Eckdaten:
Für die 39. Sitzung der 26. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 981 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Hermann Gahr
Petition betreffend „WOLF – Petition für ein wolfsfreies Tirol“ (Ordnungsnummer 7) (überreicht vom Abgeordneten Hermann Gahr)
Beifall bei der SPÖ.
Der Zorn der Menschen wird größer. Die Menschen erwarten sich zu Recht Respekt und Fairness, ganz besonders in Zeiten der Hochkonjunktur und guter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Das ist falsch!
Im Protest gegen den 12-Stunden-Tag, der einen Generalangriff auf die Geldbörsen, die Freizeit und die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeutet (Abg. Rosenkranz: Das ist falsch!), waren schon Hunderttausend auf der Straße. Wenn Sie so weitermachen, dann war das aber erst der Anfang. Die Menschen werden sich das nicht gefallen lassen. (Abg. Rosenkranz: Mhm, das merkt man eh!)
Abg. Rosenkranz: Mhm, das merkt man eh!
Im Protest gegen den 12-Stunden-Tag, der einen Generalangriff auf die Geldbörsen, die Freizeit und die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeutet (Abg. Rosenkranz: Das ist falsch!), waren schon Hunderttausend auf der Straße. Wenn Sie so weitermachen, dann war das aber erst der Anfang. Die Menschen werden sich das nicht gefallen lassen. (Abg. Rosenkranz: Mhm, das merkt man eh!)
Ruf bei der ÖVP: Ja, und der gilt heute noch!
1918 wurde der 8-Stunden-Tag gesetzlich verankert. (Ruf bei der ÖVP: Ja, und der gilt heute noch!) Am 1.9.2018, 100 Jahre später, trat ein Arbeitszeitgesetz in Kraft, das es den Unternehmen erlaubt, einseitig, ohne Zustimmung des Betriebsrates (Ruf bei der FPÖ: Das ist doch gelogen! – Ruf: Herr Präsident!), ohne Zustimmung eines Arbeitsmediziners 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche umzusetzen; ein Gesetz, welches ohne Verhandlungen mit den Sozialpartnern, ohne Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern und ohne ordentliche Begutachtung durchgewunken und durchgepeitscht wurde (Ruf bei der FPÖ: Wer hat dir denn das aufgeschrieben?), ein Gesetz, das keinen einzigen Vorteil für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bringt. Das ist die Tatsache. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Das ist doch gelogen! – Ruf: Herr Präsident!
1918 wurde der 8-Stunden-Tag gesetzlich verankert. (Ruf bei der ÖVP: Ja, und der gilt heute noch!) Am 1.9.2018, 100 Jahre später, trat ein Arbeitszeitgesetz in Kraft, das es den Unternehmen erlaubt, einseitig, ohne Zustimmung des Betriebsrates (Ruf bei der FPÖ: Das ist doch gelogen! – Ruf: Herr Präsident!), ohne Zustimmung eines Arbeitsmediziners 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche umzusetzen; ein Gesetz, welches ohne Verhandlungen mit den Sozialpartnern, ohne Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern und ohne ordentliche Begutachtung durchgewunken und durchgepeitscht wurde (Ruf bei der FPÖ: Wer hat dir denn das aufgeschrieben?), ein Gesetz, das keinen einzigen Vorteil für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bringt. Das ist die Tatsache. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Wer hat dir denn das aufgeschrieben?
1918 wurde der 8-Stunden-Tag gesetzlich verankert. (Ruf bei der ÖVP: Ja, und der gilt heute noch!) Am 1.9.2018, 100 Jahre später, trat ein Arbeitszeitgesetz in Kraft, das es den Unternehmen erlaubt, einseitig, ohne Zustimmung des Betriebsrates (Ruf bei der FPÖ: Das ist doch gelogen! – Ruf: Herr Präsident!), ohne Zustimmung eines Arbeitsmediziners 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche umzusetzen; ein Gesetz, welches ohne Verhandlungen mit den Sozialpartnern, ohne Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern und ohne ordentliche Begutachtung durchgewunken und durchgepeitscht wurde (Ruf bei der FPÖ: Wer hat dir denn das aufgeschrieben?), ein Gesetz, das keinen einzigen Vorteil für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bringt. Das ist die Tatsache. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
1918 wurde der 8-Stunden-Tag gesetzlich verankert. (Ruf bei der ÖVP: Ja, und der gilt heute noch!) Am 1.9.2018, 100 Jahre später, trat ein Arbeitszeitgesetz in Kraft, das es den Unternehmen erlaubt, einseitig, ohne Zustimmung des Betriebsrates (Ruf bei der FPÖ: Das ist doch gelogen! – Ruf: Herr Präsident!), ohne Zustimmung eines Arbeitsmediziners 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche umzusetzen; ein Gesetz, welches ohne Verhandlungen mit den Sozialpartnern, ohne Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern und ohne ordentliche Begutachtung durchgewunken und durchgepeitscht wurde (Ruf bei der FPÖ: Wer hat dir denn das aufgeschrieben?), ein Gesetz, das keinen einzigen Vorteil für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bringt. Das ist die Tatsache. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Rosenkranz: Es schreit überhaupt keiner!
Und diese Tatsache, meine Damen und Herren, können Sie auch nicht mit Zwischenrufen und Hineingeplärre wegschreien. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Rosenkranz: Es schreit überhaupt keiner!) Diese Tatsache ist gegeben, und die Menschen wissen ganz genau, dass es so ist. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Vielleicht kann man einen Kameraschwenk machen (Abg. Gudenus: Am besten weg von Ihnen!), damit man sieht, dass das, was ich gesagt habe, tatsächlich stattfindet. (Abg. Rosenkranz: Besser ein Kameraschwenk als Ihr Schwank hier!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Und diese Tatsache, meine Damen und Herren, können Sie auch nicht mit Zwischenrufen und Hineingeplärre wegschreien. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Rosenkranz: Es schreit überhaupt keiner!) Diese Tatsache ist gegeben, und die Menschen wissen ganz genau, dass es so ist. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Vielleicht kann man einen Kameraschwenk machen (Abg. Gudenus: Am besten weg von Ihnen!), damit man sieht, dass das, was ich gesagt habe, tatsächlich stattfindet. (Abg. Rosenkranz: Besser ein Kameraschwenk als Ihr Schwank hier!)
Abg. Gudenus: Am besten weg von Ihnen!
Und diese Tatsache, meine Damen und Herren, können Sie auch nicht mit Zwischenrufen und Hineingeplärre wegschreien. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Rosenkranz: Es schreit überhaupt keiner!) Diese Tatsache ist gegeben, und die Menschen wissen ganz genau, dass es so ist. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Vielleicht kann man einen Kameraschwenk machen (Abg. Gudenus: Am besten weg von Ihnen!), damit man sieht, dass das, was ich gesagt habe, tatsächlich stattfindet. (Abg. Rosenkranz: Besser ein Kameraschwenk als Ihr Schwank hier!)
Abg. Rosenkranz: Besser ein Kameraschwenk als Ihr Schwank hier!
Und diese Tatsache, meine Damen und Herren, können Sie auch nicht mit Zwischenrufen und Hineingeplärre wegschreien. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Rosenkranz: Es schreit überhaupt keiner!) Diese Tatsache ist gegeben, und die Menschen wissen ganz genau, dass es so ist. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Vielleicht kann man einen Kameraschwenk machen (Abg. Gudenus: Am besten weg von Ihnen!), damit man sieht, dass das, was ich gesagt habe, tatsächlich stattfindet. (Abg. Rosenkranz: Besser ein Kameraschwenk als Ihr Schwank hier!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gudenus: Ein jämmerlicher Ablenkungsversuch!
Wir haben die ersten offiziellen Forderungen aus der Wirtschaftskammer auf dem Tisch, dass dieses Gesetz umgesetzt wird. Es wird verlangt, dass die Gleitzeit aus Kollektivverträgen herausgestrichen wird. Also erzählen Sie uns keine Geschichten mehr, es glaubt Ihnen niemand, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gudenus: Ein jämmerlicher Ablenkungsversuch!)
Beifall bei SPÖ und Liste Pilz sowie des Abg. Loacker.
Nun wird von einer Gesundheitsmilliarde gefaselt, aber sogar die Autoren dieses Gesetzes schreiben im Gesetz: 350 Millionen. Also die Geschichte, die in diesem Zusammenhang von der Marketingabteilung erzählt wurde, glauben nicht einmal die, die das Gesetz geschrieben haben. Es ist dies also eine absolute Verhöhnung aller, die sich mit der sozialen Sicherheit in diesem Land beschäftigen. (Beifall bei SPÖ und Liste Pilz sowie des Abg. Loacker.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Das ist eine Unterstellung!
Das Verschieben der Beitragsprüfung in die Finanz ist in Wirklichkeit ein Schritt, durch den Lohndumping Tür und Tor geöffnet werden. Sie wissen das ganz genau. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Das ist eine Unterstellung!)
Abg. Gudenus: Von der Gewerkschaft!
Wesentliche Herausforderungen im Gesundheitswesen werden nicht angegangen, eine Gesamtleistungsharmonisierung über alle Bereiche, der Ausbau der Prävention und das Herangehen an das ganz große Thema Pflege finden nicht statt, und die vielen Expertinnen und Experten, die wir hätten, die dieses Thema bearbeiten könnten (Abg. Gudenus: Von der Gewerkschaft!), werden verräumt, in irgendwelche Fusionsprozesse und sonstiges mehr. (Abg. Wöginger: Wir „verräumen“ niemanden!)
Abg. Wöginger: Wir „verräumen“ niemanden!
Wesentliche Herausforderungen im Gesundheitswesen werden nicht angegangen, eine Gesamtleistungsharmonisierung über alle Bereiche, der Ausbau der Prävention und das Herangehen an das ganz große Thema Pflege finden nicht statt, und die vielen Expertinnen und Experten, die wir hätten, die dieses Thema bearbeiten könnten (Abg. Gudenus: Von der Gewerkschaft!), werden verräumt, in irgendwelche Fusionsprozesse und sonstiges mehr. (Abg. Wöginger: Wir „verräumen“ niemanden!)
Beifall bei der SPÖ.
Die Leute durchschauen das und sie werden sich das auch nicht gefallen lassen. Echte Verhandlungen finden nicht statt, dafür haben wir etwas Neues bekommen, ich nenne es einmal Gipfelitis. Gipfelitis bedeutet, dass Sozialpartner medienwirksam zu irgendwelchen Gipfeln eingeladen werden, um schöne Bilder zu produzieren, aber echte Verhandlungen, eine echte Auseinandersetzung über unterschiedliche Positionen findet nicht statt. Das muss sich aus meiner Sicht ändern. Für die Behübschung von vorbereiteten Prozessen stehen wir nicht zur Verfügung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kassegger: Dass alles so bleibt wie bisher!
Ich bekenne mich zur Sozialpartnerschaft, werde alles tun, dass (Abg. Kassegger: Dass alles so bleibt wie bisher!) sie weiterhin einen wichtigen Stellenwert in diesem Land hat – ich sage aber ganz offen: nicht um jeden Preis. Und wenn die Verteilungskämpfe härter werden, wird es mutmaßlich andere Formen des Austragens von Interessengegensätzen brauchen.
Abg. Gudenus: Wir winken Ihnen zu!
Wenn ich heute gehe, dann seien Sie versichert: Ich und wir in der Gewerkschaftsbewegung schauen sehr genau, was hier passiert, welche Aktivitäten und Maßnahmen gesetzt werden. (Abg. Gudenus: Wir winken Ihnen zu!) Und wenn der Weg der sozialen Unfairness fortgesetzt wird, wenn die Demontage des Sozialstaates weitergeführt wird und die Mitbestimmung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weiter beschnitten wird, dann werden wir uns, das möchte ich Ihnen sagen, wiedersehen. Ich werde kommen, ich werde vor dem Parlament sein, und es werden mehr sein als die 120 000 Menschen, die gegen das Arbeitszeitgesetz auf die Straße gegangen sind. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz.
Wenn ich heute gehe, dann seien Sie versichert: Ich und wir in der Gewerkschaftsbewegung schauen sehr genau, was hier passiert, welche Aktivitäten und Maßnahmen gesetzt werden. (Abg. Gudenus: Wir winken Ihnen zu!) Und wenn der Weg der sozialen Unfairness fortgesetzt wird, wenn die Demontage des Sozialstaates weitergeführt wird und die Mitbestimmung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weiter beschnitten wird, dann werden wir uns, das möchte ich Ihnen sagen, wiedersehen. Ich werde kommen, ich werde vor dem Parlament sein, und es werden mehr sein als die 120 000 Menschen, die gegen das Arbeitszeitgesetz auf die Straße gegangen sind. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz.)
Beifall bei der SPÖ – Abg. Gudenus: Mit Pflastersteinen! – Abg. Kassegger: Die Menschen gegeneinander ausspielen!
Wir alle hier in diesem Haus sind der Demokratie verpflichtet. Die großen Unternehmen, meine Damen und Herren, waren noch nie in der Geschichte dieses Landes das Rückgrat der Demokratie, sondern das waren die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und, ja, das war die freie Gewerkschaftsbewegung, die diese Demokratie erkämpft hat (Beifall bei der SPÖ – Abg. Gudenus: Mit Pflastersteinen! – Abg. Kassegger: Die Menschen gegeneinander ausspielen!) – Gewerkschaftsfreiheit, Demonstrationsrecht, Pressefreiheit, Wahlrecht und vieles mehr.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz.
Meine Damen und Herren! Ich möchte mich zum Abschluss bei meinem Klub, bei meinen Kolleginnen und Kollegen bedanken. Ihr habt mich ganz toll unterstützt und ich weiß, dass mein Klub auch in Zukunft an der Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stehen wird. Pam, ihr schafft das, da bin ich mir ganz sicher! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz.)
Lang anhaltender, stehend dargebrachter Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei ÖVP, FPÖ, NEOS und Liste Pilz.
Ich bedanke mich auch bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anderer Klubs. Wir haben sehr oft harte Diskussionen geführt, wir haben aber, glaube ich, im letzten Jahrzehnt viel weitergebracht, und ich stehe nicht an, mich auch hier für die Zusammenarbeit zu bedanken. Ich bedanke mich bei meinen parlamentarischen Mitarbeitern Martin, Robert, Stephi, denn ohne euch hätte ich die letzten zehn Jahre nicht so absolvieren können. Weiters bedanke ich mich bei meinem Umfeld, meiner Assistentin Uschi, meiner Pressesprecherin Litsa und meiner Frau stellvertretend für die Familie. (Der Redner applaudiert.) – Danke. (Lang anhaltender, stehend dargebrachter Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei ÖVP, FPÖ, NEOS und Liste Pilz.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Bevor ich das Wort an die Frau Bundesminister übergebe, darf ich die Schülerinnen und Schüler der Berufsschule für das Baugewerbe aus Wien recht herzlich auf der Galerie begrüßen. Herzlich willkommen! (Allgemeiner Beifall.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Mag. Beate Hartinger-Klein: Herr Präsident! Hohes Haus! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Galerie! Liebe Schülerinnen und Schüler! Danke für diese Aktuelle Stunde! Soziale Sicherheit bedeutet eine effiziente, bürgernahe und moderne Sozialversicherung. Haben wir eine effiziente, bürgernahe und moderne Sozialversicherung? – Nein. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir haben zu viele Sozialversicherungen, wir haben schlechte Entscheidungsstrukturen und zu viele Gremien. Ich kann viele Dinge aufzählen, die zeigen, dass wir das in Österreich nicht haben. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Mag. Beate Hartinger-Klein: Herr Präsident! Hohes Haus! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Galerie! Liebe Schülerinnen und Schüler! Danke für diese Aktuelle Stunde! Soziale Sicherheit bedeutet eine effiziente, bürgernahe und moderne Sozialversicherung. Haben wir eine effiziente, bürgernahe und moderne Sozialversicherung? – Nein. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir haben zu viele Sozialversicherungen, wir haben schlechte Entscheidungsstrukturen und zu viele Gremien. Ich kann viele Dinge aufzählen, die zeigen, dass wir das in Österreich nicht haben. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scherak.
Das hat nicht nur der Rechnungshof festgestellt, sondern ja auch, wie wir alle wissen, eine Studie der London School of Economics, die von meinem Vorgänger beauftragt wurde. (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Das Einsparungspotenzial wird ja immer infrage gestellt, daher zitiere ich: Das Einsparungspotenzial in der Administration der österreichischen Sozialversicherung durch schlankere Strukturen und Bündelung, Standardisierung und Automatisierung von gleichartigen Aktivitäten beträgt 200 bis 300 Millionen Euro pro Jahr. – Zitatende. Gut, so viel zum Einsparungspotenzial.
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Für mich und für uns als Regierung ist aber eines wichtig: Uns ist der Versicherte, der Patient wichtig, und er steht im Mittelpunkt. Was heißt das? – Das heißt, dass es weiterhin die Pflichtversicherung gibt, dass es im Rahmen der Selbstverwaltung die Vertreter der Versicherten weiterhin gibt und dass es vor allem – und das ist einer der wichtigsten Grundsätze überhaupt – Gerechtigkeit im System gibt, das heißt: gleiche Beiträge, gleiche Leistungen. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Das alles sind Punkte, die vorliegen, die der Patient draußen spürt. Das wollen wir verändern. Wir wollen mehr Kassenärzte und mehr Hausärzte, wir wollen keine Wartezeiten und eine Leistungsabstimmung mit dem stationären Bereich. Das sind die Herausforderungen. Bei uns steht der Patient im Mittelpunkt. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Diese Bundesregierung hat den Mut, die größte Reform der Zweiten Republik durchzuführen. Ich bin zuversichtlich, dass das nach dem Prozess der Begutachtung im Parlament beschlossen wird, und ich freue mich schon, an dieser Reform teilhaben zu dürfen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Der zweite Punkt, das Thema faire Arbeitswelten betreffend: Meine Damen und Herren, in nur 145 von 859 Kollektivverträgen findet sich etwas zur Anrechnung der Karenzzeiten – es sind jeweils unterschiedliche Anrechnungszeiträume, und in vielen Kollektivverträgen kommt sogar eine Geringschätzung von Erziehungs- und Pflegeleistungen zum Ausdruck, eine finanzielle Schlechterstellung von Karenzbeziehern und daraus resultierende Einkommensunterschiede, was sich natürlich, wie wir alle wissen, bis zur Pension auswirken kann. Diese Kollektivverträge sind in diesem Sinne nicht nur frauenfeindlich, sondern in Wahrheit auch kinder- und familienfeindlich. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Leichtfried.
Dies ist ein eklatantes Versäumnis Ihrerseits gewesen. (Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Die negativen Auswirkungen, die erziehende Elternteile im aktiven Erwerbsleben und später in der Pension betreffen, müssen endlich beseitigt werden. Mit der Anrechnung von Karenzzeiten wollen wir die Bedingungen für die Familiengründung der erwerbstätigen Mittelschicht verbessern.
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Wir wollen auch, dass sich erwerbstätige Frauen ihre Kinderwünsche möglichst ohne langfristige finanzielle Nachteile erfüllen können. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.) Es braucht daher dringend die Anrechnung der Karenzzeit für Gehaltsvorrückungen bis zum 24. Monat in allen 859 Kollektivverträgen. Es geht um gesellschaftspolitische Fairness und um vernünftige Familien- und Kinderpolitik. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Wir wollen auch, dass sich erwerbstätige Frauen ihre Kinderwünsche möglichst ohne langfristige finanzielle Nachteile erfüllen können. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.) Es braucht daher dringend die Anrechnung der Karenzzeit für Gehaltsvorrückungen bis zum 24. Monat in allen 859 Kollektivverträgen. Es geht um gesellschaftspolitische Fairness und um vernünftige Familien- und Kinderpolitik. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Ah, deshalb wird die Mangelliste ausgeweitet!
Ein weiterer Punkt, der Höhepunkt der vergangenen Woche, war der Jobgipfel. Der Herr Präsident des Gewerkschaftsbundes hat diesen Jobgipfel so abgetan, aber: Der Jobgipfel war erst der Beginn einer Diskussion, eines Dialogs mit den Sozialpartnern. Gemeinsam mit der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Margarete Schramböck haben wir unter Einbeziehung aller Sozialpartner als vorrangiges Ziel definiert, das Arbeitskräftepotenzial im Inland zu aktivieren und die Unternehmen mehr einzubinden. (Ruf bei der SPÖ: Ah, deshalb wird die Mangelliste ausgeweitet!) Das Thema Fachkräfte wurde natürlich von mehreren Seiten diskutiert. Der kurzfristige Zugang ist die Regionalisierung der Mangelberufsliste, dadurch soll der Bedarf, vor allem im Tourismus in den westlichen Bundesländern, durch Drittstaatsangehörige abgedeckt werden. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.
Ein weiterer Punkt, der Höhepunkt der vergangenen Woche, war der Jobgipfel. Der Herr Präsident des Gewerkschaftsbundes hat diesen Jobgipfel so abgetan, aber: Der Jobgipfel war erst der Beginn einer Diskussion, eines Dialogs mit den Sozialpartnern. Gemeinsam mit der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Margarete Schramböck haben wir unter Einbeziehung aller Sozialpartner als vorrangiges Ziel definiert, das Arbeitskräftepotenzial im Inland zu aktivieren und die Unternehmen mehr einzubinden. (Ruf bei der SPÖ: Ah, deshalb wird die Mangelliste ausgeweitet!) Das Thema Fachkräfte wurde natürlich von mehreren Seiten diskutiert. Der kurzfristige Zugang ist die Regionalisierung der Mangelberufsliste, dadurch soll der Bedarf, vor allem im Tourismus in den westlichen Bundesländern, durch Drittstaatsangehörige abgedeckt werden. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Nun zu einem Thema, zu dem seitens der Opposition Verunsicherung betrieben wurde, nämlich zum AMS-Budget. Mit Ende August 2018 sank die Zahl der Arbeitslosen, wie Sie wissen, um circa 9 Prozent, die gemeinsame Zahl der Schulungsteilnehmer und Arbeitslosen sank um circa 8 Prozent. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ganz besonders erfreulich ist auch, dass die Zahl der Arbeitslosen bei am Arbeitsmarkt benachteiligten Personen gesunken ist.
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Nachdem in den letzten Jahren ein Fokus auf die Förderung von Flüchtlingen gelegt wurde, ist mir die Integration von Langzeitarbeitslosen, älteren Arbeitslosen, gesundheitlich eingeschränkten Menschen, Frauen und Jugendlichen ein besonderes Anliegen. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Große Bedeutung behält natürlich die Förderung der Generation 50 plus. Meine Damen und Herren, mit einem Förderbudget von 1,251 Milliarden Euro, das sind pro Kopf 3 494 Euro, stehen dem AMS ausreichend Mittel zur Verfügung. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) 3 494 Euro pro Kopf, das sind um 275 Euro pro Kopf mehr als 2017. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Große Bedeutung behält natürlich die Förderung der Generation 50 plus. Meine Damen und Herren, mit einem Förderbudget von 1,251 Milliarden Euro, das sind pro Kopf 3 494 Euro, stehen dem AMS ausreichend Mittel zur Verfügung. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) 3 494 Euro pro Kopf, das sind um 275 Euro pro Kopf mehr als 2017. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Lassen Sie mich noch einen weiteren Aspekt erwähnen, nämlich die erhöhte Familienbeihilfe. Eine wichtige Handlung, die die Absicht der Bundesregierung, Menschen mit Behinderung mit aller Kraft zu unterstützen, bezeugt, ist natürlich die Sicherstellung der Familienbeihilfe. Der Verwaltungsgerichtshof hat in seiner jüngsten Rechtsprechung entschieden, dass Menschen, deren Lebensunterhalt zu mehr als 50 Prozent vom Staat finanziert wird, künftig keinen Anspruch auf erhöhte Familienbeihilfe mehr haben sollen. Gerade diese erhöhte Familienbeihilfe für Familien mit behinderten Kindern hat aber zum Ziel, die aufgrund der Behinderung eines Kindes zu erbringenden Mehraufwendungen abzugelten. Ich setze mich vehement für die Unterstützung von Menschen mit Behinderung ein und freue mich daher, dass die Regierungsparteien heute durch die Novellierung des FLAG sicherstellen werden, dass die Betroffenen auch zukünftig Anspruch auf erhöhte Familienbeihilfe haben werden. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Eine faire Arbeitswelt und einen nachhaltigen sozialen Schutz sicherzustellen, das garantiert diese Regierung. Für uns stehen Herr und Frau Österreicher im Mittelpunkt und sonst nichts! – Danke. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Katzian, wir wünschen dir seitens der Volkspartei alles Gute für die Zukunft! Wir bedanken uns auch für die durchaus konstruktive Zusammenarbeit in den letzten Jahren, die wir zweifelsohne auch hatten. Ich gebe dir aber auch etwas mit: Ich hoffe, du hast in Zukunft genügend Zeit, damit die Sozialpartner auch Lösungen auf den Tisch bringen, denn wenn keine Lösungen auf dem Tisch liegen, dann wird diese Regierung jedenfalls handeln. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Ah-Rufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, wir haben gemeinsam vereinbart, wir stehen für eine neue soziale Gerechtigkeit. Das trifft das Thema der heutigen Aktuellen Stunde. Andere suchen die Antworten, wir haben sie, weil für uns die Menschen im Mittelpunkt stehen. (Heiterkeit und Ah-Rufe bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Leichtfried.
Ja, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir setzen einfach das um, was wir gemeinsam vereinbart haben. Das mögen manche wahrscheinlich als neuen Status in der Politik bewerten, für uns ist es zur Selbstverständlichkeit geworden. Was in den letzten Jahren nie möglich war, ist jetzt möglich: Wir setzen das um, was wir uns ausgemacht haben, und das ist gut für die Menschen in diesem Lande. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Leichtfried.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
haben einen Höchstbeschäftigungsstand, das hat es in dieser Republik noch nie gegeben. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Dennoch geht diese Regierung her und hält einen Jobgipfel ab, um wesentliche Maßnahmen festzulegen, um von jenen Menschen, die derzeit noch arbeitslos sind, noch Tausende zurück in Beschäftigung zu bringen. Es ist so notwendig, dem Fachkräftemangel mit der Regionalisierung der Mangelberufsliste und auch mit einer Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot-Card entgegenzutreten. (Zwischenruf des Abg. Vogl.) Jene jungen Menschen, die in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten sitzen und dort der Dinge harren, werden wir zu den Betrieben bringen, denn es ist notwendig, dass wir die Menschen zu den Arbeitsplätzen bringen. Diese Regierung wird das zustande bringen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Vogl.
haben einen Höchstbeschäftigungsstand, das hat es in dieser Republik noch nie gegeben. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Dennoch geht diese Regierung her und hält einen Jobgipfel ab, um wesentliche Maßnahmen festzulegen, um von jenen Menschen, die derzeit noch arbeitslos sind, noch Tausende zurück in Beschäftigung zu bringen. Es ist so notwendig, dem Fachkräftemangel mit der Regionalisierung der Mangelberufsliste und auch mit einer Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot-Card entgegenzutreten. (Zwischenruf des Abg. Vogl.) Jene jungen Menschen, die in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten sitzen und dort der Dinge harren, werden wir zu den Betrieben bringen, denn es ist notwendig, dass wir die Menschen zu den Arbeitsplätzen bringen. Diese Regierung wird das zustande bringen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
haben einen Höchstbeschäftigungsstand, das hat es in dieser Republik noch nie gegeben. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Dennoch geht diese Regierung her und hält einen Jobgipfel ab, um wesentliche Maßnahmen festzulegen, um von jenen Menschen, die derzeit noch arbeitslos sind, noch Tausende zurück in Beschäftigung zu bringen. Es ist so notwendig, dem Fachkräftemangel mit der Regionalisierung der Mangelberufsliste und auch mit einer Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot-Card entgegenzutreten. (Zwischenruf des Abg. Vogl.) Jene jungen Menschen, die in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten sitzen und dort der Dinge harren, werden wir zu den Betrieben bringen, denn es ist notwendig, dass wir die Menschen zu den Arbeitsplätzen bringen. Diese Regierung wird das zustande bringen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Knes
Eine Bitte hätte ich schon an die Sozialdemokratie: Hören Sie bitte auf mit dieser Verunsicherung gegenüber den Menschen! Ich nenne Ihnen zwei Beispiele, zwei Dinge, die wir in letzter Zeit erlebt haben: Das eine betrifft die Arbeitszeit. Ihren Angaben nach 100 000 Menschen (Zwischenruf des Abg. Knes), jedenfalls waren es viele, sind über die Betriebsratsstruktur auf den Platz gezerrt worden. (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.
Eine Bitte hätte ich schon an die Sozialdemokratie: Hören Sie bitte auf mit dieser Verunsicherung gegenüber den Menschen! Ich nenne Ihnen zwei Beispiele, zwei Dinge, die wir in letzter Zeit erlebt haben: Das eine betrifft die Arbeitszeit. Ihren Angaben nach 100 000 Menschen (Zwischenruf des Abg. Knes), jedenfalls waren es viele, sind über die Betriebsratsstruktur auf den Platz gezerrt worden. (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Bitte fragen Sie einmal die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Ort! Ich mache das in meinem Wahlkreis. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Fragen Sie die Menschen vor Ort, was sie davon halten, dass Menschen auf die Straße gebracht werden – und das, obwohl die ArbeitnehmerInnen nicht wirklich etwas davon spüren.
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es war gut und richtig, dass wir den 1. September für das Inkrafttreten dieses Gesetzes ausgewählt haben. Denn was spüren die Menschen jetzt? – Nichts! Wir haben früher keine 50-Stunden-Woche gehabt und keinen 10-Stunden-Tag, und wir haben jetzt keinen 12-Stunden-Tag und keine 60-Stunden-Woche. Das sei Ihnen auch einmal ins Stammbuch geschrieben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Das ist unerhört!
Dem Fass den Boden ausgeschlagen hat dann die AUVA-Reform. Bei uns in Linz, im UKH, haben rote Betriebsräte Zettel verteilt: In drei Tagen wird Ihre Behandlung eingestellt! (Abg. Rosenkranz: Das ist unerhört!) Das hat man PensionistInnen gegeben. (Abg. Rosenkranz: Das ist unerhört!) Das ist unerhört! Das ist unerhört! Es gab nie die Absicht, irgendein Spital zu schließen. Die Ministerin und ich haben das auch immer betont. Wie kommt man dazu, dann einen Folder zu verteilen, auf dem steht, dass in drei Tagen die Behandlung eingestellt wird? (Zwischenruf des Abg. Stöger. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie schießen dermaßen übers Ziel, meine Damen und Herren, das hat in einer Demokratie auch nichts verloren! (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Stöger. – Abg. Wurm: Kollege Stöger weiß ...! – Zwischenruf des Abg. Gudenus.)
Abg. Rosenkranz: Das ist unerhört!
Dem Fass den Boden ausgeschlagen hat dann die AUVA-Reform. Bei uns in Linz, im UKH, haben rote Betriebsräte Zettel verteilt: In drei Tagen wird Ihre Behandlung eingestellt! (Abg. Rosenkranz: Das ist unerhört!) Das hat man PensionistInnen gegeben. (Abg. Rosenkranz: Das ist unerhört!) Das ist unerhört! Das ist unerhört! Es gab nie die Absicht, irgendein Spital zu schließen. Die Ministerin und ich haben das auch immer betont. Wie kommt man dazu, dann einen Folder zu verteilen, auf dem steht, dass in drei Tagen die Behandlung eingestellt wird? (Zwischenruf des Abg. Stöger. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie schießen dermaßen übers Ziel, meine Damen und Herren, das hat in einer Demokratie auch nichts verloren! (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Stöger. – Abg. Wurm: Kollege Stöger weiß ...! – Zwischenruf des Abg. Gudenus.)
Zwischenruf des Abg. Stöger. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Dem Fass den Boden ausgeschlagen hat dann die AUVA-Reform. Bei uns in Linz, im UKH, haben rote Betriebsräte Zettel verteilt: In drei Tagen wird Ihre Behandlung eingestellt! (Abg. Rosenkranz: Das ist unerhört!) Das hat man PensionistInnen gegeben. (Abg. Rosenkranz: Das ist unerhört!) Das ist unerhört! Das ist unerhört! Es gab nie die Absicht, irgendein Spital zu schließen. Die Ministerin und ich haben das auch immer betont. Wie kommt man dazu, dann einen Folder zu verteilen, auf dem steht, dass in drei Tagen die Behandlung eingestellt wird? (Zwischenruf des Abg. Stöger. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie schießen dermaßen übers Ziel, meine Damen und Herren, das hat in einer Demokratie auch nichts verloren! (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Stöger. – Abg. Wurm: Kollege Stöger weiß ...! – Zwischenruf des Abg. Gudenus.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Stöger. – Abg. Wurm: Kollege Stöger weiß ...! – Zwischenruf des Abg. Gudenus.
Dem Fass den Boden ausgeschlagen hat dann die AUVA-Reform. Bei uns in Linz, im UKH, haben rote Betriebsräte Zettel verteilt: In drei Tagen wird Ihre Behandlung eingestellt! (Abg. Rosenkranz: Das ist unerhört!) Das hat man PensionistInnen gegeben. (Abg. Rosenkranz: Das ist unerhört!) Das ist unerhört! Das ist unerhört! Es gab nie die Absicht, irgendein Spital zu schließen. Die Ministerin und ich haben das auch immer betont. Wie kommt man dazu, dann einen Folder zu verteilen, auf dem steht, dass in drei Tagen die Behandlung eingestellt wird? (Zwischenruf des Abg. Stöger. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie schießen dermaßen übers Ziel, meine Damen und Herren, das hat in einer Demokratie auch nichts verloren! (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Stöger. – Abg. Wurm: Kollege Stöger weiß ...! – Zwischenruf des Abg. Gudenus.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Dass es Ihnen nicht recht ist, dass wir die Menschen entlasten, ist mir schon klar. Der Familienbonus Plus fetzt voll in die Bevölkerung hinein, die Eltern freuen sich, 1,6 Millionen Kinder, 950 000 Familien profitieren. Damit, dass wir niedrige Einkommen entlasten, haben Sie wahrscheinlich nicht gerechnet, aber diese Regierung setzt diese Maßnahmen jedenfalls um. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Vogl.
Worum geht es jetzt noch? – Die Sozialpartnerschaft hat eigentlich den Auftrag, Kollektivvertragsverhandlungen zu führen, bei denen am Ende für die Menschen auch etwas herauskommt. Wenn die Regierungsspitze hergeht und sagt, sie wünscht spürbare Lohn- und Gehaltserhöhungen, dann ist das ein Auftrag, ein Auftrag an die Sozialpartner, das ernst zu nehmen; denn wir haben Hochkonjunktur, und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen davon auch profitieren. (Zwischenruf des Abg. Vogl.)
Abg. Heinisch-Hosek: Wir brauchen ein Gesetz! Ein Gesetz brauchen wir!
Eine zweite Maßnahme, die ich seit Wochen auch trommle, ist die Anrechnung der Karenzzeiten. Meine Damen und Herren, das ist ein letzter Appell seitens der Regierung an die Sozialpartner (Abg. Heinisch-Hosek: Wir brauchen ein Gesetz! Ein Gesetz brauchen wir!): Stellen Sie in den Kollektivverträgen sicher, dass die Karenzzeiten zu 24 Monaten voll angerechnet werden! (Abg. Heinisch-Hosek: Ein Gesetz brauchen wir!) Das ist die neue soziale Gerechtigkeit (Zwischenrufe der Abgeordneten Katzian und Plessl), die wir jedenfalls umsetzen werden, wenn Sie in der Sozialpartnerschaft nicht in der Lage sind, das auf den Weg zu bringen, meine Damen und Herren. Das werden wir jedenfalls tun. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: Ein Gesetz brauchen wir!
Eine zweite Maßnahme, die ich seit Wochen auch trommle, ist die Anrechnung der Karenzzeiten. Meine Damen und Herren, das ist ein letzter Appell seitens der Regierung an die Sozialpartner (Abg. Heinisch-Hosek: Wir brauchen ein Gesetz! Ein Gesetz brauchen wir!): Stellen Sie in den Kollektivverträgen sicher, dass die Karenzzeiten zu 24 Monaten voll angerechnet werden! (Abg. Heinisch-Hosek: Ein Gesetz brauchen wir!) Das ist die neue soziale Gerechtigkeit (Zwischenrufe der Abgeordneten Katzian und Plessl), die wir jedenfalls umsetzen werden, wenn Sie in der Sozialpartnerschaft nicht in der Lage sind, das auf den Weg zu bringen, meine Damen und Herren. Das werden wir jedenfalls tun. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Katzian und Plessl
Eine zweite Maßnahme, die ich seit Wochen auch trommle, ist die Anrechnung der Karenzzeiten. Meine Damen und Herren, das ist ein letzter Appell seitens der Regierung an die Sozialpartner (Abg. Heinisch-Hosek: Wir brauchen ein Gesetz! Ein Gesetz brauchen wir!): Stellen Sie in den Kollektivverträgen sicher, dass die Karenzzeiten zu 24 Monaten voll angerechnet werden! (Abg. Heinisch-Hosek: Ein Gesetz brauchen wir!) Das ist die neue soziale Gerechtigkeit (Zwischenrufe der Abgeordneten Katzian und Plessl), die wir jedenfalls umsetzen werden, wenn Sie in der Sozialpartnerschaft nicht in der Lage sind, das auf den Weg zu bringen, meine Damen und Herren. Das werden wir jedenfalls tun. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Eine zweite Maßnahme, die ich seit Wochen auch trommle, ist die Anrechnung der Karenzzeiten. Meine Damen und Herren, das ist ein letzter Appell seitens der Regierung an die Sozialpartner (Abg. Heinisch-Hosek: Wir brauchen ein Gesetz! Ein Gesetz brauchen wir!): Stellen Sie in den Kollektivverträgen sicher, dass die Karenzzeiten zu 24 Monaten voll angerechnet werden! (Abg. Heinisch-Hosek: Ein Gesetz brauchen wir!) Das ist die neue soziale Gerechtigkeit (Zwischenrufe der Abgeordneten Katzian und Plessl), die wir jedenfalls umsetzen werden, wenn Sie in der Sozialpartnerschaft nicht in der Lage sind, das auf den Weg zu bringen, meine Damen und Herren. Das werden wir jedenfalls tun. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Katzian
Mein Schlusssatz, Herr Präsident: Wir arbeiten für die Menschen in diesem Lande, und es ist der Auftrag an die Sozialpartner (Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Katzian), nicht auf die Straße zu gehen, sondern am Tisch Lösungen zu erarbeiten und zu unterbreiten, die der Bevölkerung letzten Endes auch helfen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Mein Schlusssatz, Herr Präsident: Wir arbeiten für die Menschen in diesem Lande, und es ist der Auftrag an die Sozialpartner (Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Katzian), nicht auf die Straße zu gehen, sondern am Tisch Lösungen zu erarbeiten und zu unterbreiten, die der Bevölkerung letzten Endes auch helfen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Wurm: Alles gesagt worden!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Rendi-Wagner. – Bitte. (Abg. Wurm: Alles gesagt worden!)
Zwischenruf der Abg. Winzig.
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Österreichs Erfolg nach dem Zweiten Weltkrieg begann mit einer wichtigen Erkenntnis, nämlich jener, dass die Kooperation zwischen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen wesentlich ist und notwendig ist. (Zwischenruf der Abg. Winzig.) Diese Kooperation hat einen Namen, und Sie kennen diesen: die Sozialpartnerschaft. Diese Sozialpartnerschaft hat es nicht nur international zu höchster Reputation gebracht, sie hat Österreich auch, und das können Sie nicht leugnen, zu einem der erfolgreichsten und sozial fairsten Länder Europas und weltweit gemacht. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Gerstl.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Gerstl.
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Österreichs Erfolg nach dem Zweiten Weltkrieg begann mit einer wichtigen Erkenntnis, nämlich jener, dass die Kooperation zwischen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen wesentlich ist und notwendig ist. (Zwischenruf der Abg. Winzig.) Diese Kooperation hat einen Namen, und Sie kennen diesen: die Sozialpartnerschaft. Diese Sozialpartnerschaft hat es nicht nur international zu höchster Reputation gebracht, sie hat Österreich auch, und das können Sie nicht leugnen, zu einem der erfolgreichsten und sozial fairsten Länder Europas und weltweit gemacht. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Gerstl.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Cox.
Es war eine Erkenntnis des Miteinanders, es war eine Erkenntnis des gemeinsamen Erfolgs der Menschen und des Erfolgs jeder und jedes Einzelnen, und es war auch eine Erkenntnis des wirtschaftlichen Erfolgs, der wiederum dazu führte, dass es Leistungen für alle gab: eine gute Ausbildung, eine gute Gesundheitsversorgung auf hohem Stand, faire Löhne und vor allem Pensionen, von denen alle am Ende ihres Lebens leben können. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Cox.)
Abg. Lugar: Wann genau war das?
Wir Sozialdemokratinnen und -demokraten haben bereits gezeigt, wie es anders gehen kann, wie man Verbesserungen für die Menschen bewirken kann. (Abg. Lugar: Wann genau war das?) Wir haben die Aktion 20 000 eingeführt, um älteren Arbeitslosen, die Langzeitarbeitslose waren, endlich eine Chance auf einen Arbeitsplatz zu geben und damit wieder eine Lebensperspektive am Ende ihres Lebens zu eröffnen, und Sie haben diese Maßnahmen binnen kürzester Zeit mit Füßen getreten und abgeschafft. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić.
Wir Sozialdemokratinnen und -demokraten haben bereits gezeigt, wie es anders gehen kann, wie man Verbesserungen für die Menschen bewirken kann. (Abg. Lugar: Wann genau war das?) Wir haben die Aktion 20 000 eingeführt, um älteren Arbeitslosen, die Langzeitarbeitslose waren, endlich eine Chance auf einen Arbeitsplatz zu geben und damit wieder eine Lebensperspektive am Ende ihres Lebens zu eröffnen, und Sie haben diese Maßnahmen binnen kürzester Zeit mit Füßen getreten und abgeschafft. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić.)
Abg. Rosenkranz: Das stimmt aber nicht!
Sie haben in kurzer Zeit mehr als ausreichend bewiesen, auf welcher Seite Sie stehen: Es ist nicht die Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dieses Landes. (Abg. Rosenkranz: Das stimmt aber nicht!) Mehr noch: Sie dekretieren den Menschen den 12-Stunden-Tag, sehr geehrte Damen und Herren (Abg. Rosenkranz: Stimmt auch nicht!), ohne eine einzige Verhandlungsrunde mit den GewerkschafterInnen oder ArbeitnehmervertreterInnen ernsthaft geführt zu haben.
Abg. Rosenkranz: Stimmt auch nicht!
Sie haben in kurzer Zeit mehr als ausreichend bewiesen, auf welcher Seite Sie stehen: Es ist nicht die Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dieses Landes. (Abg. Rosenkranz: Das stimmt aber nicht!) Mehr noch: Sie dekretieren den Menschen den 12-Stunden-Tag, sehr geehrte Damen und Herren (Abg. Rosenkranz: Stimmt auch nicht!), ohne eine einzige Verhandlungsrunde mit den GewerkschafterInnen oder ArbeitnehmervertreterInnen ernsthaft geführt zu haben.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Rossmann und Zinggl.
Auch wenn Sie es anders darstellen, Frau Bundesministerin: Sie kürzen im Gesundheitssystem Hunderte Millionen von Euro. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Rossmann und Zinggl.) Sie kürzen bei der Gesundheit der Menschen in diesem Land. (Abg. Rosenkranz: ... bei einer Fehlplanung bei einem Krankenhaus! Dort wird gekürzt!) Sie kürzen bei den Patientinnen und Patienten. Und, Herr Wöginger, was unerhört ist, ist, dass eine halbe Milliarde Euro aus der AUVA herausgenommen wird, um sie als Geschenk den Konzernen und der Großindustrie zu geben. Das ist unerhört! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Zinggl. – Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Abg. Rosenkranz: ... bei einer Fehlplanung bei einem Krankenhaus! Dort wird gekürzt!
Auch wenn Sie es anders darstellen, Frau Bundesministerin: Sie kürzen im Gesundheitssystem Hunderte Millionen von Euro. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Rossmann und Zinggl.) Sie kürzen bei der Gesundheit der Menschen in diesem Land. (Abg. Rosenkranz: ... bei einer Fehlplanung bei einem Krankenhaus! Dort wird gekürzt!) Sie kürzen bei den Patientinnen und Patienten. Und, Herr Wöginger, was unerhört ist, ist, dass eine halbe Milliarde Euro aus der AUVA herausgenommen wird, um sie als Geschenk den Konzernen und der Großindustrie zu geben. Das ist unerhört! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Zinggl. – Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Zinggl. – Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Auch wenn Sie es anders darstellen, Frau Bundesministerin: Sie kürzen im Gesundheitssystem Hunderte Millionen von Euro. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Rossmann und Zinggl.) Sie kürzen bei der Gesundheit der Menschen in diesem Land. (Abg. Rosenkranz: ... bei einer Fehlplanung bei einem Krankenhaus! Dort wird gekürzt!) Sie kürzen bei den Patientinnen und Patienten. Und, Herr Wöginger, was unerhört ist, ist, dass eine halbe Milliarde Euro aus der AUVA herausgenommen wird, um sie als Geschenk den Konzernen und der Großindustrie zu geben. Das ist unerhört! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Zinggl. – Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Cox und Noll
Sie kürzen, und gleichzeitig beschneiden Sie das Recht der ArbeitnehmerInnen auf Selbstverwaltung. Auch wenn Sie hoffen, dass all diese Maßnahmen, die Sie hier in den letzten Monaten gesetzt haben, wieder schnell und leise in Vergessenheit geraten: Seien Sie sich sicher, wir werden Sie jeden Tag daran erinnern (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Cox und Noll), und dabei wissen wir uns Seite an Seite mit Tausenden Betriebsrätinnen und Betriebsräten und mit Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.
Zwischenruf des Abg. Lausch.
Ich möchte in diesem Sinne die Gelegenheit persönlich nützen, meinem guten Freund und lieben Kollegen Wolfgang Katzian hier und heute zu danken, für sein beherztes Engagement, für seinen unermüdlichen Einsatz für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für die soziale Sicherheit in diesem Land. (Zwischenruf des Abg. Lausch.) Lieber Wolfgang, du wirst diesem Haus zweifelsohne fehlen, das ist leider so, aber ich weiß, dass du als Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes noch mehr Möglichkeiten haben wirst, dich für die soziale Gerechtigkeit und die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzusetzen; und sei sicher: Wir sind an deiner Seite. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall der Abgeordneten Cox und Zadić. – Abg. Martin Graf: Viel wichtiger ist, dass er als Austria-Präsident geht!)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall der Abgeordneten Cox und Zadić. – Abg. Martin Graf: Viel wichtiger ist, dass er als Austria-Präsident geht!
Ich möchte in diesem Sinne die Gelegenheit persönlich nützen, meinem guten Freund und lieben Kollegen Wolfgang Katzian hier und heute zu danken, für sein beherztes Engagement, für seinen unermüdlichen Einsatz für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für die soziale Sicherheit in diesem Land. (Zwischenruf des Abg. Lausch.) Lieber Wolfgang, du wirst diesem Haus zweifelsohne fehlen, das ist leider so, aber ich weiß, dass du als Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes noch mehr Möglichkeiten haben wirst, dich für die soziale Gerechtigkeit und die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzusetzen; und sei sicher: Wir sind an deiner Seite. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall der Abgeordneten Cox und Zadić. – Abg. Martin Graf: Viel wichtiger ist, dass er als Austria-Präsident geht!)
Abg. Rendi-Wagner: Auf Kosten der Gesundheit!
Abgeordneter Ing. Wolfgang Klinger (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesminister! Frau Dr. Pamela Rendi-Wagner hat soeben davon gesprochen, dass wir Hunderte Millionen Euro in der Sozialversicherung kürzen. – Ich verstehe das nicht. Wir sparen in der Sozialversicherung ein (Abg. Rendi-Wagner: Auf Kosten der Gesundheit!) und schaffen auch da ein schlankes System, und das wird Gelder für unsere Patienten zurückspülen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Wolfgang Klinger (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesminister! Frau Dr. Pamela Rendi-Wagner hat soeben davon gesprochen, dass wir Hunderte Millionen Euro in der Sozialversicherung kürzen. – Ich verstehe das nicht. Wir sparen in der Sozialversicherung ein (Abg. Rendi-Wagner: Auf Kosten der Gesundheit!) und schaffen auch da ein schlankes System, und das wird Gelder für unsere Patienten zurückspülen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.
Frau Dr. Rendi-Wagner, Sie sprechen davon, dass wir dem historischen Erfolgsmodell der Sozialpartnerschaft den Kampf angesagt hätten. – Das Einzige, was mir dazu einfällt, ist: Die SPÖ ist in der Historie stecken geblieben. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Loacker – Gegenrufe bei der FPÖ
Sehr geehrter Herr Kollege Katzian, natürlich wünschen auch wir Ihnen alles Gute für die Zukunft – das Weitere wurde ja schon gesagt –, aber wenn Sie davon sprechen (Zwischenruf des Abg. Loacker – Gegenrufe bei der FPÖ), dass bei uns der Abwehrkampf für soziale Sicherheit und faire Arbeitsplätze so richtig unter Druck gekommen ist, dann kann ich nur eines sagen: Das Einzige, was in der Republik mit Ihrer
Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.
leidigen Geschichte unter Druck gekommen ist, ist die SPÖ und niemand anderer. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Lueger
Wenn Sie davon sprechen, dass wir Gesetze durchpeitschen, dann stelle ich hier eines fest: Die Sozialpartnerschaft hat es nicht geschafft, für gerechte Arbeitswelten und für faire Arbeitsbedingungen zu sorgen, geschweige denn für flexible Arbeitszeiten. Diese Bundesregierung hat diese flexiblen Arbeitszeiten jetzt geschaffen (Zwischenruf der Abg. Lueger), und wenn Sie davon reden, dass der 12-Stunden-Tag jetzt gang und gäbe sei, möchte ich Ihnen ein Beispiel bringen.
Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.
Ich habe vor Kurzem ein Gespräch mit einem Betriebsrat einer großen europäischen Firma geführt, der völlig verunsichert gemeint hat, dass jetzt alle 12 Stunden zu arbeiten haben – am nächsten Tag war Betriebsversammlung. Ich habe ihm gesagt, dass diese 12 Stunden auf freiwilliger Basis sein werden, und ich habe ihn ersucht, mir von dieser Betriebsversammlung zu berichten und mich am nächsten Tag sofort anzurufen. Er hat das leider Gottes nicht getan. Ich habe mich dann bei ihm gemeldet und ihn gefragt, warum er mich nicht angerufen hat. Wissen Sie, was die Aussage war? – Ich habe nicht mehr anrufen müssen, denn jetzt verstehe ich es und es passt alles. – Das ist die wirkliche Arbeitswelt, in der wir uns befinden. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf bei der SPÖ.
Wir haben eben einen anderen Zugang: Wir stellen den Menschen als Individuum dar und fest, und dieses Individuum wollen wir fördern, mit allen seinen Fähigkeiten, aber auch mit allen seinen Entscheidungsmöglichkeiten. Deswegen sind wir der Meinung, dass es nicht sein kann, dass viele über einen bestimmen, der von sich aus etwas für sich Besseres machen wird, und wir haben damit klar festgestellt, dass Betriebsräte und Gewerkschaften, so wichtig sie sind, nicht das alleinige Maß sein können, was die Arbeitszeitgesetze betrifft. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Vogl.
Sie sprechen davon, dass wir nichts weiterbringen, aber ganz ehrlich gesagt: Wir haben 1 500 Euro Mindestlohn eingeführt. Auch das war Ihnen dann zu wenig. (Zwischenruf des Abg. Vogl.) Ja warum haben Sie das nicht vorher gemacht? (Zwischenrufe der Abgeordneten Katzian und Vogl.) Hätten Sie das vorher gemacht! Sie hätten dafür lange genug Zeit gehabt, Herr Katzian! – So schaut es aus. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Katzian und Vogl.
Sie sprechen davon, dass wir nichts weiterbringen, aber ganz ehrlich gesagt: Wir haben 1 500 Euro Mindestlohn eingeführt. Auch das war Ihnen dann zu wenig. (Zwischenruf des Abg. Vogl.) Ja warum haben Sie das nicht vorher gemacht? (Zwischenrufe der Abgeordneten Katzian und Vogl.) Hätten Sie das vorher gemacht! Sie hätten dafür lange genug Zeit gehabt, Herr Katzian! – So schaut es aus. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.
Sie sprechen davon, dass wir nichts weiterbringen, aber ganz ehrlich gesagt: Wir haben 1 500 Euro Mindestlohn eingeführt. Auch das war Ihnen dann zu wenig. (Zwischenruf des Abg. Vogl.) Ja warum haben Sie das nicht vorher gemacht? (Zwischenrufe der Abgeordneten Katzian und Vogl.) Hätten Sie das vorher gemacht! Sie hätten dafür lange genug Zeit gehabt, Herr Katzian! – So schaut es aus. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Vogl.
So etwas wie den Familienbonus mit 1 500 Euro pro Jahr für unsere Familien umzusetzen, davon waren Sie meilenweit entfernt. (Zwischenruf des Abg. Vogl.) Und Sie werfen uns jetzt vor, wir würden einen Kampf gegen faire Arbeitswelten und gegen soziale Gerechtigkeit führen. – Nein, das Gegenteil ist der Fall!
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Soziale Sicherheit für alle: Auch diesbezüglich haben wir einen unterschiedlichen Zugang. Ich sehe einfach nicht ein, dass jemand, der in unser Sozialsystem eindringt und noch nie etwas für dieses Sozialsystem geleistet hat, dieselben Leistungen bekommen soll. Das wird es mit uns einfach nicht geben. Das müssen Sie zur Kenntnis nehmen! Und es ist auch ein Unterschied, ob jemand arbeiten könnte und nicht will oder ob jemand arbeiten will, aber nicht kann. Auch das müssen wir berücksichtigen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Mein letzter Satz: Die Maßnahmen dieser Regierung, unserer neuen Sozialministerin, sind Meilensteine für eine faire Arbeitswelt, für soziale Gerechtigkeit, eben für eine positive Zukunft für unser Land. – Danke. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich freue mich über den regen Besucherzustrom und begrüße die Besuchergruppe aus Kirchberg an der Raab mit dem Bürgermeister, dem Vizebürgermeister und den Gemeinderäten recht herzlich im Hohen Haus. Ich begrüße auch recht herzlich das Gymnasium aus Deutschland, aus Osterholz-Scharmbeck, das auf Wienbesuch ist. – Herzlich willkommen hier im österreichischen Parlament! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei NEOS und SPÖ sowie der Abgeordneten Nehammer und Wöginger.
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Geschätzte Besucherinnen und Besucher! Der Chef des Österreichischen Gewerkschaftsbundes verabschiedet sich aus dem Parlament, und das ist schon auch ein Zeitpunkt, Danke schön zu sagen für die Arbeit, die die Arbeitnehmervertreter in den Betrieben leisten; das ist eine wichtige Arbeit. Wir waren sicher oft unterschiedlicher Meinung, aber ich möchte nicht anstehen, auch zu respektieren, dass da wichtige Standpunkte eingebracht werden. (Beifall bei NEOS und SPÖ sowie der Abgeordneten Nehammer und Wöginger.)
Abg. Wurm: Ist eh vernünftig gewesen!
Auf der einen Seite wird das Blaue vom Himmel versprochen und bei der Arbeitszeitflexibilisierung von Freiwilligkeit geredet. – Es gibt diese Freiwilligkeit nicht, das muss man fairerweise sagen. Wenn in einem Betrieb die Produktionslinie 12 Stunden läuft, dann läuft sie 12 Stunden, und dann ist man nicht freiwillig da, sondern dann hat man da zu sein. Umgekehrt ist es so, dass diese Mehrstunden bezahlt werden, und die Ausbeutung, die auf der anderen Seite gemalt wird, findet auch nicht statt. Die Wahrheit ist in der Mitte. Man müsste einander nicht diese Schimpfworte an den Kopf werfen, wie sie hier in den Zwischenrufen oft der Fall sind. (Abg. Wurm: Ist eh vernünftig gewesen!)
Abg. Wurm: Gute Idee, gell?
Wir erleben allerdings auch ein unterschiedliches Rollenverständnis bei der Regierung. Wenn Kurz und Strache den Kollektivvertragsverhandlungspartnern ausrichten, was sie gerne für eine Erhöhung hätten, dann sitzt man schon mit der Kinnlade unten vor dem Fernseher und fragt sich: Was spielt sich da gerade ab? (Abg. Wurm: Gute Idee, gell?) – Es geht die Regierung einfach einen feuchten Kehricht an, was die Sozial-
Beifall bei den NEOS.
Das ist reine Showpolitik der Regierung. Man stellt sich hinaus und sagt: Wir haben gemacht, und wir hätten gerne eine größere Lohnerhöhung! – Da wird nur mit Show gearbeitet und nicht mit Tatsachen. Wenn es nämlich um die Tatsachen ginge und wenn es darum ginge, was die Aufgabe der Parlamentsmehrheit wäre, dann würden Sie die kalte Progression abschaffen. (Beifall bei den NEOS.)
Heiterkeit bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wöginger: Gute Idee!
Zu dieser – unter Anführungszeichen – „Reformgeschichte“ der Sozialversicherung: Also das war eine Showparade erster Klasse. Da stellen Sie sich zu viert hin – Kanzler, Vizekanzler, Sozialministerin und Klubobmann der ÖVP – und verkündigen die Wohltat: 1 Milliarde Euro, fünf Kassen. – Ja, man hätte das eigentlich auf dem Balkon des Belvedere stattfinden lassen sollen, wie Sie die Wohltaten den Menschen verkündigen. (Heiterkeit bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wöginger: Gute Idee!)
Beifall bei den NEOS.
Man hätte schon reformieren können, aber das wäre anders gegangen. Dann hätten Sie auch Ihren schwarzen Beamten zu Leibe rücken müssen, aber natürlich: Die eigene Klientel wird geschont. Das ist wirklich billig, was Sie da machen. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Verabschiedungsrede?
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (PILZ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte zunächst damit beginnen, dir, lieber Wolfgang Katzian, für deine Arbeit hier in diesem Haus zu danken. Du warst ein unermüdlicher Kämpfer für die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Du wirst uns daher in diesem Hause fehlen, aber ich weiß, du hast eine neue Herausforderung angenommen, eine wichtige Herausforderung, du bist nun der Chef des ÖGB. Wir brauchen einen starken ÖGB, die Regierung beweist uns das jeden Tag. In dieser deiner neuen Funktion, Wolfgang, wünsche ich dir viel Kraft und alles Gute! (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Verabschiedungsrede?)
Beifall bei der Liste Pilz sowie der Abg. Yildirim.
Zusammenfassend kann man also sagen: Die Situation für das untere Einkommensdrittel hat sich verschlechtert, jene, die in dieser Gesellschaft abgehängt sind, werden weiter abgehängt, die gesellschaftliche Teilhabe für viele Menschen wird immer schwieriger, und es droht tatsächlich eine Zweidrittelgesellschaft in unserem Land. – Ich bin nicht bereit, das zu tolerieren, und ich hoffe sehr stark auch auf die Unterstützung der Gewerkschaften, des ÖGB, aber auch der Opposition im Kampf dafür, dass allen Menschen eine gesellschaftliche Teilhabe zusteht. (Beifall bei der Liste Pilz sowie der Abg. Yildirim.)
Beifall bei der Liste Pilz.
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (fortsetzend): Ja, ich komme zum Schlusswort. – Was wir dafür brauchen, sind Mindestlöhne von 1 750 Euro, sind Senkungen der Beiträge für Sozialversicherungen für die unteren Einkommen, aber auch eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich und keine Verlängerung, denn das führt uns zurück ins 19. Jahrhundert. – Vielen Dank. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Abgeordnete Gabriela Schwarz (ÖVP): Werter Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Mehr als 30 Jahre lang habe ich einerseits als Journalistin und andererseits als Patientin erlebt, dass Dinge und Systeme nicht geändert wurden, weil die einen alles ändern wollten, die anderen gar nichts, und das bedeutet im Endeffekt Stillstand. Diesen Stillstand haben wir jetzt unterbrochen, dafür stehen wir: Wir ändern die Dinge, wir packen sie an, wir machen es ganz einfach! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Richtig!
Es war heute schon die Rede von Fairness. Ich war im letzten Winter bei einer Familie im Burgenland, die ein behindertes Kind hat. Der Sechsjährige braucht einen neuen Rollstuhl, und der Vater hat mich gefragt, wie ich ihm das erklären kann, dass er gleiche Beiträge wie Versicherte in einem anderen Bundesland bezahlt, aber wesentlich weniger Zuschuss bekommt. (Abg. Rosenkranz: Richtig!) – Sagen Sie mir, was daran fair gewesen sein soll! (Abg. Rosenkranz: Genau!)
Abg. Rosenkranz: Genau!
Es war heute schon die Rede von Fairness. Ich war im letzten Winter bei einer Familie im Burgenland, die ein behindertes Kind hat. Der Sechsjährige braucht einen neuen Rollstuhl, und der Vater hat mich gefragt, wie ich ihm das erklären kann, dass er gleiche Beiträge wie Versicherte in einem anderen Bundesland bezahlt, aber wesentlich weniger Zuschuss bekommt. (Abg. Rosenkranz: Richtig!) – Sagen Sie mir, was daran fair gewesen sein soll! (Abg. Rosenkranz: Genau!)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Wir stehen für Leistungsharmonisierung: gleiche Beiträge – gleiche Leistung, anders kann das nicht funktionieren! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.) Ich halte diese Leistungsharmonisierung für den ersten wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Ich bin allen dankbar, die das jetzt bei Heilbehelfen und bei Hilfsmitteln ermöglicht haben, und wir sind auch bei den ärztlichen Leistungen auf einem guten Weg.
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Ich habe bei meinem früheren Job eine Mitarbeiterin gehabt, die 16 Monate lang aufgrund eines Burn-outs im Krankenstand war. Aus vielen Gesprächen habe ich entnommen, dass es wichtig ist, dass wir rechtzeitig darauf schauen, dass es den Menschen im Arbeitsumfeld gut geht. Eine gute Präventionsmaßnahme dafür ist die Psychotherapie. Es ist uns heuer gelungen, die Zuschüsse das erste Mal seit 25 Jahren zu erhöhen. – Danke dafür, danke, dass der Zuschuss zur vollfinanzierten Psychotherapie um 25 Prozent angehoben wurde. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
noch, dass das Gefühl mitschwingt, dass sie nicht genügend wertgeschätzt werden. Hausärztinnen und Hausärzte sind eine extrem wichtige Stütze unseres Gesundheitssystems, und ich danke ihnen dafür, dass sie tagtäglich ihren Dienst an der Menschheit tun. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Eine Möglichkeit ist nicht nur, die Ausbildung aufzuwerten, sondern selbstverständlich auch, sie zu fördern, wenn es um Ordinationsgründungen geht. Da geht es um Wertschätzung auch von uns, von der Politik, gegenüber den Hausärztinnen und ‑ärzten. Eine Möglichkeit ist aber auch, dass Ärztinnen und Ärzte andere Kolleginnen und Kollegen anstellen können, und auch da sind wir auf einem wirklich sehr guten Weg. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.) – Danke schön.
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Schieder.
Wir wissen aus unterschiedlichen Umfragen, dass möglichst viele Menschen zu Hause alt werden möchten. Ich bin 56 Jahre alt, ich weiß noch nicht wie, unter welchen Umständen ich meine letzten Monate und Tage verbringen werde, aber ich bin voll des Vertrauens, dass ich das gut behütet und gut umsorgt werde machen können. Dafür müssen wir sorgen, nämlich dass genügend Pflegepersonen zur Verfügung stehen. Das betrifft nicht nur die pflegenden Angehörigen, die Unterstützung brauchen, sondern auch professionelles Pflegepersonal. Darauf muss unser Fokus gerichtet sein. Wir müssen dafür sorgen, dass alle Menschen, die zu Hause alt werden möchten, das auch unter guten Bedingungen können. Ich habe oft das Gefühl, dass es nicht hörbar und sichtbar genug ist, was das Pflegepersonal leistet – es leistet wirklich großartige Arbeit und dafür sei ihm an dieser Stelle gedankt! (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Schieder.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
All diese Dinge, die wir jetzt im Bereich der Gesundheit angepackt haben, kosten Geld, ja. Leistungsharmonisierung kostet Geld, all diese neuen Dinge, die wir einführen wollen, kosten Geld, aber dieses Geld gewinnen wir durch die Strukturreform. Dafür stehen wir, das haben wir versprochen und dieses Versprechen werden wir halten. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Freiheit und soziale Sicherheit hängen ganz eng zusammen, und zwar nicht nur in der Frage, wie es in einem Land zugeht, wenn die soziale Sicherheit zerstört wird, sondern die soziale Sicherheit gibt erst die Möglichkeit, überhaupt Freiheit so zu leben, wie man möchte, und an der Demokratie – nicht nur an Wahlen, sondern an der Demokratie im umfassenden Sinne, nämlich durch Teilhabe an der Gesellschaft – teilzunehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
der so leicht wahrzunehmen traut, genau dafür gibt es die Betriebsräte, die darauf schauen, dass es im Unternehmen nicht schiefläuft, dafür gibt es die Interessenvertretungen, die Arbeiterkammer und den Österreichischen Gewerkschaftsbund, die darauf schauen, dass die kleinen Leute auch zu ihrem Recht kommen, dass in unserer Gesellschaft jeder, der recht hat, auch die Chance hat, recht zu bekommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Falsch!
Das Zweite ist aber auch: Die soziale Sicherheit in unserer Gesellschaft ist unter Druck, und Sie, Frau Ministerin, sind eine derer, die diesen Druck auf die soziale Sicherheit erzeugen. Sie sind Teil dieser Regierung von Schwarz und Blau, die scheibchenweise die soziale Sicherheit in unserem Land aushöhlt und zerstört. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Falsch!)
Beifall bei der SPÖ.
Schauen wir uns nur an: Der Jugendvertrauensrat soll abgeschafft werden. Die AMS-Mittel wurden gekürzt, damit es keine Programme mehr für Langzeitarbeitslose gibt. Die AUVA soll ausgehöhlt und finanziell ausgehungert werden. Die Krankenkassen werden nicht nur zusammengelegt, sondern es wird die Leistung gekürzt, die dahinter steckt, und die Leute bekommen für ihre Krankenkassenbeiträge in Zukunft nicht mehr die Leistung, die sie heute bekommen. Die Notstandshilfe soll abgeschafft werden. (Beifall bei der SPÖ.) Der 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche wurden hinterrücks hier durch das Haus durchgepeitscht (Abg. Gudenus: Hinterrücks?!), so arg, dass selbst der schwarze Arbeiterkammerpräsident in Tirol, Herr Zangerl, jetzt eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht hat. – Das ist Arbeitnehmervertretung, wie sie sein soll: überparteilich, aber immer für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unserem Land! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gudenus: Hinterrücks?!
Schauen wir uns nur an: Der Jugendvertrauensrat soll abgeschafft werden. Die AMS-Mittel wurden gekürzt, damit es keine Programme mehr für Langzeitarbeitslose gibt. Die AUVA soll ausgehöhlt und finanziell ausgehungert werden. Die Krankenkassen werden nicht nur zusammengelegt, sondern es wird die Leistung gekürzt, die dahinter steckt, und die Leute bekommen für ihre Krankenkassenbeiträge in Zukunft nicht mehr die Leistung, die sie heute bekommen. Die Notstandshilfe soll abgeschafft werden. (Beifall bei der SPÖ.) Der 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche wurden hinterrücks hier durch das Haus durchgepeitscht (Abg. Gudenus: Hinterrücks?!), so arg, dass selbst der schwarze Arbeiterkammerpräsident in Tirol, Herr Zangerl, jetzt eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht hat. – Das ist Arbeitnehmervertretung, wie sie sein soll: überparteilich, aber immer für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unserem Land! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Schauen wir uns nur an: Der Jugendvertrauensrat soll abgeschafft werden. Die AMS-Mittel wurden gekürzt, damit es keine Programme mehr für Langzeitarbeitslose gibt. Die AUVA soll ausgehöhlt und finanziell ausgehungert werden. Die Krankenkassen werden nicht nur zusammengelegt, sondern es wird die Leistung gekürzt, die dahinter steckt, und die Leute bekommen für ihre Krankenkassenbeiträge in Zukunft nicht mehr die Leistung, die sie heute bekommen. Die Notstandshilfe soll abgeschafft werden. (Beifall bei der SPÖ.) Der 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche wurden hinterrücks hier durch das Haus durchgepeitscht (Abg. Gudenus: Hinterrücks?!), so arg, dass selbst der schwarze Arbeiterkammerpräsident in Tirol, Herr Zangerl, jetzt eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht hat. – Das ist Arbeitnehmervertretung, wie sie sein soll: überparteilich, aber immer für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unserem Land! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Höbart.
Sehr geehrte Frau Ministerin! Die Frage, die sich viele Menschen in unserem Land stellen, ist: Was kommt noch? Was ist mit dem Urlaub? Was ist mit den Überstundenzuschlägen? Was ist mit der Durchrechnungszeit? (Zwischenruf des Abg. Höbart.) Welche Anschläge auf die soziale Sicherheit planen Sie noch? – Rücken Sie heraus mit der Wahrheit, damit die Menschen sich auskennen, was Sie mit diesem Land vorhaben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Also wir rücken mit der Wahrheit dann heraus, wenn Sie, Herr Abgeordneter, die Wahrheit sagen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Also wir rücken mit der Wahrheit dann heraus, wenn Sie, Herr Abgeordneter, die Wahrheit sagen!
Sehr geehrte Frau Ministerin! Die Frage, die sich viele Menschen in unserem Land stellen, ist: Was kommt noch? Was ist mit dem Urlaub? Was ist mit den Überstundenzuschlägen? Was ist mit der Durchrechnungszeit? (Zwischenruf des Abg. Höbart.) Welche Anschläge auf die soziale Sicherheit planen Sie noch? – Rücken Sie heraus mit der Wahrheit, damit die Menschen sich auskennen, was Sie mit diesem Land vorhaben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Also wir rücken mit der Wahrheit dann heraus, wenn Sie, Herr Abgeordneter, die Wahrheit sagen!)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Lieber Herr Rosenkranz! Damit das nicht passiert, was in Ihren Köpfen schon geplant ist, braucht es einen starken ÖGB, und Wolfgang Katzian ist der Präsident dieses starken ÖGB, Wolfgang Katzian ist das Sprachrohr dieses starken ÖGB. Er hat hier im Haus zehn Jahre lang für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gearbeitet – dafür herzlichen Dank, lieber Wolfgang –, er war hier im Haus immer ein Arbeitnehmervertreter. Herzlichen Dank, Wolfgang, und alles Gute! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Höbart: Das kann nur ein Berufspolitiker daherträllern!
Es gibt schwierige Fragen zu klären. Die Lohnverhandlungen stehen an, die Arbeitnehmer haben ein Recht, einen fairen Anteil vom Wirtschaftsaufschwung zu bekommen; 5 Prozent stehen im Raum. Der Kampf um die sechste Urlaubswoche, der Kampf für eine Arbeitszeitverkürzung statt einer Arbeitszeitverlängerung, so wie Sie es gemacht haben, muss ausgetragen werden, und dafür brauchen wir eine starke Gewerkschaft. (Abg. Höbart: Das kann nur ein Berufspolitiker daherträllern!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen eines zum Schluss, und es ist ganz, ganz wichtig, das in die Geschichtsbücher unserer Republik hineinzuschreiben: Starke Gewerkschaften bedeuten auch eine starke Demokratie, und dafür stehen und kämpfen wir! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Höbart: Gar nichts Wahres dran!
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Nach Arbeitnehmervertreter Schieder, der jetzt wahrscheinlich seine Abschiedsrede gehalten hat, kommen wir zurück zum Thema: Es geht um die soziale Sicherheit in unserem Land. Kollege Katzian hat sich heute in der Früh hierher ans Rednerpult gestellt und sich darüber ausgelassen, wie schlecht nicht alles sei, es komme zum Sozialabbau, es sei alles ganz, ganz furchtbar, und er hat dann so geschlossen, dass er sich jetzt zurückziehe. – Also wenn es so furchtbar ist, Herr Kollege Katzian, ist es dann – diese Frage stellt man sich – nicht umso notwendiger oder wäre es dann nicht umso notwendiger, hier eine starke Arbeitnehmervertretung zu haben? Offensichtlich nicht und offensichtlich ist an dem, was Sie gesagt haben, eigentlich nicht viel Wahres dran (Abg. Höbart: Gar nichts Wahres dran!), wie man ja auch an der Reaktion der SPÖ sieht: Sie sitzen hier alle verschlafen, selbst bei den Rednern der eigenen Fraktion sind halbe Bankreihen leer. Es interessiert Sie in Wahrheit selber nicht mehr. (Beifall bei der FPÖ.) Sie leben auch irgendwo als Partei wie der Kaiser ohne Kleider, Sie schiffen hier herum, wissen nicht mehr genau, sind Sie jetzt noch für Marx oder ist es doch nur mehr der Murks, den Sie hier vertreten können. Sie haben hier überhaupt nichts mehr abgegeben, überhaupt kein Bild mehr.
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Nach Arbeitnehmervertreter Schieder, der jetzt wahrscheinlich seine Abschiedsrede gehalten hat, kommen wir zurück zum Thema: Es geht um die soziale Sicherheit in unserem Land. Kollege Katzian hat sich heute in der Früh hierher ans Rednerpult gestellt und sich darüber ausgelassen, wie schlecht nicht alles sei, es komme zum Sozialabbau, es sei alles ganz, ganz furchtbar, und er hat dann so geschlossen, dass er sich jetzt zurückziehe. – Also wenn es so furchtbar ist, Herr Kollege Katzian, ist es dann – diese Frage stellt man sich – nicht umso notwendiger oder wäre es dann nicht umso notwendiger, hier eine starke Arbeitnehmervertretung zu haben? Offensichtlich nicht und offensichtlich ist an dem, was Sie gesagt haben, eigentlich nicht viel Wahres dran (Abg. Höbart: Gar nichts Wahres dran!), wie man ja auch an der Reaktion der SPÖ sieht: Sie sitzen hier alle verschlafen, selbst bei den Rednern der eigenen Fraktion sind halbe Bankreihen leer. Es interessiert Sie in Wahrheit selber nicht mehr. (Beifall bei der FPÖ.) Sie leben auch irgendwo als Partei wie der Kaiser ohne Kleider, Sie schiffen hier herum, wissen nicht mehr genau, sind Sie jetzt noch für Marx oder ist es doch nur mehr der Murks, den Sie hier vertreten können. Sie haben hier überhaupt nichts mehr abgegeben, überhaupt kein Bild mehr.
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Gerade die Sozialdemokratie, gerade ihr, meine Damen und Herren, legt immer so viel Wert auf eure Traditionen, ihr bejubelt die Jahre 1848, 1918, 1934. – Damals haben Sozialdemokraten für ihre Ideen ihr Leben gelassen. Und was macht ihr heute? – Ihr sitzt hier in euren Bankreihen, ihr traut euch nicht einmal parteiintern irgendeinen Widerstand zu leisten, gar nichts mehr. Ihr seid in Wahrheit tot, und das wisst ihr und genau das spiegelt sich auch hier wider! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Das Einzige, das euch noch verbindet, ist jetzt der Phantomschmerz, von der Macht weg zu sein. Das ist etwas, was sich noch wie ein roter Faden durch die Sozialdemokratie zieht, aber sonst überhaupt nichts mehr.
Zwischenrufe des Abg. Vogl sowie Gegenrufe des Abg. Lausch.
Kollege Katzian, in deiner Rede heute hast du gesagt, vor 100 Jahren wurde der 8-Stunden-Tag eingeführt. – Ja, stimmt, und er ist immer noch gesetzliche Regelung. Es hat sich nichts geändert. Auch wenn man es noch hundert Mal wiederholt: Es hat sich nichts geändert! (Zwischenrufe des Abg. Vogl sowie Gegenrufe des Abg. Lausch.) Die Leute können freiwillig länger arbeiten, ja, diese Möglichkeit ist angepasst an eine neue moderne Arbeitszeit, diese Änderung ist vollzogen, hat aber mit Sozialabbau nichts zu tun. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Kollege Katzian, in deiner Rede heute hast du gesagt, vor 100 Jahren wurde der 8-Stunden-Tag eingeführt. – Ja, stimmt, und er ist immer noch gesetzliche Regelung. Es hat sich nichts geändert. Auch wenn man es noch hundert Mal wiederholt: Es hat sich nichts geändert! (Zwischenrufe des Abg. Vogl sowie Gegenrufe des Abg. Lausch.) Die Leute können freiwillig länger arbeiten, ja, diese Möglichkeit ist angepasst an eine neue moderne Arbeitszeit, diese Änderung ist vollzogen, hat aber mit Sozialabbau nichts zu tun. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dem AMS stehen für das Jahr 2019 1,25 Milliarden Euro zur Verfügung. Das sind um 150 Millionen Euro weniger – bei einer Arbeitslosigkeit von über 100 000 Arbeitslosen weniger. Das AMS hat weniger Ausgaben, aber ihr tut immer so, als würde alles einzementiert werden. Der Aufwand für Arbeitslosengeld ist geringer, die Abgaben an PVA, an die Krankenkassen gehen zurück. Das macht weit mehr als 150 Millionen Euro aus, die das AMS weniger an Ausgaben, an Fixkosten hat. Das heißt, für den einzelnen Arbeitslosen steht weit mehr als in den letzten Jahren zur Verfügung. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Was sollen diese komischen Rechnereien, die ihr hier macht?
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
die eingespart werden. Natürlich werden die eingespart, die braucht es nicht mehr im 21. Jahrhundert. Und das ist euer Problem: Ihr klebt nach wie vor im 20. Jahrhundert fest. Ihr glaubt, mit Rezepten der Sechziger- und Siebzigerjahre könnt ihr das 21. Jahrhundert noch steuern. – Das funktioniert nicht! Es braucht einen modernen, schlanken Staat. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber, und jetzt komme ich zum Aber: Wenn ihr meint, es kommt einem Sozialabbau gleich, dass wir jetzt die Lehre für Asylwerber abgeschafft haben, dann muss ich sagen: Ja, dazu stehen wir, denn dieses Experiment, das ihr hier geführt habt, dieses ideologische Experiment, das einzig und allein dazu gedient hat, dass wir über die Hintertür das Asyl aufmachen, wird es dank dieser Bundesregierung nicht mehr geben. – Vielen herzlichen Dank dafür. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es war auch schon höchst an der Zeit, denn der Missbrauch, der damit getrieben worden ist, war himmelschreiend. Das ist genau das Problem. Wenn das alles als reine Integrationsmaßnahme gedacht ist, dann möchte ich Sie darauf hinweisen, wir sprechen von Asylwerbern. Für diese brauchen wir keine Integrationsmaßnahmen zu setzen, denn sie haben überhaupt noch nichts verdient. Erst dann, wenn sie einen Asylstatus haben, dann dürfen sie jedenfalls den Arbeitsmarkt in Österreich bestücken. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei NEOS und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Herr Präsident! Lieber Wolfgang Katzian, uns verbindet ja ideologisch nicht sehr viel, aber ich habe dich in großartiger Erinnerung, als 2015 dieses Krisenjahr war und du im Plenum zu mir gekommen bist und gefragt hast: Wo kann ich dir helfen? – Das zeigt, welch großes Herz du hast. Wir können hier nicht mehr miteinander diskutieren, du wirst uns hier herinnen fehlen. Ich danke dir für deine Arbeit. (Beifall bei NEOS und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: Da ist er!
Was wir aber vordringlich machen müssen - - Jetzt ist der Herr Wöginger nicht im Saal. (Rufe bei der ÖVP: Da ist er!) – Wo ist er denn? Da drüben redet er. – Es ist nämlich so, wenn sich die Regierung einmischt und vielleicht auch noch die Oesterreichische Nationalbank einmischt, dass höhere Lohnabschlüsse getroffen werden sollen, dann könnte diese Regierung eines machen, wenn sie will, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen höhere Löhne bekommen, netto mehr von weniger Brutto bekommen: Sie können heute noch die kalte Progression abschaffen. Das ist ein vordringliches Ziel. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Was wir aber vordringlich machen müssen - - Jetzt ist der Herr Wöginger nicht im Saal. (Rufe bei der ÖVP: Da ist er!) – Wo ist er denn? Da drüben redet er. – Es ist nämlich so, wenn sich die Regierung einmischt und vielleicht auch noch die Oesterreichische Nationalbank einmischt, dass höhere Lohnabschlüsse getroffen werden sollen, dann könnte diese Regierung eines machen, wenn sie will, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen höhere Löhne bekommen, netto mehr von weniger Brutto bekommen: Sie können heute noch die kalte Progression abschaffen. Das ist ein vordringliches Ziel. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Wenn es dann auch um faire Arbeitswelten geht, so möchte ich noch einmal daran erinnern: Unter der Kern-Regierung war es so, dass man die Personenfreizügigkeit, vor allem von der SPÖ-Seite, europaweit einschränken wollte. Das ist genauso nicht fair, was Sie hier machen, wenn Sie im europäischen Kontext sprechen. Wenn es darum geht, faire Arbeitswelten zu schaffen, müssen Sie das vordringlichste Ziel haben, dass Sie in der Bildung, in der Ausbildung, aber auch in der Beseitigung des Fachkräftemangels sehr viel tun. Das müssen nicht nur die Sozialpartner, das muss auch diese Regierung machen. Darum ist es das höchste Gebot, den Fachkräftemangel zu besiegen, um faire Arbeitswelten zu garantieren. (Beifall bei den NEOS.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich darf recht herzlich die Schülerinnen und Schüler des Stiftsgymnasiums Wilhering auf unserer Galerie begrüßen. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Lausch: Sagen Sie dazu, wie Sie das alles finanzieren wollen!
Die aktuelle Regierung zeigt es ja vor, wie man durch das Ausspielen einer Gruppe gegen die andere ganz gut durchkommt. (Abg. Lausch: Sagen Sie dazu, wie Sie das alles finanzieren wollen!) Aber, lieber Kollege Katzian, vielleicht teilen wir beide einfach einen anderen Zugang zur Politik, einen, in dem es uns tatsächlich darum geht, für alle Menschen in diesem Land Verbesserungen zu erreichen und Dinge vorwärtszubringen, und zwar nicht auf Kosten der einen oder der anderen Gruppe, sondern tatsächlich für alle Menschen, das wäre doch schön!
Beifall bei der Liste Pilz.
Ich werde deshalb nicht zulassen, dass der Inhalt dieser Anträge weiterhin überhört wird. Ich werde diese heute einbringen und freue mich auch schon auf die gemeinsame Diskussion mit Ihnen im Ausschuss. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Beifall bei der Liste Pilz.
Abgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber, BA (fortsetzend): ... einen ersten Schritt – ja, Schlusssatz – hin zu einer fairen Arbeitswelt für alle umzusetzen. – Danke sehr. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Die Abgeordneten der SPÖ verlassen den Saal. – Rufe bei der FPÖ: Mahlzeit!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dönmez. – Bitte. (Die Abgeordneten der SPÖ verlassen den Saal. – Rufe bei der FPÖ: Mahlzeit!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Wir müssen die Diskussionen so führen, dass wir zwar über die Pensionen reden, aber dabei den Arbeitsmarkt nicht ausblenden. Das alles ist eine Symbiose, das hängt zusammen. Daher ist es wichtig, dass wir hier die Diskussionen offen und ehrlich führen und den Blick darauf nicht vergessen, worum es geht: Es geht um die Menschen in diesem Land. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Vielleicht auch nicht!
Ich darf die Abgeordneten zum Europäischen Parlament, so sie schon hier sind oder vielleicht noch kommen werden, eingeladen sind sie - - (Ruf bei der FPÖ: Vielleicht auch nicht!) – Ein Teil noch nicht. Dann begrüße ich sie später.
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher auf der Galerie und vor den Fernsehschirmen! Es ist schön, eine Aktuelle Europastunde hier abzuhalten, auch unter Beteiligung von Mitgliedern des Europäischen Parlaments – einer fehlt mir momentan, nämlich der zukünftige EU-Spitzenkandidat der Sozialdemokratie in Österreich. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Herrn Kern interessiert die Europapolitik bereits genauso wie die Innenpolitik in den letzten Monaten, egal, in welcher Funktion.
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich kann meinen Landsleuten hier in Österreich nur sagen: Beim Grenzschutz ist wichtig, dass er da ist, wenn man ihn braucht – und diese Bundesregierung mit diesen beiden Ministern stellt sicher, dass dieser Grenzschutz funktioniert, wenn man ihn braucht! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Wöginger und Obernosterer.
Österreich ist aber natürlich eingebettet in die Europäische Union, nicht nur organisatorisch, strukturell und wirtschaftlich, sondern auch geografisch. Daher kommt dem Schutz von Außengrenzen, geregelt auch im Abkommen von Schengen, besondere Bedeutung zu. – Übrigens: Ungarn war in der Folge der Flüchtlingskrise 2015 das erste und einzige Land, das den rechtmäßigen Zustand der Sicherung der Schengengrenze und damit europäischen Außengrenze tatsächlich hergestellt hat. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Wöginger und Obernosterer.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Wöginger und Amon.
An dieser Stelle kann ich nur eines betonen: Zuwanderung nach Österreich, also wer wann warum nach Österreich kommt, wird auch in Zukunft ausschließlich Österreich selbst bestimmen! (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Wöginger und Amon.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP
Wir werden auch danach trachten, dass Österreich die volle Souveränität im Fremdenrecht, im Asylrecht behalten wird. Wir werden uns nicht von einer internationalen Staatengemeinschaft overrulen lassen. Das behalten wir in unserer eigenen Hand (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP), genauso wie auch gewährleistet sein muss und wird, dass ausschließlich wir Österreicherinnen und Österreicher bestimmen werden, wie und mit welcher Mehrheit der Gesetzgeber in dieser Demokratie, das Parlament, zusammengesetzt wird. Das sind unsere ureigensten Interessen, die wir verfolgen werden, und dazu ist diese Bundesregierung auch absolut gewillt und in der Lage.
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
publik zu verunsichern, als in Österreich Sicherheit zu schaffen – was für die Sicherheitsparteien in dieser Bundesregierung aber an vorderster Stelle steht. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Vor allem für die Zeitungen!
Bundesminister für Inneres Herbert Kickl: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich bin sehr froh über diese europapolitische Stunde, weil ich glaube, dass die gesamte Migrations- und Asylfrage in Wahrheit eine Schicksalsfrage der Europäischen Union und darüber hinaus auch von ganz Europa ist. Die richtige Antwort auf diese Frage ist der Schlüssel dazu, dass wir in Zukunft ein Leben in Sicherheit führen können, in Freiheit, in einer Demokratie, unter Aufrechterhaltung der Grundwerte, die auch Ihnen so wichtig sind wie mir (Ruf bei der SPÖ: Vor allem für die Zeitungen!), und dass es ein Leben in Wohlstand für unsere Kinder und für die kommenden Generationen gibt. Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Dieser Schlüssel sperrt viele Schlösser! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Obernosterer.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Obernosterer.
Bundesminister für Inneres Herbert Kickl: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich bin sehr froh über diese europapolitische Stunde, weil ich glaube, dass die gesamte Migrations- und Asylfrage in Wahrheit eine Schicksalsfrage der Europäischen Union und darüber hinaus auch von ganz Europa ist. Die richtige Antwort auf diese Frage ist der Schlüssel dazu, dass wir in Zukunft ein Leben in Sicherheit führen können, in Freiheit, in einer Demokratie, unter Aufrechterhaltung der Grundwerte, die auch Ihnen so wichtig sind wie mir (Ruf bei der SPÖ: Vor allem für die Zeitungen!), und dass es ein Leben in Wohlstand für unsere Kinder und für die kommenden Generationen gibt. Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Dieser Schlüssel sperrt viele Schlösser! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Obernosterer.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Krainer.
Weil es heute angesprochen wurde, fange ich gleich am Beginn an: Das Thema Grenzen wurde angesprochen. Ich werde als Innenminister in ein paar Wochen – wieder einmal, sage ich dazu – einen Brief an die Europäische Kommission abschicken. Ich werde in diesem Brief an die Europäische Kommission ankündigen, dass Österreich weiterhin die Notwendigkeit sieht, seine eigenen Grenzen nach eigenem Ermessen zu kontrollieren. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Taschner.
Ich schreibe das deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren, weil wir in diesen Grenzkontrollen einen unverzichtbaren Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit der österreichischen Bevölkerung sehen, weil wir darin einen Beitrag zum Schutz gegen die Bedrohung durch die illegale Migration, zum Schutz gegen das Schlepperunwesen und die organisierte Kriminalität, die damit im Zusammenhang steht, sehen – und nur Träumer können glauben, dass wir in all diesen Fragen über den Berg sind. Natürlich geht es dabei auch um den Schutz der österreichischen Bevölkerung gegen die Infiltration von terroristischen und extremistischen Elementen, IS-Rückkehrern, diejenigen, die glauben, ihren sogenannten Heiligen Krieg auf europäischen Boden oder gar nach Österreich tragen zu können. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Taschner.)
Abg. Scherak: Die kritischen Medien!
Ich habe natürlich schon mitbekommen und gehört, dass das nicht alle freut (Abg. Scherak: Die kritischen Medien!), hier im Haus – es gab schon die ersten Anmerkungen in Form von Zwischenrufen –, aber natürlich auch in Brüssel. Ich sage Ihnen ganz ehrlich, dass mich das relativ wenig beeindruckt. Das, was mich wirklich beeindruckt, ist das Schutzbedürfnis der österreichischen Bevölkerung – und dem komme ich nach, und das erfülle ich! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich habe natürlich schon mitbekommen und gehört, dass das nicht alle freut (Abg. Scherak: Die kritischen Medien!), hier im Haus – es gab schon die ersten Anmerkungen in Form von Zwischenrufen –, aber natürlich auch in Brüssel. Ich sage Ihnen ganz ehrlich, dass mich das relativ wenig beeindruckt. Das, was mich wirklich beeindruckt, ist das Schutzbedürfnis der österreichischen Bevölkerung – und dem komme ich nach, und das erfülle ich! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bin aber ein Optimist, meine sehr geehrten Damen und Herren, weil uns mit dem Antritt dieser neuen Bundesregierung und mit der freiheitlichen Übernahme des Innenressorts vieles gelungen ist. Es wird jetzt Dampf gemacht in diesem ganz, ganz wichtigen Bereich der Asyl- und Migrationsfragen, und zwar sowohl auf europäischer Ebene als auch im Inneren der Republik Österreich, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir sind hier Vorreiter, wir sind hier Impulsgeber, wir sind hier Motor einer ganz, ganz neuen Entwicklung in eine Richtung, die sich die Bevölkerung längst erwartet. Das ist das, was ich immer als Paradigmenwechsel in der Asylpolitik bezeichne: nach innen hin nichts anderes als eine restriktive Asylpolitik, bei der wir die Anreize kappen, die Verfahren beschleunigen und Schluss machen mit einer Einstellung – insbesondere von Links propagiert –, die man zusammenfassen könnte mit „Asyl à la carte“ – das wird es mit uns nicht geben! –, und nach außen hin und auf der Ebene der Europäischen Union ein Ende, ein Wegkommen von einer Debatte rund um den Begriff der Solidarität, bei der Solidarität im Wesentlichen nur mit der Frage der zwangsweisen Verteilung von Asylwerbern quer über den Kontinent gleichgesetzt wurde. Dafür wurde in Kauf genommen, dass es zu Entwicklungen kommt, die ich als unerfreulich im Zusammenspiel der europäischen Völkerfamilie bezeichnen möchte. Das ist der Holzweg, auf dem die Europäische Union unterwegs ist, und deshalb ist es notwendig, diesen Paradigmenwechsel herbeizuführen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Schutz der Außengrenzen, meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist ein Gesamtpaket. Das bedeutet ein wirksames Kontrollsystem, um sehr rasch herauszufinden, wer wirklich unseren Schutz verdient, das bedeutet aber auch ein restriktives Abhaltesystem und ein konsequentes Rückführungssystem für diejenigen, die keinen Anspruch auf Schutz haben. Ich sage Ihnen, das ist die einzige Möglichkeit, mit der es uns gelingen wird, das inhumanste aller Asylsysteme zu beenden – und das inhumanste aller Asylsysteme ist jenes, das wir jetzt haben. Wir nennen es das Tausendersystem, und zwar deshalb, weil Tausende Menschen sich auf den Weg machen aus Gebieten, die Tausende Kilometer von uns entfernt sind, dafür Tausende Dollar oder Euro an Schlepperbanden und die organisierte Kriminalität zahlen und zu Tausenden ihr Leben in der Sahara oder im Mittelmeer lassen. Das ist die Unmenschlichkeit – und nicht das, was wir auf europäischer Ebene vorantreiben wollen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Jarolim
Aber ein Punkt ist dabei ganz, ganz wichtig (Zwischenruf des Abg. Jarolim): Es geht bei all den Maßnahmen darum, dass es keinen Eingriff in die staatlichen Souveränitäts- und Hoheitsrechte gibt. Das ist der entscheidende Punkt. Und deswegen bin ich Walter Rosenkranz auch sehr, sehr dankbar, weil er gesagt hat, wir müssen ein bissl vorsichtig sein dort, wo durch internationale Verpflichtungen und neue Verträge, sei es direkt oder durch die Hintertür, wieder ein Angriff auf unsere Souveränität und Entscheidungsfreiheit und damit auf unsere Freiheit vonstattengeht.
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben uns jetzt sehr darum bemüht, Asyl und Zuwanderung auseinanderzuhalten, und ich werde keine Entwicklung unterstützen, die dazu beiträgt, die Dinge, die nicht zusammengehören, wieder miteinander zu vermanschen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Jarolim: ... des Herrn Bösch! ..., der Herr Bösch und der Herr Rosenkranz!
Die zweite Komponente sind die sogenannten kontrollierten Einrichtungen an den Außengrenzen der EU für diejenigen, die es zu uns schaffen – mit raschen Entscheidungen und mit einer konsequenten Rückführung derer, die keinen Anspruch auf Asyl haben, entweder in ihr Herkunftsland oder in einen entsprechenden Drittstaat. In diese Richtung muss es als nächsten Schritt gehen, und ich bin ehrlich gesagt einigermaßen enttäuscht, dass der EU-Kommissar, der für diese Fragen zuständig ist, nach zweieinhalb Monaten die Flinte ins Korn geworfen und gesagt hat, wir finden keinen afrikanischen Staat, der uns das macht. Ich hätte mir anstatt dieses Freispruchs aus der Verantwortung, dieses Entlassens aus der Verantwortung erwartet, dass man das gesamte Gewicht der Europäischen Union dort hineinlegt, um diese Dinge entsprechend umzusetzen. Das ist unsere Stoßrichtung! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Jarolim: ... des Herrn Bösch! ..., der Herr Bösch und der Herr Rosenkranz!)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
um dann auf dem Boden der Europäischen Union um Asyl anzusuchen. Das ist der Weg in die falsche Richtung, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn man glaubt, die gigantische Problematik der Migration insgesamt in Kombination mit der Bevölkerungsentwicklung und mit den Krisenherden auf dieser Welt – politischer Art, militärischer Art – dadurch in den Griff zu bekommen, dass man Menschen nach Europa holt und hier verteilt, dann ist man aus meiner Sicht in einer verantwortungsvollen Position an der falschen Stelle. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Bevor ich dem nächsten Redner das Wort erteile, darf ich die Besucher aus der Kopernikusschule Freigericht, ebenfalls in der Bundesrepublik Deutschland gelegen, recht herzlich auf unserer Galerie begrüßen. (Allgemeiner Beifall.)
Ruf bei der SPÖ: Der Amon hat nicht geklatscht! – Abg. Jarolim: Der Amon hat als Erster nicht geklatscht, das habe ich dir hoch angerechnet!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! (Ruf bei der SPÖ: Der Amon hat nicht geklatscht! – Abg. Jarolim: Der Amon hat als Erster nicht geklatscht, das habe ich dir hoch angerechnet!) Kollege (in Richtung Abg. Jarolim) Vilimsky, kannst du vielleicht Mag. Kern noch herbeiholen lassen? Wir würden die Europadebatte gerne mit ihm führen. (Rufe bei der SPÖ: Vilimsky?) – Jarolim! Verzeihung, es tut mir leid!
in Richtung Abg. Jarolim
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! (Ruf bei der SPÖ: Der Amon hat nicht geklatscht! – Abg. Jarolim: Der Amon hat als Erster nicht geklatscht, das habe ich dir hoch angerechnet!) Kollege (in Richtung Abg. Jarolim) Vilimsky, kannst du vielleicht Mag. Kern noch herbeiholen lassen? Wir würden die Europadebatte gerne mit ihm führen. (Rufe bei der SPÖ: Vilimsky?) – Jarolim! Verzeihung, es tut mir leid!
Rufe bei der SPÖ: Vilimsky?
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! (Ruf bei der SPÖ: Der Amon hat nicht geklatscht! – Abg. Jarolim: Der Amon hat als Erster nicht geklatscht, das habe ich dir hoch angerechnet!) Kollege (in Richtung Abg. Jarolim) Vilimsky, kannst du vielleicht Mag. Kern noch herbeiholen lassen? Wir würden die Europadebatte gerne mit ihm führen. (Rufe bei der SPÖ: Vilimsky?) – Jarolim! Verzeihung, es tut mir leid!
Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.
Erstens muss man sagen, dass die Migrationsbewegung, die wir ab den Jahren 2016/17 erlebt haben, mit vorangegangenen Flüchtlings- und Migrationsbewegungen nicht vergleichbar ist; sie ist nicht vergleichbar mit den Entwicklungen des Prager Frühlings, nicht vergleichbar mit der Ungarnkrise, nicht vergleichbar mit dem Jugoslawienkrieg und auch nicht mit dem Fall der Berliner Mauer und der Aufnahme vieler Ostdeutscher, die Österreich durchquert haben, die durchtransportiert worden sind. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
meine Damen und Herren, so etwas darf nie mehr passieren! So etwas darf nie mehr geschehen! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Es wurde auf unglaubliche Art und Weise sichtbar, dass das an sich und ursprünglich wahrscheinlich gut gemeinte Dublinsystem nicht funktioniert, es wurden die Unzulänglichkeiten der ursprünglich guten Idee des Schengenvertrags, für den wir geworben haben, sichtbar. Seine Freiheiten, die innerhalb Europas sichergestellt werden sollen und sichergestellt werden müssen, können nur dann gelebt werden, wenn auf der anderen Seite die Europäische Union ihren Bürgerinnen und Bürgern im eigenen Territorium einen entsprechenden Schutz sicherstellt. Deshalb ist auch die Schwäche des Schengensystems bedauerlicherweise so sichtbar geworden und deshalb ist es auch klar, dass wir bis zur Herstellung einer effektiven Außengrenze, eines Außengrenzschutzes für die Europäische Union, zumindest für den Schengenraum, Grenzkontrollen benötigen und brauchen, meine Damen und Herren. Es ist bedauerlich, aber es ist notwendig, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Ordnung ist ein entscheidendes Prinzip in der Frage der klaren Abgrenzung zwischen Zuwanderung, Migration und dem so wichtigen und notwendigen Asylsystem, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie! Herr Kickl, ich an Ihrer Stelle würde mir Sorgen machen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich habe das jetzt beobachtet: Die Volkspartei klatscht schon gar nicht mehr mit, und die FPÖ müssen wir auffordern, damit sie klatscht; also das ist wirklich ein bedenkliches Zeichen. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Das ist eine ...-Diskussion! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Das ist eine ...-Diskussion! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie! Herr Kickl, ich an Ihrer Stelle würde mir Sorgen machen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich habe das jetzt beobachtet: Die Volkspartei klatscht schon gar nicht mehr mit, und die FPÖ müssen wir auffordern, damit sie klatscht; also das ist wirklich ein bedenkliches Zeichen. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Das ist eine ...-Diskussion! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Gespaltet habt nur ihr!
Geschätzte Damen und Herren, rechtspopulistische Abschottung macht uns ärmer und spaltet die Gesellschaft. (Ruf bei der FPÖ: Gespaltet habt nur ihr!) Dadurch wird kein Problem gelöst, sondern es werden Menschen gegeneinander ausgespielt und der soziale Friede gefährdet. Sie wissen, dass das so ist! (Abg. Zanger: Sind das deine Erfahrungen der letzten Woche?) – Sie wissen, dass das so ist, und Ihr Metternich’scher Versuch, jetzt sogar die Presse zu zensurieren, wird auch nicht helfen, das zu vertuschen, Herr Kickl, auf keinen Fall! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Zanger: Sind das deine Erfahrungen der letzten Woche?
Geschätzte Damen und Herren, rechtspopulistische Abschottung macht uns ärmer und spaltet die Gesellschaft. (Ruf bei der FPÖ: Gespaltet habt nur ihr!) Dadurch wird kein Problem gelöst, sondern es werden Menschen gegeneinander ausgespielt und der soziale Friede gefährdet. Sie wissen, dass das so ist! (Abg. Zanger: Sind das deine Erfahrungen der letzten Woche?) – Sie wissen, dass das so ist, und Ihr Metternich’scher Versuch, jetzt sogar die Presse zu zensurieren, wird auch nicht helfen, das zu vertuschen, Herr Kickl, auf keinen Fall! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren, rechtspopulistische Abschottung macht uns ärmer und spaltet die Gesellschaft. (Ruf bei der FPÖ: Gespaltet habt nur ihr!) Dadurch wird kein Problem gelöst, sondern es werden Menschen gegeneinander ausgespielt und der soziale Friede gefährdet. Sie wissen, dass das so ist! (Abg. Zanger: Sind das deine Erfahrungen der letzten Woche?) – Sie wissen, dass das so ist, und Ihr Metternich’scher Versuch, jetzt sogar die Presse zu zensurieren, wird auch nicht helfen, das zu vertuschen, Herr Kickl, auf keinen Fall! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Gehen Sie auch nach Europa?
Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gibt es in dieser Diskussion drei Prinzipien. (Ruf bei der FPÖ: Gehen Sie auch nach Europa?) Das erste Prinzip ist: Flucht ist kein Verbrechen, geschätzte Damen und Herren! Es gibt Gründe, warum Menschen flüchten – persönliche, politische Verfolgung, Krieg, Naturkatastrophen, Hunger –, und erste Aufgabe von jedem, der überlegt, muss es doch sein (Abg. Riemer: Alle in die Obersteiermark!), diese Gründe zu verringern und zu beseitigen. Das heißt, wieder zurück zur aktiven Neutralitätspolitik mit unserer traditionell westlichen Ausrichtung und nicht das Anbiedern an zweifelhafte Gestalten dieser Weltgeschichte, geschätzte Damen und Herren! Das heißt auch, einen europäischen Entwicklungsplan entwerfen, das heißt auch, österreichische Entwicklungshilfe stärken und nicht kürzen, und das heißt auch, dass wir uns im Bereich Klimaschutz engagieren. Dieser Klimawandel ist ja auch ein massiver Grund für Fluchtbewegungen, geschätzte Damen und Herren! – Das sind die Dinge, die einmal primär angegangen werden müssen, und man sollte sich nicht nur auf ein Thema versteifen, so wie Sie das machen! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić.)
Abg. Riemer: Alle in die Obersteiermark!
Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gibt es in dieser Diskussion drei Prinzipien. (Ruf bei der FPÖ: Gehen Sie auch nach Europa?) Das erste Prinzip ist: Flucht ist kein Verbrechen, geschätzte Damen und Herren! Es gibt Gründe, warum Menschen flüchten – persönliche, politische Verfolgung, Krieg, Naturkatastrophen, Hunger –, und erste Aufgabe von jedem, der überlegt, muss es doch sein (Abg. Riemer: Alle in die Obersteiermark!), diese Gründe zu verringern und zu beseitigen. Das heißt, wieder zurück zur aktiven Neutralitätspolitik mit unserer traditionell westlichen Ausrichtung und nicht das Anbiedern an zweifelhafte Gestalten dieser Weltgeschichte, geschätzte Damen und Herren! Das heißt auch, einen europäischen Entwicklungsplan entwerfen, das heißt auch, österreichische Entwicklungshilfe stärken und nicht kürzen, und das heißt auch, dass wir uns im Bereich Klimaschutz engagieren. Dieser Klimawandel ist ja auch ein massiver Grund für Fluchtbewegungen, geschätzte Damen und Herren! – Das sind die Dinge, die einmal primär angegangen werden müssen, und man sollte sich nicht nur auf ein Thema versteifen, so wie Sie das machen! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić.
Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gibt es in dieser Diskussion drei Prinzipien. (Ruf bei der FPÖ: Gehen Sie auch nach Europa?) Das erste Prinzip ist: Flucht ist kein Verbrechen, geschätzte Damen und Herren! Es gibt Gründe, warum Menschen flüchten – persönliche, politische Verfolgung, Krieg, Naturkatastrophen, Hunger –, und erste Aufgabe von jedem, der überlegt, muss es doch sein (Abg. Riemer: Alle in die Obersteiermark!), diese Gründe zu verringern und zu beseitigen. Das heißt, wieder zurück zur aktiven Neutralitätspolitik mit unserer traditionell westlichen Ausrichtung und nicht das Anbiedern an zweifelhafte Gestalten dieser Weltgeschichte, geschätzte Damen und Herren! Das heißt auch, einen europäischen Entwicklungsplan entwerfen, das heißt auch, österreichische Entwicklungshilfe stärken und nicht kürzen, und das heißt auch, dass wir uns im Bereich Klimaschutz engagieren. Dieser Klimawandel ist ja auch ein massiver Grund für Fluchtbewegungen, geschätzte Damen und Herren! – Das sind die Dinge, die einmal primär angegangen werden müssen, und man sollte sich nicht nur auf ein Thema versteifen, so wie Sie das machen! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić.)
Ruf: Die Rede ist ... Thema verfehlt!
Das zweite Prinzip, geschätzte Damen und Herren, ist: Um Asyl anzusuchen ist gleichfalls kein Verbrechen (Ruf: Die Rede ist ... Thema verfehlt!), wie das manche glauben. Für die österreichische Sozialdemokratie steht in dieser Frage das uneingeschränkte Bekenntnis zur Genfer Flüchtlingskonvention im Zentrum, geschätzte Damen und Herren, und unsere humanitäre Verpflichtung, vor Terror, Gewalt und Krieg Flüchtenden zu helfen. Das ist im Zentrum unseres Handelns, geschätzte Damen und Herren, nicht nur Grenzen aufzubauen, wie Sie das möchten! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić.
Das zweite Prinzip, geschätzte Damen und Herren, ist: Um Asyl anzusuchen ist gleichfalls kein Verbrechen (Ruf: Die Rede ist ... Thema verfehlt!), wie das manche glauben. Für die österreichische Sozialdemokratie steht in dieser Frage das uneingeschränkte Bekenntnis zur Genfer Flüchtlingskonvention im Zentrum, geschätzte Damen und Herren, und unsere humanitäre Verpflichtung, vor Terror, Gewalt und Krieg Flüchtenden zu helfen. Das ist im Zentrum unseres Handelns, geschätzte Damen und Herren, nicht nur Grenzen aufzubauen, wie Sie das möchten! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Aber – da vermisse ich Ihr Engagement als Bundesregierung komplett –, es geht auch darum, Ungerechtigkeiten und Schieflagen, die es in Europa gibt, zu beseitigen. Wenige Länder, darunter auch Österreich, bearbeiten die meisten Asylanträge in Europa, und es ist nicht hinzunehmen, dass sich andere Länder zu einer Art doppelten Mitgliedschaft entschieden haben: Wenn es etwas zu holen gibt, bin ich bei der EU dabei, wenn es darum geht, Solidarität zu leisten, verabschiede ich mich. – Diese Situation ist zu beenden, Herr Bundesminister! Es ist Ihre Aufgabe als Bundesregierung, auch dafür zu sorgen, dass in Europa wieder Solidarität in allen Bereichen herrscht! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Zanger.
Ich sage Ihnen, wenn Ihre Freunde, die Orbáns, die Kaczyńskis und Ähnliche, weiter diese Solidarität nicht leisten wollen, dann geht es auch darum, dass die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler auf Dauer ihre finanzielle Solidarität mit diesen Ländern einstellen sollen, Herr Kickl. Es wäre einmal an der Zeit, auch darüber nachzudenken! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Zadić und Zinggl.
Es ist aber auch wichtig, dass wir in dieser ganzen Angelegenheit nicht vergessen, dass Österreich ein Rechtsstaat ist und dass Rechtsstaatlichkeit dort, wo es an ihr mangelt, immer zu bewahren, durchzusetzen und zu fördern ist. Deshalb: rasche Asylverfahren, viel mehr Geld für die Abwicklung dieser Verfahren, ein europäisches Quotensystem, ja, Kontrolle der Außengrenzen, aber auch Rückführungsabkommen. – Ich frage Sie: Wie viele Rückführungsabkommen haben Sie in Ihrer Zeit schon abgeschlossen? – Die Antwort ist einfach: kein einziges. Groß reden, aber nichts dahinter, Herr Kickl, das ist Ihre Politik. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Zadić und Zinggl.)
Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit der Abgeordneten Gudenus und Kassegger.
Rechtspopulismus macht uns ärmer und spaltet die Gesellschaft. Durch das, was Sie tun, wird kein einziges Problem gelöst, geschätzte Damen und Herren! Kein einziges Problem wird gelöst, und daran werden Sie am Ende scheitern. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit der Abgeordneten Gudenus und Kassegger.)
Beifall bei der FPÖ.
Mitglied des Europäischen Parlaments Harald Vilimsky (FPÖ): Frau Präsident! Geschätzter Herr Innenminister Herbert Kickl! Das war schon etwas putzig, möchte ich fast sagen, dass da ein Vertreter der Sozialdemokratie das Wort ergreift und all das einmahnt, was die Sozialisten die vergangenen zehn Jahre vergeigt und versiebt haben. (Beifall bei der FPÖ.) Herr Leichtfried, es waren Sie und die Ihren, die diese sozialen Probleme erst verursacht haben. Es waren Sie, die nicht für einen Außengrenzschutz gesorgt haben, und es waren Sie und Ihr Bundeskanzler a. D., SPÖ-Parteichef a. D., designierter Spitzenkandidat in spe, die das hier vergeigt haben. Das muss man auch einmal in aller Deutlichkeit zum Ausdruck bringen.
Beifall bei FPÖ und ÖVP
Das ist gut so und darüber freue ich mich (Beifall bei FPÖ und ÖVP), und auch darüber, dass diese Bundesregierung offensichtlich Verantwortung zu übernehmen bereit ist, was (in Richtung SPÖ) bei Ihnen nicht der Fall war. Man kann ja auch nicht verschweigen, dass der Herr designierte Spitzenkandidat Christian Kern nach der Wahl bei uns auf der Matte gestanden ist und gesagt hat: Herr Strache, wäre es nicht vielleicht doch möglich, dass Sie uns unterstützen? Wir wollen den Bundeskanzler halten! – Na, mitnichten ist das der Fall, liebe Sozialdemokraten! Der Wähler hat gesprochen und der Wähler hat zu Ihnen Nein gesagt, und das ist auch gut so. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Das ist gut so und darüber freue ich mich (Beifall bei FPÖ und ÖVP), und auch darüber, dass diese Bundesregierung offensichtlich Verantwortung zu übernehmen bereit ist, was (in Richtung SPÖ) bei Ihnen nicht der Fall war. Man kann ja auch nicht verschweigen, dass der Herr designierte Spitzenkandidat Christian Kern nach der Wahl bei uns auf der Matte gestanden ist und gesagt hat: Herr Strache, wäre es nicht vielleicht doch möglich, dass Sie uns unterstützen? Wir wollen den Bundeskanzler halten! – Na, mitnichten ist das der Fall, liebe Sozialdemokraten! Der Wähler hat gesprochen und der Wähler hat zu Ihnen Nein gesagt, und das ist auch gut so. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Abg. Yılmaz: Zur Sache!
Liebe Sozialdemokraten, wo war denn die Verantwortung Ihres Herrn Kern, der Sie wahrscheinlich auf ein Jahrzehnt aus der Bundesregierung hinausmanövriert hat? Wo war denn die Verantwortung des heute nicht anwesenden, weil er lieber bei einem Sozialistenkongress in Kanada ist, als hier bei einer Europadebatte das Wort zu ergreifen, Herrn Christian Kern? Wo war seine Verantwortung Ihrer Partei gegenüber, als er von einer Minute auf die nächste gesagt hat: Liebe SPÖ, danke, mir reicht es; ich hänge das Handtuch an den Halter!? Wo war die Verantwortung, als er gesagt hat: Ich will Spitzenkandidat der internationalen Sozialisten werden? – Auch da hat er am nächsten Tag gesagt: Na ja, eigentlich war das nicht so gemeint. Dann hat er gesagt, er will eigentlich gar kein Mandat haben, um am Tag darauf in einer Interviewanfrage zu sagen: Na ja, das Mandat hätte ich doch ganz gerne. (Abg. Yılmaz: Zur Sache!) Gut, dass die-
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
ser Christian Kern, Ihr oberster Sozialdemokrat, nicht mehr in Verantwortung ist, und ich freue mich auf die Auseinandersetzung mit diesem Herrn bei der kommenden Debatte. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Yılmaz
Damit bin ich wieder bei Ihrem Spitzenkandidaten Kern: Was war denn im Jahr 2015, als er als ÖBB-Chef gesagt hat: Kein Problem! Wir transportieren sie nicht nur nach Österreich, sondern auch durch Österreich durch? – 300 000 Menschen haben die ÖBB ausgewiesen, über 600 Züge, über 1 300 Busse! 15 Millionen Euro hat es gekostet, 5 Millionen Euro hat die ÖBB in Rechnung gestellt. Das ist Ihre Politik, und genau diese Versäumnisse räumt jetzt die neue Bundesregierung Zug um Zug weg (Zwischenruf der Abg. Yılmaz), und das ist gut und das ist erfreulich so. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Damit bin ich wieder bei Ihrem Spitzenkandidaten Kern: Was war denn im Jahr 2015, als er als ÖBB-Chef gesagt hat: Kein Problem! Wir transportieren sie nicht nur nach Österreich, sondern auch durch Österreich durch? – 300 000 Menschen haben die ÖBB ausgewiesen, über 600 Züge, über 1 300 Busse! 15 Millionen Euro hat es gekostet, 5 Millionen Euro hat die ÖBB in Rechnung gestellt. Das ist Ihre Politik, und genau diese Versäumnisse räumt jetzt die neue Bundesregierung Zug um Zug weg (Zwischenruf der Abg. Yılmaz), und das ist gut und das ist erfreulich so. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
Ich finde es ja lieb, wenn ich (in Richtung SPÖ) da hinüber sehe – diese frustrierten Gesichter: der Herr Krainer, der in seinem ganzen Leben noch keinen positiven Vorschlag gemacht hat, immer beißt, immer negativ ist, alles immer schlechtredet. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.) Und auch da: Wenn man versucht, eine Diskussion über die Zukunft Europas zu generieren, kommt nur Negatives. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Da wird hineingeschrien.
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich finde es ja lieb, wenn ich (in Richtung SPÖ) da hinüber sehe – diese frustrierten Gesichter: der Herr Krainer, der in seinem ganzen Leben noch keinen positiven Vorschlag gemacht hat, immer beißt, immer negativ ist, alles immer schlechtredet. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.) Und auch da: Wenn man versucht, eine Diskussion über die Zukunft Europas zu generieren, kommt nur Negatives. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Da wird hineingeschrien.
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Jarolim: ... So ein Aushängeschild Österreichs ... in Europa! – Ruf: Jarolim, bitte!
Ich komme zum Schluss, meine sehr geehrten Damen und Herren: Europa verändert sich – und Europa verändert sich zum Guten. Und es werden nicht (reihum zeigend) Sie, Sie, Sie und auch nicht ich sein, der die Antwort auf diese Frage gibt, es werden die Völker Europas sein, die eine klare Antwort geben werden. – Danke sehr. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Jarolim: ... So ein Aushängeschild Österreichs ... in Europa! – Ruf: Jarolim, bitte!)
Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Zadić.
Ich möchte Ihnen heute eine spezielle Ehre zuteilwerden lassen: Ich möchte Sie und den Bundeskanzler für Das Goldene Brett vorm Kopf nominieren. Wer das nicht kennt: Das ist ein Negativpreis, der von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften vergeben wird. Es werden natürlich einerseits lustige Verschwörungstheoretiker nominiert, aber auch Menschen, deren falsche Versprechungen eine Gefahr für andere darstellen. (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Zadić.) Der Preis wird anhand folgender Kriterien vergeben: Grad der Abwegigkeit, Kritikresistenz, kommerzielles Interesse, Aktionsradius und Gefahrenpotenzial der falschen Versprechungen.
Beifall bei den NEOS, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abg. Zadić.
Herr Bundeskanzler und Herr Innenminister, hier also Ihre Nominierung – ausnahmsweise wünsche ich Ihnen, dass Sie gewinnen. (Beifall bei den NEOS, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abg. Zadić.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Ich wünsche mir eine vernünftige und eine europäische Asyllösung, daher möchte ich hier auch durchaus positiv anerkennen, dass die FPÖ in der Aktuellen Europastunde das Thema des EU-Außengrenzschutzes gewählt hat. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Ich freue mich, dass Sie davon abgegangen sind, Grenzen innerhalb Europas hochzuziehen, und ich freue mich, dass wir uns in Zukunft teure Grenzschutzübungen an der Grenze zwischen Österreich und Slowenien werden sparen können (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ), denn dieses Geld und diese Kraft werden wir selbstverständlich für die EU-Außengrenzen brauchen.
Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ
Ich wünsche mir eine vernünftige und eine europäische Asyllösung, daher möchte ich hier auch durchaus positiv anerkennen, dass die FPÖ in der Aktuellen Europastunde das Thema des EU-Außengrenzschutzes gewählt hat. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Ich freue mich, dass Sie davon abgegangen sind, Grenzen innerhalb Europas hochzuziehen, und ich freue mich, dass wir uns in Zukunft teure Grenzschutzübungen an der Grenze zwischen Österreich und Slowenien werden sparen können (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ), denn dieses Geld und diese Kraft werden wir selbstverständlich für die EU-Außengrenzen brauchen.
Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.
Dieser Fonds, meine Damen und Herren, braucht Geld. Österreich leistet lediglich 6 Millionen Euro, zahlt lediglich 6 Millionen Euro in diesen Fonds ein. Das klingt nach viel, das stimmt, aber wenn wir uns anschauen, wie viel andere Länder leisten, dann zeigt sich: Wir in Österreich bilden leider das Schlusslicht. Deutschland beteiligt sich mit 165 Millionen Euro an diesem Fonds. Man kann sagen, Deutschland ist groß, eine große Wirtschaftsmacht, die sollen das tun. Vor uns liegen aber auch andere Länder wie zum Beispiel Tschechien, Slowakei; ja sogar Ungarn hat erkannt, dass es wichtig ist, die Fluchtursachen zu bekämpfen, und dass es wichtig ist, zu investieren und Geld in die Hand zu nehmen, damit Menschen nicht flüchten müssen. (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.
Auch das World Food Programme oder die UNHCR haben in den letzten zwei Jahren aus Österreich 90 Prozent weniger bekommen als in den Jahren zuvor; daher bitte ich die Bundesregierung, auch Sie, Herr Innenminister: Reden Sie nicht nur, wie wir die Fluchtursachen bekämpfen müssen, sondern handeln Sie! (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte noch einen Punkt erwähnen, der mir wirklich sehr wichtig ist; es geht um Fair Trade: Wir müssen von unserer Free-Trade-Handelspolitik wegkommen, hin zu einer Fair-Trade-Handelspolitik. Unsere Handelspolitik muss endlich mit der Entwicklungszusammenarbeit Hand in Hand gehen. Was passiert denn heutzutage? – Billige und hoch subventionierte Landwirtschaftsprodukte Europas landen auf afrikanischen Märkten. Das führt dazu, dass Menschen ihre Lebensgrundlage entzogen wird, und das ist nicht nur ein einfaches Blabla, das die linken Politiker sagen. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Alma Zadić, LL.M. (fortsetzend): Dadurch kostet 1 Liter Milch in Senegal 50 Cent. Das müssen wir ändern. – Vielen Dank. (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Vogl.
Abgeordneter Karl Nehammer, MSc (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie! Gestatten Sie mir noch einen Hinweis, bevor ich zu meiner Rede komme, eines ist für mich nämlich schon erstaunlich: Nach den Turbulenzen, die Kollege Kern in der Sozialdemokratie verursacht und dabei vor allem auch seine neue Liebe zur Europäischen Union entdeckt hat, finde ich es umso erstaunlicher, dass er dann bei der Aktuellen Europastunde nicht anwesend ist. Gott sei Dank gibt es aber engagierte Kollegen wie Leichtfried, der die Sozialdemokratie in ihren Positionen vertritt, während der Klub heute nach wie vor Kern-los ist. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Vogl.)
Ruf bei der SPÖ: So ein Blödsinn!
Wenn man in das rot-grüne Wien schaut: Dort wurde über Jahrzehnte weggeschaut, dort wurde immer wieder diskutiert und kritisiert, wenn wir angefangen haben, uns dem Thema Integration zu widmen. Wir haben uns diesem Thema schon damals mit unserem Staatssekretär für Integration Sebastian Kurz – später Außenminister und jetzt Bundeskanzler – gewidmet und haben gesagt: Wir haben ein Problem mit dem politischen Islam! Was war die erste Antwort des rot-grünen Wiens? – Nein, da gibt es kein Problem. (Ruf bei der SPÖ: So ein Blödsinn!)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Dönmez.
Ich appelliere an Sie, Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, wirken Sie auf Ihre Koalitionspartner in Wien, auf die Grünen, ein und gehen Sie in sich, wenn Sie darüber nachdenken, welche gemeinsamen Maßnahmen wir tatsächlich setzen müssen, um gegen den politischen Islam zu kämpfen! (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Dönmez.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Kollegin Zadić hat aber recht: Es kann nicht nur der Außengrenzschutz sein, deswegen beruft der Bundeskanzler gemeinsam mit der Bundesregierung jetzt während des Ratsvorsitzes den Afrikagipfel ein. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Der Afrikagipfel hat das Ziel, Investitionen vor Ort zu ermöglichen, um den Menschen dort Lösungen anzubieten, denn all das, was bisher getan worden ist, ist offensichtlich zu wenig, wie wir sehen, oder funktioniert nicht richtig; Frau Kollegin Zadić hat darauf hingewiesen. Da müssen wir genau ins Detail gehen, und wir müssen darauf achten, dass die Hilfe, die wir anbieten, tatsächlich den Menschen zugutekommt, nicht irgendwelchen Potentaten oder kriminellen Machenschaften, und die Menschen dazu veranlasst, in ihren Heimatländern zu bleiben. Das ist echte Hilfe vor Ort. Das ist die gemeinsame Aktion des Afrikagipfels unter unserem Ratsvorsitz. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf bei der SPÖ.
Kollegin Zadić hat aber recht: Es kann nicht nur der Außengrenzschutz sein, deswegen beruft der Bundeskanzler gemeinsam mit der Bundesregierung jetzt während des Ratsvorsitzes den Afrikagipfel ein. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Der Afrikagipfel hat das Ziel, Investitionen vor Ort zu ermöglichen, um den Menschen dort Lösungen anzubieten, denn all das, was bisher getan worden ist, ist offensichtlich zu wenig, wie wir sehen, oder funktioniert nicht richtig; Frau Kollegin Zadić hat darauf hingewiesen. Da müssen wir genau ins Detail gehen, und wir müssen darauf achten, dass die Hilfe, die wir anbieten, tatsächlich den Menschen zugutekommt, nicht irgendwelchen Potentaten oder kriminellen Machenschaften, und die Menschen dazu veranlasst, in ihren Heimatländern zu bleiben. Das ist echte Hilfe vor Ort. Das ist die gemeinsame Aktion des Afrikagipfels unter unserem Ratsvorsitz. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen
Gleichzeitig bitte ich Sie (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen): Führen wir den Kampf gegen den politischen Islam gemeinsam! Stimmen Sie dem Kopftuchverbot in den Kindergärten und in den Pflichtschulen, in der Volksschule, zu! Wirken Sie auf die rot geführten Bundesländer ein, die sich diesem Diskurs bisher verweigern, ihn verzerren und verlangsamen! Setzen wir den Kampf geschlossen fort! Es gibt noch immer Zwangsverstümmelungen von Frauen.
Ruf: ... Schlusssatz gewesen!
Präsidentin Doris Bures: Sie müssen jetzt zum Schlusssatz kommen, Herr Abgeordneter. (Ruf: ... Schlusssatz gewesen!)
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Dönmez.
Abgeordneter Karl Nehammer, MSc (fortsetzend): Dann umso mehr, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen: Gehen Sie diesen gemeinsamen Weg mit uns! Führen wir den Kampf gegen den politischen Islam in den Klassenzimmern gemeinsam! Unterstützen Sie diese Bundesregierung! (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Dönmez.)
Ruf bei der ÖVP: ... Herr Kern nicht da ist!
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen! Werte Kollegen! Werte Zuseher auf der Galerie! Ich finde eines schon spannend: Bei einer Thematik, bei dieser Aktuellen Europastunde (Ruf bei der ÖVP: ... Herr Kern nicht da ist!), die die Überschrift „Effektiver EU-Außengrenzschutz als Fundament eines geordneten Asylwesens“ trägt, landet Kollege Nehammer im Klassenzimmer. Wird jetzt Frontex im Klassenzimmer einlaufen? (Abg. Steger: ... zusammenhängen!) Ich meine, das versteht kein Mensch. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steger: ... zusammenhängen!
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen! Werte Kollegen! Werte Zuseher auf der Galerie! Ich finde eines schon spannend: Bei einer Thematik, bei dieser Aktuellen Europastunde (Ruf bei der ÖVP: ... Herr Kern nicht da ist!), die die Überschrift „Effektiver EU-Außengrenzschutz als Fundament eines geordneten Asylwesens“ trägt, landet Kollege Nehammer im Klassenzimmer. Wird jetzt Frontex im Klassenzimmer einlaufen? (Abg. Steger: ... zusammenhängen!) Ich meine, das versteht kein Mensch. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen! Werte Kollegen! Werte Zuseher auf der Galerie! Ich finde eines schon spannend: Bei einer Thematik, bei dieser Aktuellen Europastunde (Ruf bei der ÖVP: ... Herr Kern nicht da ist!), die die Überschrift „Effektiver EU-Außengrenzschutz als Fundament eines geordneten Asylwesens“ trägt, landet Kollege Nehammer im Klassenzimmer. Wird jetzt Frontex im Klassenzimmer einlaufen? (Abg. Steger: ... zusammenhängen!) Ich meine, das versteht kein Mensch. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Das stimmt!
Was plant man jetzt? – Frontex gehört aufgestockt, Frontex soll auf 10 000 Personen aufgestockt werden, es soll ein Interventionsteam geben und es soll einen Soforteinsatzpool geben. Wenn ich dann heute höre, es gebe ja die Puma-Einsatzgruppe, die bei uns an der Grenze übt, sage ich: Diese Polizistinnen und Polizisten sind keine Extraeinheit, sie werden aus einzelnen Wachzimmern, aus einzelnen Polizeiinspektionen rekrutiert (Ruf bei der SPÖ: Das stimmt!), und sie fehlen dort. Sie werden an die Grenze gebracht, machen dort ein Spektakel – mangels Flüchtlingen zieht man Polizeischüler heran –, um den Außengrenzschutz zu üben. (Abg. Riemer: Wir Südsteirer haben das anders gesehen!) Diese Menschen sind dort (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Riemer), fehlen dann aber in den einzelnen Polizeiinspektionen in den Städten, in den Gemeinden und in den einzelnen Dörfern. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Zanger. – Abg. Rosenkranz: ... SPÖ-Sicherheitssprecherin ..., das ist beschämend!)
Abg. Riemer: Wir Südsteirer haben das anders gesehen!
Was plant man jetzt? – Frontex gehört aufgestockt, Frontex soll auf 10 000 Personen aufgestockt werden, es soll ein Interventionsteam geben und es soll einen Soforteinsatzpool geben. Wenn ich dann heute höre, es gebe ja die Puma-Einsatzgruppe, die bei uns an der Grenze übt, sage ich: Diese Polizistinnen und Polizisten sind keine Extraeinheit, sie werden aus einzelnen Wachzimmern, aus einzelnen Polizeiinspektionen rekrutiert (Ruf bei der SPÖ: Das stimmt!), und sie fehlen dort. Sie werden an die Grenze gebracht, machen dort ein Spektakel – mangels Flüchtlingen zieht man Polizeischüler heran –, um den Außengrenzschutz zu üben. (Abg. Riemer: Wir Südsteirer haben das anders gesehen!) Diese Menschen sind dort (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Riemer), fehlen dann aber in den einzelnen Polizeiinspektionen in den Städten, in den Gemeinden und in den einzelnen Dörfern. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Zanger. – Abg. Rosenkranz: ... SPÖ-Sicherheitssprecherin ..., das ist beschämend!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Riemer
Was plant man jetzt? – Frontex gehört aufgestockt, Frontex soll auf 10 000 Personen aufgestockt werden, es soll ein Interventionsteam geben und es soll einen Soforteinsatzpool geben. Wenn ich dann heute höre, es gebe ja die Puma-Einsatzgruppe, die bei uns an der Grenze übt, sage ich: Diese Polizistinnen und Polizisten sind keine Extraeinheit, sie werden aus einzelnen Wachzimmern, aus einzelnen Polizeiinspektionen rekrutiert (Ruf bei der SPÖ: Das stimmt!), und sie fehlen dort. Sie werden an die Grenze gebracht, machen dort ein Spektakel – mangels Flüchtlingen zieht man Polizeischüler heran –, um den Außengrenzschutz zu üben. (Abg. Riemer: Wir Südsteirer haben das anders gesehen!) Diese Menschen sind dort (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Riemer), fehlen dann aber in den einzelnen Polizeiinspektionen in den Städten, in den Gemeinden und in den einzelnen Dörfern. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Zanger. – Abg. Rosenkranz: ... SPÖ-Sicherheitssprecherin ..., das ist beschämend!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Zanger. – Abg. Rosenkranz: ... SPÖ-Sicherheitssprecherin ..., das ist beschämend!
Was plant man jetzt? – Frontex gehört aufgestockt, Frontex soll auf 10 000 Personen aufgestockt werden, es soll ein Interventionsteam geben und es soll einen Soforteinsatzpool geben. Wenn ich dann heute höre, es gebe ja die Puma-Einsatzgruppe, die bei uns an der Grenze übt, sage ich: Diese Polizistinnen und Polizisten sind keine Extraeinheit, sie werden aus einzelnen Wachzimmern, aus einzelnen Polizeiinspektionen rekrutiert (Ruf bei der SPÖ: Das stimmt!), und sie fehlen dort. Sie werden an die Grenze gebracht, machen dort ein Spektakel – mangels Flüchtlingen zieht man Polizeischüler heran –, um den Außengrenzschutz zu üben. (Abg. Riemer: Wir Südsteirer haben das anders gesehen!) Diese Menschen sind dort (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Riemer), fehlen dann aber in den einzelnen Polizeiinspektionen in den Städten, in den Gemeinden und in den einzelnen Dörfern. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Zanger. – Abg. Rosenkranz: ... SPÖ-Sicherheitssprecherin ..., das ist beschämend!)
Abg. Rosenkranz: Beschämend! Sie wissen nicht einmal, was eine Übung ist!
Ich möchte in der Geschichte dann noch weitergehen: Das sind Menschen, die sich bei Puma freiwillig dazu - - (Abg. Rosenkranz: Beschämend! Sie wissen nicht einmal, was eine Übung ist!) – Das glaube ich schon, dass ich weiß, was eine Übung ist. (Zwischenruf des Abg. Lausch.) Die Puma-Abgeordneten sind zugeteilt. (Abg. Rosenkranz: Die Puma-Abgeordneten?!) Und Sie wissen ganz genau, dass sich alle Polizistinnen und Polizisten, die sich für Frontex melden, freiwillig melden müssen. (Ruf bei der FPÖ: ..., danke!) Das ist die andere Geschichte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Bei Frontex ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Lausch.
Ich möchte in der Geschichte dann noch weitergehen: Das sind Menschen, die sich bei Puma freiwillig dazu - - (Abg. Rosenkranz: Beschämend! Sie wissen nicht einmal, was eine Übung ist!) – Das glaube ich schon, dass ich weiß, was eine Übung ist. (Zwischenruf des Abg. Lausch.) Die Puma-Abgeordneten sind zugeteilt. (Abg. Rosenkranz: Die Puma-Abgeordneten?!) Und Sie wissen ganz genau, dass sich alle Polizistinnen und Polizisten, die sich für Frontex melden, freiwillig melden müssen. (Ruf bei der FPÖ: ..., danke!) Das ist die andere Geschichte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Bei Frontex ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Die Puma-Abgeordneten?!
Ich möchte in der Geschichte dann noch weitergehen: Das sind Menschen, die sich bei Puma freiwillig dazu - - (Abg. Rosenkranz: Beschämend! Sie wissen nicht einmal, was eine Übung ist!) – Das glaube ich schon, dass ich weiß, was eine Übung ist. (Zwischenruf des Abg. Lausch.) Die Puma-Abgeordneten sind zugeteilt. (Abg. Rosenkranz: Die Puma-Abgeordneten?!) Und Sie wissen ganz genau, dass sich alle Polizistinnen und Polizisten, die sich für Frontex melden, freiwillig melden müssen. (Ruf bei der FPÖ: ..., danke!) Das ist die andere Geschichte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Bei Frontex ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: ..., danke!
Ich möchte in der Geschichte dann noch weitergehen: Das sind Menschen, die sich bei Puma freiwillig dazu - - (Abg. Rosenkranz: Beschämend! Sie wissen nicht einmal, was eine Übung ist!) – Das glaube ich schon, dass ich weiß, was eine Übung ist. (Zwischenruf des Abg. Lausch.) Die Puma-Abgeordneten sind zugeteilt. (Abg. Rosenkranz: Die Puma-Abgeordneten?!) Und Sie wissen ganz genau, dass sich alle Polizistinnen und Polizisten, die sich für Frontex melden, freiwillig melden müssen. (Ruf bei der FPÖ: ..., danke!) Das ist die andere Geschichte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Bei Frontex ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Bei Frontex ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich möchte in der Geschichte dann noch weitergehen: Das sind Menschen, die sich bei Puma freiwillig dazu - - (Abg. Rosenkranz: Beschämend! Sie wissen nicht einmal, was eine Übung ist!) – Das glaube ich schon, dass ich weiß, was eine Übung ist. (Zwischenruf des Abg. Lausch.) Die Puma-Abgeordneten sind zugeteilt. (Abg. Rosenkranz: Die Puma-Abgeordneten?!) Und Sie wissen ganz genau, dass sich alle Polizistinnen und Polizisten, die sich für Frontex melden, freiwillig melden müssen. (Ruf bei der FPÖ: ..., danke!) Das ist die andere Geschichte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Bei Frontex ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Solange wir nicht darauf schauen, dass die Menschen vor Ort unterstützt werden, dass sie zu Hause bleiben können, dass wir für faire Handelsabkommen sorgen, dass es keine Billigentsorgung von sämtlichem Elektrokrempel, den wir von Europa wegbringen müssen, in Afrika gibt, dass wir den Menschen nicht die Lebensqualität rauben, indem wir europäische Fangflotten runterschicken, sodass der kleine Fischer dort seine Familie nicht ernähren kann, so lange werden sich die Menschen auf den Weg machen. Da macht es keinen Sinn, dass wir einen effektiven Außengrenzschutz haben – der wichtig ist, der gefördert gehört; aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen
Der zweite Teil der Wahrheit ist, dass wir auch dafür Sorge tragen müssen, dass die Erhöhung der Entwicklungszusammenarbeitsgelder funktioniert (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen), denn das wäre dann die Basis dafür, dass sich Menschen nicht auf den Weg machen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.
Der zweite Teil der Wahrheit ist, dass wir auch dafür Sorge tragen müssen, dass die Erhöhung der Entwicklungszusammenarbeitsgelder funktioniert (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen), denn das wäre dann die Basis dafür, dass sich Menschen nicht auf den Weg machen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.)
Rufe bei der SPÖ: Lueger!
Abgeordneter Mag. Johann Gudenus, M.A.I.S. (FPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Innenminister! Wenn man sich die letzten Reden, vor allem seitens der SPÖ, angehört hat, so merkt man einerseits bei Frau Lugar (Rufe bei der SPÖ: Lueger!) – Lueger – ein paar Lichtblicke, die vorhanden sind, aber großteils eine Realitätsverweigerung, vor allem bei Herrn Leichtfried, der hier als Erstredner der SPÖ gesprochen hat. Daran sieht man auch, dass die SPÖ anscheinend nicht bereit ist, umzudenken, und das in der größten Sinnkrise, die die SPÖ jemals hatte, in der größten politischen Sinn- und Ideologiekrise, in der sich die SPÖ jemals befunden hat.
Beifall bei der FPÖ.
Und warum befindet sich die SPÖ in dieser Krise? – Weil sie eben seit mindestens drei Jahren nichts anderes tut, als die Begriffe Zuwanderung und Asyl zu vermischen, die Türen offen gelassen hat, Menschen hereingelassen hat und im Endeffekt nicht dafür gesorgt hat, die Menschen, Frauen und Kinder im Land zu schützen. Deswegen die Sinnkrise der SPÖ, meine sehr geehrten Damen und Herren! Und das zu Recht, und das zu Recht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Leichtfried stellt sich heraus als Phrasendrescher, spricht von rechtspopulistischer Abschottung, die ärmer macht. Also ich weiß nicht, was ärmer macht: Machen Menschen das Land ärmer, die eben die Probleme ansprechen, wie wir das tun, die FPÖ, oder macht eine Partei das Land ärmer, die die Grenzen offen gelassen hat, die Armut importiert hat und die in Wirklichkeit dafür gesorgt hat, dass die Zahl der Delikte, der Vergewaltigungen, der sexuellen Übergriffe in den letzten Jahren gestiegen ist? Diese Partei hat die Menschen hier im Land ärmer gemacht, meine sehr geehrten Damen und Herren, und niemand anderer! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn hier von einer Grenzschutzeinheit Puma gesprochen wird: Da gibt es einen beherzten Innenminister, Herbert Kickl, der das Problem erkennt und zum ersten Mal sagt, wir müssen die Grenzen schützen im Hinblick auf die Routen, die hier genommen werden, um nach Österreich einzudringen – und es war eine Invasion, die hier stattgefunden hat! –, aber er kann in acht Monaten nicht das wettmachen, was Sie in den letzten zwölf bis 13 Jahren schlecht gemacht haben, meine sehr geehrten Damen und Herren der SPÖ. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber wir bemühen uns nicht nur, sondern versuchen, in der kurzen Zeit das Beste herauszuholen. Wir sorgen ja auch dafür, dass es mehr Polizei, mehr Planstellen geben wird, nämlich 4 200 Planstellen mehr. Auch dafür sorgen wir. Und der Herr Innenminister sorgt dafür, dass mittlerweile schon 40 Prozent mehr Menschen abgeschoben wurden als davor – ein Plus von 40 Prozent! Stellen wir uns vor, es gäbe einen roten Bundeskanzler, da gäbe es 40 Prozent mehr illegale Zuwanderung! Aber damit haben wir Schluss gemacht, meine sehr geehrten Damen und Herren, und das ist gut so, und dafür sorgen wir auch weiterhin. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sprechen die Probleme an, nennen die Probleme beim Namen und suchen nicht nur nach Vorschlägen und Lösungen, sondern setzen sie auch um, und das ist gut so, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das Ziel, auf das wir im Endeffekt hinarbeiten, ist eine Politik des EU-Außengrenzschutzes, in der das Prinzip hochgehalten wird: no way. Es sollte keiner mehr illegal europäische Länder betreten dürfen, es sollte keiner mehr die Möglichkeit haben, illegal nach Österreich oder in ein anderes europäisches Land zu kommen, und es sollte auch unterbunden werden, dass Menschen im Mittelmeer das Leben lassen müssen, weil eine unmenschliche Zuwanderungspolitik sozialistischer Regierungen in Europa um sich gegriffen hat, mit der wir jetzt gemeinsam aufräumen werden. Dafür sorgen wir, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Liste Pilz.
Werden Sie aktiv, anstatt sich hier mit Demokratieabbau zu beschäftigen! Sie haben Aufgaben im Dienste der Demokratie zu erfüllen, und ehrliche Politik im Dienste der Bürgerinnen und Bürger schaut anders aus. Handeln Sie, sonst werden Sie der Wähler und die Wählerin für die Nichterfüllung Ihrer Aufgaben zur Rechenschaft ziehen! (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Liste Pilz.)
Beifall bei der Liste Pilz.
Was ich da in der Migrationsfrage herausgehört habe und was ich schon seit vielen Monaten und Jahren heraushöre, ist eine Krisenrhetorik, eine Krisenrhetorik, die nichts anderes und nur ein Ziel verfolgt, nämlich eine Sündenpolitik zu betreiben, mit der Sie politisches Kleingeld in Österreich machen wollen. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich will ja nicht sagen, dass der Außengrenzschutz nicht ein Thema ist, dem man sich widmen sollte, aber die Solidarität allein auf die Frage des Außengrenzschutzes zu fokussieren, Herr Minister, das wird nicht reichen. (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was wir im europäischen Management, im Migrationsmanagement brauchen, sind nachhaltige Lösungen, und nachhaltige Lösungen lassen sich mit dem Schutz der Außengrenzen nicht erzielen. Was wir brauchen, ist ein gemeinsames Asylsystem, ist eine Reform des Dublin-Verfahrens. Wir brauchen aber auch dringend die Bekämpfung der Fluchtursachen; die Hilfe vor Ort wurde ja schon mehrfach angesprochen, aber: Was tun Sie in diesem Zusammenhang? Was tut die Regierung in diesem Zusammenhang? – Ja, fast nichts. Eine Schande ist das, was Österreich an Hilfestellungen vor Ort leistet! (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.
den gleichen Informationsstand haben. Das sei Ihnen ins Stammbuch geschrieben. – Vielen Dank. (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Europäischen Parlament haben wir fraktionsübergreifend, also nicht nur Sozialdemokraten, sondern auch Liberale, Volkspartei und Grüne, schon vor einiger Zeit unsere Position zur Asylreform mit breiter Mehrheit verabschiedet, und die gilt es umzusetzen: ein gemeinsames europäisches Asylsystem, rasche Verfahren in ganz Europa und legale Einreisewege. (Beifall bei der SPÖ.) Das sind klare Lösungen, an denen wir arbeiten müssen, aber daran, und das sehen wir, haben der Kanzler und der Vizekanzler gar kein Interesse. Sie schlagen Kapital aus einer Situation, die sie selbst immer weiter eskalieren lassen. Egal ob 12-Stunden-Tag oder AUVA-Zerschlagung, immer wieder wird vertuscht, worum es eigentlich geht, nämlich darum, das Sozialmodell, unseren Sozialstaat zu zerstören und anderes letztlich voranzustellen, und das darf nicht sein!
Abg. Zanger: 2015 wollen wir nicht mehr erleben, Frau Kollegin!
Gleich zu Beginn des EU-Ratsvorsitzes wurden, wie schon erwähnt, an der steirischen Grenze nicht vorhandene Flüchtlingsanstürme von der Regierung mit Soldaten nachgespielt. Die Kosten für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler: um die 500 000 Euro, bitte schön. Für nicht vorhandene Flüchtlingsanstürme 500 000 Euro?! (Abg. Zanger: 2015 wollen wir nicht mehr erleben, Frau Kollegin!) Mir fallen unendlich viele Dinge ein, die wir damit ordentlich finanzieren könnten, unendlich viele! Das ist unverantwortlich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: Waren Sie 2015 an der steirischen Grenze? Sie wissen ja gar nicht, wovon Sie sprechen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: Waren Sie 2015 an der steirischen Grenze? Sie wissen ja gar nicht, wovon Sie sprechen!
Gleich zu Beginn des EU-Ratsvorsitzes wurden, wie schon erwähnt, an der steirischen Grenze nicht vorhandene Flüchtlingsanstürme von der Regierung mit Soldaten nachgespielt. Die Kosten für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler: um die 500 000 Euro, bitte schön. Für nicht vorhandene Flüchtlingsanstürme 500 000 Euro?! (Abg. Zanger: 2015 wollen wir nicht mehr erleben, Frau Kollegin!) Mir fallen unendlich viele Dinge ein, die wir damit ordentlich finanzieren könnten, unendlich viele! Das ist unverantwortlich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: Waren Sie 2015 an der steirischen Grenze? Sie wissen ja gar nicht, wovon Sie sprechen!)
Abg. Plessl: 220 000 Euro! – Abg. Zanger – in Richtung SPÖ –: Ja, höfliche Gesten von eurer Seite darf man sich nicht erwarten! Das ist eh klar!
Der Zusammenhalt in Europa steht auf der Kippe – und was macht die österreichische Bundesregierung? – Sie trifft sich mit Salvini, solidarisiert sich mit Orbán, hat Ideen, überhaupt in Afrika einzumarschieren, lauter absurde Dinge. Und auf den Knicks vor Putin werde ich im Europäischen Parlament noch jetzt angesprochen. (Abg. Plessl: 220 000 Euro! – Abg. Zanger – in Richtung SPÖ –: Ja, höfliche Gesten von eurer Seite darf man sich nicht erwarten! Das ist eh klar!)
Beifall bei der SPÖ.
Und noch zu Ihnen, Herr Rosenkranz: Menschen, die wegen ihrer Homosexualität vor Gewalt und Verfolgung flüchten, sind uneingeschränkt zu schützen. Das, was Sie da gesagt haben, ist zynisch. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Gerade dieser Gipfel in Salzburg hat es uns gezeigt: Die Fassade, die Inszenierung bröckelt an allen Ecken und Enden. Diese Bundesregierung muss endlich anpacken: Hackeln statt PR-Show. Übernehmen Sie endlich Verantwortung für Österreich und für Europa. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Petra Steger (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Werte Kollegen von der Opposition, ich hatte mich schon gefragt, ob Sie sich endlich einmal etwas Neues einfallen lassen oder ob Sie mit denselben Standardphrasen daherkommen wie immer – à la Europa gespalten wie noch nie, Angst vor nationalen Populisten, Ende Europas et cetera et cetera –, und Überraschung: Sie sind wieder einmal mit den Standardphrasen dahergekommen, Sie lassen sich wieder einmal nichts Neues einfallen. Das Einzige, was Sie machen, ist populistische Angstmache und nichts anderes. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Zanger: Das ist ein Qualitätsmedium!
Frau EU-Abgeordnete Kollegin Regner, ich finde es ja, fast muss ich sagen, ein bisschen absurd, dass Sie sich hierher stellen und die Zeitschrift „Kontrast.at“ zitieren – das ist peinlich (Abg. Zanger: Das ist ein Qualitätsmedium!) –, das haben Sie nicht dazugesagt, wo im Impressum SPÖ steht. Halten Sie das nicht für ein bisschen peinlich, sehr geehrte Kollegin? Das ist wirklich ein trauriges Schauspiel, das Sie hier liefern. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau EU-Abgeordnete Kollegin Regner, ich finde es ja, fast muss ich sagen, ein bisschen absurd, dass Sie sich hierher stellen und die Zeitschrift „Kontrast.at“ zitieren – das ist peinlich (Abg. Zanger: Das ist ein Qualitätsmedium!) –, das haben Sie nicht dazugesagt, wo im Impressum SPÖ steht. Halten Sie das nicht für ein bisschen peinlich, sehr geehrte Kollegin? Das ist wirklich ein trauriges Schauspiel, das Sie hier liefern. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP
Sehr geehrte Damen und Herren vor allem von der SPÖ! Ich weiß, nicht nur Kern hat damit ein Problem, ein Oppositionspolitiker zu sein, aber wenn man als Opposition nichts zu kritisieren hat, wie es beim Außengrenzschutz der Fall ist, dann sollte man lieber schweigen, sonst kommt man in den Zustand, dass man sich langsam lächerlich macht – aber dafür haben Sie die letzten Tage sowieso schon gesorgt (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP) –, noch dazu, wenn es sich dabei um ein Thema handelt, bei dem es endlich und für jeden Bürger offensichtlich in die richtige Richtung geht, ein Thema, bei dem Sie sich vielmehr bei der österreichischen Bevölkerung für die Politik der vergangenen Jahre entschuldigen sollten, nämlich das Thema Asyl und Zuwanderung, sehr geehrte Kollegen von der SPÖ.
Abg. Lueger: Wer war Innenminister? – Abg. Bayr: Wer war Außenminister? – Abg. Plessl: Das waren eure Minister!
Sie waren es, die 2015 unsere Sicherheit gefährdet haben, indem Sie die Türen aufgemacht haben und eine unkontrollierte Massenzuwanderung forciert haben. (Abg. Lueger: Wer war Innenminister? – Abg. Bayr: Wer war Außenminister? – Abg. Plessl: Das waren eure Minister!) Sie waren es, die mit Ihrer Politik der offenen Grenzen massenweise eine fremde Kultur ins Land gelassen haben, sodass wir mittlerweile Zustän-
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Haider: Da hat sie aber recht, das stimmt!
de in diesem Land haben, dass wir Kulturkämpfe in den Klassen haben, dass wir Integrationsprobleme haben, dass wir Parallelgesellschaften haben und vieles Weitere. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Haider: Da hat sie aber recht, das stimmt!) Sie haben mit Ihrer Zuwanderungs- und Asylpolitik einen Zustand herbeigeführt, dass sich Lehrer mittlerweile dazu genötigt fühlen, Bücher zu publizieren, um auf die katastrophalen Zustände in unseren Klassenzimmern hinzuweisen. Das haben Sie zu verantworten und das muss in der Zukunft verhindert werden, und genau dafür sorgen wir, und genau dafür sorgt diese Regierung endlich. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
de in diesem Land haben, dass wir Kulturkämpfe in den Klassen haben, dass wir Integrationsprobleme haben, dass wir Parallelgesellschaften haben und vieles Weitere. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Haider: Da hat sie aber recht, das stimmt!) Sie haben mit Ihrer Zuwanderungs- und Asylpolitik einen Zustand herbeigeführt, dass sich Lehrer mittlerweile dazu genötigt fühlen, Bücher zu publizieren, um auf die katastrophalen Zustände in unseren Klassenzimmern hinzuweisen. Das haben Sie zu verantworten und das muss in der Zukunft verhindert werden, und genau dafür sorgen wir, und genau dafür sorgt diese Regierung endlich. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Das möchte ich auch einmal sagen – weil Sie uns das immer gerne vorwerfen –: Nicht diejenigen, die Europa kritisieren, nicht diejenigen, die Fehlentwicklungen und offensichtliche Fehlentscheidungen aufzeigen, nicht wir sorgen für eine gespaltene EU, nein, Ihre Politik des Stillschweigens, Ihre Versuche, jede kritische Auseinandersetzung der vergangenen Jahre damit zu unterbinden, dass Sie die Kritiker als Populisten, EU-Feinde, Nationalisten oder anders bezeichnet haben, diese Politik hat dazu geführt, dass es immer mehr Unruhen, Streitereien und Konflikte zwischen den Mitgliedstaaten gegeben hat und gibt. Dafür sind auch Sie verantwortlich, sehr geehrte Damen und Herren von der Opposition! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Duzdar und Plessl.
Endlich hat es dieses Umdenken gegeben, endlich findet dieser Umdenkprozess statt. Herr Kollege Leichtfried, Sie haben vorher kritisiert, dass es angeblich keine Rückführungsabkommen gibt: Sie als EU-Sprecher sollten eigentlich wissen, dass, solange die EU daran arbeitet, Österreich gar nicht die Möglichkeit hat, Rückführungsabkommen abzuschließen. Das sollten Sie eigentlich wissen, sehr geehrter Kollege Leichtfried. (Zwischenrufe der Abgeordneten Duzdar und Plessl.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Endlich, wie gesagt, gibt es einen Beschluss der Staats- und Regierungschefs in Richtung Außengrenzschutz, in Richtung stärkere Zusammenarbeit mit Drittstaaten, Transitzentren, Spielregeln für NGOs, Stärkung von Frontex mit klarem Auftrag, nicht nach Europa, sondern zurückzuführen. Endlich gibt es diesen Umdenkprozess, der wesentlich unserem Innenminister Herbert Kickl zu verdanken ist. Und was macht die SPÖ? – Sie stellt sich hin, schimpft auf Schwarz-Blau, schimpft auf Österreich, sorgt dafür, dass wiederum nicht an einem gemeinsamen Strang gezogen wird. Dazu kann ich nur sagen: Oppositionspolitik muss auch gelernt sein. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Hafenecker: Dort, wo Sie schon sind! – Abg. Haider: Da kennen Sie sich aus, Frau Kollegin!
Werte FPÖ, verstehen Sie das aber bitte nicht als Aufforderung, dem Migrationsdruck mit militärischen Mitteln zu entgegnen. Das mag zwar die Fantasie des Wehrsprechers der FPÖ, des Kollegen Reinhard Bösch beflügeln, gehört aber wohl eher in das Kabinett politischer Absurditäten und im Land der geschlossenen Geschichtsbücher verortet. (Abg. Hafenecker: Dort, wo Sie schon sind! – Abg. Haider: Da kennen Sie sich aus, Frau Kollegin!) Sie mögen ja Gründe für Ihre Asylpolitik haben, geschätzte Kollegen von der FPÖ. Ich fordere aber Sie, Herr Innenminister, auf, sich der wichtigsten Aufgabe, Ihrer wichtigsten Aufgabe zu widmen, für Sicherheit im Land zu sorgen, und zwar nicht nur heute, sondern auch morgen und übermorgen.
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen
Nur der Politiker, der bei der Lösungsfindung an die Zukunft denkt, wird auch in Zukunft das Vertrauen seiner Wähler genießen können. Genau dieses Vertrauen verspielen Sie mit Ihrer Politik täglich, Herr Bundesminister (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen) – BVT-Affäre, Angriff auf die freien Medien, Abputzen von Verantwortung auf Ihre Mitarbeiter. Mich deucht, Sie stehen kurz vor dem Rücktritt.
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Tang, The African Network of Germany, hat erhoben, dass nur aus Deutschland von Afrikanern jährlich – jährlich! – 1,2 Milliarden Euro an ihre Familien im Herkunftsland gesendet werden und dass das natürlich Pulleffekte sind. Dass auch afrikanische Länder ein geringes Interesse daran haben, viele Menschen zurückzunehmen, wenn sie selbst nicht wissen, was sie denen anbieten sollen, liegt auch klar auf der Hand. Wir müssen damit, landwirtschaftliche Produkte hochsubventioniert nach Afrika hinüberzuschiffen und damit dort die Märkte zu zerstören, aufhören. Wir müssen auch damit aufhören und die Diskussionen ehrlich darüber führen, dass Afrika nicht der Mistkübel Europas ist, wo wir unseren ganzen Elektronikschrott hinverfrachten. Wir müssen danach trachten, dass die Menschen eine Lebensgrundlage haben und so wenig wie möglich Druck haben, ihre Herkunftsländer zu verlassen. – Danke. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und Liste Pilz.
Im Grunde genommen ist aber das Erfreuliche an der ganzen Geschichte, dass die Passage, die ich vorhin erwähnt habe – die klarstellt, was jedenfalls nicht als Terrorismus gilt –, nicht gestrichen wird. Dafür danken wir auf jeden Fall herzlich. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und Liste Pilz.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Mit Sicherheit sind die Dinge, die da drinnen noch strafbarer gemacht worden sind, Dinge, die ohnehin strafbar sind. Mord, Sachbeschädigung und Zerstörung sind Taten, die immer strafbar sind. Allerdings muss man sie meiner Meinung nach im Zusammenhang mit dieser Idee, die dahinter steckt, dieser extremen kriminellen Energie, im Strafgesetzbuch gesondert mit einem Werturteil belegen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Che Guevara!
Im Übrigen, Herr Kollege Jarolim, dazu, dass Sie gelobt haben, dass da eine Bestimmung wieder aufgenommen worden ist, möchte ich schon auch eines sagen: Der Zweck heiligt nicht die Mittel! Ich frage mich schon, wo ein Rechtfertigungsgrund für Terrorismus liegen würde, auch wenn man vielleicht ein unliebsames Regime bekämpft, wenn man dabei aber am Ende des Tages Unschuldige umbringt. Da können wir lange und trefflich eine rechtlich-ethische Debatte führen, ob das eine Rechtfertigung dafür ist. (Abg. Rosenkranz: Che Guevara!) Wir werden, glaube ich, dabei auf keinen grünen Zweig kommen. Ich werde den Mord an unschuldigen Menschen immer verurteilen, egal, von wem er begangen wird. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Jarolim: Das bestreitet ja auch keiner!)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Jarolim: Das bestreitet ja auch keiner!
Im Übrigen, Herr Kollege Jarolim, dazu, dass Sie gelobt haben, dass da eine Bestimmung wieder aufgenommen worden ist, möchte ich schon auch eines sagen: Der Zweck heiligt nicht die Mittel! Ich frage mich schon, wo ein Rechtfertigungsgrund für Terrorismus liegen würde, auch wenn man vielleicht ein unliebsames Regime bekämpft, wenn man dabei aber am Ende des Tages Unschuldige umbringt. Da können wir lange und trefflich eine rechtlich-ethische Debatte führen, ob das eine Rechtfertigung dafür ist. (Abg. Rosenkranz: Che Guevara!) Wir werden, glaube ich, dabei auf keinen grünen Zweig kommen. Ich werde den Mord an unschuldigen Menschen immer verurteilen, egal, von wem er begangen wird. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Jarolim: Das bestreitet ja auch keiner!)
Abg. Rosenkranz: Weiß das der Bundespräsident auch?
diskriminieren, der nicht die richtige politische Gesinnung hat – das gilt im Übrigen für Religion, Hautfarbe und viele andere Dinge auch. (Abg. Rosenkranz: Weiß das der Bundespräsident auch?)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Dazu möchte ich dann noch anmerken, dass es nicht so sein sollte, dass die Staatsanwaltschaft als ein für politische Missfallenskundgebungen missbrauchtes Instrument herhalten muss. Das hat so vor 20, 25 Jahren begonnen, dass man, wenn man politisch nicht der Meinung des anderen war, sicherheitshalber die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, weil eine falsche Meinung auch ein Amtsmissbrauch sein könnte. Meine Damen und Herren, der Ort der politischen Auseinandersetzung ist dieses Parlament, hier führen wir diese politische Auseinandersetzung, hier lieben wir sie auch. Die Staatsanwaltschaft lassen wir dabei bitte außen vor! – Danke. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.
Es geht da ums ganz Grundsätzliche. Wir müssen da als Parlament – als erste Staatsgewalt – klar sein. Wir müssen glasklar sein, weil wir nur einen gemeinsamen Nenner haben, und der lautet: liberale Demokratie. Wenn wir den verlieren, dann schwindet uns der gemeinsame Boden unter den Füßen, und das wünsche ich diesem Land nicht. Deswegen müssen wir wachsam sein, sehr wachsam! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz sowie der Abg. Bißmann
Ich wünsche Österreich nicht, dass die Generation unserer Kinder ausziehen sollte oder ausziehen will, weil sie in diesem Land nicht ihre Zukunft sieht. Deswegen müssen wir da klar sein. Wir dürfen kein Wackelkandidat sein, wir dürfen nicht in die Sackgasse der illiberalen Demokratie einbiegen (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz sowie der Abg. Bißmann), auch wenn es eine verlockende Antwort in Zeiten wie diesen ist – das ist mir schon klar.
Heiterkeit der Abg. Rendi-Wagner.
Wir brauchen diese Stärkung, wir brauchen diese Erneuerung, weil Österreich – auch das merkt man gar nicht so richtig, weil wir mittendrin sind – in einem groben Umbruch ist. Die Zweite Republik ist zu ihrem Ende gekommen, jedenfalls dann, wenn wir sagen, das rot-schwarze Machtkartell war wesenskonstituierend, war das primäre, dominante Muster. Ich stehe nicht an – das habe ich schon oft gesagt – zu betonen, wir haben diesem rot-schwarzen Machtkartell über Jahrzehnte auch viel zu verdanken. Ich glaube, es war 1945 aus pragmatischer Sicht nicht das Blödeste. (Heiterkeit der Abg. Rendi-Wagner.)
Allgemeine Heiterkeit und allgemeiner Beifall.
Natürlich gibt es auch inhaltliche Auffassungen, die ich jenseitig finde, da werden wir dann in der Auffassung auseinandergehen. Das aber ist Parlamentarismus, und den brauchen wir. Auf diese Positionen, bei denen wir auseinandergehen, werde ich nun halt nicht hingehen, denn das ist mein Abschied. Nie ist die Liebe so groß wie im Abschied – Karlheinz Kopf, wenn ich dich sehe (erheitert); eine Liebeserklärung, nicht wahr! (Allgemeine Heiterkeit und allgemeiner Beifall.)
Heiterkeit bei den NEOS.
Ich kann berichten – weil wir hier herinnen auch oft streiten –: Wenn man die Menschen näher kennt, merkt man, selbst wenn man inhaltlich weit auseinanderliegt – ich schaue auf Herrn Rosenkranz –, dass in jedem etwas Liebenswürdiges steckt, in jedem von uns, das ist so. (Heiterkeit bei den NEOS.) Wenn man miteinander arbeitet, lernt man das auch kennen.
Allgemeiner Beifall.
In diesem gemeinsamen Tun ist natürlich auch das positive Miteinander wichtig. Es gibt dafür wissenschaftlich tausendfach untersuchte Möglichkeiten. Im angloamerikanischen Raum ist mittlerweile Mindfulness, die Achtsamkeit, ein großes Ding, eine große Disziplin. Ich glaube, wenn wir uns wirklich ernsthaft in den Spiegel schauen, dann wissen wir, dass wir auch dringend mehr von dieser Qualität der Achtsamkeit im Parlament und in der Politik brauchen, ganz dringend! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.
Dann noch eine Einladung: Ich werde ab Mitte Oktober in größere Ruhe gleiten, davor aber noch einmal ordentlich aufdrehen, nämlich am 13. Oktober. Der großartige Künstler Kurt Razelli und ich präsentieren eine CD, eine Schallplatte für alle Hippen im Flex. Das ist das erweiterte Wohnzimmer von Andi Schieder – Sie kennen es – damals gewesen natürlich, eine Großraumdiskothek, die es immer noch gibt, jawohl. Und Sie sind alle herzlich eingeladen. Es ist ein Echo auf meine Parlamentstätigkeit, er hat da Botschaften verschnitten. Und ja, wir starten eine Österreichtournee mit einem Stopp, nämlich nur diesem einen, und das ist wie Woodstock. Don’t miss it! Vorbei ist vorbei. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Allgemeiner Beifall.
Liebe Bürgerinnen und Bürger! Heute ist mein Abflug, und ich möchte natürlich allen Kolleginnen und Kollegen als Abgeordneten, als Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken, die so großartig waren und sind. Ich möchte den engagierten, den interessierten Bürgerinnen und Bürgern danken. Ich möchte auch den Mitarbeitern der Parlamentsdirektion danken, die uns und mich immer großartig unterstützt haben, den Kollegen und Kolleginnen in der Präsidiale, die hier das Parlament zu führen haben. Ich möchte natürlich auch all den Lieben im Privatbereich danken, die mich unterstützt haben, und stellvertretend für alle meiner lieben Frau, die heute auch hier anwesend ist. Herzlichen Dank von Herzen! (Allgemeiner Beifall.)
Anhaltender allgemeiner, von NEOS sowie von Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und Liste Pilz stehend dargebrachter Beifall. – Beifallskundgebung auf der Galerie.
Insofern werde ich ein politischer Mensch bleiben, und ich wünsche dieser Republik alles Gute, diesem Österreich. Österreich ist ein Gesamtkunstwerk, ein Mosaik aus fast neun Millionen Bausteinen, jeder mit seinem Wesen, mit seiner Farbe hat hier seinen Teil. Es ist eine Wirklichkeit in Österreich, die tagtäglich aus dem Zusammenspiel von ganz vielen kleinen Handlungen entsteht, Handlungen von fast neun Millionen Menschen. Und die Zukunft dieses Landes ist eine, die wir nicht willenlos betreten, nein, die Zukunft ist ein Raum, den wir mit den Schritten erschaffen, die wir tagtäglich gehen. So wünsche ich Österreich gute Schritte und wünsche meiner Heimat Europa gute Schritte und eine goldene Zukunft, und euch hier im Hohen Haus, im Parlament wünsche ich einfach: Macht es gut – ich werde euch vermissen, keine Frage –, und passt gut auf dieses Österreich auf! – Danke schön. (Anhaltender allgemeiner, von NEOS sowie von Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und Liste Pilz stehend dargebrachter Beifall. – Beifallskundgebung auf der Galerie.)
Allgemeiner Beifall.
ses Hohe Haus und dieser Nationalrat Ihre Arbeit geschätzt haben. Sie haben zu jenen im Haus gehört, die immer einen sehr wertvollen, einen sehr konstruktiven und leidenschaftlichen Beitrag geleistet haben. Dafür, aber auch für Ihre Arbeit in der Präsidialkonferenz, möchte ich Ihnen hier für das Hohe Haus, für den Nationalrat danken. Ich denke, ich kann das in unser aller Namen sagen: Auch wir wünschen Ihnen alles erdenklich Gute für die Zukunft! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Wenn wir nicht wollen, dass es in Österreich so wie seinerzeit in Paris 130 Tote, 683 Verletzte gibt, dann müssen wir uns über eines im Klaren sein: dass Terrorismus mit der effektivsten Waffe des Staates bekämpft werden muss, und die Ultima Ratio ist das Strafgesetzbuch. Daher gibt es diese heute formulierten gesetzlichen Ansätze. Und aus unserer Sicht ist es unterstützenswert, dieses Gesetz so zu vollziehen. – Danke. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei Liste Pilz und NEOS sowie des Abg. Jarolim.
Abgeordneter Dr. Alfred J. Noll (PILZ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Bundesminister! Es ist natürlich schwierig, von diesem Prosaniveau herunterzukommen in die Justizpolitik. Vorweg mein Dank an Abgeordneten Matthias Strolz. Er ist für jemanden, der neu ins Haus gekommen ist, zumindest die Ermunterung, dass man auch über Jahre hinweg Parlamentarier mit Selbstbewusstsein, mit Eloquenz und mit Engagement sein und auch bleiben kann. (Beifall bei Liste Pilz und NEOS sowie des Abg. Jarolim.)
Beifall bei der Liste Pilz.
Alles in allem: Ich halte das für hypertroph, ich halte es für strafrechtsdogmatisch falsch. Wenn man glaubt, dass man auf diese Art – und jetzt komme ich leider zum Lieblingswort des Herrn Ministers – zum Gold Plating schreiten muss, nämlich etwas übererfüllt, dann hat das einen gewissen, gerade im Bereich des Strafrechts meines Erachtens gar nicht angebrachten populistischen Zug. Wir sollten auf § 278g verzichten. – Danke. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Präsidentin Kitzmüller übernimmt den Vorsitz.
Ziel der Regierungsvorlage ist die Umsetzung der europäischen Richtlinie zur Terrorismusbekämpfung. Es ist nicht die Frage, ob wir das wollen oder nicht, sondern das hat – natürlich unter Bedachtnahme auf die jüngste Entwicklung der Bedrohung und der Bedarfslage – zu geschehen. (Präsidentin Kitzmüller übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Zuständigkeit: Mittlerweile sind auch jene Täter erfasst, die im Ausland eine terroristische Tat begangen haben und dann zu uns ins Land kommen. Die können jetzt bei uns in Österreich aufgrund der österreichischen Gerichtsbarkeit und dieser Änderung strafverfolgt werden. Das, denke ich, ist sehr wesentlich. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Ich bitte Sie daher, dieser Richtlinie, dieser Änderung, der Umsetzung der Richtlinie zur Terrorismusbekämpfung zuzustimmen. – Danke. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie, Herr Minister, haben ja selbst in der Justizausschusssitzung gesagt, dass dieses Vorhaben unter anderem aufgrund der vielen negativen Begutachtungen herausgefallen ist. Das finde ich gut. Das zeigt ganz klar, dass man mit sachlich fundierter Auseinandersetzung und Kritik, die ganz oft, nicht nur in diesem Fall, zu Recht an den Vorhaben der Regierung geschieht – in diesem Fall waren wir halt in einer Allianz zwischen Oppositionsparteien und organisierter Zivilgesellschaft erfolgreich –, Erfolg haben kann und dass wir in der Lage sind, unsinnige Dinge, die die Regierung vorhat, einfach zu kippen und einfach nicht real werden zu lassen. (Beifall bei der SPÖ.) Das finde ich erfreulich und das sollte uns für viele andere problematische Vorhaben auch Beispiel sein.
Beifall bei der SPÖ.
Ich finde, das steht sicher nicht in Relation zu dem, was man wirklich damit bekämpfen will. Wir sollen Terrorismus bekämpfen, das bezweifelt überhaupt niemand, aber wir glauben trotzdem, dass das kein geeignetes Mittel ist, um wirklich Fortschritte zu machen. In den Erläuterungen zur Novelle steht, es wird – wenn überhaupt – einen winzig kleinen Anwendungsfall geben. Aus dieser Sicht ist uns da die Missbrauchsmöglichkeit zu groß, darum werden wir nicht zustimmen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei NEOS und Liste Pilz.
Was Sie aber vorschlagen, ist einerseits nicht notwendig, denn eine Diskriminierung aus Gründen der Weltanschauung – eine Partei wird man auch dazu zählen können, jedenfalls wenn sie ein Programm hat – ist jetzt schon unzulässig, und die Strafrechtsbestimmung ist ein stumpfes Schwert. Man wird nie nachweisen können, dass das nur aus parteipolitischen Gründen war, daher würde das, glaube ich, nichts bringen. Das, was wir brauchen, sind transparente Verfahren. – Danke. (Beifall bei NEOS und Liste Pilz.)
in Richtung Abg. Noll
Ebenso angesprochen wurde die Finanzierung einer Reise zu terroristischem Zwecke im Sinne eines Tatbestandes, Sie (in Richtung Abg. Noll) haben es ja auch ausgeführt, das ist der § 278g des Strafgesetzbuches. (Zwischenruf des Abg. Noll.) Sie haben in diesem Zusammenhang auch ausgeführt, dass angeblich in diesem Bereich ein Gold Plating vorliegen würde. Da kann ich darauf hinweisen, dass es – da haben Sie recht – zwar nicht notwendig wäre, den § 278d Abs. 1 im Rahmen der Richtlinie zur Terrorismusbekämpfung umzusetzen, aber auf der anderen Seite sieht ja gerade diese Umsetzung der Terrorismusrichtlinie vor, dass wir gleichzeitig die UN-Konvention gegen Terrorismusfinanzierung umsetzen, und genau diese Konvention erfordert es, dass wir diese Reisen auch entsprechend unter Strafe stellen. Das heißt, wir sind in diesem Bereich nicht überschießend, sondern setzen auch die UN-Konvention gegen Terrorismusfinanzierung um.
Zwischenruf des Abg. Noll.
Ebenso angesprochen wurde die Finanzierung einer Reise zu terroristischem Zwecke im Sinne eines Tatbestandes, Sie (in Richtung Abg. Noll) haben es ja auch ausgeführt, das ist der § 278g des Strafgesetzbuches. (Zwischenruf des Abg. Noll.) Sie haben in diesem Zusammenhang auch ausgeführt, dass angeblich in diesem Bereich ein Gold Plating vorliegen würde. Da kann ich darauf hinweisen, dass es – da haben Sie recht – zwar nicht notwendig wäre, den § 278d Abs. 1 im Rahmen der Richtlinie zur Terrorismusbekämpfung umzusetzen, aber auf der anderen Seite sieht ja gerade diese Umsetzung der Terrorismusrichtlinie vor, dass wir gleichzeitig die UN-Konvention gegen Terrorismusfinanzierung umsetzen, und genau diese Konvention erfordert es, dass wir diese Reisen auch entsprechend unter Strafe stellen. Das heißt, wir sind in diesem Bereich nicht überschießend, sondern setzen auch die UN-Konvention gegen Terrorismusfinanzierung um.
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Aber in diesem Zusammenhang – Sie haben es angesprochen – zeigt sich: Wenn man zusammenwirkt und gleichzeitig auf Probleme hinweist, kann dies zu einem sehr positiven Ergebnis führen. Daher danke ich für dieses Ergebnis und hoffe, dass im Sinne von mehr Rechtssicherheit, auch im Sinne der Bekämpfung von Terrorismus diese Vorlage Ihre Zustimmung findet. – Danke. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist ebenfalls die Mehrheit. Somit ist der Gesetzentwurf auch in dritter Lesung angenommen. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der Liste Pilz.
Da man das hier nicht gemacht hat und sich nicht entschließen konnte, die Modernisierung wirklich dorthin zu treiben, wo es auch heute schon möglich wäre, werden wir gegen das Gesetz stimmen, weil es zu wenig ist, aber nicht, weil es falsch wäre. – Danke. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin mir sicher, dass durch das neue Gesetz die Zahl der Gründungen steigen wird, denn wir erleichtern den Gründungsakt erheblich. Wir ermöglichen nämlich, dass nicht mehr alle GründerInnen persönlich beim Notar anwesend sein müssen, sondern auch die Möglichkeit besteht, über Videokonferenz diesen Gründungsakt durchzuführen. (Beifall bei der ÖVP.) – Ich denke, es verdient einen Applaus, dass wir den Gründungsablauf verkürzen.
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang auch die gute Zusammenarbeit mit der Österreichischen Notariatskammer. Danke für die Unterstützung! Sie arbeitet ja schon seit längerer Zeit an diesem Projekt und hat auch den Probebetrieb sehr positiv bewertet. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
tive Zusammenarbeit im Ausschuss. Und abschließend noch einmal ein Dankeschön an die Notariatskammer für die Unterstützung! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Ihr seid jetzt auch bei den Vernünftigen dabei!
Daher glaube ich, dass wir einer Zukunft entgegensehen können, in der wir die gegenständlichen Überlegungen im Sinne der Bevölkerung weiterentwickeln und derartige Maßnahmen dann künftig auch durch Rechtsanwälte durchgeführt werden. Wir werden daher, bei aller Wertschätzung der Argumente des Kollegen Noll, dieser Materie zustimmen und sehen dem Abstimmungsvorgang mehr oder weniger mit Interesse entgegen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Ihr seid jetzt auch bei den Vernünftigen dabei!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es geht aber nicht nur um Haftungsrisiken der Gesellschafter, sondern auch um die Haftungsbeschränkung, die hier umgekehrt Risiken für Gläubiger und auch für die Konsumenten mit sich bringt. Wenn ich heute einen Vertragspartner habe, der seine Haftung beschränkt, wird das Risiko auf andere verlagert. Insofern wundert es mich ein bisschen, dass hier Kritik aus den Reihen der SPÖ kommt – zumindest haben Sie sich früher einmal den Konsumentenschutz ganz groß auf Ihre Fahnen geschrieben. Anscheinend hat die Sozialdemokratie hier einige Werte aus der Vergangenheit und jetzt auch den Konsumentenschutz über Bord geworfen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
In diesem Sinne freut es mich, dass wir heute einen wichtigen Schritt zu einem moderneren Gesellschaftsrecht setzen, aber ohne auf Qualität und Rechtssicherheit für unsere KMUs und den Wirtschaftsstandort Österreich verzichten zu müssen. – Vielen Dank. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen FPÖ und SPÖ.
Abgeordnete Mag. Ruth Becher (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass es dieses Gesetz ermöglicht, dass elektronische Mittel bei der Gründung eines Unternehmens, bei der Errichtung eines Notariatsaktes herangezogen werden können, wobei aber klargestellt ist – und das ist, glaube ich, ganz wichtig –, dass der Notar weiterhin verantwortlich bleibt für die Identitätsfeststellung. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen FPÖ und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jedenfalls wird die Gründung erleichtert, nur denke ich auch, die Erwartungen sollten nicht zu hoch gesteckt werden. Denn es wird heute einerseits das Idealbild eines erfolgreichen Unternehmers sehr toll dargestellt, aber in der Realität ist es leider nicht immer so, dass alle Unternehmensgründungen auch erfolgreich sind und sein werden. Somit ist die Vereinfachung sicher sehr positiv, aber sie darf nicht ein echter Faktor für eine Entscheidung sein, hier eine GesmbH zu gründen. Das, glaube ich, muss man auch sagen. Aber einer sinnvollen Modernisierungsmaßnahme stimmen wir natürlich zu. – Danke vielmals. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Jarolim: Wer arbeitet an der Lösung?
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Bevor ich dem Herrn Minister als letztem Redner das Wort erteile, möchte ich mitteilen, dass die elektronische Redezeiterfassung im Augenblick defekt ist. Wir stoppen hier händisch mit, an der Lösung des Problems wird vehement gearbeitet. (Abg. Jarolim: Wer arbeitet an der Lösung?) Alle! Das ganze Haus arbeitet daran. (Beifall und Zwischenrufe bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall und Zwischenrufe bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Bevor ich dem Herrn Minister als letztem Redner das Wort erteile, möchte ich mitteilen, dass die elektronische Redezeiterfassung im Augenblick defekt ist. Wir stoppen hier händisch mit, an der Lösung des Problems wird vehement gearbeitet. (Abg. Jarolim: Wer arbeitet an der Lösung?) Alle! Das ganze Haus arbeitet daran. (Beifall und Zwischenrufe bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Abschließend möchte ich zum Herrn Abgeordneten Noll, der im Moment nicht im Saal ist, noch erwähnen, dass vielleicht doch diese Debatte, wie sie geführt worden ist, dazu führt, dass auch er zustimmt, und zwar insbesondere auch deshalb, weil er ausgeführt hat, dass gerade das vorliegende Gesetz gut, richtig und modern ist – das heißt, glaube ich, ein Gesetz, dem man zustimmen kann. Wir sind jederzeit offen dafür, weitere Gespräche zu führen, um auch die Anliegen der Rechtsanwälte mit aufzunehmen, zu diskutieren und vielleicht auch eine Lösung zu finden. – Danke. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Jetzt haben Sie Ihren Erfolg, Frau Kollegin!
Jetzt frage ich mich: Ist den Regierungsparteien bei diesem Gesetz ursprünglich ein Fehler unterlaufen, als sie die Wohnungsgenossenschaften in diesen Entwurf hineingenommen haben, oder ist dies bewusst geschehen? – Ich frage mich deshalb, weil schon 1993 mit dem Wohnrechtsänderungsgesetz klargestellt wurde, dass die Spaltung von Kapitalgesellschaften auf Gemeinnützige nicht angewendet werden kann. Das heißt, man hat das damals bei Genossenschaften generell nicht zugelassen, und nun war es im Entwurf enthalten. Deshalb finde ich es sehr, sehr positiv, dass dieser Punkt jetzt herausgenommen wurde, aber das ist ja nicht ganz klar gewesen. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Jetzt haben Sie Ihren Erfolg, Frau Kollegin!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Giftzähne sind gezogen, und wir werden diesem Gesetz jetzt auch zustimmen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Jarolim: Völlig richtig war dieser Rückzieher!
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Steinacker. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Jarolim: Völlig richtig war dieser Rückzieher!)
Abg. Jarolim: Ausschließlich sachlich begründet!
Abgeordnete Mag. Michaela Steinacker (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Mitbürgerinnen und Mitbürger! Die Zwischenrufe von Kollegen Jarolim zu diesem Thema: Lieber Genosse Jarolim, genau du hast dieses Gesetz, das für die Genossenschaften in Österreich so unglaublich wichtig ist, jahrelang blockiert! Seit 2016 lag der Entwurf vor, und du hast aus unsachlichen Gründen (Abg. Jarolim: Ausschließlich sachlich begründet!) diese Beschlussfassung Jahre hindurch verhindert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Michaela Steinacker (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Mitbürgerinnen und Mitbürger! Die Zwischenrufe von Kollegen Jarolim zu diesem Thema: Lieber Genosse Jarolim, genau du hast dieses Gesetz, das für die Genossenschaften in Österreich so unglaublich wichtig ist, jahrelang blockiert! Seit 2016 lag der Entwurf vor, und du hast aus unsachlichen Gründen (Abg. Jarolim: Ausschließlich sachlich begründet!) diese Beschlussfassung Jahre hindurch verhindert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Was lange währt, wird endlich gut! Insofern war die Begutachtung und alles, was Kollegin Becher ausgeführt hat, natürlich richtig. Aber, Frau Kollegin, bei aller Wertschätzung: Das, was Sie jetzt hier gesagt haben, ist ein Anwendungsbereich, den es mit diesem Gesetz ja überhaupt nicht gibt, denn die Wohnbaugenossenschaften sind explizit von der Anwendung dieses Spaltungsgesetzes ausgenommen. Daher war Ihre Rede nicht wirklich ein sachlicher Beitrag zu dem, was für die Genossenschaften in Österreich jetzt tatsächlich möglich ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Daher: Wir schließen heute diese Gesetzeslücke. Ich nehme mit großer Begeisterung zur Kenntnis, dass nunmehr auch die SPÖ diesem Gesetzentwurf zustimmt. Ich glaube, das ist gut und richtig, denn es macht Sinn. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Meine Damen und Herren, Genossenschaft bedeutet: einer für alle, alle für einen. In diesem Sinn ist es für mich und uns alle äußerst wichtig, dass diese Rechtsform weiter aufrechterhalten, gefördert und modernisiert wird. In diesem Sinn denke ich: Die 1 700 Genossenschaften in Österreich haben nunmehr die Möglichkeit, sich auch zu spalten, um im Sinne der Mitglieder effizienter, besser und innovativer zu sein. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.
Wie Kollegin Becher bereits zutreffend festgestellt hat, wurden die gemeinnützigen Bauvereinigungen durch eine Bestimmung im WGG von diesem Genossenschaftsspaltungsgesetz nunmehr ausgenommen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.)
Beifall bei der SPÖ.
Wie Kollegin Becher ebenfalls schon gesagt hat – so weit, so gut –, hat die Diskussion über die Materie gezeigt, dass es sinnvoll ist, sich mit Expertinnen und Experten aus der Branche auf fundierter Grundlage für Änderungen von Vorhaben der Regierung einzusetzen, um so Verbesserungen zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Krisper.
Was bleibt also unter dem Strich übrig? – Lassen Sie es mich in zwei Worten zusammenfassen: eine Lex Raiffeisen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Krisper.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Daher ist der vorliegende Vorschlag eines Genossenschaftsspaltungsgesetzes alles in allem ein sehr guter. Damit wird die Rechtsform Genossenschaft sicherlich ganz, ganz wesentlich aufgewertet. Wir befürworten das ausdrücklich. – Herzlichen Dank. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein kleiner Nachhilfeunterricht für den Genossen Feichtinger: Herr Genosse Feichtinger, ich verstehe nicht ganz, dass gerade Sie als Genosse sich so sehr gegen dieses Genossenschaftsspaltungsgesetz aussprechen, denn ich glaube, es ist nicht eine Lex Raiffeisen. Wahrscheinlich sollten Sie wissen, dass Österreich viele bedeutende Genossenschaften hat. Das fängt bei der Murauer Brauerei an, geht über die APA, über die AKM bis hin zur Bäko und den Volksbanken. Wir machen also etwas für viele und nicht für eine Gruppe, das möchte ich einmal ganz deutlich hier festhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben drei Jahre daran gearbeitet und – noch einmal – 22 Jahre darauf gewartet, dass wir diesen Prozess endlich abschließen können. Deshalb möchte ich ein Dankeschön an die Vorsitzende des Justizausschusses Michaela Steinacker für den Einsatz um dieses Gesetz, an unseren Herrn Minister, der es ermöglich hat, sowie an die Damen und Herren im Ministerium und die Experten im österreichischen Genossenschaftsverband richten. Den Raiffeisenverband möchte ich auch erwähnen, und der SPÖ danke ich für die Zustimmung. – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Ich bin daher dankbar, dass auch im Rahmen des Begutachtungsverfahrens darauf hingewiesen worden ist. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Frau Abgeordnete Steinacker als Vorsitzende des Justizausschusses war diejenige, die genau dieses Gesetz vorangetrieben und es auch zum Abschluss gebracht hat.
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Ich hoffe, da dieses Werk gemeinsam entstanden ist und auch die Begutachtung miteingeflossen ist, dass diese Gesetzesvorlage Ihre einhellige Zustimmung findet. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Es liegt an uns, auf das Wohl dieser Kinder zu schauen und bleibenden Schaden abzuwenden. Ich bitte daher in diesem Sinne auch um die Zustimmung zu dieser Annahmeerklärung. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In dem Sinn freue ich mich sehr, dass diese vier lateinamerikanischen Länder zusätzlich zu dem Vertrag hinzukommen. Wir haben aber trotzdem mit diesem Kontinent noch sehr viel zu tun. In dem Sinne: ¡Viva América latina! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der Liste Pilz.
Ich glaube, hier geht es also ganz stark um rechtliche Aspekte, aber ganz wenig um das Kindeswohl selbst. Das ist auch mein Ansatz und mein Appell an die Bundesregierung: Das Kindeswohl muss hier im Zentrum stehen und noch stärker ins Zentrum gerückt werden. Deshalb ist mein Appell, bei der Überarbeitung, bei der wirklich nötigen Überarbeitung des Haager Abkommens bitte das Kindeswohl ins Zentrum zu stellen. Ich möchte Sie auch auffordern: Nehmen Sie das mit und überarbeiten Sie es dahin gehend! – Danke sehr. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten der Liste Pilz.
Mit Ihrer heutigen Zustimmung signalisieren Sie die Unterstützung unseres Anliegens. In dem Zusammenhang möchte ich mich auch für die sehr gute und fruchtbringende Diskussion im Ständigen Unterausschuss für EU-Angelegenheiten bedanken, wo Sie im Zusammenhang mit der Revision von Brüssel-IIa Anregungen gemacht haben, die wir natürlich im Rahmen der weiteren Beratungen auf EU-Ebene miteinfließen lassen werden. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten der Liste Pilz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Das Nettoergebnis hat sich zwar im Vergleich zum Vorjahr um 7,8 Milliarden Euro verbessert, ist aber immerhin noch mit 1,6 Milliarden negativ. Die positive Wirkung haben wir durch Sondereffekte und natürlich aus erhöhten Steuereinnahmen dank der guten Konjunktur, vor allem aber haben wir sie auch den hervorragenden Leistungen unserer Unternehmerinnen und Unternehmer und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Um nachhaltig für die nächste Generation zu wirken, ist es wohl sinnvoller, wenn wir uns darauf konzentrieren, wie wir in Zukunft den Wohlstand erwirtschaften, und nicht, wie wir verteilen, denn verteilen beherrschen wir aus der Vergangenheit ohnedies perfekt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Ein würdevoller Umgang mit arbeitslosen Menschen heißt für uns Integration in den Ersten Arbeitsmarkt, in die Unternehmen, und nicht Abschiebung in kurzfristige Scheinjobs, wie wir dies mit der Aktion 20 000 gemacht haben. Leider ist heute Herr Kollege Kern nicht da: Diese Aktion wurde auch ausgenutzt. Ich habe bei mir im Bezirk eine SPÖ-Bürgermeisterin, die in der Gemeinde über die Aktion 20 000 eingestellt wurde. Ich glaube, diese Aktion war nicht dafür gedacht, dass man Politiker versorgt. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Danke an die Bundesregierung für ihre Reformbereitschaft, Danke aber auch an unseren Klubobmann für seine Themenaufbereitung und für seine nachhaltige Sicherung unseres Wohlstandes und vor allem auch Danke unseren Bürgerinnen und Bürgern, dass unsere Arbeit im letzten Jahr in den Umfragen so gut bewertet wird! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Es ist abgelaufen!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollegin Winzig, da Sie hier die Aktion 20 000 kritisiert haben, sollten Sie sich einmal durchlesen, was Ihr jetziger Klubobmann Wöginger bei der Beschlussfassung gesagt hat. Er hat gesagt, das sei ein Superkonzept und die ÖVP stehe voll dahinter. Es stellt sich dann nur eine Frage (Ruf bei der ÖVP: Es ist abgelaufen!) – es ist nicht ausgelaufen, es wurde einfach beendet, sobald die SPÖ nicht mehr in der Regierung war – für einfach jeden, der zuhört, nämlich die Frage, wie ernst Kollege Wöginger es meint, wenn er hier sagt, etwas sei gut und da sei die volle Unterstützung seiner Partei dahinter, wenn dann wenige Monate später die anderen ÖVPler sagen, das sei immer schon eine ganz schlechte Idee gewesen. (Abg. Winzig: Das hat eine Evaluierung gezeigt!) Das heißt, Sie stellen in Wahrheit das Wort Ihres Klubobmanns hier vom Rednerpult aus in Frage. Da soll sich jeder ein Bild davon machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Winzig: Das hat eine Evaluierung gezeigt!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollegin Winzig, da Sie hier die Aktion 20 000 kritisiert haben, sollten Sie sich einmal durchlesen, was Ihr jetziger Klubobmann Wöginger bei der Beschlussfassung gesagt hat. Er hat gesagt, das sei ein Superkonzept und die ÖVP stehe voll dahinter. Es stellt sich dann nur eine Frage (Ruf bei der ÖVP: Es ist abgelaufen!) – es ist nicht ausgelaufen, es wurde einfach beendet, sobald die SPÖ nicht mehr in der Regierung war – für einfach jeden, der zuhört, nämlich die Frage, wie ernst Kollege Wöginger es meint, wenn er hier sagt, etwas sei gut und da sei die volle Unterstützung seiner Partei dahinter, wenn dann wenige Monate später die anderen ÖVPler sagen, das sei immer schon eine ganz schlechte Idee gewesen. (Abg. Winzig: Das hat eine Evaluierung gezeigt!) Das heißt, Sie stellen in Wahrheit das Wort Ihres Klubobmanns hier vom Rednerpult aus in Frage. Da soll sich jeder ein Bild davon machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollegin Winzig, da Sie hier die Aktion 20 000 kritisiert haben, sollten Sie sich einmal durchlesen, was Ihr jetziger Klubobmann Wöginger bei der Beschlussfassung gesagt hat. Er hat gesagt, das sei ein Superkonzept und die ÖVP stehe voll dahinter. Es stellt sich dann nur eine Frage (Ruf bei der ÖVP: Es ist abgelaufen!) – es ist nicht ausgelaufen, es wurde einfach beendet, sobald die SPÖ nicht mehr in der Regierung war – für einfach jeden, der zuhört, nämlich die Frage, wie ernst Kollege Wöginger es meint, wenn er hier sagt, etwas sei gut und da sei die volle Unterstützung seiner Partei dahinter, wenn dann wenige Monate später die anderen ÖVPler sagen, das sei immer schon eine ganz schlechte Idee gewesen. (Abg. Winzig: Das hat eine Evaluierung gezeigt!) Das heißt, Sie stellen in Wahrheit das Wort Ihres Klubobmanns hier vom Rednerpult aus in Frage. Da soll sich jeder ein Bild davon machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Winzig: Defizit bleibt Defizit!
Wir diskutieren hier den Bundesrechnungsabschluss. Das ist so was wie die Bilanz der Republik für das Jahr 2017. Das ist quasi die Bilanz darüber, wie die Politik funktioniert hat, wie die Regierungsarbeit war. Da muss man sagen: Es ist eine sehr, sehr erfolgreiche Bilanz, und zwar ziemlich unabhängig davon, welche Kennzahlen Sie heranziehen. Ich kann gleich die heranziehen, die Kollegin Winzig als die wichtigsten genannt hat. Sie hat vom Defizit gesprochen. Ja, das Defizit ist massiv zurückgegangen, und zwar administrativ. Es gibt ja fünf verschiedene Defizitarten. Die wichtigste ist das strukturelle Defizit – auch das ist zurückgegangen. Wir erfüllen alle Kriterien der Europäischen Union, nicht zum ersten Mal, sondern zum wiederholten Mal. (Abg. Winzig: Defizit bleibt Defizit!)
Heiterkeit und Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
Nun zur Frage der Schulden: Es heißt, wir hinterließen so arge Schulden für unsere nachkommenden Generationen. – Ich bin an und für sich kein Freund von Schulden. Ich bin ja Sozialdemokrat, und Sozialdemokraten mögen - - (Heiterkeit und Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Ja, ich sage das hier zum zehnten Mal. Sie lernen nicht, Sie sind noch immer überrascht. Das überlasse ich Ihnen. (Abg. Höbart: Schulden machen und Steuern erhöhen, das ist das Problem der Sozialdemokratie!) Ich war zuständig für Steuergelder im dritten Bezirk. Es waren mehrere Abgeordnete von Ihnen auch dort. Sie werden wissen: Wir haben nie einen Euro Schulden gemacht – nie einen Euro! Ich sage auch, wieso: weil Schulden ein Problem sind, das die Handlungsfähigkeit der Politik in der Zukunft einschränkt, und ich gebe lieber Geld für Investitionen aus als für Zinsen. (Abg. Winzig: Bis daher super! – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Höbart: Schulden machen und Steuern erhöhen, das ist das Problem der Sozialdemokratie!
Nun zur Frage der Schulden: Es heißt, wir hinterließen so arge Schulden für unsere nachkommenden Generationen. – Ich bin an und für sich kein Freund von Schulden. Ich bin ja Sozialdemokrat, und Sozialdemokraten mögen - - (Heiterkeit und Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Ja, ich sage das hier zum zehnten Mal. Sie lernen nicht, Sie sind noch immer überrascht. Das überlasse ich Ihnen. (Abg. Höbart: Schulden machen und Steuern erhöhen, das ist das Problem der Sozialdemokratie!) Ich war zuständig für Steuergelder im dritten Bezirk. Es waren mehrere Abgeordnete von Ihnen auch dort. Sie werden wissen: Wir haben nie einen Euro Schulden gemacht – nie einen Euro! Ich sage auch, wieso: weil Schulden ein Problem sind, das die Handlungsfähigkeit der Politik in der Zukunft einschränkt, und ich gebe lieber Geld für Investitionen aus als für Zinsen. (Abg. Winzig: Bis daher super! – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Winzig: Bis daher super! – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Nun zur Frage der Schulden: Es heißt, wir hinterließen so arge Schulden für unsere nachkommenden Generationen. – Ich bin an und für sich kein Freund von Schulden. Ich bin ja Sozialdemokrat, und Sozialdemokraten mögen - - (Heiterkeit und Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Ja, ich sage das hier zum zehnten Mal. Sie lernen nicht, Sie sind noch immer überrascht. Das überlasse ich Ihnen. (Abg. Höbart: Schulden machen und Steuern erhöhen, das ist das Problem der Sozialdemokratie!) Ich war zuständig für Steuergelder im dritten Bezirk. Es waren mehrere Abgeordnete von Ihnen auch dort. Sie werden wissen: Wir haben nie einen Euro Schulden gemacht – nie einen Euro! Ich sage auch, wieso: weil Schulden ein Problem sind, das die Handlungsfähigkeit der Politik in der Zukunft einschränkt, und ich gebe lieber Geld für Investitionen aus als für Zinsen. (Abg. Winzig: Bis daher super! – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Hauser: ... immer noch kein ausgeglichenes Budget!
Eines müssen wir aber feststellen: Wir reden von der Bilanz von Kern und Mitterlehner. Auch in dieser Frage ist das eine sehr gute Bilanz. Die Verschuldung ist 2017 gesunken, nicht nur im Verhältnis zum BIP, sondern nominell. (Abg. Hauser: ... immer noch kein ausgeglichenes Budget!) Das heißt, wir hatten in Euro am 31.12.2017 weniger Schulden, als wir das ein Jahr davor hatten. Da kann man sagen: Kern, Mitterlehner, sehr gut gemacht!
Beifall bei der SPÖ.
Die Arbeitslosigkeit ist auch gesunken, wobei man sagen muss, dass es vier Problembereiche bei der Arbeitslosigkeit gibt: die Arbeitslosen 50 plus, die Langzeitarbeitslosen, die Behinderten und anerkannte Asylwerber. Das sind die vier Problembereiche. Da muss man investieren. Das, was Sie jetzt machen, seit 1.1.2018, werden wir erst überprüfen können, wenn der nächste Rechnungsabschluss vorliegt. Die Latte liegt hoch. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Krainer: Wie viel hat die Hypo gekostet im letzten Jahr?
Abgeordneter Erwin Angerer (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Rechnungshofpräsidentin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Ja, Herr Kollege Krainer hat gesagt: „Die Latte liegt hoch.“ – Das stimmt, die Latte liegt hoch. Wenn man bei Hochkonjunktur, die wir in den letzten Jahren gehabt haben, trotzdem noch 1,6 Milliarden Euro Defizit verursacht, dann liegt die Latte wirklich hoch. Ich hoffe, dass wir diese nicht erreichen werden mit den Budgets in den nächsten Jahren. (Abg. Krainer: Wie viel hat die Hypo gekostet im letzten Jahr?)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
neuen Regierung zu Ende, und es geht in die Richtung, dass wir Schulden abbauen und Reformen einleiten in diesem Land. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Ich komme zu den Eckdaten. Wie schon gesagt, wir haben ein sehr gutes Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren, das haben wir auch 2017 schon gehabt mit fast 3 Prozent. Trotzdem haben wir ein negatives Ergebnis von 1,6 Milliarden Euro, einen Nettofinanzierungssaldo von fast minus 7 Milliarden Euro. Das Negativvermögen ist wieder gestiegen. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Unsere Schulden sind gestiegen, und wir sind Verpflichtungen für die Zukunft in Höhe von 135 Milliarden Euro eingegangen, die auch der Rechnungshof zu Recht sehr kritisch sieht und die unsere nächsten Generationen und die nächsten Budgets belasten werden. (Abg. Krainer: Das ist falsch!) – Das ist nicht falsch, das sind die Fakten und das steht auch so in diesem Rechnungsabschluss. Ich weiß nicht, was du gelesen hast, Herr Kollege Krainer.
Abg. Krainer: Das ist falsch!
Ich komme zu den Eckdaten. Wie schon gesagt, wir haben ein sehr gutes Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren, das haben wir auch 2017 schon gehabt mit fast 3 Prozent. Trotzdem haben wir ein negatives Ergebnis von 1,6 Milliarden Euro, einen Nettofinanzierungssaldo von fast minus 7 Milliarden Euro. Das Negativvermögen ist wieder gestiegen. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Unsere Schulden sind gestiegen, und wir sind Verpflichtungen für die Zukunft in Höhe von 135 Milliarden Euro eingegangen, die auch der Rechnungshof zu Recht sehr kritisch sieht und die unsere nächsten Generationen und die nächsten Budgets belasten werden. (Abg. Krainer: Das ist falsch!) – Das ist nicht falsch, das sind die Fakten und das steht auch so in diesem Rechnungsabschluss. Ich weiß nicht, was du gelesen hast, Herr Kollege Krainer.
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Leistungsträger in diesem Land betrifft – die Arbeiter, die Angestellten, aber auch die Unternehmer. Wir werden Leistung in Zukunft auch wieder entsprechend würdigen und entlohnen. Das heißt, Leistung muss sich in unserem Land wieder lohnen und darf nicht durch hohe Steuern und einen aufgeblähten Staat verbraucht werden. Wir wollen einen schlanken Staat, der für die Bürger dieses Landes da ist. – Danke. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Winzig: Vizebürgermeisterin!
Abgeordnete Doris Margreiter (SPÖ): Frau Kollegin Winzig hat in ihrer Rede behauptet, dass eine SPÖ-Bürgermeisterin aus ihrem Bezirk, und das ist auch mein - - (Abg. Winzig: Vizebürgermeisterin!) – Sie haben „Bürgermeisterin“ gesagt! (Abg. Winzig: Vizebürgermeisterin! – Ruf bei der SPÖ: Ich habe auch „Bürgermeisterin“ gehört! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie haben „Bürgermeisterin“ gesagt!
Abg. Winzig: Vizebürgermeisterin! – Ruf bei der SPÖ: Ich habe auch „Bürgermeisterin“ gehört! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Doris Margreiter (SPÖ): Frau Kollegin Winzig hat in ihrer Rede behauptet, dass eine SPÖ-Bürgermeisterin aus ihrem Bezirk, und das ist auch mein - - (Abg. Winzig: Vizebürgermeisterin!) – Sie haben „Bürgermeisterin“ gesagt! (Abg. Winzig: Vizebürgermeisterin! – Ruf bei der SPÖ: Ich habe auch „Bürgermeisterin“ gehört! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie haben „Bürgermeisterin“ gesagt!
Beifall bei der SPÖ.
Ich stelle richtig: Ich habe zwei SPÖ-Bürgermeisterinnen, eine ist Vollzeitbürgermeisterin und eine ist in Pension und Bürgermeisterin. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den NEOS.
Unsere Konzepte liegen am Tisch. Herr Staatssekretär, Sie kennen sie. Sie werden das nicht alles eins zu eins unterschreiben, aber Sie haben die Pflicht, die Situation und vor allem die wirtschaftliche Lage jetzt zu nutzen. Hier möchte ich Ihnen mitgeben: Haben Sie Mut! Haben Sie den Mut, auch dorthin zu gehen, wo es wehtut! Sie haben viel angekündigt. Sie haben gute Dinge angekündigt. Jetzt geht es um die Umsetzung und um die Durchsetzung dieser Ankündigungen. Nur keine neuen Schulden zu machen – wie auch Herr Angerer es gesagt hat – wird einfach im Augenblick nicht reichen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der Liste Pilz.
Abschließend habe ich folgende Bitte an Sie, Frau Rechnungshofpräsidentin: Können Sie uns über den Stand der Dinge in dieser Arbeitsgruppe etwas berichten? – Vielen Dank. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das gesamtstaatliche Maastrichtergebnis soll weiter gesenkt werden, nämlich im Jahr 2018 auf minus 0,4 Prozent des BIP, und bereits 2019 ausgeglichen sein. Die öffentliche Verschuldung soll in dieser Zeit von aktuell 78,4 Prozent auf 70,9 Prozent zurückgeführt werden. 2019 werden wir damit erstmalig seit 1954 einen Überschuss budgetieren. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Dies erfordert neben den gesetzten budgetentlastenden Maßnahmen auch eine strenge Haushaltsführung. Wie wir am Budgetvollzug 2018 sehen, sind wir allen kritischen Stimmen zum Trotz auf einem sehr guten Weg. Im Juli liegt der Budgetvollzug laut Finanzierungsrechnung um 2,8 Milliarden Euro besser als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dies ist nur möglich, weil wir ausgabenkritisch hinterfragen, weil wir Prioritäten nicht einfach übernehmen, weil wir Maßnahmen nach Effizienz und Effektivität werten und zu guter Letzt Sparpotenziale heben und auch nützen. – Vielen Dank. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abg. Holzleitner
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal für das rasch geschnürte Dürrehilfe-Maßnahmenpaket Danke sagen. Für unsere Bäuerinnen und Bauern ist dies ein wichtiges Signal im Hinblick auf die existenzbedrohende Trockenheit in vielen Regionen. Unsere Bäuerinnen und Bauern sind die Ersten, die die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen. Auf sie darf nicht vergessen werden (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abg. Holzleitner), wenn es darum geht, Rahmenbedingungen zu schaffen, die zur Kontinuität führen – stabil, fortdauernd und zukunftsorientiert, genau wie unsere Bäuerinnen und Bauern. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal für das rasch geschnürte Dürrehilfe-Maßnahmenpaket Danke sagen. Für unsere Bäuerinnen und Bauern ist dies ein wichtiges Signal im Hinblick auf die existenzbedrohende Trockenheit in vielen Regionen. Unsere Bäuerinnen und Bauern sind die Ersten, die die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen. Auf sie darf nicht vergessen werden (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der FPÖ sowie der Abg. Holzleitner), wenn es darum geht, Rahmenbedingungen zu schaffen, die zur Kontinuität führen – stabil, fortdauernd und zukunftsorientiert, genau wie unsere Bäuerinnen und Bauern. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Zanger: Nein!
Die Regierung meint, hiermit 114 Millionen Euro einsparen zu können – ohne Ausnahmen für Diplomatinnen und Diplomaten, wohlgemerkt, die die Außenministerin Kneissl sowie brandaktuell auch ÖVP-Familiensprecher Norbert Sieber am 23. September in einem Interview gefordert haben. Diese Kürzungen von 114 Millionen Euro sind also alleine schon durch diese privilegierte Sonderstellung für Diplomatinnen und Diplomaten von vornherein nicht haltbar. Völlig ignoriert wird dabei sowieso, dass die Europäische Kommission und viele Expertinnen und Experten diesem Vorhaben EU-Rechtswidrigkeit bescheinigen. (Abg. Zanger: Nein!)
Beifall bei der SPÖ.
Deshalb sagen wir Nein zu den Vorschlägen zur Indexierung der Familienbeihilfe, um allen Kindern dieselben Chancen und Möglichkeiten zu bieten und nicht je nach ihrem Aufenthaltsort und ihrer Herkunft zu differenzieren, denn Kinder können sich nicht aussuchen, in welche Familie sie wo geboren werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Für uns gilt deshalb der Grundsatz: Ein Kind ist ein Kind ist ein Kind, und alle Kinder sind gleich viel wert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Strasser.
Lieber Kollege Krainer, und da unterscheiden wir uns: Ja, ein längerfristiges Projekt muss vielleicht manchmal über Schulden finanziert werden, aber es kann nicht sein, dass ich es nicht einmal mehr aus dem ordentlichen Haushalt heraus schaffe, die Zinsen abzudecken. Da habe ich falsche Budgetpolitik gemacht! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Strasser.) Kein Privathaushalt, kein kleiner Gewerbebetrieb bekommt von einer Bank einen Kredit, wenn er nicht in der Lage ist, wenigstens die Zinsen und in einem gewissen Maß auch die Rückzahlung aus dem laufenden Haushalt zu finanzieren.
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Deshalb glaube ich, mit Finanzminister Löger und mit Finanzstaatssekretär Hubert Fuchs sind wir am richtigen Weg. Wir sind dabei, das Budget zu sanieren, und ich glaube, dass diese Regierung noch viel Spielraum in Budgets zusammenbringen wird, wenn wir den eingeschlagenen Pfad weiterhin verfolgen. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Präsidentin des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Wir haben Rekordeinnahmen, Rekordausgaben, und wenn die Bürger jetzt glauben, das Geld fließt in Schulen, Universitäten und Forschung, dann haben sie sich leider getäuscht. Jeder vierte Budgeteuro geht in ein schrottreifes Pensionssystem, wir finanzieren ein immer schlechter werdendes Gesundheitssystem (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und wir zahlen, wie Kollege Linder richtig ausgeführt hat, die Zinsen für die alten Schuldenberge.
Beifall bei den NEOS.
Was Sie machen, ist also Showpolitik, mit dem Steuergeld der Leute schönen Sie Ihre Zahlen, Reformen machen Sie keine. (Beifall bei den NEOS.)
Präsident Sobotka übernimmt den Vorsitz.
Wir haben beim Bundesrechnungsabschluss den Fokus auf die Ergebnisrechnung gelegt, denn Ziel der Haushaltsrechtsreform ist es, dass wir die finanzielle Lage des Bundes umfassend darstellen und damit auch die Transparenz erhöhen. (Präsident Sobotka übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.
Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, dass wir zu einer schärferen institutionellen Trennung der Rollen zwischen Erstellung und Prüfung des Rechnungsabschlusses kommen. Ich denke, da sind wir schon einige Schritte weiter. Die Arbeitsgruppe hat bereits zehnmal getagt. Wir werden versuchen, Ihnen und auch dem Haushaltsrechtsbeirat noch bis Ende Dezember einen Endbericht vorzulegen, und werden auch versuchen, darzustellen, welche gesetzlichen Vorschriften man dafür verändern müsste. Es gibt natürlich unterschiedliche Varianten und Szenarien. Maßstab ist die Transparenz der öffentlichen Finanzen, die Erfüllung von internationalen Standards, und aus Sicht des Rechnungshofes wünsche ich mir nicht nur einen Lagebericht der Regierung über das abgelaufene Jahr am 30. Juni, sondern vielleicht besteht auch die Möglichkeit, dass der Rechnungshof diesem Hohen Haus noch vor der Budgeterstellung einen Bericht zur finanziellen Lage aus seiner Wahrnehmung heraus vorlegen kann. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Ruf bei der SPÖ: Der oder die?
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Als Nächste zu Wort gelangt Abgeordnete Greiner. – Bitte. (Ruf bei der SPÖ: Der oder die?) – Frau Abgeordnete Greiner, mit G.
Abg. Hanger: Nur relativ! Absolut nicht!
Abgeordnete Mag. Karin Greiner (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Wir blicken auf respektable Wirtschaftsdaten: Wir haben ein Wirtschaftswachstum von nahezu 3 Prozent zu verzeichnen, das liegt über den Erwartungen und bedeutet eine Verdoppelung gegenüber 2016. Das Budget ruht auf soliden Säulen. Laut Bundesrechnungsabschluss sinkt die Staatsverschuldung, und zwar nach Maastrichtkriterien, nominell und strukturell. (Abg. Hanger: Nur relativ! Absolut nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hanger: Ein Wahnsinn! – Abg. Winzig: Das haben schon unsere Unternehmerinnen und Unternehmer ...!
Warum ist das so? Die Bundesregierung verkauft das gerne als ihr Verdienst, aber, sehr geehrte Damen und Herren, dass wir heute so gut dastehen, das ist das Verdienst der SPÖ-geführten Bundesregierung der letzten Jahre. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hanger: Ein Wahnsinn! – Abg. Winzig: Das haben schon unsere Unternehmerinnen und Unternehmer ...!)
Ruf bei der FPÖ: Wer da wen geführt hat, darüber lässt sich streiten! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Diese SPÖ-geführte Bundesregierung hat mit Augenmaß und Ziel abgewogen: Wo muss man investieren? Wo ist zu sparen?, und das, obwohl die Krise ausgebrochen ist. (Ruf bei der FPÖ: Wer da wen geführt hat, darüber lässt sich streiten! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Gudenus: In Vereine!
Erinnern wir uns: Vor zehn Jahren, 2008, hat eine veritable Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Ausgang genommen und auch Österreich gebeutelt. In Österreich ist es dank der SPÖ-geführten Regierung gelungen, in dieser Krise zu investieren. Und wie wurde investiert? (Abg. Gudenus: In Vereine!) – In Bildung, in aktive Arbeitsmarktpolitik, in soziale Sicherheit, Mindestsicherung. Wir waren das einzige Land in Europa, in dem es gelungen ist, dass die Armut in der Krise gesunken ist, in relativen und in absoluten Zahlen, und das bei einer Steuerreform von 5 Milliarden Euro. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Sehr gut!)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Sehr gut!
Erinnern wir uns: Vor zehn Jahren, 2008, hat eine veritable Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Ausgang genommen und auch Österreich gebeutelt. In Österreich ist es dank der SPÖ-geführten Regierung gelungen, in dieser Krise zu investieren. Und wie wurde investiert? (Abg. Gudenus: In Vereine!) – In Bildung, in aktive Arbeitsmarktpolitik, in soziale Sicherheit, Mindestsicherung. Wir waren das einzige Land in Europa, in dem es gelungen ist, dass die Armut in der Krise gesunken ist, in relativen und in absoluten Zahlen, und das bei einer Steuerreform von 5 Milliarden Euro. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Sehr gut!)
Abg. Gudenus: Gusenbauer und so, nicht?
Für wen macht diese Regierung eigentlich Politik? – Sie macht Politik für Reich, für Superreich (Abg. Gudenus: Gusenbauer und so, nicht?), kredenzt Steuerzuckerln für Großkonzerne, aber Themen wie Ganztagsbildung und Kinderbetreuung werden stiefmütterlich behandelt. Kinderbetreuung wird gestrichen, aber wir dürfen 12 Stunden arbeiten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Für wen macht diese Regierung eigentlich Politik? – Sie macht Politik für Reich, für Superreich (Abg. Gudenus: Gusenbauer und so, nicht?), kredenzt Steuerzuckerln für Großkonzerne, aber Themen wie Ganztagsbildung und Kinderbetreuung werden stiefmütterlich behandelt. Kinderbetreuung wird gestrichen, aber wir dürfen 12 Stunden arbeiten! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neubauer: Fangt einmal bei der SPÖ an, da habt ihr eh genug zu tun! Die müssen schon die Häuser verkaufen, weil sie nicht budgetieren können!
Sehr geehrte Damen und Herren! So spaltet man eine Gesellschaft. Wir als sozialdemokratische Fraktion kämpfen für ein solidarisches Miteinander. Wir wollen, dass der Wohlstand gerecht aufgeteilt wird, dass Steuerleistung gerecht verteilt wird. (Abg. Neubauer: Fangt einmal bei der SPÖ an, da habt ihr eh genug zu tun! Die müssen schon die Häuser verkaufen, weil sie nicht budgetieren können!) Wir wollen funktionierende Krankenhäuser, funktionierende Altersheime, faire Pensionen und gerechte Löhne.
Beifall bei der SPÖ.
Ich fordere die jetzige Bundesregierung dazu auf, sich endlich zu diesen Werten zu bekennen und nicht den Aufschwung zu verspielen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Martin Graf: Ich glaube, dass die SPÖ gespalten ist! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Die SPÖ ist sehr gespalten!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Margreiter. – Bitte. (Abg. Martin Graf: Ich glaube, dass die SPÖ gespalten ist! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Die SPÖ ist sehr gespalten!)
Beifall bei der SPÖ.
Dazu hat diese Bundesregierung – das möchte ich nochmals betonen – nichts beigetragen. Heute können wir sagen, Österreich hat die Finanz- und Wirtschaftskrise und die darauf folgenden Stagnationsjahre gut überstanden, und das ist nicht ein Ergebnis der letzten Monate, sondern das ist das Resultat einer sozialdemokratisch geführten Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es wäre die Herausforderung Wohnen zu nennen: Die Preise fürs Wohnen explodieren. Empfehlung dieser Bundesregierung: Wenn Sie sich keine Miete leisten können, kaufen Sie doch eine Wohnung! Ich frage Sie: Was ist das bitte für ein Weltbild? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine Entlastung des über die Maßen besteuerten Faktors Arbeit und im Gegenzug eine vernünftige Vermögensbesteuerung werden seit Jahren gefordert. Sie sind allerdings blind auf diesem Auge. Kapital wird nämlich kaum besteuert. Sie stärken die Ungleichverteilung. Sie schaffen Vorteile für Besserverdienende; Sie müssen ja Wahlkampfsponsoren bedienen, insofern ist das nachvollziehbar. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Als stärkste Oppositionsfraktion müssen und werden wir das aufzeigen. Wir werden das mit Sicherheit nicht kampflos hinnehmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Hammer: Das wäre ein Parteiobmann gewesen! – Abg. Rädler: Das wäre ein Parteiobmann!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Als nächster Redner gelangt Herr Abgeordneter Vogl zu Wort. – Bitte. (Abg. Hammer: Das wäre ein Parteiobmann gewesen! – Abg. Rädler: Das wäre ein Parteiobmann!)
Abg. Hanger: Nein, aber der Nettofinanzierungsbedarf ist gestiegen! Das war eine buchhalterische ..., das weißt du!
Abgeordneter Ing. Markus Vogl (SPÖ): Zum Bundesrechnungsabschluss ist schon vieles gesagt worden. Ich glaube, man kann zusammenfassend noch einmal sagen: Wenn hier immer vom Schuldenmachen und von Schuldenpolitik geredet wird, dann schauen wir uns die Zahlen an: Maastrichtverschuldung 2016 – 295 Milliarden Euro, Maastrichtverschuldung 2017 – 289,5 Milliarden Euro. (Abg. Hanger: Nein, aber der Nettofinanzierungsbedarf ist gestiegen! Das war eine buchhalterische ..., das weißt du!)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Da würde ich mir mehr Diskussion erwarten, genauso wie ich mir mehr Diskussion zu einem Bundesrechnungsabschluss erwarten würde, denn dieser zeigt die Wirklichkeit. Das ist keine Ankündigungspolitik, wie sie gerne gemacht wird, sondern das ist die reale Politik, die erfolgt ist. Da wird zusammengerechnet, und diese Rechnung ergibt: Wir waren erfolgreich, wir haben die Schulden in diesem Land gesenkt, und es war eine gute Politik, die wir betrieben haben. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Rufe bei der FPÖ: Na, na, na! – Abg. Zanger: Auffassungsvermögen!
Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak, MA (NEOS): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Wir haben ja in den letzten Monaten seit der Angelobung der schwarz-blauen Regierung immer wieder Situationen erleben müssen, die einigermaßen irritierend waren, die einigermaßen erschreckend waren und die einigermaßen beunruhigend waren. (Rufe bei der FPÖ: Na, na, na! – Abg. Zanger: Auffassungsvermögen!) Jedes Mal, wenn man eine solche Situation erlebt hat, hat man sich als Beobachter irgendwie überlegt, ob es noch schlimmer gehen kann, und jedes Mal, wenn man sich überlegt hat, ob es noch schlimmer gehen kann, haben Sie – oder hat jemand von Ihnen – noch eins draufgelegt.
Abg. Belakowitsch: Blödsinn! Das Gegenteil ist der Fall!
In vielen dieser Situationen hat das Innenministerium mit Ihnen an der Spitze, Herr Bundesminister, eine nicht unwesentliche Rolle gespielt – eine nicht unwesentliche Rolle dann, wenn es um den Verlust des Vertrauens in die demokratischen Institutionen in Österreich geht, eine nicht unwesentliche Rolle, wenn es um die Einschränkung der Grund- und Freiheitsrechte der Österreicherinnen und Österreicher geht (Abg. Belakowitsch: Blödsinn! Das Gegenteil ist der Fall!), wenn es um die Gefährdung der Rechtsstaatlichkeit geht oder wenn es um die Aushöhlung oder die vermeintliche Aushöhlung der Gewaltenteilung geht.
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Belakowitsch: Millionen aber schon!
Was uns aber schon verwundert hat, war der Anlass, den Sie uns gegeben haben, und was uns noch mehr verwundert hat, war in diesem Fall die Tragweite der Grenzüberschreitung, die in den letzten zwei Tagen aus Ihrem Ministerium gekommen ist. Ja, Herr Innenminister, ich habe Ihre Aussendung gestern Abend gelesen, in der Sie sich durchgerungen haben, sich ein bisschen davon zu distanzieren, was in diesem Mail gekommen ist. Ich sage Ihnen aber ganz ehrlich – und ich glaube, wir können ehrlich zueinander sein –: Wenn Sie 24 Stunden dazu brauchen, sich ein Bekenntnis zur Pressefreiheit abzuringen, dann wundern Sie sich nicht, dass Ihnen in diesem Staat niemand mehr glaubt. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Belakowitsch: Millionen aber schon!)
Abg. Lausch: Die Bevölkerung steht hinter dem Innenminister, nur die paar NEOS nicht, aber das sind nicht viele!
Ich sage Ihnen auch: Wenn Sie als Bundesminister dieser Republik 24 Stunden dazu brauchen, um Interesse am Weiterbestehen der Grund- und Freiheitsrechte zu zeigen, dann sollten Sie sich vielleicht auch einmal selbst infrage stellen und sich fragen, ob Sie sich überhaupt selbst noch glauben, wenn Sie Aussendungen machen. (Abg. Lausch: Die Bevölkerung steht hinter dem Innenminister, nur die paar NEOS nicht, aber das sind nicht viele!)
Abg. Zanger: Aber geh! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schimanek.
Aus dem Innenministerium unter Ihrer Führung ist ein E-Mail an die Kommunikationschefs der Landespolizeidirektionen gekommen, in dem ein Frontalangriff auf die Pressefreiheit geritten wurde und in dem vorgeschlagen wurde, dass gegenüber kritischen – zu kritischen aus Ihrer Sicht – Medien in Zukunft Informationen beschränkt werden sollen. (Abg. Zanger: Aber geh! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schimanek.)
Abg. Belakowitsch: Das ist der Wunsch der Bevölkerung!
Damit nicht genug, ist auch dazu aufgefordert worden, dass in Zukunft die Staatsbürgerschaft beziehungsweise der Aufenthaltstitel von verdächtigen Personen bewusst (Abg. Belakowitsch: Das ist der Wunsch der Bevölkerung!) genannt wird. Es wurde auch dazu aufgerufen, dass über Sexualdelikte, insbesondere dann, wenn zwischen Täter und Opfer keine Verbindung besteht, proaktiv informiert werden soll und dass der Opferschutz in Wirklichkeit eher außen vor gelassen werden soll. (Abg. Gudenus: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Belakowitsch: Wo steht das?)
Abg. Gudenus: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Belakowitsch: Wo steht das?
Damit nicht genug, ist auch dazu aufgefordert worden, dass in Zukunft die Staatsbürgerschaft beziehungsweise der Aufenthaltstitel von verdächtigen Personen bewusst (Abg. Belakowitsch: Das ist der Wunsch der Bevölkerung!) genannt wird. Es wurde auch dazu aufgerufen, dass über Sexualdelikte, insbesondere dann, wenn zwischen Täter und Opfer keine Verbindung besteht, proaktiv informiert werden soll und dass der Opferschutz in Wirklichkeit eher außen vor gelassen werden soll. (Abg. Gudenus: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Belakowitsch: Wo steht das?)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Gudenus: Der Opferschutz wird betont! Der wird betont! Das ist ja unglaublich!
Sie haben das Mail offensichtlich nicht gelesen, Herr Kollege Gudenus! Ich werde es Ihnen nachher noch einmal genau zitieren. Schauen Sie sich das an! Ich komme nachher im Detail, damit auch die FPÖ-Fraktion weiß, worum es geht, zu den Fragen des Opferschutzes. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Gudenus: Der Opferschutz wird betont! Der wird betont! Das ist ja unglaublich!)
Zwischenruf des Abg. Gudenus
Für alle, die da schon beim Dazwischenbrüllen sind: Auf die Frage, ob der Innenminister dafür verantwortlich ist, sage ich Ihnen gleich: Selbstverständlich ist der Innenminister verantwortlich dafür. Der Innenminister ist Chef seines Ministeriums (Zwischenruf des Abg. Gudenus), und alles, was in seinem Ministerium passiert, liegt natürlich in seiner Verantwortung. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Für alle, die da schon beim Dazwischenbrüllen sind: Auf die Frage, ob der Innenminister dafür verantwortlich ist, sage ich Ihnen gleich: Selbstverständlich ist der Innenminister verantwortlich dafür. Der Innenminister ist Chef seines Ministeriums (Zwischenruf des Abg. Gudenus), und alles, was in seinem Ministerium passiert, liegt natürlich in seiner Verantwortung. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ja, haben Sie es nicht gelesen? – Abg. Wurm: Sind beide da!
Wir haben dann aufgrund dieses Schreibens angekündigt, dass wir eine Dringliche Anfrage an den Innenminister einbringen werden, und siehe da: Es hat nur 1 Stunde gedauert, bis wieder ein Schreiben aus dem Innenministerium kam, in dem drinstand, dass sich der Innenminister bei dieser Sitzung von seiner Staatssekretärin vertreten lassen will. (Abg. Belakowitsch: Ja, haben Sie es nicht gelesen? – Abg. Wurm: Sind beide da!) – Schauen Sie, Frau Kollegin Belakowitsch, ich weiß nicht, welches Schreiben Sie lesen. Im ersten Schreiben aus dem Ministerium stand drin (Abg. Gudenus: Sie können nicht lesen anscheinend!), dass sich der Herr Bundesminister die gesamte Sitzung heute von seiner Staatssekretärin vertreten lassen (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger – Ruf bei der FPÖ: Das stimmt ja gar nicht!) und nicht seiner verfassungsrechtlichen Aufgabe nachkommen will, nämlich dem Parlament hinsichtlich dieser Vorwürfe Rede und Antwort zu stehen. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Haider. – Abg. Schieder: Hört! Hört!)
Abg. Gudenus: Sie können nicht lesen anscheinend!
Wir haben dann aufgrund dieses Schreibens angekündigt, dass wir eine Dringliche Anfrage an den Innenminister einbringen werden, und siehe da: Es hat nur 1 Stunde gedauert, bis wieder ein Schreiben aus dem Innenministerium kam, in dem drinstand, dass sich der Innenminister bei dieser Sitzung von seiner Staatssekretärin vertreten lassen will. (Abg. Belakowitsch: Ja, haben Sie es nicht gelesen? – Abg. Wurm: Sind beide da!) – Schauen Sie, Frau Kollegin Belakowitsch, ich weiß nicht, welches Schreiben Sie lesen. Im ersten Schreiben aus dem Ministerium stand drin (Abg. Gudenus: Sie können nicht lesen anscheinend!), dass sich der Herr Bundesminister die gesamte Sitzung heute von seiner Staatssekretärin vertreten lassen (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger – Ruf bei der FPÖ: Das stimmt ja gar nicht!) und nicht seiner verfassungsrechtlichen Aufgabe nachkommen will, nämlich dem Parlament hinsichtlich dieser Vorwürfe Rede und Antwort zu stehen. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Haider. – Abg. Schieder: Hört! Hört!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger – Ruf bei der FPÖ: Das stimmt ja gar nicht!
Wir haben dann aufgrund dieses Schreibens angekündigt, dass wir eine Dringliche Anfrage an den Innenminister einbringen werden, und siehe da: Es hat nur 1 Stunde gedauert, bis wieder ein Schreiben aus dem Innenministerium kam, in dem drinstand, dass sich der Innenminister bei dieser Sitzung von seiner Staatssekretärin vertreten lassen will. (Abg. Belakowitsch: Ja, haben Sie es nicht gelesen? – Abg. Wurm: Sind beide da!) – Schauen Sie, Frau Kollegin Belakowitsch, ich weiß nicht, welches Schreiben Sie lesen. Im ersten Schreiben aus dem Ministerium stand drin (Abg. Gudenus: Sie können nicht lesen anscheinend!), dass sich der Herr Bundesminister die gesamte Sitzung heute von seiner Staatssekretärin vertreten lassen (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger – Ruf bei der FPÖ: Das stimmt ja gar nicht!) und nicht seiner verfassungsrechtlichen Aufgabe nachkommen will, nämlich dem Parlament hinsichtlich dieser Vorwürfe Rede und Antwort zu stehen. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Haider. – Abg. Schieder: Hört! Hört!)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Haider. – Abg. Schieder: Hört! Hört!
Wir haben dann aufgrund dieses Schreibens angekündigt, dass wir eine Dringliche Anfrage an den Innenminister einbringen werden, und siehe da: Es hat nur 1 Stunde gedauert, bis wieder ein Schreiben aus dem Innenministerium kam, in dem drinstand, dass sich der Innenminister bei dieser Sitzung von seiner Staatssekretärin vertreten lassen will. (Abg. Belakowitsch: Ja, haben Sie es nicht gelesen? – Abg. Wurm: Sind beide da!) – Schauen Sie, Frau Kollegin Belakowitsch, ich weiß nicht, welches Schreiben Sie lesen. Im ersten Schreiben aus dem Ministerium stand drin (Abg. Gudenus: Sie können nicht lesen anscheinend!), dass sich der Herr Bundesminister die gesamte Sitzung heute von seiner Staatssekretärin vertreten lassen (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger – Ruf bei der FPÖ: Das stimmt ja gar nicht!) und nicht seiner verfassungsrechtlichen Aufgabe nachkommen will, nämlich dem Parlament hinsichtlich dieser Vorwürfe Rede und Antwort zu stehen. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Haider. – Abg. Schieder: Hört! Hört!)
anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen
Ich gebe zu, dass nur eine Stunde später (anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen) der Herr Bundesminister offensichtlich doch draufgekommen ist, dass es seine Aufgabe ist, hier ins Parlament zu kommen
Abg. Rosenkranz – auf Bundesminister Kickl deutend –: Da sitzt er!
Ich weiß nicht, warum Sie den Kopf schütteln, Herr Kollege Rosenkranz! (Abg. Rosenkranz – auf Bundesminister Kickl deutend –: Da sitzt er!) Sie bekommen offensichtlich andere Schreiben als ich; ich bringe es Ihnen nachher. Das erste Mail aus dem Innenministerium, 1 Stunde, nachdem wir angekündigt haben, dass wir eine Dringliche Anfrage machen, lautete: Der Herr Bundesminister lässt sich heute für die gesamte Nationalratssitzung entschuldigen. – Das war das erste Mail; dass er jetzt hier ist, ist darauf zurückzuführen, dass ein Druck in der Öffentlichkeit aufgebaut wurde (Abg. Rosenkranz: Na, hör auf! – Widerspruch bei der FPÖ – Abg. Rosenkranz: Nimm dich nicht zu wichtig! Nimm dich nicht zu wichtig!) und er plötzlich der Meinung ist, dass er doch hier Rede und Antwort stehen muss. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Abg. Rosenkranz: Na, hör auf! – Widerspruch bei der FPÖ – Abg. Rosenkranz: Nimm dich nicht zu wichtig! Nimm dich nicht zu wichtig!
Ich weiß nicht, warum Sie den Kopf schütteln, Herr Kollege Rosenkranz! (Abg. Rosenkranz – auf Bundesminister Kickl deutend –: Da sitzt er!) Sie bekommen offensichtlich andere Schreiben als ich; ich bringe es Ihnen nachher. Das erste Mail aus dem Innenministerium, 1 Stunde, nachdem wir angekündigt haben, dass wir eine Dringliche Anfrage machen, lautete: Der Herr Bundesminister lässt sich heute für die gesamte Nationalratssitzung entschuldigen. – Das war das erste Mail; dass er jetzt hier ist, ist darauf zurückzuführen, dass ein Druck in der Öffentlichkeit aufgebaut wurde (Abg. Rosenkranz: Na, hör auf! – Widerspruch bei der FPÖ – Abg. Rosenkranz: Nimm dich nicht zu wichtig! Nimm dich nicht zu wichtig!) und er plötzlich der Meinung ist, dass er doch hier Rede und Antwort stehen muss. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.
Ich weiß nicht, warum Sie den Kopf schütteln, Herr Kollege Rosenkranz! (Abg. Rosenkranz – auf Bundesminister Kickl deutend –: Da sitzt er!) Sie bekommen offensichtlich andere Schreiben als ich; ich bringe es Ihnen nachher. Das erste Mail aus dem Innenministerium, 1 Stunde, nachdem wir angekündigt haben, dass wir eine Dringliche Anfrage machen, lautete: Der Herr Bundesminister lässt sich heute für die gesamte Nationalratssitzung entschuldigen. – Das war das erste Mail; dass er jetzt hier ist, ist darauf zurückzuführen, dass ein Druck in der Öffentlichkeit aufgebaut wurde (Abg. Rosenkranz: Na, hör auf! – Widerspruch bei der FPÖ – Abg. Rosenkranz: Nimm dich nicht zu wichtig! Nimm dich nicht zu wichtig!) und er plötzlich der Meinung ist, dass er doch hier Rede und Antwort stehen muss. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Abg. Rosenkranz: Die fürchten sich auch!
Herr Bundesminister, auch wenn Sie diese Distanzierung – und die habe ich ja gestern schon angesprochen – ausgeschickt haben, die einigermaßen klein und sehr zurückhaltend war: Ich sage Ihnen, das ändert an der grundsätzlichen Problematik schlichtweg gar nichts. Das ändert nichts daran, dass Sie die Verantwortung dafür haben, was in Ihrem Ressort passiert, das ändert nichts an dem Schaden, der durch Ihr Ressort bereits entstanden ist, und das ändert auch nichts daran, dass hinter diesem Schaden natürlich ein System steht. Es ist nämlich das System, dass man zuerst einmal ausreitet und den Medien Angst macht (Abg. Rosenkranz: Die fürchten sich auch!), dass man versucht, den Medien klarzumachen, dass ihnen, wenn sie nicht das machen, was man ihnen sagt, entsprechende Informationen vorenthalten werden. (Ah-Rufe bei der FPÖ.) Dieses System hat einen Namen, es ist das System Viktor Orbán, der es in Ungarn genauso gemacht hat: zuerst die Medien unter Druck setzen, um sie einzuschüchtern, dann ein bisschen zurückrudern und den Schaden natürlich bewusst in Kauf nehmen. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenrufe der Abgeordneten Höbart und Lugar.)
Ah-Rufe bei der FPÖ.
Herr Bundesminister, auch wenn Sie diese Distanzierung – und die habe ich ja gestern schon angesprochen – ausgeschickt haben, die einigermaßen klein und sehr zurückhaltend war: Ich sage Ihnen, das ändert an der grundsätzlichen Problematik schlichtweg gar nichts. Das ändert nichts daran, dass Sie die Verantwortung dafür haben, was in Ihrem Ressort passiert, das ändert nichts an dem Schaden, der durch Ihr Ressort bereits entstanden ist, und das ändert auch nichts daran, dass hinter diesem Schaden natürlich ein System steht. Es ist nämlich das System, dass man zuerst einmal ausreitet und den Medien Angst macht (Abg. Rosenkranz: Die fürchten sich auch!), dass man versucht, den Medien klarzumachen, dass ihnen, wenn sie nicht das machen, was man ihnen sagt, entsprechende Informationen vorenthalten werden. (Ah-Rufe bei der FPÖ.) Dieses System hat einen Namen, es ist das System Viktor Orbán, der es in Ungarn genauso gemacht hat: zuerst die Medien unter Druck setzen, um sie einzuschüchtern, dann ein bisschen zurückrudern und den Schaden natürlich bewusst in Kauf nehmen. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenrufe der Abgeordneten Höbart und Lugar.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenrufe der Abgeordneten Höbart und Lugar.
Herr Bundesminister, auch wenn Sie diese Distanzierung – und die habe ich ja gestern schon angesprochen – ausgeschickt haben, die einigermaßen klein und sehr zurückhaltend war: Ich sage Ihnen, das ändert an der grundsätzlichen Problematik schlichtweg gar nichts. Das ändert nichts daran, dass Sie die Verantwortung dafür haben, was in Ihrem Ressort passiert, das ändert nichts an dem Schaden, der durch Ihr Ressort bereits entstanden ist, und das ändert auch nichts daran, dass hinter diesem Schaden natürlich ein System steht. Es ist nämlich das System, dass man zuerst einmal ausreitet und den Medien Angst macht (Abg. Rosenkranz: Die fürchten sich auch!), dass man versucht, den Medien klarzumachen, dass ihnen, wenn sie nicht das machen, was man ihnen sagt, entsprechende Informationen vorenthalten werden. (Ah-Rufe bei der FPÖ.) Dieses System hat einen Namen, es ist das System Viktor Orbán, der es in Ungarn genauso gemacht hat: zuerst die Medien unter Druck setzen, um sie einzuschüchtern, dann ein bisschen zurückrudern und den Schaden natürlich bewusst in Kauf nehmen. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenrufe der Abgeordneten Höbart und Lugar.)
Beifall und Bravorufe bei Abgeordneten der FPÖ.
Kommen wir zu den Details, damit die FPÖ-Fraktion auch weiß, was in diesem Schreiben gestanden ist! Es wird zuerst in diesem Schreiben ersucht, dass in Zukunft die Staatsbürgerschaft eines mutmaßlichen Täters, einer mutmaßlichen Täterin in einer Aussendung der Landespolizeidirektion benannt werden soll. (Beifall und Bravorufe bei Abgeordneten der FPÖ.) Es soll auch in Zukunft bei Fremden so sein, dass deren Aufenthaltsstatus genannt wird (Abg. Belakowitsch: Ja, das ist wichtig!) und dass dazugesagt werden soll, ob es sich um eine Asylwerberin oder einen Asylwerber handelt. (Abg. Zanger: Umfassende Information!) Es wird weiters angeführt, dass diese Sprachregelung auch in Interviews umgesetzt werden soll. (Abg. Rosenkranz: Damit endlich mit der Mär aufgeräumt wird ...!)
Abg. Belakowitsch: Ja, das ist wichtig!
Kommen wir zu den Details, damit die FPÖ-Fraktion auch weiß, was in diesem Schreiben gestanden ist! Es wird zuerst in diesem Schreiben ersucht, dass in Zukunft die Staatsbürgerschaft eines mutmaßlichen Täters, einer mutmaßlichen Täterin in einer Aussendung der Landespolizeidirektion benannt werden soll. (Beifall und Bravorufe bei Abgeordneten der FPÖ.) Es soll auch in Zukunft bei Fremden so sein, dass deren Aufenthaltsstatus genannt wird (Abg. Belakowitsch: Ja, das ist wichtig!) und dass dazugesagt werden soll, ob es sich um eine Asylwerberin oder einen Asylwerber handelt. (Abg. Zanger: Umfassende Information!) Es wird weiters angeführt, dass diese Sprachregelung auch in Interviews umgesetzt werden soll. (Abg. Rosenkranz: Damit endlich mit der Mär aufgeräumt wird ...!)
Abg. Zanger: Umfassende Information!
Kommen wir zu den Details, damit die FPÖ-Fraktion auch weiß, was in diesem Schreiben gestanden ist! Es wird zuerst in diesem Schreiben ersucht, dass in Zukunft die Staatsbürgerschaft eines mutmaßlichen Täters, einer mutmaßlichen Täterin in einer Aussendung der Landespolizeidirektion benannt werden soll. (Beifall und Bravorufe bei Abgeordneten der FPÖ.) Es soll auch in Zukunft bei Fremden so sein, dass deren Aufenthaltsstatus genannt wird (Abg. Belakowitsch: Ja, das ist wichtig!) und dass dazugesagt werden soll, ob es sich um eine Asylwerberin oder einen Asylwerber handelt. (Abg. Zanger: Umfassende Information!) Es wird weiters angeführt, dass diese Sprachregelung auch in Interviews umgesetzt werden soll. (Abg. Rosenkranz: Damit endlich mit der Mär aufgeräumt wird ...!)
Abg. Rosenkranz: Damit endlich mit der Mär aufgeräumt wird ...!
Kommen wir zu den Details, damit die FPÖ-Fraktion auch weiß, was in diesem Schreiben gestanden ist! Es wird zuerst in diesem Schreiben ersucht, dass in Zukunft die Staatsbürgerschaft eines mutmaßlichen Täters, einer mutmaßlichen Täterin in einer Aussendung der Landespolizeidirektion benannt werden soll. (Beifall und Bravorufe bei Abgeordneten der FPÖ.) Es soll auch in Zukunft bei Fremden so sein, dass deren Aufenthaltsstatus genannt wird (Abg. Belakowitsch: Ja, das ist wichtig!) und dass dazugesagt werden soll, ob es sich um eine Asylwerberin oder einen Asylwerber handelt. (Abg. Zanger: Umfassende Information!) Es wird weiters angeführt, dass diese Sprachregelung auch in Interviews umgesetzt werden soll. (Abg. Rosenkranz: Damit endlich mit der Mär aufgeräumt wird ...!)
Abg. Höbart: Die Wahrheit ist zumutbar!
Ich frage Sie einmal ganz im Ernst: Was wollen Sie damit erreichen? (Abg. Höbart: Die Wahrheit ist zumutbar!) Ist Ihnen überhaupt bewusst, dass Menschen, die einer Straftat verdächtig sind, nicht gleichzusetzen sind mit denen, die von einem Gericht verurteilt wurden? Ist Ihnen so etwas überhaupt bewusst? Kennen Sie das Grundrecht auf Unschuldsvermutung (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Neubauer), dass man nicht Menschen, die einer Tat verdächtig sind, in der Öffentlichkeit anprangert? (Abg. Rosenkranz: Ihre Medien sollen sich das hinter die Ohren schreiben!) – Ich glaube, ehrlich gesagt, nicht. Ich glaube, das Einzige, was Sie damit erreichen wollen, ist, Menschen gegeneinander aufzuhetzen und diese Gesellschaft in Ös-
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Neubauer
Ich frage Sie einmal ganz im Ernst: Was wollen Sie damit erreichen? (Abg. Höbart: Die Wahrheit ist zumutbar!) Ist Ihnen überhaupt bewusst, dass Menschen, die einer Straftat verdächtig sind, nicht gleichzusetzen sind mit denen, die von einem Gericht verurteilt wurden? Ist Ihnen so etwas überhaupt bewusst? Kennen Sie das Grundrecht auf Unschuldsvermutung (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Neubauer), dass man nicht Menschen, die einer Tat verdächtig sind, in der Öffentlichkeit anprangert? (Abg. Rosenkranz: Ihre Medien sollen sich das hinter die Ohren schreiben!) – Ich glaube, ehrlich gesagt, nicht. Ich glaube, das Einzige, was Sie damit erreichen wollen, ist, Menschen gegeneinander aufzuhetzen und diese Gesellschaft in Ös-
Abg. Rosenkranz: Ihre Medien sollen sich das hinter die Ohren schreiben!
Ich frage Sie einmal ganz im Ernst: Was wollen Sie damit erreichen? (Abg. Höbart: Die Wahrheit ist zumutbar!) Ist Ihnen überhaupt bewusst, dass Menschen, die einer Straftat verdächtig sind, nicht gleichzusetzen sind mit denen, die von einem Gericht verurteilt wurden? Ist Ihnen so etwas überhaupt bewusst? Kennen Sie das Grundrecht auf Unschuldsvermutung (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Neubauer), dass man nicht Menschen, die einer Tat verdächtig sind, in der Öffentlichkeit anprangert? (Abg. Rosenkranz: Ihre Medien sollen sich das hinter die Ohren schreiben!) – Ich glaube, ehrlich gesagt, nicht. Ich glaube, das Einzige, was Sie damit erreichen wollen, ist, Menschen gegeneinander aufzuhetzen und diese Gesellschaft in Ös-
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
terreich zu spalten. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Interessiert Sie das alles nicht, was in diesem Staat zugeht?
Des Weiteren – man glaubt ja, es geht nicht schlimmer – wurden die Landespolizeidirektionen in Bezug auf Sexualdelikte in diesem Mail aufgefordert, dass in Zukunft vor allem bei Taten, die in der Öffentlichkeit begangen wurden, oder Taten, bei denen „besondere Modi Operandi“, wie in diesem Schreiben steht, angewendet wurden, oder dann, wenn zwischen Tätern und Opfern keine Verbindung besteht, „proaktiv“ Aussendungen gemacht werden sollen. Auch dahin gehend gab es von Ihrer Seite absolut keine Distanzierung, keine Äußerung, und deswegen muss ich auch in dem Zusammenhang (Abg. Rosenkranz: Interessiert Sie das alles nicht, was in diesem Staat zugeht?) davon ausgehen, dass Sie dahinterstehen und dass Sie das gutheißen und dass das auch weiterhin so gilt.
Abg. Gudenus: Täterschutz ist das! – Abg. Höbart: Täterschutz!
Jetzt frage ich Sie wirklich etwas ganz im Ernst (Abg. Gudenus: Täterschutz ist das! – Abg. Höbart: Täterschutz!): Was für einen Unterschied macht es, wo ein Sexualdelikt begangen wurde? Wieso ist es aus Ihrer Sicht relevant, wo ein Sexualdelikt begangen wurde, und wieso soll nur dann über Sexualdelikte eine Aussendung gemacht werden, wenn es in der Öffentlichkeit passiert? – Herr Bundesminister, es ist eine vollkommen absurde Idee, dass es irgendeinen Vorteil gäbe, wenn Sie dann Aussendungen machen, wenn Sexualdelikte in der Öffentlichkeit begangen wurden. (Abg. Rosenkranz: Das ist Ihre Einzelmeinung! – Zwischenruf des Abg. Gudenus.)
Abg. Rosenkranz: Das ist Ihre Einzelmeinung! – Zwischenruf des Abg. Gudenus.
Jetzt frage ich Sie wirklich etwas ganz im Ernst (Abg. Gudenus: Täterschutz ist das! – Abg. Höbart: Täterschutz!): Was für einen Unterschied macht es, wo ein Sexualdelikt begangen wurde? Wieso ist es aus Ihrer Sicht relevant, wo ein Sexualdelikt begangen wurde, und wieso soll nur dann über Sexualdelikte eine Aussendung gemacht werden, wenn es in der Öffentlichkeit passiert? – Herr Bundesminister, es ist eine vollkommen absurde Idee, dass es irgendeinen Vorteil gäbe, wenn Sie dann Aussendungen machen, wenn Sexualdelikte in der Öffentlichkeit begangen wurden. (Abg. Rosenkranz: Das ist Ihre Einzelmeinung! – Zwischenruf des Abg. Gudenus.)
Abg. Höbart: Sie schützen die Täter!
Noch viel heftiger ist es – und das ist das, was Sie offensichtlich nicht glauben, was man aber erkennt, wenn man die Passage zu Ende liest –, wenn es um den Opferschutz geht. Da steht zwar drinnen, dass der Opferschutz zwar ein „heikles Thema“ ist, man aber „dennoch“ solche Aussendungen machen soll. – Ich sage Ihnen etwas, Herr Bundesminister: Ich halte das für unglaublich, ich halte das (Abg. Höbart: Sie schützen die Täter!) für eine unglaubliche Frechheit, dass für einen Bundesminister der Republik Österreich der Opferschutz offensichtlich nur so lange relevant ist, solange er Ihren propagandistischen Aussendungen, solange er Ihrer Parteipolitik nicht im Wege steht. Ich halte das für unerträglich. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.
Noch viel heftiger ist es – und das ist das, was Sie offensichtlich nicht glauben, was man aber erkennt, wenn man die Passage zu Ende liest –, wenn es um den Opferschutz geht. Da steht zwar drinnen, dass der Opferschutz zwar ein „heikles Thema“ ist, man aber „dennoch“ solche Aussendungen machen soll. – Ich sage Ihnen etwas, Herr Bundesminister: Ich halte das für unglaublich, ich halte das (Abg. Höbart: Sie schützen die Täter!) für eine unglaubliche Frechheit, dass für einen Bundesminister der Republik Österreich der Opferschutz offensichtlich nur so lange relevant ist, solange er Ihren propagandistischen Aussendungen, solange er Ihrer Parteipolitik nicht im Wege steht. Ich halte das für unerträglich. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Abg. Lausch: Jessas!
Herr Bundesminister, das ist unglaublich. Was geht in Ihrem Ministerium eigentlich vor? Wissen Sie, was das bedeutet? – Das heißt, dass aus opfer- oder datenschutzrechtlichen Gründen davon abgesehen werden kann, und ich bin überzeugt davon, dass sowohl Ihre Mitarbeiter im Ministerium als auch Sie an und für sich den Gesetzen verpflichtet sind und dass von einer Aussendung nicht abgesehen werden kann, sondern dass Sie davon absehen müssen (Abg. Lausch: Jessas!), wenn opferschutzrechtliche und datenschutzrechtliche Gründe dem entgegenstehen. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.
Herr Bundesminister, das ist unglaublich. Was geht in Ihrem Ministerium eigentlich vor? Wissen Sie, was das bedeutet? – Das heißt, dass aus opfer- oder datenschutzrechtlichen Gründen davon abgesehen werden kann, und ich bin überzeugt davon, dass sowohl Ihre Mitarbeiter im Ministerium als auch Sie an und für sich den Gesetzen verpflichtet sind und dass von einer Aussendung nicht abgesehen werden kann, sondern dass Sie davon absehen müssen (Abg. Lausch: Jessas!), wenn opferschutzrechtliche und datenschutzrechtliche Gründe dem entgegenstehen. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Abg. Rosenkranz: Ich würde eher schon den Zeitpunkt dort ansetzen, wo es gar kein Opfer gibt, nämlich in der Prävention, die würde ich noch ...!
Es geht dann natürlich noch weiter, und jetzt kommen wir zu dem Teil, in dem das autokratische Denken von Ihren Mitarbeitern - - (Abg. Rosenkranz: Ich würde eher schon den Zeitpunkt dort ansetzen, wo es gar kein Opfer gibt, nämlich in der Prävention, die würde ich noch ...!) – Ich bin auch sehr für Prävention, Herr Kollege Rosen-
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.
kranz, aber es geht schon auch darum, dass man den Opferschutz weiterhin ernst nimmt und nicht Aussendungen macht, nur damit Sie Ihre billige Parteipropaganda machen können! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Abg. Belakowitsch: Ja und? ... Wo ist das Problem?
Ein paar Zeilen später kommt Folgendes – ich zitiere wörtlich –: „Ansonsten erlaube ich mir vorzuschlagen, die Kommunikation mit diesen Medien auf das nötigste (rechtlich vorgesehene) Maß zu beschränken“ (Abg. Belakowitsch: Ja und? ... Wo ist das Problem?) „und ihnen nicht noch Zuckerl, wie beispielsweise Exklusivbegleitungen zu ermöglichen, es sei denn, ihr seht darin einen echten Mehrwert, bzw. die Möglichkeit einer neutralen oder gar positiven Berichterstattung.“
Ruf bei der FPÖ: Wieso? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Herr Bundesminister, was für ein gestörtes Verhältnis haben Ihre Mitarbeiter eigentlich zur Pressefreiheit? (Ruf bei der FPÖ: Wieso? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Was für ein gestörtes Verhältnis haben sie, wenn sie solche Aussendungen machen? (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.
Herr Bundesminister, was für ein gestörtes Verhältnis haben Ihre Mitarbeiter eigentlich zur Pressefreiheit? (Ruf bei der FPÖ: Wieso? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Was für ein gestörtes Verhältnis haben sie, wenn sie solche Aussendungen machen? (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Abg. Stefan: Ich habe geglaubt, Sie haben das studiert! Ich habe geglaubt, Sie wissen, was Pressefreiheit ist! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich frage Sie ganz ehrlich: Glauben Sie wirklich, dass es zulässig ist, dass in Zukunft Ihr Ministerium darüber entscheidet, mit welchen von ihm willkürlich ausgewählten Medien kommuniziert wird? (Abg. Stefan: Ich habe geglaubt, Sie haben das studiert! Ich habe geglaubt, Sie wissen, was Pressefreiheit ist! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Scherak weiß nicht, was Pressefreiheit ist! Nicht genügend!
Das Hauptproblem an der ganzen Sache ist, es geht nicht nur um die Medien, die hier drin angesprochen wurden. (Ruf bei der FPÖ: Scherak weiß nicht, was Pressefreiheit ist! Nicht genügend!) Das Problem ist, dass hier alle Medien in Verruf geraten (Abg. Belakowitsch: Schwache Rede!) und dass das für alle Medien ein Problem ist, denn das, was Sie den Medien mit diesem Schreiben signalisieren, ist Folgendes: Entweder ihr spurt und schreibt das, was wir haben wollen, oder wir schneiden euch in Zukunft einfach von den notwendigen Informationen ab. (Abg. Steger: Nicht von den notwendigen ...!) Das ist das, was Sie hier allen Medien in Österreich signalisieren, dass nur noch dann Informationen weitergegeben werden, wenn ordentlich berichtet wird, so, wie Innenminister Kickl sich das wünscht. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Liste Pilz.)
Abg. Belakowitsch: Schwache Rede!
Das Hauptproblem an der ganzen Sache ist, es geht nicht nur um die Medien, die hier drin angesprochen wurden. (Ruf bei der FPÖ: Scherak weiß nicht, was Pressefreiheit ist! Nicht genügend!) Das Problem ist, dass hier alle Medien in Verruf geraten (Abg. Belakowitsch: Schwache Rede!) und dass das für alle Medien ein Problem ist, denn das, was Sie den Medien mit diesem Schreiben signalisieren, ist Folgendes: Entweder ihr spurt und schreibt das, was wir haben wollen, oder wir schneiden euch in Zukunft einfach von den notwendigen Informationen ab. (Abg. Steger: Nicht von den notwendigen ...!) Das ist das, was Sie hier allen Medien in Österreich signalisieren, dass nur noch dann Informationen weitergegeben werden, wenn ordentlich berichtet wird, so, wie Innenminister Kickl sich das wünscht. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Liste Pilz.)
Abg. Steger: Nicht von den notwendigen ...!
Das Hauptproblem an der ganzen Sache ist, es geht nicht nur um die Medien, die hier drin angesprochen wurden. (Ruf bei der FPÖ: Scherak weiß nicht, was Pressefreiheit ist! Nicht genügend!) Das Problem ist, dass hier alle Medien in Verruf geraten (Abg. Belakowitsch: Schwache Rede!) und dass das für alle Medien ein Problem ist, denn das, was Sie den Medien mit diesem Schreiben signalisieren, ist Folgendes: Entweder ihr spurt und schreibt das, was wir haben wollen, oder wir schneiden euch in Zukunft einfach von den notwendigen Informationen ab. (Abg. Steger: Nicht von den notwendigen ...!) Das ist das, was Sie hier allen Medien in Österreich signalisieren, dass nur noch dann Informationen weitergegeben werden, wenn ordentlich berichtet wird, so, wie Innenminister Kickl sich das wünscht. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Liste Pilz.)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Liste Pilz.
Das Hauptproblem an der ganzen Sache ist, es geht nicht nur um die Medien, die hier drin angesprochen wurden. (Ruf bei der FPÖ: Scherak weiß nicht, was Pressefreiheit ist! Nicht genügend!) Das Problem ist, dass hier alle Medien in Verruf geraten (Abg. Belakowitsch: Schwache Rede!) und dass das für alle Medien ein Problem ist, denn das, was Sie den Medien mit diesem Schreiben signalisieren, ist Folgendes: Entweder ihr spurt und schreibt das, was wir haben wollen, oder wir schneiden euch in Zukunft einfach von den notwendigen Informationen ab. (Abg. Steger: Nicht von den notwendigen ...!) Das ist das, was Sie hier allen Medien in Österreich signalisieren, dass nur noch dann Informationen weitergegeben werden, wenn ordentlich berichtet wird, so, wie Innenminister Kickl sich das wünscht. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Liste Pilz.)
Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Höbart: Die armen unabhängigen Medien!
Ich habe es schon gesagt: Es ändert auch die halbherzige Entschuldigung nichts, weil der Schaden schon längst angerichtet ist, weil der Einschüchterungsversuch gegenüber den Medien schon längst da ist (Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Höbart: Die armen unabhängigen Medien!) und sich Medien natürlich in Zukunft überlegen werden, was sie schreiben (Abg. Haider: Beim „Standard“, genau! – Abg. Höbart: Die unabhängigen Journalisten!), weil sie ganz genau wissen, dass sie, wenn sie etwas schreiben, was Ihnen nicht gefällt, in Zukunft nicht mehr die notwendigen Informationen bekommen. Man kann sich in dem Zusammenhang nur bei den unabhängigen Journalisten in Österreich bedanken, die weiterhin klar Widerstand gegen solche Frontalangriffe auf die Pressefreiheit leisten. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Ruf bei der FPÖ: Was kriegst du bezahlt für den Blödsinn?)
Abg. Haider: Beim „Standard“, genau! – Abg. Höbart: Die unabhängigen Journalisten!
Ich habe es schon gesagt: Es ändert auch die halbherzige Entschuldigung nichts, weil der Schaden schon längst angerichtet ist, weil der Einschüchterungsversuch gegenüber den Medien schon längst da ist (Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Höbart: Die armen unabhängigen Medien!) und sich Medien natürlich in Zukunft überlegen werden, was sie schreiben (Abg. Haider: Beim „Standard“, genau! – Abg. Höbart: Die unabhängigen Journalisten!), weil sie ganz genau wissen, dass sie, wenn sie etwas schreiben, was Ihnen nicht gefällt, in Zukunft nicht mehr die notwendigen Informationen bekommen. Man kann sich in dem Zusammenhang nur bei den unabhängigen Journalisten in Österreich bedanken, die weiterhin klar Widerstand gegen solche Frontalangriffe auf die Pressefreiheit leisten. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Ruf bei der FPÖ: Was kriegst du bezahlt für den Blödsinn?)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Ruf bei der FPÖ: Was kriegst du bezahlt für den Blödsinn?
Ich habe es schon gesagt: Es ändert auch die halbherzige Entschuldigung nichts, weil der Schaden schon längst angerichtet ist, weil der Einschüchterungsversuch gegenüber den Medien schon längst da ist (Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Höbart: Die armen unabhängigen Medien!) und sich Medien natürlich in Zukunft überlegen werden, was sie schreiben (Abg. Haider: Beim „Standard“, genau! – Abg. Höbart: Die unabhängigen Journalisten!), weil sie ganz genau wissen, dass sie, wenn sie etwas schreiben, was Ihnen nicht gefällt, in Zukunft nicht mehr die notwendigen Informationen bekommen. Man kann sich in dem Zusammenhang nur bei den unabhängigen Journalisten in Österreich bedanken, die weiterhin klar Widerstand gegen solche Frontalangriffe auf die Pressefreiheit leisten. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Ruf bei der FPÖ: Was kriegst du bezahlt für den Blödsinn?)
Beifall bei NEOS und Liste Pilz sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Bundesminister, ich sage Ihnen ehrlich: Entweder haben sich Ihre Mitarbeiter in dem Zusammenhang mit den Rechtsgrundlagen nicht so richtig auseinandergesetzt, was ich grundsätzlich nicht glaube, oder Sie wollen uns schlichtweg am Schmäh halten, denn wenn Sie wissen, dass das Auskunftspflichtgesetz an und für sich normiert, dass sich jede Österreicherin, jeder Österreicher an eine Behörde wenden kann, um Informationen über behördliches Handeln zu bekommen – wenn dem nicht gerade eine Verschwiegenheitspflicht entgegensteht –, und dass das mit der Freiheit der Presse und der Ausübung der Pressefreiheit so gut wie gar nichts zu tun hat, dann müssten Sie sich eigentlich für solche Aussendungen schämen. (Beifall bei NEOS und Liste Pilz sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Gudenus: Das ist ja unfassbar, der Typ!
Sie glauben ja nicht ernsthaft, dass die Antwort gegenüber einem unabhängigen Journalisten, der vielleicht einmal etwas schreibt, was Ihnen nicht gefällt, sein kann: Ach, ist total in Ordnung, ich gebe dir in Zukunft keine Informationen, aber du kannst eh nach dem Auskunftspflichtgesetz anfragen; du wartest halt acht Wochen darauf, dass du Informationen bekommst. – Also wenn Sie so einen Bezug zu freier Presse haben, dann wundert mich wirklich gar nichts mehr. (Abg. Gudenus: Das ist ja unfassbar, der Typ!) – Kollege Gudenus kommt offensichtlich wieder nicht mit bei dem, was ich sage; Sie werden nachher die Möglichkeit haben, sich zu Wort zu melden. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.
Sie glauben ja nicht ernsthaft, dass die Antwort gegenüber einem unabhängigen Journalisten, der vielleicht einmal etwas schreibt, was Ihnen nicht gefällt, sein kann: Ach, ist total in Ordnung, ich gebe dir in Zukunft keine Informationen, aber du kannst eh nach dem Auskunftspflichtgesetz anfragen; du wartest halt acht Wochen darauf, dass du Informationen bekommst. – Also wenn Sie so einen Bezug zu freier Presse haben, dann wundert mich wirklich gar nichts mehr. (Abg. Gudenus: Das ist ja unfassbar, der Typ!) – Kollege Gudenus kommt offensichtlich wieder nicht mit bei dem, was ich sage; Sie werden nachher die Möglichkeit haben, sich zu Wort zu melden. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Die Abgeordneten Belakowitsch und Rosenkranz: Nein, nicht von jedem!
Wissen Sie, was das ist? – Eine Aussendung, die in dieser Art und Weise einem unabhängigen Journalisten entgegengebracht wird, ist nichts anderes als eine Verhöhnung von jeder Journalistin und jedem Journalisten in Österreich. (Die Abgeordneten Belakowitsch und Rosenkranz: Nein, nicht von jedem!) Ich sage Ihnen etwas: Unabhängige Medien sind ein unverzichtbarer Bestandteil in einer funktionierenden Demokratie. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.
Wissen Sie, was das ist? – Eine Aussendung, die in dieser Art und Weise einem unabhängigen Journalisten entgegengebracht wird, ist nichts anderes als eine Verhöhnung von jeder Journalistin und jedem Journalisten in Österreich. (Die Abgeordneten Belakowitsch und Rosenkranz: Nein, nicht von jedem!) Ich sage Ihnen etwas: Unabhängige Medien sind ein unverzichtbarer Bestandteil in einer funktionierenden Demokratie. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.
denklichen Zustand, wenn das Ihre Herangehensweise an solche Dinge ist. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.
Herr Bundesminister, gratuliere: Sie haben es nicht nur geschafft, diesen Vorwurf, dass Sie etwas gegen Ihrer Meinung nach nicht so unvoreingenommene Medien haben, nicht zu entkräften, Sie haben ihn auch noch unterstrichen, weil Sie genau in dem Zusammenhang wieder gesagt haben, dass die Medien, die nicht das schreiben, was in Ihr Bild passt, natürlich weiter voreingenommen sind. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.) Das heißt, Sie unterstreichen auch noch das, was vorher gesagt wurde, Sie unterstreichen das, was in diesem Schreiben drin war, und Sie haben sich nicht davon distanziert, sondern das Ganze mit dieser Aussendung in Wirklichkeit auch noch gutgeheißen. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Bundesminister, gratuliere: Sie haben es nicht nur geschafft, diesen Vorwurf, dass Sie etwas gegen Ihrer Meinung nach nicht so unvoreingenommene Medien haben, nicht zu entkräften, Sie haben ihn auch noch unterstrichen, weil Sie genau in dem Zusammenhang wieder gesagt haben, dass die Medien, die nicht das schreiben, was in Ihr Bild passt, natürlich weiter voreingenommen sind. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.) Das heißt, Sie unterstreichen auch noch das, was vorher gesagt wurde, Sie unterstreichen das, was in diesem Schreiben drin war, und Sie haben sich nicht davon distanziert, sondern das Ganze mit dieser Aussendung in Wirklichkeit auch noch gutgeheißen. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Das ist die Achtsamkeit, die Kollege Strolz immer einfordert!
Herr Bundesminister, was mich auch noch interessieren würde, was wir Sie auch fragen, ist, was überhaupt die Konsequenz aus dieser ganzen Sache ist. Sie haben gestern in Ihrer Aussendung gesagt, Sie hatten ein Gespräch mit dem zuständigen Mitarbeiter. Also ich sage Ihnen etwas (Abg. Rosenkranz: Das ist die Achtsamkeit, die Kollege Strolz immer einfordert!): Wenn in einem Ministerium ein Mitarbeiter ist, der ein offensichtlich gestörtes Verhältnis zur Pressefreiheit hat, und die Konsequenz daraus ist, dass es ein Gespräch gibt, halte ich das für zu wenig. Ich würde mir von Ihnen ernsthaft erwarten, dass Sie einmal klarstellen, was von diesen Dingen jetzt gilt, ob irgendetwas davon gilt, ob dieses absurde E-Mail offiziell von Ihnen zurückgenommen wird oder wie Sie weiterhin diesbezüglich vorgehen werden.
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Heiterkeit bei der FPÖ.
Herr Bundesminister, wenn Sie glauben, dass so ein Gespräch als einzige Reaktion reicht, dann gehe ich aufgrund Ihrer halbherzigen Entschuldigung davon aus, dass Sie eine ernsthafte Gefahr für die Presse- und Medienfreiheit in Österreich sind. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Heiterkeit bei der FPÖ.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Höbart: Maria, bitte!
Dann gehe ich davon aus, dass Sie eine Gefahr für unser aller Freiheit in Österreich sind, und, Herr Bundesminister, ich gehe davon aus, dass Sie mit Ihrer Vorgehensweise eine Gefahr für die Demokratie an sich in Österreich sind. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Höbart: Maria, bitte!)
Abg. Amesbauer: „Autokratische Staaten“? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das, was Sie hier machen, das kennen wir aus Ländern wie Polen, wie Ungarn und aus vielen anderen autokratischen Staaten. (Abg. Amesbauer: „Autokratische Staaten“? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Dieser Weg zu einer illiberalen Demokratie, das ist das, was die Herren Trump, Salvini, Orbán wollen, das ist das, was Frau Le Pen will, und das ist offensichtlich auch das, was ein gewisser Herbert Kickl haben will. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Ruf bei der FPÖ: Salvini ist eh gut! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Ruf bei der FPÖ: Salvini ist eh gut! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das, was Sie hier machen, das kennen wir aus Ländern wie Polen, wie Ungarn und aus vielen anderen autokratischen Staaten. (Abg. Amesbauer: „Autokratische Staaten“? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Dieser Weg zu einer illiberalen Demokratie, das ist das, was die Herren Trump, Salvini, Orbán wollen, das ist das, was Frau Le Pen will, und das ist offensichtlich auch das, was ein gewisser Herbert Kickl haben will. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Ruf bei der FPÖ: Salvini ist eh gut! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Höbart: Sehr, sehr schwach!
loren. Herr Bundesminister, treten Sie endlich zurück! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Höbart: Sehr, sehr schwach!)
Heiterkeit bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.
Herr Kollege Scherak, Sie selbst haben das auf Twitter gepostet, daher müssten Sie wissen: Diese Mitteilung kam aus dem Bundeskanzleramt, nicht aus dem BMI, und sie war nicht richtig. (Heiterkeit bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.) Das ist eine Unschärfe gewesen, da wurde nämlich etwas vergessen. Von Anfang an war klar, dass Herr Bundesminister Kickl sich nur für die Rechnungshofdebatte vertreten lassen wird. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler. – Abg. Lausch: Wie kann dem Scherak so ein Fehler passieren? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler. – Abg. Lausch: Wie kann dem Scherak so ein Fehler passieren? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Herr Kollege Scherak, Sie selbst haben das auf Twitter gepostet, daher müssten Sie wissen: Diese Mitteilung kam aus dem Bundeskanzleramt, nicht aus dem BMI, und sie war nicht richtig. (Heiterkeit bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.) Das ist eine Unschärfe gewesen, da wurde nämlich etwas vergessen. Von Anfang an war klar, dass Herr Bundesminister Kickl sich nur für die Rechnungshofdebatte vertreten lassen wird. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler. – Abg. Lausch: Wie kann dem Scherak so ein Fehler passieren? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Bundesminister für Inneres Herbert Kickl: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin froh, dass wir heute über diese Dinge diskutieren können, dass wir uns vielleicht auch einmal darüber verständigen können, was denn tatsächlich Pressefreiheit ist, denn ich habe manchmal das Gefühl, wenn Sie über Pressefreiheit reden, dann reden Sie über alles Mögliche, nur nicht über Pressefreiheit, Herr Scherak. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scherak: Herr Präsident!
Ich glaube, dass das auch einmal ein wichtiger Aspekt der Debatte ist. Sie haben sich zwar sehr darum bemüht, hier in einer Art Drama-Queen-Inszenierung in die Fußstapfen Ihres jetzt ausscheidenden Vorgängers zu steigen, ganz hat es nicht gereicht. Sie sollten mit Herrn Strolz vielleicht gemeinsam in Zukunft ein paar Bäume umarmen. Ich empfehle den Baum der Erkenntnis (Abg. Scherak: Herr Präsident!), Herr Scherak, den Baum der Erkenntnis! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich glaube, dass das auch einmal ein wichtiger Aspekt der Debatte ist. Sie haben sich zwar sehr darum bemüht, hier in einer Art Drama-Queen-Inszenierung in die Fußstapfen Ihres jetzt ausscheidenden Vorgängers zu steigen, ganz hat es nicht gereicht. Sie sollten mit Herrn Strolz vielleicht gemeinsam in Zukunft ein paar Bäume umarmen. Ich empfehle den Baum der Erkenntnis (Abg. Scherak: Herr Präsident!), Herr Scherak, den Baum der Erkenntnis! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Knes: Eines Ministers nicht würdig! – Zwischenruf des Abg. Stefan
Bundesminister für Inneres Herbert Kickl (fortsetzend): Wissen Sie (Abg. Knes: Eines Ministers nicht würdig! – Zwischenruf des Abg. Stefan), ich bin sehr, sehr froh darüber, dass Sie genau das angesprochen haben, zu dem es jetzt auch die tatsächliche Berichtigung gegeben hat, weil es sehr schön eine Methode aufzeigt.
Unruhe im Saal – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen
Ich habe ja gestern, genauso wie Sie, in großen Schlagzeilen gelesen (Unruhe im Saal – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), dass ich heute zur Beantwortung dieser Dringlichen Anfrage nicht hier im Parlament sein werde. Sie haben das gelesen, ich habe das gelesen, dass ich auf der Flucht bin – also Flüchtlinge gibt es hier herinnen schon welche, das sind Immunitätsflüchtlinge, die sitzen dort (in Richtung Liste Pilz deutend), auf dieser Seite des Plenums. (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und Liste Pilz.) Ich habe gelesen, dass ich das Parlament ...
in Richtung Liste Pilz deutend
Ich habe ja gestern, genauso wie Sie, in großen Schlagzeilen gelesen (Unruhe im Saal – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), dass ich heute zur Beantwortung dieser Dringlichen Anfrage nicht hier im Parlament sein werde. Sie haben das gelesen, ich habe das gelesen, dass ich auf der Flucht bin – also Flüchtlinge gibt es hier herinnen schon welche, das sind Immunitätsflüchtlinge, die sitzen dort (in Richtung Liste Pilz deutend), auf dieser Seite des Plenums. (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und Liste Pilz.) Ich habe gelesen, dass ich das Parlament ...
Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und Liste Pilz.
Ich habe ja gestern, genauso wie Sie, in großen Schlagzeilen gelesen (Unruhe im Saal – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), dass ich heute zur Beantwortung dieser Dringlichen Anfrage nicht hier im Parlament sein werde. Sie haben das gelesen, ich habe das gelesen, dass ich auf der Flucht bin – also Flüchtlinge gibt es hier herinnen schon welche, das sind Immunitätsflüchtlinge, die sitzen dort (in Richtung Liste Pilz deutend), auf dieser Seite des Plenums. (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und Liste Pilz.) Ich habe gelesen, dass ich das Parlament ...
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich bitte alle Redner, auch den Herrn Minister, die Würde dieses Hauses zu wahren. Ich bitte darum. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren, so weit die Behauptungen und das, was medial vertreten wurde, und die Tatsache ist, dass ich heute hier stehe und Ihren Fragen auch eine entsprechende Antwort gebe. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scherak.
Wissen Sie, was das eigentlich Interessante daran ist? – Dass es immer genau so vorgesehen war – immer genau so vorgesehen! (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Ein einziger Anruf in unserem Ministerium jener Journalisten, die das geschrieben haben, hätte gereicht, um diesen Sachverhalt aufzuklären. Wir wären unserer Auskunftspflicht total gerne nachgekommen, um dieses Missverständnis aufzuklären, allerdings ist dieser Anruf nicht erfolgt. Ich sage Ihnen das, denn: Hätte man dort angerufen, hätte man nebenher den Punkt 2 des Ehrenkodex für die österreichische Presse erfüllt, und dieser Punkt lautet in der Überschrift: „2. Genauigkeit“. Das ist etwas, wozu sich die Presse selbst verpflichtet hat. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wissen Sie, was das eigentlich Interessante daran ist? – Dass es immer genau so vorgesehen war – immer genau so vorgesehen! (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Ein einziger Anruf in unserem Ministerium jener Journalisten, die das geschrieben haben, hätte gereicht, um diesen Sachverhalt aufzuklären. Wir wären unserer Auskunftspflicht total gerne nachgekommen, um dieses Missverständnis aufzuklären, allerdings ist dieser Anruf nicht erfolgt. Ich sage Ihnen das, denn: Hätte man dort angerufen, hätte man nebenher den Punkt 2 des Ehrenkodex für die österreichische Presse erfüllt, und dieser Punkt lautet in der Überschrift: „2. Genauigkeit“. Das ist etwas, wozu sich die Presse selbst verpflichtet hat. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie, Herr Scherak, stellen sich hierher und behaupten jetzt einige Zeit später Dinge, die nicht mehr relevant sind, denn gestern am Abend selbst hat es noch eine Aussendung über die APA gegeben: „Verbindungsdienst im Kanzleramt meldete irrtümlich Kickl-Entschuldigung für Dringliche Anfrage der NEOS“. – Was hat also das Innenministerium gemeldet, was habe ich dazu beigetragen, dass Sie sagen können, dass ich mich vor dieser Veranstaltung drücken wollte? – Gar nichts! (Beifall bei der FPÖ.) Sie hören aber nicht auf, weiter die Unwahrheit zu behaupten, und das ist ein Skandal, Herr Scherak! Das ist ein Skandal. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Haider: Scherak soll sich entschuldigen! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Haider: Scherak soll sich entschuldigen! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Sie, Herr Scherak, stellen sich hierher und behaupten jetzt einige Zeit später Dinge, die nicht mehr relevant sind, denn gestern am Abend selbst hat es noch eine Aussendung über die APA gegeben: „Verbindungsdienst im Kanzleramt meldete irrtümlich Kickl-Entschuldigung für Dringliche Anfrage der NEOS“. – Was hat also das Innenministerium gemeldet, was habe ich dazu beigetragen, dass Sie sagen können, dass ich mich vor dieser Veranstaltung drücken wollte? – Gar nichts! (Beifall bei der FPÖ.) Sie hören aber nicht auf, weiter die Unwahrheit zu behaupten, und das ist ein Skandal, Herr Scherak! Das ist ein Skandal. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Haider: Scherak soll sich entschuldigen! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf der Abg. Kuntzl.
Das ist der Punkt, wie hier auch vorgegangen wird. Das ist in gewisser Weise symptomatisch, weil man die Dinge dann eben so darstellt, wie sie gut ins Bild passen. Das ist halt dem einen oder anderen lieber als ein Innenminister, der sich dann hier herstellt und tatsächlich die Debatte mit Ihnen in aller Offenheit führt. (Zwischenruf der Abg. Kuntzl.) Ich hoffe, meine sehr geehrten Damen und Herren, ich darf diese persönliche Anmerkung meinen Ausführungen vorausschicken und Sie leiten daraus nicht wieder einen Angriff auf die Medienfreiheit in diesem Land ab.
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin davon überzeugt, dass wir trotz vieler Unterschiede in inhaltlichen Positionen – das ergibt sich schlicht und ergreifend aus der Tatsache, dass Sie eine Oppositionsrolle einnehmen und wir Regierungsarbeit machen und dass es viele Unterschiede in einzelnen Positionen inhaltlicher Art gibt – doch, davon gehe ich aus, das eine oder andere grundsätzlich miteinander gemein haben, und ich denke, dass beim Herausstreichen dieser Gemeinsamkeiten das klare Bekenntnis zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit und daraus abgeleitet selbstverständlich auch zur Pressefreiheit ganz, ganz wichtig ist. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Ich teile diese Ihre Haltung und ich hoffe, Sie teilen meine Haltung umgekehrt ebenso.
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Vertreter dieser Bundesregierung oder einem seiner Mitarbeiter in Zweifel gezogen oder infrage gestellt. Das gilt auch für das Bundesministerium für Inneres; das möchte ich gleich am Beginn der Debatte mit aller Klarheit hervorstreichen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scherak.
Ich war selbst lange Zeit in Opposition, Herr Kollege Scherak, und ich habe auch ein gewisses Verständnis dafür, dass dann, wenn man irgendwie nicht recht vom Fleck kommt und wenn es in anderen Parteien drunter und drüber geht, weil man nicht weiß, wer auf wen folgt und wer welche Position einnimmt, ein gewisser oppositioneller Modus einsetzt, ein gewisser oppositioneller Impuls entsteht, kleine Dinge möglichst groß aufzuplustern, ein Gespenst an die Wand zu malen, das man dann bekämpft – und je größer das Gespenst ist, desto größer scheint dann derjenige zu sein, der es bekämpft. (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Das ist der Modus, mit dem Sie arbeiten. Das Problem dabei ist, dass das mit Sein sehr wenig zu tun hat, dass aber der Schein eine sehr, sehr wichtige Komponente in Ihrer Darstellung spielt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich war selbst lange Zeit in Opposition, Herr Kollege Scherak, und ich habe auch ein gewisses Verständnis dafür, dass dann, wenn man irgendwie nicht recht vom Fleck kommt und wenn es in anderen Parteien drunter und drüber geht, weil man nicht weiß, wer auf wen folgt und wer welche Position einnimmt, ein gewisser oppositioneller Modus einsetzt, ein gewisser oppositioneller Impuls entsteht, kleine Dinge möglichst groß aufzuplustern, ein Gespenst an die Wand zu malen, das man dann bekämpft – und je größer das Gespenst ist, desto größer scheint dann derjenige zu sein, der es bekämpft. (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Das ist der Modus, mit dem Sie arbeiten. Das Problem dabei ist, dass das mit Sein sehr wenig zu tun hat, dass aber der Schein eine sehr, sehr wichtige Komponente in Ihrer Darstellung spielt. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Schieder
Diese Differenz von Sein und Schein ist, glaube ich, auch ein guter Aufhänger für die gesamte Diskussion, die wir hier führen (Zwischenruf des Abg. Schieder): Denn wenn jetzt behauptet wird, es gäbe einen Maulkorb, es gäbe eine Infosperre, es gäbe einen Medienboykott oder, so wie ich heute gehört habe, es gäbe einen Frontalangriff auf die Pressefreiheit, so ist das alles Schein, was Sie hier behaupten, und hat mit dem Sein überhaupt nichts zu tun. (Beifall bei der FPÖ.) Es ist genauso falsch wie Ihre Eingangsbehauptung, dass ich gestern gesagt habe, ich komme nicht hierher, um mich der Diskussion mit Ihnen zu stellen. (Zwischenrufe bei SPÖ und NEOS.) Es ist genau die gleiche Qualität in diesen beiden Aussagen.
Beifall bei der FPÖ.
Diese Differenz von Sein und Schein ist, glaube ich, auch ein guter Aufhänger für die gesamte Diskussion, die wir hier führen (Zwischenruf des Abg. Schieder): Denn wenn jetzt behauptet wird, es gäbe einen Maulkorb, es gäbe eine Infosperre, es gäbe einen Medienboykott oder, so wie ich heute gehört habe, es gäbe einen Frontalangriff auf die Pressefreiheit, so ist das alles Schein, was Sie hier behaupten, und hat mit dem Sein überhaupt nichts zu tun. (Beifall bei der FPÖ.) Es ist genauso falsch wie Ihre Eingangsbehauptung, dass ich gestern gesagt habe, ich komme nicht hierher, um mich der Diskussion mit Ihnen zu stellen. (Zwischenrufe bei SPÖ und NEOS.) Es ist genau die gleiche Qualität in diesen beiden Aussagen.
Zwischenrufe bei SPÖ und NEOS.
Diese Differenz von Sein und Schein ist, glaube ich, auch ein guter Aufhänger für die gesamte Diskussion, die wir hier führen (Zwischenruf des Abg. Schieder): Denn wenn jetzt behauptet wird, es gäbe einen Maulkorb, es gäbe eine Infosperre, es gäbe einen Medienboykott oder, so wie ich heute gehört habe, es gäbe einen Frontalangriff auf die Pressefreiheit, so ist das alles Schein, was Sie hier behaupten, und hat mit dem Sein überhaupt nichts zu tun. (Beifall bei der FPÖ.) Es ist genauso falsch wie Ihre Eingangsbehauptung, dass ich gestern gesagt habe, ich komme nicht hierher, um mich der Diskussion mit Ihnen zu stellen. (Zwischenrufe bei SPÖ und NEOS.) Es ist genau die gleiche Qualität in diesen beiden Aussagen.
Zwischenruf des Abg. Strolz. – Oh-Rufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Erstens: Das Mail, das zitiert wird, ist ein Schreiben des Ressortsprechers an seine Kolleginnen und Kollegen, aber es ist keine Weisung an die Landespolizeidirektionen. (Zwischenruf des Abg. Strolz. – Oh-Rufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Es ist keine Weisung. Ich sage Ihnen eines dazu: Glauben Sie denn wirklich, dass Beamte nur in Form von Weisungen miteinander kommunizieren? – Wie weltfremd ist denn so etwas, bitte?! Das ist doch unglaublich, ja, unglaublich. (Beifall bei der FPÖ.) Es kann auch gar keine Weisung sein, weil dieser Mitarbeiter in einer Funktion ist, aufgrund derer er gar keine Weisungen erteilen kann (Ruf bei der SPÖ: Umso ärger!), und alle Empfänger dieses Mails wissen das ganz genau. Das ist kleines Beamteneinmaleins, Herr Abgeordneter Scherak, das man zwar ignorieren kann, aber durch die Ignoranz wird Ihre Behauptung nicht richtiger. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scherak.)
Beifall bei der FPÖ.
Erstens: Das Mail, das zitiert wird, ist ein Schreiben des Ressortsprechers an seine Kolleginnen und Kollegen, aber es ist keine Weisung an die Landespolizeidirektionen. (Zwischenruf des Abg. Strolz. – Oh-Rufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Es ist keine Weisung. Ich sage Ihnen eines dazu: Glauben Sie denn wirklich, dass Beamte nur in Form von Weisungen miteinander kommunizieren? – Wie weltfremd ist denn so etwas, bitte?! Das ist doch unglaublich, ja, unglaublich. (Beifall bei der FPÖ.) Es kann auch gar keine Weisung sein, weil dieser Mitarbeiter in einer Funktion ist, aufgrund derer er gar keine Weisungen erteilen kann (Ruf bei der SPÖ: Umso ärger!), und alle Empfänger dieses Mails wissen das ganz genau. Das ist kleines Beamteneinmaleins, Herr Abgeordneter Scherak, das man zwar ignorieren kann, aber durch die Ignoranz wird Ihre Behauptung nicht richtiger. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scherak.)
Ruf bei der SPÖ: Umso ärger!
Erstens: Das Mail, das zitiert wird, ist ein Schreiben des Ressortsprechers an seine Kolleginnen und Kollegen, aber es ist keine Weisung an die Landespolizeidirektionen. (Zwischenruf des Abg. Strolz. – Oh-Rufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Es ist keine Weisung. Ich sage Ihnen eines dazu: Glauben Sie denn wirklich, dass Beamte nur in Form von Weisungen miteinander kommunizieren? – Wie weltfremd ist denn so etwas, bitte?! Das ist doch unglaublich, ja, unglaublich. (Beifall bei der FPÖ.) Es kann auch gar keine Weisung sein, weil dieser Mitarbeiter in einer Funktion ist, aufgrund derer er gar keine Weisungen erteilen kann (Ruf bei der SPÖ: Umso ärger!), und alle Empfänger dieses Mails wissen das ganz genau. Das ist kleines Beamteneinmaleins, Herr Abgeordneter Scherak, das man zwar ignorieren kann, aber durch die Ignoranz wird Ihre Behauptung nicht richtiger. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scherak.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scherak.
Erstens: Das Mail, das zitiert wird, ist ein Schreiben des Ressortsprechers an seine Kolleginnen und Kollegen, aber es ist keine Weisung an die Landespolizeidirektionen. (Zwischenruf des Abg. Strolz. – Oh-Rufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Es ist keine Weisung. Ich sage Ihnen eines dazu: Glauben Sie denn wirklich, dass Beamte nur in Form von Weisungen miteinander kommunizieren? – Wie weltfremd ist denn so etwas, bitte?! Das ist doch unglaublich, ja, unglaublich. (Beifall bei der FPÖ.) Es kann auch gar keine Weisung sein, weil dieser Mitarbeiter in einer Funktion ist, aufgrund derer er gar keine Weisungen erteilen kann (Ruf bei der SPÖ: Umso ärger!), und alle Empfänger dieses Mails wissen das ganz genau. Das ist kleines Beamteneinmaleins, Herr Abgeordneter Scherak, das man zwar ignorieren kann, aber durch die Ignoranz wird Ihre Behauptung nicht richtiger. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scherak.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Der zweite Punkt: Weil man mir immer wieder sagt, ich würde mich hier abputzen wollen oder ich distanzierte mich von einem Mitarbeiter, muss ich schon eines richtigstellen: In den Medien ist gestanden, es ist irgendein Geheimpapier, Kickls Geheimpapier, Kickls Boykott oder irgendetwas, und auch jetzt, in der zweiten Zeile Ihrer Begründung steht wiederum drinnen, dass es ein Schreiben meines Kabinetts ist. – Das ist schlicht und ergreifend falsch, was hier behauptet wird! Das ist es nicht. Glauben Sie wirklich, dass ich als Ressortverantwortlicher tatsächlich weiß, wer von den 6 000 Mitarbeitern, die ich in etwa in der Zentralstelle habe, wann wem welches Mail mit welchem Inhalt schickt? Wie realitätsfremd ist denn so etwas, Herr Scherak, was Sie hier behaupten? – Absolut realitätsfremd! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Ich glaube, dass jeder, der so etwas behauptet, noch für keinen einzigen Tag irgendeine Position in einem ähnlichen Apparat eingenommen hat, sonst wäre das schlicht und ergreifend nicht möglich.
Abg. Strolz: Sie müssen zwischen den Zeilen lesen!
Jetzt zum dritten Punkt, zum eigentlich zentralen Punkt, da geht es um die Frage des Inhalts: Es findet sich inhaltlich in diesem circa fünf Seiten langen Text kein einziges Wort in Richtung einer Informationssperre, in Richtung eines Boykotts, wie Sie das immer wieder behaupten. Keiner dieser Begriffe kommt darin vor. (Abg. Strolz: Sie müssen zwischen den Zeilen lesen!) Wissen Sie, was darin vorkommt? – Darin kommt eines vor, nämlich ein eindeutiger Verweis auf die Notwendigkeit der Erfüllung der rechtlich vorgesehenen Auskunftspflicht – das ist es, was da drinnen vorkommt, das steht drinnen –, und zwar gegenüber allen Medien, auch jenen, die als kritische bezeichnet werden, und selbstverständlich gegenüber der interessierten Öffentlichkeit, was Ihnen offensichtlich weniger gefällt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Lausch: So ist es!)
Abg. Lausch: So ist es!
Jetzt zum dritten Punkt, zum eigentlich zentralen Punkt, da geht es um die Frage des Inhalts: Es findet sich inhaltlich in diesem circa fünf Seiten langen Text kein einziges Wort in Richtung einer Informationssperre, in Richtung eines Boykotts, wie Sie das immer wieder behaupten. Keiner dieser Begriffe kommt darin vor. (Abg. Strolz: Sie müssen zwischen den Zeilen lesen!) Wissen Sie, was darin vorkommt? – Darin kommt eines vor, nämlich ein eindeutiger Verweis auf die Notwendigkeit der Erfüllung der rechtlich vorgesehenen Auskunftspflicht – das ist es, was da drinnen vorkommt, das steht drinnen –, und zwar gegenüber allen Medien, auch jenen, die als kritische bezeichnet werden, und selbstverständlich gegenüber der interessierten Öffentlichkeit, was Ihnen offensichtlich weniger gefällt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Lausch: So ist es!)
Haha-Rufe bei den NEOS.
Lesen Sie den Text durch, lesen Sie ihn durch, lesen Sie ihn sinnerfassend durch, dann werden Sie draufkommen, dass das, was da drinnen steht, das Gegenteil von Zensur ist. (Haha-Rufe bei den NEOS.) Es ist das Gegenteil von Zensur, denn es ist der Verweis auf die Einhaltung der Verpflichtung nach der Auskunftspflicht, die wir haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Lesen Sie den Text durch, lesen Sie ihn durch, lesen Sie ihn sinnerfassend durch, dann werden Sie draufkommen, dass das, was da drinnen steht, das Gegenteil von Zensur ist. (Haha-Rufe bei den NEOS.) Es ist das Gegenteil von Zensur, denn es ist der Verweis auf die Einhaltung der Verpflichtung nach der Auskunftspflicht, die wir haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe natürlich mit dem Mitarbeiter gesprochen – selbstverständlich, das macht man in solch einer Situation –, und ich habe ihm auch gesagt, dass diese Formulierungen nicht meine Zustimmung finden. Er hat das auch eingesehen. Ich habe ihm auch gesagt, warum. – Weil er mit dieser Formulierung ein Tor aufgemacht hat, das genau diesen Missinterpretationen, die Sie hier tätigen, Raum gibt. Das ist der Fehler in der ganzen Angelegenheit, das ist der Vorwurf, den man ihm machen kann. Das ist unser Teil der Verantwortung, das ist die Seite der Medaille, die uns gehört. Aus dieser Möglichkeit dann aber tatsächlich das Unterstellen der bösen Absicht zu machen und die Missinterpretation vorzunehmen, das ist die Verantwortung anderer. Diese Interpretation, der Rechtsstaat sei in Gefahr, dieses Aufplustern, das Ausrufen des Staatsnotstandes, des Angriffs auf die Medienfreiheit, das ist auf Ihrem Mist gewachsen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition, und entbehrt jedweden Tatsachensubstrats! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Diejenigen, die das machen, die diese Art der Interpretation und der Verzerrung vornehmen, sind dieselben, die mir vor Kurzem unterstellt haben, mit bewaffneten Truppen das BVT gestürmt zu haben, dort irgendwelche Daten gestohlen zu haben. Es sind dieselben, die gesagt haben, dass ich dort einen Putsch durchgeführt habe. Es sind dieselben, die noch bis zum heutigen Tag gesagt haben, dass ich das Parlament missachte, weil ich jetzt angeblich nicht hier stehen werde, und es sind dieselben, die immer wieder behaupten, dass die Abschiebungen, die wir vornehmen, brutal und unmenschlich sind. Ich könnte Ihnen jetzt auch 52 Punkte aufzählen, alles Dinge, die eines gemeinsam haben: dass sie schlicht und ergreifend nicht stimmen! Sie passen in Ihr Konzept, aber es sind keine Tatsachen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, dass Sie irgendwie selber nicht ganz genau wissen, was Sie wollen, denn jetzt wird es nämlich wirklich paradox, wenn man Ihrer weiteren Argumentation folgt. Zum einen werfen Sie uns vor, dass wir eine angebliche Informationssperre, einen Boykott der Medien ausrufen, die Pressefreiheit gefährden, wo wir doch eigentlich nur sagen: Bitte informiert nach den gesetzlichen Rahmenbedingungen! Das ist die eine Seite. Und wenn es darum geht, dass wir die Information vermehren, dass wir mehr Transparenz haben wollen, nämlich wenn es zum Beispiel um die Frage der Nationalität von Straftätern, von Verdächtigen und von Verurteilten geht, wenn es um die Frage von Sexualstraftaten geht, dann werfen Sie uns plötzlich vor, dass wir zu viel Information nach draußen geben. Das ist eine seltsame Diskrepanz in der Argumentation, die Sie mir einmal erklären müssen! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Höbart: Die Opposition versteht sich schon selbst nicht mehr!
Also auf der einen Seite werfen Sie uns Zensur vor und auf der anderen Seite wollen Sie die Zensur. Das ist ein seltsamer Widerspruch, den Sie nicht auflösen können. Ich verstehe es nicht und ich glaube, dass es auch die Bevölkerung nicht versteht (Abg. Höbart: Die Opposition versteht sich schon selbst nicht mehr!), dass Sie hier offensichtlich diesen Kurs fahren, dass Sie glauben, dass wahrscheinlich die richtige Informationspolitik einer Behörde im Zusammenhang mit Straftaten, etwa mit Sexualdelikten, so ungefähr in der Methode besteht, dass man so informiert, wie man über die Kölner Silvesternacht informiert hat. (Rufe bei der FPÖ: Ja, genau! – Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.)
Rufe bei der FPÖ: Ja, genau! – Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.
Also auf der einen Seite werfen Sie uns Zensur vor und auf der anderen Seite wollen Sie die Zensur. Das ist ein seltsamer Widerspruch, den Sie nicht auflösen können. Ich verstehe es nicht und ich glaube, dass es auch die Bevölkerung nicht versteht (Abg. Höbart: Die Opposition versteht sich schon selbst nicht mehr!), dass Sie hier offensichtlich diesen Kurs fahren, dass Sie glauben, dass wahrscheinlich die richtige Informationspolitik einer Behörde im Zusammenhang mit Straftaten, etwa mit Sexualdelikten, so ungefähr in der Methode besteht, dass man so informiert, wie man über die Kölner Silvesternacht informiert hat. (Rufe bei der FPÖ: Ja, genau! – Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition! Ich halte die Berichterstattung über diese Kölner Silvesternacht für ein unglückliches Kapitel der Mediengeschichte, das sehr, sehr viel Schaden angerichtet hat. In dem Moment, in dem wir transparent vorgehen wollen und diese Informationen auch zur Verfügung stellen wollen, tun wir das Gegenteil davon, das Gegenteil von Vertuschen und Verharmlosen, was viel zu lange in diesem Land betrieben worden ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Das heißt Pressefreiheit!
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas, weil Sie eines bei der ganzen Diskussion immer vergessen: Wenn wir diese Informationen – und wenn Sie das Mail gelesen haben, haben Sie gesehen, dass da ein ausführlicher juristischer Anhang inklusive Höchstgerichtsbezug et cetera dabei ist – unter Erfüllung der Auflagen des Persönlichkeitsschutzes hinausgeben, dann geben wir sie den Medien, Herr Scherak! Dann geben wir sie den Medien, und die Medien entscheiden dann darüber, was sie mit diesen Informationen machen. Die Medien entscheiden in ihren Redaktionssitzungen, ob sie diese Dinge publizieren oder ob sie sie nicht publizieren. (Abg. Rosenkranz: Das heißt Pressefreiheit!) Das ist die vollkommene Freiheit der Medien, das ist die Pressefreiheit, von der Sie immer reden. Es ist dann die Verantwortung der Medien, ihren Lesern zu erklären, ob sie diese Seite der Wahrheit oder jene Seite der Wahrheit, einen Teil oder die umfassende Information nach draußen geben. Das dürfen Sie, bitte, nicht vergessen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas, weil Sie eines bei der ganzen Diskussion immer vergessen: Wenn wir diese Informationen – und wenn Sie das Mail gelesen haben, haben Sie gesehen, dass da ein ausführlicher juristischer Anhang inklusive Höchstgerichtsbezug et cetera dabei ist – unter Erfüllung der Auflagen des Persönlichkeitsschutzes hinausgeben, dann geben wir sie den Medien, Herr Scherak! Dann geben wir sie den Medien, und die Medien entscheiden dann darüber, was sie mit diesen Informationen machen. Die Medien entscheiden in ihren Redaktionssitzungen, ob sie diese Dinge publizieren oder ob sie sie nicht publizieren. (Abg. Rosenkranz: Das heißt Pressefreiheit!) Das ist die vollkommene Freiheit der Medien, das ist die Pressefreiheit, von der Sie immer reden. Es ist dann die Verantwortung der Medien, ihren Lesern zu erklären, ob sie diese Seite der Wahrheit oder jene Seite der Wahrheit, einen Teil oder die umfassende Information nach draußen geben. Das dürfen Sie, bitte, nicht vergessen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Opferschutz ist mir auch ganz, ganz wichtig, inwiefern aber der Opferschutz nicht gewährleistet sein soll, wenn man die Nationalität eines Sexualstraftäters sozusagen mit in die Information hineingibt, das müssen Sie mir einmal erklären, denn das erschließt sich niemandem, außer denjenigen, die glauben, sie müssen über eine verfehlte Zuwanderungspolitik und deren negative Konsequenzen die ewige Tuchent spannen! Ich glaube, dass das der falsche Weg ist. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Anhaltender Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Ein Mann, ein Wort! Das war großartig!
besser gerecht zu werden. (Anhaltender Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Ein Mann, ein Wort! Das war großartig!)
Abg. Zanger: Zur Rede gratulieren!
Abgeordnete Dr. Stephanie Krisper (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Herr Minister! Ich darf (Abg. Zanger: Zur Rede gratulieren!) mit einem Zitat beginnen, an das mich die heutige Thematik erinnert. Ein aufgebrachter Oppositionspolitiker sagte einst in einem Appell an die Medien, die vierte Macht im Staat: Eigentlich hätten sie die Mächtigen in diesem Land zu kontrollieren und nicht Auftragsarbeit und nicht Söldnertum im Auftrag der Mächtigen gegen die Opposition und gegen die eigene Bevölkerung zu betreiben. – Zitatende. (Abg. Höbart: Das hat er nicht verdient!)
Abg. Höbart: Das hat er nicht verdient!
Abgeordnete Dr. Stephanie Krisper (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Herr Minister! Ich darf (Abg. Zanger: Zur Rede gratulieren!) mit einem Zitat beginnen, an das mich die heutige Thematik erinnert. Ein aufgebrachter Oppositionspolitiker sagte einst in einem Appell an die Medien, die vierte Macht im Staat: Eigentlich hätten sie die Mächtigen in diesem Land zu kontrollieren und nicht Auftragsarbeit und nicht Söldnertum im Auftrag der Mächtigen gegen die Opposition und gegen die eigene Bevölkerung zu betreiben. – Zitatende. (Abg. Höbart: Das hat er nicht verdient!)
Abg. Gudenus: Ui! Gut aufgedeckt!
Wissen Sie, wer das gewesen ist, Herr Minister? – Das waren Sie: Rede zum Bundesparteitag der FPÖ, März 2017. (Abg. Gudenus: Ui! Gut aufgedeckt!) Und heute stehe ich hier als Oppositionspolitikerin und bin aufgebracht, und das nicht nur, weil Sie sich jetzt, da Sie zu den Mächtigen gehören, offenbar wie eine Fahne im Wind gedreht haben. Was sind Sie für ein Minister? (Abg. Belakowitsch: Ein sehr guter!) Dass es Ihnen nicht um die Sicherheit in diesem Lande geht, ist seit Ihrer sicherheitspolitisch sinnlosen, aber teuren Passion für Polizeipferde klar, die aus heutiger Sicht das geringste Übel an Ihnen ist. (Abg. Stefan: Mein Gott! Das ist Populismus der übelsten Sorte! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Ein sehr guter!
Wissen Sie, wer das gewesen ist, Herr Minister? – Das waren Sie: Rede zum Bundesparteitag der FPÖ, März 2017. (Abg. Gudenus: Ui! Gut aufgedeckt!) Und heute stehe ich hier als Oppositionspolitikerin und bin aufgebracht, und das nicht nur, weil Sie sich jetzt, da Sie zu den Mächtigen gehören, offenbar wie eine Fahne im Wind gedreht haben. Was sind Sie für ein Minister? (Abg. Belakowitsch: Ein sehr guter!) Dass es Ihnen nicht um die Sicherheit in diesem Lande geht, ist seit Ihrer sicherheitspolitisch sinnlosen, aber teuren Passion für Polizeipferde klar, die aus heutiger Sicht das geringste Übel an Ihnen ist. (Abg. Stefan: Mein Gott! Das ist Populismus der übelsten Sorte! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Stefan: Mein Gott! Das ist Populismus der übelsten Sorte! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Wissen Sie, wer das gewesen ist, Herr Minister? – Das waren Sie: Rede zum Bundesparteitag der FPÖ, März 2017. (Abg. Gudenus: Ui! Gut aufgedeckt!) Und heute stehe ich hier als Oppositionspolitikerin und bin aufgebracht, und das nicht nur, weil Sie sich jetzt, da Sie zu den Mächtigen gehören, offenbar wie eine Fahne im Wind gedreht haben. Was sind Sie für ein Minister? (Abg. Belakowitsch: Ein sehr guter!) Dass es Ihnen nicht um die Sicherheit in diesem Lande geht, ist seit Ihrer sicherheitspolitisch sinnlosen, aber teuren Passion für Polizeipferde klar, die aus heutiger Sicht das geringste Übel an Ihnen ist. (Abg. Stefan: Mein Gott! Das ist Populismus der übelsten Sorte! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Ja und?
Jetzt kommt dieses Schreiben an die Öffentlichkeit. Wieder heißt es, Sie hätten nichts gewusst, nichts angeordnet. Sie haben es heute wieder betont. (Abg. Belakowitsch: Ja und?) Herr Innenminister, entweder geben Sie den Auftrag zu etwas oder wissen von etwas, was aus Ihrem Haus an Angriffen auf den Rechtsstaat, an Angriffen auf die freien Medien passiert, dann sind Sie klar ein Sicherheitsrisiko, oder, was Sie heute wieder behauptet haben, Sie wissen nicht, was in Ihrem Haus vorgeht (Zwischenruf des Abg. Stefan) – und ich spreche nicht von einem von Tausenden Beamten, wie Sie vorhin gemeint haben, sondern das kam von Ihrem Ressortsprecher, einem Ihrer engsten Mitarbeiter –, dann sind auch Sie in Ihrer Rolle falsch und auch ein Sicherheitsrisiko.
Zwischenruf des Abg. Stefan
Jetzt kommt dieses Schreiben an die Öffentlichkeit. Wieder heißt es, Sie hätten nichts gewusst, nichts angeordnet. Sie haben es heute wieder betont. (Abg. Belakowitsch: Ja und?) Herr Innenminister, entweder geben Sie den Auftrag zu etwas oder wissen von etwas, was aus Ihrem Haus an Angriffen auf den Rechtsstaat, an Angriffen auf die freien Medien passiert, dann sind Sie klar ein Sicherheitsrisiko, oder, was Sie heute wieder behauptet haben, Sie wissen nicht, was in Ihrem Haus vorgeht (Zwischenruf des Abg. Stefan) – und ich spreche nicht von einem von Tausenden Beamten, wie Sie vorhin gemeint haben, sondern das kam von Ihrem Ressortsprecher, einem Ihrer engsten Mitarbeiter –, dann sind auch Sie in Ihrer Rolle falsch und auch ein Sicherheitsrisiko.
Abg. Rosenkranz: Das ist eine Glaubensfrage!
Ich glaube ja, dass sich gerade an solchen Beispielen Ihre wahre politische Absicht zeigt. (Abg. Rosenkranz: Das ist eine Glaubensfrage!) Wie mein Kollege Scherak schon gesagt hat, haben Sie 24 Stunden gebraucht, um sich von dem Schreiben zu distanzieren. Erst da schafften Sie es, zu formulieren, dass die Pressefreiheit auch für Sie unantastbar sei. Wem wollen Sie eigentlich etwas vormachen? Sie sind ja mittlerweile ein Wolf im Wolfspelz. Es geht Ihnen offensichtlich um Macht, um Kontrolle, um Einschränkung von allem, das Ihnen irgendwie unangenehm ist. Dazu gehören auch die demokratischen Rechte und die Freiheit unserer Gesellschaft.
Beifall bei NEOS und SPÖ.
Was sonst wollen Sie damit bezwecken, wenn Sie kritische Medien boykottieren, aus dem Diskurs ausschließen wollen? – Das ist nicht nur unsere Interpretation, denn ich möchte bemerken, dass sich auch unser Schweigekanzler zu Wort gemeldet hat und auch unser Bundespräsident. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Abg. Gudenus: Man kann Medienberichte schon kritisieren! Das geht schon! Die Freiheit haben wir schon!
In dem Schreiben aus Ihrem Ressort werden die kritischen Medien ja auch diffamiert. Es wird darin behauptet, mittlerweile zählen keine Fakten und Erklärungen mehr beziehungsweise werden diese einfach ignoriert. Sie haben in der Beantwortung unserer Fragen in keiner Weise argumentieren können, inwiefern die kritischen Medien faktenwidrig berichten würden. Ungeachtet dessen, was Sie für Fakten halten und was nicht, ist die Pressefreiheit in der Verfassung verankert. Was stört Sie an dieser Pressefreiheit? Was bedrängt Sie denn so an der Demokratie? (Abg. Gudenus: Man kann Medienberichte schon kritisieren! Das geht schon! Die Freiheit haben wir schon!)
Ruf bei der FPÖ: ..., das ist ja unerhört!
Ich möchte Sie alle noch an Folgendes erinnern: Diese Bundesregierung, FPÖ wie ÖVP, hat wiederholt und völlig zu Recht den Umgang der Türkei mit kritischen Journalisten verurteilt. Vizekanzler Strache selbst hat EU-Sanktionen gegen die Türkei gefordert, eben weil diese so gegen kritische Journalisten vorgeht, wie es hier anfangen könnte. (Ruf bei der FPÖ: ..., das ist ja unerhört!) Matthias Strolz hat heute in seiner Abschiedsrede gesagt: Demokratie kann auch langsam sterben, wenn man nicht aufpasst. – Und wir werden aufpassen, jeden Schritt verfolgen, dass dies nicht passiert. Das könnte ein erster Schritt sein.
Zwischenruf des Abg. Hauser.
Das bringt mich zu den Kollegen von der ÖVP – Sie tun ja immer so, als ginge Sie das alles nichts an. Man hat ja mit irgendjemandem koalieren müssen, und die FPÖ kam billig. Sie können sich hier nicht mehr länger aus der Mitverantwortung stehlen. Sie sind Steigbügelhalter in einem gefährlichen Spiel und der Beihilfe schuldig bei allem, was hier passiert. (Zwischenruf des Abg. Hauser.) Dem Abwesenheitskanzler muss ich sagen, das ist sein Innenminister. Wie lange will er noch tatenlos zusehen und schweigen? Ja, ich weiß, er hat etwas gesagt, aber nur eine Sache: „Jede Einschränkung von Pressefreiheit ist nicht akzeptabel.“
Abg. Rosenkranz: Aber nur zwischen den Zeilen! ... in dicken, fetten Lettern!
Das bringt mich zu einem anderen Punkt: Weder er noch Sie, Herr Innenminister, haben sich, auch heute in Ihrer Beantwortung nicht, vom Aufruf zur propagandistischen Manipulation distanziert, der in Ihrem Schreiben enthalten ist. (Abg. Rosenkranz: Aber nur zwischen den Zeilen! ... in dicken, fetten Lettern!) Es kommt in diesem Schreiben zur Anweisung, man möge möglichst bei den Delikten die Staatsbürgerschaft und den Aufenthaltsstatus des Täters immer dazusagen, offenbar besonders, wenn es um Ausländer geht. (Abg. Belakowitsch: Das wünschen sich die Menschen draußen!)
Abg. Belakowitsch: Das wünschen sich die Menschen draußen!
Das bringt mich zu einem anderen Punkt: Weder er noch Sie, Herr Innenminister, haben sich, auch heute in Ihrer Beantwortung nicht, vom Aufruf zur propagandistischen Manipulation distanziert, der in Ihrem Schreiben enthalten ist. (Abg. Rosenkranz: Aber nur zwischen den Zeilen! ... in dicken, fetten Lettern!) Es kommt in diesem Schreiben zur Anweisung, man möge möglichst bei den Delikten die Staatsbürgerschaft und den Aufenthaltsstatus des Täters immer dazusagen, offenbar besonders, wenn es um Ausländer geht. (Abg. Belakowitsch: Das wünschen sich die Menschen draußen!)
Abg. Rosenkranz: Darum ist verschleiern besser!
Dazu sagt der Kriminalsoziologie Reinhard Kreissl, es handle sich um einen Versuch, Berichterstattung strategisch zu steuern, um Vorurteile und falsche Einstellungen zu verstärken. (Abg. Rosenkranz: Darum ist verschleiern besser!) Und das ist das, was Sie tun. Sie wollen eben nicht eine ausgewogene Berichterstattung, wie es in diesem Schreiben behauptet wird, nach objektiven Kriterien, sondern setzen ganz bewusst Schwerpunkte in Ihrem Sinne.
Abg. Rosenkranz: Aber das wird dann bei den Medien selbst liegen, wenn sie das dann ...!
Nennen wir das Kind beim Namen! Es soll zukünftig vor allem über vermeintliche Straftaten von Ausländern und Asylwerbern medial berichtet werden und damit die Stimmung im Lande durch gezielte Manipulation massiv beeinflusst werden. (Abg. Rosenkranz: Aber das wird dann bei den Medien selbst liegen, wenn sie das dann ...!) Sie hetzen die Menschen gegeneinander auf. Und warum tun Sie das? (Ruf bei der FPÖ: Das ist ja unfassbar!) – Weil Sie und Ihre Gesinnungsgenossen genau davon leben: von Angst und Zwietracht, die Sie selbst gesät haben.
Ruf bei der FPÖ: Das ist ja unfassbar!
Nennen wir das Kind beim Namen! Es soll zukünftig vor allem über vermeintliche Straftaten von Ausländern und Asylwerbern medial berichtet werden und damit die Stimmung im Lande durch gezielte Manipulation massiv beeinflusst werden. (Abg. Rosenkranz: Aber das wird dann bei den Medien selbst liegen, wenn sie das dann ...!) Sie hetzen die Menschen gegeneinander auf. Und warum tun Sie das? (Ruf bei der FPÖ: Das ist ja unfassbar!) – Weil Sie und Ihre Gesinnungsgenossen genau davon leben: von Angst und Zwietracht, die Sie selbst gesät haben.
Abg. Rosenkranz: Genau! Das machen Sie nämlich auch!
Das Ziel Ihrer Propaganda ist die Spaltung der Gesellschaft. Ihre Partei lebt vom Feindbild (Abg. Rosenkranz: Genau! Das machen Sie nämlich auch!) – das kann wechseln. Man ist für die Macht, für die Ideologie elastisch. Aber der Asylwerber und der Fremde ist ein Dauerbrenner. Man wechselt halt nur von den alten Feindbildern der Rechten zu antimuslimisch. Für Sie ist das leicht. (Zwischenruf des Abg. Lugar.) Als Innenminister lassen Sie sich nicht die Chance entgehen, das Feindbild durch gezielte Medienarbeit zu nähren. (Abg. Rosenkranz: ... der Rechten das Feindbild, mit dem Sie
Zwischenruf des Abg. Lugar.
Das Ziel Ihrer Propaganda ist die Spaltung der Gesellschaft. Ihre Partei lebt vom Feindbild (Abg. Rosenkranz: Genau! Das machen Sie nämlich auch!) – das kann wechseln. Man ist für die Macht, für die Ideologie elastisch. Aber der Asylwerber und der Fremde ist ein Dauerbrenner. Man wechselt halt nur von den alten Feindbildern der Rechten zu antimuslimisch. Für Sie ist das leicht. (Zwischenruf des Abg. Lugar.) Als Innenminister lassen Sie sich nicht die Chance entgehen, das Feindbild durch gezielte Medienarbeit zu nähren. (Abg. Rosenkranz: ... der Rechten das Feindbild, mit dem Sie
Zwischenruf des Abg. Herbert.
Was kann noch passieren, wenn Sie die Geister, die Sie hier rufen, nicht mehr unter Kontrolle haben? Was ist, wenn es Delikte oder sogar Ausschreitungen gegen die von Ihnen ausgesonderten Gruppen gibt? Sie sprechen immer von Köln. Wir haben gerade Chemnitz erlebt. (Zwischenruf des Abg. Herbert.) Wer ist dann verantwortlich? Wird dann auch prioritär berichtet?
Abg. Lugar: Der Minister hat es gerade erklärt!
Der zweite Punkt – in Ihrem Schreiben heißt es weiter –: „Sexualdelikte sind aus Opferschutzgründen ein heikles Thema,“ aber trotzdem soll versucht werden, „vor allem Taten die in der Öffentlichkeit begangen werden [...], mit erheblicher Gewalteinwirkung oder Nötigung [...] proaktiv“ zu berichten. – Ich bin dankbar dafür, dass die Pressestelle der Polizeidirektion Wien bereits hinreichend klarmachte, wie gefährlich die avisierte Vorgangsweise aus der Perspektive des Opferschutzes ist sowie dass in rund 80 Prozent der Fälle eine Täter-Opfer-Beziehung besteht. Dass durch die stärkere Berichterstattung über Sexualverbrechen die Kriminalität völlig verzerrt dargestellt wird, zeigt ein Blick in die Verurteilungsstatistik (Abg. Lugar: Der Minister hat es gerade erklärt!), nach der Delikte gegen die sexuelle Integrität auch zahlenmäßig abgeschlagen an achter Stelle rangieren. (Abg. Rosenkranz: Gott sei Dank! Gott sei Dank an achter Stelle! Mir wäre zwölfte oder vierzehnte lieber!)
Abg. Rosenkranz: Gott sei Dank! Gott sei Dank an achter Stelle! Mir wäre zwölfte oder vierzehnte lieber!
Der zweite Punkt – in Ihrem Schreiben heißt es weiter –: „Sexualdelikte sind aus Opferschutzgründen ein heikles Thema,“ aber trotzdem soll versucht werden, „vor allem Taten die in der Öffentlichkeit begangen werden [...], mit erheblicher Gewalteinwirkung oder Nötigung [...] proaktiv“ zu berichten. – Ich bin dankbar dafür, dass die Pressestelle der Polizeidirektion Wien bereits hinreichend klarmachte, wie gefährlich die avisierte Vorgangsweise aus der Perspektive des Opferschutzes ist sowie dass in rund 80 Prozent der Fälle eine Täter-Opfer-Beziehung besteht. Dass durch die stärkere Berichterstattung über Sexualverbrechen die Kriminalität völlig verzerrt dargestellt wird, zeigt ein Blick in die Verurteilungsstatistik (Abg. Lugar: Der Minister hat es gerade erklärt!), nach der Delikte gegen die sexuelle Integrität auch zahlenmäßig abgeschlagen an achter Stelle rangieren. (Abg. Rosenkranz: Gott sei Dank! Gott sei Dank an achter Stelle! Mir wäre zwölfte oder vierzehnte lieber!)
Abg. Rosenkranz: Ui!
Haben Sie wirklich gedacht, Sie kommen damit durch? Herr Minister! Wir erwischen Sie jedes Mal. Darauf können Sie sich auch in Zukunft verlassen (Abg. Rosenkranz: Ui!) – egal, wie viele Nachhilfestunden in Rechtsstaatdemagogie Sie bei Ihren Freunden in Ungarn oder Russland noch nehmen. Wir NEOS und ich persönlich lehnen Ihre Ideologie ab. Sie betreiben Politik ohne Respekt für die Menschen und ohne Verstand. (Abg. Stefan: Wie ist das mit der Würde des Hauses?) Aber hier kommt die optimistische Botschaft, nicht für Sie, sondern für die Bürgerinnen und Bürger, für uns alle: Es wird Ihnen nicht gelingen, die Demokratie in diesem Land auszuhebeln. Sie überschätzen sich und unterschätzen die Bürgerinnen und Bürger. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Liste Pilz.)
Abg. Stefan: Wie ist das mit der Würde des Hauses?
Haben Sie wirklich gedacht, Sie kommen damit durch? Herr Minister! Wir erwischen Sie jedes Mal. Darauf können Sie sich auch in Zukunft verlassen (Abg. Rosenkranz: Ui!) – egal, wie viele Nachhilfestunden in Rechtsstaatdemagogie Sie bei Ihren Freunden in Ungarn oder Russland noch nehmen. Wir NEOS und ich persönlich lehnen Ihre Ideologie ab. Sie betreiben Politik ohne Respekt für die Menschen und ohne Verstand. (Abg. Stefan: Wie ist das mit der Würde des Hauses?) Aber hier kommt die optimistische Botschaft, nicht für Sie, sondern für die Bürgerinnen und Bürger, für uns alle: Es wird Ihnen nicht gelingen, die Demokratie in diesem Land auszuhebeln. Sie überschätzen sich und unterschätzen die Bürgerinnen und Bürger. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Liste Pilz.)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Liste Pilz.
Haben Sie wirklich gedacht, Sie kommen damit durch? Herr Minister! Wir erwischen Sie jedes Mal. Darauf können Sie sich auch in Zukunft verlassen (Abg. Rosenkranz: Ui!) – egal, wie viele Nachhilfestunden in Rechtsstaatdemagogie Sie bei Ihren Freunden in Ungarn oder Russland noch nehmen. Wir NEOS und ich persönlich lehnen Ihre Ideologie ab. Sie betreiben Politik ohne Respekt für die Menschen und ohne Verstand. (Abg. Stefan: Wie ist das mit der Würde des Hauses?) Aber hier kommt die optimistische Botschaft, nicht für Sie, sondern für die Bürgerinnen und Bürger, für uns alle: Es wird Ihnen nicht gelingen, die Demokratie in diesem Land auszuhebeln. Sie überschätzen sich und unterschätzen die Bürgerinnen und Bürger. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Liste Pilz.)
Beifall bei NEOS und SPÖ.
(Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Abg. Neubauer: Normal gehört hier ein Ordnungsruf! – Ruf bei der FPÖ: Eine Frechheit ist das! – Der Präsident gibt das Glockenzeichen.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Der Antrag ist ausreichend unterstützt und steht ‑ ‑ (Abg. Neubauer: Normal gehört hier ein Ordnungsruf! – Ruf bei der FPÖ: Eine Frechheit ist das! – Der Präsident gibt das Glockenzeichen.) – Der Antrag ist ausreichend unterstützt und steht somit mit in Verhandlung. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Der Antrag ist ausreichend unterstützt und steht ‑ ‑ (Abg. Neubauer: Normal gehört hier ein Ordnungsruf! – Ruf bei der FPÖ: Eine Frechheit ist das! – Der Präsident gibt das Glockenzeichen.) – Der Antrag ist ausreichend unterstützt und steht somit mit in Verhandlung. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Die Pressefreiheit ist einer der Grundpfeiler unserer liberalen Demokratie. Und dabei bleibt es auch, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Sie ist Bestandteil der Menschenrechtskonvention. Und diese ist Bestandteil unserer Bundesverfassung. Und auch dabei bleibt es, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Knes.
Ich denke, das ist mit den Aussagen des Herrn Bundespräsidenten, gemeinsam genommen, ein sehr, sehr klares Bekenntnis der Staatsspitze. (Zwischenruf des Abg. Knes.)
Abg. Belakowitsch: Wer war das?
Ich möchte aber auch sagen, dass es nicht so ist, dass Angriffe auf die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit bei anderen Fraktionen so ganz unbekannt sind. Ja, ich erinnere an Herrn Bundeskanzler Kern (Abg. Belakowitsch: Wer war das?), der erst im letzten Jahr wegen eines kritischen Beitrags im ORF den ORF für eine gewisse Zeit boykottiert hat, meine Damen und Herren. (Ruf bei der FPÖ: Richtig!) Oder: Er hat im Wahlkampf 2017 gegenüber einer Tageszeitung einen Inserate- und Interviewboykott verhängt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Knes.) Auch das ist ganz interessant. Also: Wer selbst im Glashaus sitzt, soll nicht unbedingt mit Steinen werfen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Richtig!
Ich möchte aber auch sagen, dass es nicht so ist, dass Angriffe auf die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit bei anderen Fraktionen so ganz unbekannt sind. Ja, ich erinnere an Herrn Bundeskanzler Kern (Abg. Belakowitsch: Wer war das?), der erst im letzten Jahr wegen eines kritischen Beitrags im ORF den ORF für eine gewisse Zeit boykottiert hat, meine Damen und Herren. (Ruf bei der FPÖ: Richtig!) Oder: Er hat im Wahlkampf 2017 gegenüber einer Tageszeitung einen Inserate- und Interviewboykott verhängt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Knes.) Auch das ist ganz interessant. Also: Wer selbst im Glashaus sitzt, soll nicht unbedingt mit Steinen werfen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Knes.
Ich möchte aber auch sagen, dass es nicht so ist, dass Angriffe auf die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit bei anderen Fraktionen so ganz unbekannt sind. Ja, ich erinnere an Herrn Bundeskanzler Kern (Abg. Belakowitsch: Wer war das?), der erst im letzten Jahr wegen eines kritischen Beitrags im ORF den ORF für eine gewisse Zeit boykottiert hat, meine Damen und Herren. (Ruf bei der FPÖ: Richtig!) Oder: Er hat im Wahlkampf 2017 gegenüber einer Tageszeitung einen Inserate- und Interviewboykott verhängt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Knes.) Auch das ist ganz interessant. Also: Wer selbst im Glashaus sitzt, soll nicht unbedingt mit Steinen werfen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Ich möchte aber auch sagen, dass es nicht so ist, dass Angriffe auf die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit bei anderen Fraktionen so ganz unbekannt sind. Ja, ich erinnere an Herrn Bundeskanzler Kern (Abg. Belakowitsch: Wer war das?), der erst im letzten Jahr wegen eines kritischen Beitrags im ORF den ORF für eine gewisse Zeit boykottiert hat, meine Damen und Herren. (Ruf bei der FPÖ: Richtig!) Oder: Er hat im Wahlkampf 2017 gegenüber einer Tageszeitung einen Inserate- und Interviewboykott verhängt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Knes.) Auch das ist ganz interessant. Also: Wer selbst im Glashaus sitzt, soll nicht unbedingt mit Steinen werfen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Heiterkeit bei der FPÖ.
Dass die Liste Pilz am Wahlabend den ORF von ihrer Wahlparty ausgeschlossen hat, war jetzt vielleicht für die Öffentlichkeit kein großer Informationsnachteil. (Heiterkeit bei der FPÖ.) Aber ich meine, die große Freiheit gegenüber der Presse war das auch nicht, Herr Kollege Pilz. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Dass die Liste Pilz am Wahlabend den ORF von ihrer Wahlparty ausgeschlossen hat, war jetzt vielleicht für die Öffentlichkeit kein großer Informationsnachteil. (Heiterkeit bei der FPÖ.) Aber ich meine, die große Freiheit gegenüber der Presse war das auch nicht, Herr Kollege Pilz. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich denke, dass man mit diesen Punkten, die heute zur Debatte stehen, nicht spielen darf. Wir alle erleben immer wieder, auch uns gegenüber, gegenüber einzelnen Personen, Abgeordneten, Regierungsmitgliedern kritische Artikel – Artikel, die oft schmerzhaft sind, die wehtun. Aber, meine Damen und Herren, das müssen wir in einer Demokratie aushalten. Das ist das Wesen eines freien Landes. Dafür muss man eintreten, da darf man nicht wackeln, im Idealfall in keiner Sekunde, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Liste Pilz.
Das haben Sie auch deutlich gemacht, und wenn Sie sich den Mitarbeiter kommen lassen und die Dinge klarlegen, dann ist das an sich auch erledigt. Die Frage ist immer, welche Konsequenzen es gibt, wenn solche Dinge passieren. Sie sind ja nicht gerade bekannt dafür, dass Sie im Ressort zimperlich mit Personen umgehen, die sich nicht an die Vorgaben halten. Die Frage, welche Konsequenzen es da gibt, stellt sich also bei so einem heiklen Mail – und das ist natürlich schon ein heikles Mail, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Liste Pilz.)
Ruf: Ab wann? Ab wann ist das ...?
Letzter Satz: Nachdem der Herr Bundesminister gestern alles klargestellt hat, den Mitarbeiter zu einem Gespräch bestellt hat und wir auch von entsprechenden Konsequenzen und neuen Leitlinien ausgehen – wie auch der Herr Bundeskanzler betont hat, dass das erforderlich ist –, haben wir keinen Grund – das sage ich auch in aller Deutlichkeit –, dem Herrn Bundesminister heute das Vertrauen zu versagen. (Ruf: Ab wann? Ab wann ist das ...?) Wir werden daher dem Misstrauensantrag nicht die Zustimmung geben, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Überraschung!)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Überraschung!
Letzter Satz: Nachdem der Herr Bundesminister gestern alles klargestellt hat, den Mitarbeiter zu einem Gespräch bestellt hat und wir auch von entsprechenden Konsequenzen und neuen Leitlinien ausgehen – wie auch der Herr Bundeskanzler betont hat, dass das erforderlich ist –, haben wir keinen Grund – das sage ich auch in aller Deutlichkeit –, dem Herrn Bundesminister heute das Vertrauen zu versagen. (Ruf: Ab wann? Ab wann ist das ...?) Wir werden daher dem Misstrauensantrag nicht die Zustimmung geben, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Überraschung!)
Beifall bei der ÖVP.
Aber ich möchte mit Bertolt Brecht sagen: „Vertrauen wird dadurch erschöpft, dass es in Anspruch genommen wird.“ – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Stefan: Wollten Sie nicht über den Kern reden?
Abgeordneter Mag. Thomas Drozda (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Ich habe da jetzt eine sehr interessante Rede des Kollegen Amon gehört. Interessant waren nicht nur die Rede und deren Inhalt, sondern auch, dass die Applausordnung, die es im Haus in Form einer stillen Übereinkunft gibt, diesmal nicht so richtig funktioniert hat. Am Anfang deiner Rede, lieber Werner Amon, hatte ich nämlich den Eindruck, dass du mein Redemanuskript hattest. (Abg. Stefan: Wollten Sie nicht über den Kern reden?)
Abg. Belakowitsch: Was den Christian Kern betrifft!
Du hast dann dazwischen einmal davon gesprochen, dass du nicht wackeln sollst und dass wir nicht wackeln sollen. Ein bisschen hast du gewackelt, aber in der Sache selbst hattest du natürlich vollkommen recht mit deiner Analyse und auch mit deiner Analyse, was die Vorgangsweise und was das Vertrauen betrifft. (Abg. Belakowitsch: Was den Christian Kern betrifft!)
Abg. Rosenkranz: Also die „Süddeutsche“ ist jetzt kein wirkliches Wunder, muss ich sagen! Wunder schauen anders aus, Kollege Drozda!
Ich muss sagen, das steht im Inhalt und in der Überlegung und im Duktus in einem ziemlichen Gegensatz sozusagen zu dem, was der Herr Innenminister da heute wieder gezeigt hat, denn, ehrlich gesagt, wenn Sie da erzählen von Schein und Sein und von oppositionellen Methoden, dann muss ich angesichts dessen, was Werner Amon hier gesagt hat, schon darauf hinweisen, dass er bekanntlich kein Oppositionspolitiker ist. Wenn Sie sich den Pressespiegel der letzten Tage anschauen – und ich muss sagen: Kompliment, Sie haben es immerhin in die deutsche „Tagesschau“ geschafft! –, dann sehen Sie, es schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ - - (Abg. Rosenkranz: Also die „Süddeutsche“ ist jetzt kein wirkliches Wunder, muss ich sagen! Wunder schauen anders aus, Kollege Drozda!) Nein, Kollege Rosenkranz, aber ein Oppositionsmedium ist es auch wieder nicht. (Abg. Rosenkranz: Also die „Süddeutsche Zeitung“ als Wunder zu bezeichnen in einer solchen Sache?!)
Abg. Rosenkranz: Also die „Süddeutsche Zeitung“ als Wunder zu bezeichnen in einer solchen Sache?!
Ich muss sagen, das steht im Inhalt und in der Überlegung und im Duktus in einem ziemlichen Gegensatz sozusagen zu dem, was der Herr Innenminister da heute wieder gezeigt hat, denn, ehrlich gesagt, wenn Sie da erzählen von Schein und Sein und von oppositionellen Methoden, dann muss ich angesichts dessen, was Werner Amon hier gesagt hat, schon darauf hinweisen, dass er bekanntlich kein Oppositionspolitiker ist. Wenn Sie sich den Pressespiegel der letzten Tage anschauen – und ich muss sagen: Kompliment, Sie haben es immerhin in die deutsche „Tagesschau“ geschafft! –, dann sehen Sie, es schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ - - (Abg. Rosenkranz: Also die „Süddeutsche“ ist jetzt kein wirkliches Wunder, muss ich sagen! Wunder schauen anders aus, Kollege Drozda!) Nein, Kollege Rosenkranz, aber ein Oppositionsmedium ist es auch wieder nicht. (Abg. Rosenkranz: Also die „Süddeutsche Zeitung“ als Wunder zu bezeichnen in einer solchen Sache?!)
Abg. Rosenkranz: Also wenn es die „Süddeutsche“ schreibt! Wenn es die „Süddeutsche“ schreibt!
„Die Nachrichten aus Österreich zeigen wieder einmal, dass die Regierungspartei FPÖ am Abbau der liberalen, pluralistischen Demokratie arbeitet [...]“. (Abg. Rosenkranz: Also wenn es die „Süddeutsche“ schreibt! Wenn es die „Süddeutsche“ schreibt!)
Abg. Martin Graf: Die „Süddeutsche Zeitung“ hat auch gesagt, dass der ... ein Spion ist!
Seltsam, muss ich sagen, an sich seltsam (Abg. Martin Graf: Die „Süddeutsche Zeitung“ hat auch gesagt, dass der ... ein Spion ist!), denn ehrlich gesagt, ich meine, man muss sich das schon einmal vergegenwärtigen, was in dieser sogenannten Handlungsanweisung drinsteht. Und: Was heißt denn Handlungsanweisung? Darin ist der Begriff Weisung, wenn ich es nicht ganz missverstehe, impliziert.
Ruf bei der FPÖ: Das hat die SPÖ gemacht, schreibt der Herr Unterberger!
neuerdings auch seitens des ,Kurier‘ eine sehr einseitige und negative Berichterstattung über das BMI und die Polizei betrieben.“ (Ruf bei der FPÖ: Das hat die SPÖ gemacht, schreibt der Herr Unterberger!)
Bundesminister Kickl: Jetzt haben Sie was ausgelassen!
„Ansonsten erlaube ich mir“ – im besten Beamtendeutsch, wie ich hinzufüge – „vorzuschlagen, die Kommunikation mit diesen Medien auf das nötigste [...] Maß zu beschränken und ihnen nicht noch Zuckerln wie beispielsweise Exklusivbegleitungen zu ermöglichen …“ (Bundesminister Kickl: Jetzt haben Sie was ausgelassen!)
Ah?-Rufe bei der FPÖ
Ich habe ausgelassen: „(rechtlich vorgesehene)“ Maß. – Vollkommen richtig, ja (Ah?-Rufe bei der FPÖ), aber das ändert nichts an der grundsätzlichen Zielrichtung dieser Handlungsanweisung. (Abg. Wurm: Das ... objektiver Journalismus?! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Wurm: Das ... objektiver Journalismus?! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Ich habe ausgelassen: „(rechtlich vorgesehene)“ Maß. – Vollkommen richtig, ja (Ah?-Rufe bei der FPÖ), aber das ändert nichts an der grundsätzlichen Zielrichtung dieser Handlungsanweisung. (Abg. Wurm: Das ... objektiver Journalismus?! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Bundesminister Kickl: Ich glaube, Sie kennen sich nicht aus!
„Jede Folge wird abgenommen und geht erst nach positiver Abnahme auf Sendung.“ – Das ist eine ordentliche Pressepolitik und eine ordentliche Medienpolitik nach Ihren Vorstellungen. Ist das so? (Bundesminister Kickl: Ich glaube, Sie kennen sich nicht aus!) – „Es handelt sich dabei um imagefördernde Öffentlichkeitsarbeit, bei der die Themen im Studio von uns bestimmt werden können.“
Ruf: Sie verstehen das nicht! Sie haben kein Verständnis!
Das ist Ihr Verständnis und kein anderes (Ruf: Sie verstehen das nicht! Sie haben kein Verständnis!), und Sie haben es schwarz auf weiß zu Papier gebracht! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Jenewein: Die SPÖ hat jetzt aber auch nicht geschlossen applaudiert!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Jenewein: Die SPÖ hat jetzt aber auch nicht geschlossen applaudiert!
Das ist Ihr Verständnis und kein anderes (Ruf: Sie verstehen das nicht! Sie haben kein Verständnis!), und Sie haben es schwarz auf weiß zu Papier gebracht! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Jenewein: Die SPÖ hat jetzt aber auch nicht geschlossen applaudiert!)
Abg. Martin Graf: Das gilt aber für alle Parteien! – Ruf bei der FPÖ: Das gilt auch für die SPÖ!
Aber ich möchte vielleicht abseits dessen ein bisschen zum Grundsätzlichen kommen. Ich meine, Sie haben – und darauf sind Sie ja mächtig stolz und das betonen Sie bei jeder Gelegenheit – bei Ihrer Angelobung einen Eid auf die Republik geleistet. Ich erinnere daran, dass es einige grundlegende Rechte gibt, die ein Fundament dieser Republik sind. Dazu gehören die Vereins- und Versammlungsfreiheit und – ganz besonders wichtig für eine Demokratie, in der konkurrierende Meinungen um Zustimmung werben – die Pressefreiheit. (Abg. Martin Graf: Das gilt aber für alle Parteien! – Ruf bei der FPÖ: Das gilt auch für die SPÖ!)
Abg. Rosenkranz: Wie schaut es dann aus mit Ihrer Kritik an Förderungen für missliebige Medien?
Für den Großteil unserer Abgeordneten ist das nichts Neues. Im Gegenteil, für die meisten, die hier im Hohen Haus sind und hier arbeiten, für sie und für uns sind diese Freiheiten stets präsent. Für Sie, sehr geehrter Herr Innenminister, scheint das nicht so zu sein. Klar ist für uns alle – so wie wir hier sitzen und wie wir ein Grundverständnis haben, das nicht auf dem Embedded Journalism beruht, bei dem die Braven das Zuckerbrot und die anderen die Peitsche bekommen –, dass jede Einschränkung der Pressefreiheit ein Angriff auf unsere demokratische Republik ist (Abg. Rosenkranz: Wie schaut es dann aus mit Ihrer Kritik an Förderungen für missliebige Medien?), und Sie werden bei diesem Angriff auf die demokratische Republik mit unserer strikten Gegnerschaft rechnen können – so wie bisher. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Für den Großteil unserer Abgeordneten ist das nichts Neues. Im Gegenteil, für die meisten, die hier im Hohen Haus sind und hier arbeiten, für sie und für uns sind diese Freiheiten stets präsent. Für Sie, sehr geehrter Herr Innenminister, scheint das nicht so zu sein. Klar ist für uns alle – so wie wir hier sitzen und wie wir ein Grundverständnis haben, das nicht auf dem Embedded Journalism beruht, bei dem die Braven das Zuckerbrot und die anderen die Peitsche bekommen –, dass jede Einschränkung der Pressefreiheit ein Angriff auf unsere demokratische Republik ist (Abg. Rosenkranz: Wie schaut es dann aus mit Ihrer Kritik an Förderungen für missliebige Medien?), und Sie werden bei diesem Angriff auf die demokratische Republik mit unserer strikten Gegnerschaft rechnen können – so wie bisher. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Das ist der Grund!
Lieber Herr Innenminister! Sie haben eines der höchsten und wichtigsten Ämter dieser Republik übernommen. (Ruf bei der FPÖ: Das ist der Grund!) Sie haben 24 Stunden gebraucht, um sich von dem, was Sie nicht gewusst haben wollen, zu distanzieren. Sie haben aber nicht nur 24 Stunden gebraucht, sondern Sie haben auch einen Einwand der Staats- und der Regierungsspitze gebraucht. Ich frage mich wirklich, wes Geistes Kind diese Menschen sind, die solche Dinge zu Papier bringen, solche Sachen überle-
Beifall bei SPÖ und NEOS sowie der Abg. Zadić.
gen und ein Medienverständnis haben, das dem entspricht, was in diesen sogenannten Handlungsanweisungen artikuliert wird, von denen Sie behaupten, sie wären keine Weisungen. (Beifall bei SPÖ und NEOS sowie der Abg. Zadić.)
Ruf bei den NEOS: Das glaube ich!
Abgeordneter Mag. Johann Gudenus, M.A.I.S. (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Verehrte Staatssekretäre! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ja, es ist schwer, auf die vorhergegangenen Ausführungen einzugehen (Ruf bei den NEOS: Das glaube ich!), die hier von einer hilflosen Opposition aneinandergereiht wurden. Herr Scherak sitzt hier in den Reihen und lacht – er kann jetzt anscheinend wieder lachen. Sie haben nämlich heute anscheinend einen schlechten Tag gehabt, Herr Scherak, einen sehr schlechten Tag. Sie sind ja bekannt als Grundrechtsexperte, stellen sich immer so als Rechtsexperte dar – das sind Sie auch, denn Sie haben das studiert –, aber Ihre Aussagen haben überhaupt nichts damit zu tun (Ruf bei der SPÖ: Für was sind Sie Experte?), und irgendwie lassen sie tief blicken und zeigen, dass Sie anscheinend von der Materie nicht so viel Ahnung haben, wie Sie immer vorgeben.
Ruf bei der SPÖ: Für was sind Sie Experte?
Abgeordneter Mag. Johann Gudenus, M.A.I.S. (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Verehrte Staatssekretäre! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ja, es ist schwer, auf die vorhergegangenen Ausführungen einzugehen (Ruf bei den NEOS: Das glaube ich!), die hier von einer hilflosen Opposition aneinandergereiht wurden. Herr Scherak sitzt hier in den Reihen und lacht – er kann jetzt anscheinend wieder lachen. Sie haben nämlich heute anscheinend einen schlechten Tag gehabt, Herr Scherak, einen sehr schlechten Tag. Sie sind ja bekannt als Grundrechtsexperte, stellen sich immer so als Rechtsexperte dar – das sind Sie auch, denn Sie haben das studiert –, aber Ihre Aussagen haben überhaupt nichts damit zu tun (Ruf bei der SPÖ: Für was sind Sie Experte?), und irgendwie lassen sie tief blicken und zeigen, dass Sie anscheinend von der Materie nicht so viel Ahnung haben, wie Sie immer vorgeben.
Abg. Rosenkranz: Auch Abgeordnete haben Freiheiten!
Ein einfaches Beispiel auch seitens der Abgeordneten: Wenn uns „Der Standard“ wochenlang nachläuft mit der Aufforderung, bekannt zu geben, wer von uns Waffen besitzt und wer nicht, dann müssen wir das nicht bekannt geben. Das müssen wir nicht! Das ist aber auch keine Einschränkung der Pressefreiheit! Es liegt in unserem Ermessen, bekannt zu geben, ob wir sagen wollen, ob wir welche haben oder nicht. Es liegt in der Freiheit des Einzelnen, das bekannt zu geben. (Abg. Rosenkranz: Auch Abgeordnete haben Freiheiten!) Das ist aber keine Einschränkung der Pressefreiheit, Herr Scherak! Ich darf Sie daher bitten, vielleicht ein bisschen mehr über diese Materie nachzulesen, um zu wissen, was das wirklich bedeutet. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ein einfaches Beispiel auch seitens der Abgeordneten: Wenn uns „Der Standard“ wochenlang nachläuft mit der Aufforderung, bekannt zu geben, wer von uns Waffen besitzt und wer nicht, dann müssen wir das nicht bekannt geben. Das müssen wir nicht! Das ist aber auch keine Einschränkung der Pressefreiheit! Es liegt in unserem Ermessen, bekannt zu geben, ob wir sagen wollen, ob wir welche haben oder nicht. Es liegt in der Freiheit des Einzelnen, das bekannt zu geben. (Abg. Rosenkranz: Auch Abgeordnete haben Freiheiten!) Das ist aber keine Einschränkung der Pressefreiheit, Herr Scherak! Ich darf Sie daher bitten, vielleicht ein bisschen mehr über diese Materie nachzulesen, um zu wissen, was das wirklich bedeutet. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scherak.
Das müssten Sie als Experte eigentlich wissen. Aber das kann man alles nachholen, Herr Scherak! Sie haben Zeit genug, keine Frage. (Zwischenruf des Abg. Scherak.)
Abg. Rosenkranz: Beim Herrn Scherak schon!
Zweiter Punkt: Die Medien dürfen berichten – das ist Pressefreiheit –, aber wir dürfen auch die Berichte der Medien kritisieren! Das ist wirklich möglich! Die Medien sind nicht sakrosankt – nein, sind sie nicht. (Abg. Rosenkranz: Beim Herrn Scherak schon!) Auch das sind Einrichtungen, die kritikfähig sein müssen und sich auch der Kritik stellen müssen! Auch das gehört zu einem demokratischen Diskurs, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Zweiter Punkt: Die Medien dürfen berichten – das ist Pressefreiheit –, aber wir dürfen auch die Berichte der Medien kritisieren! Das ist wirklich möglich! Die Medien sind nicht sakrosankt – nein, sind sie nicht. (Abg. Rosenkranz: Beim Herrn Scherak schon!) Auch das sind Einrichtungen, die kritikfähig sein müssen und sich auch der Kritik stellen müssen! Auch das gehört zu einem demokratischen Diskurs, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Und ja, natürlich – wir wiederholen es heute zum x-ten Mal –, die Pressefreiheit ist unantastbar und muss unantastbar sein. Sie ist Bestandteil unserer Verfassung, der Menschenrechte, und das ist gut so – aber all das, was Sie hier vorwerfen, ist kein Eingriff in die Pressefreiheit! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
ten Scherak und Schellhorn), eben weil er es ist –, das Vertrauen in den Innenminister seitens der Bevölkerung ist ungebrochen! Das Vertrauen ist ungebrochen, weil er eben Maßnahmen setzt, um die Bevölkerung zu schützen, und das ist gut so, meine Damen und Herren. Das macht Innenminister Kickl! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es wird darum ersucht, dass die Staatsbürgerschaft von Tätern künftig veröffentlicht wird. – Ja Gott sei Dank, meine sehr geehrten Damen und Herren! Genau das brauchen wir! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir würden es auch gerne bei den Tatverdächtigen wissen, weil ich denke, die Bevölkerung hat ein Recht darauf. Vor allem vor dem Hintergrund dieser verantwortungslosen Massenzuwanderung unter der SPÖ, die in den letzten Jahren stattgefunden hat, haben die Menschen ein Recht darauf, zu wissen, was die Auswirkungen und die Konsequenzen davon sind, meine sehr geehrten Damen und Herren. Ja, das müssen wir wissen! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie wollen das natürlich nicht. Das wollen genau die Vertreter der Massenzuwanderung und der offenen Grenzen nicht. Die Willkommensklatscher wollen natürlich nicht, dass die Menschen wissen, dass natürlich der Anteil der Vergewaltigungen und der Sexualdelikte seit drei Jahren um mehrere hundert Prozent explodiert ist. Das wollen sie natürlich nicht, dass die Menschen das wissen, ganz klar. Sie wollen auch nicht, dass die Menschen wissen, dass der Anteil der Asylwerber unter den Tatverdächtigen natürlich in den letzten drei Jahren explodiert ist. Die Menschen haben ein Recht darauf, das zu wissen, meine sehr geehrten Damen und Herren, und dafür sorgen wir! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Bravoruf bei der FPÖ.
nicht der Täterschutz. Auch das halten wir hoch. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Bravoruf bei der FPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Das steht alles zwischen den Zeilen!
Noch ein Satz, der interessant ist, nämlich wie hier die Medien oder manche Medien mit dieser neutralen Berichterstattung umgehen. Da steht zum Beispiel im „Standard“: „Innenminister Kickl greift die Medienfreiheit frontal an“. Weiters steht im „Standard“, dass Journalisten als „,linkslinke Auftragsschreiber‘ [...] denunziert werden“. – Das steht in diesem Artikel oder im E-Mail mit keinem Wort drin! (Abg. Rosenkranz: Das steht alles zwischen den Zeilen!) Daran sieht man schon, wie eben hier die Medienberichterstattung vieles dazudichtet (Abg. Rosenkranz: Die lesen ja alle zwischen den Zeilen! Da steht es fett gedruckt! Mit geheimer Tinte wird es geschrieben!), zwischen den Zeilen dazudichtet und wie hier wertend eingegriffen wird und in Wirklichkeit die Leser nicht richtig informiert werden.
Abg. Rosenkranz: Die lesen ja alle zwischen den Zeilen! Da steht es fett gedruckt! Mit geheimer Tinte wird es geschrieben!
Noch ein Satz, der interessant ist, nämlich wie hier die Medien oder manche Medien mit dieser neutralen Berichterstattung umgehen. Da steht zum Beispiel im „Standard“: „Innenminister Kickl greift die Medienfreiheit frontal an“. Weiters steht im „Standard“, dass Journalisten als „,linkslinke Auftragsschreiber‘ [...] denunziert werden“. – Das steht in diesem Artikel oder im E-Mail mit keinem Wort drin! (Abg. Rosenkranz: Das steht alles zwischen den Zeilen!) Daran sieht man schon, wie eben hier die Medienberichterstattung vieles dazudichtet (Abg. Rosenkranz: Die lesen ja alle zwischen den Zeilen! Da steht es fett gedruckt! Mit geheimer Tinte wird es geschrieben!), zwischen den Zeilen dazudichtet und wie hier wertend eingegriffen wird und in Wirklichkeit die Leser nicht richtig informiert werden.
Abg. Rosenkranz: Das steht nicht einmal zwischen den Zeilen, das steht sogar richtig dort!
All das wurde seitens des Bundeskanzlers Kern in Auftrag gegeben, weil er mit der Berichterstattung des ORF nicht zufrieden war. All das ist schwarz auf weiß ersichtlich! (Abg. Rosenkranz: Das steht nicht einmal zwischen den Zeilen, das steht sogar richtig dort!) Die Vertreter der SPÖ stellen sich also hier heraus und predigen in Wirklichkeit etwas, was sie für sich selbst nicht in Anspruch nehmen können. Sie treten hier als Moralapostel auf, verstoßen in Wirklichkeit aber selbst gegen die Medienfreiheit – was Herbert Kickl nie gemacht hat, meine sehr geehrten Damen und Herren, nämlich an keiner Stelle! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
All das wurde seitens des Bundeskanzlers Kern in Auftrag gegeben, weil er mit der Berichterstattung des ORF nicht zufrieden war. All das ist schwarz auf weiß ersichtlich! (Abg. Rosenkranz: Das steht nicht einmal zwischen den Zeilen, das steht sogar richtig dort!) Die Vertreter der SPÖ stellen sich also hier heraus und predigen in Wirklichkeit etwas, was sie für sich selbst nicht in Anspruch nehmen können. Sie treten hier als Moralapostel auf, verstoßen in Wirklichkeit aber selbst gegen die Medienfreiheit – was Herbert Kickl nie gemacht hat, meine sehr geehrten Damen und Herren, nämlich an keiner Stelle! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Deswegen: Lassen wir die Kirche im Dorf, meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wird noch mehr solcher substanzlosen Angriffe geben – das wissen wir jetzt schon –, aber Sie werden merken: Der Herr Innenminister ist einer, der steht, einer, der umsetzt und für die Sicherheit der Menschen weiterhin da ist. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Höbart: Der Onkel Alpbach! – Ruf bei der FPÖ: Die SPÖ geht hoffentlich raus jetzt, oder? – Abg. Gudenus – in Richtung des sich mit einer Tafel zum Rednerpult begebenden Abg. Pilz –: Haben Sie ein Grapsch-Foto mitgebracht? – Rufe: Wieso geht die SPÖ nicht raus jetzt? Warum bleibt die SPÖ sitzen? Was ist mit der SPÖ? Aussi gehn! – Weitere Zwischenrufe.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Pilz. – Bitte. (Abg. Höbart: Der Onkel Alpbach! – Ruf bei der FPÖ: Die SPÖ geht hoffentlich raus jetzt, oder? – Abg. Gudenus – in Richtung des sich mit einer Tafel zum Rednerpult begebenden Abg. Pilz –: Haben Sie ein Grapsch-Foto mitgebracht? – Rufe: Wieso geht die SPÖ nicht raus jetzt? Warum bleibt die SPÖ sitzen? Was ist mit der SPÖ? Aussi gehn! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Höbart: Onkel Alpbach!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (PILZ): Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich nehme es mit einer gewissen Genugtuung zur Kenntnis, dass ich gleich mit einem angemessenen freiheitlichen Krawall begrüßt werde. (Abg. Höbart: Onkel Alpbach!) Kein Problem, aber kommen wir einmal zur Sache und zum Grundsätzlichen, Herr Bundesmi-
Heiterkeit des Abg. Rosenkranz.
nister, bevor ich versuche, mit Ihnen Details dieses Mails zu besprechen. (Heiterkeit des Abg. Rosenkranz.)
Abg. Gudenus: Haben Sie wieder einen Magenpilz aufgerissen?
Überall in Europa passiert, wenn die extreme Rechte in Regierungen kommt, egal ob das in Rom, in Budapest oder in Wien ist, dasselbe. Sie hat drei Ziele (Abg. Gudenus: Haben Sie wieder einen Magenpilz aufgerissen?): Das erste Ziel ist die Übernahme des Sicherheitsapparates und hier vor allem des Geheimdienstes, weil er für sie gefährlich ist. Das zweite Ziel ist der Angriff auf die Unabhängigkeit der Justiz. Das dritte Ziel ist der Angriff auf die Unabhängigkeit der Medien und der Presse.
Ruf: Geh bitte!
All das ist derzeit in Österreich im Gange. (Ruf: Geh bitte!) All das verfolgen wir im Parlament – nicht nur in der Opposition, sondern auch viele Kolleginnen und Kollegen in der Volkspartei – mit Sorge. All das sind Gründe für parlamentarische Untersuchungen (Abg. Rosenkranz: Kollege Pilz, am Heldenplatz sind auch gerade die Marsmenschen gelandet!), und all das sind Gründe, dass sich die Vertreterinnen und Vertreter nicht nur der Medien und der Justiz zur Wehr setzen. – Das ist das Erste. (Ruf bei der FPÖ: Stellen Sie sich den Gerichten!)
Abg. Rosenkranz: Kollege Pilz, am Heldenplatz sind auch gerade die Marsmenschen gelandet!
All das ist derzeit in Österreich im Gange. (Ruf: Geh bitte!) All das verfolgen wir im Parlament – nicht nur in der Opposition, sondern auch viele Kolleginnen und Kollegen in der Volkspartei – mit Sorge. All das sind Gründe für parlamentarische Untersuchungen (Abg. Rosenkranz: Kollege Pilz, am Heldenplatz sind auch gerade die Marsmenschen gelandet!), und all das sind Gründe, dass sich die Vertreterinnen und Vertreter nicht nur der Medien und der Justiz zur Wehr setzen. – Das ist das Erste. (Ruf bei der FPÖ: Stellen Sie sich den Gerichten!)
Ruf bei der FPÖ: Stellen Sie sich den Gerichten!
All das ist derzeit in Österreich im Gange. (Ruf: Geh bitte!) All das verfolgen wir im Parlament – nicht nur in der Opposition, sondern auch viele Kolleginnen und Kollegen in der Volkspartei – mit Sorge. All das sind Gründe für parlamentarische Untersuchungen (Abg. Rosenkranz: Kollege Pilz, am Heldenplatz sind auch gerade die Marsmenschen gelandet!), und all das sind Gründe, dass sich die Vertreterinnen und Vertreter nicht nur der Medien und der Justiz zur Wehr setzen. – Das ist das Erste. (Ruf bei der FPÖ: Stellen Sie sich den Gerichten!)
Abg. Martin Graf: Schlimm wird es, wenn man die eigene Propaganda zu glauben beginnt!
Das ist keine Selbstverständlichkeit. Ich habe im Untersuchungsausschuss Ihren Oberst Preiszler gefragt: Können Sie sich vorstellen, dass unter der Führung eines dschihadistischen Polizeiobersts eine Hausdurchsuchung im Verfassungsschutz stattfindet? Können Sie sich vorstellen, dass unter der Führung eines linksextremen Obersts im Verfassungsschutz eine Hausdurchsuchung durchgeführt wird? – Oberst Preiszler hat mich verständnislos angelacht, bis zur dritten Frage: Warum ist es dann aber möglich, dass unter der Führung eines rechtsextremen Obersts, der wahrscheinlich selbst vom Verfassungsschutz beobachtet wird, im Verfassungsschutz eine politisch motivierte Hausdurchsuchung stattfindet? (Abg. Martin Graf: Schlimm wird es, wenn man die eigene Propaganda zu glauben beginnt!)
Abg. Rosenkranz: „Kabinettspressesprecher“ ist falsch!
Damit komme ich kurz zur Justiz und dann gleich zu den Medien. – Das Ganze, die Machtübernahme der extremen Rechten in Bundesregierungen funktioniert nur, wenn es genau diese Kontrollmöglichkeiten gibt, und da sind unabhängige und kritische Medien ein ganz, ganz großes und entscheidendes Hindernis. Deshalb hat es dieses Mail gegeben. Und es hilft kein Herumreden: Dieses Mail (der Redner hält Ausdrucke in die Höhe) des Kabinettspressesprechers Pölzl ist eine Weisung (Abg. Rosenkranz: „Kabinettspressesprecher“ ist falsch!), und weil diese Weisung von einem Kabinettsmitarbeiter erteilt worden ist, ist diese Weisung rechtlich eine Ministerweisung. (Abg. Gudenus: Der hat keine Ahnung, der Pilz!)
Abg. Gudenus: Der hat keine Ahnung, der Pilz!
Damit komme ich kurz zur Justiz und dann gleich zu den Medien. – Das Ganze, die Machtübernahme der extremen Rechten in Bundesregierungen funktioniert nur, wenn es genau diese Kontrollmöglichkeiten gibt, und da sind unabhängige und kritische Medien ein ganz, ganz großes und entscheidendes Hindernis. Deshalb hat es dieses Mail gegeben. Und es hilft kein Herumreden: Dieses Mail (der Redner hält Ausdrucke in die Höhe) des Kabinettspressesprechers Pölzl ist eine Weisung (Abg. Rosenkranz: „Kabinettspressesprecher“ ist falsch!), und weil diese Weisung von einem Kabinettsmitarbeiter erteilt worden ist, ist diese Weisung rechtlich eine Ministerweisung. (Abg. Gudenus: Der hat keine Ahnung, der Pilz!)
Abg. Rosenkranz: Aha!
Ich habe heute mit zwei Juristen aus der Rechtssektion des Innenministeriums gesprochen (Abg. Rosenkranz: Aha!), und die haben mir bestätigt: Ja, sie sehen das auch als Ministerweisung. (Abg. Gudenus: Anonym, oder?) Wir werden das durch berufene Juristinnen und Juristen klären lassen müssen (Abg. Gudenus: Ja, ja, Dr. Pilz!), und wenn es notwendig ist, das wird mein Klubkollege Alfred Noll noch genauer erläutern, wird auch zu klären sein, ob hier ein strafrechtlich relevanter Tatbestand vorliegt. Ich schließe das, um das ganz vorsichtig zu formulieren, derzeit nicht aus.
Abg. Gudenus: Anonym, oder?
Ich habe heute mit zwei Juristen aus der Rechtssektion des Innenministeriums gesprochen (Abg. Rosenkranz: Aha!), und die haben mir bestätigt: Ja, sie sehen das auch als Ministerweisung. (Abg. Gudenus: Anonym, oder?) Wir werden das durch berufene Juristinnen und Juristen klären lassen müssen (Abg. Gudenus: Ja, ja, Dr. Pilz!), und wenn es notwendig ist, das wird mein Klubkollege Alfred Noll noch genauer erläutern, wird auch zu klären sein, ob hier ein strafrechtlich relevanter Tatbestand vorliegt. Ich schließe das, um das ganz vorsichtig zu formulieren, derzeit nicht aus.
Abg. Gudenus: Ja, ja, Dr. Pilz!
Ich habe heute mit zwei Juristen aus der Rechtssektion des Innenministeriums gesprochen (Abg. Rosenkranz: Aha!), und die haben mir bestätigt: Ja, sie sehen das auch als Ministerweisung. (Abg. Gudenus: Anonym, oder?) Wir werden das durch berufene Juristinnen und Juristen klären lassen müssen (Abg. Gudenus: Ja, ja, Dr. Pilz!), und wenn es notwendig ist, das wird mein Klubkollege Alfred Noll noch genauer erläutern, wird auch zu klären sein, ob hier ein strafrechtlich relevanter Tatbestand vorliegt. Ich schließe das, um das ganz vorsichtig zu formulieren, derzeit nicht aus.
Abg. Gudenus: Sind wir lustig auch heute? – Abg. Belakowitsch: Das ist Ihre Welt!
Was ist mit dieser Ministerweisung beabsichtigt worden? – Ich komme zu einem Schlüsselbegriff, und der heißt „Exklusivbegleitungen“. Das ist kein Escortservice (Abg. Gudenus: Sind wir lustig auch heute? – Abg. Belakowitsch: Das ist Ihre Welt!), sondern das ist etwas anderes. Ich lese es Ihnen vor:
Ruf: Das ist keine Weisung! – Abg. Steger: Das sind so anonyme Quellen?!
Das heißt, in einer Ministerweisung steht drinnen (Ruf: Das ist keine Weisung! – Abg. Steger: Das sind so anonyme Quellen?!): „Exklusivbegleitungen“, wahrscheinlich zu Wega-Schießübungen, wie es manchmal vorkommt (Abg. Rosenkranz: Ich glaube, das sind immer die inneren Stimmen, die Sie hören! – Ruf: Geh, hör auf jetzt!), zu Verhaftungen von Asylwerbern oder Asylwerberinnen und, und, und. (Abg. Steger: Anonyme Quellen!) Exklusivbegleitungen bei Polizeieinsätzen werden als Zuckerl verteilt (Abg. Rosenkranz: Jetzt erscheinen dem Herrn Pilz die Sektionschefs schon im Traum!) für linientreue Journalisten und Journalistinnen. Das Entscheidende ist, dass (auf die Ausdrucke weisend) hier drinnen bereits die Gegenleistung steht. Keine Kickl-Leistung ohne Gegenleistung, und die Gegenleistung steht hier: neutrale oder positive Berichterstattung.
Abg. Rosenkranz: Ich glaube, das sind immer die inneren Stimmen, die Sie hören! – Ruf: Geh, hör auf jetzt!
Das heißt, in einer Ministerweisung steht drinnen (Ruf: Das ist keine Weisung! – Abg. Steger: Das sind so anonyme Quellen?!): „Exklusivbegleitungen“, wahrscheinlich zu Wega-Schießübungen, wie es manchmal vorkommt (Abg. Rosenkranz: Ich glaube, das sind immer die inneren Stimmen, die Sie hören! – Ruf: Geh, hör auf jetzt!), zu Verhaftungen von Asylwerbern oder Asylwerberinnen und, und, und. (Abg. Steger: Anonyme Quellen!) Exklusivbegleitungen bei Polizeieinsätzen werden als Zuckerl verteilt (Abg. Rosenkranz: Jetzt erscheinen dem Herrn Pilz die Sektionschefs schon im Traum!) für linientreue Journalisten und Journalistinnen. Das Entscheidende ist, dass (auf die Ausdrucke weisend) hier drinnen bereits die Gegenleistung steht. Keine Kickl-Leistung ohne Gegenleistung, und die Gegenleistung steht hier: neutrale oder positive Berichterstattung.
Abg. Steger: Anonyme Quellen!
Das heißt, in einer Ministerweisung steht drinnen (Ruf: Das ist keine Weisung! – Abg. Steger: Das sind so anonyme Quellen?!): „Exklusivbegleitungen“, wahrscheinlich zu Wega-Schießübungen, wie es manchmal vorkommt (Abg. Rosenkranz: Ich glaube, das sind immer die inneren Stimmen, die Sie hören! – Ruf: Geh, hör auf jetzt!), zu Verhaftungen von Asylwerbern oder Asylwerberinnen und, und, und. (Abg. Steger: Anonyme Quellen!) Exklusivbegleitungen bei Polizeieinsätzen werden als Zuckerl verteilt (Abg. Rosenkranz: Jetzt erscheinen dem Herrn Pilz die Sektionschefs schon im Traum!) für linientreue Journalisten und Journalistinnen. Das Entscheidende ist, dass (auf die Ausdrucke weisend) hier drinnen bereits die Gegenleistung steht. Keine Kickl-Leistung ohne Gegenleistung, und die Gegenleistung steht hier: neutrale oder positive Berichterstattung.
Abg. Rosenkranz: Jetzt erscheinen dem Herrn Pilz die Sektionschefs schon im Traum!
Das heißt, in einer Ministerweisung steht drinnen (Ruf: Das ist keine Weisung! – Abg. Steger: Das sind so anonyme Quellen?!): „Exklusivbegleitungen“, wahrscheinlich zu Wega-Schießübungen, wie es manchmal vorkommt (Abg. Rosenkranz: Ich glaube, das sind immer die inneren Stimmen, die Sie hören! – Ruf: Geh, hör auf jetzt!), zu Verhaftungen von Asylwerbern oder Asylwerberinnen und, und, und. (Abg. Steger: Anonyme Quellen!) Exklusivbegleitungen bei Polizeieinsätzen werden als Zuckerl verteilt (Abg. Rosenkranz: Jetzt erscheinen dem Herrn Pilz die Sektionschefs schon im Traum!) für linientreue Journalisten und Journalistinnen. Das Entscheidende ist, dass (auf die Ausdrucke weisend) hier drinnen bereits die Gegenleistung steht. Keine Kickl-Leistung ohne Gegenleistung, und die Gegenleistung steht hier: neutrale oder positive Berichterstattung.
Ruf bei der FPÖ: Na schauen Sie sich um!
Wenn Sie heute in der Früh oder in den letzten Tagen Zeitungen – nicht ganz großformatige Zeitungen – aufgeschlagen haben, sind Ihnen Artikel aufgefallen, in denen steht, dass das einer der besten Innenminister aller Zeiten ist (Ruf bei der FPÖ: Na schauen Sie sich um!), dass er völlig zu Unrecht beschuldigt wird, dass sich eigentlich die Opposition schuldig macht, weil sie im Verfassungsschutz etwas aufklären will, was längst aufgeklärt ist, und dass das keine Machtübernahme, sondern die Verfolgung eines dieser Verfolgung hilflos gegenüberstehenden Innenministers ist? Lesen Sie so etwas (Ruf: Freie Medien!) und lesen Sie dann, wie Journalisten dieses Zuschnitts wieder live von Wega-Schießübungen berichten, von Verhaftungen, von Blaulichteinsätzen? – Das ist Geschäft und Gegengeschäft, und das hat in einem Ministerium nichts verloren! (Beifall bei der Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Gudenus. – Abg. Rädler: Kein Applaus!)
Ruf: Freie Medien!
Wenn Sie heute in der Früh oder in den letzten Tagen Zeitungen – nicht ganz großformatige Zeitungen – aufgeschlagen haben, sind Ihnen Artikel aufgefallen, in denen steht, dass das einer der besten Innenminister aller Zeiten ist (Ruf bei der FPÖ: Na schauen Sie sich um!), dass er völlig zu Unrecht beschuldigt wird, dass sich eigentlich die Opposition schuldig macht, weil sie im Verfassungsschutz etwas aufklären will, was längst aufgeklärt ist, und dass das keine Machtübernahme, sondern die Verfolgung eines dieser Verfolgung hilflos gegenüberstehenden Innenministers ist? Lesen Sie so etwas (Ruf: Freie Medien!) und lesen Sie dann, wie Journalisten dieses Zuschnitts wieder live von Wega-Schießübungen berichten, von Verhaftungen, von Blaulichteinsätzen? – Das ist Geschäft und Gegengeschäft, und das hat in einem Ministerium nichts verloren! (Beifall bei der Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Gudenus. – Abg. Rädler: Kein Applaus!)
Beifall bei der Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Gudenus. – Abg. Rädler: Kein Applaus!
Wenn Sie heute in der Früh oder in den letzten Tagen Zeitungen – nicht ganz großformatige Zeitungen – aufgeschlagen haben, sind Ihnen Artikel aufgefallen, in denen steht, dass das einer der besten Innenminister aller Zeiten ist (Ruf bei der FPÖ: Na schauen Sie sich um!), dass er völlig zu Unrecht beschuldigt wird, dass sich eigentlich die Opposition schuldig macht, weil sie im Verfassungsschutz etwas aufklären will, was längst aufgeklärt ist, und dass das keine Machtübernahme, sondern die Verfolgung eines dieser Verfolgung hilflos gegenüberstehenden Innenministers ist? Lesen Sie so etwas (Ruf: Freie Medien!) und lesen Sie dann, wie Journalisten dieses Zuschnitts wieder live von Wega-Schießübungen berichten, von Verhaftungen, von Blaulichteinsätzen? – Das ist Geschäft und Gegengeschäft, und das hat in einem Ministerium nichts verloren! (Beifall bei der Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Gudenus. – Abg. Rädler: Kein Applaus!)
Abg. Steger: Bitte kritisieren Sie endlich das Sperren ... von Facebook!
Das heißt gleichzeitig, dass alle, die nicht mitmachen, die nicht ins Kickl-Geschäftsmodell passen, ausgeschlossen werden und einen Nachteil haben. Sie haben einen wirtschaftlichen und journalistischen Nachteil, weil sie über vieles (Abg. Steger: Bitte kritisieren Sie endlich das Sperren ... von Facebook!), was im Bereich konkreter Sicherheitspolitik passiert, nicht berichten können, von der Berichterstattung ausgeschlossen sind. Das hat Folgen, und das wird sich jede Redaktion überlegen.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Steger
Damit komme ich zum nächsten Punkt (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Steger), und es ist schade, dass die Fragen in der Dringlichen Anfrage in diesem Punkt nicht ganz präzise waren. Ich hätte gerne gefragt, wie es so etwas gibt, dass betreffend einen Fernsehsender – ich sage es hier in aller Deutlichkeit, ich habe größten Respekt vor der journalistischen Arbeit der Kolleginnen und Kollegen bei ATV, und ich glaube, dass es ihnen nicht recht ist und nicht recht sein kann, was in diesem Mail steht – und bezüglich einer behaupteten Vereinbarung hier steht, dass diese mit einem Fernsehsender geschlossen worden ist, dass es „Live PD – die österreichische Polizei Samstag abends im ATV“ geben soll.
Abg. Rosenkranz: Anfüttern ist schon der Vorwurf einer strafbaren Handlung, aber das ist ja diesem Gauner da wurscht!
einmischt! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es ist ja immer hinter Ihrem Rücken, wenn dann ein Wiener Polizeibeamter sagt: Nein, das geht nicht auf Sendung, sondern wir hätten statt dieser Szene lieber ein Ministerinterview. – Ist das Abnahme, so funktioniert das? Das ist Pressefreiheit? So stellen Sie sich Pressefreiheit vor? – Das ist Gängelung, das ist Anfüttern, das ist Drangsalieren und das ist versuchtes Gleichschalten der Presse! (Abg. Rosenkranz: Anfüttern ist schon der Vorwurf einer strafbaren Handlung, aber das ist ja diesem Gauner da wurscht!)
Zwischenruf des Abg. Rosenkranz.
Ich sage Ihnen eines: Es gibt (eine Tafel in die Höhe haltend) ganzseitige Inserate des Innenministeriums. Diese ganzseitigen Inserate erklären, was wir tun sollen, wenn es einmal ganz gefährlich wird. (Zwischenruf des Abg. Rosenkranz.) Da heißt es: „Wenn es möglich ist, flüchte ich. Ich lasse meine persönlichen Sachen zurück, weil diese mich behindern können.“ – Das haben Sie schon hinter sich, speziell in der BVT-Geschichte.
Abg. Rosenkranz: Aber leider können manche Frauen mit Ihnen nicht aus dem Lift aussteigen! – Ruf: Das Taferl sollten Sie ...! – Ruf: Machen Sie sich nicht lächerlich!
Beim zweiten Punkt heißt es verstecken: „Wenn flüchten unmöglich ist, verstecke ich mich. Ich verriegle und blockiere Türen, stelle mein Handy lautlos“ (Abg. Rosenkranz: Aber leider können manche Frauen mit Ihnen nicht aus dem Lift aussteigen! – Ruf: Das Taferl sollten Sie ...! – Ruf: Machen Sie sich nicht lächerlich!), „schalte die Vibrationsfunktion aus und verhalte mich leise.“ – Auch das haben Sie, speziell bei der Affäre BVT, längst hinter sich. (Abg. Gudenus: Die Frauen können Sie nur anrufen, wenn Sie da sind!)
Abg. Gudenus: Die Frauen können Sie nur anrufen, wenn Sie da sind!
Beim zweiten Punkt heißt es verstecken: „Wenn flüchten unmöglich ist, verstecke ich mich. Ich verriegle und blockiere Türen, stelle mein Handy lautlos“ (Abg. Rosenkranz: Aber leider können manche Frauen mit Ihnen nicht aus dem Lift aussteigen! – Ruf: Das Taferl sollten Sie ...! – Ruf: Machen Sie sich nicht lächerlich!), „schalte die Vibrationsfunktion aus und verhalte mich leise.“ – Auch das haben Sie, speziell bei der Affäre BVT, längst hinter sich. (Abg. Gudenus: Die Frauen können Sie nur anrufen, wenn Sie da sind!)
Zwischenruf des Abg. Gudenus.
Und es stimmt, Sie sind heute im Parlament, weil Sie bereits bei Stufe drei sind: Letzte Konsequenz: Verteidigen! (Zwischenruf des Abg. Gudenus.) „Wenn flüchten sowie verstecken nicht möglich sind, ich noch nicht in Sicherheit bin, also die Gefahr gegen mich noch andauert, dann verteidige ich mich, als letzte Konsequenz.“
Beifall bei Liste Pilz und SPÖ.
Es fehlt nur ein Kästchen, nämlich das Kästchen Nummer vier, und das heißt Rücktritt. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ.) Die letzte Konsequenz, Herr Bundesminister, - -
Ruf: Sie kennen das schon!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Sie sind geflüchtet, Sie haben sich versteckt, Sie sind dabei, sich ein letztes Mal zu verteidigen. (Ruf: Sie kennen das schon!) Die nächste Station kommt demnächst, möglichst bald: Ihr Rücktritt, Herr Kickl, als Innenminister. – Danke. (Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Hafenecker: Sagt der Gastritis-Flüchtling Pilz! – Abg. Martin Graf: Marxisten-Grapscher!)
Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Hafenecker: Sagt der Gastritis-Flüchtling Pilz! – Abg. Martin Graf: Marxisten-Grapscher!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Sie sind geflüchtet, Sie haben sich versteckt, Sie sind dabei, sich ein letztes Mal zu verteidigen. (Ruf: Sie kennen das schon!) Die nächste Station kommt demnächst, möglichst bald: Ihr Rücktritt, Herr Kickl, als Innenminister. – Danke. (Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Hafenecker: Sagt der Gastritis-Flüchtling Pilz! – Abg. Martin Graf: Marxisten-Grapscher!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rosenkranz: Das ist intellektuell natürlich eine Herausforderung!
Herr Abgeordneter Pilz, es wäre ein Leichtes gewesen, das richtig zu sagen, denn hätten Sie dem Herrn Minister zugehört, hätten Sie das gewusst. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rosenkranz: Das ist intellektuell natürlich eine Herausforderung!)
Rufe: Welchen? – Ruf: Was hat er gesagt? – Abg. Rosenkranz: Das haben wir gar nicht gehört! – Abg. Martin Graf: Ich nehme ihn zurück!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich bitte Herrn Abgeordneten Graf, den Ausdruck zurückzunehmen. Ich bitte, den Zwischenruf zurückzunehmen. (Rufe: Welchen? – Ruf: Was hat er gesagt? – Abg. Rosenkranz: Das haben wir gar nicht gehört! – Abg. Martin Graf: Ich nehme ihn zurück!)
Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.
Er sinnierte auch von einer „common ideological heritage of mankind“, die liberale Demokratie, und gegen Ende seines ursprünglichen Artikels, der danach zu einem Buch wurde, war er fast schon traurig, denn wie fühlt es sich an, wenn man nichts mehr hat, wofür man kämpfen muss? Wie wird es sich denn anfühlen, wenn die liberale Demokratie sich überall durchgesetzt hat? Ist es dann eigentlich nicht fast schon traurig, wenn man für Demokratie keinen Mut mehr braucht? (Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.) – Ja, genau, ich weiß, man kann darüber lachen. Er hat sich seitdem auch gedacht: Huch, es ist noch genügend Arbeit übrig! Man braucht noch genügend Mut, sich für die Demokratie einzusetzen. Er hat heuer auch noch einmal ein Buch darüber geschrieben.
Abg. Gudenus: „Im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten“, das steht drin! „Im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten“! Sie haben es gelesen, oder?
Ich möchte etwas zu den Ausführungen des Herrn Gudenus sagen: Sie haben unzulängliche Vergleiche gemacht, weil Sie gemeint haben, Pressefreiheit, das ist ja quasi, wie wenn ich eine Anfrage vom „Standard“ bekomme zu einer Privatsache und die dann nicht beantworte. – Das ist nicht dasselbe, denn hier geht es um offizielle Informationen, die das Ministerium ausgibt (Abg. Gudenus: „Im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten“, das steht drin! „Im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten“! Sie haben es gelesen, oder?), und das ist nicht dasselbe, wie wenn Sie eine Anfrage vom „Standard“ bekommen, ob Sie Waffen besitzen. (Abg. Gudenus: „Im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten“!) Sie haben einen Vergleich gemacht, der einfach nicht gepasst hat, weil das nicht dasselbe ist. Es geht nicht darum!
Abg. Gudenus: „Im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten“!
Ich möchte etwas zu den Ausführungen des Herrn Gudenus sagen: Sie haben unzulängliche Vergleiche gemacht, weil Sie gemeint haben, Pressefreiheit, das ist ja quasi, wie wenn ich eine Anfrage vom „Standard“ bekomme zu einer Privatsache und die dann nicht beantworte. – Das ist nicht dasselbe, denn hier geht es um offizielle Informationen, die das Ministerium ausgibt (Abg. Gudenus: „Im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten“, das steht drin! „Im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten“! Sie haben es gelesen, oder?), und das ist nicht dasselbe, wie wenn Sie eine Anfrage vom „Standard“ bekommen, ob Sie Waffen besitzen. (Abg. Gudenus: „Im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten“!) Sie haben einen Vergleich gemacht, der einfach nicht gepasst hat, weil das nicht dasselbe ist. Es geht nicht darum!
Abg. Rosenkranz: Der Bundeskanzler! – Abg. Belakowitsch: Der Bundeskanzler!
Es geht auch nicht darum, ob Christian Kern gern mit dem Boulevard gesprochen hat oder nicht, es geht hier um Informationen, die das Innenministerium zu seiner offiziellen Arbeit herausgibt. (Abg. Rosenkranz: Der Bundeskanzler! – Abg. Belakowitsch: Der Bundeskanzler!) Das ist etwas ganz anderes, und das wissen Sie selbst auch. (Abg. Rosenkranz: Ach so, der Bundeskanzler! Das ist der Portier am Ballhausplatz, oder was glauben Sie? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Rosenkranz: Ach so, der Bundeskanzler! Das ist der Portier am Ballhausplatz, oder was glauben Sie? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es geht auch nicht darum, ob Christian Kern gern mit dem Boulevard gesprochen hat oder nicht, es geht hier um Informationen, die das Innenministerium zu seiner offiziellen Arbeit herausgibt. (Abg. Rosenkranz: Der Bundeskanzler! – Abg. Belakowitsch: Der Bundeskanzler!) Das ist etwas ganz anderes, und das wissen Sie selbst auch. (Abg. Rosenkranz: Ach so, der Bundeskanzler! Das ist der Portier am Ballhausplatz, oder was glauben Sie? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Rosenkranz: Ist es ja auch!
Ich möchte jetzt aber noch einmal auf das zurückkommen, was Sie alle gesagt haben, nämlich dass es hier nicht um die Pressefreiheit geht, sondern um etwas ganz anderes, das sei kein Angriff auf die Pressefreiheit – oder wie der Herr Innenminister gemeint hat: eigentlich war es das genaue Gegenteil. (Abg. Rosenkranz: Ist es ja auch!)
Abg. Gudenus: Prinzipiell die Pressefreiheit, die hochzuhalten ist!
Aber wovon hat denn der jetzige Bundeskanzler gesprochen, wovon hat denn der Bundespräsident gesprochen? (Abg. Gudenus: Prinzipiell die Pressefreiheit, die hochzuhalten ist!) – Ah, prinzipiell?! Ah so, das sollte man jeden Tag zum Frühstück einmal betonen, denn sonst könnten es die Leute vergessen?! Es hat eigentlich gar keinen wirklichen Grund dafür gegeben. Es ist ihnen einfach gerade so eingefallen! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.) Sie wurden in New York danach gefragt und haben sich gedacht: Ein guter Tag, etwas zur Pressefreiheit zu sagen!, aber eigentlich gab es gar keinen Grund dafür. (Abg. Gudenus: Wenn er doch gefragt wird!)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.
Aber wovon hat denn der jetzige Bundeskanzler gesprochen, wovon hat denn der Bundespräsident gesprochen? (Abg. Gudenus: Prinzipiell die Pressefreiheit, die hochzuhalten ist!) – Ah, prinzipiell?! Ah so, das sollte man jeden Tag zum Frühstück einmal betonen, denn sonst könnten es die Leute vergessen?! Es hat eigentlich gar keinen wirklichen Grund dafür gegeben. Es ist ihnen einfach gerade so eingefallen! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.) Sie wurden in New York danach gefragt und haben sich gedacht: Ein guter Tag, etwas zur Pressefreiheit zu sagen!, aber eigentlich gab es gar keinen Grund dafür. (Abg. Gudenus: Wenn er doch gefragt wird!)
Abg. Gudenus: Wenn er doch gefragt wird!
Aber wovon hat denn der jetzige Bundeskanzler gesprochen, wovon hat denn der Bundespräsident gesprochen? (Abg. Gudenus: Prinzipiell die Pressefreiheit, die hochzuhalten ist!) – Ah, prinzipiell?! Ah so, das sollte man jeden Tag zum Frühstück einmal betonen, denn sonst könnten es die Leute vergessen?! Es hat eigentlich gar keinen wirklichen Grund dafür gegeben. Es ist ihnen einfach gerade so eingefallen! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.) Sie wurden in New York danach gefragt und haben sich gedacht: Ein guter Tag, etwas zur Pressefreiheit zu sagen!, aber eigentlich gab es gar keinen Grund dafür. (Abg. Gudenus: Wenn er doch gefragt wird!)
Abg. Rosenkranz: Haben Sie schon etwas von Exklusivinterviews gehört?
Das ist etwas, auf das man auch erst nach zehn Monaten in einer Koalition draufkommt: Ach, das sind die? – Eine späte Erkenntnis, aber doch! Und wie heute auch schon online in Diskussionen auf Twitter dargestellt worden ist, ist das ja auch etwas, was Alltag ist und im Übrigen auch ein schwieriger Umgang, den auch zum Beispiel der Bundeskanzler hat, weil von diversen Medien, die beispielsweise auch in dieser E-Mail genannt wurden, berichtet wurde, dass es immer wieder Presseveranstaltungen gibt, die einen exklusiven Charakter haben, wo die üblichen verdächtigen Medien zufällig nicht eingeladen waren, oder sie haben im Nachhinein davon erfahren, dass Dinge stattgefunden haben, wo auch offizielle Informationen - - (Abg. Rosenkranz: Haben Sie schon etwas von Exklusivinterviews gehört?) – Nein, das waren Pressetermine! (Abg. Rosenkranz: Nein? Ach so, davon haben Sie noch nichts gehört! Das wollte ich nur wissen!) Es ging um Pressetermine, wo offizielle Informationen herausgegeben wurden, wo ganz gezielt gewisse Medien nicht eingeladen waren (Abg. Gudenus: Sapperlot!), andere aber schon. Wir wissen ja, dass es natürlich - - (Abg. Rosenkranz: Wir haben sogar manchmal welche eingeladen, und die sind gar nicht gekommen! Das ist ja eigentlich auch unerhört!) Es tut mir sehr leid, wenn manche nicht zu Ihrer Pressekonferenz kommen, Herr Rosenkranz! Ich möchte mich dafür bei Ihnen wirklich entschuldigen. Das ist ja wirklich frech! Ja, das stimmt, dagegen sollte man etwas tun. (Abg. Rosenkranz: Genau! Man sollte eigentlich die Medien verpflichten, dass sie kommen, weil nur so können sie wahrheitsgemäß berichten!)
Abg. Rosenkranz: Nein? Ach so, davon haben Sie noch nichts gehört! Das wollte ich nur wissen!
Das ist etwas, auf das man auch erst nach zehn Monaten in einer Koalition draufkommt: Ach, das sind die? – Eine späte Erkenntnis, aber doch! Und wie heute auch schon online in Diskussionen auf Twitter dargestellt worden ist, ist das ja auch etwas, was Alltag ist und im Übrigen auch ein schwieriger Umgang, den auch zum Beispiel der Bundeskanzler hat, weil von diversen Medien, die beispielsweise auch in dieser E-Mail genannt wurden, berichtet wurde, dass es immer wieder Presseveranstaltungen gibt, die einen exklusiven Charakter haben, wo die üblichen verdächtigen Medien zufällig nicht eingeladen waren, oder sie haben im Nachhinein davon erfahren, dass Dinge stattgefunden haben, wo auch offizielle Informationen - - (Abg. Rosenkranz: Haben Sie schon etwas von Exklusivinterviews gehört?) – Nein, das waren Pressetermine! (Abg. Rosenkranz: Nein? Ach so, davon haben Sie noch nichts gehört! Das wollte ich nur wissen!) Es ging um Pressetermine, wo offizielle Informationen herausgegeben wurden, wo ganz gezielt gewisse Medien nicht eingeladen waren (Abg. Gudenus: Sapperlot!), andere aber schon. Wir wissen ja, dass es natürlich - - (Abg. Rosenkranz: Wir haben sogar manchmal welche eingeladen, und die sind gar nicht gekommen! Das ist ja eigentlich auch unerhört!) Es tut mir sehr leid, wenn manche nicht zu Ihrer Pressekonferenz kommen, Herr Rosenkranz! Ich möchte mich dafür bei Ihnen wirklich entschuldigen. Das ist ja wirklich frech! Ja, das stimmt, dagegen sollte man etwas tun. (Abg. Rosenkranz: Genau! Man sollte eigentlich die Medien verpflichten, dass sie kommen, weil nur so können sie wahrheitsgemäß berichten!)
Abg. Gudenus: Sapperlot!
Das ist etwas, auf das man auch erst nach zehn Monaten in einer Koalition draufkommt: Ach, das sind die? – Eine späte Erkenntnis, aber doch! Und wie heute auch schon online in Diskussionen auf Twitter dargestellt worden ist, ist das ja auch etwas, was Alltag ist und im Übrigen auch ein schwieriger Umgang, den auch zum Beispiel der Bundeskanzler hat, weil von diversen Medien, die beispielsweise auch in dieser E-Mail genannt wurden, berichtet wurde, dass es immer wieder Presseveranstaltungen gibt, die einen exklusiven Charakter haben, wo die üblichen verdächtigen Medien zufällig nicht eingeladen waren, oder sie haben im Nachhinein davon erfahren, dass Dinge stattgefunden haben, wo auch offizielle Informationen - - (Abg. Rosenkranz: Haben Sie schon etwas von Exklusivinterviews gehört?) – Nein, das waren Pressetermine! (Abg. Rosenkranz: Nein? Ach so, davon haben Sie noch nichts gehört! Das wollte ich nur wissen!) Es ging um Pressetermine, wo offizielle Informationen herausgegeben wurden, wo ganz gezielt gewisse Medien nicht eingeladen waren (Abg. Gudenus: Sapperlot!), andere aber schon. Wir wissen ja, dass es natürlich - - (Abg. Rosenkranz: Wir haben sogar manchmal welche eingeladen, und die sind gar nicht gekommen! Das ist ja eigentlich auch unerhört!) Es tut mir sehr leid, wenn manche nicht zu Ihrer Pressekonferenz kommen, Herr Rosenkranz! Ich möchte mich dafür bei Ihnen wirklich entschuldigen. Das ist ja wirklich frech! Ja, das stimmt, dagegen sollte man etwas tun. (Abg. Rosenkranz: Genau! Man sollte eigentlich die Medien verpflichten, dass sie kommen, weil nur so können sie wahrheitsgemäß berichten!)
Abg. Rosenkranz: Wir haben sogar manchmal welche eingeladen, und die sind gar nicht gekommen! Das ist ja eigentlich auch unerhört!
Das ist etwas, auf das man auch erst nach zehn Monaten in einer Koalition draufkommt: Ach, das sind die? – Eine späte Erkenntnis, aber doch! Und wie heute auch schon online in Diskussionen auf Twitter dargestellt worden ist, ist das ja auch etwas, was Alltag ist und im Übrigen auch ein schwieriger Umgang, den auch zum Beispiel der Bundeskanzler hat, weil von diversen Medien, die beispielsweise auch in dieser E-Mail genannt wurden, berichtet wurde, dass es immer wieder Presseveranstaltungen gibt, die einen exklusiven Charakter haben, wo die üblichen verdächtigen Medien zufällig nicht eingeladen waren, oder sie haben im Nachhinein davon erfahren, dass Dinge stattgefunden haben, wo auch offizielle Informationen - - (Abg. Rosenkranz: Haben Sie schon etwas von Exklusivinterviews gehört?) – Nein, das waren Pressetermine! (Abg. Rosenkranz: Nein? Ach so, davon haben Sie noch nichts gehört! Das wollte ich nur wissen!) Es ging um Pressetermine, wo offizielle Informationen herausgegeben wurden, wo ganz gezielt gewisse Medien nicht eingeladen waren (Abg. Gudenus: Sapperlot!), andere aber schon. Wir wissen ja, dass es natürlich - - (Abg. Rosenkranz: Wir haben sogar manchmal welche eingeladen, und die sind gar nicht gekommen! Das ist ja eigentlich auch unerhört!) Es tut mir sehr leid, wenn manche nicht zu Ihrer Pressekonferenz kommen, Herr Rosenkranz! Ich möchte mich dafür bei Ihnen wirklich entschuldigen. Das ist ja wirklich frech! Ja, das stimmt, dagegen sollte man etwas tun. (Abg. Rosenkranz: Genau! Man sollte eigentlich die Medien verpflichten, dass sie kommen, weil nur so können sie wahrheitsgemäß berichten!)
Abg. Rosenkranz: Genau! Man sollte eigentlich die Medien verpflichten, dass sie kommen, weil nur so können sie wahrheitsgemäß berichten!
Das ist etwas, auf das man auch erst nach zehn Monaten in einer Koalition draufkommt: Ach, das sind die? – Eine späte Erkenntnis, aber doch! Und wie heute auch schon online in Diskussionen auf Twitter dargestellt worden ist, ist das ja auch etwas, was Alltag ist und im Übrigen auch ein schwieriger Umgang, den auch zum Beispiel der Bundeskanzler hat, weil von diversen Medien, die beispielsweise auch in dieser E-Mail genannt wurden, berichtet wurde, dass es immer wieder Presseveranstaltungen gibt, die einen exklusiven Charakter haben, wo die üblichen verdächtigen Medien zufällig nicht eingeladen waren, oder sie haben im Nachhinein davon erfahren, dass Dinge stattgefunden haben, wo auch offizielle Informationen - - (Abg. Rosenkranz: Haben Sie schon etwas von Exklusivinterviews gehört?) – Nein, das waren Pressetermine! (Abg. Rosenkranz: Nein? Ach so, davon haben Sie noch nichts gehört! Das wollte ich nur wissen!) Es ging um Pressetermine, wo offizielle Informationen herausgegeben wurden, wo ganz gezielt gewisse Medien nicht eingeladen waren (Abg. Gudenus: Sapperlot!), andere aber schon. Wir wissen ja, dass es natürlich - - (Abg. Rosenkranz: Wir haben sogar manchmal welche eingeladen, und die sind gar nicht gekommen! Das ist ja eigentlich auch unerhört!) Es tut mir sehr leid, wenn manche nicht zu Ihrer Pressekonferenz kommen, Herr Rosenkranz! Ich möchte mich dafür bei Ihnen wirklich entschuldigen. Das ist ja wirklich frech! Ja, das stimmt, dagegen sollte man etwas tun. (Abg. Rosenkranz: Genau! Man sollte eigentlich die Medien verpflichten, dass sie kommen, weil nur so können sie wahrheitsgemäß berichten!)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.
rung weit nach rechts gegangen. Die rote Linie ist nicht mehr dieselbe, die sie vorher war, und das ist das, was uns wirklich Angst machen sollte. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei NEOS und Liste Pilz sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
„Wo fing das an und wann? Was hat dich irritiert?“ ÖVP, „was hat dich bloß so ruiniert?“ – Die ÖVP war einmal eine Europapartei, sie war einmal eine Partei der Rechtsstaatlichkeit, und ich denke, wir haben Ihnen viel zu verdanken, auch betreffend den Mitaufbau der Zweiten Republik, aber Danke zu sagen für diese Koalitionsregierung, die Sie initiiert haben, für die FPÖ-Minister, die Sie in die Regierung geholt haben? Wir werden uns in der Nachbetrachtung sicher noch lange anschauen müssen, welchen Schaden die Demokratie, die Rechtsstaatlichkeit und die Pressefreiheit in Österreich davon genommen haben. (Beifall bei NEOS und Liste Pilz sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.
Eines steht für mich unbestritten fest: Dieses eine E-Mail, das geschrieben wurde – der Autor hat ja mittlerweile seinen Fehler eingesehen –, kann definitiv die Grundfesten unserer Demokratie nicht erschüttern. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Wenn Frau Abgeordnete Belakowitsch vorhin mehrfach Herrn Kollegen Pilz berichtigen musste – völlig richtig, was Sie gesagt haben! –, dann darf ich in einem Appell an alle dazu nur sagen: Wir haben das Glück, in einer gesunden pluralistischen Demokratie zu leben, in der die Meinungsfreiheit ein hohes Gut ist. Daher ersuche ich Sie alle – hier im Hohen Haus, aber auch und vor allem die Mitbürgerinnen und Mitbürger –: Wir haben die Möglichkeit, vielfältige Informationen zu beziehen, uns eine auf Fakten basierte Meinung zu bilden und nicht unhinterfragt alles für bare Münze zu nehmen, auch nicht Aussagen von Abgeordneten, die unter dem Schutz der Immunität sagen, was sie wollen. – Danke. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Krisper.
Dieses Mail, das schon mehrfach dargestellt wurde, geht über dieses Verhalten weit, sehr weit hinaus. Dieses Mail ist nämlich schlicht und einfach nichts anderes als ein Leitfaden zur Manipulation mit dem Ziel, die öffentliche Wahrnehmung über Vorgänge in diesem Land zu verzerren, bewusst die öffentliche Wahrnehmung zu verzerren. Herr Minister, damit zeigt sich einmal mehr, dass Sie im Umgang mit dem Rechtsstaat nicht trittfest sind. Das ist das Problem. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Krisper.)
Abg. Rosenkranz: Lupenreine Rechtsstaatlichkeit beim Herrn Innenminister!
Da geht es jetzt nicht mehr um die Darstellung, Repräsentation der Anliegen Ihrer Partei. Sie sind jetzt Bundesminister, es geht um weitaus mehr. (Abg. Rosenkranz: Lupenreine Rechtsstaatlichkeit beim Herrn Innenminister!) Daher geht es in der Debatte, die wir heute über dieses Verhalten führen (Zwischenruf des Abg. Lausch), auch um weitaus mehr als um die normalen parteipolitischen Differenzen, die wir hier in diesem Haus austragen. (Ruf bei der ÖVP: Die kennt ihr ja zur Genüge!)
Zwischenruf des Abg. Lausch
Da geht es jetzt nicht mehr um die Darstellung, Repräsentation der Anliegen Ihrer Partei. Sie sind jetzt Bundesminister, es geht um weitaus mehr. (Abg. Rosenkranz: Lupenreine Rechtsstaatlichkeit beim Herrn Innenminister!) Daher geht es in der Debatte, die wir heute über dieses Verhalten führen (Zwischenruf des Abg. Lausch), auch um weitaus mehr als um die normalen parteipolitischen Differenzen, die wir hier in diesem Haus austragen. (Ruf bei der ÖVP: Die kennt ihr ja zur Genüge!)
Ruf bei der ÖVP: Die kennt ihr ja zur Genüge!
Da geht es jetzt nicht mehr um die Darstellung, Repräsentation der Anliegen Ihrer Partei. Sie sind jetzt Bundesminister, es geht um weitaus mehr. (Abg. Rosenkranz: Lupenreine Rechtsstaatlichkeit beim Herrn Innenminister!) Daher geht es in der Debatte, die wir heute über dieses Verhalten führen (Zwischenruf des Abg. Lausch), auch um weitaus mehr als um die normalen parteipolitischen Differenzen, die wir hier in diesem Haus austragen. (Ruf bei der ÖVP: Die kennt ihr ja zur Genüge!)
Abg. Rosenkranz: Und der Innenminister schaut drauf, dass es so bleibt!
Es geht um weitaus mehr, es geht – und das wurde mit Recht heute schon gesagt – um die Grundfesten unserer Demokratie; diese – da stimme ich meiner Vorrednerin zu – sind noch nicht gefährdet, die bröckeln noch nicht ab, die brechen noch nicht zusammen; dazu sind sie zum Glück zu stabil. (Abg. Rosenkranz: Und der Innenminister schaut drauf, dass es so bleibt!) Aber: Es gibt die vielen kleinen Schritte dorthin, und wir müssen rechtzeitig sagen: Halt, Schluss damit! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es geht um weitaus mehr, es geht – und das wurde mit Recht heute schon gesagt – um die Grundfesten unserer Demokratie; diese – da stimme ich meiner Vorrednerin zu – sind noch nicht gefährdet, die bröckeln noch nicht ab, die brechen noch nicht zusammen; dazu sind sie zum Glück zu stabil. (Abg. Rosenkranz: Und der Innenminister schaut drauf, dass es so bleibt!) Aber: Es gibt die vielen kleinen Schritte dorthin, und wir müssen rechtzeitig sagen: Halt, Schluss damit! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf: Das wird der Ausschuss klären!
Ich darf Sie daran erinnern, was schon alles passiert ist. Ich darf an die rechtswidrige Razzia im BVT erinnern (Ruf: Das wird der Ausschuss klären!), bei der es auch darum gegangen ist, eine Stelle auszuräumen, die rechtsextremistische Umtriebe in diesem Land zu beobachten hat. (Abg. Rosenkranz: Wer hat denn die angeordnet, die Hausdurchsuchung? Der Innenminister?) – Ja, wer hat die angeordnet? (Abg. Rosenkranz: Na wer hat die angeordnet?) – Das ist wieder das typische Verhalten (Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger), etwas zu machen und sofort auf jemanden - - (Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie einmal bei den Fakten! Wer hat die Hausdurchsuchung angeordnet, der Innenminister oder ein Richter?) – Also bitte! Das ist wieder das typische Verhalten, etwas zu machen und sofort auf jemanden anderen abzuschieben. Das ist nicht nur rechtsstaatlich bedenklich, das ist auch schlicht und einfach feig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Gewaltenteilung ist nicht abschieben! Das ist Gewaltenteilung! Reden Sie einmal mit einem Verfassungsrichter! Erkundigen Sie sich einmal dort! Unerhört! – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Rosenkranz: Wer hat denn die angeordnet, die Hausdurchsuchung? Der Innenminister?
Ich darf Sie daran erinnern, was schon alles passiert ist. Ich darf an die rechtswidrige Razzia im BVT erinnern (Ruf: Das wird der Ausschuss klären!), bei der es auch darum gegangen ist, eine Stelle auszuräumen, die rechtsextremistische Umtriebe in diesem Land zu beobachten hat. (Abg. Rosenkranz: Wer hat denn die angeordnet, die Hausdurchsuchung? Der Innenminister?) – Ja, wer hat die angeordnet? (Abg. Rosenkranz: Na wer hat die angeordnet?) – Das ist wieder das typische Verhalten (Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger), etwas zu machen und sofort auf jemanden - - (Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie einmal bei den Fakten! Wer hat die Hausdurchsuchung angeordnet, der Innenminister oder ein Richter?) – Also bitte! Das ist wieder das typische Verhalten, etwas zu machen und sofort auf jemanden anderen abzuschieben. Das ist nicht nur rechtsstaatlich bedenklich, das ist auch schlicht und einfach feig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Gewaltenteilung ist nicht abschieben! Das ist Gewaltenteilung! Reden Sie einmal mit einem Verfassungsrichter! Erkundigen Sie sich einmal dort! Unerhört! – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Rosenkranz: Na wer hat die angeordnet?
Ich darf Sie daran erinnern, was schon alles passiert ist. Ich darf an die rechtswidrige Razzia im BVT erinnern (Ruf: Das wird der Ausschuss klären!), bei der es auch darum gegangen ist, eine Stelle auszuräumen, die rechtsextremistische Umtriebe in diesem Land zu beobachten hat. (Abg. Rosenkranz: Wer hat denn die angeordnet, die Hausdurchsuchung? Der Innenminister?) – Ja, wer hat die angeordnet? (Abg. Rosenkranz: Na wer hat die angeordnet?) – Das ist wieder das typische Verhalten (Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger), etwas zu machen und sofort auf jemanden - - (Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie einmal bei den Fakten! Wer hat die Hausdurchsuchung angeordnet, der Innenminister oder ein Richter?) – Also bitte! Das ist wieder das typische Verhalten, etwas zu machen und sofort auf jemanden anderen abzuschieben. Das ist nicht nur rechtsstaatlich bedenklich, das ist auch schlicht und einfach feig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Gewaltenteilung ist nicht abschieben! Das ist Gewaltenteilung! Reden Sie einmal mit einem Verfassungsrichter! Erkundigen Sie sich einmal dort! Unerhört! – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger
Ich darf Sie daran erinnern, was schon alles passiert ist. Ich darf an die rechtswidrige Razzia im BVT erinnern (Ruf: Das wird der Ausschuss klären!), bei der es auch darum gegangen ist, eine Stelle auszuräumen, die rechtsextremistische Umtriebe in diesem Land zu beobachten hat. (Abg. Rosenkranz: Wer hat denn die angeordnet, die Hausdurchsuchung? Der Innenminister?) – Ja, wer hat die angeordnet? (Abg. Rosenkranz: Na wer hat die angeordnet?) – Das ist wieder das typische Verhalten (Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger), etwas zu machen und sofort auf jemanden - - (Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie einmal bei den Fakten! Wer hat die Hausdurchsuchung angeordnet, der Innenminister oder ein Richter?) – Also bitte! Das ist wieder das typische Verhalten, etwas zu machen und sofort auf jemanden anderen abzuschieben. Das ist nicht nur rechtsstaatlich bedenklich, das ist auch schlicht und einfach feig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Gewaltenteilung ist nicht abschieben! Das ist Gewaltenteilung! Reden Sie einmal mit einem Verfassungsrichter! Erkundigen Sie sich einmal dort! Unerhört! – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie einmal bei den Fakten! Wer hat die Hausdurchsuchung angeordnet, der Innenminister oder ein Richter?
Ich darf Sie daran erinnern, was schon alles passiert ist. Ich darf an die rechtswidrige Razzia im BVT erinnern (Ruf: Das wird der Ausschuss klären!), bei der es auch darum gegangen ist, eine Stelle auszuräumen, die rechtsextremistische Umtriebe in diesem Land zu beobachten hat. (Abg. Rosenkranz: Wer hat denn die angeordnet, die Hausdurchsuchung? Der Innenminister?) – Ja, wer hat die angeordnet? (Abg. Rosenkranz: Na wer hat die angeordnet?) – Das ist wieder das typische Verhalten (Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger), etwas zu machen und sofort auf jemanden - - (Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie einmal bei den Fakten! Wer hat die Hausdurchsuchung angeordnet, der Innenminister oder ein Richter?) – Also bitte! Das ist wieder das typische Verhalten, etwas zu machen und sofort auf jemanden anderen abzuschieben. Das ist nicht nur rechtsstaatlich bedenklich, das ist auch schlicht und einfach feig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Gewaltenteilung ist nicht abschieben! Das ist Gewaltenteilung! Reden Sie einmal mit einem Verfassungsrichter! Erkundigen Sie sich einmal dort! Unerhört! – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Gewaltenteilung ist nicht abschieben! Das ist Gewaltenteilung! Reden Sie einmal mit einem Verfassungsrichter! Erkundigen Sie sich einmal dort! Unerhört! – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Ich darf Sie daran erinnern, was schon alles passiert ist. Ich darf an die rechtswidrige Razzia im BVT erinnern (Ruf: Das wird der Ausschuss klären!), bei der es auch darum gegangen ist, eine Stelle auszuräumen, die rechtsextremistische Umtriebe in diesem Land zu beobachten hat. (Abg. Rosenkranz: Wer hat denn die angeordnet, die Hausdurchsuchung? Der Innenminister?) – Ja, wer hat die angeordnet? (Abg. Rosenkranz: Na wer hat die angeordnet?) – Das ist wieder das typische Verhalten (Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger), etwas zu machen und sofort auf jemanden - - (Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie einmal bei den Fakten! Wer hat die Hausdurchsuchung angeordnet, der Innenminister oder ein Richter?) – Also bitte! Das ist wieder das typische Verhalten, etwas zu machen und sofort auf jemanden anderen abzuschieben. Das ist nicht nur rechtsstaatlich bedenklich, das ist auch schlicht und einfach feig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Gewaltenteilung ist nicht abschieben! Das ist Gewaltenteilung! Reden Sie einmal mit einem Verfassungsrichter! Erkundigen Sie sich einmal dort! Unerhört! – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Rosenkranz: Mit einem Presse- -, das ist eine Journalistin sogar! Es ist unerhört!
Wir haben einen Untersuchungsausschuss, der Herr Minister schickt in den Raum, in dem die Journalisten arbeiten, Leute seines Büros, um die Journalisten bei ihrer Arbeit zu beobachten. (Abg. Rosenkranz: Mit einem Presse- -, das ist eine Journalistin sogar! Es ist unerhört!) Für Polizeinachwuchs wird mit Inseraten in rechtsextremen Zeitungen geworben; damit macht er zwei Dinge: Es gibt Inserate, Geld für rechtsextreme Zeitungen, und Leute mit diesem Gedankengut werden für unsere Polizei angeworben. (Abg. Rosenkranz: Ist das nicht Pressefreiheit?) – Also bitte! (Abg. Rosenkranz: Was ist mit diesen Medien? Gilt Pressefreiheit nicht für sie?) Es gibt eine Inszenierung von Flüchtlingsströmen an der Grenze um 500 000 Euro (Abg. Rosenkranz: Gilt dort keine Pressefreiheit? Jetzt sind Sie entlarvt!), Polizeischüler verkleiden sich als Flüchtlinge, und es wird so getan, als gäbe es eine Gefahr, die es gar nicht gibt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Rosenkranz: Ist das nicht Pressefreiheit?
Wir haben einen Untersuchungsausschuss, der Herr Minister schickt in den Raum, in dem die Journalisten arbeiten, Leute seines Büros, um die Journalisten bei ihrer Arbeit zu beobachten. (Abg. Rosenkranz: Mit einem Presse- -, das ist eine Journalistin sogar! Es ist unerhört!) Für Polizeinachwuchs wird mit Inseraten in rechtsextremen Zeitungen geworben; damit macht er zwei Dinge: Es gibt Inserate, Geld für rechtsextreme Zeitungen, und Leute mit diesem Gedankengut werden für unsere Polizei angeworben. (Abg. Rosenkranz: Ist das nicht Pressefreiheit?) – Also bitte! (Abg. Rosenkranz: Was ist mit diesen Medien? Gilt Pressefreiheit nicht für sie?) Es gibt eine Inszenierung von Flüchtlingsströmen an der Grenze um 500 000 Euro (Abg. Rosenkranz: Gilt dort keine Pressefreiheit? Jetzt sind Sie entlarvt!), Polizeischüler verkleiden sich als Flüchtlinge, und es wird so getan, als gäbe es eine Gefahr, die es gar nicht gibt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Rosenkranz: Was ist mit diesen Medien? Gilt Pressefreiheit nicht für sie?
Wir haben einen Untersuchungsausschuss, der Herr Minister schickt in den Raum, in dem die Journalisten arbeiten, Leute seines Büros, um die Journalisten bei ihrer Arbeit zu beobachten. (Abg. Rosenkranz: Mit einem Presse- -, das ist eine Journalistin sogar! Es ist unerhört!) Für Polizeinachwuchs wird mit Inseraten in rechtsextremen Zeitungen geworben; damit macht er zwei Dinge: Es gibt Inserate, Geld für rechtsextreme Zeitungen, und Leute mit diesem Gedankengut werden für unsere Polizei angeworben. (Abg. Rosenkranz: Ist das nicht Pressefreiheit?) – Also bitte! (Abg. Rosenkranz: Was ist mit diesen Medien? Gilt Pressefreiheit nicht für sie?) Es gibt eine Inszenierung von Flüchtlingsströmen an der Grenze um 500 000 Euro (Abg. Rosenkranz: Gilt dort keine Pressefreiheit? Jetzt sind Sie entlarvt!), Polizeischüler verkleiden sich als Flüchtlinge, und es wird so getan, als gäbe es eine Gefahr, die es gar nicht gibt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Rosenkranz: Gilt dort keine Pressefreiheit? Jetzt sind Sie entlarvt!
Wir haben einen Untersuchungsausschuss, der Herr Minister schickt in den Raum, in dem die Journalisten arbeiten, Leute seines Büros, um die Journalisten bei ihrer Arbeit zu beobachten. (Abg. Rosenkranz: Mit einem Presse- -, das ist eine Journalistin sogar! Es ist unerhört!) Für Polizeinachwuchs wird mit Inseraten in rechtsextremen Zeitungen geworben; damit macht er zwei Dinge: Es gibt Inserate, Geld für rechtsextreme Zeitungen, und Leute mit diesem Gedankengut werden für unsere Polizei angeworben. (Abg. Rosenkranz: Ist das nicht Pressefreiheit?) – Also bitte! (Abg. Rosenkranz: Was ist mit diesen Medien? Gilt Pressefreiheit nicht für sie?) Es gibt eine Inszenierung von Flüchtlingsströmen an der Grenze um 500 000 Euro (Abg. Rosenkranz: Gilt dort keine Pressefreiheit? Jetzt sind Sie entlarvt!), Polizeischüler verkleiden sich als Flüchtlinge, und es wird so getan, als gäbe es eine Gefahr, die es gar nicht gibt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Wir haben einen Untersuchungsausschuss, der Herr Minister schickt in den Raum, in dem die Journalisten arbeiten, Leute seines Büros, um die Journalisten bei ihrer Arbeit zu beobachten. (Abg. Rosenkranz: Mit einem Presse- -, das ist eine Journalistin sogar! Es ist unerhört!) Für Polizeinachwuchs wird mit Inseraten in rechtsextremen Zeitungen geworben; damit macht er zwei Dinge: Es gibt Inserate, Geld für rechtsextreme Zeitungen, und Leute mit diesem Gedankengut werden für unsere Polizei angeworben. (Abg. Rosenkranz: Ist das nicht Pressefreiheit?) – Also bitte! (Abg. Rosenkranz: Was ist mit diesen Medien? Gilt Pressefreiheit nicht für sie?) Es gibt eine Inszenierung von Flüchtlingsströmen an der Grenze um 500 000 Euro (Abg. Rosenkranz: Gilt dort keine Pressefreiheit? Jetzt sind Sie entlarvt!), Polizeischüler verkleiden sich als Flüchtlinge, und es wird so getan, als gäbe es eine Gefahr, die es gar nicht gibt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Rosenkranz: Das ist das, was der Demokrat der Linken nicht erträgt ...!
So, was ist jetzt mit dem E-Mail, über das wir heute diskutieren, passiert? (Abg. Rosenkranz: Das ist das, was der Demokrat der Linken nicht erträgt ...!) – Herr Kollege Rosenkranz, sind Sie wieder beruhigt, können wir weiterreden? (Abg. Rosenkranz: Na, unerhört, was Sie da von sich geben! Gewaltenteilung, das sind ja Fremdworte für Sie!) – Ja, Sie können nachher reden.
Abg. Rosenkranz: Na, unerhört, was Sie da von sich geben! Gewaltenteilung, das sind ja Fremdworte für Sie!
So, was ist jetzt mit dem E-Mail, über das wir heute diskutieren, passiert? (Abg. Rosenkranz: Das ist das, was der Demokrat der Linken nicht erträgt ...!) – Herr Kollege Rosenkranz, sind Sie wieder beruhigt, können wir weiterreden? (Abg. Rosenkranz: Na, unerhört, was Sie da von sich geben! Gewaltenteilung, das sind ja Fremdworte für Sie!) – Ja, Sie können nachher reden.
Ruf bei der FPÖ: Was Sie alles wissen!
Was ist passiert? – Ein enger Mitarbeiter des Herrn Ministers hat dieses Mail geschrieben, und der – und das ist jetzt das Interessante – wollte ihm sicher nicht schaden. Der wollte ihm überhaupt nicht schaden, sondern der hat schlicht und einfach Ihre Arbeit unterstützen wollen, und zwar in Ihrer Logik unterstützen wollen. (Ruf bei der FPÖ: Was Sie alles wissen!) Der hat, davon gehe ich aus, einfach niedergeschrieben (Abg. Belakowitsch: Wenn Sie davon ausgehen, wird’s wohl so sein, oder?!), was er hört, was er sieht, was er beobachtet und wie sein Chef seines Wissens denkt. In diesem E-Mail ist schlicht und einfach niedergeschrieben, Herr Bundesminister, wie Sie denken und wie Sie arbeiten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Er hat es ja nicht geschrieben!)
Abg. Belakowitsch: Wenn Sie davon ausgehen, wird’s wohl so sein, oder?!
Was ist passiert? – Ein enger Mitarbeiter des Herrn Ministers hat dieses Mail geschrieben, und der – und das ist jetzt das Interessante – wollte ihm sicher nicht schaden. Der wollte ihm überhaupt nicht schaden, sondern der hat schlicht und einfach Ihre Arbeit unterstützen wollen, und zwar in Ihrer Logik unterstützen wollen. (Ruf bei der FPÖ: Was Sie alles wissen!) Der hat, davon gehe ich aus, einfach niedergeschrieben (Abg. Belakowitsch: Wenn Sie davon ausgehen, wird’s wohl so sein, oder?!), was er hört, was er sieht, was er beobachtet und wie sein Chef seines Wissens denkt. In diesem E-Mail ist schlicht und einfach niedergeschrieben, Herr Bundesminister, wie Sie denken und wie Sie arbeiten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Er hat es ja nicht geschrieben!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Er hat es ja nicht geschrieben!
Was ist passiert? – Ein enger Mitarbeiter des Herrn Ministers hat dieses Mail geschrieben, und der – und das ist jetzt das Interessante – wollte ihm sicher nicht schaden. Der wollte ihm überhaupt nicht schaden, sondern der hat schlicht und einfach Ihre Arbeit unterstützen wollen, und zwar in Ihrer Logik unterstützen wollen. (Ruf bei der FPÖ: Was Sie alles wissen!) Der hat, davon gehe ich aus, einfach niedergeschrieben (Abg. Belakowitsch: Wenn Sie davon ausgehen, wird’s wohl so sein, oder?!), was er hört, was er sieht, was er beobachtet und wie sein Chef seines Wissens denkt. In diesem E-Mail ist schlicht und einfach niedergeschrieben, Herr Bundesminister, wie Sie denken und wie Sie arbeiten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Er hat es ja nicht geschrieben!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.
Herr Kollege Amon, ich bin bei Ihnen, dieses Verhalten braucht Konsequenzen, aber nicht dem Mitarbeiter gegenüber – ja, mit diesem ist ein Gespräch geführt worden –; hier geht es um die politische Verantwortung, Herr Kollege Amon, das wissen Sie ganz genau. Man stelle sich nur Herrn Minister Kickl in seiner Abgeordnetenzeit vor, wenn ein Minister einer anderen Partei jetzt da sitzen würde, wie sehr er politische Verantwortung und Konsequenzen einfordern würde – ganz massiv. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Abg. Jenewein: Sie wurden ja auch an den Taten gemessen, darum sind Sie abgewählt worden!
Wir haben ein Lippenbekenntnis zur Pressefreiheit gehört, das ist mir nicht genug. Herr Bundeskanzler Kurz hat mit Recht gesagt, man solle diese Regierung an den Taten messen. Das wollen wir auch tun. (Abg. Jenewein: Sie wurden ja auch an den Taten gemessen, darum sind Sie abgewählt worden!) In der europäischen Öffentlichkeit gibt es große Sorge über Entwicklungen in Österreich, dass wir uns in Richtung Orbánisierung entwickeln.
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich, meine Damen und Herren, kenne viele Kollegen in der ÖVP schon länger, und auf die setze ich noch immer. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie beziehungsweise Ihre Abgeordneten haben im Europäischen Parlament für das Rechtsstaatsverfahren gegen Ungarn gestimmt. Ich weiß, dass viele von Ihnen diese Entwicklungen mit einem sehr mulmigen Gefühl beobachten. Sie werden heute dem Misstrauensantrag nicht zustimmen, aber Sie wissen, das schadet dem Ansehen Österreichs, das schadet dem Ansehen Ihrer Regierung. Wie lange, sehr geehrte Damen und Herren von der ÖVP, schauen Sie dem noch zu? Handeln Sie! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Ruf bei der FPÖ: Die ÖVP wird so lange zuschauen, solange sie damit Wahlen gewinnt! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Ruf bei der FPÖ: Die ÖVP wird so lange zuschauen, solange sie damit Wahlen gewinnt! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Ich, meine Damen und Herren, kenne viele Kollegen in der ÖVP schon länger, und auf die setze ich noch immer. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie beziehungsweise Ihre Abgeordneten haben im Europäischen Parlament für das Rechtsstaatsverfahren gegen Ungarn gestimmt. Ich weiß, dass viele von Ihnen diese Entwicklungen mit einem sehr mulmigen Gefühl beobachten. Sie werden heute dem Misstrauensantrag nicht zustimmen, aber Sie wissen, das schadet dem Ansehen Österreichs, das schadet dem Ansehen Ihrer Regierung. Wie lange, sehr geehrte Damen und Herren von der ÖVP, schauen Sie dem noch zu? Handeln Sie! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Ruf bei der FPÖ: Die ÖVP wird so lange zuschauen, solange sie damit Wahlen gewinnt! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordnete Petra Steger (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Kollege Pilz, vielen Dank dafür, dass Sie noch einmal Werbung für die ausgezeichnete Kampagne des Innenministeriums gemacht haben! (Beifall bei der FPÖ.) Vielen Dank dafür, dass Sie das so groß ausgedruckt haben und die ganze Zeit für die Kamera neben Ihr Gesicht gehalten haben, denn damit haben Sie noch einmal allen Frauen in diesem Land klargemacht, was die richtige Reaktion ist, wenn sie Ihnen irgendwo in einer dunklen Gasse begegnen sollten. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Petra Steger (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Kollege Pilz, vielen Dank dafür, dass Sie noch einmal Werbung für die ausgezeichnete Kampagne des Innenministeriums gemacht haben! (Beifall bei der FPÖ.) Vielen Dank dafür, dass Sie das so groß ausgedruckt haben und die ganze Zeit für die Kamera neben Ihr Gesicht gehalten haben, denn damit haben Sie noch einmal allen Frauen in diesem Land klargemacht, was die richtige Reaktion ist, wenn sie Ihnen irgendwo in einer dunklen Gasse begegnen sollten. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
eine einzelne Person erlebt wie in den letzten Monaten. Das ist mittlerweile der vierte Misstrauensantrag, der von Ihnen gegen Herbert Kickl eingebracht wird (Zwischenrufe bei der SPÖ) – und einer haltloser und absurder als der andere, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
eine einzelne Person erlebt wie in den letzten Monaten. Das ist mittlerweile der vierte Misstrauensantrag, der von Ihnen gegen Herbert Kickl eingebracht wird (Zwischenrufe bei der SPÖ) – und einer haltloser und absurder als der andere, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Rosenkranz: ... Verzweiflung!
Wie sehr müssen Sie eigentlich von Ihrem ideologischen Hass verblendet sein? (Abg. Rosenkranz: ... Verzweiflung!) Wie sehr muss Ihnen die hervorragende Arbeit unseres Innenministers im Bereich des Asyls und der Zuwanderung sauer aufstoßen? Wie sehr muss es wehtun, dass da ein Blauer sitzt, der Ihnen jeden Tag durch seine Arbeit zeigt, wie es richtig geht, wie diese Arbeit richtig gemacht wird? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wie sehr müssen Sie eigentlich von Ihrem ideologischen Hass verblendet sein? (Abg. Rosenkranz: ... Verzweiflung!) Wie sehr muss Ihnen die hervorragende Arbeit unseres Innenministers im Bereich des Asyls und der Zuwanderung sauer aufstoßen? Wie sehr muss es wehtun, dass da ein Blauer sitzt, der Ihnen jeden Tag durch seine Arbeit zeigt, wie es richtig geht, wie diese Arbeit richtig gemacht wird? (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Scherak
Das, was Sie hier tun, hat überhaupt nichts mit seriöser Oppositionsarbeit zu tun. Bei allem Verständnis für kritische Opposition – ich war selber in der Opposition –: Auf so ein Niveau (Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Scherak) hätten wir uns mit Sicherheit niemals herabgelassen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Loacker: Auf so ein Niveau hätten Sie einen Felgeaufschwung machen müssen!)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Loacker: Auf so ein Niveau hätten Sie einen Felgeaufschwung machen müssen!
Das, was Sie hier tun, hat überhaupt nichts mit seriöser Oppositionsarbeit zu tun. Bei allem Verständnis für kritische Opposition – ich war selber in der Opposition –: Auf so ein Niveau (Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Scherak) hätten wir uns mit Sicherheit niemals herabgelassen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Loacker: Auf so ein Niveau hätten Sie einen Felgeaufschwung machen müssen!)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Frau Kollegin Krisper von den NEOS, Sie stellen sich da hin und beten in Ihrer Rede, nachdem der Minister Ihnen bereits Antworten gegeben hat, dasselbe herunter wie Ihr Kollege Scherak, ohne Ihre Rede auch nur irgendwie an die Antworten zu adaptieren. Ihnen geht es überhaupt nicht um Wahrheit, Ihnen geht es überhaupt nicht um Aufklärung. Aber das machen Sie ja im BVT-U-Ausschuss genauso, da ignorieren Sie auch vollkommen, was die Zeugen sagen, und beten das runter (Zwischenrufe bei der SPÖ), was Sie seit Monaten vorbereitet haben. – Kein Interesse an Wahrheit, kein Interesse an Aufklärung, das ist Ihre Oppositionsarbeit! Das ist eine Schande! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Kollegin Krisper von den NEOS, Sie stellen sich da hin und beten in Ihrer Rede, nachdem der Minister Ihnen bereits Antworten gegeben hat, dasselbe herunter wie Ihr Kollege Scherak, ohne Ihre Rede auch nur irgendwie an die Antworten zu adaptieren. Ihnen geht es überhaupt nicht um Wahrheit, Ihnen geht es überhaupt nicht um Aufklärung. Aber das machen Sie ja im BVT-U-Ausschuss genauso, da ignorieren Sie auch vollkommen, was die Zeugen sagen, und beten das runter (Zwischenrufe bei der SPÖ), was Sie seit Monaten vorbereitet haben. – Kein Interesse an Wahrheit, kein Interesse an Aufklärung, das ist Ihre Oppositionsarbeit! Das ist eine Schande! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Kommen wir aber zu diesem Misstrauensantrag. Von diesem Misstrauensantrag, genauso wie von dieser Dringlichen Anfrage, ist die Begründung in so vielen Punkten einfach grundlegend falsch. Zuerst behaupten Sie, der Innenminister hätte es geschrieben – vollkommen falsch. Sie behaupten, es hätte eine Weisung gegeben. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Ja da nützen auch die anonymen Quellen von Pilz nicht, es war keine Weisung (Abg. Rosenkranz: Erscheinungen im Traum!), auch das müssen Sie akzeptieren! Sie stellen sich hin und behaupten, der Innenminister wollte Zensur und wollte Informationen einschränken, Sie sprechen von Boykott oder Informationssperre oder Sonstigem – wieder falsch.
Abg. Rosenkranz: Erscheinungen im Traum!
Kommen wir aber zu diesem Misstrauensantrag. Von diesem Misstrauensantrag, genauso wie von dieser Dringlichen Anfrage, ist die Begründung in so vielen Punkten einfach grundlegend falsch. Zuerst behaupten Sie, der Innenminister hätte es geschrieben – vollkommen falsch. Sie behaupten, es hätte eine Weisung gegeben. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Ja da nützen auch die anonymen Quellen von Pilz nicht, es war keine Weisung (Abg. Rosenkranz: Erscheinungen im Traum!), auch das müssen Sie akzeptieren! Sie stellen sich hin und behaupten, der Innenminister wollte Zensur und wollte Informationen einschränken, Sie sprechen von Boykott oder Informationssperre oder Sonstigem – wieder falsch.
Zwischenruf bei der SPÖ
In diesem seitenlangen Schreiben, aus dem Sie einzelne Sätze aus dem Zusammenhang reißen, werden zahlreiche aktuelle Themen angesprochen. Es sollen zum Beispiel einheitliche Leitlinien für die Medienarbeit erstellt werden – eine sinnvolle Aktion. Im Wesentlichen geht es in diesem Schreiben darum, für mehr Information (Zwischenruf bei der SPÖ), für mehr Transparenz und für mehr Aufklärung zu sorgen – im Gegensatz zu dem, was Sie hier behaupten. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem seitenlangen Schreiben, aus dem Sie einzelne Sätze aus dem Zusammenhang reißen, werden zahlreiche aktuelle Themen angesprochen. Es sollen zum Beispiel einheitliche Leitlinien für die Medienarbeit erstellt werden – eine sinnvolle Aktion. Im Wesentlichen geht es in diesem Schreiben darum, für mehr Information (Zwischenruf bei der SPÖ), für mehr Transparenz und für mehr Aufklärung zu sorgen – im Gegensatz zu dem, was Sie hier behaupten. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es soll zum Beispiel die Nationalität ausländischer Tatverdächtiger genannt werden. Ich weiß schon, das stört Sie, ich weiß schon, das passt nicht in Ihr ideologisches Weltbild, ich weiß schon, das gefällt Ihnen alles nicht, aber diese Partei, dieser Innenminister wird das alles nicht totschweigen. Er sorgt für Transparenz, und das ist auch in diesem Zusammenhang richtig. Es ist vollkommen absurd, dass Sie auf der einen Seite die Zensur kritisieren und genau da die Zensur leben wollen. Das ist einfach absurd, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Erasim.
terviews in aus Ihrer Sicht rechten Medien verboten werden sollten oder dass man das nicht machen sollte. Sie reden ständig davon, dass man rechte Medien sowieso verbieten sollte. Sie reden – genauso wie der „Standard“ – davon, dass man in rechten Medien et cetera nicht inserieren sollte. – Da ist das mit der Pressefreiheit vollkommen egal. (Zwischenruf der Abg. Erasim.) Wenn es Ihnen ideologisch nicht ins Weltbild passt, ist Zensur für Sie vollkommen in Ordnung. Das ist eine totale Doppelmoral. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
terviews in aus Ihrer Sicht rechten Medien verboten werden sollten oder dass man das nicht machen sollte. Sie reden ständig davon, dass man rechte Medien sowieso verbieten sollte. Sie reden – genauso wie der „Standard“ – davon, dass man in rechten Medien et cetera nicht inserieren sollte. – Da ist das mit der Pressefreiheit vollkommen egal. (Zwischenruf der Abg. Erasim.) Wenn es Ihnen ideologisch nicht ins Weltbild passt, ist Zensur für Sie vollkommen in Ordnung. Das ist eine totale Doppelmoral. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Und noch etwas zur Doppelmoral: Wo war der Aufschrei der SPÖ, als sich Kern geweigert hat, der Zeitung „Österreich“ noch Interviews zu geben, nachdem diese ihn als „Prinzessin“ bezeichnet hat? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wo war der Aufschrei, als im Dezember 2016 der damalige Kommunikationschef von Bundeskanzler Kern nach der Blamage beim ORF-„Bürgerforum“ vorgeschlagen hat, den ORF total zu boykottieren, sehr geehrte Damen und Herren von der SPÖ? – Das ist eine totale Doppelmoral. (Rufe bei FPÖ und ÖVP: „Mumpitz“!)
Rufe bei FPÖ und ÖVP: „Mumpitz“!
Und noch etwas zur Doppelmoral: Wo war der Aufschrei der SPÖ, als sich Kern geweigert hat, der Zeitung „Österreich“ noch Interviews zu geben, nachdem diese ihn als „Prinzessin“ bezeichnet hat? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wo war der Aufschrei, als im Dezember 2016 der damalige Kommunikationschef von Bundeskanzler Kern nach der Blamage beim ORF-„Bürgerforum“ vorgeschlagen hat, den ORF total zu boykottieren, sehr geehrte Damen und Herren von der SPÖ? – Das ist eine totale Doppelmoral. (Rufe bei FPÖ und ÖVP: „Mumpitz“!)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Jarolim: Vielleicht kann man die Missverständnisse der Kollegin aufklären!
Abgesehen davon, Herr Klubobmann Gudenus hat es Ihnen bereits erklärt, ist das, was Sie behaupten, auch noch juristisch falsch. Also es ist faktisch falsch, es ist inhaltlich falsch, und es ist juristisch falsch – kurz gesagt: eine Schande für dieses Hohe Haus. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Jarolim: Vielleicht kann man die Missverständnisse der Kollegin aufklären!)
Abg. Zadić tritt mit einem Parlamentssackerl ans Rednerpult und stellt es neben diesem ab.
Präsidentin Doris Bures: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Dr.in Alma Zadić. – Bitte. (Abg. Zadić tritt mit einem Parlamentssackerl ans Rednerpult und stellt es neben diesem ab.)
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Als Sie angelobt wurden, haben wir gewusst, dass Sie das Mastermind hinter bekannten FPÖ-Slogans wie „Daham statt Islam“ und weiteren hetzerischen Aussagen sind. Wir alle haben aber gehofft, dass Sie Ihr Amt als Minister gewissenhaft ausüben werden, unsere Gesetze und unsere Verfassung achten werden; aber immer und immer wieder wird uns das Gegenteil vorgeführt. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Diese Woche hat uns ein E-Mail Ihres Ministeriumssprechers erreicht, das wirklich auf eine beispielhafte Art und Weise vor Augen führt, wie weit Sie zu gehen bereit sind, wie weit Sie unsere Gesetze und unser Staatsgrundgesetz zu missachten bereit sind und wie weit Sie das gerade noch Zulässige verwenden wollen, um weiterhin Ihre hetzerische Politik zu betreiben. „Wer Medien in gute und schlechte einteilt, handelt wie ein Autokrat, nicht wie ein demokratisch gewählter Politiker“ (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), das hat heute bereits der Präsident der Vereinigung Europäischer Journalisten gesagt.
Zwischenruf des Abg. Gudenus
Ein großer Vordenker und französischer Philosoph, Voltaire, hat es bereits vor 200 Jahren gesagt und formuliert (Zwischenruf des Abg. Gudenus): „Das Recht zu sagen und zu drucken, was wir denken, ist eines jeden freien Menschen Recht“ (Rufe bei der FPÖ: Ja! Richtig! – Abg. Höbart: Bravo!), „welches man ihm nicht nehmen könnte, ohne die widerwärtigste Tyrannei auszuüben.“ (Ja-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Höbart: Gilt für alle!) Ein Innenminister, der dieses Zitat nicht beherzigt, ist eine ernsthafte Bedrohung für unsere offene Gesellschaft. (Zwischenruf des Abg. Gudenus. – Abg. Belakowitsch: Gilt aber für alle!)
Rufe bei der FPÖ: Ja! Richtig! – Abg. Höbart: Bravo!
Ein großer Vordenker und französischer Philosoph, Voltaire, hat es bereits vor 200 Jahren gesagt und formuliert (Zwischenruf des Abg. Gudenus): „Das Recht zu sagen und zu drucken, was wir denken, ist eines jeden freien Menschen Recht“ (Rufe bei der FPÖ: Ja! Richtig! – Abg. Höbart: Bravo!), „welches man ihm nicht nehmen könnte, ohne die widerwärtigste Tyrannei auszuüben.“ (Ja-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Höbart: Gilt für alle!) Ein Innenminister, der dieses Zitat nicht beherzigt, ist eine ernsthafte Bedrohung für unsere offene Gesellschaft. (Zwischenruf des Abg. Gudenus. – Abg. Belakowitsch: Gilt aber für alle!)
Ja-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Höbart: Gilt für alle!
Ein großer Vordenker und französischer Philosoph, Voltaire, hat es bereits vor 200 Jahren gesagt und formuliert (Zwischenruf des Abg. Gudenus): „Das Recht zu sagen und zu drucken, was wir denken, ist eines jeden freien Menschen Recht“ (Rufe bei der FPÖ: Ja! Richtig! – Abg. Höbart: Bravo!), „welches man ihm nicht nehmen könnte, ohne die widerwärtigste Tyrannei auszuüben.“ (Ja-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Höbart: Gilt für alle!) Ein Innenminister, der dieses Zitat nicht beherzigt, ist eine ernsthafte Bedrohung für unsere offene Gesellschaft. (Zwischenruf des Abg. Gudenus. – Abg. Belakowitsch: Gilt aber für alle!)
Zwischenruf des Abg. Gudenus. – Abg. Belakowitsch: Gilt aber für alle!
Ein großer Vordenker und französischer Philosoph, Voltaire, hat es bereits vor 200 Jahren gesagt und formuliert (Zwischenruf des Abg. Gudenus): „Das Recht zu sagen und zu drucken, was wir denken, ist eines jeden freien Menschen Recht“ (Rufe bei der FPÖ: Ja! Richtig! – Abg. Höbart: Bravo!), „welches man ihm nicht nehmen könnte, ohne die widerwärtigste Tyrannei auszuüben.“ (Ja-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Höbart: Gilt für alle!) Ein Innenminister, der dieses Zitat nicht beherzigt, ist eine ernsthafte Bedrohung für unsere offene Gesellschaft. (Zwischenruf des Abg. Gudenus. – Abg. Belakowitsch: Gilt aber für alle!)
Abg. Gudenus: EU-Länder übrigens! – Ruf: Das sind die großen Vorbilder!
Herr Innenminister, offenbar orientieren Sie sich – wenn man sich die Vorgänge der letzten Monate und der letzten Wochen anschaut – immer stärker an Ungarn oder an Polen. (Abg. Gudenus: EU-Länder übrigens! – Ruf: Das sind die großen Vorbilder!)
Beifall bei der Liste Pilz sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Jenewein: In der Liste Pilz!
Einen Punkt möchte ich hier noch bringen, und zwar möchte ich auf den Punkt eingehen, in dem es um Ihre vermeintliche Nichtweisung ging, dass in den polizeilichen Presseaussendungen vermehrt die Staatsbürgerschaft der Täter oder der Verdächtigen genannt werden soll und auch verstärkt die Sexualdelikte veröffentlicht werden sollen. Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass Sie die tatsächlichen Ursachen von Gewalt bekämpfen, auf Panikmache lieber verzichten und mehr Geld in die Hand nehmen sollten, um für Opfer zu sorgen, in Opferschutzzentren zu investieren und für Gewaltprävention zu sorgen. (Beifall bei der Liste Pilz sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Jenewein: In der Liste Pilz!)
Abg. Gudenus: „Sinnlose“!? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Höbart: Das haben wir 2015 gesehen, ob das sinnlos war oder nicht!
Stattdessen nehmen Sie lieber Geld in die Hand und führen sinnlose Grenzschutzübungen durch (Abg. Gudenus: „Sinnlose“!? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Höbart: Das haben wir 2015 gesehen, ob das sinnlos war oder nicht!) oder stecken das Geld in die vorhin gezeigten antiterroristischen Verhaltensregeln. Ich möchte Sie auch daran erinnern, dass 80 Prozent der sexuellen Übergriffe im eigenen Haushalt passieren. (Abg. Belakowitsch: Schon lange nicht mehr! – Ruf bei der FPÖ: Und in Alpbach!) – 80 Prozent! Was tun Sie, um diese Frauen zu schützen? (Abg. Belakowitsch: Was tun Sie? – Abg. Höbart: Da kann uns der Onkel Alpbach etwas darüber erzählen!) Der Herr Innenminister hat das nötige Geld und auch das Mandat, diese Frauen zu schützen. (Abg. Jenewein: Auch die in Alpbach!)
Abg. Belakowitsch: Schon lange nicht mehr! – Ruf bei der FPÖ: Und in Alpbach!
Stattdessen nehmen Sie lieber Geld in die Hand und führen sinnlose Grenzschutzübungen durch (Abg. Gudenus: „Sinnlose“!? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Höbart: Das haben wir 2015 gesehen, ob das sinnlos war oder nicht!) oder stecken das Geld in die vorhin gezeigten antiterroristischen Verhaltensregeln. Ich möchte Sie auch daran erinnern, dass 80 Prozent der sexuellen Übergriffe im eigenen Haushalt passieren. (Abg. Belakowitsch: Schon lange nicht mehr! – Ruf bei der FPÖ: Und in Alpbach!) – 80 Prozent! Was tun Sie, um diese Frauen zu schützen? (Abg. Belakowitsch: Was tun Sie? – Abg. Höbart: Da kann uns der Onkel Alpbach etwas darüber erzählen!) Der Herr Innenminister hat das nötige Geld und auch das Mandat, diese Frauen zu schützen. (Abg. Jenewein: Auch die in Alpbach!)
Abg. Belakowitsch: Was tun Sie? – Abg. Höbart: Da kann uns der Onkel Alpbach etwas darüber erzählen!
Stattdessen nehmen Sie lieber Geld in die Hand und führen sinnlose Grenzschutzübungen durch (Abg. Gudenus: „Sinnlose“!? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Höbart: Das haben wir 2015 gesehen, ob das sinnlos war oder nicht!) oder stecken das Geld in die vorhin gezeigten antiterroristischen Verhaltensregeln. Ich möchte Sie auch daran erinnern, dass 80 Prozent der sexuellen Übergriffe im eigenen Haushalt passieren. (Abg. Belakowitsch: Schon lange nicht mehr! – Ruf bei der FPÖ: Und in Alpbach!) – 80 Prozent! Was tun Sie, um diese Frauen zu schützen? (Abg. Belakowitsch: Was tun Sie? – Abg. Höbart: Da kann uns der Onkel Alpbach etwas darüber erzählen!) Der Herr Innenminister hat das nötige Geld und auch das Mandat, diese Frauen zu schützen. (Abg. Jenewein: Auch die in Alpbach!)
Abg. Jenewein: Auch die in Alpbach!
Stattdessen nehmen Sie lieber Geld in die Hand und führen sinnlose Grenzschutzübungen durch (Abg. Gudenus: „Sinnlose“!? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Höbart: Das haben wir 2015 gesehen, ob das sinnlos war oder nicht!) oder stecken das Geld in die vorhin gezeigten antiterroristischen Verhaltensregeln. Ich möchte Sie auch daran erinnern, dass 80 Prozent der sexuellen Übergriffe im eigenen Haushalt passieren. (Abg. Belakowitsch: Schon lange nicht mehr! – Ruf bei der FPÖ: Und in Alpbach!) – 80 Prozent! Was tun Sie, um diese Frauen zu schützen? (Abg. Belakowitsch: Was tun Sie? – Abg. Höbart: Da kann uns der Onkel Alpbach etwas darüber erzählen!) Der Herr Innenminister hat das nötige Geld und auch das Mandat, diese Frauen zu schützen. (Abg. Jenewein: Auch die in Alpbach!)
Abg. Gudenus: Immer die gleiche Leier! Das ist unglaublich!
Was Sie damit beabsichtigen, ist klare Hetze und Spaltung. Es geht Ihnen um eine versuchte Manipulation und Lenkung der Berichterstattung. Es geht Ihnen schlicht und ergreifend um das Schüren von Vorurteilen. (Abg. Gudenus: Immer die gleiche Leier! Das ist unglaublich!)
Abg. Jenewein: Da wird er sich sicher freuen, der Herr Minister! – Die Rednerin ergreift das beim Rednerpult abgestellte Sackerl und entnimmt diesem einen Antrag.
Ihr beispielloser Angriff auf die Pressefreiheit letzte Woche hat mich dazu veranlasst, Ihnen heute zwei Geschenke zu machen. (Abg. Jenewein: Da wird er sich sicher freuen, der Herr Minister! – Die Rednerin ergreift das beim Rednerpult abgestellte Sackerl und entnimmt diesem einen Antrag.) Zum einen habe ich hier einen Misstrauensantrag. (Abg. Belakowitsch: Den haben wir schon! Wie viele noch? Doppelt hält besser!) Wir bringen hier einen weiteren Misstrauensantrag ein, weil es uns wichtig ist, zu zeigen, wie schlimm wir das finden. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Gudenus: Wie schlimm? Ziemlich schlimm! – Abg. Stefan: Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie schlimm?)
Abg. Belakowitsch: Den haben wir schon! Wie viele noch? Doppelt hält besser!
Ihr beispielloser Angriff auf die Pressefreiheit letzte Woche hat mich dazu veranlasst, Ihnen heute zwei Geschenke zu machen. (Abg. Jenewein: Da wird er sich sicher freuen, der Herr Minister! – Die Rednerin ergreift das beim Rednerpult abgestellte Sackerl und entnimmt diesem einen Antrag.) Zum einen habe ich hier einen Misstrauensantrag. (Abg. Belakowitsch: Den haben wir schon! Wie viele noch? Doppelt hält besser!) Wir bringen hier einen weiteren Misstrauensantrag ein, weil es uns wichtig ist, zu zeigen, wie schlimm wir das finden. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Gudenus: Wie schlimm? Ziemlich schlimm! – Abg. Stefan: Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie schlimm?)
Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Gudenus: Wie schlimm? Ziemlich schlimm! – Abg. Stefan: Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie schlimm?
Ihr beispielloser Angriff auf die Pressefreiheit letzte Woche hat mich dazu veranlasst, Ihnen heute zwei Geschenke zu machen. (Abg. Jenewein: Da wird er sich sicher freuen, der Herr Minister! – Die Rednerin ergreift das beim Rednerpult abgestellte Sackerl und entnimmt diesem einen Antrag.) Zum einen habe ich hier einen Misstrauensantrag. (Abg. Belakowitsch: Den haben wir schon! Wie viele noch? Doppelt hält besser!) Wir bringen hier einen weiteren Misstrauensantrag ein, weil es uns wichtig ist, zu zeigen, wie schlimm wir das finden. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Gudenus: Wie schlimm? Ziemlich schlimm! – Abg. Stefan: Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie schlimm?)
Die Rednerin nimmt ein mit einer roten Schleife versehenes Buch mit dem Titel „Kodex des österreichischen Rechts – Verfassungsrecht 2017/18“ aus dem Sackerl. – Abg. Gudenus: Das können Sie dem Scherak einmal geben!
Das zweite Geschenk, das ich Ihnen heute mitbringen möchte, ist die aktuellste Ausgabe der österreichischen Bundesverfassung. (Die Rednerin nimmt ein mit einer roten Schleife versehenes Buch mit dem Titel „Kodex des österreichischen Rechts – Verfassungsrecht 2017/18“ aus dem Sackerl. – Abg. Gudenus: Das können Sie dem Scherak einmal geben!) Ich habe Ihnen darin natürlich auch das Staatsgrundgesetz markiert, insbesondere Artikel 13, und möchte Ihnen dies heute überreichen, damit Sie vielleicht noch einmal nachlesen, was in unserer Bundesverfassung steht. – Vielen Dank. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aber nicht anfüttern, gell!)
Beifall bei Liste Pilz und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aber nicht anfüttern, gell!
Das zweite Geschenk, das ich Ihnen heute mitbringen möchte, ist die aktuellste Ausgabe der österreichischen Bundesverfassung. (Die Rednerin nimmt ein mit einer roten Schleife versehenes Buch mit dem Titel „Kodex des österreichischen Rechts – Verfassungsrecht 2017/18“ aus dem Sackerl. – Abg. Gudenus: Das können Sie dem Scherak einmal geben!) Ich habe Ihnen darin natürlich auch das Staatsgrundgesetz markiert, insbesondere Artikel 13, und möchte Ihnen dies heute überreichen, damit Sie vielleicht noch einmal nachlesen, was in unserer Bundesverfassung steht. – Vielen Dank. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aber nicht anfüttern, gell!)
Abg. Belakowitsch: Das keiner kennt!
Abgeordnete Dr. Irmgard Griss (NEOS): Frau Präsidentin! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Je länger die Debatte dauert, desto mehr verstärkt sich bei mir der Eindruck, dass es zwei Mails gibt: ein Mail, das der Herr Innenminister und die Abgeordneten der FPÖ kennen, und ein Mail, das der Herr Bundespräsident (Abg. Belakowitsch: Das keiner kennt!), der Herr Bundeskanzler und die Abgeordneten von ÖVP, SPÖ, NEOS und Liste Pilz kennen. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Anders lässt sich das nicht erklären. (Abg. Gudenus: Ein Scheinmail!)
Beifall bei NEOS und SPÖ.
Abgeordnete Dr. Irmgard Griss (NEOS): Frau Präsidentin! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Je länger die Debatte dauert, desto mehr verstärkt sich bei mir der Eindruck, dass es zwei Mails gibt: ein Mail, das der Herr Innenminister und die Abgeordneten der FPÖ kennen, und ein Mail, das der Herr Bundespräsident (Abg. Belakowitsch: Das keiner kennt!), der Herr Bundeskanzler und die Abgeordneten von ÖVP, SPÖ, NEOS und Liste Pilz kennen. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Anders lässt sich das nicht erklären. (Abg. Gudenus: Ein Scheinmail!)
Abg. Gudenus: Ein Scheinmail!
Abgeordnete Dr. Irmgard Griss (NEOS): Frau Präsidentin! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Je länger die Debatte dauert, desto mehr verstärkt sich bei mir der Eindruck, dass es zwei Mails gibt: ein Mail, das der Herr Innenminister und die Abgeordneten der FPÖ kennen, und ein Mail, das der Herr Bundespräsident (Abg. Belakowitsch: Das keiner kennt!), der Herr Bundeskanzler und die Abgeordneten von ÖVP, SPÖ, NEOS und Liste Pilz kennen. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Anders lässt sich das nicht erklären. (Abg. Gudenus: Ein Scheinmail!)
Abg. Gudenus: Nein!
Als ich von diesem Mail erfahren habe, konnte ich das zuerst gar nicht glauben. (Abg. Gudenus: Nein!) Ich hätte nicht gedacht, was alles in Österreich geht oder was man glaubt, was in Österreich geht, und ich kann mir das nur mit einer Mischung aus (Abg. Gudenus: Zwei Mails!) Unverfrorenheit und Unbedarftheit erklären. (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Wer hat denn das zweite geschrieben?)
Abg. Gudenus: Zwei Mails!
Als ich von diesem Mail erfahren habe, konnte ich das zuerst gar nicht glauben. (Abg. Gudenus: Nein!) Ich hätte nicht gedacht, was alles in Österreich geht oder was man glaubt, was in Österreich geht, und ich kann mir das nur mit einer Mischung aus (Abg. Gudenus: Zwei Mails!) Unverfrorenheit und Unbedarftheit erklären. (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Wer hat denn das zweite geschrieben?)
Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Wer hat denn das zweite geschrieben?
Als ich von diesem Mail erfahren habe, konnte ich das zuerst gar nicht glauben. (Abg. Gudenus: Nein!) Ich hätte nicht gedacht, was alles in Österreich geht oder was man glaubt, was in Österreich geht, und ich kann mir das nur mit einer Mischung aus (Abg. Gudenus: Zwei Mails!) Unverfrorenheit und Unbedarftheit erklären. (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Wer hat denn das zweite geschrieben?)
Abg. Höbart: Wo steht das? Wo steht das, bitte?
Unverfrorenheit: Das ist ein Angriff auf die Pressefreiheit, das ist eine Form der Zensur, denn Zensur besteht darin, einem Medium zu sagen: Das darfst du nicht schreiben! (Abg. Höbart: Wo steht das? Wo steht das, bitte?), Zensur ist aber genauso auch, wenn man einem Medium bestimmte Informationen vorenthält (Beifall bei NEOS und SPÖ), wenn man als öffentliche Stelle bestimmte Informationen bestimmten Medien gar nicht gibt. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei NEOS und SPÖ
Unverfrorenheit: Das ist ein Angriff auf die Pressefreiheit, das ist eine Form der Zensur, denn Zensur besteht darin, einem Medium zu sagen: Das darfst du nicht schreiben! (Abg. Höbart: Wo steht das? Wo steht das, bitte?), Zensur ist aber genauso auch, wenn man einem Medium bestimmte Informationen vorenthält (Beifall bei NEOS und SPÖ), wenn man als öffentliche Stelle bestimmte Informationen bestimmten Medien gar nicht gibt. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Unverfrorenheit: Das ist ein Angriff auf die Pressefreiheit, das ist eine Form der Zensur, denn Zensur besteht darin, einem Medium zu sagen: Das darfst du nicht schreiben! (Abg. Höbart: Wo steht das? Wo steht das, bitte?), Zensur ist aber genauso auch, wenn man einem Medium bestimmte Informationen vorenthält (Beifall bei NEOS und SPÖ), wenn man als öffentliche Stelle bestimmte Informationen bestimmten Medien gar nicht gibt. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Stefan: Jetzt ist ein drittes Mail aufgetaucht, das Griss-Mail!
Hier ist aber dann noch etwas dazugekommen. (Abg. Stefan: Jetzt ist ein drittes Mail aufgetaucht, das Griss-Mail!) Es geht ja nicht nur um die braven Medien und die weniger braven Medien – mir tut nur ATV leid, denn das ist ein Kompliment, das die da bekommen haben, also man kann der Sendung nur viel Glück wünschen –, sondern es ist auch diese Konzentration auf bestimmte Straftaten, über die besonders und mit besonderen Details berichtet werden soll. (Abg. Höbart: „Konzentration auf bestimmte Straftaten“ – würde das jemand anderer sagen, wäre es schon wieder ganz schlimm und ganz böse!) Dazu schreiben manche in Kommentaren: Wir sehen, wohin die Reise geht. – Meine Antwort dazu ist: Ich finde das gar nicht. Wir sind schon angekommen! (Abg. Gudenus: Willkommen in der Realität!) Wir sind nicht mehr auf der Reise, sondern wir haben schon ein Klima der Angst, der Ausgrenzung und der Antipathie gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen. (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Höbart: Gehen Sie in Pension! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Höbart: „Konzentration auf bestimmte Straftaten“ – würde das jemand anderer sagen, wäre es schon wieder ganz schlimm und ganz böse!
Hier ist aber dann noch etwas dazugekommen. (Abg. Stefan: Jetzt ist ein drittes Mail aufgetaucht, das Griss-Mail!) Es geht ja nicht nur um die braven Medien und die weniger braven Medien – mir tut nur ATV leid, denn das ist ein Kompliment, das die da bekommen haben, also man kann der Sendung nur viel Glück wünschen –, sondern es ist auch diese Konzentration auf bestimmte Straftaten, über die besonders und mit besonderen Details berichtet werden soll. (Abg. Höbart: „Konzentration auf bestimmte Straftaten“ – würde das jemand anderer sagen, wäre es schon wieder ganz schlimm und ganz böse!) Dazu schreiben manche in Kommentaren: Wir sehen, wohin die Reise geht. – Meine Antwort dazu ist: Ich finde das gar nicht. Wir sind schon angekommen! (Abg. Gudenus: Willkommen in der Realität!) Wir sind nicht mehr auf der Reise, sondern wir haben schon ein Klima der Angst, der Ausgrenzung und der Antipathie gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen. (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Höbart: Gehen Sie in Pension! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Gudenus: Willkommen in der Realität!
Hier ist aber dann noch etwas dazugekommen. (Abg. Stefan: Jetzt ist ein drittes Mail aufgetaucht, das Griss-Mail!) Es geht ja nicht nur um die braven Medien und die weniger braven Medien – mir tut nur ATV leid, denn das ist ein Kompliment, das die da bekommen haben, also man kann der Sendung nur viel Glück wünschen –, sondern es ist auch diese Konzentration auf bestimmte Straftaten, über die besonders und mit besonderen Details berichtet werden soll. (Abg. Höbart: „Konzentration auf bestimmte Straftaten“ – würde das jemand anderer sagen, wäre es schon wieder ganz schlimm und ganz böse!) Dazu schreiben manche in Kommentaren: Wir sehen, wohin die Reise geht. – Meine Antwort dazu ist: Ich finde das gar nicht. Wir sind schon angekommen! (Abg. Gudenus: Willkommen in der Realität!) Wir sind nicht mehr auf der Reise, sondern wir haben schon ein Klima der Angst, der Ausgrenzung und der Antipathie gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen. (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Höbart: Gehen Sie in Pension! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Höbart: Gehen Sie in Pension! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Hier ist aber dann noch etwas dazugekommen. (Abg. Stefan: Jetzt ist ein drittes Mail aufgetaucht, das Griss-Mail!) Es geht ja nicht nur um die braven Medien und die weniger braven Medien – mir tut nur ATV leid, denn das ist ein Kompliment, das die da bekommen haben, also man kann der Sendung nur viel Glück wünschen –, sondern es ist auch diese Konzentration auf bestimmte Straftaten, über die besonders und mit besonderen Details berichtet werden soll. (Abg. Höbart: „Konzentration auf bestimmte Straftaten“ – würde das jemand anderer sagen, wäre es schon wieder ganz schlimm und ganz böse!) Dazu schreiben manche in Kommentaren: Wir sehen, wohin die Reise geht. – Meine Antwort dazu ist: Ich finde das gar nicht. Wir sind schon angekommen! (Abg. Gudenus: Willkommen in der Realität!) Wir sind nicht mehr auf der Reise, sondern wir haben schon ein Klima der Angst, der Ausgrenzung und der Antipathie gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen. (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Höbart: Gehen Sie in Pension! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Bitte, jetzt reicht es aber! Sie sollten sich schämen! – Abg. Gudenus: Das ist lächerlich, Frau Griss! – Abg. Lausch: Lernen Sie Geschichte! – Abg. Höbart: Das ist beschämend! Schämen Sie sich! – Abg. Rädler: Schämen Sie sich! – Ruf bei der FPÖ: Für das gehört Ihnen ein Ordnungsruf! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Dazu eine Geschichte, die ganz unglaublich klingt: Eine burgenländische Gemeinde macht eine Fahrt nach Auschwitz, und da fährt ein junger Asylbewerber mit, ein Muslim. Er sieht dort die Verbrennungsöfen und sagt dann zu dem, der die Reise organisiert hat: Glaubst du, dass uns auch so etwas drohen könnte? – Das müssen Sie sich einmal vorstellen, das ist hier passiert! (Abg. Belakowitsch: Bitte, jetzt reicht es aber! Sie sollten sich schämen! – Abg. Gudenus: Das ist lächerlich, Frau Griss! – Abg. Lausch: Lernen Sie Geschichte! – Abg. Höbart: Das ist beschämend! Schämen Sie sich! – Abg. Rädler: Schämen Sie sich! – Ruf bei der FPÖ: Für das gehört Ihnen ein Ordnungsruf! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Unfassbar, bitte!
Es ist auch, anders als der Herr Bundeskanzler gemeint hat, nicht die Fortsetzung des immer Gleichen. (Abg. Belakowitsch: Unfassbar, bitte!) Es hat eine neue - - (Abg. Lausch: Lernen Sie Geschichte!) – Die Geschichte ist tatsächlich passiert. Ich kann ja nur wiedergeben, was passiert ist. Sie können das ignorieren, aber es ist passiert. (Abg. Lausch: Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Suchen Sie die Ursache dafür, dass solche Einstellungen entstehen können! (Abg. Belakowitsch: Merken Sie eigentlich, was Sie tun? Sie verharmlosen!)
Abg. Lausch: Lernen Sie Geschichte!
Es ist auch, anders als der Herr Bundeskanzler gemeint hat, nicht die Fortsetzung des immer Gleichen. (Abg. Belakowitsch: Unfassbar, bitte!) Es hat eine neue - - (Abg. Lausch: Lernen Sie Geschichte!) – Die Geschichte ist tatsächlich passiert. Ich kann ja nur wiedergeben, was passiert ist. Sie können das ignorieren, aber es ist passiert. (Abg. Lausch: Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Suchen Sie die Ursache dafür, dass solche Einstellungen entstehen können! (Abg. Belakowitsch: Merken Sie eigentlich, was Sie tun? Sie verharmlosen!)
Abg. Lausch: Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es ist auch, anders als der Herr Bundeskanzler gemeint hat, nicht die Fortsetzung des immer Gleichen. (Abg. Belakowitsch: Unfassbar, bitte!) Es hat eine neue - - (Abg. Lausch: Lernen Sie Geschichte!) – Die Geschichte ist tatsächlich passiert. Ich kann ja nur wiedergeben, was passiert ist. Sie können das ignorieren, aber es ist passiert. (Abg. Lausch: Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Suchen Sie die Ursache dafür, dass solche Einstellungen entstehen können! (Abg. Belakowitsch: Merken Sie eigentlich, was Sie tun? Sie verharmlosen!)
Abg. Belakowitsch: Merken Sie eigentlich, was Sie tun? Sie verharmlosen!
Es ist auch, anders als der Herr Bundeskanzler gemeint hat, nicht die Fortsetzung des immer Gleichen. (Abg. Belakowitsch: Unfassbar, bitte!) Es hat eine neue - - (Abg. Lausch: Lernen Sie Geschichte!) – Die Geschichte ist tatsächlich passiert. Ich kann ja nur wiedergeben, was passiert ist. Sie können das ignorieren, aber es ist passiert. (Abg. Lausch: Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Suchen Sie die Ursache dafür, dass solche Einstellungen entstehen können! (Abg. Belakowitsch: Merken Sie eigentlich, was Sie tun? Sie verharmlosen!)
Abg. Höbart: Jeden Tag Messerstechereien mit Toten! Das ist die Wahrheit! – Abg. Rädler: So alt und noch so links sein!
Es ist nicht die Fortsetzung des immer Gleichen. (Abg. Höbart: Jeden Tag Messerstechereien mit Toten! Das ist die Wahrheit! – Abg. Rädler: So alt und noch so links sein!) Natürlich versuchen Politiker, versucht die Regierung mit Inseraten, das Wohlwollen
Abg. Höbart: Das ist keine Beeinflussung, das sind Fakten! – Abg. Gudenus: So etwas war OGH-Richterin! – Abg. Belakowitsch: Jetzt weißt du, wie die Justiz beieinander ist!
der Medien zu kaufen – das geschah in der Vergangenheit und das geschieht auch jetzt –, aber diese Art der Beeinflussung ist eine neue Dimension, die man da erreicht hat. (Abg. Höbart: Das ist keine Beeinflussung, das sind Fakten! – Abg. Gudenus: So etwas war OGH-Richterin! – Abg. Belakowitsch: Jetzt weißt du, wie die Justiz beieinander ist!)
Abg. Haider: Schämen Sie sich! – Abg. Rädler: Schlusswort!
Ich habe das immer als Hysterie empfunden, wenn man gesagt hat, die schwarz-blaue Koalition wird das Klima in Österreich völlig verändern (Abg. Haider: Schämen Sie sich! – Abg. Rädler: Schlusswort!), aber ich muss jetzt sagen, das ist nicht so weit hergeholt. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.) Ich hoffe nur, dass wir, ich und Sie alle, nicht eines Tages sagen müssen: „Denk ich an“ Österreich „in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.“ Wir sind auf einem gefährlichen Weg. – Danke. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Rosenkranz: Das ist eine Beleidigung der Zeitung „Österreich“! – Abg. Haider: Schämen Sie sich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.
Ich habe das immer als Hysterie empfunden, wenn man gesagt hat, die schwarz-blaue Koalition wird das Klima in Österreich völlig verändern (Abg. Haider: Schämen Sie sich! – Abg. Rädler: Schlusswort!), aber ich muss jetzt sagen, das ist nicht so weit hergeholt. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.) Ich hoffe nur, dass wir, ich und Sie alle, nicht eines Tages sagen müssen: „Denk ich an“ Österreich „in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.“ Wir sind auf einem gefährlichen Weg. – Danke. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Rosenkranz: Das ist eine Beleidigung der Zeitung „Österreich“! – Abg. Haider: Schämen Sie sich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Rosenkranz: Das ist eine Beleidigung der Zeitung „Österreich“! – Abg. Haider: Schämen Sie sich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich habe das immer als Hysterie empfunden, wenn man gesagt hat, die schwarz-blaue Koalition wird das Klima in Österreich völlig verändern (Abg. Haider: Schämen Sie sich! – Abg. Rädler: Schlusswort!), aber ich muss jetzt sagen, das ist nicht so weit hergeholt. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.) Ich hoffe nur, dass wir, ich und Sie alle, nicht eines Tages sagen müssen: „Denk ich an“ Österreich „in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.“ Wir sind auf einem gefährlichen Weg. – Danke. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Rosenkranz: Das ist eine Beleidigung der Zeitung „Österreich“! – Abg. Haider: Schämen Sie sich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Abg. Gudenus: Danke, Frau Präsidentin! Gerne!
Präsidentin Doris Bures: Ich erteile Herrn Klubobmann Gudenus für den Zwischenruf: Lächerlich sind Sie, Frau Abgeordnete!, einen Ordnungsruf. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Abg. Gudenus: Danke, Frau Präsidentin! Gerne!)
Abg. Belakowitsch: Es ist sowieso alles lächerlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Als Nächstem erteile ich Herrn Abgeordnetem Karl Nehammer das Wort. – Herr Abgeordneter, bitte. (Abg. Belakowitsch: Es ist sowieso alles lächerlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Abgeordneter Karl Nehammer, MSc (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen hier im Hohen Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren hier auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! Verzeihen Sie, dass ich vorhin noch ein wenig gebraucht habe, Frau Präsidentin, aber das Bild, das Frau Kollegin Griss gezeichnet hat, ist überschießend, es ist verzerrend. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Lausch: Unfassbar! Unfassbar!
Frau Kollegin Griss, gerade Sie in Ihrer Richterverantwortung wissen ganz genau um die Macht der Worte. Im Altgriechischen gibt es ein Sprichwort, das heißt: Die Zunge ist oft schärfer als ein Schwert. Wenn Sie hier mit Behauptungen und Geschichten Szenarien zeichnen, die die Verbrechen des Nationalsozialismus relativieren (Abg. Lausch: Unfassbar! Unfassbar!), dann nützt das Ihrer Argumentation nicht, sondern Sie richten damit am Bewusstsein gegenüber der Vergangenheit einen Schaden an. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Frau Kollegin Griss, gerade Sie in Ihrer Richterverantwortung wissen ganz genau um die Macht der Worte. Im Altgriechischen gibt es ein Sprichwort, das heißt: Die Zunge ist oft schärfer als ein Schwert. Wenn Sie hier mit Behauptungen und Geschichten Szenarien zeichnen, die die Verbrechen des Nationalsozialismus relativieren (Abg. Lausch: Unfassbar! Unfassbar!), dann nützt das Ihrer Argumentation nicht, sondern Sie richten damit am Bewusstsein gegenüber der Vergangenheit einen Schaden an. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Als Mediensprecher der neuen Volkspartei ist mir eines ganz wichtig: Heute hier in der Sitzung war von allen eines ganz klar zu hören – von allen, die hier gesprochen haben, von allen hier vertretenen Parteien –: ein klares Bekenntnis zur Pressefreiheit. Die Pressefreiheit ist ein Grundpfeiler einer liberalen Demokratie. Das eint uns alle, wie wir hier sitzen, und das ist ein positives Bekenntnis in dieser Diskussion. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
das verstärkt hat und gemeinsam mit der restlichen Bundesregierung sehr viel tut, damit Österreich hinsichtlich Pressefreiheit sogar eine Vorreiterrolle übernimmt, auch das sollte man erwähnen, denn: Man hat die Redaktionen aus der Datenschutz-Grundverordnung herausgenommen, um die Pressefreiheit zu fördern. Man ist dazu übergegangen, die Digitalsteuer neu zu diskutieren, damit mehr Meinungsfreiheit unter den Medien herrscht. Das tut diese Bundesregierung, und das ist wichtig für das Thema Pressefreiheit. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Leichtfried: Ja!
Jetzt könnte man der Meinung sein, das ist nicht genug. Der Herr Bundesminister für Inneres hat heute klar Stellung genommen (Abg. Leichtfried: Ja!), hat sich ausführlich den Fragen gewidmet. (Abg. Leichtfried: Ja, das überhaupt!) Der Mitarbeiter, der das Mail verfasst hat, hat sich dafür auch öffentlich entschuldigt. – So weit, so gut aus meiner Sicht. So weit, so gut für die Volkspartei. So weit, so gut auch für den Bundespräsidenten.
Abg. Leichtfried: Ja, das überhaupt!
Jetzt könnte man der Meinung sein, das ist nicht genug. Der Herr Bundesminister für Inneres hat heute klar Stellung genommen (Abg. Leichtfried: Ja!), hat sich ausführlich den Fragen gewidmet. (Abg. Leichtfried: Ja, das überhaupt!) Der Mitarbeiter, der das Mail verfasst hat, hat sich dafür auch öffentlich entschuldigt. – So weit, so gut aus meiner Sicht. So weit, so gut für die Volkspartei. So weit, so gut auch für den Bundespräsidenten.
Abg. Kuntzl: Was soll das? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich weiß nicht, ob die Damen und Herren hier auf der Galerie oder zu Hause vor den Fernsehgeräten gewusst haben, dass seit dem Jahr 2007 der Bruder des derzeitigen Generaldirektors Wrabetz des ORF, des mächtigen ORF, nämlich mächtig in der Meinungsbildung, immer in Kabinetten von SPÖ-Bundeskanzlern gedient hat. – Ist das die Distanz, die man haben sollte? (Abg. Kuntzl: Was soll das? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Stellen Sie sich so ein Szenario bei unserer Bundesregierung vor! Da würden Sie genauso und auch noch lauter schreien! Aber dazu höre ich nichts, das ist für Sie selbstverständlich! (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Rosenkranz: Da bleibt sogar der Zwischenruf beim Jarolim stecken!)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Rosenkranz: Da bleibt sogar der Zwischenruf beim Jarolim stecken!
Ich weiß nicht, ob die Damen und Herren hier auf der Galerie oder zu Hause vor den Fernsehgeräten gewusst haben, dass seit dem Jahr 2007 der Bruder des derzeitigen Generaldirektors Wrabetz des ORF, des mächtigen ORF, nämlich mächtig in der Meinungsbildung, immer in Kabinetten von SPÖ-Bundeskanzlern gedient hat. – Ist das die Distanz, die man haben sollte? (Abg. Kuntzl: Was soll das? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Stellen Sie sich so ein Szenario bei unserer Bundesregierung vor! Da würden Sie genauso und auch noch lauter schreien! Aber dazu höre ich nichts, das ist für Sie selbstverständlich! (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Rosenkranz: Da bleibt sogar der Zwischenruf beim Jarolim stecken!)
Oh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Jarolim: Kennen Sie die Cousine vom Herrn Kickl?
Aber einen tiefen Einblick, wie ernst Sie es meinen, Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, gibt auch der E-Mail-Verkehr aus dem Jahr 2016 zwischen Tal Silberstein und dem Kommunikationschef der SPÖ. (Oh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Jarolim: Kennen Sie die Cousine vom Herrn Kickl?) Das, was Frau Kollegin Steger schon angesprochen hat: Der Bundeskanzler außer Dienst, jetzt Abgeordneter Kern war damals mit dem „Bürgerforum“ des ORF unzufrieden. Dann hat man sich beraten, was man tun kann – und man möchte gar nicht glauben, was in dem E-Mail alles drinnen steht. Mit klaren Konsequenzen droht man dem ORF, mit Interviewentzug. (Ruf bei der SPÖ: Schreien Sie nicht so!) – Ja, da werde ich wirklich laut, denn Doppelbödigkeit ist das Übelste in der Demokratie, und die beweisen Sie in diesem Fall. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Schreien Sie nicht so!
Aber einen tiefen Einblick, wie ernst Sie es meinen, Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, gibt auch der E-Mail-Verkehr aus dem Jahr 2016 zwischen Tal Silberstein und dem Kommunikationschef der SPÖ. (Oh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Jarolim: Kennen Sie die Cousine vom Herrn Kickl?) Das, was Frau Kollegin Steger schon angesprochen hat: Der Bundeskanzler außer Dienst, jetzt Abgeordneter Kern war damals mit dem „Bürgerforum“ des ORF unzufrieden. Dann hat man sich beraten, was man tun kann – und man möchte gar nicht glauben, was in dem E-Mail alles drinnen steht. Mit klaren Konsequenzen droht man dem ORF, mit Interviewentzug. (Ruf bei der SPÖ: Schreien Sie nicht so!) – Ja, da werde ich wirklich laut, denn Doppelbödigkeit ist das Übelste in der Demokratie, und die beweisen Sie in diesem Fall. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Aber einen tiefen Einblick, wie ernst Sie es meinen, Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, gibt auch der E-Mail-Verkehr aus dem Jahr 2016 zwischen Tal Silberstein und dem Kommunikationschef der SPÖ. (Oh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Jarolim: Kennen Sie die Cousine vom Herrn Kickl?) Das, was Frau Kollegin Steger schon angesprochen hat: Der Bundeskanzler außer Dienst, jetzt Abgeordneter Kern war damals mit dem „Bürgerforum“ des ORF unzufrieden. Dann hat man sich beraten, was man tun kann – und man möchte gar nicht glauben, was in dem E-Mail alles drinnen steht. Mit klaren Konsequenzen droht man dem ORF, mit Interviewentzug. (Ruf bei der SPÖ: Schreien Sie nicht so!) – Ja, da werde ich wirklich laut, denn Doppelbödigkeit ist das Übelste in der Demokratie, und die beweisen Sie in diesem Fall. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Höbart: SPÖ, zuhören! „Schärfere Gangart“!
Damit man sich auch die Tonalität vergegenwärtigen kann: Unter dem Titel „Weiterer Umgang mit dem ORF nach Bürgerforum“ ist „eine schärfere Gangart“ gegen den ORF angesagt: Absage des Neujahrs-ZIB2-Interviews, keine „Pressestunde“. Wir machen all das nicht, um „Verhaltensänderungen“ zu produzieren, und die produzieren wir „nur durch Konsequenz“. Dafür fördern wir mehr die Privaten. (Abg. Höbart: SPÖ, zuhören! „Schärfere Gangart“!)
Abg. Höbart: SPÖ, wir hören nichts!
Das ist Ihr offenes Verhältnis zum Thema Medienfreiheit, Pressefreiheit? Sie stellen sich hier heraus und klagen an? Mit welchem Recht? – Ich höre nichts. (Abg. Höbart: SPÖ, wir hören nichts!) Das ist alles nachweislich, tatsächlich passiert! – Ein eigenartiges Verständnis zum Thema Pressefreiheit. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Das ist Ihr offenes Verhältnis zum Thema Medienfreiheit, Pressefreiheit? Sie stellen sich hier heraus und klagen an? Mit welchem Recht? – Ich höre nichts. (Abg. Höbart: SPÖ, wir hören nichts!) Das ist alles nachweislich, tatsächlich passiert! – Ein eigenartiges Verständnis zum Thema Pressefreiheit. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Rädler: Darum musste er gehen! – Ruf bei der FPÖ: Der Schieder hat ja nichts mehr zu sagen!
Kopf, er muss sich halt mit den Vorgängen in seiner eigenen Partei konfrontieren. (Abg. Rädler: Darum musste er gehen! – Ruf bei der FPÖ: Der Schieder hat ja nichts mehr zu sagen!)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Aber gestatten Sie mir auch noch ein Wort zu Dr. Pilz, der sich hier herausgestellt und auch wieder Anklage geführt hat. Wissen Sie, was ich mir immer wieder denke, Herr Kollege Pilz, wenn ich Sie da draußen sehe? – Wie schmerzbefreit müssen Sie eigentlich sein?! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.) Wie schmerzbefreit müssen Sie sein, wenn Sie sich hier mit einem Inserat herausstellen, das das Innenministerium publiziert, um Menschen zu schützen? Ich glaube, Sie denken keine Sekunde daran, dass die Opfer Ihrer sexuellen Übergriffe diese Parlamentsdebatte verfolgen, das sehen und all das, was auf der Tafel steht, nicht machen konnten. Und Sie stellen sich hier heraus und klagen wieder an?! (Abg. Rauch: Doppelbödig! Doppelzüngig!) Welches Selbstbild haben Sie von sich selbst, um sich für sich selbst das Recht herauszunehmen, zu moralisieren? – Aus meiner Sicht geht sich das nicht aus. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Rauch: Doppelbödig! Doppelzüngig!
Aber gestatten Sie mir auch noch ein Wort zu Dr. Pilz, der sich hier herausgestellt und auch wieder Anklage geführt hat. Wissen Sie, was ich mir immer wieder denke, Herr Kollege Pilz, wenn ich Sie da draußen sehe? – Wie schmerzbefreit müssen Sie eigentlich sein?! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.) Wie schmerzbefreit müssen Sie sein, wenn Sie sich hier mit einem Inserat herausstellen, das das Innenministerium publiziert, um Menschen zu schützen? Ich glaube, Sie denken keine Sekunde daran, dass die Opfer Ihrer sexuellen Übergriffe diese Parlamentsdebatte verfolgen, das sehen und all das, was auf der Tafel steht, nicht machen konnten. Und Sie stellen sich hier heraus und klagen wieder an?! (Abg. Rauch: Doppelbödig! Doppelzüngig!) Welches Selbstbild haben Sie von sich selbst, um sich für sich selbst das Recht herauszunehmen, zu moralisieren? – Aus meiner Sicht geht sich das nicht aus. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Aber gestatten Sie mir auch noch ein Wort zu Dr. Pilz, der sich hier herausgestellt und auch wieder Anklage geführt hat. Wissen Sie, was ich mir immer wieder denke, Herr Kollege Pilz, wenn ich Sie da draußen sehe? – Wie schmerzbefreit müssen Sie eigentlich sein?! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.) Wie schmerzbefreit müssen Sie sein, wenn Sie sich hier mit einem Inserat herausstellen, das das Innenministerium publiziert, um Menschen zu schützen? Ich glaube, Sie denken keine Sekunde daran, dass die Opfer Ihrer sexuellen Übergriffe diese Parlamentsdebatte verfolgen, das sehen und all das, was auf der Tafel steht, nicht machen konnten. Und Sie stellen sich hier heraus und klagen wieder an?! (Abg. Rauch: Doppelbödig! Doppelzüngig!) Welches Selbstbild haben Sie von sich selbst, um sich für sich selbst das Recht herauszunehmen, zu moralisieren? – Aus meiner Sicht geht sich das nicht aus. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Ui!
Aber Pressefreiheit, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist tatsächlich ein ernstes Thema – und wir haben es auch in Europa, wir haben es sogar in der Europäischen Union. In der Slowakei wurde ein Journalist ermordet, auf Malta eine Journalistin. In Rumänien, sozialdemokratisch regiert, wird auf Journalistinnen und Journalisten eingeprügelt. (Ruf bei der FPÖ: Ui!) Da müssen wir uns wirklich Sorgen machen und für die Pressefreiheit in Europa kämpfen. Das sind wirkliche Probleme. (Zwischenruf der Abg. Kuntzl. – Abg. Jarolim: Ungarn! Orbán und Kurz!) – Ich weiß, dass Ihnen das unangenehm ist, aber Sie werden erst dann glaubhaft, wenn Sie sich genau diesem Problem stellen und diese Vorkommnisse genauso attackieren.
Zwischenruf der Abg. Kuntzl. – Abg. Jarolim: Ungarn! Orbán und Kurz!
Aber Pressefreiheit, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist tatsächlich ein ernstes Thema – und wir haben es auch in Europa, wir haben es sogar in der Europäischen Union. In der Slowakei wurde ein Journalist ermordet, auf Malta eine Journalistin. In Rumänien, sozialdemokratisch regiert, wird auf Journalistinnen und Journalisten eingeprügelt. (Ruf bei der FPÖ: Ui!) Da müssen wir uns wirklich Sorgen machen und für die Pressefreiheit in Europa kämpfen. Das sind wirkliche Probleme. (Zwischenruf der Abg. Kuntzl. – Abg. Jarolim: Ungarn! Orbán und Kurz!) – Ich weiß, dass Ihnen das unangenehm ist, aber Sie werden erst dann glaubhaft, wenn Sie sich genau diesem Problem stellen und diese Vorkommnisse genauso attackieren.
Abg. Drozda: Danke!
Gestatten Sie mir auch noch ein Wort zum neuen Bundesgeschäftsführer, ehemaligen Medienminister Drozda! Ich gratuliere Ihnen erstens zur neuen Aufgabe (Abg. Drozda: Danke!), freue mich auf unsere gemeinsame Zusammenarbeit. Sie selbst waren aber einer derjenigen, die Bundeskanzler außer Dienst, jetzt Abgeordneten Kern dazu ermuntert und unterstützt haben, das Pressefoyer abzuschaffen. Sie wollten dann stattdessen Debriefings einführen – Sie können sich sicher noch daran erinnern –, bis zu dem großen Protest der Journalistinnen- und Journalistengewerkschaft. Das ist also Ihr Verständnis von Medienfreiheit. – Diese Bundesregierung hat das Pressefoyer wieder eingeführt! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Gestatten Sie mir auch noch ein Wort zum neuen Bundesgeschäftsführer, ehemaligen Medienminister Drozda! Ich gratuliere Ihnen erstens zur neuen Aufgabe (Abg. Drozda: Danke!), freue mich auf unsere gemeinsame Zusammenarbeit. Sie selbst waren aber einer derjenigen, die Bundeskanzler außer Dienst, jetzt Abgeordneten Kern dazu ermuntert und unterstützt haben, das Pressefoyer abzuschaffen. Sie wollten dann stattdessen Debriefings einführen – Sie können sich sicher noch daran erinnern –, bis zu dem großen Protest der Journalistinnen- und Journalistengewerkschaft. Das ist also Ihr Verständnis von Medienfreiheit. – Diese Bundesregierung hat das Pressefoyer wieder eingeführt! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Aber stellen wir das Einende über das Trennende: Heute in der Sitzung war immer wieder die Rede davon, und zwar von Vertretern und Vertreterinnen aller Parteien, dass die Pressefreiheit für uns ein ganz wichtiges Gut ist. Nehmen wir das gemeinsam an und kämpfen wir dafür in Österreich und vor allem auch in Europa weiter! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Das ist ein Maulkorb für die Abgeordneten!
Worte gefunden. Also ich ersuche Sie, das dementsprechend zu ahnden. – Danke. (Ruf bei der ÖVP: Das ist ein Maulkorb für die Abgeordneten!)
Abg. Höbart: Was wollen Sie jetzt eigentlich noch sagen? Ein bissel was über den Silberstein?
Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Angela Lueger. – Bitte. (Abg. Höbart: Was wollen Sie jetzt eigentlich noch sagen? Ein bissel was über den Silberstein?)
Abg. Höbart: ORF-Zensur!
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Frau Präsidentin! Werte Mitglieder auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Keine Angst, mir wird schon etwas einfallen. (Abg. Höbart: ORF-Zensur!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Steger.
Erster Punkt, Herr Nehammer: Zu dem, was Sie vorhin gebracht haben, möchte ich Sie fragen: Gibt es eine Sippenhaftung? Wie lässt sich das dann damit vereinbaren, dass im Stiftungsrat des ORF Herr Steger sitzt und die Tochter im Nationalrat? Wie lässt sich das vereinbaren? (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Steger.) – Genau, das war aber seine Idee. Das war seine Idee. Ich wollte Sie nur daran erinnern, dass es seine Idee war. (Zwischenruf der Abg. Steger.)
Zwischenruf der Abg. Steger.
Erster Punkt, Herr Nehammer: Zu dem, was Sie vorhin gebracht haben, möchte ich Sie fragen: Gibt es eine Sippenhaftung? Wie lässt sich das dann damit vereinbaren, dass im Stiftungsrat des ORF Herr Steger sitzt und die Tochter im Nationalrat? Wie lässt sich das vereinbaren? (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Steger.) – Genau, das war aber seine Idee. Das war seine Idee. Ich wollte Sie nur daran erinnern, dass es seine Idee war. (Zwischenruf der Abg. Steger.)
Abg. Rosenkranz: Das heißt Pressefreiheit!
Das ist also eine ganz klare Abgrenzung. (Abg. Rosenkranz: Das heißt Pressefreiheit!)
Abg. Rosenkranz: Aber es wird schon immer noch der Täter verurteilt, zum Beispiel!
Tat und nicht um den Täter. Meine sehr geehrten Damen und Herren, er zieht daraus folgenden Schluss (Abg. Rosenkranz: Aber es wird schon immer noch der Täter verurteilt, zum Beispiel!): dass sehr wohl versucht wird, die Berichterstattung strategisch zu steuern, um Vorurteile in der Bevölkerung weiter zu schüren.
Abg. Neubauer: Alles, was ihr nicht gemacht habt!
Meine KollegInnen haben es vorhin erwähnt: 80 Prozent der sexuellen Übergriffe finden im familiären Umkreis statt. Aber was kann man von einer Partei erwarten, die das so angeht, die meint, dass Frauenhäuser Ehen zerstören? Ich kann nur unterstützen: Herr Minister, Sie haben in Ihrem Ministerium Geld zur Verfügung, mit dem Sie dafür sorgen sollten, dass es ausreichend gute Polizeiinspektionen gibt, dass es Schutzausrüstungen gibt, und, und, und. (Abg. Neubauer: Alles, was ihr nicht gemacht habt!) – Ja, alles, was wir nicht gemacht haben. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir den letzten Innenminister gestellt haben, Herr Kollege! (Abg. Neubauer: In der Regierung wart ihr aber schon! Wart ihr in der Regierung? – Abg. Belakowitsch: Ihr wart in der Regierung!) – Oh, so ist es auf einmal. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neubauer: In der Regierung wart ihr aber schon! Wart ihr in der Regierung? – Abg. Belakowitsch: Ihr wart in der Regierung!
Meine KollegInnen haben es vorhin erwähnt: 80 Prozent der sexuellen Übergriffe finden im familiären Umkreis statt. Aber was kann man von einer Partei erwarten, die das so angeht, die meint, dass Frauenhäuser Ehen zerstören? Ich kann nur unterstützen: Herr Minister, Sie haben in Ihrem Ministerium Geld zur Verfügung, mit dem Sie dafür sorgen sollten, dass es ausreichend gute Polizeiinspektionen gibt, dass es Schutzausrüstungen gibt, und, und, und. (Abg. Neubauer: Alles, was ihr nicht gemacht habt!) – Ja, alles, was wir nicht gemacht haben. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir den letzten Innenminister gestellt haben, Herr Kollege! (Abg. Neubauer: In der Regierung wart ihr aber schon! Wart ihr in der Regierung? – Abg. Belakowitsch: Ihr wart in der Regierung!) – Oh, so ist es auf einmal. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine KollegInnen haben es vorhin erwähnt: 80 Prozent der sexuellen Übergriffe finden im familiären Umkreis statt. Aber was kann man von einer Partei erwarten, die das so angeht, die meint, dass Frauenhäuser Ehen zerstören? Ich kann nur unterstützen: Herr Minister, Sie haben in Ihrem Ministerium Geld zur Verfügung, mit dem Sie dafür sorgen sollten, dass es ausreichend gute Polizeiinspektionen gibt, dass es Schutzausrüstungen gibt, und, und, und. (Abg. Neubauer: Alles, was ihr nicht gemacht habt!) – Ja, alles, was wir nicht gemacht haben. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir den letzten Innenminister gestellt haben, Herr Kollege! (Abg. Neubauer: In der Regierung wart ihr aber schon! Wart ihr in der Regierung? – Abg. Belakowitsch: Ihr wart in der Regierung!) – Oh, so ist es auf einmal. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Leichtfried: Aha! – Abg. Rosenkranz: Ja, beim Rechnungshof!
Reden wir noch über das Thema Wahrheit, und das ist mir ein sehr wichtiger Punkt: Herr Minister, Sie haben heute gesagt, es war immer vorgesehen, dass Sie hierherkommen. Mir liegt ein Schreiben des Verbindungsdienstes des Bundeskanzleramtes vor, das gestern um 12.11 Uhr geschickt wurde, mit dem Inhalt, dass Sie durch die Frau Staatssekretärin vertreten werden. (Abg. Leichtfried: Aha! – Abg. Rosenkranz: Ja, beim Rechnungshof!) – Nein, nein, nicht beim Rechnungshof, das stimmt so nicht.
Abg. Gudenus: Die sind superinteressant, diese E-Mails!
Es kam dann um 13.55 Uhr die APA-Meldung, dass der Herr Bundesminister nicht kommen möchte und dass er kneift. Komischerweise kam dann um 14.04 Uhr wieder vom Verbindungsdienst des Bundeskanzleramtes - - (Abg. Gudenus: Die sind superinteressant, diese E-Mails!) – Superinteressant, natürlich, da sehen wir nämlich, wie Sie mit der Wahrheit umgehen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Zanger: Die Wahrheit ist, dass er da ist!) Da sehen wir, wie Sie mit der Wahrheit umgehen. (Abg. Zanger: Wichtig ist, dass er hier ist!) Ja, genau.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Zanger: Die Wahrheit ist, dass er da ist!
Es kam dann um 13.55 Uhr die APA-Meldung, dass der Herr Bundesminister nicht kommen möchte und dass er kneift. Komischerweise kam dann um 14.04 Uhr wieder vom Verbindungsdienst des Bundeskanzleramtes - - (Abg. Gudenus: Die sind superinteressant, diese E-Mails!) – Superinteressant, natürlich, da sehen wir nämlich, wie Sie mit der Wahrheit umgehen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Zanger: Die Wahrheit ist, dass er da ist!) Da sehen wir, wie Sie mit der Wahrheit umgehen. (Abg. Zanger: Wichtig ist, dass er hier ist!) Ja, genau.
Abg. Zanger: Wichtig ist, dass er hier ist!
Es kam dann um 13.55 Uhr die APA-Meldung, dass der Herr Bundesminister nicht kommen möchte und dass er kneift. Komischerweise kam dann um 14.04 Uhr wieder vom Verbindungsdienst des Bundeskanzleramtes - - (Abg. Gudenus: Die sind superinteressant, diese E-Mails!) – Superinteressant, natürlich, da sehen wir nämlich, wie Sie mit der Wahrheit umgehen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Zanger: Die Wahrheit ist, dass er da ist!) Da sehen wir, wie Sie mit der Wahrheit umgehen. (Abg. Zanger: Wichtig ist, dass er hier ist!) Ja, genau.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Na dann! Da sind wir froh! – Abg. Haider: Ihr spaltet die Gesellschaft! 2015 habt ihr die Gesellschaft gespalten! – Zwischenruf des Abg. Zanger.
Sie spalten die Gesellschaft. Sie spalten die Gesellschaft in die einen und in die anderen, und die anderen sind bei Ihnen immer die Bösen, und das lassen wir hier in Österreich nicht zu. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Na dann! Da sind wir froh! – Abg. Haider: Ihr spaltet die Gesellschaft! 2015 habt ihr die Gesellschaft gespalten! – Zwischenruf des Abg. Zanger.) Das ist demokratiegefährdend und das ist schädigend für Österreich in Österreich und im Ausland.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: ... da sind wir froh!
Da sich die Frau Staatssekretärin gestern distanziert hat, der Herr Bundespräsident distanziert hat und der Herr Bundeskanzler distanziert hat, verlange ich vom Herrn Bundeskanzler, den Worten Taten folgen zu lassen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: ... da sind wir froh!)
Abg. Jarolim: Bleiben Sie bei der Wahrheit!
hat, entspricht natürlich nicht den Tatsachen. Der Herr Minister hat es ohnehin schon erklärt, aber sie hat anscheinend nicht aufgepasst. Einige bei der SPÖ sind anscheinend nicht in der Lage, der Debatte zu folgen, denn er hat mehrfach erklärt, dass es ein Irrtum war, dass das Kanzleramt irrtümlich gesagt hat, er werde nicht hier sein. Das Innenministerium hat nie etwas anderes gesagt, und es gibt auch vom Kanzleramt eine offizielle APA-Aussendung, in der genau das drinnen steht. (Abg. Jarolim: Bleiben Sie bei der Wahrheit!) Wenn Sie lesen könnten und wenn Sie lesen wollten, dann hätten Sie das auch zur Kenntnis genommen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
hat, entspricht natürlich nicht den Tatsachen. Der Herr Minister hat es ohnehin schon erklärt, aber sie hat anscheinend nicht aufgepasst. Einige bei der SPÖ sind anscheinend nicht in der Lage, der Debatte zu folgen, denn er hat mehrfach erklärt, dass es ein Irrtum war, dass das Kanzleramt irrtümlich gesagt hat, er werde nicht hier sein. Das Innenministerium hat nie etwas anderes gesagt, und es gibt auch vom Kanzleramt eine offizielle APA-Aussendung, in der genau das drinnen steht. (Abg. Jarolim: Bleiben Sie bei der Wahrheit!) Wenn Sie lesen könnten und wenn Sie lesen wollten, dann hätten Sie das auch zur Kenntnis genommen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Leichtfried: Ja, genau! – Abg. Noll: Das glaube ich ...!
Genau das ist das Problem: Es geht Ihnen nur um Polemik, es geht Ihnen nicht um die Sache. Und deshalb versuche ich jetzt, die Sache etwas sachlicher anzugehen. (Abg. Leichtfried: Ja, genau! – Abg. Noll: Das glaube ich ...!)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben diese Zahlungen nicht deshalb reduziert, weil wir den Medien etwas Böses wollen, nein. Die Vorgängerregierung ist nach dem Prinzip vorgegangen, das Erzählte reicht, und hat es mit Inseraten aufgepeppt. Wir sagen, nur das Erreichte zählt, und deshalb brauchen wir keine Inserate, denn wir leisten etwas für dieses Land. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Deshalb brauchen wir die freundliche Berichterstattung nicht mit Inseraten zu beeinflussen, so wie das vergangene Regierungen nachweislich getan haben.
Abg. Plessl: ... auch länger gebraucht! – Ruf bei der SPÖ: Ja, ja! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn man bedenkt, dass zum Beispiel der „Standard“ von den Vorgängerregierungen 5,5 Millionen Euro pro Jahr kassiert hat und jetzt natürlich genauso wie alle anderen von weniger Geldflüssen betroffen ist, dann kann man verstehen, warum der „Standard“ auch heute wieder alle möglichen Fantasien schreibt. Lesen Sie einmal bei Rauscher nach, der jetzt schon davon träumt, dass Frau Rendi-Wagner mit fliegenden Fahnen zur ÖVP überläuft und gleich einen Regierungschange macht! (Abg. Plessl: ... auch länger gebraucht! – Ruf bei der SPÖ: Ja, ja! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Und das wird nicht nur gewünscht (neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ), nein, nein, es wird nicht nur von Herrn Rauscher vom „Standard“ gewünscht, nein, sondern auch damit begründet, dass Herr Kickl staatsstreichartige Politik im Innenministerium betreibt. (Abg. Leichtfried: Ja eh!) So etwas schreibt der „Standard“!
neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ
Wenn man bedenkt, dass zum Beispiel der „Standard“ von den Vorgängerregierungen 5,5 Millionen Euro pro Jahr kassiert hat und jetzt natürlich genauso wie alle anderen von weniger Geldflüssen betroffen ist, dann kann man verstehen, warum der „Standard“ auch heute wieder alle möglichen Fantasien schreibt. Lesen Sie einmal bei Rauscher nach, der jetzt schon davon träumt, dass Frau Rendi-Wagner mit fliegenden Fahnen zur ÖVP überläuft und gleich einen Regierungschange macht! (Abg. Plessl: ... auch länger gebraucht! – Ruf bei der SPÖ: Ja, ja! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Und das wird nicht nur gewünscht (neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ), nein, nein, es wird nicht nur von Herrn Rauscher vom „Standard“ gewünscht, nein, sondern auch damit begründet, dass Herr Kickl staatsstreichartige Politik im Innenministerium betreibt. (Abg. Leichtfried: Ja eh!) So etwas schreibt der „Standard“!
Abg. Leichtfried: Ja eh!
Wenn man bedenkt, dass zum Beispiel der „Standard“ von den Vorgängerregierungen 5,5 Millionen Euro pro Jahr kassiert hat und jetzt natürlich genauso wie alle anderen von weniger Geldflüssen betroffen ist, dann kann man verstehen, warum der „Standard“ auch heute wieder alle möglichen Fantasien schreibt. Lesen Sie einmal bei Rauscher nach, der jetzt schon davon träumt, dass Frau Rendi-Wagner mit fliegenden Fahnen zur ÖVP überläuft und gleich einen Regierungschange macht! (Abg. Plessl: ... auch länger gebraucht! – Ruf bei der SPÖ: Ja, ja! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Und das wird nicht nur gewünscht (neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ), nein, nein, es wird nicht nur von Herrn Rauscher vom „Standard“ gewünscht, nein, sondern auch damit begründet, dass Herr Kickl staatsstreichartige Politik im Innenministerium betreibt. (Abg. Leichtfried: Ja eh!) So etwas schreibt der „Standard“!
Abg. Scherak: Was redest du da eigentlich?
Da frage ich mich: Ist das Pressefreiheit? Müssen wir das verteidigen? Müssen wir es verteidigen, wenn einzelne Medien nicht im Sinne der Pressefreiheit eine Information an die Bürger geben, dass sich die Bürger eine Meinung bilden können, nein, wenn sie diese Meinung sogar vorgeben? Ist es Pressefreiheit, wenn sie diese Meinung dem Bürger sogar aufzwingen? (Abg. Scherak: Was redest du da eigentlich?)
Abg. Schieder: Unterstützung?
Der „Standard“ hat vor einiger Zeit in einem Artikel geschrieben, dass es ein Skandal sei, dass der Innenminister für eine Bewerbungsaktion des Innenministeriums um 23 000 Euro ein Inserat schaltet, und sagt dann, dass dieses Medium ja ein rechtes Medium ist. Begründet wird das so, dass dieses Medium, der „Wochenblick“, Handlungen des Innenministers gut gefunden hat. Deswegen ist es ein rechtes Medium und deshalb darf es keine Unterstützung bekommen beziehungsweise keine Inserate. (Abg. Schieder: Unterstützung?)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
So weit sind wir! So weit sind wir, aber das ist nicht Pressefreiheit, und das müssen wir auch nicht verteidigen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Was wir verteidigen müssen, ist, und das steht ja auch in diesem E-Mail drinnen - - Haben Sie das E-Mail einmal gelesen? Wissen Sie, was da drinnen steht? – Man wünscht sich eine unabhängige Berichterstattung (Abg. Vogl: Positiv unabhängig!), das wünscht man sich. (Abg. Loacker: Das E-Mail ist Ihrer Meinung nach eh okay?) Ist das zu viel verlangt?
Abg. Vogl: Positiv unabhängig!
So weit sind wir! So weit sind wir, aber das ist nicht Pressefreiheit, und das müssen wir auch nicht verteidigen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Was wir verteidigen müssen, ist, und das steht ja auch in diesem E-Mail drinnen - - Haben Sie das E-Mail einmal gelesen? Wissen Sie, was da drinnen steht? – Man wünscht sich eine unabhängige Berichterstattung (Abg. Vogl: Positiv unabhängig!), das wünscht man sich. (Abg. Loacker: Das E-Mail ist Ihrer Meinung nach eh okay?) Ist das zu viel verlangt?
Abg. Loacker: Das E-Mail ist Ihrer Meinung nach eh okay?
So weit sind wir! So weit sind wir, aber das ist nicht Pressefreiheit, und das müssen wir auch nicht verteidigen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Was wir verteidigen müssen, ist, und das steht ja auch in diesem E-Mail drinnen - - Haben Sie das E-Mail einmal gelesen? Wissen Sie, was da drinnen steht? – Man wünscht sich eine unabhängige Berichterstattung (Abg. Vogl: Positiv unabhängig!), das wünscht man sich. (Abg. Loacker: Das E-Mail ist Ihrer Meinung nach eh okay?) Ist das zu viel verlangt?
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich weiß, bei Ihnen gab es das nicht, es war immer eine linksgerichtete Propaganda, die durchgeschaltet wurde. – Wir wollen nur eine unabhängige Berichterstattung. Das wollen wir, mehr wollen wir nicht, und ich glaube, das ist nicht zu viel verlangt. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Rädler: Da seid ihr nicht mehr dabei!
Abgeordneter Dr. Alfred J. Noll (PILZ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Dass ich mit Herrn Kickl nicht mehr gut Freund werde, das wird man wissen; das ist auch nichts Besonderes. Ich halte ihn mit Pouvoir des Bundeskanzlers für den Teilchenbeschleuniger der Orbánisierung in Österreich. Es ist sein politisches Recht, das zu tun. Ich halte ihn nach dem knappen Jahr, in dem er im Amt ist, auch insgesamt für die Inkarnation einer antidemokratischen Gesinnung. Das ist die politische Auseinandersetzung, die wir hier führen. Letztlich wird bei den Wahlen entschieden werden, ob das in diesem Land Erfolg haben wird oder nicht. (Abg. Rädler: Da seid ihr nicht mehr dabei!)
Abg. Jenewein: Wer hat die durchgeführt?
Zwei Punkte allerdings gehen weit über diese politische Auseinandersetzung hinaus. Erstens: Offenkundig hat Herr Kickl keine zutreffende Vorstellung davon, was ein monokratisches Organ in der Bundesvollziehung ist. Das zeigt alles, was in den letzten Monaten vorgekommen ist, sei es die BVT-Durchsuchung, sei es die rechtswidrige Suspendierung von Gridling (Abg. Jenewein: Wer hat die durchgeführt?), sei es jetzt dieser Bürokratenchat, der angeblich nur eine Anregung und quasi ein Gespräch unter Beamten war. Die Antwort von Herrn Kickl ist immer dieselbe: Es war jemand anderer, ich war es nicht. – Das ist die stehende Phrase. Immer redet er sich auf etwas anderes aus.
Beifall bei der Liste Pilz sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Wer hat die Suspendierung durchgeführt?
Ich muss Ihnen gestehen, ich bin da ziemlich altmodisch, für mich als Chef wäre das nie infrage gekommen, mich hinter Mitarbeitern zu verstecken, Mitarbeiter vorzuschicken und zu sagen: Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts! (Beifall bei der Liste Pilz sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Wer hat die Suspendierung durchgeführt?) – Das ist das Erste.
Abg. Steger: Jetzt kennen wir die Quelle vom Bericht!
Das Zweite, was sehr auffällig ist, ist diese Sache mit der Weisung. Jetzt habe ich das ja nicht nur studiert, habe nicht nur die Venia Legendi für öffentliches Recht, habe nicht nur ein paar Professoren für öffentliches Recht und Mitglieder unserer Höchstgerichte gefragt, sondern verfolge seit gut 30 Jahren auch die einschlägige Rechtsprechung dazu, was als Weisung zu werten ist und was nicht. (Abg. Steger: Jetzt kennen wir die Quelle vom Bericht!) Selbstverständlich ist das glasklar eine Weisung, die da erteilt wurde. Frau Belakowitsch, das ist keine Frage der Tatsachenbehauptung, wie Sie fälschlich gemeint haben, das ist eine Frage der rechtlichen Würdigung. (Abg. Lausch: Ja eh, genau!)
Abg. Lausch: Ja eh, genau!
Das Zweite, was sehr auffällig ist, ist diese Sache mit der Weisung. Jetzt habe ich das ja nicht nur studiert, habe nicht nur die Venia Legendi für öffentliches Recht, habe nicht nur ein paar Professoren für öffentliches Recht und Mitglieder unserer Höchstgerichte gefragt, sondern verfolge seit gut 30 Jahren auch die einschlägige Rechtsprechung dazu, was als Weisung zu werten ist und was nicht. (Abg. Steger: Jetzt kennen wir die Quelle vom Bericht!) Selbstverständlich ist das glasklar eine Weisung, die da erteilt wurde. Frau Belakowitsch, das ist keine Frage der Tatsachenbehauptung, wie Sie fälschlich gemeint haben, das ist eine Frage der rechtlichen Würdigung. (Abg. Lausch: Ja eh, genau!)
Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn das eine Weisung ist, woran es wenig Zweifel gibt, dann ist auch ganz klar, was Inhalt dieser Weisung ist, und da tröstet einen auch nicht die hermeneutische Barmherzigkeit, mit der die Regierungsfraktionen hier an die Lektüre gehen. Dort steht ganz klar drinnen: Es sind manche zu bevorzugen, denen ist ein Zuckerl zu geben, und andere sind zu benachteiligen. Und was, wenn nicht das – dass in bewusster Schädigungsabsicht die Befugnis der Zutreffenden überschritten wird, und das in diesem Fall sehr wohl auch wissentlich –, ist Inhalt des § 302 StGB? (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Neubauer: Herr Pilz ...!
Ich glaube, das Misstrauen, das sich in den Misstrauensanträgen zeigt, ist berechtigt, zumal der Innenminister Rechtsstaatlichkeit bisher immer nur in dem Umfang in Erfahrung gebracht hat, in dem ihn seine wahlwerbende Hetzerei vor strafrechtlicher Verantwortung gerade noch geschützt hat. (Abg. Neubauer: Herr Pilz ...!)
Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Jenewein: Der war nicht gut!
ser Republik bisher den größten Schaden für diese Republik provoziert hat. – Danke. (Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Jenewein: Der war nicht gut!)
Abg. Klaus Uwe Feichtinger: Wer sagt das? – Ruf bei der SPÖ: Wozu ist er dann Minister, wenn er ...?
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Kollege Noll, sehr geehrter Herr Universitätsprofessor! Sie haben in Ihrer Rede behauptet, es handle sich bei diesem E-Mail um eine Weisung. Ich mache Sie darauf aufmerksam – auch im Hinblick auf Ihre Lehrtätigkeit, nehmen Sie das bitte mit –, es handelt sich bei diesem Mail nicht um eine Weisung. (Abg. Klaus Uwe Feichtinger: Wer sagt das? – Ruf bei der SPÖ: Wozu ist er dann Minister, wenn er ...?)
Abg. Noll: Es war immer wer anderer, aber nie der Kickl!
Des Weiteren, Herr Abgeordneter Noll, haben Sie hier behauptet, Herr Bundesminister Kickl hätte Herrn Gridling suspendiert. – Das ist unrichtig. Herr Gridling wurde von der weisungsfreien Disziplinarkonferenz suspendiert. (Abg. Noll: Es war immer wer anderer, aber nie der Kickl!)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Und im Übrigen haben wir uns in der Präsidialkonferenz auch schon einmal darauf geeinigt, nicht auf die Körpergröße von anderen Abgeordneten oder Ministern hinzupecken. – Danke. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Rosenkranz: Zur Geschäftsordnung!
Präsidentin Doris Bures: Nun ist Herr Abgeordneter Mag. Gerald Loacker zu Wort gemeldet. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Rosenkranz: Zur Geschäftsordnung!) – Ich habe das Wort jetzt Herrn Abgeordnetem Loacker erteilt, nach seinen Ausführungen können wir eine Geschäftsordnungsdebatte beginnen. (Abg. Rosenkranz: Sie können schon das Protokoll von Herrn Noll anfordern!) – Bitte, Herr Abgeordneter Loacker.
Abg. Rosenkranz: Sie können schon das Protokoll von Herrn Noll anfordern!
Präsidentin Doris Bures: Nun ist Herr Abgeordneter Mag. Gerald Loacker zu Wort gemeldet. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Rosenkranz: Zur Geschäftsordnung!) – Ich habe das Wort jetzt Herrn Abgeordnetem Loacker erteilt, nach seinen Ausführungen können wir eine Geschäftsordnungsdebatte beginnen. (Abg. Rosenkranz: Sie können schon das Protokoll von Herrn Noll anfordern!) – Bitte, Herr Abgeordneter Loacker.
Abg. Lausch: Ich hätte es eh gesagt!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Frau Präsidentin! Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Zur Frage, was eine Weisung ist: Also die §§ 44 und 45 im Beamten-Dienstrechtsgesetz regeln die Pflichten von Beamten und ihren Vorgesetzten, und dazu gibt es ein Skriptum vom BMÖDS – Kollege Lausch kann es sicher auswendig aufsagen, ich muss es vorlesen –, in dem steht (Abg. Lausch: Ich hätte es eh gesagt!):
Abg. Belakowitsch: Aber der Herr Pölzl kann Weisungen erteilen?!
Weisungen sind einseitig bindende Anordnungen, die die Arbeitspflichten öffentlich Bediensteter im Einzelfall konkretisieren. Sie müssen nicht als ,Weisung‘ oder ,Befehl‘ bezeichnet werden,“ – sie müssen auch nicht nummeriert sein, Kollege Lausch – „ihr bindender Charakter muss aber für den Empfänger erkennbar sein (im Unterschied zB zur bloßen Mitteilung einer Rechtsmeinung).“ – Ums Mitteilen einer Rechtsmeinung ist es da nicht gegangen. (Abg. Belakowitsch: Aber der Herr Pölzl kann Weisungen erteilen?!)
Abg. Jenewein: Er hat sich nicht entschuldigt, er hat es klargestellt! Das ist ein Unterschied!
er hat sich eh entschuldigt (Abg. Jenewein: Er hat sich nicht entschuldigt, er hat es klargestellt! Das ist ein Unterschied!), der Minister hat eh gesagt, er ist für die Pressefreiheit, der Herr Bundespräsident hat auch gesagt, ihm reiche diese Klarstellung. Also gibt es auch solche, die sagen, es hat eine Klarstellung gegeben, weil es offensichtlich eine Klarstellung gebraucht hat und dieser Mitarbeiter ja offensichtlich auch zurechtgewiesen werden musste. Also vielleicht war doch nicht alles so super. Es sagen also der Bundespräsident und Kanzler Kurz, dass das nicht so super war, Othmar Karas sagt, das schadet dem Ansehen der Regierung in Europa (Abg. Stefan: Oh! – Abg. Gudenus: Ist das der Neos-Kandidat?), und Abgeordnete Steinacker hat gesagt, das E-Mail hätte nicht geschrieben werden dürfen.
Abg. Stefan: Oh! – Abg. Gudenus: Ist das der Neos-Kandidat?
er hat sich eh entschuldigt (Abg. Jenewein: Er hat sich nicht entschuldigt, er hat es klargestellt! Das ist ein Unterschied!), der Minister hat eh gesagt, er ist für die Pressefreiheit, der Herr Bundespräsident hat auch gesagt, ihm reiche diese Klarstellung. Also gibt es auch solche, die sagen, es hat eine Klarstellung gegeben, weil es offensichtlich eine Klarstellung gebraucht hat und dieser Mitarbeiter ja offensichtlich auch zurechtgewiesen werden musste. Also vielleicht war doch nicht alles so super. Es sagen also der Bundespräsident und Kanzler Kurz, dass das nicht so super war, Othmar Karas sagt, das schadet dem Ansehen der Regierung in Europa (Abg. Stefan: Oh! – Abg. Gudenus: Ist das der Neos-Kandidat?), und Abgeordnete Steinacker hat gesagt, das E-Mail hätte nicht geschrieben werden dürfen.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Kollege Nehammer vertritt eine andere Verteidigungslinie, er sagt: Ja, aber die SPÖ hat ja auch! – Also das ist ganz billig, das gleicht dem Kind, das mit einem Fünfer aus der Schule nach Hause kommt und sagt: Mama, die anderen haben auch einen Fünfer! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es ist keine Rechtfertigung, wenn jemand sich danebenbenimmt, dass ein anderer den Fehler auch macht!
Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Gudenus: Im Rahmen der gesetzlich gegebenen Möglichkeiten! – Abg. Stefan: Wer sagt denn das? Im gesetzlichen Rahmen!
Man muss noch eine Qualität unterscheiden. Es ist ein Unterschied, ob die Liste Pilz als Verein oder als Partei sagt: Ich lasse dich nicht auf meine Party kommen!, das ist nämlich ihr Bier, ob sie das will oder nicht, ein Ministerium repräsentiert aber die Republik Österreich und kann sich nicht wie ein Verein beliebig aussuchen, wem es Information gewährt oder nicht. (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Gudenus: Im Rahmen der gesetzlich gegebenen Möglichkeiten! – Abg. Stefan: Wer sagt denn das? Im gesetzlichen Rahmen!)
Beifall bei NEOS und SPÖ.
Und dann noch: Der Herr Bundesminister hat gesagt, es gibt ohnedies keine Informationssperre. – Oh, danke! Es gibt zwischen Schwarz und Weiß einfach Schattierungen. Und ja, Sie haben keine Informationssperre für Medien verordnet, aber Sie haben eben gesagt, Sie haben durch diesen Mitarbeiter sagen lassen, man soll nicht mit allen gleich umgehen und man soll abwägen, wem man was und wie sagt, und damit ist die Grenze bereits überschritten. Man muss keine Informationssperre verhängen, damit es zu viel ist, das beginnt schon früher, und dieses Überschreiten wird nicht zugegeben, insbesondere nicht von diesem mittleren Block. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Als Klubobmann dieses mittleren Blocks, wie ihn Herr Loacker bezeichnet hat, beziehe ich mich auf die Rede, die Herr Kollege Noll gehalten hat. Ganz zum Schluss hat er eine Bemerkung gemacht, und es ist einfach unerträglich und in diesem Haus auch unzulässig, und das ist durchaus bekannt, dass man betreffend Namen, Körperlichkeiten oder Ähnliches nicht einmal in irgendeiner Form Scherz treiben soll. Schauen Sie sich dieses Bonmot, diese versuchte Intellektualität, die Kollege Noll zum Besten gegeben hat, an, Frau Präsidentin! Diese Schlussbemerkung von Kollegen Noll verdient jedenfalls einen Ordnungsruf. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Abg. Schieder: Hört, hört! – Abg. Gudenus: Die sind nicht sakrosankt!
Dann haben Sie über die BVT-Affäre gesprochen, und dann haben Sie, im Zuge der Hausdurchsuchungen, noch hinzugefügt, „dass auch Medien teilweise [...] im Fokus des Interesses“ sind. (Abg. Schieder: Hört, hört! – Abg. Gudenus: Die sind nicht sakrosankt!) Das haben Sie am 26. Juni 2018 im „Report“ gesagt. (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.)
Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.
Dann haben Sie über die BVT-Affäre gesprochen, und dann haben Sie, im Zuge der Hausdurchsuchungen, noch hinzugefügt, „dass auch Medien teilweise [...] im Fokus des Interesses“ sind. (Abg. Schieder: Hört, hört! – Abg. Gudenus: Die sind nicht sakrosankt!) Das haben Sie am 26. Juni 2018 im „Report“ gesagt. (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.)
Abg. Gudenus: Welche Weisung?
Da gab es einen Riesenaufschrei bei den Chefredakteuren. Alle haben sich zu Wort gemeldet und haben das als implizite Drohung verstanden. Jetzt sind wir einen Schritt weiter, jetzt nennen Sie diese Medien, die gewissen Medien – vom 26. Juni 2018 – sind der „Standard, der „Falter“ und der „Kurier“. Das geht eindeutig aus Ihrer Weisung hervor. (Abg. Gudenus: Welche Weisung?) Die Geisteshaltung gegenüber der Pressefreiheit ist es, die Geisteshaltung ist es, die nicht stimmt. (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Abg. Stefan: Haltung ist gut!)
Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Abg. Stefan: Haltung ist gut!
Da gab es einen Riesenaufschrei bei den Chefredakteuren. Alle haben sich zu Wort gemeldet und haben das als implizite Drohung verstanden. Jetzt sind wir einen Schritt weiter, jetzt nennen Sie diese Medien, die gewissen Medien – vom 26. Juni 2018 – sind der „Standard, der „Falter“ und der „Kurier“. Das geht eindeutig aus Ihrer Weisung hervor. (Abg. Gudenus: Welche Weisung?) Die Geisteshaltung gegenüber der Pressefreiheit ist es, die Geisteshaltung ist es, die nicht stimmt. (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Abg. Stefan: Haltung ist gut!)
Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Ruf bei der FPÖ: Haltung! – Abg. Stefan: Ich bin so froh, dass wir einen Minister haben, der eine Haltung hat!
Das macht es so gefährlich, weil das Ihre implizite Haltung gegenüber der Pressefreiheit ist. Sie sind auf die Verfassung vereidigt und nicht auf Ihre Haltung! Diese haben Sie zu befolgen und nicht immer wieder weitere, darüber hinausgehende Schritte zu machen, um sich dann zu entschuldigen und sie zurückzunehmen, um dann wieder weitere Schritte machen zu können. Und wenn, dann waren es andere – das ist keine Entschuldigung! Es ist Ihre Haltung, die diese Republik vor ein Problem stellt. (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Ruf bei der FPÖ: Haltung! – Abg. Stefan: Ich bin so froh, dass wir einen Minister haben, der eine Haltung hat!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.
Kommen wir ein bisschen zum BVT. Dort ist es ja dasselbe: Sie reizen den Rechtsstaat aus bis zum Gehtnichtmehr und geben dann irgendwelche Antworten, dass andere dafür verantwortlich sind. Sie wollten eine schwarze Seilschaft im Innenministerium mit der blauen Kavallerie aushebeln. Sie haben das gewollt, niemand anderer! Niemand anderer wollte diese schwarze Seilschaft beseitigen. Mich wundert es ja, dass ich Sobotka verteidigen muss, denn so schlimm war er auch nicht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.
Innenministers der Republik Österreich nicht würdig. (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.)
Beifall bei SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Gudenus: Die Wähler wählen und nicht Sie!
Das ist natürlich alles in Ihrer Haltung begründet. Die Rechten dürfen alles: Sie dürfen filmen, andere Minister bloßstellen. Das ist alles normal. Sie führen Österreich mit dieser Haltung international vor. Tun Sie doch dieser Republik einen Gefallen und gehen Sie von selbst! Das ist doch nicht mehr tragbar, was Sie da machen! (Beifall bei SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Gudenus: Die Wähler wählen und nicht Sie!)
Abg. Belakowitsch: Wenn Sie es sagen!
Es ist ganz einfach so, dass Sie Innenminister nicht können, und das müssen Sie einmal einsehen. Sie können es nicht! (Abg. Belakowitsch: Wenn Sie es sagen!) Vielleicht heuern Sie mit einer Pferdenummer irgendwo in einem Zirkus an, aber Sie können Innenminister nicht, Sie können das nicht, und das sollte man jetzt endlich - - (Abg. Rosenkranz: Sehr wohl kann er es! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Sehr wohl kann er es! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es ist ganz einfach so, dass Sie Innenminister nicht können, und das müssen Sie einmal einsehen. Sie können es nicht! (Abg. Belakowitsch: Wenn Sie es sagen!) Vielleicht heuern Sie mit einer Pferdenummer irgendwo in einem Zirkus an, aber Sie können Innenminister nicht, Sie können das nicht, und das sollte man jetzt endlich - - (Abg. Rosenkranz: Sehr wohl kann er es! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz.
Ich verstehe die Aufregung, aber ich will noch auf die Ausführungen des Kollegen Amon zu sprechen kommen. Ich bewundere ihn für das Zitat: „Vertrauen wird dadurch erschöpft, dass es in Anspruch genommen wird.“ Das war die Drohung, die der Bundeskanzler Ihnen über Amon ausgerichtet hat: Jetzt ist dann bald Schluss! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz.)
Abg. Gudenus: Das hätten Sie wohl gerne!
Ich finde, die Worte, die er dafür gefunden hat, hervorragend. Kollege Amon, ich schätze Ihre Reden überhaupt sehr, aber dieses Zitat so zu bringen, im Auftrag des Bundeskanzlers Kickl jetzt einmal auszurichten, dass es das letzte Mal war, das finde ich wirklich herrlich. Das finde ich ja wirklich traumhaft, dass man innerhalb der Koalition mittlerweile draufgekommen ist, dass er nicht mehr tragbar ist, und man ihm das in den Worten Bertolt Brechts ausrichten lässt. (Abg. Gudenus: Das hätten Sie wohl gerne!) Das ist ein besonderes Zuckerl!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz.
Also tun Sie dieser Republik einen Gefallen und gehen Sie von selbst! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz.)
Abg. Belakowitsch: Bitte nicht!
Abgeordnete Dipl.-Ing. (FH) Martha Bißmann (ohne Klubzugehörigkeit): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Bundesminister! Es ist ja bekannt, dass ich einen Teil meiner Redezeit für Wortmeldungen aus der Bevölkerung zur Verfügung stelle. (Abg. Belakowitsch: Bitte nicht!) Es gibt auch jetzt zur laufenden Debatte Wortmeldungen, und eine möchte ich vorlesen, und zwar jene von David S. aus Tirol. (Abg. Gudenus: Dr. Sommer, oder wie?)
Abg. Gudenus: Dr. Sommer, oder wie?
Abgeordnete Dipl.-Ing. (FH) Martha Bißmann (ohne Klubzugehörigkeit): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Bundesminister! Es ist ja bekannt, dass ich einen Teil meiner Redezeit für Wortmeldungen aus der Bevölkerung zur Verfügung stelle. (Abg. Belakowitsch: Bitte nicht!) Es gibt auch jetzt zur laufenden Debatte Wortmeldungen, und eine möchte ich vorlesen, und zwar jene von David S. aus Tirol. (Abg. Gudenus: Dr. Sommer, oder wie?)
Abg. Rosenkranz: Darf ich Ihnen auch einmal ein E-Mail schreiben?
Zur Dringlichen Anfrage betreffend „Frontalangriff des Innenministeriums auf die Pressefreiheit“ (Abg. Rosenkranz: Darf ich Ihnen auch einmal ein E-Mail schreiben?): Hier haben die FPÖ und ihre rechten Freunde in Europa schon gute Arbeit geleistet. Spätestens jetzt sollten wir als österreichisches Volk aufwachen und sagen, dass hier eine Grenze überschritten wurde. Matthias Strolz hat es bereits richtig gesagt: Wer unsere Pressefreiheit einschränken will, der schränkt auch unsere Freiheit ein. (Ruf bei der FPÖ: Ist er von den NEOS?) Dass der Herr Innenminister wie immer nichts gewusst haben will und sich in die altbekannte Opferrolle flüchtet, ist beschämend und des Amtes nicht würdig. Nach diversen Skandalen ist er für mich als Wähler jedenfalls spätestens jetzt rücktrittsreif. – Zitatende. (Abg. Belakowitsch: Er hat ihn sicherlich gewählt! – Abg. Rosenkranz: Hat er ihn gewählt?)
Ruf bei der FPÖ: Ist er von den NEOS?
Zur Dringlichen Anfrage betreffend „Frontalangriff des Innenministeriums auf die Pressefreiheit“ (Abg. Rosenkranz: Darf ich Ihnen auch einmal ein E-Mail schreiben?): Hier haben die FPÖ und ihre rechten Freunde in Europa schon gute Arbeit geleistet. Spätestens jetzt sollten wir als österreichisches Volk aufwachen und sagen, dass hier eine Grenze überschritten wurde. Matthias Strolz hat es bereits richtig gesagt: Wer unsere Pressefreiheit einschränken will, der schränkt auch unsere Freiheit ein. (Ruf bei der FPÖ: Ist er von den NEOS?) Dass der Herr Innenminister wie immer nichts gewusst haben will und sich in die altbekannte Opferrolle flüchtet, ist beschämend und des Amtes nicht würdig. Nach diversen Skandalen ist er für mich als Wähler jedenfalls spätestens jetzt rücktrittsreif. – Zitatende. (Abg. Belakowitsch: Er hat ihn sicherlich gewählt! – Abg. Rosenkranz: Hat er ihn gewählt?)
Abg. Belakowitsch: Er hat ihn sicherlich gewählt! – Abg. Rosenkranz: Hat er ihn gewählt?
Zur Dringlichen Anfrage betreffend „Frontalangriff des Innenministeriums auf die Pressefreiheit“ (Abg. Rosenkranz: Darf ich Ihnen auch einmal ein E-Mail schreiben?): Hier haben die FPÖ und ihre rechten Freunde in Europa schon gute Arbeit geleistet. Spätestens jetzt sollten wir als österreichisches Volk aufwachen und sagen, dass hier eine Grenze überschritten wurde. Matthias Strolz hat es bereits richtig gesagt: Wer unsere Pressefreiheit einschränken will, der schränkt auch unsere Freiheit ein. (Ruf bei der FPÖ: Ist er von den NEOS?) Dass der Herr Innenminister wie immer nichts gewusst haben will und sich in die altbekannte Opferrolle flüchtet, ist beschämend und des Amtes nicht würdig. Nach diversen Skandalen ist er für mich als Wähler jedenfalls spätestens jetzt rücktrittsreif. – Zitatende. (Abg. Belakowitsch: Er hat ihn sicherlich gewählt! – Abg. Rosenkranz: Hat er ihn gewählt?)
Abg. Gudenus: Ui!
nicht zu nennen, mit folgender Begründung: Ich habe übrigens ein wenig Angst (Abg. Gudenus: Ui!), wenn mein voller Name genannt wird. In einem Land, in dem eine FPÖ in der Regierung sitzt und die Bevölkerung durchaus gespalten ist, habe ich da starkes Bauchweh. Bei Kritik an jeder anderen Partei wäre mir das egal, aber die FPÖ ist einfach radikal und viele der Wähler auch. – Zitatende. (Abg. Rosenkranz: Der dürfte ihn nicht gewählt haben!)
Abg. Rosenkranz: Der dürfte ihn nicht gewählt haben!
nicht zu nennen, mit folgender Begründung: Ich habe übrigens ein wenig Angst (Abg. Gudenus: Ui!), wenn mein voller Name genannt wird. In einem Land, in dem eine FPÖ in der Regierung sitzt und die Bevölkerung durchaus gespalten ist, habe ich da starkes Bauchweh. Bei Kritik an jeder anderen Partei wäre mir das egal, aber die FPÖ ist einfach radikal und viele der Wähler auch. – Zitatende. (Abg. Rosenkranz: Der dürfte ihn nicht gewählt haben!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, das erfüllt mich wirklich mit großer Sorge. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Lassen wir das doch einmal sacken! Die Worte dieses jungen Mannes aus Tirol bestätigen, was Kollegin Irmgard Griss in ihrer Rede vorhin aufgezeigt hat: Dass sich die Stimmung in diesem Land durch Schwarz-Blau verschlechtert hat (Ruf bei der FPÖ: Verbessert!), ist leider keine Hysterie. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Gudenus: Gut vorgelesen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Verbessert!
Liebe Kolleginnen und Kollegen, das erfüllt mich wirklich mit großer Sorge. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Lassen wir das doch einmal sacken! Die Worte dieses jungen Mannes aus Tirol bestätigen, was Kollegin Irmgard Griss in ihrer Rede vorhin aufgezeigt hat: Dass sich die Stimmung in diesem Land durch Schwarz-Blau verschlechtert hat (Ruf bei der FPÖ: Verbessert!), ist leider keine Hysterie. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Gudenus: Gut vorgelesen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Gudenus: Gut vorgelesen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, das erfüllt mich wirklich mit großer Sorge. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Lassen wir das doch einmal sacken! Die Worte dieses jungen Mannes aus Tirol bestätigen, was Kollegin Irmgard Griss in ihrer Rede vorhin aufgezeigt hat: Dass sich die Stimmung in diesem Land durch Schwarz-Blau verschlechtert hat (Ruf bei der FPÖ: Verbessert!), ist leider keine Hysterie. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Gudenus: Gut vorgelesen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Scherak: Danke!
Abgeordneter Hans-Jörg Jenewein, MA (FPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Also diese Debatte, bei der es am Anfang eigentlich so ausgesehen hat, als würde sich die Opposition jetzt langsam fangen, als hätte man endlich ein Herzensthema gefunden, hat sich gegen Ende dann wieder in Nebel aufgelöst. Den absoluten Tiefpunkt – und das möchte ich schon auch in dieser Klarheit sagen – hat Frau Kollegin Griss heute hier abgeliefert. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Scherak: Danke!)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Eines sage ich Ihnen auch: Das Letzte, was dieses Haus braucht, und das Letzte, was diese Debatte braucht, sind Nazivergleiche, und dagegen verwahre ich mich und dagegen sollte sich auch dieses Haus verwahren. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
dieser Debatte gemacht haben; das muss ich Ihnen schon sagen. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Abg. Rosenkranz: Zwischen den Zeilen lesen sie, vor allem zwischen den Zeilen!
Aus diesem Grund möchte ich davor warnen, dass man sich dem Sturm der Entrüstung einfach annähert, dass man sich davon mitreißen lässt, denn die tatsächlichen Gegebenheiten und das, was tatsächlich in diesem E-Mail drinnen steht, wird natürlich von Ihnen interpretiert, und da zerreißen Sie sich den Mund darüber. (Abg. Rosenkranz: Zwischen den Zeilen lesen sie, vor allem zwischen den Zeilen!) Tatsache ist, dass im besagten E-Mail festgehalten ist, dass alle Medien und Zeitungshäuser dieses Landes im gesetzlich dafür vorgesehenen Rahmen Informationen erhalten. Mehr ist dazu eigentlich nicht mehr zu sagen!
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Genau das ist der Punkt! Und dieser Thomas Meyer ist nicht irgendjemand, sondern er sitzt in der Grundwertekommission der SPD. Vielleicht glauben Sie es ja ihm, wenn Sie es mir nicht glauben, denn mir, den Freiheitlichen, dem Innenminister wird ja gleich einmal unterstellt, wir möchten die Demokratie in diesem Land abschaffen. Wenn das Herr Thomas Meyer in seinem Buch formuliert, dann ist das auf einmal eine Selbstverständlichkeit, dann ist das ein Beitrag zur pluralistischen Debatte. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Hans-Jörg Jenewein, MA (fortsetzend): Ja, ich komme zum Schlusssatz, Frau Präsidentin, wenn Sie mich ausreden lassen: Ich verstehe, dass Sie den Innenminister kritisieren wollen, das ist mir ganz klar; er passt nicht in Ihr Weltbild. Das aber, was Sie hier aufführen, ist nichts anderes als Menschenhatz und -hetze, und gegen die verwahre ich mich. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Ich ersuche jene Damen und Herren, die sich für diesen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Abgelehnt. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ
Jetzt passiert Folgendes: Die Regierungsparteien beginnen offenbar nachzudenken (Beifall bei der SPÖ) und denken monatelang nach. Ich weiß gar nicht, wie oft der Antrag vertagt wurde – wir haben ihn schon öfter zur Debatte gestellt, ein-, zwei-, drei-, viermal, ich weiß es ehrlich gesagt nicht –, ohne eine inhaltliche Debatte durchzuführen; wahrscheinlich hat man nachgedacht. Bei der letzten Sitzung hieß es – ebenfalls ohne Debatte –: Wir lehnen ihn ab, denn die Debatte führen wir ja eh im Plenum und es ist müßig, sie im Ausschuss zu führen, wir machen es gleich jetzt!
Beifall bei der SPÖ.
Für die Zuschauer (ein Schriftstück in die Höhe haltend): Das ist der Beschlusstext, über den man fast ein Jahr nachdenken musste. Ich bin gespannt, was herausgekommen ist. Wir stehen zu diesem Antrag, wir halten ihn für richtig. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Krainer, ich schreibe Ihnen das ins Stammbuch: Das ist klassenkämpferisch, das ist sachlich falsch und populistisch. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich werde auch begründen, wieso das so ist. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Herr Kollege Krainer, ich schreibe Ihnen das ins Stammbuch: Das ist klassenkämpferisch, das ist sachlich falsch und populistisch. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich werde auch begründen, wieso das so ist. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Schimanek.
Offensichtlich waren Sie auch in den letzten Monaten ganz wenig im Hohen Haus und haben die Beschlüsse nicht mitbekommen. Ich möchte Ihnen ein paar noch einmal in Erinnerung rufen. Ich beginne einmal mehr mit dem Familienbonus Plus. Ab dem 1. Jänner 2019 zahlen knapp eine Million Familien in Österreich weniger Steuern, 1,6 Millionen Kinder werden davon profitieren. (Zwischenruf der Abg. Schimanek.) Ich habe mir das zum Beispiel für meinen Wahlkreis angeschaut: Im Bezirk Amstetten sind das 21 500 Familien, im Bezirk Scheibbs 7 600 Familien, in der Statutarstadt Waidhofen an der Ybbs 2 050 Familien und im Bezirk Melk 13 800 Familien.
Beifall bei ÖVP und FPÖ
Was für meinen Wahlkreis gilt, gilt natürlich für ganz Österreich: Das ist die größte familienpolitische Entlastung, die es in der Zweiten Republik gegeben hat (Beifall bei ÖVP und FPÖ) – da kann man, glaube ich, wirklich applaudieren –, und adressiert nicht jene Zielgruppe, die Sie in Ihrem Antrag nennen.
Zwischenruf des Abg. Loacker
1 380 Euro brutto bis 1 950 Euro brutto; das sind mit Sicherheit keine Großverdiener (Zwischenruf des Abg. Loacker), das möchte ich schon auch einmal sagen, denn mit 1 600 Euro brutto durchs Leben zu gehen, das wissen wir alle, ist nicht ganz einfach. Diese Gruppe zu entlasten – es geht um die Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge – ist uns ganz einfach wichtig, und das adressiert auch nicht jene Gruppe, von der Sie gesprochen haben.
Abg. Loacker: ... Anreiz, weniger zu arbeiten!
Zum Vierten – das hängt zwar nur indirekt mit der Steuerpolitik zusammen, das möchte ich schon auch dazusagen –: Wie geht die Regierung mit dem Thema Pensionserhöhungen um? – Es braucht, glaube ich, auch einen genaueren Blick darauf. Die Beschlussfassung im Parlament steht ja noch an, aber erstmals seit elf Jahren liegen die Pensionserhöhungen im ASVG-Bereich jetzt deutlich über der Inflationsrate. Ganz besonders ist dabei, dass die niedrigeren Pensionen stärker als die mittleren und die hohen erhöht werden; ab 1 150 Euro wird eingeschliffen, und ab der Höchstbeitragsgrundlage geht es um einen Fixbetrag, also relativ gesehen werden diese am geringsten erhöht. (Abg. Loacker: ... Anreiz, weniger zu arbeiten!)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Natürlich bekennen wir uns zu einer Solidargemeinschaft, aber wir dürfen auch nie diejenigen vergessen, die unser System tragen, die unser System finanzieren, das ist ganz wesentlich für unsere Gesellschaft. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der NEOS.
Ich bin überzeugt davon, dass politische Entscheidungen dann ganz anders als jetzt, da lediglich mit Vorurteilen und falschen Behauptungen argumentiert wird, ausfallen würden. – Vielen Dank. (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der NEOS.)
Beifall bei der FPÖ.
Ja, das stimmt, mit 43,8 Prozent war sie zum damaligen Zeitpunkt am höchsten, nur das war auch der Zeitpunkt, als die Sozialdemokraten nach drei Jahrzehnten in der Regierung in Österreich abgewählt wurden. Dafür, dass wir diese hohe Steuerquote hatten, waren Sie verantwortlich. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP
Diese hohe Steuerquote ist auch ganz, ganz wichtig im Zusammenhang mit Ihrem Antrag, denn Sie fordern Umverteilung, und Umverteilung ist etwas, wofür wir einfach nicht stehen. Wir wollen Gerechtigkeit, aber wir wollen nicht Umverteilung, denn Umverteilung bedeutet hohe Steuern, aber es bedeutet auch, dass die Menschen unfreier sind, dass sie sich weniger Eigentum schaffen können. Das ist aber für uns ganz wichtig, denn Eigentum ist Ausdruck von Freiheit und gibt auch Sicherheit, vor allem im Alter (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP), das setzen wir voraus, das ist für uns einfach wichtig.
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Wir wollen, dass die Menschen eigenverantwortlich sind, wieder mehr Eigenverantwortung erhalten. Wir wollen, dass die Menschen freier sind. Diese Politik – und das sage ich Ihnen hier als Freiheitlicher – ist auf Langfristigkeit ausgelegt, auch mit der klaren Ansage – das ist unser Ziel –: Wir sind gekommen, um zu bleiben! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, die Partei, die für hohe Steuern steht, ist die Freiheitliche Partei. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Rossmann: Das sind ja keine unteren Einkommen!
Erste große Schritte wurden bereits mit dem Familienbonus Plus gesetzt; wir haben es schon gehört. Ebenfalls bereits umgesetzt wurde die Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge für niedrige Einkommen. Wenn Herr Klubobmann Rossmann meint, diese waren früher schon bis 1 381 Euro befreit: Ja, Sie haben recht, aber wir haben hier weitere Entlastungsschritte für Einkommen bis 1 948 Euro gesetzt, und das ist eine Entlastung! (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Rossmann: Das sind ja keine unteren Einkommen!)
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rossmann.
Wenn Sie, Herr Abgeordneter Rossmann, immer behaupten, jeder bezahlt Umsatzsteuer: Ja, Sie haben recht, aber was ist die Konsequenz? Sollten wir die Umsatzsteuer abschaffen? Sollten wir jedem Kind eine Steuergutschrift erteilen? – Sie wissen nicht, wie man eine Steuerreform gestaltet, weil Sie auch diejenigen von der Einkommensteuer entlasten wollen, die keine Einkommensteuer zahlen, und das ist schlichtweg unmöglich, ohne unser Steuersystem zu ruinieren! (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rossmann.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Die Treffsicherheit der Sozialleistungen ist daher zu verbessern und zu erhöhen, und die Anstrengungen zur Eigenvorsorge müssen sich wieder lohnen. – Danke. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Aus den Redebeiträgen der Kolleginnen und Kollegen der Regierungsparteien habe ich überhaupt nicht verstanden, warum Sie gegen die Ökologisierung des Steuersystems sind. Warum sind Sie es? Warum sind Sie weiterhin für die ungleiche Verteilung von Vermögen? Und: Warum sind Sie gegen die Verteilung der Steuerleistung? – Verständlich ist es nicht. (Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das ist ein wirklich sehr guter Antrag, und zu Ihrem Lieblingsprojekt, dem Reiche-Familien-Bonus, muss man wirklich schon auch Folgendes sagen: Es führt nicht nur dazu, dass Besserverdienerinnen und ‑verdiener einen Bonus bekommen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Dagegen habe ich nichts, glauben Sie mir, dagegen habe ich nichts.
Abg. Haider: Jetzt haben Sie ein Herz für die Verkäuferin!
Ich stelle mir aber immer wieder die Verkäuferin in der Bäckerei vor. (Abg. Haider: Jetzt haben Sie ein Herz für die Verkäuferin!) Der Besitzer der Bäckerei bekommt für zwei Kinder 3 000 Euro Bonus. (Abg. Haider: Jahrelang haben Sie sie vergessen!) Die Verkäuferin in der Bäckerei bekommt 500 Euro für zwei Kinder. Es sind zwei Kinder in der Familie der Verkäuferin und zwei Kinder in der Familie des Besitzers. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Warum sind die Kinder der Verkäuferin in der Bäckerei für Sie nicht gleichwertig mit jenen des Besitzers? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haider: Jahrelang haben Sie sie vergessen!
Ich stelle mir aber immer wieder die Verkäuferin in der Bäckerei vor. (Abg. Haider: Jetzt haben Sie ein Herz für die Verkäuferin!) Der Besitzer der Bäckerei bekommt für zwei Kinder 3 000 Euro Bonus. (Abg. Haider: Jahrelang haben Sie sie vergessen!) Die Verkäuferin in der Bäckerei bekommt 500 Euro für zwei Kinder. Es sind zwei Kinder in der Familie der Verkäuferin und zwei Kinder in der Familie des Besitzers. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Warum sind die Kinder der Verkäuferin in der Bäckerei für Sie nicht gleichwertig mit jenen des Besitzers? (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich stelle mir aber immer wieder die Verkäuferin in der Bäckerei vor. (Abg. Haider: Jetzt haben Sie ein Herz für die Verkäuferin!) Der Besitzer der Bäckerei bekommt für zwei Kinder 3 000 Euro Bonus. (Abg. Haider: Jahrelang haben Sie sie vergessen!) Die Verkäuferin in der Bäckerei bekommt 500 Euro für zwei Kinder. Es sind zwei Kinder in der Familie der Verkäuferin und zwei Kinder in der Familie des Besitzers. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Warum sind die Kinder der Verkäuferin in der Bäckerei für Sie nicht gleichwertig mit jenen des Besitzers? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich stelle mir aber immer wieder die Verkäuferin in der Bäckerei vor. (Abg. Haider: Jetzt haben Sie ein Herz für die Verkäuferin!) Der Besitzer der Bäckerei bekommt für zwei Kinder 3 000 Euro Bonus. (Abg. Haider: Jahrelang haben Sie sie vergessen!) Die Verkäuferin in der Bäckerei bekommt 500 Euro für zwei Kinder. Es sind zwei Kinder in der Familie der Verkäuferin und zwei Kinder in der Familie des Besitzers. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Warum sind die Kinder der Verkäuferin in der Bäckerei für Sie nicht gleichwertig mit jenen des Besitzers? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden den Antrag adaptieren, weil wir schon wissen, was 2020 auf uns zukommt – der Herr Staatssekretär hat es angekündigt –, da erhoffe ich mir wirklich auch für die unteren Einkommen eine ordentliche Entlastung. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den NEOS.
Das sind Rekordeinnahmen für den Staat. Und jetzt erzählen Sie mir, warum keine Lohnnebenkostensenkung und keine Abschaffung der kalten Progression möglich sind – das wollen wir jetzt wissen! (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Abgeordneter Alois Stöger, diplômé (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wer zahlt in Österreich Steuern? – Es zahlen Steuern: Arbeiter, Angestellte und Beamte; die, die es sich auf dem Lohnzettel nicht selber richten können, und die zahlen 80 Prozent der gesamten Steuerlast. (Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Ruf bei der FPÖ: Und das nach Jahrzehnten sozialistischer Bundeskanzler, gell!
Da stellt sich die Frage: Wer zahlt in Österreich keine Steuern? – Keine Steuern zahlen Vermögende oder Erbende großer Erbschaften. Die zahlen in Österreich keine Steuern. (Ruf bei der FPÖ: Und das nach Jahrzehnten sozialistischer Bundeskanzler, gell!) Das hat mit Gerechtigkeit ganz wenig oder gar nichts zu tun. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da stellt sich die Frage: Wer zahlt in Österreich keine Steuern? – Keine Steuern zahlen Vermögende oder Erbende großer Erbschaften. Die zahlen in Österreich keine Steuern. (Ruf bei der FPÖ: Und das nach Jahrzehnten sozialistischer Bundeskanzler, gell!) Das hat mit Gerechtigkeit ganz wenig oder gar nichts zu tun. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haubner: Steuermenschen?
Dann gibt es einen Finanzminister, der bei der ersten Reise nach Brüssel nichts anderes zu tun hat, als jene zu entlasten, die sich international der Steuer entziehen, nämlich die sogenannten Steuermenschen, die in Steueroasen ihre Unternehmen haben (Abg. Haubner: Steuermenschen?), jene Menschen, die an dem nicht teilnehmen, was ein gesamter Staat auch braucht. Dort hat der Finanzminister den Beitrag geleistet, dass zum Beispiel Panama von der Liste der Steueroasen wegkommt. (Abg. Haubner: Steuermenschen sollen Steuern zahlen!)
Abg. Haubner: Steuermenschen sollen Steuern zahlen!
Dann gibt es einen Finanzminister, der bei der ersten Reise nach Brüssel nichts anderes zu tun hat, als jene zu entlasten, die sich international der Steuer entziehen, nämlich die sogenannten Steuermenschen, die in Steueroasen ihre Unternehmen haben (Abg. Haubner: Steuermenschen?), jene Menschen, die an dem nicht teilnehmen, was ein gesamter Staat auch braucht. Dort hat der Finanzminister den Beitrag geleistet, dass zum Beispiel Panama von der Liste der Steueroasen wegkommt. (Abg. Haubner: Steuermenschen sollen Steuern zahlen!)
Beifall bei der SPÖ.
zung. Wenn wir davon ausgehen, dass alle Kinder gleich viel wert sind, dann muss der Staat jedem Kind die gleiche Chance geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Hanger! Wenn es nur um die ersten zwei Sätze geht, die in der Begründung falsch sind: Im Parlament ist es üblich, dass wir den Antrag beschließen. Wir können Folgendes tun: Wir streichen die ersten zwei Sätze der Begründung, und ihr beschließt den Antrag heute mit! – Ich fürchte nur, ihr werdet das nicht tun, weil ihr gegen eine gerechte Steuerpolitik auftretet. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Abgeordneter Franz Hörl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Auf den Populismus dieses Antrages will ich gar nicht weiter eingehen, bin aber persönlich schon ein bisschen betroffen, wenn da steht: „Steuergeschenke für die Konzerne, Hoteliers, Miethausbesitzer und Großgrundbesitzer.“ – Da fühle ich mich zumindest als Hotelier und Wirt einigermaßen betroffen. Da sollte sich eigentlich auch Kollege Schellhorn betroffen fühlen, denn ich glaube auch, dass wir gerade in diesem Tourismusland viel leisten, unsere Kolleginnen und Kollegen wahnsinnig viel in ihren Betrieben draußen leisten. Sie dann so zu denunzieren, das finde ich arg! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Wenn Sie auf das Eigentum losgehen, dann denke ich mir schon, dass Sie vergessen, dass in den letzten Jahrhunderten der Aufschwung Europas erst zustande gekommen ist, als es Menschen möglich war, Eigentum zu begründen. Hingegen sind all die sozialistischen Experimente wie Gütergemeinschaften, Kommunen, Kolchosen stets gescheitert. Wo sozialistische Politik uns hinbringt, sehen wir derzeit in Venezuela! – Einen schönen Abend! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Hörl: 175 000!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Mein Vorredner hat behauptet, 75 000 Wiener würden Mindestsicherung beziehen, und das wären 9 Prozent der Einwohner. (Abg. Hörl: 175 000!) Das geht sich rein rechnerisch nicht aus, denn dann dürfte Wien maximal 815 000 Einwohner haben.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Hören Sie einfach auf mit diesem Wienbashing! Hundert Jahre Sozialdemokratie in Wien führten dazu ... (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Krainer: Ich habe dann noch ...!
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter, das ist dann nicht mehr Teil der tatsächlichen Berichtigung. (Abg. Krainer: Ich habe dann noch ...!)
Abg. Gudenus: Die Genossen ziehen alle runter! – Weitere Zwischenrufe.
Haben Sie eine zweite? – Gut, dann eine weitere tatsächliche Berichtigung. – Bitte. (Abg. Gudenus: Die Genossen ziehen alle runter! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: 5 Minuten Redezeitabzug!
Präsidentin Doris Bures: Danke vielmals, Herr Abgeordneter. Das war natürlich keine tatsächliche Berichtigung. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: 5 Minuten Redezeitabzug!)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Werner Neubauer. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Beifall bei der FPÖ.
Was haben Sie für die Mindestpensionisten gemacht, meine sehr geehrten Damen und Herren, Genossinnen und Genossen? – Sie haben für die Mindestpensionisten in den letzten zehn Jahren nichts getan. Es hat diese Bundesregierung und die Freiheitliche Partei dafür gebraucht, dass es eine Mindestpension geben wird – nämlich ab dem nächsten Jahr, in Höhe von 1 200 Euro und für Ehepaare in Höhe von 1 500 Euro. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Kitzmüller übernimmt den Vorsitz.
Das ist eine Verteilungsgerechtigkeit, meine sehr geehrten Damen und Herren, wie wir und die Bundesregierung sie uns vorstellen. (Präsidentin Kitzmüller übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Loacker: Bringen Sie einen Antrag ein!
Ein anderes Beispiel ist das Thema Pflege. Was haben Sie uns im Bereich Pflege hinterlassen, meine sehr geehrten Damen und Herren? Wo war da Ihr Sinn für Verteilungsgerechtigkeit? – Beim Pflegepersonal fehlen uns 7 000 Menschen, die für die Pflege notwendig wären. Sie haben im Bereich Pflege in den letzten 15 Jahren das Pflegegeld nicht an den Index angepasst, sodass Sie den Menschen mehr als 30 Prozent vorenthalten haben. Ist das Ihr Verdienst im Sinne einer Verteilungsgerechtigkeit? Das frage ich Sie! Das kann ja wohl nicht wirklich Ihr Ernst sein! Wenn ich dann noch daran denke, was die Herren Kollegen Hundstorfer beziehungsweise Stöger angerichtet haben, indem man die Pflegestufeneintritte erschwert und den Schwierigkeitsgrad auch noch erhöht hat (Abg. Loacker: Bringen Sie einen Antrag ein!), dann, denke ich, ist die Rede von der sozialen Verteilungsgerechtigkeit im Bereich der Pflege nicht gerechtfertigt. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Taschner.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Taschner.
Ein anderes Beispiel ist das Thema Pflege. Was haben Sie uns im Bereich Pflege hinterlassen, meine sehr geehrten Damen und Herren? Wo war da Ihr Sinn für Verteilungsgerechtigkeit? – Beim Pflegepersonal fehlen uns 7 000 Menschen, die für die Pflege notwendig wären. Sie haben im Bereich Pflege in den letzten 15 Jahren das Pflegegeld nicht an den Index angepasst, sodass Sie den Menschen mehr als 30 Prozent vorenthalten haben. Ist das Ihr Verdienst im Sinne einer Verteilungsgerechtigkeit? Das frage ich Sie! Das kann ja wohl nicht wirklich Ihr Ernst sein! Wenn ich dann noch daran denke, was die Herren Kollegen Hundstorfer beziehungsweise Stöger angerichtet haben, indem man die Pflegestufeneintritte erschwert und den Schwierigkeitsgrad auch noch erhöht hat (Abg. Loacker: Bringen Sie einen Antrag ein!), dann, denke ich, ist die Rede von der sozialen Verteilungsgerechtigkeit im Bereich der Pflege nicht gerechtfertigt. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Taschner.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
entlasten. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.) Wir werden ab Jänner 2019 pro Kind jährlich für eine Entlastung im Ausmaß von 1 500 Euro sorgen. Ich bedanke mich dafür bei der Bundesregierung und der Sozialministerin. Das ist eine Verteilungspolitik, wie wir uns das im Sinne der Gerechtigkeit vorstellen. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
entlasten. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.) Wir werden ab Jänner 2019 pro Kind jährlich für eine Entlastung im Ausmaß von 1 500 Euro sorgen. Ich bedanke mich dafür bei der Bundesregierung und der Sozialministerin. Das ist eine Verteilungspolitik, wie wir uns das im Sinne der Gerechtigkeit vorstellen. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Warum haben Sie als Sozialdemokraten die Arbeitnehmer, die kleinen Arbeitnehmer, die Ihnen ja angeblich so ein Anliegen sind, nicht entsprechend entlastet? – Ich verstehe das nicht. Es braucht diese Bundesregierung, um eine Entlastung der Arbeitnehmer, der Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen durch die Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge ab Jänner 2019 sicherzustellen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das ist soziale Gerechtigkeit und Verteilung, wie wir und die neue Bundesregierung uns das vorstellen. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Diese Beispiele sollten nur zeigen, dass die Verteilungsgerechtigkeit, wie die SPÖ sich das vorstellt, nur inhaltslose Schlagworte sind. Tatsächliche, leistungsorientierte Verteilungsgerechtigkeit gibt es mit dieser Bundesregierung. Darauf können wir stolz sein. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Es werden dazu auch Geschichten erzählt, allerdings teilweise mit einer Wortwahl, die an das letzte Jahrhundert erinnert, wie wir in der Aktuellen Stunde schon gehört haben. Da war die Rede von Abwehrkampf, von Widerstand, von Verteilungskampf und von anderen Formen des Austragens von Interessengegensätzen. Da werden Bilder von Zuständen erzeugt, die das alles rechtfertigen sollen. Ich denke aber, das schießt weit über das Ziel hinaus. Das gefällt vielleicht SPÖ-Gewerkschaftern oder Jungsozialisten, es ist aber nicht das, was die Bevölkerung will und braucht, denn die Bevölkerung will arbeiten, will gutes Geld verdienen, will ein gutes Leben führen, will Anerkennung für ihre Leistungen und Unterstützung dann, wenn es einmal nicht so läuft. Genau das unterstützt diese Bundesregierung. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
profitieren, wenn sie ab 2019 einen Steuerbonus von bis zu 1 500 Euro pro Kind und Jahr bekommen. Das wirkt bereits ab einem Einkommen von 1 600 Euro brutto, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Wenn es um die Verteilung von Vermögen geht, meine sehr verehrten Damen und Herren, dann sollten wir darüber reden, wie wir den Aufbau von Vermögen erleichtern können. Da sollten wir über geringere Steuern und geringere Sozialabgaben reden, damit auch das gelingen und man sich selbst ein Vermögen aufbauen kann, denn das schafft mehr Freiheit, mehr Selbstbestimmung für den Einzelnen. Die Regierung hat eine solche Tarifänderung und Steuerreform bereits angekündigt. – Danke sehr. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Dass diesen Leuten geholfen werden muss, ist keine Frage, das unterschreibe ich, das unterschreibt unser Bundeskanzler, das unterschreibt wahrscheinlich jeder draußen auf der Straße. Dass aber nur die Sozialisten diesen Menschen helfen, kann ich nur verneinen; und ich finde es ehrlich gesagt unerträglich, dass Sie in der Bevölkerung ständig diesen Eindruck erwecken möchten. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Ich denke an die Reduktion des Arbeitslosenversicherungsbeitrags, der bis zu 310 Euro mehr im Jahr bringt. Ich denke an den Familienbonus, der ab dem ersten Steuereuro wirkt und 1,6 Millionen Kindern zugutekommt. Ich denke an die überdurchschnittliche Pensionserhöhung vor allem für die kleinen Einkommen, die rund der Hälfte der Pensionisten zugutekommt. – Sie sollten sich ein Beispiel daran nehmen, was die Regierung für die Leute getan hat, vor allem, wenn man das damit vergleicht, was die Genossen teilweise mit dem Steuergeld anrichten; ich denke nur an das Krankenhaus Nord. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ
Herr Krainer, ich glaube, Sie verwechseln das Wort Gerechtigkeit sehr oft mit dem Wort Gleichheit. Gleichheit kann aber auch ungerecht sein, nämlich dann, wenn jenen, die hart dafür arbeiten, teilweise weniger Geld im Geldtascherl übrig bleibt als jenen, die nicht arbeiten (Beifall bei ÖVP und FPÖ), oder wenn denen, die Risiko und Schulden auf sich nehmen, nicht gegönnt wird, dass das auch Gewinn bringen kann.
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Glauben Sie, Herr Krainer – Sie hören mir aber, glaube ich, nicht einmal zu –, es würde irgendjemand bei uns im Unternehmen anfangen, wir würden die besten Köpfe bekommen, wenn wir sie genau gleich behandeln wie jene, die nicht hinter dem Unternehmen stehen? Glauben Sie, es würde irgendjemanden geben, der sein Geld, seine Kreativität und seine Zeit dafür einsetzt, wenn er den ganzen Gewinn, sollte er einen erwirtschaften, abgeben muss? Leistung und Verantwortung müssen entlohnt werden. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Zum Schluss möchte ich aber noch eines sagen: Was wirklich nicht gerecht ist, ist, Schulden zu machen – nicht für Ihre Kinder, nicht für meine Kinder, für keine der nächsten Generationen. Der öffentliche Schuldenrucksack in Österreich beträgt 33 200 Euro pro Einwohner, und das ist mehr als das durchschnittliche Nettoeinkommen eines Vollzeitbeschäftigten. Um diese Ungerechtigkeit abzubauen, brauchen wir eine nachhaltige Budgetpolitik. Diese Regierung hat sich zum ersten Mal seit 54 Jahren committet, keine Schulden zu machen. Das ist gerechte Budgetpolitik. Die Sozialdemokratie hat das kein einziges Mal geschafft, und ich kann Ihnen nur sagen: Nehmen Sie sich ein Beispiel an uns! – Danke. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Hierauf eilt Abg. Hörl im Laufschritt unter Anfeuerungsrufen und Beifall von Abgeordneten der ÖVP zum Rednerpult.
Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Hörl. (Der aufgerufene Abgeordnete zögert.) – Herr Abgeordneter Hörl? (Hierauf eilt Abg. Hörl im Laufschritt unter Anfeuerungsrufen und Beifall von Abgeordneten der ÖVP zum Rednerpult.) – Sehr schön!
Beifall bei der ÖVP.
Als Touristiker bin ich der Meinung, dieser Beitrag, den der Staat da leistet, ist sehr wohl gerechtfertigt. Ich glaube, wir sollten auch bei dieser Abrechnung bleiben. Es hat sich so bewährt. Es ist eine Wertschätzung für große Sportveranstaltungen, die auch Vorbildwirkung im Hinblick auf das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung haben. Es ist auch eine tolle Werbung für Österreich, wenn wir heute solche Großveranstaltungen unterstützen. Ich denke, die Kritik des Rechnungshofes ist berechtigt, aber wir sollten trotzdem dabei bleiben. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir sollten nicht irgendwo Pferde kaufen und anderswo Geld ausgeben, sondern in Personal investieren, weil das besser wäre. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Ja, Kollege Plessl, das, was Sie glauben, das besser wäre, überlassen Sie bitte uns und unserem Herrn Innenminister. Er weiß wirklich genau, was im Sinne der Ordnung und Sicherheit in Österreich für die Polizei am besten ist. Da brauchen wir Sie momentan gerade nicht dazu – und ich werde dann auch noch ein Beispiel bringen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ
Jetzt mache ich einen Schwenk zurück auf heute Vormittag, als die Frau EU-Abgeordnete der SPÖ Regner hier heraußen stand und die Puma-Übung, die an der steirischen Grenze stattgefunden hat, kritisierte, wozu sie so quasi lächerlich gesagt hat (Zwischenruf bei der SPÖ): Da hüpfen ein paar Hundert Polizisten vor nicht vorhandenen Migrationsströmen herum. (Zwischenruf des Abg. Plessl.) Frau Abgeordnete Regner soll bitte in Brüssel bleiben, in ihrem behüteten Ställchen da draußen. Sie hat keine Ahnung von der Realität, sie hat keine Ahnung, was sich damals in der Steiermark abgespielt hat. Wir wären froh gewesen, hätte es zum damaligen Zeitpunkt schon eine Einheit gegeben, die davor geübt hätte, wie man solche Ströme abhält. – Das ist Punkt eins. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Plessl.
Jetzt mache ich einen Schwenk zurück auf heute Vormittag, als die Frau EU-Abgeordnete der SPÖ Regner hier heraußen stand und die Puma-Übung, die an der steirischen Grenze stattgefunden hat, kritisierte, wozu sie so quasi lächerlich gesagt hat (Zwischenruf bei der SPÖ): Da hüpfen ein paar Hundert Polizisten vor nicht vorhandenen Migrationsströmen herum. (Zwischenruf des Abg. Plessl.) Frau Abgeordnete Regner soll bitte in Brüssel bleiben, in ihrem behüteten Ställchen da draußen. Sie hat keine Ahnung von der Realität, sie hat keine Ahnung, was sich damals in der Steiermark abgespielt hat. Wir wären froh gewesen, hätte es zum damaligen Zeitpunkt schon eine Einheit gegeben, die davor geübt hätte, wie man solche Ströme abhält. – Das ist Punkt eins. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Jetzt mache ich einen Schwenk zurück auf heute Vormittag, als die Frau EU-Abgeordnete der SPÖ Regner hier heraußen stand und die Puma-Übung, die an der steirischen Grenze stattgefunden hat, kritisierte, wozu sie so quasi lächerlich gesagt hat (Zwischenruf bei der SPÖ): Da hüpfen ein paar Hundert Polizisten vor nicht vorhandenen Migrationsströmen herum. (Zwischenruf des Abg. Plessl.) Frau Abgeordnete Regner soll bitte in Brüssel bleiben, in ihrem behüteten Ställchen da draußen. Sie hat keine Ahnung von der Realität, sie hat keine Ahnung, was sich damals in der Steiermark abgespielt hat. Wir wären froh gewesen, hätte es zum damaligen Zeitpunkt schon eine Einheit gegeben, die davor geübt hätte, wie man solche Ströme abhält. – Das ist Punkt eins. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Wittmann: Und was kostet die Hochzeit?
Die Frau Staatssekretärin hat uns auch bekannt gegeben, dass von den insgesamt 27 Empfehlungen, die der Rechnungshof ausgesprochen hat, 26 bereits umgesetzt oder teilweise umgesetzt wurden. (Abg. Wittmann: Und was kostet die Hochzeit?) Das ist also eine hervorragende Quote, da kann man sehr zufrieden sein. Man sieht, dass das ein gut geführtes Ministerium ist.
Zwischenruf bei der SPÖ.
Jetzt komme ich zu etwas, das mir gerade vor ein paar Wochen passiert ist. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich erzähle Ihnen jetzt eine Geschichte. – Hören Sie mir zu und quatschen Sie nicht ständig dazwischen, wenn Sie nicht wissen, wovon ich reden will! Sie werden es schon noch hören. (Zwischenruf der Abg. Greiner.) – Vor ein paar Wochen hat sich in meiner Heimatstadt Knittelfeld die Vergewaltigung einer 40-jährigen Dame zugetragen, mitten in der Nacht nach einer großen Veranstaltung. Diese Meldung ist erst eine Woche später in den Medien erschienen, offensichtlich weil doch der Zorn der Bevölkerung schon so groß war: Warum liest man darüber nichts? Das wird alles vertuscht! Offensichtlich dürfte der Druck zu groß geworden sein. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Greiner.
Jetzt komme ich zu etwas, das mir gerade vor ein paar Wochen passiert ist. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich erzähle Ihnen jetzt eine Geschichte. – Hören Sie mir zu und quatschen Sie nicht ständig dazwischen, wenn Sie nicht wissen, wovon ich reden will! Sie werden es schon noch hören. (Zwischenruf der Abg. Greiner.) – Vor ein paar Wochen hat sich in meiner Heimatstadt Knittelfeld die Vergewaltigung einer 40-jährigen Dame zugetragen, mitten in der Nacht nach einer großen Veranstaltung. Diese Meldung ist erst eine Woche später in den Medien erschienen, offensichtlich weil doch der Zorn der Bevölkerung schon so groß war: Warum liest man darüber nichts? Das wird alles vertuscht! Offensichtlich dürfte der Druck zu groß geworden sein. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Jetzt komme ich zu etwas, das mir gerade vor ein paar Wochen passiert ist. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich erzähle Ihnen jetzt eine Geschichte. – Hören Sie mir zu und quatschen Sie nicht ständig dazwischen, wenn Sie nicht wissen, wovon ich reden will! Sie werden es schon noch hören. (Zwischenruf der Abg. Greiner.) – Vor ein paar Wochen hat sich in meiner Heimatstadt Knittelfeld die Vergewaltigung einer 40-jährigen Dame zugetragen, mitten in der Nacht nach einer großen Veranstaltung. Diese Meldung ist erst eine Woche später in den Medien erschienen, offensichtlich weil doch der Zorn der Bevölkerung schon so groß war: Warum liest man darüber nichts? Das wird alles vertuscht! Offensichtlich dürfte der Druck zu groß geworden sein. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Plessl: Was hat das mit dem Tagesordnungspunkt zu tun?
Es war dann eine gar nicht so kleine Meldung: Iraner vergewaltigt 40-jährige Knittelfelderin. (Abg. Plessl: Was hat das mit dem Tagesordnungspunkt zu tun?)
Abg. Loacker: Der rote Faden fehlt!
Jetzt geht es aber weiter. (Abg. Loacker: Der rote Faden fehlt!) Für mich ist jetzt nicht derjenige der Held – auch wenn er Zivilcourage bewiesen hat –, der die Polizei geholt hat, sondern für mich sind die wahren Helden die Polizistinnen und Polizeibeamten, die nicht lange gefackelt haben, sofort zugegriffen und Schlimmeres verhindert haben. Es ist aber ohnehin schon schlimm genug, es war in flagranti und es hat ohnehin gereicht.
Abg. Zinggl: Was hat das jetzt mit dem Rechnungshofbericht zu tun?
Für mich persönlich berührend war dann Folgendes: Eine Dame kommt in meine Sprechstunde – ich habe sie vom Sehen gekannt –, setzt sich nieder und sagt zu mir: Ich bin das Opfer. – Können Sie sich vorstellen, wie mir das Ladl heruntergefallen ist? Sie hat mir dann – ich war sehr überrascht – auch ihre Erfahrungen erzählt, natürlich unter den entsprechenden Begleitumständen. Ich gestehe ein, dass ich diese Erfahrung nicht wieder machen möchte. Es war sehr berührend, und du kriegst – jetzt sage ich es ganz steirisch – so einen Kropf dabei. Ich glaube, das könnt ihr alle verstehen. (Abg. Zinggl: Was hat das jetzt mit dem Rechnungshofbericht zu tun?)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehen wir das also dann bitte auch einmal aus der Sicht des Opfers! Sie betreiben Täterschutz, wir wollen das Opfer schützen. Wenn wir mit solchen Aktionen, indem wir das öffentlich machen, einem Menschen helfen können, dem so etwas passiert ist, indem er Erleichterung erfährt, dann ist es etwas wert. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Ing. Maurice Androsch (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Wir sprechen jetzt eigentlich über den Rechnungshofbericht, der sich mit den Großeinsätzen der Polizei beschäftigt. Herr Kollege Zanger, ich schicke nur eines voraus: Sie haben gesagt – steirisch, sagen Sie –, Sie kriegen einen Kropf. – Ich kriege bei jedem, der irgendjemanden vergewaltigt oder jemandem sexuelle Nöte antut, einen Kropf; ob er Österreicher oder Ausländer ist, ob er Asylwerber ist oder nicht, ist mir gleich. Wir müssen für alle da sein, die Opfer von Gewalttaten sind, und da unterscheide ich nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf des Abg. Lausch.
Ich muss unterstreichen, was Kollege Plessl gesagt hat. (Zwischenruf des Abg. Lausch.) Thema ist, dass wir die Polizistinnen und Polizisten dementsprechend ausrüsten. Das ist aus unserer Sicht wesentlich. Es hat im Bundesfinanzgesetz 2016 und im Rahmengesetz 2017 bis 2020 4,5 Millionen Euro mehr dafür gegeben, damit das Innenministerium entsprechend ausrüsten kann. Diese sind dort einzusetzen, das ist notwendig.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kassegger: Sie beschäftigen ihn, weil er stundenlang Ihre heiße Luft anhören muss!
Mitarbeitern beschäftigt, ob das jetzt Weisungen sind oder nicht. Beschäftigen wir uns damit, was die Polizistinnen und Polizisten bei ihren Einsätzen brauchen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kassegger: Sie beschäftigen ihn, weil er stundenlang Ihre heiße Luft anhören muss!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Christian Lausch (FPÖ): Geschätzte Präsidentinnen! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Es ist ja fast etwas komisch, wenn sich zwei sozialdemokratische Abgeordnete, die selbst einmal den Polizeiberuf ausgeübt haben, hierher stellen und versuchen – das dürfte sich schon festgebrannt haben bei den Sozialdemokraten –, das Innenministeriumbashing weiterzuführen, aber nicht wissen oder nicht wahrgenommen haben, dass diese – übrigens sehr guten – Berichte des Rechnungshofes die Jahre 2013 bis 2016 beleuchten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Bitte, ja bitte! Und wer war Bundeskanzler in der rot geführten Bundesregierung? Sie versuchen hier, ein Kickl-Bashing weiterzuführen. Das ist eigentlich nicht mehr zu überbieten! Eine traurige Geschichte! Man muss schon den Tatsachen ins Auge sehen.
Ruf bei der SPÖ: Wer war denn Innenminister?
Kollege Plessl wird im Ausschuss nicht müde, immer wieder die Schutzausrüstung zu kritisieren. – Noch einmal: Der Bericht betrifft die Jahre 2013 bis 2016. Da wart ihr in der Regierung, ihr habt nichts getan! (Ruf bei der SPÖ: Wer war denn Innenminister?)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Plessl: Aber die Pferde sind wichtig!
Auch die Staatssekretärin hat im Ausschuss eindeutig klargestellt, dass diese Bundesregierung das jetzt aufarbeitet, und man ist nahe dran, dass alle Polizisten die nötige Schutzausrüstung haben. Uns ist Sicherheit wichtig, uns sind die Polizistinnen und Polizisten wichtig. Bei euch war es 2013 bis 2016 unter roter Kanzlerschaft weniger wichtig. Kollege Plessl, da hättest du viel machen können, aber da hat man nichts getan. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Plessl: Aber die Pferde sind wichtig!)
Abg. Wittmann: Erzähl das dem Sobotka!
Du kannst ja nicht immer sagen: der Innenminister – den Innenminister habt ihr schon seit 20 Jahren nicht, und es ist gut für diese Republik. Nahezu 20 Jahre stellt ihr den Innenminister nicht, und da könnt ihr nicht immer sagen: Den Innenminister haben wir nicht gestellt!, denn ihr habt aber den Bundeskanzler gestellt und ihr wart in der Bundesregierung! (Abg. Wittmann: Erzähl das dem Sobotka!)
Beifall bei der FPÖ.
Sonst ist der Bericht sehr, sehr gut. Alles andere wurde schon gesagt. In diesem Sinne bedanke ich mich beim Rechnungshof und wünsche uns allen mehr Ehrlichkeit. Kollege Plessl und Kollege Androsch, Sie sollten die Kirche im Dorf lassen und schon sagen: Mea culpa, da waren wir in der Bundesregierung, und aus dieser Zeit stammen die Versäumnisse, die in diesem Rechnungshofbericht aufgezeigt werden. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Lausch: Das ist ja fast eine Ehre, wenn du das sagst!
Abgeordneter Wolfgang Knes (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Rechnungshofpräsidentin! Frau Staatssekretärin! Kollege Lausch, ich komme nicht umhin, ich muss ehrlich sagen, es ist schade, wie du deine Redezeit verschwendest und irgendeine Geschichte erfindest. (Abg. Lausch: Das ist ja fast eine Ehre, wenn du das sagst!) Ich möchte nur daran erinnern, dass Mikl-Leitner die letzte Innenministerin gewesen ist, danach war es Herr Sobotka – und du redest da von der Sozialdemokratie –; also ich weiß nicht, wo du die letzten Jahre verbracht hast, aber sicher nicht hier im Hohen Haus. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Lausch.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Lausch.
Abgeordneter Wolfgang Knes (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Rechnungshofpräsidentin! Frau Staatssekretärin! Kollege Lausch, ich komme nicht umhin, ich muss ehrlich sagen, es ist schade, wie du deine Redezeit verschwendest und irgendeine Geschichte erfindest. (Abg. Lausch: Das ist ja fast eine Ehre, wenn du das sagst!) Ich möchte nur daran erinnern, dass Mikl-Leitner die letzte Innenministerin gewesen ist, danach war es Herr Sobotka – und du redest da von der Sozialdemokratie –; also ich weiß nicht, wo du die letzten Jahre verbracht hast, aber sicher nicht hier im Hohen Haus. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Lausch.)
Ruf bei der FPÖ: Ein Justizler! – Abg. Lausch: Alles falsch!
Last, but not least: Kollege Lausch, es tut mir wirklich leid, du bist ja selbst Polizist, aber normalerweise müsstest du da herausgehen - - (Ruf bei der FPÖ: Ein Justizler! – Abg. Lausch: Alles falsch!) – Dann warst du halt ein Fast-Polizist, das ist mir doch egal! Bei Großveranstaltungen, egal in welchem Bundesland, werden aus allen Bundesländern – und das wissen wir – Polizistinnen und Polizisten hingekarrt, um die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher zu gewährleisten, aber kein Mensch schaut auf die Schutzausrüstungen: Sind sie ordnungsgemäß gekleidet? Haben sie alles bekommen? – Nein, haben sie nicht. (Abg. Lausch: 13 bis 16 habt ihr nicht geschaut!)
Abg. Lausch: 13 bis 16 habt ihr nicht geschaut!
Last, but not least: Kollege Lausch, es tut mir wirklich leid, du bist ja selbst Polizist, aber normalerweise müsstest du da herausgehen - - (Ruf bei der FPÖ: Ein Justizler! – Abg. Lausch: Alles falsch!) – Dann warst du halt ein Fast-Polizist, das ist mir doch egal! Bei Großveranstaltungen, egal in welchem Bundesland, werden aus allen Bundesländern – und das wissen wir – Polizistinnen und Polizisten hingekarrt, um die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher zu gewährleisten, aber kein Mensch schaut auf die Schutzausrüstungen: Sind sie ordnungsgemäß gekleidet? Haben sie alles bekommen? – Nein, haben sie nicht. (Abg. Lausch: 13 bis 16 habt ihr nicht geschaut!)
Abg. Lausch: 13 bis 16!
man von euch gar nichts mehr. Na gratuliere! (Abg. Lausch: 13 bis 16!) – Ja, bitte, ihr stellt den Innenminister, ihr habt alles, und dann sagt ihr den Polizistinnen und Polizisten: Wir haben vorgesorgt, in den nächsten Jahren nehmen wir 2 500 PolizistInnen auf! – Ich möchte nur daran erinnern: Unter der schwarz-blauen Regierung sind 4 800 abmontiert worden, Planstellen gestrichen worden, und die sind seither nie wieder aufgestockt worden. Das haben wir alles vergessen! Ja, das haben wir alles vergessen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: 13 Polizeidienststellen habt ihr gestrichen!) – Dann sagt ihr noch: alles vorgesorgt!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: 13 Polizeidienststellen habt ihr gestrichen!
man von euch gar nichts mehr. Na gratuliere! (Abg. Lausch: 13 bis 16!) – Ja, bitte, ihr stellt den Innenminister, ihr habt alles, und dann sagt ihr den Polizistinnen und Polizisten: Wir haben vorgesorgt, in den nächsten Jahren nehmen wir 2 500 PolizistInnen auf! – Ich möchte nur daran erinnern: Unter der schwarz-blauen Regierung sind 4 800 abmontiert worden, Planstellen gestrichen worden, und die sind seither nie wieder aufgestockt worden. Das haben wir alles vergessen! Ja, das haben wir alles vergessen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: 13 Polizeidienststellen habt ihr gestrichen!) – Dann sagt ihr noch: alles vorgesorgt!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Lausch: Ihr habt versagt, wir wissen das! Ihr hättet das machen können! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und SPÖ.
Dann kommt der Innenminister und sagt: Na ja, vielleicht haben wir die Stichschutzwesten bis Ende 2019 organisiert, zumindest in den Großstädten. Und ihr stellt euch hierher und sagt, es ist alles organisiert. Wir sind weit weg von Schutzmaßnahmen für unsere Polizistinnen und Polizisten, die diese letztendlich verdient haben. Da bitte ich wirklich das ganze Parlament, kräftig anzupacken und jene Polizistinnen und Polizisten so auszustatten, wie mittlerweile auch jeder Arbeiter in einer Fabrik ausgestattet wird, nämlich mit Schutzausrüstung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Lausch: Ihr habt versagt, wir wissen das! Ihr hättet das machen können! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Das alles sind die Punkte, zu denen man sich Maßnahmen überlegen könnte. Natürlich kommt auch die Schutzausrüstung hinzu. Das sind Feststellungen, die wir im Rechnungshofbericht getroffen haben. Ich würde Sie ersuchen, die Empfehlungen auch entsprechend umzusetzen. – Danke. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend kann man sagen: Man hat aus Fehlern gelernt. Der beste Beweis dafür war, dass es bei der Nationalratswahl im vergangenen Jahr zu keinerlei Problemen gekommen ist und diese fehlerfrei über die Bühne ging. – Vielen Dank für diesen Bericht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend halte ich fest: Österreich verfügt über ein sehr gutes Wahlrecht, und ich darf versichern, die sozialdemokratische Fraktion steht einer Diskussion über Verbesserungsvorschläge sehr offen gegenüber. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Gebarungsprüfung ergab, dass das Bundesministerium für Inneres die Wahldrucksorten gesetzeskonform und nachvollziehbar bestellte und nicht schuld an den Mängeln bei der Beschaffenheit der Wahlkarten war. Künftig sollte laut Empfehlung des Rechnungshofes der Bieter aber bei der Ausschreibung bereits mit dem Angebot beziehungsweise vor Zuschlagserteilung möglichst konkrete Qualitätssicherungsmaßnahmen und vertiefte Qualitätsstandards vorzulegen haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Dies ist nur zu begrüßen, denn nach dem Grundsatz der geheimen Wahl muss die Stimmabgabe durch den Wähler in einer Art und Weise erfolgen, dass Außenstehende, staatliche Behörden – insbesondere auch Wahlbehörden – keine Möglichkeit haben, sich Kenntnis über die individuelle Wahlentscheidung zu verschaffen. Eine sichere und rechtskonforme Wahl können wir also nur garantieren, wenn wir verhindern können, dass wieder Wahlkarten aufplatzen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend fordere ich, das Wahlrecht insofern zu novellieren, als dass es bei bundesweiten Wahlen verpflichtend Schulungen für Wahlbeisitzer geben soll und die Kosten dafür vom Bund übernommen werden. Außerdem ist die Novellierung des Gebührenanspruchsgesetzes, auch was die Höhe des Kostenersatzes betrifft, ein Gebot der Stunde. Darin sehe ich einen wesentlichen Beitrag im Dienste der Demokratie. Die Demokratie ist eines der höchsten Güter, die wir haben und die wir zu verteidigen haben, Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Was die Wahlrechtsreform betrifft, will ich mich hier im Hohen Haus nicht einmischen. Da wissen Sie besser, wie Sie das weiterentwickeln, aufgrund der Erfahrungen, die wir gemacht haben, und aufgrund der Zielsetzungen einer einwandfreien Wahlabwicklung. – Danke schön. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP.
An dieser Stelle möchte ich mich bei den Beamtinnen und Beamten des Bundeskriminalamts, die hervorragende Arbeit leisten und der Onlinekriminalität entschlossen entgegentreten, recht herzlich bedanken. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Loacker.
Abgeordnete Mag. Karin Greiner (SPÖ): Hohes Haus! Bevor ich zum Bericht inhaltlich Stellung beziehe, erlauben Sie mir, eine Feststellung zu treffen. (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Offensichtlich ist es mittlerweile ein Markenzeichen der Bundesregierung, dass einzelne Minister nicht in den parlamentarischen Ausschüssen erscheinen und damit die Diskussion mit uns verweigern.
Zwischenruf des Abg. Vogl.
Ich nenne Ihnen gern einige Beispiele: Am 28. Juni haben wir im Rechnungshofausschuss auf Finanzminister Löger gewartet. (Zwischenruf des Abg. Vogl.) Es war lange zugesagt und geplant, dass er kommt, er war aber nicht da. Eindreiviertel Stunden dauerte es, bis eine Entschuldigung kam. 13.9., Budgetausschuss: Wieder fehlt Finanzminister Löger. 18.9., Rechnungshofausschuss: Innenminister Kickl entzieht sich der parlamentarischen Diskussion, obwohl es um brisante Themen geht, um Themen aus seinem Ressort, um wichtige Themen der inneren Sicherheit Österreichs. Ministerverantwortung stelle ich mir anders vor. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Zinggl. – Abg. Stefan: Haben Sie Humor?)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Zinggl. – Abg. Stefan: Haben Sie Humor?
Ich nenne Ihnen gern einige Beispiele: Am 28. Juni haben wir im Rechnungshofausschuss auf Finanzminister Löger gewartet. (Zwischenruf des Abg. Vogl.) Es war lange zugesagt und geplant, dass er kommt, er war aber nicht da. Eindreiviertel Stunden dauerte es, bis eine Entschuldigung kam. 13.9., Budgetausschuss: Wieder fehlt Finanzminister Löger. 18.9., Rechnungshofausschuss: Innenminister Kickl entzieht sich der parlamentarischen Diskussion, obwohl es um brisante Themen geht, um Themen aus seinem Ressort, um wichtige Themen der inneren Sicherheit Österreichs. Ministerverantwortung stelle ich mir anders vor. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Zinggl. – Abg. Stefan: Haben Sie Humor?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Im Bereich der Wirtschaftskriminalität konstatiert der Rechnungshof einen Personalfehlbestand von 28 Prozent und zur Bekämpfung der Cyberkriminalität fehlen nahezu 30 Prozent Personal, nämlich 25 Prozent. Was ist passiert? – Leider seitens des Innenministers bis dato gar nichts. Die Sollpläne im Personalplan des Bundes stimmen nicht mit den internen Organisationsplänen des Bundesministeriums überein. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Ja, das ist sehr ernst, aber Sie wollen es nicht sehen.
Abg. Belakowitsch: Und 2016 hat der Kickl schon nichts gemacht!
Wie schaut es mit den Prinzipien Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit im BMI aus? – Bei den verdeckten Ermittlungen sind 50 Prozent der Bediensteten dienstzugeteilt. Nun weiß man, dass, wenn jemand dienstzugeteilt ist – es dauert weitaus mehr als sechs Monate –, Dienstzuteilungsgebühren anfallen. Die schlagen sich im Jahr 2016 mit immerhin 111 000 Euro zu Buche. (Abg. Belakowitsch: Und 2016 hat der Kickl schon nichts gemacht!)
Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Abg. Belakowitsch: Welche denn? Welche Minister waren’s denn?
Einen weiteren Punkt greife ich auf, denn das war sehr aufschlussreich im Ausschuss: Da geht es um eine Grundsatzregelung für die Tätigkeit als Experten. Es ist ja super, wenn Experten und Bedienstete des Ministeriums zu internationalen Tagungen geholt werden, weil sie eben Experten sind. Allerdings sind die Entscheidungen, wer wann wohin fährt, nicht wirklich nachvollziehbar, und das führt dazu, dass einzelne Bedienstete bis zu 20 Prozent ihrer Dienstzeit im Ausland sind, bei Expertentagungen. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Abg. Belakowitsch: Welche denn? Welche Minister waren’s denn?)
Abg. Belakowitsch: Und die Minister 2016 haben nichts gemacht!
Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe Ihnen zwei Beispiele für wirklich gut begründete Empfehlungen des Rechnungshofes, die nicht umgesetzt werden, genannt. Für zu wenig Personal und fehlende Transparenz trägt der Herr Unsicherheitsminister Kickl die Verantwortung. (Abg. Belakowitsch: Und die Minister 2016 haben nichts gemacht!)
Abg. Plessl: Das ist ja kein Personal, bitte!
In seinem Vorbericht hatte der Rechnungshof empfohlen, bei künftigen Organisationsänderungen zeitgerecht die erforderlichen Planstellen und das entsprechende Personal bereitzustellen. Die Prüfung hatte ergeben, dass zwar Planstellen vorhanden waren, diese jedoch nur durch Dienstzuteilungen von Beamten anderer Dienststellen besetzt werden konnten. Die Kritik zeigt genau das Strukturproblem auf, das durch die Einsparungen und Nichtnachbesetzungen von Polizeiplanstellen über die Jahre hinweg entstanden ist. Genau dieses Problem hat unsere neue Regierung sofort erkannt: Unter unserem Innenminister Herbert Kickl sind bereits mehr als 100 Planstellen nachbesetzt worden. (Abg. Plessl: Das ist ja kein Personal, bitte!)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
An dieser Stelle möchte ich allen österreichischen Polizistinnen und Polizisten, ob sie nun im Ausland tätig sind oder im Inland, ein großes Dankeschön aussprechen. Sie leisten einen enormen Beitrag dazu, dass unser Österreich noch sicherer wird. – Danke schön. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den NEOS.
Daher, glaube ich, sollten wir überlegen, ob nicht wir hier aktiv werden sollen bei Rechnungshofberichten, bei denen keine Bereitwilligkeit der öffentlichen Verwaltung besteht, das umzusetzen; ob nicht der Nationalrat als das Gremium, für das der Rechnungshof tätig wird, mittels Entschließungsanträgen dazu beitragen soll, dass diese Empfehlungen auch tatsächlich umgesetzt werden. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Zanger: Ja, das machst jetzt nur du, ...!
Abgeordneter Mag. Dr. Wolfgang Zinggl (PILZ): Werte Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Es ist schon auffällig, dass sich besonders das Innenministerium wenig um den Rechnungshof und seine Empfehlungen schert; das kann man schon feststellen. Wie wir wissen, stellt der Rechnungshof für das Parlament eigentlich zusammen, inwieweit eingespart werden kann (Abg. Zanger: Ja, das machst jetzt nur du, ...!), wo wirtschaftliche Notwendigkeiten bestehen, wo effizient gearbeitet werden kann, aber das interessiert das Innenministerium sehr wenig. (Abg. Zanger: Also mich wundert es, dass du so wenig Wertschätzung einer Staatssekretärin, die eine Frau ist, entgegenbringst!)
Abg. Zanger: Also mich wundert es, dass du so wenig Wertschätzung einer Staatssekretärin, die eine Frau ist, entgegenbringst!
Abgeordneter Mag. Dr. Wolfgang Zinggl (PILZ): Werte Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Es ist schon auffällig, dass sich besonders das Innenministerium wenig um den Rechnungshof und seine Empfehlungen schert; das kann man schon feststellen. Wie wir wissen, stellt der Rechnungshof für das Parlament eigentlich zusammen, inwieweit eingespart werden kann (Abg. Zanger: Ja, das machst jetzt nur du, ...!), wo wirtschaftliche Notwendigkeiten bestehen, wo effizient gearbeitet werden kann, aber das interessiert das Innenministerium sehr wenig. (Abg. Zanger: Also mich wundert es, dass du so wenig Wertschätzung einer Staatssekretärin, die eine Frau ist, entgegenbringst!)
Beifall bei der Liste Pilz.
Frau Staatssekretärin, Sie können kaum etwas dafür, weil das Ministerium einfach sagt: Interessiert uns nicht, es bleibt, wie es ist; das ist historisch begründet! So schaut es aus. – Danke sehr. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Plessl.
In Summe sind das sehr wichtige und gute Einrichtungen im BMI, und ich glaube, man kann schon auch ein bisschen stolz darauf sein, dass es diese Einrichtungen gibt. – Danke. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Plessl.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte nur ein paar Zahlen dazu nennen, um das auch zu untermauern: Es gab 2015 auf der Führungsebene der Exekutive im Bundeskriminalamt zwei Frauen. 2016 waren es noch immer zwei Frauen; und 2017, obwohl der Rechnungshof das bemängelt hat, trotz aller Beteuerungen, waren es unverändert wieder nur zwei Frauen, und das durchgängig – das sind 7 Prozent der Führungskräfte. Dass Frauen in diesem zentralen Sicherheitsapparat nicht angemessen vertreten sind, ohne Aussicht auf eine Verbesserung, ist eine Schande für Österreich. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Lausch: Richtig!
Zur ständigen Lamentiererei, dass ein Staatssekretär einen Minister vertritt: Frau Kollegin Greiner, ich weiß nicht, ob Sie es wissen oder nicht, aber das ist doch die Kern- und Hauptaufgabe eines Staatssekretärs oder einer Staatssekretärin, den zuständigen Minister, dem er oder sie zur Seite gestellt ist (Abg. Lausch: Richtig!), zu vertreten. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Abgesehen davon war es in diesem konkreten Fall schon seit ewigen Zeiten bekannt und akkordiert. Was es da noch zum Motzen und Sempern gibt, verstehe ich nicht.
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zur ständigen Lamentiererei, dass ein Staatssekretär einen Minister vertritt: Frau Kollegin Greiner, ich weiß nicht, ob Sie es wissen oder nicht, aber das ist doch die Kern- und Hauptaufgabe eines Staatssekretärs oder einer Staatssekretärin, den zuständigen Minister, dem er oder sie zur Seite gestellt ist (Abg. Lausch: Richtig!), zu vertreten. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Abgesehen davon war es in diesem konkreten Fall schon seit ewigen Zeiten bekannt und akkordiert. Was es da noch zum Motzen und Sempern gibt, verstehe ich nicht.
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Lausch: Das ist es!
Sie haben mit keinem Wort erwähnt, dass Sie ausführliche und wirklich kompetente Antworten erhalten haben. Die Antworten haben Sie auch nicht kritisiert, also wird es stimmen. Das sagen Sie nicht dazu. Wozu brauchen wir den Minister im Ausschuss, wenn wir eh eine Staatssekretärin haben, die derart kompetent und professionell agiert? (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Lausch: Das ist es!)
Ah-Rufe bei der ÖVP.
Für mich verwunderlich ist, dass Sie durch diese Aktion einer Frau Staatssekretärin, obwohl sie selbst eine Frau sind, die entsprechende Wertschätzung für ihre Kompetenz und Professionalität versagen. (Ah-Rufe bei der ÖVP.) Also das geht mir überhaupt nicht ein. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Für mich verwunderlich ist, dass Sie durch diese Aktion einer Frau Staatssekretärin, obwohl sie selbst eine Frau sind, die entsprechende Wertschätzung für ihre Kompetenz und Professionalität versagen. (Ah-Rufe bei der ÖVP.) Also das geht mir überhaupt nicht ein. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Lausch: Ja, das war leider so!
Ich gehe aber davon aus, dass das alles nur ein Ablenkungsmanöver war, denn alle Fraktionen waren vollzählig anwesend, nur die SPÖ lediglich mit der Hälfte ihrer Abgeordneten. (Abg. Lausch: Ja, das war leider so!) Es war ein Ablenkungsmanöver. Drei Leute sind im Ausschuss gesessen, obwohl sie sechs zur Verfügung hätten. Das war es wahrscheinlich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lausch.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lausch.
Ich gehe aber davon aus, dass das alles nur ein Ablenkungsmanöver war, denn alle Fraktionen waren vollzählig anwesend, nur die SPÖ lediglich mit der Hälfte ihrer Abgeordneten. (Abg. Lausch: Ja, das war leider so!) Es war ein Ablenkungsmanöver. Drei Leute sind im Ausschuss gesessen, obwohl sie sechs zur Verfügung hätten. Das war es wahrscheinlich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lausch.)
Heiterkeit der Abg. Greiner. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Noch etwas, weil wir ohnehin schon beim Thema sind: Der Rechnungshofausschuss war in den vergangenen Zeiten immer jener Ausschuss, in dem alle Parteien fraktionsübergreifend konstruktiv zusammengearbeitet haben. Das hat auch dazu geführt, dass wir gemeinsame Initiativen gesetzt haben. Ihr Kollege Elmar Mayer, der lange Rechnungshofsprecher war, hat sich da wirklich jedes Mal konstruktiv mit eingebracht. Warum geht das jetzt auf einmal nicht mehr? Sie führen sich im Ausschuss jedes Mal auf wie die personifizierte Inquisition! (Heiterkeit der Abg. Greiner. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich appelliere an die Frau Vorsitzende, dem ein Ende zu setzen. Es sollte unser gemeinsames Interesse sein, dass wir in diesem Ausschuss, der einer der wenigen ist, in denen wir gemeinsam etwas weiterbringen können, das auch wieder tun können. Das sollte für die nächsten Sitzungen das Ziel sein, da wieder ein bisschen Disziplin, Ordnung zu schaffen. Wir brauchen dort keine Inquisition, wir brauchen Konstruktivität! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Zanger: Ja, ich weiß, ihr habt eine arge Woche gehabt, stimmt!
Abgeordneter Rudolf Plessl (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Rechnungshofpräsidentin! Frau Staatssekretärin! Kollege Zanger, ich glaube, manchmal sind drei, die engagiert sind, sogar besser als sechs oder sieben, die dort sitzen und nur zuhören. (Abg. Zanger: Ja, ich weiß, ihr habt eine arge Woche gehabt, stimmt!) Es wäre, glaube ich, besser, wenn man das auch ein bisschen bewerten würde. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: Eine harte Woche für die SPÖ!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: Eine harte Woche für die SPÖ!
Abgeordneter Rudolf Plessl (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Rechnungshofpräsidentin! Frau Staatssekretärin! Kollege Zanger, ich glaube, manchmal sind drei, die engagiert sind, sogar besser als sechs oder sieben, die dort sitzen und nur zuhören. (Abg. Zanger: Ja, ich weiß, ihr habt eine arge Woche gehabt, stimmt!) Es wäre, glaube ich, besser, wenn man das auch ein bisschen bewerten würde. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: Eine harte Woche für die SPÖ!)
Abg. Zanger: Würdest du als Betroffener da gerne drinnen sein?
Eine Frage habe ich noch zu folgendem Punkt, zu dem wir ja im Ausschuss unterschiedlicher Meinung waren: Die Frau Präsidentin des Rechnungshofes war der Meinung, dass Auszahlungen aus diesem Fonds in die Transparenzdatenbank gehören. Die Frau Staatssekretärin hat für das Innenministerium gesprochen und gemeint, dass das nicht in die Transparenzdatenbank gehört, wir sollten den Finanzminister bemühen, weil er ja für die Transparenzdatenbank zuständig ist, dass er eine Entscheidung trifft, die dann von allen Seiten berücksichtigt wird. (Abg. Zanger: Würdest du als Betroffener da gerne drinnen sein?)
Beifall bei der SPÖ.
Und zum Schluss noch eines, Frau Staatssekretärin: Es wäre auch – Sie kennen diesen Zugang – eine Abschöpfung der Bereicherung wünschenswert. Wir haben ja viel zu wenig Leute, und gerade hinsichtlich jener Menschen, die sich auf Kosten anderer bereichern, müssen wir ausreichende Ressourcen im Innenministerium und in der Justiz zur Verfügung stellen, damit man ihnen das Geld, das sie sich unrechtmäßig angeeignet haben, auch wieder wegnehmen kann. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ, NEOS und Liste Pilz.
Der zweite Bericht betrifft die Follow-up-Überprüfung zum Thema Bundeskriminalamt. Ein wichtiger Punkt – etwas, das wir immer wieder betonen – ist die Frage: Wie werden Rechnungshofempfehlungen umgesetzt? Diese Follow-up-Überprüfung hat ein sehr unbefriedigendes Ergebnis gezeigt, nämlich dass nur knapp die Hälfte der Empfehlungen umgesetzt worden ist. Das heißt, da gibt es noch einiges zu tun. Wir haben das jetzt auch noch einmal in Empfehlungen formuliert, und ich bitte Sie, auch im Nachfrageverfahren darauf zu achten, welche dieser zentralen Empfehlungen umgesetzt werden – von Belastungskennzahlen, die entlang der strategischen Ausrichtungen erstellt werden sollen, über Verbesserungen im Bereich der Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität bis hin zur Abschaffung von Sonderregelungen für internationale Projekttätigkeit. Das sind alles Punkte, die uns ganz wichtig sind, es sind viele Empfehlungen in diesem Bericht enthalten, und ich wäre sehr dankbar dafür, wenn das Hohe Haus mich unterstützt, wenn es um die Umsetzung von Empfehlungen geht. – Danke. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ, NEOS und Liste Pilz.)
Beifall bei der Liste Pilz sowie des Abg. Engelberg.
Ich bitte das Hohe Haus, wirklich zu bedenken, was da gemacht wird, zumal in Folgefällen immer wieder darauf verwiesen werden wird, dass das Hohe Haus seine ständige Praxis der Auslieferung mit dieser Entscheidung ändert – und das nächste Mal ist es so ein Zettel, da steht nur mehr drauf: Wir wollen jemanden, gebt ihn uns! – Danke. (Beifall bei der Liste Pilz sowie des Abg. Engelberg.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Noll.
An dieser Stelle muss ich schon festhalten, meine Damen und Herren, wenn diese Hilfe, diese Solidarität der Gesellschaft, der Politik, des Sponsors und der Privaten in den Rang der Strafbarkeit gehoben werden soll, dann lässt mich das einigermaßen ratlos zurück. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Noll.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Genau!
Ich will mich nicht über die mangelnde Empathiefähigkeit oder sonstige Charakterschwächen des Anzeigers unterhalten. Wir müssen auch eins klar sagen – du hast die Politik insgesamt angesprochen –: Wir sind hier herinnen ja immer wahnsinnig stolz darauf, dass wir Whistleblower-Boxen und was weiß ich was alles gefunden haben, dass jeder jeden irgendwie, wenn es geht, möglichst anonym, nach dem Motto: Es wird schon etwas hängen bleiben!, anpatzen kann. Ob diese Systeme so toll sind, darüber kann man nachdenken. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Genau!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich glaube auch, dass wir gut daran tun, einmal zu betonen, dass es gut ist, dass wir Persönlichkeiten dieser Größe und mit dieser Kopfstärke wie Kira Grünberg überhaupt für die Politik gewinnen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich glaube, das sollten wir alle beherzigen, denn Kira Grünberg war eine große Sportlerin, und sie musste nach diesem Unfall eine noch viel, viel größere Leistung erbringen, als sie dies vor dem Unfall getan hat, und erbringt sie jeden Tag. Ich glaube, ich kann das für unseren Klub sagen: Wir sind stolz auf Kira und froh, dass wir sie dabeihaben, und wir werden auch jetzt an ihrer Seite stehen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Der Grund dafür, dass wir heute trotzdem, entgegen deiner Empfehlung, Alfred, sagen, wir werden mit der Feststellung, dass diese Gabe eines Autos durch einen Sponsor im Jahr 2015 nichts, aber auch gar nichts mit Politik zu tun hat, den Weg frei machen, ist, dass auch im Sinne von Kira Grünberg diese unsäglichen Vorwürfe endgültig geklärt werden sollen. Damit geben wir dem Herrn Staatsanwalt oder der Frau Staatsanwältin auch schon eine Handreichung mit, denn wenn wir in diesem Haus feststellen, dass das mit Politik nichts zu tun hat, dann kann wohl auch der Tatbestand – Stichwort Amtsträger – nicht erfüllt sein. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Martin Graf.
Abgeordneter Mag. Dr. Klaus Uwe Feichtinger (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Bringen wir die Dinge doch auf den Boden dessen zurück, worüber der Immunitätsausschuss zu befinden hat: Der Immunitätsausschuss hat nicht darüber zu befinden, ob das Delikt verwirklicht wurde, ob dann eine allfällige Strafbarkeit – und in welchem Ausmaß – vorliegt oder nicht, sondern der Immunitätsausschuss hat darüber zu befinden, ob es einen Zusammenhang mit der politischen Tätigkeit gibt oder nicht. (Zwischenruf des Abg. Martin Graf.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scherak.
Da das inkriminierte Verhalten, wenn man so will, 2015 gesetzt wurde – was aus meiner Sicht absolut unstrittig ist – und Frau Kollegin Grünberg erst 2017 hier ins Haus eingezogen ist, liegt der Zusammenhang mit der politischen Tätigkeit aus unserer Sicht nicht vor, und daher werden wir der Auslieferung zustimmen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scherak.)
Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abgeordneten Plessl, Vogl und Scherak.
leicht für Hellseher –, dass Frau Grünberg einmal in dieses Hohe Haus hier einziehen wird. Daher gibt es unserer Meinung nach ganz klar keinen Zusammenhang mit ihrer parlamentarischen Tätigkeit, und aus diesem Grund ist das Auslieferungsbegehren der Staatsanwaltschaft auf jeden Fall positiv zu bescheiden. Diese wird dann richten und darüber entscheiden, wie weiter vorgegangen wird. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abgeordneten Plessl, Vogl und Scherak.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich ersuche Sie, diskutieren Sie das auch in Ihrem Klub! Ich freue mich auf eine spannende Diskussion über dieses neue Rechtsgebiet, auch im Sozialausschuss, und es würde mich sehr freuen, wenn wir es schaffen, in diesem Parlament eine Allparteieneinigung für die Rechte der Kinder weltweit zustande zu bringen. Eine Einladung zu dieser Diskussion spreche ich hiermit aus. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Vogl: Wir dürfen kennzeichnen!
Es ist ja in Ihrem Antrag schon bezeichnend, Herr Stöger, dass Sie immer wieder, in manchen Passagen auf die EU-Holzhandelsverordnung verweisen – und das ist ja richtig. Warum verweisen Sie auf eine EU-Verordnung – Verordnungen im EU-Bereich sind übrigens in den Mitgliedstaaten direkt gültig und umsetzbar? – Weil Europa natürlich an sich ein gemeinsamer Markt ist, wir vier Grundfreiheiten haben und eine davon die Warenverkehrsfreiheit ist. Das bedingt eben auch, dass eine Ware, die in einem anderen EU-Land in Verkehr gebracht wird, automatisch auch für Österreich zugelassen ist. Das heißt, ein Gesetzeswerk, das nur auf den österreichischen Markt abzielt, ist aus meiner Sicht, aus unserer Sicht gar nicht möglich. (Abg. Vogl: Wir dürfen kennzeichnen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Wir können das durchdiskutieren, wir werden das auch durchdiskutieren, aber es gibt eben schon allein diese Hürde, die aus europarechtlicher Perspektive gar nicht so leicht zu nehmen ist. Das ändert nichts daran, dass wir mit voller Kraft, mit allen Mitteln, aber wahrscheinlich auf höherer Ebene, zumindest auf EU-Ebene, weitere Maßnahmen zu treffen hätten. Wir werden das im Ausschuss aber natürlich sehr genau diskutieren. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Gödl.
Abgeordnete Renate Gruber (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte nur zu meinem Vorredner, Abgeordnetem Ernst Gödl, sagen, dass er natürlich recht hat, aber man kann als Österreich auch einmal eine Vorreiterrolle übernehmen, und ich glaube, dass das ganz, ganz wichtig ist. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Gödl.)
Beifall bei der SPÖ.
Kinderarbeit und Zwangsarbeit sind generell abzulehnen. Kein Mitglied dieses Hauses kann sich in Kleidung wohlfühlen, die durch Kinderarbeit oder Zwangsarbeit hergestellt wurde. Daher appelliere ich an alle Abgeordneten, diesen Antrag zu unterstützen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Bravoruf des Abg. Lausch.
Summa summarum, wie gesagt: Die neue Regierung wird sich in diesem Bereich mit starker Unterstützung der FPÖ mit Sicherheit gegen Kinderarbeit, gegen Zwangsarbeit einsetzen. Ich freue mich auf eine spannende Diskussion und würde mich auch freuen, wenn wir es vielleicht schaffen, einen Allparteienantrag einzubringen – einen Antrag, hinter dem alle stehen. – Danke. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Bravoruf des Abg. Lausch.)
Präsident Sobotka übernimmt den Vorsitz.
Es gibt ein paar Punkte, die ich zum vorliegenden Initiativantrag gerne einbringen möchte; es ist schon einiges erwähnt worden. Kinderarbeit selbst konzentriert sich zum größten Teil auf den Bereich der Landwirtschaft, des Weiteren auf Dienstleistungen, und der kleinste Teil ist im Bereich der Industrie angesiedelt. Ein künftiges Gesetz darf sich deshalb nicht auf den Bereich der Textilindustrie beschränken, das heißt, nur die Bekleidungsindustrie umfassen, sondern es geht um Rohstoffgewinnung, um Rohstoffverarbeitung, natürlich dementsprechend auch um Bekleidung, es geht um Lebensmittel, es geht um Elektrogeräte. (Präsident Sobotka übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der Liste Pilz.
Im Bereich der Menschenrechte gibt es noch Aufholbedarf. Ich wünsche mir wirklich, dass wir eine parteienübergreifende Lösung zustande bringen. Egal, ob es schon vor zehn Jahren hätte gemacht werden können – wir können es heute machen, und deshalb würde ich sagen: Gehen wir es an! – Danke. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Beifall bei den NEOS.
Ich hoffe auf eine konstruktive Debatte im Ausschuss abseits der parlamentarischen parteipolitischen Polemik. – Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich freue mich darauf, mit Ihnen und den Kolleginnen und Kollegen im Geschäftsordnungsausschuss gemeinsam darüber zu diskutieren, denn eines ist aus unserer Sicht ganz klar: Es muss eine lückenlose parlamentarische Kontrolle geben! – Diese werden wir auch in Zukunft vorfinden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und NEOS.
vieles einfließen lassen. Auf dieser Basis können wir dann aufbauen und sind auf alle Fälle positiv dabei. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Es ist Zeit, dass wir in diesem Bereich einen Schritt vorwärts gehen, es ist seit vielen Jahren nichts passiert. Wir NEOS reden tagein, tagaus mit den Kollegen. Wir müssen diesen nächsten Schritt gehen, wir müssen endlich den Schritt schaffen, dass eine Petition keine Gnade mehr ist, basierend auf einem Bürgerrecht, sondern ein Recht in diesem Hohen Haus, das jeder Bürger und jede Bürgerin aktiv in Anspruch nehmen kann. Ich bitte um Ihre Unterstützung. – Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich freue mich darauf, über Ihren Antrag im Geschäftsordnungsausschuss noch näher zu diskutieren, damit wir auch eine zeitgemäße Ausgestaltung der Bürgerinstrumente im Sinne der Bevölkerung Österreichs haben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich gebe dem Kollegen Bernhard durchaus recht: Es ist höchst an der Zeit, wirklich die moderne Form für Bürgerinitiativen und Petitionen einzuführen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haider: Da wundert mich gar nichts mehr! Da wundert einen gar nichts!
Aber ich möchte noch einmal zu einem konkreteren Beispiel kommen; es geht um die Bürgerbeteiligung, die ja auch die Freiheitlichen in Kärnten leben. Die Freiheitlichen in Kärnten haben eine Onlinepetition gegen den Missbrauch des Wörthersee Stadions eingebracht. Die Bürger können mitentscheiden, ob dieses umstrittene Kunstprojekt, einen Wald im Stadion zu pflanzen, auch wirklich umgesetzt werden soll oder nicht. Ja, Sie haben schon richtig gehört, die SPÖ möchte in Kärnten gerne Bäume in einem Fußballstadion pflanzen, sie möchte gerne aus einem Fußballstadion einen Wald machen. (Abg. Haider: Da wundert mich gar nichts mehr! Da wundert einen gar nichts!) Allein das gibt ja schon viel zu denken, und wir möchten auch die Bürger einladen, ihre Stimme dazu abzugeben.
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Ein weiterer Punkt ist auch, dass wir Freiheitlichen mittels Onlinepetitionen und vielen, vielen Bürgerunterschriften die Verstärkung der Polizeipräsenz am Klagenfurter Hauptbahnhof gefordert haben. Ich darf unserem Innenminister Herbert Kickl noch einmal herzlich Danke sagen, der sehr unbürokratisch und rasch gehandelt hat, damit wir am Hauptbahnhof eine polizeiliche Verstärkung bekommen. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion im Geschäftsordnungsausschuss. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Abgeordnete Dipl.-Ing. (FH) Martha Bißmann (ohne Klubzugehörigkeit): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Bürgerinnen und Bürger auf der Galerie! Unsere Aufgabe hier ist es, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger in diesem Land zu vertreten. Aber wie soll das gehen, wenn diese Regierung Möglichkeiten der Mitsprache, die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit bekämpft? Beispiele dafür haben wir in den letzten Wochen genug erlebt; ich muss mir hier wohl nicht die Mühe machen, sämtliche Einzelfälle noch einmal zu rezitieren. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Hafenecker: Bitte zur Sache!
Im aktuellsten Fall hat wohl unser geschätzter Herr Innenminister ein massives Problem mit der Pressefreiheit. (Abg. Hafenecker: Bitte zur Sache!) Darf das Volk nichts mehr sagen, nichts mehr hören, nicht mehr Zugang zu objektiver Berichterstattung haben? (Abg. Haubner: Geschäftsordnungsgesetz!) Darf es denn überhaupt noch mitreden, wenn es nicht gerade Wahlen gibt? – Meiner Meinung nach darf das Volk eindeutig zu wenig.
Abg. Haubner: Geschäftsordnungsgesetz!
Im aktuellsten Fall hat wohl unser geschätzter Herr Innenminister ein massives Problem mit der Pressefreiheit. (Abg. Hafenecker: Bitte zur Sache!) Darf das Volk nichts mehr sagen, nichts mehr hören, nicht mehr Zugang zu objektiver Berichterstattung haben? (Abg. Haubner: Geschäftsordnungsgesetz!) Darf es denn überhaupt noch mitreden, wenn es nicht gerade Wahlen gibt? – Meiner Meinung nach darf das Volk eindeutig zu wenig.
Abg. Hafenecker: Habt ihr das vorher nicht gemacht?
und Wähler zu hören, ihre Anliegen ernst zu nehmen wie im Petitionsausschuss, die Möglichkeiten zu verbessern, gehört zu werden, teilzunehmen und endlich wieder seriöse und produktive Politik in diesem Land zu machen. (Abg. Hafenecker: Habt ihr das vorher nicht gemacht?)
Beifall bei Abgeordneten der NEOS.
Um das zu erleichtern, unterstütze ich selbstverständlich mit meiner Stimme und mit bestem Gewissen den Initiativantrag zur Änderung des Geschäftsordnungsgesetzes meines Kollegen Michael Bernhard, sobald er zur Abstimmung kommt. – Vielen Dank für deine Initiative, Michael. (Beifall bei Abgeordneten der NEOS.)
Abg. Hafenecker: Wer ist „wir“? Majestätsplural! – Abg. Belakowitsch: Wer ist „wir“? – Heiterkeit bei der FPÖ.
Die Regierung will den Radverkehranteil bis 2025 verdoppeln. Das begrüßen wir sehr. (Abg. Hafenecker: Wer ist „wir“? Majestätsplural! – Abg. Belakowitsch: Wer ist „wir“? – Heiterkeit bei der FPÖ.) – Meine Wenigkeit, alle Menschen, mit denen ich so auf der Straße spreche, Radfahrerinnen, Radfahrer, Verkehrsteilnehmerinnen, Verkehrsteilnehmer, mein Team, meine Freunde, meine Familie, viele Menschen. – Wir finden die Verdoppelung des Radverkehranteils bis 2025 richtig gut. Richtig gut! (Beifall des Abg. Bernhard.) Aber es gibt eine Regelung in der StVO, die unlogisch und nicht sinnvoll ist. Diese wollen wir ändern. Und diese „wir“, von denen ich gerade gesprochen habe, finden das auch.
Beifall des Abg. Bernhard.
Die Regierung will den Radverkehranteil bis 2025 verdoppeln. Das begrüßen wir sehr. (Abg. Hafenecker: Wer ist „wir“? Majestätsplural! – Abg. Belakowitsch: Wer ist „wir“? – Heiterkeit bei der FPÖ.) – Meine Wenigkeit, alle Menschen, mit denen ich so auf der Straße spreche, Radfahrerinnen, Radfahrer, Verkehrsteilnehmerinnen, Verkehrsteilnehmer, mein Team, meine Freunde, meine Familie, viele Menschen. – Wir finden die Verdoppelung des Radverkehranteils bis 2025 richtig gut. Richtig gut! (Beifall des Abg. Bernhard.) Aber es gibt eine Regelung in der StVO, die unlogisch und nicht sinnvoll ist. Diese wollen wir ändern. Und diese „wir“, von denen ich gerade gesprochen habe, finden das auch.
Abg. Hafenecker: Nicht schlecht!
Es gibt einen Initiativantrag, der diese sinnlose Regelung ändern möchte. Um dies zu veranschaulichen, haben wir im Juli einen Flashmob organisiert, an dem über 120 RadlerInnen teilgenommen haben. (Abg. Hafenecker: Nicht schlecht!) Ich sage jetzt, wer „wir“ ist: eine zivilgesellschaftliche Initiative, die durch meine ehemaligen Kolleginnen des Parlamentsklubs der Liste Pilz, die Radlobby Österreich und mein Team unterstützt wurde. (Abg. Hafenecker: Super!) Ich hoffe sehr, dass wir auch zukünftig noch solche gemeinsamen Aktionen starten können.
Abg. Hafenecker: Super!
Es gibt einen Initiativantrag, der diese sinnlose Regelung ändern möchte. Um dies zu veranschaulichen, haben wir im Juli einen Flashmob organisiert, an dem über 120 RadlerInnen teilgenommen haben. (Abg. Hafenecker: Nicht schlecht!) Ich sage jetzt, wer „wir“ ist: eine zivilgesellschaftliche Initiative, die durch meine ehemaligen Kolleginnen des Parlamentsklubs der Liste Pilz, die Radlobby Österreich und mein Team unterstützt wurde. (Abg. Hafenecker: Super!) Ich hoffe sehr, dass wir auch zukünftig noch solche gemeinsamen Aktionen starten können.
Abg. Hafenecker: Das ist schmerzbefreit!
Das Ergebnis dieses Flashmobs war ein totales Chaos: 120 RadlerInnen haben sich an das Gesetz gehalten und haben sich vorschriftsmäßig mit 10 km/h an eine Radfahrerüberfahrt angenähert. Das Chaos entstand eben nicht, weil Gesetze gebrochen wurden, sondern weil sich die Radfahrer an die Gesetze gehalten haben. (Abg. Hafenecker: Das ist schmerzbefreit!) Wenn ein Mensch ein Gesetz befolgt, behindert er den Verkehr. Das ist ein inhärenter Widerspruch! Das kann nicht im Sinne einer modernen Straßenverkehrsordnung sein. (Abg. Belakowitsch: Wenn ich bei der roten Ampel stehenbleibe ...!)
Abg. Belakowitsch: Wenn ich bei der roten Ampel stehenbleibe ...!
Das Ergebnis dieses Flashmobs war ein totales Chaos: 120 RadlerInnen haben sich an das Gesetz gehalten und haben sich vorschriftsmäßig mit 10 km/h an eine Radfahrerüberfahrt angenähert. Das Chaos entstand eben nicht, weil Gesetze gebrochen wurden, sondern weil sich die Radfahrer an die Gesetze gehalten haben. (Abg. Hafenecker: Das ist schmerzbefreit!) Wenn ein Mensch ein Gesetz befolgt, behindert er den Verkehr. Das ist ein inhärenter Widerspruch! Das kann nicht im Sinne einer modernen Straßenverkehrsordnung sein. (Abg. Belakowitsch: Wenn ich bei der roten Ampel stehenbleibe ...!)
Abg. Haubner: Schneller fahren!
Aktuell ist ja die 30. Novelle der Straßenverkehrsordnung in Begutachtung. Über 30 Stellungnahmen sind im Parlament eingelangt, in denen größtenteils die geplanten Änderungen der StVO begrüßt werden, besonders die Verbesserungen in der Kindermobilität. Einige der EinsenderInnen inklusive der Radlobby Österreich sprechen sich dafür aus, das Altgesetz – die besagte diskriminierende 10-km/h-Regelung vor ampelfreien Radfahrerüberfahrten – zu überarbeiten. (Abg. Haubner: Schneller fahren!)
Abg. Haubner: Schneller oder langsamer?
Ich zitiere Roland Romano, Sprecher der Radlobby Österreich: Zeitgemäße Verkehrsregeln sollen logisch und nachvollziehbar sein. Die derzeitige Vorschrift von 10 km/h vor ampelfreien Radfahrerüberfahrten ist ein Sonderfall in Europa und widerspricht den sonstigen Verkehrsregeln der StVO. – Zitatende. (Abg. Haubner: Schneller oder langsamer?)
Abg. Belakowitsch: Ja, ich habe es schon gesagt! Der Krankenpfleger!
Ein weiterer Betroffener möchte hier gerne auch zu Wort kommen: Karl Neumayr, Krankenpfleger aus Eisenstadt (Abg. Belakowitsch: Ja, ich habe es schon gesagt! Der Krankenpfleger!), fühlt sich gefrotzelt, weil er meint, dass das derzeitige Gesetz gegen eine nachhaltige Verbesserung im Straßenverkehr spreche. Er denkt, dass hier Klientelpolitik betrieben wird. – Zitatende.
Abg. Hafenecker: Auf der A 2?
Wer einen 5 km langen Fahrtweg hat und an 10 Radfahrerüberfahrten jeweils für 50 m auf 10 km/h abbremsen muss, verlängert seine Fahrtdauer um 90 Sekunden gegenüber einer Kreuzungsgeschwindigkeit von 20 km/h. Die längere der 140 km/h Teststrecken auf Autobahnen bringt eine Zeitersparnis von 88 Sekunden für die betroffenen AutofahrerInnen. Wie wäre es mal mit einer Teststrecke für angepasste Geschwindigkeit an Radfahrerüberfahrten? Wir Radler würden uns sogar aus dem Fenster lehnen und versprechen, dass sich weder Abgas- noch Lärmniveau entlang der Radfahrerüberfahrten-Teststrecke erhöhen wird. – Zitatende. (Abg. Hafenecker: Auf der A 2?) Es liegen keine weiteren BürgerInnenwortmeldungen vor. (Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank!)
Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank!
Wer einen 5 km langen Fahrtweg hat und an 10 Radfahrerüberfahrten jeweils für 50 m auf 10 km/h abbremsen muss, verlängert seine Fahrtdauer um 90 Sekunden gegenüber einer Kreuzungsgeschwindigkeit von 20 km/h. Die längere der 140 km/h Teststrecken auf Autobahnen bringt eine Zeitersparnis von 88 Sekunden für die betroffenen AutofahrerInnen. Wie wäre es mal mit einer Teststrecke für angepasste Geschwindigkeit an Radfahrerüberfahrten? Wir Radler würden uns sogar aus dem Fenster lehnen und versprechen, dass sich weder Abgas- noch Lärmniveau entlang der Radfahrerüberfahrten-Teststrecke erhöhen wird. – Zitatende. (Abg. Hafenecker: Auf der A 2?) Es liegen keine weiteren BürgerInnenwortmeldungen vor. (Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank!)
Abg. Belakowitsch: Radfahrer ...!
Ich bitte Sie, dieses Anliegen der Radlerinnen und Radler hier in Österreich ernst zu nehmen und meinen Antrag zu unterstützen. (Abg. Belakowitsch: Radfahrer ...!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Die Zunahme des Fahrradverkehrs, vor allem im urbanen Raum, ist, glaube ich, ein ganz wesentlicher Teil der Weiterentwicklung der Mobilität. Das kann aber letztendlich nicht aus sicherheitstechnischen Gründen zu Ende gehen, denn 10 km/h an der Kreuzung sind nicht eine Frage der Geschwindigkeit für die Fahrräder, sondern letztendlich eine Frage der Verkehrssicherheit, und diese muss das oberste Ziel bleiben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall und Bravoruf des Abg. Hörl
Wenn Sie hier als Beweis für ein schlechtes Gesetz eine falsche Auslegung mit einem Flashmob – wo mit Fahrrädern eine Kreuzung blockiert wird, weil man 10 km/h schnell fährt (Beifall und Bravoruf des Abg. Hörl) – darstellen wollen, dann möchte ich Ihnen sagen: Wenn wir alle Traktoren mit Anhängern und 10 km/h-Beschränkung aus den Wienerwaldgemeinden durch Wien fahren lassen, können wir vonseiten der Landwirtschaft eine Woche lang Wien lahmlegen – wenn wir wollen –, aber es wäre eine fehlausgelegte Sicht der Gesetze, die uns zur Verfügung stehen; und genauso ist es auch beim Radverkehr.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Man kann nicht Extremsituationen ausnützen, um damit eine Veränderung im Gesetz bewirken zu wollen. Das ist eine total falsche Herangehensweise an einen Bedarf, der da oder dort bestehen möge. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und FPÖ
Ich möchte Sie aber schon dazu aufrufen, auch mit den Mechanismen des Parlamentarismus ernsthaft umzugehen und das auch zu akzeptieren, wenn wir diese Thematik schon ausführlich diskutiert und hier mit Mehrheiten beschlossen haben – denn wenn die Macht vom Volk ausgeht, dann ist es vor allem am Wahltag so. Wenn wir uns die Oppositionsparteien ansehen, müssen wir feststellen, dass bei der SPÖ nicht mehr jener Kandidat vorne steht, der bei der Wahl vorne gestanden ist, dass bei den NEOS nicht mehr jener Kandidat vorne steht, der bei der Wahl vorne gestanden ist, dass bei den Pilzen vielleicht leider wieder jener Kandidat vorne steht, der bei der Wahl vorne gestanden ist (Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und FPÖ), aber Sie selbst nicht mehr dort sind.
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Daher bitte ich Sie, die Institutionen des Parlaments nicht extra aufzublasen, sondern auch zu akzeptieren, wenn wir hier etwas beschließen! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Er hat schon alles klar gesagt!
Abgeordneter Alois Stöger, diplômé (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich glaube, zum Vorredner braucht man nichts mehr zu sagen. (Abg. Belakowitsch: Er hat schon alles klar gesagt!) Er hat schon einiges gesagt, das mit dem Antrag nichts zu tun hat.
Beifall bei der SPÖ.
Ich würde die Diskussion im Verkehrsausschuss dazu nutzen, Radfahren zu stärken. Das ist wichtig. Es ist ein zukünftiger Verkehrsträger, den wir stärker brauchen. In dem Sinne freue ich mich auf diese Diskussion. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Liebe Frau Kollegin Bißmann, ich möchte Ihnen jetzt noch persönlich etwas mitgeben: Sie geißeln 182 Kollegen mit Ihren politischen Befindlichkeiten – Sie und Ihre Ex-Truppe, die Liste Pilz. Wir müssen alle Ausschüsse umstellen, nur damit Sie sich entsprechend abgebildet sehen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kuntzl: Was geht das Sie an?
Sie sind, wie Kollege Nehammer heute schon gesagt hat, ganz offensichtlich sehr schmerzbefreit und quälen uns bei jedem Tagesordnungspunkt mit Ihren Ergüssen. Frau Kollegin Bißmann, bitte konzentrieren Sie sich aufs Wesentliche! (Abg. Kuntzl: Was geht das Sie an?) Wir haben in dieser Republik wirklich sehr, sehr viele wichtige Dinge zu erledigen und zu verbessern. Wir müssen den Scherbenhaufen wegräumen, den uns die Sozialdemokraten hinterlassen haben. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Der ist groß, sehr groß!)
Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Der ist groß, sehr groß!
Sie sind, wie Kollege Nehammer heute schon gesagt hat, ganz offensichtlich sehr schmerzbefreit und quälen uns bei jedem Tagesordnungspunkt mit Ihren Ergüssen. Frau Kollegin Bißmann, bitte konzentrieren Sie sich aufs Wesentliche! (Abg. Kuntzl: Was geht das Sie an?) Wir haben in dieser Republik wirklich sehr, sehr viele wichtige Dinge zu erledigen und zu verbessern. Wir müssen den Scherbenhaufen wegräumen, den uns die Sozialdemokraten hinterlassen haben. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Der ist groß, sehr groß!)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Kollegin Bißmann, meine Empfehlung an Sie: Nützen Sie die Zeit, die Sie jetzt von uns in Anspruch nehmen, dazu, mit Ihren 120 Radfahrerfreunden am besseren Wetter zu arbeiten, aber stehlen Sie nicht unsere Zeit! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich würde eher anraten, dass man im Verkehrsausschuss überlegt und ernsthaft darüber diskutiert, dass man das Tragen eines Helmes nicht nur bis zum 12. Lebensjahr verpflichtend macht, sondern ob man nicht bei diesen vielen Unfällen – im Jahr 2016, aus dem Jahr stammt die letzte Statistik, gab es 13 000 Verletzte – mit einer generellen Helmtragepflicht für die Verkehrssicherheit und auch für die Sicherheit der Fahrerinnen und Fahrer mehr erreichen könnte. Beim Skifahren gibt es diese Pflicht und sie hat sich bewährt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Liebe Frau Bißmann, meine Einladung steht immer noch. Kommen Sie in meinen Betrieb und machen wir gemeinsam eine Beobachtungsfahrt! – Danke. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Ich darf den Mitgliedern des Nationalrates, die mit dieser Sitzung ausscheiden, ein herzliches Dankeschön aussprechen, insbesondere auch dem Klubobmann der NEOS Dr. Strolz, der ein Parlamentarier der besonderen Verantwortung und des besonderen Engagements war, der die große Rede, aber auch den Beitrag in der Präsidiale sehr geschätzt hat und dementsprechend sehr viel beigetragen hat, sodass auch viele andere in der Replik darauf entsprechend geantwortet haben und herausgefordert wurden. Er hat damit zu einer von einer lebenden Demokratie geprägten Stimmung beigetragen. Herzlichen Dank! Wir werden morgen noch die Möglichkeit haben, das ausführlicher zu besprechen. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Von dieser Stelle aus ein herzliches Dankeschön für seine Beiträge, und wir wünschen ihm auch von dieser Stelle alles Gute auf seinem weiteren beruflichen Weg und für sein Wirken als Funktionär. (Allgemeiner Beifall.)