Eckdaten:
Für die 10. Sitzung der 27. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 992 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Walter Rauch
Petition betreffend „Verordnung eines mautfreien Autobahnabschnittes der A9 zwischen Wildon und Graz“ (Ordnungsnummer 5) (überreicht vom Abgeordneten Walter Rauch)
Beifall bei SPÖ und NEOS sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
SPÖ und NEOS haben am 11. Dezember des Vorjahres ein gemeinsames Verlangen auf Einsetzung eines Ibiza-Untersuchungsausschusses gestellt. Das ist ein Minderheitsrecht, das in diesem Haus erkämpft wurde. Heute in der Früh wurde der Untersuchungsausschuss mit schwarz-grüner Mehrheit auf das zurechtgestutzt, was die Mehrheit akzeptabel findet. Es ist jetzt kein Minderheitsrecht mehr, es ist jetzt von der Mehrheit geduldet, geschätzte Damen und Herren, und das ist nicht das, was ursprünglich in dieser Frage intendiert war. (Beifall bei SPÖ und NEOS sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Wöginger: Das hat mit der Geschäftsordnung nichts zu tun!
Es ist der unverhohlene Versuch von ÖVP und Grünen, zu verhindern, dass in einem Untersuchungsausschuss über Gesetzeskauf ermittelt wird. Es zeigt auch, was jetzt alles verhindert wird. Es wird verhindert, dass Gesetzeskauf untersucht wird. Es wird verhindert, dass Postenbesetzungen im staatsnahen Bereich untersucht werden. Die Soko Ibiza darf nach dem Willen der ÖVP und der Grünen nicht untersucht werden, auch die Reform der Finanzaufsicht nicht. (Abg. Wöginger: Das hat mit der Geschäftsordnung nichts zu tun!)
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Geschätzte Damen und Herren! Zuerst ging den Grünen die Untersuchung nicht weit genug, jetzt liefern sie scheinjuristische Argumente, die in Wahrheit politisch nur zum Zudecken geeignet sind. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Herr Präsident, das ist ein Anschlag auf unser demokratisches, parlamentarisches System. Das wollen wir nicht hinnehmen!
Abg. Wöginger: Das haben wir letztes Mal gesehen!
Ich möchte eines anmerken: Ich habe im Vertrauen darauf, dass die Usancen dieses Hauses eingehalten werden, dass für die Anfechtung der Inhalte im UsA diese 24-stündige Frist gilt, der Tagesordnung zugestimmt. (Abg. Wöginger: Das haben wir letztes Mal gesehen!) Gestern um 16 Uhr ist ein 60-seitiges Dokument gekommen, in dem die Inhalte des Untersuchungsausschusses angefochten werden. Das geht so nicht! Jetzt haben wir wieder einmal erlebt, dass die Usancen dieses Hauses von der Mehrheit nicht zur Kenntnis genommen, sondern gebrochen werden. Ich fühle mich wieder wie bei Schwarz-Blau, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Beifall bei SPÖ und NEOS.
Ich möchte eines anmerken: Ich habe im Vertrauen darauf, dass die Usancen dieses Hauses eingehalten werden, dass für die Anfechtung der Inhalte im UsA diese 24-stündige Frist gilt, der Tagesordnung zugestimmt. (Abg. Wöginger: Das haben wir letztes Mal gesehen!) Gestern um 16 Uhr ist ein 60-seitiges Dokument gekommen, in dem die Inhalte des Untersuchungsausschusses angefochten werden. Das geht so nicht! Jetzt haben wir wieder einmal erlebt, dass die Usancen dieses Hauses von der Mehrheit nicht zur Kenntnis genommen, sondern gebrochen werden. Ich fühle mich wieder wie bei Schwarz-Blau, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.
Herr Präsident! Ich erhebe daher im Namen meines Klubs Einwände gegen die Tagesordnung und verlange, den Bericht des Geschäftsordnungsausschusses über das Verlangen auf Einsetzung eines Ibiza-Untersuchungsausschusses als TOP 1 der Tagesordnung zu reihen und hier darüber eine Debatte zu führen. Die Menschen in Österreich haben sich verdient, dass sie erfahren, was hier zugedeckt werden soll. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Herr Präsident! Mein sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Bundesminister Faßmann, ich heiße Sie ganz herzlich in unserer Mitte willkommen. Ich glaube, Sie waren heute nicht dabei, als andere Regierungsmitglieder eine Bäckerei zur frühen Morgenstunde heimgesucht haben. Das ist sehr, sehr schade, denn einen hätte es zumindest gebraucht, der den dort anwesenden Hacklern dann erklärt hätte, dass es diese schwarz-grüne Bundesregierung ist, die jetzt verhindert, dass man mit 45 Arbeitsjahren abschlagsfrei in Pension gehen kann. Schade um diese Chance, die Sie ausgelassen haben! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: Darf er das sagen?
Es ist aber nicht nur das ein Trauerspiel, meine sehr geehrten Damen und Herren – und da spreche ich Sie jetzt direkt an, Herr Bundesminister –, es ist in gewisser Weise beschämend für Sie und es ist enttäuschend für uns, beschämend für Sie und enttäuschend für uns, dass es eine eigene Veranstaltung, eine Aktuelle Stunde des österreichischen Nationalrates braucht, damit Sie als der zuständige Bildungsminister, Sie als der für Universitäten zuständige Minister sich möglichweise, vielleicht – wir werden ja sehen, was Ihr Redebeitrag bringen wird – endlich dazu herablassen oder sich dazu aufraffen können, auch einmal ein paar Worte der Verurteilung im Zusammenhang mit den linksextremistischen Umtrieben auf der Universität Wien zu finden, die vor kurzer Zeit stattgefunden haben. (Abg. Heinisch-Hosek: Darf er das sagen?)
Abg. Heinisch-Hosek: Entschuldigung?!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist ja unglaublich, was da auf der Universität abgeht! Da ist der linksextremistische, antifaschistische Mob von der Kette gelassen. (Abg. Heinisch-Hosek: Entschuldigung?!) Da ist ein Professor und da sind seine Studenten so etwas Ähnliches wie Freiwild, Freiwild für linke Gesinnungsterroristen; anders kann man das nicht bezeichnen. (Abg. Heinisch-Hosek: Ordnungsruf!) Und der einzige Vorwurf, den man diesem Professor machen kann, ist, dass er kein Linker ist. Ich weiß, dass es manche gibt, die gar nicht glauben, dass so etwas auf der Universität doch möglich ist, aber es gibt sie tatsächlich noch, nämlich den einen oder anderen Professor, der sozusagen nicht der linken Reichshälfte zugehörig ist (Abg. Heinisch-Hosek: Unglaublich!); sie sind eigentlich eine schützenswerte Art. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: Ordnungsruf!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist ja unglaublich, was da auf der Universität abgeht! Da ist der linksextremistische, antifaschistische Mob von der Kette gelassen. (Abg. Heinisch-Hosek: Entschuldigung?!) Da ist ein Professor und da sind seine Studenten so etwas Ähnliches wie Freiwild, Freiwild für linke Gesinnungsterroristen; anders kann man das nicht bezeichnen. (Abg. Heinisch-Hosek: Ordnungsruf!) Und der einzige Vorwurf, den man diesem Professor machen kann, ist, dass er kein Linker ist. Ich weiß, dass es manche gibt, die gar nicht glauben, dass so etwas auf der Universität doch möglich ist, aber es gibt sie tatsächlich noch, nämlich den einen oder anderen Professor, der sozusagen nicht der linken Reichshälfte zugehörig ist (Abg. Heinisch-Hosek: Unglaublich!); sie sind eigentlich eine schützenswerte Art. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: Unglaublich!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist ja unglaublich, was da auf der Universität abgeht! Da ist der linksextremistische, antifaschistische Mob von der Kette gelassen. (Abg. Heinisch-Hosek: Entschuldigung?!) Da ist ein Professor und da sind seine Studenten so etwas Ähnliches wie Freiwild, Freiwild für linke Gesinnungsterroristen; anders kann man das nicht bezeichnen. (Abg. Heinisch-Hosek: Ordnungsruf!) Und der einzige Vorwurf, den man diesem Professor machen kann, ist, dass er kein Linker ist. Ich weiß, dass es manche gibt, die gar nicht glauben, dass so etwas auf der Universität doch möglich ist, aber es gibt sie tatsächlich noch, nämlich den einen oder anderen Professor, der sozusagen nicht der linken Reichshälfte zugehörig ist (Abg. Heinisch-Hosek: Unglaublich!); sie sind eigentlich eine schützenswerte Art. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist ja unglaublich, was da auf der Universität abgeht! Da ist der linksextremistische, antifaschistische Mob von der Kette gelassen. (Abg. Heinisch-Hosek: Entschuldigung?!) Da ist ein Professor und da sind seine Studenten so etwas Ähnliches wie Freiwild, Freiwild für linke Gesinnungsterroristen; anders kann man das nicht bezeichnen. (Abg. Heinisch-Hosek: Ordnungsruf!) Und der einzige Vorwurf, den man diesem Professor machen kann, ist, dass er kein Linker ist. Ich weiß, dass es manche gibt, die gar nicht glauben, dass so etwas auf der Universität doch möglich ist, aber es gibt sie tatsächlich noch, nämlich den einen oder anderen Professor, der sozusagen nicht der linken Reichshälfte zugehörig ist (Abg. Heinisch-Hosek: Unglaublich!); sie sind eigentlich eine schützenswerte Art. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ – Abg. Heinisch-Hosek: Machen Sie sich keine Sorgen!
All das, was sich hier abspielt, findet selbstverständlich unter Applaus und unter Zustimmung der linken Österreichischen Hochschülerschaft statt (Zwischenruf bei der FPÖ – Abg. Heinisch-Hosek: Machen Sie sich keine Sorgen!) – jener Hochschülerschaft, die zwangsgebührenfinanziert ist, jener Hochschülerschaft, die sozusagen der politische Kindergarten der jetzigen Klubobfrau Sigrid Maurer gewesen ist. – Vergessen wir nicht, dass Sie als ÖH-Vorsitzende hier in diesem Haus ein Hausverbot ausgefasst haben, weil Sie halt auch geglaubt haben, von der Balustrade her Radau schlagen zu müssen! Das ist die Österreichische Hochschülerschaft, die das alles unterstützt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
All das, was sich hier abspielt, findet selbstverständlich unter Applaus und unter Zustimmung der linken Österreichischen Hochschülerschaft statt (Zwischenruf bei der FPÖ – Abg. Heinisch-Hosek: Machen Sie sich keine Sorgen!) – jener Hochschülerschaft, die zwangsgebührenfinanziert ist, jener Hochschülerschaft, die sozusagen der politische Kindergarten der jetzigen Klubobfrau Sigrid Maurer gewesen ist. – Vergessen wir nicht, dass Sie als ÖH-Vorsitzende hier in diesem Haus ein Hausverbot ausgefasst haben, weil Sie halt auch geglaubt haben, von der Balustrade her Radau schlagen zu müssen! Das ist die Österreichische Hochschülerschaft, die das alles unterstützt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich glaube, Sie sollten dieser Frau viel, viel mehr zuhören, anstatt sie auf die Straße zu setzen. Dann würden Sie nämlich erkennen, dass wir in den österreichischen Klassenzimmern nicht ein ganz massives Problem mit Gegengesellschaften, sondern mit Doppelgesellschaften haben, dass wir nicht von Integration reden können, sondern Desintegration an der Tagesordnung steht. Wenn Sie ihr zuhören, dann wüssten Sie auch, wie absurd Ihre Debatte darüber ist, ob man Schülerinnen bis zum 14. Lebensjahr das Kopftuch in der Schule verbietet – denn dann muss man auch darüber nachdenken, ob man das Gleiche bei Lehrerinnen tut. Also wenn man es den Schülern verbietet, dann wird es ja wohl notwendig sein, das auch bei den Lehrern zu tun. (Beifall bei der FPÖ.) Dass ausgerechnet die Lehrerin dann mit einer Flagge des Islamismus am Kopf vor den Schülern steht, ist ja wirklich ein Ding der Unmöglichkeit. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Ich glaube, Sie sollten dieser Frau viel, viel mehr zuhören, anstatt sie auf die Straße zu setzen. Dann würden Sie nämlich erkennen, dass wir in den österreichischen Klassenzimmern nicht ein ganz massives Problem mit Gegengesellschaften, sondern mit Doppelgesellschaften haben, dass wir nicht von Integration reden können, sondern Desintegration an der Tagesordnung steht. Wenn Sie ihr zuhören, dann wüssten Sie auch, wie absurd Ihre Debatte darüber ist, ob man Schülerinnen bis zum 14. Lebensjahr das Kopftuch in der Schule verbietet – denn dann muss man auch darüber nachdenken, ob man das Gleiche bei Lehrerinnen tut. Also wenn man es den Schülern verbietet, dann wird es ja wohl notwendig sein, das auch bei den Lehrern zu tun. (Beifall bei der FPÖ.) Dass ausgerechnet die Lehrerin dann mit einer Flagge des Islamismus am Kopf vor den Schülern steht, ist ja wirklich ein Ding der Unmöglichkeit. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Vielleicht ist es für Sie ja so, Herr Bundesminister, dass es überhaupt nicht verurteilenswert ist, wenn Lehrveranstaltungen gestürmt werden, wenn Studenten tätlich angegriffen werden, wenn sie angepöbelt werden, wenn sie beschimpft werden, wenn sie angespuckt werden, wenn man versucht, die Leute mit Eiern abzuschießen und quasi als Faschisten zu markieren. Das alles wird von sogenannten Antifaschisten betrieben, von denen wir ja wissen, dass sie mit den Islamisten die wahren Faschisten unserer Zeit sind, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei den Grünen
Laut aufschreien, deutlich verurteilen und konsequent durchgreifen (Zwischenruf bei den Grünen) – das wären die drei Punkte gewesen, die es im Zusammenhang mit diesem linken Aktivismus auf der Universität gebraucht hätte.
Zwischenruf des Abg. Wöginger
Eines kann ich Ihnen sagen, Herr Bundesminister: Wäre ich noch Teil dieser Regierung, dann hätte ich Ihnen schon auf die Sprünge geholfen, ich wäre Ihnen auch mit einem Assistenzeinsatz beigesprungen (Zwischenruf des Abg. Wöginger), um zu verhindern, dass man ohne jede Konsequenz vermummt an der Universität einen Hörsaal blockieren kann. (Zwischenruf des Abg. Stögmüller.) Gibt es jetzt ein Vermummungsverbot in dieser Republik oder gibt es keines? (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Stögmüller.
Eines kann ich Ihnen sagen, Herr Bundesminister: Wäre ich noch Teil dieser Regierung, dann hätte ich Ihnen schon auf die Sprünge geholfen, ich wäre Ihnen auch mit einem Assistenzeinsatz beigesprungen (Zwischenruf des Abg. Wöginger), um zu verhindern, dass man ohne jede Konsequenz vermummt an der Universität einen Hörsaal blockieren kann. (Zwischenruf des Abg. Stögmüller.) Gibt es jetzt ein Vermummungsverbot in dieser Republik oder gibt es keines? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Eines kann ich Ihnen sagen, Herr Bundesminister: Wäre ich noch Teil dieser Regierung, dann hätte ich Ihnen schon auf die Sprünge geholfen, ich wäre Ihnen auch mit einem Assistenzeinsatz beigesprungen (Zwischenruf des Abg. Wöginger), um zu verhindern, dass man ohne jede Konsequenz vermummt an der Universität einen Hörsaal blockieren kann. (Zwischenruf des Abg. Stögmüller.) Gibt es jetzt ein Vermummungsverbot in dieser Republik oder gibt es keines? (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Vogl
anderen Dingen beschäftigt. Ich glaube, die Gesetze sind dafür da, dass sie umgesetzt werden; und ich hätte auch dafür gesorgt, dass die Studenten und die Professoren geschützt sind, dass sie vor diesen tätlichen Angriffen der Linksextremisten sicher sind und dass es nicht jedes Mal ein Spießrutenlauf ist (Zwischenruf des Abg. Vogl), wenn man den Weg zu einer Lehrveranstaltung sucht, weil man als ordentlicher Student schaut, dass im Studium etwas weitergeht (Zwischenruf des Abg. Stögmüller), und nicht nur zu jeder unsinnigen Angelegenheit demonstriert, so wie die Linken es tagein, tagaus machen. (Abg. Leichtfried: Wie war das mit Ihrem ...?) – Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, das wäre dann auch eine entsprechende Mitte-rechts-Politik, die (in Richtung ÖVP) Sie versprochen haben, und das ist ganz etwas anderes als Ihr Kurs, den Kopf bei Problemen in den Sand zu stecken. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Stögmüller
anderen Dingen beschäftigt. Ich glaube, die Gesetze sind dafür da, dass sie umgesetzt werden; und ich hätte auch dafür gesorgt, dass die Studenten und die Professoren geschützt sind, dass sie vor diesen tätlichen Angriffen der Linksextremisten sicher sind und dass es nicht jedes Mal ein Spießrutenlauf ist (Zwischenruf des Abg. Vogl), wenn man den Weg zu einer Lehrveranstaltung sucht, weil man als ordentlicher Student schaut, dass im Studium etwas weitergeht (Zwischenruf des Abg. Stögmüller), und nicht nur zu jeder unsinnigen Angelegenheit demonstriert, so wie die Linken es tagein, tagaus machen. (Abg. Leichtfried: Wie war das mit Ihrem ...?) – Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, das wäre dann auch eine entsprechende Mitte-rechts-Politik, die (in Richtung ÖVP) Sie versprochen haben, und das ist ganz etwas anderes als Ihr Kurs, den Kopf bei Problemen in den Sand zu stecken. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Leichtfried: Wie war das mit Ihrem ...?
anderen Dingen beschäftigt. Ich glaube, die Gesetze sind dafür da, dass sie umgesetzt werden; und ich hätte auch dafür gesorgt, dass die Studenten und die Professoren geschützt sind, dass sie vor diesen tätlichen Angriffen der Linksextremisten sicher sind und dass es nicht jedes Mal ein Spießrutenlauf ist (Zwischenruf des Abg. Vogl), wenn man den Weg zu einer Lehrveranstaltung sucht, weil man als ordentlicher Student schaut, dass im Studium etwas weitergeht (Zwischenruf des Abg. Stögmüller), und nicht nur zu jeder unsinnigen Angelegenheit demonstriert, so wie die Linken es tagein, tagaus machen. (Abg. Leichtfried: Wie war das mit Ihrem ...?) – Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, das wäre dann auch eine entsprechende Mitte-rechts-Politik, die (in Richtung ÖVP) Sie versprochen haben, und das ist ganz etwas anderes als Ihr Kurs, den Kopf bei Problemen in den Sand zu stecken. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
anderen Dingen beschäftigt. Ich glaube, die Gesetze sind dafür da, dass sie umgesetzt werden; und ich hätte auch dafür gesorgt, dass die Studenten und die Professoren geschützt sind, dass sie vor diesen tätlichen Angriffen der Linksextremisten sicher sind und dass es nicht jedes Mal ein Spießrutenlauf ist (Zwischenruf des Abg. Vogl), wenn man den Weg zu einer Lehrveranstaltung sucht, weil man als ordentlicher Student schaut, dass im Studium etwas weitergeht (Zwischenruf des Abg. Stögmüller), und nicht nur zu jeder unsinnigen Angelegenheit demonstriert, so wie die Linken es tagein, tagaus machen. (Abg. Leichtfried: Wie war das mit Ihrem ...?) – Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, das wäre dann auch eine entsprechende Mitte-rechts-Politik, die (in Richtung ÖVP) Sie versprochen haben, und das ist ganz etwas anderes als Ihr Kurs, den Kopf bei Problemen in den Sand zu stecken. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ
Für uns ist klar, dass die Universität kein Tummelplatz für linksextreme Totalitäre ist (Zwischenruf bei der SPÖ), wo man dann die Grund- und Freiheitsrechte mit Füßen treten kann, wo man untadelige Patrioten als Nazis verunglimpfen und anpöbeln kann und wo man offenbar versucht, eine Art gutmenschliches Zensursystem zu errichten, in dem dann irgendwelche linken Ideologen darüber bestimmen, „wer gut genug ist“ – unter Anführungszeichen –, um auf einer österreichischen Universität eine Vorlesung halten zu dürfen. So wird es das mit der Freiheitlichen Partei nicht spielen, das kann ich Ihnen versprechen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Für uns ist klar, dass die Universität kein Tummelplatz für linksextreme Totalitäre ist (Zwischenruf bei der SPÖ), wo man dann die Grund- und Freiheitsrechte mit Füßen treten kann, wo man untadelige Patrioten als Nazis verunglimpfen und anpöbeln kann und wo man offenbar versucht, eine Art gutmenschliches Zensursystem zu errichten, in dem dann irgendwelche linken Ideologen darüber bestimmen, „wer gut genug ist“ – unter Anführungszeichen –, um auf einer österreichischen Universität eine Vorlesung halten zu dürfen. So wird es das mit der Freiheitlichen Partei nicht spielen, das kann ich Ihnen versprechen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Stögmüller: Der Hass kommt von Ihnen!
Ihr Verhalten – oder besser gesagt: Ihr Nichtverhalten – ist deshalb so überraschend und auch enttäuschend, weil ja diese Bundesregierung in den letzten Wochen abgesehen von diesen Streitereien, bei denen der eine hü und der andere hott sagt – das zieht sich ja quer durch alle Felder, von der Mindestsicherung bis zur Sicherungshaft, jeden Tag tut sich etwas Neues auf –, nur ein Thema hatte, und das war doch der Kampf gegen den Hass. Alle waren Sie in tiefster Betroffenheit versunken. (Abg. Stögmüller: Der Hass kommt von Ihnen!) Ein Wettlauf der Betroffenheit hat da schon fast stattgefunden, das muss man wirklich sagen.
Zwischenruf des Abg. Stögmüller.
Keine Frage, sage ich in den Grünen-Sektor hinein, keine Frage, die Hasspostings, die es gegen die neue Justizministerin gegeben hat, sind absolut zu verurteilen! Da haben Sie mich ganz auf Ihrer Seite. (Zwischenruf des Abg. Stögmüller.) Habe aber ich Sie, Herr Minister, und vor allem diesen grünen Flügel und die Volkspartei auch auf meiner Seite, wenn ich Ihnen sage, dass der Hass eben nicht nur im Netz und in Form von Postings, sondern real, zum Beispiel auf der Universität, stattfindet? – Da bin ich mir nicht mehr so sicher. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Keine Frage, sage ich in den Grünen-Sektor hinein, keine Frage, die Hasspostings, die es gegen die neue Justizministerin gegeben hat, sind absolut zu verurteilen! Da haben Sie mich ganz auf Ihrer Seite. (Zwischenruf des Abg. Stögmüller.) Habe aber ich Sie, Herr Minister, und vor allem diesen grünen Flügel und die Volkspartei auch auf meiner Seite, wenn ich Ihnen sage, dass der Hass eben nicht nur im Netz und in Form von Postings, sondern real, zum Beispiel auf der Universität, stattfindet? – Da bin ich mir nicht mehr so sicher. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Habe ich Sie auf meiner Seite, wenn ich Ihnen sage, dass dieser Hass natürlich nicht nur von rechts, sondern im verstärkten Maße eigentlich zunehmend von links kommt und dass er mitunter in der Gestalt der Satire daherkommt? – Da wird es dann ganz düster, denn da, glaube ich, habe ich niemanden von Ihnen auf unserer Seite; sonst wäre es Ihnen nicht passiert, dass Sie den Kampf gegen den Linksextremismus unter den Koalitionstisch haben fallen lassen und dass dieser Begriff in Ihrem Regierungsübereinkommen mit keinem einzigen Wort vorkommt, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Matznetter: Wer ist der Schwarze Block, Herr Präsident? Die ÖVP-Fraktion?
ne unerträgliche Doppelmoral und Heuchelei, gegen die wir ankämpfen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Matznetter: Wer ist der Schwarze Block, Herr Präsident? Die ÖVP-Fraktion?)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich darf die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Wieden recht herzlich bei uns im Hohen Haus begrüßen. – Herzlich willkommen! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS.
Universitäten sind auch der „Vielfalt wissenschaftlicher und künstlerischer Theorien, Methoden und Lehrmeinungen“ verpflichtet; so steht es auch im Zielparagrafen des UGs aus 2002. Darüber hinaus sind Universitäten Orte der intellektuellen Konfrontation und des demokratischen Diskurses. Der Austausch von Argumenten, das Abwägen derselben und das mögliche Finden gemeinsamer Positionen, aber möglicherweise auch der Dissens gehören zum Wesen einer Universität. Diese Auseinandersetzung ist immer eine geistige, niemals eine gewaltsame. Das ist mir extrem wichtig, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS.)
Abg. Kickl: Ein scharfes Schwert!
Wir werden gemeinsam mit den Rektoren und den Uniräten alles tun, damit das sichergestellt wird. Wir passen auf und werden aufsichtsratsrechtlich vorgehen, wenn wir sehen, dass die universitären Gremien rechtswidrig handeln. Auch werden wir die ÖH über die jüngsten Vorfälle hinsichtlich der Einhaltung der Bestimmungen des österreichischen Hochschülerschaftsgesetzes befragen. (Abg. Kickl: Ein scharfes Schwert!)
Beifall bei ÖVP, Grünen und NEOS.
Ich schließe mit dem berühmten, Voltaire zugeschriebenen Satz, dem ich voll zustimme: „Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie sie äußern dürfen.“ – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP, Grünen und NEOS.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl: Eine allgemeine Unzuständigkeitserklärung!
Abgesehen davon ist es ja Gott sei Dank so, dass nicht ein Minister Flint aus Schnitzlers Stück, sondern gottlob ein Minister Heinz Faßmann Ihnen hier eine klare, nüchterne und saubere Replik liefern konnte. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl: Eine allgemeine Unzuständigkeitserklärung!)
Abg. Kickl: Aber politisch kommunizieren kann man schon auch, oder?!
Die Universität ist zuständig. Die Universität ist zuständig, Herr Kollege Kickl! (Abg. Kickl: Aber politisch kommunizieren kann man schon auch, oder?!) – Das tun wir doch hier! (Abg. Kickl: Ja, ja!) Bitte, das ist hier geschehen! Sie dürfen nicht sagen, dass wir hier schweigen, in keiner Weise! (Abg. Belakowitsch: Natürlich haben Sie geschwiegen!) Hier wurde genau gesagt, was Sache ist.
Abg. Kickl: Ja, ja!
Die Universität ist zuständig. Die Universität ist zuständig, Herr Kollege Kickl! (Abg. Kickl: Aber politisch kommunizieren kann man schon auch, oder?!) – Das tun wir doch hier! (Abg. Kickl: Ja, ja!) Bitte, das ist hier geschehen! Sie dürfen nicht sagen, dass wir hier schweigen, in keiner Weise! (Abg. Belakowitsch: Natürlich haben Sie geschwiegen!) Hier wurde genau gesagt, was Sache ist.
Abg. Belakowitsch: Natürlich haben Sie geschwiegen!
Die Universität ist zuständig. Die Universität ist zuständig, Herr Kollege Kickl! (Abg. Kickl: Aber politisch kommunizieren kann man schon auch, oder?!) – Das tun wir doch hier! (Abg. Kickl: Ja, ja!) Bitte, das ist hier geschehen! Sie dürfen nicht sagen, dass wir hier schweigen, in keiner Weise! (Abg. Belakowitsch: Natürlich haben Sie geschwiegen!) Hier wurde genau gesagt, was Sache ist.
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Es gibt, nebenbei gesagt, nicht nur auf der – wie Sie es nennen – linken Seite, sondern auch auf der rechten Seite manchmal Auswüchse, die sich nicht gehören. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Kickl: Sie müssen aber schon so reden, dass die Leute Sie verstehen!
Abgesehen davon, Herr Kollege Kickl: Es ist auch die Sprache manchmal etwas, worauf wir achten müssen. (Abg. Kickl: Sie müssen aber schon so reden, dass die Leute Sie verstehen!) Sie haben in Ihrem Redebeitrag gesagt, dass das Kopftuch die „Flagge des Islamismus“ ist. – Das Kopftuch ist nicht die Flagge des Islamismus! Damit beginnen Sie eigentlich, eine falsche Diskussion anzustacheln, und ich bin jetzt auch hierhergekommen, um das ein wenig zu korrigieren. Herr Kollege Kickl! Wir gehen hier in diesem Lande im Zusammenhang mit dem Kopftuchverbot für unter 14-Jährige von der Religionsmündigkeit aus. Die Religionsmündigkeit ist wirklich ein entscheidender Punkt. Wir sind ja kein laizistischer Staat: Dort macht man es sich einfach, dort kennt man sozusagen den Begriff der Religion gar nicht, was an sich nicht gut ist. (Abg. Loacker: Das sagen Sie!)
Abg. Loacker: Das sagen Sie!
Abgesehen davon, Herr Kollege Kickl: Es ist auch die Sprache manchmal etwas, worauf wir achten müssen. (Abg. Kickl: Sie müssen aber schon so reden, dass die Leute Sie verstehen!) Sie haben in Ihrem Redebeitrag gesagt, dass das Kopftuch die „Flagge des Islamismus“ ist. – Das Kopftuch ist nicht die Flagge des Islamismus! Damit beginnen Sie eigentlich, eine falsche Diskussion anzustacheln, und ich bin jetzt auch hierhergekommen, um das ein wenig zu korrigieren. Herr Kollege Kickl! Wir gehen hier in diesem Lande im Zusammenhang mit dem Kopftuchverbot für unter 14-Jährige von der Religionsmündigkeit aus. Die Religionsmündigkeit ist wirklich ein entscheidender Punkt. Wir sind ja kein laizistischer Staat: Dort macht man es sich einfach, dort kennt man sozusagen den Begriff der Religion gar nicht, was an sich nicht gut ist. (Abg. Loacker: Das sagen Sie!)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es ist besser, dass wir wissen, dass in der Condition humaine der Glaube eines Menschen immer ein essenzieller Bestandteil ist. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Alle Menschen glauben irgendwie.
Beifall bei der ÖVP – Abg. Belakowitsch: Im laizistischen Staat spricht ja niemand ...!
Ein Bürgermeister der Stadt Wien hat einmal an den Gott Dionysos geglaubt, ein Leiter einer Partei, die jetzt nicht mehr da ist, hat früher an die Vierte Internationale geglaubt und zum Schluss nur mehr an sich selbst; man glaubt vielleicht an Mutter Natur, es gibt aber auch Glaubensgemeinschaften, die wir anerkennen (Beifall bei der ÖVP – Abg. Belakowitsch: Im laizistischen Staat spricht ja niemand ...!), die wir auch deshalb anerkennen, weil sie sich im öffentlichen Bereich – und das ist ganz entscheidend – den Gesetzen des Staates beugen. (Abg. Kickl: Aber Sie sollten mit Ihrer Integrationsministerin diskutieren! Die sieht das anders! – Abg. Wöginger: Sie müssen ihn einmal reden lassen!) – Herr Kickl, lassen Sie mich bitte ausreden, damit Sie wissen, wie der Gedankengang läuft, sonst wäre das übertrieben. (Abg. Kickl: Das müssen Sie einmal innerparteilich klären! – Abg. Belakowitsch: ... immer über die Missstände ...!)
Abg. Kickl: Aber Sie sollten mit Ihrer Integrationsministerin diskutieren! Die sieht das anders! – Abg. Wöginger: Sie müssen ihn einmal reden lassen!
Ein Bürgermeister der Stadt Wien hat einmal an den Gott Dionysos geglaubt, ein Leiter einer Partei, die jetzt nicht mehr da ist, hat früher an die Vierte Internationale geglaubt und zum Schluss nur mehr an sich selbst; man glaubt vielleicht an Mutter Natur, es gibt aber auch Glaubensgemeinschaften, die wir anerkennen (Beifall bei der ÖVP – Abg. Belakowitsch: Im laizistischen Staat spricht ja niemand ...!), die wir auch deshalb anerkennen, weil sie sich im öffentlichen Bereich – und das ist ganz entscheidend – den Gesetzen des Staates beugen. (Abg. Kickl: Aber Sie sollten mit Ihrer Integrationsministerin diskutieren! Die sieht das anders! – Abg. Wöginger: Sie müssen ihn einmal reden lassen!) – Herr Kickl, lassen Sie mich bitte ausreden, damit Sie wissen, wie der Gedankengang läuft, sonst wäre das übertrieben. (Abg. Kickl: Das müssen Sie einmal innerparteilich klären! – Abg. Belakowitsch: ... immer über die Missstände ...!)
Abg. Kickl: Das müssen Sie einmal innerparteilich klären! – Abg. Belakowitsch: ... immer über die Missstände ...!
Ein Bürgermeister der Stadt Wien hat einmal an den Gott Dionysos geglaubt, ein Leiter einer Partei, die jetzt nicht mehr da ist, hat früher an die Vierte Internationale geglaubt und zum Schluss nur mehr an sich selbst; man glaubt vielleicht an Mutter Natur, es gibt aber auch Glaubensgemeinschaften, die wir anerkennen (Beifall bei der ÖVP – Abg. Belakowitsch: Im laizistischen Staat spricht ja niemand ...!), die wir auch deshalb anerkennen, weil sie sich im öffentlichen Bereich – und das ist ganz entscheidend – den Gesetzen des Staates beugen. (Abg. Kickl: Aber Sie sollten mit Ihrer Integrationsministerin diskutieren! Die sieht das anders! – Abg. Wöginger: Sie müssen ihn einmal reden lassen!) – Herr Kickl, lassen Sie mich bitte ausreden, damit Sie wissen, wie der Gedankengang läuft, sonst wäre das übertrieben. (Abg. Kickl: Das müssen Sie einmal innerparteilich klären! – Abg. Belakowitsch: ... immer über die Missstände ...!)
Ruf bei der SPÖ: Ein Zwangsakt!
Dieses Kopftuch als Zeichen einer Religionsgemeinschaft ist natürlich auch, wie Houellebecq sagen würde, ein Zeichen der „Soumission“ – das ist vielleicht mit Unterwerfung falsch übersetzt –, einer gewissen Subordination. Diese Subordination – wollen wir haben – wird erst geleistet, wenn man ein mündiger Mensch ist, denn sonst ist diese Subordination ja ein Zwang, und genau davon wollen wir die Mädchen befreien. Diese Vorstellung ist ein Befreiungsakt (Ruf bei der SPÖ: Ein Zwangsakt!), das hat nichts mit dem Wesen des Kopftuchs als Zeichen eines Islamismus oder eines politischen Islam zu tun – überhaupt nichts –, sondern das ist ein Gesetz, das Freiheit liefert. (Ruf bei der SPÖ: Redezeit!) Ich habe vor Kurzem gehört, dass Gesetze nicht nur dazu da sind, Sicherheit zu geben, sondern auch dazu, Freiheit zu geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Redezeit!
Dieses Kopftuch als Zeichen einer Religionsgemeinschaft ist natürlich auch, wie Houellebecq sagen würde, ein Zeichen der „Soumission“ – das ist vielleicht mit Unterwerfung falsch übersetzt –, einer gewissen Subordination. Diese Subordination – wollen wir haben – wird erst geleistet, wenn man ein mündiger Mensch ist, denn sonst ist diese Subordination ja ein Zwang, und genau davon wollen wir die Mädchen befreien. Diese Vorstellung ist ein Befreiungsakt (Ruf bei der SPÖ: Ein Zwangsakt!), das hat nichts mit dem Wesen des Kopftuchs als Zeichen eines Islamismus oder eines politischen Islam zu tun – überhaupt nichts –, sondern das ist ein Gesetz, das Freiheit liefert. (Ruf bei der SPÖ: Redezeit!) Ich habe vor Kurzem gehört, dass Gesetze nicht nur dazu da sind, Sicherheit zu geben, sondern auch dazu, Freiheit zu geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dieses Kopftuch als Zeichen einer Religionsgemeinschaft ist natürlich auch, wie Houellebecq sagen würde, ein Zeichen der „Soumission“ – das ist vielleicht mit Unterwerfung falsch übersetzt –, einer gewissen Subordination. Diese Subordination – wollen wir haben – wird erst geleistet, wenn man ein mündiger Mensch ist, denn sonst ist diese Subordination ja ein Zwang, und genau davon wollen wir die Mädchen befreien. Diese Vorstellung ist ein Befreiungsakt (Ruf bei der SPÖ: Ein Zwangsakt!), das hat nichts mit dem Wesen des Kopftuchs als Zeichen eines Islamismus oder eines politischen Islam zu tun – überhaupt nichts –, sondern das ist ein Gesetz, das Freiheit liefert. (Ruf bei der SPÖ: Redezeit!) Ich habe vor Kurzem gehört, dass Gesetze nicht nur dazu da sind, Sicherheit zu geben, sondern auch dazu, Freiheit zu geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Gut, dass viele Leute gehört haben, was die Position der ÖVP ist! – Ruf bei der SPÖ: Das war eine verwirrende Rede! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und ÖVP. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Mag. Dr. Rudolf Taschner (fortsetzend): Diese Freiheit dient auch dem Wohle des Islam und nicht nur jenem der Kinder, mit dieser Vorstellung, dass sie das mit 14 Jahren machen. Diese Einführung ist vernünftig und hat nichts mit irgendeiner „Flagge des Islamismus“ zu tun. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Gut, dass viele Leute gehört haben, was die Position der ÖVP ist! – Ruf bei der SPÖ: Das war eine verwirrende Rede! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und ÖVP. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen
Abgeordnete Mag. Dr. Sonja Hammerschmid (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen im Hohen Haus! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher auf der Galerie! Ich möchte vom Kopftuch weg wieder zum eigentlichen Thema der heutigen Aktuellen Stunde (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen) und zur Diskussion überleiten, die zum Thema Bildungspolitik anlässlich der Publikation von Frau Wiesinger in den letzten Tagen sehr intensiv geführt wurde.
Abg. Belakowitsch: Das hat aber auch nichts mit dem Thema zu tun! Ich habe gedacht, Sie wollten doch zum Thema ...!
Schule gestärkt verlässt (Abg. Belakowitsch: Das hat aber auch nichts mit dem Thema zu tun! Ich habe gedacht, Sie wollten doch zum Thema ...!) und alle Türen für sein oder ihr weiteres Leben offen stehen? – Darum geht es doch in dieser Diskussion und darum muss es uns gehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Schule gestärkt verlässt (Abg. Belakowitsch: Das hat aber auch nichts mit dem Thema zu tun! Ich habe gedacht, Sie wollten doch zum Thema ...!) und alle Türen für sein oder ihr weiteres Leben offen stehen? – Darum geht es doch in dieser Diskussion und darum muss es uns gehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Meinl-Reisinger: Aber in Wien ist es hausgemacht! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was ist also zu tun? – Bei vielen Punkten bin ich da schon bei Frau Wiesinger und den Aussagen ihres Buches. Eine zentrale Forderung, die ich heute hier wieder einmal aufstelle, die auch im Buch nachzulesen ist: Wir brauchen dringendst die Aufstockung des Unterstützungspersonals in unseren Schulen – Psychologen, Sozialarbeiter. Sie wissen es ganz genau, Herr Minister! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Meinl-Reisinger: Aber in Wien ist es hausgemacht! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Zweites Thema, Ethikunterricht für alle: Nur so sind die Vermittlung von soliden Wertorientierungen und das Erlernen von Pluralität und Demokratie in der Schule möglich. Das ist ein ganz zentraler Ort, denn dort können wir mit Kindern gut arbeiten. Ethikunterricht soll es aber bitte für alle geben und nicht nur für Religionsabmelder! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Es versteht doch niemand, dass Kinder mit einem katholischen, mit einem evangelischen oder mit einem muslimischen Bekenntnis nicht gemeinsam mit Kindern (Abg. Kassegger: Turnen geht! Geht aber leider nicht!), die vom Religionsunterricht abgemeldet sind, über wichtige gesellschaftliche Themen wie Gleichstellung, Gerechtigkeit und Demokratie diskutieren sollen.
Abg. Kassegger: Turnen geht! Geht aber leider nicht!
Zweites Thema, Ethikunterricht für alle: Nur so sind die Vermittlung von soliden Wertorientierungen und das Erlernen von Pluralität und Demokratie in der Schule möglich. Das ist ein ganz zentraler Ort, denn dort können wir mit Kindern gut arbeiten. Ethikunterricht soll es aber bitte für alle geben und nicht nur für Religionsabmelder! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Es versteht doch niemand, dass Kinder mit einem katholischen, mit einem evangelischen oder mit einem muslimischen Bekenntnis nicht gemeinsam mit Kindern (Abg. Kassegger: Turnen geht! Geht aber leider nicht!), die vom Religionsunterricht abgemeldet sind, über wichtige gesellschaftliche Themen wie Gleichstellung, Gerechtigkeit und Demokratie diskutieren sollen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Das war jetzt interessant, hat aber mit dem Thema überhaupt nichts zu tun! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Liebe Abgeordnete von ÖVP und FPÖ, stellen wir unsere Verantwortung wieder in den Mittelpunkt, und stellen wir in den Mittelpunkt, Schule so zu gestalten, dass die Kinder sie so abschließen, dass sie ein selbstbestimmtes, gutes Leben führen und ihre eigene Bildungskarriere gestalten können! Es ist unsere Verantwortung! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Das war jetzt interessant, hat aber mit dem Thema überhaupt nichts zu tun! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.
Herr Bundesminister! Frau Wiesinger hat als Ombudsfrau Missstände aufgezeigt und Fehlentwicklungen angesprochen und wurde dafür vom System Kurz beinhart bestraft. Noch vor einem Jahr haben Sie Frau Wiesinger der Öffentlichkeit mit Stolz als neue Ombudsfrau präsentiert. Nun zeigt sich aber offenbar, dass man überhaupt kein, ja nicht das geringste Interesse daran hatte, in Ihrem Ministerium eine weisungsfreie und unabhängige Ombudsstelle zu schaffen. Sie diente lediglich zur Imageaufbesserung der Österreichischen Volkspartei. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Beifall bei der FPÖ.
Das sind die Probleme, die wir heute im Schulalltag vorfinden. Da müsste man handeln – und Sie tun es nicht, Herr Bundesminister! Ich gehe davon aus – und davon kann man ausgehen –, dass diese schwarz-grüne Regierung die Probleme unter den Teppich kehren und vermutlich nur ein paar kosmetische Korrekturen vornehmen wird. Das ist es aber nicht, was wir brauchen, sondern wir brauchen eine Politik, die die Probleme zuerst einmal zur Kenntnis nimmt, die sie aufgreift und dann auch versucht, Lösungen zu bieten und zu finden. Wie gesagt, Herr Bundesminister, da sind Sie unfähig, zu handeln, da tun Sie nichts. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Einer unserer Anträge, Herr Bundesminister, betrifft Deutsch im Pausenhof. Wie gesagt, Schule ist ein Ort der Bildung, und die deutsche Sprache ist ein eminenter Teil der Integration, sie ist ein eminenter Teil davon, dass unsere Kinder soziales Verhalten auch entsprechend lernen. Wir appellieren, diese Forderung auch umzusetzen und in ein Gesetz zu gießen, dass Deutsch als Pausensprache genutzt werden muss. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Maurer: Mehrsprachigkeit ist auch was wert, Herr Kollege!
Erst vor wenigen Tagen wurde eine Grafik auf „Addendum“ veröffentlicht, die veranschaulicht, wie eklatant die Probleme in diesem Bereich sind, Herr Bundesminister. 59 Prozent – ich spreche von Wien, weil Wien das eklatanteste Beispiel ist – aller Volksschüler in Wien sprechen im Alltag nicht Deutsch. – Das sollte uns zu denken geben! Im Österreichdurchschnitt sprechen 31 Prozent aller Volksschüler im Alltag nicht Deutsch. Ich spreche nicht vom Unterricht, ich spreche vom Alltag. Da besteht dringender Handlungsbedarf. (Abg. Maurer: Mehrsprachigkeit ist auch was wert, Herr Kollege!)
Abg. Taschner: Sie können nicht differenzieren, Herr Kollege!
Auch das Kopftuchverbot werden wir heute erneut beschließen. Ich wundere mich nur, Herr Professor Taschner, dass Sie das Kopftuch hier heute plötzlich verteidigen, obwohl Sie doch ein flammender Redner für dieses Kopftuchverbot gewesen sind. (Abg. Taschner: Sie können nicht differenzieren, Herr Kollege!)
Beifall bei der FPÖ.
Es geht darum – ich komme zum Schlusssatz –, dass Bildung nicht dem tagespolitischen Hickhack überlassen wird und dass unsere Schulen frei von parteipolitischem Einfluss sind – und dafür stehen wir Freiheitliche, dafür steht die FPÖ. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hafenecker.
Das Staatsgrundgesetz ist eine Folge der Revolution von 1848. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Die Studenten und nicht nur diese verlangten Pressefreiheit, eine Reform des höheren Unterrichts mit Lehr- und Lernfreiheit und gleiche staatsbürgerliche Rechte für Angehörige aller Konfessionen. (Abg. Hafenecker: Da waren aber nicht die Grünen ...!) Revolutionen sind wohl nicht gewaltfrei, wie alle wissen. Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ, sehen in dieser Revolution Ihren Ursprung (Abg. Meinl-Reisinger – die Hand hebend –: Wir auch!), aber mit der Idee dieser Revolution haben Sie
Abg. Hafenecker: Da waren aber nicht die Grünen ...!
Das Staatsgrundgesetz ist eine Folge der Revolution von 1848. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Die Studenten und nicht nur diese verlangten Pressefreiheit, eine Reform des höheren Unterrichts mit Lehr- und Lernfreiheit und gleiche staatsbürgerliche Rechte für Angehörige aller Konfessionen. (Abg. Hafenecker: Da waren aber nicht die Grünen ...!) Revolutionen sind wohl nicht gewaltfrei, wie alle wissen. Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ, sehen in dieser Revolution Ihren Ursprung (Abg. Meinl-Reisinger – die Hand hebend –: Wir auch!), aber mit der Idee dieser Revolution haben Sie
Abg. Meinl-Reisinger – die Hand hebend –: Wir auch!
Das Staatsgrundgesetz ist eine Folge der Revolution von 1848. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Die Studenten und nicht nur diese verlangten Pressefreiheit, eine Reform des höheren Unterrichts mit Lehr- und Lernfreiheit und gleiche staatsbürgerliche Rechte für Angehörige aller Konfessionen. (Abg. Hafenecker: Da waren aber nicht die Grünen ...!) Revolutionen sind wohl nicht gewaltfrei, wie alle wissen. Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ, sehen in dieser Revolution Ihren Ursprung (Abg. Meinl-Reisinger – die Hand hebend –: Wir auch!), aber mit der Idee dieser Revolution haben Sie
Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Baumgartner und Laimer. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
nichts mehr gemein, gar nichts mehr. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Baumgartner und Laimer. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Keine Freiheit, keine Gleichheit, kein Liberalismus – das ist alles nicht mehr Ihres, was 1848 gefordert wurde.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es wurde im Staatsgrundgesetz nicht nur die Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehre normiert, es regelte auch die vollständige Gleichstellung und Emanzipation der Juden sowie die Gleichberechtigung der Nationalitäten – auch etwas, was die Damen und Herren der FPÖ mit ihrem ausländerfeindlichen Gerede bis heute nicht akzeptieren wollen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Amesbauer: So ein Schmarrn!
Wenn es hier um die Proteste gegen einen Universitätslehrer geht, kann ich nur sagen: Wer wie er das NS-Verbotsgesetz 1947 im Rahmen des Präsidentschaftswahlkampfs von Frau Rosenkranz, Ihrer Nominierten, als Gesinnungsbestrafung bezeichnet, akzeptiert damit, dass die NSDAP wieder gegründet werden könnte. Wenn jemand in den rechtsextremen Medien „Zur Zeit“ und „Aula“ publiziert (Abg. Amesbauer: So ein Schmarrn!), wenn jemand in einer Festschrift des in zahlreichen Ländern verurteilten Holocaustleugners David Irving schreibt (weiterer Zwischenruf bei der FPÖ), wenn jemand mit rechtsextremen Codes so spielt, dass er immer ganz knapp an der Grenze zum Verbotsgesetz vorbeischrammt – ich habe nur 5 Minuten, ich könnte jetzt noch Unzähliges aufzählen (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einmal was zur Universität!) –, dann kann ich, wenn dann eine universitäre Lehrveranstaltung, auch von jüdischen Hochschülerinnen und -schülern, gestört wird, nur sagen: leider fast zu spät, das hätte man alles schon viel früher machen müssen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Gabriela Schwarz und Niss. – Abg. Kickl: Ach so!)
weiterer Zwischenruf bei der FPÖ
Wenn es hier um die Proteste gegen einen Universitätslehrer geht, kann ich nur sagen: Wer wie er das NS-Verbotsgesetz 1947 im Rahmen des Präsidentschaftswahlkampfs von Frau Rosenkranz, Ihrer Nominierten, als Gesinnungsbestrafung bezeichnet, akzeptiert damit, dass die NSDAP wieder gegründet werden könnte. Wenn jemand in den rechtsextremen Medien „Zur Zeit“ und „Aula“ publiziert (Abg. Amesbauer: So ein Schmarrn!), wenn jemand in einer Festschrift des in zahlreichen Ländern verurteilten Holocaustleugners David Irving schreibt (weiterer Zwischenruf bei der FPÖ), wenn jemand mit rechtsextremen Codes so spielt, dass er immer ganz knapp an der Grenze zum Verbotsgesetz vorbeischrammt – ich habe nur 5 Minuten, ich könnte jetzt noch Unzähliges aufzählen (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einmal was zur Universität!) –, dann kann ich, wenn dann eine universitäre Lehrveranstaltung, auch von jüdischen Hochschülerinnen und -schülern, gestört wird, nur sagen: leider fast zu spät, das hätte man alles schon viel früher machen müssen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Gabriela Schwarz und Niss. – Abg. Kickl: Ach so!)
Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einmal was zur Universität!
Wenn es hier um die Proteste gegen einen Universitätslehrer geht, kann ich nur sagen: Wer wie er das NS-Verbotsgesetz 1947 im Rahmen des Präsidentschaftswahlkampfs von Frau Rosenkranz, Ihrer Nominierten, als Gesinnungsbestrafung bezeichnet, akzeptiert damit, dass die NSDAP wieder gegründet werden könnte. Wenn jemand in den rechtsextremen Medien „Zur Zeit“ und „Aula“ publiziert (Abg. Amesbauer: So ein Schmarrn!), wenn jemand in einer Festschrift des in zahlreichen Ländern verurteilten Holocaustleugners David Irving schreibt (weiterer Zwischenruf bei der FPÖ), wenn jemand mit rechtsextremen Codes so spielt, dass er immer ganz knapp an der Grenze zum Verbotsgesetz vorbeischrammt – ich habe nur 5 Minuten, ich könnte jetzt noch Unzähliges aufzählen (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einmal was zur Universität!) –, dann kann ich, wenn dann eine universitäre Lehrveranstaltung, auch von jüdischen Hochschülerinnen und -schülern, gestört wird, nur sagen: leider fast zu spät, das hätte man alles schon viel früher machen müssen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Gabriela Schwarz und Niss. – Abg. Kickl: Ach so!)
Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Gabriela Schwarz und Niss. – Abg. Kickl: Ach so!
Wenn es hier um die Proteste gegen einen Universitätslehrer geht, kann ich nur sagen: Wer wie er das NS-Verbotsgesetz 1947 im Rahmen des Präsidentschaftswahlkampfs von Frau Rosenkranz, Ihrer Nominierten, als Gesinnungsbestrafung bezeichnet, akzeptiert damit, dass die NSDAP wieder gegründet werden könnte. Wenn jemand in den rechtsextremen Medien „Zur Zeit“ und „Aula“ publiziert (Abg. Amesbauer: So ein Schmarrn!), wenn jemand in einer Festschrift des in zahlreichen Ländern verurteilten Holocaustleugners David Irving schreibt (weiterer Zwischenruf bei der FPÖ), wenn jemand mit rechtsextremen Codes so spielt, dass er immer ganz knapp an der Grenze zum Verbotsgesetz vorbeischrammt – ich habe nur 5 Minuten, ich könnte jetzt noch Unzähliges aufzählen (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einmal was zur Universität!) –, dann kann ich, wenn dann eine universitäre Lehrveranstaltung, auch von jüdischen Hochschülerinnen und -schülern, gestört wird, nur sagen: leider fast zu spät, das hätte man alles schon viel früher machen müssen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Gabriela Schwarz und Niss. – Abg. Kickl: Ach so!)
Abg. Amesbauer: Das ist eine Frechheit! Eine Frechheit ist das!
Das Thema Höbelt an der Universität Wien hat sich Gott und Göttin sei Dank aber bald erledigt. Er geht in Pension, seine Nachfolge ist geregelt, und ich hoffe damit auch die Frage seiner Art der Darstellung und seine ideologisch rechtsextreme Position außerhalb des Hörsaals – das sage ich gerne dazu. (Abg. Amesbauer: Das ist eine Frechheit! Eine Frechheit ist das!)
Ruf bei der FPÖ: Was?!
Es sind Ihre Ballbesucher, die am Freitag alles lahmlegen werden (Ruf bei der FPÖ: Was?!), die rechtsextremen Identitären, die den Unfrieden und die Gewalt bringen. (Abg. Kickl: Das ist unglaublich! – Ruf bei der FPÖ: Das ist ein Skandal! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Sie bringen die Identitären, den Unfrieden und die Gewalt. Sie boxen Rektoren nieder, wie meinen Kollegen Oliver Vitouch, und werden dafür strafrechtlich verurteilt. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Laimer. – Abg. Amesbauer: Unerhört! – Ruf bei der FPÖ: Schande!)
Abg. Kickl: Das ist unglaublich! – Ruf bei der FPÖ: Das ist ein Skandal! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Es sind Ihre Ballbesucher, die am Freitag alles lahmlegen werden (Ruf bei der FPÖ: Was?!), die rechtsextremen Identitären, die den Unfrieden und die Gewalt bringen. (Abg. Kickl: Das ist unglaublich! – Ruf bei der FPÖ: Das ist ein Skandal! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Sie bringen die Identitären, den Unfrieden und die Gewalt. Sie boxen Rektoren nieder, wie meinen Kollegen Oliver Vitouch, und werden dafür strafrechtlich verurteilt. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Laimer. – Abg. Amesbauer: Unerhört! – Ruf bei der FPÖ: Schande!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Laimer. – Abg. Amesbauer: Unerhört! – Ruf bei der FPÖ: Schande!
Es sind Ihre Ballbesucher, die am Freitag alles lahmlegen werden (Ruf bei der FPÖ: Was?!), die rechtsextremen Identitären, die den Unfrieden und die Gewalt bringen. (Abg. Kickl: Das ist unglaublich! – Ruf bei der FPÖ: Das ist ein Skandal! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Sie bringen die Identitären, den Unfrieden und die Gewalt. Sie boxen Rektoren nieder, wie meinen Kollegen Oliver Vitouch, und werden dafür strafrechtlich verurteilt. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Laimer. – Abg. Amesbauer: Unerhört! – Ruf bei der FPÖ: Schande!)
Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es sind nicht Ihre vielzitierten Linksextremen, es sind Ihre Parteigänger und nicht die Linken. Ihre Nationalratsabgeordneten wie der Abgeordnete - - (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich würde Sie bitten, die Rednerin ausreden zu lassen! (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie können sich zu Wort melden! (Zwischenruf des Abg. Rauch.) Das entspricht keineswegs der Haltung des Hohen Hauses. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Ja, das ist Ihr ...!)
Zwischenruf des Abg. Rauch.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich würde Sie bitten, die Rednerin ausreden zu lassen! (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie können sich zu Wort melden! (Zwischenruf des Abg. Rauch.) Das entspricht keineswegs der Haltung des Hohen Hauses. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Ja, das ist Ihr ...!)
Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Ja, das ist Ihr ...!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich würde Sie bitten, die Rednerin ausreden zu lassen! (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie können sich zu Wort melden! (Zwischenruf des Abg. Rauch.) Das entspricht keineswegs der Haltung des Hohen Hauses. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Ja, das ist Ihr ...!)
Anhaltender Beifall und Jubelrufe bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kickl: Na servas! – Rufe bei der FPÖ: Frechheit! Unglaublich!
Lassen Sie mich zum Schluss kommen! Bei allen Vorbehalten und aller Kritik – und ich bin für eine absolute Trennung von Kirche und Staat, aber dennoch –: Lieber Kopftuch, Kippa und Kreuz als Ihre Kappln von den schlagenden Verbindungen, die gehören verboten! (Anhaltender Beifall und Jubelrufe bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kickl: Na servas! – Rufe bei der FPÖ: Frechheit! Unglaublich!)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Hafenecker: ... widersprechen Frau Blimlinger?
Da bin ich ganz auf Ihrer Seite, Herr Minister, wenn Sie Voltaire zitieren. Das Leben geben, werden nicht viele, aber viele werden alles dafür tun, andere ihre Meinung auch in Reden, in politischen Reden äußern zu lassen, selbst wenn ihnen die Meinung nicht gefallen möge – revisionistische Weltbilder gefallen mir gar nicht, das kann ich Ihnen sagen! In der Freiheit der Wissenschaft bin ich der Meinung: Er muss es auch sagen können! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Hafenecker: ... widersprechen Frau Blimlinger?) – Ja, ich widerspreche da Frau Blimlinger sehr. Ich bin nicht der Meinung (Zwischenruf bei den Grünen), dass es in einer offenen Gesellschaft legitim ist – ich meine, man kann alles fordern –, in Ordnung ist, Burschenschaften zu verbieten – mir gefallen die aber auch nicht, das kann ich Ihnen auch eindeutig sagen (Zwischenrufe bei der FPÖ) –, außer sie streifen an Gesetze an, und dann steht es ja jedem frei, den Rechtsweg zu beschreiten. Wie gesagt, es mag mir nicht gefallen, was jemand sagt, aber ich werde alles dafür tun, dass er oder sie es sagen kann, weil das ein Kernwert unserer aufgeklärten und offenen Gesellschaft ist. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Zwischenruf bei den Grünen
Da bin ich ganz auf Ihrer Seite, Herr Minister, wenn Sie Voltaire zitieren. Das Leben geben, werden nicht viele, aber viele werden alles dafür tun, andere ihre Meinung auch in Reden, in politischen Reden äußern zu lassen, selbst wenn ihnen die Meinung nicht gefallen möge – revisionistische Weltbilder gefallen mir gar nicht, das kann ich Ihnen sagen! In der Freiheit der Wissenschaft bin ich der Meinung: Er muss es auch sagen können! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Hafenecker: ... widersprechen Frau Blimlinger?) – Ja, ich widerspreche da Frau Blimlinger sehr. Ich bin nicht der Meinung (Zwischenruf bei den Grünen), dass es in einer offenen Gesellschaft legitim ist – ich meine, man kann alles fordern –, in Ordnung ist, Burschenschaften zu verbieten – mir gefallen die aber auch nicht, das kann ich Ihnen auch eindeutig sagen (Zwischenrufe bei der FPÖ) –, außer sie streifen an Gesetze an, und dann steht es ja jedem frei, den Rechtsweg zu beschreiten. Wie gesagt, es mag mir nicht gefallen, was jemand sagt, aber ich werde alles dafür tun, dass er oder sie es sagen kann, weil das ein Kernwert unserer aufgeklärten und offenen Gesellschaft ist. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ
Da bin ich ganz auf Ihrer Seite, Herr Minister, wenn Sie Voltaire zitieren. Das Leben geben, werden nicht viele, aber viele werden alles dafür tun, andere ihre Meinung auch in Reden, in politischen Reden äußern zu lassen, selbst wenn ihnen die Meinung nicht gefallen möge – revisionistische Weltbilder gefallen mir gar nicht, das kann ich Ihnen sagen! In der Freiheit der Wissenschaft bin ich der Meinung: Er muss es auch sagen können! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Hafenecker: ... widersprechen Frau Blimlinger?) – Ja, ich widerspreche da Frau Blimlinger sehr. Ich bin nicht der Meinung (Zwischenruf bei den Grünen), dass es in einer offenen Gesellschaft legitim ist – ich meine, man kann alles fordern –, in Ordnung ist, Burschenschaften zu verbieten – mir gefallen die aber auch nicht, das kann ich Ihnen auch eindeutig sagen (Zwischenrufe bei der FPÖ) –, außer sie streifen an Gesetze an, und dann steht es ja jedem frei, den Rechtsweg zu beschreiten. Wie gesagt, es mag mir nicht gefallen, was jemand sagt, aber ich werde alles dafür tun, dass er oder sie es sagen kann, weil das ein Kernwert unserer aufgeklärten und offenen Gesellschaft ist. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Da bin ich ganz auf Ihrer Seite, Herr Minister, wenn Sie Voltaire zitieren. Das Leben geben, werden nicht viele, aber viele werden alles dafür tun, andere ihre Meinung auch in Reden, in politischen Reden äußern zu lassen, selbst wenn ihnen die Meinung nicht gefallen möge – revisionistische Weltbilder gefallen mir gar nicht, das kann ich Ihnen sagen! In der Freiheit der Wissenschaft bin ich der Meinung: Er muss es auch sagen können! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Hafenecker: ... widersprechen Frau Blimlinger?) – Ja, ich widerspreche da Frau Blimlinger sehr. Ich bin nicht der Meinung (Zwischenruf bei den Grünen), dass es in einer offenen Gesellschaft legitim ist – ich meine, man kann alles fordern –, in Ordnung ist, Burschenschaften zu verbieten – mir gefallen die aber auch nicht, das kann ich Ihnen auch eindeutig sagen (Zwischenrufe bei der FPÖ) –, außer sie streifen an Gesetze an, und dann steht es ja jedem frei, den Rechtsweg zu beschreiten. Wie gesagt, es mag mir nicht gefallen, was jemand sagt, aber ich werde alles dafür tun, dass er oder sie es sagen kann, weil das ein Kernwert unserer aufgeklärten und offenen Gesellschaft ist. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Dass das Eingang in Politikbereiche findet – nicht nur in die sozialen Medien, sondern seit Jahrzehnten in die tatsächliche Politik –, sieht man auch in dem Buch von Frau Wiesinger. Wenn man das genau liest – es ist sehr lang –, findet man darin einen Punkt, der sich immer wieder wiederholt: dass unsere Bildungspolitik seit Jahrzehnten im Argen liegt, weil ideologische Grabenkämpfe geführt werden, und zwar auf der einen Seite von den Konservativen, von der ÖVP, und auf der anderen Seite von den Progressiven, von der SPÖ und den Grünen. Diese ideologisch bedingten Grabenkämpfe (Zwischenruf bei der ÖVP), die auf dem Rücken der Lehrerinnen und Lehrer und auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler ausgetragen werden, führen dazu, dass sich nicht die besten Lösungen durchsetzen, sondern dass sich das durchsetzt, was man seiner eigenen Klientel oder seiner eigenen Anhängerschaft am besten verkaufen kann.
Abg. Taschner schüttelt den Kopf.
So, und nun komme ich noch – denn wir werden hoffentlich diese Debatte zu Frau Wiesinger heute noch länger führen – zu einem springenden Punkt. Sie, Herr Taschner, haben vom Kopftuchverbot gesprochen. Ich finde es schon wichtig, zu fragen, warum Sie Maßnahmen planen. Ist es ein Gag für die Zeitung? Geht es darum, ein bisschen den Stammtisch zu bedienen? Geht es darum, antimuslimische Ressentiments zu schüren? (Abg. Taschner schüttelt den Kopf.) Oder gibt es eine Überlegung dahinter?
Ruf bei der FPÖ: Na ja!
Na gut, aber was machen Sie nun, was macht Ihre Ministerin für Integration? – Sie denkt über ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen nach. Das hat mit Religionsmündigkeit gar nichts zu tun. Diese sind mündig, sie können frei entscheiden. (Ruf bei der FPÖ: Na ja!) Sie müssen einmal darlegen, worum es Ihnen wirklich geht: echte Lösungen basierend auf klaren Gedanken oder Showpolitik. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Na gut, aber was machen Sie nun, was macht Ihre Ministerin für Integration? – Sie denkt über ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen nach. Das hat mit Religionsmündigkeit gar nichts zu tun. Diese sind mündig, sie können frei entscheiden. (Ruf bei der FPÖ: Na ja!) Sie müssen einmal darlegen, worum es Ihnen wirklich geht: echte Lösungen basierend auf klaren Gedanken oder Showpolitik. (Beifall bei den NEOS.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich darf die Studentinnen und Studenten der FH für Journalismus herzlich bei uns im Hohen Haus begrüßen. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Dann setzen Sie es um! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
frei.“ – Das steht im Staatsgrundgesetz. Dazu stehen wir und bekennen wir uns vollumfänglich – der Minister, wir, die gesamte Volkspartei. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Dann setzen Sie es um! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Je nachdem, wie sich die linke Horde ...!
Die logische Konsequenz daraus, dass wir das vollumfänglich unterstützen, ist auch, dass die Lehre von Herrn Professor Höbelt frei ist. Das ist vollkommen selbstverständlich. Das muss die logische Konsequenz sein. (Abg. Kickl: Je nachdem, wie sich die linke Horde ...!) Der Umkehrschluss ist natürlich nicht, dass wir jede These von ihm unterstützen, jede Aussage und jede Publikation gut finden. (Zwischenruf der Abgeordneten Belakowitsch.) Freiheit ist halt immer auch mit Verantwortung verbunden (Zwischenrufe des Abg. Kickl), und das ist nicht immer angenehm, lustig oder etwas, über das man nicht reden muss – deswegen tun wir das auch heute.
Zwischenruf der Abgeordneten Belakowitsch.
Die logische Konsequenz daraus, dass wir das vollumfänglich unterstützen, ist auch, dass die Lehre von Herrn Professor Höbelt frei ist. Das ist vollkommen selbstverständlich. Das muss die logische Konsequenz sein. (Abg. Kickl: Je nachdem, wie sich die linke Horde ...!) Der Umkehrschluss ist natürlich nicht, dass wir jede These von ihm unterstützen, jede Aussage und jede Publikation gut finden. (Zwischenruf der Abgeordneten Belakowitsch.) Freiheit ist halt immer auch mit Verantwortung verbunden (Zwischenrufe des Abg. Kickl), und das ist nicht immer angenehm, lustig oder etwas, über das man nicht reden muss – deswegen tun wir das auch heute.
Zwischenrufe des Abg. Kickl
Die logische Konsequenz daraus, dass wir das vollumfänglich unterstützen, ist auch, dass die Lehre von Herrn Professor Höbelt frei ist. Das ist vollkommen selbstverständlich. Das muss die logische Konsequenz sein. (Abg. Kickl: Je nachdem, wie sich die linke Horde ...!) Der Umkehrschluss ist natürlich nicht, dass wir jede These von ihm unterstützen, jede Aussage und jede Publikation gut finden. (Zwischenruf der Abgeordneten Belakowitsch.) Freiheit ist halt immer auch mit Verantwortung verbunden (Zwischenrufe des Abg. Kickl), und das ist nicht immer angenehm, lustig oder etwas, über das man nicht reden muss – deswegen tun wir das auch heute.
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Hafenecker
Da kommen wir auch zur politischen Verantwortung. Spinnen wir das einmal weiter, wenn die Ideologie oder die eigene Meinung zur Grenze der Meinungsfreiheit wird! Möchten Sie einen Minister haben, der sagt: Der Professor passt mir nicht, der entspricht nicht meiner Ideologie, deswegen regiere ich in die Universität hinein und verbiete dem, dass er unterrichtet!? Wollen wir in so einem Staat leben? – Ich glaube nicht. Ich habe vollstes Vertrauen – er hat es heute auch gesagt (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Hafenecker) –, dass Herr Faßmann das sehr wohl auch so sieht (Abg. Kickl: Bei der Ombudsfrau hat er das so gemacht!), weswegen er natürlich in dieser Frage unser größtes Vertrauen genießt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Stögmüller.)
Abg. Kickl: Bei der Ombudsfrau hat er das so gemacht!
Da kommen wir auch zur politischen Verantwortung. Spinnen wir das einmal weiter, wenn die Ideologie oder die eigene Meinung zur Grenze der Meinungsfreiheit wird! Möchten Sie einen Minister haben, der sagt: Der Professor passt mir nicht, der entspricht nicht meiner Ideologie, deswegen regiere ich in die Universität hinein und verbiete dem, dass er unterrichtet!? Wollen wir in so einem Staat leben? – Ich glaube nicht. Ich habe vollstes Vertrauen – er hat es heute auch gesagt (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Hafenecker) –, dass Herr Faßmann das sehr wohl auch so sieht (Abg. Kickl: Bei der Ombudsfrau hat er das so gemacht!), weswegen er natürlich in dieser Frage unser größtes Vertrauen genießt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Stögmüller.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Stögmüller.
Da kommen wir auch zur politischen Verantwortung. Spinnen wir das einmal weiter, wenn die Ideologie oder die eigene Meinung zur Grenze der Meinungsfreiheit wird! Möchten Sie einen Minister haben, der sagt: Der Professor passt mir nicht, der entspricht nicht meiner Ideologie, deswegen regiere ich in die Universität hinein und verbiete dem, dass er unterrichtet!? Wollen wir in so einem Staat leben? – Ich glaube nicht. Ich habe vollstes Vertrauen – er hat es heute auch gesagt (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Hafenecker) –, dass Herr Faßmann das sehr wohl auch so sieht (Abg. Kickl: Bei der Ombudsfrau hat er das so gemacht!), weswegen er natürlich in dieser Frage unser größtes Vertrauen genießt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Stögmüller.)
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Meinungsfreiheit heißt aber – das sage ich auch Richtung ÖH –, dass man diesen Diskurs an Universitäten zulässt. Ich habe manchmal das Gefühl, dass da zwischen laut, unfreundlich und kämpferisch nicht unterschieden werden kann. Beim Fall Alice Schwarzer hat zum Beispiel die ÖH-Vorsitzende gesagt, ihr Verständnis von Meinungsfreiheit ist, dass sie dort hingeht, herumschreit und diese Vorlesung stört. Das ist nicht Meinungsfreiheit. Meinungsfreiheit heißt, dass man auch der anderen Meinung zuhören kann, ob das nun schön ist oder nicht, ob das links, rechts oder wie auch immer geartet ist, das ist vollkommen egal, denn es geht um viel mehr. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Amesbauer.
Da bin ich bei Frau Meinl-Reisinger. Man muss da einfach ganz klar sagen: Wenn wir in einer offenen Gesellschaft leben wollen, wenn uns diese Werte wichtig sind, dann müssen wir uns einfach auch mit dem auseinandersetzen, auch wenn es nicht angenehm ist. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Amesbauer.)
Abg. Leichtfried: Der war halt schon länger nicht mehr auf der Uni!
Um die Frage der politischen Verantwortung noch zu konkretisieren: Abgesehen davon, Herr Kickl, dass der ÖH-Beitrag nicht 200 oder 500 Euro beträgt, sondern tatsächlich 20,20 Euro, glaube ich – ein großer Unterschied (Abg. Leichtfried: Der war halt schon länger nicht mehr auf der Uni!) –, sind noch ein paar Unfeinheiten bei Ihrer Analyse festzustellen, und zwar: Es gibt gar nicht das Recht beziehungsweise ist es nicht vorgesehen, dass ein Minister Entscheidungen über solche Sachen einer Universität trifft. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Es geht darum, dass die Uni autonom ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Um die Frage der politischen Verantwortung noch zu konkretisieren: Abgesehen davon, Herr Kickl, dass der ÖH-Beitrag nicht 200 oder 500 Euro beträgt, sondern tatsächlich 20,20 Euro, glaube ich – ein großer Unterschied (Abg. Leichtfried: Der war halt schon länger nicht mehr auf der Uni!) –, sind noch ein paar Unfeinheiten bei Ihrer Analyse festzustellen, und zwar: Es gibt gar nicht das Recht beziehungsweise ist es nicht vorgesehen, dass ein Minister Entscheidungen über solche Sachen einer Universität trifft. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Es geht darum, dass die Uni autonom ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.
Um die Frage der politischen Verantwortung noch zu konkretisieren: Abgesehen davon, Herr Kickl, dass der ÖH-Beitrag nicht 200 oder 500 Euro beträgt, sondern tatsächlich 20,20 Euro, glaube ich – ein großer Unterschied (Abg. Leichtfried: Der war halt schon länger nicht mehr auf der Uni!) –, sind noch ein paar Unfeinheiten bei Ihrer Analyse festzustellen, und zwar: Es gibt gar nicht das Recht beziehungsweise ist es nicht vorgesehen, dass ein Minister Entscheidungen über solche Sachen einer Universität trifft. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Es geht darum, dass die Uni autonom ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Beifall bei der ÖVP.
geht. (Beifall bei der ÖVP.) Rektor Engl, der Senat und die Führung der Universität müssen da reagieren. Das sollten sie meiner Meinung nach auch tun.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen. – Abg. Kickl: Das ist auch eine seltsame Interpretation der Meinungsfreiheit!
Was Kollegin Maurer betrifft, möchte ich auch noch ein Wort sagen. Ich glaube, mit einer Partei wie der Ihren, Herr Kickl, in der es diverse Jugendsünden gibt, die auch nicht unbedingt so angenehm sind, sollten Sie vorsichtig sein, wenn Sie hier stehen und darüber reden, dass jemand in seiner Jugend irgendwo ein paar Zettel heruntergeschmissen hat. Ich glaube, man sollte auch aufpassen, in welcher Art und Weise wir hier werten. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen. – Abg. Kickl: Das ist auch eine seltsame Interpretation der Meinungsfreiheit!)
Zwischenruf des Abg. Hafenecker
Ich glaube, dass wir in dieser ganzen Debatte (Zwischenruf des Abg. Hafenecker) – ich möchte auf diesen Punkt noch einmal zu sprechen kommen – nicht vergessen dürfen, was Meinungsfreiheit in einer Demokratie bedeutet, was es in einer Schule bedeutet, was es in einer Universität bedeutet, nämlich alles. Unsere offene Gesellschaft funktioniert nur unter der Grundannahme, dass wir Institutionen vertrauen und dass wir ordentlich miteinander umgehen. Ich glaube, das sollten wir überall tun, im Hohen Haus und sonst überall. Es sollten nicht Parteien entscheiden (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hafenecker), welche Debatten in diesem Land geführt werden dürfen oder nicht. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hafenecker
Ich glaube, dass wir in dieser ganzen Debatte (Zwischenruf des Abg. Hafenecker) – ich möchte auf diesen Punkt noch einmal zu sprechen kommen – nicht vergessen dürfen, was Meinungsfreiheit in einer Demokratie bedeutet, was es in einer Schule bedeutet, was es in einer Universität bedeutet, nämlich alles. Unsere offene Gesellschaft funktioniert nur unter der Grundannahme, dass wir Institutionen vertrauen und dass wir ordentlich miteinander umgehen. Ich glaube, das sollten wir überall tun, im Hohen Haus und sonst überall. Es sollten nicht Parteien entscheiden (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hafenecker), welche Debatten in diesem Land geführt werden dürfen oder nicht. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Ich glaube, dass wir in dieser ganzen Debatte (Zwischenruf des Abg. Hafenecker) – ich möchte auf diesen Punkt noch einmal zu sprechen kommen – nicht vergessen dürfen, was Meinungsfreiheit in einer Demokratie bedeutet, was es in einer Schule bedeutet, was es in einer Universität bedeutet, nämlich alles. Unsere offene Gesellschaft funktioniert nur unter der Grundannahme, dass wir Institutionen vertrauen und dass wir ordentlich miteinander umgehen. Ich glaube, das sollten wir überall tun, im Hohen Haus und sonst überall. Es sollten nicht Parteien entscheiden (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hafenecker), welche Debatten in diesem Land geführt werden dürfen oder nicht. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bedenklich aus meiner Sicht ist allerdings, wenn die Universität, in diesem Fall die Universität Wien, zum Aufmarschort für Rechtsextreme wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Durch das Angebot einer Vorlesung von Lothar Höbelt, dem Nähe zum Rechtsextremismus nicht abzusprechen ist (Abg. Fürst: Das waren Linke! – Abg. Kickl: Die Chaoten gehören schon euch!), der Beiträge in rechtsextremen Publikationen veröffentlicht, ist seine Vorlesung zum Aufmarschort der rechtsextremen Identitären geworden (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schallmeiner – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Hafenecker und Kassegger), und zwar nicht, weil die als Hörer, als Studenten (Ruf bei der FPÖ: Da geht es um die Zweite Republik!), aus Interesse an einer Vorlesung teilnehmen, sondern weil die dort als, sagen wir einmal, Fanklub, als ideologischer Fanklub aufmarschieren. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Litschauer und Schallmeiner.)
Abg. Fürst: Das waren Linke! – Abg. Kickl: Die Chaoten gehören schon euch!
Bedenklich aus meiner Sicht ist allerdings, wenn die Universität, in diesem Fall die Universität Wien, zum Aufmarschort für Rechtsextreme wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Durch das Angebot einer Vorlesung von Lothar Höbelt, dem Nähe zum Rechtsextremismus nicht abzusprechen ist (Abg. Fürst: Das waren Linke! – Abg. Kickl: Die Chaoten gehören schon euch!), der Beiträge in rechtsextremen Publikationen veröffentlicht, ist seine Vorlesung zum Aufmarschort der rechtsextremen Identitären geworden (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schallmeiner – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Hafenecker und Kassegger), und zwar nicht, weil die als Hörer, als Studenten (Ruf bei der FPÖ: Da geht es um die Zweite Republik!), aus Interesse an einer Vorlesung teilnehmen, sondern weil die dort als, sagen wir einmal, Fanklub, als ideologischer Fanklub aufmarschieren. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Litschauer und Schallmeiner.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schallmeiner – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Hafenecker und Kassegger
Bedenklich aus meiner Sicht ist allerdings, wenn die Universität, in diesem Fall die Universität Wien, zum Aufmarschort für Rechtsextreme wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Durch das Angebot einer Vorlesung von Lothar Höbelt, dem Nähe zum Rechtsextremismus nicht abzusprechen ist (Abg. Fürst: Das waren Linke! – Abg. Kickl: Die Chaoten gehören schon euch!), der Beiträge in rechtsextremen Publikationen veröffentlicht, ist seine Vorlesung zum Aufmarschort der rechtsextremen Identitären geworden (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schallmeiner – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Hafenecker und Kassegger), und zwar nicht, weil die als Hörer, als Studenten (Ruf bei der FPÖ: Da geht es um die Zweite Republik!), aus Interesse an einer Vorlesung teilnehmen, sondern weil die dort als, sagen wir einmal, Fanklub, als ideologischer Fanklub aufmarschieren. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Litschauer und Schallmeiner.)
Ruf bei der FPÖ: Da geht es um die Zweite Republik!
Bedenklich aus meiner Sicht ist allerdings, wenn die Universität, in diesem Fall die Universität Wien, zum Aufmarschort für Rechtsextreme wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Durch das Angebot einer Vorlesung von Lothar Höbelt, dem Nähe zum Rechtsextremismus nicht abzusprechen ist (Abg. Fürst: Das waren Linke! – Abg. Kickl: Die Chaoten gehören schon euch!), der Beiträge in rechtsextremen Publikationen veröffentlicht, ist seine Vorlesung zum Aufmarschort der rechtsextremen Identitären geworden (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schallmeiner – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Hafenecker und Kassegger), und zwar nicht, weil die als Hörer, als Studenten (Ruf bei der FPÖ: Da geht es um die Zweite Republik!), aus Interesse an einer Vorlesung teilnehmen, sondern weil die dort als, sagen wir einmal, Fanklub, als ideologischer Fanklub aufmarschieren. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Litschauer und Schallmeiner.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Litschauer und Schallmeiner.
Bedenklich aus meiner Sicht ist allerdings, wenn die Universität, in diesem Fall die Universität Wien, zum Aufmarschort für Rechtsextreme wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Durch das Angebot einer Vorlesung von Lothar Höbelt, dem Nähe zum Rechtsextremismus nicht abzusprechen ist (Abg. Fürst: Das waren Linke! – Abg. Kickl: Die Chaoten gehören schon euch!), der Beiträge in rechtsextremen Publikationen veröffentlicht, ist seine Vorlesung zum Aufmarschort der rechtsextremen Identitären geworden (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schallmeiner – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Hafenecker und Kassegger), und zwar nicht, weil die als Hörer, als Studenten (Ruf bei der FPÖ: Da geht es um die Zweite Republik!), aus Interesse an einer Vorlesung teilnehmen, sondern weil die dort als, sagen wir einmal, Fanklub, als ideologischer Fanklub aufmarschieren. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Litschauer und Schallmeiner.)
Abg. Amesbauer: Aber für Linksextreme ..., oder wie?
Die Universität als Aufmarschort für Rechtsextreme (Abg. Amesbauer: Aber für Linksextreme ..., oder wie?) ist aus unserer Sicht sehr bedenklich. Ich gehe davon aus, dass Rektor Engl an der Universität Wien das sehr genau beobachtet und entsprechend darauf reagieren wird. (Ruf bei der FPÖ: Das ist ja nur mehr absurd! – Abg. Kickl: Unglaublich! Wer war denn da gewalttätig?)
Ruf bei der FPÖ: Das ist ja nur mehr absurd! – Abg. Kickl: Unglaublich! Wer war denn da gewalttätig?
Die Universität als Aufmarschort für Rechtsextreme (Abg. Amesbauer: Aber für Linksextreme ..., oder wie?) ist aus unserer Sicht sehr bedenklich. Ich gehe davon aus, dass Rektor Engl an der Universität Wien das sehr genau beobachtet und entsprechend darauf reagieren wird. (Ruf bei der FPÖ: Das ist ja nur mehr absurd! – Abg. Kickl: Unglaublich! Wer war denn da gewalttätig?)
Abg. Amesbauer: So ist es!
Worauf ich auch noch einmal hinweisen möchte, ist, dass die Aktion, über die Sie sprechen, Kollegen von der Freiheitlichen Partei, nicht von der Österreichischen Hochschülerschaft organisiert wurde. Allerdings hat die Österreichische Hochschülerschaft eine politische Ausrichtung, die Ihnen nicht passt (Abg. Amesbauer: So ist es!), denn es ist keine rechte, sondern eine linke Ausrichtung. – „So ist es!“, sagen Sie.
Abg. Kickl: Schauen Sie sich einmal die Wahlbeteiligung an!
Wie reagieren Sie darauf? – Sie reagieren damit, dass Sie die Österreichische Hochschülerschaft als Vertretung der österreichischen Studierenden (Abg. Kickl: Schauen Sie sich einmal die Wahlbeteiligung an!) in ihren Rechten und ihren Handlungsmöglichkeiten beschneiden wollen. Das, sehr geehrte Damen und Herren, lehnen wir entschieden ab, gleich, welche Ausrichtung die gewählte Vertretung der österreichischen Studierenden hat. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Wie reagieren Sie darauf? – Sie reagieren damit, dass Sie die Österreichische Hochschülerschaft als Vertretung der österreichischen Studierenden (Abg. Kickl: Schauen Sie sich einmal die Wahlbeteiligung an!) in ihren Rechten und ihren Handlungsmöglichkeiten beschneiden wollen. Das, sehr geehrte Damen und Herren, lehnen wir entschieden ab, gleich, welche Ausrichtung die gewählte Vertretung der österreichischen Studierenden hat. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Amesbauer: Sie wollen die Freiheit der Wissenschaft beschneiden!
Sie wollen die Rechte der ÖH beschneiden (Abg. Amesbauer: Sie wollen die Freiheit der Wissenschaft beschneiden!), Sie wollen die finanziellen Mittel der ÖH um zwei Drittel kürzen, Sie wollen das politische Mandat der Österreichischen Hochschülerschaft beschneiden (Abg. Amesbauer: Richtig!), und Sie wollen die Aufgaben der Österreichischen Hochschülerschaft beschneiden. Nehmen Sie zur Kenntnis: Die Österreichische Hochschülerschaft ist die Vertretung der österreichischen Studierenden (Abg. Amesbauer: Nein! Ich hab mich nie vertreten gefühlt!) und hat ihre Berechtigung und ganz wichtige Aufgaben. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Amesbauer: Richtig!
Sie wollen die Rechte der ÖH beschneiden (Abg. Amesbauer: Sie wollen die Freiheit der Wissenschaft beschneiden!), Sie wollen die finanziellen Mittel der ÖH um zwei Drittel kürzen, Sie wollen das politische Mandat der Österreichischen Hochschülerschaft beschneiden (Abg. Amesbauer: Richtig!), und Sie wollen die Aufgaben der Österreichischen Hochschülerschaft beschneiden. Nehmen Sie zur Kenntnis: Die Österreichische Hochschülerschaft ist die Vertretung der österreichischen Studierenden (Abg. Amesbauer: Nein! Ich hab mich nie vertreten gefühlt!) und hat ihre Berechtigung und ganz wichtige Aufgaben. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Amesbauer: Nein! Ich hab mich nie vertreten gefühlt!
Sie wollen die Rechte der ÖH beschneiden (Abg. Amesbauer: Sie wollen die Freiheit der Wissenschaft beschneiden!), Sie wollen die finanziellen Mittel der ÖH um zwei Drittel kürzen, Sie wollen das politische Mandat der Österreichischen Hochschülerschaft beschneiden (Abg. Amesbauer: Richtig!), und Sie wollen die Aufgaben der Österreichischen Hochschülerschaft beschneiden. Nehmen Sie zur Kenntnis: Die Österreichische Hochschülerschaft ist die Vertretung der österreichischen Studierenden (Abg. Amesbauer: Nein! Ich hab mich nie vertreten gefühlt!) und hat ihre Berechtigung und ganz wichtige Aufgaben. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Sie wollen die Rechte der ÖH beschneiden (Abg. Amesbauer: Sie wollen die Freiheit der Wissenschaft beschneiden!), Sie wollen die finanziellen Mittel der ÖH um zwei Drittel kürzen, Sie wollen das politische Mandat der Österreichischen Hochschülerschaft beschneiden (Abg. Amesbauer: Richtig!), und Sie wollen die Aufgaben der Österreichischen Hochschülerschaft beschneiden. Nehmen Sie zur Kenntnis: Die Österreichische Hochschülerschaft ist die Vertretung der österreichischen Studierenden (Abg. Amesbauer: Nein! Ich hab mich nie vertreten gefühlt!) und hat ihre Berechtigung und ganz wichtige Aufgaben. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Diese Aufgaben zu beschneiden, dagegen werden wir uns entschieden zur Wehr setzen. Sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen von den Grünen, da zählen wir auch sehr auf Ihre Unterstützung. Das darf nicht zugelassen werden. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich darf die Schüler und Schülerinnen der HAK St. Pölten recht herzlich bei uns im Hohen Haus begrüßen. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollegen und Kolleginnen! Ich könnte jetzt auf viele Aussagen eingehen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass uns Frau Kollegin Blimlinger ihr Amtsverständnis als Rektorin heute nähergebracht hat. Ich bin froh darüber, dass Sie, obwohl Sie jünger sind als ich, dort in Pension geschickt wurden und jetzt endlich dort sind, wo Sie hingehören: in die politische Auseinandersetzung und nicht als Rektorin an eine Universität. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Was das Kopftuch betrifft, so tue ich mir bei der Linie der ÖVP immer schwerer, muss ich ganz ehrlich sagen. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ich weiß jetzt nicht: Gilt das, was Frau Ministerin Edtstadler sagt, oder das, was Kollege Taschner sagt, oder das, was irgendjemand anderer sagt? Einer hat aber schon recht gehabt, nämlich jener Vorredner von der ÖVP, der gesagt hat, es gibt viele und „genug [...] Bekenntnisse“ von der ÖVP; aber, wissen Sie, in ein und demselben Sachverhalt sollte man nach jahrelanger Diskussion in der ÖVP irgendwann zu einem Bekenntnis kommen und das auch vertreten und nicht immer gerade dort, wo man es braucht, eine andere Meinung vertreten (Zwischenruf des Abg. Hörl), weil man dann nur dem jeweiligen Publikum nach dem Mund
Zwischenruf des Abg. Hörl
Was das Kopftuch betrifft, so tue ich mir bei der Linie der ÖVP immer schwerer, muss ich ganz ehrlich sagen. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ich weiß jetzt nicht: Gilt das, was Frau Ministerin Edtstadler sagt, oder das, was Kollege Taschner sagt, oder das, was irgendjemand anderer sagt? Einer hat aber schon recht gehabt, nämlich jener Vorredner von der ÖVP, der gesagt hat, es gibt viele und „genug [...] Bekenntnisse“ von der ÖVP; aber, wissen Sie, in ein und demselben Sachverhalt sollte man nach jahrelanger Diskussion in der ÖVP irgendwann zu einem Bekenntnis kommen und das auch vertreten und nicht immer gerade dort, wo man es braucht, eine andere Meinung vertreten (Zwischenruf des Abg. Hörl), weil man dann nur dem jeweiligen Publikum nach dem Mund
Beifall bei der FPÖ.
redet. Das würde man dann Populismus nennen, würde ich meinen. Vielleicht sollten Sie einmal eine Linie vertreten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Maurer: Die Identitären, die den Rektor niederboxen!
Das alles ist nicht neu, das war schon in Ihrer Zeit als Vizerektor gang und gäbe, das ist ständig vorgekommen. Man versucht dann immer, Nebelgranaten zu werfen und fantasiert eine rechte Gefahr und einen Kampf gegen rechts herbei, um sich selbst in den Debatten zu legitimieren, aber tatsächlich kommt das permanent von links, und man unternimmt eigentlich nichts. (Abg. Maurer: Die Identitären, die den Rektor niederboxen!) Man setzt auf Zeit, man versucht, Dinge hintanzuhalten.
Zwischenruf des Abg. Schallmeiner.
Ich erinnere nur, um ein paar Namen zu nennen, an Professor Lucke, kein wirklich ausgewiesener Rechter: Dem ist es nicht möglich, in Deutschland eine Vorlesung zu halten. (Zwischenruf des Abg. Schallmeiner.) – Ja, nur unter Polizeischutz. Das ist traurig, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Ruf bei der SPÖ: ... heute zum zweiten Mal schon „Mob“!
Aber wenn die Antifa diese Vorlesung stört und der linksextreme vermummte Mob dort steht (Ruf bei der SPÖ: ... heute zum zweiten Mal schon „Mob“!) und man sich dann noch in den Foren ärgert und sagt: Nächstes Mal bitte statt Eiern blutige Tampons verwenden!, und dann aber gleich auf Facebook weiter äußert: Nehmt keine Tampons, keine Eier, sondern nehmt Steine! – so lauten Aufforderungen! –, und am nächsten Tag an der Universität dann diese Steine gegen vermeintlich rechte Studenten fliegen, dann hat man schon blutige Köpfe und dann sind wir bei schwerer Körperverletzung (eine Tafel mit dem Foto einer Kopfverletzung und der Bildunterschrift „antifa_w.“ in die Höhe haltend) – und das alles durch den linksextremen Mob, der nichts gemacht hat. (Abg. Maurer: Das ist eine Lüge!)
Abg. Maurer: Das ist eine Lüge!
Aber wenn die Antifa diese Vorlesung stört und der linksextreme vermummte Mob dort steht (Ruf bei der SPÖ: ... heute zum zweiten Mal schon „Mob“!) und man sich dann noch in den Foren ärgert und sagt: Nächstes Mal bitte statt Eiern blutige Tampons verwenden!, und dann aber gleich auf Facebook weiter äußert: Nehmt keine Tampons, keine Eier, sondern nehmt Steine! – so lauten Aufforderungen! –, und am nächsten Tag an der Universität dann diese Steine gegen vermeintlich rechte Studenten fliegen, dann hat man schon blutige Köpfe und dann sind wir bei schwerer Körperverletzung (eine Tafel mit dem Foto einer Kopfverletzung und der Bildunterschrift „antifa_w.“ in die Höhe haltend) – und das alles durch den linksextremen Mob, der nichts gemacht hat. (Abg. Maurer: Das ist eine Lüge!)
Beifall bei der FPÖ.
soren, sondern unternehmen Sie diesbezüglich etwas, damit an der Universität endlich wieder Lehr- und Lernfreiheit einkehren kann! (Beifall bei der FPÖ.)
in Richtung Abg. Kickl
Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer! Vor allem die Schülerinnen und Schüler möchte ich bei diesem wichtigen Thema besonders begrüßen. Herr Klubobmann (in Richtung Abg. Kickl), danke für diese Gelegenheit, dafür, dass ich bei meiner ersten Rede hier in diesem Hohen Haus gleich auf ein Thema Bezug nehmen kann, das mir sehr am Herzen liegt: „Grundrechte in Gefahr – Totalitäre Tendenzen an Schulen und Unis [...]“. (Ruf bei der FPÖ: Ja!)
Ruf bei der FPÖ: Ja!
Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer! Vor allem die Schülerinnen und Schüler möchte ich bei diesem wichtigen Thema besonders begrüßen. Herr Klubobmann (in Richtung Abg. Kickl), danke für diese Gelegenheit, dafür, dass ich bei meiner ersten Rede hier in diesem Hohen Haus gleich auf ein Thema Bezug nehmen kann, das mir sehr am Herzen liegt: „Grundrechte in Gefahr – Totalitäre Tendenzen an Schulen und Unis [...]“. (Ruf bei der FPÖ: Ja!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Schrangl: Eben nicht!
Worüber spricht man bei totalitären Tendenzen? Was versteht man darunter? – Totalitarismus ist etwas, das vom Staat ausgeht, von einem Staat, der versucht, in alle Lebensbereiche der Menschen hineinzuwirken und die Menschen in all ihren Aktivitäten, in all ihrem Handeln und in all ihrem Tun im Sinne einer vorbestimmten Ideologie zu beeinflussen. – Unser Staat macht genau das nicht. Er garantiert eine offene, freie und pluralistische Gesellschaft. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Schrangl: Eben nicht!) Und genau das geschieht, indem er Grund- und Freiheitsrechte in der Verfassung verankert hat. Das sind Rechte, die es ermöglichen und garantieren, dass die Menschen, die in diesem Staat leben, frei von Zwang, frei von Angst und vor Repression sagen und zeigen dürfen, was ihre Meinung, was ihre Position, was ihre Haltung ist.
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Vogl.
Was genau das Gegenteil davon ist, ist zum Beispiel, wenn ein Vortrag über ein Thema, das einem nicht genehm ist, von einem anerkannten Experten, der einem nicht genehm ist, an einer Schule auf Zuruf gestoppt wird. Was bitte sollen diese Schüler aus solch einer Aktion lernen? (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Vogl.)
Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger
Ich möchte jetzt hier nicht zum dritten Mal Voltaire zitieren (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger), ich glaube, es ist jetzt bei allen angekommen, ich hoffe aber auch, dass es von allen verinnerlicht wird. Ich hoffe, dass wir wirklich verinnerlichen, was die Grundaussage ist, was auch dahinterstand und unter welchen Voraussetzungen diese Äußerung getätigt wurde – in einer Zeit, von der wir uns sehr weit wegbewegt haben, in eine, in der wir sehr gut und sehr gerne leben können, und wir wollen das auch weiterhin so haben.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
hen. Wenn man Grundrechte, wie das Recht auf freie Meinungsäußerung, nicht mehr nützt, dann verkümmern sie. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Und wenn man staatlich verordnet, so wie es hier verlangt wird, dass Grundrechte nicht mehr genützt werden dürfen, dass gewisse Arten der Meinungsäußerung nicht mehr zugelassen werden sollen, dann schafft man sie ab – und das dürfen wir niemals zulassen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den NEOS. – Heiterkeit der Abg. Meinl-Reisinger.
Herr Bundesminister Faßmann, das sagt Ihnen doch etwas. Das haben Sie sicher Frau Wiesinger gesagt: „Sei so mutig wie möglich.“ – Und dann war sie es, und dann schmeißen Sie sie raus! (Beifall bei den NEOS. – Heiterkeit der Abg. Meinl-Reisinger.)
Abg. Michael Hammer: Das trifft auf Sie auch zu!
Ich glaube, wir müssen die Dinge schon gemeinsam sehen: Da gibt es eine Frau Wiesinger, die Wahrheiten ausspricht, die manchen nicht genehm sind – auch der SPÖ ist ja vieles nicht genehm –, und da gibt es einen Professor Höbelt, da kann man schon zweifeln, ob das alles stimmt, was der sagt. (Abg. Michael Hammer: Das trifft auf Sie auch zu!) Aber ich würde aufstehen und stehe auch auf und sage: Herr Höbelt, hier haben Sie nicht recht!, denn die Auseinandersetzung mit Herrn Höbelt müssen wir schon führen. Und jetzt sage ich einen Grund – und ich glaube, das muss auch allen Linken klar sein –, weil hier irgendjemand gesagt hat, Höbelt verwendet antisemitische Codes – das wird schon stimmen –: Was müssen wir unseren jungen Leuten beibringen? Was sind denn antisemitische Codes? Das müssen wir lernen, und sei es nur, dass wir es mit einem Lehrer wie Herrn Professor Höbelt lernen. Das ist ganz, ganz wichtig. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich glaube, wir müssen die Dinge schon gemeinsam sehen: Da gibt es eine Frau Wiesinger, die Wahrheiten ausspricht, die manchen nicht genehm sind – auch der SPÖ ist ja vieles nicht genehm –, und da gibt es einen Professor Höbelt, da kann man schon zweifeln, ob das alles stimmt, was der sagt. (Abg. Michael Hammer: Das trifft auf Sie auch zu!) Aber ich würde aufstehen und stehe auch auf und sage: Herr Höbelt, hier haben Sie nicht recht!, denn die Auseinandersetzung mit Herrn Höbelt müssen wir schon führen. Und jetzt sage ich einen Grund – und ich glaube, das muss auch allen Linken klar sein –, weil hier irgendjemand gesagt hat, Höbelt verwendet antisemitische Codes – das wird schon stimmen –: Was müssen wir unseren jungen Leuten beibringen? Was sind denn antisemitische Codes? Das müssen wir lernen, und sei es nur, dass wir es mit einem Lehrer wie Herrn Professor Höbelt lernen. Das ist ganz, ganz wichtig. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Michael Hammer.
Und wir müssen Widerspruch lernen. Ich war selbst Funktionär der Hochschülerschaft, und was haben wir dort gelernt? – Den Professoren zu widersprechen. Leider hat die ÖVP dann das UOG zurückgefahren, es gibt nicht mehr so viel Mitbestimmung. (Zwischenruf des Abg. Michael Hammer.) Die Mitbestimmung ist etwas ganz Wesentliches.
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich komme auf ein anderes Buch von Professor Snyder zu sprechen, nämlich „Der Weg in die Unfreiheit“. Warum bin ich da so engagiert und, wenn Sie wollen, manchmal auch aufgeregt? Und warum bin ich überhaupt hier? – Liebe junge Freunde auf der Galerie, ich habe das schon mehrfach gesagt: Weil die Freiheit, die wir heute hier genießen, in Österreich und in vielen anderen europäischen Ländern – nicht in allen; die FPÖ will ein Mediensystem wie in Ungarn, das ist illiberale Demokratie und das ist Korruption; das wollen wir nicht, in Österreich ist es noch anders – gefährdet ist. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir hier so miteinander reden dürfen, dass wir miteinander reden können. Dafür müssen wir kämpfen, dafür müssen wir etwas tun. Und das müssen wir hier tun, das müssen wir an den Schulen tun, das müssen wir auch an den Universitäten tun. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei Abgeordneten der Grünen
Noch einmal: Ich widerspreche Herrn Höbelt ganz massiv in einem Punkt, was das Verbotsgesetz betrifft – das muss ja wohl klar sein; aber das zeigt auch ein Stück Ideologie –: Wer nicht akzeptiert, dass der Holocaust ein einmaliges Ereignis in der Geschichte war, der hat es nicht verstanden. – Das ist Ihr Problem, das weiß ich (Beifall bei Abgeordneten der Grünen), und deswegen ist er gegen das Verbotsgesetz. Dazu müssen wir aber stehen, und das müssen wir immer wieder laut und deutlich sagen. Und wer dagegen ist, dass Zeitzeugen – und Gott sei Dank leben noch einige wenige – uns erklären, wie dieser Weg in die Unfreiheit begonnen hat – es hat nicht in Auschwitz begonnen, es hat bei den kleinen Schweinereien begonnen, es hat bei den Ausgrenzungen begonnen –, wer das heute nicht mehr hören will, der möchte verharmlosen. Und das will Höbelt natürlich, und deswegen muss man gegen ihn argumentieren und ganz massiv gegen ihn argumentieren. (Beifall bei NEOS und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, ja, so ist es.
Beifall bei NEOS und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Noch einmal: Ich widerspreche Herrn Höbelt ganz massiv in einem Punkt, was das Verbotsgesetz betrifft – das muss ja wohl klar sein; aber das zeigt auch ein Stück Ideologie –: Wer nicht akzeptiert, dass der Holocaust ein einmaliges Ereignis in der Geschichte war, der hat es nicht verstanden. – Das ist Ihr Problem, das weiß ich (Beifall bei Abgeordneten der Grünen), und deswegen ist er gegen das Verbotsgesetz. Dazu müssen wir aber stehen, und das müssen wir immer wieder laut und deutlich sagen. Und wer dagegen ist, dass Zeitzeugen – und Gott sei Dank leben noch einige wenige – uns erklären, wie dieser Weg in die Unfreiheit begonnen hat – es hat nicht in Auschwitz begonnen, es hat bei den kleinen Schweinereien begonnen, es hat bei den Ausgrenzungen begonnen –, wer das heute nicht mehr hören will, der möchte verharmlosen. Und das will Höbelt natürlich, und deswegen muss man gegen ihn argumentieren und ganz massiv gegen ihn argumentieren. (Beifall bei NEOS und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, ja, so ist es.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Übrigens: Höbelt sagt nicht nur Sachen, die Ihnen gefallen. Ich habe einmal ein Interview mit ihm gemacht, da hat er gesagt: Na klar hat die FPÖ antisemitische Wurzeln. – Das weiß Herr Höbelt. Na ja, sicher, er ist Historiker, das weiß er natürlich. Er weiß auch, dass die FPÖ massiv antiklerikal ist. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Horchen Sie zu! – Wenn Herr Strache – er ist ja Ihr Freund gewesen, jetzt ist er es nicht mehr, aber Sie werden ja wieder mit ihm konfrontiert werden – mit dem Kreuz aufgetreten ist, dann war das ja schlimmste Heuchelei, weil die Wurzeln der FPÖ natürlich antiklerikale sind. Das wissen wir auch. Das alles müssen Sie sich von Herrn Professor Höbelt anhören.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Deswegen ist es gut, dass man auch Professor Höbelt anhört, ihm aber widerspricht, auch an der Universität – mit Worten und ganz sicher nicht mit Steinen oder so einem Geschrei, wie Sie es hier gerne aufführen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), denn das bringt uns auch nicht weiter.
Beifall bei den NEOS.
Abgeordneter Dr. Helmut Brandstätter (fortsetzend): Ich bin wirklich enttäuscht von Ihnen (in Richtung Bundesminister Faßmann), aber noch viel mehr von Herrn Generalsekretär Netzer, der sagt: Bildungspolitik ist Parteipolitik. – Ja, wir wissen eh, dass es so ist, aber gerade von Ihnen hätte ich anderes erwartet. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Heiterkeit der Abg. Rendi-Wagner.
Ich komme zum Schlusssatz: Herr Voltaire ist zitiert worden – ja, natürlich, der Geist der Aufklärung –, es war aber offenbar Beatrice Hall, eine Frau, die das gesagt hat. Es gibt aber ein anderes Zitat von Voltaire. Das habe ich Ihnen mitgebracht (in Richtung FPÖ weisend), und das passt zu Ihren Liederbüchern: „Alles, was zu dumm ist, um gesprochen zu werden, wird gesungen.“ – Deswegen haben Sie Ihre Liederbücher. – Danke schön. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Heiterkeit der Abg. Rendi-Wagner.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
Es wurden folgende Mitglieder des Europäischen Parlaments für die Teilnahme an der Europastunde nominiert: die Abgeordneten Winzig, Schieder, Mayer und Vana. Ich darf die Abgeordneten, so sie schon hier sind, recht herzlich in unserer Mitte begrüßen. Ein paar habe ich schon gesehen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Abg. Bösch: Nichts funktioniert! – Abg. Belakowitsch: Nichts funktioniert! Haben Sie der Frau Wiesinger nicht zugehört? ... Schule nicht, Gesundheit, Infrastruktur ...!
Der Grund, warum wir uns auf dieses System verlassen können und warum dieses System funktioniert, ist eigentlich recht einfach. (Abg. Bösch: Nichts funktioniert! – Abg. Belakowitsch: Nichts funktioniert! Haben Sie der Frau Wiesinger nicht zugehört? ... Schule nicht, Gesundheit, Infrastruktur ...!) Der Grund ist: Jede Frau, jeder Mann und fast jede Firma zahlt Steuern und leistet so einen Beitrag dafür, dass dieses System funktioniert – einen Beitrag für unsere Allgemeinheit, dafür, dass wir uns jeden Tag auf die Ärzte, auf die Krankenhäuser, auf die Sicherheit, auf die Infrastruktur, auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlassen können. Was aber passiert, wenn sich jemand weigert, seinen gerechten Anteil und Beitrag zu leisten? – Dann schwächt uns das. Es schwächt uns alle, es schwächt das System und die Gesellschaft, in der wir leben. Wir laufen vor den großen Herausforderungen im Hintergrund auf eine Situation zu, in der die Finanzierung dieses Systems, auf das wir uns jeden Tag verlassen, bald an seine Grenzen kommen könnte.
Abg. Kickl: ... Kogler wieder einmal einen Kaffee trinken, dann passt das wieder!
Eine internationale Kaffeehauskette, die uns allen, glaube ich, nicht unbekannt ist, zahlt in Österreich Steuern in der Größenordnung von 800 Euro pro Jahr bei einem Umsatz von 18 Millionen Euro pro Jahr. (Abg. Kickl: ... Kogler wieder einmal einen Kaffee trinken, dann passt das wieder!) Das ist eine Schieflage, sehr geehrte Damen und Herren,
Beifall bei der SPÖ.
weil jedes kleine Kaffeehaus in Österreich, jedes Gasthaus in Wien mehr Steuern zahlt als diese internationale Kaffeehauskette, aber nur einen Bruchteil dieses Gewinnes erzielt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Loacker: Und was ist jetzt die Antwort? – Zwischenrufe der Abg. Doppelbauer und Schellhorn.
Auch die Unterschiede der Unternehmensbesteuerung innerhalb der Europäischen Union sind ungerecht. Es ist nämlich ungerecht, sehr geehrte Damen und Herren, dass eine Druckerei im Burgenland 25 Prozent Körperschaftsteuer, Unternehmenssteuer, zahlen muss, während es eine halbe Autostunde entfernt – über der ungarischen Grenze – Unternehmen gibt, ungarische Druckereien gibt, mit lediglich 9 Prozent Unternehmensbesteuerung. Das ist ein großer Unterschied. Ungarn hat – und das müssen wir wissen – die niedrigste Körperschaftsteuer Europas. (Abg. Loacker: Und was ist jetzt die Antwort? – Zwischenrufe der Abg. Doppelbauer und Schellhorn.) Das ist ein Steuerwettlauf nach unten.
Beifall bei der SPÖ.
Das ist auch den österreichischen Unternehmen und UnternehmerInnen gegenüber nicht gerecht, und Österreich muss sich stark machen, dass diese großen Steuerunterschiede ein Ende haben, dass dieser Steuerwettlauf nach unten endlich beendet wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Stärkung kann aber nur gelingen, wenn Schieflagen überwunden werden. Nur wenn wir, sehr geehrte Damen und Herren, die Politik und die Gesellschaft, bereit sind, am Gemeinsamen zu arbeiten, am Konsens zu arbeiten, wenn wir bereit sind, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, dann wird es uns gelingen, trotz aller Umbrüche, die global, international passieren, auch in Europa erfolgreich in die Zukunft zu gehen. Wir als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sind bereit, das Unsrige für ein starkes Österreich in einem starken Europa zu tun. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Zunächst zur Frage der großen Digitalsteuer. Wir haben gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen, die für die Finanzen zuständig sind, Montag und Dienstag in Brüssel auch darüber beraten, zunächst einmal in der Eurogruppe und dann auch im Ecofin. Ich kann Ihnen sagen, der Tenor dort war völlig klar. Alle sind für eine Digitalsteuer, alle sind dafür, dass auch große internationale Onlinekonzerne dieselben Regeln einhalten müssen, die auch für den Greißler ums Eck gelten. – Da gebe ich Ihnen völlig recht: Es braucht eine faire Besteuerung für alle Geschäftsmodelle, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Doppelbauer
Aber nicht einmal damit geben wir Österreicher uns zufrieden, denn wir haben bereits in der letzten Regierung als einer der Vorreiter innerhalb der Europäischen Union eine digitale Steuer beschlossen. Diese ist seit 1.1. in Kraft, Sie wissen das, und wir gehören damit zu den wenigen Ländern in Europa, die einen ersten Schritt in Richtung mehr Steuergerechtigkeit gemacht haben (Zwischenruf der Abg. Doppelbauer), indem wir eine Abgabe auf Werbung im digitalen Raum und – sehr, sehr wichtig! – eine Meldepflicht für Onlineplattformen, was die Transaktionen betrifft, eingeführt haben, denn das wäre die Basis für eine mögliche Besteuerung. Große multinationale Onlinekonzerne müssen also genauso Steuern zahlen wie heimische Unternehmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Aber nicht einmal damit geben wir Österreicher uns zufrieden, denn wir haben bereits in der letzten Regierung als einer der Vorreiter innerhalb der Europäischen Union eine digitale Steuer beschlossen. Diese ist seit 1.1. in Kraft, Sie wissen das, und wir gehören damit zu den wenigen Ländern in Europa, die einen ersten Schritt in Richtung mehr Steuergerechtigkeit gemacht haben (Zwischenruf der Abg. Doppelbauer), indem wir eine Abgabe auf Werbung im digitalen Raum und – sehr, sehr wichtig! – eine Meldepflicht für Onlineplattformen, was die Transaktionen betrifft, eingeführt haben, denn das wäre die Basis für eine mögliche Besteuerung. Große multinationale Onlinekonzerne müssen also genauso Steuern zahlen wie heimische Unternehmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
in Richtung Abg. Rendi-Wagner
Lassen Sie mich darüber hinaus kurz auf zwei Themen, die Sie (in Richtung Abg. Rendi-Wagner) angesprochen haben, replizieren. – Der Grund, warum der Unterschied bei den Arbeitslosenzahlen von Griechenland und Deutschland so groß ist, ist nicht, dass die Griechen zu wenig besteuert haben, sondern der Grund war, dass sie zu viele Schulden gemacht haben. Das sollte auch ein Denkzettel für uns alle sein, nämlich dass wir unseren Haushalt in Ordnung bringen sollten, denn dann passiert uns das nicht, was in Griechenland passiert ist, nämlich dass man nicht mehr Herr über seinen eigenen Haushalt ist, sondern dann kann immer das Parlament entscheiden, wofür laut Budget mehr Geld ausgegeben wird. (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Das heißt, Schuldendisziplin ist angesagt, gerade im Hinblick auf die hohen Arbeitslosenquoten, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scherak.
Lassen Sie mich darüber hinaus kurz auf zwei Themen, die Sie (in Richtung Abg. Rendi-Wagner) angesprochen haben, replizieren. – Der Grund, warum der Unterschied bei den Arbeitslosenzahlen von Griechenland und Deutschland so groß ist, ist nicht, dass die Griechen zu wenig besteuert haben, sondern der Grund war, dass sie zu viele Schulden gemacht haben. Das sollte auch ein Denkzettel für uns alle sein, nämlich dass wir unseren Haushalt in Ordnung bringen sollten, denn dann passiert uns das nicht, was in Griechenland passiert ist, nämlich dass man nicht mehr Herr über seinen eigenen Haushalt ist, sondern dann kann immer das Parlament entscheiden, wofür laut Budget mehr Geld ausgegeben wird. (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Das heißt, Schuldendisziplin ist angesagt, gerade im Hinblick auf die hohen Arbeitslosenquoten, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Lassen Sie mich darüber hinaus kurz auf zwei Themen, die Sie (in Richtung Abg. Rendi-Wagner) angesprochen haben, replizieren. – Der Grund, warum der Unterschied bei den Arbeitslosenzahlen von Griechenland und Deutschland so groß ist, ist nicht, dass die Griechen zu wenig besteuert haben, sondern der Grund war, dass sie zu viele Schulden gemacht haben. Das sollte auch ein Denkzettel für uns alle sein, nämlich dass wir unseren Haushalt in Ordnung bringen sollten, denn dann passiert uns das nicht, was in Griechenland passiert ist, nämlich dass man nicht mehr Herr über seinen eigenen Haushalt ist, sondern dann kann immer das Parlament entscheiden, wofür laut Budget mehr Geld ausgegeben wird. (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Das heißt, Schuldendisziplin ist angesagt, gerade im Hinblick auf die hohen Arbeitslosenquoten, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
in Richtung Abg. Rendi-Wagner
Ich darf zu dem Thema namens Finanztransaktionssteuer, das Sie (in Richtung Abg. Rendi-Wagner) angesprochen haben, kommen. Nun, wir haben im Regierungsprogramm einen sehr klaren Standpunkt dazu festgeschrieben, nämlich – ich darf ihn zitieren –:
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Das heißt, der aktuelle Vorschlag ist genau das Gegenteil von dem, was ursprünglich intendiert war. Es war intendiert, Spekulanten zu bestrafen und die Realwirtschaft zu bevorzugen; dieser Vorschlag macht das Gegenteil: Er bestraft die Realwirtschaft und belohnt quasi die Spekulanten. Deswegen habe ich auch gesagt, wenn sich an diesem Vorschlag nichts ändert, wird Österreich aus dieser Gruppe austreten, weil wir eben für eine breite Besteuerung der Finanztransaktionen sind, für eine Stärkung der Realwirtschaft und für ein Bestrafen des Spekulantentums. Das haben wir im Regierungsprogramm verankert und dazu stehen wir, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Da müssen wir gegensteuern. Wir haben deswegen auch im Regierungsprogramm verankert, dass wir den Kapitalmarkt, das Anlegen in Aktien, das Aktiensparen, attraktiver machen wollen, indem wir wieder über eine Behaltefrist diskutieren und damit auch die Kapitalertragsteuer danach abschaffen, damit eben für das Alter angespart und vorgesorgt werden kann. Das ist eine Investition in die Realpolitik, wie wir das in dieser Regierung verstehen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich orte auch einen gewissen Widerspruch in der Haltung der SPÖ zu diesem Thema, denn mit einiger Verwunderung habe ich gestern die Aussendung gelesen, in der Sie unsere Haltung zur Finanztransaktionssteuer kritisieren – und das, obwohl Herr Krainer im Dezember im Prinzip genau dasselbe gesagt hat, was ich gerade gesagt habe, nämlich dass der aktuelle Vorschlag, so wie er auf dem Tisch liegt, untauglich ist und dass er eigentlich genau das Gegenteil von dem ist, was ursprünglich intendiert war. Dass Sie diese Haltung jetzt geändert haben und irgendwie doch dafür wären, nur die Realwirtschaft zu besteuern und die Spekulanten außen vor zu lassen, muss ich zur Kenntnis nehmen, es ist nur nicht die Haltung dieser Bundesregierung. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Präsident! Herr Finanzminister! Herr Sozialminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist schon eigenartig, dass die SPÖ versucht, die Bundesregierung in dieser Frage zu kritisieren. Also die Verzweiflung bei Ihnen muss wirklich schon sehr groß sein. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Selbst in einer solchen Frage schaffen Sie es nicht – wie der Finanzminister schon aufgezeigt hat –, zu einer Linie zu kommen. Der Finanzminister macht jetzt genau das, was die Sozialdemokratie im Dezember – Ihr Finanzsprecher, der sich ja mit der Sache tatsächlich beschäftigt hat – noch gefordert hat, als er gesagt hat, dass dieses Modell eigentlich am Ziel vorbeigeht. Lesen Sie die Aussendung von Leichtfried von heute, sagt er genau das Gegenteil und fordert, der Finanzminister solle endlich dieses Modell unterstützen. Und jetzt haben wir 10 Minuten lang die Rede der Klubobfrau gehört. Sie hat 10 Minuten lang geredet und nichts Konkretes zur Sache gesagt. (Abg. Haubner: Ja genau!) Wer soll sich da auskennen? Liebe Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, so kommen Sie nicht weiter! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haubner: Der Krainer ist eh gegangen!)
Abg. Haubner: Ja genau!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Präsident! Herr Finanzminister! Herr Sozialminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist schon eigenartig, dass die SPÖ versucht, die Bundesregierung in dieser Frage zu kritisieren. Also die Verzweiflung bei Ihnen muss wirklich schon sehr groß sein. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Selbst in einer solchen Frage schaffen Sie es nicht – wie der Finanzminister schon aufgezeigt hat –, zu einer Linie zu kommen. Der Finanzminister macht jetzt genau das, was die Sozialdemokratie im Dezember – Ihr Finanzsprecher, der sich ja mit der Sache tatsächlich beschäftigt hat – noch gefordert hat, als er gesagt hat, dass dieses Modell eigentlich am Ziel vorbeigeht. Lesen Sie die Aussendung von Leichtfried von heute, sagt er genau das Gegenteil und fordert, der Finanzminister solle endlich dieses Modell unterstützen. Und jetzt haben wir 10 Minuten lang die Rede der Klubobfrau gehört. Sie hat 10 Minuten lang geredet und nichts Konkretes zur Sache gesagt. (Abg. Haubner: Ja genau!) Wer soll sich da auskennen? Liebe Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, so kommen Sie nicht weiter! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haubner: Der Krainer ist eh gegangen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haubner: Der Krainer ist eh gegangen!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Präsident! Herr Finanzminister! Herr Sozialminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist schon eigenartig, dass die SPÖ versucht, die Bundesregierung in dieser Frage zu kritisieren. Also die Verzweiflung bei Ihnen muss wirklich schon sehr groß sein. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Selbst in einer solchen Frage schaffen Sie es nicht – wie der Finanzminister schon aufgezeigt hat –, zu einer Linie zu kommen. Der Finanzminister macht jetzt genau das, was die Sozialdemokratie im Dezember – Ihr Finanzsprecher, der sich ja mit der Sache tatsächlich beschäftigt hat – noch gefordert hat, als er gesagt hat, dass dieses Modell eigentlich am Ziel vorbeigeht. Lesen Sie die Aussendung von Leichtfried von heute, sagt er genau das Gegenteil und fordert, der Finanzminister solle endlich dieses Modell unterstützen. Und jetzt haben wir 10 Minuten lang die Rede der Klubobfrau gehört. Sie hat 10 Minuten lang geredet und nichts Konkretes zur Sache gesagt. (Abg. Haubner: Ja genau!) Wer soll sich da auskennen? Liebe Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, so kommen Sie nicht weiter! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haubner: Der Krainer ist eh gegangen!)
Abg. Scherak – erheitert –: Ja, weil er so gut ist!
Selbst wenn man sich bemüht, zu verstehen, wofür Sie eigentlich stehen, es gelingt beim besten Willen nicht. Gilt das, was Ihr Finanzsprecher gesagt hat, gilt das, was Ihr Allessprecher Leichtfried – er redet ja zu allem – gesagt hat? (Abg. Scherak – erheitert –: Ja, weil er so gut ist!) Und Sie, Frau Klubobfrau, haben gar nichts gesagt. Es ist wirklich schwer, wenn ich mich auch noch so sehr bemühe, zu verstehen, was Sie wollen. (Abg. Leichtfried: Also bis jetzt eine wirklich schlechte Rede!) Gott sei Dank hat unsere Bundesregierung eine klare Linie. (Abg. Leichtfried: Das war die schlechteste ..., und das will was heißen!) – Lieber Kollege Leichtfried, die österreichische Bundesregierung ist hier nicht hintennach, sondern vorne dabei. Es gibt nur fünf Staaten innerhalb der Europäischen Union, die das, was man auf nationalstaatlicher Ebene machen kann, ausgeschöpft haben, und das sind Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien und Österreich.
Abg. Leichtfried: Also bis jetzt eine wirklich schlechte Rede!
Selbst wenn man sich bemüht, zu verstehen, wofür Sie eigentlich stehen, es gelingt beim besten Willen nicht. Gilt das, was Ihr Finanzsprecher gesagt hat, gilt das, was Ihr Allessprecher Leichtfried – er redet ja zu allem – gesagt hat? (Abg. Scherak – erheitert –: Ja, weil er so gut ist!) Und Sie, Frau Klubobfrau, haben gar nichts gesagt. Es ist wirklich schwer, wenn ich mich auch noch so sehr bemühe, zu verstehen, was Sie wollen. (Abg. Leichtfried: Also bis jetzt eine wirklich schlechte Rede!) Gott sei Dank hat unsere Bundesregierung eine klare Linie. (Abg. Leichtfried: Das war die schlechteste ..., und das will was heißen!) – Lieber Kollege Leichtfried, die österreichische Bundesregierung ist hier nicht hintennach, sondern vorne dabei. Es gibt nur fünf Staaten innerhalb der Europäischen Union, die das, was man auf nationalstaatlicher Ebene machen kann, ausgeschöpft haben, und das sind Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien und Österreich.
Abg. Leichtfried: Das war die schlechteste ..., und das will was heißen!
Selbst wenn man sich bemüht, zu verstehen, wofür Sie eigentlich stehen, es gelingt beim besten Willen nicht. Gilt das, was Ihr Finanzsprecher gesagt hat, gilt das, was Ihr Allessprecher Leichtfried – er redet ja zu allem – gesagt hat? (Abg. Scherak – erheitert –: Ja, weil er so gut ist!) Und Sie, Frau Klubobfrau, haben gar nichts gesagt. Es ist wirklich schwer, wenn ich mich auch noch so sehr bemühe, zu verstehen, was Sie wollen. (Abg. Leichtfried: Also bis jetzt eine wirklich schlechte Rede!) Gott sei Dank hat unsere Bundesregierung eine klare Linie. (Abg. Leichtfried: Das war die schlechteste ..., und das will was heißen!) – Lieber Kollege Leichtfried, die österreichische Bundesregierung ist hier nicht hintennach, sondern vorne dabei. Es gibt nur fünf Staaten innerhalb der Europäischen Union, die das, was man auf nationalstaatlicher Ebene machen kann, ausgeschöpft haben, und das sind Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien und Österreich.
Abg. Scherak: Das ist auch nicht so spannend!
Wir haben schon ein klares Wahlprogramm vorgelegt, aber es verlangt niemand von der Sozialdemokratie, unser Wahlprogramm zu lesen. (Abg. Scherak: Das ist auch nicht so spannend!) Was Sie aber schon machen sollten, ist, das Regierungsprogramm zu lesen. Dort ist ganz klar festgehalten, dass wir als neue Bundesregierung gegen diese Spekulanten vorgehen wollen. Das ist klar festgehalten.
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (fortsetzend): Daher werden wir die Einkommensteuertarife von derzeit 25, 35 und 42 Prozent auf 20, 30 und 40 Prozent senken und auch für die Familien etwas tun. Das ist der Weg dieser Bundesregierung: in Österreich steuerlich entlasten, in Europa dafür kämpfen, dass auch die Großkonzerne ihren Beitrag zu leisten haben. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Haubner: ... zahlen eh schon so viele Steuern!
Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren! Die Europäische Union steht – ja – vor großen Herausforderungen. Man kann diese großen Herausforderungen im Großen skizzieren, indem man sagt: Ja, wir müssen die Klimakrise bekämpfen, wir müssen die Frage der sozialen Gerechtigkeit endlich intensiver angehen. Verteilungsgerechtigkeit, Gewinnbesteuerung (Abg. Haubner: ... zahlen eh schon so viele Steuern!), das alles sind Schlagworte, die zählen, die wichtig sind, aber man muss auch hinterfragen, wie sich das auswirkt.
Abg. Hörl: Das Gesetz habt ihr gemacht!
Für mich waren es zwei Begegnungen, die für meine Haltung in vielen Fragen wesentlich waren. Ich habe vor Kurzem mit einem Bauarbeiter aus der Südsteiermark gesprochen. Er sagte, er halte das nicht mehr aus. Die Firmen, wo er arbeitet, seien so unter Druck und sie seien deshalb so unter Druck, weil Firmen insbesondere aus Slowenien Lohndumping, Sozialdumping betreiben. Diese werden zwar schon verfolgt, verschwinden dann aber und tauchen als neue Firmen wieder auf, und man kann nichts dagegen tun. (Abg. Hörl: Das Gesetz habt ihr gemacht!) Deshalb findet dieser Bauarbeiter, die Europäische Union arbeitet nicht so, wie sie soll. Er hat das ein bisschen unhöflicher gesagt, ich sage es jetzt übersetzt.
Beifall bei der SPÖ.
Die zweite Begegnung war mit einer jungen Frau – es ist schon länger her –, die mir erzählt hat, sie habe Architektur und Psychologie studiert, fertig studiert; in dieser Kombination deshalb, weil sie gemeint hat, Architekten könnten zwar schön bauen, verstünden aber nicht viel von Menschen, weshalb sich Menschen in diesen Häusern nicht wohlfühlten; deshalb habe sie auch Psychologie studiert. Diese Frau hat über 200 Bewerbungsschreiben abgeschickt und keine einzige Antwort bekommen. – Das ist die Europäische Union, und dagegen ist aufzutreten, geschätzte Damen und Herren! Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass diese Menschen in diesem Europa nicht so verloren und nicht so hoffnungslos sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Lopatka.
Es geht um ein paar Dinge: um den Steuerwettlauf nach unten, um die Mindestkörperschaftsteuer, die anzugehen endlich einmal an der Zeit wäre, um gemeinsame Steuerbemessungsgrundlagen. Ja, es geht um die Finanztransaktionssteuer, und da fangen Herr Lopatka und auch der Herr Finanzminister an, zu fabulieren, warum man bei den jetzigen Modellen nicht mittun will. Daher stelle ich einmal die Frage: Warum ist das jetzige Modell so schlecht, wie es ist? (Zwischenruf des Abg. Lopatka.) – Weil
Beifall bei der SPÖ.
konservative Mehrheiten auf europäischer und nationalstaatlicher Ebene diese Finanztransaktionssteuer ruiniert und das ursprüngliche Modell zerstört haben. Das ist der Grund, warum wir jetzt vor diesem Modell stehen, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt zu sagen: Ich stehe auf und gehe!, ist der letzte Schritt dieser Vernichtung. Nein, nicht aufzustehen und zu gehen, sondern dafür zu sorgen, dass es wieder besser wird, das wäre die Verantwortung eines österreichischen Finanzministers, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haubner: Sie werden es nicht ändern!
Es geht um viel mehr europäische Steuergerechtigkeit. Wie können Sie es hinnehmen, frage ich Sie, ohne ein Wort dazu zu sagen, dass jedes Jahr 1 000 Milliarden Euro an Steuergeldern in Europa verschwinden? Was hört man da von Herrn Lopatka? Was hört man da von Herrn Blümel? – Nichts hört man dazu, weil es ihnen wurscht ist – oder sogar recht ist. Das sind Dinge, die geändert werden müssen. (Abg. Haubner: Sie werden es nicht ändern!) Es geht um Steuergerechtigkeit, es geht aber auch um Verteilungsgerechtigkeit. Und wenn man weiß, dass das reichste 1 Prozent der Menschen auf dieser Welt dasselbe Vermögen wie 6,9 Milliarden Menschen hat, wenn man weiß, dass die Hälfte der Bevölkerung nur 4 Prozent besitzt, dann weiß man, dass da auch etwas schiefläuft.
Abg. Haubner: Darum sind wir so erfolgreich!
Wir brauchen, geschätzte Damen und Herren, endlich eine Europapolitik, die sich um die Ängste der Menschen und nicht um die Ängste der Großbanken und Großkonzerne kümmert. (Abg. Haubner: Darum sind wir so erfolgreich!) Das ist das Europa, das wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten als die Zukunft für dieses Europa sehen, und nicht dieses Europa, das konservative Mehrheiten bis jetzt ruiniert haben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir brauchen, geschätzte Damen und Herren, endlich eine Europapolitik, die sich um die Ängste der Menschen und nicht um die Ängste der Großbanken und Großkonzerne kümmert. (Abg. Haubner: Darum sind wir so erfolgreich!) Das ist das Europa, das wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten als die Zukunft für dieses Europa sehen, und nicht dieses Europa, das konservative Mehrheiten bis jetzt ruiniert haben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Leichtfried: Und Ihnen! ...!
Eines aber sei euch einmal, liebe Sozialisten, mitgegeben (Abg. Leichtfried: Und Ihnen! ...!): Umsatz ist nicht gleich Gewinn, lieber Jörg, Umsatz ist nicht gleich Gewinn! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Drozda und Hammerschmid.) Das habt ihr vielleicht schon in euren Gründungssatzungen so drinnen stehen, aber vielleicht sollte man sich das einmal überlegen.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Drozda und Hammerschmid.
Eines aber sei euch einmal, liebe Sozialisten, mitgegeben (Abg. Leichtfried: Und Ihnen! ...!): Umsatz ist nicht gleich Gewinn, lieber Jörg, Umsatz ist nicht gleich Gewinn! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Drozda und Hammerschmid.) Das habt ihr vielleicht schon in euren Gründungssatzungen so drinnen stehen, aber vielleicht sollte man sich das einmal überlegen.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Hörl: Bravo!
Was ich bis jetzt hier an Wortmeldungen gehört habe, war eine ziemliche Themenverfehlung. Ich würde also, wenn ich ein Lehrer wäre, was ich Gott sei Dank nicht bin, sagen: Nicht genügend, setzen! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Hörl: Bravo!)
Beifall bei der FPÖ.
Wie sieht denn tatsächlich die Klimapolitik der Grünen aus? – Die sieht nämlich so aus, dass man sich am Sonntag in Wien in einen Zug setzt, bis Montag 20 Stunden nach Brüssel fährt, sich am Dienstag wieder in den Flieger setzt, um hier in Wien im Nationalrat zu reden, und am Mittwoch geht es mit dem Flieger wieder zurück nach Brüssel. Das ist also grüne Klimapolitik realiter, geschätzte Kollegen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dieses Pharisäertum der linken Klimaschickeria halte ich für schädlich, halte ich für wirtschaftsschädlich für Europa, und es gefährdet den Wettbewerb in Europa. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich darf auf der Galerie recht herzlich die Schülerinnen und Schüler des BRG Wieselburg begrüßen. – Recht herzlich willkommen! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch und Kassegger.
Mitglied des Europäischen Parlaments Dr. Monika Vana (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Liebe Abgeordnete! Sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer! Ich bin es aus dem Wiener Landtag noch gewöhnt – ich habe jahrelang direkt nach Abgeordneten der FPÖ geredet –, und es ist immer wieder eine Herausforderung, auf die sachliche Ebene zurückzukommen. Herr Kollege aus dem Europaparlament, wenn Sie von Klimahysterie reden, haben Sie die Herausforderungen der Zeit nicht verstanden. Ich glaube, Sie sind es, der heute eine Themenverfehlung begangen hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch und Kassegger.)
Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Ruf bei der FPÖ: Wie sind Sie aus Brüssel gekommen eigentlich?
Ich möchte aber vielmehr meiner Freude Ausdruck verleihen, auch als Europaparlamentarierin hier im Nationalrat sprechen zu können. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Ruf bei der FPÖ: Wie sind Sie aus Brüssel gekommen eigentlich?) Ich denke, der Dialog zwischen EU-Ebene und nationalen Parlamenten, aber auch Landtagen, wo
Abg. Belakowitsch: Und was ist bis jetzt herausgekommen?
Zum Thema der heutigen Europastunde, zur Onlinekonzernbesteuerung: Das ist für uns Europaabgeordnete natürlich auch ein aktuelles, wie schon angesprochen wurde, aber auch kein neues Thema. Wir im Europaparlament, und da darf ich für die meisten meiner KollegInnen reden, setzen uns seit Jahren für Steuergerechtigkeit ein (Abg. Belakowitsch: Und was ist bis jetzt herausgekommen?), für eine Digitalsteuer, aber natürlich auch, weil es heute auch angesprochen wurde, für eine Finanztransaktionssteuer (Abg. Kickl: Offenbar sehr effizient!), aber für eine Finanztransaktionssteuer, die kein Etikettenschwindel ist, sondern die ihren Namen auch verdient und wirklich die Verursacher und Verursacherinnen – wobei man sich da das „innen“ fast sparen kann, es sind hauptsächlich Männer – auch zur Kasse bittet.
Abg. Kickl: Offenbar sehr effizient!
Zum Thema der heutigen Europastunde, zur Onlinekonzernbesteuerung: Das ist für uns Europaabgeordnete natürlich auch ein aktuelles, wie schon angesprochen wurde, aber auch kein neues Thema. Wir im Europaparlament, und da darf ich für die meisten meiner KollegInnen reden, setzen uns seit Jahren für Steuergerechtigkeit ein (Abg. Belakowitsch: Und was ist bis jetzt herausgekommen?), für eine Digitalsteuer, aber natürlich auch, weil es heute auch angesprochen wurde, für eine Finanztransaktionssteuer (Abg. Kickl: Offenbar sehr effizient!), aber für eine Finanztransaktionssteuer, die kein Etikettenschwindel ist, sondern die ihren Namen auch verdient und wirklich die Verursacher und Verursacherinnen – wobei man sich da das „innen“ fast sparen kann, es sind hauptsächlich Männer – auch zur Kasse bittet.
Beifall bei den Grünen.
Gestern war Finanzministerrat, erneut auch zum Thema Finanztransaktionssteuer und Digitalsteuer und erneut ohne Ergebnis. Und warum? Warum haben wir seit Jahren keine Ergebnisse bei der Steuergerechtigkeit in Europa? Einerseits wegen des mangelnden politischen Willens insbesondere der Konservativen und der Rechten, aber vor allem auch wegen eines Konstruktionsfehlers in den europäischen Verträgen – ich nenne es so –, und das ist das Einstimmigkeitsprinzip im Ministerrat bei Steuerfragen. (Beifall bei den Grünen.) Ich denke, dieses Einstimmigkeitsprinzip beschert uns in vielen, vielen Fragen, die für Europa sehr wichtig wären, zum Beispiel auch in der Sozialpolitik, ein Begräbnis erster Klasse bei sehr wichtigen Vorhaben. Deshalb ist es natürlich begrüßenswert, um hier auch Kritik gleich vorwegzunehmen, dass es nationale Vorstöße in diesen Fragen gibt, zum Beispiel die Digitalbesteuerung in Österreich.
Beifall bei den Grünen.
Fairness im Binnenmarkt erfordert, dass alle gerechte Steuern zahlen. Es ist Aufgabe der Politik und damit von uns Abgeordneten, Steuergerechtigkeit herzustellen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Mitglied des Europäischen Parlaments Dr. Monika Vana (fortsetzend): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich freue mich auf eine Zusammenarbeit auch in den nächsten Jahren mit Ihnen, zum Beispiel in der „Zukunft Europas“, wo wir gemeinsam für diese Fragen kämpfen, für Österreich und für ein starkes Europa. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Hörl: Jetzt bin ich gespannt! – Abg. Schellhorn – auf dem Weg zum Rednerpult –: Du kannst ruhig gespannt sein!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Schellhorn. – Bitte. (Abg. Hörl: Jetzt bin ich gespannt! – Abg. Schellhorn – auf dem Weg zum Rednerpult –: Du kannst ruhig gespannt sein!)
Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Lieber Herr Minister! Geschätzte Minister auf der Regierungsbank! Lassen Sie mich eine Replik auf die Parteiobfrau der SPÖ machen, die nämlich angekreidet hat, dass eine Druckerei in Ungarn nur 9 Prozent Körperschaftsteuer zahlt und man in Österreich jetzt noch 25 Prozent zahlen muss: Das wäre so unsozial, weil mehr Steuern bedeuten, dass man sozialer ist. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den NEOS.
Jetzt frage ich Sie, liebe SPÖ: Was hat der hohe Steuersatz bewirkt? Wir haben kein funktionierendes Gesundheitssystem, wir haben kein funktionierendes Pensionssystem und wir haben überhaupt eine überteuerte Verwaltung. Wir zahlen sehr viele Steuern und leben in einem Hochsteuerland – also so gesehen ist da gar nichts passiert, da können Sie mir kommen, wie Sie wollen. (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich möchte an dieser Stelle Qualtinger zitieren, der sagt: „Wenn keiner weiß, was geschehen soll, sagen alle, es muss etwas geschehen.“ (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall der Abg. Krisper.
Das eine, was aber auf europäischer Ebene mit der Digitalsteuer bewirkt werden soll, ist, dass alle gleichgeschaltet werden sollen. Die SPÖ polemisiert immer wieder, indem sie sagt: Wir müssen die Steueroasen schließen!, aber wir leben in Österreich eigentlich in einer Steuerwüste, in der die Klein- und Mittelbetriebe vor lauter Bürokratie und Steuern im Treibsand untergehen. Das ist Fakt. (Beifall der Abg. Krisper.)
Zwischenruf des Abg. Hanger.
Noch einmal: Ihr konzentriert euch auf die Steueroasen, und wir leben in einer Steuerwüste, und dann wird von großer Entlastung gesprochen. Seit 2003 stellt die ÖVP den Finanzminister und verspricht uns immer wieder große Entlastung. – Na wo war sie bis jetzt? Wo war die Entlastung? Wir Klein- und Mittelbetriebe, wir KMUs gehen in dem Hochsteuerland Österreich unter. Wir Klein- und Mittelbetriebe gehen auch deswegen unter – ich gebe Ihnen ein Beispiel –, weil sich seit 1990 die Körperschaftsteuer von einer Milliarde auf 9 Milliarden Euro erhöht hat. In den letzten zwei Jahren hat der Finanzminister alleine aus der Körperschaftsteuer 2 Milliarden Euro eingenommen, und ich denke, das ist viel zu viel, da muss eine Entlastung her, aber das kann nicht der einzige Punkt sein, bei dem eine Entlastung hermuss. (Zwischenruf des Abg. Hanger.)
Zwischenruf der Abg. Gabriela Schwarz
Aber es gibt ja hier diese Sesselkreiscombo (Zwischenruf der Abg. Gabriela Schwarz), diese Sesselkreiscombo, die alles, auch die kalte Progression, evaluieren muss. (Beifall bei den NEOS.) Das finde ich ja das Enttäuschende, Herr Finanzminister, dass da der Mut fehlt, Einsparungen vorzunehmen, Reformen anzugehen, was den Föderalismus und Förderalismus betrifft, damit wir die kalte Progression heute und nicht erst morgen abschaffen können. Das ist das Enttäuschende, und da brauchen wir nicht von europäischen Ebenen zu reden, sondern da reden wir alleine von Österreich.
Beifall bei den NEOS.
Aber es gibt ja hier diese Sesselkreiscombo (Zwischenruf der Abg. Gabriela Schwarz), diese Sesselkreiscombo, die alles, auch die kalte Progression, evaluieren muss. (Beifall bei den NEOS.) Das finde ich ja das Enttäuschende, Herr Finanzminister, dass da der Mut fehlt, Einsparungen vorzunehmen, Reformen anzugehen, was den Föderalismus und Förderalismus betrifft, damit wir die kalte Progression heute und nicht erst morgen abschaffen können. Das ist das Enttäuschende, und da brauchen wir nicht von europäischen Ebenen zu reden, sondern da reden wir alleine von Österreich.
Beifall bei den NEOS. – Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.
Es ist enttäuschend, dass heutzutage Frau Rendi-Wagner sagt: Höhere Steuern sorgen für mehr soziale Gerechtigkeit!, und eine mir sehr nahe stehende Person muss drei Monate für einen Termin beim Hautarzt warten – oder sie kann morgen zu einem Hautarzt gehen, wenn sie 200 Euro hinlegt. Warum zahlt sie eigentlich Sozialversicherung, warum zahlt sie eigentlich Krankenversicherung, wenn dieses System so kaputt ist? Das ist der Punkt, um den wir uns kümmern müssen: dass allen, die Steuern zahlen, auch ein gerechtes, schnell verfügbares Gesundheitssystem zugutekommt. (Beifall bei den NEOS. – Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den NEOS – Abg. Michael Hammer: Er hat eh die SPÖ gemeint!
Abgeordneter Josef Schellhorn (fortsetzend): Um die müssen wir uns kümmern, mit Mut, mit Ideen, ohne Sesselkreise, sondern mit Entscheidungen! Die Sesselkreiscombo hat ausgedient. (Beifall bei den NEOS – Abg. Michael Hammer: Er hat eh die SPÖ gemeint!)
Beifall bei der ÖVP.
Auch dank unserer Ratspräsidentschaft ist in dieses Thema überhaupt – zunächst auf österreichischer Ebene mit der Digitalsteuer, aber auch auf europäischer Ebene und auf OECD-Ebene – Bewegung gekommen. Auf Letzterer sollte ja bis Ende 2020, also Ende dieses Jahres, eine Einigung erzielt werden, denn in Wahrheit macht nur eine internationale Digitalsteuer Sinn. Alles andere würde den Binnenmarkt noch mehr fragmentieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher darf ich an Sie appellieren, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, dass wir uns gemeinsam für Steuergerechtigkeit für unsere europäischen Betriebe einsetzen, wie es sowohl im Regierungsprogramm festgehalten ist, aber auch in der Agenda unserer Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Das sichert die internationale Wettbewerbsfähigkeit von und somit auch die Beschäftigung in Europa. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hanger: Das stimmt ja nicht!
Da sind natürlich die Leute, auch die Wirtschaftstreibenden, die eigentlich geglaubt haben, die ÖVP sei ihr Vertreter, verzweifelt, weil sie sagen: Bin ich der Depperte, der brav Steuern zahlt, während es sich andere richten? Man muss sich fragen, warum das so ist. Dann kommt man drauf, dass es die Ideen, wie man diese Steuerhinterziehung bekämpft, gibt, aber wenn sich die europäischen Finanzminister treffen, macht der ÖVP-Finanzminister, der hinfährt, nicht mit, sondern er blockiert. Das war in der Vergangenheit so und das ist heute – wenn man gehört hat, was Kollege Blümel geredet hat – wieder so. (Abg. Hanger: Das stimmt ja nicht!) Das Country-by-country-Reporting, das einzelne Staaten veröffentlichen, wird von Österreich blockiert.
Zwischenruf des Abg. Deimek
Jetzt geht man sogar so weit, dass man, laut Regierungsprogramm von Schwarz und Grün, die Körperschaftsteuer, ein super Steuergeschenk für Großunternehmen (Zwischenruf des Abg. Deimek), von 25 auf 21 Prozent senkt – das ist ein Steuerzuckerl in der Höhe von mindestens 1,6 Milliarden Euro. (Abg. Hörl: Gott sei Dank!) Der Gewinnfreibetrag ohne Investitionserfordernis wird auf 100 000 Euro angehoben. Es war sogar kurz angedacht, den Spitzensteuersatz zu senken, dann hat man kalte Füße bekommen und ist von dem Projekt wieder abgerückt. Die Spekulationssteuer, mit der man 300 Millionen Euro Einnahmen lukriert hat, wird gestrichen.
Abg. Hörl: Gott sei Dank!
Jetzt geht man sogar so weit, dass man, laut Regierungsprogramm von Schwarz und Grün, die Körperschaftsteuer, ein super Steuergeschenk für Großunternehmen (Zwischenruf des Abg. Deimek), von 25 auf 21 Prozent senkt – das ist ein Steuerzuckerl in der Höhe von mindestens 1,6 Milliarden Euro. (Abg. Hörl: Gott sei Dank!) Der Gewinnfreibetrag ohne Investitionserfordernis wird auf 100 000 Euro angehoben. Es war sogar kurz angedacht, den Spitzensteuersatz zu senken, dann hat man kalte Füße bekommen und ist von dem Projekt wieder abgerückt. Die Spekulationssteuer, mit der man 300 Millionen Euro Einnahmen lukriert hat, wird gestrichen.
Beifall bei der SPÖ.
Auf der anderen Seite wird gleichzeitig die Einführung der Finanztransaktionssteuer auf europäischer Ebene abgesagt. Das ist eine Umverteilungspolitik – die hier in Österreich genauso wie in Europa gemacht wird –, bei der die Kleinen draufzahlen und die Großen noch einmal ein bisschen mehr bekommen. Das ist unerhört und das muss ein Ende haben, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist ja noch ein Stück ungerechter, wenn man sich anschaut, dass den Reichen gegeben wird und gleichzeitig bei den Armen ordentlich draufgestiegen wird. Man entwickelt Konzepte, wie man die Arbeitslosen ein Stück weiter karniefeln kann, und das heißt dann Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen. Das heißt natürlich, dass mehr Druck gemacht wird, dass die Leute, die es eh schon schwer am Arbeitsmarkt haben, noch mehr unter Druck gesetzt werden, während die, die eigentlich ein bisschen mehr an solidarischem Beitrag zur Gesellschaft leisten sollten, von dieser Regierung wieder einmal – wie es dann heißt – entlastet werden. Das ist aber in Wahrheit keine Entlastung der Gesellschaft, sondern das ist ein Riesensteuerloch, das für die Großen geschaffen wird, und die Kleinen zahlen drauf. Das, sehr geehrte Damen und Herren, muss ein Ende haben, hier in Österreich und in Europa. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Abgeordneter MMag. DDr. Hubert Fuchs (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Finanzminister! Hohes Haus! Das Thema der Aktuellen Europastunde ist viel zu eng gefasst: Nicht nur Onlinegiganten sollen endlich gerecht besteuert werden, sondern alle multinationalen Großkonzerne – egal, ob diese im Onlinebereich tätig sind oder nicht – sollen gerecht besteuert werden. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Solange dies nicht geschieht, muss man eben an nationalen beziehungsweise EU-weiten Zwischenlösungen basteln, wie die Digitalsteuer, die wir gemeinsam mit der ÖVP eingeführt haben. Mir ist vollkommen bewusst, dass die Digitalsteuer die Besteuerungsproblematik betreffend multinationale Großkonzerne nicht löst, aber die Digitalsteuer leistet einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Steuergerechtigkeit. Ich kann Ihnen versichern, ich würde lieber heute als morgen eine digitale Betriebsstätte, und zwar weltweit, beschließen wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Jeder Staatsbürger sollte sehen können, wo multinationale Großkonzerne ihre Steuern zahlen und auch wie viel sie zahlen. Ich habe vollstes Vertrauen in die österreichische Finanzverwaltung, die hervorragende Arbeit leistet, aber manchmal benötigt es den öffentlichen Druck auf die Großkonzerne, damit die Gewinne dort versteuert werden, wo sie erwirtschaftet werden, und nicht dort, wo der Steuersatz niedrig ist. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Abgeordnete Vana, Sie sollten sich nicht so sehr mit dem Vertrag von Lissabon beschäftigen und sich Gedanken darüber machen, wie Sie die Souveränität der Republik Österreich in Steuerfragen demontieren können, sondern Sie sollten einmal Ihr eigenes Regierungsprogramm lesen. Wenn man nämlich das türkis-grüne mit dem türkis-blauen Regierungsprogramm vergleicht, dann fällt einem einiges auf: Das türkis-blaue Regierungsprogramm sah auf Seite 131 noch vor: „Mehr (Steuer‑)Transparenz für multinationale Unternehmen auf Basis der EU-Vorgaben“. – Sie schwärmen von Transparenz, und in Wirklichkeit haben Sie sich mit Regierungseintritt von der Transparenz verabschiedet. Das finde ich sehr schade. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Im Übrigen muss auch dem Steuerwettbewerb in der EU, der die Körperschaftsteuersätze immer nach unten drückt, Einhalt geboten werden, und da braucht es einen EU-weiten Mindestkörperschaftsteuersatz. – Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Loacker
Was sollen die Konzerne sonst machen? Sie werden doch nicht freiwillig herkommen und das Zehnfache, Fünfzehnfache, Hundertfache zahlen! Sie machen einfach, was ihnen möglich ist (Zwischenruf des Abg. Loacker); und Irland, auch die Niederlande, auch Belgien unterlaufen eine faire europäische Steuergesetzgebung. Dagegen sollten wir als Österreich vorgehen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Was sollen die Konzerne sonst machen? Sie werden doch nicht freiwillig herkommen und das Zehnfache, Fünfzehnfache, Hundertfache zahlen! Sie machen einfach, was ihnen möglich ist (Zwischenruf des Abg. Loacker); und Irland, auch die Niederlande, auch Belgien unterlaufen eine faire europäische Steuergesetzgebung. Dagegen sollten wir als Österreich vorgehen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wer ist in diesem Ministerrat gesessen und hat zugestimmt – das Resultat war einstimmig? – Kollegin Rendi-Wagner und Kollege Leichtfried – einstimmig! Ihr habt am 11. Oktober 2017 beschlossen, dass Geld aus Liechtenstein vom österreichischen Finanzamt nicht kontrolliert wird und es von Österreich in die anderen Länder weiterfließen kann. Und jetzt redet ihr über Steuergerechtigkeit?! – Das ist das Problem. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich freue mich, dass – sehr symbolträchtig – der Finanzminister und der Sozialminister hier sitzen. Ich würde die Kohle in den nächsten fünf Jahren gerne vom einen zum anderen umschichten, dafür werden wir kämpfen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Loacker: Bessere!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer (NEOS): Frau Präsidentin! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Das ist eine interessante Diskussion, ein gutes Thema und durchaus auch sehr, sehr spannend, aber ich glaube, man muss sich das Thema auch einmal anschauen, wenn es um Besteuerung und mehr Fairness in Europa geht. Da muss man auch einen Schritt zurückgehen und sagen: Unternehmen geben Menschen Arbeit und ein Einkommen – große Unternehmen geben vielen Menschen Arbeit und Einkommen (Abg. Loacker: Bessere!) – vielleicht sogar bessere Einkommen. Damit das auch so bleibt, muss man auf die Wettbewerbsfähigkeit achten.
in Richtung Bundesminister Blümel
Dann gibt es noch die nationale Besteuerung, diese wurde auch schon ein paar Mal angesprochen, und diese sehen wir wirklich ganz anders. Zu der unseligen Digitalsteuer, die Sie auf den Weg gebracht haben – nicht Sie (in Richtung Bundesminister Blümel), aber Ihr Vorgänger, Herr Bundesminister Löger –, dieser Onlineabgabe: Wir alle wissen jetzt, warum sie entstanden ist. Sie ist nur deswegen gekommen, weil man sich im Europäischen Rat nicht durchgesetzt hat. Man hatte dort den Vorsitz, es ist nichts passiert, man konnte auf europäischer Ebene nicht überzeugen – dann hat man
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.
Wenn wir schon beim Thema Kurzsichtigkeit sind, dann müssen wir aus aktuellem Anlass kurz noch auf die europaweite Finanztransaktionssteuer schauen, die von Genossen Scholz in Brüssel als Kompromiss vorgeschlagen wurde, um eine Finanztransaktionssteuer zu schaffen. Bei diesem Kompromiss geht es darum, dass man Aktiengewinne besteuert, konkret nur Gewinne aus Aktien von Unternehmen, die ihren Sitz in den teilnehmenden EU-Ländern haben und die einen Marktwerkt von mehr als 1 Milliarde Euro haben. Die Steuer soll 0,2 Prozent vom Kaufpreis betragen, sprich diese Aktien sollen für die Käufer teurer werden, und zwar bereits ab 2021. Jetzt kommt das große Aber – und da bin ich durchaus mit Ihnen einer Meinung –: Im Zusammenhang mit Anleihen, Derivaten und andere Finanzinstrumenten wird auf Abgaben verzichtet. Das ist natürlich vollkommen absurd, meine Damen und Herren, wenn man sich anschaut, was man mit so einem Gesetz eigentlich erreichen will. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den NEOS.
Ich komme zum Schluss: Die Steuer würde nicht den Hochfrequenzhandel treffen, sie würde auch nicht die Spekulanten treffen, sie würde die kleinen Bürgerinnen und Bürger treffen, die investieren wollen. Das ist, wie gesagt, nicht der Sinn der Sache, da könnte ein wenig Nachhilfe in Financial Literacy – vor allem auch bei der SPÖ – nicht schaden. – Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Hier sind wir Vorreiter, wenn ich mir die Digitalsteuer in Österreich anschaue, wenn ich mir die Transparenz bei Onlinegeschäften anschaue, wenn ich mir die Klarnamenpflicht anschaue. In Tagen wie diesen, bei Hass im Netz, brauchen wir auch mehr Regeln in den sozialen Netzen, das ist ein Gebot der Stunde. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.) Wir sind mit Sicherheit gut beraten, diesen Weg, auch wenn es in der Diskussion manchmal hart ist, konsequent weiterzugehen: mehr Rechtsstaat in die digitale Welt.
Beifall bei der ÖVP.
Aber wir haben heute auch über die Finanztransaktionssteuer geredet, und ich möchte einige Missverständnisse aufklären. Die Volkspartei in Österreich und auch die Konservativen in ganz Europa sind seit der Finanzkrise und der Wirtschaftskrise vor gut zehn Jahren der Meinung, dass es dort stärkere Regulative steuerlicher Natur braucht. – Das ist das eine. Wir haben mit sehr vielen Initiativen, die auch von Österreich getragen oder ausgegangen sind, dazu wesentliche Diskussionsbeiträge gebracht. Herr Bundesminister, herzlichen Dank für dein Engagement, wir sind hier absolut auf dem richtigen Weg. Vielen Dank für dein Engagement! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Was braucht es? – Es braucht keine Schuldzuweisungen, es braucht ein starkes Europa, ein starkes Österreich in einem schlanken Europa. Und es braucht ein starkes internationales Netzwerk, vor allem, wenn es um Steuer und Transparenz geht, darum, letztendlich Gerechtigkeit, Frieden, aber auch Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze abzusichern. Wir sind auf einem guten Weg und, geschätzter Herr Bundesminister, diese Themen sind bei dir hervorragend aufgehoben. Ich wünsche dir viel Glück für die kommenden Diskussionen. Es liegen wichtige Entscheidungen vor uns. – Danke schön und alles Gute. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber bei dem Schnitzel um 8,90 Euro zahlt man Steuern. Das ist unlauterer Wettbewerb für unsere kleinen Betriebe, er ist genauso unlauter wie bei dieser Druckerei, bei dem Beispiel bezüglich Steuern dies- und jenseits der ungarischen Grenze. Es kann nicht sein, dass ein paar Kilometer weiter ein Bruchteil an Steuern gezahlt wird! Das ist genau der gleiche unlautere Wettbewerb, und den schaffen wir nicht ab, indem wir irgendwo ein bisschen berichtigen. Da müssen wir das Einstimmigkeitsprinzip aufgeben und da muss der Herr Minister nicht die Arbeitsgruppe der Europäischen Union betreffend Finanztransaktionssteuer sprengen, sondern vielleicht statt beim Budget zu sagen, wir zahlen der Europäischen Union nur 1 Prozent, sagen, wir zahlen nicht, solange das Geld nach Ungarn fließt, wo dann damit Steuerdumping betrieben wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Loacker: Jetzt geht es wieder los!
Das wäre vielleicht entscheidend, selbst dann, wenn der Kollege Schellhorn, offenbar Sepp Orbán-Versteher Schellhorn glaubt, dass in Ungarn das Gesundheitssystem besser sei. (Abg. Loacker: Jetzt geht es wieder los!) Was soll denn das? (Abg. Loacker: Was soll das mit dem Orbán?) Nur weil die Zahnärzte billiger sind? Auch dort gilt eine ähnliche Regelung.
Abg. Loacker: Was soll das mit dem Orbán?
Das wäre vielleicht entscheidend, selbst dann, wenn der Kollege Schellhorn, offenbar Sepp Orbán-Versteher Schellhorn glaubt, dass in Ungarn das Gesundheitssystem besser sei. (Abg. Loacker: Jetzt geht es wieder los!) Was soll denn das? (Abg. Loacker: Was soll das mit dem Orbán?) Nur weil die Zahnärzte billiger sind? Auch dort gilt eine ähnliche Regelung.
Beifall bei der SPÖ.
Apple, Starbucks oder andere zu wenig Steuern in Europa zahlen. Das ist Vernebelungstaktik, das habt ihr nicht notwendig! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Keine Frage, selbstverständlich gehören Onlinegiganten – aber nicht nur diese, auch Konzerne – endlich fair besteuert. Selbstverständlich ist auch die Steuerflucht ein Problem, das gelöst werden muss. Genau deswegen gehören auch – wie schon unser Experte Hubert Fuchs richtigerweise ausgeführt hat – eine digitale Betriebsstätte, Steuertransparenz, Mindesttarife – am besten nicht nur in Europa, sondern weltweit – eingeführt, aber nicht mit neuen europäische Steuern, nicht mit Zwang und Drüberfahren, sondern mit Verhandlung auf Augenhöhe, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, wie Sie sehen, verbirgt sich oft hinter einem gut und richtig klingenden Titel wie der fairen Besteuerung von Onlinegiganten viel mehr als auf den ersten Blick scheint, in diesem Fall ein europäisches Steuersystem, ein Ausverkauf unserer Steuerhoheit und unserer nationalstaatlichen Souveränität, dem wir mit Sicherheit niemals zustimmen werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Zarits: Nicht zu viel aufregen!
Als Erster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Leichtfried. – Bitte. (Abg. Zarits: Nicht zu viel aufregen!)
Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
Na da schau her! Wie kann man sich so drehen? Wie kann man sich so drehen, geschätzte Damen und Herren? (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Was ist beginnend mit
Abg. Belakowitsch: Wissen Sie alles, was dort gesprochen wurde?
gestern passiert? – Die Mehrheit, die Regierungsmehrheit, unter anderem die Partei, die die zitierten Sätze im Jahr 2014 geäußert hat, schränkt willkürlich und eiskalt das Recht der Minderheit, Inhalte im Untersuchungsausschuss untersuchen zu können, ein. Von den Regierungsparteien wird jetzt Ibiza und alles, was in Ibiza besprochen und dann umgesetzt wurde, eiskalt zugedeckt. Der Untersuchungsausschuss wird torpediert. (Abg. Belakowitsch: Wissen Sie alles, was dort gesprochen wurde?) – Jetzt brauchen Sie sich mit „Regierungsparteien“ nicht mehr angesprochen zu fühlen.
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren, was dabei ganz erstaunlich ist – da darf ich der ÖVP gratulieren, denn es betrifft ja in dem Fall von den Regierungsparteien die ÖVP stärker als die Grünen, also im Gegensatz zu den Grünen wahrscheinlich fast zur Gänze –: Sie haben es geschafft, dass Ihr Regierungspartner in der Öffentlichkeit dafür die volle Verantwortung übernehmen muss. Das ist eine großartige Leistung, muss ich Ihnen sagen, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Shetty. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wenn man sich das vom Umfang her anschaut, sieht man es wirklich sehr schön (eine Tafel, auf der unter der Überschrift „Beweisthemen und inhaltliche Gliederung des Untersuchungsgegenstands“ Text in schwarzer und grüner Schrift zu lesen ist, in die Höhe haltend): Das, was schwarz ist, ist übrig geblieben, und das, was grün ist, ist weg – und das heißt eigentlich, das meiste ist weg! Geschätzte Damen und Herren, das ist sicherlich kein gutes Zeichen für einen Untersuchungsausschuss. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Shetty. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist vielmehr ein Anschlag auf einen Teilaspekt der parlamentarischen Demokratie, nämlich auf dieses Recht der Minderheit, die Mehrheit zu untersuchen. (Abg. Gabriela Schwarz: ... Verfassung!)
Abg. Gabriela Schwarz: ... Verfassung!
Wenn man sich das vom Umfang her anschaut, sieht man es wirklich sehr schön (eine Tafel, auf der unter der Überschrift „Beweisthemen und inhaltliche Gliederung des Untersuchungsgegenstands“ Text in schwarzer und grüner Schrift zu lesen ist, in die Höhe haltend): Das, was schwarz ist, ist übrig geblieben, und das, was grün ist, ist weg – und das heißt eigentlich, das meiste ist weg! Geschätzte Damen und Herren, das ist sicherlich kein gutes Zeichen für einen Untersuchungsausschuss. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Shetty. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist vielmehr ein Anschlag auf einen Teilaspekt der parlamentarischen Demokratie, nämlich auf dieses Recht der Minderheit, die Mehrheit zu untersuchen. (Abg. Gabriela Schwarz: ... Verfassung!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Shetty.
Ich richte daher eine Aufforderung an Sie: Wenn Sie schon zu feig sind, für das einzustehen, was unter Schwarz-Blau passiert ist, seien Sie zumindest nicht zu feig, dieses Anliegen jetzt schnell zu Beginn der Tagesordnung zu debattieren! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Shetty.)
Ruf bei der SPÖ: Ja eh!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Leichtfried, im Gegensatz zu dir habe ich – damals mit Kollegen Otto Pendl – das Minderheitsrecht mitverhandelt. Die Grünen waren es übrigens, die sich massiv dafür eingesetzt haben, dass dieses Minderheitsrecht kommt. (Ruf bei der SPÖ: Ja eh!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Schellhorn: Wir brauchen keine Minderheit mehr, wir sind eh in der Mehrheit?!
Untersuchungsgegenstand um eine abgeschlossene Handlung der Bundesverwaltung, also einen eingrenzbaren Vorgang handeln. Das ist in der Verfahrensordnung für parlamentarische Untersuchungsausschüsse ganz klar festgehalten, und das gilt auch für Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Schellhorn: Wir brauchen keine Minderheit mehr, wir sind eh in der Mehrheit?!)
in Richtung Abg. Leichtfried
Das Zweite, das mich wirklich total verwundert (in Richtung Abg. Leichtfried): Du warst ja nicht in der Präsidialkonferenz, sondern Kollegin Kuntzl hat den SPÖ-Klub vertreten (Ruf bei der SPÖ: Und?) – und dann bekommen wir da jetzt etwas dahin gehend vorgelegt, man möge die Tagesordnung ändern. Wir haben ausführlich über die Tagesordnung gesprochen. Wir haben besprochen, dass wir, falls die Sitzung des Geschäftsordnungsausschusses stattfindet und es zur Einsetzung des Untersuchungsausschusses und damit auch zur Debatte im Plenum kommt, nach den Tagesordnungspunkten betreffend den Sozialausschuss das Verlangen auf Einsetzung des Untersuchungsausschusses hier behandeln. (Zwischenruf des Abg. Keck.)
Ruf bei der SPÖ: Und?
Das Zweite, das mich wirklich total verwundert (in Richtung Abg. Leichtfried): Du warst ja nicht in der Präsidialkonferenz, sondern Kollegin Kuntzl hat den SPÖ-Klub vertreten (Ruf bei der SPÖ: Und?) – und dann bekommen wir da jetzt etwas dahin gehend vorgelegt, man möge die Tagesordnung ändern. Wir haben ausführlich über die Tagesordnung gesprochen. Wir haben besprochen, dass wir, falls die Sitzung des Geschäftsordnungsausschusses stattfindet und es zur Einsetzung des Untersuchungsausschusses und damit auch zur Debatte im Plenum kommt, nach den Tagesordnungspunkten betreffend den Sozialausschuss das Verlangen auf Einsetzung des Untersuchungsausschusses hier behandeln. (Zwischenruf des Abg. Keck.)
Zwischenruf des Abg. Keck.
Das Zweite, das mich wirklich total verwundert (in Richtung Abg. Leichtfried): Du warst ja nicht in der Präsidialkonferenz, sondern Kollegin Kuntzl hat den SPÖ-Klub vertreten (Ruf bei der SPÖ: Und?) – und dann bekommen wir da jetzt etwas dahin gehend vorgelegt, man möge die Tagesordnung ändern. Wir haben ausführlich über die Tagesordnung gesprochen. Wir haben besprochen, dass wir, falls die Sitzung des Geschäftsordnungsausschusses stattfindet und es zur Einsetzung des Untersuchungsausschusses und damit auch zur Debatte im Plenum kommt, nach den Tagesordnungspunkten betreffend den Sozialausschuss das Verlangen auf Einsetzung des Untersuchungsausschusses hier behandeln. (Zwischenruf des Abg. Keck.)
Zwischenruf des Abg. Schellhorn.
Das ist auf Seite 5 im Präsidialprotokoll niedergeschrieben – ich brauche das hier nicht im Detail vorzulesen, das ist da ganz klar festgehalten. Jetzt kommt plötzlich heute in der Früh etwas, nicht einmal am Vortag! (Zwischenruf des Abg. Schellhorn.)
Abg. Schellhorn: So ist das einmal mit Verlangen!
Im Übrigen haben wir das Verlangen damals am 11. Dezember, also am Tag der Plenarsitzung bekommen – das ist 3 Stunden vor Beginn der Plenarsitzung übermittelt worden! Den anderen Antrag zur Beschlussfassung, was die Beweislage anbelangt, haben wir überhaupt erst in der letzten Sitzung des Geschäftsordnungsausschusses erhalten. (Abg. Schellhorn: So ist das einmal mit Verlangen!) Wir haben gestern um 16 Uhr diesen teilweisen Abänderungsantrag an alle Fraktionen versendet. – Bevor Sie jetzt davon sprechen, dass wir die Usancen des Hauses nicht einhalten, kehren Sie lieber vor der eigenen Tür, Herr Kollege Leichtfried! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Schellhorn: Sagst auch mal was zum Thema?)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Schellhorn: Sagst auch mal was zum Thema?
Im Übrigen haben wir das Verlangen damals am 11. Dezember, also am Tag der Plenarsitzung bekommen – das ist 3 Stunden vor Beginn der Plenarsitzung übermittelt worden! Den anderen Antrag zur Beschlussfassung, was die Beweislage anbelangt, haben wir überhaupt erst in der letzten Sitzung des Geschäftsordnungsausschusses erhalten. (Abg. Schellhorn: So ist das einmal mit Verlangen!) Wir haben gestern um 16 Uhr diesen teilweisen Abänderungsantrag an alle Fraktionen versendet. – Bevor Sie jetzt davon sprechen, dass wir die Usancen des Hauses nicht einhalten, kehren Sie lieber vor der eigenen Tür, Herr Kollege Leichtfried! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Schellhorn: Sagst auch mal was zum Thema?)
Zwischenruf der Abg. Krisper
Ich lege Wert darauf, dass auch festgehalten wird, was ich in der Präsidialkonferenz gesagt habe: Ich habe gesagt, dass wir eine völlig andere Rechtsauffassung haben – da brauchen Sie nicht den Kopf zu schütteln, Frau Kollegin Krisper (Zwischenruf der Abg. Krisper), denn Sie waren nicht in der Präsidialkonferenz; Kollege Scherak kann Ihnen das bestätigen –, was den Untersuchungsgegenstand anbelangt. Wir haben dazu auch ein Rechtsgutachten von Herrn Universitätsprofessor Bezemek, das diese Auffassung bestätigt und untermauert, daher haben wir heute im Geschäftsordnungsausschuss dementsprechend gehandelt.
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Ich halte auch fest: Wir verzögern nichts, wir verhindern nichts, sondern dieser Untersuchungsausschuss kann schnellstmöglich seine Arbeit aufnehmen! Dafür habe ich mich als Obmann des Geschäftsordnungsausschusses auch in der Präsidiale eingesetzt, und das ist eingehalten worden, wir haben heute um 8 Uhr die Sitzung des Geschäftsordnungsausschusses abgehalten. Ich weise daher mit aller Entschiedenheit zurück, was uns hier unterstellt wird, nämlich wir wollten das nicht oder wir wollten es verzögern. Was wir aber schon wollen, ist Verfassungskonformität bei der Festlegung des Untersuchungsgegenstandes, dass das eingehalten wird – das fordern wir ein, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Schellhorn: Ach so, dann geht es eh recht schnell!
Der Verfassungsgerichtshof hat dann zu entscheiden, was verfassungskonform ist, und nicht die Minderheit im Nationalrat, meine Damen und Herren – und das ist eine gute Lösung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Schellhorn: Ach so, dann geht es eh recht schnell!)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen
Es ist also gut und richtig, wenn das getan wird – aber ich lege Wert auf die Feststellung, dass wir das genau so besprochen haben, was das Prozedere im Geschäftsordnungsausschuss anbelangt (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen), und vor allem, was die Diskussion hier im Plenum betrifft. Das ist alles protokolliert, das haben wir gemeinsam vereinbart, und ich hoffe, dass in Zukunft das gilt, was wir in den Präsidialkonferenzen einvernehmlich festlegen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Es ist also gut und richtig, wenn das getan wird – aber ich lege Wert auf die Feststellung, dass wir das genau so besprochen haben, was das Prozedere im Geschäftsordnungsausschuss anbelangt (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen), und vor allem, was die Diskussion hier im Plenum betrifft. Das ist alles protokolliert, das haben wir gemeinsam vereinbart, und ich hoffe, dass in Zukunft das gilt, was wir in den Präsidialkonferenzen einvernehmlich festlegen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Maurer: Steht im Protokoll!
Jetzt wissen wir aber, dass die ÖVP Tage vor der Ausschusssitzung ein Gutachten erhalten hat, das sie ja bezahlt hat – und sie wird wohl wissen, was da drinnen steht; sie wird wohl lesen, wofür sie zahlt, und hätte genau argumentieren können, was sie stört. Ebenso hat Sigrid Maurer heute im Ausschuss gemeint, schon vor Weihnachten hätte sie ihre Bedenken formuliert, aber uns nicht mitgeteilt. (Abg. Maurer: Steht im Protokoll!)
Beifall bei NEOS und SPÖ.
Wie haben wir davon erfahren, obwohl wir oft mit den anderen Parteien im Gespräch waren? – Gestern über die Medien, weil die Medien schon Stunden davor davon erfahren haben. Was kann man damit verzögern? – Nur unseren Gang zum Verfassungsgerichtshof, das ist also lächerlich. Es bleibt aber dabei, dass das ein besonders schlechter neuer Stil ist. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Abg. Maurer: Das ist doch Blödsinn!
Und viertens: Die straf- und disziplinarrechtlichen Ermittlungen infolge des Ibizavideos sollen wir nicht beleuchten dürfen. Dabei geht es einerseits um die Ermittlungen rund um das Ibizavideo – Stichwort: „Novomatic zahlt alle“ –, in dem laut einer anonymen Anzeige Gudenus gemeint haben soll, dass man mit schwesterlicher schwarzer Hilfe die bisherigen Zuwendungen an die Roten gut umleiten könne. Im Buch über die Ibizaaffäre findet sich eine Äußerung von Strache betreffend Casinolizenzen und legistische Änderungen, die dafür erforderlich sind. Zitat: „Das ist verdammt schwer“. „Aber das geht.“ – Auch darüber sollen wir keine Aufklärung betreiben dürfen. (Abg. Maurer: Das ist doch Blödsinn!)
Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Maurer: Wir haben aktiv angeboten, euch bei der Formulierung zu unterstützen!
ÖVP und Grüne wollen nicht, dass wir das beleuchten. Jetzt schützen die Grünen vor, sie seien redlich und nobel und würden da nur an der Rechtsfortbildung mitwirken wollen, indem sie uns zum Verfassungsgerichtshof schicken. Sie sind also quasi Hüter der Verfassungsreinheit. Wären wir uns alle einig gewesen, dass wir uns all diese Dinge anschauen wollen, könnten wir es tun. Es ist ein aktiver Schritt von euch, da der ÖVP die Mauer zu machen und uns zum Verfassungsgerichtshof zu schicken. (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Maurer: Wir haben aktiv angeboten, euch bei der Formulierung zu unterstützen!) Kein renommierter Verfassungsjurist in diesem Land hat euch medial in irgendeinem Punkt Schützenhilfe gegeben.
Beifall bei NEOS und SPÖ.
Von den Grünen mussten wir uns gerade in der letzten Nationalratssitzung – mit großer Selbstgerechtigkeit vorgebracht – anhören, dass mit ihrem Wiedereinzug in den Nationalrat Menschenrechte und Kontrolle hier endlich wieder eine starke Vertretung hätten. Schon jetzt scheint das aber bloß ein Lippenbekenntnis zu sein. Ich erwähne diesbezüglich mit Blick auf die letzten Wochen nur das Stichwort Willkürhaft. Ich sage zu eurer Entscheidung betreffend Untersuchungsausschuss heute im Geschäftsordnungsausschuss: Das ist ein weiteres Thema, bei dem ihr gezeigt habt, dass ihr nicht mehr für Aufklärung und Kontrolle steht. Das bedauere ich sehr, aber wir werden weiter darum kämpfen. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Abg. Krisper: Entschuldigung!
Kollegen Leichtfried, den ich grundsätzlich sehr schätze, möchte ich schon eines sagen: Lieber Kollege Leichtfried, du machst da heute einen Dreierdurchgang. Du stellst dich am Beginn der Sitzung dorthin und nutzt gleich einmal die beste Zeit im Fernsehen, um eine Geschäftsordnungsdebatte dafür zu missbrauchen, diese Geschichte das erste Mal herunterzuleiern. Jetzt gibt es diese Einwendungsdebatte, und da stellst du dich noch einmal raus und erzählst uns die gleiche Geschichte ein zweites Mal. Als Nächste stellt sich dann Frau Kollegin Krisper raus, hat anscheinend vergessen, dass der Ausschuss noch gar nicht angefangen hat, und geht schon jetzt mitten in die Ausschussuntersuchungsarbeit hinein. (Abg. Krisper: Entschuldigung!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hofinger.
Liebe Kollegen, nutzen wir doch bitte die Geschäftsordnung des Hauses nicht dafür aus, unsere eigenen politischen Interessen voranzutreiben, in Bezug auf die Fernsehzeit zu geizen und uns gleichzeitig auch gegenseitig Zeit zu stehlen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hofinger.)
Abg. Kickl: Na bitte, das ist ja bereits ein Klassiker!
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter, ich fordere Sie auf, sich in Ihrer Ausdrucksweise zu mäßigen. – Bitte. (Abg. Kickl: Na bitte, das ist ja bereits ein Klassiker!)
Abg. Zarits: Ihr habt euch selbst hinausgeschmissen!
Auch wenn jetzt dieser Ausschuss so zurechtgestutzt wird, wie das die ÖVP derzeit haben will, bin ich aber guter Dinge. Erstens einmal werden Sie es in eineinhalb Jahren bereuen, wenn Sie dann von der ÖVP aus der Regierung geschmissen werden. Wir wissen, wovon wir reden, das können wir Ihnen gleich sagen. (Abg. Zarits: Ihr habt euch selbst hinausgeschmissen!) – Das wäre einmal Punkt eins.
Abg. Steinacker: Den hat sie schon vorher gehabt!
Punkt zwei: Ich habe kein Problem damit, mit einem von der ÖVP amputierten Untersuchungsausschuss zu beginnen. Dann reden wir halt einmal nur über die Casinos, dann reden wir eben über Frau Glatz-Kremsner, da haben wir genug zu diskutieren, wie sie in ihr Amt gekommen ist. Sie war ja immerhin ÖVP-Vizechefin und hat dann einen guten Job bei den Casinos bekommen. (Abg. Steinacker: Den hat sie schon vorher gehabt!) Schauen wir uns das genau an! Dazwischen hat es dann noch eine Parteispende gegeben. Wenn sie vorher schon einen Job hatte – guter Einwand, Frau Kollegin –, dann werden wir uns auch anschauen, wie es eigentlich funktioniert, dass man im Betrieb selbst Abfertigungen mitnimmt. Wir haben also genug zu diskutieren. Ich freue mich sehr auf die Debatten, die dann im Untersuchungsausschuss auf uns zukommen werden.
Beifall bei der FPÖ.
schuss zur Casag machen – der kann ja auch nur ein paar Monate dauern, es muss ja nicht immer alles eineinhalb Jahre dauern –, und darin können wir natürlich auf alle anderen Dinge, die vor allem die ÖVP betreffen, in Ruhe eingehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und NEOS. – Abg. Michael Hammer: Man hätte es nur korrekt reinschreiben müssen!
Abgeordnete Eva Maria Holzleitner, BSc (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! In seiner Rede hat Kollege Wöginger am Anfang gesagt, „wir verhindern nichts“. – Ich habe mir gedacht, etwas zu verhindern heißt eben genau, Punkte zu streichen, und nichts anderes passiert ja gerade. Punkte herauszugreifen, wenn es also eins, zwei, drei, vier gibt und dann heißt: Nein, zwei und vier mache ich nicht!, das entspricht doch genau der Bedeutung von verhindern, denn genau deswegen kann man sich dann bestimmte Dinge eben nicht mehr anschauen. (Beifall bei SPÖ und NEOS. – Abg. Michael Hammer: Man hätte es nur korrekt reinschreiben müssen!)
Beifall bei SPÖ und NEOS.
Unser Einwand dagegen, das heute auf diese Weise auf die Tagesordnung zu setzen, ist vor allem dadurch bestärkt worden, dass die Argumente dafür, die in den letzten Tagen, Stunden gekommen sind, wirklich sehr fadenscheinig waren, vor allem leider die vonseiten der Grünen. Zu eng gefasst, zu weit gefasst – was denn jetzt? Einen roten Faden kann ich da leider nicht wirklich erkennen, muss ich sagen. Wenn man dann noch anbietet, bei der Formulierung zu helfen, dann kann ich getrost sagen: Nein danke! Dieser Zickzackkurs ist halt schon ein bisschen peinlich. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Beifall bei SPÖ und NEOS. – Abg. Schellhorn: Sind das noch die Grünen?
Man kann nur festhalten, dass Hochmut vor dem Fall kommt und die EinbringerInnen, in dem Fall von SPÖ und NEOS, sehr genau wissen, was sie tun und was sie auch in Zusammenwirken mit Verfassungsjuristen formuliert haben. Das Ganze wird noch dadurch getoppt, dass man gestern in der „ZIB 2“ gehört hat, das sei keine politische Entscheidung, sondern eine rechtliche. – Darüber kann man eigentlich nur müde lachen, denn die gesamte Blockade dieses Untersuchungsausschusses und die Streichung von wirklich relevanten Punkten ist eine politische Entscheidung; es ist die politische Entscheidung, die Opposition mundtot zu machen und dem Untersuchungsausschuss die Zähne zu ziehen. (Beifall bei SPÖ und NEOS. – Abg. Schellhorn: Sind das noch die Grünen?)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Haubner.
Zum Abschluss möchte ich auf eine Szene aus dem Wahlkampf verweisen, die mir in letzter Zeit sehr oft untergekommen ist. Kollege Wöginger hat in einem Bierzelt über die jungen Menschen, die nach Wien gehen und dann Grün wählen, gesprochen und gesagt: Wer die Füße unter unserem Tisch hat, hat ÖVP zu wählen! – Herr Kollege Wöginger, ich kann sagen, als Hirte können Sie stolz sein, denn die grünen Schäfchen kommen alle zurück in den ÖVP-Messagecontrol-Stall. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Haubner.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Oh-Rufe bei SPÖ und FPÖ.
Abgeordnete Sigrid Maurer, BA (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrter Herr Minister! Werte Zuseherinnen! Mir liegen jetzt viele Dinge auf der Zunge, aber ich möchte trotzdem versuchen, ein bisschen Sachlichkeit in diese Debatte zu bringen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Oh-Rufe bei SPÖ und FPÖ.)
Abg. Kassegger: Jetzt wird’s peinlich!
Wir haben als Grüne seit jeher für Transparenz und für Aufklärung gekämpft. (Abg. Kassegger: Jetzt wird’s peinlich!) Dieses Minderheitsrecht auf einen U-Ausschuss, das jetzt genutzt wird, haben wir erkämpft, gegen den Widerstand vieler. (Abg. Krisper: Das war einmal!) Wir haben dieses Gesetz verhandelt und mitformuliert. Was war der Hintergedanke bei diesem Gesetz? – Es war der Gedanke, dass eine Mehrheit eben nicht darüber entscheiden kann, ob und in welcher Form ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden kann. Und das ist auch so. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Krisper: Das war einmal!
Wir haben als Grüne seit jeher für Transparenz und für Aufklärung gekämpft. (Abg. Kassegger: Jetzt wird’s peinlich!) Dieses Minderheitsrecht auf einen U-Ausschuss, das jetzt genutzt wird, haben wir erkämpft, gegen den Widerstand vieler. (Abg. Krisper: Das war einmal!) Wir haben dieses Gesetz verhandelt und mitformuliert. Was war der Hintergedanke bei diesem Gesetz? – Es war der Gedanke, dass eine Mehrheit eben nicht darüber entscheiden kann, ob und in welcher Form ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden kann. Und das ist auch so. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Wir haben als Grüne seit jeher für Transparenz und für Aufklärung gekämpft. (Abg. Kassegger: Jetzt wird’s peinlich!) Dieses Minderheitsrecht auf einen U-Ausschuss, das jetzt genutzt wird, haben wir erkämpft, gegen den Widerstand vieler. (Abg. Krisper: Das war einmal!) Wir haben dieses Gesetz verhandelt und mitformuliert. Was war der Hintergedanke bei diesem Gesetz? – Es war der Gedanke, dass eine Mehrheit eben nicht darüber entscheiden kann, ob und in welcher Form ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden kann. Und das ist auch so. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Deimek: Die Moser würde rotieren!
Dieses Gesetz, das Werner Kogler, Gabi Moser und auch Peter Pilz hier verhandelt haben, an dem unser Klubdirektor Wolfgang Niklfeld, den Sie alle kennen und schätzen, maßgeblich mitgeschrieben hat (Abg. Deimek: Die Moser würde rotieren!), garantiert, dass eine Minderheit jeden x-beliebigen U-Ausschuss einsetzen kann, unter der einzigen Bedingung, dass er verfassungskonform ist. (Abg. Brandstätter: So wie die Willkürhaft, oder was?!) Das sieht dieses Gesetz vor.
Abg. Brandstätter: So wie die Willkürhaft, oder was?!
Dieses Gesetz, das Werner Kogler, Gabi Moser und auch Peter Pilz hier verhandelt haben, an dem unser Klubdirektor Wolfgang Niklfeld, den Sie alle kennen und schätzen, maßgeblich mitgeschrieben hat (Abg. Deimek: Die Moser würde rotieren!), garantiert, dass eine Minderheit jeden x-beliebigen U-Ausschuss einsetzen kann, unter der einzigen Bedingung, dass er verfassungskonform ist. (Abg. Brandstätter: So wie die Willkürhaft, oder was?!) Das sieht dieses Gesetz vor.
Beifall bei Grünen und ÖVP.
schlag auf die Demokratie, wenn man dafür sorgt, dass der Verfassungsgerichtshof als unabhängige Instanz darüber entscheidet, halte ich für ernsthaft problematisch. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Krisper: Gut verzögert!
Ich bin mir sehr sicher, dass wir recht haben und dass diese Zusammenstellung der Themen nicht zulässig ist. Es hat auch in der Vergangenheit, ich erinnere an den BVT-U-Ausschuss, Probleme mit der Formulierung seitens der SPÖ gegeben, was den Untersuchungsgegenstand betrifft; aber sei’s drum: Wir haben den Verfassungsgerichtshof als unabhängige Instanz in dieser Frage, er wird darüber urteilen, und wir werden dann besser Bescheid wissen, was Sache ist. Ich bin mir sehr sicher, dass der Verfassungsgerichtshof uns recht geben wird und nicht euch, aber wenn es anders ist und ihr gewinnt, dann wissen wir es genauso. (Abg. Krisper: Gut verzögert!)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Heiterkeit der Abg. Krisper. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Weil da jetzt die ganze Zeit behauptet wird, wir würden versuchen, die ÖVP zu schützen: Also für mich ist noch überhaupt nicht geklärt, ob es nicht auch betreffend Casinos ÖVP-Involvierungen gibt. Dazu ist dieser Untersuchungsausschuss da. Da werden wir auch schauen, wer insgesamt dahintersteckt. Auch das ist alles zu untersuchen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Heiterkeit der Abg. Krisper. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Schellhorn: Geh! – Zwischenruf der Abg. Greiner.
Transparenz ist in der DNA unserer Partei. (Abg. Schellhorn: Geh! – Zwischenruf der Abg. Greiner.) Wir haben in dieses Regierungsprogramm das Informationsfreiheitsgesetz reinverhandelt, wir haben ein Transparenzpaket reinverhandelt, was vor ein paar Wochen noch völlig unvorstellbar war. In dieser Frage stellen wir uns jetzt auf den Standpunkt, dass wir rechtlich klären wollen, was zulässig ist. Das soll der Verfassungsgerichtshof als höchste Instanz beurteilen, und danach können wir alle gut weiterarbeiten. Das tun wir auch, um der potenziellen Aushöhlung des Instruments, für das wir jahrelang gekämpft haben, entgegenzuwirken (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen), denn wenn in Zukunft hinsichtlich eines Untersuchungsausschusses einfach gesagt werden kann: Wir haben einen Verdacht, wir überprüfen einfach 100 Prozent der Gebarung!, dann ist gezielte Aufklärung nicht mehr möglich. Für eine solche Aushöhlung stehen wir nicht zur Verfügung. – Vielen Dank. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen
Transparenz ist in der DNA unserer Partei. (Abg. Schellhorn: Geh! – Zwischenruf der Abg. Greiner.) Wir haben in dieses Regierungsprogramm das Informationsfreiheitsgesetz reinverhandelt, wir haben ein Transparenzpaket reinverhandelt, was vor ein paar Wochen noch völlig unvorstellbar war. In dieser Frage stellen wir uns jetzt auf den Standpunkt, dass wir rechtlich klären wollen, was zulässig ist. Das soll der Verfassungsgerichtshof als höchste Instanz beurteilen, und danach können wir alle gut weiterarbeiten. Das tun wir auch, um der potenziellen Aushöhlung des Instruments, für das wir jahrelang gekämpft haben, entgegenzuwirken (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen), denn wenn in Zukunft hinsichtlich eines Untersuchungsausschusses einfach gesagt werden kann: Wir haben einen Verdacht, wir überprüfen einfach 100 Prozent der Gebarung!, dann ist gezielte Aufklärung nicht mehr möglich. Für eine solche Aushöhlung stehen wir nicht zur Verfügung. – Vielen Dank. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Transparenz ist in der DNA unserer Partei. (Abg. Schellhorn: Geh! – Zwischenruf der Abg. Greiner.) Wir haben in dieses Regierungsprogramm das Informationsfreiheitsgesetz reinverhandelt, wir haben ein Transparenzpaket reinverhandelt, was vor ein paar Wochen noch völlig unvorstellbar war. In dieser Frage stellen wir uns jetzt auf den Standpunkt, dass wir rechtlich klären wollen, was zulässig ist. Das soll der Verfassungsgerichtshof als höchste Instanz beurteilen, und danach können wir alle gut weiterarbeiten. Das tun wir auch, um der potenziellen Aushöhlung des Instruments, für das wir jahrelang gekämpft haben, entgegenzuwirken (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen), denn wenn in Zukunft hinsichtlich eines Untersuchungsausschusses einfach gesagt werden kann: Wir haben einen Verdacht, wir überprüfen einfach 100 Prozent der Gebarung!, dann ist gezielte Aufklärung nicht mehr möglich. Für eine solche Aushöhlung stehen wir nicht zur Verfügung. – Vielen Dank. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei NEOS und SPÖ.
Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak, MA (NEOS): Was ich in diesem Hohen Haus wirklich nicht vermisst habe, ist die moralische Überheblichkeit der Grünen. Frau Klubobfrau Maurer hat es gerade wieder unter Beweis gestellt. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Abg. Maurer: Ihr wart da aber nicht dabei!
Man muss nämlich die Geschichte ernsthaft und richtig erzählen. Die Grünen tun jetzt so, als ob sie die Einzigen gewesen wären, die den U-Ausschuss als Minderheitsrecht durchgesetzt haben. (Abg. Maurer: Ihr wart da aber nicht dabei!) – Wir waren da nicht dabei, sagt Frau Kollegin Maurer. Das ist offensichtlich geschichtlich schwierig. Also zur Genese: Als es um die Hypo-Verstaatlichung und die Frage ging, wie man das aufklärt, haben vier Oppositionsparteien gemeinsam, nämlich die FPÖ, die Grünen, das Team Stronach und wir, über Monate gemeinsam einen Untersuchungsausschuss gefordert, mit ganz vielen Menschen, Österreicherinnen und Österreichern, die ihn ebenfalls gefordert haben. Das Ergebnis war, dass es dann zu einer Arbeitsgruppe gekommen ist, die über das Thema U-Ausschuss als Minderheitsrecht verhandelt hat.
Beifall bei den NEOS. – Oh-Rufe bei den Grünen.
Jetzt kann man darüber diskutieren, wer dort federführend dabei war, wer die ganze Zeit dabei war. Ich war nur in Teilen dabei, das ist richtig. Es waren aber jedenfalls nicht nur die Grünen alleine, sondern auch der ehemalige Abgeordnete Gernot Darmann hat das sehr intensiv mitverhandelt. Es ist also einigermaßen lächerlich, sich hierherzustellen und so etwas zu behaupten. Selbst wenn man glaubt, dass es die Grünen die ganzen Jahre alleine gefordert haben, muss man sagen: Es hat offensichtlich so lange gebraucht, bis die NEOS im Parlament waren, dass es endlich eingeführt wurde. Ihr habt lange gekämpft, ihr habt Hilfe gebraucht. (Beifall bei den NEOS. – Oh-Rufe bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Maurer
Wenn man sich die Strache-SMS durchliest, in denen er schreibt: Ihr kriegt den Posten (Zwischenruf der Abg. Maurer), ihr kriegt den!, sieht man: Es ist immer ein gesamtes Paket. Man kann nicht einen Teil rausnehmen, weil man der Meinung ist, man will es halt nicht untersuchen, sondern insgesamt ist die Frage, was unter Schwarz-Blau unter Umständen an Personaldeals, an Gesetzeskauf passiert ist. Deswegen muss man es als Ganzes untersuchen und nicht den Untersuchungsgegenstand filetieren. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Beifall bei NEOS und SPÖ.
Wenn man sich die Strache-SMS durchliest, in denen er schreibt: Ihr kriegt den Posten (Zwischenruf der Abg. Maurer), ihr kriegt den!, sieht man: Es ist immer ein gesamtes Paket. Man kann nicht einen Teil rausnehmen, weil man der Meinung ist, man will es halt nicht untersuchen, sondern insgesamt ist die Frage, was unter Schwarz-Blau unter Umständen an Personaldeals, an Gesetzeskauf passiert ist. Deswegen muss man es als Ganzes untersuchen und nicht den Untersuchungsgegenstand filetieren. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Abg. Maurer: Wer jetzt?
Der Verfassungsgerichtshof wird nun entscheiden. Ich hoffe – und bin überzeugt davon –, dass er in unserem Sinne entscheiden wird. Was ich am spannendsten finde, und das ist der eigentliche Treppenwitz der Geschichte: Es ist ja nicht so, dass die Grünen der ÖVP die Mauer machen. Die Grünen sind wieder ins österreichische Parlament eingezogen, um der FPÖ – ihrem größten Erzfeind – die Mauer zu machen und nicht mehr aufzuklären, was die FPÖ eventuell für Personaldeals gemacht hat. (Abg. Maurer: Wer jetzt?) Das ist der absurdeste Treppenwitz bei der ganzen Geschichte. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Beifall bei NEOS und SPÖ.
Der Verfassungsgerichtshof wird nun entscheiden. Ich hoffe – und bin überzeugt davon –, dass er in unserem Sinne entscheiden wird. Was ich am spannendsten finde, und das ist der eigentliche Treppenwitz der Geschichte: Es ist ja nicht so, dass die Grünen der ÖVP die Mauer machen. Die Grünen sind wieder ins österreichische Parlament eingezogen, um der FPÖ – ihrem größten Erzfeind – die Mauer zu machen und nicht mehr aufzuklären, was die FPÖ eventuell für Personaldeals gemacht hat. (Abg. Maurer: Wer jetzt?) Das ist der absurdeste Treppenwitz bei der ganzen Geschichte. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Abg. Maurer: Das war ... mit euch!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich verstehe, dass man die Tagesordnung so gestalten will, dass diese Diskussion möglichst knapp gegen Mitternacht stattfindet (Abg. Maurer: Das war ... mit euch!), weil sie natürlich unangenehm ist. (Ruf bei der ÖVP: Für die SPÖ vor allem!)
Ruf bei der ÖVP: Für die SPÖ vor allem!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich verstehe, dass man die Tagesordnung so gestalten will, dass diese Diskussion möglichst knapp gegen Mitternacht stattfindet (Abg. Maurer: Das war ... mit euch!), weil sie natürlich unangenehm ist. (Ruf bei der ÖVP: Für die SPÖ vor allem!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.
Wir erleben heute einen schwarzen Tag für den Parlamentarismus, einen schwarzen Tag für die Kontrollkompetenz des Parlaments, für Untersuchungsausschüsse und vor allem einen schwarzen Tag für das Minderheitsrecht im Parlament. Dieser Tag ist ein schwarzer Tag für den Parlamentarismus. – Danke dafür, liebe Grüne! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Zwischenruf der Abg. Maurer.
Die ÖVP war immer gegen das Minderheitsrecht. Seitdem es hier beschlossen worden ist, haben sie immer versucht, zum Verfassungsgerichtshof zu gehen. Das Einzige, was am Verfassungsgerichtshof passieren kann, ist, dass das Recht nicht mehr politisch entschieden wird – dass es politisch legitim ist, Sachen zu untersuchen –, sondern dass es rechtlich beschnitten wird. (Zwischenruf der Abg. Maurer.) Das ist das Einzige, was dort passieren kann.
Beifall bei SPÖ und NEOS.
Was jetzt passiert ist: Es gibt wieder ein Gutachten. Ich weiß nicht, ob Sie das Gutachten überhaupt genau gelesen haben, da steht nämlich genau das drinnen: dass der Hypo-Untersuchungsausschuss eigentlich schon wider die Verfassung war. Es war aber eine politische und nicht eine rechtliche Entscheidung, zu sagen: Da soll man untersuchen dürfen! – Das, was Sie heute machen, ist, die politische Entscheidung zu treffen: Ibiza und gekaufte Politik dürfen nicht untersucht werden. Das ist die politische Entscheidung der Grünen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die Grünen vor der Wahl (der Redner stellt eine Tafel mit einem Wahlplakat der Grünen mit der Aufschrift „Wen würde der Anstand wählen? 29. September: Zurück zu den Grünen“ vor dem Hintergrund eines Bildes aus dem Ibizavideo auf das Rednerpult): „Wen würde der Anstand wählen?“ – Der Anstand, vor der Wahl; hier (auf die Tafel weisend) ist Ibiza! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie sagen selber: Wer Ibiza aufklären will, der muss anständig sein und die Grünen wählen!
Beifall bei SPÖ und NEOS
Was ist jetzt – ein paar Monate später, nicht ein paar Jahre später – die Praxis? – Die Evolution des Taferls (der Redner stellt eine mit Text bedruckte Tafel auf das Rednerpult, wobei Teile des Textes grün hinterlegt sind): Jetzt sehen wir, Grün ist nicht der Anstand, Grün ist die Zensur. Das ist unser Antrag (Beifall bei SPÖ und NEOS), hier sehen Sie die Zensur der Grünen. Sagen Sie uns nicht, das ist eine rechtliche Frage! Nein, es ist die politische Entscheidung der Grünen, zu sagen: Diese Teile (auf die Tafel weisend) dürft Ihr nicht untersuchen! Sie sagen: Nur die Teile, die wir zulassen, dürft ihr untersuchen; vielleicht lässt euch der Verfassungsgerichtshof die anderen Teile auch ansehen!
Anhaltender Beifall bei SPÖ und NEOS sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Grün ist nicht die Farbe des Anstandes. Grün ist nicht die Farbe der Kontrolle. Grün ist ab heute die Farbe der politischen Zensur und des Zudeckens. – Das ist das, was Sie hier machen! (Anhaltender Beifall bei SPÖ und NEOS sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Maurer.
Grün ist auch die Farbe der Willkür, nicht nur, wenn es um die Willkürhaft geht, sondern auch, wenn es ums Untersuchungsrecht geht. Die Grünen sagen, dass jeder einzelne Punkt an und für sich untersuchungswürdig wäre, jeder einzelne. (Zwischenruf der Abg. Maurer.) Ihr entscheidet aber vollkommen willkürlich, welchen wir untersuchen dürfen. Sie hätten auch das (auf die Tafel weisend), was weiß ist, streichen und das andere stehen lassen können. Das wäre dann nach Ihrer Sicht auch verfassungskonform gewesen. Grün ist die Farbe der Willkür, nicht nur, wenn es um die Willkürhaft geht, sondern auch, wenn es um die Frage geht, was in diesem Parlament untersucht werden darf und was nicht. – Sie sollten sich eigentlich schämen! (Anhaltender Beifall bei SPÖ und NEOS sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Wurm: War diesmal eine gute Rede!)
Anhaltender Beifall bei SPÖ und NEOS sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Wurm: War diesmal eine gute Rede!
Grün ist auch die Farbe der Willkür, nicht nur, wenn es um die Willkürhaft geht, sondern auch, wenn es ums Untersuchungsrecht geht. Die Grünen sagen, dass jeder einzelne Punkt an und für sich untersuchungswürdig wäre, jeder einzelne. (Zwischenruf der Abg. Maurer.) Ihr entscheidet aber vollkommen willkürlich, welchen wir untersuchen dürfen. Sie hätten auch das (auf die Tafel weisend), was weiß ist, streichen und das andere stehen lassen können. Das wäre dann nach Ihrer Sicht auch verfassungskonform gewesen. Grün ist die Farbe der Willkür, nicht nur, wenn es um die Willkürhaft geht, sondern auch, wenn es um die Frage geht, was in diesem Parlament untersucht werden darf und was nicht. – Sie sollten sich eigentlich schämen! (Anhaltender Beifall bei SPÖ und NEOS sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Wurm: War diesmal eine gute Rede!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Angerer.
Bei uns, in einem Rechtsstaat, in der Demokratie ist der Verfassungsgerichtshof für die Entscheidung zuständig, was verfassungskonform ist, und nicht eine politische Mehrheit, auch nicht eine politische Minderheit, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Angerer.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Sie können einen Dienst an der Demokratie leisten, indem Sie den Verfassungsgerichtshof in Ruhe entscheiden lassen. Das wäre das, womit Sie heute einen Dienst für den Parlamentarismus leisten, und nicht, indem Sie von den Menschen verlangen, dass sie die Gesetze und die Verfassung einhalten, aber sich selbst nicht daran halten wollen, Herr Kollege Krainer. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Jakob Schwarz nimmt die Wahl an.
(Abg. Jakob Schwarz nimmt die Wahl an.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Erlauben Sie mir daher, dass ich an dieser Stelle nicht nur den Expertinnen und Experten aus meinem Haus, sondern vor allem auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller involvierten Dienststellen, insbesondere des Innenministeriums, des Verteidigungsministeriums und des Bundeskanzleramtes, meinen ganz herzlichen Dank für die wirklich beeindruckende Arbeit und den großen Einsatz, den sie hier zeigen, ausspreche. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
meldet. Es versteht sich eigentlich von selbst, dass wir bei diesem Vorfall – und bei einem Vorfall dieser Größe selbstverständlich – auch eng mit unseren EU-Partnern zusammenarbeiten. Ich möchte mich daher an dieser Stelle ausdrücklich für die große Unterstützung bedanken, die wir von anderen Mitgliedstaaten bei diesem Vorfall erhalten haben. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Drittens, und das ist mir sehr wichtig: Die Services, die Dienstleistungen des Außenministeriums für die Bürgerinnen und Bürger, von der Ausstellung von Notpässen bei den Konsulaten und Botschaften bis zu den Reisewarnungen auf unserer Homepage, waren zu jedem Zeitpunkt gesichert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Die in den letzten Tagen und Wochen gewonnenen Erfahrungen liefern uns dabei wichtige Erkenntnisse. Sie erlauben es, Verbesserungen für die IT-Sicherheit und das IT-Krisenmanagement des gesamten Bundesdienstes vorzunehmen, um sicherzustellen, dass stets alle Dienstleistungen der öffentlichen Hand auf IT-Ebene, die die Bürgerinnen und Bürger völlig zu Recht erwarten und von uns verlangen, immer zur Verfügung stehen und auch künftig wirklich gesichert sind. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Steinacker. – Abg. Ernst-Dziedzic: ... Sicherheitsrisiko!
erwartet, dass man hier im Hohen Haus ganz klar sagt, wer hinter dieser Cyberattacke steckt und was die Hintergründe sind. (Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Steinacker. – Abg. Ernst-Dziedzic: ... Sicherheitsrisiko!)
Beifall bei der SPÖ.
Es braucht also einerseits Unterstützung von unserer Seite für Maßnahmen, die im Regierungsprogramm angeführt sind, und andererseits werden wir ganz genau darauf achten, ob es realistisch ist, dass sie dann auch im Budget so abgebildet werden, dass sie wirklich umgesetzt werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
nahmslos zur Verfügung stehen, herzlich Danke sagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich sehe auch, ohne die notwendige Beweislage ist heute nicht der Zeitpunkt, um über die Angreifer zu spekulieren oder sich auch die Frage zu stellen, ob der Angriff politisch motiviert war. Ich möchte aber klarstellen, dass sich die Politik, dass wir uns, egal, ob wir Abgeordnete hier oder die Bundesregierung, selbst wenn es staatliche Akteure waren, selbst wenn der Angriff politisch motiviert ist, nicht davon abschrecken lassen und uns auch nicht Angst machen lassen werden. Wir werden auch weiterhin unsere Meinung sagen und wir werden auch weiterhin zu unserer Meinung stehen, in unserer Verantwortung für Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Herren auf der Regierungsbank, ich fordere Sie auf, in diesem Bereich massiv tätig zu sein, und möchte Sie daran erinnern, dass das österreichische Bundesheer, aber auch das Innenministerium ihre Kräfte bündeln und gezielt einsetzen sollten. – Ich danke Ihnen sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Da werden Sie wenige finden!
dern in eine Union solidarischer Staaten, in die Europäische Union, eingebettet; dass auch wir ab und zu Hilfe ganz gut brauchen können, auch wenn wir noch so gut ausgestattet und im internationalen Vergleich noch so reich sind, und dass wir schon deshalb so solidarisch sein sollten, anderen, gerade europäischen Staaten, wenn sie Hilfe brauchen, diese auch zu leisten; dass es, wenn wir uns international unter den Besten auf diesem Gebiet Hilfe suchen, nicht darauf ankommt, welchen Reisepass der Programmierer hat, der uns die richtige Lösung anbietet, und auch nicht darauf, ob die IT-Spezialistin, die wir dazu brauchen, ein Tuch auf dem Kopf trägt (Abg. Kickl: Da werden Sie wenige finden!), sondern nur darauf, was sie im Kopf hat. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
dern in eine Union solidarischer Staaten, in die Europäische Union, eingebettet; dass auch wir ab und zu Hilfe ganz gut brauchen können, auch wenn wir noch so gut ausgestattet und im internationalen Vergleich noch so reich sind, und dass wir schon deshalb so solidarisch sein sollten, anderen, gerade europäischen Staaten, wenn sie Hilfe brauchen, diese auch zu leisten; dass es, wenn wir uns international unter den Besten auf diesem Gebiet Hilfe suchen, nicht darauf ankommt, welchen Reisepass der Programmierer hat, der uns die richtige Lösung anbietet, und auch nicht darauf, ob die IT-Spezialistin, die wir dazu brauchen, ein Tuch auf dem Kopf trägt (Abg. Kickl: Da werden Sie wenige finden!), sondern nur darauf, was sie im Kopf hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Brandstötter: Das ist ein Anschlag auf die Demokratie!
Hier war die Rede von einem Anschlag auf die Demokratie, weil aufgrund von Bestimmungen zu Untersuchungsausschüssen einzelne Teile eines Verlangens nicht durchgegangen sind. (Abg. Brandstötter: Das ist ein Anschlag auf die Demokratie!) Wir reden hier von einem möglichen Anschlag auf die Republik. – Das ist ein bisschen etwas anderes! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Hier war die Rede von einem Anschlag auf die Demokratie, weil aufgrund von Bestimmungen zu Untersuchungsausschüssen einzelne Teile eines Verlangens nicht durchgegangen sind. (Abg. Brandstötter: Das ist ein Anschlag auf die Demokratie!) Wir reden hier von einem möglichen Anschlag auf die Republik. – Das ist ein bisschen etwas anderes! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Was hat das eine mit dem anderen zu tun? – Zwischenruf des Abg. Leichtfried.
Es war hier die Rede davon, dass die Opposition mundtot gemacht werden sollte. Meine Damen und Herren von der SPÖ! Ich habe viele Jahre lang Oppositionelle aus vielen Staaten vertreten, die tatsächlich mundtot gemacht wurden, die ins Gefängnis gesteckt wurden, deren Familienmitglieder bedroht wurden. (Abg. Belakowitsch: Was hat das eine mit dem anderen zu tun? – Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Ich bitte Sie um eine sorgfältige Wortwahl. Von Mundtotmachen kann nicht die Rede sein (Beifall bei ÖVP und Grünen – Zwischenrufe bei der SPÖ), wenn es möglich ist, einen Verfassungsgerichtshof anzurufen, der innerhalb weniger Wochen eine Entscheidung herbeiführt.
Beifall bei ÖVP und Grünen – Zwischenrufe bei der SPÖ
Es war hier die Rede davon, dass die Opposition mundtot gemacht werden sollte. Meine Damen und Herren von der SPÖ! Ich habe viele Jahre lang Oppositionelle aus vielen Staaten vertreten, die tatsächlich mundtot gemacht wurden, die ins Gefängnis gesteckt wurden, deren Familienmitglieder bedroht wurden. (Abg. Belakowitsch: Was hat das eine mit dem anderen zu tun? – Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Ich bitte Sie um eine sorgfältige Wortwahl. Von Mundtotmachen kann nicht die Rede sein (Beifall bei ÖVP und Grünen – Zwischenrufe bei der SPÖ), wenn es möglich ist, einen Verfassungsgerichtshof anzurufen, der innerhalb weniger Wochen eine Entscheidung herbeiführt.
Abg. Belakowitsch: Ja, eh!
Wenn man eine Verteidigungsfähigkeit erst herstellen muss, dann impliziert das, und zwar notwendigerweise, dass diese Verteidigungsfähigkeit nicht existiert (Abg. Belakowitsch: Ja, eh!), und ich werde als Abgeordneter dieses Landes einem Antrag, der dieses Land von vornherein für wehrlos erklärt, nicht zustimmen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Steinacker: Ja, muss man schon auch denken, was man schreibt!)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Steinacker: Ja, muss man schon auch denken, was man schreibt!
Wenn man eine Verteidigungsfähigkeit erst herstellen muss, dann impliziert das, und zwar notwendigerweise, dass diese Verteidigungsfähigkeit nicht existiert (Abg. Belakowitsch: Ja, eh!), und ich werde als Abgeordneter dieses Landes einem Antrag, der dieses Land von vornherein für wehrlos erklärt, nicht zustimmen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Steinacker: Ja, muss man schon auch denken, was man schreibt!)
Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.
Wir haben in den IT-Systemen eines Schlüsselressorts – ein solches ist das Außenministerium – feindliche Software, Schadsoftware entdeckt – Sie haben gesagt, am 3. Jänner –, und die kann natürlich massiven Schaden anrichten. Dieses Schlüsselressort verfügt über ganz wichtige Daten: persönliche Daten der Bürgerinnen und Bürger, wichtige Daten, die den Zusammenhalt der Europäischen Union betreffen, auch vertrauliche Dokumente et cetera. Das sind also wichtige Daten, die durchaus sowohl uns als Republik als auch unsere Freunde und Partner in der Europäischen Union und darüber hinaus betreffen und zu massivem Schaden führen können. (Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den NEOS.
Aus unserer, aus meiner Sicht ist dieser Angriff ganz klar ein Super-GAU für die Republik Österreich. Man muss schon offen und ehrlich sagen – es wird in diesem Zusammenhang ja immer wieder gesagt, wir sind neutral und müssen uns nicht schützen und Ähnliches –, es gibt meiner Meinung nach zwei ganz klare Punkte, die man als Fazit ziehen kann: Die Neutralität alleine ist kein Schutz, und die Neutralität alleine ist keine Verteidigung, gerade wenn es um den Cyberbereich geht. (Beifall bei den NEOS.)
in Richtung Abg. Bürstmayr
Das kann doch nicht die Reaktion sein! Wenn wir angegriffen werden und dann erst anfangen, uns darüber Gedanken zu machen, mit welchen externen Partnern wir zusammenarbeiten könnten, wenn wir selber nicht fähig sind, es abzuwehren – (in Richtung Abg. Bürstmayr) und das ist sehr wohl ein wichtiger Punkt, Herr Kollege –, und externe Expertise brauchen, wenn wir uns erst dann überlegen: Na, vielleicht schreiben wir das aus, fangen wir einmal an, jemanden zu suchen!, wenn der Angriff vonstattengeht, wenn wir mittendrin sind, na dann: gute Nacht! Das wird nicht funktionieren, und genau deswegen brauchen wir in Österreich dringend die Verteidigungsfähigkeit, und die müssen wir auch herstellen. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Das kann doch nicht die Reaktion sein! Wenn wir angegriffen werden und dann erst anfangen, uns darüber Gedanken zu machen, mit welchen externen Partnern wir zusammenarbeiten könnten, wenn wir selber nicht fähig sind, es abzuwehren – (in Richtung Abg. Bürstmayr) und das ist sehr wohl ein wichtiger Punkt, Herr Kollege –, und externe Expertise brauchen, wenn wir uns erst dann überlegen: Na, vielleicht schreiben wir das aus, fangen wir einmal an, jemanden zu suchen!, wenn der Angriff vonstattengeht, wenn wir mittendrin sind, na dann: gute Nacht! Das wird nicht funktionieren, und genau deswegen brauchen wir in Österreich dringend die Verteidigungsfähigkeit, und die müssen wir auch herstellen. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Heute, nicht einmal ein Jahr später, stehen wir da und haben möglicherweise – egal von wem er kommt – genau so einen Angriff zu bewältigen, und jetzt, glaube ich, ist uns das Lachen vergangen. Wir sollten dringend daran arbeiten, dass wir solche Angriffe in Zukunft selbstständig abwehren können. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
Wir müssen einerseits auf Prävention setzen, andererseits aber auch auf den Ausbau und die Weiterentwicklung des entsprechenden Know-hows und der Ressourcen im öffentlichen Bereich. Das geht vor allem in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Ganz besonders wichtig ist gerade auch in diesem Bereich die Vernetzung. Das Erkennen, meine Damen und Herren, ist das eine, aber ich weiß auch, dass ÖVP und Grüne in den Regierungsverhandlungen – ich war selbst dabei – gerade dem Thema Cybersicherheit große Aufmerksamkeit gewidmet und gemeinsame Vorhaben vereinbart haben. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren, eines muss uns aber auch klar sein – auch das ist heute angesprochen worden –: Die Herausforderungen werden ständig andere. Wir werden das Thema ständig anpassen müssen. Wir müssen es an die jeweils aktuelle Bedrohungslage anpassen, die heute möglicherweise ganz anders ausschaut als in einem Jahr oder in fünf Jahren. Unsere Aufgabe ist es, Menschen und Institutionen gerade im Bereich der Cyberkriminalität gleichermaßen zu schützen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Zum Schluss, meine Damen und Herren, möchte ich Folgendes sagen, weil das am Beginn der Arbeit dieser Bundesregierung stattfand: Gratulation zum Krisenmanagement! Das ist eine tolle Zusammenarbeit von Außenministerium, Innenministerium, Landesverteidigung und dem Bundeskanzleramt! Bei einer Gruppe von Menschen – viele arbeiten da mit – möchte ich mich besonders bedanken, und zwar bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BVT. Sie haben nämlich bewiesen, dass sie in einer für das BVT schwierigen Zeit eine ganz tolle und professionelle Arbeit leisten – euch allen: danke dafür! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich glaube, meine Damen und Herren, die heutige Debatte zeigt: Klar ist, nur gemeinsam und vernetzt werden wir die Herausforderungen meistern. Ich bin aber nach dem heutigen Bericht des Herrn Bundesministers sehr zuversichtlich. Die Professionalität dieser Bundesregierung, das vernetzte Arbeiten und das rasche Handeln garantieren auch in diesem Bereich Sicherheit für uns alle. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Was ist zu tun? – Ich glaube, das Erste, das zu tun ist, ist, sich Gedanken darüber zu machen, wie wir uns von China und den USA auch im Softwarebereich unabhängiger machen. Wir sind als Hightechstandort einer der besten Standorte in der angewandten Forschung, wir sind in der Technologiebeschaffung und in der Technologieentwicklung Vorzeigeland. Warum können wir uns nicht in Europa dazu committen, uns von Anbietern aus Amerika und China unabhängig zu machen? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Fischer.
Ich glaube, wir müssen da ganz konkret umdenken. Es wird um grenzüberschreitende Kooperationen in Europa gehen, und es wird darum gehen, sich in Europa in dieser Frage endlich als Kontinent im Wettbewerb mit anderen zu verstehen, mit einem eigenen Sicherheitssystem, denn auch das ist in Zukunft eine Standortfrage. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Fischer.)
Abg. Kickl: Da haben wir schon ein bisschen nachhelfen müssen!
Abgeordneter Alexander Melchior (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher auf der Galerie und Zuseherinnen und Zuseher vor den Bildschirmen! Ich möchte zuallererst einmal dem Außenminister danken: vielen Dank, dass das Thema Cybersicherheit heute hier auf der Agenda ist! (Abg. Kickl: Da haben wir schon ein bisschen nachhelfen müssen!) Es ist ein sehr wichtiges Thema, und es ist ein Thema, das oftmals sehr abstrakt ist. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Wir sehen bei einem Hackerangriff oftmals keine Spuren. Oftmals entdeckt man ihn gar nicht, ab und zu entdeckt man ihn zu spät, und manchmal entdeckt man niemals, wer dahintersteckt.
Zwischenruf bei der ÖVP.
Abgeordneter Alexander Melchior (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher auf der Galerie und Zuseherinnen und Zuseher vor den Bildschirmen! Ich möchte zuallererst einmal dem Außenminister danken: vielen Dank, dass das Thema Cybersicherheit heute hier auf der Agenda ist! (Abg. Kickl: Da haben wir schon ein bisschen nachhelfen müssen!) Es ist ein sehr wichtiges Thema, und es ist ein Thema, das oftmals sehr abstrakt ist. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Wir sehen bei einem Hackerangriff oftmals keine Spuren. Oftmals entdeckt man ihn gar nicht, ab und zu entdeckt man ihn zu spät, und manchmal entdeckt man niemals, wer dahintersteckt.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Wenn wir das Ganze auf die reale Welt ummünzen, dann würden wir ganz andere Bilder sehen. Wir würden eingeschlagene Fensterscheiben, aufgesprengte Türen, durchwühlte Laden sehen – all das gibt es nicht. Genauso wichtig aber, wie es ist, dass wir die Kriminalität in der realen Welt bekämpfen, ist es, dass wir auch die Kriminalität im digitalen Raum bekämpfen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Es ist ein Thema, das uns noch länger beschäftigen wird. Eva Himmelbauer hat es schon angesprochen: Es gab im Deutschen Bundestag eine ähnliche Situation, es gab Angriffe auf das belgische Außenministerium, aber auch hier in Österreich gab es letzten Sommer einen massiven Hackerangriff auf die neue Volkspartei und einige Zeit später auf die SPÖ. Eines möchte ich hier schon sagen: Egal ob es ein Angriff auf Institutionen der Republik oder auf Parteien ist, es ist immer ein Angriff auf die Demokratie. Wir müssen da zusammenhalten und zusammenstehen, und wir müssen das gemeinsam angehen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
allen Lebensbereichen die Chancen nutzen können, andererseits aber Sicherheitsmaßnahmen setzt, damit wir in diesem Bereich weiterhin sicher sein können. – Vielen Dank dafür. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte mich zum Schluss noch ganz herzlich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Ministerien bedanken, die eng zusammenarbeiten, um das alles möglich zu machen, um Österreich auch in diesem Bereich zu schützen. Ich bin zuversichtlich, dass auch wir hier im Parlament unseren Beitrag leisten werden, um dabei mitwirken zu können. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Sehr geehrter Herr Bundesminister Schallenberg, ich danke Ihnen ebenfalls für Ihre Ausführungen, muss aber schon auch kritisch anmerken, dass diese ein bisschen spät kommen, denn diese Cyberattacke läuft jetzt schon seit mehreren Wochen, und erst am heutigen Tag befinden Sie es für notwendig, dem Parlament hier Rede und Antwort zu stehen. Ich muss auch sagen, es war ein bisschen oberflächlich, wirklich in die Tiefe gegangen sind Sie nicht. Mir ist schon klar, dass man aus ermittlungstaktischen Gründen jetzt nicht alle Details preisgeben kann, aber die Öffentlichkeit und auch das Parlament als gewählte Volksvertretung haben sich Information und Transparenz verdient, vor allem wenn es um die Sicherheit unseres Landes geht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Wöginger: Der regiert! – Heiterkeit bei Abgeordneten der NEOS.
Was mich aber massiv stört und was, glaube ich, noch nicht angesprochen wurde, ist, dass sich die Frage stellt: Wo ist eigentlich Sebastian Kurz? Wo ist der Bundeskanzler? (Abg. Wöginger: Der regiert! – Heiterkeit bei Abgeordneten der NEOS.) Es sind von dieser Thematik drei Ressorts, drei Ministerien dieser Republik, drei mit seinen Parteigängern besetzte Ressorts betroffen, und der Herr Bundeskanzler als Regierungschef findet es nicht notwendig, dieser Debatte beizuwohnen und sich dazu zu äußern. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Recht hat er!)
Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Recht hat er!
Was mich aber massiv stört und was, glaube ich, noch nicht angesprochen wurde, ist, dass sich die Frage stellt: Wo ist eigentlich Sebastian Kurz? Wo ist der Bundeskanzler? (Abg. Wöginger: Der regiert! – Heiterkeit bei Abgeordneten der NEOS.) Es sind von dieser Thematik drei Ressorts, drei Ministerien dieser Republik, drei mit seinen Parteigängern besetzte Ressorts betroffen, und der Herr Bundeskanzler als Regierungschef findet es nicht notwendig, dieser Debatte beizuwohnen und sich dazu zu äußern. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Recht hat er!)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Lange Rede, kurzer Sinn: Wir als Freiheitliche Partei werden selbstverständlich alle Schritte und Maßnahmen, um diese Situation zu verbessern und in den Griff zu bekommen, unterstützen, aber ich erwarte mir in Zukunft auch etwas. Vorredner Melchior hat gesagt, das Parlament steht gerne zur Seite. – Ja, das machen wir fraktionsübergreifend. Dann wünsche ich mir für die Zukunft aber auch, dass das Parlament eingebunden und rechtzeitig informiert wird. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der NEOS.
Oder geht es in erster Linie gar nicht um Österreich, sondern ist es ein Angriff auf Europa? In der digitalen Auseinandersetzung gibt es heute keine nationalen Grenzen und keine Nationalstaaten mehr, das ist total überholt. Damit ist auch klar, dass die Neutralität überholt ist. Einzelstaatliche Sonderwünsche sind überkommen. Unser Schutz liegt darin, Teil von Europa zu sein. Deshalb müssen wir auch Cyberdefence völlig neu denken, und das bedeutet: Raus aus der Kleinstaatlichkeit! Cyberdefence ist gemeinsame Verteidigung und gehört in die Europäische Union. (Beifall bei Abgeordneten der NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
IT-Expertinnen und -Experten werden jedoch händeringend gesucht, sie können sich aussuchen, welchen spannenden und gut bezahlten Job sie in welchem Unternehmen machen, wo, in welchem Start-up sie anheuern. Ein Job als Cybergrundwehrdiener und andere schlecht bezahlte Beamtenjobs in verfehlten Strukturen, in veralteten Organisationen sind da nicht attraktiv. Daran müssen wir arbeiten, sonst werden wir den Kampf nicht einmal beginnen können, geschweige denn gewinnen. – Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei Grünen, ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich möchte mich bei Herrn Dr. Hofer und seinen MitarbeiterInnen herzlichst für ihren unermüdlichen Einsatz im Interesse der Menschen mit Behinderungen in Österreich bedanken. Der umfassende Tätigkeitsbericht und die hohe Zahl der Kontaktstunden zeigen, wie wichtig ihre Rolle ist. Vielen Dank! (Beifall bei Grünen, ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich durfte zwei Jahre lang als Inklusionsassistenz und Mitbewohnerin einer inklusiven Wohngemeinschaft in Graz wertvolle Erfahrungen – no na net – sammeln und habe mit Menschen mit Behinderungen und mit Menschen ohne Behinderung gewohnt. Einige Vorurteile und Meinungen habe ich da in meinem Zusammenleben und Arbeiten natürlich abbauen können, und daher ist es mir ein besonders wichtiges Anliegen, dass wir über die stereotype Darstellung von Menschen mit Behinderungen in der Werbung sprechen und diese aufbrechen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Künsberg Sarre.
Ich will gemeinsam mit den Vereinen, mit den Organisationen, aber natürlich auch mit Ihnen, geschätzte Kollegen und Kolleginnen, eine Strategie erarbeiten, wie wir das Bild, die Darstellung von Menschen mit Behinderungen in Österreich in den Köpfen und auch in der Öffentlichkeit aufbrechen. Wir müssen endlich weg von diesem Bild von Menschen mit Behinderungen als EmpfängerInnen von Leistungen hin zu einem Bild von Menschen mit Behinderungen als TrägerInnen von Rechten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Künsberg Sarre.) – Danke.
Beifall bei Grünen und ÖVP, bei Abgeordneten der NEOS sowie des Abg. Wurm.
Selbst wenn ich nur ein wenig Erfahrung in dieses Parlament mitbringe, möchte ich klarstellen, dass ich mich als repräsentative Sprecherin sehe. Das bedeutet, dass niemand die Lebensrealität von Menschen mit Behinderungen besser kennt als Menschen mit Behinderungen. (Beifall bei Grünen und ÖVP, bei Abgeordneten der NEOS sowie des Abg. Wurm.)
Beifall bei Grünen, ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
In diesem Sinne ein letztes Wort an meine wertgeschätzten Kolleginnen und Kollegen: Ich freue mich auf eine fraktionsübergreifende gute Zusammenarbeit. – Danke schön. (Beifall bei Grünen, ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Sie leisten tagtäglich wertvolle Arbeit, denn gerade die Behindertenanwaltschaft ist eine wichtige Anlaufstelle für Personen, die sonst oft alleingelassen werden. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.
Ich finde es höchst problematisch, dass Menschen mit Behinderungen immer noch an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt werden, sei es aufgrund von baulichen Barrieren, die eine komplette Teilnahme am alltäglichen Leben nicht ermöglichen, oder aufgrund der Ungleichbehandlungen in der Arbeitswelt. Inklusion in den Arbeitsmarkt ist eine wichtige Voraussetzung für die Inklusion auch in unsere Gesellschaft. Durch Arbeit können Menschen ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben führen. Das sollte auch für Menschen mit Behinderung gelten. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.)
Beifall bei SPÖ, Grünen und NEOS.
Finanzielle Abhängigkeit geht meistens auch mit sozialer Abhängigkeit einher. Derzeit sind etwa 24 000 Menschen mit Behinderung in Einrichtungen der Tagesstruktur, sprich Beschäftigungstherapie, tätig. Das sind allerdings rechtlich gesehen keine Arbeitsverhältnisse, weshalb die betroffenen Menschen nicht eigenständig kranken- und pensionsversichert sind und anstatt eines Lohns lediglich Taschengeld erhalten. Damit bleiben diese Menschen mit Behinderung ewig im Status von Kindern. Wer arbeiten geht, soll Lohn erhalten und nicht nur mit Taschengeld abgespeist werden. (Beifall bei SPÖ, Grünen und NEOS.) Nur so kann es möglich werden, in Zukunft auch Pensionsversicherungsansprüche zu erwerben und eine eigenständige Pension zu erlangen.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Hamann.
Ich möchte auch noch auf die persönlichen Assistenz zu sprechen kommen. Assistenz am Arbeitsplatz ist bundesweit geregelt, für Assistenz im Freizeitbereich sind allerdings die Länder zuständig. Dort gibt es extrem unterschiedliche Regelungen. Man kann sagen, das Angebot reicht von relativ zufriedenstellend bis praktisch nicht vorhanden. Wir fordern daher die Schaffung eines Inklusionsfonds, um österreichweit einheitliche Regelungen für die persönliche Assistenz im Freizeitbereich sicherzustellen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Hamann.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.
Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.)
Abg. Vogl: ... Beitragssenkung! – Zwischenruf des Abg. Leichtfried.
Man fragt sich dann schon: Warum ist das denn so? Warum soll ausgerechnet ein Therapiezentrum mit Lage in Klosterneuburg geschlossen werden? – Die Frage stellt sich vor allem in Richtung ÖVP: Soll das verkauft werden, damit die AUVA genug Geld für die Pflegeversicherung hat? (Abg. Vogl: ... Beitragssenkung! – Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Und wo sind die Investoren? – Also wir werden uns ganz genau anschauen, was Sie jetzt in diesem Bereich wirklich tun werden, denn ich denke, es ist eine Schande, wenn da wieder öffentliches Eigentum – in diesem Fall Eigentum der AUVA – an irgendwelche Investoren verscherbelt wird. Wir wissen, Grund und Boden in Klosterneuburg ist nicht nur extrem begehrt, sondern auch extrem hochpreisig. Wir wollen aber, dass es für die Patienten erhalten bleibt, daher stelle ich folgenden Antrag:
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Sieber.
Ich möchte ganz ehrlich all jenen, die dort arbeiten, auch dafür danken, dass sie unseren Nationalratspräsidenten Norbert Hofer wiederhergestellt haben, dass er heute so mobil ist, wie er es ist. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Sieber.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ, Grünen und NEOS.
Abgeordnete Kira Grünberg (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ich möchte mich zuallererst meinen Vorrednerinnen anschließen und mich bei unserem Anwalt für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen, Herrn Dr. Hansjörg Hofer, und seinem gesamten Team bedanken. – Danke für Ihren ausführlichen Tätigkeitsbericht, Ihr Engagement für uns Menschen mit Behinderung und Ihren unermüdlichen Einsatz! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ, Grünen und NEOS.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Schaffung bundeseinheitlicher Rahmenbedingungen für die persönliche Assistenz. Die NEOS werden dazu heute auch einen Entschließungsantrag einbringen. Das finde ich grundsätzlich sehr positiv, aber irgendwie verstehe ich nicht ganz den Sinn dahinter, denn der Antrag, den die NEOS heute einbringen, beschreibt genau auch unsere Vorhaben, die wir im Regierungsprogramm festgehalten haben. Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter: Wir möchten nicht nur bundeseinheitliche Rahmenbedingungen für die persönliche Assistenz in allen Bereichen, sondern wir möchten das zudem auch unabhängig von der Art der Behinderung gestalten, was ein ganz entscheidender Punkt ist. Weder der Wohnort noch die Art der Behinderung darf darüber entscheiden, ob jemand persönliche Assistenz bekommt oder nicht. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.)
Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS.
Ich freue mich schon auf die Gespräche mit den unterschiedlichen Ministerinnen und Ministern und auf die Zusammenarbeit hier im Hohen Haus, damit wir es endlich schaffen, dass Menschen mit Behinderung ein gleichgestelltes Leben führen können. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Da dieser Antrag von meinem Kollegen Loacker 2018 schon einmal eingebracht wurde und nun wieder im Bericht von Dr. Hofer gestützt wird, ist er seit zwei Jahren überfällig, und ich bitte Sie, heute im Sinne einer inklusiven Gesellschaft für diesen Antrag zu stimmen. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei den Grünen: Das ist der erste Schritt! – Abg. Vogl: Ein guter erster Schritt!
Wie war denn das bisher? – Bisher gab es für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an den Schulen zusätzliche Stunden – das ist an sich gut –, aber nur für maximal 2,7 Prozent der Kinder. Das ist ungefähr dasselbe, als ob man sagen würde, maximal 2,7 Prozent der Kinder dürfen Brillen bekommen, egal wie viele Kinder kurzsichtig sind. Damit wird es, wenn wir das umsetzen, nach dieser Evaluierung vorbei sein. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei den Grünen: Das ist der erste Schritt! – Abg. Vogl: Ein guter erster Schritt!)
Beifall bei Grünen und ÖVP, bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS sowie der Abgeordneten Belakowitsch.
Kurz noch ein letztes Wort: Mein ausdrücklicher Dank geht auch an die GebärdendolmetscherInnen hier im Raum. Es ist mir ja immer eine Riesenfreude, ihnen zuzuschauen. Ich habe das Gefühl, ich lerne dabei auch etwas über unsere Sprache und darüber, wie unsere Sprache funktioniert. Auch das wollte ich einmal gesagt haben. – Herzlichen Dank. (Beifall bei Grünen und ÖVP, bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS sowie der Abgeordneten Belakowitsch.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Menschen mit intellektuellen Behinderungen sind erwachsene Bürgerinnen und Bürger Österreichs und sollen nicht länger wie Kinder behandelt werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Ermöglichen wir ihnen ein selbstbestimmtes Leben mit eigenem Einkommen und eigenen Pensionsansprüchen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Menschen mit intellektuellen Behinderungen sind erwachsene Bürgerinnen und Bürger Österreichs und sollen nicht länger wie Kinder behandelt werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Ermöglichen wir ihnen ein selbstbestimmtes Leben mit eigenem Einkommen und eigenen Pensionsansprüchen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich möchte an dieser Stelle dem ORF und insbesondere unserem früheren Kollegen Franz-Joseph Huainigg für die sehr positive und wirkungsvolle Initiative auf Ö3, durch die diese große Anzahl an Anstellungen erreicht werden konnte, meinen Dank aussprechen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei ÖVP und Grünen sowie der Abg. Künsberg Sarre.
Nach meiner Meinung wäre ein Anreizsystem für Betriebe, die Menschen mit Behinderung einstellen, effektiver, als Sanktionen zu verhängen. Erfolgreich kann da wohl nur ein Weg des Miteinanders, des Förderns und der Kooperation sein. Ausgrenzung, Diskriminierung, aber auch Bestrafung sollten in einer modernen Inklusionspolitik eigentlich keinen Platz finden. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie der Abg. Künsberg Sarre.)
Allgemeiner Beifall.
Bundesminister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Rudolf Anschober: Geschätzter Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Ich möchte ganz gern auf diese Debatte eingehen und zu dem Tätigkeitsbericht kurz Stellung beziehen. Beginnen möchte ich sozusagen mit zwei Dankesworten, nämlich zum einen: Danke für diesen hervorragenden Bericht und die Arbeit von Dr. Hofer. Das ist auch jetzt in der Diskussion quer durch die Fraktionen ein Grundkonsens gewesen. – Herzlichen Dank! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei Grünen, ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der NEOS.
Das zweite Danke: Ich habe heute den ganzen Tag die gesamte Diskussion verfolgt, und ich muss schon sagen, dass es bei diesem Tagesordnungspunkt ein besonderes Klima gab, ein besonders konstruktives, eine besondere Kultur des Miteinanders, des einander Zuhörens, auch einen anderen Umgangsstil. Ich muss sagen: Vielleicht lernen wir insgesamt etwas daraus, nämlich wie man auch miteinander Politik machen kann. – Danke. (Beifall bei Grünen, ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der NEOS.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
wirken und erreichen, ganz im Sinne des Berichtes. – Das ist der eine Bereich. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP sowie bei Abgeordneten der NEOS.
Daher ist meine Bitte, mein Ersuchen, aufbauend auf diesem konstruktiven Stil, der bei dieser Debatte geherrscht hat, in diesem Bereich gemeinsam zu arbeiten, gemeinsam parteiübergreifend, vor allem aber auch mit den Fachexpertinnen und Fachexperten – und zuallererst mit den Betroffenen. – Vielen Dank. (Beifall bei Grünen und ÖVP sowie bei Abgeordneten der NEOS.)
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Shetty.
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Sozialminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie und zu Hause vor den Bildschirmen! Laut dem vorliegenden Freiwilligenbericht engagieren sich in Österreich 3,5 Millionen Menschen ab dem 15. Lebensjahr ehrenamtlich und freiwillig, 3,5 Millionen Menschen, die aktiv zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft beitragen, 3,5 Millionen Menschen, die mit ihren kleinen und größeren Tätigkeiten unserem Staat zur Seite stehen. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich auch namens meiner Fraktion bei diesen 3,5 Millionen Menschen bedanken. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Shetty.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
In Wirklichkeit sind es aber mehr als diese 3,5 Millionen Menschen, die sich in Österreich aktiv einbringen. Was nämlich nicht im Bericht niedergeschrieben ist, sind die vielen Aktiven der NGOs, die in Österreich auch ehrenamtliche Arbeit leisten. Ich möchte daher an dieser Stelle noch einmal, so wie auch letzte Woche im Ausschuss, darauf hinweisen, dass wir auch das in Zukunft in diesen Freiwilligenbericht aufnehmen sollten. Die Bereitschaft dazu wurde bereits letzte Woche von Minister Anschober signalisiert. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
schen mit Pflichtschulabschluss freiwillig engagieren, sind es 45 Prozent jener mit Matura oder einem höheren Bildungsabschluss. Ganz arg ist die Sache überhaupt beim Freiwilligen Sozialjahr, wo 76 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Matura verfügen. Auch da ist es eine Aufgabe, dass wir eine Verschiebung herbeiführen, von der formalen Bildung hin zum allgemeinen Engagement. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Da es im Ausschuss kurz Thema war, ist es mir auch ganz wichtig, darauf hinzuweisen, dass freiwilliges Engagement keine Frage der Herkunft ist. Das zeigt auch dieser Bericht. Was sich zeigt, ist, dass das Engagement bei Menschen mit und ohne Migrationshintergrund annähernd gleich hoch ist, jedoch unterschiedlich aussieht. Menschen ohne Migrationshintergrund sind verstärkt in formellen Organisationen tätig, Menschen mit Migrationshintergrund eher in den informellen Strukturen. Auch da gibt es einen klaren Auftrag an uns als Gesellschaft, an uns als Rechtsgeber, auch an das Ministerium, dem entgegenzuwirken, damit wir in Zukunft im Sinne der Integration Menschen mit Migrationshintergrund verstärkt in die Freiwilligenstrukturen bringen – frei nach dem Motto: If you can see it, you can be it. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Michael Hammer: Das stimmt nicht!
Zwei kurze Punkte habe ich noch, und dann bin ich wirklich schon fertig. Der eine: Als Gemeindepolitiker erlebe ich immer öfter, dass gerade Lokalpolitikerinnen und -politiker, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister die Freiwilligen sozusagen als Ersatzkraft zur Erledigung ihrer eigenen Aufgaben verwenden wollen. (Abg. Michael Hammer: Das stimmt nicht!) Das geht nicht. Dem müssen wir entgegenwirken. Personen, die in der Freiwilligenarbeit tätig sind und sich ehrenamtlich engagieren, können nicht dazu da sein, als billige Arbeitskraft und Ersatzkraft für die Erledigung öffentlicher und staatlicher Aufgaben herangezogen zu werden.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Der zweite Punkt, der mir auch noch wichtig ist: Wir müssen uns darum kümmern, dass es bei den Freiwilligenorganisationen eine anständige Nachwuchsarbeit gibt. Es gibt dazu entsprechende Forderungen der Bundesjugendvertretung, auf die ich hinweisen möchte. Wir sollten uns damit ernsthaft auseinandersetzen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Michael Hammer: Jetzt sind wir gespannt!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Andreas Kollross. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Michael Hammer: Jetzt sind wir gespannt!)
Abg. Schellhorn: Unterhalten wir uns über Steuergerechtigkeit!
Herr Minister, da würde ich bitten, dass wir uns, was zum Beispiel die Sportlerinnen- und Sportlerregelung betrifft, in der Zukunft diesbezüglich noch einmal unterhalten. Es ist natürlich völlig korrekt und sehr toll, dass es diese Regelung gibt, aber ich glaube, dass es an der Zeit ist, darüber zu diskutieren, dass wir sie möglicherweise auch auf andere ehrenamtliche Vereinigungen ausweiten und dass wir diese Sonderregelung nicht nur im Sportbereich haben. (Abg. Schellhorn: Unterhalten wir uns über Steuergerechtigkeit!)
Beifall bei der SPÖ.
Einen letzten Punkt möchte ich noch, auch aufbauend auf die Worte meines Vorredners, der das auf die Kommunalpolitik bezogen hat, ansprechen: Ja, auf das müssen wir aufpassen, da gebe ich dir völlig recht. Ich glaube aber, dass wir generell aufpassen müssen, dass sich der Staat nicht zu sehr der Ehrenamtlichen bedient und Aufgaben, die klar staatliche Aufgaben wären, auf das Ehrenamt abschiebt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Deshalb glaube ich, dass es wichtig ist, wenn wir über Pflege diskutieren, dass wir es nicht dazu kommen lassen, dass die Pflege halt ein bisschen mit den Ehrenamtlichen, ein bisschen mit Familienangehörigen, ein bisschen mit einem finanziellen Zuckerl bewerkstelligt wird, sondern dass wir dafür sorgen, dass es die notwendige finanzielle Ausgestaltung in diesem Bereich gibt, dass es ein höheres Pflegegeld gibt und dass es vor allen Dingen höhere Einkommen für Pflegekräfte gibt, damit dieser notwendige Berufszweig zukünftig ein attraktiver Berufszweig in unserer Gesellschaft wird. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich kenne auch die Sorgen. Wir haben einiges – Entgeltfortzahlung bei Großschadenslagen – erreicht. Ich kenne auch die anderen Themen, die auf der Agenda sind. Wir haben schon im Ausschuss darüber gesprochen – Hepatitisimpfung oder Tauglichkeitsuntersuchungen –, da werden wir natürlich weiter dranbleiben. (Beifall bei der ÖVP.) – Danke, Hörl, unsere Feuerwehren verdienen natürlich immer einen Applaus!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schellhorn: Die wollt ihr euch jetzt einverleiben! – Zwischenruf des Abg. Loacker.
Weiter geht es natürlich mit den anderen Blaulichtorganisationen. Manchmal viel zu wenig gesehen wird zum Beispiel unsere Bergrettung. Sie ist fast ausschließlich – mit kleinen Ausnahmen vielleicht bei den Bundesverbänden – ehrenamtlich organisiert. Da wird jetzt der Hörl wieder applaudieren, oder? Gerade in den westlichen Bundesländern ist das ja ein Thema. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schellhorn: Die wollt ihr euch jetzt einverleiben! – Zwischenruf des Abg. Loacker.) Die sind da echt cool drauf und gehen manchmal in der öffentlichen Aufmerksamkeit ein bisschen unter. Tag und Nacht da zu sein, wenn jemand am Berg in Not ist, das ist schon sehr, sehr bemerkenswert. Es gibt aber auch eine Höhlenrettung, eine Wasserrettung, also das Thema ist wirklich unheimlich breit. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Schellhorn.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Schellhorn.
Weiter geht es natürlich mit den anderen Blaulichtorganisationen. Manchmal viel zu wenig gesehen wird zum Beispiel unsere Bergrettung. Sie ist fast ausschließlich – mit kleinen Ausnahmen vielleicht bei den Bundesverbänden – ehrenamtlich organisiert. Da wird jetzt der Hörl wieder applaudieren, oder? Gerade in den westlichen Bundesländern ist das ja ein Thema. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schellhorn: Die wollt ihr euch jetzt einverleiben! – Zwischenruf des Abg. Loacker.) Die sind da echt cool drauf und gehen manchmal in der öffentlichen Aufmerksamkeit ein bisschen unter. Tag und Nacht da zu sein, wenn jemand am Berg in Not ist, das ist schon sehr, sehr bemerkenswert. Es gibt aber auch eine Höhlenrettung, eine Wasserrettung, also das Thema ist wirklich unheimlich breit. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Schellhorn.)
Heiterkeit des Abg. Loacker.
Ein großes Thema – das hat auch mein Vorredner schon angesprochen – sind auch unsere Sportvereine. Ich war einmal bei einer Veranstaltung des niederösterreichischen Skisportverbandes. Da bin ich darauf aufmerksam geworden, dass es auch wahnsinnig viele Funktionäre dort sind, die das ehrenamtlich machen: Nachwuchstrainer, Funktionäre, die Veranstaltungen organisieren. Das ist sehr, sehr bemerkenswert. (Heiterkeit des Abg. Loacker.) – Herr Loacker, das ist nicht zum Lachen, sondern das ist wirklich ausdrücklich wertzuschätzen! – Sowohl in unseren Fußballvereinen, von den Funktionären dort, aber auch in allen anderen Sportarten wird sehr viel Arbeit geleistet.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Ein anderer Bereich, den ich ausdrücklich erwähnen möchte, ist der Kulturbereich. Ich möchte mit der Blasmusikszene beginnen. Ich weiß nicht, ob ihr das mitverfolgt: Wenn man bei uns in Niederösterreich auf einem Bezirksmusikfest ist – das wird in Vorarlberg auch so sein –, ist das etwas ganz, ganz Besonderes, das muss man echt sagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Kirchbaumer.
Ich möchte auch den sozialen Aspekt ansprechen. Ehrenamtliche Arbeit ist oft auch soziale Arbeit. Ich denke an unsere gemeinnützigen Träger, an die Caritas, an das Hilfswerk, an die Volkshilfe. Da wird neben der professionellen Pflege auch ehrenamtliche Arbeit organisiert. Zum Beispiel Essen auf Rädern: In vielen Gemeinden wird das Essen zu den Menschen ehrenamtlich auf den Weg gebracht. (Zwischenruf der Abg. Kirchbaumer.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte auch die Politik erwähnen, über alle Parteigrenzen hinweg. Wir als ÖVP sind darauf natürlich besonders stolz, dass wir in allen Ortschaften Gemeindeparteien haben, bündische Organisationen, die Veranstaltungen oder Diskussionen organisieren. Auch diesen sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt. Ihnen kann man wirklich applaudieren, denke ich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schellhorn: Der Pendl der ÖVP!
Ich möchte auch unsere Brauchtumsvereine ansprechen, auf die wird immer ein bisschen vergessen. Ob das Schuhplattlergruppen, Volkstanzgruppen oder die Schützen sind – alle werken in Österreich und stärken die Gemeinsamkeit. (Abg. Schellhorn: Der Pendl der ÖVP!) Das muss man wirklich wertschätzen – das ist nichts zum Lachen, das meine ich ganz, ganz ernst – weil sie ja, da dieses Wissen von der einen Generation zur anderen weitergegeben wird, auch Identitätsgeber für uns sind.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Stögmüller. – Abg. Michael Hammer: Bravo!
Ausdrücklich erwähnen möchte ich auch noch ganz kurz die Bundesjugendvertretung, in der 36 Jugendorganisationen organisiert sind. Als Beispiel nenne ich die Landjugend, da werden vielleicht wieder manche lächeln. Was die Landjugend bei uns am Land in der Lage ist zu bewerkstelligen, ist ausdrücklich bemerkenswert. Ich nenne nur den Projektmarathon: Innerhalb von 42 Stunden wird für die Öffentlichkeit ein Projekt im eigenen Ort umgesetzt. Diese Liste würde sich lang fortsetzen lassen: Kameradschaftsbünde, der Alpenverein, Dorferneuerungsvereine und, und, und. Österreich ist das Land der Vereine, und darauf können wir wirklich stolz sein. Das ist meine tiefe Überzeugung. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Stögmüller. – Abg. Michael Hammer: Bravo!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
den Dialog. Wir haben hier im Parlament eine gute Grundlage, das Ehrenamt weiterzuentwickeln und dessen Rahmenbedingungen noch zu verbessern. Ich glaube, das ist unser gemeinsamer Auftrag. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den NEOS.
Eine andere solche tolle Initiative ist der Verein Frida, der vor einem Jahr gegründet wurde und sich auf die kostenlose und unabhängige Beratung in Asyl- und Fremdenrechtsfragen spezialisiert hat. Mehr als 25 ehrenamtliche Juristinnen und Juristen, Dolmetscherinnen und Dolmetscher, Beraterinnen und Berater leisten unglaublich wichtige Arbeit. Allein im ersten Jahr wurden circa 500 Klienten und Klientinnen ehrenamtlich und kostenlos beraten. Damit wurde ihnen der wichtige Zugang zu Recht gewährleistet. Gerade im Hinblick auf die bevorstehende Verstaatlichung der Rechtsberatung durch die türkis-grüne Regierung kann die Bedeutung von solchen Organisationen gar nicht überschätzt werden. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Abschließend möchte ich etwas wiederholen, was hier schon zwei, drei Mal gesagt wurde: Ich möchte Ihnen, liebe Österreicherinnen und Österreicher, Danke dafür sagen, dass Sie sich ehrenamtlich engagieren. Sie leisten einen großen Beitrag zu einem funktionierenden Miteinander, Ihr Engagement ist für unser Land unverzichtbar. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter David Stögmüller (Grüne): Wertes Präsidium! Sehr geehrter Herr Minister! Werte Damen und Herren! Ehrenamt ist in Österreich ein hohes Gut, es bringt die Menschen zusammen und trägt dazu bei, Brücken in unserer Gesellschaft zu bauen, wo sonst vielleicht Gräben wären. Dass sich in Österreich – und das haben wir heute schon ein paarmal gehört – etwa 3,5 Millionen Menschen freiwillig engagieren, ist eine unglaublich große Bereicherung für unser Land. Bereits in jungen Jahren sind viele Menschen – von Kollegen Hanger haben wir schon von der Bundesjugendvertretung gehört – in Vereinen, Organisationen, Initiativen oder in der Nachbarschaftshilfe tätig. Dieses Engagement soll gewürdigt und auch mit dem nötigen Respekt behandelt werden. Es hebt das Menschliche in uns hervor und zeigt, wie sehr wir uns gegenseitig brauchen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Ohne diese Menschen könnte der Staat nicht funktionieren, wie er es tut. Deshalb ist es uns Grünen ein großes Anliegen, diesen Bereich und die Menschen darin weiter in ihrem Engagement zu stärken, ohne gleichzeitig die nötige Verantwortung an sie abzuschieben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Zweitens, der Gedenk-, Friedens- und Sozialdienst: Der Gedenkdienst, der unter der FPÖ-Regierungsbeteiligung ausgerechnet im Gedenkjahr 2018 eine Existenzkrise erlebt hat, wird dank uns wieder in den Mittelpunkt der Debatte gerückt. Insbesondere jetzt, wo die letzten Überlebenden des Holocausts älter und die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen immer weniger werden, ist es uns wichtig, dass wir die bestehende Gedenkkultur auch noch an zukünftige Generationen weitergeben können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Im Regierungsabkommen bekennen wir uns gemeinsam mit der ÖVP zur Anerkennung und Wertschätzung des Ehrenamtes, dazu sind zum ersten Mal ein paar Seiten – wirklich gute Seiten – enthalten. Wir bekennen uns zur Verbesserung der rechtlichen Situation von Organisationen und Freiwilligen und sind auch bereit, in den nächsten Jahren die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass sich da etwas wesentlich verändert. – Vielen Dank. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Fischer.
Wir hier haben die Aufgabe, die Rahmenbedingungen für die freiwillige Arbeit in Österreich zu gestalten. Die Absicht der neuen Bundesregierung, das freiwillige Engagement zu fördern, ist löblich, darf aber nicht dazu führen, dass staatliche Verantwortung auf Freiwillige abgeschoben wird. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Fischer.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Fischer.
oder Verlust entstehen. Gerade wenn es um sofortige Hilfeleistung geht, etwa bei Überschwemmungen, Bränden oder Lawinen- und anderen Katastropheneinsätzen, sind freiwillige Helfer oft auf den guten Willen ihrer Arbeitgeber angewiesen. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung war daher die Regelung betreffend Entgeltfortzahlung. Viele Betriebe, Betriebsrätinnen und Betriebsräte haben sich dafür eingesetzt, dass die Kosten für Fehlzeiten bei solchen Einsätzen und das Entgelt vom Katastrophenfonds übernommen werden. – Dafür ein herzliches Dankeschön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Fischer.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Michael Hammer und Zarits
Der häufigste Grund dafür, dass sich Menschen aus der Freiwilligenarbeit zurückziehen, ist der Zeitfaktor. Familie, Beruf und Ehrenamt zu vereinbaren wird immer schwieriger. Manche Maßnahmen der blau-schwarzen Bundesregierung haben da nicht zu einer Verbesserung beigetragen; die Ausweitung der täglichen beziehungsweise wöchentlichen Normalarbeitszeit auf 10 beziehungsweise 60 Stunden hat nicht dazu geführt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr Zeit für ein Ehrenamt zur Verfügung haben (Zwischenrufe der Abgeordneten Michael Hammer und Zarits), sondern genau das Gegenteil bewirkt. Denken wir in Zukunft daran, wenn wir solche Entscheidungen treffen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Fischer.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Fischer.
Der häufigste Grund dafür, dass sich Menschen aus der Freiwilligenarbeit zurückziehen, ist der Zeitfaktor. Familie, Beruf und Ehrenamt zu vereinbaren wird immer schwieriger. Manche Maßnahmen der blau-schwarzen Bundesregierung haben da nicht zu einer Verbesserung beigetragen; die Ausweitung der täglichen beziehungsweise wöchentlichen Normalarbeitszeit auf 10 beziehungsweise 60 Stunden hat nicht dazu geführt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr Zeit für ein Ehrenamt zur Verfügung haben (Zwischenrufe der Abgeordneten Michael Hammer und Zarits), sondern genau das Gegenteil bewirkt. Denken wir in Zukunft daran, wenn wir solche Entscheidungen treffen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Fischer.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Rebecca Kirchbaumer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher auf unserer Galerie und zu Hause vor den Bildschirmen! Liebe SPÖ, jetzt schlägt es wirklich bald einmal dreizehn! Nicht einmal beim Thema Freiwillige schafft ihr es, zu berücksichtigen, dass es nicht immer darauf ankommt, wie viele Stunden wer irgendwo wann wie arbeitet. Das ist echt unglaublich! (Beifall bei der ÖVP.) Es ist wirklich tragisch, dass man so einen positiven Bericht mit irgendwelchen Darstellungen, die absolut nicht der Wahrheit entsprechen, beschmutzen muss. (Oh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Leichtfried: Das war bis jetzt keine gute Rede ...!)
Oh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Leichtfried: Das war bis jetzt keine gute Rede ...!
Abgeordnete Rebecca Kirchbaumer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher auf unserer Galerie und zu Hause vor den Bildschirmen! Liebe SPÖ, jetzt schlägt es wirklich bald einmal dreizehn! Nicht einmal beim Thema Freiwillige schafft ihr es, zu berücksichtigen, dass es nicht immer darauf ankommt, wie viele Stunden wer irgendwo wann wie arbeitet. Das ist echt unglaublich! (Beifall bei der ÖVP.) Es ist wirklich tragisch, dass man so einen positiven Bericht mit irgendwelchen Darstellungen, die absolut nicht der Wahrheit entsprechen, beschmutzen muss. (Oh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Leichtfried: Das war bis jetzt keine gute Rede ...!)
Beifall bei der ÖVP.
3,5 Millionen Menschen – genauer: 46 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher – sind tagtäglich ehrenamtlich für unser schönes Österreich im Einsatz. Vor einigen Wochen durfte ich bei mir zu Hause bei der 135. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Polling dabei sein, und eine unglaubliche Zahl hat mich da beeindruckt: Im vergangenen Jahr, 2019, haben ihre Mitglieder 8 000 Freiwilligenstunden geleistet; ein Jahr zählt 8 760 Stunden – da kann man sich vorstellen, wie viel sie im Einsatz sind. Ich möchte dazusagen: Sie machen das gerne, freiwillig, mit Enthusiasmus und mit Überzeugung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Frauen in unserer Gesellschaft geht, auch ein Wort mitreden, nicht nur die SPÖ. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Vogl.
Was mich sehr freut, ist, dass es jetzt im Regierungsprogramm ein ganzes Kapitel betreffend die Freiwilligentätigkeit gibt, dass festgeschrieben ist, dass ein Ehrenamtgütesiegel installiert werden soll. Wir werden weltweit um das freiwillige Engagement in Österreich beneidet, und ich glaube nicht, dass hier der Ort und der Rahmen ist, das so zu diskreditieren. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Vogl.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Ehrenamtlichkeit, Freiwilligkeit durchwirkt unsere Gesellschaft, ja, und sie wirkt auch unglaublich positiv. Es wurde bereits gesagt: 3,5 Millionen Personen engagieren sich ehrenamtlich, das sind beinahe 46 Prozent aller über 15-jährigen Österreicherinnen und Österreicher. Meine Damen und Herren, das ist ein Schatz, den wir gar nicht genug hegen und pflegen können. Ich möchte von dieser Stelle aus allen Personen, die sich ehrenamtlich engagieren, ein ganz herzliches, ein ganz persönliches Danke ausdrücken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Es ist tatsächlich so, dass es sehr beachtliche Zahlen sind: Im Bereich Sport und Bewegung sind über 576 000 Personen freiwillig tätig, im Bereich Kunst sind es 432 000 Personen, im Bereich Kirche und Religionen 360 000 Personen und im Bereich Gemeinwesen, beim Katastrophen- und Rettungsdienst ebenfalls 360 000 Personen. Dieser Wert war noch niemals so hoch wie heute, und ich freue mich, dass wir diesen Wert in Österreich vorzuzeigen haben – ein international absoluter Spitzenwert, auf den wir auch stolz sein können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Ich bedanke mich für diesen Beschluss und freue mich jetzt schon darauf, all das, was wir im Regierungsprogramm stehen haben, auch in der kommenden Periode gemeinsam umzusetzen. – Danke sehr. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Ja, Österreich ist das Land der Freiwilligenarbeit, Österreich ist das Land mit sehr großem ehrenamtlichen Engagement. Ich glaube, wir können darüber sehr froh sein. Wenn sich fast die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich engagiert, dann spricht das für sich. Auch mir fallen, wie vielen anderen, zuallererst die Blaulichtorganisationen ein, vor allem auch deswegen, weil wir leider im letzten Jahr in Kärnten einige schwere Naturkatastrophen gehabt haben. So schrecklich das ist, so hat es einmal mehr gezeigt, wie großartig der Zusammenhalt ist, die Nachbarschaftshilfe, aber auch die Rettungsdienste, die Katastrophenhilfe. Noch einmal ein großes Danke allen, die sich, wenn es zu Naturkatastrophen kommt, immer sofort und unbürokratisch engagieren und einsetzen – ein großes Danke! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich glaube, wir brauchen aber auch mehr Finanzierungen für Freiwilligenbörsen, wir brauchen mehr Koordination der Freiwilligenarbeit, da geht es auch um Finanzierungen. Wir sollten ein Gütesiegel überlegen, wir sollten darüber nachdenken, welche Möglichkeiten es gibt, freiwilliges Engagement und Ehrenamt noch stärker anzuerkennen. Ich denke, es geht aber auch darum, noch verstärkt Anreize zu schaffen, um Freiwilligentätigkeit attraktiver zu machen, und vor allem auch das Bewusstsein dafür in der Gesellschaft zu schaffen. Ich denke, ohne die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger kann eine Gesellschaft auf dem Niveau, wie sie derzeit besteht, nicht funktionieren. Hier geht es vor allem darum, auch die Jugend verstärkt einzubauen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
In diesem Sinn noch einmal ein großes, großes Dankeschön allen, die sich im Bereich des Ehrenamtes, in der Freiwilligenarbeit in allen Bereichen engagieren. Unsere Gesellschaft wäre um vieles ärmer, hätten wir dieses ehrenamtliche Engagement nicht. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Michael Hammer: Das ist es auch!
Domäne der ÖVP. (Abg. Michael Hammer: Das ist es auch!) Als Niederösterreicher ist man da überhaupt sehr, sehr feinfühlig. (Abg. Hanger: Ist es auch!) – Ja, Kollege Hanger sagt: Ist es ja auch. – Nein, nicht alles ist ÖVP, nicht alles ist politisch! Ich glaube, fürs Ehrenamt und für die Freiwilligen treten – und das ist gut so – wir überparteilich ein (Beifall bei der FPÖ), und das ist eine Spitzensache und keine Domäne einer einzelnen Partei, auch wenn man hier oder auch bei Veranstaltungen in Niederösterreich das Gefühl bekommen könnte, dass man diese Ehrenämter und diese Freiwilligen gerne einfärben würde – aber das gelingt euch sowieso nicht.
Abg. Hanger: Ist es auch!
Domäne der ÖVP. (Abg. Michael Hammer: Das ist es auch!) Als Niederösterreicher ist man da überhaupt sehr, sehr feinfühlig. (Abg. Hanger: Ist es auch!) – Ja, Kollege Hanger sagt: Ist es ja auch. – Nein, nicht alles ist ÖVP, nicht alles ist politisch! Ich glaube, fürs Ehrenamt und für die Freiwilligen treten – und das ist gut so – wir überparteilich ein (Beifall bei der FPÖ), und das ist eine Spitzensache und keine Domäne einer einzelnen Partei, auch wenn man hier oder auch bei Veranstaltungen in Niederösterreich das Gefühl bekommen könnte, dass man diese Ehrenämter und diese Freiwilligen gerne einfärben würde – aber das gelingt euch sowieso nicht.
Beifall bei der FPÖ
Domäne der ÖVP. (Abg. Michael Hammer: Das ist es auch!) Als Niederösterreicher ist man da überhaupt sehr, sehr feinfühlig. (Abg. Hanger: Ist es auch!) – Ja, Kollege Hanger sagt: Ist es ja auch. – Nein, nicht alles ist ÖVP, nicht alles ist politisch! Ich glaube, fürs Ehrenamt und für die Freiwilligen treten – und das ist gut so – wir überparteilich ein (Beifall bei der FPÖ), und das ist eine Spitzensache und keine Domäne einer einzelnen Partei, auch wenn man hier oder auch bei Veranstaltungen in Niederösterreich das Gefühl bekommen könnte, dass man diese Ehrenämter und diese Freiwilligen gerne einfärben würde – aber das gelingt euch sowieso nicht.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
In diesem Sinne noch einmal herzlichen Dank an alle, die ein Ehrenamt ausführen und freiwillig für die Österreicherinnen und Österreicher Gutes leisten. Einen herzlichen Dank und bleibt gesund, verletzt euch nicht bei euren Einsätzen – das gilt vor allem für die Blaulichtorganisationen –, kommt gut wieder nach Hause! In diesem Sinne alles, alles erdenklich Gute! – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Präsident Sobotka übernimmt den Vorsitz.
Für mich war ein besonderer Bereich auch die Aufforderung, dass wir den Bericht in Zukunft noch stärker in Richtung Zivilgesellschaft erweitern. Ich werde das sehr, sehr gerne aufgreifen, weil die Zivilgesellschaft im ehrenamtlichen Engagement ein Teil des Ganzen ist und fix dazugehört. (Präsident Sobotka übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Kickl: Auf der Flucht! Auf der Flucht!
Ich persönlich habe das im Jahr 2015 besonders klar und deutlich erlebt, als die Nachricht gekommen ist, dass viele Menschen auf der Flucht sind und nach Österreich kommen. (Abg. Kickl: Auf der Flucht! Auf der Flucht!) Dabei zu erleben, wie innerhalb von wenigen Stunden Tausende aktiv wurden, Tausende gesagt haben: So, jetzt lasse ich alles andere liegen, jetzt ist alles andere zweitrangig, und ich leiste meinen persönlichen Beitrag!, das war großartig. Das ist Österreich! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Ich persönlich habe das im Jahr 2015 besonders klar und deutlich erlebt, als die Nachricht gekommen ist, dass viele Menschen auf der Flucht sind und nach Österreich kommen. (Abg. Kickl: Auf der Flucht! Auf der Flucht!) Dabei zu erleben, wie innerhalb von wenigen Stunden Tausende aktiv wurden, Tausende gesagt haben: So, jetzt lasse ich alles andere liegen, jetzt ist alles andere zweitrangig, und ich leiste meinen persönlichen Beitrag!, das war großartig. Das ist Österreich! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Krise gewesen, es war eine Herausforderung für diese Gesellschaft – gemeinsam mit den Betroffenen bestanden haben. Und darauf bin ich stolz! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Abg. Kickl: Na ja, bei dem, was Sie daherreden!
Ich finde es auch sehr beachtlich – auch wenn jetzt manche ein bissl verdutzt schauen, aber das ist vielleicht auch gut so (Abg. Kickl: Na ja, bei dem, was Sie daherreden!) –, Herr Klubobmann, ich finde es auch sehr beachtlich, dass wir in diesem Bericht statistisch herausgearbeitet haben, dass es de facto keinen Unterschied mehr zwischen Menschen, die hier geboren sind, und Menschen, die woanders geboren sind, gibt, was das gesellschaftliche ehrenamtliche Engagement betrifft. Das ist auch ein Gradmesser für das Gelingen von Integration und Zusammenwachsen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Ich finde es auch sehr beachtlich – auch wenn jetzt manche ein bissl verdutzt schauen, aber das ist vielleicht auch gut so (Abg. Kickl: Na ja, bei dem, was Sie daherreden!) –, Herr Klubobmann, ich finde es auch sehr beachtlich, dass wir in diesem Bericht statistisch herausgearbeitet haben, dass es de facto keinen Unterschied mehr zwischen Menschen, die hier geboren sind, und Menschen, die woanders geboren sind, gibt, was das gesellschaftliche ehrenamtliche Engagement betrifft. Das ist auch ein Gradmesser für das Gelingen von Integration und Zusammenwachsen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ganz wichtig ist mir aber, dass wir die Strukturen unterstützen wollen, das heißt, dass wir auch im politischen Bereich, auch im Regierungsbereich auf gleicher Augenhöhe mit engagierten Menschen Betroffene einbeziehen wollen. Das soll das Grundprinzip des zukünftigen Arbeitens in diesem neuen Sozialministerium in Österreich werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Wir arbeiten bereits mit den NGOs und mit vielen anderen daran, wie das gelingen kann. Ich habe schon mehrfach gesagt, ich möchte eine Aufwertung, eine Wiederaufwertung der Sozialpartnerschaft. Ich halte das für wichtig, auch als ein Signal dafür, dass wir in diesem Land den Dialog wieder auf gleicher Augenhöhe führen wollen. Das war ja in der Vergangenheit nicht immer so. Ich halte es aber für genauso wichtig, dass wir diese Sozialpartnerschaft um jene Menschen erweitern, die in der Zivilgesellschaft tätig sind. An Strukturen, an Ideen arbeiten wir, und ich glaube, da kann uns Wichtiges gelingen. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ja, es ist sehr, sehr wichtig, hier im Hohen Haus über den Bericht zur Lage und zu den Perspektiven des Freiwilligenwesens in Österreich zu sprechen. Auch ich möchte mich für die Leistungen, die hier tagtäglich erbracht werden, wirklich bei jenen bedanken, die sie auch erbringen. Genau das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist auch der Punkt, warum wir hier in Österreich vom Ausland überall beneidet werden: weil dieses System in Österreich so gut funktioniert. Das ist aber nicht das Verdienst von uns Politikern hier im Hohen Haus, sondern es ist das Verdienst dieser Leute, die jeden Tag hinausgehen und ihre Freiwilligenarbeit leisten. Daher würde ich noch einmal um einen großen Applaus für diese Menschen bitten. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Nicht nur dort wird das ein massiver Einschnitt sein, es geht weiter: Es trifft die Pendler, die tagtäglich zu ihren Arbeitsplätzen fahren müssen. Das sind über 50 Prozent der Österreicher, die nicht am Arbeitsort wohnen, die trotzdem zum Arbeitsort gelangen müssen, die kein Verkehrsmittel haben, wie es vielleicht der eine oder andere grüne Bobo im 7. Bezirk hat. Nein, die müssen in ihr Auto steigen und an ihren Arbeitsort kommen. Und diese Leute sabotieren Sie mit diesen Maßnahmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Vielleicht auch noch kurz ein Wort zur Landwirtschaft, die die ÖVP immer so beschwört: Natürlich werden auch die Produktionskosten der landwirtschaftlichen Produkte entsprechend steigen. Es werden weitere Betriebe schließen müssen; die Situation ist jetzt schon schlimm genug. Meine sehr geehrten Damen und Herren, dann schaue ich mir die Grünen an, ob sie demonstrieren, wenn sie ihre Bioäpfel dann aus dem benachbarten Ausland kriegen müssen, weil auch die noch mit dem Lkw bis vor die Tür geliefert werden müssen. Das wird der Effekt Ihrer Politik sein. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Weratschnig.
Ganz nebenbei reißen wir auch noch ein Loch in der Höhe von circa 200 Millionen Euro in die Kassa des Finanzministers, das nicht geschlossen wird – aber das ist dann Ihr Problem. (Zwischenruf des Abg. Weratschnig.) Auch sonstige Einnahmen fallen einfach weg, nicht nur die aus der Mineralölsteuer, sondern auch jene von den Konsumenten, die sonst noch in diesem Rahmen in Österreich Einkäufe tätigen.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ernst-Dziedzic: Themenverfehlung!
Was wird dann aber auf der anderen Seite mit den Mehreinnahmen gemacht? – Das kommt in ein allgemeines Budget. Na, da wird halt dann die eine oder andere grüne NGO gefördert werden, da wird man den einen oder anderen Krawallverein vom Schwarzen Block fördern, der dann die Uni wiederum lahmlegt, oder vielleicht die eine oder andere Asylgeschichte damit quersubventionieren – und das mit dem Geld der Autofahrer, der Freiwilligenorganisationen und der Pendler. Sehr geehrte Damen und Herren, sehr gut gemacht! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ernst-Dziedzic: Themenverfehlung!)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist eine Hilfeleistung der FPÖ für die neue Bundesregierung. Zur Dokumentation, wie die ÖVP ihren Slalom in Zukunft fortsetzen möchte oder fortsetzen wird, haben wir auch um eine namentliche Abstimmung gebeten. – Viel Spaß beim nächsten Koalitionsausschuss! (Beifall bei der FPÖ.)
Über Namensaufruf durch die SchriftführerInnen Steinacker und Gahr werfen die Abgeordneten den Stimmzettel in die Wahlurne.
(Über Namensaufruf durch die SchriftführerInnen Steinacker und Gahr werfen die Abgeordneten den Stimmzettel in die Wahlurne.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen von den Grünen, Sie regieren im Bereich der Sozialpolitik in eine komplett falsche Richtung. Wenn Ihnen der Verfassungsgerichtshof einen Elfmeter auflegt und sagt: Dieses Sozialhilfegesetz Neu ist in verschiedenen Punkten zu reparieren!, kann es nicht sein, dass nicht eine Zeile davon im Koalitionsabkommen steht. Das ist Regieren in die falsche Richtung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kassegger: 3 Milliarden Euro!
Ein Fakt zu dieser ständigen Diskussion, die Mindestsicherung sei nicht finanzierbar: Von den gesamten Sozialausgaben in Österreich betragen die Ausgaben für die Mindestsicherung 0,9 Prozent des gesamten Budgets. (Abg. Kassegger: 3 Milliarden Euro!) Von diesem letzten Netz, in das niemand freiwillig hineinfällt, Verschärfungen nicht wegzubringen, ist aus unserer Sicht einfach unsozial.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Abschließend: Es tut gut, jetzt wieder einen Sozialminister zu haben, der sich in diesen Materien auskennt und ein wirklicher Profi ist. Wir bieten Ihnen gerne unsere Zusammenarbeit an, wenn es darum geht, Armut in Österreich zu bekämpfen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den NEOS.
Ich habe jetzt mit meinen Großmüttern angefangen, weil ich mich an eine Geschichte erinnere, die eine meiner Großmütter mir immer erzählt hat. Sie ist nämlich Schulleiterin geworden – das war nicht möglich ohne Parteibuch. Also hat sie ein Parteibuch bekommen, das rückdatiert wurde, damit es auch ja klappt. Jetzt kann man das natürlich abtun und sagen, das ist aus einer vergangenen Zeit, als sich Rot und Schwarz noch die Republik aufgeteilt haben. – Das ist es aber nicht, und das wissen wir. Gerade wir NEOS prangern das Monat für Monat, Jahr für Jahr an, und es wird immer vom Tisch gewischt. Und jetzt ist das Buch von Frau Wiesinger da, das genau das anprangert. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Martin Graf.
Und es ist etwas Spannendes passiert: Jetzt hat Frau Wiesinger ihren Job doch tatsächlich so aufgefasst, wie er beschrieben war, nämlich wirklich als unabhängige Ombudsfrau, die auf eine durchaus beachtliche Zuhörtour gegangen ist. Ich glaube nicht, dass ihr Buch den Anspruch erhebt, eine wissenschaftliche Erhebung zu sein, aber es ist eine Darlegung der Ergebnisse aus den Gesprächen, die sie geführt hat. Und was sieht sie da? – Wir haben nicht nur einen Kulturkampf im Klassenzimmer, sondern wir haben seit Jahrzehnten eine Politik, die durch parteipolitische Scheuklappen und Hickhack geprägt ist, die letztlich auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen wird, auf dem Rücken der Lehrerinnen und Lehrer und auf dem Rücken vernünftiger, ehrlicher Lösungen für eine echte Bildungsreform. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Martin Graf.)
Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Fischer.
Genauso ist für mich die Frage: Was steht in diesem Buch und was wird seit Jahrzehnten ignoriert?, viel wichtiger. Frau Wiesinger richtet einen Appell, einen wirklichen Appell, und zwar, glaube ich, an alle Entscheidungsträger in Österreich und natürlich auch an die Öffentlichkeit, endlich Parteipolitik aus den Schulen rauszubringen, dass nicht mehr das Parteibuch das wichtigste Buch in den Schulen sein darf, dass man endlich damit aufhört, Diskussionen entlang der Frage: Was nutzt meiner Partei und was schadet der jeweils anderen?, mit ideologischen Scheuklappen zu führen, und endlich beginnt, sich die Fragen zu stellen: Was nützt den Kindern? Was nützt den Lehrerinnen und Lehrern? Was müssen wir tun, wenn wir wirklich an übermorgen denken? (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Fischer.)
Beifall bei den NEOS.
Bürokratie, Aufwand, Zettelwirtschaft und nicht nach Freiheit. Freiheit brauchen wir in diesem System. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
wir sie sachlich und wirklich entlang der Frage: Was sind unsere Grundwerte?, führen müssen. Da glaube ich daran, dass wir auf dem Boden der Aufklärung, des Humanismus in einer offenen Gesellschaft, in einer aufgeklärten Gesellschaft leben, die sagt, Religion ist Privatsache. Das müssen wir auch in diesen kulturellen Konflikten hochhalten und nicht dem Islam das Kreuz entgegenhalten. Davon bin ich überzeugt. Wir kämpfen für die aufgeklärte Gesellschaft. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Unsere Gesellschaft hat sich verändert, die Anforderungen haben sich verändert, Familien haben sich verändert, nur unser Schulsystem ist gleich geblieben. Das kann es nicht sein! (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Darin steckt zum Beispiel die Frage der Schulautonomie, und Schulautonomie beschränkt sich nicht darauf, dass mehrstufige Eingangsklassen gemacht werden können. Wenn man Schulautonomie ernst nimmt, dann heißt das auch personelle Autonomie. Es bedeutet, dass sich ein Direktor/eine Direktorin die Lehrerinnen und Lehrer selbst aussuchen kann, und natürlich auch pädagogisch-didaktische Autonomie oder Autonomie, was zum Beispiel Deutschförderklassen angeht. Das wird derzeit von oben verordnet – völlig sinnbefreit, weiß jeder, es wird aber gemacht, weil es gut klingt und weil es die ÖVP gut verkaufen kann. Was in diesem Regierungsprogramm steht, ist zu wenig. Sie nehmen viele Krisen ernst, aber die Bildungskrise nehmen Sie mit diesem Regierungsprogramm nicht ernst. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Leadership und Verantwortung für Österreich heißt, ehrliche Lösungen zu bringen, diese ideologischen Scheuklappen abzulegen und endlich aufzuhören, Show- und Schlagzeilenpolitik zu machen. Das sage ich gerade auch zu Ihnen, Herr Minister, weil Sie Wissenschaftler sind. „Die Wissenschaft soll sich nicht überall einmischen.“ – Das ist witzig, das mag ein Kalauer am Stammtisch sein, im Bildungsbereich hat eine solche Haltung nichts verloren. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Das Bildungssystem versagt zunehmend komplett. Wir sind in einer veritablen Krise, und das Ergebnis ist klar: Die Eltern, denen es wichtig ist, die es sich leisten können, müssen sich keine Sorgen machen, dass ihr Kind in einer Brennpunktschule versauert. Sie geben ihr Kind in eine Privatschule und zahlen privat Nachhilfe. So wird das Kind auf jeden Fall gefördert und auch etwas werden, und allen anderen werden die Flügel gebrochen. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenruf des Abg. Brandstätter. – Abg. Meinl-Reisinger: Lösungsvorschläge sind drinnen!
Darf ich aus der Fülle der möglichen Zitate drei bringen? – „Viele Direktoren“, sagt sie, „wirken auf mich wie Marionetten des Systems.“ – Viele, wenige, alle – ich hätte gerne über die Kriterien dieser Aussage und auch über die Lösungsvorschläge mit ihr gesprochen. (Zwischenruf des Abg. Brandstätter. – Abg. Meinl-Reisinger: Lösungsvorschläge sind drinnen!) – Ja, die sind dermaßen allgemein gefasst, Frau Meinl, wenn Ihnen das ausreicht, mir reicht das nicht aus. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Darf ich aus der Fülle der möglichen Zitate drei bringen? – „Viele Direktoren“, sagt sie, „wirken auf mich wie Marionetten des Systems.“ – Viele, wenige, alle – ich hätte gerne über die Kriterien dieser Aussage und auch über die Lösungsvorschläge mit ihr gesprochen. (Zwischenruf des Abg. Brandstätter. – Abg. Meinl-Reisinger: Lösungsvorschläge sind drinnen!) – Ja, die sind dermaßen allgemein gefasst, Frau Meinl, wenn Ihnen das ausreicht, mir reicht das nicht aus. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Meinl-Reisinger spricht mit Abg. Krisper.
Es kam nicht mehr zu einem Gespräch, nicht, weil ich sie gefeuert habe oder sie vor die Tür gesetzt wurde oder sie mir nicht passte, sondern weil sie selbst zu ihren Kindern in der Schule zurückkehren wollte und eine Zusammenarbeit mit jenen, die im Buch pauschaliert als Apparatschiks dargestellt wurden, schwierig ist. Es kam zu einer einvernehmlichen Lösung von beiden Seiten. (Abg. Meinl-Reisinger spricht mit Abg. Krisper.) – Sie können ohne Weiteres weiter plaudern, wir sind hier eben nicht in der Schule. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Meinl-Reisinger: Nein, nein, ich pass schon auf!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Meinl-Reisinger: Nein, nein, ich pass schon auf!
Es kam nicht mehr zu einem Gespräch, nicht, weil ich sie gefeuert habe oder sie vor die Tür gesetzt wurde oder sie mir nicht passte, sondern weil sie selbst zu ihren Kindern in der Schule zurückkehren wollte und eine Zusammenarbeit mit jenen, die im Buch pauschaliert als Apparatschiks dargestellt wurden, schwierig ist. Es kam zu einer einvernehmlichen Lösung von beiden Seiten. (Abg. Meinl-Reisinger spricht mit Abg. Krisper.) – Sie können ohne Weiteres weiter plaudern, wir sind hier eben nicht in der Schule. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Meinl-Reisinger: Nein, nein, ich pass schon auf!)
Abg. Brandstätter: Warum? Was ist schwierig?
Weg (Abg. Brandstätter: Warum? Was ist schwierig?), aber dass nichts erreicht wurde, so wie Sie gesagt haben, ist nicht korrekt. Sie blenden alles aus, was halt nicht zur Verallgemeinerung passt. (Abg. Meinl-Reisinger: Na was ist gelungen? Was haben Sie weitergebracht?) – Wenn Sie jetzt einen Augenblick zuhören, dann kommt’s.
Abg. Meinl-Reisinger: Na was ist gelungen? Was haben Sie weitergebracht?
Weg (Abg. Brandstätter: Warum? Was ist schwierig?), aber dass nichts erreicht wurde, so wie Sie gesagt haben, ist nicht korrekt. Sie blenden alles aus, was halt nicht zur Verallgemeinerung passt. (Abg. Meinl-Reisinger: Na was ist gelungen? Was haben Sie weitergebracht?) – Wenn Sie jetzt einen Augenblick zuhören, dann kommt’s.
Abg. Meinl-Reisinger: Und es brachte?
Darf ich Sie an das Bildungsreformgesetz erinnern? Das ist ja eine umfassende Änderung im Bildungswesen, die mit Verfassungsmehrheit in diesem Haus beschlossen wurde. Es brachte das Ende der nach parteipolitischen Mehrheitsverhältnissen des jeweiligen Bundeslandes zusammengesetzten Kollegien. (Abg. Meinl-Reisinger: Und es brachte?) Diese Kollegien, Frau Kollegin, waren extrem wichtig, denn die Kollegien waren verantwortlich für den Dreiervorschlag der Direktoren und Direktorinnen (Abg. Meinl-Reisinger: Und was ist jetzt?); und natürlich kann man sich ausrechnen, welche Absprachen und Aufteilungen in Kollegien, die parteipolitisch zusammengesetzt waren, erfolgten.
Abg. Meinl-Reisinger: Und was ist jetzt?
Darf ich Sie an das Bildungsreformgesetz erinnern? Das ist ja eine umfassende Änderung im Bildungswesen, die mit Verfassungsmehrheit in diesem Haus beschlossen wurde. Es brachte das Ende der nach parteipolitischen Mehrheitsverhältnissen des jeweiligen Bundeslandes zusammengesetzten Kollegien. (Abg. Meinl-Reisinger: Und es brachte?) Diese Kollegien, Frau Kollegin, waren extrem wichtig, denn die Kollegien waren verantwortlich für den Dreiervorschlag der Direktoren und Direktorinnen (Abg. Meinl-Reisinger: Und was ist jetzt?); und natürlich kann man sich ausrechnen, welche Absprachen und Aufteilungen in Kollegien, die parteipolitisch zusammengesetzt waren, erfolgten.
Abg. Meinl-Reisinger: Jetzt gibt es Bildungsdirektoren!
Die Kollegien sind aufgelöst worden, und das ist ein ganz markanter Schritt der Entpolitisierung. (Abg. Meinl-Reisinger: Jetzt gibt es Bildungsdirektoren!) – Auf die Bildungsdirektoren komme ich auch gleich zu sprechen. Direktoren werden also heute nicht mehr, so wie Sie es dargestellt haben, besetzt, sondern über Ausschreibungen (Abg. Meinl-Reisinger: Geh!), über Auswahlkommissionen; und die Auswahlkommissionen sind Zwei-und-zwei-Kommissionen, die Hearings machen können, die weitere Gutachten einholen können, die weisungsfrei und eigenständig arbeiten.
Abg. Meinl-Reisinger: Geh!
Die Kollegien sind aufgelöst worden, und das ist ein ganz markanter Schritt der Entpolitisierung. (Abg. Meinl-Reisinger: Jetzt gibt es Bildungsdirektoren!) – Auf die Bildungsdirektoren komme ich auch gleich zu sprechen. Direktoren werden also heute nicht mehr, so wie Sie es dargestellt haben, besetzt, sondern über Ausschreibungen (Abg. Meinl-Reisinger: Geh!), über Auswahlkommissionen; und die Auswahlkommissionen sind Zwei-und-zwei-Kommissionen, die Hearings machen können, die weitere Gutachten einholen können, die weisungsfrei und eigenständig arbeiten.
Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Es ist die Wahrheit!
Natürlich können Sie sagen, alles wird weiterhin parteipolitisch gesteuert, denn das ist das Mantra, mit dem Sie in die Diskussion hineingegangen sind (Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Es ist die Wahrheit!), aber so locker ist das einfach nicht mehr machbar. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Meinl-Reisinger: Und die Bildungsdirektionen?!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Meinl-Reisinger: Und die Bildungsdirektionen?!
Natürlich können Sie sagen, alles wird weiterhin parteipolitisch gesteuert, denn das ist das Mantra, mit dem Sie in die Diskussion hineingegangen sind (Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Es ist die Wahrheit!), aber so locker ist das einfach nicht mehr machbar. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Meinl-Reisinger: Und die Bildungsdirektionen?!)
Abg. Meinl-Reisinger: Und jetzt?
Es sind die Landesschulräte und die Stadtschulräte abgeschafft worden, eine Institution, die 1868 eingesetzt wurde, ein Jahr nach den Staatsgrundgesetzen. Die amtsführenden Präsidenten wurden jeweils – vielleicht erinnern Sie sich noch – von der jeweiligen Mehrheitsfraktion in den Ländern besetzt: in einem roten Bundesland ein Roter, in einem schwarzen Bundesland ein Schwarzer.(Abg. Meinl-Reisinger: Und jetzt?)
Abg. Meinl-Reisinger: Und die sind jetzt ganz fern von der Parteipolitik dort?
Heute legt das Bildungsdirektionen-Einrichtungsgesetz – tut mir leid, dass es so heißt und wahrscheinlich auch nicht so locker zu lesen ist – ein klares Aufgaben- und Qualifikationsprofil für die Bildungsdirektoren und -direktorinnen fest. (Abg. Meinl-Reisinger: Und die sind jetzt ganz fern von der Parteipolitik dort?)
Abg. Meinl-Reisinger: Schauen Sie doch genauer hin!
Sie können natürlich sagen, alles ist immer Parteipolitik, aber ich kann Ihnen sagen, schauen Sie doch genauer hin! (Abg. Meinl-Reisinger: Schauen Sie doch genauer hin!) Es hat sich seit dem Jahr 2018 – das ist vielleicht für Sie eine noch zu kurze Beobachtungszeit – etwas deutlich verändert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Sie können natürlich sagen, alles ist immer Parteipolitik, aber ich kann Ihnen sagen, schauen Sie doch genauer hin! (Abg. Meinl-Reisinger: Schauen Sie doch genauer hin!) Es hat sich seit dem Jahr 2018 – das ist vielleicht für Sie eine noch zu kurze Beobachtungszeit – etwas deutlich verändert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich stimme Ihnen dennoch bei Ihrer Dringlichen Anfrage grundsätzlich zu: Die Parteipolitik muss zurückgedrängt werden und das Bildungssystem soll und muss dem parteipolitischen Zugriff entzogen werden. Ich ersuche Sie aber auch, die gesetzten Schritte, die es gibt, zur Kenntnis zu nehmen. Ich ersuche Sie dann auch um Zustimmung, wenn wir die Hochschulräte der Pädagogischen Hochschulen, die ja derzeit sehr stark parteipolitisch und interessenpolitisch zusammengesetzt sind, verändern wollen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Meinl-Reisinger: ... SPÖ und ÖVP noch in der Koalition ...!
Klar ist aber auch, dass wir uns damit in einer tief verwurzelten Frage von Kultur oder besser gesagt Unkultur befinden, die sich diesbezüglich über viele Jahrzehnte im System etabliert hat. (Abg. Meinl-Reisinger: ... SPÖ und ÖVP noch in der Koalition ...!) Wir brauchen einen langen Atem, und das war auch für mich ein Grund, das Amt nochmals anzutreten, denn ich bin bereit, mit langem Atem an der Entpolitisierung unseres Schulsystems zu arbeiten. Da würde es mich sehr freuen, mit den Oppositionsparteien gemeinsam und auch auf einer sachlich fundierten Basis arbeiten zu können.
Abg. Meinl-Reisinger: Na eben!
Im Regierungsprogramm ist gleichfalls vereinbart, dass die betroffenen Schulen ihre spezifischen Herausforderungen, Lösungsvorschläge, finanziellen Erfordernisse und angestrebten Bildungserfolge darlegen sollen. Es kann ja nicht so schwierig sein (Abg. Meinl-Reisinger: Na eben!), dies darzustellen, auch auf Papier, damit man das nachvollziehen kann, was eine Schule machen möchte. (Abg. Meinl-Reisinger: Sie haben einmal 500 definiert! Wieso müssen Sie jetzt 100 ...! Warum ist das so kompliziert?!)
Abg. Meinl-Reisinger: Sie haben einmal 500 definiert! Wieso müssen Sie jetzt 100 ...! Warum ist das so kompliziert?!
Im Regierungsprogramm ist gleichfalls vereinbart, dass die betroffenen Schulen ihre spezifischen Herausforderungen, Lösungsvorschläge, finanziellen Erfordernisse und angestrebten Bildungserfolge darlegen sollen. Es kann ja nicht so schwierig sein (Abg. Meinl-Reisinger: Na eben!), dies darzustellen, auch auf Papier, damit man das nachvollziehen kann, was eine Schule machen möchte. (Abg. Meinl-Reisinger: Sie haben einmal 500 definiert! Wieso müssen Sie jetzt 100 ...! Warum ist das so kompliziert?!)
Ruf bei der SPÖ: Und was ist mit Frage 8?
Die Frage 9 - - (Ruf bei der SPÖ: Und was ist mit Frage 8?) – Zur Frage 8 möge mir vielleicht mein Büro die entsprechende Antwort geben. Darf ich darauf noch einmal zurückkommen? (Ruf bei der SPÖ: Da kann ich Ihnen helfen! Die Kosten der Frau Glück!)
Ruf bei der SPÖ: Da kann ich Ihnen helfen! Die Kosten der Frau Glück!
Die Frage 9 - - (Ruf bei der SPÖ: Und was ist mit Frage 8?) – Zur Frage 8 möge mir vielleicht mein Büro die entsprechende Antwort geben. Darf ich darauf noch einmal zurückkommen? (Ruf bei der SPÖ: Da kann ich Ihnen helfen! Die Kosten der Frau Glück!)
Abg. Meinl-Reisinger: Sie könnten es ja auch vorlesen!
Keine. – Ich hoffe, die Zuschauer wissen, warum ich hier „keine“ sage. (Abg. Meinl-Reisinger: Sie könnten es ja auch vorlesen!)
Beifall des Abg. Taschner.
Wenn ich die bildungspolitischen Debatten im Nationalrat verfolge und auch angesichts der heutigen Dringlichen Anfrage an mich, kann ich den Standpunkt meines Generalsekretärs durchaus nachvollziehen, wenn er meint, dass Bildungspolitik immer auch Parteipolitik sei. (Beifall des Abg. Taschner.) Generalsekretär Netzer hat mich informiert, dass er in dem „ZIB“-Interview die parteipolitischen Zugänge des politischen Diskurses angesprochen hat – die parteipolitischen Zugänge des politischen Diskurses – und dass seine Sicht auf die Ebene der Verwaltung und der einzelnen Schulen in der Kürze des Interviews nicht ausreichend dargelegt wurde. Dass Parteipolitik auf dieser inhaltlichen und Verwaltungsebene nichts verloren hat, steht für ihn und auch für mich außer Frage.
Beifall bei ÖVP und Grünen.
prioritär gereiht, und das sind, glaube ich, auch Themen, die Sie und das Parlament hier interessieren werden. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Haubner: Waren sehr gut!
Abgeordnete Mag. Martina Künsberg Sarre (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Herr Minister! Hohes Haus! Herzlich willkommen, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich habe immer wieder die Hoffnung – ich bin ja noch nicht so lange in diesem Hohen Haus –, dass hier gut, inhaltlich gesprochen wird; die Antworten von Ihnen, Herr Minister Faßmann, sind mir ein bisschen zu wenig. (Abg. Haubner: Waren sehr gut!) – Ja, das kann ich mir schon vorstellen, dass Sie das so sehen – ich sehe es nicht so.
Abg. Haubner: Das ist eine Unterstellung!
Ich finde, die Antworten, die Sie gegeben haben, zeigen einmal mehr, dass Sie, die Regierung beziehungsweise die beiden Fraktionen, sich nicht einmal Gedanken darüber gemacht haben, wie unsere Gesellschaft zum Beispiel im Jahr 2050 ausschauen soll. (Abg. Haubner: Das ist eine Unterstellung!) – Nein! Wir reden immer nur über kleine Bereiche. Wir haben heute am Vormittag gehört, wir wollen eine offene Gesellschaft, Wissenschaft ist wichtig, die freie Wissenschaft und so weiter – dass Sie aber einmal ein Bild zeichnen, was unsere Kinder und Jugendlichen können sollen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haubner), damit es 2050 eine gute Gesellschaft gibt, dass sie arbeiten können (Abg. Haubner: Das wissen nur Sie!) – nein, da gibt es Wissenschafter! –, das ist nicht vorhanden, sehe ich, denn wenn Sie dieses Bild hätten, dann hätten Sie schon längst erkannt, dass ein gutes, modernes Bildungssystem große und vor allem viele positive Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat; dann hätten Sie nämlich schon längst diese elende Parteipolitik aus den Schulen verbannt, die nach wie vor da ist.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haubner
Ich finde, die Antworten, die Sie gegeben haben, zeigen einmal mehr, dass Sie, die Regierung beziehungsweise die beiden Fraktionen, sich nicht einmal Gedanken darüber gemacht haben, wie unsere Gesellschaft zum Beispiel im Jahr 2050 ausschauen soll. (Abg. Haubner: Das ist eine Unterstellung!) – Nein! Wir reden immer nur über kleine Bereiche. Wir haben heute am Vormittag gehört, wir wollen eine offene Gesellschaft, Wissenschaft ist wichtig, die freie Wissenschaft und so weiter – dass Sie aber einmal ein Bild zeichnen, was unsere Kinder und Jugendlichen können sollen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haubner), damit es 2050 eine gute Gesellschaft gibt, dass sie arbeiten können (Abg. Haubner: Das wissen nur Sie!) – nein, da gibt es Wissenschafter! –, das ist nicht vorhanden, sehe ich, denn wenn Sie dieses Bild hätten, dann hätten Sie schon längst erkannt, dass ein gutes, modernes Bildungssystem große und vor allem viele positive Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat; dann hätten Sie nämlich schon längst diese elende Parteipolitik aus den Schulen verbannt, die nach wie vor da ist.
Abg. Haubner: Das wissen nur Sie!
Ich finde, die Antworten, die Sie gegeben haben, zeigen einmal mehr, dass Sie, die Regierung beziehungsweise die beiden Fraktionen, sich nicht einmal Gedanken darüber gemacht haben, wie unsere Gesellschaft zum Beispiel im Jahr 2050 ausschauen soll. (Abg. Haubner: Das ist eine Unterstellung!) – Nein! Wir reden immer nur über kleine Bereiche. Wir haben heute am Vormittag gehört, wir wollen eine offene Gesellschaft, Wissenschaft ist wichtig, die freie Wissenschaft und so weiter – dass Sie aber einmal ein Bild zeichnen, was unsere Kinder und Jugendlichen können sollen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haubner), damit es 2050 eine gute Gesellschaft gibt, dass sie arbeiten können (Abg. Haubner: Das wissen nur Sie!) – nein, da gibt es Wissenschafter! –, das ist nicht vorhanden, sehe ich, denn wenn Sie dieses Bild hätten, dann hätten Sie schon längst erkannt, dass ein gutes, modernes Bildungssystem große und vor allem viele positive Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat; dann hätten Sie nämlich schon längst diese elende Parteipolitik aus den Schulen verbannt, die nach wie vor da ist.
Ruf bei der ÖVP: Er weiß es!
Sie sagen in Ihren Antworten, die Bildungsdirektionen haben sich wesentlich verändert – ich weiß nicht, ob Sie es wirklich glauben. (Ruf bei der ÖVP: Er weiß es!) Wir sprechen sehr viel mit Lehrerinnen und Lehrern und Schuldirektoren, die sehen das nicht so. (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Grebien.)
Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Grebien.
Sie sagen in Ihren Antworten, die Bildungsdirektionen haben sich wesentlich verändert – ich weiß nicht, ob Sie es wirklich glauben. (Ruf bei der ÖVP: Er weiß es!) Wir sprechen sehr viel mit Lehrerinnen und Lehrern und Schuldirektoren, die sehen das nicht so. (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Grebien.)
Beifall bei den NEOS. – Heiterkeit der Abg. Meinl-Reisinger.
Ich weiß nicht, ob das nur einseitig ist, aber ich habe beispielsweise gerade vor Kurzem wieder gehört, dass eine Lehrerin der Gewerkschaft beitritt, damit sie Direktorin werden kann. Das ist im 21. Jahrhundert einfach öd, die Leute wollen das wirklich nicht! (Beifall bei den NEOS. – Heiterkeit der Abg. Meinl-Reisinger.)
Beifall bei den NEOS.
Sie sagen, wir müssen ins Handeln kommen, die Ombudsstelle oder die Ombudsfrau hat nur verschiedene Meinungen eingeholt und wenige Lösungsvorschläge gebracht. – Ja, das kann schon sein, das ist natürlich keine quantitative Studie gewesen, die die Ombudsfrau gemacht hat, sondern sie hat qualitative Gespräche geführt, aber für die quantitativen Ergebnisse gibt es seit langem BildungsexpertInnen, Bildungswissenschafter, die ganz genau diese Punkte darlegen und belegen können. Da verstehe ich nicht, dass Sie sagen, es gibt keinen Inhalt. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Steinacker.
Was braucht es für einen guten, gelungenen Veränderungsprozess? – Zum Ersten braucht es Mut – Mut, dass derjenige, der entscheiden kann, das erkennt und sagt: Wir haben hier ein Thema, wir müssen das angehen! Das wäre zum Beispiel auch der Mut, dass die Parteien sagen, sie schauen jetzt einmal über den parteipolitischen Tellerrand hinaus. Das mag vielleicht am Anfang ein bisserl wehtun, wenn man keine Posten mehr besetzen kann, aber man wird sich daran gewöhnen, und Sie werden sehen, die Qualität des Systems wird sich deutlich verbessern. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Steinacker.)
Abg. Steinacker – mit der Handfläche nach unten deutend –: Nicht immer nur runter! Sie war richtig, die Reform!
Der zweite Schritt für einen gelungenen Veränderungsprozess ist Vertrauen. Haben Sie doch Vertrauen in Ihr Lehrpersonal, in die Leute, die in diesem System arbeiten! Die können alle etwas, die muss man nicht immer nur an der Hand nehmen und sie von oben hinunter mit Erlässen und mit sonstigen Schriftstücken zuschütten, die dann über verschiedene Ebenen gespielt werden. Natürlich gab es eine Reform, aber de facto heißen die Bezirksschulinspektoren jetzt halt Qualitätsmanager. (Abg. Steinacker – mit der Handfläche nach unten deutend –: Nicht immer nur runter! Sie war richtig, die Reform!) Es gibt nach wie vor genügend Ebenen, die da durchlaufen werden, bis es ankommt. Erfolgreiche Bildungssysteme haben zum Beispiel meistens flache Hierarchien. Das würde ich Ihnen mitgeben, darüber einmal nachzudenken. (Abg. Steinacker: Natürlich gab es eine Reform, genau deswegen!)
Abg. Steinacker: Natürlich gab es eine Reform, genau deswegen!
Der zweite Schritt für einen gelungenen Veränderungsprozess ist Vertrauen. Haben Sie doch Vertrauen in Ihr Lehrpersonal, in die Leute, die in diesem System arbeiten! Die können alle etwas, die muss man nicht immer nur an der Hand nehmen und sie von oben hinunter mit Erlässen und mit sonstigen Schriftstücken zuschütten, die dann über verschiedene Ebenen gespielt werden. Natürlich gab es eine Reform, aber de facto heißen die Bezirksschulinspektoren jetzt halt Qualitätsmanager. (Abg. Steinacker – mit der Handfläche nach unten deutend –: Nicht immer nur runter! Sie war richtig, die Reform!) Es gibt nach wie vor genügend Ebenen, die da durchlaufen werden, bis es ankommt. Erfolgreiche Bildungssysteme haben zum Beispiel meistens flache Hierarchien. Das würde ich Ihnen mitgeben, darüber einmal nachzudenken. (Abg. Steinacker: Natürlich gab es eine Reform, genau deswegen!)
Beifall bei den NEOS.
Was das Supportpersonal betrifft, haben Sie angesprochen, dass Sie da Maßnahmen setzen – da frage ich mich schon, warum es zum Beispiel in der Steiermark gerade einen Aufschrei gegeben hat, dass Sozialarbeiter gestrichen wurden. Mir haben Schüler eine Unterschriftensammlung dazu übermittelt. Ihre Kollegin Bogner-Strauß sagt: Es ist eh nicht so schlimm in der Steiermark, es kommen nur 1 100 Schüler auf einen Sozialarbeiter, während es in Wien 2 500 sind. – Ja, man kann immer nach unten nivellieren, das ist schön, aber unser Ziel ist das nicht. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Ich muss jetzt leider zum Ende meiner Ausführungen kommen, das tut mir wirklich leid, denn ich hätte noch viel zu sagen. Dieser Tätigkeitsbericht ist, finde ich, eine Steilvorlage dafür, dass Sie etwas tun können. Ich finde, es ist alles aufgelistet, was in diesem Bereich zu tun ist. Wir NEOS sind schon immer bereit dafür, da auch in einen Diskurs zu gehen. Ich freue mich, wenn das zustande kommt, und vor allem, wenn da überparteilich und vor allem auch mit Expertinnen und Experten aus den entsprechenden Bereichen etwas weitergebracht wird. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Abgeordnete MMMag. Gertraud Salzmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Frau Minister! Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Zuseher auf der Galerie, aber auch daheim vor den Fernsehgeräten! Liebe Frau Kollegin Meinl-Reisinger und liebe Frau Kollegin Künsberg, so krank, wie Sie die Schule reden, ist unsere Schule Gott sei Dank nicht. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich rede auch mit vielen Lehrerinnen und Lehrern und ich stehe seit 30 Jahren in der Klasse, ich weiß es einfach aus vielen Erfahrungen, ohne dass ich Interviews führen muss: Ich kann Ihnen versichern, in unseren Schulen in Österreich werden keinem Kind die Flügel gebrochen, ganz im Gegenteil. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Meinl-Reisinger: Habe ich gesagt!
Die Lehrerinnen und Lehrer bemühen sich tagtäglich, wirklich eine ganz gute, ausgezeichnete Arbeit zu machen. (Abg. Meinl-Reisinger: Habe ich gesagt!) Wir versuchen, jedem Kind gerecht zu werden, und ich bitte Sie, das nicht schlechtzureden! (Abg. Meinl-Reisinger: Haben Sie nicht zugehört?) – Ja, ich habe Ihnen zugehört, und gerade deshalb kommt diese Replik. (Abg. Meinl-Reisinger: Haben Sie gehört, dass ich gesagt habe, wie toll unsere Lehrerinnen und Lehrer arbeiten?)
Abg. Meinl-Reisinger: Haben Sie nicht zugehört?
Die Lehrerinnen und Lehrer bemühen sich tagtäglich, wirklich eine ganz gute, ausgezeichnete Arbeit zu machen. (Abg. Meinl-Reisinger: Habe ich gesagt!) Wir versuchen, jedem Kind gerecht zu werden, und ich bitte Sie, das nicht schlechtzureden! (Abg. Meinl-Reisinger: Haben Sie nicht zugehört?) – Ja, ich habe Ihnen zugehört, und gerade deshalb kommt diese Replik. (Abg. Meinl-Reisinger: Haben Sie gehört, dass ich gesagt habe, wie toll unsere Lehrerinnen und Lehrer arbeiten?)
Abg. Meinl-Reisinger: Haben Sie gehört, dass ich gesagt habe, wie toll unsere Lehrerinnen und Lehrer arbeiten?
Die Lehrerinnen und Lehrer bemühen sich tagtäglich, wirklich eine ganz gute, ausgezeichnete Arbeit zu machen. (Abg. Meinl-Reisinger: Habe ich gesagt!) Wir versuchen, jedem Kind gerecht zu werden, und ich bitte Sie, das nicht schlechtzureden! (Abg. Meinl-Reisinger: Haben Sie nicht zugehört?) – Ja, ich habe Ihnen zugehört, und gerade deshalb kommt diese Replik. (Abg. Meinl-Reisinger: Haben Sie gehört, dass ich gesagt habe, wie toll unsere Lehrerinnen und Lehrer arbeiten?)
Abg. Meinl-Reisinger: Nicht nur der Wiener Behörden! Sie sind blind auf einem Auge!
Das erste Buch von Susanne Wiesinger zeigt Probleme auf, die da waren und die wir bereits mit 2017 beginnend anzugehen versucht haben. Susanne Wiesinger ist eine ehemalige sozialistische, sozialdemokratische Lehrervertreterin, die die Missstände vor allem in den Brennpunktschulen im Wiener Zentralraum aufzeigt. Sie prangert das Vertuschen an, sie prangert das Wegschauen der Wiener Behörden an (Abg. Meinl-Reisinger: Nicht nur der Wiener Behörden! Sie sind blind auf einem Auge!), und das zu Recht, weil es wirklich massive Probleme gegeben hat und nach wie vor noch gibt. Frau Meinl-Reisinger, Sie werden mir aber zugestehen: Probleme, die sich über Jahre hinweg aufgebaut haben, kann man nicht mit einem Federstrich in einem oder zwei Jahren beheben; das geht nicht. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Rössler.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Rössler.
Das erste Buch von Susanne Wiesinger zeigt Probleme auf, die da waren und die wir bereits mit 2017 beginnend anzugehen versucht haben. Susanne Wiesinger ist eine ehemalige sozialistische, sozialdemokratische Lehrervertreterin, die die Missstände vor allem in den Brennpunktschulen im Wiener Zentralraum aufzeigt. Sie prangert das Vertuschen an, sie prangert das Wegschauen der Wiener Behörden an (Abg. Meinl-Reisinger: Nicht nur der Wiener Behörden! Sie sind blind auf einem Auge!), und das zu Recht, weil es wirklich massive Probleme gegeben hat und nach wie vor noch gibt. Frau Meinl-Reisinger, Sie werden mir aber zugestehen: Probleme, die sich über Jahre hinweg aufgebaut haben, kann man nicht mit einem Federstrich in einem oder zwei Jahren beheben; das geht nicht. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Rössler.)
Abg. Meinl-Reisinger: Das ist sein Job und nicht der Job der Frau Wiesinger!
Herr Minister Faßmann, Sie haben Susanne Wiesinger dann als Ombudsfrau geholt. Die Tätigkeit als Ombudsfrau wäre ja durchaus eine sehr wichtige und verantwortungsvolle, sie hat auch einen Bericht abgeliefert; nur der nächste Schritt, der aus meiner Sicht als Lehrerin ganz klar zu tun wäre, ist, im Gespräch lösungsorientierte Ansätze und Weiterentwicklungen in der Bildung, in den Schulen zu projizieren. Das aber fehlt mir, und da bin ich als Lehrerin wirklich - - (Abg. Meinl-Reisinger: Das ist sein Job und nicht der Job der Frau Wiesinger!) – Das gemeinsam mit dem Minister zu entwickeln, Frau Meinl-Reisinger; das werden Sie mir zugestehen! Da bin ich als Lehrerin einfach enttäuscht, das kann ich Ihnen so sagen. (Abg. Meinl-Reisinger – ihren Sitzplatz verlassend –: Jetzt gehe ich!)
Abg. Meinl-Reisinger – ihren Sitzplatz verlassend –: Jetzt gehe ich!
Herr Minister Faßmann, Sie haben Susanne Wiesinger dann als Ombudsfrau geholt. Die Tätigkeit als Ombudsfrau wäre ja durchaus eine sehr wichtige und verantwortungsvolle, sie hat auch einen Bericht abgeliefert; nur der nächste Schritt, der aus meiner Sicht als Lehrerin ganz klar zu tun wäre, ist, im Gespräch lösungsorientierte Ansätze und Weiterentwicklungen in der Bildung, in den Schulen zu projizieren. Das aber fehlt mir, und da bin ich als Lehrerin wirklich - - (Abg. Meinl-Reisinger: Das ist sein Job und nicht der Job der Frau Wiesinger!) – Das gemeinsam mit dem Minister zu entwickeln, Frau Meinl-Reisinger; das werden Sie mir zugestehen! Da bin ich als Lehrerin einfach enttäuscht, das kann ich Ihnen so sagen. (Abg. Meinl-Reisinger – ihren Sitzplatz verlassend –: Jetzt gehe ich!)
Zwischenruf des Abg. Leichtfried.
Ich möchte nun auf die evidenzbasierte Argumentation eingehen – Frau Meinl-Reisinger, Sie wollen es nicht hören! – und möchte das an drei Punkten festmachen und diese herausgreifen. (Zwischenruf des Abg. Leichtfried.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gab eine Untersuchung betreffend 15-Jährige mit Migrationshintergrund in den OECD-Staaten, und es ist ermittelt worden, welche der OECD-Staaten betreffend 15-Jährige mit Migrationshintergrund den größten Rückstand aufweisen. Unter diesen fünf Staaten ist Finnland – mit dem größten Rückstand –, das Sie als Paradeland positiv hervorheben, ebenso darunter sind Island und Schweden. Spannenderweise sind diese drei Länder, die da so schlecht abschneiden, eben auch die gepriesenen Gesamtschulländer. Ich möchte noch dazusagen: Finnland hat noch nicht die Probleme mit der Migration, wie wir sie in Österreich haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Leichtfried – auf das schon länger rot leuchtende Lämpchen am Rednerpult deutend –: Was ist eigentlich mit der Redezeit?
Ich nenne nur einige Punkte: Es ist die Sprachförderung, die vor allem auch im elementarpädagogischen Bereich noch wesentlich gestärkt wird, ein ganz wichtiger Punkt. Die Deutschförderklassen wollen wir beibehalten und mithilfe der Evaluation weiterentwickeln. Wir führen die Bildungspflicht ein. Uns ist es wichtig, auch die Mittlere Reife festzustellen, die Schülerinnen und Schüler sollen ausreichend lesen, rechnen und schreiben können, wenn sie die Schule verlassen. (Abg. Leichtfried – auf das schon länger rot leuchtende Lämpchen am Rednerpult deutend –: Was ist eigentlich mit der Redezeit?) Ich darf auch den Ethikunterricht erwähnen. Der Ethikunterricht als verpflichtendes Ersatzfach liefert einen wesentlichen Beitrag für die Wertevermittlung, für die Toleranz und den Respekt und fördert auch ein gutes Schulklima.
Zwischenruf des Abg. Hoyos-Trauttmansdorff.
Wir stehen für echte und evidenzbasierte Lösungen, und uns – das hat Minister Faßmann vielfach gezeigt – ist der Dialog mit den Expertinnen und Experten, das sind vor allem die Lehrerinnen und Lehrer, die tagtäglich in den Schulen stehen und einen hervorragenden Dienst leisten, wesentlich. (Zwischenruf des Abg. Hoyos-Trauttmansdorff.) Somit sind wir auf einem guten Weg. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Fischer.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Fischer.
Wir stehen für echte und evidenzbasierte Lösungen, und uns – das hat Minister Faßmann vielfach gezeigt – ist der Dialog mit den Expertinnen und Experten, das sind vor allem die Lehrerinnen und Lehrer, die tagtäglich in den Schulen stehen und einen hervorragenden Dienst leisten, wesentlich. (Zwischenruf des Abg. Hoyos-Trauttmansdorff.) Somit sind wir auf einem guten Weg. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Fischer.)
Abg. Hörl: ... gute Rede! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Abgeordnete Mag. Dr. Sonja Hammerschmid (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich bin gerade ein bisschen sprachlos aufgrund der Rede meiner Kollegin Salzmann (Abg. Hörl: ... gute Rede! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), denn wenn es so wäre (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS), dass die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Expertinnen und Experten, die täglich in der Praxis stehen, auch gehört werden, dann hätten wir, glaube ich, ein anderes Bild. Wir
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS
Abgeordnete Mag. Dr. Sonja Hammerschmid (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich bin gerade ein bisschen sprachlos aufgrund der Rede meiner Kollegin Salzmann (Abg. Hörl: ... gute Rede! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), denn wenn es so wäre (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS), dass die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Expertinnen und Experten, die täglich in der Praxis stehen, auch gehört werden, dann hätten wir, glaube ich, ein anderes Bild. Wir
in Richtung Meinl-Reisinger
Aber zurück zu dieser Diskussion: Für uns als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gelten zwei starke Prämissen, um Bildungspolitik gelingen zu lassen. Die eine ist schlichtweg Chancengerechtigkeit für jedes Kind, also dass jedes Kind wirklich die Bildung bekommt, die es verdient, die seinen Potenzialen und Talenten entspricht. Wir wissen, dass wir da noch gewaltigen Nachholbedarf haben. Die Zweite ist: Jedem Kind alles zutrauen. Sie haben es in Ihrer Anfrage (in Richtung Meinl-Reisinger) so schön formuliert: dass in jedem Kind etwas „Großes steckt“. – Ja genau, in jedem Kind steckt etwas Großes, das sehen wir auch so. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.
Aber zurück zu dieser Diskussion: Für uns als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gelten zwei starke Prämissen, um Bildungspolitik gelingen zu lassen. Die eine ist schlichtweg Chancengerechtigkeit für jedes Kind, also dass jedes Kind wirklich die Bildung bekommt, die es verdient, die seinen Potenzialen und Talenten entspricht. Wir wissen, dass wir da noch gewaltigen Nachholbedarf haben. Die Zweite ist: Jedem Kind alles zutrauen. Sie haben es in Ihrer Anfrage (in Richtung Meinl-Reisinger) so schön formuliert: dass in jedem Kind etwas „Großes steckt“. – Ja genau, in jedem Kind steckt etwas Großes, das sehen wir auch so. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Bundesminister Faßmann: Max Weber!
Wenn Sie nun, Herr Minister, sagen, dass die Wissenschaft sich nicht überall einmischen soll – insbesondere im Bildungsbereich –, dann stimmt mich das wirklich traurig. (Bundesminister Faßmann: Max Weber!) Dass Sie auf die Vorschläge, die von Frau Wiesinger kommen, irritiert reagieren, von Anpatzung und von einem Maulwurf sprechen – das betrifft vielleicht nicht Sie, aber Ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem Ministerium, im Wesentlichen Frau Glück –, stimmt mich wirklich traurig, denn Sie und wir alle sollten gemeinsam darüber nachdenken, was denn von den Praktikern aus der täglichen Schulpraxis zurückkommt, was uns als PolitikerInnen mitgegeben wird und worüber wir nachdenken sollten. Auf wen hören Sie, Herr Bundesminister? Wen nehmen Sie ernst? Diese Frage kann ich Ihnen nicht ersparen.
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt stellen Sie Frau Glück Frau Wiesinger zur Seite, auf deren eigenes Bitten, wie ich heute Ihren Ausführungen entnehmen durfte; Sie geben dafür auch eine erkleckliche Summe an Geld aus. Das ist das eine. Was mich daran aber stört, ist, dass dafür das Geld da ist, dass aber für Unterstützungspersonal in den Schulen, für einen Chancenindex mit viel mehr Lehrerinnen und Lehrern, schlichtweg für gute Pädagogik das Geld nicht da ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der NEOS sowie des Abg. Koza.
Wie gesagt: Weitere Anträge werden folgen. Ich bitte Sie alle hier im Hohen Haus: Konzentrieren wir uns auf eine Debatte, die die Zukunftschancen unserer Kinder erhöht und in den Mittelpunkt stellt, und unterlassen wir medienwirksame Selbstinszenierungen! – Danke. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der NEOS sowie des Abg. Koza.)
Beifall bei der FPÖ – Zwischenruf der Abg. Maurer
Ich möchte aber eines hinzufügen: Herr Bundesminister, Sie haben sich mit uns Freiheitlichen immer schwergetan, auch damals bei der Zusammenarbeit in der Koalition, denn anders ist nicht nachvollziehbar, warum Sie beispielsweise das differenzierte Schulsystem, das wir im Regierungsprogramm unter Blau-Schwarz vereinbart hatten, jetzt mehr oder weniger angreifen, indem Sie die Einführung der Mittleren Reife festgeschrieben haben. Wir sehen das differenzierte Schulsystem als die beste Möglichkeit, unsere Kinder zu fördern und zu unterstützen (Beifall bei der FPÖ – Zwischenruf der Abg. Maurer), weil dabei sowohl auf jene Schüler Rücksicht genommen wird, die mehr Unterstützung brauchen, als auch auf jene Rücksicht genommen wird, die begabt oder hochbegabt sind, und diese entsprechend gefördert werden können.
Beifall bei der FPÖ.
Uniforme Strukturen wie die Gesamtschule für alle Zehn- bis 14-Jährigen lehnen wir daher ab. Die Fort- und Weiterführung, der Ausbau des differenzierten Schulsystems sind unserer Meinung nach eine Notwendigkeit, das ist aber durch dieses schwarz-grüne Regierungsprogramm natürlich massiv in Gefahr, denn das bedeutet schlussendlich, dass für alle Schultypen das Bildungsziel nach neun Jahren gleich ist und somit der Schritt zur Gesamt- und Einheitsschule gesetzt wird. Das schwarz-grüne Regierungsprogramm ist sohin ein Angriff auf das differenzierte Schulsystem, auf unsere Schulen und auf unsere Kinder. – Herr Bundesminister, bitte beenden Sie die Fortführung dieses Angriffes! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Kollegin Salzmann, Sie haben davon gesprochen, dass in österreichischen Schulen „keinem Kind die Flügel gebrochen“ werden. – Mit solchen Vorgängen, mit solchen Inszenierungen, wie sie da passieren, werden unseren Kindern die Flügel gebrochen; dem gilt es entsprechend Einhalt zu gebieten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundesminister, bitte, so ein Vorfall kann nicht ohne Konsequenzen bleiben. Ich bitte Sie, handeln Sie! Kehren Sie diesen Wahnsinn nicht unter den Teppich und verweigern Sie sich nicht der Realität! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Grünen und ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir haben grundsätzlich ein Problem in unserem Schulsystem, das regelmäßig von der OECD, von BildungswissenschafterInnen bescheinigt wird: In Österreich wird Bildung nach wie vor vererbt. Es ist kein Geheimnis, wofür wir Grüne stehen. Wir stehen dafür, dass jedes Kind, jede Schülerin, jeder Schüler, egal woher er kommt, wo er aufgewachsen ist, im Dorf, in der Stadt, welche Erstsprache er oder sie spricht, die gleichen Chancen haben soll. (Beifall bei Grünen und ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Um diese gleichen Chancen zu erreichen, ist es notwendig, so früh wie möglich anzusetzen. Sie wissen, wir setzen uns ganz stark für den Ausbau der Elementarpädagogik ein, und es ist auch gelungen, im Regierungsprogramm tatsächlich einen deutlichen Ausbau der bereits bestehenden 15a-Vereinbarung – das bedeutet, das Geld kommt schnell – zu erreichen. Wir haben eine Ausbildungsoffensive in diesem Bereich erreicht. Wir haben auch, was die Ausbildung betrifft, ganz zentrale Punkte verankern können, zum Beispiel DAF/DAZ-Module, das heißt Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache, in allen pädagogischen Ausbildungen, sodass alle Lehrerinnen und Lehrer im Grunde einmal gehört und gelernt haben, wie Deutsch als Zweitsprache oder als Fremdsprache zu unterrichten ist.
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Maßnahmen wie zum Beispiel die Evaluierung des sonderpädagogischen Förderbedarfs vorgesehen, was bedeutet, dass er angepasst werden muss, weil der Deckel nicht passt, und, und, und. Wir haben in diesem Regierungsprogramm ganz viele Maßnahmen setzen können, die jenen Kindern, die in unserem Schulsystem benachteiligt sind, massiv weiterhelfen und zu besseren Chancen und mehr Chancengerechtigkeit verhelfen. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Kollross: Da ist sie! – Abg. Hammerschmid: Da!
Ich möchte ein bisschen darauf eingehen, was in der Debatte rund um dieses Buch von Frau Wiesinger thematisiert worden ist, nämlich in Bezug auf die Parteipolitik: Ja, wir wissen, das ist ein Thema. Wir haben im Rahmen der Bildungsreform 2017 – Kollegin Sonja Hammerschmid war damals Ministerin und wird sich daran erinnern; sie ist gerade nicht im Saal, sehe ich (Abg. Kollross: Da ist sie! – Abg. Hammerschmid: Da!); ah, da ist sie – zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um betreffend die Besetzung von Posten vorwärtszukommen und eben nicht auf diesen parteipolitischen Dingen draufzupicken.
Abg. Schellhorn: Ist schon!
Ganz grundsätzlich zum Buch von Frau Wiesinger: Ja, sie spricht Dinge an, die relevant sind, die wir seit vielen Jahren diskutieren. Es ist allerdings auch ein bisschen befremdlich, in welchem Ton sie das tut und wie apokalyptisch ihre Schilderungen sind. Wenn man dieses Buch liest, dann hat man das Gefühl, der Untergang des österreichischen Bildungssystems stehe unmittelbar bevor – sie formuliert es auch so. (Abg. Schellhorn: Ist schon!) Davon sind wir jedoch definitiv ganz weit entfernt und davon kommen wir auch mit dem Regierungsprogramm, das wir vorgelegt haben, deutlich weg. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Ganz grundsätzlich zum Buch von Frau Wiesinger: Ja, sie spricht Dinge an, die relevant sind, die wir seit vielen Jahren diskutieren. Es ist allerdings auch ein bisschen befremdlich, in welchem Ton sie das tut und wie apokalyptisch ihre Schilderungen sind. Wenn man dieses Buch liest, dann hat man das Gefühl, der Untergang des österreichischen Bildungssystems stehe unmittelbar bevor – sie formuliert es auch so. (Abg. Schellhorn: Ist schon!) Davon sind wir jedoch definitiv ganz weit entfernt und davon kommen wir auch mit dem Regierungsprogramm, das wir vorgelegt haben, deutlich weg. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Wurm: Sehr seicht! Das war jetzt sehr seicht!
Ich stimme der von mir sehr geschätzten Bildungswissenschaftlerin Barbara Herzog-Punzenberger zu, die in der heutigen Ausgabe des „Standard“ zu Recht dafür plädiert, zurück zur sachpolitischen Debatte und weg von diesen Anekdoten zu kommen, hin zu der Bezugnahme auf die Wissenschaft; deshalb haben wir an vielen Stellen die Wissenschaft und auch Evaluierungen verankert. Sie schreibt: „Dass mit dem Regierungsprogramm hier einige Weichen gestellt wurden, die mit geeigneten Inhalten und Prozessen versehen, in die richtige Richtung führen könnten, nährt meine Hoffnung, dass eine Rückbesinnung auf wissenschaftliche Expertise auf der Tagesordnung steht.“ – Das ist und bleibt auch mein Anliegen, unser Anliegen, das wir gemeinsam umsetzen werden. – Vielen Dank. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Wurm: Sehr seicht! Das war jetzt sehr seicht!)
Beifall bei den NEOS.
Abgeordneter Dr. Helmut Brandstätter (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Liebe Zuschauerinnen und liebe Zuschauer! Bei allem Respekt, Herr Bundesminister, das war schon patzweich – ich formuliere es hochdeutsch: patzweich –, was Sie hier gesagt haben! Wenn ich es richtig aufgeschrieben habe: Das Zurückdrängen der Parteipolitik ist so schwierig! – Meinen Sie das wirklich ernst? (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Sie hätten sagen können: Ich will die Parteipolitik nicht zurückdrängen! Oder Sie hätten sagen können: Was soll ich sagen, meine Damen und Herren, ich erlebe es ja selber im Ministerium?! Die setzen mir da die Türkisen rein, die haben mir Leute ins Kabinett gesetzt, habe ich mir nicht aussuchen können! Ja, es ist schwierig! – Wenn Sie es so formulieren, dann glaube ich es Ihnen. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Und dann zu Herrn Generalsekretär Netzer: Ich habe ihn gesehen, „Bildungspolitik ist [...] Parteipolitik“, hat er gesagt. – Erklären Sie mir nicht, dass ihm das passiert ist! Alle diese Leute sind perfekt gecoacht bis zum Letzten, die sagen ja keinen Halbsatz mehr, der nicht von einer dieser Kommunikationstrainerinnen oder einem dieser Kommunikationstrainer vorbereitet wurde. Er hat schon gewusst, was er sagt. Sie haben einen Generalsekretär, der sagt, Bildungspolitik ist Parteipolitik. Damit zerstören Sie nichts, denn es ist ohnehin schon zerstört, aber Sie tun auch nichts dafür, dass es besser wird, und das ist wirklich mehr als bedauerlich. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Meinl-Reisinger: ... Bravo!
Frau Kollegin Maurer sagt, das Bildungssystem sei gar nicht so schlecht. – Na ja, ein Viertel der 15-Jährigen kann nicht sinnerfassend lesen und schreiben. Greta Thunberg hat gesagt, das Haus brennt. – Die Schule brennt, ja! Sie können nicht lesen und schreiben, sie verstehen nicht, worum es geht. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Meinl-Reisinger: ... Bravo!)
Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.
Und Sie, was tun Sie? – Sie sagen, man muss den Türkisen beitreten, und dann wird alles wieder gut. Das ist doch das eigentliche Problem. Ich habe es ja selber erlebt. Ich habe es erlebt, als ich im ORF angefangen habe, ich habe es als Journalist erlebt: Freund, Feind – du gehörst zu uns, dann bist du dabei, du gehörst nicht zu uns, dann schau, wo du bleibst! Mit diesem politischen System werden Sie noch mehr zerstören, als Sie in dem Land schon zerstört haben. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den NEOS.
Bitte wachen Sie endlich auf! – Danke schön. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Da wir heute auch so oft gehört haben, dass wir nicht über die Inhalte des Buches reden: Was hat denn Minister Faßmann gesagt? – Er meinte, dass die Inhalte sehr wohl ihren Beitrag zum Aufzeigen von Problemen leisten. Der zugehörige Bericht wurde ja veröffentlicht. Die Umstände, die aufgezeigt werden, sind wichtig, das bestreitet definitiv niemand – vielleicht ein bisschen die Wiener SPÖ –, und es ist auch wichtig, dass darüber gesprochen wird. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Der nächste Punkt: Frau Wiesinger fordert zusätzliches Unterstützungspersonal. – Dem kann ich nur zustimmen. Das steht auch auf Seite 236 des Regierungsprogrammes: „Bereitstellung von Supportpersonal“, sowohl administrativ als auch psychosozial; außerdem eines meiner Lieblingsprojekte, nämlich das Pilotprogramm, 100 Schulen mit besonderen Herausforderungen gezielt zu unterstützen – hervorragend, vorausgesetzt, dass es eine Strategie dafür gibt, wie man den Standort weiterentwickelt. Und verzeihen Sie mir, ich bin wirklich für den Abbau von Bürokratie, aber dass man sich Gedanken darüber macht, wie man einen Standort vorwärtsbringt, wie man zusätzliche finanzielle Mittel und zusätzliche Ressourcen einsetzt, und diese Gedanken auch niederschreibt, das darf man, glaube ich, wohl verlangen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Da wir heute am Vormittag schon so viele Zitate gehört haben: Henry Ford, ein Unternehmer, hat einmal gemeint: Suche nicht nach Problemen, suche nach Lösungen! – Ich denke, diese haben wir im Regierungsprogramm niedergeschrieben, und ich freue mich schon auf die gemeinsame Umsetzung, auch mit dem Ministerium. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! In bildungspolitischen Diskussionen besteht – bei allem Engagement – häufig die Gefahr, dass man ein bisschen ins Technokratische abgleitet, deswegen ist immer wichtig, dass wir uns vor Augen halten, worum es wirklich geht. Es geht bei der Ausgestaltung von Bildungspolitik darum, Lebenschancen für junge Menschen zu gestalten; um es mit einem alten sozialdemokratischen Grundsatz darzustellen: kein Kind auf diesem Weg zurücklassen, egal aus welchen sozialen Verhältnissen dieses Kind kommt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Zarits: Unglaublich!
Ich unterstelle einmal, dass das auch ein Anliegen von Frau Wiesinger war, einer Frau, die ein kritischer Geist ist. Die Causa um Frau Wiesinger, ihre Geschichte, zeigt, wie das System Kurz, wie das System türkise Politik funktioniert. Herr Bundesminister, bei all den beschwichtigenden Worten in beschwichtigendem Ton, mit denen Sie heute hier geantwortet haben, muss man schon feststellen, dass Sie sich in dieses System haben einspannen lassen – nicht nur, was diese Causa betrifft. (Abg. Zarits: Unglaublich!)
Zwischenruf der Abg. Steinacker.
Schaut man sich die Causa an, dann sieht man, da gab es offensichtlich einen kritischen Geist. Man hat gehofft, dass Frau Wiesinger anderen wehtut; man hat sie eingespannt und formal als unabhängige, weisungsfreie Expertin angestellt. (Zwischenruf der Abg. Steinacker.) Die gute Frau ist aber ziemlich schnell draufgekommen, dass sie ganz eindeutig instrumentalisiert worden ist, das kann man eindeutig in den Interviews nachhören und auch nachlesen.
Zwischenruf des Abg. Ottenschläger.
Sie haben ihr eine Aufpasserin zur Seite gestellt. Sie haben uns jetzt in der Beantwortung gesagt, dass Frau Glück langjährige Erfahrung eingebracht hat. – Jawohl, sie hat in der Formulierung und im Verkauf von ÖVP-Positionen langjährige Erfahrung, da ist sie absolut professionell, das hat sie in diesem Fall auch bewiesen und betrieben. Sie haben Frau Wiesinger keine Unterstützung, sondern einen Politkommissar zur Seite gestellt. (Zwischenruf des Abg. Ottenschläger.) Nach einiger Zeit ist es ihr dann gedämmert, dass sie in einem entsprechenden Korsett steckt. Daraufhin hat sie nicht mehr so funktioniert, wie man sich das vorgestellt hat, nämlich dass sie sich so ausrichtet, dass sie anderen schadet.
Abg. Meinl-Reisinger: Aber auch bei der SPÖ! Auch bei der SPÖ! ... beschreibt das sehr deutlich!
Das ist das Problem, das wir in der Bildungspolitik seit vielen, vielen Jahren haben – egal mit welchem Partner Sie in der Regierung sind (Abg. Meinl-Reisinger: Aber auch bei der SPÖ! Auch bei der SPÖ! ... beschreibt das sehr deutlich!) –, dass Sie Positionen, die nicht die Ihren sind, nicht aufgreifen.
Zwischenruf bei der ÖVP
Sie tun das auch dann nicht, wenn eine Position von der überwiegenden Zahl der Experten und Expertinnen oder von der OECD empfohlen wird; ich nenne einige Beispiele: Wir haben in Österreich eine viel zu frühe Trennung, die gemeinsame Schule ist europäischer Standard (Zwischenruf bei der ÖVP) – nur wir dürfen das nicht aufgreifen; nicht, weil das nicht die Meinung der Experten, der Wissenschaft ist, sondern weil die ÖVP das als schlechte Empfehlung auffasst –; der Ausbau der Ganztagsbetreuung, der Ganztagsschule, wäre ganz wichtig, um denen zu helfen, die sich Nachhilfe nicht leisten können (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger), um sie in der Schule entsprechend zu unterstützen; der Chancenindex, zu dem man die ÖVP hintragen muss, bei dem jetzt aber hoffentlich in den nächsten Jahren etwas weitergeht.
Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger
Sie tun das auch dann nicht, wenn eine Position von der überwiegenden Zahl der Experten und Expertinnen oder von der OECD empfohlen wird; ich nenne einige Beispiele: Wir haben in Österreich eine viel zu frühe Trennung, die gemeinsame Schule ist europäischer Standard (Zwischenruf bei der ÖVP) – nur wir dürfen das nicht aufgreifen; nicht, weil das nicht die Meinung der Experten, der Wissenschaft ist, sondern weil die ÖVP das als schlechte Empfehlung auffasst –; der Ausbau der Ganztagsbetreuung, der Ganztagsschule, wäre ganz wichtig, um denen zu helfen, die sich Nachhilfe nicht leisten können (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger), um sie in der Schule entsprechend zu unterstützen; der Chancenindex, zu dem man die ÖVP hintragen muss, bei dem jetzt aber hoffentlich in den nächsten Jahren etwas weitergeht.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Künsberg Sarre.
Also für die nächsten Jahre: System Kurz durchbrechen – nicht nur Inszenierung, sondern Maßnahmen, um den Kindern zu helfen! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Künsberg Sarre.)
Zwischenruf der Abg. Kuntzl.
Nun zur parteipolitischen Ausrichtung: Es ist eben nicht so, Frau Mag. Kuntzl, dass wir als Freiheitliche Partei uns in der Koalition mit der ÖVP überhaupt nirgends durchsetzen konnten. (Zwischenruf der Abg. Kuntzl.) Ich denke, wir haben konstruktive Vor-
Beifall bei der FPÖ
schläge gemacht, beispielsweise haben wir den Vorschlag mit dem Kopftuchverbot gebracht. Es war immer auch der Wunsch der Freiheitlichen Partei, Kopftücher in den Schulen zu verbieten (Beifall bei der FPÖ) – natürlich auch bei den Lehrpersonen, und natürlich nicht nur bis zum Alter von zehn Jahren, sondern bis 14 Jahre. No na net!
Zwischenruf der Abg. Kuntzl
Anderes Beispiel: Deutschförderklassen. – Na, wie seid ihr, liebe SPÖ, gegen diese Deutschförderklassen Sturm gelaufen?! Das auszuführen würde meinen Zeitrahmen bei Weitem sprengen, aber Sie wissen doch eines ganz genau – und das frage ich jetzt in Richtung Fernsehzuseher –: Geschätzte Fernsehzuseher, glauben Sie, dass die Kenntnis der deutschen Sprache notwendig ist, um dem Unterricht auf Deutsch folgen zu können? – Das wird jeder mit Ja beantworten, aber das Ergebnis des Expertenhearings zu diesem Thema war, dass die linke Reichshälfte dieses Faktum abgestritten hat (Zwischenruf der Abg. Kuntzl) und die Einführung von Deutschförderklassen bekämpft hat, obwohl entsprechende ExpertInnen aufgetreten sind.
Beifall bei der FPÖ.
Ich erinnere an eine Direktorin einer Brennpunktschule in Wien Meidling, in der 320 Kinder unterrichtet werden sollen, davon 85 Prozent mit nicht deutscher Muttersprache; sie hat festgestellt, dass in ihrer Klasse ein bis zwei Kinder sind, die deutschsprachig sind. Wie soll denn Unterricht da funktionieren? Wie soll denn ein Kind dem Unterricht folgen können, wenn es der Unterrichtssprache, sprich der deutschen Sprache, nicht mächtig ist? – Überhaupt nicht! Auch da haben wir uns, ausgehend von der Freiheitlichen Partei, die immer Deutschförderklassen eingefordert hat, zu einem sinnvollen Kompromiss durchgerungen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wissen Sie, das ist Ihre (das erwähnte Buch in Richtung SPÖ haltend) Position, das ist Parteipolitik: klare Erkenntnisse ignorieren, unter den Tisch kehren, weil die Freiheitliche Partei in diesem Punkt nicht recht haben kann. – Und solche Positionen lehnen wir ab! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wie ist das zu vereinbaren, dass eine Person Bezirksschulinspektorin und Schulqualitätsmanagerin ist und im Außenbereich für eine Partei tätig ist? – Das ist für uns als Freiheitliche Partei ein absolutes No-Go. Diese Parteipolitik ist abzustellen. – Ich danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Salzmann.
Abgeordnete Mag. Faika El-Nagashi (Grüne): Parteipolitik ist es, Autorinnen mit Wissenschaftlerinnen, Anekdoten mit Wissenschaft zu verwechseln und nur diejenigen zu erzählen, die einem genehm sind. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Salzmann.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS.
Diese Diversität, die im Klassenzimmer existiert, muss ihre Entsprechung im Lehrerinnen- und Lehrerzimmer finden, sie muss im System eine Entsprechung finden. Eine Aufgabe ist es natürlich, diese Diversität bei den jungen Menschen so zu unterstützen, dass sie an eine Welt herangeführt werden können, die genauso divers, genauso komplex, genauso global ist wie die Realität und die Realitäten, die sie erleben. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und NEOS.
Diese Möglichkeiten, diese Chancen und Potenziale in den Schülerinnen und Schülern, in den jungen Menschen zu sehen, die auch die Zukunft dieses Landes darstellen und nicht nur auf dieses Land begrenzt sind, sondern wirklich global denken und globale Realitäten erleben und abbilden, das ist unsere Verantwortung. Wenn wir eine respektvolle Schulkultur möchten, dann brauchen wir eine respektvolle politische Kultur. Ich hoffe, dass wir über Parteigrenzen hinweg in diesem Sinne zusammenarbeiten können. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Wie kaputt diese Strukturen sind, offenbart sich besonders in der Integrationspolitik. Frau Wiesinger schreibt zum Beispiel: „Alle Spitzenpolitiker, mit denen ich gesprochen habe, sind in den wesentlichen Punkten, was in der Integrationspolitik schiefläuft und wo man ansetzen sollte, nicht weit voneinander entfernt. Bleibt die Frage: Weshalb passiert nichts?“ – Das ist ja eine relevante Frage, da geht es ja nicht um irgendetwas. Da geht es um eines der wichtigsten Politikfelder überhaupt: die Integrationspolitik, die Bildungspolitik. Wenn sich alle Expertinnen und Experten, Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker – ich nenne dann auch noch ein paar Beispiele – einig sind, warum passiert dann nichts? – Das ist absolut nicht nachvollziehbar. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Wer ist für diese Politik, die sich irgendwie nach Daten, nach Umfragen, danach, was gerade populär ist, richtet, in der ÖVP verantwortlich? – Spätestens seit der Machtübernahme in der ÖVP und dem innerparteilichen Durchgriffsrecht von Sebastian Kurz kann man zumindest sagen, wer für diese Linie verantwortlich ist, und da muss ich mich jetzt an den leider nicht anwesenden Bundeskanzler Sebastian Kurz wenden und sagen: Ich bin zutiefst enttäuscht, dass gerade Sie als ehemaliger Integrationsstaatssekretär da komplett lösungsresistent sind und bereit sind, sinnvolle Integrationsmaßnahmen auf dem Altar des Rechtspopulismus zu opfern. (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenruf des Abg. Lopatka
Ich bin heute genauso alt wie Sebastian Kurz, als er Integrationsstaatssekretär wurde (Zwischenruf des Abg. Lopatka) – nein, das war noch nicht der Punkt –, und gerade als junger Abgeordneter verspüre ich einen starken Tatendrang. Ich würde so gern so viel bewegen, und ich verstehe nicht, warum Sebastian Kurz, der die Macht hatte, der den Einfluss hatte, der die Möglichkeiten hatte, einfach nichts bewegen wollte und konnte. Das ist für mich nicht nachvollziehbar. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Kucher.) Ich verstehe nicht, wo der Tatendrang von Sebastian Kurz aus der Zeit, als er in die Politik gestartet ist, geblieben ist. Sind ein paar Prozentpunkte bei der nächsten Wahl wirklich wichtiger als eine gute und evidenzbasierte Integrationspolitik? (Abg. Lopatka: Beides!) – Ja, beides, genau. (Abg. Lopatka: Sie sind ja auch bald Gewinner, oder?) – Ja.
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Kucher.
Ich bin heute genauso alt wie Sebastian Kurz, als er Integrationsstaatssekretär wurde (Zwischenruf des Abg. Lopatka) – nein, das war noch nicht der Punkt –, und gerade als junger Abgeordneter verspüre ich einen starken Tatendrang. Ich würde so gern so viel bewegen, und ich verstehe nicht, warum Sebastian Kurz, der die Macht hatte, der den Einfluss hatte, der die Möglichkeiten hatte, einfach nichts bewegen wollte und konnte. Das ist für mich nicht nachvollziehbar. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Kucher.) Ich verstehe nicht, wo der Tatendrang von Sebastian Kurz aus der Zeit, als er in die Politik gestartet ist, geblieben ist. Sind ein paar Prozentpunkte bei der nächsten Wahl wirklich wichtiger als eine gute und evidenzbasierte Integrationspolitik? (Abg. Lopatka: Beides!) – Ja, beides, genau. (Abg. Lopatka: Sie sind ja auch bald Gewinner, oder?) – Ja.
Abg. Lopatka: Beides!
Ich bin heute genauso alt wie Sebastian Kurz, als er Integrationsstaatssekretär wurde (Zwischenruf des Abg. Lopatka) – nein, das war noch nicht der Punkt –, und gerade als junger Abgeordneter verspüre ich einen starken Tatendrang. Ich würde so gern so viel bewegen, und ich verstehe nicht, warum Sebastian Kurz, der die Macht hatte, der den Einfluss hatte, der die Möglichkeiten hatte, einfach nichts bewegen wollte und konnte. Das ist für mich nicht nachvollziehbar. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Kucher.) Ich verstehe nicht, wo der Tatendrang von Sebastian Kurz aus der Zeit, als er in die Politik gestartet ist, geblieben ist. Sind ein paar Prozentpunkte bei der nächsten Wahl wirklich wichtiger als eine gute und evidenzbasierte Integrationspolitik? (Abg. Lopatka: Beides!) – Ja, beides, genau. (Abg. Lopatka: Sie sind ja auch bald Gewinner, oder?) – Ja.
Abg. Lopatka: Sie sind ja auch bald Gewinner, oder?
Ich bin heute genauso alt wie Sebastian Kurz, als er Integrationsstaatssekretär wurde (Zwischenruf des Abg. Lopatka) – nein, das war noch nicht der Punkt –, und gerade als junger Abgeordneter verspüre ich einen starken Tatendrang. Ich würde so gern so viel bewegen, und ich verstehe nicht, warum Sebastian Kurz, der die Macht hatte, der den Einfluss hatte, der die Möglichkeiten hatte, einfach nichts bewegen wollte und konnte. Das ist für mich nicht nachvollziehbar. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Kucher.) Ich verstehe nicht, wo der Tatendrang von Sebastian Kurz aus der Zeit, als er in die Politik gestartet ist, geblieben ist. Sind ein paar Prozentpunkte bei der nächsten Wahl wirklich wichtiger als eine gute und evidenzbasierte Integrationspolitik? (Abg. Lopatka: Beides!) – Ja, beides, genau. (Abg. Lopatka: Sie sind ja auch bald Gewinner, oder?) – Ja.
Beifall bei den NEOS sowie der Abgeordneten Kucher und Vorderwinkler.
Ja, ja, ich weiß schon, jetzt sind Sie (in Richtung ÖVP) stolz, und die Grünen muss man da auch kritisieren, denn es ist ja total absurd, wenn Frau Maurer da draußen steht und sagt: Ja, ja, wir machen das mit 100 Schulen!, wo doch Herr Faßmann noch im Jänner letzten Jahres angekündigt hat, dass es 500 Schulen geben wird. – Das ist ja total absurd! 100 Schulen werden nicht reichen. Jede Schule, die Probleme hat, die als Brennpunktschule identifiziert wird, braucht unsere Unterstützung, denn ohne diese wird sie es nicht schaffen. (Beifall bei den NEOS sowie der Abgeordneten Kucher und Vorderwinkler.)
Beifall bei den NEOS sowie der Abg. El-Nagashi. – Abg. Gerstl: Das haben Sie gut gesagt, vielen Dank!
Ich möchte mit einem Zitat abschließen, das, wie ich finde, sehr treffend für die Politik vor allem der ÖVP in diesem Bereich ist, nämlich vom verstorbenen ehemaligen deutschen Außenminister Guido Westerwelle, der gesagt hat: In der Politik geht es „nicht darum, das Populäre zu machen, sondern das Richtige zu tun. Und dann muss man dafür sorgen, dass es populär wird.“ – Gerade betreffend die Integrationspolitik lege ich Ihnen dieses Zitat sehr ans Herz. (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. El-Nagashi. – Abg. Gerstl: Das haben Sie gut gesagt, vielen Dank!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Romana Deckenbacher (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher auf der Galerie und vor den Bildschirmen zu Hause! Ich möchte zu Beginn meiner ersten Rede hier im Hohen Haus unseren Bildungsminister zitieren: „Wir müssen vom Aufzeigen von Problemen auch ins Handeln kommen“ – ein ungemein wichtiger Punkt, denn Handeln heißt, auch zu investieren, und Bildung ist eine unserer wichtigsten Investitionen in die Zukunft. Sie ermöglicht die Entfaltung der Persönlichkeit und Talente, bewirkt mehr Chancengleichheit, ebnet den Weg zu einer passenden Berufswahl und schafft so das Fundament für ökonomische Unabhängigkeit sowie für ein selbstbestimmtes Leben. Österreich hat ein gutes und starkes Bildungssystem, das allen offensteht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
nicht deutscher Umgangssprache an allen Schultypen erhöht, aber besonders dramatisch ist die Situation in Wiener Volksschulen. 59 Prozent aller Kinder sprechen im Alltag kein Deutsch mehr, wir haben es heute schon gehört, der Anteil in ganz Österreich liegt bei 31 Prozent. Fakt ist auch, dass an vielen Schulen die kulturell und religiös motivierten Auseinandersetzungen zunehmen. Und ja, all das muss thematisiert werden. Ob es dazu eine Publikation in Form eines Buches braucht, das lasse ich hier im Raum stehen, vor allem aber braucht es Lösungen für unsere Pädagoginnen und Pädagogen, aber auch für das höchste Gut, das unsere Gesellschaft hat, nämlich unsere Kinder und Jugendlichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich war selbst über drei Jahrzehnte Pflichtschullehrerin in Wien, und glauben Sie mir, ich kenne die Situation sehr gut und ich kenne auch Frau Wiesinger. Inhaltlich sind Teile ihrer Kritik sicherlich gerechtfertigt; Kritik, die sie auch in ihrem ersten Buch getätigt hat. Frau Kollegin Hammerschmid, soweit ich mich erinnern kann, waren Sie damals im Amt, als Ministerin tätig – Maßnahmen habe ich damals leider vermisst. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weratschnig.
Maßnahmen finden sich aber im neuen Regierungsprogramm. Einige möchte ich hier anführen: Wesentlich ist die Einführung der Deutschförderklassen – ein wichtiger Schritt. Wir müssen die Sprachförderung weiter ausbauen und Deutschkenntnisse einfordern. Grundvoraussetzung für Bildungserfolg ist das Beherrschen der deutschen Sprache, und aus diesem Grund wollen wir eine Intensivierung der Sprachförderung in elementaren Bildungseinrichtungen und eine Weiterentwicklung der Deutschfördermaßnahmen. Schulstandorte brauchen daher die notwendige Gestaltungsfreiheit, um die bestmögliche Umsetzung dieser Maßnahme bewerkstelligen zu können. Es braucht das schon lang geforderte Unterstützungspersonal, das findet sich auch im Regierungsprogramm wieder, denn das All-inclusive-Paket für Lehrerinnen und Lehrer muss endlich Geschichte sein. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weratschnig.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Auch weitere Maßnahmen für Gewaltprävention finden sich im Regierungsprogramm. Lehrerinnen und Lehrer leisten täglich großartige und wertvolle Arbeit, daher ist es mir ein besonderes Bedürfnis, hier an dieser Stelle allen Pädagoginnen und Pädagogen ein großes Dankeschön auszusprechen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.) Sie können sich sicher sein, dass wir versuchen werden, die im Regierungsprogramm angesprochenen Punkte Schritt für Schritt umzusetzen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Ein weiteres Thema, von dem ich glaube, dass es dringend enttabuisiert und angesprochen werden muss, und das ein wesentliches ist, ist das Thema Gewalt an Schulen. Subjektiv gefühlt nimmt Gewalt und die Bereitschaft, Gewalt auszuüben, in unserer Gesellschaft immer mehr zu, und auch an der Schule als Spiegel der Gesellschaft ist dieses Phänomen zu beobachten. Es gilt da, Kolleginnen und Kollegen zu ermutigen, darüber zu sprechen, nicht zu relativieren oder wegzuschauen, wie es in der einen oder anderen Bildungsdirektion passiert. Es muss immer klar sein, dass Gewalt in keiner Form verhandelbar ist und dass die Reputation der Schule nicht vor das Schicksal eines Einzelnen gestellt werden darf. Die Erscheinungsform und die Wahrnehmung von Gewalt sind nicht immer eindeutig, daher bedarf es diesbezüglich einer offenen Diskussion und klarer Konsequenzen. Gewalt – in welcher Form auch immer – hat keinen Platz in unseren Schulen, in unseren Klassenzimmern und in unserer Gesellschaft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Stellen wir uns gemeinsam den Herausforderungen einer gesellschaftspolitisch immer anspruchsvolleren Schule und treten wir gemeinsam für eine Verbesserung der Situation und für eine Lösung der Probleme abseits von politischen Ideologien ein! – Danke. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Bösch: Nein, davor war das! – Abg. Belakowitsch: Da verwechseln Sie etwas!
Abgeordnete Eva Maria Holzleitner, BSc (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Kaum ein Plenartag vergeht, ohne dass wir über Bildungspolitik reden. – Gut so, würde ich sagen, war doch gerade die letzte Legislaturperiode durchaus ein bisschen ein Negativbeispiel aus dem Bilderbuch, wie Bildungspolitik eben nicht gemacht werden sollte. (Abg. Bösch: Nein, davor war das! – Abg. Belakowitsch: Da verwechseln Sie etwas!) Dieser Pfad wird anscheinend leider fortgesetzt.
Beifall bei der SPÖ.
Einzelne Maßnahmen sind durchaus begrüßenswert, beispielsweise das Bekenntnis zu grundsätzlich mehr Unterstützungspersonal, Ausbau der Kinderbetreuung und der Ganztagesschulen. Leider ist das im Regierungsprogramm oftmals wenig mit Zahlen, Fakten und vor allem Budget untermalt, was es für uns schon ein bisschen schwierig macht, denn so haben wir halt das Gefühl, dass das alles wieder auf die lange Bank geschoben wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich muss leider sagen, dass in diesem Regierungsprogramm die große Vision eines chancengerechten Bildungssystems fehlt. Diese wäre wirklich dringend notwendig, um den sozioökonomischen Status endlich von Bildung zu entkoppeln, damit wirklich allen Kindern alle Chancen eingeräumt werden und Tür und Tor offenstehen, um das machen zu können, was sie machen möchten, das, wofür sie Talent haben, und für die Kinder die bestmögliche Förderung gewährleistet werden kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie haben heute im Rahmen der Beantwortung der Frage 1 gesagt, diese Parteipolitik und diesen Machtkampf gäbe es nicht, und zwar aufgrund dessen, dass Sie die Bildungsdirektionen eingeführt haben. – Na ja, die Bildungsdirektionen gibt es, das ist schon richtig, aber die Parteipolitik und die Postenbesetzungen sind die Gleichen geblieben: Wo ein schwarzer Landeshauptmann oder eine schwarze Landeshauptfrau sitzt, ist es ein schwarzer Bildungsdirektor, wo ein roter Landeshauptmann oder eine rote Landeshauptfrau sitzt, ist es ein roter Bildungsdirektor. – Wo ist jetzt also Ihre Lösung? Das frage ich mich schön langsam. (Beifall bei der FPÖ.) – So viel zu dem, was Sie am Anfang gesagt haben: dass Parteipolitik im Bildungsbereich und in Ihrem Ministerium keine Rolle mehr spielt.
Beifall bei der FPÖ.
Also, Herr Minister, ich bitte Sie wirklich inständig, das, was Sie da sagen, auch zu leben. Anscheinend macht Ihr Ministerium etwas anderes, Ihr Kabinett spielt anscheinend das eine oder andere an Ihnen vorbei, oder Sie machen es unwissend, aber im Endeffekt ist das reine Postenschacherei und Parteibesetzung und Parteipolitik auf höchstem Niveau in diesem Staate. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Hörl: Hallo!
Die ÖVP-Kollegen sitzen sehr tief, die Köpfe hängen sehr schief. (Abg. Hörl: Hallo!) Herr Taschner, Sie als Bildungssprecher können sich, glaube ich, gut erinnern, mein Lieblingsthema war die AHS-Unterstufe in der Südoststeiermark. Da hat es die Diskussion gegeben, in der Südoststeiermark die AHS-Unterstufe einzuführen, ebenso in Her-
Beifall bei der FPÖ.
Sie sagen hier, dass das alles nach bestem Wissen und Gewissen passiert und nur auf Fakten und Tatsachen und wissenschaftlichen Untermauerungen basiert. Das spreche ich Ihnen persönlich nicht ab, aber passieren tut in diesem Haus etwas ganz anderes. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Meinl-Reisinger: Das ist ja gut!
Abgeordnete Mag. Sibylle Hamann (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Inzwischen kennen wir alle Frau Wiesinger mehr oder weniger. Ich habe schon länger beide Bücher von ihr gelesen, es steht ja in beiden ungefähr das Gleiche drinnen. Auch den Bericht habe ich gelesen. Ich habe sie auch kennengelernt, ich habe schon über sie geschrieben, und ja, Frau Wiesinger ist keine einfache Person. (Abg. Meinl-Reisinger: Das ist ja gut!) Wahrscheinlich haben Sie im Ministerium auch nicht genau das von ihr bekommen, was Sie erwartet haben. (Abg. Meinl-Reisinger: Einfache Personen sind ja schlecht in dem System!) – Genau das will ich doch damit sagen, liebe Frau Meinl-Reisinger. Wir alle sind ja keine einfachen Personen, und in manchem haben die schwierigen Personen natürlich manchmal recht. (Beifall der Abgeordneten Jakob Schwarz und Weratschnig.)
Abg. Meinl-Reisinger: Einfache Personen sind ja schlecht in dem System!
Abgeordnete Mag. Sibylle Hamann (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Inzwischen kennen wir alle Frau Wiesinger mehr oder weniger. Ich habe schon länger beide Bücher von ihr gelesen, es steht ja in beiden ungefähr das Gleiche drinnen. Auch den Bericht habe ich gelesen. Ich habe sie auch kennengelernt, ich habe schon über sie geschrieben, und ja, Frau Wiesinger ist keine einfache Person. (Abg. Meinl-Reisinger: Das ist ja gut!) Wahrscheinlich haben Sie im Ministerium auch nicht genau das von ihr bekommen, was Sie erwartet haben. (Abg. Meinl-Reisinger: Einfache Personen sind ja schlecht in dem System!) – Genau das will ich doch damit sagen, liebe Frau Meinl-Reisinger. Wir alle sind ja keine einfachen Personen, und in manchem haben die schwierigen Personen natürlich manchmal recht. (Beifall der Abgeordneten Jakob Schwarz und Weratschnig.)
Beifall der Abgeordneten Jakob Schwarz und Weratschnig.
Abgeordnete Mag. Sibylle Hamann (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Inzwischen kennen wir alle Frau Wiesinger mehr oder weniger. Ich habe schon länger beide Bücher von ihr gelesen, es steht ja in beiden ungefähr das Gleiche drinnen. Auch den Bericht habe ich gelesen. Ich habe sie auch kennengelernt, ich habe schon über sie geschrieben, und ja, Frau Wiesinger ist keine einfache Person. (Abg. Meinl-Reisinger: Das ist ja gut!) Wahrscheinlich haben Sie im Ministerium auch nicht genau das von ihr bekommen, was Sie erwartet haben. (Abg. Meinl-Reisinger: Einfache Personen sind ja schlecht in dem System!) – Genau das will ich doch damit sagen, liebe Frau Meinl-Reisinger. Wir alle sind ja keine einfachen Personen, und in manchem haben die schwierigen Personen natürlich manchmal recht. (Beifall der Abgeordneten Jakob Schwarz und Weratschnig.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir wissen, dass es wunderbare Geschichten über Dinge gibt, die in manchen NMS passieren, sogar in städtischen NMS passieren ganz großartige Dinge, es ist aber natürlich richtig, dass es auch welche gibt, die totale Inseln der Hoffnungslosigkeit sind, und da sind die Frustration, die Überforderung und die Sprachlosigkeit mit den Händen zu greifen. Auch das ist richtig. Seit Jahrzehnten fragen wir eigentlich immer nur: Wer ist schuld daran? – Diese Frage geht mir mittlerweile wahnsinnig auf die Nerven. Was mich an Frau Wiesinger ein bisschen stört, ist, dass auch sie die Schuldfrage wieder und wieder stellt. Jetzt ist nämlich der Islam schuld und jetzt ist das Ministerium schuld. Das alles ist mir immer noch ein bisschen zu wenig. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte das Projekt jetzt ein bisschen erklären, weil da wirklich mein Herzblut drin steckt: Das bedeutet nicht nur, dass da ein bisschen mehr Ressourcen verteilt werden, da steckt wirklich der Keim für etwas Größeres drinnen. Es heißt nämlich, dass wir dort, wo die Not am größten ist und wo es im Moment auch gar nicht so viel zu verlieren gibt, die Chance bekommen, etwas ganz Neues auszuprobieren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Meinl-Reisinger: Aber es ist weniger!
Wie machen wir das konkret? – Zuerst gehen wir einmal hin und schauen: Was ist da los bei euch? Was fehlt euch? Was braucht ihr? Welche Ressourcen habt ihr? Welche fehlen? Dazu muss man mit den Lehrern und Lehrerinnen sprechen, mit den Eltern und selbstverständlich auch mit den Kindern. Was braucht ihr, damit man an eurem Standort wieder gut lernen kann? Da wird es an jedem Standort ganz verschiedene Antworten geben. Dann soll für jede dieser Schulen, für jede dieser Pilotschulen – deswegen ist es ein Pilotprojekt – ein maßgeschneidertes Paket geschnürt werden, mit dem man nicht nur Ressourcen, sondern auch eine starke Führung mit starker Autonomie und einem klaren Entwicklungsplan bekommt; und dann kann man dort ganz verschiedene neue Wege gehen. Sie von den NEOS haben Freiheit erwähnt, die Ihnen ganz wichtig ist – alles das steckt da drinnen. (Abg. Meinl-Reisinger: Aber es ist weniger!) Sie haben auch Leadership erwähnt – auch das steckt da drinnen.
Abg. Meinl-Reisinger: Es waren schon einmal 500! Letztes Jahr im Jänner!
Es wurde auch die wissenschaftliche Evidenz erwähnt: Wir werden das natürlich wissenschaftlich begleiten, und dann schauen wir, was wir von diesen 100 Schulen für andere Schulen lernen können. (Abg. Meinl-Reisinger: Es waren schon einmal 500! Letztes Jahr im Jänner!) – Es steht ja nirgendwo geschrieben, dass es dann nicht auch 500 Schulen werden dürfen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Meinl-Reisinger: Es waren schon einmal 500! Es wurde keine einzige umgesetzt! – Abg. Hammerschmid: Das liegt seit zwei Jahren!) – Es gibt im Moment noch gar keine. (Abg. Weratschnig: ... keine einzige umgesetzt von diesen 500! – Abg. Meinl-Reisinger: Ja, eure sind auch nicht umgesetzt! Es waren aber schon 500 versprochen und dieses Versprechen ...!) – Wir sind seit zwei Wochen in der Regierung. (Abg. Meinl-Reisinger: Ihr versprecht nur noch 100 und seid stolz drauf!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Meinl-Reisinger: Es waren schon einmal 500! Es wurde keine einzige umgesetzt! – Abg. Hammerschmid: Das liegt seit zwei Jahren!
Es wurde auch die wissenschaftliche Evidenz erwähnt: Wir werden das natürlich wissenschaftlich begleiten, und dann schauen wir, was wir von diesen 100 Schulen für andere Schulen lernen können. (Abg. Meinl-Reisinger: Es waren schon einmal 500! Letztes Jahr im Jänner!) – Es steht ja nirgendwo geschrieben, dass es dann nicht auch 500 Schulen werden dürfen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Meinl-Reisinger: Es waren schon einmal 500! Es wurde keine einzige umgesetzt! – Abg. Hammerschmid: Das liegt seit zwei Jahren!) – Es gibt im Moment noch gar keine. (Abg. Weratschnig: ... keine einzige umgesetzt von diesen 500! – Abg. Meinl-Reisinger: Ja, eure sind auch nicht umgesetzt! Es waren aber schon 500 versprochen und dieses Versprechen ...!) – Wir sind seit zwei Wochen in der Regierung. (Abg. Meinl-Reisinger: Ihr versprecht nur noch 100 und seid stolz drauf!)
Abg. Weratschnig: ... keine einzige umgesetzt von diesen 500! – Abg. Meinl-Reisinger: Ja, eure sind auch nicht umgesetzt! Es waren aber schon 500 versprochen und dieses Versprechen ...!
Es wurde auch die wissenschaftliche Evidenz erwähnt: Wir werden das natürlich wissenschaftlich begleiten, und dann schauen wir, was wir von diesen 100 Schulen für andere Schulen lernen können. (Abg. Meinl-Reisinger: Es waren schon einmal 500! Letztes Jahr im Jänner!) – Es steht ja nirgendwo geschrieben, dass es dann nicht auch 500 Schulen werden dürfen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Meinl-Reisinger: Es waren schon einmal 500! Es wurde keine einzige umgesetzt! – Abg. Hammerschmid: Das liegt seit zwei Jahren!) – Es gibt im Moment noch gar keine. (Abg. Weratschnig: ... keine einzige umgesetzt von diesen 500! – Abg. Meinl-Reisinger: Ja, eure sind auch nicht umgesetzt! Es waren aber schon 500 versprochen und dieses Versprechen ...!) – Wir sind seit zwei Wochen in der Regierung. (Abg. Meinl-Reisinger: Ihr versprecht nur noch 100 und seid stolz drauf!)
Abg. Meinl-Reisinger: Ihr versprecht nur noch 100 und seid stolz drauf!
Es wurde auch die wissenschaftliche Evidenz erwähnt: Wir werden das natürlich wissenschaftlich begleiten, und dann schauen wir, was wir von diesen 100 Schulen für andere Schulen lernen können. (Abg. Meinl-Reisinger: Es waren schon einmal 500! Letztes Jahr im Jänner!) – Es steht ja nirgendwo geschrieben, dass es dann nicht auch 500 Schulen werden dürfen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Meinl-Reisinger: Es waren schon einmal 500! Es wurde keine einzige umgesetzt! – Abg. Hammerschmid: Das liegt seit zwei Jahren!) – Es gibt im Moment noch gar keine. (Abg. Weratschnig: ... keine einzige umgesetzt von diesen 500! – Abg. Meinl-Reisinger: Ja, eure sind auch nicht umgesetzt! Es waren aber schon 500 versprochen und dieses Versprechen ...!) – Wir sind seit zwei Wochen in der Regierung. (Abg. Meinl-Reisinger: Ihr versprecht nur noch 100 und seid stolz drauf!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Mein ganz konkreter Vorschlag wäre – und diesbezüglich sehe ich relativ große Einigkeit im Saal –: Fangen wir doch einfach einmal ganz konkret an! Lieber Herr Minister, wir werden uns zusammensetzen und werden das in trockene Tücher bringen. Das hat anderswo funktioniert, Sie kennen die berühmte Rütli-Schule in Berlin, dort gibt es noch ein ähnliches Projekt, das School Turnaround heißt und auch funktioniert; die London Challenge wurde auch schon erwähnt. Genau das haben wir vor. Das ist eine Sache, die ganz ohne Ideologie funktioniert. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das auch hinkriegen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kuntzl: Schüssel! – Abg. Leichtfried: Schüssel, Schüssel!
Abgeordneter Mag. Dr. Rudolf Taschner (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Sehr geehrte Frau Kollegin Kuntzl, ich möchte nur eine kleine Bemerkung machen, und zwar hat Frau Heidi Glück damals auch den ehemaligen Stadtschulratspräsidenten Scholz beraten. (Abg. Kuntzl: Schüssel! – Abg. Leichtfried: Schüssel, Schüssel!) Die Beratung des Präsidenten Scholz hat ausgezeichnet funktioniert und da hat Parteipolitik auch keine Rolle gespielt. (Abg. Leichtfried: Wie hat dieser Wolfgang geheißen?)
Abg. Leichtfried: Wie hat dieser Wolfgang geheißen?
Abgeordneter Mag. Dr. Rudolf Taschner (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Sehr geehrte Frau Kollegin Kuntzl, ich möchte nur eine kleine Bemerkung machen, und zwar hat Frau Heidi Glück damals auch den ehemaligen Stadtschulratspräsidenten Scholz beraten. (Abg. Kuntzl: Schüssel! – Abg. Leichtfried: Schüssel, Schüssel!) Die Beratung des Präsidenten Scholz hat ausgezeichnet funktioniert und da hat Parteipolitik auch keine Rolle gespielt. (Abg. Leichtfried: Wie hat dieser Wolfgang geheißen?)
Ruf bei der SPÖ: Was sonst, Herr Taschner? Was sonst?
Herr Scholz hat auch tatsächlich einen guten Bericht abgeliefert, und ich muss gestehen, der Bericht, den Frau Wiesinger abgeliefert hat und der veröffentlicht wurde, hat auch seine Qualitäten und man kann daraus auch etwas ersehen. Gerade der Vorwurf, den Sie machen, es würde zu sehr Parteipolitik betrieben werden (Ruf bei der SPÖ: Was sonst, Herr Taschner? Was sonst?), konterkariert den Vorwurf, dass dann die schwarze Glück kam und versucht hat, schwarz zu spielen. Scholz ist in dieser Hinsicht vollkommen immun gegenüber jeder parteipolitischen Inanspruchnahme. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Leichtfried: Das war jetzt ein sehr zögerlicher Applaus!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Leichtfried: Das war jetzt ein sehr zögerlicher Applaus!
Herr Scholz hat auch tatsächlich einen guten Bericht abgeliefert, und ich muss gestehen, der Bericht, den Frau Wiesinger abgeliefert hat und der veröffentlicht wurde, hat auch seine Qualitäten und man kann daraus auch etwas ersehen. Gerade der Vorwurf, den Sie machen, es würde zu sehr Parteipolitik betrieben werden (Ruf bei der SPÖ: Was sonst, Herr Taschner? Was sonst?), konterkariert den Vorwurf, dass dann die schwarze Glück kam und versucht hat, schwarz zu spielen. Scholz ist in dieser Hinsicht vollkommen immun gegenüber jeder parteipolitischen Inanspruchnahme. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Leichtfried: Das war jetzt ein sehr zögerlicher Applaus!)
Zwischenruf bei der SPÖ
Sie haben von Experten gesprochen, Frau Hammerschmid (Zwischenruf bei der SPÖ), Hopmann hat außerdem gesagt: „Immerhin sei unzweideutiges Expertenwissen in der Bildungspolitik eine Fantasie“. – Glauben Sie jenen Fachleuten, die das wirklich können! Zwei von ihnen, die an der Bildungspolitik konkret arbeiten und wissen, wo es langgeht, haben wir heute gehört, die beiden Damen Salzmann und Deckenbacher. (Abg. Matznetter: Wir haben nichts gehört davon!) Sie wissen, dass wir auf einem guten Weg sind.
Abg. Matznetter: Wir haben nichts gehört davon!
Sie haben von Experten gesprochen, Frau Hammerschmid (Zwischenruf bei der SPÖ), Hopmann hat außerdem gesagt: „Immerhin sei unzweideutiges Expertenwissen in der Bildungspolitik eine Fantasie“. – Glauben Sie jenen Fachleuten, die das wirklich können! Zwei von ihnen, die an der Bildungspolitik konkret arbeiten und wissen, wo es langgeht, haben wir heute gehört, die beiden Damen Salzmann und Deckenbacher. (Abg. Matznetter: Wir haben nichts gehört davon!) Sie wissen, dass wir auf einem guten Weg sind.
Abg. Leichtfried: Hammerschmid? – Abg. Matznetter: ... davon hat er keine Ahnung! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Frau Hammerschmid, Sie haben es wirklich - - (Abg. Leichtfried: Hammerschmid? – Abg. Matznetter: ... davon hat er keine Ahnung! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Entschuldigung, Frau Hamann, Sie haben es wirklich gut auf den Punkt gebracht. Wir müssen in die Zukunft blicken, diese Suche nach Ursachen ist irgendwie uninteressant, wenn wir wissen, worauf es hinausläuft.
Abg. Kuntzl: Verteilen Sie jetzt Noten, Herr Professor?
Frau Künsberg (Abg. Kuntzl: Verteilen Sie jetzt Noten, Herr Professor?), Sie haben ja gesagt, keiner von uns kümmert sich um die Zukunft, keiner will wissen, wie es im Jahr 2050 aussieht. Ich will es wissen, aber ich weiß es natürlich nicht, weil die Zukunft unberechenbar ist, das können Sie mir glauben. Ich weiß nur eines, und zwar, dass wir die Kinder darauf vorbereiten können. Wir können die Kinder darauf vorbereiten, indem sie Lesen, Schreiben, Rechnen und – das würde ich auch sagen – unbedingt Denken lernen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Frau Künsberg (Abg. Kuntzl: Verteilen Sie jetzt Noten, Herr Professor?), Sie haben ja gesagt, keiner von uns kümmert sich um die Zukunft, keiner will wissen, wie es im Jahr 2050 aussieht. Ich will es wissen, aber ich weiß es natürlich nicht, weil die Zukunft unberechenbar ist, das können Sie mir glauben. Ich weiß nur eines, und zwar, dass wir die Kinder darauf vorbereiten können. Wir können die Kinder darauf vorbereiten, indem sie Lesen, Schreiben, Rechnen und – das würde ich auch sagen – unbedingt Denken lernen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Meinl-Reisinger: Ich habe probiert, durchzugehen! Was ist, wenn ich mir dabei die Nase blutig schlage? – Abg. Leichtfried: Da war die erste Rede besser!
Wir sind eigentlich auf einem guten Weg, und ich lasse mir nicht von irgendjemandem sagen, wir machen da etwas Falsches. Frau Meinl-Reisinger, Sie haben versucht, Türen aufzustoßen, aber die sind schon längst sperrangelweit offen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Meinl-Reisinger: Ich habe probiert, durchzugehen! Was ist, wenn ich mir dabei die Nase blutig schlage? – Abg. Leichtfried: Da war die erste Rede besser!)
Ruf bei der ÖVP: Philip, reiß di zsamm!
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Philip Kucher. – Bitte. (Ruf bei der ÖVP: Philip, reiß di zsamm!)
Abg. Meinl-Reisinger: Ihr kriegt aber auch ordentlich euer Fett ab in dem Buch!
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Regierungsmitglieder! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen! Ich darf positiv beginnen: Frau Kollegin Meinl-Reisinger, ich finde es toll, dass du weiterhin kämpfst und engagiert bist – auch wenn das Kritik von der ÖVP einträgt –, dass du die Hoffnung nicht aufgibst, dass man mit der ÖVP im Bereich der Bildungspolitik etwas weiterbringen kann. (Abg. Meinl-Reisinger: Ihr kriegt aber auch ordentlich euer Fett ab in dem Buch!)
Ruf bei der ÖVP: Wir müssen was ändern, weil Ihr früher zuständig wart!
Reden wir offen hier in diesem Saal: Wir wissen doch alle, dass die ÖVP im Bereich Bildungspolitik gar nichts weiterbringen möchte. Das weiß der Wirtschaftsbund, das wissen auch die unterschiedlichen Flügel der ÖVP. Es gibt eine kleine Gruppe von Betonierern, ein paar Dinosaurier in der ÖVP, die sagen, dass sich in diesem Bereich gar nichts ändern darf. – Das ist die Ausgangslage, vor der wir alle stehen. (Ruf bei der ÖVP: Wir müssen was ändern, weil Ihr früher zuständig wart!) Da gibt es jetzt unterschiedliche Zugänge. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Man könnte ja sagen: Wir kämpfen wenigstens dafür, dass etwas weitergeht! Ich habe immer gesagt, es ist nicht leicht, mit der ÖVP etwas weiterzubringen, weil es in diesem Bereich eben diese Betonierer gibt. Das wissen wir alle, da sind wir alle einer Meinung. (Abg. Obernosterer: Nein, sind wir nicht!) Da brauchen wir nicht lange zu diskutieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Reden wir offen hier in diesem Saal: Wir wissen doch alle, dass die ÖVP im Bereich Bildungspolitik gar nichts weiterbringen möchte. Das weiß der Wirtschaftsbund, das wissen auch die unterschiedlichen Flügel der ÖVP. Es gibt eine kleine Gruppe von Betonierern, ein paar Dinosaurier in der ÖVP, die sagen, dass sich in diesem Bereich gar nichts ändern darf. – Das ist die Ausgangslage, vor der wir alle stehen. (Ruf bei der ÖVP: Wir müssen was ändern, weil Ihr früher zuständig wart!) Da gibt es jetzt unterschiedliche Zugänge. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Man könnte ja sagen: Wir kämpfen wenigstens dafür, dass etwas weitergeht! Ich habe immer gesagt, es ist nicht leicht, mit der ÖVP etwas weiterzubringen, weil es in diesem Bereich eben diese Betonierer gibt. Das wissen wir alle, da sind wir alle einer Meinung. (Abg. Obernosterer: Nein, sind wir nicht!) Da brauchen wir nicht lange zu diskutieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Obernosterer: Nein, sind wir nicht!
Reden wir offen hier in diesem Saal: Wir wissen doch alle, dass die ÖVP im Bereich Bildungspolitik gar nichts weiterbringen möchte. Das weiß der Wirtschaftsbund, das wissen auch die unterschiedlichen Flügel der ÖVP. Es gibt eine kleine Gruppe von Betonierern, ein paar Dinosaurier in der ÖVP, die sagen, dass sich in diesem Bereich gar nichts ändern darf. – Das ist die Ausgangslage, vor der wir alle stehen. (Ruf bei der ÖVP: Wir müssen was ändern, weil Ihr früher zuständig wart!) Da gibt es jetzt unterschiedliche Zugänge. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Man könnte ja sagen: Wir kämpfen wenigstens dafür, dass etwas weitergeht! Ich habe immer gesagt, es ist nicht leicht, mit der ÖVP etwas weiterzubringen, weil es in diesem Bereich eben diese Betonierer gibt. Das wissen wir alle, da sind wir alle einer Meinung. (Abg. Obernosterer: Nein, sind wir nicht!) Da brauchen wir nicht lange zu diskutieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Reden wir offen hier in diesem Saal: Wir wissen doch alle, dass die ÖVP im Bereich Bildungspolitik gar nichts weiterbringen möchte. Das weiß der Wirtschaftsbund, das wissen auch die unterschiedlichen Flügel der ÖVP. Es gibt eine kleine Gruppe von Betonierern, ein paar Dinosaurier in der ÖVP, die sagen, dass sich in diesem Bereich gar nichts ändern darf. – Das ist die Ausgangslage, vor der wir alle stehen. (Ruf bei der ÖVP: Wir müssen was ändern, weil Ihr früher zuständig wart!) Da gibt es jetzt unterschiedliche Zugänge. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Man könnte ja sagen: Wir kämpfen wenigstens dafür, dass etwas weitergeht! Ich habe immer gesagt, es ist nicht leicht, mit der ÖVP etwas weiterzubringen, weil es in diesem Bereich eben diese Betonierer gibt. Das wissen wir alle, da sind wir alle einer Meinung. (Abg. Obernosterer: Nein, sind wir nicht!) Da brauchen wir nicht lange zu diskutieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Michael Hammer: Und Ihr wart 15 Jahre zuständig!
Die Grünen haben gesagt, sie wollen etwas weiterbringen, die ÖVP sagt, sie will gar nichts weiterbringen – und dann trifft man sich irgendwo in der Mitte und sagt: Machen wir ein bisserl etwas! Das Problem ist nur: Ein bisserl etwas ist für viele junge Menschen in Österreich zu wenig. Da geht es ja um Lebenschancen! Es geht da um das Leben von jungen Menschen, die vielleicht nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren worden sind, und da müssten wir als Politiker sagen: Ja, die Talente entscheiden! (Abg. Michael Hammer: Und Ihr wart 15 Jahre zuständig!) Jeder Mensch in diesem Land, in Österreich, verdient die besten Bildungschancen! Wir wollen keine Schule mehr, in der man Nachhilfe braucht! Wir wollen, dass alle Kinder die besten Chancen haben! – Das ist im Regierungsprogramm leider nicht herausgekommen, sondern lediglich ein paar Leuchttürme, die einfach zu wenig sind.
in Richtung des mit Abg. Maurer sprechenden Bundesministers Anschober
Ich finde es ja entzückend (in Richtung des mit Abg. Maurer sprechenden Bundesministers Anschober), dass der Herr Sozialminister jetzt ratschend dasitzt. Ich meine, das war das allerbeste Beispiel: Jetzt ist monatelang über die Kinderarmut diskutiert worden. Alle haben gesagt, die Kinderarmut muss bekämpft werden. Nach Monaten des Diskutierens präsentieren die Grünen gemeinsam mit der ÖVP etwas zur Bekämpfung der Kinderarmut, und was kommt heraus? – 100 Euro für arme Kinder sind herausgekommen! Im Monat? – Nein, im Jahr! Das war die Geschichte, die der Herr Sozialmi-
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das ist ja alles lächerlich! Und das meine ich damit: Da werden ein paar Leuchttürme gesetzt, da wird ein bisschen etwas getan. – Da geht es um die Zukunftschancen von jungen Menschen! Ich weiß – ich sage das in Richtung Grüne –, dass es mit der ÖVP wirklich schwer ist. Ich weiß wirklich, dass es schwer ist, aber man muss doch zumindest kämpfen und es versuchen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Heiterkeit des Redners.
Zur Causa Wiesinger nur ein einziger Satz: Herr Bundesminister, ich musste ja echt lachen! Sie sind inzwischen ein Politikfuchs, der sich immer so unschuldig gibt und so tut, als würde er das alles in Wahrheit gar nicht mitbekommen. Sie sagen ganz offen: Ich hätte mit Frau Wiesinger gerne noch über verallgemeinerte Kritiken ihrerseits gesprochen, aber dazu kam es nicht mehr! – Ich meine, Sie haben die Frau aussighaut und beschweren sich danach, dass Sie nicht mehr mit ihr haben reden können?! (Heiterkeit des Redners.) Also, Herr Minister, so funktioniert das nicht! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Meinl-Reisinger.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Meinl-Reisinger.
Zur Causa Wiesinger nur ein einziger Satz: Herr Bundesminister, ich musste ja echt lachen! Sie sind inzwischen ein Politikfuchs, der sich immer so unschuldig gibt und so tut, als würde er das alles in Wahrheit gar nicht mitbekommen. Sie sagen ganz offen: Ich hätte mit Frau Wiesinger gerne noch über verallgemeinerte Kritiken ihrerseits gesprochen, aber dazu kam es nicht mehr! – Ich meine, Sie haben die Frau aussighaut und beschweren sich danach, dass Sie nicht mehr mit ihr haben reden können?! (Heiterkeit des Redners.) Also, Herr Minister, so funktioniert das nicht! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Meinl-Reisinger.)
Zwischenruf des Abg. Michael Hammer.
Wie gesagt, wir alle wissen, dass es nicht leicht ist. Ich bitte die Grünen noch einmal: Kämpfen wir für gerechte Chancen! Nehmt die Frage der Kontrolle ein bisschen ernster! (Zwischenruf des Abg. Michael Hammer.) – Nein, diese ganzen schwarzen Netzwerke in den Kabinetten haben wir jetzt lange genug diskutiert, ich möchte gar nicht darauf eingehen. Kollege Obernosterer weiß Bescheid. Ich könnte die ganze Leier von vorne beginnen, diese schwarze Einfärbung - - (Abg. Obernosterer: Deine Leier kenne ich schon auswendig!) – Danke, Kollege Obernosterer, du weißt es inzwischen! Also eine Bitte an die Grünen: Meldet euch bei Kollegen Obernosterer! Er weiß ganz genau darüber Bescheid, wie die Parteibuchwirtschaft in der ÖVP unter Sebastian Kurz funktioniert, er steht gerne zur Verfügung. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Stögmüller: Guter Tipp! Danke!)
Abg. Obernosterer: Deine Leier kenne ich schon auswendig!
Wie gesagt, wir alle wissen, dass es nicht leicht ist. Ich bitte die Grünen noch einmal: Kämpfen wir für gerechte Chancen! Nehmt die Frage der Kontrolle ein bisschen ernster! (Zwischenruf des Abg. Michael Hammer.) – Nein, diese ganzen schwarzen Netzwerke in den Kabinetten haben wir jetzt lange genug diskutiert, ich möchte gar nicht darauf eingehen. Kollege Obernosterer weiß Bescheid. Ich könnte die ganze Leier von vorne beginnen, diese schwarze Einfärbung - - (Abg. Obernosterer: Deine Leier kenne ich schon auswendig!) – Danke, Kollege Obernosterer, du weißt es inzwischen! Also eine Bitte an die Grünen: Meldet euch bei Kollegen Obernosterer! Er weiß ganz genau darüber Bescheid, wie die Parteibuchwirtschaft in der ÖVP unter Sebastian Kurz funktioniert, er steht gerne zur Verfügung. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Stögmüller: Guter Tipp! Danke!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Stögmüller: Guter Tipp! Danke!
Wie gesagt, wir alle wissen, dass es nicht leicht ist. Ich bitte die Grünen noch einmal: Kämpfen wir für gerechte Chancen! Nehmt die Frage der Kontrolle ein bisschen ernster! (Zwischenruf des Abg. Michael Hammer.) – Nein, diese ganzen schwarzen Netzwerke in den Kabinetten haben wir jetzt lange genug diskutiert, ich möchte gar nicht darauf eingehen. Kollege Obernosterer weiß Bescheid. Ich könnte die ganze Leier von vorne beginnen, diese schwarze Einfärbung - - (Abg. Obernosterer: Deine Leier kenne ich schon auswendig!) – Danke, Kollege Obernosterer, du weißt es inzwischen! Also eine Bitte an die Grünen: Meldet euch bei Kollegen Obernosterer! Er weiß ganz genau darüber Bescheid, wie die Parteibuchwirtschaft in der ÖVP unter Sebastian Kurz funktioniert, er steht gerne zur Verfügung. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Stögmüller: Guter Tipp! Danke!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Obernosterer: Du wirst immer gescheiter! – Abg. Michael Hammer: Der Letzte dreht das Licht ab!
Geben wir uns bitte alle miteinander einen Ruck! Sagen wir nicht: Solange Sebastian Kurz Bundeskanzler ist, wird sich im Bildungsbereich nichts verbessern! Da ist es schade um die Zeit der jungen Menschen! Geben wir uns einen Ruck, gehen wir es gemeinsam an und sorgen wir dafür, dass alle jungen Menschen die beste Bildung bekommen und nicht weiterhin ÖVP-Stillstand in der Bildungspolitik herrscht! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Obernosterer: Du wirst immer gescheiter! – Abg. Michael Hammer: Der Letzte dreht das Licht ab!)
Zwischenruf des Abg. Sieber.
Sie wissen: Wir hätten das gerne. Wir wissen: Die ÖVP ist diesbezüglich skeptisch. Vielleicht können wir uns aber – das steht nicht im Regierungsprogramm – während der nächsten fünf Jahre, in dieser Legislaturperiode, gemeinsam mit anderen – den NEOS, der SPÖ; ich glaube, die FPÖ will das gar nicht – darüber verständigen, dass wir das zumindest in Vorarlberg machen. (Zwischenruf des Abg. Sieber.) Es gibt eine wunderbare Studie der Fachhochschule Vorarlberg über die Einführung dessen in Vorarlberg. Es gibt einen Allparteienbeschluss in Vorarlberg, es stehen wirklich alle Parteien hinter dieser Idee. Es wurde eine komplizierte Konstruktion gefunden, wie diese Form eingeführt werden kann. Wenn man diese komplizierte Konstruktion gesetzlich anwendet (Abg. Loacker: Warum habt ihr das nicht ins Regierungsprogramm verhandelt?), wird es in Österreich nie zu einer Gesamtschule beziehungsweise einer Schule der Zehn- bis 14-Jährigen kommen.
Abg. Loacker: Warum habt ihr das nicht ins Regierungsprogramm verhandelt?
Sie wissen: Wir hätten das gerne. Wir wissen: Die ÖVP ist diesbezüglich skeptisch. Vielleicht können wir uns aber – das steht nicht im Regierungsprogramm – während der nächsten fünf Jahre, in dieser Legislaturperiode, gemeinsam mit anderen – den NEOS, der SPÖ; ich glaube, die FPÖ will das gar nicht – darüber verständigen, dass wir das zumindest in Vorarlberg machen. (Zwischenruf des Abg. Sieber.) Es gibt eine wunderbare Studie der Fachhochschule Vorarlberg über die Einführung dessen in Vorarlberg. Es gibt einen Allparteienbeschluss in Vorarlberg, es stehen wirklich alle Parteien hinter dieser Idee. Es wurde eine komplizierte Konstruktion gefunden, wie diese Form eingeführt werden kann. Wenn man diese komplizierte Konstruktion gesetzlich anwendet (Abg. Loacker: Warum habt ihr das nicht ins Regierungsprogramm verhandelt?), wird es in Österreich nie zu einer Gesamtschule beziehungsweise einer Schule der Zehn- bis 14-Jährigen kommen.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Vielleicht können wir uns aufraffen – dazu brauchen wir wirklich nicht Frau Wiesinger, sondern die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung –, uns gemeinsam an einen Tisch setzen und einen Versuch starten. – Herzlichen Dank. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.
Abgeordnete Nurten Yılmaz (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Abgeordnete Hamann, erzählen Sie uns hinterher, zu wie vielen Schulen Sie vom Herrn Bundesminister mitgenommen wurden und in wie vielen Sie fragen durften: Was braucht ihr?! – Ich glaube nämlich, Sie werden keine einzige Schule mit der ÖVP besuchen, und ich weiß, wovon ich rede. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Abg. Michael Hammer: Das tut ihr immer!
Wie auch mein Kollege Kucher schon gesagt hat: Wir diskutieren hier seit Jahrzehnten über Fortschritte und darüber, wie wir Fortschritte in der Bildungspolitik auf die Beine stellen können. (Abg. Michael Hammer: Das tut ihr immer!) Bis jetzt wurde jeder Schritt von der ÖVP blockiert. Durch die Einführung der Deutschförderklassen wurde sogar ein Rückschritt bewirkt. (Rufe bei der ÖVP: Bitte! Ah geh!) Herr Professor Taschner hat sich vor dem Sommer 2019 – nicht wahr, Herr Professor?; er ist ein sehr reflektierter Abgeordneter – hierhergestellt und gesagt: Die Deutschförderklassen haben nicht das gebracht, was wir uns erwartet haben! (Abg. Taschner: So habe ich es nicht gesagt!) – Das haben Sie nicht gesagt, aber sie sind gescheitert! (Abg. Taschner: Nein! – Abg. Belakowitsch: Warum wollen Sie das jetzt noch ...? – Ruf bei der ÖVP: Gescheitert ist die SPÖ!) Sie waren enttäuscht, dass sie nicht das Ergebnis gebracht haben, das Sie sich erdacht hatten. (Abg. Taschner: Erhofft!) Sie haben halt wirklich niemandem zugehört, der schon vorher gesagt hat, dass das nichts wird.
Rufe bei der ÖVP: Bitte! Ah geh!
Wie auch mein Kollege Kucher schon gesagt hat: Wir diskutieren hier seit Jahrzehnten über Fortschritte und darüber, wie wir Fortschritte in der Bildungspolitik auf die Beine stellen können. (Abg. Michael Hammer: Das tut ihr immer!) Bis jetzt wurde jeder Schritt von der ÖVP blockiert. Durch die Einführung der Deutschförderklassen wurde sogar ein Rückschritt bewirkt. (Rufe bei der ÖVP: Bitte! Ah geh!) Herr Professor Taschner hat sich vor dem Sommer 2019 – nicht wahr, Herr Professor?; er ist ein sehr reflektierter Abgeordneter – hierhergestellt und gesagt: Die Deutschförderklassen haben nicht das gebracht, was wir uns erwartet haben! (Abg. Taschner: So habe ich es nicht gesagt!) – Das haben Sie nicht gesagt, aber sie sind gescheitert! (Abg. Taschner: Nein! – Abg. Belakowitsch: Warum wollen Sie das jetzt noch ...? – Ruf bei der ÖVP: Gescheitert ist die SPÖ!) Sie waren enttäuscht, dass sie nicht das Ergebnis gebracht haben, das Sie sich erdacht hatten. (Abg. Taschner: Erhofft!) Sie haben halt wirklich niemandem zugehört, der schon vorher gesagt hat, dass das nichts wird.
Abg. Taschner: So habe ich es nicht gesagt!
Wie auch mein Kollege Kucher schon gesagt hat: Wir diskutieren hier seit Jahrzehnten über Fortschritte und darüber, wie wir Fortschritte in der Bildungspolitik auf die Beine stellen können. (Abg. Michael Hammer: Das tut ihr immer!) Bis jetzt wurde jeder Schritt von der ÖVP blockiert. Durch die Einführung der Deutschförderklassen wurde sogar ein Rückschritt bewirkt. (Rufe bei der ÖVP: Bitte! Ah geh!) Herr Professor Taschner hat sich vor dem Sommer 2019 – nicht wahr, Herr Professor?; er ist ein sehr reflektierter Abgeordneter – hierhergestellt und gesagt: Die Deutschförderklassen haben nicht das gebracht, was wir uns erwartet haben! (Abg. Taschner: So habe ich es nicht gesagt!) – Das haben Sie nicht gesagt, aber sie sind gescheitert! (Abg. Taschner: Nein! – Abg. Belakowitsch: Warum wollen Sie das jetzt noch ...? – Ruf bei der ÖVP: Gescheitert ist die SPÖ!) Sie waren enttäuscht, dass sie nicht das Ergebnis gebracht haben, das Sie sich erdacht hatten. (Abg. Taschner: Erhofft!) Sie haben halt wirklich niemandem zugehört, der schon vorher gesagt hat, dass das nichts wird.
Abg. Taschner: Nein! – Abg. Belakowitsch: Warum wollen Sie das jetzt noch ...? – Ruf bei der ÖVP: Gescheitert ist die SPÖ!
Wie auch mein Kollege Kucher schon gesagt hat: Wir diskutieren hier seit Jahrzehnten über Fortschritte und darüber, wie wir Fortschritte in der Bildungspolitik auf die Beine stellen können. (Abg. Michael Hammer: Das tut ihr immer!) Bis jetzt wurde jeder Schritt von der ÖVP blockiert. Durch die Einführung der Deutschförderklassen wurde sogar ein Rückschritt bewirkt. (Rufe bei der ÖVP: Bitte! Ah geh!) Herr Professor Taschner hat sich vor dem Sommer 2019 – nicht wahr, Herr Professor?; er ist ein sehr reflektierter Abgeordneter – hierhergestellt und gesagt: Die Deutschförderklassen haben nicht das gebracht, was wir uns erwartet haben! (Abg. Taschner: So habe ich es nicht gesagt!) – Das haben Sie nicht gesagt, aber sie sind gescheitert! (Abg. Taschner: Nein! – Abg. Belakowitsch: Warum wollen Sie das jetzt noch ...? – Ruf bei der ÖVP: Gescheitert ist die SPÖ!) Sie waren enttäuscht, dass sie nicht das Ergebnis gebracht haben, das Sie sich erdacht hatten. (Abg. Taschner: Erhofft!) Sie haben halt wirklich niemandem zugehört, der schon vorher gesagt hat, dass das nichts wird.
Abg. Taschner: Erhofft!
Wie auch mein Kollege Kucher schon gesagt hat: Wir diskutieren hier seit Jahrzehnten über Fortschritte und darüber, wie wir Fortschritte in der Bildungspolitik auf die Beine stellen können. (Abg. Michael Hammer: Das tut ihr immer!) Bis jetzt wurde jeder Schritt von der ÖVP blockiert. Durch die Einführung der Deutschförderklassen wurde sogar ein Rückschritt bewirkt. (Rufe bei der ÖVP: Bitte! Ah geh!) Herr Professor Taschner hat sich vor dem Sommer 2019 – nicht wahr, Herr Professor?; er ist ein sehr reflektierter Abgeordneter – hierhergestellt und gesagt: Die Deutschförderklassen haben nicht das gebracht, was wir uns erwartet haben! (Abg. Taschner: So habe ich es nicht gesagt!) – Das haben Sie nicht gesagt, aber sie sind gescheitert! (Abg. Taschner: Nein! – Abg. Belakowitsch: Warum wollen Sie das jetzt noch ...? – Ruf bei der ÖVP: Gescheitert ist die SPÖ!) Sie waren enttäuscht, dass sie nicht das Ergebnis gebracht haben, das Sie sich erdacht hatten. (Abg. Taschner: Erhofft!) Sie haben halt wirklich niemandem zugehört, der schon vorher gesagt hat, dass das nichts wird.
Zwischenruf des Abg. Hauser.
Herr Hauser, machen Sie sich keine Sorgen um die Deutschförderklassen, sie werden dank der Grünen weitergeführt. (Zwischenruf des Abg. Hauser.) – Nein, nein, machen Sie sich keine Sorgen, sie werden weitergeführt werden. (Abg. Hauser: Schön!)
Abg. Hauser: Schön!
Herr Hauser, machen Sie sich keine Sorgen um die Deutschförderklassen, sie werden dank der Grünen weitergeführt. (Zwischenruf des Abg. Hauser.) – Nein, nein, machen Sie sich keine Sorgen, sie werden weitergeführt werden. (Abg. Hauser: Schön!)
Beifall bei der SPÖ – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die Frage ist nur: Wie stellen wir uns die Bildungspolitik im 21. Jahrhundert vor? Gerade für mich, sehr geehrte Damen und Herren, als Integrationssprecherin der SPÖ ist Bildung einer der wichtigsten Aspekte. Meine Erwartung in unser Bildungssystem ist, dass unsere Kinder vom Kindergarten an gefördert werden. Sie müssen Raum haben, sich zu kritischen, mündigen und selbstbestimmten Erwachsenen zu entwickeln. Darüber hinaus müssen sie lernen, sich in der Gesellschaft zu bewegen, das bedeutet auch – und jetzt müsst ihr alle stark sein – ein Ende der Sonderschulen, sehr geehrte Damen und Herren. Die Kinder müssen gemeinsam lernen, sich in unserer Gesellschaft zu bewegen (Beifall bei der SPÖ – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), nur so können wir ein solidarisches Miteinander zusammenbringen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.
Geben wir Matthias aus Simmering, Sohn einer Alleinerziehenden, und Lisa, Tochter von AkademikerInnen aus Hietzing, in unserem Land die gleiche Chance! Es ist möglich, es ist machbar, aber nicht mit der ÖVP – also nicht zu viel Hoffnung! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Abg. Michael Hammer: Rudi-Festspiele heute!
Präsidentin Doris Bures: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Taschner zu Wort gemeldet. – Herr Abgeordneter, Sie kennen die Bestimmungen der Geschäftsordnung. Bitte. (Abg. Michael Hammer: Rudi-Festspiele heute!)
Zwischenruf des Abg. Leichtfried
Ich habe nur meine Enttäuschung mitgeteilt, dass sie noch nicht so gut funktioniert haben, wie wir es angedacht hatten. Sie werden aber verbessert (Zwischenruf des Abg. Leichtfried) und sie sind in weiterer Verbesserung – und wir leben von der Hoffnung und nicht von irgendeinem schlechten Nachgerede. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe nur meine Enttäuschung mitgeteilt, dass sie noch nicht so gut funktioniert haben, wie wir es angedacht hatten. Sie werden aber verbessert (Zwischenruf des Abg. Leichtfried) und sie sind in weiterer Verbesserung – und wir leben von der Hoffnung und nicht von irgendeinem schlechten Nachgerede. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Frau Kollegin Salzmann hat darüber gesprochen, dass Frau Wiesinger Lösungen finden muss. – Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Es ist nicht die Aufgabe der Frau Wiesinger – und da kann man zu ihr stehen, wie man will –, Lösungen zu bringen, sondern das ist Aufgabe der Politik (Zwischenruf bei der ÖVP); und die Politik hat mit Schwarz und Rot in diesem Bereich in den letzten Jahrzehnten versagt, deswegen ist die Situation jetzt so, wie sie ist. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Frau Kollegin Salzmann hat darüber gesprochen, dass Frau Wiesinger Lösungen finden muss. – Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Es ist nicht die Aufgabe der Frau Wiesinger – und da kann man zu ihr stehen, wie man will –, Lösungen zu bringen, sondern das ist Aufgabe der Politik (Zwischenruf bei der ÖVP); und die Politik hat mit Schwarz und Rot in diesem Bereich in den letzten Jahrzehnten versagt, deswegen ist die Situation jetzt so, wie sie ist. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Dann, Herr Minister, haben Sie von Evidenz gesprochen; es fehle Ihnen die Evidenz in den Aussagen der Frau Wiesinger. – Ich finde das wirklich sehr spannend, denn ich kann mich an diverse Expertenhearings erinnern, die wir zu den Pädagogikpaketen gehabt haben – Kollegin Hammerschmid kann sich sicher auch daran erinnern. Immer wieder haben wir ExpertInnen geholt, die genau diese Evidenz bringen sollten, und es war Ihnen und Ihrer Regierung einfach komplett egal, was die ExpertInnen gesagt haben. Sie sind immer dagestanden und haben gesagt: Nein, es geht hier um die Parteilinie, es geht um das, was im Regierungsprogramm steht, und eben nicht um die Evidenz! Und jetzt kommen Sie damit daher und sagen: Na ja, die große Evidenz bringt Frau Wiesinger nicht, deswegen müssen wir sie hinaushauen! – Ganz ehrlich, so geht es nicht! (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Michael Hammer: In Oberösterreich nicht!
Wenn Sie sagen, im neuen System funktioniere das alles großartig und wir seien mit den Bildungsdirektionen jetzt unparteiisch, frage ich: Was ist denn mit den Bildungsdirektionen passiert? – Natürlich hat sich der Landeshauptmann überall zum Präsidenten gemacht! (Abg. Michael Hammer: In Oberösterreich nicht!) Das ist genau der Punkt gewesen, warum die Politik da weiterhin mitspricht, warum die Politik da nach wie vor ihre Füße in der Tür hat (Abg. Wöginger: Das sind sie nicht im Land!) und warum Entscheidungen (Abg. Sobotka: In Niederösterreich auch nicht!) natürlich noch überall so getroffen werden. Wir haben die Situation, dass ein Schulgebäude zwei gleiche Schultypen beheimatet und es einen roten und einen schwarzen Direktor gibt, aus dem einfachen Grund, dass Sie über Jahrzehnte dieses System nur dafür verwendet haben, dass Ihre Parteisoldaten da untergebracht werden – und das hat sich nicht geändert.
Abg. Wöginger: Das sind sie nicht im Land!
Wenn Sie sagen, im neuen System funktioniere das alles großartig und wir seien mit den Bildungsdirektionen jetzt unparteiisch, frage ich: Was ist denn mit den Bildungsdirektionen passiert? – Natürlich hat sich der Landeshauptmann überall zum Präsidenten gemacht! (Abg. Michael Hammer: In Oberösterreich nicht!) Das ist genau der Punkt gewesen, warum die Politik da weiterhin mitspricht, warum die Politik da nach wie vor ihre Füße in der Tür hat (Abg. Wöginger: Das sind sie nicht im Land!) und warum Entscheidungen (Abg. Sobotka: In Niederösterreich auch nicht!) natürlich noch überall so getroffen werden. Wir haben die Situation, dass ein Schulgebäude zwei gleiche Schultypen beheimatet und es einen roten und einen schwarzen Direktor gibt, aus dem einfachen Grund, dass Sie über Jahrzehnte dieses System nur dafür verwendet haben, dass Ihre Parteisoldaten da untergebracht werden – und das hat sich nicht geändert.
Abg. Sobotka: In Niederösterreich auch nicht!
Wenn Sie sagen, im neuen System funktioniere das alles großartig und wir seien mit den Bildungsdirektionen jetzt unparteiisch, frage ich: Was ist denn mit den Bildungsdirektionen passiert? – Natürlich hat sich der Landeshauptmann überall zum Präsidenten gemacht! (Abg. Michael Hammer: In Oberösterreich nicht!) Das ist genau der Punkt gewesen, warum die Politik da weiterhin mitspricht, warum die Politik da nach wie vor ihre Füße in der Tür hat (Abg. Wöginger: Das sind sie nicht im Land!) und warum Entscheidungen (Abg. Sobotka: In Niederösterreich auch nicht!) natürlich noch überall so getroffen werden. Wir haben die Situation, dass ein Schulgebäude zwei gleiche Schultypen beheimatet und es einen roten und einen schwarzen Direktor gibt, aus dem einfachen Grund, dass Sie über Jahrzehnte dieses System nur dafür verwendet haben, dass Ihre Parteisoldaten da untergebracht werden – und das hat sich nicht geändert.
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist das Problem in unserem Schulsystem: dass es um Glück geht, dass es nicht ein Schulsystem der Chancen ist, sondern eines des Glücks. Wir NEOS stehen dafür, dass das endlich aufhört und dass jeder in diesem Schulsystem seine Chancen bekommt. Ich bitte Sie inständig, jetzt endlich damit zu beginnen, das umzusetzen. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
möglicht werden und beispielsweise auch deutlich höhere Kindersätze im Rahmen der Mindestsicherung, etwa in Wien, in Tirol oder in Vorarlberg – lauter Länder mit grüner Regierungsbeteiligung –, beibehalten werden können und so wirklich auch weiterhin aktiv die ärmsten Kinder aus armen Familien offensiv unterstützt werden können; es war ja zuvor von Kinderarmut die Rede. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir setzen große Hoffnungen darauf, dass es jetzt mit der Bekämpfung von Armut und Kinderarmut tatsächlich ernst wird, denn wer Rudi Anschober kennt, weiß, dass er den Worten auch Taten folgen lässt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne: Glück auf, lieber Rudi! Gutes Gelingen! Unsere Unterstützung hast du. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir haben den Skandal in Wien gehabt. Da sind mehrere Tausend Euro an Familien ausbezahlt worden, und das nicht nur einmal, weil ein Fehler passiert ist, sondern das ist in Wien gang und gäbe. Genau das hat eine Reform notwendig gemacht, denn wenn Menschen, weil sie ja so große Bedarfsgemeinschaften bilden, mehr Geld aus der Mindestsicherung lukrieren, als eine normale, durchschnittliche Familie jemals verdienen kann, na dann ist doch eine Schieflage in dem System! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber die ÖVP steckt den Kopf in den Sand. Sie haben dagegen gestimmt, dass die Länder jetzt weitermachen müssen. Das heißt, von diesem Mindestsicherungsgesetz, das ihr auch maßgeblich mitbestimmt habt, habt ihr euch verabschiedet, das ist für euch nicht mehr wichtig. Jetzt gibt es wieder nur mehr 15a-Vereinbarungen. Der Bundeskanzler hat sich schon hingestellt und gesagt: Ach, das sollen alles wieder die Länder machen! – Das ist der falsche Weg, meine Damen und Herren! Im Übrigen ist es auch nicht der gesetzeskonforme Weg, den ihr da geht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Michael Hammer: Das bleibt eh!
Ich finde es auch wirklich bedauerlich, wenn ich das jetzt sagen muss: Es betrifft ja auch die Verbesserungen, die wir drinnen haben, nämlich beispielsweise einen Bonus für Menschen mit Behinderungen, weil die es am Arbeitsmarkt besonders schwer haben (Abg. Michael Hammer: Das bleibt eh!), einen Bonus für Alleinerziehende, weil die es besonders schwer am Arbeitsmarkt haben. (Abg. Michael Hammer: Das bleibt auch!) Wir haben beispielsweise den Zugriff auf das Vermögen ausgeweitet, das heißt, dass dieser erst nach drei Jahren möglich ist. Das ist vor allem eine Verbesserung für sogenannte Aufstocker, die oftmals aufgrund einer Betreuungssituation, vielleicht Karenz kurzfristig weniger verdienen. Auch das würde Alleinerzieher treffen. Das sind alles Maßnahmen, die auch nicht umgesetzt werden.
Abg. Michael Hammer: Das bleibt auch!
Ich finde es auch wirklich bedauerlich, wenn ich das jetzt sagen muss: Es betrifft ja auch die Verbesserungen, die wir drinnen haben, nämlich beispielsweise einen Bonus für Menschen mit Behinderungen, weil die es am Arbeitsmarkt besonders schwer haben (Abg. Michael Hammer: Das bleibt eh!), einen Bonus für Alleinerziehende, weil die es besonders schwer am Arbeitsmarkt haben. (Abg. Michael Hammer: Das bleibt auch!) Wir haben beispielsweise den Zugriff auf das Vermögen ausgeweitet, das heißt, dass dieser erst nach drei Jahren möglich ist. Das ist vor allem eine Verbesserung für sogenannte Aufstocker, die oftmals aufgrund einer Betreuungssituation, vielleicht Karenz kurzfristig weniger verdienen. Auch das würde Alleinerzieher treffen. Das sind alles Maßnahmen, die auch nicht umgesetzt werden.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Weratschnig: Diese Rede ist eine Schieflage!
Auf der anderen Seite sollen aber, wenn man der ÖVP so zuhört, Verschärfungen beim Arbeitslosengeld kommen und die Zumutbarkeitsbestimmungen sollen verschärft werden. Das heißt, jene Leute, die arbeiten, die etwas tun, die etwas leisten, werden dafür bestraft, wenn sie möglicherweise arbeitslos sind – und über Menschen, die aus aller Herren Länder kommen und noch nie einen Cent in dieses System einbezahlt haben, schüttet man das Füllhorn aus! Diese Schieflage gehört korrigiert und gehört bekämpft, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Weratschnig: Diese Rede ist eine Schieflage!) – Regen Sie sich nicht so auf!
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen noch eines: Unser Sozialsystem werden wir auf Dauer nur halten können, wenn wir auf die Leistungs- und Arbeitskraft jener Rücksicht nehmen, die das System bezahlen – aber das sind die, die ihr jetzt bestraft! Ihr seid dafür, dass das Dieselprivileg aufgehoben wird. Ihr seid nur für Verteuerung, in dieser Regierung der Reichen für die Reichen. Ihr habt für die Arbeitnehmer, für jene Menschen in Österreich, die sich ihr Geld schwer verdienen, die es schwer haben, überhaupt nichts im Regierungsprogramm, aber über Zuwanderer wird das Füllhorn weiter ausgeschüttet. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Nur mehr Belakowitsch!
Abgeordneter Mag. Michael Hammer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein (Abg. Belakowitsch: Nur mehr Belakowitsch!), es ist halt nicht jedes Thema dazu geeignet, gleich wieder Fundamental- und Radikalopposition zu spielen. Man kann dieses Thema der Sozialhilfe-Grundsatzgesetzgebung nämlich auch sachlich diskutieren und auf das zurückkommen, worum es wirklich geht. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Stefan.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Stefan.
Abgeordneter Mag. Michael Hammer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein (Abg. Belakowitsch: Nur mehr Belakowitsch!), es ist halt nicht jedes Thema dazu geeignet, gleich wieder Fundamental- und Radikalopposition zu spielen. Man kann dieses Thema der Sozialhilfe-Grundsatzgesetzgebung nämlich auch sachlich diskutieren und auf das zurückkommen, worum es wirklich geht. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Stefan.)
Abg. Belakowitsch: Das ist keine Legende, ihr habt dagegen gestimmt!
Ich darf aber schon für meine Fraktion eines festhalten, denn Sie haben hier ja wieder in Art einer Legendenbildung etwas vorgetragen (Abg. Belakowitsch: Das ist keine Legende, ihr habt dagegen gestimmt!): Wir bekennen uns nach wie vor zu dem, was auch in der letzten Regierung an Zielsetzungen verfolgt worden ist, nur muss man eben zur Kenntnis nehmen – und wir als Demokraten, die an den Rechtsstaat glauben, nehmen das zur Kenntnis –, dass der Verfassungsgerichtshof ein anderslautendes Erkenntnis getroffen hat. (Abg. Kickl: Wie praktisch für euch! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Kickl: Wie praktisch für euch! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich darf aber schon für meine Fraktion eines festhalten, denn Sie haben hier ja wieder in Art einer Legendenbildung etwas vorgetragen (Abg. Belakowitsch: Das ist keine Legende, ihr habt dagegen gestimmt!): Wir bekennen uns nach wie vor zu dem, was auch in der letzten Regierung an Zielsetzungen verfolgt worden ist, nur muss man eben zur Kenntnis nehmen – und wir als Demokraten, die an den Rechtsstaat glauben, nehmen das zur Kenntnis –, dass der Verfassungsgerichtshof ein anderslautendes Erkenntnis getroffen hat. (Abg. Kickl: Wie praktisch für euch! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Aha!
Eines ist jedoch klar: Wir haben uns immer dazu bekannt, dass es im Bereich der Sozialhilfe eine bundesweit einheitliche Grundsatzregelung geben soll, und das steht jetzt auch nicht infrage. (Abg. Belakowitsch: Aha!) Wir haben immer gesagt – und dazu bekennt sich auch die Regierung –, es braucht Gerechtigkeit im System. Wir haben ja mit einigen Stellschrauben, an denen wir mit der Sozialhilfe Neu gedreht haben, sichergestellt (Abg. Belakowitsch: Dass es nicht umgesetzt wird!), dass es Gerechtigkeit gibt, überhaupt dort, wo es um Menschen im Erwerbsleben mit mehreren Kindern geht, die möglicherweise nicht diese gestaffelten Kinderbeiträge bekommen. Es war uns wichtig,
Abg. Belakowitsch: Dass es nicht umgesetzt wird!
Eines ist jedoch klar: Wir haben uns immer dazu bekannt, dass es im Bereich der Sozialhilfe eine bundesweit einheitliche Grundsatzregelung geben soll, und das steht jetzt auch nicht infrage. (Abg. Belakowitsch: Aha!) Wir haben immer gesagt – und dazu bekennt sich auch die Regierung –, es braucht Gerechtigkeit im System. Wir haben ja mit einigen Stellschrauben, an denen wir mit der Sozialhilfe Neu gedreht haben, sichergestellt (Abg. Belakowitsch: Dass es nicht umgesetzt wird!), dass es Gerechtigkeit gibt, überhaupt dort, wo es um Menschen im Erwerbsleben mit mehreren Kindern geht, die möglicherweise nicht diese gestaffelten Kinderbeiträge bekommen. Es war uns wichtig,
Abg. Belakowitsch: Die müssen umgesetzt werden! Man muss sie umsetzen!
dass die deutsche Sprache und die Integration als Schlüssel für die Sozialhilfe gelten, und es war uns auch wichtig, Wiedereinstiegsanreize zu geben. Außerdem – Sie haben das auch angesprochen, und das tritt ja nicht außer Kraft – gibt es Verbesserungen für Alleinerziehende und vor allem auch für Menschen mit Beeinträchtigungen. (Abg. Belakowitsch: Die müssen umgesetzt werden! Man muss sie umsetzen!)
Zwischenruf des Abg. Wurm.
Was ist jetzt rechtlich Sache? – Der Verfassungsgerichtshof hat einmal grundsätzlich festgestellt, dass eine Grundsatzgesetzgebung des Bundes nicht in die Rechte der Länder eingreift, das heißt, das Grundsatzgesetz bleibt aufrecht und in Kraft. Aufgehoben wurden die Staffelung der Kinderbeiträge für Mehrkindfamilien und der Arbeitsqualifizierungsbonus, weil der Verfassungsgerichtshof gesagt hat, es gebe auch Beschäftigungsmöglichkeiten, für die Deutsch- oder Englischkenntnisse auf hohem Niveau nicht essenziell seien. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Die dritte Bestimmung betrifft den Bereich der Sozialhilfestatistik hinsichtlich des Datenschutzes. Es wurden also zwei inhaltliche Regelungen aufgehoben. (Abg. Wurm: Von 13!) Der Rest bleibt weiterhin in Kraft, das heißt, die Diskussion über ein neues Sozialhilfe-Grundsatzgesetz ist damit einmal obsolet. Das Sozialhilfe-Grundsatzgesetz bleibt, abgesehen von diesen zwei Bestimmungen, in Kraft, und es liegt jetzt an den Ländern, die entsprechenden Regelungen zu treffen, das wurde ja auch schon gesagt. (Abg. Belakowitsch: Ja, genau!)
Abg. Wurm: Von 13!
Was ist jetzt rechtlich Sache? – Der Verfassungsgerichtshof hat einmal grundsätzlich festgestellt, dass eine Grundsatzgesetzgebung des Bundes nicht in die Rechte der Länder eingreift, das heißt, das Grundsatzgesetz bleibt aufrecht und in Kraft. Aufgehoben wurden die Staffelung der Kinderbeiträge für Mehrkindfamilien und der Arbeitsqualifizierungsbonus, weil der Verfassungsgerichtshof gesagt hat, es gebe auch Beschäftigungsmöglichkeiten, für die Deutsch- oder Englischkenntnisse auf hohem Niveau nicht essenziell seien. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Die dritte Bestimmung betrifft den Bereich der Sozialhilfestatistik hinsichtlich des Datenschutzes. Es wurden also zwei inhaltliche Regelungen aufgehoben. (Abg. Wurm: Von 13!) Der Rest bleibt weiterhin in Kraft, das heißt, die Diskussion über ein neues Sozialhilfe-Grundsatzgesetz ist damit einmal obsolet. Das Sozialhilfe-Grundsatzgesetz bleibt, abgesehen von diesen zwei Bestimmungen, in Kraft, und es liegt jetzt an den Ländern, die entsprechenden Regelungen zu treffen, das wurde ja auch schon gesagt. (Abg. Belakowitsch: Ja, genau!)
Abg. Belakowitsch: Ja, genau!
Was ist jetzt rechtlich Sache? – Der Verfassungsgerichtshof hat einmal grundsätzlich festgestellt, dass eine Grundsatzgesetzgebung des Bundes nicht in die Rechte der Länder eingreift, das heißt, das Grundsatzgesetz bleibt aufrecht und in Kraft. Aufgehoben wurden die Staffelung der Kinderbeiträge für Mehrkindfamilien und der Arbeitsqualifizierungsbonus, weil der Verfassungsgerichtshof gesagt hat, es gebe auch Beschäftigungsmöglichkeiten, für die Deutsch- oder Englischkenntnisse auf hohem Niveau nicht essenziell seien. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Die dritte Bestimmung betrifft den Bereich der Sozialhilfestatistik hinsichtlich des Datenschutzes. Es wurden also zwei inhaltliche Regelungen aufgehoben. (Abg. Wurm: Von 13!) Der Rest bleibt weiterhin in Kraft, das heißt, die Diskussion über ein neues Sozialhilfe-Grundsatzgesetz ist damit einmal obsolet. Das Sozialhilfe-Grundsatzgesetz bleibt, abgesehen von diesen zwei Bestimmungen, in Kraft, und es liegt jetzt an den Ländern, die entsprechenden Regelungen zu treffen, das wurde ja auch schon gesagt. (Abg. Belakowitsch: Ja, genau!)
Abg. Belakowitsch: Aber sie machen es nicht!
Weil Sie in diesem Zusammenhang so hyperventilieren, Frau Belakowitsch: Es gibt zwei Bundesländer, Oberösterreich und Niederösterreich, die schon Regelungen getroffen haben, was den Arbeitsqualifizierungsbonus und die Staffelung für Mehrkindfamilien anbelangt. Da hat der Verfassungsgerichtshof auch festgestellt, dass das rechtskonform ist. Die Länder können also in ihrem Wirkungsbereich auch entsprechende Regelungen für diese durch den VfGH aufgehobenen Punkte im Sozialhilfe-Grundsatzgesetz treffen. (Abg. Belakowitsch: Aber sie machen es nicht!)
Abg. Belakowitsch: Die haben es nicht umgesetzt!
Sie sagen immer, wir müssten die Länder zum Handeln auffordern und der Minister müsste mit denen reden. (Abg. Belakowitsch: Die haben es nicht umgesetzt!) Es gibt ein Grundsatzgesetz und die Länder müssen Ausführungsgesetze erlassen. (Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht!) – Ja, das können Sie ihnen eh ausrichten, Sie sind ja auch in Wien tätig. (Abg. Belakowitsch: Ist nicht nur Wien – sieben Länder sind säumig!) Sie müssen es tun, vor allem die Stadt oder das Land Wien ist da säumig. Die Gesetzgebung ist da relativ klar, und die Länder werden das auch entsprechend lösen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht!
Sie sagen immer, wir müssten die Länder zum Handeln auffordern und der Minister müsste mit denen reden. (Abg. Belakowitsch: Die haben es nicht umgesetzt!) Es gibt ein Grundsatzgesetz und die Länder müssen Ausführungsgesetze erlassen. (Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht!) – Ja, das können Sie ihnen eh ausrichten, Sie sind ja auch in Wien tätig. (Abg. Belakowitsch: Ist nicht nur Wien – sieben Länder sind säumig!) Sie müssen es tun, vor allem die Stadt oder das Land Wien ist da säumig. Die Gesetzgebung ist da relativ klar, und die Länder werden das auch entsprechend lösen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ist nicht nur Wien – sieben Länder sind säumig!
Sie sagen immer, wir müssten die Länder zum Handeln auffordern und der Minister müsste mit denen reden. (Abg. Belakowitsch: Die haben es nicht umgesetzt!) Es gibt ein Grundsatzgesetz und die Länder müssen Ausführungsgesetze erlassen. (Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht!) – Ja, das können Sie ihnen eh ausrichten, Sie sind ja auch in Wien tätig. (Abg. Belakowitsch: Ist nicht nur Wien – sieben Länder sind säumig!) Sie müssen es tun, vor allem die Stadt oder das Land Wien ist da säumig. Die Gesetzgebung ist da relativ klar, und die Länder werden das auch entsprechend lösen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sie sagen immer, wir müssten die Länder zum Handeln auffordern und der Minister müsste mit denen reden. (Abg. Belakowitsch: Die haben es nicht umgesetzt!) Es gibt ein Grundsatzgesetz und die Länder müssen Ausführungsgesetze erlassen. (Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht!) – Ja, das können Sie ihnen eh ausrichten, Sie sind ja auch in Wien tätig. (Abg. Belakowitsch: Ist nicht nur Wien – sieben Länder sind säumig!) Sie müssen es tun, vor allem die Stadt oder das Land Wien ist da säumig. Die Gesetzgebung ist da relativ klar, und die Länder werden das auch entsprechend lösen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin es schon gewohnt, dass Sie das jetzt hundertmal wiederholen – aber wir sind da auf einem guten Weg, und die Grundsatzgesetzgebung bleibt aufrecht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Lukas Hammer: Die sie sowieso beschließen müssen!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Wir schreiben nun Jänner 2020, und in den letzten Jahren ist in Sachen Sozialhilfe und Mindestsicherung nicht viel mehr produziert worden als ein paar VfGH-Verfahren und viel heiße Luft, und so auch heute. Wir haben hier den Antrag der FPÖ, mit dem die FPÖ die Regierung auffordert, die Länder aufzufordern, Gesetze zu beschließen, also nichts Neues (Abg. Lukas Hammer: Die sie sowieso beschließen müssen!), und die SPÖ hat einen Antrag eingebracht, der eigentlich von der Hofer-Werbung abgeschaut ist, er sagt nämlich nicht viel mehr als: zurück zum Ursprung! – so wie es immer war, viel Neues ist da nicht dabei.
Beifall bei den NEOS.
So etwas kann ja wirklich nur jemand beantragen, der nicht versteht, wie man Armutsgefährdungsquoten berechnet! Wer meint, man könnte das schnell halbieren, meint auch, man könnte das auf null setzen. Armutsgefährdung berechnet sich aber immer in Prozent des Medianeinkommens und Sie können die Armutsgefährdung nur auf null setzen, wenn alle mehr oder weniger gleich viel verdienen. Das geht also nur, wenn Sie nicht nur Kollektivvertragslöhne haben, sondern wenn Sie oben auch noch einen Deckel einziehen. Wenn die Schwarzen das wollen, dann sagen Sie es bitte deutlich. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das die Absicht war, geschrieben haben Sie es. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Danke schön. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP.
Familien mit niedrigem Einkommen zum Beispiel werden auch im Zuge der Steuerreform durch die Senkung der niedrigsten Steuerstufe der Einkommensteuer von 25 auf 20 Prozent entlastet. Das hilft Familien. Es wurde auch festgehalten, dass die bestehende Lücke beim Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende zu schließen ist. Es ist auch ein Ziel unserer Bundesregierung, Maßnahmen zu setzen, um das Einkommen von Frauen zu erhöhen, da Frauen besonders oft von Armut betroffen sind. Es sind mehr Betreuungsplätze, mehr Supportpersonal für Schulen und ein Pilotprogramm an 100 ausgewählten Brennpunktschulen geplant, die zusätzliche Unterstützung brauchen, und warum? – Zum einen, um die Eltern zu entlasten, die Entlastung brauchen, zum anderen, um jedem Kind in diesem Land die Chance zu geben, die es verdient. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weratschnig.
Zum Abschluss kann ich die Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ beruhigen, denn unsere Bundesregierung hat sich ganz klar zum Ziel gesetzt, das Sozialsystem so fair wie möglich zu gestalten und Missbräuchen vorzubeugen. Genau das werden wir auch tun, denn das sind wir den Menschen schuldig, die Tag für Tag hart arbeiten und dieses System im Grunde finanzieren und aufrechterhalten. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weratschnig.)
Beifall bei der SPÖ.
Gerade karitative Organisationen, Sozialmärkte oder Ähnliches haben bereits regen Zulauf, weil sie oft die einzige Alternative sind, um ein einigermaßen menschenwürdiges Leben in Österreich aufrechterhalten zu können. Der Weg zu Gnade statt Recht ist bei uns in Österreich somit vorgezeichnet. Das führt dazu, dass sich viele Betroffene gedemütigt fühlen und eine ausgeprägte Mehrklassengesellschaft forciert wird. Das alles ist inhuman, meine Damen und Herren! Das ist ein Rückschritt und kann so in einem Staat wie Österreich nicht akzeptiert werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Österreich, meine Damen und Herren, zählt noch immer zu den reichsten Staaten dieser Welt. Kindern eine sinnvolle Zukunft zu garantieren ist daher möglich. Es muss in diesem Land nur nach den richtigen Wegen gesucht werden. Kürzungen im Sozialbereich sind das jedoch sicher nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Genau das fordern wir in diesem Antrag, meine Damen und Herren. Stimmen Sie ihm zu, um wieder einen Schritt weiter in Richtung mehr soziale Sicherheit in Österreich zu schaffen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Michael Hammer: Das bleibt aber, oder?
Wir konnten dann in der letzten Regierung gemeinsam mit der ÖVP dieses neue Sozialhilfe-Grundsatzgesetz machen, das sinnvoll ist, denn von diesem Gesetz profitieren österreichische Staatsbürger, Alleinerzieherinnen und Menschen mit Behinderungen, also genau jene drei Gruppen, denen wir helfen wollen. (Abg. Michael Hammer: Das bleibt aber, oder?) Wer wären die Verlierer gewesen? – Asylberechtigte, Leute, die nicht arbeitswillig sind, und Leute, die nicht integrationswillig sind. (Abg. Tomaselli: Die Kinder! Die Kinder! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Das wären die Verlierer gewesen.
Abg. Tomaselli: Die Kinder! Die Kinder! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Wir konnten dann in der letzten Regierung gemeinsam mit der ÖVP dieses neue Sozialhilfe-Grundsatzgesetz machen, das sinnvoll ist, denn von diesem Gesetz profitieren österreichische Staatsbürger, Alleinerzieherinnen und Menschen mit Behinderungen, also genau jene drei Gruppen, denen wir helfen wollen. (Abg. Michael Hammer: Das bleibt aber, oder?) Wer wären die Verlierer gewesen? – Asylberechtigte, Leute, die nicht arbeitswillig sind, und Leute, die nicht integrationswillig sind. (Abg. Tomaselli: Die Kinder! Die Kinder! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Das wären die Verlierer gewesen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Stögmüller und Ernst-Dziedzic.
Ich darf schon darauf hinweisen: Unsere große Sorge und auch die Sorge der Bevölkerung ist, dass die ÖVP vielleicht mit dem Partner Grün diesen konsequenten Weg, den sie mit uns in diesem Bereich beschritten hat – der auch sinnvoll ist –, nicht weiter beschreiten wird. Wir werden Ihnen mit Sicherheit in den nächsten Monaten auch ein bisschen helfen, diesen Weg konsequent weiterzubeschreiten, weil es notwendig ist. Ich habe mit der grünen Landesrätin in Tirol gesprochen, die sagt: Das wird nicht umgesetzt! – Das ist ja in Wahrheit Anarchie, denn wenn wir hier Gesetze machen, die die Bundesländer nicht umsetzen, dann können wir eigentlich unseren Dienst hier beenden! (Zwischenrufe der Abgeordneten Stögmüller und Ernst-Dziedzic.)
Oh-Rufe bei den Grünen. – Abg. Stögmüller: Hartinger-Klein war ja viel besser!
Sie erlauben schon, Herr Minister, ich bin auch skeptisch Ihnen gegenüber – weil ich Ihre Historie kenne –, ob Sie wirklich der richtige Sozialminister sind, um die Mindestsicherung dorthin zu bringen, wo sie hingehört (Oh-Rufe bei den Grünen. – Abg. Stögmüller: Hartinger-Klein war ja viel besser!), nämlich zu jenen, die sie brauchen. (Zwischenruf der Abg. Tomaselli.) Da bin ich sehr, sehr skeptisch. – Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Tomaselli.
Sie erlauben schon, Herr Minister, ich bin auch skeptisch Ihnen gegenüber – weil ich Ihre Historie kenne –, ob Sie wirklich der richtige Sozialminister sind, um die Mindestsicherung dorthin zu bringen, wo sie hingehört (Oh-Rufe bei den Grünen. – Abg. Stögmüller: Hartinger-Klein war ja viel besser!), nämlich zu jenen, die sie brauchen. (Zwischenruf der Abg. Tomaselli.) Da bin ich sehr, sehr skeptisch. – Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie erlauben schon, Herr Minister, ich bin auch skeptisch Ihnen gegenüber – weil ich Ihre Historie kenne –, ob Sie wirklich der richtige Sozialminister sind, um die Mindestsicherung dorthin zu bringen, wo sie hingehört (Oh-Rufe bei den Grünen. – Abg. Stögmüller: Hartinger-Klein war ja viel besser!), nämlich zu jenen, die sie brauchen. (Zwischenruf der Abg. Tomaselli.) Da bin ich sehr, sehr skeptisch. – Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Keck.
Ich habe ein bissel den Eindruck, wir sind in diesen Debatten über Mindestsicherung hin und her gerissen. Es geht um Mindestsicherung, es geht um die Ärmsten der Armen, die es in diesem System am schwersten haben. Ich habe den Eindruck, dass es eigentlich eine Gnade ist, dass wir in einem der reichsten Staaten der Welt geboren wurden. Viele Menschen haben eine Leistung dafür erbracht, dass der Wohlstand in diesem Land so groß ist. Das gibt uns aber auch eine Verantwortung, für jene zu sorgen und ein Netz herzustellen, die es nicht so leicht haben und die in einer schwierigen Lebenssituation stehen. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Keck.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Als eines der reichsten Länder der Welt ist es, glaube ich, ein Handlungsauftrag für uns, wenn wir sehen, dass es 55 000 akut armutsgefährdete Kinder in diesem Land gibt, tätig zu werden und dem entgegenzuwirken. Wenn wir wissen, dass es viele, viele Frauen gibt, die im Alter durch ein System, das Ungerechtigkeiten provoziert und durchsetzt, in eine akute Armutsfalle hineingeschoben werden, dann müssen wir handeln. Das ist unser Auftrag und so empfinde ich meinen Auftrag als Sozialminister. Manche mögen da skeptisch sein, ich und viele andere sind durchaus optimistisch. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube auch nicht, dass wir das Thema dadurch lösen, dass wir auf das Land Tirol, das ich sehr, sehr schätze, auf die Tiroler Landesregierung, die ich sehr schätze, oder auf die Stadt Wien, deren Sozialpolitik ich sehr, sehr schätze, hinhacken. Damit lösen wir keine Probleme. In Wirklichkeit werden wir diese Probleme, die jetzt genannt wurden, nur durch gemeinsame Kraftanstrengung lösen, und genau in diesem Sinn habe ich für die nächsten Tage bereits die SozialreferentInnen aller Bundesländer zu mir eingeladen, damit wir Lösungswege suchen und finden und damit wir die Chance, die der Verfassungsgerichtshof uns gerade beim Thema Bekämpfung der Kinderarmut durch das Entschärfen eines Giftzahns in diesem Gesetz eröffnet hat, bestmöglich gemeinsam nützen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
für Zusammenhalt entwickeln wollen, und dazu braucht es auch eine Grundsicherung, eine Mindestsicherung, wie sie eigentlich in einem der reichsten Länder der Welt selbstverständlich sein sollte. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Zuallererst werden wir jetzt daran arbeiten, dass die Länder die zukünftige Sozialhilfe Neu nach diesem VfGH-Urteil in ihrem Bereich bestmöglich umsetzen, und dazu eröffnet uns der Urteilsspruch konkrete zusätzliche Handlungsmöglichkeiten. Wer sich die Mühe machen will, ist eingeladen, die Seiten 80 bis 88 in der Urteilsbegründung zu studieren. Da wird nämlich zusätzlich zu den drei aufgehobenen Bereichen dezidiert ausgeführt, dass die Länder aufgerufen sind, mit noch mehr Kreativität und Fantasie das bestehende Gesetz zu nützen, diese Vorgabe zu nützen, weil in Richtung Armutsgefährdung deutlich mehr Handlungsspielräume vorhanden sind, als man auf den ersten Blick glauben würde. Genau daran werden wir in nächster Zeit arbeiten. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP sowie bei Abgeordneten der NEOS.
Wir hatten letzte Woche unsere erste Sozialausschusssitzung. Ich habe das sehr genossen, es war sehr positiv, finde ich, nach den ersten – wie soll ich sagen – parteipolitischen Proklamationen, die irgendwie in der Natur der Sache sind. Kollege Loacker lächelt, wir wissen offensichtlich, was wir meinen. Das ist absolut okay gewesen, es war ein spannender Disput, der von einer gegenseitigen Wertschätzung geprägt war. Genau so sollten wir gemeinsam arbeiten, und ich strecke meine Hand allen entgegen – wirklich allen, das ist ernst gemeint –, damit wir gemeinsam Ideen finden und gemeinsame Stoßrichtungen argumentieren, die nicht auf Auseinanderdividieren aufbauen, sondern auf einer gemeinsamen Arbeit gegen Armutsgefährdung in Österreich. (Beifall bei Grünen und ÖVP sowie bei Abgeordneten der NEOS.)
Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Im Antrag des Kollegen Norbert Hofer geht es um eine finanzielle Anerkennung vor allem der häuslichen Pflege. Wir alle wissen, dass das Thema Pflege seit vielen Jahren auf der Tagesordnung steht. Ich bin seit 2006 hier im Haus. Im Wahlkampf 2006 war es bereits das ganz große Thema. Damals war es das Thema der sogenannten illegalen Pfleger aus dem Osten. Man hat halt dann mit Tricks versucht, sie zu legalisieren – wir haben sie immer noch. In Wahrheit ist das Thema Pflege aber auch heute noch eine riesengroße Baustelle. Es gibt da mehrere Stellschrauben, an denen gedreht werden muss. (Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir wollen jedenfalls eine steuerfinanzierte Pflege. Wir wollen keine weitere Belastung für Arbeitnehmer. Wir wollen auch keine neue Sozialversicherung einführen, aber wir wollen, dass die Effizienz im System endlich gesteigert wird. Das ist unser Weg. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Tun wir was dafür!
In Bezug auf die pflegenden Angehörigen möchte ich aber schon festhalten – das hat auch die Kollegin vorhin gesagt –, dass diese zum Teil übermenschliche Arbeit leisten. Es ist so, wie es ist. Diese eben auch übermenschliche Arbeit führt leider oft oder regelmäßig zur Überlastung dieser Menschen. (Abg. Belakowitsch: Tun wir was dafür!) Wenn wir aber Strukturen schaffen wollen – und das wollen wir –, die diese pflegenden Angehörigen, aber natürlich auch die Betroffenen selbst entlasten, dann wird kein Weg an einer Professionalisierung der Pflege vorbeiführen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
In Bezug auf die pflegenden Angehörigen möchte ich aber schon festhalten – das hat auch die Kollegin vorhin gesagt –, dass diese zum Teil übermenschliche Arbeit leisten. Es ist so, wie es ist. Diese eben auch übermenschliche Arbeit führt leider oft oder regelmäßig zur Überlastung dieser Menschen. (Abg. Belakowitsch: Tun wir was dafür!) Wenn wir aber Strukturen schaffen wollen – und das wollen wir –, die diese pflegenden Angehörigen, aber natürlich auch die Betroffenen selbst entlasten, dann wird kein Weg an einer Professionalisierung der Pflege vorbeiführen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Weil es eben auch dazu passt: Laut einer aktuellen Oxfam-Studie leisten Frauen pro Tag 12 Milliarden Stunden unbezahlte Haus-, Pflege- und Fürsorgearbeit. Weiters heißt es in der Studie, Pflege von Angehörigen ist klassische unbezahlte Frauenarbeit und fördert die Ungleichheit in der Gesellschaft. Für uns und, ich hoffe, auch für viele von euch ist Pflege eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Woher kommt denn das Geld ...? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
nicht behauptet ...!) Die Pflegeversicherung in Deutschland wird durch Beiträge von ArbeitnehmerInnen finanziert. Das ist nicht geplant. Noch einmal ganz klar: Das ist nicht geplant. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Woher kommt denn das Geld ...? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Geplant ist eine Pflegeabsicherung, in der alle Mittel aus dem Bundesbudget – öffentliches Geld! – für Pflege gebündelt werden sollen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das hat der Sozialminister, glaube ich, in jedem seiner Antrittsinterviews betont. Das hat er klar und unmissverständlich auch im Arbeits- und Sozialausschuss festgehalten, und so steht es auch im Regierungsprogramm. Dazu gibt es wirklich nichts mehr zu sagen. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Geplant ist eine Pflegeabsicherung, in der alle Mittel aus dem Bundesbudget – öffentliches Geld! – für Pflege gebündelt werden sollen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das hat der Sozialminister, glaube ich, in jedem seiner Antrittsinterviews betont. Das hat er klar und unmissverständlich auch im Arbeits- und Sozialausschuss festgehalten, und so steht es auch im Regierungsprogramm. Dazu gibt es wirklich nichts mehr zu sagen. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei den NEOS.
Abschließend möchte ich sagen, dass Bildung als Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben auch beim Thema Pflege eine ganz wesentliche Rolle spielt. Pflege neu zu denken und Generationengerechtigkeit weiterzudenken heißt, Menschen in ihrer Eigenverantwortung zu stärken und sich um die Menschen zu sorgen, die nicht mehr allein für sich selbst sorgen können. Es braucht mutige Visionen mit Vernunft, Augenmaß und Hausverstand. So sieht eine Pflegereform aus: zuerst ein Pflegekonzept, dann die Finanzierung. Das gilt übrigens nicht nur für die FPÖ, sondern auch für die neue Regierung. Wir NEOS haben ein Pflegekonzept und stehen damit gerne zur Verfügung. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie der Abg. Gabriela Schwarz.
Es ist mir sehr wichtig, hier noch anzuführen, dass sich die Pflege eine gewisse Qualität verdient hat. Dazu bedarf es vieler Maßnahmen im Bereich der Angehörigen, im Bereich des Pflegepersonals. Ich möchte die Gelegenheit nun auch nutzen, um mich bei allen pflegenden Angehörigen und bei allen Menschen, die in diesem schweren Job Pflege durchführen und Menschen pflegen, recht herzlich für ihre tolle Arbeit für die Menschen, die diese Hilfe brauchen, zu bedanken. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie der Abg. Gabriela Schwarz.)
Beifall bei der SPÖ.
und zulasten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern finanziert werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie diese Klarheit wollen, geschätzte Damen und Herren, auch Sie von den Grünen, dann stimmen Sie bitte diesem Antrag zu! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Mag. Ernst Gödl (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine geschätzten Damen und Herren Kollegen Abgeordneten! Werte ZuhörerInnen zu Hause und hier im Saal! Der Standort bestimmt den Standpunkt. Bei dem zugrunde liegenden Antrag der freiheitlichen Fraktion ist es insofern bemerkenswert, dass gerade du, Frau Abgeordnete Belakowitsch, vor einem Jahr, als wir gemeinsam in der Regierung waren, noch umgekehrt argumentiert hast. Es war völlig klar, dass wir im Bereich der Pflege ein umfassendes neues Konzept brauchen und dass es gar keinen Sinn macht, eine einzelne Maßnahme wie die Erhöhung des Pflegegeldes wieder einmal herauszunehmen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Wurm: Die Pflege zu Hause ist aber relevant!
Es gibt natürlich viele, viele Rädchen, an denen wir drehen müssen, wenn dir das Pflegesystem zukunftsfit machen wollen. Das eine, die Finanzierung des Pflegegeldes, ist ja eine wichtige, aber bei Weitem nicht die einzige Komponente. Wir müssen in der Struktur einiges machen. (Abg. Wurm: Die Pflege zu Hause ist aber relevant!) – Die Pflege zu Hause ist sehr relevant, die Pflege zu Hause ist sehr wichtig, aber um sie zu unterstützen, bedarf es nicht nur finanzieller Zuwendungen an Familien, sondern auch ganz klarer neuer Strukturen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wurm.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wurm.
Es gibt natürlich viele, viele Rädchen, an denen wir drehen müssen, wenn dir das Pflegesystem zukunftsfit machen wollen. Das eine, die Finanzierung des Pflegegeldes, ist ja eine wichtige, aber bei Weitem nicht die einzige Komponente. Wir müssen in der Struktur einiges machen. (Abg. Wurm: Die Pflege zu Hause ist aber relevant!) – Die Pflege zu Hause ist sehr relevant, die Pflege zu Hause ist sehr wichtig, aber um sie zu unterstützen, bedarf es nicht nur finanzieller Zuwendungen an Familien, sondern auch ganz klarer neuer Strukturen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wurm.)
Abg. Angerer: Wo ist der Unterschied?
Weiters wollen wir die pflegenden Angehörigen natürlich noch viel besser in Bezug auf die Fragen zu Pensionen und Ansprüchen sowie auch auf die Gesundheitsversorgung absichern. Deswegen gibt es ja auch die Idee des Pflege-daheim-Bonus, den wir in unserem Wahlprogramm eingebracht haben. Da geht es darum, dass jemand, der die Pflegeleistung zu Hause erbringt, finanziell gestärkt wird. Ob das unbedingt an das Pflegegeld angeknüpft werden muss, dass quasi der Gepflegte mehr bekommt, das muss alles geklärt werden. (Abg. Angerer: Wo ist der Unterschied?)
Abg. Belakowitsch: Da gab’s aber keine Pflegeversicherung! – Zwischenruf des Abg. Loacker.
Vielleicht erinnern Sie sich noch, liebe KollegInnen von den Freiheitlichen, dass wir hier den Masterplan Pflege beschlossen haben, nämlich als Roadmap zu einem neuen Pflegekonzept; diese Punkte, die von unseren beiden Fraktionen in diesem Masterplan Pflege damals formuliert wurden, sind alle eins zu eins im Regierungsprogramm. (Abg. Belakowitsch: Da gab’s aber keine Pflegeversicherung! – Zwischenruf des Abg. Loacker.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ich tu überhaupt nichts schlechtreden!
Das wurde noch mit einigen weiteren Punkten angereichert, zum Beispiel mit den schon genannten Community Nurses, aber die Punkte, die wir gemeinsam erarbeitet haben, sind alle im Regierungsprogramm. Daher ist es eigenartig, wenn du jetzt hier herauskommst und plötzlich eine Kehrtwendung machst, alles schlechtredest. Das schadet ganz besonders eurer eigenen Glaubwürdigkeit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ich tu überhaupt nichts schlechtreden!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Ihr (in Richtung FPÖ) seid herzlich eingeladen, mit euren ursprünglichen Ideen konstruktiv hier mitzuarbeiten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Leichtfried: Zu Recht!
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch (FPÖ): Herr Präsident! Mein Vorredner, Herr Abgeordneter Gödl, hat hier behauptet, ich hätte vor einem Jahr völlig anders argumentiert (Abg. Leichtfried: Zu Recht!) und hätte beispielsweise auch nicht gewollt, dass das Pflegegeld erhöht wird. – Das ist vollkommen unrichtig.
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe, seit ich hier im Haus bin, seit 2006, für eine Erhöhung beziehungsweise eine jährliche Valorisierung des Pflegegeldes gekämpft. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Gabriela Schwarz: 900 000 im Burgenland?!
Diese Situation kennen über 900 000 Menschen im Burgenland, die Pflegebedürftige pflegen (Abg. Gabriela Schwarz: 900 000 im Burgenland?!) – in Österreich. Diese 900 000 können nachfühlen, wie es diesen Menschen im Burgenland und in allen anderen Bundesländern geht, wenn es um diese Pflege und Betreuung geht.
Abg. Loacker: ... Burgenland!
Wie ist aber diese Problemlösung, die rasch erfolgen soll? – Sie kann nicht so sein, dass man ins Regierungsprogramm hineinschreibt, dass es einen Pflege-daheim-Bonus gibt. Dieser Pflege-daheim-Bonus ist eine Einmalzahlung von 1 500 Euro. (Abg. Loacker: ... Burgenland!) Umgerechnet auf den Tag bedeutet das 4,20 Euro. Das sind ungefähr zwei Wurstsemmeln mit Gurkerl. Ob das die Wertschätzung und die Anerkennung für die Angehörigen der Pflegebedürftigen ist, darüber lässt sich streiten.
Abg. Loacker: ... Riesenbankomaten ...!
Wir haben im Burgenland ein Modell, nämlich den Zukunftsplan Pflege, der klar sagt, was wir wollen: Wir wollen die Anstellung von Pflegeangehörigen über ein Dienstverhältnis (Abg. Loacker: ... Riesenbankomaten ...!), in dem sie sozial abgesichert sind, in dem sie auch klar Pensionsansprüche haben und ein faires Einkommen erhalten. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Gabriela Schwarz.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Gabriela Schwarz.
Wir haben im Burgenland ein Modell, nämlich den Zukunftsplan Pflege, der klar sagt, was wir wollen: Wir wollen die Anstellung von Pflegeangehörigen über ein Dienstverhältnis (Abg. Loacker: ... Riesenbankomaten ...!), in dem sie sozial abgesichert sind, in dem sie auch klar Pensionsansprüche haben und ein faires Einkommen erhalten. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Gabriela Schwarz.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Gabriela Schwarz.
Das Einkommen ist ab der Stufe 5 mit 1 700 Euro Nettomindestlohn fixiert. Das ist eine Lösung, das ist ein faires Angebot. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Gabriela Schwarz.) Ich bitte Sie, Herr Bundesminister, dieses Modell, das in Brüssel vor einigen Wochen vorgestellt wurde, auch genau so in Ihre Überlegungen aufzunehmen. (Abg. Loacker: ... Arbeitsmarkt brauchen, sitzen dann zu Hause!)
Abg. Loacker: ... Arbeitsmarkt brauchen, sitzen dann zu Hause!
Das Einkommen ist ab der Stufe 5 mit 1 700 Euro Nettomindestlohn fixiert. Das ist eine Lösung, das ist ein faires Angebot. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Gabriela Schwarz.) Ich bitte Sie, Herr Bundesminister, dieses Modell, das in Brüssel vor einigen Wochen vorgestellt wurde, auch genau so in Ihre Überlegungen aufzunehmen. (Abg. Loacker: ... Arbeitsmarkt brauchen, sitzen dann zu Hause!)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben gesagt, Sie strecken die Hand hin. Wir strecken auch mit diesem Modell die Hand hin. Ich übergebe Ihnen auch das Konzept, wir sind auch bereit, da mitzuarbeiten. Greifen Sie bitte den Ball auf, und versenken Sie den Ball im Tor! (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP
Das Burgenland ist kooperativ, wir stehen dahinter, wir werden natürlich mitarbeiten. Wir sind auch sehr freundlich, nur hört die Freundschaft irgendwo auf. Die Freundschaft hört da auf, wenn es darum geht, dass über das Hintertürl ein Asylzentrum in unser Land gebeamt wird (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP), wobei gesagt wird, dass die mögliche Sprachverwirrung des zuständigen Ministers dafür verantwortlich ist. (Abg. Gödl: Jetzt machst dich lächerlich!) Ich denke, da ist die Freundschaft vorbei. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Lächerlich! – Abg. Matznetter: Beim Nähen nimmt man auch eine Nadel und keinen Hammer!)
Abg. Gödl: Jetzt machst dich lächerlich!
Das Burgenland ist kooperativ, wir stehen dahinter, wir werden natürlich mitarbeiten. Wir sind auch sehr freundlich, nur hört die Freundschaft irgendwo auf. Die Freundschaft hört da auf, wenn es darum geht, dass über das Hintertürl ein Asylzentrum in unser Land gebeamt wird (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP), wobei gesagt wird, dass die mögliche Sprachverwirrung des zuständigen Ministers dafür verantwortlich ist. (Abg. Gödl: Jetzt machst dich lächerlich!) Ich denke, da ist die Freundschaft vorbei. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Lächerlich! – Abg. Matznetter: Beim Nähen nimmt man auch eine Nadel und keinen Hammer!)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Lächerlich! – Abg. Matznetter: Beim Nähen nimmt man auch eine Nadel und keinen Hammer!
Das Burgenland ist kooperativ, wir stehen dahinter, wir werden natürlich mitarbeiten. Wir sind auch sehr freundlich, nur hört die Freundschaft irgendwo auf. Die Freundschaft hört da auf, wenn es darum geht, dass über das Hintertürl ein Asylzentrum in unser Land gebeamt wird (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP), wobei gesagt wird, dass die mögliche Sprachverwirrung des zuständigen Ministers dafür verantwortlich ist. (Abg. Gödl: Jetzt machst dich lächerlich!) Ich denke, da ist die Freundschaft vorbei. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Lächerlich! – Abg. Matznetter: Beim Nähen nimmt man auch eine Nadel und keinen Hammer!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Warum sage ich das? – Ich selbst habe zusammen mit meiner Mutter über neun Monate lang meine Großmutter gepflegt. Ich weiß, was es heißt, wenn man nicht frei hat, wenn man rund um die Uhr da sein muss, wenn man in der Nacht nicht ruhig schlafen kann, weil man Angst hat, dass dem zu pflegenden Menschen etwas passiert. Dass etwas getan wird, um diese Menschen durch soziale Dienste zu unterstützen, kann man nur befürworten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Koza.
Wichtig ist mir auch noch die Entbürokratisierung, die auch im Regierungsprogramm steht. Mir hat eine Krankenschwester erzählt, es steht nicht der Patient im Vordergrund, sondern die Dokumentation und ganz wichtig ist, dass am Tablet die richtigen Haken gesetzt sind, bevor sie überhaupt zum Patienten gehen. Da würde ich am liebsten als Allererstes anfangen: dass wir beim Patienten sind und nicht am Tablet und irgendwelche Haken setzen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Koza.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Das Thema Pflege wird uns noch lange beschäftigen. Mit dem Kapitel im Regierungsprogramm wurde ein wichtiger Schritt gesetzt, und wir müssen jetzt bestmöglich zusammenarbeiten, um schnellstmöglich in die Umsetzung zu gehen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Man muss ja nicht ganz so sparsam sein wie der Herr Sozialminister, der sich dafür feiern lässt, dass er für armutsgefährdete Kinder 27 Cent am Tag erkämpft hat. Jetzt mache ich mir natürlich Sorgen: Wenn er bei den Verhandlungen zum Pflegepaket genauso erfolgreich ist, wird das ein bisschen zu wenig sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
hat ja 1 Milliarde gefunden, und wir haben gleich gesagt: Machen wir eine Pflegemilliarde daraus!, weil es wichtig ist, dass wir eine staatliche Pflegegarantie auch finanzieren. Ich glaube, das wäre der erste Schritt gewesen, der wichtig gewesen wäre. Wir werden Sie natürlich gemeinsam in dieser Frage unterstützen, dass es nicht bei 27 Cent am Tag bleibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich freue mich, dass Sie persönlich in Österreich unterwegs sein werden, dass Sie sich jetzt einmal alles anhören und Kontakt haben werden, aber wir brauchen natürlich auch konkrete Sofortmaßnahmen. Wir wären bereit. Kämpfen wir vor allem auch für die Finanzierung der Pflege! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ob das so schön ist, na ja!
Bundesminister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Rudolf Anschober: Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe heute meinen 14. Arbeitstag in dieser schönen Funktion als Sozial- und Gesundheitsminister. Heute ist vielleicht der schönste Tag, denn heute darf ich den ganzen Tag hier bei euch in diesem Haus verbringen (Abg. Belakowitsch: Ob das so schön ist, na ja!) und spannende Reden anhören, den Diskurs mitverfolgen, auch die eine oder andere Bekanntschaft mit Menschen schließen, die ich noch nicht gekannt habe – das ist für mich ein sehr wichtiger Tag, ich meine das sehr, sehr ernst –, und hier mit euch inhaltlich spannende Debatten führen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und NEOS.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und NEOS.
Bundesminister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Rudolf Anschober: Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe heute meinen 14. Arbeitstag in dieser schönen Funktion als Sozial- und Gesundheitsminister. Heute ist vielleicht der schönste Tag, denn heute darf ich den ganzen Tag hier bei euch in diesem Haus verbringen (Abg. Belakowitsch: Ob das so schön ist, na ja!) und spannende Reden anhören, den Diskurs mitverfolgen, auch die eine oder andere Bekanntschaft mit Menschen schließen, die ich noch nicht gekannt habe – das ist für mich ein sehr wichtiger Tag, ich meine das sehr, sehr ernst –, und hier mit euch inhaltlich spannende Debatten führen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und NEOS.)
Die Abgeordneten Rainer Wimmer und Leichtfried: Na ja!
Das ist der Versuch, das ist das Vorhaben. Die Einladung gilt. Ich habe heute – und das ist schon einmal super – ganz viel von ausgestreckten Händen gehört. Meine gehört dazu. Wir müssen nur aufpassen, dass diese Hände wirklich offen und damit in Richtung Lösung orientiert sind. Ich habe mit Interesse vernommen, dass die NEOS bereits ein spannendes Konzept erarbeitet haben. (Die Abgeordneten Rainer Wimmer und Leichtfried: Na ja!) Das werden wir selbstverständlich in die Arbeit mithineinnehmen. Ihr von der SPÖ habt ein spannendes Konzept erarbeitet – das haben Kollege Muchitsch und der Kollege aus dem Burgenland schon angekündigt –, auch das wird einfließen, und dann schauen wir uns in einem Wettbewerb der Ideen an, was wir bestmöglich realisieren und verwirklichen können.
Abg. Wöginger: Gemeindeschwester!
Zwei Punkte, die mir inhaltlich noch wichtig sind, auf die ich hinweisen möchte: Ich weiß jetzt nicht mehr ganz präzise, wer den Ausdruck mit in die Debatte eingebracht hat, aber es geht um diese Grundidee der sogenannten Community Nurses, die in Deutschland, in Dänemark und ganz fantastisch seit vielen Jahren in Finnland funktioniert. Vielleicht finden wir noch eine bessere Begrifflichkeit dafür (Abg. Wöginger: Gemeindeschwester!) – die Gemeindeschwester; gestern hat mir ein Arzt aus Wien gesagt, es könnte auch der Begriff Grätzelschwester werden – oder Grätzelpfleger, das sollte man ja auch ein bisschen offen sehen, auch wenn es meistens die Frauen sind, die in diesem Bereich die Arbeit ausführen.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
zungen verwirklichen? Und: Was können wir auch zur Aufwertung des Berufsbildes insgesamt machen? Ich finde es sehr, sehr spannend, dass es derzeit Kollektivvertragsverhandlungen gibt, in denen erstmals seit Langem das Thema Arbeitszeitverkürzung wieder ein Thema ist. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Abg. Loacker: ... Hartinger-Klein nicht umgesetzt!
Abgeordneter Christian Lausch (FPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Wir diskutieren hier einen negativen Ausschussbericht über einen Antrag der Abgeordneten Herbert Kickl, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Einbeziehung der Insassen von Justizanstalten in die gesetzliche Krankenversicherung“ – eine langjährige freiheitliche Forderung. (Abg. Loacker: ... Hartinger-Klein nicht umgesetzt!)
Heiterkeit des Abg. Hanger
Es ist unverständlich, dass die Regierungsparteien nicht zur Kenntnis nehmen wollen, dass in Österreichs Justizanstalten einsitzende Insassen, sofern sie nicht einer Arbeit nachgehen und in Strafhaft sind, nicht krankenversichert und somit Privatpatienten sind. Jeder Abgeordnete weiß, glaube ich, was der Unterschied ist, ob man die Leistungen aus einer gesetzlichen Krankenversicherung oder als Privatpatient bezieht. Ich sage es jetzt noch einmal, weil Kollege Hanger schon ein bisschen schmunzelt – da gibt es gar nichts zum Schmunzeln (Heiterkeit des Abg. Hanger) –, ich sage es Ihnen, Kollege Hanger, und der ganzen ÖVP-Fraktion: Hinter jedem Straftäter in Österreich und auch den Personen, von denen angenommen wird, dass sie später verurteilt werden – die meisten U-Häftlinge werden in späterer Folge verurteilt –, stehen ein oder mehrere Opfer. Diese Opfer sind großteils in der gesetzlichen Krankenversicherung, so wie alle Österreicherinnen und Österreicher. Es ist nicht einzusehen, dass die Täter im Vollzug privat versichert sind und dadurch sehr viel Steuergeld verbrauchen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist unverständlich, dass die Regierungsparteien nicht zur Kenntnis nehmen wollen, dass in Österreichs Justizanstalten einsitzende Insassen, sofern sie nicht einer Arbeit nachgehen und in Strafhaft sind, nicht krankenversichert und somit Privatpatienten sind. Jeder Abgeordnete weiß, glaube ich, was der Unterschied ist, ob man die Leistungen aus einer gesetzlichen Krankenversicherung oder als Privatpatient bezieht. Ich sage es jetzt noch einmal, weil Kollege Hanger schon ein bisschen schmunzelt – da gibt es gar nichts zum Schmunzeln (Heiterkeit des Abg. Hanger) –, ich sage es Ihnen, Kollege Hanger, und der ganzen ÖVP-Fraktion: Hinter jedem Straftäter in Österreich und auch den Personen, von denen angenommen wird, dass sie später verurteilt werden – die meisten U-Häftlinge werden in späterer Folge verurteilt –, stehen ein oder mehrere Opfer. Diese Opfer sind großteils in der gesetzlichen Krankenversicherung, so wie alle Österreicherinnen und Österreicher. Es ist nicht einzusehen, dass die Täter im Vollzug privat versichert sind und dadurch sehr viel Steuergeld verbrauchen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Steinacker
Wir wollten natürlich, weil wir dazu ja bereits mehrere Anträge gestellt hatten – ich habe sie alle mit (die entsprechenden Anträge in die Höhe haltend) –, dass das über die Sozialministerin Hartinger-Klein umgesetzt wird. Wir haben 2016 einen Antrag gestellt, wir haben mehrere Anträge gestellt, dass das endlich repariert wird, aber natürlich ist es nicht gelungen (Zwischenruf der Abg. Steinacker), und auch jetzt wird, so denke ich, Dr. Moser diesen Antrag als Abgeordneter ablehnen. – Ich nehme an, Herr Moser, oder stimmen Sie gegen Ihre eigene Fraktion? (Zwischenruf des Abg. Fürlinger.) Das wird ja eigentlich komplett grotesk. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Fürlinger.
Wir wollten natürlich, weil wir dazu ja bereits mehrere Anträge gestellt hatten – ich habe sie alle mit (die entsprechenden Anträge in die Höhe haltend) –, dass das über die Sozialministerin Hartinger-Klein umgesetzt wird. Wir haben 2016 einen Antrag gestellt, wir haben mehrere Anträge gestellt, dass das endlich repariert wird, aber natürlich ist es nicht gelungen (Zwischenruf der Abg. Steinacker), und auch jetzt wird, so denke ich, Dr. Moser diesen Antrag als Abgeordneter ablehnen. – Ich nehme an, Herr Moser, oder stimmen Sie gegen Ihre eigene Fraktion? (Zwischenruf des Abg. Fürlinger.) Das wird ja eigentlich komplett grotesk. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir wollten natürlich, weil wir dazu ja bereits mehrere Anträge gestellt hatten – ich habe sie alle mit (die entsprechenden Anträge in die Höhe haltend) –, dass das über die Sozialministerin Hartinger-Klein umgesetzt wird. Wir haben 2016 einen Antrag gestellt, wir haben mehrere Anträge gestellt, dass das endlich repariert wird, aber natürlich ist es nicht gelungen (Zwischenruf der Abg. Steinacker), und auch jetzt wird, so denke ich, Dr. Moser diesen Antrag als Abgeordneter ablehnen. – Ich nehme an, Herr Moser, oder stimmen Sie gegen Ihre eigene Fraktion? (Zwischenruf des Abg. Fürlinger.) Das wird ja eigentlich komplett grotesk. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Wir wollten das! Wir haben schon im Jahr 2016 Anträge gestellt. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Sie auch. Na dann frage ich mich, warum nichts passiert ist (Abg. Steinacker: Weil wir es besser machen!) und vor allem, warum Sie auf ÖVP-Seite diesen Antrag von uns, von Kickl, jetzt wieder ablehnen. – Ich verstehe es nicht. (Abg. Steinacker: Weil wir es besser machen! – Abg. Fürlinger: Weil wir es g’scheiter machen, Herr Kollege!)
Abg. Steinacker: Weil wir es besser machen!
Wir wollten das! Wir haben schon im Jahr 2016 Anträge gestellt. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Sie auch. Na dann frage ich mich, warum nichts passiert ist (Abg. Steinacker: Weil wir es besser machen!) und vor allem, warum Sie auf ÖVP-Seite diesen Antrag von uns, von Kickl, jetzt wieder ablehnen. – Ich verstehe es nicht. (Abg. Steinacker: Weil wir es besser machen! – Abg. Fürlinger: Weil wir es g’scheiter machen, Herr Kollege!)
Abg. Steinacker: Weil wir es besser machen! – Abg. Fürlinger: Weil wir es g’scheiter machen, Herr Kollege!
Wir wollten das! Wir haben schon im Jahr 2016 Anträge gestellt. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Sie auch. Na dann frage ich mich, warum nichts passiert ist (Abg. Steinacker: Weil wir es besser machen!) und vor allem, warum Sie auf ÖVP-Seite diesen Antrag von uns, von Kickl, jetzt wieder ablehnen. – Ich verstehe es nicht. (Abg. Steinacker: Weil wir es besser machen! – Abg. Fürlinger: Weil wir es g’scheiter machen, Herr Kollege!)
Beifall bei der FPÖ.
Sie wollen einfach Besserstellungen für Täter und Schlechterstellungen für Opfer. Darum geht es, global zusammengefasst. Diese Ungerechtigkeit gehört weg. Es ist nicht nachvollziehbar, dass Straftäter in österreichischen Justizanstalten bessergestellt werden als die Justizwachebeamten, die auf sie aufpassen beziehungsweise sie unter Einsatz ihrer Gesundheit und ihres Lebens tagtäglich bewachen. Es ist auch nicht einzusehen, dass Opfer schlechter gestellt sind als Täter. Das ist eine Ungerechtigkeit, die man einfach einmal hervorheben muss! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Steinacker.
Zur Person Josef Moser braucht man, glaube ich, nichts mehr zu sagen – anscheinend ändert sich mit der Aufgabe der Mensch. (Zwischenruf der Abg. Steinacker.) Als Rechnungshofpräsident hat er das unterstützt, hat er kritisiert, hat er gesagt, er würde das gerne ändern. Als Minister hat er dann nichts gemacht, und jetzt als Abgeordneter lehnt er diesen Antrag natürlich mit der ÖVP-Fraktion, mit der Regierungsfraktion ab. Das ist komplett unverständlich. Schade, dass Dr. Moser nicht auf der Rednerliste steht, denn es wäre schon Aufklärung darüber geboten, warum man sich – ich sage es einmal so – in diesen acht Jahren dreimal dreht. Das ist für mich total unverständlich, aber anscheinend ein Sittenbild der ÖVP. – Danke schön. (Beifall und Bravoruf bei der FPÖ.)
Beifall und Bravoruf bei der FPÖ.
Zur Person Josef Moser braucht man, glaube ich, nichts mehr zu sagen – anscheinend ändert sich mit der Aufgabe der Mensch. (Zwischenruf der Abg. Steinacker.) Als Rechnungshofpräsident hat er das unterstützt, hat er kritisiert, hat er gesagt, er würde das gerne ändern. Als Minister hat er dann nichts gemacht, und jetzt als Abgeordneter lehnt er diesen Antrag natürlich mit der ÖVP-Fraktion, mit der Regierungsfraktion ab. Das ist komplett unverständlich. Schade, dass Dr. Moser nicht auf der Rednerliste steht, denn es wäre schon Aufklärung darüber geboten, warum man sich – ich sage es einmal so – in diesen acht Jahren dreimal dreht. Das ist für mich total unverständlich, aber anscheinend ein Sittenbild der ÖVP. – Danke schön. (Beifall und Bravoruf bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Steinacker.
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Sozialminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Bringen wir das Ganze wieder ein bisschen runter, die Erregung jetzt gerade war aus meiner Sicht nicht unbedingt notwendig. Im Ausschuss letzte Woche, wer sich erinnert, wurde ein Antrag seitens der FPÖ gestellt: Geh bitte, liebe Regierung, tut etwas! – Wir haben offensichtlich ein Problem, stimmt, da gibt es ein Problem. Dieses ist 100 Millionen Euro schwer, wir haben definitiv einen Handlungsauftrag. – Das ist die eine Seite. (Zwischenruf der Abg. Steinacker.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Pöttinger.
Die andere Seite ist: Im Regierungsprogramm steht eindeutig, dass wir uns dieser Sache annehmen werden. Nur – und das ist halt auch wichtig – kann man eben Dinge nicht einfach einmal so geschwind und lustig übers Knie brechen, denn dann kommen genau diese Husch-pfusch-Geschichten heraus, die in der Folge der Verfassungsgerichtshof oder irgendjemand anderer in Österreich aufhebt. So kennen wir das und so ist das seit Jahren immer und immer wieder gewesen: Immer dann, wenn etwas übers Knie gebrochen wurde, wenn man irgendetwas einfach einmal auf die Schnelle gemacht hat, ist im Endeffekt am Ende des Tages irgendein Gerichtshof dagewesen, der die ganze Sache wieder aufgehoben hat. Das möchten wir nicht. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Pöttinger.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
für die Krankenversicherung der Häftlinge entweder direkt aus dem Budget zahlen könnte, so wie jetzt eben die Kosten der Privatbehandlung, oder dass man die Häftlinge der Beamtenversicherung umhängen könnte, die so viel Geld hat, dass sie es nicht einmal merken würde. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Maurer.
Von den Grünen kommt eigentlich nichts. Sie gehen mit der Aufschiebetaktik der ÖVP mit und merken gar nicht, was sie da machen. (Zwischenruf der Abg. Maurer.) Aber Rudi Anschober müsste es wissen, weil er als Landesrat weiß, dass diese Privatkostenübernahme im Wesentlichen den Landespitälern hilft. Die Landesspitäler bekommen mehr Geld, wenn sie Häftlinge privat behandeln; wenn diese krankenversichert wären, wäre es weniger. So ist das eigentlich zu all den Finanzausgleichsmilliarden noch einmal eine zusätzliche Geldspritze für die Landesspitäler.
Beifall bei den NEOS.
Seit 2012 reden wir darüber und es passiert nichts, und – so viel kann ich Ihnen nach 14 Tagen Rudi Anschober schon sagen – das ist die Methode: zuschauen, anschauen, weiterschauen. – Nun könnten Sie zur Abwechslung einmal etwas tun! (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Leichtfried: Das wird jetzt eine bessere Rede!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt nun Kollege Alois Stöger. – Bitte schön, Herr Abgeordneter. (Abg. Leichtfried: Das wird jetzt eine bessere Rede!)
Abg. Wurm – erheitert –: Zu den Selbstständigen?!
Abgeordneter Alois Stöger, diplômé (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich bedanke mich beim Abgeordneten Loacker, weil er ein wesentliches Element bereits vorweggenommen hat. Er hat nämlich gesagt, es sei eine schwierige Frage, zu welcher Krankenversicherung wir denn die Häftlinge geben wollen. Geben wir sie zu den Beamten? Geben wir sie zu den Bauern und Selbstständigen? (Abg. Wurm – erheitert –: Zu den Selbstständigen?!) Oder sollen, wie Herr Schallmeiner gemeint hat, die Arbeiter und Angestellten die Last alleine tragen, nicht die anderen? – Dass nur die Arbeiter und Angestellten mit den Kosten belastet werden, da werden wir von der Sozialdemokratie nie mittun. (Abg. Loacker: Und was ist jetzt die Lösung?)
Abg. Loacker: Und was ist jetzt die Lösung?
Abgeordneter Alois Stöger, diplômé (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich bedanke mich beim Abgeordneten Loacker, weil er ein wesentliches Element bereits vorweggenommen hat. Er hat nämlich gesagt, es sei eine schwierige Frage, zu welcher Krankenversicherung wir denn die Häftlinge geben wollen. Geben wir sie zu den Beamten? Geben wir sie zu den Bauern und Selbstständigen? (Abg. Wurm – erheitert –: Zu den Selbstständigen?!) Oder sollen, wie Herr Schallmeiner gemeint hat, die Arbeiter und Angestellten die Last alleine tragen, nicht die anderen? – Dass nur die Arbeiter und Angestellten mit den Kosten belastet werden, da werden wir von der Sozialdemokratie nie mittun. (Abg. Loacker: Und was ist jetzt die Lösung?)
Abg. Loacker: Wieso haben Sie das nicht als Minister gemacht?
Genau darum geht es. Erstens: Man hat den Krankenkassen kein gleiches Leistungsrecht gegeben. Hätten wir ein gleiches Leistungsrecht bei allen, wäre das kein Problem. Zweitens: Es ist nicht verboten, mit den Ärzten in Österreich Vereinbarungen unter den gleichen Bedingungen zu treffen, wie auch bei den Krankenkassen die gleichen Regelungen im Bereich der Haftanstalten gelten. Das wollte man nicht tun und das hat man nicht gemacht. (Abg. Loacker: Wieso haben Sie das nicht als Minister gemacht?) Daher kann es nicht sein, dass man die Last, die eigentlich eine Staatsaufgabe ist, nur den Arbeitern und Angestellten umhängt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Genau darum geht es. Erstens: Man hat den Krankenkassen kein gleiches Leistungsrecht gegeben. Hätten wir ein gleiches Leistungsrecht bei allen, wäre das kein Problem. Zweitens: Es ist nicht verboten, mit den Ärzten in Österreich Vereinbarungen unter den gleichen Bedingungen zu treffen, wie auch bei den Krankenkassen die gleichen Regelungen im Bereich der Haftanstalten gelten. Das wollte man nicht tun und das hat man nicht gemacht. (Abg. Loacker: Wieso haben Sie das nicht als Minister gemacht?) Daher kann es nicht sein, dass man die Last, die eigentlich eine Staatsaufgabe ist, nur den Arbeitern und Angestellten umhängt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Einen Punkt möchte ich noch anführen, der nicht diskutiert worden ist. Wir hatten im Ausschuss auch noch einen Entschließungsantrag, der teuflisch ist. Da hat man gesagt, man will eine besondere Einbeziehung der Häftlinge in die Krankenversicherung, nämlich mit weniger Leistungen – mit Standardleistungen, ohne Einbeziehung der Angehörigen. Daher will man noch einmal eine Differenzierung machen, die dann dazu führt, dass die Arbeiter und Angestellten wieder eine schlechtere Krankenversicherung haben werden. Da wird die Sozialdemokratie nie mitmachen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Stöger: Gesundheitskasse!
ich hätte gesagt, die Kosten müssten die Arbeitnehmer und Angestellten tragen. – Das habe ich nicht gesagt. (Abg. Stöger: Gesundheitskasse!) – Nein, habe ich nicht gesagt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Stöger.) – Nein, dann müssen Sie mir zuhören! Kollege Stöger, dann müssen Sie mir zuhören und nicht mit der vorgefertigten Rede hier herauskommen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Stöger.
ich hätte gesagt, die Kosten müssten die Arbeitnehmer und Angestellten tragen. – Das habe ich nicht gesagt. (Abg. Stöger: Gesundheitskasse!) – Nein, habe ich nicht gesagt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Stöger.) – Nein, dann müssen Sie mir zuhören! Kollege Stöger, dann müssen Sie mir zuhören und nicht mit der vorgefertigten Rede hier herauskommen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
ich hätte gesagt, die Kosten müssten die Arbeitnehmer und Angestellten tragen. – Das habe ich nicht gesagt. (Abg. Stöger: Gesundheitskasse!) – Nein, habe ich nicht gesagt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Stöger.) – Nein, dann müssen Sie mir zuhören! Kollege Stöger, dann müssen Sie mir zuhören und nicht mit der vorgefertigten Rede hier herauskommen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Michael Schnedlitz (FPÖ): Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Vorredner, eines kann ich Ihnen nun nicht ersparen: Es ist sehr spannend, Ihnen zuzuhören und zu hören, wie hier heute die Sozialdemokratie den Klassenkampf fast neu definiert. Während Sie früher noch wirklich und ehrlich für die Arbeiter und Arbeiterschaft und die Angestellten eingetreten sind, kommen Sie jetzt hierher und führen einen Klassenkampf Richtung Zweiklassenmedizin, und zwar einer Zweiklassenmedizin, bei der der Arbeiter und der Angestellte als Steuerzahler dafür bezahlen muss, dass die Unanständigen in unserem Land wirklich privilegiert behandelt werden, da sie eine Behandlung erhalten, die der Steuerzahler und der Anständige in unserem Land nicht bekommt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker. – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Loacker.
Ich muss Ihnen schon sagen, wenn man da nachdenkt, wie so etwas passieren kann – damit nicht alles nur negativ ist –, kommt man vielleicht auf die Idee, dass so etwas passieren kann, weil Sie halt einfach keine klare Linie haben. Da muss ich als junger Abgeordneter Ihren jungen Abgeordneten schon sagen: Ich wüsste bei Ihnen im Klub auch nicht, welche Linie ich vertreten soll. Ist es eher die Linie von Rendi oder ist es eher die Linie von Wagner? – Langsam kennt man sich bei den verschiedenen Linien schon gar nicht mehr aus. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker. – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Loacker.)
Zwischenruf des Abg. Keck
Eines, sehr geehrte Damen und Herren, muss ich Ihnen aber zugutehalten (Zwischenruf des Abg. Keck): Sie nehmen zumindest irgendeine Haltung ein, während die Bundesregierung – Sie haben es vorhin gesagt –, Herr Sozialminister, bereits nach 14 Arbeitstagen den Leerlauf einlegt.
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Ein weiteres Faktum hat Kollege Lausch richtig angesprochen. Das ist etwas, was Sie der Bevölkerung, Sie Ihrer Arbeiterschaft (in Richtung SPÖ), aber, werte Bundesregierung, auch Sie alle miteinander den Menschen in diesem Land erklären müssen, nämlich dass – so deutlich muss man es aussprechen – der Häftling als Täter eine bessere Behandlung erfährt als die Opfer, die von den Häftlingen teilweise wirklich Schlimmes erfahren haben. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Leichtfried – auf das bereits rot leuchtende Lämpchen deutend –: Wegen der Redezeit wäre es!
Dieses Auf-die-lange-Bank-Schieben zieht sich ja heute wirklich schon symptomatisch durch die gesamte Sitzung. Am Morgen haben wir die Selbstaufgabe eines Bildungsministers erlebt, der für Bildung nicht zuständig ist, bis hin nun zu Ihnen, die Sie mit Ausreden darum ringen, zu erklären, dass Sie noch nicht lange im Amt sind, aber trotzdem nichts weiterbringen wollen und nicht handeln. (Abg. Leichtfried – auf das bereits rot leuchtende Lämpchen deutend –: Wegen der Redezeit wäre es!)
Ruf bei den Grünen: ... eine Frechheit! – Zwischenrufe der Abgeordneten Ernst-Dziedzic und Maurer
Was man schon sagen muss: Bei den Maßnahmen, die Sie jetzt zu setzen hätten, sehr geehrter Herr Minister, hätten Sie einen strategischen Vorteil, denn Sie haben als Koalitionspartner und Partner in dieser Frage nicht einen Blockierer – in der Person des Justizministers Moser – als Pendant, sondern Sie brauchen doch nur zu Ihrer Frau Kollegin Zadić zu gehen, wenn sie nicht gerade mit sich selbst beschäftigt ist (Ruf bei den Grünen: ... eine Frechheit! – Zwischenrufe der Abgeordneten Ernst-Dziedzic und Maurer), und das Problem in Angriff zu nehmen.
Beifall bei der FPÖ.
Wenn man aber beobachtet – und damit komme ich schon zum Schluss –, in welche Richtung die Maßnahmen von Ihnen und Ihren Kolleginnen gehen, dann offenbart sich auch einiges, wenn man heute die Zeitung aufschlägt, so zum Beispiel dass die Privilegien für die Unanständigen in diesem Land unter Ihrer Regierungsverantwortung nur noch weiter erhöht werden. Wenn Sie nämlich hergehen und den Häftlingen auf ihre Rücklagen, salopp formuliert auf ihre Spareinlagen, 3,11 Prozent Zinsen bezahlen, das heißt um 3,11 Prozent jährlich die Rücklagen anpassen, während der Normbürger in diesem Land, vom Lehrling bis zum Pensionisten, für sein Guthaben nichts mehr bekommt, dann ist das eine klare Aussage, in welche Richtung es geht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Leichtfried: Also das war bis jetzt die schlechteste Rede! – Gegenruf bei der FPÖ.
Sehr geehrte Bundesregierung, ich kann es Ihnen nicht ersparen, Ihr Programm auf den Punkt zu bringen: Sie blinken rechts und biegen links ab. – Gratulation an die Grünen: In diesem Fall ziehen nämlich Sie der ÖVP die Hosen aus. – Sie leben Klientelpolitik auf Kosten der Steuerzahler. Problemlösungen – Fehlanzeige. Sehr geehrte Damen und Herren, willkommen in der schwarz-grünen Regierung! Jetzt sind wir endlich angekommen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Leichtfried: Also das war bis jetzt die schlechteste Rede! – Gegenruf bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie sehen, dass wir in diesem Fall nichts unterlassen haben, und wenn die Regierungsperiode nicht so früh geendet hätte, wenn der Misstrauensantrag nicht beschlossen worden wäre, dann wäre diese Maßnahme auch bereits umgesetzt worden. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP.)
auf Abg. Stöger weisend
Der Lois (auf Abg. Stöger weisend) weiß es, ich war 20 Jahre in der ÖGB-Zentrale, und da war immer klar, dass die Aufgaben hinsichtlich Pension und Gesundheit grundsätzlich Versicherungsagenden sind. Bei unserem Antrag geht es dabei um das Wie und nicht um das Ausspielen der Versicherten untereinander. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Der Lois (auf Abg. Stöger weisend) weiß es, ich war 20 Jahre in der ÖGB-Zentrale, und da war immer klar, dass die Aufgaben hinsichtlich Pension und Gesundheit grundsätzlich Versicherungsagenden sind. Bei unserem Antrag geht es dabei um das Wie und nicht um das Ausspielen der Versicherten untereinander. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Wenn man sich die sachlichen Teile aller Ausführungen, die hier am Rednerpult gemacht wurden, herauspickt, dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir zu einer Lösung im Sinne der Kritik des Rechnungshofes, die alle Aspekte berücksichtigen wird, kommen werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Moser.
Es ist schon an Ihnen gelegen. Wir konnten nicht mit Ihnen verhandeln – das hat mir jetzt auch unser Justizsprecher bestätigt –, es hat Sie nicht interessiert. (Zwischenruf des Abg. Moser.) Und, Dr. Moser, es ist ja eh eindeutig: Ihr lehnt heute diesen Antrag ab. Das ist eigentlich ohnedies bezeichnend. Da braucht man jetzt nicht zu sagen: Wir haben es eh im Regierungsprogramm drinnen gehabt, wir hätten es eh noch umgesetzt. – Na dann setzt es jetzt um! Ich braucht nur dem Antrag zuzustimmen, und wir haben es schon umgesetzt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist schon an Ihnen gelegen. Wir konnten nicht mit Ihnen verhandeln – das hat mir jetzt auch unser Justizsprecher bestätigt –, es hat Sie nicht interessiert. (Zwischenruf des Abg. Moser.) Und, Dr. Moser, es ist ja eh eindeutig: Ihr lehnt heute diesen Antrag ab. Das ist eigentlich ohnedies bezeichnend. Da braucht man jetzt nicht zu sagen: Wir haben es eh im Regierungsprogramm drinnen gehabt, wir hätten es eh noch umgesetzt. – Na dann setzt es jetzt um! Ich braucht nur dem Antrag zuzustimmen, und wir haben es schon umgesetzt! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Steinacker.
Privattarif das Doppelte kostet. Das wird ja jedem einleuchten. (Zwischenruf der Abg. Steinacker.) Wenn innerhalb von 20 Jahren oder von 19 Jahren die Kosten quasi von 30 auf 100 Millionen Euro gestiegen sind, sich verdreifacht haben, dann müssten Sie ja wissen, dass diese 100 Millionen, wenn man das über den Kassentarif abrechnen würde, wahrscheinlich, ich sage jetzt einmal, 60 Millionen wären.
Ruf bei der SPÖ: Gesundheitskasse!
Dann bräuchten Sie das Geld nur der Krankenkasse, die das machen soll – das wäre die Österreichische Gebietskrankenkasse (Ruf bei der SPÖ: Gesundheitskasse!), die es durch die Zusammenlegung gibt –, zuschießen und der Staat und diese Bundesregierung hätten auf einen Schlag 40 Millionen Euro eingespart. Das ist eigentlich eine ganz einfache Rechnung, nur: Wollen muss man es! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dann bräuchten Sie das Geld nur der Krankenkasse, die das machen soll – das wäre die Österreichische Gebietskrankenkasse (Ruf bei der SPÖ: Gesundheitskasse!), die es durch die Zusammenlegung gibt –, zuschießen und der Staat und diese Bundesregierung hätten auf einen Schlag 40 Millionen Euro eingespart. Das ist eigentlich eine ganz einfache Rechnung, nur: Wollen muss man es! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Noch einmal – Kollege Loacker hat es ja gesagt –: Es hat ja auch schon in Ihrer Fraktion Bestrebungen gegeben. Kollege Troch hat in seiner Rede gesagt: Es führt kein Weg daran vorbei. – Negieren Sie das doch nicht! Es ist ja so. Es ist nicht möglich, dass man weiterhin Straftäter in Österreich besserstellt als die arbeitende Bevölkerung beziehungsweise die Opfer. Das ist ja unerklärlich. Das können Sie als Sozialdemokraten oder Sozialisten und Sie als Konservative doch keinem in Österreich mehr erklären! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist traurig, und es ist bezeichnend, dass dieser Antrag heute abgelehnt wird und Sie das gar nicht umsetzen wollen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Lausch.
Das Zweite, lieber Herr Kollege: Natürlich müssen wir bei einer Sozialversicherungslösung darüber reden, ob wir Familien mitversichern, und ich weiß nicht, ob Ihre Fraktion zustimmt, dass die halbe Welt in unserem System bei 6 000 ausländischen Häftlingen krankenversichert ist. Das werden Sie dann Ihren Wählern erklären müssen, wenn Sie das wollen! Das ist Ihr Problem und nicht unseres! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Lausch.)
Abg. Lausch: Sie haben überhaupt keine Ahnung!
Wenn Sie uns heute undifferenziert überholen wollen, dann werden wir das nicht zulassen. (Abg. Lausch: Sie haben überhaupt keine Ahnung!) Stimmen Sie dem Entschließungsantrag, der ganz in Ihrem Sinne ist, zu, wonach wir prüfen, wie wir diese Behandlungen neu strukturieren und verbilligen können (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lausch) und anschließend in die Sozialversicherung hineinbringen! – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lausch
Wenn Sie uns heute undifferenziert überholen wollen, dann werden wir das nicht zulassen. (Abg. Lausch: Sie haben überhaupt keine Ahnung!) Stimmen Sie dem Entschließungsantrag, der ganz in Ihrem Sinne ist, zu, wonach wir prüfen, wie wir diese Behandlungen neu strukturieren und verbilligen können (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lausch) und anschließend in die Sozialversicherung hineinbringen! – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Wenn Sie uns heute undifferenziert überholen wollen, dann werden wir das nicht zulassen. (Abg. Lausch: Sie haben überhaupt keine Ahnung!) Stimmen Sie dem Entschließungsantrag, der ganz in Ihrem Sinne ist, zu, wonach wir prüfen, wie wir diese Behandlungen neu strukturieren und verbilligen können (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lausch) und anschließend in die Sozialversicherung hineinbringen! – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich darf das auch sagen: Ich habe natürlich überhaupt nichts und hatte nie irgendetwas gegen Nichtraucherlokale, was mich aber sehr wohl stört, ist, dass ich in ganz Österreich keinen Lokaltyp mehr finde, wo ich rauchen darf. Das gibt es nicht einmal in Amerika, und die sind uns ja mit diesem Verfolgungswahn, was Nikotin betrifft, um Jahrzehnte voraus. Ich habe im Übrigen auch nichts gegen vegetarische Lokale, es kann jeder hingehen, was mich aber sehr stören würde, wäre, wenn ich dann in Österreich nirgends mehr ein Schweinsschnitzel kriege – so ähnlich kann man sich das vielleicht vorstellen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Weratschnig: Denken Sie an jene, die gesund bleiben wollen!
diesem Bereich kaputt gegangen. (Abg. Weratschnig: Denken Sie an jene, die gesund bleiben wollen!)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Ich darf schon sagen, dass ich auch schwer enttäuscht von der ÖVP bin. (Zwischenruf des Abg. Hörl.) Ich sage das auch einmal in dieser Deutlichkeit und möchte es auch ganz bewusst festmachen, da ja bald Wirtschaftskammerwahlen sind (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl) und fast 500 000 Unternehmer und auch sehr viele Gastronomen dann dementsprechend wählen werden.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl
Ich darf schon sagen, dass ich auch schwer enttäuscht von der ÖVP bin. (Zwischenruf des Abg. Hörl.) Ich sage das auch einmal in dieser Deutlichkeit und möchte es auch ganz bewusst festmachen, da ja bald Wirtschaftskammerwahlen sind (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl) und fast 500 000 Unternehmer und auch sehr viele Gastronomen dann dementsprechend wählen werden.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Loacker: Der Leitl hat ja 2015 das Rauchverbot verhandelt!
Ihr hattet damals mit Präsident Leitl einen Mann aus der Wirtschaft für die Politik, jetzt habt ihr mit Mahrer einen Politiker in der Wirtschaft, und das ist genau der falsche Weg. Unter einem Herrn Leitl hätte es da eine Lösung gegeben, die nicht Tausende Unternehmer und Gastronomen einfach abkanzelt, ins Abseits fern einer Selbstständigkeit drängt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Loacker: Der Leitl hat ja 2015 das Rauchverbot verhandelt!)
Abg. Hörl: ... in den eigenen Reihen!
Man könnte über das Thema natürlich noch abendfüllend diskutieren, aber ich habe schon gemerkt, dass eine breite Mehrheit vernünftigen Argumenten nicht zugänglich ist und einfach nicht dazu bereit ist, einen gewissen Freiraum für freie Bürger und Selbstbestimmung zuzulassen. (Abg. Hörl: ... in den eigenen Reihen!)
Abg. Weratschnig: ... Gesundheit der Bürger!
Ich attestiere Ihnen gerne, dass – wie ich bereits mehrmals gesagt habe – die Puritaner, die Pharisäer, die fiebrigen Missionare und die politisch Korrekten diesen Krieg gegen die Raucher gewonnen haben. (Abg. Weratschnig: ... Gesundheit der Bürger!) Das attestiere ich Ihnen gerne: Diese Gruppen haben diesen Krieg gewonnen. (Abg. Weratschnig: Denk an die Gesundheit der Bürger!) Wir Freiheitliche werden aber nicht aufhören, uns auch weiterhin für freie Bürger und die Selbstbestimmung von Bürgern und Unternehmern einzusetzen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Weratschnig: Denk an die Gesundheit der Bürger!
Ich attestiere Ihnen gerne, dass – wie ich bereits mehrmals gesagt habe – die Puritaner, die Pharisäer, die fiebrigen Missionare und die politisch Korrekten diesen Krieg gegen die Raucher gewonnen haben. (Abg. Weratschnig: ... Gesundheit der Bürger!) Das attestiere ich Ihnen gerne: Diese Gruppen haben diesen Krieg gewonnen. (Abg. Weratschnig: Denk an die Gesundheit der Bürger!) Wir Freiheitliche werden aber nicht aufhören, uns auch weiterhin für freie Bürger und die Selbstbestimmung von Bürgern und Unternehmern einzusetzen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich attestiere Ihnen gerne, dass – wie ich bereits mehrmals gesagt habe – die Puritaner, die Pharisäer, die fiebrigen Missionare und die politisch Korrekten diesen Krieg gegen die Raucher gewonnen haben. (Abg. Weratschnig: ... Gesundheit der Bürger!) Das attestiere ich Ihnen gerne: Diese Gruppen haben diesen Krieg gewonnen. (Abg. Weratschnig: Denk an die Gesundheit der Bürger!) Wir Freiheitliche werden aber nicht aufhören, uns auch weiterhin für freie Bürger und die Selbstbestimmung von Bürgern und Unternehmern einzusetzen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Wurm: Fachlich falsch!
Abgeordnete Barbara Neßler (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Der Antrag der FPÖ vermischt verschiedene Punkte. Bei einem Punkt kommt zum Tragen, was als die österreichische Lösung bezeichnet wird. Während in anderen Ländern das Rauchverbot nach und nach konsequent durchgesetzt werden konnte (Abg. Wurm: Fachlich falsch!), wurden in Österreich Sonderregelungen und Schlupflöcher geschaffen. Die FPÖ will dies mit dem Antrag wieder tun.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir wissen, was viele Bürgerinnen und Bürger wollen, allein das Volksbegehren Don’t smoke wurde von knapp 900 000 Menschen unterzeichnet. Auf die gesundheitlichen Schäden, genauso wie auf die Legitimierung der gesellschaftlichen Akzeptanz oder auch auf die Gefährdung des Jugendschutzes möchte ich hier nicht gesondert eingehen, da diese Punkte bereits zur Genüge diskutiert wurden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Ich weise aber darauf hin, dass Menschen, die im
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
gastronomischen Bereich arbeiten, ein rauchfreier Arbeitsplatz zusteht. Diese Menschen haben sich das verdient. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben einen Fachkräftemangel im touristischen Bereich, in der Gastronomie, speziell im Westen von Österreich, und die Garantie eines rauchfreien Arbeitsplatzes war ein Schritt in die richtige Richtung – und wir machen jetzt keine Schritte mehr zurück, sondern nach vorne! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Gerade im Bereich der Gastronomie gibt es noch einiges zu tun. Neben der Attraktivierung des Arbeitsplatzes und der Ausbildung gibt es noch ein Thema, das auch mir besonders am Herzen liegt, und das ist der Erhalt der Gasthäuser. (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Das Gasthaussterben, insbesondere auch der Landgasthäuser, ist eine Entwicklung, die sich schon länger abzeichnet, aber bislang unterschätzt wurde. Dabei geht es nicht nur darum, dass wichtige Arbeitsplätze in den Dörfern verloren gehen, sondern es geht auch um die Infrastruktur. Das soziale Gefüge in den Dörfern ist insbesondere für ältere Personen wichtig, weil es einfach auch vor Vereinsamung im Alter schützt. (Abg. Wurm: In jedem Dorf McDonald’s!) – Herr Kollege Wurm, anstatt ständig Zwischenrufe zu tätigen, könnten Sie sich auch entscheiden, gemeinsam mit uns an konstruktiven Lösungen zu arbeiten. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Wurm: In jedem Dorf McDonald’s!
Gerade im Bereich der Gastronomie gibt es noch einiges zu tun. Neben der Attraktivierung des Arbeitsplatzes und der Ausbildung gibt es noch ein Thema, das auch mir besonders am Herzen liegt, und das ist der Erhalt der Gasthäuser. (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Das Gasthaussterben, insbesondere auch der Landgasthäuser, ist eine Entwicklung, die sich schon länger abzeichnet, aber bislang unterschätzt wurde. Dabei geht es nicht nur darum, dass wichtige Arbeitsplätze in den Dörfern verloren gehen, sondern es geht auch um die Infrastruktur. Das soziale Gefüge in den Dörfern ist insbesondere für ältere Personen wichtig, weil es einfach auch vor Vereinsamung im Alter schützt. (Abg. Wurm: In jedem Dorf McDonald’s!) – Herr Kollege Wurm, anstatt ständig Zwischenrufe zu tätigen, könnten Sie sich auch entscheiden, gemeinsam mit uns an konstruktiven Lösungen zu arbeiten. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Gerade im Bereich der Gastronomie gibt es noch einiges zu tun. Neben der Attraktivierung des Arbeitsplatzes und der Ausbildung gibt es noch ein Thema, das auch mir besonders am Herzen liegt, und das ist der Erhalt der Gasthäuser. (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Das Gasthaussterben, insbesondere auch der Landgasthäuser, ist eine Entwicklung, die sich schon länger abzeichnet, aber bislang unterschätzt wurde. Dabei geht es nicht nur darum, dass wichtige Arbeitsplätze in den Dörfern verloren gehen, sondern es geht auch um die Infrastruktur. Das soziale Gefüge in den Dörfern ist insbesondere für ältere Personen wichtig, weil es einfach auch vor Vereinsamung im Alter schützt. (Abg. Wurm: In jedem Dorf McDonald’s!) – Herr Kollege Wurm, anstatt ständig Zwischenrufe zu tätigen, könnten Sie sich auch entscheiden, gemeinsam mit uns an konstruktiven Lösungen zu arbeiten. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Gasthäuser sind für das soziale Gefüge wichtig. Sie sind bedeutungsvoll für den sozialen Austausch, der dort stattfinden kann, und für den Zusammenhalt. Bevor wir konkrete Maßnahmen treffen – wie im Regierungsübereinkommen festgelegt –, werden wir auch mit den Leuten vor Ort sprechen, die sich am besten mit der Thematik auskennen. Wir werden die Herausforderung in der Gastronomie angehen, und zwar mit zukunftsfitter Politik. – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Petra Vorderwinkler (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Werte Zuseher! Es ist für mich und für uns verwunderlich, dass das Nichtraucherschutzgesetz nur 83 Tage nach Inkrafttreten wieder einmal infrage gestellt wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es gibt endlich klare Richtlinien, und es wird wieder einmal eine Ausnahme verlangt, nämlich zeitweise rauchen zu dürfen. Für uns gilt ganz klar ein Grundsatz, und der lautet: Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Gesundheit des anderen Schaden nimmt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Somit ist der Gesundheitsschutz wichtiger als alle anderen persönlichen Interessen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich nenne noch eine Zahl: Es gibt 220 000 Beschäftigte in der Gastronomie- und Tourismusbranche, großteils Mütter und Väter, die Verantwortung tragen, die auf ihre Jobs und ihr Einkommen angewiesen sind und es sich nicht aussuchen können, wo sie arbeiten, die sich an ihrem Arbeitsplatz vor dem Rauchen und dessen Folgen nicht selbst schützen können. Das liegt schon in unserer Verantwortung. Diese Menschen haben nun den Schutz des Gesetzes, und das soll auch so bleiben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Nicht zu vergessen ist der Fachkräftemangel, der in der Tourismus- und Gastrobranche besonders hoch ist. Die Betriebe bilden junge Menschen aus, und nun ist endlich ein erster Schritt gesetzt worden, die Lehrberufe in diesen Branchen durch die Rauchfreiheit am Arbeitsplatz wieder attraktiver zu machen. – Ja bitte, dann arbeiten wir doch dort weiter und sorgen für klare Richtlinien! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abschließend: Im Sozialausschuss stimmten alle Fraktionen geschlossen gegen diesen Antrag der FPÖ, und daher rufe ich Sie alle hier auf, hinter den Entscheidungen, die getroffen wurden, zu stehen, der Bevölkerung wieder zu beweisen, dass sie Vertrauen in die Entscheidungen des Hohen Hauses haben kann, und dabei zu bleiben, den Schutz der Gesundheit vor alle anderen Interessen zu stellen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Wir haben das letztes Jahr im September neu beschlossen, und ich denke, es ist jetzt erledigt. Lassen wir es so! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
hungsweise das Ablegen des Suchtverhaltens ist eines der schwersten Dinge. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Dass heute in fast keinem Privathaus mehr geraucht wird, halten nicht nur Nichtraucher für eine positive Entwicklung. Viele Raucherfamilien halten ihre persönlichen Räume rauchfrei, und das ohne gesetzliche Vorschriften. Das Thema Eigenverantwortung hat da eine ganz andere Bedeutung, nämlich als Erwachsener Verantwortung für die Kinder zu übernehmen, egal ob in geschlossenen Räumen oder zu Hause. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Thema Gastronomie: Uns wäre es wirklich ein Anliegen gewesen, die Gastronomiebetriebe, die noch nach 1.1.2018 investiert haben, zu entlasten. Mit unserer Forderung nach einer 50-prozentigen Rückerstattung der Investitionen haben wir uns für die Betriebe eingesetzt; leider haben wir dafür aber keine Unterstützung von den anderen Parteien erhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Loacker: Das haben Ihre Fraktionskollegen nicht so gesehen!
Wir alle wissen, wie das Nichtraucherschutzgesetz seinerzeit zustande gekommen ist: Eineinhalb Jahre Diskussion in der Öffentlichkeit, ein Volksbegehren mit klarem Ausgang, und immer noch war das Thema nicht vom Tisch. Mit knapp 900 000 Unterschriften war das Volksbegehren eines der erfolgreichsten in der Geschichte Österreichs und somit ein klares Signal von der Bevölkerung an uns als Politiker. (Abg. Loacker: Das haben Ihre Fraktionskollegen nicht so gesehen!) Auch der Verfassungsgerichtshof hat mit seiner Entscheidung bestätigt, dass das öffentliche Interesse im Bereich des Gesundheitsschutzes überwiegt, daher werden wir nicht mehr an dieser Entscheidung rütteln. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Wir alle wissen, wie das Nichtraucherschutzgesetz seinerzeit zustande gekommen ist: Eineinhalb Jahre Diskussion in der Öffentlichkeit, ein Volksbegehren mit klarem Ausgang, und immer noch war das Thema nicht vom Tisch. Mit knapp 900 000 Unterschriften war das Volksbegehren eines der erfolgreichsten in der Geschichte Österreichs und somit ein klares Signal von der Bevölkerung an uns als Politiker. (Abg. Loacker: Das haben Ihre Fraktionskollegen nicht so gesehen!) Auch der Verfassungsgerichtshof hat mit seiner Entscheidung bestätigt, dass das öffentliche Interesse im Bereich des Gesundheitsschutzes überwiegt, daher werden wir nicht mehr an dieser Entscheidung rütteln. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Leichtfried – auf die leuchtende Lampe am Rednerpult weisend –: Das Licht!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sofern noch Zuseher da sind, seien sie natürlich auch herzlichst begrüßt! Das ist heute ja nicht die erste Diskussion zum Untersuchungsausschuss; schon in der Einwendungsdebatte wurde das doch etwas sonderbare Verhalten der Regierungsparteien anlässlich der gestrigen Vorankündigung um 16 Uhr und der Vollziehung und Exekution im Geschäftsordnungsausschuss heute Früh nachvollzogen. (Abg. Leichtfried – auf die leuchtende Lampe am Rednerpult weisend –: Das Licht!) – Gibt es ein Problem? (Ruf: Alles gut!) – Gut. Es gibt aber schon ein Problem, und zwar das Problem, mitansehen zu müssen, wie manche Dinge mitgetragen werden – ich schaue bewusst in Richtung der Klubobfrau.
Ruf: Alles gut!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sofern noch Zuseher da sind, seien sie natürlich auch herzlichst begrüßt! Das ist heute ja nicht die erste Diskussion zum Untersuchungsausschuss; schon in der Einwendungsdebatte wurde das doch etwas sonderbare Verhalten der Regierungsparteien anlässlich der gestrigen Vorankündigung um 16 Uhr und der Vollziehung und Exekution im Geschäftsordnungsausschuss heute Früh nachvollzogen. (Abg. Leichtfried – auf die leuchtende Lampe am Rednerpult weisend –: Das Licht!) – Gibt es ein Problem? (Ruf: Alles gut!) – Gut. Es gibt aber schon ein Problem, und zwar das Problem, mitansehen zu müssen, wie manche Dinge mitgetragen werden – ich schaue bewusst in Richtung der Klubobfrau.
Zwischenruf der Abg. Maurer
Ich habe Sigi Maurer als eine toughe, fortschrittlich denkende, spannende – wir haben erst im Wahlkampf gemeinsame Veranstaltungen gehabt – Person kennengelernt (Zwischenruf der Abg. Maurer), und ich erkenne sie kaum wieder. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Maurer.) Wie kann man sich nach der Auseinandersetzung, die gerade die Grünen im Zusammenhang mit dem Erreichen des Minderheitsrechtes geführt haben, das ein wesentlicher Bestandteil der parlamentarischen Kontrolle ist, einlullen lassen (Abg. Stögmüller: Wir lassen uns nicht einlullen!), Punkte herausnehmen lassen? (Abg. Maurer: Die, die ihr nicht richtig dokumentiert habt! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Maurer.
Ich habe Sigi Maurer als eine toughe, fortschrittlich denkende, spannende – wir haben erst im Wahlkampf gemeinsame Veranstaltungen gehabt – Person kennengelernt (Zwischenruf der Abg. Maurer), und ich erkenne sie kaum wieder. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Maurer.) Wie kann man sich nach der Auseinandersetzung, die gerade die Grünen im Zusammenhang mit dem Erreichen des Minderheitsrechtes geführt haben, das ein wesentlicher Bestandteil der parlamentarischen Kontrolle ist, einlullen lassen (Abg. Stögmüller: Wir lassen uns nicht einlullen!), Punkte herausnehmen lassen? (Abg. Maurer: Die, die ihr nicht richtig dokumentiert habt! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Stögmüller: Wir lassen uns nicht einlullen!
Ich habe Sigi Maurer als eine toughe, fortschrittlich denkende, spannende – wir haben erst im Wahlkampf gemeinsame Veranstaltungen gehabt – Person kennengelernt (Zwischenruf der Abg. Maurer), und ich erkenne sie kaum wieder. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Maurer.) Wie kann man sich nach der Auseinandersetzung, die gerade die Grünen im Zusammenhang mit dem Erreichen des Minderheitsrechtes geführt haben, das ein wesentlicher Bestandteil der parlamentarischen Kontrolle ist, einlullen lassen (Abg. Stögmüller: Wir lassen uns nicht einlullen!), Punkte herausnehmen lassen? (Abg. Maurer: Die, die ihr nicht richtig dokumentiert habt! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Maurer: Die, die ihr nicht richtig dokumentiert habt! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich habe Sigi Maurer als eine toughe, fortschrittlich denkende, spannende – wir haben erst im Wahlkampf gemeinsame Veranstaltungen gehabt – Person kennengelernt (Zwischenruf der Abg. Maurer), und ich erkenne sie kaum wieder. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Maurer.) Wie kann man sich nach der Auseinandersetzung, die gerade die Grünen im Zusammenhang mit dem Erreichen des Minderheitsrechtes geführt haben, das ein wesentlicher Bestandteil der parlamentarischen Kontrolle ist, einlullen lassen (Abg. Stögmüller: Wir lassen uns nicht einlullen!), Punkte herausnehmen lassen? (Abg. Maurer: Die, die ihr nicht richtig dokumentiert habt! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Habt ihr darüber nachgedacht, welche Punkte das sind? – Wir haben eine Soko Ibiza, die derzeit zwei frühere Finanzminister und zwei Vizekanzler als Verdächtige führt. Was sonst soll ein Untersuchungsausschuss in einem demokratischen Rechtsstaat untersuchen? (Beifall bei der SPÖ.) Es ist absurd! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wann sonst? Und die Grünen machen die Mauer – ich pack’s nicht! (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Habt ihr darüber nachgedacht, welche Punkte das sind? – Wir haben eine Soko Ibiza, die derzeit zwei frühere Finanzminister und zwei Vizekanzler als Verdächtige führt. Was sonst soll ein Untersuchungsausschuss in einem demokratischen Rechtsstaat untersuchen? (Beifall bei der SPÖ.) Es ist absurd! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wann sonst? Und die Grünen machen die Mauer – ich pack’s nicht! (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Habt ihr darüber nachgedacht, welche Punkte das sind? – Wir haben eine Soko Ibiza, die derzeit zwei frühere Finanzminister und zwei Vizekanzler als Verdächtige führt. Was sonst soll ein Untersuchungsausschuss in einem demokratischen Rechtsstaat untersuchen? (Beifall bei der SPÖ.) Es ist absurd! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wann sonst? Und die Grünen machen die Mauer – ich pack’s nicht! (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Zarits: Hast du sie schon gesehen? – Ah-Ruf bei der ÖVP
Gehen wir gleich weiter, weil die hier (in Richtung ÖVP weisend) schreien: Laut diesem Ibizavideo und den Informationen, die wir haben, hat ein damaliger vom Steuerzahler bezahlter Klubobmann eine Reihe von Dingen versprochen, darunter – das wissen wir inzwischen schon von denen, die die ganzen 7 Stunden gesehen haben (Abg. Zarits: Hast du sie schon gesehen? – Ah-Ruf bei der ÖVP) – ist eine Ankündigung gegenüber einer potenziell Geldwäscherei betreibenden Oligarchin: Na ja, die Finanzmarktaufsicht müssen wir auch ändern! (Zwischenruf der Abg. Maurer.) Und genau zu diesem Punkt gibt es dann plötzlich in einer Regierung, in der dieser Vizekanzler ist, vom Finanzminister, der als Verdächtiger geführt wird, eine Vorlage, die dann wieder zurückgezogen wird. – Ist das nicht ein behördlicher Vorgang, den sich ein Parlament anschauen soll? Ich frage euch: Wisst ihr, was ihr tut? Seid ihr euch dessen bewusst?
Zwischenruf der Abg. Maurer.
Gehen wir gleich weiter, weil die hier (in Richtung ÖVP weisend) schreien: Laut diesem Ibizavideo und den Informationen, die wir haben, hat ein damaliger vom Steuerzahler bezahlter Klubobmann eine Reihe von Dingen versprochen, darunter – das wissen wir inzwischen schon von denen, die die ganzen 7 Stunden gesehen haben (Abg. Zarits: Hast du sie schon gesehen? – Ah-Ruf bei der ÖVP) – ist eine Ankündigung gegenüber einer potenziell Geldwäscherei betreibenden Oligarchin: Na ja, die Finanzmarktaufsicht müssen wir auch ändern! (Zwischenruf der Abg. Maurer.) Und genau zu diesem Punkt gibt es dann plötzlich in einer Regierung, in der dieser Vizekanzler ist, vom Finanzminister, der als Verdächtiger geführt wird, eine Vorlage, die dann wieder zurückgezogen wird. – Ist das nicht ein behördlicher Vorgang, den sich ein Parlament anschauen soll? Ich frage euch: Wisst ihr, was ihr tut? Seid ihr euch dessen bewusst?
in Richtung Abg. Maurer
Ich habe die Rede gehört: Das soll der Verfassungsgerichtshof entscheiden! Sollte der Verfassungsgerichtshof – ich gebe dir (in Richtung Abg. Maurer) zu bedenken, wie die Zusammensetzung ist; das ist eine politische Besetzung, die von der Regierung und anderen beschlossen wird - - (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ganz ruhig! Ihr deklassiert mit Mehrheit ein Verlangen der Minderheit zu einer Diskussion!
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich habe die Rede gehört: Das soll der Verfassungsgerichtshof entscheiden! Sollte der Verfassungsgerichtshof – ich gebe dir (in Richtung Abg. Maurer) zu bedenken, wie die Zusammensetzung ist; das ist eine politische Besetzung, die von der Regierung und anderen beschlossen wird - - (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ganz ruhig! Ihr deklassiert mit Mehrheit ein Verlangen der Minderheit zu einer Diskussion!
Abg. Lopatka: Den Verfassungsgerichtshof ...!
Jetzt stellt euch vor, auch nur in einem dieser Punkte würde der Verfassungsgerichtshof den Begriff behördlicher Vorgang einschränken! Wisst ihr, was das für das Parlament heißt? (Abg. Lopatka: Den Verfassungsgerichtshof ...!) Ihr wollt das zudecken! Reinhold, lass es sein, das wissen wir eh! (Abg. Lopatka: Das ist ungeheuerlich!) Wir wissen eh, dass ihr zudecken wollt, deswegen habt ihr sie (in Richtung Grüne weisend) ja gezwungen, mitzustimmen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Lopatka: Das ist ungeheuerlich!
Jetzt stellt euch vor, auch nur in einem dieser Punkte würde der Verfassungsgerichtshof den Begriff behördlicher Vorgang einschränken! Wisst ihr, was das für das Parlament heißt? (Abg. Lopatka: Den Verfassungsgerichtshof ...!) Ihr wollt das zudecken! Reinhold, lass es sein, das wissen wir eh! (Abg. Lopatka: Das ist ungeheuerlich!) Wir wissen eh, dass ihr zudecken wollt, deswegen habt ihr sie (in Richtung Grüne weisend) ja gezwungen, mitzustimmen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Jetzt stellt euch vor, auch nur in einem dieser Punkte würde der Verfassungsgerichtshof den Begriff behördlicher Vorgang einschränken! Wisst ihr, was das für das Parlament heißt? (Abg. Lopatka: Den Verfassungsgerichtshof ...!) Ihr wollt das zudecken! Reinhold, lass es sein, das wissen wir eh! (Abg. Lopatka: Das ist ungeheuerlich!) Wir wissen eh, dass ihr zudecken wollt, deswegen habt ihr sie (in Richtung Grüne weisend) ja gezwungen, mitzustimmen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Lopatka: Bist du dir bewusst, was du gerade ... hast? Das ist ja ungeheuerlich!
Und jetzt frage ich euch: Seid ihr euch dessen bewusst (Abg. Lopatka: Bist du dir bewusst, was du gerade ... hast? Das ist ja ungeheuerlich!), was es heißt, wenn es zu einer Einschränkung eines untersuchbaren Vorgangs kommt, was das für das von euch
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Gabriela Schwarz: Viel Glück der SPÖ! – Abg. Lopatka: Das ist ungeheuerlich!
(in Richtung Grüne) erkämpfte Recht bedeutet? Denkt einmal darüber nach und schaut euch im „Standard“ die Foren der sehr grün-affinen Wählerschaft an, was dort gepostet wird – und dann überlegt euch einmal, ob ihr richtig gehandelt habt! – Da (in Richtung ÖVP weisend) hört ihr eh, wie sie sind. Viel Glück mit der Solidarität! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Gabriela Schwarz: Viel Glück der SPÖ! – Abg. Lopatka: Das ist ungeheuerlich!)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Als Erstes muss ich Kollegen Matznetter hier wirklich zurückweisen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.) Herr Kollege, in der Literatur wird von einem politischen Gerichtshof nur in totalitären Systemen geredet, aber nicht in einer aufrechten Demokratie! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Als Erstes muss ich Kollegen Matznetter hier wirklich zurückweisen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.) Herr Kollege, in der Literatur wird von einem politischen Gerichtshof nur in totalitären Systemen geredet, aber nicht in einer aufrechten Demokratie! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Krainer: ... Totalitarismus zu ...!
Wenn Sie von der SPÖ, auch Kollege Krainer, heute davon gesprochen haben, dass Sie hier eine Situation vorfinden, in der der Parlamentarismus in irgendeiner Form gefährdet wäre, dann sage ich Ihnen: Genau Sie sind derjenige beziehungsweise die SPÖ ist diejenige Partei, die das Vertrauen der Menschen in den Rechtsstaat untergräbt, und dagegen wehren wir uns vollinhaltlich! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Krainer: ... Totalitarismus zu ...!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Heinisch-Hosek: Das ist ja nicht wahr! Hören Sie doch zu!
Jetzt noch einmal etwas in aller Ruhe: 2014 haben wir mit Ihnen von der SPÖ gemeinsam ausverhandelt, dass die Situation rund um das Untersuchungsrecht heute so ist, wie sie ist, und heute kritisieren Sie das. Wir haben damals gesagt: Wir lassen die Entscheidung, ob etwas ein abgeschlossener Vorgang im Sinne des Artikels 53 des Bundes-Verfassungsgesetzes ist, nicht hier entscheiden, sondern wir übertragen diese Entscheidung dem Verfassungsgerichtshof, weil wir sie aus der politischen Diskussion rausnehmen wollen. Und heute stellen Sie sich hierher und sagen, der Verfassungsgerichtshof wäre politisch. – Das ist eine Verhöhnung des Rechtsstaates. Sie sollten zu Ihren Wurzeln zurückkommen. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Heinisch-Hosek: Das ist ja nicht wahr! Hören Sie doch zu!)
Beifall bei der ÖVP.
Sie waren einmal eine Partei, die sich staatstragend genannt hat. Heute schlagen Sie nur mehr wie ein Ertrinkender wild um sich. Dagegen, dass Ihre Umfragewerte so tief liegen nützt es Ihnen nichts, wenn Sie den Rechtsstaat aushöhlen wollen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Eines ist wichtig – der Herr Präsident hat es zu Beginn der Debatte zu diesem Tagesordnungspunkt gesagt –: Seit wenigen Minuten ist der Untersuchungsausschuss eingesetzt, und das haben wir von den Regierungsfraktionen sichergestellt (Zwischenrufe bei der SPÖ), dass dieser Untersuchungsausschuss mit dem heutigen Tag zu arbeiten beginnen kann, meine Damen und Herren! Es ist wichtig, dass die Vorwürfe, die durch das Ibizavideo zutage getreten sind, die Vorwürfe, dass über Novomatic Postenbesetzungen bei der Casinos AG erfolgt seien, aufgeklärt werden. Das haben wir heute sichergestellt. (Abg. Leichtfried: Das ist wirklich ... von euch! Beeindruckend, wie großherzig ihr seid!) Im Anschluss an diese Sitzung findet noch die konstituierende Sitzung des Untersuchungsausschusses statt. Wir können somit sofort zu arbeiten beginnen. Ihr Vorwurf geht daher vollkommen ins Leere. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Leichtfried: Das ist wirklich ... von euch! Beeindruckend, wie großherzig ihr seid!
Eines ist wichtig – der Herr Präsident hat es zu Beginn der Debatte zu diesem Tagesordnungspunkt gesagt –: Seit wenigen Minuten ist der Untersuchungsausschuss eingesetzt, und das haben wir von den Regierungsfraktionen sichergestellt (Zwischenrufe bei der SPÖ), dass dieser Untersuchungsausschuss mit dem heutigen Tag zu arbeiten beginnen kann, meine Damen und Herren! Es ist wichtig, dass die Vorwürfe, die durch das Ibizavideo zutage getreten sind, die Vorwürfe, dass über Novomatic Postenbesetzungen bei der Casinos AG erfolgt seien, aufgeklärt werden. Das haben wir heute sichergestellt. (Abg. Leichtfried: Das ist wirklich ... von euch! Beeindruckend, wie großherzig ihr seid!) Im Anschluss an diese Sitzung findet noch die konstituierende Sitzung des Untersuchungsausschusses statt. Wir können somit sofort zu arbeiten beginnen. Ihr Vorwurf geht daher vollkommen ins Leere. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Eines ist wichtig – der Herr Präsident hat es zu Beginn der Debatte zu diesem Tagesordnungspunkt gesagt –: Seit wenigen Minuten ist der Untersuchungsausschuss eingesetzt, und das haben wir von den Regierungsfraktionen sichergestellt (Zwischenrufe bei der SPÖ), dass dieser Untersuchungsausschuss mit dem heutigen Tag zu arbeiten beginnen kann, meine Damen und Herren! Es ist wichtig, dass die Vorwürfe, die durch das Ibizavideo zutage getreten sind, die Vorwürfe, dass über Novomatic Postenbesetzungen bei der Casinos AG erfolgt seien, aufgeklärt werden. Das haben wir heute sichergestellt. (Abg. Leichtfried: Das ist wirklich ... von euch! Beeindruckend, wie großherzig ihr seid!) Im Anschluss an diese Sitzung findet noch die konstituierende Sitzung des Untersuchungsausschusses statt. Wir können somit sofort zu arbeiten beginnen. Ihr Vorwurf geht daher vollkommen ins Leere. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Oh-Rufe bei der SPÖ
Das Zweite, das wir damit noch sicherstellen, ist, dass wir von dieser parteipolitischen Diskussion wegkommen (Oh-Rufe bei der SPÖ), wir würden irgendwelche Entschei-
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Wir können uns nichts anderes wünschen, als dass sich alle Menschen in diesem Staat, dass sich alle Menschen in diesem Land dem Gesetz und der Verfassung entsprechend verhalten – und die Menschen haben das Recht, dass wir als politische Parteien uns ebenso an alle Gesetze und an die Verfassung halten. In diesem Sinne: Es lebe der Rechtsstaat Österreich! – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Strasser: Nein, nein, nein, nein! – Abg. Steinacker: Das hat er nicht gesagt!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Kollege Gerstl hat behauptet, ich hätte den österreichischen Verfassungsgerichtshof hier an diesem Rednerpult als ein politisches Gericht, wie es in totalitären Staaten eingerichtet ist, bezeichnet. (Abg. Strasser: Nein, nein, nein, nein! – Abg. Steinacker: Das hat er nicht gesagt!) – Ich berichtige tatsächlich: Ich habe mit Blickrichtung auf die Grünen gesagt, die Bestellung von zwei Mitgliedern war eine politische Entscheidung. – Stimmt.
Ruf bei der ÖVP: Das hat er überhaupt nicht gesagt!
Kollege Gerstl hat weiters behauptet, dass der Verfassungsgerichtshof politisch entscheiden wird. (Ruf bei der ÖVP: Das hat er überhaupt nicht gesagt!) – Ich berichtige tatsächlich: Das habe ich nicht gesagt. Es gibt ein Stenographisches Protokoll, das auch dem Kollegen Lopatka auf die Sprünge helfen kann. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Die Abgeordneten Lopatka und Steinacker: Schwere Demenz!)
Beifall bei der SPÖ. – Die Abgeordneten Lopatka und Steinacker: Schwere Demenz!
Kollege Gerstl hat weiters behauptet, dass der Verfassungsgerichtshof politisch entscheiden wird. (Ruf bei der ÖVP: Das hat er überhaupt nicht gesagt!) – Ich berichtige tatsächlich: Das habe ich nicht gesagt. Es gibt ein Stenographisches Protokoll, das auch dem Kollegen Lopatka auf die Sprünge helfen kann. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Die Abgeordneten Lopatka und Steinacker: Schwere Demenz!)
Zwischenruf der Abg. Maurer.
Viel spannender ist, welche Mauern die Grünen aufziehen. Um solch eine Mauer aufzuziehen, braucht man einen guten Maurer oder eine gute Maurer, die da auch mithilft. Sie haben das gemacht und Sie haben gleichzeitig auch Ihre ureigensten Grundsätze total verraten. (Zwischenruf der Abg. Maurer.) Sie gerieren sich zwar immer als erste moralische Instanz hier im Haus, aber bei dem Bauchfleck, den Sie heute hingelegt haben, freue ich mich schon, darüber zu lesen, was bei Ihren grünen Happenings an der Basis stattfinden wird, welche Kritik Sie dafür einstecken müssen.
Abg. Maurer: Die Geschäftsordnung gibt es eben nicht her! Das ist es ja!
Ich habe mir dann die Frage gestellt – denn eines hätte mich schon interessiert –: Wie wäre das bei den Grünen gelaufen, wenn man das hätte entscheiden müssen, bevor der Tragödie erster Teil stattgefunden hat, bevor Herr Kogler seine Seele an die ÖVP verkauft hat? – Gerade Herr Kogler wäre derjenige gewesen, der da mit dem Dreizack herausgesprungen wäre und gesagt hätte: Das kann man nicht machen, man kann einen Untersuchungsausschuss nicht derart beschneiden. Er hätte das nicht zugelassen. Er hätte gestrampft, er hätte blockiert, er hätte alles versucht, was die Geschäftsordnung hergibt, damit das nicht passiert. (Abg. Maurer: Die Geschäftsordnung gibt es eben nicht her! Das ist es ja!) – Es ist ein Armutszeugnis, das der heutige Vizekanzler als Parteichef hier mitträgt, und Reinschreien, Frau Maurer, macht es nicht besser. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.) Sie haben Ihre Grundsätze aufgegeben, und ich glaube, Sie werden von Ihrer eigenen Partei auch die Rechnung dafür bekommen.
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich habe mir dann die Frage gestellt – denn eines hätte mich schon interessiert –: Wie wäre das bei den Grünen gelaufen, wenn man das hätte entscheiden müssen, bevor der Tragödie erster Teil stattgefunden hat, bevor Herr Kogler seine Seele an die ÖVP verkauft hat? – Gerade Herr Kogler wäre derjenige gewesen, der da mit dem Dreizack herausgesprungen wäre und gesagt hätte: Das kann man nicht machen, man kann einen Untersuchungsausschuss nicht derart beschneiden. Er hätte das nicht zugelassen. Er hätte gestrampft, er hätte blockiert, er hätte alles versucht, was die Geschäftsordnung hergibt, damit das nicht passiert. (Abg. Maurer: Die Geschäftsordnung gibt es eben nicht her! Das ist es ja!) – Es ist ein Armutszeugnis, das der heutige Vizekanzler als Parteichef hier mitträgt, und Reinschreien, Frau Maurer, macht es nicht besser. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.) Sie haben Ihre Grundsätze aufgegeben, und ich glaube, Sie werden von Ihrer eigenen Partei auch die Rechnung dafür bekommen.
Abg. Maurer: Die Gabi hätte das zu 100 Prozent verteidigt! Die hätte das erkämpft!
Im Übrigen: Ich möchte mir auch nicht vorstellen, was Frau Moser dazu gesagt hätte, wenn sie mitbekommen hätte (Abg. Maurer: Die Gabi hätte das zu 100 Prozent verteidigt! Die hätte das erkämpft!), wie Sie diese Dinge jetzt – wie soll ich sagen? – für Ihre eigene Eitelkeit und für Ihr eigenes Machtbewusstsein opfern. – Aber egal; zu viel über die Grünen gesprochen.
Abg. Ottenschläger: Na, na, na, bleiben wir bei der Wahrheit! Seit 30 Jahren im Unternehmen!
Ich anstelle der ÖVP würde mich nicht über den Winkelzug freuen, dass man da jetzt vielleicht wieder einmal ein bisserl zugedeckt hat, denn glauben Sie mir eines: Auch wenn nur die Casinos AG übrig bleibt, wird es schon genug aufzuklären geben. Man wird sich darüber unterhalten müssen, wie Frau Glatz-Kremsner in ihre heutige Position gekommen ist: zuerst ÖVP-Vizechefin, dann noch eine Parteispende dazu und dann die Beförderung in den Casinos, das ist schon einmal spannend. (Abg. Ottenschläger: Na, na, na, bleiben wir bei der Wahrheit! Seit 30 Jahren im Unternehmen!) – Die Zurufe
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das wird dazu führen, dass wir des Pudels Kern tatsächlich herausfinden und definieren können, und das ist der Schluss, um auch mit Faust zu enden. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Deimek.
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es gibt so einige Daten und Ereignisse im Leben, da weiß jeder noch ganz genau, was er getan hat oder was in der Situation passiert ist, als er das erfahren hat. Dazu gehören zum Beispiel der 11. September, der EU-Beitritt oder auch der Mauerfall. (Zwischenruf des Abg. Deimek.)
Abg. Scherak: ... dürfen sie aber wegen ... nicht aufklären ...!
Ich sage Ihnen, Ibiza wird genau so ein einschneidendes Erlebnis sein, jeder von uns wird sich in Jahren noch daran erinnern können, was wir gerade getan haben, was wir gerade gemacht haben, als dieser Riesenskandal öffentlich geworden ist. (Abg. Scherak: ... dürfen sie aber wegen ... nicht aufklären ...!) Jetzt stellen Sie sich vor, was dieses einschneidende Erlebnis, das im gesellschaftlichen Gedächtnis bleiben wird, mit den jungen Menschen gemacht hat, mit einer ganzen Generation junger Menschen, die vor dem TV gesessen sind und deren Bild von der Politik einfach zerstört worden ist! (Abg. Deimek: Die Jugend setzt sich nicht mehr vors TV ... Netflix!) Deshalb, Herr Kollege Hafenecker, glaube ich nicht, dass Sie in der Position sind, sich hier herauszustellen und sich derart aufzupudeln. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Herr. – Abg. Lausch: Eine freie Rede gibt es schon noch, er darf sagen, was er will!)
Abg. Deimek: Die Jugend setzt sich nicht mehr vors TV ... Netflix!
Ich sage Ihnen, Ibiza wird genau so ein einschneidendes Erlebnis sein, jeder von uns wird sich in Jahren noch daran erinnern können, was wir gerade getan haben, was wir gerade gemacht haben, als dieser Riesenskandal öffentlich geworden ist. (Abg. Scherak: ... dürfen sie aber wegen ... nicht aufklären ...!) Jetzt stellen Sie sich vor, was dieses einschneidende Erlebnis, das im gesellschaftlichen Gedächtnis bleiben wird, mit den jungen Menschen gemacht hat, mit einer ganzen Generation junger Menschen, die vor dem TV gesessen sind und deren Bild von der Politik einfach zerstört worden ist! (Abg. Deimek: Die Jugend setzt sich nicht mehr vors TV ... Netflix!) Deshalb, Herr Kollege Hafenecker, glaube ich nicht, dass Sie in der Position sind, sich hier herauszustellen und sich derart aufzupudeln. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Herr. – Abg. Lausch: Eine freie Rede gibt es schon noch, er darf sagen, was er will!)
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Herr. – Abg. Lausch: Eine freie Rede gibt es schon noch, er darf sagen, was er will!
Ich sage Ihnen, Ibiza wird genau so ein einschneidendes Erlebnis sein, jeder von uns wird sich in Jahren noch daran erinnern können, was wir gerade getan haben, was wir gerade gemacht haben, als dieser Riesenskandal öffentlich geworden ist. (Abg. Scherak: ... dürfen sie aber wegen ... nicht aufklären ...!) Jetzt stellen Sie sich vor, was dieses einschneidende Erlebnis, das im gesellschaftlichen Gedächtnis bleiben wird, mit den jungen Menschen gemacht hat, mit einer ganzen Generation junger Menschen, die vor dem TV gesessen sind und deren Bild von der Politik einfach zerstört worden ist! (Abg. Deimek: Die Jugend setzt sich nicht mehr vors TV ... Netflix!) Deshalb, Herr Kollege Hafenecker, glaube ich nicht, dass Sie in der Position sind, sich hier herauszustellen und sich derart aufzupudeln. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Herr. – Abg. Lausch: Eine freie Rede gibt es schon noch, er darf sagen, was er will!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Deimek: ... jede Kleinigkeit ...!
Als junge Politikerin kann ich Ihnen sagen, es macht mich einfach traurig und wütend, dass Sie von der Freiheitlichen Partei es immer und immer wieder schaffen, die Politik komplett in Verruf zu bringen, weil wir alle hier herinnen dann schlussendlich den Kopf hinhalten müssen. Und ja, es nervt auch, dass Sie immer und immer wieder einen Korruptionstumult veranstalten, wenn Sie in die Regierung kommen, und wir hier alle dann die Aufgabe haben, hinter Ihnen herzuräumen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Deimek: ... jede Kleinigkeit ...!)
Abg. Hafenecker: Die Grünen sind gekommen!
Bemerkenswert finde ich im Übrigen auch, dass bei den Freiheitlichen offenbar nie Schluss ist. Sie sind nie fertig, denn was ist nach Ibiza gekommen? (Abg. Hafenecker: Die Grünen sind gekommen!) Wir alle konnten lernen, dass die FPÖ-Tascherlgreifer nicht einmal Halt vor ihrer eigenen Kassa machen – Stichwort Spesen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Bemerkenswert finde ich im Übrigen auch, dass bei den Freiheitlichen offenbar nie Schluss ist. Sie sind nie fertig, denn was ist nach Ibiza gekommen? (Abg. Hafenecker: Die Grünen sind gekommen!) Wir alle konnten lernen, dass die FPÖ-Tascherlgreifer nicht einmal Halt vor ihrer eigenen Kassa machen – Stichwort Spesen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scherak: Das können wir wegen den Grünen jetzt nicht untersuchen! – Ruf bei den Grünen: Wieso können wir das nicht untersuchen?
Und ja, wie die FPÖ im Ibizavideo angekündigt hat, verstehen Sie Regierungsämter und Staatsbeteiligung offenbar als Selbstbedienungsladen. (Abg. Scherak: Das können wir wegen den Grünen jetzt nicht untersuchen! – Ruf bei den Grünen: Wieso können wir das nicht untersuchen?) Nichts anderes ist es, wenn man völlig unfähige Leute in den Vorstand einer Aktiengesellschaft hievt. Sie sind offenbar der Meinung, Sie haben Anspruch auf leistungsloses Einkommen.
Abg. Deimek: Noch einmal: Die schauen Netflix!
Jetzt komme ich noch einmal auf den Anfang zurück. Was denken Sie, was das mit jungen Menschen macht, wenn sie diese Inkompetenz, gepaart mit schlichter Gier, am Bildschirm sehen? Was? (Abg. Deimek: Noch einmal: Die schauen Netflix!)
Abg. Krainer: Hallo? – Weiterer Zwischenruf bei der SPÖ.
Jetzt richte ich meinen Blick auf Sie, vor allem auf die Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ: Finden Sie, dass Ihre Reaktion vor dieser Kulisse heute angemessen ist? (Abg. Krainer: Hallo? – Weiterer Zwischenruf bei der SPÖ.) – Nein, das ist sie nicht. Ich würde mir wünschen, dass wir hier seriöse Politik machen und zur Seriosität gehört im Übrigen auch, dass alles, was Sie aufgezählt haben, Herr Matznetter, natürlich Untersuchungsgegenstand ist. Das soll hier auch einmal gesagt werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Jetzt richte ich meinen Blick auf Sie, vor allem auf die Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ: Finden Sie, dass Ihre Reaktion vor dieser Kulisse heute angemessen ist? (Abg. Krainer: Hallo? – Weiterer Zwischenruf bei der SPÖ.) – Nein, das ist sie nicht. Ich würde mir wünschen, dass wir hier seriöse Politik machen und zur Seriosität gehört im Übrigen auch, dass alles, was Sie aufgezählt haben, Herr Matznetter, natürlich Untersuchungsgegenstand ist. Das soll hier auch einmal gesagt werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Krainer: ... weiß jetzt ...!
Mir und uns Grünen ist es so wichtig, weil wir der Meinung sind, der Untersuchungsausschuss kann doch bitte nicht zum Wettbewerb verkommen, wer sich am meisten und wie sehr empört oder wo gerade die Aufregung am größten ist. Am Ende müssen Lösungen stehen, wie wir Korruption und Postenschacher von Anfang an unterbinden, obwohl dann vielleicht wieder einmal so eine Partei wie die Freiheitlichen in die Regierung kommt. (Abg. Krainer: ... weiß jetzt ...!) Das ist die gemeinsame Aufgabe des Parlaments, und daran müssen sich alle messen lassen, nicht nur die Regierungsparteien.
Abg. Deimek: Erzählen Sie uns etwas über Chorherr und seinen Korruptions...!
Die blauen Regierungszeiten gehören zu den dunklen Zeiten der Zweiten Republik, und diese Zeiten der inhumanen Politik, der Rechtsaushöhlung und der Korruption sind ja nicht einfach weg, nur weil die FPÖ über ihr eigenes Unvermögen und ihren Geiz gestolpert ist. (Abg. Deimek: Erzählen Sie uns etwas über Chorherr und seinen Korruptions...!) Wenn wir wirklich ein neues Kapitel aufschlagen wollen, dann ist es die gemeinsame Aufgabe, die Korruption aus der Politik zu fegen. (Abg. Leichtfried – eine Tafel mit der Überschrift „Beweisthemen und inhaltliche Gliederung des Untersuchungsgegenstands“ in die Höhe haltend, auf der Text in schwarzer und grüner Schrift zu lesen ist –: Ein Schild sagt mehr als 1 000 Worte! – Abg. Deimek: So was Simples! Gehen Sie zum Leichtfried! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Man darf sich dann aber bitte auch nicht auf Nebenschauplätzen aufhalten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Krainer: Nebenschauplätze!)
Abg. Leichtfried – eine Tafel mit der Überschrift „Beweisthemen und inhaltliche Gliederung des Untersuchungsgegenstands“ in die Höhe haltend, auf der Text in schwarzer und grüner Schrift zu lesen ist –: Ein Schild sagt mehr als 1 000 Worte! – Abg. Deimek: So was Simples! Gehen Sie zum Leichtfried! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.
Die blauen Regierungszeiten gehören zu den dunklen Zeiten der Zweiten Republik, und diese Zeiten der inhumanen Politik, der Rechtsaushöhlung und der Korruption sind ja nicht einfach weg, nur weil die FPÖ über ihr eigenes Unvermögen und ihren Geiz gestolpert ist. (Abg. Deimek: Erzählen Sie uns etwas über Chorherr und seinen Korruptions...!) Wenn wir wirklich ein neues Kapitel aufschlagen wollen, dann ist es die gemeinsame Aufgabe, die Korruption aus der Politik zu fegen. (Abg. Leichtfried – eine Tafel mit der Überschrift „Beweisthemen und inhaltliche Gliederung des Untersuchungsgegenstands“ in die Höhe haltend, auf der Text in schwarzer und grüner Schrift zu lesen ist –: Ein Schild sagt mehr als 1 000 Worte! – Abg. Deimek: So was Simples! Gehen Sie zum Leichtfried! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Man darf sich dann aber bitte auch nicht auf Nebenschauplätzen aufhalten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Krainer: Nebenschauplätze!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Krainer: Nebenschauplätze!
Die blauen Regierungszeiten gehören zu den dunklen Zeiten der Zweiten Republik, und diese Zeiten der inhumanen Politik, der Rechtsaushöhlung und der Korruption sind ja nicht einfach weg, nur weil die FPÖ über ihr eigenes Unvermögen und ihren Geiz gestolpert ist. (Abg. Deimek: Erzählen Sie uns etwas über Chorherr und seinen Korruptions...!) Wenn wir wirklich ein neues Kapitel aufschlagen wollen, dann ist es die gemeinsame Aufgabe, die Korruption aus der Politik zu fegen. (Abg. Leichtfried – eine Tafel mit der Überschrift „Beweisthemen und inhaltliche Gliederung des Untersuchungsgegenstands“ in die Höhe haltend, auf der Text in schwarzer und grüner Schrift zu lesen ist –: Ein Schild sagt mehr als 1 000 Worte! – Abg. Deimek: So was Simples! Gehen Sie zum Leichtfried! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Man darf sich dann aber bitte auch nicht auf Nebenschauplätzen aufhalten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Krainer: Nebenschauplätze!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Deimek.
zu sich genommen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Deimek.) – Ja, und ich empfinde es auch als unfair, denn was habe ich damit zu tun? Trotzdem ist es eine Aufgabe aller demokratischen Parteien dieses Hauses, wirklich alles zu unternehmen, dass die Integrität wiederhergestellt wird. (Abg. Krainer: Durch Zudecken und Wegschauen – eine super Idee! – Zwischenruf des Abg. Scherak.)
Abg. Krainer: Durch Zudecken und Wegschauen – eine super Idee! – Zwischenruf des Abg. Scherak.
zu sich genommen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Deimek.) – Ja, und ich empfinde es auch als unfair, denn was habe ich damit zu tun? Trotzdem ist es eine Aufgabe aller demokratischen Parteien dieses Hauses, wirklich alles zu unternehmen, dass die Integrität wiederhergestellt wird. (Abg. Krainer: Durch Zudecken und Wegschauen – eine super Idee! – Zwischenruf des Abg. Scherak.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Krainer: Zudecken und Wegschauen: Was ist das für ein Ansatz?
Ich wünsche mir, dass trotz des ganzen Unmuts, der heute über die Entscheidung des Geschäftsordnungsausschusses entstanden ist, am Ende der Ausschuss genau daran arbeitet, dass wir diese Integrität wiederbekommen, und dass das auch wieder bei den Österreicherinnen und Österreichern ankommt. Wir Grüne, das kann ich Ihnen versprechen, tun jedenfalls alles dafür. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Krainer: Zudecken und Wegschauen: Was ist das für ein Ansatz?)
Abg. Fürlinger: Mir ist das ziemlich wurscht, was „Der Standard“ schreibt!
Ich habe, ich gebe es zu, zwischendurch – ich habe meistens aufgepasst – ein bisschen auf mein Handy geschaut, und dann habe ich eine Livereportage von einem Postamt gelesen: Kogler und Maurer – „Grüne geben sich selbst auf“ – mit einem Packerl. Das habe ich irgendwie lustig gefunden und mir gedacht: Wirklich? Scheiße – Entschuldigung! –, was ist denn da passiert? – Es war „Die Tagespresse“! Gut, das ist schon einmal schlimm genug. Wissen Sie aber, was noch schlimmer ist? Das kann ich Ihnen auch sagen: Noch schlimmer ist Mitleid, und das habe ich im „Standard“ gelesen: Die ÖVP überfordert die Grünen. – Bitte, liebe ÖVP, lasst doch die Grünen auch überleben! – Wenn das „Der Standard“ schreibt – das ist schon Mitleid gegenüber den Grünen –, dann schaut es, glaube ich, wirklich nicht so gut aus. (Abg. Fürlinger: Mir ist das ziemlich wurscht, was „Der Standard“ schreibt!)
Abg. Maurer: Das soll eine autoritäre Regierung sein? Ist das euer Ernst?
Weil ich ja, wie Sie wissen, nicht nur gerne Bücher lese, sondern auch aus Büchern vorlese, habe ich versprochen, es kommt heute noch einmal: „Über Tyrannei: Zwanzig Lektionen für den Widerstand“. Das ist für Sie (in Richtung ÖVP) auch nicht schlecht, hören Sie zu! Kapitel 1: „Leiste keinen vorauseilenden Gehorsam.“ Ich lese nur ganz kurz vor: „Einen Großteil seiner Macht erhält der Autoritarismus aus freien Stücken. In Zeiten wie diesen denken Individuen im Voraus darüber nach, was eine repressivere Regierung möglicherweise will,“ (Abg. Maurer: Das soll eine autoritäre Regierung sein? Ist das euer Ernst?) – zuhören! – „und dienen sich ihr anschließend an, ohne gefragt worden zu sein.“ Eine grüne Partei, die „sich auf diese Weise anpasst, lehrt die“ türkise „Macht, wie weit sie gehen kann.“
Heiterkeit bei SPÖ und Grünen
Ich gebe zu, den letzten Satz habe ich verfälscht (Heiterkeit bei SPÖ und Grünen), also: „Ein Bürger, der sich auf diese Weise anpasst, lehrt die Macht, wie weit sie gehen kann.“ Wenn die Bürger sich schon dauernd verneigen, dann weiß die Macht: Ich kann sie noch weiter hinunterdrücken!, und da müsst ihr wirklich ganz massiv aufpassen. (Abg. Maurer: Da hätten Sie bei den Verhandlungen dabei sein sollen!)
Abg. Maurer: Da hätten Sie bei den Verhandlungen dabei sein sollen!
Ich gebe zu, den letzten Satz habe ich verfälscht (Heiterkeit bei SPÖ und Grünen), also: „Ein Bürger, der sich auf diese Weise anpasst, lehrt die Macht, wie weit sie gehen kann.“ Wenn die Bürger sich schon dauernd verneigen, dann weiß die Macht: Ich kann sie noch weiter hinunterdrücken!, und da müsst ihr wirklich ganz massiv aufpassen. (Abg. Maurer: Da hätten Sie bei den Verhandlungen dabei sein sollen!)
Abg. Maurer: Das kann ja untersucht werden!
geht letztlich aber auch darum (Abg. Maurer: Das kann ja untersucht werden!) – zuhören! –, dass möglicherweise Gesetze gekauft wurden, und das können wir nur im Zusammenhang klären. (Zwischenrufe der Abgeordneten Gerstl, Sieber und Taschner.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Gerstl, Sieber und Taschner.
geht letztlich aber auch darum (Abg. Maurer: Das kann ja untersucht werden!) – zuhören! –, dass möglicherweise Gesetze gekauft wurden, und das können wir nur im Zusammenhang klären. (Zwischenrufe der Abgeordneten Gerstl, Sieber und Taschner.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das soll nicht paternalistisch klingen, Frau Kollegin Maurer, aber manchmal reicht es nicht, eine Handbewegung zu machen, manchmal muss man den Kopf bewegen und muss Nein sagen. – Danke schön. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Brandstätter: Das können wir üben, das ist nicht so tragisch!
Abgeordneter Mag. Klaus Fürlinger (ÖVP): Ich fürchte, Herr Kollege Brandstätter, ich werde bei Ihrem satirischen Talent nicht mithalten können. (Abg. Brandstätter: Das können wir üben, das ist nicht so tragisch!) – Ja, aber ich hoffe, dass wir das außerhalb des Parlaments üben. Dort hätte die Satire Platz. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Klaus Fürlinger (ÖVP): Ich fürchte, Herr Kollege Brandstätter, ich werde bei Ihrem satirischen Talent nicht mithalten können. (Abg. Brandstätter: Das können wir üben, das ist nicht so tragisch!) – Ja, aber ich hoffe, dass wir das außerhalb des Parlaments üben. Dort hätte die Satire Platz. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Leichtfried: Ja, ganz sicher!
Wir hier, meine Damen und Herren, reden darüber, dass es einen Untersuchungsausschuss gibt, der heute aufgrund von Vorschriften eingesetzt worden ist, die wir 2014 in diesem Haus beschlossen haben, mit denen wir die Einsetzung zu einem unbestreitbaren Minderheitsrecht gemacht haben, dem wir selbstverständlich hier und heute Folge leisten. (Abg. Leichtfried: Ja, ganz sicher!) – Ja, ganz sicher, Herr Kollege Leichtfried! – Wir haben aber auch Bedingungen daran geknüpft, nämlich jene, dass wir sagen: Wenn die Minderheit einen Akt der Vollziehung untersuchen will, dann muss sie ganz genau sagen, was wann wo passiert ist.
Abg. Brandstätter: Es ist auch viel passiert!
Als ich diesen Antrag von Ihnen zum ersten Mal gelesen habe, war mir schon klar, dass aus parteipolitischer Gedrängtheit und Antiagitation heraus da alles hineingeworfen worden ist, was in den 18 Monaten Türkis-Blau passiert ist. Aber das ist halt - - (Abg. Brandstätter: Es ist auch viel passiert!) – Nein, das behaupten Sie, Herr Kollege. Treten Sie erst einmal den Beweis an! Den können Sie dann im Untersuchungsausschuss erbringen. (Abg. Brandstätter: Da habe ich ein Buch darüber geschrieben!) Wenn Sie das Sitzfleisch dort haben, können Sie das dort üben. So viel wird nicht passiert sein, wie da schlichtweg unterstellt worden ist. Die Beschreibung in diesem Antrag, das muss man sagen, war einfach ungenügend. Das ist schon bei der ersten Lesung ins Auge gesprungen.
Abg. Brandstätter: Da habe ich ein Buch darüber geschrieben!
Als ich diesen Antrag von Ihnen zum ersten Mal gelesen habe, war mir schon klar, dass aus parteipolitischer Gedrängtheit und Antiagitation heraus da alles hineingeworfen worden ist, was in den 18 Monaten Türkis-Blau passiert ist. Aber das ist halt - - (Abg. Brandstätter: Es ist auch viel passiert!) – Nein, das behaupten Sie, Herr Kollege. Treten Sie erst einmal den Beweis an! Den können Sie dann im Untersuchungsausschuss erbringen. (Abg. Brandstätter: Da habe ich ein Buch darüber geschrieben!) Wenn Sie das Sitzfleisch dort haben, können Sie das dort üben. So viel wird nicht passiert sein, wie da schlichtweg unterstellt worden ist. Die Beschreibung in diesem Antrag, das muss man sagen, war einfach ungenügend. Das ist schon bei der ersten Lesung ins Auge gesprungen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brandstätter: Das Wort „Quatschbude“ sollten Sie nicht verwenden!
Es gibt überhaupt kein Problem, nichts Inkriminierendes daran, wenn sich danach die Mehrheitsfraktionen in diesem Haus an das Gesetz halten und diesen Antrag in seiner Formulierung dorthin bringen, wo er tatsächlich hingehört. Wir haben nichts zu verstecken, weder Grün noch Türkis. Wir haben nichts, was wir nicht aufklären wollen. Wir wollen aber wenn, dann sinnvolle Aufklärungsarbeit leisten und nicht eineinhalb Jahre Quatschbude machen, wo alles irgendwie in Zweifel gezogen wird, was die türkis-blaue Regierung gemacht hat, denn alles war bei Gott nicht schlecht, meine Damen und Herren, auch wenn das den Sozialdemokraten in dieser Ausprägung wohl nicht gefällt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brandstätter: Das Wort „Quatschbude“ sollten Sie nicht verwenden!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
staatsanwaltschaftlicher Untersuchungen. Wir hier werden nie eine Staatsanwaltschaft oder ein ordentliches Gericht ersetzen können. Das kann kein Untersuchungsausschuss leisten und das soll er im Sinne der Gewaltentrennung auch nicht. Ihre Minderschätzung der staatsanwaltschaftlichen Tätigkeit gibt mir doch zu denken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Präsident Sobotka übernimmt den Vorsitz.
Man kann überhaupt über die Sinnhaftigkeit der parallelen Einsetzung, meine Damen und Herren, durchaus philosophieren, denn wir werden viele Auskunftspersonen in diesem Untersuchungsausschuss haben, mit dem wir heute Abend noch beginnen werden, die uns höflich, aber bestimmt mitteilen werden: Leider werden wir euch nichts sagen, weil wir in einem gerichtlichen Verfahren verfangen sind. – Wir werden uns oftmals gerne zusammen auf einen Kaffee hinsetzen und zuschauen, wie einer nach dem anderen nicht kommt oder kommt und nichts sagt. (Präsident Sobotka übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Meine Herren Matznetter und Krainer, die da heute von schwarzen Tagen und sonderbarem Verhalten gesprochen haben: Wenn es sonderbar ist, dass man sich an das Gesetz hält, dann habe ich und haben wir ein anderes Verständnis, denn wir machen hier die Gesetze und müssen uns selbstverständlich auch daran halten, wenn es einmal ernst wird. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Wir, meine Damen und Herren, die Grünen und die Österreichische Volkspartei, achten die Minderheitsrechte dieses Hauses. Deshalb konstituieren wir heute diesen Untersuchungsausschuss. Wir machen das zusammen, wir leisten auch Aufklärungsarbeit. Es läuft alles ganz normal nach dem Gesetz ab. Dass das dem einen oder anderen nicht passt, macht mich nachdenklich hinsichtlich der Arbeit in diesem Haus. Wir werden gemeinsam unseren Teil zu dieser Arbeit im Untersuchungsausschuss leisten. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.
Abgeordnete Katharina Kucharowits (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Kontrolle ist eine unserer grundsätzlichsten und wesentlichsten Aufgaben als ParlamentarierInnen, als VolksvertreterInnen. Mit dem Rasenmäher über das stärkste Instrument der Kontrolle, nämlich den Untersuchungsausschuss, drüberzufahren, Passagen ganz einfach zu streichen, widerspricht ganz klar unserem Auftrag der Kontrolle. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Abg. Maurer: Dass wir uns an die Gesetze halten?
Es ist politische Willkür und es ist eigentlich an Unfassbarkeit nicht zu übertreffen. Ich frage Sie ganz ehrlich, geschätzte Kolleginnen und Kollegen: Wie geht es euch damit? (Abg. Maurer: Dass wir uns an die Gesetze halten?) Wie geht es euch damit, da mitzuspielen, mit diversen Argumenten zu kommen, die eine politische Willkür untermauern? Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht mehr und ich verstehe eure Argumentation nicht mehr. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Maurer. – Abg. Steinacker: Jetzt haben wir es eh schon dreimal erklärt!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Maurer. – Abg. Steinacker: Jetzt haben wir es eh schon dreimal erklärt!
Es ist politische Willkür und es ist eigentlich an Unfassbarkeit nicht zu übertreffen. Ich frage Sie ganz ehrlich, geschätzte Kolleginnen und Kollegen: Wie geht es euch damit? (Abg. Maurer: Dass wir uns an die Gesetze halten?) Wie geht es euch damit, da mitzuspielen, mit diversen Argumenten zu kommen, die eine politische Willkür untermauern? Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht mehr und ich verstehe eure Argumentation nicht mehr. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Maurer. – Abg. Steinacker: Jetzt haben wir es eh schon dreimal erklärt!)
Abg. Maurer: Ja, und jetzt gibt es ein neues Gesetz und an das halten wir uns!
uns zu Recht als Fraktion der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten immer wieder gefragt haben: Wann gebt ihr endlich das Go für die Zustimmung zu diesem Minderheitsrecht? (Abg. Maurer: Ja, und jetzt gibt es ein neues Gesetz und an das halten wir uns!) Es war ein langer Diskurs. Wir waren damals auch in der Koalition mit der ÖVP – zugegeben, die ÖVP war damals schon nicht Feuer und Flamme dafür. (Abg. Maurer: Die SPÖ auch nicht!) Nach langen Diskussionen gab es dann aber eine Entscheidung und einen Beschluss: Im Jahr 2014 ist dieses Minderheitsrecht als stärkstes parlamentarisches Kontrollinstrument implementiert worden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Abg. Maurer: Die SPÖ auch nicht!
uns zu Recht als Fraktion der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten immer wieder gefragt haben: Wann gebt ihr endlich das Go für die Zustimmung zu diesem Minderheitsrecht? (Abg. Maurer: Ja, und jetzt gibt es ein neues Gesetz und an das halten wir uns!) Es war ein langer Diskurs. Wir waren damals auch in der Koalition mit der ÖVP – zugegeben, die ÖVP war damals schon nicht Feuer und Flamme dafür. (Abg. Maurer: Die SPÖ auch nicht!) Nach langen Diskussionen gab es dann aber eine Entscheidung und einen Beschluss: Im Jahr 2014 ist dieses Minderheitsrecht als stärkstes parlamentarisches Kontrollinstrument implementiert worden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.
uns zu Recht als Fraktion der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten immer wieder gefragt haben: Wann gebt ihr endlich das Go für die Zustimmung zu diesem Minderheitsrecht? (Abg. Maurer: Ja, und jetzt gibt es ein neues Gesetz und an das halten wir uns!) Es war ein langer Diskurs. Wir waren damals auch in der Koalition mit der ÖVP – zugegeben, die ÖVP war damals schon nicht Feuer und Flamme dafür. (Abg. Maurer: Die SPÖ auch nicht!) Nach langen Diskussionen gab es dann aber eine Entscheidung und einen Beschluss: Im Jahr 2014 ist dieses Minderheitsrecht als stärkstes parlamentarisches Kontrollinstrument implementiert worden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Abg. Maurer: Wir setzen ihn heute ein und fangen jetzt zum Arbeiten an!
Man hat an den Ergebnissen der Untersuchungen gesehen, wie wichtig und richtig es war: Stichwort Hypo, Stichwort Eurofighter, Stichwort BVT. Kein einziger Untersuchungsausschuss davor ist so mit Füßen getreten worden, wie ihr das jetzt macht, geschätzte Kolleginnen und Kollegen der ÖVP und der Grünen! (Abg. Maurer: Wir setzen ihn heute ein und fangen jetzt zum Arbeiten an!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS
Ich weiß nicht, wie es Ihnen ergangen ist, aber, Kollegin Maurer, liebe Sigi, vielleicht ist es dir auch aufgefallen: Ihr seid in der Argumentation drinnen und ihr seid in einer sehr unwürdigen Argumentation drinnen. Die ÖVP macht das sehr zurückhaltend. Kollege Gerstl war heute zweimal am Wort, zuvor Kollege Fürlinger – sehr, sehr zurückhaltend. Ihr habt diese unwürdige Arbeit zu leisten, und ich frage mich wirklich, warum ihr euch dafür hergebt (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS), nämlich zum einen für den Angriff aufs Parlament und zum anderen für die Beschneidung dieser wesentlichen Inhalte.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.
Geschätzte Kollegen und Kolleginnen, es geht um nicht weniger als um Ibiza: Stichwort Wasserprivatisierung, Stichwort Verkauf von Tageszeitungen, Stichwort „Novomatic zahlt alle“ und damit in Verbindung stehende Gesetzeskäufe, die im Raum stehen. Genau das fällt aber jetzt nach eurem Beschluss heraus. Dieses Video, das für die Sprengung der türkis-blauen Regierung verantwortlich ist, dieses Video, das für einen der größten politischen Skandale in der Zweiten Republik verantwortlich ist, genau das streicht ihr. Ein Ibiza-Untersuchungsausschuss ohne Ibiza, gratuliere euch! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.
Wir werden dieses Zudecken nicht zulassen, wir gehen den Weg zum Verfassungsgerichtshof. Es braucht dieses politische Aufklären ganz einfach, es braucht Licht im Dunkeln. Eigentlich seid auch ihr, geschätzte Kolleginnen und Kollegen der Grünen, immer für das eingestanden. Plötzlich lasst ihr politische Willkür walten. Es scheint, dass plötzlich der Standort euren Standpunkt bestimmt. – Sehr traurig! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Abg. Leichtfried: Hallo?
Abgeordneter David Stögmüller (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Mit dem Ibizaskandal ist die größte innenpolitische Bombe der Zweiten Republik geplatzt. Österreich hat sein Ansehen nicht nur europaweit, sondern auf der ganzen Welt verloren. Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Politik wurde erschüttert. Genau dieses Vertrauen müssen wir durch Aufklärung wiederherstellen (Abg. Leichtfried: Hallo?), denn das sind wir als Volksvertreterinnen und Volksvertreter ihnen auch schuldig.
Abg. Leichtfried: Das war nicht geschrien!
Da können Sie ruhig schreien, Herr Kollege Leichtfried (Abg. Leichtfried: Das war nicht geschrien!), da können Sie ruhig schreien und uns tausendmal vorwerfen, wir würden hier mauern oder sonst etwas machen. Wir müssen gemeinsam diesen Skan-
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
dal aufdecken. Da hilft es uns nichts, wenn wir uns jetzt hier gegenseitig Vorwürfe machen. Was wir gebraucht hätten, wäre ein ordentlicher Antrag gewesen. Das hätte Sinn gemacht, dann wären wir in diesem Punkt schon längst durch. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Matznetter: Sie können nichts sagen!
Wir wollen alle Nachwirkungen genauestens behandeln. Es ist wichtig, diese systematisch aufzuarbeiten, da hilft sonst nichts, und genau dazu soll dieser Untersuchungsausschuss den nötigen Raum bieten. Die Casinos-Affäre ist nur die Spitze des Eisberges an möglicher Korruptionsanbahnung und möglichem Fehlregieren vonseiten der FPÖ, und das werden wir genauso aufklären wie die Rolle möglicher Netzwerke und die Rolle der ÖVP in der gesamten Sache. (Abg. Matznetter: Sie können nichts sagen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Deimek: Wie macht ihr das mit dem Chorherr?
Korruption und Postenbesetzung mit dem Verdacht auf Gegengeschäfte haben in der Politik nichts verloren und müssen mit allen Mitteln verhindert und bekämpft werden. Dafür stehe ich ein, dafür stehen wir Grüne ein, und ja – das wurde heute schon erwähnt –, das ist in unserer grünen DNA verankert. – Punkt, fertig, aus. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Deimek: Wie macht ihr das mit dem Chorherr?)
Abg. Leichtfried: Wieso grinst jetzt der Herr Lopatka so? – Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Hoyos-Trauttmansdorff. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Sie können es noch so anders hinstellen, wie Sie wollen, wir werden uns mit allen Mitteln dafür einsetzen, diese Korruption, diese Machenschaften aufzudecken. Ich kann Ihnen garantieren, dass wir zur Aufklärung dieses Skandals in diesem Untersuchungsausschuss mit allen Mitteln beitragen werden. (Abg. Leichtfried: Wieso grinst jetzt der Herr Lopatka so? – Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Hoyos-Trauttmansdorff. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Rauch – auf dem Weg zum Rednerpult, wo er einen Hunderteuroschein ablegt –: Für Ihre Strafe!
Ein erstes wichtiges Zeichen in Richtung Aufklärung hat das Oberlandesgericht Wien gesetzt. Das OLG Wien hat die Einsprüche von Strache und Gudenus abgewiesen und die Hausdurchsuchungen, die Rufdatenerfassung und die Beschlagnahmung der Handys als rechtlich zulässig erklärt. Das Oberlandesgericht hat den ersten wichtigen Schritt gesetzt, nun sind wir dran. In der Casinos-Causa rund um die Aufsichtsratsbesetzungen werden noch große Brocken und Fragen auf uns zukommen, die alle genau untersucht werden müssen. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt. (Abg. Rauch – auf dem Weg zum Rednerpult, wo er einen Hunderteuroschein ablegt –: Für Ihre Strafe!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter David Stögmüller (fortsetzend): Danke, aber das ist Korruption, das passt zu Ihrer Partei. Vielleicht lernen Sie das Ganze noch einmal. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Schallmeiner: ... Seenotrettung!
Liebe FPÖ, die 100 Euro spenden wir für einen sozialen Zweck. (Abg. Schallmeiner: ... Seenotrettung!) – Für die Seenotrettung, vielen Dank Ralph, für die Seenotrettung! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rauch: Nein, nein, für die Strafe! – Abg. Kickl: Zahl deine Strafe!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rauch: Nein, nein, für die Strafe! – Abg. Kickl: Zahl deine Strafe!
Liebe FPÖ, die 100 Euro spenden wir für einen sozialen Zweck. (Abg. Schallmeiner: ... Seenotrettung!) – Für die Seenotrettung, vielen Dank Ralph, für die Seenotrettung! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rauch: Nein, nein, für die Strafe! – Abg. Kickl: Zahl deine Strafe!)
Zwischenruf des Abg. Kucher.
Ich kann Ihnen auch garantieren, dass wir das größte Transparenz-, Kontroll- und Korruptionsbekämpfungspaket der Zweiten Republik auf die Reise bringen werden, nämlich gemeinsam mit der ÖVP. Da müssen Sie, liebe SPÖ, beweisen, ob Sie betreffend die Rechnungshofprüfkompetenz ab 25 Prozent Staatsanteil Ihre Meinung ändern werden oder ob Sie zudecken werden. (Zwischenruf des Abg. Kucher.) Da sind wir auch gespannt, was Sie tun werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich kann Ihnen auch garantieren, dass wir das größte Transparenz-, Kontroll- und Korruptionsbekämpfungspaket der Zweiten Republik auf die Reise bringen werden, nämlich gemeinsam mit der ÖVP. Da müssen Sie, liebe SPÖ, beweisen, ob Sie betreffend die Rechnungshofprüfkompetenz ab 25 Prozent Staatsanteil Ihre Meinung ändern werden oder ob Sie zudecken werden. (Zwischenruf des Abg. Kucher.) Da sind wir auch gespannt, was Sie tun werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Wie gesagt, wir sind gespannt. – Vielen Dank und danke nochmal für die 100 Euro! (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und NEOS.
Abgeordnete Nurten Yılmaz (SPÖ): Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben jetzt einen Ibiza-Untersuchungsausschuss ohne Ibiza. Das ist so, wie wenn Sie einen Ibizaurlaub buchen und im Cafe Ibiza in der Eckertstraße in Graz landen. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und NEOS.) – Das Cafe Ibiza gibt es wirklich.
Abg. Kassegger: An die ÖVP! Klar sagen!
Werte Kolleginnen und Kollegen, im Video kommt der Name Glock vor. Frau Glock sitzt mittlerweile im Aufsichtsrat der Austro Control. Es kommt der Name Horten vor. Frau Horten überweist monatlich 49 000 Euro an die ÖVP. Das alles kommt im FPÖ-Video vor. (Abg. Kassegger: An die ÖVP! Klar sagen!) – Frau Horten überweist das nicht an die FPÖ, sondern an die ÖVP, genau. Dazu kommen noch die Personalbesetzungen in der Nationalbank. All das dürfen wir nicht prüfen.
Abg. Stögmüller: Wir wollten ja gerne! – Abg. Maurer: Wir wollten einen Termin am Freitag ...! – Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Frau Kollegin Tomaselli, Sie haben recht mit dem, was Sie über die FPÖ gesagt haben. Warum verhindern Sie, dass dieses Video und all das im Video Gesagte geprüft wird? Wieso? Herr Kollege Stögmüller, wieso haben nicht Sie einen Antrag zur Einsetzung eines Untersuchungsausschusses eingebracht? (Abg. Stögmüller: Wir wollten ja gerne! – Abg. Maurer: Wir wollten einen Termin am Freitag ...! – Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Abg. Stögmüller: Wir wollten ja eh!
Ihr habt es in eurer DNA, habt ihr gerade gesagt, und ich glaube es euch auch. Ich werde das nicht untersuchen, ihr werdet eure DNA kennen. Wieso habt nicht ihr den Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses eingebracht, sondern wir? (Abg. Stögmüller: Wir wollten ja eh!) Wir haben ja etwas Falsches geschrieben. Ihr hättet es ja besser gemacht. Geh bitte, erzählt das eurem Friseur! (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und NEOS.
Ihr habt es in eurer DNA, habt ihr gerade gesagt, und ich glaube es euch auch. Ich werde das nicht untersuchen, ihr werdet eure DNA kennen. Wieso habt nicht ihr den Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses eingebracht, sondern wir? (Abg. Stögmüller: Wir wollten ja eh!) Wir haben ja etwas Falsches geschrieben. Ihr hättet es ja besser gemacht. Geh bitte, erzählt das eurem Friseur! (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Abg. Maurer: Novomatic, Casinos!
Frau Kollegin Tomaselli stellt sich hierher und sagt, das Ibizavideo sei ein prägendes politisches Ereignis gewesen. Wir alle haben H.-C. Strache gesehen, er verspricht Aufträge gegen Spenden, er verspricht lauter unterschiedliche Dinge, er diskutiert – nicht nur im Ibizavideo, sonst auch – über politische Deals, die er per SMS verschickt hat und so weiter und so fort. (Abg. Maurer: Novomatic, Casinos!) Sie wollen das alles aufklären, weil das so wichtig ist, sie wollen, wie von Kollegin Tomaselli gesagt, die Korruption in der FPÖ, dieser korrupten Partei, ans Tageslicht bringen.
Abg. Tomaselli: Ihr wollt die strafrechtlichen Ermittlungen überprüfen?!
Da bin ich gespannt, wie man das, was im Ibizavideo diskutiert wurde, untersuchen kann, wenn Sie das rausstreichen. Sie streichen auch alles im Zusammenhang mit den Ermittlungen zur Ibizaaffäre raus. Also Ibiza zu untersuchen, wenn man nicht einmal die strafrechtlichen Ermittlungen davor untersuchen kann, wird auch spannend. (Abg. Tomaselli: Ihr wollt die strafrechtlichen Ermittlungen überprüfen?!)
Abg. Tomaselli: Der Untersuchungsgegenstand ist das Wesentliche!
Ich habe mir gedacht, Ihnen liegt es am Herzen, Korruption aufzuklären. In meinem Verständnis ist es Korruption, wenn man sich Gesetze kauft. (Abg. Tomaselli: Der Untersuchungsgegenstand ist das Wesentliche!) Sind wir uns da einig? Also ich verstehe unter Korruption, wenn ich zu jemandem hingehe und sage: Ich gebe dir Geld dafür, dass du ein Gesetz für mich beschließt!
Abg. Tomaselli – auf das Schriftstück in den Händen des Redners weisend –: Zeig doch mal die richtige Seite! Zeig die richtige Seite!
All das wollten wir aufklären. (Abg. Tomaselli – auf das Schriftstück in den Händen des Redners weisend –: Zeig doch mal die richtige Seite! Zeig die richtige Seite!) Die Grünen wollten das offensichtlich auch. Ich glaube also, mittlerweile habe ich es verstanden: Ihr habt ein Kommunikationsproblem im Klub, weil ihr alle miteinander nicht wisst, was Frau Kollegin Maurer sich die ganze Zeit von der ÖVP aufs Auge drücken lässt. Was Sie in dem Zusammenhang machen, ist die Selbstaufgabe der Grünen. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Beifall bei NEOS und SPÖ.
All das wollten wir aufklären. (Abg. Tomaselli – auf das Schriftstück in den Händen des Redners weisend –: Zeig doch mal die richtige Seite! Zeig die richtige Seite!) Die Grünen wollten das offensichtlich auch. Ich glaube also, mittlerweile habe ich es verstanden: Ihr habt ein Kommunikationsproblem im Klub, weil ihr alle miteinander nicht wisst, was Frau Kollegin Maurer sich die ganze Zeit von der ÖVP aufs Auge drücken lässt. Was Sie in dem Zusammenhang machen, ist die Selbstaufgabe der Grünen. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Beifall bei NEOS und SPÖ sowie des Abg. Martin Graf.
Man hört von euch Grünen, dass in eurer DNA Aufklärung steckt: Ihr solltet euch für das, was ihr heute im Geschäftsordnungsausschuss gemacht habt, sowas von schämen! (Beifall bei NEOS und SPÖ sowie des Abg. Martin Graf.)
Abg. Lausch: Ja, ja, genau!
Abgeordneter Michel Reimon, MBA (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Jetzt habe ich mich auch noch für 1 Minute zu Wort gemeldet: 150 Euro, das ist meine Strafe im Zusammenhang mit der Besetzung des Ölhafens Lobau. – Bitte, wenn ihr das noch sammeln würdet, ich nehme das gerne mit! (Abg. Lausch: Ja, ja, genau!) – Genau, um Schmähführerei geht’s da.
Zwischenruf des Abg. Hafenecker.
Beim Zuhören frage ich mich jetzt schön langsam wirklich: Ist euch diese ganze Show nicht ein bisschen zu aufgesetzt? (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Man kann beim Untersuchungsausschuss nichts streichen. Wir haben euch im Dezember gesagt: Ein Kraut-und-Rüben-Ausschuss geht sich laut Geschäftsordnung nicht aus. Macht einen Krautausschuss und macht danach einen Rübenausschuss – keiner kann euch das verbieten! (Abg. Heinisch-Hosek: ... eine Show!)
Abg. Heinisch-Hosek: ... eine Show!
Beim Zuhören frage ich mich jetzt schön langsam wirklich: Ist euch diese ganze Show nicht ein bisschen zu aufgesetzt? (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Man kann beim Untersuchungsausschuss nichts streichen. Wir haben euch im Dezember gesagt: Ein Kraut-und-Rüben-Ausschuss geht sich laut Geschäftsordnung nicht aus. Macht einen Krautausschuss und macht danach einen Rübenausschuss – keiner kann euch das verbieten! (Abg. Heinisch-Hosek: ... eine Show!)
Beifall bei den Grünen und bei der ÖVP.
Ihr könnt alles untersuchen, das ist richtig, und das gehört so, genau gar nichts kann rausgestrichen werden. Macht halt zwei Untersuchungsausschüsse statt einem, und es ist geschäftsordnungsgemäß! Die ganze Geschichte ist doch lächerlich! (Beifall bei den Grünen und bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Abgeordneter Walter Rauch (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ja, Herr Kollege Reimon, Sie haben es auf den Punkt gebracht! (Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Abg. Stögmüller: Wie soll das gehen, wenn Immunität ...!
Herr Kollege Stögmüller, es ist ein Grundprinzip dieser Demokratie und dieses Staates, dass Verwaltungsstrafen zu zahlen sind. Das gilt natürlich auch für Abgeordnete dieses Hauses. Es war eigentlich eine positive Geste von meiner beziehungsweise unserer Seite. (Abg. Stögmüller: Wie soll das gehen, wenn Immunität ...!) Wir haben gesagt, wir wollen diese Koalition kitten, damit nicht noch ein Abgeordneter ausfällt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Stögmüller: ... Immunität! – Zwischenruf des Abg. Martin Graf.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Stögmüller: ... Immunität! – Zwischenruf des Abg. Martin Graf.
Herr Kollege Stögmüller, es ist ein Grundprinzip dieser Demokratie und dieses Staates, dass Verwaltungsstrafen zu zahlen sind. Das gilt natürlich auch für Abgeordnete dieses Hauses. Es war eigentlich eine positive Geste von meiner beziehungsweise unserer Seite. (Abg. Stögmüller: Wie soll das gehen, wenn Immunität ...!) Wir haben gesagt, wir wollen diese Koalition kitten, damit nicht noch ein Abgeordneter ausfällt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Stögmüller: ... Immunität! – Zwischenruf des Abg. Martin Graf.)
Abg. Heinisch-Hosek: Nein!
Wünscht die Antragstellerin das Wort? (Abg. Heinisch-Hosek: Nein!) – Dann gehen wir gleich in die Debatte ein.
Abg. Michael Hammer: 1 Minute! – Abg. Sieber – auf dem Weg zum Rednerpult –: 1 Minute?!
Das Wort steht bei Herrn Abgeordneten Sieber. – Bitte. (Abg. Michael Hammer: 1 Minute! – Abg. Sieber – auf dem Weg zum Rednerpult –: 1 Minute?!)
Abg. Heinisch-Hosek: Wann?
Die gute Nachricht ist, wir sind uns eigentlich alle einig, dass wir eine Lösung haben wollen. (Abg. Heinisch-Hosek: Wann?) Die Kommissionen dazu haben damals, 2008 getagt. Es war damals ein Ergebnis der Kommission vorhanden, man hat das dann aber nicht umgesetzt. Es war in der vergangenen Legislaturperiode wiederum so, dass diese Kommissionen gearbeitet haben. Die interministeriellen Arbeitsgruppen haben versucht, einen Lösungsvorschlag zu erarbeiten; da ist uns dann die Zeit etwas zu knapp geworden. (Abg. Heinisch-Hosek: 2020!) In diesem Regierungsprogramm haben wir uns vollkommen klar dazu committet, mit vielen Beispielen, wie wir dieses Thema umsetzen wollen.
Abg. Heinisch-Hosek: 2020!
Die gute Nachricht ist, wir sind uns eigentlich alle einig, dass wir eine Lösung haben wollen. (Abg. Heinisch-Hosek: Wann?) Die Kommissionen dazu haben damals, 2008 getagt. Es war damals ein Ergebnis der Kommission vorhanden, man hat das dann aber nicht umgesetzt. Es war in der vergangenen Legislaturperiode wiederum so, dass diese Kommissionen gearbeitet haben. Die interministeriellen Arbeitsgruppen haben versucht, einen Lösungsvorschlag zu erarbeiten; da ist uns dann die Zeit etwas zu knapp geworden. (Abg. Heinisch-Hosek: 2020!) In diesem Regierungsprogramm haben wir uns vollkommen klar dazu committet, mit vielen Beispielen, wie wir dieses Thema umsetzen wollen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Ihr Vorschlag ehrt Sie. Wir werden diesen Antrag im Familienausschuss intensiv diskutieren und werden auch ganz sicher zu einer gemeinsamen Lösung kommen, denn klar ist: So, wie es momentan ausschaut, kann es in Zukunft nicht weitergehen. Wir müssen im Sinne der Betroffenen eine bessere Lösung finden. Wir sind guten Willens und laden Sie gerne ein, an dieser Lösung auch mitzuarbeiten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Sieber: Hier wird eine Studie gemacht! Steht im Regierungsprogramm!
Sie können sich sicher noch daran erinnern, als im Nationalratswahlkampf 2017 bei der Elefantenrunde von Puls 4 alle Parteien das Ja-Taferl hochgehalten haben, als es um die Frage der Unterstützung von Alleinerziehenden und von armutsgefährdeten Kindern ging. Wenn wir es mit der Armutsgefährdung ernst meinen, dann müssen wir uns auch die Berechnung der Kinderkosten ansehen; da ist eine Aktualisierung dringend notwendig, wenn man bedenkt, dass diese Werte auf das Jahr 1964 zurückgehen. (Abg. Sieber: Hier wird eine Studie gemacht! Steht im Regierungsprogramm!)
Abg. Michael Hammer: Ist das zu teuer, oder wie?
Zum Vergleich: 1964 kostete 1 Liter Milch 21 Cent. Wenn Sie heute im Diskonter 1 Liter Milch kaufen, zahlen Sie rund 1 Euro. (Abg. Michael Hammer: Ist das zu teuer, oder wie?) – Nein, alleine daran sieht man, dass sich die Kosten vervierfacht und verfünffacht haben, nur bei einem einzigen Produkt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Michael Hammer: Und wie hat sich der Index verändert? So ein Blödsinn!) Es ist also höchst
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Michael Hammer: Und wie hat sich der Index verändert? So ein Blödsinn!
Zum Vergleich: 1964 kostete 1 Liter Milch 21 Cent. Wenn Sie heute im Diskonter 1 Liter Milch kaufen, zahlen Sie rund 1 Euro. (Abg. Michael Hammer: Ist das zu teuer, oder wie?) – Nein, alleine daran sieht man, dass sich die Kosten vervierfacht und verfünffacht haben, nur bei einem einzigen Produkt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Michael Hammer: Und wie hat sich der Index verändert? So ein Blödsinn!) Es ist also höchst
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Mit dem vorliegenden Antrag können wir rasch einen ersten Schritt für unsere Familien setzen. Wir fordern eine Unterhaltsgarantie für Kinder, die keinen oder sehr geringen Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss bekommen. Mit dieser Maßnahme schließen wir eine Lücke im österreichischen Unterhaltssystem, und wir machen einen ganz, ganz wichtigen Schritt dahin gehend, in einem so reichen Land wie Österreich die Kinderarmut zu bekämpfen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Heinisch-Hosek: Warum?
Abgeordnete Edith Mühlberghuber (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Zu diesem Antrag der SPÖ: Sie wollen damit Armut bekämpfen, und da gebe ich Ihnen vollkommen recht, ja, Bekämpfung von Kinderarmut ist notwendig. Es besteht dringender Handlungsbedarf, wenn Kinder von alleinerziehenden Elternteilen weder Unterhalt noch Unterhaltsvorschuss erhalten. Was wir dringend brauchen, ist eine Verbesserung der oft schwierigen Lage der alleinerziehenden Elternteile, und davon sind zu 90 Prozent Mütter – und ihre Kinder – betroffen. Dieser Antrag der SPÖ wird, so wie er jetzt auf dem Tisch liegt, aber schwer umsetzbar sein. (Abg. Heinisch-Hosek: Warum?)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Ich möchte auch auf die ÖVP eingehen, Herr Sieber hat es vorhin gerade angesprochen: Seit 2008 wird dieses Thema intensiv behandelt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Das Unterhaltsgesetz muss verbessert werden, aber es ist seit vielen Jahren – seit zwölf Jahren – nichts passiert. Ich weiß ganz genau – und die ÖVP weiß es auch, Norbert, du weißt es auch –: Seit drei Jahren gibt es zu diesem Thema, zu den Themenblöcken Unterhaltsrecht, Verfahrensrecht und Unterhaltsvorschussgesetz eine Arbeitsgruppe mit Experten im Justizministerium. (Abg. Sieber: Habe ich gesagt!) Was ist inzwischen passiert? – Nichts, nichts! (Abg. Sieber: Ibiza!) Es gibt keine Zwischenberichte, nichts. Wir haben euch einige Male aufgefordert und gesagt, wir wollen einmal einen Zwischenbericht sehen (Abg. Michael Hammer: Uns?) – nichts! Sagt jetzt also nicht, es habe so viele Anträge gegeben – bemüht habt ihr euch nie! (Abg. Sieber: Aber wie!) Ihr fordert und fordert, aber ihr stimmt dann nicht zu, wenn wir Anträge einbringen – und das ist nicht fair. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Sieber: Habe ich gesagt!
Ich möchte auch auf die ÖVP eingehen, Herr Sieber hat es vorhin gerade angesprochen: Seit 2008 wird dieses Thema intensiv behandelt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Das Unterhaltsgesetz muss verbessert werden, aber es ist seit vielen Jahren – seit zwölf Jahren – nichts passiert. Ich weiß ganz genau – und die ÖVP weiß es auch, Norbert, du weißt es auch –: Seit drei Jahren gibt es zu diesem Thema, zu den Themenblöcken Unterhaltsrecht, Verfahrensrecht und Unterhaltsvorschussgesetz eine Arbeitsgruppe mit Experten im Justizministerium. (Abg. Sieber: Habe ich gesagt!) Was ist inzwischen passiert? – Nichts, nichts! (Abg. Sieber: Ibiza!) Es gibt keine Zwischenberichte, nichts. Wir haben euch einige Male aufgefordert und gesagt, wir wollen einmal einen Zwischenbericht sehen (Abg. Michael Hammer: Uns?) – nichts! Sagt jetzt also nicht, es habe so viele Anträge gegeben – bemüht habt ihr euch nie! (Abg. Sieber: Aber wie!) Ihr fordert und fordert, aber ihr stimmt dann nicht zu, wenn wir Anträge einbringen – und das ist nicht fair. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Sieber: Ibiza!
Ich möchte auch auf die ÖVP eingehen, Herr Sieber hat es vorhin gerade angesprochen: Seit 2008 wird dieses Thema intensiv behandelt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Das Unterhaltsgesetz muss verbessert werden, aber es ist seit vielen Jahren – seit zwölf Jahren – nichts passiert. Ich weiß ganz genau – und die ÖVP weiß es auch, Norbert, du weißt es auch –: Seit drei Jahren gibt es zu diesem Thema, zu den Themenblöcken Unterhaltsrecht, Verfahrensrecht und Unterhaltsvorschussgesetz eine Arbeitsgruppe mit Experten im Justizministerium. (Abg. Sieber: Habe ich gesagt!) Was ist inzwischen passiert? – Nichts, nichts! (Abg. Sieber: Ibiza!) Es gibt keine Zwischenberichte, nichts. Wir haben euch einige Male aufgefordert und gesagt, wir wollen einmal einen Zwischenbericht sehen (Abg. Michael Hammer: Uns?) – nichts! Sagt jetzt also nicht, es habe so viele Anträge gegeben – bemüht habt ihr euch nie! (Abg. Sieber: Aber wie!) Ihr fordert und fordert, aber ihr stimmt dann nicht zu, wenn wir Anträge einbringen – und das ist nicht fair. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Michael Hammer: Uns?
Ich möchte auch auf die ÖVP eingehen, Herr Sieber hat es vorhin gerade angesprochen: Seit 2008 wird dieses Thema intensiv behandelt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Das Unterhaltsgesetz muss verbessert werden, aber es ist seit vielen Jahren – seit zwölf Jahren – nichts passiert. Ich weiß ganz genau – und die ÖVP weiß es auch, Norbert, du weißt es auch –: Seit drei Jahren gibt es zu diesem Thema, zu den Themenblöcken Unterhaltsrecht, Verfahrensrecht und Unterhaltsvorschussgesetz eine Arbeitsgruppe mit Experten im Justizministerium. (Abg. Sieber: Habe ich gesagt!) Was ist inzwischen passiert? – Nichts, nichts! (Abg. Sieber: Ibiza!) Es gibt keine Zwischenberichte, nichts. Wir haben euch einige Male aufgefordert und gesagt, wir wollen einmal einen Zwischenbericht sehen (Abg. Michael Hammer: Uns?) – nichts! Sagt jetzt also nicht, es habe so viele Anträge gegeben – bemüht habt ihr euch nie! (Abg. Sieber: Aber wie!) Ihr fordert und fordert, aber ihr stimmt dann nicht zu, wenn wir Anträge einbringen – und das ist nicht fair. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Sieber: Aber wie!
Ich möchte auch auf die ÖVP eingehen, Herr Sieber hat es vorhin gerade angesprochen: Seit 2008 wird dieses Thema intensiv behandelt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Das Unterhaltsgesetz muss verbessert werden, aber es ist seit vielen Jahren – seit zwölf Jahren – nichts passiert. Ich weiß ganz genau – und die ÖVP weiß es auch, Norbert, du weißt es auch –: Seit drei Jahren gibt es zu diesem Thema, zu den Themenblöcken Unterhaltsrecht, Verfahrensrecht und Unterhaltsvorschussgesetz eine Arbeitsgruppe mit Experten im Justizministerium. (Abg. Sieber: Habe ich gesagt!) Was ist inzwischen passiert? – Nichts, nichts! (Abg. Sieber: Ibiza!) Es gibt keine Zwischenberichte, nichts. Wir haben euch einige Male aufgefordert und gesagt, wir wollen einmal einen Zwischenbericht sehen (Abg. Michael Hammer: Uns?) – nichts! Sagt jetzt also nicht, es habe so viele Anträge gegeben – bemüht habt ihr euch nie! (Abg. Sieber: Aber wie!) Ihr fordert und fordert, aber ihr stimmt dann nicht zu, wenn wir Anträge einbringen – und das ist nicht fair. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich möchte auch auf die ÖVP eingehen, Herr Sieber hat es vorhin gerade angesprochen: Seit 2008 wird dieses Thema intensiv behandelt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Das Unterhaltsgesetz muss verbessert werden, aber es ist seit vielen Jahren – seit zwölf Jahren – nichts passiert. Ich weiß ganz genau – und die ÖVP weiß es auch, Norbert, du weißt es auch –: Seit drei Jahren gibt es zu diesem Thema, zu den Themenblöcken Unterhaltsrecht, Verfahrensrecht und Unterhaltsvorschussgesetz eine Arbeitsgruppe mit Experten im Justizministerium. (Abg. Sieber: Habe ich gesagt!) Was ist inzwischen passiert? – Nichts, nichts! (Abg. Sieber: Ibiza!) Es gibt keine Zwischenberichte, nichts. Wir haben euch einige Male aufgefordert und gesagt, wir wollen einmal einen Zwischenbericht sehen (Abg. Michael Hammer: Uns?) – nichts! Sagt jetzt also nicht, es habe so viele Anträge gegeben – bemüht habt ihr euch nie! (Abg. Sieber: Aber wie!) Ihr fordert und fordert, aber ihr stimmt dann nicht zu, wenn wir Anträge einbringen – und das ist nicht fair. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
ihre Kinder, damit aus der Armutsgefährdung der Kinder nicht eine Kinderarmut wird. – Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Wir brauchen ein Österreich, liebe Kolleginnen und Kollegen, in dem niemand ausgegrenzt wird, in dem all unsere Kinder die gleichen Zukunftschancen haben – alle Kinder sind nämlich unsere Zukunft. Diese Chancen haben sie nicht, wenn eine alleinerziehende Mutter sich zweimal überlegen muss, ob sie etwa die Waschmaschine reparieren oder das Kind auf Schulausflug schicken kann. Wir haben uns vorgenommen, nicht nur den Anteil der armutsgefährdeten Menschen zu halbieren, sondern auch ein besonderes Augenmerk auf die Kinderarmut zu legen. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Es ist daher richtig, dass wir den Fokus auf Alleinerziehende legen, die sowohl von Mehrfachbelastungen betroffen als auch eher armutsgefährdet sind. Wir werden die Lücken im System schließen, denn alle Kinder sind gleich viel wert. Alle Kinder haben eine Zukunft verdient, und es ist unser Job, dass das Realität wird. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Kinder können sich nicht aussuchen, in welche Verhältnisse sie hineingeboren werden – aber wir können die Verhältnisse gestalten, in denen sie aufwachsen werden! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Der angesprochene Hinweis auf den größeren Kontext ist folgender: Die Regierung bekennt sich in ihrem Regierungsprogramm auch zur Ökologisierung. Das wird ein Transformationsprozess werden, der unsere Unternehmen fordern wird – und unsere Unternehmen sind bereit, da mitzugehen. Allfällige zusätzliche Herausforderungen für unsere Unternehmen sollte man im Kontext dieses großen Ganzen betrachten und auch gemeinsam diskutieren. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Ing. Markus Vogl (SPÖ): Hohes Haus! Herr Kollege Smolle, es heißt Urlaubsgesetz und nicht Urlaubskollektivvertragslösung, darum haben wir hier auch einen Gesetzesvorschlag eingebracht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ihr habt im Regierungsprogramm so ein schönes Wort stehen: „neue Gerechtigkeit“. Ist euer Verständnis einer neuen Gerechtigkeit, Dinge, die wir schon einmal für die Beschäftigten in Unternehmen erkämpft hatten, jetzt wieder schrittweise zu streichen? Ist das euer Verständnis dessen, was Gerechtigkeit ist? Mein Verständnis von Gerechtigkeit ist, dass das, was im öffentlichen Dienst inzwischen selbstverständlich ist, auch für die Menschen in der Privatwirtschaft selbstverständlich sein sollte: nämlich ein Anspruch auf eine sechste Urlaubswoche, wenn sie 25 Jahre gearbeitet haben. Das ist fair, das ist aus unserer Sicht gerecht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Daher sollte man darüber nachdenken, ob man Leuten, die ein gewisses Lebensalter erreicht haben, die eine gewisse Anzahl an Arbeitsjahren absolviert haben, die für dieses System schon wirklich viel geleistet haben, nicht dasselbe zugesteht wie einem, der das Glück hatte, in ein und demselben Betrieb bleiben zu dürfen. Jobwechsel, Arbeitsplatzwechsel geschehen nicht immer freiwillig, es gibt viele äußere Umstände, die das sozusagen erzwingen. Da können Arbeitnehmer oft nichts dafür. Die fangen dann wieder bei null an. Also ganz ehrlich: Dieses System ist nicht gerecht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Vielleicht finden wir wirklich eine gute, brauchbare Lösung, die auch zukunftsweisend ist und den ArbeitnehmerInnen wirklich etwas bringt. Das wäre natürlich in gewisser Weise eine Wiedergutmachung für Arbeitszeitverlängerungsmaßnahmen, die ja in letzter Zeit hier auch immer wieder gesetzt wurden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Zu den Aufgaben des Geheimdienstes zählt die Spionageabwehr, aber natürlich auch die Terrorismusbekämpfung und vieles andere mehr. Wir haben heute ja schon ein paar Mal von den Cyberangriffen auf das Außenministerium gehört und auch einen eigenen Tagesordnungspunkt dazu gehabt. Wenn wir da den Verfassungsschutz nicht hätten, dann würden wir nicht gar so gut ausschauen. Auch was Terroranschläge in Österreich betrifft, kann man auf die bisher geleistete Arbeit unserer Nachrichtendienste stolz sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Eines möchte ich zum Schluss vielleicht auch noch erwähnen: Es darf nicht so weit kommen, dass einzelne Politiker oder Parteien Einfluss nehmen können und so die Arbeit des Nachrichtendienstes so beeinflussen, dass die Sicherheit unserer Österreicherinnen und Österreicher gefährdet wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Wahrscheinlich habt ihr euch da auch geirrt!
Abgeordnete Sabine Schatz (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Erkenntnisse aus dem BVT-Untersuchungsausschuss haben uns gezeigt: Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung und seine Aktivitäten brauchen Kontrolle. Selbiges gilt natürlich auch für den Heeresnachrichtendienst – vor allem dann, wenn sich beide zuständigen Ministerien in der Hand einer Partei befinden; im Moment sind sie im Zuständigkeitsbereich der Machtpartei ÖVP. Und ja, das haben wir auch davor schon kritisiert, als die Zuständigkeit für beide Ministerien in den Händen von Herrn Kickl und Herrn Kunasek von der FPÖ gelegen ist. (Abg. Kickl: Wahrscheinlich habt ihr euch da auch geirrt!) – Das haben wir uns nicht. Ich kann mich schon erinnern, dass das so war.
Abg. Michael Hammer: Das hat er nicht gesagt!
Beide Schlüsselressorts sind in der Hand einer Partei – das ist demokratiepolitisch sehr bedenklich, egal ob jetzt so oder so. Schließlich hat Herr Kollege Kühberger das ja auch gerade in seiner Rede angesprochen. (Abg. Michael Hammer: Das hat er nicht gesagt!) Umso wichtiger ist die zuständige parlamentarische Kontrolle in den Unterausschüssen für Landesverteidigung und Inneres. Um diese effizient zu gestalten, braucht es Änderungen, die wir mit unserem Antrag jetzt ins Laufen bringen wollen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Michael Hammer: Und schon gar keinen roten Sumpf!
Sehr geehrte Damen und Herren, wir brauchen keine neu geschaffenen blauen Geheimdienste. Wir brauchen keine schwarzen Netzwerke im BVT oder sonst irgendwo. Was wir brauchen, ist echte Kontrollmöglichkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Michael Hammer: Und schon gar keinen roten Sumpf!) – Brauchen wir auch nicht. Wir brauchen keinen roten Sumpf, Herr Kollege Hammer, da haben Sie recht, aber wir sitzen momentan nicht im Innen- und im Landesverteidigungsministerium. Was wir brauchen, sind echte Transparenz und echte Kontrolle. Sie haben in Ihrem Regierungsübereinkommen auch angekündigt, dass Sie die parlamentarische Kontrolle entsprechend ausweiten wollen. Nehmen Sie unseren Antrag sozusagen als Hebel und setzen Sie das mit uns gemeinsam durch! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, wir brauchen keine neu geschaffenen blauen Geheimdienste. Wir brauchen keine schwarzen Netzwerke im BVT oder sonst irgendwo. Was wir brauchen, ist echte Kontrollmöglichkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Michael Hammer: Und schon gar keinen roten Sumpf!) – Brauchen wir auch nicht. Wir brauchen keinen roten Sumpf, Herr Kollege Hammer, da haben Sie recht, aber wir sitzen momentan nicht im Innen- und im Landesverteidigungsministerium. Was wir brauchen, sind echte Transparenz und echte Kontrolle. Sie haben in Ihrem Regierungsübereinkommen auch angekündigt, dass Sie die parlamentarische Kontrolle entsprechend ausweiten wollen. Nehmen Sie unseren Antrag sozusagen als Hebel und setzen Sie das mit uns gemeinsam durch! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ernst-Dziedzic: Da klatschen nicht einmal die eigenen Leute!
Wir werden uns daher gerne im Sinne der Sicherheit mit dieser Frage im Ausschuss beschäftigen, und wir sind gespannt, ob sich die Grünen in diesem Ausschuss für mehr Transparenz einsetzen werden oder ob sie wieder ein Ordnungsruf aus der Lichtenfelsgasse ereilen wird. – Danke. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ernst-Dziedzic: Da klatschen nicht einmal die eigenen Leute!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter David Stögmüller (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe wieder das Wort, vielleicht kriege ich wieder 100 Euro. Sea-Watch hat sich gefreut, die Spende ist schon überwiesen worden. Vielen Dank dafür. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir Grüne wollen auf jeden Fall die Opposition einladen, gemeinsam an diesem Anliegen und an diesem Antrag zu arbeiten, sich aktiv einzubringen und dieses Vorhaben auch gemeinsam mit uns zu erarbeiten, damit wir dann auch wirklich eine Regelung beschließen können, die in Zukunft eine umfassende parlamentarische Kontrolle ermöglicht. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den NEOS.
Generell haben wir einen Einwand systemischer Natur: Wie Sie sich vielleicht erinnern, Herr Kollege Leichtfried, haben wir ja im letzten Jahr einen Antrag eingebracht, dass wir die Kontrollgremien überhaupt zusammenlegen wollen, weil wir glauben, dass sonst die Kontrolle der linken Hand nicht weiß, was die rechte tut, und wir hier weiterhin die Trennung von Innerem und Verteidigung haben. Uns wäre auch eine zentrale Koordination der Nachrichtendienste wichtig. Dementsprechend begrüßen wir den Vorstoß, wir glauben nur, dass man systemisch überlegen sollte, ob man das nicht in eine Hand gibt – die Kontrolle, nicht die Dienste –, um die Kontrolle noch stärker aufstellen zu können. Demnach sind wir zu Gesprächen bereit, stimmen aber nicht vollinhaltlich zu. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
de. Wir sollten die Arbeit an der GO-Reform fortsetzen und diese Dinge nach Möglichkeit auch umsetzen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Der Kollege hat es schon angemerkt, es geht bei diesem Antrag unter anderem darum, dass eine Bürgerinitiative mit 500 Unterschriften künftig nicht mehr nur in Papierform eingebracht werden kann, sondern dass das auch in elektronischer Form erfolgen kann. Ich denke mir, es ist im 21. Jahrhundert, angesichts der technologischen Fortschritte, die wir mittlerweile alle erleben, nur eine logische Konsequenz, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Anliegen auch elektronisch an das Parlament herantragen können. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Leichtfried.
Es ist auch logisch, weil es auch bedeutet, dass das Ganze möglicherweise nicht nur regional beschränkt, sondern viel breiter gestaltet werden kann, da es elektronisch stattfindet. Dazu braucht es natürlich die notwendigen elektronischen Kapazitäten, das heißt, die Homepage des Parlaments muss entsprechend neu ausgerichtet werden. Ich bin überhaupt ein bisschen der Meinung, dass die Petitionen und die Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung auf der Homepage derzeit ein bisschen stiefmütterlich behandelt werden und man sich bemühen muss, um sie schnell zu finden. (Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Man kann sie ja auch jetzt schon im Nachhinein elektronisch unterstützen, wenn bereits 500 Unterschriften gesammelt wurden. Das ist ein bisschen eine Sucherei auf der Homepage, es würde sich sehr anbieten, wenn man das gleich in einem Aufwaschen machen würde. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist auch logisch, weil es auch bedeutet, dass das Ganze möglicherweise nicht nur regional beschränkt, sondern viel breiter gestaltet werden kann, da es elektronisch stattfindet. Dazu braucht es natürlich die notwendigen elektronischen Kapazitäten, das heißt, die Homepage des Parlaments muss entsprechend neu ausgerichtet werden. Ich bin überhaupt ein bisschen der Meinung, dass die Petitionen und die Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung auf der Homepage derzeit ein bisschen stiefmütterlich behandelt werden und man sich bemühen muss, um sie schnell zu finden. (Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Man kann sie ja auch jetzt schon im Nachhinein elektronisch unterstützen, wenn bereits 500 Unterschriften gesammelt wurden. Das ist ein bisschen eine Sucherei auf der Homepage, es würde sich sehr anbieten, wenn man das gleich in einem Aufwaschen machen würde. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte aber ganz kurz noch einen zweiten Punkt ansprechen. Es zieht sich wie ein roter Faden durch unseren Parlamentarismus: Wir alle sagen, wie wichtig BürgerInnenbeteiligung ist, wenn es dann aber um die Volksanwaltschaft geht, wenn es um den Petitions- und BürgerInnenbeteiligungsausschuss, um den Rechnungshofausschuss und so weiter und so fort geht, dann finden die Debatten immer zu sehr später Stunde statt, wenn die meisten Bürgerinnen und Bürger schon im Bett liegen oder zumindest etwas anderes zu tun haben, als die Parlamentssitzungen zu verfolgen. Ich glaube deshalb, dass es sinnvoll wäre, wenn wir in dieser Debatte über mehr Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung möglicherweise auch darüber diskutieren könnten, dass Debatten betreffend den Rechnungshofausschuss, den Volksanwaltschaftsausschuss oder eben auch den Petitionsausschuss im ersten Drittel der Tagesordnung und nicht immer zum Schluss, wenn eh keiner mehr zuschaut, stattfinden sollen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wichtig ist es, dass alle, die einen Hauptwohnsitz in Österreich haben, sich auch beteiligen können. Im Entwurf ist vorgesehen, dass sich nur jene, die den Nationalrat wählen können, beteiligen können. Daher meine Vision: Jeder, der in der jeweiligen Gemeinde einen Hauptwohnsitz hat, soll auch Bürgerinitiativen unterzeichnen können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Noch einmal ganz kurz zusammengefasst: Wenn wir das wollen, können wir die Welt, die Demokratie in Österreich, in den Gemeinden jeden Tag verbessern und einen Schritt basisdemokratischer machen. In diesem Sinn: ein großes Ja zur elektronischen Bürgerinitiative. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist mir – wie Ihnen allen, denke ich – ein Anliegen, die Bürgerinnen und Bürger, vor allem junge Menschen, dazu zu bewegen, sich aktiv in unsere Politik, in unsere Demokratie einzubringen. Dazu ist es meiner Meinung nach wichtig, den Zugang niederschwellig, also so einfach wie möglich zu gestalten. Nach den Redebeiträgen der Kolleginnen und Kollegen vor mir gehe ich davon aus, dass wir alle einer Meinung sind und die Neuerungen entsprechend schnell gemeinsam umsetzen werden und können. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Des Weiteren gibt es Ideen, die interessant sein können, bei denen man, glaube ich, aber sehr achtgeben muss, ob man gewisse Quoren einführt, die dann zu gewissen Verpflichtungen im parlamentarischen Prozedere führen. Das alles werden wir diskutieren. Ich freue mich darauf. Ich freue mich über gute und viele Ideen und hoffe, dass es uns gelingt, unsere Demokratie in Österreich am Ende noch demokratischer zu gestalten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte noch einen Punkt hinzufügen: Wenn es gelingt, elektronische Teilnahmemöglichkeiten zu schaffen, sollten wir durchaus darüber nachdenken, ob es notwendig ist, dass ein Volksbegehren ausschließlich an einem Sonntag unterschrieben werden kann oder eine Gemeinde es an einem Samstag auflegen muss. Nicht alles, was Kosten verursacht, ist auch effizient. Es wird genügend Zeit geben, im Ausschuss darüber zu beraten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Leichtfried: Da war doch irgendwas! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Im Antrag der SPÖ oder in den Anregungen, die gemacht worden sind, geht es ja nicht um eine wirkliche Aufwertung, denn es sind darin nur kosmetische Maßnahmen enthalten. Wir wissen ja, dass die überwiegende Mehrheit der Volksbegehren in der Vergangenheit auch bei sehr großer Beteiligung und entsprechender medialer Aufmerksamkeit trotzdem schubladisiert und die Ergebnisse vollkommen ignoriert wurden. (Abg. Leichtfried: Da war doch irgendwas! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Daran ändert auch dieser Antrag nicht das Geringste. Es wird vielleicht das parlamentarische und das mediale Brimborium ein bisschen umfangreicher, etwas größer, die Ergebnisse bleiben aber genauso unverbindlich und werden ignoriert werden, und die Initiatoren bleiben dann vielleicht umso frustrierter zurück.
Beifall bei der FPÖ.
Ich freue mich auf die Debatten im Verfassungsausschuss. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Vogl: ... Kasperltheater! – Abg. Rauch: Das ist ein Ordnungsruf! Herr Präsident!
Abgeordnete Dr. Ewa Ernst-Dziedzic (Grüne): Herr Präsident! Werte Kollegen und Kolleginnen! Was gibt es Besseres als eine Debatte über Demokratie hier im Hohen Haus um halb zwölf, fast Mitternacht? Ich denke, das ist ein gutes Zeichen für diese repräsentative Demokratie, auch wenn wir es heute zwischenzeitlich ein bisschen mit einem Kasperltheater zu tun gehabt haben. (Abg. Vogl: ... Kasperltheater! – Abg. Rauch: Das ist ein Ordnungsruf! Herr Präsident!)
Abg. Rauch: Herr Präsident!
Aber so grundsätzlich: Ich bin jetzt schon lange in der Politik, war früher Referentin der Abgeordneten Daniela Musiol, die damals bei den Grünen Demokratiesprecherin war und sich für direktdemokratische Instrumente sehr, sehr starkgemacht hat. Deswegen kann ich mich erinnern und kann nur feststellen, wie scheinheilig diese Debatte über direkte Demokratie geführt wird.(Abg. Rauch: Herr Präsident!) – Ja, genau, von Ihnen von der FPÖ beispielsweise. Sie sind immer sehr schnell dabei, zu sagen: Die Bürger müssen mitentscheiden, wir sind auf deren Seite!, aber keiner von Ihnen war bei der Debatte zum NichtraucherInnenvolksbegehren oder zum Frauenvolksbegehren auf der Regierungsbank. Eine halbe Million Stimmen haben Sie einfach ignoriert! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Hauser.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Hauser.
Aber so grundsätzlich: Ich bin jetzt schon lange in der Politik, war früher Referentin der Abgeordneten Daniela Musiol, die damals bei den Grünen Demokratiesprecherin war und sich für direktdemokratische Instrumente sehr, sehr starkgemacht hat. Deswegen kann ich mich erinnern und kann nur feststellen, wie scheinheilig diese Debatte über direkte Demokratie geführt wird.(Abg. Rauch: Herr Präsident!) – Ja, genau, von Ihnen von der FPÖ beispielsweise. Sie sind immer sehr schnell dabei, zu sagen: Die Bürger müssen mitentscheiden, wir sind auf deren Seite!, aber keiner von Ihnen war bei der Debatte zum NichtraucherInnenvolksbegehren oder zum Frauenvolksbegehren auf der Regierungsbank. Eine halbe Million Stimmen haben Sie einfach ignoriert! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Hauser.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Stefan: Sie werden immer skurriler!
Abschließend: Ja, die Grünen haben sich nicht nur immer dafür starkgemacht, sondern werden diese Verantwortung als Regierungspartei jetzt auch entsprechend ernst nehmen und wahrnehmen und hier versuchen, tatsächlich konkrete Schritte zu setzen, denn Demokratie lebt mit uns allen, aber vor allem auch davon, dass Bürger und Bürgerinnen ein Vertrauen in das Hohe Haus haben, sich hier vertreten fühlen, aber auch das Gefühl haben, Sie können mitgestalten. In diesem Sinne: Reden wir darüber! Das ist auf jeden Fall ein wichtiger und guter Weg. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Stefan: Sie werden immer skurriler!)
Abg. Ernst-Dziedzic: Stimmt’s nicht?
Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak, MA (NEOS): Ich freue mich immer, nach der Kollegin Ernst-Dziedzic zu reden, auch wenn es zu einem anderen Tagesordnungspunkt ist. Sich hierherzustellen, der direkten Demokratie das Wort zu reden und zu sagen, dass es die Grünen waren, die sich immer dafür eingesetzt haben (Abg. Ernst-Dziedzic: Stimmt’s nicht?): Ich glaube, es ist das erste Regierungsprogramm seit Jahren, vielleicht sogar seit Jahrzehnten, in dem direkte Demokratie nicht einmal vorkommt. Insofern ist das zumindest mutig. (Heiterkeit und Beifall bei NEOS und FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei NEOS und FPÖ.
Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak, MA (NEOS): Ich freue mich immer, nach der Kollegin Ernst-Dziedzic zu reden, auch wenn es zu einem anderen Tagesordnungspunkt ist. Sich hierherzustellen, der direkten Demokratie das Wort zu reden und zu sagen, dass es die Grünen waren, die sich immer dafür eingesetzt haben (Abg. Ernst-Dziedzic: Stimmt’s nicht?): Ich glaube, es ist das erste Regierungsprogramm seit Jahren, vielleicht sogar seit Jahrzehnten, in dem direkte Demokratie nicht einmal vorkommt. Insofern ist das zumindest mutig. (Heiterkeit und Beifall bei NEOS und FPÖ.)
Abg. Ernst-Dziedzic: Ja, tun statt reden!
Die Freiheitlichen haben sich in der letzten Legislaturperiode mit ihren Forderungen bezüglich direkter Demokratie zwar nicht durchgesetzt, aber sie haben es zumindest geschafft, dass diese Forderungen ins Regierungsprogramm aufgenommen wurden. Die Grünen haben nicht einmal das zustande gebracht. (Abg. Ernst-Dziedzic: Ja, tun statt reden!) – Na ich bin eh gespannt, was dann kommt.
Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Fürst.
Wir NEOS plädierten schon immer dafür, dass es eine fixe, gesetzlich verankerte Begutachtungsfrist gibt, und das wäre wieder einmal so etwas, wo Sie (in Richtung Grüne) Flagge zeigen könnten. Ich hoffe, dass die Grünen, die das ja so gerne machen, sich so für Demokratie und für einen umfangreichen Parlamentarismus einsetzen – ich wünsche viel Spaß mit dem Koalitionspartner, der das nie so spannend findet –, sich da durchsetzen werden; nur, so glaube ich, wird das genauso wie bei der Festschreibung der direkten Demokratie im Regierungsprogramm wahrscheinlich nicht passieren. (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Fürst.)
Beifall bei der ÖVP.
Mein Name ist Joachim Schnabel. Ich bin gebürtiger Südsteirer und lebe auch von ganzem Herzen in dieser Region. Ich bin Kommunalpolitiker, seit zehn Jahren Bürgermeister einer kleinen Gemeinde mit 1 400 Einwohnern, nämlich der Gemeinde Lang im Bezirk Leibnitz, und darf für den Regionalwahlkreis Weststeiermark – das sind die Bezirke Deutschlandsberg, Leibnitz und Voitsberg – hier im Parlament arbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
eben auch Initiativanträge in eine Begutachtungsfrist miteinbezogen werden sollten. Betrachtet man nämlich aus einer zeitlichen Distanz die milliardenteuren Beschlüsse aus den Zeiten des freien Spiels der Kräfte, die vor allem infolge von Fristsetzungen im Parlament im Eilzugstempo gefällt wurden, dann würde vielleicht eine uns selbst auferlegte Frist schon eine Verbesserung der Gesetzesqualität und eine Nachhaltigkeit bewirken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.) Mit den teuren Wahlgeschenkgesetzen in dieser Zeit kommt nämlich auch die Qualität der Gesetze abhanden. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
eben auch Initiativanträge in eine Begutachtungsfrist miteinbezogen werden sollten. Betrachtet man nämlich aus einer zeitlichen Distanz die milliardenteuren Beschlüsse aus den Zeiten des freien Spiels der Kräfte, die vor allem infolge von Fristsetzungen im Parlament im Eilzugstempo gefällt wurden, dann würde vielleicht eine uns selbst auferlegte Frist schon eine Verbesserung der Gesetzesqualität und eine Nachhaltigkeit bewirken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.) Mit den teuren Wahlgeschenkgesetzen in dieser Zeit kommt nämlich auch die Qualität der Gesetze abhanden. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es wird daher nicht sehr überraschen, dass wir dieser Idee nähertreten können. Natürlich muss man sich irgendwelche Vorkehrungen überlegen, wenn Gefahr in Verzug ist, aber das ist, glaube ich, ohnehin so gedacht. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ernst-Dziedzic: Wer ist da mit dem Hunderter vorgegangen? Das waren nicht wir! – Zwischenruf der Abg. Maurer.
Abgeordnete Dr. Susanne Fürst (FPÖ): Der grünen Frau Kollegin, die hier ein „Kasperltheater“ im Parlament konstatiert hat, möchte ich nur ausrichten: Ja, es ist manchmal wirklich ein Kasperltheater, das ist aber zu einem überproportional großen Anteil dem Auftreten Ihrer Partei hier im Parlament geschuldet. Das gilt schon seit der Verkündung des Regierungsprogramms. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ernst-Dziedzic: Wer ist da mit dem Hunderter vorgegangen? Das waren nicht wir! – Zwischenruf der Abg. Maurer.)
Abg. Leichtfried: Also die Rede vom Vorgänger war kompakter und besser!
Zwei Dinge, die der Kollege vorhin schon erwähnt hat: Erstens, denke ich, muss man sich überlegen, was man dann mit Selbständigen Anträgen und Abänderungsanträgen macht, weil da dann eigentlich immer noch die Möglichkeit besteht, jegliche Begutachtungsfrist und auch jede Diskussion und Kritik vorher zu beseitigen. Das muss man bedenken. (Abg. Leichtfried: Also die Rede vom Vorgänger war kompakter und besser!) Da ist der Antrag, glaube ich, etwas inkonsequent.
Beifall bei der FPÖ.
Außerdem muss man schon auch noch den ganz pauschalen Ansatz im Zusammenhang mit Selbstbeschränkungen des Parlaments bedenken: Man beraubt sich dadurch ja auch der Möglichkeit, sehr schnell Gesetze zu beschließen. Bevor man also so etwas sehr schnell beschließt, muss man darüber, denke ich, noch diskutieren. Ich freue mich auf die Debatten im Ausschuss. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne bin ich für eine noch breitere Diskussion, wie mit Stellungnahmen umzugehen ist. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den NEOS.
Das würden wir hier vorschlagen. Das würde einzelnen Abgeordneten weitaus mehr Möglichkeiten geben, auch wirklich ihr Recht einzufordern, und wir erachten das dementsprechend als gute Möglichkeit. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren, in diesem Sinne freuen wir uns auf eine spannende Diskussion und einen guten Argumentationsaustausch im Ausschuss. Ich bin guter Dinge, dass wir gemeinschaftlich eine weitere Verbesserung des österreichischen Parlamentarismus sicherstellen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von NEOS.
Ich denke mir, da vieles in den letzten Jahren nichts genützt hat, ist es wahrscheinlich ein gangbarer Weg, den wir da gehen sollten, und ich freue mich auch schon auf die Debatten darüber. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von NEOS.)
Beifall bei den Grünen.
Also grundsätzlich haben wir wirklich großes Verständnis für den Antrag, vor allem für das ihm zugrunde liegende Bedürfnis und die sehr große Bereitschaft, hier an einer guten Regelung mitzuarbeiten. Ich freue mich schon darauf. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den NEOS sowie der Abg. El-Nagashi.
Ich habe Ihnen vorhin gesagt, die Geschichte hat in der Ära Faymann/Spindelegger 2013/2014 begonnen. Wir haben dann in der letzten Periode auch wieder verhandelt, haben wieder etwas in den Geschäftsordnungsausschuss gebracht, und es ist wieder nur vertagt worden. Seit mittlerweile mehr als sechs Jahren kämpfe ich dafür – ich durfte in dieser Zeit auch der Vorsitzende des Ausschusses für Petitionen sein –, dass wir uns wirklich intensiv damit beschäftigen, wie der Nationalrat unabhängig von Ideologie und Parteifarbe wirklich mehr Möglichkeiten aufmachen kann, um den Parlamentarismus und die Bürgerbeteiligung mehr zu verheiraten, mehr erlebbar zu machen. Das wäre ein riesiger Mehrwert für die Demokratie. Das wäre deutlich erlebbar für jeden, der sich dafür interessiert. Es liegt an Ihnen hier im Raum, an 183 Abgeordneten, diesen Traum von vielen Menschen draußen auch möglich zu machen. – Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. El-Nagashi.)
Zwischenruf des Abg. Bernhard.
In diesem Sinne starten wir nun mit der Diskussion. Sie wird spannend sein, denn auch uns vonseiten der ÖVP sind natürlich diese Mechanismen sehr, sehr wichtig. (Zwischenruf des Abg. Bernhard.) Ich kann mir vorstellen, den einen oder anderen Schritt in diese Richtung gemeinsam zu gehen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne starten wir nun mit der Diskussion. Sie wird spannend sein, denn auch uns vonseiten der ÖVP sind natürlich diese Mechanismen sehr, sehr wichtig. (Zwischenruf des Abg. Bernhard.) Ich kann mir vorstellen, den einen oder anderen Schritt in diese Richtung gemeinsam zu gehen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Als sinnvoll erachten wir, dass die schon bisher gelebte Frist von acht Wochen für Stellungnahmen im Sinne der Rechtssicherheit dezidiert festgeschrieben wird – wie in dem Antrag vorgesehen –, und positiv erachten wir auch, dass grundsätzlich die Einladung der Erstunterzeichner in den Ausschuss vorgesehen wird. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Grünen.
Das alles sind für die Betroffenen enorm wichtige und emotionale Fragen. Die Verantwortung, dies zu regeln und Lösungen zu finden, liegt klar bei der Politik und nicht erst wieder beim Verfassungsgerichtshof. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Grünen.)
Abg. Kickl: Hab ich gar nicht gesagt!
Wir haben einen durchdachten und detaillierten Initiativantrag eingebracht, um diese Unklarheiten zu reparieren und unbürokratisch einen verfassungskonformen Zustand und Rechtssicherheit für die betroffenen Menschen herzustellen. Der Gesetzgeber – das habe ich schon angesprochen – hätte viel früher tätig werden und das Gesetz reparieren müssen, aber – ich habe es durch den Zwischenruf von Herrn Kickl schon gehört –: Ein Blödsinn ist das alles! (Abg. Kickl: Hab ich gar nicht gesagt!) – Das hat man in den letzten beiden Jahren gemerkt, weil Sie alles getan haben – nicht nur in dieser Thematik, sondern auch zum Beispiel die dritte Geschlechtskategorie betreffend –, um weiter zu schikanieren und die Verfassungswidrigkeit in anderen Wegen weiterleben zu lassen. (Abg. Kickl: Na na, nur um nicht die Willkür zum Prinzip zu erheben!)
Abg. Kickl: Na na, nur um nicht die Willkür zum Prinzip zu erheben!
Wir haben einen durchdachten und detaillierten Initiativantrag eingebracht, um diese Unklarheiten zu reparieren und unbürokratisch einen verfassungskonformen Zustand und Rechtssicherheit für die betroffenen Menschen herzustellen. Der Gesetzgeber – das habe ich schon angesprochen – hätte viel früher tätig werden und das Gesetz reparieren müssen, aber – ich habe es durch den Zwischenruf von Herrn Kickl schon gehört –: Ein Blödsinn ist das alles! (Abg. Kickl: Hab ich gar nicht gesagt!) – Das hat man in den letzten beiden Jahren gemerkt, weil Sie alles getan haben – nicht nur in dieser Thematik, sondern auch zum Beispiel die dritte Geschlechtskategorie betreffend –, um weiter zu schikanieren und die Verfassungswidrigkeit in anderen Wegen weiterleben zu lassen. (Abg. Kickl: Na na, nur um nicht die Willkür zum Prinzip zu erheben!)
Abg. Gabriela Schwarz: Wenn es die gesetzliche Regelung gibt, muss man sie nicht erfinden!
Ich frage mich, wo im nicht vorhandenen LGBTIQ-Kapitel die grüne Handschrift bleibt. (Abg. Gabriela Schwarz: Wenn es die gesetzliche Regelung gibt, muss man sie nicht erfinden!) Was soll sich die LGBTIQ-Community bei diesem Regierungsprogramm denken? Ich finde – das sagen übrigens auch alle NGOs im LGBTIQ-Bereich im Einklang –, dieses Programm hätte die ÖVP auch alleine schreiben können. (Ruf bei der SPÖ: Hat sie eh!) – Ja, hat sie eh, das stimmt.
Ruf bei der SPÖ: Hat sie eh!
Ich frage mich, wo im nicht vorhandenen LGBTIQ-Kapitel die grüne Handschrift bleibt. (Abg. Gabriela Schwarz: Wenn es die gesetzliche Regelung gibt, muss man sie nicht erfinden!) Was soll sich die LGBTIQ-Community bei diesem Regierungsprogramm denken? Ich finde – das sagen übrigens auch alle NGOs im LGBTIQ-Bereich im Einklang –, dieses Programm hätte die ÖVP auch alleine schreiben können. (Ruf bei der SPÖ: Hat sie eh!) – Ja, hat sie eh, das stimmt.
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Steinacker: Also hallo?!
Dieser vorliegende Antrag wird für die Grünen der erste Lackmustest in Bezug auf ein Minimalniveau sein, denn es geht da ja nur darum, ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes umzusetzen. Wir werden also genau darauf schauen, ob Sie ein verlässlicher Partner für sexuelle Minderheiten bleiben oder ob Sie die Handlanger für die rechtskonservative Familien- und Gleichstellungspolitik der ÖVP machen. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Steinacker: Also hallo?!)
Beifall bei der ÖVP.
Klar ist für uns, dass die Ehe und die eingetragene Partnerschaft zwei komplett verschiedene Rechtsinstitute sind. Klar ist aber auch, dass es eine Lösung braucht, und daher werden wir diese im Justizausschuss gemeinsam mit der Justizministerin und mit dem wirklich besten Innenminister aller Zeiten, Karl Nehammer, finden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Shetty.
Seitens der SPÖ darf ich Sie dazu einladen, dass wir in dieser Gesetzgebungsperiode über ein modernes Eherecht, über ein modernes Partnerschaftsrecht diskutieren und auch entsprechend moderne Weichen stellen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Shetty.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Shetty: Warum steht es dann nicht im Regierungsprogramm?
Abgeordnete Dr. Ewa Ernst-Dziedzic (Grüne): Herr Präsident! Werte Kollegen und Kolleginnen! Man kann den Grünen ja alles Mögliche vorwerfen, aber uns vorzuwerfen, dass wir uns nicht auch weiterhin mit aller Vehemenz für die Rechte von LGBTIQ-Personen in Österreich einsetzen würden – Yannick, da betretet ihr einen Themenbereich, bei dem ich verstehe, dass ihr da jetzt eine Zielgruppe abholen wollt ‑, das ist schlicht und einfach unseriös. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Shetty: Warum steht es dann nicht im Regierungsprogramm?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Gehen wir aber der Reihe nach vor: Wenn ihr genau lesen würdet, was im Regierungsprogramm steht, so würdet ihr dort im Wesentlichen genau jene Punkte finden, die auch im NEOS-Antrag enthalten sind. Wenn ihr ehrlich wärt, dann würdet ihr auch hier am Rednerpult zugeben, dass euer Antrag ja bereits mit dem Justizministerium akkordiert ist – und ihr wisst ganz genau, dass das nicht nur ein Anliegen von uns ist, sondern dass genau diese Dinge jetzt gemeinsam mit unserer Justizministerin angegangen werden! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
kommen. Nico Marchetti und ich laden die LGBTIQ-Community ins Palais Epstein ein, um genau diese Punkte zu diskutieren. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Shetty: Das ist so lächerlich, Ewa! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Eines ist für uns nämlich klar: Nicht nur vor dem Recht sind wir in Österreich alle gleich, sondern gerade wir Grüne fordern erstklassige Rechte für alle Personen hier in Österreich unabhängig von der sexuellen Orientierung und wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass es nicht eine Zweiklassengesellschaft aufgrund der sexuellen Orientierung gibt. (Abg. Shetty: Das ist so lächerlich, Ewa! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Loacker: Das glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass man mit der ÖVP darüber verhandeln kann?!
Ich freue mich sehr darüber, dass es hier mit der ÖVP mittlerweile gut möglich ist, darüber zu sprechen: Wie sichern wir Paare in Österreich ab, die eine Familie gründen wollen, die sich lieben, die gemeinsam für einander Verantwortung übernehmen? (Abg. Loacker: Das glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass man mit der ÖVP darüber verhandeln kann?!) – Ihr werdet vielleicht noch überrascht sein, was hier alles geht!
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
An dieser Stelle sage ich Danke für die konstruktiven Verhandlungen, was diese Punkte anbelangt. Bleiben wir seriös, kommt zum Treffen, sprechen wir über die nächsten konkreten Schritte. – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Beifall bei NEOS und Grünen.
Ich hoffe sehr auf eine konstruktive Arbeit von uns allen gemeinsam in der Arbeitsgruppe, deren Einrichtung anscheinend intendiert ist. – Vielen Dank. (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Karl Schmidhofer (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es gibt ein paar wenige Zuseher auf der Galerie, zu Hause werden die Zuseher schon etwas müde sein! Ich darf ausführen, liebe Frau Dr. Krisper: Es ist vieles formuliert, was aber im Gegensatz zum deutschen Modell fehlt, ist, dass wir die Europaabgeordneten noch ergänzen müssen, dass wir noch einiges verfeinern müssen. (Unruhe im Saal. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte alle Fraktionen, für diese Ausgangskonstellation im Ausschuss eine gute Lösung zu erarbeiten. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Unruhe im Saal – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen
Der gegenständliche Initiativantrag ist an den Quellenschutz im Journalismus, an das sogenannte Redaktionsgeheimnis angelehnt. Journalistinnen und Journalisten können bis auf wenige Ausnahmen nicht gezwungen werden, vertrauliche Quellen preiszugeben. Ich gehe davon aus (Unruhe im Saal – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), dass der Großteil der Kolleginnen und Kollegen im Saal immer wieder sensible Informationen bekommt, denen sie nachgehen, aus denen mitunter parlamentarische Anfragen und/oder Gesetzesinitiativen entstehen. Auf diese Informationen sind wir in unserer Arbeit auch angewiesen. Dazu ist ein Vertrauensverhältnis notwendig, dazu braucht es einen Quellenschutz in der gleichen Art, wie er im Journalismus im Zuge des Redaktionsgeheimnisses gilt. Menschen, die uns Informationen anvertrauen, weil sie Missstände aufdecken möchten, müssen sich darauf verlassen können, dass diese Informationen und sie selbst bei uns gut aufgehoben sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der gegenständliche Initiativantrag ist an den Quellenschutz im Journalismus, an das sogenannte Redaktionsgeheimnis angelehnt. Journalistinnen und Journalisten können bis auf wenige Ausnahmen nicht gezwungen werden, vertrauliche Quellen preiszugeben. Ich gehe davon aus (Unruhe im Saal – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), dass der Großteil der Kolleginnen und Kollegen im Saal immer wieder sensible Informationen bekommt, denen sie nachgehen, aus denen mitunter parlamentarische Anfragen und/oder Gesetzesinitiativen entstehen. Auf diese Informationen sind wir in unserer Arbeit auch angewiesen. Dazu ist ein Vertrauensverhältnis notwendig, dazu braucht es einen Quellenschutz in der gleichen Art, wie er im Journalismus im Zuge des Redaktionsgeheimnisses gilt. Menschen, die uns Informationen anvertrauen, weil sie Missstände aufdecken möchten, müssen sich darauf verlassen können, dass diese Informationen und sie selbst bei uns gut aufgehoben sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie dürfen keine Angst haben müssen, dass ihre Identität offengelegt wird und sie persönliche Konsequenzen zu befürchten haben. Diese Kommunikation braucht einen geschützten Raum, der durch ein gesetzliches Aussageverweigerungsrecht abgesichert ist. Durch Zustimmung zu diesem Antrag wird also die Möglichkeit zur Kontrolle als Kernbereich unserer Arbeit als Abgeordnete gestärkt und verbessert. Das ist gut für die Bürgerinnen und Bürger, das ist gut für unsere parlamentarische Demokratie. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir es schaffen, gemeinsam eine Maßnahme zu entwickeln, die das Eintreten dieser Umstände unmöglich macht oder zumindest deutlich erschwert, bin ich sehr froh, denn Vertrauen ist für die Kommunikation eben wichtig. Man weiß ja, dass das Vertrauen etwa in Rechtsanwälte, Psychiater oder auch in Journalisten sehr hoch ist, weil man weiß, dass diese Informationen dann geschützt sind. Und so soll es auch bei Informationen sein, die an Politiker, an Abgeordnete herangetragen werden. Ich hoffe also sehr, dass wir das umsetzen können, sodass wir damit auch etwas, was leider sehr um sich gegriffen hat, nämlich dieses Veröffentlichen von Information, hintanhalten können. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Wenn am Ende dieses gemeinsamen Prozesses die Erkenntnis steht – und mein Gefühl sagt mir, dass das durchaus wahrscheinlich ist –, dass die Ausweitung des besonderen Schutzes von vertraulichen Informationen auch auf uns Abgeordnete notwendig ist, dann sollten wir das beschließen. Ich freue mich auf die gemeinsame fraktionsübergreifende Arbeit dazu. – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Allgemeine Heiterkeit.
Die nächste Sitzung des Nationalrates, die geschäftsordnungsmäßige Mitteilungen und Zuweisungen betreffen wird, berufe ich für 1.25 Uhr ein. (Unruhe im Saal.) – Da haben Sie noch eine Stunde Pause. Das Buffet wäre ja noch geöffnet. (Allgemeine Heiterkeit.) – Natürlich 0.25 Uhr, das ist gleich im Anschluss an diese Sitzung.