Eckdaten:
Für die 31. Sitzung der 23. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 726 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von den Abgeordneten Dr. Andrea Eder-Gitschthaler, Franz Eßl und Konrad Steindl
Petition betreffend „380-KV-Stromtransit-Freileitung durch das Bundesland Salzburg“ (Ordnungsnummer 17) (überreicht von den Abgeordneten Dr. Andrea Eder-Gitschthaler, Franz Eßl und Konrad Steindl)
überreicht von den Abgeordneten Mag. Christine Muttonen und Mag. Melitta Trunk
Petition betreffend „Aufnahme der HPV-Impfung in das Kinderimpfprogramm“ (Ordnungsnummer 18) (überreicht von den Abgeordneten Mag. Christine Muttonen und Mag. Melitta Trunk)
überreicht von der Abgeordneten Dr. Eva Glawischnig-Piesczek
Petition betreffend „Erhaltung des jüdischen Friedhofs Währing“ (Ordnungsnummer 19) (überreicht von der Abgeordneten Dr. Eva Glawischnig-Piesczek)
überreicht vom Abgeordneten Sigisbert Dolinschek
Petition betreffend „Gegen die geplante Aufhebung des Kündigungsschutzes für Lehrlinge, zum Schutz der jungen ArbeitnehmerInnen, zur Sicherung ihrer Rechte“ (Ordnungsnummer 20) (überreicht vom Abgeordneten Sigisbert Dolinschek)
überreicht vom Abgeordneten Mag. Dr. Martin Graf
Petition betreffend „Kein Rauchverbot in ÖBB-Zügen – Raucherabteile müssen erhalten bleiben“ (Ordnungsnummer 21) (überreicht vom Abgeordneten Mag. Dr. Martin Graf)
Allgemeiner Beifall.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich begrüße den neuen Abgeordneten sehr herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist da Ihr Einkommen auch eingerechnet?
Die ÖGB-Frauen haben diese Statistik zum Anlass genommen, um erneut auf diesen diskriminierenden Umstand aufmerksam zu machen, und wir haben diesen Prozentsatz der Einkommensunterschiede auf Tage umgerechnet und dabei folgendes Ergebnis erzielt (Abg. Ing. Westenthaler: Ist da Ihr Einkommen auch eingerechnet?):
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
Sehr geschätzte Damen und Herren, diese Situation ist für die betroffenen Frauen inakzeptabel, und ich gehe davon aus, dass das auch für viele meiner Kolleginnen und Kollegen hier im Parlament inakzeptabel ist. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es ist gelungen, 1 000 € Mindestlohn nahezu flächendeckend in Österreich einzuführen – es gibt noch einige Branchen, die sich zieren. Hier liegen mir ganz besonders die Rechtsanwälte am Herzen, wo erst vor kurzem wieder eine Demonstration stattfinden musste. Ich fordere daher von dieser Stelle aus die Verantwortlichen im Bereich der Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen auf, auch diesen wichtigen Schritt zu setzen. Es ist nicht einzusehen, dass Ihre wichtigen und wertvollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht in den Genuss dieser Mindestlohnvereinbarung kommen. Auch wenn Sie mir erklären, dass Sie in der Praxis eh mehr zahlen: Gerade Sie als Rechtsanwälte müssen wissen, wie wichtig schriftliche Vereinbarungen sind. Ich fordere Sie daher auf, diese Mindestlohnvereinbarung zu unterschreiben und Ihren MitarbeiterInnen jenes Geld zukommen zu lassen, auf das sie wahrlich ein Recht haben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Auch der verhandelte Prozentsatz im Zusammenhang mit Mehrarbeit bei Teilzeitbeschäftigten ist ein richtiger, wichtiger Schritt, aber weitere wichtige Schritte müssen folgen. Ich darf hier mit Stolz festhalten, dass die KollektivvertragsverhandlerInnen handeln, denn, meine Damen und Herren, gleichzeitig mit dieser Aktuellen Stunde findet eine Pressekonferenz des Präsidenten Hundstorfer gemeinsam mit der ÖGB-Frauensekretärin statt. Die Gewerkschaften werden bei den künftigen Kollektivvertragsverhandlungen einen ganz besonderen Schwerpunkt auf die Verringerung der Einkommensunterschiede legen. Ganz besonders erfreulich ist, ÖGB-Präsident Hundstorfer und Wirtschaftskammer-Präsident Leitl haben vereinbart, dass sie gemeinsam – ich wiederhole: gemeinsam – Maßnahmen zur Schließung der Einkommensschere erarbeiten und rasch umsetzen werden. Ich bin stolz darauf und bin mir sicher, dass die Sozialpartner hier hervorragende Arbeit leisten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zum Abschluss fordere ich Sie alle auf, sehr geschätzte Damen und Herren: Setzen wir gemeinsam diesen Kraftakt! Die Beseitigung der Einkommensunterschiede bedarf vieler Maßnahmen, aber sie bedarf vor allem eines: Sie bedarf des politischen Wollens – und wir wollen es! Ich fordere Sie alle auf, gemeinsam diesen nationalen Kraftakt im Sinne der Fairness und zum Vorteil der berufstätigen Frauen zu setzen. Sie haben es sich verdient. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
so, dass ich das Gefühl habe, ich kann das nicht mehr hören; ich will es nämlich auch nicht mehr hören. Daher sollten wir, glaube ich, die heutige Diskussion wirklich zum Anlass nehmen, gemeinsam etwas zu tun, um Schritt für Schritt die Situation zu verbessern, uns das Ziel zu setzen, die Lohnungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen nachhaltig zu beseitigen. Ich will – das ist mein Ziel –, dass wir Schritt für Schritt dafür sorgen, dass die Einkommensschere sich schließt und im Jahr 2020 diese Ungerechtigkeit beim Einkommen endlich der Vergangenheit angehört. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dolinschek: Manche haben überhaupt keinen Kollektivvertrag!
Wir müssen uns aber rasch auf den Weg machen, um für mehr Einkommensgerechtigkeit in Österreich zu sorgen. Wir müssen rasch dafür sorgen, dass sich die Einkommensschere von Jahr zu Jahr tatsächlich verkleinert. Und ich denke – weil die Abgeordnete Csörgits gesagt hat, es braucht viele Maßnahmen –, da sind viele Etappen zurückzulegen, damit wir endlich zu mehr Gerechtigkeit kommen. Wenn so viele Etappen zurückzulegen sind, dann ist wichtig zu schauen, wie ist die Ausgangssituation, wo starten wir denn eigentlich: Frauen verdienen laut Eurostat in Österreich durchschnittlich um 18 Prozent weniger als Männer, im europäischen Durchschnitt um 15 Prozent. Wir wissen, dass sich die Einkommensdifferenz in den unterschiedlichen Branchen und Berufen ganz unterschiedlich gestaltet. Das Ausmaß der Einkommensunterschiede bei den Arbeiterinnen und Beamtinnen gestaltet sich völlig unterschiedlich. Arbeiterinnen in Österreich haben durchschnittlich nur 56 Prozent des Einkommens von Arbeitern. Akademikerinnen haben durchschnittlich nur 70 Prozent des Einkommens von Akademikern. Dieses Bild begleitet die Frauen in Österreich und in ganz Europa, egal, in welchem Beruf sie tätig sind, und diese Ungerechtigkeiten beim Einkommen begleiten die Frauen leider ihr ganzes Leben lang. (Abg. Dolinschek: Manche haben überhaupt keinen Kollektivvertrag!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Diese Frage wurde schon sehr oft gestellt, aber leider nie wirklich ausreichend beantwortet. Das hat schon auch damit zu tun, dass es an vielen Dingen liegt, die wir noch angehen müssen, um die Einkommensungerechtigkeiten zu beseitigen. Da gibt es aber nicht nur eine Lösung. Es wäre zu einfach, zu sagen: Da drücken wir quasi auf den Knopf, und dann herrscht Gerechtigkeit zwischen den Einkommen von Männern und Frauen. So ist es nicht! Es bedarf vieler Maßnahmen, es bedarf vieler Etappen auf dem Weg zu gerechten Einkommen für Frauen in Österreich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher meine ich, dass wir, wenn wir dieser unendlichen Geschichte der ungerechten Bezahlung von Frauen endlich ein Ende setzen wollen, das Problem der zu wenig vorhandenen Kindergärten in Österreich lösen müssen. Das ist die erste Etappe, die diese Bundesregierung angegangen ist und wofür ich als Frauenministerin mich sehr eingesetzt beziehungsweise gekämpft habe, und zwar haben wir gemeinsam mit den Ländern, gemeinsam mit den Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen eine Kindergartenoffensive gestartet, um mehr Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen. In diesem Zusammenhang haben wir eine Anstoßfinanzierung mit 45 Millionen € für die nächsten drei Jahren ermöglicht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Als zweite Etappe haben wir erreicht, dass der Umstand, dass Frauen für 40 Stunden harter Arbeit in der Woche nicht einmal 1 000 € verdienen, in Zukunft der Vergangenheit angehören wird. In Zukunft wird es einen Mindestlohn von 1 000 € geben. Auf jene Berufsgruppen, die da noch fehlen, werden wir besonders unser Augenmerk richten und dafür sorgen, dass diese so rasch wie möglich da nachziehen und dass es auch für sie eine faire Entlohnung für 40 Stunden harter Arbeit gibt, zumindest 1 000 € Mindestlohn. Diese schon lange erhobene Forderung wird nun endlich in die Realität umgesetzt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich finde es auch gerecht, dass für Frauen, die Teilzeit arbeiten – das sind 740 000 Frauen in Österreich –, in Zukunft gilt: Überstunde ist Überstunde, und eine Überstunde hat besser bezahlt zu werden, auch wenn es Teilzeitarbeit ist. Das ist die dritte Etappe, die wir angegangen sind, nämlich mehr Geld für mehr Leistung zu verlangen. Überstunden müssen besser bezahlt werden, als das in der Vergangenheit der Fall war. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Aber wir dürfen uns nichts vormachen nach diesen vier gemeisterten Etappen in den ersten Monaten: Vor uns liegt noch ein harter Weg, es liegen noch viele Bergwertungen vor uns, aber wir sind auf dem richtigen Weg. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Wir haben vor allem in den Bereichen der Bildung und der
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
besseren Chancen für Frauen und im Bereich der Frauenförderung in den Betrieben noch viel zu tun. Ich möchte erreichen, dass die jungen Frauen, unsere Töchter, die junge Generation in Zukunft den Kampf gegen Lohnungerechtigkeiten tatsächlich nur mehr aus den Geschichtsbüchern kennt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Fichtenbauer: Das ist nicht wahr!
Wo allerdings die Vereinbarung der Sozialpartner keine unmittelbare Wirkung entfaltet, das ist bei den freien Berufen. Es ist eigentlich skandalös, dass gerade die Vertretung der Ärzte und jene der Rechtsanwälte eine rechtliche verbindliche Verankerung von 1 000 € Mindestlohn für ihre Beschäftigten verweigern. (Abg. Dr. Fichtenbauer: Das ist nicht wahr!) Die Österreichische Rechtsanwaltskammer will nun zwar freundlicherweise und beinahe gnadenhalber einen Passus über 1 000 € Mindestlohn in ihre Standesregeln hineinschreiben, einen Kollektivvertrag, in dem die 1 000 € Mindestlohn verankert werden, wollen aber ausgerechnet die Rechtsvertreter nicht.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
der Gewinne an jene auszuzahlen, die ihn für sie verdient haben, nämlich an die Beschäftigten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
In den Daten und Zahlen, die aktuell durch die Medien geistern, war vom Rückgang der Nettoeinkommen in den letzten Jahren die Rede. Sie kennen mich, ich will nichts beschönigen und stehe nicht an, zuzugeben, dass auch wir Gewerkschaften bei den Lohnverhandlungen manchmal energischer auftreten müssten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Ich möchte mich in meinen Ausführungen jetzt noch einer Gruppe von Beschäftigten widmen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), deren Stundenlöhne in den meisten Einkommensstatistiken gar nicht erfasst sind. Es geht um die atypisch Beschäftigten, im Konkreten um die freien DienstnehmerInnen, unter denen es sehr viele Frauen gibt. Ausständig ist für diese insbesondere die sozialrechtliche Absicherung. Freie DienstnehmerInnen bekommen auch kein Kindergeld, was Frauen besonders betrifft. Im Falle der Schwangerschaft gibt es nur ein kärgliches Wochengeld, nämlich 7,42 € pro Tag, was im Vergleich
Beifall bei der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Haberzettl.
(Beifall bei der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Haberzettl.)
Beifall bei der ÖVP
Abgeordnete Maria Rauch-Kallat (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Frauen verdienen mehr! – da können auch wir ÖVP-Frauen absolut einstimmen, aber auch die ÖVP-Männer (Beifall bei der ÖVP), denn es ist inakzeptabel, dass immer noch Gehaltsunterschiede je nach Branche weit über 20 Prozent bestehen, wenngleich sich in den letzten Jahren einiges zum Positiven verändert hat. Die Reallöhne der Frauen sind wesentlich gestiegen, auch in den letzten Jahren. Der Durchschnittslohn ist von 13 050 auf 16 000 € jährlich, also von rund 14 000 auf 16 000 € jährlich gestiegen. Das Lohnniveau ist gestiegen. Die Einkommensschere ist kleiner geworden, ist aber immer noch viel zu groß. Die Pensionen sind für Frauen höher geworden, weil wir jetzt die Kinderbetreuungszeit anrechnen, und zwar mit 1 350 € pro Monat auf vier Jahre, weil wir sie auch pensionsbegründend anrechnen.
Beifall bei der ÖVP. – He-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Hoch dem Koalitionsklima!
Aber es gibt immer noch erhebliche Unterschiede. Am höchsten sind die Unterschiede bei den Arbeiterinnen und Arbeitern, am geringsten im öffentlichen Dienst. Herr Abgeordneter Haberzettl, vielleicht sollten sich die Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen der Privatangestellten mit den Gewerkschaftern und Gewerkschafterinnen im öffentlichen Dienst zusammensetzen, offensichtlich sind die etwas erfolgreicher. Und wie ich gerade von einem Vertreter der freien Berufe gehört habe, hat die Anwaltskammer seit acht Jahren keinen Besuch von der Gewerkschaft wegen der Erhöhung der Gehälter der Angestellten in den Anwaltskanzleien gehabt. Vielleicht ist da wirklich einiges an Aktivität ausgeblieben – und Sie waren zu sehr in den Karibik-Geschäften verankert. (Beifall bei der ÖVP. – He-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Hoch dem Koalitionsklima!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wissen, dass der Großteil der Familienarbeit immer noch bei den Frauen liegt. Das heißt, wir brauchen die Männer auch in der Familienarbeit, in der Unterstützung zuhause. Natürlich brauchen wir auch Kinderbetreuungseinrichtungen, gar keine Frage, aber die Kinderbetreuungseinrichtungen können nicht die Leistung der Väter in den Familien ersetzen und sollen auch nicht die Leistung der Väter und die Beteiligung der Väter an der Familienarbeit ersetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Binder-Maier.
Lassen Sie mich zum Schluss noch etwas zu den Migrantinnen sagen: Diese sind jene Gruppen von Frauen, die am meisten benachteiligt sind. Sie sind doppelt benachteiligt: sprachlich und ausbildungsmäßig behindert; sehr oft hängt der Aufenthaltstitel von ihrem Ehemann ab, was sehr schwierig wird, wenn es Gewalt in der Familie gibt. (Zwischenruf der Abg. Binder-Maier.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Die letzte Bundesregierung hat da intensive Kraftanstrengungen unternommen, ministerienübergreifend sichergestellt, dass da einiges passiert. Wir haben eine entsprechende Stelle im Frauenministerium eingerichtet. Schon seit neun Monaten liegt ein MigrantInnen-Bericht vor, aber die Frau Minister hat ihn immer noch nicht präsentiert. Er war im Jänner fix und fertig, aber seit neun Monaten ist die interministerielle Arbeitsgruppe nicht eingeladen worden. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ich muss Ihnen sagen, meine Damen und Herren: Frauen verdienen wirklich mehr – mehr Kraftanstrengung der Frauenministerin und weniger Untätigkeit auf diesem Gebiet! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Lassen wir nur Rot und Schwarz reden, das ist gescheiter!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Die Kraftakte beschränken sich ja im Wesentlichen auf das Rhetorische – und selbst das kommt ein wenig müde daher, kommt mir vor. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Lassen wir nur Rot und Schwarz reden, das ist gescheiter!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Heinzl: Genau! – Abg. Parnigoni: Null hat sie gemacht!
Frau Abgeordnete Rauch-Kallat, als Regierungspartner sind Sie ja mit dabei, zu ermöglichen, zu verhindern, was immer. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Heinzl: Genau! – Abg. Parnigoni: Null hat sie gemacht!)
Beifall bei den Grünen.
Wir schlagen jetzt, in dieser Aktuellen Stunde, zumindest eine ganz konkrete Maßnahme vor, weil das Thema sowieso auf der Tagesordnung des Parlaments stehen wird. Wir novellieren demnächst das Gleichbehandlungsgesetz: Schreiben wir doch in dieses Gesetz hinein, dass jedes Unternehmen, so wie es eine Geschäftsbilanz legen muss, auch eine Gleichbehandlungsbilanz legt und offenlegt, wie es um die Einkommen von Männern und Frauen im Betrieb steht, und binden wir dann die Wirtschaftsförderung daran, dass Frauen im Betrieb genauso gut bezahlt werden, genauso gute Karrierechancen haben wie die Männer! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin Bures, es ist zwar löblich, wenn die SPÖ sich vornimmt, nichts zu versprechen, was sie nicht halten kann, da haben Sie ja doch aus der Regierungsbildung Lehren gezogen, aber wenn Sie dann hier etwas versprechen, nennen Sie uns zumindest den Anfang von einem Plan, wie Sie Ihre Ziele erreichen wollen. Das sind Sie uns heute schuldig geblieben. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Lapp: Haben Sie zugehört?
Abgeordnete Barbara Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! „Frauen verdienen MEHR“: Tatsächlich verdienen Frauen mehr als erstens die schon notorische und übliche Zurschaustellung eines ganz „exzellenten“ Koalitionsklimas, und sie verdienen auch mehr, als dass eine Frauenministerin, deren Fraktion ja diese Aktuelle Stunde eingeleitet hat, zehn Minuten lang spricht, ohne einen eindeutigen Befund abzugeben. Ich denke, kaum einer kann wissen (Abg. Mag. Lapp: Haben Sie zugehört?) – natürlich! (Abg. Mag. Lapp: Nein!) –, warum es zu diesen Einkommensunterschieden kommt. Und sie hat vor allem auch kein Konzept darlegt, wie diese Einkommensunterschiede, deren Begründung sie eigentlich gar nicht hinreichend ausgeführt und erklärt hat, zu beenden sind. – Ich darf versuchen, da ein bisschen etwas nachzuholen.
Abg. Mag. Lapp: Nein!
Abgeordnete Barbara Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! „Frauen verdienen MEHR“: Tatsächlich verdienen Frauen mehr als erstens die schon notorische und übliche Zurschaustellung eines ganz „exzellenten“ Koalitionsklimas, und sie verdienen auch mehr, als dass eine Frauenministerin, deren Fraktion ja diese Aktuelle Stunde eingeleitet hat, zehn Minuten lang spricht, ohne einen eindeutigen Befund abzugeben. Ich denke, kaum einer kann wissen (Abg. Mag. Lapp: Haben Sie zugehört?) – natürlich! (Abg. Mag. Lapp: Nein!) –, warum es zu diesen Einkommensunterschieden kommt. Und sie hat vor allem auch kein Konzept darlegt, wie diese Einkommensunterschiede, deren Begründung sie eigentlich gar nicht hinreichend ausgeführt und erklärt hat, zu beenden sind. – Ich darf versuchen, da ein bisschen etwas nachzuholen.
Beifall bei der FPÖ
Da sind aber Sie gefordert! Da brauchen Sie im Parlament jetzt also keine große Aufregung zu erzeugen, da müssen Sie nur hingehen und festhalten, was zweifelsohne richtig ist (Beifall bei der FPÖ), nämlich dass die Pflege und Betreuung von Kindern,
Abg. Strache: 300 € ... Kosten!
Zum Dritten: Es ist ohne Zweifel so, dass die Beanspruchung vor allem von Frauen, von Müttern durch die Betreuung von Kindern natürlich verhindert, dass diese sich voll dem Erwerb widmen. Jetzt gibt es zwei Ansätze, zwei Möglichkeiten: Man sagt, der Staat entlastet die Familien, vor allem die Mütter, die Frauen, von der Kinderbetreuung total, stellt also Kinderbetreuungseinrichtungen von den Kleinstkindern (Abg. Strache: 300 € ... Kosten!) bis hin zum Ende der Ausbildung zur Verfügung und sagt: Bitte, steht euren Mann im Erwerbsleben, und ihr werdet gut verdienen! – Das ist Ihr Ansatz.
Beifall bei der FPÖ.
Es gibt aber auch einen anderen Ansatz, nämlich dass ich die Kinderbetreuung als Wert per se erkenne und sage: Wer dies zum Nutzen der Gemeinschaft übernimmt, der soll daraus keinen ökonomischen Nachteil haben. (Beifall bei der FPÖ.) – Das entspricht auch der Wahlfreiheit, das kommt unseres Erachtens dem Kindeswohl näher, und entspricht auch dem Wunsch der Frauen.
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie bei Frauen nachfragen, was sie täten, wenn sie sich ohne ökonomische Zwänge entscheiden könnten, wie sie ihre Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind, also bis zum sechsten Lebensjahr, betreut wissen wollten, dann entscheiden sich 9 Prozent dafür, dass sie sagen, sie wären gerne voll erwerbstätig, immerhin 49 Prozent sagen, sie wären gerne ganz zu Hause, und der Rest sagt, sie wären gerne teilzeitbeschäftigt. – Darauf, so schlagen wir vor, muss man Rücksicht nehmen, allerdings muss man dafür sorgen, dass aus dieser sehr sinnvollen Einstellung – für das Kindeswohl und für die Allgemeinheit sehr sinnvollen Einstellung – kein ökonomischer Schaden erwächst. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Ja, weil es eine ... Regierung hat! Das ist ja ...!
Deswegen ein Wort betreffend das immer wieder zitierte Schweden: Es ist Ihnen schon bewusst, dass Schweden eine Kurskorrektur macht?! (Abg. Öllinger: Ja, weil es eine ... Regierung hat! Das ist ja ...!) – Ab 1. Jänner 2008 wird Schweden ein Erziehungsgeld zahlen, wohl wissend, dass zu frühe Betreuung außer Haus vielen Kindern nicht gut tut.
Beifall bei der FPÖ.
Wir schlagen daher Folgendes vor: Nehmen Sie die Lebenswirklichkeit der Frauen zum Vorbild für Ihre Politik, und entwickeln Sie das Kindergeld weiter, schaffen Sie die Möglichkeit der Wahlfreiheit, und vor allem – zum Schluss – schaffen Sie auch die Möglichkeit, dass Frauen, die einen Teil oder ihre gesamte Lebensarbeitszeit dieser Tätigkeit gewidmet haben, im Alter nicht unversorgt bleiben, schaffen Sie auch eine Mütterpension! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Lapp: Sie haben ... Herbstbeginn!
Herbstbeginn gesprochen, den Sie heute mit uns hier verbringen wollen. (Abg. Mag. Lapp: Sie haben ... Herbstbeginn!) – Diesen schönen Herbstbeginn haben viele Familien mit Tausenden Betroffenen allerdings nicht, und ich bin verwundert, dass in der ganzen Debatte, Frau Ministerin, wenn es Ihnen wirklich solch ein Anliegen ist, kein einziges Mal über eine wirkliche Benachteiligung von Frauen und Familien gesprochen wurde, nämlich was das Kinderbetreuungsgeld anlangt (Abg. Öllinger: Da sind Sie verantwortlich! Haubner/Haupt!) und den derzeit stattfindenden unglaublichen Raubzug durch die Brieftaschen der Familien auf Grund der Rückzahlungsforderungen der Familienministerin. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Haupt und Haubner!) – Ich erachte das nach wie vor für einen Skandal, und ich sage Ihnen gleich etwas, Herr Öllinger: Mit dem nackten Finger zeigt man nicht, das haben Sie wahrscheinlich auch gelernt, also zeigen Sie damit nicht herum!
Abg. Öllinger: Da sind Sie verantwortlich! Haubner/Haupt!
Herbstbeginn gesprochen, den Sie heute mit uns hier verbringen wollen. (Abg. Mag. Lapp: Sie haben ... Herbstbeginn!) – Diesen schönen Herbstbeginn haben viele Familien mit Tausenden Betroffenen allerdings nicht, und ich bin verwundert, dass in der ganzen Debatte, Frau Ministerin, wenn es Ihnen wirklich solch ein Anliegen ist, kein einziges Mal über eine wirkliche Benachteiligung von Frauen und Familien gesprochen wurde, nämlich was das Kinderbetreuungsgeld anlangt (Abg. Öllinger: Da sind Sie verantwortlich! Haubner/Haupt!) und den derzeit stattfindenden unglaublichen Raubzug durch die Brieftaschen der Familien auf Grund der Rückzahlungsforderungen der Familienministerin. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Haupt und Haubner!) – Ich erachte das nach wie vor für einen Skandal, und ich sage Ihnen gleich etwas, Herr Öllinger: Mit dem nackten Finger zeigt man nicht, das haben Sie wahrscheinlich auch gelernt, also zeigen Sie damit nicht herum!
Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Haupt und Haubner!
Herbstbeginn gesprochen, den Sie heute mit uns hier verbringen wollen. (Abg. Mag. Lapp: Sie haben ... Herbstbeginn!) – Diesen schönen Herbstbeginn haben viele Familien mit Tausenden Betroffenen allerdings nicht, und ich bin verwundert, dass in der ganzen Debatte, Frau Ministerin, wenn es Ihnen wirklich solch ein Anliegen ist, kein einziges Mal über eine wirkliche Benachteiligung von Frauen und Familien gesprochen wurde, nämlich was das Kinderbetreuungsgeld anlangt (Abg. Öllinger: Da sind Sie verantwortlich! Haubner/Haupt!) und den derzeit stattfindenden unglaublichen Raubzug durch die Brieftaschen der Familien auf Grund der Rückzahlungsforderungen der Familienministerin. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Haupt und Haubner!) – Ich erachte das nach wie vor für einen Skandal, und ich sage Ihnen gleich etwas, Herr Öllinger: Mit dem nackten Finger zeigt man nicht, das haben Sie wahrscheinlich auch gelernt, also zeigen Sie damit nicht herum!
Abg. Öllinger: Ihre Minister!
Ich werde Ihnen jetzt Folgendes sagen, nämlich wie „schön“ der Herbst für Familie M. mit zwei Kindern aus Niederösterreich ist: Frau M. hat in den Jahren 2001 und 2002 in einer Firma gearbeitet, die in den Konkurs geschlittert ist; Frau M. hat im Jahr 2003 rückwirkend für das Jahr 2001 und 2002 Gehalt aus dem Ausgleichsfonds erhalten und dadurch in Wirklichkeit unverschuldet die Zuverdienstgrenze überschritten. (Abg. Öllinger: Ihre Minister!)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Frau M. wurde im Jahre 2004 schwer krebskrank. Frau M. ist jetzt arbeitslos und Frau M. bekommt jetzt, vier Jahre nach dieser Geschichte, eine Rückzahlungsaufforderung zum Kinderbetreuungsgeld von 5 303,45 € und weiß nicht, wie sie das finanzieren soll. – Das sind die Benachteiligungen und der Skandal, der in dieser Republik stattfindet, weil diese Regierung abkassiert und den Familien das Geld wegnimmt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Mag. Trunk: BZÖ-Pfusch!
Oder die Familie A. aus Kärnten: In der Familie A. aus Kärnten gab es eine Frühgeburt; das Kind lag wochenlang zwischen Tod und Leben auf der Intensivstation. Der Lebensgefährte musste daher Überstunden machen, arbeiten, um überhaupt die Betreuung, die Medikamente und auch die nachfolgende Betreuung entsprechend zu finanzieren, und bekommt jetzt auf Grund dessen, dass er Überstunden gemacht hat und geringfügig über der Zuverdienstgrenze gelegen ist, eine Nachzahlungsforderung von 3 005 €. (Abg. Mag. Trunk: BZÖ-Pfusch!)
Abg. Öllinger: Sie haben sie eingeführt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Regierung! Beenden Sie endlich dieses Chaos, diese Streiterei zwischen Ihnen, Frau Ministerin Bures, und der Frau Familienministerin um das Kindergeld, und schaffen Sie diese Zuverdienstgrenze ab, die wir als BZÖ in der Regierung nicht exekutiert haben (Abg. Öllinger: Sie haben sie eingeführt!), weil wir der Meinung waren, sie ist ungerecht, und daher ist das auch nicht eingehoben worden. Das war unser Verdienst in der Regierung! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Unglaublich!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Unglaublich!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Regierung! Beenden Sie endlich dieses Chaos, diese Streiterei zwischen Ihnen, Frau Ministerin Bures, und der Frau Familienministerin um das Kindergeld, und schaffen Sie diese Zuverdienstgrenze ab, die wir als BZÖ in der Regierung nicht exekutiert haben (Abg. Öllinger: Sie haben sie eingeführt!), weil wir der Meinung waren, sie ist ungerecht, und daher ist das auch nicht eingehoben worden. Das war unser Verdienst in der Regierung! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Unglaublich!)
Ruf: Da haben Sie die Verantwortung ...!
Deswegen treten wir jetzt auch vor Gericht an: Beide Familien und noch viele mehr werden von uns aktuell vor Gericht mit Rechtshilfe unterstützt. Und siehe da: Wir haben einen ersten großen Teilerfolg am Landesgericht Korneuburg erzielt, und plötzlich muss die Familie, die dort geklagt hat, nur mehr einen Teil und nicht mehr alles zurückzahlen. (Ruf: Da haben Sie die Verantwortung ...!) Und ich sage Ihnen noch etwas: In der Berufung werden wir diese Zuverdienstgrenze vor Gericht zu Fall bringen, was ein Riesenerfolg für die betroffenen Familien und Frauen sein wird und womit dann auch eine Benachteiligung beseitigt wird. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Deswegen treten wir jetzt auch vor Gericht an: Beide Familien und noch viele mehr werden von uns aktuell vor Gericht mit Rechtshilfe unterstützt. Und siehe da: Wir haben einen ersten großen Teilerfolg am Landesgericht Korneuburg erzielt, und plötzlich muss die Familie, die dort geklagt hat, nur mehr einen Teil und nicht mehr alles zurückzahlen. (Ruf: Da haben Sie die Verantwortung ...!) Und ich sage Ihnen noch etwas: In der Berufung werden wir diese Zuverdienstgrenze vor Gericht zu Fall bringen, was ein Riesenerfolg für die betroffenen Familien und Frauen sein wird und womit dann auch eine Benachteiligung beseitigt wird. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Öllinger: Ihre Phantasie möchte ich nicht haben!
In Wirklichkeit brauchen die Frauen eines dringend in diesem Land, nämlich eine Steuerreform, durch die sie entlastet werden, denn die steigenden Lebenshaltungskosten durch die Erhöhung der Preise bei Milch, Brot, Butter, Benzin und der Gebühren, die verursachen die Einkommensprobleme, die die Frauen im täglichen Leben haben. Daher fordern wir den Finanzminister auf, endlich eine Steuerreform zu machen! Herunter mit der Lohnsteuer, Betriebe entlasten, die Frauen nach einer Bildungs- oder Erziehungskarenz mit einem höheren Einkommen wieder anstellen, die sollen auch steuerlich über die Lohnkosten entlastet werden! Das hätte Phantasie, das wäre der richtige Ansatz! (Abg. Öllinger: Ihre Phantasie möchte ich nicht haben!)
Beifall beim BZÖ.
Daher werden wir vom BZÖ diese Reformvorschläge für eine Steuerreform, die vor allem den Frauen und Familien zugute kommen, in unserer Klausur erarbeiten und dann auch hier einbringen. Dann werden Sie sehen, dass es viel bessere Ideen gibt als dauernd nur leere Floskeln und seit Jahren immer nur dasselbe, nämlich dass man sagt: Ja, die Frauen sind benachteiligt!, aber getan wird nichts. Wir werden dafür sorgen und werden Sie diesbezüglich herausfordern, dass endlich eine Steuerreform – und zwar jetzt und nicht im Jahr 2010! – im Sinne der Frauen durchgeführt wird. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Zuverdienstgrenze! Sie können sie abschaffen!
Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Christine Marek: Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Herr Abgeordneter Westenthaler, nur zu Ihrer Information: Regierungsmitglieder, Ministerinnen und Minister sind dazu verpflichtet, Gesetze entsprechend zu exekutieren, und die Familienministerin kann das Gesetz nicht ignorieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Zuverdienstgrenze! Sie können sie abschaffen!) Aber ich kann Ihnen versichern – und Sie wissen das, und ich würde Sie bitten, hier keine Angst zu verbreiten –, dass natürlich soziale Härtefälle entsprechend beachtet werden und die Ministerin hier auch ihren vollen Ermessensspielraum nutzt, um diesen Familien zu helfen. Ich glaube, das festzuhalten ist auch wichtig. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollen die Zuverdienstgrenze abschaffen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollen die Zuverdienstgrenze abschaffen!
Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Christine Marek: Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Herr Abgeordneter Westenthaler, nur zu Ihrer Information: Regierungsmitglieder, Ministerinnen und Minister sind dazu verpflichtet, Gesetze entsprechend zu exekutieren, und die Familienministerin kann das Gesetz nicht ignorieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Zuverdienstgrenze! Sie können sie abschaffen!) Aber ich kann Ihnen versichern – und Sie wissen das, und ich würde Sie bitten, hier keine Angst zu verbreiten –, dass natürlich soziale Härtefälle entsprechend beachtet werden und die Ministerin hier auch ihren vollen Ermessensspielraum nutzt, um diesen Familien zu helfen. Ich glaube, das festzuhalten ist auch wichtig. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollen die Zuverdienstgrenze abschaffen!)
Abg. Öllinger: Das hat aber mit der Bundesregierung überhaupt nichts zu tun!
Aber nun, meine Damen und Herren, zur Einkommensschere, dem heutigen Thema, und ich möchte gerne mit einer durchaus positiven Nachricht beginnen, auch wenn wir hier noch vieles zu arbeiten haben: In den letzten 25 Jahren hat sich die Einkommensschere halbiert, und ich glaube, das ist auf jeden Fall einmal eine gute Nachricht. (Abg. Öllinger: Das hat aber mit der Bundesregierung überhaupt nichts zu tun!)
Abg. Dr. Moser: „Noch schneller“ ist ein Euphemismus!
Das heißt für uns aber natürlich, weiterzuarbeiten, denn die ungerechten Einkommensunterschiede müssen einfach noch schneller verringert und (Abg. Dr. Moser: „Noch schneller“ ist ein Euphemismus!) – da bin ich bei meiner Kollegin Doris Bures – möglichst auf Null gebracht werden. Gleiches Einkommen für gleiche oder gleich-
Abg. Strache: 300 € Kosten in Wien zum Beispiel! Ein richtig soziales ...!
Natürlich ist das zum Teil auch auf mangelnde Kinderbetreuungseinrichtungen zurückzuführen. (Abg. Strache: 300 € Kosten in Wien zum Beispiel! Ein richtig soziales ...!) Ich glaube, hier ist es ganz wichtig – und das tun wir auch –, auf den unterschiedlichen Ebenen die Ärmel aufzukrempeln und intensiv am Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen zu arbeiten. Mir ist aber wichtig, dass das auf allen Ebenen passiert: Wir dürfen nicht nur von Kindergartenplätzen reden, sondern es geht auch um Tagesmütter, es geht auch um Schulkinderbetreuung. Auf diesen Ebenen entsprechend anzusetzen ist ganz, ganz wichtig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Natürlich ist das zum Teil auch auf mangelnde Kinderbetreuungseinrichtungen zurückzuführen. (Abg. Strache: 300 € Kosten in Wien zum Beispiel! Ein richtig soziales ...!) Ich glaube, hier ist es ganz wichtig – und das tun wir auch –, auf den unterschiedlichen Ebenen die Ärmel aufzukrempeln und intensiv am Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen zu arbeiten. Mir ist aber wichtig, dass das auf allen Ebenen passiert: Wir dürfen nicht nur von Kindergartenplätzen reden, sondern es geht auch um Tagesmütter, es geht auch um Schulkinderbetreuung. Auf diesen Ebenen entsprechend anzusetzen ist ganz, ganz wichtig. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
was ein Unternehmen davon hat, wenn es hier Maßnahmen setzt. Daraus resultieren klare Vorteile, und die gilt es auch aufzuzeigen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Und es geht darum, die Frauen zu motivieren, so kurz wie möglich Teilzeit zu arbeiten – auch hier haben wir Maßnahmen.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte Sie alle um Folgendes bitten: Wir alle müssen daran arbeiten, die Einkommensschere zu verringern, auf allen Ebenen! Hier geht es nicht nur um Gesetze, es geht auch um Bewusstseinsarbeit, und ich bitte alle Beteiligten um Mithilfe – nur so können wir das erreichen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber Sie haben ja gesagt, Sie machen alles besser! Was machen Sie besser? – Gar nichts!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Diese heutige Debatte ist für mich eine Debatte mit Niveau, nur Herrn Kollegem Westenthaler möchte ich Folgendes sagen: Ich denke, Sie sollten Ihre Gedächtnislücken füllen und sich daran erinnern, dass es seinerzeit Haupt und Haubner waren, die veranlasst haben, dass es so ist, wie es heute ist. Mich macht das auch nicht zufrieden! (Abg. Scheibner: Aber Sie haben ja gesagt, Sie machen alles besser! Was machen Sie besser? – Gar nichts!) – Hören Sie mir zu: Mich macht das auch nicht zufrieden!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Bundeskanzler!
Sie wissen genau, dass die SPÖ-Position dazu ist, dass man nur das Darüberliegende zurückzahlen soll, wenn Rückforderungen beim Kindergeld anstehen. Aber da wird es noch Debatten geben, und ich hoffe, im Sinne der österreichischen Frauen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Bundeskanzler!)
Abg. Strache: Der Blum-Bonus ist aber sehr gut! Der ist sehr gut!
Wir wollen schon die Mädchen unterstützen. In diesem Zusammenhang müssen wir auch noch debattieren, wie wir den Blum-Bonus in Zukunft gestalten: ob hier nicht – und das sollte passieren – ein Schwerpunkt für Mädchen bezüglich der atypischen Lehrberufe gesetzt werden soll. (Abg. Strache: Der Blum-Bonus ist aber sehr gut! Der ist sehr gut!) Ich lade auch die Opposition ein, mitzudebattieren und mitzuhelfen, dass auch Mädchen in atypische Lehrberufe einsteigen.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir können zum Beispiel mit der Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes, die bevorsteht, eine Transparenz der Einkommen schaffen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Man kann dort festschreiben, dass Betriebe diese Transparenz auch gewährleisten. (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Wir können zum Beispiel mit der Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes, die bevorsteht, eine Transparenz der Einkommen schaffen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Man kann dort festschreiben, dass Betriebe diese Transparenz auch gewährleisten. (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir können aber auch die Bindung – letzter Satz – der Wirtschaftsförderung an die betriebliche Frauenförderung im Gleichbehandlungsgesetz regeln. Ich hoffe auf Ihre Mitarbeit. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
ellen Stunde. – Ja, auch die ÖVP will den Frauen mehr widmen – mehr Aufmerksamkeit, mehr Einkommen, mehr Gerechtigkeit, mehr von Mehr. Sie kann bei diesen zukünftigen Arbeiten auf ein Mehr der vergangenen Bundesregierung unter Kanzler Schüssel aufbauen. Vieles ist erreicht worden. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Sburny: Der Anteil der Frauen ist doch zurückgegangen in der Forschung!
Die Beschäftigungssituation, die Einkommenssituation kann nicht allein von der Vereinbarkeitsabsicht – also Beruf und Familie kombinieren zu wollen – abhängen. Die Aktionen zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft greifen, aber vielleicht noch nicht genug. Es ist ein Phänomen, dass Förderungen im Bereich Wissenschaft und Forschung dazu geführt haben, dass man Frauen sozusagen in eine Nische lockt, in eine Fördernische, damit man dann in anderen Bereichen, wo es um viel geht – Wittgensteinpreis, START-Preis –, ein bisschen außer Obligo ist und sagt, na ja, da gibt es ohnehin noch das Elise Richter-Programm, das Charlotte Bühler-Stipendium, das Hertha Firnberg-Programm und so weiter. (Abg. Sburny: Der Anteil der Frauen ist doch zurückgegangen in der Forschung!) Die werden dann zumeist aber nicht wirkmächtig, wenn es um die Karriereentwicklung geht. Und im Sommer, Frau Kollegin Sburny, haben wir in Alpbach gehört, dass in der außeruniversitären Forschung – ja, Herr Minister Faymann ist gefordert – die Zahl der Frauen sogar zurückgegangen ist. Also Anstrengungen sind notwendig im Wissenschaftsbereich.
Abg. Strache: Alle Frauen werden in Seibersdorf gekündigt und durch Männer ersetzt!
Anstrengungen sind notwendig im Bildungsbereich. Ich freue mich sehr, dass Herr Minister Hahn das Programm „StudiencheckerInnen“ – großes I – vorgestellt hat, weil diese Frage, welches Fach, welchen Beruf wähle ich, schon sehr viel früher gestellt und bearbeitet werden muss. (Abg. Strache: Alle Frauen werden in Seibersdorf gekündigt und durch Männer ersetzt!) Wenn wir heute 50 Prozent der MaturantInnen haben, die erst nach der Matura überlegen: Was mache ich denn? Welches Studium wähle ich?, dann ist hier in der Schule anzusetzen. Also Arbeit liegt genug vor uns, einen Arbeitsauftrag gibt es auf alle Fälle.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte an dieser Stelle dem öffentlichen Dienst einen Dank aussprechen. Er ist in allen historischen Epochen Vorreiter und Vorreiterin gewesen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Ich komme zum Schluss. – Diese Avantgardefunktion soll er weiterhin übernehmen. Bildung und Wissenschaft sind in hohem Maße davon betroffen. Ich freue mich auf gute, erfolgreiche – für die Frauen erfolgreiche – Jahre und die damit verbundenen Anstrengungen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte an dieser Stelle dem öffentlichen Dienst einen Dank aussprechen. Er ist in allen historischen Epochen Vorreiter und Vorreiterin gewesen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Ich komme zum Schluss. – Diese Avantgardefunktion soll er weiterhin übernehmen. Bildung und Wissenschaft sind in hohem Maße davon betroffen. Ich freue mich auf gute, erfolgreiche – für die Frauen erfolgreiche – Jahre und die damit verbundenen Anstrengungen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit der Abg. Sburny.
Abgeordnete Mag. Birgit Schatz (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! „Frauen verdienen MEHR – Benachteiligungen endlich beseitigen!“ – Ein wirklich mutiger Vorstoß der SPÖ! Sofort nach diesen unfassbaren Enthüllungen – nämlich der Entdeckung, dass Frauen in diesem Land gegenüber Männern benachteiligt werden – nützt die SPÖ alle ihre Möglichkeiten, um diesen Missstand umgehend zu beseitigen. (Heiterkeit der Abg. Sburny.) Dabei schreckt sie nicht davor zurück, alles einzusetzen, was sie aufzubieten hat – als Regierungspartei –, und nützt jedes zur Verfügung stehende Mittel und beruft sogar tatsächlich eine Aktuelle Stunde ein. – Wow, also allen Ernstes (Abg. Heinisch-Hosek: Was wollen Sie uns sagen?), wäre ich jetzt eine Abgeordnete der SPÖ, mir wäre das peinlich.
Abg. Heinisch-Hosek: Was wollen Sie uns sagen?
Abgeordnete Mag. Birgit Schatz (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! „Frauen verdienen MEHR – Benachteiligungen endlich beseitigen!“ – Ein wirklich mutiger Vorstoß der SPÖ! Sofort nach diesen unfassbaren Enthüllungen – nämlich der Entdeckung, dass Frauen in diesem Land gegenüber Männern benachteiligt werden – nützt die SPÖ alle ihre Möglichkeiten, um diesen Missstand umgehend zu beseitigen. (Heiterkeit der Abg. Sburny.) Dabei schreckt sie nicht davor zurück, alles einzusetzen, was sie aufzubieten hat – als Regierungspartei –, und nützt jedes zur Verfügung stehende Mittel und beruft sogar tatsächlich eine Aktuelle Stunde ein. – Wow, also allen Ernstes (Abg. Heinisch-Hosek: Was wollen Sie uns sagen?), wäre ich jetzt eine Abgeordnete der SPÖ, mir wäre das peinlich.
Zwischenruf des Abg. Dr. Cap.
Seit einem Jahr ist die SPÖ die stimmenstärkste Partei hier im Nationalrat. Und alles, was Sie uns heute hier zu bieten haben, ist diese Aktuelle Stunde. – Wo sind Ihre Vorlagen? Wo sind Ihre Anträge? – Bitte, schauen wir uns an, was Sie bisher gearbeitet haben. Schauen wir uns konkret die bisherige Arbeit der Koalition an – Sie nannten das „Etappen“. (Zwischenruf des Abg. Dr. Cap.)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Das Arbeitszeitgesetz: 25-prozentige Zuschläge für Mehrarbeit bei Teilzeitbeschäftigten. Teilzeitbeschäftigte sind, wir wissen es, zum Großteil Frauen. Mit dieser Regelung machen Sie eines: Die Mehrarbeit von Teilzeit-Frauen – 25-prozentiger Zuschlag – wird nämlich nach wie vor benachteiligt gegenüber der Mehrarbeit von hauptsächlich Vollzeit-Männern mit dem 50-prozentigen Zuschlag. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Die Benachteiligung bleibt. – Punkt eins.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Punkt zwei: Mindestlohnregelung. Sie versprechen uns den Mindestlohn von 1 000 € und erklären, hauptsächlich Frauen sind die Nutznießerinnen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Aber was haben wir wirklich konkret, hier und heute? – Nichts, nichts! Entsprechende Kollektivverträge soll es geben, bis nächstes Jahr, bis übernächstes Jahr. Schauen wir einmal, die Sozialpartner werden’s schon richten. Aber aus frauenpolitischer Perspektive ist das – die Sozialpartner werden’s schon richten – mittlerweile eine Drohung. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Punkt zwei: Mindestlohnregelung. Sie versprechen uns den Mindestlohn von 1 000 € und erklären, hauptsächlich Frauen sind die Nutznießerinnen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Aber was haben wir wirklich konkret, hier und heute? – Nichts, nichts! Entsprechende Kollektivverträge soll es geben, bis nächstes Jahr, bis übernächstes Jahr. Schauen wir einmal, die Sozialpartner werden’s schon richten. Aber aus frauenpolitischer Perspektive ist das – die Sozialpartner werden’s schon richten – mittlerweile eine Drohung. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Cap
Und Punkt drei, zu Ihrer Absicht – und man könnte auch da schon wieder sagen, zu Ihrer Drohung –, die Mitarbeiterbeteiligung anteilsmäßig zu verdoppeln: Ich frage Sie, meine Damen und Herren – von der SPÖ vor allem –: Wer wird vor allem den Nutzen daraus ziehen? Sind es nicht wieder die Männer, die hauptsächlich in jenen Branchen – Metaller, Energiewirtschaft – tätig sind, wo man vielleicht Zuschläge bekommt (Zwischenruf des Abg. Dr. Cap), und die Frauen in jenen Sektoren, wo eben wieder nichts herausschaut? – Das ist Ihr Leistungsnachweis der letzten Monate.
Beifall bei den Grünen.
Ich kann nur sagen, ja, Frauen verdienen mehr. Deshalb, meine Damen und Herren von der SPÖ, verdienen Frauen mehr Offensivität, mehr Maßnahmen. Sie verdienen auf jeden Fall mehr als nur eine Aktuelle Stunde mit vielen, vielen Ankündigungen. Sie verdienen mehr! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine Frauen Ministerinnen! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! „Frauen verdienen MEHR“ ist das Thema. Ich sage Ihnen dazu, es fällt mir ein anderer Spruch dazu ein: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ – Und das in Richtung der SPÖ. Die SPÖ stellt die Frauenministerin, die SPÖ hat über viele Jahre Frauenministerinnen hier in dieser Republik gestellt. Sie war zu 80 Prozent in der Zweiten Republik in der Regierung, sie hätte vieles tun können. (Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.) Wir sehen jetzt die Zahlen, was los ist.
Beifall bei der FPÖ.
keinen Fall ein Gegeneinander – und genau das ist es, was Sie hier immer versuchen. (Beifall bei der FPÖ.)
Oh-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist soziale Frauenverantwortung! Da wird dann der Mann angestellt!
Lassen Sie mich noch ein Beispiel aus dem Sozialministerium bringen! Der Sozialminister der SPÖ, Herr Buchinger, hat eine Stelle ausgeschrieben, wo er auch propagiert hat, es werden natürlich Frauen bevorzugt genommen. Da gab es eine Bewerberin, Frau Magister Kreißl, die war die Bestbewerberin, war eine Frau, hatte aber das falsche Parteibuch. Statt ihr hat der Sozialminister dann einen schlechter qualifizierten Mann im Sozialministerium eingestellt. (Oh-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist soziale Frauenverantwortung! Da wird dann der Mann angestellt!)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Das ist Frauenpolitik à la SPÖ. Genau damit zeigen Sie in Wirklichkeit, wie Sie handeln. Sie stellen sich hierher, fordern irgendetwas, aber wenn es dann darum geht, das umzusetzen, dann schaut es ganz anders aus. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.) Die selbsternannten Frauenpolitikerinnen in der SPÖ vergessen halt auch immer, auf die wirklichen Bedürfnisse der Frauen einzugehen.
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Wir haben es auch schon gehört: Es sind die Frauen, die gar nicht unbedingt wollen, dass es eine Kinderbetreuung von der Geburt an gibt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Die Frauen wollen arbeiten, das ist richtig, aber nicht unmittelbar nach der Geburt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Österreich mit Kinderkrippenplätzen zu überhäufen kann nicht das Ziel oder der richtige Weg sein, sondern qualitativ hochwertige und gute Kinderbetreuung. Viele Frauen wünschen sich Tagesmütter für ihre Kinder, weil es einfach eine weit bessere Betreuung, eine individuellere Betreuung für die Kinder ist. (Abg. Strache: 300 € Kinderkrippengeld in Wien! Das ist Ihre soziale Verantwortung! – Abg. Parnigoni: Der Wahrheitsgehalt Ihrer Rede ist sehr ...!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Wir haben es auch schon gehört: Es sind die Frauen, die gar nicht unbedingt wollen, dass es eine Kinderbetreuung von der Geburt an gibt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Die Frauen wollen arbeiten, das ist richtig, aber nicht unmittelbar nach der Geburt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Österreich mit Kinderkrippenplätzen zu überhäufen kann nicht das Ziel oder der richtige Weg sein, sondern qualitativ hochwertige und gute Kinderbetreuung. Viele Frauen wünschen sich Tagesmütter für ihre Kinder, weil es einfach eine weit bessere Betreuung, eine individuellere Betreuung für die Kinder ist. (Abg. Strache: 300 € Kinderkrippengeld in Wien! Das ist Ihre soziale Verantwortung! – Abg. Parnigoni: Der Wahrheitsgehalt Ihrer Rede ist sehr ...!)
Abg. Strache: 300 € Kinderkrippengeld in Wien! Das ist Ihre soziale Verantwortung! – Abg. Parnigoni: Der Wahrheitsgehalt Ihrer Rede ist sehr ...!
Wir haben es auch schon gehört: Es sind die Frauen, die gar nicht unbedingt wollen, dass es eine Kinderbetreuung von der Geburt an gibt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Die Frauen wollen arbeiten, das ist richtig, aber nicht unmittelbar nach der Geburt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Österreich mit Kinderkrippenplätzen zu überhäufen kann nicht das Ziel oder der richtige Weg sein, sondern qualitativ hochwertige und gute Kinderbetreuung. Viele Frauen wünschen sich Tagesmütter für ihre Kinder, weil es einfach eine weit bessere Betreuung, eine individuellere Betreuung für die Kinder ist. (Abg. Strache: 300 € Kinderkrippengeld in Wien! Das ist Ihre soziale Verantwortung! – Abg. Parnigoni: Der Wahrheitsgehalt Ihrer Rede ist sehr ...!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Frau Heinisch-Hosek, wenn Sie sagen, man soll es machen, dann bieten Sie es an! Es gibt viel zu wenige Tagesmütter. Sie sitzen in der Regierung, Sie sitzen in den Landesregierungen. Und genau da, wo Sie sitzen, passiert das überhaupt nicht. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.) Am Beispiel Wien sehen wir: Tagesmütter werden überhaupt nicht gefördert, werden nicht forciert. Es werden nur die Krippenplätze forciert. Das ist der falsche Weg, weil das nicht dem Wunsch der Frauen und Mütter entspricht.
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Dr. Haimbuchner: Wahnsinn!
Wenn Sie schon über „Frauen verdienen MEHR“ sprechen, dann sprechen wir über die Frauenrechte! Es ist auch die SPÖ, die den Boden dafür aufbereitet, dass Frauenrechte in diesem Land getreten werden. Es ist die SPÖ, die für eine Massenzuwanderung verantwortlich ist, dafür, dass Männer ins Land geholt werden, die wirklich nur nach dem Motto leben: Frauen an den Herd, Frauen unterdrücken, Frauen ein Kopftuch aufsetzen und Frauen nicht mehr hinauslassen, nicht mehr arbeiten gehen lassen. Das ist auch die SPÖ! (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Dr. Haimbuchner: Wahnsinn!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die SPÖ hat es auch zugelassen, dass es in Wien ein Religionsbuch gibt, in dem wörtlich steht: Wenn die Frau nicht gehorcht, ist zuerst das gemeinsame Bett zu meiden. Und wenn das nicht reicht, sind körperliche Züchtigungen durchzuführen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Strache.
Das ist ein Religionsbuch, das an öffentlichen Wiener Schulen zugelassen wird, das beim SPÖ-Stadtschulrat durchgegangen ist! Das ist Frauenpolitik à la SPÖ! (Zwischenruf des Abg. Strache.) Nehmen Sie sich einmal bei der Nase und schauen Sie, dass solche Dinge nicht weiter passieren! (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.) Das ist wirklich eine Schande für das Land, da bin ich bei Ihnen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es ist eine Schande, dass ein offizielles Religionsbuch so etwas fordern darf. Da
Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.
Das ist ein Religionsbuch, das an öffentlichen Wiener Schulen zugelassen wird, das beim SPÖ-Stadtschulrat durchgegangen ist! Das ist Frauenpolitik à la SPÖ! (Zwischenruf des Abg. Strache.) Nehmen Sie sich einmal bei der Nase und schauen Sie, dass solche Dinge nicht weiter passieren! (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.) Das ist wirklich eine Schande für das Land, da bin ich bei Ihnen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es ist eine Schande, dass ein offizielles Religionsbuch so etwas fordern darf. Da
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das ist ein Religionsbuch, das an öffentlichen Wiener Schulen zugelassen wird, das beim SPÖ-Stadtschulrat durchgegangen ist! Das ist Frauenpolitik à la SPÖ! (Zwischenruf des Abg. Strache.) Nehmen Sie sich einmal bei der Nase und schauen Sie, dass solche Dinge nicht weiter passieren! (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.) Das ist wirklich eine Schande für das Land, da bin ich bei Ihnen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es ist eine Schande, dass ein offizielles Religionsbuch so etwas fordern darf. Da
Abg. Parnigoni: Das ist eine Schande, was Sie für Unsinn verzapfen!
Dafür sind Sie verantwortlich! Das versuchen Sie hier permanent durch irgendwelche schönen Reden zu übertünchen. (Abg. Parnigoni: Das ist eine Schande, was Sie für Unsinn verzapfen!) Sie versuchen, sich hier als die Retter der Frauen darzustellen. In Wirklichkeit gehen Sie auf die wahren Probleme nicht ein. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Dafür sind Sie verantwortlich! Das versuchen Sie hier permanent durch irgendwelche schönen Reden zu übertünchen. (Abg. Parnigoni: Das ist eine Schande, was Sie für Unsinn verzapfen!) Sie versuchen, sich hier als die Retter der Frauen darzustellen. In Wirklichkeit gehen Sie auf die wahren Probleme nicht ein. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Beifall bei der FPÖ
Das ist auch im öffentlichen Dienst so, das können Sie sogar im offiziellen Gleichbehandlungsbericht hier im Hohen Haus nachlesen, den wir bekommen haben. Da steht drinnen: Im öffentlichen Dienst sind Männer benachteiligt, wenn sie in Karenz gehen wollen. Nehmen Sie sich an der Nase, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Schauen Sie, dass das möglich gemacht wird, dass Männer auch die gleichen Möglichkeiten und Rechte haben (Beifall bei der FPÖ), denn nur dann kann es wirkliche Gleichberechtigung auch für Frauen geben. Das ist etwas, über das Sie hier nicht sprechen.
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Und allen religiösen Dogmen zum Trotz: Wir als Freiheitliche stehen dafür: Frauen dürfen nicht unterdrückt werden, egal, welcher Religion sie angehören! – Danke. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Scheibner: Jetzt kommt der Buchinger!
Abgeordnete Ursula Haubner (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen Bundesministerinnen! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! (Abg. Scheibner: Jetzt kommt der Buchinger!) Ja, Frauen verdienen auf jeden Fall nicht nur mehr, sondern vor allem gleiche Chancen. Dieser Herausforderung wollen sich angeblich alle annehmen. Nur: Von einer Regierung, einer amtierenden, erwartet man sich ein bisschen mehr.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesminister Dr. Buchinger –: Da sind noch ein paar Abgeordnete! Die können Sie auch noch abbusseln!
Daher sage ich: Außer schönen Worten, außer schönen Absichtserklärungen, außer einem fehlenden Konzept ist bisher nicht viel geschehen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesminister Dr. Buchinger –: Da sind noch ein paar Abgeordnete! Die können Sie auch noch abbusseln!) Und Sie haben in diesem einen Jahr die Chancen nicht genützt, konkret etwas für die Frauen zu tun.
Abg. Parnigoni: Was haben Sie die letzten sieben Jahre getan?
Beispiel Nummer eins: der viel gepriesene Mindestlohn. Was mich schon sehr beeindruckt hat, ist derzeit die Sorge der Gewerkschaft um die Frauen, was eine bessere Einkommenssituation anbelangt, aber ich frage mich: Wo war in den vergangenen Jahren die Gewerkschaft? Haben Sie sich zu sehr mit sich selber beschäftigt? Waren Sie zu sehr weg von den Menschen? Und jetzt auf einmal diese Sorge und dieses Beklagen, dass Frauen noch immer unterschiedliche Einkommen haben?! (Abg. Parnigoni: Was haben Sie die letzten sieben Jahre getan?)
Beifall beim BZÖ.
Eines erwarte ich mir ebenfalls, und hier appelliere ich wirklich auch in Richtung ÖVP, dass Sie endlich die Konsequenzen aus dieser unsinnigen und unadministrierbaren Zuverdienstgrenze ziehen. Sie wissen genau, dass diese Zuverdienstgrenze, die von der letzten Regierung stammt, ein Problem ist. Dieses Problem hätten Sie lösen können, aber bis heute ist nichts gemacht worden. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mandak: Sie haben sie eingeführt!
Frauen brauchen auch in den Familien mehr Sicherheit, mehr Anerkennung und mehr Fairness; sie brauchen keinesfalls dieses peinliche Schauspiel zwischen den beiden zuständigen Ministerinnen. Ich sage Ihnen hier an dieser Stelle, wenn Sie als Politikerinnen und Politiker nicht einsichtig sind, dass diese Zuverdienstgrenze abgeschafft gehört, dann werden wir schauen, dass wir sie wenigstens gerichtlich zu Fall bringen werden. (Abg. Mandak: Sie haben sie eingeführt!) Wir sind hier Anwälte der Familien. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Frauen brauchen auch in den Familien mehr Sicherheit, mehr Anerkennung und mehr Fairness; sie brauchen keinesfalls dieses peinliche Schauspiel zwischen den beiden zuständigen Ministerinnen. Ich sage Ihnen hier an dieser Stelle, wenn Sie als Politikerinnen und Politiker nicht einsichtig sind, dass diese Zuverdienstgrenze abgeschafft gehört, dann werden wir schauen, dass wir sie wenigstens gerichtlich zu Fall bringen werden. (Abg. Mandak: Sie haben sie eingeführt!) Wir sind hier Anwälte der Familien. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Parnigoni: Zeit!
Nun hätten Sie die Chance, sich auch im Bereich der Alterssicherung weiterzuentwickeln, wie zum Beispiel die Pflegezeiten als echte Pensionszeiten anzuerkennen oder endlich auch jener Generation von Frauen, die Sie so sehr vernachlässigt haben, das zu geben, was sie brauchen. Es gibt Tausende von Frauen in diesem Land, die über 60 Jahre alt sind (Abg. Parnigoni: Zeit!) und die auf Grund von zu wenig Erwerbszeiten, aber auch deswegen, weil sie sich ausschließlich um ihre Kinder gekümmert haben (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), keine Pension haben. Geben Sie endlich dieser Generation auch das, was ihr zusteht, und machen Sie es so wie Kärnten mit dem Müttergeld, wo wir vorbildlich gehandelt haben! (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Nun hätten Sie die Chance, sich auch im Bereich der Alterssicherung weiterzuentwickeln, wie zum Beispiel die Pflegezeiten als echte Pensionszeiten anzuerkennen oder endlich auch jener Generation von Frauen, die Sie so sehr vernachlässigt haben, das zu geben, was sie brauchen. Es gibt Tausende von Frauen in diesem Land, die über 60 Jahre alt sind (Abg. Parnigoni: Zeit!) und die auf Grund von zu wenig Erwerbszeiten, aber auch deswegen, weil sie sich ausschließlich um ihre Kinder gekümmert haben (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), keine Pension haben. Geben Sie endlich dieser Generation auch das, was ihr zusteht, und machen Sie es so wie Kärnten mit dem Müttergeld, wo wir vorbildlich gehandelt haben! (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Nun hätten Sie die Chance, sich auch im Bereich der Alterssicherung weiterzuentwickeln, wie zum Beispiel die Pflegezeiten als echte Pensionszeiten anzuerkennen oder endlich auch jener Generation von Frauen, die Sie so sehr vernachlässigt haben, das zu geben, was sie brauchen. Es gibt Tausende von Frauen in diesem Land, die über 60 Jahre alt sind (Abg. Parnigoni: Zeit!) und die auf Grund von zu wenig Erwerbszeiten, aber auch deswegen, weil sie sich ausschließlich um ihre Kinder gekümmert haben (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), keine Pension haben. Geben Sie endlich dieser Generation auch das, was ihr zusteht, und machen Sie es so wie Kärnten mit dem Müttergeld, wo wir vorbildlich gehandelt haben! (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ für die das Rednerpult verlassende Abg. Ursula Haubner.
(Beifall beim BZÖ für die das Rednerpult verlassende Abg. Ursula Haubner.)
Beifall bei den Grünen.
Wir werden auch noch eine Anfrage stellen – weil das unvollständig beantwortet war – und mal schauen, was da wirklich die Situation ist. So kann es ja hoffentlich in der Praxis nicht laufen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen
Das muss man sich wirklich einmal auf der Zunge zergehen lassen! Wenn man bei PISA feststellt, dass der durchschnittliche Unterschied bei Kindern mit Migrationshintergrund der zweiten Generation etwa eineinhalb Lernjahre beträgt – das hat auch soziale Hintergründe –, aber ein Jahr davon mit einer einzigen simplen Maßnahme ausgeglichen werden könnte, indem man nämlich sicherstellt, dass alle Kinder in Österreich über einen Zeitraum von drei Jahren einen Kindergarten besuchen (Beifall bei den Grünen), dann wäre es den Zahlen nach zumindest statistisch zu erwarten, dass diese Kinder ein Lernjahr aufholen. Aber das passiert in Österreich nicht.
Beifall bei den Grünen.
Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kickl: Das ist Parteibuchwirtschaft, was Buchinger betreibt!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Ehe ich auf dieses Gesetz zu sprechen komme, noch ein Wort zu Frau Dr. Belakowitsch-Jenewein. Sie haben Minister Buchinger wegen seiner – nach Ihrer Ansicht – Frauen zu wenig berücksichtigenden Politik in seinem Ressort angegriffen. (Abg. Kickl: Das ist Parteibuchwirtschaft, was Buchinger betreibt!)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist in diesem Fall wirklich völlig unangebracht. Das Ressort von Bundesminister Buchinger hat wie kein anderes Frauen in Leitungsfunktionen. Es wurde erst letzte Woche eine Sektionsleiterin neu bestellt. Dieses Ministerium hat den höchsten Frauenanteil insgesamt und erhält nach dem Gleichbehandlungsbericht das beste Zeugnis von allen Ressorts. (Beifall bei der SPÖ.) – Da haben Sie sich also wirklich den Falschen ausgesucht, Frau Abgeordnete.
Beifall bei der SPÖ.
Ihnen allen wünschen wir Freude bei der Arbeit und sagen ihnen auch: Danke! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Nein, das ist kein Sparprogramm!
Da ist die Kritik des Kollegen Brosz vollkommen richtig und auch noch nicht ausgeräumt. Es stellt sich schon die Frage: Ist das jetzt ein Sparprogramm? (Abg. Dr. Brinek: Nein, das ist kein Sparprogramm!) Ich weiß, es hat keine normative Kraft, wenn da drinsteht: keine Mehrkosten, aber der Einwand ist vollkommen richtig und noch nicht ausgeräumt. Man wird es ja sehen. Wir haben auch nichts dagegen, wenn es Mehrkosten verursacht, nur soll man es sagen, wenn es so ist, und dann soll man es einfach beschließen. Ich glaube, dass man bei Mehrkosten im Bereich der Pädagogik oder auch Lehrer und Lehrerinnen durchaus einen Konsens hier im Haus erzielen kann.
Beifall bei der FPÖ.
Ich bin davon überzeugt, dass die Diskussion in den nächsten Jahren in diese Richtung laufen wird. Wir sollten allerdings nicht zu viel Zeit verstreichen lassen, sondern das umgehend in Angriff nehmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neugebauer: Der ÖVP!
Ich habe zum Antrag des Kollegen Brosz von den Grünen nur hinzuzufügen: Zum Thema Kindergartenpädagogik und Kindergartenbesuch hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung dasselbe Ergebnis zutage gebracht. Wir werden uns den Antrag, den Kollege Brosz mit dem Verlangen auf namentliche Abstimmung gestellt hat, genau anschauen. Es ist aber erstaunlich, dass bei dem Antrag der SPÖ-Steiermark, nämlich auf Gratis-Kindergartenbesuch, die Grünen gar nicht mitgestimmt haben. (Abg. Neugebauer: Der ÖVP!) – Ja, der ÖVP-Antrag, den die Grünen nicht unterstützt haben. (Zwischenrufe bei den Grünen.) – Wird spannend sein, wie Sie das begründen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: In der Steiermark ist eine andere Luft!)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich habe zum Antrag des Kollegen Brosz von den Grünen nur hinzuzufügen: Zum Thema Kindergartenpädagogik und Kindergartenbesuch hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung dasselbe Ergebnis zutage gebracht. Wir werden uns den Antrag, den Kollege Brosz mit dem Verlangen auf namentliche Abstimmung gestellt hat, genau anschauen. Es ist aber erstaunlich, dass bei dem Antrag der SPÖ-Steiermark, nämlich auf Gratis-Kindergartenbesuch, die Grünen gar nicht mitgestimmt haben. (Abg. Neugebauer: Der ÖVP!) – Ja, der ÖVP-Antrag, den die Grünen nicht unterstützt haben. (Zwischenrufe bei den Grünen.) – Wird spannend sein, wie Sie das begründen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: In der Steiermark ist eine andere Luft!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: In der Steiermark ist eine andere Luft!
Ich habe zum Antrag des Kollegen Brosz von den Grünen nur hinzuzufügen: Zum Thema Kindergartenpädagogik und Kindergartenbesuch hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung dasselbe Ergebnis zutage gebracht. Wir werden uns den Antrag, den Kollege Brosz mit dem Verlangen auf namentliche Abstimmung gestellt hat, genau anschauen. Es ist aber erstaunlich, dass bei dem Antrag der SPÖ-Steiermark, nämlich auf Gratis-Kindergartenbesuch, die Grünen gar nicht mitgestimmt haben. (Abg. Neugebauer: Der ÖVP!) – Ja, der ÖVP-Antrag, den die Grünen nicht unterstützt haben. (Zwischenrufe bei den Grünen.) – Wird spannend sein, wie Sie das begründen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: In der Steiermark ist eine andere Luft!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Barbara Zwerschitz (Grüne): Hohes Haus! Frau Minister! Frau Präsidentin! Ich will Sie nicht allzu lange auf die Folter spannen. Wenn ein Landtagsantrag einer Landtagspartei besagt, dass der Bund von einem Landtag dazu verpflichtet werden soll, 50 Prozent der Kindergartenplätze zu bezahlen, während 50 Prozent das Land übernimmt, dann ist das ein Antrag, der undurchführbar ist. Es ist nicht so, dass der Landtag über Bundesmittel befinden kann. Das sollte eine Landtagspartei wie die ÖVP in der Steiermark bereits wissen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Waren sie dagegen oder waren sie nicht dagegen?
Genau aus diesem Grund und wegen ein paar anderer Dinge, die in diesem Antrag sehr seltsam waren – würde ich einmal sagen –, haben die FPÖ und die Grünen in der Steiermark dagegen gestimmt. Ich weiß auch, dass die Propaganda in die Richtung läuft, dass die Grünen dagegen wären, wiewohl ich hoffe, dass auch Sie wissen, dass es das Gratiskindergartenjahr in der Steiermark seit heuer ohnehin gibt. Das zum Thema, die Grünen waren dagegen. Bei dem Antrag haben sie natürlich sehr wohl mitgestimmt, weil das etwas Sinnvolles ist. (Abg. Dr. Brinek: Waren sie dagegen oder waren sie nicht dagegen?) – Wir können vom Bund her Mittel bereitstellen, damit die
Beifall bei den Grünen.
Jetzt aber zum eigentlichen Thema meiner Rede, nämlich zu den Pädagogischen Hochschulen. Wenn Frau Abgeordnete Brinek davon gesprochen hat, dass es lange gedauert hat, denn es soll sich auch die Ausbildungsphilosophie ändern, dann würde ich sagen: Es hat lange gedauert, allein von der Ausbildungsphilosophie hat sich nicht so wahnsinnig viel geändert. Genau diese Schilder umzumontieren ist etwas, das wir daran sehr kritisieren. Genau deshalb können wir auch nicht für dieses Gesetz stimmen, weil es nicht Schritte in die neue pädagogische Richtung setzt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Das stimmt überhaupt nicht! Das ist falsch!
Es wird weiterhin nicht die Uni-Anrechenbarkeit für alle Abschlüsse, die LehrerInnen gemacht haben, geben. (Abg. Dr. Brinek: Das stimmt überhaupt nicht! Das ist falsch!) Es wird weiterhin nicht die gemeinsame Ausbildung aller pädagogischen Berufe – so wie es die Bologna-Erklärung fordert – und eine Spezialisierung im zweiten Teil der Ausbildung geben. Es gibt weiterhin keine Ausbildung in Richtung einer Gesamtschule. Die Gesamtschule, das Modell, ist ein anerkanntes Modell, in diese Richtung sollen wir arbeiten. Die Voraussetzungen für diesen langjährigen Prozess, denn von heute auf morgen wird es nicht gehen, bedeuten: Wir müssen die Ausbildung entsprechend umstellen. Es ist weder vom Dienstrecht noch von der Ausbildung her irgendwie gewährleistet, dass ein Gesamtschulmodell überhaupt funktionieren kann. Sie dürfen sich nicht wundern, wenn die Lehrerinnen und Lehrer sowohl von Gymnasien als auch von Hauptschulen sehr verunsichert sind, weil wir ihnen nicht die Möglichkeit bieten, sich auch in diese Richtung zu entwickeln.
Beifall bei den Grünen.
Es fehlt die individuelle Förderung. Wir haben noch immer das Prinzip, dass zur Selektion und nicht zur Integration ausgebildet wird. Während in vielen europäischen Ländern bereits das Prinzip herrscht: Wir nehmen alle Kinder so weit mit, wie es irgendwie geht, wir versuchen, sie zu fördern, wir versuchen, ihnen möglichst viel für ihren weiteren Lebensweg mitzugeben!, wird in Österreich noch immer großteils zur Selektion ausgebildet. Die Novelle für dieses Gesetz hätte die Möglichkeit geboten, daran etwas zu ändern. Was geändert wurde, ist marginal. Es tut mir leid, ich bleibe dabei: Es ist nur ein Schilderaustausch. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Daher war neben dem Entfall der Zweidrittelmehrheit bei Schulgesetzen in der letzten Legislaturperiode dies ein ganz wichtiger Schritt für eine gemeinsame Lehrerausbildung; natürlich jetzt nur im Pflichtschulbereich. Ich denke, dass die anderen Ausbildungen nicht miteinbezogen sind, ist sicher ein Schönheitsfehler, an dem man nicht vorüber kann. Wir seitens des BZÖ haben schon damals gesagt und sagen auch heute wieder, dass es mittelfristig so kommen muss, dass alle Lehrer die gleiche Ausbildung haben und gleich ausgebildet werden müssen, einschließlich jener Pädagoginnen und Pädagogen, die im Vorschulbereich, sprich im Kindergartenbereich, arbeiten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher fordern wir seitens des BZÖ – und das möchte ich hier noch einmal bekräftigen – in Zukunft gerade im Pflichtschulbereich, in den Volksschulen, wirksame Zugangskontrollen beim Eingang, damit schulfremde Personen nicht unkontrolliert in die Gebäude gelangen können. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun hat sich Frau Bundesministerin Dr. Schmied zu Wort gemeldet. – Bitte. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Zum Schluss vielleicht noch ein Wort zum Thema „Sicherheit“. Hier geht es, wenn ich das so formulieren darf, auch um eine allumfassende Sensibilisierung nicht nur der Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch der Schulpartner. Ich werde jedenfalls auch bei der nächsten Präsidentenkonferenz der Landesschulräte, nachdem ja vor allem auch der Pflichtschulbereich angesprochen ist, dieses Thema auf die Tagesordnung setzen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein Punkt, den auch die Frau Bundesministerin jetzt wieder hervorgehoben hat, den ich für ganz wichtig halte, auch wenn man in Richtung Pisa-Sieger Finnland schaut, ist die gemeinsame universitäre Ausbildung aller Lehrkräfte. Bei diesen Pädagogischen Hochschulen hätte man zumindest schon als ersten Schritt die Kleinkindpädagogen und -pädagoginnen einbeziehen können. Ich finde es sehr schmerzlich, dass dieser Bereich der KleinkindpädagogIn – Frau Bundesministerin Schmied hat es auch betont – weitgehend unterschätzt wird, nämlich die Bedeutung, die KleinkindpädagogInnen in der Unterstützung der Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder schon von ganz früh an haben. Ich denke, dass wir jetzt dabei sind, erste Schritte zu setzen, dass das aber ein Bereich ist, den wir in den nächsten Jahren wesentlich ernster nehmen müssen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Uns sollte einfach die Unterstützung von Talenten und die Förderung aller Kinder auch in den nächsten Jahren ein entsprechend wichtiges Anliegen sein, und da ist natürlich die entsprechende Ausbildung von KleinkindpädagogInnen eine wichtige Grundlage. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist gut zu wissen, dass Bildung einer ständigen Qualitätsprüfung unterliegt, um auch in Zukunft einen der wichtigsten Pfeiler unserer Gesellschaft zu stützen. Nur ein wissendes Volk kann sich und seine Demokratie schützen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine daher, meine Damen und Herren, es ist höchst an der Zeit, dass wir dieser gemeinsamen universitären Ausbildung endlich einen Schritt näher treten, dass wir der kommenden jungen Generation von Lehrern jene Inhalte mit auf den Weg geben, die sie für eine Schule der Vielfalt brauchen. Wir brauchen eine Schule, die individuell, differenziert und begabungsorientiert die Talente unserer Kinder fordert, und das können wir durch eine gemeinsame Ausbildung schaffen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Letztendlich, liebe Kolleginnen und Kollegen, zu dem Antrag der Grünen betreffend einen verpflichtenden Kindergartenbesuch vom dritten bis zum sechsten Lebensjahr. – Ich bin froh, dass diese Debatte intensiv geführt wird, durchaus auch aus verschiedenen Positionen, mache aber darauf aufmerksam, dass aus unserer gesellschaftspolitischen Philosophie heraus die Verpflichtung am Ende steht. Wenn man das so macht wie etwa in Niederösterreich, nämlich einen kostenfreien Zugang für ein Kindergartenjahr mit hoher pädagogischer Qualität, dann wird das auch zu 95 Prozent von der Bevölkerung angenommen werden. Ich halte das für den richtigeren Weg. (Beifall bei der ÖVP.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Wimmer und Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Wimmer und Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir setzen unsere Hoffnungen in Sie, Frau Bundesministerin, dass Sie diesen Weg weiterhin so tatkräftig unterstützen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neubauer: Das war nicht Linz!
Abgeordnete Dr. Andrea Eder-Gitschthaler (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Liebe Besucherinnen und Besucher! Hohes Haus! Der tragische Fall dreier verwahrloster Mädchen in Oberösterreich hat uns Anfang dieses Jahres wieder einmal dramatisch vor Augen geführt, wie notwendig und wichtig die Sensibilisierung aller für das Kindeswohl ist. Gerade weil man sich leider auf die Aufmerksamkeit und Zivilcourage der Umgebung nicht hundertprozentig verlassen kann und sich ein Fall wie Linz niemals mehr wiederholen darf (Abg. Neubauer: Das war nicht Linz!), haben wir Salzburger Abgeordneten bereits im Jänner dieses Jahres den vorliegenden Entschließungsantrag zusammen mit den KollegInnen der SPÖ eingebracht, in dem wir auf eine Lücke im Schulgesetz aufmerksam gemacht haben.
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Eder-Gitschthaler dreht sich zur Regierungsbank um und reicht Bundesministerin Dr. Schmied die Hand.
Ich darf abschließend daher Sie, Frau Ministerin, ersuchen, möglichst rasch diese hier behandelten Gesetzesänderungen ausarbeiten zu lassen, und danke Ihnen schon jetzt im Namen unserer Kinder dafür. Kinder sind unser wertvollstes Gut, und wir müssen alles daransetzen, sie so gut wie möglich zu schützen! – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Eder-Gitschthaler dreht sich zur Regierungsbank um und reicht Bundesministerin Dr. Schmied die Hand.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich berichtige hiermit wie folgt: Es handelt sich um keinen Fall aus Linz. Die soziale Musterstadt Linz hat keine Fälle in jeglicher Form in den letzten Jahren in solche Richtungen gehabt. Es handelt sich vielmehr um einen Fall der Gemeinde Gramastetten in Oberösterreich. Zuständig ist deshalb die Bezirkshauptmannschaft Urfahr-Umgebung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich hoffe daher sehr, dass wir auch in diese Richtung einen Schritt setzen werden, und bin sehr dankbar für diese Gesetzeseinbringung, von der ich wesentlich mehr halte, weil sie eher dazu beitragen wird, verwahrloste Kinder oder Missbrauchsopfer zu finden, als die Gesetzesnovelle, die wir in einer der letzten Sitzungen beschlossen haben. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Opposition prinzipiell ausgesetzt werden. Ich finde es wirklich unsinnig, dass auch hier im Hohen Haus diese Praxis fortgesetzt wird, und zwar auch von einer Partei, die das meines Wissens gerade in der letzten Gesetzgebungsperiode bei anderen Parteien kritisiert hat. Die SPÖ geht genau zu dieser Aussetzungs-Widersinnigkeit zurück. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Ich hätte zum Beispiel gerne im Unterrichtsausschuss über die Vereinheitlichung der schulautonomen Tage gesprochen und auch heute hier im Hohen Haus eine Debatte darüber geführt. Es ist wirklich nicht einzusehen, dass Eltern, wenn sie zwei, drei Kinder in unterschiedlichen Schulen, sogar im selben Bundesland, haben, nicht in der Lage sind, Ferientage gemeinsam zu konsumieren, weil die Schule in ihrer Autonomie die schulfreien Tage selbstständig ansetzt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.) Es ist das aus meiner Sicht auch als Lehrer nicht sinnvoll. Eine Beschlussfassung in diese Richtung wäre auch heute schon sehr nützlich und sinnvoll gewesen. Was aber hat man getan? – Man hat diesen Antrag einfach wieder ausgesetzt. Also ich bitte schon, prinzipiell sinnvolle Anträge, auch wenn sie von der Opposition kommen, zu beraten, zu diskutieren und hier im Parlament einer Beschlussfassung zuzuführen! – Das zum einen.
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Sehr geehrte Frau Minister, Ihre Funktion – das wissen Sie selbst ganz genau – ist eine Staatsfunktion. Sie sind in Ihrer Funktion als Ministerin für alle tätig – und nicht Parteipolitikerin. Ich ersuche schon, die Schulen parteipolitikfrei zu halten! (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.)
Beifall bei der FPÖ.
Es kann nicht sein, dass jetzt vermehrt in den Schulen parteipolitische Veranstaltungen abgehalten werden. Bitte, halten Sie auch hier eine geistige Hygiene ein, weil es unsere Schüler verdienen, auch ein breites Spektrum unterschiedlicher parteipolitischer Meinungen anzuhören! Wenn in der Schule politisiert wird, dann geben Sie allen Parteien die Chance, ihren Standpunkt darzulegen! Machen wir von mir aus Diskussionsveranstaltungen mit den Schülern zu unterschiedlichen Themen, aber laden wir alle Parteien dazu ein! Die Schüler haben das Recht, die Meinung aller Parteien zu einem bestimmten Thema zu hören. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Es kann auch nicht sein, dass vor dem Eingang einer Schule eine wahlwerbende Partei zum Beispiel ein Wahlplakat anbringt. Auch das ist ein Unding, das ich schärfstens verurteile. Ich bitte, im Sinne einer geistigen Hygiene wirklich initiativ zu werden, und ersuche Sie – und ich weiß auch, dass Sie das können –, in dieser Richtung einiges zu bewegen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.)
Beifall beim BZÖ.
diesem Zusammenhang auf diese Projekte weiterhin zurückgreifen und schauen, wie weit man diese Projekte auch in Zukunft in den Schulen vermehrt einbinden kann. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Seitens des BZÖ werden wir natürlich diesen beiden Anträgen unsere Zustimmung geben, weil sie eine notwendige Ergänzung im Rahmen einer gesunden Lebensstilbildung in den Schulen sind. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bei den schulischen Aktivitäten zur Gesundheitsprävention kommt den 2 500 Schulärzten und -ärztinnen in Österreich eine ganz wichtige Rolle zu. Sie sind nicht nur Anlaufstelle, sondern auch MultiplikatorInnen. Es wäre aber dringend notwendig, bei den Rahmenbedingungen, unter denen die Schulärzte und -ärztinnen arbeiten, Verbesserungen durchzuführen. Die Teilung der Kompetenzen zwischen mehreren Ministerien und zwischen Bund und Ländern ist sicher nicht zielführend. Da ist auf jeden Fall die Gesundheitsministerin gefragt, da müssen Maßnahmen gesetzt werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir haben ein großes Herz für den Sport und vor allem für unsere Jugend. Darum werden wir alles daransetzen, damit wir auch morgen noch erfolgreich sein können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Niederwieser: Ich habe es schon zugesagt!
Ich wollte bei dieser Gelegenheit nur noch anmerken, dass man die Vertagungspraxis im Unterrichtsausschuss durchaus einmal überdenken könnte. (Abg. Dr. Niederwieser: Ich habe es schon zugesagt!) Ich sage es trotzdem von mir aus auch noch einmal, weil offenbar Initiativen, die von der Regierung kommen und positiv gewertet werden, relativ rasch den Weg ins Plenum finden. Es ist ja nicht alles Blödsinn, was die Opposition beantragt, nehme ich an. Insofern könnte man ja einmal über seinen Schatten springen und auch das, was von der Opposition kommt, einmal als Aufforderung, als Wunsch an die Ministerin im Plenum beschließen; es würde wahrscheinlich niemandem weh tun. Aber ich bin guter Hoffnung, dass der Kollege Niederwieser versucht, diesen Bemühungen einen entsprechenden Rückenwind zu verleihen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: Sicher!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: Sicher!
Ich wollte bei dieser Gelegenheit nur noch anmerken, dass man die Vertagungspraxis im Unterrichtsausschuss durchaus einmal überdenken könnte. (Abg. Dr. Niederwieser: Ich habe es schon zugesagt!) Ich sage es trotzdem von mir aus auch noch einmal, weil offenbar Initiativen, die von der Regierung kommen und positiv gewertet werden, relativ rasch den Weg ins Plenum finden. Es ist ja nicht alles Blödsinn, was die Opposition beantragt, nehme ich an. Insofern könnte man ja einmal über seinen Schatten springen und auch das, was von der Opposition kommt, einmal als Aufforderung, als Wunsch an die Ministerin im Plenum beschließen; es würde wahrscheinlich niemandem weh tun. Aber ich bin guter Hoffnung, dass der Kollege Niederwieser versucht, diesen Bemühungen einen entsprechenden Rückenwind zu verleihen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: Sicher!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Neugebauer.
Lassen Sie mich nur noch einige Sätze zur Frage Doping, zum Dopingproblem sagen. Auch die Freiheitliche Partei steht wie alle anderen Parteien in diesem Haus – und das ist ein parteiübergreifender Konsens – für Dopingkontrollen. Der Kampf gegen Doping ist wichtig für die Gesundheit unserer Sportler, er ist aber auch wichtig, weil es schließlich um das Ansehen unseres Landes als Sportnation in Europa und der Welt geht. – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Neugebauer.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir müssen auch im Rahmen der beiden zur Diskussion stehenden Maßnahmen ganz gezielt auf die Gesundheit unserer Kinder achten, und ich glaube, dass beide Initiativen jedenfalls zu unterstützen sind. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wie schon erwähnt: Es ist ein erster Schritt – weitere müssen folgen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher freue ich mich sehr, dass wir nun Unterrichtsmaterial für die Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung stellen, damit diese im Wege der Aus- und Fortbildung ihr Wissen an die Schülerinnen und Schüler weitergeben. Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag für den Breitensport wie für den Spitzensport. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bin mir, was Politische Bildung, Demokratieentwicklung betrifft, der Sensibilität des Themas voll bewusst, auch was Schulbesuche betrifft. Wir arbeiten jetzt gerade, Politische Bildung konkret angesprochen, an einem Maßnahmenpaket. Zum einen müssen wir diesbezüglich seitens des Ressorts Initiativen setzen, da wir mit der Senkung des Wahlalters natürlich auch den Unterricht entsprechend zeitlich anders gestalten wollen, sehr wohl aber auch inhaltlich, weil es mir nicht nur darum geht, Institutionen-Wissen zu vermitteln, sondern auch zur Teilhabe zu ermuntern, wenn ich das so formulieren darf. Und da werden Sie bis Jahresende von mir auch ein Maßnahmenpaket vorgestellt bekommen. Auch das ist eine Initiative, weil es ja auch den Hochschulbereich, die Universitäten betrifft, die ich gemeinsam mit Minister Hahn entwickle und auch umsetze. – Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bin froh darüber, dass wir jetzt diesen Schritt setzen werden und dass die Frau Bundesministerin sicher im Laufe der nächsten Monate dem Nationalrat die gesetzlichen Grundlagen vorlegen wird, um Integration auch nach der 8. Schulstufe weiterzuführen. – Ich danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Hakl: Bravo! Ja, ist vorstellbar!
Es freut mich auch, dass dieser Antrag – wie im Ausschuss – vermutlich von allen fünf Parlamentsparteien unterstützt wird. Wir müssen uns heute aber auch fragen: Was ist noch vorstellbar? – Und da stellt sich die Frage: Ist auch ein Lehrer im Rollstuhl vorstellbar, ein gehörloser Lehrer oder ein blinder Lehrer? Ein Abgeordneter mit Beatmungsmaschine? – Das war eine Fangfrage. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Hakl: Bravo! Ja, ist vorstellbar!)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Ich nehme Ihnen, Frau Bundesministerin, durchaus ab, dass Sie eine andere Intention verfolgen, aber ich möchte Sie auch von diesem Platz aus ersuchen, diese Verordnung abzuändern beziehungsweise zurückzunehmen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Allgemeiner Beifall.
Ich möchte mich an dieser Stelle bei Frau Mag. Claudia Weiss – auch stellvertretend für alle parlamentarischen Mitarbeiter, die sehr wichtige Arbeit leisten – für ihre Arbeit bedanken. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Grünen.
Man kann ja einmal gemeinsam, auch parteiübergreifend über Entwicklungen froh sein, nämlich in diesem Fall darüber, dass es nun keine Bildungsministerin Gehrer mehr gibt, die Jahre hindurch die Möglichkeit der Veränderung in diesem Bereich wirklich blockiert hat. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
... demokratischer Prozess!) – Es ist ein demokratischer Prozess, zu sagen: Die Behinderten dürfen nicht an die Schule kommen!? Diese Form von Demokratie würde ich mir in Österreich gerne ersparen, weil es auch Rechte gibt, die als Minderheitenrechte gesehen werden müssen, wo die Mehrheit sicherstellen muss, dass auch Minderheiten die Möglichkeit haben, zu ihren Rechten zu kommen. Und genau das ist ja das Problem, das wir hier haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
In diesem Sinne werden wir heute zustimmen. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, es erfolgt in einem wichtigen Bereich die Übernahme in einen gesetzlichen Status, aber es ist sicher nicht der letzte Schritt dieser Entwicklung. Es muss auch eine, wie immer sie ausformuliert ist – das ist ein anderes Kapitel –, gesetzliche Verankerung geben, wie das an den mittleren und höheren Schulen möglich sein soll und dass es auch dort einen Anspruch auf Integration gibt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Zuletzt weise ich auf eine Entwicklung hin, die sich in den letzen 15 Jahren abgespielt hat, weil Kollege Huainigg in den Raum gestellt hat, was alles möglich ist: Wir hatten im Jahr 1990 in Wien 46 Integrationsklassen, im Jahr 2005 waren es 650. – Das ist eine sehr positive Entwicklung. – Ich bedanke mich. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.
Zweiter Punkt: Gemeinsame Erarbeitung der Grundlagen für die Verwirklichung der Integration auch nach der achten Schulstufe mit dem Koalitionspartner. Ich darf in diesem Zusammenhang auch auf das Regierungsprogramm verweisen, in dem ja die Möglichkeit der Integration nach der achten Schulstufe dezidiert angesprochen ist, und wir werden jetzt hier gemeinsam an den gesetzlichen Grundlagen arbeiten. – Vielen Dank für die Unterstützung durch diesen Entschließungsantrag! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Ich glaube, wir können heute mit diesem Antrag beginnen, gemeinsam eine weitere Barriere abzubauen und noch bessere Einstiegsmöglichkeiten für Menschen mit besonderem sonderpädagogischen Bedarf und mit Behinderungen zum zukünftigen Arbeitsmarkt und ins Berufsleben zu schaffen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Hohes Haus! Recht herzlich bedanken möchte ich mich bei diesem Tagesordnungspunkt zunächst bei den Kollegen Dr. Niederwieser und Dr. Huainigg. Sie und wir bringen nun im Parlament das ein, was zahlreiche Elterninitiativen beziehungsweise Bürgerinitiativen behinderter Menschen immer wieder in den letzten Jahren gefordert haben. Ihnen müssen wir vor allem danken, denn sie haben sich nicht unterkriegen lassen und immer darum gekämpft, dass behinderte Kinder im Schulsystem so integriert sind, wie es sein soll. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte mich auch den Worten von Herrn Dr. Huainigg anschließen, der sich bei seiner parlamentarischen Mitarbeiterin, Frau Mag. Weiss, bedankt hat. Auch ich wünsche ihr alles Gute! Es freut mich vor allem, dass sie mit ihrem Know-how in die Wirtschaftskammer Einzug hält, denn es macht mich frohgemut, dass es auch in einer Wirtschaftsinteressenvertretung zu einem Umdenken in Richtung Barrierefreiheit und Integration von behinderten Menschen kommt und dort ein neuer Wind weht. Alles Gute, Frau Mag. Weiss! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir sind auf einem guten Weg, und dieser Entschließungsantrag, den wir heute abstimmen, bringt uns einen großen Schritt weiter. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht!
In der Tat ist dieser Antrag natürlich zu unterstützen. Ich erlaube mir aber, auf etwas hinzuweisen, und das ist in Anbetracht dessen, dass hier zum Teil mit sehr pathetischen Worten gesagt wird, wie wichtig diese Integrationsfrage ist, das eigentlich Traurige: Ich darf daran erinnern, dass die Bundesregierung, bestehend aus ÖVP und FPÖ, bereits im ersten Halbjahr des Jahres 2002 eine Gesetzesvorlage hier im Hohen Haus mit genau jenem Punkt eingebracht hat, dass nämlich der Schulversuch, den wir seit vielen Jahren in der polytechnischen Schule durchführen, ins Regelschulwesen übernommen wird. Genau dieser Antrag lag hier vor, er scheiterte aber an der Nichtzustimmung der SPÖ bei der damals erforderlichen Zweidrittelmehrheit. Ich sage das nur der Ordnung halber und bedauere das! (Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht!) – Das stimmt! Das war im Rahmen eines Schulpakets, in dem auch eine vertiefte Einführung der Politischen Bildung und auch die AHS-Oberstufenreform enthalten war, die mit allen politischen Couleurs, was die Lehrer-, Schüler- und Elternvertretung angelangt hat, akkordiert war. Wir waren damals schon ein wenig in der Hitze des Wahlkampfes, und aus diesen Gründen wurde dieses Schulpaket abgelehnt.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Brosz.
Das soll man auch dazusagen, wenn man heute hier diesen Entschließungsantrag behandelt, der Gott sei Dank mit breiter Zustimmung unterstützt wird! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Ministerin Gehrer hat die Integration nicht blockiert und behindert! Ein Beispiel habe ich angeführt, nämlich die Gesetzesvorlage im Jahr 2003 mit der Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf über die achte Schulstufe hinaus. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) – Frau Kollegin Lapp, ich danke für den Zwischenruf!
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, es muss in der Integrationspolitik darum gehen, dass wir ein individuelles Angebot unter Einbindung der Betroffenen schaffen. Deshalb ist die Einbindung aller Schulpartner bei Schulversuchen in jedem Fall wichtig. Man soll den Schulpartnern nicht mit Misstrauen begegnen, sondern man soll sie einbinden und für derartige Ideen gewinnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich muss gleich auf die Ausführungen des Herrn Amon eingehen. – Herr Amon, dass Frau Gehrer jene Bundesministerin war, die die Integration zurückgedrängt und uns bereits erzielte Erfolge wieder weggenommen hat, ist unbestritten und überall nachlesbar. Sie wollen das aber offenbar nicht lesen und haben es wahrscheinlich noch nie gelesen. Das ist eine Tatsache. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie haben auch angesprochen, dass Sie im letzten Schulpaket die Integration behinderter Kinder haben wollten. – Dazu sage ich Ihnen etwas: In diesem Schulpaket wollten Sie uns nur dafür missbrauchen, dass Sie Ihren neuen Verhaltenskodex unterbringen, und dafür wären wir als Menschen mit Behinderungen Ihnen immer recht gewesen. Dafür sind wir aber nicht zu haben, und deshalb waren wir auch nicht dafür. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Amon, nicht die Schule hat abzustimmen, ob sie ein behindertes Kind in der Schule haben will, denn: Es ist schlicht und einfach ein Menschenrecht, dass man die Bildung genießen kann, die man für sich für wichtig und für angemessen hält! (Beifall bei den Grünen.) Einzelnen steht es im Rahmen einer Demokratie nie zu, darüber zu entscheiden, welche Bildung Menschen mit Behinderungen genießen dürfen oder nicht. Das wäre nicht Demokratie, sondern etwas anderes. Denken Sie einmal darüber nach! (Zwischenruf des Abg. Amon.)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Herr Amon, nicht die Schule hat abzustimmen, ob sie ein behindertes Kind in der Schule haben will, denn: Es ist schlicht und einfach ein Menschenrecht, dass man die Bildung genießen kann, die man für sich für wichtig und für angemessen hält! (Beifall bei den Grünen.) Einzelnen steht es im Rahmen einer Demokratie nie zu, darüber zu entscheiden, welche Bildung Menschen mit Behinderungen genießen dürfen oder nicht. Das wäre nicht Demokratie, sondern etwas anderes. Denken Sie einmal darüber nach! (Zwischenruf des Abg. Amon.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, dieser Antrag der FPÖ zur persönlichen Assistenz am Arbeitsplatz ist ein kleiner Schritt. Es geht aber nicht nur um persönliche Assistenz am Arbeitsplatz, Herr Minister, sondern es geht, wie Sie wissen, grundsätzlich um persönliche Assistenz. Persönliche Assistenz kann im Einzelfall auch bedeuten, dass ein Mensch 24 Stunden jemanden braucht, unabhängig davon, ob er berufstätig ist oder nicht. Ich glaube, das müssen wir sichern, nämlich individuelle persönliche Assistenz entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen. Darüber werden wir zwei noch debattieren müssen, ich bin aber überzeugt, dass wir um ein Stück weiter kommen werden. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Beifall bei den Grünen.
Tun Sie etwas, und zwar mehr, als nur wieder darüber zu entscheiden, was wir dürfen oder nicht, nur weil wir Menschen mit Behinderungen sind! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Frau Abgeordnete Haidlmayr hat gesagt, ich hätte ausgeführt, dass die Schulpartner darüber zu entscheiden hätten, welche Ausbildung Menschen mit Behinderung absolvieren dürfen. – Das ist unrichtig. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Das ist eine logische Konsequenz! Das war eine tatsächliche Bestätigung!
Ich habe ausgeführt, dass ich der Meinung bin, dass die Schulpartner, so wie das die jetzige Gesetzeslage vorsieht, weiterhin darüber entscheiden sollen, welche Schulversuche zugelassen werden, und welche nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Das ist eine logische Konsequenz! Das war eine tatsächliche Bestätigung!)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Kollegen und Kolleginnen! Ich möchte zuerst nur eine Ergänzung in Richtung der Frau Abgeordneten Haidlmayr anbringen: Unsere Initiative betreffend die persönliche Assistenz war nicht nur reduziert auf den Arbeitsplatz, sondern betraf selbstverständlich auch den Ausbildungsplatz, und deswegen wurde dieser Antrag hier heute auch dementsprechend eingebracht. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Das möchte ich feststellen und festhalten, dass sämtliche Debattenpunkte nur dann umgesetzt werden können, wenn wir in der Lage sind, wesentlich mehr Lehrer anzustellen und natürlich auch zu besolden. Diese Frage muss selbstverständlich vorweg diskutiert und abgeklärt werden, sonst ist leider Gottes die heutige Debatte beinahe umsonst. Ich bitte also, dementsprechend viele zusätzliche Dienstposten vorzusehen, und danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Wir haben tatsächlich im Jahr 2002 die Integration diskutiert, allerdings nur in der polytechnischen Schule, und die Koppelung mit so vielen anderen Dingen war für die damaligen Oppositionsparteien nicht annehmbar. Wenn Sie noch dazu sagen, dass damals bereits Wahlkampfgeplänkel geherrscht hat, dann meine ich, dass Sie schon zum damaligen Zeitpunkt gewusst haben müssten, dass Sie im Herbst die Koalition mit der FPÖ aufkündigen werden. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Es wäre sehr interessant, das in den Protokollen nachzulesen.
Beifall bei der SPÖ.
gewesen sein, die polytechnischen Schule und die berufsbildenden mittleren Schulen mit einzubeziehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Vielmehr muss es das Ziel sein, bei der Integration auch in den höheren Schulen über den ersten Schritt der Schulversuche hinaus zu gehen, denn auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen in einzelnen Bereichen lernen in Teilaspekten sehr viel und haben es im späteren Berufsleben, beim Eintritt in eine Lehre oder andere Berufe wesentlich leichter als jene Kinder, die nicht integriert, sondern selektiert wurden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Schade, dass diese Vorlage nicht schon vor fünf Jahren, wie uns Kollege Amon erklärt hat, zustande gekommen ist! Dann hätten wir das nämlich schon! Es ist aber gut, dass es heute geschieht, denn heute brauchen wir die Zweidrittelmehrheit nicht mehr. Das Ganze ist damals nämlich leider an der Zweidrittelmehrheit gescheitert. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Das kann der Minister Pröll ja gar nicht mit seinem verletzten Fuß!
Abgeordnete Mag. Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Minister Pröll, vorneweg alle meine guten Wünsche für Ihre Genesung! Ich anerkenne, dass Sie uns – trotz dieses Handicaps – hier die Ehre geben, und ich hoffe auf eine sehr konstruktive Auseinandersetzung. Eine solche ist auch dringend notwendig, denn Sie, Herr Minister, sind – das ist mein ganz überzeugt und vehement hier vorgebrachter Vorwurf – wieder einmal vor der Autofahrerlobby in die Knie gegangen (Abg. Parnigoni: Das kann der Minister Pröll ja gar nicht mit seinem verletzten Fuß!), und Sie sind in die Knie gegangen vor der Industrielobby, vor den Institutionen und Vertretungen, die ungestört Gas geben wollen auf der Autobahn. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Minister Pröll, vorneweg alle meine guten Wünsche für Ihre Genesung! Ich anerkenne, dass Sie uns – trotz dieses Handicaps – hier die Ehre geben, und ich hoffe auf eine sehr konstruktive Auseinandersetzung. Eine solche ist auch dringend notwendig, denn Sie, Herr Minister, sind – das ist mein ganz überzeugt und vehement hier vorgebrachter Vorwurf – wieder einmal vor der Autofahrerlobby in die Knie gegangen (Abg. Parnigoni: Das kann der Minister Pröll ja gar nicht mit seinem verletzten Fuß!), und Sie sind in die Knie gegangen vor der Industrielobby, vor den Institutionen und Vertretungen, die ungestört Gas geben wollen auf der Autobahn. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt soll – noch dazu mit Ihrer Unterschrift, Herr Umweltminister – das alles noch flexibilisiert werden! Da greifen sich ja wirklich alle vernünftig denkenden Menschen an den Kopf, Herr Minister! Diese flexiblen Anlagen drosseln nämlich noch die Reduktion von Feinstoff- und Schadstoffausstößen. Lesen Sie Ihre eigenen Unterlagen: Das Umweltbundesamt hat im Auftrag der Tiroler Landesregierung sehr wohl ein Attest vorgelegt, das zeigt, dass es, wenn es flexible Tempolimits gibt – nicht also die fixen –, um 40 Prozent weniger Reduktion an Feinstaub, NOX, SO2, des CO2 und mancher anderer schädlicher Emissionen gibt. Und das tragen Sie mit und unterschreiben Sie! – Herr Minister, das ist ein Kniefall par excellence – und das können wir wahrlich nicht akzeptieren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
müssten auf die Gesundheit der Menschen, auf die Gesundheit der Anrainer und insgesamt auf die Situation der Umwelt und wo wir ja auch – aber ich will das eigentlich gar nicht zum Schluss nennen – im Sinne des Klimaschutzes handeln müssten! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Deshalb, Herr Minister – ich will jetzt gar nicht auf die ganzen Kosten eingehen –: Das, was Sie uns da einbrocken mit Ihren flexiblen Beeinflussungsanlagen, kostet österreichweit 315 Millionen €! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) 315 Millionen € kostet es, damit die Leute schnell fahren dürfen und damit sich die Abgase weiter erhöhen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Alles für die Umwelt und für die Gesundheit! – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Diese 315 Millionen € sind doch für einen Schmarren! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Alles für die Umwelt und für die Gesundheit! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Deshalb, Herr Minister – ich will jetzt gar nicht auf die ganzen Kosten eingehen –: Das, was Sie uns da einbrocken mit Ihren flexiblen Beeinflussungsanlagen, kostet österreichweit 315 Millionen €! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) 315 Millionen € kostet es, damit die Leute schnell fahren dürfen und damit sich die Abgase weiter erhöhen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Alles für die Umwelt und für die Gesundheit! – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Diese 315 Millionen € sind doch für einen Schmarren! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Deshalb, Herr Minister – ich will jetzt gar nicht auf die ganzen Kosten eingehen –: Das, was Sie uns da einbrocken mit Ihren flexiblen Beeinflussungsanlagen, kostet österreichweit 315 Millionen €! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) 315 Millionen € kostet es, damit die Leute schnell fahren dürfen und damit sich die Abgase weiter erhöhen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Alles für die Umwelt und für die Gesundheit! – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Diese 315 Millionen € sind doch für einen Schmarren! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Ich appelliere an Sie von der Sozialdemokratie, aus deren Reihen dieser Vorschlag ja kommt und wofür die Arbeiterkammer gute Unterlagen zur Verfügung gestellt hat: Tun wir es doch endlich! Mit unserer Hilfe, mit unserer Initiative wäre wirklich einmal ein ordentlicher Sprung in Richtung Klimaschutz, in Richtung Gesundheitsschutz, in Richtung Umweltschutz möglich! Aber bitte doch kein weiterer Kniefall, wobei Sie, Herr Minister Pröll, einen solchen ja gerade wieder vorzubereiten im Begriff sind! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Moser: Warum soll er können ...?
Schon im Ausschuss habe ich das gesagt: Dass Sie dem Verkehrsminister absprechen, sich um den Schutz von Gesundheit, Luft, Umwelt et cetera ganz einfach zu stehlen, dass ihm das nichts ausmache und dass er natürlich immer von seinem Veto Gebrauch machen werde, das sehe ich nicht so. Dieses Veto ist also eine Kann-Möglichkeit, und dieses Veto ist nichts, was einfach nach drei Monaten ganz automatisch kommen wird. Dieses Veto ist eine Option, und ich denke, auch da wird es ganz sicher Einvernehmen geben: im Sinne des Schutzes der Luft, der Gesundheit und der Ökologie. So einfach ist das. Jedenfalls ist das keine Frage von „Kniefällen“ oder sonst irgendetwas. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Moser: Warum soll er können ...?)
Heiterkeit bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen
Intelligenz ist auch da das Stichwort, und wichtig ist es eben, mit diesen Verkehrsbeeinflussungsanlagen intelligente Politik zu machen – und sie nicht nur dazu zu verwenden, 160-km/h-Teststrecken zu implementieren, wie das ja „Minister Bleifuß“ in der vergangenen Legislaturperiode getan hat. – Wie wir hören, hofft dieser ja, sich nach Großbritannien absetzen zu können. Vielleicht verlässt er das Land, denn „the world is in Vorarlberg too small“ (Heiterkeit bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen) – und vielleicht sind auch die Straßen zu kurz, um ordentlich beschleunigen zu können. Was weiß man! – Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass das illegale Aufsetzen von Blaulicht sowie das illegale Montieren von Bundesadlern irgendwohin, wie als Testpilot bei MacLaren beispielsweise, die Briten nicht überzeugen wird. Da müsste schon ein bisschen mehr an Intelligenz, ein bisschen mehr an Know-how vom
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Meiner Meinung nach sollten aber wir hier im österreichischen Parlament auch da die internationale Solidarität wirklich leben – und die Briten dringend davor warnen, was auf sie zukommen könnte, wenn sie Herrn Gorbach bei sich arbeiten lassen. – Danke. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Na, da sind wir jetzt überrascht! – Rufe bei der ÖVP: Da schau her!
Wissen Sie, wer das geschrieben hat? – Ihr grüner Landesrat Anschober, der das haben wollte! (Abg. Dr. Lichtenecker: Na, da sind wir jetzt überrascht! – Rufe bei der ÖVP: Da schau her!) Und jetzt machen wir das mit diesem Gesetz (neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen sowie Gegenrufe bei der ÖVP), jetzt machen wir das mit dieser Gesetzesnovelle – und jetzt ist es Ihnen von den Grünen auch wieder nicht recht!
neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen sowie Gegenrufe bei der ÖVP
Wissen Sie, wer das geschrieben hat? – Ihr grüner Landesrat Anschober, der das haben wollte! (Abg. Dr. Lichtenecker: Na, da sind wir jetzt überrascht! – Rufe bei der ÖVP: Da schau her!) Und jetzt machen wir das mit diesem Gesetz (neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen sowie Gegenrufe bei der ÖVP), jetzt machen wir das mit dieser Gesetzesnovelle – und jetzt ist es Ihnen von den Grünen auch wieder nicht recht!
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.
Ich glaube allerdings, Herr Anschober hat in diesem Fall Auge und Ohr etwas näher an der täglichen Realität als Sie vom Rednerpult aus und am grünen Tisch. In diesem Fall bin ich jedenfalls lieber bei Ihrem Herrn Landesrat Anschober und unterstütze ihn dabei. Deswegen werden wir diese Novelle heute auch beschließen. Ich denke, das macht Sinn. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein Zweites noch: Sie, Frau Abgeordnete Moser, haben vorhin die Kosten von angeblich 350 Millionen € kritisiert beziehungsweise in Zusammenhang gebracht mit diesen Beschränkungen wegen dem IG-L. – Sie wissen, was man mit elektronischen Verkehrsbeeinflussungsanlagen alles sinnvoll an Verkehrslenkung, an Verkehrssteuerung bewerkstelligen kann – und Sie werden doch nicht allen Ernstes auf all diese Vorteile verzichten und die Kosten nur dieser einen Anwendung, die sinnvoll ist, zuschreiben wollen. Ich glaube, das wäre intellektuell ein bisschen wenig anspruchsvoll. Wir werden das jedenfalls beschließen: auch im Sinne des Landesrates Anschober von den Grünen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
vgl. ÖVP-Finanzsprecher Stummvoll in „Österreich“, 17.8.2007: „... halte von neuen Kostenbelastungen für die Wirtschaft gar nichts ... kann mir eine weitere Erhöhung beim besten Willen nicht vorstellen ...“, „... politisch nicht sehr klug ...“
Leider stellte sich postwendend heraus, dass ein solcher Vorstoß des „Vorreiters Österreich“ in Brüssel unbekannt war („Der EU-Kommission waren die Mautpläne Faymanns am Donnerstag (16.8., Anm.) offiziell noch nicht bekannt, wie ein Sprecher der Behörde in Brüssel sagte.“ vgl. APA0486/16.8.2007) und dass der Vorstoß von der ÖVP nicht unterstützt wird (vgl. ÖVP-Finanzsprecher Stummvoll in „Österreich“, 17.8.2007: „... halte von neuen Kostenbelastungen für die Wirtschaft gar nichts ... kann mir eine weitere Erhöhung beim besten Willen nicht vorstellen ...“, „... politisch nicht sehr klug ...“). Wie glaubhaft schließlich die Angaben Faymanns hinsichtlich einer Unterstützung Deutschlands für massiv verlagerungswirksame Maßnahmen auf der Straße sind, bleibt dahingestellt, ist es Faymann doch bislang nicht einmal gelungen, seinen deutschen SPD-Ministerkollegen zum Zahlen eines einzigen Euro für den Brennerbasistunnel zu bewegen.
Ruf bei der ÖVP: Da habt ihr noch ein bisschen Zeit!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Da kann man nur sagen: Rudi, Rudi, gib acht, dein Schatten schleicht durch die Nacht! – in Form der ÖVP in diesem Fall. Natürlich ist es so: Wenn man Regierungsverantwortung trägt, dann ist alles viel, viel schwieriger. Wir haben das am eigenen Leib erfahren und hoffen, dass wir uns auf die nächste Regierungsverantwortung besser als auf die letzte vorbereiten können. (Ruf bei der ÖVP: Da habt ihr noch ein bisschen Zeit!)
Beifall bei der FPÖ.
Wir brauchen also Anreiz statt Zwang, und auch der Bund muss als Vorbild aktiv sein. Die Grünen haben vor einigen Tagen vorgeschlagen, die Dienstwagenflotte des Bundes auf verbrauchsarme Fahrzeuge umzustellen. Das ist ein hervorragender Vorschlag, denn er spart Geld, er schützt die Umwelt. Ich darf dazu sagen, dass wir bereits vor einigen Monaten einen gleich lautenden Antrag eingebracht haben. Ich bitte auch dazu um Ihre Unterstützung. (Beifall bei der FPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Nun zu Ihrem Antrag, meine Damen und Herren von den Grünen: Hier können wir leider nicht mitgehen, denn Sie fordern, dass keine neuen Betriebs- und Industrieanlagen zugelassen werden, insbesondere im Bereich Tirol. Das ist eine Schikane für die Wirtschaft. Gerade neu geschaffene Arbeitsplätze würden hier verhindert werden. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie kennen sich nicht so gut aus, die Grünen!
internationaler Standard. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie kennen sich nicht so gut aus, die Grünen!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Umweltminister, der fliegt lieber!
Sie wollen das Mitspracherecht des Verkehrsministers bei verkehrsbeschränkenden Maßnahmen, die vom Land erlassen werden können, ganz abschaffen. Das hätte wiederum zur Folge, dass es in Österreich durch eine uneingeschränkte Länderverordnung einen reinen Fleckerlteppich an Erlässen hinsichtlich der Autobahnen geben würde – siehe Graz, siehe Oberösterreich. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Umweltminister, der fliegt lieber!)
Beifall beim BZÖ.
Da könnten sich doch die anderen Bundesländer ein Beispiel an unserem Landeshauptmann in Kärnten nehmen, Herrn Dr. Haider, der umweltschützende Maßnahmen für das Land Kärnten bereits vorbildhaft umsetzt, jedoch ohne die Autofahrer zunehmend zu belasten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Eder: Wo kommt denn der her?
Ich kann Herrn Landeshauptmann Haider nur beglückwünschen. Er hat bereits umgesetzt, dass alle Landestankstellen für den öffentlichen Verkehr auf Biodiesel umgerüstet werden, und einen Zehn-Punkte-Erlass herausgegeben, von dem ich mir wünschen würde, dass alle Bundesländer ihn nachahmen würden und eigentlich wirklich die Umwelt und das Klima schützen würden. (Abg. Eder: Wo kommt denn der her?)
Abg. Eder: Ein Bilderl mit?
Ich darf Ihnen schon sagen, dass das nicht nur eine Rede ist, sondern dass es wirklich auch umgesetzt ist. Herr Minister, ich darf Ihnen da ... (Abg. Eder: Ein Bilderl mit?) Na sicher habe ich das mit! (Beifall beim BZÖ.) Ich wünschte mir, dass das auch alle anderen Bundesländer so schnell umsetzen würden. – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Beifall beim BZÖ.
Ich darf Ihnen schon sagen, dass das nicht nur eine Rede ist, sondern dass es wirklich auch umgesetzt ist. Herr Minister, ich darf Ihnen da ... (Abg. Eder: Ein Bilderl mit?) Na sicher habe ich das mit! (Beifall beim BZÖ.) Ich wünschte mir, dass das auch alle anderen Bundesländer so schnell umsetzen würden. – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Ich darf Ihnen schon sagen, dass das nicht nur eine Rede ist, sondern dass es wirklich auch umgesetzt ist. Herr Minister, ich darf Ihnen da ... (Abg. Eder: Ein Bilderl mit?) Na sicher habe ich das mit! (Beifall beim BZÖ.) Ich wünschte mir, dass das auch alle anderen Bundesländer so schnell umsetzen würden. – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Lichtenecker: Wir sind Praktiker!
Die Novelle zeigt, dass man Mobilitätsinteressen sowie ökologische und Gesundheitsinteressen zusammenführen kann. Was mich ganz besonders freut – das zeigt auch die Diskussion um diese Novelle –, ist, dass hier im Haus offensichtlich die grünen Theoretiker sitzen und vor Ort die grünen Praktiker genau das verlangen, was heute beschlossen wird. Das ist ein ermutigendes Zeichen auf dem Weg in die Zukunft. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Lichtenecker: Wir sind Praktiker!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich gehe davon aus, dass wir es auch schaffen, in den nächsten Monaten die Evaluierung des IG-Luft durchzusetzen, um ein neues Instrumentarium gegen den Feinstaub zu schaffen, das effizient ist, ohne inhaltlich zu benachteiligen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Das ist gut und richtig so, meine Damen und Herren, denn nur so kann eben auf die jeweilige Schadstoffbelastung eingegangen werden, und die derzeit verhängten Dauersenkungen bei den Tempolimits nach IG-Luft, so wie sie jetzt verhängt sind und bei denen es in Wirklichkeit überhaupt keinen konkreten Bezug auf die gerade vorherrschende Schadstoffbelastung gibt, können dadurch verhindert werden. Das ist gut so, denn selbstverständlich haben die Autofahrer überhaupt kein Verständnis dafür, dass auf breitspurigen Autobahnen Tempolimits verhängt werden, obwohl die Schadstoffgrenzen gar nicht überschritten werden! (Beifall bei der ÖVP sowie demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Da sieht man die Grünen!
Deshalb, meine Damen und Herren, möchte ich, um nur ein Beispiel zu nennen, auf die Beschränkung auf der A 1 zwischen Enns und Linz hinweisen. Dort gibt es derzeit eben diese Dauerbeschränkung. Aber – das haben auch die Messungen bewiesen – im Jahr 2007, also im heurigen Jahr, ist nicht nur die Stickoxydbelastung an diesem Abschnitt, sondern nahezu an allen oberösterreichischen Messstellen gegenüber 2006 zurückgegangen (Abg. Dr. Lichtenecker: Da sieht man die Grünen!), also auch in jenen Bereichen, in denen die Beschränkung auf der A 1 gar nicht wirken kann!
Abg. Scheibner: Skandalös! Schuld ist der Pühringer!
Auf der anderen Seite wurden aber wegen der Überschreitung des Tempolimits über 20 000 Autofahrer angezeigt. (Abg. Scheibner: Skandalös! Schuld ist der Pühringer!) Dass es dafür kein Verständnis gibt, das liegt auf der Hand, meine Damen und Herren! Insofern ist die heutige Regelung eine wichtige, eine richtige Entscheidung, auch um die Akzeptanz von Beschränkungen durch den Autofahrer zu erhöhen, wenn es die umweltpolitische Situation tatsächlich verlangt.
Beifall bei der ÖVP.
Daher, meine Damen und Herren: Ja zu Tempolimits, wenn es die Schadstoffbelastung verlangt, aber nicht generell und ohne Bezug auf eine konkrete Schadstoffbelastung! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Nicht ganz einverstanden bin ich mit dem Vorschlag in Richtung motorbezogener Versicherungssteuer, den Sie als Antrag einbringen, denn wenn einer sich noch so viele Autos kauft, die sehr starke Motoren mit sehr viel Benzinverbrauch haben, damit aber nicht fährt, sondern die in der Garage stehen hat und gerne putzt und pflegt und so weiter, dann bedeutet das noch keinen CO2-Ausstoß, sondern erst dann, wenn die in Betrieb gehen. Daher muss man sich schon überlegen: Die gefahrenen Kilometer, wofür Treibstoffe verarbeitet wurden, die verursachen CO2, nicht aber Fahrzeuge, die vielleicht nur stehen und aus Liebhaberei gehalten werden. Also auch hier sollte man den Ansatz noch einmal diskutieren. Ich sage ja nicht, dass der Ansatz völlig falsch ist; ich sage nur, wenn schon, dann sollte man es zielgenau auf den Treibstoffverbrauch abstellen, denn erst dort, wo verbrannt wird, wird CO2 erzeugt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Geschätzte Damen und Herren! Es gibt wahrscheinlich in Österreich im letzten halben Jahr kaum ein Thema, das so polemisch diskutiert wird wie der „Lufthunderter“, und spannend ist insbesondere, dass dieser „Lufthunderter“ mit dem Oberösterreich-Prädikat ausgezeichnet ist, was mich besonders freut und es auch amüsant macht, denn wie wir auch heute erleben, werden reihum immer wieder die grünen Vorschläge zitiert und vermeintlich auch eingearbeitet. Ein Schritt in die richtige Richtung, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Skandal! ... Schikane!
Wie bereits gesagt, gibt es jedoch kaum eine Materie, zu der so viele Unwahrheiten verbreitet werden, wie genau in diesem Bereich. Dazu einige Fakten aus Oberösterreich: Wir haben in Oberösterreich Tempo 100 auf der A 1 zwischen Linz und Enns auf einer Strecke von sage und schreibe 13 Kilometern, nicht mehr und nicht weniger. Wir haben jetzt die Evaluierungsergebnisse ... (Abg. Dr. Mitterlehner: Skandal! ... Schikane!) Fahren Sie ein bisschen mehr mit dem Zug und weniger mit dem Auto, dann haben Sie keine Schikane! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wie bereits gesagt, gibt es jedoch kaum eine Materie, zu der so viele Unwahrheiten verbreitet werden, wie genau in diesem Bereich. Dazu einige Fakten aus Oberösterreich: Wir haben in Oberösterreich Tempo 100 auf der A 1 zwischen Linz und Enns auf einer Strecke von sage und schreibe 13 Kilometern, nicht mehr und nicht weniger. Wir haben jetzt die Evaluierungsergebnisse ... (Abg. Dr. Mitterlehner: Skandal! ... Schikane!) Fahren Sie ein bisschen mehr mit dem Zug und weniger mit dem Auto, dann haben Sie keine Schikane! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Nicht durch die Maßnahme!
Was zeigen die Evaluierungsergebnisse? – Es ist ein beachtliches und tolles Ergebnis: In einem halben Jahr haben wir nämlich geschafft, dass wir 1 200 Tonnen CO2 weniger haben. Ein Erfolg! (Abg. Dr. Mitterlehner: Nicht durch die Maßnahme!) Wir haben neun Tonnen Stickoxide weniger. Ein Erfolg! Meine Damen und Herren! Wir haben eine Tonne weniger Dieselrußpartikel. (Abg. Dr. Mitterlehner: Im Römerbergtunnel auch!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Im Römerbergtunnel auch!
Was zeigen die Evaluierungsergebnisse? – Es ist ein beachtliches und tolles Ergebnis: In einem halben Jahr haben wir nämlich geschafft, dass wir 1 200 Tonnen CO2 weniger haben. Ein Erfolg! (Abg. Dr. Mitterlehner: Nicht durch die Maßnahme!) Wir haben neun Tonnen Stickoxide weniger. Ein Erfolg! Meine Damen und Herren! Wir haben eine Tonne weniger Dieselrußpartikel. (Abg. Dr. Mitterlehner: Im Römerbergtunnel auch!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kukacka: In anderen Regionen gibt es auch Rückgänge!
Herr Mitterlehner, Herr Kukacka, Sie wissen haargenau, dass Sie trotzdem, auch wenn Sie die Belastungsrückgänge in anderen Regionen in Oberösterreich berücksichtigen, einen markanten Rückgang genau auf dieser Strecke haben. Das ist die Wahrheit und sonst gar nichts! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kukacka: In anderen Regionen gibt es auch Rückgänge!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Kukacka, wenn Sie so jammern, dass 20 000 Geschwindigkeitsübertretungen geahndet wurden, dann sage ich Ihnen: Vorschriften, Gesetze sind da, um sich daran zu halten, und 84 Prozent haben das in Oberösterreich getan, und das ist gut so. Statt immer zu beklagen, wie arm die Leute und wie schlimm irgendwelche Geschwindigkeitsbeschränkungen sind, sollten Sie einmal die Leute beachten, die sich daran halten. Eigentlich sollten Sie und alle anderen Politiker und Politikerinnen den Weg wählen, die Leute für dieses Verantwortungsbewusstsein und auch für das Umweltbewusstsein zu loben und auch dafür danke zu sagen, dass man sich an die Vorschriften gehalten hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Parnigoni: Mit Sicherheit verwechseln Sie da etwas!
Der Bundeskanzler fährt durch die Gegend, nach New York, plaudert dort, schwadroniert über den Klimaschutz, wie toll das in Österreich ist, und wenn wir das in Österreich hören, fragen wir uns, wovon er überhaupt redet. Von welchem Land ist er Kanzler? Es geht doch nichts weiter! Wir haben über 160 Tage nach dem Klimaschutzgipfel des Bundeskanzlers und kein Gramm CO2 weniger. Wir haben einen Klimafonds eingerichtet, und außer Personalbesetzungen der Reihe nach und sozusagen im Wochentakt geschieht nichts. (Abg. Parnigoni: Mit Sicherheit verwechseln Sie da etwas!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das ist nicht mein Gesetz!
Und so geht das dahin bis zum Ökostromgesetz, Herr Minister, wo Sie wirklich gefordert sind, dass Sie da endlich einmal Klartext reden beim Wirtschaftsminister, dass da etwas weitergeht, denn das geht tatsächlich den Bach hinunter. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das ist nicht mein Gesetz!)
Abg. Parnigoni: Sie verwechseln da etwas!
Also rundum ein Desaster bei der Klimabilanz. (Abg. Parnigoni: Sie verwechseln da etwas!) Und da sieht man: Reduktionen der Geschwindigkeit des Verkehrs können durchaus auch etwas bewirken. Wenn Kollege Kopf die Verkehrsbeeinflussungsanlagen anspricht, die nicht nur in Oberösterreich, sondern auch in Salzburg, in Tirol, in der Steiermark und so weiter installiert werden, dann ist das eine Entscheidung der gesamten Regierung gewesen. Wir werden sehen, was es bringt. Wir werden sehen! Es ist äußerst ungewiss. Alle Experten in diesem Bereich sagen, dass fix festgelegte Limits wesentlich besser sind. Die Leute können sich darauf einstellen, dann gibt es auch weniger Geschwindigkeitsüberschreitungen, das ist das eine. Insofern ist das genauso einer Evaluierung zu unterziehen. Mal sehen, was es wirklich bringt. Die Befürchtungen sind die, dass es tatsächlich zu massiven Verschlechterungen kommt gegenüber den zuvor bestehenden festgelegten Limits.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kukacka: Und warum stimmen Sie dann gegen den Anschober-Vorschlag heute?
nicht „unsere“ Länder!) Das ist tatsächlich ein Problem, denn die Verantwortung dafür kann man in den Ländern belassen, und das ist gut so, denn die wissen vor Ort sehr wohl, was sie dort brauchen, was die Bevölkerung und was die Umwelt braucht. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kukacka: Und warum stimmen Sie dann gegen den Anschober-Vorschlag heute?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Es gibt nichts Stupideres?
Abgeordneter Franz Hörl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Was mich im ersten Jahr hier im Nationalrat wirklich begeistert und beeindruckt, ist der Zugang der grünen Fraktion zu unserem österreichischen System der sozialen Marktwirtschaft. Die Spanne reicht von begeisterter Ignoranz bis hin zu unverhohlener Wirtschaftsfeindlichkeit. Frau Abgeordnete Dr. Moser, Sie werfen unserem Bundesminister vor, einen „Kniefall“ zu machen. Wovor sollte Bundesminister Pröll einen Kniefall machen? Vor moderner Technik, vor modernen Möglichkeiten, vor einem zeitgemäßen System? Das ist Aufgabe unseres Bundesministers, denn unser Bundesminister reagiert auf die technischen Möglichkeiten, Frau Dr. Moser, vorhandener Messstellen im Inntal, vorhandener Überkopfwegweiser oder, wie Sie sagen, Verkehrsbeeinflussungsanlagen. Und ich möchte wissen, was ist falsch daran, dass wir vorhandene Systeme, für die wir bereits 360 Millionen € investiert haben, nutzen, um 100er-Beschränkungen, die teilweise notwendig sind, auch so durchzuführen, dass sie modern und vor allen Dingen für die Autofahrer einsichtig sind, denn es gibt nichts Stupideres, als sechs Monate lang im Inntal einen Hunderter zu fahren, ob Föhn, ob Inversionswetterlage, weil es eben einfach so vorgeschrieben ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Es gibt nichts Stupideres?)
Beifall bei der ÖVP.
Im Inntal, das mich am meisten betrifft, haben wir eine 80 km/h-Geschwindigkeitsbeschränkung. Die Ergebnisse von dort dürften etwas relevanter sein als die in Oberösterreich, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass wir auf spärlichen 13 Kilometern entsprechende Messergebnisse zustande bringen. Im Inntal leben zwei Drittel der Tiroler Bevölkerung. Die Menschen leben dort, weil sie die hohe Lebensqualität schätzen, und zu dieser hohen Lebensqualität einer der wirtschaftlich erfolgreichsten Regionen Österreichs gehören nun einmal nicht nur gute Luft und sauberes Wasser, eine schöne Aussicht, sondern auch florierende Betriebe, die den Menschen Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven bieten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
bewilligungen auch dann zu erteilen, wenn Grenzwerte erreicht werden. Das ist auch der falsche Weg, und ich denke, dass wir hier auf dem richtigen sind. Wir von der Österreichischen Volkspartei stehen für Lösungen, die den Menschen erklärt werden können, die sie verstehen und die ihnen das Leben erleichtern. Für Schikanen unter dem Deckmantel Ökologie sind wir nicht zu haben. Und ich danke dem Herrn Bundesminister, dass er dafür auch Sorge trägt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall des Abg. Hornek
Die von den Grünen vorgeschlagene Bestimmung würde jedoch in der Praxis zum Beispiel dazu führen, dass, wenn in einem Sanierungsgebiet eine Fernwärmeanlage gebaut werden soll, die natürlich Emissionen hat, gleichzeitig aber, und das ist wichtig, wesentlich mehr Emissionen reduziert, weil sie effizienter ist, weil sie bessere Filteranlagen hat, weil sie an einer anderen Stelle Energie einsparen hilft (Beifall des Abg. Hornek), dass diese nicht genehmigt werden dürfte, nur weil bei anderen Anlagen die entsprechenden Reduktionspotenziale noch nicht verwirklicht wurden. Und, meine Damen und Herren, ich denke, dass das nicht in Ordnung ist. Es würden also neue – das ist wichtig –, moderne, effizientere, energiesparende und schadstoffarme Anlagen mit dieser Maßnahme verhindert werden.
Beifall bei der SPÖ.
Was natürlich stets verbessert werden muss, sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie bereits erwähnt, um die Luftschadstoffe ständig zu verringern. Daran arbeiten wir auch, und ich lade alle recht herzlich ein, sich daran konstruktiv zu beteiligen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Das ist wirklich falsch! – Abg. Mag. Kukacka: Das ist nicht falsch!
Ein Wort noch dazu, weil Frau Kollegin Moser von den Grünen gesagt hat: Jetzt argumentieren Sie doch einmal! – Beim Feinstaub gehen Sie auch nicht ganz korrekt um mit Ihrer Argumentation, denn der Feinstaub ist nicht nur auf den Verkehr zurückzuführen, sondern die Luft kennt keine Grenzen. Gerade auf dem Teilstück der A 1 in Oberösterreich müsste man sich fragen, ob hier nicht ein Teil des Feinstaubes auch von den Industriegebieten dazukommt. Und der Schadstoffrückgang ist ja im Römerbergtunnel in Linz größer als auf dem Stück der A 1 zwischen Enns und Linz. (Abg. Dr. Lichtenecker: Das ist wirklich falsch! – Abg. Mag. Kukacka: Das ist nicht falsch!) – Das ist nicht falsch, das können Sie der Unterlage von Landesrat Anschober entnehmen!
Beifall bei der ÖVP.
Daher ist diese Novelle richtig und wichtig und ein guter Schritt im Sinne der Umwelt und auch im Sinne der Menschen, die ihr Auto brauchen, damit sie zur Arbeit kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke doch, dass wir hier gemeinsam mit Augenmaß vorgehen sollten und es auch in Zukunft ermöglichen sollten, neue Betriebe in unseren Gemeinden anzusiedeln; natürlich unter den strengen Umweltauflagen, die heute notwendig sind. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Wir „prügeln“ gar niemanden!
Abgeordneter Konrad Steindl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sehr verehrte Damen und Herren! Einer der Schwerpunkte der grünen Umweltpolitik, sehr geehrte Frau Kollegin Moser und Frau Kollegin Lichtenecker, besteht darin, die Verkehrswirtschaft, die Autofahrer immer wieder zu prügeln dafür, dass sie die Hauptverursacher der schlechten Luft seien. (Abg. Dr. Lichtenecker: Wir „prügeln“ gar niemanden!)
Beifall bei der ÖVP.
Deswegen meine ich, dass wir die nicht so schlechte Umweltsituation in Österreich einfach auch einmal respektieren und nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten sollten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Warum ärgern Sie sich? Sagen Sie auch, warum es so gekommen ist! Sagen Sie das offen!
Abgeordneter Elmar Mayer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe großes Verständnis für die Anliegen der Grünen, wenn es darum geht, alle Maßnahmen zu ergreifen, um die CO2-Verursacher überall dort, wo es möglich ist, zurückzudrängen, und ich ärgere mich auch über den Finanzausgleich, der abgeschlossen ist. Es wird immer nur bei Sonntagsreden über Energieeffizienz gesprochen, aber es wird an die Wohnbauförderung nicht gekoppelt. Auch bei diesem Finanzausgleich ist es wieder so. Das bedauere ich sehr. (Abg. Grillitsch: Warum ärgern Sie sich? Sagen Sie auch, warum es so gekommen ist! Sagen Sie das offen!)
Abg. Kopf: Zu klein für einen BZÖler!
Ich möchte nur auf ein Beispiel hinweisen. Der frühere BZÖ-Vizekanzler hat zwar gesagt, „the world in Vorarlberg is too small“ – da hat er Recht, small, aber beautiful –, aber Vorarlberg ist ein wunderschönes Land mit einmaligen ... (Abg. Kopf: Zu klein für einen BZÖler!) Zu klein für BZÖler, mag sein. Vielleicht ist auch das Umgekehrte einmal der Fall. (Beifall bei der SPÖ.) Aber da gibt es eine große Gefahr in Vorarlberg, und wir haben daher einen sogenannten Bottom-up-Prozess für das Vorarlberger Rheintal eingeleitet. Um Herrn Gorbach ein bisschen auf die Sprünge zu helfen: Es waren hier immerhin 29 Rheintalgemeinden mit versammelt, es betrifft zirka 240 000 Einwohner, 12 000 Unternehmen und 110 000 Beschäftigte, die da werken Da ist es darum gegangen: Wie können wir die weitere Zersiedlung des Landes hintanhalten? Was können wir tun, um tatsächlich Naherholungsräume, Freiflächen, landwirtschaftliche Flächen zu erhalten für die nachkommenden Generationen und gleichzeitig auch dem Wirtschaftsstandort Rechnung tragen? – Da will aber dieser Antrag, wie er von den Grünen eingebracht wurde, genau das Gegenteil.
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte nur auf ein Beispiel hinweisen. Der frühere BZÖ-Vizekanzler hat zwar gesagt, „the world in Vorarlberg is too small“ – da hat er Recht, small, aber beautiful –, aber Vorarlberg ist ein wunderschönes Land mit einmaligen ... (Abg. Kopf: Zu klein für einen BZÖler!) Zu klein für BZÖler, mag sein. Vielleicht ist auch das Umgekehrte einmal der Fall. (Beifall bei der SPÖ.) Aber da gibt es eine große Gefahr in Vorarlberg, und wir haben daher einen sogenannten Bottom-up-Prozess für das Vorarlberger Rheintal eingeleitet. Um Herrn Gorbach ein bisschen auf die Sprünge zu helfen: Es waren hier immerhin 29 Rheintalgemeinden mit versammelt, es betrifft zirka 240 000 Einwohner, 12 000 Unternehmen und 110 000 Beschäftigte, die da werken Da ist es darum gegangen: Wie können wir die weitere Zersiedlung des Landes hintanhalten? Was können wir tun, um tatsächlich Naherholungsräume, Freiflächen, landwirtschaftliche Flächen zu erhalten für die nachkommenden Generationen und gleichzeitig auch dem Wirtschaftsstandort Rechnung tragen? – Da will aber dieser Antrag, wie er von den Grünen eingebracht wurde, genau das Gegenteil.
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin daher der Meinung, wir brauchen diesen Schritt in der Entwicklung des Landes, wie ihn meine Vorredner Stauber, Schopf, aber vor allem auch unsere Umweltsprecherin Bayr im Detail dargelegt haben. Wir müssen die Möglichkeit haben, einen regionalen Emissionsausgleich zu schaffen. Wir brauchen neue, zukunftsweisende Lösungen. Verbote allein sind zu wenig. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenecker: Da braucht es mehr als ein paar Sekunden!
können. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenecker: Da braucht es mehr als ein paar Sekunden!)
Abg. Dr. Lichtenecker: Genau!
Abgeordnete Dr. Andrea Eder-Gitschthaler (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Als letzte Rednerin zu diesem Tagesordnungspunkt möchte ich mich den Argumenten der Vorredner von meiner Fraktion anschließen und den Antrag zur Änderung des Immissionsschutzgesetzes-Luft unterstützen, denn Klimaschutz geht uns alle etwas an (Abg. Dr. Lichtenecker: Genau!), wie wir heute schon gehört haben.
Beifall bei der ÖVP.
Ich freue mich über die intensive Diskussion dazu. Frau Kollegin Lichtenecker, auch ich bin Bahnfahrerin – wir haben uns ja gesehen, als wir gestern gemeinsam zum Parlament gekommen sind –, aber ich muss sagen: Leider können wir nicht alle Strecken mit den Öffis bewältigen. (Beifall bei der ÖVP.) Gerade für Berufstätige ist das Auto ein unverzichtbares Verkehrsmittel. Darum kommen wir leider nicht umhin.
Beifall bei der ÖVP. – Oho-Rufe bei den Grünen.
Ich danke Ihnen, Herr Minister, für Ihr engagiertes Eintreten für den Klimaschutz und für die Umwelt. (Beifall bei der ÖVP. – Oho-Rufe bei den Grünen.)
Rufe bei den Grünen in Richtung SPÖ.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Daher abgelehnt. (Rufe bei den Grünen in Richtung SPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Ich denke, man muss sich schon noch einmal vor Augen führen, was da vorgefallen ist! (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Die Finanzmarktaufsicht ist nicht die Hauptstoßrichtung, sondern der Vorfall, der da stattgefunden hat. Das kann man nur dann machen, wenn man sich besonders sicher fühlt, weil sonst eine derartige Dreistigkeit unvorstellbar ist, das ist offensichtlich: Man ist wirklich allen Ernstes in den Kapitalmarkt hineingegangen, hat eine Kapitalerhöhung durchgeführt und um das Geld dieser neuen Anleger – der neuen Aktionäre – Aktien bestehender Aktionäre zurückgekauft.
Beifall bei der SPÖ.
„Grauenhaft“ nimm zurück!) Aber, wie gesagt: Gesetz einerseits, Umsetzung andererseits – darauf sollten wir achten! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: ... hohl! – Abg. Dr. Haimbuchner – in Richtung SPÖ –: BAWAG!
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Werter Herr Kollege Jarolim, es ist schon bezeichnend, dass der damalige Finanzminister Grasser der SPÖ offensichtlich so stark abgeht, dass noch neun Monate nach seinem Abgang offensichtlich Phantomschmerzen Anlass für eine Tirade hier in diesem Haus sind. Das sagt schon etwas über diese Beziehung aus, denke ich. (Abg. Dr. Jarolim: ... hohl! – Abg. Dr. Haimbuchner – in Richtung SPÖ –: BAWAG!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, es geht nicht darum, in den nächsten Jahren noch ständig Abrechnungen über die letzten Jahre zu machen, sondern wir sollten gemeinsam an der Zukunft weiterarbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Ich danke daher allen Beamtinnen und Beamten des Justizministeriums, die an dieser komplexen Materie mitgearbeitet haben, allen voran Frau Dr. Bydlinski – einer der ausgewiesenen Gesellschafts- und Verschmelzungs-RechtlerInnen in diesem Haus. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Die Mitwirkung der Betriebsrätinnen und Betriebsräte im Aufsichtsrat, die wir kennen, ist in anderen Ländern gänzlich unbekannt. Daher glaube ich, dass es wichtig und sinnvoll ist, dass Europa nicht nur als Binnenmarkt zusammenwächst, sondern auch sozialpolitisch, denn es wird nicht genügen, dass sich die Betriebe europäisch organisieren, sondern es muss auch die Sozialpolitik europäisch organisiert werden, und es muss auch die ArbeitnehmerInnen-Mitsprache europäisch organisiert werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Niederwieser.
Das wäre eine Vision einer Sozialunion, die wir brauchen, wenn wir nicht bloß ein Europa der Unternehmen, sondern auch ein Europa der Menschen gewährleisten wollen. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Niederwieser.)
Abg. Mag. Donnerbauer: In welchem Jahrzehnt war das?
Ich möchte nur an Folgendes erinnern: Allzu viel Jubel über das Zustandekommen dieses Gesetzentwurfes hinsichtlich dieser Materie, was übrigens von der Freiheitlichen Partei schon vor Jahrzehnten verlangt worden ist, aber das war noch in der alten Zeit, vor der EU ... (Abg. Mag. Donnerbauer: In welchem Jahrzehnt war das?) – In den achtziger Jahren. Sie können es nachlesen, ich gebe es Ihnen: „Liberale Marktwirtschaft 90“ haben wir 1981 produziert, aber da waren wir der Zeit weit voraus.
Abg. Mag. Donnerbauer: Zwischendurch habt ihr euch verabschiedet!
Die ÖVP ist damals nicht einmal ansatzweise in der Lage gewesen, dem zu folgen. Im Unterschied zu Ihrer Position hat die Freiheitliche Partei auch die Europäische Einigung seit 1956 in den Parteiprogrammen und -statuten gehabt. – Das nur nebenbei. Es ist immer gut, sich ... (Abg. Mag. Donnerbauer: Zwischendurch habt ihr euch verabschiedet!) – Nein, nein, haben wir nicht verändert!
Abg. Lentsch: Die sind schon zu Hause!
Es liegt mir noch daran, an die jetzt nicht mehr anwesenden Damen, die sich in der Früh besonders in Richtung der Rechtsanwälte aufgeregt haben – die Frau Ministerin war nicht da –, einige Worte bezüglich des Mindestlohnes zu richten. (Abg. Lentsch: Die sind schon zu Hause!)
Abg. Mandak: Gibt es einen?
Da wurden Unwahrheiten gesagt. Es liegt mir daran, denen vom Standpunkt der Rechtsanwaltschaft aus entgegenzutreten. Die Tatsache, dass es mit der Rechtsanwaltskammer Wien seit zehn Jahren einen Kollektivvertrag gibt (Abg. Mandak: Gibt es einen?) – und das sind nahezu die Hälfte aller eingetragenen Rechtsanwälte –, das ist einmal Punkt eins. Es ist also eine Unwahrheit der Sonderklasse, zu sagen, dass quer durch Österreich mit den Rechtsanwälten kein Kollektivvertrag über die Entlohnung der Angestellten existiert. (Abg. Lentsch: Sie probieren es immer wieder!)
Abg. Lentsch: Sie probieren es immer wieder!
Da wurden Unwahrheiten gesagt. Es liegt mir daran, denen vom Standpunkt der Rechtsanwaltschaft aus entgegenzutreten. Die Tatsache, dass es mit der Rechtsanwaltskammer Wien seit zehn Jahren einen Kollektivvertrag gibt (Abg. Mandak: Gibt es einen?) – und das sind nahezu die Hälfte aller eingetragenen Rechtsanwälte –, das ist einmal Punkt eins. Es ist also eine Unwahrheit der Sonderklasse, zu sagen, dass quer durch Österreich mit den Rechtsanwälten kein Kollektivvertrag über die Entlohnung der Angestellten existiert. (Abg. Lentsch: Sie probieren es immer wieder!)
Ruf bei der SPÖ: Gibt es aber!
Punkt zwei: In der Realität ist zu beachten, dass eine angestellte weibliche Mitarbeiterin bei einem Anwaltsbüro in einem hochqualifizierten Angestelltenverhältnis steht und es völlig fremdartig und gedankenfremd ist, zu erwarten, dass man um 1 000 € überhaupt eine derartige Angestellte bekommt. Die Wahrheit ist also weit über die Tatsachen, die hier behauptet worden sind, hinweggegangen. (Ruf bei der SPÖ: Gibt es aber!)
Beifall bei der FPÖ.
Letzter Satz: Es sollten sich leidenschaftliche GewerkschaftsvertreterInnen nicht ausgerechnet die freien Berufe, die einen hohen Teil der Steuerkraft im Lande erwirtschaften, zur Zielscheibe nehmen und die Leute nicht mit Spams, mit hunderten von Mails überschütten, wo ein klarer Verstoß gegen die Strafbestimmung des § 107 Fernmeldegesetz besteht. – Das ist übrigens angezeigt worden, und dann ist das geschwind wieder eingestellt worden. Also: Der Wahrheit eine Gasse schlagen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Ist der Westenthaler nicht da? Wo ist der Westenthaler heute?
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Darmann. 3 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Ist der Westenthaler nicht da? Wo ist der Westenthaler heute?)
Beifall beim BZÖ.
Gut, das wird, wie gesagt, von uns zur Kenntnis genommen, aber gerade aus dem Grund, weil in dieser Regierungsvorlage sehr wohl auf den Gläubigerschutz Rücksicht genommen wurde, wie auch Mindeststandards für die Kapitalerhaltung eingehalten werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
dass man sich durch einige Überlegungen noch zu einer besseren Lösung durchringen wird. Wir werden daher diesem Gesetz zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, Grünen und FPÖ.
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Kolleginnen und Kollegen des Hohen Hauses! Zuerst möchte ich – vor allem im Auftrag meiner Kollegin Barbara Riener – die Landesbediensteten der steirischen Landesregierung, die unseren Ausführungen hier aufmerksam lauschen, sehr herzlich grüßen. Hoffentlich bieten wir ihnen eine Debatte, die ihre Erwartungen erfüllt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, Grünen und FPÖ.)
Abg. Parnigoni: Da steht er!
Nur zwei kurze Anmerkungen zu meinem Kollegen Hannes Jarolim, den ich allerdings jetzt nicht im Plenarsaal sehe. (Abg. Parnigoni: Da steht er!) Da ist er! Kollege Jarolim, ich habe sehr bedauert, dass du im letzten Justizausschuss nicht anwesend warst (Abg. Dr. Jarolim: Das Bedauern lag auf meiner Seite!), aber das mag vielleicht eine Begründung dafür sein, dass du heute weniger zur Sache als zu anderen Themen gesprochen hast. (Abg. Dr. Jarolim: Aber das war nicht unbedeutend – hoffe ich!) Die große Toleranz unseres Präsidenten Spindelegger hat das aber gestattet. (Abg. Dr. Jarolim: Es lag uns allen am Herzen! – Abg. Parnigoni: Er hat uns aus dem Herzen gesprochen!)
Abg. Dr. Jarolim: Das Bedauern lag auf meiner Seite!
Nur zwei kurze Anmerkungen zu meinem Kollegen Hannes Jarolim, den ich allerdings jetzt nicht im Plenarsaal sehe. (Abg. Parnigoni: Da steht er!) Da ist er! Kollege Jarolim, ich habe sehr bedauert, dass du im letzten Justizausschuss nicht anwesend warst (Abg. Dr. Jarolim: Das Bedauern lag auf meiner Seite!), aber das mag vielleicht eine Begründung dafür sein, dass du heute weniger zur Sache als zu anderen Themen gesprochen hast. (Abg. Dr. Jarolim: Aber das war nicht unbedeutend – hoffe ich!) Die große Toleranz unseres Präsidenten Spindelegger hat das aber gestattet. (Abg. Dr. Jarolim: Es lag uns allen am Herzen! – Abg. Parnigoni: Er hat uns aus dem Herzen gesprochen!)
Abg. Dr. Jarolim: Aber das war nicht unbedeutend – hoffe ich!
Nur zwei kurze Anmerkungen zu meinem Kollegen Hannes Jarolim, den ich allerdings jetzt nicht im Plenarsaal sehe. (Abg. Parnigoni: Da steht er!) Da ist er! Kollege Jarolim, ich habe sehr bedauert, dass du im letzten Justizausschuss nicht anwesend warst (Abg. Dr. Jarolim: Das Bedauern lag auf meiner Seite!), aber das mag vielleicht eine Begründung dafür sein, dass du heute weniger zur Sache als zu anderen Themen gesprochen hast. (Abg. Dr. Jarolim: Aber das war nicht unbedeutend – hoffe ich!) Die große Toleranz unseres Präsidenten Spindelegger hat das aber gestattet. (Abg. Dr. Jarolim: Es lag uns allen am Herzen! – Abg. Parnigoni: Er hat uns aus dem Herzen gesprochen!)
Abg. Dr. Jarolim: Es lag uns allen am Herzen! – Abg. Parnigoni: Er hat uns aus dem Herzen gesprochen!
Nur zwei kurze Anmerkungen zu meinem Kollegen Hannes Jarolim, den ich allerdings jetzt nicht im Plenarsaal sehe. (Abg. Parnigoni: Da steht er!) Da ist er! Kollege Jarolim, ich habe sehr bedauert, dass du im letzten Justizausschuss nicht anwesend warst (Abg. Dr. Jarolim: Das Bedauern lag auf meiner Seite!), aber das mag vielleicht eine Begründung dafür sein, dass du heute weniger zur Sache als zu anderen Themen gesprochen hast. (Abg. Dr. Jarolim: Aber das war nicht unbedeutend – hoffe ich!) Die große Toleranz unseres Präsidenten Spindelegger hat das aber gestattet. (Abg. Dr. Jarolim: Es lag uns allen am Herzen! – Abg. Parnigoni: Er hat uns aus dem Herzen gesprochen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte auch den Beamten und Beamtinnen des Justizministeriums danken, weil es eine sehr schwierige, komplexe Richtlinie ist, die umzusetzen war. Es wird sicher Erfahrungswerte in der Zukunft geben, die uns zeigen werden, wo wir das eine oder andere vor allem im Gläubiger- und Anlegerschutz noch verbessern können, aber jetzt haben wir einmal eine wirklich gute Grundlage gelegt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Insgesamt können, glaube ich, alle mit diesem Gesetzentwurf zufrieden sein, denn es bietet einen sicheren Rahmen für grenzüberschreitende Verschmelzungen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordnete Mag. Dr. Beatrix Karl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrter Herr Präsident! Wertes Hohes Haus! Die vorliegende Regierungsvorlage dient, wie bereits mehrmals erwähnt worden ist, der Umsetzung einer EU-Richtlinie, nämlich der Richtlinie 56/2005 über die Verschmelzung von Kapitalgesellschaften aus verschiedenen Mitgliedstaaten. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP für die das Rednerpult verlassende Abg. Dr. Karl.
(Beifall bei der ÖVP für die das Rednerpult verlassende Abg. Dr. Karl.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die Entwicklungen, nicht nur der letzten Wochen, sondern die Entwicklungen in den letzten zwei Jahrzehnten, aber vor allen Dingen auch in den letzten Wochen, auch seit der Verhaftung der Islamisten in Österreich, haben uns leider Recht gegeben. Sie haben uns klar vor Augen geführt, dass das multikulturelle Experiment, das bewusst von manchen politischen Kräften forciert wurde und bis heute betrieben wird, im Grunde genommen gescheitert ist. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Und es gibt natürlich nach wie vor politische Mitbewerber, keine Frage, die glauben, dass die ungezügelte Zuwanderung etwas ist, was Vorteile bringt. Ich weiß, dass wir bei Ihnen (in Richtung Grüne) solche Befürworter finden, keine Frage. Aber das ist grob fahrlässig und verantwortungslos, und das erkennen auch immer mehr Österreicher und kritisieren das auch zu Recht.
Beifall bei der FPÖ.
Da muss man einschreiten, und da hat die Demokratie auch wehrhaft zu sein in dieser Frage und zu sagen: Wer nicht bereit ist, sich an unsere Gesetze, an unsere Verfassung zu halten, wer dazu aufruft, diese Gesetze nicht einzuhalten und zu brechen, wer für den heiligen Krieg eintritt und predigt, wer die Scharia über unsere Gesetzesordnung und Werteordnung stellt, der muss die Grenzen aufgezeigt bekommen! Da müssen wir tätig werden, da dürfen wir nicht zusehen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Der Islamismus insgesamt stellt heute eine der größten Bedrohungen für uns dar. Ich sage das deshalb in dieser Deutlichkeit, weil hinter dem Islamismus der Gedanke eines totalitären Rechts- und Gesellschaftssystems steht (Beifall bei der FPÖ), weil dahinter letztlich auch die Gefahr steht, dass sich darin der Faschismus des 21. Jahrhunderts versteckt. (Abg. Öllinger: Oje!) Und genau das müssen wir in kritischer Weise anmerken.
Abg. Öllinger: Oje!
Der Islamismus insgesamt stellt heute eine der größten Bedrohungen für uns dar. Ich sage das deshalb in dieser Deutlichkeit, weil hinter dem Islamismus der Gedanke eines totalitären Rechts- und Gesellschaftssystems steht (Beifall bei der FPÖ), weil dahinter letztlich auch die Gefahr steht, dass sich darin der Faschismus des 21. Jahrhunderts versteckt. (Abg. Öllinger: Oje!) Und genau das müssen wir in kritischer Weise anmerken.
Abg. Öllinger: ... Wehrsportübung!
Der Islamismus sieht die Welt als Kriegsschauplatz. Er definiert das auch so. Er sieht sie so lange als Kriegsschauplatz, bis die Welt islamisch geworden ist. So definiert der Islamismus sich selbst auch! (Abg. Öllinger: ... Wehrsportübung!) Und es gibt in vielen Stellen des Koran auch Rechtfertigungen für Gewalt gegen Andersgläubige: Sie sind des Todes, steht da in Suren, sollen unterworfen werden und dürfen vertrieben und enteignet werden, steht da drinnen, sind dem Jihad sozusagen gegen Andersgläubige und Nichtgläubige gewidmet.
Abg. Öllinger: Bringen Sie uns den Koran bei?
Das sind leider Dinge, mit denen man sich auseinandersetzen muss, weil nämlich erst dann verständlich wird, warum es überhaupt möglich wird, dass es sozusagen eine Radikalisierungsentwicklung in diesem Bereich gibt. (Abg. Öllinger: Bringen Sie uns den Koran bei?)
Abg. Öllinger: Ja, Hassprediger, die gibt es!
Diese Menschen werden von Hasspredigern letztlich radikalisiert. Dieses Unwesen greift leider Gottes auch in Österreich Platz. (Abg. Öllinger: Ja, Hassprediger, die gibt es!) Daher müssen wir dafür Sorge tragen, dass das eingestellt wird, und müssen dem begegnen.
Abg. Öllinger: Im politischen Bereich!
Jahrelang hat man Hassprediger in Österreich zugelassen. (Abg. Öllinger: Im politischen Bereich!) Das ist ein Vorwurf, den ich auch an die Bundesregierung richten muss: Warum ist man da nicht schon vor Jahren tätig geworden und hat diese Herrschaften weiterpredigen lassen? Warum hat man das zugelassen? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Jahrelang hat man Hassprediger in Österreich zugelassen. (Abg. Öllinger: Im politischen Bereich!) Das ist ein Vorwurf, den ich auch an die Bundesregierung richten muss: Warum ist man da nicht schon vor Jahren tätig geworden und hat diese Herrschaften weiterpredigen lassen? Warum hat man das zugelassen? (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Auch nicht hinter der Jugend!
Da kann man sich aber auch nicht hinter einer Religionsgemeinschaft verstecken – als ein Islamist, der das versucht. (Abg. Öllinger: Auch nicht hinter der Jugend!) Das muss man sehr wohl auch festmachen!
Beifall bei der FPÖ.
Wir sind stolz auf unsere Werteordnung. Wir wollen unsere Werteordnung nicht über Bord werfen und eine falsch verstandene Toleranz gegenüber Gruppen leben, die uns gegenüber mit völliger Intoleranz begegnen. Und das ist genau der Punkt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Natürlich braucht es zur Ausübung der Religionsfreiheit in Österreich nicht Moscheen und Minarette. Das ist nicht unbedingt erforderlich, um Religionsfreiheit sicherstellen zu können. Ich begrüße sehr, dass auch ein sozialdemokratischer Abgeordneter jetzt unseren Weg unterstützt und sich dafür ausgesprochen hat, dass es in Spittal nicht zu einem solchen Projekt kommen soll. Das ist erfreulich, weil es zeigt, dass man sich auch über Parteigrenzen hinweg – nicht alle, aber wenigstens ein paar – darüber Gedanken macht und die Bürgermeinung in diesen Fragen sehr ernst nimmt. Das ist ein Weg in die richtige Richtung! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Was haben Sie vor 15 Jahren gesagt?
Das ist etwas, was mir schon zu denken gibt. (Abg. Öllinger: Was haben Sie vor 15 Jahren gesagt?) Das ist ein Denken, das bei vielen vorhanden ist, und das müssen wir kritisch hinterfragen.
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vieles wäre dazu noch anzumerken, man könnte dazu noch viele weitere Details nennen. Aber eines ist ganz wichtig: Jede Religionsgemeinschaft in Österreich – ausnahmslos jede! –, die als Religionsgemeinschaft anerkannt ist, die einen Status einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft haben will, hat selbstverständlich die Säkularisierung, die Trennung von Kirche und Staat zu leben und zu akzeptieren und das auch zu unterstützen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ
Wir haben bei einem der Verhafteten, bei Mahmoud Mohamed, erleben müssen – das war für mich interessant –, dass er, der nicht nur Mitglied der „Islamischen Jugend“ gewesen ist, sondern auch Mitglied der Sozialistischen Jugend (Zwischenruf bei der SPÖ), auch nachweislich Mitorganisator bei Demonstrationen gegen die FPÖ war. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Das ist ein interessantes Thema, über das wir extra reden können.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir haben bei einem der Verhafteten, bei Mahmoud Mohamed, erleben müssen – das war für mich interessant –, dass er, der nicht nur Mitglied der „Islamischen Jugend“ gewesen ist, sondern auch Mitglied der Sozialistischen Jugend (Zwischenruf bei der SPÖ), auch nachweislich Mitorganisator bei Demonstrationen gegen die FPÖ war. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Das ist ein interessantes Thema, über das wir extra reden können.
Beifall bei der FPÖ.
Wir stellen heute diesen Dringlichen Antrag, weil wir wollen, dass alle Rechtsmittel, die es heute schon gibt, endlich so eingesetzt werden, dass man gegen diese radikalen Entwicklungen vorgeht und diese Herrschaften in die Schranken weist. Dazu brauchen wir und wollen wir keinen Polizeistaat wie bei George Orwell. – Genau darum geht es uns, und das werden wir auch weiter vorantreiben, und davon werden wir uns nicht abbringen lassen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Sagen Sie das dem Herrn Pröll!
Bundesminister für Inneres Günther Platter: Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren hier im Hohen Haus! Sehr verehrter Herr Abgeordneter Strache, Sicherheitspolitik bedarf einer nüchternen Analyse. Und es ist sehr wesentlich, dass wir schauen, was andere über uns sagen (Abg. Kickl: Sagen Sie das dem Herrn Pröll!), welche internationale Situation gegeben ist und wie wir bewertet werden.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pilz: Welches Institut in Lausanne? Es gibt 81 Institute in Lausanne! – Abg. Strache: 40 000 Einbrüche mehr gegenüber dem letzten Jahr!
Es hat ein internationales Institut in Lausanne 55 Industriestaaten weltweit bewertet, und wir sind an erster Stelle. Wir sind Sicherheitsweltmeister! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pilz: Welches Institut in Lausanne? Es gibt 81 Institute in Lausanne! – Abg. Strache: 40 000 Einbrüche mehr gegenüber dem letzten Jahr!)
Abg. Dr. Pilz: Welches Institut? Wie heißt das Institut?
Das sagen nicht wir über uns, sondern das sagt ein internationales Institut, das mit 50 Instituten weltweit zusammenarbeitet. (Abg. Dr. Pilz: Welches Institut? Wie heißt das Institut?) Ich bin froh darüber, dass eine exzellente Sicherheitsarbeit in Österreich geleistet wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pilz: Welches Institut? – Abg. Strache: 40 000 Einbrüche mehr als im letzten Jahr!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pilz: Welches Institut? – Abg. Strache: 40 000 Einbrüche mehr als im letzten Jahr!
Das sagen nicht wir über uns, sondern das sagt ein internationales Institut, das mit 50 Instituten weltweit zusammenarbeitet. (Abg. Dr. Pilz: Welches Institut? Wie heißt das Institut?) Ich bin froh darüber, dass eine exzellente Sicherheitsarbeit in Österreich geleistet wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pilz: Welches Institut? – Abg. Strache: 40 000 Einbrüche mehr als im letzten Jahr!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich weiß, das regt Sie auf, die Grünen und die FPÖ. Die Wahrheit will man nicht hören, dass wir so exzellent dastehen, dass wir in einem Land leben, wo der Sicherheitsstandard so hoch ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: 40 000 Einbrüche mehr! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Sicherheit ist ein zentrales Element für die Bevölkerung. Die Sicherheit ist auch ein zentrales Element für den Wirtschaftsstandort Österreich. Und die Sicherheit ist ganz besonders wichtig für unser Tourismusland Österreich. (Abg. Strache: 40 000 Einbrüche mehr! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, wenn Sie sich abreagiert haben, kann ich fortsetzen! (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Nicht alle gemeinsam!
Ein wesentliches Element im Bereich der Sicherheitspolitik ist das Fremdenrecht. Wir haben alle gemeinsam ein Fremdenrechtspaket im Jahr 2005 beschlossen. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Nicht alle gemeinsam!) Es ist ein strenges Fremdenrechtspaket, wo konsequent vorgegangen wird. Wir haben ein Fremdenrechtspaket beschlossen, das selbstverständlich all jenen Schutz und Hilfe gibt, die es benötigen (Abg. Sburny: Nein, sicher nicht! – Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Eindeutig nicht!), aber andererseits tolerieren wir keinen Missbrauch.
Abg. Sburny: Nein, sicher nicht! – Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Eindeutig nicht!
Ein wesentliches Element im Bereich der Sicherheitspolitik ist das Fremdenrecht. Wir haben alle gemeinsam ein Fremdenrechtspaket im Jahr 2005 beschlossen. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Nicht alle gemeinsam!) Es ist ein strenges Fremdenrechtspaket, wo konsequent vorgegangen wird. Wir haben ein Fremdenrechtspaket beschlossen, das selbstverständlich all jenen Schutz und Hilfe gibt, die es benötigen (Abg. Sburny: Nein, sicher nicht! – Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Eindeutig nicht!), aber andererseits tolerieren wir keinen Missbrauch.
Abg. Sburny: Was hat das mit Sicherheit zu tun? Unfassbar!
Ich komme nun zu den Daten und Fakten. – Geschätzter Abgeordneter Strache, Sie verwenden in der Öffentlichkeit immer wieder Zahlen aus der Vergangenheit. Jetzt ist es so, dass wir vom Jahr 2005 auf das Jahr 2006 um 40,6 Prozent weniger Asylanträge hatten. (Abg. Sburny: Was hat das mit Sicherheit zu tun? Unfassbar!) Um es genau zu sagen: 2005 waren es 22 461 Asylanträge und im Jahr 2006 waren es 13 349 Asylanträge, das sind um 40,6 Prozent weniger.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Man sollte den Missbrauch endlich ausschalten!
Im Beobachtungszeitraum der ersten acht Monate des Jahres 2007 hatten wir im Vergleich zum Jahr 2006 wiederum einen Rückgang um 10 Prozent. Ich bin der Meinung, dass wir einen guten und ordentlichen Weg gehen, wenn wir jenen Hilfe geben, die sie brauchen, und wenn wir konsequent vorgehen, wenn es um Missbrauch geht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Man sollte den Missbrauch endlich ausschalten!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich gebe zu, dass wir in verschiedensten Bereichen ein Problem haben, was den Abbau des Rucksackes betrifft. Wir haben heuer erstmals die Trendwende geschafft. Es ist so, dass wir Ende des Jahres 2006 genau 39 743 offene Verfahren hatten, und im August 2007 waren es 33 943. Das heißt, dass wir innerhalb von acht Monaten 5 800 offene Verfahren abgearbeitet haben. Daran sieht man, dass gut gearbeitet wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist gut für die Republik Österreich, und das ist gut und wichtig für die Betroffenen, damit sie wissen, wie sie dran sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: 50 000 Zuwanderer! Das sagt die Studie! Da kennen Sie Ihre eigene Studie nicht! Die letzte Studie des Innenministeriums war das!
Herr Abgeordneter Strache, das ist falsch! Wir hatten im Jahr 2006 um 62 Prozent weniger Zuwanderung als im Vergleichszeitraum 2005. Sie haben da anscheinend irgendwelche Zahlen aus der Vergangenheit und nicht aus der Gegenwart. Noch einmal: Wir hatten im Jahr 2006 um 62 Prozent weniger Zuwanderung als im Jahr 2005. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: 50 000 Zuwanderer! Das sagt die Studie! Da kennen Sie Ihre eigene Studie nicht! Die letzte Studie des Innenministeriums war das!)
Zwischenruf des Abg. Strache.
Meine Damen und Herren von der FPÖ, weil Sie in Ihrem Dringlichen Antrag schreiben, es hätte in den letzten Jahren eine falsch betriebene Zuwanderungspolitik gegeben, möchte ich Sie erinnern: Sie haben ja zugestimmt! (Zwischenruf des Abg. Strache.) Die FPÖ hat da zugestimmt! Und ich kann Ihnen sagen: Gut so, dass Sie zugestimmt haben, denn es ist ein gutes und ein ausgezeichnetes Gesetz, das uns in die richtige Richtung bringt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Deshalb haben wir uns vom Herrn Haider und von diesen Herrschaften getrennt, weil sie diese falsche Politik betrieben haben! Das war der Grund, warum wir uns von Haider und Westenthaler getrennt haben!) Betreiben Sie keine Kindesweglegung!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Deshalb haben wir uns vom Herrn Haider und von diesen Herrschaften getrennt, weil sie diese falsche Politik betrieben haben! Das war der Grund, warum wir uns von Haider und Westenthaler getrennt haben!
Meine Damen und Herren von der FPÖ, weil Sie in Ihrem Dringlichen Antrag schreiben, es hätte in den letzten Jahren eine falsch betriebene Zuwanderungspolitik gegeben, möchte ich Sie erinnern: Sie haben ja zugestimmt! (Zwischenruf des Abg. Strache.) Die FPÖ hat da zugestimmt! Und ich kann Ihnen sagen: Gut so, dass Sie zugestimmt haben, denn es ist ein gutes und ein ausgezeichnetes Gesetz, das uns in die richtige Richtung bringt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Deshalb haben wir uns vom Herrn Haider und von diesen Herrschaften getrennt, weil sie diese falsche Politik betrieben haben! Das war der Grund, warum wir uns von Haider und Westenthaler getrennt haben!) Betreiben Sie keine Kindesweglegung!
Abg. Strache: Da haben Sie vollkommen recht!
Wir brauchen eine sehr konsequente Sicherheitspolitik, auch mit der notwendigen Härte! (Abg. Strache: Da haben Sie vollkommen recht!) Was wir nicht brauchen, ist Blauäugigkeit. Und was wir auch nicht brauchen, geschätzter Abgeordneter Strache, sind Panikmache und Hysterie.
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen aber zur Kenntnis nehmen, meine Damen und Herren, dass wir keine Toleranz gegenüber religiös motivierter Gewalt gelten lassen dürfen. Ich hoffe, dass wir uns da einig sind. Es ist klar: Wer seine Religion friedlich lebt, der findet bei uns den entsprechenden Raum dafür. Wenn man aber unsere demokratische Gesellschaftsordnung angreift, so darf das nicht ungestraft geschehen. Diese Positionen sind auch eindeutig und klar! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Strache. – Abg. Strache: Da bekommen Sie einen Applaus! – Abg. Öllinger: Wer tut denn das?!
davor, alles zu verharmlosen und ich warne davor, alles zu verniedlichen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Strache. – Abg. Strache: Da bekommen Sie einen Applaus! – Abg. Öllinger: Wer tut denn das?!)
Abg. Dr. Pilz: Das gelingt euch! Das gelingt euch wirklich!
Geschätzte Damen und Herren, der nächste Punkt: Klar ist, dass wir der Exekutive auch die entsprechenden Möglichkeiten geben müssen zur Bekämpfung von terroristischen Vereinigungen und zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität. Wir müssen – das ist mir ganz besonders wichtig – mit den Verbrechen Schritt halten können! (Abg. Dr. Pilz: Das gelingt euch! Das gelingt euch wirklich!) Die Verbrecher verwenden die modernste Technologie.
Abg. Strache: Herr Minister, Sie wissen doch ganz genau, ..., es muss nur etwas gemacht werden! Da brauche ich keine Verschärfung der ... -Ermächtigung!
Das Internet ist eine beliebte Plattform im Bereich der Kriminalität, insbesondere der organisierten Kriminalität, und deshalb darf das Internet kein straffreier Raum sein, meine Damen und Herren von der FPÖ. (Abg. Strache: Herr Minister, Sie wissen doch ganz genau, ..., es muss nur etwas gemacht werden! Da brauche ich keine Verschärfung der ... -Ermächtigung!) – Und wenn Sie, Herr Abgeordneter Strache, von einer sinnlosen Forderung sprechen, wenn ich sage, wir brauchen Online-Durchsuchungen mit Hilfe von „Trojanern“, so sage ich Ihnen eines: Einverstanden, aber nehmen Sie nie mehr wieder in den Mund, dass Sie eine Sicherheitspartei sind! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Wir sind eine Sicherheits- und Freiheitspartei!) – Nehmen Sie nie mehr wieder in den Mund, dass Sie eine Sicherheitspartei sind!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Wir sind eine Sicherheits- und Freiheitspartei!
Das Internet ist eine beliebte Plattform im Bereich der Kriminalität, insbesondere der organisierten Kriminalität, und deshalb darf das Internet kein straffreier Raum sein, meine Damen und Herren von der FPÖ. (Abg. Strache: Herr Minister, Sie wissen doch ganz genau, ..., es muss nur etwas gemacht werden! Da brauche ich keine Verschärfung der ... -Ermächtigung!) – Und wenn Sie, Herr Abgeordneter Strache, von einer sinnlosen Forderung sprechen, wenn ich sage, wir brauchen Online-Durchsuchungen mit Hilfe von „Trojanern“, so sage ich Ihnen eines: Einverstanden, aber nehmen Sie nie mehr wieder in den Mund, dass Sie eine Sicherheitspartei sind! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Wir sind eine Sicherheits- und Freiheitspartei!) – Nehmen Sie nie mehr wieder in den Mund, dass Sie eine Sicherheitspartei sind!
Abg. Strache: ... jahrelang untätig gewesen, jahrelang die Protokolle von Hasspredigern ignoriert!
Es ist ja selbstverständlich: Beim Handytelefonieren haben wir die Telefonüberwachung installiert. Es ist ja selbstverständlich: Wenn das Internet für die Kriminalität, für kriminalistische Ausformungen verwendet wird, müssen wir der Exekutive die Möglichkeit geben, Online-Durchsuchungen durchzuführen, damit man Zugriff auf eine Festplatte hat, damit man diese Netzwerke ganz genau beurteilen kann (Abg. Strache: ... jahrelang untätig gewesen, jahrelang die Protokolle von Hasspredigern ignoriert!) – natürlich unter klaren Voraussetzungen, selbstverständlich! Wir bekennen uns zur richterlichen Anordnung und selbstverständlich zum Rechtsschutz, und es muss ein konkreter Tatverdacht vorhanden sein beziehungsweise entsprechende Vorbereitungshandlungen. Ich bin froh darüber, dass Ministerin Berger diese Dinge ebenfalls so sieht, aber ich stelle fest, dass die Freiheitliche Partei zweifellos keine Sicherheitspartei ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Sie wollen eben die unbescholtenen Bürger beschatten, um so ihre politische Gesinnung zu kontrollieren!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Sie wollen eben die unbescholtenen Bürger beschatten, um so ihre politische Gesinnung zu kontrollieren!
Es ist ja selbstverständlich: Beim Handytelefonieren haben wir die Telefonüberwachung installiert. Es ist ja selbstverständlich: Wenn das Internet für die Kriminalität, für kriminalistische Ausformungen verwendet wird, müssen wir der Exekutive die Möglichkeit geben, Online-Durchsuchungen durchzuführen, damit man Zugriff auf eine Festplatte hat, damit man diese Netzwerke ganz genau beurteilen kann (Abg. Strache: ... jahrelang untätig gewesen, jahrelang die Protokolle von Hasspredigern ignoriert!) – natürlich unter klaren Voraussetzungen, selbstverständlich! Wir bekennen uns zur richterlichen Anordnung und selbstverständlich zum Rechtsschutz, und es muss ein konkreter Tatverdacht vorhanden sein beziehungsweise entsprechende Vorbereitungshandlungen. Ich bin froh darüber, dass Ministerin Berger diese Dinge ebenfalls so sieht, aber ich stelle fest, dass die Freiheitliche Partei zweifellos keine Sicherheitspartei ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Sie wollen eben die unbescholtenen Bürger beschatten, um so ihre politische Gesinnung zu kontrollieren!)
Abg. Rosenkranz: Jetzt, 15 Jahre danach!
Nun abschließend zur Integration: Selbstverständlich ist es so, dass wir allen, die noch nicht lange in Österreich leben, entsprechende Möglichkeiten im Bereich der Integration geben müssen. Es ist notwendig, und ich unterstütze das daher ausdrücklich, dass im Zusammenhang mit diesen Bemühungen der Islamischen Glaubensgemeinschaft eine eigenverantwortliche Rolle gegeben wird. Es bedarf eines breiten gesellschaftlichen Ansatzes, um das Zusammenleben und die Integration der verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Österreich zu fördern. (Abg. Rosenkranz: Jetzt, 15 Jahre danach!) – Was wir aber nicht wollen, ist die Polarisierung, denn dadurch entsteht ja erst recht eine Radikalisierung. Deshalb werden wir diesen Weg, den manche gehen, einfach nicht unterstützen. (Abg. Strache: Nicht Ursache und Wirkung verwechseln, Herr Minister! Nicht Ursache und Wirkung verwechseln! – Abg. Rosenkranz: Jetzt beginnen mit der Integration ...?! – Abg. Strache: 20 Jahre zu spät!)
Abg. Strache: Nicht Ursache und Wirkung verwechseln, Herr Minister! Nicht Ursache und Wirkung verwechseln! – Abg. Rosenkranz: Jetzt beginnen mit der Integration ...?! – Abg. Strache: 20 Jahre zu spät!
Nun abschließend zur Integration: Selbstverständlich ist es so, dass wir allen, die noch nicht lange in Österreich leben, entsprechende Möglichkeiten im Bereich der Integration geben müssen. Es ist notwendig, und ich unterstütze das daher ausdrücklich, dass im Zusammenhang mit diesen Bemühungen der Islamischen Glaubensgemeinschaft eine eigenverantwortliche Rolle gegeben wird. Es bedarf eines breiten gesellschaftlichen Ansatzes, um das Zusammenleben und die Integration der verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Österreich zu fördern. (Abg. Rosenkranz: Jetzt, 15 Jahre danach!) – Was wir aber nicht wollen, ist die Polarisierung, denn dadurch entsteht ja erst recht eine Radikalisierung. Deshalb werden wir diesen Weg, den manche gehen, einfach nicht unterstützen. (Abg. Strache: Nicht Ursache und Wirkung verwechseln, Herr Minister! Nicht Ursache und Wirkung verwechseln! – Abg. Rosenkranz: Jetzt beginnen mit der Integration ...?! – Abg. Strache: 20 Jahre zu spät!)
Abg. Dr. Graf: Und wer seriös ist, legt die ÖVP fest!
wird. (Abg. Dr. Graf: Und wer seriös ist, legt die ÖVP fest!) Es hat sich dieser Bereich der Integrationsdiskussion auf alle Fälle verdient, dass wir diese Dinge sehr sachlich besprechen. – Ich bin der Überzeugung, dass wir gemeinsam einen vernünftigen Weg aufzeigen, dass wir Möglichkeiten schaffen und Maßnahmen setzen, damit wir im Bereich der Integration wieder einen Schritt weiterkommen können.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Parnigoni.
Das heißt, nicht nur fördern, sondern wir müssen selbstverständlich auch fordern. Es ist sehr treffend formuliert, ich teile diese Meinung uneingeschränkt: Wer unsere Rechtsordnung nicht akzeptiert, hat bei uns nichts verloren. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Parnigoni.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren, zum Schluss eine klare Erwartungshaltung von mir, die wir aber, so glaube ich, alle haben müssen: Wer in Österreich lebt, muss sich mit unserer Rechtsordnung identifizieren. Das heißt ein Ja zu unserem Land, das heißt ein Ja zu unserer Rechtsordnung und das heißt ein Ja zu unseren Werten und zu unserer Sprache. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Da lachen ja die Hühner! – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Abgeordnete Barbara Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Hohes Haus! Herr Minister, Sie haben in Ihrem ersten Satz gesagt, Sicherheitspolitik braucht eine nüchterne Analyse, und im zweiten Satz haben Sie gesagt, Österreich ist „Sicherheitsweltmeister“. – Ich meine, das kann es ja wirklich einfach überhaupt nicht sein! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Da lachen ja die Hühner! – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Alle Themen sind ernst, aber das ist ein ganz besonders ernstes Thema, denn es entscheidet wirklich, ob dieses Österreich so, wie es seit Jahrhunderten bestanden hat, weiter besteht oder nicht – genau das ist die Problematik. Sie machen nicht Politik, Sie machen Inszenierung: Was zu guter Letzt im Ergebnis herauskommt, ist für Sie erst in zweiter Linie interessant. Ich kenne das schon seit langem bei Ihnen – das ist eine nüchterne Analyse. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Ohne nüchterne Analyse!
Seit den frühen neunziger Jahren erleben wir eine massive Einwanderungswelle, die allerdings nie als solche bezeichnet und deklariert worden ist. Das war eine verdeckte und eine versteckte Einwanderung, sodass wir mittlerweile 1,3 Millionen Menschen im Land haben, die nicht in Österreich geboren wurden, das sind immerhin 13 Prozent. Ich betone noch einmal: Das alles ist in den letzten 15 Jahren geschehen, ohne öffentliche Debatte, ohne ein ehrliches Darlegen Ihrer Ziele und Pläne (Abg. Dr. Graf: Ohne nüchterne Analyse!), ohne nüchterne Analyse und auch ohne politische
Abg. Reheis: Ausbeutung von ausländischen Arbeitskräften. – Abg. Strache: Ja, auch das kommt vor!
Besprechung. (Abg. Reheis: Ausbeutung von ausländischen Arbeitskräften. – Abg. Strache: Ja, auch das kommt vor!)
Beifall bei der FPÖ.
Natürlich wurden die Weichen dafür gestellt. So etwas bricht ja nicht wie ein Naturereignis über einen Staat herein, sondern das muss man zulassen, das muss man wollen. Ganz entscheidend dafür war natürlich zum einen die Asylgesetzgebung, in der man unter dem Titel des Asylrechts und unter völliger Verkehrung dessen ursprünglichen Sinnes eine Einwanderung inszeniert hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist auch das, was ich dem Landeshauptmann von Niederösterreich vorwerfe, obwohl ich da jetzt vor kurzem von dem Mann mit der feinen Klinge, Karner, stark kritisiert worden bin. Er hätte natürlich sagen können: Die sind immer noch im Land? Am Balkan ist tiefster Frieden. Sie sollten eigentlich heimgehen!; stattdessen hat er gesagt: Die sind jetzt acht Jahre lang da, ich werde sie also einbürgern. – Das ist nicht das, was Gestaltung in der Politik eigentlich meint. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Alle Instanzen: erste Abweisung, zweite Abweisung ...!
Und jetzt wird mit dem Bleiberecht der Prozess sozusagen vollendet: Wer nur lange genug im Land ist, wurscht unter welchem Titel, der bekommt dann ein Bleiberecht. (Abg. Strache: Alle Instanzen: erste Abweisung, zweite Abweisung ...!) Und ich möchte viel darauf wetten, dass Ihr Vorhaben, nämlich bestimmte Kriterien festzulegen, ein erster Schritt zur Institutionalisierung ist. Ich sage Ihnen, das wird ganz bestimmt darauf hinauslaufen und Sie werden Ihre ursprüngliche Position nicht einhalten können. (Abg. Dr. Graf: Na, hundertprozentig!)
Abg. Dr. Graf: Na, hundertprozentig!
Und jetzt wird mit dem Bleiberecht der Prozess sozusagen vollendet: Wer nur lange genug im Land ist, wurscht unter welchem Titel, der bekommt dann ein Bleiberecht. (Abg. Strache: Alle Instanzen: erste Abweisung, zweite Abweisung ...!) Und ich möchte viel darauf wetten, dass Ihr Vorhaben, nämlich bestimmte Kriterien festzulegen, ein erster Schritt zur Institutionalisierung ist. Ich sage Ihnen, das wird ganz bestimmt darauf hinauslaufen und Sie werden Ihre ursprüngliche Position nicht einhalten können. (Abg. Dr. Graf: Na, hundertprozentig!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Na klar! Das ist so!
Höhnisch wird dann immer wieder behauptet – und das gerade von Ihnen von den Grünen –, Österreich ist de facto ein Einwanderungsland. (Abg. Dr. Van der Bellen: Na klar! Das ist so!) – Dazu ein ganz klares Wort: Ob ein Staat ein Einwanderungsland ist, bestimmt sich nicht nach der Zahl der auf seinem Territorium lebenden fremden Staatsangehörigen, sondern danach, ob ein Staat aktiv um Einwanderung wirbt. Ein Staat wird nicht zum Einwanderungsland durch Fakten, sondern durch politische Entscheidung! (Beifall bei der FPÖ.) Diese politische Entscheidung haben Sie wohl anscheinend irgendwo getroffen, aber hier im Parlament haben Sie darüber nie diskutiert und haben darüber den Österreichern nie reinen Wein eingeschenkt.
Beifall bei der FPÖ.
Höhnisch wird dann immer wieder behauptet – und das gerade von Ihnen von den Grünen –, Österreich ist de facto ein Einwanderungsland. (Abg. Dr. Van der Bellen: Na klar! Das ist so!) – Dazu ein ganz klares Wort: Ob ein Staat ein Einwanderungsland ist, bestimmt sich nicht nach der Zahl der auf seinem Territorium lebenden fremden Staatsangehörigen, sondern danach, ob ein Staat aktiv um Einwanderung wirbt. Ein Staat wird nicht zum Einwanderungsland durch Fakten, sondern durch politische Entscheidung! (Beifall bei der FPÖ.) Diese politische Entscheidung haben Sie wohl anscheinend irgendwo getroffen, aber hier im Parlament haben Sie darüber nie diskutiert und haben darüber den Österreichern nie reinen Wein eingeschenkt.
Abg. Strache: Ja, die Kassen sind heute überfüllt!
Begleitet wurde diese massive Einwanderung von einer politischen Debatte, die sie sozusagen ermöglichen sollte: Einerseits hat man immer wieder gehört – ewig!, zehn, zwölf Jahre lang –, wir brauchen dringend jemanden, der unsere Pensionen zahlt. (Abg. Strache: Ja, die Kassen sind heute überfüllt!) Jeder mit ein bisschen Hausverstand konnte sich natürlich denken, dass das so nicht funktioniert, sondern dass
Beifall bei der FPÖ.
Zudem – heute sagt er es, glaube ich, gegenüber den Presseagenturen; auch das war ja ganz klar – sagt Frattini, 85 Prozent derer, die ins Land kommen, haben nicht annähernd eine Qualifikation, mit der sie am Arbeitsmarkt eine Chance haben. Für die 15 Prozent – da spreche ich wieder zu Ihnen –, die sie vielleicht brauchen, um auch sehr günstige Arbeitskräfte zu haben, nehmen Sie 85 Prozent in Kauf, die ausschließlich dem Sozialstaat auf der Tasche liegen werden. – Das ist absolut keine Politik! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Was liegt am Tisch?!
Und die Warnungen, was die Sicherheit betrifft, haben Sie immer in den Wind geschlagen. Und jetzt, wo die Dinge eigentlich auf dem Tisch liegen (Abg. Öllinger: Was liegt am Tisch?!), wo man sie nicht länger verhehlen kann, weigern Sie sich nach wie vor, die Diagnose vorurteilsfrei – also nicht politisch korrekt, sondern vorurteilsfrei – zu stellen: entweder/oder.
Ruf bei der FPÖ: Typische Heuchelei! – Abg. Strache: Scheinheiligkeit! Das ist die Scheinheiligkeit der ÖVP!
Sie versuchen daraus Nutzen zu ziehen für die Projekte, die Sie vorhaben, und manche verschleiern hier auch ihr eigenes Wirken – das sind die, die gerade im Wahlkampf sind. So zum Beispiel der Landeshauptmann von Niederösterreich, der zwar einerseits – er dilettiert noch ein bisschen im Rechtspopulismus – Minarette als „artfremd“ bezeichnet, aber andererseits mit einem Gutachten der Landesregierung – der Beamte untersteht ihm unmittelbar, das ist die Abteilung Ortsbildpflege – bereits grünes Licht für den Moscheebau in Bad Vöslau gegeben hat. – Auch das gibt es. (Ruf bei der FPÖ: Typische Heuchelei! – Abg. Strache: Scheinheiligkeit! Das ist die Scheinheiligkeit der ÖVP!)
Beifall bei der FPÖ.
Die Diagnose: Jetzt wird davon geredet, dass wir integrieren und Angebote machen müssen, und es wird ganz stark auf ein soziales Problem hingespielt. – Täuschen Sie sich nicht! Genau das ist nicht der Fall! Denn die, die wirklich in den Terrorismus abgleiten – in England nennt man das „home-grown terrorism“, – sind Angehörige der zweiten und dritten Generation, sind Menschen, die sich bewusst reideologisieren, die sich die Frage stellen, wo sie hingehören wollen und dann Partei ergreifen für die islamische Welt. Sie sind in aller Regel – zum Beispiel die in England waren das – bestens integriert: Sie haben an der Technischen Universität studiert, haben Cricket gespielt; es ist ganz typisch ein Mittelschichtphänomen. – Täuschen Sie sich also nicht und reden Sie sich vor allem nicht auf die mangelnde Bereitschaft der Österreicher aus, dass diese zu wenig soziale Hilfe und zu wenig Integration gewähren. Das ist mit Sicherheit nicht das Problem! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Zuerst das Problem schaffen und dann die Freiheitsrechte beschneiden!
bekommen. Dagegen verwahren wir uns, das wollen wir nicht! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Zuerst das Problem schaffen und dann die Freiheitsrechte beschneiden!) – Dass das bei Ihnen ein Missverständnis ist, das kann ich mir schon vorstellen; wir haben einen ausgeprägten Freiheitsbegriff und vor allem sehen wir das nicht im Konflikt mit der Sicherheit.
Beifall bei der FPÖ.
Was zu tun wäre, ist ganz klar: Man hat die Menge an Ausländern, die jetzt da sind, schon bis jetzt nicht integrieren können, das heißt, man muss erstens versuchen, die Zuwanderung zu stoppen, um die Dinge einmal in Ordnung zu bringen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und zum Dritten: Für die, die einen legalen Aufenthaltstitel haben oder bereits die Staatsbürgerschaft erworben haben, muss gelten: Unsere Regeln gelten für alle. – Da wundere ich mich übrigens, wie problemlos gerade Sie auf Ihrer Seite (in Richtung SPÖ) zum Beispiel die mangelnde Gleichberechtigung der Geschlechter akzeptieren. Ich würde es zum Beispiel nicht zulassen wollen, dass im öffentlichen Raum nach Geschlechtern getrennte Verhältnisse herrschen: Es ist unmöglich, dass ein Mädchen an einer öffentlichen Schule vom Schwimmunterricht abgemeldet wird. Da müssen Sie ansetzen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sind bereit, die Dinge ernst zu nehmen! Wir werden Ihnen immer wieder die Hinweise geben, und ich bin überzeugt davon, Sie werden irgendwann – und Sie werden damit gut beraten sein – unseren Vorschlägen folgen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Es geht um Beschneidung, Zwangsehe und Ähnliches!
Uns ist es nicht gleichgültig, welche Rolle die Frau dort hat, so wie es uns nicht gleichgültig ist, welche Rolle die Frau im Christentum oder in der katholischen Kirche hat – ob Frauen Ämter bekleiden, Priester sein können oder nicht. Uns ist das nicht gleichgültig! (Abg. Dr. Graf: Es geht um Beschneidung, Zwangsehe und Ähnliches!) Das sind patriarchalische Interpretationen, die es auch im Islam gibt.
Beifall bei SPÖ und FPÖ.
Und ich sage Ihnen: Das akzeptiert niemand! Und ich sage: Wer hier in Österreich leben will, hat sich an die Gesetze und an das Grundgesetz dieses Landes zu halten und sie zu akzeptieren. (Beifall bei SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und FPÖ. – Abg. Strache: Na bitte, halten wir sie endlich ein!
Gleiche Chancengerechtigkeit zwischen Mann und Frau bedeutet aber auch Einhaltung der Schulpflicht, bedeutet kein Abmelden vom Turnunterricht und bedeutet, wenn ein junger Muslim sagt, er will von einer Frau nicht unterrichtet werden, ist das nicht zu akzeptieren! Hier sind die Gesetze einzuhalten, das ist eine völlig klare Angelegenheit! (Beifall bei SPÖ und FPÖ. – Abg. Strache: Na bitte, halten wir sie endlich ein!) – Ja!
Abg. Strache: Ja!
Wenn wir keine Hassprediger aus dem Ausland wollen, die nicht Deutsch sprechen können, dann schauen wir, dass in Österreich Prediger und Imame ausgebildet werden, die Deutsch sprechen. (Abg. Strache: Ja!) Das ist doch kein Problem, das kann man doch versuchen, das sollte man doch machen, damit hier letztendlich auch ein Bezug zu unserem Wertesystem und zu unserem Rechtssystem garantiert ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sieht das der Abgeordnete Al-Rawi auch so?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sieht das der Abgeordnete Al-Rawi auch so?
Wenn wir keine Hassprediger aus dem Ausland wollen, die nicht Deutsch sprechen können, dann schauen wir, dass in Österreich Prediger und Imame ausgebildet werden, die Deutsch sprechen. (Abg. Strache: Ja!) Das ist doch kein Problem, das kann man doch versuchen, das sollte man doch machen, damit hier letztendlich auch ein Bezug zu unserem Wertesystem und zu unserem Rechtssystem garantiert ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sieht das der Abgeordnete Al-Rawi auch so?)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin der Auffassung, das in einer vernünftigen Tonlage zu diskutieren. Der Ton macht die Musik. (Beifall bei der SPÖ.) Ich begrüße es, dass es hier viele, viele gibt – beispielsweise im Sozial- und Gesundheitswesen –, die in der Türkei geboren sind und die hier arbeiten, die ihre Steuern zahlen. Deswegen muss ich noch lange nicht für den Beitritt der Türkei zur Europäischen Union sein. (Abg. Strache: Genau! – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) Ich kann das normal politisch begründen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt da der Einem dazu? Haben Sie das dem Einem schon erklärt?) Deswegen ist man nicht antitürkisch, deswegen ist man nicht gegen diejenigen, die hier ihren Beitrag leisten. Es soll eine ganz normale Diskussion sein. Genau so sollte man auch diese Frage hier diskutieren.
Abg. Strache: Genau! – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
Ich bin der Auffassung, das in einer vernünftigen Tonlage zu diskutieren. Der Ton macht die Musik. (Beifall bei der SPÖ.) Ich begrüße es, dass es hier viele, viele gibt – beispielsweise im Sozial- und Gesundheitswesen –, die in der Türkei geboren sind und die hier arbeiten, die ihre Steuern zahlen. Deswegen muss ich noch lange nicht für den Beitritt der Türkei zur Europäischen Union sein. (Abg. Strache: Genau! – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) Ich kann das normal politisch begründen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt da der Einem dazu? Haben Sie das dem Einem schon erklärt?) Deswegen ist man nicht antitürkisch, deswegen ist man nicht gegen diejenigen, die hier ihren Beitrag leisten. Es soll eine ganz normale Diskussion sein. Genau so sollte man auch diese Frage hier diskutieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt da der Einem dazu? Haben Sie das dem Einem schon erklärt?
Ich bin der Auffassung, das in einer vernünftigen Tonlage zu diskutieren. Der Ton macht die Musik. (Beifall bei der SPÖ.) Ich begrüße es, dass es hier viele, viele gibt – beispielsweise im Sozial- und Gesundheitswesen –, die in der Türkei geboren sind und die hier arbeiten, die ihre Steuern zahlen. Deswegen muss ich noch lange nicht für den Beitritt der Türkei zur Europäischen Union sein. (Abg. Strache: Genau! – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) Ich kann das normal politisch begründen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt da der Einem dazu? Haben Sie das dem Einem schon erklärt?) Deswegen ist man nicht antitürkisch, deswegen ist man nicht gegen diejenigen, die hier ihren Beitrag leisten. Es soll eine ganz normale Diskussion sein. Genau so sollte man auch diese Frage hier diskutieren.
Abg. Dr. Einem: Bei keiner Religion!
Das ist aber etwas ganz anderes als die Frage der Religionsfreiheit. Trotzdem muss es aber auch eine Diskussion über den gesellschaftspolitischen Islam geben. Was ich nicht will, ist, dass es eine Religionsinterpretation gibt, die mir quasi diktiert, wie ich zu leben habe. Das ist nicht zu akzeptieren (Abg. Dr. Einem: Bei keiner Religion!) und daher bin ich besonders heikel, was die Achtung und den Respekt der Grundgesetze und der Gesetze betrifft. Das betrifft alle.
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! Jetzt kommt’s!
Jetzt sage ich noch etwas, weil Sie vorhin Moscheen und Minarette auch noch angesprochen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! Jetzt kommt’s!) Es gibt in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 5. September einen Beitrag mit dem Titel „Das Minarett ist ein Herrschaftssymbol“ von dieser Sozialwissenschafterin Necla Kelek, die heute schon zitiert wurde. Da wird dann unter anderem gesagt, Moscheen sind selbst nach muslimischer Lesart keine Sakralbauten wie Kirchen und Synagogen. Es wird mehr oder minder gesagt, das ist das Zentrum einer Gegengesellschaft. – Wenn es ein Sakralbau ist, wenn es ein Gebetshaus ist, ist es Gegenstand der selbstverständlichen Freiheit einer Religionsgemeinschaft – mit Kuppel, mit Minarett –, eine solche hier zu errichten. Wenn es das Zentrum einer Gegengesellschaft ist, dann bin ich dagegen. Es ist ganz einfach, man muss hier differenzieren. Da gibt es keine Automatik. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie stellen Sie das vorher fest? Fragen Sie die Leute vorher beim Reingehen: Sind Sie Extremist oder nicht?) – Nein, nein, Ihre Automatik ist auch die Ihres Kollegen Westenthaler. Sie stellen sich her und sagen, das ist automatisch eine Gegengesellschaft. (Abg. Strache: Nicht in dem Bereich, da bin ich ausnahmsweise der Meinung der Grünen!) Das ist automatisch der Boden für Terrorismus, das ist automatisch mit Hasspredigern, das ist automatisch mit Islamismus verbunden. Wozu ich appelliere, ist, es muss eine differenzierte Diskussion dazu stattfinden. Das ist ganz, ganz wesentlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie stellen Sie das vorher fest? Fragen Sie die Leute vorher beim Reingehen: Sind Sie Extremist oder nicht?
Jetzt sage ich noch etwas, weil Sie vorhin Moscheen und Minarette auch noch angesprochen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! Jetzt kommt’s!) Es gibt in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 5. September einen Beitrag mit dem Titel „Das Minarett ist ein Herrschaftssymbol“ von dieser Sozialwissenschafterin Necla Kelek, die heute schon zitiert wurde. Da wird dann unter anderem gesagt, Moscheen sind selbst nach muslimischer Lesart keine Sakralbauten wie Kirchen und Synagogen. Es wird mehr oder minder gesagt, das ist das Zentrum einer Gegengesellschaft. – Wenn es ein Sakralbau ist, wenn es ein Gebetshaus ist, ist es Gegenstand der selbstverständlichen Freiheit einer Religionsgemeinschaft – mit Kuppel, mit Minarett –, eine solche hier zu errichten. Wenn es das Zentrum einer Gegengesellschaft ist, dann bin ich dagegen. Es ist ganz einfach, man muss hier differenzieren. Da gibt es keine Automatik. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie stellen Sie das vorher fest? Fragen Sie die Leute vorher beim Reingehen: Sind Sie Extremist oder nicht?) – Nein, nein, Ihre Automatik ist auch die Ihres Kollegen Westenthaler. Sie stellen sich her und sagen, das ist automatisch eine Gegengesellschaft. (Abg. Strache: Nicht in dem Bereich, da bin ich ausnahmsweise der Meinung der Grünen!) Das ist automatisch der Boden für Terrorismus, das ist automatisch mit Hasspredigern, das ist automatisch mit Islamismus verbunden. Wozu ich appelliere, ist, es muss eine differenzierte Diskussion dazu stattfinden. Das ist ganz, ganz wesentlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Nicht in dem Bereich, da bin ich ausnahmsweise der Meinung der Grünen!
Jetzt sage ich noch etwas, weil Sie vorhin Moscheen und Minarette auch noch angesprochen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! Jetzt kommt’s!) Es gibt in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 5. September einen Beitrag mit dem Titel „Das Minarett ist ein Herrschaftssymbol“ von dieser Sozialwissenschafterin Necla Kelek, die heute schon zitiert wurde. Da wird dann unter anderem gesagt, Moscheen sind selbst nach muslimischer Lesart keine Sakralbauten wie Kirchen und Synagogen. Es wird mehr oder minder gesagt, das ist das Zentrum einer Gegengesellschaft. – Wenn es ein Sakralbau ist, wenn es ein Gebetshaus ist, ist es Gegenstand der selbstverständlichen Freiheit einer Religionsgemeinschaft – mit Kuppel, mit Minarett –, eine solche hier zu errichten. Wenn es das Zentrum einer Gegengesellschaft ist, dann bin ich dagegen. Es ist ganz einfach, man muss hier differenzieren. Da gibt es keine Automatik. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie stellen Sie das vorher fest? Fragen Sie die Leute vorher beim Reingehen: Sind Sie Extremist oder nicht?) – Nein, nein, Ihre Automatik ist auch die Ihres Kollegen Westenthaler. Sie stellen sich her und sagen, das ist automatisch eine Gegengesellschaft. (Abg. Strache: Nicht in dem Bereich, da bin ich ausnahmsweise der Meinung der Grünen!) Das ist automatisch der Boden für Terrorismus, das ist automatisch mit Hasspredigern, das ist automatisch mit Islamismus verbunden. Wozu ich appelliere, ist, es muss eine differenzierte Diskussion dazu stattfinden. Das ist ganz, ganz wesentlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt sage ich noch etwas, weil Sie vorhin Moscheen und Minarette auch noch angesprochen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! Jetzt kommt’s!) Es gibt in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 5. September einen Beitrag mit dem Titel „Das Minarett ist ein Herrschaftssymbol“ von dieser Sozialwissenschafterin Necla Kelek, die heute schon zitiert wurde. Da wird dann unter anderem gesagt, Moscheen sind selbst nach muslimischer Lesart keine Sakralbauten wie Kirchen und Synagogen. Es wird mehr oder minder gesagt, das ist das Zentrum einer Gegengesellschaft. – Wenn es ein Sakralbau ist, wenn es ein Gebetshaus ist, ist es Gegenstand der selbstverständlichen Freiheit einer Religionsgemeinschaft – mit Kuppel, mit Minarett –, eine solche hier zu errichten. Wenn es das Zentrum einer Gegengesellschaft ist, dann bin ich dagegen. Es ist ganz einfach, man muss hier differenzieren. Da gibt es keine Automatik. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie stellen Sie das vorher fest? Fragen Sie die Leute vorher beim Reingehen: Sind Sie Extremist oder nicht?) – Nein, nein, Ihre Automatik ist auch die Ihres Kollegen Westenthaler. Sie stellen sich her und sagen, das ist automatisch eine Gegengesellschaft. (Abg. Strache: Nicht in dem Bereich, da bin ich ausnahmsweise der Meinung der Grünen!) Das ist automatisch der Boden für Terrorismus, das ist automatisch mit Hasspredigern, das ist automatisch mit Islamismus verbunden. Wozu ich appelliere, ist, es muss eine differenzierte Diskussion dazu stattfinden. Das ist ganz, ganz wesentlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Aber eure Integrationspolitik hat nicht dorthin geführt in den letzten Jahrzehnten!
Aber da müssen wir alle mit, da müssen wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen und dann dürfen wir uns nicht gegenseitig irgendetwas unterstellen. (Abg. Strache: Aber eure Integrationspolitik hat nicht dorthin geführt in den letzten Jahrzehnten!) Das wäre meiner Meinung nach nicht richtig und ich glaube, auf dieser Basis kann man das auch wirklich erarbeiten.
Abg. Strache: Die Regierung muss das umsetzen!
Mein Appell: eine Diskussion. Die Bevölkerung ist daran interessiert. Ich weiß auch aufgrund meiner politischen Arbeit, dass Interesse besteht. (Abg. Strache: Die Regierung muss das umsetzen!) Wir sollten uns dem in Verantwortung stellen, auf Basis
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.
unserer Werteordnung und auf Basis unserer Grundgesetze. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP. )
Abg. Öllinger: Der Stammtisch ist eröffnet! – Gegenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Missethon. 8 Minuten Wunschredezeit. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Öllinger: Der Stammtisch ist eröffnet! – Gegenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Öllinger: Es sind nur mehr zwei!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Ich kann ja sehr vieles teilen, was Josef Cap gerade gesagt hat. – Ja, es geht um unsere Werteordnung, es geht um unsere Grundgesetze, es geht aber auch ganz klar darum, dass wir dem Innenministerium Instrumente zur Verfügung stellen, dass hier eine entsprechende Überwachung stattfinden kann. Ich möchte einleitend einmal ein großes Kompliment an dich, Herr Minister, und an deine Behörden formulieren, für den Aufgriff dieser drei mutmaßlichen Islamisten. (Abg. Öllinger: Es sind nur mehr zwei!) Hier ist ganz kompakt und seriös gearbeitet worden, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Ich kann ja sehr vieles teilen, was Josef Cap gerade gesagt hat. – Ja, es geht um unsere Werteordnung, es geht um unsere Grundgesetze, es geht aber auch ganz klar darum, dass wir dem Innenministerium Instrumente zur Verfügung stellen, dass hier eine entsprechende Überwachung stattfinden kann. Ich möchte einleitend einmal ein großes Kompliment an dich, Herr Minister, und an deine Behörden formulieren, für den Aufgriff dieser drei mutmaßlichen Islamisten. (Abg. Öllinger: Es sind nur mehr zwei!) Hier ist ganz kompakt und seriös gearbeitet worden, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Ich mich auch!
Es ist wohltuend und ich kann mich an die Debatten noch erinnern – beispielsweise zum Thema großer Lauschangriff – hier in diesem Hohen Haus. (Abg. Mag. Wurm: Ich mich auch!) Es ist beruhigend, dass gerade diese Instrumente mitgeholfen haben, diese Aufgriffe dann entsprechend zu tätigen. Für uns, für die ÖVP, gilt, wenn Sie, Herr Innenminister, nach reiflicher Prüfung meinen, Sie brauchen weitere Instrumente: Na selbstverständlich stellen wir die zur Verfügung. Dass es diese weiteren Instrumente gibt, das ist ganz klar, Herr Kollege. (Abg. Strache: Dann machen wir alles automatisch! Dann hoppeln wir automatisch in einen autoritären Polizeistaat! – Zwischenruf der Abg. Rosenkranz.)
Abg. Strache: Dann machen wir alles automatisch! Dann hoppeln wir automatisch in einen autoritären Polizeistaat! – Zwischenruf der Abg. Rosenkranz.
Es ist wohltuend und ich kann mich an die Debatten noch erinnern – beispielsweise zum Thema großer Lauschangriff – hier in diesem Hohen Haus. (Abg. Mag. Wurm: Ich mich auch!) Es ist beruhigend, dass gerade diese Instrumente mitgeholfen haben, diese Aufgriffe dann entsprechend zu tätigen. Für uns, für die ÖVP, gilt, wenn Sie, Herr Innenminister, nach reiflicher Prüfung meinen, Sie brauchen weitere Instrumente: Na selbstverständlich stellen wir die zur Verfügung. Dass es diese weiteren Instrumente gibt, das ist ganz klar, Herr Kollege. (Abg. Strache: Dann machen wir alles automatisch! Dann hoppeln wir automatisch in einen autoritären Polizeistaat! – Zwischenruf der Abg. Rosenkranz.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Sie setzen nichts um!
Herr Kollege Strache, das ist eben der Unterschied zu Ihnen. Das ist der Unterschied zu Ihnen, Herr Kollege Strache: Sie sind ein Ankündigungsriese und ein Umsetzungszwergerl. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Sie setzen nichts um!) – Immer, wenn es hart auf hart geht, Herr Kollege Strache, schwächeln Sie. Sie schwächeln, Herr Kollege Strache. (Abg. Strache: Sie reden nur um den heißen Brei und setzen nichts um! Das ist Ihr Problem!) Sie haben ein großes Mundwerk und weiche Knie, wenn es wirklich um die Dinge geht, die es umzusetzen gilt.
Abg. Strache: Sie reden nur um den heißen Brei und setzen nichts um! Das ist Ihr Problem!
Herr Kollege Strache, das ist eben der Unterschied zu Ihnen. Das ist der Unterschied zu Ihnen, Herr Kollege Strache: Sie sind ein Ankündigungsriese und ein Umsetzungszwergerl. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Sie setzen nichts um!) – Immer, wenn es hart auf hart geht, Herr Kollege Strache, schwächeln Sie. Sie schwächeln, Herr Kollege Strache. (Abg. Strache: Sie reden nur um den heißen Brei und setzen nichts um! Das ist Ihr Problem!) Sie haben ein großes Mundwerk und weiche Knie, wenn es wirklich um die Dinge geht, die es umzusetzen gilt.
Abg. Dr. Haimbuchner: Lesen, nicht anschauen!
Wenn ich mir Ihren Antrag ansehe, Herr Kollege Strache (Abg. Dr. Haimbuchner: Lesen, nicht anschauen!): Sie zählen hier ein Angstszenario auf. (Abg. Strache: Bitte, wir wissen doch, dass diese Szene genau unter Beobachtung und unter Kontrolle ist! Sie tun nur mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nichts dagegen! Die Unsicherheitspartei ÖVP!) Dann sagen Sie, „dem profanen Versuch des Innenministers durch Angstszenarien“ und möglichen Maßnahmen, die jetzt natürlich folgen müssen und auch die Diskussion über diese Maßnahmen, sei entgegenzutreten. – Aber da sind Sie dagegen.
Abg. Strache: Bitte, wir wissen doch, dass diese Szene genau unter Beobachtung und unter Kontrolle ist! Sie tun nur mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nichts dagegen! Die Unsicherheitspartei ÖVP!
Wenn ich mir Ihren Antrag ansehe, Herr Kollege Strache (Abg. Dr. Haimbuchner: Lesen, nicht anschauen!): Sie zählen hier ein Angstszenario auf. (Abg. Strache: Bitte, wir wissen doch, dass diese Szene genau unter Beobachtung und unter Kontrolle ist! Sie tun nur mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nichts dagegen! Die Unsicherheitspartei ÖVP!) Dann sagen Sie, „dem profanen Versuch des Innenministers durch Angstszenarien“ und möglichen Maßnahmen, die jetzt natürlich folgen müssen und auch die Diskussion über diese Maßnahmen, sei entgegenzutreten. – Aber da sind Sie dagegen.
Abg. Strache: Autofahrer kriminalisieren!
Wovor haben Sie eigentlich Angst? Vor einer Online-Untersuchung, wenn es rechtsstaatlich abgesichert ist? – Herr Kollege, da geht es ganz klar in die Richtung ... (Abg. Strache: Autofahrer kriminalisieren!) – Nein, nein, wenn es hart auf hart geht, wenn es darum geht, der Polizei die entsprechenden Instrumentarien zur Verfügung zu stellen, sind Sie nicht mehr da. (Abg. Dr. Haimbuchner: etwas tun! – Abg. Strache: 20 Jahre haben Sie gebraucht, Herr Missethon! 20 Jahre hat die ÖVP gebraucht!) Das ist das Problem. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rosenkranz: Wie schaffen Sie das mit der Online-Untersuchung? – Abg. Strache: Nach 20 Jahren – ein spätes Aufwachen! – Abg. Dr. Graf: Mit welchem „Trojaner“ werden Sie die Gleichstellung von Mann und Frau überprüfen?)
Abg. Dr. Haimbuchner: etwas tun! – Abg. Strache: 20 Jahre haben Sie gebraucht, Herr Missethon! 20 Jahre hat die ÖVP gebraucht!
Wovor haben Sie eigentlich Angst? Vor einer Online-Untersuchung, wenn es rechtsstaatlich abgesichert ist? – Herr Kollege, da geht es ganz klar in die Richtung ... (Abg. Strache: Autofahrer kriminalisieren!) – Nein, nein, wenn es hart auf hart geht, wenn es darum geht, der Polizei die entsprechenden Instrumentarien zur Verfügung zu stellen, sind Sie nicht mehr da. (Abg. Dr. Haimbuchner: etwas tun! – Abg. Strache: 20 Jahre haben Sie gebraucht, Herr Missethon! 20 Jahre hat die ÖVP gebraucht!) Das ist das Problem. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rosenkranz: Wie schaffen Sie das mit der Online-Untersuchung? – Abg. Strache: Nach 20 Jahren – ein spätes Aufwachen! – Abg. Dr. Graf: Mit welchem „Trojaner“ werden Sie die Gleichstellung von Mann und Frau überprüfen?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rosenkranz: Wie schaffen Sie das mit der Online-Untersuchung? – Abg. Strache: Nach 20 Jahren – ein spätes Aufwachen! – Abg. Dr. Graf: Mit welchem „Trojaner“ werden Sie die Gleichstellung von Mann und Frau überprüfen?
Wovor haben Sie eigentlich Angst? Vor einer Online-Untersuchung, wenn es rechtsstaatlich abgesichert ist? – Herr Kollege, da geht es ganz klar in die Richtung ... (Abg. Strache: Autofahrer kriminalisieren!) – Nein, nein, wenn es hart auf hart geht, wenn es darum geht, der Polizei die entsprechenden Instrumentarien zur Verfügung zu stellen, sind Sie nicht mehr da. (Abg. Dr. Haimbuchner: etwas tun! – Abg. Strache: 20 Jahre haben Sie gebraucht, Herr Missethon! 20 Jahre hat die ÖVP gebraucht!) Das ist das Problem. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rosenkranz: Wie schaffen Sie das mit der Online-Untersuchung? – Abg. Strache: Nach 20 Jahren – ein spätes Aufwachen! – Abg. Dr. Graf: Mit welchem „Trojaner“ werden Sie die Gleichstellung von Mann und Frau überprüfen?)
Zwischenruf des Abg. Strache.
Geschätzte Damen und Herren! Ich möchte jetzt an Josef Cap anknüpfen. Ich glaube, die Situation hat sich hier in Österreich seit 14 Tagen grundlegend verändert. Ich bin sehr froh, dass wir darüber reden, dass wir hier ein Problem haben – ein Problem im Zusammenleben, das muss man ganz deutlich sagen. Ich bin froh, dass wir nun offen über den Islam, über das Zusammenleben, über Bedingungen von Integration, über unsere Werte diskutieren. Ich halte das für ganz wichtig. (Zwischenruf des Abg. Strache.)
Zwischenruf der Abg. Rosenkranz.
Ja, da haben wir Sie nicht gebraucht, Herr Kollege Strache. Das ist wichtig, dass wir heute reden: Passt das zu uns, zu unseren demokratischen Grundverständnissen? Passt das zu uns, wenn diese Gleichstellung von Mann und Frau so gelebt wird, wir sie offensichtlich gelebt wird – was man so in Zeitungen sieht. Ich halte das für wichtig, dass hier jetzt viele zu Wort kommen – Politiker, Experten, Betroffene. (Zwischenruf der Abg. Rosenkranz.) Ich halte diese Diskussion für wichtig und ich sage auch klar dazu: Für uns von der ÖVP ist das der Beginn der Debatte und nicht das Ende. Ich halte das für ganz notwendig, dass wir über diese Frage diskutieren, Herr Kollege Strache. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rosenkranz: Tun Sie es doch! – Abg. Strache: Tun Sie es doch!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rosenkranz: Tun Sie es doch! – Abg. Strache: Tun Sie es doch!
Ja, da haben wir Sie nicht gebraucht, Herr Kollege Strache. Das ist wichtig, dass wir heute reden: Passt das zu uns, zu unseren demokratischen Grundverständnissen? Passt das zu uns, wenn diese Gleichstellung von Mann und Frau so gelebt wird, wir sie offensichtlich gelebt wird – was man so in Zeitungen sieht. Ich halte das für wichtig, dass hier jetzt viele zu Wort kommen – Politiker, Experten, Betroffene. (Zwischenruf der Abg. Rosenkranz.) Ich halte diese Diskussion für wichtig und ich sage auch klar dazu: Für uns von der ÖVP ist das der Beginn der Debatte und nicht das Ende. Ich halte das für ganz notwendig, dass wir über diese Frage diskutieren, Herr Kollege Strache. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rosenkranz: Tun Sie es doch! – Abg. Strache: Tun Sie es doch!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Was ist eine Spielregel? – Abg. Rosenkranz: Warum haben Sie Werbebroschüren auf Türkisch? – Abg. Dr. Haimbuchner: Nicht darüber reden, handeln!
Der dritte Punkt, das ist die Frage der Integration, da habe ich persönlich eine sehr klare Haltung. Integration heißt für mich das Lernen unserer Spielregeln. Und das ist zumindest einmal eine Leistung, die jene zu erbringen haben, die zu uns kommen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Was ist eine Spielregel? – Abg. Rosenkranz: Warum haben Sie Werbebroschüren auf Türkisch? – Abg. Dr. Haimbuchner: Nicht darüber reden, handeln!)
Abg. Strache: Sie sind ein Maulheld! Sie reden über Dinge, die Sie nicht leben! Sie sagen etwas, was Sie nicht umsetzen!
Bei der Frage der Zuwanderung habe ich auch eine sehr deutliche Haltung. Wenn jemand zu uns kommt, dann hätte ich gerne – bevor wir über die Rechte reden – einmal über die Pflichten geredet. Für mich gibt es drei zentrale Pflichten (Abg. Strache: Sie sind ein Maulheld! Sie reden über Dinge, die Sie nicht leben! Sie sagen etwas, was Sie nicht umsetzen!): erstens Deutsch lernen, zweitens arbeiten wollen und drittens sich bei uns in unsere Lebensordnungen einordnen, geschätzte Damen und Herren. Das sind aus meiner Sicht die entscheidenden Punkte, die wir zukünftig zu gestalten haben. (Abg. Strache: Nicht reden, etwas tun, Herr Missethon!) – Da hilft uns, Herr Kollege Strache, keine rechte Hetze in dieser Frage. Da stehen Sie zu weit draußen. Hetzen alleine hilft uns nicht beim Problemlösen, Herr Strache. Ich sage Ihnen das sehr offen. (Abg. Dr. Graf: Sie vertreten in der ÖVP auch nur eine Minderheit!)
Abg. Strache: Nicht reden, etwas tun, Herr Missethon!
Bei der Frage der Zuwanderung habe ich auch eine sehr deutliche Haltung. Wenn jemand zu uns kommt, dann hätte ich gerne – bevor wir über die Rechte reden – einmal über die Pflichten geredet. Für mich gibt es drei zentrale Pflichten (Abg. Strache: Sie sind ein Maulheld! Sie reden über Dinge, die Sie nicht leben! Sie sagen etwas, was Sie nicht umsetzen!): erstens Deutsch lernen, zweitens arbeiten wollen und drittens sich bei uns in unsere Lebensordnungen einordnen, geschätzte Damen und Herren. Das sind aus meiner Sicht die entscheidenden Punkte, die wir zukünftig zu gestalten haben. (Abg. Strache: Nicht reden, etwas tun, Herr Missethon!) – Da hilft uns, Herr Kollege Strache, keine rechte Hetze in dieser Frage. Da stehen Sie zu weit draußen. Hetzen alleine hilft uns nicht beim Problemlösen, Herr Strache. Ich sage Ihnen das sehr offen. (Abg. Dr. Graf: Sie vertreten in der ÖVP auch nur eine Minderheit!)
Abg. Dr. Graf: Sie vertreten in der ÖVP auch nur eine Minderheit!
Bei der Frage der Zuwanderung habe ich auch eine sehr deutliche Haltung. Wenn jemand zu uns kommt, dann hätte ich gerne – bevor wir über die Rechte reden – einmal über die Pflichten geredet. Für mich gibt es drei zentrale Pflichten (Abg. Strache: Sie sind ein Maulheld! Sie reden über Dinge, die Sie nicht leben! Sie sagen etwas, was Sie nicht umsetzen!): erstens Deutsch lernen, zweitens arbeiten wollen und drittens sich bei uns in unsere Lebensordnungen einordnen, geschätzte Damen und Herren. Das sind aus meiner Sicht die entscheidenden Punkte, die wir zukünftig zu gestalten haben. (Abg. Strache: Nicht reden, etwas tun, Herr Missethon!) – Da hilft uns, Herr Kollege Strache, keine rechte Hetze in dieser Frage. Da stehen Sie zu weit draußen. Hetzen alleine hilft uns nicht beim Problemlösen, Herr Strache. Ich sage Ihnen das sehr offen. (Abg. Dr. Graf: Sie vertreten in der ÖVP auch nur eine Minderheit!)
Abg. Strache: Sie vergessen die anderen Problemfelder in Österreich: Linz, Innsbruck, Telfs, Feldbach, Bad Vöslau!
Ich glaube, wir müssen genau hinschauen, wo die Problemstellungen sind. Ich denke, wenn wir genau hinschauen, dann müssen wir feststellen, dass wir in Wien einen Sonderfall haben. (Abg. Strache: Sie vergessen die anderen Problemfelder in Österreich: Linz, Innsbruck, Telfs, Feldbach, Bad Vöslau!) In Wien ist die Situation durch eine ungeregelte Zuwanderung ganz, ganz schwierig geworden. (Abg. Dr. Cap: Niederösterreich!) Das muss man ganz offen sagen. (Abg. Parnigoni: Graz auch!) In
Abg. Dr. Cap: Niederösterreich!
Ich glaube, wir müssen genau hinschauen, wo die Problemstellungen sind. Ich denke, wenn wir genau hinschauen, dann müssen wir feststellen, dass wir in Wien einen Sonderfall haben. (Abg. Strache: Sie vergessen die anderen Problemfelder in Österreich: Linz, Innsbruck, Telfs, Feldbach, Bad Vöslau!) In Wien ist die Situation durch eine ungeregelte Zuwanderung ganz, ganz schwierig geworden. (Abg. Dr. Cap: Niederösterreich!) Das muss man ganz offen sagen. (Abg. Parnigoni: Graz auch!) In
Abg. Parnigoni: Graz auch!
Ich glaube, wir müssen genau hinschauen, wo die Problemstellungen sind. Ich denke, wenn wir genau hinschauen, dann müssen wir feststellen, dass wir in Wien einen Sonderfall haben. (Abg. Strache: Sie vergessen die anderen Problemfelder in Österreich: Linz, Innsbruck, Telfs, Feldbach, Bad Vöslau!) In Wien ist die Situation durch eine ungeregelte Zuwanderung ganz, ganz schwierig geworden. (Abg. Dr. Cap: Niederösterreich!) Das muss man ganz offen sagen. (Abg. Parnigoni: Graz auch!) In
Abg. Strache: Graz!
Wien haben sich in einem relativ großen Ausmaß Ghettos gebildet. (Abg. Strache: Graz!)
Abg. Parnigoni: ÖVP-Bürgermeister Nagl!
Es ist uns in Wien nicht gelungen, eine geordnete Zuwanderung zu gestalten. Viele Wiener sind aus den Grätzln weggezogen. Mit denen sollte man vielleicht einmal reden. Die werden Ihnen vielleicht die Dinge sagen, wie hier quasi auch innerhalb der muslimischen Communities gearbeitet wird. (Abg. Parnigoni: ÖVP-Bürgermeister Nagl!)
Abg. Dr. Cap: Graz!
Wir haben in Wien den Arbeitsmarkt überfordert. In Wien haben wir mittlerweile große Probleme mit dem Bildungssystem, weil wir hier in den Pflichtschulen mehr als 50 Prozent Kinder mit Migrationshintergrund haben. (Abg. Dr. Cap: Graz!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Also was es braucht, ist so eine rückgratlose ÖVP, die nirgendwo steht, die herumeiert und nichts zustande bringt!
Geschätzte Damen und Herren, ich glaube, linke Ignoranz ist genauso gefährlich in diesem Zusammenhang wie rechte Hetze. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Also was es braucht, ist so eine rückgratlose ÖVP, die nirgendwo steht, die herumeiert und nichts zustande bringt!) – Was es braucht ist ein guter Mittelweg, Herr Kollege Strache, einen kühlen Kopf. Und ich glaube, die Plattform für Integration und Sicherheit, die Gott sei Dank beim Innenminister angesiedelt wird, ist ein erster wichtiger Schritt.
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.
Wenn – darauf lege ich schon Wert – dort auch Leute sind, die quasi mit dem Alltag konfrontiert sind. Ich hätte dort nicht gerne nur Leute, die von Integration reden und nicht in den Vierteln wohnen – die „großen“ Experten. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.) Mir ist es wichtig, dass es eine gesunde Mischung zwischen Experten und Praktikern ist (Abg. Dr. Graf: Da scheidet die ÖVP als Diskussionspartner aus!), eine gesunde Mischung zwischen jenen, die sich theoretisch damit beschäftigen und jenen, die tagtäglich damit leben. (Abg. Strache: Da scheidet die ÖVP als Diskussionspartner aus!) Dann haben wir, glaube ich, eine sehr konkrete und gute Chance, dass wir diese Probleme auch lösen können. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Da scheidet die ÖVP als Diskussionspartner aus!
Wenn – darauf lege ich schon Wert – dort auch Leute sind, die quasi mit dem Alltag konfrontiert sind. Ich hätte dort nicht gerne nur Leute, die von Integration reden und nicht in den Vierteln wohnen – die „großen“ Experten. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.) Mir ist es wichtig, dass es eine gesunde Mischung zwischen Experten und Praktikern ist (Abg. Dr. Graf: Da scheidet die ÖVP als Diskussionspartner aus!), eine gesunde Mischung zwischen jenen, die sich theoretisch damit beschäftigen und jenen, die tagtäglich damit leben. (Abg. Strache: Da scheidet die ÖVP als Diskussionspartner aus!) Dann haben wir, glaube ich, eine sehr konkrete und gute Chance, dass wir diese Probleme auch lösen können. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Da scheidet die ÖVP als Diskussionspartner aus!
Wenn – darauf lege ich schon Wert – dort auch Leute sind, die quasi mit dem Alltag konfrontiert sind. Ich hätte dort nicht gerne nur Leute, die von Integration reden und nicht in den Vierteln wohnen – die „großen“ Experten. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.) Mir ist es wichtig, dass es eine gesunde Mischung zwischen Experten und Praktikern ist (Abg. Dr. Graf: Da scheidet die ÖVP als Diskussionspartner aus!), eine gesunde Mischung zwischen jenen, die sich theoretisch damit beschäftigen und jenen, die tagtäglich damit leben. (Abg. Strache: Da scheidet die ÖVP als Diskussionspartner aus!) Dann haben wir, glaube ich, eine sehr konkrete und gute Chance, dass wir diese Probleme auch lösen können. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn – darauf lege ich schon Wert – dort auch Leute sind, die quasi mit dem Alltag konfrontiert sind. Ich hätte dort nicht gerne nur Leute, die von Integration reden und nicht in den Vierteln wohnen – die „großen“ Experten. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.) Mir ist es wichtig, dass es eine gesunde Mischung zwischen Experten und Praktikern ist (Abg. Dr. Graf: Da scheidet die ÖVP als Diskussionspartner aus!), eine gesunde Mischung zwischen jenen, die sich theoretisch damit beschäftigen und jenen, die tagtäglich damit leben. (Abg. Strache: Da scheidet die ÖVP als Diskussionspartner aus!) Dann haben wir, glaube ich, eine sehr konkrete und gute Chance, dass wir diese Probleme auch lösen können. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: In der Behandlung der Frauen!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Nach einer Stunde ist mir immer noch nicht so richtig klar, woran ich einen sogenannten Islamisten erkenne. (Abg. Dr. Stummvoll: In der Behandlung der Frauen!) Aber es hat sich bei mir der Eindruck bestätigt, dass ich sehr wohl imstande wäre, einen „Strachisten“ zu erkennen.
Abg. Strache: Ich habe nicht den Begriff „Ausländer“ verwendet! Bleiben Sie bei der Wahrheit! Ich habe nicht den Begriff „Ausländer“ verwendet! Sie sagen die Unwahrheit, wenn Sie den Mund aufmachen!
Ein „Strachist“ ist jemand, der noch vor wenigen Jahren Ausländer ohne jede Differenzierung als Seuche bezeichnet hat. Ich weiß nicht, ob alle Kolleginnen und Kollegen im Hause das Zitat kennen, den Vergleich von Ausländern mit der Maul- und Klauenseuche, die – wie war das? –, wenn sie Arbeit haben, maulen und wenn sie keine Arbeit haben, dann klauen sie. – Das ist ein Originalzitat von Strache. (Abg. Strache: Ich habe nicht den Begriff „Ausländer“ verwendet! Bleiben Sie bei der Wahrheit! Ich habe nicht den Begriff „Ausländer“ verwendet! Sie sagen die Unwahrheit, wenn Sie den Mund aufmachen!)
Abg. Strache: Dazu stehen wir!
Ein „Strachist“ unterstützt einen Wahlkampf, in dem „Daham statt Islam“ propagiert wird (Abg. Strache: Dazu stehen wir!) – in meinen Augen ein klarer Angriff auf die Religionsfreiheit und den Religionsfrieden in Österreich. Und heute – ohne dass Sie das so ausdrücklich gesagt haben – muss man den Eindruck haben, dass Sie 400 000 Muslime in Österreich als Sicherheitsrisiko betrachten. (Abg. Strache: Ich habe den Herrn Schakfeh als !) Das ist, finde ich, eine Mischung aus Verfolgungs-
Abg. Strache: Ich habe den Herrn Schakfeh als !
Ein „Strachist“ unterstützt einen Wahlkampf, in dem „Daham statt Islam“ propagiert wird (Abg. Strache: Dazu stehen wir!) – in meinen Augen ein klarer Angriff auf die Religionsfreiheit und den Religionsfrieden in Österreich. Und heute – ohne dass Sie das so ausdrücklich gesagt haben – muss man den Eindruck haben, dass Sie 400 000 Muslime in Österreich als Sicherheitsrisiko betrachten. (Abg. Strache: Ich habe den Herrn Schakfeh als !) Das ist, finde ich, eine Mischung aus Verfolgungs-
Abg. Dr. Graf: Und weil die Bevölkerung so diffuse Ängste hat, tauschen wir sie halt aus!
wahn und dem Nutzen von diffusen, subtilen Ängsten in der Bevölkerung. (Abg. Dr. Graf: Und weil die Bevölkerung so diffuse Ängste hat, tauschen wir sie halt aus!) Das kann ich nur verurteilen, Herr Kollege Strache. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
wahn und dem Nutzen von diffusen, subtilen Ängsten in der Bevölkerung. (Abg. Dr. Graf: Und weil die Bevölkerung so diffuse Ängste hat, tauschen wir sie halt aus!) Das kann ich nur verurteilen, Herr Kollege Strache. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die haben dafür einen linken Hintergrund !
In aller Kürze sind es doch ein paar Themen, über die es sich zu philosophieren lohnt. Zunächst zum Thema Terror und Religion. Ich habe den Eindruck, dass wir uns ein bisschen daran gewöhnt haben, hier einen automatischen Zusammenhang herzustellen. Ich möchte nur daran erinnern, dass ja die El Kaida nicht die erste terroristische Organisation ist. Das hatten wir in der Geschichte schon oftmals. Die meisten dieser Organisationen – soweit ich das so aus dem Handgelenk sagen kann – haben keinen religiösen Hintergrund. Die RAF in Deutschland hatte mit Sicherheit keinen religiösen Hintergrund. (Abg. Ing. Westenthaler: Die haben dafür einen linken Hintergrund !) Die ETA im Baskenland hat sicher keinen religiösen Hintergrund. Die IRA in Irland: Ja, sie ist katholisch, aber niemand würde das wohl als Glaubenskrieg zwischen Protestanten und Katholiken interpretieren.
Abg. Strache: Sogar einen politischen! Das ist schon richtig!
Die El-Kaida-Leute behaupten, einen religiösen Hintergrund zu haben. Ich persönlich habe meine Zweifel daran. (Abg. Strache: Sogar einen politischen! Das ist schon richtig!) Meine Hypothese ist: Wenn du einmal in dieser Weise denkst, wenn du ein Fundamentalist dieser Art bist, wenn du dich zu Terrorakten bewegen lässt, bis hin zur Selbstaufgabe, dem sogenannten Märtyrertod – solange du nur möglichst viele Menschen in den Tod mitreißen kannst, ist das gerechtfertigt –, wenn du einmal auf der Schiene unterwegs bist, dann suchst du natürlich eine Legitimation für dein Handeln. Diese Leute glauben, in einer bestimmten Interpretation des Koran, die ich persönlich für unzulässig halte – aber ich bin alles andere als ein Korankenner –, diese Legitimation gefunden zu haben. Wenn es Mohammed nie gegeben hätte, dann würden diese Leute mit dieser Einstellung, dieser Geisteshaltung, dieser Überzeugung, eine andere Legitimation gefunden haben – so, wie es in der Geschichte immer wieder der Fall war. (Abg. Dr. Cap: Wie war es bei Savonarola?)
Abg. Dr. Cap: Wie war es bei Savonarola?
Die El-Kaida-Leute behaupten, einen religiösen Hintergrund zu haben. Ich persönlich habe meine Zweifel daran. (Abg. Strache: Sogar einen politischen! Das ist schon richtig!) Meine Hypothese ist: Wenn du einmal in dieser Weise denkst, wenn du ein Fundamentalist dieser Art bist, wenn du dich zu Terrorakten bewegen lässt, bis hin zur Selbstaufgabe, dem sogenannten Märtyrertod – solange du nur möglichst viele Menschen in den Tod mitreißen kannst, ist das gerechtfertigt –, wenn du einmal auf der Schiene unterwegs bist, dann suchst du natürlich eine Legitimation für dein Handeln. Diese Leute glauben, in einer bestimmten Interpretation des Koran, die ich persönlich für unzulässig halte – aber ich bin alles andere als ein Korankenner –, diese Legitimation gefunden zu haben. Wenn es Mohammed nie gegeben hätte, dann würden diese Leute mit dieser Einstellung, dieser Geisteshaltung, dieser Überzeugung, eine andere Legitimation gefunden haben – so, wie es in der Geschichte immer wieder der Fall war. (Abg. Dr. Cap: Wie war es bei Savonarola?)
Abg. Strache: Nein, der Schakfeh nimmt die 400 000 in Geiselhaft und grenzt sie gleichzeitig aus!
Völlig verkehrt ist es, finde ich, diese 400 000 Muslime in Österreich in Geiselhaft zu nehmen. (Abg. Strache: Nein, der Schakfeh nimmt die 400 000 in Geiselhaft und grenzt sie gleichzeitig aus!) Die allermeisten davon sind säkularisiert, so wie die sogenannten Christen auch. Das wissen Sie ja ganz genau, Herr Kollege Strache.
Abg. Dr. Brinek: o.r.B.!
Überhaupt ist mir das unbehaglich, diese dauernde Einteilung von acht Millionen Österreichern in Religionsgruppen. Welche Gruppe ist die zweitgrößte, nach den Katholiken? (Abg. Dr. Brinek: o.r.B.!) – Die ohne Bekenntnis. Danke, Frau Kollegin, danke. Da gehöre ich nämlich auch dazu. (Abg. Dr. Cap: Ich auch!) Ich bin evangelisch geboren, getauft, aber ohne religiöses Bekenntnis. Ich habe diese dauernde Einschachtelung, Schubladisierung in irgendeine Religionsgemeinschaft, egal, in welche Religionsgemeinschaft, satt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Cap: Ich auch!
Überhaupt ist mir das unbehaglich, diese dauernde Einteilung von acht Millionen Österreichern in Religionsgruppen. Welche Gruppe ist die zweitgrößte, nach den Katholiken? (Abg. Dr. Brinek: o.r.B.!) – Die ohne Bekenntnis. Danke, Frau Kollegin, danke. Da gehöre ich nämlich auch dazu. (Abg. Dr. Cap: Ich auch!) Ich bin evangelisch geboren, getauft, aber ohne religiöses Bekenntnis. Ich habe diese dauernde Einschachtelung, Schubladisierung in irgendeine Religionsgemeinschaft, egal, in welche Religionsgemeinschaft, satt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Überhaupt ist mir das unbehaglich, diese dauernde Einteilung von acht Millionen Österreichern in Religionsgruppen. Welche Gruppe ist die zweitgrößte, nach den Katholiken? (Abg. Dr. Brinek: o.r.B.!) – Die ohne Bekenntnis. Danke, Frau Kollegin, danke. Da gehöre ich nämlich auch dazu. (Abg. Dr. Cap: Ich auch!) Ich bin evangelisch geboren, getauft, aber ohne religiöses Bekenntnis. Ich habe diese dauernde Einschachtelung, Schubladisierung in irgendeine Religionsgemeinschaft, egal, in welche Religionsgemeinschaft, satt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Lassen Sie den armen Mann in Ruhe!
Beispiel –, worüber soll ich dann mit ihm diskutieren? – Dieses Problem haben wir nicht mit irgendeinem Imam gehabt, sondern dieses Problem hatten wir, finde ich, sehr häufig mit Herrn Bischof Krenn aus Niederösterreich, der, finde ich, in sehr erfrischender Weise – ich meine, ich muss mich ja nicht persönlich mit ihm auseinandersetzen – diesen absoluten Wahrheitsanspruch seiner Religion formuliert hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Lassen Sie den armen Mann in Ruhe!) Darüber braucht man nicht viel zu reden. (Abg. Strache: Ich hoffe, dass der jetzt nicht mit Terroristen gleichgesetzt wird!)
Abg. Strache: Ich hoffe, dass der jetzt nicht mit Terroristen gleichgesetzt wird!
Beispiel –, worüber soll ich dann mit ihm diskutieren? – Dieses Problem haben wir nicht mit irgendeinem Imam gehabt, sondern dieses Problem hatten wir, finde ich, sehr häufig mit Herrn Bischof Krenn aus Niederösterreich, der, finde ich, in sehr erfrischender Weise – ich meine, ich muss mich ja nicht persönlich mit ihm auseinandersetzen – diesen absoluten Wahrheitsanspruch seiner Religion formuliert hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Lassen Sie den armen Mann in Ruhe!) Darüber braucht man nicht viel zu reden. (Abg. Strache: Ich hoffe, dass der jetzt nicht mit Terroristen gleichgesetzt wird!)
Abg. Dr. Graf: Haben Sie einmal eine Predigt vom Krenn und von einem Imam gehört und verglichen?
Worüber wir reden müssen ist: Wo sind die Grenzen im Alltagsleben, welche Symbole akzeptieren wir, tolerieren wir, und wo hört sich – sozusagen unter Anführungszeichen – „der Spaß auf“? – Eine Frage, die auch Kollege Cap angeschnitten hat. Wo hört sich der Spaß auf, wo müssen wir nicht tolerieren, sondern ganz im Gegenteil einen gewissen Machtanspruch durchsetzen? Diese Fragen stellen sich. Allerdings beantworte ich sie in einer Weise, die sich, glaube ich, von Herrn Strache und Herrn Missethon in deutlicher Weise unterscheidet. (Abg. Dr. Graf: Haben Sie einmal eine Predigt vom Krenn und von einem Imam gehört und verglichen?)
Abg. Rädler: Das dauert sonst eine Stunde!
Kopftuch: Ich sitze an der Universität, früher als Prüfer – unangenehme Aufgabe, aber es muss sein –, es kommt eine Dame mit Kopftuch, es kommt selten, aber vielleicht doch ein Sikh mit Turban, es käme vielleicht – ist nie vorgekommen – ein orthodoxer Jude mit Hut; ich glaube, die studieren nicht Ökonomie. Und? – Die Prüfung findet statt über den Deadweight Loss in der Besteuerung, die Ricardianische Äquivalenzhypothese – ich will Sie aber jetzt nicht quälen damit. (Abg. Rädler: Das dauert sonst eine Stunde!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Aber politische Symbole haben dort nichts verloren! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Öllinger und Dr. Graf.
Was jemand im Kopf hat, Herr Kollege Strache, Herr Missethon, ist wichtig – und nicht, was jemand auf dem Kopf hat, oder? (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Aber politische Symbole haben dort nichts verloren! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Öllinger und Dr. Graf.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: Richtig!
Sie haben ein Kopftuchverbot in Universitäten verlangt. – Ich halte das für vollkommen falsch und, nebenbei gesagt, für kontraproduktiv und frauenfeindlich, weil Sie, abgesehen von allen anderen Argumenten, muslimische Frauen vom Studium abhalten würden, aber gerade den potenziellen Terroristen, der das vielleicht später vorhat und jetzt Chemie studiert, würden Sie nicht erwischen. Also: völlig unsinnig. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: Richtig!)
Abg. Strache: Uns geht es ums europäische Abendland! Das ist der Unterschied! Dazu stehen wir!
Moscheen ohne Minarette, Kirchen ohne Türme? (Abg. Strache: Uns geht es ums europäische Abendland! Das ist der Unterschied! Dazu stehen wir!) Da waren die Habsburger echt schnell im Vergleich zu Ihnen, Herr Kollege Strache! (Beifall bei den Grünen.) Aber es gibt Fälle, wo man tatsächlich Flagge zeigen muss. Das heißt nicht, dass man brutal mit der Polizei reinfährt. Reden, reden, reden, im Ernstfall das Jugendamt et cetera. (Abg. Dr. Graf: Dann reden wir über Zwangsehen!)
Beifall bei den Grünen.
Moscheen ohne Minarette, Kirchen ohne Türme? (Abg. Strache: Uns geht es ums europäische Abendland! Das ist der Unterschied! Dazu stehen wir!) Da waren die Habsburger echt schnell im Vergleich zu Ihnen, Herr Kollege Strache! (Beifall bei den Grünen.) Aber es gibt Fälle, wo man tatsächlich Flagge zeigen muss. Das heißt nicht, dass man brutal mit der Polizei reinfährt. Reden, reden, reden, im Ernstfall das Jugendamt et cetera. (Abg. Dr. Graf: Dann reden wir über Zwangsehen!)
Abg. Dr. Graf: Dann reden wir über Zwangsehen!
Moscheen ohne Minarette, Kirchen ohne Türme? (Abg. Strache: Uns geht es ums europäische Abendland! Das ist der Unterschied! Dazu stehen wir!) Da waren die Habsburger echt schnell im Vergleich zu Ihnen, Herr Kollege Strache! (Beifall bei den Grünen.) Aber es gibt Fälle, wo man tatsächlich Flagge zeigen muss. Das heißt nicht, dass man brutal mit der Polizei reinfährt. Reden, reden, reden, im Ernstfall das Jugendamt et cetera. (Abg. Dr. Graf: Dann reden wir über Zwangsehen!)
Beifall bei Abgeordneten von Grünen und SPÖ. – Abg. Strache: Aber es passiert!
Gehalt. Da sage ich in aller Deutlichkeit: Schwimmen zu lernen ist ein Recht von Mädchen, und es ist die Pflicht des österreichischen Staates, dieses Recht zu gewährleisten. Es ist nicht das Recht von Eltern, Mädchen vom Schwimmunterricht abzumelden, ohne dass ein entsprechender ausgleichender, kompensierender Unterricht erfolgt. (Beifall bei Abgeordneten von Grünen und SPÖ. – Abg. Strache: Aber es passiert!) Sorry, das ist so, Herr Kollege Strache, Sie brauchen mir nichts zu sagen. Ich habe verschiedene Gespräche in diese Richtung geführt, vom Präsidenten Schakfeh abwärts, und ich kenne die Situation ja von den Schulen.
Abg. Strache: Den letzten!
Abschließend: Einen Satz unterstützen wir aus vollem Herzen, Herr Kollege Strache, wenn er denn nun ernst gemeint ist. (Abg. Strache: Den letzten!) – Nein, das, was Herr Missethon zitiert hat:
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Strache: Umgekehrt, das war immer unsere freiheitliche Position!
Welcome to the club, Herr Kollege Strache! Wenn Sie sich jetzt einmal an das Jahr 1848, an diese Tradition von Ihnen erinnern! Da waren wir nämlich schon längst. Sie haben uns immer im Stich gelassen im Kampf gegen zusätzliche Überwachungsmethoden. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Strache: Umgekehrt, das war immer unsere freiheitliche Position!) Die FPÖ ist bei jeder zusätzlichen Durchbrechung des Rechtsstaates und der Verletzung von Grund- und Freiheitsrechten immer mitgegangen mit SPÖ und ÖVP. (Abg. Strache: Nein, ich bin nirgendwo mitgegangen! Ich habe das nirgendwo mitgestimmt, Herr Van der Bellen!) Also wenn das jetzt ehrlich gemeint ist: Schön, bravo! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Nein, ich bin nirgendwo mitgegangen! Ich habe das nirgendwo mitgestimmt, Herr Van der Bellen!
Welcome to the club, Herr Kollege Strache! Wenn Sie sich jetzt einmal an das Jahr 1848, an diese Tradition von Ihnen erinnern! Da waren wir nämlich schon längst. Sie haben uns immer im Stich gelassen im Kampf gegen zusätzliche Überwachungsmethoden. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Strache: Umgekehrt, das war immer unsere freiheitliche Position!) Die FPÖ ist bei jeder zusätzlichen Durchbrechung des Rechtsstaates und der Verletzung von Grund- und Freiheitsrechten immer mitgegangen mit SPÖ und ÖVP. (Abg. Strache: Nein, ich bin nirgendwo mitgegangen! Ich habe das nirgendwo mitgestimmt, Herr Van der Bellen!) Also wenn das jetzt ehrlich gemeint ist: Schön, bravo! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Welcome to the club, Herr Kollege Strache! Wenn Sie sich jetzt einmal an das Jahr 1848, an diese Tradition von Ihnen erinnern! Da waren wir nämlich schon längst. Sie haben uns immer im Stich gelassen im Kampf gegen zusätzliche Überwachungsmethoden. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Strache: Umgekehrt, das war immer unsere freiheitliche Position!) Die FPÖ ist bei jeder zusätzlichen Durchbrechung des Rechtsstaates und der Verletzung von Grund- und Freiheitsrechten immer mitgegangen mit SPÖ und ÖVP. (Abg. Strache: Nein, ich bin nirgendwo mitgegangen! Ich habe das nirgendwo mitgestimmt, Herr Van der Bellen!) Also wenn das jetzt ehrlich gemeint ist: Schön, bravo! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Überall waren es eben moslemische Extremisten, Islamisten, die festgenommen wurden oder die Bedrohung erzeugt haben. Daher ist es unsere Pflicht – ich sage das ganz pragmatisch; egal, ob das aus religiösen Motiven gemacht worden ist, aus Traditionsmotiven oder deshalb, weil jemand geistig verwirrt ist – als Abgeordnete, das Schutzbedürfnis der Österreicher zu erkennen und Maßnahmen zu setzen, mit denen wir die Sicherheit im Land fördern und stärken. Das ist unsere Aufgabe. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei den Grünen: Freundschaft!
Daher verstehe ich auch nicht ganz den Antrag, Herr Kollege Strache, bei allem Verständnis (Ruf bei den Grünen: Freundschaft!), bei allem Verständnis für Freiheit. Das ist in Ordnung (Abg. Strache: Sie verstehen vieles nicht!), aber dieser Antrag strotzt ja nur so vor Widersprüchlichkeiten! Im Übrigen, Herr Kollege Strache, für eines möchte ich mich ganz herzlich bedanken, für Ihre Reminiszenz am Anfang Ihrer Ausführungen, als Sie mit großen, salbungsvollen Worten – ich war fast ein bisschen
Abg. Strache: Sie verstehen vieles nicht!
Daher verstehe ich auch nicht ganz den Antrag, Herr Kollege Strache, bei allem Verständnis (Ruf bei den Grünen: Freundschaft!), bei allem Verständnis für Freiheit. Das ist in Ordnung (Abg. Strache: Sie verstehen vieles nicht!), aber dieser Antrag strotzt ja nur so vor Widersprüchlichkeiten! Im Übrigen, Herr Kollege Strache, für eines möchte ich mich ganz herzlich bedanken, für Ihre Reminiszenz am Anfang Ihrer Ausführungen, als Sie mit großen, salbungsvollen Worten – ich war fast ein bisschen
Abg. Dr. Graf: Lieber Peter Westenthaler, da warst du noch nicht in der Parteiführung! Mit 20 Jahren warst du noch ein kleiner Referent, da war die Welt noch in Ordnung!
gerührt – gesagt haben, die Parteiführung der FPÖ vor 20 Jahren war ordentlich unterwegs, die hat das schon damals aufgezeigt. (Abg. Dr. Graf: Lieber Peter Westenthaler, da warst du noch nicht in der Parteiführung! Mit 20 Jahren warst du noch ein kleiner Referent, da war die Welt noch in Ordnung!)
Beifall beim BZÖ.
Das stimmt. Wir, die Parteiführung, haben das damals aufgezeigt. (Beifall beim BZÖ.) Jörg Haider, Peter Westenthaler, Rainer Pawkowicz, auch Herr Strache war damals schon Mitglied und hat da mitgemacht. Das ist in Ordnung, gratuliere! Wir haben das damals schon aufgezeigt, wir haben davor gewarnt, niemand hat uns damals ernst genommen, und heute sind wir so weit. Aber man muss das Ding auch durchziehen.
Abg. Strache: Die glaubt das nicht! Die Exekutive hat alle Möglichkeiten und handelt seit Jahren nicht! Die Untätigkeit ist das Problem!
Ich verstehe Ihren Antrag nicht, wenn Sie einerseits die Islamisten und den Terror von dort kritisieren, andererseits aber der österreichischen Exekutive nicht bessere Werkzeuge in die Hand geben wollen, damit das auch besser aufgeklärt wird. (Abg. Strache: Die glaubt das nicht! Die Exekutive hat alle Möglichkeiten und handelt seit Jahren nicht! Die Untätigkeit ist das Problem!) Wir sind für bessere, zielführendere Maßnahmen auch in der Fahndung, damit man solche Terroristen schnell hinter Schloss und Riegel bringt. Das ist eigentlich unser Anspruch. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Ohne „Trojaner“!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Ohne „Trojaner“!
Ich verstehe Ihren Antrag nicht, wenn Sie einerseits die Islamisten und den Terror von dort kritisieren, andererseits aber der österreichischen Exekutive nicht bessere Werkzeuge in die Hand geben wollen, damit das auch besser aufgeklärt wird. (Abg. Strache: Die glaubt das nicht! Die Exekutive hat alle Möglichkeiten und handelt seit Jahren nicht! Die Untätigkeit ist das Problem!) Wir sind für bessere, zielführendere Maßnahmen auch in der Fahndung, damit man solche Terroristen schnell hinter Schloss und Riegel bringt. Das ist eigentlich unser Anspruch. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Ohne „Trojaner“!)
Abg. Strache: Plus 4 Prozent Kriminalität, immer weniger Aufklärung, immer weniger Beamte!
Nur eines bitte nicht: „Sicherheitsweltmeister!“ Da krampfen wir uns schon ein. Erklären Sie einmal „Sicherheitsweltmeister“ den 57 Banken und Bankangestellten allein in Wien, die im letzten halben Jahr ausgeraubt worden sind! Erklären Sie das jenen, denen die Wohnung aufgeknackt wurde, denen das Auto gestohlen worden ist. – Das geht nicht, das kann man nicht sagen. Nehmen Sie das zurück, Herr Minister! (Abg. Strache: Plus 4 Prozent Kriminalität, immer weniger Aufklärung, immer weniger Beamte!) Wir sind nicht Sicherheitsweltmeister, sondern wir haben eine Phase der höchsten Kriminalität, die bekämpft werden muss. Auch hier stehen wir vom BZÖ zur Verfügung, Maßnahmen einzuführen, um diese Kriminalität zu bekämpfen.
Abg. Strache: Er war nicht der Erste in Österreich!
Daher, gehen Sie den Weg mit uns mit, den wir – nicht reden, sondern handeln! – auch in Kärnten durchsetzen! Der Kärntner Landeshauptmann war der Erste (Abg. Strache: Er war nicht der Erste in Österreich!), der gesagt hat: In meinem Bundesland wird es
Beifall beim BZÖ.
keine Moscheen und Minarette geben, weil ich es über die Bauordnung nicht zulassen werde. – Das ist in Ordnung, und das unterstützen wir auch. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Der Landeshauptmann kann das selbst machen!
Das ist im Wesentlichen auch der Antrag (Abg. Strache: Der Landeshauptmann kann das selbst machen!), der in Spittal beschlossen worden ist. Das ist der Antrag, den der Kärntner Landeshauptmann
Abg. Öllinger: Jessas, „Hand aufs Herz“!
Aber Hand aufs Herz, Herr Kollege Cap (Abg. Öllinger: Jessas, „Hand aufs Herz“!), Hand aufs Herz aber auch ÖVP – zur Diskussion um Minarette und Moscheen –: Was wäre in diesem Land eigentlich los gewesen – medial, und auch von Ihnen, von den Grünen –, wenn ein Politiker von den Freiheitlichen oder des BZÖ das Wort „artfremd“ für Minarette und Moscheen in den Mund genommen hätte? (Beifall bei Abgeordneten des BZÖ.) Was wäre in diesem Land los gewesen? Was wäre für eine Empörung gewesen? – Nein, ein schwarzer Landeshauptmann war es! Der darf alles in diesem Land!
Beifall bei Abgeordneten des BZÖ.
Aber Hand aufs Herz, Herr Kollege Cap (Abg. Öllinger: Jessas, „Hand aufs Herz“!), Hand aufs Herz aber auch ÖVP – zur Diskussion um Minarette und Moscheen –: Was wäre in diesem Land eigentlich los gewesen – medial, und auch von Ihnen, von den Grünen –, wenn ein Politiker von den Freiheitlichen oder des BZÖ das Wort „artfremd“ für Minarette und Moscheen in den Mund genommen hätte? (Beifall bei Abgeordneten des BZÖ.) Was wäre in diesem Land los gewesen? Was wäre für eine Empörung gewesen? – Nein, ein schwarzer Landeshauptmann war es! Der darf alles in diesem Land!
Abg. Strache: Was ist in der Brigittenau passiert?
Ich sage Ihnen ganz klar, was in der Brigittenau passiert ist (Abg. Strache: Was ist in der Brigittenau passiert?): Da waren sehr viele redliche Bürger, die Sorge gehabt
Zwischenruf des Abg. Strache.
haben um ihr Umfeld, weil sie Angst gehabt haben um Parkplätze, weil sie Angst gehabt haben um die Hygiene, weil sie Angst gehabt haben wegen Lärmbelästigung. Aber da waren auch andere, und das wissen Sie ganz genau, ganz andere. Da war auch die glatzköpfige Neonazi-Partie dort, und da hat mir das Wort des Herrn Kollegen Cap gefehlt. (Zwischenruf des Abg. Strache.)
Beifall beim BZÖ.
Ich sage Ihnen etwas: Der Rechtsradikalismus und der Linksradikalismus, das heißt, der politische Radikalismus ist um keinen Deut besser als der religiöse Fanatismus und wird daher auch von uns abgelehnt, Herr Kollege Strache! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Strache und Öllinger.
Das, glaube ich, sollte auch common sense in unserem Land sein. Wer glaubhaft und verantwortungsvoll Kritik üben will an anderen Kulturen, an anderen Religionen, der kann das nur, Herr Kollege Strache, wenn er am rechten Rand sauber ist, und im Übrigen auch am linken, Kollegen von den Grünen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Strache und Öllinger.) Am rechten und linken Rand sauber sein, dann kann man verantwortungsvoll und glaubwürdig Kritik üben. Aber man kann nicht religiösen Fanatismus kritisieren und auf der anderen Seite Rechtsextremismus zulassen. Da sind wir dagegen. Das lehnen wir entschieden ab.
Abg. Strache: Sie noch nicht vor 20 Jahren!
Daher würden wir Ihnen vorschlagen, mehr zu handeln und weniger zu reden. Auch dieser Antrag ist ein sehr dünnes Papier; mich wundert das eigentlich auch sehr. Wir haben, wenn Sie schon von 20 Jahre früher sprechen, immer Anträge, Entschließungsanträge, Dringliche Anträge eingebracht, die noch ein Substrat hatten. (Abg. Strache: Sie noch nicht vor 20 Jahren!) Dieses eineinhalbseitige Papier hat ja eigentlich überhaupt nichts drin, und das ist auch der Punkt. Sie reden nur, können es aber nicht umsetzen. (Abg. Strache: Aber Sie setzen es mit 2 Prozent um? – Dass man mit 2 Prozent etwas umsetzen kann!?) Wir reden nicht, sondern wir handeln, wie wir das in Kärnten gezeigt haben. Wir setzen es in Kärnten um. Das ist ein gutes Beispiel, wo es auch funktionieren kann.
Abg. Strache: Aber Sie setzen es mit 2 Prozent um? – Dass man mit 2 Prozent etwas umsetzen kann!?
Daher würden wir Ihnen vorschlagen, mehr zu handeln und weniger zu reden. Auch dieser Antrag ist ein sehr dünnes Papier; mich wundert das eigentlich auch sehr. Wir haben, wenn Sie schon von 20 Jahre früher sprechen, immer Anträge, Entschließungsanträge, Dringliche Anträge eingebracht, die noch ein Substrat hatten. (Abg. Strache: Sie noch nicht vor 20 Jahren!) Dieses eineinhalbseitige Papier hat ja eigentlich überhaupt nichts drin, und das ist auch der Punkt. Sie reden nur, können es aber nicht umsetzen. (Abg. Strache: Aber Sie setzen es mit 2 Prozent um? – Dass man mit 2 Prozent etwas umsetzen kann!?) Wir reden nicht, sondern wir handeln, wie wir das in Kärnten gezeigt haben. Wir setzen es in Kärnten um. Das ist ein gutes Beispiel, wo es auch funktionieren kann.
Abg. Strache: Deshalb seid ihr ja auch für den Türkei-Beitritt!
Da sind wir dagegen, und deswegen bringen wir heute viele Initiativanträge und andere Anträge ein, damit wir eine entsprechende Lösung finden, nämlich eine Lösung einerseits im Kampf gegen den Terrorismus – eine eigene Sonderkommission wäre da angebracht, Herr Innenminister –, im Kampf gegen den Islam eine 24-Stunden-Überwachung und, jawohl, auch verstärkte Online-Überwachungen. Wir stehen dazu. Die sind notwendig, weil mittlerweile im Internet bereits Software verbreitet wird, die nicht entschlüsselbar sein soll auf islamistische Art und Weise. Der Herr Innenminister kennt sie bereits. Daher bin ich auch dafür, dass „Trojaner“ eingesetzt werden. (Abg. Strache: Deshalb seid ihr ja auch für den Türkei-Beitritt!) Ich zeige es Ihnen dann. Kollege Pilz – vielleicht ist er einer der Autoren solcher Software – lacht darüber. Die muss bekämpft werden. Ich kann nicht auf der einen Seite mehr Sicherheit verlangen und sagen: Wir haben ein Schutzbedürfnis!, und auf der anderen Seite keine Sicherheit zulassen und der Exekutive nicht bessere Instrumente in die Hand geben.
Beifall beim BZÖ.
Wir wollen diese Kontrolle auch des Religionsunterrichts; sie ist ein Gebot der Stunde. Sie ist dringend notwendig, weil wir die Beispiele der Hassprediger im Religionsunterricht kennen. Diese Maßnahmen, glaube ich, sind dafür geeignet, eine unaufgeregte, aber offene und gute Diskussion zu führen, wie wir auf der einen Seite Integration leisten und auf der anderen Seite den Terror bekämpfen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Frau Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es war eine sehr interessante Sache, diese Debatte zu beobachten, vom Herrn Minister abwärts zu den weiteren Rednern. Ich habe den Eindruck gehabt, weil so viele politische Schlangenmenschen heute hier unterwegs sind, dass ich vielleicht im Österreichischen Nationalzirkus bin, aber mit Sicherheit nicht im österreichischen Nationalrat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Kößl: Das ist eine bedenkliche Aussage!
Lassen Sie mich beim Herrn Bundesminister Platter beginnen, der ja von seiner Profession her ein echter Landgendarm ist, also einen sehr ehrenvollen, wichtigen Beruf ausübte, nur: Das für mich Seltsame bei seiner Darstellung der österreichischen Sicherheitspolitik war, dass er ganz etwas anderes als der Rest der Gendarmen, der in Österreich unterwegs ist, sagt. Jetzt gibt es in der Berufswelt so etwas wie das Prinzip der Rotation. Herr Minister, vielleicht wäre es einmal möglich, dass Sie Ihren Sessel freimachen für einen der vielen Gendarmen in Österreich, die noch eine wirklichkeitsgetreue Darstellung der österreichischen Sicherheitsproblematik haben, denn das, was Sie hier verzapfen, ist mit Sicherheit nicht ein reales Abbild der Situation in Österreich! (Abg. Kößl: Das ist eine bedenkliche Aussage!)
Abg. Dr. Graf: Dort wäre es eh einfach!
Zu Herrn Klubobmann Cap muss man sagen: Das war sehr interessant, was Sie da heute gesagt haben. So einfach kommen Sie mir allerdings nicht davon, weil Sie ein bisschen das blaue Parteiprogramm studiert haben, sich da inhaltlich angenähert haben. Ich weiß, es ist nicht einfach, das mit der Politik der SPÖ in den Sektionen zu verteidigen. Ich werde im Detail noch darauf zurückkommen. (Abg. Dr. Graf: Dort wäre es eh einfach!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zu Herrn ÖVP-Mandatar Missethon, der jetzt nicht da ist und wirklich üble „Missetöne“ heute von sich gegeben hat: Das muss man schon sagen, die ÖVP ist eine Allerweltspartei, die auf der einen Seite – wie er – nach einem Zuwanderungsstopp ruft, auf der anderen Seite – wie der Herr Mitterlehner – nach einer weiteren Flut von Neuzuwanderern ruft, und einen Repräsentanten wie den Herrn ÖVP-Landeshauptmann Pröll hat, der mit der linken Hand vor „artfremden Bauwerken“ warnt und mit der rechten Hand einen Stempel nach dem anderen für eine Baugenehmigung einer neuen Moschee in Niederösterreich gibt. – Das ist genau die Scheinheiligkeit Ihrer Partei. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Zu Herrn Van der Bellen muss man sagen: Es ist schon irgendwo interessant und auch mühselig, dieses permanente grüne Moralin zu hören. Es ist schon schön und gut, dass Sie andere Kulturen achten, das tun wir auch. Nur, Ihre verkrampfte Beziehung zur eigenen Kultur ist schon etwas sehr Hinterfragenswertes. Alle anderen Kulturen sind gut, nur die eigene ist schlecht. Das ist auch eine Politik, die dazu führt, dass Sie bei den Wählern immer weniger Stimmen haben und wir mittlerweile solide auf Platz drei gelandet sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Kärntner Sonne!
Zu Herrn Westenthaler, wobei ich es mir verkneifen möchte, inhaltlich auf diese ganzen Geschichten einzugehen, will ich nur sagen: Es ist gut, dass er nach einer Abschaffung der Parlamentsferien ruft. Er ist dem Augenschein nach von allen Mandataren derjenige mit der meisten Sonnenbräune im Gesicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Kärntner Sonne!) Politik besteht nicht nur darin, hier Sitzungen abzuhalten, man könnte auch zu Bürgern gehen, man könnte auf die Straße gehen, man könnte sich der Probleme annehmen. Das täte Ihnen nicht einmal schlecht, vielleicht kommen Sie auf 2,5 Prozent. Das wäre vielleicht ein bisschen Motivation für Ihre Reihen.
Ruf bei der ÖVP: Wo wart ihr?
Faktum ist, dass Sie, Rot und Schwarz und auch Orange, über Jahre und Jahrzehnte hinweg Massen von Zuwanderer in unser Land hereingeholt und damit Tür und Tor geöffnet haben, dass fremde Kulturen und auch Terror und Terrorismus in diese Nation, in Österreich Einzug halten konnten. (Ruf bei der ÖVP: Wo wart ihr?) Wenn ich heute Terrorist wäre, würde ich mir wahrscheinlich Österreich als Ziel aussuchen. Es ist wahnsinnig gemütlich. Bekomme ich keinen Einwanderungsbescheid, bekomme ich mit Sicherheit irgendein Asylverfahren, mit dem ich jahrelang hier ausharren kann. Wenn ich dann aktiv bin und meine Sozialleistungen von der Wohnung bis zu sonstigen Vergünstigungen erhalten habe, von der Polizei vielleicht observiert werde, dann gehe ich einmal zu den Grünen oder vielleicht zu den Roten und rege mich unheimlich auf, wie fremdenfeindlich diese Republik ist. Ich bin überzeugt, die Exekutive wird abgezogen. Dann, wenn wirklich etwas passiert ist, wie bei den dreien, die verhaftet wurden ... Das ist überhaupt das Allerschönste: vom Minister abwärts wird überall verharmlost, es ist überhaupt nichts los, es gibt keine Probleme.
Abg. Dr. Graf: 37!
30 Mitglieder? (Abg. Dr. Graf: 37!) – Aha, in Ordnung. Da sieht man also durchaus, dass eine kleine Zahl an Terroristen einen gewaltigen Blutzoll nach sich ziehen kann.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Höherwertigkeit der Kultur, na super!
Das ist ein Schlüsselgedanke, nämlich die Erkenntnis eines führenden Sozialdemokraten, dass unsere Kultur eine höher zu bewertende ist als vielleicht andere. Und dieses Denken hätte ich gern irgendwann hier wieder als Grundkonsens verankert. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Höherwertigkeit der Kultur, na super!) Es war einmal der Fall, dass uns wir Österreicher mit Stolz auf unsere Kultur besonnen, Österreich verteidigt und Patriotismus gelebt haben. – Heute aber, unter Ihrer Federführung, mit kräftiger Unterstützung der Grünen, erleben wir in Österreich eine genau gegenteilige Entwicklung.
Abg. Strache: Er braucht „Trojaner“, um das festzustellen und tätig zu werden! Bis heute ist nichts passiert!
Kennen Sie das, Herr Minister Platter? (Abg. Strache: Er braucht „Trojaner“, um das festzustellen und tätig zu werden! Bis heute ist nichts passiert!) – Er braucht „Trojaner“; vielleicht kann ihm irgendein elektronischer „Trojaner“ helfen, bei all dem, was hier passiert. Ich werde dem Herrn Minister das im Nachfeld geben und werde mich im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage danach erkundigen, welchen Fortgang das nimmt.
Beifall bei der FPÖ.
Es ist ein Skandal der Sonderklasse, dass diese Dinge quer durch Wien, quer durch Österreich passieren und die Regierung – von Innenminister Platter abwärts – nicht nur zuschaut, sondern geradezu einen Bewerb mit den Mandataren von Rot und Schwarz zu machen scheint, wer länger und tiefer den Kopf in den Sand stecken kann! Es ist eine Schande, wie in Österreich Politik betrieben wird! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Der Österreicher lebt nicht so, wie uns der Herr Bundesminister mit seiner – nachjustierten – Statistik glauben machen will. Faktum ist: Wir wollen und können uns nicht daran messen, dass irgendein anderer Staat eine noch viel schlechtere Politik als Österreich macht. Die Österreicher haben ein Recht darauf, dass die Sicherheit in unserem Staate gewährleistet ist, dass die Sicherheit, und zwar mit möglichst vielen Exekutivbeamten, quer durch Österreich sichergestellt ist! Aber so ein Minister und so eine Politik der Koalitionsparteien ist mit Sicherheit nicht das taugliche Instrument dafür. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das gilt natürlich auch ganz besonders für jene Fragen, die bereits angesprochen wurden, so etwa im Zusammenhang mit den Frauenrechten. Wir wissen, dass vieles, was in manchen islamischen Kreisen getan und gesagt wird, nicht auf den Islam zurückzuführen ist, sondern auf veraltete Traditionen aus Gesellschaften, die nicht unsere Entwicklung hatten, was die Gleichberechtigung der Frauen anlangt. Was wir einfordern müssen, ist, dass Frauengleichberechtigung für alle gilt und in Österreich von allen zu befolgen ist: nicht nur von den Moslems, sondern von der gesamten Bevölkerung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nur einen Satz noch zu manchen Abgeordneten der ÖVP aus anderen Bundesländern, die immer wieder versuchen, Wien schlechtzumachen: In Wien wird seit langem eine sehr gute Integrationspolitik betrieben. Dass die Situation in Wien eine andere ist als in anderen großen Städten, kann sich jeder ansehen, davon kann sich jeder überzeugen, der auch nur ein bisschen herumkommt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Ayaan Hirsi Ali klagt uns da an, wo wir unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit eine Entrechtung von Frauen de facto unterstützen. Herr Kollege Cap, Sie müssen sehr gut aufpassen, wenn Sie sagen, es kann jeder seine Religion leben, wie er will! Aber wenn in einer Religion – das merke ich in Gesprächen mit muslimischen Frauen – nach wie vor und noch immer und sehr grundsätzlich eine Unterdrückung und Unterordnung der Frau und eine Bevorrechtung des Pater familias – wie sie auch bei uns früher und auch im Zusammenhang mit der Religion gelebt wurde – gelebt und dogmatisch gelehrt wird, dann müssen wir hier zur Wahrung von Menschenrechten, dem Selbstbestimmungsrecht der Frauen, auch in Unterrichtsinhalte hineingehen und können nicht sagen: Was immer da gelehrt wird, ist uns egal! (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Abg. Mag. Brigid Weinzinger: ... Abschiebung ... christliche Nächstenliebe?
Ich erinnere daran, wie wir vor zwei Jahren beschlossen haben, dass Menschen, die hier in Österreich eingebürgert werden sollen, Deutsch lernen müssen. Wir haben das nicht beschlossen, weil wir Unmenschen sind. Wir sind, und wir bekennen uns dazu, in der Österreichischen Volkspartei Christen. Wir bekennen uns zu christlicher Nächstenliebe. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: ... Abschiebung ... christliche Nächstenliebe?) Wir bekennen uns dazu, dass Menschen, die auf der Welt verfolgt werden, bei uns Asyl finden. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Einen Aufenthaltstitel ... geben Sie ihr nicht!)
Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Einen Aufenthaltstitel ... geben Sie ihr nicht!
Ich erinnere daran, wie wir vor zwei Jahren beschlossen haben, dass Menschen, die hier in Österreich eingebürgert werden sollen, Deutsch lernen müssen. Wir haben das nicht beschlossen, weil wir Unmenschen sind. Wir sind, und wir bekennen uns dazu, in der Österreichischen Volkspartei Christen. Wir bekennen uns zu christlicher Nächstenliebe. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: ... Abschiebung ... christliche Nächstenliebe?) Wir bekennen uns dazu, dass Menschen, die auf der Welt verfolgt werden, bei uns Asyl finden. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Einen Aufenthaltstitel ... geben Sie ihr nicht!)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall der Abgeordneten Dolinschek und Dr. Fichtenbauer.
Zur Wahrung der Würde der Frauen und zur Wahrung der Selbstbestimmung, der Freiheit von Frauen fordere ich, dass wir in diesem Land Instrumente schaffen – ohne falsch verstandene Religionsfreiheit –, durch die wir diesen Frauen zu einem selbstbestimmten Leben verhelfen, ohne sie völlig falsch und unter falscher Liberalität, unter Berufung auf eine multikulturelle Gesellschaft im Mittelalter zurückzulassen – denn auch wir haben lernen müssen, nicht mehr so leben zu wollen wie unsere Urgroß- und Ururgroßmütter. Und das wollen wir im Sinne der Integration auch den Frauen mit einem muslimischen Hintergrund in Österreich ermöglichen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall der Abgeordneten Dolinschek und Dr. Fichtenbauer.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Cap: Kann man auf die Frau Hakl eingehen?
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Minister! Hohes Haus! Wenn das Thema nicht so ernst und dramatisch wäre, könnte man ja durchaus eine unterhaltsame Stunde, fast zwei Stunden verbracht haben. Immerhin stellt sich ausgerechnet der FPÖ-Obmann Strache, der für einen Wahlkampf jenseits jeglichen politischen Anstandes und voller Hetze verantwortlich zeichnet, hier her und warnt – ausgerechnet er! – vor „Hasspredigern“ und „Radikalisierung“. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Cap: Kann man auf die Frau Hakl eingehen?)
Abg. Strache – auf die Rednerin weisend –: Eine Strache-Phobie!
Ausgerechnet FPÖ-Obmann Strache stellt sich her und fordert die Abgrenzung von totalitären Systemen und Faschismus – er sagt dazu: „des 21. Jahrhunderts“, denn mit jenem des 20. Jahrhunderts hat er nachweislich ein Problem; ich darf Ihnen ja von Gerichts wegen offiziell die Nähe zu NS-Gedankengut unterstellen. Da ist die Abgrenzung bei Weitem nicht so deutlich ausgefallen. (Abg. Strache – auf die Rednerin weisend –: Eine Strache-Phobie!)
Abg. Mayerhofer: Geh, geh, geh!
Und dann stellen Sie von der FPÖ sich her und sagen, wer integrationswillig ist und wer unsere Werte einhält, und definieren dann, was für Sie die Werte sind. Diese erfülle doch nicht einmal ich! Wollen Sie mich deportieren? (Abg. Mayerhofer: Geh, geh, geh!) Was wäre Ihr Vorschlag? Wie wollen Sie denn das handhaben?
Abg. Mag. Hakl: ... andere Partei!
Ganz besonders pikant wird es dann, wenn ausgerechnet Sie sich für die Freiheit der Frau stark machen. Ich meine, wo sind denn allein bei Ihnen schon Frauen? Wo ist denn Ihr großes Engagement für den Schutz von Frauen in unterschiedlichen ... (Abg. Mag. Hakl: ... andere Partei!) – Auf Sie komme ich dann gleich noch zu sprechen, Frau Abgeordnete Hakl, keine Sorge. Aber dass Sie bei der FPÖ aufzeigen, ist ja bezeichnend genug. Das war durchaus stimmig. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ganz besonders pikant wird es dann, wenn ausgerechnet Sie sich für die Freiheit der Frau stark machen. Ich meine, wo sind denn allein bei Ihnen schon Frauen? Wo ist denn Ihr großes Engagement für den Schutz von Frauen in unterschiedlichen ... (Abg. Mag. Hakl: ... andere Partei!) – Auf Sie komme ich dann gleich noch zu sprechen, Frau Abgeordnete Hakl, keine Sorge. Aber dass Sie bei der FPÖ aufzeigen, ist ja bezeichnend genug. Das war durchaus stimmig. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Das hat aber nicht gestimmt!
Wo, Herr Klubobmann Strache – nein, Sie waren damals nicht im Parlament, aber: Wo, meine Damen und Herren von FPÖ und BZÖ, war denn Ihr großer Protest, als ein ÖVP-Mandatar dieses Hauses, der hier das Mandat behielt, polizeilich belangt wurde wegen Gewalt gegen seine Ehefrau? (Ruf bei der ÖVP: Das hat aber nicht gestimmt!) Wo war denn da Ihr Schutz der Frau vor Unterdrückung und Gewalt? Wo ist Ihr Schutz der Frau dann, wenn es tatsächlich um geschlechtsspezifische Verfolgung geht? Wird es als Asylgrund offiziell anerkannt? – Nein, natürlich nicht! Da könnten ja alle kommen und Schutz haben wollen! (Abg. Strache: Wo ist Ihr Schutz für Asylwerberinnen, die in
Abg. Mag. Hakl: ...! Wir haben sie!
Wien als Prostituierte arbeiten müssen?) – Ich könnte jetzt jede Menge Beispiele aufführen, gerade in Ihre Richtung, Frau Kollegin Hakl: Wo bleibt denn die Unterstützung für Frauen, wenn man zum Beispiel nicht einmal Notschlafstellen hat, wenn in Ihrer Partei diskutiert wird, ... (Abg. Mag. Hakl: ...! Wir haben sie!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ja, natürlich, in Tirol gibt es ja so viele Notschlafstellen für von Frauenhandel betroffene Frauen und für von Zwangsehe betroffene Frauen! – Frau Kollegin Hakl, ein bisschen mehr Seriosität in der Argumentation wäre angebracht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Es geht um die Rechte der Frauen in Österreich!
Und gerade in Ihrer Fraktion wird immer argumentiert, man kann zum Beispiel Opfern von Frauenhandel hier keinen Aufenthaltstitel geben, denn sonst lassen sich ja alle als Opfer von Frauenhandel hereinschleppen, nur um den Aufenthaltstitel zu bekommen! – So zynisch und menschenverachtend argumentieren Sie dann, wenn nicht hier gerade die schönen Sonntagsreden zur Freiheit der Frau fällig sind. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Es geht um die Rechte der Frauen in Österreich!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Die zuerst ihre Identität nicht preisgeben, falsche Angaben machen! Wollen Sie diese Leute verteidigen? Haben Sie eine Ahnung von der Praxis?
Herr Minister Platter, Ihnen fällt zum Thema Integration und Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft in Österreich nur ein: a) Sicherheit, b) weniger Asylanträge, c) „das ist gut so“. Und das einzige Problem ist der „Rucksack“. Der „Rucksack“, das sind – ausgedeutscht – all jene Menschen, die seit langen Jahren in Österreich darauf warten, dass es endlich eine Entscheidung gibt, ob sie mit Asylstatus hier bleiben dürfen oder nicht. Das ist ein „Rucksack“ für den Minister. Das sagt ohnehin schon alles. (Abg. Dr. Haimbuchner: Die zuerst ihre Identität nicht preisgeben, falsche Angaben machen! Wollen Sie diese Leute verteidigen? Haben Sie eine Ahnung von der Praxis?)
Abg. Scheibner: Fällt Ihnen sonst nichts ein zu diesem Thema?
Das Einzige, wo ich den Kritikpunkten zustimme, ist, dass die Integrationspolitik dieses Ministers und seiner Vorgänger völlig gescheitert ist, nämlich weil sie erst gar nicht betrieben wurde – wenn ich einen Innenminister habe, dem zum Thema Integration gerade noch einmal einfällt: „scheinintegriert“, wenn ich mir seine Parteikolleginnen und -kollegen anhöre, die unter „Menschlichkeit“ verstehen, dass tagtäglich integrierte Familien, Frauen und Kinder abgeschoben werden! (Abg. Scheibner: Fällt Ihnen sonst nichts ein zu diesem Thema?) So wie gestern: Steirische Familie mit acht Kindern abgeschoben! (Abg. Strache: Dann haben sie halt die Gesetze wahrscheinlich nicht eingehalten! Es gibt Gesetze, und die muss man halt einhalten!) – Ich könnte jede Menge Beispiele bringen. Und Ihnen fällt ein: „scheinintegriert“, und: Es ist gut, dass immer weniger Leute hier leben.
Abg. Strache: Dann haben sie halt die Gesetze wahrscheinlich nicht eingehalten! Es gibt Gesetze, und die muss man halt einhalten!
Das Einzige, wo ich den Kritikpunkten zustimme, ist, dass die Integrationspolitik dieses Ministers und seiner Vorgänger völlig gescheitert ist, nämlich weil sie erst gar nicht betrieben wurde – wenn ich einen Innenminister habe, dem zum Thema Integration gerade noch einmal einfällt: „scheinintegriert“, wenn ich mir seine Parteikolleginnen und -kollegen anhöre, die unter „Menschlichkeit“ verstehen, dass tagtäglich integrierte Familien, Frauen und Kinder abgeschoben werden! (Abg. Scheibner: Fällt Ihnen sonst nichts ein zu diesem Thema?) So wie gestern: Steirische Familie mit acht Kindern abgeschoben! (Abg. Strache: Dann haben sie halt die Gesetze wahrscheinlich nicht eingehalten! Es gibt Gesetze, und die muss man halt einhalten!) – Ich könnte jede Menge Beispiele bringen. Und Ihnen fällt ein: „scheinintegriert“, und: Es ist gut, dass immer weniger Leute hier leben.
Abg. Strache: Die Multi-Kulti-Phantasien der Grünen, die offensichtlich nicht zur Kenntnis nehmen wollen, dass das Projekt gescheitert ist!
Das Problem ist, dass unser Innenminister dazu offensichtlich erstens nicht bereit ist – das hat er heute mehr als eindeutig dokumentiert; ihm fällt nur „Sicherheit“ ein (Abg. Strache: Die Multi-Kulti-Phantasien der Grünen, die offensichtlich nicht zur Kenntnis nehmen wollen, dass das Projekt gescheitert ist!) – und zweitens politisch dazu offenbar nicht imstande oder grob unbegabt ist, wenn ich mir anschaue, was er bislang an Bilanz vorzulegen hat. Allein für ein Formular für die einheitlichen Kriterien für den
Ruf bei der ÖVP: Das ist ja lächerlich!
Das ist ein Umgang mit Kriterien und mit humanitärem Aufenthalt, der eine deutliche Sprache spricht: Noch nicht einmal ein Formular bringt der Herr Minister zustande (Ruf bei der ÖVP: Das ist ja lächerlich!), geschweige denn Integration! Daher kann ich nur sagen: Weg mit den Integrationsagenden von diesem Ministerium, es ist der falsche Ort, und weg von diesem Minister, er ist der falsche Mann für den Job! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Was ist jetzt mit der Rolle der Frau?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Was ist jetzt mit der Rolle der Frau?
Das ist ein Umgang mit Kriterien und mit humanitärem Aufenthalt, der eine deutliche Sprache spricht: Noch nicht einmal ein Formular bringt der Herr Minister zustande (Ruf bei der ÖVP: Das ist ja lächerlich!), geschweige denn Integration! Daher kann ich nur sagen: Weg mit den Integrationsagenden von diesem Ministerium, es ist der falsche Ort, und weg von diesem Minister, er ist der falsche Mann für den Job! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Was ist jetzt mit der Rolle der Frau?)
Abg. Strache: Wo sind Sie bei den Tausenden Asylwerberinnen, die heute auf den Straßenstrich geschickt werden in Wien, die gezwungen werden von den Schlepperbanden? Wo treten Sie dagegen auf?
Was wir brauchen, ist ein Staatssekretariat für Integrations- und Migrationsfragen, das tatsächlich einen umfassenden Anspruch erfüllen kann: wo Zuwanderungsregelungen stattfinden können, wo der aufenthaltsrechtliche Status zusammengeführt wird – Frau Kollegin Hakl, wo ist denn Ihre Unterstützung für all jene Frauen, die keinen eigenständigen Aufenthaltstitel haben?; den hat nur der Mann; wann ändern wir das endlich?; das fordern wir seit Jahren, das können Sie sofort unterstützen! (Abg. Strache: Wo sind Sie bei den Tausenden Asylwerberinnen, die heute auf den Straßenstrich geschickt werden in Wien, die gezwungen werden von den Schlepperbanden? Wo treten Sie dagegen auf?) –, wo Bildung, interkulturelle Begegnungen und Lernen zusammengeführt werden, wo Integration wahr gemacht und gelebt wird (Abg. Dr. Graf: Haben Sie einen Vorschlag, wer dieses Staatssekretariat führen könnte?) und wo man auch ein Bleiberecht für integrierte Personen sinnvoll verankern kann – und zwar integriert nicht nach einer Wunschdefinition, wie sie vielleicht in den blauen Köpfen herumgeistert: „muss jedenfalls dreimal die Woche eine Lederhose tragen“, oder keine Ahnung, was Ihr Begriff von Integration ist, sondern nach einer, die wahr macht, dass unterschiedliche Kulturen in Österreich so wie in der Vergangenheit auch heute gut zusammenleben können. Das braucht aber aktive Integrationspolitik, und die fehlt heute! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Dr. Graf: Haben Sie einen Vorschlag, wer dieses Staatssekretariat führen könnte?
Was wir brauchen, ist ein Staatssekretariat für Integrations- und Migrationsfragen, das tatsächlich einen umfassenden Anspruch erfüllen kann: wo Zuwanderungsregelungen stattfinden können, wo der aufenthaltsrechtliche Status zusammengeführt wird – Frau Kollegin Hakl, wo ist denn Ihre Unterstützung für all jene Frauen, die keinen eigenständigen Aufenthaltstitel haben?; den hat nur der Mann; wann ändern wir das endlich?; das fordern wir seit Jahren, das können Sie sofort unterstützen! (Abg. Strache: Wo sind Sie bei den Tausenden Asylwerberinnen, die heute auf den Straßenstrich geschickt werden in Wien, die gezwungen werden von den Schlepperbanden? Wo treten Sie dagegen auf?) –, wo Bildung, interkulturelle Begegnungen und Lernen zusammengeführt werden, wo Integration wahr gemacht und gelebt wird (Abg. Dr. Graf: Haben Sie einen Vorschlag, wer dieses Staatssekretariat führen könnte?) und wo man auch ein Bleiberecht für integrierte Personen sinnvoll verankern kann – und zwar integriert nicht nach einer Wunschdefinition, wie sie vielleicht in den blauen Köpfen herumgeistert: „muss jedenfalls dreimal die Woche eine Lederhose tragen“, oder keine Ahnung, was Ihr Begriff von Integration ist, sondern nach einer, die wahr macht, dass unterschiedliche Kulturen in Österreich so wie in der Vergangenheit auch heute gut zusammenleben können. Das braucht aber aktive Integrationspolitik, und die fehlt heute! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Heinisch-Hosek.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Heinisch-Hosek.
Was wir brauchen, ist ein Staatssekretariat für Integrations- und Migrationsfragen, das tatsächlich einen umfassenden Anspruch erfüllen kann: wo Zuwanderungsregelungen stattfinden können, wo der aufenthaltsrechtliche Status zusammengeführt wird – Frau Kollegin Hakl, wo ist denn Ihre Unterstützung für all jene Frauen, die keinen eigenständigen Aufenthaltstitel haben?; den hat nur der Mann; wann ändern wir das endlich?; das fordern wir seit Jahren, das können Sie sofort unterstützen! (Abg. Strache: Wo sind Sie bei den Tausenden Asylwerberinnen, die heute auf den Straßenstrich geschickt werden in Wien, die gezwungen werden von den Schlepperbanden? Wo treten Sie dagegen auf?) –, wo Bildung, interkulturelle Begegnungen und Lernen zusammengeführt werden, wo Integration wahr gemacht und gelebt wird (Abg. Dr. Graf: Haben Sie einen Vorschlag, wer dieses Staatssekretariat führen könnte?) und wo man auch ein Bleiberecht für integrierte Personen sinnvoll verankern kann – und zwar integriert nicht nach einer Wunschdefinition, wie sie vielleicht in den blauen Köpfen herumgeistert: „muss jedenfalls dreimal die Woche eine Lederhose tragen“, oder keine Ahnung, was Ihr Begriff von Integration ist, sondern nach einer, die wahr macht, dass unterschiedliche Kulturen in Österreich so wie in der Vergangenheit auch heute gut zusammenleben können. Das braucht aber aktive Integrationspolitik, und die fehlt heute! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Heinisch-Hosek.)
Ruf bei der ÖVP: Genau!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Das war jetzt wieder ein schönes Beispiel bei den Grünen, wie man die Augen vor der Realität verschließt. (Ruf bei der ÖVP: Genau!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Und die Sie alle so integriert haben!
Frau Kollegin und auch Klubobmann Van der Bellen! Es ist schon in Ordnung, dass man über mangelnde Integration und über Zuwanderung und alles Mögliche und über Ihre Einzelfälle bei den Asylwerbern diskutiert – dazu haben Sie hundertmal Gelegenheit hier im Hohen Haus –, heute geht es aber um etwas anderes: Es gibt aktuelle Fälle – ich komme schon noch zu dieser Merkwürdigkeit der Sicherheitsdiskussion in Österreich –, wo man gesehen hat, dass hier in Österreich Aufhältige – jene Leute, die Sie alle so unterstützen (Abg. Dr. Haimbuchner: Und die Sie alle so integriert haben!) – plötzlich zu einer Gefahr für den Staat und für die Bevölkerung werden, terroristischen Hintergrund.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Nein, nur vor dem BZÖ!
verschließen nach wie vor Ihre grünen Äuglein vor der Realität! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Nein, nur vor dem BZÖ!)
die Abgeordneten Dr. Graf und Ing. Westenthaler: „Das Boot ist voll!“
Das verstehe ich nicht: Sie sitzen hier im Parlament und sollten die Anliegen der Menschen hier entsprechend berücksichtigen – und nicht nach wie vor Ihre multikulturellen Phantasien umsetzen. Diesen hat wenigstens Kollege Cap abgeschworen, wenn ich das heute richtig verstanden habe – leider ein bisschen spät. Außer in Wahlkämpfen, ich kann mich noch gut erinnern: „Hernals den Hernalsern!“, in den neunziger Jahren (die Abgeordneten Dr. Graf und Ing. Westenthaler: „Das Boot ist voll!“), „Das Boot ist voll!“, an den Grenzen und so; das waren in den Wahlkämpfen kurze Schlenker des Kollegen Cap in die Realität.
Abg. Strache: Die, die die Neutralität abbauen wollen, machen uns zum Ziel!
Jetzt noch eine kleine Replik zu der Diskussion, die wir im Sommer gehabt haben – das ist auch so typisch für Österreich: Wenn einmal längere Zeit gerade nichts passiert, dann – da kenne ich Sie alle, wie Sie hier so sitzen – haben wir hier eine schöne Neutralitätsdiskussion, und es heißt: In Österreich kann doch so etwas nicht sein! Die Terroristen, die sollen in London ... (Abg. Strache: Die, die die Neutralität abbauen wollen, machen uns zum Ziel!) – Ja, Herr Kollege Strache, Sie waren auch einer von denen: „Das geht uns alles nichts an“! (Abg. Strache: Sie machen uns zum Ziel!)
Abg. Strache: Sie machen uns zum Ziel!
Jetzt noch eine kleine Replik zu der Diskussion, die wir im Sommer gehabt haben – das ist auch so typisch für Österreich: Wenn einmal längere Zeit gerade nichts passiert, dann – da kenne ich Sie alle, wie Sie hier so sitzen – haben wir hier eine schöne Neutralitätsdiskussion, und es heißt: In Österreich kann doch so etwas nicht sein! Die Terroristen, die sollen in London ... (Abg. Strache: Die, die die Neutralität abbauen wollen, machen uns zum Ziel!) – Ja, Herr Kollege Strache, Sie waren auch einer von denen: „Das geht uns alles nichts an“! (Abg. Strache: Sie machen uns zum Ziel!)
Abg. Strache: Sie wollen die Neutralität abschaffen!
Ich mache überhaupt nichts zum Ziel. Ich frage Sie, Herr Kollege Strache, wenn Sie jetzt schon so lautstark hier Zwischenrufe machen (Abg. Strache: Sie wollen die Neutralität abschaffen!) – daran sieht man wieder das schlechte Gewissen auch beim Kollegen Strache. (Abg. Strache: Sie wollen die Neutralität abschaffen und machen uns zum Ziel des internationalen Terrors!) Ihr etwas schlampig formulierter Antrag zeigt dieses schlechte Gewissen, denn auf der einen Seite regen Sie sich – manchmal zu Recht, manchmal ein bisschen überbordend – über diese Gefahr auf, aber wenn es dann darum geht, unserer Exekutive die Mittel in die Hand zu geben (Abg. Strache: Dann sind wir da!) und dem Rechtsstaat die Mittel zu geben (Abg. Strache: Ausreichend Exekutivbeamte!), sich gegen diesen Terrorismus zur Wehr zu setzen, dann
Abg. Strache: Sie wollen die Neutralität abschaffen und machen uns zum Ziel des internationalen Terrors!
Ich mache überhaupt nichts zum Ziel. Ich frage Sie, Herr Kollege Strache, wenn Sie jetzt schon so lautstark hier Zwischenrufe machen (Abg. Strache: Sie wollen die Neutralität abschaffen!) – daran sieht man wieder das schlechte Gewissen auch beim Kollegen Strache. (Abg. Strache: Sie wollen die Neutralität abschaffen und machen uns zum Ziel des internationalen Terrors!) Ihr etwas schlampig formulierter Antrag zeigt dieses schlechte Gewissen, denn auf der einen Seite regen Sie sich – manchmal zu Recht, manchmal ein bisschen überbordend – über diese Gefahr auf, aber wenn es dann darum geht, unserer Exekutive die Mittel in die Hand zu geben (Abg. Strache: Dann sind wir da!) und dem Rechtsstaat die Mittel zu geben (Abg. Strache: Ausreichend Exekutivbeamte!), sich gegen diesen Terrorismus zur Wehr zu setzen, dann
Abg. Strache: Dann sind wir da!
Ich mache überhaupt nichts zum Ziel. Ich frage Sie, Herr Kollege Strache, wenn Sie jetzt schon so lautstark hier Zwischenrufe machen (Abg. Strache: Sie wollen die Neutralität abschaffen!) – daran sieht man wieder das schlechte Gewissen auch beim Kollegen Strache. (Abg. Strache: Sie wollen die Neutralität abschaffen und machen uns zum Ziel des internationalen Terrors!) Ihr etwas schlampig formulierter Antrag zeigt dieses schlechte Gewissen, denn auf der einen Seite regen Sie sich – manchmal zu Recht, manchmal ein bisschen überbordend – über diese Gefahr auf, aber wenn es dann darum geht, unserer Exekutive die Mittel in die Hand zu geben (Abg. Strache: Dann sind wir da!) und dem Rechtsstaat die Mittel zu geben (Abg. Strache: Ausreichend Exekutivbeamte!), sich gegen diesen Terrorismus zur Wehr zu setzen, dann
Abg. Strache: Ausreichend Exekutivbeamte!
Ich mache überhaupt nichts zum Ziel. Ich frage Sie, Herr Kollege Strache, wenn Sie jetzt schon so lautstark hier Zwischenrufe machen (Abg. Strache: Sie wollen die Neutralität abschaffen!) – daran sieht man wieder das schlechte Gewissen auch beim Kollegen Strache. (Abg. Strache: Sie wollen die Neutralität abschaffen und machen uns zum Ziel des internationalen Terrors!) Ihr etwas schlampig formulierter Antrag zeigt dieses schlechte Gewissen, denn auf der einen Seite regen Sie sich – manchmal zu Recht, manchmal ein bisschen überbordend – über diese Gefahr auf, aber wenn es dann darum geht, unserer Exekutive die Mittel in die Hand zu geben (Abg. Strache: Dann sind wir da!) und dem Rechtsstaat die Mittel zu geben (Abg. Strache: Ausreichend Exekutivbeamte!), sich gegen diesen Terrorismus zur Wehr zu setzen, dann
Abg. Strache: Da haben Sie eingespart!
haben Sie plötzlich Angst (Abg. Strache: Da haben Sie eingespart!), dann wollen Sie das nicht! (Beifall bei BZÖ und ÖVP. – Abg. Strache: 3 500 Exekutivbeamte haben Sie eingespart!)
Beifall bei BZÖ und ÖVP. – Abg. Strache: 3 500 Exekutivbeamte haben Sie eingespart!
haben Sie plötzlich Angst (Abg. Strache: Da haben Sie eingespart!), dann wollen Sie das nicht! (Beifall bei BZÖ und ÖVP. – Abg. Strache: 3 500 Exekutivbeamte haben Sie eingespart!)
Abg. Strache: Sie haben 3 500 Exekutivbeamte abgebaut!
Herr Kollege Strache, wovor haben Sie denn Angst? (Abg. Strache: Sie haben 3 500 Exekutivbeamte abgebaut!) Vor welchen Überwachungen der Exekutive haben Sie denn Angst, Herr Kollege Strache? (Abg. Strache: Sie haben die Lage der Exekutive verschlechtert in Österreich!) Warum wollen Sie nicht, dass man das Internet durchforstet gegen Radikale, gegen Terroristen? (Abg. Strache: Sie waren dabei beim Sicherheitsabbau! Sie waren der Sicherheitsabbauer in Österreich!)
Abg. Strache: Sie haben die Lage der Exekutive verschlechtert in Österreich!
Herr Kollege Strache, wovor haben Sie denn Angst? (Abg. Strache: Sie haben 3 500 Exekutivbeamte abgebaut!) Vor welchen Überwachungen der Exekutive haben Sie denn Angst, Herr Kollege Strache? (Abg. Strache: Sie haben die Lage der Exekutive verschlechtert in Österreich!) Warum wollen Sie nicht, dass man das Internet durchforstet gegen Radikale, gegen Terroristen? (Abg. Strache: Sie waren dabei beim Sicherheitsabbau! Sie waren der Sicherheitsabbauer in Österreich!)
Abg. Strache: Sie waren dabei beim Sicherheitsabbau! Sie waren der Sicherheitsabbauer in Österreich!
Herr Kollege Strache, wovor haben Sie denn Angst? (Abg. Strache: Sie haben 3 500 Exekutivbeamte abgebaut!) Vor welchen Überwachungen der Exekutive haben Sie denn Angst, Herr Kollege Strache? (Abg. Strache: Sie haben die Lage der Exekutive verschlechtert in Österreich!) Warum wollen Sie nicht, dass man das Internet durchforstet gegen Radikale, gegen Terroristen? (Abg. Strache: Sie waren dabei beim Sicherheitsabbau! Sie waren der Sicherheitsabbauer in Österreich!)
Abg. Strache: Neutralität abschaffen, und dann wundern, wenn der Terror entsteht!
Ich sage Ihnen ganz offen: Mir ist der Rechtsextremist genauso zuwider wie der Linksextremist, genauso zuwider wie der islamistische Terrorist. Ich möchte, dass die Exekutive gegen all diese Radikalen zu Felde zieht. (Abg. Strache: Neutralität abschaffen, und dann wundern, wenn der Terror entsteht!) Das wollen Sie vielleicht nicht, aber wir können ja fast täglich sehen, warum das so ist. Und ich sage Ihnen: Radikale, egal von welcher Seite, haben bei uns nichts verloren! (Abg. Dr. Graf: Der Jörg Haider sagt von sich selber, er ist gern radikal! – Das sag’ ich dem Jörg Haider!)
Abg. Dr. Graf: Der Jörg Haider sagt von sich selber, er ist gern radikal! – Das sag’ ich dem Jörg Haider!
Ich sage Ihnen ganz offen: Mir ist der Rechtsextremist genauso zuwider wie der Linksextremist, genauso zuwider wie der islamistische Terrorist. Ich möchte, dass die Exekutive gegen all diese Radikalen zu Felde zieht. (Abg. Strache: Neutralität abschaffen, und dann wundern, wenn der Terror entsteht!) Das wollen Sie vielleicht nicht, aber wir können ja fast täglich sehen, warum das so ist. Und ich sage Ihnen: Radikale, egal von welcher Seite, haben bei uns nichts verloren! (Abg. Dr. Graf: Der Jörg Haider sagt von sich selber, er ist gern radikal! – Das sag’ ich dem Jörg Haider!)
Beifall beim BZÖ.
Ich habe keine Angst vor dem Herrn Innenminister, ich habe keine Angst vor der Exekutive, ich habe keine Angst vor dem Rechtsstaat. Deshalb: Jeder, der gegen die Demokratie, jeder, der gegen den Rechtsstaat zu Felde zieht, soll auch mit der gesamten Härte des Rechtsstaates verfolgt werden. Wir als rechtschaffene Bürger haben keine Angst davor. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Neutralität abbauen, Grundrechte abbauen! Das ist Ihr Programm!
Da haben wir ein umfassendes ... (Abg. Strache: Neutralität abbauen, Grundrechte abbauen! Das ist Ihr Programm!) – Schau, wie er nervös ist! Das ist ja wunderbar, nicht? (Abg. Strache: Deshalb haben Sie heute 2 Prozent!) – Herr Kollege Strache, wenn Sie es schon so laut sagen, es war ja lustig: In Ihrer Rede haben Sie gesagt, vor 20 Jahren war die FPÖ schon gegen verschiedene Maßnahmen. Vor 20 Jahren waren Sie noch nicht in der FPÖ, denn da waren es Kollege Westenthaler und ich als Obleute in der Freiheitlichen Jugend, die verhindert haben, dass Leute mit Ihrer Gesinnung in diese Organisation eintreten können. Das haben Sie vielleicht schon vergessen. (Beifall beim BZÖ.) Wir sind heute noch stolz darauf, dass uns das damals ein wichtiges Anliegen war. (Abg. Strache: Deshalb haben Sie heute 2 Prozent – wo Sie auch hingehören!)
Abg. Strache: Deshalb haben Sie heute 2 Prozent!
Da haben wir ein umfassendes ... (Abg. Strache: Neutralität abbauen, Grundrechte abbauen! Das ist Ihr Programm!) – Schau, wie er nervös ist! Das ist ja wunderbar, nicht? (Abg. Strache: Deshalb haben Sie heute 2 Prozent!) – Herr Kollege Strache, wenn Sie es schon so laut sagen, es war ja lustig: In Ihrer Rede haben Sie gesagt, vor 20 Jahren war die FPÖ schon gegen verschiedene Maßnahmen. Vor 20 Jahren waren Sie noch nicht in der FPÖ, denn da waren es Kollege Westenthaler und ich als Obleute in der Freiheitlichen Jugend, die verhindert haben, dass Leute mit Ihrer Gesinnung in diese Organisation eintreten können. Das haben Sie vielleicht schon vergessen. (Beifall beim BZÖ.) Wir sind heute noch stolz darauf, dass uns das damals ein wichtiges Anliegen war. (Abg. Strache: Deshalb haben Sie heute 2 Prozent – wo Sie auch hingehören!)
Beifall beim BZÖ.
Da haben wir ein umfassendes ... (Abg. Strache: Neutralität abbauen, Grundrechte abbauen! Das ist Ihr Programm!) – Schau, wie er nervös ist! Das ist ja wunderbar, nicht? (Abg. Strache: Deshalb haben Sie heute 2 Prozent!) – Herr Kollege Strache, wenn Sie es schon so laut sagen, es war ja lustig: In Ihrer Rede haben Sie gesagt, vor 20 Jahren war die FPÖ schon gegen verschiedene Maßnahmen. Vor 20 Jahren waren Sie noch nicht in der FPÖ, denn da waren es Kollege Westenthaler und ich als Obleute in der Freiheitlichen Jugend, die verhindert haben, dass Leute mit Ihrer Gesinnung in diese Organisation eintreten können. Das haben Sie vielleicht schon vergessen. (Beifall beim BZÖ.) Wir sind heute noch stolz darauf, dass uns das damals ein wichtiges Anliegen war. (Abg. Strache: Deshalb haben Sie heute 2 Prozent – wo Sie auch hingehören!)
Abg. Strache: Deshalb haben Sie heute 2 Prozent – wo Sie auch hingehören!
Da haben wir ein umfassendes ... (Abg. Strache: Neutralität abbauen, Grundrechte abbauen! Das ist Ihr Programm!) – Schau, wie er nervös ist! Das ist ja wunderbar, nicht? (Abg. Strache: Deshalb haben Sie heute 2 Prozent!) – Herr Kollege Strache, wenn Sie es schon so laut sagen, es war ja lustig: In Ihrer Rede haben Sie gesagt, vor 20 Jahren war die FPÖ schon gegen verschiedene Maßnahmen. Vor 20 Jahren waren Sie noch nicht in der FPÖ, denn da waren es Kollege Westenthaler und ich als Obleute in der Freiheitlichen Jugend, die verhindert haben, dass Leute mit Ihrer Gesinnung in diese Organisation eintreten können. Das haben Sie vielleicht schon vergessen. (Beifall beim BZÖ.) Wir sind heute noch stolz darauf, dass uns das damals ein wichtiges Anliegen war. (Abg. Strache: Deshalb haben Sie heute 2 Prozent – wo Sie auch hingehören!)
Abg. Strache: Ihr seid verantwortlich, dass das passiert!
In Österreich wäre es unsere Verantwortung, wenn wir Terroristen einladen, leicht erreichbare Ziele anzugreifen. – Wir wollen das nicht! Da muss man aber auch klar sagen, dass wir das nicht allein schaffen werden. (Abg. Strache: Ihr seid verantwortlich, dass das passiert!) – „Ihr seid verantwortlich“! Sie waren immer dagegen! Laut schreien ist eben zu wenig, man muss etwas tun, nicht nur laut schreien und im Bierkeller Bier bestellen oder sonst etwas, sondern klare Maßnahmen setzen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Neutralität abbauen! Das ist genau der Punkt!) Das ist verantwortungsvolle Politik; von der haben Sie sich schon lange verabschiedet. (Abg. Strache: Neutralität abbauen will das BZÖ!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Neutralität abbauen! Das ist genau der Punkt!
In Österreich wäre es unsere Verantwortung, wenn wir Terroristen einladen, leicht erreichbare Ziele anzugreifen. – Wir wollen das nicht! Da muss man aber auch klar sagen, dass wir das nicht allein schaffen werden. (Abg. Strache: Ihr seid verantwortlich, dass das passiert!) – „Ihr seid verantwortlich“! Sie waren immer dagegen! Laut schreien ist eben zu wenig, man muss etwas tun, nicht nur laut schreien und im Bierkeller Bier bestellen oder sonst etwas, sondern klare Maßnahmen setzen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Neutralität abbauen! Das ist genau der Punkt!) Das ist verantwortungsvolle Politik; von der haben Sie sich schon lange verabschiedet. (Abg. Strache: Neutralität abbauen will das BZÖ!)
Abg. Strache: Neutralität abbauen will das BZÖ!
In Österreich wäre es unsere Verantwortung, wenn wir Terroristen einladen, leicht erreichbare Ziele anzugreifen. – Wir wollen das nicht! Da muss man aber auch klar sagen, dass wir das nicht allein schaffen werden. (Abg. Strache: Ihr seid verantwortlich, dass das passiert!) – „Ihr seid verantwortlich“! Sie waren immer dagegen! Laut schreien ist eben zu wenig, man muss etwas tun, nicht nur laut schreien und im Bierkeller Bier bestellen oder sonst etwas, sondern klare Maßnahmen setzen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Neutralität abbauen! Das ist genau der Punkt!) Das ist verantwortungsvolle Politik; von der haben Sie sich schon lange verabschiedet. (Abg. Strache: Neutralität abbauen will das BZÖ!)
Abg. Strache: NATO-Mitgliedschaft auch gleich!
Da geht es, Herr Kollege Cap, auch um das gemeinsame Handeln in der Sicherheitspolitik, gemeinsam in Europa, und nicht darum, zu sagen: London ist weit, Tokio ist noch weiter, und wir freuen uns, dass uns nichts passiert! Lassen wir sie doch ein bisschen vorbereiten in Österreich, aber Hauptsache, sie tun uns nichts! – Nein, hier ist Solidarität gefordert! Wir brauchen den Schutz und die Informationen von allen Ländern, und wir müssen auch klar signalisieren, dass Österreich kein Ruhekissen für den Islam ist, meine Damen und Herren. (Abg. Strache: NATO-Mitgliedschaft auch gleich!)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
Man muss aber auch den hier aufhältigen Vertretern des Islam sagen, sie müssen sich auch klar distanzieren! Wenn wir schon sagen, selbstverständlich haben nicht alle, die dem Islam angehören, radikale Tendenzen – ganz im Gegenteil, es sind Ausnahmeerscheinungen, Gott sei Dank –, muss es aber auch eine klare Abgrenzung geben. Es muss eine klare Abgrenzung auch aus der islamischen Gesellschaft geben, dass man mit solchen Leuten nichts zu tun haben will. Es muss auch ein klares Bekenntnis aus diesem Bereich geben, dass jemand, wenn er hier in Österreich ist, in Europa ist, auch unsere Lebensgewohnheiten akzeptieren muss. Er muss sich integrieren. Das ist ein wichtiger Auftrag. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim BZÖ.
Ich hoffe, dass wir mit diesem Entschließungsantrag einen Schritt in die richtige Richtung kommen und dass wir nicht in der multikulturellen Vision hängen bleiben, wie das die Grünen heute wieder gezeigt haben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Und des ÖVP-Bürgermeisters!
Meine Damen und Herren! Ich komme aus einer Stadt, aus Graz, wo demnächst schon eine Moschee errichtet werden soll, wenn es nach dem Willen der Muslime, die dort wohnen, geht. (Abg. Strache: Und des ÖVP-Bürgermeisters!) Es gibt große Sorgen in Teilen der Grazer Bevölkerung, es gibt auch heftige Ablehnung, was diese Pläne betrifft.
Abg. Öllinger: Lauter Koran-Gelehrte! Das ist schon interessant!
Wie schon angemerkt wurde: Die Moscheen sind keine reinen Sakralbauten wie etwa die christlichen Kirchen oder die jüdischen Synagogen, sondern die Moscheen sind Multifunktionshäuser. Das wird gerne verschwiegen, so wie ebenfalls verschwiegen wird, dass der Islam keine Kirche ist. Der Islam begreift sich nicht als spirituelle Weltsicht, sondern als eine Weltanschauung, die alles umfasst: das tägliche Leben, die Politik und den Glauben, also eine untrennbare Einheit bildet. (Abg. Öllinger: Lauter Koran-Gelehrte! Das ist schon interessant!) Eine verbindliche theologische Lehre gibt es nicht. Deshalb ist die Frage eines Moscheebaus in Graz auch keine Frage der Glaubensfreiheit, sondern eine politische Angelegenheit.
Abg. Strache: Schweinefleisch essen!
Und sie lernen, dass Europäer unrein seien. (Abg. Strache: Schweinefleisch essen!) – Ja, weil sie das Schweinefleisch essen und sich nicht beschneiden lassen.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Indifferenz und die Ignoranz brauchen wir nicht, sondern wir sollten stolz sein auf unser kulturelles Erbe, auf unser christliches Abendland. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Trotz aller Emotionen, die wir da in dieser Diskussion zwischen Blau und Orange über die Verfehlungen der Vergangenheit erleben, möchte ich schon darauf hinweisen, dass wir uns der österreichischen Tradition bewusst sein sollten, die wir in der Zweiten Republik erreicht haben, in der Hass, Intoleranz und Gewalt zwischen Menschen verschiedener Religionsgemeinschaften nichts verloren haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Profane ist also diesseitig, ist also weltlicher Natur und ist eigentlich der Gegenbegriff von sakral. Und in diesem Zusammenhang, Herr Bundesminister, muss ich dich eigentlich auffordern, dass du ganz ausdrücklich profan dein Amt wahrnimmst, weil es damit auch der Säkularität dieser Republik dient – und das gehört auch untermauert. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das haben wir schon abgeklärt, dass das nicht stimmt!
Schlusssatz: Wenn angemerkt wird, dass es zu wenige Exekutivbeamte gibt, muss ich festhalten, dass die Regierungen Schüssel I und II unter tatkräftiger Mithilfe – zuerst von Blau und dann in besonderer Form von Orange – dazu beigetragen haben, dass wir 3 000 Planstellen weniger zur Verfügung haben. Das hat natürlich zu erhöhter Kriminalität geführt, das hat natürlich zu sinkender Aufklärung geführt, aber ich sage voll Stolz, dass diese neue Regierung – Kollege Kößl, bevor du dich aufregst! – eine Trendumkehr bewirkt hat. Wir haben im Jahr 2007 um 150 Planstellen mehr (Abg. Scheibner: Das haben wir schon abgeklärt, dass das nicht stimmt!), und im Jahre 2008 werden wir die Chance haben, jene Planstellen, die an der Schengen-Grenze heute auch dazu verwendet werden, Zollaufgaben zu erledigen, in Zukunft für die Bekämpfung der Kriminalität und zur Stärkung der Sicherheit in diesem Land zur Verfügung zu haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Schlusssatz: Wenn angemerkt wird, dass es zu wenige Exekutivbeamte gibt, muss ich festhalten, dass die Regierungen Schüssel I und II unter tatkräftiger Mithilfe – zuerst von Blau und dann in besonderer Form von Orange – dazu beigetragen haben, dass wir 3 000 Planstellen weniger zur Verfügung haben. Das hat natürlich zu erhöhter Kriminalität geführt, das hat natürlich zu sinkender Aufklärung geführt, aber ich sage voll Stolz, dass diese neue Regierung – Kollege Kößl, bevor du dich aufregst! – eine Trendumkehr bewirkt hat. Wir haben im Jahr 2007 um 150 Planstellen mehr (Abg. Scheibner: Das haben wir schon abgeklärt, dass das nicht stimmt!), und im Jahre 2008 werden wir die Chance haben, jene Planstellen, die an der Schengen-Grenze heute auch dazu verwendet werden, Zollaufgaben zu erledigen, in Zukunft für die Bekämpfung der Kriminalität und zur Stärkung der Sicherheit in diesem Land zur Verfügung zu haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Das war aber damals auch ein Schwarzer, der Bundeskanzler!
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Ich rege mich nicht auf, Kollege Parnigoni, denn du weißt ganz genau, dass für das Personal der Bundeskanzler und die Frau Bundesministerin zuständig sind. (Abg. Parnigoni: Das war aber damals auch ein Schwarzer, der Bundeskanzler!)
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren, nun zur heutigen Diskussion: Ich glaube, wir sind Bundesminister Platter wirklich zu Dank verpflichtet für seine verantwortungsvolle Sicherheitspolitik. Ihm und unserer guten Polizei ist es gelungen, sicherlich einen sehr wichtigen, entscheidenden Schlag gegen den Islamismus in Österreich umzusetzen. Dafür ein herzliches Dankeschön, Herr Bundesminister, auch der Polizei, die vor Ort tagaus, tagein arbeitet. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte auch klarstellen, was von Frau Kollegin Rosenkranz hier gebracht worden ist: Erstens einmal, Frau Kollegin Rosenkranz, Sie wissen ganz genau, dass es dieses Projekt in dieser Form in Bad Vöslau überhaupt nicht gibt. Und der Landeshauptmann von Niederösterreich hat eine ganz klare Aussage zu diesem Bauwerk getätigt. (Beifall bei der ÖVP.) Das als Richtigstellung und als Klarstellung. (Abg. Strache: Seine Behörde hat das ...! Pröll ist verantwortlich für Bad Vöslau!)
Abg. Strache: Seine Behörde hat das ...! Pröll ist verantwortlich für Bad Vöslau!
Ich möchte auch klarstellen, was von Frau Kollegin Rosenkranz hier gebracht worden ist: Erstens einmal, Frau Kollegin Rosenkranz, Sie wissen ganz genau, dass es dieses Projekt in dieser Form in Bad Vöslau überhaupt nicht gibt. Und der Landeshauptmann von Niederösterreich hat eine ganz klare Aussage zu diesem Bauwerk getätigt. (Beifall bei der ÖVP.) Das als Richtigstellung und als Klarstellung. (Abg. Strache: Seine Behörde hat das ...! Pröll ist verantwortlich für Bad Vöslau!)
Abg. Strache: Sie sind doch untätig!
Es tut mir wirklich persönlich weh, wenn Sie, Kollege Strache, von einem Polizeistaat reden, wenn wir hier der Polizei Möglichkeiten geben, noch besser für eine umfassende Sicherheit für die Bevölkerung und für unseren Staat Österreich zu agieren. (Abg. Strache: Sie sind doch untätig!)
Abg. Strache: Der Innenminister ist untätig!
In Österreich haben wir – Sie wissen das auch ganz genau; Sie müssen ein schlechtes Gewissen haben – einen ausgeprägten Rechtsstaat. Und weil Sie gesagt haben, unbescholtene Bürger werden hier verfolgt: Herr Bundesminister Platter hat ganz klar und deutlich zum Ausdruck gebracht (Abg. Strache: Der Innenminister ist untätig!), dass eine solche Verfolgung nur mit einem richterlichen Antrag möglich ist, es muss eine Tathandlung gesetzt worden sein, und der Rechtsschutzbeauftragte muss ebenfalls seine Zustimmung zur Verfolgung geben.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Was bringen die Kontrollen, wenn Sie untätig bleiben? Nur zu kontrollieren ist zu wenig!
Ich glaube, eines ist schon klar, und da hat Kollege Scheibner wirklich recht gehabt: Man kann nicht auf der einen Seite die Gefahren des Islamismus, die es tatsächlich gibt – da gebe ich Ihnen recht –, hier zur Sprache bringen, überlegen, was alles passieren könnte, aber die Polizei darf keine Instrumente haben, um entsprechend einzuschreiten und vorzugehen. Und das ist das Verwerfliche. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Was bringen die Kontrollen, wenn Sie untätig bleiben? Nur zu kontrollieren ist zu wenig!)
Abg. Strache: Da sollte man die bisher schon bekannten Hassprediger ausweisen! Wieder nur kontrollieren und nicht handeln, das ist zu wenig!
Herr Bundesminister Platter, ich ersuche Sie, dafür zu sorgen, dass diese Maßnahme – Online-Durchsuchung – so schnell wie möglich umgesetzt wird. (Abg. Strache: Da sollte man die bisher schon bekannten Hassprediger ausweisen! Wieder nur kontrollieren und nicht handeln, das ist zu wenig!) – Herr Kollege Strache, es ist sicherlich eine ernstzunehmende Situation, was den Islamismus angeht, aber auf der
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Da muss man ausweisen!
anderen Seite muss die Polizei auch Möglichkeiten haben, dagegen entsprechend vorzugehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Da muss man ausweisen!)
Beifall beim BZÖ.
außer Haus gehen, dass sie keine Angst haben müssen um ihre Kinder, dass sie keine Angst haben müssen, dass eingebrochen wird, sodass sie ihre Wohnungen verbarrikadieren. Daran sollten wir arbeiten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Im Zusammenhang mit Demokratie und Religionsfreiheit muss gesagt werden: Wir leben in einem demokratischen Staat, wir haben Religionsfreiheit, aber gerade die Festnahmen dieser mutmaßlichen islamistischen Terroristen in Österreich Mitte September haben gezeigt, dass diese Gefahr auch bei uns zunimmt. Da muss auch den tolerantesten Gutmenschen klar geworden sein, dass der radikale Islamismus nur ein einziges Ziel verfolgt, nämlich unter dem Deckmantel der Religion die europäisch-abendländische Kultur zu destabilisieren und die Demokratie zu untergraben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich darf hier ein bisschen auf unser Nachbarland, die Bundesrepublik Deutschland, schauen: Die Rütli-Schule ist wahrscheinlich jedem bekannt. Zustände wie dort wollen wir natürlich nicht haben. Dort haben anarchistische Zustände geherrscht, und es haben sich die Lehrer nicht mehr in die Schule getraut. So etwas brauchen wir hier wirklich nicht! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Damit, sehr geehrte Damen und Herren, soll verhindert werden, dass ein demokratiefeindliches, archaisches Welt- und Gesellschaftsbild in Österreich verbreitet wird. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher, Frau Kollegin Hakl, sind wir von der SPÖ immer schon dafür gewesen, dass man entsprechende Maßnahmen setzt, wenn zum Beispiel ein Mann seine Ehefrau schlägt. Wir haben da Interventionsstellen eingerichtet, und es spielt keine Rolle, ob der Mann, in dem Fall also der Täter, katholisch ist, islamischen Glaubens ist oder gar keiner Konfession angehört. Hier gehört Abhilfe geschaffen. Ich bin froh darüber, dass in diesem Budget, das wir hier im Nationalrat beschlossen haben, die Mittel massiv aufgestockt wurden, um zum Beispiel Gewalt gegen Frauen zu verhindern. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Zu spät!
Selbstverständlich sind wir Sozialdemokraten und -demokratinnen dagegen, dass in Österreich Zwangsehen geschlossen werden können, und selbstverständlich wird das durch unsere Rechtsordnung geahndet, und selbstverständlich kommt es dann zu Rechtsfolgen! (Abg. Scheibner: Zu spät!)
Beifall bei der SPÖ.
wie wir zu leben haben und welche Rechte für die Frauen zu gelten haben, weder den Herrn Papst noch einen Imam oder sonst jemanden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Schluss, sehr geehrte Damen und Herren, Herr Bundesminister: Wir sind diejenigen, die selbstverständlich nicht dagegen sind, wenn es darum geht, für mehr Sicherheit in diesem Staat zu sorgen. Wir waren auch schon 1997/1998 diejenigen, die dafür gesorgt haben, dass bei den neuen Ermittlungsmethoden zum Beispiel der Rechtsschutzbeauftragte eingeführt wurde, dass es der richterlichen Genehmigung bedurfte bei solch massiven Grundrechtseingriffen. Da haben Sie in uns einen guten Partner. Wir haben uns immer darum gekümmert – und wir werden uns darum kümmern, denn Sicherheit und Freiheit sind unser Anliegen, sehr geehrte Damen und Herren. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Strache.
Grundrechtsschutz war und ist ein Fremdwort für Sie, Law and Order ist Ihre Überschrift. (Demonstrativer Beifall des Abg. Strache.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Da Frau Kollegin Hakl eine prominente liberale Politikerin aus den Niederlanden zitiert hat (Zwischenrufe bei der ÖVP) und eine liberale Partei – Sie können mir glauben, ich kenne diese besser als Sie –: Haben Sie vergessen, dass die Antwort der Liberalen in Holland nicht ist, einen Überwachungsstaat zu errichten, sondern sich für eine offene Gesellschaft einzusetzen, wo die Freiheit garantiert ist, auch die Meinungsfreiheit, und nicht die Grundrechte eingeschränkt werden.
Beifall bei der SPÖ.
Nehmen Sie die Worte von Professor Korinek ernst, und gehen Sie in sich! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Oder grüne, wenn es ums Schlagen geht!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Meine sehr verehrten berufenen Interpreten des Koran von ÖVP über FPÖ bis zum BZÖ, ich habe bis jetzt nicht gewusst, dass Sie sich so tief ins Studium der Schrift eingelassen haben. Das ändert aber an einem nichts: Wir werden auch in Zukunft keinen Unterschied machen, ob Hassprediger einen freiheitlichen oder einen muslimischen Hintergrund haben oder sich darauf berufen. Es wird uns auch in Zukunft egal sein, ob sich bei einem Familienbild, in dessen Zentrum die Unterdrückung der Frau und das Recht, Kinder zu schlagen, stehen, jemand auf freiheitliche Familienbilder oder auf muslimische Hintergründe beruft. (Abg. Strache: Oder grüne, wenn es ums Schlagen geht!)
Beifall bei den Grünen.
Bei einem Punkt, Herr Bundesminister Platter, sind, glaube ich, nicht nur die Mitglieder unseres Klubs besonders hellhörig geworden; ich glaube, Sie sind in der Debatte heute in aller Ruhe und in aller Gemütlichkeit am allerweitesten gegangen: Niemand vom freiheitlichen Klub hat – Sie können es in der Begründung nachlesen – das Wort Asyl in Zusammenhang mit einer terroristischen Bedrohung gestellt. Niemand, nicht einmal Kollege Strache. Sie haben bei einem Dringlichen Antrag, der sich auf eine terroristische Bedrohung in der Republik Österreich bezieht, mit Asylzahlen begonnen, und Sie haben erklärt, dass ein „Rucksack“ abgebaut worden ist. – Das alles bitte im Zusammenhang mit einer Terrorismusdebatte! Sie haben überhaupt keinen Grund gesehen, diesem Haus und den Abgeordneten – ich hoffe, es sind noch immer sehr viele –, die diesen Zusammenhang noch immer nicht sehen, zu erklären, warum das Asylwesen in Österreich als Erstes besprochen werden muss, wenn es um die Bekämpfung von Terrorismus geht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich lasse es dabei bewenden, aber ich stelle schon fest: Im Ressort eines Innenministers, der bei Asylwerbern und Asylwerberinnen, also Menschen, die ein Menschenrecht in Österreich einfordern, nach den Wurzeln für terroristische Bedrohungen sucht, und in dessen persönlicher Nähe darf das Asylwesen und dürfen die zahlreichen Fragen der Integration nicht aufgehoben bleiben. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl
Jetzt zur Frage Terrorismus. Es gibt ein Drohvideo. Einige Mitglieder dieses Hauses hatten die Möglichkeit, dieses Drohvideo anzusehen. Ich persönlich bin der Meinung, dass dieses Drohvideo gerichtliche Ermittlungen in jeder Hinsicht rechtfertigt. Diese gerichtlichen Ermittlungen werden geführt, und ich bin mir ganz sicher, dass der österreichische Rechtsstaat mit seinen Einrichtungen und Instrumenten stark genug ist, dass die Gerichte und die Exekutive in der Lage sind, mit dieser Bedrohung durch ein Drohvideo, die zum Glück noch wesentlich geringer ist als konkrete Bedrohungen in anderen europäischen Staaten (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl) – aber ich möchte hier nichts für die Zukunft verharmlosen –, umzugehen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Jetzt erklären Sie mir, warum Sie in der Terrorismusbekämpfung zwei Jahre lang geduldet haben, dass es einen Direktor des Bundesamtes für Verfassungsschutz gibt, dem, untermauert durch zahlreiche Fakten, unzulässige Nähe zum iranischen Ministerium für Staatssicherheit nachgewiesen wurde, mit dem als Person die amerikanischen Behörden seit letztem Herbst die Zusammenarbeit offiziell verweigern und der von Ihnen und dem Generaldirektor für öffentliche Sicherheit aus der Antiterrorismusgruppe Kontaktgruppe Pakistan/Afghanistan abgezogen und entfernt wurde, dem die britische Botschaft und die britischen Nachrichtendienste offiziell Ihnen gegenüber im Frühjahr dieses Jahres das Vertrauen entzogen haben, wo ganz klar war, dass es hier eine echte Problemstelle in der Terrorismusbekämpfung gibt, wo nicht nur wir beide wissen, dass es im Bundesamt für Verfassungsschutz drunter und drüber geht und das Amt zum Teil arbeitsunfähig ist, weil es durch Fraktionskämpfe, die nicht nur politisch motiviert sind, zerrissen ist! – Sie haben zwei Jahre lang weggeschaut. (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Wenn es jetzt zu dieser Sanierung kommt, dann wird das unsere volle Unterstützung haben, weil wir einen funktionierenden Verfassungsschutz für die Terrorismusbekämpfung brauchen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Abg. Mag. Hakl: Ja! Ja!
Aber eines haben Sie längst vergessen – und das die Österreichische Volkspartei, die früher einmal so etwas wie einen liberalen Flügel hatte! –: Hat irgendwer von Ihnen heute das Wort „Freiheit“ in den Mund genommen? (Abg. Mag. Hakl: Ja! Ja!) Hat irgendwer von Ihnen das Wort „Privatsphäre“ in den Mund genommen? (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.) Hat irgendwer von Ihnen den Ausdruck „Bürger- und Bürgerinnenrechte“ in den Mund genommen? Wissen Sie überhaupt noch, was Sie schützen? Wissen Sie überhaupt noch, wie lange Sie es schon aufgegeben haben, die Privatsphäre, die großen bürgerlichen Rechte der Österreicherinnen und Österreicher zu schützen? Wissen Sie, dass Sie genau das angreifen, was den islamisch
Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Aber eines haben Sie längst vergessen – und das die Österreichische Volkspartei, die früher einmal so etwas wie einen liberalen Flügel hatte! –: Hat irgendwer von Ihnen heute das Wort „Freiheit“ in den Mund genommen? (Abg. Mag. Hakl: Ja! Ja!) Hat irgendwer von Ihnen das Wort „Privatsphäre“ in den Mund genommen? (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.) Hat irgendwer von Ihnen den Ausdruck „Bürger- und Bürgerinnenrechte“ in den Mund genommen? Wissen Sie überhaupt noch, was Sie schützen? Wissen Sie überhaupt noch, wie lange Sie es schon aufgegeben haben, die Privatsphäre, die großen bürgerlichen Rechte der Österreicherinnen und Österreicher zu schützen? Wissen Sie, dass Sie genau das angreifen, was den islamisch
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.
Das Schlimmste, das wir über unsere Politik sagen müssen, ist, dass wir uns heute damit auseinanderzusetzen haben, dass wir nicht nur die Gefährdung von außen, sondern auch die Gefährdung von innen abwehren müssen. Und mir persönlich tut es leid, dass wir uns nicht nur gegen die Fundamentalisten von außen, sondern auch gegen die Grundrechtsskeptiker und die Grundrechtsverwahrloser von innen schützen müssen. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.) Das Parlament ist genau der richtige Ort, um diese Republik und die Menschen in Österreich vor ihnen zu schützen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das Schlimmste, das wir über unsere Politik sagen müssen, ist, dass wir uns heute damit auseinanderzusetzen haben, dass wir nicht nur die Gefährdung von außen, sondern auch die Gefährdung von innen abwehren müssen. Und mir persönlich tut es leid, dass wir uns nicht nur gegen die Fundamentalisten von außen, sondern auch gegen die Grundrechtsskeptiker und die Grundrechtsverwahrloser von innen schützen müssen. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.) Das Parlament ist genau der richtige Ort, um diese Republik und die Menschen in Österreich vor ihnen zu schützen. (Beifall bei den Grünen.)
Rufe bei der SPÖ: Noch weniger!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Rufe bei der SPÖ: Noch weniger!) – Das ist die Minderheit. Abgelehnt.
Ruf bei der ÖVP: Fast einstimmig!
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich für diesen Entschließungsantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist mehrheitlich angenommen. (E 38.) (Ruf bei der ÖVP: Fast einstimmig!)
Beifall bei der ÖVP.
Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Für Österreich allerdings erscheinen mir andere Punkte viel wesentlicher. Ich mache in dieser Koalition eine teilweise beängstigende Kapitalferne meiner Koalitionspartner aus. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) – Das muss ich ganz ehrlich sagen.
Beifall bei der ÖVP.
Das wird eine unserer vordringlichsten Aufgaben sein, um auch in Österreich eine Informations- und Wissensgesellschaft zum Leben zu bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es muss doch möglich sein, dass neben den jetzt schon subventionierenden Stellen, nämlich den Geldgebern des Bundes, also dem AMS, den Länder und der AK, auch seitens der Wirtschaft und des Wirtschaftsministeriums finanzielle Unterstützung für die Schuldner-Beratungseinrichtungen erfolgt, denn sie sind auch für die Unternehmen, für die Unternehmungen in vielen Bereichen entlastend; zum Beispiel in Bezug auf die MitarbeiterInnen-Motivation, die Entlastung des Drittschuldners, praktische Hilfe für Mittel- und Kleinbetriebe ohne Personalabteilung und für die rechtliche Beratung. Daher müssen wir diesen Stellen unbedingt die notwendige finanzielle Bedeckung geben, damit den Menschen, die in Not geraten sind, entsprechend geholfen werden kann und bei den Schuldnerberatungen nicht Wartezeiten entstehen, die oft ein halbes Jahr ausmachen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Uns von der ÖVP ist es immer ein Anliegen gewesen, Menschen zu helfen und menschliches Leid zu verhindern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Deswegen habe ich mit großer Freude vernommen, dass das Bundesministerium für Justiz Reformen in diesem Bereich plant. Meine Bitte an Sie, Frau Minister, ist: Machen Sie nicht kleine Reformen, sondern trauen Sie sich einen echten Reformzugang zu, machen Sie einen echten Systembruch! Ich würde mich freuen, wenn wir in einigen Monaten diesbezüglich von Ihnen hören würden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Haimbuchner – auf dem Weg zum Rednerpult –: So lange wird es nicht dauern!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Dr. Haimbuchner. 6 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Haimbuchner – auf dem Weg zum Rednerpult –: So lange wird es nicht dauern!)
Beifall bei der FPÖ.
Man muss das Problem schon einmal an der Wurzel packen. Das Problem ist ganz einfach, dass jeder sagt: Die jungen Menschen sollen mehr Verantwortung übernehmen. Wir haben jetzt das Wahlrecht auf 16 Jahre gesenkt; das ist alles – ich bin ja selbst Jugendsprecher – recht schön und gut. Nur muss man eben auch eines sehen: dass die jungen Menschen sich zum Teil enorm verschulden und dass hier überhaupt keine ordentliche Prüfung erfolgt! Teilweise habe ich auch das Gefühl, dass die eine oder andere Bank relativ leichtfertig Kreditvergaben und Überziehungsrahmen bei Konten genehmigt. (Beifall bei der FPÖ.) Hier müsste man einmal gesetzlich nachhaken, das kann einfach nicht sein.
Ruf bei den Grünen: Weniger!
Es ist auch so: Wir haben heute die Aktuelle Stunde gehabt, Frauen verdienen mehr. (Ruf bei den Grünen: Weniger!) Ich möchte hier gar nicht populistisch sein, nur, bitte, sehr geehrte Damen und Herren von der SPÖ: Es ist eben schon so, dass Sie in den letzten Jahrzehnten die Chance hatten, das zu ändern. Von der Armut sind in erster Linie viele Alleinerzieherinnen betroffen – das muss man einmal sehen –, und an dieser Situation haben Sie bis dato nichts verbessert. Frau Kollegin Stadlbauer, Sie haben ja jetzt die Möglichkeiten dazu! Nehmen Sie Einfluss auf die Regierung, dann werden wir sehen, was da passiert.
Beifall bei der FPÖ.
Da sollen wir eine seriöse Politik betreiben. Hier sollen wir schauen, dass sich die jungen Leute nicht verschulden. Den Schuldnerberatungsstellen sollen wir natürlich mehr Möglichkeiten geben, damit wir auch die Menschen vor Schicksalsschlägen schützen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
gewinnorientiert arbeiten. Das heißt, das ist ein sehr wesentliches Unterscheidungsmerkmal, an dem die Schuldner in Zukunft auch erkennen können, dass nicht zum Vorteil irgendeiner Firma gehandelt wird, sondern wirklich zu ihrem Vorteil. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aus diesem Grund kann ich für das BZÖ mit gutem Gewissen sagen, dass wir diese Regierungsvorlage zur Umsetzung dieser neuen staatlichen Bevorrechtung der Schuldenberatungsstellen unterstützen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Bei der Wurzel des Problems können wir natürlich als Gesetzgeber auch im Bereich des Konsumentenschutzrechts unseren Beitrag leisten. Ich glaube, dass wir sicher im Bereich der Informationspflichten, der Aufklärungspflichten vor Eingang in einen Vertrag vielleicht doch einiges tun könnten, um diese hohe Verschuldung, die leider auch bei Jugendlichen oft schon gegeben ist, abbauen zu helfen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Insofern wären genau das zwei strukturelle Punkte, in denen wir im Frühling, wenn eine Vorlage ins Haus kommt, auch die Situation von Frauen dramatisch verbessern könnten. Auf diese Vorlage freuen wir uns, und dieser Vorlage heute stimmen wir gerne zu. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Alles in allem denke ich, dass das, was wir heute beschließen, ein kleiner, aber wichtiger Schritt ist. Es ist schon wichtig, dass diese Thematik einmal wieder in das Parlament kommt, weil das ja auch ein Tabuthema ist. Es geht uns allen gut, verschuldet ist niemand – das stimmt nicht! Wir sollten daran arbeiten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Als Geschäftsführerin einer Frauenberatungsstelle habe ich fallweise auch mit Schuldenberatungsstellen Kontakt und weiß, mit welch großem Engagement dort gearbeitet wird, und das weit über jede berufliche Verpflichtung hinaus. Deshalb möchte ich hier diese Gelegenheit nützen, mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schuldenberatungsstellen in Österreich und bei allen sozialen Einrichtungen ganz, ganz herzlich für ihren großartigen Einsatz das ganze Jahr über zu bedanken. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Nach einer Studie, die heuer vom oberösterreichischen Landesrat Josef Ackerl präsentiert wurde, sind 20 Prozent der Klientinnenschaft von Schuldenberatungsstellen unter 25 Jahre alt. Und die meisten dieser jungen Menschen geben an, in der Schule nie etwas vom richtigen Umgang mit Geld gehört zu haben. Da meine ich, ein praxisorientierter Unterricht, der auch lebenspraktische Fähigkeiten vermittelt, könnte sicher sehr, sehr viel Leid verhindern helfen. Und am wichtigsten ist – und das ist auch aus dieser Studie hervorgegangen – die Vorbildwirkung der Eltern, denn da gilt, was überall gilt: Was nützt die beste Erziehung, Kinder machen uns doch alles nach! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
stützen. Innenminister und Außenministerin sind gefordert. Die SPÖ wird darauf achten und ist bestrebt, mitzuarbeiten. Dem Zusatzprotokoll stimmen wir gerne zu. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Weil dort Schengen gilt!
Konkret geht es heute – es wurde von Kollegin Stadlbauer ja schon ausgeführt – um ein Zusatzprotokoll zum Abkommen zur Bekämpfung der Schlepperei, das die Vereinten Nationen im Jahr 2000 beschlossen haben. Für dieses Zusatzprotokoll haben sich besonders Österreich und Italien eingesetzt, und das nicht von ungefähr. Und sie haben auch wesentliche organisatorische Vorbereitungen getroffen. Es ist vielleicht gar nicht so sehr bekannt, dass der Großteil der illegalen Einwanderer, der Geschleppten nicht über die Ostgrenzen, sondern ganz konkret über die italienische Grenze zu uns kommt. Und deswegen auch dieses berechtigte Engagement. (Abg. Rosenkranz: Weil dort Schengen gilt!) – Na ja, Schengen ist nur eine Ausdrucksform. Wir wissen alle, dass Italien vom Meer umgeben ist und die Einwanderung daher relativ leicht ist.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Johann Maier.
Deswegen ist dieses Zusatzprotokoll wichtig für die Rechtsstellung der Betroffenen. Längerfristig aber werden wir dieses Problem nur lösen, wenn wir wirklich alles unternehmen, um die wirtschaftliche Besserstellung in den Herkunftsländern zu erreichen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Johann Maier.)
Beifall bei den Grünen.
Ich darf Sie daher ersuchen, diesem Entschließungsantrag der Grünen zuzustimmen, und in einem ganz konkreten Punkt, wo dieses Zusatzprotokoll in Österreich umgesetzt werden muss, dafür zu sorgen, dass wir Kohärenz in der Gesetzgebung haben. Und im Übrigen würde ich mich sehr freuen, wenn wir in Zukunft bei internationalen Konventionen, Protokollen und Co. endlich einmal das Ding als solches beschließen und nicht immer einen Erfüllungsvorbehalt dazuhängen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Sonst ist nichts Weiteres dazu zu sagen. Das Wesentliche ist schon gesagt, liegt schriftlich vor uns, und von uns wird es dazu auch die Zustimmung geben. – Danke vielmals. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir sagen: Solche Themen, die unsere Kinder und Jugendlichen in Österreich, die unsere Minderjährigen betreffen, gehören ehestmöglich umgesetzt. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Heute ist Plenum! Da brauchen wir uns gar nirgends einzumischen!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Lassen Sie mich nur einen kurzen Satz zu den Ausführungen der Kollegin Weinzinger sagen. Wir alle haben gemeinsam – erinnern wir uns! – die Diskussionen und Beratungen zum Fremdenrecht geführt. Also jeder weiß, wo dieses Fremdenrecht ausschussmäßig war. Ich glaube, es ist nicht sinnvoll, wenn jetzt Ausschüsse anfangen, sich inhaltlich in einen anderen Ausschuss – was zwar theoretisch ginge – hineinzumischen. Ich will keiner Parlamentarierin und keinem Parlamentarier irgendetwas absprechen, aber ich glaube, es gehört einfach in diesen Ausschuss. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Heute ist Plenum! Da brauchen wir uns gar nirgends einzumischen!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ich möchte mich aber gerade bei diesem Kapitel persönlich, aber auch namens meiner Fraktion bei den Beamtinnen und Beamten sowohl der Exekutive als auch des Bundesheeres sehr herzlich bedanken. Es ist keine leichte Aufgabe, die sie haben, und hinterher weiß immer jeder alles besser. Ich glaube, sie verdienen unser gemeinsames Dankeschön, und das möchte ich heute hier zum Ausdruck bringen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Vertragsstaaten arbeiten sehr intensiv zusammen bezüglich der Schlepperei von Migranten auf dem Seeweg und sind bemüht, diese auch im Einklang mit dem Seevölkerrecht zu bekämpfen. Dadurch wird es für die Zukunft möglich sein, dieser groben Missachtung des Menschenrechtes, die der Menschenhandel darstellt, entsprechend zu begegnen, und ich glaube, mit unserer Beschlussfassung heute machen wir hier einen sehr großen Schritt nach vorne. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Brigid Weinzinger: Er ist hier! – Abg. Neugebauer: Er ist doch nicht zu übersehen! – Otto, er übersieht dich!
Kollege Pendl – er ist nicht da (Abg. Dr. Brigid Weinzinger: Er ist hier! – Abg. Neugebauer: Er ist doch nicht zu übersehen! – Otto, er übersieht dich!) –, ich frage Sie: Was will Rot-Schwarz evaluieren? Wollen Sie evaluieren, wie viele Angehörige kriminalisiert worden sind durch den § 115 Fremdengesetz? Wollen Sie evaluieren, wie viele Angehörige zu Denunzianten geworden sind? Wollen Sie evaluieren, wie viele Angehörige andere Angehörige vernadert haben? – Ich glaube, es gibt nichts zu evaluieren, sondern es geht um eine einzige Frage: Will man § 115 ändern oder nicht? Traut man sich das oder ist man zu feig? Oder für Sie anders formuliert: Werden SPÖ und ÖVP die FPÖ rechts überholen? Wollen Sie, dass die FPÖ offensichtlich einen höheren rechtsstaatlichen Standard hier im Haus vertritt als die große Koalition? – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Kollege Pendl – er ist nicht da (Abg. Dr. Brigid Weinzinger: Er ist hier! – Abg. Neugebauer: Er ist doch nicht zu übersehen! – Otto, er übersieht dich!) –, ich frage Sie: Was will Rot-Schwarz evaluieren? Wollen Sie evaluieren, wie viele Angehörige kriminalisiert worden sind durch den § 115 Fremdengesetz? Wollen Sie evaluieren, wie viele Angehörige zu Denunzianten geworden sind? Wollen Sie evaluieren, wie viele Angehörige andere Angehörige vernadert haben? – Ich glaube, es gibt nichts zu evaluieren, sondern es geht um eine einzige Frage: Will man § 115 ändern oder nicht? Traut man sich das oder ist man zu feig? Oder für Sie anders formuliert: Werden SPÖ und ÖVP die FPÖ rechts überholen? Wollen Sie, dass die FPÖ offensichtlich einen höheren rechtsstaatlichen Standard hier im Haus vertritt als die große Koalition? – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steibl: Was hat das jetzt mit diesem Tagesordnungspunkt zu tun?
Vor allem wäre meine Frage an die ÖVP, ob denn der Herr Abgeordnete Gumpinger noch Mitglied der ÖVP ist, ob man sich schon distanziert hat vom Abgeordneten Gumpinger seitens der ÖVP (Abg. Steibl: Was hat das jetzt mit diesem Tagesordnungspunkt zu tun?), ob Sie auch Mitleid haben mit dem Herrn Abgeordneten Gumpinger, denn es hat ja geheißen – das ist ja im Pressespiegel, der in Oberösterreich an alle Abgeordneten versendet wird, nachzulesen –, dass es da verschiedene ÖVP-Politiker gegeben hat, die gesagt haben, wir haben Mitleid mit Herrn Gumpinger.
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe nicht Mitleid mit Herrn Gumpinger, ich habe Mitleid mit jenen Menschen, die geschleppt worden sind. Ich habe auch Mitleid mit der Landlerhilfe, die durch diese Vorgangsweise massiv nach unten gezogen worden ist. (Beifall bei der FPÖ.) Und da möchte ich jetzt einmal eine Distanzierung der ÖVP haben, wie sie in diesem Fall vorgeht. Man kann sich nicht hierherstellen und Härte fordern, in den eigenen Reihen muss man sich das ansehen.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
In diesem Zusammenhang muss ich auch eine APA-Meldung ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ich weiß, wenn die Zwischenrufe laut sind bei der ÖPV, dann hat man recht; also schreien Sie noch ein bisschen lauter! – Ich werde eine APA-Meldung vorlesen: „Die Botschaftsmitarbeiter ...“ (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich habe gesagt, dass das Urteil nicht rechtskräftig ist. APA-Meldung also: „Die Botschaftsmitarbeiter berichteten, die von der Landlerhilfe angeregten Anträge zur Ausstellung der Visa seien sehr häufig und in großem Ausmaß eingetroffen. Dazu notwendige Dokumente seien häufig gefälscht gewesen. Außerdem sei bekannt geworden, dass einige Personen von ihrer Reise nicht mehr in die Heimat zurückgekehrt seien. Sie seien im Schengenraum“ – unter Anführungszeichen – „,versickert‘, habe die Überprüfung einer Stichprobe ergeben.
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
In diesem Zusammenhang muss ich auch eine APA-Meldung ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ich weiß, wenn die Zwischenrufe laut sind bei der ÖPV, dann hat man recht; also schreien Sie noch ein bisschen lauter! – Ich werde eine APA-Meldung vorlesen: „Die Botschaftsmitarbeiter ...“ (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich habe gesagt, dass das Urteil nicht rechtskräftig ist. APA-Meldung also: „Die Botschaftsmitarbeiter berichteten, die von der Landlerhilfe angeregten Anträge zur Ausstellung der Visa seien sehr häufig und in großem Ausmaß eingetroffen. Dazu notwendige Dokumente seien häufig gefälscht gewesen. Außerdem sei bekannt geworden, dass einige Personen von ihrer Reise nicht mehr in die Heimat zurückgekehrt seien. Sie seien im Schengenraum“ – unter Anführungszeichen – „,versickert‘, habe die Überprüfung einer Stichprobe ergeben.
Beifall bei der FPÖ.
Ansonsten kann man dieser Regierungsvorlage natürlich zustimmen. Die Angelegenheit der Visa im Osten werden wir uns selbstverständlich näher anschauen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall der Abg. Pfeffer.
An dieser Stelle sei einmal allen jenen Soldatinnen und Soldaten gedankt, die wirklich bei jeder Witterung und unter den schwierigsten Voraussetzungen an der burgenländischen Grenze zum Schutz unserer Bevölkerung ihren Dienst versehen. (Beifall der Abg. Pfeffer.) Allein das Jägerbataillon 26 aus Spittal war seit Beginn der Grenzsicherung im November 1990 bisher 26-mal im Einsatz, und zwölfmal waren eben diese berühmten 32 Tiere mit dabei.
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt wieder den Vorsitz.
Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang aber auch darauf, dass jede Nacht auffällig viele Klein-Lkws mit rumänischen, bulgarischen oder polnischen Kennzeichen unsere Autobahnen frequentieren, und es ergeht hier an Bundesminister Platter die Aufforderung, dafür Sorge zu tragen, dass diese Klein-Lkw-Kolonnen stärker kontrolliert werden. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Schluss kommend: Die Tragtierstaffel aus Spittal hat an der burgenländischen Grenze ihre Schuldigkeit getan und wurde leider abgezogen. Jetzt sollte diese gesamte Staffel auch aus Spittal abgezogen werden, und ich werde sehr genau recherchieren, wer diesen widersinnigen Abzug im Rahmen der Heeresreform für Kärnten verhandelt hat. Als Bürgermeister der Stadt Spittal trete ich aber nach wie vor für den Verbleib der traditionsreichen Staffel hier ein, um auch künftig den Schleppern an der burgenländischen Grenze das Leben schwer zu machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Mit diesem Zusatzprotokoll wird dem Anliegen vieler Zielländer, die von illegaler Migration und Schlepperei betroffen sind, entgegengekommen, und es werden strenge Maßnahmen vereinbart, um die Ausbeutung der Ärmsten zu stoppen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Schlepperei gehört, glaube ich, schon zu dem Tagesordnungspunkt! Ich weiß, das tut Ihnen weh!
Abgeordneter Ing. Norbert Kapeller (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Ministerin! Geschätzte Kollegen im Hohen Haus! Herr Kollege Haimbuchner, bei aller Wertschätzung: Ich denke, in Ihrem Redebeitrag wurde einiges verquickt, das nicht unbedingt direkt zum Tagesordnungspunkt gehört hat. (Abg. Scheibner: Schlepperei gehört, glaube ich, schon zu dem Tagesordnungspunkt! Ich weiß, das tut Ihnen weh!) Ich bitte doch darum, dass man politisches Kleingeld nicht hier und nicht auf diese Weise wechselt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Norbert Kapeller (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Ministerin! Geschätzte Kollegen im Hohen Haus! Herr Kollege Haimbuchner, bei aller Wertschätzung: Ich denke, in Ihrem Redebeitrag wurde einiges verquickt, das nicht unbedingt direkt zum Tagesordnungspunkt gehört hat. (Abg. Scheibner: Schlepperei gehört, glaube ich, schon zu dem Tagesordnungspunkt! Ich weiß, das tut Ihnen weh!) Ich bitte doch darum, dass man politisches Kleingeld nicht hier und nicht auf diese Weise wechselt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Das ist schon richtig! Man muss gegen solche Leute vorgehen, da haben Sie recht!
Justiz in Österreich, in einem freien Europa, wo man vom Atlantik bis zur Weichsel ohne Grenzkontrollen fahren kann, wo man vom Mittelmeer bis nach Skandinavien ohne Haimbuchner, darum sitzen wir hier Grenzkontrollen und Einschränkungen reisen kann, wieder ein Instrumentarium und ein Abgleich geschaffen wird, der hintanhalten wird, dass Schlepperei und Kriminalität weiter ausufern werden. (Abg. Dr. Haimbuchner: Das ist schon richtig! Man muss gegen solche Leute vorgehen, da haben Sie recht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Distanzieren Sie sich vom Abgeordneten Gumpinger! Ist es so schwierig, sich zu distanzieren?
Ich denke, wir werden in diesem Hohen Haus noch viele solcher Abkommen zur Abgleichung der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit unterschreiben und beschließen, und wir werden auch die Polizei noch mit so manchen Instrumentarien ausstatten müssen, um diese in Europa so gelebte Freiheit auch entsprechend schützen zu können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Distanzieren Sie sich vom Abgeordneten Gumpinger! Ist es so schwierig, sich zu distanzieren?)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege – und nicht, um andere schlechtzumachen. Unabhängige Gerichte werden auch dementsprechend gute Urteile fällen! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wir waren bei der Wahl schon für ihn! Das ist bei Ihnen nicht so!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident des Nationalrates! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Ich möchte mich eingangs bei den Damen und Herren vom Rechnungshof und beim Herrn Präsidenten Moser bedanken – das werden bestimmt auch alle anderen Fraktionen tun – für die intensive Arbeit, die mit den drei Berichten verbunden ist, die heute ins Haus kommen. (Abg. Scheibner: Wir waren bei der Wahl schon für ihn! Das ist bei Ihnen nicht so!)
Abg. Mag. Hauser: Das hat er ja schon!
Wenn man sich beispielsweise in Artikel 13 Abs. 2 Bundes-Verfassungsgesetz die Staatszielbestimmung anschaut, ist ja eindeutig definiert – eben auch von Bundesseite –, dass die Gemeinden nachhaltig geordnete Haushalte zu führen haben. Doppelprüfungen sind zu vermeiden. Ich bin überzeugt, der Herr Präsident wird Befürchtungen von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern zerstreuen können. (Abg. Mag. Hauser: Das hat er ja schon!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Regierung ist das kein Wunder!
Ganz kurz noch: Heute hat es Schlagzeilen gegeben, die uns nicht freuen: Österreich hat ein Korruptionsproblem. Worum geht es da? Es gibt einen Länderreport von Transparency International, und da ist Österreich geradezu abgestürzt. Es geht um einen Korruptionsindex, in dem Österreich vom elften auf den 15. Platz zurückgefallen ist. Da geht es um die Einschätzung von internationalen Topmanagern, und das ist schon sehr bedenklich. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Regierung ist das kein Wunder!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und FPÖ. – Abg. Dr. Graf: Und wenn man dann etwas untersucht hat, und ihr stellt einen Antrag, dass ...! Jetzt melde ich mich gleich zu Wort! Das kann es ja nicht geben!
Letztendlich glaube ich, das wichtigste und beste Signal – und dadurch kommen wir wieder unter die Top Ten – wäre es, wenn Österreich, wenn der Nationalrat zeigt, dass man die Kontrolle sehr ernst nimmt. Daher plädiere ich einmal mehr für das Recht einer Minderheit im Nationalrat, einen Untersuchungsausschuss einzusetzen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und FPÖ. – Abg. Dr. Graf: Und wenn man dann etwas untersucht hat, und ihr stellt einen Antrag, dass ...! Jetzt melde ich mich gleich zu Wort! Das kann es ja nicht geben!)
Beifall bei der ÖVP.
Debattieren kann man in Zukunft meiner Meinung nach auch über das Reverse-Charge-System, also den Übergang der Steuerschuld vom Auftragnehmer auf den Auftraggeber, weil da doch entsprechende Missbräuchlichkeiten und Betrügereien, die ja in Europa sehr häufig vorkommen, verhindert werden könnten. Ein entsprechendes Diskussionspapier ist ausgearbeitet, und ich bin guter Dinge, dass wir da auf einem guten Weg sind und in nächster Zeit auch entsprechende Lösungen anbieten können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Kräuter: Nicht „gewundert“, festgestellt! – Abg. Mag. Gaßner: Entsetzt festgestellt!
Herr Abgeordneter Kräuter hat sich gewundert, warum wir im Korruptionsindex von Platz elf auf Platz 15 gerutscht sind. (Abg. Dr. Kräuter: Nicht „gewundert“, festgestellt! – Abg. Mag. Gaßner: Entsetzt festgestellt!) – Okay, nicht gewundert, nur festgestellt.
Zwischenruf bei der ÖVP.
Erstens: Dass wir über einen Bericht, der sich mit den Jahren 2000/2001 beschäftigt, im Jahr 2007 – Gott sei Dank, gnadenhalber – diskutieren können, ist allein schon einen Skandal wert. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Na ja, Entschuldigung, da war es damals ja doch so, dass weniger noch im Rechnungshofbericht, weil der sehr sachlich versucht, bestimmte Punkte festzustellen, aber sehr wohl in der öffentlichen Debatte –
Abg. Dr. Kräuter: Das muss man der Frau Ministerin sagen!
Da gibt es einen Sektionschef, dem im Rahmen seiner Nebenbeschäftigung – er ist auch Kassenarzt, Konsiliararzt und Gutachter, er hat ja die Zeit; zeitweise war er nicht nur das, sondern war er gleichzeitig Sektionschef und auch noch Kabinettschef, neben all diesen Nebentätigkeiten –, während dieser Zeit, in der er alle diese verantwortlichen Tätigkeiten ausgeübt hat, dieser kleine Ausrutscher passiert, dass er Toten Rezepte verschreibt. (Abg. Dr. Kräuter: Das muss man der Frau Ministerin sagen!)
Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht!
Jetzt sage ich Ihnen noch einen Punkt, und dann schließe ich: Eines der Probleme der schwarz-blau-orangen Regierung war, vor allem in bestimmten Ressorts, in den blau-orangen Ressorts, die unermessliche Ausweitung der Zahl von KabinettsmitarbeiterInnen. Ressorts, die vorher zehn MitarbeiterInnen hatten, hatten dann unter Schwarz-Blau, also unter blau-orangen Ressortführungen, 20 bis 30 MitarbeiterInnen. (Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht!) – Na selbstverständlich! Ich kann es ja lesen. (Abg. Scheibner: Einen habe ich gehabt!)
Abg. Scheibner: Einen habe ich gehabt!
Jetzt sage ich Ihnen noch einen Punkt, und dann schließe ich: Eines der Probleme der schwarz-blau-orangen Regierung war, vor allem in bestimmten Ressorts, in den blau-orangen Ressorts, die unermessliche Ausweitung der Zahl von KabinettsmitarbeiterInnen. Ressorts, die vorher zehn MitarbeiterInnen hatten, hatten dann unter Schwarz-Blau, also unter blau-orangen Ressortführungen, 20 bis 30 MitarbeiterInnen. (Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht!) – Na selbstverständlich! Ich kann es ja lesen. (Abg. Scheibner: Einen habe ich gehabt!)
Abg. Dr. Graf: Zwischen 2002 und 2006 sind ja sieben Ministerien weniger gewesen!
Jetzt rede ich nicht vom Verteidigungsministerium. Ich rede vom Verkehrsministerium. Das Verkehrsministerium hatte im Jahr 1997 neun KabinettsmitarbeiterInnen, am Höhepunkt von Gorbach 27. Das ist eine Verdreifachung! Das Sozialministerium hatte vorher sechs MitarbeiterInnen, unter Haupt/Haubner 23 MitarbeiterInnen im Kabinett. Erklären Sie mir, wie diese starke Ausweitung von KabinettsmitarbeiterInnen zustande kommt! Selbstverständlich haben die Parteiarbeit gemacht! Und das ist der Punkt, über den wir uns unterhalten sollten. (Abg. Dr. Graf: Zwischen 2002 und 2006 sind ja sieben Ministerien weniger gewesen!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Kollege Graf, das Problem jetzt ist: Diese Koalitionsregierung hat mit einer deutlich reduzierten Zahl von KabinettsmitarbeiterInnen, mit abgeschlankten Kabinetten begonnen, aber ich vermute, Sie sind am besten Weg, sich wieder dorthin zu entwickeln, wo Schwarz-Blau-Orange war, nämlich zu einer deutlichen Aufblähung der Kabinette. Und das sollten wir auch diskutieren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ihrer Empfehlungen gewürdigt werden. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Ich lade alle Abgeordneten ein, diesem Entschließungsantrag zuzustimmen, weil einerseits nicht immer gefordert werden kann, dass wir zusammenlegen, dass wir strukturieren, dass wir Kosten einsparen, und dann bei den Instrumenten, die wir selbst in der Hand haben, nicht bereit sind, eine geradlinige Struktur im Interesse der Steuerzahler durchzusetzen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Damit habe ich wieder den Bogen zu meiner Eingangsbemerkung gespannt: Einige haben sich bei dieser Privatisierung eine goldene Nase verdient. Die Mieter und die Steuerzahler sind aber leer ausgegangen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich hoffe und wünsche mir, dass wir in den nächsten Wochen die Berichte abarbeiten und im Ausschuss mit Auskunftspersonen die Berichte wieder so diskutieren, dass sie auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, und dass sie letztendlich dazu führen, dass sparsam und effizient im Verwaltungsbereich gearbeitet wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, nehmen wir das doch ernst, arbeiten wir wirklich mit den Ergebnissen des Rechnungshofes im Hinblick auf Prophylaxe, im Hinblick auf Vermeiden von Missständen, die jetzt im Nachhinein aufgezeigt werden! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Ich glaube – und das ist an die ÖVP-Kollegen gerichtet –, es ist Aufgabe der Gesundheitsministerin, sich diesen wesentlichen Dingen zu widmen. Ich verstehe schon, dass man ein Schweinsbraten-Buch herausgeben will, das ist lustig und nett. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Ich verstehe schon, dass man einmal auf dem Laufsteg tanzen will, das ist alles in Ordnung. Aber es gehören diese Dinge auf den Tisch gelegt! (Abg. Steibl: Aber Sie müssen einen Schweinsbraten essen – wenn man Sie anschaut!)
Abg. Steibl: Aber Sie müssen einen Schweinsbraten essen – wenn man Sie anschaut!
Ich glaube – und das ist an die ÖVP-Kollegen gerichtet –, es ist Aufgabe der Gesundheitsministerin, sich diesen wesentlichen Dingen zu widmen. Ich verstehe schon, dass man ein Schweinsbraten-Buch herausgeben will, das ist lustig und nett. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Ich verstehe schon, dass man einmal auf dem Laufsteg tanzen will, das ist alles in Ordnung. Aber es gehören diese Dinge auf den Tisch gelegt! (Abg. Steibl: Aber Sie müssen einen Schweinsbraten essen – wenn man Sie anschaut!)
Abg. Dr. Rasinger: Hier!
Frau Kollegin Steibl, es wird die Kraft des Rechnungshofes und die Kraft der großen Parteien erfordern, um im Gesundheitsbereich mit dem starken Widerstand der Ärztekammer und der Ärzteschaft – der Gesundheitssprecher der ÖVP ist jetzt nicht da. (Abg. Dr. Rasinger: Hier!) Ach, da ist er ja! (Abg. Dr. Rasinger schlägt die Hände zusammen.) – Wirklich! Sie brauchen nicht die Hände zusammenzuschlagen, Sie müssen nur schauen, wer die großen Verursacher des Defizits sind. In erster Linie und überwiegend sind es die Ärzte, in zweiter Linie sind es die Medikamentenkosten, und dann haben wir noch ... (Abg. Neugebauer: Ein bisschen die Pharmaindustrie!) – Auch ein bisschen die Pharmaindustrie. Da gebe ich dir recht.
Abg. Dr. Rasinger schlägt die Hände zusammen.
Frau Kollegin Steibl, es wird die Kraft des Rechnungshofes und die Kraft der großen Parteien erfordern, um im Gesundheitsbereich mit dem starken Widerstand der Ärztekammer und der Ärzteschaft – der Gesundheitssprecher der ÖVP ist jetzt nicht da. (Abg. Dr. Rasinger: Hier!) Ach, da ist er ja! (Abg. Dr. Rasinger schlägt die Hände zusammen.) – Wirklich! Sie brauchen nicht die Hände zusammenzuschlagen, Sie müssen nur schauen, wer die großen Verursacher des Defizits sind. In erster Linie und überwiegend sind es die Ärzte, in zweiter Linie sind es die Medikamentenkosten, und dann haben wir noch ... (Abg. Neugebauer: Ein bisschen die Pharmaindustrie!) – Auch ein bisschen die Pharmaindustrie. Da gebe ich dir recht.
Abg. Neugebauer: Ein bisschen die Pharmaindustrie!
Frau Kollegin Steibl, es wird die Kraft des Rechnungshofes und die Kraft der großen Parteien erfordern, um im Gesundheitsbereich mit dem starken Widerstand der Ärztekammer und der Ärzteschaft – der Gesundheitssprecher der ÖVP ist jetzt nicht da. (Abg. Dr. Rasinger: Hier!) Ach, da ist er ja! (Abg. Dr. Rasinger schlägt die Hände zusammen.) – Wirklich! Sie brauchen nicht die Hände zusammenzuschlagen, Sie müssen nur schauen, wer die großen Verursacher des Defizits sind. In erster Linie und überwiegend sind es die Ärzte, in zweiter Linie sind es die Medikamentenkosten, und dann haben wir noch ... (Abg. Neugebauer: Ein bisschen die Pharmaindustrie!) – Auch ein bisschen die Pharmaindustrie. Da gebe ich dir recht.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Präsident Moser, ich bitte Sie, in dieser Hinsicht tätig zu werden. Jeder weiß, dass das Gesundheitssystem so nicht mehr weiterfinanziert werden kann, alle machen die Augen zu und regen sich auf, wenn man einmal die Wahrheit sagt, Herr Dr. Rasinger. Das ist es in Wirklichkeit! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Praßl –: Sagen Sie ihm, dass der Steirer einen Blödsinn geredet hat!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Praßl. 2 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Steibl – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Praßl –: Sagen Sie ihm, dass der Steirer einen Blödsinn geredet hat!)
Abg. Faul: Du musst dich mit der Bauernkrankenkasse beschäftigen!
Abgeordneter Michael Praßl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Ich möchte mich mit der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse ein wenig beschäftigen, wie das ja auch mein Vorredner getan hat. (Abg. Faul: Du musst dich mit der Bauernkrankenkasse beschäftigen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte in diesem Zusammenhang sagen: Danke, Herr Präsident des Rechnungshofes! Ich bitte Sie, meinen Dank auch an Ihre Beamten weiterzuleiten. Meines Erachtens ist es notwendig und sehr wichtig, dass der Rechnungshof auch diese Prüfmaßnahme durchführt, um hier Licht ins Dunkel zu bringen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Guten Morgen!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Rechnungshofpräsident! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! (Abg. Grillitsch: Guten Morgen!) – Kollege Grillitsch, guten Morgen auch an Sie! Herr Kollege Gahr, der zeitlich ein wenig Stress hat, wie er mir versichert hat, hat hier sehr versöhnliche Töne
Abg. Steibl: Redezeit!
möglichkeiten haben. Da haben wir in den Untersuchungsausschüssen das eine oder andere gelernt, wo vielleicht auch die anderen Fraktionen unsere Meinung teilen. Jedenfalls könnten wir ... (Abg. Steibl: Redezeit!) – Es ist der letzte Punkt, Frau Kollegin Steibl; es tut ja so weh auch wieder nicht.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir könnten die eine oder andere Sitzung des Rechnungshofausschusses zum Beispiel öffentlich abhalten. Das hat der Ausschuss in seiner Hand; er kann es selber beschließen, und so weiter und so fort. Da könnten wir ein paar Sachen verbessern. Das würde wahrscheinlich die Abgeordneten, die im Rechnungshofausschuss arbeiten, schon sehr freuen. Der Rechnungshofpräsident und ich sind da ständig in Kontakt darüber, wie wir das ändern können. Es muss ja nicht alles 30 Jahre gleich bleiben. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
die Gemeinden weitergegeben werden. Wir lernen daraus. Ein bisschen Transparenz, glaube ich, schadet hier nicht. Man muss aber auch an dieser Stelle sagen: Es soll nicht so sein, dass dann die Bezirkshauptmannschaft und der Landesrechnungshof und wer alles sonst noch kontrollieren; die Kontrolle der Kontrolleure und deren Kontrolle wiederum ist hier nicht notwendig. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.
Und da gilt es auch, die Initiative von Minister Faymann, mit Experten ein 10-Punkte-Programm zur Verkehrssicherheit auszuarbeiten, zu unterstützen. Konsequenz: Verkehrsdelikte sind keine Kavaliersdelikte! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Das ist richtig!
Abgeordnete Edeltraud Lentsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Natürlich ist der Rechnungshof dazu da, die Verwaltung zu kontrollieren. Das ist eine Tatsache, die uns allen bewusst ist. Und ebenso klar ist es, dass auch die Anregungen des Rechnungshofes ernst genommen werden. Allerdings muss man auch schauen, dass der Erfolg eines Projekts nicht irgendwo in der Bürokratie hängenbleibt. Bei der e-card wäre das sehr, sehr schade gewesen. Sie bringt sehr viele Erfolge, sie bringt sehr viele Vorteile. Ich finde, sie ist eine echte Erfolgsgeschichte. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Das ist richtig!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Was mir persönlich sehr wichtig erscheint: Es gibt jetzt keine Missbrauchsmöglichkeiten mehr. Man hat da oft Dinge erfahren, dass einem die Haare zu Berge gestanden sind. Es haben wirklich alle von dieser e-card profitiert, und diese vielen Vorteile, geschätzte Damen und Herren, muss man auch sehen, wenn man dieses ganze Projekt beurteilt. Hätte sich die e-card weiter verzögert, wären jedenfalls weitere hohe Kosten entstanden, die nunmehr wegfallen. Das möchte ich in diesem besonderen Fall ausdrücklich betonen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Daher ist es, glaube ich, wichtig, das System auszuarbeiten, dem Rechnungshof neue Kompetenzen zu geben und auch die Möglichkeit einer begleitenden Kontrolle, gerade bei so großen Projekten, zu schaffen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
später, und uns dann wundern müssen, sondern damit die Rechnungshofberichte einfach da sind und alles in Ordnung ist. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Da ist der Rechnungshof mit seinen Erfahrungswerten zur Hand und kann den Gemeinderäten die eine oder andere Entscheidung abnehmen. Ich glaube, dass ein Bundesrechnungshof mit einer durchgängigen Organisationsstruktur sehr sinnvoll wäre. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das besondere Fachwissen bei diesem Projekt steht ebenfalls im Mittelpunkt. Ich denke, auch hier gilt es, wie bei allen Berichten, den zahlreichen wirklich hervorragenden fachlichen Expertinnen und Experten in Ihrem Haus Dank zu sagen. Alleine bei diesem Bericht reicht das von der Geologischen Bundesanstalt bis zum Arbeitsmarktservice Wien und eben auch dem Biomassekraftwerk in Simmering. Ich denke, dass es auch sehr wichtig ist, dass diese unterschiedlichen Bereiche in begleitender Zuarbeit für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger auf den Tisch kommen. – Danke für die Informationen und danke auch für die politische Unterstützung beim Kampf für eine besser Umwelt! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Postämter zu schließen. Ich bitte die Frau Staatssekretärin, alles in ihrer Macht Stehende zu tun und sich in der Regierung dafür einzusetzen, dass sofort mit dieser Schließungswelle aufgehört wird und keine Postämter mehr geschlossen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dort, wo es eben nicht anders geht, wo man miteinander nicht in der Lage ist, Lösungen zu finden, sind Sie aufgerufen, weiterhin den Finger zu heben. Wir sind dazu angetan, Ihre Wünsche dann in dieser Form zugunsten der Republik und unserer Länder zu erfüllen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrter Damen und Herren! Der Rechnungshof hat zahlreiche Empfehlungen ausgesprochen, denen zum Teil nachgekommen wurde. Es bleibt zu hoffen, dass die verzögerte Erstellung der geologischen Karte der Republik Österreich beschleunigt wird, damit sich zumindest unsere Kinder im Jahre 2055 über die Fertigstellung freuen können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
großer Vorsicht mahnen. Datenschutz einerseits, aber auch größtmögliche Kundenfreundlichkeit für unsere Bürgerinnen und Bürger andererseits haben absolute Priorität. Das muss der Gesetzgeber sinnvoll vereinen, das ist unsere Aufgabe. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In Summe bestätigt der Rechnungshof dem Abfallwirtschaftskonzept Burgenland nicht nur die Erfüllung der gesetzlichen Aufträge, er bestätigt auch hohen ökologischen Standard, er bestätigt rasches Reagieren auf notwendige Anpassungen, und er bestätigt auch effiziente Organisationsstrukturen, was zweifellos auch ein Qualitätsbeweis für die handelnden Personen ist. Daher darf ich abschließend allen handelnden Personen im BMV und UDB für die erfolgreiche Arbeit recht herzlich gratulieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend möchte ich Ihnen, Herr Rechnungshofpräsident Moser, und Ihren Beamten für Ihre wirklich hervorragende Arbeit danken, und ich möchte Sie bitten, auf diesem Wege weiterzumachen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich hoffe, dass sich das Parlament dazu aufrafft, Ihre Vorschläge tatsächlich umzusetzen – im Interesse des Steuerzahlers und im Interesse all jener, die Fördergelder tatsächlich korrekt verwenden. Ich gratuliere Ihnen zu Ihrer Tätigkeit und wünsche Ihnen natürlich alles Gute, Herr Präsident. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist natürlich schon ein erheblicher Betrag – sage ich jetzt einmal, ohne polemisch zu werden – für eigentlich ein geringes Maß an Informationsbedarf. In unserer Regierungszeit waren die Pensionsreform, die Steuerreform, die Gesundheitsreform, also wirklich eine Fülle an Informationen an die Bevölkerung heranzutragen. Das vermissen wir eigentlich ein bisschen das letzte Jahr hindurch. Das wäre aufklärungspflichtig, und es wäre vielleicht im Sinne der Prävention, wenn sich noch eine Partei, eine Fraktion fände, die gemeinsam mit uns eine Sonderprüfung betreffend die Werbeausgaben und die Beratungsausgaben dieser Bundesregierung beantragt. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Rechnungshofpräsident! Es ist jetzt das eingetreten, was wir im Vorfeld dieser drei Tagesordnungspunkte prophezeit haben: Die einzelnen Abgeordneten nutzen das. Ich glaube, Sinn der Übung war – es waren ja viele beteiligt –, dass diese dichte Berichtsabfolge überhaupt noch einmal das Haus erreicht hat; auch wenn das der Kollege von der ÖVP ein bisschen verwechselt hat. – Dank an alle, die das ermöglicht haben in den Verhandlungen, weil eines damit schon gewährleistet ist: Die prophylaktische Wirkung des Rechnungshofes (Zwischenruf bei der ÖVP) – nicht du, Kollege von der ÖVP, sondern Fraktionsführer Gahr hat das angesprochen, der sitzt aber schon im Flugzeug – ist dann eine besondere, wenn auch eine bestimmte Publizitätserwartung gegeben ist.
Abg. Lentsch: ... beim Eurofighter!
In der Sache selbst gibt es noch eine andere Bemerkung, nämlich was wir dort für Budgetplanungsprobleme haben, weil die Vorbelastungen alles auffressen. Beim vorhergehenden Tagesordnungspunkt waren die Jagdpanzer das Thema: Ja, das österreichische Bundesheer hat gegen die Warnungen der Grünen – das ist vielleicht keine Kunst –, aber auch gegen andere Warnungen aussortiertes Gerät von der bundesdeutschen Armee gekauft, das damals wegen der geänderten geopolitischen Bedrohungslage aussortiert wurde. Unsere haben gesagt: Mech-Paket, super, das brauchen wir! – wozu, weiß bis heute keiner –, haben es, weil es so „günstig“ war, zum Schrottwert gekauft, und dann musste man adaptieren und adaptieren, weil man es ja nicht einfach nur kaufen kann, um es dann auf die Wiese zu stellen. Im Nachhinein stellt sich heraus, ... (Abg. Lentsch: ... beim Eurofighter!)
Zwischenruf des Abg. Hornek
Nein, schauen Sie, wir haben ja viele Eurofighter im Bundesheer (Zwischenruf des Abg. Hornek); da ist auch wieder ein kleiner. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Der Punkt ist ja jetzt, dass 50 oder 70 Prozent dieser Panzer überhaupt zu nichts anderem gekauft wurden, als dass sie auf der Wiese vergammeln, und wir jetzt die größten Probleme haben, das Ganze als Eisen überhaupt irgendwo anzubringen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hornek und Mag. Kukacka.) – Das sind die Planungsprozesse im Bundesheer! Dabei fehlt doch dauernd das Geld, um die Bundesheerreform umsetzen zu können!
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Nein, schauen Sie, wir haben ja viele Eurofighter im Bundesheer (Zwischenruf des Abg. Hornek); da ist auch wieder ein kleiner. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Der Punkt ist ja jetzt, dass 50 oder 70 Prozent dieser Panzer überhaupt zu nichts anderem gekauft wurden, als dass sie auf der Wiese vergammeln, und wir jetzt die größten Probleme haben, das Ganze als Eisen überhaupt irgendwo anzubringen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hornek und Mag. Kukacka.) – Das sind die Planungsprozesse im Bundesheer! Dabei fehlt doch dauernd das Geld, um die Bundesheerreform umsetzen zu können!
Zwischenrufe der Abgeordneten Hornek und Mag. Kukacka.
Nein, schauen Sie, wir haben ja viele Eurofighter im Bundesheer (Zwischenruf des Abg. Hornek); da ist auch wieder ein kleiner. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Der Punkt ist ja jetzt, dass 50 oder 70 Prozent dieser Panzer überhaupt zu nichts anderem gekauft wurden, als dass sie auf der Wiese vergammeln, und wir jetzt die größten Probleme haben, das Ganze als Eisen überhaupt irgendwo anzubringen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hornek und Mag. Kukacka.) – Das sind die Planungsprozesse im Bundesheer! Dabei fehlt doch dauernd das Geld, um die Bundesheerreform umsetzen zu können!
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Insofern also gute Arbeit des Rechnungshofes! Das schleppt sich durch, und die Kapitel „Unerledigte Anregungen“ sind natürlich eine sehr willkommene Lektüre. Da sich die ÖVP jetzt auch zu den Kontrollparteien aufgestiegen fühlt, ist das in Zukunft auch eine lohnende Lektüre für sie. – Wir sehen uns im Rechnungshofausschuss! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Präsident des Rechnungshofes Dr. Josef Moser: Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich möchte jetzt, nachdem drei Debatten abgeführt worden sind, doch einmal zu den wesentlichen Punkten Stellung nehmen, nämlich: Verfassungsreform. – Sie wissen ja, dass die Expertengruppe einen Verfassungsentwurf bereits ausgesendet hat und dieser in Begutachtung gegangen ist. Es wurde auch – und ich möchte mich bedanken – auf sehr viele Prüfungsergebnisse eingegangen. Es stehen ja heute insgesamt 31 Prüfungsergebnisse auf der Tagesordnung. Ich möchte mich erstens einmal bei Ihnen allen bedanken für die ausgezeichnete Zusammenarbeit in den letzten Monaten, aber auch in den letzten Jahren, und möchte mich auch dafür bedanken, dass die Arbeit des Rechnungshofes von Ihnen allen immer anerkannt und gewürdigt worden ist. Ich werde dieses Lob oder diesen Dank natürlich auch an meine Mitarbeiter weitergeben, die ja die Hauptverantwortung dafür zu tragen haben. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Hornek: Das ist auch gut!
Wenn man sich die Ergebnisse des Finanzausgleiches, die heute kolportiert worden sind, anschaut, dann sieht man, dass dieser Trend der Verflochtenheit der Finanzströme auch weitergeht. Es geht in die Richtung, dass die Länder und Gemeinden zusätzlich 320 Millionen € pro Jahr erhalten, davon die Gemeinden 50 Millionen €, dass die Gemeinden zusätzlich 153 Millionen € erhalten und auch die Kleingemeinden berechtigterweise aufgewertet werden. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Hornek: Das ist auch gut!) Wir haben diese Aufwertung des abgestuften Bevölkerungsschlüssels bereits im Jahr 2005 gehabt, wo der Bevölkerungsschlüssel von 1 1/3 auf eineinhalb aufgestockt worden ist – zugunsten der kleinen Gemeinden. Dieser Trend wird weiter fortgesetzt.
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
In welche Richtung das geht, sehen Sie etwa am Beispiel der AUA: Die AUA wollten wir im Jahr 2000 prüfen. Das war nicht möglich, weil die AUA Einwände erhoben hat, weil sie der Meinung war, dass sie nicht von der öffentlichen Hand beherrscht wird. Das Verfahren hat vier Jahre gedauert. Wir haben im Dezember 2004 vom Verfassungsgerichtshof befundet bekommen, dass der Rechnungshof prüfen darf. Wir haben im Jahr 2005/2006 die Prüfung durchgeführt mit dem Ergebnis, dass man sagen kann: Hätte der Rechnungshof früher geprüft, wäre sehr viel erspart geblieben, und die AUA hätte sich sehr viel an Geldmitteln erspart. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das heißt, auch hier zeigt es sich, dass auch bei börsenotierten Unternehmungen eine Rechnungshofprüfung sicherlich nicht schädlich ist. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Ich ersuche Sie daher, sich in Ihrem eigenen Interesse, im Interesse der Kontrollhoheit, die der Nationalrat hat, doch zu überlegen, ob der Expertenentwurf in diese Richtung geht, dass in Zukunft diese drei Aspekte auch in die Finanzkontrolle des Rechnungshofes mit einbezogen werden, damit Sie die Möglichkeit haben, diesbezüglich auch kontrollieren zu können und schauen zu können, wo allenfalls die Transparenz nicht gegeben ist oder die Effizienz und die Effektivität der Mittelverwendung nicht gewährleistet sind. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Der Rechnungshof steht Ihnen auch hier als Berater und Insider-Kenner der Verwaltung zur Verfügung und wird auch weiter in diese Richtung arbeiten. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Allgemeiner Beifall.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Von der Bundesstaatsreform ist weit und breit nichts zu sehen, von der Verwaltungsreform ist weit und breit nichts zu sehen. Aber was mache ich hier? – Ich gehe auf den Bericht, auf den Rechnungsabschluss des Jahres 2006 ein. Nein, weit gefehlt! Wir diskutieren heute hier den Rechnungsabschluss des Jahres 2005 – im September 2007! Wenn ein Vorstand eines Unternehmens im September des Jahres 2007 den Bericht, den Jahresabschluss des Jahres 2005 vorlegen würde, was würde dann passieren? – Das würde natürlich als skandalös empfunden werden. Und dieser Vorstand würde vermutlich mit nassen Fetzen davongejagt werden. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Mit dem Rechnungsabschluss 2005 – wir haben bereits die Budgets der Jahre 2007 und 2008 beschlossen –, ja was soll ich mit dem eigentlich noch anfangen? Das ist ja in Wirklichkeit ein wertloser Bericht geworden. Also noch einmal: Das Ziel muss es sein, Zeitnähe zu gewinnen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Und an dem leidet natürlich auch noch das Budget des Jahres 2006. Wir werden ja morgen bei der Notifikation sehen, ob wir bei diesen 1,1 Prozent, die Sie, Herr Präsident Moser, im Rechnungsabschluss drinnen haben, stehen bleiben werden. Ich denke, nein, denn ich habe Vorinformationen, die darauf hindeuten, dass es hier zu einer Korrektur im Zuge der budgetären Notifikation kommen wird, weil die Länder ihre Budgetziele nicht erreicht haben, weil sie sich sozusagen die Stabilitätsbeiträge, die im österreichischen Stabilitätspakt vorgesehen sind, nicht erarbeiten konnten. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Broukal: Das ist gut beobachtet, Herr Kollege!
So wie das Budget in Zahlen gegossene Politik ist, ist natürlich der Rechnungsabschluss die Bilanz dieser Politik. Dass die Steuerreform nicht angekommen ist, sieht man auch im Rechnungsabschluss. Das haben die Menschen nicht nur im Geldbörsel gespürt, sondern das sieht man auch im Rechnungsabschluss: steigende Schulden, Sparen am falschen Ort, nämlich bei den Zukunftsausgaben wie Bildung, steigende Arbeitslosigkeit – nach Eurostat fast 10 Prozent höhere Arbeitslosigkeit. Erst als die Wahl unmittelbar bevorstand, gab es überhaupt die ersten damals trotzdem löblichen Schritte, gegen die Arbeitslosigkeit gemeinsam mit den Sozialpartnern etwas zu machen. (Abg. Broukal: Das ist gut beobachtet, Herr Kollege!)
Abg. Strache: Prozent-Minus für die SPÖ!
Diese haben ja am 1. Oktober Bilanz gezogen und ein Urteil über diesen Rechnungsabschluss – nicht nur über diesen, sondern auch über andere – gefällt. Und das war für die Regierungsparteien vernichtend. Noch nie hat eine Regierung so viel verloren wie bei dieser Wahl. – So viel zum Rechnungsabschluss. (Abg. Strache: Prozent-Minus für die SPÖ!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.
Ein paar Worte noch zur Zukunft. Den Entschließungsantrag werden wir so nicht mittragen, Kollege Rossmann, aus einem einfachen Grund: Die Regierung hat bereits einen Entwurf für eine Bundeshaushaltsreform vorgelegt, und es liegt an uns, hier im Parlament zu überlegen, wie wir in Zukunft mit dem Budget umgehen wollen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn wir durch die Bundeshaushaltsreform auch ein bisschen von der inputorientierten Betrachtung des Budgets zu einer stärkeren Outputbetrachtung des Budgets gehen, dann heißt das natürlich auch für uns Parlamentarier hier, dass wir vielleicht ein bisschen weniger Input in den Input stecken aber dafür mehr Input in den Output, das heißt, weniger Zeit und Energie vielleicht in die Erstellung oder in die Beschlussfassung des Budgets, aber mehr in die Begleitung der Kontrolle und auch mehr in die Diskussion des Ergebnisses, nämlich des Rechnungsabschlusses, stecken. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mandak: Finanzexperte! – Abg. Grillitsch: Was wollen Sie jetzt sagen damit?
ich. (Abg. Mandak: Finanzexperte! – Abg. Grillitsch: Was wollen Sie jetzt sagen damit?)
Abg. Grillitsch: Sehr verwirrend, Ihre Ausführungen!
Nun aber zum Bundesrechnungsabschluss für das Jahr 2005. (Abg. Grillitsch: Sehr verwirrend, Ihre Ausführungen!) Ich komme gleich dazu. Ich bin bei den Ausführungen vom Herrn Rossmann und teilweise auch vom Herrn Krainer. Die Zahlen, die hier vorliegen, sind eigentlich Schnee von gestern. Man sollte sie nur dazu verwenden – ich komme aus der Wirtschaft, ich weiß, wovon ich rede –, einen Vergleich heranzuführen, was 2005 passiert ist oder nicht und was passiert heute oder nicht.
Beifall bei der FPÖ.
Man kann das fortsetzen. Ich sehe, das Lichtchen leuchtet schon. Ich möchte daher ganz klar sagen: Was fehlt, ist die ganz große Weichenstellung in der Budgetpolitik. Diese ist leider Gottes nicht erfolgt und wird in den nächsten Jahren wahrscheinlich auch nicht erfolgen. Man geht die Dinge nicht an, die Geld bringen könnten: erstens, bei den Ausgaben zu sparen, die Verwaltungsreform durchzuziehen, die Staatsreform zu machen, den Bürokratieabbau voranzutreiben, in der Gesundheitspolitik Einsparungen durchzuführen. Wenn wir das nicht machen, dann sehe ich, dass dieser Staat wahrscheinlich irgendwann einmal an den Baum fahren wird. Anders kann ich es mir nicht vorstellen. Und diese Schönreden, die immer wieder gehalten werden, und diese Beschwichtigungen sollten endlich in Taten umfunktioniert werden. Das wollte ich Ihnen sagen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Der Gradauer war kein Nationalratsabgeordneter! Da irren Sie! Auch ich war da kein Nationalratsabgeordneter!
Sie waren ja einmal dabei! Wo sind denn Ihre großen Reformen geblieben? (Abg. Strache: Der Gradauer war kein Nationalratsabgeordneter! Da irren Sie! Auch ich war da kein Nationalratsabgeordneter!) – Das ist richtig, Herr Kollege Strache, ich habe ja von Ihren früheren Brüdern und Schwestern geredet, von denen Sie sich jetzt immer distanzieren. Früher haben Sie zugejubelt, applaudiert und auf den Schultern getragen. Sie waren auch dabei. (Abg. Strache: Nein! Kritisiert haben wir es!) – Leugnen Sie es nicht! Leugnen Sie es nicht! Sie leugnen ohnehin öfter, als Ihnen gut tut. (Beifall bei der ÖVP.) Bleiben Sie ganz ruhig und gelassen, Herr Kollege Strache! Es ist für Sie besser. (Abg. Strache: Da haben Sie einen falschen Traum gehabt!) Diese Botschaft hat Ihnen das Mitglied Ihres Klubs, Herr Kollege Stadler, schon ausgerichtet. Das brauchen Sie daher von mir nicht noch besonders zu hören. (Abg. Strache: Vielleicht sind Sie sein persönlicher Freund!)
Abg. Strache: Nein! Kritisiert haben wir es!
Sie waren ja einmal dabei! Wo sind denn Ihre großen Reformen geblieben? (Abg. Strache: Der Gradauer war kein Nationalratsabgeordneter! Da irren Sie! Auch ich war da kein Nationalratsabgeordneter!) – Das ist richtig, Herr Kollege Strache, ich habe ja von Ihren früheren Brüdern und Schwestern geredet, von denen Sie sich jetzt immer distanzieren. Früher haben Sie zugejubelt, applaudiert und auf den Schultern getragen. Sie waren auch dabei. (Abg. Strache: Nein! Kritisiert haben wir es!) – Leugnen Sie es nicht! Leugnen Sie es nicht! Sie leugnen ohnehin öfter, als Ihnen gut tut. (Beifall bei der ÖVP.) Bleiben Sie ganz ruhig und gelassen, Herr Kollege Strache! Es ist für Sie besser. (Abg. Strache: Da haben Sie einen falschen Traum gehabt!) Diese Botschaft hat Ihnen das Mitglied Ihres Klubs, Herr Kollege Stadler, schon ausgerichtet. Das brauchen Sie daher von mir nicht noch besonders zu hören. (Abg. Strache: Vielleicht sind Sie sein persönlicher Freund!)
Beifall bei der ÖVP.
Sie waren ja einmal dabei! Wo sind denn Ihre großen Reformen geblieben? (Abg. Strache: Der Gradauer war kein Nationalratsabgeordneter! Da irren Sie! Auch ich war da kein Nationalratsabgeordneter!) – Das ist richtig, Herr Kollege Strache, ich habe ja von Ihren früheren Brüdern und Schwestern geredet, von denen Sie sich jetzt immer distanzieren. Früher haben Sie zugejubelt, applaudiert und auf den Schultern getragen. Sie waren auch dabei. (Abg. Strache: Nein! Kritisiert haben wir es!) – Leugnen Sie es nicht! Leugnen Sie es nicht! Sie leugnen ohnehin öfter, als Ihnen gut tut. (Beifall bei der ÖVP.) Bleiben Sie ganz ruhig und gelassen, Herr Kollege Strache! Es ist für Sie besser. (Abg. Strache: Da haben Sie einen falschen Traum gehabt!) Diese Botschaft hat Ihnen das Mitglied Ihres Klubs, Herr Kollege Stadler, schon ausgerichtet. Das brauchen Sie daher von mir nicht noch besonders zu hören. (Abg. Strache: Vielleicht sind Sie sein persönlicher Freund!)
Abg. Strache: Da haben Sie einen falschen Traum gehabt!
Sie waren ja einmal dabei! Wo sind denn Ihre großen Reformen geblieben? (Abg. Strache: Der Gradauer war kein Nationalratsabgeordneter! Da irren Sie! Auch ich war da kein Nationalratsabgeordneter!) – Das ist richtig, Herr Kollege Strache, ich habe ja von Ihren früheren Brüdern und Schwestern geredet, von denen Sie sich jetzt immer distanzieren. Früher haben Sie zugejubelt, applaudiert und auf den Schultern getragen. Sie waren auch dabei. (Abg. Strache: Nein! Kritisiert haben wir es!) – Leugnen Sie es nicht! Leugnen Sie es nicht! Sie leugnen ohnehin öfter, als Ihnen gut tut. (Beifall bei der ÖVP.) Bleiben Sie ganz ruhig und gelassen, Herr Kollege Strache! Es ist für Sie besser. (Abg. Strache: Da haben Sie einen falschen Traum gehabt!) Diese Botschaft hat Ihnen das Mitglied Ihres Klubs, Herr Kollege Stadler, schon ausgerichtet. Das brauchen Sie daher von mir nicht noch besonders zu hören. (Abg. Strache: Vielleicht sind Sie sein persönlicher Freund!)
Abg. Strache: Vielleicht sind Sie sein persönlicher Freund!
Sie waren ja einmal dabei! Wo sind denn Ihre großen Reformen geblieben? (Abg. Strache: Der Gradauer war kein Nationalratsabgeordneter! Da irren Sie! Auch ich war da kein Nationalratsabgeordneter!) – Das ist richtig, Herr Kollege Strache, ich habe ja von Ihren früheren Brüdern und Schwestern geredet, von denen Sie sich jetzt immer distanzieren. Früher haben Sie zugejubelt, applaudiert und auf den Schultern getragen. Sie waren auch dabei. (Abg. Strache: Nein! Kritisiert haben wir es!) – Leugnen Sie es nicht! Leugnen Sie es nicht! Sie leugnen ohnehin öfter, als Ihnen gut tut. (Beifall bei der ÖVP.) Bleiben Sie ganz ruhig und gelassen, Herr Kollege Strache! Es ist für Sie besser. (Abg. Strache: Da haben Sie einen falschen Traum gehabt!) Diese Botschaft hat Ihnen das Mitglied Ihres Klubs, Herr Kollege Stadler, schon ausgerichtet. Das brauchen Sie daher von mir nicht noch besonders zu hören. (Abg. Strache: Vielleicht sind Sie sein persönlicher Freund!)
Ruf bei der FPÖ: Tun Sie aber!
Herr Kollege Rossmann, in einem Punkt haben Sie recht: Es ist nicht besonders günstig, wenn wir am gleichen Tag, an dem wir den Bundesrechnungsabschluss des Jahres 2005 diskutieren, bereits den neuen Bericht des Jahres 2006 in den Händen haben. Da haben Sie unbestritten recht. Einen Punkt einer Studie, auch wenn Sie ihn zitieren, weise ich mit Entschiedenheit zurück, nämlich dass die kleinen Gemeinden unwirtschaftlich agieren würden. Da würde ich Sie einladen (Ruf bei der FPÖ: Tun Sie aber!), einmal tatsächlich den Test zu machen. Übernehmen Sie eine Gemeinde! Wenn Sie so großartige Vorschläge haben – das garantiere ich Ihnen –, werden Sie sicher zum Bürgermeister gewählt, und dann können Sie zeigen, wie man wirtschaftlicher führt. Dann können Sie uns hier im Plenum also jene Dinge darlegen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Aber die Länder sind bei der Pensionsanpassung nicht nachgekommen! Auch Oberösterreich ist bisher nicht nachgekommen!
Meine Damen und Herren, zeigen Sie mir das durchschnittliche Pensionsantrittsalter der Beamten und Angestellten der Stadt Wien, also der großen Stadt, und dann sage ich Ihnen das Durchschnittsalter der oberösterreichischen Gemeindebediensteten: Da klaffen sieben Jahre dazwischen! In Oberösterreich geht man mit ganz knapp 60 Jahren in Pension – mit ganz knapp 60 Jahren! Daher, meine Damen und Herren, verwahre ich mich dagegen, wenn gesagt wird, dass die kleinen Gemeinden unwirtschaftlich arbeiten würden! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Aber die Länder sind bei der Pensionsanpassung nicht nachgekommen! Auch Oberösterreich ist bisher nicht nachgekommen!)
Abg. Strache: Oberösterreich ist genauso säumig ...!
Es ist ja bemerkenswert, meine Damen und Herren (Abg. Strache: Oberösterreich ist genauso säumig ...!): Diesen Bundesrechnungsabschluss hat ja, wie Sie wissen, die jetzige Regierung und haben deren Beamte, wenn man das so formulieren darf, erstellt. Wie sieht die Abgabenquote denn aus? Wie sieht die Verschuldung zum BIP denn aus? – Eindeutig sinkenden Tendenz, und das sollte man hier sagen!
Abg. Strache: Vor lauter Begeisterung hat es für die ÖVP minus 8 Prozentpunkte gegeben!
Es ist ja bemerkenswert, wenn man sich die Debatten zum Budget des Jahres 2005 ansieht und schaut: Was ist geblieben von den Prophezeiungen der damaligen Opposition? Und was hat sich eingestellt zu den Behauptungen der damaligen Regierung? – Eindeutig: das, was die Regierung prophezeit hat, und nicht das (Abg. Strache: Vor lauter Begeisterung hat es für die ÖVP minus 8 Prozentpunkte gegeben!), und nicht das, meine Damen und Herren, was die damalige Opposition behauptet hat.
Abg. Strache: Minus 8 Prozent vor lauter Begeisterung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Themessl zu Wort. 5 Minuten Wunschredezeit. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Strache: Minus 8 Prozent vor lauter Begeisterung!)
Abg. Lentsch: Schön sprechen!
Herr Kollege Rossmann hat das richtig gesagt: Ein Budget könnte natürlich auch ein wirtschaftliches Steuerungsbarometer sein, und nicht nur wirtschaftlich, sondern auch finanztechnisch. Sie können hier stehen, Herr Kollege Auer, und sagen, wir haben weniger Schulden als vorher. Das machen Sie immer in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt. Es ist einfach: Wenn ich heute 3 000 € verdiene und 1 500 € zahlen muss, geht es mir noch relativ gut. Wenn ich 1 500 € verdiene und davon 1 000 € zahlen muss, geht es mir beschissen. (Abg. Lentsch: Schön sprechen!) So ist das.
Beifall bei der FPÖ.
Sie rechnen aufgrund des erhöhten Bruttoinlandsproduktes in Prozentzahlen vor, dass Sie jetzt weniger Schulden haben als früher, in tatsächlichen Zahlen sind sie so hoch wie niemals zuvor. Das ist eine Tatsache, die Sie nicht leugnen können. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber Sie haben es verabsäumt, diesen guten ersten Schritt mit der Senkung der KöSt weiterzuführen. (Beifall bei der FPÖ.) Sie belasten nach wie vor die Klein- und Mittelbetriebe zur Gänze, Sie belasten den Mittelstand, sodass er keine Luft mehr hat, wir hinken in der Kaufkraft gewaltig hinter dem Wirtschaftswachstum her. Das geben Sie ja selbst zu, Herr Kollege Auer.
Abg. Auer: Gestatten Sie einen Zwischenruf!
Wir sprechen heute von einem Wirtschaftswachstum von 3 Prozent. (Abg. Auer: Gestatten Sie einen Zwischenruf!) Hören Sie zu, dann lernen Sie vielleicht etwas! – Und die Kaufkraft spielt eben nicht mit. Die Einnahmen aus der Einkommensbesteuerung sind seit Jahren in etwa gleich hoch wie die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer. Das war bisher so. Jetzt haben wir ein sehr gutes Wirtschaftswachstum, alle Wirtschaftsforscher bestätigen das, haben das bereits Anfang des Jahres 2006 bestätigt, auch für das Jahr 2007. Aber Sie waren nicht in der Lage, die nächste große Steuerreform zu machen, um die Klein- und Mittelbetriebe und den Mittelstand zu entlasten und damit natürlich auch ein Anspringen der Kaufkraft zu gewährleisten. Das haben Sie nämlich verabsäumt.
Beifall bei der FPÖ.
Vorwerfen muss ich Ihnen, dass Sie trotz der erkennbaren Zahlen aus dem Jahr 2005, trotz aller Prognosen und aller Daten von Wirtschaftsforschern nicht in der Lage waren, den nächsten Schritt in der Steuerreform zu setzen. Und jetzt versprechen Sie eine Steuerreform für die Klein- und Mittelbetriebe und den Mittelstand für das Jahr 2010, wo Sie jetzt schon wissen, dass die Wirtschaftszahlen und das Wirtschaftswachstum nicht mehr in dieser Größenordnung gegeben sein werden. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aber das war der Unsicherheitsfaktor, weil die Schätzungen weit auseinander gelegen sind. Kollege Stummvoll, von 100 Millionen bis 700 Millionen sind die Schätzungen gegangen, und niemand hat gewusst, wie sich die Steuereinnahmensituation bei der KöSt entwickeln wird. Aber ich sage auch dazu, dass dieser Bundesrechnungsabschluss 2005 sich sehen lassen kann, weil er eine konsequente Fortsetzung einer sehr bewussten, wirtschaftsfreundlichen Budgetpolitik war. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Der Mittelstand hat nichts davon!
Wirtschaftsforscher sagen, dass auch die Steuerreform mindestens – mindestens; irgendwer hat gesagt 0,3 Prozent – zu einem halben Prozentpunkt ausschlaggebend dafür war, dass wir heute eine relativ gute Wirtschaftsentwicklung haben mit einem Wachstum von über 3 Prozent. Das war also eine weitsichtige Politik. (Abg. Strache: Der Mittelstand hat nichts davon!) – Ja, keine Frage, aber dazu komme ich noch.
Abg. Auer: Das habe ich nicht gesagt!
Kollege Auer hat gemeint, die Gemeinden haben keinen Handlungsbedarf. – Ich bin mir da nicht sicher, ich bin da sehr vorsichtig. (Abg. Auer: Das habe ich nicht gesagt!) Also, du hast recht: Sie sind nicht die Schuldenmacher der Nation – auf keinen Fall! –, und ich setze mich auch dafür ein und bin guten Mutes, dass die Finanzausgleichsverhandlungen über 100 Millionen € mehr für die Gemeinden ergeben werden. Aber es muss ja nicht jede Gemeinde eine Gärtnerei besitzen.
Beifall beim BZÖ.
Das würden wir uns von der Bundesregierung wünschen: weitere Reformschritte, vielleicht sogar einmal echte Reformschritte, die auch den Namen Reform verdienen, und nicht nur eine Tarifsenkung oder eine prozentuelle Senkung der Lohnsteuer und Einkommensteuer, sondern eine echte Reform, von der wir schon seit vielen Jahren sprechen, strukturell tiefer gehend, verwaltungseffizient, wo unterm Strich mehr für die Einkommensbezieher in unserem Land herausschaut. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Was macht Österreich munter? Der Wirtschaftsstandort hat gewonnen!
All das hat seinen Niederschlag im Rechnungsabschluss, und ich glaube, dass es daher gut ist ... (Abg. Dr. Stummvoll: Was macht Österreich munter? Der Wirtschaftsstandort hat gewonnen!) – Ich rede vom Rechnungsabschluss! Offenbar kannst du nicht richtig lesen. Aber gut.
Beifall bei der SPÖ.
Wenn ich also überlege, dass man unter Umständen Initiativen der Abgeordneten dadurch abwürgt, dass man sagt, das passt nicht in diese Vorschau hinein, möchte ich davor warnen, dass die Abgeordneten eine Art „Entmündigungsverfahren“ über sich ergehen lassen, nämlich dass sie bei den Anträgen beweisen müssen, ob es geht. Und niemand hat das Regelwerk zur Verfügung, um das dann bis zum Schluss auszudiskutieren und auszuargumentieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Auer.
Ich ersuche auch darum, dass man die Frage der Gesetzgebungsperiode mit berücksichtigt, denn während in dem einen Fall mit der Gesetzgebungsperiode das eine verfällt, soll das andere mit hineinwirken. Ich meine, jede neue Regierung hat das Recht, ihre Vorschau, ihr Budget und ihre mittelfristige Planung zu gestalten. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Auer.)
Beifall bei der ÖVP.
gramm 2006 bis 2010! Sie werden alle drei Strategien – Senkung der Schulden und Abgabenquote, Senkung der Defizitquote und Abgabenquote – im Regierungsprogramm bis zum Jahr 2010 finden. Das ist ja kein Zufall, denn auch Bundeskanzler Gusenbauer hat ja erkannt: Steuern runter, macht Österreich munter! Daher wird diese Bundesregierung genau diesen Weg der Finanzpolitik bis zum Jahr 2010 weitergehen, der im Bundesrechnungsabschluss 2005 zum Ausdruck kommt. Eine klare Antwort! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Sicherlich ist das für unseren Koalitionspartner ein gewisser Meinungsumschwung, aber lesen Sie jenen Budgetpfad, wie er im Regierungsprogramm verankert ist: Genau diese drei Strategien werden wir bis 2010 fortsetzen, weil sie erfolgreich sind, weil sie dazu geführt haben, dass Österreich heute in allen Statistiken unter den Top 5 in der EU ist. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Planbarkeit, Verlässlichkeit und Demokratie müssen im neuen Haushaltsrecht breiten Raum einnehmen und eine feste Säule darstellen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Der Erfolg gibt uns recht: Das Wirtschaftswachstum steigt, die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosenrate sinkt – und das nicht, weil jetzt die SPÖ in der Bundesregierung ist, sondern weil die Regierung seit dem Jahr 2000 sehr gute Vorarbeit geleistet hat. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Politik der letzten Jahre ist also wirklich zu einem Schwungrad für die österreichische Wirtschaft geworden, was die Grünen und die Blauen aber jetzt bestreiten. Und mit diesem Schwung wollen wir bis zum Jahre 2010 das Nulldefizit wieder erreichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Jawohl, diese Vorlage ist in Wirklichkeit „Schnee von gestern“, aber wir haben ja heute schon erörtert, dass das ja vielleicht verbessert werden kann. Daher meinen wir Sozialdemokraten, dass es unabdingbar wichtig ist, diese Haushaltsreform so schnell wie möglich in die Realität umzusetzen. Ehrlicherweise muss man auch festhalten, dass es einfach ein Ungleichgewicht in der Wichtigkeit der Budgeterstellung und dann der Behandlung der Erfolgsrechnung gibt. – Kollege Bauer hat schon darauf hingewiesen: Drei Wochen haben wir in allen Facetten das Budget 2005 diskutiert, und heute, zu vorgeschrittener Stunde, eine Stunde, bevor wir schlafen gehen (Zwischenrufe bei der ÖVP), findet die Diskussion über diese Erfolgsrechnung statt. Das hat sich, glaube ich, auch das Budget 2005 nicht verdient!
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine daher, dass dieser Rechnungsabschluss leicht positiv zu bewerten ist, aber die Lobeshymnen, die von Ihnen, Herr Kollege Stummvoll, gekommen sind, entsprechen nicht ganz der Realität. Wir werden aber dennoch diesem Rechnungsabschluss unsere Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Rossmann: Wir haben von 2005 geredet!
„Mit +3,1 Prozent verzeichnete Österreich das stärkste Wachstum seit 2000. Wie schon in den Vorjahren wuchs das heimische BIP damit stärker als in der Eurozone (+2,7 Prozent). (...) Die Wertschöpfung der Sachgütererzeugung wies 2006 ...“ (Abg. Mag. Rossmann: Wir haben von 2005 geredet!) – Ich rede jetzt von 2006 und nicht von 2005, weil ich nicht weiß, was das noch bedeuten soll. Sie können theoretisch gerne etwas reden, aber es bringt Ihnen nichts.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.
Somit hätten wir uns schon einmal, was das Jahr 2006 betrifft, damit auseinandersetzen können, wie erfreulich diese Entwicklung war, die, von der damaligen Bundesregierung eingeleitet, in Wirklichkeit von der jetzigen Regierung fortgesetzt wurde. – Das habe ich eigentlich vermisst, hätte es aber von Ihnen erwartet, denn nur ein Rückblick auf 2005 bringt gar nichts. Jedenfalls bringt es uns nicht weiter. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.)
Beifall bei der ÖVP.
dass die jetzige Regierung diesen Weg fortsetzt, der für das Jahr 2005 durch diesen Bundesrechnungsabschluss dokumentiert ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kainz: Schwungvolle!
Abgeordneter Franz Kirchgatterer (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär Lopatka, Sie haben gerade eine sehr eindimensionale (Abg. Kainz: Schwungvolle!) Sicht der Dinge hier dargelegt.
Beifall bei der SPÖ.
Eine kommende Steuerreform soll jedenfalls die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, soll den Motor der österreichischen Wirtschaft, nämlich die Klein- und Mittelbetriebe, entlasten; weiters die Inlandskaufkraft stärken; ebenso die Investitionen im Inland. Ganz wesentlich geht es – dazu haben wir ja die Bestätigung durch den jüngsten OECD-Bericht – um mehr Steuergerechtigkeit. Erste Priorität, Zielrichtung und Zielsetzung: mehr Steuergerechtigkeit. Auch in der Vorbereitung für die Steuerreform gilt es, Steuergerechtigkeit an erste Stelle zu setzen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf auch zu den Ausführungen der Frau Kollegin Trunk noch ein Wort sagen, die meinte, Pflege- und Daseinsvorsorge sind die Problembereiche, wo eine Lösung angegangen werden muss. – Ich darf feststellen, dass Finanzminister Willi Molterer mit dem Finanzausgleich da einen ganz wesentlichen Schritt gemacht hat. Buchinger hat es versucht – und Molterer hat es gemacht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb können wir, wie ich meine, positiv in die Zukunft schauen, denn wir können auf einer guten Basis aufbauen. Die Wirtschafts- und Finanzpolitik der vergangenen Jahre bietet eine gute Grundlage; die gute Politik wird fortgesetzt. Vizekanzler und Finanzminister Willi Molterer ist ein Garant dafür, dass wir für das Wohl der Menschen in unserem Lande auch in den nächsten Jahren arbeiten können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schalle: Aber 9 000 ...!
Aber auch die Maßnahmen im Bereich der Lehrlingsentschädigung haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Gemeinsam mit der Wirtschaft, dem AMS und den Ländern ist es uns gelungen, den Abwärtstrend in der Lehrlingsentwicklung umzukehren; durch die Einführung des „Blum-Bonus“ konnten wir die Zahlen der abgeschlossenen Lehrverträge deutlich erhöhen. In Österreich sind zwischen den Jahren 2003 und 2006 um 7 000 Lehrlinge mehr ausgebildet worden. (Abg. Schalle: Aber 9 000 ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das wird aber nicht gehen!
Fast 2,8 Millionen Steuerpflichtige haben ab dem 1. Jänner 2005 keine Lohn- und Einkommenssteuer bezahlen müssen. Heute kann man sagen, dass diese Maßnahmen genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen sind und die Grundlage dafür bilden, dass Österreich heute im internationalen Vergleich so hervorragend dasteht. Lassen Sie uns diesen erfolgreichen Weg gemeinsam fortsetzen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das wird aber nicht gehen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Rossmann: Begründen Sie das einmal!
Abgeordnete Dorothea Schittenhelm (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes! Hohes Haus! Ganz kurz: Dass die kleinen Gemeinden einer weiteren und neuerlichen Kontrolle durch den Rechnungshof unterliegen sollen, dazu sage ich als Bürgermeisterin einer kleinen Gemeinde mit 5 000 Einwohnern ganz klar: nein! Wenn wir von Einsparung im öffentlichen Dienst sprechen, kann es nicht sein, dass genau dieser Bereich aufgebläht wird. Und: Die Bundesländer kontrollieren ihre Gemeinden sehr verantwortungsbewusst. – Das nur dazu. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Rossmann: Begründen Sie das einmal!)
Abg. Scheibner: Aber alleine war er nicht!
Da hier gesagt wurde – das ist richtig; das unterstreiche ich –: Bilanz der politischen Arbeit, das ist der Rechnungsabschluss. Ja, selbstverständlich. Wir sind stolz, dass es diesen Rechnungsabschluss gibt, denn das ist die Bilanz der Regierung Schüssel, die sich sehen lassen kann. Was glauben Sie denn, meine Damen und Herren hier im Hohen Haus, warum jetzt Bundeskanzler Gusenbauer durch die Welt gondeln und über die wunderbaren Wirtschaftsdaten in Österreich reden kann?! (Abg. Scheibner: Aber alleine war er nicht!) Ja, was glauben Sie denn, warum er überall erzählen kann, wie sehr unsere Wirtschaft floriert und dass wir in Österreich eines der besten Bildungssysteme und Sozialsysteme haben?!
Beifall bei der ÖVP.
Es ist das unser Verdienst, und wir sind stolz darauf: Wir haben in der Vergangenheit nachhaltige Politik gemacht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Molterer, das ist die Qualität für die nächsten Jahre, das heißt Zukunft! (Beifall bei der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Daher freue ich mich schon auf die Beratungen im Ausschuss und im Plenum. Ich bin allfälligen Neuerungen gegenüber sehr aufgeschlossen, da wir auch im Rechnungshof eine Arbeitsgruppe eingerichtet haben, um zu sehen, wie wir den Bundesrechnungsabschluss noch effektuieren können, im Zusammenwirken mit dem Finanzministerium und auch mit dem Staatsschuldenausschuss. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Dr. Stummvoll: Jesus! Gnade!
Als Erster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Themessl. Herr Abgeordneter, Sie haben sich keine Redezeitlimitierung genommen. (Abg. Dr. Stummvoll: Jesus! Gnade!) Das heißt, Ihnen stehen 20 Minuten zur Verfügung. Wir werden sehen, wie lange Sie wirklich reden. – Bitte.
Abg. Dr. Stummvoll: Aber keine Fachkräfte!
Sie gehen einen grundsätzlich falschen Weg. Sie sagen, wir haben Fachkräftemangel, und der Wirtschaftsbund und die Wirtschaftskammer fordern, dass man zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland holt, obwohl wir in Österreich in diesem Bereich jede Menge Arbeitslose gemeldet haben. Dazu, bitte, ein paar Zahlen ... (Abg. Dr. Stummvoll: Aber keine Fachkräfte!) Auch Fachkräfte; ich erzähle es Ihnen.
Abg. Dr. Stummvoll: Wir haben ein großes Herz!
Zeigen Sie einmal ein Herz für den Arbeiter, für die Mitarbeiter, für den Mittelstand! (Abg. Dr. Stummvoll: Wir haben ein großes Herz!) Helfen Sie mit, die Kaufkraft geringfügig anzuheben, stimmen Sie unserem Antrag, wenn er denn zur Abstimmung kommt, zu, und setzen Sie in Zukunft zehn steuerfreie Überstunden ein und nicht fünf! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zeigen Sie einmal ein Herz für den Arbeiter, für die Mitarbeiter, für den Mittelstand! (Abg. Dr. Stummvoll: Wir haben ein großes Herz!) Helfen Sie mit, die Kaufkraft geringfügig anzuheben, stimmen Sie unserem Antrag, wenn er denn zur Abstimmung kommt, zu, und setzen Sie in Zukunft zehn steuerfreie Überstunden ein und nicht fünf! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Der vierte und letzte Punkt ist: Ich glaube, es ist nicht sinnvoll, eindimensionale, punktuelle Lösungen zu machen, sondern es ist eine Entlastung der Einkommen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Gesamten durch eine Tarifreform und eine Steuerreform durchzuführen – und nicht über diesen Bereich. Die Steuerreform wird ja auch kommen, wie es schon angekündigt worden ist. Daher ist es, glaube ich, besser, diese Fragen dort zu behandeln. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Eines sei aber vorneweg gleich klargestellt: Einen Fleckerlteppich wird es mit uns nicht geben. Wir werden eine Gesamtlösung erarbeiten, die wir dann in einer großen Lösung, in einer Steuerreform auch umsetzen werden: zum Wohl der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Vorneweg jetzt schon: Wir freuen uns auf die Diskussion im Finanzausschuss. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Hinsicht werden wir diesen Antrag später sicher auch nicht unterstützen können. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Sburny: Weil sie zu wenig verdienen!
Abgeordneter Veit Schalle (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Kollege Themessl, aus meiner Sicht geht Ihr Antrag zwar in die richtige Richtung, aber nicht weit genug. Ich habe mich nämlich bei vielen Kollegen in der Wirtschaft danach erkundigt, was eigentlich an Überstunden monatlich geleistet wird. Wir kommen im Durchschnitt fast überall auf 20 Stunden und mehr. Was das Interessante dabei ist: Es wollen alle Leute unbedingt Überstunden machen. (Abg. Sburny: Weil sie zu wenig verdienen!) Genau das ist der Punkt! (Abg. Sburny: Vielleicht zahlen Sie ihnen mehr!) Das hat damit gar nichts zu tun, sondern hängt damit zusammen, dass gerade die Leute mit wenig Einkommen durch die Preiserhöhungen, die es gibt von Grundnahrungsmitteln bis Benzin, Energie, wirklich zum Handkuss kommen. Und ich denke, die können auch nicht warten bis 2010, bis zur Steuerreform.
Abg. Sburny: Vielleicht zahlen Sie ihnen mehr!
Abgeordneter Veit Schalle (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Kollege Themessl, aus meiner Sicht geht Ihr Antrag zwar in die richtige Richtung, aber nicht weit genug. Ich habe mich nämlich bei vielen Kollegen in der Wirtschaft danach erkundigt, was eigentlich an Überstunden monatlich geleistet wird. Wir kommen im Durchschnitt fast überall auf 20 Stunden und mehr. Was das Interessante dabei ist: Es wollen alle Leute unbedingt Überstunden machen. (Abg. Sburny: Weil sie zu wenig verdienen!) Genau das ist der Punkt! (Abg. Sburny: Vielleicht zahlen Sie ihnen mehr!) Das hat damit gar nichts zu tun, sondern hängt damit zusammen, dass gerade die Leute mit wenig Einkommen durch die Preiserhöhungen, die es gibt von Grundnahrungsmitteln bis Benzin, Energie, wirklich zum Handkuss kommen. Und ich denke, die können auch nicht warten bis 2010, bis zur Steuerreform.
Abg. Steibl: Weil BILLA so schlecht zahlt!
Da wundere ich mich eigentlich, dass da von SPÖ-Seite überhaupt nichts kommt. Reden Sie einmal mit den Leuten an der Basis! Die wissen nicht, wie sie ihr Monatsbudget richtig verwalten sollen. Die kommen am Monatsende ohne Geld daher und wollen einen Vorschuss haben; all diese Dinge also. So schlimm war es noch nie! Ich kann sagen: Es machen in Österreich in der Zwischenzeit 764 000 Leute Überstunden. (Abg. Steibl: Weil BILLA so schlecht zahlt!) – Nein, das hat mit dem Bezahlen nichts zu tun, Frau Steibl! Es gibt einen Kollektivvertrag, aber die Menschen kommen damit – wir zahlen ja nicht weniger auf einmal! – nicht mehr aus. Ich denke, es ist zu viel für die Großen gemacht worden und zu wenig für die Kleinen, und das muss sich ganz sicher bald ändern. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Da wundere ich mich eigentlich, dass da von SPÖ-Seite überhaupt nichts kommt. Reden Sie einmal mit den Leuten an der Basis! Die wissen nicht, wie sie ihr Monatsbudget richtig verwalten sollen. Die kommen am Monatsende ohne Geld daher und wollen einen Vorschuss haben; all diese Dinge also. So schlimm war es noch nie! Ich kann sagen: Es machen in Österreich in der Zwischenzeit 764 000 Leute Überstunden. (Abg. Steibl: Weil BILLA so schlecht zahlt!) – Nein, das hat mit dem Bezahlen nichts zu tun, Frau Steibl! Es gibt einen Kollektivvertrag, aber die Menschen kommen damit – wir zahlen ja nicht weniger auf einmal! – nicht mehr aus. Ich denke, es ist zu viel für die Großen gemacht worden und zu wenig für die Kleinen, und das muss sich ganz sicher bald ändern. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Der Handel auch!
Was auch ein wichtiger Effekt ist: Ich denke, es wird dadurch auch weniger Schwarzarbeit gemacht. Es fördert die Leistungsbereitschaft enorm. Ich denke, auch der Facharbeitermangel, den es derzeit gibt, treibt die Leute zu Überstunden. Es geht ja gar nicht anders. Sie bekommen auch keine guten Leute. Wir haben auch das Problem, dass wir 9 000 Lehrlinge haben, die keinen Job haben. Ich fordere Sie von der ÖVP dazu auf, auf Ihre Klientel einzuwirken, dass die Industrie und die Mittelbetriebe Lehrlinge aufnehmen. (Abg. Dr. Stummvoll: Der Handel auch!) Auch der Handel, ja, da brauchen wir gar nicht darüber zu diskutieren.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir haben den jungen Menschen gegenüber die Verantwortung, das wir wirklich darauf schauen, dass sie einen guten Ausbildungsplatz bekommen. Gerade die Facharbeiter im ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nein, nein, ich denke, da muss man wirklich etwas tun, sonst bekommen wir keine Facharbeiter. Und ich meine auch, da geschieht zu wenig.
Beifall beim BZÖ.
Da würde ich wirklich an Sie alle appellieren, dass Sie in diese Richtung auf Ihre Klientel einwirken. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Sie haben Sehnsucht nach Schüssel! Interessant!
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich auf das eigentliche Thema eingehe, möchte ich der Ordnung halber erwähnen: Es ist kein Problem, wenn man einmal nicht anwesend sein kann als Abgeordneter und verhindert ist, aber man sollte sich dann doch der Ordnung halber entschuldigen und eine entsprechende Meldung abgeben. Ich habe das heute bei Klubobmann Schüssel vermerkt, der seit 9 Uhr in der Früh nicht anwesend war. (Abg. Dr. Stummvoll: Sie haben Sehnsucht nach Schüssel! Interessant!) Das will ich nur der Ordnung halber anmerken, denn ich meine, es gehört sich, dass, wenn ein Klubobmann keine Zeit hat – und das kann passieren –, das zumindest zu melden und sich zu entschuldigen, damit das auch korrekt so wahrgenommen wird. – Das gilt für alle Betroffenen, keine Frage.
Abg. Kainz: Das haben wir heute schon gehört!
In einem Interview mit dem „Berliner Tagesspiegel“ sagte Kelek: Viele Migranten wollen die Tradition gar nicht durchbrechen. Ein Kind, das hier die Schule besucht, wird zwar mit westlichen ... (Abg. Kainz: Das haben wir heute schon gehört!) – Das haben wir heute noch nicht gehört! Da sieht man wieder, dass Sie nicht aufgepasst haben, denn sonst würden Sie wissen, dass das heute noch nicht gebracht wurde! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In einem Interview mit dem „Berliner Tagesspiegel“ sagte Kelek: Viele Migranten wollen die Tradition gar nicht durchbrechen. Ein Kind, das hier die Schule besucht, wird zwar mit westlichen ... (Abg. Kainz: Das haben wir heute schon gehört!) – Das haben wir heute noch nicht gehört! Da sieht man wieder, dass Sie nicht aufgepasst haben, denn sonst würden Sie wissen, dass das heute noch nicht gebracht wurde! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
rung der Grundrechte abweichen, sagt sie, und Migranten, die seit Generationen hier leben, müssen sich endlich für die westliche Gesellschaft entscheiden. – All das, sagt eine Dame, die betroffen ist. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch Heuchelei!
Ich weiß schon, wahrscheinlich ist Frau Necla Kelek jetzt für Sie eine „Rechtsextremistin“; man kann ja alles ins Absurde treiben. Das wäre ich von Ihnen gewohnt, aber das alles sagt eine Betroffene, die durchaus in ihrem Umfeld, auch durch die Betreuung von Menschen, die eben genau mit diesen Bereichen auch zu tun haben, mit Zwangsehen, ja mit Gewalt konfrontiert sind, wenn sie sich dann weigern, menschlich zutiefst betroffen ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch Heuchelei!) Das sind doch sehr klare Worte, die uns sehr ernsthaft beschäftigen sollten.
Beifall bei der FPÖ.
Ich verstehe schon, dass das vielleicht nicht jedem gefällt, wenn man das tut, aber man muss offen, nüchtern und sachlich darüber diskutieren. Und das tun wir. Eine Ehe, die gegen den freien Willen abgeschlossen werden muss, wenn also ein Mensch gezwungen wird, eine Ehe eingehen zu müssen, dann ist das eine schwerwiegende Verletzung der Grund- und Freiheitsrechte, und dann muss man dagegen Stellung nehmen und Stellung beziehen. Das stellt eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung dar. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Deshalb müssen wir Maßnahmen ergreifen, um hier auch ganz entschieden strafbare Handlungen gesetzlich festzumachen. Gewalt gegen Frauen, Zwangsehen können und dürfen in unserer Gesellschaft nicht einfach so vorhanden sein, ohne dass man gesetzlich eine klare Regelung trifft und so etwas auch entsprechend bestraft. Das geht bis hin zur Genitalverstümmelung, die auch vorgenommen wird, und das sind leider nicht zwei oder drei Fälle in unserer Gesellschaft. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Und dann tun Sie sich da herunterdodeln, sage ich jetzt einmal, und machen das Ganze lächerlich und spielen es herunter. Das ist wirklich nicht die feine englische Art. Das ist eher sogar skandalös, was Sie hier zum Besten geben. So etwas hat bei uns nichts verloren. Dass Sie das kurz gehalten wissen wollen, zeigt, dass Sie mit diesem Thema nicht ernst umgehen, das zeigt, dass Ihnen das kein Anliegen ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Sburny: Was wäre denn mit einer Aufenthaltsgenehmigung?
Ich möchte zum Abschluss nur eines sagen, da Frau Abgeordnete Weinzinger heute hier auch von Frauenrechten gesprochen hat. Gut und wichtig! Es wäre schön, wenn Sie aber auch hier einmal für die Rechte der Frauen eintreten würden. Das vermisse ich hier! Ich vermisse es auch bei über 1 000 schwarzafrikanischen Prostituierten in Wien, nämlich Asylwerberinnen, hinter denen Schlepperbanden stehen, die gezwungen werden, in Wien Prostitution zu betreiben, damit sie das Geld abliefern dafür, dass sie hierher gebracht wurden. – Wo sind Sie da? Wo haben Sie sich bei dem Punkt bis dato zu Wort gemeldet? (Abg. Sburny: Was wäre denn mit einer Aufenthaltsgenehmigung?)
Beifall bei der FPÖ.
Sie schweigen, wenn es um deren Frauenrecht geht! Und das zeigt, dass man Sie nicht ernst nehmen kann in dieser Frage, weil Sie mit zweierlei Maß messen – und das können die Bürger in Österreich sehr wohl beurteilen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Nobel!
Zum Zweiten: Zu Ihrer Bemerkung, dass Herr Klubobmann Dr. Schüssel nicht da sei. Sie kennen den § 11 der Geschäftsordnung, dass Meldungen nur zu Beginn der Sitzung möglich sind. Mir ist seit geraumer Zeit bekannt, dass sich Herr Klubobmann Dr. Schüssel für die Zuweisungssitzung bereits hat entschuldigen lassen. (Abg. Strache: Nobel!)
Abg. Strache: Tun muss man etwas!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Kollege Strache, ich denke, man kann nicht ernsthaft davon ausgehen, dass irgendjemand in diesem Haus das Wort dafür ergreift, dass Zwangsehen nicht in irgendeiner Weise geahndet werden sollten. (Abg. Strache: Tun muss man etwas!)
Abg. Strache: Wenn man sich für weibliche Zuwanderinnen einsetzt, ist das fremdenfeindlich?
Wenn Sie sich ernsthaft damit auseinandersetzen, was etwa in Wien in diesem Zusammenhang getan wird, mit welcher Vehemenz man sich dieser Frauen annimmt, bei denen das stattfindet, und da vorgeht, dann kann man nicht ernsthaft so reden, wie Sie das heute hier getan haben. Und ich verstehe auch den Ansatz nicht, denn genau die Überlegung, die Sie hier dargetan haben, allerdings nicht mit einem etwas – wie in Ihren Ausführungen immer wieder – fremdenfeindlichen Ton, war eigentlich auch der Grund, warum im Jahre 2006 (Abg. Strache: Wenn man sich für weibliche Zuwanderinnen einsetzt, ist das fremdenfeindlich?) – Herr Kollege Strache, hören Sie mir zu und schauen Sie bitte ins Gesetz hinein! – eben das unter Strafe gestellt wurde. Schwere Nötigung, steht im Gesetz, wenn die genötigte Person zur Eheschließung
Abg. Dr. Graf: Die Regelung ist nicht ausreichend!
Das steht im Gesetz; im Jahre 2006 – das war vor einem Jahr – wurde das beschlossen. Wir haben eine derartige Regelung. (Abg. Dr. Graf: Die Regelung ist nicht ausreichend!) Ich denke mir, dass das sicherlich eine Maßgabe ist, mit der man umgehen kann. Ich verstehe daher also schon einmal deshalb Ihren Ansatz nicht.
Beifall bei der SPÖ.
Zusammenfassend: Kollege Strache, das, was Sie hier vorgeschlagen haben an gesetzlicher Regelung, gibt es. Daher ist das hier – ich weiß nicht, „dilettantisch“ kann man nicht sagen – nicht ernst zu nehmen, und ich meine, wir sollten eine ernste Diskussion über die Verbesserung des Schutzes dieser Frauen führen. Da sind wir sicherlich mit dabei, es ist ja die erste Lesung, aber immer auf einer seriösen Basis, und auf Basis dessen, was es bereits gibt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das Zweite: Zu dem, was Sie vorgelesen haben. Die Passage, die Sie vorgelesen haben, ist das treffendste Beispiel dafür, dass Sie mit dem Antrag auf dem völlig falschen Dampfer sind. Eine Frau, die in der Türkei zwangsverheiratet und dann als Braut nach Österreich, Deutschland oder sonst wohin „importiert“ wird, hat mit rechtlichen Strafbestimmungen für Ehen, die im Regelfall ja nicht einmal in Österreich geschlossen werden, ganz und gar keine Hilfestellung. Was diese Frau, was diese junge Frau braucht, ist Beratung, Andockstellen, ein eigenständiges Aufenthaltsrecht, das nicht vom Ehemann abhängig ist, eine ganze Reihe von Beratungsleistungen, wo Sie von der FPÖ in den letzten Jahren fleißig mit dazu beigetragen haben, das bei den unabhängigen Beratungsstellen zu streichen und zurückzufahren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Sie sind also für Gewalt gegen ausländische Frauen! Unglaublich!
Ich sage Ihnen: Jeder Frau ist es wirklich egal, ob die Gewalt von einem Österreicher oder Nicht-Österreicher ausgeübt wurde. Schläge tun gleich weh – egal, welchen Pass der Mann hat, der die Schläge ausgeführt hat. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Sie sind also für Gewalt gegen ausländische Frauen! Unglaublich!)
Beifall bei den Grünen.
Daher fordere ich Sie auf: Wenn Sie von Schutz für Frauen, die Gewaltopfer sind, die von Verfolgung bedroht sind, reden, dann nehmen Sie endlich zur Kenntnis, dass es umfassend gemacht wird – und nicht nur für jene Gruppen, die Ihnen in Ihre ausländerfeindlichen Parolen hineinpassen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächste gelangt Frau Abgeordnete Rosenkranz zu Wort. (Zwischenruf.) – Ist gestrichen? Das steht zwar nicht auf meiner Liste, aber ich habe das bereits registriert.
Abg. Dr. Jarolim: Den gibt es ja schon!
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Im Unterschied zu den Vorrednern von SPÖ und Grünen kann ich den Kollegen von der FPÖ sehr wohl sagen, dass wir diesen Weg mitgehen werden, dieser Zwangsverehelichung, diesem Sachverhalt einer erzwungenen Ehe, einen eigenen detaillierten Paragraphen zu widmen, denn dies hat dieser Sachverhalt sehr wohl verdient beziehungsweise dieser Straftatbestand rechtfertigt einen solchen Paragraphen. (Abg. Dr. Jarolim: Den gibt es ja schon!) – Es gibt eine kleine Anmerkung in einem Paragraphen, aber keine detaillierte Regelung. Das zur Kenntnisnahme, Herr Kollege Jarolim! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Im Unterschied zu den Vorrednern von SPÖ und Grünen kann ich den Kollegen von der FPÖ sehr wohl sagen, dass wir diesen Weg mitgehen werden, dieser Zwangsverehelichung, diesem Sachverhalt einer erzwungenen Ehe, einen eigenen detaillierten Paragraphen zu widmen, denn dies hat dieser Sachverhalt sehr wohl verdient beziehungsweise dieser Straftatbestand rechtfertigt einen solchen Paragraphen. (Abg. Dr. Jarolim: Den gibt es ja schon!) – Es gibt eine kleine Anmerkung in einem Paragraphen, aber keine detaillierte Regelung. Das zur Kenntnisnahme, Herr Kollege Jarolim! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Zum Inhaltlichen möchte ich noch sagen, dass der Regelungstext nicht wirklich umfassend war. Sie haben uns einen Paragraphen vorgelegt, der gewisse Punkte noch nicht beinhaltet. Das werden wir aber auch im Detail besprechen können, und ich denke, dass wir da wirklich zu einer passenden Lösung kommen werden. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)