Eckdaten:
Für die 124. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 551 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir dürfen die Europadebatte nicht etwa nur dem Europäischen Parlament überlassen oder etwa nur der Kommission, sondern es ist unsere Verpflichtung als Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat, Europa zu diskutieren und uns mit europäischen Themen zu befassen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es muss aber genauso klar sein, dass wir für das Ziel der Vollbeschäftigung Wachstum brauchen, meine Damen und Herren. Manche Debatten der letzten Tage, Wochen und Monate haben mich sehr stark irritiert. Ich habe nämlich festgestellt, dass man glaubt, mit Konzepten der Vergangenheit die Probleme der Zukunft lösen zu können. Wir brauchen Wachstum als Motor der Beschäftigung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Viele Menschen fragen – und auf diese Fragen muss man antworten –: Hat denn Europa, hat die Mitgliedschaft Österreichs bei der Europäischen Union diese Initiativen in Richtung Wachstum und Beschäftigung verstärkt? – Wir können heute sagen: Ja, das ist geschehen. Europa hat uns etwas gebracht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Das ist so wichtig, dass wir das immer wieder wiederholen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Direktinvestitionen haben sich vervierfacht, und durch diese europäische Integration – da sind sich die Wirtschaftsforscher einig – sind 70 000 neue Jobs, neue Arbeitsplätze entstanden. Europa ist ein Wohlstands- und Arbeitsplatzgewinn! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Klarheit in den Antworten braucht Europa auch in kritischen Fragen. Ich bin sehr dankbar, dass Bundeskanzler Schüssel und Ursula Plassnik auch in einer sehr heiklen Frage – in der Frage des Beitritts der Türkei – diese klare Sprache sprechen: Ja zu Verhandlungen, aber genauso ja zu Alternativen zur Vollmitgliedschaft und zur Frage, ob Europa aufnahmefähig ist, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dieses Programm Wachstum und Beschäftigung bedeutet gleichzeitig die Verteidigung und die Sicherung des europäischen Lebensmodells. Und das ist mir hier sehr wichtig: Es geht nicht nur um die nackten Zahlen, um nackte Millionen- oder Milliarden-Euro-Beträge, nein, es geht um viel mehr. Dieses europäische Lebensmodell bedeutet für mich, aus der wirtschaftlichen Stärke Europas soziale Verantwortung leben, die Vollbeschäftigung als Ziel formulieren und die nachhaltige Erntwicklung sichern. Dieses Europa wollen und brauchen wir! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das ist, glaube ich, auch zugleich ein Programm: Es darf nicht ein Europa sein, bei dem, wie es jetzt diskutiert wird, sechs Große den Ton angeben, und die anderen haben zu folgen oder müssen folgen, dürfen nicht einmal Fragen stellen – sondern ein gleichberechtigtes, demokratisches, die Würde und die Eigenart der verschiedenen Mitgliedstaaten berücksichtigendes Europa. Das ist unser Ziel. Das heißt Farbe, das heißt Leben, und das heißt auch, glaube ich, Bereicherung für die Bürger, ein Europa, das Sie alle wollen und das wir auch letztlich im Sinne gehabt haben, als wir vor zehn Jahren beigetreten sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Niederwieser: Das haben wir schon vorher ...! Das war schon lange ...!
Der zweite Punkt, der immer wieder angesprochen wurde, auch etwa von den Rednern aller vier Fraktionen gestern, ist die Infrastruktur. Richtig ist hier genauso: Die Finanzierung ist primär natürlich nationale Aufgabe. Aber die Union kann selbst auch etwas tun, vor allem bei den Projekten, die grenzüberschreitend sind. Und da sind wir sehr froh, dass Vizekanzler Gorbach es zustande gebracht hat, dass unter die großen 30 Transeuropäischen Netze fünf bis sechs österreichische Projekte – das größte dabei überhaupt der Brenner-Basistunnel – hineingenommen wurden. (Abg. Dr. Niederwieser: Das haben wir schon vorher ...! Das war schon lange ...!) Es muss unser Ehrgeiz sein, dass dieses Projekt auch wirklich im nächsten Jahr mit dem Probestollen begonnen werden kann und nicht verzögert wird, liebe Freunde! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der zweite Punkt, der immer wieder angesprochen wurde, auch etwa von den Rednern aller vier Fraktionen gestern, ist die Infrastruktur. Richtig ist hier genauso: Die Finanzierung ist primär natürlich nationale Aufgabe. Aber die Union kann selbst auch etwas tun, vor allem bei den Projekten, die grenzüberschreitend sind. Und da sind wir sehr froh, dass Vizekanzler Gorbach es zustande gebracht hat, dass unter die großen 30 Transeuropäischen Netze fünf bis sechs österreichische Projekte – das größte dabei überhaupt der Brenner-Basistunnel – hineingenommen wurden. (Abg. Dr. Niederwieser: Das haben wir schon vorher ...! Das war schon lange ...!) Es muss unser Ehrgeiz sein, dass dieses Projekt auch wirklich im nächsten Jahr mit dem Probestollen begonnen werden kann und nicht verzögert wird, liebe Freunde! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: ... 160 fahren!
Aber auch hier gilt: Wir müssen (Abg. Sburny: ... 160 fahren!) unsere Hausaufgaben natürlich primär selber machen, und da ist Österreich, glaube ich, wirklich gut unterwegs – ich möchte das schon auch hier vor den Fernsehzusehern noch einmal deutlich unterstreichen –:
Ruf bei den Grünen: Aber das nützt nichts!
Wir haben die Ausgaben für Infrastruktur gegenüber der Zeit 1999 und davor verdoppelt! (Ruf bei den Grünen: Aber das nützt nichts!) Es arbeiten heute allein im Straßenbau – ich weiß das, weil ich selbst lange Zeit als Wirtschaftsminister dafür verantwortlich war – um 10 000 Menschen mehr – nur im Straßenbau! – als vor 2000. (Abg. Dr. Gabriela Moser: ... überhaupt nicht!) Und im Schienenausbau mit allem, was dazugehört, haben um 15 000 Menschen mehr Arbeit als damals. Daher ist es sehr gescheit, dass auch Ihre Anregung: mehr Geld in die Infrastruktur! (Abg. Dr. Gabriela Moser: Schauen Sie auf die Autobahnbaustellen!), heute auf Punkt und Beistrich umgesetzt wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: ... überhaupt nicht!
Wir haben die Ausgaben für Infrastruktur gegenüber der Zeit 1999 und davor verdoppelt! (Ruf bei den Grünen: Aber das nützt nichts!) Es arbeiten heute allein im Straßenbau – ich weiß das, weil ich selbst lange Zeit als Wirtschaftsminister dafür verantwortlich war – um 10 000 Menschen mehr – nur im Straßenbau! – als vor 2000. (Abg. Dr. Gabriela Moser: ... überhaupt nicht!) Und im Schienenausbau mit allem, was dazugehört, haben um 15 000 Menschen mehr Arbeit als damals. Daher ist es sehr gescheit, dass auch Ihre Anregung: mehr Geld in die Infrastruktur! (Abg. Dr. Gabriela Moser: Schauen Sie auf die Autobahnbaustellen!), heute auf Punkt und Beistrich umgesetzt wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Schauen Sie auf die Autobahnbaustellen!
Wir haben die Ausgaben für Infrastruktur gegenüber der Zeit 1999 und davor verdoppelt! (Ruf bei den Grünen: Aber das nützt nichts!) Es arbeiten heute allein im Straßenbau – ich weiß das, weil ich selbst lange Zeit als Wirtschaftsminister dafür verantwortlich war – um 10 000 Menschen mehr – nur im Straßenbau! – als vor 2000. (Abg. Dr. Gabriela Moser: ... überhaupt nicht!) Und im Schienenausbau mit allem, was dazugehört, haben um 15 000 Menschen mehr Arbeit als damals. Daher ist es sehr gescheit, dass auch Ihre Anregung: mehr Geld in die Infrastruktur! (Abg. Dr. Gabriela Moser: Schauen Sie auf die Autobahnbaustellen!), heute auf Punkt und Beistrich umgesetzt wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben die Ausgaben für Infrastruktur gegenüber der Zeit 1999 und davor verdoppelt! (Ruf bei den Grünen: Aber das nützt nichts!) Es arbeiten heute allein im Straßenbau – ich weiß das, weil ich selbst lange Zeit als Wirtschaftsminister dafür verantwortlich war – um 10 000 Menschen mehr – nur im Straßenbau! – als vor 2000. (Abg. Dr. Gabriela Moser: ... überhaupt nicht!) Und im Schienenausbau mit allem, was dazugehört, haben um 15 000 Menschen mehr Arbeit als damals. Daher ist es sehr gescheit, dass auch Ihre Anregung: mehr Geld in die Infrastruktur! (Abg. Dr. Gabriela Moser: Schauen Sie auf die Autobahnbaustellen!), heute auf Punkt und Beistrich umgesetzt wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben ja sehr profitiert von der Erweiterung der Europäischen Union um unsere Nachbarn. Wir haben sehr viele Arbeitsplätze in Österreich sichern können durch wesentlich gesteigerte Exporte – sie wurden verdreifacht, vervierfacht – in die Nachbarstaaten. Aber die Kommission wird jetzt einen Bericht über die Auswirkungen der geschützten Arbeitsmärkte machen, und wir werden dann im März eine Notifikation abgeben, dass Österreich natürlich seinen Arbeitsmarkt weiterhin schützen wird. Das ist unsere Verpflichtung, das ist unsere Aufgabe, und ich glaube, dass das auch jeder in Europa und rund um uns verstehen wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn wir uns ansehen, was wir gestern dazu diskutiert haben – großes Beschäftigungsprogramm, 284 Millionen €, die wir speziell in Richtung Arbeitsmarkt investieren –, dann müssen wir sagen, das ist auch gut und richtig so. Erwarten wir nicht, dass Europa unsere Arbeitsplätze bestimmt, finanziert und schafft, sondern kümmern wir uns selbst verstärkt darum! Ich glaube, das ist der gute und richtige Weg. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Union verkraften kann, dass die Türkei einmal Vollmitglied dieser Union wird. Wir sind dazu die Einzigen in ganz Europa, aber ich glaube, wir sollten genau diese Linie, die der Bundeskanzler und die Außenministerin vorgegeben haben, von Seiten des Nationalrates voll unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Lassen Sie mich einen fünften und letzten Punkt festhalten: Ich glaube, dass die zukünftige Aufgabe der Union in Wirtschaft, Wachstum und Arbeitsplätzen viel mehr darin liegt, nach außen stärker aufzutreten. Es ist viel mehr notwendig, dass Europa mit einem Selbstbewusstsein am Weltmarkt uns auch in der WTO und allen anderen Organisationen davor schützt, dass die negativen Folgen der Globalisierung auch Europa fokussiert treffen, dass wir miteinander dazu beitragen – auch mit Stolz! –, dass wir in Europa ein hohes Wohlstandsniveau auf breiter Basis haben und dieses auch halten wollen und uns nicht von anderen ständig einreden lassen, dass wir hier reduzieren müssen. Ich glaube daher, die zukünftige Aufgabe der Union in Richtung Wirtschaft liegt nicht im Inneren, sondern im Äußeren, und dazu können wir alle auch einen großen Beitrag leisten. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich hoffe sehr, geschätzte Damen und Herren, dass wir mit dem Europatag im Nationalrat eines erreichen: dass der Funke überspringt, dass wir von der Diskussion hier in unserem Nationalrat auch einige Impulse geben können, dass in Österreich mehr darüber diskutiert wird, wie sinnvoll und richtig es ist, in Europa zu sein, wie notwendig es ist, dass Österreich sich dort einbringt, und wie sehr wir alle dazu beitragen müssen, dass Europa für jeden Bürger auch erlebbar ist. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Lunacek spricht, vor der ersten Bankreihe stehend, mit Abg. Dr. Van der Bellen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer. Seine Redezeit beträgt 10 Minuten. (Abg. Mag. Lunacek spricht, vor der ersten Bankreihe stehend, mit Abg. Dr. Van der Bellen.) Ich bitte die Abgeordneten, dem Redner nicht den Rücken zuzukehren!
Abg. Mag. Molterer: Oder geschaffen!
und vielleicht einen Beitrag dazu zu leisten, die, so meine ich, manchmal berechtigte EU-Skepsis der Bevölkerung produktiv zu diskutieren. Wenn man sich die Frage stellt, was denn die Ursache dafür ist, dass sehr viele Menschen immer skeptischer in Bezug auf die Europäische Union sind, dann hat das, glaube ich, mit zwei Dingen zu tun. Erstens: Wie kommen europäische Gesetze zustande? Und zweitens: Welche Probleme werden durch diese Gesetze gelöst oder nicht gelöst? (Abg. Mag. Molterer: Oder geschaffen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das Problem dabei ist sehr häufig, dass dem, bevor es zurückkommt und umgesetzt werden muss, kein demokratischer Diskussionsprozess vorangeht. Und das macht natürlich sehr viele Bürgerinnen und Bürger skeptisch, weil jeder Österreicher gewöhnt ist, dass es, bevor ein Gesetz in Österreich beschlossen wird, dazu eine öffentliche Diskussion mit Pro und Contra, Medienberichte und eine parlamentarische Diskussion gibt. Und genau das findet bei vielen dieser europäischen Vorhaben nicht statt. Daher sagen die Leute: Das ist nicht demokratisch. Und unsere Aufgabe ist es, dieses demokratische Defizit zu beheben, und dafür sollen diese Europa-Tage auch gut sein, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Sburny: Wissensbasiert!
Daher stellt sich natürlich schon auch die Frage, wie ernst gewisse Vorstellungen in Europa genommen werden. Der Umstand, dass im nächsten Frühjahr unter anderem eine Konferenz darüber stattfinden soll, wie man diesen Prozess dynamisieren kann, hat ja vor allem damit zu tun, dass die bisherigen Initiativen nicht sehr erfolgreich waren. Es ist jetzt fünf Jahre her, dass die so genannten Lissabon-Ziele – klingt alles sehr abstrakt – beschlossen wurden. Aber ich weise darauf hin, dort war das Ziel: Europa soll die wettbewerbsfähigste Region der Welt bis zum Jahr 2010 sein. (Abg. Sburny: Wissensbasiert!) – Wissensbasiert. Die Wahrheit ist, der Abstand zu den Mitbewerbern ist nicht kleiner, sondern größer geworden.
Abg. Broukal: Frau Sozialministerin! Was sagen Sie?
Ich habe gerade eine Information aus Oberösterreich bekommen, wo Firmen bereits ausschreiben: Wir bieten hervorragende Fachkräfte aus den neuen EU-Ländern an. Ihr Vorteil: ausgezeichnetes Preisverhältnis, Sie sparen bis zu 50 Prozent gegenüber den heimischen Fachkräften, weil keine aufwendigen Anmeldungen zur Sozial- und Krankenversicherung, keine Abfertigung-Neu et cetera nötig sind. (Abg. Broukal: Frau Sozialministerin! Was sagen Sie?) Dann steht noch dabei: Der Einsatz ist natürlich vollkommen legal, und dafür wird ein Gutachten der Österreichischen Wirtschaftskammer – wird auf Wunsch zugestellt – ausgestellt.
Abg. Broukal: Das ist unglaublich!
Da stellt sich dann jeder die Frage, wie das zusammenpasst, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass es auf der einen Seite das Bekenntnis gibt, dass der österreichische Arbeitsmarkt geschützt werden soll, es aber auf der anderen Seite bereits Firmen gibt, die bewerben, dass es Beschäftigung gibt, mit der diese Regelungen unterlaufen werden sollen. (Abg. Broukal: Das ist unglaublich!) Und, meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist unehrlich! Da ist die österreichische Bevölkerung mit Recht dagegen, und Sie (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein), Herr Arbeitsminister, tragen dafür die Verantwortung, wenn hier Missstände auf dem österreichischen Arbeitsmarkt vorherrschen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein
Da stellt sich dann jeder die Frage, wie das zusammenpasst, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass es auf der einen Seite das Bekenntnis gibt, dass der österreichische Arbeitsmarkt geschützt werden soll, es aber auf der anderen Seite bereits Firmen gibt, die bewerben, dass es Beschäftigung gibt, mit der diese Regelungen unterlaufen werden sollen. (Abg. Broukal: Das ist unglaublich!) Und, meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist unehrlich! Da ist die österreichische Bevölkerung mit Recht dagegen, und Sie (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein), Herr Arbeitsminister, tragen dafür die Verantwortung, wenn hier Missstände auf dem österreichischen Arbeitsmarkt vorherrschen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.
Da stellt sich dann jeder die Frage, wie das zusammenpasst, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass es auf der einen Seite das Bekenntnis gibt, dass der österreichische Arbeitsmarkt geschützt werden soll, es aber auf der anderen Seite bereits Firmen gibt, die bewerben, dass es Beschäftigung gibt, mit der diese Regelungen unterlaufen werden sollen. (Abg. Broukal: Das ist unglaublich!) Und, meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist unehrlich! Da ist die österreichische Bevölkerung mit Recht dagegen, und Sie (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein), Herr Arbeitsminister, tragen dafür die Verantwortung, wenn hier Missstände auf dem österreichischen Arbeitsmarkt vorherrschen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren, die Solidarität in Europa kann keine Einbahnstraße sein! Wir stehen zur Unterstützung der neuen Mitgliedstaaten, aber wir lassen uns auch unseren Sozial- und Wohlfahrtsstaat durch Steuerdumping nicht zerstören! Und diese Botschaft muss auch einmal ankommen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
zeitig das höchste Beschäftigungswachstum hat, hat vielleicht auch etwas miteinander zu tun. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ja, ich weiß schon.
Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.
Ein interessanter Aspekt dieser Studie ist folgender: Wissen Sie, in welchem Bereich Österreich ganz besonders schlecht liegt, nämlich an 22. Stelle? – In der Kategorie „Verschwendung von Geldern durch die Regierung“. (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.) Das ist ein ganz interessanter Aspekt, den man in diesem Zusammenhang berücksichtigen sollte.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Fragen Sie mal Ihre sozialdemokratischen Kollegen!
Und daher erwarte ich mir auch, dass das, was in der Türkei-Frage gesagt wird, auch nächste Woche noch gilt: dass Österreich nicht zustimmen wird (Bundesminister Dr. Bartenstein: Fragen Sie mal Ihre sozialdemokratischen Kollegen!), wenn es nicht dazu kommt, dass neben der Perspektive des Beitritts gleichberechtigt auch eine andere Form der Partnerschaft im Mandat drinnen steht. Daran werden Sie, Herr Bundeskanzler, ab dem 3. Oktober auch zu messen sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und daher erwarte ich mir auch, dass das, was in der Türkei-Frage gesagt wird, auch nächste Woche noch gilt: dass Österreich nicht zustimmen wird (Bundesminister Dr. Bartenstein: Fragen Sie mal Ihre sozialdemokratischen Kollegen!), wenn es nicht dazu kommt, dass neben der Perspektive des Beitritts gleichberechtigt auch eine andere Form der Partnerschaft im Mandat drinnen steht. Daran werden Sie, Herr Bundeskanzler, ab dem 3. Oktober auch zu messen sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Auch wenn jetzt der neue Verfassungsvertrag nicht in Gültigkeit und es nicht zu diesem Frühwarnmechanismus kommen wird und die Kommission den nationalen Parlamenten immer ihre Gesetzesvorhaben vorlegen wird, so halte ich es dennoch für wichtig, dass wir diese Europatage hier abhalten, weil es notwendig ist, unsere Vertreter in den entscheidenden Gremien – und das sind nach dem jetzt gültigen Vertrag von Nizza die Räte – mit einem klaren Auftrag des österreichischen Nationalrates zu versehen. Das, so glaube ich, ist das Ziel dieser Europatage hier bei uns im Nationalrat, und wir sollten das auch heute beginnen. Wir Freiheitlichen wollen das auch engagiert betreiben, und wir begrüßen, dass das hier begonnen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir begrüßen es, wenn ein Kommissar ankündigt, dass er unsinnige Regelungen, unsinnige Verordnungen und Richtlinien der Europäischen Union, die in den letzten Jahren erstellt worden sind, durchforstet und er die Dinge, die nicht mehr gebraucht werden, ausscheidet. Wichtiger wäre jedoch nach unserem Dafürhalten ein klares Signal an die Bevölkerung, das heißt, dass es ab nun keine unsinnigen Regelungen mehr auf europäischer Ebene geben wird. Es müsste ein klares Signal von Seiten der Kommission geben, dass ab jetzt die Regelungen europafern und bürgernah gefasst werden, dass sich die Europäische Union mit den Nöten der Bürger in den Mitgliedsländern befasst und sich nicht in einem Elfenbeinturm einschließt und Regelungen erlässt, die niemand draußen in der Wirtschaft und im einfachen Leben verstehen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler, Sie haben auf europäischer Ebene schon klare Signale gesetzt. Sie haben klar gesagt, dass es kein Messen mit zweierlei Maß geben darf, dass wir nicht die einen wie die Türkei in die Union hereinzerren sollen und die anderen wie Kroatien draußen behalten oder sie nach außen drängen sollen, sondern dass die Union klare Richtlinien erlassen muss, die für alle Beitrittswerber gelten. Sie muss diese klaren Richtlinien auch leben, damit es hier nicht zu einem Messen mit zweierlei Maß kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Was hat das mit Wachstum und Beschäftigung zu tun?
Herr Bundeskanzler, was für den Verhandlungsablauf gelten soll, muss auch für den Beginn der Verhandlungen gelten können. Und wenn ein Bewerberland nicht die Kriterien, die die Europäische Union verlangt, erfüllt, dann ist es nur recht und billig, auch darauf zu bestehen, dass die Verhandlungen gar nicht beginnen. Deshalb möchte ich Sie ersuchen, Herr Bundeskanzler: Bleiben Sie auf europäischer Ebene in dieser Frage konsequent! Riskieren Sie ruhig, dass es keine Verhandlungen am kommenden Montag geben wird! Ich glaube, dass Sie hier der gesamten Europäischen Union einen Dienst erweisen könnten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Was hat das mit Wachstum und Beschäftigung zu tun?)
Abg. Öllinger: Zum Thema!
Dass das Europäische Parlament gestern für den Beginn von Verhandlungen mit der Türkei gestimmt hat, meine Damen und Herren, ist bedauerlich, aber es ist unerheblich. (Abg. Öllinger: Zum Thema!) Nicht unerheblich allerdings ist der Beschluss des Rates, nicht unerheblich ist der Beschluss über den Verhandlungsrahmen mit der Republik Türkei. Dieser Verhandlungsrahmen muss einstimmig beschlossen werden. Wenn Österreich in dieser Frage weiter konsequent bleibt, wird es diesen Verhandlungsrahmen nicht geben, und es wird zu keinen Verhandlungen kommen. Und für den Fall, dass es dennoch zu Verhandlungen kommt, Herr Bundeskanzler, haben Sie angekündigt, darauf zu achten, dass es nur dann dazu kommen wird, wenn auch über eine zweite Variante der Beziehungen der EU zur Türkei klar verhandelt wird. Das muss das Ziel österreichischer Europapolitik in den nächsten Tagen sein. Herr Bundeskanzler, wir Freiheitlichen unterstützen Sie darin und fordern Sie auf, auch da konsequent zu bleiben.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Verhandlungen der EU mit der Türkei über deren Beitritt konsequent auf Nein-Linie! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Zunächst ein Wort des Bedauerns: Wir finden es natürlich sehr gut, dass es im Rahmen einer Geschäftsordnungsreform gelungen ist, diese Europatage im österreichischen Parlament zu etablieren, aber wir bedauern es sehr, dass es nicht möglich war, im Rahmen dieser Gespräche konsensual zu vereinbaren, dass die österreichischen Abgeordneten im Europäischen Parlament hier im Nationalrat auch ein Rederecht erhalten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das hätte, davon sind wir überzeugt, die Diskussion sehr belebt und hätte uns ein bisschen aus diesem immer gleichen, fast schon inzüchtigen Im-gleichen-Suppentopf-Brodeln erlöst. Das wäre eine große Bereicherung gewesen. Vielleicht geht es ja noch.
Allgemeiner Beifall.
Zweitens: Ein Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Parlamentsdirektion, die für jeden Punkt, der heute auf der Tagesordnung steht, ein Informationsdossier – so nennen sie das – erarbeitet haben, das ich für ungemein wertvoll halte und das unsere Arbeit sehr erleichtert. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und der ÖVP.
Drittens: Ich habe jetzt die Absicht, über Wachstumspolitik in der Europäischen Union beziehungsweise in Österreich zu reden. Das ist schließlich das Thema, das die ÖVP vorgeschlagen hat. Deswegen war ich etwas überrascht über die sehr allgemein gehaltenen Reden meiner ÖVP-Vorgänger, aber insbesondere des Kollegen Bösch von der FPÖ. Herr Kollege! Man kann zur Türkei stehen, wie man will, aber für die Wachstumsstrategie Österreichs oder der Europäischen Union in den nächsten fünf Jahren ist es völlig irrelevant, ob die Verhandlungen jetzt begonnen werden oder später. Wichtig ist aus österreichischer Sicht und für die österreichischen Interessen, vor allem für die österreichischen Wirtschaftsinteressen, dass Bulgarien, Rumänien, Kroatien, also der gesamte Balkan, möglichst bald in die Europäische Union integriert werden. Das ist auch ein Teil von Wachstumspolitik, das würden wir sehr unterstützen. (Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ
Die Kommission wird jährlich die Verwirklichung dieser 24 Leitlinien der 25 Mitgliedstaaten überprüfen, die werden also 25 mal 24 mehr oder weniger diffuse nationale Interpretationen dieser Leitlinien zu bewerten und zu evaluieren haben. Das ist eine schwierige Aufgabe (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ) und zeigt ein bisschen, wie schwer die europäische Politik, wie mühsam – ich sage jetzt nicht Straßenwalze – dieses Gefährt vorankommt.
Abg. Dr. Jarolim: Das ist sehr präzise!
Herr Kollege Molterer, kommen wir zur Leitlinie 23: „Die Investitionen in Humankapital steigern und optimieren“. – Lassen wir auch da die sprachliche Komponente weg. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist sehr präzise!) Aber eines dürfte wohl klar sein: Humankapital ist das, was wir hier oben in den Köpfen haben. Das wird im Kindergarten, in der Volksschule, im Gymnasium, in der Hauptschule, auf der Universität, von den Eltern, also im gesamten sozialen Umfeld geprägt, gefördert oder auch nicht gefördert. (Abg. Dr. Jarolim: Von Frau Gehrer zum Beispiel!)
Abg. Dr. Jarolim: Von Frau Gehrer zum Beispiel!
Herr Kollege Molterer, kommen wir zur Leitlinie 23: „Die Investitionen in Humankapital steigern und optimieren“. – Lassen wir auch da die sprachliche Komponente weg. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist sehr präzise!) Aber eines dürfte wohl klar sein: Humankapital ist das, was wir hier oben in den Köpfen haben. Das wird im Kindergarten, in der Volksschule, im Gymnasium, in der Hauptschule, auf der Universität, von den Eltern, also im gesamten sozialen Umfeld geprägt, gefördert oder auch nicht gefördert. (Abg. Dr. Jarolim: Von Frau Gehrer zum Beispiel!)
Abg. Dr. Brinek: Das ist ein Spezialproblem!
In der Leitlinie 23 kommt das Stichwort „Schulreform“, „große Schulreform“, irgendeine Schulreform überhaupt nicht vor. Das ist unglaublich! Haben Sie nicht gelesen, was der Leiter der Zukunftskommission neuerdings über die bisherigen Schulreformen der Frau Gehrer sagt? (Abg. Dr. Brinek: Das ist ein Spezialproblem!) – Okay, Sie glauben dem von Frau Gehrer eingesetzten Leiter der Zukunftskommission nicht. Das nehme ich zur Kenntnis. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Brinek: Nein, nein, ich habe gesagt, das ist ein Spezialproblem!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Brinek: Nein, nein, ich habe gesagt, das ist ein Spezialproblem!
In der Leitlinie 23 kommt das Stichwort „Schulreform“, „große Schulreform“, irgendeine Schulreform überhaupt nicht vor. Das ist unglaublich! Haben Sie nicht gelesen, was der Leiter der Zukunftskommission neuerdings über die bisherigen Schulreformen der Frau Gehrer sagt? (Abg. Dr. Brinek: Das ist ein Spezialproblem!) – Okay, Sie glauben dem von Frau Gehrer eingesetzten Leiter der Zukunftskommission nicht. Das nehme ich zur Kenntnis. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Brinek: Nein, nein, ich habe gesagt, das ist ein Spezialproblem!)
Abg. Riepl: Liesl!
Minister Bartenstein, der leider nicht hier ist, müsste der Erste sein, der täglich im Vorzimmer von Frau Gehrer sitzt und sagt: Bitte, liebe Frau Kollegin (Abg. Riepl: Liesl!), so geht das nicht weiter! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek
Das ist ein wesentlicher Baustein einer Wachstumsstrategie für Österreich mit oder ohne EU-Leitlinie; dafür brauche ich gar keine EU-Leitlinie (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek), um das zu verstehen. Wenn das fehlt, dann weiß ich nicht, wohin man sich diese Wachstumsstrategie stecken soll. – Das nehme ich jetzt wieder zurück. (Abg. Mag. Molterer: Sie „steigen“ auf das Niveau von Jarolim!)
Abg. Mag. Molterer: Sie „steigen“ auf das Niveau von Jarolim!
Das ist ein wesentlicher Baustein einer Wachstumsstrategie für Österreich mit oder ohne EU-Leitlinie; dafür brauche ich gar keine EU-Leitlinie (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek), um das zu verstehen. Wenn das fehlt, dann weiß ich nicht, wohin man sich diese Wachstumsstrategie stecken soll. – Das nehme ich jetzt wieder zurück. (Abg. Mag. Molterer: Sie „steigen“ auf das Niveau von Jarolim!)
Abg. Dr. Brinek: Das heißt länger arbeiten!
Die Leitlinie 18 ist wichtig, aber es ist sehr schwierig, sich da durchzukämpfen. Es heißt darin: „Einen lebenszyklusorientierten Ansatz in der Beschäftigungspolitik fördern“. – Man muss jetzt lange überlegen, was die EU, was unser Bundeskanzler, der das mit beschlossen hat, damit meinen könnten. (Abg. Dr. Brinek: Das heißt länger arbeiten!) Aber richtigerweise wird hier auf die Frauen verwiesen; ich mache es jetzt kurz.
Abg. Mag. Molterer: Wollen Sie es abschaffen?
Herr Molterer, Sie behaupten, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die da erwähnt wird, durch das Kinderbetreuungsgeld gewährleistet sei. Wir debattieren seit Monaten darüber, dass der Wiedereinstieg nach dem Bezug des Kindergeldes so schwierig ist und dass wir da etwas tun müssen. Auf der einen Seite steht das Maßnahmenpaket – und auf der anderen Seite nichts! (Abg. Mag. Molterer: Wollen Sie es abschaffen?) – Nein, ich möchte es nicht abschaffen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Ich möchte den Wiedereinstieg der Frauen in den Arbeitsmarkt fördern. Das ist auch eine wachstumspolitische Maßnahme. (Abg. Mag. Molterer: Offensichtlich! Das haben wir gestern beschlossen!) – Das haben Sie eben nicht beschlossen! Solange in der Kinderbetreuung, also angefangen beim Kindergarten bis zu den 15-Jährigen, nichts weitergeht, haben Sie das nicht beschlossen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Mit Ihrer Stimme!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Molterer, Sie behaupten, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die da erwähnt wird, durch das Kinderbetreuungsgeld gewährleistet sei. Wir debattieren seit Monaten darüber, dass der Wiedereinstieg nach dem Bezug des Kindergeldes so schwierig ist und dass wir da etwas tun müssen. Auf der einen Seite steht das Maßnahmenpaket – und auf der anderen Seite nichts! (Abg. Mag. Molterer: Wollen Sie es abschaffen?) – Nein, ich möchte es nicht abschaffen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Ich möchte den Wiedereinstieg der Frauen in den Arbeitsmarkt fördern. Das ist auch eine wachstumspolitische Maßnahme. (Abg. Mag. Molterer: Offensichtlich! Das haben wir gestern beschlossen!) – Das haben Sie eben nicht beschlossen! Solange in der Kinderbetreuung, also angefangen beim Kindergarten bis zu den 15-Jährigen, nichts weitergeht, haben Sie das nicht beschlossen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Mit Ihrer Stimme!)
Abg. Mag. Molterer: Offensichtlich! Das haben wir gestern beschlossen!
Herr Molterer, Sie behaupten, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die da erwähnt wird, durch das Kinderbetreuungsgeld gewährleistet sei. Wir debattieren seit Monaten darüber, dass der Wiedereinstieg nach dem Bezug des Kindergeldes so schwierig ist und dass wir da etwas tun müssen. Auf der einen Seite steht das Maßnahmenpaket – und auf der anderen Seite nichts! (Abg. Mag. Molterer: Wollen Sie es abschaffen?) – Nein, ich möchte es nicht abschaffen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Ich möchte den Wiedereinstieg der Frauen in den Arbeitsmarkt fördern. Das ist auch eine wachstumspolitische Maßnahme. (Abg. Mag. Molterer: Offensichtlich! Das haben wir gestern beschlossen!) – Das haben Sie eben nicht beschlossen! Solange in der Kinderbetreuung, also angefangen beim Kindergarten bis zu den 15-Jährigen, nichts weitergeht, haben Sie das nicht beschlossen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Mit Ihrer Stimme!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Mit Ihrer Stimme!
Herr Molterer, Sie behaupten, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die da erwähnt wird, durch das Kinderbetreuungsgeld gewährleistet sei. Wir debattieren seit Monaten darüber, dass der Wiedereinstieg nach dem Bezug des Kindergeldes so schwierig ist und dass wir da etwas tun müssen. Auf der einen Seite steht das Maßnahmenpaket – und auf der anderen Seite nichts! (Abg. Mag. Molterer: Wollen Sie es abschaffen?) – Nein, ich möchte es nicht abschaffen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Ich möchte den Wiedereinstieg der Frauen in den Arbeitsmarkt fördern. Das ist auch eine wachstumspolitische Maßnahme. (Abg. Mag. Molterer: Offensichtlich! Das haben wir gestern beschlossen!) – Das haben Sie eben nicht beschlossen! Solange in der Kinderbetreuung, also angefangen beim Kindergarten bis zu den 15-Jährigen, nichts weitergeht, haben Sie das nicht beschlossen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Mit Ihrer Stimme!)
Abg. Mag. Molterer: Wiedereinstieg der Frauen!
Mit unserer Stimme wurde ein bestimmtes Beschäftigungsförderungspaket beschlossen, aber für den Bereich der Frauen wird das nicht reichen. (Abg. Mag. Molterer: Wiedereinstieg der Frauen!) Das ist alles, was ich sage. Man kann einmal einem halb vollen Glas zustimmen. Werfen Sie uns doch jetzt nicht vor, dass wir einem halb vollen Glas zugestimmt haben, weil wir ausnahmsweise meinen, dass da etwas Richtiges dabei ist, aber okay, soll so sein! (Abg. Mag. Molterer: Dann sagen Sie, dass es richtig ist!)
Abg. Mag. Molterer: Dann sagen Sie, dass es richtig ist!
Mit unserer Stimme wurde ein bestimmtes Beschäftigungsförderungspaket beschlossen, aber für den Bereich der Frauen wird das nicht reichen. (Abg. Mag. Molterer: Wiedereinstieg der Frauen!) Das ist alles, was ich sage. Man kann einmal einem halb vollen Glas zustimmen. Werfen Sie uns doch jetzt nicht vor, dass wir einem halb vollen Glas zugestimmt haben, weil wir ausnahmsweise meinen, dass da etwas Richtiges dabei ist, aber okay, soll so sein! (Abg. Mag. Molterer: Dann sagen Sie, dass es richtig ist!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mein Gott! Ich rede vom nationalen Reformprogramm „Integrierte Leitlinien“ für Wachstumspolitik. Herr Kollege Molterer! Dieses Thema ist wichtig! Belästigen Sie mich nicht mit Abstimmungsverhalten! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Auch wenn er nicht hier ist, ist er hier!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gestatten Sie mir zunächst eine Bemerkung zu einem Vorredner, nämlich zu Herrn Parteivorsitzendem Gusenbauer, der offensichtlich nach seiner Rede leider das Parlament wieder verlassen hat. (Abg. Dr. Cap: Auch wenn er nicht hier ist, ist er hier!)
Abg. Dr. Jarolim: Nicht nur!
Er hat aber nicht die volle Wahrheit gesagt. (Abg. Dr. Jarolim: Nicht nur!) Wenn die skandinavischen Länder ein Vorbild sind, dann soll jemand von Ihnen, am besten Gusenbauer selbst, sagen: Die SPÖ möchte die Steuern erhöhen – denn die Skandinavier haben eine höhere Steuerquote. Die skandinavischen Länder haben ein einheitliches Pensionsalter für Männer und Frauen von 65 Jahren. Sagen Sie, dass Sie das Pensionsalter auf 65 Jahre für Männer und Frauen anheben wollen! Sagen Sie, dass Sie die Steuern erhöhen wollen! Das ist die volle Wahrheit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Er hat aber nicht die volle Wahrheit gesagt. (Abg. Dr. Jarolim: Nicht nur!) Wenn die skandinavischen Länder ein Vorbild sind, dann soll jemand von Ihnen, am besten Gusenbauer selbst, sagen: Die SPÖ möchte die Steuern erhöhen – denn die Skandinavier haben eine höhere Steuerquote. Die skandinavischen Länder haben ein einheitliches Pensionsalter für Männer und Frauen von 65 Jahren. Sagen Sie, dass Sie das Pensionsalter auf 65 Jahre für Männer und Frauen anheben wollen! Sagen Sie, dass Sie die Steuern erhöhen wollen! Das ist die volle Wahrheit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: Hört! Hört!
Es ist auch das Stichwort Türkei gefallen. Sagen Sie, dass Ihr Spitzenrepräsentant im Europäischen Parlament, Herr Swoboda, für einen Beitritt der Türkei gestimmt hat. (Rufe bei der ÖVP: Hört! Hört!) Sagen Sie die volle Wahrheit, meine Damen und Herren! So oberflächlich lassen wir mit uns nicht diskutieren. Steuererhöhungen wird es mit uns nicht geben! (Zwischenruf der Abg. Bures.) Auch eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters auf 65 Jahre wird es mit uns nicht geben! Das geht nur mit einem langfristigen Etappenplan und nicht ad hoc. Das ist die volle Wahrheit, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Bures.
Es ist auch das Stichwort Türkei gefallen. Sagen Sie, dass Ihr Spitzenrepräsentant im Europäischen Parlament, Herr Swoboda, für einen Beitritt der Türkei gestimmt hat. (Rufe bei der ÖVP: Hört! Hört!) Sagen Sie die volle Wahrheit, meine Damen und Herren! So oberflächlich lassen wir mit uns nicht diskutieren. Steuererhöhungen wird es mit uns nicht geben! (Zwischenruf der Abg. Bures.) Auch eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters auf 65 Jahre wird es mit uns nicht geben! Das geht nur mit einem langfristigen Etappenplan und nicht ad hoc. Das ist die volle Wahrheit, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist auch das Stichwort Türkei gefallen. Sagen Sie, dass Ihr Spitzenrepräsentant im Europäischen Parlament, Herr Swoboda, für einen Beitritt der Türkei gestimmt hat. (Rufe bei der ÖVP: Hört! Hört!) Sagen Sie die volle Wahrheit, meine Damen und Herren! So oberflächlich lassen wir mit uns nicht diskutieren. Steuererhöhungen wird es mit uns nicht geben! (Zwischenruf der Abg. Bures.) Auch eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters auf 65 Jahre wird es mit uns nicht geben! Das geht nur mit einem langfristigen Etappenplan und nicht ad hoc. Das ist die volle Wahrheit, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist total üblich!
Herr Kollege Van der Bellen, Sie haben Herrn Klubobmann Abgeordnetem Molterer gesagt: Belästigen Sie mich nicht mit einem Zwischenruf! – Ich kann verstehen, dass ein Professor es nicht gewohnt ist, dass ihn seine Studenten belästigen, aber im Parlament ist das üblich. (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist total üblich!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Das heißt, buchhalterisch sind wir sehr wohl Nettozahler, ökonomisch aber ein unglaublicher Nettogewinner, weil der Gewinn zehn Mal so hoch ist als das, was wir als Nettozahler einzahlen. Gott sei Dank sind wir Mitglied der Europäischen Union! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Riepl.
Unser Klubobmann hat auf den Wohlstandsgewinn hingewiesen, auf den Vergleich mit der Schweiz. Vor zehn Jahren hat die Schweiz pro Kopf ein um 4 000 € höheres Bruttosozialprodukt gehabt. Derzeit sind es 1 000 €. In zwei, drei Jahren wird es völlig gleich sein. Das sind ökonomische Vorteile. Das sollen wir diskutieren, wenn wir über Wachstum, Beschäftigung und Arbeitsplätze reden. (Zwischenruf des Abg. Riepl.) Das ist unser Thema, Herr Kollege Riepl!
Ruf bei der SPÖ: Zu spät!
Diese Regierung beschließt immer wieder konsequent Maßnahmen im Sinne von Wachstum und Beschäftigung (Ruf bei der SPÖ: Zu spät!), also genau im Sinne
Beifall bei der ÖVP.
dessen, was wir heute hier auf europäischer Ebene diskutieren. Das ist unsere Verantwortung für die Zukunft. Wir bekennen uns dazu, substantiell den Wirtschaftsstandort zu verbessern. Wirtschaftsstandort heißt Arbeitsplätze, heißt Einkommenschancen und heißt soziale Sicherheit. Dazu stehen wir als Europäische Volkspartei, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Lassen Sie mich noch eines sagen: Wenn die Lissabon-Ziele so revidiert werden, dass die Europäische Union nicht mehr anstrebt, „der wettbewerbsfähigste, dynamischste wissensbasierte Wirtschaftsraum der Welt“ zu werden, sondern sagt, wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, die Produktivität erhöhen und die Zahl der Arbeitsplätze erhöhen, und wenn gleichzeitig der Internationale Währungsfonds sagt, dass Österreich ein Musterbeispiel für Strukturreformen in der EU ist, dann wage ich die Bemerkung, dass wir in Österreich auch im Sinne der neu definierten Lissabon-Ziele, wie Erhöhung der Produktivität, der Wettbewerbsfähigkeit, der Zahl der Arbeitsplätze, den richtigen Weg gehen und für viele europäische Länder ein Vorbild sein werden, was die Politik für Wachstum, Beschäftigung und Arbeitsplätze betrifft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Wollen Sie 65 Jahre für Frauen haben?
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Kollege Stummvoll, Sie haben in Ihrer Rede gesagt, dass in den nordischen Ländern das Pensionsantrittsalter von Männern und Frauen gleich ist. – Das stimmt, aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn: Die Chancengleichheit und die Gleichbehandlung der Frauen sind in diesen Ländern wesentlich höher als hier, und zwar Dank der Politik, die dort betrieben wird! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Wollen Sie 65 Jahre für Frauen haben?)
Abg. Neudeck: Warum haben Sie 30 Jahre lang geschlafen? Sie hätten es machen können!
Zweitens sind Sie auf halbem Wege wieder stehen geblieben (Abg. Neudeck: Warum haben Sie 30 Jahre lang geschlafen? Sie hätten es machen können!), denn es ist nichts darin enthalten, was zum Beispiel die unteren Einkommen entlastet. Weit und breit ist nichts von einer Steuerreform zu sehen. Und das gehört auch dazu. Diesbezüglich tun Sie nichts, die unteren Einkommensbereiche sind Ihnen von der Bundesregierung anscheinend wirklich egal. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zweitens sind Sie auf halbem Wege wieder stehen geblieben (Abg. Neudeck: Warum haben Sie 30 Jahre lang geschlafen? Sie hätten es machen können!), denn es ist nichts darin enthalten, was zum Beispiel die unteren Einkommen entlastet. Weit und breit ist nichts von einer Steuerreform zu sehen. Und das gehört auch dazu. Diesbezüglich tun Sie nichts, die unteren Einkommensbereiche sind Ihnen von der Bundesregierung anscheinend wirklich egal. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Tony Blair, Gerhard Schröder, Zapatero!
Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Tony Blair, Gerhard Schröder, Zapatero!)
Abg. Neudeck: Das hat mir bei der SPÖ 30 Jahre gefehlt!
Wir haben in der Europäischen Union eine große Zahl an Arbeitslosen. Da gehört etwas getan. Sie sagen, wir müssen es klug machen. Herr Bundeskanzler! Wer hindert Sie daran, es klug zu machen? – Die Sozialpartner und -partnerinnen und die Sozialdemokratische Partei haben gemeinsam mit der anderen Oppositionspartei sehr viele Beispiele dafür gebracht (Abg. Neudeck: Das hat mir bei der SPÖ 30 Jahre gefehlt!), wie man es klug machen kann. Sie müssen es nur tun, Sie wollen es aber anscheinend nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben in der Europäischen Union eine große Zahl an Arbeitslosen. Da gehört etwas getan. Sie sagen, wir müssen es klug machen. Herr Bundeskanzler! Wer hindert Sie daran, es klug zu machen? – Die Sozialpartner und -partnerinnen und die Sozialdemokratische Partei haben gemeinsam mit der anderen Oppositionspartei sehr viele Beispiele dafür gebracht (Abg. Neudeck: Das hat mir bei der SPÖ 30 Jahre gefehlt!), wie man es klug machen kann. Sie müssen es nur tun, Sie wollen es aber anscheinend nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Dazu, dass diese Politiker in der Europäischen Union einen schlechten Ruf haben: Ich denke, dass auch Ihr gestriges Statement von der Regierungsbank aus nicht dazu beigetragen hat, dass Politiker einen guten Ruf haben. Ihre Entgleisungen waren eines Regierungschefs unwürdig. Ich vermisse nach wie vor Ihre Entschuldigung. Auch das gehört zur politischen Kultur, sehr geschätzte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich fordere Sie daher auf: Geben Sie der Europäischen Union wieder ein soziales Gesicht! Stellen Sie den Menschen und seine Probleme in den Mittelpunkt! Setzen Sie aktive Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sowohl in der Europäischen Union als auch hier in diesem Land, die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die Menschen Europas und Österreichs haben sich das verdient! Setzen Sie endlich Maßnahmen, und reden Sie nicht nur davon! Sie haben die Möglichkeiten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Ein soziales Gesicht kann nicht ...!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner. Wunschredezeit: 7 Minuten. – Bitte, Herr Klubobmann. (Abg. Dr. Jarolim: Ein soziales Gesicht kann nicht ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen
Zu Ihren Vergleichen und zu Ihrer Aussage, Sie hätten die guten Ideen, nur einen Satz: Wir haben ja Ende der neunziger Jahre gesehen, was Sie mit Ihren Ideen zustande gebracht haben, nämlich ein Rekorddefizit, eine Rekordabgabenquote und eine Rekordarbeitslosigkeit (Beifall bei den Freiheitlichen), während wir die größte steuer-
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
liche Entlastung in der Geschichte der Zweiten Republik umgesetzt haben, die jetzt in Kraft getreten ist. Wir haben drei Konjunkturbelebungspakete gemacht, um gegen den europäischen Trend zu versuchen, die Österreicherinnen und Österreicher zu entlasten und auch den Standort Österreich innerhalb der Europäischen Union attraktiv zu machen. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Realität ist, dass das Wachstum, das wir uns für Europa und vor allem auch für Österreich erhoffen würden, woanders eintritt, etwa in Asien, auf den asiatischen Märkten, und zwar in vielfacher Hinsicht. Dort gibt es nicht mehr die Rohstofflieferantenidee oder die Idee, dass man irgendwelche Technologien kopiert, sondern dort werden, ganz im Gegenteil, mittlerweile auch schon qualifizierte Arbeitskräfte und Führungskräfte ausgebildet. Dort sind die entsprechenden Märkte im Entstehen. Dort wird auch in Forschung und Entwicklung investiert. Aber man ist dort – und das ist das Negative – völlig oder ziemlich frei von irgendwelchen Auflagen, Richtlinien und vor allem von Umweltmaßnahmen, Umweltvorschriften und auch von Beschäftigungsvorschriften. Die Dinge, die dort unter Missachtung aller Grundsätze, die wir in Europa bei der Produktion haben, in Kinderarbeit unter starker Umweltbelastung produziert werden, werden dann billig bei uns importiert und gefährden die Arbeitsmärkte in Europa. Da braucht es einen gemeinsamen politischen Willen, dieses Ziel zu definieren und dann auch umzusetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich hoffe, dass sich die Meinung Österreichs, dass man eben nicht ausschließlich in eine Richtung verhandelt, sondern dass es eben auch den anderen Weg, nämlich den Weg der Kooperation zwischen der Türkei und Österreich geben soll, doch noch durchsetzen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Beschäftigung, Wirtschaftsstandort Europa, Sicherheitspolitik, das sind die wichtigen Maßnahmen, mit denen sich die Europäische Union in der Zukunft beschäftigen muss! Und man muss auch demokratischer und bürgernäher werden, denn nicht die Bürger arbeiten für Europa und die Europäische Union, sondern es muss ungekehrt sein: Die Europäische Union hat für die Bürger da zu sein! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt würde man meinen, das müsste auch – nicht zwingend – zu einem europäischen Zentralstaat führen, wenn die Analyse richtig ist. Aber es ist doch ein Hinweis darauf, zum Beispiel dem Europäischen Parlament im Zuge der Rahmenvorgaben, wo es auch auf die Maßnahmenebene dann runtergeht, mehr Kompetenzen zu geben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Ich bin mir ziemlich sicher, dass das schon umstritten sein wird.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Frage ist die: Ein solidarischer Staat, und zwar jetzt aber auf europäischer Ebene, der sich nur entsprechend koordinieren muss – das wird dann die Aufgabe sein –, oder Deregulierung, Deregulierung, Deregulierung, Abbau des staatlichen Budgets, keine öffentlichen Investitionen? Genau das ist der Kern der Auseinandersetzung! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn wir uns schon nicht einigen können, weil es immer da welche und dort welche geben wird, dann würde ich doch einmal Anleihe dort nehmen, nachdem wir ohnehin über Nacht nichts über Bord werfen können und natürlich auch nicht sollen, wie wir Grünen meinen, und auf dieses Modell setzen. Ich will es niemanden unterstellen, dass er sich da völlig verabschieden will. Aber wenn wir dauernd diese rhetorischen Floskeln: Der Staat ist ein schlechter Unternehmer!, oder: Je weniger Steuern und Abgaben, desto besser! zu hören bekommen, dann frage ich Sie: Wie wollen wir dann zum Beispiel den Schulnotstand bereinigen, wenn wir immer weniger Abgaben einheben? Und so weiter und so fort. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Auch da sollten wir uns treffen. Und da können wir sozusagen mit unserer Agitation, Staatsphobie und Ähnlichem mehr nicht viel anfangen, weil sich gerade am Beispiel Österreich zeigen würde, dass mit ein paar Zehntel Prozent mehr Budget dann, wenn die Dinge so eingesetzt werden würden, wie es auch die ÖVP bevorzugt, für Österreich unter dem Strich wesentlich mehr Wachstums- und in unserer gemeinsamen Sicht auch Beschäftigungsimpulse herauskämen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Deshalb bin ich der Meinung, dass wir folgendes Beispiel aus der aktuellen österreichischen Debatte nicht ganz draußen lassen können: Wer jetzt nicht erkennen will, dass wir eigentlich auf einen Bildungsnotstand zusteuern, der hat ziemliche Erkenntnisprobleme. Aus dieser Einsicht sollten wir wiederum den Schluss ziehen, dass es sehr vernünftig ist, wenn öffentliche Investitionen getätigt werden. Es kommt also nicht auf die Höhe des Staatshaushaltes an, sondern es kommt darauf an, was man damit macht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Das stimmt ja gar nicht! Da haben Sie falsche Daten!
Diesen Weg müssen wir weiter fortsetzen. Dann können wir mit diesem Europa gut leben und dann können wir Europa auch erleben, wenn wir wissen, was wir national tun. Ich glaube, da haben wir aus nationaler Sicht gute Antworten gegeben: Wir haben Wirtschaftswachstumspakete und Konjunkturpakete beschlossen. Wir haben eine Steuerreform durchgeführt, die dazu beigetragen hat, dass wir eine Wirtschaftsstandortsicherung erleben, wo wir sagen können: Pro Tag in Österreich 100 Arbeitsplätze mehr! – In Deutschland sind es 1 000 Arbeitsplätze weniger. (Abg. Dr. Matznetter: Das stimmt ja gar nicht! Da haben Sie falsche Daten!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Matznetter, wie viele Autos sind im Jahre 1994 in der Steiermark produziert worden? 7 000. Heute werden 200 000 Autos in der Steiermark produziert – dank der Europäischen Union und dank Waltraud Klasnic! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Gaßner: Was hat Klasnic mit Europa zu tun?
Meine Damen und Herren! Es sind in Österreich beispielsweise 300 000 Menschen in der Wertschöpfungskette Holz beschäftigt. (Abg. Mag. Gaßner: Was hat Klasnic mit Europa zu tun?) Wirtschaftsstandortsicherung in Österreich! 300 000 Menschen im Wertschöpfungscluster Holz, mit einem Produktionswert von 10 Milliarden €! Denken Sie an die Papierindustrie! Denken Sie an die Holzverarbeitungsindustrie! Denken Sie an die Sägeindustrie! (Abg. Dr. Matznetter: Abgeholzt!) Hier haben wir gute Arbeit geleistet. Und diese Arbeit werden wir fortsetzen.
Abg. Dr. Matznetter: Abgeholzt!
Meine Damen und Herren! Es sind in Österreich beispielsweise 300 000 Menschen in der Wertschöpfungskette Holz beschäftigt. (Abg. Mag. Gaßner: Was hat Klasnic mit Europa zu tun?) Wirtschaftsstandortsicherung in Österreich! 300 000 Menschen im Wertschöpfungscluster Holz, mit einem Produktionswert von 10 Milliarden €! Denken Sie an die Papierindustrie! Denken Sie an die Holzverarbeitungsindustrie! Denken Sie an die Sägeindustrie! (Abg. Dr. Matznetter: Abgeholzt!) Hier haben wir gute Arbeit geleistet. Und diese Arbeit werden wir fortsetzen.
Heiterkeit und Rufe bei der SPÖ: Gott sei Dank!
Wir haben ein Fundament, daher frage ich Sie, auch für die Zukunft – weil meine Zeit knapp wird (Heiterkeit und Rufe bei der SPÖ: Gott sei Dank!) –: Was ist zu tun? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Beim Reden hier an diesem Rednerpult! (Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) Sonst werden wir noch länger den Ton in Österreich angeben, dessen könnt ihr, meine Herren der linken Reichshälfte, euch sicher sein! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir haben ein Fundament, daher frage ich Sie, auch für die Zukunft – weil meine Zeit knapp wird (Heiterkeit und Rufe bei der SPÖ: Gott sei Dank!) –: Was ist zu tun? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Beim Reden hier an diesem Rednerpult! (Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) Sonst werden wir noch länger den Ton in Österreich angeben, dessen könnt ihr, meine Herren der linken Reichshälfte, euch sicher sein! (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
Wir haben ein Fundament, daher frage ich Sie, auch für die Zukunft – weil meine Zeit knapp wird (Heiterkeit und Rufe bei der SPÖ: Gott sei Dank!) –: Was ist zu tun? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Beim Reden hier an diesem Rednerpult! (Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) Sonst werden wir noch länger den Ton in Österreich angeben, dessen könnt ihr, meine Herren der linken Reichshälfte, euch sicher sein! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben ein Fundament, daher frage ich Sie, auch für die Zukunft – weil meine Zeit knapp wird (Heiterkeit und Rufe bei der SPÖ: Gott sei Dank!) –: Was ist zu tun? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Beim Reden hier an diesem Rednerpult! (Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) Sonst werden wir noch länger den Ton in Österreich angeben, dessen könnt ihr, meine Herren der linken Reichshälfte, euch sicher sein! (Beifall bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir wissen nämlich, was wir tun, aber Sie nicht, meine Damen und Herren! (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das zeigt beispielsweise die Sicherung der Programme zur ländlichen Entwicklung, denn wenn einer den Bergbauern, den Umweltbauern, den Biobauern 50 Prozent wegnehmen will, dann weiß er nicht, was er tut. Herr Gusenbauer, korrigieren Sie Ihren Kurs! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Matznetter: ... Raiffeisen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Matznetter: ... Raiffeisen!
Wir wissen nämlich, was wir tun, aber Sie nicht, meine Damen und Herren! (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das zeigt beispielsweise die Sicherung der Programme zur ländlichen Entwicklung, denn wenn einer den Bergbauern, den Umweltbauern, den Biobauern 50 Prozent wegnehmen will, dann weiß er nicht, was er tut. Herr Gusenbauer, korrigieren Sie Ihren Kurs! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Matznetter: ... Raiffeisen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir wollen die Sicherung dieser Programme. Wir wollen die Nutzung neuer Märkte, Beispiel: Biomasse – und nicht, dass uns ein Sozialdemokrat unterstellt, wir wollten in der Energieversorgung weiter von den Ölscheichs aus Arabien abhängig sein, und sagt: Wenn wir die Biomasse einsetzen, sind die Bauern die neuen Ölscheichs! – Ja, da sind mir die Bauern als neue Ölscheichs geradezu recht, denn es geht darum, Arbeit und Umwelt in Österreich zu schützen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Die hätten wir auch gerne!
Und wir wollen Nachvollziehbarkeit auch für unsere Konsumenten, auch in unserer Produktion. (Abg. Öllinger: Die hätten wir auch gerne!) Was wir wollen, ist – und dabei sind wir auf dem besten Weg –: Weg von der Landflucht, hin zu einer Landsehnsucht, die wir alle miteinander erleben sollten! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Und wir wollen Nachvollziehbarkeit auch für unsere Konsumenten, auch in unserer Produktion. (Abg. Öllinger: Die hätten wir auch gerne!) Was wir wollen, ist – und dabei sind wir auf dem besten Weg –: Weg von der Landflucht, hin zu einer Landsehnsucht, die wir alle miteinander erleben sollten! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Kollege Matznetter! Ihrer heißt Voves!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Matznetter. Wunschredezeit: 5 Minuten. (Abg. Neudeck: Kollege Matznetter! Ihrer heißt Voves!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Für Sie geht sie zu Ende, die politische Arbeit!
Ausführungen einzugehen, er hat es selbst zusammengefasst: Die Zeit geht zu Ende! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Für Sie geht sie zu Ende, die politische Arbeit!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Erkennbar, Herr Kollege Grillitsch, ist das auch an der gestrigen Nervosität des Herrn Bundeskanzlers. Schade, dass er die Gelegenheit heute nicht genutzt hat, sich einmal für Worte wie „Wahnsinnsidee“ und andere Dinge zu entschuldigen. Das würde zeigen, dass er Anstand und Moral hat. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und dann gab es hier einen Wolfgang Schüssel, der mit dem Slogan „Mehr privat, weniger Staat“ angetreten ist. Was ist das Ergebnis für die Leute? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Deregulierung und Privatisierung! (Ruf bei der ÖVP: Das Ergebnis sind bessere ...!)
Ruf bei der ÖVP: Das Ergebnis sind bessere ...!
Und dann gab es hier einen Wolfgang Schüssel, der mit dem Slogan „Mehr privat, weniger Staat“ angetreten ist. Was ist das Ergebnis für die Leute? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Deregulierung und Privatisierung! (Ruf bei der ÖVP: Das Ergebnis sind bessere ...!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sagen Sie das der Gitti Ederer! Wer hat denn das gemacht?
Die Damen und Herren, die uns heute zuschauen, spüren es im eigenen Geldtascherl. Es wird alles teurer (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sagen Sie das der Gitti Ederer! Wer hat denn das gemacht?), es gibt eine schlechtere Versorgung, die KMUs sterben uns weg, nämlich die Handwerksbetriebe, die Handelsbetriebe. (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Ederer!) Wir haben eine Situation in Europa, in der wir aus der Geißel der Arbeitslosigkeit nicht herauskommen. Und dann kommt die ÖVP fünf Minuten vor Schluss, weil es nächstes Jahr Wahlen gibt, und glaubt, halt einfach nur das Gegenteil ihrer bisherigen Politik machen zu müssen.
Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Ederer!
Die Damen und Herren, die uns heute zuschauen, spüren es im eigenen Geldtascherl. Es wird alles teurer (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sagen Sie das der Gitti Ederer! Wer hat denn das gemacht?), es gibt eine schlechtere Versorgung, die KMUs sterben uns weg, nämlich die Handwerksbetriebe, die Handelsbetriebe. (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Ederer!) Wir haben eine Situation in Europa, in der wir aus der Geißel der Arbeitslosigkeit nicht herauskommen. Und dann kommt die ÖVP fünf Minuten vor Schluss, weil es nächstes Jahr Wahlen gibt, und glaubt, halt einfach nur das Gegenteil ihrer bisherigen Politik machen zu müssen.
Beifall bei der SPÖ.
Sie von den Regierungsparteien haben die neoliberale Politik in dieses Land geführt. Sie haben alles verscherbelt, was es gibt. Sie haben dafür gesorgt, dass wir die höchste Teuerung haben. Sie haben für eine Rekordarbeitslosigkeit gesorgt. Und wir haben eine Pleitenhöchstwelle. Das ist die Bilanz dieser Regierung Schüssel! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grillitsch: Sie haben ja keine Ahnung, von was Sie reden!
Sie haben vergessen, eine ausreichende Infrastruktur-Initiative zu machen. (Abg. Grillitsch: Sie haben ja keine Ahnung, von was Sie reden!) – Herr Grillitsch, hören Sie gut zu! Sie haben es vergessen in Ihrer Rede, ich erzähle Ihnen Ihren eigenen Antrag. – Zu wenig! Sie wollen für den Arbeitsmarkt und für die Beschäftigung etwas machen, es ist aber zu wenig! (Abg. Grillitsch: Kasperltheater!)
Abg. Grillitsch: Kasperltheater!
Sie haben vergessen, eine ausreichende Infrastruktur-Initiative zu machen. (Abg. Grillitsch: Sie haben ja keine Ahnung, von was Sie reden!) – Herr Grillitsch, hören Sie gut zu! Sie haben es vergessen in Ihrer Rede, ich erzähle Ihnen Ihren eigenen Antrag. – Zu wenig! Sie wollen für den Arbeitsmarkt und für die Beschäftigung etwas machen, es ist aber zu wenig! (Abg. Grillitsch: Kasperltheater!)
Abg. Hornek: Was haben Sie in den letzten 50 Jahren gemacht?
Ich bringe einen eigenen Entschließungsantrag ein, mit dem wir – und ich möchte ihn in den Grundzügen erläutern, Herr Präsident – eine Infrastrukturoffensive verlangen, die über diejenige hinausgeht, die wir bisher haben, ebenso eine umfassende Reparatur der Steuerreform, die Massenkaufkraft bringt, sowie – für uns wichtig, weil für die KMUs – endlich wieder eine Investitionsbegünstigung, denn die Unternehmen investieren im Lande immer weniger, und das heißt weniger Arbeitsplätze, mehr Arbeitslosigkeit. Wir fordern darin weiters eine aktive Arbeitsmarktpolitik, die über die 284 Millionen € von gestern hinausgehen. Ich habe hier nur 215 Millionen hineingeschrieben, weil Ihre Maßnahmen zu spät kommen und gar nicht der volle Betrag nächstes Jahr einsetzbar wäre. Es geht außerdem um eine bessere Integration der Frauen auf dem Arbeitsmarkt, eine bessere Berufsausbildung, eine Reduktion der Saisonnierkontingente, die Nutzung der Übergangsfristen für den Arbeitsmarkt sowie eine Initiative gegen Steuerdumping, denn nur wenn die öffentlichen Kassen geordnet sind, gibt es eine ordentliche Wirtschaftspolitik. (Abg. Hornek: Was haben Sie in den letzten 50 Jahren gemacht?)
Beifall bei der SPÖ.
Sie hinterlassen keine ordentlichen Finanzen, schlechte Daten und eine Rekordarbeitslosigkeit! Das genügt, glaube ich, dem Land und Europa. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Grillitsch!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine geschätzten Damen und Herren hier im Hohen Haus und zu Hause vor den Bildschirmen! Meine Vorredner haben es aufgezeigt: Es gibt viel Positives und viel Negatives über diese Europäische Union zu diskutieren. Von Regierungsseite aus wurde versucht, mehr über Europa zu sprechen, die SPÖ hat es vorgezogen, über nationale Politik zu diskutieren und zu polemisieren. Ich denke, die Wählerinnen und Wähler zu Hause werden sich ein Bild davon machen, ein Bild davon, welcher Tagesordnungspunkt zur Diskussion steht und welche Inhalte Sie ihm geben. (Abg. Mag. Gaßner: Grillitsch!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Natürlich können wir hier an das Rednerpult treten, können wir polemisieren, können darüber diskutieren, wie wir es anders machen wollen, aber wir sind auch gefordert, diese Handlungen dann tatsächlich zu setzen. Die Haltung der Regierung, restriktiv zu bleiben, bei diesen Verhandlungen Österreich vor Europa zu setzen, zuerst die Hausaufgaben im Land, danach die Hausaufgaben in Europa zu machen und erst in weiterer Folge danach zu trachten, Erweiterungen so vorzunehmen, dass sie auch funktionieren können, ist zu unterstützen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Was heißt „drübergestülpt“? Das ist 1 : 1 umgesetzt worden von der Regierung, die das mitbeschlossen hat! Sie tun so, als hätten Sie nichts zu tun damit!
Ich glaube, dass diese Vergabeordnung, diese Richtlinien, die wir ebenfalls von Brüssel übergestülpt bekommen, zu hinterfragen sind (Abg. Sburny: Was heißt „drübergestülpt“? Das ist 1 : 1 umgesetzt worden von der Regierung, die das mitbeschlossen hat! Sie tun so, als hätten Sie nichts zu tun damit!), dass man vielleicht den Mut haben sollte, zu versuchen, diesen Vergabeordnungen auf nationaler Ebene entgegenzuwirken und damit dazu beizutragen, dass die heimischen Unternehmer, die heimischen
Beifall bei den Freiheitlichen.
Betriebe, die klein- und mittelständische Industrie – jene Leute, die hier bei uns Steuern zahlen, hier bei uns leben, in diesem so oft strapazierten „ländlichen Raum“ ihre Häuser bauen, hier zu Hause sind, dass diese auf diesen Baustellen arbeiten, anstatt dass deutsche LKWs fahren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Von der Gentechnik bis zur Budgetpolitik werden wir die Chance haben, wird es an uns liegen, an unserer Bundesregierung, dafür zu sorgen, dass wir vorankommen, dass dieses Europa bürgernäher, freundlicher, verständlicher und vor allen Dingen ein Europa wird, das den Zuspruch der Menschen auch verdient. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Es wundert mich, dass Sie nicht „Frau Abgeordnete“ sagen zu mir!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank und hier im Hohen Haus! Herr Abgeordneter Scheuch, Sie wissen aber schon, dass das, was Sie beklagt haben (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Es wundert mich, dass Sie nicht „Frau Abgeordnete“ sagen zu mir!) und was uns angeblich die EU überstülpt, Dinge sind, die diese Bundesregierung nicht nur mitbeschließt, sondern deren Spielraum, der bei solchen Richtlinien immer vorhanden ist, bei uns als einzigem Staat in der EU nicht ausgenutzt wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank und hier im Hohen Haus! Herr Abgeordneter Scheuch, Sie wissen aber schon, dass das, was Sie beklagt haben (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Es wundert mich, dass Sie nicht „Frau Abgeordnete“ sagen zu mir!) und was uns angeblich die EU überstülpt, Dinge sind, die diese Bundesregierung nicht nur mitbeschließt, sondern deren Spielraum, der bei solchen Richtlinien immer vorhanden ist, bei uns als einzigem Staat in der EU nicht ausgenutzt wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wir müssen dieser Forderung, dass die EU nicht nur eine Wirtschaftsunion, sondern ebenso eine Beschäftigungs- und Sozialunion sein muss, immer wieder Nachdruck verleihen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wattaul: Da können Sie sich noch daran erinnern? – Abg. Großruck: Sie haben ein langes Erinnerungsvermögen!
Und ehrlich gesagt, bin ich diesbezüglich momentan optimistischer, was die EU angeht, als was die Bundesregierung betrifft. Was wir nämlich heute von Bundeskanzler Schüssel gehört haben, baut – einmal abgesehen davon, dass er es mehr für Wahlkampfrhetorik genutzt hat als für die inhaltliche Auseinandersetzung – auf Rezepten auf, von denen ich gedacht habe, die hätten wir vor 50, 60 Jahren erledigt gehabt. (Abg. Wattaul: Da können Sie sich noch daran erinnern? – Abg. Großruck: Sie haben ein langes Erinnerungsvermögen!)
Abg. Ellmauer: Wir haben die höchste Frauenbeschäftigungsquote in Europa!
Stellen Sie sich vor – das ist bei der ÖVP um diese Jahreszeit eh ein beliebtes Bild –, Sie hätten eine Ernte einzubringen, also Sie haben eine bestimmte Aufgabe, um Wachstum und Reichtum abzuholen. Dazu haben Sie 20 Leute zur Verfügung, aber Sie beschließen, Sie nehmen jetzt nur zehn von diesen, die sollen arbeiten; die anderen sollen zu Hause sitzen und was auch immer tun. – Genau so ist im Wesentlichen die Strategie, die Sie in der Beschäftigungspolitik in Österreich haben. Sie nutzen männliches Arbeitskräftepotential halbwegs aus – und sogar dort nicht mehr so, wie es angesichts der Arbeitslosenentwicklung wünschenswert wäre –, aber wenn es um das Potential von Frauen geht (Abg. Ellmauer: Wir haben die höchste Frauenbeschäftigungsquote in Europa!), sagen Sie – salopp formuliert –: Das ist uns Wurscht! (Abg. Neudeck: Das behaupten Sie! Aber bewiesen haben Sie es noch nie!)
Abg. Neudeck: Das behaupten Sie! Aber bewiesen haben Sie es noch nie!
Stellen Sie sich vor – das ist bei der ÖVP um diese Jahreszeit eh ein beliebtes Bild –, Sie hätten eine Ernte einzubringen, also Sie haben eine bestimmte Aufgabe, um Wachstum und Reichtum abzuholen. Dazu haben Sie 20 Leute zur Verfügung, aber Sie beschließen, Sie nehmen jetzt nur zehn von diesen, die sollen arbeiten; die anderen sollen zu Hause sitzen und was auch immer tun. – Genau so ist im Wesentlichen die Strategie, die Sie in der Beschäftigungspolitik in Österreich haben. Sie nutzen männliches Arbeitskräftepotential halbwegs aus – und sogar dort nicht mehr so, wie es angesichts der Arbeitslosenentwicklung wünschenswert wäre –, aber wenn es um das Potential von Frauen geht (Abg. Ellmauer: Wir haben die höchste Frauenbeschäftigungsquote in Europa!), sagen Sie – salopp formuliert –: Das ist uns Wurscht! (Abg. Neudeck: Das behaupten Sie! Aber bewiesen haben Sie es noch nie!)
Abg. Hornek: Also eine selbst gemachte Statistik!
Ich habe dazu jede Menge Zahlen, und gerade Sie studieren das sicher immer ganz genau: Die Frauenbeschäftigung ist, umgerechnet auf ein Vollzeitäquivalent (Abg. Hornek: Also eine selbst gemachte Statistik!), also Frauenjobs unter der Annahme von Vollarbeitszeit, zwischen 1995 und 2003 in der EU im Durchschnitt um 4,5 Prozent gestiegen, in manchen Ländern um weit über 10 Prozent, und nur in einem einzigen Land der EU-15 ist dieser Wert gesunken, gab es eine Negativentwicklung. Raten Sie einmal! – In Österreich!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das ist beim Matznetter auch so, ...!
Ihre Politik, Ihre Bundesregierung sagt: Na, Frauenbeschäftigung ist kein Thema für uns! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das ist beim Matznetter auch so, ...!)
Abg. Mag. Ikrath: Wirtschaftsprogramm in Wien!
Das Ranking des Weltwirtschaftsforums, das die Wettbewerbsfähigkeit, die Wirtschaftskraft der Staaten misst und vergleicht und heute schon erwähnt wurde (Abg. Mag. Ikrath: Wirtschaftsprogramm in Wien!), zeigt, dass in den Top 10 die skandinavischen Staaten stark dominieren, also genau jene Staaten, die, wie ich meine, nicht zufällig auch einen sehr hohen Anteil an Frauenbeschäftigung haben, in denen arbeiten zu gehen und Familie und Kinder zu haben für Männer wie Frauen gleichermaßen normal und selbstverständlich ist. In dieser Beziehung hinken wir in Österreich Jahrzehnte hinterher, und ich kann Sie nur auffordern: Überdenken Sie endlich – und sei es aus wirtschaftlichem Kalkül heraus – Ihre Politik in der Gleichstellungsfrage! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das Ranking des Weltwirtschaftsforums, das die Wettbewerbsfähigkeit, die Wirtschaftskraft der Staaten misst und vergleicht und heute schon erwähnt wurde (Abg. Mag. Ikrath: Wirtschaftsprogramm in Wien!), zeigt, dass in den Top 10 die skandinavischen Staaten stark dominieren, also genau jene Staaten, die, wie ich meine, nicht zufällig auch einen sehr hohen Anteil an Frauenbeschäftigung haben, in denen arbeiten zu gehen und Familie und Kinder zu haben für Männer wie Frauen gleichermaßen normal und selbstverständlich ist. In dieser Beziehung hinken wir in Österreich Jahrzehnte hinterher, und ich kann Sie nur auffordern: Überdenken Sie endlich – und sei es aus wirtschaftlichem Kalkül heraus – Ihre Politik in der Gleichstellungsfrage! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das entspricht einer Kürzung der Mittel für Gleichstellungsvorhaben, für die Gleichstellung von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt, um rund die Hälfte; nicht um eine Kleinigkeit, sondern um rund die Hälfte. Das Europäische Parlament hat dagegen bereits Protest eingelegt und zumindest 12 Prozent gefordert. Ich meine, es sollte noch mehr sein, und ich denke auch, dass gerade Österreich gefordert ist, in der Gleichstellungspolitik im eigenen Land aufzuholen, um sicherzustellen, dass während der österreichischen Ratspräsidentschaft kein Rückschritt in der Gleichstellungspolitik Europas eintritt. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Carina Felzmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Herr Staatssekretär! Die EU hat sich weiterentwickelt! Frau Kollegin Weinzinger kann sich sicher sehr gut daran erinnern, dass zu Beginn der EU das Thema „Friedenssicherung“ das Ziel war, welches über einen großen gemeinsamen wirtschaftlichen Binnenmarkt erreicht werden sollte. Heute diskutieren wir auch die Themen rund um die Beschäftigung. Ich bin überzeugt davon, dass der im Jahr 2000 aufgesetzte Lissabon-Prozess mit den Leitgedanken Wachstum, Beschäftigung, Umwelt und auch sozialer Zusammenhalt seine Qualitäten hat – das, was wir jetzt brauchen, sind der politische Wille, ein neuer Optimismus und auch die Bereitschaft aller EU-25-Partner, die Herausforderung im globalen Wettbewerb gemeinsam anzunehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Die Österreichische Volkspartei sieht sich als die Europapartei, und daher stellen wir uns sehr seriös der Diskussion, indem wir auch jene Punkte nicht verschweigen, mit jenen Themen nicht hinter dem Berg halten, die schwierig sind, etwa die emotionale Stimmung auf der einen Seite, auf der anderen Seite natürlich die Wirtschaft. Der europäische Wirtschaftsmotor hat zu stottern begonnen. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben in der Eurozone ein Wachstum von 1,6 Prozent, EU-weit ein solches von 2 Prozent. Die größte Volkswirtschaft Europas, Deutschland, hat zwar mit 0,8 Prozent auch wieder ein positives Wachstum, was sich aber sehr, sehr bescheiden ausnimmt und was vielleicht auch mit der deutschen Regierung zusammenhängen könnte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
davon, dass das zum einen mit unserer hervorragenden Bildungspolitik zusammenhängt und im Besonderen mit unseren höheren berufsbildenden Schule, diese machen die Schüler und Schülerinnen fit für den Arbeitsmarkt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Natürlich dürfen wir uns auf dieser Bilanz nicht ausruhen, und natürlich ist es auch nicht unser Stil, nachhaltig Vergleiche anzustellen, dadurch kommen wir nicht weiter, auch wir sind ein Teil Europas. Faktum ist, dass wir uns diesem Wachstumsproblem stellen müssen, weil diese 2 Prozent EU-Wirtschaftswachstum zwischen den Blöcken Asien und Amerika nicht ausreichen. China: 9,5 Prozent – angesichts dessen droht Europa wirklich den Anschluss zu verlieren und zu einem Jurassic Park im globalen Wettbewerb zu werden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Ganz so, Kollege Matznetter, als ob sich Europa ein Beispiel an Wien nehmen würde: Stillstand und absolute Verabschiedung vom politischen Gestaltungswillen! 35 000 Arbeitsplätze hat Wien in den letzten Jahren verloren, 130 000 Arbeitsplätze sind österreichweit dazugekommen. – So viel zu Ihren Konzepten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Natürlich dürfen wir uns auf dieser Bilanz nicht ausruhen, und natürlich ist es auch nicht unser Stil, nachhaltig Vergleiche anzustellen, dadurch kommen wir nicht weiter, auch wir sind ein Teil Europas. Faktum ist, dass wir uns diesem Wachstumsproblem stellen müssen, weil diese 2 Prozent EU-Wirtschaftswachstum zwischen den Blöcken Asien und Amerika nicht ausreichen. China: 9,5 Prozent – angesichts dessen droht Europa wirklich den Anschluss zu verlieren und zu einem Jurassic Park im globalen Wettbewerb zu werden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Ganz so, Kollege Matznetter, als ob sich Europa ein Beispiel an Wien nehmen würde: Stillstand und absolute Verabschiedung vom politischen Gestaltungswillen! 35 000 Arbeitsplätze hat Wien in den letzten Jahren verloren, 130 000 Arbeitsplätze sind österreichweit dazugekommen. – So viel zu Ihren Konzepten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bin überzeugt davon, dass es gelingen kann. Es betrifft uns alle, und ich sage: Auf zu neuen Taten für ein gemeinsames Europa! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundeskanzler, als Sie sich heute zu Wort gemeldet hatten, war ich schon sehr froh, dass Sie in Ihren Ausführungen nicht wieder, so wie gestern, in verbale Entgleisungen abgeglitten sind. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Eine Entschuldigung ist noch ausstehend, das sehe ich auch so. Aber ich war nicht sehr froh, Herr Bundeskanzler, dass Sie auch heute wieder bewiesen haben, dass Sie Realitäten verweigern, nämlich Realitäten wie die Erwartungshaltungen, die die Österreicherinnen und Österreicher in ihre Bundesregierung, aber auch in die Europäische Union haben.
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Die Erwartung der Österreicher in die Europäische Union ist die, dass das nicht nur eine Wirtschaftsunion, sondern auch eine Sozialunion ist. Die Österreicherinnen und Österreicher wollen ein Europa der Menschen und nicht ein Europa der Konzerne. Die meisten Menschen wollen auch, dass sich Europa jetzt vertieft und verfestigt, und nicht, dass es neuerliche Erweiterungen innerhalb der Europäischen Union gibt. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Kein sozialistisches Europa!
Ich weiß, Sie regieren über die Köpfe der Bevölkerung hinweg, daher wissen Sie nicht, was die Menschen wollen. Die meisten Menschen wollen ein soziales Europa, in dem die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit oberste Priorität hat, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Kein sozialistisches Europa!)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Das stimmt doch nicht, Frau Kollegin!
Wir können es uns ansehen: In Luxemburg haben wir die höchsten öffentlichen Investitionen zu vermerken und daher auch das höchste Beschäftigungswachstum. Österreich liegt bei den öffentlichen Investitionen an 25. Stelle. Das bedeutet: Schlusslicht für Österreich, das bedeutet, Österreich ist jenes Land, das den geringsten Zuwachs an Jobs hat! Alle anderen 24 EU-Länder machen es besser als Sie! (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das stimmt doch nicht, Frau Kollegin!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Zu viele!
Menschen in Österreich keinen Job haben? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Zu viele!) 50 000 Menschen im Alter von 24 und 25 Jahren haben auf Grund Ihrer falschen Prioritätensetzung und Politik keinen Job! 200 Mal könnte man dieses Haus mit arbeitslosen Jugendlichen füllen – doch Sie geben hier salbungsvolle Worte von sich und machen leere Versprechungen. Davon haben die jungen Menschen in unserem Land gar nichts! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Menschen in Österreich keinen Job haben? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Zu viele!) 50 000 Menschen im Alter von 24 und 25 Jahren haben auf Grund Ihrer falschen Prioritätensetzung und Politik keinen Job! 200 Mal könnte man dieses Haus mit arbeitslosen Jugendlichen füllen – doch Sie geben hier salbungsvolle Worte von sich und machen leere Versprechungen. Davon haben die jungen Menschen in unserem Land gar nichts! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.)
Abg. Grillitsch: Sie haben keine Ahnung, wovon Sie reden!
Das ist Ihre Bilanz, und das ist traurig, meine Damen und Herren, denn es könnte besser gehen. Österreich hat sich eine bessere Politik verdient, als Sie hier verfolgen. Österreich ist ein Land, das sich mehr an Wohlstand verdient hat, ein Land, in dem es keine Steuerreform geben soll, durch die die Großkonzerne – der Herr Bartenstein oder der Herr Prinzhorn – weniger Steuern bezahlen als ein mittlerer Angestellter in seinem Unternehmen, sondern in dem es soziale Gerechtigkeit geben soll (Abg. Grillitsch: Sie haben keine Ahnung, wovon Sie reden!), in dem es Investitionen geben soll, in dem es Kaufkraftstärkung geben soll und in dem es auch so etwas wie verteilungspolitische Gerechtigkeit geben soll. (Abg. Grillitsch: Arbeitsplatzvernichter Nummer 1, die SPÖ!)
Abg. Grillitsch: Arbeitsplatzvernichter Nummer 1, die SPÖ!
Das ist Ihre Bilanz, und das ist traurig, meine Damen und Herren, denn es könnte besser gehen. Österreich hat sich eine bessere Politik verdient, als Sie hier verfolgen. Österreich ist ein Land, das sich mehr an Wohlstand verdient hat, ein Land, in dem es keine Steuerreform geben soll, durch die die Großkonzerne – der Herr Bartenstein oder der Herr Prinzhorn – weniger Steuern bezahlen als ein mittlerer Angestellter in seinem Unternehmen, sondern in dem es soziale Gerechtigkeit geben soll (Abg. Grillitsch: Sie haben keine Ahnung, wovon Sie reden!), in dem es Investitionen geben soll, in dem es Kaufkraftstärkung geben soll und in dem es auch so etwas wie verteilungspolitische Gerechtigkeit geben soll. (Abg. Grillitsch: Arbeitsplatzvernichter Nummer 1, die SPÖ!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das haben wir 1999 ja gesehen!
Eine Politik, durch die die Armen im Land ärmer werden, die Reichen reicher und der Mittelstand immer geringer wird, das ist eine Politik, die von der Mehrheit der Österreicher abgelehnt wird – in Europa als auch in Österreich. Daher werden Sie auch abgewählt werden, weil sich Österreich etwas Besseres verdient hat! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das haben wir 1999 ja gesehen!)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Aber warum haben Sie dann vor wenigen Wochen das Gegenteil gemacht, nämlich als wir in der letzten Sitzung des Nationalrates im Juli nicht nur die im Asylgesetz bestehenden Anreize, zu uns zu kommen – jenseits von Fluchtgründen –, nicht aufgehoben haben, sondern im Ausländerbeschäftigungsgesetz vielmehr neue massive Anreize geschaffen haben, um herzukommen. Sie müssen konsequent sein. Wenn Sie Ihr Reden und Ihr Handeln in Einklang bringen, dann werden Sie das Problem in den Griff bekommen. Sie müssen sich auch entscheiden: Wenn Sie die Interessen der Arbeitnehmer effizient und tatsächlich vertreten wollen, dann werden Sie – Sie werden nicht darum herumkommen – die heilige Kuh „Zuwanderung“ schlachten müssen! (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer ist nicht im Saal anwesend. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir gelangen nun zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Gusenbauer, Kolleginnen und Kollegen betreffend die katastrophale Arbeitsmarktsituation in Österreich. (Abg. Dr. Gusenbauer ist nicht im Saal anwesend. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Die hört sofort mit dem Haarschneiden auf!
Es wäre ja ganz spannend, würde sich die österreichische Bundesregierung der Aufgabe unterziehen, den Fernsehspot betreffend den Friseurladen einmal mit dieser Dienstleistungsrichtlinie in Verbindung zu bringen. Es würde dann die Friseurin wahrscheinlich nicht mehr darüber reden, wie der Wohlstand weiter wächst, sondern sie würde sagen: Moment, es geht auch um meinen Arbeitsplatz! (Abg. Öllinger: Die hört sofort mit dem Haarschneiden auf!) Warum kann dann jemand unter unfairen Wettbewerbsbedingungen aus anderen EU-Ländern hier in Österreich ohne Rücksicht auf meine eigene Lebenssituation Arbeit ergreifen? – Das wäre ein spannender Fernsehspot, und so würde die Bundesregierung Europa den Bürgerinnen und Bürgern näher bringen mit einer Lebenssituation, die man begreifen kann, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es wäre ja ganz spannend, würde sich die österreichische Bundesregierung der Aufgabe unterziehen, den Fernsehspot betreffend den Friseurladen einmal mit dieser Dienstleistungsrichtlinie in Verbindung zu bringen. Es würde dann die Friseurin wahrscheinlich nicht mehr darüber reden, wie der Wohlstand weiter wächst, sondern sie würde sagen: Moment, es geht auch um meinen Arbeitsplatz! (Abg. Öllinger: Die hört sofort mit dem Haarschneiden auf!) Warum kann dann jemand unter unfairen Wettbewerbsbedingungen aus anderen EU-Ländern hier in Österreich ohne Rücksicht auf meine eigene Lebenssituation Arbeit ergreifen? – Das wäre ein spannender Fernsehspot, und so würde die Bundesregierung Europa den Bürgerinnen und Bürgern näher bringen mit einer Lebenssituation, die man begreifen kann, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Das können wir in unserem Land nicht brauchen – daher ein Ja zu unseren Vorschlägen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Herr Präsident Verzetnitsch, der Fall in Linz betreffend koreanische und indonesische Arbeiter ist und bleibt ungesetzlich, dafür sorgt die Entsenderichtlinie. Österreich hat sie – zum Beispiel im Gegensatz zu Deutschland – sehr weit gehend in österreichisches Recht übersetzt. In Österreich darf niemand unter dem Kollektivvertrag bezahlt werden. Das ist und bleibt ungesetzlich. Sie wissen das auch. Da sind wir gut gewappnet. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es gibt gerade im Bereich der Dienstleistungen viele Hindernisse, wie auch Kok in seinem Bericht festgestellt hat – Kok, früher ein führender Gewerkschafter, dann holländischer Ministerpräsident. Gemeinsam mit Präsident Verzetnitsch und elf anderen Experten hat Wim Kok diesen Bericht verfasst und hat unter anderem – ich komme darauf später noch zu sprechen – gesagt, dass das heutige Dienstleistungshandelsniveau innerhalb Europas niedriger ist als das von vor zehn Jahren. Also nicht der Anstieg ist zu langsam, Herr Präsident Verzetnitsch, denn dieses Niveau ist sogar niedriger als das, welches es vor zehn Jahren gab. Daher müssen wir da handeln, stellt das doch eine wichtige Voraussetzung für Wirtschaft, Wachstum und Beschäftigung dar. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Verzetnitsch: Weiterblättern, Herr Bundesminister!
Ende 2005 die Voraussetzungen dafür geschaffen sein sollten. (Abg. Verzetnitsch: Weiterblättern, Herr Bundesminister!)
Abg. Öllinger: Herr Bundesminister! Das ist eine gefährliche Drohung!
Lassen Sie mich noch Folgendes sagen: Österreich ist als Dienstleistungsland besser als der Durchschnitt; wir haben einen Dienstleistungsüberschuss: 40 Milliarden € an Dienstleistungen exportieren wir pro Jahr; 1,6 Milliarden € haben wir als Überschuss in diesem Bereich. Für uns ist es daher noch wichtiger als für andere, dass in Europa Dienstleistungsfreiheit möglichst rasch und richtig hergestellt wird. (Abg. Öllinger: Herr Bundesminister! Das ist eine gefährliche Drohung!)
Rufe bei der SPÖ: Warum?
Nun zur Vorgangsweise, meine sehr verehrten Damen und Herren. Der Vorschlag der EU-Kommission – im Übrigen auch von grünen und sozialdemokratischen Kommissaren, einstimmig verabschiedet – liegt seit 2004 auf dem Tisch. Das Herkunftslandprinzip ist das Bauprinzip, und ich meine, dass man von diesem Bauprinzip nicht abrücken sollte. Harmonisierung als eventuelle alternative Vorgangsweise hieße doch wohl eine Verschiebung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag, Herr Präsident Verzetnitsch. (Rufe bei der SPÖ: Warum?)
Abg. Öllinger: Fürchte, ich nicht!
Konkret und abschließend: Was wollen wir? – Ich glaube, dass großteils Konsens herrschen sollte, eben in Richtung Verbesserungen gegenüber dem Entwurf der Dienstleistungsrichtlinie, der auf dem Tisch liegt. (Abg. Öllinger: Fürchte, ich nicht!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter
Wir wollen zum Zweiten, dass Ausübungsvorschriften ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter) Wir wollen dass dort, wo ein allgemeiner Rechtsrahmen gegeben ist – so zum Beispiel im Sozialbereich, im Umweltbereich, im Baurecht –, dieser allgemeine Rechtsrahmen, so zum Beispiel Österreichs, durch das Herkunftslandprinzip nicht unterminiert wird. – Ich gebe zu: Das ist eine einfach aufgestellte Forderung, jedoch nicht einfach umzusetzen; aber dazu ist die Kommission ja da.
Abg. Wattaul: Gusenbauer ist ja gar nicht da!
Damit schließe ich, auch wenn Herr Gusenbauer das vorhin falsch berichtet hat, denn das Beispiel, das er genannt hat, ist einfach ungesetzlich – und ungesetzliche Angebote sind in Österreich natürlich verfolgbar. (Abg. Wattaul: Gusenbauer ist ja gar nicht da!)
Abg. Öllinger: Ich sage Ihnen dann ein gesetzliches Beispiel!
Jedenfalls: Egal, ob indonesische oder koreanische Arbeiter in Linz oder das, was Herr Gusenbauer hier referiert hat: Wenn in Österreich jemand unter dem Kollektivvertrag bezahlt wird, vielleicht gar mit 1 € oder 2 € pro Stunde, so widerspricht das nationaler Gesetzgebung (Abg. Öllinger: Ich sage Ihnen dann ein gesetzliches Beispiel!), eben in Übersetzung der Entsenderichtlinie, und das ist verfolgbar!
Abg. Öllinger: Nein, ich sage Ihnen dann ...!
Herr Öllinger, rufen Sie nicht dazwischen! Kommen Sie mit Beispielen zu mir, und wir werden das abstellen! (Abg. Öllinger: Nein, ich sage Ihnen dann ...!) Üblicherweise haben Sie in solchen Fällen dann aber keine Beispiele. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Öllinger, rufen Sie nicht dazwischen! Kommen Sie mit Beispielen zu mir, und wir werden das abstellen! (Abg. Öllinger: Nein, ich sage Ihnen dann ...!) Üblicherweise haben Sie in solchen Fällen dann aber keine Beispiele. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Oh ja! – Abg. Schöls: Unterschätzen Sie die Menschen nicht!
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich denke, vor allem die Zuseher auf der Tribüne beziehungsweise vor den Fernsehschirmen werden aus den Worten von Herrn Bundesminister Bartenstein nicht sehr viel schlauer geworden sein. (Rufe bei der ÖVP: Oh ja! – Abg. Schöls: Unterschätzen Sie die Menschen nicht!)
Abg. Mag. Molterer: Daseinsvorsorge!
Wer sind diese zwei, die das haben wollen? (Abg. Mag. Molterer: Daseinsvorsorge!) – Das eine ist die Industriellenvereinigung, das andere ist Herr Minister Bartenstein. Bleiben wir einmal bei der Industriellenvereinigung und fragen wir: Wieso wollen die das? – Das ist relativ nahe liegend: Auch wir, meine sehr geehrten Damen und Herren, sind dafür, dass österreichische Unternehmen ihre guten Dienstleistungen unter möglichst günstigen Rahmenbedingungen exportieren können. Daran besteht kein Zweifel. Und das ist vermutlich das Einzige, was uns in diesem Punkt wirklich alle eint.
Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Der zweite Punkt ist die Frage: Warum ist die Industriellenvereinigung dafür, dass das so gemacht wird? – Ist auch relativ nahe liegend: Das sind relativ große Unternehmen, die heute schon exportieren und die sich erwarten, dass sie unter den Bedingungen der Dienstleistungsrichtlinie künftig im Wesentlichen nur mehr österreichisches Recht kennen müssen und unter diesen Bedingungen auch exportieren können. (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) Sie erwarten sich, dass es für sie billiger wird und dass sie daher besser exportieren können. Das ist ja auch sehr verständlich. (Abg. Neudeck: Da gibt es keine anderen Richtlinien!)
Abg. Neudeck: Da gibt es keine anderen Richtlinien!
Der zweite Punkt ist die Frage: Warum ist die Industriellenvereinigung dafür, dass das so gemacht wird? – Ist auch relativ nahe liegend: Das sind relativ große Unternehmen, die heute schon exportieren und die sich erwarten, dass sie unter den Bedingungen der Dienstleistungsrichtlinie künftig im Wesentlichen nur mehr österreichisches Recht kennen müssen und unter diesen Bedingungen auch exportieren können. (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) Sie erwarten sich, dass es für sie billiger wird und dass sie daher besser exportieren können. Das ist ja auch sehr verständlich. (Abg. Neudeck: Da gibt es keine anderen Richtlinien!)
Abg. Grillitsch: Haben Sie mit der Gewerkschaft schon gesprochen?
Haben Sie sich überlegt, unter welchen Bedingungen Sie Ihre Dienstleistungen nach Hamburg oder nach Warschau verkaufen, und gemeint, dass es jetzt ganz fein wäre, wenn es endlich eine europäische Dienstleistungsrichtlinie gäbe? Und haben Sie darüber mit Ihrer Interessenvertretung schon gesprochen und ihr gesagt, das ist etwas ganz Tolles für Sie? – Ich denke, Sie sollten noch einmal mit ihr reden! (Abg. Grillitsch: Haben Sie mit der Gewerkschaft schon gesprochen?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich denke mir, verantwortungsvolle Politik schaut anders aus! Das ist es, was heute zu diesem Thema zu sagen ist. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Nehmen wir einmal das zweite Beispiel ... (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) – Herr Bartenstein, wir haben jetzt keine Zeit, uns hier persönlich zu unterhalten! Jetzt rede einmal ich; Sie haben schon gesprochen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nehmen wir einmal das zweite Beispiel ... (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) – Herr Bartenstein, wir haben jetzt keine Zeit, uns hier persönlich zu unterhalten! Jetzt rede einmal ich; Sie haben schon gesprochen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das sind Dinge, über die redet dieser Herr nicht, der ist aber Arbeits- und Wirtschaftsminister! Und ich denke, das ist nicht verantwortlich, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Herr von Einem! Wo ist Ihr Benimm?
Lassen Sie mich ein drittes und letztes Beispiel anführen: Stellen Sie sich vor, es gibt einen Fall, in dem ein Dienstleister im Inland auf Basis dieser künftigen Dienstleistungsrichtlinie Dienstleistungen erbringt, und auf dieser Basis entstehen Zweifel ... (Abg. Mag. Molterer: Herr von Einem! Wo ist Ihr Benimm?) – Herr Abgeordneter
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Herr von Einem! So benimmt man sich nicht!
Molterer, ich heiße nicht „von“, ich heiße Einem, wenn Sie es wünschen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Herr von Einem! So benimmt man sich nicht!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Neudeck: Sie haben gesagt „dieser Herr“ – und nicht „Bartenstein“!
Herr Abgeordneter Molterer, solange der Herr Bundeskanzler noch sagen kann: Traut euch das noch einmal zu sagen! oder sagen kann: Das sind „Wahnsinnsideen!“, kann ich noch „Bartenstein“ sagen, ohne Herr zu sagen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Neudeck: Sie haben gesagt „dieser Herr“ – und nicht „Bartenstein“!) – Ich bin der Meinung, er ist der Herr Bartenstein. Sorgen Sie dafür, dass sich der Herr Bundeskanzler für sein Fehlverhalten entschuldigt!
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Glückwunsch zu solch einer Regelung! Ich denke, wenn wir ein Europa wollen, in dem die Menschen sich darauf verlassen können, dass Recht Recht bleibt und dass die Behörden darauf achten, dürfen wir nicht so vorgehen. Das ist ganz einfach! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir wollen, dass die Sanktions- und Kontrollmechanismen auch wirksam sind und dass die Menschen sich darauf verlassen können, dass das Recht gilt, auf das sie vertrauen. Wir wollen, dass es eine Abschätzung der positiven und der negativen Wirkungen und deren Verteilung bei den Auswirkungen dieser Richtlinie gibt. Kurz: Wir wollen, dass zunächst verantwortliche Bedingungen geschaffen werden und erst dann die Liberalisierung betrieben wird. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Öllinger: Ein bisschen ein Problem!
Abgeordneter Fritz Neugebauer (ÖVP): Meine sehr geehrten Kolleginnen! Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Mitglieder der Bundesregierung! Geschätzte Kollegen! Lieber Kollege Dr. Einem, wir kennen einander schon lange. Ich bewerte nicht die Qualität Ihres Diskurses mit Herrn Mag. Molterer, aber: Was mich viel mehr betroffen macht, ist, dass Sie als einer, der auf europäischer Ebene durchaus Verdienste aufzuweisen hat, offensichtlich hier darlegen, dass Sie sich, wenn es ein bisschen ein Problem gibt, das zu bewältigen ist, von Europa entfernen. (Abg. Öllinger: Ein bisschen ein Problem!) Ein bisserl Europa ist zu wenig, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Fritz Neugebauer (ÖVP): Meine sehr geehrten Kolleginnen! Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Mitglieder der Bundesregierung! Geschätzte Kollegen! Lieber Kollege Dr. Einem, wir kennen einander schon lange. Ich bewerte nicht die Qualität Ihres Diskurses mit Herrn Mag. Molterer, aber: Was mich viel mehr betroffen macht, ist, dass Sie als einer, der auf europäischer Ebene durchaus Verdienste aufzuweisen hat, offensichtlich hier darlegen, dass Sie sich, wenn es ein bisschen ein Problem gibt, das zu bewältigen ist, von Europa entfernen. (Abg. Öllinger: Ein bisschen ein Problem!) Ein bisserl Europa ist zu wenig, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Sie haben nur Beamte im Kopf, alle anderen sind Ihnen egal!
Da mag die sehr seriöse Analyse eines Gewerkschaftskollegen, des Kollegen Fritz Verzetnitsch, wahrscheinlich auch in der Grundstruktur meine sein (Abg. Öllinger: Sie haben nur Beamte im Kopf, alle anderen sind Ihnen egal!), denn wir sind meines Erachtens doch einer Meinung, dass Österreichs Dienstleistungen weltweit nachgeragt werden, etwa – Beispiel – in der Energie- und Umwelttechnologie, bei den Versicherungen, in der elektronischen Datenverarbeitung und vielem anderem mehr.
Abg. Verzetnitsch: Nicht mehr!
Die Diskussion, liebe Kolleginnen und Kollegen, die wir jetzt führen, ist ja Gott sei Dank sachbezogener geworden. Wenn ich an die Bolkestein-Richtlinie des ehemaligen dafür zuständigen Kommissars Bolkestein denke, dann erinnere ich daran, dass da bewusst die Wellen hochgegangen sind. Es wurden tatsächlich 1 154 Änderungsanträge eingebracht. Barroso hat da die Reißleine gezogen. Der irische Kommissar in der Nachfolge hat deutlich gemacht, dass er sich auch in dieser Frage aus der sozialen Dimension nicht davonstehlen möchte. (Abg. Verzetnitsch: Nicht mehr!) Er hat, wie aus internationalen Medienberichten hervorgeht, dafür von den wirtschaftspolitischen Scharfmachern einiges Fett abbekommen. Er wurde als schwächlich hingestellt. Besorgte Kleinunternehmer und Mitarbeiter in den Grenzregionen werden ihm den Mut zur Umkehr danken. In dieser Richtung müssen wir ihn auch bestärken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Diskussion, liebe Kolleginnen und Kollegen, die wir jetzt führen, ist ja Gott sei Dank sachbezogener geworden. Wenn ich an die Bolkestein-Richtlinie des ehemaligen dafür zuständigen Kommissars Bolkestein denke, dann erinnere ich daran, dass da bewusst die Wellen hochgegangen sind. Es wurden tatsächlich 1 154 Änderungsanträge eingebracht. Barroso hat da die Reißleine gezogen. Der irische Kommissar in der Nachfolge hat deutlich gemacht, dass er sich auch in dieser Frage aus der sozialen Dimension nicht davonstehlen möchte. (Abg. Verzetnitsch: Nicht mehr!) Er hat, wie aus internationalen Medienberichten hervorgeht, dafür von den wirtschaftspolitischen Scharfmachern einiges Fett abbekommen. Er wurde als schwächlich hingestellt. Besorgte Kleinunternehmer und Mitarbeiter in den Grenzregionen werden ihm den Mut zur Umkehr danken. In dieser Richtung müssen wir ihn auch bestärken. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.
immerhin ist er Vizepräsident der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament – als einer der wenigen ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.) – Herr Kollege, das überlassen Sie mir. (Abg. Mag. Posch: Sie können das gar nicht beurteilen!) Meinen Sie? Auch das überlasse ich Ihnen.
Abg. Mag. Posch: Sie können das gar nicht beurteilen!
immerhin ist er Vizepräsident der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament – als einer der wenigen ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.) – Herr Kollege, das überlassen Sie mir. (Abg. Mag. Posch: Sie können das gar nicht beurteilen!) Meinen Sie? Auch das überlasse ich Ihnen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, darf ich noch eine Klarstellung treffen, weil Kollege Matznetter natürlich sehr eloquent zwar nicht zu Europa, aber von den nächsten Wahlterminen gesprochen hat. Da gibt es einen netten Spruch: „Politiker denken an die nächsten Wahlen, Staatsmänner an die nächsten Generationen.“ – Das unterscheidet uns in der Politik: Wir machen Politik für heute in Verantwortung auch für unsere Kinder und unsere Enkelkinder. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Parlament!
Darf ich noch ein Letztes sagen, das mit Dienstleistung zu tun hat. Die Verwaltungshochschule in Speyer schreibt jährlich einen großen Preis aus, an dem sich die österreichischen Verwaltungseinheiten, Bund, Länder, Gemeinden, beteiligen. Wir haben diesmal triumphal abgeräumt. (Abg. Dr. Khol: Parlament!) Ich nehme das auch gerne zum Anlass, um zu erwähnen, dass unter den Preisträgern in der Frage e-Government auch die Parlamentsdirektion gewürdigt wurde. Dank gebührt den Verantwortlichen in der Direktion, allen voran aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern! (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Darf ich noch ein Letztes sagen, das mit Dienstleistung zu tun hat. Die Verwaltungshochschule in Speyer schreibt jährlich einen großen Preis aus, an dem sich die österreichischen Verwaltungseinheiten, Bund, Länder, Gemeinden, beteiligen. Wir haben diesmal triumphal abgeräumt. (Abg. Dr. Khol: Parlament!) Ich nehme das auch gerne zum Anlass, um zu erwähnen, dass unter den Preisträgern in der Frage e-Government auch die Parlamentsdirektion gewürdigt wurde. Dank gebührt den Verantwortlichen in der Direktion, allen voran aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern! (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher haben wir im Rahmen dieser Dienstleistungsrichtlinien hier auch entsprechende Vorsorge und Vorkehrungen zu treffen. Noch ist es Zeit. 1 100 Abänderungsanträge liegen zu dem seinerzeitigen Bolkestein-Papier ohnehin auf dem Tisch, und die Linie, die Bolkestein vertreten hat, wird Gott sei Dank auch von seinen Nachfolgern heute so nicht mehr gesehen, weil der europäische soziale Frieden neben dem Wirtschaftsraum Europa, auch durch die österreichische Präsidentschaft der Vergangenheit, einen höheren Stellenwert bekommen hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
versuchen zu sagen, es wird schon irgendwie gehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Daher kann man damit auch die österreichische Bevölkerung verunsichern. Mit etwas, das klar lesbar und von der Bevölkerung auch klar nachvollziehbar ist, kann man nicht verunsichern, sondern es wird zum gelebten Bestandteil der Zukunft in Europa. Machen wir uns auf, einfacher und klarer zu werden, dann werden wir auch die Menschen für Europa gewinnen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Sburny: Soll ich ihn einbringen? – Heiterkeit.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, mir wurde gesagt, es wäre ein Antrag einzubringen. Das ist jetzt nicht geschehen. (Abg. Sburny: Soll ich ihn einbringen? – Heiterkeit.) Ich würde meinen, Sie bringen den Antrag noch schnell ein. Sie hätten noch Redezeit. Es muss aber schnell gehen, es ist nur mehr eine Minute Restredezeit.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Viele von uns und auch von Ihnen sind auf Gemeindeebene tätig, sind also in regionalen Gremien tätig. Sie wissen daher sehr gut, dass es manchmal ganz interessant ist, wenn man sich ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln anschauen kann. Dann kriegt man ein bisserl Verständnis sowohl für die eine als auch für die andere Position. Ich finde es schade, dass es Ihnen nicht der Mühe wert war, hier auch mit den EU-Parlamentariern zu reden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Als wir heute in der Früh darüber geredet haben, haben Sie gesagt, es soll „zur Sache“ gesprochen werden!
Es wäre aber auch durchaus interessant gewesen im Hinblick auf die Frage eines Türkei-Beitrittes. Das Europäische Parlament hat gestern einen Beschluss zum Türkei-Beitritt gefasst, und zwar einen positiven Beschluss mit dem Ziel eines Vollbeitrittes der Türkei. Es wäre interessant gewesen zu diskutieren, wie hier die Position Österreichs ist. (Abg. Scheibner: Als wir heute in der Früh darüber geredet haben, haben Sie gesagt, es soll „zur Sache“ gesprochen werden!)
Abg. Dr. Fekter: Nein, er hat immer die gleiche Position vertreten!
Bundeskanzler Schüssel ist in der Frage Türkei-Beitritt höchst unglaubwürdig, aber das hat Sie überhaupt nicht gekümmert. Bundeskanzler Schüssel ist hier höchst unglaubwürdig, weil es Faktum ist, dass Bundeskanzler Schüssel bis vor wenigen Monaten das Ziel Vollbeitritt der Türkei mit einem offenen Prozess immer offensiv vertreten hat. (Abg. Dr. Fekter: Nein, er hat immer die gleiche Position vertreten!) Wenn er jetzt seine Position ändert, ist das unglaubwürdig und ein schlechter Dienst an Österreich. (Abg. Dr. Fekter: Sie horchen nicht zu!) Und das wenige Monate vor der Übernahme der EU-Präsidentschaft durch Österreich! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Sie horchen nicht zu!
Bundeskanzler Schüssel ist in der Frage Türkei-Beitritt höchst unglaubwürdig, aber das hat Sie überhaupt nicht gekümmert. Bundeskanzler Schüssel ist hier höchst unglaubwürdig, weil es Faktum ist, dass Bundeskanzler Schüssel bis vor wenigen Monaten das Ziel Vollbeitritt der Türkei mit einem offenen Prozess immer offensiv vertreten hat. (Abg. Dr. Fekter: Nein, er hat immer die gleiche Position vertreten!) Wenn er jetzt seine Position ändert, ist das unglaubwürdig und ein schlechter Dienst an Österreich. (Abg. Dr. Fekter: Sie horchen nicht zu!) Und das wenige Monate vor der Übernahme der EU-Präsidentschaft durch Österreich! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundeskanzler Schüssel ist in der Frage Türkei-Beitritt höchst unglaubwürdig, aber das hat Sie überhaupt nicht gekümmert. Bundeskanzler Schüssel ist hier höchst unglaubwürdig, weil es Faktum ist, dass Bundeskanzler Schüssel bis vor wenigen Monaten das Ziel Vollbeitritt der Türkei mit einem offenen Prozess immer offensiv vertreten hat. (Abg. Dr. Fekter: Nein, er hat immer die gleiche Position vertreten!) Wenn er jetzt seine Position ändert, ist das unglaubwürdig und ein schlechter Dienst an Österreich. (Abg. Dr. Fekter: Sie horchen nicht zu!) Und das wenige Monate vor der Übernahme der EU-Präsidentschaft durch Österreich! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Und Voggenhuber, Frau Kollegin? Was ist mit Voggenhuber?
Wir Grünen stehen zu dem Ziel des Vollbeitrittes bei offenem Prozess. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Und Voggenhuber, Frau Kollegin? Was ist mit Voggenhuber?) Wir stehen zum Ziel des Vollbeitrittes der Türkei, wissend, dass es ein offener Prozess ist, und wissend, dass auf beiden Seiten noch sehr viel passieren muss. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dr. Bartenstein: Voggenhuber ist der kritischste von allen! Richtigerweise!)
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dr. Bartenstein: Voggenhuber ist der kritischste von allen! Richtigerweise!
Wir Grünen stehen zu dem Ziel des Vollbeitrittes bei offenem Prozess. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Und Voggenhuber, Frau Kollegin? Was ist mit Voggenhuber?) Wir stehen zum Ziel des Vollbeitrittes der Türkei, wissend, dass es ein offener Prozess ist, und wissend, dass auf beiden Seiten noch sehr viel passieren muss. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dr. Bartenstein: Voggenhuber ist der kritischste von allen! Richtigerweise!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: Man muss wissen, was in dem Antrag steht!
Zurück zur Dienstleistungsrichtlinie. – Es gibt einen Bericht des Europäischen Parlaments auch zur Dienstleistungsrichtlinie, und der entspricht durchaus dem, was schon seitens der SPÖ, aber interessanterweise jetzt auch vom Kollegen Haupt angesprochen worden ist. Mir ist ja nicht ganz klar, warum Kollege Haupt bei diesem Antrag der ÖVP Mitantragsteller ist, denn das, was er da vertreten hat, ist eigentlich so ziemlich das Gegenteil von dem, was in diesem Antrag steht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: Man muss wissen, was in dem Antrag steht!)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Nein, nein, Frau Sburny, es gilt ja die Entsenderichtlinie!
Es ist mehrfach das so genannte Herkunftslandprinzip angesprochen worden, und ich möchte schon darauf eingehen, Herr Minister Bartenstein, dass Sie gesagt haben, es gibt ja den Kollektivvertrag. Auch Bundeskanzler Schüssel hat voriges Jahr in Alpbach schon gesagt, es gelten natürlich österreichische Gesetze. Wenn diese Dienstleistungsrichtlinie so, wie sie jetzt in Diskussion ist, also mit dem Herkunftslandprinzip, in Kraft tritt, ändert das zwar nichts an unseren Kollektivverträgen – richtig! –, es ändert aber sehr wohl etwas daran, wer neben den Kollektivverträgen mit völlig anderen Löhnen hier in Österreich agieren kann. Und wenn ein anderer Betrieb in Österreich mit völlig ... (Bundesminister Dr. Bartenstein: Nein, nein, Frau Sburny, es gilt ja die Entsenderichtlinie!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Entsenderichtlinie bezieht sich nur auf einen Teil. Sie hat zeitliche Rahmenbedingungen, sie hat völlig klare Rahmenbedingungen, unter denen das stattfinden kann. Die Dienstleistungsrichtlinie macht es erstmals möglich, dass Betriebe in Österreich zu Dumpingpreisen anbieten können, dass sie ihre Beschäftigten zu Bedingungen anstellen können, die dem österreichischen Arbeitsrecht nicht entsprechen, und zu Löhnen, die weit, weit unter dem sind, was österreichische Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen hier verdienen – Klammer: müssen – über dem Kollektivvertrag. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Nein, das ist nicht richtig, Frau Sburny!
Das muss man sich nämlich schon vorstellen, was das bedeutet, und zwar auch im Sinne eines europäischen Gedankens. Da kommen Leute nach Österreich – zu Recht, sage ich – die, weil sie selber sehr schlechte Bedingungen haben, den Wunsch haben, sich in Österreich einen etwas besseren Standard zu erarbeiten. Nur, man muss auch sehen, was das in Österreich bedeutet, wenn Leute hier arbeiten können, die hier – legalerweise dann – zu einem Zehntel des Preises arbeiten, wie das österreichische Betriebe anbieten können. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Nein, das ist nicht richtig, Frau Sburny!) Das ist schon richtig, und Sie wissen das so gut wie ich, dass das möglich ist!
Abg. Dr. Mitterlehner: Das ist ebenfalls falsch! Das ist einfach falsch!
Das befördert natürlich, abgesehen davon, dass es sämtliche Standards in Österreich unterminiert, nicht nur im Lohn- und im Arbeitsrecht, sondern durchaus auch im Verbraucherschutz, im Konsumentenschutz ... (Abg. Dr. Mitterlehner: Das ist ebenfalls falsch! Das ist einfach falsch!) Nein, das sagen Sie immer, wenn wir eine andere Position haben. Diese Standards werden alle unterminiert. Aber daneben – und vielleicht gelingt es Ihnen, einfach einmal zuzuhören und einen Satz bis zu Ende zu verfolgen – tragen Sie damit auch dazu bei, dass die Ressentiments gegen BewohnerInnen, gegen Menschen anderer Länder in Österreich geschürt werden. (Abg. Dr. Mitterlehner: Das müssen Sie mir erklären!) Ja, das erkläre ich Ihnen sofort.
Abg. Dr. Mitterlehner: Das müssen Sie mir erklären!
Das befördert natürlich, abgesehen davon, dass es sämtliche Standards in Österreich unterminiert, nicht nur im Lohn- und im Arbeitsrecht, sondern durchaus auch im Verbraucherschutz, im Konsumentenschutz ... (Abg. Dr. Mitterlehner: Das ist ebenfalls falsch! Das ist einfach falsch!) Nein, das sagen Sie immer, wenn wir eine andere Position haben. Diese Standards werden alle unterminiert. Aber daneben – und vielleicht gelingt es Ihnen, einfach einmal zuzuhören und einen Satz bis zu Ende zu verfolgen – tragen Sie damit auch dazu bei, dass die Ressentiments gegen BewohnerInnen, gegen Menschen anderer Länder in Österreich geschürt werden. (Abg. Dr. Mitterlehner: Das müssen Sie mir erklären!) Ja, das erkläre ich Ihnen sofort.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn Sie diese Dienstleistungsrichtlinie so beschließen – Sie, Herr Bundesminister, denn Sie sind dafür zuständig –, dann machen Sie das tatsächlich. Sie ermöglichen, dass zu Dumpinglöhnen in Österreich gearbeitet wird und Arbeitsplätze mit unseren Standards verdrängt werden. Und das ist keine Kleinigkeit, wie Sie immer darzustellen versuchen, das unterminiert unser gesamtes soziales, arbeitsrechtliches System. Deswegen werden wir hier ganz sicher nicht zustimmen können. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Aus unserer Sicht müsste – und das ist auch unser Entschließungsantrag, den ich hiermit einbringe – eine Positivliste erstellt werden, die klarlegt, welche Dienstleistungen erfasst sind, in der sämtliche Bereiche der so genannten Daseinsvorsorge, also Dienste, die im öffentlichen Interesse erbracht werden, ausgenommen werden, denn bei einer Positivliste kann man dann sagen, das sind ganz konkret und taxativ die Bereiche, für die das gilt. Dann gibt es auch keine Unsicherheiten. Das Herkunftslandprinzip muss definitiv hinaus, denn das bedeutet Rechtsunsicherheit und nicht Rechtssicherheit, wie es eigentlich seitens der Europäischen Union angestrebt war. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Johann Moser (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren auch vor den Fernsehschirmen! Die vorliegende Dienstleistungsrichtlinie der EU gefährdet das europäische Sozialmodell, das europäische Wohlfahrtsmodell, das wir Sozialdemokraten uns vorstellen. Und zwar: Europa braucht aus unserer Sicht eine Wirtschaftspolitik, die öffentliche Verantwortung, soziale Sicherheit, Zusammenhalt und faire Rahmenbedingungen zum Prinzip macht. Diese Dienstleistungsrichtlinie ist ein neoklassisches Freilandexperiment ohne Sicherheitsnetz. Daher treten wir gegen diese Richtlinie auf. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Fauland: Ja, das wäre interessant!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Warum komme ich zu diesem Schluss? (Abg. Fauland: Ja, das wäre interessant!) Kernstück dieser Richtlinie ist das so genannte Herkunftslandprinzip. Das heißt, für alle erbrachten Dienstleistungen gelten für
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was heißt das? – Stellen Sie sich ein Fußball-Länderspiel vor, wobei in jedem Land unterschiedliche Spielregeln gelten. Da treffen zwei Vereine aufeinander, und es gelten jeweils die Herkunftsregeln. Die einen organisieren den Strafstoß so, dass bei sieben Metern geschossen wird, die anderen bei elf Metern. Die einen schließen jemanden bei zwei roten Karten aus, die anderen bei vier roten Karten. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wer sich beim Fußball nicht auskennt, hat jetzt ein Problem!
Sie können sich vorstellen, was am Ende dieses Spiels herauskommt: Das ist Chaos pur! Zudem wird sich in diesem Zusammenhang auch nur der Stärkere durchsetzen. Und dagegen treten wir auf. Dieses Beispiel verdeutlicht das ganz klar. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wer sich beim Fußball nicht auskennt, hat jetzt ein Problem!)
Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Dr. Bartenstein: ... Dienstleistungsrichtlinie, oder?
Die meisten kennen sich im Fußball schon aus. Die wissen auch, dass es notwendig ist, harmonisierte, gleichwertige Regel für alle zu haben, damit ein Spiel funktionieren kann. Und Wettbewerb in Europa funktioniert nur dann, wenn der Wettbewerb auch gleich geregelt ist. Daher ist unser Ansatz nicht dieses Herkunftslandprinzip, sondern die Harmonisierung. Was passiert denn durch diese Dienstleistungsrichtlinie? – Es entsteht rechtliche Unsicherheit, es entsteht Intransparenz, und die Kontrollmöglichkeiten werden erschwert. Und was ist die Konsequenz? – Es wurde heute schon mehrfach gesagt: Die niedrigsten sozialen und ökologischen Standards werden sich durchsetzen. Der Installateur, der keine Zutrittsbeschränkungen hat, was die Qualifikation betrifft, was die Rechtssicherheit betrifft, wird sich in Europa durchsetzen – auf Kosten von höherer sozialer und ökologischer Qualität. Dagegen werden wir auftreten! (Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Dr. Bartenstein: ... Dienstleistungsrichtlinie, oder?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das erste war ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte jetzt ein zweites Beispiel nennen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das erste war ...!) Eine Mitarbeiterin bei Billa erkrankt für längere Zeit, sie hat einen Bandscheibenvorfall. Sie kommt dann wieder in das Unternehmen, und der Arbeitgeber erklärt ihr, dass er sie in Österreich nicht wieder einstellen kann, dass er sie aber in seiner Tochtergesellschaft in Portugal einstellen kann. Diese Billa-Arbeiterin hat natürlich Angst um ihre Zukunft, sie bekommt ja sonst keinen Job und nimmt dieses Angebot an.
Abg. Mag. Hakl: ... Dienstleistungsrichtlinie!
Was ist die Folge, meine sehr geehrten Damen und Herren? – Bei ihrem nächsten Krankenstand bekommt diese Billa-Arbeiterin keine Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber mehr, sondern nur noch das Krankengeld von der Gebietskrankenkasse in der Höhe der Hälfte des Arbeitsgeldes. (Abg. Mag. Hakl: ... Dienstleistungsrichtlinie!) Nach portugiesischem Recht gibt es nämlich keinen gesetzlichen Anspruch gegen den Arbeitgeber auf Entgeltfortzahlung bei Krankheit. Nach österreichischem Recht – Sie wissen das – sind es je nach Firmenzugehörigkeit mindestens sechs Wochen volles und vier Wochen halbes Entgelt, nach portugiesischem Recht 15 Tage – das ist der Unterschied, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Mag. Hakl: Aber wo ist denn ...?
Jetzt verdient diese Frau ohnehin schon sehr wenig, und sie muss dann während des erneuten Krankenstandes wiederum auf die Hälfte ihres Gehaltes verzichten. (Abg. Mag. Hakl: Aber wo ist denn ...?) Sie wissen, was sie verdient: Sie verdient 800 bis 1 000 € brutto. Das können Sie sich überhaupt nicht vorstellen, Kollegin Hakl, dass man mit so wenig Geld auskommen kann. (Abg. Mag. Hakl: Was hat das mit der Dienstleistungsrichtlinie zu tun? – Bundesminister Dr. Bartenstein: ... kennen sich nicht aus!)
Abg. Mag. Hakl: Was hat das mit der Dienstleistungsrichtlinie zu tun? – Bundesminister Dr. Bartenstein: ... kennen sich nicht aus!
Jetzt verdient diese Frau ohnehin schon sehr wenig, und sie muss dann während des erneuten Krankenstandes wiederum auf die Hälfte ihres Gehaltes verzichten. (Abg. Mag. Hakl: Aber wo ist denn ...?) Sie wissen, was sie verdient: Sie verdient 800 bis 1 000 € brutto. Das können Sie sich überhaupt nicht vorstellen, Kollegin Hakl, dass man mit so wenig Geld auskommen kann. (Abg. Mag. Hakl: Was hat das mit der Dienstleistungsrichtlinie zu tun? – Bundesminister Dr. Bartenstein: ... kennen sich nicht aus!)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Daher fordern wir ... (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) Schauen Sie sich das genau an, was wirklich bezahlt wird. – Daher fordern wir die Bundesregierung und insbesondere Herrn Bartenstein auf, uns dies hier ganz deutlich und klar zu sagen: Werden Sie gegen dieses Herkunftslandprinzip in Brüssel stimmen, ja oder nein?
Beifall bei der SPÖ.
Wir Sozialdemokraten fordern, dass diese Dienstleistungsrichtlinie zurückgezogen wird, dass es europaweite Standards, und zwar auf Höchstniveau, gibt und dass die Kontrolle über grenzüberschreitende Dienstleistungen in Österreich bleibt. Nur so kann österreichische Qualität dauerhaft gesichert werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Einem: ... nicht seine Aufgabe!
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lieber Kollege Moser, du machst es einem wirklich nicht einfach. (Abg. Dr. Einem: ... nicht seine Aufgabe!) Denn wenn du – was irgendwie erheitert – nicht Bescheid weißt über die Abwicklung von Fußballregeln, stimmt es mich besorgt, wenn du das Ganze auf den wirtschaftspolitischen Bereich übertragen willst. Das ist für uns einigermaßen zum Fürchten.
Zwischenruf des Abg. Prähauser
Ich muss jetzt aus Sicht der Fernsehzuschauer Folgendes sagen. Wenn selbst Abgeordnete aus diesem Haus Dinge verbreiten und Thesen aufstellen, die einfach, ich möchte nicht sagen, Unwahrheiten sind, sondern Halbwahrheiten, dann dürfen wir uns nicht wundern (Zwischenruf des Abg. Prähauser), wenn nach Basel II das nächste Unwort die Dienstleistungsrichtlinie ist und all die Befürchtungen, die damit zusammenhängen. (Abg. Mag. Trunk: Zu Recht!)
Abg. Mag. Trunk: Zu Recht!
Ich muss jetzt aus Sicht der Fernsehzuschauer Folgendes sagen. Wenn selbst Abgeordnete aus diesem Haus Dinge verbreiten und Thesen aufstellen, die einfach, ich möchte nicht sagen, Unwahrheiten sind, sondern Halbwahrheiten, dann dürfen wir uns nicht wundern (Zwischenruf des Abg. Prähauser), wenn nach Basel II das nächste Unwort die Dienstleistungsrichtlinie ist und all die Befürchtungen, die damit zusammenhängen. (Abg. Mag. Trunk: Zu Recht!)
Abg. Reheis: ... in den eigenen Reihen!
Ich möchte mit Herrn Dr. Einem beginnen. (Abg. Reheis: ... in den eigenen Reihen!) Herr Dr. Einem, Sie haben damit begonnen, dass Sie gesagt haben: Die Industrie und Minister Bartenstein wollen diese Dienstleistungsrichtlinie. – Wir erbringen im Industriebereich hauptsächlich Produktionsleistungen, wir erzeugen also im Wesentlichen Waren. Die Industrie ist auch in der Regel so groß, dass sie, wenn sie exportiert und das braucht, Niederlassungen im Ausland gründen kann. Daher hat die Industrie im Wesentlichen keine Notwendigkeiten, dass man die Dienstleistungsrichtlinie braucht.
Abg. Mag. Wurm: ... was die Leute brauchen!
Daher verstehe ich den defensiven Ansatz nicht, dass Sie überall eine Bedrohung sehen, aber nicht die Chance. (Abg. Mag. Wurm: ... was die Leute brauchen!) Wir haben im Dienstleistungsbereich bis jetzt Erfolge gehabt, wir haben einen Überschuss gehabt. Seit einem Jahr haben wir in der EU und auch in Österreich einen Rückgang. Warum haben wir einen Rückgang? – Weil wir eben im Bereich der Dienstleistungen zu viele Beschränkungen, zu viele Hindernisse haben.
Abg. Öllinger: O ja! – Abg. Sburny: Dann erklären Sie, wie das geht! Erklären Sie es!
Damit zu Ihnen, Frau Kollegin Sburny: Wenn Sie sagen, dass in Österreich zu Dumpingpreisen gearbeitet werden kann, so stimmt das einfach nicht in der Form (Abg. Öllinger: O ja! – Abg. Sburny: Dann erklären Sie, wie das geht! Erklären Sie es!), sondern es gelten die Kollektivverträge. Wo das Problem ist – und irgendwo ist ja immer ein bisschen Halbwahrheit dabei –: Das Problem liegt natürlich darin, dass auf der anderen Seite die Mitarbeiter aus dem Ausland, die hier Leistungen erbringen, nicht dieselben sozialrechtlichen Bestimmungen haben. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Das heißt aber nicht, dass diejenigen zu Dumpingpreisen hier arbeiten, sondern sie arbeiten im Kollektivvertragsbereich zu denselben Bestimmungen. (Abg. Sburny: ... bezahlt bekommen! – Abg. Öllinger: Ich sage Ihnen dann ein Beispiel! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Damit zu Ihnen, Frau Kollegin Sburny: Wenn Sie sagen, dass in Österreich zu Dumpingpreisen gearbeitet werden kann, so stimmt das einfach nicht in der Form (Abg. Öllinger: O ja! – Abg. Sburny: Dann erklären Sie, wie das geht! Erklären Sie es!), sondern es gelten die Kollektivverträge. Wo das Problem ist – und irgendwo ist ja immer ein bisschen Halbwahrheit dabei –: Das Problem liegt natürlich darin, dass auf der anderen Seite die Mitarbeiter aus dem Ausland, die hier Leistungen erbringen, nicht dieselben sozialrechtlichen Bestimmungen haben. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Das heißt aber nicht, dass diejenigen zu Dumpingpreisen hier arbeiten, sondern sie arbeiten im Kollektivvertragsbereich zu denselben Bestimmungen. (Abg. Sburny: ... bezahlt bekommen! – Abg. Öllinger: Ich sage Ihnen dann ein Beispiel! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Sburny: ... bezahlt bekommen! – Abg. Öllinger: Ich sage Ihnen dann ein Beispiel! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Damit zu Ihnen, Frau Kollegin Sburny: Wenn Sie sagen, dass in Österreich zu Dumpingpreisen gearbeitet werden kann, so stimmt das einfach nicht in der Form (Abg. Öllinger: O ja! – Abg. Sburny: Dann erklären Sie, wie das geht! Erklären Sie es!), sondern es gelten die Kollektivverträge. Wo das Problem ist – und irgendwo ist ja immer ein bisschen Halbwahrheit dabei –: Das Problem liegt natürlich darin, dass auf der anderen Seite die Mitarbeiter aus dem Ausland, die hier Leistungen erbringen, nicht dieselben sozialrechtlichen Bestimmungen haben. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Das heißt aber nicht, dass diejenigen zu Dumpingpreisen hier arbeiten, sondern sie arbeiten im Kollektivvertragsbereich zu denselben Bestimmungen. (Abg. Sburny: ... bezahlt bekommen! – Abg. Öllinger: Ich sage Ihnen dann ein Beispiel! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Warum nicht? – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Warum nicht?
Es ist falsch, zu sagen: Schauen wir, dass wir alle das Ganze harmonisieren. Das bringen wir im steuerrechtlichen Bereich nicht zustande, das bringen wir bei allen anderen ... (Abg. Öllinger: Warum nicht? – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Warum nicht?) – Weil es zu viele lokale Egoismen gibt! – Daher ist das ein fairer Weg. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Es ist falsch, zu sagen: Schauen wir, dass wir alle das Ganze harmonisieren. Das bringen wir im steuerrechtlichen Bereich nicht zustande, das bringen wir bei allen anderen ... (Abg. Öllinger: Warum nicht? – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Warum nicht?) – Weil es zu viele lokale Egoismen gibt! – Daher ist das ein fairer Weg. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Einem: Sie liefern die KMUs aus!
Hier auch ein bestimmter Vorwurf an die EU: Ich würde sagen, Herr Bolkestein und andere, die das einmal redigiert haben, haben es schlecht redigiert. Jetzt ist der Prozess viel weiter, wir sind bei sehr guten Festlegungen, bei eigentlich lebbaren Kriterien. Sehen Sie es einmal ein bisschen von der positiven Seite: Wir als heimische Wirtschaft wären nicht dort, wo wir sind, wenn wir nicht stark wären. (Abg. Dr. Einem: Sie liefern die KMUs aus!) Und wenn Sie von den Sozialisten den Begriff „Klein- und Mittelbetriebe“ in den Mund nehmen, dann habe ich immer die Angst, da ist irgendetwas faul, denn Sie haben diese noch nie wirklich vertreten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Hier auch ein bestimmter Vorwurf an die EU: Ich würde sagen, Herr Bolkestein und andere, die das einmal redigiert haben, haben es schlecht redigiert. Jetzt ist der Prozess viel weiter, wir sind bei sehr guten Festlegungen, bei eigentlich lebbaren Kriterien. Sehen Sie es einmal ein bisschen von der positiven Seite: Wir als heimische Wirtschaft wären nicht dort, wo wir sind, wenn wir nicht stark wären. (Abg. Dr. Einem: Sie liefern die KMUs aus!) Und wenn Sie von den Sozialisten den Begriff „Klein- und Mittelbetriebe“ in den Mund nehmen, dann habe ich immer die Angst, da ist irgendetwas faul, denn Sie haben diese noch nie wirklich vertreten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Na ziemlich weit!
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Sehr geehrte Frau Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wurde bis jetzt schon sehr viel zur vorliegenden Dienstleistungsrichtlinie gesagt, und sehr viel war richtig und wichtig. Man sieht ja auch in der generellen Zielsetzung, dass wir hier nicht weit voneinander entfernt sind. (Abg. Öllinger: Na ziemlich weit!) Was die Lissabon-Ziele betrifft, was die generellen Ziele der Europäischen Kommission betrifft, sind wir nicht weit voneinander entfernt. Der Weg dorthin ist etwas holprig, er gestaltet sich ein wenig unterschiedlich, und da gibt es durchaus Bedenken, die ich auch mit Herrn Präsidenten Verzetnitsch teile.
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Generell glaube ich – um auch auf die Ausführungen meines Vorredners einzugehen –, Österreich ist in der Exekutierung der Richtlinien, in der Vollziehung verschiedener Maßnahmen, die wir von Brüssel erhalten haben, immer als Musterschüler dagestanden. Nehmen wir als Beispiel die Hygieneverordnung HACCP her; diese ist für viele ein gutes Beispiel. Sie hat sehr viele Fleischer, sehr viele Landwirte und auch Gastwirte, jene, die mit Lebensmitteln in Kontakt sind und im Lebensmittel produzierenden Gewerbe tätig sind, an den Rand des Ruins gebracht. Es war für viele nicht verständlich, dass es so viele Richtlinien gibt, die umzusetzen sind, die nur Verwaltung und Bürokratie bedeuten. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Johann Maier – in Richtung ÖVP –: Warum war die Wirtschaftskammer dafür?
Ein anderes Beispiel – auch vom Kollegen Mitterlehner angesprochen – ist Basel II. Da sind wir den USA sprichwörtlich auf den Leim gegangen: eine Kreditschutzverordnung, die im Grunde genommen nur Verwaltung und Bürokratie hervorruft, die in den USA schon längst wieder gestrichen wurde, weil sie nichts gebracht hat, überhaupt keinen positiven Effekt für die mittelständische Wirtschaft (Abg. Mag. Johann Maier – in Richtung ÖVP –: Warum war die Wirtschaftskammer dafür?), die im Grunde genommen für mich eigentlich den Anschein erweckt hat, als wenn man dem Europäischen Wirtschaftsraum durch eine solche unsinnige Verordnung bewusst Schaden zufügen wollte.
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das alles sind Beispiele – bis hin zur „Dekolleté-Verordnung“, die jetzt in den Zeitungen breitgetreten wird –, die die Bürger in unserem Land nicht mehr verstehen, die auch die Wirtschaft nicht mehr versteht, Beispiele für eine Überregulierung, die eigentlich zu einem Superstaat der Europäischen Gemeinschaft führt. Das wollen die Bürger in unserem Land nicht! Die Bürger in unserem Land wollen von der Europäischen Union verstanden werden. Sie identifizieren sich mit der Europäischen Gemeinschaft, mit dem Gemeinschaftsgedanken, sie identifizieren sich auch mit dem Euro, den ich bewusst nicht in Frage stellen möchte. Aber machen wir es den Bürgern nicht so schwer, an dieses europäische Ziel, an die Europäische Gemeinschaft zu glauben, auch in Zukunft, mit so unsinnigen Verordnungen und Reglementierungen, dass sie den Glauben daran verlieren, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das würde ich mir für die Zukunft der Europäischen Union wünschen, dass sie sich mit essentielleren Dingen als mit Reglementierungen auseinander setzt. – Danke. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Neugebauer.
Zweites Beispiel – und das ist noch viel schlimmer –: Die Gemeinden, die Landtage in Österreich ... (Zwischenruf des Abg. Neugebauer.) Hören Sie gut zu, Herr Kollege Neugebauer! Sie haben nur die Beamten im Kopf, und das ist für diese Frage zu wenig. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Das ist auch für die Arbeitnehmerschaft in Österreich ...!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Das ist auch für die Arbeitnehmerschaft in Österreich ...!
Zweites Beispiel – und das ist noch viel schlimmer –: Die Gemeinden, die Landtage in Österreich ... (Zwischenruf des Abg. Neugebauer.) Hören Sie gut zu, Herr Kollege Neugebauer! Sie haben nur die Beamten im Kopf, und das ist für diese Frage zu wenig. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Das ist auch für die Arbeitnehmerschaft in Österreich ...!)
Abg. Sburny: Das stimmt!
Die Gemeinden in Österreich, die Landtage in Österreich, alle sind sie gegen die Dienstleistungsrichtlinie! Ich bin mir sicher: Würden wir hier im Parlament nicht nur reden, sondern auch so abstimmen, wie geredet wird, dann würde das Ergebnis anders ausschauen. (Abg. Sburny: Das stimmt!) Alle sind in Österreich gegen diese Dienstleistungsrichtlinie, die Bürgermeister sind dagegen, die Gemeinderäte sind dagegen. (Abg. Dr. Einem: Sieben Landtage einstimmig!)
Abg. Dr. Einem: Sieben Landtage einstimmig!
Die Gemeinden in Österreich, die Landtage in Österreich, alle sind sie gegen die Dienstleistungsrichtlinie! Ich bin mir sicher: Würden wir hier im Parlament nicht nur reden, sondern auch so abstimmen, wie geredet wird, dann würde das Ergebnis anders ausschauen. (Abg. Sburny: Das stimmt!) Alle sind in Österreich gegen diese Dienstleistungsrichtlinie, die Bürgermeister sind dagegen, die Gemeinderäte sind dagegen. (Abg. Dr. Einem: Sieben Landtage einstimmig!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
richtlinie gar nicht brutal genug sein, dann gefällt es dem Minister Bartenstein! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Da sage ich, Herr Bundesminister: Wir können schon diskutieren, aber wir wollen auch von der Politik, in diesem Fall von unseren Vertretern auf europäischer Ebene, dass sie das, was die Gemeinden, die Landtage, die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung – wahrscheinlich auch, würden wir offen abstimmen können, die Mehrheit der Parlamentarier – meinen, in Brüssel vertreten, sodass sich nicht immer mehr diese unselige Haltung durchsetzt, dass die da oben schon besser wissen, was denen da unten gut tut. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist das Problem der europäischen Politik! Wenn sich daran nichts ändert, dann nützt uns auch der Europatag nichts.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Die Behörde, die den Skandal in Linz aufgedeckt hat, zum Beispiel!
Jetzt komme ich zur inhaltlichen Ebene, Herr Bundesminister: Weil Sie vorhin gemeint haben „Sagen Sie mir Beispiele“, sage ich Ihnen jetzt Beispiele. Es gibt in Österreich Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die, von österreichischen Betrieben vermittelt, angestellt werden zum Beispiel von Firmen, die auf den Kanalinseln angemeldet sind – Großbritannien –, hier in Österreich arbeiten und nach britischem Recht, ja nicht einmal nach britischem Recht, sondern nach dem Recht der Kanalinseln, das noch schlechter ist, arbeits- und sozialrechtlich Sklavenarbeit betreiben. Niemand in Österreich kann das kontrollieren! Warum nicht? – Weil es keine Behörde gibt, die die Löhne kontrolliert! Sagen Sie mir eine Behörde, Herr Bundesminister, die die Löhne kontrolliert! Es gibt keine. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Die Behörde, die den Skandal in Linz aufgedeckt hat, zum Beispiel!)
Abg. Dr. Fekter: Sicherlich, die Krankenkassenprüfung!
Es gibt keine Behörde, die die Löhne kontrolliert! Es geht nicht darum, dass man im geeigneten Fall, wenn man draufkommt, alles Mögliche in Bewegung setzt. (Abg. Dr. Fekter: Sicherlich, die Krankenkassenprüfung!) Was wir verlangen, ist, dass gerade auch Behörden, Kontrollbehörden ... (Abg. Dr. Fekter: Die Krankenkassen kontrollieren!)
Abg. Dr. Fekter: Die Krankenkassen kontrollieren!
Es gibt keine Behörde, die die Löhne kontrolliert! Es geht nicht darum, dass man im geeigneten Fall, wenn man draufkommt, alles Mögliche in Bewegung setzt. (Abg. Dr. Fekter: Sicherlich, die Krankenkassenprüfung!) Was wir verlangen, ist, dass gerade auch Behörden, Kontrollbehörden ... (Abg. Dr. Fekter: Die Krankenkassen kontrollieren!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Krankenkasse? – Hören Sie mir doch auf, Kollegin Fekter! Die Krankenkasse kommt doch nicht bei der Schwarzarbeit drauf! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Die schaut, dass ihre Sozialversicherungsbeiträge eingehoben werden, aber sie hat nicht das Recht – und das ist teilweise auch gut so –, da tätig zu werden, Frau Kollegin Fekter. (Abg. Dr. Fekter: Und die kriegt sie nur, wenn nach den Kollektivverträgen ...!)
Abg. Dr. Fekter: Und die kriegt sie nur, wenn nach den Kollektivverträgen ...!
Die Krankenkasse? – Hören Sie mir doch auf, Kollegin Fekter! Die Krankenkasse kommt doch nicht bei der Schwarzarbeit drauf! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Die schaut, dass ihre Sozialversicherungsbeiträge eingehoben werden, aber sie hat nicht das Recht – und das ist teilweise auch gut so –, da tätig zu werden, Frau Kollegin Fekter. (Abg. Dr. Fekter: Und die kriegt sie nur, wenn nach den Kollektivverträgen ...!)
Zwischenrufe der Abg. Dr. Fekter.
Ich erzähle Ihnen ein zweites noch viel besseres Beispiel. (Zwischenrufe der Abg. Dr. Fekter.) – Frau Kollegin Fekter, vielleicht beruhigen Sie sich, bitte hören Sie zu! (Abg. Dr. Fekter: Sie haben keine Ahnung, wie es wirklich zugeht!) Hören Sie zu!
Abg. Dr. Fekter: Sie haben keine Ahnung, wie es wirklich zugeht!
Ich erzähle Ihnen ein zweites noch viel besseres Beispiel. (Zwischenrufe der Abg. Dr. Fekter.) – Frau Kollegin Fekter, vielleicht beruhigen Sie sich, bitte hören Sie zu! (Abg. Dr. Fekter: Sie haben keine Ahnung, wie es wirklich zugeht!) Hören Sie zu!
Abg. Dr. Stummvoll: Konkret! Wo war das?
Erdbeerarbeit in Österreich, und damit kommen wir zur Dienstleistungsrichtlinie, im Sommer dieses Jahres aufgedeckt in Niederösterreich: In einem Erdbeeren produzierenden Betrieb – Dienstleistung – wurden Frauen aus Polen beschäftigt, und denen wurde bei der Ankunft gleich der Pass abgenommen – zu ihrer Sicherheit! Übersetzt: Damit sie nicht vorzeitig zurückkönnen. Egal, lassen wir diesen Aspekt weg, Herr Bundesminister. (Abg. Dr. Stummvoll: Konkret! Wo war das?)
Abg. Freund: Na sehen Sie!
Wenden wir uns dem zu: Was verdienen diese Personen? Sie sind gemäß österreichischem Kollektivvertrag angestellt. (Abg. Freund: Na sehen Sie!) Aber wissen Sie, Herr Kollege Freund, was der Kollektivvertrag für ErdbeerarbeiterInnen in Österreich vorsieht? – 5,30 € oder 5,40 € brutto! Wissen Sie auch, was den ErdbeerarbeiterInnen, die hier arbeiten, abgezogen wird für Kost und Logis? – So viel, dass ihnen nichts bleibt. Die einzige Chance, die die ErbbeerarbeiterInnen ... (Abg. Neudeck: Das können Sie nicht beweisen!) Was regen Sie sich da so auf? Ich erzähle nur Sachen, die in den Zeitungen gestanden sind. (Abg. Neudeck: Das muss auch nicht stimmen, was in den
Abg. Neudeck: Das können Sie nicht beweisen!
Wenden wir uns dem zu: Was verdienen diese Personen? Sie sind gemäß österreichischem Kollektivvertrag angestellt. (Abg. Freund: Na sehen Sie!) Aber wissen Sie, Herr Kollege Freund, was der Kollektivvertrag für ErdbeerarbeiterInnen in Österreich vorsieht? – 5,30 € oder 5,40 € brutto! Wissen Sie auch, was den ErdbeerarbeiterInnen, die hier arbeiten, abgezogen wird für Kost und Logis? – So viel, dass ihnen nichts bleibt. Die einzige Chance, die die ErbbeerarbeiterInnen ... (Abg. Neudeck: Das können Sie nicht beweisen!) Was regen Sie sich da so auf? Ich erzähle nur Sachen, die in den Zeitungen gestanden sind. (Abg. Neudeck: Das muss auch nicht stimmen, was in den
Abg. Neudeck: Viel arbeiten für weniger Geld!
Ich erzähle weiter, denn ich bin am Wort. – Diese Menschen haben nur eine Chance, zu Geld zu kommen, indem sie möglichst viel und auf Akkord arbeiten. (Abg. Neudeck: Viel arbeiten für weniger Geld!) Der Lohn für 1 Kilo Erdbeeren, den diese Personen erhalten, beträgt 25 Cent. Sie wissen wahrscheinlich ungefähr, wie lange Sie, wie lange wir, wie lange ich brauchen würden, um 1 Kilo Erdbeeren zu ernten. Nehmen wir einmal an, die brauchen 5 Minuten für 1 Kilo – das ist nicht schlecht! Dann heißt das: 3 € pro Stunde im Akkord. Nehmen wir einmal an, die sind doppelt so schnell – 24 Kilo pro Stunde. Das müssen Sie einmal schaffen, diese 24 Kilo Erdbeeren! Dann ergibt das 6 € pro Stunde. Kost und Logis werden von diesem Lohn noch immer abgezogen. Können Sie sich das vorstellen?
Abg. Rädler: Da würden sie nicht kommen! Keine Sozialdramatik bitte! – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist überhaupt keine Sozialdramatik, sondern Realität!
Was ändert die Dienstleistungsrichtlinie? – Der Beschäftige in Österreich braucht die Leute nicht mehr im österreichischen Betrieb zu beschäftigen. Da wird es eine polnische Firma geben, die wird sie zu den polnischen Konditionen, zu den 25 Zloty, nach Österreich schicken. (Abg. Rädler: Da würden sie nicht kommen! Keine Sozialdramatik bitte! – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist überhaupt keine Sozialdramatik, sondern Realität!) Und Herr Bartenstein als Arbeitsminister sagt: Wir haben alles unter Kontrolle!
Bundesminister Dr. Bartenstein: Bei uns gibt es keine chinesischen Erdbeeren!
Das sind Realitäten, das sind Perspektiven, die drohen, und damit ist niemandem geholfen, auch nicht den Menschen in der Landwirtschaft, wenn Sie das noch einmal ein bisserl bedenken, was sich da international gesehen abspielt und nicht nur in Bezug auf Österreich. Der polnische Attaché hat mir auch gesagt: Wir können mit unseren zu polnischen Bedingungen produzierten Erdbeeren auf den Exportmärkten nicht mehr konkurrenzfähig sein, weil die in China noch weniger zahlen als wir in Polen. Das sind Realitäten, die Sie durch derartige Maßnahmen nur verschärfen. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Bei uns gibt es keine chinesischen Erdbeeren!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Der springende Punkt, meine Damen und Herren, ist einfach: Die Dienstleistungsrichtlinie bringt das europäische Sozialmodell und das Wirtschaftsmodell zur Explosion! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn Sie das machen, meine sehr geehrten Damen und Herren, dann ist das Modell Europa als Sozialstaat, als lebbare Demokratie am Ende. Und dafür, meine sehr geehrten Damen und Herren, tragen offensichtlich einige wenige in Europa Verantwortung oder wollen sie tragen, aber nicht die Mehrheit, die will das mit Sicherheit nicht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Ich habe davon gar nicht gesprochen!
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Ich werde mich auf knapp 2 Minuten beschränken, die stehen mir von meinen 10 Minuten noch zu. – Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Öllinger, der Fall in Linz mit den indonesischen und koreanischen Arbeitskräften ist vom AMS sofort aufgegriffen worden – Sie haben das bestritten. Er ist sofort aufgegriffen worden. (Abg. Öllinger: Ich habe davon gar nicht gesprochen!) Sämtliche Entsendebestätigungen sind entzogen worden. Die Behörden waren aktiv. Dieser Missstand ist unverzüglich abgestellt worden. So halten wir das in Österreich, auch wenn Sie es nicht zur Kenntnis nehmen wollen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Ich werde mich auf knapp 2 Minuten beschränken, die stehen mir von meinen 10 Minuten noch zu. – Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Öllinger, der Fall in Linz mit den indonesischen und koreanischen Arbeitskräften ist vom AMS sofort aufgegriffen worden – Sie haben das bestritten. Er ist sofort aufgegriffen worden. (Abg. Öllinger: Ich habe davon gar nicht gesprochen!) Sämtliche Entsendebestätigungen sind entzogen worden. Die Behörden waren aktiv. Dieser Missstand ist unverzüglich abgestellt worden. So halten wir das in Österreich, auch wenn Sie es nicht zur Kenntnis nehmen wollen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das ist ja schon schlecht!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich nehme an, Sie beziehen sich bei den Erntehelfern, bei den Erdbeerpflückern auf den Bericht im „Falter“. Auch ich habe diesen gelesen. Ich habe unverzüglich mit der Interessenvertretung der Bauern, mit dem AMS Kontakt aufgenommen, und das Ergebnis war, dass diese polnischen Erntehelfer und Erntehelferinnen entsprechend unserem Rechts- und Kollektivvertragssystem entlohnt und bezahlt wurden. (Abg. Öllinger: Das ist ja schon schlecht!)
Abg. Verzetnitsch: Die zweite Seite muss man aber auch lesen!
Da ich schon am Wort bin: Wenn ich vergleiche, was Präsident Verzetnitsch gesagt hat und was Herr von Einem gesagt hat, dann halte ich mich doch an die Position des Präsidenten Verzetnitsch, der als Co-Autor des Kok-Berichtes eines gefordert hat, nämlich bis Ende 2005 die Voraussetzungen zu schaffen, um einen europäischen Dienstleistungsbinnenmarkt zu verwirklichen. Also kein Zurück an den Start, keine Harmonisierung, denn dies würde das Projekt auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben. Da weiß ich, woran ich bin. (Abg. Verzetnitsch: Die zweite Seite muss man aber auch lesen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sie haben keine Ahnung!
Sozialdumping. – Diese Klarstellung ist wichtig auf Grund der bewussten oder unbewussten Falschaussagen vieler Damen und Herren des Hohen Hauses. Sozialdumping ist auf Grund der Rechtslage in Österreich ausgeschlossen. Wir haben die Entsenderichtlinie umfassend umgesetzt. Sie im Hohen Haus haben das getan. So gesehen sind Kollektivverträge in Österreich einzuhalten. Das gilt für alle, auch für diejenigen, die über die Kanalinseln oder sonst wo angemeldet sind – Herr Öllinger. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sie haben keine Ahnung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Und nachher hat es dann wieder keiner gewusst!
Wenn es Punkte gibt, wie von Herrn Moser angesprochen, dass nämlich die Entgeltfortzahlung als Teil des Privatrechtes auf Basis des jetzigen Entwurfes unter Umständen in Frage gestellt werden kann, so monieren wir das bei der Kommission. Wir erhalten von der Kommission positive Signale, dass man in weiteren Entwürfen der Dienstleistungsrichtlinie sehr wohl auch dafür Sorge tragen wird, dass wir nicht nur unsere Kollektivvertragsnormen, sondern zum Beispiel auch unsere Entgeltfortzahlungsnormen in solchen Fällen umsetzen können. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Und nachher hat es dann wieder keiner gewusst!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte dem Kollegen Mitterlehner antworten, der gemeint hat, dass wir, also die Opposition, in allem eine Bedrohung sehen – ja? Recht der Opposition ist es nach wie vor, die Gesetzesvorlagen kritisch anzuschauen, sich kritisch dazu zu äußern und dadurch vielleicht auch Veränderungen zu erzwingen. Tatsache ist, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, wenn diese Dienstleistungsrichtlinie abgeändert werden kann, können dadurch auch Chancen für die Menschen entstehen: Geht’s den Menschen gut, geht’s auch der Wirtschaft gut. In diesem Sinne müssen wir nachstoßen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die vorliegende Richtlinie für den gemeinsamen Markt, für die Bediensteten in diesem Markt stützt sich im Wesentlichen – und das ist heute schon oft gesagt worden – auf das Herkunftslandprinzip und verzichtet weitgehend – was wir aber dringend brauchen würden – auf eine Harmonisierung der Maßnahmen, um gemeinsame, gleichwertige Wettbewerbsvoraussetzungen zu schaffen. Es macht einen Unterschied, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, ob eine österreichische Firma in Österreich arbeitet, nach österreichischen Gesetzen – oder ob eine ausländische Firma, egal, ob das eine polnische, spanische oder englische Firma ist, in Österreich gemäß polnischen, spanischen oder englischen Gesetzen arbeitet. Das leuchtet jedem Österreicher ein. Solche Unterschiede, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, bringt das Herkunftslandprinzip mit sich. Diese Richtlinie muss daher in diesem Bereich abgeändert werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzter Herr Minister! Wollen Sie das den Österreichern wirklich zumuten? Ich ersuche Sie, sich dafür einzusetzen, dass diese Richtlinien abgeändert werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Nein!
Abgeordnete Anna Höllerer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir diskutieren einen sehr sensiblen Bereich, zugegeben. Herr Abgeordneter Öllinger, ich kenne Sie eigentlich als einen sehr sachlich orientierten Politiker. (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Nein!) Sie haben heute hier einen Debattenbeitrag geliefert, der weit davon entfernt war. Sie haben sich darin mit Meldungen eines deutschen Journals auseinander gesetzt – es sollte sich irgendwie um Erntehelfer handeln – und haben das auf österreichische Verhältnisse umgelegt. (Abg. Öllinger: Es war die „Wiener Zeitung“!) Jedenfalls ist das ein Fall, der nicht in Österreich passiert ist, jedenfalls nicht, so wie er hier dargestellt wurde. (Abg. Öllinger: Das war hier im Marchfeld!)
Abg. Öllinger: Es war die „Wiener Zeitung“!
Abgeordnete Anna Höllerer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir diskutieren einen sehr sensiblen Bereich, zugegeben. Herr Abgeordneter Öllinger, ich kenne Sie eigentlich als einen sehr sachlich orientierten Politiker. (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Nein!) Sie haben heute hier einen Debattenbeitrag geliefert, der weit davon entfernt war. Sie haben sich darin mit Meldungen eines deutschen Journals auseinander gesetzt – es sollte sich irgendwie um Erntehelfer handeln – und haben das auf österreichische Verhältnisse umgelegt. (Abg. Öllinger: Es war die „Wiener Zeitung“!) Jedenfalls ist das ein Fall, der nicht in Österreich passiert ist, jedenfalls nicht, so wie er hier dargestellt wurde. (Abg. Öllinger: Das war hier im Marchfeld!)
Abg. Öllinger: Das war hier im Marchfeld!
Abgeordnete Anna Höllerer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir diskutieren einen sehr sensiblen Bereich, zugegeben. Herr Abgeordneter Öllinger, ich kenne Sie eigentlich als einen sehr sachlich orientierten Politiker. (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Nein!) Sie haben heute hier einen Debattenbeitrag geliefert, der weit davon entfernt war. Sie haben sich darin mit Meldungen eines deutschen Journals auseinander gesetzt – es sollte sich irgendwie um Erntehelfer handeln – und haben das auf österreichische Verhältnisse umgelegt. (Abg. Öllinger: Es war die „Wiener Zeitung“!) Jedenfalls ist das ein Fall, der nicht in Österreich passiert ist, jedenfalls nicht, so wie er hier dargestellt wurde. (Abg. Öllinger: Das war hier im Marchfeld!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nehmen Sie zur Kenntnis, dass in Österreich auf jeden Fall für alle Erntehelfer der Landarbeiterkollektivvertrag gilt, dass der selbstverständlich auch angewendet wird und dass Saisonniers in der Landwirtschaft selbstverständlich nach den rechtlichen Bedingungen, wie sie in Österreich herrschen, beschäftigt werden! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Für Saisonniers und Erntehelfer gibt es Kontingente. Für sie gelten auch im sozialen Bereich selbstverständlich die gleichen Bedingungen wie für inländische Arbeiter. Es wird immer wieder eine Verschiebung auf dem Arbeitsmarkt behauptet. Nehmen Sie daher zur Kenntnis: Es gibt in diesem Bereich keinen Markt in Österreich. Es ist niemand bereit, diese Arbeiten in der Landwirtschaft als Erntehelfer oder Saisonnier zu erbringen. Wir sind sehr, sehr froh, dass uns die ausländischen Arbeiter hier entgegenkommen und dass sie bei uns arbeiten. Und sie arbeiten unter Bedingungen, wie sie selbstverständlich auch für die österreichischen Arbeiter gelten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Oh doch!
Seit Februar 2004 – es ist dies der Zeitpunkt, da die EU-Kommission diesen Vorschlag der Dienstleistungsrichtlinie gemacht hat – wird in den Mitgliedstaaten intensivst und emotional diskutiert. Dies geschieht heute auch in diesem Hohen Haus. Es ist auch der richtige Zeitpunkt, sich mit der Dienstleistungsrichtlinie auseinander zu setzen. Es ist aber auch notwendig, neben den Risken, die bestehen, die Chancen aufzuzeigen und nicht nur Schreckensszenarien auszumalen. Diese konzentrieren sich immer darauf, dass eine Liberalisierung der Dienstleistungen auf einem sehr niedrigen Niveau stattfinden wird. So wird es nicht sein. (Abg. Öllinger: Oh doch!)
Beifall bei der ÖVP.
Da muss man einfach darüber nachdenken, wie man hier vorgehen kann, um gerade im Dienstleistungsbereich, der ein sehr, sehr wichtiger ist, künftig Erleichterungen im Binnenmarkt zu schaffen. Das ist auch im Sinne der kleinen und mittleren Unternehmer, die heute vielfachen Beschränkungen unterliegen und vor allem sehr schwierige formale Hürden zu überwinden haben, wenn sie ihre Dienstleistungen grenzüberschreitend anbieten wollen. Sie brauchen dringend Erleichterung in diesem Bereich. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Wir leben in einem Europa der 25 Staaten, und es ist ein Abbau administrativer und bürokratischer Hindernisse von entscheidender Bedeutung, wenn wir uns auch in einem weltweiten Wettbewerb nachhaltig positionieren wollen. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bin davon überzeugt, dass auch im Bereich der Dienstleistungen durch den Abbau von Hemmnissen und vor allem durch die Nutzung der größeren Möglichkeiten, die in der grenzüberschreitenden Dienstleistung liegen, ein Mehr an Arbeitsplätzen auch für Österreich zu erringen ist und dass wir vor allem auch die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs stärken können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich habe die vorangegangenen Wortmeldungen sehr genau verfolgt und muss leider Gottes feststellen, dass die Diskussion, wie sie heute hier geführt wird, nicht unbedingt als seriös bezeichnet werden kann, insbesondere was die Debattenbeiträge der Oppositionsparteien angeht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das haben wir doch jetzt schon!
Lassen Sie mich auch noch erwähnen, dass im Zuge des Begutachtungsverfahrens 946 Abänderungsanträge zu dieser Dienstleistungsrichtlinie eingegangen sind. Das heißt, man hat sich sehr intensiv damit beschäftigt. Ich bin auch dafür, dass man Problembereiche anspricht und versucht, vernünftige Lösungen zu finden. Die Kommission wird einen abgeänderten Entwurf zu dieser Dienstleistungsrichtlinie erstellen. Ich gehe davon aus – und ich denke, davon kann man ausgehen –, dass es nicht zu einem Lohndumping führen wird, dass keine Spirale einsetzt, die nach unten gerichtet ist und eine Unterminierung der Sozialstandards und des Lohnniveaus bewirkt. (Abg. Öllinger: Das haben wir doch jetzt schon!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Kollege Moser hat das Beispiel mit dem Fußballspiel angeführt. Nun, soll so sein. Oder das Beispiel der Billa-Verkäuferin mit dem Bandscheibenvorfall. – Geschätzte Damen und Herren! Ich glaube nicht, dass das die Art ist, wie wir in der Diskussion dieses sicherlich schwierige Thema behandeln sollen. Es geht nicht darum, Verunsicherung zu schüren, sondern Problembereiche aufzuzeigen und Lösungen anzubieten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist auch wichtig, festzuhalten, welche Ausnahmen vom Anwendungsbereich der Richtlinie es gibt. Dies hat der Herr Bundesminister hineinzureklamieren. Ebenso ist es erforderlich, eine ganz eindeutige Abgrenzung der Dienstleistungsrichtlinie von der Entsenderichtlinie sicherzustellen, sodass das, was Sie immer wieder behaupten – dass es zu einem Sozialdumping und zu einem Abbau im Sozialbereich kommt –, eben nicht stattfinden wird und wir den Vorteil haben, diese Hindernisse abzubauen – in einem wesentlichen Wirtschaftszweig, nämlich dem Bereich der Dienstleistungen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dr. Bartenstein: Es wird bestätigt, dass es eine klare Abgrenzung braucht!
Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es kam jetzt mehrmals die Kritik, dass man hier alles schlechtrede und Probleme herbeirede. Ich beziehe mich hier auf die Kritikpunkte, die uns vom Haus zur Verfügung gestellt wurden. Das ist die Abteilung hier im Haus, die auch auf besondere Schwierigkeiten hingewiesen hat, unter anderem darauf, dass die Abgrenzung zwischen dem Entwurf der Dienstleistungsrichtlinie und anderen Richtlinien, insbesondere der Entsenderichtlinie, unklar ist. Da gibt es große Unsicherheiten, und das kann man nicht einfach wegreden, Herr Minister, noch dazu, wenn man gar keine Untersuchungen dazu hat. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dr. Bartenstein: Es wird bestätigt, dass es eine klare Abgrenzung braucht!)
Beifall bei den Grünen.
Ich bitte Sie eindringlich, Herr Minister Bartenstein, nicht aus Gründen der Vorleistungen für Ihren WTO-Vorsitz und für die GATS-Verhandlungen Österreich dort voranzutreiben, wo gar keine Notwendigkeit besteht, weil sich eben die EU noch immer in einem wirklichen Diskussionsprozess darüber befindet. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist meiner Überzeugung nach in keinster Weise ersichtlich und einsichtig, warum wir etwas, was wir innerstaatlich als unlauter ablehnen würden, auf europäischer Ebene plötzlich akzeptieren sollen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Fazit: In Summe sind wir selbstverständlich für ein klares Bekenntnis zu einem fairen und harmonisierten Bürokratieabbau auch im Bereich der Dienstleistungen, aber es gibt eine ebenso klare Aufforderung in Bezug auf den vorliegenden Entwurf der Dienstleistungsrichtlinie – und diese Aufforderung lautet: Zurück zum Start! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abgeordneten Mag. Lapp und Mag. Gaßner
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist eigentlich ein bisschen schade, dass heute teilweise bei der Diskussion um die Dienstleistungsrichtlinie in erster Linie das Angstmachen im Vordergrund steht. Ich halte das nicht für gut. Ich glaube, Aufgabe der Politik wäre es (Zwischenruf der Abgeordneten Mag. Lapp und Mag. Gaßner), gerade im europäischen Konnex Angst zu nehmen. Ich halte das für den richtigen Ansatz – und nicht, den Menschen Angst zu machen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist eigentlich ein bisschen schade, dass heute teilweise bei der Diskussion um die Dienstleistungsrichtlinie in erster Linie das Angstmachen im Vordergrund steht. Ich halte das nicht für gut. Ich glaube, Aufgabe der Politik wäre es (Zwischenruf der Abgeordneten Mag. Lapp und Mag. Gaßner), gerade im europäischen Konnex Angst zu nehmen. Ich halte das für den richtigen Ansatz – und nicht, den Menschen Angst zu machen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Sburny: Ich habe gesagt, ganz klar: Das Ziel ist der Vollbeitritt, ...!
Frau Kollegin Sburny! Ich weiß nicht, ob ich das richtig gehört habe, aber: Sie haben sich heute für einen Vollbeitritt der Türkei ausgesprochen? (Abg. Sburny: Ich habe gesagt, ganz klar: Das Ziel ist der Vollbeitritt, ...!)
Abg. Sburny: Aber nicht heute!
Also Sie haben gesagt, das Ziel der Grünen ist der Vollbeitritt der Türkei. (Abg. Sburny: Aber nicht heute!) – Ich sage Ihnen: Unser Ziel ist das nicht! Mit solch einer Aussage machen Sie den Menschen Angst! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Sie haben die Aussage verkürzt!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Sie haben die Aussage verkürzt!
Also Sie haben gesagt, das Ziel der Grünen ist der Vollbeitritt der Türkei. (Abg. Sburny: Aber nicht heute!) – Ich sage Ihnen: Unser Ziel ist das nicht! Mit solch einer Aussage machen Sie den Menschen Angst! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Sburny: Sie haben die Aussage verkürzt!)
Abg. Sburny: Das wollen wir auch!
Unser Ziel ist das nicht! Wir wollen offene Verhandlungen (Abg. Sburny: Das wollen wir auch!), und wir wollen als mögliches Ziel durchaus so etwas wie eine qualifizierte Partnerschaft innerhalb der Union. Es geht sicherlich nicht, dass man sich hier für einen Vollbeitritt der Türkei ausspricht.
Beifall der Abg. Felzmann.
Wenn wir die Dienstleistungsrichtlinie diskutieren, meine Damen und Herren, dann sind wir uns, glaube ich, einig darüber, dass es für die Österreicher sehr wohl so ist, dass sie möglichst einfach und möglichst unkompliziert Dienstleistungen von anderen Ländern in Anspruch nehmen wollen, und auf der anderen Seite, dass Mitarbeiter und Unternehmer ein Interesse daran haben, Dienstleistungen möglichst ohne Barrieren, möglichst unkompliziert exportieren zu können. (Beifall der Abg. Felzmann.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Entscheidend dabei ist – Herr Präsident Verzetnitsch, ich bin da sehr Ihrer Meinung –, dass wir – und darüber gibt es, glaube ich, Einigkeit im Hohen Haus – eines nicht wollen: Wir wollen nicht eine Form des Sozialdumpings, und wir lehnen selbstverständlich als Gesetzgeber jede Form der Bezahlung unter dem Kollektivvertrag eindeutig ab! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich halte auch nichts davon, dass man so subkutan, ein bisschen unterschwellig zu sagen versucht: Na ja, eigentlich hat die Unternehmerschaft oder die Industrie in Österreich ein Interesse daran, Mitarbeiter unter dem Kollektivvertrag zu bezahlen. – Es gibt überall schwarze Schafe, selbstverständlich, in jedem Bereich, aber wir sind uns einig darin, dass wir eine derartige Vorgangsweise kategorisch ablehnen! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es stimmt auch nicht, Herr Kollege Öllinger, wenn Sie sagen, dass Unternehmer nicht geprüft werden, ob sie die Gehälter entsprechend dem Kollektivvertrag ausbezahlen. – Diese Aussage ist schlicht nicht wahr, denn selbstverständlich werden die Unternehmer im Wege der Prüfung durch das Finanzamt, aber auch im Wege der Prüfungen im Zusammenhang mit Kommunalabgaben überprüft im Hinblick darauf, ob sie kollektivvertragsgemäß bezahlen oder nicht. Es ist schlicht nicht die Wahrheit, was Sie hier sagen! Wir haben Interesse daran, dass das ordentlich abläuft! Es wird kontrolliert, und die Unternehmerinnen und Unternehmer in Österreich haben ein Interesse daran, das entsprechend – und dem Gesetz entsprechend – zu machen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
bleiben muss, weil es natürlich auch wichtig ist, dass wir unseren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen entsprechenden Schutz angedeihen lassen. – Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Da gibt’s keine! – Abg. Dr. Khol: Das ist gegen die Vereinbarung! Nicht in der Fernsehzeit! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Gegenruf der Abg. Sburny – auf dem Weg zum Rednerpult –: Wieso ich? Der Herr Präsident!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet hat sich Frau Abgeordnete Sburny. (Rufe bei der ÖVP: Da gibt’s keine! – Abg. Dr. Khol: Das ist gegen die Vereinbarung! Nicht in der Fernsehzeit! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Gegenruf der Abg. Sburny – auf dem Weg zum Rednerpult –: Wieso ich? Der Herr Präsident!)
Die Rednerin wendet sich kurz in Richtung Präsidium. – Abg. Wittauer: Was war das jetzt? War das ein Zeichen?
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Danke, Herr Präsident! (Die Rednerin wendet sich kurz in Richtung Präsidium. – Abg. Wittauer: Was war das jetzt? War das ein Zeichen?) – Bitte?
Abg. Murauer: Sie haben das gesagt! ... es zumindest gehört!
Herr Abgeordneter Amon hat festgestellt, dass ich gesagt hätte, die Grünen seien für einen Vollbeitritt der Türkei. – Das ist falsch! (Abg. Murauer: Sie haben das gesagt! ... es zumindest gehört!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Hakl und Dipl.-Ing. Scheuch.
Ich habe exakt gesagt: Wir Grünen stehen zum Ziel des Vollbeitritts – wissend, dass es ein offener Prozess sein muss und dass auf beiden Seiten noch viel getan werden muss. – Und das war im Übrigen bis vor kurzem auch die Position der ÖVP. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Hakl und Dipl.-Ing. Scheuch.)
Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.
Wenn Kollegin Hagenhofer hier einen Turmbau zu Babel vorstellt, mit einem polnischen Architekten, einem tschechischen Fliesenleger et cetera, und dann sagt: Und wenn es dann Probleme gibt, wo wird geklagt?, dann kann ich dazu sagen: Frau Kollegin Hagenhofer! Wenn es sich um zwei Unternehmer handelt, dann können sie meines Wissens laut Gesetz den Gerichtsstand vereinbaren. Und wenn es ein Konsument ist, dann ist der Gerichtsort sein Wohnort, wer immer die Leistung erbracht hat. Dann ist das also auch kein Problem. (Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.)
Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Khol und Scheibner
Nein, nicht die Richtlinie! Kollegin! Wenn ich als Wiener in Tirol ... – Nein, in Tirol wird es nicht gehen, Herr Präsident (Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Khol und Scheibner), aber: Wenn ich als Wiener in Oberösterreich ein Haus baue, dann darf ich das – aber nicht nach der Wiener Bauordnung, sondern nach der oberösterreichischen Bauordnung. Die Tiroler sind da ein bisschen heikler.
Abg. Gradwohl: Warum kaufst du nicht österreichische Freilandeier?
Meine Damen und Herren! Es ist schon so, dass es hier Problembereiche geben wird, ja. Aber es gibt wesentlich größere Probleme: Wir haben in Österreich die Tierhaltung geregelt – Legebatterienverbot et cetera –, wir kaufen aber nach wie vor Produkte aus Ländern, wo die produzierenden Arbeitnehmer, die diese Arbeit erbringen, wesentlich schlechter „gehalten“ werden als bei uns zum Teil die Tiere! (Abg. Gradwohl: Warum kaufst du nicht österreichische Freilandeier?)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen
Wir haben gestern hier mit Fair Trade versucht, andere Produkte publik zu machen. Es wäre auch hier notwendig (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen), einmal darauf hinzuzeigen und Schutzzölle zu errichten – obwohl ich normalerweise dagegen bin, aber hier wäre es notwendig –, um den Wettbewerb auch in einer Art und
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Weise gerechter zu machen, ... (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Abg. Neudeck: Das war aber nicht meine Wunschredezeit!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Die Redezeit ist erschöpft, Herr Abgeordneter! (Abg. Neudeck: Das war aber nicht meine Wunschredezeit!) – Ja, aber es ist die Restredezeit, Herr Abgeordneter, und auf die kommt es an!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP für den das Rednerpult verlassenden Abg. Neudeck.
(Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP für den das Rednerpult verlassenden Abg. Neudeck.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es gibt Handlungsbedarf für alle Länder, auch für Österreich. Deshalb ist es mir auch sehr wichtig, dass wir gerade die heutige Fernsehübertragung dazu nutzen, auch bei der Bevölkerung in Österreich dieses Bewusstsein wachzurütteln. Wir sind keine Insel der Seligen mehr – sofern wir es irgendwann einmal gewesen sind –, sondern wir sind genauso wie jedes andere Land auch von dieser Bedrohung betroffen, ob das jetzt direkt in Österreich ist oder ob es dadurch bedingt ist, dass Österreicher im Ausland betroffen sein können. Es ist eine Aufgabe, der sich auch Österreich mit voller Kraft und mit vollem Engagement zu stellen hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich sage Ihnen, was wir dort verloren haben: Wir haben ein immanentes Sicherheitsinteresse, wenn ich etwa Afghanistan hernehme, dass es dort stabile Verhältnisse gibt und dass wir verhindern, dass die Bauern dort wieder statt Getreide Mohn anbauen und dass von dort die Drogen bis nach Europa und bis nach Österreich kommen. Die Drogenhändler, die hier unsere Jugend verführen, machen das mit Drogen, die in Afghanistan angebaut werden, weil die Menschen dort keine andere Zukunftshoffnung haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich habe gesagt: Prävention. Hier ist es mir wichtig, dass man neben der Krisenbewältigung, auch mit militärischen Mitteln, auch im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit dafür sorgt, dass die Menschen in den Krisengebieten Hoffnung haben, Zukunftshoffnungen in ihrer Region, und dass sie nicht auf die falschen Versprechungen und auf die Parolen von terroristischen oder fundamentalistischen Organisationen hereinfallen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zum Schluss möchte ich noch sagen – auch das ganz bewusst –: All diese terroristischen Aktivitäten sind kein Kampf der Kulturen. Das ist auch kein Kampf der Religionen, denn es gibt Terror unter dem Deckmäntelchen der christlichen Religion und es gibt Terror unter dem Deckmäntelchen des Islams und anderer Religionen. Da wird Religion für kriminelle und terroristische Ziele missbraucht. Wir müssen auch zum Ausdruck bringen – hier in Europa, aber auch in den Krisenregionen –, dass wir dieses Spiel nicht mitmachen, dass wir auf diese Ziele der Fundamentalisten und Radikalisten nicht hereinfallen. Wir müssen zeigen, dass der Terror seine Ziele nicht erreichen kann, dass mit Terrorismus keine Ziele erreichbar und umsetzbar sind. Und das ist eine Aufgabe für Europa, aber auch für Österreich. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wichtig ist: Es sind alle Kulturen, alle Religionen betroffen. Wir müssen nur an die Orte denken: New York, Djerba, Madrid, Istanbul, Beslan, Bombay und nun London sind Beispiele für diesen Befund. Die erste und auch wichtigste Lehre, die wir daraus gezogen haben, lautet: Es gibt keine wie immer geartete Rechtfertigung für diese Art von Terrorismus, aber es gibt auch keinen sichtbaren Feind. Wir müssen unsere Zivilisationen gemeinsam schützen, dem Terror mit vereinten Kräften den Boden entziehen und dürfen dabei nicht jene Werte vergessen, die Europa zum Hort von Freiheit und Sicherheit, aber auch zu einem Hort der Menschenrechte gemacht haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Als wesentliche Ergänzung muss Österreich intensiv an der Politik der Europäischen Union in diesem Bereich mitarbeiten, denn unsere innere Sicherheit wird maßgeblich von der internationalen Situation beeinflusst. Insbesondere kommt es dabei auf den Austausch von Informationen und Daten zwischen den EU-Mitgliedstaaten an. Rechtzeitige Informationen und ein möglichst gutes Lagebild der Gesamtsituation sind entscheidend, wenn wir künftige Anschläge bestmöglich verhindern wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
13. Juli 2005 in Brüssel ein Sonderrat der EU-Justiz- und -Innenminister statt. Dabei wurde vereinbart, den Kampf gegen Terrorismus weiter zu aktivieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Weiters wurde – darauf bin ich besonders stolz, weil das nämlich zeigt, wie aktiv wir uns in den Rat für Justiz und Inneres einbringen – auf Vorschlag Österreichs auch in dieses Programm aufgenommen, dass insbesondere die Verkehrswege und Eisenbahnen im Programm enthalten sind. Auch wir wollen, wie Herr Klubobmann Scheibner schon gesagt hat, besonderes Augenmerk auf den Schutz kritischer Infrastrukturen legen. Das ist bereits auf europäischer Ebene so beschlossen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Was auch ganz besonders wichtig ist in diesem Prümer Vertrag, ist der Umstand, dass erstmals auf der Ebene der Europäischen Union in einem Vertrag auch besondere datenschutzrechtliche Bestimmungen enthalten sind. Das ist eine Vorreiterrolle, die Österreich hier im Rahmen der Europäischen Union einnimmt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Zeit!
Dazu kommen noch die Herausbildung eines integrierten EU-Krisenmechanismus für Krisen mit grenzüberschreitender Dimension innerhalb der Europäischen Union und die Umsetzung von Maßnahmen gegen die Terrorismusfinanzierung. (Abg. Parnigoni: Zeit!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin gleich am Ende. Drei Monate vor Beginn unserer EU-Präsidentschaft können wir damit festhalten: Österreich hat die Politik der Europäischen Union in der inneren Sicherheit, insbesondere bei der Terrorismusbekämpfung in den letzten Jahren maßgeblich mitbestimmt. Wir konnten gemeinsam mit unseren Partnern in der Salzburg-Gruppe dieses EU-Programm maßgeblich mitgestalten. Wir Österreicher gehören damit zur EU-Spitzengruppe und werden der Terrorismusbekämpfung einen breiten Rahmen einräumen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich möchte an dieser Stelle zum Abschluss wirklich noch betonen, wie gut die Zusammenarbeit zwischen der Innenministerin und der Justizministerin auch in diesen Bereichen funktioniert. Wir werden auch in Zukunft, auch während unserer Präsidentschaft, den gemeinsamen EU-Rat für Justiz und Inneres diesem Thema widmen. – Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Rufe: Ja!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe gehört, ich muss die Zeit einbringen, die die Frau Bundesminister überzogen hat. Ist das richtig? (Rufe: Ja!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte nur einige erwähnen wie beispielsweise die Schaffung des Tatbestandes „terroristische Vereinigung“ oder „Terrorismusfinanzierung“ im Strafgesetzbuch, was ganz wichtig ist. Wir haben auch die Videoüberwachung eingeführt. Weiters gibt es die Cobra, diese Spezialeinheit, die speziell für Einsätze bei Terrorüberfällen ausgerüstet ist. Und wir haben auch im Staatsbürgerschaftsrecht darauf Bedacht genommen, dass keine Einbürgerung von Menschen vorgenommen wird, die in Wirklichkeit zum Schaden der Republik Österreich in unserem Land leben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das soll er einmal erzählen in Spittal!
Posch kannst du nicht ernst nehmen!) Herr Posch von der SPÖ bemängelt, dass wir damit das strengste und restriktivste Staatsbürgerschaftsgesetz der EU haben. Wir wollen das auch haben, Herr Abgeordneter Posch! Herr Posch möchte, dass schon nach fünf Jahren eingebürgert wird, und am allerliebsten wäre ihm, dass man, wenn man in Österreich geboren wird, bereits österreichischer Staatsbürger ist. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das soll er einmal erzählen in Spittal!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Schieder.
Da hat er in Frau Abgeordneter Stoisits eine treue Wegbegleiterin, denn auch sie möchte das. Jeder, der in Österreich geboren wird, soll sofort österreichischer Staatsbürger sein. Ungeprüft! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das wollen wir nicht, sondern ganz im Gegenteil! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Schieder.) – Ich kann auf Ihren Zwischenruf keine Rücksicht nehmen, weil meine Redezeit zu kurz ist.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich könnte noch sehr viel anführen, aber die Redezeit ist begrenzt. Wir müssen uns immer wieder vor Augen halten, dass Freiheit nur dann möglich ist, wenn auch die Sicherheit gegeben ist. Deshalb sind wir auf nationaler und internationaler Ebene unbedingt veranlasst, die Sicherheit herzustellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Europa ist eine ökonomische, eine Wirtschaftsunion, Europa ist aber auch von allem Anfang an eine Sicherheitsunion gewesen. Wir dürfen den Charakter dieser Sicherheitsunion auch nicht vergessen oder vernachlässigen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Im Wesentlichen könnte man zusammenfassend sagen, dass sich das Sicherheitsbild insgesamt gewaltig verändert hat. Nach einer früher einmal reaktiven Landesverteidigung und einer mehr oder weniger reaktiven Kleinkriminalitätsbekämpfung stehen wir jetzt vor der Situation, dass wir proaktiv agieren müssen – proaktiv und gemeinsam und sicherheitspolitisch in einem umfassenden Ansatz. Wenn wir das tun, dann werden wir auch den Terrorismus in den Griff kriegen, dann werden wir auch die diesbezüglichen Probleme lösen können. Das wird nicht von einem Tag auf den anderen passieren, aber insgesamt wird es sicherlich gelingen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Geh’ bitte!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Es ist bedauerlich, dass der Herr Bundeskanzler sein heutiges Erscheinen auf der Regierungsbank nicht für die notwendige Entschuldigung für seine Beleidigungen, die er einem Teil der Abgeordneten am gestrigen Tag zuteil werden hat lassen, genutzt hat. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Geh’ bitte!)
Abg. Gahr: Kabaretts!
Ich komme aus einer Gegend im 17. Wiener Gemeindebezirk und bin dort Vorsitzender der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten. Wir haben in diesem Bezirk eine sehr breit gefächerte Struktur, haben verschiedene Religionen, Ethnien, verschiedene Gebiete (Abg. Gahr: Kabaretts!), es gibt dort auch eher wohlhabende Wohngegenden und eher weniger wohlhabende Gegenden. Und da ist man gefragt, mittels einer klugen Integrationspolitik, einer klugen Wohnungspolitik und einer sehr klugen Politik der sozialen und gesundheitlichen Versorgung Gegensätze gar nicht erst entstehen zu lassen. Und das ist pars pro toto – das gilt nicht nur für den 17. Bezirk, sondern selbstverständlich für alle österreichischen Bezirke, aber ich kann nur den 17. Bezirk jetzt als Erfahrungswert einbringen.
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden die Bundesregierung unterstützen. Sie muss da einen harten Standpunkt einnehmen – auch um den Preis, dass es einen späteren Termin für den Beginn der Verhandlungen gibt, also die Beitrittsverhandlungen nicht am 3. Oktober beginnen. Es ist jedenfalls ganz wichtig, klar Position zu beziehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben es wieder nicht verstanden!
Ich sage Ihnen nur ein paar Beispiele dazu. Frau Abgeordnete Partik-Pablé! Wenn Kinder mit ausländischen Eltern in der Schule zwei Fünfer bekommen, ist die Verweigerung der Staatsbürgerschaft an diese Kinder meines Erachtens keine wirksame Maßnahme zur Bekämpfung des Terrorismus (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben es wieder nicht verstanden!), sondern das ist unfair, unangemessen und letzten Endes auch nicht besonders gescheit. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben es nicht verstanden!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben es nicht verstanden!
Ich sage Ihnen nur ein paar Beispiele dazu. Frau Abgeordnete Partik-Pablé! Wenn Kinder mit ausländischen Eltern in der Schule zwei Fünfer bekommen, ist die Verweigerung der Staatsbürgerschaft an diese Kinder meines Erachtens keine wirksame Maßnahme zur Bekämpfung des Terrorismus (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben es wieder nicht verstanden!), sondern das ist unfair, unangemessen und letzten Endes auch nicht besonders gescheit. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben es nicht verstanden!)
Abg. Parnigoni: Das ist unglaublich!
Wenn Kollege Fasslabend erklärt, das letzte große Argument für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht wäre die terroristische Bedrohung und der Kampf dagegen, dann möchte ich bitte das Programm der ÖVP kennen, in dem erklärt wird, wie Präsenzdiener gegen Terroristen eingesetzt werden. Das möchte ich mit Sicherheit nicht! (Abg. Parnigoni: Das ist unglaublich!) Ich erwarte mir auch eine Klarstellung von Seiten der ÖVP, dass nicht daran gedacht ist, völlig unvorbereitete Präsenzdiener, die ganz andere Aufgaben haben, in den Kampf gegen irgendwelche terroristische Organisationen zu schicken. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn Kollege Fasslabend erklärt, das letzte große Argument für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht wäre die terroristische Bedrohung und der Kampf dagegen, dann möchte ich bitte das Programm der ÖVP kennen, in dem erklärt wird, wie Präsenzdiener gegen Terroristen eingesetzt werden. Das möchte ich mit Sicherheit nicht! (Abg. Parnigoni: Das ist unglaublich!) Ich erwarte mir auch eine Klarstellung von Seiten der ÖVP, dass nicht daran gedacht ist, völlig unvorbereitete Präsenzdiener, die ganz andere Aufgaben haben, in den Kampf gegen irgendwelche terroristische Organisationen zu schicken. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Murauer: Herr Dr. Pilz! Bitte, das sagen nur mehr Sie!
Ein dritter Punkt, der zumindest den Zuseherinnen und Zusehern heute erspart geblieben ist, der aber in den Sicherheitsausschüssen immer wieder vorgebracht wird, ist die Notwendigkeit der Abfangjäger zum Kampf gegen den Terrorismus. Und das wird, wie folgt, immer wieder argumentiert (Abg. Murauer: Herr Dr. Pilz! Bitte, das sagen nur mehr Sie!): Europäische Fußballorganisationen verlangen von Österreich, mit Abfangjägern die Fußballspiele zu sichern. Österreich könnte nicht mehr gegen andere, etwa genauso gute internationale Fußballmannschaften spielen und bestehen, wenn nicht Eurofighter über dem Spielfeld kreisen. (Abg. Scheibner: Einmal eine seriöse Rede von Pilz! – Abg. Gahr: Märchenstunde!)
Abg. Scheibner: Einmal eine seriöse Rede von Pilz! – Abg. Gahr: Märchenstunde!
Ein dritter Punkt, der zumindest den Zuseherinnen und Zusehern heute erspart geblieben ist, der aber in den Sicherheitsausschüssen immer wieder vorgebracht wird, ist die Notwendigkeit der Abfangjäger zum Kampf gegen den Terrorismus. Und das wird, wie folgt, immer wieder argumentiert (Abg. Murauer: Herr Dr. Pilz! Bitte, das sagen nur mehr Sie!): Europäische Fußballorganisationen verlangen von Österreich, mit Abfangjägern die Fußballspiele zu sichern. Österreich könnte nicht mehr gegen andere, etwa genauso gute internationale Fußballmannschaften spielen und bestehen, wenn nicht Eurofighter über dem Spielfeld kreisen. (Abg. Scheibner: Einmal eine seriöse Rede von Pilz! – Abg. Gahr: Märchenstunde!)
Abg. Murauer: Sondern?
Zur Bekämpfung des Terrorismus ist das alles nicht notwendig (Abg. Murauer: Sondern?), weil die Einzigen, die ihre Fingerabdrücke bei europäischen Behörden nicht abgeben müssen, die Terroristen selbst sind, weil die nämlich nicht Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union sind. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht!
Zur Bekämpfung des Terrorismus ist das alles nicht notwendig (Abg. Murauer: Sondern?), weil die Einzigen, die ihre Fingerabdrücke bei europäischen Behörden nicht abgeben müssen, die Terroristen selbst sind, weil die nämlich nicht Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union sind. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Völlig falsch!
Sie können 300 Millionen Fingerabdrücke von unverdächtigen Menschen nehmen, nur haben Sie keine Vergleichsfingerabdrücke von Terroristen. Und die entscheidende Frage: Wie kommen Sie zu diesem Vergleich?, diese Frage haben Sie bis heute nicht beantwortet. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Völlig falsch!)
Beifall bei den Grünen.
Bürgerinnen- und Bürgerrechte und die Grundlagen unserer Demokratie!, das ist letzten Endes ein seltsamer und paradoxer und völlig sinnloser Erfolg, den Terroristen gegen unsere politische Kultur und gegen das, was Europa ausmacht, erreicht haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben nicht aufgepasst!
Ein Letztes noch: Frau Abgeordnete Partik-Pablé, wenn von Ihrer Seite immer wieder die islamische Minderheit, die islamischen Kinder, die Moscheen und so weiter ins Treffen geführt werden und wenn schon wieder begonnen wird, mit Stereotypen ganze Gruppen der österreichischen Bevölkerung in ein schiefes Licht zu stellen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben nicht aufgepasst!), dann möchte ich Sie schon an Folgendes erinnern: Diejenigen, die die österreichische Exekutive in ganz besonderem Maße bei der Bekämpfung des Terrorismus unterstützt haben, waren die Vertreter dieser Glaubensgemeinschaft. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Märchenerzähler Pilz! Aufpassen können Sie nicht?!) Das bringt etwas, weil es in Europa, aber auch in den Herkunftsländern ganz entscheidend ist, ob es gelingt, die terroristischen Initiativen und Organisationen zu isolieren.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Märchenerzähler Pilz! Aufpassen können Sie nicht?!
Ein Letztes noch: Frau Abgeordnete Partik-Pablé, wenn von Ihrer Seite immer wieder die islamische Minderheit, die islamischen Kinder, die Moscheen und so weiter ins Treffen geführt werden und wenn schon wieder begonnen wird, mit Stereotypen ganze Gruppen der österreichischen Bevölkerung in ein schiefes Licht zu stellen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben nicht aufgepasst!), dann möchte ich Sie schon an Folgendes erinnern: Diejenigen, die die österreichische Exekutive in ganz besonderem Maße bei der Bekämpfung des Terrorismus unterstützt haben, waren die Vertreter dieser Glaubensgemeinschaft. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Märchenerzähler Pilz! Aufpassen können Sie nicht?!) Das bringt etwas, weil es in Europa, aber auch in den Herkunftsländern ganz entscheidend ist, ob es gelingt, die terroristischen Initiativen und Organisationen zu isolieren.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich glaube, Sie kennen die Gesetze nicht!
In einem letzten Punkt möchte ich Josef Cap Recht geben: Es gibt eine Nagelprobe der Glaubwürdigkeit in der Bekämpfung des Terrorismus: Wer zwar bereit ist, Schulkinder abzustrafen, Fingerabdrücke von Unverdächtigen zu nehmen, Millionen von Handys zu überwachen, aber nicht bereit ist, die Finanzierung des Terrorismus zu unterbinden, weil damit „ordentliche“ Banken ganz „ordentliche“ Geschäfte machen können, der hat die Nagelprobe im Kampf gegen den Terrorismus nicht bestanden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich glaube, Sie kennen die Gesetze nicht!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Deswegen fordere ich Sie auf, zuerst einmal im Finanzbereich Ordnung zu schaffen, die Finanzierung des Terrorismus zu unterbinden, Ihren Ernst im Kampf gegen den internationalen Terrorismus unter Beweis zu stellen, alles Vernünftige, Kriminalpolizeiliche und Sicherheitspolizeiliche zu unterstützen, aber die Menschenrechte und die BürgerInnenrechte in Österreich und in Europa unangetastet zu lassen! – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Bauer: Das hat er nicht gemacht!
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Minister! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Pilz, dass Sie hier die Gefährdung durch den Terrorismus lächerlich machen (Abg. Dr. Bauer: Das hat er nicht gemacht!), ebenso alle Maßnahmen, die von den Regierungen dagegen gesetzt werden, finde ich bestürzend. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es ist eine wiederholte Entgleisung von Seiten der Grünen, das zu tun, Herr Kollege Pilz. Ich darf das zurückweisen! (Abg. Dr. Bauer: Er hat gar nichts lächerlich gemacht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Minister! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Pilz, dass Sie hier die Gefährdung durch den Terrorismus lächerlich machen (Abg. Dr. Bauer: Das hat er nicht gemacht!), ebenso alle Maßnahmen, die von den Regierungen dagegen gesetzt werden, finde ich bestürzend. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es ist eine wiederholte Entgleisung von Seiten der Grünen, das zu tun, Herr Kollege Pilz. Ich darf das zurückweisen! (Abg. Dr. Bauer: Er hat gar nichts lächerlich gemacht!)
Abg. Dr. Bauer: Er hat gar nichts lächerlich gemacht!
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Minister! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Pilz, dass Sie hier die Gefährdung durch den Terrorismus lächerlich machen (Abg. Dr. Bauer: Das hat er nicht gemacht!), ebenso alle Maßnahmen, die von den Regierungen dagegen gesetzt werden, finde ich bestürzend. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es ist eine wiederholte Entgleisung von Seiten der Grünen, das zu tun, Herr Kollege Pilz. Ich darf das zurückweisen! (Abg. Dr. Bauer: Er hat gar nichts lächerlich gemacht!)
Abg. Dr. Bauer: Er hat es nicht lächerlich gemacht!
Der Kampf gegen den Terrorismus ist eine der Hauptherausforderungen, der sich Europa und auch die Republik Österreich stellen müssen. Das hier heraußen lächerlich zu machen, Herr Kollege Pilz, finde ich deplatziert. (Abg. Dr. Bauer: Er hat es nicht lächerlich gemacht!)
Abg. Dr. Pilz: Wollen Sie Präsenzdiener in die U-Bahn stellen?
Die Terrorangriffe, die wir in London, in Spanien oder in Frankreich hatten, weisen darauf hin, dass wichtige Infrastruktureinrichtungen mit erpresserischen Angriffen von terroristischen Gruppierungen bedroht werden. Die müssen gesichert werden. (Abg. Dr. Pilz: Wollen Sie Präsenzdiener in die U-Bahn stellen?) Herr Kollege Pilz, Sie haben keine Variante, Sie bieten kein Rezept an! Sie machen das, was die Regierungen versuchen, nur lächerlich. Dass diese Versuche alle sehr schwierig sind, sei nicht geleugnet, aber wir müssen alle Energien im Kampf gegen den Terrorismus ausnutzen, und das ist auch ein Schritt dazu! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die Terrorangriffe, die wir in London, in Spanien oder in Frankreich hatten, weisen darauf hin, dass wichtige Infrastruktureinrichtungen mit erpresserischen Angriffen von terroristischen Gruppierungen bedroht werden. Die müssen gesichert werden. (Abg. Dr. Pilz: Wollen Sie Präsenzdiener in die U-Bahn stellen?) Herr Kollege Pilz, Sie haben keine Variante, Sie bieten kein Rezept an! Sie machen das, was die Regierungen versuchen, nur lächerlich. Dass diese Versuche alle sehr schwierig sind, sei nicht geleugnet, aber wir müssen alle Energien im Kampf gegen den Terrorismus ausnutzen, und das ist auch ein Schritt dazu! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich fasse für uns Freiheitliche zusammen: Wir müssen alle Kräfte mobilisieren im Kampf gegen die Bedrohungen des modernen Terrorismus! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, dass die Bemühungen der Bundesregierung und der Bundesminister auf Justiz-, Innen- und Landesverteidigungsebene sehr erfolgreich waren. Es ist mit Frau Innenministerin und Frau Justizministerin sicherlich gesichert, dass auch in Zukunft dieser erfolgreiche Weg fortgeschritten wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Diese EU-Debatten sollten eine Chance dazu sein, einen Parlamentarismus der Zukunft zu entwickeln und nicht in die Vergangenheit des Parlaments zurückzufallen. Wenn ich das entwicklungsgeschichtlich betrachte, nämlich an den Rechten des Parlaments gegenüber der Regierung messe, dann muss ich sagen: Diese Form der heutigen Sitzung ist eher so, wie die Parlamentsrechte zu Ende des 19. Jahrhunderts gewesen sind, und das ist nicht gut und nicht adäquat für dieses Thema. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Dann hätte sich der Einem auch entschuldigen müssen!
Man kann sicherlich nicht erzwingen, dass jemand eine Entschuldigung zu einer Äußerung macht. Meine Erfahrung aus langer Zeit im Parlament ist aber – ich hätte es am liebsten dem Herrn Bundeskanzler persönlich gesagt, aber er ist leider nicht da –, dass es dann, wenn einem so etwas passiert, das Gescheiteste ist, dass man sich entschuldigt. Dann ist diese Sache erledigt. Ich glaube, dass das der normale Umgangston wäre. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Dann hätte sich der Einem auch entschuldigen müssen!)
Allgemeiner Beifall. – Abg. Grillitsch: Bis auf den Beginn eine hervorragende Rede!
Beides – die technisch-rechtliche Bekämpfung und die Wahrung der Menschenrechte – muss uns in der EU gelingen! (Allgemeiner Beifall. – Abg. Grillitsch: Bis auf den Beginn eine hervorragende Rede!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Damit bin ich bei einem Thema, das in einer Diskussion über Terrorismus und Sicherheit oft zu kurz kommt, nämlich die Frage, wie Europa geschützt beziehungsweise wie es nicht geschützt ist gegen terroristische Angriffe auf nukleare Anlagen in West- und Osteuropa. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Neudeck: ... Abfangjäger ...!
Die durchschnittlichen AKWs in Deutschland haben einen Stahlbetonmantel mit einer Breite von rund 60 Zentimetern. Die neuesten Atomkraftwerke – das sind zehn in Deutschland – haben einen Stahlbetonmantel, der ungefähr zwei Meter dick ist. Das bedeutet, dass die kleineren, also die älteren Anlagen gerade einmal gegen kleine Flugzeuge – maximal 3 Tonnen, 2 bis 3 Tonnen – mit Geschwindigkeiten von maximal 300 km/h geschützt sind. Die großen, die neuesten Anlagen sind vielleicht noch gegen Kampfjets mit einer Geschwindigkeit von 700 km/h geschützt, aber im Falle eines „Angriffs“, eines Zusammenpralls mit einem Passagierflugzeug, das ein bis zu acht Mal höheres Gewicht und bis zu 15 Mal mehr Treibstoff an Bord hat, hat kein einziges Atomkraftwerk in Westeuropa eine Schutzhülle, die stark genug ist, so etwas standhalten zu können. (Abg. Neudeck: ... Abfangjäger ...!)
Abg. Scheibner: Und was machen wir jetzt?
Abschließend noch etwas zur Frage, was das bei einem deutschen, einem bayrischen AKW bedeuten würde. Selbst wenn nur der äußere Teil eines AKWs, wo die Notstromaggregate, die Kühlaggregate sind, beschädigt wird, kann das unter Umständen schon innerhalb von einer Stunde zu einem so genannten größten anzunehmenden Unfall, sprich: GAU, führen. Das hätte nach den Erfahrungen und den Berechnungen, die wir in diesem Bereich haben, die Verseuchung von über 100 000 Quadratkilometern bewohntem Land im dichtest besiedelten Westeuropa zur Folge. (Abg. Scheibner: Und was machen wir jetzt?)
Abg. Neudeck: Nur fürchten ist zu wenig!
Ich frage mich, warum das kein Schwerpunkt der österreichischen Bundesregierung ist. Das würde sehr gut in die österreichische Anti-Atomstrategie passen! (Abg. Neudeck: Nur fürchten ist zu wenig!) – Nein, ich habe schon gesagt: Es gibt die Möglichkeit, Flugverbotszonen einzurichten. In Deutschland wurden auch unsinnige Dinge wie etwa eine Vernebelungstaktik diskutiert, dass also kurz bevor ein Flugzeug einschlägt, eine Vernebelungsmaschine losgeht. Das ist unseriös, das ist absolut unseriös!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das kann man nicht abschalten!
Aber für die gefährlichsten Anlagen, die auch in der Nähe von großen Flughäfen liegen, wie zum Beispiel Isar und Biblis – dort gibt es sogar eine Strecke für Kampfflugzeuge, eine Teststrecke, und diese sollte in keiner Weise weiter gemeinsam bestehen –, gibt es eigentlich nur eine logische Forderung, nämlich abzuschalten, mittelfristig Ausstiegspläne zu erstellen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das kann man nicht abschalten!)
Abg. Neudeck: Abschalten ist zu wenig!
Im Übrigen ist es mir vor diesem Hintergrund unverständlich, warum sich Repräsentanten einer Partei hier im österreichischen Nationalrat in Deutschland gegen Atomausstiegsszenarien ausgesprochen, sich massiv an einem Wahlkampf beteiligt haben, in dem genau das zur Diskussion stand. (Abg. Neudeck: Abschalten ist zu wenig!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mit dem deutschen Atomausstieg gibt es ab 2020 keine deutsche Anlage mehr am Netz. Das heißt, Biblis und Isar sind Vergangenheit – und das tut mir „sehr Leid“ für die ÖVP! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
ich bin Kollegin Glawischnig sehr dankbar für ihre Darstellung, denn ich werde darauf dann noch etwas näher eingehen – die Bedrohung aus der Luft. Sie hat in sehr schönen Worten und sehr gut argumentiert die Bedrohung für ein Atomkraftwerk dargestellt sowie auch die Folge: der erste Ansatz eines Terroristen gegen ein Atomkraftwerk wird ein Angriff aus der Luft sein. Sie hat dann auch Lösungsansätze geboten wie zum Beispiel Flugverbotszonen, wo ich auch noch mitgehen kann, nur kommt dann die Frage: Wie überwache ich so eine Flugverbotszone? – Und, meine sehr geehrten Damen und Herren, überwachen kann ich so etwas nicht mit einem passiven Radarsystem, überwachen kann ich so etwas nur mit aktiven Systemen wie zum Beispiel einem Abfangjäger. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Die neutrale Schweiz!
Dass das nicht nur eine österreichische Erfindung ist, wird sich nunmehr bereits zum vierten Mal im Jänner 2006 zeigen, nicht in Österreich, sondern beim Weltwirtschaftsforum in Davos. In Davos wird die Schweizer Luftwaffe zum vierten Mal eine Luftraumsicherungsoperation durchführen, und zum vierten Mal wird Österreich diese Luftraumsicherungsoperation unterstützen, denn es ist auf Grund der Kleinstaatlichkeit Europas und der schnellen Flugbewegungen einfach notwendig, dass man auf diesem Gebiet zusammenarbeitet. Das wird nun zum bereits vierten Mal zwischen Österreich und der Schweiz gemacht. Daran erkennen Sie auch, dass sich sogar das neutrale Schweiz an einen Nachbarstaat wendet und hier eine Zusammenarbeit sucht, die dann auch erfolgt. (Abg. Dr. Cap: Die neutrale Schweiz!)
Abg. Dr. Cap: Die Schweiz!
Lassen Sie mich abschließend anmerken, dass (Abg. Dr. Cap: Die Schweiz!) – danke, Herr Kollege! – das Szenario des 11. September umgelegt auf Europa nicht nur ein Land getroffen hätte: Wenn man die Flugbahnen über Europa legt, dann wird man feststellen, dass zum Beispiel jenes Flugzeug, das in New York eingeschlagen ist, in Mailand hätte starten müssen, dann über Österreich geflogen wäre, um schließlich München zu erreichen, denn das entspricht zirka der Flugdistanz. Die anderen Flugzeuge wären in Basel gestartet, hätten dann über Tirol, Salzburg umgedreht und schließlich Bern erreicht.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Man sieht, der europäische Luftraum ist klein, und die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene ist, auch was die Luft betrifft, unumgänglich! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Es heißt aber die Schweiz!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ellmauer. – Bitte. (Abg. Dr. Cap: Es heißt aber die Schweiz!)
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Steibl: ... ist auch die Steiermark!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Auch wenn Österreich nur ein kleines Land ist, auf dem Gebiet des respektvollen Miteinanders von verschiedenen Kulturen und Religionen sind wir ein großartiges Land. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Steibl: ... ist auch die Steiermark!)
Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Sicherheit ist eines der wichtigsten Güter in einer Gesellschaft. Diese in unserem Land zu gewährleisten bedarf natürlich äußerster Anstrengungen aller österreichischen Parteien, egal ob sie sich in der Regierung befinden oder auch in Opposition. Ich finde es daher befremdlich, dass die für diese Fragen zuständige Innenministerin während dieser Debatte nicht anwesend ist. (Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Die Gefahr des globalen Terrorismus, den wir in den letzten Monaten und Jahren in vielen Teilen der Welt, aber auch innerhalb unseres Kontinents bitter zu spüren bekommen haben, ist so groß geworden, dass wir natürlich auch auf internationaler Ebene höchste Anstrengungen unternehmen müssen, um diesen Bedrohungen entgegenzuwirken. Ich möchte mich jetzt nicht in den Streit zwischen den Grünen und den Freiheitlichen einmischen, aber wenn die Sicherheit vor Terror im Verhältnis zur Anzahl der Kampfflieger oder Abfangjäger steht, dann muss mir jemand erklären, warum gerade in den USA, in Spanien und England die schlimmsten Anschläge gewesen sind! Also ich halte das sowohl von Kollegem Fasslabend als auch von Kollegem Fauland für eine sehr gewagte These, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Was ist das europäische Wertesystem?
Jeweils nach diesen Anschlägen haben die europäischen Innenminister und die europäischen Justizminister Maßnahmenpläne gefordert, um diesen Terrorismus in die Schranken zu weisen. Ich halte aber für die Sozialdemokratie fest, dass natürlich bei der Entwicklung solcher Maßnahmen vor allem darauf Bedacht zu nehmen ist, dass gleichzeitig auch das europäische Wertesystem bewahrt bleibt. (Abg. Großruck: Was ist das europäische Wertesystem?) Es dürfen daher nur solche Maßnahmen gesetzt werden, Hohes Haus, die keinen unverhältnismäßigen Eingriff in die Grund- und Freiheitsrechte darstellen, ansonsten – und das wurde heute schon ausgeführt – wäre ja bereits die erste Runde an die Terroristen gegangen.
Abg. Großruck: Bleiben! Bleiben, nicht werden!
Meine Damen und Herren! Europa muss wieder ein sicherer Kontinent werden, und Österreich muss ein noch sichereres Land werden (Abg. Großruck: Bleiben! Bleiben, nicht werden!) – na ja, darüber könnten wir intensiv diskutieren –, und darüber sollte es den Konsens aller Parteien geben; wir werden uns um diesen Konsens auch bemühen.
Beifall bei der SPÖ.
Wir laden Sie ein, diesem unserem Entschließungsantrag beizutreten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wermutstropfen dabei für mich ist – und das muss ich wie zahlreiche meiner Vorrednerinnen und Vorredner auch noch einmal betonen –, dass es leider in den Verhandlungen über die entsprechenden Regelungen in der Geschäftsordnung nicht gelungen ist, die Regierungsfraktionen davon zu überzeugen, dass es doch Sinn machen würde, österreichische und auch andere Europa-Abgeordnete hierher zu diesen EU-Debatten einzuladen, ja hin und wieder sogar die österreichische Kommissarin oder auch jemand anderen der Kommissarinnen und Kommissare. Erst das würde aus dieser Debatte eine tatsächlich europäische machen, davon bin ich überzeugt! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Nationalratspräsident Khol hat heute begründet – ich habe mit großer Aufmerksamkeit seinen Ausführungen im „Morgenjournal“ gelauscht –, warum das nicht gemacht wurde. Er hat gesagt, der Nationalrat sei die Bühne für die österreichischen Abgeordneten und das Europa-Parlament die Bühne für die Europa-Abgeordneten. – Herr Präsident Khol! Wir leben in diesem Europa! Europäer oder Europäerin zu sein, das ist eine Haltung, und diese sollte sich auch ausdrücken in gemeinsamen Debatten und im gemeinsamen Zuhören und Miteinander-Lösungen-Finden und nicht in der Aussage: Wir sind wir, und die anderen sind die anderen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Das war schon immer seine Haltung, nicht nur in den letzten Jahren!
So betrachtet ist es wirklich äußerst unglaubwürdig, wenn der Herr Bundeskanzler in den letzten Tagen dazu eine Haltung an den Tag legt, die ganz rigiden Widerstand zeigt gegen die Formulierung eines Verhandlungszieles – eines Verhandlungszieles, dem er selbst vor einigen Monaten zugestimmt hat. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Das war schon immer seine Haltung, nicht nur in den letzten Jahren!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Man kann ja g’scheiter werden!
Die Formulierung lautete, dass das Ziel der Verhandlungen ein Vollbeitritt der Türkei ist, aber offen ist, ob das jemals erreicht werden kann, denn da hat die Türkei noch sehr viel zu tun, und da hat auch die EU noch sehr viel zu tun. – Dieser Formulierung hat Bundeskanzler Schüssel noch vor einigen Monaten zugestimmt! – Heute aber sagt er: Nein, wir brauchen eine Alternative; diese muss hineingeschrieben werden! – Das ist unglaubwürdig! Das heißt, dass das Wort des österreichischen Bundeskanzlers nicht mehr gilt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Man kann ja g’scheiter werden!)
Abg. Dr. Spindelegger: Ganz im Gegenteil! Es werden österreichische Interessen vertreten!
Unserer Überzeugung nach ist es notwendig, an dieser Zielformulierung festzuhalten, und ich hoffe sehr, dass sich Österreich daran halten wird – noch dazu, wo wir in wenigen Monaten die EU-Präsidentschaft übernehmen werden! Das schaut doch sonst aus, als ob wir uns jetzt sozusagen ins europäische Schmollwinkerl stellen und nicht mitmachen würden. (Abg. Dr. Spindelegger: Ganz im Gegenteil! Es werden österreichische Interessen vertreten!) – Ein guter Dienst an Österreich und an der kommenden EU-Präsidentschaft ist es sicherlich nicht, wenn diese rigide Haltung beibehalten wird!
Beifall bei den Grünen.
In diesem Sinne erhoffe ich mir auch von der österreichischen Präsidentschaft Maßnahmen, die auch das thematisieren – und nicht nur eine Pflichtveranstaltung ohne Kür. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Viele der Freiheiten, die wir uns erkämpft haben, sind auch im Rahmen der Terrorismusbekämpfung heute evaluiert und in manchen Punkten auch zurückgeschraubt worden. Wir alle in den parlamentarischen Gesetzgebungskörperschaften werden aber auch darauf achten müssen, dass wir nicht einen überschießenden Polizeistaat auf der einen Seite einführen und damit den Terroristen auf der anderen Seite entgegenarbeiten, indem wir die Freiheit so weit einschränken, dass eine freiheitliche Gesellschaft schlussendlich dann doch unterminiert wird. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte mich in diesem Zusammenhang aber auch ausdrücklich bei jenen Kräften in Österreich bedanken, die präventiv in diesem Bereich tätig sind. Dazu gehört einmal das EKO Cobra im innerstaatlichen Bereich, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervorragend ausgebildet und geschult sind. Dazu gehört aber vor allem auch das österreichische Bundesheer mit seinen Truppen, die auch im Auslandseinsatz tätig sind und bewiesen haben – egal ob in Afghanistan, im Kosovo oder auf den Golanhöhen, als Beobachtungsoffiziere bei den Sahauris oder im Fernen Osten –, dass sie nicht nur Sicherheitsaufgaben wahrnehmen, sondern auch mit humanitären Projekten und Bildungsprojekten vor Ort daran arbeiten, Mittelstand, Wohlstand, Bildung und Ausbildung in jene Länder zu bringen, in denen der internationale Einsatz von Soldaten notwendig ist, um nach Bürgerkrieg, nach Krieg oder nach Terrorismus Frieden und Freiheit wiederherzustellen. – Ein herzliches Dankeschön an unsere Soldaten im In- und Ausland! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das, meine Damen und Herren, ist Prävention gegen Terrorismus, das ist das Aufbauen von Wohlstand, und das gibt jungen Menschen nach einem Krieg Hoffnung, damit sie eben nicht in die Fänge von Terroristen gelangen, sondern in eine Wohlfahrtsgesellschaft österreichischer Prägung kommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher: ein absolutes Ja zur Beschaffung unserer Abfangjäger, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich erinnere mich noch an Zeiten, als Abgeordnete dieses Hohen Hauses die Freigabe von Drogen ernsthaft diskutiert haben, hier in diesem Hohen Haus! Dazu muss gesagt werden: ein absoluter Stopp, ein absolutes Nein zu den Drogen und ihrem Handel, weil andernfalls Terroristen damit finanziert werden! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Broukal: Ich bin da!
Herr Kollege Parnigoni – er ist auch nicht im Saal (Abg. Broukal: Ich bin da!) –, Sie haben in Ihrer Rede London erwähnt. Ich habe mir dann die Frage gestellt: Wie war denn das damals, als wir hier im nationalen Parlament die Videoüberwachung diskutiert haben, im Sicherheitspolizeigesetz, mit Rechtsschutzinstrumentarien, wo war damals die Opposition? – Bitte, das ist Terrorismusbekämpfung! Sie von der Opposition haben damals aber nicht mitgestimmt. Die Londoner Attentate wären heute noch nicht aufgeklärt, hätten die Engländer nicht schon die Videoüberwachung ermöglicht! (Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Herr Kollege Parnigoni – er ist auch nicht im Saal (Abg. Broukal: Ich bin da!) –, Sie haben in Ihrer Rede London erwähnt. Ich habe mir dann die Frage gestellt: Wie war denn das damals, als wir hier im nationalen Parlament die Videoüberwachung diskutiert haben, im Sicherheitspolizeigesetz, mit Rechtsschutzinstrumentarien, wo war damals die Opposition? – Bitte, das ist Terrorismusbekämpfung! Sie von der Opposition haben damals aber nicht mitgestimmt. Die Londoner Attentate wären heute noch nicht aufgeklärt, hätten die Engländer nicht schon die Videoüberwachung ermöglicht! (Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir stehen dazu, auch wenn es national einmal kritisch und ernst wird, meine Damen und Herren. Und ich bitte Sie, nicht nur Lippenbekenntnisse abzugeben, sondern auch dann zur Sache zu stehen, wenn es wirklich auch auf Ihre Stimme ankommt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Genau diese Zusammenarbeit brauchen wir, um dem Terror ein für alle Mal Einhalt zu gebieten, wiewohl mir bewusst ist, dass es mit polizeilichen Mitteln allein nicht gehen wird. Wir müssen hier auf allen gesellschaftlichen Ebenen zusammenarbeiten, um dem Terrorismus das Wasser abzugraben und seine Wurzeln zu beseitigen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck – in Richtung SPÖ –: Die meisten sind gar nicht da!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn es um Fragen der inneren Sicherheit geht, um Fragen der Terrorismusbekämpfung, dann geht es auch um Datenschutz. Datenschutz steht in einem Spannungsverhältnis zwischen dem Schutz der Privatsphäre einerseits und der inneren Sicherheit andererseits. Ich glaube daher, dass man diese Probleme nur in einem europäischen Kontext gemeinsam wird lösen können – da gehe ich mit meinem Vorredner konform. Ich gehe allerdings mit ihm nicht konform bei seinen Untergriffen gegenüber der Opposition, genauso wenig kann ich konform gehen mit der Beleidigung durch den Bundeskanzler hier im österreichischen Nationalrat. Wir warten noch immer auf die Entschuldigung des Herrn Bundeskanzlers! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck – in Richtung SPÖ –: Die meisten sind gar nicht da!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Meine Damen und Herren! Wir brauchen in Europa ein neues Datenschutzrecht, das diesen Herausforderungen gerecht wird. Wir benötigen weiters Datenschutzkontrollbehörden. Datenschutz, der Schutz der Privatsphäre ist bei dieser innenpolitischen Diskussion als Grundrecht von uns zu verteidigen und mit den anderen Schutzgütern in Einklang zu bringen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Abg. Scheibner: Ihre Reden zeugen von Unwissenheit!
Ich kann Aussagen, die heute hier gekommen sind, wie: Wir brauchen die allgemeine Wehrpflicht und die Präsenzdiener, um Wiener U-Bahnen zu schützen!, einfach nicht ernst nehmen, denn Vorschläge oder Gedanken dieser Art haben eine enorme Unernsthaftigkeit und Unangemessenheit gegenüber den möglicherweise Betroffenen (Abg. Scheibner: Ihre Reden zeugen von Unwissenheit!), dass das unsere heutige Diskussion ad absurdum führt.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Man kann sie ja trotzdem diskutieren! Diskutieren kann man sie!
Frau Ministerin, ich habe diesbezüglich einen Aufschrei von Ihnen vermisst! – Ist Ihnen, Frau Ministerin, bewusst, dass die Europäische Menschenrechtskonvention in Österreich im Verfassungsrang steht (Abg. Dr. Partik-Pablé: Man kann sie ja trotzdem diskutieren! Diskutieren kann man sie!), dass die EMRK Teil unserer Verfassung ist? Ist Ihnen bewusst, dass der Schutz von Freiheitsrechten und Grundrechten etwas Elementares ist und dass jeder innerhalb der Europäischen Union vorgebrachte Vorschlag, die Europäische Menschenrechtskonvention zu relativieren – Kollege Peter Schieder hat das auch in seiner Rede angesprochen, aber nicht so konkret auf diesen Anlassfall bezogen –, mit größter Entschiedenheit zurückgewiesen werden muss? Denn, Frau Ministerin: Wenn wir hier von gemeinsamen Grundwerten innerhalb der Europäischen Union sprechen, dann sind damit genau jene gemeint, die in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgeschrieben sind. Und wenn uns der Schutz der gemeinsamen Grundwerte wirklich am Herzen liegt, dann muss es das vornehmste, das oberste Ziel österreichischer VertreterInnen in Gremien der Europäischen Union sein – und das war ja eines der höchsten Gremien –, sich für den Schutz dieser gemeinsamen Grundwerte einzusetzen. – Das haben wir vermisst, Frau Ministerin! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin, ich habe diesbezüglich einen Aufschrei von Ihnen vermisst! – Ist Ihnen, Frau Ministerin, bewusst, dass die Europäische Menschenrechtskonvention in Österreich im Verfassungsrang steht (Abg. Dr. Partik-Pablé: Man kann sie ja trotzdem diskutieren! Diskutieren kann man sie!), dass die EMRK Teil unserer Verfassung ist? Ist Ihnen bewusst, dass der Schutz von Freiheitsrechten und Grundrechten etwas Elementares ist und dass jeder innerhalb der Europäischen Union vorgebrachte Vorschlag, die Europäische Menschenrechtskonvention zu relativieren – Kollege Peter Schieder hat das auch in seiner Rede angesprochen, aber nicht so konkret auf diesen Anlassfall bezogen –, mit größter Entschiedenheit zurückgewiesen werden muss? Denn, Frau Ministerin: Wenn wir hier von gemeinsamen Grundwerten innerhalb der Europäischen Union sprechen, dann sind damit genau jene gemeint, die in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgeschrieben sind. Und wenn uns der Schutz der gemeinsamen Grundwerte wirklich am Herzen liegt, dann muss es das vornehmste, das oberste Ziel österreichischer VertreterInnen in Gremien der Europäischen Union sein – und das war ja eines der höchsten Gremien –, sich für den Schutz dieser gemeinsamen Grundwerte einzusetzen. – Das haben wir vermisst, Frau Ministerin! (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Daher ist dieser Kampf gegen den Terrorismus (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) – das ist mein Schlusssatz, Herr Präsident – ein Kampf, der nicht mit kriegerischen Mitteln, sondern mit zivilgesellschaftlichen und mit polizeilichen Mitteln zu führen ist. (Abg. Scheibner: Das allein reicht nicht aus!) Und dazu werden wir alle unsere Unterstützung leisten. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das allein reicht nicht aus!
Daher ist dieser Kampf gegen den Terrorismus (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) – das ist mein Schlusssatz, Herr Präsident – ein Kampf, der nicht mit kriegerischen Mitteln, sondern mit zivilgesellschaftlichen und mit polizeilichen Mitteln zu führen ist. (Abg. Scheibner: Das allein reicht nicht aus!) Und dazu werden wir alle unsere Unterstützung leisten. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher ist dieser Kampf gegen den Terrorismus (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) – das ist mein Schlusssatz, Herr Präsident – ein Kampf, der nicht mit kriegerischen Mitteln, sondern mit zivilgesellschaftlichen und mit polizeilichen Mitteln zu führen ist. (Abg. Scheibner: Das allein reicht nicht aus!) Und dazu werden wir alle unsere Unterstützung leisten. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Da muss sich aber Kollege Einem auch entschuldigen!
Was wollte ich noch sagen? – Und im Übrigen – das ist auch noch ganz, ganz wichtig – bin ich der Meinung, dass dem Herrn Bundeskanzler kein Zacken aus der Krone fallen würde, wenn er sich für die heutigen verbalen Entgleisungen entschuldigen würde. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Da muss sich aber Kollege Einem auch entschuldigen!)
Lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
den Bundeskanzler beleidigt, und kein Einziger ist auf die Idee gekommen, sich bei Gelegenheit beim Bundeskanzler zu entschuldigen! (Lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte nicht, dass durch den Applaus meine Redezeit verkürzt wird, denn als letzte Rednerin möchte ich zu einigen Redebeiträgen Stellung nehmen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.) – Frau Abgeordnete Stoisits! Stören Sie mich bitte nicht. Sie haben schon geredet.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe bei der ÖVP: Glawischnig!
Herr Abgeordneter Pilz – er ist leider nicht mehr im Saal – kommt, redet und geht wieder und ist dann den ganzen Tag nicht gesehen. Das ist sein Beitrag zum Parlamentarismus. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe bei der ÖVP: Glawischnig!)
Abg. Scheibner: Na vielleicht!
Herr Abgeordneter Pilz hat in gewohnter Manier Angst erzeugt, aber nicht Angst vor Terrorismus. Im Gegensatz zu allen anderen Österreichern, die Angst vor Terrorismus haben, fürchtet sich Herr Pilz offensichtlich nicht vor Terrorismus, sondern er hat Angst gemacht vor den staatlichen Maßnahmen gegen den Terrorismus. Herr Abgeordneter Pilz hat beispielsweise angeführt, dass er und seine Fraktion dagegen sind, dass die Gesprächsdaten, und zwar nicht die Gespräche selbst, sondern nur die Nummern von Anschlüssen, längere Zeit aufbewahrt werden und dass auf Ausweisen Fingerprints drauf sein sollen. Er hat das lächerlich gemacht. Er hat gesagt: Unter den armen Burgenländern oder armen Österreichern, wie auch immer, werden ja keine Terroristen sein! – Herr Pilz tut so, als wüsste er, wer die Terroristen sind oder wo man sie finden kann. (Abg. Scheibner: Na vielleicht!) Wir wissen es nicht, und deshalb muss man eben flächendeckend solche Maßnahmen wie Fingerprints oder das Aufbewahren von Gesprächsdaten setzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Abgeordneter Pilz hat in gewohnter Manier Angst erzeugt, aber nicht Angst vor Terrorismus. Im Gegensatz zu allen anderen Österreichern, die Angst vor Terrorismus haben, fürchtet sich Herr Pilz offensichtlich nicht vor Terrorismus, sondern er hat Angst gemacht vor den staatlichen Maßnahmen gegen den Terrorismus. Herr Abgeordneter Pilz hat beispielsweise angeführt, dass er und seine Fraktion dagegen sind, dass die Gesprächsdaten, und zwar nicht die Gespräche selbst, sondern nur die Nummern von Anschlüssen, längere Zeit aufbewahrt werden und dass auf Ausweisen Fingerprints drauf sein sollen. Er hat das lächerlich gemacht. Er hat gesagt: Unter den armen Burgenländern oder armen Österreichern, wie auch immer, werden ja keine Terroristen sein! – Herr Pilz tut so, als wüsste er, wer die Terroristen sind oder wo man sie finden kann. (Abg. Scheibner: Na vielleicht!) Wir wissen es nicht, und deshalb muss man eben flächendeckend solche Maßnahmen wie Fingerprints oder das Aufbewahren von Gesprächsdaten setzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Pilz hat gesagt, wir brauchen eine angemessene polizeiliche Tätigkeit. Aber was angemessen ist, das bestimmt Herr Pilz. Ich kann mich erinnern, seinerzeit hat Herr Pilz schon einmal gefordert, dass die Polizei entwaffnet wird. Und er hat auch verlangt, dass an den Grenzen Österreichs nicht Grenzpolizei Dienst machen soll, sondern Sozialarbeiter. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Also da kann man sich vorstellen, was Herr Pilz als angemessen bezeichnet.
Lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, einen Satz noch: Unsere Aufgabe in der Politik, in der nationalen und internationalen, ist es, für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen. Das ist unsere oberste Aufgabe. (Lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Im Saldo ist die EU als wissens- und forschungsbasierter Raum in der Eigendefinition natürlich etwas Positives und eine riesige Chance für Österreich. Selbst dieses EU-Gerichtshofsurteil sollte uns nicht davon abbringen, das so zu betrachten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek
Ich frage mich nur: Warum haben Sie nicht reagiert? Sicher trifft es auch vorangehende Regierungen, an denen die ÖVP (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek), Frau Kollegin Brinek, wenn ich mich nicht irre, ja beteiligt war. (Beifall bei den Grünen.) Seit Jahren haben Sie Vogel-Strauß-Politik betrieben. Es wurde auch verabsäumt, Argumente zu finden, die möglicherweise den EuGH-Entscheid beeinflusst oder verträglicher gemacht hätten.
Beifall bei den Grünen.
Ich frage mich nur: Warum haben Sie nicht reagiert? Sicher trifft es auch vorangehende Regierungen, an denen die ÖVP (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek), Frau Kollegin Brinek, wenn ich mich nicht irre, ja beteiligt war. (Beifall bei den Grünen.) Seit Jahren haben Sie Vogel-Strauß-Politik betrieben. Es wurde auch verabsäumt, Argumente zu finden, die möglicherweise den EuGH-Entscheid beeinflusst oder verträglicher gemacht hätten.
Beifall bei den Grünen.
Sie haben auch keine Vorschläge zu einer europäischen Lösung gemacht. Wenn ich das Argument der Bundesregierung höre, wir waren gezwungen, auf das Urteil zu warten, wir sind quasi nicht so blöd, uns schon vorher etwas zu überlegen, wenn wir das Gerichtshofsurteil nicht kennen, dann frage ich mich schon, was mit einer Rechtsanwaltskammer wäre. – Diese müsste sich ja auflösen, wenn sie sagen würde, wir werden mit Rechtsanwälten erst tätig, wenn das Urteil gesprochen wurde. Das ist auch wieder etwas an und für sich überhaupt nicht Verständliches. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.
Letztlich hat Ihr Nichthandeln oder nicht optimales Handeln – da bin ich schon sehr freundlich – dazu geführt, dass das Studienplatzangebot limitiert wird. Und dann sagen Sie jetzt den ZuhörerInnen und ZuseherInnen vor den Fernsehapparaten, ob sie wissen, dass Österreich neben Frankreich das einzige Land der OECD-Staaten ist, wo die Studierendenzahl im Jahr 2005 kleiner ist, geringer ist als 1999. Das ist auch ein Rekord, aber kein toller! (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.) – Frau Hakl, Sie werden mich da nicht korrigieren, lesen Sie die OECD-Berichte! Das ist dann auch ein Beitrag zur wissensbasierten Gesellschaft. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Letztlich hat Ihr Nichthandeln oder nicht optimales Handeln – da bin ich schon sehr freundlich – dazu geführt, dass das Studienplatzangebot limitiert wird. Und dann sagen Sie jetzt den ZuhörerInnen und ZuseherInnen vor den Fernsehapparaten, ob sie wissen, dass Österreich neben Frankreich das einzige Land der OECD-Staaten ist, wo die Studierendenzahl im Jahr 2005 kleiner ist, geringer ist als 1999. Das ist auch ein Rekord, aber kein toller! (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.) – Frau Hakl, Sie werden mich da nicht korrigieren, lesen Sie die OECD-Berichte! Das ist dann auch ein Beitrag zur wissensbasierten Gesellschaft. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
bewahrend sind, die Budgets stagnieren und sogar sinken? Und wenn schicksalhaft angenommen wird, dass es zu Studienplatzbeschränkungen und Zulassungshemmnissen kommen muss und zusätzlich gerade im Bereich der pädagogischen Hochschulen, die sehr viel mit Wissen, Erziehung und Bildung junger Leute zu tun haben, nur billiges politisches Kleingeld gehandelt wird, steht Innovation nicht zur Debatte, sondern nur das verräterische Wort „Blendwerk“ an der Tür der Bildungspolitik, und das dürfen und können Sie nicht wollen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Abgeordneter Grünewald, ich danke Ihnen, dass Sie gesagt haben, dass Sie nicht annehmen, dass ich die Studierenden entmutigen möchte. Da liegen Sie völlig richtig, aber wir sollten sie gemeinsam nicht entmutigen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Ich sage klar, es geht dabei nicht darum, dass Österreicher nur von Österreichern behandelt werden, sondern es geht darum, dass genügend junge Leute das Medizinstudium ergreifen können. Wenn man von einer jährlichen Zahl von Absolventen ausgeht, die derzeit bei etwa 1 200 liegt, wenn man dazurechnet, dass es etliche gibt, die auch wechseln, dann braucht man eben auch eine entsprechende Anfängerstudierendenzahl. Diese Anfängerstudierendenzahl zu erreichen, das ist die große Aufgabe, die wir uns im Rahmen der Europäischen Union für das nächste halbe Jahr gestellt haben. Und wir haben – das möchte ich schon sagen, Herr Kollege Grünewald – Vorbereitungen getroffen, aber die Konsequenzen haben wir gezogen, als das Urteil da war. Konsequenzen zu ziehen, bevor ein Urteil da ist, das halte ich für den völlig falschen Weg. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Abg. Dr. Jarolim: Sie hätten verhandeln müssen!
Wir haben intensiv daran gearbeitet, dass wir dann, wenn das Urteil kommt – Sie haben Recht, es ist zu einer sehr ungelegenen Zeit gekommen, wir haben versucht, es aufzuschieben, es war nicht möglich, Sie haben Recht, dass diese ungelegene Zeit der 7. Juli war ... (Abg. Dr. Jarolim: Sie hätten verhandeln müssen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – Abg. Mag. Wurm: Alles Männer!
Ich glaube, wir sollten auch die Rektoren nicht so hinstellen, als ob sie sich nicht um ihre Universitäten kümmern würden. Wir haben 21 tüchtige Rektoren, die sich bestens um die Universitäten kümmern, und dafür möchte ich mich auch bedanken (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – Abg. Mag. Wurm: Alles Männer!), 21 Rektoren, die das neue Universitätsgesetz implementiert haben, die mit viel Fingerspitzengefühl unsere Universitäten in selbständige Einrichtungen verwandelt haben.
Abg. Dr. Grünewald: Hierarchien und so weiter!
Ich weiß, dass das vielen Damen und Herren von der Opposition ein Dorn im Auge ist, und ich stelle manchmal eigentlich mit Erschrecken fest, dass sie entsetzlich strukturkonservativ sind, weil sie immer noch die alten Strukturen wollen, weil sie immer noch wollen, dass nach alten Modalitäten gearbeitet wird. (Abg. Dr. Grünewald: Hierarchien und so weiter!) Wir wollen diese modernen, selbständigen Universitäten und wir haben damit in Europa ein Zeichen gesetzt. Wir haben ein Zeichen gesetzt für ein neues Universitätsgesetz, das in vielen Ländern als sehr fortschrittlich und als Zukunftsweg für die europäischen Hochschulen gesehen wird.
Abg. Dr. Grünewald: Ja!
Meine Damen und Herren! Natürlich ist es ein Ziel im Universitätsbereich, vielen jungen Menschen aus anderen Ländern das Studium bei uns zu ermöglichen. (Abg. Dr. Grünewald: Ja!) Schauen Sie an die Musikuniversitäten: Da sind bis zu 40 Prozent Studierende aus anderen Ländern, und wir freuen uns darüber. Genauso muss es uns aber ein gemeinsames Ziel sein, den jungen Menschen, die wirklich mit Liebe und Leidenschaft Medizin studieren wollen, dieses Studium auch zu ermöglichen. (Abg. Mandak: Ja eh!)
Abg. Mandak: Ja eh!
Meine Damen und Herren! Natürlich ist es ein Ziel im Universitätsbereich, vielen jungen Menschen aus anderen Ländern das Studium bei uns zu ermöglichen. (Abg. Dr. Grünewald: Ja!) Schauen Sie an die Musikuniversitäten: Da sind bis zu 40 Prozent Studierende aus anderen Ländern, und wir freuen uns darüber. Genauso muss es uns aber ein gemeinsames Ziel sein, den jungen Menschen, die wirklich mit Liebe und Leidenschaft Medizin studieren wollen, dieses Studium auch zu ermöglichen. (Abg. Mandak: Ja eh!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich plädiere nach wie vor dafür, dass die Verantwortung für den Bildungsbereich in der Hand der einzelnen Mitgliedstaaten bleibt. Ich möchte diese Zuständigkeit und diese Agenda im Bildungsbereich nicht an die Kommission oder an die Europäische Union abgeben. – Das muss nationalstaatliches Recht bleiben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Das ist auch eine Frage des Geldes!
Aber ich habe eine große Bitte an alle, die im Universitätsbereich Verantwortung tragen: Bitte malen Sie nicht Szenarien an die Wand, die junge Leute entmutigen könnten! Malen Sie nicht Szenarien an die Wand, die die Verantwortlichen an den Universitäten demotivieren! (Abg. Mag. Wurm: Das ist auch eine Frage des Geldes!) – Es ist keine Frage des Geldes, Frau Kollegin! Es gibt in 162 Studienbereichen genügend Studienplätze. Es gibt auch in den Bereichen Publizistik oder BWL genügend Studienplätze.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir werden alles daransetzen, dass genügend Österreicher und Österreicherinnen studieren können. Wir werden die Zahlen im November auf den Tisch legen, und ich bin dann dankbar für die Unterstützung des Hohen Hauses, damit wir eine gute Lösung für die jungen Menschen in Österreich erreichen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Dr. Wolfgang Zinggl (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Ministerin! Dass Sie erst nach einem EuGH-Urteil besser Konsequenzen ziehen können, das ist schon richtig und klar, aber Sie haben gewusst, dass dieses EuGH-Urteil kommt, und Sie hätten sich besser darauf vorbereiten können. Sie hätten die bilateralen Gespräche, die Sie etwa mit Deutschland nach dem EuGH-Urteil geführt haben, auch vorher führen können. Sie hätten mit dem Kommissär schon vor dem Urteil sprechen können, und nicht erst nachher! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.
Ein kleines Detail am Rande: Österreich hat gemäß OECD-Berichten 14 Prozent an AkademikerInnen. – Das senkt den Schnitt Europas natürlich gewaltig. Wir sind sozusagen an diesem schlechten Schnitt Europas mit schuld. Dagegen muss natürlich etwas getan werden. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Bei der Hochschuldebatte! Das ist primitiv, das Argument! Oder können Sie nicht anders?
Sie wissen, dass wir Grüne 800 Millionen € mehr für die Universitäten verlangen. – Das ist also weniger als ein Drittel dieses Betrages. Trotzdem schütteln Sie von der Regierung den Kopf, und es ist Ihnen viel zu viel. Für die Eurofighter hätten wir allerdings genug Geld! Also, ich bin der Meinung, als Investition in die Zukunft wäre das die bessere Geldanlage. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Bei der Hochschuldebatte! Das ist primitiv, das Argument! Oder können Sie nicht anders?)
Abg. Lentsch: Geht es uns schlecht!
Meine Damen und Herren! Wenn es nach dem Studium so geringe Chancen gibt, Arbeit zu finden, wie bei uns in Österreich (Abg. Lentsch: Geht es uns schlecht!), dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass junge Menschen es sich zweimal überlegen, ob sie sich fünf Jahre durch irgendwelche Seminare quälen, in irgendwelchen Labors stehen und sich in den Büchern verkriechen, wenn danach, wenn sie fertig sind, genau das Gleiche rauskommt, wie wenn sie das nicht gemacht hätten. (Abg. Lentsch: Ein Jammertal!) Das ist also auch ein guter Grund dafür, die Hochschulpolitik zu ändern.
Abg. Lentsch: Ein Jammertal!
Meine Damen und Herren! Wenn es nach dem Studium so geringe Chancen gibt, Arbeit zu finden, wie bei uns in Österreich (Abg. Lentsch: Geht es uns schlecht!), dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass junge Menschen es sich zweimal überlegen, ob sie sich fünf Jahre durch irgendwelche Seminare quälen, in irgendwelchen Labors stehen und sich in den Büchern verkriechen, wenn danach, wenn sie fertig sind, genau das Gleiche rauskommt, wie wenn sie das nicht gemacht hätten. (Abg. Lentsch: Ein Jammertal!) Das ist also auch ein guter Grund dafür, die Hochschulpolitik zu ändern.
Abg. Dr. Wolfmayr: Das ist in Arbeit, Herr Zinggl! Das machen wir erst!
Nehmen wir zum Beispiel Graz: Ich weiß nicht, ob Ihnen bekannt ist, dass die Schule für Dichtung seit vielen Jahren so etwas wie eine universitäre Einrichtung in Graz installieren möchte, und zwar ohne Erfolg. (Abg. Dr. Wolfmayr: Das ist in Arbeit, Herr Zinggl! Das machen wir erst!) Dabei wäre das genau eine Lücke in der gesamten Ausbildungslandschaft, die Graz eine hervorragende Reputation im deutschsprachigen Raum schaffen würde.
Abg. Dr. Wolfmayr: Aber nein!
Was wird daraus? – Nichts! Es wird nichts gemacht, weil wir möglicherweise sogar Angst haben, dass dann noch mehr Deutsche nach Österreich kommen könnten, weil so ein Institut in Deutschland und auch sonst nirgendwo existiert. (Abg. Dr. Wolfmayr: Aber nein!)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Um das abzuschließen, möchte ich sagen: Wir brauchen eine gemeinsame Hochschulpolitik. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Ich trage zum Abschluss noch – daher entschuldigen Sie, Herr Präsident – folgenden Entschließungsantrag vor:
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei den Grünen: ... sehr viel dazu gesagt!
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Herr Bundeskanzler! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich würde eigentlich gerne wieder zur europäischen Dimension unserer Debatte zurückkehren und damit Österreich ins rechte Licht rücken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei den Grünen: ... sehr viel dazu gesagt!)
Abg. Dr. Grünewald: Nicht grundlos sind wir im 21. Jahrhundert!
Erfreulich ist die Entwicklung auch, wenn Sie sich die Studierendenzahlen in Österreich vergegenwärtigen, und es ist auch erfreulich, dass wir jenen Punkt überschritten haben, der noch im 20. Jahrhundert galt, nämlich dass Studieren ein Minderheitenprogramm für solche ist, die es sich ökonomisch leisten können oder die dem Namen ihrer Familie oder ihrer Tradition verpflichtet waren. (Abg. Dr. Grünewald: Nicht grundlos sind wir im 21. Jahrhundert!) – Ich habe gesagt, bis dorthin war es ein Minderheitenprogramm; wir haben dieses überwunden.
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Wir alle, geschätzte Kollegen auch der Opposition, waren bei der Tagung in der Veterinärmedizin-Uni, dem Symposion der Rektorenkonferenz, und ab da haben wir gewusst, es wird wohl in die Richtung von Zugangsregulierungen gehen. Warum? – Weil ganz Europa – damals waren es 24 von 25 Ländern, wir als einziges Land nicht – Zugangsbeschränkungen und Zugangsregulierungen kannten und praktizierten. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Dr. Grünewald: Das sagt ja niemand!
Daher, geschätzte Herren von der Opposition, ist es nicht sinnvoll, für Medizin, Psychologie, BWL, Pharmazie, Biologie einheitliche, österreichweite Zugangsregulierungen zu schaffen. (Abg. Dr. Grünewald: Das sagt ja niemand!) – Das haben auch Sie gesagt, geschätzter Herr Kollege! (Abg. Dr. Grünewald: Nein!) – So ist es: dass es keine Übersicht gibt und dass die Ministerin sich für einheitliche Regulierungen und Regelungen stark machen solle. – Aber: Das ist nicht sinnvoll.
Abg. Dr. Grünewald: Nein!
Daher, geschätzte Herren von der Opposition, ist es nicht sinnvoll, für Medizin, Psychologie, BWL, Pharmazie, Biologie einheitliche, österreichweite Zugangsregulierungen zu schaffen. (Abg. Dr. Grünewald: Das sagt ja niemand!) – Das haben auch Sie gesagt, geschätzter Herr Kollege! (Abg. Dr. Grünewald: Nein!) – So ist es: dass es keine Übersicht gibt und dass die Ministerin sich für einheitliche Regulierungen und Regelungen stark machen solle. – Aber: Das ist nicht sinnvoll.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Einen Entschließungsantrag bringt dann noch Frau Kollegin Bleckmann ein. Da bitte ich Sie alle um Ihre Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Broukal: 10 Minuten? Herr Präsident!
Präsident Dr. Andreas Khol: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Broukal ans Rednerpult. Seine Redezeit: 10 Minuten. – Sie sind am Wort, Herr Kollege. (Abg. Broukal: 10 Minuten? Herr Präsident!) Das ist der mir mitgeteilte Wunsch. (Abg. Broukal – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das ist ein Pfund, mit dem ich nicht wuchern werde!)
Abg. Broukal – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das ist ein Pfund, mit dem ich nicht wuchern werde!
Präsident Dr. Andreas Khol: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Broukal ans Rednerpult. Seine Redezeit: 10 Minuten. – Sie sind am Wort, Herr Kollege. (Abg. Broukal: 10 Minuten? Herr Präsident!) Das ist der mir mitgeteilte Wunsch. (Abg. Broukal – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das ist ein Pfund, mit dem ich nicht wuchern werde!)
Abg. Steibl: Das war sehr gescheit und sehr kompetent!
Wenn ich mir angehört habe, was Kollegin Brinek gerade gesagt hat (Abg. Steibl: Das war sehr gescheit und sehr kompetent!): Sie hat das gesagt, was für die ÖVP bis vorgestern gegolten hat, aber nicht das, was Frau Ministerin Gehrer heute Vormittag gesagt hat. Entweder sind alle bisherigen Vorschläge EU-widrig, oder es ist das richtig, was Frau Gehrer heute Vormittag in einer Pressekonferenz gesagt hat, nämlich dass es fünf von Europarechtlern entwickelte Möglichkeiten gibt, neue Beschränkungen für ausländische Studienwerber in den medizinischen Fächern einzuführen, die aber einer kritischen Beurteilung durch den EuGH standhalten, und dass man parallel dazu versuchen sollte, ob es nicht auch – abgesehen vom Gerichtsverfahren – eine politische Lösung geben kann, die sozusagen die Rechtsgrundlage verändert, auf der der EuGH urteilt oder zu Urteilen gezwungen wird, wenn er angerufen wird.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Frau Kollegin Brinek, darf ich Sie bitten – wir sprechen doch sonst eigentlich immer sehr gut miteinander –, können Sie einmal aufhören, mir zu unterstellen, dass ich gefordert habe, dass beim Europäischen Gerichtshof interveniert werde! Wenn ich etwas in den Raum gestellt habe damals im April – und es sind genug lebende Zeugen dieser Veranstaltung hier –, dann war es das, dass ich schon damals gefordert habe, was ja für jeden denkenden Menschen auf der Hand liegt, nämlich dass man, wenn man sieht, so etwas kommt auf einen zu, das tut, was jeder einem Gerichtsverfahren Ausgesetzte macht: Schauen, ob es eine gütliche Lösung gibt, schauen, ob ich verhindern kann, dass es zu diesem Urteil kommt. Nicht indem ich bei Richtern interveniere – für wie blöd halten Sie mich eigentlich?! –, sondern indem ich bei jenen interveniere, die die Gesetze und Bestimmungen machen, die die Richter dann zu beurteilen haben. Bitte! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Sind Sie Akademiker?
Also ich denke mir, manchmal sollten wir auch ein gewisses akademisches Niveau der Auseinandersetzung wahren. Das gilt nicht nur für Sie, das gilt auch für mich. Selbstverständlich. (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Sind Sie Akademiker?) Was ist das für eine Frage? (Abg. Großruck: Sie können da nicht mitreden! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ob ich Akademiker bin? Nein, ich bin ein Drop-out. Mein akademischer Titel ist „Mag. Drop-out“. Das hat mich nicht gehindert, einen sehr erfolgreichen Lebensweg zu gehen (Abg. Großruck – in Richtung der hinteren Bankreihen der ÖVP –: Die sind auch sehr erfolgreich! – Einige ÖVP-Abgeordnete aus den hinteren Bankreihen zeigen auf, offensichtlich um zu signalisieren, dass auch sie keine Akademiker sind.) Ich frage mich seit Jahren: Wann wird mich der erste ÖVP-ler fragen, ob ich Akademiker bin? Diese Rose gehört Ihnen. Gratuliere! Blödeste Frage des Tages. Vielen Dank! (Beifall bei der SPÖ.) Nebenbei gefragt: Sind Sie Akademiker? – Auch nicht. Hoi! Sind wir schon zwei. Gehen wir einen trinken! Das passt mir.
Abg. Großruck: Sie können da nicht mitreden! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Also ich denke mir, manchmal sollten wir auch ein gewisses akademisches Niveau der Auseinandersetzung wahren. Das gilt nicht nur für Sie, das gilt auch für mich. Selbstverständlich. (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Sind Sie Akademiker?) Was ist das für eine Frage? (Abg. Großruck: Sie können da nicht mitreden! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ob ich Akademiker bin? Nein, ich bin ein Drop-out. Mein akademischer Titel ist „Mag. Drop-out“. Das hat mich nicht gehindert, einen sehr erfolgreichen Lebensweg zu gehen (Abg. Großruck – in Richtung der hinteren Bankreihen der ÖVP –: Die sind auch sehr erfolgreich! – Einige ÖVP-Abgeordnete aus den hinteren Bankreihen zeigen auf, offensichtlich um zu signalisieren, dass auch sie keine Akademiker sind.) Ich frage mich seit Jahren: Wann wird mich der erste ÖVP-ler fragen, ob ich Akademiker bin? Diese Rose gehört Ihnen. Gratuliere! Blödeste Frage des Tages. Vielen Dank! (Beifall bei der SPÖ.) Nebenbei gefragt: Sind Sie Akademiker? – Auch nicht. Hoi! Sind wir schon zwei. Gehen wir einen trinken! Das passt mir.
Abg. Großruck – in Richtung der hinteren Bankreihen der ÖVP –: Die sind auch sehr erfolgreich! – Einige ÖVP-Abgeordnete aus den hinteren Bankreihen zeigen auf, offensichtlich um zu signalisieren, dass auch sie keine Akademiker sind.
Also ich denke mir, manchmal sollten wir auch ein gewisses akademisches Niveau der Auseinandersetzung wahren. Das gilt nicht nur für Sie, das gilt auch für mich. Selbstverständlich. (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Sind Sie Akademiker?) Was ist das für eine Frage? (Abg. Großruck: Sie können da nicht mitreden! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ob ich Akademiker bin? Nein, ich bin ein Drop-out. Mein akademischer Titel ist „Mag. Drop-out“. Das hat mich nicht gehindert, einen sehr erfolgreichen Lebensweg zu gehen (Abg. Großruck – in Richtung der hinteren Bankreihen der ÖVP –: Die sind auch sehr erfolgreich! – Einige ÖVP-Abgeordnete aus den hinteren Bankreihen zeigen auf, offensichtlich um zu signalisieren, dass auch sie keine Akademiker sind.) Ich frage mich seit Jahren: Wann wird mich der erste ÖVP-ler fragen, ob ich Akademiker bin? Diese Rose gehört Ihnen. Gratuliere! Blödeste Frage des Tages. Vielen Dank! (Beifall bei der SPÖ.) Nebenbei gefragt: Sind Sie Akademiker? – Auch nicht. Hoi! Sind wir schon zwei. Gehen wir einen trinken! Das passt mir.
Beifall bei der SPÖ.
Also ich denke mir, manchmal sollten wir auch ein gewisses akademisches Niveau der Auseinandersetzung wahren. Das gilt nicht nur für Sie, das gilt auch für mich. Selbstverständlich. (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Sind Sie Akademiker?) Was ist das für eine Frage? (Abg. Großruck: Sie können da nicht mitreden! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ob ich Akademiker bin? Nein, ich bin ein Drop-out. Mein akademischer Titel ist „Mag. Drop-out“. Das hat mich nicht gehindert, einen sehr erfolgreichen Lebensweg zu gehen (Abg. Großruck – in Richtung der hinteren Bankreihen der ÖVP –: Die sind auch sehr erfolgreich! – Einige ÖVP-Abgeordnete aus den hinteren Bankreihen zeigen auf, offensichtlich um zu signalisieren, dass auch sie keine Akademiker sind.) Ich frage mich seit Jahren: Wann wird mich der erste ÖVP-ler fragen, ob ich Akademiker bin? Diese Rose gehört Ihnen. Gratuliere! Blödeste Frage des Tages. Vielen Dank! (Beifall bei der SPÖ.) Nebenbei gefragt: Sind Sie Akademiker? – Auch nicht. Hoi! Sind wir schon zwei. Gehen wir einen trinken! Das passt mir.
Abg. Dr. Brinek: Da gibt es auch eine Klarstellung, Herr Kollege!
Es ist unglaublich, was in den letzten Tagen alle politischen Parteien und Mandatare aus allen Bundesländern, in denen es Universitäten gibt, an E-Mails erreicht hat, in denen haarsträubende Dinge berichtet werden. Wenn junge Menschen, die sich viele Jahre darauf gefreut haben, Medizin studieren zu können, die seit Jahren beim Roten Kreuz mitarbeiten, die sich in ihrer Freizeit ausbilden lassen, dann einfach Ende Juli einen Bescheid bekommen: Du bist es nicht!, obwohl sie ein Maturazeugnis mit der Idealnote 1,0 haben, wenn diese Menschen dann zwei Monate darauf warten, ob sie die Möglichkeit bekommen werden, gegen so einen Bescheid zu berufen, und die Universität ihnen dann schreibt, der Bescheid wird innerhalb der nächsten sechs Monate kommen – schmecks, Kropferter! –, dann zeigt sich (Abg. Dr. Brinek: Da gibt es auch eine Klarstellung, Herr Kollege!), dass die Autonomie offensichtlich eine Voraussetzung nicht hat, nämlich dass die Leute, die sie auszuführen haben, von Ihren Beamten genügend geschult und unterrichtet sind in den österreichischen Gesetzen, insbesondere im Allgemeinen Verwaltungsgesetz. Das ist einfach nicht zulässig, Menschen zu sagen: Den Bescheid kriegst du in sechs Monaten. Geh dich brausen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es ist unglaublich, was in den letzten Tagen alle politischen Parteien und Mandatare aus allen Bundesländern, in denen es Universitäten gibt, an E-Mails erreicht hat, in denen haarsträubende Dinge berichtet werden. Wenn junge Menschen, die sich viele Jahre darauf gefreut haben, Medizin studieren zu können, die seit Jahren beim Roten Kreuz mitarbeiten, die sich in ihrer Freizeit ausbilden lassen, dann einfach Ende Juli einen Bescheid bekommen: Du bist es nicht!, obwohl sie ein Maturazeugnis mit der Idealnote 1,0 haben, wenn diese Menschen dann zwei Monate darauf warten, ob sie die Möglichkeit bekommen werden, gegen so einen Bescheid zu berufen, und die Universität ihnen dann schreibt, der Bescheid wird innerhalb der nächsten sechs Monate kommen – schmecks, Kropferter! –, dann zeigt sich (Abg. Dr. Brinek: Da gibt es auch eine Klarstellung, Herr Kollege!), dass die Autonomie offensichtlich eine Voraussetzung nicht hat, nämlich dass die Leute, die sie auszuführen haben, von Ihren Beamten genügend geschult und unterrichtet sind in den österreichischen Gesetzen, insbesondere im Allgemeinen Verwaltungsgesetz. Das ist einfach nicht zulässig, Menschen zu sagen: Den Bescheid kriegst du in sechs Monaten. Geh dich brausen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ein besonders bedauernswerter Fall aus Oberösterreich ist der eines jungen Zivildieners, der im Spital von Vöcklabruck arbeitet und am ersten Anmeldetag deshalb nicht nach Innsbruck fahren konnte, weil er im Spital Dienst hatte. Und diesen Leuten sagt man dann: Zu spät! Pech gehabt! Gilt alles nicht. – Ich bitte Sie also, helfen Sie auch diesen Leuten! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
und die FPÖ beziehungsweise das BZÖ den Wagemut gepachtet hätten. (Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich kann Ihnen sagen: Ja, wir sind strukturkonservativ. Wir wollen nicht, dass die Mitbestimmung der Studierenden beschnitten wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Wir wollen nicht, dass die jungen und mittleren akademischen Lehrerinnen und Lehrer aus einer Mitbestimmung, die sie jahrzehntelang hatten, nie missbrauchten, sondern, ganz im Gegenteil, zum Wohle der Universitäten ausgeübt haben, mit Federstrich gestrichen werden, wie Sie das vor zwei Jahren gemacht haben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Und wir wollen nicht, dass die österreichischen Universitäten durch dem Wert nach immer geringere Budgets von Jahr zu Jahr einem Stresstest unterworfen werden, dem sie nicht mehr gewachsen sind. Ja, da sind wir strukturkonservativ! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Und ich kündige Ihnen an: Wir sind so strukturkonservativ, dass wir all das, was Sie an Mitbestimmung im UG 2002 beseitigt haben, wieder einführen werden, und wir sind so strukturkonservativ, dass wir dafür sorgen werden, dass die Universitäten jene 300 Millionen € mehr bekommen, die sie Jahr für Jahr brauchen würden, um funktionieren zu können, um dann vielleicht auch 50 Südtiroler MaturantInnen noch aufnehmen zu können oder zehn junge Leute, die beim Roten Kreuz arbeiten und deswegen einen Anmeldetermin an der Medizinuniversität Innsbruck versäumen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Noch ein Wort zu Innsbruck – ich will es hier ganz offiziell gesagt haben, damit es dann nicht wieder heißt, wir haben es nicht gewusst –: Die Universität Innsbruck ist der irrigen Meinung, dass sie neben der Zugangsbeschränkung in Betriebswirtschaftslehre auch in drei weiteren volkswirtschaftlichen Fächern Zugangsbeschränkungen einführen darf. Bitte, Herr Sektionschef, bitte, Frau Ministerin, klären Sie die Universität Innsbruck heute noch auf: Das ist nämlich gesetzwidrig. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Broukal: Kollege Jarolim wird ihn einbringen!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Kollege Broukal, mir liegt ein Entschließungsantrag vor, den Sie eigentlich einbringen wollten. Den haben Sie nicht eingebracht. (Abg. Broukal: Kollege Jarolim wird ihn einbringen!) Sie geben die Stafette weiter. Gut.
Abg. Broukal: Wer sagt das?
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Herr Broukal, ist es zulässig, zu sagen: Nicht jeder Student hat das Recht auf ein beliebiges Studium, wir haben heuer nur Platz für 500 Leute, ihr kommt nächstes Jahr dran!? – Kollege Broukal, ist es zulässig, das zu sagen? (Abg. Broukal: Wer sagt das?) Ist es zulässig?
Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.
Herr Kollege Broukal, Sie wollen keine Antwort geben. Vielleicht erinnern Sie sich, es ist Ihr Zitat. (Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.) Sie selber haben in einem Interview gesagt: Nicht jeder Student hat das Recht auf ein beliebiges Studium. Wir haben heuer nur Platz für 500 Leute. Ihr kommt nächstes Jahr dran. Es ist das Recht der Universitäten, das zu sagen. (Abg. Broukal: Welche Universität sagt das?) Das haben Sie selber gesagt. Das war vor zwei Jahren, aber interessiert Sie das, was Sie vor zwei Jahren gesagt haben? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich verstehe schon, Sie wechseln Ihre Meinung wie Ihre Schuhe, je nachdem, was gerade opportun ist, Herr Kollege Broukal. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Broukal: Ich habe auch immer
Abg. Broukal: Welche Universität sagt das?
Herr Kollege Broukal, Sie wollen keine Antwort geben. Vielleicht erinnern Sie sich, es ist Ihr Zitat. (Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.) Sie selber haben in einem Interview gesagt: Nicht jeder Student hat das Recht auf ein beliebiges Studium. Wir haben heuer nur Platz für 500 Leute. Ihr kommt nächstes Jahr dran. Es ist das Recht der Universitäten, das zu sagen. (Abg. Broukal: Welche Universität sagt das?) Das haben Sie selber gesagt. Das war vor zwei Jahren, aber interessiert Sie das, was Sie vor zwei Jahren gesagt haben? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich verstehe schon, Sie wechseln Ihre Meinung wie Ihre Schuhe, je nachdem, was gerade opportun ist, Herr Kollege Broukal. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Broukal: Ich habe auch immer
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Broukal, Sie wollen keine Antwort geben. Vielleicht erinnern Sie sich, es ist Ihr Zitat. (Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.) Sie selber haben in einem Interview gesagt: Nicht jeder Student hat das Recht auf ein beliebiges Studium. Wir haben heuer nur Platz für 500 Leute. Ihr kommt nächstes Jahr dran. Es ist das Recht der Universitäten, das zu sagen. (Abg. Broukal: Welche Universität sagt das?) Das haben Sie selber gesagt. Das war vor zwei Jahren, aber interessiert Sie das, was Sie vor zwei Jahren gesagt haben? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich verstehe schon, Sie wechseln Ihre Meinung wie Ihre Schuhe, je nachdem, was gerade opportun ist, Herr Kollege Broukal. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Broukal: Ich habe auch immer
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Jawohl, so ist es!
„Niemand, der eine österreichische Schule verlässt, soll klüger sein als sie selbst“, wirft Herr Dr. Gusenbauer der Frau Minister Gehrer vor. Und er meint weiter: Das ist offensichtlich das Primat ihrer Politik. Ich habe den Eindruck, so Gusenbauer weiter, dass wir mit dieser Messlatte die internationalen Herausforderungen nicht bestehen werden. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Jawohl, so ist es!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Damit unterstellt Herr Dr. Gusenbauer der Frau Ministerin, dass sie nicht klug genug sei, weil sie keinen akademischen Titel hat. Das bringt er damit hinüber, das ist das, was er damit sagt. Das ist kein Niveau! Dann dürften Sie, Herr Broukal, ohne akademischen Titel nicht einmal „Piep!“ zu einer Wissenschaftsdiskussion sagen, wenn es nach dem geht, wie Ihr Dr. Gusenbauer die Messlatte bei dieser Diskussion legt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist die Partei der Chancengleichheit! Da zeigt sich ihr wahres Gesicht!
Das es ist, wie Sie und auch die Kollegen von der grünen Seite heute hier zu diesem Thema diskutieren. Es wird hier Panikmache betrieben, es wird Verunsicherung geschürt während der ganzen Inskriptionsfrist, Sie malen alles schwarz. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist die Partei der Chancengleichheit! Da zeigt sich ihr wahres Gesicht!) Der Kollege Zinggl sagt, es sei so schrecklich, hier zu studieren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Die Studenten kriegen sowieso alle keine Studienplätze, und nach dem Studium haben sie sowieso alle keine Jobs. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das war Ihr Zitat. Sie haben das so gesagt. Na wie schrecklich ist das! Sie wollen ja allen Studenten, die studieren wollen, sagen: Hört lieber auf zu studieren, weil es so furchtbar ist! So bringen Sie das ja hinüber. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Das es ist, wie Sie und auch die Kollegen von der grünen Seite heute hier zu diesem Thema diskutieren. Es wird hier Panikmache betrieben, es wird Verunsicherung geschürt während der ganzen Inskriptionsfrist, Sie malen alles schwarz. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist die Partei der Chancengleichheit! Da zeigt sich ihr wahres Gesicht!) Der Kollege Zinggl sagt, es sei so schrecklich, hier zu studieren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Die Studenten kriegen sowieso alle keine Studienplätze, und nach dem Studium haben sie sowieso alle keine Jobs. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das war Ihr Zitat. Sie haben das so gesagt. Na wie schrecklich ist das! Sie wollen ja allen Studenten, die studieren wollen, sagen: Hört lieber auf zu studieren, weil es so furchtbar ist! So bringen Sie das ja hinüber. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Das es ist, wie Sie und auch die Kollegen von der grünen Seite heute hier zu diesem Thema diskutieren. Es wird hier Panikmache betrieben, es wird Verunsicherung geschürt während der ganzen Inskriptionsfrist, Sie malen alles schwarz. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist die Partei der Chancengleichheit! Da zeigt sich ihr wahres Gesicht!) Der Kollege Zinggl sagt, es sei so schrecklich, hier zu studieren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Die Studenten kriegen sowieso alle keine Studienplätze, und nach dem Studium haben sie sowieso alle keine Jobs. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das war Ihr Zitat. Sie haben das so gesagt. Na wie schrecklich ist das! Sie wollen ja allen Studenten, die studieren wollen, sagen: Hört lieber auf zu studieren, weil es so furchtbar ist! So bringen Sie das ja hinüber. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Das es ist, wie Sie und auch die Kollegen von der grünen Seite heute hier zu diesem Thema diskutieren. Es wird hier Panikmache betrieben, es wird Verunsicherung geschürt während der ganzen Inskriptionsfrist, Sie malen alles schwarz. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist die Partei der Chancengleichheit! Da zeigt sich ihr wahres Gesicht!) Der Kollege Zinggl sagt, es sei so schrecklich, hier zu studieren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Die Studenten kriegen sowieso alle keine Studienplätze, und nach dem Studium haben sie sowieso alle keine Jobs. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das war Ihr Zitat. Sie haben das so gesagt. Na wie schrecklich ist das! Sie wollen ja allen Studenten, die studieren wollen, sagen: Hört lieber auf zu studieren, weil es so furchtbar ist! So bringen Sie das ja hinüber. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Matznetter, der vierte Zwischenruf von der vorletzten Bank! – Bitte, Frau Kollegin. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (fortsetzend): In der gesamten OECD belegt Österreich den dritten Platz. – Er sitzt leider so weit hinten, das ist das Problem. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist sein Problem. Völlig richtig. (Abg. Dr. Matznetter – auf dem Weg in die erste Bankreihe –: Ich habe kein Problem damit! Haben Sie ein Problem damit, Frau Kollegin?) Kollege Matznetter, setzen Sie sich vorne hin! Aber Sie wissen ja, dass Sie da dann keine Zwischenrufe machen dürfen, sondern nur von Ihrem Platz.
Abg. Dr. Matznetter – auf dem Weg in die erste Bankreihe –: Ich habe kein Problem damit! Haben Sie ein Problem damit, Frau Kollegin?
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (fortsetzend): In der gesamten OECD belegt Österreich den dritten Platz. – Er sitzt leider so weit hinten, das ist das Problem. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist sein Problem. Völlig richtig. (Abg. Dr. Matznetter – auf dem Weg in die erste Bankreihe –: Ich habe kein Problem damit! Haben Sie ein Problem damit, Frau Kollegin?) Kollege Matznetter, setzen Sie sich vorne hin! Aber Sie wissen ja, dass Sie da dann keine Zwischenrufe machen dürfen, sondern nur von Ihrem Platz.
Abg. Dr. Matznetter: Jetzt ist sie aus dem Konzept geraten! Das ist auch schlecht! Frau Kollegin, Sie waren woanders vorher!
In der OECD belegt Österreich den dritten Platz, wenn es um die Attraktivität des Universitätsstandortes geht. (Abg. Dr. Matznetter: Jetzt ist sie aus dem Konzept geraten! Das ist auch schlecht! Frau Kollegin, Sie waren woanders vorher!) Also wenn unsere Ausbildung so schlecht ist, die Studenten dort so schlecht behandelt werden und dann keinen Job kriegen, dann frage ich mich, warum wir so beliebt sind und warum ausländische Studenten so gerne zu uns kommen. (Abg. Dr. Matznetter:
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Gusenbauer: Wofür? Wofür denn? – Abg. Dr. Matznetter – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Weil ich nicht auf meinem Platz sitze!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Matznetter, ich erteile Ihnen einen Ordnungsruf. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Gusenbauer: Wofür? Wofür denn? – Abg. Dr. Matznetter – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Weil ich nicht auf meinem Platz sitze!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Insofern erkläre ich dieses System noch einmal, denn es ist ein sinnvolles System, das wir auch genau überprüfen müssen. Das heißt nämlich, dass wir die Studiengebühren für alle auf 5 000 € erhöhen, dann ziehen wir die 380 € ab, die es derzeit an Studiengebühren gibt, und der Rest entfällt auf den Uni-Scheck, den jeder Maturant erhält, den jeder österreichische Maturant erhält, nämlich 4 620 €; damit reduziert sich die Studiengebühr wieder auf das, was sie heute ausmacht, auf den ursprünglichen Betrag. Das ist kein „Blödsinn“, sondern das ist ein mögliches System! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Aber wir werden sehen, wie die Zahlen, Daten und Fakten nach Ende der Inskriptionsfrist wirklich aussehen werden. Dann sollte man sich in Ruhe zusammensetzen, alle Möglichkeiten prüfen und das Beste für die österreichischen Studierenden machen – aber nicht das, von dem Sie meinen, dass es das Beste ist, und was Herr Dr. Gusenbauer meint, nämlich dass alle nur das Niveau haben können, das Sie, Herr Dr. Gusenbauer, als Akademiker haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das ist eines Sozialdemokraten wirklich nicht würdig. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Aber wir werden sehen, wie die Zahlen, Daten und Fakten nach Ende der Inskriptionsfrist wirklich aussehen werden. Dann sollte man sich in Ruhe zusammensetzen, alle Möglichkeiten prüfen und das Beste für die österreichischen Studierenden machen – aber nicht das, von dem Sie meinen, dass es das Beste ist, und was Herr Dr. Gusenbauer meint, nämlich dass alle nur das Niveau haben können, das Sie, Herr Dr. Gusenbauer, als Akademiker haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das ist eines Sozialdemokraten wirklich nicht würdig. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Hat sie gar nicht ...! – Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Ich stelle richtig: Österreich hat Hochschulübertrittsquoten von 35 Prozent, der OECD-Schnitt beträgt 53 Prozent. (Abg. Mag. Donnerbauer: Hat sie gar nicht ...! – Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Abg. Dr. Brinek: Falsch!
Ich zitiere das Statistische Jahrbuch des Wissenschaftsministeriums, letzte Ausgabe: Danach kommen in Österreich 20 Studierende auf einen Lehrenden. (Abg. Dr. Brinek: Falsch!) Damit liegt Österreich, im negativen Sinn, deutlich unter dem OECD-Schnitt, der 15 Studierende pro Lehrkraft ausweist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich zitiere das Statistische Jahrbuch des Wissenschaftsministeriums, letzte Ausgabe: Danach kommen in Österreich 20 Studierende auf einen Lehrenden. (Abg. Dr. Brinek: Falsch!) Damit liegt Österreich, im negativen Sinn, deutlich unter dem OECD-Schnitt, der 15 Studierende pro Lehrkraft ausweist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Sburny. Wunschredezeit: 8 Minuten. – Bitte, Sie sind am Wort. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Vorneweg zu Graz, weil Frau Kollegin Bleckmann das angesprochen hat: Sie haben – wahrscheinlich bewusst – nicht die Grazer Medizin-Uni angesprochen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) An der Grazer Medizin-Uni sind jetzt 3 000 Studierende im ersten Semester eingeschrieben. Die wollen studieren. 300 können aufgenommen werden; genau genommen sind es heuer nur mehr 100, weil 200 schon seit dem vorigen Jahr
Abg. Dr. Brinek: Das habe ich nicht gesagt!
Sie, Frau Kollegin Brinek, sagen: Dort studieren dann endlich nur mehr die, die wirklich studieren wollen und können. (Abg. Dr. Brinek: Das habe ich nicht gesagt!) Ja, aber Sie haben es so als Beleg für sich gesagt. Da frage ich Sie schon: 100 von 3 000, und Sie wissen dann genau, welche das sind? – Nein, danke! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Sie, Frau Kollegin Brinek, sagen: Dort studieren dann endlich nur mehr die, die wirklich studieren wollen und können. (Abg. Dr. Brinek: Das habe ich nicht gesagt!) Ja, aber Sie haben es so als Beleg für sich gesagt. Da frage ich Sie schon: 100 von 3 000, und Sie wissen dann genau, welche das sind? – Nein, danke! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Ich möchte trotzdem den Bogen ein bisschen weiter spannen, weil unser Thema „Europäische Herausforderungen für die österreichische Hochschulpolitik“ heißt. Dies beschränkt sich nicht nur auf den Zugang zu den Unis. Ich möchte gerne einmal von den Lissabon-Zielen ausgehen; darüber haben wir heute schon viel gesprochen. Die Lissabon-Ziele besagen, dass die EU bis 2010 der dynamischste wissensbasierte, wettbewerbsorientierte Wirtschaftsraum der Welt sein soll. Ich betone: wissensbasiert! Die EU geht davon aus, dass wir in einer Wissensgesellschaft leben und dass sich das auch weiterentwickeln wird, aber nicht mehr in einer Industriegesellschaft. Zumindest sind wir da in einem Wandel begriffen. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Herausforderungen, die diese Wissensgesellschaft an Österreich stellt, werden von uns in keiner Weise erfüllt. Wenn man sich anschaut, dass in vielen Bereichen – im Wirtschaftsbereich zum Beispiel bei der Produktion von Mikrochips, in der Pharmaindustrie, im gesamten Bereich der Information und der Kommunikation – der Anteil von Wissen bis zu 80 Prozent beträgt – das heißt, dass Wissen als eine Ressource neben Arbeit, Kapital und Boden eine Bedeutung erlangt, die wir noch gar nicht absehen können –, dann kann man sich ungefähr vorstellen, wie wichtig es ist, in diesen Bereich zu investieren, auch für das wirtschaftliche Wachstum, für ein sinnvolles wirtschaftliches Wachstum, das durchaus auch bei begrenzten Stoffmengen noch immer eine Dynamik entwickeln kann, nicht nur durch Straßenbau oder, wie heute schon gesagt worden ist, durch Zubetonieren aller möglichen Flächen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn ich mir noch einmal die heutige Diskussion vergegenwärtige, vor allem die Redebeiträge von Seiten der Regierungsfraktionen, dann muss ich sagen: Es geht hier permanent um Beschränkungen, um Einengungen, um die Frage: Wie kann man Leute vom Studieren abhalten? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Das ist der völlig falsche Weg, eben auch in wirtschaftlicher Hinsicht, weil es darum geht, einen breiten Zugang zu
Beifall bei den Grünen.
Wenn wir von dieser Wissensgesellschaft als Utopie ausgehen würden, wie auch die Lissabon-Ziele sie definieren, dann würde das für die Universitäten Folgendes bedeuten: a) freier Zugang zur Bildung und zu den Universitäten, b) nicht nur Fachwissenschaften, sondern interdisziplinäres Arbeiten, wo wir in Österreich noch völlig hinten nachhinken, c) auch Diversität, Unterschiedlichkeit zu nützen, sowohl zwischen Männern und Frauen als auch zwischen Städtern und Leuten, die vom Land kommen, und auch zwischen ÖsterreicherInnen und Leuten, die aus dem Ausland kommen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Wenn wir diese Herausforderung der Wissensgesellschaft annehmen wollen, dann brauchen wir etwas ganz anderes. Dann brauchen wir keine Selektion, sondern einen breiten Zugang, ein breites Angebot. Das betrifft zum Beispiel auch die Fächer an den Universitäten. Was Sie, Frau Ministerin, und Sie von den Regierungsfraktionen hier immer wieder ansprechen, nämlich eine Verengung des Spektrums – die so genannten Orchideenfächer abzuschaffen oder in der Schule bei Sport und Musik zu kürzen, weil zum Beispiel momentan gerade Mathematik „in“ ist –, das ist einfach ein falscher Ansatz, weil wir alles brauchen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Abg. Dr. Wolfmayr: Ja! Ja!
Es wird Ihnen nichts helfen, wenn Sie die gesamte Gesellschaft auf einige wenige Bereiche spezialisieren. Das tun Sie momentan, Sie engen unseren Wissensstand extrem ein, von der Schule bis über die Universitäten hinaus. Stattdessen sollten Sie einen breiten Zugang, ein breites Allgemeinwissen schaffen, wobei nicht nur Fachwissen gefragt ist, sondern auch persönliche Kompetenzen und soziale Kompetenzen. (Abg. Dr. Wolfmayr: Ja! Ja!) Sie sagen wieder „ja“, wie immer, wie auch bei der Beschäftigungsinitiative – nur tun Sie nichts dafür! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Es wird Ihnen nichts helfen, wenn Sie die gesamte Gesellschaft auf einige wenige Bereiche spezialisieren. Das tun Sie momentan, Sie engen unseren Wissensstand extrem ein, von der Schule bis über die Universitäten hinaus. Stattdessen sollten Sie einen breiten Zugang, ein breites Allgemeinwissen schaffen, wobei nicht nur Fachwissen gefragt ist, sondern auch persönliche Kompetenzen und soziale Kompetenzen. (Abg. Dr. Wolfmayr: Ja! Ja!) Sie sagen wieder „ja“, wie immer, wie auch bei der Beschäftigungsinitiative – nur tun Sie nichts dafür! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das ist Ihre Universitätspolitik – die ist nicht innovationsfreundlich, sondern innovationsfeindlich! Die dient auch nicht humanistischen Idealen, dazu, dass die Leute sich wirklich selbst entwickeln können und an gesellschaftlichen Entwicklungen teilhaben können, sondern sie stellt eine Einengung dar. Es ist dies auch wirtschaftlich der falsche Weg. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Was ist mit der Frau Kollegin Brinek?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Mag. Hakl. Wunschredezeit: 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Was ist mit der Frau Kollegin Brinek?)
Abg. Sburny: Ob sie einen Platz kriegen, interessiert sie schon!
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mich zwar an der allgemeinen „Zahlenschupferei“, die heute auch betrieben worden ist, nicht zu sehr beteiligen, weil ich letztlich glaube, dass die Studenten am wenigsten die Statistik interessiert, sondern vielmehr, wie gut sie studieren können (Abg. Sburny: Ob sie einen Platz kriegen, interessiert sie schon!), möchte aber doch Folgendes korrigieren:
Abg. Brosz: ... über die Statistik reden wollen!
Herr Abgeordneter Grünewald hat gleich einleitend gesagt, laut OECD hätten wir im Jahr 2005 weniger Studierende als 1999. Die OECD hat für 2005 noch keine Zahlen veröffentlicht; möglicherweise meinen Sie die von 2004. Laut OECD, aber auch laut unseren Zahlen haben jedenfalls die Universitätsabschlüsse von 1999 bis zum heurigen Jahr, 2005, um 27 Prozent zugenommen und die FH-Studienabschlüsse um 87 Prozent seit 1999. (Abg. Brosz: ... über die Statistik reden wollen!) Die Studierendenzahlen sind natürlich ein wenig zurückgegangen, und zwar deshalb, weil wir jetzt endlich das geschafft haben, was, glaube ich, auch im gemeinsamen Interesse lag, nämlich diese Zahlen um die Karteileichen zu bereinigen. Ich war auch eine solche (Abg. Dr. Grünewald: Sind Sie bei einem Bestattungsunternehmen?); ich habe jetzt auch nicht mehr inskribiert.
Abg. Dr. Grünewald: Sind Sie bei einem Bestattungsunternehmen?
Herr Abgeordneter Grünewald hat gleich einleitend gesagt, laut OECD hätten wir im Jahr 2005 weniger Studierende als 1999. Die OECD hat für 2005 noch keine Zahlen veröffentlicht; möglicherweise meinen Sie die von 2004. Laut OECD, aber auch laut unseren Zahlen haben jedenfalls die Universitätsabschlüsse von 1999 bis zum heurigen Jahr, 2005, um 27 Prozent zugenommen und die FH-Studienabschlüsse um 87 Prozent seit 1999. (Abg. Brosz: ... über die Statistik reden wollen!) Die Studierendenzahlen sind natürlich ein wenig zurückgegangen, und zwar deshalb, weil wir jetzt endlich das geschafft haben, was, glaube ich, auch im gemeinsamen Interesse lag, nämlich diese Zahlen um die Karteileichen zu bereinigen. Ich war auch eine solche (Abg. Dr. Grünewald: Sind Sie bei einem Bestattungsunternehmen?); ich habe jetzt auch nicht mehr inskribiert.
Abg. Dr. Grünewald: Das wird die Unis beruhigen!
Das hat dazu geführt, dass die Österreicherinnen und Österreicher, die studieren, bereits zu 28 Prozent von der Möglichkeit Gebrauch machen, im Ausland zu studieren, unterstützt von den europäischen Programmen, unterstützt von Stipendienprogrammen, die wir dankenswerterweise zusätzlich in Österreich haben, auch unterstützt von den eigenen Eltern, auch mit viel eigenem Aufwand, weil einem von keinem Unterstützungs- oder Förderungsprogramm der gesamte Lebensunterhalt finanziert wird. Bei einer Jugend, die mit so viel Eigenleistung ins Ausland geht und dort lernt, ist mir auch um unsere Universitäten nicht bange. (Abg. Dr. Grünewald: Das wird die Unis beruhigen!)
Abg. Brosz: Das stimmt nicht! Die Finnen ...!
Was wir auch haben, Frau Kollegin Sburny, das ist, dass wir in Österreich pro Studierendem mehr ausgeben, insbesondere auch mehr als die Finnen ausgeben. (Abg. Brosz: Das stimmt nicht! Die Finnen ...!) Die Finnen geben nämlich 11 768 € aus, die Österreicher 12 448 € pro Studierendem, laut OECD. Der Schnitt liegt auch unter unseren Ausgaben. Es ist also ganz offensichtlich so, dass das Geld allein für den Erfolg oder den Misserfolg sehr wenig aussagekräftig ist. (Abg. Sburny: Ich habe vom Geld überhaupt nichts gesagt!)
Abg. Sburny: Ich habe vom Geld überhaupt nichts gesagt!
Was wir auch haben, Frau Kollegin Sburny, das ist, dass wir in Österreich pro Studierendem mehr ausgeben, insbesondere auch mehr als die Finnen ausgeben. (Abg. Brosz: Das stimmt nicht! Die Finnen ...!) Die Finnen geben nämlich 11 768 € aus, die Österreicher 12 448 € pro Studierendem, laut OECD. Der Schnitt liegt auch unter unseren Ausgaben. Es ist also ganz offensichtlich so, dass das Geld allein für den Erfolg oder den Misserfolg sehr wenig aussagekräftig ist. (Abg. Sburny: Ich habe vom Geld überhaupt nichts gesagt!)
Abg. Dr. Grünewald: Das macht der Seipel!
Wichtig ist auch, dass wir in Zukunft mehr und verstärkte Anstrengungen dahin gehend machen, das Weltkulturerbe und das europäische Wissen heim nach Österreich zu holen und aus Österreich hinauszutragen, indem wir die österreichischen Bibliotheken, die österreichischen Museen (Abg. Dr. Grünewald: Das macht der Seipel!), die europäischen Universitätsbibliotheken und die europäischen Museen verstärkt digitalisieren und so einen raschen und schnellen Zugriff für alle Studierenden in Europa auf unser Wissenserbe, auf unser kulturelles Erbe schaffen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich weiß, dass das noch in vielen Bereichen eine Vision ist, dass es teuer ist und dass es in der Umsetzung schwierig ist, aber ich glaube, dass gerade dieser große Unterschied Europas zu anderen Weltregionen ein Startvorteil für uns in Europa ist, den wir auch nützen müssen. Wir sollten alle Kraft dafür aufwenden, dies so schnell wie möglich umzusetzen, um diesen kulturellen Wissensvorsprung wirklich nützen zu können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Richtig ist: Ich habe Martin Polaschek, Vizerektor für Studienangelegenheiten der Uni Graz, mit dem Satz zitiert: Jedenfalls studieren jetzt diejenigen, die wirklich ernsthaft studieren wollen. – Aus diesem Blatt. (Die Rednerin hält eine Zeitung in die Höhe.) – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Brosz: Entschuldige, das war kein Redebeitrag, sondern eine tatsächliche Berichtigung!
Zweiter Teil: Ich glaube, es war Kollege Grünewald, der gesagt hat, das Verhältnis Studierende zu Betreuer sei ... (Abg. Brosz: Entschuldige, das war kein Redebeitrag, sondern eine tatsächliche Berichtigung!) ... 1 : 15.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Sie können da nicht eine Berichtigung berichtigen!
Ich zitiere die OECD: 13,7 ist die Verhältniszahl. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Sie können da nicht eine Berichtigung berichtigen!)
Abg. Steibl: Jawohl, Herr Professor!
Kollegin Brinek! Üblicherweise zitiert man etwas, mit dem man sich identifiziert, oder um es zu widerlegen. (Abg. Steibl: Jawohl, Herr Professor!) Ich nehme an, diese Aussage hat dir gefallen. Ich stelle dazu fest: Natürlich gehen wir davon aus, dass diejenigen studieren, die tatsächlich studieren wollen. Wo liegt da der besondere Erkenntnisgewinn? Tatsache ist jedoch, dass ungefähr 2 000 bis 3 000 junge Menschen aus Österreich und anderen Ländern gerne studieren würden und auch die Berechtigung und Befähigung dazu hätten, aber nicht studieren dürfen. Das ist doch der Skandal, mit dem Sie sich als Vertreterin der Regierungsparteien beschäftigen sollten, dass es nämlich Menschen gibt, die keinen Studienplatz finden! (Abg. Riepl: Das ist eine große Misere!)
Abg. Riepl: Das ist eine große Misere!
Kollegin Brinek! Üblicherweise zitiert man etwas, mit dem man sich identifiziert, oder um es zu widerlegen. (Abg. Steibl: Jawohl, Herr Professor!) Ich nehme an, diese Aussage hat dir gefallen. Ich stelle dazu fest: Natürlich gehen wir davon aus, dass diejenigen studieren, die tatsächlich studieren wollen. Wo liegt da der besondere Erkenntnisgewinn? Tatsache ist jedoch, dass ungefähr 2 000 bis 3 000 junge Menschen aus Österreich und anderen Ländern gerne studieren würden und auch die Berechtigung und Befähigung dazu hätten, aber nicht studieren dürfen. Das ist doch der Skandal, mit dem Sie sich als Vertreterin der Regierungsparteien beschäftigen sollten, dass es nämlich Menschen gibt, die keinen Studienplatz finden! (Abg. Riepl: Das ist eine große Misere!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Lassen Sie mich dazu feststellen: Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ist die Würde des Menschen unabhängig davon, ob vor seinem Namen ein Titel steht oder nicht. Alle Menschen sind gleich viel wert. Uns geht es auch darum, dass jeder und jede sich in einem Bildungssystem frei entfalten kann, das lernen kann, was er oder sie sich wünscht. Es ist gleich, ob jemand Ärztin ist oder Krankenschwester oder Verkäuferin. Da machen wir keinen Unterschied. Es muss für alle gelten, dass sie bestmögliche Bedingungen im Schul- und Bildungssystem vorfinden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die Schlussfolgerung daraus ist: Jeder soll an den Universitäten Europas zu den Bedingungen, die dort gelten, studieren können. Das Herkunftsland ersetzt der Universität – da halte ich nicht sehr viel von einem Fonds –, an der jemand studiert, die Kosten. Das lässt den europäischen Hochschulraum offen und bedeutet gleichzeitig einen fairen Finanzausgleich, sodass die Länder, die selbst nicht ausreichend Plätze zur Verfügung stellen, das dann eben anderwärtig tun müssen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ein weiterer Punkt, den ich nur mit einem Nebensatz streifen kann: Wenn wir das dreigliedrige System haben mit Bachelor, Master und Doktorat, dann ist es eine Herausforderung für uns und eine Aufgabe, den Absolventen des Bachelorstudiums eine ordentliche akademische Anerkennung zu gewähren. Es geht nicht weiter an, dass jemand, der in Österreich den Bachelor macht, oder auch die FachhochschulabsolventInnen nach dem Dienstrecht des öffentlichen Dienstes nicht als Akademiker gleichgestellt sind. Dafür ist endlich Vorsorge zu treffen. Das ist eine Konsequenz aus dem europäischen Hochschulraum. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Eine abschließende, aber wichtige Feststellung: Der internationale Ruf unserer Universitäten lebt auch vom Ruf unserer Wissenschafter. Einer der Bekanntesten in Österreich und darüber hinaus ist der mit dem PISA-Projekt betraute Professor Haider. Wir halten es für untragbar, in welcher Art und Weise in den letzten Tagen vom Kollegen Amon, vom Generalsekretär des Bildungsministeriums und von ÖVP-Landesschulratspräsidenten versucht wird, den Ruf von Professor Haider zu ruinieren, und wir erwarten, dass diese Kampagne unverzüglich eingestellt wird. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Broukal: Das kann nur ein vorgeschriebener Text sein!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich finde es wirklich ungeheuerlich, wie SPÖ und Grüne diese heutige EU-Debatte eigentlich nur dazu verwenden, Panikmache bezüglich der österreichischen Hochschulpolitik zu betreiben. (Abg. Broukal: Das kann nur ein vorgeschriebener Text sein!)
Abg. Broukal: Dr. Zinggl!
Ich urgiere auch eine Debatte auf so genanntem akademischem Niveau, Herr Kollege Broukal, wenn Herr Professor Grünewald, Herr Zinggl und jetzt auch Herr Niederwieser statistische Daten der OECD miteinander vergleichen. (Abg. Broukal: Dr. Zinggl!)
Abg. Broukal: Sie wissen das offenbar! Erzählen Sie uns mehr darüber!
Sehr geehrte Herren! Ich denke schon, dass Sie wissen, wie kreativ man statistische Daten miteinander vergleichen kann. (Abg. Broukal: Sie wissen das offenbar! Erzählen Sie uns mehr darüber!) Ich finde es allerdings sehr bedenklich, wenn Sie damit die Österreicherinnen und Österreicher verunsichern. Ich nehme da nur die Akademikerquote als Beispiel, wo Sie ständig, aber unvermittelt Äpfel mit Birnen vergleichen. Sie müssen schon schauen, welche Berufe in den verschiedenen OECD-Ländern als akademisch bezeichnet werden. (Abg. Brosz: Was können wir dafür,
Abg. Dr. Grünewald: Das ist ja gut so, dass die akademisch ausgebildet werden!
wenn Sie sich in Österreich gegen akademische Ausbildungsgänge verwehren?) Sie könnten sonst nicht einfach die Zahlen miteinander vergleichen, wenn in Finnland und Schweden Kindergärtner und Kindergärtnerinnen als akademische Berufe anerkannt werden und Sie diese Akademikerquote dann mit der österreichischen vergleichen. (Abg. Dr. Grünewald: Das ist ja gut so, dass die akademisch ausgebildet werden!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Grünewald: Das macht doch höchstens 0,01 Prozent aus!
In Österreich gibt es diesbezüglich eine sehr gute Ausbildung, es ist aber keine universitäre Ausbildung vorgesehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Grünewald: Das macht doch höchstens 0,01 Prozent aus!)
Abg. Dr. Grünewald: Das stimmt doch alles nicht!
Das gilt auch für den Bereich der Pflichtschulen. Das wird zwar jetzt in unmittelbarer Zukunft in Österreich geändert werden, aber auch dieser Bereich wird in anderen Ländern bereits heute zu den Bereichen mit Hochschulzugang dazugezählt. Seien Sie doch wirklich ehrlich, wenn Sie diese Zahlen miteinander vergleichen. (Abg. Dr. Grünewald: Das stimmt doch alles nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir stehen für eine europäische Wissensgesellschaft, und da gehört es dazu, dass die Mobilitätsmöglichkeiten forciert werden. Es stellt allerdings ein Problem dar, dass durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes auf die Universitäten eine große Belastung zugekommen ist. Man muss aber auch das relativieren, denn Sie stellen es so dar, als ob auf den Universitäten totales Chaos ausgebrochen wäre. Es gibt über 180 Studienrichtungen in Österreich, und zwei davon sind betroffen, und zwar die Medizin und die Veterinärmedizin. Lassen Sie einmal die Kirche im Dorf und sprechen Sie davon, dass nicht die ganze Universität in Panik verfällt und sich in einem Desaster befindet. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es gäbe eine schnelle Lösung, nämlich es genauso zu machen, wie es in der Bundesrepublik Deutschland ist, nämlich die Einführung eines Numerus clausus. Das wollen wir nicht, das wollen die Regierungsparteien und auch Sie nicht, denn es ist ungerecht, einen Numerus clausus einzuführen. Wir stehen ganz eindeutig für einen freien Zugang zu den Universitäten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Broukal: Und eine rasche Lösung!
Die Universitäten reagieren sehr unterschiedlich auf den Ansturm aus Deutschland. Ich bekenne mich ganz klar dazu, dass gewisse Lösungen nicht optimal sind und dass man sich um eine Vereinheitlichung und um das Finden einer gerechten Lösung bemühen muss, sodass österreichische Studenten auch wirklich die Chance haben, in Österreich zu studieren. (Abg. Broukal: Und eine rasche Lösung!)
Abg. Broukal: Umsetzen! Durchführen! Sofort umsetzen!
Eine rasche Lösung wäre der geniale Vorschlag des BZÖ-Obmanns, Landeshauptmann Haider, der den Uni-Scheck vorgeschlagen hat, den Sie ja im Grunde genommen auch unterstützen. (Abg. Broukal: Umsetzen! Durchführen! Sofort umsetzen!) Sie sind nur erschrocken, als Sie gesehen haben, dass auch andere diese Ideen haben. Es wird sicher geprüft werden, ob wir diese Idee durchsetzen können, und so schnell wie möglich versucht werden, diese umzusetzen. Ein solcher Uni-Scheck gibt österreichischen Studenten eher die Möglichkeit, zu studieren, als deutschen Studenten. (Abg. Broukal: Warum haben Sie sich dafür nicht mehr eingesetzt? Das könnte schon umgesetzt sein!) Ja, wir werden es versuchen, Herr Kollege Broukal! Wir sind noch in Arbeit. (Abg. Broukal: Das Semester beginnt schon in zwei Wochen!)
Abg. Broukal: Warum haben Sie sich dafür nicht mehr eingesetzt? Das könnte schon umgesetzt sein!
Eine rasche Lösung wäre der geniale Vorschlag des BZÖ-Obmanns, Landeshauptmann Haider, der den Uni-Scheck vorgeschlagen hat, den Sie ja im Grunde genommen auch unterstützen. (Abg. Broukal: Umsetzen! Durchführen! Sofort umsetzen!) Sie sind nur erschrocken, als Sie gesehen haben, dass auch andere diese Ideen haben. Es wird sicher geprüft werden, ob wir diese Idee durchsetzen können, und so schnell wie möglich versucht werden, diese umzusetzen. Ein solcher Uni-Scheck gibt österreichischen Studenten eher die Möglichkeit, zu studieren, als deutschen Studenten. (Abg. Broukal: Warum haben Sie sich dafür nicht mehr eingesetzt? Das könnte schon umgesetzt sein!) Ja, wir werden es versuchen, Herr Kollege Broukal! Wir sind noch in Arbeit. (Abg. Broukal: Das Semester beginnt schon in zwei Wochen!)
Abg. Broukal: Das Semester beginnt schon in zwei Wochen!
Eine rasche Lösung wäre der geniale Vorschlag des BZÖ-Obmanns, Landeshauptmann Haider, der den Uni-Scheck vorgeschlagen hat, den Sie ja im Grunde genommen auch unterstützen. (Abg. Broukal: Umsetzen! Durchführen! Sofort umsetzen!) Sie sind nur erschrocken, als Sie gesehen haben, dass auch andere diese Ideen haben. Es wird sicher geprüft werden, ob wir diese Idee durchsetzen können, und so schnell wie möglich versucht werden, diese umzusetzen. Ein solcher Uni-Scheck gibt österreichischen Studenten eher die Möglichkeit, zu studieren, als deutschen Studenten. (Abg. Broukal: Warum haben Sie sich dafür nicht mehr eingesetzt? Das könnte schon umgesetzt sein!) Ja, wir werden es versuchen, Herr Kollege Broukal! Wir sind noch in Arbeit. (Abg. Broukal: Das Semester beginnt schon in zwei Wochen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das heißt, es ist notwendig, auf europäischer Ebene Verhandlungen zu führen, diese Verhandlungen massiv zu forcieren, damit gemeinsam auf europäischer Ebene eine gerechte Lösung erarbeiten wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Bei den Kindergärten – glauben Sie mir, da weiß ich sehr genau, wovon ich rede – ist in der fünfjährigen Schulausbildung der klassische Schulanteil einfach so groß, dass viele Teile, die auf der Uni erlernt werden könnten, dort nicht unterzubringen sind. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das geht dann noch weiter und beginnt in Österreich schon viel früher, nämlich dort, wo es darum geht, wie viele in Österreich überhaupt die Berechtigung haben, ein Studium zu beginnen. Dort haben wir noch größere Unterschiede im internationalen Vergleich. Wenn man bedenkt, dass andere Länder AkademikerInnenquoten erreichen, die höher sind als die MaturantInnenquoten in Österreich, dann weiß man, wo die Vergleiche anzusetzen sind. Da erhebt sich dann schon die Frage, ob das für eine wissensbasierte Zukunft ausreichend ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wo immer Sie internationale Vergleiche heranziehen, da ist das ja super. Dort, wo es nicht passt, ist es ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen, aber sonst kommt Klubobmann Molterer jedes Mal mit einem anderen Taferl, und zwar unterschiedlicher Größenordnung, wo Grafiken, die er gerade irgendwo herausgeschnitten hat, abgebildet sind, die wunderbar passen, und da ist es super. Aber dort, wo es darum geht, sich anzuschauen, wie das im Bildungsbereich bei den Zukunftschancen ausschaut, heißt es auf einmal, dass wir von Äpfel und Birnen reden. Also da machen Sie es sich etwas einfach. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie haben doch davon gesprochen, dass 50 Prozent Akademiker sein sollen!
Wir glauben auf jeden Fall, dass es nicht Ziel sein kann – und da teile ich die Meinung des Kollegen Niederwieser absolut –, dass jeder und jede eine akademische Ausbildung bekommt. Aber wir wollen absolut, dass die Möglichkeit dazu besteht, dass wir denjenigen, die den Wunsch haben, eine akademische Ausbildung zu machen ... (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie haben doch davon gesprochen, dass 50 Prozent Akademiker sein sollen!) – Jeder und jede sind nicht 50 Prozent, Kollege Scheuch, das liegt am Prozentrechnen. 50 Prozent ist die Hälfte vom Ganzen, also da geht noch mehr darüber. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir glauben auf jeden Fall, dass es nicht Ziel sein kann – und da teile ich die Meinung des Kollegen Niederwieser absolut –, dass jeder und jede eine akademische Ausbildung bekommt. Aber wir wollen absolut, dass die Möglichkeit dazu besteht, dass wir denjenigen, die den Wunsch haben, eine akademische Ausbildung zu machen ... (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie haben doch davon gesprochen, dass 50 Prozent Akademiker sein sollen!) – Jeder und jede sind nicht 50 Prozent, Kollege Scheuch, das liegt am Prozentrechnen. 50 Prozent ist die Hälfte vom Ganzen, also da geht noch mehr darüber. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Günter Haider hat der „Furche“ ein Interview gegeben und dabei festgestellt, dass die Maßnahmen, die Sie in der Bildungspolitik setzen, absolut unzureichend sind, um die Probleme des österreichischen Bildungssystems zu lösen. Nicht mehr und nicht weniger! Das wird doch jemandem, den Sie als Leiter einer Zukunftskommission eingesetzt haben, zustehen, nämlich, dass er nach Abschluss dieses Prozesses auch eine Wertung darüber abgibt, ob die Maßnahmen umgesetzt werden, ob das ausreichend ist. Es kann doch wohl nicht so sein, dass man ihm andeutet: Entweder schön mucksmäuschenstill, oder ihr könnt euch überlegen, wie es mit euch im PISA-Zentrum funktioniert! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Da haben Sie aber einen falschen Zugang!
Diese Form, mit Kritikern umzugehen, halte ich für wirklich extrem bedenklich! (Abg. Großruck: Da haben Sie aber einen falschen Zugang!) Das ist demokratiepolitisch merkwürdig, und dann über Honorarnoten in kryptischer Form über die APA zu diskutieren, das ist, finde ich, einer Regierungspartei schon gar nicht würdig.
Beifall bei den Grünen.
Wir haben Maßnahmen der Zukunftskommission immer auch durchaus kritisch betrachtet, aber immer in einer Form, dass wir die vorgeschlagenen Maßnahmen ernsthaft diskutiert haben, dass wir darauf eingegangen sind. Es ist die Politik nicht verpflichtet, jede Empfehlung von Experten ernst zu nehmen, aber wenn man dort, wo Experten Kritik üben, mit der Keule ausfährt, mit Verleumdungen arbeitet, wird es wirklich bedenklich. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Sburny: Die jetzt eine Eingangsphase machen und die Studiengebühren zahlen!
Kollegin Sburny! Zur Grazer Medizin-Universität: Sie haben von 3 000 Studierenden, die nicht studieren können, erzählt. – Das sind Horrorzahlen! Wir haben es mit 3 000 Vorangemeldeten, also mit Interessenten zu tun. (Abg. Sburny: Die jetzt eine Eingangsphase machen und die Studiengebühren zahlen!) Die Zulassungsverfahren laufen, und da kommen zu diesen mit 23. September als Stichtag 372 Zugelassenen
Abg. Sburny: Die zahlen Studiengebühren für nichts und wieder nichts!
selbstverständlich noch welche dazu. (Abg. Sburny: Die zahlen Studiengebühren für nichts und wieder nichts!) Ja, Sie haben da eine andere Ansicht dazu. (Abg. Sburny: Das ist keine Ansicht, das ist eine Tatsache!)
Abg. Sburny: Das ist keine Ansicht, das ist eine Tatsache!
selbstverständlich noch welche dazu. (Abg. Sburny: Die zahlen Studiengebühren für nichts und wieder nichts!) Ja, Sie haben da eine andere Ansicht dazu. (Abg. Sburny: Das ist keine Ansicht, das ist eine Tatsache!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Kurz noch zum Kollegen Zinggl, was die Schule der Dichtung betrifft. Ich glaube, dass genau durch diese Entwicklungen, die wir jetzt haben, für die Schule der Dichtung von Christian Ide Hintze in Zusammenarbeit zum Beispiel mit den Hochschulen oder den Kunstuniversitäten, speziell im steirischen Raum, eine gute zukünftige Entwicklung möglich ist. Und da ist ja gerade im Moment einiges im Gange. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Ein bisschen ein Unterschied muss ja sein! – Abg. Dr. Brinek: ... richtig stellen!
schränkungen zu den Universitäten die Rede. Uneingeschränkt dazu bekannt hat sich von den Regierungsparteien Frau Abgeordnete Achleitner. Nicht mehr so uneingeschränkt war das von Ihnen zu hören, Frau Abgeordnete Brinek. (Abg. Scheibner: Ein bisschen ein Unterschied muss ja sein! – Abg. Dr. Brinek: ... richtig stellen!) Sie haben den Vizerektor der Universität Graz zitiert, und das hat fast ein bisschen begeistert geklungen. Ich hoffe, Sie haben das nicht so gemeint und sind nach wie vor für den freien Hochschulzugang in Österreich.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wir haben gehört – und jeder, der es wissen will, kann es sich anschauen –, dass von 72 Studierenden, die an den Universitäten in Österreich studieren, 100 Eltern einen akademischen Hintergrund haben, also dass die Eltern AkademikerInnen sind. Und das ist etwas, über das man nachdenken sollte: Dass nur acht von 100 Kindern von Arbeitern und Arbeiterinnen an den Universitäten studieren. Das ist eine Zugangsbeschränkung, über die man unbedingt sprechen muss. Hier muss man etwas unternehmen, sehr geehrte Damen und Herren, Frau Ministerin. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Das geschieht ja schon alles!
Als Nächstes möchte ich noch auf eine Studierenden-Gruppe hinweisen, die immer wieder vernachlässigt wird, über die auch hier in dieser Debatte nicht gesprochen wurde: Das sind die berufstätigen Studierenden. Zwei Drittel, die an den Universitäten studieren, gehen in irgendeiner Form einer Beschäftigung nach, und für diese Studierenden sollte man besondere Maßnahmen treffen. Sie haben besondere Wünsche, nach denen man sich richten müsste, aber diesbezüglich ist überhaupt nichts vorgesehen, beispielsweise die Einführung eines Sommersemesters, Blockveranstaltungen, Abendveranstaltungen, Wochenendveranstaltungen, Teilzeitstudien. Wenn man Lissabon-Ziele auch in dieser Frage ernst nimmt, dann müsste man hier etwas unternehmen. (Abg. Dr. Brinek: Das geschieht ja schon alles!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Da gibt es einen Flaschenhals, Frau Brinek, da gibt es etwas zu tun, und da nützen die herkömmlichen Förderpläne nichts, das muss ernsthafter angegangen werden. Wir haben eine männliche Universität mit männlichen Lehrenden, und dieses Problem müssten Sie als Ministerin – fünf Jahre sind Sie das jetzt schon; so lange dauert im Normalfall ein Studium – anpacken: Sie müssten als Ministerin dafür sorgen, dass die Universitäten weiblicher werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Jarolim ruft dem sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Scheuch etwas zu.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Scheuch. Ihre Wunschredezeit beträgt 5 Minuten. Die Gesamt-Restredezeit, Herr Abgeordneter, für den freiheitlichen Klub beträgt 9 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim ruft dem sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Scheuch etwas zu.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine geschätzten Damen und Herren! – Herr Kollege Jarolim, es ist faszinierend: Du kannst gleichzeitig telefonieren, Zwischenrufe tätigen und schreiben. Diese Perfektion solltest du weiterhin beibehalten, und ich muss ehrlich sagen, dazu kann man der SPÖ wirklich gratulieren. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
papolitik in diesem Hohen Haus nichts verloren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren, das sollte uns eine Lehre sein! Ich bin davon überzeugt, dass in jedem Klub genügend Ressourcen vorhanden sind, um tatsächlich europäische Fragen zu diskutieren, dass in jedem unserer Klubs genügend vorhanden ist, dass man sich tatsächlich mit Europapolitik auseinander setzt. Es wird nicht reichen, dass man ein paar bunte Fahnen ans Präsidium und ans Rednerpult hängt, man wird sich mit den Sorgen und Problemen auseinander setzen müssen, denn nur dann, meine geschätzten Damen und Herren, macht es Sinn, hier in diesem Haus Europatage abzuhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Donnerbauer –: Sagen Sie jetzt etwas zum Herrn Scheuch!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Donnerbauer. Herr Abgeordneter, 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung; Gesamt-Restredezeit: 7 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Donnerbauer –: Sagen Sie jetzt etwas zum Herrn Scheuch!)
Abg. Eder: Der kann wenigstens ein paar!
und er fürchtet sich davor und hat das heute auch sehr klar gesagt. (Abg. Eder: Der kann wenigstens ein paar!)
Abg. Öllinger: So, und jetzt zum Thema, bitte!
Beim 3. Tagesordnungspunkt, Terrorismus und Terrorbekämpfung, gab es wenigstens eine sachliche Diskussion. Das muss man anerkennen, aber es bedarf noch großer Überzeugungskünste, Sie von der Opposition auch von der Notwendigkeit einer wechselseitigen Zusammenarbeit und nicht nur einer einseitigen Zusammenarbeit auf europäischer Ebene zu überzeugen. (Abg. Öllinger: So, und jetzt zum Thema, bitte!)
Abg. Dr. Grünewald: Was sind das für Zahlen? Die stimmen ja alle nicht, sagt die Brinek!
Meine Kollegin Karin Hakl hat es schon erwähnt: In Österreich gab es etwas mehr als 10 000 € pro Studierenden im Jahr 2002. Wir liegen damit in der EU auf einem hervorragenden vierten Platz, und wir liegen auch in der OECD im vorderen Bereich. (Abg. Dr. Grünewald: Was sind das für Zahlen? Die stimmen ja alle nicht, sagt die Brinek!) Ich wollte Ihnen nur sagen, Herr Abgeordneter Grünewald, es liegt nicht am Geld. Es mag an anderen Dingen liegen, aber es liegt nicht am Geld. Sie und vor allem auch Kollege Broukal verlangen von uns aber immer wieder, einfach mehr Geld in die Hand zu nehmen – und alles ist gelöst. Das wird es nicht sein, und das müssen Sie, wie ich meine, auch einmal erkennen.
Abg. Dr. Grünewald: Wir waren nicht in der Regierung! Das wissen Sie aber schon? – Zwischenruf der Abg. Sburny
Damit komme ich zu einem konkreten Lösungsansatz, den Sie leider auch versäumt haben, meine lieben Kolleginnen und Kollegen von der Opposition. In Deutschland – und wir sind mehr als froh darüber – ist die Zeit der rot-grünen Regierung beendet; das wissen wir alle, Gott sei Dank. Aber sieben Jahre hätten Sie jetzt Zeit gehabt, mit Ihren Gesinnungsgenossen in Deutschland zu verhandeln, zum Beispiel darüber, dass Deutschland einen offenen Hochschulzugang einrichtet (Abg. Dr. Grünewald: Wir waren nicht in der Regierung! Das wissen Sie aber schon? – Zwischenruf der Abg. Sburny) oder dass Deutschland nur so viele Studienplätze im medizinischen Bereich zur Verfügung stellt wie Österreich im Vergleich. (Abg. Öllinger: Herr Donnerbauer, das ist ja jenseitig! – Abg. Dr. Grünewald: Wir müssen für Sie verhandeln?!) Das wären nämlich 27 000. Wie viele Plätze an den Medizin-Unis bietet Deutschland an? – 11 000, also nicht einmal die Hälfte dessen, was Österreich im Vergleich macht. (Abg. Öllinger: Das ist ja eine Lachnummer! – Abg. Silhavy: Das ist eine Kabarett-Einlage!)
Abg. Öllinger: Herr Donnerbauer, das ist ja jenseitig! – Abg. Dr. Grünewald: Wir müssen für Sie verhandeln?!
Damit komme ich zu einem konkreten Lösungsansatz, den Sie leider auch versäumt haben, meine lieben Kolleginnen und Kollegen von der Opposition. In Deutschland – und wir sind mehr als froh darüber – ist die Zeit der rot-grünen Regierung beendet; das wissen wir alle, Gott sei Dank. Aber sieben Jahre hätten Sie jetzt Zeit gehabt, mit Ihren Gesinnungsgenossen in Deutschland zu verhandeln, zum Beispiel darüber, dass Deutschland einen offenen Hochschulzugang einrichtet (Abg. Dr. Grünewald: Wir waren nicht in der Regierung! Das wissen Sie aber schon? – Zwischenruf der Abg. Sburny) oder dass Deutschland nur so viele Studienplätze im medizinischen Bereich zur Verfügung stellt wie Österreich im Vergleich. (Abg. Öllinger: Herr Donnerbauer, das ist ja jenseitig! – Abg. Dr. Grünewald: Wir müssen für Sie verhandeln?!) Das wären nämlich 27 000. Wie viele Plätze an den Medizin-Unis bietet Deutschland an? – 11 000, also nicht einmal die Hälfte dessen, was Österreich im Vergleich macht. (Abg. Öllinger: Das ist ja eine Lachnummer! – Abg. Silhavy: Das ist eine Kabarett-Einlage!)
Abg. Öllinger: Das ist ja eine Lachnummer! – Abg. Silhavy: Das ist eine Kabarett-Einlage!
Damit komme ich zu einem konkreten Lösungsansatz, den Sie leider auch versäumt haben, meine lieben Kolleginnen und Kollegen von der Opposition. In Deutschland – und wir sind mehr als froh darüber – ist die Zeit der rot-grünen Regierung beendet; das wissen wir alle, Gott sei Dank. Aber sieben Jahre hätten Sie jetzt Zeit gehabt, mit Ihren Gesinnungsgenossen in Deutschland zu verhandeln, zum Beispiel darüber, dass Deutschland einen offenen Hochschulzugang einrichtet (Abg. Dr. Grünewald: Wir waren nicht in der Regierung! Das wissen Sie aber schon? – Zwischenruf der Abg. Sburny) oder dass Deutschland nur so viele Studienplätze im medizinischen Bereich zur Verfügung stellt wie Österreich im Vergleich. (Abg. Öllinger: Herr Donnerbauer, das ist ja jenseitig! – Abg. Dr. Grünewald: Wir müssen für Sie verhandeln?!) Das wären nämlich 27 000. Wie viele Plätze an den Medizin-Unis bietet Deutschland an? – 11 000, also nicht einmal die Hälfte dessen, was Österreich im Vergleich macht. (Abg. Öllinger: Das ist ja eine Lachnummer! – Abg. Silhavy: Das ist eine Kabarett-Einlage!)
Abg. Öllinger: Eine Lachnummer, wenn es nicht so traurig wäre!
Das wäre ein konkreter Bereich, wo Sie sich auch einsetzen könnten. (Abg. Öllinger: Eine Lachnummer, wenn es nicht so traurig wäre!) Da haben Sie nichts getan. Nur reden und nicht handeln ist zu wenig, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Das war eigentlich eine Aufforderung an die Ministerin, zurückzutreten!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Das war eigentlich eine Aufforderung an die Ministerin, zurückzutreten!
Das wäre ein konkreter Bereich, wo Sie sich auch einsetzen könnten. (Abg. Öllinger: Eine Lachnummer, wenn es nicht so traurig wäre!) Da haben Sie nichts getan. Nur reden und nicht handeln ist zu wenig, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Das war eigentlich eine Aufforderung an die Ministerin, zurückzutreten!)
Ruf bei den Grünen: Wir auch! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber sonst nicht, oder?
Herr Kollege Scheuch, die Erklärung, was Herrn Kollegen Grillitsch anlangt, findet natürlich unsere volle Zustimmung, denn in der Tat ist es so, dass gerade von der ÖVP doch vehement versucht wird, europäische Fragen mit steirischen Antworten zu versehen, was, wie ich meine, natürlich nicht sehr würdig ist. Insofern, Herr Kollege Scheuch: Wir stehen in der Frage voll hinter Ihnen. (Ruf bei den Grünen: Wir auch! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber sonst nicht, oder?) – Na ja, das kann man nicht so sagen. (Abg. Neudeck: Dann ... das überdenken! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dann hab’ ich was Falsches gesagt!)
Abg. Neudeck: Dann ... das überdenken! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dann hab’ ich was Falsches gesagt!
Herr Kollege Scheuch, die Erklärung, was Herrn Kollegen Grillitsch anlangt, findet natürlich unsere volle Zustimmung, denn in der Tat ist es so, dass gerade von der ÖVP doch vehement versucht wird, europäische Fragen mit steirischen Antworten zu versehen, was, wie ich meine, natürlich nicht sehr würdig ist. Insofern, Herr Kollege Scheuch: Wir stehen in der Frage voll hinter Ihnen. (Ruf bei den Grünen: Wir auch! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber sonst nicht, oder?) – Na ja, das kann man nicht so sagen. (Abg. Neudeck: Dann ... das überdenken! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dann hab’ ich was Falsches gesagt!)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesminister Gehrer, ich bin wirklich erschüttert! Ich bin ja nicht im Wissenschaftsausschuss, aber mit der Unwissenheit, mit der Sie hier heute aufgetreten sind, da sehe ich wirklich schwarz! Die Kommission ist der „Gegner“ – unter Anführungszeichen – von Österreich! – Mit der Kommission hätte man aber schon lange sprechen können. Warum wir das Urteil abwarten müssen, anstelle Gespräche dort zu führen, wo sie zu führen sind, ist mir völlig unverständlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Das ist aber gut! Schwarz sehen ist immer gut!
Herr Kollege Donnerbauer, ich bin völlig Ihrer Meinung, wenn Sie sagen, man müsste hier Gespräche führen. Und zum Führen von Gesprächen – das vielleicht nur als kleiner Sidestep – gehört es natürlich auch, Sprachen zu lernen, internationale Abläufe zu verstehen. Wenn ich mir aber anschaue, Frau Minister, dass Sie den Englisch-Unterricht und anderen Sprachunterricht zurückfahren und eigentlich die Zukunft unserer Jugend komplett verbauen, dann ist das der nächste Punkt, bei dem ich total schwarz sehe. (Abg. Steibl: Das ist aber gut! Schwarz sehen ist immer gut!)
Heiterkeit, Zwischenrufe und Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
Bevor ich jetzt mit der Zeit ablaufe (Heiterkeit, Zwischenrufe und Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), darf ich noch folgenden Antrag einbringen – danke für diese verbale Zuwendung, meine Damen und Herren von der rechten Seite (Abg. Großruck: Deutsche Sprache, schwere Sprache!); wenn ich Zeit habe, rede ich dann weiter –:
Abg. Großruck: Deutsche Sprache, schwere Sprache!
Bevor ich jetzt mit der Zeit ablaufe (Heiterkeit, Zwischenrufe und Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), darf ich noch folgenden Antrag einbringen – danke für diese verbale Zuwendung, meine Damen und Herren von der rechten Seite (Abg. Großruck: Deutsche Sprache, schwere Sprache!); wenn ich Zeit habe, rede ich dann weiter –:
Abg. Großruck: Bei der Getränkesteuer war er nicht zurückhaltend!
Meine Damen und Herren! Ein solches Urteil von einem EuGH, der normalerweise sehr, sehr zurückhaltend judiziert, ist ein echtes Schandurteil! (Abg. Großruck: Bei der Getränkesteuer war er nicht zurückhaltend!) Sie können es nur so lesen, dass wir hier wirklich entweder sehenden Auges oder mit Inkompetenz – beides ist gleichermaßen arg – das Verfahren verloren haben.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Weiters, bei der Haftung: Für „von Organen oder Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmern der Universität oder von anderen Personen im Auftrag der Universität auf Grund dieses Bundesgesetzes“ gegebene Erklärungen ist der Bundesminister haftbar, und es gibt einen Amtshaftungsanspruch. Und mit dem müssen Sie rechnen, Frau Bundesminister! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, wir haben aber allen Grund, wenn wir das hehre Ziel der Geschäftsordnungsreform ernst nehmen wollen, uns für den nächsten Europatag, überhaupt dann, wenn er wieder im Fernsehen übertragen wird, von Seiten der Fraktionen und von Seiten des gesamten Drehbuchs für den gesamten Tag das eine oder andere zusätzlich einfallen zu lassen, denn ansonsten werden uns eher die Pensionisten und die Hausfrauen vor den Fernsehern einschlafen und nicht eine neue europäische Euphorie durch die Diskussion in diesem Hohen Haus geweckt werden. Ich denke, wir sollten es uns nicht leisten, hier den Verdruss an Europa noch mehr zu nähren, anstatt hier das Gegenteil zu machen, nämlich diese Veranstaltung im österreichischen Parlament dazu zu nutzen, tatsächlich darüber zu diskutieren, wie wir das Friedensprojekt Europa und das Bildungsprojekt Europa in eine positive Zukunft bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin jetzt nahezu 20 Jahre hier in diesem Hohen Haus, und wenn ich mir die Debatte zu jener Zeit, als ich als junger Abgeordneter hierher gekommen bin, vergegenwärtige, als man in Innsbruck darüber diskutiert hat, ob man die dortigen akademischen Grade der Medizinischen Fakultät – den damaligen „Schi-Doktor“ – in Deutschland überhaupt noch anerkennt, dann ist mir der heutige Zustand, dass wir in Innsbruck zu wenige Plätze für Studierende haben, weil die Qualität der Universität Innsbruck, das internationale Ranking, die Publikationen und die Leistungen der Medizinischen Universität in Innsbruck im Spitzenfeld nicht nur Österreichs, sondern auch Europas liegen, bedeutend lieber. So schlecht kann die Entwicklung der letzten 20 Jahre nicht gewesen sein, wenn man heute gerne nach Österreich studieren kommt, um hier eine gute und eine zukunftsträchtige Ausbildung zu bekommen, während man vor 20 Jahren am gleichen Standort, wo wir heute Probleme durch zu viele Studenten aus Deutschland haben, das gegenteilige Problem gehabt hat, nämlich dass die Studenten aus Deutschland, wenn sie nach Hause gekommen sind, mit scheelen Augen angesehen worden sind, weil ihre Qualifikationen im Heimatland schlecht angesetzt worden sind. – So viel zur Diskussion über die Qualität der österreichischen Bildungspolitik in den letzten Jahren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Broukal.
In diesem Sinne und zum Schluss kommend: Ich bin guten Mutes, dass auch mit den Gesundheitsberufen, die nunmehr aufgewertet und zu Fachhochschulen werden, der Akademisierungsgrad in Österreich auch in der Statistik und nicht nur in der hervorragenden Ausbildung in Österreich nachweisbar sein wird. (Beifall bei den Freiheitlichen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Broukal.)