ergebnissen beigetragen hat. Wenn die Konjunktur zu 50 Prozent auch eine Frage der Stimmung ist, und das wird von Experten behauptet, dann sollten wir versuchen, eine positive Stimmung zu entwickeln, eine optimistische Stimmung für die Wirtschaft, für die dort Beschäftigten, denn wir sind nun einmal auch ein Land, das von der Exportqualität wesentlich abhängig ist. (Abg. Petzner: Wie wäre es dann, die Steuern zu senken?)
Rufe beim BZÖ: Wann war das?
Ich weiß schon, dass der Standort den Standpunkt bestimmt. Ich kenne auch Jahre der Opposition, da wird alles etwas kritischer gesehen. (Rufe beim BZÖ: Wann war das?) – Das ist etwas länger her! (Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) Aber ich kenne auch die Jahre der Opposition. (Abg. Grosz: Das war im vorigen Jahrtausend!) – Kollege Grosz weiß nicht alles, was hier in diesem Haus schon passiert ist, dazu ist er noch zu jung, daher fehlen die Erfahrung und auch das Wissen. Aber das kannst du noch lernen, das steht dir ja völlig frei. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Abg. Grosz: Da klatscht der Methusalem in der ersten Reihe! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Ironische Heiterkeit beim BZÖ.
Ich weiß schon, dass der Standort den Standpunkt bestimmt. Ich kenne auch Jahre der Opposition, da wird alles etwas kritischer gesehen. (Rufe beim BZÖ: Wann war das?) – Das ist etwas länger her! (Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) Aber ich kenne auch die Jahre der Opposition. (Abg. Grosz: Das war im vorigen Jahrtausend!) – Kollege Grosz weiß nicht alles, was hier in diesem Haus schon passiert ist, dazu ist er noch zu jung, daher fehlen die Erfahrung und auch das Wissen. Aber das kannst du noch lernen, das steht dir ja völlig frei. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Abg. Grosz: Da klatscht der Methusalem in der ersten Reihe! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Das war im vorigen Jahrtausend!
Ich weiß schon, dass der Standort den Standpunkt bestimmt. Ich kenne auch Jahre der Opposition, da wird alles etwas kritischer gesehen. (Rufe beim BZÖ: Wann war das?) – Das ist etwas länger her! (Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) Aber ich kenne auch die Jahre der Opposition. (Abg. Grosz: Das war im vorigen Jahrtausend!) – Kollege Grosz weiß nicht alles, was hier in diesem Haus schon passiert ist, dazu ist er noch zu jung, daher fehlen die Erfahrung und auch das Wissen. Aber das kannst du noch lernen, das steht dir ja völlig frei. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Abg. Grosz: Da klatscht der Methusalem in der ersten Reihe! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Abg. Grosz: Da klatscht der Methusalem in der ersten Reihe! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Ich weiß schon, dass der Standort den Standpunkt bestimmt. Ich kenne auch Jahre der Opposition, da wird alles etwas kritischer gesehen. (Rufe beim BZÖ: Wann war das?) – Das ist etwas länger her! (Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) Aber ich kenne auch die Jahre der Opposition. (Abg. Grosz: Das war im vorigen Jahrtausend!) – Kollege Grosz weiß nicht alles, was hier in diesem Haus schon passiert ist, dazu ist er noch zu jung, daher fehlen die Erfahrung und auch das Wissen. Aber das kannst du noch lernen, das steht dir ja völlig frei. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Abg. Grosz: Da klatscht der Methusalem in der ersten Reihe! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Manche sprechen von einer Hyperinflation und anderen Dingen. Tatsache ist, dass die Inflation in Österreich geringer ist, seit wir in der Europäischen Union sind. Tatsache ist auch, dass wir durchaus positiv dastehen. Es ist möglich, dass das eine oder andere noch besser sein könnte, das sei unbestritten, aber es ist Fakt, dass wir ein Land sind, das herzeigbar ist – dank der Wirtschaftskraft der österreichischen Wirtschaft, dank der Kompetenz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und dank einer hervorragend geführten Bundesregierung, die zeitig Maßnahmen gesetzt hat, um die uns andere beneiden. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit des Abg. Jakob Auer.
Erreicht wurden die Zusammenlegung von Bezirksgerichten im Justizbereich und auch Reformen im Pflegebereich. Ich stehe nicht an, das zur Kenntnis zu nehmen. Das ist in Ordnung, es wäre auch schlimm, wenn gar nichts geschehen würde, Herr Kollege Auer. (Heiterkeit des Abg. Jakob Auer.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Zanger.
Da von einem Erfolg zu sprechen, Herr Kollege Auer, das ist doch grotesk! 7 Milliarden € haben wir Verlust gemacht, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Zanger.) Das sind in alter Währung an die 100 Milliarden gute österreichische Schilling. Das ist eine Katastrophe, finde ich, da müsste ein Plus dort stehen und nichts anderes!
Abg. Grosz: Sparen wir den Dörfler ein!
Auf der Strecke bleiben all die großen, wirklich wesentlichen Reformmaßnahmen, die wir immer wieder reklamieren, und so tue ich es auch heute wieder: Reform des Gesundheitswesens – viertteuerstes System in der OECD! –; Bildungsreform – zweithöchste Bildungsausgaben pro Schüler, aber schlechte Bildung, siehe PISA-Ergebnisse –; Kompetenz-Wirrwarr zwischen Bund, Ländern und Gemeinden; nachhaltiges Durchforsten des Fördersystems – da liegen 7 Milliarden € an Reserven –; Struktur im öffentlichen Sektor. Braucht Österreich wirklich zehn Gesetzgeber? Braucht Österreich wirklich den brustschwachen Bundesrat in dieser Form? (Abg. Grosz: Sparen wir den Dörfler ein!) Brauchen wir wirklich 2 500 Gemeinden? Brauchen wir wirklich in jedem Bezirk eine Bezirkshauptmannschaft? Kann man die nicht zusammenlegen?
Abg. Krainer: Wie war denn das 2001?
Wir müssen schauen, dass die Abgabenquote, die jetzt 43 Prozent beträgt und damit mehr als ausgereizt ist, wieder unter 40 Prozent kommt. (Abg. Krainer: Wie war denn das 2001?) Die Österreicher arbeiten fast ein halbes Jahr nur für den Staat. Das muss einem doch etwas sagen! Und die Österreicher zahlen im Vergleich zur Schweiz um 20 Milliarden € pro Jahr mehr Steuern.
Abg. Zanger: „Mollig“ ist süß!
Österreich hat sich in den letzten 30 Jahren übergewichtig entwickelt und ist mollig geworden (Abg. Zanger: „Mollig“ ist süß!), hat zu viel Verwaltungsspeck angesetzt, und es gilt, diesen wieder abzubauen. Aber dazu ist ein Kraftakt notwendig und auch ein Auftrag vom Wähler. Das heißt, Betonierer und Verhinderer, Behinderer sind abzuwählen und alle Energie und alle Mittel sind im Sinne einer erfolgreichen Zukunft für die nachfolgenden Generationen einzusetzen!
Beifall bei der FPÖ.
Es gibt laut Rechnungshof, IHS, WIFO und Konvent Einsparungspotenziale in der Höhe von 10 Milliarden € jährlich. Diese sind zu heben, das wären die großen Schritte! – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Rossmann –: Öffne uns die Augen!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Rossmann. 8 Minuten Redezeit sind wunschgemäß vorgesehen, aber wir haben nur mehr 7 Minuten, da wir dann für den Dringlichen Antrag unterbrechen müssen. – Bitte. (Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Rossmann –: Öffne uns die Augen!)
Abg. Bucher: Natürlich! – Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich habe den Rednern von den Regierungsfraktionen zugehört: Da passt ja fast kein Blatt dazwischen, bei all diesen Lobeshymnen. Einen einzigen Unterschied gibt es, die Erbschaftssteuer ist dem Kollegen Auer – er ist jetzt nicht im Saal – ein Dorn im Auge. Aber vielleicht sollte die ÖVP einmal ein bisschen in sich gehen und sich wieder ihrer Väter erinnern, Raab, Kamitz zum Beispiel, an den berühmten Raab-Kamitz-Kurs. Nicht alle in diesem Hohen Haus werden sich daran erinnern, ich mich schon. (Abg. Bucher: Natürlich! – Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.) Ich habe schon ein wenig davon mitbekommen.
Abg. Dr. Stummvoll: Steuerquote!
Aber was war denn damals eines der konstitutiven Prinzipien des Steuersystems? – Die Besteuerung nach dem Prinzip der Leistungsfähigkeit, und es war damals selbstverständlich, dass man Vermögen besteuert hat. (Abg. Dr. Stummvoll: Steuerquote!) Es war damals selbstverständlich, dass man eine Erbschaftssteuer gehabt hat. Es war selbstverständlich, dass man eine progressive Einkommensteuer gehabt hat. Und davon, Herr Kollege Stummvoll und Herr Kollege Auer, verabschieden Sie sich! Das war einmal gesellschaftspolitischer Konsens in diesem Lande, und heute sind es die verrückten Grünen und die verrückten Sozialdemokraten, die eine Erbschaftssteuer fordern – angesichts alarmierender Daten im Hinblick auf die Verteilung der Vermögen, die wir ja jüngst durch die Oesterreichische Nationalbank serviert bekommen haben oder im europäischen Kontext durch die Europäische Zentralbank.
Zwischenruf des Abg. Krainer.
das ist nicht überall selbstverständlich, und wir haben die niedrigste Arbeitslosenquote. – Ja, das ist schon richtig, wir haben die niedrigste Arbeitslosenquote, aber bitte vergessen Sie nicht dazuzusagen, dass das die höchste Arbeitslosenquote seit 1945 ist, und das ist alarmierend. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Seit 2008 ist die Arbeitslosigkeit in Folge der Banken- und Wirtschaftskrise auch in Österreich dramatisch angestiegen.
Ruf: Unglaublich!
Und jetzt komme ich zum eigentlichen Thema, zum Bundesfinanzrahmen: Wie geht denn dieser Bundesfinanzrahmen beispielsweise mit dem Anstieg der Arbeitslosenquote um? Berücksichtigt er das? Berücksichtigt er das nicht? – Überhaupt nicht, denn wenn man diesen Bundesfinanzrahmen durch irgendetwas charakterisieren möchte, dann könnte man das am besten mit der Formel copy and paste tun, also kopieren und einfügen. Das heißt, für die Jahre 2014 bis 2016 sind die Daten des vorjährigen Finanzrahmens vollständig unverändert übernommen worden. (Ruf: Unglaublich!)
Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.
Zum Pfad der Budgetpolitik selbst noch einmal: Also ich finde, es ist schon ein Armutszeugnis, Frau Finanzministerin, dass Sie sich überhaupt trauen, diesem Haus einen Bundesfinanzrahmen und einen Budgetpfad vorzulegen, der sich durch nichts von dem unterscheidet, was der Budgetpfad des letzten Jahres war. (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich würde dann gerne fortsetzen, wenn wir die Verhandlungen zu diesem Tagesordnungspunkt wieder aufnehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Bundesministerin! Wir vom BZÖ wollen uns heute mit einem Phänomen beschäftigen, das sehr viele Österreicherinnen und Österreicher betrifft. Aber sosehr es sie auch betrifft, so sehr ärgern sich die Bürger und vor allem die Steuerzahler auch darüber, dass wir seit vielen Jahren nicht in der Lage sind, dieses katastrophale und vor allem unfaire Steuersystem so zu ändern und so leistungsfreundlich und fair zu gestalten, wie es sich für einen Wirtschaftsstandort moderner Prägung gehört. (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Frau Bundesministerin! Wenn Sie immer wieder ganz stolz vor die Öffentlichkeit hintreten und meinen, es sei Ihnen gelungen, das Budget einigermaßen zu gestalten, dann sagen Sie leider Gottes nicht immer dazu, warum Ihnen das gelungen ist und welche Fehlentwicklungen wir im Steuersystem haben, die für diese Mehreinnahmen durch Steuern verantwortlich sind. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Krainer: Aber da haben Sie schlecht zugehört!
Diesen Stolz, den Sie da immer entwickeln, und das Lob, das Sie da immer bekommen, auch heute vom Kollegen Krainer – es hat mich sehr gewundert, Kollege Krainer, dass Sie die Frau Bundesministerin dahin gehend gelobt haben, dass sie es geschafft hat, so hohe Steuereinnahmen zu erzielen. – Toll! Großartig! Eine fantastische Leistung der Frau Bundesministerin! (Abg. Krainer: Aber da haben Sie schlecht zugehört!)
Abg. Krainer: Zuhören!
Also das, Frau Finanzministerin, ist ein trügerischer Stolz, dem Sie da erliegen (Abg. Krainer: Zuhören!), denn Sie sind am wenigsten dafür verantwortlich, sondern verantwortlich dafür sind die fleißigen Österreicherinnen und Österreicher, die mit ihrer mühsamen Arbeit diese Steuern erst zustande gebracht haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Also das, Frau Finanzministerin, ist ein trügerischer Stolz, dem Sie da erliegen (Abg. Krainer: Zuhören!), denn Sie sind am wenigsten dafür verantwortlich, sondern verantwortlich dafür sind die fleißigen Österreicherinnen und Österreicher, die mit ihrer mühsamen Arbeit diese Steuern erst zustande gebracht haben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg Grosz – auf die schütter besetzten Reihen von SPÖ und ÖVP weisend –: Mit den Restbeständen von Rot und Schwarz!
Verantwortlich ist eben dieser Systemfehler im österreichischen Steuersystem. Und auf diesen Systemfehler, genannt kalte Progression, möchte ich heute einmal etwas tiefer mit Ihnen gemeinsam hinblicken (Abg Grosz – auf die schütter besetzten Reihen von SPÖ und ÖVP weisend –: Mit den Restbeständen von Rot und Schwarz!), damit auch alle wissen, um welches Unding es sich bei dieser sogenannten kalten Progression handelt, die für die Frau Bundesministerin ein äußerst lukrativer Fehler im Steuersystem – ein sehr lukrativer Fehler! – ist, denn pro Jahr nimmt die Frau Finanzministerin allein durch die kalte Progression 500 Millionen € mehr ein. Dazu braucht sie gar nichts beizutragen. Da braucht sie überhaupt nicht an der Steuerschraube zu drehen, da braucht sie sich überhaupt nicht um das Steuersystem zu kümmern. Das ist Geld, das von alleine sprudelt und bei der Tür hereinkommt.
Abg. Krainer: Verdoppelt hat sich die Lohnsteuer nicht!
Im Vorjahr haben sich die Löhne – nur zur Verdeutlichung – im Durchschnitt um 4,3 Prozent erhöht, alle Lohnklassen zusammen. Die Lohnsteuer hat sich fast verdoppelt (Abg. Krainer: Verdoppelt hat sich die Lohnsteuer nicht!) und natürlich auch doppelt so schnell nach oben entwickelt wie die Löhne. (Abg. Krainer: Aber verdoppelt hat sie sich nicht!)
Abg. Krainer: Aber verdoppelt hat sie sich nicht!
Im Vorjahr haben sich die Löhne – nur zur Verdeutlichung – im Durchschnitt um 4,3 Prozent erhöht, alle Lohnklassen zusammen. Die Lohnsteuer hat sich fast verdoppelt (Abg. Krainer: Verdoppelt hat sich die Lohnsteuer nicht!) und natürlich auch doppelt so schnell nach oben entwickelt wie die Löhne. (Abg. Krainer: Aber verdoppelt hat sie sich nicht!)
Abg. Krainer: Die Sozialversicherung geht nicht!
Das ist das Phänomen, vor dem wir stehen. Und das beruht auf folgendem System: Selbst wenn jemand mehr verdient, das heißt, vom Arbeitgeber mehr Lohn bekommt, so fällt er in die nächsthöhere Steuerklasse hinein. Er zahlt daher mehr Lohnsteuer, also eine höhere Lohnsteuer, eine höhere Sozialversicherung, und am Ende kann es sein, dass er gleich viel herausbekommt oder sogar weniger herausbekommt als vorher. (Abg. Krainer: Die Sozialversicherung geht nicht!) Das ist das Phänomen kalte Progression, wenn man das inflationsbereinigt berechnet. (Abg. Krainer: Wie geht das?)
Abg. Krainer: Wie geht das?
Das ist das Phänomen, vor dem wir stehen. Und das beruht auf folgendem System: Selbst wenn jemand mehr verdient, das heißt, vom Arbeitgeber mehr Lohn bekommt, so fällt er in die nächsthöhere Steuerklasse hinein. Er zahlt daher mehr Lohnsteuer, also eine höhere Lohnsteuer, eine höhere Sozialversicherung, und am Ende kann es sein, dass er gleich viel herausbekommt oder sogar weniger herausbekommt als vorher. (Abg. Krainer: Die Sozialversicherung geht nicht!) Das ist das Phänomen kalte Progression, wenn man das inflationsbereinigt berechnet. (Abg. Krainer: Wie geht das?)
Abg. Dr. Cap: Das ist ein Denkfehler!
Ich bringe dann, zu Ihrer Beruhigung, noch ein paar Beispiele der Arbeiterkammer. Zu Ihrer Beruhigung nenne ich Beispiele der Arbeiterkammer, damit Sie das auch verdeutlicht bekommen. (Abg. Dr. Cap: Das ist ein Denkfehler!)
Abg. Dr. Cap: Noch einmal anfangen!
Also obwohl es zu keiner Erhöhung der Lohnsteuer kommt, kommt es zu einer Mehreinnahme durch die kalte Progression. Und der Grund dafür ist das Steuersystem, das, wenn man die allgemeine Teuerung mitberücksichtigt, dafür verantwortlich ist. (Abg. Dr. Cap: Noch einmal anfangen!) Daher, meine sehr geehrten Damen und Herren, profitiert bei jeder Lohnerhöhung zuerst einmal der Staat, zuerst einmal die Frau Finanzministerin. Sie profitiert bei jeder Lohnerhöhung.
Beifall beim BZÖ.
zahlen höhere Steuern durch die kalte Progression. Und das ist die kalte Familienpolitik der ÖVP! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Krainer: Falscher Text!
Das lässt uns nicht kalt. Diese kalte Progression kann niemanden kaltlassen, der es ernst damit meint, den Familien in unserem Land zu helfen. Daher wollen wir das auch Ihnen klar verdeutlichen. (Abg. Krainer: Falscher Text!) Und da rufe ich jetzt quasi eine Zeitung als Zeugen in den Zeugenstand, den „Kurier“. Es ist schade, dass der Kollege Auer nicht da ist, der ja dem „Kurier“ nicht so sehr fernsteht (Abg. Dr. Cap: Als Leser!) als Raiffeisen-Mitarbeiter oder als Raiffeisen-Obmann (Abg. Hörl: Keine Ahnung da unten!)
Abg. Dr. Cap: Als Leser!
Das lässt uns nicht kalt. Diese kalte Progression kann niemanden kaltlassen, der es ernst damit meint, den Familien in unserem Land zu helfen. Daher wollen wir das auch Ihnen klar verdeutlichen. (Abg. Krainer: Falscher Text!) Und da rufe ich jetzt quasi eine Zeitung als Zeugen in den Zeugenstand, den „Kurier“. Es ist schade, dass der Kollege Auer nicht da ist, der ja dem „Kurier“ nicht so sehr fernsteht (Abg. Dr. Cap: Als Leser!) als Raiffeisen-Mitarbeiter oder als Raiffeisen-Obmann (Abg. Hörl: Keine Ahnung da unten!)
Abg. Hörl: Keine Ahnung da unten!
Das lässt uns nicht kalt. Diese kalte Progression kann niemanden kaltlassen, der es ernst damit meint, den Familien in unserem Land zu helfen. Daher wollen wir das auch Ihnen klar verdeutlichen. (Abg. Krainer: Falscher Text!) Und da rufe ich jetzt quasi eine Zeitung als Zeugen in den Zeugenstand, den „Kurier“. Es ist schade, dass der Kollege Auer nicht da ist, der ja dem „Kurier“ nicht so sehr fernsteht (Abg. Dr. Cap: Als Leser!) als Raiffeisen-Mitarbeiter oder als Raiffeisen-Obmann (Abg. Hörl: Keine Ahnung da unten!)
Abg. Krainer: Wieso? Was ist die Quelle?
Im „Kurier“ ist ein Nettoeinkommensbeweis der letzten Jahre erbracht worden. Das Nettoeinkommen der Österreicher hat sich folgendermaßen entwickelt. – Den „Kurier“ zweifeln wir nicht an. (Abg. Krainer: Wieso? Was ist die Quelle?) Oder zweifeln wir das an? Zweifeln wir das an? – Also ich zweifle das jetzt einmal nicht an, sondern ich lege das als Beweis vor.
Abg. Krainer: 2009? Wieso lesen Sie 2009 nicht vor? – Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Krainer weisend, der in der ersten Reihe neben Abg. Dr. Cap sitzt –: Frau Präsidentin! Haben wir nicht gesagt, Zwischenrufe vom eigenen Patz?! Der setzt sich vor und brüllt herein!
Im Jahr 2010 hat sich die Nettoeinkommensentwicklung so dargestellt, dass sie bei minus 1,1 Prozent zu liegen gekommen ist. Im Jahr 2011 haben die Österreicherinnen und Österreicher unterm Strich aufgrund der Inflation minus 2 Prozent verdient, im Jahr 2012 plus/minus null. Und die Erwartungen für das Jahr 2013 liegen bei minus 0,1 Prozent. (Abg. Krainer: 2009? Wieso lesen Sie 2009 nicht vor? – Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Krainer weisend, der in der ersten Reihe neben Abg. Dr. Cap sitzt –: Frau Präsidentin! Haben wir nicht gesagt, Zwischenrufe vom eigenen Patz?! Der setzt sich vor und brüllt herein!)
Beifall beim BZÖ.
Das heißt, die Nettolöhne gehen mittlerweile schon wieder nach unten. Und das, was wir aus der Agitation von Rot und Schwarz immer hören, ist, dass es den Menschen in Österreich immer besser geht. Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist der Beleg dafür, dass die Menschen in Österreich durch die Politik von Rot und Schwarz am Ende des Monats und am Ende des Jahres immer weniger im Geldbörsel haben. Und das ist die Realität, die wir Ihnen vor Augen führen wollen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Cap: Warum nicht?
Herr Kollege Krainer, Sie können während meiner Rede ruhig hereinrufen, das zeigt keine Wirkung. (Abg. Dr. Cap: Warum nicht?)
Abg. Dolinschek: Wo sind die Gewerkschafter?
Wo sind denn die Arbeiterkammervertreter von den Roten? Wo sind sie denn? (Abg. Dolinschek: Wo sind die Gewerkschafter?) Machen so tolle Studien, machen so tolle Berechnungen – am Ende zeigt sich aber eine interessante Verteidigung Ihrerseits hier im Hohen Haus, was die Interessen der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler betrifft: Sie kassieren in der Arbeiterkammer Ihre Sitzungsgelder, aber hier herinnen verstummen Sie, wenn es darum geht, die Anliegen, die Interessen der Arbeitnehmerschaft in Österreich zu vertreten. Wo sind Sie denn alle? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wo sind denn die Arbeiterkammervertreter von den Roten? Wo sind sie denn? (Abg. Dolinschek: Wo sind die Gewerkschafter?) Machen so tolle Studien, machen so tolle Berechnungen – am Ende zeigt sich aber eine interessante Verteidigung Ihrerseits hier im Hohen Haus, was die Interessen der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler betrifft: Sie kassieren in der Arbeiterkammer Ihre Sitzungsgelder, aber hier herinnen verstummen Sie, wenn es darum geht, die Anliegen, die Interessen der Arbeitnehmerschaft in Österreich zu vertreten. Wo sind Sie denn alle? (Beifall beim BZÖ.)
Neuerlicher Beifall beim BZÖ.
Jetzt ist sogar der Krainer stumm. Jetzt sagt sogar der Krainer nichts mehr dazu. Das ist die Arbeitnehmerpolitik der SPÖ! Na, weit haben Sie es gebracht! Doppelkassierer seid ihr, aber keine wirksamen und wirkungsvollen Volksvertreter mehr. Das ist die Realität. Es ist eine Schande, wirklich wahr! (Neuerlicher Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ursula Haubner: Unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Hohn! Das ist eine Verhöhnung!
Ich habe jetzt einmal eingegeben: ein Pensionist, der monatlich brutto 1 050 € bekommt, ein Kleinpensionist. Frau Finanzministerin, ich gebe es Ihnen dann (eine Unterlage in die Höhe haltend), es ist Ihr Brutto-Netto-Rechner auf Ihrer Homepage. So: 1 050 €. Dieser Pensionist zahlt derzeit keine Lohnsteuer. Jetzt kommt es zu einer Erhöhung: 1 050 € plus 10 Cent. 1 050 € plus 10 Cent – geben Sie das ein, was da unterm Strich herauskommt! Er zahlt dann plötzlich 82,38 € Lohnsteuer. (Abg. Ursula Haubner: Unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Hohn! Das ist eine Verhöhnung!) Er bekommt 10 Cent mehr und zahlt 82 € Lohnsteuer?! – Das ist „großartig“!
Beifall beim BZÖ.
Die Betroffenheit steht Ihnen ins Gesicht geschrieben, aber das ist die Realität. Damit sollten Sie sich einmal auseinandersetzen – und nicht mit Ihrer Koalitionsrhetorik, die überhaupt nicht wirkt und überhaupt nichts bringt! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher meine Aufforderung an Sie, Frau Finanzministerin: Geben Sie den Österreicherinnen und Österreichern endlich ihr hart verdientes Steuergeld zurück, auf das sie auch ein Anrecht haben! Das wäre anständig und ehrlich. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist ein legitimer Anspruch, den wir stellen, weil es immer mehr den Mittelstand betrifft. Der Mittelstand verarmt, er ist die tragende Säule unserer Volkswirtschaft. Wenn der Mittelstand nicht mehr funktioniert, dann funktioniert das Gefüge unserer Volkswirtschaft nicht mehr, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Die kleinen und mittleren Einkommen bluten, und die Besserverdienenden kommen ungeschoren davon. Ja, wo ist denn da die Solidarität? Wo ist denn da die Gerechtigkeit, von der die SPÖ immer spricht? – Ich sehe keine Gerechtigkeit und ich sehe auch keine Solidarität jenen gegenüber, die sie in dieser wirtschaftlichen Situation in Österreich brauchen, wo es darum geht, den Menschen wieder mehr netto im Geldbörsel zu lassen, damit die Wirtschaft wieder befeuert und angekurbelt werden kann. Das ist immer noch die bessere und beste Maßnahme für eine Wachstumspolitik in unserem Land, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das Zweite ist, ein Steuersystem zu schaffen, das diese Unklarheiten und vor allem diese eklatanten Missstände endlich bereinigt und zu einem fairen, einfachen und verlässlichen Steuersystem führt. Und das kann nur eine Flat Tax, meine sehr geehrten Damen und Herren! Nur eine Flat Tax bereinigt diese Unebenheiten und führt dazu, dass wir zu einem leistungsfreundlichen und fairen Steuersystem kommen, das dem Wirtschaftsstandort Österreich gerecht wird. (Beifall beim BZÖ.)
Anhaltender Beifall beim BZÖ.
Daher, Frau Finanzministerin, geht unsere Aufforderung in diese Richtung: Nicht ständig zu versprechen und nicht ständig davon zu reden, dass Sie darüber nachdenken, dass Sie das Steuersystem in Österreich als unfair empfinden, die Steuern in Österreich als zu hoch empfinden, sondern handeln Sie endlich! Und wenn Sie nicht handeln, dann sagen Sie, warum Sie nicht handeln. Sagen Sie uns, woran es liegt! Wer sind die Bremsklötze, wer sind die Bösen? Dann reden wir mit ihnen. Aber wenn Sie zur Ehrlichkeit zurückkommen wollen, dann sagen Sie uns, woran es scheitert. Ansonsten bleiben Sie am Schluss übrig. (Anhaltender Beifall beim BZÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Bucher: Vom Nachdenken haben die Steuerzahler nicht sehr viel! – Abg. Krainer – in Richtung des Abg. Bucher –: Soll manchmal von Vorteil sein!
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Frau Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Bucher, Sie haben mich gerade aufgefordert, nicht nachzudenken, sondern zu handeln. – Diesem Wunsch kann ich nicht nachkommen, denn ich will, bevor ich handle, schon nachdenken. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Bucher: Vom Nachdenken haben die Steuerzahler nicht sehr viel! – Abg. Krainer – in Richtung des Abg. Bucher –: Soll manchmal von Vorteil sein!)
Abg. Bucher: Sie machen immer mehr Schulden! Der Schuldenberg steigt!
Im Hinblick auf die Prioritäten, die diese Bundesregierung setzt, mache ich noch einmal darauf aufmerksam, dass derzeit der Konsolidierungspfad Priorität hat. Wir sind ja mitten in der Debatte über unseren mittelfristigen Finanzrahmen bis 2017 unterbrochen worden. Und dieser Finanzrahmen zeigt ganz deutlich eine Tendenz: dass wir uns stabil aufstellen, damit wir 2017 einen Überschuss haben werden, und dass wir eben ganz intensiv darüber nachdenken, wie wir die Steuerzahler dann auch entlasten können. (Abg. Bucher: Sie machen immer mehr Schulden! Der Schuldenberg steigt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber Geld nach Griechenland und Zypern schicken!
Derzeit, in der jetzigen Situation, in der jetzigen Budgetsituation ist es noch nicht ganz möglich, Steuerzuckerln zu verteilen (Abg. Ing. Westenthaler: Aber Geld nach Griechenland und Zypern schicken!), und ich ersuche das Hohe Haus, nicht in jenes Fahrwasser zu kommen, das uns am 24. September 2008 doch in eine Situation gebracht hat, wo wir anschließend ein Sparpaket gebraucht haben. Das möge in diesem Wahljahr verhindert werden!
Abg. Riepl: Das ist das Problem!
Ihr Antrag, Herr Bucher, zielt ein bisschen darauf ab, als dass wir es schon wieder nötig hätten, möglichst Steuerzuckerln zu verteilen. Aber, Herr Bucher, Sie haben vollkommen recht: Unser Steuersystem ist leistungsfeindlich, sozial ungerecht und hat erhebliche Schwächen. Erhebliche! (Abg. Riepl: Das ist das Problem!) Darüber sind sich alle Experten einig, das ist nicht wirklich etwas Neues.
Abg. Bucher: Das Klagelied geht schon wieder los, gehandelt wird nicht!
Das Problem beginnt damit, dass unser Eingangssteuersatz ein ausgesprochen hoher ist; nur Dänemark hat auch einen solch hohen Eingangssteuersatz wie wir. Nirgends sonst in Europa gibt es das, dass der erste Steuersatz, der greift, bereits 36,5 Prozent beträgt. (Abg. Bucher: Das Klagelied geht schon wieder los, gehandelt wird nicht!)
Abg. Krainer: Bei uns auch nicht!
Die Progression – das ist richtig – wirkt sich auch relativ rasch aus. Und bei den Besserverdienern ist unser Steuersystem im europäischen Vergleich überhaupt am deftigsten. In keinem anderen Land in Europa greift der Spitzensteuersatz von 50 Prozent bereits bei 60 000 €! (Abg. Krainer: Bei uns auch nicht!)
Abg. Krainer: Bei uns auch nicht!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, das gibt es sonst nirgends! (Abg. Krainer: Bei uns auch nicht!) In Frankreich beispielsweise gibt es die sogenannte Reichensteuer, den Spitzensteuersatz von 45 Prozent erst ab einer halben Million. (Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.) In Deutschland gibt es 45 Prozent erst ab 240 000 €. (Abg. Bucher: Warum erklären Sie mir das? Warum erklären Sie mir das? Wissen wir eh alles! Sie sollen uns erklären, warum Sie nichts machen!) Wir sind da doch sehr, sehr deftig in den Geldbörsen der Steuerzahler. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum schaffen Sie die kalte Progression nicht ab?) Daher ist es mir auch ein Anliegen, dass wir diese Belastung der Menschen etwas mindern. (Abg. Bucher: Machen Sie etwas!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, das gibt es sonst nirgends! (Abg. Krainer: Bei uns auch nicht!) In Frankreich beispielsweise gibt es die sogenannte Reichensteuer, den Spitzensteuersatz von 45 Prozent erst ab einer halben Million. (Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.) In Deutschland gibt es 45 Prozent erst ab 240 000 €. (Abg. Bucher: Warum erklären Sie mir das? Warum erklären Sie mir das? Wissen wir eh alles! Sie sollen uns erklären, warum Sie nichts machen!) Wir sind da doch sehr, sehr deftig in den Geldbörsen der Steuerzahler. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum schaffen Sie die kalte Progression nicht ab?) Daher ist es mir auch ein Anliegen, dass wir diese Belastung der Menschen etwas mindern. (Abg. Bucher: Machen Sie etwas!)
Abg. Bucher: Warum erklären Sie mir das? Warum erklären Sie mir das? Wissen wir eh alles! Sie sollen uns erklären, warum Sie nichts machen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, das gibt es sonst nirgends! (Abg. Krainer: Bei uns auch nicht!) In Frankreich beispielsweise gibt es die sogenannte Reichensteuer, den Spitzensteuersatz von 45 Prozent erst ab einer halben Million. (Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.) In Deutschland gibt es 45 Prozent erst ab 240 000 €. (Abg. Bucher: Warum erklären Sie mir das? Warum erklären Sie mir das? Wissen wir eh alles! Sie sollen uns erklären, warum Sie nichts machen!) Wir sind da doch sehr, sehr deftig in den Geldbörsen der Steuerzahler. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum schaffen Sie die kalte Progression nicht ab?) Daher ist es mir auch ein Anliegen, dass wir diese Belastung der Menschen etwas mindern. (Abg. Bucher: Machen Sie etwas!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum schaffen Sie die kalte Progression nicht ab?
Meine sehr verehrten Damen und Herren, das gibt es sonst nirgends! (Abg. Krainer: Bei uns auch nicht!) In Frankreich beispielsweise gibt es die sogenannte Reichensteuer, den Spitzensteuersatz von 45 Prozent erst ab einer halben Million. (Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.) In Deutschland gibt es 45 Prozent erst ab 240 000 €. (Abg. Bucher: Warum erklären Sie mir das? Warum erklären Sie mir das? Wissen wir eh alles! Sie sollen uns erklären, warum Sie nichts machen!) Wir sind da doch sehr, sehr deftig in den Geldbörsen der Steuerzahler. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum schaffen Sie die kalte Progression nicht ab?) Daher ist es mir auch ein Anliegen, dass wir diese Belastung der Menschen etwas mindern. (Abg. Bucher: Machen Sie etwas!)
Abg. Bucher: Machen Sie etwas!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, das gibt es sonst nirgends! (Abg. Krainer: Bei uns auch nicht!) In Frankreich beispielsweise gibt es die sogenannte Reichensteuer, den Spitzensteuersatz von 45 Prozent erst ab einer halben Million. (Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.) In Deutschland gibt es 45 Prozent erst ab 240 000 €. (Abg. Bucher: Warum erklären Sie mir das? Warum erklären Sie mir das? Wissen wir eh alles! Sie sollen uns erklären, warum Sie nichts machen!) Wir sind da doch sehr, sehr deftig in den Geldbörsen der Steuerzahler. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum schaffen Sie die kalte Progression nicht ab?) Daher ist es mir auch ein Anliegen, dass wir diese Belastung der Menschen etwas mindern. (Abg. Bucher: Machen Sie etwas!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Karlsböck.
Wir brauchen diesbezüglich ein System – und das haben Sie richtig erwähnt; danke, dass Sie mir da schon zugehört haben –, wie ich es immer sage: einfacher, weniger, leistungsgerechter. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Karlsböck.)
Abg. Krainer: Kinderabsetzbeträge gibt es nicht?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir haben in unserem Lohn- und Einkommensteuersystem 560 Ausnahmen. Das hat der Rechnungshof erst unlängst massiv kritisiert. Diese 560 Ausnahmen sind sogenannte Steuerprivilegien für sehr viele Gruppen. Da sind uns viele etwas wert. Da ist uns die Feuerwehr etwas wert, die Kirche ist uns etwas wert, die Journalisten sind uns etwas wert, Frau Kittner. Das heißt, alle Zünfte haben da eine Ausnahme – nur die Kinder nicht. (Abg. Krainer: Kinderabsetzbeträge gibt es nicht?) Und das halte ich für das sozial Ungerechteste in diesem ganzen System! Die Kinder müssen wir berücksichtigen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Machen Sie etwas! – Abg. Dr. Karlsböck: Sind Sie in Opposition? – Abg. Bucher: 25 Jahre in der Regierung, die ÖVP!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Machen Sie etwas! – Abg. Dr. Karlsböck: Sind Sie in Opposition? – Abg. Bucher: 25 Jahre in der Regierung, die ÖVP!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir haben in unserem Lohn- und Einkommensteuersystem 560 Ausnahmen. Das hat der Rechnungshof erst unlängst massiv kritisiert. Diese 560 Ausnahmen sind sogenannte Steuerprivilegien für sehr viele Gruppen. Da sind uns viele etwas wert. Da ist uns die Feuerwehr etwas wert, die Kirche ist uns etwas wert, die Journalisten sind uns etwas wert, Frau Kittner. Das heißt, alle Zünfte haben da eine Ausnahme – nur die Kinder nicht. (Abg. Krainer: Kinderabsetzbeträge gibt es nicht?) Und das halte ich für das sozial Ungerechteste in diesem ganzen System! Die Kinder müssen wir berücksichtigen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Machen Sie etwas! – Abg. Dr. Karlsböck: Sind Sie in Opposition? – Abg. Bucher: 25 Jahre in der Regierung, die ÖVP!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
land, Dänemark –, haben zusätzlich zu den Transferleistungen und den Betreuungseinrichtungen noch steuerliche Erleichterungen, sodass jene steuerlich entlastet werden, die die Kinder erziehen, die die Steuerzahler von morgen sind. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Zanger: Wieso tun Sie es nicht? – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Beispielsweise Deutschland hat 7 000 € pro Kind, und daran könnten wir uns schon orientieren. (Abg. Zanger: Wieso tun Sie es nicht? – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Es freut mich, wenn diese Vorschläge dann, wenn sie konkret auf dem Tisch liegen, von vielen unterstützt werden. (Abg. Bucher: Wann?) Ich freue mich darauf, dass sie dann unterstützt werden. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bucher: Wann wird das sein?)
Abg. Bucher: Wann?
Beispielsweise Deutschland hat 7 000 € pro Kind, und daran könnten wir uns schon orientieren. (Abg. Zanger: Wieso tun Sie es nicht? – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Es freut mich, wenn diese Vorschläge dann, wenn sie konkret auf dem Tisch liegen, von vielen unterstützt werden. (Abg. Bucher: Wann?) Ich freue mich darauf, dass sie dann unterstützt werden. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bucher: Wann wird das sein?)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bucher: Wann wird das sein?
Beispielsweise Deutschland hat 7 000 € pro Kind, und daran könnten wir uns schon orientieren. (Abg. Zanger: Wieso tun Sie es nicht? – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Es freut mich, wenn diese Vorschläge dann, wenn sie konkret auf dem Tisch liegen, von vielen unterstützt werden. (Abg. Bucher: Wann?) Ich freue mich darauf, dass sie dann unterstützt werden. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bucher: Wann wird das sein?)
Abg. Scheibner: Die haben Sie doch selber verlangt! – Abg. Bucher: Sie wollten die Flat Tax selber haben! Eine gute Sache!
Was nicht geht, meine sehr verehrten Damen und Herren, obwohl es verlockend klingt, ist die sogenannte Flat Rate, die Flat Tax. (Abg. Scheibner: Die haben Sie doch selber verlangt! – Abg. Bucher: Sie wollten die Flat Tax selber haben! Eine gute Sache!) Die Flat Tax wäre die größte Steuerentlastung der Millionäre, denn die Millionäre zahlen bei uns jetzt 50 Prozent, mit der Flat Tax von Herrn Bucher würden Stronachs und alle anderen nur noch 25 Prozent zahlen. Und das ist nicht das Bild, das die ÖVP vor Augen hat. (Abg. Scheibner: Sie selber haben es vorgeschlagen!)
Abg. Scheibner: Sie selber haben es vorgeschlagen!
Was nicht geht, meine sehr verehrten Damen und Herren, obwohl es verlockend klingt, ist die sogenannte Flat Rate, die Flat Tax. (Abg. Scheibner: Die haben Sie doch selber verlangt! – Abg. Bucher: Sie wollten die Flat Tax selber haben! Eine gute Sache!) Die Flat Tax wäre die größte Steuerentlastung der Millionäre, denn die Millionäre zahlen bei uns jetzt 50 Prozent, mit der Flat Tax von Herrn Bucher würden Stronachs und alle anderen nur noch 25 Prozent zahlen. Und das ist nicht das Bild, das die ÖVP vor Augen hat. (Abg. Scheibner: Sie selber haben es vorgeschlagen!)
Abg. Scheibner: Sie selber haben es vorgeschlagen!
Im Übrigen hat unser Haus Berechnungen zum Flat-Tax-Modell durchgeführt, und seit ich weiß, dass die Flat Tax nach Bucher’schem Modell 20 Milliarden kostet, habe ich keine Sympathie mehr dafür. (Abg. Scheibner: Sie selber haben es vorgeschlagen!) Eine Steuer, die uns 20 Milliarden kostet (Abg. Bucher: Ist doch ein Blödsinn!) und überwiegend nur die Millionäre entlastet, ist nicht das Modell, das ich mir vorstelle. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Bucher: Ist doch ein Blödsinn!
Im Übrigen hat unser Haus Berechnungen zum Flat-Tax-Modell durchgeführt, und seit ich weiß, dass die Flat Tax nach Bucher’schem Modell 20 Milliarden kostet, habe ich keine Sympathie mehr dafür. (Abg. Scheibner: Sie selber haben es vorgeschlagen!) Eine Steuer, die uns 20 Milliarden kostet (Abg. Bucher: Ist doch ein Blödsinn!) und überwiegend nur die Millionäre entlastet, ist nicht das Modell, das ich mir vorstelle. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Im Übrigen hat unser Haus Berechnungen zum Flat-Tax-Modell durchgeführt, und seit ich weiß, dass die Flat Tax nach Bucher’schem Modell 20 Milliarden kostet, habe ich keine Sympathie mehr dafür. (Abg. Scheibner: Sie selber haben es vorgeschlagen!) Eine Steuer, die uns 20 Milliarden kostet (Abg. Bucher: Ist doch ein Blödsinn!) und überwiegend nur die Millionäre entlastet, ist nicht das Modell, das ich mir vorstelle. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich habe immer dazugesagt, dass ich es leistungsgerecht haben will, einfacher haben will und die Familien entlasten will. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Aber ich habe nie von einer blinden Akzeptanz der Flat Tax gesprochen, Herr Bucher. Da werden Sie kein Zitat von mir finden. (Abg. Scheibner: Das Modell haben Sie vorgeschlagen! – Abg. Bucher: Den Beweis können wir antreten!)
Abg. Scheibner: Das Modell haben Sie vorgeschlagen! – Abg. Bucher: Den Beweis können wir antreten!
Ich habe immer dazugesagt, dass ich es leistungsgerecht haben will, einfacher haben will und die Familien entlasten will. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Aber ich habe nie von einer blinden Akzeptanz der Flat Tax gesprochen, Herr Bucher. Da werden Sie kein Zitat von mir finden. (Abg. Scheibner: Das Modell haben Sie vorgeschlagen! – Abg. Bucher: Den Beweis können wir antreten!)
Abg. Ursula Haubner: Aber es ist jetzt so!
Nun zu Ihrer Anpassung an die Inflation, die Sie vorschlagen. Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich habe schon erwähnt, wir haben inzwischen ein ziemlich komplexes Steuersystem mit einer Fülle von Ausnahmen, mit einem Dickicht, das, das gebe ich schon zu, den Berufsstand der Steuerberater, Wirtschaftstreuhänder und Buchhalter blühen lässt, gar keine Frage. Aber es soll doch nicht so sein, dass nur mehr Experten durchblicken, was in unserem Steuersystem drinnen ist. (Abg. Ursula Haubner: Aber es ist jetzt so!)
Abg. Bucher: In 17 Ländern geht das!
Das heißt, diese Anpassung würde dann, wenn man sie wirklich ernst nähme, zu einer weiteren Verkomplizierung unseres Systems führen (Abg. Bucher: In 17 Ländern geht das!), und das Dickicht würde noch undurchschaubarer. Und wenn das eine Automatik hätte, dann könnte vor allem niemand sagen, wie hoch die Beträge im Steuergesetz im kommenden Jahr sein werden, weil die detaillierte Inflationsrate immer erst im Folgejahr feststeht. (Abg. Bucher: Wie machen das die anderen Länder?)
Abg. Bucher: Wie machen das die anderen Länder?
Das heißt, diese Anpassung würde dann, wenn man sie wirklich ernst nähme, zu einer weiteren Verkomplizierung unseres Systems führen (Abg. Bucher: In 17 Ländern geht das!), und das Dickicht würde noch undurchschaubarer. Und wenn das eine Automatik hätte, dann könnte vor allem niemand sagen, wie hoch die Beträge im Steuergesetz im kommenden Jahr sein werden, weil die detaillierte Inflationsrate immer erst im Folgejahr feststeht. (Abg. Bucher: Wie machen das die anderen Länder?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Sie denken aber schon sehr lange! Seit 1. August 2011 denken Sie nach!
Durchdacht, Herr Bucher, ist es nicht. Und daher bitte ich doch zu berücksichtigen, dass ich zuerst darüber nachdenken möchte, bevor ich handle. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Sie denken aber schon sehr lange! Seit 1. August 2011 denken Sie nach!)
Abg. Grosz: Am 1. August hat sie es gefordert!
Wenn Sie heute hier behaupten, Sie hätten nie die Flat Tax gefordert, und sie in Grund und Boden verdammen, dann reicht Ihr Langzeitgedächtnis offenbar nur bis zum 2. August 2011 zurück (Abg. Grosz: Am 1. August hat sie es gefordert!), denn vom 1. August 2011 lese ich hier – ich staune! – Folgendes:
Oh-Rufe beim BZÖ.
„Finanzministerin“ Fekter „will ,Flat Tax‘ einführen“. – Oh! (Oh-Rufe beim BZÖ.)
Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist das Bruckner-Modell! Das Bruckner-Modell haben wir nie unterstützt! Das hat nur der Herr Bruckner, Gott hab’ ihn selig, !
„Geht es nach Maria Fekter, dann soll das österreichische Steuersystem künftig einfacher, verständlicher und nachvollziehbarer werden. Im Konkreten plant die Finanzministerin, Einkommenssteuer und Sozialversicherungsbeiträge zusammenzulegen und eine Art Flat Tax einzuführen.“ (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist das Bruckner-Modell! Das Bruckner-Modell haben wir nie unterstützt! Das hat nur der Herr Bruckner, Gott hab’ ihn selig, !) „Steuerexperten begrüßen diese Pläne“, das BZÖ, das haben wir schon damals gesagt, weist darauf hin, dass die Idee der Flat Tax von ihm kommt.
Beifall beim BZÖ.
Sie haben unsere Forderung übernommen und heute wollen Sie nichts mehr davon wissen. Warum das der Fall ist, wissen wir nicht, aber Sie haben ein sehr kurzes Langzeitgedächtnis, meine liebe Frau Ministerin. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Der Redner überreicht Bundesministerin Dr. Fekter das angesprochene Büchlein.
schen Haushalte durchschnittlich um rund 700 € im Jahr. Das ist eine echte steuerliche Entlastung, Frau Ministerin, schauen Sie sich das einmal an! (Beifall beim BZÖ. – Der Redner überreicht Bundesministerin Dr. Fekter das angesprochene Büchlein.)
Abg. Grosz: Tut aber nichts dagegen!
Sie stellen sich hier heraus – das, was sich hier abspielt, ist eigentlich unfassbar – und zählen alles auf, was nicht funktioniert, was schlecht ist (Abg. Grosz: Tut aber nichts dagegen!), von der Kinderpolitik über die Familienpolitik bis zum Mittelstand, der so belastet ist. Frau Ministerin, das, was Sie heute hier abgeliefert haben, ist eine politische Selbstanzeige, die Sie hier im Parlament gemacht haben. Das ist die Wahrheit. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Sie stellen sich hier heraus – das, was sich hier abspielt, ist eigentlich unfassbar – und zählen alles auf, was nicht funktioniert, was schlecht ist (Abg. Grosz: Tut aber nichts dagegen!), von der Kinderpolitik über die Familienpolitik bis zum Mittelstand, der so belastet ist. Frau Ministerin, das, was Sie heute hier abgeliefert haben, ist eine politische Selbstanzeige, die Sie hier im Parlament gemacht haben. Das ist die Wahrheit. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aber auch hier gilt dasselbe wie im Steuerrecht, Frau Ministerin: Eine politische Selbstanzeige ist auch nur dann gültig, wenn Sie tätige Reue mitliefern. – Die haben Sie heute nicht mitgeliefert, denn Sie haben uns nicht gesagt, dass die Steuern gesenkt gehören, dass dieser Wahnsinn von kalter Progression endlich abgeschafft gehört, dass die Familiensteuerpolitik nach vielen Jahren endlich wieder fairer gestaltet werden soll, dass ein Flat-Tax-Modell eingeführt werden soll und dass die österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer endlich massiv entlastet werden sollen, anstatt dass das Geld an Griechenland und Zypern verschenkt wird. Das hätten Sie gleich mitliefern sollen! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Bucher: Sie ist strafverschärfend!
Somit ist diese heutige politische Selbstanzeige nicht strafaufhebend (Abg. Bucher: Sie ist strafverschärfend!), sondern sie wird bestraft werden, und zwar am 29. September von den Wählern, davon bin ich überzeugt, denn die werden sich das nicht gefallen lassen.
Abg. Bucher: Er denkt noch immer!
Herr Kollege Krainer, auch ein Nachdenker, denkt darüber bereits seit 2008 nach, haben wir vernommen (Abg. Bucher: Er denkt noch immer!), jetzt haben wir 2013, vielleicht kommen wir im Jahr 2040, wenn er in Pension ist, drauf, wie es geht. Aber so lange haben wir nicht Zeit, denn in der Zwischenzeit verlieren die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihr Geld, und das wollen wir nicht. Wir wollen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor dieser kalten Progression schützen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Kollege Krainer, auch ein Nachdenker, denkt darüber bereits seit 2008 nach, haben wir vernommen (Abg. Bucher: Er denkt noch immer!), jetzt haben wir 2013, vielleicht kommen wir im Jahr 2040, wenn er in Pension ist, drauf, wie es geht. Aber so lange haben wir nicht Zeit, denn in der Zwischenzeit verlieren die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihr Geld, und das wollen wir nicht. Wir wollen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor dieser kalten Progression schützen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Bucher: Für die Banken
Ich glaube, Sie könnten uns noch vor der Wahl ein entsprechendes Modell auf den Tisch legen, da könnten Sie endlich einmal etwas machen. Da könnten Sie endlich einmal etwas tun – aber ich unterstelle Ihnen, Sie wollen das überhaupt nicht, weil Sie es nicht haben. Sie nehmen mit dieser kalten Progression den Österreichern 500 Millionen € im Jahr weg, weil Sie sie brauchen. Sie brauchen sie für die Zypern-Rettung (Abg. Bucher: Für die Banken), für den ESM, für Griechenland, für die Banken, und daher ist das ein willkommenes Zubrot (Bundesministerin Dr. Fekter: Hypo in Kärnten!), das Sie da kassieren. Deswegen wollen Sie ja gar nichts daran ändern, das unterstelle ich Ihnen. Sie wollen diesen Raubzug gegen die Brieftaschen der Österreicherinnen und Österreicher nicht abstellen und werden mittlerweile auch schon von vielen Kommentatoren – ich erspare es mir, jetzt näher darauf einzugehen – quer durch alle Zeitungen dafür massiv kritisiert.
Bundesministerin Dr. Fekter: Hypo in Kärnten!
Ich glaube, Sie könnten uns noch vor der Wahl ein entsprechendes Modell auf den Tisch legen, da könnten Sie endlich einmal etwas machen. Da könnten Sie endlich einmal etwas tun – aber ich unterstelle Ihnen, Sie wollen das überhaupt nicht, weil Sie es nicht haben. Sie nehmen mit dieser kalten Progression den Österreichern 500 Millionen € im Jahr weg, weil Sie sie brauchen. Sie brauchen sie für die Zypern-Rettung (Abg. Bucher: Für die Banken), für den ESM, für Griechenland, für die Banken, und daher ist das ein willkommenes Zubrot (Bundesministerin Dr. Fekter: Hypo in Kärnten!), das Sie da kassieren. Deswegen wollen Sie ja gar nichts daran ändern, das unterstelle ich Ihnen. Sie wollen diesen Raubzug gegen die Brieftaschen der Österreicherinnen und Österreicher nicht abstellen und werden mittlerweile auch schon von vielen Kommentatoren – ich erspare es mir, jetzt näher darauf einzugehen – quer durch alle Zeitungen dafür massiv kritisiert.
Beifall beim BZÖ.
Entlasten Sie die Menschen endlich durch die Abschaffung der kalten Progression, die eine Hinterhältigkeit ist, die wir nicht länger akzeptieren wollen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Bucher: Ich war nie in der Regierung!
Das ist allerdings auch nicht eine Erfindung dieser Bundesregierung, sondern ich glaube, sieben Jahre waren Sie in der Regierung, da war das um keinen Millimeter anders. (Abg. Bucher: Ich war nie in der Regierung!) – Nein, nein. Sie zwei gemeinsam waren hier die Regierungsfraktion. (Abg. Bucher: Da muss ich etwas übersehen haben! Finanzminister, das war ein anderer!) Er war drei Jahre, Sie waren dann vier Jahre. Er war Klubobmann, Sie waren Finanzsprecher. Und ich bilde mir ein, dass es all die Dinge, die Sie kritisieren, zu diesem Zeitpunkt bereits gab, teilweise noch viel schlimmer als heute.
Abg. Bucher: Da muss ich etwas übersehen haben! Finanzminister, das war ein anderer!
Das ist allerdings auch nicht eine Erfindung dieser Bundesregierung, sondern ich glaube, sieben Jahre waren Sie in der Regierung, da war das um keinen Millimeter anders. (Abg. Bucher: Ich war nie in der Regierung!) – Nein, nein. Sie zwei gemeinsam waren hier die Regierungsfraktion. (Abg. Bucher: Da muss ich etwas übersehen haben! Finanzminister, das war ein anderer!) Er war drei Jahre, Sie waren dann vier Jahre. Er war Klubobmann, Sie waren Finanzsprecher. Und ich bilde mir ein, dass es all die Dinge, die Sie kritisieren, zu diesem Zeitpunkt bereits gab, teilweise noch viel schlimmer als heute.
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, man muss das diskutieren, und wir diskutieren das auch. Es stimmt, dass wir 2008 eine Arbeitsgruppe eingesetzt haben, die sich auch angesehen hat, wie viel die Arbeitnehmer durch die kalte Progression verloren haben. Wir haben allerdings nicht bis heute nachgedacht, sondern wir haben 2009 gehandelt, haben eine große Steuerreform durchgeführt und eben diese kalte Progression den Arbeitnehmern 2009 zurückgegeben durch die Steuerreform in der Höhe von 3 Milliarden €. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind sieben Jahre in der Regierung!
Was haben Sie gemacht, als Sie in der Regierung oder Regierungsfraktion waren? Was haben Sie 2005 gemacht? Haben Sie damals den Arbeitnehmern die kalte Progression zurückgegeben? – Nein! Was Sie gemacht haben, war, das Geld der Arbeitnehmer zu nehmen und es in die Gruppenbesteuerung und in Steuergeschenke für Reiche und multinationale Konzerne zu stecken. Das ist das, was Sie gemacht haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind sieben Jahre in der Regierung!) Und Sie stellen sich jetzt heraus und kritisieren, dass rote Arbeitnehmervertreter ihren Job nicht gemacht hätten. Na, wir machen unseren Job schon. Sie behaupten, dass Sie Ihren machen, und machen das Gegenteil von dem, was Sie hier sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was haben Sie gemacht, als Sie in der Regierung oder Regierungsfraktion waren? Was haben Sie 2005 gemacht? Haben Sie damals den Arbeitnehmern die kalte Progression zurückgegeben? – Nein! Was Sie gemacht haben, war, das Geld der Arbeitnehmer zu nehmen und es in die Gruppenbesteuerung und in Steuergeschenke für Reiche und multinationale Konzerne zu stecken. Das ist das, was Sie gemacht haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind sieben Jahre in der Regierung!) Und Sie stellen sich jetzt heraus und kritisieren, dass rote Arbeitnehmervertreter ihren Job nicht gemacht hätten. Na, wir machen unseren Job schon. Sie behaupten, dass Sie Ihren machen, und machen das Gegenteil von dem, was Sie hier sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Bucher: Das ist eine reine Brutto-Netto-Rechnung!
Die zweite Sache, die angesprochen worden ist, ist, dass es im Steuersystem mitunter kleine Sprünge von 10 Cent gibt. Solche 10-Cent-Sprünge gibt es natürlich nicht, jedoch gibt es Sprünge von ein paar Euro, aufgrund derer man dann plötzlich in eine andere Steuerklasse kommt. Das ist dort, wo ich nicht Verläufe habe, sondern wo ich einfach fixe Grenzen habe. (Abg. Bucher: Das ist eine reine Brutto-Netto-Rechnung!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Oh ja!
Etwas, das wir von anderen Ländern lernen können, die erfolgreich sind – das heißt, dass die Menschen so viele Kinder bekommen, wie sie bekommen wollen; in Österreich wollen junge Familien zwei bis drei Kinder bekommen, sie bekommen aber tatsächlich ein bis zwei Kinder –, sind zwei Dinge, die sie besser machen als wir. Das sind nicht die Geldleistungen, das sind nicht die Steuerleistungen (Bundesministerin Dr. Fekter: Oh ja!), das sind die Infrastrukturleistungen, wo es nämlich darum geht, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besser funktioniert. Und das Zweite, wo-
Abg. Bucher: Macht einen Vorschlag! Noch nie einen Vorschlag gemacht!
Sie haben die Sozialdemokratie immer als Verbündeten, wenn es darum geht, die echten und wahren Probleme im Steuersystem zu beseitigen, nämlich dass Arbeitnehmer zu viel Steuern zahlen, und Menschen, die über ein hohes Vermögen und über Kapitaleinkünfte verfügen, zu wenig zahlen. Das ist das wahre Problem. (Abg. Bucher: Macht einen Vorschlag! Noch nie einen Vorschlag gemacht!) Da haben Sie uns als Bündnispartner, bei den anderen Dingen sicher nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben die Sozialdemokratie immer als Verbündeten, wenn es darum geht, die echten und wahren Probleme im Steuersystem zu beseitigen, nämlich dass Arbeitnehmer zu viel Steuern zahlen, und Menschen, die über ein hohes Vermögen und über Kapitaleinkünfte verfügen, zu wenig zahlen. Das ist das wahre Problem. (Abg. Bucher: Macht einen Vorschlag! Noch nie einen Vorschlag gemacht!) Da haben Sie uns als Bündnispartner, bei den anderen Dingen sicher nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Bucher: Fängt schon einmal gut an, und jetzt nur kein Aber!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Finanzminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ja, ich möchte zunächst nicht verschweigen, dass ich für eine Reihe von Passagen dieses Antrages sehr viel Sympathie empfinde. (Abg. Bucher: Fängt schon einmal gut an, und jetzt nur kein Aber!) Gar keine Frage, da teile ich die Meinung der Frau Finanzministerin. Ein Steuertarif, der bei 36,5 unten ansetzt, ein Steuersatz, der mit 50 Prozent schon bei 60 000 € jährlich einsetzt, ist leistungsfeindlich. In Deutschland sind es – Sie haben es von der Frau Finanzministerin gehört – 47 Prozent ab 240 000 €. Da liegen ja Welten dazwischen. Das heißt, de facto haben wir die Reichensteuer schon längst. Und das ist das leistungsfeindliche Element sowohl unten als auch oben. Und der Mittelstandsbauch kommt dazu. Also gar keine Frage, eine Tarifreform ist unerlässlich.
Abg. Ing. Westenthaler: Steuersenkung und kein Belastungspaket!
Das Problem ist nur, liebe Freunde vom BZÖ, der Zeitpunkt ist von euch so gewählt, dass es genau das wäre, wo heute jeder Staatsbürger sagt: Nein, das brauchen wir nicht, vor der Wahl eine Steuersenkung und nach der Wahl ein Belastungspaket. (Abg. Ing. Westenthaler: Steuersenkung und kein Belastungspaket!) Genau das ist es. Ihr schlagt vor, dass man jetzt noch vor dem Sommer eine solche Steuersenkung macht.
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin gespannt! Also machen wir nur das Belastungspaket!
Und das ist genau das alte Konzept, zum Teil haben wir es selber mitgemacht, das gebe ich zu, aber wir sind auch klüger geworden, das machen wir sicherlich nicht mehr: vor der Wahl ein Wahlzuckerl, nach der Wahl das Belastungspaket. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin gespannt! Also machen wir nur das Belastungspaket!) Nein, so ist das nicht, meine lieben Freunde. Das muss man berücksichtigen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und das ist genau das alte Konzept, zum Teil haben wir es selber mitgemacht, das gebe ich zu, aber wir sind auch klüger geworden, das machen wir sicherlich nicht mehr: vor der Wahl ein Wahlzuckerl, nach der Wahl das Belastungspaket. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin gespannt! Also machen wir nur das Belastungspaket!) Nein, so ist das nicht, meine lieben Freunde. Das muss man berücksichtigen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Bucher: Weil er mit einem Pensionisten Mitleid hat!
Ich habe vorhin einen Zwischenruf gemacht und gefragt: Herr Klubobmann Bucher, warum wollen Sie gerade jetzt den Frank Stronach begünstigen? (Abg. Bucher: Weil er mit einem Pensionisten Mitleid hat!) – Die Antwort war, die Millionäre werden begünstigt. Also warum will Sepp Bucher gerade jetzt den Stronach begünstigen? Ich habe natürlich keine Antwort darauf erhalten. Ich verstehe das, lieber Klubobmann!
Bundesministerin Dr. Fekter: Sozialabgabe!
her. Das ist Solidarität. Der zahlt zehnmal so viel wie der, der seine Beiträge auf Basis der Mindestgrundlage zahlt (Bundesministerin Dr. Fekter: Sozialabgabe!) – Sozialabgabe –, erhält aber die gleichen Leistungen im Gesundheitssystem. (Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
her. Das ist Solidarität. Der zahlt zehnmal so viel wie der, der seine Beiträge auf Basis der Mindestgrundlage zahlt (Bundesministerin Dr. Fekter: Sozialabgabe!) – Sozialabgabe –, erhält aber die gleichen Leistungen im Gesundheitssystem. (Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Zwischenruf des Abg. Bucher.
Auch die Pension ist gedeckelt. Also ich bezahle zehnmal so viel, bekomme aber nicht die zehnfachen Leistungen. Da ist heute schon ein starkes Element der Umverteilung und der Solidarität enthalten. (Zwischenruf des Abg. Bucher.) Ich bin ein Freund von Daten und Fakten. Das lässt sich nicht diskutieren. Die Höchstbeitragsgrundlage ist zehnmal so hoch wie die Mindestbeitragsgrundlage. Die Leistungen der Krankenversicherung sind aber völlig die gleichen. (Abg. Krainer: Pension!)
Abg. Krainer: Pension!
Auch die Pension ist gedeckelt. Also ich bezahle zehnmal so viel, bekomme aber nicht die zehnfachen Leistungen. Da ist heute schon ein starkes Element der Umverteilung und der Solidarität enthalten. (Zwischenruf des Abg. Bucher.) Ich bin ein Freund von Daten und Fakten. Das lässt sich nicht diskutieren. Die Höchstbeitragsgrundlage ist zehnmal so hoch wie die Mindestbeitragsgrundlage. Die Leistungen der Krankenversicherung sind aber völlig die gleichen. (Abg. Krainer: Pension!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Amon: Die Höchstpension ist auch nicht zehnmal so hoch wie die Mindestpension!
Kollege Krainer! Wenn man hier eine ehrliche Diskussion führen will, dann muss man einfach die Daten und Fakten zur Kenntnis nehmen. Man kann sie nicht ignorieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Amon: Die Höchstpension ist auch nicht zehnmal so hoch wie die Mindestpension!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Krainer! Da nützen auch keine klassenkämpferischen Zwischenrufe. Das nützt nichts. Die Daten und Fakten liegen, bitte, auf dem Tisch. Und was das Eigentum betrifft, sind wir jene, die sagen, nicht Eigentum ist Diebstahl, sondern eine Eigentumssteuer ist Diebstahl. Da unterscheiden sich die beiden Koalitionspartner. Das ist ja kein Problem, bitte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die jetzige Regierung ist keine Einheitspartei. Da gibt es zwei Parteien mit sehr unterschiedlichen Positionen. Und wir sagen, Eigentum ist schützenswert, Eigentum ist nicht Diebstahl, so wie es die Radikalsozialisten vor zwei Jahrhunderten gesagt haben, sondern Eigentum ist etwas Schützenswertes. Daher haben wir gemeinsam viel gemacht im Bereich Ertragsbesteuerung von Vermögen und lehnen das durchaus nicht ab. Aber die Vermögenssubstanz ansprechen? – Das nicht mit uns, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Dann frage ich mich, Frau Bundesminister: Was ist in den letzten Jahren alles geschehen? – Soviel ich weiß, stellt die ÖVP seit dem Jahre 2002 den Finanzminister. Zuvor hat es eine kurze Zeit gegeben, in der sich der Finanzminister einmal als Freiheitlicher deklariert hat, und davor gab es SPÖ-Finanzminister. Die SPÖ war mit Ausnahme von 1966 und 1970 und zwischen 2000 und 2006 immer in der Regierung, also hätten Sie all diese Missstände durchaus abstellen können – was aber nie geschehen ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Sie brauchen also nicht pausenlos auf diese Zeit hinzuweisen, in der Sie einmal nicht in der Regierung waren. Letzten Endes ist in den letzten sieben Jahren im Grunde genommen wieder nichts geschehen. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Bundesministerin Dr. Fekter: Der Herr Matznetter!
Aber Spaß beiseite: Wir haben, und da gebe ich der Frau Bundesminister völlig recht, einen großen Mittelstandsbuckel, und der gehört so rasch wie möglich abgebaut. Der Faktor Arbeit wird viel zu hoch besteuert. Es besteht ein völliges Ungleichgewicht. Interessanterweise hat gerade heute die Stabsabteilung Wirtschaftspolitik der Bundeswirtschaftskammer eine ganz interessante Studie veröffentlich, das passt wunderbar. Ich gehe nicht davon aus, dass das BZÖ diese Debatte mit der Bundeswirtschaftskammer abgestimmt hat. Man glaubt es ja kaum, es gibt auch Wirtschaftsfunktionäre, die nicht der ÖVP angehören, und da kann ich mich auch dazu zählen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Der Herr Matznetter!) Der Herr Matznetter genauso.
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Das ist ganz interessant. Bereits die Überschrift lautet: „Starker Anstieg der Arbeitskosten in Österreich“. – Vollkommen richtig. Da gehe ich mit Präsidenten Leitl d’accord. „In Österreich sind die Arbeitskosten zwischen 2008 und 2012 im Euroraum-Vergleich am stärksten gestiegen.“ Oder: Im EU-Vergleich lag Österreich 2008 noch an zehnter Stelle, weist jedoch „im Jahr 2012 den achthöchsten Wert auf und hat erstmals Deutschland (...) überholt“. – Das heißt, in Deutschland sind die Arbeitskosten schon geringer als in Österreich. Also da müssten ja an und für sich die Alarmglocken läuten. (Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Bundesministerin Dr. Fekter: Das werde ich ihn sicher nicht fragen!
Frau Bundesministerin! Wenn ich das jetzt richtig erkannt habe, dann haben auch Sie das schon gesehen. Ich weiß, Sie haben einen sehr schwierigen Koalitionspartner, das habe ich schon bemerkt, aber vielleicht können Sie den Kollegen Krainer das nächste Mal fragen, ob er die Funktion des Finanzministers übernimmt, denn dann werden, wie ich meine, in Zukunft Milch und Honig fließen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Das werde ich ihn sicher nicht fragen!)
Beifall bei der FPÖ
Und wo können wir das dann letzten Endes kompensieren? – Das geht eben nur, indem ich spare (Beifall bei der FPÖ), aber so vernünftig spare, dass ich die Wirtschaft dadurch nicht schädige, sondern ich kann nur im Verwaltungsbereich, also im Bereich des „Specks“ sparen. Es gibt genug Beispiele in Europa, wo das gelungen ist, etwa im Norden, in Schweden oder Dänemark. Auch die Schweiz kann als klassisches Beispiel dienen, auch wenn ich es noch hundertmal sagen muss. Warum? – Weil da die Bevölkerung die Politik über die direkte Demokratie ständig kontrolliert. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und wo können wir das dann letzten Endes kompensieren? – Das geht eben nur, indem ich spare (Beifall bei der FPÖ), aber so vernünftig spare, dass ich die Wirtschaft dadurch nicht schädige, sondern ich kann nur im Verwaltungsbereich, also im Bereich des „Specks“ sparen. Es gibt genug Beispiele in Europa, wo das gelungen ist, etwa im Norden, in Schweden oder Dänemark. Auch die Schweiz kann als klassisches Beispiel dienen, auch wenn ich es noch hundertmal sagen muss. Warum? – Weil da die Bevölkerung die Politik über die direkte Demokratie ständig kontrolliert. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das war jetzt aber ein schnippischer Schluss!
Derzeit kann ich nur eines sagen: Bei dieser Regierung wird die kalte Progression eher mit den hohen Heizkosten kompensiert. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das war jetzt aber ein schnippischer Schluss!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Herr Dr. Bruckner! Was kann ich dafür, wenn der das sagt?!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Hohes Haus! Wenn sich die Frau Finanzministerin hier von der Flat-Tax distanziert, so kann ich nur jenen, die sich das gerne anschauen wollen, den „Standard“ vom 21. Juni 2011 empfehlen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Herr Dr. Bruckner! Was kann ich dafür, wenn der das sagt?!) Karl Bruckner, ein Ihnen nahestehender Steuerberater, inzwischen leider schon verstorben (Bundesministerin Dr. Fekter: Das heißt nicht, dass ich das gesagt habe! Bruckner, Karl Bruckner!) – Natürlich, aber das Modell haben Sie übernommen (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein! Er hätte es sich gewünscht, aber wir haben es nicht gemacht!), dieses Flat-Tax-Modell, das Karl Bruckner damals diskutiert hat im Zusammenhang mit dem, was an sich Sinn macht (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist richtig!), nämlich der Schaffung eines integrierten Tarifs. Karl Bruckner hat damals gemeint, es würde Sinn machen, da die Grenzabgabenbelastung, bestehend aus Lohnsteuer und Sozialversicherung, ohnehin schon zu hoch sei, nämlich im Maximum bei – ich habe es mir angesehen – 49 Prozent, einen Flat-Tax-Tarif von 44 Prozent festzulegen. Sie, Frau Finanzministerin, haben sich damals zu diesem Modell auch bekannt (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, wir haben es ihm ausgerechnet, und es rechnet sich nicht!), jedenfalls niemals davon distanziert. (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist das Karl-Bruckner-Modell, aber nicht meines!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Das heißt nicht, dass ich das gesagt habe! Bruckner, Karl Bruckner!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Hohes Haus! Wenn sich die Frau Finanzministerin hier von der Flat-Tax distanziert, so kann ich nur jenen, die sich das gerne anschauen wollen, den „Standard“ vom 21. Juni 2011 empfehlen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Herr Dr. Bruckner! Was kann ich dafür, wenn der das sagt?!) Karl Bruckner, ein Ihnen nahestehender Steuerberater, inzwischen leider schon verstorben (Bundesministerin Dr. Fekter: Das heißt nicht, dass ich das gesagt habe! Bruckner, Karl Bruckner!) – Natürlich, aber das Modell haben Sie übernommen (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein! Er hätte es sich gewünscht, aber wir haben es nicht gemacht!), dieses Flat-Tax-Modell, das Karl Bruckner damals diskutiert hat im Zusammenhang mit dem, was an sich Sinn macht (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist richtig!), nämlich der Schaffung eines integrierten Tarifs. Karl Bruckner hat damals gemeint, es würde Sinn machen, da die Grenzabgabenbelastung, bestehend aus Lohnsteuer und Sozialversicherung, ohnehin schon zu hoch sei, nämlich im Maximum bei – ich habe es mir angesehen – 49 Prozent, einen Flat-Tax-Tarif von 44 Prozent festzulegen. Sie, Frau Finanzministerin, haben sich damals zu diesem Modell auch bekannt (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, wir haben es ihm ausgerechnet, und es rechnet sich nicht!), jedenfalls niemals davon distanziert. (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist das Karl-Bruckner-Modell, aber nicht meines!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Nein! Er hätte es sich gewünscht, aber wir haben es nicht gemacht!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Hohes Haus! Wenn sich die Frau Finanzministerin hier von der Flat-Tax distanziert, so kann ich nur jenen, die sich das gerne anschauen wollen, den „Standard“ vom 21. Juni 2011 empfehlen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Herr Dr. Bruckner! Was kann ich dafür, wenn der das sagt?!) Karl Bruckner, ein Ihnen nahestehender Steuerberater, inzwischen leider schon verstorben (Bundesministerin Dr. Fekter: Das heißt nicht, dass ich das gesagt habe! Bruckner, Karl Bruckner!) – Natürlich, aber das Modell haben Sie übernommen (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein! Er hätte es sich gewünscht, aber wir haben es nicht gemacht!), dieses Flat-Tax-Modell, das Karl Bruckner damals diskutiert hat im Zusammenhang mit dem, was an sich Sinn macht (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist richtig!), nämlich der Schaffung eines integrierten Tarifs. Karl Bruckner hat damals gemeint, es würde Sinn machen, da die Grenzabgabenbelastung, bestehend aus Lohnsteuer und Sozialversicherung, ohnehin schon zu hoch sei, nämlich im Maximum bei – ich habe es mir angesehen – 49 Prozent, einen Flat-Tax-Tarif von 44 Prozent festzulegen. Sie, Frau Finanzministerin, haben sich damals zu diesem Modell auch bekannt (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, wir haben es ihm ausgerechnet, und es rechnet sich nicht!), jedenfalls niemals davon distanziert. (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist das Karl-Bruckner-Modell, aber nicht meines!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist richtig!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Hohes Haus! Wenn sich die Frau Finanzministerin hier von der Flat-Tax distanziert, so kann ich nur jenen, die sich das gerne anschauen wollen, den „Standard“ vom 21. Juni 2011 empfehlen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Herr Dr. Bruckner! Was kann ich dafür, wenn der das sagt?!) Karl Bruckner, ein Ihnen nahestehender Steuerberater, inzwischen leider schon verstorben (Bundesministerin Dr. Fekter: Das heißt nicht, dass ich das gesagt habe! Bruckner, Karl Bruckner!) – Natürlich, aber das Modell haben Sie übernommen (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein! Er hätte es sich gewünscht, aber wir haben es nicht gemacht!), dieses Flat-Tax-Modell, das Karl Bruckner damals diskutiert hat im Zusammenhang mit dem, was an sich Sinn macht (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist richtig!), nämlich der Schaffung eines integrierten Tarifs. Karl Bruckner hat damals gemeint, es würde Sinn machen, da die Grenzabgabenbelastung, bestehend aus Lohnsteuer und Sozialversicherung, ohnehin schon zu hoch sei, nämlich im Maximum bei – ich habe es mir angesehen – 49 Prozent, einen Flat-Tax-Tarif von 44 Prozent festzulegen. Sie, Frau Finanzministerin, haben sich damals zu diesem Modell auch bekannt (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, wir haben es ihm ausgerechnet, und es rechnet sich nicht!), jedenfalls niemals davon distanziert. (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist das Karl-Bruckner-Modell, aber nicht meines!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, wir haben es ihm ausgerechnet, und es rechnet sich nicht!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Hohes Haus! Wenn sich die Frau Finanzministerin hier von der Flat-Tax distanziert, so kann ich nur jenen, die sich das gerne anschauen wollen, den „Standard“ vom 21. Juni 2011 empfehlen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Herr Dr. Bruckner! Was kann ich dafür, wenn der das sagt?!) Karl Bruckner, ein Ihnen nahestehender Steuerberater, inzwischen leider schon verstorben (Bundesministerin Dr. Fekter: Das heißt nicht, dass ich das gesagt habe! Bruckner, Karl Bruckner!) – Natürlich, aber das Modell haben Sie übernommen (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein! Er hätte es sich gewünscht, aber wir haben es nicht gemacht!), dieses Flat-Tax-Modell, das Karl Bruckner damals diskutiert hat im Zusammenhang mit dem, was an sich Sinn macht (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist richtig!), nämlich der Schaffung eines integrierten Tarifs. Karl Bruckner hat damals gemeint, es würde Sinn machen, da die Grenzabgabenbelastung, bestehend aus Lohnsteuer und Sozialversicherung, ohnehin schon zu hoch sei, nämlich im Maximum bei – ich habe es mir angesehen – 49 Prozent, einen Flat-Tax-Tarif von 44 Prozent festzulegen. Sie, Frau Finanzministerin, haben sich damals zu diesem Modell auch bekannt (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, wir haben es ihm ausgerechnet, und es rechnet sich nicht!), jedenfalls niemals davon distanziert. (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist das Karl-Bruckner-Modell, aber nicht meines!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist das Karl-Bruckner-Modell, aber nicht meines!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Hohes Haus! Wenn sich die Frau Finanzministerin hier von der Flat-Tax distanziert, so kann ich nur jenen, die sich das gerne anschauen wollen, den „Standard“ vom 21. Juni 2011 empfehlen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Herr Dr. Bruckner! Was kann ich dafür, wenn der das sagt?!) Karl Bruckner, ein Ihnen nahestehender Steuerberater, inzwischen leider schon verstorben (Bundesministerin Dr. Fekter: Das heißt nicht, dass ich das gesagt habe! Bruckner, Karl Bruckner!) – Natürlich, aber das Modell haben Sie übernommen (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein! Er hätte es sich gewünscht, aber wir haben es nicht gemacht!), dieses Flat-Tax-Modell, das Karl Bruckner damals diskutiert hat im Zusammenhang mit dem, was an sich Sinn macht (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist richtig!), nämlich der Schaffung eines integrierten Tarifs. Karl Bruckner hat damals gemeint, es würde Sinn machen, da die Grenzabgabenbelastung, bestehend aus Lohnsteuer und Sozialversicherung, ohnehin schon zu hoch sei, nämlich im Maximum bei – ich habe es mir angesehen – 49 Prozent, einen Flat-Tax-Tarif von 44 Prozent festzulegen. Sie, Frau Finanzministerin, haben sich damals zu diesem Modell auch bekannt (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, wir haben es ihm ausgerechnet, und es rechnet sich nicht!), jedenfalls niemals davon distanziert. (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist das Karl-Bruckner-Modell, aber nicht meines!)
Abg. Bucher: Davon habe ich ja gesprochen!
Wenn die Rede davon ist, Frau Finanzministerin, dass unser Steuersystem leistungsfeindlich ist, so möchte ich wieder auf Herrn Karl Bruckner zurückkommen. Es ist ja an sich kein Geheimnis, anschauen muss man sich bei der Lohn- und Einkommensteuer immer auch die Sozialversicherungsbeiträge, und wenn man sich die sogenannte Grenzabgabenbelastung, bestehend aus Lohnsteuer, Einkommensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen, anschaut – das ist jene Belastung, die man zahlt, wenn man einen zusätzlichen Euro verdient –, so zeigt sich ein überraschendes Bild: dass nämlich jene die höchste Grenzabgabenbelastung haben, die Bruttojahreseinkommen zwischen 40 000 und 60 000 € haben. Jene, die ein Jahreseinkommen zwischen 60 000 und 80 000 € brutto haben, haben eine Grenzabgabenbelastung von 38 Prozent. Das ist der Effekt, der klarerweise aus der Höchstbeitragsgrundlage resultiert. (Abg. Bucher: Davon habe ich ja gesprochen!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist der sogenannte Mittelstandsbuckel!
Jene, die über 80 000 € verdienen, haben eine Grenzabgabenbelastung von 43,7 Prozent, aber jedenfalls deutlich weniger als jene, die zwischen 40 000 und 60 000 € verdienen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist der sogenannte Mittelstandsbuckel!) – Ich sage, das ist der „Badewannen-Effekt“, das ist nicht der Mittelstandsbuckel.
Beifall bei den Grünen
Wir Grünen stehen nach wie vor zu dem Vorschlag der Abschaffung der kalten Progression durch eine Indexierung der Progressionsstufen (Beifall bei den Grünen), aber es soll natürlich nicht so sein, dass das eine singuläre Maßnahme im Zusammenhang mit einer Steuerreform ist, sondern mitgedacht werden soll im Rahmen einer Steuerstrukturreform – einer Steuerstrukturreform, die insgesamt auch den Faktor Arbeit stärker unter die Lupe nimmt, die sich auch der Frage der Besteuerung von Vermögen annimmt, denn man muss auch daran denken, wie man das Ganze finanzieren kann.
Bundesministerin Dr. Fekter: Im Tarif nicht! Der mit Kinder und der ohne Kinder hat denselben Tarif!
Ein Wort, Frau Finanzministerin, muss ich natürlich auch noch zu den Familien verlieren, wenn Sie – Herr Kollege Krainer hat es schon angedeutet – sagen, es gibt keine Ausnahmen für Kinder im Steuersystem. Natürlich gibt es Ausnahmen für Kinder im Steuer- und Abgabensystem. (Bundesministerin Dr. Fekter: Im Tarif nicht! Der mit Kinder und der ohne Kinder hat denselben Tarif!) Im Tarif nicht, aber es gibt natürlich die Absetzbeträge, es gibt die Freibeträge, und, und, und, Kollege Krainer hat das schon aufgezählt.
Bundesministerin Dr. Fekter: Das deutsche Modell habe ich erwähnt!
Sie wollen ja nicht die Kinder in den Tarif integrieren, Frau Finanzministerin, da muss ich Sie leider korrigieren. Bei einem „Sonntagsfrühstück“ im „Kurier“ haben Sie einmal einen Kinderfreibetrag von 7 000 € vorgeschlagen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Das deutsche Modell habe ich erwähnt!) – Mich interessiert nicht, welches Modell das ist, mich interessiert, wie dieses Modell wirkt, und ich werde Ihnen jetzt sagen, wie dieses Modell wirkt! (Beifall bei den Grünen.) Dieses Modell wirkt nämlich so, dass eine Alleinverdienerin mit zwei Kindern und einem niedrigen Einkommen null profitiert von dem 7 000-€-Freibetrag und ein gut Verdienender mit zwei Kindern, verheiratet oder
Beifall bei den Grünen.
Sie wollen ja nicht die Kinder in den Tarif integrieren, Frau Finanzministerin, da muss ich Sie leider korrigieren. Bei einem „Sonntagsfrühstück“ im „Kurier“ haben Sie einmal einen Kinderfreibetrag von 7 000 € vorgeschlagen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Das deutsche Modell habe ich erwähnt!) – Mich interessiert nicht, welches Modell das ist, mich interessiert, wie dieses Modell wirkt, und ich werde Ihnen jetzt sagen, wie dieses Modell wirkt! (Beifall bei den Grünen.) Dieses Modell wirkt nämlich so, dass eine Alleinverdienerin mit zwei Kindern und einem niedrigen Einkommen null profitiert von dem 7 000-€-Freibetrag und ein gut Verdienender mit zwei Kindern, verheiratet oder
Neuerlicher Beifall bei den Grünen.
nicht verheiratet, 7 000 € im Jahr profitiert. Also das will ich nicht haben, Frau Finanzministerin! (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie sprechen immer von Gerechtigkeit – das hat mit Gerechtigkeit nichts zu tun, ganz abgesehen davon, dass man sich überlegen muss, was dieses Ihr Modell eines Freibetrages von 7 000 € kostet! Ich habe mir das durchgerechnet, das kostet mindestens 4,5 Milliarden €. Dazu gab es eine Tarifreform, die bei diesem Vorschlag noch einmal 5,5 Milliarden € kostet. Das sind 10 Milliarden €! – Frau Finanzministerin, bis heute sind Sie uns die Antwort darauf schuldig geblieben, wie Sie das finanzieren wollen! (Beifall bei den Grünen.)
Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, will ich nicht!
Der Rechnungshof hat vorgerechnet, es gibt 588 Ausnahmen – ich glaube, 588 hat er gesagt –, und das Ganze macht 9 Milliarden € aus. Die größte Begünstigung ist natürlich das 13., 14. Gehalt, und daher, Frau Finanzministerin, müssen Sie auch sagen, ob Sie an das 13., 14. Gehalt heranwollen oder nicht. (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, will ich nicht!) Sie haben so lange Zeit zum Nachdenken gehabt, und Sie geben uns keine Antwort. Sie haben uns fünf Jahre lang keine Antwort auf die Probleme dieses Steuer- und Abgabensystems gegeben. Sie haben in dieser Frage essenziell versagt! – Vielen Dank. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Der Rechnungshof hat vorgerechnet, es gibt 588 Ausnahmen – ich glaube, 588 hat er gesagt –, und das Ganze macht 9 Milliarden € aus. Die größte Begünstigung ist natürlich das 13., 14. Gehalt, und daher, Frau Finanzministerin, müssen Sie auch sagen, ob Sie an das 13., 14. Gehalt heranwollen oder nicht. (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, will ich nicht!) Sie haben so lange Zeit zum Nachdenken gehabt, und Sie geben uns keine Antwort. Sie haben uns fünf Jahre lang keine Antwort auf die Probleme dieses Steuer- und Abgabensystems gegeben. Sie haben in dieser Frage essenziell versagt! – Vielen Dank. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Jetzt kommt wieder Sachlichkeit rein!
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (STRONACH): Frau Präsidentin! Hohes Haus! (Ruf bei der ÖVP: Jetzt kommt wieder Sachlichkeit rein!) – Natürlich, jetzt kommt wieder Sachlichkeit rein, Sie sagen es!
Abg. Dr. Matznetter: Das ist die falsche Unterlage, Herr Lugar! Falsche Rede!
Ich frage mich, warum jetzt nichts von Ihrer Seite her passiert. Sie könnten natürlich sagen, Sie haben erst jetzt erkannt, dass die Probleme da sind, und es dauert einfach seine Zeit. (Abg. Dr. Matznetter: Das ist die falsche Unterlage, Herr Lugar! Falsche Rede!) Wenn man Ihre Ausführungen zur Lage der Nation und zum Budget nachliest – ich habe mir jene aus dem Jahr 2011 angesehen, immerhin zwei Jahre zurück –, dann fragt man sich, was Sie seither gemacht haben.
Bundesministerin Dr. Fekter: Das Defizit abgebaut, Stabilitätspakt geschlossen!
gression zu rasch greift. (Bundesministerin Dr. Fekter: Das Defizit abgebaut, Stabilitätspakt geschlossen!) Sie haben damals gesagt, dass der Spitzensteuersatz viel zu früh greift. Sie haben damals gesagt, dass man auch Besserverdienende unterstützen muss, dass wir ein einfacheres Steuersystem brauchen und so weiter. – Ich frage mich: Was hat Sie in den letzten zwei Jahren daran gehindert, etwas in diese Richtung zu tun? Was hat Sie gehindert?
Beifall beim Team Stronach.
Sie haben gerufen, wir müssen das Budgetdefizit abbauen. – Der Rechnungshof hat Ihnen und auch Ihrem Vorgänger und dem Vorgänger Ihres Vorgängers doch schon vor Jahren gesagt, dass in der Verwaltung viele Milliarden schlummern, die zu holen wären. Was haben Sie gemacht? Was haben Sie in den letzten zwei Jahren gemacht? Was hat Sie daran gehindert, etwas zu machen? Das frage ich mich wirklich. Sie stellen sich hierher wie ein Vorstand von einem Unternehmen, der zwar immer die schlechten Umsätze und die schlechten Gewinne bekrittelt, aber nichts tut. Sie tun nichts, Sie bleiben uns auch heute wieder die Antworten schuldig. Wenn Sie sagen, Sie wollen die Familien steuerlich entlasten, dann hätten Sie gleich dazusagen können, Sie wollen eine Familienbesteuerung, Sie wollen Maßnahmen, die helfen. Was haben Sie gemacht? – Nichts haben Sie gemacht! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach. – Ironische Heiterkeit von Bundesministerin Dr. Fekter sowie der Abg. Dr. Lichtenecker.
Wenn Sie darüber nachdenken – ich kenne da jemanden, der Ihnen ein bisschen auf die Sprünge helfen kann. Frank Stronach hat die Erfahrung, er könnte sich hier einbringen. (Beifall beim Team Stronach. – Ironische Heiterkeit von Bundesministerin Dr. Fekter sowie der Abg. Dr. Lichtenecker.) – Sie lachen, Frau Ministerin?! Da kommt jemand, der mittlerweile sehr viel Erfahrung hat, weil er schon 80 Jahre alt ist, bringt sich ein in diesem Land, will helfen, stellt uns seine Informationen, seine Erfahrung zur Verfügung, da kommt jemand mit Informationen und mit Anregungen, was man hier machen könnte, und Sie lachen nur darüber. Was ist daran lächerlich? Was ist daran lä-
Bundesministerin Dr. Fekter: Dass er nicht in Österreich Steuern zahlt!
cherlich? (Bundesministerin Dr. Fekter: Dass er nicht in Österreich Steuern zahlt!) – Er zahlt Steuern. Er zahlt über 1 Million € Steuern in Österreich, also wo ist jetzt das Problem? (Abg. Tamandl: Persönlich?)
Abg. Tamandl: Persönlich?
cherlich? (Bundesministerin Dr. Fekter: Dass er nicht in Österreich Steuern zahlt!) – Er zahlt Steuern. Er zahlt über 1 Million € Steuern in Österreich, also wo ist jetzt das Problem? (Abg. Tamandl: Persönlich?)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Na selbstverständlich! Frank Stronach zahlt in Österreich 1 Million Steuern, und er zahlt noch viel mehr Steuern in jenem Land, in dem er die meisten Einkünfte hat, nämlich in Kanada. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie werden jetzt hier doch nicht propagieren, dass Frank Stronach dort, wo er seine Einkünfte hat, Steuern hinterzieht und sie hier in Österreich versteuert, oder was wollen Sie mir damit jetzt sagen? (Bundesministerin Dr. Fekter: Wo hat er denn seinen Lebensmittelpunkt? In der Schweiz?) Die Steuern werden letztlich dort bezahlt, wo sie anfallen.
Bundesministerin Dr. Fekter: Wo hat er denn seinen Lebensmittelpunkt? In der Schweiz?
Na selbstverständlich! Frank Stronach zahlt in Österreich 1 Million Steuern, und er zahlt noch viel mehr Steuern in jenem Land, in dem er die meisten Einkünfte hat, nämlich in Kanada. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie werden jetzt hier doch nicht propagieren, dass Frank Stronach dort, wo er seine Einkünfte hat, Steuern hinterzieht und sie hier in Österreich versteuert, oder was wollen Sie mir damit jetzt sagen? (Bundesministerin Dr. Fekter: Wo hat er denn seinen Lebensmittelpunkt? In der Schweiz?) Die Steuern werden letztlich dort bezahlt, wo sie anfallen.
Beifall beim Team Stronach.
Sie müssten gar kein Geld in die Hand nehmen, Sie müssten einfach einmal diesen Paragraphendschungel durchforsten und ein einfaches, transparentes Steuersystem machen. (Beifall beim Team Stronach.)
Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, das habe ich nicht gesagt! Zitieren Sie mich nicht falsch!
Wir haben Sie im Ausschuss darauf angesprochen und Sie gebeten, das bitte abzustellen, weil das wirklich sehr problematisch gerade für junge Familien ist. Was haben Sie geantwortet? – Sie haben – und das lässt tief blicken – in einer flammenden Rede, so wie Sie es heute hier gemacht haben, gesagt, Sie finden das auch ganz, ganz furchtbar, das gehört auf jeden Fall abgeschafft. Sie haben aber nicht gesagt, wir schaffen das ab oder werden zumindest den Antrag, der vorlag und der vernünftig war, nicht vertagen. Nein, Sie haben diesen Antrag vertagen lassen und haben dann gesagt, wenn das für jemanden ein Problem ist, dann soll er einfach keinen Vertrag unterschreiben (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, das habe ich nicht gesagt! Zitieren Sie mich nicht falsch!), sondern es mündlich machen und es mitfilmen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Zitieren Sie mich nicht falsch!) Sie haben es gesagt, und alle haben es gehört.
Bundesministerin Dr. Fekter: Zitieren Sie mich nicht falsch!
Wir haben Sie im Ausschuss darauf angesprochen und Sie gebeten, das bitte abzustellen, weil das wirklich sehr problematisch gerade für junge Familien ist. Was haben Sie geantwortet? – Sie haben – und das lässt tief blicken – in einer flammenden Rede, so wie Sie es heute hier gemacht haben, gesagt, Sie finden das auch ganz, ganz furchtbar, das gehört auf jeden Fall abgeschafft. Sie haben aber nicht gesagt, wir schaffen das ab oder werden zumindest den Antrag, der vorlag und der vernünftig war, nicht vertagen. Nein, Sie haben diesen Antrag vertagen lassen und haben dann gesagt, wenn das für jemanden ein Problem ist, dann soll er einfach keinen Vertrag unterschreiben (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, das habe ich nicht gesagt! Zitieren Sie mich nicht falsch!), sondern es mündlich machen und es mitfilmen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Zitieren Sie mich nicht falsch!) Sie haben es gesagt, und alle haben es gehört.
Bundesministerin Dr. Fekter: Ich habe diese Umgehung angeprangert! Sagen Sie !
Es haben alle im Ausschuss gehört, wie Sie gesagt haben, man soll diesen Vertrag nicht unterschreiben, sondern „fektorisieren“, indem man ihn auf Video aufnimmt; dann spart man sich diese Gebühr, die ja nur anfällt, wenn es ein schriftlicher Vertrag ist. (Bundesministerin Dr. Fekter: Ich habe diese Umgehung angeprangert! Sagen Sie !) – Sie haben sie nicht angeprangert, Sie haben gesagt es gibt diese Umgehung, und man könnte es so umgehen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Es haben alle im Ausschuss gehört, wie Sie gesagt haben, man soll diesen Vertrag nicht unterschreiben, sondern „fektorisieren“, indem man ihn auf Video aufnimmt; dann spart man sich diese Gebühr, die ja nur anfällt, wenn es ein schriftlicher Vertrag ist. (Bundesministerin Dr. Fekter: Ich habe diese Umgehung angeprangert! Sagen Sie !) – Sie haben sie nicht angeprangert, Sie haben gesagt es gibt diese Umgehung, und man könnte es so umgehen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Kickl. – Ruf bei der ÖVP: Nur peinlich! Nur peinlich!
Das ist das Problem, und deshalb: Umgehen wir bitte keine Steuern, sondern machen Sie vernünftige Steuern, und dann gibt es auch keine Probleme. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Kickl. – Ruf bei der ÖVP: Nur peinlich! Nur peinlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schottergrube!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Zum Kollegen Lugar: Es wird nicht der Herr Adam Riese sein, der die Frau Fekter ablösen wird, das kann ich heute schon versichern. Wenn wir die heutigen Tageszeitungen lesen, dann wird es der Herr Michael Spindelegger sein, der den Herrn Reinhold Mitterlehner in spätestens fünf Monaten in das Finanzministerium setzt. Daher ist die Zukunftsperspektive der Frau Finanzministerin (Abg. Ing. Westenthaler: Schottergrube!), die sie uns heute hier bringt, ohnedies nur sehr endlich (Zwischenruf des Abg. Hornek) und wird zumindest die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler nicht mehr viel bewegen. – Das betretene Schweigen der Österreichischen Volkspartei bestätigt dieses Gerücht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Zwischenruf des Abg. Hornek
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Zum Kollegen Lugar: Es wird nicht der Herr Adam Riese sein, der die Frau Fekter ablösen wird, das kann ich heute schon versichern. Wenn wir die heutigen Tageszeitungen lesen, dann wird es der Herr Michael Spindelegger sein, der den Herrn Reinhold Mitterlehner in spätestens fünf Monaten in das Finanzministerium setzt. Daher ist die Zukunftsperspektive der Frau Finanzministerin (Abg. Ing. Westenthaler: Schottergrube!), die sie uns heute hier bringt, ohnedies nur sehr endlich (Zwischenruf des Abg. Hornek) und wird zumindest die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler nicht mehr viel bewegen. – Das betretene Schweigen der Österreichischen Volkspartei bestätigt dieses Gerücht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Zum Kollegen Lugar: Es wird nicht der Herr Adam Riese sein, der die Frau Fekter ablösen wird, das kann ich heute schon versichern. Wenn wir die heutigen Tageszeitungen lesen, dann wird es der Herr Michael Spindelegger sein, der den Herrn Reinhold Mitterlehner in spätestens fünf Monaten in das Finanzministerium setzt. Daher ist die Zukunftsperspektive der Frau Finanzministerin (Abg. Ing. Westenthaler: Schottergrube!), die sie uns heute hier bringt, ohnedies nur sehr endlich (Zwischenruf des Abg. Hornek) und wird zumindest die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler nicht mehr viel bewegen. – Das betretene Schweigen der Österreichischen Volkspartei bestätigt dieses Gerücht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Abg. Bucher: Der große Wurf!
„Ich bin von unserem neuen Vizekanzler beauftragt, unser derzeit sehr unübersichtliches Steuersystem in eine völlig neue Form zu bringen. Es wird also keine kleine, sondern eine große Steuerreform geben, die vier große Elemente hat:“ – (Abg. Bucher: Der große Wurf!) – „Die Steuer soll weniger, einfacher, leistungsgerechter werden und vor allem Familien entlasten.“ (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
„Ich bin von unserem neuen Vizekanzler beauftragt, unser derzeit sehr unübersichtliches Steuersystem in eine völlig neue Form zu bringen. Es wird also keine kleine, sondern eine große Steuerreform geben, die vier große Elemente hat:“ – (Abg. Bucher: Der große Wurf!) – „Die Steuer soll weniger, einfacher, leistungsgerechter werden und vor allem Familien entlasten.“ (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Ah-Rufe beim BZÖ. – Weitere Rufe beim BZÖ: Sicher! Garantiert!
Antwort Fekter: „Wir werden unser Konzept mit Sicherheit noch vor der Wahl 2013 vorlegen.“ (Ah-Rufe beim BZÖ. – Weitere Rufe beim BZÖ: Sicher! Garantiert!) – Mit Sicherheit!
Ah-Rufe beim BZÖ
Fekter: „Das kann eine Kombination aller in Österreich denkbaren Abgaben von Steuer bis Sozial- und Krankenversicherung sein, das kann eine Flat Rate sein,“ – (Ah-Rufe beim BZÖ) – „das kann ein integriertes Modell sein. Wir wollen alle Denkvarianten offen diskutieren.“ (Bundesministerin Dr. Fekter: Eben!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Eben!
Fekter: „Das kann eine Kombination aller in Österreich denkbaren Abgaben von Steuer bis Sozial- und Krankenversicherung sein, das kann eine Flat Rate sein,“ – (Ah-Rufe beim BZÖ) – „das kann ein integriertes Modell sein. Wir wollen alle Denkvarianten offen diskutieren.“ (Bundesministerin Dr. Fekter: Eben!)
Rufe beim BZÖ: Ah so!
„Wir haben schon viele Flat Rates von der Sparbuch- bis zu Stiftungssteuer – warum nicht?“ (Rufe beim BZÖ: Ah so!) – Bundesministerin Fekter im O-Ton.
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.
Ich glaube, ich habe Sie nicht falsch zitiert. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) Nein, ich habe Sie nicht falsch zitiert, sondern Sie haben hier gegenüber diesem Haus die Unwahrheit gesagt, und dessen haben wir Sie jetzt überführt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich glaube, ich habe Sie nicht falsch zitiert. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) Nein, ich habe Sie nicht falsch zitiert, sondern Sie haben hier gegenüber diesem Haus die Unwahrheit gesagt, und dessen haben wir Sie jetzt überführt. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die?
„Ich plane eine wirklich große Steuerreform zu präsentieren.“ – (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die?) – „Ziel ist ein integrierter, einheitlicher Steuersatz. Ich drehe da nicht an ein paar Schrauberln, ich plane wirklich einen großen Wurf. Viel einfacher, auch eine Flat Tax ist denkbar – alles wird von Experten diskutiert und erarbeitet.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Wurf? Wer wirft, und wo ist der Wurf?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Wurf? Wer wirft, und wo ist der Wurf?
„Ich plane eine wirklich große Steuerreform zu präsentieren.“ – (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die?) – „Ziel ist ein integrierter, einheitlicher Steuersatz. Ich drehe da nicht an ein paar Schrauberln, ich plane wirklich einen großen Wurf. Viel einfacher, auch eine Flat Tax ist denkbar – alles wird von Experten diskutiert und erarbeitet.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Wurf? Wer wirft, und wo ist der Wurf?)
Ruf beim BZÖ: Da schau her!
„Finanzministerin Maria Fekter will das Steuersystem radikal vereinfachen, indem sie die Einkommenssteuer und Sozialversicherungsbeiträge in einer Art ,Flat Tax’ zusammenführt.“ (Ruf beim BZÖ: Da schau her!)
Beifall beim BZÖ.
Ich darf Ihnen jetzt Ihre eigenen Zitate vorlegen, weil Ihr Gedächtnis offenbar tatsächlich – wie mein Kollege Peter Westenthaler gesagt hat – nicht bis ins Jahr 2011 zurückreicht; daher gebe ich Ihnen keine BZÖ-Broschüre, sondern erinnere Sie nur an Ihre eigenen Versprechungen. Und das ist auch der Inhalt des Dringlichen Antrages unseres Klubobmannes Josef Bucher, der heute einmal mehr darauf drängt, dass unser Flat Tax-Modell, das im Jahr 2011 durch die Kopiermaschine Ihres Ministeriums die Unterstützung gefunden hat, auch endlich umgesetzt wird – und zwar vor der Wahl 2013, sehr geehrte Damen und Herren, wie Sie es selbst versprochen haben, Frau Bundesministerin der fleischgewordenen Wortbrüchigkeit! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wissen Sie, Frau Bundesministerin, „Zuckerl“ impliziert immer ein Geschenk. Die acht Millionen Österreicherinnen und Österreicher, von denen ein Gutteil der ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen tagtäglich seine Steuern zahlt, halten es nicht für ein Geschenk, ein Zuckerl, wenn Sie endlich, beispielsweise in der kalten Progression, das, was Sie durch dieses unfaire und unsoziale System einnehmen, auch wieder den Menschen zurückgeben. Das hat nichts mit Zuckerln zu tun, sehr geehrte Damen und Herren, sondern das ist Fairness und Gerechtigkeit, und die fordern wir heute ein. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Tamandl.
Das ineffiziente und chaotische Steuersystem hat Österreich nicht nur den Ruf eines Hochsteuerlandes eingebracht, sondern jeder Steuerberater in diesem Land wird Ihnen auch sagen, dass Österreich ein Steuerdschungel ist. Selbst die besten Experten in den Steuerberatungskanzleien in Österreich können ihre Klienten nicht mehr in dem Umfang beraten, wie es eigentlich sein soll, weil Sie mit Ihrer Untätigkeit diesen Steuerdschungel in Österreich prolongieren. (Zwischenruf der Abg. Tamandl.)
Beifall beim BZÖ.
Wir werden daher auch über den Wahltag hinaus hier im Haus nicht müde werden, Sie bei jeder Sitzung an Ihre Versprechungen zu erinnern und auch einzufordern, dass Österreich endlich ein faires, einheitliches Steuersystem bekommt. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf beim BZÖ
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Abgeordneter Grosz, ich weiß nicht warum, aber Sie werfen jetzt der Frau Finanzministerin vor, dass ihr Langzeitgedächtnis nicht funktioniert. – Sie wissen nicht einmal, was im Antrag Ihrer Fraktion vor vier Stunden drinstand. Da geht es ausschließlich um eine Anpassung der Steuerprogressionsstufen (Zwischenruf beim BZÖ), nicht um eine Flat Tax, wie Sie hier noch vor drei Minuten gesagt haben – Ihr Gedächtnis reicht nicht einmal drei Minuten.
Abg. Grosz: Ich lasse mir ja von Ihnen nicht vorschreiben, was ich diskutiere!
Sie haben gesagt, das Flat Tax-Modell ist vom BZÖ; mit Steuerprogressionsstufen ist das keine Flat Tax. Bitte, das ist alles auf einem Niveau (Abg. Grosz: Ich lasse mir ja von Ihnen nicht vorschreiben, was ich diskutiere!) – Nein, Sie können eh diskutieren, was Sie wollen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Es ist mir vollkommen gleichgültig, spielt eh keine Rolle. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.) Ihre Prognosen dazu, wer im Herbst noch hier sein wird, brauchen Sie nicht auf die Frau Finanzministerin zu beziehen; Sie können sie auf die Position des BZÖ Steiermark beziehen. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Sie haben gesagt, das Flat Tax-Modell ist vom BZÖ; mit Steuerprogressionsstufen ist das keine Flat Tax. Bitte, das ist alles auf einem Niveau (Abg. Grosz: Ich lasse mir ja von Ihnen nicht vorschreiben, was ich diskutiere!) – Nein, Sie können eh diskutieren, was Sie wollen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Es ist mir vollkommen gleichgültig, spielt eh keine Rolle. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.) Ihre Prognosen dazu, wer im Herbst noch hier sein wird, brauchen Sie nicht auf die Frau Finanzministerin zu beziehen; Sie können sie auf die Position des BZÖ Steiermark beziehen. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.
Sie haben gesagt, das Flat Tax-Modell ist vom BZÖ; mit Steuerprogressionsstufen ist das keine Flat Tax. Bitte, das ist alles auf einem Niveau (Abg. Grosz: Ich lasse mir ja von Ihnen nicht vorschreiben, was ich diskutiere!) – Nein, Sie können eh diskutieren, was Sie wollen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Es ist mir vollkommen gleichgültig, spielt eh keine Rolle. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.) Ihre Prognosen dazu, wer im Herbst noch hier sein wird, brauchen Sie nicht auf die Frau Finanzministerin zu beziehen; Sie können sie auf die Position des BZÖ Steiermark beziehen. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie haben gesagt, das Flat Tax-Modell ist vom BZÖ; mit Steuerprogressionsstufen ist das keine Flat Tax. Bitte, das ist alles auf einem Niveau (Abg. Grosz: Ich lasse mir ja von Ihnen nicht vorschreiben, was ich diskutiere!) – Nein, Sie können eh diskutieren, was Sie wollen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Es ist mir vollkommen gleichgültig, spielt eh keine Rolle. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.) Ihre Prognosen dazu, wer im Herbst noch hier sein wird, brauchen Sie nicht auf die Frau Finanzministerin zu beziehen; Sie können sie auf die Position des BZÖ Steiermark beziehen. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?
Zurück aber zum eigentlichen Thema und in diesem Fall zur Frage, ob wir hinsichtlich des automatischen Inflationsausgleiches etwas tun sollen: Das ist ein Detailproblem jedes progressiven Steuersystems, das umso bedeutender wird, je höher die Inflation ist. Jetzt haben wir aber justament eine Zeit, in der wir keine besonders hohe Inflation haben – zum Glück. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?) – Statistik Austria, das ist jene Einrichtung, Herr Abgeordneter Westenthaler – ist ja kein Problem; ein wenig politische Bildung für Sie –, da können Sie jederzeit (Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem Warenkorb, der völlig irrelevant ist! funktioniert nicht mehr!) – Dann erläutern Sie Ihren Antrag richtig! Sie wollen ein Gesetz machen, bei dem Sie (Zwischenruf bei der SPÖ.) Moment, darüber muss man sich klar sein: Sie akzeptieren den VPI nicht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem Warenkorb, der völlig irrelevant ist! funktioniert nicht mehr!
Zurück aber zum eigentlichen Thema und in diesem Fall zur Frage, ob wir hinsichtlich des automatischen Inflationsausgleiches etwas tun sollen: Das ist ein Detailproblem jedes progressiven Steuersystems, das umso bedeutender wird, je höher die Inflation ist. Jetzt haben wir aber justament eine Zeit, in der wir keine besonders hohe Inflation haben – zum Glück. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?) – Statistik Austria, das ist jene Einrichtung, Herr Abgeordneter Westenthaler – ist ja kein Problem; ein wenig politische Bildung für Sie –, da können Sie jederzeit (Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem Warenkorb, der völlig irrelevant ist! funktioniert nicht mehr!) – Dann erläutern Sie Ihren Antrag richtig! Sie wollen ein Gesetz machen, bei dem Sie (Zwischenruf bei der SPÖ.) Moment, darüber muss man sich klar sein: Sie akzeptieren den VPI nicht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Zurück aber zum eigentlichen Thema und in diesem Fall zur Frage, ob wir hinsichtlich des automatischen Inflationsausgleiches etwas tun sollen: Das ist ein Detailproblem jedes progressiven Steuersystems, das umso bedeutender wird, je höher die Inflation ist. Jetzt haben wir aber justament eine Zeit, in der wir keine besonders hohe Inflation haben – zum Glück. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?) – Statistik Austria, das ist jene Einrichtung, Herr Abgeordneter Westenthaler – ist ja kein Problem; ein wenig politische Bildung für Sie –, da können Sie jederzeit (Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem Warenkorb, der völlig irrelevant ist! funktioniert nicht mehr!) – Dann erläutern Sie Ihren Antrag richtig! Sie wollen ein Gesetz machen, bei dem Sie (Zwischenruf bei der SPÖ.) Moment, darüber muss man sich klar sein: Sie akzeptieren den VPI nicht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Zurück aber zum eigentlichen Thema und in diesem Fall zur Frage, ob wir hinsichtlich des automatischen Inflationsausgleiches etwas tun sollen: Das ist ein Detailproblem jedes progressiven Steuersystems, das umso bedeutender wird, je höher die Inflation ist. Jetzt haben wir aber justament eine Zeit, in der wir keine besonders hohe Inflation haben – zum Glück. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?) – Statistik Austria, das ist jene Einrichtung, Herr Abgeordneter Westenthaler – ist ja kein Problem; ein wenig politische Bildung für Sie –, da können Sie jederzeit (Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem Warenkorb, der völlig irrelevant ist! funktioniert nicht mehr!) – Dann erläutern Sie Ihren Antrag richtig! Sie wollen ein Gesetz machen, bei dem Sie (Zwischenruf bei der SPÖ.) Moment, darüber muss man sich klar sein: Sie akzeptieren den VPI nicht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Schauen Sie einmal die Lebensmittelpreise !
Herr Ing. Westenthaler – „dem Ingenieur ist nichts zu schwör“ – sagt: Der ist ja falsch, der Warenkorb. – Wie wollen Sie denn dann Ihre Steuerstufen valorisieren? (Abg. Ing. Westenthaler: Schauen Sie einmal die Lebensmittelpreise !) Nach Ihrem Blutdruck in der Früh? Haben Sie nachgedacht? Sie stellen so einen Antrag, Sie wollen valorisieren, und dann sagen Sie, das gilt aber nichts, weil das ja alles falsch ist?! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Herr Ing. Westenthaler – „dem Ingenieur ist nichts zu schwör“ – sagt: Der ist ja falsch, der Warenkorb. – Wie wollen Sie denn dann Ihre Steuerstufen valorisieren? (Abg. Ing. Westenthaler: Schauen Sie einmal die Lebensmittelpreise !) Nach Ihrem Blutdruck in der Früh? Haben Sie nachgedacht? Sie stellen so einen Antrag, Sie wollen valorisieren, und dann sagen Sie, das gilt aber nichts, weil das ja alles falsch ist?! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ah so!
Wenn Herr Klubobmann Bucher sagt, es handle sich um einen „Nationalpark Hohe Steuern“, dann haben wir ja wohl Gipfel, wo wir eine sehr, sehr hohe Besteuerung haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ah so!) Selbst die Billa-Verkäuferin hatte, wenn Sie Steuern und Abgaben rechnen, in Wirklichkeit bereits 18 Prozent zu zahlen, auch wenn sie weit unter ihrer Lohnsteuergrenze ist.
Abg. Dolinschek: Arbeitskraft muss werden, Herr Kollege!
Gleichzeitig haben wir aber Untiefen – und darauf wurde auch schon hingewiesen: dass wir unter den Ländern mit der niedrigsten Vermögensbesteuerung sind. – Ja, wieso wehrt sich denn das BZÖ dagegen? Warum soll man nicht von einer Millionenerbschaft wenigstens für den verbleibenden Teil über der ersten Million einen Obolus zahlen? Warum soll man nicht für ein Vermögen von mehr als einer Million einen Beitrag für die Gesellschaft leisten? – Da sagen Sie immer Nein. Das wäre aber wie Täler zum Auffüllen (Abg. Dolinschek: Arbeitskraft muss werden, Herr Kollege!), dann wäre ein Volumen da, und dann könnten wir es senken.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich sage Ihnen auch, warum es so ist: weil die Hälfte hier immer an die eigene Tasche und an seinesgleichen denkt. Das ist doch ein Teil der Diskussion hier. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Leider ist Günter Stummvoll nicht da, ich hätte es ihm gerne gesagt: Die 4 Prozent Krankenversicherungsbeitrag werden nur bis zur Höchstbeitragsgrundlage eingehoben. Bei uns allen hier endet diese bei knapp 4 000 €. Davon ziehen wir 50 Prozent Steuer ab, da haben wir dann einen Prozentsatz aufs Endgehalt – ich weiß nicht, wie es bei Günter Stummvoll ist, er hat noch eine Altpolitikerpension (Ruf beim BZÖ: Ihr Gehalt ab!) –, wahrscheinlich 1 Prozent. Die Billa-Verkäuferin zahlt 3,87 Prozent mit ihren 1 000 €. – Nicht immer nur aus der eigenen Perspektive!
Ruf beim BZÖ: Ihr Gehalt ab!
Ich sage Ihnen auch, warum es so ist: weil die Hälfte hier immer an die eigene Tasche und an seinesgleichen denkt. Das ist doch ein Teil der Diskussion hier. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Leider ist Günter Stummvoll nicht da, ich hätte es ihm gerne gesagt: Die 4 Prozent Krankenversicherungsbeitrag werden nur bis zur Höchstbeitragsgrundlage eingehoben. Bei uns allen hier endet diese bei knapp 4 000 €. Davon ziehen wir 50 Prozent Steuer ab, da haben wir dann einen Prozentsatz aufs Endgehalt – ich weiß nicht, wie es bei Günter Stummvoll ist, er hat noch eine Altpolitikerpension (Ruf beim BZÖ: Ihr Gehalt ab!) –, wahrscheinlich 1 Prozent. Die Billa-Verkäuferin zahlt 3,87 Prozent mit ihren 1 000 €. – Nicht immer nur aus der eigenen Perspektive!
Ruf: Sollst eh nicht, ist gescheiter!
Und das gilt auch für Ideen wie jene, 7 200 € pro Kind zu geben. – Super, ich habe vier Kinder! Kann mir irgendjemand erklären, wieso ich Politik machen soll (Ruf: Sollst eh nicht, ist gescheiter!), dass ich sage, ich stecke 3 500 € pro Kind zusätzlich ein und die Billa-Verkäuferin mit zwei Kindern kriegt nichts? – Das ist nicht anständig. (Beifall bei der SPÖ. – Bundesministerin Dr. Fekter: Die kriegt ja die Transferleistungen!) – Fast die gleichen wie ich! Jetzt hör doch auf, Maria! Die gleichen wie ich, die gleiche Familienbeihilfe! (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) – Nein, denn ich kann noch die Kinderbetreuung im Hort geltend machen, und für diese kriege ich wieder mehr als sie.
Beifall bei der SPÖ. – Bundesministerin Dr. Fekter: Die kriegt ja die Transferleistungen!
Und das gilt auch für Ideen wie jene, 7 200 € pro Kind zu geben. – Super, ich habe vier Kinder! Kann mir irgendjemand erklären, wieso ich Politik machen soll (Ruf: Sollst eh nicht, ist gescheiter!), dass ich sage, ich stecke 3 500 € pro Kind zusätzlich ein und die Billa-Verkäuferin mit zwei Kindern kriegt nichts? – Das ist nicht anständig. (Beifall bei der SPÖ. – Bundesministerin Dr. Fekter: Die kriegt ja die Transferleistungen!) – Fast die gleichen wie ich! Jetzt hör doch auf, Maria! Die gleichen wie ich, die gleiche Familienbeihilfe! (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) – Nein, denn ich kann noch die Kinderbetreuung im Hort geltend machen, und für diese kriege ich wieder mehr als sie.
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.
Und das gilt auch für Ideen wie jene, 7 200 € pro Kind zu geben. – Super, ich habe vier Kinder! Kann mir irgendjemand erklären, wieso ich Politik machen soll (Ruf: Sollst eh nicht, ist gescheiter!), dass ich sage, ich stecke 3 500 € pro Kind zusätzlich ein und die Billa-Verkäuferin mit zwei Kindern kriegt nichts? – Das ist nicht anständig. (Beifall bei der SPÖ. – Bundesministerin Dr. Fekter: Die kriegt ja die Transferleistungen!) – Fast die gleichen wie ich! Jetzt hör doch auf, Maria! Die gleichen wie ich, die gleiche Familienbeihilfe! (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) – Nein, denn ich kann noch die Kinderbetreuung im Hort geltend machen, und für diese kriege ich wieder mehr als sie.
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Das ist eine falsche Politik. Hört auf, immer von der eigenen Lebensperspektive auszugehen! Schaut auf die Leute, die wenig haben! (Beifall bei SPÖ und Grünen.) Daher: keinerlei Steuerfreibeträge, sondern lieber hergehen und einen gescheiteren Kindergarten machen, die Förderungen in diesem Bereich ausbauen!
Rufe bei FPÖ und BZÖ: Wer beleidigt?
Wir haben die zweithöchste Geldleistung im Familienbereich in Europa; nur Luxemburg hat mehr. Da brauchen wir kein Steuermodell, wenn man glaubt, dann kommen mehr Kinder. Diese Bemerkung habe ich überhaupt nicht gehört. Beleidigt doch nicht die österreichischen Mütter und Väter (Rufe bei FPÖ und BZÖ: Wer beleidigt?), dass sie Kinder machen, nur weil sie einen Steuerfreibetrag bekommen! (Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Zwischenruf des Abg. Zanger.
Wir haben die zweithöchste Geldleistung im Familienbereich in Europa; nur Luxemburg hat mehr. Da brauchen wir kein Steuermodell, wenn man glaubt, dann kommen mehr Kinder. Diese Bemerkung habe ich überhaupt nicht gehört. Beleidigt doch nicht die österreichischen Mütter und Väter (Rufe bei FPÖ und BZÖ: Wer beleidigt?), dass sie Kinder machen, nur weil sie einen Steuerfreibetrag bekommen! (Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Zanger.
Entschuldigt bitte, unsere Bürgerinnen und Bürger sind – hoffentlich – nicht aufgrund finanzieller Anreize, aufgrund von Steuerfreibeträgen bereit, die Frage der Familiengründung und -erweiterung zu entscheiden! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Zanger.) Wenn es so wäre, müssten wir den psychosozialen Dienst ausbauen. So sind die Österreicherinnen und Österreicher aber nicht; die sind nämlich viel vernünftiger, als so manche hier glauben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Entschuldigt bitte, unsere Bürgerinnen und Bürger sind – hoffentlich – nicht aufgrund finanzieller Anreize, aufgrund von Steuerfreibeträgen bereit, die Frage der Familiengründung und -erweiterung zu entscheiden! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Zanger.) Wenn es so wäre, müssten wir den psychosozialen Dienst ausbauen. So sind die Österreicherinnen und Österreicher aber nicht; die sind nämlich viel vernünftiger, als so manche hier glauben. (Beifall bei der SPÖ.)
Bundesministerin Dr. Fekter: Ja!
Und ich komme zu einem wesentlichen Punkt: Wir müssen etwas tun, weil die Arbeit viel zu hoch besteuert ist; wurscht, ob wir jetzt Buckel oder Badewanne dazu sagen, das ist wirklich etwas, wo wir handeln müssen. Und, Frau Bundesministerin, ich war sehr angetan – ich habe das auch öffentlich gesagt –: Gehen wir es an, einen integrierten Tarif zu diskutieren! Das heißt aber auch, dass wir die Sozialversicherungsleistung integrieren müssen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Ja!) Dann können wir einen graduellen Termin machen; arbeiten wir daran weiter, gern!
Abg. Öllinger: Darf man schon sagen, den Namen: Starbucks!
Die Briten haben eine Kaffeehauskette erwischt, die in UK überhaupt noch nie einen Penny an Steuern gezahlt hat – und jeder ist mit dem Becher gerannt. (Abg. Öllinger: Darf man schon sagen, den Namen: Starbucks!) Das haben wir hier in Wirklichkeit. Daneben ist ein kleines Kaffeehaus, der Betreiber weiß nicht einmal, wie er es zahlen soll – er darf die Steuern aber zahlen.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Da haben wir Handlungsbedarf, und dort kann man die Milliarden holen, mit denen man dann tatsächlich die Steuern auf Arbeit reduzieren kann. Aber dann müssen die auch Steuern zahlen (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), und da dürfen sie keinen Schutzpatron finden.
Abg. Ing. Westenthaler: Kalte Progression !
Ehrlicherweise (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe): Dieser Teil ist nicht einmal als Wahlkampfgetöse geeignet (Abg. Ing. Westenthaler: Kalte Progression !), deshalb vergisst sogar Herr Abgeordneter Grosz innerhalb von fünf Minuten, was überhaupt der Antrag war. – Kann passieren, ist bei BZÖ-Anträgen öfter so, schadet aber nichts! Ab Herbst haben wir sie nicht mehr da, da ist dann auch das Leben leichter. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hörl.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hörl.
Ehrlicherweise (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe): Dieser Teil ist nicht einmal als Wahlkampfgetöse geeignet (Abg. Ing. Westenthaler: Kalte Progression !), deshalb vergisst sogar Herr Abgeordneter Grosz innerhalb von fünf Minuten, was überhaupt der Antrag war. – Kann passieren, ist bei BZÖ-Anträgen öfter so, schadet aber nichts! Ab Herbst haben wir sie nicht mehr da, da ist dann auch das Leben leichter. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hörl.)
Zwischenruf bei der SPÖ
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Finanzministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich kann mich zwar diesen echauffierten Ausführungen vom Herrn Kollegen Matznetter (Zwischenruf bei der SPÖ) nicht vollinhaltlich anschließen, kann mich aber durchaus der Kritik, die er diesem Dringlichen Antrag entgegengebracht hat, anschließen.
Abg. Ing. Westenthaler: Welchen Antrag haben Sie denn?
Dieser Dringliche Antrag hat nämlich ein einziges Thema, das ist die kalte Progression. Jeder Redner vom BZÖ – Herr Grosz, der sich da auch so echauffiert hat, ist schon hinausgegangen; offenbar interessiert es ihn nicht – hat in erster Linie über die Flat Tax gesprochen, aber kein Mensch hat bisher entdeckt, dass in Wirklichkeit im Antrag ein Fehler ist. Es gibt nämlich nicht bereits ab 50 000 € den Grenzsteuersatz von 50 Prozent, sondern ab 60 000 €. (Abg. Ing. Westenthaler: Welchen Antrag haben Sie denn?) – Ihren Antrag, Herr Westenthaler (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter), das ist wahrscheinlich ein falscher. Kein Problem! Ich kenne mich eh aus, es ist also kein Problem. (Abg. Ing. Westenthaler: ist nicht einmal in der Lage, ordentlich zu zitieren!)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter
Dieser Dringliche Antrag hat nämlich ein einziges Thema, das ist die kalte Progression. Jeder Redner vom BZÖ – Herr Grosz, der sich da auch so echauffiert hat, ist schon hinausgegangen; offenbar interessiert es ihn nicht – hat in erster Linie über die Flat Tax gesprochen, aber kein Mensch hat bisher entdeckt, dass in Wirklichkeit im Antrag ein Fehler ist. Es gibt nämlich nicht bereits ab 50 000 € den Grenzsteuersatz von 50 Prozent, sondern ab 60 000 €. (Abg. Ing. Westenthaler: Welchen Antrag haben Sie denn?) – Ihren Antrag, Herr Westenthaler (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter), das ist wahrscheinlich ein falscher. Kein Problem! Ich kenne mich eh aus, es ist also kein Problem. (Abg. Ing. Westenthaler: ist nicht einmal in der Lage, ordentlich zu zitieren!)
Abg. Ing. Westenthaler: ist nicht einmal in der Lage, ordentlich zu zitieren!
Dieser Dringliche Antrag hat nämlich ein einziges Thema, das ist die kalte Progression. Jeder Redner vom BZÖ – Herr Grosz, der sich da auch so echauffiert hat, ist schon hinausgegangen; offenbar interessiert es ihn nicht – hat in erster Linie über die Flat Tax gesprochen, aber kein Mensch hat bisher entdeckt, dass in Wirklichkeit im Antrag ein Fehler ist. Es gibt nämlich nicht bereits ab 50 000 € den Grenzsteuersatz von 50 Prozent, sondern ab 60 000 €. (Abg. Ing. Westenthaler: Welchen Antrag haben Sie denn?) – Ihren Antrag, Herr Westenthaler (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter), das ist wahrscheinlich ein falscher. Kein Problem! Ich kenne mich eh aus, es ist also kein Problem. (Abg. Ing. Westenthaler: ist nicht einmal in der Lage, ordentlich zu zitieren!)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter
lesen!): Ich glaube, dass das Ungerechteste in unserem System jetzt in erster Linie die sogenannte Flat Tax in der Sozialversicherung ist, weil jemand, der über der Geringfügigkeitsgrenze ist, die bei 386,60 € monatlich liegt (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter), also 387 € oder 388 € verdient, bereits 18,6 Prozent Sozialversicherung bezahlt.
Abg. Ing. Westenthaler: Lernen Sie lesen!
Jetzt frage ich Sie: Wollen wir das angreifen, dass plötzlich das Weihnachtsgeld und das Urlaubsgeld, das auch Pensionisten bekommen (Abg. Ing. Westenthaler: Lernen Sie lesen!), in Zukunft nicht begünstigt besteuert wird? – Ich glaube nicht, denn das ist in Österreich gute Tradition, und das wollen wir auch behalten.
Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann
Eines möchte ich aber schon noch wissen. Herr Kollege Rossmann hat gemeint, es sei ein Wahnsinn, wenn den Familien beispielsweise plötzlich pro Kind ein Freibetrag von 7 000 € gewährt werden würde (Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann), weil die Familien mehr Kosten haben als solche, die keine Kinder haben. Herr Matznetter hat gesagt, da gehe es immer nur um uns selber. – Also ich persönlich habe zum Beispiel keine Kinder, aber ich finde es gerecht, dass Familien, die einen großen Anteil der Steuerleistungen leisten, bei den Kindern auch dementsprechend steuerlich entlastet werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.) Und das wollen wir auch bei einer zukünftigen Steuerreform, darum geht uns der Antrag des BZÖ, bei dem es nur um die kalte Progression geht, viel zu wenig weit.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.
Eines möchte ich aber schon noch wissen. Herr Kollege Rossmann hat gemeint, es sei ein Wahnsinn, wenn den Familien beispielsweise plötzlich pro Kind ein Freibetrag von 7 000 € gewährt werden würde (Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann), weil die Familien mehr Kosten haben als solche, die keine Kinder haben. Herr Matznetter hat gesagt, da gehe es immer nur um uns selber. – Also ich persönlich habe zum Beispiel keine Kinder, aber ich finde es gerecht, dass Familien, die einen großen Anteil der Steuerleistungen leisten, bei den Kindern auch dementsprechend steuerlich entlastet werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.) Und das wollen wir auch bei einer zukünftigen Steuerreform, darum geht uns der Antrag des BZÖ, bei dem es nur um die kalte Progression geht, viel zu wenig weit.
Abg. Mag. Rossmann: Ertragssteuern!
Zweitens: Wir haben vermögensbezogene Steuern eingeführt, und zwar in zweierlei Weise, nämlich immer dort, wo etwas verkauft wird: Verkauf von Wertpapieren, Verkauf von Aktien, Verkauf von Immobilien. Das alles ist gemacht worden. (Abg. Mag. Rossmann: Ertragssteuern!)
Beifall bei der ÖVP.
Dazu stehen wir – und daran werden wir arbeiten! Mit uns wird es eine Vermögensteuer auf Substanz sicherlich nicht geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Bundesministerin Dr. Fekter: Wir sind rechtzeitig draufgekommen!
Frau Kollegin, es ist mir schleierhaft, wie Sie darauf gekommen sind, denn es ist unrichtig, was Sie da zitiert haben! Es gibt nur einen Antrag, nämlich den mit dem Eingangsstempel, den Sie offenbar nicht haben, und zwar den Antrag 2257/A(E). (Bundesministerin Dr. Fekter: Wir sind rechtzeitig draufgekommen!) Da steht folgender Satz drinnen:
Beifall beim BZÖ. – Bundesministerin Dr. Fekter: Nein! Es zirkulieren ! Wir sind rechtzeitig draufgekommen!
Ich kann mir das nur so erklären: Entweder können Sie nicht lesen oder Sie schreiben sich irgendwelche Anträge selber, die Sie hier dann zitieren, um uns vorzuwerfen, dass unser Antrag falsch sei. Beides ist nicht sehr erbaulich für eine Abgeordnete dieses Hohen Hauses. (Beifall beim BZÖ. – Bundesministerin Dr. Fekter: Nein! Es zirkulieren ! Wir sind rechtzeitig draufgekommen!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Tamandl –: Woher Sie den Antrag haben, werden wir uns in der Präsidiale anschauen! – Gegenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Präsidium –: Offensichtlich hat das Präsidium falsche Anträge verteilt! Das schauen wir uns an, was da oben passiert ist!
Abgeordneter Bernhard Themessl (FPÖ): Frau Präsidentin! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Tamandl –: Woher Sie den Antrag haben, werden wir uns in der Präsidiale anschauen! – Gegenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Präsidium –: Offensichtlich hat das Präsidium falsche Anträge verteilt! Das schauen wir uns an, was da oben passiert ist!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Bernhard Themessl (fortsetzend): Danke, Frau Präsidentin! Frau Finanzministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Zuerst eine Richtigstellung: Mein Kollege und Steuerberater Matznetter hat hier behauptet, dass die Höchstbeitragsgrundlage für die Sozialversicherung knapp 4 000 € betragen wird. Tatsächlich beträgt sie im Jahr 2013 4 440 €. – So weit die Richtigstellung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Blicken wir einmal zurück! Ihre Vorgänger haben – daran sind Sie nicht schuld – in den Jahren 2010 und 2011 Belastungspakete geschnürt. Diese Belastungspakete belasten die österreichische Wirtschaft noch immer. Und klar ist auch: Die österreichische Wirtschaft besteht nicht nur aus Arbeitgebern, sondern die österreichische Wirtschaft besteht aus Arbeitgebern und auch aus Arbeitnehmern. Ohne tüchtige und fleißige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wäre Wirtschaften nicht möglich. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
die Familien betroffen haben (Beifall bei der FPÖ), dass heute eine Frau keine Wahlfreiheit mehr hat, ihre Kinder in den ersten Jahren selbst zu betreuen und nicht in eine Betreuungsstätte zu geben – da ist mit Sachleistungen nicht geholfen! –, und das bei einer sinkenden Geburtenzahl, obwohl Sie genau wissen, dass wir im Familienbereich einen unheimlich großen Nachholbedarf haben. Wenn wir in Zukunft wieder wirtschaftlich erfolgreich sein wollen, dann brauchen wir Kinder, aber dazu ist dieses Familienpaket nicht geeignet. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
die Familien betroffen haben (Beifall bei der FPÖ), dass heute eine Frau keine Wahlfreiheit mehr hat, ihre Kinder in den ersten Jahren selbst zu betreuen und nicht in eine Betreuungsstätte zu geben – da ist mit Sachleistungen nicht geholfen! –, und das bei einer sinkenden Geburtenzahl, obwohl Sie genau wissen, dass wir im Familienbereich einen unheimlich großen Nachholbedarf haben. Wenn wir in Zukunft wieder wirtschaftlich erfolgreich sein wollen, dann brauchen wir Kinder, aber dazu ist dieses Familienpaket nicht geeignet. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und jetzt zu Ihrer Steuerreform. – Sie haben vollkommen recht: einfacher, weniger, leistungsgerechter! Und: Sie können es auch sofort machen! Aber da fängt ja das Problem dieser Regierung an – darauf kommen wir noch beim Tagesordnungspunkt 3 zu sprechen: Budgetpfad bis zum Jahr 2017 –, nämlich: Sie sind nicht in der Lage und auch nicht im Geringsten bereit, jene Reformen umzusetzen, die Geldeinsparungen bringen würden! Wenn das nicht so wäre, dann wäre das alles kein Problem. Sie könnten diese Steuerreform noch vor der Wahl machen, wie Sie es versprochen haben, wenn Sie endlich bereit wären, Reformschritte, so wie sie der Rechnungshof schon seit Jahren einfordert und deren Fehlen er kritisiert, umzusetzen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Solange Sie nicht bereit sind, Einsparungspotenziale wirklich anzugehen, werden Sie nie und nimmer in der Lage sein, Ihre Steuerreform, die da lautet: einfacher, weniger, leistungsgerechter!, umzusetzen. Da gehen Sie noch vorher in Pension. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Was spricht eigentlich gegen eine Erbschaftssteuer? Nämlich eine Erbschaftssteuer, wo es einen entsprechend großen Freibetrag gibt, sodass man auch noch Einfamilienhäuser vererben kann, ohne dass hohe Erbschaftssteuern anfallen. Aber für alles, was darüber liegt, soll man doch einen Beitrag zu einem gerechteren Steuersystem leisten. Das ist doch selbstverständlich! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Weil Herr Kollege Matznetter das heute so abwegig gefunden hat, wäre die Frage zu stellen: Warum berücksichtigt man dann die Inflationsrate bei jeder Lohnverhandlung? – Zu Recht tut man das, wie ich meine! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Aber die Inflation wäre selbstverständlich auch beim Pflegegeld zu berücksichtigen. Es ist doch überhaupt nicht einzusehen, dass beim Pflegegeld über Jahre de facto eine Reduktion erfolgt ist. Das ist unfair. Das ist ungerecht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Weil Herr Kollege Matznetter das heute so abwegig gefunden hat, wäre die Frage zu stellen: Warum berücksichtigt man dann die Inflationsrate bei jeder Lohnverhandlung? – Zu Recht tut man das, wie ich meine! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Aber die Inflation wäre selbstverständlich auch beim Pflegegeld zu berücksichtigen. Es ist doch überhaupt nicht einzusehen, dass beim Pflegegeld über Jahre de facto eine Reduktion erfolgt ist. Das ist unfair. Das ist ungerecht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Alles in allem sind es viele Punkte, die noch zu berücksichtigen sind. Die Arbeit steht sozusagen vor der Tür, wir müssen sie angehen. Das wäre einer der ersten und wichtigen Schritte. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Auf die Ausführungen des Kollegen Matznetter zurückkommend, der gesagt hat, die Inflation sei so niedrig, sie sei gar nicht so hoch: Ja, klar, wenn Waren wie Fernsehapparate, Computer und Handys hineingerechnet werden, dann ist die Inflation natürlich niedrig, aber die Inflation ist dann sehr hoch, wenn man diese Artikel weglässt und die Inflation nur in Bezug auf Waren des täglichen Bedarfs berechnet. Dann schaut es ein bisschen anders aus. Und darum geht es! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Rossmann: Ich habe nichts gesagt!
nun einmal! Das sind Tatsachen, das sind Fakten (Abg. Mag. Rossmann: Ich habe nichts gesagt!), und da müssen wir einfach dagegen arbeiten. – Ich bin froh, die Grünen sind hier ungefähr in derselben Richtung unterwegs.
Beifall beim BZÖ.
Auch einen Mindestlohn sollte man einführen. Man spricht immer von der Mindestsicherung, aber eine Differenz zwischen einem Mindestlohn und der Mindestsicherung muss eben auch gegeben sein, geschätzte Damen und Herren! Das ist für uns wichtig. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Frau Bundesminister, nicht immer auf die nächste Wahl warten! Natürlich hat es keinen Sinn, wenn man vor der Wahl Steuerzuckerl verspricht, eine Steuersenkung macht und dann die Steuer wieder hinaufschnalzt. Das ist nicht Sinn und Zweck. Aber man sollte endlich an einer Steuerreform, an einer Sozialabgabenreform, an einer Entlastung des Faktors Arbeit arbeiten und das auch umsetzen. (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Kollege Dolinschek – ich sehe ihn jetzt gerade nicht; ah, er steht dort und redet –, wir wissen ja aus sehr vielen Bereichen, vor allem aus dem Sozialbereich, dass die Frage der Valorisierung immer wieder ein Thema ist. Ich finde es nur sehr problematisch, wenn Sie im Zusammenhang mit Valorisierung bei Inflation immer wieder von verschiedenen Warenkörben reden. Ich glaube, man muss sich zuerst einmal überhaupt darauf einigen, was wir letzten Endes unter der Inflation, über die wir reden, verstehen. Das war ja auch ein bisschen Thema der Auseinandersetzung des Kollegen Matznetter mit Ihrer Fraktion. (Präsident Neugebauer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Dolinschek: Tun Sie nicht Äpfel mit Birnen vermischen, Frau Kollegin!
Wir alle wissen, dass 5,5 Milliarden von diesen 9 Milliarden € die begünstigte Besteuerung des 13. und 14. Bezugs sind. Sind Sie jetzt dafür, dass man die begünstigte Regelung für den 13. und 14. Bezug abschafft? Was meint das BZÖ mit dieser sehr eigenartigen Formulierung? (Abg. Dolinschek: Tun Sie nicht Äpfel mit Birnen vermischen, Frau Kollegin!) – Nein, ich frage Sie nur, was das heißt, wie man das auslegen soll, was da in Ihrem Antrag steht. Sie werden ja wissen, was in Ihrem Antrag steht und was Sie damit gemeint haben – das hoffe ich jedenfalls –, wenn Sie ihn einbringen.
Abg. Ursula Haubner: Eine Anfrage am besten stellen, schriftlich!
Die zweite Frage, die ich an Sie stellen möchte, ist folgende: Sie schreiben von fairen Steuern. (Abg. Ursula Haubner: Eine Anfrage am besten stellen, schriftlich!) – Nein, ich stelle keine Anfragen. Aber Sie wollen ja hier darüber diskutieren, und daher, denke ich mir, kann man ja Fragen über Formulierungen, die nicht klar sind, auch an Sie stellen. Oder entziehen Sie sich jetzt auf einmal der Diskussion? Das entspräche nicht gerade parlamentarischem Denken.
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte hier auch die Gelegenheit nützen, mich auch bei der GPA-djp, namentlich beim Kollegen Katzian, dafür zu bedanken, dass es ihr gelungen ist, auch die Rahmenbedingungen bei der Kette dayli einmal so weit zurückzudrängen, dass sie sich zumindest an die rechtlichen Bestimmungen halten wollen. Aber das zeigt ja schon, wie wichtig Gewerkschaften in diesem Staat sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Pendl: Genau!
Zum BZÖ möchte ich noch sagen: Ein bisschen ein Problem mit der Glaubwürdigkeit werden Sie wahrscheinlich schon haben! Da einige von Ihnen hier sitzen, die selbst in der Regierung oder in Ministerbüros tätig waren, sollten wir uns einmal die 44 Belastungsmaßnahmen anschauen, die Sie zunächst als FPÖ und später als BZÖ gemeinsam mit der ÖVP in den Jahren 2000 bis 2006 gesetzt haben. Da gab es eine Verdoppelung der Energieabgabe, die motorbezogene Versicherungssteuer wurde um 51 Prozent erhöht, Kürzungen beim Krankenstand sind erfolgt, die Verdoppelung der Kosten der Autobahnvignette – diese Aufzählung könnten wir jetzt weiter fortsetzen. Das heißt, Sie sollten ein bisschen an Ihre Glaubwürdigkeit denken, wenn Sie anderen hier Vorhaltungen machen. (Abg. Pendl: Genau!)
Beifall bei der SPÖ.
Ja, wir von der SPÖ sind für eine strukturelle und faire Steuerreform, und wir sind für effiziente Maßnahmen, die vor allem auch Steuerhinterziehung und Steuerflucht bekämpfen, denn wir glauben, dass alle ihrem Vermögen nach zu unserem Gemeinwesen beitragen sollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube daher, dass es den Leuten auf diesem Wege allemal lieber ist – alle paar Jahre, und dann ein wirklicher Schritt nach unten – als in Form einer jährlichen Progressionsentlastung, die nicht in unsere Tradition passt, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn es aber um die Kinder, um die Familien geht, die Sie so sehr herausstreichen – ja, selbstverständlich tun wir für unsere Kinder und für unsere Familien zu wenig –, dann liegt das Problem in Wirklichkeit darin – und das ist das Entscheidende –, dass wir es unseren jungen Familien nicht ermöglichen, sich wirklich frei zu entscheiden, was sie tun möchten: entweder das Kind in eine Betreuungseinrichtung zu geben und arbeiten zu gehen – wer das will, soll es tun – oder – es besteht jedoch nicht oder kaum die Möglichkeit, sich dafür zu entscheiden – sich selbst um die Kinder zu kümmern, beim Aufwachsen dabei zu sein, das Kind zu erziehen, und zwar über einen längeren Zeitraum als die ersten zwei, drei Jahre. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Schon gar nicht ist das der Fall, wenn man sich zwei oder mehr Kinder wünscht und diese auch gerne hätte. Das freiheitliche Modell des Familiensteuersplittings ist, glaube ich, eines, worüber man diskutieren muss, sprechen muss, mit dem man sich auseinandersetzen muss, denn wenn es Familien gibt, die sich zwei, drei oder auch mehr Kinder wünschen, Frau Bundesminister, dann muss es möglich sein, sich diese auch zu leisten, ohne dafür arbeiten zu gehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Noch einen Satz hat Herr Kollege Bartenstein vorhin gesagt: Die Österreicher haben ein Gefühl für die Realität des Lebens, dafür, dass man keine Schulden machen soll. Das heißt, er hat schon den Budgetweg für die nächsten Jahre verteidigt. Aber das Gefühl, das er gemeint hat, nämlich den Realitätssinn dafür, dass wir Griechenland fördern oder retten, dass wir Zypern fördern, aber für die eigenen Leute kein Geld haben, das haben die Österreicher nicht, Herr Kollege Bartenstein. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist schwarzer Realitätssinn, und damit kann die Bevölkerung nichts anfangen. Das werden Sie bei den Wahlen schon erleben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
„Von ausverhandelten Lohnerhöhungen wird kaum etwas bei den Arbeitnehmern ankommen. ,Weil‘, erklärt Bodenseer, ,die sogenannte ,kalte Progression‘, eigentlich nichts anderes als eine versteckte Steuererhöhung ist‘“. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das größte Stück des Räubertums, Frau Bundesminister, haben Sie ja jetzt geliefert, als Ihnen eingefallen ist, den Wegfall der Hektargrenze bei den Obstbauern zu machen. – Frau Bundesminister, da geht es um 2 877 Bauern. Überlegen Sie sich das gut! Für das Budget bringt das nichts, aber die Bauern ruinieren Sie. Bedenken Sie das und setzen Sie endlich Schritte und Handlungen für unsere Bürger! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Huber.
Abgeordneter Franz Hörl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Lieber Kollege Huber, liebe Freunde vom BZÖ! Ich weiß nicht, warum ihr immer so schreien müsst, wenn ihr hier an diesem Pult steht. (Zwischenruf des Abg. Huber.) Die Lautstärke wird ja wahrscheinlich die Qualität nicht unbedingt erhöhen. Und ich finde es eigentlich auch unerträglich, wie hier mit der Frau Finanzminister umgegangen wird. (Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Abgeordneter Franz Hörl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Lieber Kollege Huber, liebe Freunde vom BZÖ! Ich weiß nicht, warum ihr immer so schreien müsst, wenn ihr hier an diesem Pult steht. (Zwischenruf des Abg. Huber.) Die Lautstärke wird ja wahrscheinlich die Qualität nicht unbedingt erhöhen. Und ich finde es eigentlich auch unerträglich, wie hier mit der Frau Finanzminister umgegangen wird. (Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Mag. Haider: Da musst du aber selber lachen!
Ich habe es bereits gesagt: Die Voraussetzung für eine Steuerreform ist ein gutes Budget, und da könnte man sich schon auch ein kleines Beispiel an meinem Heimatbundesland Tirol nehmen. Dort haben wir einen ausgeglichenen Haushalt – 3,275 Milliarden €. Wir haben sogar einen kleinen Überschuss, wir konnten Schulden abbauen, und wir haben in Tirol die Situation, dass wir 276 Millionen € Schulden und 6 Milliarden € an Werten haben – TIWAG, Wohnbauförderung; natürlich gehört uns, also unserem Land, auch die Hypo Bank. (Abg. Mag. Haider: Da musst du aber selber lachen!)
Abg. Rädler: ... Platter!
In die Krankenhäuser und Gesundheitsversorgungen haben wir in Tirol in diesen fünf Jahren 9 Milliarden € investiert, ganze drei Landeshaushalte sind da hineingegangen. 470 neue Reha-Betten waren möglich. Und gerade in den Ausbau der Kinderbetreuung wurden seit 2008 über 40 Millionen € gesteckt. Also Tirol ist gut aufgestellt. Ich glaube, viele Bundesländer könnten sich an Tirol ein Beispiel nehmen. (Abg. Rädler: ... Platter!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir würden damit auch einen Beitrag zu den Bemühungen der Frau Finanzministerin leisten, eine Steuerreform durchzuführen, die ihren Intentionen entspricht. Ich habe volles Vertrauen in unsere Finanzministerin. Unterstützen wir sie in ihrem Wunsch, die Steuern einfacher, weniger und leistungsgerechter zu machen, denn dann sind wir auf dem besten Weg. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Abgeordneter Gerhard Huber (BZÖ): Herr Abgeordneter Hörl hat in seiner Wahlkampfrede gesagt, dass die TIWAG im Eigentum des Landes Tirol und der TirolerInnen stehen würde. (Zwischenruf des Abg. Hörl.) – Das ist falsch, das ist die Unwahrheit.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das haben wir ja nicht zum ersten Mal gehört!
Das Land Tirol, die TIWAG hat mit den Cross-Border-Geschäften die ganze TIWAG verkauft. Kollege Hörl, das wissen Sie genau! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das haben wir ja nicht zum ersten Mal gehört!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Roman Haider (FPÖ): Kollege Hörl hat auch gesagt, dass in Tirol alles so wunderbar ist – sodass sogar vier ÖVP-Listen kandidieren müssen, weil man sich ja in Tirol so einig ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hörl. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! (Zwischenruf des Abg. Hörl. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Herr Kollege Hörl, ich erinnere – du bist ja Tourismussprecher – an die Flugticketabgabe, an die Streichung der Energiekostenrückvergütung, die unsägliche Auflösungsabgabe, die Lohnnebenkostensteigerungen und dergleichen mehr. Aber es ist alles so wunderbar und es ist überhaupt nicht notwendig, dass man sich über die Steuern in Österreich auch nur ansatzweise Gedanken macht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! (Zwischenruf des Abg. Hörl. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Herr Kollege Hörl, ich erinnere – du bist ja Tourismussprecher – an die Flugticketabgabe, an die Streichung der Energiekostenrückvergütung, die unsägliche Auflösungsabgabe, die Lohnnebenkostensteigerungen und dergleichen mehr. Aber es ist alles so wunderbar und es ist überhaupt nicht notwendig, dass man sich über die Steuern in Österreich auch nur ansatzweise Gedanken macht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Österreich leistet sich mit 6,5 Prozent des BIP eine sagenhafte Subventionsquote; damit sind wir Förder-Weltmeister. EU-Schnitt sind 3,5 Prozent, und in der Schweiz und in Schweden sind es 1,8 beziehungsweise 1,7 Prozent. Und da ist es natürlich nicht möglich, Frau Bundesminister, Steuerzuckerl zu verteilen, solange Sie das Geld der Österreicher mit beiden Händen in den Süden der EU schaufeln und solange wir uns die höchsten Subventionen leisten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und was tun Sie? – Nichts! Sie senken nicht den Einstiegssteuersatz von 36,5 auf 25 Prozent, Sie ändern nicht die Progressionsstufen, nein, Sie tun auch nichts gegen die kalte Progression. Sie nehmen sogar die Enteignung der Sparer in Kauf, sei es durch die negativen Realzinsen und die Inflation oder überhaupt durch eine Enteignung wie in Zypern. Das ist das, was Sie machen, Frau Bundesminister! (Beifall bei der FPÖ.)
He-Rufe bei der ÖVP.
Das ist Ihre Leistungsbilanz für Österreich, Frau Bundesminister, aber die Österreicher haben ja heuer noch die Chance, das zu ändern und diese unfähigste und faulste Regierung aller Zeiten in die Wüste zu schicken. (He-Rufe bei der ÖVP.) Zu befürchten ist nur, dass nach einem Jahr in der Wüste dort der Sand ausgehen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist Ihre Leistungsbilanz für Österreich, Frau Bundesminister, aber die Österreicher haben ja heuer noch die Chance, das zu ändern und diese unfähigste und faulste Regierung aller Zeiten in die Wüste zu schicken. (He-Rufe bei der ÖVP.) Zu befürchten ist nur, dass nach einem Jahr in der Wüste dort der Sand ausgehen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die Frau Dr. Rotraud Perner war uns zuletzt bekannt aus dem Personenkomitee für den Herrn Landeshauptmann Pröll. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Dieses Institut, für das sie arbeitet, untersteht direkt der Niederösterreichischen Landesakademie. Der Herr Landeshauptmann Pröll hat auch die Genese dieses Salutogenese-Instituts massiv unterstützt und war da auch beteiligt als ein Förderer. (Abg. Rädler: Sehr gut!) – Ja,
Abg. Rädler: Sehr gut!
Die Frau Dr. Rotraud Perner war uns zuletzt bekannt aus dem Personenkomitee für den Herrn Landeshauptmann Pröll. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Dieses Institut, für das sie arbeitet, untersteht direkt der Niederösterreichischen Landesakademie. Der Herr Landeshauptmann Pröll hat auch die Genese dieses Salutogenese-Instituts massiv unterstützt und war da auch beteiligt als ein Förderer. (Abg. Rädler: Sehr gut!) – Ja,
Beifall bei den Grünen.
Ich bitte Sie daher um die Erklärung: Wo war die Leistung? Wir kennen diese Frage. Wo war die Leistung für dieses Riesenprojekt, und warum ist es zu keiner Ausschreibung gekommen? – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sprechen hier oft von häuslicher Gewalt, von einer Gewalt, unter der Frauen und Kinder oft still, leise und lange leiden, wir sprechen aber auch von Gewalt an Kindern und Frauen, die oft in Mord und Morddrohungen eskaliert. Jedes einzelne Schicksal macht mich persönlich betroffen, macht Sie persönlich betroffen, aber, wie gesagt, Betroffenheit allein reicht nicht aus, und aus diesem Grund wurden gerade in Österreich in den letzten Jahren sehr viele Maßnahmen gesetzt. Ich denke da an das Gewaltschutzgesetz, ich denke da an den Opferschutz, den wir ausgebaut haben, ich denke aber auch an die vielen hunderten Maßnahmen von den einzelnen Einrichtungen, Organisationen und NGOs. Und gerade aufgrund all dieser Kraftanstrengungen ist es uns in Österreich gelungen, sowohl national als auch international Anerkennung, was Gewaltschutz betrifft, zu finden. Wir sind da im wahrsten Sinne des Wortes Vorbild, nicht nur in Europa, sondern weit darüber hinaus. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher: Die Vorwürfe, die von Ihnen, Frau Abgeordnete, gemacht worden sind, dass hier eine Überzahlung vorliegt, weil man 190 000 € ohne Umsatzsteuer für ein Projekt „Initiative gegen Gewalt“ bezahlt hat, halte ich bei Gott für vermessen, denn ich sage hier ganz klar: Wenn es uns gelingt, mit diesem Projekt nur eine einzige Gewalttat zu verhindern, dann hat sich dieses Investment auf alle Fälle gelohnt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Hier steht vor allem die Qualität zukünftiger Präventionsprojekte im Mittelpunkt. Daher sage ich auch ein großes und herzliches Danke an das Bundeskriminalamt für die umsichtige Vorbereitung und Kooperation mit Frau Dr. Perner. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich stehe nicht an, zu sagen: Grundsätzlich ist das Projekt ein gutes Projekt. Grundsätzlich, glaube ich, bekennen wir uns alle zur Gewaltprävention. Aber vielleicht können wir in Zukunft mit etwas mehr Transparenz diese Frage handeln. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Es ist eine extrem gute Angelegenheit, dieses „Bündnis gegen Gewalt“. Es ist schade, dass es schlechtgeredet wird. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich glaube, dass es gerade im Bereich Gewaltprävention – und da kann ich nahtlos fortsetzen, was mein Vorredner gesagt hat – ganz wichtig ist, dass wirklich gezielt gearbeitet wird. Ich glaube, wir müssen eigentlich der Frau Bundesminister und dem Bundeskriminalamt Danke sagen, dass 2010 das auf wissenschaftliche Füße gestellt worden ist, dass hier Evaluierungen stattfinden, dass hier Vernetzungen stattfinden zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen, allen, die mit Gewalt zu tun haben. Ich glaube, dass das ganz, ganz wichtig ist.
Abg. Mag. Schwentner: Das hätten wir gerne gewusst, ob der gut eingesetzt ist!
Wenn wir uns ansehen, dass die Bekämpfung von Gewalt in allen ihren Eigenschaften und in allen Lebensbereichen heute stattfindet, dann müssen wir sagen, dass eigentlich jeder Euro, der hier eingesetzt wird und eingesetzt worden ist, an und für sich ein gut eingesetzter Euro ist. (Abg. Mag. Schwentner: Das hätten wir gerne gewusst, ob der gut eingesetzt ist!)
Abg. Mag. Schwentner: Es wurde genau nichts erklärt bis jetzt, das ist das Problem!
Der Grund für diese heutige Debatte ist eigentlich ein Expertenstreit, der von den Medien hochgespielt worden ist, wo erklärt worden ist, hier wird Geld verschwendet oder hier ist Geld hinausgeworfen worden. (Abg. Mag. Schwentner: Es wurde genau nichts erklärt bis jetzt, das ist das Problem!) Nein, ich glaube, ganz im Gegenteil: Es ist wichtig, dass man sich hier der besten und kompetentesten Persönlichkeiten bedient und deren Arbeit auch in Anspruch nimmt.
Abg. Mag. Schwentner: Das wissen Sie so genau?
Eines ist, glaube ich, sicher, nämlich dass hier kein Geld verschwendet worden ist (Abg. Mag. Schwentner: Das wissen Sie so genau?) und dass die Arbeit, die von Frau Professor Perner geleistet worden ist, wirklich anerkennenswert und an für sich nicht zu kritisieren ist, sondern dass ihr Dank und Anerkennung auszusprechen sind.
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne wünsche ich diesem Projekt eigentlich auch weiterhin alles Gute und viel Erfolg. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Schwentner: Genau!
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Ich beginne gleich mit den Ausführungen des Kollegen Kößl. Er weiß also hundertprozentig, dass dort gut gearbeitet wurde. Wo war er denn überall dabei? (Abg. Mag. Schwentner: Genau!) Wo waren Sie denn mit dabei? Wo waren Sie Augenzeuge, Ohrenzeuge von irgendetwas? (Abg. Kößl – den besprochenen Bericht in die Höhe haltend –: Schauen Sie sich das an!) Diese Seiten sind es? 210 000 €, ich muss sagen, da war der Preis bei der Orange-Werbeagentur für die Responsible Gaming-Sache, die wir im Korruptions-Untersuchungsausschuss hatten, ja eine Okkasion dagegen. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Grosz: Stimmt!) – Ich muss sagen: Das ist ja unglaublich, diese fotokopierten Zetteln!
Abg. Kößl – den besprochenen Bericht in die Höhe haltend –: Schauen Sie sich das an!
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Ich beginne gleich mit den Ausführungen des Kollegen Kößl. Er weiß also hundertprozentig, dass dort gut gearbeitet wurde. Wo war er denn überall dabei? (Abg. Mag. Schwentner: Genau!) Wo waren Sie denn mit dabei? Wo waren Sie Augenzeuge, Ohrenzeuge von irgendetwas? (Abg. Kößl – den besprochenen Bericht in die Höhe haltend –: Schauen Sie sich das an!) Diese Seiten sind es? 210 000 €, ich muss sagen, da war der Preis bei der Orange-Werbeagentur für die Responsible Gaming-Sache, die wir im Korruptions-Untersuchungsausschuss hatten, ja eine Okkasion dagegen. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Grosz: Stimmt!) – Ich muss sagen: Das ist ja unglaublich, diese fotokopierten Zetteln!
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Grosz: Stimmt!
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Ich beginne gleich mit den Ausführungen des Kollegen Kößl. Er weiß also hundertprozentig, dass dort gut gearbeitet wurde. Wo war er denn überall dabei? (Abg. Mag. Schwentner: Genau!) Wo waren Sie denn mit dabei? Wo waren Sie Augenzeuge, Ohrenzeuge von irgendetwas? (Abg. Kößl – den besprochenen Bericht in die Höhe haltend –: Schauen Sie sich das an!) Diese Seiten sind es? 210 000 €, ich muss sagen, da war der Preis bei der Orange-Werbeagentur für die Responsible Gaming-Sache, die wir im Korruptions-Untersuchungsausschuss hatten, ja eine Okkasion dagegen. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Grosz: Stimmt!) – Ich muss sagen: Das ist ja unglaublich, diese fotokopierten Zetteln!
Abg. Kößl: Das ist aber schlecht !
Das heißt, eine Wissenschaftlerin begleitet und die andere sagt, aufgrund ihrer wissenschaftlichen Expertise kann sie nicht erkennen, wo das eingesetzt war. (Abg. Kößl: Das ist aber schlecht !)
Abg. Hornek: Was ist das für eine außenstehende Expertin? Was hat die geleistet?
Jetzt sagt aber der Herr Kollege Kößl: Das passt alles! (Abg. Hornek: Was ist das für eine außenstehende Expertin? Was hat die geleistet?)
Zwischenruf des Abg. Kößl.
Die außenstehende Expertin ist immerhin eine Kriminologin, die sich auch mit diesen Bereichen befasst, die auch bei verschiedenen Veranstaltungen dabei war und das nicht sieht. (Zwischenruf des Abg. Kößl.) Da können Sie machen, was Sie wollen, hier spielt es sich auf einer Ebene ab, die wissenschaftlich und im Erfahrungsbereich absolut gleichartig und gleichwertig ist.
Beifall bei FPÖ und Grünen.
Ich meine: Wissenschaftliche Begleitung ist es nicht, wenn ich zum Beispiel zufälligerweise mit einem Universitätsprofessor bei einem Heurigen sitze. Dann glaube ich, zahle ich für ein Viertel Wein nicht mehr, weil ich in wissenschaftlicher Begleitung bin. (Beifall bei FPÖ und Grünen.)
Heiterkeit bei der FPÖ.
Ich beziehe mich jetzt ausschließlich auf den Abschlussbericht der Frau Dr. Perner, der meiner Meinung nach fälschlich als Abschlussbericht übertitelt ist. Man sollte eigentlich darüber schreiben: Geständnis. (Heiterkeit bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt komme ich kurz zur Bezahlung. Was hat Frau Dr. Perner gekriegt? 210 000 € für etwas mehr als fünf Seiten, das sind also 40 000 € pro Seite. Das heißt, sie ist teurer als Kollege Westenthaler und die Orange-Werbeagentur, und zwar um ein Drittel teurer. Frau Dr. Perner ist allerdings, was Pressekonferenzen betrifft, deutlich billiger als Herr Rumpold; das muss man auch dazu sagen. Bei Frau Dr. Perner kosten zwei Pressekonferenzen 60 000 €, bei Rumpold eine 92 000 €. Sie liegt also im Honorarbogen zwischen Rumpold und Westenthaler, ist also in durchaus beachtlicher Nachbarschaft. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kößl: Unerhört! – Abg. Hornek: Frechheit!
Natürlich hat die Pressekonferenz stattgefunden. Daraufhin hat Herr Lang, der momentan als Pharmavertreter im Namen des Bundeskriminalamtes bezahlt durch Österreich fährt und versucht, erfolgreiche Drogenpolitik in Wien zu sabotieren und Medikamente eines Konzerns, für den er arbeitet, der Polizei, die Widerstand leistet, reinzudrücken – aber das ist ein anderes Kapitel, das werden wir noch extra besprechen –, dieser BKA-Chef Lang gesagt: Na ja, machen Sie ein Projekt! (Abg. Kößl: Unerhört! – Abg. Hornek: Frechheit!) Dann sagt sie, ich mache ein Projekt. – Da hinten steht er, der Pharma- und Projekt-Lang. – Die Ministerin lässt Perner ein Projekt machen, wird verlautet. (Abg. Hornek: Unglaublich!)
Abg. Hornek: Unglaublich!
Natürlich hat die Pressekonferenz stattgefunden. Daraufhin hat Herr Lang, der momentan als Pharmavertreter im Namen des Bundeskriminalamtes bezahlt durch Österreich fährt und versucht, erfolgreiche Drogenpolitik in Wien zu sabotieren und Medikamente eines Konzerns, für den er arbeitet, der Polizei, die Widerstand leistet, reinzudrücken – aber das ist ein anderes Kapitel, das werden wir noch extra besprechen –, dieser BKA-Chef Lang gesagt: Na ja, machen Sie ein Projekt! (Abg. Kößl: Unerhört! – Abg. Hornek: Frechheit!) Dann sagt sie, ich mache ein Projekt. – Da hinten steht er, der Pharma- und Projekt-Lang. – Die Ministerin lässt Perner ein Projekt machen, wird verlautet. (Abg. Hornek: Unglaublich!)
Abg. Kößl: Entschuldigen Sie sich für das, was Sie da sagen! – Ruf bei der ÖVP: Der Sozialschmarotzer Nummer eins! Wohnen Sie immer noch in einer Gemeindewohnung?
Darauf ruft Frau Dr. Perner im BMI an und fragt, was jetzt mit dem Projekt sei. Aber sie kriegt keine Antwort, niemand hebt das Telefon ab. (Abg. Kößl: Entschuldigen Sie sich für das, was Sie da sagen! – Ruf bei der ÖVP: Der Sozialschmarotzer Nummer eins! Wohnen Sie immer noch in einer Gemeindewohnung?) Am 4. November fragt Frau Dr. Perner nach und beschreibt, wie sie beim BKA-Chef Lang nachfragt. Darauf bekommt sie am 5. einen Rückruf, sie soll wieder eine Pressekonferenz machen. Die Ministerin möchte nämlich jetzt bereits die geplante Koordinierungsstelle präsentieren. Es gibt noch immer kein Projekt, aber zuerst wird die Initiative präsentiert – es gibt kein Projekt –, dann wird die Koordinierungsstelle präsentiert – es gibt noch immer kein Projekt –, und dann bekommt sie Geld: 210 000 €.
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Frau Ministerin, Sie haben die Fragen meiner Kollegin nicht oder sehr ausweichend und sehr unvollständig beantwortet. Sie haben heute versucht, einige zusätzliche Antworten zu geben. Ich nehme an, dass das nicht ausreicht. Ich schlage vor, dass wir das gemeinsam weiterbehandeln und uns genauer anschauen, denn Sie haben ja doch nicht dieses seltsame fekterische Tier, bei dem man vorne Gras hineintut und hinten Dukaten oder Euros herauskommen. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Dieses Tier gibt es nicht. Das Steuergeld kommt nicht hinten irgendwo heraus, sondern das Steuergeld wird in Österreich hart verdient und abgeliefert. Und Sie haben auf dieses Steuergeld zu schauen! (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Frau Ministerin, Sie haben die Fragen meiner Kollegin nicht oder sehr ausweichend und sehr unvollständig beantwortet. Sie haben heute versucht, einige zusätzliche Antworten zu geben. Ich nehme an, dass das nicht ausreicht. Ich schlage vor, dass wir das gemeinsam weiterbehandeln und uns genauer anschauen, denn Sie haben ja doch nicht dieses seltsame fekterische Tier, bei dem man vorne Gras hineintut und hinten Dukaten oder Euros herauskommen. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Dieses Tier gibt es nicht. Das Steuergeld kommt nicht hinten irgendwo heraus, sondern das Steuergeld wird in Österreich hart verdient und abgeliefert. Und Sie haben auf dieses Steuergeld zu schauen! (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Solang mit Steuergeld so umgegangen wird, muss das Parlament einschreiten, und das haben wir heute versucht. Ich hoffe, wir kriegen eine weitere und diesmal seriöse Antwort, um diese Vergeudung von Steuergeldern einmal aufzuklären. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei BZÖ und Grünen.
Das ist nicht, wie ein Regierungsmitglied mit dem Parlament umgehen sollte. Das sei ein für alle Mal festgestellt. (Beifall bei BZÖ und Grünen.) Wir haben es satt, dass sich Minister in dieser Legislaturperiode das Interpellationsrecht so hinbiegen, wie sie es gerade möchten, aber die Kontrollrechte des Parlaments massiv mit Füßen treten, sehr geehrte Frau Bundesministerin! Das lassen wir nicht mehr zu!
Rufe bei der ÖVP: Hö, hö, hö!
Und ich unterstreiche das: Ich erwarte, dass die von der ÖVP-Ministerin Beatrix Karl geführte Staatsanwaltschaft diesen Vorwurf einer Expertin gefälligst aufgreift und endlich die nötigen Ermittlungsschritte einleitet, denn es kann nicht sein, dass in einem Sicherheitsressort der Republik so ein liederlicher Umgang mit Steuergeld gepflegt wird, dass wir reihenweise damit konfrontiert sind, dass ÖVP-nahe Mitarbeiter unter Umgehung der Bundesvergabegesetze direkt bedient werden und dass dieses Ministerium und das Sicherheitsministerium der Republik als Waschmaschine für Steuergeld an ÖVP-Lemminge benützt werden. (Rufe bei der ÖVP: Hö, hö, hö!)
Beifall bei BZÖ und Grünen.
Da machen wir nicht mehr mit! Da werden wir auch in Zukunft ein wachsames Auge auf Ihr Ressort, aber auch auf alle anderen ÖVP-geführten Ressorts werfen, denn das, was sich hier im ÖVP-Ministerium des Inneren offenbart, ist ja nichts anderes, als im Landwirtschaftsministerium gang und gäbe ist. (Beifall bei BZÖ und Grünen.)
Beifall beim Team Stronach.
Es soll sich jeder hier sein eigenes Bild machen. Ich glaube, es ist schon sehr viel dazu gesagt worden. Man kann vieles schönreden, Frau Minister, ich glaube es Ihnen nicht. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Hornek: Von den Grünen ist ja auch niemand da! – Zwischenruf der Abg. Steibl. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sollen wir sie herzitieren? – Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner: Der Herr Staatssekretär ist schon da! Sie können beginnen!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne) (fortsetzend): Es wäre gut, wenn die Frau Finanzministerin auch zugegen wäre. (Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner: Ich glaube, die ist auf einen Kaffee gegangen!) Die ist auf einen Kaffee gegangen. Vielleicht kann man die Frau Finanzministerin hierherholen, damit wir mit der Debatte beginnen können. (Abg. Hornek: Von den Grünen ist ja auch niemand da! – Zwischenruf der Abg. Steibl. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sollen wir sie herzitieren? – Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner: Der Herr Staatssekretär ist schon da! Sie können beginnen!) – Der Herr Staatssekretär ist schon da. Danke.
Beifall bei Grünen und Team Stronach.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir dürfen hier nicht zulassen, dass die Mittel des Rechnungshofes, des wichtigsten Organs des Parlaments, gekürzt werden! (Beifall bei Grünen und Team Stronach.)
Beifall bei den Grünen.
Das bedeutet aber andererseits, dass, wenn die Frau Finanzministerin hier keine Mittel für die Finanzmarktstabilität und die Abwicklung der Hypo Alpe-Adria vorgesehen hat, eine allfällig neue Regierung dieses Packerl geschultert bekommt und mit dieser Vorbelastung in eine neue Legislaturperiode hineingehen wird. Und das, Herr Staatssekretär und meine sehr geehrten Damen und Herren, kann so nicht sein. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Ich habe heute einen Antrag eingebracht. Ich hoffe, Herr Staatssekretär, dass Sie mit Ihrer Fraktion reden, dass Sie endlich auch einmal eine Politik für kleine Einkommen machen, für kleine Bürger, die Existenzprobleme haben, damit man denen unbürokratisch und schnell helfen kann. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kopf: Du bist eine Lachnummer!
Herr Staatssekretär, noch einmal abschließend: Ich gebe Ihnen heute diesen Antrag, der am 7. Mai im Finanzausschuss behandelt wird, bezüglich der steirischen Obstbauern. Treten Sie dem näher! – Der Klubobmann Kopf lacht. Da sieht man, der ÖVP ist das einzig und allein ein Lachen wert. Die Existenz von 2 800 Kleinstbauern ist Ihnen nur ein Lachen wert. (Abg. Kopf: Du bist eine Lachnummer!) Das beweist, was ihr für eine Politik macht, aber die Bauern werden es euch im September zu danken wissen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Staatssekretär, noch einmal abschließend: Ich gebe Ihnen heute diesen Antrag, der am 7. Mai im Finanzausschuss behandelt wird, bezüglich der steirischen Obstbauern. Treten Sie dem näher! – Der Klubobmann Kopf lacht. Da sieht man, der ÖVP ist das einzig und allein ein Lachen wert. Die Existenz von 2 800 Kleinstbauern ist Ihnen nur ein Lachen wert. (Abg. Kopf: Du bist eine Lachnummer!) Das beweist, was ihr für eine Politik macht, aber die Bauern werden es euch im September zu danken wissen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Ich komme jetzt noch einmal zu den Reformen, vor allem auch zu der Verwaltungsreform, die der Rechnungshof unlängst wieder angesprochen hat, da er sieht, dass das die einzige Möglichkeit ist, um die Schulden zu reduzieren. Der gewaltige Verwaltungsapparat wird vor allem von den beiden Regierungsparteien mit Zähnen und Klauen verteidigt. Warum wird er verteidigt? Aus Bequemlichkeit oder aus Angst, da er ein Versorgungsposten für Parteifunktionäre, für ehemalige Mitarbeiter, Abgeordnete et cetera ist. Und wenn dieser Versorgungsapparat wegfällt, wo gehen wir dann mit den Leuten hin? Auf der einen Seite ist das verständlich. Auf der anderen Seite sind wir aber dafür da, um Politik für die Menschen zu machen, um ein gutes und ausgeglichenes Budget zu haben und dafür zu sorgen, dass die Menschen mit dem Geld, das sie verdienen, auch auskommen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Also hier, meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn Sie das Kontrollorgan des Parlaments finanziell beschneiden, sind Sie nicht auf dem richtigen Weg. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Staatssekretär, Sie sind jetzt der einzige Vertreter auf der Regierungsbank, nehmen Sie diese Worte ernst und machen Sie etwas! – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine auch – besonders an einen bestimmten Teil der Lehrergewerkschaft appellierend –, dass jetzt die besserer Zeit wäre, richtig zu verhandeln als unmittelbar nach der Wahl. Und ich hoffe, dass wir auch dieses letzte große Projekt, das wir uns für diese Legislaturperiode vorgenommen haben, das Dienst- und Besoldungsrecht noch unter Dach und Fach bringen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend möchte ich noch einmal bekräftigen, dass es für uns sehr, sehr wichtig ist, bei einer künftigen steuerlichen Entlastung in erster Linie die Familien zu entlasten. Herr Kollege Rossmann! Ich bin noch immer der Meinung, dass es notwendig ist, jene Familien besonders zu entlasten, die den größten Anteil an Lohn- und Einkommensteuern in den Staatssäckel hineinzahlen, damit wir uns – und das sei auch noch einmal gesagt, denn wir bekennen uns zum Sozialstaat – eine 30-prozentige Sozialquote auch auf Dauer leisten können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Es wird auch nicht berücksichtigt, dass über 80 000 Langzeitbeschäftigungslose nicht in der Statistik erfasst sind. Wenn Sie die mit dazunehmen würden, dann wüssten Sie, dass wir bereits fast 500 000 Arbeitslose haben. Sie sagen auch nicht dazu und gestehen nicht ein, dass wir die jüngsten Pensionisten in der EU haben. Jugendarbeitslose sind zirka 48 000 laut Statistik. Die 30 000, die in AMS-Kursen, ÜLAs und so weiter versteckt sind, sind wir nicht bereit zuzugeben. Wenn Sie von den effektiven Zahlen ausgehen, dann liegen wir in der Arbeitslosenstatistik bei Weitem nicht mehr so gut, wie Sie das immer behaupten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Oberhauser: Gott sei Dank ist das so, gerade was die Arbeitslosen betrifft!
Wenn Sie den Bundesfinanzrahmen ansprechen, Herr Staatssekretär, dann ist der eine Fortschreibung der bisherigen Politik. Ja, das ist nichts anderes. (Abg. Dr. Oberhauser: Gott sei Dank ist das so, gerade was die Arbeitslosen betrifft!)
Staatssekretär Mag. Schieder: Das stimmt ja nicht!
Sie haben bestimmte Dinge nicht berücksichtigt. Und jetzt stelle ich eine Frage an Sie: Gibt es bei Ihnen so etwas wie einen Plan B? Ich bringe Ihnen folgende Begründung: Also grundsätzlich ist es ja positiv, dass ein Finanzrahmengesetz über mehrere Jahre gemacht wird. Um das zu machen, muss man von gewissen Schätzungen ausgehen, sei es die Beschäftigungsrate, sei es das Wirtschaftswachstum und, und, und. Da spielen viele Faktoren mit. Was tun Sie, wenn für diesen Finanzrahmen bereits im ersten Jahr – nehmen wir jetzt das Jahr 2013 – Ihre Annahmen nicht stimmen? (Staatssekretär Mag. Schieder: Das stimmt ja nicht!) Im Jahr 2013 sind Sie von einem Wirtschaftswachstum von 2 Prozent ausgegangen. In Wirklichkeit wird das Wirtschaftswachstum bei 0,7 bis 0,8 Prozent liegen. Das heißt also, gewisse Zahlen stimmen nicht.
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie da nicht gegensteuern, dann stimmt Ihr ganzer Finanzrahmen nicht. Ich möchte von Ihnen wissen: Gibt es einen Plan B? Einen Plan B gibt es überall, denn einen Finanzrahmen auf vier oder fünf Jahre zu erstellen auf Grund von Annahmen, die dann nicht eintreffen könnten, bleibt zu vage. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Kollegin, ich habe vorhin schon gesagt, es ist nur eine Verwaltung des Status quo, im Bereich vieler Zukunftsinvestitionen ein markanter Rückschritt. Ganz klar ist: Dieses Budget, das de facto einen Status quo verwaltet, steht für Stillstand, bedeutet Rückschritt, und das müssen wir verhindern. Es braucht Zukunftsinvestitionen, es braucht eine Neugestaltung des Budgets, und daran gilt es in den nächsten Wochen zu arbeiten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Viele Zuschauer zu Hause, überhaupt viele Leute fragen die Politiker, ob die Krise nun vorbei ist oder nicht. Entwarnung, dass die Krise vollkommen vorbei ist, kann man nicht ernsthaft geben, auch nicht angesichts der Wirtschaftsdaten, die für Europa, für die Weltwirtschaft, für andere Wirtschaftsräume gegeben werden. Daher ist es besonders wichtig, dass wir auch mit diesem Finanzrahmen konsequent den Weg weitergehen, nämlich Investitionen und Wachstumsimpulse mit Sparsamkeit in den Haushalten auch in der Zukunft zu verbinden. Damit schaffen wir die Möglichkeit für das, was uns ein besonderes Anliegen ist, nämlich die Beschäftigung zu stabilisieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Wenn uns das gelingen wird, und das sieht dieser Rahmen vor, dann ist es für Österreich auch ein guter Weg. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Kurt List (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Staatssekretär! Im Gegensatz zu Ihren Ausführungen, Herr Staatssekretär, und denen der Frau Finanzministerin vertreten wir vom BZÖ selbstverständlich eine völlig andere Meinung, nämlich: Dieses Bundesfinanzrahmengesetz ist eine weitere Bankrotterklärung dieser gescheiterten Bundesregierung. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner. – Staatssekretär Mag. Schieder: hinauf mit den Schulden, ?
Alle damit Befassten haben im Vorfeld heftige Kritik geübt, weil sämtliche Perspektiven, wie eine sinnvolle Steuerreform, fehlen. Letzten Montag im Zuge der Debatte über die falsche Zypern-Hilfe hat uns die schwarze Finanzministerin Fekter von der Regierungsbank bestätigt, dass Österreich ein Hochsteuerland ist – und das ist die Katastrophe. Ich wiederhole: Österreich ist ein Hochsteuerland! – Das gehört geändert! Wir vom BZÖ sagen: Runter mit den Steuern! (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner. – Staatssekretär Mag. Schieder: hinauf mit den Schulden, ?) Das haben wir heute schon diskutiert.
Staatssekretär Mag. Schieder: Rauf mit den Schulden, ?
Diese gescheiterte Bundesregierung hat die Menschen nämlich längst genug geschröpft. (Staatssekretär Mag. Schieder: Rauf mit den Schulden, ?) Die Menschen sind grantig und verärgert. Viele von ihnen können sich das tägliche Leben nicht mehr leisten und sind armutsgefährdet. Als Ursache sehen sie die Steuerpolitik, vor allem die Steuerpolitik der ÖVP. Diese ist hundsmiserabel und eine echte Katastrophe. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Diese gescheiterte Bundesregierung hat die Menschen nämlich längst genug geschröpft. (Staatssekretär Mag. Schieder: Rauf mit den Schulden, ?) Die Menschen sind grantig und verärgert. Viele von ihnen können sich das tägliche Leben nicht mehr leisten und sind armutsgefährdet. Als Ursache sehen sie die Steuerpolitik, vor allem die Steuerpolitik der ÖVP. Diese ist hundsmiserabel und eine echte Katastrophe. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Abg. Grillitsch: Wer?
Diese gescheiterte Bundesregierung, geschätzte Damen und Herren, ist gut beraten, das BZÖ-Modell zu übernehmen. Dieses Bundesfinanzrahmengesetz setzt nämlich die falschen Impulse. Unsere Schulden explodieren weiter. Vor allem die ÖVP als Schuldenmacher der Nation lebt auf Kosten der nächsten Generationen. (Abg. Grillitsch: Wer?) Die ÖVP hängt nämlich jedem Neugeborenen sofort eine Schuldenlast von 32 000 € um. Das ist ein Wahnsinn. Die Bürger sind richtig angefressen, weil sie von
Zwischenruf des Abg. Hörl. – Abg. Grillitsch: das BZÖ nur 1 Prozent!
dieser Bundesregierung im Stich gelassen werden. (Zwischenruf des Abg. Hörl. – Abg. Grillitsch: das BZÖ nur 1 Prozent!)
Staatssekretär Mag. Schieder: Warum sagen Sie nichts ?
Diese Regierung verschenkt Steuergelder für Pleitegriechen und Spekulanten an den Finanzmärkten. In dieser Woche wurde die falsche Zypern-Hilfe abgesegnet. (Staatssekretär Mag. Schieder: Warum sagen Sie nichts ?)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir vom BZÖ stellen dazu fest: Genug gezahlt! Genug gezahlt in falsche Kanäle. Unser Steuergeld muss in Österreich bleiben und sinnvoll eingesetzt werden! Logisch daher, dass wir vom BZÖ diesen neuen Fekter’schen Finanzrahmen auf das Schärfste ablehnen werden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. List: Ist sie ja!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geschätzter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Es ist schon etwas verwegen, davon zu sprechen, dass diese Bundesregierung gescheitert ist (Abg. List: Ist sie ja!), wenn man in einem Land lebt, das dank dieser Bundesregierung und der gezielten Maßnahmen die niedrigste Arbeitslosigkeit und die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit zu verzeichnen hat. Das ist sehr verwegen, meine Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. List.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. List.
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geschätzter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Es ist schon etwas verwegen, davon zu sprechen, dass diese Bundesregierung gescheitert ist (Abg. List: Ist sie ja!), wenn man in einem Land lebt, das dank dieser Bundesregierung und der gezielten Maßnahmen die niedrigste Arbeitslosigkeit und die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit zu verzeichnen hat. Das ist sehr verwegen, meine Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. List.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist nicht von irgendwo hergekommen, sondern da sind ganz gezielte Budgetmittel in die Hand genommen worden, damit wir heute so dastehen, wie wir dastehen. Und dass uns nicht egal ist, was mit jenen Leuten passiert, die keine Arbeit haben, zeigt ganz einfach, dass im Budgetkapitel 20, Arbeit, auch die Ausgabenobergrenze von derzeit 6,41 Milliarden € bis zum Jahr 2017 um 450 Millionen € erhöht wird. Das ist ja nicht irgendetwas, denn das Geld wird dazu genützt werden, dass wir weiter die Arbeitslosigkeit bekämpfen und durch gezielte Maßnahmen den Menschen Hilfestellung geben, dass sie wieder schneller in den Arbeitsprozess integriert werden. Und das ist wichtig und notwendig, sehr geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Steibl.
Das heißt, meine Damen und Herren, eine steigende Erwerbstätigkeit leistet auch einen wichtigen Beitrag einerseits für die Menschen, die in unserem Land leben, und andererseits – das ist mir sehr wichtig – ist die steigende Erwerbstätigkeit auch ein wichtiger Punkt im Zusammenhang mit den Staatseinnahmen und – das sei zum Schluss gesagt – ein wichtiger Punkt, damit wir uns unser gutes Sozialsystem auch weiter leisten können. Das heißt, es ist eine Win-win-win-Situation: Die Menschen in diesem Land haben etwas davon, der Staat hat etwas davon, und die Sozialversicherung hat auch etwas davon. – Herzlichen Dank. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Erstens muss man sich die Frage stellen: Von welchem Land reden manche Oppositionspolitiker? Wenn man ihnen zuhört, dann sicher nicht von Österreich, meine Damen und Herren. Ich verstehe es überhaupt nicht, warum unsere doch sehr guten Wirtschaftskennzahlen und Arbeitsmarktdaten hier schlechtgeredet werden. Es gibt überhaupt keinen Anlass dazu. Wir sind die politisch Verantwortlichen in unserem Staat und sollten uns darüber auch freuen, wenn wir hier gute Zahlen aufzuweisen haben! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Petzner: die Leute glauben das ja alles nicht!
Ich möchte das auch untermauern: Wir haben die niedrigste Arbeitslosenquote, und das seit über zwei Jahren. Natürlich steigt auch bei uns die Arbeitslosigkeit, sie steigt leider in ganz Europa, aber wir haben immer noch die niedrigste Arbeitslosenquote. Wir haben die zweitniedrigste Jugendarbeitslosenquote, und, meine Damen und Herren, wir werden von anderen europäischen Ländern um unser duales Ausbildungssystem beneidet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Petzner: die Leute glauben das ja alles nicht!)
Beifall der Abg. Fürntrath-Moretti
drastisch einzugreifen, vor allem bei jenen, die kurz vor dem Pensionsantritt sind, sondern langfristig das System abzusichern. Unser Pensionssystem ist eines der besten der Welt (Beifall der Abg. Fürntrath-Moretti), aber wir haben es geschafft, da in den nächsten Jahren 7 Milliarden einzusparen. Natürlich gibt es Veränderungen in diesem Bereich.
Beifall bei der ÖVP – Abg. Petzner: Ha, ha, ha!
Also, meine Damen und Herren, es ist schlicht und einfach nicht richtig, dass keine Reformen durchgeführt wurden. Wir, diese Bundesregierung, wir von ÖVP und SPÖ hier im Parlament, wir führen dieses Land in eine gute Zukunft (Beifall bei der ÖVP – Abg. Petzner: Ha, ha, ha!), nämlich dadurch, dass wir 2016 wieder einen ausgeglichenen Haushalt haben werden und dass wir dann auch wieder in die Plus-Zone geraten werden. Das hier zu erwähnen ist schon wichtig.
Abg. Petzner: werden wir drüber reden heute!
Abschließend noch ein Beitrag zu den Offensivmaßnahmen: Wir sparen nämlich (Abg. Petzner: werden wir drüber reden heute!) – Ja, Herr Kollege Petzner, das kannst du dir sparen für eine Rede in Kärnten, da tut es not. Hier herinnen ist es nicht angebracht, solche Unsinnigkeiten zu verbreiten.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren, das sind Maßnahmen, die uns helfen werden, auch in Zukunft unseren Wirtschaftsstandort abzusichern, damit die Arbeitsplätze zu sichern, und somit wird auch der Wohlstand für die Zukunft in unserem Land gesichert sein. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Riepl: Ja, jetzt mit Ihrer Rede!
Abgeordneter Josef Jury (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Nach den Ausführungen der Abgeordneten Csörgits und des Abgeordneten Wöginger muss man sagen, die Märchenstunde geht munter weiter. (Abg. Riepl: Ja, jetzt mit Ihrer Rede!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie uns Finanzminister Pröll und Finanzministerin Fekter erzählt haben, dass diese Griechenlandhilfe ja ein Geschäft sein soll für die Republik Österreich. Meine sehr geehrten Damen und Herren, diese Prognosen, die das WIFO aufstellt und die die Regierung übernimmt, sind eben nur Prognosen. Wenn ich mir anschaue, dass 2012 7 Milliarden Defizit erwirtschaftet wurden, dann, muss ich sagen, ist das eine Bankrotterklärung für die Republik Österreich. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir reden über Ausrüstungen der freiwilligen Feuerwehr, wo freiwillige Feuerwehrleute Leib und Leben aufs Spiel setzen. Ich glaube, dass es nur billig wäre, diese Freiwilligkeit auch anständig zu unterstützen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.
Ich rede von Kinderbetreuungseinrichtungen, die von der Republik durch ihre Umsatzsteuerreform, durch die Vorsteuerabzugsfähigkeit der Schulbauten einfach konterkariert werden. Ich rede von Kunstvermittlungsprogrammen, die gerade im ländlichen Bereich irrsinnig wichtig sind und die dazu angetan sind, auch die Bevölkerung im ländlichen Bereich zu halten, damit dieser auch in Zukunft nicht nur Erholungsraum sein kann, sondern Arbeits- und Lebensraum sein wird. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.)
Rufe: Kärnten!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, in Summe ist dieses Bundesfinanzrahmengesetz eben nur auf Prognosen aufgebaut. Ich hoffe und wünsche uns und unserer Politik, dass diese Prognosen eintreffen. Aber wenn ich mir auf der anderen Seite anschaue, wie viel Geld wir durch Europa schicken, und das vor allem in den Süden (Rufe: Kärnten!), um kranke Staaten aufrechtzuerhalten, wo null Bereitschaft da ist, einmal das System zu ändern, dann mache ich mir große Sorgen um diese Republik. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Eßl: Kärnten ist schon gerettet? Ist das System schon geändert? – Abg. Hörl: In Kärnten ist alles geändert?)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Eßl: Kärnten ist schon gerettet? Ist das System schon geändert? – Abg. Hörl: In Kärnten ist alles geändert?
Meine sehr geehrten Damen und Herren, in Summe ist dieses Bundesfinanzrahmengesetz eben nur auf Prognosen aufgebaut. Ich hoffe und wünsche uns und unserer Politik, dass diese Prognosen eintreffen. Aber wenn ich mir auf der anderen Seite anschaue, wie viel Geld wir durch Europa schicken, und das vor allem in den Süden (Rufe: Kärnten!), um kranke Staaten aufrechtzuerhalten, wo null Bereitschaft da ist, einmal das System zu ändern, dann mache ich mir große Sorgen um diese Republik. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Eßl: Kärnten ist schon gerettet? Ist das System schon geändert? – Abg. Hörl: In Kärnten ist alles geändert?)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Ich möchte das ganz konkret, weil auch immer wieder „Kärnten“ hereingerufen wurde, an einem Beispiel festmachen, meine Damen und Herren, nämlich an der Tatsache, dass wir (Zwischenruf des Abg. Hörl.) – Zuhören, Herr Kollege Hörl, einmal bitte zuhören! – Wir stehen vor der Tatsache, dass die EU-Kommission, nämlich der zuständige EU-Kommissar Almunia droht, die österreichischen notverstaatlichten Banken, in erster Linie die Hypo Alpe-Adria, aber auch die Kommunalkredit, zwangsabzuwickeln, was Milliardenbelastungen für den Staatshaushalt in den nächsten Jahren zur Folge hätte. (Zwischenruf des Abg. Riepl. – Abg. Hörl: Haider und Co!)
Zwischenruf des Abg. Riepl. – Abg. Hörl: Haider und Co!
Ich möchte das ganz konkret, weil auch immer wieder „Kärnten“ hereingerufen wurde, an einem Beispiel festmachen, meine Damen und Herren, nämlich an der Tatsache, dass wir (Zwischenruf des Abg. Hörl.) – Zuhören, Herr Kollege Hörl, einmal bitte zuhören! – Wir stehen vor der Tatsache, dass die EU-Kommission, nämlich der zuständige EU-Kommissar Almunia droht, die österreichischen notverstaatlichten Banken, in erster Linie die Hypo Alpe-Adria, aber auch die Kommunalkredit, zwangsabzuwickeln, was Milliardenbelastungen für den Staatshaushalt in den nächsten Jahren zur Folge hätte. (Zwischenruf des Abg. Riepl. – Abg. Hörl: Haider und Co!)
Abg. Riepl: dass ihr die Bank zugrunde gerichtet habt! Da waren Sie dabei!
Und wenn man jetzt in diesen Bundesfinanzrahmen hineinschaut und nachprüft, ob da diese sehr wahrscheinlichen Szenarien in irgendeiner Form berücksichtigt wurden, dann stellt man fest, dass das in keinster Weise berücksichtigt wurde. Null Euro, überhaupt nichts ist für diesen Bereich vorgesehen. Das ist grob fahrlässig und zeigt auch, dass die Bundesregierung und das Finanzministerium es nicht ganz ernst meinen mit diesem Bundesfinanzrahmen. (Abg. Riepl: dass ihr die Bank zugrunde gerichtet habt! Da waren Sie dabei!)
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.
Jetzt schauen Sie sich die Budgetzahlen an und dann wissen Sie, welche dramatischen Auswirkungen das für den österreichischen Staatshaushalt haben würde! (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.) – Genau, korrekt. Da gibt es aber ein Fallbeispiel, das das durchrechnet. – Insofern ist es nicht nur unverantwortlich, im Bundesfinanzrahmen keinerlei Vorsorge getroffen zu haben, sondern noch viel mehr ist es unverantwortlich, dass die österreichische Bundesregierung und allen voran die Finanzministerin Fekter seit 2009, seitdem sie auch die Verantwortung für diese Staatsbank hat, überhaupt keine Erfolge vorweisen kann und es dem staatlichen Management und der zuständigen Bundesregierung in keinster Weise gelungen ist, eine vernünftige Sanierung und eine vernünftige Abwicklung und einen Verkauf sowohl der Hypo Alpe-Adria als auch der Kommunalkredit sicherzustellen.
Zwischenruf bei der SPÖ.
Das kann uns noch sehr, sehr teuer kommen, und ich warne schon heute davor, das dann dem Bundesland Kärnten in die Schuhe zu schieben. Seit 2009 trägt die Bundesregierung für diese Bank die Verantwortung und wird auch für die Zeit von 2009 bis 2013 dann zur Verantwortung zu ziehen sein. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Darabos: Ihr habt die Bank und sagt, die Bundesregierung ist schuld?! So was habe ich noch nie gehört! Wer hat sie an die Wand gefahren? – Zwischenruf des Abg. Riepl.
Zweiter Punkt: Man muss der Frau Finanzministerin vorwerfen, dass sie auf EU-Ebene äußerst ungeschickt agiert hat. Ich weiß, dass der Kommissar Almunia Wien hat ausrichten lassen, wenn die Frau Fekter noch einmal nach Brüssel kommt, dann lässt er die Bank sofort zwangsabwickeln, weil die Frau Fekter durch ihr polterhaftes, undiplomatisches Auftreten in Brüssel nicht die Türen für eine Verlängerung der Frist aufgemacht, sondern vielmehr zugemacht hat. Daher appelliere ich auch an die Bundesregierung, dass diese Causa Hypo Alpe-Adria ab sofort zur Chefsache erklärt werden muss und diese Agenda auch der Finanzministerin Fekter entzogen werden muss! (Abg. Mag. Darabos: Ihr habt die Bank und sagt, die Bundesregierung ist schuld?! So was habe ich noch nie gehört! Wer hat sie an die Wand gefahren? – Zwischenruf des Abg. Riepl.)
Zwischenruf der Abg. Binder-Maier.
Denn wird sie nicht zur Chefsache und kann Frau Minister Fekter weiter herumfuhrwerken, wie sie will, so kann das ganz dramatische Auswirkungen – ich habe die drohenden Milliardenkosten genannt – auf Österreich haben. Und es wäre schlichtweg verantwortungslos, weiter so zu fuhrwerken. (Zwischenruf der Abg. Binder-Maier.) Frau Finanzminister Fekter hat mit dem Management bereits bewiesen, dass sie weder willens noch in der Lage ist, eine geordnete Abwicklung der Hypo Alpe-Adria, aber auch der Kommunalkredit, aber auch der Volksbanken sicherzustellen. (Beifall beim BZÖ. – Abg Rädler: Brandstifter Feuerwehrmann!)
Beifall beim BZÖ. – Abg Rädler: Brandstifter Feuerwehrmann!
Denn wird sie nicht zur Chefsache und kann Frau Minister Fekter weiter herumfuhrwerken, wie sie will, so kann das ganz dramatische Auswirkungen – ich habe die drohenden Milliardenkosten genannt – auf Österreich haben. Und es wäre schlichtweg verantwortungslos, weiter so zu fuhrwerken. (Zwischenruf der Abg. Binder-Maier.) Frau Finanzminister Fekter hat mit dem Management bereits bewiesen, dass sie weder willens noch in der Lage ist, eine geordnete Abwicklung der Hypo Alpe-Adria, aber auch der Kommunalkredit, aber auch der Volksbanken sicherzustellen. (Beifall beim BZÖ. – Abg Rädler: Brandstifter Feuerwehrmann!)
Abg. Riepl: Sie sollten sich selber einen Vorwurf machen! Das wäre gescheiter!
Herr Kollege Darabos, weil Sie da so aufgeregt hereingerufen haben: Ich mache der SPÖ da überhaupt keinen Vorwurf, ich mache auch dem Staatssekretär Schieder überhaupt keinen Vorwurf (Abg. Riepl: Sie sollten sich selber einen Vorwurf machen! Das wäre gescheiter!), sondern ich glaube, dass die SPÖ hier sogar bewusst von der ÖVP
Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos.
hinters Licht geführt und falsch informiert wurde. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos.) Ich glaube, dass die ÖVP, Ihr Regierungspartner, Ihnen in der Causa Hypo Alpe-Adria, aber auch Kommunalkredit niemals die Wahrheit gesagt hat. Die hat euch schlichtweg hereingelegt, wie auch das gesamte Parlament hier.
Abg. Mag. Darabos: Andere Seite! – Abg. Mag. Rudas – auf die Reihen der ÖVP weisend –: Dort rüber!
Was steht jetzt in dieser Unterlage, Herr Kollege Darabos? – Ich zeige sie Ihnen dann gerne persönlich. (Abg. Mag. Darabos: Andere Seite! – Abg. Mag. Rudas – auf die Reihen der ÖVP weisend –: Dort rüber!) – Das ist ein internes Vorstandsdokument der BayernLB vom Dezember 2009, ein Statusbericht über die Hypo Group Alpe-Adria. Dieses Dokument gibt es in Österreich gar nicht, ich stelle es auch gerne Herrn Staatssekretär Schieder zur Verfügung, damit er selber lesen kann, wie die ÖVP auch ihn falsch informiert hat.
Abg. Rädler: Der Brandstifter !
August 2009! Und dieses Dokument ist der Beweis dafür, dass Finanzminister Pröll vor Gericht die Unwahrheit gesagt hat, im Untersuchungsausschuss die Unwahrheit gesagt hat, und Frau Finanzminister Fekter in Anfragebeantwortungen das Parlament falsch informiert hat. Das wird noch Konsequenzen haben, meine Damen und Herren, denn ich habe bereits eine entsprechende Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermittelt (ein weiteres Dokument in die Höhe haltend), weil es nicht sein kann, dass ein Finanzminister derart unehrlich agiert und dass eine Finanzministerin, in diesem Fall Frau Finanzminister Fekter, das Parlament falsch informiert. (Abg. Rädler: Der Brandstifter !)
Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Und wenn das, Herr Kollege aus Niederösterreich, stimmt, was da schwarz auf weiß in diesem Dokument der BayernLB steht, nämlich dass man schon im Sommer 2009 Geheimgespräche zwischen dem bayerischen CSU-Minister Fahrenschon und zufällig dem österreichischen Finanzminister Pröll unter Ausklammerung des Koalitionspartners SPÖ geführt hat, dann passt auch die ganze Geschichte, die ihr da mit der Pleite der Hypo konstruiert habt, nicht. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.) Das sei alles erst ganz kurzfristig im November 2009 ausgebrochen, über Nacht sei plötzlich die BayernLB abgesprungen. Es war Zeitdruck, man habe das Ganze notverstaatlichen müssen (Abg. Rädler: schreibt die Geschichte neu!), es sei nicht anders gegangen. Dieses ganze Konstrukt fällt mit einem Schlag wie ein Kartenhaus zusammen, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: schreibt die Geschichte neu!
Und wenn das, Herr Kollege aus Niederösterreich, stimmt, was da schwarz auf weiß in diesem Dokument der BayernLB steht, nämlich dass man schon im Sommer 2009 Geheimgespräche zwischen dem bayerischen CSU-Minister Fahrenschon und zufällig dem österreichischen Finanzminister Pröll unter Ausklammerung des Koalitionspartners SPÖ geführt hat, dann passt auch die ganze Geschichte, die ihr da mit der Pleite der Hypo konstruiert habt, nicht. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.) Das sei alles erst ganz kurzfristig im November 2009 ausgebrochen, über Nacht sei plötzlich die BayernLB abgesprungen. Es war Zeitdruck, man habe das Ganze notverstaatlichen müssen (Abg. Rädler: schreibt die Geschichte neu!), es sei nicht anders gegangen. Dieses ganze Konstrukt fällt mit einem Schlag wie ein Kartenhaus zusammen, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Und wenn das, Herr Kollege aus Niederösterreich, stimmt, was da schwarz auf weiß in diesem Dokument der BayernLB steht, nämlich dass man schon im Sommer 2009 Geheimgespräche zwischen dem bayerischen CSU-Minister Fahrenschon und zufällig dem österreichischen Finanzminister Pröll unter Ausklammerung des Koalitionspartners SPÖ geführt hat, dann passt auch die ganze Geschichte, die ihr da mit der Pleite der Hypo konstruiert habt, nicht. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.) Das sei alles erst ganz kurzfristig im November 2009 ausgebrochen, über Nacht sei plötzlich die BayernLB abgesprungen. Es war Zeitdruck, man habe das Ganze notverstaatlichen müssen (Abg. Rädler: schreibt die Geschichte neu!), es sei nicht anders gegangen. Dieses ganze Konstrukt fällt mit einem Schlag wie ein Kartenhaus zusammen, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Insofern, meine Damen und Herren, warne ich Sie auch davor, das Thema Hypo Alpe-Adria für Ihren Wahlkampf zu missbrauchen. Das könnte fürchterlich zum Bumerang werden, gerade für die ÖVP. Greift da ja nicht hin, denn da habt ihr eine ziemliche Baustelle beieinander! Wir werden das alles noch diskutieren. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Wir werden nicht darum herumkommen, einen Untersuchungsausschuss zu diesem Thema einzusetzen. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Denn eines steht fest, das steht außer Streit, jetzt geht es nur mehr um Folgendes: Es steht fest, dass die Hypo Alpe-Adria den Steuerzahler mindestens 4 Milliarden – andere rechnen mit bis zu 11 Milliarden – kosten wird. Die Frage ist nur: Wann? Die Frage ist nur: Wann?!
Abg. Rädler: Damit kannst du den Haider auch nicht retten!
Frau Fekter versucht jetzt, gemeinsam mit anderen auf EU-Kommissionsebene zu erreichen, dass man zumindest bis Ende 2014 Zeit für das Ganze bekommt, damit das Ganze vor der Wahl im Herbst nicht mehr ausbricht und es keinen ÖVP-Skandal und keinen Steuerskandal in einer Größenordnung von 4 bis 5 Milliarden € vor der Nationalratswahl im Herbst für die ÖVP gibt. Das ist euer Ziel. (Abg. Rädler: Damit kannst du den Haider auch nicht retten!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
In Wirklichkeit geht es hier aber um den österreichischen Steuerzahler, und für den österreichischen Steuerzahler bedeutet die Fortsetzung der Politik der Frau Finanzminister Fekter betreffend Hypo Alpe-Adria, dass spätestens Ende 2014 – denn mehr Zeit werden wir von der EU-Kommission nicht bekommen (Zwischenruf des Abg. Rädler), das steht fest – dieses Milliardendebakel ansteht und diese Milliardenkosten auf den österreichischen Steuerzahler zukommen werden.
Abg. Rädler: Das Thema bleibt eh bei euch!
minister Fekter dieses Thema entzogen wird. (Abg. Rädler: Das Thema bleibt eh bei euch!) Die Frau Finanzminister hat versagt und das Parlament falsch informiert. Die Hypo Alpe-Adria muss zur Chefsache erklärt werden, um Steuergeld für die Österreicherinnen und Österreicher zu retten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
minister Fekter dieses Thema entzogen wird. (Abg. Rädler: Das Thema bleibt eh bei euch!) Die Frau Finanzminister hat versagt und das Parlament falsch informiert. Die Hypo Alpe-Adria muss zur Chefsache erklärt werden, um Steuergeld für die Österreicherinnen und Österreicher zu retten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Petzner: Die Staatsanwaltschaft! ! Es läuft eh schon!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Abgeordneter Petzner, was an Ihren Anschuldigungen wirklich dran ist, wird ja wohl demnächst geklärt werden, wie Sie selber sagen. (Abg. Petzner: Die Staatsanwaltschaft! ! Es läuft eh schon!)
Abg. Petzner: Eine deutsche Bank! Es war eine deutsche Bank! Seit 2007! Eine deutsche Bank!
Wenn man sich in Erinnerung ruft, wer die Verursacher des Hypo-Debakels in Kärnten ursprünglich waren, nämlich Ihre Parteifreunde, dann kann man sich des Eindrucks einer Haltet-den-Dieb-Strategie hinter Ihrer Rede nicht erwehren (Abg. Petzner: Eine deutsche Bank! Es war eine deutsche Bank! Seit 2007! Eine deutsche Bank!), aber, wie gesagt, das wird ja wohl demnächst geklärt werden.
Beifall bei der SPÖ.
Es ist auch wichtig, dass der Bundesfinanzrahmen sicherstellt, dass Investitionen im Bildungsbereich in den nächsten Jahren weitergehen können, vom Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen bis zur Fortführung des Reformwegs an den Schulen, so wie auch an den Hochschulen die Situation durch die Fortführung der Hochschulmilliarde weiter verbessert werden soll. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: So spät ist es noch gar nicht!
Abgeordnete Mag. Katharina Cortolezis-Schlager (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Auch zur späten Stunde gilt noch das Wort: Ohne stabile öffentliche Haushalte ist kein Wachstum möglich. (Abg. Mag. Gaßner: So spät ist es noch gar nicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend: Ein Jahr Erhöhung des faktischen Pensionsalters und Annäherung an das reale gesetzliche Pensionsalter würden 1 Milliarde € bringen. Diese Milliarde wünsche ich mir auch für den Innovationsmotor Wissenschaft und Forschung. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Es ist erstmalig gelungen, dass wir den Patienten wirklich in den Mittelpunkt der Planungen gestellt haben, dass versucht werden wird, mit einer gemeinsamen Zielsteuerung die Mittel so einzusetzen, dass sie auch wirklich dort ankommen, wo sie hingehören, nämlich beim Patienten (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Wie bitte? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das wird morgen eh verhandelt!) – Aber ich spreche jetzt zum Finanzrahmen für Gesundheit. Sie können es sich gerne anhören. Ich erzähle es Ihnen morgen noch einmal, vielleicht verstehen Sie es dann noch ein bisschen besser, als Sie es heute nach meinen Ausführungen tun werden.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das wird morgen eh verhandelt!
Es ist erstmalig gelungen, dass wir den Patienten wirklich in den Mittelpunkt der Planungen gestellt haben, dass versucht werden wird, mit einer gemeinsamen Zielsteuerung die Mittel so einzusetzen, dass sie auch wirklich dort ankommen, wo sie hingehören, nämlich beim Patienten (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Wie bitte? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das wird morgen eh verhandelt!) – Aber ich spreche jetzt zum Finanzrahmen für Gesundheit. Sie können es sich gerne anhören. Ich erzähle es Ihnen morgen noch einmal, vielleicht verstehen Sie es dann noch ein bisschen besser, als Sie es heute nach meinen Ausführungen tun werden.
Beifall bei der SPÖ.
Alles in allem denke ich, dass wir einen nicht immer einfachen Weg der Budgetkonsolidierung gegangen sind, dass wir uns dazu bekannt haben, enge Rahmen einzuhalten, um Möglichkeiten zu haben, weiter zu investieren. Im Bereich der Gesundheit ist es uns gelungen; ich meine, das ist ein Erfolg der Bundesregierung – vor allem ein Erfolg von Minister Stöger. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Jury.
Im Gegensatz dazu steht das Bundesland Salzburg, wo die Burgstaller-SPÖ eine Schröpfung der Bauern um 30 Millionen € pro Jahr beabsichtigt gehabt hätte, indem sie im Textteil des Landeshaushaltsgesetzes 2014 heimlich hineingeben wollte: Die in diesem Gesetz vorgesehenen finanziellen Mittel für die EU-kofinanzierten Ausgaben für die Salzburger Landwirtschaft dürfen nur insoweit verwendet werden, als diese den mit der Europäischen Union beziehungsweise dem Bund vereinbarten Mindestförderschlüssel vorsehen. – Danke an Wilfried Haslauer, dass er das verhindert hat. (Zwischenruf des Abg. Jury.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Bundesfinanzrahmengesetz werden wir, glaube ich, im Ausschuss entsprechend beraten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hörl: Genau!
Lieber Kollege Petzner, nicht böse sein: Ich habe schon viele Kabaretts gesehen und war schon in so manchem Theater, aber nur über die Sanierer herzuziehen und kein einziges Wort über die, die in Wirklichkeit das Desaster verursacht haben, zu verlieren, dazu gehört schon Humor. (Abg. Hörl: Genau!) Ich sage dir das schon in aller Deutlichkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Lieber Kollege Petzner, nicht böse sein: Ich habe schon viele Kabaretts gesehen und war schon in so manchem Theater, aber nur über die Sanierer herzuziehen und kein einziges Wort über die, die in Wirklichkeit das Desaster verursacht haben, zu verlieren, dazu gehört schon Humor. (Abg. Hörl: Genau!) Ich sage dir das schon in aller Deutlichkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In diesem Sinne freue ich mich schon auf die kommenden Diskussionen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Es gibt auch – vielleicht kennen Sie auch diesen Ausdruck – die normative Kraft des Faktischen. Man kann auf Dauer nicht mehr ausgeben, als man laufend einnimmt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) – Außer man macht Schulden, aber wir wollen ja nicht, dass sie stärker ansteigen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Damit haben wir eigentlich gerechnet!
Dieses Bundesfinanzrahmengesetz gibt Planbarkeit und Sicherheit, und daraus resultieren Stabilität und Ordnung, womit wiederum das Bedürfnis der Sicherheit, das Urbedürfnis der Menschen, ein zentrales und ganz legitimes Bedürfnis, befriedigt werden kann. Und auch deswegen stimmt unsere Fraktion diesem Gesetz zu. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Damit haben wir eigentlich gerechnet!)
Abg. Mag. Gaßner – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Binder-Maier –: Gabriele, stimmen wir auch zu? – Abg. Binder-Maier: Möglich!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Binder-Maier. 3 Minuten sind wunschgemäß eingestellt. – Bitte. (Abg. Mag. Gaßner – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Binder-Maier –: Gabriele, stimmen wir auch zu? – Abg. Binder-Maier: Möglich!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.
Meine Damen und Herren! Profitieren würden 2,3 Millionen Kinder, rund 2,3 Millionen Familien in Österreich; daher ein klares Bekenntnis meiner Fraktion zu diesen Förderungen und Maßnahmen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bedanke mich ganz ausdrücklich bei dieser großen Mehrheit an Abgeordneten, namentlich den Abgeordneten der SPÖ, der ÖVP, der Grünen, des BZÖ und des Teams Stronach, die diese Politik mittragen, die sich dazu bekennen, dass es wichtig ist, weltweit Verantwortung zu übernehmen, die internationale Solidarität mit ihren Bekenntnissen auch wirklich leben und sagen: Okay, es ist klar, wir sind sieben Milliarden Menschen auf dieser Erde, wir werden friedlich zusammenleben müssen, wir werden die Ressourcen, die wir haben, fair und gerecht teilen! Wir stellen uns diesen globalen Aufgaben, wir nehmen sie ernst! – Und das werden wir mit diesem Bundesfinanzrahmengesetz durchaus auch dokumentieren. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Ich würde dem Herrn Präsidenten der Landwirtschaftskammer Salzburg Eßl empfehlen, für seine Almbauern zu sorgen und sich um diese zu kümmern, die aufgrund der Rückforderungen der Europäischen Union vor durchaus schwierigen Situationen stehen. Er sollte verhindern, dass diese Rückforderungen auf die Almbauern übertragen oder abgewälzt werden, damit die eine planbare Zukunft haben. (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Beifall bei SPÖ, BZÖ und Team Stronach sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Wenn man dann noch bedenkt, dass diese falschen Beschuldigungen gegen die Almbauern von der Beratung der Beamten der Landwirtschaftskammer und der AMA herrühren, dann hat er sehr viele Aufgaben, um seinen Bauern Planbarkeit zu geben. (Beifall bei SPÖ, BZÖ und Team Stronach sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall des Abg. Hörl.
Wir sollten jedoch aufpassen, dass wir genau diese Behörde nicht daran hindern, Maßnahmen gegen Katastrophenschäden zu setzen und vor allem präventiv zu arbeiten. (Beifall des Abg. Hörl.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich weiß auch nicht, was dort eingespart werden soll, außer man überlegt, die Leute zu kündigen und diese Institutionen überhaupt aufzulösen. Dagegen verwahre ich mich und ich hoffe, auch die nächste Regierung wird sich dagegen verwahren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Roman Haider (FPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Nach diesen Jubelreden ist es jetzt wirklich Zeit, dass Sie wieder einmal auf den Boden der österreichischen Realität zurückgeholt werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Dieser Budgetplan ist kein Plan, sondern die Fortsetzung eines gewaltigen Raubzuges, und das sage nicht nur ich, sondern das richten Ihnen sämtliche Wirtschaftsjournalisten dieses Landes aus und in diesem Fall der Chefredakteur der „Oberösterreichischen Nachrichten“ Gerald Mandlbauer, der sich vorige Woche in einem Leitartikel überlegt hat, was wohl die Oppositionspolitikerin Fekter zur Finanzministerin Fekter bei der Vorlage dieses Finanzrahmengesetzes sagen würde. (Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Beifall bei der FPÖ.
„Was Maria Fekter zu Maria Fekter sagen täte: ,Hören Sie mir mit dieser Budgetlüge auf. In Wahrheit sanieren Sie nichts.‘“ – Zitatende. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Ich schließe daher die Debatte und weise die Regierungsvorlage 2251 der Beilagen dem Budgetausschuss zu. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin der Finanzministerin wirklich sehr dankbar dafür, dass sie diese Initiative gesetzt hat und dass dieses wichtige Instrumentarium der Information für die betroffenen Menschen jetzt auch eingerichtet wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall des Abg. Dr. Jarolim.
Wenig bekannt ist, dass unter bestimmten Voraussetzungen auch Sonderbehandlungen möglich sind, die zu einer Steuerreduktion oder zu einer Steuerbefreiung führen. Experten haben uns im Ausschuss erklärt, wenn man die Beantwortung aufgrund der deutschen Aufforderung richtig macht, dann können etwa 90 Prozent der Fälle steuerfrei bleiben. Als Beispiel wurde auch genannt, dass eine Rente bis zu 3 200 € keine weiteren Steuern nach sich ziehen soll. (Beifall des Abg. Dr. Jarolim.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher wäre es, wie ich meine, sinnvoll, mehr Engagement dafür aufzuwenden, herauszufinden, wo mehr und höhere Geldbeträge liegen, anstatt PensionistInnen, die ein Leben lang brav Steuern gezahlt haben, zu belasten und deren Lebensabend zu erschweren. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Was die Beratungsstellen betrifft, muss ich sagen, dass gerade in Braunau, Ried und Schärding die Finanzämter bestens darauf vorbereitet und wirklich bemüht sind, dass sie unsere Senioren beraten. Ich hoffe, dass die anderen Finanzämter im sogenannten Binnenland das auch erkennen und dass unsere Senioren entsprechend beraten werden und es zu einem guten Ende kommt. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Dieser Antrag ist in dieser Form nun doch als All-Parteien-Antrag heute hier gelandet. Prinzipiell aber muss man sich diese Vorgangsweise sehr wohl gut überlegen. Ich glaube, dass es wichtig ist, auch alle anderen Bereiche und Anliegen, die seitens der Opposition eingebracht werden, sachlich, fachlich zu diskutieren und, auch wenn es ein Oppositionsantrag ist, diesen zu unterstützen und zu forcieren. Ich denke, es ist ein Auftrag, eine Aufforderung für die nächste Legislaturperiode, sich den Umgang mit Anträgen der Opposition in dieser Form sehr gut zu überlegen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei BZÖ, FPÖ und Team Stronach.
fassbare Vorgangsweise dieser ÖVP-Ministerin an die Öffentlichkeit gekommen ist, erst dann habt ihr eingelenkt, Freunde von der ÖVP! Jetzt hierher ans Rednerpult zu treten und so zu tun, als ob ihr diese Initiative durchgesetzt hättet, das ist einfach unwahr, schäbig und auch nicht nachzuvollziehen, Herr Kollege Wöginger! (Beifall bei BZÖ, FPÖ und Team Stronach.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Kollege Staatssekretär, was wir heute beschließen, ist super, einen All-Parteien-Antrag, aber das ist erst der Beginn der Fahnenstange, das ist nicht das Ende. Dass wir jetzt eine Beratungsstelle einrichten und sagen: Das war’s!, uns umdrehen und gehen, das kann es nicht gewesen sein. Schauen Sie sich – ich zitiere sie jetzt nicht – diese Petition von Kaipel und Aubauer an, die ich für sehr vernünftig erachte, die geht darüber hinaus! Man muss jetzt auch Gespräche aufnehmen, und da nützt es nichts, wenn irgendein Sektionschef einmal einen lustigen Besuch in Neubrandenburg macht, sondern da geht es um harte Verhandlungen zwischen Ministerien an oberster Stelle. Die Ministerin soll sich gefälligst mit Ihrem Amts-Visavis in Deutschland zusammensetzen, damit diese Pensionisten nicht über den Tisch gezogen werden und nicht nachzahlen müssen, denn diese nachträgliche Besteuerung ist das, was wir kritisieren, die muss weg. Nicht nur die Notwendigkeit der Beratung, sondern die Besteuerung selbst ist ein Skandal für diese Menschen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das heute ist ein guter erster Schritt, ein All-Parteien-Antrag, aber Sie sind jetzt gefordert, zu verhandeln, damit diese Pensionisten nicht vom deutschen Fiskus geschröpft werden. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Staatssekretär, 90-jährige Menschen, die gehen nicht auf die Homepage!
Die Homepage des Finanzministeriums, die genannt worden ist, ist natürlich ein Informationsmedium. Aber auch wissend, dass in der älteren Generation (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Staatssekretär, 90-jährige Menschen, die gehen nicht auf die Homepage!) – Lassen Sie mich ausreden! Wenn Sie kurz zuhören, dann bekommen Sie eine Antwort auf diese Frage, auch wenn ich nicht weiß, ob Sie das wollen.
Abg. Ing. Westenthaler: Glück gehabt!
Wir werden auch weiterhin Kontakt suchen und die Diskussion mit den deutschen Steuerbehörden darüber aufnehmen, hier unbürokratisch und auch im Sinne der Betroffen vorzugehen, zumal es manchmal – wie Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler, in Ihrem Beispiel erzählt haben – auch um lächerliche Beträge geht und man sich fragen muss, ob sich der gesamte Aufwand dahinter lohnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Glück gehabt!) – Glück gehabt, gilt für den Betroffenen, aber: Lohnt der gesamte Aufwand dahinter?, das ist die große Frage, die sich die Behörden stellen. Ich glaube, in vielen Fällen nicht.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abg. Dr. Lichtenecker.
Daher werde ich auch weiterhin meinen deutschen Kollegen sagen, dass ich glaube, im Sinne der Verwaltungsökonomie gäbe es ganz anderes, womit man sich intensiver beschäftigen könnte, als österreichische Pensionistinnen und Pensionisten, die ein paar Monate oder Jahre in Deutschland gearbeitet haben und daraus eine Pension beziehen, die man anscheinend auch bisher nicht besteuert hat, sondern erst jetzt, weil man eben draufgekommen ist. Vielleicht sollten sie sich überlegen, ob es nicht andere Schwerpunkte gäbe, die viel sinnvoller wären. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Beifall beim Team Stronach.
Ich bin jetzt aber froh, dass zumindest etwas geschieht, dass diese Menschen die Hoffnung haben, dass es zu einer Verbesserung kommt. Ich hoffe, dass diese Verhandlungen auch positiv abgeschlossen werden und wirklich etwas dabei herauskommt, nicht nur heiße Luft des Herrn Staatssekretärs. Ich versuche, Ihnen zu glauben, dass Sie sich bemühen werden, ich hoffe, es liegen dann in Kürze tatsächlich Fakten auf dem Tisch, dann bekommen Sie auch ein richtiges Lob von mir. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.
Was haben wir Seniorenvertreter unternommen? – Von der Petition des überparteilichen Seniorenrates an den Nationalrat war schon die Rede, Kollege Kaipel und ich haben sie eingebracht. Da wir – jetzt kommt das Neue –, wie Herr Staatssekretär Schieder sagt, hier in Österreich nicht so leicht andere Lösungen herbeiführen können, hat der Seniorenrat jetzt auch eine Petition an den Deutschen Bundestag eingebracht. (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.) Ich höre vom Herrn Staatssekretär, das ist gut, fein. Das ist neu und ist im Laufen. Ziel ist eine unbürokratische Lösung, und wir wollen damit auch von deutscher Seite her die Verhandlungen unterstützen.
Beifall bei der ÖVP.
Schön, dass alle Parteien zusammenarbeiten. Das zeigt dieser Sechs-Parteien-Antrag, von denen es, wie ich hoffe, in Zukunft mehr geben wird. Wir brauchen mehr Miteinander und weniger das ständige Hickhack. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, die Tatsache, dass das nicht nur die Pensionisten-Organisationen gefordert, sondern auch die Jugendorganisationen unterstützt haben, ist ein Zeichen, dass Alt und Jung hier gemeinsam kämpfen. Ich hoffe, dass nicht nur fünfeinhalb Monate vor der Wahl hier alle ein Plädoyer für die Seniorinnen und Senioren und die Solidarität und Gemeinsamkeit halten, sondern dass auch das restliche Jahr hindurch – bei manchen Politikerinnen und Politikern und bei manchen Meinungsbildnern entdecke ich oft die Tendenz – Alt und Jung mit einer Weltuntergangsstimmung nicht gegeneinander aufgehetzt werden, um schlussendlich Politik gegen jene zu machen, die die Unterstützung der Politik brauchen. Deshalb hoffe ich, dass diese Solidarität zwischen Alt und Jung, aber auch die Solidarität hier im Haus gegenüber den Seniorinnen und Senioren nicht nur jetzt, sondern auch das ganze Jahr und auch nach der Wahl stattfindet. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Markowitz.
Ich glaube, mit diesem Konzept, das wir hier gemeinsam beschlossen haben, haben wir einen wichtigen, wenn auch von der Öffentlichkeit nicht so wahrgenommenen Schritt gesetzt, dass wir auch da die Chancen verbessern können. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Markowitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Man muss auch sagen, dass gerade junge Menschen entsprechende Perspektiven brauchen, denn wenn die jungen Menschen keine Perspektiven haben, dann ist das ein besonderer Nährboden für das Auseinanderdriften sowohl im sozialen als auch im wirtschaftlichen Gleichgewicht; dessen sollten wir alle uns immer bewusst sein. Es ist daher wirklich positiv, dass alle Parlamentsparteien diesen Antrag heute mittragen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist insgesamt ein „kleines Projekt“ – unter Anführungszeichen –, aber für den Einzelnen, der draufkommt, er möchte einen Bildungsabschluss nachholen – er hat vielleicht irgendwann einmal, aus welcher Lust und Laune heraus auch immer, das Lernen nicht so ernst genommen, aber später geht ihm der Knopf auf – bietet sich nunmehr die Chance. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Das konstruktive Klima allein wird uns aber nicht weiterbringen (Zwischenruf bei der ÖVP), wenn wir nicht den Mut haben, das österreichische Schulwesen wirklich grundlegend zu reformieren. Das, was wir heute machen und zu einem nicht unbeträchtlichen Teil gemeinsam beschließen werden – nicht alles, aber doch einiges –, das sind Reparaturen. Das sind notwendige Reparaturen, das ist Flickwerk am österreichischen Bildungssystem, und es ist nicht etwas, das in die Zukunft weist. Ich glaube, wir sollten uns schon im Klaren darüber sein, dass wir da eine große Verantwortung haben, die wir – so muss ich konstatieren – in den letzten Jahren nicht wirklich wahrgenommen haben.
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der SPÖ: Unverbesserlicher Pessimist!
Aber wie gesagt: Das ist wirklich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, ein Tropfen auf die großen Probleme, auf den großen heißen Stein, der da heißt Schulreform. Das wird verpuffen, wenn wir nicht grundsätzlich darüber diskutieren, wohin wir mit diesem System wollen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der SPÖ: Unverbesserlicher Pessimist!)
Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Marek.
Wie gesagt: Ich freue mich, dass wir hier diese Übereinstimmung haben, aber ich glaube, gerade was die Weiterentwicklung der Polytechnischen Schule anbelangt, ist noch viel zu tun. Jetzt gibt es ein Projekt mit zehn Versuchsschulen, aber das ist erst der Anfang und sicher noch nicht das Ende. (Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Marek.)
Beifall der Abg. Schenk.
Wir haben jedes Jahr 10 000 Jugendliche, die keinen Bildungsabschluss haben. Das sind die Langzeitarbeitslosen von morgen, das sind Menschen, die wir nicht mehr unterbringen, und das sind wirklich Menschen, die keine Chance haben, kein Geld haben, überhaupt keine Perspektiven haben. Ich bin der Letzte, der die Regierung lobt und sagt, alles sei super, aber heute ist doch wirklich ein Tag, an dem wir sagen können: Seien wir froh, sechs Parteien, wir bringen etwas zustande, und vor allem: Es geht um junge Menschen, die eine Chance verdienen. (Beifall der Abg. Schenk.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Wie ist das Ganze zustande gekommen? – Wir waren in Leibnitz und haben dort eine Polytechnische Schule gesehen, die funktioniert, und das freut mich sehr. Es gibt Städte, in denen es nicht funktioniert, das wissen wir, ob das jetzt in Wien ist oder sonst wo, wo wir große Probleme haben. Da müssen wir auch den Hebel ansetzen, und ich glaube, die Frau Ministerin weiß das auch. Doch hier geschieht etwas, von dem ich finde – wie Kollege Mayer, weil ich ihn gerade sehe –, dass es wichtig ist: Wir geben jungen Menschen diese Möglichkeit. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall der Abg. Schenk.
Ich freue mich, dass wir hier einen richtigen und wichtigen Weg einschlagen, mit dem wir gemeinsam vieles für viele junge Menschen in Österreich erreichen können. – Vielen Dank. (Beifall der Abg. Schenk.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Gleichzeitig sage ich aber auch: Viel Arbeit liegt noch vor uns, aber es besteht kein Grund, in Pessimismus zu verfallen! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Walser: Hätte ich nicht erwartet! Eine freudige Überraschung!
Abgeordneter Ewald Sacher (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Ich kann mich als Abgeordneter den Ausführungen der Frau Bundesminister nur voll anschließen. (Abg. Dr. Walser: Hätte ich nicht erwartet! Eine freudige Überraschung!)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne: Sehen wir das doch positiv! Wir haben große Schritte gemacht. Und das ist ein weiterer kleiner Schritt in eine gute Richtung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Riepl: Das gibt es!
Wir glauben, dass die Strafe da kein Allheilmittel ist. Die Mehrstufigkeit eines Verfahrens, dass man versucht, einmal im Guten mit den Eltern zu sprechen und sie davon zu überzeugen, dass das alleine hilft, halten wir für gut und richtig. Es muss nicht von vornherein gleich die Strafe kommen. Das wäre wahrscheinlich auch den Autofahrern lieber, wenn es einmal das tote Recht der Ermahnung oder so etwas wie eine Abmahnung gäbe. (Abg. Riepl: Das gibt es!) Auf dem Papier gibt es das ja. Das ist halt nur totes Recht. Oder ist jemand irgendwann einmal in letzter Zeit abgemahnt worden? (Abg. Riepl nickt.) Kollege Riepl. Ja, also gut.
Abg. Riepl nickt.
Wir glauben, dass die Strafe da kein Allheilmittel ist. Die Mehrstufigkeit eines Verfahrens, dass man versucht, einmal im Guten mit den Eltern zu sprechen und sie davon zu überzeugen, dass das alleine hilft, halten wir für gut und richtig. Es muss nicht von vornherein gleich die Strafe kommen. Das wäre wahrscheinlich auch den Autofahrern lieber, wenn es einmal das tote Recht der Ermahnung oder so etwas wie eine Abmahnung gäbe. (Abg. Riepl: Das gibt es!) Auf dem Papier gibt es das ja. Das ist halt nur totes Recht. Oder ist jemand irgendwann einmal in letzter Zeit abgemahnt worden? (Abg. Riepl nickt.) Kollege Riepl. Ja, also gut.
Beifall bei der FPÖ.
Die verfassungsrechtlichen Bedenken, die da ausgesprochen wurden, teilen wir nicht, weil wir glauben, dass Familiengeld, Familientransfers dann zu zahlen sind, wenn die Kinder in der Familie entsprechend gefördert werden. Und dazu zählt nicht nur, dass sie ein Essen auf den Tisch bekommen, dass sie Kleidung bekommen und dass sie ein Taschengeld bekommen, sondern dazu gehört auch, dass die Eltern dafür sorgen, dass sie die Schulbildung bekommen, die ihnen der Staat anbietet. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wichtig ist meiner Überzeugung nach auch die Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeitern und auch die psychologische Unterstützung. Gerade in diese Richtung muss man noch Überlegungen anstellen und Verbesserungen vornehmen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Elmar Mayer: Vorschlag!
Wissen Sie, wie viele Verfahren wegen Schulschwänzens de facto letztes Jahr mit einer Strafe abgeschlossen worden sind? – 30 Verfahren in ganz Österreich! Und da glauben Sie, mit einer Erhöhung der Strafe von 220 € auf 440 €, die nach diesen fünf Stufen, nach einer Endphase droht, ein Problem zu lösen. Also, mit Verlaub, da können wir bei bestem Willen nicht mitgehen. Aber wir haben ja morgen noch die Gelegenheit, über einen anderen Aspekt in diesem Zusammenhang zu sprechen. (Abg. Elmar Mayer: Vorschlag!)
Beifall bei den Grünen.
Kollege Mayer, gerne mache ich einen Vorschlag, nämlich dass nicht wir am Minoritenplatz und dass nicht die Landesschulbehörden dafür Lösungen herbeiführen, sondern dass die Lösungen dort gemacht werden, wo sie hingehören, wie wir es vorhin gesagt haben: Lassen Sie die Schulen das entscheiden! Lassen Sie die Direktorinnen und Direktoren diese Geschichte gemeinsam mit den Lehrkräften lösen! Aber bitte keinen fünfstufigen Notfallplan für einen Schulschwänzer, der sich vielleicht im Kaffeehaus amüsiert hat. So werden wir dieses Problem sicher nicht lösen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir wollen Rechte für alle. Wir wollen, dass wir hier in diesem Hohen Haus Gesetze beschließen, die vor allem den Schwächsten in unserer Gesellschaft helfen. Und das wird hierdurch nicht gewährleistet! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Schulschwänzen ist oft ein Hilferuf. Aber wenn dieses Schulschwänzen ohne Folgen bleibt und keine Maßnahmen gesetzt werden, dann bleibt dieser Hilferuf ungehört, und das ist nicht im Sinne unserer Kinder. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
(Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Auch den Gesetzen unter dem zweiten Punkt werden wir nicht unsere Zustimmung geben, obwohl wir der Verwaltungsgerichtsbarkeit grundsätzlich positiv gegenüberstehen, denn sie ist ein großes Reformwerk, aber wir würden nur unter der Voraussetzung zustimmen, dass es zu einer Vereinfachung kommt und dass die Änderung eine Kostenreduzierung mit sich bringt. Beides ist aber im Bildungsbereich für uns nicht ersichtlich. Ganz im Gegenteil: Die Beschwerdeführungen werden verkompliziert und nicht vereinfacht, und vor allem kommen auf Eltern zusätzliche Kosten durch die Einholung von Gutachten zu und im Falle einer Rechtsberatung auch noch Anwaltskosten. Daher werden wir auch diese Novelle ablehnen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Elmar Mayer (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Ministerin! Wenn ich die Opposition um eines beneide, dann um die Redezeit. Die Abgeordneten von der Opposition können hier lange reden, haben ausreichend Redezeit – wir hingegen müssen uns Minute für Minute erkämpfen und können die Erfolge, die wir haben, nicht so breit darlegen wie die Opposition die Jammerei, die hier laufend ihrerseits stattfindet. Aber es ist nun einmal so, damit muss man leben. Das ist eine Tatsache. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Walser: Fragen Sie Hannes Androsch! Was sagt Hannes Androsch dazu?
chen, dass Sie nicht sehen wollen, was man da schon alles getan hat, nämlich dass wir vom Bildungsvolksbegehren, das wir beide mit Herzblut auch verteidigt und vertreten haben, vier Fünftel von dem, was die Schule betrifft, schon umgesetzt haben. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Walser: Fragen Sie Hannes Androsch! Was sagt Hannes Androsch dazu?)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege Walser, diese Dinge sind alle längst gemacht! Sie haben das entweder nicht mitgekriegt oder haben ein Wahrnehmungsproblem. Und daher sage ich Ihnen: Gehen Sie endlich mit! Klinken Sie sich ein in eine neue Schulreform, dann sind Sie auf dem guten Weg! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Wer sagt das?
Ganz ehrlich: Schulschwänzen ist kein Kavaliersdelikt. Man muss die Eltern in die Pflicht nehmen, das ist ganz klar. Aber ich würde sagen, das Verfahren müsste verkürzt werden. Man müsste schauen, dass man viel schneller auch strafen kann, ohne großartige Prozesse hinter sich zu haben. (Abg. Dr. Jarolim: Wer sagt das?) – Da sage ich jetzt meine persönliche Meinung, Herr Kollege Jarolim. Gerade Sie als Jurist müssten doch wissen, wenn wir diesen Fünf-Stufen-Plan umsetzen, dauert es ja ewig! Das dauert ja Monate bis Jahre, bis das tatsächlich umgesetzt wird. Und wenn man dann 440 € einhebt und Verfahrenskosten von 2 000 € hat, dann sagen Sie mir, Herr Kollege Jarolim, wie das Ganze finanzierbar sein soll! – Aber ich danke Ihnen sehr für diesen Zwischenruf, denn das zeigt wieder ganz genau, dass Sie nicht bei der Sache sind, wahrscheinlich weil es schon spät ist. Um diese Uhrzeit schlafen Sie. Aber wir versuchen hier, konstruktiv zu arbeiten – das haben wir bis jetzt immer gemacht. Ich bin total froh, dass das Sie jetzt wieder aufgeweckt hat. Dieser Zwischenruf war wirklich eine Katastrophe.
Beifall der Abg. Schenk.
Frau Ministerin, bei den Punkten 7 und 8 stimmen wir, wie schon gesagt, zu. Da bin ich davon überzeugt, dass wir in die richtige Richtung gehen. Aber was das Schulschwänzen betrifft, so müssen wir da einfach eine straffe Struktur haben und dürfen die Lehrer nicht überfordern. Jetzt sind so viele Leute eingebunden, da sehen wir nie Licht am Ende des Tunnels. Also hier bin ich dafür, dass man das verkürzt. – Vielen Dank. (Beifall der Abg. Schenk.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Walser: Sieht das der Hannes Androsch auch so? – Abg. Mag. Musiol: Was ist mit den ElementarpädagogInnen?
Und ganz zum Schluss – da muss ich jetzt an die Ausführungen von Herrn Abgeordnetem Mayer anschließen –: Also bitte, die eine Milliarde ist sinnvoll investiert. Darüber brauchen wir jetzt, glaube ich, wirklich nicht mehr zu diskutieren. Das Vorhaben mit den kleineren Klassen – ich erinnere: Auch dazu gab es ein Bildungsvolksbegehren! – wurde umgesetzt. Und: Zwei Lehrer in Deutsch, Mathematik und Englisch, das wird von allen als sinnvoll erachtet, die Umsetzung des Schulbauprogramms ebenso, genauso die Ganztagsschulen. Und wenn jetzt auch noch die PädagogInnenbildung Neu kommt, dann sind 80 Prozent des Bildungsvolksbegehrens umgesetzt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Walser: Sieht das der Hannes Androsch auch so? – Abg. Mag. Musiol: Was ist mit den ElementarpädagogInnen?)
Abg. Dr. Walser: Hängt das mit dem Gesetz zusammen? Das ist ein anderes Thema!
Sie haben gesagt, 30 Fälle wurden im letzten Jahr sanktioniert, doch die Zahl ist eine andere, nämlich dass wir zurzeit 70 000 junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren haben, die keinen Arbeitsplatz haben, die sich in keinem Training befinden, die weder in einer Ausbildungs- noch in einer Bildungseinrichtung sind. (Abg. Dr. Walser: Hängt das mit dem Gesetz zusammen? Das ist ein anderes Thema!) Wo, glauben Sie, fängt deren – unter Anführungszeichen – „Karriere“ an? In der Vielzahl sind das Schulschwänzer, Schulabbrecher, Schulverweigerer, und diese Leute, die sich selbst herausgenommen haben, wollen wir zurückholen. Sie sagen, das besteht alles nicht. 70 000 Leute ohne nennenswerte große Perspektiven existieren für Sie nicht. (Abg. Dr. Walser: Ja, natürlich! Reden Sie keinen Unsinn! Das ist ja hanebüchen!)
Abg. Dr. Walser: Ja, natürlich! Reden Sie keinen Unsinn! Das ist ja hanebüchen!
Sie haben gesagt, 30 Fälle wurden im letzten Jahr sanktioniert, doch die Zahl ist eine andere, nämlich dass wir zurzeit 70 000 junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren haben, die keinen Arbeitsplatz haben, die sich in keinem Training befinden, die weder in einer Ausbildungs- noch in einer Bildungseinrichtung sind. (Abg. Dr. Walser: Hängt das mit dem Gesetz zusammen? Das ist ein anderes Thema!) Wo, glauben Sie, fängt deren – unter Anführungszeichen – „Karriere“ an? In der Vielzahl sind das Schulschwänzer, Schulabbrecher, Schulverweigerer, und diese Leute, die sich selbst herausgenommen haben, wollen wir zurückholen. Sie sagen, das besteht alles nicht. 70 000 Leute ohne nennenswerte große Perspektiven existieren für Sie nicht. (Abg. Dr. Walser: Ja, natürlich! Reden Sie keinen Unsinn! Das ist ja hanebüchen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich lade Sie ein: Vielleicht denken Sie noch nach, geben sich einen Ruck und stimmen doch zu. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, wir fordern für jene, die dauerhaft der Schulpflicht nicht nachkommen, die Streichung der Familienbeihilfe. Das wäre eine empfindliche Maßnahme, welche die Eltern tatsächlich spüren würden, im Vergleich zu einer Geldstrafe, die eine absolut zahnlose Mahnung ist. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Am Beginn der Diskussion zu diesem Gesetz stand nämlich die Initiative von Bürgerinnen und Bürgern in Form einer parlamentarischen Bürgerinitiative, die an uns hier, ans Hohe Haus, herangetragen wurde, und einer der Vertreter dieser Bürgerinitiative ist auch hier (der Redner wendet sich dem Angesprochenen zu, der sich auf der Galerie befindet): Herr Hubert Prigl, herzlich willkommen bei der Beschlussfassung und dabei, der Diskussion jetzt hier zuhören zu können. Danke auch für die Initiative! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Namens der SPÖ-Fraktion nochmals Gratulation den Initiatoren und nochmals ein Dankeschön der Frau Bundesminister für die Unterstützung dieses Vorhabens. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Dieses Gesetz ist einerseits ein wichtiger Beitrag für junge Menschen, die dadurch nach Anfangsschwierigkeiten doch noch zu einer höheren Qualifikation kommen können und infolgedessen eine bessere berufliche Chance haben, andererseits können dadurch mehr Facharbeiter qualifiziert werden, die wir auf dem Arbeitsmarkt dringend brauchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei Grünen und ÖVP.
Frau Ministerin, Sie werden nicht überrascht sein, dass ich auch zwei kritische Punkte anzumerken habe. (Heiterkeit bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Das wäre, glaube ich, ein Projekt für die Zukunft, das wir gemeinsam angehen können. Und wenn es so konstruktiv weitergeht wie in diesem Fall im Ausschuss bin ich sicher, dass wir das Ziel auch erreichen können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Was mich auch als Obfrau des Petitionsausschusses freut, ist, dass es eine Bürgerinitiative war, die letztendlich zu einem Gesetzestext geführt hat, was ja gerade bei Bürgerinitiativen und Petitionen ganz selten der Fall ist. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Hebel ansetzen, dass die Jugendlichen doch den Abschluss schaffen und nicht die Lehre abbrechen. Dann geht das Ganze auch in die richtige Richtung. Und deswegen werden wir das auch unterstützen, weil viele junge Menschen erst später draufkommen, dass es doch wichtig ist, einen Abschluss zu haben, nicht nur was das Einkommen betrifft, sondern auch die Wertschätzung und so weiter. Deswegen werden wir jedenfalls zustimmen. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Dr. Claudia Schmied: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich begrüße diese Maßnahme sehr und möchte mich auch persönlich bedanken bei Herrn Prigl und bei Herrn Abgeordnetem Riepl für ihren Einsatz. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich kann Ihnen sagen: Keine Begegnung mit diesen beiden Herren, ohne dass diese Initiative angesprochen wurde! Ich freue mich, dass es heute so weit ist und dass diese Maßnahme heute umgesetzt werden kann. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Für mich ist das eine wichtige Maßnahme, eine Komplettierung eines Gesamtpakets für eine Personengruppe, deren Bildungskarrieren nicht so glatt verlaufen. Hier setzen wir wichtige, hier setzen wir zentrale Schritte, und ich freue mich sehr, dass wir diese Schritte gemeinsam setzen und alle zustimmen werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich finde es sehr positiv, dass alle sechs Fraktionen im Parlament den notwendigen Novellierungen im Schulrecht zustimmen werden und somit auch eine Forderung aus dem Bildungsvolksbegehren erledigt werden kann. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Der Klubobmann steht im Weg!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Fuhrmann. – Bitte. (Abg. Mag. Gaßner: Der Klubobmann steht im Weg!)
Heiterkeit.
Abgeordnete Mag. Silvia Fuhrmann (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! – Der Klubobmann steht nie im Weg, das kann ich bezeugen! (Heiterkeit.) – Es ist erfreulich, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass diese Novelle hier so breite Unterstützung findet. Nicht nur weil es darum geht, dass Jugendliche auf dem zweiten Bildungsweg ihren Abschluss nachholen können, sondern weil die Wirtschaft in Zeiten wie diesen auch dringend Fachkräfte braucht und es auch geeigneter Maßnahmen und Rahmenbedingungen bedarf, um diesem Fachkräftemangel in Österreich entgegenzuwirken.
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, dass dementsprechend einer positiven Beschlussfassung nichts mehr im Wege steht. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Österreich ist einmal mehr Vorbild, wenn es um Ausbildung geht, wenn es um Jugendbeschäftigung geht, wegen der Ausbildungsgarantie, aber eben auch wegen unserem dualen Ausbildungssystem. Und daher begrüße ich, dass es hier zu einem Allparteienantrag kommt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn man aber schon im Vorfeld einer medienwirksamen Debatte, die ja nicht wirklich medienwirksam ist, weil der ORF seine Berichterstattung, warum auch immer, bereits komplett eingestellt hat, Ausdrücke hört wie „Parallelwelten“, „Kulturkampf“, „unerträglich“, „absurd“, „jenseitig“ oder „Kampfantrag“, dann weiß man, dass man nicht nur in ein Wespennest gestochen hat, dann weiß man, meine Damen und Herren, dass man voll ins Schwarze getroffen hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Petzner: „Political Correctness“, das darfst du ja gar nicht sagen!
Dass man in dieser Debatte ins Schwarze trifft, ist auch dringend notwendig, denn dringend notwendig ist zum Ersten, dass Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren von der rot-schwarz-grün- und auch -orangen Einheitsfront, jemand einmal ganz klar sagt, dass Ihr absurdes, ideologisch motiviertes Konzept von Political Correctness, an dem wiederum andere, völlig absurde Konzepte wie motivierte Spleens, Interkulturalismus oder Gender Mainstreaming dranhängen, nichts anderes ist als der beste Weg in den Untergang. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Petzner: „Political Correctness“, das darfst du ja gar nicht sagen!)
Beifall bei der FPÖ.
Genau diese angesprochenen Konzepte, meine Damen und Herren, widersprechen nicht nur in vielen Bereichen der Freiheit jedes Einzelnen in unserem Land, auch absolut der Meinungsfreiheit, sondern widersprechen auch den tatsächlichen Interessen unseres Landes, sei es nun in gesellschaftlicher oder auch ökonomischer Hinsicht. Und sie widersprechen vor allem der Logik und jeglichem Hausverstand, denn logisch wäre es, dass derjenige eine Arbeitsstelle bekommt, der am besten dafür qualifiziert ist, und nicht derjenige, der, aus welchem Grund auch immer, gefördert werden muss. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Doch Sie, meine Damen und Herren, ignorieren das alles! Hausverstand und auch grundsätzliche wirtschaftliche Konzepte wie jenes von Angebot und Nachfrage beispielsweise spielen in Ihrem Denken keine Rolle. Dafür aber viel linke Ideologie und das dringende Bedürfnis – und das ist der Grund, warum Sie das betreiben –, die bürgerlich-freiheitliche Gesellschaft zu zerschlagen. Und dazu sagen wir Freiheitliche ganz entschlossen Nein! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dass Sie aber diese verrückten Irrlehren dann auch noch unseren Kindern von klein auf eintrichtern wollen, bevor diese überhaupt noch lernen können, wie es im Leben tatsächlich zugeht, ist besonders infam. (Beifall bei der FPÖ.)
Jöp-Rufe bei der ÖVP.
Früher gab es die offene Erziehungsdiktatur des Sozialismus von der sogenannten Freien Deutschen Jugend der DDR bis zum Komsomol der UdSSR. (Jöp-Rufe bei der ÖVP.) Heute trägt die rote Erziehungsdiktatur keine Uniform und keine Fahnen mehr, denn heute kommt sie, zugegeben ausgeschmückt mit schönen Worten, aus dem Hinterhalt des Lehrplanes daher. (Abg. Mag. Gaßner: Sag einmal, wo hast denn du das her?)
Abg. Mag. Gaßner: Sag einmal, wo hast denn du das her?
Früher gab es die offene Erziehungsdiktatur des Sozialismus von der sogenannten Freien Deutschen Jugend der DDR bis zum Komsomol der UdSSR. (Jöp-Rufe bei der ÖVP.) Heute trägt die rote Erziehungsdiktatur keine Uniform und keine Fahnen mehr, denn heute kommt sie, zugegeben ausgeschmückt mit schönen Worten, aus dem Hinterhalt des Lehrplanes daher. (Abg. Mag. Gaßner: Sag einmal, wo hast denn du das her?)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Diese Rede muss man sich merken!
Sie hätten heute die Chance, meine Damen und Herren von Rot, Schwarz, Grün und Orange, diese rote Erziehungsdiktatur ein für alle Mal zu beenden. Dass das natürlich nicht passieren wird, ist mir schon klar. Aber zumindest ganz offen aufgezeigt wurde sie heute, und das ist ein erster wichtiger Schritt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Diese Rede muss man sich merken!)
Abg. Kopf – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Ablinger –: Sonja, erklär uns das jetzt bitte einmal!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Ablinger. – Bitte. (Abg. Kopf – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Ablinger –: Sonja, erklär uns das jetzt bitte einmal!)
Abg. Dr. Jarolim: Sonja! Kannst du noch zu dieser eigentümlichen Rede von vorhin etwas sagen?!
Abgeordnete Sonja Ablinger (SPÖ): Herr Abgeordneter Venier! Niveau ist wirklich ein gutes Stichwort, finde ich, das würde Ihnen ... (Abg. Dr. Jarolim: Sonja! Kannst du noch zu dieser eigentümlichen Rede von vorhin etwas sagen?!) – Ich kann es dir erklären: Der Herr Abgeordnete Venier möchte gerne interkulturelles Lernen aus dem Lehrplan streichen.
Abg. Öllinger: Jetzt wird es unheimlich! Das geht zu weit!
Herr Kollege Venier, was interkulturelle Kompetenzen heißen, kann man nachlesen. Unlängst hat eine Kindergartenpädagogin das in einem Beitrag gut zusammengefasst: Dabei geht es um die Bereitschaft und Offenheit, um Unterschiede wahrzunehmen und akzeptieren zu können. Es geht um die Bereitschaft, Fähigkeit und Möglichkeit zur Selbstreflexion. Das Wissen, dass Gegensätze zum Beispiel nicht prinzipiell Widersprüche sind, gehört dazu. Die Bereitschaft und die Fähigkeit, sich in andere einfühlen zu können, gehört dazu. Die Fähigkeit, sich flexibel auf eine Vielfalt von Meinungen einstellen zu können, gehört dazu. Ein gewisses Maß an Frustrationstoleranz und Anpassungsfähigkeit, damit Widersprüche auch ausgehalten werden können; eine Konfliktfähigkeit ist Teil davon. Das andere zum Beispiel nicht prinzipiell als das Fremde und Feindliche zu sehen und das eigene Tun von einem unbewussten, unreflektierten auf ein bewusstes, reflektiertes Niveau zu heben. (Abg. Öllinger: Jetzt wird es unheimlich! Das geht zu weit!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
Herr Abgeordneter Venier, das ist der Kanon zum interkulturellen Lernen. Reflektieren gehört dazu und Niveau, das lege ich Ihnen ganz besonders ans Herz. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Abgeordnete Christine Marek (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Eigentlich muss ich sagen, Herr Abgeordneter Venier, Sie haben jetzt mein Bild über die Freiheitlichen verschoben. Sie haben von „Political Correctness“ gesprochen. Eine Partei, die sogar von „Heimseite“ spricht, nimmt das Wort „Political Correctness“ in den Mund. Ich bin schockiert, Herr Abgeordneter Venier. Das muss ich jetzt schon sagen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Muttonen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum argumentieren Sie dann dauernd damit?
Gerade was das Gender Mainstreaming betrifft: Herr Kollege, Sie waren ja nicht im Ausschuss, Sie haben das ja auch nur aus zweiter Hand erzählt bekommen, aber wenn man nicht versteht, was Gender Mainstreaming heißt, dann soll man auch nicht damit argumentieren. (Demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Muttonen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum argumentieren Sie dann dauernd damit?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen, BZÖ und Team Stronach.
Und ich sage es noch einmal: Wenn man nicht versteht, wovon man spricht, dann soll man es lassen. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen, BZÖ und Team Stronach.)
Abg. Amon – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Walser –: Endlich eine Unterstützungsrede von dir!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Walser. – Bitte. (Abg. Amon – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Walser –: Endlich eine Unterstützungsrede von dir!)
Abg. Kopf: Wir werden der Sache nachgehen!
Ich würde da ein bisschen aufpassen. Nach dem, was ich von der Kollegin Marek gehört habe, könnte sie eines der U-Boote sein. (Abg. Kopf: Wir werden der Sache nachgehen!) Ich würde hier schon empfehlen, dass Sie da ein bisschen genauer in den eigenen Reihen schauen, denn es sollte ja nichts passieren. (Abg. Amon: Die war gerade in China!)
Abg. Amon: Die war gerade in China!
Ich würde da ein bisschen aufpassen. Nach dem, was ich von der Kollegin Marek gehört habe, könnte sie eines der U-Boote sein. (Abg. Kopf: Wir werden der Sache nachgehen!) Ich würde hier schon empfehlen, dass Sie da ein bisschen genauer in den eigenen Reihen schauen, denn es sollte ja nichts passieren. (Abg. Amon: Die war gerade in China!)
Abg. Amon: Wie heißt er?
Ich habe ein bisschen nachgeschaut, woher denn Ihr Familienname kommt, Kollege Venier. Venieri könnte ein Ursprung sein – laut Wikipedia –, dann wären Sie aus dem Italienischen zugewandert. (Abg. Amon: Wie heißt er?) Venier ist die zweite Variante, die angegeben wird, das wäre aus dem Französischen. Haben Sie da wirklich in Ihrer Familie nachgeforscht, ob Sie nicht auch Bestandteil dieser Unterwanderung unserer Gesellschaft sein könnten? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und woher kommt Ihr Name? – Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und woher kommt Ihr Name? – Zwischenruf des Abg. Großruck.
Ich habe ein bisschen nachgeschaut, woher denn Ihr Familienname kommt, Kollege Venier. Venieri könnte ein Ursprung sein – laut Wikipedia –, dann wären Sie aus dem Italienischen zugewandert. (Abg. Amon: Wie heißt er?) Venier ist die zweite Variante, die angegeben wird, das wäre aus dem Französischen. Haben Sie da wirklich in Ihrer Familie nachgeforscht, ob Sie nicht auch Bestandteil dieser Unterwanderung unserer Gesellschaft sein könnten? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und woher kommt Ihr Name? – Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.
Haben Sie vielleicht auch einmal darüber nachgedacht, dass wir uns hier in diesem Hohen Haus in einem Haus befinden, das aus dem 19. Jahrhundert stammt, aus der Habsburgermonarchie? (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Und was ist mit der Habsburgermonarchie passiert?
Multikulti sage ich nur! Viel mehr Multikulti gibt es gar nicht, als es damals in der Habsburgermonarchie gegeben hat. (Abg. Dr. Rosenkranz: Und was ist mit der Habsburgermonarchie passiert?) Vielvölkermonarchie, Sprachenvielfalt, Unglaubliches hat sich da abgespielt.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.
Und da haben Sie natürlich schon recht, diese 600 Jahre Multikulti in unserer Geschichte haben sich wirklich niedergeschlagen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.) Es hat diese offensiv ausgelebte fremdländische Lebensweise wirklich gegeben. Denken Sie daran, wenn Sie im Anschluss an diese Sitzung vielleicht ein Gulyás essen – ungarisch sage ich nur, aufpassen! – (Abg. Dr. Rosenkranz: Wiener Saftgulasch heißt das!), oder wenn Sie es mit Powidltascherln versuchen. Die kom-
Abg. Dr. Rosenkranz: Wiener Saftgulasch heißt das!
Und da haben Sie natürlich schon recht, diese 600 Jahre Multikulti in unserer Geschichte haben sich wirklich niedergeschlagen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.) Es hat diese offensiv ausgelebte fremdländische Lebensweise wirklich gegeben. Denken Sie daran, wenn Sie im Anschluss an diese Sitzung vielleicht ein Gulyás essen – ungarisch sage ich nur, aufpassen! – (Abg. Dr. Rosenkranz: Wiener Saftgulasch heißt das!), oder wenn Sie es mit Powidltascherln versuchen. Die kom-
Abg. Mag. Wurm: Pizza!
men wiederum eher aus dem Tschechischen, nein, die sind rumänisch. (Abg. Mag. Wurm: Pizza!) Ich kenne mich in diesen Bereichen wirklich nicht so genau aus. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
men wiederum eher aus dem Tschechischen, nein, die sind rumänisch. (Abg. Mag. Wurm: Pizza!) Ich kenne mich in diesen Bereichen wirklich nicht so genau aus. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist aus der Türkei!
Ich sage Ihnen, nicht einmal das Wiener Schnitzel ist tatsächlich aus Wien gekommen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist aus der Türkei!) Die Fachleute streiten sich. Die einen sagen, es kam mit dem Herrn Feldmarschall Radetzky aus Mailand – diese These ist umstritten, wienerisch ist es jedenfalls nicht. Ich tippe auf „offensiv ausgelebte fremdländische Lebensweise“, die hier ihren Niederschlag gefunden hat. (Abg. Dr. Rosenkranz: Monarchie!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Monarchie!
Ich sage Ihnen, nicht einmal das Wiener Schnitzel ist tatsächlich aus Wien gekommen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist aus der Türkei!) Die Fachleute streiten sich. Die einen sagen, es kam mit dem Herrn Feldmarschall Radetzky aus Mailand – diese These ist umstritten, wienerisch ist es jedenfalls nicht. Ich tippe auf „offensiv ausgelebte fremdländische Lebensweise“, die hier ihren Niederschlag gefunden hat. (Abg. Dr. Rosenkranz: Monarchie!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und Ihr Name, wo kommt der her?
Nicht einmal das Wiener Kaffeehaus – ich muss Sie enttäuschen – ist bodenständig. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und Ihr Name, wo kommt der her?) Ich möchte jetzt nicht „arisch“ oder irgendwelche anderen Begriffe in den Mund nehmen, aber nicht einmal das Kaffeehaus ist hier entstanden, sondern – auch da gibt es verschiedene Theorien – die Türken, hui, ganz gefährlich, könnten es eventuell gewesen sein. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Nikolo ist auch aus der Türkei!) In Wirklichkeit dürfte es sich eher um Armenier gehandelt haben, die haben nämlich lange Zeit in Wien das Monopol auf Kaffee gehabt. Denken Sie beim nächsten Kaffee, den Sie trinken, daran, dass Sie sich nicht vergiften und nicht offensiv die fremdländischen Lebensweisen ausleben!
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Nikolo ist auch aus der Türkei!
Nicht einmal das Wiener Kaffeehaus – ich muss Sie enttäuschen – ist bodenständig. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und Ihr Name, wo kommt der her?) Ich möchte jetzt nicht „arisch“ oder irgendwelche anderen Begriffe in den Mund nehmen, aber nicht einmal das Kaffeehaus ist hier entstanden, sondern – auch da gibt es verschiedene Theorien – die Türken, hui, ganz gefährlich, könnten es eventuell gewesen sein. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Nikolo ist auch aus der Türkei!) In Wirklichkeit dürfte es sich eher um Armenier gehandelt haben, die haben nämlich lange Zeit in Wien das Monopol auf Kaffee gehabt. Denken Sie beim nächsten Kaffee, den Sie trinken, daran, dass Sie sich nicht vergiften und nicht offensiv die fremdländischen Lebensweisen ausleben!
Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Amon und Marek. – Abg. Ing. Westenthaler: Und wo kommt Ihr Name her? Aus der Schweiz!
Denken Sie ein bisschen daran, wenn Sie mit Ihren Herren in der Partei reden: Vilimsky, Strache, die Familiennamen sind verdächtig. – Ich sage Ihnen nur: Multikulti, aufpassen! (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Amon und Marek. – Abg. Ing. Westenthaler: Und wo kommt Ihr Name her? Aus der Schweiz!)
Abg. Bucher: Homepage!
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Wenn man versucht, sich ernsthaft mit diesem Antrag auseinanderzusetzen und dieses De-facto-Verbot von Gender Mainstreaming und Interkulturalismus in den Lehrplänen, wie Sie das hier fordern, diskutieren will, dann kann man Sie nur auffordern, Herr Kollege Venier, das auch konsequent durchzuziehen. (Abg. Bucher: Homepage!) Dann müssen Sie im Bildungsbereich auch konsequent sein! Dann müssen wir nämlich über alles diskutieren. Dann müssen Sie das nächste Mal einen Antrag stellen und sagen, wir müssen abschaffen, dass die Zahlen von eins bis zehn in den Schulen unterrichtet werden, weil unsere Zahlen von eins bis zehn – oh mein Gott, aufpassen! – arabisch sind, Herr Kollege Venier! Überfremdung, stopp, da müssen Sie sofort einen Antrag stellen, die dürfen nicht mehr unterrichtet werden! (Heiterkeit der Abgeordneten Amon und Marek.)
Heiterkeit der Abgeordneten Amon und Marek.
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Wenn man versucht, sich ernsthaft mit diesem Antrag auseinanderzusetzen und dieses De-facto-Verbot von Gender Mainstreaming und Interkulturalismus in den Lehrplänen, wie Sie das hier fordern, diskutieren will, dann kann man Sie nur auffordern, Herr Kollege Venier, das auch konsequent durchzuziehen. (Abg. Bucher: Homepage!) Dann müssen Sie im Bildungsbereich auch konsequent sein! Dann müssen wir nämlich über alles diskutieren. Dann müssen Sie das nächste Mal einen Antrag stellen und sagen, wir müssen abschaffen, dass die Zahlen von eins bis zehn in den Schulen unterrichtet werden, weil unsere Zahlen von eins bis zehn – oh mein Gott, aufpassen! – arabisch sind, Herr Kollege Venier! Überfremdung, stopp, da müssen Sie sofort einen Antrag stellen, die dürfen nicht mehr unterrichtet werden! (Heiterkeit der Abgeordneten Amon und Marek.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Jarolim.
Denken wir das weiter durch! Die Zahlen sind arabisch, die fallen weg. Können wir das Alphabet – A bis Z – noch in unseren Schulen unterrichten? (Demonstrativer Beifall des Abg. Jarolim.)
Abg. Hornek: Lateinische Buchstaben, um Gottes willen!
Das geht laut Ihrer Theorie auch nicht, denn – Hilfe! – das Alphabet ist auch nicht Deutsch, nicht „arisch“. Es kommt aus Griechenland. Unser Alphabet stammt aus Griechenland. (Abg. Hornek: Lateinische Buchstaben, um Gottes willen!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Fremdsprachen!
verpflichtet fühlen, sondern sie hat ihren Ursprung auch irgendwo da unten, was für Sie fremdes, feindliches Kulturland ist. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Fremdsprachen!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Fußball! – Zwischenruf des Abg. Hornek.
Fremdsprachen: Sollen unsere Kinder noch Fremdsprachen lernen? – Das dürfen sie dann auch nicht mehr. Da müssen wir Englisch abschaffen, Französisch abschaffen, Italienisch abschaffen, Spanisch abschaffen, Slowenisch abschaffen, weil das ja alles fremde Kultur ist. Da dürfen wir dann an unseren Schulen nur mehr Deutsch reden. Dann müssen Sie aber bitte auch gleich den Herrn Ragger und den Herrn Scheuch ausschließen, die beide ihre Kinder in Italien zur Schule schicken. Die Kinder des Herrn Ragger werden dort sogar drei- bis viersprachig unterrichtet, was ich auch für positiv und richtig halte. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Fußball! – Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Beifall bei BZÖ, SPÖ und ÖVP.
Gerade Sie als junger Mensch sollten sich da vielleicht ein bisschen an Herrn Ragger orientieren. Ich finde es eigentlich schockierend, wenn so ein junger Mann wie Sie, Herr Kollege Venier, derartig ewiggestrige Ansichten vertritt. Das schockiert mich wirklich! (Beifall bei BZÖ, SPÖ und ÖVP.)
Abg. Krainer: Turnen! Turnvater Jahn!
Denken Sie ein bisschen nach! Wenn wir das nämlich zu Ende denken, müssen wir auch noch den Religionsunterricht abschaffen, denn wenn wir den römisch-katholischen Religionsunterricht haben, dann haben wir unter anderem auch den islamischen und den evangelischen, das ist für Sie auch alles ganz, ganz böse und dämonisch. Das müssen Sie dann auch abschaffen, dann bleibt aber von unserer Schule und von unserem Bildungssystem nicht mehr viel übrig. Dann können wir gar nichts mehr unterrichten – außer Deutsch. (Abg. Krainer: Turnen! Turnvater Jahn!)
Beifall bei BZÖ, SPÖ und ÖVP.
Ich bin dafür, dass unsere Jugend open-minded ist, dass sie weltoffen erzogen wird, auch anderen Kulturen gegenüber, weil wir in einem gemeinsamen, vereinten Europa leben, in dem man als junger Mensch umso mehr Chancen hat, einen Arbeitsplatz zu finden, ein geordnetes Einkommen zu haben und ein vernünftiges Leben zu führen, je mehr Fremdsprachen man beherrscht, je weltoffener, je interkultureller man ist. Die Politik, die Sie vertreten, führt in die Arbeitslosigkeit und nach gestern. Das ist eine Politik, die wir sicher nicht unterstützen, meine Damen und Herren. (Beifall bei BZÖ, SPÖ und ÖVP.)
Abg. Krainer: Jetzt überforderst du den Kollegen aber langsam intellektuell!
Herr Kollege Venier, Sie wollen den Interkulturalismus an den Schulen abschaffen. Ich glaube, dass Sie damit eigentlich das interkulturelle Lernen meinen; dann müssen Sie sich aber auch einmal damit beschäftigen, was das interkulturelle Lernen in seiner Disziplin genau bedeutet. Das interkulturelle Lernen beinhaltet nämlich fundamental auch jenen Bereich, vor dem Sie sich fürchten. Im interkulturellen Lernen gibt es einen eigenen Bereich, der sich die Hyperkorrektur beziehungsweise die Kontrakorrektur nennt, bei dem es darum geht, dass man an den Schulen durch Hyperkorrektur beziehungsweise Kontrakorrektur klarmacht, dass eine Überanpassung an das andere auch falsch ist, dass das als falsches Lernen verstanden wird, Herr Kollege Venier. (Abg. Krainer: Jetzt überforderst du den Kollegen aber langsam intellektuell!) Das ist auch Teil des interkulturellen Lernens. Das heißt, Sie sprechen sich gegen etwas aus, das eigentlich in sich selbst Ihre Bedenken und Ihre Kritik durch diese Hyperkorrektur und Kontrakorrektur, die Teil dieses interkulturellen Lernens ist, schon berücksichtigt hat. (Abg. Großruck: Schlusswort!) Bevor Sie solche Anträge stellen, informieren Sie sich doch richtig!
Abg. Großruck: Schlusswort!
Herr Kollege Venier, Sie wollen den Interkulturalismus an den Schulen abschaffen. Ich glaube, dass Sie damit eigentlich das interkulturelle Lernen meinen; dann müssen Sie sich aber auch einmal damit beschäftigen, was das interkulturelle Lernen in seiner Disziplin genau bedeutet. Das interkulturelle Lernen beinhaltet nämlich fundamental auch jenen Bereich, vor dem Sie sich fürchten. Im interkulturellen Lernen gibt es einen eigenen Bereich, der sich die Hyperkorrektur beziehungsweise die Kontrakorrektur nennt, bei dem es darum geht, dass man an den Schulen durch Hyperkorrektur beziehungsweise Kontrakorrektur klarmacht, dass eine Überanpassung an das andere auch falsch ist, dass das als falsches Lernen verstanden wird, Herr Kollege Venier. (Abg. Krainer: Jetzt überforderst du den Kollegen aber langsam intellektuell!) Das ist auch Teil des interkulturellen Lernens. Das heißt, Sie sprechen sich gegen etwas aus, das eigentlich in sich selbst Ihre Bedenken und Ihre Kritik durch diese Hyperkorrektur und Kontrakorrektur, die Teil dieses interkulturellen Lernens ist, schon berücksichtigt hat. (Abg. Großruck: Schlusswort!) Bevor Sie solche Anträge stellen, informieren Sie sich doch richtig!
Beifall beim BZÖ.
Schlusssatz: Dieser Antrag des Kollegen Venier beweist auch – das sage ich gerade an die Adresse der ÖVP –, dass es, glaube ich, sehr gefährlich ist, sich eine Koalition mit der FPÖ zu überlegen, denn in einem Land, in dem solche Anträge zu Gesetzen werden, möchte ich jedenfalls nicht leben. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. – Abg. Dr. Walser: Ich habe den Antrag doch ernst genommen!
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Es ist schon interessant, vielleicht auch lustig, dass dieses Thema nur als Kasperltheater angesehen wird. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. – Abg. Dr. Walser: Ich habe den Antrag doch ernst genommen!)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Wir haben schon gesagt, da ist ein Antrag, der den Kollegen Walser endlich einmal aus einem anderen ideologischen Eckerl zu einer ideologischen Diskussion herausfordert. Was sagt uns der Kollege Walser? Kein Wort zum Antrag, sondern er hat uns erzählt, dass es Gulyás, Powidltascherln, den Namen Venier gibt und dass wir Kaffee trinken. (Zwischenruf des Abg. Amon.) Das dürften wir alles nicht.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Wurm: Aber Sozialkompetenz sollte schon auch vermittelt werden!
Man kann natürlich verschiedener Meinung sein, was die Schule tun soll. Man kann sagen, die Schule soll Wissen vermitteln, Bildung vermitteln. Man kann auch sagen, sie soll Erziehung vermitteln, was die Eltern nicht können. Aber ich glaube, sie soll nicht Umerziehung vermitteln. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Wurm: Aber Sozialkompetenz sollte schon auch vermittelt werden!)
Abg. Elmar Mayer: Keine Ausreden!
Da könnten wir vielleicht sogar einen gemeinsamen Nenner finden, wenn Sie ganz, ganz ehrlich sind (Abg. Elmar Mayer: Keine Ausreden!), wenn Sie einmal die ideologischen Mäntelchen ausziehen und überlegen: Wollen wir eigentlich eine Schule, die diese Dinge, die wir gesagt haben, vermittelt, oder wollen wir eine Erziehungsanstalt in unserem politischen Sinn? (Abg. Marek: Warum reden Sie von „Erziehungsanstalten“?) Es gibt viele – und das sind die derzeit Verantwortlichen für den Schulbereich –, die meinen, die Menschheit muss über die Schulen erzogen werden.
Abg. Marek: Warum reden Sie von „Erziehungsanstalten“?
Da könnten wir vielleicht sogar einen gemeinsamen Nenner finden, wenn Sie ganz, ganz ehrlich sind (Abg. Elmar Mayer: Keine Ausreden!), wenn Sie einmal die ideologischen Mäntelchen ausziehen und überlegen: Wollen wir eigentlich eine Schule, die diese Dinge, die wir gesagt haben, vermittelt, oder wollen wir eine Erziehungsanstalt in unserem politischen Sinn? (Abg. Marek: Warum reden Sie von „Erziehungsanstalten“?) Es gibt viele – und das sind die derzeit Verantwortlichen für den Schulbereich –, die meinen, die Menschheit muss über die Schulen erzogen werden.
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage, was ich will, Frau Kollegin Marek. Ich stehe am Rednerpult und ich rede, worüber ich will, da brauchen Sie mich nicht zu fragen, wieso ich rede. Ich rede, weil ich zu diesem Thema eine Meinung habe. Dass die von der Ihren abweicht, berechtigt Sie nicht dazu, wieso zu fragen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Großruck: Kennte! – Wenn-Sätze sind würde-los!
Meine Meinung weicht erheblich von der Ihren ab, Frau Kollegin Marek. Ich habe mitgeschrieben bei dem, was Sie gesagt haben. Sie haben gesagt, unsere Verfassung – Sie sind ja Verfassungsexpertin, offenbar mehr als ich – kennt ein Indoktrinierungsverbot. Ich kenne es zwar keines in unserer Verfassung, es wäre aber schön, wenn die Verfassung das kenne würde, denn eine freiheitliche, demokratische Verfassung sollte so etwas kennen. (Abg. Großruck: Kennte! – Wenn-Sätze sind würde-los!) Genau deswegen wundere ich mich, dass Sie mit einem verfassungsrechtlichen Indoktrinierungsverbot argumentieren, und dann der Indoktrinierung das Wort reden. Was der Kollege Venier will, ist ja genau eines, nämlich keine Indoktrinierung! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Amon: Katastrophe!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Amon: Katastrophe!
Meine Meinung weicht erheblich von der Ihren ab, Frau Kollegin Marek. Ich habe mitgeschrieben bei dem, was Sie gesagt haben. Sie haben gesagt, unsere Verfassung – Sie sind ja Verfassungsexpertin, offenbar mehr als ich – kennt ein Indoktrinierungsverbot. Ich kenne es zwar keines in unserer Verfassung, es wäre aber schön, wenn die Verfassung das kenne würde, denn eine freiheitliche, demokratische Verfassung sollte so etwas kennen. (Abg. Großruck: Kennte! – Wenn-Sätze sind würde-los!) Genau deswegen wundere ich mich, dass Sie mit einem verfassungsrechtlichen Indoktrinierungsverbot argumentieren, und dann der Indoktrinierung das Wort reden. Was der Kollege Venier will, ist ja genau eines, nämlich keine Indoktrinierung! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Amon: Katastrophe!)
Rufe bei der SPÖ: Wovon spricht der?
Kollege Venier will eine wertneutrale und ideologisch neutrale Erziehung und er will keine „Vergenderung“. Das Gendern ist ja derzeit sehr aktuell, die Frau Minister ist auch für das Gendern, aber es gibt viele Dinge, die aktuell sind. (Rufe bei der SPÖ: Wovon spricht der?) Im 16. Jahrhundert war der religiöse Wiedertäufer-Wahn sehr aktuell. Im 18. Jahrhundert waren dann die Aufklärung, das Freimaurertum sehr aktuell. Im 19. Jahrhundert war es der Nationalismus, in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts der Nationalismus bis zum Exzess, das wissen wir sowieso. Jetzt ist zufällig die
Beifall bei der FPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Grünen.
„Genderei“ aktuell. Das heißt aber nicht unbedingt, dass wir die Schüler auf Teufel komm raus umerziehen wollen. (Beifall bei der FPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Grünen.)
Anhaltender Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Tragisch! Traurig!
Damit komme ich schon fast wieder zum Schluss: Dieses Anliegen ist aber, auch wenn man sich an einzelnen Worten stoßen mag, weil sie einem ideologisch nicht passen, weil man die Worte liebt, weil man beim Wort „gendern“ fast in den Himmel schaut – wie im 16. Jahrhundert die Wiedertäufer –, trotzdem für jeden Pluralisten und Demokraten gerechtfertigt, berechtigt und wichtig. – Danke. (Anhaltender Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Tragisch! Traurig!)
Abg. Rädler: Das ist gut so!
schaftspolitik herrscht Stillstand. Es herrschen Studienfrust und Chaos an den Universitäten. Für das Chaos an den Universitäten ist grundsätzlich die ÖVP verantwortlich. Die ÖVP ist seit 25 Jahren ununterbrochen in der Bundesregierung und an den Schalthebeln des Landes tätig. (Abg. Rädler: Das ist gut so!) Dabei haben all die Minister versagt: Hahn hat versagt, Karl hat versagt und jetzt auch Töchterle. (Abg. Hornek: Geh, hör auf!) Sie haben in der Wissenschaftspolitik versagt!
Abg. Hornek: Geh, hör auf!
schaftspolitik herrscht Stillstand. Es herrschen Studienfrust und Chaos an den Universitäten. Für das Chaos an den Universitäten ist grundsätzlich die ÖVP verantwortlich. Die ÖVP ist seit 25 Jahren ununterbrochen in der Bundesregierung und an den Schalthebeln des Landes tätig. (Abg. Rädler: Das ist gut so!) Dabei haben all die Minister versagt: Hahn hat versagt, Karl hat versagt und jetzt auch Töchterle. (Abg. Hornek: Geh, hör auf!) Sie haben in der Wissenschaftspolitik versagt!
Beifall beim BZÖ.
Wir stellen fest: Genug gezahlt! Genug gezahlt, keinen Euro für Pleitegriechen und Spekulanten in den Banken oder für diesen jetzt sinnlos beschlossenen Zypernfonds. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Nur unsere Maßnahmen garantieren, dass die Universitäten Werkstätten der Zukunft bleiben. Herr Bundesminister Töchterle, setzen Sie diese um! Dafür bleiben Ihnen nur noch wenige Monate! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es sind keine Zuschauer mehr da, nicht einmal das Fernsehen überträgt mehr!
Abgeordnete Mag. Katharina Cortolezis-Schlager (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuschauerinnen und Zuschauer! (Abg. Ing. Westenthaler: Es sind keine Zuschauer mehr da, nicht einmal das Fernsehen überträgt mehr!) Es wäre sicher interessant gewesen, die zehn verschiedenen juristischen Meinungen, die wir im Ausschuss gehört haben und die mein Vorredner angeführt hat, live zu hören. Tatsächlich ist der Bereich der Verwaltungsgerichtsbarkeit, wenn es um die Universitäten, um die Bildung geht, eine etwas sperrige Materie. Warum?
Beifall bei der ÖVP.
Ich freue mich schon auf die kommende Debatte und hoffe, dass der eine oder andere, der noch nicht überzeugt ist, letztendlich dann doch diesem Gesetz zustimmen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Cortolezis-Schlager: Der kommt schon noch!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete Cortolezis, ich mache darauf aufmerksam: Mir wurde ein Abänderungsantrag angekündigt; der ist nicht eingebracht. (Abg. Mag. Cortolezis-Schlager: Der kommt schon noch!)
Beifall bei der SPÖ.
Was die Fristen betrifft, hätten wir uns gut vorstellen können, dass wir noch eine Änderung vornehmen. Man kann die Sache aber auch anders sehen, nämlich so, dass der Versuch unternommen wird, möglichst viel – das war auch die Intention an den Universitäten – an Fragen, die entstehen und auftauchen, universitätsintern zu lösen und dass längere Fristen auch dazu führen, dass eine entsprechend ausgiebige Beratung an den Universitäten stattfinden kann und so die Lösung in der ersten Instanz, an den Universitäten gefunden werden kann. Das ist natürlich eine Systemumstellung, die man beobachten muss. Eventuell, wenn sich das nicht bewährt, wird man das gewisse Zeit später wieder verändern. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
sich eigentlich alle bewusst, dass man da sogar Anschubfinanzierungen brauchen wird. Die Lösung war die: Obwohl man viel diskutiert hat, obwohl gute Argumente gebracht wurden, haben wir gesagt, wir müssen jetzt einmal eine praktikable Lösung finden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Folgen wir also auch in den Materiengesetzen dem, was wir auf Verfassungsebene als Ziel formuliert haben: Ein guter Rechtsschutz, ein kostengünstiger Rechtsschutz, eine Verbesserung des Rechtsschutzes für alle. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich bin dankbar, wenn dem Teil der Novelle, der uns betrifft, zugestimmt wird. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich ersuche, den Abänderungsantrag in der Diskussion zu berücksichtigen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Kollegin Kuntzl hat bereits auf die Problematik der Fristen hingewiesen. Da wird man die Dinge beobachten und evaluieren. Insgesamt kann man zu diesen Gesetzen jedoch durchaus gratulieren. Ich meine, es ist ein guter Weg, wenn man insgesamt, wie wir alle gemeinsam beschlossen haben, die Verwaltungsgerichtsbarkeit auf neue Beine stellen will. Wir haben das auch in diesem Bereich gut gelöst. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Dr. Andreas Karlsböck (FPÖ): Frau Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Wir diskutieren jetzt das Verwaltungsgerichtsbarkeits-Anpassungsgesetz, worüber eigentlich schon sehr viel gesagt worden ist. Berufungen in Studienförderungsfragen werden in Zukunft vom Bundesverwaltungsgericht abgehandelt. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgesehen davon, dass der freie Zugang heuer tatsächlich Geschichte geworden ist, ändern sich auch die Zulassungsbedingungen und die Zulassungsbeschränkungen jährlich. Bestes Beispiel ist die MedUni Wien. Letztes Jahr, Sie wissen es, hat der Genderwahnsinn, die Genderei, wie wir heute gehört haben, dort wirklich wild um sich gegriffen und wirkliche Ungerechtigkeiten geschaffen. Wir haben das schon sehr, sehr oft hier diskutiert. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und dann ist offensichtlich die Universität draufgekommen, dass man doch ein bisschen Unrecht getan hat, man gibt es nur nicht zu. Aber heuer ist der Zulassungstest wieder geändert worden. Also wir haben heuer wieder neue Bedingungen, andere als voriges Jahr und vorvoriges Jahr. Ich empfinde das einfach für die Studierenden, aber auch für die Lehrenden, wenn wir ganz ehrlich sind, als eine Zumutung, dass das in Österreich so hin und her schwappt und keine richtigen Bedingungen mehr vorherrschen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Ausbildung ist immer kritisiert worden, man kann immer etwas verbessern, aber im Großen und Ganzen war die Ausbildung nicht schlecht, und im Großen und Ganzen sind auch ordentliche Akademiker, ordentliche Ärzte oder Juristen herausgekommen. Und warum das heute alles anders sein soll, das hat mir bis heute noch niemand erklären können. Dieser ganze Wahnsinn mit den Zulassungsbeschränkungen, dass wir da neue Universitäten brauchen, dass wir vielleicht vom Ausland extra neue Ärzte einfliegen müssen, obwohl wir ja ausbilden und dafür mit unserem Steuergeld bezahlen, ist nicht einzusehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und da erwarten wir von Ihnen, Herr Minister, dass Sie Initiativen setzen und dass Sie auch wirklich visionär vorausdenken, keine Denkverbote aussprechen. Ich weiß schon, in manchen Studien ist es angesagt, zu beschränken, aber gerade in der Medizin sehen wir, dass wir möglicherweise einen anderen Weg gehen könnten, und es geht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Und genau da liegen die Herausforderungen, die besonders aktuell sind. Und ich fordere meinen Koalitionspartner SPÖ dazu auf, diese notwendigen Reparaturen im Gesetz für die Hausapotheken der Ärzte umgehend umzusetzen, sonst lassen Sie die Menschen am Land im Stich! – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Musiol.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Also was da heute von den Freiheitlichen unentwegt für Frauenfeindlichkeiten in den Raum geschleudert werden, das ist wirklich skandalös, das möchte ich an dieser Stelle auch einmal gesagt haben. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Musiol.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Deshalb haben wir uns auch im Ausschuss ausgiebig Zeit genommen, dieses Gesetz eingehend mit den Expertinnen und Experten zu diskutieren, zu debattieren; denn ein Semester ist schnell vorbei, und da ist eben entsprechende Achtsamkeit geboten, und dementsprechend genau müssen wir auch die Durchführung, die praktische Umsetzung des Gesetzes beobachten und gegebenenfalls auch, wenn es erforderlich ist, nachjustieren. Aber ich denke, es ist ein gutes Gesetz, und ich freue mich, dass sich eine breite Zustimmung abzeichnet. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Öllinger –: Aber kurz bitte!
Erster Redner: Herr Abgeordneter Öllinger. – Bitte. (Rufe bei der ÖVP – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Öllinger –: Aber kurz bitte!)
Beifall bei den Grünen.
Das alles haben wir versucht in diesen Antrag einzuarbeiten, mit dem sichergestellt werden soll, dass in Wintermonaten nicht geräumt wird und die Gemeinden verpflichtet werden, vorbeugend Maßnahmen zu setzen, die den von der Räumung betroffenen Mieterinnen und Mietern Hilfestellungen anbieten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Aus all diesen Gründen und damit das Menschenrecht auf Wohnen auch durchgesetzt wird und Delogierungen in diesem Land weitestgehend verhindert werden können, werden wir uns natürlich auch weiterhin für leistbare Mieten und für eine finanzielle Entlastung der Mieter einsetzen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger: Der war gut!
Abgeordneter Mag. Bernd Schönegger (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich kann es eigentlich sehr kurz machen. Ich möchte unserer Freude darüber Ausdruck verleihen, dass unsere Bemühungen, jene der Österreichischen Volkspartei, im Bereich Wohnen, leistbares Wohnen der letzten Wochen und Monate augenscheinlich jetzt auch bei den anderen Fraktionen angekommen sind. Das ist prinzipiell sehr positiv. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger: Der war gut!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Brosz und Neubauer.
Und im Gegensatz zu manch anderen in diesem Haus fassen wir dieses Thema natürlich sehr viel weiter. Wir stehen zum Beispiel auch für Gerechtigkeit und Fairness im Bereich von Gemeindewohnungen. Das ist ja nicht bei allen so – auch bei denen, die hier Anträge einbringen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Brosz und Neubauer.) Insgesamt glaube ich, dass die beiden Vorschläge zu § 33a und § 35 eher nicht dazu ge-
Abg. Öllinger: Dann hauen wir sie raus im Winter!
Die Frage ist: Gibt es zivilrechtliche Ansprüche gegen Gemeinden von Einzelpersonen nach Ihrem Antrag? Die Frage ist: Gibt es mit der Aufschiebung der Räumungsklage einen Eingriff in Eigentumsrecht? (Abg. Öllinger: Dann hauen wir sie raus im Winter!) Das sind Fragen, die neu auftauchen. Ich glaube, wir tun gut daran, wenn wir Klarheit ins Mietrecht bringen, da sind wir dabei. Wir tun gut daran, wenn wir das Mietrecht wieder lesbarer machen. Es kann nicht sein, dass in Österreich Mieter oder auch Vermieter ganze Legionen von Juristen beschäftigen müssen, um sich im Mietrecht auszukennen.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Wenn das auch Ihr Ziel ist, dann sind wir gemeinsam im Boot, und ich glaube, wir werden, wenn das Ihr Ziel ist, gemeinsam dieses Mietrecht lesbarer und verständlicher machen können. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Rufe bei der ÖVP: Stimmt nicht!
Abgeordneter Bernhard Vock (FPÖ): Zunächst, Herr Kollege Öllinger, haben Sie gebeten, diesen Antrag dem Justizausschuss zuzuweisen. Mietrecht wäre aber Sache des Bautenausschusses. Das heißt, Sie verzögern, vielleicht unabsichtlich, den Antrag, weil er im falschen Ausschuss landet. (Rufe bei der ÖVP: Stimmt nicht!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schönegger.
Interessant ist, wenn der Kollege Schönegger sagt, dass die ÖVP hier ein Wahlkampfthema hat. Ich kenne auch im Bautenausschuss keinen einzigen Antrag der ÖVP. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schönegger.) Die Regierungsparteien haben das Thema zwar als Wahlkampfthema entdeckt, aber fundierte Anträge im Parlament sehe ich noch keine. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Interessant ist, wenn der Kollege Schönegger sagt, dass die ÖVP hier ein Wahlkampfthema hat. Ich kenne auch im Bautenausschuss keinen einzigen Antrag der ÖVP. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schönegger.) Die Regierungsparteien haben das Thema zwar als Wahlkampfthema entdeckt, aber fundierte Anträge im Parlament sehe ich noch keine. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall der FPÖ. – Abg. Öllinger: Das habe ich mir fast erwartet!
Ich glaube, Herr Abgeordneter Öllinger, Ihr Antrag ist sicherlich gut gemeint, aber manchmal ist gut gemeint das Gegenteil von gut. Während Sie mit diesem Antrag auch die wenigen Mietnomaden noch besser schützen würden, müssten die vielen ordentlichen Mieter dies mit höheren Mietpreisen bezahlen. Die Erhöhung der Mieten zum Schutz der Mietnomaden findet sicherlich keine Zustimmung von uns Freiheitlichen. (Beifall der FPÖ. – Abg. Öllinger: Das habe ich mir fast erwartet!)
Beifall beim BZÖ.
Diesen Menschen muss man helfen. Das muss diskutiert werden. Ich glaube, es ist schon eine Frage der Kultur, dass man im Winter niemanden auf die Straße setzt. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Amon: Kannst du deinen Vorredner bitte korrigieren?!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Schenk. – Bitte. (Abg. Amon: Kannst du deinen Vorredner bitte korrigieren?!)
Beifall des Abg. Tadler.
Da besteht großer Handlungsbedarf. Dieses Mietrechtsgesetz muss vereinfacht werden, muss einfach lesbarer gemacht werden. Das wurde auch schon erwähnt. Wir stehen hier gerne zur Verfügung und mit Rat und Tat zur Seite. – Danke. (Beifall des Abg. Tadler.)
Beifall bei den Grünen.
Deshalb ist eine der Maßnahmen, die wir vorschlagen, die aber jetzt unabhängig von dieser existenziellen Bedrohung sehr viele andere Menschen betrifft, dass innerhalb dieser Wintermonate das Gas nicht abgeschaltet werden darf. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Das haben wir heute schon oft gehört!
Abgeordneter Wolfgang Katzian (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, in der Sache selbst sind wir uns wahrscheinlich weitestgehend einig, dass es sehr viel Sinn machen würde, sich um die Menschen, die von solchen Abschaltungen bedroht sind, entsprechend zu kümmern. Die Frage wird sein: Kratzen wir an der Oberfläche, indem wir schauen, dass wir genau die Abschaltung verhindern oder versuchen wir darüber hinaus, auch den Ursachen auf den Grund zu gehen? (Abg. Öllinger: Das haben wir heute schon oft gehört!)
Beifall bei der SPÖ.
Klar kann man das wahrscheinlich noch viel besser machen als das, was da drinnen steht. Aber ich meine, das ist ein konkreter Ansatz, wo es sich lohnen würde, darüber zu reden. Und wenn wir beim Energieeffizienzgesetz das eine oder andere noch präzisieren, besser entwickeln, besser ausbauen können, dann, so glaube ich, täten wir auch dem Genüge, was du in deinem Antrag verlangt hast. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Alles in allem: Wir werden im Ausschuss darüber reden. – Ich wünsche einen schönen Abend! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Das sollte man nicht so lapidar wegdiskutieren, denn eine Abschaltung des Gases im Winter ist einfach unmenschlich und unzumutbar. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall der Abg. Schenk.
Dabei darf aber auch der Umweltschutz nicht zu kurz kommen. Wir müssen endlich weg von den fossilen Brennstoffen hin zu den erneuerbaren Energien, um eine nachhaltige Energieversorgung zu gewährleisten. Die vergangenen Winter haben es gezeigt: Wir sind immer noch abhängig von den Gas- und Öllieferanten. Dieser Kreislauf gehört endlich durchbrochen, damit Österreich wirklich energieautark wird. Aber dahin ist es noch ein weiter Weg, meine sehr geehrten Damen und Herren, und der nächste kalte Winter kommt bestimmt. (Beifall der Abg. Schenk.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Jarolim.
Ich wünsche mir, dass Österreich ein energieautarkes Land wird, wo wir möglichst viel mit heimischen Potentialen Arbeit schaffen, Einkommen schaffen und auch einen wesentlichen Beitrag zum Stopp des Klimawandels, zur CO2-neutralen Energieproduktion in Österreich liefern. Dazu lade ich Sie alle herzlich ein. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Jarolim.)
Beifall bei den Grünen.
Darum, denke ich, ist auch dieser Antrag gerechtfertigt, aber diskutieren wir dann eben im Ausschuss darüber. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Das eine schließt das andere nicht aus!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Der Kollege Katzian hat schon darauf verwiesen, dass der grundsätzliche Anspruch, es besteht da Handlungsbedarf, natürlich dazu zwingt, etwas zu tun. Ich glaube nur, dass der Ansatz, den Wolfgang Katzian angefangen hat zu skizzieren, ein besserer ist, als nur zu sagen, ich setze ein paar Monate aus. (Abg. Öllinger: Das eine schließt das andere nicht aus!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Einladung ist noch einmal, den Vorschlägen des Wolfgang Katzian zu folgen und eine sinnvolle, mit der Sozialarbeit und mit der Gemeinde abgestimmte Lösung zu finden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Das sind nicht die Leute! Das ist absurd!
Das heißt, es geht darum, wie wir ein System schaffen, bei dem Sorgsamkeit gegeben ist, bei dem die Menschen lernen, mit Energie, Ressourcen und Rohstoffen wieder bewusst umzugehen. (Abg. Öllinger: Das sind nicht die Leute! Das ist absurd!) Das ist da nicht enthalten. Es ist eine kurzfristige Maßnahme, zu sagen, vom 31. Oktober bis 31. März machen wir ein Abschaltverbot. Damit würden Sie in Wirklichkeit genau diese Sorglosigkeit im Umgang mit Energie und Ressourcen fördern.
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen darüber nachdenken, wie wir da für sozial Schwache einen entsprechenden Ausgleich schaffen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Lichtenecker.
Das kann, wie ich meine, nur geschehen mit einer umfassenden Steuerreform. Frau Kollegin Lichtenecker hat ja das schon angesprochen, und es freut mich, dass Sie unser Programm immer wieder erwähnen, nämlich eine ökosoziale Steuerreform zu machen. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Beifall beim BZÖ.
und das muss ich dir schon sagen: Die letzten Jahre habt ihr das zu verantworten, dass die Armut so zugenommen hat. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist der falsche Weg! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Amon
Man kann das ja eigentlich gar nicht glauben, denn in jedem privaten Versicherungsunternehmen schließt man einen Vertrag – und egal, ob ich mich auskenne bei einer privaten Versicherung: Ich bin der Adressat, wenn die Versicherung eine Änderung machen will (Zwischenruf des Abg. Amon), ich muss zustimmen oder ablehnen, auch wenn ich mich eventuell nicht auskenne.
Beifall bei den Grünen.
Was ich hier jetzt zu erklären versuche, findet sich detaillierter im Antrag wieder, aber es geht im Wesentlichen darum, dass wir versuchen sollten, eben über diese von uns vorgeschlagenen Maßnahmen betreffend Sozialversicherung, dass der Versicherte selbst, dass die versicherte Person als Subjekt, als Vertragspartner wahrzunehmen ist, das von Änderungen – von der Aufnahme der Versicherung oder auch von der Abmeldung von der Versicherung – in Kenntnis gesetzt werden muss. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Amon: Aber wenn er es nicht tut?!
An und für sich ist es ja nichts Schlechtes, wenn ich sage, wir erweitern den Informationsfluss für die Versicherten, aber dazu möchte ich schon auch sagen: Das ist doch großteils nach der derzeitigen Gesetzeslage sichergestellt. Kollege Öllinger, du weißt ja, wie das in der Praxis abläuft: Wenn ich neu angemeldet werde, dann bekommt laut ASVG der Dienstgeber zwei Abschriften, dass ich angemeldet bin beziehungsweise dass eine Abmeldung erfolgt ist. Der Dienstgeber ist in Wahrheit verpflichtet, das an die Versicherten weiterzugeben. (Abg. Amon: Aber wenn er es nicht tut?!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amon.
Es gehört als Arbeitnehmerin, als Arbeitnehmer schon auch ein bisschen Eigenverantwortung dazu, denn wenn ich als Versicherter mich nicht auskenne, mir auch nicht sicher bin, ob ich angemeldet bin oder nicht, dann kann ich doch jederzeit bei meinem Krankenversicherungsträger anrufen und bekomme dort unbürokratisch alle Auskünfte. Man kann das sogar schriftlich anfordern oder eben hingehen und bekommt dann dort mündlich die entsprechende Information. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amon.)
Beifall bei der SPÖ.
Information auf E-Mail-Basis, wie das im Antrag gefordert wird, halte ich allein aus datenschutzrechtlichen Gründen schon für bedenklich. Aber wir können das ja in einer der nächsten Ausschusssitzungen eingehend diskutieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Grundsätzlich ist ja schon sehr umfangreich geregelt, wie Informationen fließen. Die Frage ist, ob jede Änderung, die gemacht wird, dann auch schriftlich mitgeteilt werden muss. Wir wissen, im ganzen Bundesgebiet geht es wirklich um Millionen von Änderungen allein während eines Jahres. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der ÖVP.
Ja, das im Detail auszudiskutieren, wird sicherlich spannend werden. Ich freue mich auf die Diskussion im Ausschuss, und wir werden ja dann noch Gelegenheit haben, unsere Argumente dort auszutauschen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall der Abg. Schenk.
Und wie schon gesagt: Dem Versicherten ist es schon zumutbar, sich selbst zu informieren. – Danke. (Beifall der Abg. Schenk.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir wissen, dass diese in den letzten Monaten ein Thema geworden ist, weil die Europäische Kommission ein Reformpaket zum öffentlichen Auftragswesen herausgebracht hat, in dem auch die Dienstleistungskonzessionen miteinbezogen waren, das heißt also, auch die Wasserversorgung und die Vergabe von Wasser. Daher haben wir hier einen ganz konkreten Antrag zur Debatte gestellt, damit die Wasserversorgung in der Verfassung gesichert wird. Es wird ein § 17a vorgeschlagen, der vorsieht, dass die Wasserversorgung ausschließlich dem Bund, den Ländern und Gemeinden und Gemeindeverbänden zusteht und eben kein Ausverkauf stattfinden kann. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Um hier eine klare politische Position zu beziehen, ist eben der entsprechende Antrag wichtig. Ich gehe, wie gesagt, davon aus, dass es einen breiten Konsens gibt, und freue mich jetzt schon auf die entsprechenden Wortmeldungen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ob der Antrag selbst so in dieser Form schon das Gelbe vom Ei ist, da bin ich nicht sicher, aber grundsätzlich geht er in die richtige Richtung. Daher glaube ich, dass wir in diese Richtung weiterarbeiten können, und von unserer Fraktion ist eine Unterstützung in diese Richtung sicherlich möglich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt da „Panikmache“?
Abgeordneter Jochen Pack (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Meine Vorredner haben es schon erwähnt: Trinkwasser ist eine Lebensgrundlage der Menschen, es geht um die öffentliche Daseinsvorsorge. Man muss natürlich vor der Panikmache sozusagen warnen und sagen, dass es hier um die Mindeststandards geht. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt da „Panikmache“?) Wir werden uns das sicher im Ausschuss näher anschauen und über den Antrag diskutieren.
Beifall bei der ÖVP.
Der Grundtendenz des Antrages kann man einiges abgewinnen, darüber muss man natürlich im Ausschuss dann noch näher diskutieren. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Im Übrigen bin ich der Meinung, Österreich braucht ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Gaßner: Geisterstunde ist!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Huber. – Bitte. (Abg. Mag. Gaßner: Geisterstunde ist!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Gerhard Huber (BZÖ): Geschätzter Herr Präsident! Greift unser Wasser nicht an! Ich glaube, da sollten wir alle zusammen eine Allianz gegen Europa bilden, weil das Beispiel, das wir in Tirol schon haben, wo das gesamte Wasser, alle Wasserkraftwerke mit dem Wasserbezugsrecht von der Tiroler Landesregierung – vertreten von der ÖVP – an die Amerikaner verkauft wurden, ist schon vollzogen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Amon: Guter Mann!
Ihr von der ÖVP solltet euch einmal mit Interesse die Wahrheit anhören. Euer Kollege, der Europaabgeordnete Dr. Seeber (Abg. Amon: Guter Mann!), hat noch im Jänner auf der Homepage der ÖVP Tirol stehen gehabt, dass diese Verordnung der EU gut ist, weil sie österreichischen Unternehmen garantiert, dass sie im Ausland die Wasserversorgung sicherstellen können. (Abg. Amon: Das ist aber nicht auf der Homepage gestanden!) Ist es jetzt unsere Aufgabe, dass unsere Unternehmen im Ausland die Wasserversorgung sicherstellen? – Das, glaube ich, kann es nicht sein. (Abg. Amon: Das hat er nicht gesagt! Ich will ein Zitat!)
Abg. Amon: Das ist aber nicht auf der Homepage gestanden!
Ihr von der ÖVP solltet euch einmal mit Interesse die Wahrheit anhören. Euer Kollege, der Europaabgeordnete Dr. Seeber (Abg. Amon: Guter Mann!), hat noch im Jänner auf der Homepage der ÖVP Tirol stehen gehabt, dass diese Verordnung der EU gut ist, weil sie österreichischen Unternehmen garantiert, dass sie im Ausland die Wasserversorgung sicherstellen können. (Abg. Amon: Das ist aber nicht auf der Homepage gestanden!) Ist es jetzt unsere Aufgabe, dass unsere Unternehmen im Ausland die Wasserversorgung sicherstellen? – Das, glaube ich, kann es nicht sein. (Abg. Amon: Das hat er nicht gesagt! Ich will ein Zitat!)
Abg. Amon: Das hat er nicht gesagt! Ich will ein Zitat!
Ihr von der ÖVP solltet euch einmal mit Interesse die Wahrheit anhören. Euer Kollege, der Europaabgeordnete Dr. Seeber (Abg. Amon: Guter Mann!), hat noch im Jänner auf der Homepage der ÖVP Tirol stehen gehabt, dass diese Verordnung der EU gut ist, weil sie österreichischen Unternehmen garantiert, dass sie im Ausland die Wasserversorgung sicherstellen können. (Abg. Amon: Das ist aber nicht auf der Homepage gestanden!) Ist es jetzt unsere Aufgabe, dass unsere Unternehmen im Ausland die Wasserversorgung sicherstellen? – Das, glaube ich, kann es nicht sein. (Abg. Amon: Das hat er nicht gesagt! Ich will ein Zitat!)
Beifall beim BZÖ.
Solange es Tiroler ÖVP-Abgeordnete gibt, die das fordern, werden wir alles tun, damit es nicht so weit kommt! (Beifall beim BZÖ.)
Heiterkeit
Da es sich hiebei um nichtöffentliche Sitzungen handelt, ersuche ich Besucherinnen und Besucher sowie Medienvertreter und Medienvertreterinnen, den Saal zu verlassen (Heiterkeit) und die Ausschussmitglieder beziehungsweise deren Vertreterinnen und Vertreter, im Saal zu verbleiben.