Eckdaten:
Für die 59. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 806 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei der ÖVP
In einem Punkt möchte ich Sie beruhigen, beziehungsweise eines kann ich Ihnen versichern, Herr Abgeordneter Kräuter: In der Justiz werden alle gleich behandelt (Beifall bei der ÖVP), egal, ob prominent, ob nicht prominent, ob Banker, ob reich und einflussreich, bei uns werden alle gleich behandelt. (Abg. Dr. Königshofer: Die Fakten sprechen eine andere Wahrheit!)
Abg. Dr. Königshofer: Die Fakten sprechen eine andere Wahrheit!
In einem Punkt möchte ich Sie beruhigen, beziehungsweise eines kann ich Ihnen versichern, Herr Abgeordneter Kräuter: In der Justiz werden alle gleich behandelt (Beifall bei der ÖVP), egal, ob prominent, ob nicht prominent, ob Banker, ob reich und einflussreich, bei uns werden alle gleich behandelt. (Abg. Dr. Königshofer: Die Fakten sprechen eine andere Wahrheit!)
ironische Heiterkeit bei der FPÖ
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Frau Justizministerin! Probieren wir es anders: Der FPÖ-Mann Ernst Karl Plech, der ja auch Beschuldigter im BUWOG-Skandal ist, der ja seinerzeit auch von Strache gefördert wurde (ironische Heiterkeit bei der FPÖ), wurde ja von Grasser in den Vorsitz des BUWOG-Aufsichtsrates berufen, hat Sitz und Stimme in der Vergabekommission bekommen und hat auch Immobiliengeschäfte des Bundes von Grasser vermittelt bekommen.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Noch einmal, Herr Abgeordneter Kräuter: Wie soll ich das kommentieren? Ich bin nicht die zuständige Staatsanwältin, ich bin Justizministerin und habe anhängige Strafverfahren nicht zu kommentieren. Die Justiz muss unabhängig arbeiten können. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Nicht kontrolliert werden können jedoch meines Erachtens – und das ist wichtig – anhängige Strafverfahren, anhängige Verfahren. Und zwar warum? – Es würde gegen den Datenschutz verstoßen, es würde gegen die Unschuldsvermutung verstoßen und es wäre vor allem aus kriminaltaktischen Gründen unvertretbar. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Ich will keinen „Kommentar“, ich will Info!
Noch einmal: Kommentare (Abg. Mag. Stadler: Ich will keinen „Kommentar“, ich will Info!) beziehungsweise Informationen zu einzelnen Ermittlungsschritten in einem anhängigen Strafverfahren könnten dazu führen, dass die Erfolge der Ermittlungen in Gefahr geraten. Das würde auch massiv in Rechte von Verfahrensbeteiligten eingreifen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Schon geschehen, schon x-mal!
Ich glaube, Sie hätten auch kein Interesse, wenn ein Verfahren gegen Sie anhängig wäre, dass man während eines anhängigen Ermittlungsverfahrens darüber spricht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Schon geschehen, schon x-mal!)
Beifall bei der ÖVP.
Noch einmal: Es werden bei uns wirklich alle gleich behandelt. Das setze ich voraus und das ist mir ein großes Anliegen. Das entspricht auch meinem richterlichen Selbstverständnis. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Herr Abgeordneter, es gibt immer wieder Interventionsversuche, nur sind diese bei mir erfolglos. Das ist so. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Strutz: Haben Sie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet?
will seinem Mandanten helfen. Ich finde es auch nicht gut und ich möchte auch gerne wissen, wer die Akten da weitergegeben hat. (Abg. Dr. Strutz: Haben Sie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet?)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Ja, sehr geehrte Damen und Herren, das Obsorgerecht ist ein sehr sensibles Thema. Man spricht immer von Frauenrechten, von Väterrechten, das Thema polarisiert. Aber wer, bitte, spricht von den Rechten der Kinder? Und da müssen wir ansetzen. Meines Erachtens haben Kinder auch nach der Trennung der Eltern einen Anspruch auf beide Elternteile. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meiner Meinung nach sollten wir das Obsorgerecht überdenken und sollten uns verschiedenste Modelle in anderen Ländern ansehen. In Deutschland zum Beispiel gibt es das System, dass die gemeinsame Obsorge im Falle einer Scheidung automatisch eingeräumt wird. Das schauen wir uns jetzt an. Und zu diesem Zweck wird noch vor dem Sommer eine Enquete stattfinden, und in dieser Enquete sollen genau diese Probleme auf sehr breiter Basis diskutiert werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Angesichts dieser Judikatur müssen wir sicherlich auch die Rechtsstellung von Vätern unehelicher Kinder diskutieren, keine Frage. Auch das ist ein ganz sensibler Bereich. Den müssen wir politisch, den müssen wir praxisbezogen diskutieren, den müssen wir wirklich mit notwendiger Sensibilität diskutieren. Auch das wird Thema der Enquete sein. Und wir müssen uns wirklich fragen: Wie können Väter auch von unehelichen Kindern vermehrt die elterliche Verantwortung übernehmen? Das ist ein ganz wichtiges Thema heutzutage. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Frau Ministerin, Sie haben vorhin die Frage in den Raum gestellt: Wer kümmert sich um die Rechte der Kinder? Wir Grünen tun das, und deswegen sind wir auch dafür, dass die Kinderrechtskonvention im gesamten Ausmaß umgesetzt wird, und nicht nur 6 aus 45. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Frau Abgeordnete, Sie wissen, dass das ein sehr sensibles Thema ist, wo man wirklich alle Interessen berücksichtigen muss, ein Thema, das polarisiert. Wir werden sicherlich zu einer Lösung kommen. Wann diese Lösung auf dem Tisch liegt, kann ich Ihnen natürlich nicht sagen, weil ich nicht weiß, wie lange dieser Diskussionsprozess dauern wird. In diesem Bereich kann man nicht drüberfahren, sondern da brauchen wir wirklich eine breite Diskussion, weil es ein gesellschaftspolitisch sehr wichtiges Thema ist. Ich kann Ihnen den Zeitpunkt leider nicht nennen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Zu Recht!
spräche geführt, mit Exponenten dieser Vereine. Nun sind einige dieser Personen nach dem Mafia-Paragraphen angeklagt worden (Abg. Mag. Stadler: Zu Recht!), genauso wie auch Tierschutzaktivisten.
Beifall bei der ÖVP.
Tatsache ist – Sie haben die Väter angesprochen –, es geht nicht um das Ziel, das die Leute verfolgen, das durchaus ein hehres Ziel ist oder ein verständliches Ziel. Es geht um die Mittel, die sie einsetzen, um diese Ziele zu erreichen, und die sind mitunter einfach nicht angemessen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Mafiös! – Abg. Strache: Was hat das mit mafiös zu tun?!
Es sind hier Grenzen gesetzt, und die Mittel müssen schon auch angemessen sein, auch wenn man durchaus verständliche Ziele verfolgt. (Ruf bei der SPÖ: Mafiös! – Abg. Strache: Was hat das mit mafiös zu tun?!) Das gilt sowohl für die Tierschützer als auch für Väter, die um ihre Rechte kämpfen. Die einzelnen Fälle möchte ich nicht kommentieren, denn es gibt anhängige Verfahren, und die Justiz wird entscheiden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es sind hier Grenzen gesetzt, und die Mittel müssen schon auch angemessen sein, auch wenn man durchaus verständliche Ziele verfolgt. (Ruf bei der SPÖ: Mafiös! – Abg. Strache: Was hat das mit mafiös zu tun?!) Das gilt sowohl für die Tierschützer als auch für Väter, die um ihre Rechte kämpfen. Die einzelnen Fälle möchte ich nicht kommentieren, denn es gibt anhängige Verfahren, und die Justiz wird entscheiden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Natürlich gibt es in diesem Bereich eine gesellschaftliche Entwicklung, das ist schon klar. Wenn es weiteren Anpassungsbedarf gibt, werden wir uns darum kümmern. Das kann ich Ihnen versichern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Ein anderer Fall, der mit Kindschaftsrechten zusammenhängt, beschäftigt in den letzten Wochen die Öffentlichkeit. Ein Kind einer Österreicherin, das sie aus Griechenland mitgenommen hat, wurde durch Entscheidung des Obersten Gerichtshofes zur Rückführung verurteilt. Man muss dazu sagen, das hat ein hohes Element der Grausamkeit, ein Kind mit Zwang zurückzuführen. Es ist natürlich das Haager Übereinkommen gegen Kindesentführung in Geltung. Sehen Sie Möglichkeiten, hier doch eine verträgliche, weniger an Grausamkeiten orientierte Modifikation ins Auge zu fassen? (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Jakob Auer: Und das von einem Juristen!
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Zu diesem Fall in Oberösterreich kann ich nur sagen, es gibt eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs. Die kann ich nicht korrigieren, dazu bin ich nicht befugt. Sie alle wollen, dass die Justiz unabhängig ist, das wird ja auch immer gefordert. Und da wird jetzt vereinzelt gefordert, ich soll dem Obersten Gerichtshof eine Weisung erteilen?! – Das waren nicht Sie, Herr Abgeordneter, aber jemand anderer. (Abg. Jakob Auer: Und das von einem Juristen!) Wenn das wirklich möglich wäre, dann würde ich sagen: Gute Nacht für den Rechtsstaat!
Unruhe im Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Aber auch hier handelt es sich um ein aktuelles Verfahren. Und eines möchte ich schon in diesem Zusammenhang sagen: Die mediale Berichterstattung ist relativ einseitig in dieser Sache. Die Gerichte sind zur Amtsverschwiegenheit verpflichtet und können jetzt nicht die genauen Erwägungsgründe darlegen. Und es gibt internationale Übereinkommen – etwa das Haager Übereinkommen, das Sie schon erwähnt haben –, und nach denen sind wir zu solchen Entscheidungen verpflichtet, wobei das Wohl des Kindes natürlich immer auch im Mittelpunkt steht. (Unruhe im Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sind also verpflichtet dazu. Ich weiß jetzt nicht genau, was in diesem Fall passiert. Vollzogen ist dieses Urteil noch nicht. Das Bezirksgericht, glaube ich, in Linz ist dafür zuständig und wird angemessen weiter handeln und reagieren. Mehr kann ich Ihnen jetzt dazu nicht sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler. – Abg. Grosz: Wenn der Grasser als Dreijähriger abgeschoben worden wäre, ...!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Guten Morgen, Frau Bundesministerin! (Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler. – Abg. Grosz: Wenn der Grasser als Dreijähriger abgeschoben worden wäre, ...!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
nämlich die Einführung der sogenannten Familiengerichtshilfe – davon ist übrigens auch bereits im Regierungsübereinkommen die Rede –, das heißt, dass wirklich sozialpädagogisch geschulte Leute den Richtern helfen, die Richter im sozusagen metarechtlichen Bereich und bei der Beweisaufnahme unterstützen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ich glaube, da würde sich auch etwas tun bei der Dauer dieser Verfahren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
nämlich die Einführung der sogenannten Familiengerichtshilfe – davon ist übrigens auch bereits im Regierungsübereinkommen die Rede –, das heißt, dass wirklich sozialpädagogisch geschulte Leute den Richtern helfen, die Richter im sozusagen metarechtlichen Bereich und bei der Beweisaufnahme unterstützen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ich glaube, da würde sich auch etwas tun bei der Dauer dieser Verfahren. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe des Abg. Krainer.
Sie haben jetzt klar gesagt, dass es ein OGH-Urteil gibt, das zu akzeptieren ist. Ich entnehme den Medien, dass Sie den Weg einer humanen Lösung, indem Sie mit Ihrem griechischen Amtskollegen Kontakt aufnehmen, nicht einschlagen wollen. Ich frage Sie aber von Frau zu Frau: Wie ist Ihre persönliche Meinung dazu, wenn ein dreijähriges Kind einer österreichischen Mutter, das bestens integriert ist, nach Griechenland abgeschoben wird, in ein Heim, in Zustände, über die wir nicht Bescheid wissen, und zu einem gewalttätigen Vater? (Zwischenrufe des Abg. Krainer.) Wie ist hier Ihre persönliche Meinung, und werden Sie gerade anhand dieses Falles gesetzgeberische Schritte einleiten, dass diese Fälle bestmöglich nicht mehr vorkommen? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie haben jetzt klar gesagt, dass es ein OGH-Urteil gibt, das zu akzeptieren ist. Ich entnehme den Medien, dass Sie den Weg einer humanen Lösung, indem Sie mit Ihrem griechischen Amtskollegen Kontakt aufnehmen, nicht einschlagen wollen. Ich frage Sie aber von Frau zu Frau: Wie ist Ihre persönliche Meinung dazu, wenn ein dreijähriges Kind einer österreichischen Mutter, das bestens integriert ist, nach Griechenland abgeschoben wird, in ein Heim, in Zustände, über die wir nicht Bescheid wissen, und zu einem gewalttätigen Vater? (Zwischenrufe des Abg. Krainer.) Wie ist hier Ihre persönliche Meinung, und werden Sie gerade anhand dieses Falles gesetzgeberische Schritte einleiten, dass diese Fälle bestmöglich nicht mehr vorkommen? (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ich kann Ihnen nur sagen, wir haben diese internationalen Vereinbarungen. Stellen Sie sich vor, es wird ein Kind von einem Vater aus irgendeinem arabischen Land aus Österreich entführt. Da hat natürlich auch Österreich größtes Interesse daran, das Kind zurückzuholen. Genauso ist es offenbar bei diesem Fall. Ich weiß es nicht, ich kenne diesen Fall im Einzelnen nicht. Es gibt da ein anhängiges Verfahren. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Aber diese internationalen Vereinbarungen haben schon auch ihren Sinn, ohne jetzt auf diesen konkreten Einzelfall einzugehen.
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben 5 Millionen € zur Verfügung für Prozessbegleitung, für derartige Maßnahmen. Unsere Förderpraxis ist die, dass wir nicht gleich alles auf einmal ausschütten, sondern zunächst einmal einen Teil. Dann schauen wir uns die Anfallszahlen an, und in der Folge gibt es die Möglichkeit von bedarfsorientierten Nachtragsförderungen. Das ist unser System. Wir müssen hier flexibel sein, denn die Fallzahlen sind nicht vorhersehbar, die Entwicklung ist total unterschiedlich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe jetzt von einem Fall gehört, da wurde einem Türsteher einer Diskothek Prozessbegleitung gewährt. Für diese Fälle, finde ich, ist die Prozessbegleitung nicht gedacht. Vielmehr müssen Kinder unterstützt werden, die missbraucht werden, Frauen unterstützt werden, Opfer, die wirklich Hilfe brauchen. Ich glaube, da müssen wir treffsicherer werden. Das ist ein ganz wichtiges Ziel. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Rosenkranz: Danke!
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Danke für die Anregung, Herr Abgeordneter. Ich werde mich gleich darum kümmern und schauen, dass wir das korrigieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Rosenkranz: Danke!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich kann ja gleich einen Appell starten: Bitte werden Sie Sachwalter! Das ist eine interessante und sinnvolle Tätigkeit. Ich glaube, das ist der Ansatz, dass man wirklich mehr Werbung macht, dass auch justizfremde Personen beziehungsweise Personen, die nicht Anwälte sind, eine Sachwalterschaft übernehmen. Dann könnten wir den Vorgaben wirklich gerecht werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir werden Lösungen finden. Wie gesagt, wichtig ist, dass wir zum Beispiel vom Jahr 2008 auf 2009 die Erhöhung des Budgets in diesem Bereich erreichen konnten. Ich glaube, man sieht, dass ich wirklich sehr bemüht bin, diesen wichtigen Bereich, den die Justiz im Opferschutz abdeckt, qualitativ auch so gut aufrechtzuerhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der FPÖ: „Ich bin keine Hellseherin!“
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Bundesministerin, bitte. (Ruf bei der FPÖ: „Ich bin keine Hellseherin!“)
Beifall bei der ÖVP.
Wir leben in einer wirtschaftlich sehr angespannten Situation, wir müssen jetzt das Budget konsolidieren. Da müssen wir alle zusammenhalten. Aber Sie brauchen nicht besorgt zu sein: Wir werden die hohe Qualität der österreichischen Rechtsprechung und die hohe Qualität des österreichischen Rechtsstaates aufrechterhalten – so gut es geht. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Herr Abgeordneter Bucher, ich glaube, Sie haben letzten Februar im Parlament nicht gut aufgepasst. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Da haben wir das 2. Gewaltschutzpaket beschlossen, und darin wurde Folgendes festgelegt: Der Beginn der Verjährungsfrist wurde vom 18. auf das 28. Lebensjahr verlegt. Jetzt ist es möglich, dass das Opfer noch im 48. Lebensjahr eine Anzeige erstatten kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber dann nicht mehr!) Also: 38 war die alte Rechtslage, 48 ist die aktuelle Rechtslage.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber dann nicht mehr!
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Herr Abgeordneter Bucher, ich glaube, Sie haben letzten Februar im Parlament nicht gut aufgepasst. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Da haben wir das 2. Gewaltschutzpaket beschlossen, und darin wurde Folgendes festgelegt: Der Beginn der Verjährungsfrist wurde vom 18. auf das 28. Lebensjahr verlegt. Jetzt ist es möglich, dass das Opfer noch im 48. Lebensjahr eine Anzeige erstatten kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber dann nicht mehr!) Also: 38 war die alte Rechtslage, 48 ist die aktuelle Rechtslage.
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin nicht so begeistert von einer Abschaffung der Verjährungsfristen. Können Sie sich vorstellen, dass man nach 60 Jahren noch etwas ermitteln kann? Können Sie sich vorstellen, wie das für das Opfer ist, wenn man einfach kein Substrat hat und ein Verfahren deswegen eingestellt werden muss? – Das ist eine neuerliche Viktimisierung. Verjährungsfristen haben schon ihren Sinn, und sie sind sehr lang. Wenn ein siebenjähriges Kind missbraucht wird, beginnt die Verjährungsfrist erst 21 Jahre später. Das ist sehr lange. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Seit 40 Jahren diskutieren die Experten und bringen nichts zusammen!
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Bei diesem runden Tisch, der am 13. April im Familienministerium stattfinden wird, geht es vor allem um drei Themen: Es geht um Prävention, es geht um Reaktion, es geht um Sensibilisierung, um bessere Vernetzung und bessere Kommunikation. Es wurden hier Leute von Opferschutzeinrichtungen, von Polizei und vom Innenressort eingeladen, also Leute, die wirklich mit diesen Fällen zu tun haben. Wir wollen gemeinsam beraten, wie wir eine bessere Vernetzung und eine bessere Kommunikation herstellen können. Das ist keine politische Veranstaltung, sondern es geht hier wirklich um das Know-how von Experten. (Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Seit 40 Jahren diskutieren die Experten und bringen nichts zusammen!)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Herr Abgeordneter, Sie haben vollkommen recht. Prävention ist wichtig. Prävention ist sogar wahnsinnig wichtig und es passiert in diesem Bereich auch sehr viel. Ich weiß das auch deswegen, weil mein Mann selbst in der Prävention bei der Polizei arbeitet und genau solche Vorträge, auch in Schulen, hält, wie man gewarnt wird und wie man sich vor sexuellen Übergriffen schützen kann. Natürlich könnte man das eventuell noch intensivieren. Das kann man auch im Zuge dieses runden Tisches besprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Stimmt nicht! – Zwischenruf des Abg. Riepl.
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Gerade in diesem Bereich ist ja mit dem 2. Gewaltschutzpaket schon etwas geschehen: etwa die gerichtliche Aufsicht, das heißt, der Täter muss sich nach seiner Entlassung immer wieder bei Therapeuten melden und muss sich einer Behandlung unterziehen. Es gibt eine Begutachtung durch Spezialisten, bevor jemand entlassen wird. Es passiert in diesem Bereich wirklich sehr viel. (Abg. Kickl: Stimmt nicht! – Zwischenruf des Abg. Riepl.)
Beifall bei der ÖVP.
Eine lebenslange Aufsicht, glaube ich, ist auch organisatorisch nicht möglich. Aber wie gesagt, Begutachtungen erfolgen laufend. Man versucht wirklich, jede Gefahr, die von einer solchen Person ausgeht, zu beseitigen. Das ist natürlich auch in unserem Interesse. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: Aufpassen!
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Angesichts der vorgeschrittenen Zeit möchte ich einfach auf meine bereits gegebenen Antworten zu diesem Thema verweisen. (Rufe bei der ÖVP: Aufpassen!) Wir haben bereits über die
Unruhe im Saal. – Abg. Silhavy: Ist das jetzt notwendig gewesen?! – Abg. Ursula Haubner: Sie passen nicht auf!
Prozessbegleitung, über die Garantien gesprochen. Gerade habe ich der Abgeordneten Winter erklärt, wie das mit der Aufsicht ist. (Unruhe im Saal. – Abg. Silhavy: Ist das jetzt notwendig gewesen?! – Abg. Ursula Haubner: Sie passen nicht auf!)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Es ist so, dass diese Situation für ein Opfer natürlich besonders schwierig ist, weil es noch einmal viktimisiert wird und weil es sich noch einmal unverstanden fühlt. Daher muss man natürlich schauen, dass, wenn es schon zu einem Verfahren kommt, wirklich ein Substrat da ist. Das ist auch wieder dieselbe Argumentation, die eigentlich dafür spricht, dass man Verjährungsfristen beibehalten sollte. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das haben wir schon dreimal gehört!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Ich darf vielleicht noch einmal an die Frage, die Herr Notar Stefan vorhin gestellt hat, die Sie eher schnippisch beantwortet haben, anknüpfen. Es ist natürlich schon so, dass Sie als Justizministerin die Wiesungsspitze der Staatsanwälte sind und dort, wo ungleich vorgegangen wird, auch die Verpflichtung haben, allenfalls durch Weisungen dafür zu sorgen, dass gegen alle Beschuldigten gleich vorgegangen wird. Wir haben jetzt bei den drei, auch von Kollegem Kräuter erwähnten, Beschuldigten Grasser, Plech und Meischberger die Situation, dass zwei der Konten in Luxemburg geöffnet worden sind und das dritte Konto, das noch dazu auf den Namen der Lebensgefährtin des damaligen Finanzministers Grasser lautet, nicht geöffnet wird. Das ist nach außen hin eine völlig unverständliche Ungleichbehandlung, und als Justizministerin müssten Sie darauf reagieren. Das hat nichts mit der Unabhängigkeit der Justiz zu tun, sondern mit Ihrem Amt. Ich würde mich hier über eine Antwort freuen. (Abg. Dr. Stummvoll: Das haben wir schon dreimal gehört!)
Abg. Grosz: Wald-und-Wiesen-Anwalt!
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Herr Abgeordneter Dr. Jarolim, Sie sind doch Rechtsanwalt (Abg. Grosz: Wald-und-Wiesen-Anwalt!), daher: Ich glaube nicht, dass Sie wollen, dass wir anhängige Ermittlungsverfahren, die noch nicht zu Ende sind, hier im Parlament erörtern. Auch wenn ich mich vielleicht damit aufgrund meines Weisungsrechtes beschäftigen muss oder nicht, aber es ist jetzt sicherlich nicht in dem Stadium das Parlament der geeignete Ort, über einzelne Ermittlungsschritte zu diskutieren, Herr Dr. Jarolim. Ich glaube, das verstehen Sie doch als Rechtsanwalt, oder? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Herr Abgeordneter Dr. Jarolim, Sie sind doch Rechtsanwalt (Abg. Grosz: Wald-und-Wiesen-Anwalt!), daher: Ich glaube nicht, dass Sie wollen, dass wir anhängige Ermittlungsverfahren, die noch nicht zu Ende sind, hier im Parlament erörtern. Auch wenn ich mich vielleicht damit aufgrund meines Weisungsrechtes beschäftigen muss oder nicht, aber es ist jetzt sicherlich nicht in dem Stadium das Parlament der geeignete Ort, über einzelne Ermittlungsschritte zu diskutieren, Herr Dr. Jarolim. Ich glaube, das verstehen Sie doch als Rechtsanwalt, oder? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In weiterer Folge habe ich vor, vier Wirtschaftskompetenzzentren in Österreich einzurichten. Dort soll geballtes Know-how vorhanden sein. Dort sollen speziell ausgebildete Staatsanwälte und Richter arbeiten, damit auch ein gewisses Grundverständnis im wirtschaftlichen Bereich vorhanden ist. Ich glaube, das ist die Zukunft. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Herr Abgeordneter Grosz, ich setze mich gerne einmal mit Ihnen zusammen und erkläre Ihnen das Finanzstrafgesetz. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Da geht es nämlich darum, dass zunächst einmal die Finanzbehörde ermitteln muss, wie hoch der strafbestimmende Wertbetrag ist, und dann kann man erst entscheiden, wer zuständig ist. (Abg. Grosz: 5 Millionen €!) Aber ich erkläre Ihnen das gerne einmal. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das ist sehr nett!)
Abg. Grosz: 5 Millionen €!
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Herr Abgeordneter Grosz, ich setze mich gerne einmal mit Ihnen zusammen und erkläre Ihnen das Finanzstrafgesetz. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Da geht es nämlich darum, dass zunächst einmal die Finanzbehörde ermitteln muss, wie hoch der strafbestimmende Wertbetrag ist, und dann kann man erst entscheiden, wer zuständig ist. (Abg. Grosz: 5 Millionen €!) Aber ich erkläre Ihnen das gerne einmal. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das ist sehr nett!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das ist sehr nett!
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Herr Abgeordneter Grosz, ich setze mich gerne einmal mit Ihnen zusammen und erkläre Ihnen das Finanzstrafgesetz. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Da geht es nämlich darum, dass zunächst einmal die Finanzbehörde ermitteln muss, wie hoch der strafbestimmende Wertbetrag ist, und dann kann man erst entscheiden, wer zuständig ist. (Abg. Grosz: 5 Millionen €!) Aber ich erkläre Ihnen das gerne einmal. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das ist sehr nett!)
Abg. Grosz: Wann treffen wir uns auf einen Kaffee im Theatercafé?
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Herr Abgeordneter Steinhauser, ich habe es gerade erklärt. Nicht eine, ich denke an vier Stellen. Verteilt in Linz, Wien, Salzburg und Graz sollen derartige Wirtschaftskompetenzzentren entstehen. (Abg. Grosz: Wann treffen wir uns auf einen Kaffee im Theatercafé?)
Beifall bei der ÖVP.
Damit soll bewerkstelligt werden, dass der Verurteilte nicht aus seinem sozialen Nahbereich herausgerissen wird, die Arbeit, die Wohnung und die Familie verliert – das alles kann ja sehr kontraproduktiv sein –, und es wird vor allem auch günstiger für den österreichischen Strafvollzug. Ein Tag Haft kostet mindestens 100 €, ein Tag Fußfessel ungefähr die Hälfte. Und das bedeutet, es wird auch eine budgetäre Entlastung für das Justizressort geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grosz: Busspur-Fahren!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Sehr geehrte Frau Ministerin, ich hoffe, Sie halten die vielen Einladungen, mit Abgeordneten Mittagessen zu gehen oder ihnen privat etwas zu erklären, auch ein. (Abg. Grosz: Busspur-Fahren!) Ich hoffe, der Terminkalender lässt das zu. Ich hätte aber doch gerne lieber hier die Antwort, denn dann können es die Menschen auch nachvollziehen.
Zwischenruf des Abg. Faul.
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Herr Abgeordneter, Sie brauchen keine Angst zu haben, dass wir gefährliche Menschen auf Sie loslassen. (Zwischenruf des Abg. Faul.) Da gibt es Begutachtungen, da gibt es sehr viele Vorsichtsmaßnahmen, bevor jemand enthaftet wird. Es stimmt, es gibt dieses Haftentlastungspaket, so heißt es. Das war damals eine Maßnahme, um die Justizanstalten zu entlasten. Allerdings werden nur Personen enthaftet, bei denen das auch spezialpräventiv vertretbar ist. Auch hier gibt es Einzelfälle, man liest es immer wieder in den Zeitungen, ich möchte aber vor zum Teil einseitiger Berichterstattung warnen und erwähnen, es gibt hier Gutachten. Wir müssen uns auf die Gutachten der Experten verlassen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Herr Abgeordneter, Sie brauchen keine Angst zu haben, dass wir gefährliche Menschen auf Sie loslassen. (Zwischenruf des Abg. Faul.) Da gibt es Begutachtungen, da gibt es sehr viele Vorsichtsmaßnahmen, bevor jemand enthaftet wird. Es stimmt, es gibt dieses Haftentlastungspaket, so heißt es. Das war damals eine Maßnahme, um die Justizanstalten zu entlasten. Allerdings werden nur Personen enthaftet, bei denen das auch spezialpräventiv vertretbar ist. Auch hier gibt es Einzelfälle, man liest es immer wieder in den Zeitungen, ich möchte aber vor zum Teil einseitiger Berichterstattung warnen und erwähnen, es gibt hier Gutachten. Wir müssen uns auf die Gutachten der Experten verlassen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Es ist so, dass der Insasse diese Kosten grundsätzlich selbst zu tragen hat. Er muss auch eine Wohnung und eine Arbeit haben, im Falle des Strafvollzuges. Er muss mindestens 30 Stunden in der Woche arbeiten, und er muss selbst versichert sein. Diese Kosten sind vom Insassen selbst zu tragen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Lapp: ... Kristallkugel!
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Jetzt sollte ich rechnen. Es heißt immer: iudex non calculat. – Das können Sie sich ja selbst ausrechnen. Ich habe gesagt, ein Tag Haft kostet 100 €, ein Tag Fußfessel kostet ungefähr die Hälfte. Auf den Cent genau kann ich Ihnen das nicht sagen, aber es wird zu einer budgetären Entlastung kommen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Lapp: ... Kristallkugel!)
Beifall bei der ÖVP.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Vielen Dank. Die Fragen sind alle aufgerufen worden. Die Fragestunde ist somit beendet. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Geh!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben heute den 25. März (Abg. Ing. Westenthaler: Geh!), und ich darf heute, am 25. März, hier feststellen, dass zwischen 1. März, 0 Uhr früh, und 24. März, 17 Uhr, die Zahl der arbeitslosen Menschen um 41 000 gesunken ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele sind es ...? Wie viele werden es bei Siemens sein? Androsch! Ederer! Die roten Bosse, die die Leute rausschmeißen ...! – Abg. Strache: Die Schulungsumschichtung!) – Das werden Sie gleich hören, Herr Westenthaler, Sie müssen nur zuhören! Und, Herr Strache: Würden Sie meine Aussendungen lesen, wüssten Sie, dass die Schulungsteilnehmer natürlich sehr wohl immer mit kundgetan werden.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele sind es ...? Wie viele werden es bei Siemens sein? Androsch! Ederer! Die roten Bosse, die die Leute rausschmeißen ...! – Abg. Strache: Die Schulungsumschichtung!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben heute den 25. März (Abg. Ing. Westenthaler: Geh!), und ich darf heute, am 25. März, hier feststellen, dass zwischen 1. März, 0 Uhr früh, und 24. März, 17 Uhr, die Zahl der arbeitslosen Menschen um 41 000 gesunken ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele sind es ...? Wie viele werden es bei Siemens sein? Androsch! Ederer! Die roten Bosse, die die Leute rausschmeißen ...! – Abg. Strache: Die Schulungsumschichtung!) – Das werden Sie gleich hören, Herr Westenthaler, Sie müssen nur zuhören! Und, Herr Strache: Würden Sie meine Aussendungen lesen, wüssten Sie, dass die Schulungsteilnehmer natürlich sehr wohl immer mit kundgetan werden.
Abg. Kickl: Wie viele sind arbeitslos, die nicht gemeldet sind?
Zur Stunde – die Zahlen sind von gestern Abend – sind 270 117 Menschen arbeitslos gemeldet, und 85 296 sind in Schulungen. (Abg. Kickl: Wie viele sind arbeitslos, die nicht gemeldet sind?) In Summe gesehen sind das um 41 000 Menschen weniger als am 1. März, 0 Uhr. – Das ist einmal die Faktenlage. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist denen, die arbeitslos sind, relativ wurscht!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist denen, die arbeitslos sind, relativ wurscht!
Zur Stunde – die Zahlen sind von gestern Abend – sind 270 117 Menschen arbeitslos gemeldet, und 85 296 sind in Schulungen. (Abg. Kickl: Wie viele sind arbeitslos, die nicht gemeldet sind?) In Summe gesehen sind das um 41 000 Menschen weniger als am 1. März, 0 Uhr. – Das ist einmal die Faktenlage. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist denen, die arbeitslos sind, relativ wurscht!)
Abg. Grosz: Gibt es einen ... für 23.10 Uhr auch?
Die Arbeitsmarktpolitik hat die größte Wirtschaftskrise seit Bestehen der Zweiten Republik zu bewältigen. (Abg. Grosz: Gibt es einen ... für 23.10 Uhr auch?) – Ja, das gibt es auch, Herr Grosz. Ich würde Sie ersuchen, einmal zuzuhören, dann werden wir ein paar Fakten wissen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie brauchen ja nicht die Abgeordneten zu verschaukeln mit diesen Zahlen! Die höchste Arbeitslosigkeit in der Geschichte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie brauchen ja nicht die Abgeordneten zu verschaukeln mit diesen Zahlen! Die höchste Arbeitslosigkeit in der Geschichte!
Die Arbeitsmarktpolitik hat die größte Wirtschaftskrise seit Bestehen der Zweiten Republik zu bewältigen. (Abg. Grosz: Gibt es einen ... für 23.10 Uhr auch?) – Ja, das gibt es auch, Herr Grosz. Ich würde Sie ersuchen, einmal zuzuhören, dann werden wir ein paar Fakten wissen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie brauchen ja nicht die Abgeordneten zu verschaukeln mit diesen Zahlen! Die höchste Arbeitslosigkeit in der Geschichte!)
Abg. Kickl: Alles paletti, oder?
Meine sehr geehrten Damen und Herren, vor einem Jahr brach die Industrieproduktion stärker ein als während der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre. Trotzdem ist es gelungen, Beschäftigung zu sichern, durch Kurzarbeit, Bildungskarenz, einen Qualifizierungsschwerpunkt und Beschäftigungsförderung. (Abg. Kickl: Alles paletti, oder?)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles super ...! Alles perfekt! Bei Siemens passt auch alles!
Es ist dank unserem Gegensteuern Folgendes geglückt: Die Arbeitslosigkeit ist bereits in vier Bundesländern unter dem Niveau von 2009. Diese Bundesländer sind – wie ja öffentlich bekannt ist – das Burgenland, die Steiermark, Salzburg und Tirol. Die Jugendarbeitslosigkeit ist seit fünf Monaten im Sinken. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles super ...! Alles perfekt! Bei Siemens passt auch alles!) Die Frauenbeschäftigung steigt wieder an, und die Industriearbeitslosigkeit geht zurück. Im vierten Quartal 2009, wie vor einer Stunde ... (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Silhavy: Seid einmal ruhig! – Ironische Heiterkeit bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler, in Richtung der Abg. Silhavy: ... Oberlehrerin ...!)
Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Silhavy: Seid einmal ruhig! – Ironische Heiterkeit bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler, in Richtung der Abg. Silhavy: ... Oberlehrerin ...!
Es ist dank unserem Gegensteuern Folgendes geglückt: Die Arbeitslosigkeit ist bereits in vier Bundesländern unter dem Niveau von 2009. Diese Bundesländer sind – wie ja öffentlich bekannt ist – das Burgenland, die Steiermark, Salzburg und Tirol. Die Jugendarbeitslosigkeit ist seit fünf Monaten im Sinken. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles super ...! Alles perfekt! Bei Siemens passt auch alles!) Die Frauenbeschäftigung steigt wieder an, und die Industriearbeitslosigkeit geht zurück. Im vierten Quartal 2009, wie vor einer Stunde ... (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Silhavy: Seid einmal ruhig! – Ironische Heiterkeit bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler, in Richtung der Abg. Silhavy: ... Oberlehrerin ...!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Bringen Sie einmal gescheite Vergleiche ...!
Das sieht man, wie „ernst“ manche Parteien Arbeitsmarktpolitik nehmen und wie „ernst“ man es nimmt, dass wir in ganz Europa die zweitniedrigste Arbeitslosenquote haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Bringen Sie einmal gescheite Vergleiche ...!)
Abg. Mag. Stadler: Sie wollen wissen, ob Sie um 1 Uhr was zu essen bekommen!
Man sieht, dass die Gegensteuerungsmaßnahmen ganz einfach wirken. (Abg. Mag. Stadler: Sie wollen wissen, ob Sie um 1 Uhr was zu essen bekommen!) Die STATISTIK AUSTRIA hat vor einer Stunde veröffentlicht (Abg. Mag. Stadler: Haben Sie einen Uhrentick, Herr Minister?), dass die Arbeitslosigkeit im vierten Quartal 2009 gegenüber dem dritten Quartal von 5,1 auf 4,7 Prozent gesunken ist.
Abg. Mag. Stadler: Haben Sie einen Uhrentick, Herr Minister?
Man sieht, dass die Gegensteuerungsmaßnahmen ganz einfach wirken. (Abg. Mag. Stadler: Sie wollen wissen, ob Sie um 1 Uhr was zu essen bekommen!) Die STATISTIK AUSTRIA hat vor einer Stunde veröffentlicht (Abg. Mag. Stadler: Haben Sie einen Uhrentick, Herr Minister?), dass die Arbeitslosigkeit im vierten Quartal 2009 gegenüber dem dritten Quartal von 5,1 auf 4,7 Prozent gesunken ist.
Abg. Ing. Westenthaler: „Sehr erfreulich“, wenn die Arbeitslosigkeit stabil bleibt! „Sehr erfreulich“, Herr Minister! Stabil bleiben, da freuen sich alle! Na, das ist eine Argumentation!
Es ist gar keine Frage, die Männerarbeitslosigkeit ist höher als im Vorjahr. Es ist aber auch sehr erfreulich, dass die Frauenarbeitslosigkeit stabil geblieben ist und dass die Jugendarbeitslosigkeit ... (Abg. Ing. Westenthaler: „Sehr erfreulich“, wenn die Arbeitslosigkeit stabil bleibt! „Sehr erfreulich“, Herr Minister! Stabil bleiben, da freuen sich alle! Na, das ist eine Argumentation!) – Ja, weil das zeigt, dass Gegensteuerungsmaßnahmen wirken. Herr Westenthaler, ich bin sehr froh, dass ich in Österreich Minister bin und nicht zum Beispiel in Spanien, wo die Jugendarbeitslosigkeit 40 Prozent beträgt. Unsere Jugendarbeitslosigkeit bewegt sich im einstelligen Bereich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Märchenerzähler! Ihr werdet euch anschauen bei den Wahlen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Märchenerzähler! Ihr werdet euch anschauen bei den Wahlen!
Es ist gar keine Frage, die Männerarbeitslosigkeit ist höher als im Vorjahr. Es ist aber auch sehr erfreulich, dass die Frauenarbeitslosigkeit stabil geblieben ist und dass die Jugendarbeitslosigkeit ... (Abg. Ing. Westenthaler: „Sehr erfreulich“, wenn die Arbeitslosigkeit stabil bleibt! „Sehr erfreulich“, Herr Minister! Stabil bleiben, da freuen sich alle! Na, das ist eine Argumentation!) – Ja, weil das zeigt, dass Gegensteuerungsmaßnahmen wirken. Herr Westenthaler, ich bin sehr froh, dass ich in Österreich Minister bin und nicht zum Beispiel in Spanien, wo die Jugendarbeitslosigkeit 40 Prozent beträgt. Unsere Jugendarbeitslosigkeit bewegt sich im einstelligen Bereich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Märchenerzähler! Ihr werdet euch anschauen bei den Wahlen!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Märchenerzähler! Die Ederer haut gerade hunderte Leute raus!
Es ist an und für sich auch sehr erfreulich, dass es uns vor allem bei der Jugend – das ist die wichtigste aller Gruppen – geglückt ist, dass die Maßnahmen, etwa die Ausbildungsgarantie, gegriffen haben – und sie werden auch weiterhin greifen. (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Märchenerzähler! Die Ederer haut gerade hunderte Leute raus!) Die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit von Jugendlichen liegt in Österreich bei 73 Tagen. Im Gesamtdurchschnitt sind es 96 Tage. Es ist auch keine Frage, dass es sehr erfreulich ist, dass wir genauso viele Lehrverträge haben wie 2008, nämlich 131 000 Lehrverträge. (Abg. Kickl: Das wird all jene freuen, die über die Grenzen hineinkommen und dann bei uns auf dem Arbeitsmarkt ...!)
Abg. Kickl: Das wird all jene freuen, die über die Grenzen hineinkommen und dann bei uns auf dem Arbeitsmarkt ...!
Es ist an und für sich auch sehr erfreulich, dass es uns vor allem bei der Jugend – das ist die wichtigste aller Gruppen – geglückt ist, dass die Maßnahmen, etwa die Ausbildungsgarantie, gegriffen haben – und sie werden auch weiterhin greifen. (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Märchenerzähler! Die Ederer haut gerade hunderte Leute raus!) Die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit von Jugendlichen liegt in Österreich bei 73 Tagen. Im Gesamtdurchschnitt sind es 96 Tage. Es ist auch keine Frage, dass es sehr erfreulich ist, dass wir genauso viele Lehrverträge haben wie 2008, nämlich 131 000 Lehrverträge. (Abg. Kickl: Das wird all jene freuen, die über die Grenzen hineinkommen und dann bei uns auf dem Arbeitsmarkt ...!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Jetzt kommen wir auch gleich zu den „berühmten“ überbetrieblichen Lehrwerkstätten. Von diesen 131 000 Lehrverträgen sind nur 10 000 in überbetrieblichen Lehrwerkstätten, der Rest sind betriebliche Lehrverträgen, dort wo die Lehrlingsausbildung primär stattfinden soll und stattfinden muss. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Für all diese Aktivitäten im Bereich Jugend werden wir heuer fast die gleiche Summe aufwenden wie im Vorjahr. In Wirklichkeit ist das Budget für heuer noch einmal um 60 Millionen € erhöht worden. In Summe wenden wir als Bundesregierung für die Ausbildungsgarantie, für die „Aktion Zukunft Jugend!“ und für die weiteren spezifischen Maßnahmen junge Menschen betreffend 560 Millionen € auf. Das ist sehr viel Geld, aber sehr gut investiertes Geld. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wenn man genau hinschaut, muss man leider sehen, dass es unter all diesen Gruppen von jungen Menschen eine Gruppe gibt, für die es speziell notwendig ist, etwas nachzuholen, auch wenn man so etwas im Jahr 2010 nicht vermuten würde: Es gibt eine kleine, aber doch vorhandene Gruppe, bei der wir uns intensiv darum bemühen müssen, dass sie den Hauptschulabschluss nachholen. Von allen derzeit gemeldeten Arbeitslosen – ich habe Ihnen die Zahl vorhin genannt – haben 16 000 keinen Hauptschulabschluss. Das heißt, unter diesen etwa 270 000 Menschen, die arbeitslos sind, plus den etwa 85 000 Schulungsteilnehmern, sind 16 000 Menschen, die keinen Hauptschulabschluss haben. Um diese Gruppe bemühen wir uns sehr intensiv, damit diese Menschen – es sind primär junge Menschen, aber auch ältere Menschen – den Hauptschulabschluss nachholen können und ganz einfach die Möglichkeit haben, diese Grundstartbedingung erfüllt zu bekommen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Kickl: Kein Wort zur Mindestsicherung!
Ich bin gerne bereit, über AMS-Aktivitäten jederzeit zu reden, gar kein Problem, aber ich ersuche die Kritiker, auch jene Zahlen zur Kenntnis zu nehmen, die nicht vom AMS stammen, sondern von den Betroffenen, die anonymisiert Fragebögen ausfüllen und da ihre Meinung kundtun. (Abg. Kickl: Kein Wort zur Mindestsicherung!) Zur Mindestsicherung komme ich schon noch, Herr Kickl. (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Faulenförderung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zur Faulenförderung!
Ich bin gerne bereit, über AMS-Aktivitäten jederzeit zu reden, gar kein Problem, aber ich ersuche die Kritiker, auch jene Zahlen zur Kenntnis zu nehmen, die nicht vom AMS stammen, sondern von den Betroffenen, die anonymisiert Fragebögen ausfüllen und da ihre Meinung kundtun. (Abg. Kickl: Kein Wort zur Mindestsicherung!) Zur Mindestsicherung komme ich schon noch, Herr Kickl. (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Faulenförderung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das jemandem, der ein Mindestgehalt bekommt! Sagen Sie das einer Verkäuferin im Supermarkt! Sagen Sie das einer Bezieherin eines Mindesteinkommens!
Wer immer behauptet, die Mindestsicherung sei eine Faulenförderung, wer immer behauptet, das sei etwas, wo Menschen sich in die Hängematte legen, den möchte ich auffordern: Sagen Sie das den 270 000 Menschen, die von Armut betroffen sind, die von der Notstandshilfe und von der Sozialhilfe leben müssen! – Punkt eins. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das jemandem, der ein Mindestgehalt bekommt! Sagen Sie das einer Verkäuferin im Supermarkt! Sagen Sie das einer Bezieherin eines Mindesteinkommens!)
Abg. Bucher: Stimmt nicht!
Punkt zwei: Ich möchte darauf hinweisen, dass wir diese Menschen in ein Aktivierungsprogramm stecken, dass sie in der Mindestsicherung nicht verweilen können. Und beim Vergleich mit der untersten Lohngruppe kommt heraus, dass bei dieser immer noch um 20 Prozent höher entlohnt wird, als der Betrag ausmacht, der bei der Mindestsicherung herauskommen wird. (Abg. Bucher: Stimmt nicht!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Im Übrigen werden wir in diesem Haus noch viel Gelegenheit haben, über die Mindestsicherung sehr intensiv zu reden. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen: Erfreulich ist die Situation in Österreich nicht, auch wenn Sie sie anders darzustellen versuchen. Sie können ganz einfach nicht über die wirklich vorhandenen Probleme hinwegtäuschen mit Ihren Begrifflichkeiten und mit Ihrer Schönrederei, die Sie hier zum Besten geben. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Wir haben in Österreich über 1 Million Menschen, die an der Armutsgrenze leben! Das ist ein Rekordwert! Trotz sozialer Not und sozialer Krise ist aber diese Bundesregierung hergegangen und hat sehr unkritisch den Banken Milliarden an Förderungsmitteln, wenn man so will, oder als Staatshilfe zugespielt, ohne entsprechende gesetzliche Richtlinien vorzugeben. Mit diesen Geldern hätte man verantwortungsvoller umgehen müssen, etwa, indem man einen größeren Teil dieser Gelder für soziale Maßnahmen eingesetzt hätte. Genau das ist der Vorwurf, den wir Ihnen machen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
gespielt. Außerdem steht schon die nächste Steuererhöhung mit 1,7 Milliarden € bevor. Das alles sind negative Entwicklungen, die naturgemäß weiterhin zu einer Zuspitzung der Wirtschaftssituation in Österreich beitragen werden. Es ist auch davon auszugehen, dass die Arbeitslosigkeit steigen wird. Sie operieren jetzt mit neuen Zahlen und sprechen von einer Senkung um 40 000, aber wir haben noch immer die höchsten Werte in der Zweiten Republik, auch wenn eine Senkung gelungen sein mag, wie Sie sagen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie hier quasi als wahrer Virtuose versuchen, die erschreckenden Arbeitslosenzahlen herunterzuspielen, dann ist das ein Schlag in die Magengrube eines jeden Menschen, der heute arbeitslos ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ist das nicht ein „tolles“ ORF-Beschäftigungsprogramm?! Aber sicherlich nicht das, was wir in Österreich brauchen! (Beifall bei der FPÖ.) Das sollten wir strengstens ablehnen! Solche Dinge müssen wir in Zukunft verhindern.
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Man darf die aktive Arbeitsmarktpolitik nicht auf Sparflamme halten. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) Das Arbeitsmarktservice geht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit wahrscheinlich erst im Jänner 2011 – das sagt das Arbeitsmarktservice, Frau Kollegin! – die absoluten Spitzenwerte der Zweiten Republik erreichen wird. Das heißt, wir müssen jetzt weitere nachhaltige Maßnahmen setzen.
Beifall bei der FPÖ.
Auch hier im Parlament haben wir doch bitte mit 10 Lehrstellen nicht wirklich ausreichend Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen. Auch hier wäre anzusetzen, wären endlich einmal Signale zu setzen und wäre der Jugendarbeitslosigkeit entgegenzutreten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: Was wollen Sie machen?
Angesichts der dramatischen Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt muss es auch eine zeitlich unbegrenzte Verlängerung der Übergangsfristen auf dem Arbeitsmarkt geben. Die gehören ausgeweitet, die darf man nicht im Jahr 2011 auslaufen lassen. Die werden wir ausweiten müssen, wenn wir verantwortungsvolle Sozialpolitik in diesem Land betreiben wollen. (Abg. Dr. Bartenstein: Was wollen Sie machen?)
Abg. Dr. Bartenstein: Da müssen Sie den Beitrittsvertrag ändern!
Der Herr Bartenstein schaut schon ganz skeptisch. Oder? (Abg. Dr. Bartenstein: Da müssen Sie den Beitrittsvertrag ändern!) Nein, aber wir werden uns einmal durchsetzen müssen. Wir dürfen nicht immer Ja und Amen sagen gegenüber der Europäischen Union. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Der Herr Bartenstein schaut schon ganz skeptisch. Oder? (Abg. Dr. Bartenstein: Da müssen Sie den Beitrittsvertrag ändern!) Nein, aber wir werden uns einmal durchsetzen müssen. Wir dürfen nicht immer Ja und Amen sagen gegenüber der Europäischen Union. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: Sie haben keine Ahnung!
Wo haben Sie sich jemals in einem konkreten Punkt in Brüssel durchgesetzt? Also diesen Punkt kann man mit der Lupe suchen – und man findet ihn nicht. Das ist nämlich das Problem! (Abg. Dr. Bartenstein: Sie haben keine Ahnung!) Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein an den Tag zu legen und ein bisschen stärker auch die Interessen der österreichischen Arbeitnehmer zu vertreten, das wäre notwendig (Beifall bei der FPÖ) – und nicht, mit Zustimmung zu Maßnahmen der Europäischen Union dazu beizutragen, dass der heimische Markt von weiteren billigen Arbeitskräften
Beifall bei der FPÖ
Wo haben Sie sich jemals in einem konkreten Punkt in Brüssel durchgesetzt? Also diesen Punkt kann man mit der Lupe suchen – und man findet ihn nicht. Das ist nämlich das Problem! (Abg. Dr. Bartenstein: Sie haben keine Ahnung!) Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein an den Tag zu legen und ein bisschen stärker auch die Interessen der österreichischen Arbeitnehmer zu vertreten, das wäre notwendig (Beifall bei der FPÖ) – und nicht, mit Zustimmung zu Maßnahmen der Europäischen Union dazu beizutragen, dass der heimische Markt von weiteren billigen Arbeitskräften
Zwischenrufe der Abgeordneten Hornek und Donabauer
Das kann es nicht sein! Da erwarte ich mir, dass endlich einmal gegengesteuert wird (Zwischenrufe der Abgeordneten Hornek und Donabauer), um ein weiteres Drücken des österreichischen Lohnniveaus und eine Verstärkung des Verdrängungsprozesses bei den österreichischen Arbeitnehmern zu verhindern. Da haben Sie versagt, Herr Sozialminister! Und das ist alles andere als eine Glanzleistung. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Was soll man darauf sagen?! – Abg. Strache – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: Der Kollege ist sowieso immer ein Sprachloser, er darf ja nie reden!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Was soll man darauf sagen?! – Abg. Strache – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: Der Kollege ist sowieso immer ein Sprachloser, er darf ja nie reden!
Das kann es nicht sein! Da erwarte ich mir, dass endlich einmal gegengesteuert wird (Zwischenrufe der Abgeordneten Hornek und Donabauer), um ein weiteres Drücken des österreichischen Lohnniveaus und eine Verstärkung des Verdrängungsprozesses bei den österreichischen Arbeitnehmern zu verhindern. Da haben Sie versagt, Herr Sozialminister! Und das ist alles andere als eine Glanzleistung. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Was soll man darauf sagen?! – Abg. Strache – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: Der Kollege ist sowieso immer ein Sprachloser, er darf ja nie reden!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz – in Richtung ÖVP zeigend, von der nur wenige Abgeordnete anwesend sind –: Die ÖVP ist nicht mehr da! Sozialpolitik interessiert sie nicht!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren, vor allem auch zuhause vor den Fernsehschirmen! Sozial ist, was Arbeit schafft, und sozial ist, Menschen zu helfen, die sich selber helfen wollen, aber nicht können, und nicht sozial ist, Menschen zu helfen, die sich selber helfen könnten, aber nicht wollen. Nach diesen Gesichtspunkten, meine sehr verehrten Damen und Herren, wird die ÖVP ihre Sozial- und Arbeitsmarktpolitik auch in Zukunft ausrichten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz – in Richtung ÖVP zeigend, von der nur wenige Abgeordnete anwesend sind –: Die ÖVP ist nicht mehr da! Sozialpolitik interessiert sie nicht!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Bei der Jugendarbeitslosigkeit liegen wir an dritter Stelle. Und erfreulich ist – und das hat der Herr Minister auch erwähnt –, dass ihr Anstieg weitgehend gestoppt werden konnte. Die Maßnahmen der Regierung im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit mit der Ausbildungsgarantie und die „Aktion Zukunft Jugend“ sowie zahlreiche Jugendpakete der Bundesländer zeigen Wirkung. Es geht darum, vor allem den jungen Menschen einen Ausbildungsplatz, einen Lehrplatz oder eine Arbeitsstelle anbieten zu können, denn Arbeitslosigkeit bedeutet Hoffnungslosigkeit, und es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die jungen Menschen einen Job haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Menschen, die aufgrund der Krise arbeitslos geworden sind, wieder in Beschäftigung zu bringen: Das ist der richtige Weg! Nur so kann den betroffenen Menschen auch wirklich geholfen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Im Wesentlichen, meine Damen und Herren, ist die Mindestsicherung eine bundesweite Vereinheitlichung der Sozialhilfe mit einheitlichen Mindeststandards und höheren Leistungen für Alleinerziehende – also bedarfsgerecht und zielorientiert. Und dafür stehen wir, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Mindestsicherung ist sicherlich keine soziale Hängematte, sondern durch den festgeschriebenen Faktor der Arbeitswilligkeit, auf den wir besonders achten werden, meine Damen und Herren, eine Möglichkeit, wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden. Unterstützung für jene, die Hilfe benötigen, aber effizienter Einsatz der Mittel: Das sind wir den arbeitenden Menschen, den Leistungsträgern, jenen Menschen, die die Sozialleistungen durch ihre Steuern und Abgaben überhaupt ermöglichen, schuldig! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Gerade in Zeiten wie diesen muss noch mehr darauf geachtet werden, wie die Steuergelder eingesetzt werden. Doppelgleisigkeit und Missbrauch müssen ausgeschaltet werden. Auch die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung über den Umfang aller Transferleistungen soll verstärkt werden. Deshalb fordern wir die Umsetzung des bereits in der Regierung vereinbarten Transferkontos oder der Transparenzdatenbank. Ja zur sozialen Absicherung und zu einem guten Sozialsystem, aber Berücksichtigung der Leistungsträger: Wie werden die Steuergelder gerecht und effizient eingesetzt? Das ist die Devise, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neubauer. – Abg. Mag. Lapp: Sind das die Bauern?
Es ist einfach ungerecht, meine Damen und Herren, dass es Bevölkerungsgruppen gibt, die im Durchschnitt mit 52, mit 54, mit 56 oder mit 57 Jahren in Pension gehen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neubauer. – Abg. Mag. Lapp: Sind das die Bauern?) Aber von allen anderen verlangt man, dass sie bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter von 65 arbeiten müssen. Das ist nicht in Ordnung, meine Damen und Herren! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Es ist einfach ungerecht, meine Damen und Herren, dass es Bevölkerungsgruppen gibt, die im Durchschnitt mit 52, mit 54, mit 56 oder mit 57 Jahren in Pension gehen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neubauer. – Abg. Mag. Lapp: Sind das die Bauern?) Aber von allen anderen verlangt man, dass sie bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter von 65 arbeiten müssen. Das ist nicht in Ordnung, meine Damen und Herren! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neubauer. – Rufe der Abgeordneten Lapp und Haberzettl: Bei den Bauern!
Herr Kollege Haberzettl, wir wissen schon, dass die ÖBB-Bediensteten höhere Beiträge leisten, und das erkennen wir auch an, aber es muss doch möglich sein, wie die Frau Ministerin Bures es auch vorgeschlagen hat, dort die Jahre anzuheben, sich einmal in Richtung 60 zu bewegen und dafür die Beiträge herunterzufahren, diesen Bereich dem ASVG anzugliedern. Eine Harmonisierung, meine Damen und Herren, ist in diesem Bereich anzustreben. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neubauer. – Rufe der Abgeordneten Lapp und Haberzettl: Bei den Bauern!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir werden uns bei dieser Diskussion dafür einsetzen, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass Leistung auch in Zukunft berücksichtigt wird. Lange Beitragszeiten müssen Berücksichtigung finden! Die Leistung jener, die dieses System mit ihren Beiträgen am längsten mitfinanzieren, wird auch in Zukunft berücksichtigt werden müssen. Aber Krankenstandszeiten und Ausübungsersatzzeiten gratis herzugeben, was an dem berühmten 24. September 2008 hier und anschließend im Bundesrat passiert ist, das hat mit einem leistungsorientierten System im Pensionsbereich nichts zu tun! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die ÖVP, meine Damen und Herren, wird auch in Zukunft für ein faires, gerechtes und vor allem auch für ein nachhaltiges Sozialsystem eintreten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Denen geht es in der Regel besser!
Wenn Sie, Herr Bundesminister, sagen, dass wir die zweitniedrigste Arbeitslosigkeit in Europa haben, muss ich Sie korrigieren: In Europa haben wir die viertniedrigste Arbeitslosigkeit – niedriger ist sie in der Schweiz, den Niederlanden und in Norwegen. Vierter Platz für Österreich. Da sind zwei Nicht-EU-Länder dabei (Abg. Strache: Denen geht es in der Regel besser!), aber Sie haben gesagt, in Europa. Und der vierte Platz schaut nicht mehr so gut aus.
Abg. Mag. Molterer: Eine gute Regierung!
Ich erinnere mich noch daran, dass vor zehn Jahren Sozialminister hier gesagt haben: Wir sind stolz darauf, dass wir die niedrigste Arbeitslosigkeit in ganz Europa haben! (Abg. Mag. Molterer: Eine gute Regierung!) – Vor zehn Jahren, Herr Molterer! (Demonstrativer Beifall bei ÖVP und BZÖ.) Sie kommen schon noch mit Ihrer schwarz-blau/orangen Regierung dran. (Abg. Ing. Westenthaler: Genau vor zehn Jahren!)
Demonstrativer Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Ich erinnere mich noch daran, dass vor zehn Jahren Sozialminister hier gesagt haben: Wir sind stolz darauf, dass wir die niedrigste Arbeitslosigkeit in ganz Europa haben! (Abg. Mag. Molterer: Eine gute Regierung!) – Vor zehn Jahren, Herr Molterer! (Demonstrativer Beifall bei ÖVP und BZÖ.) Sie kommen schon noch mit Ihrer schwarz-blau/orangen Regierung dran. (Abg. Ing. Westenthaler: Genau vor zehn Jahren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Genau vor zehn Jahren!
Ich erinnere mich noch daran, dass vor zehn Jahren Sozialminister hier gesagt haben: Wir sind stolz darauf, dass wir die niedrigste Arbeitslosigkeit in ganz Europa haben! (Abg. Mag. Molterer: Eine gute Regierung!) – Vor zehn Jahren, Herr Molterer! (Demonstrativer Beifall bei ÖVP und BZÖ.) Sie kommen schon noch mit Ihrer schwarz-blau/orangen Regierung dran. (Abg. Ing. Westenthaler: Genau vor zehn Jahren!)
Beifall bei den Grünen.
Ich würde mir wünschen – die Grünen treten schon lange dafür ein –, dass die Arbeitslosen – die arbeitslosen Menschen wissen sehr wohl, was gut für sie ist – bei der Auswahl der Kurse etwas mehr mitbestimmen können. Es ist unmöglich, dass man Leute mit einer sehr guten Ausbildung nur deshalb, weil es keinen anderen Kurs gibt, in einen Englischkurs für Anfänger schickt, dass man etwa einen Goldschmied – das ist ein Beispiel, das ich sehr gerne verwende –, der aus Pakistan kommt und eine hervorragende Ausbildung in seinem Handwerk hat, in einen Computerführerschein-Kurs schickt, aber nicht in einen Deutschkurs, den er dringend bräuchte! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie wissen genau, dass hier – sogar von der ÖVP habe ich diese Stimmen gehört – alle Parteien – mit Einschränkung BZÖ, aber sonst alle Parteien – für eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes eintreten. Warum beschließen wir sie nicht? Warum reden wir nicht darüber – auch unter budgetär schwierigen Bedingungen –, dass es notwendig ist, Herr Kollege Wöginger, und selbstverständlich sinnvoll wäre, gerade in Zeiten wie diesen das Arbeitslosengeld anzuheben? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Bucher: Genau das sage ich auch!
Nächster Punkt, den Sie nicht angesprochen haben – und da gebe ich all jenen recht, die zwar aus einer etwas vordergründigen Kritik an der Mindestsicherung sagen, dass wir keine Mindestsicherung brauchen, wie das immer von FPÖ und BZÖ dazwischentönt –: das Problem Lohnniveau. Das Lohnniveau in Österreich sinkt, die Einkommen der Leute, die arbeiten, sinken, sinken, sinken seit Jahren. (Abg. Bucher: Genau das sage ich auch!) Da nützt es nichts, wenn wir von einer Lohnerhöhung im vergangenen Jahr reden, wenn wir auf der anderen Seite wissen, dass immer mehr Menschen
Abg. Kickl: Das ist Ausbeuterei!
Das gilt auch für gemeindenahe Betriebe, Herr Bundesminister. Die Gemeinde Wien hat – dieses Beispiel habe ich vorige Woche erfahren – etliche Beschäftigungsfelder ausgegliedert, etwa das Putz- und Reinigungsgewerbe. Und dann hört man, dass die Menschen in diesen Putz- und Reinigungsfirmen für 40, 45, 50 Stunden Arbeit 700 bis 800 € netto erhalten – nicht mehr! (Abg. Kickl: Das ist Ausbeuterei!) 700 bis 800 € netto! Dazu muss ich sagen: Das ist beschämend! (Abg. Mag. Stadler: Das ist Ausbeutung!) Wir können uns da nicht auf die Schulter klopfen und sagen, es sei ohnehin alles paletti, die Arbeitslosenquote relativ niedrig und sonst gehe es auch ganz gut. Nein, schauen wir genau hin, es schaut überhaupt nicht gut aus in bestimmten Formen von Beschäftigung.
Abg. Mag. Stadler: Das ist Ausbeutung!
Das gilt auch für gemeindenahe Betriebe, Herr Bundesminister. Die Gemeinde Wien hat – dieses Beispiel habe ich vorige Woche erfahren – etliche Beschäftigungsfelder ausgegliedert, etwa das Putz- und Reinigungsgewerbe. Und dann hört man, dass die Menschen in diesen Putz- und Reinigungsfirmen für 40, 45, 50 Stunden Arbeit 700 bis 800 € netto erhalten – nicht mehr! (Abg. Kickl: Das ist Ausbeuterei!) 700 bis 800 € netto! Dazu muss ich sagen: Das ist beschämend! (Abg. Mag. Stadler: Das ist Ausbeutung!) Wir können uns da nicht auf die Schulter klopfen und sagen, es sei ohnehin alles paletti, die Arbeitslosenquote relativ niedrig und sonst gehe es auch ganz gut. Nein, schauen wir genau hin, es schaut überhaupt nicht gut aus in bestimmten Formen von Beschäftigung.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Die Ausgleichszulage auf 744 € wird 14 Mal im Jahr bezahlt – das ist nicht zu hoch. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) 744 € 12 Mal für die Mindestsicherungsbezieher, das finden Sie zu hoch, da sagen Sie, da ruhen sich Leute in der Hängematte aus.
Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, da bin ich ganz anderer Meinung. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.) Es geht nicht um eine soziale Hängematte, es geht um ein Mindestmaß an Existenzsicherung. Und da sind Sie gefordert, Herr Bundesminister – auch zeitlich –, den Menschen in unserem Land mehr zu sagen, als Sie heute hier gesagt haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, da bin ich ganz anderer Meinung. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.) Es geht nicht um eine soziale Hängematte, es geht um ein Mindestmaß an Existenzsicherung. Und da sind Sie gefordert, Herr Bundesminister – auch zeitlich –, den Menschen in unserem Land mehr zu sagen, als Sie heute hier gesagt haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Aber diese Bundesregierung hat einen Schwerpunkt auf Maßnahmen in diesem Bereich gelegt, und diese haben gegriffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? – Zwischenruf des Abg. Grosz.) Natürlich werden wir in Zukunft noch mehr Maßnahmen setzen, um sicherzustellen, dass die Arbeitslosigkeit in Österreich weiter sinkt. Und dafür möchte ich mich bei dir, Herr Bundesminister, sehr herzlich für deine engagierte Arbeit bedanken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Aber diese Bundesregierung hat einen Schwerpunkt auf Maßnahmen in diesem Bereich gelegt, und diese haben gegriffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? – Zwischenruf des Abg. Grosz.) Natürlich werden wir in Zukunft noch mehr Maßnahmen setzen, um sicherzustellen, dass die Arbeitslosigkeit in Österreich weiter sinkt. Und dafür möchte ich mich bei dir, Herr Bundesminister, sehr herzlich für deine engagierte Arbeit bedanken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Arbeitslosengeldes sehr viel Geld ausgegeben werden muss – wozu ich mich selbstverständlich bekenne –, dass aber auf der anderen Seite Einnahmen im Sozialsystem fehlen, bei der Krankenversicherung, bei der Pensionsversicherung und auch bei der Arbeitslosenversicherung. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Strache spricht mit Abg. Kickl.
Einen Punkt, den ich gleich hier mit beantworten möchte, weil Herr Abgeordneter Strache zuerst gemeint hat (Abg. Strache spricht mit Abg. Kickl.) – Er hört nicht zu, ihn interessiert ja die Situation betreffend die Arbeitslosigkeit von jungen Menschen nur dann, wenn er hier von diesem Rednerpult aus seine Polemik verbreiten kann. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Einen Punkt, den ich gleich hier mit beantworten möchte, weil Herr Abgeordneter Strache zuerst gemeint hat (Abg. Strache spricht mit Abg. Kickl.) – Er hört nicht zu, ihn interessiert ja die Situation betreffend die Arbeitslosigkeit von jungen Menschen nur dann, wenn er hier von diesem Rednerpult aus seine Polemik verbreiten kann. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Grosz: Das ist eh viel zu lang!
Im Zusammenhang mit der Vermittlung möchte ich noch betonen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im AMS ebenfalls hervorragende Arbeit leisten. Der Herr Bundesminister hat es bereits erwähnt: Die Vermittlungsdauer bei jungen Menschen beträgt 73 Tage. (Abg. Grosz: Das ist eh viel zu lang!) Herzlichen Dank an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen! Sie bemühen sich wirklich, junge Menschen sehr zielorientiert zu vermitteln. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Zusammenhang mit der Vermittlung möchte ich noch betonen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im AMS ebenfalls hervorragende Arbeit leisten. Der Herr Bundesminister hat es bereits erwähnt: Die Vermittlungsdauer bei jungen Menschen beträgt 73 Tage. (Abg. Grosz: Das ist eh viel zu lang!) Herzlichen Dank an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen! Sie bemühen sich wirklich, junge Menschen sehr zielorientiert zu vermitteln. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte jetzt auch noch ein Augenmerk auf die Situation der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit insgesamt legen und darf nochmals festhalten, dass das österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut in seinen Studien festgestellt hat – auch das muss immer wieder betont werden –, dass die beiden Konjunkturpakete und auch die Steuerreform der Bundesregierung wichtige Maßnahmen waren. Damit konnten 41 000 Arbeitsplätze abgesichert werden. Auch die Arbeitsmarktpakete, die diese Bundesregierung beschlossen hat, haben sichergestellt, dass 45 000 Arbeitsplätze gerettet beziehungsweise neu geschaffen wurden. Das ist wichtig, das ist gut, das ist richtig so. Diesen Weg werden wir weiter fortsetzen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Das war eine Freudsche Fehlleistung!
Sehr geschätzte Damen und Herren, meiner Überzeugung nach ist Sozialpolitik ein sehr wichtiger Indikator dafür, wie es in einem Land, in einer Demokratie aussieht. Für mich ist es wichtig, dass Sozialdemokratie, dass Sozialpolitik weiterentwickelt werden muss. (Abg. Mag. Stadler: Das war eine Freudsche Fehlleistung!) Für mich ist es wichtig, dass man immer das Wohl der Menschen im Auge behält, und ich denke mir, dass unser Sozialstaat und das, was wir an sozialen Grundregeln und Richtlinien haben, eine sehr wertvolle Grundlage und Richtlinie sind, die wir weiter pflegen sollten, die wir weiterentwickeln sollten, im Sinne der Menschen, für die wir arbeiten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geschätzte Damen und Herren, meiner Überzeugung nach ist Sozialpolitik ein sehr wichtiger Indikator dafür, wie es in einem Land, in einer Demokratie aussieht. Für mich ist es wichtig, dass Sozialdemokratie, dass Sozialpolitik weiterentwickelt werden muss. (Abg. Mag. Stadler: Das war eine Freudsche Fehlleistung!) Für mich ist es wichtig, dass man immer das Wohl der Menschen im Auge behält, und ich denke mir, dass unser Sozialstaat und das, was wir an sozialen Grundregeln und Richtlinien haben, eine sehr wertvolle Grundlage und Richtlinie sind, die wir weiter pflegen sollten, die wir weiterentwickeln sollten, im Sinne der Menschen, für die wir arbeiten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Nicht nur eine Uhrzeit!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister Hundstorfer, wenn Sie sich schon sozusagen freiwillig mit einer Erklärung auf die Tagesordnung setzen lassen, dann hätten wir uns auch eine Erklärung erwartet (Abg. Mag. Stadler: Nicht nur eine Uhrzeit!), nämlich eine Erklärung darüber, was Sie für diese über 400 000 Menschen, die in Österreich Arbeit suchen – das ist eine Rekordarbeitslosigkeit in der Zweiten Republik –, zu tun gedenken, und nicht eine Vorlesung über die Arbeitsmarktstatistik (Abg. Mag. Stadler: Uhrzeit!), denn lesen können wir selbst! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Uhrzeit!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister Hundstorfer, wenn Sie sich schon sozusagen freiwillig mit einer Erklärung auf die Tagesordnung setzen lassen, dann hätten wir uns auch eine Erklärung erwartet (Abg. Mag. Stadler: Nicht nur eine Uhrzeit!), nämlich eine Erklärung darüber, was Sie für diese über 400 000 Menschen, die in Österreich Arbeit suchen – das ist eine Rekordarbeitslosigkeit in der Zweiten Republik –, zu tun gedenken, und nicht eine Vorlesung über die Arbeitsmarktstatistik (Abg. Mag. Stadler: Uhrzeit!), denn lesen können wir selbst! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister Hundstorfer, wenn Sie sich schon sozusagen freiwillig mit einer Erklärung auf die Tagesordnung setzen lassen, dann hätten wir uns auch eine Erklärung erwartet (Abg. Mag. Stadler: Nicht nur eine Uhrzeit!), nämlich eine Erklärung darüber, was Sie für diese über 400 000 Menschen, die in Österreich Arbeit suchen – das ist eine Rekordarbeitslosigkeit in der Zweiten Republik –, zu tun gedenken, und nicht eine Vorlesung über die Arbeitsmarktstatistik (Abg. Mag. Stadler: Uhrzeit!), denn lesen können wir selbst! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Riepl: Sie sollten erklären, warum Kärnten pleite ist!
Herr Bundesminister, wir hätten von Ihnen gerne einmal erfahren, was Sie zu tun gedenken, damit die Arbeitslosigkeit in Österreich wieder nach unten geht, welche Maßnahmen Sie setzen, um den arbeitsmarktpolitischen Aspekt und den Regierungsauftrag zu erfüllen. (Abg. Riepl: Sie sollten erklären, warum Kärnten pleite ist!) Das wäre eigentlich heute hier im Hohen Haus Ihr Auftrag gewesen, aber nicht, eine Vorlesung zu halten.
Abg. Riepl: Erzählen Sie einmal, was in Kärnten alles danebengegangen ist!
Sie sind schlecht beraten, Herr Bundesminister, wenn Sie sich von einer Frau Ederer oder einem Herrn Androsch beraten lassen. Man sieht ja, dass das nur danebengehen kann, denn in beiden Unternehmen, sowohl bei Siemens als auch bei AT&S, werden Mitarbeiter entlassen und auf die Straße gesetzt. (Abg. Riepl: Erzählen Sie einmal, was in Kärnten alles danebengegangen ist!) Von solchen Persönlichkeiten sollten Sie sich eher verabschieden oder Abstand nehmen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie sind schlecht beraten, Herr Bundesminister, wenn Sie sich von einer Frau Ederer oder einem Herrn Androsch beraten lassen. Man sieht ja, dass das nur danebengehen kann, denn in beiden Unternehmen, sowohl bei Siemens als auch bei AT&S, werden Mitarbeiter entlassen und auf die Straße gesetzt. (Abg. Riepl: Erzählen Sie einmal, was in Kärnten alles danebengegangen ist!) Von solchen Persönlichkeiten sollten Sie sich eher verabschieden oder Abstand nehmen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So schafft man Arbeitsplätze, Herr Minister!
in unserem Land – es gibt genug davon, es sind insgesamt 200 000, 300 000 – einen Mitarbeiter einstellen und würden Sie die Lohnnebenkosten für diese Mitarbeiter um 50 Prozent senken, so wäre das unterm Strich für den Staat immer noch ein Gewinn, immer noch ein Erfolg. Es wäre vor allem aber ein arbeitsmarktpolitischer Erfolg in unserem Land. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Hundstorfer.) Das wäre zum Beispiel eine Vorgehensweise, die Sie wählen könnten. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So schafft man Arbeitsplätze, Herr Minister!)
Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Hundstorfer. – Abg. Riepl: Da haben Sie nicht gut aufgepasst! Sicher hat er etwas dazu gesagt!
Ich komme jetzt zu dem Bereich, den Sie völlig ausgespart haben, nämlich zur Mindestsicherung. Diese war Ihnen nicht einmal eine Erwähnung wert. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Hundstorfer. – Abg. Riepl: Da haben Sie nicht gut aufgepasst! Sicher hat er etwas dazu gesagt!) Aber die ÖVP hat ja sozusagen schon ein Loblied auf die Mindestsicherung gesungen.
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Rudas.
Herr Bundesminister, vor allem aber liebe Mitglieder der ÖVP! Wenn Sie die Mindestsicherung als großen Erfolg darstellen, muss ich Sie wirklich fragen, inwieweit Ihnen der Leistungsgedanke und die Leistungswilligkeit in unserem Land überhaupt noch ein Anliegen sind, denn die Mindestsicherung heißt de facto, dass Sie jene, die nicht arbeiten wollen, gegenüber jenen, die leistungswillig und leistungsorientiert sind, bevorzugen! Schauen Sie sich das doch einmal an! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Rudas.)
Abg. Riepl: Sie haben das noch immer nicht verstanden!
Die Frage, die ich Ihnen stelle, Herr Bundesminister, ist ganz einfach – die bekommen Sie auch auf der Straße von den Menschen gestellt; sie ist ganz einfach (Abg. Riepl: Sie haben das noch immer nicht verstanden!) –: Warum soll jemand arbeiten gehen, wenn er als Mindestsicherung 744 € erhält (Abg. Riepl: Weil er für das Arbeiten mehr Geld kriegt, kapieren Sie das nicht?), während eine Angestellte in einem Lebensmittelmarkt oder ein Tankwart gerade einmal 860 € für 40 Stunden in der Woche bezahlt bekommen? (Abg. Riepl: In Kärnten ist das so!) Das sind 100 € Unterschied pro Monat! Da arbeitet jemand 40 Stunden pro Woche und bekommt im Monat 100 € mehr! (Ruf bei den Grünen: Das sagt einer, der 12 000 € bekommt!)
Abg. Riepl: Weil er für das Arbeiten mehr Geld kriegt, kapieren Sie das nicht?
Die Frage, die ich Ihnen stelle, Herr Bundesminister, ist ganz einfach – die bekommen Sie auch auf der Straße von den Menschen gestellt; sie ist ganz einfach (Abg. Riepl: Sie haben das noch immer nicht verstanden!) –: Warum soll jemand arbeiten gehen, wenn er als Mindestsicherung 744 € erhält (Abg. Riepl: Weil er für das Arbeiten mehr Geld kriegt, kapieren Sie das nicht?), während eine Angestellte in einem Lebensmittelmarkt oder ein Tankwart gerade einmal 860 € für 40 Stunden in der Woche bezahlt bekommen? (Abg. Riepl: In Kärnten ist das so!) Das sind 100 € Unterschied pro Monat! Da arbeitet jemand 40 Stunden pro Woche und bekommt im Monat 100 € mehr! (Ruf bei den Grünen: Das sagt einer, der 12 000 € bekommt!)
Abg. Riepl: In Kärnten ist das so!
Die Frage, die ich Ihnen stelle, Herr Bundesminister, ist ganz einfach – die bekommen Sie auch auf der Straße von den Menschen gestellt; sie ist ganz einfach (Abg. Riepl: Sie haben das noch immer nicht verstanden!) –: Warum soll jemand arbeiten gehen, wenn er als Mindestsicherung 744 € erhält (Abg. Riepl: Weil er für das Arbeiten mehr Geld kriegt, kapieren Sie das nicht?), während eine Angestellte in einem Lebensmittelmarkt oder ein Tankwart gerade einmal 860 € für 40 Stunden in der Woche bezahlt bekommen? (Abg. Riepl: In Kärnten ist das so!) Das sind 100 € Unterschied pro Monat! Da arbeitet jemand 40 Stunden pro Woche und bekommt im Monat 100 € mehr! (Ruf bei den Grünen: Das sagt einer, der 12 000 € bekommt!)
Ruf bei den Grünen: Das sagt einer, der 12 000 € bekommt!
Die Frage, die ich Ihnen stelle, Herr Bundesminister, ist ganz einfach – die bekommen Sie auch auf der Straße von den Menschen gestellt; sie ist ganz einfach (Abg. Riepl: Sie haben das noch immer nicht verstanden!) –: Warum soll jemand arbeiten gehen, wenn er als Mindestsicherung 744 € erhält (Abg. Riepl: Weil er für das Arbeiten mehr Geld kriegt, kapieren Sie das nicht?), während eine Angestellte in einem Lebensmittelmarkt oder ein Tankwart gerade einmal 860 € für 40 Stunden in der Woche bezahlt bekommen? (Abg. Riepl: In Kärnten ist das so!) Das sind 100 € Unterschied pro Monat! Da arbeitet jemand 40 Stunden pro Woche und bekommt im Monat 100 € mehr! (Ruf bei den Grünen: Das sagt einer, der 12 000 € bekommt!)
Beifall beim BZÖ.
Wie rechtfertigen Sie diese Entscheidung gegenüber jenen, die in unserem Land Leistungen erbringen wollen? – Das ist mir schleierhaft, diese Erklärung werden Sie niemals zustande bringen. Sie werden daran scheitern, weil die Menschen in unserem Land diese Ungerechtigkeit nicht dulden werden. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Genau das ist es!
Wir sagen ganz klar: Natürlich muss es für jene Menschen, die vorübergehend in die Arbeitslosigkeit geraten, eine Absicherung geben – überhaupt keine Frage. (Ruf bei der SPÖ: Genau das ist es!) Dazu sind wir verpflichtet, und das ist auch die Verantwortung eines Wohlfahrtsstaates. Wir stehen auch zu den 744 €, überhaupt keine Frage. Niemand soll weniger bekommen, aber er soll auch eine Gegenleistung erbringen müssen, wenn er 744 € vom Staat erhält, und die sollte man in irgendeiner Weise auch einfordern dürfen.
Beifall beim BZÖ.
Derjenige sollte vom Bürgermeister oder von wem auch immer in seiner Gemeinde dazu angehalten werden, sich für irgendwelche sozialen Tätigkeiten zur Verfügung zu stellen. Wenn es einen Buchhalter trifft, dann soll er beispielsweise die Buchhaltung für einen gemeinnützigen Verein machen. Damit wäre er in Beschäftigung, damit würde er gebraucht. Und das Gefühl, gebraucht zu werden, meine sehr geehrten Damen und Herren gerade von der Sozialdemokratie, ist doch das wichtigste Gefühl im Leben überhaupt. Nehmen Sie sich dieses Gedankens einmal an. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Der zweite wesentliche Punkt in diesem Zusammenhang ist der Abstand von der Mindestsicherung zum Mindesteinkommen. Dieser Abstand muss mehr als 30 Prozent ausmachen, sonst wird niemand freiwillig in Beschäftigung gehen, sondern die Mindestsicherung in Anspruch nehmen. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall beim BZÖ.
Ich verstehe überhaupt nicht, dass die ÖVP bereit ist, da mitzugehen. Ich habe immer gedacht, die ÖVP würde sich zumindest einer gewissen Leistungsorientierung in unserem Staat annehmen und etwas dafür tun. Davon haben Sie sich komplett verabschiedet, Sie sind eine Steuererhöhungspartei und eine, die die Mindestsicherung in Österreich einführen will. (Beifall beim BZÖ.)
Bundesminister Hundstorfer befindet sich in einem Gespräch – Abg. Ing. Westenthaler: Er hört gerade nicht zu!
Weil Sie auch immer wieder beklagen, Herr Bundesminister, dass es so viele Teilzeitjobs in unserer Republik gibt (Bundesminister Hundstorfer befindet sich in einem Gespräch – Abg. Ing. Westenthaler: Er hört gerade nicht zu!): Das suchen sich sehr viele in unserem Land nicht freiwillig aus.
Abg. Riepl: Eine Rechnung aus dem Märchenbuch!
Es gibt dazu ein tolles Rechenbeispiel: Ein Teilzeitbeschäftigter bekommt in Österreich im Monat netto 680 €. Er bekommt über die Sozialtransfers unterm Strich am Monatsende 1 365 €. Jemand, der 40 Stunden in der Woche arbeitet, vollzeitbeschäftigt ist, bekommt 1 055 € im Monat. (Abg. Riepl: Eine Rechnung aus dem Märchenbuch!) Das heißt, jemand, der voll beschäftigt ist, zahlt drauf und hat unterm Strich pro Monat um 310 € weniger. (Abg. Brosz: Das ist aus der „Presse“, oder?)
Abg. Brosz: Das ist aus der „Presse“, oder?
Es gibt dazu ein tolles Rechenbeispiel: Ein Teilzeitbeschäftigter bekommt in Österreich im Monat netto 680 €. Er bekommt über die Sozialtransfers unterm Strich am Monatsende 1 365 €. Jemand, der 40 Stunden in der Woche arbeitet, vollzeitbeschäftigt ist, bekommt 1 055 € im Monat. (Abg. Riepl: Eine Rechnung aus dem Märchenbuch!) Das heißt, jemand, der voll beschäftigt ist, zahlt drauf und hat unterm Strich pro Monat um 310 € weniger. (Abg. Brosz: Das ist aus der „Presse“, oder?)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, mit solch einem Steuer- und Umverteilungsmodell werden wir den Leistungswettbewerb in Europa nicht gewinnen, sondern weiter zurückfallen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher sage ich und sagen wir vom BZÖ: Wir brauchen keine Steuererhöhungsdebatte, sondern wir müssen die Steuern senken, dann geht es wieder bergauf mit Beschäftigung und Wohlstand in unserem Land. (Beifall beim BZÖ.)
Anhaltender Beifall beim BZÖ.
Schauen Sie in die Bundesrepublik Deutschland! Dort wird darüber diskutiert, welche Steuern gestrichen oder welche Steuern minimiert werden sollen. Die Diskussion hier in Österreich ist eine völlig falsche, da wird der Wettbewerbsstandort Österreich auf eine schwierige Probe gestellt. Die Situation am Arbeitsmarkt wird sich weiter verschärfen, und die Verantwortung dafür trägt diese Bundesregierung. (Anhaltender Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Wolfgang Katzian (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Klubobmann Bucher, das alles wird nicht wahrer, wenn Sie es immer wieder sagen und immer die gleichen Argumente vertreten, denn das, was Sie uns jetzt versucht haben zu vermitteln, sowohl zur Mindestsicherung als auch zur Steuerthematik, ist in Wirklichkeit der Schmäh, mit dem Sie und andere marktgläubige Neoliberale in den letzten Monaten immer wieder unterwegs waren. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz
Was Sie und auch andere, die immer so tun, als wäre die Mindestsicherung eine soziale Hängematte, verschweigen, sind die Fakten. Sie tun so, als könnte sich jeder aussuchen, ob er arbeitet oder nicht arbeitet und dafür eine Mindestsicherung bekommt. Das stimmt ja nicht! Es gibt eine ganze Menge an Zugangshürden, um diese 744 € zu bekommen. Die Personen müssen für das AMS verfügbar sein, und ehe der Staat zahlt, muss auch sichergestellt sein, dass ein Vermögen über einer Freigrenze von 3 720 € abgebaut wurde. Lebensversicherungen müssen aufgelöst werden, Autos müssen verkauft werden, und wenn jemand ein Eigenheim hat, dann kann er dort bleiben, aber nach sechs Monaten lässt sich das Amt als Besitzer des Eigenheimes eintragen. Sagen Sie diese Dinge auch dazu! Lügen Sie die Menschen nicht an (Zwischenruf der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz) und tun Sie nicht so, als würden die Leute in Wirklichkeit nur kassieren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf! Herr Präsident, schreiten Sie ein! – Abg. Grosz: Herr Präsident, ein Ordnungsruf!) – Ja, ist in Ordnung.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf! Herr Präsident, schreiten Sie ein! – Abg. Grosz: Herr Präsident, ein Ordnungsruf!
Was Sie und auch andere, die immer so tun, als wäre die Mindestsicherung eine soziale Hängematte, verschweigen, sind die Fakten. Sie tun so, als könnte sich jeder aussuchen, ob er arbeitet oder nicht arbeitet und dafür eine Mindestsicherung bekommt. Das stimmt ja nicht! Es gibt eine ganze Menge an Zugangshürden, um diese 744 € zu bekommen. Die Personen müssen für das AMS verfügbar sein, und ehe der Staat zahlt, muss auch sichergestellt sein, dass ein Vermögen über einer Freigrenze von 3 720 € abgebaut wurde. Lebensversicherungen müssen aufgelöst werden, Autos müssen verkauft werden, und wenn jemand ein Eigenheim hat, dann kann er dort bleiben, aber nach sechs Monaten lässt sich das Amt als Besitzer des Eigenheimes eintragen. Sagen Sie diese Dinge auch dazu! Lügen Sie die Menschen nicht an (Zwischenruf der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz) und tun Sie nicht so, als würden die Leute in Wirklichkeit nur kassieren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf! Herr Präsident, schreiten Sie ein! – Abg. Grosz: Herr Präsident, ein Ordnungsruf!) – Ja, ist in Ordnung.
Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Bauwirtschaft wieder da ist, das ist ja keine Frage!
Meine Damen und Herren, es wurde in den Raum gestellt, dass die Zahlen, die uns der Sozialminister heute präsentiert hat, eine Momentaufnahme sind, und das ist von einigen kritisiert worden. Lieber Herr Sozialminister, eine Momentaufnahme, aus der hervorgeht, dass sich die Situation im Vergleich zu den Zahlen, die wir aus den letzten Monaten kannten, derart verbessert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Bauwirtschaft wieder da ist, das ist ja keine Frage!), bleibt natürlich eine Momentaufnahme, aber die Tatsache, über die wir uns alle gemeinsam freuen sollten, ist, dass die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Im März beginnt der Bau!) Das ist etwas Positives, und das brauchen wir uns auch von niemandem zusammenschießen und schlechtreden zu lassen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Im März beginnt der Bau!
Meine Damen und Herren, es wurde in den Raum gestellt, dass die Zahlen, die uns der Sozialminister heute präsentiert hat, eine Momentaufnahme sind, und das ist von einigen kritisiert worden. Lieber Herr Sozialminister, eine Momentaufnahme, aus der hervorgeht, dass sich die Situation im Vergleich zu den Zahlen, die wir aus den letzten Monaten kannten, derart verbessert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Bauwirtschaft wieder da ist, das ist ja keine Frage!), bleibt natürlich eine Momentaufnahme, aber die Tatsache, über die wir uns alle gemeinsam freuen sollten, ist, dass die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Im März beginnt der Bau!) Das ist etwas Positives, und das brauchen wir uns auch von niemandem zusammenschießen und schlechtreden zu lassen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, es wurde in den Raum gestellt, dass die Zahlen, die uns der Sozialminister heute präsentiert hat, eine Momentaufnahme sind, und das ist von einigen kritisiert worden. Lieber Herr Sozialminister, eine Momentaufnahme, aus der hervorgeht, dass sich die Situation im Vergleich zu den Zahlen, die wir aus den letzten Monaten kannten, derart verbessert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Bauwirtschaft wieder da ist, das ist ja keine Frage!), bleibt natürlich eine Momentaufnahme, aber die Tatsache, über die wir uns alle gemeinsam freuen sollten, ist, dass die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Im März beginnt der Bau!) Das ist etwas Positives, und das brauchen wir uns auch von niemandem zusammenschießen und schlechtreden zu lassen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil im März der Bau beginnt!
Wir können uns darüber freuen, dass die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ist (Abg. Ing. Westenthaler: Weil im März der Bau beginnt!), andererseits können wir uns aber nicht darüber freuen, dass sie nach wie vor hoch ist. Daher ist es klar, dass auch weitere Maßnahmen gesetzt werden müssen.
Abg. Ing. Westenthaler: Reg dich nicht so auf! – Abg. Grosz: Das ist nicht gut für das Herz!
Schauen wir uns die Entwicklung in anderen Ländern an, und wenn etwas gut funktioniert hat, dann sagen wir dazu auch: Ja, das hat gut funktioniert!, und loben wir doch auch diejenigen, die das gemacht haben! Das heißt ohnehin nicht automatisch, dass alles andere damit vom Tisch ist. Und natürlich müssen wir auch in Zukunft Maßnahmen setzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Reg dich nicht so auf! – Abg. Grosz: Das ist nicht gut für das Herz!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit voranzutreiben. Das ist aktive Politik, das sind aktive Maßnahmen, und die werden wir auch entsprechend setzen und vorantreiben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Ederer! – Abg. Grosz: Ederer und Androsch!
Ich möchte zum Abschluss noch Folgendes erwähnen, weil es mir wirklich sehr wichtig ist: Wenn hier Willi Haberzettl im Zusammenhang mit Frühpensionistinnen und Frühpensionisten angegriffen wird, dann kann ich das alles gut nachvollziehen. Aber meine Bitte an all jene, die mit dieser Argumentation hausieren gehen, ist: Sagen Sie auch Ihren Freunden in den eigenen Reihen, nämlich den Personalchefs in den großen Unternehmen, die alle eine Liste im Schreibtisch liegen haben, wer vielleicht schnell und bald in Pension gehen könnte (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Ederer! – Abg. Grosz: Ederer und Androsch!): Machen Sie eine andere Politik! Helfen Sie mit, die Beschäftigungsquote der über 50-Jährigen in diesem Land entsprechend zu erhalten, und treiben Sie die Leute nicht in die Frühpension hinein! – Auf der einen Seite treiben Sie sie hinein, und nachher regen Sie sich auf, dass so viele Leute in Frühpension sind. Das kann es nicht sein, und so wird es auch nicht funktionieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte zum Abschluss noch Folgendes erwähnen, weil es mir wirklich sehr wichtig ist: Wenn hier Willi Haberzettl im Zusammenhang mit Frühpensionistinnen und Frühpensionisten angegriffen wird, dann kann ich das alles gut nachvollziehen. Aber meine Bitte an all jene, die mit dieser Argumentation hausieren gehen, ist: Sagen Sie auch Ihren Freunden in den eigenen Reihen, nämlich den Personalchefs in den großen Unternehmen, die alle eine Liste im Schreibtisch liegen haben, wer vielleicht schnell und bald in Pension gehen könnte (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Ederer! – Abg. Grosz: Ederer und Androsch!): Machen Sie eine andere Politik! Helfen Sie mit, die Beschäftigungsquote der über 50-Jährigen in diesem Land entsprechend zu erhalten, und treiben Sie die Leute nicht in die Frühpension hinein! – Auf der einen Seite treiben Sie sie hinein, und nachher regen Sie sich auf, dass so viele Leute in Frühpension sind. Das kann es nicht sein, und so wird es auch nicht funktionieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Grosz: Herr Präsident! Ordnungsruf?! – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf, Herr Präsident! Gibt’s da keinen Ordnungsruf, keine Rüge mehr? Ist der auch schon abgesagt? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Steibl. – Bitte. (Abg. Ing. Grosz: Herr Präsident! Ordnungsruf?! – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf, Herr Präsident! Gibt’s da keinen Ordnungsruf, keine Rüge mehr? Ist der auch schon abgesagt? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.
Herr Kollege, man darf etwas überhören. Ihre Reaktion ist nicht angemessen, aber wir können dann unter vier Augen darüber reden. (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Er gibt es doch selber zu! Er gibt es doch selber zu! Das ist ja unglaublich! – Abg. Grosz: Das ist ja unglaublich! Das ist eine Vorsitzführung! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat es selber zugegeben, aber Sie wollen über die Fernsehzeit drüberkommen, das ist der Skandal!
Am Wort ist Frau Abgeordnete Steibl. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Er gibt es doch selber zu! Er gibt es doch selber zu! Das ist ja unglaublich! – Abg. Grosz: Das ist ja unglaublich! Das ist eine Vorsitzführung! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat es selber zugegeben, aber Sie wollen über die Fernsehzeit drüberkommen, das ist der Skandal!)
Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordnete Ridi Maria Steibl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Jugend auf der Galerie! Es geht nicht immer so zu bei uns, aber in einer Demokratie muss es eine Diskussion geben. Ich hoffe, dass Sie nicht einen ganz schlechten Eindruck von uns haben. (Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.
Wenn man von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie spricht, dann geht es auch um Verlässlichkeit, um Verlässlichkeit in Bezug auf Kinderbetreuung. Gerade in der Steiermark – und ich war heute sehr entsetzt, als ich hier in Wien beim Frühstück die „Kleine Zeitung“ gelesen habe – gibt es nunmehr seit gut einem Jahr, also seit gut einem Jahr vor der Wahl, ab dem vollendeten dritten Lebensjahr den Gratiskindergarten für alle. Und heute lese ich in der „Kleinen Zeitung“, dass Landeshauptmann Voves das reduzieren oder abschaffen will – aber erst 2011, denn dann ist die Wahl schon vorbei. (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Unerhört! Weg mit Voves!
Da frage ich mich schon ganz dezidiert, was das soll! Ja, man muss nachdenken über die Fragen: Wie staffelt man etwas?, und: Muss alles gratis sein?, aber den Gratiskindergarten einzuführen und dann gleich wieder abzuschaffen, den Frauen aber zu suggerieren: Ihr könnt jetzt beruhigt arbeiten gehen, das wollen wir, das wollen die Sozialdemokraten!, und dann schaffen Sie ihn wieder ab?! – Also, wenn in dieser Richtung vorgegangen wird, dann bin ich nicht dafür. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Unerhört! Weg mit Voves!)
Abg. Wöginger: Dem künftigen Landeshauptmann!
Es wurde auch von der Jugendbeschäftigung gesprochen. Ja, das ist ein zentrales Problem. Die Jugend ist unsere Zukunft! Und da möchte ich nur noch ein Projekt beziehungsweise ein Modell aufzeigen, das in der Steiermark auf Initiative auch von Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer umgesetzt wird (Abg. Wöginger: Dem künftigen Landeshauptmann!), nämlich die Möglichkeit der Green Jobs. Es sollen in der Steiermark an die 600 Arbeitsplätze im Energie- und Umwelttechnikbereich geschaffen werden. (Abg. Grosz: Das glauben Sie selbst nicht! Das glaubt ja kein Mensch in der Steiermark!)
Abg. Grosz: Das glauben Sie selbst nicht! Das glaubt ja kein Mensch in der Steiermark!
Es wurde auch von der Jugendbeschäftigung gesprochen. Ja, das ist ein zentrales Problem. Die Jugend ist unsere Zukunft! Und da möchte ich nur noch ein Projekt beziehungsweise ein Modell aufzeigen, das in der Steiermark auf Initiative auch von Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer umgesetzt wird (Abg. Wöginger: Dem künftigen Landeshauptmann!), nämlich die Möglichkeit der Green Jobs. Es sollen in der Steiermark an die 600 Arbeitsplätze im Energie- und Umwelttechnikbereich geschaffen werden. (Abg. Grosz: Das glauben Sie selbst nicht! Das glaubt ja kein Mensch in der Steiermark!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Oberhauser.
Zusammengefasst: Uns ist es wichtig, Arbeitsplätze zu schaffen und nicht Arbeitslosigkeit! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Oberhauser.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe mir gerade heute wieder gedacht, als ich die Erklärung des Herrn Sozialministers gehört habe: Mensch, dieser Herr Hundstorfer wäre tatsächlich eine echte, effektive Verstärkung für das Redaktionsteam der ORF-Sendereihe „Am Schauplatz“! Da würden Sie sehr, sehr gut hinpassen, Herr Minister, denn wir haben in den letzten Tagen auf eine beschämende Art und Weise erlebt, dass man sich dort insbesondere damit beschäftigt, die Tatsachen nicht so darzustellen, wie sie sind, sondern an Verdrehungen zu arbeiten und Bilder zu skizzieren, die in keiner Weise der Wirklichkeit entsprechen oder, wenn man es vornehm formuliert, sehr, sehr wenig damit zu tun haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Genau in diesem Fahrwasser der politischen Science-Fiction sind Sie ja mit dem Vortrag, den Sie uns heute hier gehalten haben, auch, in dem Sie Zahlen von irgendwo zwischen Mitternacht und 1 Uhr – aber auf jeden Fall nicht diejenigen, die auch uns vorliegen und über die wir eigentlich diskutieren sollten – aus dem Hut gezaubert haben. Ich gehe davon aus, dass der Kollege Brosz, der sich gestern in dieser Angelegenheit besonders hervorgetan hat, gemeinsam mit dem Kollegen Walser und ein paar Freunden von der SPÖ vielleicht einen Ed-Moschitz-Preis für realitätsverzerrende Darstellungen der politischen Wirklichkeit einrichten wird. Ich würde mich dafür starkmachen, dass Herr Hundstorfer der erste Preisträger in dieser Angelegenheit wird, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Denn: Das eine ist, irgendwelche Fakten hinzustellen, das Zweite ist aber die Frage, wie man sie analysieren muss. Wie schaut es aus? – 400 000 Arbeitslose. Die Tendenz ist steigend. Keine Rede von Entwarnung, so wie Sie das gesehen haben! – Sie sagen, das ist eh einigermaßen in Ordnung. Ja, wo sind denn bitte die Zeiten, als SPÖ-Vertreter und -Gewerkschafter hier am Rednerpult oder auf den großen Plätzen dieser Republik gestanden sind und von Vollbeschäftigung geredet haben? Wenn ich von Vollbeschäftigung rede, dann meine ich auch Vollzeitbeschäftigung – und nicht irgendetwas, das den Namen „Arbeit“ in Wirklichkeit gar nicht mehr verdient. Davon haben Sie sich um Lichtjahre entfernt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
85 000 Menschen in Schulungen – Tendenz steigend. Tendenz steigend! Dort haben Sie sie hinverfrachtet. Und es ist leider überhaupt nicht so, wie Sie sagen, dass da lauter zufriedene Leute ein und aus gehen, die jubilieren, weil sie dort so gut betreut werden, sondern für viele ist das eine Endstation, in der sie landen und die ihnen im Grunde genommen nicht weiterhilft, keine Sekunde, sondern die die Frustration steigert. Und es ist in manchen Dimensionen sogar menschenverachtend, wie man dort mit Kursteilnehmern umgeht. Das ist doch die Tatsache! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zum Thema Mindestsicherung auch noch ein Wort: Sie haben da einen schönen Pallawatsch beieinander bei dieser Mindestsicherung. Auf der einen Seite haben Sie eine Regelung mit 744 € zwölf Mal im Jahr, wo jeder, der sich damit beschäftigt, weiß: Das ist einfach zu niedrig, um Armut effektiv zu bekämpfen! – Das ist die eine Seite der Medaille. Wenn wir eine Million Leute haben, die an der Armutsgrenze leben, 400 000, die manifest arm sind, und wenn man aber weiß, dass die Armutsgefährdung bei über 900 € beginnt, was wollen Sie dann da mit 744 € abfedern? – Das ist das eine Problem. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall und Bravoruf bei der FPÖ.
Zum Schluss kommend, meine Damen und Herren: Ich bin sehr bei Ihnen, wenn es darum geht, dass man sagt, auch die Vermögenden sollen jetzt einen Anteil zur Sanierung der Krise leisten. Vermögend sind aber nicht nur Personen, sondern auch Institutionen. Und da würde ich Sie einmal bitten, auf Ihre Freunde in der Gewerkschaft Einfluss zu nehmen, damit Sie die 37 Millionen € Steuerschulden, die sie seit 2002 anhängig haben, endlich bezahlen. (Beifall und Bravoruf bei der FPÖ.)
Abg. Katzian: Ist in Ordnung! Jawohl!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Abgeordneter Katzian, Sie haben Ihre Rede mit dem Vorwurf und der Verwendung des Wortes „Lüge“ beendet. Sie wissen, dass dieses Wort in unserem Sprachgebrauch nicht vorkommt. Ich gebe Ihnen die Chance, diesen Begriff mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückzuziehen, und erwarte Ihr „Ja“. (Abg. Katzian: Ist in Ordnung! Jawohl!)
Beifall bei den Grünen.
14 Prozent aller Jugendlichen beherrschen Grundfähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen nicht. Diese Menschen haben überhaupt keine Chance auf dem Arbeitsmarkt, und es ist eigentlich nicht einzusehen, warum die Arbeitsmarktpolitik das systematische Versagen des Bildungswesens immer kompensieren muss. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der SPÖ: Wer blockiert denn ...?
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien und auch Herr Minister! Sie müssen endlich die Bildungsreform vorantreiben! Das ist essenziell für die Zukunft des österreichischen Arbeitsmarktes. (Ruf bei der SPÖ: Wer blockiert denn ...?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Das merkt man bei Ihrer Rede!
Herr Minister, Sie haben sicher viel im Kampf gegen die Krise versucht, aber nicht alles davon funktioniert. Und vor allem: Eine Reihe von Baustellen sind noch völlig unbearbeitet. Da ist noch unheimlich viel offen, und ich muss einfach sagen: Gut gemeint ist halt leider, wie so oft, nicht gut genug. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Das merkt man bei Ihrer Rede!)
Beifall beim BZÖ
Wir brauchen da eine Differenz von mindestens 30 Prozent (Beifall beim BZÖ) zwischen dem arbeitslosen Einkommen, also der sogenannten Mindestsicherung, die natürlich auch für die Pensionen in Zukunft gefährlich wird, weil die Leute in diesem Bereich praktisch keine Versicherungszeiten erreichen, und dem Mindestlohn – wobei dieser mit 1 000 € ganz einfach zu niedrig ist. Und mir wird schon angst und bange, wenn der ÖAAB-Bundesobmann und Minister für europäische und internationale Angelegenheiten Spindelegger sagt, es wäre gefährlich, wenn wir einen Mindestlohn von 1 300 € brutto bei Vollzeitbeschäftigung hätten, weil dann die Pfuscherei zunehmen würde. – Die Pfuscherei nimmt deshalb zu, weil die Leute zu wenig an legalem Einkommen haben, dann gehen sie schwarz arbeiten, damit sie etwas mehr im Sack haben. Deswegen muss der Mindestlohn angehoben werden, Herr Bundesminister! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir brauchen da eine Differenz von mindestens 30 Prozent (Beifall beim BZÖ) zwischen dem arbeitslosen Einkommen, also der sogenannten Mindestsicherung, die natürlich auch für die Pensionen in Zukunft gefährlich wird, weil die Leute in diesem Bereich praktisch keine Versicherungszeiten erreichen, und dem Mindestlohn – wobei dieser mit 1 000 € ganz einfach zu niedrig ist. Und mir wird schon angst und bange, wenn der ÖAAB-Bundesobmann und Minister für europäische und internationale Angelegenheiten Spindelegger sagt, es wäre gefährlich, wenn wir einen Mindestlohn von 1 300 € brutto bei Vollzeitbeschäftigung hätten, weil dann die Pfuscherei zunehmen würde. – Die Pfuscherei nimmt deshalb zu, weil die Leute zu wenig an legalem Einkommen haben, dann gehen sie schwarz arbeiten, damit sie etwas mehr im Sack haben. Deswegen muss der Mindestlohn angehoben werden, Herr Bundesminister! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich appelliere an Sie, dass Sie gewisse Schlupflöcher im öffentlichen und halböffentlichen Dienst stopfen, damit dort die BeamtInnen, die als im öffentlichen Dienst Beschäftigte mehrere Privilegien haben, nicht für die Pension in das ASVG wechseln und dadurch früher die Hacklerregelung in Anspruch nehmen können, die sogenannte Langzeitversichertenregelung, wie sie eigentlich richtig heißt, denn das soll eine Regelung sein, bei der es keine Abschläge gibt, für den Langzeitversicherten, aber nicht für die Kurzzeitversicherten. Und es sollte auch so sein, wie es ursprünglich gedacht war: mit 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Pension – aber nicht für jene, die nach 40 Jahren in Pension gehen und sich die Rosinen herauspicken. Das kann es einfach nicht sein! (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Bravo!
Wichtig ist, Herr Bundesminister, dass die Einkommen angehoben werden. Dann kann man natürlich auch über das arbeitslose Einkommen reden, und da gebe ich Kollegem Öllinger und den Grünen auch recht, wenn sie sagen, das Arbeitslosengeld ist zu niedrig, aber die Differenz muss entsprechend gewahrt bleiben. Deswegen muss das Einkommen durch Arbeit dann eben um so viel höher sein, damit die Differenz noch gegeben ist, denn Leistung muss sich ganz einfach lohnen. (Ruf bei der ÖVP: Bravo!)
Beifall beim BZÖ.
Ich hoffe, Sie nehmen meine Anregungen zur Kenntnis und setzen einiges davon um. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Hurra, 1 Minute mehr für Grosz!
Präsident Fritz Neugebauer: Meine Damen und Herren, da wir sehr gut in der Zeit liegen, schlage ich vor, dass für die nächsten beiden Fraktionsrunden für jeden Redebeitrag 1 Minute mehr als geplant zur Verfügung steht. (Abg. Grosz: Hurra, 1 Minute mehr für Grosz!)
Abg. Grosz: Weil auch bei der SPÖ keiner da ist! Kein einziger Sozialdemokrat mehr im Saal! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser, MAS (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Bevor ich zum sachlichen Inhalt meiner Rede komme, möchte ich einen der beiden Kollegen vom ORF bitten, die leere erste Reihe des Herrn Strache zu filmen, denn genau das ist das, was wir hier erleben. (Abg. Grosz: Weil auch bei der SPÖ keiner da ist! Kein einziger Sozialdemokrat mehr im Saal! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Das ist das, was wir hier erleben: Dass sich Herr Strache mit weinendem Auge herstellt und sagt, es ist ihm jeder einzelne Mensch so wichtig und all diese Dinge, und dann hört er sich nicht einmal die Diskussion darüber an, wo man sich anhören könnte, was wir hier zu sagen haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl ahmt einen Geigenspieler nach.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl ahmt einen Geigenspieler nach.
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser, MAS (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Bevor ich zum sachlichen Inhalt meiner Rede komme, möchte ich einen der beiden Kollegen vom ORF bitten, die leere erste Reihe des Herrn Strache zu filmen, denn genau das ist das, was wir hier erleben. (Abg. Grosz: Weil auch bei der SPÖ keiner da ist! Kein einziger Sozialdemokrat mehr im Saal! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Das ist das, was wir hier erleben: Dass sich Herr Strache mit weinendem Auge herstellt und sagt, es ist ihm jeder einzelne Mensch so wichtig und all diese Dinge, und dann hört er sich nicht einmal die Diskussion darüber an, wo man sich anhören könnte, was wir hier zu sagen haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl ahmt einen Geigenspieler nach.)
Abg. Kickl: Na, auch!
Als es darum gegangen ist, die ORF-Geschichte gestern Länge mal Breite hier breitzutreten und sie auch heute – in einer Arbeitsmarktdiskussion – sowohl von Ihnen, Herr Kickl, als auch von Herrn Strache wieder zum Thema zu machen (Abg. Kickl: Na, auch!), da war er die ganze Zeit anwesend, denn daraus kann man versuchen ein ganz gewisses politisches Kleingeld draußen in den Medien zu schlagen. Wenn es um Sachpolitik geht, dann ist er weg, dann erleben wir ihn hier den ganzen Tag lang nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: ... das tut Ihnen weh, und deshalb ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: ... das tut Ihnen weh, und deshalb ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Als es darum gegangen ist, die ORF-Geschichte gestern Länge mal Breite hier breitzutreten und sie auch heute – in einer Arbeitsmarktdiskussion – sowohl von Ihnen, Herr Kickl, als auch von Herrn Strache wieder zum Thema zu machen (Abg. Kickl: Na, auch!), da war er die ganze Zeit anwesend, denn daraus kann man versuchen ein ganz gewisses politisches Kleingeld draußen in den Medien zu schlagen. Wenn es um Sachpolitik geht, dann ist er weg, dann erleben wir ihn hier den ganzen Tag lang nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: ... das tut Ihnen weh, und deshalb ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Kickl
Was wir heute hier hören, ist eine aus Sicht der Opposition und aus Sicht der Regierungsparteien klarerweise sehr unterschiedliche Betrachtung dessen, wie die Arbeitsmarktpolitik, wie der Bericht unseres Herrn Bundesministers emanzipiert zur Kenntnis gebracht wurde. Wir alle miteinander wissen, dass man das Glas halb voll oder halb leer sehen kann. Ich glaube, dass man unserem Minister mit seiner Herkunft, aber auch mit dem, was er uns täglich vorlebt, nicht vorwerfen kann, dass er ignorant wäre, stolz oder, was man sonst noch gehört hat, voll des Eigenlobes (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Kickl), sondern er weiß, was wir und was diese Bundesregierung, die Koalition insgesamt, leisten.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.
Und was wir hier leisten, ist, dass wir in Österreich vor allem bei den jugendlichen Arbeitslosen wirklich gut dastehen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.) Wir alle wissen, wie schwierig es ist, denn wir alle haben Kinder in unserem Bekanntenkreis, die gerade die Schule abschließen, die eine Lehrstelle suchen, die studieren und die vielleicht danach keinen Arbeitsplatz finden. Und wir wissen, wo Perspektivenlosigkeit hinführt: Perspektivenlosigkeit führt dahin, dass die jungen Menschen zum Teil auf der Straße stehen, und das ist das Bild, das wir als bedrohlich erleben, und das ist das Bild, das Parteien wie die Ihre ausnützen, um Xenophobie und Fremdenhass zu schüren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und was wir hier leisten, ist, dass wir in Österreich vor allem bei den jugendlichen Arbeitslosen wirklich gut dastehen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.) Wir alle wissen, wie schwierig es ist, denn wir alle haben Kinder in unserem Bekanntenkreis, die gerade die Schule abschließen, die eine Lehrstelle suchen, die studieren und die vielleicht danach keinen Arbeitsplatz finden. Und wir wissen, wo Perspektivenlosigkeit hinführt: Perspektivenlosigkeit führt dahin, dass die jungen Menschen zum Teil auf der Straße stehen, und das ist das Bild, das wir als bedrohlich erleben, und das ist das Bild, das Parteien wie die Ihre ausnützen, um Xenophobie und Fremdenhass zu schüren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein – einen Zettel hochhaltend –: Nein! ... andere Zahlen!
Genau dahin gehen alle Maßnahmen, die vonseiten der Bundesregierung jetzt gemacht werden, nämlich junge Menschen weg von der Straße und hin in Beschäftigung zu bringen. Bei den unter 19-Jährigen haben wir mit Stand 2010 ein Minus von 4,6 Prozent bei der Arbeitslosigkeit. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein – einen Zettel hochhaltend –: Nein! ... andere Zahlen!) – Das nicht als Erfolg hinzustellen, dabei wissend, dass jeder Arbeitslose einer zu viel ist, ich glaube, das kann keiner von uns verlangen.
Zwischenruf des Abg. Kickl
Rudi Hundstorfer hat es schon gesagt: Es beginnt mit der Hauptschule. – In Österreich gibt es eine erkleckliche Zahl an Menschen, die keinen Hauptschulabschluss haben, und genau dahin werden die Maßnahmen gehen, die diese Bundesregierung schwerpunktmäßig setzen wird, nämlich beginnend bei der Frage der Hauptschule (Zwischenruf des Abg. Kickl), des Gewährens des Hauptschulabschlusses mit Unterstützung des AMS, bei dem das AMS die Kosten in die Hand nimmt, um die Situation der jungen Lehrstellensuchenden zu verbessern.
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Gleichzeitig wird es an den Schulen eine Offensive geben, um genau das zu verhindern, was wir nämlich jetzt haben: dass die klassische, traditionelle Lehrstellensuche beginnt, das heißt, dass die Mädchen Friseurin werden wollen – diese klassischen Beispiele – und die Burschen Mechaniker, während wir aber wissen, dass in anderen Bereichen noch durchaus einiges an Lehrstellen frei ist. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) – In diese Richtung wird die Beratung laufen.
Abg. Grosz: Das erklären Sie mir!
Herr Kollege Dolinschek hat es gesagt: Rudi Hundstorfer hat die behinderten Menschen in seinem Bericht nicht erwähnt. Wir haben aber eine relativ gute Arbeitsteilung: Unsere Behindertensprecherin, Kollegin Königsberger-Ludwig, hat diese Zahlen übernommen und sie mir natürlich mitgegeben. Rudi Hundstorfer hat sein Versprechen wahr gemacht und hat für Menschen mit Behinderungen einiges getan (Abg. Grosz: Das erklären Sie mir!), und so haben wir insgesamt einen Anstieg von 5,3 Millionen € in den Förderungen, die zum Teil Individualförderungen und zum Teil Projektförderungen sind. (Abg. Grosz: Behindertenmilliarde ist gekürzt!) – All das läuft unter der Devise „Beschäftigungsoffensive für Menschen mit Behinderungen“. Das heißt, in diesem Bereich wurde auf diese Menschen nicht vergessen, sondern ganz im Gegenteil, es wurde einiges getan. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Behindertenmilliarde ist gekürzt!
Herr Kollege Dolinschek hat es gesagt: Rudi Hundstorfer hat die behinderten Menschen in seinem Bericht nicht erwähnt. Wir haben aber eine relativ gute Arbeitsteilung: Unsere Behindertensprecherin, Kollegin Königsberger-Ludwig, hat diese Zahlen übernommen und sie mir natürlich mitgegeben. Rudi Hundstorfer hat sein Versprechen wahr gemacht und hat für Menschen mit Behinderungen einiges getan (Abg. Grosz: Das erklären Sie mir!), und so haben wir insgesamt einen Anstieg von 5,3 Millionen € in den Förderungen, die zum Teil Individualförderungen und zum Teil Projektförderungen sind. (Abg. Grosz: Behindertenmilliarde ist gekürzt!) – All das läuft unter der Devise „Beschäftigungsoffensive für Menschen mit Behinderungen“. Das heißt, in diesem Bereich wurde auf diese Menschen nicht vergessen, sondern ganz im Gegenteil, es wurde einiges getan. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Dolinschek hat es gesagt: Rudi Hundstorfer hat die behinderten Menschen in seinem Bericht nicht erwähnt. Wir haben aber eine relativ gute Arbeitsteilung: Unsere Behindertensprecherin, Kollegin Königsberger-Ludwig, hat diese Zahlen übernommen und sie mir natürlich mitgegeben. Rudi Hundstorfer hat sein Versprechen wahr gemacht und hat für Menschen mit Behinderungen einiges getan (Abg. Grosz: Das erklären Sie mir!), und so haben wir insgesamt einen Anstieg von 5,3 Millionen € in den Förderungen, die zum Teil Individualförderungen und zum Teil Projektförderungen sind. (Abg. Grosz: Behindertenmilliarde ist gekürzt!) – All das läuft unter der Devise „Beschäftigungsoffensive für Menschen mit Behinderungen“. Das heißt, in diesem Bereich wurde auf diese Menschen nicht vergessen, sondern ganz im Gegenteil, es wurde einiges getan. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ursula Haubner: Sitzt! – Zwischenrufe bei der FPÖ
Lassen Sie mich zum Schluss kommen: Ich bin sehr froh, dass hinter mir ein Minister steht (Abg. Ursula Haubner: Sitzt! – Zwischenrufe bei der FPÖ), der keine Kristallkugel braucht, sondern der sehr wohl weiß, was er in seinem Budget hat, nämlich einen deutlichen Anstieg, vor allem für die Maßnahmen für Jugendliche. Das unterscheidet ihn sehr wohltuend von der heute in der Fragestunde anwesenden Justizministerin. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Lassen Sie mich zum Schluss kommen: Ich bin sehr froh, dass hinter mir ein Minister steht (Abg. Ursula Haubner: Sitzt! – Zwischenrufe bei der FPÖ), der keine Kristallkugel braucht, sondern der sehr wohl weiß, was er in seinem Budget hat, nämlich einen deutlichen Anstieg, vor allem für die Maßnahmen für Jugendliche. Das unterscheidet ihn sehr wohltuend von der heute in der Fragestunde anwesenden Justizministerin. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesminister Hundstorfer –: Jahresfrist, nicht ... Monate!
Ja, Herr Kollege Hundstorfer, ich bin schon bei Ihnen, wenn Sie gewisse Lichtstreifen am Horizont sehen: Der Anstieg der Beschäftigung in den letzten Wochen ist ein solcher Lichtstreifen. Dass es im Bereich der Industrie und dort wiederum im Bereich der Leiharbeiter ein Stück weit besser geht als vor Jahresfrist, ist vielleicht ein solcher Licht- oder Silberstreifen am Horizont, weil es in der Industrie, weil es in der exportorientierten Industrie ein wenig besser geht. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesminister Hundstorfer –: Jahresfrist, nicht ... Monate!) Aber, Hand aufs Herz, wir wissen, egal ob das Wirtschaftswachstum bei 1,5, 1,2 oder 1,8 Prozent liegt – in den nächsten Tagen erwarten wir wiederum eher etwas dämpfende Prognosedaten denn optimistische Prognosedaten –, solange wir unter 2 Prozent liegen, wird sich die Situation am Arbeitsmarkt wahrscheinlich nicht nachhaltig verbessern.
Abg. Bucher: Ja! Nicht die, die alles haben wollen! – Abg. Ing. Westenthaler: Was zu bezweifeln ist!
Sehr geehrter Herr Minister Hundstorfer, noch einen Satz oder zwei zum Thema Mindestsicherung: Solange die Mindestsicherung eine Vereinheitlichung der Sozialhilfen in Österreich auf einem fairen und transparenten Niveau darstellt, ist sie okay. Aber das ganz Entscheidende an der Umsetzung der Mindestsicherung wird die Frage sein: Wie schaut es in der Praxis aus? Gelingt es da, tatsächlich nur denjenigen Menschen die Mindestsicherung zugute kommen zu lassen, die eben Sozialhilfe benötigen, die – sagen wir es offen – Sozialfälle sind? (Abg. Bucher: Ja! Nicht die, die alles haben wollen! – Abg. Ing. Westenthaler: Was zu bezweifeln ist!) Gelingt es, so wie es das AMS immer vorgeschrieben hat – im Übrigen auch der frühere Vorsitzende des AMS-Verwaltungsrates, der leider diese Funktion nicht mehr ausüben darf, Professor Steinbach –, dass diese Mindestsicherung nur denjenigen zugute kommt, die tatsächlich an sich arbeitswillig sind, aber eben aufgrund ihrer Lebensumstände keine Arbeit ausführen können, oder wird sie zur sozialen Hängematte?
Beifall bei der ÖVP.
den Menschen, die arbeiten, die wenig verdienen, auch nicht zumutbar wäre. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war das einzige Richtige!
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein (FPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Bundesminister, Sie haben glücklicherweise Ihre Rede damit begonnen, zu sagen, heute ist der 25. März. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war das einzige Richtige!) Wenn man die Rede gehört hat, hätte man auch glauben können, es ist der 1. April: Das war eine Scherzrede von oben bis unten!
Beifall bei der FPÖ.
Natürlich ist die Arbeitslosigkeit nicht zurückgegangen, und wenn sie jetzt einige Tage lang ein bisschen geringer ist, ist sie eben in den nächsten Tagen ein bisschen höher. Insgesamt, und das spüren die Menschen in diesem Land, sind viele Menschen nach wie vor arbeitslos und viele von Arbeitslosigkeit bedroht. Und das sind Schicksale, Herr Bundesminister, und da geziemt es sich nicht, wenn Sie als Sozialminister sich herstellen und sagen: Es ist eigentlich alles erfreulich! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: ... die Ausländer Deutsch lernen ...!
„Um sprachliche Barrieren bei der Beratung selbst zu umgehen, könnten beispielsweise freiwillige Sprachkurse für AMS-BeraterInnen in häufig gesprochenen Sprachen der KundInnen (z. B. türkisch, serbisch, kroatisch) angeboten werden oder BeraterInnen mit entsprechendem Migrationshintergrund aufgenommen werden.“ (Abg. Kickl: ... die Ausländer Deutsch lernen ...!)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundesminister, was ist denn das für ein Ansatz?! Der schlägt überhaupt dem Fass den Boden aus! Jetzt sollen die AMS-BeraterInnen vielleicht auch noch Türkisch lernen, damit man türkische Jugendliche beraten kann?! – Also das ist der völlig falsche Weg! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dann kommen diese Jugendlichen mit 14, 15 auf den Arbeitsmarkt, haben einen Hauptschulabschluss oder nicht einmal den, können die deutsche Sprache überhaupt nicht, und dann wundert man sich, dass diese Menschen keine Lehrstellen finden! Das ist doch ein Problem, das hausgemacht ist – und da sehe ich von Ihnen überhaupt keine Ansätze! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Josef Auer.
Wenn wir jetzt zu wenige Jugendliche ausbilden, dann werden wir das in ein paar Jahren bezahlen, weil wir keine Facharbeiter haben. Und da kommt dann Ihre glorreiche Aussage, die Sie auch schon getätigt haben: Spätestens im Jahr 2015 brauchen wir weitere Zuwanderung von Ausländern, denn sonst haben wir zu wenige Junge am Arbeitsmarkt. – Wir potenzieren doch dieses Problem! (Zwischenruf des Abg. Mag. Josef Auer.)
Beifall bei der FPÖ.
Nehmen Sie doch das Problem ernst, lösen Sie es doch im eigenen Land! Schauen Sie doch einmal, dass die Jugendlichen und dass die Familien auch Deutsch lernen! Versuchen Sie endlich einmal, dass die Integration in diesem Land auch wirklich stattfindet! – Das ist doch ein Hauptgrund, warum wir so viele jugendliche Arbeitslose haben. Da hört man von Ihnen überhaupt nichts. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Stattdessen setzen Sie sich hier her, der gesamte Gewerkschaftsbus muss heute antreten, muss sich heute hier herstellen, Ihrer Rede huldigen und Ihnen auf die Schulter klopfen. Frau Kollegin Oberhauser, die ja irgendwo in der Nobelgegend in Hietzing wohnt, hat ja überhaupt keine Ahnung von dem, was sich wirklich abspielt, und dann stellt sie sich hier her in einer etwas unglaubwürdigen Art und Weise und glaubt wirklich, sie kann den Menschen das Blaue vom Himmel erzählen. – Wenn man das heute hier gehört hat, dann werden sich die Menschen, die 400 000 Arbeitslosen, die jetzt daheim vielleicht vor den Fernsehschirmen sitzen, schön bedanken. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Oberhauser
Und das zeigen ja auch die Wahlergebnisse, Frau Kollegin Oberhauser! – Das finden Sie zum Lachen; ich finde es zum Weinen (Zwischenruf der Abg. Dr. Oberhauser), dass wir nach wie vor so viele Arbeitslose in dieser Republik haben und dass die Gewerkschaft überhaupt nichts dagegen tut. Das haben Sie als Gewerkschafter absolut verschlafen, und Sie als Bundesminister segnen das mit einem Nichtstun und mit einem Sich-Hinsetzen und irgendwelchen technokratisch vorgetragenen Zahlen ab – nicht zu vergessen, zwanzigmal zu sagen: Das ist alles erfreulich! Die Situation ist wunderbar! Der Frühling kommt auch! Eigentlich können die Österreicherinnen und Österreicher froh und zufrieden sein mit dieser Bundesregierung.
Beifall bei der FPÖ.
Das ist auch das, was die Menschen spüren. Das ist auch der Grund, warum Sie von der SPÖ von einer Wahlniederlage zur nächsten eilen – und da wird es keine Trendwende geben. Da können Sie erzählen, was Sie wollen, Sie sind einfach nicht mehr glaubwürdig. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie haben Ihre soziale Glaubwürdigkeit längst abgegeben – und diese werden Sie auch nicht mehr zurückgewinnen. Da können Sie schönreden, was immer Sie wollen. Die Tatsachen sprechen für sich, und die Menschen in diesem Land spüren das. (Beifall bei der FPÖ.)
Rufe bei SPÖ und ÖVP: Wirtschaftsminister!
Meine sehr verehrten Damen und Herren – vor allem an die Gäste auf der Galerie gerichtet –, wissen Sie eigentlich, wer in Österreich für Jugendpolitik zuständig ist? Welcher Minister/welche Ministerin wäre denn zuständig für Jugendpolitik? Nicht der Sozialminister Hundstorfer, der hinter mir sitzt. Nicht die Unterrichtsministerin Schmied, die an sich über Schule und über den Lebensalltag von Schülern und Schülerinnen entscheiden müsste. Nein, es ist der Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (Rufe bei SPÖ und ÖVP: Wirtschaftsminister!) – Wirtschaftsminister! –, der bis jetzt keine einzige jugendpolitische Maßnahme von sich hat hören lassen. Ich habe noch nichts gehört.
Abg. Mag. Molterer: Die Jugendlichen verlassen die Galerie angesichts dieser Rede!
Solange die Bundesregierung aktive Kinder- und Jugendpolitik nicht versteht, solange die Bundesregierung nicht versteht, was Kinder und Jugendliche nachhaltig wirklich brauchen, so lange werden auch die Statistiken, die hier vorgelesen wurden, nachhaltig nicht greifen. (Abg. Mag. Molterer: Die Jugendlichen verlassen die Galerie angesichts dieser Rede!)
Beifall bei den Grünen.
Und das alles, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist Jugendpolitik, nicht nur Beschäftigung. Alles das ist Jugendpolitik. Wo sind die Freiräume? Wo ist die wahre und echte Bildung? Wo sind die soziale und die finanzielle Absicherung von Kindern und Jugendlichen? Die gibt es nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
muss endlich gestoppt werden. Das muss endlich auch nach außen getragen werden. Das kann nicht so weitergehen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrter Herr Minister, Sie verschließen auch die Augen davor, dass uns Tausende Pflegekräfte in Oberösterreich fehlen. Das wäre auch ein Auftrag für Sie als Arbeitsminister. (Beifall beim BZÖ.) Tausende Pflegekräfte fehlen. Ich sehe es am Beispiel von Oberösterreich. Gestern war zu lesen: „Hunderte Plätze in Seniorenheimen leer, weil die Pflegekräfte fehlen.“
Beifall beim BZÖ.
Ich finde es nicht gut, so wie Sie es bei einer Veranstaltung gesagt haben, dass Sie alle Pflegegeldbezieher pauschal hinstellen und meinen: Diese geben ohnehin so viel für ihre Enkelkinder ab, und dafür ist eigentlich das Pflegegeld nicht gedacht! Dagegen verwahre ich mich. Es wird sicher auch den einen oder anderen Missbrauch geben, aber wir brauchen dieses bestbewährte Pflegegeld für die Menschen, damit sie auch frei entscheiden können, wie sie ihre Pflege abwickeln. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das Dritte, was ich noch sagen möchte, sind die Pensionen: Pensionen stellen eine der größten Herausforderungen überhaupt dar, nämlich insofern, als Pensionen für diejenigen, die sie jetzt erhalten, sicher sein sollen, aber – was für uns mindestens genauso wichtig ist – auch die Jungen noch eine Chance haben sollen, eine Pension zu bekommen. Dazu hört man nichts von Ihnen. (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Sie geben zwar vor Wahlen Versprechen ab, ich denke nur an das Beispiel „Hacklerregelung“: 45 Jahre sind genug!, das war eines der größten Wahlversprechen, jetzt aber tauchen Sie sich bis zum Jahr 2013 durch. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Wahrscheinlich wird das sang- und klanglos auslaufen, und Sie werden vor der ÖVP in die Knie gehen, denn der ÖVP hat diese „Hacklerregelung“ nie gepasst. (Rufe bei der ÖVP: Na! Na!) Daher werden Sie diese „Hacklerregelung“ wahrscheinlich abschaffen lassen.
Rufe bei der ÖVP: Na! Na!
Sie geben zwar vor Wahlen Versprechen ab, ich denke nur an das Beispiel „Hacklerregelung“: 45 Jahre sind genug!, das war eines der größten Wahlversprechen, jetzt aber tauchen Sie sich bis zum Jahr 2013 durch. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Wahrscheinlich wird das sang- und klanglos auslaufen, und Sie werden vor der ÖVP in die Knie gehen, denn der ÖVP hat diese „Hacklerregelung“ nie gepasst. (Rufe bei der ÖVP: Na! Na!) Daher werden Sie diese „Hacklerregelung“ wahrscheinlich abschaffen lassen.
Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Diesbezüglich sorgen Sie auch für sehr viel Unsicherheit, für sehr viel Unstimmigkeit bei den Menschen, die 45 Jahre gearbeitet haben. (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Da haben wir vom BZÖ ein Modell, das Pensionskonto-Modell, das auch zukunftsweisend und ... (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Diesbezüglich sorgen Sie auch für sehr viel Unsicherheit, für sehr viel Unstimmigkeit bei den Menschen, die 45 Jahre gearbeitet haben. (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Da haben wir vom BZÖ ein Modell, das Pensionskonto-Modell, das auch zukunftsweisend und ... (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Redezeit, Herr Präsident!
Abgeordnete Ursula Haubner (fortsetzend): Mein Schlusssatz: Sehr geehrter Herr Minister, für mich kommt für Sie im Herbst die Stunde der Wahrheit, wenn die Pensionen angepasst werden oder nicht angepasst werden und wenn Sie sagen müssen, wo, bei welchen Sozialleistungen Sie in Ihrem Ministerium ausgabenseitig sparen werden! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Redezeit, Herr Präsident!) Da bin ich gespannt. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordnete Ursula Haubner (fortsetzend): Mein Schlusssatz: Sehr geehrter Herr Minister, für mich kommt für Sie im Herbst die Stunde der Wahrheit, wenn die Pensionen angepasst werden oder nicht angepasst werden und wenn Sie sagen müssen, wo, bei welchen Sozialleistungen Sie in Ihrem Ministerium ausgabenseitig sparen werden! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Redezeit, Herr Präsident!) Da bin ich gespannt. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt ja!
Abgeordnete der Oppositionsparteien posaunen hier vom Rednerpult hinaus, dass es 400 000 Arbeitslose wären. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt ja!) Bitte verwenden
Abg. Öllinger: Plus Pensionszuschuss-Bezieher! – Abg. Ing. Westenthaler: Sind 400 000!
wir doch alle gemeinsam hier in diesem Plenum die richtigen Zahlen! Es sind 355 413 Arbeitslose, und jeder Einzelne ist einer zu viel. Das haben wir heute schon gehört. (Abg. Öllinger: Plus Pensionszuschuss-Bezieher! – Abg. Ing. Westenthaler: Sind 400 000!) Glauben Sie mir eines: Ich weiß, was es heißt, Arbeitslosengeld zu beziehen, denn ich habe es leider schon machen müssen, weil ich saisonbedingt am Bau beschäftigt war.
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte jetzt auf das Thema Arbeitslosigkeit eingehen. Jeder hat eigene Vorstellungen, Varianten, Empfehlungen. Es gibt nur ein Rezept, Arbeitslosigkeit zu verhindern, nämlich in Beschäftigung und in Wirtschaft zu investieren. Und so modern und so aktuell das Wort „sparen“ jetzt ist: Ich vertrete auch die Meinung, ein gescheites Sparen, das ist okay, aber ein Kaputtsparen, das ist nicht okay. (Beifall bei der SPÖ.) Ein gescheites Investieren ist auch okay, aber ein dummes Investieren ist nicht okay.
Abg. Mag. Molterer: Das ist der Sozialminister! Dort sitzt der Sozialminister!
Ich frage mich: Wenn wir diese Zahlen kennen, wenn wir wissen, dass 300 Millionen € öffentliche Gelder 2 Milliarden € Investitionen auslösen, dass der Finanzminister um 206 Millionen € durch Umsatzsteuer und durch Kommunalsteuern für die Gemeinden mehr einnimmt ... (Abg. Mag. Molterer: Das ist der Sozialminister! Dort sitzt der Sozialminister!) – Wir sind beim Thema Beschäftigung, Herr Molterer, dort, wo Sie und Ihre Minister leider die Augen verschließen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich frage mich: Wenn wir diese Zahlen kennen, wenn wir wissen, dass 300 Millionen € öffentliche Gelder 2 Milliarden € Investitionen auslösen, dass der Finanzminister um 206 Millionen € durch Umsatzsteuer und durch Kommunalsteuern für die Gemeinden mehr einnimmt ... (Abg. Mag. Molterer: Das ist der Sozialminister! Dort sitzt der Sozialminister!) – Wir sind beim Thema Beschäftigung, Herr Molterer, dort, wo Sie und Ihre Minister leider die Augen verschließen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ursula Haubner: Wir haben eh eine Schwerarbeiterregelung!
Nun zum Thema Pensionen. Ich muss schon eines korrigieren: Die „Hacklerpension“, die damals unter dem Vorwand geschaffen wurde, dass „Hackler“ diese Pension erreichen, war ein Schuss ins Knie für alle Menschen, die schwer arbeiten. (Abg. Ursula Haubner: Wir haben eh eine Schwerarbeiterregelung!) Diese Menschen erreichen diese „Hacklerpension“ nicht. Nennen Sie mir einen Bauarbeiter, der 45 Jahre lang durchgehend am Bau beschäftigt ist! (Rufe beim BZÖ: Schwerarbeiterregelung!) Diese „Hacklerregelung“ ist mit 2008 ausgelaufen. Es war die SPÖ, die sie unter Alfred Gusenbauer bis 2010 verlängert hat. (Abg. Kickl: Unbefristet!) Und es war wieder die SPÖ, die sie bis 2013 verlängert hat. (Abg. Ursula Haubner: Unbegrenzt!)
Rufe beim BZÖ: Schwerarbeiterregelung!
Nun zum Thema Pensionen. Ich muss schon eines korrigieren: Die „Hacklerpension“, die damals unter dem Vorwand geschaffen wurde, dass „Hackler“ diese Pension erreichen, war ein Schuss ins Knie für alle Menschen, die schwer arbeiten. (Abg. Ursula Haubner: Wir haben eh eine Schwerarbeiterregelung!) Diese Menschen erreichen diese „Hacklerpension“ nicht. Nennen Sie mir einen Bauarbeiter, der 45 Jahre lang durchgehend am Bau beschäftigt ist! (Rufe beim BZÖ: Schwerarbeiterregelung!) Diese „Hacklerregelung“ ist mit 2008 ausgelaufen. Es war die SPÖ, die sie unter Alfred Gusenbauer bis 2010 verlängert hat. (Abg. Kickl: Unbefristet!) Und es war wieder die SPÖ, die sie bis 2013 verlängert hat. (Abg. Ursula Haubner: Unbegrenzt!)
Abg. Kickl: Unbefristet!
Nun zum Thema Pensionen. Ich muss schon eines korrigieren: Die „Hacklerpension“, die damals unter dem Vorwand geschaffen wurde, dass „Hackler“ diese Pension erreichen, war ein Schuss ins Knie für alle Menschen, die schwer arbeiten. (Abg. Ursula Haubner: Wir haben eh eine Schwerarbeiterregelung!) Diese Menschen erreichen diese „Hacklerpension“ nicht. Nennen Sie mir einen Bauarbeiter, der 45 Jahre lang durchgehend am Bau beschäftigt ist! (Rufe beim BZÖ: Schwerarbeiterregelung!) Diese „Hacklerregelung“ ist mit 2008 ausgelaufen. Es war die SPÖ, die sie unter Alfred Gusenbauer bis 2010 verlängert hat. (Abg. Kickl: Unbefristet!) Und es war wieder die SPÖ, die sie bis 2013 verlängert hat. (Abg. Ursula Haubner: Unbegrenzt!)
Abg. Ursula Haubner: Unbegrenzt!
Nun zum Thema Pensionen. Ich muss schon eines korrigieren: Die „Hacklerpension“, die damals unter dem Vorwand geschaffen wurde, dass „Hackler“ diese Pension erreichen, war ein Schuss ins Knie für alle Menschen, die schwer arbeiten. (Abg. Ursula Haubner: Wir haben eh eine Schwerarbeiterregelung!) Diese Menschen erreichen diese „Hacklerpension“ nicht. Nennen Sie mir einen Bauarbeiter, der 45 Jahre lang durchgehend am Bau beschäftigt ist! (Rufe beim BZÖ: Schwerarbeiterregelung!) Diese „Hacklerregelung“ ist mit 2008 ausgelaufen. Es war die SPÖ, die sie unter Alfred Gusenbauer bis 2010 verlängert hat. (Abg. Kickl: Unbefristet!) Und es war wieder die SPÖ, die sie bis 2013 verlängert hat. (Abg. Ursula Haubner: Unbegrenzt!)
Abg. Ursula Haubner: Dann macht es einmal!
Es gibt jetzt diesen Vorschlag für ein sozial verträgliches Auslaufen der „Hacklerpension“, für ein Zusammenführen von den derzeit sechs Pensionsarten auf vielleicht fünf oder vier, auf Modelle, die die Menschen auch verstehen. (Abg. Ursula Haubner: Dann macht es einmal!) Und Sie gehen hier zum Rednerpult und sagen, sie wird abgeschafft. (Abg. Dolinschek: Schaffen Sie die Privilegien ab!)
Abg. Dolinschek: Schaffen Sie die Privilegien ab!
Es gibt jetzt diesen Vorschlag für ein sozial verträgliches Auslaufen der „Hacklerpension“, für ein Zusammenführen von den derzeit sechs Pensionsarten auf vielleicht fünf oder vier, auf Modelle, die die Menschen auch verstehen. (Abg. Ursula Haubner: Dann macht es einmal!) Und Sie gehen hier zum Rednerpult und sagen, sie wird abgeschafft. (Abg. Dolinschek: Schaffen Sie die Privilegien ab!)
Abg. Kickl: 1,3 Millionen Pensionisten!
Zur Schwerarbeitspension: Kollege Kickl, kennen Sie einen Bauarbeiter, der das 60. Lebensjahr in einem Betrieb erreicht? Wissen Sie, wie viele Bauarbeiter mit 60 Jahren noch am Arbeitsmarkt aktiv sind? – 0,4 Prozent von allen 130 000 Bauarbeitern, die in der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse vertreten sind. – Und Sie reden von einer Schwerarbeitspension? (Abg. Kickl: 1,3 Millionen Pensionisten!)
Beifall bei der SPÖ.
Aus diesem Grund brauchen wir auch eine Reform bei der Schwerarbeitspension, brauchen wir eine Reform bei der Invaliditätspension, weil es nicht länger so sein kann, dass jene Menschen, die in diesem Land schwer arbeiten, durch hohe Abschläge, die Sie im Jahr 2002 eingeführt haben, bestraft werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das brauchen wir nicht. Daher, Herr Sozialminister, bitte ich dich wirklich, auch in diesem Bereich bei den Pensionen mit der Wirtschaftskammer, mit unserem Koalitionspartner weiterzuverhandeln. Und ich bitte euch wirklich: Machen wir eine gescheite Reform bei der Invaliditätspension und bei der Schwerarbeitspension – im Interesse der betroffenen Menschen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Gertrude Aubauer (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Werte Gäste! Zu meinem Vorredner: Sie sprechen vom „Kaputtsparen“. – Werte Kolleginnen und Kollegen, ich glaube, das Wort „Kaputtsparen“ sollte man jetzt schon zum Unwort des Jahres küren, denn für alle, die wir hier sind, glaube ich sagen zu können: Niemand von uns will irgendetwas kaputtsparen! Das sollte man auch einmal ganz deutlich sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir vom Sparen reden, dann zum Beispiel im Pflegebereich. Brauchen wir Hunderte Stellen, die Pflegegeld auszahlen? – Nein. Es gilt, Strukturen abzuschlanken. Das ist Sparen, so wie wir es verstehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zur Frau Kollegin Windbüchler-Souschill: Sie haben die Familienförderung angesprochen. Österreich hat wirklich ein hervorragendes System der Familienförderung. Wir können sehr, sehr stolz sein darauf, was wir für unsere Familien tun. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Ich wette, Sie können keine einzige Zahl wiederholen!
Zu Ihrer Kritik an Sozialminister Hundstorfer, werte Opposition. Sie kritisieren, er hätte zu viele Daten und Fakten genannt. – Mir ist es recht, Daten und Fakten zu hören. Ich verlasse mich lieber auf Daten und Fakten als auf Vermutungen. (Abg. Kickl: Ich wette, Sie können keine einzige Zahl wiederholen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ein kurzes Wort noch zur Mindestsicherung, werte Kolleginnen und Kollegen. Ja zur Mindestsicherung, aber keine soziale Hängematte – sonst können wir unseren Senioren nicht mehr in die Augen schauen, denn die Durchschnittspension im ASVG beträgt 938 €. Und dafür haben die Pensionisten ein Leben lang gearbeitet. Das möchte ich zu bedenken geben, wenn es auch um die Mindestsicherung geht. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Pensionen zahlen?! – Das ist eine Rechnung, die sicher nicht aufgehen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Riepl: Was ist Ihr Vorschlag?
Die Mindestsicherung wird als großer Wurf verkauft. Ein „toller“ Wurf! Die Mindestsicherung ist doch nichts anderes als Sozialhilfe-neu. Sie ersetzt aber die Sozialhilfe nicht, nein, sie wird untergliedert in die bereits bestehenden neun Versionen der Sozialhilfe in den einzelnen Bundesländern. (Abg. Riepl: Was ist Ihr Vorschlag?) Das heißt, in den meisten Punkten wird die Ausgestaltung wieder den einzelnen Bundesländern überlassen sein, und es gibt wieder keine einheitliche Regelung, und es ist wiederum nicht überschaubar, meine Damen und Herren.
Abg. Riepl: Sagen Sie einmal, was Sie wollen! Was wollen Sie eigentlich?
Mit 160 Millionen € bleibt ein Großteil der Kosten dem Bund, und ungefähr 50 Millionen € haben die Länder zu tragen. (Abg. Riepl: Sagen Sie einmal, was Sie wollen! Was wollen Sie eigentlich?) Aber diese Aufteilung zwischen Bund und Ländern – wer zahlt es denn im Endeffekt? Ist der Steuerzahler im Bund ein anderer als der in den Ländern? Nein! Es ist eine Augenauswischerei, es wird das Geld von der einen Tasche in die andere gesteckt, und im Endeffekt zahlen wir Bürger das, wir Steuerzahler.
Abg. Riepl: Machen Sie einen Vorschlag!
Die Anzahl der Personen, die in diesem Sozialnetz aufgefangen werden sollen, steigt ja weiter, der Gipfel ist ja noch gar nicht erreicht. Und die rot-schwarze Koalition zeigt wieder einmal, was sie da zusammenbringt, nämlich gar nichts, nicht das Geringste! Hier wird nämlich nicht die Ursache bekämpft, sondern immer nur die Wirkung. (Abg. Riepl: Machen Sie einen Vorschlag!) – Wir machen Ihnen Vorschläge! Horchen Sie doch zu, warten Sie ab! – Die Frage ist: Wie lange wird das noch gut gehen? (Abg. Riepl: „Ausländer raus“ ist Ihr Vorschlag!)
Abg. Riepl: „Ausländer raus“ ist Ihr Vorschlag!
Die Anzahl der Personen, die in diesem Sozialnetz aufgefangen werden sollen, steigt ja weiter, der Gipfel ist ja noch gar nicht erreicht. Und die rot-schwarze Koalition zeigt wieder einmal, was sie da zusammenbringt, nämlich gar nichts, nicht das Geringste! Hier wird nämlich nicht die Ursache bekämpft, sondern immer nur die Wirkung. (Abg. Riepl: Machen Sie einen Vorschlag!) – Wir machen Ihnen Vorschläge! Horchen Sie doch zu, warten Sie ab! – Die Frage ist: Wie lange wird das noch gut gehen? (Abg. Riepl: „Ausländer raus“ ist Ihr Vorschlag!)
Beifall bei der FPÖ.
Dem steht aber beispielsweise eine riesige Förderung für Griechenland gegenüber. Griechenland bekommt von uns 2,3 Milliarden € an Entwicklungshilfe. Wie passt das zusammen? Wie erklären Sie das den Familien, den Alleinerziehern, dass Sie 2,3 Milliarden € für Griechenland übrig haben, während Sie bei den Familien 235 Millionen € einsparen wollen?! Meine Damen und Herren, das ist eine Rechnung, die nicht aufgeht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Was haben wir noch? – Frau Minister Heinisch-Hosek: Bei den Hausfrauen müssen wir sparen. Natürlich müssen wir bei den Hausfrauen sparen, was denn sonst? – Das ist aber nicht unsere Politik, meine Damen und Herren. Die Hausfrauen gehören gefördert: Familien, Hausfrauen, Mütter gehören gefördert. Wir müssen dort fördern, wo es notwendig ist, wo noch unsere Werte sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn wir die Frauen in den Arbeitsmarkt drängen, in den sie zum Großteil gar nicht hineinwollen, dann untergraben wir die Familien. Natürlich soll es Frauen möglich sein, arbeiten zu gehen, wenn sie wollen, aber eines nach dem anderen: zuerst Familie und dann in den Beruf. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
fängt es an! Die Familien gehören gestützt, denn diese sind unser Kapital in Österreich, da müssen wir anfangen zu helfen. Meine Damen und Herren, unterstützen Sie die Familien! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen
Darüber hinaus muss man sich auch das Arbeitslosenversicherungsgesetz anschauen, Herr Bundesminister (Beifall bei den Grünen), denn da gibt es eine Regelung, in der vorgesehen ist, dass man, wenn man unter zehnjährige Kinder hat, dem Arbeitsmarkt nur dann zur Verfügung steht, wenn man eine Betreuungsleistung im Ausmaß von 16 Wochenstunden durch entweder einen Familienangehörigen oder eine Kinderbetreuungseinrichtung nachweisen kann.
Beifall bei den Grünen.
meine Kinder zum Anziehen, zum Essen. Und das ist eine Situation, die für Österreich nicht tragbar ist. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Eines möchte ich Ihnen schon sagen, Herr Sozialminister: Sie reden immer davon, dass Ihnen im Sozialbudget so viel Geld abgeht. Dann ziehen Sie doch einmal die Steuerschulden, die die steirische SPÖ beim Finanzamt hat, ein! Damit können Sie in Zukunft auch Ihre Projekte im Arbeitsbereich und im Behindertenbereich finanzieren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ
Sie beschädigen damit die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber – bei einem Höchststeuersatz von 50 Prozent, bei einer Steuer- und Abgabenquote von 43 Prozent. Zum Vergleich: In der Schweiz liegt diese bei 23 Prozent, und dort funktioniert die Infrastruktur perfekt, währenddessen sie bei uns nicht funktioniert. Sie erhöhen die Steuern demnächst – und erhöhen damit die Steuer- und Abgabenquote auf 45 Prozent. Sie schröpfen damit den Mittelstand, der eigentlich der Systemerhalter dieses Landes ist (Beifall beim BZÖ), nämlich jene Menschen in diesem Land, die leistungsbereit sind, die um 6.30 Uhr in der Früh aufstehen und ihrer Arbeit nachgehen, bis um 16 Uhr, 17 Uhr und weit darüber hinaus, und dafür Steuern zahlen.
Beifall beim BZÖ.
Es gibt so viele Ausgleichszulagenbezieherinnen und -bezieher in unserem Land, Pensionistinnen und Pensionisten, die nicht mehr verdienen – mit dem einen Unterschied: dass sie ein halbes Leben lang gearbeitet haben, damit sie dann eine Pension von 744 € bekommen, und nicht in der sozialen Hängematte liegen und sich 744 € monatlich abholen! (Beifall beim BZÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Was? Sag’s!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP, das Gleiche spielt sich auch im Integrationsbereich ab. Anstatt durch die Innenministerin auch in der Bundesregierung dafür zu sorgen, dass nur jene Zuwanderer und Asylwerber in diesem Land eine Leistung bekommen, die auch eine Gegenleistung erbringen, nämlich integrationswillig sind, die auch Leistung erbringen, die auch arbeiten wollen, die nicht straffällig werden, die sich an unsere Gesetze und an die Spielregeln unserer Gesellschaft halten, vergolden Sie – volkstümlich gesagt, und ich möchte gar nicht sagen, welche vier Buchstaben Sie hier jenen Menschen vergolden ... (Rufe bei der ÖVP: Was? Sag’s!) – Lassen wir’s, Sie können es sich denken, auch bei Ihrer Fantasie, die ja keinen weiten Radius hat, zumindest keinen intellektuellen.
Beifall beim BZÖ. – Ruf bei der ÖVP: Was machen wir dann mit dir?
Damit unterstützen Sie jene Menschen, Zuwanderer und Asylwerber, die in diesem Land keine Leistung erbringen wollen, und dabei verwenden Sie unser Steuergeld, das Steuergeld der hart arbeitenden Österreicherinnen und Österreicher. Dagegen arbeiten wir, und daher haben wir auch entgegen den Vorschlägen von ÖVP und SPÖ einen Ausländer-Check entwickelt, ein Zuwanderungs- und Integrationsmodell, mit dem wir Österreich von jenen befreien, die in der Hängematte liegen, die österreichische Sozialleistungen missbrauchen, die sich nicht an unsere Gesetze und Spielregeln halten können. Wir werden in Zukunft nur jene unterstützen, die wir in diesem Land brauchen, und nicht jene, die vielleicht nur wollen. (Beifall beim BZÖ. – Ruf bei der ÖVP: Was machen wir dann mit dir?)
Ruf bei der ÖVP: So wie Sie!
Denn Sie heulen mittlerweile mit jenen im Chor, die in diesem Land pauschal jedem etwas geben wollen (Ruf bei der ÖVP: So wie Sie!) und damit nur jene bestrafen, die in diesem Land entweder noch immer hart arbeiten oder hart gearbeitet haben.
Abg. Amon: Alles kann man sich einreden!
Hängematte liegen. (Abg. Amon: Alles kann man sich einreden!) Selbstverständlich haben wir jetzt 400 000 Arbeitslose, die diese Bundesregierung zu verantworten hat. Sehr viele dieser arbeitslosen Menschen wollen arbeiten, können aber nicht, weil die Standortpolitik und Steuerpolitik der ÖVP keine Betriebsansiedlungen in diesem Land mehr möglich macht. (Abg. Grillitsch: Das entbehrt ja jeder Grundlage! Das war nur unter Voves so in der Steiermark!)
Abg. Grillitsch: Das entbehrt ja jeder Grundlage! Das war nur unter Voves so in der Steiermark!
Hängematte liegen. (Abg. Amon: Alles kann man sich einreden!) Selbstverständlich haben wir jetzt 400 000 Arbeitslose, die diese Bundesregierung zu verantworten hat. Sehr viele dieser arbeitslosen Menschen wollen arbeiten, können aber nicht, weil die Standortpolitik und Steuerpolitik der ÖVP keine Betriebsansiedlungen in diesem Land mehr möglich macht. (Abg. Grillitsch: Das entbehrt ja jeder Grundlage! Das war nur unter Voves so in der Steiermark!)
Abg. Amon: Da redet der Richtige!
Sie haben es mitzuverantworten, indem Sie sich groß als Wirtschaftspartei verkaufen, aber die einzigen Unternehmer, die noch in Ihren Reihen sitzen, sind de facto nur Wirtschaftsbund-Funktionäre, die noch keinen einzigen Tag ihres Lebens in einem Betrieb gestanden sind. (Abg. Amon: Da redet der Richtige!) Das können Sie sich einmal hinter die Ohren schreiben.
Beifall beim BZÖ.
Genau so schaut auch Ihre Politik aus: Steuern erhöhen, die Arbeitslosigkeit in die Höhe treiben, alles tun, damit Betriebsansiedelung in diesem Land verhindert wird, und damit auch jene Arbeitslosen in den Schuldenturm treiben, die sehr wohl arbeitswillig sind und tagtäglich verzweifeln, weil sie bei Ihrer Wirtschaftspolitik keinen Arbeitsplatz mehr finden. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Es ist zu einfach – es ist so offenkundig, was Sie machen –, dass Sie sich hier die Füße an der Sozialdemokratie abwischen. (Zwischenruf des Abg. Amon.) Das ist zu einfach! Sie sorgen mit Ihrem Kollegen Pröll, mit Ihrer Finanzpolitik, mit Ihrer Ankündigungspolitik genau für die Instabilität, unter der dieses Land leidet. (Abg. Amon: Das Burgtheater ist auf der anderen Seite!)
Abg. Amon: Das Burgtheater ist auf der anderen Seite!
Es ist zu einfach – es ist so offenkundig, was Sie machen –, dass Sie sich hier die Füße an der Sozialdemokratie abwischen. (Zwischenruf des Abg. Amon.) Das ist zu einfach! Sie sorgen mit Ihrem Kollegen Pröll, mit Ihrer Finanzpolitik, mit Ihrer Ankündigungspolitik genau für die Instabilität, unter der dieses Land leidet. (Abg. Amon: Das Burgtheater ist auf der anderen Seite!)
Beifall beim BZÖ.
Solange Sie sich von Ihrer Politik nicht entfernen, wird es in diesem Land auch nicht besser werden, aber wir werden dafür sorgen, dass Sie auch einmal eine ordentliche Strafe durch den Wähler erhalten, denn die Menschen durchschauen mittlerweile, welche Politik Sie machen. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Das war kein großartiger und schon gar kein nutzbringender Beitrag des Herrn Grosz, sondern seine übliche Grübelei und seine Beschäftigung mit Kleinigkeiten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Herr Grosz, dazu ist die Situation zu ernst.
Beifall bei der ÖVP.
Einige meiner Vorredner und auch der Herr Bundesminister haben sich mit der Frage der Jugendarbeitslosigkeit beschäftigt – eine ganz, ganz wichtige Thematik, die uns wirklich unter den Nägeln brennt. Ich denke, dass es zu wenig ist, dass wir nur darüber reden. Das ist eine Aufgabe der Frau Bundesministerin Schmied: Sie wird hier endlich etwas bewegen müssen, nicht nur von Schulreform reden, denn ich glaube, dass ein Großteil der Jugendarbeitslosigkeit daher rührt, dass die Schulausbildung zum Ersten nicht in das Berufsleben hineinreicht und dass zum Zweiten in der Schule viel zu wenig umfassendes Wissen über die Arbeits- und Berufswelt transportiert wird. Das ist wohlgemerkt keine Kritik an den Lehrern – das wäre unrichtig –, sondern eine Frage, mit der wir uns beschäftigen müssen und an der die Politik – wer immer sie repräsentiert – einfach nicht vorbeikommt, nicht vorbei kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Theoretisch!
Wenn heute sehr oft von der Mindestsicherung gesprochen wurde, dann denke ich, dass wir das schon in der Sache diskutieren sollten. Für mich bedeutet Mindestsicherung nicht Geld statt Arbeit, sondern die Überbrückung auf dem Weg zur Arbeit. (Abg. Kickl: Theoretisch!) Deshalb wird es sehr darauf ankommen – und da sind alle Parteien gefragt und gefordert –, wie wir die Zumutbarkeitsbestimmungen formulieren werden, es wird sehr darauf ankommen, wie wir die Wegfallsbestimmungen formulieren, dass also die, die den Arbeitsprozess mehr oder weniger zurückdrängen oder nicht annehmen wollen, das auch erleben müssen und gefordert werden, sich wirklich aktiv einzubringen.
Beifall bei der ÖVP.
Grundsätzlich bin ich gegen jede Form, die Armut fördert, und für jede Lösung, die eine neue Bewegung bringt. Die Mindestsicherung wird sicher ein großes Thema werden und sein. Ich denke aber auch, dass in diesem Zusammenhang das Transparenzkonto ein Thema sein muss, über das wir in aller Sachlichkeit reden, weil ich meine, dass diese beiden Dinge schon irgendwo Berührungsfelder haben. Damit macht man nicht irgendjemandem einen Vorhalt, sondern ich denke, dass wir die Dinge richtig aufzeigen müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Warum Beschäftigung wichtig ist, hat für mich einen weiteren Grund. Wir müssen schauen, dass wir möglichst viele Leute in Arbeit halten und sie nicht in die Pensionswelt hineinführen. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Pension ist für uns eine wichtige Frage. Hier geht es mir nicht um Anpassungsfragen – die diskutieren wir oft genug –, sondern für mich geht es vielmehr um die Anspruchsvoraussetzungen.
Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
In dieser Frage, Herr Minister, haben wir uns auch vorgenommen – und ich bin überzeugt davon, dass wir das in der nächsten Zeit erledigen werden –, die Definition der Erwerbsunfähigkeit, der Invalidität neu zu formulieren. (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Abg. Bucher: Herr Präsident! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen
Wir werden sehr wohl – ohne jemanden zu reizen, in aller Sachlichkeit – über Berufsschutz reden müssen. Ist er so richtig dargestellt? Können wir mit den Leuten, die die Berufsschutzbestimmungen noch nicht erreicht haben, aber schwer krank sind (Abg. Bucher: Herr Präsident! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen), so umgehen, dass wir ihnen sagen, sie sollen warten, bis sie das nötige Alter erreicht haben? – Nein, hier brauchen wir Lösungen, denn Sozialpolitik muss sich an das Leben anpassen und letztendlich für die Bürger da sein.
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, das ist unsere Zielformulierung: Sie muss Finanzierbarkeit zeigen, und sie muss auch dem demografischen Prozess Rechnung tragen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Aus der Gruppe der behinderten Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, sind 70 Prozent Notstandshilfebezieher. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass diese Notstandshilfe aufgrund der niedrigen Einkommen im Vergleich noch einmal niedriger ist. Und das ist eine wirklich besorgniserregende Zahl. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich habe diese drei Punkte jetzt als Wünsche formuliert, und ich wünsche mir, dass diese drei Punkte auch wirklich noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Antrag beinhaltet eine Valorisierung des Pflegegeldes. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
In meinem letzten Punkt möchte ich jetzt noch auf das Behindertengleichstellungsgesetz eingehen. Wo bleibt die Evaluierung? Wann sind wir so weit, dass wir Evaluierungen über die Umsetzungen haben? (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Das heißt, auch das ist ein Punkt für diese Legislaturperiode, bei dem ich Sie bitte, ihn wirklich umzusetzen.
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Helene Jarmer (fortsetzend): Gut, mein letzter Satz: Auch behinderte Menschen haben ein Recht auf Arbeit; wir finden das in Artikel 27 der UN-Konvention. Insofern die große Bitte an Sie, Herr Minister! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Abgeordneter Dr. Andreas Karlsböck (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Bevor ich zum eigentlichen Kernpunkt meiner kurzen Ausführungen komme, möchte ich die interessierte Öffentlichkeit – auch die Fernsehöffentlichkeit – noch ganz kurz über einen Umstand informieren, der, wenn er stimmt, ein wirklicher Skandal wäre. Es findet nämlich unserer Information zufolge derzeit im ORF eine Hausdurchsuchung statt, und es wurde dort eventuell – wie man hört – belastendes Material gefunden. Der ORF weigert sich jedoch angeblich, dieses Material der Staatsanwaltschaft zu übergeben (Zwischenrufe bei der SPÖ) – wie man hört –, und würde das stimmen, wäre das natürlich eine Beweismittelunterdrückung. (Zwischenruf der Abg. Dr. Oberhauser.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Oberhauser.
Abgeordneter Dr. Andreas Karlsböck (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Bevor ich zum eigentlichen Kernpunkt meiner kurzen Ausführungen komme, möchte ich die interessierte Öffentlichkeit – auch die Fernsehöffentlichkeit – noch ganz kurz über einen Umstand informieren, der, wenn er stimmt, ein wirklicher Skandal wäre. Es findet nämlich unserer Information zufolge derzeit im ORF eine Hausdurchsuchung statt, und es wurde dort eventuell – wie man hört – belastendes Material gefunden. Der ORF weigert sich jedoch angeblich, dieses Material der Staatsanwaltschaft zu übergeben (Zwischenrufe bei der SPÖ) – wie man hört –, und würde das stimmen, wäre das natürlich eine Beweismittelunterdrückung. (Zwischenruf der Abg. Dr. Oberhauser.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren, wir haben hier vor einigen Monaten einen Fall präsentiert, der stellvertretend für viele Fälle anzuführen ist. Es geht um eine Rollstuhlfahrerin, die in einem Spital der Gemeinde Wien zu Schaden gekommen ist. Ohne Schuldzuweisung an die Krankenanstalt, an den Krankenanstaltenverbund haben wir vorgeschlagen, wie der betreffenden Person zu helfen wäre. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Rufe bei der FPÖ: Unfassbar!
Was ist in der Zwischenzeit geschehen? – Es ist mehr oder weniger kaum etwas geschehen, abgesehen davon, dass man dieser Dame gesagt hat, sie habe einen schweren Fehler begangen. Dieser schwere Fehler war, dass sie sich an uns, die FPÖ, gewandt hat. Aus diesem Grunde kann man und will man auch nichts mehr für sie machen. (Rufe bei der FPÖ: Unfassbar!)
Beifall bei der FPÖ.
Das, finde ich, ist ein Skandal! Man lässt Leute mehr oder weniger verhungern, nur weil sie in Ihrem System, Herr Bundesminister, so wie es ausschaut, falsche Entscheidungen getroffen haben. Die falsche Entscheidung sieht so aus: Sie war zuerst bei Ihnen, Sie haben ihr nicht geholfen, sie hat sich dann händeringend an uns gewandt – und das wird ihr jetzt mehr oder weniger als symbolische Strafe angetan. – Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Minister, ich kann Ihnen nur sagen, vielleicht denken auch Sie einmal über Ihre Stärken und über Ihre Schwächen nach – und vielleicht ist der Sozialbereich nicht gerade Ihre Stärke! – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Abg. Haberzettl: Das stimmt! – Abg. Grosz: Nein, groß ist er nicht! – Abg. Haberzettl: Gewichtig!
Herr Kollege Muchitsch ist überhaupt der Größte. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Abg. Haberzettl: Das stimmt! – Abg. Grosz: Nein, groß ist er nicht! – Abg. Haberzettl: Gewichtig!) Der Größte im wahrsten Sinne des Wortes.
Beifall bei der FPÖ.
Das ist einfach lächerlich, das ist Augenauswischerei, was Sie betreiben. (Beifall bei der FPÖ.) Ich weiß nicht: Ist der Wahlkampf in der Steiermark schon voll ausgebrochen oder haben Sie den letzten Sonntag noch nicht verdaut? Das ist schwierig.
Beifall bei der FPÖ.
Sie müssen nur den guten Anträgen der Opposition – und davon gibt es zuhauf – zustimmen. Damit könnten Sie Arbeitsplätze sichern, mehr zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, Klein- und Mittelbetriebe unterstützen, und dann wären wir wesentlich weiter. Herr Bundesminister Hundstorfer könnte dann vielleicht jeden Monat hier stehen und verkünden, dass die Arbeitslosenzahlen gesunken sind. Aber die Politik, die Sie betreiben, nämlich hier etwas zu fordern, das Sie auf der anderen Seite postwendend bei jedem Antrag ablehnen, ist Augenauswischerei! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir erwarten uns von der Bundesregierung, dass sie Produktionsbetriebe ansiedelt und Wertschöpfung betreibt. Wir brauchen eine Politik, die endlich den Menschen und die Menschlichkeit wieder in den Mittelpunkt stellt. Greift doch ein paar Lösungen vom BZÖ auf, denn ich glaube, ihr setzt die völlig falschen Signale! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Die ÖVP: Kein soziales Gewissen! Eigentlich überhaupt gewissenlos!
den Pendler mit der Mineralölsteuer, welche erhöht wird. Das ist die ÖVP! (Abg. Grosz: Die ÖVP: Kein soziales Gewissen! Eigentlich überhaupt gewissenlos!) Wir brauchen aber eine Politik, die den Unternehmen auf der Steuerseite solche Anreize bietet, dass sie Arbeitsplätze schaffen.
Beifall beim BZÖ.
Die soziale Kompetenz der ÖVP ist, glaube ich, folgende: Die Gewinne der Großkonzerne steigern – und die Mitarbeiter auf die Straße! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In Anbetracht dessen, dass es gerade aus dem Lager der SPÖ heftige Kritik an den heimischen Unternehmen gibt, weil diese anscheinend Frauen zu schlecht behandeln, ist es äußerst befremdlich, dass ein glühender Sozialdemokrat wie der jetzige Minister und ehemalige Gewerkschaftschef diese ungerechten Löhne mit ausverhandelt hat. Das sind eben die zwei Gesichter der SPÖ, nämlich einerseits sich als Vorreiter im Klassenkampf darzustellen, aber andererseits überall dort, wo man Verantwortung trägt, nichts oder gerade das Gegenteil zu tun. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, dies gilt umso mehr – und ich werde einige Beispiele dafür liefern –, als es gerade Vertreter der SPÖ waren und sind, die grundsätzlich für diese Malaise verantwortlich zeichnen. Wie anders ist es möglich, meine sehr geehrten Damen und Herren Genossen, dass bei der ÖBB 400 Millionen auf den Kapitalmärkten verzockt wurden? – Erklären Sie uns das, bitte! Erklären Sie das dem Steuerzahler, erklären Sie das der Jugend, die arbeitslos ist, und erklären Sie das den Familien, denen jetzt genau diese Summe abgeht, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Erklären Sie den Menschen in diesem Land, wie es möglich ist, dass die Ärztekammer Oberösterreich auf dem Kapitalmarkt in Amerika bei den Lehman Brothers das gesamte eigene Kapital verzockt und verspekuliert und der Herr Gesundheitsminister bis heute kein einziges Wort zu dieser Malaise gefunden hat! Ich ersuche Sie, uns zu erklären, wie das möglich ist. Sie können nachsehen: Auf Nummer 4 der Forderungen steht die oberösterreichische Ärztekammer! So einen Skandal haben wir in dieser Republik noch nie gehabt. Jetzt müssen sogar die Grundstücke dafür herhalten, dass die Pensionen für diese Menschen überhaupt noch ausgezahlt werden können! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In so einer Zeit gehen Betriebsräte der Voest her und schaffen sechs Monate vor der eigenen Pensionierung einen Dienstwagen um 70 000 € an! Auf die Frage, warum sie denn dieses große Auto brauchen, sagt der Betriebsratsvorsitzende: Wisst ihr, ich bin ja ein Jäger, und ich brauche ein bisserl Platz, damit ich mein geschossenes Reh hinten hineinräumen kann. – Das müssen Sie in der Voest all jenen erklären, die gekündigt wurden, und den 2 500, die in Kurzarbeit sind! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: „Schweinerei“, he, he!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, in genau dieser Zeit gehen Sie auch her, und weil ein anständiger roter Betriebsrat bei all diesen Schweinereien nicht mehr mitspielen will (Abg. Grosz: „Schweinerei“, he, he!), kündigen Sie den jetzt! Den werden Sie jetzt kündigen – das ist Sozialismus pur, Kollege Schopf, dafür müssten Sie sich entschuldigen! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, in genau dieser Zeit gehen Sie auch her, und weil ein anständiger roter Betriebsrat bei all diesen Schweinereien nicht mehr mitspielen will (Abg. Grosz: „Schweinerei“, he, he!), kündigen Sie den jetzt! Den werden Sie jetzt kündigen – das ist Sozialismus pur, Kollege Schopf, dafür müssten Sie sich entschuldigen! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ah-Rufe bei der FPÖ.
man selbst über ein Dienstauto verfügt! (Ah-Rufe bei der FPÖ.) Das setzt sich fort bei den roten Betriebsräten. Beim Land Oberösterreich ist es dasselbe, auch dort ist es ein roter Betriebsrat, der ein Dienstauto hat, aber Kilometergelder verrechnet. Dasselbe bei der Linz AG, auch dieselbe Schweinerei! Meine sehr geehrten Damen und Herren, das alles sind Dinge, die die Roten zu verantworten haben.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Herren Grüne, Herr Kollege Öllinger: Vor nicht allzu langer Zeit ist ein hervorragender Journalist von Herrn Bundeskanzler Faymann mit einem Federstrich gekündigt worden. Ich habe keine Silbe von Ihnen gehört, keine Silbe davon, dass Sie von den Grünen sich für diesen Journalisten eingesetzt hätten! Gestern haben Sie hier Krokodilstränen vergossen, aber bei diesem Journalisten habe ich, als er von einem roten Bundeskanzler von einem Tag auf den anderen „abgeschossen“ wurde, nichts von Ihnen gehört. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege Wöginger, da bin ich ganz bei Ihnen: Mit solchen Missständen gehört endlich aufgeräumt, Leistung muss sich wieder lohnen! Das ist das, was in Zukunft zählen muss. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie bestrafen mit einem neuen Belastungspaket all diejenigen, die es nicht verdient haben. Sie bestrafen mit dieser Maßnahme der Steuern auf fossile Energieträger diejenigen, die nichts dafür können, eine Heizung nicht selber austauschen zu können. Mieter, die ohnehin schon eine hohe Miete bezahlen, Pensionisten, die ohnehin nur eine kleine Pension haben, all diejenigen bestrafen Sie! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: ... haben Sie vergessen!
Machen Sie keinen Klassenkampf, indem Sie hergehen und eine Reichensteuer verlangen, sondern räumen Sie einmal in den eigenen Reihen auf! Sie sind Verfechter von eigenen Stiftungen, Sie sind als Großunternehmer in sehr vielen Unternehmungen tätig. Räumen Sie dort auf – damit haben Sie genug zu tun, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: ... haben Sie vergessen!)
Beifall bei der FPÖ.
In einer Zeit, in der wir über 400 000 Arbeitslose in unserem Land haben, begrüßt ein sozialistischer Gewerkschaftsvertreter den Zuwachs von 25 000 fremden Arbeitern – das ist ein Skandal! Der Mann gehört abgewählt, er muss zurücktreten. Das ist doch unverantwortlich, was dieser Mann hier macht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das ist die Kapitulation der Sozialisten vor der derzeitigen Situation in Österreich! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ, Sie haben sich vom sozialen Gedanken verabschiedet. Ich kann Ihnen nur zurufen: Genossen, hört die Signale, auf zum letzten Gefecht! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Scheibner: Das kann gar nicht stimmen! – Abg. Grosz: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, Herr Präsident!
Dieses Beispiel des Herrn Abgeordneten Bucher beziehungsweise des Herrn Abgeordneten Haubner ist leider völlig falsch. Ich berichtige daher tatsächlich – und Herr Abgeordneter Haubner weiß es mittlerweile genauso wie Herr Abgeordneter Bucher –: Die Person, die 800 € brutto verdient, erhält nach Zuerkennung aller Sozialleistungen des Landes Kärnten 799 € netto. Die Person, die 1 300 € brutto verdient, bekommt, da sie kaum Sozialleistungen erhält, 1 080 € netto. (Abg. Scheibner: Das kann gar nicht stimmen! – Abg. Grosz: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, Herr Präsident!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Grosz: Er hat eine wunderschöne Rede gehalten, aber keine tatsächliche Berichtigung! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und BZÖ.
Es stimmt also das Beispiel des Wirtschaftsbundes von A bis Z nicht. Der Wirtschaftsbund kann leider nicht rechnen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grosz: Er hat eine wunderschöne Rede gehalten, aber keine tatsächliche Berichtigung! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und BZÖ.)
Abg. Grosz: Und für „Schweinerei“ gibt es keinen Ordnungsruf?!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Ich glaube, wir können die Aufgeregtheit etwas zurücknehmen. Es war eine lange tatsächliche Berichtigung, die phasenweise, an dieser Stelle, überschießend gewesen ist. (Abg. Grosz: Und für „Schweinerei“ gibt es keinen Ordnungsruf?!)
Beifall bei der FPÖ.
Unerträglich ist es auch deswegen – und wir haben das gestern schon diskutiert –, weil viele Dinge, die auch die Oppositionsparteien, BZÖ, Grüne und wir, in den Ausschüssen fordern, permanent vertagt werden und weil man sich mit diesen Dingen einfach nicht befassen will. Das halten wir für einen Skandal, weil es jetzt bei den Bauern wirklich um die Existenz geht. Bei einem Einkommensminus von 20 Prozent müssen wir etwas unternehmen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
die Milchbauern beschließen, aber das ist doch keine Lösung für den Milchmarkt! Was passiert mit den Kontingenten? Werden die Kontingente den Bauern abgelöst, werden diese entschädigt? – Wenn das ist nicht passiert, ist es eine lupenreine Enteignung von bäuerlichem Eigentum, und dagegen müssen wir uns wehren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wie schaut es mit den unglaublich ungleich verteilten Förderungen in der Landwirtschaft aus? – Wir haben 85 Prozent der Bauern, die mit einem Bettel abgespeist werden, und wir haben Großbetriebe, die unglaubliche Summen an Förderungen kassieren und damit auch das Image der brav arbeitenden Landwirte massiv schädigen. Auch da müssen wir etwas tun, aber Sie tun in dem Bereich nichts! Sie sagen, Sie wollen es, aber Sie machen nichts. Seit eineinhalb Jahren ist das auf dem Tapet, aber es wird nicht behandelt, nicht einmal im Ausschuss. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Minister, Sie sagen: Geiz ist nicht geil, wir müssen bei den Handelsketten etwas machen, die Diskonter verschleudern unsere landwirtschaftlichen Produkte. – Aber im gleichen Atemzug, und das habe ich auch schon einmal erwähnt, erhält die Handelskette Hofer, die wirklich mit Diskontpreisen die Bauern schädigt, Förderungen aus dem Agrarbudget von 250 000 € pro Jahr! Das ist ein Riesenskandal, hier muss man einmal aufräumen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.
Einen noch viel schlimmeren Fall haben wir vor Kurzem aufgezeigt. Die Firma Prolactal ist mittlerweile österreichweit bekannt; das ist die Firma, die diesen Hartberger „Killerquargel“ vertrieben hat. Sie wissen, dass sechs Personen daran gestorben sind. Der Skandal ist nicht so sehr der – das ist nur eine Enttäuschung für mich –, dass Sie sich noch nicht klar positioniert und das aufs Schärfste verurteilt haben, sondern vielmehr, dass diese Firma Prolactal aus dem Agrarbudget im Jahr 2007 760 000 € kassiert hat. Geld, das für die Bauern da wäre, hat diese Firma bekommen, die die Gesundheit der Menschen aufs Spiel setzt! Das gehört rigoros bestraft, und das Geld zurückgeholt und den Bauern gegeben und nicht diesen Firmen. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.
Sie haben schon lange versprochen, dass es zu einer klaren Lebensmittelkennzeichnung kommt. Und da ist bis heute nichts geschehen. Wir haben hundert Gütezeichen und Markenzeichen. Außer Lippenbekenntnissen, dass man da etwas ändern will, ist nichts geschehen. (MitarbeiterInnen der ÖVP verteilen Stelltafeln auf die Bänke der ÖVP-Abgeordneten.) Wir haben x Anträge eingebracht, und nichts ist in dem Bereich geschehen. Da geht es um lupenreine Konsumententäuschung, und das zu unterbinden wäre eine Aufgabe, der Sie sich widmen könnten! (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.
Also bitte sparen, etwas mehr im Land bleiben und sich um die Anliegen der Bauern kümmern und nicht in der Weltgeschichte herumreisen! – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.)
Abg. Kopf: Wieso? Die bleiben stehen!
Ich habe sie auch gelesen, es steht auf allen das Gleiche drauf, auf allen 32. (Abg. Kopf: Wieso? Die bleiben stehen!) – Wir haben Vergleichbares schon so gehandhabt.
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident, es ist richtig, dass es die Usance gibt, wenn hier großflächig Transparente ausgerollt werden, diese nach ein paar Sekunden wieder zusammenzurollen, aber solche Taferln sind in der Regel immer auch über eine längere Zeit stehen geblieben – und ich bestehe darauf, dass auch wir das tun dürfen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Es kann nicht um die Größe der Taferln gehen, sondern es geht darum, ob man die Abgeordnetenreihen über längere Zeit für politische Werbung oder Zumausdruckbringen irgendwelcher Inhalte verwenden kann – ja oder nein. Zwischen den Taferln, die wir gestern sofort wieder wegräumen mussten, und diesen schmucken Taferln ist nicht viel Unterschied. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Aussage: Heimisch kaufen, Arbeitsplätze sichern, ist eine derart über alle Parteigrenzen hier in diesem Haus hinweg allgemeine, sodass es auch keiner länger andauernden Aufforderung bedarf. Vielleicht könnte sie der Referent, der Vortragende jetzt auch noch einmal kurz für das Protokoll wiederholen, dass das die Meinung ist. Dann wäre es, glaube ich, wirklich kein Problem mehr, diese Taferln wegzutun. Von der Weite schauen die nämlich aus, als wäre das eine Werbung für eine Ostereierfirma. (Beifall bei der FPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Ich finde die Botschaft stimmt, ich sehe da überhaupt kein Problem. Es ist auch keine Ironie angebracht. Es ist wichtig, dass das in die Politik einfließt, und die sollen das wegräumen, wenn sie es wegräumen wollen. Ich habe kein Problem damit. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Vock: Handeln statt Taferln zeigen!
länger, als das ohnehin schon jetzt der Fall ist, vorbringen. (Abg. Vock: Handeln statt Taferln zeigen!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Jannach! Sie haben alles verschlafen, was in den letzten Wochen geschehen ist. Wir wollen die Sicherung der Einheitswerte für unsere Bäuerinnen und Bauern und in Zeiten wie diesen für niemanden Belastungen haben, damit auch das klar ausgesprochen ist. (Beifall bei der ÖVP.)
der Redner wendet sich an Präsidenten Dr. Graf
Zum Schluss kommend – (der Redner wendet sich an Präsidenten Dr. Graf) und das ist das Taferl, das möchte ich jetzt erklären, Herr Präsident –: Wir sitzen alle in einem Boot. Alle! Es geht um Arbeit und wieder um Arbeit und wieder um Arbeit, es geht um Einkommen, es geht um Kaufkraft. Daher wirklich mein Appell, nicht nur darüber zu reden, heimisch zu kaufen, sondern wirklich heimisch, regional zu kaufen, damit wir auch Arbeitsplätze sichern. Die heimische Land- und Forstwirtschaft sichert nun einmal in Österreich 550 000 Arbeitsplätze, alles miteingerechnet im vor- und nachgelagerten
Abg. Weinzinger: Sagen Sie das Ihren Konzernen!
Bereich. Das heißt: Jeder von Ihnen und jeder Österreicher hat es beim täglichen Einkauf in der Hand, wie viele Arbeitsplätze in Österreich gesichert sind. (Abg. Weinzinger: Sagen Sie das Ihren Konzernen!) 10 Prozent mehr heimische Lebensmittel sind 10 000 Arbeitsplätze mehr. Es liegt in Ihrer Verantwortung, wie viele Arbeitsplätze in Österreich zusätzlich geschaffen werden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bereich. Das heißt: Jeder von Ihnen und jeder Österreicher hat es beim täglichen Einkauf in der Hand, wie viele Arbeitsplätze in Österreich gesichert sind. (Abg. Weinzinger: Sagen Sie das Ihren Konzernen!) 10 Prozent mehr heimische Lebensmittel sind 10 000 Arbeitsplätze mehr. Es liegt in Ihrer Verantwortung, wie viele Arbeitsplätze in Österreich zusätzlich geschaffen werden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Gerhard Huber (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Zuschauer auf den Rängen! Wie wir bereits anschaulich vor Augen geführt bekommen haben, ist das Einkommen aller bäuerlichen Betriebe im Jahr 2009 um 20 Prozent gesunken. Da herrscht wirklich Katastrophenstimmung. Die Leute können die Kreditraten nicht mehr zahlen und die Schuldenlast wächst, wächst und wächst. Raiffeisen verhält sich da kontraproduktiv. Raiffeisen verfolgt die Politik: Wenn die Sonne scheint, kommen sie mit dem Schirm, und jetzt, wo es zu tröpfeln anfängt, reißen sie ihn sofort weg. Alle diese Landwirte fühlen sich ja heute von der ÖVP nur mehr verraten und nicht vertreten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grillitsch: Nimm du einmal Stellung dazu!
1960 haben wir in Österreich noch 400 000 landwirtschaftliche Betriebe gehabt. Heute sind es 185 000, vielleicht 186 000. 1960 haben noch 30 Prozent der österreichischen Bevölkerung in der Land- und Forstwirtschaft gearbeitet. Heute sind es 4 Prozent. Herr Grillitsch redet da von ganz anderen Zahlen, denn er vertritt ja nur den Raiffeisen-Konzern und nicht die Landwirte. Vielleicht sollte man da einmal ehrlich sein und dazu Stellung nehmen. (Abg. Grillitsch: Nimm du einmal Stellung dazu!)
Abg. Grillitsch: Das ist ein völliger Blödsinn!
Die Agrarstrukturerhebung hat ergeben, dass im letzten Jahr 2 600 Betriebe das Tor ein für alle Mal geschlossen haben. Und jetzt passiert aber Folgendes: Durch diese gute ÖVP-Politik fällt jeder Milchbetrieb, der heute schließt, der seine Milchquote verliert, in die sogenannte Saldierung, das heißt, der Nachbarbetrieb oder wer auch immer kann Milch liefern, so viel er will, er bekommt denselben Preis wie der andere. Das bewirkt einen wahnsinnigen Druck auf den Milchmarkt, den die Landwirte so nicht mehr lang aushalten werden können. Darum ist es einmal allerhöchste Eisenbahn, dass diese Saldierung sofort wegkommt. (Abg. Grillitsch: Das ist ein völliger Blödsinn!)
Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner.
Wir reden immer von der EU – Herr Grillitsch hat gerade vom europäischen, vom globalen Markt geredet –: In Italien bezahlt der Landwirt für alles, was er kauft, 4 Prozent, und für seine Produkte bekommt er 10 Prozent. (Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner.) Ihr habt dann die Courage, stellt euch hier her und stimmt gegen diesen Antrag?! Wie erklärt ihr das den Bauern?
Abg. Jakob Auer: Weißt du, wer der größte Exporteur ist?
Seid endlich auch gegen das Importieren von Gen-Soja. Da geht es wiederum nicht um die Landwirtschaft, da geht es rein darum, bei Raiffeisen die Bilanz aufzufetten. (Abg. Jakob Auer: Weißt du, wer der größte Exporteur ist?) Setzt einmal wirklich Schritte für die Landwirtschaft und nicht für Raiffeisen! (Beifall beim BZÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Seid endlich auch gegen das Importieren von Gen-Soja. Da geht es wiederum nicht um die Landwirtschaft, da geht es rein darum, bei Raiffeisen die Bilanz aufzufetten. (Abg. Jakob Auer: Weißt du, wer der größte Exporteur ist?) Setzt einmal wirklich Schritte für die Landwirtschaft und nicht für Raiffeisen! (Beifall beim BZÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Huber.
Ich habe jetzt so aufgepasst: Wenn jemand einen anderen Vorschlag hat, dann kommt aus Bauernbund-Reihen immer sofort: Ja wie ist denn das? – Da wird also mächtig quergeschossen. Ich denke, wir könnten schon einiges auch im eigenen Bereich anders und besser machen, um unseren Landwirten zu helfen und endlich dieses Bauernsterben zu stoppen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Huber.) Wir brauchen nämlich dieses Bauernsterben nicht, wir brauchen die kleinen und mittleren Bauern, damit wir Arbeitsplätze sichern; denn auch der Bauernhof ist Arbeitsplatz.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir brauchen natürlich auch die Mittel in der ländlichen Entwicklung, da bin ich ganz bei dir, Kollege Grillitsch. Du hast gestern und heute wieder gesagt, dass im ländlichen Raum der Arbeitsplatz ganz wesentlich ist, aber natürlich auch am Bauernhof. Und warum gehen wir nicht endlich daran, die Förderverteilungen anders zu gestalten, nämlich die Arbeitszeit miteinzubeziehen, um auch dem Kleinen und Mittleren wieder eine Überlebenschance zu geben? (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn Herr Kollege Grillitsch sagt, der Einheitswert darf nicht angerührt und muss sichergestellt werden, darf ich vielleicht zur Klärung sagen: Die Berechnungen beziehen sich auf das Jahr 1988. Ich denke, dass die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen eine Riesenfreude hätten, wenn ihre Besteuerungen am Einkommen von 1988 gemessen durchgeführt würden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Linder. – Abg. Scheibner: Aha!
Eine letzte Erklärung noch dazu: Es ist keine koalitionäre Zusammenarbeit, sehr geschätzte Damen und Herren von der ÖVP, Herr Bundesminister, wenn einfach ein Bewertungsgesetz in Begutachtung geschickt wird, ohne dass auch nur im Geringsten mit uns, mit dem Koalitionspartner Sozialdemokratie, darüber geredet würde und dann eine Aussendung gemacht wird, in der es schon heißt, dass beim Einheitswert ohnehin nichts passiert. – So macht man nicht Koalitionsarbeit! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Linder. – Abg. Scheibner: Aha!)
Beifall bei der FPÖ – Zwischenruf des Abg. Weninger
Meine Damen und Herren, was wir ganz dringend brauchen ist, dass endlich ein Gesetz geschaffen wird, wodurch das Schächten abgeschafft wird (Beifall bei der FPÖ – Zwischenruf des Abg. Weninger), wenn man bedenkt, mit wie viel Liebe, Fleiß und Zuneigung unsere Bauern die Tiere versorgen, die Kühe, die Pferde, die Schafe pflegen – und dann werden die Tiere einfach mit einem Halsschnitt getötet.
Beifall bei der FPÖ.
Die Bauern müssen auf der einen Seite immer mehr Vorschriften und Pflichten einhalten, und auf der anderen Seite erlaubt der Staat, dass die Tiere ohne Betäubung geschlachtet werden. Das gehört geändert, meine sehr geschätzten Damen und Herren. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Eßl: 336! – Abg. Mag. Molterer: Wie viel genau?
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Bundesminister! Liebe Zuschauerinnen und Zuseher! Der Grüne Bericht – so schaut der aus (der Redner hält den genannten Bericht in die Höhe) – ist ein dickes Werk mit ungefähr 200, 300 Seiten. (Abg. Eßl: 336! – Abg. Mag. Molterer: Wie viel genau?) Gut, 336 Seiten! Bei dieser Gelegenheit möchte ich ausdrücklich den Beamten und den Mitarbeitern in Ihrem Ressort für eine wirklich gute Arbeit danken – das gehört gesagt. (Beifall bei SPÖ, ÖVP, BZÖ und Grünen.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP, BZÖ und Grünen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Bundesminister! Liebe Zuschauerinnen und Zuseher! Der Grüne Bericht – so schaut der aus (der Redner hält den genannten Bericht in die Höhe) – ist ein dickes Werk mit ungefähr 200, 300 Seiten. (Abg. Eßl: 336! – Abg. Mag. Molterer: Wie viel genau?) Gut, 336 Seiten! Bei dieser Gelegenheit möchte ich ausdrücklich den Beamten und den Mitarbeitern in Ihrem Ressort für eine wirklich gute Arbeit danken – das gehört gesagt. (Beifall bei SPÖ, ÖVP, BZÖ und Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
(Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Jakob Auer.
Wenn ein Bauer ein Schwein in der Woche schlachtet – im eigenen Betrieb, stressfrei – und dort zu hochwertigen Produkten verarbeitet, unter besten hygienischen Kriterien, dann soll das in Zukunft auch möglich sein. (Zwischenruf des Abg. Jakob Auer.) – Das ist ein Punkt, Herr Kollege Auer. Aber da müssen wir jetzt wirklich einmal Nägel mit Köpfen machen. (Abg. Dr. Spadiut: Das ist möglich! – Zwischenruf der Abg. Höllerer.)
Abg. Dr. Spadiut: Das ist möglich! – Zwischenruf der Abg. Höllerer.
Wenn ein Bauer ein Schwein in der Woche schlachtet – im eigenen Betrieb, stressfrei – und dort zu hochwertigen Produkten verarbeitet, unter besten hygienischen Kriterien, dann soll das in Zukunft auch möglich sein. (Zwischenruf des Abg. Jakob Auer.) – Das ist ein Punkt, Herr Kollege Auer. Aber da müssen wir jetzt wirklich einmal Nägel mit Köpfen machen. (Abg. Dr. Spadiut: Das ist möglich! – Zwischenruf der Abg. Höllerer.)
Abg. Eßl: Das ist falsch!
Das ist, Herr Kollege Spadiut, grundsätzlich vielleicht bei jenen Amtstierärzten möglich, die zu diesen Betrieben wirklich Vertrauen haben, aber bei anderen eben nicht. (Abg. Eßl: Das ist falsch!) – Das ist schon richtig, Herr Kollege Eßl! Erkundigen Sie sich einmal, wie das in der Praxis ist!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eßl.
Das Problem ist ganz einfach, dass für einen Betrieb, der ein Schwein schlachtet, dieselben Kriterien gelten wie für einen, der 100 000 Schweine schlachtet, und das kann nicht die Lösung sein. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eßl.)
Beifall bei den Grünen.
Sie sind wirklich dringend aufgefordert, da Konsequenzen zu ziehen und diesen Einstiegstopp zu beenden. Wir brauchen die biologische Landwirtschaft, wir brauchen eine weitere dynamische Entwicklung in diesem Sektor, und wir Grünen werden uns dafür weiterhin aktiv einsetzen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
möchte mich an dieser Stelle auch einmal herzlich für die Leistungsbereitschaft unserer Landwirtinnen und Landwirte bedanken, denn sie erzeugen nicht nur gesunde und gute Lebensmittel für uns, sondern sie erhalten auch die Landschaft, das Landschaftsbild und ermöglichen uns, dass wir in einer schönen, gesunden und noch ziemlich intakten Natur leben. – Ich möchte also eingangs eine Lanze für die Landwirtschaft brechen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Bei der Erstellung des Grünen Berichts werden wahrscheinlich eine Vielzahl derartiger Formulare zum Einsatz gekommen sein, und viele Frauen werden sich gefragt haben: Wozu muss ich das ausfüllen? Was bringt das? – Das ist eine berechtigte und verständliche Frage, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Schenk reicht Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich die Hand.
Eine Antwort sind uns die Herrschaften von der Regierung – und Sie können sich gerne zu Wort melden, wenn Sie darauf eine Antwort haben – beziehungsweise der Herr Minister bis dato schuldig geblieben. Herr Minister, ich darf Sie auffordern, gehen Sie endlich heraus aus der Theorie und hinein in die Praxis! Es gibt genug zu tun. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Schenk reicht Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich die Hand.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Huber: Ich habe wahrscheinlich viel mehr Praxis!
Huber, ich würde Ihnen ans Herz legen: Gehen Sie einmal gemeinsam mit Jannach in ein Basisseminar bei der Landjugend, dann würden Sie sich viel Kummer und Sorgen ersparen und wüssten ein bisschen, wovon Sie reden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Huber: Ich habe wahrscheinlich viel mehr Praxis!)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Frau Kollegin Schenk hat uns gerade erzählt, dass für das Zustandekommen des Grünen Berichtes viele Zettel ausgefüllt werden mussten. Ich kann Sie beruhigen: Der Grüne Bericht baut auf den Grundlagen von Buchhaltungsaufzeichnungen auf, und diese Buchhaltungsaufzeichnungen werden von den Bäuerinnen und Bauern freiwillig und gerne erstellt. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Diese können jederzeit sagen, ich will oder ich will nicht. Und die, die es tun, tun es oft schon seit 20 Jahren und wissen, dass sie uns wertvolle Grundlagen liefern, die wir gerne für die Arbeit auswerten.
Abg. Huber: Wo sind die Maßnahmen?
In diesen Regionen kommt es derzeit zu einer Veränderung der Betriebsstruktur, die gewaltig ist. (Abg. Huber: Wo sind die Maßnahmen?) Ich habe im Bezirk 200 Betriebe, die in der Einheitswertgrenze über die 150 000 kommen werden. Das sind nach Ansicht des Kollegen Gaßner die Reichen und Großen, ich sage Ihnen aber: diese Leute leben im heurigen Jahr von der Substanz. Hätten wir nicht die Ausgleichszahlungen, könnte man einen solchen Betrieb auch bei 1 000 Hektar nicht führen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die Situation ist im Augenblick sehr, sehr schwierig. Die Bauern wissen das – und sie wissen, auf wen sie sich verlassen können. Wir hatten vor kurzer Zeit Kammerwahlen. In Niederösterreich sind die Blauen angetreten, die SPÖ ist angetreten, und die Grünen haben es nicht einmal der Mühe wert gefunden, eine Presseaussendung zu machen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: 90 Prozent der Bauern !
Dafür kann ich Ihnen sagen, wie das Ergebnis war: Die Botschaften der Blauen wurden von den Bauern abgestraft, die SPÖ ist in ihren Kerngebieten wieder in die Kammer hineingekommen, und 90 Prozent der Bauern suchen ihre Vertretung beim Bauernbund, denn sie sind der Bauernbund! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: 90 Prozent der Bauern !)
Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP, BZÖ und Grünen.
Die Bauern wissen, wo Kompetenz und Verlässlichkeit ist, sie wissen, wo Stärke und Augenmaß ist: im Bauernbund. Er ist Teil der ÖVP, und die ÖVP kümmert sich um die wirklichen Probleme des ländlichen Raumes. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP, BZÖ und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
dann will sie die Mehrheit im Parlament auf etwas aufmerksam machen. Wenn Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, Taferln zeigen, dann frage ich mich zu Recht: Wen wollen Sie überzeugen? Unseren Herrn Präsidenten? Oder vielleicht den eigenen Minister, weil Sie nicht mehr mit ihm sprechen? Oder den Regierungspartner? Oder wollen Sie die Opposition überzeugen? Wen wollen Sie mit Ihren Taferln überzeugen? Wahrscheinlich ist das Gesprächsklima in der ÖVP schon so schlecht, dass Sie nicht einmal mehr mit dem eigenen Minister und mit dem Koalitionspartner sprechen, sondern einander die Nachrichten per Taferl übersenden müssen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Großruck: Alles gestattet!
Gestatten Sie mir jetzt aber ein paar Worte zum Grünen Bericht. (Abg. Großruck: Alles gestattet!) Die durchschnittlichen Halterzahlen würden noch kleinbäuerliche Betriebe aufzeigen. Durchschnittlich kommen 25,7 Rinder pro Halter, 10,5 Milchkühe je Halter und 71,11 Schweine je Halter. Das sind aber schon gegenüber dem Vorjahr plus elf. Das heißt, da leiden schon die kleinbäuerlichen Strukturen.
Abg. Hornek: Redeschreiber! – Heiterkeit bei der ÖVP.
Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch ist von 1980 auf 2007/2008 gestiegen, beim Rindfleisch sogar gesunken, nämlich von 26,1 kg auf 18,2, also um 30 Prozent. Beim Schweinefleisch hat er sich geringfügig erhöht, nämlich von 54,4 auf 58 kg, das sind 6,6 Prozent; beim Geflügel von 11,1 kg auf 19,8 kg in diesen fast 30 Jahren, also fast verdoppelt, und bei der Milch ist der Pro-Kopf-Verbrauch von 101,3 auf 90,8 kg gesunken, was ein Minus von 10,4 Prozent bedeutet. Das heißt, der Verbrauch der Österreicher ist ein bisschen gestiegen, ein bisschen gefallen. (Abg. Hornek: Redeschreiber! – Heiterkeit bei der ÖVP.) – Habe ich gerade gesagt, minus oder plus, hören Sie einfach zu!
Abg. Hornek: Sagst du uns auch deine Telefonnummer?
Was den Fleischexport betrifft – wie gesagt, der Konsument in Österreich hat ungefähr gleich viel konsumiert –: Der Rindfleischexport ist von 215 213 auf 288 419 – diese Vergleichszahlen beziehen sich jetzt wieder auf die Jahre 1999 bis 2008 – um 34 Prozent gestiegen. (Abg. Hornek: Sagst du uns auch deine Telefonnummer?) Beim Schweinefleisch haben wir einen Anstieg von 96 242 auf das fast Sechsundvierzigfache, im Vorjahr war es noch das Vierzigfache! (Ruf bei der ÖVP: Arbeitsplätze in Österreich!)
Ruf bei der ÖVP: Arbeitsplätze in Österreich!
Was den Fleischexport betrifft – wie gesagt, der Konsument in Österreich hat ungefähr gleich viel konsumiert –: Der Rindfleischexport ist von 215 213 auf 288 419 – diese Vergleichszahlen beziehen sich jetzt wieder auf die Jahre 1999 bis 2008 – um 34 Prozent gestiegen. (Abg. Hornek: Sagst du uns auch deine Telefonnummer?) Beim Schweinefleisch haben wir einen Anstieg von 96 242 auf das fast Sechsundvierzigfache, im Vorjahr war es noch das Vierzigfache! (Ruf bei der ÖVP: Arbeitsplätze in Österreich!)
Beifall bei der FPÖ.
Damit wird bewiesen: Wir importieren Rinder und Schweine, um sie hier zu schlachten, den österreichischen Qualitätsstempel draufzudrücken, und das Fleisch wieder zu exportieren. Das kann nicht im Sinne österreichischer Qualität sein! Wo „Österreich“ auf der Verpackung steht, muss auch Österreich drinnen sein! Stellen Sie sicher, meine Damen und Herren von der ÖVP, dass Sie hier nicht leere Taferln zeigen, sondern dass der Konsument wirklich erkennen kann, wo österreichische Qualität drinnen ist! Nur dann wird er österreichische Qualität kaufen und die heimischen Bauern fördern können! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und zum Zweiten: Welche Aufgabe hat der Business Plan, den Sie vorhaben? Ersetzt er die Landwirtschaftskammer – oder wie ist das? Ich würde mich über Antworten freuen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Geh, geh, geh!
Da schreibt er unter anderem, dass dem Staat dadurch 200 Millionen € entgehen. Herrn Muhm möchte ich sagen: Sollte er seinen Arbeitern einen Lohn anbieten, wie ihn die Bauern zurzeit beziehen, hätte er keinen Einzigen mehr, der zur Arbeit geht, es würde nur mehr gestreikt in Österreich! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Geh, geh, geh!)
Beifall beim BZÖ.
Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wie mein Kollege schon erwähnt hat, haben wir jetzt 21 000 Biobetriebe. Allerdings haben Betriebe, die jetzt schon im ÖPUL sind, bis 2013 leider keine Möglichkeit mehr, ebenfalls auf Biolandbau umzusteigen. Herr Minister, da gibt es jetzt endlich eine Synergie zwischen den Bereichen, für die Sie zuständig sind, nämlich zwischen der Landwirtschaft und dem Klimaschutz, und wenn Sie endlich mehr Biolandbau ermöglichten, würden Sie beiden Bereichen etwas Gutes tun. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hornek: Super! Da können Sie zur ÖVP überwechseln!
Wir haben heute schon gehört, dass das eine langjährige grüne Forderung ist. Jetzt ist das in der Energiestrategie enthalten, das freut uns sehr. Auch die Ökologisierung des Steuersystems, Ökosteuer, ist darin vermerkt; auch das freut uns sehr. Jetzt hängt es nur davon ab, in welcher Form Sie das umsetzen. (Abg. Hornek: Super! Da können Sie zur ÖVP überwechseln!) – Wir bieten Ihnen gerne unser Know-how an (Abg. Großruck: Auch in der ÖVP haben Vegetarier Platz!), denn ganz sicher bin ich mir noch nicht, wie Sie das umsetzen wollen.
Abg. Großruck: Auch in der ÖVP haben Vegetarier Platz!
Wir haben heute schon gehört, dass das eine langjährige grüne Forderung ist. Jetzt ist das in der Energiestrategie enthalten, das freut uns sehr. Auch die Ökologisierung des Steuersystems, Ökosteuer, ist darin vermerkt; auch das freut uns sehr. Jetzt hängt es nur davon ab, in welcher Form Sie das umsetzen. (Abg. Hornek: Super! Da können Sie zur ÖVP überwechseln!) – Wir bieten Ihnen gerne unser Know-how an (Abg. Großruck: Auch in der ÖVP haben Vegetarier Platz!), denn ganz sicher bin ich mir noch nicht, wie Sie das umsetzen wollen.
Beifall bei den Grünen.
Wir sehen schon die Gefahr, dass Sie das nur zum Budgetlöcherstopfen verwenden werden. Tatsächlich muss eine Ökosteuer jedoch dazu da sein, den Menschen zuerst das Umsteigen zu ermöglichen, was etwa Heizungen und den Verkehr betrifft, dann umweltfreundliches Verhalten zu belohnen und umweltbelastendes Verhalten zu bestrafen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hornek: O ja!
Was mir auch fehlt – ich denke, da spreche ich im Interesse dieses Hauses –, ist die Einbindung des Parlaments; es wird ja von Ihnen auch betont, dass viele eingebunden werden sollen. Im Parlament haben wir keine Informationen bekommen, auch nicht im Umweltausschuss auf Anfrage. (Abg. Hornek: O ja!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Mit der Energiestrategie werden wir es schaffen, die EU-Ziele betreffend erneuerbare Energie zu erreichen, weil Sie, was auch positiv ist, den Energieverbrauch in Österreich mit 2005 begrenzt haben. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich.) – Sie haben mit uns zwar debattiert, aber keine Antworten gegeben. Herr Minister, Sie können sich auch hier gerne nachher zu Wort melden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ich habe jetzt aber gerade noch etwas Positives erwähnt. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Wer hören will, der hört! – Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, das war eine reine Pressekonferenz im Ausschuss!)
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Wer hören will, der hört! – Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, das war eine reine Pressekonferenz im Ausschuss!
Mit der Energiestrategie werden wir es schaffen, die EU-Ziele betreffend erneuerbare Energie zu erreichen, weil Sie, was auch positiv ist, den Energieverbrauch in Österreich mit 2005 begrenzt haben. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich.) – Sie haben mit uns zwar debattiert, aber keine Antworten gegeben. Herr Minister, Sie können sich auch hier gerne nachher zu Wort melden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ich habe jetzt aber gerade noch etwas Positives erwähnt. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Wer hören will, der hört! – Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, das war eine reine Pressekonferenz im Ausschuss!)
Beifall bei den Grünen.
Deswegen bin ich nach wie vor der Meinung, Österreich braucht unbedingt ein eigenständiges, unabhängiges und engagiertes Umweltministerium. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich danke für die Unterstützung durch die anderen Parteien. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hornek: Genau so ist es!
Ich würde mir wünschen, wenn wir es besser machen wollen, dass uns nicht ständig die Arbeiterkammer erzählt, über die Medien die Botschaft signalisiert, die Lebensmittel seien in Österreich zu teuer, in Deutschland seien sie billiger, und daher müssten die Preise runter – immer wieder auf dem Rücken der Bauern. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hornek: Genau so ist es!)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn ich mir wünschen würde: Machen wir es besser!, dann hätte ich mir nicht erwartet, dass Herr Muhm und Herr Katzian in Presseaussendungen ganz massiv auf die Einheitswertbesteuerung der Bauern losgehen und gleichzeitig indirekt damit meinen, dass man da noch 200 Millionen € abschöpfen könnte. – Das wird nicht dazu beitragen, es besser zu machen, denn damit sind Tausende Bauern ruiniert, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir es besser machen wollen, Herr Kollege Gaßner, dann sollten wir auch ein wenig ehrlicher sein. Die Voest erhält auch eine ungleich höhere Unterstützung und Subvention als ein kleiner Dorfschmied, und das ist auf die Fläche bezogen dasselbe. Ich kann nicht nur auf das Einzelne abstimmen. Wenn ich Umweltleistungen erbringe, dann hat dies auf die Hektar bezogen zu erfolgen. – Gaukeln Sie uns nicht irgendetwas vor, was da zum Teil passiert, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir es schon besser machen wollen und sollen, dann sollte man der Arbeiterkammer ins Stammbuch schreiben, dass die österreichische Landwirtschaft im vor- und nachgelagerten Bereich 530 000 Beschäftigte sichert. Wenn wir diese sichern wollen – und jeder Arbeitsplatz ist etwas wert, egal wo; Landwirtschaft ist Wirtschaft auf dem Lande –, dann sollte man mit derartigen Meldungen, wie sie die Arbeiterkammer ständig von sich gibt, aufhören. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne brauchen wir bäuerliche Produktivität, und ich danke dem Landwirtschaftsminister für seine hervorragende Arbeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich darf bemerken, dass die Landwirtschaft mit dem Grünen Bericht der einzige Sektor in Österreich ist, der dermaßen breit und transparent über die Zustände in der Einkommens- und in der sozialen Situation berichtet. Ich danke dafür, dass das allgemein positiv registriert wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Deimek.
Zur Diskussion: Wenn man sich manche Meldungen von Oppositionspolitikern anhört, dann glaubt man, an ihnen ist alles spurlos vorübergegangen. Sie stehen hier und sagen: Die Agrarpolitik in Österreich muss handeln, nichts geschieht, den Bauern geht es schlecht! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Deimek.) – Sie wiederholen Stereotype, die so nicht stimmen, die populistisch sind, aber nicht stimmen.
Beifall bei der ÖVP.
Die Agrarpolitik handelt gerade in schwierigen Zeiten. Wenn Sie sich die Zahlen des Grünen Berichtes wirklich objektiv anschauen, dann sehen Sie, dass wir in Österreich nach wie vor eine bäuerlich strukturierte Landwirtschaft haben, eine kleinstrukturierte Landwirtschaft, eine der jüngsten Landwirtschaften von ganz Europa. – Das sind lauter Erfolge der Agrarpolitik, die ja nicht von irgendwoher kommen, sondern die konsequentes Ergebnis einer Agrarpolitik sind, die von den Ministern, die hier auf dem Grünen Bericht abgebildet sind, schon seit Jahren konsequent und zum Wohle der Bauern gemacht wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Huber: Herr Bundesminister, nichts habt ihr gemacht!
Die Milchkrise des vergangenen Jahres hat gezeigt, was wir unter Handlungen verstehen. Wir haben uns nämlich von Anfang an für die Milchwirtschaft eingesetzt. (Abg. Huber: Herr Bundesminister, nichts habt ihr gemacht!) – Sie deuten herum und wissen nicht, was sich entwickelt. Wir haben in Österreich im Durchschnitt einen Milchpreis von 33 Cent im Gegensatz zu den Deutschen, die noch immer bei 29 Cent sind. Die Situation in Österreich ist also vergleichsweise besser, und das ist ein Ergebnis der agrarpolitischen Handlungen.
Abg. Grosz: Mit holländischer Versandmilch!
Das, was Prolactal bekommen hat, haben auch alle anderen europäischen Unternehmen bekommen, um den Milchmarkt ins Gleichgewicht zu bringen. Ich möchte nur die Kirche im Dorf lassen. Dafür, dass Sie ... (Abg. Grosz: Mit holländischer Versandmilch!) – Was reden Sie! Österreichische Milch auf Milchpulver! Vermischen Sie hier nicht, wenn Sie sich nicht ernsthaft mit dieser Sache befassen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.
Das, was Prolactal bekommen hat, haben auch alle anderen europäischen Unternehmen bekommen, um den Milchmarkt ins Gleichgewicht zu bringen. Ich möchte nur die Kirche im Dorf lassen. Dafür, dass Sie ... (Abg. Grosz: Mit holländischer Versandmilch!) – Was reden Sie! Österreichische Milch auf Milchpulver! Vermischen Sie hier nicht, wenn Sie sich nicht ernsthaft mit dieser Sache befassen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn der Gesundheitsminister auf europäischer Ebene erreicht, was dort diskutiert wird und was wir wollen, nämlich dass der wertbestimmende Inhaltsstoff tatsächlich der ist, bei dem man nachweisen kann, woher das Produkt kommt, dann sind wir froh darüber. Der Gesundheitsminister verhandelt das gerade auf europäischer Ebene. Er hat unsere Unterstützung, weil wir natürlich wollen, dass österreichische Produkte entsprechend gekennzeichnet werden. Insofern ist die Aktion des Bauernbundes mit dem „Heimisch kaufen“ richtig. Die Vertreter der Bauernbundjugend zeigen es ja richtig: Bewusstmachen in der Krise, dass der Kauf heimischer Lebensmittel bedeutet, dass der Arbeitsplatz Bauernhof gesichert ist und auch der Arbeitsplatz des Arbeiters in der Bäckerei, in der Fleischerei und in der Molkerei. Eine Antwort auf die Krise ist der Kauf heimischer Lebensmittel. – Eine richtige Aktion. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.
Nächster Punkt: Klimawandel. Frau Kollegin Brunner, Sie stellen in den Raum, dass die Landwirtschaft auch für den Klimawandel verantwortlich ist und dass da noch mehr gemacht werden sollte. Tatsache ist, dass wir die Kyoto-Ziele in Österreich derzeit in der Landwirtschaft erreichen, wir erreichen sie in der Abfallwirtschaft und bei den fluorierten Gasen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber es ist sehr wohl sinnvoll, dass auch das Steuersystem vereinfacht wird – das gilt ja für alle Bereiche. Allerdings soll die Pauschalierung des Steuersystems, die gerade für die kleinen Bauern ein Vorteil ist, erhalten bleiben. Darum geht es bei dem Bewertungsgesetz, denn die größeren Bauern sind ohnedies in der Buchhaltungspflicht. Man sollte klar und deutlich darüber diskutieren und den Bauern diese Chancen auch weiterhin geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ja, ich stehe dazu, dass wir die Bäuerinnen, die 41 Prozent unserer Betriebe führen, unterstützen. Diese haben oft eine Mehrfachbelastung, Familie, Pfleglinge zu Hause und müssen auch noch den Betrieb führen. Dazu stehe ich und das werde ich auch weiterführen, weil es wichtig ist, dass wir die Bäuerinnen auch in Zukunft unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Minister, auch wenn Sie noch so keppeln, wird das nichts helfen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Das war keine Berichtigung!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Kollege Pirklhuber, die tatsächliche Berichtigung ist damit erledigt. (Abg. Grillitsch: Das war keine Berichtigung!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Diese drei Schwerpunkte, die drei für mich selbst wichtigen Punkte möchte ich kurz darstellen. Punkt eins ist die Verteilung von Förderungen. Ich möchte jetzt nicht näher auf Beispiele eingehen. Sie alle kennen diese Zahlen, wo eben die einen sagen, die großen Bauern bekommen zu viel, und die anderen sagen, die kleinen Bauern bekommen zu wenig. Interessant ist, beide haben recht. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist so, und da sind wir uns auch einig. Hier muss man wirklich darüber reden, inwieweit man die Förderungen anders verteilen kann.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Der große Bauer bekommt 77 800 €, während der kleine Bauer 2 000 € bekommt. Das ist der Unterschied zwischen Groß und Klein. Auch unter Berücksichtigung des Flächenausmaßes, unter Berücksichtung der Bearbeitung von Höhen, Tiefen, Wäldern, Steilheit und allem, was es da gibt, gibt es eindeutig zu große Unterschiede. Das ist meine persönliche Meinung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir brauchen, glaube ich, ein Bündnis zwischen den Konsumenten und den österreichischen Bauern – mit dem Ziel, wirklich hundertprozentig heimische Produkte zu fairen Preisen zur Verfügung zu stellen, um so ein sicheres Einkommen zu erzielen. „Vertrauen statt schwindeln“, muss die Devise sein, „Hinschauen statt wegschauen“ bei Schlachthöfen, wenn es darum geht, wie Fleisch verarbeitet wird. Und 100 Prozent österreichische Ware in die Verpackung hineintun und nicht nur draufschreiben. Das wäre eigentlich das Ziel. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Herr Bundesminister hat auch bewiesen, dass er auf der Seite der Frauen steht. Es sind sehr effiziente frauenspezifische Projekte vom Herrn Bundesminister selbst initiiert worden, sie werden auch mitgetragen und mit begleitet. Genau darum geht es, dass die Frauen mit ihren Leistungen in den Mittelpunkt gestellt werden, dass sie ihre Leistungen öffentlichkeitswirksam präsentieren können. Ich bin sicher, dass wir mit Unterstützung des Herrn Bundesministers im Sinne der Gleichstellung der Frauen in der Landwirtschaft sehr viel weiterbringen werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Der Redner zeigt auf seine Krawatte. – Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Lieber Kollege Grillitsch, wir brauchen keine Taferl. Wir stehen mit unserem rot-weiß-roten Panther und dem rot-weiß-roten Adler für österreichische Qualität. (Der Redner zeigt auf seine Krawatte. – Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Abg. Jakob Auer: Welche Börse?
Herr Bundesminister, jetzt sage ich Ihnen etwas – ich bin der Sache nachgegangen –: Sie haben im Prinzip recht, wenn Sie sagen, es gibt keine Export-, Importförderungen. Es ist hundertprozentig richtig, was Sie im Ausschuss gesagt haben. Diese 700 000 € Förderungen kann man aber so oder so auslegen. Ich weiß, dass das für die Magermilch gedacht war, aber ich sage Ihnen jetzt die andere Geschichte. – Jakob Auer liest die Zeitung, aber eure Börse, das Spekulieren mit den Gesundheitsmitteln, mit dem Essen, mit den Produkten ... (Abg. Jakob Auer: Welche Börse?) – Ich erkläre es dir gleich.
Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.
österreichischen Rot-Weiß-Rot-Zeichen vermeintlich noch als Hartberger Bauernkäse verscheppert wird. (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Da werden viele Leute getäuscht. Da gibt es keine Qualitätskontrolle. Und wenn uns bei den Konsumenten das passiert wäre – weil ihr über die Arbeiterkammer diskutiert habt –, wären wir als VKI, muss ich sagen, längst dagegen eingeschritten. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Ihr duckt euch wieder und sagt: Wir hätten als Landwirtschaftskammer die Verpflichtung, aber wir tun nichts! – Du brauchst nichts zu zeigen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Da werden viele Leute getäuscht. Da gibt es keine Qualitätskontrolle. Und wenn uns bei den Konsumenten das passiert wäre – weil ihr über die Arbeiterkammer diskutiert habt –, wären wir als VKI, muss ich sagen, längst dagegen eingeschritten. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Ihr duckt euch wieder und sagt: Wir hätten als Landwirtschaftskammer die Verpflichtung, aber wir tun nichts! – Du brauchst nichts zu zeigen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Herr Gesundheitsminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Seit über einem Jahr ist nun dieses Gesetz in Kraft, nach dem in der Gastronomie rauchfreie Zonen hätten eingerichtet werden sollen. Die Zufriedenheit ist enden wollend. Im Gegenteil: Es herrscht maximale Unzufriedenheit bei allen Beteiligten, absolutes Chaos auch bei den Betroffenen. Sie wissen nicht, worauf sie sich verlassen können. Immer wieder hört man auch, dass die Europäische Union im Jahre 2012 auf Basis des ArbeitnehmerInnenschutzes ohnehin generell rauchfreie Gastronomie verordnen wird. Man stellt sich daher in der Gastronomie die Frage: Soll man jetzt umbauen oder soll man nicht umbauen? (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Unter dem Strich haben wir das Ergebnis eines großen politischen Murkses vor uns. Und es ist, glaube ich, an der Zeit, nach ordentlichen Lösungen zu suchen und ordentliche Konsequenzen zu ziehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und dann gehen die Menschen in ein Lokal, setzen sich in den Nichtraucher-/Nichtraucherinnenbereich und haben um eine zehnmal höhere Belastung, als sie den Grenzwerten entspricht, deren Übersteigen wir draußen bekämpfen wollen. Ist das nicht ein bisschen absurd? (Beifall bei den Grünen.) Also ich frage mich schon, welche Prioritäten man da setzt.
Zwischenruf.
Die Belastungen sind nach wie vor sehr hoch. (Zwischenruf.) – Wenn Sie sagen, ich sei absurd, dann, so meine ich, sollten Sie einmal darüber nachdenken, was es für einen Betroffenen heißt, der vielleicht acht Jahre lang in der Gastronomie als Nichtraucher/als Nichtraucherin gearbeitet hat und dann einen Lungenkrebs hat. Also was sagen Sie diesen Betroffenen? Auf der ganzen Welt haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz, nur in der Gastronomie eben nicht. Ich finde das nicht absurd. Wir sollten darüber sehr intensiv nachdenken, wie wir da zu besseren Lösungen kommen können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon, auf den immer wieder der Blick der Rednerin fällt: Frau Kollegin! Das war der Kollege Petzner!) Ach so, ich habe jetzt da in der ÖVP jemanden angeschaut. Ich entschuldige mich. Okay, dann meine ich den Kollegen Petzner. Gut.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon, auf den immer wieder der Blick der Rednerin fällt: Frau Kollegin! Das war der Kollege Petzner!
Die Belastungen sind nach wie vor sehr hoch. (Zwischenruf.) – Wenn Sie sagen, ich sei absurd, dann, so meine ich, sollten Sie einmal darüber nachdenken, was es für einen Betroffenen heißt, der vielleicht acht Jahre lang in der Gastronomie als Nichtraucher/als Nichtraucherin gearbeitet hat und dann einen Lungenkrebs hat. Also was sagen Sie diesen Betroffenen? Auf der ganzen Welt haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz, nur in der Gastronomie eben nicht. Ich finde das nicht absurd. Wir sollten darüber sehr intensiv nachdenken, wie wir da zu besseren Lösungen kommen können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon, auf den immer wieder der Blick der Rednerin fällt: Frau Kollegin! Das war der Kollege Petzner!) Ach so, ich habe jetzt da in der ÖVP jemanden angeschaut. Ich entschuldige mich. Okay, dann meine ich den Kollegen Petzner. Gut.
Abg. Petzner: Welche?
Ich habe auch meine Laster. (Abg. Petzner: Welche?) Die sage ich Ihnen jetzt nicht. Aber die habe ich natürlich genauso. Im Gegenteil: Ich bin eine sehr lustfreundliche Person. (Abg. Grosz: Das ist ja fast eine Drohung!) – 43 Prozent der Erwachsenen rauchen. Sie sollen das auch tun, das ist ihre individuelle Entscheidung. Sie wissen auch, dass sie sich damit unter Umständen auch schädigen können, aber das ist ihre individuelle Entscheidung.
Abg. Grosz: Das ist ja fast eine Drohung!
Ich habe auch meine Laster. (Abg. Petzner: Welche?) Die sage ich Ihnen jetzt nicht. Aber die habe ich natürlich genauso. Im Gegenteil: Ich bin eine sehr lustfreundliche Person. (Abg. Grosz: Das ist ja fast eine Drohung!) – 43 Prozent der Erwachsenen rauchen. Sie sollen das auch tun, das ist ihre individuelle Entscheidung. Sie wissen auch, dass sie sich damit unter Umständen auch schädigen können, aber das ist ihre individuelle Entscheidung.
Abg. Grosz: Das Haschisch wolltet ihr ja einmal freigeben!
Wir haben jetzt mittlerweile Statistiken, aus denen hervorgeht, dass die ersten Zigaretten von jungen Menschen im Alter von neun Jahren geraucht werden. (Abg. Grosz: Das Haschisch wolltet ihr ja einmal freigeben!) Das sind Kinder, das sind Kinder mit neun Jahren.
Abg. Grosz: Zu welchem Chinesen gehen Sie da, wenn Sie dann so „stinken“? Das ist diskriminierend gegenüber allen Chinesen!
Es sollte so sein, dass Jugendliche nicht sagen: Na gut, wenn ich zum Chinesen gehe, stinke ich auch nach Öl oder Fett! – Das ist nicht das Problem! (Abg. Grosz: Zu welchem Chinesen gehen Sie da, wenn Sie dann so „stinken“? Das ist diskriminierend gegenüber allen Chinesen!) Vom chinesischen Öl oder Fett kann man nicht so schnell einen Lungenkrebs bekommen.
Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Grosz.
Das ist die Problematik, nämlich: Es gibt überhaupt keine Aufklärung oder Präventionsarbeit, um das wirklich zu verdeutlichen, was es wirklich bedeutet, wenn man zwischen elf und 20 ... (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Grosz.) – Könnten Sie mir vielleicht ein bisschen zuhören, Herr Kollege Grosz? Sie haben die letzten zwei Tage so viel und so schnell geredet (Beifall bei den Grünen), dass Sie jetzt durchaus einmal zuhören könnten. – Danke.
Beifall bei den Grünen
Das ist die Problematik, nämlich: Es gibt überhaupt keine Aufklärung oder Präventionsarbeit, um das wirklich zu verdeutlichen, was es wirklich bedeutet, wenn man zwischen elf und 20 ... (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Grosz.) – Könnten Sie mir vielleicht ein bisschen zuhören, Herr Kollege Grosz? Sie haben die letzten zwei Tage so viel und so schnell geredet (Beifall bei den Grünen), dass Sie jetzt durchaus einmal zuhören könnten. – Danke.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich weiß nicht, ob Sie wissen, wie viel das Tabaksteueraufkommen tatsächlich ist. Das ist nämlich ein ordentlicher Brocken, das sind 1,4 Milliarden €. Und jetzt würde ich gerne den Kollegen Grosz einmal fragen: Schätzen Sie, wie viel von diesen 1,4 Milliarden € tatsächlich an die Gesundheitssysteme für Prävention überwiesen werden! Ungefähr. Eine Zahl. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Es sind satte 12 Millionen € österreichweit! Alleine die Jugendlichen bringen an Tabaksteuer 60 Millionen € auf. Ich bin der Meinung, dass mindestens diese Summe in Präventionsprogramme bei Jugendlichen gehen sollte. Mindestens! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grosz: Wie viel gehen ins Gesundheitswesen?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Grosz: Wie viel gehen ins Gesundheitswesen?
Ich weiß nicht, ob Sie wissen, wie viel das Tabaksteueraufkommen tatsächlich ist. Das ist nämlich ein ordentlicher Brocken, das sind 1,4 Milliarden €. Und jetzt würde ich gerne den Kollegen Grosz einmal fragen: Schätzen Sie, wie viel von diesen 1,4 Milliarden € tatsächlich an die Gesundheitssysteme für Prävention überwiesen werden! Ungefähr. Eine Zahl. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Es sind satte 12 Millionen € österreichweit! Alleine die Jugendlichen bringen an Tabaksteuer 60 Millionen € auf. Ich bin der Meinung, dass mindestens diese Summe in Präventionsprogramme bei Jugendlichen gehen sollte. Mindestens! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grosz: Wie viel gehen ins Gesundheitswesen?)
Beifall bei den Grünen.
Wir investieren dann monatelang nicht – dann kommt die Person wieder und hat wieder einen Stimmbandkrebs und muss weiterhin bestrahlt werden! Ich finde, das ist nicht zielführend. Man sollte meines Erachtens auch sehr viel mehr Geld in die Hand nehmen, um Menschen auch wirklich dabei zu unterstützen, vor allem kranke Menschen, sich zu entwöhnen, und man sollte auch eine Psychotherapie unterstützen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und dann liest man in diesem Mutter-Kind-Pass, Passivrauchen erhöht das Risiko von plötzlichem Kindstod. – Wie geht es mir jetzt als Kellnerin in einem sogenannten Umstellungsbetrieb? Ein Umstellungsbetrieb gilt als Nichtraucherbetrieb, und ich muss genauso noch im Rauch arbeiten. Ich finde, das ist nicht zumutbar, das ist einfach nicht in Ordnung! Da brauchen wir andere Regeln. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das kann es ja wohl nicht sein! Da alles schädlich ist, gibt es keinen Grenzwert, deswegen kann es, egal in welchem Ausmaß, auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hereinprasseln? Das ist eine wirklich sehr österreichische Lösung, und das gehört jedenfalls geändert, das ist unzumutbar! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Auf der anderen Seite sind die befürchteten Einnahmenverluste, die Umsatzrückgänge nicht eingetreten. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es hat bei manchen leichte Rückgänge gegeben, aber es hat sich dann wieder normalisiert, und in manchen Ländern sind die Umsätze jetzt sogar deutlich höher als vorher.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir können das gerne diskutieren. Es gibt eine Untersuchung der Europäischen Union aus dem Jahr 2007, es gibt eine Reihe von Untersuchungen, die ganz aktuell sind, die können wir ja jetzt gern gemeinsam diskutieren. Aber viele Experten sagen, Umsatzeinbußen hat es nur sehr eingeschränkt und nur sehr kurz gegeben, und dann sind die Umsätze wieder nach oben gegangen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Amon: Das ist aber ein Dringlicher Antrag!
Herr Gesundheitsminister, ich habe schon ein paar Fragen an Sie. Wir haben jetzt das erste Mal die Gelegenheit, auch mit Ihnen in dieser Frage ordentlich zu diskutieren. (Abg. Amon: Das ist aber ein Dringlicher Antrag!) Es ist ein Dringlicher Antrag, selbstverständlich! Wir wissen schon sehr genau, was wir wollen. Allerdings möchte ich dem Herrn Minister auch die Möglichkeit geben, auch noch zu ein paar anderen sehr wichtigen Fragen Stellung zu nehmen.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Und was ich auch noch gerne von Ihnen wissen möchte, das ist: Sie haben auch in der Anfragebeantwortung festgestellt, es wurden keine entsprechenden Erfahrungen gemacht, was Einbußen in der Gastronomie betrifft. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist eine offizielle Anfragebeantwortung aus Ihrem Ressort, vielleicht kann man das dem Kollegen Matznetter von Ihrer Fraktion noch mitteilen. Zumindest mir haben Sie das geantwortet.
Beifall bei den Grünen.
sollten, die tragfähig ist auch für die nächsten Jahre und jedenfalls auch neue europäische Regelungen vorwegnehmen kann und damit auch Sicherheit für alle Beteiligten bringt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte diese Gelegenheit jetzt auch dazu benutzen, die Gastronomiebetriebe einzuladen, ein Gastronomiebetrieb für die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung zu sein – und die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung raucht nicht. Die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung möchte sich in Gaststätten aufhalten, in denen es keine schlechte Luft gibt. Ich lade daher alle Wirte ein: Setzen Sie das Tabakgesetz um! Wenn Sie in Ihrer Gaststätte das Nichtrauchen einführen, dann ist auch klar, dass Sie eine andere Zielgruppe haben, aber es wird die Mehrheit der Bevölkerung sehr froh sein, bei Ihnen gesunde und gute Luft vorzufinden! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe mich klar und deutlich den Wünschen der Gastronomie entgegengestellt, die eine Verlängerung der Übergangsfrist haben wollte. Ich sage noch einmal ganz klar: Seit Juni 2008 hat jeder Gastronom gewusst, wie das Gesetz und seine Wirkung in Zukunft ausschauen werden. Zwei Jahre lang haben Gastronomen Zeit gehabt, zu handeln. Mir tut daher niemand leid, der in Zukunft Strafen bekommt, wenn er sich nicht an das Gesetz hält. Ich lade alle ein: Machen Sie ein Nichtraucher-Lokal! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe auch schon angesprochen, dass das Bundesministerium für Gesundheit eine Evaluierung des Tabakgesetzes in Auftrag gegeben hat. Ich werde zu gegebener Zeit – das wird nicht mehr lange dauern – die Öffentlichkeit von diesen Ergebnissen informieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Wer sich in Zukunft nicht an das Gesetz hält, wird mit Strafen zu rechnen haben. Diese Leute tun mir nicht leid. Das Geld wird dem Sozialbereich zukommen. Ich persönlich leiste meinen Beitrag darüber hinaus: Ich rauche nicht und möchte auch ein gutes Beispiel für die Jugend sein. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Wir wollen aber Van der Bellen! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Zwischen uns geht nicht ein Löschblatt! – Abg. Donabauer: Wir wollen jemanden, der sich auskennt!
Als erster Redner gelangt Herr Abgeordneter Dr. Grünewald zu Wort. Ich stelle die Uhr auf 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Cap: Wir wollen aber Van der Bellen! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Zwischen uns geht nicht ein Löschblatt! – Abg. Donabauer: Wir wollen jemanden, der sich auskennt!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 2 Prozent!
Wie Sie sagen, wir wären erst im Juli zu einem Erfüllungsgrad gekommen, den ich jetzt gar nicht phantasieren möchte. Der wäre nie 100 Prozent gewesen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 2 Prozent!)
Abg. Mag. Wurm: Rauchen oder nicht rauchen? – Das ist hier die Frage!
Gut, Sie sehen, ich habe das nicht getan. Ich stehe immer noch da. (Abg. Mag. Wurm: Rauchen oder nicht rauchen? – Das ist hier die Frage!) Ob ich jetzt zur Rede nur von unserem Klub gerufen wurde oder ob ich dazu berufen bin, werden Sie entscheiden.
Heiterkeit bei den Grünen.
Man muss sich fragen: Wie bewirkt man politische Verhaltensänderungen? Über Jahrhunderte haben sich die Erziehungswissenschaft, wenn sie sich damals so nannte, oder die Psychologie vorwiegend an der Vorbildwirkung von Personen orientiert und daran geklammert, wenn sie etwas erreichen wollten. Die Keuschheit der Märtyrer sollte unsere Keuschheit beflügeln, der Anstand der Politiker den Anstand der Österreicherinnen und Österreicher, die Vorbildfunktion von Sportlern wurde bis ins Privatleben hinein verfolgt und hat dazu geführt, dass ein Bundeskanzler in Gummistiefeln Hochwasser geschöpft hat, Bundespräsidenten Händchen gehalten haben, wo es keine Händchen mehr gab und so weiter und so fort. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Matznetter. – Heiterkeit bei der SPÖ.
Also ich bin da für modernere Wissenschaften; die Erziehungswissenschaft und die Psychologie haben Fortschritte gemacht. Da gibt es so etwas wie die paradoxe Intervention. Mein abschreckendes Beispiel als Raucher betrachten Sie bitte als Teil einer paradoxen Intervention. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Matznetter. – Heiterkeit bei der SPÖ.) Ich werde immer wieder gefragt, wie ich dieses Leben aushalte, und sage dann: Wenn ich das täte, was ich anderen immer rate, wäre ich ein glücklicher, zufriedener und sportlich aktiver Mensch. (Abg. Dr. Matznetter: Wer weiß?!) Ich bin das nicht in allen Belangen, und es liegt aber sozusagen einzig und allein an mir.
Abg. Dr. Matznetter: Wer weiß?!
Also ich bin da für modernere Wissenschaften; die Erziehungswissenschaft und die Psychologie haben Fortschritte gemacht. Da gibt es so etwas wie die paradoxe Intervention. Mein abschreckendes Beispiel als Raucher betrachten Sie bitte als Teil einer paradoxen Intervention. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Matznetter. – Heiterkeit bei der SPÖ.) Ich werde immer wieder gefragt, wie ich dieses Leben aushalte, und sage dann: Wenn ich das täte, was ich anderen immer rate, wäre ich ein glücklicher, zufriedener und sportlich aktiver Mensch. (Abg. Dr. Matznetter: Wer weiß?!) Ich bin das nicht in allen Belangen, und es liegt aber sozusagen einzig und allein an mir.
Ruf beim BZÖ: Oder auf das Essen verzichtet!
Gelegentlich denke ich auch, dass man sich bei der Lebensqualität eines Politikers/einer Politikerin, wenn man dann noch hungern, sich vegan ernähren und auf Wein und Rauchen verzichten sollte (Ruf beim BZÖ: Oder auf das Essen verzichtet!), auch gleich erschießen könnte. (Allgemeine Heiterkeit.) – Haben Sie keine Angst, nicht hier am Pult und auch nicht morgen! Das ist nicht die Frage. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeine Heiterkeit.
Gelegentlich denke ich auch, dass man sich bei der Lebensqualität eines Politikers/einer Politikerin, wenn man dann noch hungern, sich vegan ernähren und auf Wein und Rauchen verzichten sollte (Ruf beim BZÖ: Oder auf das Essen verzichtet!), auch gleich erschießen könnte. (Allgemeine Heiterkeit.) – Haben Sie keine Angst, nicht hier am Pult und auch nicht morgen! Das ist nicht die Frage. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Gelegentlich denke ich auch, dass man sich bei der Lebensqualität eines Politikers/einer Politikerin, wenn man dann noch hungern, sich vegan ernähren und auf Wein und Rauchen verzichten sollte (Ruf beim BZÖ: Oder auf das Essen verzichtet!), auch gleich erschießen könnte. (Allgemeine Heiterkeit.) – Haben Sie keine Angst, nicht hier am Pult und auch nicht morgen! Das ist nicht die Frage. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeine Heiterkeit.
Kurzum, Sie sehen, ich bin kein Vorbild. Ich kann nur alle davor warnen, meinem Lebensstil nachzueifern, und ich gebe heute allen Österreicherinnen und Österreichern die Chance zu zeigen, dass sie klüger, charakter- oder – ich sage lieber – willensstärker sind als ich. Sie haben die Chance. Hören Sie mit dem Rauchen auf! – Über Essen und Trinken steht heute nichts in der Tagesordnung. (Allgemeine Heiterkeit.) Fürchten Sie sich nicht! Glauben Sie mir: Nur wer das Laster kennt, kann darüber sprechen. Teile der Kirche haben das nicht berücksichtigt. (Neuerliche allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei den Grünen.)
Neuerliche allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei den Grünen.
Kurzum, Sie sehen, ich bin kein Vorbild. Ich kann nur alle davor warnen, meinem Lebensstil nachzueifern, und ich gebe heute allen Österreicherinnen und Österreichern die Chance zu zeigen, dass sie klüger, charakter- oder – ich sage lieber – willensstärker sind als ich. Sie haben die Chance. Hören Sie mit dem Rauchen auf! – Über Essen und Trinken steht heute nichts in der Tagesordnung. (Allgemeine Heiterkeit.) Fürchten Sie sich nicht! Glauben Sie mir: Nur wer das Laster kennt, kann darüber sprechen. Teile der Kirche haben das nicht berücksichtigt. (Neuerliche allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei den Grünen.)
Allgemeiner Beifall.
Glauben Sie mir: Rauchen Sie nicht, beschließen Sie vernünftige Gesetze – und glauben Sie einem Schwererziehbaren! – Danke. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 2 Prozent haben umgebaut!
auch einmal die Chance geben und schauen: Haben diese Übergangsfristen etwas bewirkt? Hat die Gastronomie umgebaut – ja oder nein? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 2 Prozent haben umgebaut!) Der Gesundheitsminister hat gesagt, er ist derzeit am Evaluieren, wie es jetzt ausschaut, um dann zu sehen, wie es weitergeht. (Zwischenruf.) – Aber die von der Gastronomie waren diejenigen, die das Gesetz so wollten. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, wie die unterschiedlichen – ich sage jetzt einmal – netten Überredungsversuche stattgefunden haben. Das ist genau das, was sie wollen. Sie wollen umbauen und sie wollen trennen. Jetzt geben wir ihnen die Chance – und da bin ich beim Minister –, sie wissen sehr lange, dass umgebaut gehört, und sie sollen es auch tun. Wenn wir draufkommen, dass es nicht funktioniert hat, dann werden wir uns ohnehin etwas überlegen müssen. Da bin ich ganz Ihrer Meinung.
Zwischenruf.
auch einmal die Chance geben und schauen: Haben diese Übergangsfristen etwas bewirkt? Hat die Gastronomie umgebaut – ja oder nein? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 2 Prozent haben umgebaut!) Der Gesundheitsminister hat gesagt, er ist derzeit am Evaluieren, wie es jetzt ausschaut, um dann zu sehen, wie es weitergeht. (Zwischenruf.) – Aber die von der Gastronomie waren diejenigen, die das Gesetz so wollten. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, wie die unterschiedlichen – ich sage jetzt einmal – netten Überredungsversuche stattgefunden haben. Das ist genau das, was sie wollen. Sie wollen umbauen und sie wollen trennen. Jetzt geben wir ihnen die Chance – und da bin ich beim Minister –, sie wissen sehr lange, dass umgebaut gehört, und sie sollen es auch tun. Wenn wir draufkommen, dass es nicht funktioniert hat, dann werden wir uns ohnehin etwas überlegen müssen. Da bin ich ganz Ihrer Meinung.
Abg. Weinzinger: Was?!
Für diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die sie vielleicht nicht mehr bekommen oder die sie noch bekommen: Ich glaube, kein Gesetz dieser Welt hat uns so viele Spam-Belästigungen gebracht wie dieses. Einerseits kamen Spam-Mails von militanten Rauchern (Abg. Weinzinger: Was?!), die uns mit gechipten Impfungen, mit der Frage, ob Kdolsky von der Tabakindustrie gesponsert ist oder ob ich von Pfizer gesponsert bin, mit Strafanzeigen und all diesen Dingen terrorisiert haben.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Die Nichtraucher waren in der Frage bei Weitem nicht so militant. Da kam eher der Versuch der Hoffnung, das zu unterstützen, und die Bitte, auch ihre Wünsche irgendwie umzusetzen. Das heißt, wir sind mit einer österreichischen Lösung konfrontiert. Ich sage jetzt einmal, geben wir ihr noch die Chance, die Übergangsfrist quasi ablaufen zu lassen und dann zu schauen, was passiert. Der Gesundheitsminister hat gesagt, wenn es dann nicht funktioniert, dann wird es wohl einen zweiten Schritt geben müssen. Wir werden sehen, was uns das Ende des Jahres noch bringt. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Drittens – nach Vertrauensschutz und Evaluation –: Wenn man jetzt die Wirte singulär herausgreift und sagt, das sind die Sündenböcke, dann muss ich Ihnen sagen, es gibt auch Orte außerhalb der Gastronomie, an denen geraucht wird. Das Problem ist nicht nur an Lokalen festzumachen. Die Situation in Österreich ist alles andere als gut. Frau Abgeordnete Glawischnig, da gebe ich Ihnen voll und ganz recht. Vor allem, was die Rate bei den Jugendlichen anbelangt, sind wir Weltmeister, aber im negativen Sinn. Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn man sich die Jugendschutzgesetze anschaut und sieht, dass man vor dem 16. Lebensjahr weder Tabakwaren erwerben noch rauchen darf, und dann hört, dass 42 Prozent der unter Sechzehnjährigen regelmäßig rauchen, dann, glaube ich, sind auch andere gefordert – nicht nur die Wirte, sondern zum Beispiel auch die Eltern. (Beifall bei der ÖVP.)
Allgemeine Heiterkeit. – Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer.
Ich erlebe jetzt die Nichtraucherschutzgesetze seit 15 Jahren. Am Anfang war es ein Problem, dass sich im Fußball Austria Memphis vom Sponsor trennt. Dann gab es die ersten Bahnhöfe, die wir rauchfrei gemacht haben, dann waren es die Aufschriften. Ich garantiere Ihnen, es wird einen nächsten Schritt geben, vielleicht schaffen wir ihn. Ich werde es sicher promoten, dass man da wieder einen Schritt schafft. Am Ende werden hoffentlich weniger Rauchen und weniger Leid stehen, aber keine verrückten Dinge wie etwa, dass man, wie ich gehört habe, in Kalifornien nicht einmal mehr am Strand rauchen darf. Das halte ich schon für sehr lustfeindlich, da tut mir schon jetzt der Van der Bellen leid. (Allgemeine Heiterkeit. – Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer.)
Ruf bei der SPÖ: 15 Jahre!
Ich hätte noch einen Vorschlag. Ich bin schon längere Zeit im Parlament (Ruf bei der SPÖ: 15 Jahre!), und früher konnte ich am Abend die Augen kaum mehr offenhalten, weil der Rauch die Tränenflüssigkeit negativ beeinflusst, wenn man Kontaktlinsenträger ist. Wir sind auch im Parlament schon weit gekommen. Ein Raum wurde rückgewidmet. Dort hat der Didi Keck sein Arbeitszimmer, weil niemand im Couloir rauchen wollte. Vielleicht schaffen wir es, das gesamte Parlament rauchfrei zu gestalten. Vielleicht sind wir dazu imstande. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und SPÖ.
Ich hätte noch einen Vorschlag. Ich bin schon längere Zeit im Parlament (Ruf bei der SPÖ: 15 Jahre!), und früher konnte ich am Abend die Augen kaum mehr offenhalten, weil der Rauch die Tränenflüssigkeit negativ beeinflusst, wenn man Kontaktlinsenträger ist. Wir sind auch im Parlament schon weit gekommen. Ein Raum wurde rückgewidmet. Dort hat der Didi Keck sein Arbeitszimmer, weil niemand im Couloir rauchen wollte. Vielleicht schaffen wir es, das gesamte Parlament rauchfrei zu gestalten. Vielleicht sind wir dazu imstande. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Richtig!
Zu dem, was Sie, Herr Bundesminister Stöger, bezüglich der Forderung der Wirte gesagt haben: Ich hab damals die Sendung „Im Zentrum“ gesehen, in der es um das Thema Rauchverbot in Lokalen beziehungsweise getrennte Raucherräume in Lokalen gegangen ist. Da war auch ein Vertreter der Wirte anwesend, und der Wunsch der Wirte war ein anderer, als Sie das jetzt darstellen: Die Wirte sind ja absolut nicht abgeneigt, diese Lösungen in ihren Lokalen umzusetzen. Sie wissen aber, dass dafür eine Menge Geld aufgewendet werden muss – nicht nur für die räumliche Trennung, sondern auch, um gewerbebehördliche Vorschriften umzusetzen wie zum Beispiel Lüftungsanlagen, die auch nicht gerade billig sind. Die Wirte haben aber die Befürchtung, dass sie jetzt diese Investitionen tätigen – die Übergangsfrist läuft ja mit 30. Juni aus –, dass das dann aber innerhalb von einem Jahr von der EU per Verordnung gekippt wird. Sie wollten von Ihnen also eine Sicherheit haben, wenn sie jetzt schon zigtausende Euro investieren. (Abg. Dr. Matznetter: Richtig!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine schwache Ansage!
Sie haben damals wortwörtlich darauf gesagt, Sie können garantieren, dass das so lange hält, solange Sie Gesundheitsminister sind. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine schwache Ansage!) Na, gut, das ist jetzt nicht unbedingt eine Garantie, denn ich weiß nicht, wie lange Sie Gesundheitsminister sind. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Matznetter und Silhavy.) Ich nehme an, dass Sie es bis zum Jahr
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Matznetter und Silhavy.
Sie haben damals wortwörtlich darauf gesagt, Sie können garantieren, dass das so lange hält, solange Sie Gesundheitsminister sind. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine schwache Ansage!) Na, gut, das ist jetzt nicht unbedingt eine Garantie, denn ich weiß nicht, wie lange Sie Gesundheitsminister sind. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Matznetter und Silhavy.) Ich nehme an, dass Sie es bis zum Jahr
Beifall bei der FPÖ.
Ich denke, das wäre nur fair, denn es ist schon äußerst unfair, von den Wirten zigtausende Euro an Investitionen zu verlangen und ihnen dann nächstes Jahr mitteilen zu müssen, das war für die Katz’, das war’s und danke – denn aus der Tabaksteuer zurückzahlen wird der Herr Gesundheitsminister das Geld ja auch nicht. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dieser Befehl an die österreichischen Gastronomen, deren Lokale in ihrem Besitz und in vielen Fällen auch in ihrem Eigentum stehen, dieser Antrag und diese Diskussion kommen ja eigentlich einer Zwangsentmündigung, einer Vormundschaft der Gastronomen in Österreich gleich. – Darum geht es ja eigentlich de facto und darüber sollten wir auch diskutieren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Und was sagst du zur schwangeren Kellnerin? Die hat auch keine Wahlfreiheit! Die kriegt einen Mutterschutz ...!
Wir vom BZÖ haben ein Modell vorgeschlagen, das bis heute leider nicht umgesetzt ist, und daher befinden wir uns heute auch nach wie vor in diesem Chaos. Daher sind ja diese Diskussion und dieses Gesetz so chaotisch! Deswegen fühlen sich ja die Gastronomen in Österreich gepeinigt – jene Gastronomen, die jetzt Investitionen tätigen –: weil man nicht dem Vorschlag gefolgt ist, zu sagen: So, meine lieben Wirte, wir als Gesetzgeber geben euch jetzt mehrere Möglichkeiten im Rahmen der Wahlfreiheit, und ihr müsst sehen, welche dieser Möglichkeiten ihr annehmt und welche zu eurem Geschäftsmodell passen! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Und was sagst du zur schwangeren Kellnerin? Die hat auch keine Wahlfreiheit! Die kriegt einen Mutterschutz ...!)
Abg. Dr. Zinggl: Geh, red doch nicht so einen Blödsinn!
Aber das kann nicht darin münden, dass wir hier in kommunistischer Manier die Betriebe Österreichs zwangsenteignen und ihnen in Zukunft vorschreiben, was sie zu tun haben. (Abg. Dr. Zinggl: Geh, red doch nicht so einen Blödsinn!) Wo endet eigentlich Ihr Regulierungswahn? Endet Ihr Regulierungswahn darin, dass Sie in fünf Jahren den Betrieben vorschreiben, Sie dürfen nur mehr Gerichte mit 45 Kalorien anbieten? – Na, wie hätten Sie es gerne? Sagen Sie es doch! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sag was zur schwangeren Kellnerin!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sag was zur schwangeren Kellnerin!
Aber das kann nicht darin münden, dass wir hier in kommunistischer Manier die Betriebe Österreichs zwangsenteignen und ihnen in Zukunft vorschreiben, was sie zu tun haben. (Abg. Dr. Zinggl: Geh, red doch nicht so einen Blödsinn!) Wo endet eigentlich Ihr Regulierungswahn? Endet Ihr Regulierungswahn darin, dass Sie in fünf Jahren den Betrieben vorschreiben, Sie dürfen nur mehr Gerichte mit 45 Kalorien anbieten? – Na, wie hätten Sie es gerne? Sagen Sie es doch! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sag was zur schwangeren Kellnerin!)
Abg. Mag. Kogler: Dir wäre schon geholfen, wenn ...! – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Wer A sagt, muss auch B sagen! Frau Glawischnig, da bitte ich Sie tatsächlich, einmal in Ihrem politischen Leben konsequent zu sein. Sie sollten den Satz auch zu Ende denken. (Abg. Mag. Kogler: Dir wäre schon geholfen, wenn ...! – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber geh!
Wenn Sie für Verbote und Regulierung in diesem Land sind, dann sagen Sie es, dann seien Sie aber auch konsequent bis hin zu Ihrem Lieblingsthema, nämlich der Freigabe der harten Drogen in diesem Land. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber geh!) Da kennen Sie ja keine Skrupel, wenn es darum geht, jungen Menschen Zugang zu Einstiegsdrogen zu ermöglichen, wenn es darum geht, Substitolmissbrauch zu pardonieren, wenn es darum geht, Drogenkonsumräume – wie zum Beispiel in der steirischen Landeshauptstadt – zu ermöglichen. Da gibt es einen eigenen Drogenkonsumraum, wo Spritzen auf Krankenschein angeboten werden. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Als Therapie! Sie haben ja keine Ahnung!) Das einzige Glück, das wir in Graz haben, ist, dass das derzeit noch dem Suchtmittelgesetz widerspricht und selbst das Gesundheitsministerium sagt, dass so ein Projektbetrieb, wie Sie ihn sich wünschen, nicht der österreichische Gesetzeslage entspricht.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Als Therapie! Sie haben ja keine Ahnung!
Wenn Sie für Verbote und Regulierung in diesem Land sind, dann sagen Sie es, dann seien Sie aber auch konsequent bis hin zu Ihrem Lieblingsthema, nämlich der Freigabe der harten Drogen in diesem Land. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber geh!) Da kennen Sie ja keine Skrupel, wenn es darum geht, jungen Menschen Zugang zu Einstiegsdrogen zu ermöglichen, wenn es darum geht, Substitolmissbrauch zu pardonieren, wenn es darum geht, Drogenkonsumräume – wie zum Beispiel in der steirischen Landeshauptstadt – zu ermöglichen. Da gibt es einen eigenen Drogenkonsumraum, wo Spritzen auf Krankenschein angeboten werden. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Als Therapie! Sie haben ja keine Ahnung!) Das einzige Glück, das wir in Graz haben, ist, dass das derzeit noch dem Suchtmittelgesetz widerspricht und selbst das Gesundheitsministerium sagt, dass so ein Projektbetrieb, wie Sie ihn sich wünschen, nicht der österreichische Gesetzeslage entspricht.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Therapie! Keine Ahnung!
Aber das wollen Sie ja: Sie wollen Drogenkonsumräume haben. Sie wollen, dass die Leute sich spritzen können, sich vergiften können (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Therapie! Keine Ahnung!), weil es dann offenbar einfacher ist, die Leichen im unmittelbaren Umfeld dieses Drogenkonsumraums wegzuräumen, anstatt dass man sie irgendwo suchen müsste. Das ist offenbar Ihr Ziel, aber dann sollten Sie so konsequent sein. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sag was zur schwangeren Kellnerin!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sag was zur schwangeren Kellnerin!
Aber das wollen Sie ja: Sie wollen Drogenkonsumräume haben. Sie wollen, dass die Leute sich spritzen können, sich vergiften können (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Therapie! Keine Ahnung!), weil es dann offenbar einfacher ist, die Leichen im unmittelbaren Umfeld dieses Drogenkonsumraums wegzuräumen, anstatt dass man sie irgendwo suchen müsste. Das ist offenbar Ihr Ziel, aber dann sollten Sie so konsequent sein. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sag was zur schwangeren Kellnerin!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der hat sicher keine 50 Quadratmeter! Rechnen!
gesagt –, kann das nicht bezahlen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der hat sicher keine 50 Quadratmeter! Rechnen!)
Abg. Mag. Stadler – in die Reihen der Grünen deutend –: Schokolade ist auch schädlich!
So ist das, Frau Klubobfrau, damit wir Sie wieder einmal in die Realität des österreichischen Lebens zurückholen, das ist nämlich auch notwendig. Das sind nicht VIP-Veranstaltungen, wo man quasi weit weg von den Lebensgewohnheiten der Österreicherinnen und Österreicher ist – nein, hinein in die Realität! „Mitten in den Achten“, Frau Klubobfrau, führe ich Sie jetzt hin. Der Großteil sind Gastronomen, die selbst im Betrieb stehen müssen. (Abg. Mag. Stadler – in die Reihen der Grünen deutend –: Schokolade ist auch schädlich!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... so ein Quatsch!
Diese Betriebe, die vorne und hinten „crashen“, weil sie nicht mehr wissen, wie sie den Betrieb aufrechterhalten sollen, sind jetzt dazu gezwungen, auf gut Glück Investitionen zwischen 15 000 € und 25 000 € zu tätigen, bekommen keine Kredite und wissen nicht einmal, wie sie die Strafen bezahlen sollen, Frau Klubobfrau. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... so ein Quatsch!)
Beifall beim BZÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von BZÖ und ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Im Übrigen bekommen sie auch keine Kredite, denn die ÖVP hat in weiser Voraussicht ein Bankenpaket beschlossen, damit genau jene Klein- und Mittelbetriebe ja keine Kredite bekommen, denn das Geld dient ja dazu, Spekulationsgeschäfte im Osten abzudecken, wie wir wissen. Das wissen wir in diesem Haus, das haben wir ja schon festgestellt. (Beifall beim BZÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von BZÖ und ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ.
Wie stellen Sie sich das jetzt vor, Frau Glawischnig? Wir vom BZÖ wollen in Zukunft die Wahlfreiheit, wir wollen keine Regulierung. Das ist unsere Linie gegenüber den mündigen Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmern in Österreich. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Und macht alles hin! Und wieder alles vorbei! So ist es!
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist ja wieder einmal bezeichnend: Bis der Herr Kollege Grosz vom BZÖ an dieses Rednerpult getreten ist, war es ja wirklich eine sehr konstruktive und inhaltlich gute Debatte. Dann kommt der Herr Grosz (Abg. Grosz: Und macht alles hin! Und wieder alles vorbei! So ist es!), betreibt hier steirischen Landtagswahlkampf und ist einfach polemisch. – Das bringt es nicht! Herr Grosz, das bringt es nicht, weil Politik ja keine persönliche Geschmacksfrage darstellt. Politik muss Rahmenbedingungen schaffen und vor allem Kinder und Jugendliche schützen – und das geht mit Wahlfreiheit auf keinen Fall.
Zwischenruf des Abg. Mag. Haider
Sie wissen vielleicht – und wenn nicht, dann sage ich es Ihnen jetzt –: Rund um die Uhr können in Österreich Tabakwaren gekauft werden – Grundnahrungsmittel nicht, aber Tabakwaren! 2 Prozent der Betriebe haben bis jetzt umgebaut (Zwischenruf des Abg. Mag. Haider), 98 Prozent der Betriebe noch nicht. Was ist mit denen, die noch nicht umgebaut haben? Immer die Verantwortung den Eltern zuzuschieben ist meiner Ansicht nach fahrlässig. (Zwischenruf des Abg. Prinz.) Gerade die Politik hat da enormen Handlungsbedarf. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Prinz.
Sie wissen vielleicht – und wenn nicht, dann sage ich es Ihnen jetzt –: Rund um die Uhr können in Österreich Tabakwaren gekauft werden – Grundnahrungsmittel nicht, aber Tabakwaren! 2 Prozent der Betriebe haben bis jetzt umgebaut (Zwischenruf des Abg. Mag. Haider), 98 Prozent der Betriebe noch nicht. Was ist mit denen, die noch nicht umgebaut haben? Immer die Verantwortung den Eltern zuzuschieben ist meiner Ansicht nach fahrlässig. (Zwischenruf des Abg. Prinz.) Gerade die Politik hat da enormen Handlungsbedarf. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie wissen vielleicht – und wenn nicht, dann sage ich es Ihnen jetzt –: Rund um die Uhr können in Österreich Tabakwaren gekauft werden – Grundnahrungsmittel nicht, aber Tabakwaren! 2 Prozent der Betriebe haben bis jetzt umgebaut (Zwischenruf des Abg. Mag. Haider), 98 Prozent der Betriebe noch nicht. Was ist mit denen, die noch nicht umgebaut haben? Immer die Verantwortung den Eltern zuzuschieben ist meiner Ansicht nach fahrlässig. (Zwischenruf des Abg. Prinz.) Gerade die Politik hat da enormen Handlungsbedarf. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der SPÖ: Stimmt ja nicht!
Ich frage mich: Herr Bundesminister, wovor haben Sie als Gesundheitsminister Angst? Die Gesetze greifen eindeutig nicht, nur 2 Prozent der Betriebe sind bis jetzt umgebaut. (Ruf bei der SPÖ: Stimmt ja nicht!) Die Zahlen betreffend Raucher und Raucherinnen sind erschreckend. Weil Sie das ins Treffen geführt haben: Das Tabakwerbeverbot hilft überhaupt nicht, Jugendliche vor dem Konsum zu bewahren, denn Jugendliche rauchen weiterhin wie Schlote. Das wissen wir.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Noch einmal zum OECD-Vergleich: Bei den 15-Jährigen die höchste Raucherquote: 24 Prozent aller 15-jährigen Burschen rauchen, 30 Prozent aller 15-jährigen Mädchen rauchen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das Raucheinstiegsalter liegt bei 11 Jahren, der Jugendschutz greift da ganz eindeutig nicht. (Abg. Franz: Aber das ... hilft auch nicht! Kommen Sie zur Sache!) Der Nikotinkonsum wird nicht verbannt.
Abg. Franz: Aber das ... hilft auch nicht! Kommen Sie zur Sache!
Noch einmal zum OECD-Vergleich: Bei den 15-Jährigen die höchste Raucherquote: 24 Prozent aller 15-jährigen Burschen rauchen, 30 Prozent aller 15-jährigen Mädchen rauchen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das Raucheinstiegsalter liegt bei 11 Jahren, der Jugendschutz greift da ganz eindeutig nicht. (Abg. Franz: Aber das ... hilft auch nicht! Kommen Sie zur Sache!) Der Nikotinkonsum wird nicht verbannt.
Abg. Silhavy: Überzeugen muss man!
Rauchen ist im Namen des Jugendschutzes, im Namen des Kinderschutzes aus dem öffentlichen Bereich zu verbannen, und Lokale gehören zum öffentlichen Bereich. (Abg. Silhavy: Überzeugen muss man!)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt noch ein Beispiel: Als Jugendsprecherin bin ich ja öfters unterwegs, und es kommt vor, dass in den Lokalen Gratiszigaretten – von der Tabakindustrie forciert – angeboten werden. Es wird nicht nachgefragt, wie alt die Jugendlichen sind – überhaupt nicht! Das kann es nicht sein. Das muss verhindert werden. Wenn ich Kindern und Jugendlichen Gratiszigaretten in die Hand drücke, braucht sich keiner zu wundern, dass die Kinder und Jugendlichen auch rauchen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP
Genau das ist das falsche Signal! Wir müssen in diesem Bereich klare Signale setzen (Beifall bei der ÖVP), und die Gastronomie hat einhellig gesagt: Bitte gebt uns wenigstens fünf Jahre, wenn wir investieren, dann wissen wir Bescheid und können mit der Regelung leben.
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Und da fordere ich euch Grüne auf: Denkt wirklich darüber nach, ob es gescheit ist, den Weg, alles reglementieren zu wollen, weiterzugehen? Denn: Irgendwann kommt die Veganer-Frage: Wieso esse ich in einem Lokal, in welchem neben mir einer isst, der eine tote Tierleiche auf dem Teller hat? Ich fühle mich angeekelt, wie komme ich dazu? – Ganz ernsthaft! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Und irgendwann kommt die Alkohol-Frage. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Nein, ernsthaft! In der Geschichte ist sie immer gekommen. Wir haben in diesem Land zweimal absolute Verbote gehabt, und zwar im 17. und im 18. Jahrhundert, in der schlimmsten Form des Absolutismus. Als die Missionare Indianer für den Tabakkonsum ausgepeitscht haben, war er bei uns verboten. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.)
Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.
Und irgendwann kommt die Alkohol-Frage. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Nein, ernsthaft! In der Geschichte ist sie immer gekommen. Wir haben in diesem Land zweimal absolute Verbote gehabt, und zwar im 17. und im 18. Jahrhundert, in der schlimmsten Form des Absolutismus. Als die Missionare Indianer für den Tabakkonsum ausgepeitscht haben, war er bei uns verboten. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.)
Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich brauche in diesem Haus nicht zu sagen, wann das zweite Mal bei uns das absolute Rauchverbot verhängt worden ist. (Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Sie wissen, in welchem Zeitalter das war, daher keine Aufregung! Es sei den Grünen ins Stammbuch geschrieben, weil ich es mir von ihnen wünsche: Seid heikel in diesen Fragen! Schaut und denkt darüber nach, wo ihr geschichtlich steht!
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es gibt 500 Jahre Tabakkonsum. Jeder möge nachschauen, wann er verboten war, welche Bewegungen das Verbot wollten, welche dann für dessen Aufhebung gesorgt haben. Übrigens war bei der Prohibition in 14 Bundesstaaten nicht nur Alkohol, sondern auch Tabakkonsum verboten. Schaut euch das an, und dann entscheidet, ob es die richtige Linie ist! Das sage ich deswegen, weil ich auch in meiner politischen Bewegung immer ein bisschen dafür kämpfen muss, dass wir nicht alles und jedes bis ins kleinste Detail regeln. Mit diesem versöhnlichen Appell möchte ich mit Kurt Grünewald eine Zigarette rauchen gehen. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Petzner: Auch die von der eigenen Fraktion? Auch die von Rasinger?
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Redebeiträge haben mich, muss ich sagen, zum Teil sehr verwundert, egal, von welcher Fraktion sie gekommen sind. (Abg. Petzner: Auch die von der eigenen Fraktion? Auch die von Rasinger?) Was den Antrag von den Grünen betrifft, die darin ein generelles Rauchverbot fordern, und was die Argumente, die in den Debattenbeiträgen vorgebracht wurden, betrifft, so muss ich sagen: Ich verstehe es überhaupt nicht, warum die Gastronomie für all das herhalten sollte, was hier an Argumenten vorgebracht wurde.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Das wollen wir auch! Dann können Sie ja unserem Antrag gleich zustimmen!
Ich bin ein Mann aus der Praxis. Wir haben zuhause einen Gasthof auf dem Land und ein Hotel. In unserem Hotel haben wir seit sieben Jahren ein Rauchverbot. Und wisst ihr, warum? Nicht deshalb, weil es ein diesbezügliches Gesetz gibt, sondern deswegen, weil ich als Unternehmer und als Wirt zielgruppenorientiert arbeite. Und wenn ich mich entscheide: Ich will diese Zielgruppe haben!, dann mache ich es auch demgemäß. Ich als Unternehmer entscheide darüber. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Das wollen wir auch! Dann können Sie ja unserem Antrag gleich zustimmen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe aber auch einen Gasthof auf dem Land, den ich über den ganzen Winter am Abend zusperren könnte, hätten wir in Österreich ein generelles Rauchverbot. Kein einziger Verein würde nach den Proben ins Dorfgasthaus gehen, dort zusammensitzen, ein paar Glaseln trinken und eine dazu rauchen, wenn dort das Rauchen verboten wäre. Er würde im Vereinslokal bleiben, denn dort kann er neben dem Trinken auch eine Zigarette rauchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Genau!
Weil immer das Argument kommt, die Gastronomie sei schuld, dass die Jugend raucht: Bitte lassen wir die Verantwortung dort, wo sie hingehört! Wir alle wissen – zumindest diejenigen, die geraucht haben –, wo wir das Rauchen gelernt haben, nämlich im Garten auf dem Bankerl oder in irgendwelchen versteckten Ecken, aber nicht in Lokalen, keiner von uns. Das wissen wir alle ganz genau. Aber dann, wenn man ein Problem allgemein nicht in den Griff bekommt und wenn man von Elternseite her glaubt, bei den eigenen Kindern nicht durchgreifen zu können, das schwächste Glied dafür verantwortlich zu machen, nämlich die Gastronomie, dann ist das nicht okay. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Genau!)
Abg. Hörl: Weltweit!
Ich glaube, dass Österreich europaweit eines der besten Nichtraucherschutzgesetze hat (Abg. Hörl: Weltweit!), mit dem der Wahrheit am meisten entsprochen und bei dem den Tatsachen auch wirklich in die Augen geschaut wird. Das sollten wir nicht vergessen! Einige Länder haben uns schon nachgeahmt, und es werden uns noch so manche folgen. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, dass Österreich europaweit eines der besten Nichtraucherschutzgesetze hat (Abg. Hörl: Weltweit!), mit dem der Wahrheit am meisten entsprochen und bei dem den Tatsachen auch wirklich in die Augen geschaut wird. Das sollten wir nicht vergessen! Einige Länder haben uns schon nachgeahmt, und es werden uns noch so manche folgen. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte zunächst Worte des Dankes und der Bewunderung sagen. Eine Danksagung geht in Richtung des Professors Grünewald, der eine unglaublich spritzige und gute Rede gehalten hat, für die er gerade noch nicht mit dem grünen Parteiausschluss bedroht wurde. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Wer zwischen den Zeilen gelesen hat und auch vermag, ihn richtig zu deuten, der hat seine Botschaft schon richtig verstanden. Gut hat er das gemacht, intellektuell, spritzig, ganz anders als die grüne Klubobfrau. Und gut war auch, was der Herr Matzenetter gesagt hat und was er dem entgegengehalten hat, was hier von grüner Seite gekommen ist.
Abg. Grosz: Das ist offenbar die Stammklientel!
Wissen Sie, was für mich das Grundproblem des Ganzen ist? – Ich wohne im Bereich des Wiener Stadtparks, und wenn ich durch den Stadtpark gehe, passiert mir das, was allen im Stadtpark passiert, auch den Eltern mit Kindern, nämlich: Du kommst durch den Stadtpark nicht durch, ohne mindestens dreimal damit konfrontiert worden zu sein, ob man nicht etwas brauche. Ob man nicht etwas brauche, das heißt, ob man nicht irgendwelche Drogen konsumieren oder kaufen wolle. Das alles ist irgendwie ohne Probleme möglich. (Abg. Grosz: Das ist offenbar die Stammklientel!) Möglicherweise! Aber dass man dann, nachdem man den Stadtpark durchquert hat, vielleicht auf einen Kaffee geht oder ein Bier trinkt und dazu eine Zigarette raucht – ich bin einer, der sich auch dazu bekennt, dass er gerne raucht; ich bin vielleicht einer der letzten Dinosaurier hier, die dazu auch stehen –, soll auf einmal nicht mehr möglich sein.
Beifall bei der FPÖ
Da gibt es aus meiner Sicht eine völlig falsche Prioritätensetzung, Kollege Rasinger: dass man nichts dagegen macht, dass in Wien auf offener Straße Drogen verkauft werden, Drogen konsumiert werden, und auf der anderen Seite hier eine Scheindiskussion aufgemacht wird (Beifall bei der FPÖ), die wir bislang in guter und bester österreichischer Tradition gut bewältigt haben, indem ein friedliches, ein gedeihliches, ein gutes Nebeneinander und Miteinander von Rauchern und Nichtrauchern möglich war.
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Es war für mich beides Ausdruck einer Zeit – sie strahlt noch ein bisschen in die jetzige hinein –, als alles noch halbwegs normal war, und jetzt beginnt sich das in eine Richtung zu entwickeln, wo man die Augen vor den richtigen Problemen verschließt und irgendwelche Scheindiskussionen aufmacht, wo es in Wahrheit keine Probleme gibt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Mag. Wurm: Matznetter!
Was Kollege Matzenetter gesagt hat, nämlich, dass es sehr wohl in einer Zeit ... (Abg. Mag. Wurm: Matznetter!) Matzenetter! Entschuldigen Sie mir diese nicht korrekte
Abg. Mag. Wurm: Nein! Matznetter!
Aussprache! Ich werde ein Privatissimum machen im Raucherkammerl mit dem Kollegen Matzenetter. War das jetzt richtig? (Abg. Mag. Wurm: Nein! Matznetter!) Wir probieren das später noch einmal! (Abg. Dr. Rasinger: Matznetter!) Wir üben das auch miteinander!
Abg. Dr. Rasinger: Matznetter!
Aussprache! Ich werde ein Privatissimum machen im Raucherkammerl mit dem Kollegen Matzenetter. War das jetzt richtig? (Abg. Mag. Wurm: Nein! Matznetter!) Wir probieren das später noch einmal! (Abg. Dr. Rasinger: Matznetter!) Wir üben das auch miteinander!
Beifall bei der FPÖ.
„Da kommt etwas ganz Faschistoides dazu – abgesehen davon, dass in der Öffentlichkeit rauchen zu dürfen, eine Forderung der 48er-Revolution war, die eine ganze Kultur geprägt hat. Alle großen Intellektuellen und Politiker, Sartre, Malraux, Churchill, de Gaulle, waren Raucher, der einzig militante Nichtraucher war Hitler.“ – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Sie von den Grünen haben sich halt das generelle Rauchverbot ausgesucht, um mediale Präsenz sicherzustellen. Dann haben Sie den ORF herbestellt, der vorher wieder schön von der Tribüne aus mit einem eigenen Kamerateam gefilmt hat. Da sind wir wieder bei dem, was wir gestern diskutiert haben. Und heute in der „ZiB1“ wird wieder im Auftrag des Herrn Pius Strobl die Headline lauten: Die Grünen haben wieder eine große Initiative gestartet und wollen jetzt ein generelles Rauchverbot in Österreich. So wird es ablaufen, so haben sie es geplant. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Mag. Brunner: Das sagen gerade Sie!
Herr Kogler, das Problem, das Sie dabei haben, ist – und da wird Ihnen daher auch die Auftragsarbeit durch den ORF nicht helfen –, dass Sie völlig an der Lebenswelt und an der Lebensrealität der Österreicherinnen und Österreicher vorbei agieren, und zwar nicht nur beim Rauchverbot und bei der Frage des Nichtraucherschutzes, sondern in Ihrer Politik insgesamt, was auch dazu führt, dass Sie politisch wie auch stimmenmäßig nicht mehr vom Fleck kommen. (Abg. Mag. Brunner: Das sagen gerade Sie!)
Beifall beim BZÖ.
Dadurch wird sich das auch von selbst regeln: Die Lokale, die nicht ankommen, werden das auch wirtschaftlich zu spüren bekommen, die, die ankommen, werden die anderen mitziehen, und das Problem wäre auf ganz einfache, unkomplizierte, demokratische Art und Weise gelöst. Wir hätten diese ganze Diskussion über irgendwelche Größen- und Quadratmeterregelungen, Schutzbauten und Umbauarbeiten vom Tisch und würden die Entscheidungsinstanz weg vom Gesetzgeber hin zu den Menschen geben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ein einfacher, aber effizienter und unkomplizierter Ansatz zum Wohle der Touristiker, zum Wohle der Wirte, zum Wohle der Raucher und der Nichtraucher. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Silhavy – eine Ausgabe der Zeitschrift „NEWS“ in die Höhe haltend –: Da steht aber etwas anderes drin!
60 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher wissen sehr wohl, was es heißt, von Rauch oder auch Passivrauch belastet zu sein, und daher sprechen sich 60 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen für ein Rauchverbot in Lokalen aus. (Abg. Silhavy – eine Ausgabe der Zeitschrift „NEWS“ in die Höhe haltend –: Da steht aber etwas anderes drin!) – Also das wurde so publiziert.
Rufe: Matznetter! Matznetter! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Matznetter! Ohne e!
Aber, Kollege Matzenetter (Rufe: Matznetter! Matznetter! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Matznetter! Ohne e!), okay, der Kollege von der SPÖ (Abg. Mag. Gaßner: Welcher Kollege von der SPÖ? Matznetter?), es gibt einfach eine Gruppe, die nicht selbst entscheiden kann: Das sind die Passivraucher, vor allem die allergrößte Gruppe der Passivraucher, die eben nicht selbst entscheiden können, die über 300 000 im Gastgewerbe Beschäftigten. Die können nicht entscheiden! Sie werden von all den 52, glaube ich, krebserregenden Substanzen, die sich im Tabakrauch befinden, voll geschädigt. Sie brauchen unsere Unterstützung ganz massiv. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Gaßner: Welcher Kollege von der SPÖ? Matznetter?
Aber, Kollege Matzenetter (Rufe: Matznetter! Matznetter! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Matznetter! Ohne e!), okay, der Kollege von der SPÖ (Abg. Mag. Gaßner: Welcher Kollege von der SPÖ? Matznetter?), es gibt einfach eine Gruppe, die nicht selbst entscheiden kann: Das sind die Passivraucher, vor allem die allergrößte Gruppe der Passivraucher, die eben nicht selbst entscheiden können, die über 300 000 im Gastgewerbe Beschäftigten. Die können nicht entscheiden! Sie werden von all den 52, glaube ich, krebserregenden Substanzen, die sich im Tabakrauch befinden, voll geschädigt. Sie brauchen unsere Unterstützung ganz massiv. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber, Kollege Matzenetter (Rufe: Matznetter! Matznetter! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Matznetter! Ohne e!), okay, der Kollege von der SPÖ (Abg. Mag. Gaßner: Welcher Kollege von der SPÖ? Matznetter?), es gibt einfach eine Gruppe, die nicht selbst entscheiden kann: Das sind die Passivraucher, vor allem die allergrößte Gruppe der Passivraucher, die eben nicht selbst entscheiden können, die über 300 000 im Gastgewerbe Beschäftigten. Die können nicht entscheiden! Sie werden von all den 52, glaube ich, krebserregenden Substanzen, die sich im Tabakrauch befinden, voll geschädigt. Sie brauchen unsere Unterstützung ganz massiv. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die Beschäftigten im Gastgewerbe brauchen unsere massive Unterstützung, unseren Schutz. Wir wissen, das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz versagt beim Schutz der Beschäftigten im Gastgewerbe total, was den Nichtraucherschutz betrifft. Es regelt zwar das Rauchverhalten von Kollegen untereinander, das Rauchverhalten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, aber die Gäste sind nicht involviert. Das sagt sogar die Verfassung, da kann sich der ArbeitnehmerInnenschutz nicht einmischen. Auch die gesetzlichen Grenzwerte – Klubobfrau Glawischnig hat es schon angeführt – werden da nicht schlagend. Der ArbeitnehmerInnenschutz versagt in Bezug auf Nichtraucherschutz im Gastgewerbe total. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, die Unternehmen – so viel zum Kollegen Petzner – sind eben nicht bereit, ihre Mitarbeiter vor dem massiven Krebsrisiko, das durch Passivrauchen entsteht, zu schützen. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Sie sind eben nicht bereit, das ist der Punkt. Genau deshalb müssen wir das tun. Deshalb muss der Gesetzgeber eingreifen und die über 300 000 Mitarbeiter vor diesem hohen Krebsrisiko, vor diesen 52 Substanzen, die im Tabakrauch enthalten sind, schützen. Ich meine, es kann doch nicht so schwer sein, das zu verstehen.
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Das ist der Grund beziehungsweise auch das ist der Grund dafür, warum das Rauchen in Lokalen künftig nicht mehr möglich sein soll. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der FPÖ: Na, no na!
Im Übrigen möchte ich auch noch betonen, Herr Minister, dass ich Ihre ehrliche Antwort sehr schätze (Ruf bei der FPÖ: Na, no na!), denn jeder, der sagt, er könne etwas über die eigene Gesetzgebungsperiode hinaus sicherstellen, macht etwas vor. Niemand weiß, wie sich Gesetzesmaterien in Zukunft gestalten werden, wenn andere politische Zusammensetzungen gegeben sind. Also ich würde das nicht kritisieren, sondern sagen, es wäre jeder von Ihnen aufgefordert, gleich ehrlich zu arbeiten und zu agieren. Dann würden die Menschen auch wissen, dass sie sich darauf verlassen können.
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Hörl: Bravo!
Ich finde das, was Sie, Herr Bundesminister, am Anfang gesagt haben, besonders wichtig: Wir müssen die Menschen erreichen. Genau das ist der springende Punkt. Ich habe 30 Jahre lang nicht sehr wenig geraucht, ich bin seit 25. März 2006 rauchfrei und hoffe, ich bleibe es auch, ich bemühe mich darum. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Hörl: Bravo!) Danke schön. Ja, ich freue mich auch darüber, dass ich es geschafft habe, ich sage das offen und ehrlich.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich glaube, dass das ein lebbarer Kompromiss ist, und ich würde auch die Grünen ersuchen, weiter einen fairen Prozess zu verfolgen, abzuwarten, bis die Übergangsbestimmungen vorbei sind, und dann zu schauen, was herauskommt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Steinhauser: Das ist eine einzigartige Position!
Abgeordnete Anna Franz (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Auch ich bin seit ein paar Jahren Nichtraucherin. Ich bin sehr glücklich damit, bin aber noch sehr, sehr gerne Passivraucherin, und das verstehen viele nicht. (Abg. Mag. Steinhauser: Das ist eine einzigartige Position!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Eine sehr gute Idee!
Da ist die Pädagogik gefragt. Wir brauchen Schwerpunktsetzungen an den Schulen. Es braucht gemeinsame Anstrengungen der Schulpartner – der Eltern, der Lehrpersonen, der Schülerinnen und Schüler und auch der Schulärzte. Ich könnte mir eine Kampagne ähnlich jener bezüglich der Zahnprophylaxe vorstellen. Auch da wurden gute Ergebnisse erzielt, Karies wurde ja reduziert. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Eine sehr gute Idee!)
Beifall bei der ÖVP.
Lehrpersonen, auf ihre Vorbildwirkung hin! Mit unserem Gesetz haben wir einen guten Mittelweg gewählt. Bewusstseinsbildung ist wichtiger als Bevormundung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen haben diesem Gesetz nicht zugestimmt, weil wir von Anfang an gesagt haben, dass das eine Falle ist, in die die Wirte teilweise gelockt werden sollen, die jetzt teure Investitionen tätigen müssen – und dann kommt irgendwann von der EU, dass ein totales Rauchverbot umzusetzen ist. Jetzt sind die Grünen aber noch schlimmer als die EU, denn sie wollen ein Gesetz auskegeln, das sie selbst mitbeschlossen haben und das noch nicht einmal ganz in Kraft getreten ist. Also das ist völlig irrwitzig, aber das sind eben die Grünen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Die grüne Klubobfrau zitiert heute hier aus dem Mutter-Kind-Pass, dass Rauchen ungesund ist, und sagt dann: Jetzt frage ich mich, was denkt sich eine werdende Mutter? – Ich frage mich auch! Was denken sich 40 Prozent der werdenden Mütter, die trotzdem weiterrauchen? Was denken sich diese Eltern, wenn sie Kinder in Wohnungen aufwachsen lassen, wo mindestens ein Elternteil raucht und wahrscheinlich auch im Kinderzimmer und im Schlafzimmer geraucht wird? Das sind die großen Probleme, denn dabei sind kleine Kinder bereits Passivraucher (Beifall bei der FPÖ), und das zieht sich dann durch.
Beifall bei der FPÖ.
Fahrlässig ist das, was Sie hier fordern. Es sind ja die Grünen, die zwar einerseits die Freigabe von Drogen fordern, aber auf der anderen Seite wollen Sie dann in der Gastronomie das absolute Rauchverbot. Das ist ein Widerspruch in sich, etwas, das in keiner Weise zusammengeht und zusammenpasst. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Schwentner: Insgesamt wird weniger geraucht!
Schauen Sie sich doch an, was Sie hier so großartig loben: In Italien, da funktioniert das ja „fantastisch“. Wenn dann alle vor den Lokalen stehen, dann ist das „wunderbar“, denn dann hören die Leute plötzlich auf, in den Lokalen zu rauchen. Na „großartig“! Und was haben Sie damit erreicht? (Abg. Mag. Schwentner: Insgesamt wird weniger geraucht!) – Gar nichts, außer dass die Straßen verschmutzt sind. Die Leute rauchen genauso viel weiter. Also für die Gesundheit bringt ein absolutes Rauchverbot überhaupt nichts.
Beifall bei der FPÖ.
Sie kommen hier mit irgendwelchen wirren Argumenten, die überhaupt nicht ineinander passen, die sich selbst widersprechen. Das ist ein Weg, den Sie gehen können, und ich bin froh, dass Sie da keine Mehrheit bekommen. Denn ich sage Ihnen schon eines: Es ist ganz, ganz verwerflich, dass man hier Leuten etwas aufbrummt, die daraufhin Investitionen vornehmen, und das dann selbst, bevor es noch in Kraft getreten ist, wieder auskegeln will. Das bedeutet, den Leuten etwas vorzuspielen und hier mit den Menschen zu spielen – und das Ganze unter dem Vorwand der Gesundheit, von der in diesem Antrag überhaupt nichts drinnen steht. Für die Gesundheit bringt ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie überhaupt nichts! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Mag. Gaßner: Bravo, Didi!
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich rauche seit drei Jahren nicht mehr (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Mag. Gaßner: Bravo, Didi!), und ich habe viele Jahrzehnte lang sehr intensiv geraucht. Ich habe jeden Tag ein Packerl oder mehr geraucht; meistens war es mehr. Und auch meine Freunde und viele Bekannte haben geraucht.
Beifall bei der SPÖ.
Was Sie als Grüne wollen, liebe Kollegin Glawischnig, ist eine optische Korrektur. Das, was wir wollen, ist eine nachhaltige Gesundheitspolitik. – Unterstützen Sie uns dabei, anstatt um billige Schlagzeilen zu buhlen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Die Stimme des Burgenlandes!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Klikovits. (Abg. Grosz: Die Stimme des Burgenlandes!) Ich stelle die Uhr auf 5 Minuten. – Bitte.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Oswald Klikovits (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es ist zumindest eine allgemein anerkannte Tatsache, dass das Leben lebensgefährlich ist. Und dass das Rauchen das zusätzlich beschleunigt, haben wir heute auch von vielen Vorrednern bereits gehört. Ich selbst gehöre gleichfalls zu jenen, die nach dem Grundsatz leben: Nur wer das Laster kennt, kann darüber sprechen!, so wie Grünewald es formuliert hat, und habe auch 20 Jahre lang geraucht und bin jetzt schon zehn Jahre lang rauchfrei. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Als mein Sohn in dieses Alter gekommen ist, in dem, wie Frau Glawischnig es angesprochen hat, die Kinder zu rauchen beginnen – also mit 11, 12, 13 Jahren –, wurde ihm und seinen Mitschülern in der Schule mit Gesundheitsfibeln vermittelt, dass das Rauchen schädlich ist, dass es ungesund ist und was alles passieren kann. Dann hat mir mein Sohn erklärt, dass ich zu rauchen aufhören soll, weil er nicht will, dass ich sterbe. Und ich habe mit ihm einen Deal geschlossen und habe gesagt: Ich höre auf zu rauchen, und du versprichst mir, dass du nie zu rauchen beginnst! – Und beide haben wir uns daran gehalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Das war aber auch freiwillig? Eine freiwillige Entscheidung war das, oder?
Warum erzähle ich das? – Weil ich der Auffassung bin, dass bei allen Maßnahmen, die wir setzen und gesetzt bekommen, die auch hier von uns gesetzt werden im Zusammenhang mit dem Nichtraucherschutz, ... (Abg. Dr. Graf: Das war aber auch freiwillig? Eine freiwillige Entscheidung war das, oder?) – Das war natürlich eine freiwillige Entscheidung. Ich komme schon noch darauf zu sprechen, Herr Präsident. Es war natürlich eine freiwillige Entscheidung, wie es viele freiwillige Entscheidungen im Leben gibt, um sozusagen seine Gesundheit zu erhalten. Denn: Wenn wir zu viel essen, zu viel trinken oder zu wenig Bewegung machen, dann tragen wir ja auch nicht zu unserer Gesundheit bei. – Auch das ist eine freiwillige Entscheidung, und das ist heute schon angesprochen worden.
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin auch dafür, dass wir uns ansehen, wie sich diese Situation in den nächsten Jahren entwickelt. Und ich bin mir sicher, dass es uns mit guten Präventionsmaßnahmen gelingt, dass künftighin derartige Gesetze wahrscheinlich nicht mehr notwendig sein werden, weil wir dann schon mit guter Überzeugungsarbeit dafür gesorgt haben, dass niemand mehr in diesem Land raucht. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Lutz Weinzinger (FPÖ): Geschätzte Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister! Bei den letzten paar Rednern bin ich mir vorgekommen, als wäre ich bei der Versammlung einer Selbsthilfegruppe ehemaliger Raucher. Jeden Augenblick hat einer gemeldet: ich habe vor vier Jahren aufgehört – Applaus, Applaus –, ich habe vor zehn Jahren aufgehört – Applaus – und so weiter und so fort. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Rasinger: Er wird sich noch bekehren!
Einer, Herr Abgeordneter Keck, hat auch das unterstrichen, was ich schon seit Langem sage: Die abgesprungenen Jesuiten sind die größten Gegner der Kirche, und die abgesprungenen Raucher sind die größten Gegner der Raucher. – Also, ich bin Raucher. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Rasinger: Er wird sich noch bekehren!)
Beifall bei der FPÖ.
Und da kann ich Ihnen schon eines schildern oder bekannt geben: Nicht der überwiegende Teil, sondern alle, die Raucher und die Nichtraucher, lehnen es zutiefst ab, dass man nicht mehr – rauchend oder nicht rauchend – beieinander sitzen kann in einem Gasthaus. Von den Wirten will ich gar nicht reden, welche Probleme die sehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Ironische Zwischenrufe.
Schärding konnten wir miterleben, wie ganze Stammtische von Neuhaus über die Brücke nach Schärding gekommen sind und in unseren sehr schönen, noch rauchfähigen Wirtshäusern um „Asyl“ gebeten haben. (Ironische Zwischenrufe.) Das waren „Asylanten“, die wir sehr geschätzt haben. Diese „Asylanten“ haben wir uns gefallen lassen, denn die haben auch Geld herübergebracht. Und die Wirtshäuser jenseits der Grenze waren leer.
auf Abg. Jakob Auer weisend
Dann kam die Wahl für die CSU – der Jakob (auf Abg. Jakob Auer weisend) nickt, denn er weiß es noch –, und da hat diese CSU aber eine solche Ohrfeige bekommen, dass sie seither weit weg von der absoluten Mehrheit ist. Weit weg!
Beifall bei der FPÖ.
Aber lassen wir doch diese Entscheidungsmöglichkeit frei! Natürlich wäre das am besten, was heute wiederum von Abgeordnetem Grosz gebracht wurde und was auch unsere Haltung ist: Die Wirte können selbst entscheiden – Raucherwirtshaus, Nichtraucherwirtshaus oder gemischtes Wirtshaus. Das ist der Weg einer freien Gesellschaft – und nicht einer gegängelten Gesellschaft! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Großruck. – Abg. Vilimsky: Genau!
Meine Damen und Herren, bleiben wir eine freie Gesellschaft! Kämpfen wir für diese freie Gesellschaft! Das Rauchen ist ein Teil davon, und die freie Entscheidung der Wirte ist ein Teil dieser freien Gesellschaft. Und für diese freie Gesellschaft trete ich ein. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Großruck. – Abg. Vilimsky: Genau!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Sehr gut! Erste Bruchlinien zwischen FPÖ und FPK!
Deshalb glaube ich, dass es notwendig ist, hier auch ein deutliches Zeichen zu setzen. Ich glaube, dass die Mehrheit der Bevölkerung, vor allem jene jungen Menschen, die noch keine Sprachmöglichkeit auch hier im Hohen Haus haben und die Leidtragende dieser Auswüchse sind, ein neues Gesetz verdient. – Ich werde deshalb aus persönlichen Gründen diesen Dringlichkeitsantrag unterstützen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Sehr gut! Erste Bruchlinien zwischen FPÖ und FPK!)
Zwischenrufe bei den Grünen
Abgeordneter Mag. Roman Haider (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Dr. Glawischnig, als Nichtraucher und Inhaber einer Gastgewerbekonzession kann ich Ihnen sagen: Lassen Sie die Leute endlich in Ruhe mit Ihrem totalitären, missionarischen Weltverbesserungskreuzzug, mit Ihrem Regulierungswahn! Lassen Sie die Menschen einfach selbst entscheiden: Lassen Sie sie entscheiden, ob sie als Gast in ein Raucher- oder in ein Nichtraucherlokal gehen wollen (Zwischenrufe bei den Grünen), lassen Sie vor allem auch die Wirte entscheiden, ob sie ein Raucherlokal, ein Nichtraucherlokal oder eines mit zwei getrennten Räumen führen wollen! – Wie kommen Sie dazu, dauernd in unternehmerische Entscheidungen von Gastwirten eingreifen zu wollen?
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ..., Deutschland, ...!
34 europäischen Staaten nur fünf, in denen es ein Rauchverbot gibt – Frankreich, Großbritannien, Schweden, Slowenien und Italien (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ..., Deutschland, ...!) –, in anderen, wie Tschechien, der Slowakei, Rumänien und Ungarn gibt es überhaupt keines, und in den 25 anderen Staaten, dazu gehört auch Deutschland, gibt es eine ganze Menge Ausnahmen. Da gibt es Größenobergrenzen der Lokale, die sich Raucherlokal bezeichnen dürfen, in Dänemark zum Beispiel 40 Quadratmeter, in der Schweiz 80 Quadratmeter und 100 Quadratmeter in Spanien und Portugal. – Da sind die 50 Quadratmeter von Österreich noch sehr großzügig.
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek
In Irland haben in den ersten beiden Jahren von den 12 000 Pubs gleich einmal 1 000 zugesperrt, der Umsatz ist um 16 Prozent zurückgegangen, 7 500 Arbeitsplätze sind verloren gegangen. – Frau Glawischnig, sagen Sie das der Kellnerin, die Sie schützen wollen (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek), sagen Sie das der Kellnerin, die möglicherweise gerne in einer rauchfreien Umgebung arbeiten möchte, das aber gar nicht mehr kann, weil ihr Arbeitsplatz weg ist, weil sie den Arbeitsplatz verloren hat (Abg. Mag. Schwentner: ... die Quelle! – Zwischenruf der Abg. Mag. Schatz), weil das Gasthaus wegen eines Rauchverbots zugesperrt hat! Sie kann nämlich überhaupt nicht mehr arbeiten, Frau Dr. Glawischnig!
Abg. Mag. Schwentner: ... die Quelle! – Zwischenruf der Abg. Mag. Schatz
In Irland haben in den ersten beiden Jahren von den 12 000 Pubs gleich einmal 1 000 zugesperrt, der Umsatz ist um 16 Prozent zurückgegangen, 7 500 Arbeitsplätze sind verloren gegangen. – Frau Glawischnig, sagen Sie das der Kellnerin, die Sie schützen wollen (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek), sagen Sie das der Kellnerin, die möglicherweise gerne in einer rauchfreien Umgebung arbeiten möchte, das aber gar nicht mehr kann, weil ihr Arbeitsplatz weg ist, weil sie den Arbeitsplatz verloren hat (Abg. Mag. Schwentner: ... die Quelle! – Zwischenruf der Abg. Mag. Schatz), weil das Gasthaus wegen eines Rauchverbots zugesperrt hat! Sie kann nämlich überhaupt nicht mehr arbeiten, Frau Dr. Glawischnig!
Abg. Mag. Kogler: Alkohol für alle!
Kanada: Umsatzrückgang von 20 Prozent in Bars und Pubs. (Abg. Mag. Kogler: Alkohol für alle!)
Beifall bei der FPÖ.
Daher ein ganz klares Nein zu einem generellen Rauchverbot, und Nein zu einem Grünen-Diktat. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Keck und Petzner.
Deshalb denke ich Folgendes: Wenn wir das Gesetz so belassen, dann sollten wir aber auch hergehen und beschließen, die Frist wenigstens bis zu dem Zeitpunkt zu verlängern, da die EU eine klare Entscheidung gefällt hat, denn ich möchte nicht in ein, zwei Jahren vor den Wirten stehen und sagen: Liebe Freunde, ihr habt investieren müssen, das war hinausgeschmissenes Geld! – 10 000 €, 15 000 €, 20 000 €; ich will gar nicht von 40 000 €, 50 000 € reden, denn für viele kleine Wirte sind allein schon 10 000 € ein riesengroßer Betrag. (Zwischenrufe der Abgeordneten Keck und Petzner.) – Nein, Stefan Petzner.
Beifall bei der FPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abg. Grosz und dem das Rednerpult verlassenden Abg. Linder.
Deshalb verlange ich, dass wir die Frist einfach nach hinten schieben. (Beifall bei der FPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abg. Grosz und dem das Rednerpult verlassenden Abg. Linder.)
Beifall bei den Grünen.
Interessant ist auch, wenn von uns klare Signale gefordert werden, wenn wir des Populismus beschuldigt werden – Herr Matznetter ist jetzt nicht da –, denn wenn etwas populistisch ist, dann ist es diese Regelung, wie sie jetzt vorherrscht, dass nämlich jeder irgendwo rauchen darf, jeder irgendwo nicht rauchen darf, dass es irgendwo ein Kammerl gibt und es allen und jeder und jedem recht gemacht werden soll, nur: Es werden einige vergessen, nämlich die, die dort arbeiten: die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen respektive die Frauen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Stefan: Der Arbeitgeberin!
Ich sehe auch keine andere Möglichkeit für die Frauen, die in Raucher- und Nichtraucherlokalen – also in derzeit anerkannten Lokalen – arbeiten, weil selbst diese von ihrem Chef abhängig sind. Sie brauchen nicht nur eine ärztliche Bestätigung, um in den vorzeitigen Mutterschutz gehen zu können, sondern auch den Goodwill ihres Arbeitgebers, der nämlich entscheidet (Abg. Mag. Stefan: Der Arbeitgeberin!), ob sie dann in den vorzeitigen Mutterschutz ... – So ist es! (Abg. Mag. Stefan: Der Arbeitgeberin!) – Des Arbeitgebers und der Arbeitgeberin, genau! In diesem Fall habe ich nicht gegendert, aber das kann ich gerne nachholen, ganz extra für Sie, Herr Stefan. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Weinzinger.)
Abg. Mag. Stefan: Der Arbeitgeberin!
Ich sehe auch keine andere Möglichkeit für die Frauen, die in Raucher- und Nichtraucherlokalen – also in derzeit anerkannten Lokalen – arbeiten, weil selbst diese von ihrem Chef abhängig sind. Sie brauchen nicht nur eine ärztliche Bestätigung, um in den vorzeitigen Mutterschutz gehen zu können, sondern auch den Goodwill ihres Arbeitgebers, der nämlich entscheidet (Abg. Mag. Stefan: Der Arbeitgeberin!), ob sie dann in den vorzeitigen Mutterschutz ... – So ist es! (Abg. Mag. Stefan: Der Arbeitgeberin!) – Des Arbeitgebers und der Arbeitgeberin, genau! In diesem Fall habe ich nicht gegendert, aber das kann ich gerne nachholen, ganz extra für Sie, Herr Stefan. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Weinzinger.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Weinzinger.
Ich sehe auch keine andere Möglichkeit für die Frauen, die in Raucher- und Nichtraucherlokalen – also in derzeit anerkannten Lokalen – arbeiten, weil selbst diese von ihrem Chef abhängig sind. Sie brauchen nicht nur eine ärztliche Bestätigung, um in den vorzeitigen Mutterschutz gehen zu können, sondern auch den Goodwill ihres Arbeitgebers, der nämlich entscheidet (Abg. Mag. Stefan: Der Arbeitgeberin!), ob sie dann in den vorzeitigen Mutterschutz ... – So ist es! (Abg. Mag. Stefan: Der Arbeitgeberin!) – Des Arbeitgebers und der Arbeitgeberin, genau! In diesem Fall habe ich nicht gegendert, aber das kann ich gerne nachholen, ganz extra für Sie, Herr Stefan. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Weinzinger.)
Abg. Mag. Stefan: Chefin!
Es ist nicht einzusehen, dass eine Frau, die in den vorzeitigen Mutterschutz gehen will und manchmal gar nichts davon weiß, noch dazu warten muss, bis ihr Chef damit einverstanden ist (Abg. Mag. Stefan: Chefin!), weil er dreimal bestätigen muss: dass in dem Lokal, in dem sie arbeitet, geraucht wird, dass es keine Möglichkeit gibt, in einem
Beifall bei den Grünen.
Das ist nur ein Teil dieses Gesetzes, das einfach mehrere Lücken hat und in diesem Fall nicht funktioniert, das hat sich gezeigt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Gaßner: ... das draußen aus! – Abg. Mag. Stefan: Die Bedeutungslosigkeit meldet sich zu Wort! 0,7 Prozent! Da kann man nichts mehr spalten!
Da gibt es eine Fraktion oder da gibt es Abgeordnete, die sich abgespalten haben. Sie sind nun drei wilde Abgeordnete in der letzten Reihe, und diese spalten sich jetzt intern noch einmal ab, obwohl sie gar kein Klub sind. (Abg. Mag. Gaßner: ... das draußen aus! – Abg. Mag. Stefan: Die Bedeutungslosigkeit meldet sich zu Wort! 0,7 Prozent! Da kann man nichts mehr spalten!) Herr Strutz hat hier nämlich angekündigt, dass er entgegen der Parteilinie der FPK, was auch immer das ist, und entgegen der Parteilinie der FPÖ – Herr Stefan, hören Sie einmal zu! – und entgegen der Linie des Herrn Linder, der wieder eine ganz andere Politik verfolgt, dem Antrag der Grünen und damit dem totalen Rauchverbot zustimmt. (Abg. Mag. Stefan: ... Skandal!)
Abg. Mag. Stefan: ... Skandal!
Da gibt es eine Fraktion oder da gibt es Abgeordnete, die sich abgespalten haben. Sie sind nun drei wilde Abgeordnete in der letzten Reihe, und diese spalten sich jetzt intern noch einmal ab, obwohl sie gar kein Klub sind. (Abg. Mag. Gaßner: ... das draußen aus! – Abg. Mag. Stefan: Die Bedeutungslosigkeit meldet sich zu Wort! 0,7 Prozent! Da kann man nichts mehr spalten!) Herr Strutz hat hier nämlich angekündigt, dass er entgegen der Parteilinie der FPK, was auch immer das ist, und entgegen der Parteilinie der FPÖ – Herr Stefan, hören Sie einmal zu! – und entgegen der Linie des Herrn Linder, der wieder eine ganz andere Politik verfolgt, dem Antrag der Grünen und damit dem totalen Rauchverbot zustimmt. (Abg. Mag. Stefan: ... Skandal!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Rasinger: Das ist der Scheuch!
Das zeigt einmal mehr, wes Geistes Kind auch Herr Kollege Strutz ist und wie lächerlich das eigentlich ist, was unter der Regie des Herrn Uwe Scheuch vollzogen wurde. Das belegen die Herren und belegt Herr Strutz auch mit seinem heutigen Verhalten. (Die Tonanlage beginnt laut zu knattern.) – Da donnert sogar das Mikrofon und protestiert. – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Rasinger: Das ist der Scheuch!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Stefan: 0,7 Prozent!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Hohes Haus! Da geht es ja nicht darum, dass man sich etwas (die Tonanlage beginnt wieder zu knattern) – da donnert es auch – vor der Türe ausmacht und irgendwelche Befindlichkeiten ausdrückt, nein, es geht schon um die Verlässlichkeit von Fraktionen und Parteien. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Stefan: 0,7 Prozent!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Da frage ich mich schon, was die letzten exakt 99 Tage passiert ist seit diesem 16. Dezember, als sich die FPK – Kürzel; Langbezeichnung: Familie Panzerknacker – gegründet hat, dass jetzt die nächste Kernspaltung stattfindet, dass jetzt aus quasi mittlerweile einer Fraktion, die durch die Gunst und Würde des Präsidenten in einem Schlurf dort oben in der letzten Reihe sitzt, sich jetzt noch drei unterschiedliche Fraktionen bilden, das heißt, sich wahrscheinlich in Zukunft vier Klubs bilden, nämlich die FPÖ des Herrn Strache, das FPK samt Alimente-Zahlungsabteilungen des Herrn Strutz, das FPK des Herrn Linder und zu guter Letzt noch die Zweigstelle Sektion Jury. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Abg. Mag. Stefan: ..., wen soll ich ernst nehmen?
Also, meine sehr geehrten Damen und Herren, es gibt ja doch noch Grenzen, und wir sollten uns doch wirklich ernst nehmen! (Abg. Mag. Stefan: ..., wen soll ich ernst nehmen?) Ich ersuche Sie wirklich: Befreien Sie uns von Ihrem Anblick! Gehen Sie – ich weiß nicht was – machen: Gehen Sie Läuse melken, Kühe melken – alles! –, Ihr drei dort hinten, aber bitte schön, das hat doch nichts mehr mit Politik zu tun, dass beim erstbesten Moment das Kabarett „Die Gespenster“ wieder auftaucht und (Zwischenrufe bei der FPÖ) man es selbst bei einem Thema wie diesem Antrag – einem Dringlichen Antrag der Grünen – zustande bringt, drei verschiedene Meinungen hier draußen am Pult zu vertreten. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Freies Mandat!)
Zwischenrufe bei der FPÖ
Also, meine sehr geehrten Damen und Herren, es gibt ja doch noch Grenzen, und wir sollten uns doch wirklich ernst nehmen! (Abg. Mag. Stefan: ..., wen soll ich ernst nehmen?) Ich ersuche Sie wirklich: Befreien Sie uns von Ihrem Anblick! Gehen Sie – ich weiß nicht was – machen: Gehen Sie Läuse melken, Kühe melken – alles! –, Ihr drei dort hinten, aber bitte schön, das hat doch nichts mehr mit Politik zu tun, dass beim erstbesten Moment das Kabarett „Die Gespenster“ wieder auftaucht und (Zwischenrufe bei der FPÖ) man es selbst bei einem Thema wie diesem Antrag – einem Dringlichen Antrag der Grünen – zustande bringt, drei verschiedene Meinungen hier draußen am Pult zu vertreten. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Freies Mandat!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Freies Mandat!
Also, meine sehr geehrten Damen und Herren, es gibt ja doch noch Grenzen, und wir sollten uns doch wirklich ernst nehmen! (Abg. Mag. Stefan: ..., wen soll ich ernst nehmen?) Ich ersuche Sie wirklich: Befreien Sie uns von Ihrem Anblick! Gehen Sie – ich weiß nicht was – machen: Gehen Sie Läuse melken, Kühe melken – alles! –, Ihr drei dort hinten, aber bitte schön, das hat doch nichts mehr mit Politik zu tun, dass beim erstbesten Moment das Kabarett „Die Gespenster“ wieder auftaucht und (Zwischenrufe bei der FPÖ) man es selbst bei einem Thema wie diesem Antrag – einem Dringlichen Antrag der Grünen – zustande bringt, drei verschiedene Meinungen hier draußen am Pult zu vertreten. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Freies Mandat!)
Abg. Mag. Stefan: ... die KPÖ doppelt so viele Stimmen hat wie das BZÖ! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.
Die steirischen Freiheitlichen werden sich sehr freuen, wenn wir sagen, dass Teile der Freiheitlichen die Wirte in Zukunft in die Knechtschaft führen wollen. Da wird sich dann Herr Kurzmann sehr freuen und sich bei seinem Parteifreund Strutz herzlich bedanken. (Abg. Mag. Stefan: ... die KPÖ doppelt so viele Stimmen hat wie das BZÖ! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.)
Abg. Mag. Stefan: Welches Schauspiel ... denn Sie mit 0,7 Prozent?
Ich frage mich: Wofür war das alles notwendig? – Ich meine, 1,2 Millionen € hat diese Truppe unten an Parteiförderungen ungerechtfertigt einkassiert. Sie leben auf Regimentskosten, bestreiten Ihren Lebensunterhalt auf Kosten der Steuerzahler, und dann erleben wir heute ein letztklassiges Schauspiel, wie ich es selten in diesem Haus erlebt habe. (Abg. Mag. Stefan: Welches Schauspiel ... denn Sie mit 0,7 Prozent?) Also treten Sie zurück! Nehmen Sie Ihren Hut und ziehen Sie sich in die Unwürde Ihres privatwirtschaftlichen Misserfolgs zurück! – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich frage mich: Wofür war das alles notwendig? – Ich meine, 1,2 Millionen € hat diese Truppe unten an Parteiförderungen ungerechtfertigt einkassiert. Sie leben auf Regimentskosten, bestreiten Ihren Lebensunterhalt auf Kosten der Steuerzahler, und dann erleben wir heute ein letztklassiges Schauspiel, wie ich es selten in diesem Haus erlebt habe. (Abg. Mag. Stefan: Welches Schauspiel ... denn Sie mit 0,7 Prozent?) Also treten Sie zurück! Nehmen Sie Ihren Hut und ziehen Sie sich in die Unwürde Ihres privatwirtschaftlichen Misserfolgs zurück! – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Maximilian Linder (ohne Klubzugehörigkeit): Liebe Kollegen! Ich bin so etwas von überzeugt von der Intelligenz der Steirer: Die 0,7 Prozent haben wirklich alles gesagt! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Aber es war nicht uninteressant, was der Herr Grosz da gesagt hat!
Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Kogler. Restredezeit Ihrer Fraktion: 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Aber es war nicht uninteressant, was der Herr Grosz da gesagt hat!)
Beifall bei Grünen, SPÖ, ÖVP und FPÖ.
aufspalten. Das interessiert keinen Menschen hier! (Beifall bei Grünen, SPÖ, ÖVP und FPÖ.)
Anhaltender Beifall bei Grünen, SPÖ, ÖVP und FPÖ.
Wenn wir es endlich einmal schaffen, dass da eine Debatte passiert, wo ganz offensichtlich in jeder Fraktion unterschiedliche Meinungen vorherrschen und das auch zum Ausdruck kommt bei all den Problemen, die wir ohnehin mit dem sogenannten Klubzwang haben – jede Fraktion hat es in Wahrheit nicht so leicht –, dann muss nicht ausgerechnet einer zum Rednerpult hinunterlaufen und sich, wenn es endlich einmal so passiert, über die anderen lustig machen! Bei aller Wertschätzung zu Ihren Pointen, die Ihnen zwischendurch offensichtlich zufällig passieren: Lassen Sie uns zwischendurch damit einfach in Ruhe! (Anhaltender Beifall bei Grünen, SPÖ, ÖVP und FPÖ.)
Abg. Grosz: Nein! Der Schlurf rauf, der Fraktion!
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Eine Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung: Herr Kollege Grosz hat vorhin in seiner Suada die drei Sitzplätze im Plenum dort hinten als „Schlurf“ bezeichnet. (Abg. Grosz: Nein! Der Schlurf rauf, der Fraktion!) – Noch schlimmer! Was meinen Sie?
Beifall bei der FPÖ.
Jedenfalls hat er offensichtlich Räumlichkeiten hier im Haus, im Plenarsaal als „Schlurf“ bezeichnet. Auch wenn die Baufälligkeit und Reparaturbedürftigkeit des Gebäudes offensichtlich außer Streit steht: Ist diese Bezeichnung hier als „Schlurf“ angemessen für die Würde des Hauses? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Danke!
Präsident Fritz Neugebauer: Ich glaube, bevor wir uns über die Dialektik hier verbreitern, darf ich als gestandener Wiener sagen: Ich kann darin nichts Nachteiliges erkennen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Danke!) Es ist ein Gang. (Abg. Grosz: Der eng ist!) Ich gehe ausnahmsweise davon aus, dass Herr Kollege Grosz nichts Nachteiliges sagen wollte. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Der eng ist!
Präsident Fritz Neugebauer: Ich glaube, bevor wir uns über die Dialektik hier verbreitern, darf ich als gestandener Wiener sagen: Ich kann darin nichts Nachteiliges erkennen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Danke!) Es ist ein Gang. (Abg. Grosz: Der eng ist!) Ich gehe ausnahmsweise davon aus, dass Herr Kollege Grosz nichts Nachteiliges sagen wollte. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Präsident Fritz Neugebauer: Ich glaube, bevor wir uns über die Dialektik hier verbreitern, darf ich als gestandener Wiener sagen: Ich kann darin nichts Nachteiliges erkennen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Danke!) Es ist ein Gang. (Abg. Grosz: Der eng ist!) Ich gehe ausnahmsweise davon aus, dass Herr Kollege Grosz nichts Nachteiliges sagen wollte. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Eßl: Ist das AMA-Biogütesiegel oben?
Sehen Sie, solch ein Fall zeigt wieder einmal deutlich, wie staatliche Zeichen nicht vor klassischer Trittbrettfahrerei geschützt werden. Das passiert da, meine Damen und Herren, mit einem staatlichen Zeichen, mit dem AMA-Gütesiegel! (Abg. Eßl: Ist das AMA-Biogütesiegel oben?) – Nein, nicht das AMA-Biozeichen! Das heißt nicht AMA-Biogütesiegel, das heißt AMA-Biozeichen, Kollege Eßl! Das ist schon die erste Schwierigkeit für den Konsumenten: Er muss immer unterscheiden zwischen AMA-Biozeichen und AMA-Gütesiegel: Oje, was ist eigentlich drauf? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Ein Saustall ist das!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Ein Saustall ist das!
Sehen Sie, solch ein Fall zeigt wieder einmal deutlich, wie staatliche Zeichen nicht vor klassischer Trittbrettfahrerei geschützt werden. Das passiert da, meine Damen und Herren, mit einem staatlichen Zeichen, mit dem AMA-Gütesiegel! (Abg. Eßl: Ist das AMA-Biogütesiegel oben?) – Nein, nicht das AMA-Biozeichen! Das heißt nicht AMA-Biogütesiegel, das heißt AMA-Biozeichen, Kollege Eßl! Das ist schon die erste Schwierigkeit für den Konsumenten: Er muss immer unterscheiden zwischen AMA-Biozeichen und AMA-Gütesiegel: Oje, was ist eigentlich drauf? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Ein Saustall ist das!)
Abg. Mag. Kogler: Ein Kennzeichnungssaustall ist das!
Es stehen das AMA-Gütesiegel und ein Bioverweis drauf, der eindeutig verboten ist, weil Bioverweise per Erlass und per europäische Gesetzgebung ausschließlich für Biolebensmittel verwendet werden dürfen. Sie sind ausschließlich für diese Lebensmittel zu verwenden. (Abg. Mag. Kogler: Ein Kennzeichnungssaustall ist das!)
Abg. Öllinger: Die Verpackung!
Etikettenschwindel. (Abg. Öllinger: Die Verpackung!) – Die Verpackung, sicher, die auf jeden Fall!
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Für Wahlfreiheit!
Meine Frage an Sie von ÖVP und SPÖ ist: Werden Sie ein Gütesiegelgesetz gemeinsam vorlegen, wo genau dieser Etikettenschwindel endlich wirklich abgestellt wird (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Für Wahlfreiheit!) und die Wahlfreiheit der Konsumenten zu Recht endlich hergestellt wird, wo man weiß: Okay, rot-weiß-rote Fahne geht eben nur, wenn die Herkunft qualitätsgesichert nachvollziehbar ist!? – Derzeit ist das leider nicht so.
Abg. Öllinger: Wer ist „RWA“?
Warum ist das jetzt noch nicht so? Warum wehrt sich die ÖVP so stark? Der größte Importeur von gentechnikhältigen Futtermitteln ist die Firma Toepfer. Da könnte man meinen, das sei eine deutsche Firma mit Sitz in Hamburg. Eigentümer ist inzwischen natürlich ADM, Archer Daniels Midland Company, einer der größten amerikanischen Agrarkonzerne. Wer sitzt im Aufsichtsrat? – Herr Buchleitner von der RWA. Ja, selbstverständlich! Dann sagen Sie die Gründe, warum Sie dagegen sind! Dann sagen Sie, weil die Raiffeisen Ware Austria an den gentechnikhältigen Futtermitteln verdient! Aber sie könnte auch daran ... (Abg. Öllinger: Wer ist „RWA“?) – Raiffeisen Ware Austria. (Abg. Öllinger: Danke!) Bitte, gerne! Für jene, die das nicht wissen.
Abg. Öllinger: Danke!
Warum ist das jetzt noch nicht so? Warum wehrt sich die ÖVP so stark? Der größte Importeur von gentechnikhältigen Futtermitteln ist die Firma Toepfer. Da könnte man meinen, das sei eine deutsche Firma mit Sitz in Hamburg. Eigentümer ist inzwischen natürlich ADM, Archer Daniels Midland Company, einer der größten amerikanischen Agrarkonzerne. Wer sitzt im Aufsichtsrat? – Herr Buchleitner von der RWA. Ja, selbstverständlich! Dann sagen Sie die Gründe, warum Sie dagegen sind! Dann sagen Sie, weil die Raiffeisen Ware Austria an den gentechnikhältigen Futtermitteln verdient! Aber sie könnte auch daran ... (Abg. Öllinger: Wer ist „RWA“?) – Raiffeisen Ware Austria. (Abg. Öllinger: Danke!) Bitte, gerne! Für jene, die das nicht wissen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: Ich bin für das Berufsbild eines Gütesiegel...!
Stimmen Sie dem zu und schauen Sie, dass wir diesen Antrag in Kürze im Ausschuss behandeln! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: Ich bin für das Berufsbild eines Gütesiegel...!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das Problem, das wir haben – und das ist nicht das Problem des Bundes –, liegt in der Lebensmittelaufsicht der Bundesländer. Für die Lebensmittelaufsicht sind die Organe der Bundesländer zuständig. Es liegt beispielsweise, Kollege Pirklhuber, am Kollegen Anschober in Oberösterreich, dass er entsprechende Kontrollen veranlasst. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ.
Was heißt das? – Es wird Aufgabe des zuständigen Gesundheitsministers und des zuständigen Landwirtschaftsministers sein, für eine gentechnikfreie Produktion zu sorgen. Es wird aber nicht die Aufgabe der AMA sein, das zu regeln. Daher sehen wir keine Veranlassung, diesem Antrag derzeit zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend: Ich glaube, dass dieser Antrag insgesamt überschießend ist und wir daher den Fristsetzungsantrag auch nicht brauchen. Ich glaube, dass dieser Antrag des Kollegen Pirklhuber insgesamt höhere Kosten und eine geringere Effizienz bringen würde. Aus diesem Grund wäre es nicht richtig, dem zuzustimmen. Wir werden daher auch dem Fristsetzungsantrag in diesem Fall die Zustimmung nicht geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es geht uns aber nicht nur um die Punkte, die in diesem Antrag angesprochen sind. Bei der Gütesiegel- und Markenzeichenverordnung sind wir uns, glaube ich, alle einig, das haben wir auch schon mehrfach erörtert, und da gibt es auch schon entsprechende Anträge dazu. Es gehört dieser ganze Wust einfach einmal bearbeitet, denn das ist für den Konsumenten tatsächlich unzumutbar. Spätestens seit dem „Hartberger Bauernquargel“ müssten alle Alarmglocken schrillen, dass man einmal aufräumt mit den ganzen Sachen, denn das ist lupenreine Konsumententäuschung. Da müsste man dringend etwas tun. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Oder: Kälber in Stallhaltung müssen mindestens zweimal täglich gefüttert und einmal täglich kontrolliert werden. – Bitte, was sollen denn solche Vorschriften?! Außerdem ist das alles nicht zu kontrollieren. Wie soll denn der AMA-Kontrollor kontrollieren, ob ich meine Kälber zweimal täglich füttere. Das geht nicht! (Zwischenruf bei der ÖVP.) Das steht drinnen bei den Regelungen, die ihr herausgegeben habt. Das ist ganz kurios.
Heiterkeit bei der FPÖ. – Beifall des Abg. Neubauer.
Etwas Lustiges habe ich auch noch gefunden, etwas, was man unbedingt einhalten muss; da geht es um die Schweinehaltung: „Eine Bucht zum Decken darf keine Hindernisse aufweisen, ein ungehindertes Umdrehen des Ebers muss möglich sein.“ (Heiterkeit bei der FPÖ. – Beifall des Abg. Neubauer.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir brauchen weniger Bürokratie, und da müssen wir auf jeden Fall über die AMA reden. Dazu werden wir die nächste Sitzung des Landwirtschaftsausschusses nutzen, und ich hoffe, es gibt sie möglichst bald. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich habe jetzt diese Unterscheidungen und Differenzierungen zwischen AMA-Gütesiegel und anderen Gütesiegeln nicht ganz verstanden, und das ist ja genau das Problem und das, was zur Verwirrung beiträgt. Es ist für die Konsumenten schwierig, auseinanderzuhalten, auf welches Gütesiegel sie sich verlassen können, was genau wo drinsteht, was welches Gütesiegel bedeutet, und deswegen sollte das Ganze schon aus einem Guss kommen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ein ordentliches Gütesiegel, bei dem man sich sicher sein kann, dass das wirklich das regionale Produkt ist und dass die Rohstoffe dafür auch wirklich aus der angegebenen Region kommen, trägt auch zur Sicherheit der Regionen und der regionalen Betriebe bei. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Österreichische Produkte haben bei den Österreicherinnen und Österreichern einen hohen Stellenwert. Diese Produkte haben auch hohe Qualität – und das sollten wir nutzen, um diese Produkte entsprechend zu kennzeichnen und so sicherzustellen, dass wir in Österreich auch wirklich unsere eigenen heimischen Produkte essen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Im Übrigen bin ich der Meinung, Österreich braucht – neben der Kennzeichnung von Lebensmitteln – ein eigenständiges, unabhängiges und engagiertes Umweltministerium. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.
Abgeordneter Gerhard Huber (BZÖ): Geschätzter Herr Präsident! Hohes Haus! In einem einzigen Punkt gebe ich Herrn Kollegem Pirklhuber recht: Da besteht wirklich Handlungsbedarf. Ja, da geht es um einen sehr, sehr großen Skandal, aber eines vorweg: In jedem Fleischpäckchen, auf dem das AMA-Gütesiegel oben ist, ist ein österreichisches Produkt drinnen. Das ist unumstritten! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.)
Beifall beim BZÖ.
Der viel, viel größere Skandal ist aber: Bei jedem einzelnen Stück Fleisch, das die österreichische Konsumentin/der österreichische Konsument kauft, wo das AMA-Gütesiegel oben ist, steht nicht drauf, dass das Tier zwei Jahre lang mit gentechnisch verseuchtem Soja, importiert aus Brasilien, gefüttert wurde! Das ist wirklich ein Skandal, denn diese Produkte essen die Leute auch! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die ÖVP müsste da aktiv werden, wenn sie den Mut dazu hätte, denn sie hat verstanden, worum es da geht. – Ich muss ehrlich sagen, Kollege Maier von der SPÖ hat leider nicht kapiert, worum es da geht. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ganz im Gegenteil: Es gibt Studien der Veterinärmedizinischen Universität Wien mit Mäusen, dass es mit diesem Futter in der zwölften Mäuse-Generation zu gewaltigen Mutationen kommt. – Wer kann denn das bitte verantworten?! – Herr Grillitsch, Sie lachen jetzt wenigstens nicht, aber ich frage Sie noch einmal: Wer kann denn das verantworten?! Verantwortet das eine Bundesregierung, wenn Menschen in Österreich in 100 Jahren massive Störungen haben werden – und das nur, weil Raiffeisen und einige Großkonzerne profitgierig sind? Das gehört doch abgestellt. Das sind wir doch den österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten, aber auch den Landwirten schuldig. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Nützen wir die Chance! Sanieren wir Österreich auch diesbezüglich, und werden wir Vorreiter in der gesamten EU! Das würde uns hundertprozentig gedankt werden – und die Landwirte könnten wieder ruhigen Gewissens produzieren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Abgeordneter Nikolaus Prinz (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! In der Debatte um den Grünen Bericht – in den vielen Wortmeldungen – ist ja schon des Öfteren der Einheitswert angesprochen worden. Dazu nur eine Bemerkung: Herr Kollege Gaßner, wenn man Vergleiche zum Jahr 1988 herstellt, dann bitte auch zu vergleichen, welche Preise die Bauern 1988 für die Produkte erhalten haben, wie viel 1988 zum Beispiel eine Mechaniker- oder Maurer-Stunde gekostet hat und wie viel unsere Betriebsmittel. Das bitte in die Betrachtung mit einzubeziehen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) – Ich bitte dich als Landwirtschaftssprecher, durchaus auch innerhalb der SPÖ wachsam zu sein. Aussagen wie die des Herrn Kollegen Kräuter in der letzten Woche oder die des Herrn Arbeiterkammer-Direktors Muhm lassen nichts Gutes ahnen, sondern wecken eher Befürchtungen bei den Landwirten.
Beifall bei der ÖVP.
Dem Grünen Bericht für das Jahr 2008 stimmen wir gerne zu. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte zum Schluss noch auf einen ganz wichtigen Punkt zu sprechen kommen. Ich weiß schon, dass Sie, Herr Minister, nicht direkt zuständig sind, ich spreche hier mehrere Minister in der Regierung an. Es geht darum, dass die Bundesbeschaffungsagentur für weite Bereiche des Bundesheeres – für viele Kasernen, vor allem in Oberösterreich, wie mir immer wieder gesagt wird – Milch und Milchprodukte ankauft. Wir wissen sehr genau, dass diese Milch und diese Milchprodukte nicht in Österreich angekauft werden, sondern vor allem in Deutschland, obwohl das gesamte Bundesheer Interesse daran hat, dass österreichische Produkte und vor allem Produkte von österreichischen Bauern angekauft werden. – Herr Minister, ich ersuche Sie, darauf einzuwirken, dass in Zukunft in unseren Kasernen Produkte aus Österreich und Produkte von Österreichs Bauern angekauft werden! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Johannes Schmuckenschlager (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Ich hätte Herrn Pirklhuber gern noch kurz etwas gesagt, aber er ist jetzt nicht anwesend; vielleicht kann man es ihm ja ausrichten. Er hat vorhin die Problematik rund um die Spritz- und Düngemittel in der Landwirtschaft erwähnt. Ich wollte ihm nur anbieten, dass ich ihm einmal eine Preisliste vorbeibringe. Er wird sich davon überzeugen können, dass angesichts des Sparwillens unserer Bauern sicherlich nur das Nötigste verwendet wird, sicherlich kein Liter und kein Gramm Düngemittel mehr, als absolut notwendig ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Es kann nicht sein, dass wir Lebensmittelproduktion und Energieproduktion gegeneinander ausspielen. Da gibt es kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch. Gerade die bauernbunddominierte Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass wir der Garant sind für die Grundsicherung und die Grundversorgung unserer Bevölkerung und für ein intaktes Ökosystem. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) Die Kompetenz des Bauernbundes liegt ja vor allem darin, dass wir selbst praktizierende Landwirte sind und daher wissen, wovon wir sprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es kann nicht sein, dass wir Lebensmittelproduktion und Energieproduktion gegeneinander ausspielen. Da gibt es kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch. Gerade die bauernbunddominierte Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass wir der Garant sind für die Grundsicherung und die Grundversorgung unserer Bevölkerung und für ein intaktes Ökosystem. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) Die Kompetenz des Bauernbundes liegt ja vor allem darin, dass wir selbst praktizierende Landwirte sind und daher wissen, wovon wir sprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich wollte noch kurz auf die Ausführungen des einen oder anderen eingehen, es zahlt sich aber zum Teil in der fachlichen Diskussion nicht aus. – Herzlichen Dank, Herr Minister! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Für uns Sozialdemokraten und die sozialdemokratischen Bauern sind diese Biobetriebe eigentlich Leitbetriebe. So würden wir es uns in Zukunft vorstellen. Daher ist es umso wichtiger, dass wir jetzt schon anfangen, gemeinsam zu überlegen und zu diskutieren, was nach dem Jahr 2013 sein wird, wenn dieses Bio-Förderprogramm ausläuft. Wird es wirklich auslaufen? Gibt es ein Nachfolgeprogramm? Wir sollten jetzt schon beginnen, uns darüber zu unterhalten, und nicht erst 2013, wenn es schon zu spät ist, denn wir sehen, Biobetriebe sind im Kommen, es werden immer mehr, und sie sind vor allem beliebt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn die Politik heute teilweise kritisiert worden ist, weil es einen Strukturwandel gibt, so sage ich: Machen wir Vergleiche mit den übrigen Ländern Europas! Wenn ich Ihnen sage, dass es in Bayern, das wesentlich größer ist als Österreich, nur mehr 100 000 Bauernhöfe gibt – oder knapp darunter – und in Österreich 185 000 Bauernhöfe, werden Sie zugeben müssen, die Politik in Österreich kann nicht so schlecht gewesen sein in den letzten Jahren. Und wenn man ganz Europa vergleicht, dann verstärkt sich dieser Eindruck. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Elisabeth Hakel: Es ist Minister Pröll!
Ich nehme die Anregung des Kollegen Schopf gerne auf und darf dazusagen, dass auch Minister Darabos aufgerufen ist, zu schauen, dass in den Kasernen heimische Lebensmittel verwendet werden. (Abg. Elisabeth Hakel: Es ist Minister Pröll!) Wir haben im Bundesland Salzburg darum gekämpft, bis Landeshauptfrau Burgstaller letztendlich Einsicht gezeigt hat und wir in den Landeskrankenanstalten wieder mit heimischen Produkten untergekommen sind. Es war ein harter Kampf; wir haben gewonnen, wir haben es geschafft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich nehme die Anregung des Kollegen Schopf gerne auf und darf dazusagen, dass auch Minister Darabos aufgerufen ist, zu schauen, dass in den Kasernen heimische Lebensmittel verwendet werden. (Abg. Elisabeth Hakel: Es ist Minister Pröll!) Wir haben im Bundesland Salzburg darum gekämpft, bis Landeshauptfrau Burgstaller letztendlich Einsicht gezeigt hat und wir in den Landeskrankenanstalten wieder mit heimischen Produkten untergekommen sind. Es war ein harter Kampf; wir haben gewonnen, wir haben es geschafft. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der FPÖ
Daneben gibt es natürlich noch die Möglichkeit der Mengensteuerung. Die macht Sinn, aber nur in einem wirtschaftlich abgegrenzten Raum, wie es zum Beispiel die Europäische Union ist. Ich halte es für verwerflich, wenn Politiker heute noch – Kollege Huber zum Beispiel – den Bauern einreden, nur wenn man bei der Quotenregelung innerhalb Österreichs die Saldierung abschafft, werden die Preise besser. Ganz und gar nicht werden sie besser! Es ist ein Nachteil für die Bauern (Zwischenruf bei der FPÖ), weil dadurch die Quotenpreise steigen und innerhalb Europas die vermarktete Milchmenge nur um ein Tausendstel sinkt, was keine Auswirkungen auf den Preis hat.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Der Pröll hat gesagt, es gibt keine Tabus!
Es gäbe noch sehr viel zu sagen. Es ist auch notwendig, dass man das Thema Eigentum in Zukunft entsprechend hart behandelt und dahintersteht, auch was die Besteuerung betrifft. Wenn vonseiten der Sozialdemokraten per Presseaussendung 200 Millionen € verlangt werden, indem man den Einheitswert abschaffen und in Zukunft eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung haben will, dann werden wir uns dagegen – wie gegen jede neue Form der Besteuerung von Eigentum – entsprechend zur Wehr setzen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Der Pröll hat gesagt, es gibt keine Tabus!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Peter Mayer (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, der Grüne Bericht ist als Analyse- und Informationsinstrument für die Agrarpolitik ein wirklich angebrachtes Mittel, und ich möchte mich auch recht herzlich bei allen Bäuerinnen und Bauern bedanken, die dafür ihre Daten freiwillig zur Verfügung stellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Elisabeth Hakel.
Die Einkommenssituation 2009 war – und das haben schon viele Vorredner angemerkt – nicht sehr gut, ein Minus von 20 Prozent ist natürlich sehr dramatisch. Aber ich sehe hier einen Lichtblick, zum Beispiel in der Energiestrategie für Österreich, mit der wir den Bauern eine neue Einkommensquelle eröffnen können. Hackschnitzel statt Heizöl oder Biogas statt Erdgas sind hier nur Schlagworte, die schon längst Realität sind. (Zwischenruf der Abg. Elisabeth Hakel.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Bauern leiden unter der Volatilität der Preise am Markt, und die Spekulation auf agrarische Rohstoffe trifft sie hart. Die gemeinsame Agrarpolitik ist gefordert, die Rahmenbedingungen nach 2013 entsprechend zu gestalten, sodass es auch für unsere Bauern hier in Österreich passt. Dementsprechend müssen wir uns einbringen. Ich bin davon überzeugt, dass unser Bundesminister, Niki Berlakovich, das ganz hervorragend meistern wird. Wir wissen das aus der Vergangenheit. Als es zum Beispiel in der Gentechnikfrage um das Anbauverbot ging, hat er das ganz vorzüglich gemeistert. Ich bin da also guter Hoffnung. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Das stimmt sogar!
Das machen die 6 Millionen € Förderung aus für einen Liter Milch, bitte. (Abg. Grillitsch: Das stimmt sogar!) Das stimmt, das ist richtig gerechnet, mehrfach nachgerechnet. Das macht es aus für einen Liter Milch, und das soll dann die Rettung des heimischen Milchmarktes sein. (Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Das hat doch niemand behauptet! Das versuchen Sie zu suggerieren!) Also für uns ist das unerhört! – Herr Minister! Sie können danach antworten, aber jetzt bin ich am Rednerpult. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Linder. – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Keine Frage!)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Linder. – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Keine Frage!
Das machen die 6 Millionen € Förderung aus für einen Liter Milch, bitte. (Abg. Grillitsch: Das stimmt sogar!) Das stimmt, das ist richtig gerechnet, mehrfach nachgerechnet. Das macht es aus für einen Liter Milch, und das soll dann die Rettung des heimischen Milchmarktes sein. (Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Das hat doch niemand behauptet! Das versuchen Sie zu suggerieren!) Also für uns ist das unerhört! – Herr Minister! Sie können danach antworten, aber jetzt bin ich am Rednerpult. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Linder. – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Keine Frage!)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Linder.
Jetzt kann sich das jeder ausrechnen: Wenn jemand 100 000 Liter Kontingent hat, und das haben nicht alle Bauern, dann sind das 200 € pro Jahr. Und das soll die Entschädigung sein dafür, dass der Milchpreis von über 40 Cent auf 25 Cent und jetzt auf vielleicht 30 Cent gefallen ist?! – Das kann keine Entschädigung sein, das kann keine Lösung sein! Wir werden diesem Marktordnungsgesetz in dieser Form nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Linder.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.
Mit einer gescheiten Milchmarktordnung auf europäischer Ebene, die die Mengen anständig reguliert, können wir wesentlich mehr erreichen, und das kostet nicht einmal diese 6 Millionen €, das kostet ein Zeichen mit der Hand in Brüssel, nämlich einmal die Hand heben und sagen: Wir wollen den liberalisierten Milchmarkt nicht haben! – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.)
Abg. Jannach: Das ist die Wahrheit!
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Das war wieder ein typisches Beispiel, an dem man sieht, dass wir die Taten setzen und dass Sie aber die Taten nicht sehen oder nicht sehen wollen. Das, was wir jetzt erlebt haben, war keine Milchmädchenrechnung, Herr Kollege Jannach, sondern das war wirklich eine Milchbubenrechnung, die Sie jetzt angestellt haben. (Abg. Jannach: Das ist die Wahrheit!) Wirklich eine Milchbubenrechnung, denn: Wir haben ein Maßnahmenpaket geschnürt – ich weiß nicht, haben Sie das nicht wahrgenommen? –, unter anderem mit 26 Millionen € für die Milchkuhprämie ab dem Jahr 2010. Wir haben die Weide- und Auslaufprämie ausgeweitet. Der Herr Bundesminister hat eine Stärkung der Liquidität herbeigeführt: 70 Prozent der Betriebsprämienauszahlung wurde vorgezogen. Das war eine national umgesetzte Maßnahme.
Abg. Jannach: Es ist ohnehin „alles paletti“!
Wir haben die Quotenerhöhung nicht durchgeführt – im Sinne der Milchbauern. Wir haben die Saldierung verschärft. Wir haben sie nicht abgeschafft, meine lieben Kolleginnen und Kollegen, sondern wir haben sie verschärft, mit dem Ergebnis, dass es erstmals für das Milchwirtschaftsjahr 2008/2009 keine Überlieferung mehr gibt! (Abg. Jannach: Es ist ohnehin „alles paletti“!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben also recht behalten, wir haben das Richtige für die Bäuerinnen und Bauern getan. Und ich sage Ihnen ehrlich, das werden wir uns auch in Zukunft von niemandem streitig machen lassen. Das sollten wir offen diskutieren, denn am Ende des Tages wissen die Bauern genau, auf wen Verlass ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Ein weiterer Milchbube!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber. – Bitte. (Abg. Mag. Molterer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Ein weiterer Milchbube!)
Abg. Grillitsch: Das behauptet ja auch niemand!
Dieses Marktordnungsgesetz, werte Kolleginnen und Kollegen, im Umfang von 6 Millionen €, diese 0,22 Cent – Kollege Jannach hat das richtig ausgerechnet –, werden keinen Betrieb am Leben erhalten. (Abg. Grillitsch: Das behauptet ja auch niemand!)
Beifall bei den Grünen.
Na gut: Das behauptet niemand, sagt Kollege Grillitsch. – Ja wozu machen wir dann Agrarpolitik? Doch bitte darum, bäuerliche Arbeitsplätze in der Milchwirtschaft in Österreich zu erhalten! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Die Alpen des Burgenlandes!
Warum? – Weil sie die hoch qualitativen Produkte im Alpenraum erzeugen. Wir haben einen Standortvorteil! Wir könnten uns, wenn wir das wollen – und das ist auch ein Vorschlag der §-7-Kommission –, dafür einsetzen, dass endlich der Begriff „Alpenmilch“ in Europa etabliert wird. (Abg. Mag. Molterer: Die Alpen des Burgenlandes!) Das ist Herkunftsregelung! (Zwischenruf bei der ÖVP: Wir haben das schon!) Ja, ihr in Salzburg, aber es geht um eine verbindliche Regelung, die sicherstellt, dass keine Markttäuschung passiert, dass unsere Milch, die Wertschätzung dieser Milch auch auf dem Markt einen entsprechenden Preis erzielt. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf bei der ÖVP: Wir haben das schon!
Warum? – Weil sie die hoch qualitativen Produkte im Alpenraum erzeugen. Wir haben einen Standortvorteil! Wir könnten uns, wenn wir das wollen – und das ist auch ein Vorschlag der §-7-Kommission –, dafür einsetzen, dass endlich der Begriff „Alpenmilch“ in Europa etabliert wird. (Abg. Mag. Molterer: Die Alpen des Burgenlandes!) Das ist Herkunftsregelung! (Zwischenruf bei der ÖVP: Wir haben das schon!) Ja, ihr in Salzburg, aber es geht um eine verbindliche Regelung, die sicherstellt, dass keine Markttäuschung passiert, dass unsere Milch, die Wertschätzung dieser Milch auch auf dem Markt einen entsprechenden Preis erzielt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Warum? – Weil sie die hoch qualitativen Produkte im Alpenraum erzeugen. Wir haben einen Standortvorteil! Wir könnten uns, wenn wir das wollen – und das ist auch ein Vorschlag der §-7-Kommission –, dafür einsetzen, dass endlich der Begriff „Alpenmilch“ in Europa etabliert wird. (Abg. Mag. Molterer: Die Alpen des Burgenlandes!) Das ist Herkunftsregelung! (Zwischenruf bei der ÖVP: Wir haben das schon!) Ja, ihr in Salzburg, aber es geht um eine verbindliche Regelung, die sicherstellt, dass keine Markttäuschung passiert, dass unsere Milch, die Wertschätzung dieser Milch auch auf dem Markt einen entsprechenden Preis erzielt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Klauser, nicht Klausner!
die anwesend war (Abg. Grillitsch: Klauser, nicht Klausner!) – Klauser, von mir aus –, berichtet, welche Position sie vertritt, welche Position Österreich vertritt. Keine Antwort vom Herrn Minister! Er hat uns nicht sagen können, welche Position Österreich im Hinblick auf die Zukunft der Milchquotenregelung im Detail in die Verhandlung eingebracht hat. Bis heute hat kein Abgeordneter dieses Hauses, kein Fachabgeordneter ein Positionspapier dazu erhalten. Dieser Marktordnungsnovelle werden wir auf keinen Fall zustimmen. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein und löst überhaupt kein Problem des Milchmarkts. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
die anwesend war (Abg. Grillitsch: Klauser, nicht Klausner!) – Klauser, von mir aus –, berichtet, welche Position sie vertritt, welche Position Österreich vertritt. Keine Antwort vom Herrn Minister! Er hat uns nicht sagen können, welche Position Österreich im Hinblick auf die Zukunft der Milchquotenregelung im Detail in die Verhandlung eingebracht hat. Bis heute hat kein Abgeordneter dieses Hauses, kein Fachabgeordneter ein Positionspapier dazu erhalten. Dieser Marktordnungsnovelle werden wir auf keinen Fall zustimmen. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein und löst überhaupt kein Problem des Milchmarkts. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Huber: Jetzt haben wir etwas gelernt!
Um die Auszahlung nicht zu gefährden, werden wir von der SPÖ der vorliegenden Novelle die Zustimmung geben. Ich halte jedoch fest, dass sich unsere Fraktion eine Begünstigung für jene Milchbauern gewünscht hätte, die ihre Lieferquoten einhalten und nicht überliefern und dadurch das System bisher stabilisiert haben. Der Koalitionspartner war dazu leider nicht bereit. (Abg. Huber: Jetzt haben wir etwas gelernt!)
Beifall bei SPÖ.
Wir von der SPÖ stehen auf der Seite der kleinen und mittelgroßen Bauern und fordern seit Jahren effektive Mittel und Modelle, die nicht nur Großbauern unterstützen. Deshalb ersuche ich Sie alle, sehr geehrte Damen und Herren: Arbeiten wir gemeinsam an sinnvollen Zukunftsmodellen für unsere Landwirtschaft, damit solche einmaligen Zahlungen erst gar nicht nötig sind. – Danke. (Beifall bei SPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Ruf bei der ÖVP: In Lienz vielleicht!
Da seid ihr überhaupt nicht innovativ, habt keine Ideen. Es wäre so einfach – ich habe das schon öfter aufgezeigt –, wenn man aus den Landwirten Energiewirte machen würde, wenn man ihnen mit Photovoltaik, mit Parabolrinnen, mit Parabolspiegeln, mit einem anständigen Ökostromgesetz unter die Arme greifen würde. (Beifall beim BZÖ. – Ruf bei der ÖVP: In Lienz vielleicht!)
Abg. Grillitsch: Red doch nicht so einen Blödsinn! Also wirklich!
Viele Landwirte beenden wegen der niedrigen Preise, weil sie ihre Kosten nicht mehr decken können, ihre Tätigkeit, sperren den Stall zu. Und was passiert? – Ihre Milchquote, ihr Eigenkapital – ihr von der ÖVP habt das Milchkontingent immer das Eigenkapital der Bauern genannt – wird vernichtet. Mit den Kontingenten ist es nämlich heute so, dass der Nachbarbetrieb oder jeder andere liefern kann, soviel er will, er bekommt für die Milch gleich viel. Das ist die sogenannte Saldierung, und aufgrund dessen gibt es diese Überlieferung und der Preis ist katastrophal im Keller. (Abg. Grillitsch: Red doch nicht so einen Blödsinn! Also wirklich!)
Beifall beim BZÖ.
(Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich danke den Regierungsparteien, dass sie dem vorliegenden Gesetz die Zustimmung erteilen. Sie ermöglichen damit, dass ein zusätzlicher Baustein in der Bewältigung der Milchkrise für die Bauern Realität wird. Es ist der Opposition unbenommen, dass sie sagt: Wir sind dagegen und wollen nicht, dass die Bauern das Geld bekommen. – Das müssen Sie den Bauern erklären. Jedenfalls ich tue das nicht. Ich versuche, alles Geld, das möglich ist, für die Bauern zu lukrieren. Wenn es nach Ihnen geht, schicken wir das Geld, die 6,5 Millionen €, eins zu eins wieder nach Brüssel zurück. „Gratuliere“! Das ist Bauernhilfe à la Opposition! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Und er wird weiter steigen!
Der Milchpreis lag in Österreich in etwa bei 25 Cent, und jetzt liegt er im Durchschnitt in etwa bei 33 Cent. (Abg. Dr. Pirklhuber: Und er wird weiter steigen!) Das ist eine Tendenz, die positiv ist, ein notwendiges Signal für die Bauern. Auch das heutige Marktordnungsgesetz für die Bauern ist ein solches, getreu dem Prinzip: Jeden Euro, der in Brüssel für die österreichischen Bauern zur Verfügung steht, den holen wir ab und den zahlen wir aus.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.
ungeheuerlich. Das ist nicht fair und nicht in Ordnung. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP.
Die erfolgreiche Politik des Bauernbundes ist es, dass wir viele Maßnahmen setzen. Wir haben das Gesamte im Blick: Milchprämie von 3,55 Cent, Milchkuhprämie mit 60, 40 und 30 € pro Kuh, je nach Größenordnung. Und wenn ich beim Beispiel von 20 Kühen bleibe, mit 100 000 Litern Kontingent, sind das dann 4 770 € – und das schaut dann ein bisschen anders aus als die 220 €, die Herr Jannach da präsentiert hat. Bekennen wir uns also zu den Leistungen der Bauern, und unterstützen wir sie! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben auch sehr viele Vorschläge eingebracht – leider sind diese Vorschläge weitestgehend nicht anerkannt worden. Zum Beispiel haben wir einen Vorschlag zur Lösung der Über- und Unterlieferung von Milch eingebracht, nämlich ein Zu- oder Abschlagsystem einzuführen. Da wurde uns von den Experten des Ministeriums sogar gesagt, dass das eine brauchbare Lösung wäre, dass das aber zu bürokratisch ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das mit der Macht des Bauernbundes in der Agrarbürokratie nicht zu lösen wäre, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich sagen: Uns ist dieser Teilschritt wichtig. Wir sagen, es ist ein Teilschritt, es ist besser als gar kein Schritt, und es ist vor allem besser als ein Rückschritt – für die Bauern und für mehr Einkommensgerechtigkeit, vor allem für die kleinen Bauern in Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Wo? – Abg. Grillitsch: Der Minister hat das gemacht!
Wir haben unserem Landwirtschaftsminister viel zu verdanken, denn er hat die Initiative ergriffen und sich Verbündete auf EU-Ebene gesucht und somit nochmals 300 Millionen € für den Milchmarkt mobilisiert. (Ruf bei der SPÖ: Wo? – Abg. Grillitsch: Der Minister hat das gemacht!) Nun ist es so, dass diese 300 Millionen € auf Österreich herabgebrochen 6 Millionen € ausmachen, und diese werden so schnell und so unkompliziert wie möglich an die Milchbauern verteilt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben unserem Landwirtschaftsminister viel zu verdanken, denn er hat die Initiative ergriffen und sich Verbündete auf EU-Ebene gesucht und somit nochmals 300 Millionen € für den Milchmarkt mobilisiert. (Ruf bei der SPÖ: Wo? – Abg. Grillitsch: Der Minister hat das gemacht!) Nun ist es so, dass diese 300 Millionen € auf Österreich herabgebrochen 6 Millionen € ausmachen, und diese werden so schnell und so unkompliziert wie möglich an die Milchbauern verteilt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Eines möchte ich zum Schluss noch anmerken: Märkte, die gänzlich ohne Regeln sind, bergen ziemlich große Gefahren in sich, und deren Reparaturen kosten meistens mehr, als der freie Markt gebracht hat. Seit der Wirtschaftskrise wissen wir, dass das nicht nur für den Milchmarkt gilt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das zum Thema Elefanten. Falls es Sie interessiert: Es gibt auf der Welt noch ungefähr 500 000 bis 700 000 afrikanische Elefanten, und diese großartigen Tiere zu schützen ist uns sicher ein großes Anliegen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Brunner.
Das sagt ein Mann, dem gerade etwas passiert ist und der einfach die Realität ausblendet. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Brunner.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Fragen von Naturschutz, von Artenschutz in den Vordergrund stellt, sondern vor allem, vor allem, vor allem wirtschaftliche und Handelsinteressen. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Brunner.
Es haben sich asiatische Länder höchst effektiv durchgesetzt, über das Lobbying Japans wird viel diskutiert und viele Länder meinen, da können sie sich noch einiges abschauen und einiges dazulernen. Also ich glaube, dass wir die zwei Jahre bis zur nächsten Konferenz durchaus dazu nutzen sollten, zu überlegen, wie wir denn dieses Instrument von CITES an sich weiterentwickeln könnten, wie wir es zu einem wirklich effektiven Naturschutz-, Artenschutzinstrument mit Zähnen machen können – denn eine Konferenz, die zu dem Ergebnis kommt, dass die Koralle besser um den Hals als im Meer aufgehoben ist, betreibt nicht die Art von Artenschutz, die ich mir als Sozialdemokratin vorstelle. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Brunner.)
Abg. Hörl: Na geh bitte!
Das zeigt ja auch, dass sich unsere EU-Leute diesbezüglich nicht so verhalten haben, wie wir uns das vorgestellt haben, es ist schwer enttäuschend. (Abg. Hörl: Na geh bitte!) Wir haben eine Stimme von 26 Leuten in dieser Konferenz, und das wirkt sich aus. – Gott sei Dank in diesem Fall nicht auf die Tiere, aber sehr wohl auf die EU und auch auf Ihr Ministerium, Herr Minister.
Beifall bei der FPÖ.
Die EU-Delegation hat nicht entsprechend gehandelt, und wenn Sie, Herr Minister, bitte heute in die „Kronen Zeitung“ schauen, dann werden Sie feststellen: Da ist ein Leserbrief an Sie gerichtet, bei dem es sich vielleicht lohnt, ihn zu beantworten. Es geht nämlich dabei darum, dass eben einer der Herren in Ihrem Ministerium sich absolut – nach Meinung dieses Leserbriefschreibers – gegen den Elefantenschutz ausgesprochen hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Also den Begriff „nachhaltige Trophäenjagd“ müssen Sie mir einmal erklären. Das ist ja schon ein Widerspruch in sich, und ich denke, da geht ganz klar hervor, welche Lobbys Sie eigentlich vertreten – Tierschutz und Artenschutz sicher nicht. (Beifall bei den Grünen.) Gott sei Dank konnten Sie sich aber bei dieser Konferenz nicht durchsetzen. Die Vertragsstaatenkonferenz hat diesen Anträgen nicht zugestimmt. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich.)
Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich.
Der Elefantenschutz wurde nicht gelockert, das stimmt, und das war ein großer Erfolg für die Tierschützerinnen und Tierschützer, und hätten Sie dort unserer Position vertreten, hätten Sie uns diesen Erfolg auch schildern können. Das können Sie so jetzt leider nicht. (Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich.) – Das stimmt sehr wohl, das ist Ihre Anfragebeantwortung, das müssen Sie bei sich im Haus klären.
Beifall bei den Grünen.
Da ist es für mich auch ein bisschen schizophren, Herr Minister, wenn Sie in Schönbrunn Patenschaften für Eisbären übernehmen und dann bei der entscheidenden Konferenz dafür sorgen, dass der Schutz der Eisbären eben nicht gewährleistet wird. Ich fordere Sie auf, endlich einmal klarzustellen, welche Lobbys Sie eigentlich vertreten. Deswegen noch einmal: Österreich braucht ein eigenständiges, unabhängiges und engagiertes Umweltministerium! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Weil wir so viele Elefanten haben!
Interessant ist, dass Österreich in der EU weiterhin die Triebfeder ist – dies trotz abgeschlossener Diskussion! –, wenn es darum geht, eine Wiederaufnahme zu erreichen. (Abg. Großruck: Weil wir so viele Elefanten haben!) Wir wissen genau, wie viele Elefanten getötet werden. Trotz dieser gravierenden Missstände konnte sich die EU lediglich dazu durchringen, den Elfenbeinhandel abzulehnen. Was eine Lockerung des Elefantenschutzes anlangt, enthielt sich die EU.
Beifall bei BZÖ und Grünen.
Während sich Deutschland für den Elefantenschutz engagiert, hat sich Österreich für die Anträge Tansanias und Sambias starkgemacht. Eines verwundert mich: Österreich hat sich für die Anträge Sambias und Tansanias starkgemacht, obwohl im Ausschuss beschlossen wurde, sich für aktiven Elefantenschutz einzusetzen und eine Herabsetzung abzulehnen. (Beifall bei BZÖ und Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Unglaublich!
Man wusste genau, dass dies am 25. März, also heute, im Plenum mehrheitlich angenommen wird, hat aber gegen den Beschluss des Ausschusses gehandelt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Unglaublich!)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, ich frage mich, wofür Anträge im Ausschuss behandelt und abgestimmt werden, wenn sich dann kein Mensch, weder der Herr Minister noch seine Untergebenen oder Abgesandten, daran hält! Das müsste sich, meine ich, baldigst ändern, sonst werden die Ausschusssitzungen zu einem einzigen Kasperltheater! – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt es also nicht?
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich ersuche Sie dringend, sich in Ihren Wortmeldungen nicht lediglich auf Zeitungsmeldungen zu beziehen, sondern Fakten widerzuspiegeln! (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt es also nicht?)
Abg. Mag. Brunner: Nachhaltige Trophäenjagd?!
Faktum ist, dass dieses System – jenes System, wie es die Leute in Sambia und Tansania jetzt beabsichtigt haben, in vier afrikanischen Ländern funktioniert, nämlich in Namibia, in Botsuana, in Simbabwe und in Südafrika, nämlich ein aktives Bewirtschaftungs- und Managementsystem der Populationen, wobei gleichzeitig auch die Schutzmaßnahmen entsprechend unterstützt werden –, also Faktum ist, dass dieses System, ein aktives Managementsystem, besser funktioniert als ein System von Verboten! (Abg. Mag. Brunner: Nachhaltige Trophäenjagd?!)
Beifall bei der ÖVP.
Dass Sie hier wieder einmal eine Skandalisierung machen und einen Beamten, der sich absolut loyal verhalten hat, lediglich anhand von Zeitungsmeldungen verleumden, finde ich schlimm, wirklich schlimm! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
die völlig überzogen ist und auf eine Skandalisierung hinausmündet. Es ist schade, weil man ein sehr ernsthaftes Thema hier leider anders darstellt. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Werturteil! – Abg. Dr. Spadiut: Das werde ich doch wohl sagen dürfen!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Kollege Spadiut! Ich glaube, das ist ein Sachverhalt, der tatsächlich nicht berichtigbar ist. Das ist eine Argumentation, die man natürlich vertreten kann. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Werturteil! – Abg. Dr. Spadiut: Das werde ich doch wohl sagen dürfen!) – Ja, das können Sie in einem zweiten Redebeitrag machen.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordneter Franz Hörl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich stelle fest, die Grüne Fraktion ist offenbar bei Lichterkranz gegen Rosenkranz – so weit zu Ihren Bemühungen um den Naturschutz, liebe Frau Brunner! Ihre Kollegen sind alle weg. Was man beim BZÖ von Dringlichen Anträgen hält, konnte man bei der letzten Abstimmung sehen, bei der gerade noch sechs Leute da waren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Mag. Brunner: Nachhaltige Trophäenjagd!
Österreichs Position in Doha – der Herr Bundesminister hat es schon gesagt – war die des World Wildlife Fund. Was wollen Sie eigentlich vom Bundesminister? Und hören Sie auf, einen Beamten, der fachlich gebildet ist, der sich aufgrund von Tatsachen und sachlichen Ergebnissen hat leiten lassen, hier zu kritisieren. Gehen Sie ein bisschen mehr auf normale Dinge ein, Frau Brunner! (Abg. Mag. Brunner: Nachhaltige Trophäenjagd!)
Abg. Mag. Brunner: Und was ist mit den anderen?
Wissen Sie, dass, wenn man ein Schnitzel isst, ein Tier geschlachtet wird? Und dass der Naturschutz und Elefantenschutz funktioniert, sieht man ja allein an der Tatsache, dass 500 000 bis 700 000 Elefanten in Afrika leben, Gott sei Dank. Faktum ist, dass 20 000 Elefanten eines natürlichen Todes sterben (Abg. Mag. Brunner: Und was ist mit den anderen?) und dass allein in diesen beiden Ländern, denen Sie mit Ihren Bemühungen die kontrollierte Nutzung dieser Tiere genommen haben, 38 000 Stück an Elefanten gewildert werden!
Beifall bei der ÖVP.
Gehen Sie zu Heilingbrunner, gehen Sie zu Ihren eigenen Leuten und fragen Sie sie, was sie erreichen, wenn sie gegen den Willen der Bevölkerung Naturschutz und Tierschutz machen wollen! Die werden Ihnen das sagen! Das haben Sie in Hainburg gesehen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grosz: Krokodile?!
Abgeordneter Mag. Josef Auer (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Nach so großen Tieren wie Elefanten und Eisbären möchte ich jetzt auf eine ganz kleine Gattung von Tieren zu sprechen kommen. (Abg. Grosz: Krokodile?!) – Nein,
Abg. Dr. Moser: Zur Selbsterkenntnis!
Zum Kollegen Grosz darf ich sagen: Er hat nicht sehr aufmerksam zugehört, das ist ja nicht seine Stärke. In der modernen Psychoanalyse, Herr Kollege Grosz, symbolisiert der Honig das Über-Ich als letzte Stufe der Arbeit an sich selbst. Vielleicht lassen Sie sich ein Glas Honig kommen, das würde Ihnen sicher helfen. – Danke schön für die Aufmerksamkeit. (Abg. Dr. Moser: Zur Selbsterkenntnis!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir alle sind nun gefordert! Wir müssen Verantwortung übernehmen. Wir müssen bereit sein, uns mit aller Kraft dafür einzusetzen, den Reichtum unserer Erde und damit die Lebensgrundlage der gesamten Menschheit langfristig zu bewahren, denn die Menschheit ist zur Zeit dabei, in wenigen Jahrzehnten zu zerstören, was die Natur in Millionen von Jahren geschaffen hat. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf insgesamt betonen: Angesichts der Tatsache, dass 2010 das internationale Jahr der Artenvielfalt ist, ist das eine bedenkliche Entwicklung! In Österreich selbst sind im Bereich der Biodiversität rund 4 000 Arten vom Aussterben bedroht. Es ist daher höchste Zeit, dass wir alle gemeinsam unsere Anstrengungen verstärken, um dem Artensterben Einhalt zu gebieten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Ich muss schon sagen: Da übernehme ich gerne diese Aufgabe. Denn: Ich finde es ungeheuerlich (Zwischenrufe bei der ÖVP), dass Österreich bei dieser Artenschutzkonferenz diesen Schutzanspruch, den wir im Ausschuss heftigst diskutiert haben, über diesen Beamten nicht vollzogen hat!
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das kann man belegen mit diesem Mail. Das ist keine Information aus den Medien. Dieses Mail ist an uns gerichtet. Ich lese Ihnen das jetzt vor: Liebe Kollegen! Wir brauchen dringend Unterstützung aus Politik und Öffentlichkeit in Österreich hier auf der Artenschutzkonferenz zum Thema Elefanten. Bitte setzt euch dafür ein, dass Österreich die gestrige Entscheidung gegen die Anträge Tansanias und Sambias akzeptiert – genau die Grüne Forderung, keine Freigabe des Elfenbeinhandels! – und nicht unterminiert. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Warum verschweigen Sie die Person?!
Sehen Sie, das ist Realität! Und das ist Ihre Politik, die leider am Parlament vorbeigeht! (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Warum verschweigen Sie die Person?!)
Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Aber darüber will ich jetzt nicht sprechen, sondern hauptsächlich über einen Entschließungsantrag, über den in der letzten Ausschusssitzung interessiert diskutiert wurde, wo ich ein bisschen zum „Deppen“ gemacht wurde. (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.) – Aber da bin ich nicht wehleidig, kein Problem. Im Endeffekt, glaube ich, wäre es für das Plenum interessant, zu wissen, worum es sich dabei handelt. Es handelt sich um folgende Entschließung:
Beifall bei der FPÖ
Es wäre daher tatsächlich positiv, zu überlegen, ob wir, das Parlament, unseren zuständigen Minister auffordern – beziehungsweise ihn bitten, aber bleiben wir beim Wort „auffordern“, denn es ist ja unser Recht! –, Möglichkeiten zu überprüfen, dass sich Griechenland, um uns nicht weiter zu belasten, aus der Euro-Zone – nicht aus der EU, aber aus der Euro-Zone –, entfernen muss (Beifall bei der FPÖ) – so lange, bis es sich wieder erholt hat und seine Wirtschaft und seine Gesellschaftsordnung in Ordnung gebracht hat; dann kann man ja wieder darüber reden. Ich bitte Sie, diesem Antrag vielleicht doch die Zustimmung zu geben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es wäre daher tatsächlich positiv, zu überlegen, ob wir, das Parlament, unseren zuständigen Minister auffordern – beziehungsweise ihn bitten, aber bleiben wir beim Wort „auffordern“, denn es ist ja unser Recht! –, Möglichkeiten zu überprüfen, dass sich Griechenland, um uns nicht weiter zu belasten, aus der Euro-Zone – nicht aus der EU, aber aus der Euro-Zone –, entfernen muss (Beifall bei der FPÖ) – so lange, bis es sich wieder erholt hat und seine Wirtschaft und seine Gesellschaftsordnung in Ordnung gebracht hat; dann kann man ja wieder darüber reden. Ich bitte Sie, diesem Antrag vielleicht doch die Zustimmung zu geben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Kurzmann: Denn Sie wissen nicht, was Sie sagen!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich nehme unmittelbar Bezug auf meinen Kollegen Lutz Weinzinger, den ich sehr schätze, aber wenn hier ein Ausschluss von Griechenland aus der Euro-Zone verlangt wird, dann fällt mir nur ein: Denn sie wissen nicht, was sie tun. (Abg. Dr. Kurzmann: Denn Sie wissen nicht, was Sie sagen!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Gerade der Euro hat verhindert, dass Spekulationen gegen einzelne europäische Währungen, wie es früher war, stattgefunden haben. Insofern ist der Euro – Gott sei Dank – ein Schutzschild gegen internationale Spekulationen und damit auch ein Schutzschild gegen weltweite Spekulationen, die eine neue Finanzkrise hätten auslösen können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Jetzt frage ich Sie: Wenn sich eine deutsche Bank, an statt deutsche Anleihen mit 4 Prozent zu kaufen, griechische Anleihen mit 8 Prozent kauft, über Jahre den Profit einstreift und dann, wenn es Probleme gibt, sagt, um Gottes Willen, da war ja ein Risiko drin, das haben wir nicht gewusst, na, was glauben Sie, warum dieser Risikoaufschlag bezahlt wird? (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.) – Eben weil ein Risiko drinsteckt! Deshalb sollte der Steuerzahler dieses Risiko den Banken auf keinen Fall abgelten.
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Königshofer.
Es muss also aufhören, dass Gewinne etwas für einige wenige sind und Verluste die Allgemeinheit zahlt. Das ist etwas, womit Schluss sein muss. Wir müssen die Rechtschaffenen belohnen und nicht die Betrüger. – Danke. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Königshofer.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Stummvoll.
Es stellt sich prinzipiell die Frage, wie wir spekulationssicherer werden können, und das geschieht sicher nicht durch den Ausschluss von Griechenland. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Stummvoll.)
Beifall bei der FPÖ.
Unterstützen Sie unseren Antrag, damit wir rechtzeitig darüber nachdenken können! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Am Schluss sollten wir vielleicht nicht allzu überheblich sein, denn immerhin leisten wir uns auch ein Griechenland – namens Kärnten! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Tatsache ist, dass wir zwischen 1960 und 2006 bis zu 2,3 Billionen Dollar als Entwicklungshilfe nach Afrika geschickt haben. Mit welchem Ergebnis? – Die Bevölkerung ist heute ärmer denn je, das Geld fließt in falsche Kanäle, und das Schlimme daran ist, dass internationale Organisationen die Trostlosigkeit Schwarzafrikas ausnützen, um sich selbst zu bereichern. Da tun wir Freiheitlichen sicher nicht mit! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Volker Seitz gibt in diesem Buch auch Anregungen, wie richtige Entwicklungspolitik gemacht werden sollte. Ich empfehle Ihnen nochmals, dieses Buch zu kaufen. Dann werden Sie wahrscheinlich nächstes Mal nicht dabei sein, wenn unsere Steuergelder zum Fenster hinausgeworfen werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Königshofer.
Ich würde uns aber nicht wünschen, dass die EU oder die anderen 26 Mitgliedstaaten sagen, Österreich sollte aus der Währungsunion austreten. Nicht auszudenken, was das für unsere Wirtschaft bedeuten würde, was das im Hinblick auf die Teuerungsrate bedeuten würde, was das vielleicht für eine Währungsabwertung des alten, seinerzeit noch harten Schilling nach sich ziehen würde! (Zwischenruf des Abg. Dr. Königshofer.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber es ist wie immer: Der Standort bestimmt den Standpunkt; das ist ganz einfach so. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Da werden wir uns dann anschauen, was er unter „neuer Qualität der Diskussion“ versteht, denn dass sich Griechenland neuerlich nicht an die Regeln halten wird, wo wir schon gesehen haben, wie es mit Regeln in der Vergangenheit umgegangen ist, darauf können wir vertrauen. Wir werden dieses Thema sicherlich noch öfter hier herinnen behandeln, auch wenn Sie jetzt diesen Antrag ablehnen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Haider: Das ist der Amerikaner!
Abgeordneter Ing. Mag. Hubert Kuzdas (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Kollege Weinzinger und Kollege Haider, es gibt natürlich auch andere Ökonomen, die man zitieren könnte, die vielleicht auch anderer Meinung sind. Zum Beispiel sagt der Ökonom Eichengreen (Abg. Mag. Haider: Das ist der Amerikaner!), der in der „Wiener Zeitung“ von gestern zitiert wird: „Eine Euro-Exit-Klausel wäre pervers“. „US-Topökonom Eichengreen warnt vor Finanzkatastrophe, wenn ein Land aus der Euro-Währungsunion austritt.“
Zwischenruf des Abg. Dr. Königshofer.
Nicht alles, was Kollege Königshofer gesagt hat, ist unrichtig, aber das liegt schon einige Jahre zurück, und man kann das heute nicht mehr zurückdrehen. Mit dem Austritt oder, wie im Entschließungsantrag gefordert, mit dem Ausschluss aus der Währungsunion würde man ja einer Volkswirtschaft nichts Gutes tun. Es würde genau das heraufbeschworen, was wir verhindern wollen, nämlich die Finanzkrise neu oder ein finanzieller Super-GAU. Ich glaube, das will in Wirklichkeit niemand, das wollen auch Sie nicht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Königshofer.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Zweite, was Griechenland braucht, sind Auflagen, damit es diese Vorbildwirkung, die Sie angesprochen haben, für Portugal, für Spanien eben nicht gibt. Es wird wahrscheinlich eine kombinierte Hilfe durch den IWF und die Europäische Union geben, gescheiter wäre wahrscheinlich eine Kontrolle durch die Währungsunion, durch die Euro-Staaten. Aber leider ist es eben so, und momentan auch ohne Alternative. – Danke.(Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Königshofer.
Also Deutschland und Frankreich haben sich geeinigt. Das wird auch uns etwas kosten. Wir werden mit 2,86 Prozent da mitzahlen im Rahmen von bilateralen Krediten, die die Mehrheit an allfälliger Hilfe, wenn Griechenland eine solche wirklich benötigt, darstellen werden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Königshofer.)
Beifall bei der ÖVP.
Nicht ganz vergessen sollten wir, jetzt muss es der Internationale Währungsfonds sein, weil es einen Europäischen Währungsfonds noch nicht gibt. Das braucht viel an Vorarbeit, aber mittelfristig sollte die Europäische Union, sollte die Eurozone doch in der Lage sein, derartige Probleme aus sich heraus zu lösen, zum Beispiel mit einem Europäischen Währungsfonds, um nicht auf die Hilfe des Internationalen Währungsfonds angewiesen zu sein. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Königshofer: Das ist immer Ihre Ausrede!
Aber insgesamt, glaube ich, geht es um die Frage des Auffangens. (Abg. Dr. Königshofer: Das ist immer Ihre Ausrede!) Es gibt ja eine europäische Finanzierung, die Bank und verschiedene Linien. Und wenn sich jetzt Frankreich mit Deutschland über die Art der Finanzierung geeinigt hat – Deutschland ist ja an sich auf der Bremse gestanden –, dann ist das ein gutes Zeichen. Ich glaube, man kann nicht einfach sagen, sobald das erste Land eine wirtschaftliche Schwäche zeigt, wird die Union aufgelöst.
Beifall bei der SPÖ.
Das ist natürlich ein populistischer Ansatz von Ihrer Seite, den ich zwar nachvollziehen kann, aber zukunftsprägend kann das sicherlich nicht sein. Daher ersuche ich wirklich, diese Diskussion mit Vorsicht zu führen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Aber zuerst begleichen wir den Steuerbetrug, sonst sind wir nicht bereit!
Eine Bitte noch an den Herrn Staatssekretär im Zusammenhang mit dem Bankgeheimnis, eine Hausaufgabe müssen wir da noch machen. Ich meine, wir stimmen überein, dass wir jene Form staatlicher Datenhehlerei, wie sie in Deutschland praktiziert wird, nicht wollen – sowohl aus Gründen des Datenschutzes als auch aus solchen der Rechtsstaatlichkeit nicht. Um das aber auszuschließen, bedarf es noch einer Schließung der Rechtslücke des § 164 Strafgesetzbuch, da dort derzeit nur die Hehlerei mit Sachen geregelt ist – historisch verständlich, aber nicht mehr zeitgerecht und zielführend. Daher ersuche ich auch den Herrn Staatssekretär, eine entsprechende Initiative gegenüber dem Justizministerium zu unterstützen, und lade alle Kollegen ein, das ebenso zu tun. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Aber zuerst begleichen wir den Steuerbetrug, sonst sind wir nicht bereit!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Dabei wird, wie bereits im Herbst des Vorjahres sehr eingehend diskutiert, das hierzulande geltende Bankgeheimnis eingeschränkt und werden die neuen OECD-Grundsätze für die internationale Amtshilfe bei der Verfolgung von ausländischen Steuersündern umgesetzt. Wir haben im Augenblick 14 solcher Abkommen bereits in Kraft gesetzt, heute kommen zwei dazu. – Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zusammenfassend: Auch in schwierigen Zeiten, wenn es um Solidarität geht, wenn es darum geht, dass wir Ländern der Eurozone Kredite einräumen, sage ich Ihnen, unterm Strich war es hundertprozentig richtig, der Europäischen Union beizutreten und auch in der Eurozone zu sein. Das sage ich ganz klar und deutlich. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abschließend danke jenen Abgeordneten, die diesen drei Stücken ihre Zustimmung geben werden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
dieses gemeinsame Europa immerhin über 60 Jahre den Frieden gesichert hat. – Besten Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, wenn wir als Europäische Union, wenn wir als Österreich über dieses Freihandelsabkommen diskutieren, dann muss eine kohärente und verantwortungsvolle Position uns leiten, und es muss uns die gesundheitspolitische Versorgung von Millionen von Menschen mehr wert sein als die Aktienerträge einiger weniger durch einen verlängerten Patentschutz. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher werden wir diesen Antrag nicht unterstützen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne schadet Ihre Politik auch dem lieben, kleinen Österreich als Teil der Union und als Teil der Eurozone. Lassen Sie sich das auch ins Stammbuch schreiben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder hungert der Herr Bundesminister das Bundesheer ganz bewusst aus – auch mit Hilfe der SPÖ und leider auch mit Hilfe der ÖVP –, oder der Herr Bundesminister ist da wirklich überfordert. Beides sind eigentlich Gründe, dass man sagen muss: Da können Sie Ihren Hut nehmen! Da sollten Sie Ihren Sessel räumen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Verantwortung eines Bundesministers ist, so wie beim Bundesheer die Kommandantenverantwortung, unteilbar. Da kann man nicht hergehen und sich sozusagen in Ausflüchte begeben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, so steht es um das Bundesheer. Ich fordere wirklich jeden Abgeordneten hier in diesem Haus auf – da sei an die eigene Verantwortung jedes Abgeordneten appelliert –, heute ein Zeichen zu setzen und für die Landesverteidigung einzutreten. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Königshofer.
Herr Kollege Kunasek, allerdings sollte man eines nicht vergessen: Bei der Beschaffung war Ihre Partei an vorderster Front mit dabei. (Zwischenruf des Abg. Dr. Königshofer.) Sie sagen auch in Ihrem Antrag: Natürlich kosten diese Flugzeuge viel Geld. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Erinnern wir uns daran, dass uns der Herr Vizekanzler oder damals auch der Herr Bundeskanzler versprochen haben, die Kosten für diese
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Herr Kollege Kunasek, allerdings sollte man eines nicht vergessen: Bei der Beschaffung war Ihre Partei an vorderster Front mit dabei. (Zwischenruf des Abg. Dr. Königshofer.) Sie sagen auch in Ihrem Antrag: Natürlich kosten diese Flugzeuge viel Geld. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Erinnern wir uns daran, dass uns der Herr Vizekanzler oder damals auch der Herr Bundeskanzler versprochen haben, die Kosten für diese
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Jeder von uns weiß, wenn er ein Haus hat, wenn er ein Haus baut oder es von den Eltern übernimmt und die Eltern haben das Haus nicht gut betreut und saniert, dann wird der Erbe wenig Freude haben. Heute einem Minister all das, was in den letzten 40 Jahren versäumt wurde, vorzuwerfen und von ihm zu verlangen, es auf seine Kappe zu nehmen, das, meine Damen und Herren, ist absurd und entbehrt jeglicher Grundlage! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Wenn Sie den Herrn Bundesminister auffordern zurückzutreten, dann sollten Sie auch nachdenken, was zum Beispiel die Bundesheerreformkommission an Programm beschlossen hat. Ich war in der Evaluierungskommission dabei. Einige aus diesem Haus, einige Parteien waren dort nicht vertreten, weil sie es nicht der Mühe wert gefunden haben, da mitzutun. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Was dort allerdings klar zutage getreten ist, ist Folgendes: Die Ergebnisse der Bundesheerreformkommission 2010 wurden von der Evaluierungskommission in den ersten 60 Prozent der Diskussionsminuten infrage gestellt. Nicht das, was inzwischen passiert ist, war wichtig, sondern das, was man selber formuliert hat, war plötzlich infrage gestellt.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich frage Sie wirklich – und Sie waren damals mit Ihrer Partei dabei, Kollege Kunasek –, was man sich dabei gedacht hat, den Wehrdienst auf sechs Monate zu verkürzen. Hat man da nicht an die Miliz gedacht, war man nicht in der Lage abzuschätzen, was das für Folgen hat? – Heute haben wir die Folgen gemeinsam zu tragen. Anstatt aber Lösungen zu finden, befehden wir uns gegenseitig. Ich bitte noch einmal darum: Das Bundesheer ist zu schade für ein politisches Hickhack! Es sollte herausgehalten werden. Das haben wir auch versucht, in verschiedensten Ausschusssitzungen gemeinsam umzusetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kunasek: Um das geht es gar nicht!
Eines sollte auch nicht passieren, dass wir nämlich bei diesen knappen Budgetmitteln plötzlich andere Diskussionen führen und andere, die dem Bundesheer nicht so wohlgesinnt sind, fragen: Was ist Ihnen lieber? Die Pensionen zu sichern, eine gute Gesundheitspolitik oder wollt ihr einen neuen Panzer? – Diese Diskussionen wollen wir nicht! Dafür sind wir nicht zu haben. (Abg. Kunasek: Um das geht es gar nicht!)
Abg. Kunasek: Da hat man Verantwortung!
Herr Kollege Kunasek, ich sage noch einmal: Überdenken Sie Ihren Antrag! Jeder kann einen Fehler machen. Aber es würde Ihnen gut anstehen, das einzusehen. Unterstützen Sie den Minister bei seiner Arbeit! (Abg. Kunasek: Da hat man Verantwortung!) Da er Ihr Dienstgeber ist, sollte Ihnen das viel wert sein. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege Kunasek, ich sage noch einmal: Überdenken Sie Ihren Antrag! Jeder kann einen Fehler machen. Aber es würde Ihnen gut anstehen, das einzusehen. Unterstützen Sie den Minister bei seiner Arbeit! (Abg. Kunasek: Da hat man Verantwortung!) Da er Ihr Dienstgeber ist, sollte Ihnen das viel wert sein. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kunasek: Wenn die Grünen das sagen ..., Herr Minister!
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Grünen haben mehrmals und mehrfach gefordert, dass Minister Darabos abgelöst werden soll, weil in den letzten dreieinhalb Jahren eine Nicht-Politik stattgefunden hat – und es daher endlich an der Zeit ist, dass Minister Darabos für diese gesamte Nicht-Politik die Verantwortung übernimmt. (Abg. Kunasek: Wenn die Grünen das sagen ..., Herr Minister!)
Abg. Amon: Das können Sie nur unter dem Schutz der Immunität sagen, Frau Kollegin!
Zweitens: Bei den Eurofightern hat Minister Darabos beschämenderweise und tatsächlich die Seite gewechselt. Die Rüstungskorruption, die passiert, wird eindeutig verleugnet – und somit auch nicht aufgeklärt. (Abg. Amon: Das können Sie nur unter dem Schutz der Immunität sagen, Frau Kollegin!)
Abg. Scheibner: Das ist ein Schwachsinn!
Die Sicherheitsdoktrin ist ein nächster wichtiger Kritikpunkt an Bundesminister Darabos, denn in der Sicherheitsdoktrin bestehen Tendenzen in Richtung NATO. (Abg. Scheibner: Das ist ein Schwachsinn!) Und wenn nur eine Sekunde – eine Sekunde! – daran gedacht wird, die Neutralität aufzuheben, ist dieser Misstrauensantrag alleine schon berechtigt. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Amon: Applaus von der falschen Seite! – Abg. Mag. Stadler: Fürs Protokoll: Der Beifall ...!) – Wir haben nie verleugnet, dass die Grünen in den meisten Punkten bei diesem Entschließungsantrag der Freiheitlichen Partei mitgehen können. Es gibt aber einige Punkte, wo das ein bisschen schwieriger ist. Das wurde klar und deutlich gesagt.
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Amon: Applaus von der falschen Seite! – Abg. Mag. Stadler: Fürs Protokoll: Der Beifall ...!
Die Sicherheitsdoktrin ist ein nächster wichtiger Kritikpunkt an Bundesminister Darabos, denn in der Sicherheitsdoktrin bestehen Tendenzen in Richtung NATO. (Abg. Scheibner: Das ist ein Schwachsinn!) Und wenn nur eine Sekunde – eine Sekunde! – daran gedacht wird, die Neutralität aufzuheben, ist dieser Misstrauensantrag alleine schon berechtigt. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Amon: Applaus von der falschen Seite! – Abg. Mag. Stadler: Fürs Protokoll: Der Beifall ...!) – Wir haben nie verleugnet, dass die Grünen in den meisten Punkten bei diesem Entschließungsantrag der Freiheitlichen Partei mitgehen können. Es gibt aber einige Punkte, wo das ein bisschen schwieriger ist. Das wurde klar und deutlich gesagt.
Abg. Neugebauer: Wollen Sie damit Ihre Redezeit füllen?
Nochmals: Wir Grünen sind nicht in allen Punkten einverstanden und d’accord mit dem Antrag der freiheitlichen Fraktion. Einerseits glauben wir, dass trotz der Frage, wie so etwas überhaupt passieren kann, ein sexistisches Video zu veröffentlichen und junge Männer sozusagen zum Bundesheer rekrutieren zu wollen ... Da das passiert ist, war die Reaktion nicht überzogen, sondern richtig. (Abg. Neugebauer: Wollen Sie damit Ihre Redezeit füllen?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Er wird Landeshauptmann im Burgenland! Machen Sie sich keine Sorgen!
Verantwortung übernehmen soll. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Er wird Landeshauptmann im Burgenland! Machen Sie sich keine Sorgen!)
Abg. Ing. Kapeller – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich brauche länger!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Ing. Kapeller. 1 Minute Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Kapeller – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich brauche länger!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Ing. Norbert Kapeller (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren Minister! Eine Verteidigungsrede für den Verteidigungsminister benötigt mehr als 1 Minute. Ich möchte mich hier – auch wenn nicht mehr sehr viele zusehen werden – recht herzlich bei den Soldatinnen und Soldaten des österreichischen Bundesheeres dafür bedanken, dass sie auch unter oft erschwerten Rahmenbedingungen für die Sicherheit der Republik und der Menschen in dieser Republik Verantwortung übernehmen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das ist der Koalitionspartner!
Es steht fest: Das Heer funktioniert auch und trotz Minister Darabos. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das ist der Koalitionspartner!) Nur böse Zungen behaupten, das österreichische Bundesheer sei nicht einmal mit den eigenen Waffen zu schlagen.
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Hübner.
Orientierungsschwierigkeiten durch die Doppelführung in der Ressortleitung bestehen; das ist evident. Ich möchte jetzt an vier Punkten festmachen, warum ich als Wehrsprecher der ÖVP zu dieser Überzeugung gekommen bin. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Hübner.)
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Eine Frage, die ich voranstellen möchte – und die Stefan Prähauser als Wehrsprecher der SPÖ gleich selbst beantwortet hat –: Ab wann übernimmt ein Minister ministerielle Verantwortung? – Unserer Auffassung nach ab dem ersten Tag seines Amtsantrittes. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Herr Bundesminister Darabos, Sie haben dieses Gremium in Wahrheit ad absurdum geführt. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Abschließend möchte ich auf eine überraschende, aber sehr in Frage zu stellende große Investition, die derzeit „angeleiert“ wird, hinweisen, nämlich auf diese 70-Millionen-€-Investition in das Upgrading des Hubschraubers Agusta Bell 212, wobei da schon zu betonen ist: Hier in Österreich investiert man in ein Fluggerät, das zeitgleich von der US Army außer Dienst gestellt wird. Da orte ich schon einen Sozialfighter-Darabos-Vertragsdeal-Effekt, inklusive hoher Ersatzteilbeschaffungskosten aufgrund alter Tranchen und Gerätschaft. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.)
Ruf beim BZÖ: Der ist eh da!
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Sport- und Fußballminister Darabos! Sehr geehrter Herr „Verteidigungsminister Kammerhofer“! (Ruf beim BZÖ: Der ist eh da!) Ich darf zur Situation des Bundesheeres schon einige Dinge anmerken, insbesondere auch das, dass der Verteidigungsausschuss das letzte Mal am 18. März getagt hat – und vorher acht Monate lang keine Ausschusssitzung stattgefunden hat. (Abg. Grosz: Sportminister Darabos – Verteidigungsminister Kammerhofer!)
Abg. Grosz: Sportminister Darabos – Verteidigungsminister Kammerhofer!
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Sport- und Fußballminister Darabos! Sehr geehrter Herr „Verteidigungsminister Kammerhofer“! (Ruf beim BZÖ: Der ist eh da!) Ich darf zur Situation des Bundesheeres schon einige Dinge anmerken, insbesondere auch das, dass der Verteidigungsausschuss das letzte Mal am 18. März getagt hat – und vorher acht Monate lang keine Ausschusssitzung stattgefunden hat. (Abg. Grosz: Sportminister Darabos – Verteidigungsminister Kammerhofer!)
demonstrativer Beifall des Abg. Mayerhofer
Der Zustand des Bundesheeres ist erschreckend; eigentlich eine Zumutung für die Jugend, die in Kasernen schlafen muss, wo Schimmel an der Wand pickt und die Unterkünfte wirklich jeder Kritik spotten (demonstrativer Beifall des Abg. Mayerhofer), wo es keine Ausrüstung und nicht einmal ordentliche Kampfanzüge für die Grundwehrdiener gibt.
Beifall beim BZÖ.
Generalstabschef Entacher aber spricht eine klare Sprache – und daher muss man sagen: Diese Vernebelungskampagne im Verteidigungsausschuss, dass das Bundesheer ja ohnehin einsatzbereit wäre, ist damit endgültig gestorben. Wir haben heute den Beweis dafür erhalten, wenn der höchste General des Heeres sagt: Das Bundesheer kann bestenfalls noch die Verwaltung erledigen, aber mehr schon nicht. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die Heeresreform wurde auch von dieser Regierung zu Grabe getragen. Mit diesem Landesverteidigungsbudget von 0,78 Prozent des BIP – und wenn man die Eurofighter-Rate abzieht, was man fairerweise tun muss, um zu sehen, was letztlich für das Heer tatsächlich übrig bleibt, und zwar für operative Tätigkeiten, dann kommt man bald auf eine Quote von lediglich 0,7 Prozent. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Sie wissen, was der Grenzsicherungseinsatz kostet: 20 bis 30 Millionen € pro Jahr. Sie wissen, was er bringt: drei bis vier Aufgriffe. Sie wissen, was das bedeutet: Die Grundwehrdiener werden eigentlich nur als grün getarnte Bewegungsmelder missbraucht, haben aber eigentlich keine Befugnisse, haben keine Kompetenzen, obwohl sie eigentlich eine bessere Ausbildung verdient hätten. Aber letztlich sind sie im Burgenland ja nur für Wahlkampfeinsätze des zukünftigen Herrn Landeshauptmannes Darabos im Einsatz. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich schlage Ihnen auch vor, das Modell des BZÖ für das Heer umzusetzen, dass wir eine Profitruppe bekommen, ein Berufsheer, verstärkt durch eine echte, freiwillige Miliz, und gleichzeitig die Wehrpflicht abschaffen, weil die Wehrpflicht de facto ja nur für Systemerhaltung und für sinnlose Grenzeinsätze im Burgenland, die eigentlich nichts bringen, missbraucht wird, wie ich bereits ausgeführt habe. (Beifall beim BZÖ.)
He-Rufe bei der SPÖ.
Herr Minister Darabos! Herr Sportminister! Herr „Verteidigungsminister“ Kammerhofer – der Antrag der FPÖ gilt ja eigentlich Ihnen! Ich sage Ihnen eines, Herr Minister Darabos: Sie sind der weitestgereiste, bekannteste und wahrscheinlich auch teuerste Sportminister dieser Erde. Sie sind aber letztlich der untauglichste Verteidigungsminister, den diese Republik jemals gehabt hat. (He-Rufe bei der SPÖ.) Treten Sie zurück! Ich unterstütze den Antrag! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Treten Sie zurück! – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ein ziemlicher Holler gewesen!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Treten Sie zurück! – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ein ziemlicher Holler gewesen!
Herr Minister Darabos! Herr Sportminister! Herr „Verteidigungsminister“ Kammerhofer – der Antrag der FPÖ gilt ja eigentlich Ihnen! Ich sage Ihnen eines, Herr Minister Darabos: Sie sind der weitestgereiste, bekannteste und wahrscheinlich auch teuerste Sportminister dieser Erde. Sie sind aber letztlich der untauglichste Verteidigungsminister, den diese Republik jemals gehabt hat. (He-Rufe bei der SPÖ.) Treten Sie zurück! Ich unterstütze den Antrag! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Treten Sie zurück! – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ein ziemlicher Holler gewesen!)
Abg. Kunasek: Ist eine Schande!
Abgeordneter Peter Stauber (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Dass der vorliegende Entschließungsantrag, der einen Misstrauensantrag gegenüber unserem Verteidigungsminister Norbert Darabos beinhaltet, heute als letzter Tagesordnungspunkt behandelt wird (Abg. Kunasek: Ist eine Schande!), ist ein wahrer Glücksfall, aber nicht für unseren Herrn Minister, sondern für Sie, die Antragsteller von der Freiheitlichen Partei, denn leider können die Damen und Herren vor den Fernsehgeräten nicht miterleben, welch sachlich falsche Anschuldigungen hier an den Minister gerichtet werden und welche politisch lächerliche Aktion das eigentlich darstellt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Peter Stauber (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Dass der vorliegende Entschließungsantrag, der einen Misstrauensantrag gegenüber unserem Verteidigungsminister Norbert Darabos beinhaltet, heute als letzter Tagesordnungspunkt behandelt wird (Abg. Kunasek: Ist eine Schande!), ist ein wahrer Glücksfall, aber nicht für unseren Herrn Minister, sondern für Sie, die Antragsteller von der Freiheitlichen Partei, denn leider können die Damen und Herren vor den Fernsehgeräten nicht miterleben, welch sachlich falsche Anschuldigungen hier an den Minister gerichtet werden und welche politisch lächerliche Aktion das eigentlich darstellt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Kurzmann: Aber wohl fühlen Sie sich nicht!
Um es gleich vorwegzunehmen: Rücktrittsreif ist, glaube ich, nicht unser Herr Verteidigungsminister, sondern Sie, meine Herren Verteidiger der Sicherheitspolitik der FPÖ, und ganz besonders Sie, Herr Kollege Kunasek. Was Sie da in Ihrer Begründung für den Rücktritt anführen, das ist ja, was die Anschuldigungen betrifft, so dürftig, wie ich es noch nie gesehen habe. (Abg. Dr. Kurzmann: Aber wohl fühlen Sie sich nicht!) Tatsache ist nämlich, dass nicht Herr Verteidigungsminister Darabos für all diese Anschuldigungen verantwortlich ist, sondern diejenigen Politikerinnen und Politiker aus den Jahren 2000 bis 2006, die diese Sache verursacht haben. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Ja, ja! – Abg. Grosz: Billig! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Ja, ja! – Abg. Grosz: Billig! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Um es gleich vorwegzunehmen: Rücktrittsreif ist, glaube ich, nicht unser Herr Verteidigungsminister, sondern Sie, meine Herren Verteidiger der Sicherheitspolitik der FPÖ, und ganz besonders Sie, Herr Kollege Kunasek. Was Sie da in Ihrer Begründung für den Rücktritt anführen, das ist ja, was die Anschuldigungen betrifft, so dürftig, wie ich es noch nie gesehen habe. (Abg. Dr. Kurzmann: Aber wohl fühlen Sie sich nicht!) Tatsache ist nämlich, dass nicht Herr Verteidigungsminister Darabos für all diese Anschuldigungen verantwortlich ist, sondern diejenigen Politikerinnen und Politiker aus den Jahren 2000 bis 2006, die diese Sache verursacht haben. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Ja, ja! – Abg. Grosz: Billig! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Steibl: Das war schon vorher!
Ich möchte ein paar Beispiele anführen: Er hat es geschafft, dass viele bauliche Maßnahmen in den Kasernen in Angriff genommen werden, gerade auch draußen in den Bundesländern. Er hat eine deutliche Verbesserung der Situation für die Mannschaft, für die Truppe zustande gebracht, was ganz besonders wichtig ist, und er hat außerdem das Bundesheer für die Frauen geöffnet. – Das ist Tatsache. (Abg. Steibl: Das war schon vorher!) Nicht von ungefähr ist im Jahr 2008 in Österreich erstmals eine Frau „Soldier of the Year“ geworden. – Also auch das ist ein Verdienst des österreichischen Verteidigungsministers. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte ein paar Beispiele anführen: Er hat es geschafft, dass viele bauliche Maßnahmen in den Kasernen in Angriff genommen werden, gerade auch draußen in den Bundesländern. Er hat eine deutliche Verbesserung der Situation für die Mannschaft, für die Truppe zustande gebracht, was ganz besonders wichtig ist, und er hat außerdem das Bundesheer für die Frauen geöffnet. – Das ist Tatsache. (Abg. Steibl: Das war schon vorher!) Nicht von ungefähr ist im Jahr 2008 in Österreich erstmals eine Frau „Soldier of the Year“ geworden. – Also auch das ist ein Verdienst des österreichischen Verteidigungsministers. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Situation in Europa und in Österreich und da es zumindest mittelfristig keine reale auswärtige Bedrohung für unser Land gibt, sowie vor allem im Bewusstsein dessen, wie das Verteidigungsressort von 2000 bis 2006 geführt wurde, sollte eigentlich jeder hier verantwortliche Abgeordnete unserem Minister den Rücken stärken und ihn bei seiner zukünftigen Arbeit unterstützen. – Alles Gute, Herr Minister! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Wer sagt das?
Herr Minister! Die Ministerverantwortung liegt bei Ihnen seit dem Augenblick, wo Sie Minister wurden (Abg. Dr. Jarolim: Wer sagt das?), und seit diesem Augenblick haben Sie darauf zu achten gehabt, dass die Landesverteidigungsfähigkeit in Österreich erhalten bleibt. – Und sie ist nicht erhalten. Sie ist absolut nicht erhalten, und das sagen auch Ihre höchsten Offiziere. (Abg. Dr. Jarolim: Bleiben Sie bei der Wahrheit!)
Abg. Dr. Jarolim: Bleiben Sie bei der Wahrheit!
Herr Minister! Die Ministerverantwortung liegt bei Ihnen seit dem Augenblick, wo Sie Minister wurden (Abg. Dr. Jarolim: Wer sagt das?), und seit diesem Augenblick haben Sie darauf zu achten gehabt, dass die Landesverteidigungsfähigkeit in Österreich erhalten bleibt. – Und sie ist nicht erhalten. Sie ist absolut nicht erhalten, und das sagen auch Ihre höchsten Offiziere. (Abg. Dr. Jarolim: Bleiben Sie bei der Wahrheit!)
Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ – Rufe: Der „Ed“!
Der Edmund Entacher, der Edi (Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ – Rufe: Der „Ed“!), ist bei mir eingerückt. Da war ich ein EF-Gefreiter und sein Gruppenkommandant, und er war EF-Jäger. Seit der Zeit kenne ich ihn, und seit der Zeit weiß ich, dass das ein aufrechter, geradliniger Offizier ist, ein Mann, der wirklich zu diesem Bundesheer steht. Selbst der ist langsam aber sicher am Verzweifeln mit diesem Bundesminister.
Abg. Dr. Moser: Die ist schon im Keller!
Es ist doch überhaupt keine Art, dass Ihre Verteidiger heute immer darauf hingewiesen haben, dass vorher andere Minister im Amt waren. – Natürlich sind bei einem Regierungswechsel nachher andere Minister im Amt als vorher, aber selbstverständlich haben die Minister nachher ihre Aufgabe zu erfüllen, und wenn die Erfüllung der Aufgabe so aussieht, dass dieses ohnehin immer sehr, sehr schlecht behandelte Bundesheer während Ihrer Amtszeit irgendwann einmal überhaupt nicht mehr einsatzfähig ist, dass die Stimmung in diesem Bundesheer am Boden liegt (Abg. Dr. Moser: Die ist schon im Keller!), dass die einzelnen Berufssoldaten überhaupt nicht mehr wissen, wie es weitergeht, dass die Jungmänner und die Rekruten um 16 Uhr niemanden mehr haben, der mit ihnen übt, der sie ausbildet oder der wenigstens da ist, weil nicht einmal die Überstunden bezahlt werden können, dann, muss ich Ihnen sagen, ist dieses Militär am Ende. Und das sollte es nicht sein.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Moser: Sie haben auch niemanden mehr, der für sie kocht!
Sie sind verantwortlich, und daher besteht unser Antrag auf Versagen des Vertrauens zu Recht. Es tut mir leid. Auch wenn Sie sich vielleicht wirklich bemüht haben, es war ein Fehlbemühen: Sie haben absolut das Gegenteil von dem erreicht, was wir alle von Ihnen erwartet haben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Moser: Sie haben auch niemanden mehr, der für sie kocht!)
Abg. Grosz: ND – Norbert Darabos! – Heiterkeit beim BZÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer (den Vorsitz übernehmend): Es hat sich Herr Bundesminister Mag. Darabos zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Grosz: ND – Norbert Darabos! – Heiterkeit beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Den Edi!
Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Das Thema ist zu ernst, um darüber zu lachen. Es freut mich, dass Herr Abgeordneter Weinzinger zumindest meine Entscheidung, Herrn General Entacher (Abg. Grosz: Den Edi!) zum Generalstabschef zu machen, als richtig anerkannt hat.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Und ich stehe zu meiner Verantwortung dafür, dass wir im Ausland eine Nation sind, die nicht nur eine gute Figur abgibt, sondern die eine Reputation genießt – ein kleines Land wie Österreich! –, von der man in anderen Bereichen nur träumen kann. Egal, ob es in der UNO ist oder in der Europäischen Union, österreichische Soldatinnen und Soldaten sind im Auslandseinsatz anerkannt, und das geht hinauf bis zum Generalsekretär der UNO. – Das sollte man nicht gering schätzen, sondern eigentlich auch im Parlament loben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Hagen: Das brauchen wir nicht mehr zu schädigen ...!
Wozu ich aber nicht stehe und wofür ich keine politische Verantwortung übernehme, ist eine Kampagne, die nicht nur gegen mich geführt wird – das ist Ihr gutes Recht als Parlamentarier –, sondern die auch das österreichische Bundesheer in Misskredit bringt. Sie nehmen bewusst in Kauf, das österreichische Bundesheer zu schädigen (Abg. Hagen: Das brauchen wir nicht mehr zu schädigen ...!), das Image des österreichischen Bundesheers zu beschädigen – und das ist allein die Verantwortung der Oppositionspolitiker in einer eigenartigen Allianz von Grün, Blau und Orange. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wozu ich aber nicht stehe und wofür ich keine politische Verantwortung übernehme, ist eine Kampagne, die nicht nur gegen mich geführt wird – das ist Ihr gutes Recht als Parlamentarier –, sondern die auch das österreichische Bundesheer in Misskredit bringt. Sie nehmen bewusst in Kauf, das österreichische Bundesheer zu schädigen (Abg. Hagen: Das brauchen wir nicht mehr zu schädigen ...!), das Image des österreichischen Bundesheers zu beschädigen – und das ist allein die Verantwortung der Oppositionspolitiker in einer eigenartigen Allianz von Grün, Blau und Orange. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist die Hauptsache! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das damit zu tun?
Ich sage Ihnen noch etwas – politisch gesprochen, denn bisher wurde heute vom Rednerpult aus noch wenig Politisches gesagt –: Ich stehe für ein Bundesheer, das gegen Tendenzen immun ist, die in die rechte Politik, in Rechtsextremismus abgleiten. (Abg. Mag. Stadler: Das ist die Hauptsache! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das damit zu tun?) – Ich kann Ihnen das gleich erklären.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich habe nicht immer die Unterstützung von allen Fraktionen in diesem Haus gehabt. Ich habe es ermöglicht, dass wir am Ulrichsberg nicht mehr tätig sind. Ich habe Persönlichkeiten aus dem österreichischen Bundesheer entfernt, die im Kosovo rechtsradikale Parolen gegrölt haben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich habe auch dafür gesorgt, dass ehemalige Nazi-Kasernen, die jetzt im Besitz des österreichischen Bundesheeres sind, historisch aufgearbeitet werden, was die würdige Bestattung von Opfern und auch eine Würdigung der historischen Verdienste betrifft. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.) Und ich sage das ganz bewusst heute, weil das möglicherweise auch ein Grund dafür ist, warum ich angegriffen werde. Aber ich stehe dazu, und ich lasse mich durch Ihre Angriffe auch nicht beein
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stefan: Das meinen Sie aber nicht ernst! Die rechte Verschwörung ...!
drucken. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stefan: Das meinen Sie aber nicht ernst! Die rechte Verschwörung ...!)
Abg. Amon: Das hat aber mit dem Landtagswahlkampf nichts zu tun!
Ich habe vor drei Tagen gemeinsam mit dem Landeshauptmann des Burgenlandes und dem Bundeskanzler in Bruckneudorf einen Spatenstich für einen Neubau im Bereich der Heerestruppenschule gemacht. Eine Behausung für 50 Lehrer und für hunderte Kadersoldaten mit einem Investitionsvolumen von 12 Millionen €. 12 Millionen € – „nichts“, oder? Ich habe nichts davon gehört, dass Sie einmal lobend erwähnt hätten, dass das doch eine gute Investition in das österreichische Bundesheer ist. – Das habe ich nicht gehört. (Abg. Amon: Das hat aber mit dem Landtagswahlkampf nichts zu tun!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist aber die Opposition! Da kann man nichts machen! Das ist nun einmal so!
Es gibt große Herausforderungen für das österreichische Bundesheer, keine Frage. Es hat jahrzehntelange Probleme – ich will gar nicht von Versäumnissen reden – im Bereich des Kasernenbaus, im Bereich der Kasernenrenovierung gegeben. Aber das kann man doch nicht einem Minister nach drei Jahren ankreiden. Das ist ein Prozess, den wir gemeinsam bewältigen sollen und auf Grundlage der Bundesheerreform auch bewältigen werden. Das ist zu durchsichtig und nur von parteipolitischer Agitation getragen, in dieser von mir schon angesprochenen unheiligen Allianz zwischen Blau, Grün und Orange. (Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist aber die Opposition! Da kann man nichts machen! Das ist nun einmal so!)
Abg. Mag. Kogler: Heilig brauchen wir eh nicht sein!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Kogler: Heilig brauchen wir eh nicht sein!) – Brauchts eh nicht. (Abg. Mag. Kogler: Bei der Heiligkeit geht es ja gerade ein bisschen zu!) Das stimmt, ja. – Mit der Eröffnung neuer Unterkünfte in Bruckneudorf, mit dem Spatenstich dort (Ruf beim BZÖ: Wie viele Spatenstiche noch?), mit der Übergabe des Sanitätsmoduls beispielsweise für die C-130 in Linz-Hörsching Anfang April, um nur einige Beispiele zu nennen, zeigen wir, dass die Soldatinnen und Soldaten gute Arbeit in Österreich leisten. Wir geben auch jenen Kritikern die richtige Antwort, die massiv gegen das Bundesheer Stimmung gemacht haben und das auch noch machen.
Abg. Mag. Kogler: Bei der Heiligkeit geht es ja gerade ein bisschen zu!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Kogler: Heilig brauchen wir eh nicht sein!) – Brauchts eh nicht. (Abg. Mag. Kogler: Bei der Heiligkeit geht es ja gerade ein bisschen zu!) Das stimmt, ja. – Mit der Eröffnung neuer Unterkünfte in Bruckneudorf, mit dem Spatenstich dort (Ruf beim BZÖ: Wie viele Spatenstiche noch?), mit der Übergabe des Sanitätsmoduls beispielsweise für die C-130 in Linz-Hörsching Anfang April, um nur einige Beispiele zu nennen, zeigen wir, dass die Soldatinnen und Soldaten gute Arbeit in Österreich leisten. Wir geben auch jenen Kritikern die richtige Antwort, die massiv gegen das Bundesheer Stimmung gemacht haben und das auch noch machen.
Ruf beim BZÖ: Wie viele Spatenstiche noch?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Kogler: Heilig brauchen wir eh nicht sein!) – Brauchts eh nicht. (Abg. Mag. Kogler: Bei der Heiligkeit geht es ja gerade ein bisschen zu!) Das stimmt, ja. – Mit der Eröffnung neuer Unterkünfte in Bruckneudorf, mit dem Spatenstich dort (Ruf beim BZÖ: Wie viele Spatenstiche noch?), mit der Übergabe des Sanitätsmoduls beispielsweise für die C-130 in Linz-Hörsching Anfang April, um nur einige Beispiele zu nennen, zeigen wir, dass die Soldatinnen und Soldaten gute Arbeit in Österreich leisten. Wir geben auch jenen Kritikern die richtige Antwort, die massiv gegen das Bundesheer Stimmung gemacht haben und das auch noch machen.
Abg. Amon: Aber die ältere Tranche haben wir jetzt!
Eurofighter. Es wurde behauptet, die Eurofighter seien nicht einsatzfähig. Das ist nicht richtig! Sowohl die Piloten als auch die Bediensteten machen einen tollen Job. Sie wissen, ich war kein Eurofighter-Befürworter. Ich bin jetzt aber als Minister dafür verantwortlich, dass dieses System etabliert und implementiert wird, und es ist auch gelungen, dieses System auf raschestem Wege zu implementieren. (Abg. Amon: Aber die ältere Tranche haben wir jetzt!)
Beifall bei der SPÖ.
funktioniert, und alles andere, was diesbezüglich auch medial von Ihnen weitergetragen wurde, ist eine Mär. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zu den Panzern: Sie haben ja auch bezüglich der Panzer verbreitet, diese seien nicht einsatzbereit. Wir haben im Jänner 2010 70 Prozent aller Ulan-Panzer auf Klarstand und einsatzbereit gehabt. Das ist bei einem so hochkomplexen Waffensystem wie dem Ulan ein Wert, den es weltweit nicht gibt. Ich verstehe nicht, warum Sie das Bundesheer auch in diesem Bereich schlechtreden. Ich jedenfalls werde bei der 4. Panzergrenadierbrigade in Ried den Soldatinnen und Soldaten meine Wertschätzung für ihre Arbeit im Panzerbereich ausdrücken und ihnen diese auch persönlich überbringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das alles können Sie doch nicht wegreden! Das sind Investitionen in der Höhe von 2 Milliarden €, und Sie sagen, das Bundesheer sei kaputt und es gebe keine Investitionen?! Sie sollten sich die Zahlen anschauen! Sie lächeln zwar, aber offensichtlich sind Sie nicht bereit, diese objektiven Zahlen zu akzeptieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Windbüchler-Souschill.
Neutralität abzuschaffen? (Zwischenruf der Abg. Windbüchler-Souschill.) Ich meine, ich bin sozusagen der Garant dafür, dass die Neutralität in Österreich bestehen bleibt. Solange ich Minister bin, wird die Neutralität in Österreich nicht angegriffen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Neutralität abzuschaffen? (Zwischenruf der Abg. Windbüchler-Souschill.) Ich meine, ich bin sozusagen der Garant dafür, dass die Neutralität in Österreich bestehen bleibt. Solange ich Minister bin, wird die Neutralität in Österreich nicht angegriffen. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei den Grünen: Er ist krank!
Ich lasse mir auch nicht – und das ist auch noch ein offener Satz in Richtung der Grünen; es ist ja sehr interessant, dass Herr Abgeordneter Pilz diese Diskussion nicht mitverfolgt (Ruf bei den Grünen: Er ist krank!), Entschuldigung, ich wusste nicht, dass er krank ist –, wie gesagt, ich lasse mir auch nicht von ihm Korruption vorwerfen oder lasse mich nicht in die Nähe von Korruption rücken. Und Sie haben es auch in einem Nebensatz angesprochen.
Beifall bei der SPÖ.
Sie können mich kritisieren. Sie können sagen, dass ich ein schlechter Verteidigungsminister bin. Das alles ist okay. Aber eines wird jedenfalls der Fall sein: Wenn ich aus diesem Haus irgendwann einmal, wie alle von Ihnen, herausgehe, dann werde ich eines haben: eine reine Weste und auch das Wissen, dass ich nie etwas mit diesen Bereichen zu tun hatte. Deswegen bin ich enttäuscht – das sage ich ganz offen –, dass gerade die grüne Partei „verpilzt“ ist und diese Art der Skandalisierung mitmacht. Ich weiß von vielen Gesprächen, auch mit Ihren Abgeordneten, dass viele von Ihnen nicht zu dieser Politik stehen. Ich muss es aber akzeptieren, denn Sie stimmen ja heute gemeinsam mit Grün und Orange mit. Das ist Ihr Recht, das ist auch legitim, aber mit Ihrem Gewissen müssen Sie selbst ins Reine kommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Hoffentlich hat er dienstlich keine Schwierigkeiten!
Ein letzter Satz zum Abschluss: Ich habe mir diesen Antrag, Herr Abgeordneter Kunasek, der Sie ja selbst beim Bundesheer tätig sind, angeschaut. (Abg. Dr. Graf: Hoffentlich hat er dienstlich keine Schwierigkeiten!) – Nein, nein, da brauchen Sie keine Angst zu haben bei mir, er wird keine Schwierigkeiten haben. – Sie reihen in Ihrem Antrag Zeitungsartikel aneinander, und ich finde darin keinen Grund für ein Misstrauen. Wenn ich kreativ wäre – und ich versuche, kreativ zu sein –, könnte ich schon gewisse Misstrauensgeschichten für Minister orten, beispielsweise wenn ein Minister, der Ihrer Partei angehört hat, mit einem Saab-Gripen-Antrag in den Ministerrat hineingegangen ist und mit einem Eurofighter-Vertrag aus dem Ministerrat herausgekommen ist. Das ist vielleicht eine Frage, die man mit Misstrauen vom Parlament bewerten könnte. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein letzter Satz zum Abschluss: Ich habe mir diesen Antrag, Herr Abgeordneter Kunasek, der Sie ja selbst beim Bundesheer tätig sind, angeschaut. (Abg. Dr. Graf: Hoffentlich hat er dienstlich keine Schwierigkeiten!) – Nein, nein, da brauchen Sie keine Angst zu haben bei mir, er wird keine Schwierigkeiten haben. – Sie reihen in Ihrem Antrag Zeitungsartikel aneinander, und ich finde darin keinen Grund für ein Misstrauen. Wenn ich kreativ wäre – und ich versuche, kreativ zu sein –, könnte ich schon gewisse Misstrauensgeschichten für Minister orten, beispielsweise wenn ein Minister, der Ihrer Partei angehört hat, mit einem Saab-Gripen-Antrag in den Ministerrat hineingegangen ist und mit einem Eurofighter-Vertrag aus dem Ministerrat herausgekommen ist. Das ist vielleicht eine Frage, die man mit Misstrauen vom Parlament bewerten könnte. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Ich glaube, dass dieser Misstrauensantrag keine Grundlage hat. Ich bin aber auch weiterhin bereit, mit Ihnen die Sachen zu diskutieren, und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Das ist nicht überraschend!
Abgeordneter Johann Höfinger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Geschätzter Herr Minister Darabos, gleich vorweg: Wir werden diesem Misstrauensantrag nicht zustimmen! (Abg. Grosz: Das ist nicht überraschend!) Wir sind stolz auf die Leistungen des österreichischen Bundesheeres, die es in der vielfältigsten Art und Weise erbringt.
Beifall bei der ÖVP.
Daher kann ich Sie nur auffordern, diese Lücke rasch zu schließen und im Sinne einer umfassenden Sicherheits- und Wehrpolitik wirklich Initiativen zu setzen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Das ist doch schon ein guter Beginn! – Frau Präsidentin! Herren Bundesminister! Wahr ist, dass der Bundesminister ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Nur nicht grölen, schön zuhören! – Wahr ist, dass Herr Bundesminister Darabos ein Erbe vielfältiger Fehler seiner Vorgänger gewesen ist, insbesondere des Ministers Platter, ohne Zweifel. Die Kürzung des Wehrdienstes von acht auf sechs Monate ist ein katastrophaler Fehler gewesen. Es ist dies eine Maßnahme gewesen, die in der Miliz extreme Schwierigkeiten bereitet hat, da de facto eine konkrete Ad-hoc-Maßnahme – ich meine den Nachwuchs, der uns fehlt, und die Aufwuchsfähigkeit – extrem erschwert wurde.
Abg. Riepl: Sind Sie für eine Verlängerung des Wehrdienstes?
Zudem läuft im Jahr 2013 die noch dienstpflichtige Ebene der Unteroffiziere aus, und es gibt keine Maßnahme, die sichtbar ist, um diesen offenen Trichter zu füllen. (Abg. Riepl: Sind Sie für eine Verlängerung des Wehrdienstes?) Reden Sie mir nicht dazwischen, Sie verstehen ja überhaupt nichts!
Zwischenrufe bei der SPÖ
Das ist nur ein kleines Beispiel dafür, dass Sie persönlich zu verantworten haben (Zwischenrufe bei der SPÖ) – das ist kein Gegenstand der Eisenbahn, das ist Fliegen, von Wien nach Brüssel –, dass Sie in Ihrer Kompetenzwahrnehmung auch vor dem Ausland nicht das richtige Gehör gefunden und Ansehen erworben haben. Daher folgen Sie dem Antrag, nicht mehr Sportminister zu sein und statt dessen ein umso besserer Heeresminister zu werden! – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist nur ein kleines Beispiel dafür, dass Sie persönlich zu verantworten haben (Zwischenrufe bei der SPÖ) – das ist kein Gegenstand der Eisenbahn, das ist Fliegen, von Wien nach Brüssel –, dass Sie in Ihrer Kompetenzwahrnehmung auch vor dem Ausland nicht das richtige Gehör gefunden und Ansehen erworben haben. Daher folgen Sie dem Antrag, nicht mehr Sportminister zu sein und statt dessen ein umso besserer Heeresminister zu werden! – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Sie haben ein sehr schwieriges, wenn nicht sogar ein unlösbares Amtserbe übernommen. Sie sind aber jemand, von dem ich glaube und dem ich es zutraue, dass er diese Probleme beim Heer wird lösen können. Wenn es einer kann, dann sind Sie es, geschätzter Herr Bundesminister Norbert Darabos. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Lösungen. Für eine erfolgreiche Arbeit im Sinne des Bundesheeres haben Sie unsere Unterstützung! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Scheibner. – Bitte. (Zwischenrufe bei der SPÖ in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner.)
Beifall beim BZÖ.
den Hubschrauber „Black Hawk“ angeschafft, die Kampfanzüge, die Sie jetzt belobigt haben, neu angeschafft, wir haben modernes Gerät für die Grenzüberwachung angeschafft, Transportflugzeuge angeschafft und eine Sicherheitsdoktrin beschlossen, bei der wir uns sehr bemüht haben. Fragen Sie jene, die damals hier im Parlament mitverhandelt haben! Wir haben dafür einen eigenen Ausschuss gebildet. Wir haben uns hier sehr um einen nationalen Konsens bemüht. Ich habe den Eindruck, dass dieser nur deshalb verweigert worden ist, weil man der damaligen Regierung keinen Erfolg gönnen wollte. Und wir haben eine Heeresreform durchgeführt, die eine massive Einsparung auch im Verwaltungsbereich gebracht hat. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Dort hat das Unglück seinen Lauf genommen!
Weil immer wieder der Eurofighter angesprochen wird: Sie wissen aus unzähligen Berichten des Rechnungshofes und aus vielen Stunden Untersuchungsausschuss, dass dieser Beschaffungsvorgang wirklich klar durchleuchtet worden ist. Sie wissen auch, Herr Minister, weil Sie die Unterlagen haben, dass meine Bedingung für die Zustimmung zum Eurofighter die gewesen ist, dass er zusätzlich zum normalen Landesverteidigungsbudget budgetiert wird (Abg. Mag. Kogler: Dort hat das Unglück seinen Lauf genommen!) und dass auch alle zusätzlichen Betriebskosten dem Verteidigungsbudget zugemittelt werden müssen. Warum das in der Folge nicht passiert ist, werden Sie vielleicht besser beantworten können als ich. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kogler: Das werden wir noch machen!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kogler: Das werden wir noch machen!
Weil immer wieder der Eurofighter angesprochen wird: Sie wissen aus unzähligen Berichten des Rechnungshofes und aus vielen Stunden Untersuchungsausschuss, dass dieser Beschaffungsvorgang wirklich klar durchleuchtet worden ist. Sie wissen auch, Herr Minister, weil Sie die Unterlagen haben, dass meine Bedingung für die Zustimmung zum Eurofighter die gewesen ist, dass er zusätzlich zum normalen Landesverteidigungsbudget budgetiert wird (Abg. Mag. Kogler: Dort hat das Unglück seinen Lauf genommen!) und dass auch alle zusätzlichen Betriebskosten dem Verteidigungsbudget zugemittelt werden müssen. Warum das in der Folge nicht passiert ist, werden Sie vielleicht besser beantworten können als ich. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kogler: Das werden wir noch machen!)
Zwischenruf bei der SPÖ
Für mich war es ein Schlüsselerlebnis, als ich damals in Galtür gestanden bin (Zwischenruf bei der SPÖ) – das ist nicht lustig, Frau Kollegin – und mir die Leute dort gezeigt haben, wo Dutzende Menschen umgekommen sind, weil wir die entsprechenden Hubschrauber nicht gehabt haben. Vor der Katastrophe in Galtür hat jeder gesagt: Die brauchen wir nicht!, und danach konnte die Anschaffung der „Black Hawk“ nicht schnell genug gehen. (Beifall bei BZÖ, ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei BZÖ, ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Für mich war es ein Schlüsselerlebnis, als ich damals in Galtür gestanden bin (Zwischenruf bei der SPÖ) – das ist nicht lustig, Frau Kollegin – und mir die Leute dort gezeigt haben, wo Dutzende Menschen umgekommen sind, weil wir die entsprechenden Hubschrauber nicht gehabt haben. Vor der Katastrophe in Galtür hat jeder gesagt: Die brauchen wir nicht!, und danach konnte die Anschaffung der „Black Hawk“ nicht schnell genug gehen. (Beifall bei BZÖ, ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Mag. Kogler: Aber dass wir mit unserem Bundesheer so weit hüpfen werden ...!
Herr Bundesminister! 1989, 1990 hatten wir eine ähnliche Diskussion. Nach dem Zerfall des Ostblocks hat man gesagt: Das brauchen wir alles nicht mehr!, und es waren wieder die Bundesheergegner, die gesagt haben: Können wir abschaffen! – Niemand hätte damals prophezeit, dass zwei Jahre später an unseren Grenzen gekämpft wird, dass das österreichische Bundesheer wirklich mit seinen Panzern, dem schweren Gerät und den Flugzeugen ausrücken muss, um unsere Grenzen zu verteidigen. Niemand hätte das 1989 vorhergesehen! Und ich sage Ihnen: Es kann auch heute niemand, der sich ernsthaft mit Sicherheitspolitik beschäftigt, garantieren, was für Österreich in 10, 15 oder 20 Jahren sicherheitspolitisch notwendig sein wird. (Abg. Mag. Kogler: Aber dass wir mit unserem Bundesheer so weit hüpfen werden ...!) Abgeschafft ist schnell etwas, ein Wiederaufbau ist nur, wenn überhaupt, in vielen Jahren möglich. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Bundesminister! 1989, 1990 hatten wir eine ähnliche Diskussion. Nach dem Zerfall des Ostblocks hat man gesagt: Das brauchen wir alles nicht mehr!, und es waren wieder die Bundesheergegner, die gesagt haben: Können wir abschaffen! – Niemand hätte damals prophezeit, dass zwei Jahre später an unseren Grenzen gekämpft wird, dass das österreichische Bundesheer wirklich mit seinen Panzern, dem schweren Gerät und den Flugzeugen ausrücken muss, um unsere Grenzen zu verteidigen. Niemand hätte das 1989 vorhergesehen! Und ich sage Ihnen: Es kann auch heute niemand, der sich ernsthaft mit Sicherheitspolitik beschäftigt, garantieren, was für Österreich in 10, 15 oder 20 Jahren sicherheitspolitisch notwendig sein wird. (Abg. Mag. Kogler: Aber dass wir mit unserem Bundesheer so weit hüpfen werden ...!) Abgeschafft ist schnell etwas, ein Wiederaufbau ist nur, wenn überhaupt, in vielen Jahren möglich. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Die Konflikte, die in Afghanistan, in Afrika oder sonst wo auf der Welt stattfinden, kommen, wenn wir nicht auch einen Beitrag zu deren Bewältigung leisten, auf Umwegen irgendwann einmal auch zu uns. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Minister, eine Sicherheitsdoktrin kann man immer diskutieren, aber nur deshalb, weil sich die parteipolitische Lage verändert hat, zu sagen, dass sie geändert gehört, das ist der falsche Ansatz, denn Sicherheit ist nicht rot, nicht schwarz, nicht blau, nicht grün, nicht orange, sondern gegeben, und wir müssen mit den notwendigen Reaktionen unsere Sicherheit garantieren. (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Es wäre notwendig, diese sicherheitspolitischen Grundausrichtungen vorzunehmen. Es wäre notwendig, auch das Vertrauen der militärischen Führung wieder zu gewinnen. Es wäre notwendig, die Miliz zu beleben. Sie haben recht damit, dass Sie die Übungen wieder eingeführt haben – das ist sehr positiv; ich selbst habe im September mit meinem Miliz-Bataillon eine Woche lang geübt –, aber es fehlt der Auftrag, und der kostet gar kein Geld, sondern da müsste man wirklich nur sagen: Aufgrund der sicherheitspolitischen Lage hat die Miliz einen klaren Auftrag, etwa beim Heimatschutz. Nicht irgendwo auf einem Truppenübungsplatz üben, sondern klar zur Kenntnis nehmen: die notwendige Infrastruktur, die Bahnhöfe, die Autobahnen, wichtige Gebäude. Es ist eine Aufgabe der Miliz, gemeinsam mit den präsenten Verbänden im Ernstfall diese Sicherungen vorzunehmen. Das gehört definiert und das gehört auch geübt – und kostet gar nichts. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Es ist aber wichtig und richtig, dass man zeigt, dass einem diese Einrichtung wichtig ist. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es wäre notwendig, diese sicherheitspolitischen Grundausrichtungen vorzunehmen. Es wäre notwendig, auch das Vertrauen der militärischen Führung wieder zu gewinnen. Es wäre notwendig, die Miliz zu beleben. Sie haben recht damit, dass Sie die Übungen wieder eingeführt haben – das ist sehr positiv; ich selbst habe im September mit meinem Miliz-Bataillon eine Woche lang geübt –, aber es fehlt der Auftrag, und der kostet gar kein Geld, sondern da müsste man wirklich nur sagen: Aufgrund der sicherheitspolitischen Lage hat die Miliz einen klaren Auftrag, etwa beim Heimatschutz. Nicht irgendwo auf einem Truppenübungsplatz üben, sondern klar zur Kenntnis nehmen: die notwendige Infrastruktur, die Bahnhöfe, die Autobahnen, wichtige Gebäude. Es ist eine Aufgabe der Miliz, gemeinsam mit den präsenten Verbänden im Ernstfall diese Sicherungen vorzunehmen. Das gehört definiert und das gehört auch geübt – und kostet gar nichts. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Es ist aber wichtig und richtig, dass man zeigt, dass einem diese Einrichtung wichtig ist. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – Abg. Grosz: Darabos wird Landeshauptmann!
Meine Damen und Herren, letztlich geht es darum, dass man nicht nur in Sonntagsreden und bei Angelobungen positiv über das Bundesheer spricht, sondern dass man den militärischen Auftrag erfüllt, dass man das Bundesheer nicht demilitarisieren möchte, sondern einfach klarmacht: Es ist alles immer im Wandel, aber es gibt einen militärischen Auftrag des österreichischen Bundesheeres, dazu bekennen wir uns und den wollen wir auch in Zukunft entwickeln. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – Abg. Grosz: Darabos wird Landeshauptmann!)
Zwischenruf des Abg. Prähauser.
Der Zweitredner in dieser Debatte, Kollege Prähauser, hat den Erstredner und Antragsteller des Misstrauensantrages, der im Ausschuss behandelt wurde, zurechtgewiesen und gesagt, dass er, der er doch in einem Dienstverhältnis zum Bundesheer stünde, sich lieber auf dieses besinnen und dem Minister da quasi keine Schwierigkeiten machen solle. – Ich finde, das geht ziemlich daneben! (Zwischenruf des Abg. Prähauser.)
Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
das verbieten möchte. (Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Wenn, dann müssten Sie so konsequent sein und sagen: Bundesheerangestellte dürfen nicht Abgeordnete werden. Ich weiß nicht, ob ich mich dem anschließen würde, aber diese Vermischung geht auf keinen Fall – und das sollte zumindest im Protokoll stehen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Ein Hauptpunkt ist der leidige Assistenzeinsatz in dem Bundesland, aus dem Sie kommen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Denn: Wenn immer mehr dafür spricht, dass das eigentlich immer weniger bringt und nur mehr – jetzt können Sie sagen, dass das auch ein hohes Gut ist; Sie tun das ja offensichtlich – das subjektive Sicherheitsempfinden dort eine solch große Rolle spielt, dann ist das halt zu wenig, noch dazu vor dem Hintergrund, dass wir es da mit einem offensichtlichen Verfassungsbruch zu tun haben. Das ist eben genau der Punkt, und das können wir nicht dulden.
Abg. Mag. Stadler: Nach der Landeshauptmann-Wahl! Er wird Landeshauptmann!
Außerdem ist das auch noch ein Wahlkampfgag, denn das wird ohnehin auslaufen. Sagen Sie das lieber jetzt gleich den Leuten – auch im Burgenland. (Abg. Mag. Stadler: Nach der Landeshauptmann-Wahl! Er wird Landeshauptmann!) Sie geben sich als Mittäter mit dem Bundeskanzler und einem großen Kleinformat dafür her. Und das rechtfertigt dann schon das Misstrauen.
Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ
Sie verweisen darauf, dass Ihnen Abgeordneter Pilz, der nicht hier sein kann, auf eine Art und Weise (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ) – er ist krank, lachen Sie nicht! – zu nahe tritt, weil er Ihnen Korruption vorgeworfen habe. Dazu Folgendes: Ich war zumindest in dem einen Ausschuss dabei. Er hat Ihnen nicht Korruption vorgeworfen. Pilz hat nur festgestellt – und dafür hat er, meine ich, viele gute Gründe –, dass bei sehr vielen Beschaffungsvorgängen im Rüstungsbereich, auch im österreichischen Bundesheer, immer wieder Tendenzen auftauchen, die den Verdacht der Korruption nahelegen. Und das gehört untersucht. Das verlangt er.
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Er hat Ihnen persönlich nicht Korruption unterstellt, mit Sicherheit nicht! Also brauchen Sie das hier nicht in Ihr Wehleidigkeits-Schatullerl einzupacken und uns damit nicht zu behelligen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Zwischenruf des Abg. Kößl.
Jetzt ist es wieder heraußen, Vorgänger Scheibner hat es ja gesagt: Damals ist mit vereinbart worden, dass die Mehrkosten – und diese waren nicht zu gering, das haben wir im Untersuchungsausschuss schön herausgearbeitet. Es war ja auch schon entlang der politischen Vereinbarung des Kaufvertrages erkennbar, dass dieses System gegenüber anderen enorme Mehrkosten hat. Es wird schon so gewesen sein, wie Abgeordneter Scheibner es formuliert hat, dass er nur unter dieser Bedingung zugestimmt hat. (Zwischenruf des Abg. Kößl.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen aber etwas ganz anderes: Diese Republik und dieses Parlament würden viel mehr Pilz brauchen! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es gehört in dieser Republik wesentlich mehr aufgeklärt, damit mehr von dem ans Licht kommt, was Sie immer tatkräftig zudecken wollen. Aber mit Sicherheit! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Ich sage Ihnen aber etwas ganz anderes: Diese Republik und dieses Parlament würden viel mehr Pilz brauchen! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es gehört in dieser Republik wesentlich mehr aufgeklärt, damit mehr von dem ans Licht kommt, was Sie immer tatkräftig zudecken wollen. Aber mit Sicherheit! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Wissen Sie, was von dem ganzen seltsamen Vorgang übrig geblieben ist? – Dass ausgerechnet Luftwaffenchef Wolf noch etwas nachgestierlt wird; sonst ist nichts übrig geblieben! (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Nein, aber es wäre genug zu tun für die Staatsanwaltschaft. Aber die Staatsanwaltschaft ist auch an dieser Stelle verpolitisiert – ich traue mich das zu formulieren –, und das ist das Problem in diesem Land.
Zwischenruf des Abg. Kößl.
Diese Rechnungen waren im Prinzip aber auch Scheinrechnungen. Das waren Pressekonferenzen um 100 000 €. Sie alle sind ja Profis bei Pressekonferenzen. (Zwischenruf des Abg. Kößl.) – Weil Sie dazwischenreden: Wann haben Sie die letzte Pressekonferenz um 100 000 € gemacht? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kößl.) – Ja, eben.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kößl.
Diese Rechnungen waren im Prinzip aber auch Scheinrechnungen. Das waren Pressekonferenzen um 100 000 €. Sie alle sind ja Profis bei Pressekonferenzen. (Zwischenruf des Abg. Kößl.) – Weil Sie dazwischenreden: Wann haben Sie die letzte Pressekonferenz um 100 000 € gemacht? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kößl.) – Ja, eben.
Beifall bei den Grünen.
Deshalb sage ich Ihnen: Mehr Aufklärung und mehr Aufdeck-Abgeordnete würden dem Parlament guttun. Und es ist nicht gut, wenn Sie hier von der Regierungsbank aus etwas anderes verkünden. (Beifall bei den Grünen.)