Eckdaten:
Für die 103. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 848 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das möchte ich nicht wiederholen, sondern nur unterstreichen, damit wir wissen, dass das nicht ein Erfolg von ein paar Politikern ist, sondern in unserem Land zurückzuführen ist auf ein Zusammenspiel von Rahmenbedingungen der Wirtschaft, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und natürlich einer Regierung, die großen Wert darauf legt, dass wir uns auch im europäischen Vergleich in den wesentlichen Kriterien hinsichtlich der Stabilität des Wirtschaftswachstums, der Wirtschaftskraft, des Wohlstands behaupten, ja sogar in einigen Bereichen zu den Pionieren, zu den Besseren oder gar zu den Besten gehören. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kickl: Damit hätten Sie gleich anfangen können bei Ihrer Regierungsumbildung!
Nun weiß ich, es ist natürlich die Aufgabe der Opposition, das infrage zu stellen und als noch viel zu wenig zu erachten, aber ich möchte doch betonen, dass diese Leistung nur durch eine sehr strikte und disziplinierte Führung im Bereich der Finanzen möglich ist und die Frau Finanzministerin zu Recht schon auf die Wichtigkeit der Einhaltung der Vorgaben für die Ministerien hingewiesen hat. Und da sind natürlich auch die Anforderungen an eine Reform, an eine Vereinfachung der Verwaltung, an eine Vereinfachung der Bürokratie, mit weniger Leuten dieselbe oder sogar eine bessere Leistung zu erbringen, also eine bessere Effizienz zu erreichen, mit eingerechnet, weil das ja sonst bedeuten würde, dass man nur quer über die Bereiche kürzt und damit eine Qualitätsverschlechterung einherginge. Daher ist in diesem Defizitpfad auch das Engagement, das vor uns liegt, herauszulesen, in den einzelnen Bereichen mit weniger Leuten dieselbe Leistung zu erreichen, dieselbe Qualität zu sichern. (Abg. Kickl: Damit hätten Sie gleich anfangen können bei Ihrer Regierungsumbildung!)
Abg. Kickl: Das haben wir bei Griechenland und bei Portugal gesehen, die Datenwahrheit!
Dass auch unter den vorangegangenen Regierungen manche Finanzminister versucht haben, derartige Investitionen – etwa im Spitalsbereich, im Bereich der Bahn – nicht in den Schuldenstand hineinzurechnen, ist natürlich aus Sicht der Finanzminister legitim, aber dass in der Europäischen Union, wo die Datenwahrheit, die Faktenverlässlichkeit eine immer größere Rolle zu spielen haben ... (Abg. Kickl: Das haben wir bei Griechenland und bei Portugal gesehen, die Datenwahrheit!) – Ja, eben aus den Lehren daraus! Wenn man zum Beispiel sagt, in Griechenland hätte man viel deutlicher, härter, besser vorgehen sollen, dann ist es natürlich kein Wunder, dass Eurostat und jetzt die Europäische Kommission sehr darauf drängen, dass auch diese Investitionen in den Schuldenstand mit eingerechnet werden. Man war übrigens unter Schwarz-Blau besonders kreativ bei den Ausgliederungen aus dem Schuldenstand.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.
Es gilt daher, am richtigen Platz zu sparen – so schwierig das ist und so kontroversiell man das diskutieren kann, denn: Was ist schon der richtige Platz? Auf der anderen Seite sind die Einnahmen wichtig, wie wir sie gemeinsam beschlossen haben: Bankenabgabe, vermögensbezogene Einnahmen. Ich weiß, einige – dazu gehöre auch ich – sagen, das ist erst ein erster Schritt, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung in unserem Land, und es wäre auch die Finanztransaktionssteuer der richtige Schritt in Europa. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.)
Abg. Kickl: Sie belohnen ja die Übeltäter! Das ist ja abenteuerlich, was Sie da verzapfen!
Für folgende Position wird Österreich in der europäischen Politik als Mitgliedsland der EU nämlich immer mit viel Engagement werben: Wenn wir sagen, dass der soziale Friede ein Standortfaktor ist, wenn wir sagen, dass die soziale Balance in einem Land etwas mit den Lebensbedingungen in diesem Land zu tun hat, dann muss es natürlich auch Einnahmen des Staates geben können. Und eine Konkurrenz in der Europäischen Union – wer bietet den Betrieben die geringsten Steuern an, wer schenkt den Betrieben am meisten dafür, dass sie zu uns kommen (Abg. Kickl: Sie belohnen ja die Übeltäter! Das ist ja abenteuerlich, was Sie da verzapfen!) – ist eine unangenehme Konkurrenz, weil sie nicht zu unserem Ziel führt, sondern zum falschen Ziel, dass man nämlich zum Schluss die finanziellen Möglichkeiten nicht mehr zur Verfügung hat, in Bildung, in Forschung, in Entwicklung zu investieren.
Abg. Kickl: Das heißt, kein Geld nach Irland, oder?
Nein, meine Damen und Herren, wir wollen einen Bundesfinanzrahmen, wir wollen eine Politik in Europa, die nicht heißt, bei den Lebensbedingungen der Menschen zu reduzieren, bei den Wohlstandskriterien zu reduzieren (Abg. Kickl: Das heißt, kein Geld nach Irland, oder?), bei den Löhnen zu reduzieren! Nein, wir wollen gemeinsam etwas erwirtschaften, mit der Kreativität der Bevölkerung, mit den Chancen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, gut ausgestattet durch Bildung, Entwicklung und Forschung, um diese Chance im Wettbewerb auch wahrnehmen zu können, damit dann das gemeinsam Erwirtschaftete auch gerecht verteilt wird – für ein sozial gerechtes Österreich und ein sozial gerechtes Europa! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Nein, meine Damen und Herren, wir wollen einen Bundesfinanzrahmen, wir wollen eine Politik in Europa, die nicht heißt, bei den Lebensbedingungen der Menschen zu reduzieren, bei den Wohlstandskriterien zu reduzieren (Abg. Kickl: Das heißt, kein Geld nach Irland, oder?), bei den Löhnen zu reduzieren! Nein, wir wollen gemeinsam etwas erwirtschaften, mit der Kreativität der Bevölkerung, mit den Chancen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, gut ausgestattet durch Bildung, Entwicklung und Forschung, um diese Chance im Wettbewerb auch wahrnehmen zu können, damit dann das gemeinsam Erwirtschaftete auch gerecht verteilt wird – für ein sozial gerechtes Österreich und ein sozial gerechtes Europa! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kickl: Haftungsreduktion!
In unserem Fünf-Jahres-Plan werden wir in Hinblick auf den sorgsamen Umgang mit Steuergeld aktiv gestalten, aber auch verwalten. Wir planen vorausschauend, damit wir zielgerichtet Entscheidungen für die Menschen in Österreich treffen können. Meine Ziele für diese Planung sind: Defizitreduktion, Schuldenbremse, aber auch Wachstum und Arbeitsplätze (Abg. Kickl: Haftungsreduktion!) und kontinuierliche Strukturreformen, und zwar in jedem Bereich. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
In unserem Fünf-Jahres-Plan werden wir in Hinblick auf den sorgsamen Umgang mit Steuergeld aktiv gestalten, aber auch verwalten. Wir planen vorausschauend, damit wir zielgerichtet Entscheidungen für die Menschen in Österreich treffen können. Meine Ziele für diese Planung sind: Defizitreduktion, Schuldenbremse, aber auch Wachstum und Arbeitsplätze (Abg. Kickl: Haftungsreduktion!) und kontinuierliche Strukturreformen, und zwar in jedem Bereich. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Höbart: Bei den Familienleistungen!
Um die Defizitreduktion erreichen zu können und damit die Schuldenbremse einzulegen, sind in diesem Finanzrahmen per Gesetz Ausgabenobergrenzen bis zum Jahr 2015 festgelegt. Damit verpflichten wir uns selbst zur Sparsamkeit. Wir sparen vor allem ausgabenseitig (Abg. Ing. Höbart: Bei den Familienleistungen!), denn die Dynamik ist da enorm. Wie wir das angehen, ist im Strategiebericht klar festgelegt, meine sehr verehrten Damen und Herren. Darin können Sie die Prioritäten jedes einzelnen Ressorts nachlesen, darin können Sie die Ziele jedes einzelnen Ressorts nachvollziehen, und darin können Sie auch nachlesen, wie die Konsolidierung und der Defizitabbau im jeweiligen Ressort erfolgen sollen. Es ist das wahrscheinlich das größte Reformpaket, das Österreich jemals in gedruckter Form hatte. (Abg. Kickl: Jessas na!) Ich lege es Ihnen ans Herz, meine sehr verehrten Damen und Herren! Schauen Sie nach, wie wir gezielt die Reduktion des Defizits angehen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Kickl: Kollege Mitterlehner lacht schon!)
Abg. Kickl: Jessas na!
Um die Defizitreduktion erreichen zu können und damit die Schuldenbremse einzulegen, sind in diesem Finanzrahmen per Gesetz Ausgabenobergrenzen bis zum Jahr 2015 festgelegt. Damit verpflichten wir uns selbst zur Sparsamkeit. Wir sparen vor allem ausgabenseitig (Abg. Ing. Höbart: Bei den Familienleistungen!), denn die Dynamik ist da enorm. Wie wir das angehen, ist im Strategiebericht klar festgelegt, meine sehr verehrten Damen und Herren. Darin können Sie die Prioritäten jedes einzelnen Ressorts nachlesen, darin können Sie die Ziele jedes einzelnen Ressorts nachvollziehen, und darin können Sie auch nachlesen, wie die Konsolidierung und der Defizitabbau im jeweiligen Ressort erfolgen sollen. Es ist das wahrscheinlich das größte Reformpaket, das Österreich jemals in gedruckter Form hatte. (Abg. Kickl: Jessas na!) Ich lege es Ihnen ans Herz, meine sehr verehrten Damen und Herren! Schauen Sie nach, wie wir gezielt die Reduktion des Defizits angehen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Kickl: Kollege Mitterlehner lacht schon!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Kickl: Kollege Mitterlehner lacht schon!
Um die Defizitreduktion erreichen zu können und damit die Schuldenbremse einzulegen, sind in diesem Finanzrahmen per Gesetz Ausgabenobergrenzen bis zum Jahr 2015 festgelegt. Damit verpflichten wir uns selbst zur Sparsamkeit. Wir sparen vor allem ausgabenseitig (Abg. Ing. Höbart: Bei den Familienleistungen!), denn die Dynamik ist da enorm. Wie wir das angehen, ist im Strategiebericht klar festgelegt, meine sehr verehrten Damen und Herren. Darin können Sie die Prioritäten jedes einzelnen Ressorts nachlesen, darin können Sie die Ziele jedes einzelnen Ressorts nachvollziehen, und darin können Sie auch nachlesen, wie die Konsolidierung und der Defizitabbau im jeweiligen Ressort erfolgen sollen. Es ist das wahrscheinlich das größte Reformpaket, das Österreich jemals in gedruckter Form hatte. (Abg. Kickl: Jessas na!) Ich lege es Ihnen ans Herz, meine sehr verehrten Damen und Herren! Schauen Sie nach, wie wir gezielt die Reduktion des Defizits angehen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Kickl: Kollege Mitterlehner lacht schon!)
Abg. Kickl: Ihr habt ja auch in der Hochkonjunktur Schulden gemacht, nicht nur in der Krise!
Ich habe als langjährige Parlamentarierin hier im Hohen Haus und als Regierungsmitglied diese Schulden immer mit beschlossen – und dazu bekenne ich mich auch –, denn es war notwendig, in Zeiten der Krise die richtigen Maßnahmen zu setzen. (Abg. Kickl: Ihr habt ja auch in der Hochkonjunktur Schulden gemacht, nicht nur in der Krise!) Und, meine sehr verehrten Damen und Herren: Wir sind besser durch die Krise gegangen als alle Länder rund um uns herum! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Herr Kickl, die Bevölkerung hat von einer Krise fast nichts gemerkt (Abg. Kickl: Bitte? – Abg. Neubauer: Realitätsverweigerung! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), weil die Politik richtig gehandelt hat. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich habe als langjährige Parlamentarierin hier im Hohen Haus und als Regierungsmitglied diese Schulden immer mit beschlossen – und dazu bekenne ich mich auch –, denn es war notwendig, in Zeiten der Krise die richtigen Maßnahmen zu setzen. (Abg. Kickl: Ihr habt ja auch in der Hochkonjunktur Schulden gemacht, nicht nur in der Krise!) Und, meine sehr verehrten Damen und Herren: Wir sind besser durch die Krise gegangen als alle Länder rund um uns herum! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Herr Kickl, die Bevölkerung hat von einer Krise fast nichts gemerkt (Abg. Kickl: Bitte? – Abg. Neubauer: Realitätsverweigerung! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), weil die Politik richtig gehandelt hat. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Kickl: Bitte? – Abg. Neubauer: Realitätsverweigerung! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Ich habe als langjährige Parlamentarierin hier im Hohen Haus und als Regierungsmitglied diese Schulden immer mit beschlossen – und dazu bekenne ich mich auch –, denn es war notwendig, in Zeiten der Krise die richtigen Maßnahmen zu setzen. (Abg. Kickl: Ihr habt ja auch in der Hochkonjunktur Schulden gemacht, nicht nur in der Krise!) Und, meine sehr verehrten Damen und Herren: Wir sind besser durch die Krise gegangen als alle Länder rund um uns herum! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Herr Kickl, die Bevölkerung hat von einer Krise fast nichts gemerkt (Abg. Kickl: Bitte? – Abg. Neubauer: Realitätsverweigerung! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), weil die Politik richtig gehandelt hat. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ich habe als langjährige Parlamentarierin hier im Hohen Haus und als Regierungsmitglied diese Schulden immer mit beschlossen – und dazu bekenne ich mich auch –, denn es war notwendig, in Zeiten der Krise die richtigen Maßnahmen zu setzen. (Abg. Kickl: Ihr habt ja auch in der Hochkonjunktur Schulden gemacht, nicht nur in der Krise!) Und, meine sehr verehrten Damen und Herren: Wir sind besser durch die Krise gegangen als alle Länder rund um uns herum! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Herr Kickl, die Bevölkerung hat von einer Krise fast nichts gemerkt (Abg. Kickl: Bitte? – Abg. Neubauer: Realitätsverweigerung! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), weil die Politik richtig gehandelt hat. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Strache: Sie verhöhnen mit den Budgetzahlen ... die Österreicher!
Die Bevölkerung hat sich darauf verlassen können, dass ihre Sparguthaben und auch die Arbeitsplätze in Österreich gesichert sind. (Abg. Strache: Sie verhöhnen mit den Budgetzahlen ... die Österreicher!) Wir haben die höchste Beschäftigung. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.) Meine sehr verehrten Damen und Herren von den Freiheitlichen, ich rede von Österreich, und in Österreich haben wir die höchste Beschäftigung, ein besseres Wachstum als alle Länder rund um uns
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
Die Bevölkerung hat sich darauf verlassen können, dass ihre Sparguthaben und auch die Arbeitsplätze in Österreich gesichert sind. (Abg. Strache: Sie verhöhnen mit den Budgetzahlen ... die Österreicher!) Wir haben die höchste Beschäftigung. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.) Meine sehr verehrten Damen und Herren von den Freiheitlichen, ich rede von Österreich, und in Österreich haben wir die höchste Beschäftigung, ein besseres Wachstum als alle Länder rund um uns
Abg. Kickl: Nur 1 Million Menschen an der Armutsgrenze, und Sie sagen, man merkt nichts von der Krise! Ungeheuerlich!
herum (Abg. Kickl: Nur 1 Million Menschen an der Armutsgrenze, und Sie sagen, man merkt nichts von der Krise! Ungeheuerlich!) und auch eine bessere Budgetsituation als alle Länder rund um uns herum, und das ist der Politik zu verdanken. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
herum (Abg. Kickl: Nur 1 Million Menschen an der Armutsgrenze, und Sie sagen, man merkt nichts von der Krise! Ungeheuerlich!) und auch eine bessere Budgetsituation als alle Länder rund um uns herum, und das ist der Politik zu verdanken. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Höbart: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir haben im Budgetrahmen für die nächsten fünf Jahre bis 2015 und in diesem Strategiebericht (die Rednerin zeigt ein Exemplar des genannten Berichts) ganz klare politische Prioritäten gesetzt. Die Handschrift dieser Bundesregierung können Sie daran erkennen, dass wir Prioritäten in unsere Kinder gelegt haben. Es wird kein weiteres Sparpaket für Familien geben, solange ich Ministerin bin. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Höbart: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zweitens haben wir in dieser Langfristplanung klare Prioritäten für die Zukunftsinvestitionen gesetzt. Das heißt, bei Bildung, Forschung und Wissenschaft haben wir die Prioritäten so angesetzt, dass das enge Sparkorsett diese Bereiche nicht im selben Ausmaß trifft wie die anderen Ressorts. Wir stellen damit sicher, dass mit dem Steuergeld sorgsam umgegangen wird und dass die Neuverschuldung bereits im Jahr 2013 unter 3 Prozent – dem Maastricht-Kriterium – liegen und bis zum Jahr 2015 2 Prozent erreichen wird. Die EU-Vorgaben sind natürlich streng einzuhalten, aber wir machen das nicht für die Europäische Union, sondern wir machen das für den Wohlstand hier in unserem Land, für die Stabilität unserer Finanzen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Transparenz für die Budgetierung zwingt uns, dass wir die ÖBB-Schulden und auch die Schulden für das Gesundheitswesen aus den Ländern in das Budget mit aufnehmen. Diese Transparenz zeigt allen, dass der Reformdruck groß ist, aber auch, dass wir die Sache in die richtige Richtung gelenkt haben. Die Schulden sind tiefst unsozial. Sie nehmen uns den Gestaltungsspielraum, und die Vergangenheit belastet somit die Zukunft. Daher sind Defizitabbau und Schuldenbremse oberste Priorität. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn wir diesen Weg gehen, dann werden die Schulden weniger und damit die Finanzen gesichert. Es werden die Zinszahlungen weniger, und damit wird der Gestaltungsspielraum größer. Außerdem erzeugt der Druck der Reformen eine Dynamik für einen modernen Staat. Daher werde ich so lange nicht locker lassen, bis wir die Folgen der Krise in den Staatsfinanzen, in der Stabilität, bei der Konjunktur, bei den Arbeitsplätzen, bei der wirtschaftlichen Situation, beim Wachstum und beim Wohlstand für die Bevölkerung zur Gänze in die richtige Richtung und ins Lot gebracht haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Höbart: Ach du meine Güte! – Abg. Ing. Westenthaler: Gefährliche Drohung!
Ich verstehe mich als Anwältin der Steuerzahler. (Abg. Ing. Höbart: Ach du meine Güte! – Abg. Ing. Westenthaler: Gefährliche Drohung!) Ich fühle mich als Anwältin der Leistungsträger und des Mittelstandes. Das sind jene Menschen, die fleißig arbeiten, pünktlich ihre Steuern zahlen, häufig für Familien sorgen und oft auch mehr in das System einzahlen, als sie herausbekommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich verstehe mich als Anwältin der Steuerzahler. (Abg. Ing. Höbart: Ach du meine Güte! – Abg. Ing. Westenthaler: Gefährliche Drohung!) Ich fühle mich als Anwältin der Leistungsträger und des Mittelstandes. Das sind jene Menschen, die fleißig arbeiten, pünktlich ihre Steuern zahlen, häufig für Familien sorgen und oft auch mehr in das System einzahlen, als sie herausbekommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grosz: Warum verschleudern Sie dann deren Geld?
Das sind jene Menschen, die mit ihrer täglichen Arbeit das System tragen, die den Staat finanzieren (Abg. Grosz: Warum verschleudern Sie dann deren Geld?), und die haben ein Recht darauf, dass wir sorgsam darauf achten, wie wir mit ihrem Geld umgehen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja eine Pinocchio-Bühne!) Es muss daher in unser aller Interesse sein, auf der Sparbremse zu stehen und nicht kontinuierlich neue Ausgaben zu erfinden. (Abg. Strache: Eine echte Pinocchio-Bühne hier, ein Wahnsinn!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja eine Pinocchio-Bühne!
Das sind jene Menschen, die mit ihrer täglichen Arbeit das System tragen, die den Staat finanzieren (Abg. Grosz: Warum verschleudern Sie dann deren Geld?), und die haben ein Recht darauf, dass wir sorgsam darauf achten, wie wir mit ihrem Geld umgehen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja eine Pinocchio-Bühne!) Es muss daher in unser aller Interesse sein, auf der Sparbremse zu stehen und nicht kontinuierlich neue Ausgaben zu erfinden. (Abg. Strache: Eine echte Pinocchio-Bühne hier, ein Wahnsinn!)
Abg. Strache: Eine echte Pinocchio-Bühne hier, ein Wahnsinn!
Das sind jene Menschen, die mit ihrer täglichen Arbeit das System tragen, die den Staat finanzieren (Abg. Grosz: Warum verschleudern Sie dann deren Geld?), und die haben ein Recht darauf, dass wir sorgsam darauf achten, wie wir mit ihrem Geld umgehen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja eine Pinocchio-Bühne!) Es muss daher in unser aller Interesse sein, auf der Sparbremse zu stehen und nicht kontinuierlich neue Ausgaben zu erfinden. (Abg. Strache: Eine echte Pinocchio-Bühne hier, ein Wahnsinn!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Jessas na, das wird ja immer besser!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben, verdanken wir Josef Pröll. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Jessas na, das wird ja immer besser!) Er hat uns besser durch die Krise gebracht als alle anderen
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat wenigstens vor dem Kanzler reden dürfen!
Nachbarländer rund um uns herum. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat wenigstens vor dem Kanzler reden dürfen!) Und dass wir heute für unseren Stabilitätspfad von einer internationalen Agentur gelobt werden, verdanken wir auch der Politik meines Vorgängers. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Nachbarländer rund um uns herum. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat wenigstens vor dem Kanzler reden dürfen!) Und dass wir heute für unseren Stabilitätspfad von einer internationalen Agentur gelobt werden, verdanken wir auch der Politik meines Vorgängers. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Die Wirtschaftsforscher prognostizieren ein kontinuierliches Wachstum der nächsten Jahre mit durchschnittlich 2,1 Prozent und vor allem auch einen kontinuierlichen Beschäftigungsanstieg um 0,6 Prozent. Aktuell sind 3,3 Millionen Menschen in Beschäftigung. Noch nie hat Österreich eine so hohe Beschäftigungsrate gehabt wie jetzt. Seien wir stolz darauf, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass es den Menschen in unserem Land gut geht! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was habt denn ihr für Bremsen?!
Die Staatsschuldenquote – und das schmerzt mich sehr – steigt leider noch an, und zwar bis ins Jahr 2013. Erst im Jahr 2014 haben wir die Vollbremsung erreicht, das heißt, ab dann geht es wieder zurück. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was habt denn ihr für Bremsen?!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, für diesen Pfad werden wir international gelobt und bewundert, weil es uns in Hinblick auf die Staatsfinanzen besser gelingt, durch die Krise und diese schwierigen Zeiten zu kommen. Wir setzen aber gleichzeitig klare politische Prioritäten; Prioritäten im Familienbereich, Prioritäten für die Universitäten, Fachhochschulen und im Bildungswesen. Wir geben bis zum Jahr 2015 jährlich 80 Millionen für Universitäten und Fachhochschulen aus und denselben Betrag noch einmal im Bildungswesen. Die Mittel für den Ausbau der Neuen Mittelschule, für dieses große Reformwerk, sind bereits im Finanzrahmen enthalten, daher ist gesichert, dass dieses Reformprojekt im Bildungsbereich auch kommt. Wir geben dafür 216 Millionen € aus. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Für die thermische Sanierung – ein Ökoprogramm – haben wir weiterhin jährlich 100 Millionen € zur Verfügung. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Natürlich wissen alle hier im Hohen Haus – und natürlich weiß auch ich als Finanzministerin –, dass der demographische Wandel eine große Herausforderung darstellt. Das erste große Problem haben wir aber gelöst. Es ist gelungen, die Sicherung der Pflege mit den Ländern auszuverhandeln. Wir werden 685 Millionen € bereitstellen, damit die Pflege für unsere älteren und behinderten Menschen gewährleistet ist und die Familien, die den Hauptanteil in der Pflege leisten, dabei gut unterstützt werden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Der Bund übernimmt zwei Drittel der Kosten, die Länder gemeinsam mit den Gemeinden ein Drittel. Das ist ein großes Reformpaket in einem Bereich, der nicht weniger werden wird. Wir wissen aufgrund der demografischen Entwicklung, dass die Pflegekosten auch in Zukunft immer wieder ein Thema hier in diesem Haus sein werden, aber für die nächsten Jahre, bis zum Finanzausgleich 2014, ist dieses Problem gemeinsam mit den Ländern gut gelöst. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Kickl: Frau Finanzministerin, in der EU ist es genau umgekehrt!
Gemeinsam mit den Ländern haben wir auch den Stabilitätspakt abgeschlossen, der die Länder verpflichtet, eine Defizitobergrenze einzuhalten. Heuer sind das 0,75 Prozent ihrer Budgets, und das wird im Jahr 2014 auf 0,5 Prozent sinken. Dann werden wir einen neuen Finanzausgleich zu verhandeln haben. Die Länder leisten einen Beitrag zur Stabilisierung unserer Finanzen, und die Gemeinden haben sich verpflichtet, in jedem Jahr einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Der neue Stabilitätspakt hat auch eine neue Qualität, nämlich einen Sanktionsmechanismus, wonach die Länder, die sich nicht wohl verhalten, die ihr Budget wesentlich überschreiten, im Rahmen der Übertragung der Ertragsanteile weniger Geld bekommen. Dieses Geld wird zuerst geparkt, damit sie die Chance bekommen, ihre Haushalte in Ordnung zu bringen, bei Wiederholungstätern fällt dieses Geld aber dem allgemeinen Budget zu. (Abg. Kickl: Frau Finanzministerin, in der EU ist es genau umgekehrt!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, es sitzen viele Bürgermeister hier in diesem Saal, und die kennen das. Das ist so ähnlich wie bei einem Haftrücklass. Wenn es notwendig ist, dann kann man dieses Geld dafür verwenden, dass die Finanzen wieder stabilisiert werden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Dann lesen Sie einmal nach im aktuellen Rechnungshofbericht!
Meine Damen und Herren, in dieser Strategie – und ich werde sie noch häufig daran erinnern – sind keine neuen Steuern enthalten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Dann lesen Sie einmal nach im aktuellen Rechnungshofbericht!) Ich werde dafür sorgen, dass in der Steuerpolitik sehr wohl Gestaltungsspielraum enthalten ist, aber nur unter den drei Prämissen: weniger, einfacher, leistungsgerechter! Wir brauchen den Gestaltungsspielraum im Steuerbereich nicht auszunützen – schon gar nicht nach oben.
Abg. Hagen: Die höchste in Europa!
Wir haben eine hohe Steuerquote (Abg. Hagen: Die höchste in Europa!), und die Steuerzahler haben ein Anrecht darauf, zu wissen, dass wir nicht daran denken, weiter in ihren Säckel zu greifen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Die Steuerquote wird erhöht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Die Steuerquote wird erhöht!
Wir haben eine hohe Steuerquote (Abg. Hagen: Die höchste in Europa!), und die Steuerzahler haben ein Anrecht darauf, zu wissen, dass wir nicht daran denken, weiter in ihren Säckel zu greifen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Die Steuerquote wird erhöht!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich erteile daher all jenen gleich einmal eine Absage, die an der Substanz des Wohlstandes knabbern wollen. Substanzbesteuerungen sind standortschädlich, gefährden Arbeitsplätze und sind daher mit mir nicht zu machen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.
Wir haben eine Abgabenquote von über 44 Prozent. Das ist in meinen Augen viel zu hoch, und ich habe das ambitionierte Ziel, das in meiner Amtszeit zu senken. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.)
Abg. Vilimsky: Wo ist denn der stabil? Das ist die größte Schmähgeschichte, die es gibt!
Lassen Sie mich auch noch etwas zu unserer Währung, dem Euro, sagen: Meine sehr verehrten Damen und Herren, eine stabile Währung und insbesondere der Euro in seiner Stabilität (Abg. Vilimsky: Wo ist denn der stabil? Das ist die größte Schmähgeschichte, die es gibt!) sind zum Wohl und zum Nutzen unserer Bevölkerung, der Menschen in Österreich. Wir als kleines Land haben von dieser gemeinsamen Währung überproportional profitiert.
Abg. Dr. Strutz: Aufwachen, Frau Minister!
Ich erinnere mich noch an die Währungsspekulationen in die italienische Lira (Abg. Dr. Strutz: Aufwachen, Frau Minister!), ich erinnere mich noch daran, welchen wirtschaftlichen Schaden Österreich jedes Mal erlitten hat, wenn dort abgewertet wurde. Daher ist eine gemeinsame Währung ein wirklich guter Faktor für die Stabilität in Österreich, für die Spareinlagen unserer Menschen, für die Kaufkraft und gegen eine höhere Inflation. (Abg. Strache: Das sehen wir bei der Inflation, bei den Preissteigerungen!)
Abg. Strache: Das sehen wir bei der Inflation, bei den Preissteigerungen!
Ich erinnere mich noch an die Währungsspekulationen in die italienische Lira (Abg. Dr. Strutz: Aufwachen, Frau Minister!), ich erinnere mich noch daran, welchen wirtschaftlichen Schaden Österreich jedes Mal erlitten hat, wenn dort abgewertet wurde. Daher ist eine gemeinsame Währung ein wirklich guter Faktor für die Stabilität in Österreich, für die Spareinlagen unserer Menschen, für die Kaufkraft und gegen eine höhere Inflation. (Abg. Strache: Das sehen wir bei der Inflation, bei den Preissteigerungen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum hört Ihnen der eigene Kanzler nicht zu?
Daher werde ich auf europäischer Ebene mit all meiner Leidenschaft für einen stabilen Euro, für diese Währung kämpfen, denn nur gemeinsam nützt uns das. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum hört Ihnen der eigene Kanzler nicht zu?) Der Kantönligeist, den ich da gelegentlich höre, ist zum Schaden unserer Wirtschaft, zum Schaden unserer Exportwirtschaft, und dem werde ich nicht folgen können! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Daher werde ich auf europäischer Ebene mit all meiner Leidenschaft für einen stabilen Euro, für diese Währung kämpfen, denn nur gemeinsam nützt uns das. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum hört Ihnen der eigene Kanzler nicht zu?) Der Kantönligeist, den ich da gelegentlich höre, ist zum Schaden unserer Wirtschaft, zum Schaden unserer Exportwirtschaft, und dem werde ich nicht folgen können! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ
Aber unsere größte Herausforderung liegt natürlich – gar keine Frage – in den Reformen, die wir noch vor uns haben. Step by Step, war meine Ansage – Schritt für Schritt, für die, die den Anglizismus nicht mögen (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ), und zwar deshalb, weil man, wenn man Schritt für Schritt konsequent nach vorne geht, schneller ans Ziel kommt, als wenn man immer nur wartet, bis möglicherweise der Big Bang passiert. (Abg. Strache: Pfeift es bei Ihnen auch im Ministerium? Wahrscheinlich pfeift es bei Ihnen auch im Ministerium!)
Abg. Strache: Pfeift es bei Ihnen auch im Ministerium? Wahrscheinlich pfeift es bei Ihnen auch im Ministerium!
Aber unsere größte Herausforderung liegt natürlich – gar keine Frage – in den Reformen, die wir noch vor uns haben. Step by Step, war meine Ansage – Schritt für Schritt, für die, die den Anglizismus nicht mögen (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ), und zwar deshalb, weil man, wenn man Schritt für Schritt konsequent nach vorne geht, schneller ans Ziel kommt, als wenn man immer nur wartet, bis möglicherweise der Big Bang passiert. (Abg. Strache: Pfeift es bei Ihnen auch im Ministerium? Wahrscheinlich pfeift es bei Ihnen auch im Ministerium!)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Bucher: Die Steuerquote hoch zu halten, das ist Ihre Aufgabe! – Abg. Strache: Da wird gejubelt über die Staatsverschuldung!
Ich werde diesem Haus kontinuierlich, Schritt für Schritt Regierungsvorlagen in Reformbereichen zuleiten. Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich bitte dann um Ihre Mitarbeit, um diesen Staat zu modernisieren und die Finanzen stabil zu halten, um den Wohlstand für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger weiter hoch zu halten und ihn in gewissen Bereichen auch noch zu vermehren. – Danke. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Bucher: Die Steuerquote hoch zu halten, das ist Ihre Aufgabe! – Abg. Strache: Da wird gejubelt über die Staatsverschuldung!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Sie halten halt den strengen Ton nicht aus, aber Sie werden sich an diesen jetzt gewöhnen müssen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Strache – einen Rechnungshofbericht zeigend –: Lesen Sie den Rechnungshofbericht!
Das, was die Oppositionsparteien – in unterschiedlicher Gradation, muss ich sagen – auch nicht aushalten, sind die positiven Zahlen, die hier gebracht wurden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Strache – einen Rechnungshofbericht zeigend –: Lesen Sie den Rechnungshofbericht!)
Abg. Strache: Das ist ein Kasperltheater! Haben Sie gestern beim Rechungshofpräsidenten nicht aufgepasst?
Wohltuend hebt sich das bedächtige Zuhören des grünen Wirtschaftsprofessors von dem Ganzen ab. (Abg. Strache: Das ist ein Kasperltheater! Haben Sie gestern beim Rechungshofpräsidenten nicht aufgepasst?) Bei den Orangen habe ich schon Angst gehabt, dass sie heute in der Früh keinen Klub-Kaffee bekommen haben, weil sie so seltsam ruhig waren, und die Blauen fühlen sich nur wohl in apokalyptischen Bildern. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Das verstehe ich, Sie brauchen nur apokalyptische Bilder! (Abg. Strache: Gestern hat der Rechnungshofpräsident die Zahlen auf den Tisch gelegt!)
Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Wohltuend hebt sich das bedächtige Zuhören des grünen Wirtschaftsprofessors von dem Ganzen ab. (Abg. Strache: Das ist ein Kasperltheater! Haben Sie gestern beim Rechungshofpräsidenten nicht aufgepasst?) Bei den Orangen habe ich schon Angst gehabt, dass sie heute in der Früh keinen Klub-Kaffee bekommen haben, weil sie so seltsam ruhig waren, und die Blauen fühlen sich nur wohl in apokalyptischen Bildern. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Das verstehe ich, Sie brauchen nur apokalyptische Bilder! (Abg. Strache: Gestern hat der Rechnungshofpräsident die Zahlen auf den Tisch gelegt!)
Abg. Strache: Gestern hat der Rechnungshofpräsident die Zahlen auf den Tisch gelegt!
Wohltuend hebt sich das bedächtige Zuhören des grünen Wirtschaftsprofessors von dem Ganzen ab. (Abg. Strache: Das ist ein Kasperltheater! Haben Sie gestern beim Rechungshofpräsidenten nicht aufgepasst?) Bei den Orangen habe ich schon Angst gehabt, dass sie heute in der Früh keinen Klub-Kaffee bekommen haben, weil sie so seltsam ruhig waren, und die Blauen fühlen sich nur wohl in apokalyptischen Bildern. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Das verstehe ich, Sie brauchen nur apokalyptische Bilder! (Abg. Strache: Gestern hat der Rechnungshofpräsident die Zahlen auf den Tisch gelegt!)
Abg. Strache: Die Realität wollen wir, nicht solche Unwahrheiten!
Ihnen ist es am liebsten, alles geht den blauen Bach hinunter, Chaos, Schieflage, Unmut, das wollen Sie haben. Und wenn Sie es nicht haben, wollen Sie es produzieren. (Abg. Strache: Die Realität wollen wir, nicht solche Unwahrheiten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Heinz Conrads!
Daher müssen wir jetzt ein bisschen in die Materie eingehen, uns einmal vertiefen, worum es bei dieser Angelegenheit geht. (Abg. Ing. Westenthaler: Heinz Conrads!)
Abg. Strache: Rechnungshofbericht!
Punkt eins, weil Sie, Herr Klubobmann Strache, dauernd mit dem gelben Heft wacheln (Abg. Strache: Rechnungshofbericht!): Schulden sind kein Ziel an sich, aber sie sind ein Instrumentarium. Und sie können dann ein Instrumentarium sein, wenn es gilt, vor allem, wenn die Auswirkungen einer Finanz- und Wirtschaftskrise zu bewältigen sind, dass der Motor des Wachstums und der Beschäftigung nicht nur als Ziel hat, wenn er in Gang gehalten wird, dass es eine sozial gerechte Bewältigung dieser Auswirkungen ... (Abg. Kickl: Vorher haben wir ja keine Schulden gehabt, nicht? – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) – Moment, zuerst sagen Sie, Sie sind die soziale Heimatpartei, jetzt hören Sie einmal zu: Ich rede erstens über Soziales und zweitens über die Heimat, daher müssen Sie sich jetzt einmal konzentrieren!
Abg. Kickl: Vorher haben wir ja keine Schulden gehabt, nicht? – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Punkt eins, weil Sie, Herr Klubobmann Strache, dauernd mit dem gelben Heft wacheln (Abg. Strache: Rechnungshofbericht!): Schulden sind kein Ziel an sich, aber sie sind ein Instrumentarium. Und sie können dann ein Instrumentarium sein, wenn es gilt, vor allem, wenn die Auswirkungen einer Finanz- und Wirtschaftskrise zu bewältigen sind, dass der Motor des Wachstums und der Beschäftigung nicht nur als Ziel hat, wenn er in Gang gehalten wird, dass es eine sozial gerechte Bewältigung dieser Auswirkungen ... (Abg. Kickl: Vorher haben wir ja keine Schulden gehabt, nicht? – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) – Moment, zuerst sagen Sie, Sie sind die soziale Heimatpartei, jetzt hören Sie einmal zu: Ich rede erstens über Soziales und zweitens über die Heimat, daher müssen Sie sich jetzt einmal konzentrieren!
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf
Und wenn das das Ziel ist, dann kann das als Instrumentarium durchaus Sinn machen. Genau das hat die Bundesregierung gemacht, und das Ergebnis dieser Politik ist (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf) – Moment! –, das Ergebnis dieser Politik ist in großen Zügen, wenn man die globalen Einflüsse mit bedenkt – alle anderen starken Strukturen, die in Österreich schon von Haus aus die Basis für eine gute wirtschaftliche Entwicklung waren, vielleicht auch Fehlentwicklungen, die zu korrigieren sind, die man manchmal vielleicht zu wenig korrigiert hat –, dass wir im europäischen Vergleich, was Beschäftigung und Wachstum betrifft, eigentlich sehr, sehr gut liegen und im Spitzenfeld sind. (Abg. Strache: Jeder Private wäre schon in Konkurs!)
Abg. Strache: Jeder Private wäre schon in Konkurs!
Und wenn das das Ziel ist, dann kann das als Instrumentarium durchaus Sinn machen. Genau das hat die Bundesregierung gemacht, und das Ergebnis dieser Politik ist (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf) – Moment! –, das Ergebnis dieser Politik ist in großen Zügen, wenn man die globalen Einflüsse mit bedenkt – alle anderen starken Strukturen, die in Österreich schon von Haus aus die Basis für eine gute wirtschaftliche Entwicklung waren, vielleicht auch Fehlentwicklungen, die zu korrigieren sind, die man manchmal vielleicht zu wenig korrigiert hat –, dass wir im europäischen Vergleich, was Beschäftigung und Wachstum betrifft, eigentlich sehr, sehr gut liegen und im Spitzenfeld sind. (Abg. Strache: Jeder Private wäre schon in Konkurs!)
Abg. Kickl: Der Finanzguru!
Immer dann, wenn von der Regierungsseite, vom Herrn Bundeskanzler, von der Frau Finanzminister, diese Zahlen und diese Fakten gebracht werden, herrscht plötzlich bei der FPÖ unfassbare Unruhe. (Abg. Kickl: Der Finanzguru!) Klar, es passt nicht in Ihr apokalyptisches Bild der Österreich-Betrachtung. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl. – Abg. Strache: Der Herr Rechnungshofpräsident, der gestern die Zahlen präsentiert hat, wird von Ihnen offenbar in keiner Weise ernst genommen!) Sie brauchen Angstszenarien, Sie wollen sich herstellen und sagen: Fürchtet euch!, und dann sagen Sie weiter: Aber wenn HC Strache kommt, braucht ihr euch nicht mehr zu fürchten! – Es ist zu einfach, zu billig und vor allem zu teuer für Österreich, wenn man diese Logik in die Politik umsetzt! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl. – Abg. Strache: Der Herr Rechnungshofpräsident, der gestern die Zahlen präsentiert hat, wird von Ihnen offenbar in keiner Weise ernst genommen!
Immer dann, wenn von der Regierungsseite, vom Herrn Bundeskanzler, von der Frau Finanzminister, diese Zahlen und diese Fakten gebracht werden, herrscht plötzlich bei der FPÖ unfassbare Unruhe. (Abg. Kickl: Der Finanzguru!) Klar, es passt nicht in Ihr apokalyptisches Bild der Österreich-Betrachtung. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl. – Abg. Strache: Der Herr Rechnungshofpräsident, der gestern die Zahlen präsentiert hat, wird von Ihnen offenbar in keiner Weise ernst genommen!) Sie brauchen Angstszenarien, Sie wollen sich herstellen und sagen: Fürchtet euch!, und dann sagen Sie weiter: Aber wenn HC Strache kommt, braucht ihr euch nicht mehr zu fürchten! – Es ist zu einfach, zu billig und vor allem zu teuer für Österreich, wenn man diese Logik in die Politik umsetzt! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Immer dann, wenn von der Regierungsseite, vom Herrn Bundeskanzler, von der Frau Finanzminister, diese Zahlen und diese Fakten gebracht werden, herrscht plötzlich bei der FPÖ unfassbare Unruhe. (Abg. Kickl: Der Finanzguru!) Klar, es passt nicht in Ihr apokalyptisches Bild der Österreich-Betrachtung. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl. – Abg. Strache: Der Herr Rechnungshofpräsident, der gestern die Zahlen präsentiert hat, wird von Ihnen offenbar in keiner Weise ernst genommen!) Sie brauchen Angstszenarien, Sie wollen sich herstellen und sagen: Fürchtet euch!, und dann sagen Sie weiter: Aber wenn HC Strache kommt, braucht ihr euch nicht mehr zu fürchten! – Es ist zu einfach, zu billig und vor allem zu teuer für Österreich, wenn man diese Logik in die Politik umsetzt! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Bucher: Eure! Auch die, die ihr bei den ÖBB gemacht habt!
jetzt noch genauer an, wie wir bei der Statistik alle Schulden mit einbeziehen (Abg. Bucher: Eure! Auch die, die ihr bei den ÖBB gemacht habt!) – ja, ist auch in Ordnung –, was dazu führt, dass es jetzt für eine gewisse Zeit das zu bewältigen gilt, aber dann, wie die Frau Finanzminister es beschrieben hat ... (Abg. Strache: Das sind Ihre Schulden!) Nicht „Ihre Schulden!“, sagen Sie das nicht, es geht dabei um Arbeitsplätze, es geht um Perspektiven, es geht um Zukunftsinvestitionen. Darum geht es (Beifall bei SPÖ und ÖVP – Abg. Strache: Sie belasten jeden Bürger mit 40 000 € ab der Geburt!), und nicht darum, ob das in Ihr Konzept passt. Nein, nein, da müssen wir jetzt genau sein. (Abg. Kickl: Sie sind schon so lange hier herinnen, Sie sind für alles verantwortlich! Sie stehen für alles und nichts!)
Abg. Strache: Das sind Ihre Schulden!
jetzt noch genauer an, wie wir bei der Statistik alle Schulden mit einbeziehen (Abg. Bucher: Eure! Auch die, die ihr bei den ÖBB gemacht habt!) – ja, ist auch in Ordnung –, was dazu führt, dass es jetzt für eine gewisse Zeit das zu bewältigen gilt, aber dann, wie die Frau Finanzminister es beschrieben hat ... (Abg. Strache: Das sind Ihre Schulden!) Nicht „Ihre Schulden!“, sagen Sie das nicht, es geht dabei um Arbeitsplätze, es geht um Perspektiven, es geht um Zukunftsinvestitionen. Darum geht es (Beifall bei SPÖ und ÖVP – Abg. Strache: Sie belasten jeden Bürger mit 40 000 € ab der Geburt!), und nicht darum, ob das in Ihr Konzept passt. Nein, nein, da müssen wir jetzt genau sein. (Abg. Kickl: Sie sind schon so lange hier herinnen, Sie sind für alles verantwortlich! Sie stehen für alles und nichts!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP – Abg. Strache: Sie belasten jeden Bürger mit 40 000 € ab der Geburt!
jetzt noch genauer an, wie wir bei der Statistik alle Schulden mit einbeziehen (Abg. Bucher: Eure! Auch die, die ihr bei den ÖBB gemacht habt!) – ja, ist auch in Ordnung –, was dazu führt, dass es jetzt für eine gewisse Zeit das zu bewältigen gilt, aber dann, wie die Frau Finanzminister es beschrieben hat ... (Abg. Strache: Das sind Ihre Schulden!) Nicht „Ihre Schulden!“, sagen Sie das nicht, es geht dabei um Arbeitsplätze, es geht um Perspektiven, es geht um Zukunftsinvestitionen. Darum geht es (Beifall bei SPÖ und ÖVP – Abg. Strache: Sie belasten jeden Bürger mit 40 000 € ab der Geburt!), und nicht darum, ob das in Ihr Konzept passt. Nein, nein, da müssen wir jetzt genau sein. (Abg. Kickl: Sie sind schon so lange hier herinnen, Sie sind für alles verantwortlich! Sie stehen für alles und nichts!)
Abg. Kickl: Sie sind schon so lange hier herinnen, Sie sind für alles verantwortlich! Sie stehen für alles und nichts!
jetzt noch genauer an, wie wir bei der Statistik alle Schulden mit einbeziehen (Abg. Bucher: Eure! Auch die, die ihr bei den ÖBB gemacht habt!) – ja, ist auch in Ordnung –, was dazu führt, dass es jetzt für eine gewisse Zeit das zu bewältigen gilt, aber dann, wie die Frau Finanzminister es beschrieben hat ... (Abg. Strache: Das sind Ihre Schulden!) Nicht „Ihre Schulden!“, sagen Sie das nicht, es geht dabei um Arbeitsplätze, es geht um Perspektiven, es geht um Zukunftsinvestitionen. Darum geht es (Beifall bei SPÖ und ÖVP – Abg. Strache: Sie belasten jeden Bürger mit 40 000 € ab der Geburt!), und nicht darum, ob das in Ihr Konzept passt. Nein, nein, da müssen wir jetzt genau sein. (Abg. Kickl: Sie sind schon so lange hier herinnen, Sie sind für alles verantwortlich! Sie stehen für alles und nichts!)
Abg. Kickl: Aus der Schweiz flüchten schon die Leute! Für Sie endet Europa in Vorarlberg!
Die Begleitstrategie, die dafür noch notwendig ist, ist: Es müssen sich auch viele an Regeln gewöhnen. (Abg. Kickl: Aus der Schweiz flüchten schon die Leute! Für Sie endet Europa in Vorarlberg!) Es ist wichtig, dass es eine wirksame Finanzmarktaufsicht in Europa gibt, dass die Rating-Agenturen reformiert werden. Es ist wichtig, dass es Regeln für die Finanzmärkte gibt, dass nicht die Spekulanten wieder einen Festtag nach dem anderen haben – die seriösen Banken und die seriösen Unternehmer wollen das ja auch, die sind ja unsere Bündnispartner gegenüber jenen, die sich gegen diese Regeln letztendlich zur Wehr setzen.
Abg. Kickl: Denkt einmal nach!
Genau das ist auch die Politik der österreichischen Bundesregierung auf der europäischen Ebene. Und es ist die Politik der österreichischen Bundesregierung, natürlich auch darüber nachzudenken – das wurde auch hier gesagt –, wie man in Zukunft auch dafür sorgen kann (Abg. Kickl: Denkt einmal nach!), dass manche Bereiche effizienter gestaltet werden (Abg. Kickl – in Richtung Regierungsbank zeigend –: Da hinten zum Beispiel!), aber immer in der Verantwortung, was den Verwaltungsbereich betrifft, welche Leistungen der Staat für die Allgemeinheit erbringt und wo es weiterhin sinnvoll ist, dass diese Leistungen erbracht werden. Da werden sich Länder und Bund, da werden sich alle zusammensetzen müssen – sie tun das auch schon –, um Wege zu finden und diese dann auch zu gehen. Da kann ja dann der blaue Landeshauptmann in Kärnten auch einen Beitrag leisten, der im Moment ein bisschen eingeschränkte Möglichkeiten hat, weil es gilt, zur Bewältigung der Causa Hypo Alpe-Adria Schritte zu setzen; aber trotzdem, das ist etwas, was man dabei berücksichtigen muss. (Abg. Neubauer: Aber es stimmt wirklich: Sozialistisch ist noch lange nicht sozial!)
Abg. Kickl – in Richtung Regierungsbank zeigend –: Da hinten zum Beispiel!
Genau das ist auch die Politik der österreichischen Bundesregierung auf der europäischen Ebene. Und es ist die Politik der österreichischen Bundesregierung, natürlich auch darüber nachzudenken – das wurde auch hier gesagt –, wie man in Zukunft auch dafür sorgen kann (Abg. Kickl: Denkt einmal nach!), dass manche Bereiche effizienter gestaltet werden (Abg. Kickl – in Richtung Regierungsbank zeigend –: Da hinten zum Beispiel!), aber immer in der Verantwortung, was den Verwaltungsbereich betrifft, welche Leistungen der Staat für die Allgemeinheit erbringt und wo es weiterhin sinnvoll ist, dass diese Leistungen erbracht werden. Da werden sich Länder und Bund, da werden sich alle zusammensetzen müssen – sie tun das auch schon –, um Wege zu finden und diese dann auch zu gehen. Da kann ja dann der blaue Landeshauptmann in Kärnten auch einen Beitrag leisten, der im Moment ein bisschen eingeschränkte Möglichkeiten hat, weil es gilt, zur Bewältigung der Causa Hypo Alpe-Adria Schritte zu setzen; aber trotzdem, das ist etwas, was man dabei berücksichtigen muss. (Abg. Neubauer: Aber es stimmt wirklich: Sozialistisch ist noch lange nicht sozial!)
Abg. Neubauer: Aber es stimmt wirklich: Sozialistisch ist noch lange nicht sozial!
Genau das ist auch die Politik der österreichischen Bundesregierung auf der europäischen Ebene. Und es ist die Politik der österreichischen Bundesregierung, natürlich auch darüber nachzudenken – das wurde auch hier gesagt –, wie man in Zukunft auch dafür sorgen kann (Abg. Kickl: Denkt einmal nach!), dass manche Bereiche effizienter gestaltet werden (Abg. Kickl – in Richtung Regierungsbank zeigend –: Da hinten zum Beispiel!), aber immer in der Verantwortung, was den Verwaltungsbereich betrifft, welche Leistungen der Staat für die Allgemeinheit erbringt und wo es weiterhin sinnvoll ist, dass diese Leistungen erbracht werden. Da werden sich Länder und Bund, da werden sich alle zusammensetzen müssen – sie tun das auch schon –, um Wege zu finden und diese dann auch zu gehen. Da kann ja dann der blaue Landeshauptmann in Kärnten auch einen Beitrag leisten, der im Moment ein bisschen eingeschränkte Möglichkeiten hat, weil es gilt, zur Bewältigung der Causa Hypo Alpe-Adria Schritte zu setzen; aber trotzdem, das ist etwas, was man dabei berücksichtigen muss. (Abg. Neubauer: Aber es stimmt wirklich: Sozialistisch ist noch lange nicht sozial!)
Abg. Strache: Wie ist das mit Ihrer Pension, Herr Cap?
Wir Sozialdemokraten verstehen uns nicht nur als die Vertreter derer, die in das System einzahlen und manchmal vielleicht sogar weniger herauskriegen (Abg. Strache: Wie ist das mit Ihrer Pension, Herr Cap?), sondern auch als die Vertreter jener, die in das System schon eingezahlt haben, weil sie ein fleißiges Leben gelebt haben, und die natürlich ein Recht haben, dass es gesicherte Pensionen gibt und ein funktionierendes Gesundheitssystem. Das sollte man in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Wir Sozialdemokraten verstehen uns nicht nur als die Vertreter derer, die in das System einzahlen und manchmal vielleicht sogar weniger herauskriegen (Abg. Strache: Wie ist das mit Ihrer Pension, Herr Cap?), sondern auch als die Vertreter jener, die in das System schon eingezahlt haben, weil sie ein fleißiges Leben gelebt haben, und die natürlich ein Recht haben, dass es gesicherte Pensionen gibt und ein funktionierendes Gesundheitssystem. Das sollte man in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Kickl.
Wenn wir über die Fleißigen und Tüchtigen reden, die selbstverständlich zu vertreten sind, dann sage ich auch: Die nicht Fleißigen und die nicht Tüchtigen wie die Spekulanten sollen sich warm anziehen. Da gilt es Regelungen zu finden. (Ironische Heiterkeit des Abg. Kickl.) – Wieso lachen Sie eigentlich? (Abg. Kickl: Weil Sie es sagen! Deshalb!) Was ist der blaue Lacher, wenn es darum geht (Abg. Kickl: Weil Sie es sagen!), den Spekulanten den Handlungsspielraum einzuengen? Auf welcher Seite stehen Sie jetzt eigentlich? Sie sollten nicht lachen, Sie sollten zustimmen, wenn ich das sage! Seien Sie mir nicht böse. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Kickl: Weil Sie es sagen! Deshalb!
Wenn wir über die Fleißigen und Tüchtigen reden, die selbstverständlich zu vertreten sind, dann sage ich auch: Die nicht Fleißigen und die nicht Tüchtigen wie die Spekulanten sollen sich warm anziehen. Da gilt es Regelungen zu finden. (Ironische Heiterkeit des Abg. Kickl.) – Wieso lachen Sie eigentlich? (Abg. Kickl: Weil Sie es sagen! Deshalb!) Was ist der blaue Lacher, wenn es darum geht (Abg. Kickl: Weil Sie es sagen!), den Spekulanten den Handlungsspielraum einzuengen? Auf welcher Seite stehen Sie jetzt eigentlich? Sie sollten nicht lachen, Sie sollten zustimmen, wenn ich das sage! Seien Sie mir nicht böse. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Kickl: Weil Sie es sagen!
Wenn wir über die Fleißigen und Tüchtigen reden, die selbstverständlich zu vertreten sind, dann sage ich auch: Die nicht Fleißigen und die nicht Tüchtigen wie die Spekulanten sollen sich warm anziehen. Da gilt es Regelungen zu finden. (Ironische Heiterkeit des Abg. Kickl.) – Wieso lachen Sie eigentlich? (Abg. Kickl: Weil Sie es sagen! Deshalb!) Was ist der blaue Lacher, wenn es darum geht (Abg. Kickl: Weil Sie es sagen!), den Spekulanten den Handlungsspielraum einzuengen? Auf welcher Seite stehen Sie jetzt eigentlich? Sie sollten nicht lachen, Sie sollten zustimmen, wenn ich das sage! Seien Sie mir nicht böse. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wenn wir über die Fleißigen und Tüchtigen reden, die selbstverständlich zu vertreten sind, dann sage ich auch: Die nicht Fleißigen und die nicht Tüchtigen wie die Spekulanten sollen sich warm anziehen. Da gilt es Regelungen zu finden. (Ironische Heiterkeit des Abg. Kickl.) – Wieso lachen Sie eigentlich? (Abg. Kickl: Weil Sie es sagen! Deshalb!) Was ist der blaue Lacher, wenn es darum geht (Abg. Kickl: Weil Sie es sagen!), den Spekulanten den Handlungsspielraum einzuengen? Auf welcher Seite stehen Sie jetzt eigentlich? Sie sollten nicht lachen, Sie sollten zustimmen, wenn ich das sage! Seien Sie mir nicht böse. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Kickl: Die Vermögensteuer haben Sie vergessen!
Das ist die Situation: Der Finanzrahmen ist der Rahmen, die weitere Budgetdebatte werden wir in diesem Haus zu führen haben. Und wir hoffen, dass im Interesse Österreichs die Opposition hier auch wirklich konstruktiv mitwirkt und nicht Angstbilder, apokalyptische Bilder verbreitet, wo man sich zwar fürchtet, aber am Ende des Weges keine Lösung steht. (Abg. Kickl: Die Vermögensteuer haben Sie vergessen!) Lösungen für Österreich, das muss das Ziel sein – und das wollen wir auch hier im Haus mit verwirklichen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Das ist die Situation: Der Finanzrahmen ist der Rahmen, die weitere Budgetdebatte werden wir in diesem Haus zu führen haben. Und wir hoffen, dass im Interesse Österreichs die Opposition hier auch wirklich konstruktiv mitwirkt und nicht Angstbilder, apokalyptische Bilder verbreitet, wo man sich zwar fürchtet, aber am Ende des Weges keine Lösung steht. (Abg. Kickl: Die Vermögensteuer haben Sie vergessen!) Lösungen für Österreich, das muss das Ziel sein – und das wollen wir auch hier im Haus mit verwirklichen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Strache – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Stummvoll –: Zitieren Sie eh aus dem Rechnungshofbericht, nehme ich an!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. – Bitte. (Abg. Strache – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Stummvoll –: Zitieren Sie eh aus dem Rechnungshofbericht, nehme ich an!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schuldenmacher!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Frau Finanzministerin, es ist natürlich schon ein toller Einstieg (Abg. Ing. Westenthaler: Schuldenmacher!), die erste Vorlage eines neuen Finanzministers im Parlament: eine Strategie für die nächsten vier Jahre (Abg. Ing. Westenthaler: Die höchsten Schulden aller Zeiten!), eine Strategie Finanzpolitik, Budgetpolitik für die nächsten vier Jahre. Ein toller Einstieg, Frau Finanzministerin!
Abg. Ing. Westenthaler: Die höchsten Schulden aller Zeiten!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Frau Finanzministerin, es ist natürlich schon ein toller Einstieg (Abg. Ing. Westenthaler: Schuldenmacher!), die erste Vorlage eines neuen Finanzministers im Parlament: eine Strategie für die nächsten vier Jahre (Abg. Ing. Westenthaler: Die höchsten Schulden aller Zeiten!), eine Strategie Finanzpolitik, Budgetpolitik für die nächsten vier Jahre. Ein toller Einstieg, Frau Finanzministerin!
Abg. Mag. Gaßner: Es geht um den Budgetrahmen!
Frau Minister Fekter bringt ideale Voraussetzungen mit. Sie hat eine solide betriebswirtschaftliche und juristische Ausbildung. (Abg. Mag. Gaßner: Es geht um den Budgetrahmen!) Sie ist eine erfolgreiche Unternehmerin. (Beifall bei der ÖVP.) Der Grund dafür, dass ich das betone, ist: Nur Unternehmer sichern Arbeitsplätze, und vor allem in der heutigen Zeit weiß jeder Betrieb, er kann nur erfolgreich sein, wenn er ein straffes Kostenmanagement hat, das heißt, wenn er die Kosten im Griff hat. (Abg. Mag. Gaßner: Wenn er gute Mitarbeiter hat!) Und das, was für jeden Betrieb gilt, das gilt auch für den Staat, meine Damen und Herren!
Beifall bei der ÖVP.
Frau Minister Fekter bringt ideale Voraussetzungen mit. Sie hat eine solide betriebswirtschaftliche und juristische Ausbildung. (Abg. Mag. Gaßner: Es geht um den Budgetrahmen!) Sie ist eine erfolgreiche Unternehmerin. (Beifall bei der ÖVP.) Der Grund dafür, dass ich das betone, ist: Nur Unternehmer sichern Arbeitsplätze, und vor allem in der heutigen Zeit weiß jeder Betrieb, er kann nur erfolgreich sein, wenn er ein straffes Kostenmanagement hat, das heißt, wenn er die Kosten im Griff hat. (Abg. Mag. Gaßner: Wenn er gute Mitarbeiter hat!) Und das, was für jeden Betrieb gilt, das gilt auch für den Staat, meine Damen und Herren!
Abg. Mag. Gaßner: Wenn er gute Mitarbeiter hat!
Frau Minister Fekter bringt ideale Voraussetzungen mit. Sie hat eine solide betriebswirtschaftliche und juristische Ausbildung. (Abg. Mag. Gaßner: Es geht um den Budgetrahmen!) Sie ist eine erfolgreiche Unternehmerin. (Beifall bei der ÖVP.) Der Grund dafür, dass ich das betone, ist: Nur Unternehmer sichern Arbeitsplätze, und vor allem in der heutigen Zeit weiß jeder Betrieb, er kann nur erfolgreich sein, wenn er ein straffes Kostenmanagement hat, das heißt, wenn er die Kosten im Griff hat. (Abg. Mag. Gaßner: Wenn er gute Mitarbeiter hat!) Und das, was für jeden Betrieb gilt, das gilt auch für den Staat, meine Damen und Herren!
Abg. Mag. Gaßner: Vergessen Sie die Mitarbeiter nicht!
Wir sehen es ja jetzt bei der Staatsschuldenkrise: Jene Länder, die ihre Staatsfinanzen nicht im Griff haben, haben jetzt die größten Probleme (Abg. Mag. Gaßner: Vergessen Sie die Mitarbeiter nicht!), und dann bestimmen andere, was sie tun müssen, damit sie noch Geld von den Finanzmärkten bekommen.
Abg. Kickl: Jetzt haben Sie es dem Pröll aber gegeben!
Das wollen wir nie haben, meine Damen und Herren. Und daher bin ich sehr froh, Frau Finanzministerin, dass Sie dieses Amt übernommen haben (Abg. Kickl: Jetzt haben Sie es dem Pröll aber gegeben!), weil ich glaube, dass das wirklich gute Voraussetzungen für die nächsten Jahre sind. Und auch der Strategiebericht, der hier vorliegt, bildet eine gute Voraussetzung für die nächsten vier Jahre. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das wollen wir nie haben, meine Damen und Herren. Und daher bin ich sehr froh, Frau Finanzministerin, dass Sie dieses Amt übernommen haben (Abg. Kickl: Jetzt haben Sie es dem Pröll aber gegeben!), weil ich glaube, dass das wirklich gute Voraussetzungen für die nächsten Jahre sind. Und auch der Strategiebericht, der hier vorliegt, bildet eine gute Voraussetzung für die nächsten vier Jahre. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da darf ich meinen Freunden von der Sozialdemokratie noch einmal sagen: Wir bekennen uns auch voll zur Verteilungsgerechtigkeit, aber Priorität hat die Leistungsgerechtigkeit, denn ohne Leistung kann ich nichts verteilen. So einfach ist das. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Das wird ja bald wieder sein!
Ein weiteres Kriterium: Die Frau Finanzministerin war einige Jahre auch Volksanwältin. (Abg. Dr. Rosenkranz: Das wird ja bald wieder sein!) Sie hat in dieser Funktion auch die Sorgen, Probleme und Nöte der Menschen kennengelernt, und auch das ist gut für eine Ministerin in diesem Ressort. Also wirklich ideale Voraussetzungen für diesen Job.
Abg. Strache: Deshalb ist jetzt die Verwaltungsreform abgesagt worden!
Ich bin sehr froh darüber, dass die Frau Bundesminister hier diese Dreifachstrategie angesprochen hat: erstens Stabilität der Staatsfinanzen, zweitens Impulse für Wachstum und Beschäftigung und drittens Strukturreformen. Machen wir uns nichts vor, meine Damen und Herren (Abg. Strache: Deshalb ist jetzt die Verwaltungsreform abgesagt worden!) – ich rüttle nicht an meiner eigenen Glaubwürdigkeit –: Bei den Strukturreformen haben wir, um es vorsichtig zu sagen, einen gewaltigen Nachholbedarf, und ohne Strukturreformen wird man das erste Ziel, Stabilität der Staatsfinanzen, nicht erreichen, und ohne Strukturreformen wird man das zweite Ziel, Wachstum und Beschäftigung, nicht erreichen.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
Die Strukturreformen stehen daher im Vordergrund (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), sind die große Herausforderung. Und wenn sich sogar – nicht nur der Rechnungshofpräsident, bei dem ist es ja selbstverständlich – wie unlängst der Herr Kardinal zu Wort gemeldet hat aus Sorge um die Finanzierung der Pensionen (Abg. Ing. Westenthaler: Na dann! – weitere Zwischenrufe beim BZÖ), meine Damen und Herren, dann ist das an sich beachtlich.
Abg. Ing. Westenthaler: Na dann! – weitere Zwischenrufe beim BZÖ
Die Strukturreformen stehen daher im Vordergrund (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), sind die große Herausforderung. Und wenn sich sogar – nicht nur der Rechnungshofpräsident, bei dem ist es ja selbstverständlich – wie unlängst der Herr Kardinal zu Wort gemeldet hat aus Sorge um die Finanzierung der Pensionen (Abg. Ing. Westenthaler: Na dann! – weitere Zwischenrufe beim BZÖ), meine Damen und Herren, dann ist das an sich beachtlich.
Abg. Strache: Ich hoffe, die Banken werden bei ihren Kunden das in Zukunft auch so sehen!
Eines muss ich auch sagen: Mir ist vollkommen bewusst, dass man bei den Schulden die Qualität der Schulden unterscheiden muss. Einen Kredit für eine langfristige Infrastrukturinvestition ist etwas anderes als eine Schuldenaufnahme zur Finanzierung von operativen Aufgaben. (Abg. Strache: Ich hoffe, die Banken werden bei ihren Kunden das in Zukunft auch so sehen!) Aber auch, wenn – so ehrlich bin ich auch – der Rechnungshofbericht von gestern aufgezeigt hat (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf) – horcht einmal zu, Herr Kollege Strache! –, dass wir im Vorjahr bereits ein Primärdefizit von 3 Milliarden € gehabt haben – das heißt, wir haben nicht nur die Zinsen, wir haben auch operative Aufgaben mit Schulden finanziert (Abg. Strache: Jetzt müssen wir sogar für die Zinsen neue Schulden aufnehmen!) –, dann haben wir auch da Handlungsbedarf.
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf
Eines muss ich auch sagen: Mir ist vollkommen bewusst, dass man bei den Schulden die Qualität der Schulden unterscheiden muss. Einen Kredit für eine langfristige Infrastrukturinvestition ist etwas anderes als eine Schuldenaufnahme zur Finanzierung von operativen Aufgaben. (Abg. Strache: Ich hoffe, die Banken werden bei ihren Kunden das in Zukunft auch so sehen!) Aber auch, wenn – so ehrlich bin ich auch – der Rechnungshofbericht von gestern aufgezeigt hat (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf) – horcht einmal zu, Herr Kollege Strache! –, dass wir im Vorjahr bereits ein Primärdefizit von 3 Milliarden € gehabt haben – das heißt, wir haben nicht nur die Zinsen, wir haben auch operative Aufgaben mit Schulden finanziert (Abg. Strache: Jetzt müssen wir sogar für die Zinsen neue Schulden aufnehmen!) –, dann haben wir auch da Handlungsbedarf.
Abg. Strache: Jetzt müssen wir sogar für die Zinsen neue Schulden aufnehmen!
Eines muss ich auch sagen: Mir ist vollkommen bewusst, dass man bei den Schulden die Qualität der Schulden unterscheiden muss. Einen Kredit für eine langfristige Infrastrukturinvestition ist etwas anderes als eine Schuldenaufnahme zur Finanzierung von operativen Aufgaben. (Abg. Strache: Ich hoffe, die Banken werden bei ihren Kunden das in Zukunft auch so sehen!) Aber auch, wenn – so ehrlich bin ich auch – der Rechnungshofbericht von gestern aufgezeigt hat (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf) – horcht einmal zu, Herr Kollege Strache! –, dass wir im Vorjahr bereits ein Primärdefizit von 3 Milliarden € gehabt haben – das heißt, wir haben nicht nur die Zinsen, wir haben auch operative Aufgaben mit Schulden finanziert (Abg. Strache: Jetzt müssen wir sogar für die Zinsen neue Schulden aufnehmen!) –, dann haben wir auch da Handlungsbedarf.
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Dr. Graf: Sie hat gesagt „Sparbremse“, nicht „Schuldenbremse“!
Daher bin ich sehr froh darüber, dass die Frau Finanzministerin hier erklärt hat, und zwar mehrfach und sehr deutlich: Schuldenbremse hat absoluten Vorrang! (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Dr. Graf: Sie hat gesagt „Sparbremse“, nicht „Schuldenbremse“!)
Abg. Bucher: Warum macht ihr das schon seit Jahren? Warum macht ihr das?
Bei den Staaten kommt ja noch etwas dazu: Staatsschulden sind extrem unsozial – da bin ich der gleichen Meinung wie Herr Sektionschef Dr. Steger –, weil sie eine Umverteilung von unten nach oben bewirken. Der kleine Arbeiter muss mit seiner Steuer die Zinsen für die Staatsschuld mitfinanzieren, und wer kassiert die Zinsen? – Die Investoren auf den Finanzmärkten. Hohe Staatsschulden sind auch extrem familienfeindlich. Es gibt nichts Familienfeindlicheres, als die Schulden auf unsere Kinder abzuschieben. (Abg. Bucher: Warum macht ihr das schon seit Jahren? Warum macht ihr das?) Jede Staatsschuld ist auch Gift für den Standort, und Standort bedeutet Arbeitsplätze, Einkommen und soziale Sicherheit. (Abg. Kickl: Was sind denn Haftungen?)
Abg. Kickl: Was sind denn Haftungen?
Bei den Staaten kommt ja noch etwas dazu: Staatsschulden sind extrem unsozial – da bin ich der gleichen Meinung wie Herr Sektionschef Dr. Steger –, weil sie eine Umverteilung von unten nach oben bewirken. Der kleine Arbeiter muss mit seiner Steuer die Zinsen für die Staatsschuld mitfinanzieren, und wer kassiert die Zinsen? – Die Investoren auf den Finanzmärkten. Hohe Staatsschulden sind auch extrem familienfeindlich. Es gibt nichts Familienfeindlicheres, als die Schulden auf unsere Kinder abzuschieben. (Abg. Bucher: Warum macht ihr das schon seit Jahren? Warum macht ihr das?) Jede Staatsschuld ist auch Gift für den Standort, und Standort bedeutet Arbeitsplätze, Einkommen und soziale Sicherheit. (Abg. Kickl: Was sind denn Haftungen?)
Abg. Bucher: Priorität von euch: neue Schulden machen!
Herr Kollege Bucher, Priorität für das, was die Frau Finanzministerin gesagt hat (Abg. Bucher: Priorität von euch: neue Schulden machen!), da bin ich ihrer Meinung, denn zu glauben, wie das die Opposition vorspielt, da gibt es den Big Bang, die große Reform und dann ist alles erledigt, das kann es nicht sein! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Bucher.
Herr Kollege Bucher, Priorität für das, was die Frau Finanzministerin gesagt hat (Abg. Bucher: Priorität von euch: neue Schulden machen!), da bin ich ihrer Meinung, denn zu glauben, wie das die Opposition vorspielt, da gibt es den Big Bang, die große Reform und dann ist alles erledigt, das kann es nicht sein! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Abg. Strache: Bei Ihnen gibt es – wenn – Rückschritte, keine Vorwärtsschritte!
Ich merke eines wieder, Herr Kollege Bucher (Abg. Strache: Bei Ihnen gibt es – wenn – Rückschritte, keine Vorwärtsschritte!): Immer dann, wenn Ihre Argumente schwach sind, werden die Zwischenrufe lauter. Und das ist keine Lösung des Problems. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Bucher.
Ich merke eines wieder, Herr Kollege Bucher (Abg. Strache: Bei Ihnen gibt es – wenn – Rückschritte, keine Vorwärtsschritte!): Immer dann, wenn Ihre Argumente schwach sind, werden die Zwischenrufe lauter. Und das ist keine Lösung des Problems. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Ihre Argumente schwach werden, müssen wir laut werden!
Aber wir laden Sie ein, arbeiten Sie mit konstruktiven Vorschlägen mit, arbeiten Sie mit an der Gestaltung einer lebenswerten Zukunft! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Ihre Argumente schwach werden, müssen wir laut werden!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hagen.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Also man hat schon den Eindruck, man erlebt heute hier den Ablauf eines falschen Films, wenn man die Reden des Herrn Bundeskanzlers und der Frau Finanzminister gehört hat. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hagen.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber bei der Frau Maria Fekter wundert mich ja gar nichts mehr, denn bei ihr habe ich es ja schon, als sie die Funktion der Innenministerin innehatte, erlebt, dass sie permanent versucht hat, die Kriminalitätszahlen statistisch zu verfälschen und zu schönen beziehungsweise sie anders darzustellen, als es der Realität entsprach. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Sie hören auf den Kardinal!
Also ich erwarte auch jetzt nichts anderes von Ihnen, und Sie haben das heute leider Gottes wieder bestätigt. Denn ich frage mich verwundert: Haben Sie gestern den Rechnungshofpräsidenten Moser nicht gehört? (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Sie hören auf den Kardinal!) Haben Sie den neuen Bericht des Rechnungshofes nicht gelesen und studiert, den Bundesrechnungsabschluss für das Jahr 2010? Dort sind nämlich ganz andere Realitäten schwarz auf weiß nachzulesen. Ich kann mich darüber nur wundern. Ich werde später darauf eingehen, weil das einfach notwendig ist.
Abg. Dr. Graf: Erstmalig in der Republik!
Sie sagten heute, dass die Zinsen in Zukunft fallen werden. Im Rechnungshofbericht steht, aber auch gestern hat dessen Präsident davon gesprochen, dass wir im Hinblick auf die vorliegenden Zahlen und bei gleichbleibender Entwicklung davon ausgehen müssen, dass die Zinsen dramatisch steigen werden und wir sogar für die Zinsenrückzahlung neue Schulden werden aufnehmen müssen. (Abg. Dr. Graf: Erstmalig in der Republik!) Und Sie stellen sich hier her und erzählen uns, dass die Zinsen sinken werden?! Das ist doch bitte alles Humbug, was wir da heute von Ihnen gehört haben!
Beifall bei der FPÖ.
Es ist wirklich zum Genieren, wenn eine sogenannte Wirtschaftspartei bei einer Rekordverschuldung unserer Republik dann auch noch applaudiert und Freude damit hat. Es ist wirklich zum Genieren, wenn Sie sich als Wirtschaftspartei hier herstellen und den Eindruck vermitteln wollen, Sie hätten irgendetwas mit Wirtschaft zu tun. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
da noch? Das ist zum Genieren, was Sie vonseiten der ÖVP da liefern, wenn es um Wirtschaftskompetenz geht! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Das ist unverantwortlich!
Das ist ja unfassbar: Jeder Säugling, der heute geboren wird, kommt mit einer Schuldenbelastung von über 40 000 € auf die Welt. Jeder Säugling hat dank Ihrer Politik 40 000 € Schulden zu übernehmen. (Abg. Neubauer: Das ist unverantwortlich!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Vorschläge!
Wie gestern Rechnungshofpräsident Moser feststellte und auch in seinem aktuellen Bericht ganz klar zum Ausdruck bringt, wird bei der Entwicklung, die wir jetzt erleben, die Zinsenbelastung von 6,3 Milliarden € um 10 Prozent aller Einnahmen im Jahr 2010 auf über 10 Milliarden € bis zum Jahr 2015 steigen. Ja wir werden sogar eine Neuverschuldung in Kauf nehmen müssen, um die Zinsen zurückzahlen zu können! Da muss ich sagen: Das ist dramatisch, da gibt keinen Grund für Jubelmeldungen. Und wenn man das als zukunftsorientierte Budgetpolitik bezeichnet, dann kann ich nur wirklich traurig sein über so eine Fehleinschätzung. Das ist – im Gegenteil! – eine Schuldenpolitik auf dem Rücken zukünftiger Generationen, die Sie da an den Tag legen. Und das ist ein Alarmsignal! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Vorschläge!)
Abg. Rädler: Keinen einzigen Vorschlag bringen Sie!
Säule Nummer drei ist das Verschenken des österreichischen Steuergeldes für Europäische Rettungsschirme, in Wahrheit aber für irgendwelche Spekulanten, für Pleitebanken, für Pleitestaaten und für Gläubiger. Damit entlasten Sie niemanden in der eigenen Bevölkerung, sondern damit wird sie nur belastet. (Abg. Rädler: Keinen einzigen Vorschlag bringen Sie!)
Beifall bei der FPÖ.
Steuercent in die Lösung der eigenen, österreichischen Probleme investiert und nicht für irgendwelche Pleitebanken oder Pleitestaaten ausgegeben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: „Pfui Teufel“ hat er nicht gesagt!
Das ist letztendlich eine Entwicklung des finanziellen Grauens. Das ist die Realität! Und der Herr Cap stellt sich noch hier her und sagt: Pfui Teufel, da werden Schwarzbilder aufgebaut! (Abg. Mag. Gaßner: „Pfui Teufel“ hat er nicht gesagt!) Na dann reden Sie einmal mit dem Rechnungshofpräsidenten, wenn Sie der Meinung sind, dass er mit falschen Zahlen operiert!
Beifall bei der FPÖ.
Das sind Zahlen, die schwarz auf weiß nachzulesen sind. Das ist die Realität! Es geht darum, die Wahrheit zu sagen und sich nicht permanent vor der Wahrheit zu drücken, wie Sie das tun. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Bringen Sie Vorschläge!
Wenn man den ÖBB-Bereich hernimmt, den der Rechnungshofpräsident in seinem jüngsten Bericht auch beleuchtet hat, so stellt man fest: 55 Milliarden € an zusätzlichen Haftungen, die die Republik da zu übernehmen hat, und der österreichische Steuerzahler muss wieder dafür geradestehen. Das ist unglaublich! (Abg. Rädler: Bringen Sie Vorschläge!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Wo sind die Vorschläge? Keinen einzigen Vorschlag bringen Sie!
Das sind die Auswirkungen Ihrer Politik! Aber Sie hören ja nicht auf uns. Wir sagen schon seit langer, langer Zeit, wir müssen politisch etwas ändern. Es ist unverantwortlich, unser Steuergeld für Pleitebanken und für Pleitestaaten der Europäischen Union auszugeben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Wo sind die Vorschläge? Keinen einzigen Vorschlag bringen Sie!)
Abg. Rädler: Jammerer! Kein einziger Vorschlag!
Wir müssen endlich erkennen, dass schwache Volkswirtschaften nicht in der Eurozone verbleiben können beziehungsweise aus dieser entlassen werden müssen, damit sie eine Geldabwertung vornehmen können und das dann ihrer Bevölkerung zugutekommt. (Abg. Rädler: Jammerer! Kein einziger Vorschlag!) Ich meine, nur durch Abwertungen hätten die Griechen und die Portugiesen einen Vorteil. So stehen wir vor einer Entwicklung, wo wir davon ausgehen müssen, dass es schon bald so weit sein wird, dass letztendlich Griechenland als erstes Land in der Eurozone eine Umschuldung wird vornehmen müssen, sich dieser wird unterziehen müssen, was faktisch den Staatsbankrott bedeuten wird. (Abg. Hornek: Wo bleibt Ihr Vorschlag zur Hypo Alpe-Adria?)
Abg. Hornek: Wo bleibt Ihr Vorschlag zur Hypo Alpe-Adria?
Wir müssen endlich erkennen, dass schwache Volkswirtschaften nicht in der Eurozone verbleiben können beziehungsweise aus dieser entlassen werden müssen, damit sie eine Geldabwertung vornehmen können und das dann ihrer Bevölkerung zugutekommt. (Abg. Rädler: Jammerer! Kein einziger Vorschlag!) Ich meine, nur durch Abwertungen hätten die Griechen und die Portugiesen einen Vorteil. So stehen wir vor einer Entwicklung, wo wir davon ausgehen müssen, dass es schon bald so weit sein wird, dass letztendlich Griechenland als erstes Land in der Eurozone eine Umschuldung wird vornehmen müssen, sich dieser wird unterziehen müssen, was faktisch den Staatsbankrott bedeuten wird. (Abg. Hornek: Wo bleibt Ihr Vorschlag zur Hypo Alpe-Adria?)
Abg. Hornek: Was ist in Kärnten?
Das bedeutet faktisch aber auch, dass Österreich die 2,3 Milliarden €, die wir bar gezahlt haben, generell verlieren wird, zuzüglich der Haftungen, die wir übernommen haben. Wie viele sind es? – Über 15 Milliarden € insgesamt, weil man auch die Gelder der Oesterreichischen Nationalbank dazurechnen muss. Das heißt, einer Summe von über 15 Milliarden € droht der österreichische Steuerzahler generell verlustig zu gehen. Aber Sie reden hier immer von einem großen Geschäft, das Österreich da macht. (Abg. Hornek: Was ist in Kärnten?)
Abg. Rädler: Sie drehen sich im Kreis!
Das sind Entwicklungen infolge einer unverantwortlichen Politik. Auch Österreichs Banken zittern, weil sie fürchten müssen, 4,5 Milliarden €, wenn so etwas passieren sollte, wie es sich in Griechenland ankündigt, zu verlieren. (Abg. Rädler: Sie drehen sich im Kreis!)
Beifall bei der FPÖ.
schen Sparern weggenommen und in solche Pleitestaaten wie Griechenland gepumpt, ohne dass wir die Garantie haben, dieses Geld oder irgendeine Rückzahlung jemals wiederzusehen. Und das ist unverantwortlich, denn auch wir haben keinen Reichtum mehr, wir haben selbst eine Krise, wir haben selbst Probleme, wir haben selbst eine Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, wo uns eine schlimme Arbeitslosigkeit droht, sodass wir in diese Segmente investieren müssen – das wäre unseren Staatsbürgern gegenüber verantwortungsbewusst gedacht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer – einen Zeitungsausschnitt in die Höhe haltend –: Das ist die Wahrheit!
Sie reden nämlich ständig davon, dass nach Berechnungen Ihrer Experten höchstens 20 000 Osteuropäer nach Österreich kommen wollen. Der Arbeiterkammerpräsident Tumpel spricht von 280 000. (Abg. Neubauer – einen Zeitungsausschnitt in die Höhe haltend –: Das ist die Wahrheit!) Aber das IMAS-Institut, das eine Umfrage gemacht hat, spricht von 220 000 Interessenten allein aus Polen, die nach Österreich kommen wollen. Das sind die wirklichen Zahlen im Gegensatz zu den Zahlen Ihrer Experten, die sich in den letzten Jahren, wenn es um die Entwicklung der Europäischen Union ging, immer dramatisch zum Nachteil der eigenen Bevölkerung geirrt haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie reden nämlich ständig davon, dass nach Berechnungen Ihrer Experten höchstens 20 000 Osteuropäer nach Österreich kommen wollen. Der Arbeiterkammerpräsident Tumpel spricht von 280 000. (Abg. Neubauer – einen Zeitungsausschnitt in die Höhe haltend –: Das ist die Wahrheit!) Aber das IMAS-Institut, das eine Umfrage gemacht hat, spricht von 220 000 Interessenten allein aus Polen, die nach Österreich kommen wollen. Das sind die wirklichen Zahlen im Gegensatz zu den Zahlen Ihrer Experten, die sich in den letzten Jahren, wenn es um die Entwicklung der Europäischen Union ging, immer dramatisch zum Nachteil der eigenen Bevölkerung geirrt haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Vorschlag?!
Das ist ein reales Szenario, Herr Cap, das ich hier zeichne, denn Sie fahren wie mit einem Schnellzug in einen Tunnel hinein, der an seinem Ende immer enger wird, und am Ende laufen Sie Gefahr, gegen die Wand zu fahren, weil Sie nicht bereit sind, Realitäten zu erkennen. Und das ist fatal! (Abg. Rädler: Vorschlag?!)
Abg. Rädler: Kein einziger Vorschlag von Ihnen!
Und der ÖVP sei gesagt: Sie hat jetzt auch als Wirtschaftspartei abgedankt, wenn sie so deutlich jubelt über diese Rekordverschuldung, die sie in den letzten Jahren ihrer Regierungsbeteiligung zusammen mit der SPÖ verursacht hat. (Abg. Rädler: Kein einziger Vorschlag von Ihnen!)
Lang anhaltender lebhafter Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Das war hier jetzt die Heimatfilm-Partei! – Abg. Dr. Rosenkranz – in Richtung Abg. Rädler –: Was schauen Sie sich denn an?
Für die österreichische Bevölkerung ist das ein Grund zum Jammern, denn die sieht, wie es wirklich ausschaut – und die wird Ihnen die Rechnung dafür präsentieren! (Lang anhaltender lebhafter Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Das war hier jetzt die Heimatfilm-Partei! – Abg. Dr. Rosenkranz – in Richtung Abg. Rädler –: Was schauen Sie sich denn an?)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Als wir hier im Haus die Bundesverfassung geändert und diese Finanzrahmengesetzgebung mit allen Begleitwerken ermöglicht haben, haben wir sicher eine andere Hoffnung gehabt, als dass wir dann in Zukunft solche Debatten hier abführen werden und uns selber solche Wortmeldungen zufügen werden. Also, ehrlich gesagt, ich bin schon ein bisschen überrascht über das inhaltliche Niveau, das hier an den Tag gelegt wird. (Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Abg. Dr. Graf: Die Grünen ja auch!
Die Frage einer Währungsunion und ob man diese wieder rückabwickeln kann oder nicht, kann man ja wirklich sachlich diskutieren, da darf man ja anderer Meinung sein. Das würde ich dem Klubobmann Strache nicht vorhalten, aber was wirklich ärgerlich ist – und das sage ich gleich prophylaktisch auch in Richtung des Kollegen Bucher, der mir ansonsten durchaus sympathisch ist –, ist die Art und Weise, wie man hier argumentiert, wo ich sagen muss: Es ist auf die Dauer nicht mehr zum Aushalten, wenn die Opposition die Unseriosität pflegt – und das tun Sie beharrlich! (Abg. Dr. Graf: Die Grünen ja auch!) –, nämlich so zu tun, als ob man die Gesetze der Mathematik außer Kraft setzen könnte.
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP
Sie von der FPÖ verlangen ständig weniger Steuern, aber de facto mehr Staatsausgaben (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP), weil Sie ja überall, wenn es um irgendwelche Effizienzsteigerungen geht, auch wieder dagegen sind. Ich erlebe das ja in jedem Bundesland, speziell in der Steiermark.
Abg. Bucher: Man kann ja einmal anfangen damit!
Natürlich muss man einmal eine Spitalsreform angehen, aber Sie sind diejenigen, die herumrennen und den Rechnungshofpräsidenten zitieren mit sieben bis zehn Milliarden Einsparungspotenzial. Das glaube ich dem geschätzten Josef Moser ja selber überhaupt nicht, weil so eine Verwaltungsreform über Nacht nicht herzukriegen ist. (Abg. Bucher: Man kann ja einmal anfangen damit!) Das sind ja Perspektiven, die sich im Prinzip über Jahrzehnte erstrecken. Aber über die Verwaltungsreform werden wir schon noch zu reden haben, denn ich sehe auch nicht ein, dass sie von der neuen Frau Finanzministerin ganz und gar abgesagt wird.
Beifall bei den Grünen.
Ich würde aber der SPÖ und der ÖVP wirklich empfehlen, einmal all diese Divergenzen hier stärker herauszuarbeiten. Grüne Wähler sind ja meiner Meinung nach nicht so besonders gefährdet, diesem Blödsinn anheimzufallen. Ihr verliert ja die Wähler an diese Partei. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ergebnissen der Meinungsumfragen – und dass das dann die Alternative sein soll zu dem, was Sie schon nicht zusammenbringen. Da kriegt man ja wirklich Kopfweh! (Beifall bei den Grünen.) Deshalb hat sich der Herr ehemalige Finanzstaatssekretär offensichtlich vorübergehend zum Kollegen Rasinger gesetzt; jetzt ist er wieder auf seinem Platz.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Aber ich will diese Gelegenheit ergreifen, um mich einerseits vor allem beim ehemaligen Vizekanzler und Finanzminister Pröll insofern zu bedanken und einen gewissen Respekt ihm gegenüber zum Ausdruck zu bringen, als ich wirklich den Eindruck hatte, dass er sich voll hineingeschmissen hat in dieser Angelegenheit, vor allem auf europäischer Ebene, unbeschadet aller Differenzen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Hallo! Hallo!
Ich habe es selber erlebt, wie er von Brüssel gekommen ist und dann noch in der Nacht mit der Opposition verhandeln gegangen ist – jedenfalls immer dann, wenn es um etwas Wichtiges gegangen ist, also nicht immer. Die schlawinerischen Qualitäten in der ÖVP sind ja durchaus bekannt. (Abg. Dr. Stummvoll: Hallo! Hallo!) Aber ein paar Dinge, auf die wir uns verständigt haben, haben gehalten. Das möchte ich noch nachtragen, weil gestern anlässlich der Vorstellung der Bundesregierung alles so rasch gegangen ist.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Dafür ist er abgesetzt worden!
Vor dem Kollegen Lopatka habe ich einen gewissen Respekt entwickelt, weil er in die Materie nicht als Finanzexperte eingestiegen ist, aber man gemerkt hat, worauf es in der Politik auch ankommt, nämlich, sich nicht nur mit der Materie auseinanderzusetzen, sondern sich auch mit bestimmten Fähigkeiten der Entscheidungskunst der Sache anzunähern. Und das hat er, glaube ich, ganz gut entwickelt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Dafür ist er abgesetzt worden!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Aber schlecht geendet!
Aber jetzt zu Ihnen, Frau Bundesministerin, und zu Ihrem Beitrag heute – als Budgetrede kann man das ja nicht bezeichnen –: Ich bin mir nicht sicher, ob es bei Marie-Antoinette nicht auch so begonnen hat. (Bundesministerin Dr. Fekter: Aber schlecht geendet!) Ja, es hat schlecht geendet, aber so weit wollte ich nicht gehen, obwohl die Historiker da mittlerweile ein unterschiedliches Bild zeichnen. – Aber die Frage, ob die Bevölkerung von der Krise nichts gespürt hat, wie Sie es einfach so behauptet haben, darf schon anders beantwortet werden, als Sie es gemacht haben, glaube ich.
Abg. Kopf: Abgaben!
(in Richtung ÖVP), aber das Wirtschaftsforschungsinstitut schlägt genau das vor. (Abg. Kopf: Abgaben!) Ja, da könnten wir das Defizit aber auch reduzieren und den Universitäten trotzdem die 300 Millionen zukommen lassen. Wollen Sie die weiter ausbluten? Wir könnten in den Folgejahren dann dort wieder runterfahren, aber nicht bei den gleichen Steuern, sondern bei den Steuern auf Arbeit. Das wissen Sie ganz genau, das wäre leistungsgerecht. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
(in Richtung ÖVP), aber das Wirtschaftsforschungsinstitut schlägt genau das vor. (Abg. Kopf: Abgaben!) Ja, da könnten wir das Defizit aber auch reduzieren und den Universitäten trotzdem die 300 Millionen zukommen lassen. Wollen Sie die weiter ausbluten? Wir könnten in den Folgejahren dann dort wieder runterfahren, aber nicht bei den gleichen Steuern, sondern bei den Steuern auf Arbeit. Das wissen Sie ganz genau, das wäre leistungsgerecht. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die heutige Vorstellung der Bundesregierung ist ja wohl der beste Beleg und Beweis dafür, dass es sich zwischenzeitlich schon um eine Faymann-Alleinregierung handelt. (Beifall beim BZÖ.) Denn Faymann Nummer zwei ist heute nicht erschienen, und die „Iron Lady“, die Frau Finanzministerin, durfte sich auch zu Wort melden.
Beifall beim BZÖ.
Frau Finanzministerin Fekter, eines würde mich schon interessieren: Welche Marketing-Lobbyisten haben denn eigentlich Ihre Rede geschrieben? Vielleicht war sogar ein Kardinal mit beteiligt. Aber so viele Götter gibt es gar nicht auf dieser Welt oder sonstwo, die das erwirken können, was Sie hier an Zahlen präsentiert haben. Das hat mit Anstand nichts zu tun, das hat mit Charakter nichts zu tun, und das hat mit Wahrheit schon überhaupt nichts zu tun, meine sehr geehrten Damen und Herren, Frau Finanzministerin. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Eines muss man Ihnen schon immer wieder auch vorhalten. Da hinter uns haben schon einige ÖVP-Finanzminister Aufstellung genommen. Von jedem haben wir gehört, dass die Schulden abgebaut werden. Von jedem haben wir auch erfahren und letztendlich auch vom Rechnungshofpräsidenten belegt bekommen, dass die Schulden gestiegen sind, dass die Steuer- und Abgabenquote gestiegen ist, dass die Belastung der Steuerzahler gestiegen ist und dass dieses Land nicht reformiert wurde, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das ist ÖVP-Politik! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das heißt, meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie sind und bleiben die Schuldenpartei der Republik. (Beifall beim BZÖ.) Das ist ÖVP: ÖVP ist gleich Schulden machen, ist gleich Steuern erhöhen, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Beifall beim BZÖ.
Und jetzt gebe ich Ihnen einen Tipp. Da können Sie endlich einmal unter Beweis stellen, wie ernst es Ihnen mit Schuldenreduzierung und Steuereintreibung ist. Wissen Sie, Frau Finanzministerin, dass die Banken in Österreich gerade einmal 7 Prozent an Steuern zahlen? Wissen Sie das? Sie machen 5 Milliarden € Gewinn und zahlen 7 Prozent Steuern. Ja wie erklären Sie das einem mittelständischen Unternehmer, der mindestens 25 und höchstens 50 Prozent Steuern auf seine Gewinne zu zahlen hat, wie erklären Sie das dieser tüchtigen Unternehmerschaft in Österreich, während die Banken nur 7 Prozent an echten Steuern zahlen, gleichzeitig aber 140 und 150 Millionen € pro Jahr an Steuern nicht zahlen, das heißt schuldig bleiben? Erklären Sie uns das einmal, warum die Banken in Österreich diesen Steueraufschub bekommen, während jeder Staatsbürger, jeder Steuerzahler, jeder Unternehmer pünktlich die Steuern abzuliefern hat! Die Banken sind jedes Mal jene, die verschont bleiben und davonkommen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Unfassbar!
Zweites großes Thema: Pensionen. Sie wissen, dass Sie in Zukunft mit enormen Pensionszahlungen zu kämpfen haben werden. Warum schaffen Sie denn nicht endlich einmal die Privilegien ab, die wir in Österreich bei der Notenbank, bei den ÖBB haben? Das sind nach wie vor Leute, die im Durchschnitt mit 52 Jahren in Pension gehen, im Durchschnitt! Das heißt, da gehen welche unter 40 in Pension, damit man auf einen Durchschnitt von 52 Jahren kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Unfassbar!) Das ist ja unerträglich! Das ist ein Hohn den rechtschaffenen und arbeitenden Menschen in unserem Land gegenüber, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Zweites großes Thema: Pensionen. Sie wissen, dass Sie in Zukunft mit enormen Pensionszahlungen zu kämpfen haben werden. Warum schaffen Sie denn nicht endlich einmal die Privilegien ab, die wir in Österreich bei der Notenbank, bei den ÖBB haben? Das sind nach wie vor Leute, die im Durchschnitt mit 52 Jahren in Pension gehen, im Durchschnitt! Das heißt, da gehen welche unter 40 in Pension, damit man auf einen Durchschnitt von 52 Jahren kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Unfassbar!) Das ist ja unerträglich! Das ist ein Hohn den rechtschaffenen und arbeitenden Menschen in unserem Land gegenüber, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
In Ihrem Strategiebericht, mit dem Sie heute zweimal auf der Regierungsbank herumgewachelt haben, sprechen Sie davon, dass im Jahr 2013, im Wahljahr 2013, der Sparstift angesetzt wird. Für wie dumm halten Sie uns denn? Für wie dumm halten Sie denn diese Republik, Frau Finanzministerin? Glauben Sie wirklich, dass Ihnen das jemand abnimmt, dass Sie ausgerechnet im Wahljahr sparen werden? Nein, im Wahljahr werden Sie wieder Wahlzuckerl verteilen, und das werden dann die nächsten Regierungen auszulöffeln haben, vor allem der Steuerzahler wird auszulöffeln haben, was Sie hier wieder in der Regierungspolitik falsch gemacht haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Inflationssteigerung finden sich nirgendwo in Ihrem Bericht. Natürlich findet sie sich nirgendwo, weil Sie verantwortlich dafür sind, dass den Menschen immer weniger unter dem Strich bleibt, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Frau Finanzministerin, wir sind sehr gespannt darauf, wie Sie in Zukunft auf europäischer Ebene verhandeln werden, ob Sie auch weiterhin wie Ihr Vorgänger dafür sein werden, die Milliarden nach Brüssel abzuschieben, oder ob Sie auch dort einmal die Bremsscheiben zum Glühen bringen werden, auch einmal sagen werden, jetzt ist genug gezahlt für diese maroden Banken auf europäischer Ebene. (Beifall beim BZÖ.)
Lebhafter Beifall beim BZÖ.
Das wollen wir nicht! Das wollen wir abwenden! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte dafür sorgen, dass die nächsten Generationen, dass die Jugend nicht das Versagen und das Grundübel Ihrer Maßnahmen in den nächsten Jahren ausbaden müssen. (Lebhafter Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Mag. Andreas Schieder: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Frau Finanzministerin! Werte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Wenn es um den Finanzrahmen bis 2015 geht, dann erlauben Sie mir, auch einen Dank an die Beamtenschaft im Hause zu richten, die die letzten Wochen und Monate ganz intensiv mit den technischen und Detailarbeiten im Rahmen der Erstellung dieses Bundesfinanzrahmens betraut war. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Bucher: Vorher keine Schulden gehabt?
Punkt zwei: Da hier auch über die Schulden, das Defizit diskutiert wird, möchte ich schon noch einmal in Erinnerung rufen, wie es zu diesem Defizit kam. Es war die Finanzkrise (Abg. Bucher: Vorher keine Schulden gehabt?) und es war das Gegensteuern dieser Bundesregierung gegen die Finanzkrise, die bewusst auch während der Krise, um schlimmere soziale Folgen zu verhindern, eine höhere Verschuldung in Kauf genommen hat, aber natürlich verknüpft damit, dass es in wirtschaftlich besseren Zeiten auch wieder um die Reduktion dieses Defizits geht. Genau da stehen wir jetzt. Wir haben einen Defizitpfad der Stabilität vorgelegt, mit dem Ziel, 2011 unter 4 Prozent, 2013 unter 3 Prozent und 2015 bei 2 Prozent zu liegen zu kommen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir halten Kurs, weil wir in der Krise richtig reagiert haben. Es sei auch gesagt, dass das wieder Fließen der Steuereinnahmen, das Steigen der Beschäftigung, das leichte Sinken der Arbeitslosigkeit auch darauf zurückzuführen sind, dass wir in der Krise richtig reagiert haben und damit auch jetzt wieder richtig gut aus der Krise herauskommen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Strache: Wo gibt es einen Schuldenabbau? – Schuldenaufbau!
In den USA wird auch darüber diskutiert, ob der Triple A-Status der größten Volkswirtschaft der Welt in Gefahr ist. Österreich legt ein Programm der Stabilität mit Defizit- und Schuldenabbau vor, der auch international Anerkennung findet und gelobt wird. (Abg. Strache: Wo gibt es einen Schuldenabbau? – Schuldenaufbau!) Wir gehören zu der Handvoll Länder in der Europäischen Union mit Triple A-Status. Weltweit sind es nur sehr wenige. Daher ist es auch unsere Verpflichtung, hier durch diese nachhaltige stabilitätsorientierte, aber auch verlässliche Finanzpolitik diesen Triple A-Status zu erhalten.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren, damit legen wir – und dazu bekenne ich mich auch – stabile Finanzen vor und beweisen finanzpolitische Handlungsfähigkeit mit gerechten und sinnvollen Ausgabenschwerpunkten, nämlich auch um in schlechten Zeiten einen Spielraum und die Möglichkeit zu haben, in besseren Zeiten wieder gegenzusteuern und einen stabilen Kurs vorzulegen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kopf: Mit Fakten will er sich nicht auseinandersetzen! Das ist nicht seines!
Es ist oft leider wirklich erschreckend, wie demagogisch und einfach völlig falsch hier argumentiert wird. Es ist absurd, wenn hier gesagt wird, das Wort „Inflation“ kommt im Strategiebericht nicht vor. Haben Sie ihn nicht gelesen? – Auf Seite 11 kommt es das erste Mal vor, ich weiß nicht, wie oft es vorkommt, Kollege Bucher. Ich habe es leider nicht elektronisch. Auf Seite 11 des Strategieberichts können Sie es nachlesen. (Abg. Kopf: Mit Fakten will er sich nicht auseinandersetzen! Das ist nicht seines!)
Abg. Neubauer: Dann setzen Sie sich wieder nieder!
Die ganze Zeit diese Debatte, auch vom Kollegen Strache, das ist absurd! Es ist die Frage, ob es sich überhaupt lohnt, darauf einzugehen. Manchmal denkt man sich, das hat ohnehin keinen Sinn. (Abg. Neubauer: Dann setzen Sie sich wieder nieder!)
Beifall bei der SPÖ.
Ihr Zwischenruf war überhaupt der beste: Trotz der Regierung sind die Zahlen so gut in Österreich. – Das lässt zwei Sachen zu: Es ist ohnehin egal, was wir da tun. Warum sitzen Sie überhaupt da? Gehen Sie einfach heim! – Das ist die eine Variante. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Oder die andere ist: Wenn Sie in der Regierung wären, wäre alles besser. – Schauen Sie, ganz objektiv ist es so: Ganz so schlecht kann nicht alles sein, was diese Regierung macht, sonst wären die Zahlen nicht so gut im Verhältnis zu allen anderen Ländern. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann tun Sie es einmal!
Ich sage Ihnen, man könnte ja auch wirklich Kritik üben, wenn man sich die Zahlen anschaut. Glauben Sie, ich würde nichts finden, das ich kritisieren könnte? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann tun Sie es einmal!) – Ja, das werde ich jetzt machen. Ich werde Ihnen die Arbeit abnehmen. Ich kann einfach ganz ehrlich sagen, was ich hier sehe. Wenn ich mir den Bundesfinanzrahmen jetzt anschaue, ist das Erste, was ich mache, das ist ja nicht das allererste Bundesfinanzrahmengesetz ... (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) – Nein, Sie machen die Augen zu vor der Realität.
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Ich sage Ihnen, man könnte ja auch wirklich Kritik üben, wenn man sich die Zahlen anschaut. Glauben Sie, ich würde nichts finden, das ich kritisieren könnte? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann tun Sie es einmal!) – Ja, das werde ich jetzt machen. Ich werde Ihnen die Arbeit abnehmen. Ich kann einfach ganz ehrlich sagen, was ich hier sehe. Wenn ich mir den Bundesfinanzrahmen jetzt anschaue, ist das Erste, was ich mache, das ist ja nicht das allererste Bundesfinanzrahmengesetz ... (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) – Nein, Sie machen die Augen zu vor der Realität.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Das Erste, was ich mir anschaue, ist, wie denn eigentlich der letzte Bundesfinanzrahmen vor einem Jahr war. Ich vergleiche einfach nur die Zahlen, was wir vor einem Jahr beschlossen haben und was wir heute beschließen. Wissen Sie, was ich da sehe? – Wir beschließen, dass wir nicht das machen, was vor einem Jahr noch prognostiziert war. Oder die großen Unterschiede sind zwei. Die Rahmenbedingungen haben sich insofern geändert, als die Konjunktur wesentlich besser ist, als vor einem Jahr noch angenommen. Deswegen sind die Steuereinnahmen höher und deswegen ist, sage ich einmal, der Druck zu sparen nicht so groß. – Das ist das Erste. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Schauen Sie sich nur die einzelnen Kapitel an, die Unterschiede, um wie viel weniger gespart wird zum Beispiel bei den Familien! (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Schauen Sie einfach nur die Zahlen an, um wie viel weniger zum Beispiel bei Familien gespart wird, als noch vor einem Jahr vorgesehen war! Schauen Sie sich das einfach an!
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Da werden Sie schauen! Das sind zum Beispiel im Jahr 2013 400 Millionen €. – Nur damit wir wissen, wovon wir reden. Da muss man sich natürlich die Mühe machen und sich die Zahlen anschauen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da steht aber: steigend! Da haben Sie sich verlesen, Herr Kollege Krainer!
Was sonst noch auffällt, ist, dass wir weniger Geld für Zinsen ausgeben müssen – und zwar deutlich weniger: eine halbe Milliarde pro Jahr! –, als prognostiziert war, weil die Verschuldung nicht so groß geworden ist wie prognostiziert. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da steht aber: steigend! Da haben Sie sich verlesen, Herr Kollege Krainer!) Was noch auffällt, ist, dass wir mehrere, zirka 300 bis 400 Millionen ... (Abg. Neubauer: Das steht da herinnen!)
Abg. Neubauer: Das steht da herinnen!
Was sonst noch auffällt, ist, dass wir weniger Geld für Zinsen ausgeben müssen – und zwar deutlich weniger: eine halbe Milliarde pro Jahr! –, als prognostiziert war, weil die Verschuldung nicht so groß geworden ist wie prognostiziert. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da steht aber: steigend! Da haben Sie sich verlesen, Herr Kollege Krainer!) Was noch auffällt, ist, dass wir mehrere, zirka 300 bis 400 Millionen ... (Abg. Neubauer: Das steht da herinnen!)
Abg. Neubauer: Das dürften Sie nicht verstanden haben! Das steht da!
Ich weiß nicht: Verstehen Sie nicht Deutsch? (Abg. Neubauer: Das dürften Sie nicht verstanden haben! Das steht da!) Bitte vergleichen Sie das, was vor einem Jahr im Bundesfinanzrahmengesetz gestanden ist, mit dem, was heute drinnen steht, dann werden Sie Folgendes sehen: Im Vergleich steht da eine halbe Milliarde weniger für Finanzierungen und Zinsen. Das ist die Untergliederung 58. (Abg. Strache: Zinsentwicklung steigt, steht da drinnen! Das ist ja absurd!) – Ich schaue mir die Zahlen an, Sie schauen sich ich weiß nicht was an und träumen eben von irgendetwas. (Abg. Strache: Da steht genau das Gegenteil drinnen von dem, was Sie da reden!)
Abg. Strache: Zinsentwicklung steigt, steht da drinnen! Das ist ja absurd!
Ich weiß nicht: Verstehen Sie nicht Deutsch? (Abg. Neubauer: Das dürften Sie nicht verstanden haben! Das steht da!) Bitte vergleichen Sie das, was vor einem Jahr im Bundesfinanzrahmengesetz gestanden ist, mit dem, was heute drinnen steht, dann werden Sie Folgendes sehen: Im Vergleich steht da eine halbe Milliarde weniger für Finanzierungen und Zinsen. Das ist die Untergliederung 58. (Abg. Strache: Zinsentwicklung steigt, steht da drinnen! Das ist ja absurd!) – Ich schaue mir die Zahlen an, Sie schauen sich ich weiß nicht was an und träumen eben von irgendetwas. (Abg. Strache: Da steht genau das Gegenteil drinnen von dem, was Sie da reden!)
Abg. Strache: Da steht genau das Gegenteil drinnen von dem, was Sie da reden!
Ich weiß nicht: Verstehen Sie nicht Deutsch? (Abg. Neubauer: Das dürften Sie nicht verstanden haben! Das steht da!) Bitte vergleichen Sie das, was vor einem Jahr im Bundesfinanzrahmengesetz gestanden ist, mit dem, was heute drinnen steht, dann werden Sie Folgendes sehen: Im Vergleich steht da eine halbe Milliarde weniger für Finanzierungen und Zinsen. Das ist die Untergliederung 58. (Abg. Strache: Zinsentwicklung steigt, steht da drinnen! Das ist ja absurd!) – Ich schaue mir die Zahlen an, Sie schauen sich ich weiß nicht was an und träumen eben von irgendetwas. (Abg. Strache: Da steht genau das Gegenteil drinnen von dem, was Sie da reden!)
Abg. Ing. Lugar: Das war jetzt konstruktiv!
Ich freue mich auf eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Teilen des Hauses, die das wollen, und mit jenen, die eben keine konstruktive Auseinandersetzung, sondern nur Demagogie wollen (Abg. Ing. Lugar: Das war jetzt konstruktiv!), kann ich mich nicht auseinandersetzen, denn das steht inhaltlich wirklich nicht dafür. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich freue mich auf eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Teilen des Hauses, die das wollen, und mit jenen, die eben keine konstruktive Auseinandersetzung, sondern nur Demagogie wollen (Abg. Ing. Lugar: Das war jetzt konstruktiv!), kann ich mich nicht auseinandersetzen, denn das steht inhaltlich wirklich nicht dafür. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank, mit dem Herrn Bundeskanzler an der Spitze! Geschätzte Zuhörer – und mit Genehmigung der Frau Präsident darf ich auch eine Besuchergruppe aus meinem Bezirk, aus der Gemeinde Steinhaus, herzlich begrüßen! (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Strache: Niederösterreich ist das höchstverschuldete ...!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Kollege Strache hat vollkommen recht, wenn er meint, man sollte nicht auf die Dauer den Pleitebanken und Pleitestaaten – man könnte auch sagen: den Pleitebundesländern – allzu viel Geld nachschieben (Abg. Strache: Niederösterreich ist das höchstverschuldete ...!), denn die Pleitebank Hypo Alpe-Adria, meine Damen und Herren, diese blau-orange Bank zeigt ja nicht gerade die beste Performance, wenn man weiß, dass man da knapp 20 Milliarden € an Haftungen seitens des Staates einzugehen hatte. (Beifall bei der ÖVP. – Abg Bucher: Da habt ihr euch über den Tisch ziehen lassen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg Bucher: Da habt ihr euch über den Tisch ziehen lassen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Kollege Strache hat vollkommen recht, wenn er meint, man sollte nicht auf die Dauer den Pleitebanken und Pleitestaaten – man könnte auch sagen: den Pleitebundesländern – allzu viel Geld nachschieben (Abg. Strache: Niederösterreich ist das höchstverschuldete ...!), denn die Pleitebank Hypo Alpe-Adria, meine Damen und Herren, diese blau-orange Bank zeigt ja nicht gerade die beste Performance, wenn man weiß, dass man da knapp 20 Milliarden € an Haftungen seitens des Staates einzugehen hatte. (Beifall bei der ÖVP. – Abg Bucher: Da habt ihr euch über den Tisch ziehen lassen!)
Abg. Strache: Zahlen Sie lieber nach Griechenland und Portugal!
Wenn ich mir dann noch die Verschuldung dieses Bundeslandes ansehe (Abg. Strache: Zahlen Sie lieber nach Griechenland und Portugal!), dann, meine Damen und Herren, Herr Kollege Strache, hätten Sie zu Hause und bei Ihren Freunden ungeheuer viel Arbeit. Dort könnten Sie laut argumentieren, das wäre dort notwendig. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wenn ich mir dann noch die Verschuldung dieses Bundeslandes ansehe (Abg. Strache: Zahlen Sie lieber nach Griechenland und Portugal!), dann, meine Damen und Herren, Herr Kollege Strache, hätten Sie zu Hause und bei Ihren Freunden ungeheuer viel Arbeit. Dort könnten Sie laut argumentieren, das wäre dort notwendig. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Hornek: Genau!
Wer immer sich mit der Geschichte und den vergleichbaren Ländern oder selbst mit den großen Weltwirtschaften beschäftigt, muss wissen, dass schön langsam der Dollar gefährdeter ist als der Euro, Herr Kollege Strache. (Abg. Hornek: Genau!) Wenn ich mir die amerikanischen Budgetzahlen, die Verschuldung, die Wirtschaftsproblematik ansehe, dann wird das hier durchaus schlimmere Folgen nach sich ziehen, als uns vielleicht lieb ist.
Abg. Strache: Sie übernehmen schon die Rolle von Otto Pendl: danke, danke!
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Maria Fekter, ich gratuliere zu dieser Performance! Sie alle, meine Damen und Herren, wissen, dass Kollegin Fekter in ihren Bereichen eine hervorragende Parlamentarierin war, beste Arbeit abgeliefert hat (Abg. Strache: Sie übernehmen schon die Rolle von Otto Pendl: danke, danke!) und wir davon überzeugt sein können, dass sie auch als Bundesministerin für Finanzen hier dementsprechend Einsatz, Kompetenz und Fachwissen mitbringt. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Maria Fekter, ich gratuliere zu dieser Performance! Sie alle, meine Damen und Herren, wissen, dass Kollegin Fekter in ihren Bereichen eine hervorragende Parlamentarierin war, beste Arbeit abgeliefert hat (Abg. Strache: Sie übernehmen schon die Rolle von Otto Pendl: danke, danke!) und wir davon überzeugt sein können, dass sie auch als Bundesministerin für Finanzen hier dementsprechend Einsatz, Kompetenz und Fachwissen mitbringt. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Beifall bei der ÖVP
Was mich ungeheuer stört, ist, dass es keinen Ausgleich für Leistungen in Gemeinden gibt, die überörtliche Lasten zu tragen haben: Wasserschutz- und Schongebiete, für jene, denen man Natura-2000-Gebiete aufoktroyiert hat (Beifall bei der ÖVP), für jene, die im Sinne der Allgemeinheit Naturparks beherbergen, wenn man das so sagen kann. (Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Was mich ungeheuer stört, ist, dass es keinen Ausgleich für Leistungen in Gemeinden gibt, die überörtliche Lasten zu tragen haben: Wasserschutz- und Schongebiete, für jene, denen man Natura-2000-Gebiete aufoktroyiert hat (Beifall bei der ÖVP), für jene, die im Sinne der Allgemeinheit Naturparks beherbergen, wenn man das so sagen kann. (Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Der Frau Bundesministerin wünsche ich eine glückliche Hand. Wir werden bei der Diskussion über das Budget, über den Finanzrahmen viel Arbeit haben. Diesbezüglich sind alle zur konstruktiven Mitarbeit herzlich eingeladen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Frau Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren, vor allen Dingen Damen und Herren Besucher auf der Galerie! Frau Finanzminister Fekter, Sie haben Glück, dass heute keine Fernsehübertragung stattfindet, denn diese Unsachlichkeit und Uninformiertheit, die Sie hier zum Besten gegeben haben, ist einfach peinlich. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Eßl.
Freuen Sie sich über die Hochzeit in London, damit möglichst wenig von Ihren neuen Worten im Finanzministerium an die Öffentlichkeit kommt! (Zwischenruf des Abg. Eßl.) Mir kommt überhaupt vor, das war eine Rede, die Ihnen noch Herr Ex-Finanzminister Pröll aufgesetzt hat (Zwischenruf des Abg. Höfinger), denn genau darum geht es: Stillstand – und kein Anstand.
Zwischenruf des Abg. Höfinger
Freuen Sie sich über die Hochzeit in London, damit möglichst wenig von Ihren neuen Worten im Finanzministerium an die Öffentlichkeit kommt! (Zwischenruf des Abg. Eßl.) Mir kommt überhaupt vor, das war eine Rede, die Ihnen noch Herr Ex-Finanzminister Pröll aufgesetzt hat (Zwischenruf des Abg. Höfinger), denn genau darum geht es: Stillstand – und kein Anstand.
Abg. Neubauer: Voest!
Aber gehen wir es der Reihe nach durch: Herr Cap hat vom Wirtschaften gesprochen und wenn die Roten von Wirtschaft reden, da erinnere ich mich immer an die BAWAG und den „Konsum“ (Abg. Neubauer: Voest!) – zwei Riesenbetriebe, die die SPÖ hinuntergewirtschaftet hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter. – Abg. Strache: Die Gewerkschaftsbank ist aber im ausländischen Besitz! Der ganze Streikfonds ...!) Damit ist die Sache schon erledigt.
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter. – Abg. Strache: Die Gewerkschaftsbank ist aber im ausländischen Besitz! Der ganze Streikfonds ...!
Aber gehen wir es der Reihe nach durch: Herr Cap hat vom Wirtschaften gesprochen und wenn die Roten von Wirtschaft reden, da erinnere ich mich immer an die BAWAG und den „Konsum“ (Abg. Neubauer: Voest!) – zwei Riesenbetriebe, die die SPÖ hinuntergewirtschaftet hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter. – Abg. Strache: Die Gewerkschaftsbank ist aber im ausländischen Besitz! Der ganze Streikfonds ...!) Damit ist die Sache schon erledigt.
Abg. Neubauer: Herr Krainer, was sagen Sie da dazu? – Abg. Strache: Ist das jetzt der Schuldenabbau, den ... versprochen hat? – Abg. Krainer: Das war der Grasser mit ...!
Meine Damen und Herren, wenn Sie schon unseren Zahlen nicht glauben, dann würde ich Sie bitten: Googeln Sie einmal! Googeln Sie „Staatsschulden Österreich“! Da wird Ihnen auffallen, dass es da einen Staatsschulden-„Tachometer“ gibt. Der zeigt an, wie hoch die Schulden in Österreich derzeit – in dieser Sekunde – sind. Ich lese sie Ihnen vor: 209 568 980 800 €, und in jeder Sekunde springt dieser „Tachometer“ um 500 € nach oben. (Abg. Neubauer: Herr Krainer, was sagen Sie da dazu? – Abg. Strache: Ist das jetzt der Schuldenabbau, den ... versprochen hat? – Abg. Krainer: Das war der Grasser mit ...!)
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Red nicht zu lange weiter, sonst wird es noch teurer!
Jeder Bürger in Österreich hat einen Schuldenrucksack von 28 020 € umhängen, jeder Erwerbstätige Österreichs trägt einen Schuldenrucksack von 51 352 €, und die Schulden zurzeit – in dieser Sekunde – sind 7 852 081 762 € und so weiter, steigend. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Red nicht zu lange weiter, sonst wird es noch teurer!) – Ja.
Abg. Strache: Dann haben wir ein Problem mit dem Triple-A-Rating!
Wenn wir jetzt diesen Budgetrahmen, den Bundesfinanzrahmen anschauen, so kann man hochrechnen, dass bis zum Jahr 2015 die Schulden um 36 Milliarden € steigen (Abg. Strache: Dann haben wir ein Problem mit dem Triple-A-Rating!), und es ist zu erwarten, dass die 30 Milliarden € außerbudgetäre Schulden auch dazugerechnet werden müssen, also liegen wir bei 271 Milliarden € Gesamtschulden.
Abg. Krainer: Das dürfen die Beamten gar nicht!
Ich wundere mich, woher Sie die Einnahmenschätzung haben. Die Einnahmenschätzung ist meiner Meinung nach illusorisch, es sei denn, Sie haben bereits jetzt Steuererhöhungen mit inkludiert. 28 Prozent steigende Einnahmen – das ist nicht möglich! (Abg. Krainer: Das dürfen die Beamten gar nicht!)
Beifall bei der FPÖ.
Also wir haben ein BIP von in etwa 280 Milliarden € und 271 Milliarden € Schulden. Wir liegen bei über 90 Prozent Verschuldung und wir nähern uns griechischen Verhältnissen. Da vom Abbau der Schulden, vom Defizitabbau zu reden, Frau Finanzminister, das ist einfach unredlich. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Krainer: Zum Beispiel?
Aus der Bevölkerung kann besonders die österreichische Jugend nicht verstehen, dass diese rot-schwarze Regierung so wie schon bisher auch weiterhin untätig ist und diesem fürchterlichen Finanztrend nicht durch überfällige weitreichende strukturelle Reformen entgegnet. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Krainer: Zum Beispiel?)
Abg. Strache: Der Pröll hat sich von der sinkenden Titanic ...!
Josef Pröll hat schon recht, wenn er sagt, fehlender Anstand und Stillstand waren seine Hauptprobleme in der Regierungsarbeit (Abg. Strache: Der Pröll hat sich von der sinkenden Titanic ...!), aber ich frage mich schon: Warum hat er – er hätte es ja im Griff gehabt – nichts dagegen getan? (Abg. Krainer: ... jetzt in Oberösterreich und der Steiermark ...!) Er hat gute Ansätze gehabt – ich erinnere mich an seine Rede im Finanzministerium –, aber er war nur Ankündigungsweltmeister und leider Gottes ein Umsetzungszwerg. (Abg. Krainer: ..., das wollen wir jetzt hören!) Er ist davongelaufen und das habe ich total negativ gefunden. (Ruf bei der ÖVP: Öha!)
Abg. Krainer: ... jetzt in Oberösterreich und der Steiermark ...!
Josef Pröll hat schon recht, wenn er sagt, fehlender Anstand und Stillstand waren seine Hauptprobleme in der Regierungsarbeit (Abg. Strache: Der Pröll hat sich von der sinkenden Titanic ...!), aber ich frage mich schon: Warum hat er – er hätte es ja im Griff gehabt – nichts dagegen getan? (Abg. Krainer: ... jetzt in Oberösterreich und der Steiermark ...!) Er hat gute Ansätze gehabt – ich erinnere mich an seine Rede im Finanzministerium –, aber er war nur Ankündigungsweltmeister und leider Gottes ein Umsetzungszwerg. (Abg. Krainer: ..., das wollen wir jetzt hören!) Er ist davongelaufen und das habe ich total negativ gefunden. (Ruf bei der ÖVP: Öha!)
Abg. Krainer: ..., das wollen wir jetzt hören!
Josef Pröll hat schon recht, wenn er sagt, fehlender Anstand und Stillstand waren seine Hauptprobleme in der Regierungsarbeit (Abg. Strache: Der Pröll hat sich von der sinkenden Titanic ...!), aber ich frage mich schon: Warum hat er – er hätte es ja im Griff gehabt – nichts dagegen getan? (Abg. Krainer: ... jetzt in Oberösterreich und der Steiermark ...!) Er hat gute Ansätze gehabt – ich erinnere mich an seine Rede im Finanzministerium –, aber er war nur Ankündigungsweltmeister und leider Gottes ein Umsetzungszwerg. (Abg. Krainer: ..., das wollen wir jetzt hören!) Er ist davongelaufen und das habe ich total negativ gefunden. (Ruf bei der ÖVP: Öha!)
Ruf bei der ÖVP: Öha!
Josef Pröll hat schon recht, wenn er sagt, fehlender Anstand und Stillstand waren seine Hauptprobleme in der Regierungsarbeit (Abg. Strache: Der Pröll hat sich von der sinkenden Titanic ...!), aber ich frage mich schon: Warum hat er – er hätte es ja im Griff gehabt – nichts dagegen getan? (Abg. Krainer: ... jetzt in Oberösterreich und der Steiermark ...!) Er hat gute Ansätze gehabt – ich erinnere mich an seine Rede im Finanzministerium –, aber er war nur Ankündigungsweltmeister und leider Gottes ein Umsetzungszwerg. (Abg. Krainer: ..., das wollen wir jetzt hören!) Er ist davongelaufen und das habe ich total negativ gefunden. (Ruf bei der ÖVP: Öha!)
Abg. Neubauer: Das ist die Wahrheit!
Herr Krainer hat sich hier hergestellt und uns belehren wollen. Ich erinnere an Folgendes, Herr Krainer: Bei Abschluss der Budgetdebatte im Dezember haben Sie gesagt: Wir haben nicht mehr zusammengebracht. – Das ist die Wahrheit! (Abg. Neubauer: Das ist die Wahrheit!)
Abg. Neubauer: Bankrotterklärung!
Josef Pröll hat gesagt: Unter dieser Konstellation war nicht mehr drinnen. – Er hat seinen Onkel gemeint und Sie von der SPÖ. Darum ist nicht mehr drinnen gewesen: weil auch Sie alles blockiert haben, was er machen wollte. (Abg. Neubauer: Bankrotterklärung!) Er hat uns – das ist ein Armutszeugnis bis heute – den höchsten Schuldenstand und das größte Defizit aller Zeiten, das der Staat Österreich jemals hatte, hinterlassen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Höfinger.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Höfinger.
Josef Pröll hat gesagt: Unter dieser Konstellation war nicht mehr drinnen. – Er hat seinen Onkel gemeint und Sie von der SPÖ. Darum ist nicht mehr drinnen gewesen: weil auch Sie alles blockiert haben, was er machen wollte. (Abg. Neubauer: Bankrotterklärung!) Er hat uns – das ist ein Armutszeugnis bis heute – den höchsten Schuldenstand und das größte Defizit aller Zeiten, das der Staat Österreich jemals hatte, hinterlassen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Höfinger.)
Beifall bei der FPÖ.
Tatsache ist, dass sich Österreich zurzeit nichts Neues mehr leisten kann, weil das gesamte Geld für Zinsen aufgewendet werden muss. Die Menschen dieses Landes verstehen nicht, warum für die Wissenschaft kein Geld vorhanden ist, dafür aber für marode EU-Staaten sofort Geld zur Verfügung gestellt wird. Die Menschen dieses Landes verstehen nicht, warum auf der einen Seite Kürzungen im sozialen Bereich immer Studenten, Familien, Pensionisten tragen müssen und auf der anderen Seite für Entwicklungszusammenarbeit für Afrika 1,2 Milliarden € jährlich zur Verfügung gestellt werden. Die Menschen verstehen nicht, warum sie die Mineralölsteuer und die hohen Benzinkosten bezahlen müssen, wenn auf der anderen Seite bei den ÖBB täglich Geld vernichtet wird. Und die Menschen Österreichs verstehen nicht, warum Leute, die in das Sozialsystem kaum etwas einbezahlt haben, mit 70 Prozent an der Mindestsicherung partizipieren. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Krainer: ... Steuereinnahmen?
Frau Finanzminister Fekter, aus meiner Sicht – ich komme so wie Sie aus der Wirtschaft – ist es nur möglich, diesen Staat konsequent und nachhaltig zu sanieren. Wir müssen schauen, dass wir die Schulden um 100 Milliarden € herunterbringen, damit wir wieder etwas Spielraum bekommen, um uns zu bewegen – und davon merke ich bei Ihren Vorhaben überhaupt nichts. (Abg. Krainer: ... Steuereinnahmen?)
Abg. Großruck: Dann hätten Sie nicht so lange geredet!
Jetzt schauen wir uns noch einmal unser Schulden-„Barometer“ an: Wir haben, seit ich hier rede, um 150 000 € mehr Schulden. (Abg. Großruck: Dann hätten Sie nicht so lange geredet!) Es ist Feuer am Dach! – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt schauen wir uns noch einmal unser Schulden-„Barometer“ an: Wir haben, seit ich hier rede, um 150 000 € mehr Schulden. (Abg. Großruck: Dann hätten Sie nicht so lange geredet!) Es ist Feuer am Dach! – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Da stehen Dinge drinnen, die alle – oder von denen die meisten – gut und vernünftig sind, aber es steht nie drinnen, wann sie kommen und wer das bezahlen soll, und das halte ich für untragbar. Man schreibt ein Papier, präsentiert es der Bevölkerung, präsentiert es den ProfessorInnen, den RektorInnen, den Studierenden, den jungen WissenschafterInnen, und diese kommen sich vor wie bei einem Windhundrennen, wo etwas Wunderschönes, ein fiktiver Hase, vor ihrer Nase dahingezogen wird, den man aber nie erreicht – den erreicht man nicht! Wenn Sie das so wollen, dann müssen Sie das sagen, das wünsche ich mir. Das ärgert mich massiv! (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Ruf bei den Grünen: Das ist unglaublich!
Noch etwas: In Innsbruck-Land – der Föderalismus! – führt das Land eine Privatuniversität, genannt UMIT. Der hat man im Bereich der Gesundheitswissenschaften die Akkreditierung entzogen, und da diese jährlich an die 2 Millionen € Defizit produziert, will das Land hier ein Medizinstudium zehn Kilometer von Innsbruck finanzieren. (Ruf bei den Grünen: Das ist unglaublich!) – Das ist unglaublich! Reden Sie mit den Ländern! Die Universitäten würden diese Gelder brauchen.
Beifall bei den Grünen.
Zum Schluss noch ein Wort der Generalsekretärin des FWF – ich zitiere –: „Ich bezweifle, dass die Kängurutaktik hilft, um die Ziele der Forschungsstrategie zu erreichen: weite Sprünge mit leeren Beuteln.“ – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Josef Pröll ist nicht krankheitshalber aus allen seinen Ämtern geflüchtet. (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.) Josef Pröll ist wegen Pröll geflüchtet. Pröll ist gegangen wegen Pröll, und zwar wegen Erwin Pröll, wegen Erwin Pröll aus Niederösterreich, der in Wirklichkeit die ÖVP lenkt. (Anhaltende Zwischenrufe. – Pfui-Rufe bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe. – Pfui-Rufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Josef Pröll ist nicht krankheitshalber aus allen seinen Ämtern geflüchtet. (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.) Josef Pröll ist wegen Pröll geflüchtet. Pröll ist gegangen wegen Pröll, und zwar wegen Erwin Pröll, wegen Erwin Pröll aus Niederösterreich, der in Wirklichkeit die ÖVP lenkt. (Anhaltende Zwischenrufe. – Pfui-Rufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ
Josef Pröll hat in seiner Abschiedsrede auch ganz klar gesagt, wo der Hase im Pfeffer liegt. Er hat gesagt, dass er es sich nicht zutraut, gegen die Widerstände in der eignen Partei Reformen durchzusetzen. Und genau das ist das Problem, an dem wir hier laborieren. Wir haben das Problem, dass Pröll gegangen ist und Pröll gekommen ist. Es sitzt nicht Spindelegger als Obmann in der ÖVP – es ist Erwin Pröll aus Niederösterreich (Beifall beim BZÖ), und der lenkt die Geschicke und sagt, was sein darf und was nicht sein darf. (Abg. Rädler: Gut so! – Abg. Strache: Wenigstens einmal ein Eingeständnis!)
Abg. Rädler: Gut so! – Abg. Strache: Wenigstens einmal ein Eingeständnis!
Josef Pröll hat in seiner Abschiedsrede auch ganz klar gesagt, wo der Hase im Pfeffer liegt. Er hat gesagt, dass er es sich nicht zutraut, gegen die Widerstände in der eignen Partei Reformen durchzusetzen. Und genau das ist das Problem, an dem wir hier laborieren. Wir haben das Problem, dass Pröll gegangen ist und Pröll gekommen ist. Es sitzt nicht Spindelegger als Obmann in der ÖVP – es ist Erwin Pröll aus Niederösterreich (Beifall beim BZÖ), und der lenkt die Geschicke und sagt, was sein darf und was nicht sein darf. (Abg. Rädler: Gut so! – Abg. Strache: Wenigstens einmal ein Eingeständnis!)
Beifall beim BZÖ.
Das ist eben nicht gut so – das ist genau das Problem! Denn Erwin Pröll hat ja in erster Linie die Interessen Niederösterreichs und der Länder im Auge – und nicht die Interessen Österreichs! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Gegen den Erwin Pröll ist sie ein Kuschelkätzchen!
Jetzt ist die Frage – und das ist der Grund, warum ich das heute hier sage –: Wie wird Maria Fekter damit umgehen? Wird sie eine „Eiserne Lady“ sein, wie wir das im Innenministerium erlebt haben? (Abg. Strache: Gegen den Erwin Pröll ist sie ein Kuschelkätzchen!) Im Innenministerium war sie eine „Eiserne Lady“. Sie hat Härte gezeigt gegen Menschen, die sich nicht wehren konnten. Da war sie hart!
Abg. Hornek: Lugar, da brauchst du dir keine Sorgen machen!
Meine Frage: Wird Maria Fekter gegen Erwin Pröll Härte zeigen? – Denn der wird sich wehren, und er kann sich wehren. Und da ist die Frage: Wird sie dort so eisern sein oder wird sie eher wie Wachs in seinen Händen sein und genau das Gleiche machen, das Josef Pröll gemacht hat, nämlich frustriert aufgeben und letztlich nichts umsetzen? (Abg. Hornek: Lugar, da brauchst du dir keine Sorgen machen!)
Abg. Hornek: Das hat sie klar und deutlich angesprochen!
Dass das so ist, hat uns die Finanzministerin heute bewiesen. Sie hat es uns heute bewiesen, indem sie mit keinem einzigen Wort angesprochen hat, wo wirklich die Probleme liegen (Abg. Hornek: Das hat sie klar und deutlich angesprochen!), nämlich dass wir die Länder endgültig in unsere Überlegungen mit einbeziehen müssen, dass wir die Länder in manchen Bereichen entmachten müssen – ob das die Bildung, die Gesundheit, ob das im Sozialbereich und in anderen Bereichen ist.
Abg. Strache: ... das große Sparpaket bringen wird! Das große Sparpaket nach der Wahl!
gefallen lassen, dass hier eine Finanzministerin sitzt, die uns allen Ernstes erzählt, dass wir bis 2015 so weitermachen, dass wir bis 2015 weiter Schulden machen und sie erst 2014 (Abg. Strache: ... das große Sparpaket bringen wird! Das große Sparpaket nach der Wahl!) – ein Jahr nach der Wahl – die Bremse ziehen will. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
gefallen lassen, dass hier eine Finanzministerin sitzt, die uns allen Ernstes erzählt, dass wir bis 2015 so weitermachen, dass wir bis 2015 weiter Schulden machen und sie erst 2014 (Abg. Strache: ... das große Sparpaket bringen wird! Das große Sparpaket nach der Wahl!) – ein Jahr nach der Wahl – die Bremse ziehen will. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Nur muss ich in aller Fairness sagen: Einen kleinen Hoffnungsschimmer habe ich – seit heute. Seit heute der Herr Stummvoll zu uns gesprochen hat, habe ich einen Hoffnungsschimmer. Denn er hat mir die Augen geöffnet, dass es in der ÖVP anscheinend noch eine höhere Instanz als den Erwin Pröll gibt. Es gibt noch eine höhere: den lieben Gott! Er hat gesagt: Der Kardinal hat zu uns gesprochen. – Hoffentlich wird der Heilige Geist in Sie fahren, liebe Frau Ministerin, und wird Ihnen die Kraft und den Mut geben, gegen Erwin Pröll in Niederösterreich aufzutreten, damit wir endlich die Reformen schaffen, die wir schon so viele Jahrzehnte brauchen. Und wenn Sie das nicht schaffen, kann ich Ihnen garantieren, werden Sie das gleiche Schicksal wie Josef Pröll erleiden. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Vielleicht der erste Nachtrag zum Kollegen Lugar: Ich habe null Verständnis dafür, wenn sich jemand darüber lustig macht, wenn ein Mensch wie Josef Pröll vor einer äußerst schwierigen Entscheidung steht: Riskiert er weiter sein Leben, riskiert er, auch als Vater, als Teil der Familie, nur um seinen Job weiterzumachen, täglich sein Leben?, und dann die Entscheidung trifft: Nein, es gibt Werte im Leben, dafür lässt man auch große Aufgaben sein. – Sich darüber lustig zu machen, finde ich unerhört! Das ist auch kein Beitrag zur Polemik, und ich würde empfehlen, sich zu entschuldigen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich wünsche Ihnen nicht, dass Sie in so eine Situation kommen! Es kann jedem von uns passieren, dass er in die Situation kommt, keine Flüge mehr machen zu können, eine Stresssituation nicht auszuhalten. Ich glaube, dieses Mindestmaß sollten wir bei aller Liebe zur Polemik, ob Pröll versus Pröll, in diesem Haus wahren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Na geh!
Ich möchte nun aber zu jenem Punkt kommen, bei dem wir ja heute schon versucht haben – Kollege Krainer war der Erste, der das versucht hat –, mit Fakten die Opposition dazu zu bringen, sich sachlich mit dem Thema auseinanderzusetzen. – Aussichtslos! (Abg. Dr. Lichtenecker: Na geh!) Daraufhin kommt schon wieder der Nächste und erzählt uns, wie toll die Schweiz ist. Gestern der Kollege Themessl: resistent gegen Zwischenrufe, was die Fakten betrifft. Bitte ersparen Sie uns diese Beispiele!
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
hatten sie in der Schweiz ein um 60 Prozent höheres Pro-Kopf-BIP-Einkommen. Wissen Sie, wie viel das heute nur noch ist? – Heute beträgt der Abstand nur noch 35 Prozent. So schaut nämlich die Entwicklung aus! (Der Redner hält eine Graphik in die Höhe, auf der zwei Kurven dargestellt sind.) Eine Schweiz, die in keiner der Perioden jene Performance hingelegt hat, die Österreich hingelegt hat! Und ich verstehe gar nicht, dass Parteien wie das BZÖ und die FPÖ permanent – nestbeschmutzend, würden Sie das nennen – unser Land schlechtmachen, indem es verglichen wird mit anderen Ländern, die schlechter performen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Bravo! Genau so ist es!
Hören Sie doch auf damit! Das bessere Land ist hier, nicht jenseits der Grenze – egal, wie die Vorarlberger abgestimmt haben! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Bravo! Genau so ist es!)
Abg. Strache: Was haben Sie letztes Jahr gemacht? – Pflegeleistungen gekürzt, Familienleistungen gekürzt!
Wissen Sie, woran man das auch sieht? Zum Beispiel wird in den meisten Ländern jetzt Budgetsanierung durch Kürzungen im Sozialbereich betrieben. (Abg. Strache: Was haben Sie letztes Jahr gemacht? – Pflegeleistungen gekürzt, Familienleistungen gekürzt!) Ich bringe Ihnen wieder die Zahlen. Fakten interessieren Sie zwar nicht, aber trotzdem müssen sie gesagt werden.
Abg. Strache: Erst wegnehmen, dann wieder dazugeben!
Das Sozialbudget steigt – wenn Sie sich die Rubrik 2 anschauen; Sie brauchen diesmal nur weiterzublättern, fünf Seiten weiter von der Seite 11, also auf Seite 16; da haben Sie es genau aufgegliedert – von 33,194 Milliarden bis 2015 auf 36,8 Milliarden. Wir kürzen in diesem Bereich nicht, und das unterscheidet uns von anderen Ländern, von Portugal bis Griechenland, von den Niederlanden bis zu Irland, von Deutschland bis zu Frankreich. Im Bereich des Sozialen, bei den Familien, eine Steigerung von 6,3 Milliarden auf 6,8 Milliarden. (Abg. Strache: Erst wegnehmen, dann wieder dazugeben!)
Abg. Mag. Stadler: Wenn die Schweizer Ihre Rede hören, gibt es wieder neue Österreicher-Witze! – Heiterkeit.
Zurück zum Budget. – Frau Finanzministerin, ... (Abg. Mag. Stadler: Wenn die Schweizer Ihre Rede hören, gibt es wieder neue Österreicher-Witze! – Heiterkeit.) – Wunderbar! Die Schweizer habe ich erlebt, Herr Kollege Stadler, als sie nicht wussten, wie sie umgehen sollen mit der UBS und mit der CS. Ich habe die amerikanischen Unterstaatssekretäre erlebt, wie sie erklärt haben, warum sie, die amerikanischen Banken, retten müssen. Nicht einmal 9 Milliarden Franken konnten die aufbringen! Die Schweiz ist nicht in der Lage gewesen, ihre eigene Kernindustrie – das war dort, wo das Raubgold 30, 40, 50 Jahre gelegen ist – zu erhalten, Ihre geliebte Schweiz! (Abg. Mag. Stadler: Warum sind Sie nicht mehr in der Regierung, wenn Sie so gescheit sind? – Abg. Silhavy: Sachliche Argumentation!)
Abg. Mag. Stadler: Warum sind Sie nicht mehr in der Regierung, wenn Sie so gescheit sind? – Abg. Silhavy: Sachliche Argumentation!
Zurück zum Budget. – Frau Finanzministerin, ... (Abg. Mag. Stadler: Wenn die Schweizer Ihre Rede hören, gibt es wieder neue Österreicher-Witze! – Heiterkeit.) – Wunderbar! Die Schweizer habe ich erlebt, Herr Kollege Stadler, als sie nicht wussten, wie sie umgehen sollen mit der UBS und mit der CS. Ich habe die amerikanischen Unterstaatssekretäre erlebt, wie sie erklärt haben, warum sie, die amerikanischen Banken, retten müssen. Nicht einmal 9 Milliarden Franken konnten die aufbringen! Die Schweiz ist nicht in der Lage gewesen, ihre eigene Kernindustrie – das war dort, wo das Raubgold 30, 40, 50 Jahre gelegen ist – zu erhalten, Ihre geliebte Schweiz! (Abg. Mag. Stadler: Warum sind Sie nicht mehr in der Regierung, wenn Sie so gescheit sind? – Abg. Silhavy: Sachliche Argumentation!)
Abg. Mag. Stadler: Haben Sie den Intelligenztest überschritten bei der Regierungsprüfung? Sie sind zu gescheit!
Zurück zu jenem Thema, das die Steuern betrifft. (Abg. Mag. Stadler: Haben Sie den Intelligenztest überschritten bei der Regierungsprüfung? Sie sind zu gescheit!) – Frau Finanzministerin! Ich bin nicht sicher, ob es günstig ist, sich sehr stark in der Frage „keine neuen Steuern“ einzugraben. Bush senior hat es versucht, in einem Wahlkampf mit „no more taxes“ zu punkten – vier Jahre später war es vorbei. Ich bin nicht sicher, ob Sie eine Garantie abgeben könnten. Ich glaube, es wurde gestern in aller Klarheit gesagt: Wir haben viele Bereiche, wo wir die Steuern und Abgaben senken müssen. Wir können es uns aber nicht leisten, gleichzeitig nicht in die Zukunft zu investieren. Daher werden wir, wie es im Regierungsprogramm steht, über eine strukturelle Steuerreform nachdenken müssen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Habe ich gesagt!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Habe ich gesagt!
Zurück zu jenem Thema, das die Steuern betrifft. (Abg. Mag. Stadler: Haben Sie den Intelligenztest überschritten bei der Regierungsprüfung? Sie sind zu gescheit!) – Frau Finanzministerin! Ich bin nicht sicher, ob es günstig ist, sich sehr stark in der Frage „keine neuen Steuern“ einzugraben. Bush senior hat es versucht, in einem Wahlkampf mit „no more taxes“ zu punkten – vier Jahre später war es vorbei. Ich bin nicht sicher, ob Sie eine Garantie abgeben könnten. Ich glaube, es wurde gestern in aller Klarheit gesagt: Wir haben viele Bereiche, wo wir die Steuern und Abgaben senken müssen. Wir können es uns aber nicht leisten, gleichzeitig nicht in die Zukunft zu investieren. Daher werden wir, wie es im Regierungsprogramm steht, über eine strukturelle Steuerreform nachdenken müssen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Habe ich gesagt!)
Abg. Mag. Hakl: Sparen!
Aber uns fehlen in einem Bereich des Einkommens Milliardenbeträge (Abg. Mag. Hakl: Sparen!), denn die 45 Prozent Steuer- und Abgabenquote, Frau Kollegin Hakl, haben wir bereits bei Gehältern von Personen, die nicht zum Mittelstand des Kollegen Stummvoll zählen. Wenn einer als Handelsangestellter 1 300 € verdient, dann sind 18 Prozent Sozialversicherung, 23 Prozent Arbeitgeberanteil, 3 Prozent Kommunalsteuer, 4,5 Prozent DB – und Sie sind schon über 45 Prozent. Da habe ich noch nicht die Umsatzsteuer gerechnet, die der Angestellte bezahlt, wenn er selbst einkaufen geht, und auch noch nicht die Mineralölsteuer. Das heißt, von dem, was er erarbeitet, sind wir über der Steuer- und Abgabenquote, bereits dort!
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bitte daher die Kollegen von der ÖVP: Bleiben wir bei unserem Bekenntnis zu einer aufkommensneutralen strukturellen Steuerreform! Bis 2015 haben wir keinen Platz für Steuergeschenke. Wenn wir uns darauf einigen können, glaube ich, können wir eine gute Reformarbeit auch in dem Bereich vorlegen, und ich glaube, der Wähler wird uns, beiden Parteien, das im Jahr 2013 positiv quittieren. Wir werden zeigen: Wir können es!, so wie wir es auch bisher gezeigt haben. – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Sumpf, den es da in Kärnten gegeben hat, aufkommen muss. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Bucher spricht gerade mit Abg. Haubner
Herr Kollege Bucher, wenn Sie das verleugnen, dann muss ich Ihnen sagen (Abg. Bucher spricht gerade mit Abg. Haubner) – vielleicht könnten Sie mir zuhören, dann könnten Sie auch vernehmen, was ich zu sagen habe zu den Ausführungen, die Sie uns heute geboten haben –: Wir haben in Österreich aufgrund einer Krisensituation in den letzten Jahren schwierige Zeiten erlebt. Wir haben mit Arbeitsmarktpaketen, mit Konjunkturpaketen trachten müssen, unsere Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen oder in Beschäftigung zu halten. Das ist etwas, wofür man unter Umständen natürlich auch neue Schulden machen muss beziehungsweise mehr ausgeben muss, als man sich eigentlich vorgenommen hat.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Selbstverständlich haben wir auch im Jahr 2009, als wir eine Tarifsenkung vorgenommen haben mit einer Steuerreform für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, gemeint, dass wir weitere Schritte setzen können. – Dann kam die Krise, und ich glaube, dass wir den in Österreich lebenden Menschen damit gedient haben, dass wir diese Krise mit Bravour gemeistert haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Und dafür möchte ich Josef Pröll heute noch danken, weil er Österreich wirklich viel besser aus der Krise gebracht hat, als so manches andere europäische Land dies bewerkstelligt hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Selbstverständlich haben wir auch im Jahr 2009, als wir eine Tarifsenkung vorgenommen haben mit einer Steuerreform für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, gemeint, dass wir weitere Schritte setzen können. – Dann kam die Krise, und ich glaube, dass wir den in Österreich lebenden Menschen damit gedient haben, dass wir diese Krise mit Bravour gemeistert haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Und dafür möchte ich Josef Pröll heute noch danken, weil er Österreich wirklich viel besser aus der Krise gebracht hat, als so manches andere europäische Land dies bewerkstelligt hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Herr Kollege Lugar, was Sie über Josef Pröll gesagt haben, der angeblich nicht wegen seiner Gesundheit allein, sondern wegen Erwin Pröll gegangen ist, richtet sich von selbst. Das ist unrühmlich! Und ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen: Hätte damals, als Jörg Haider den Unfall gehabt hat, jemand von uns hier am Rednerpult nur irgendetwas in geringschätzender oder abfälliger Weise gesagt, hätten Sie sich wahrscheinlich als Allererster aufgeregt. So etwas tut man nicht, und ich hoffe, dass Sie sich dafür, sollte es einmal die Gelegenheit geben, hier auch entschuldigen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
Das muss man schon einmal auch hier sagen, weil viele immer irgendwelche romantischen oder sonstigen Wortspenden abgeben zum Thema, wer hier Arbeitsplätze schafft: Die Wirtschaft schafft die Arbeitsplätze! Das kann ich Ihnen als Arbeitnehmervertreterin sagen. Und ich halte nichts davon, dass wir sagen: Wir haben Steuern für Unternehmen gesenkt, wir haben Steuergeschenke gemacht, nur damit wir Unternehmen herholen! – Ja, das war gut, denn damit haben wir wenigstens auch Arbeitsplätze geschaffen, und wir haben dadurch immer wieder mehr Beschäftigte gehabt. Wir haben heute die drittniedrigste Arbeitslosenrate in Europa (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP) und auch in der EU, und ich glaube, es ist sehr wichtig, dass wir auf diesem Weg weitergehen – und da kann die Opposition noch so schreien.
Abg. Ing. Hofer: Verwaltungsreform zum Beispiel!
Aber zum Thema Sparen sollten wir schon eines anmerken, was die Oppositionsparteien betrifft: Wir haben hier im Parlament Anträge von den Oppositionsparteien (Abg. Ing. Hofer: Verwaltungsreform zum Beispiel!), in denen die jährliche Valorisie
Abg. Vilimsky: Griechenland!
rung von Familienleistungen gefordert wird, oder auch das Müttergehalt, das die FPÖ fordert. Würden wir das alles in einem Paket umsetzen, würde uns das wahrscheinlich 10 Milliarden € kosten. Sie haben uns aber noch nicht gesagt, wie diese 10 Milliarden € hereinkommen sollen. (Abg. Vilimsky: Griechenland!) Wenn Sie uns das einmal sagen, dann werden wir vielleicht auch über Ihre Anträge ernsthaft diskutieren können. Bisher haben Sie uns davon noch nichts berichtet. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
rung von Familienleistungen gefordert wird, oder auch das Müttergehalt, das die FPÖ fordert. Würden wir das alles in einem Paket umsetzen, würde uns das wahrscheinlich 10 Milliarden € kosten. Sie haben uns aber noch nicht gesagt, wie diese 10 Milliarden € hereinkommen sollen. (Abg. Vilimsky: Griechenland!) Wenn Sie uns das einmal sagen, dann werden wir vielleicht auch über Ihre Anträge ernsthaft diskutieren können. Bisher haben Sie uns davon noch nichts berichtet. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.
Ich kann Frau Bundesministerin Fekter nur alles Gute wünschen. Sie hat ein gut bestelltes Haus, sie hat gute Experten. Josef Pröll hat als ihr Vorgänger sehr gute Leistungen erbracht. Sie wird diesen erfolgreichen Weg fortsetzen. Ich freue mich schon jetzt auf die Zusammenarbeit und wünsche ihr alles Gute für ihre neue Aufgabe. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Bartenstein: Ui, ui, ui, ui, ui! ...!
Abgeordneter Werner Neubauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Ich bin sehr froh über die heutige Debatte, weil sie ganz eindeutig eines zeigt: Es gibt in diesem Haus nur eine einzige Partei und einen Parteiobmann – HC Strache –, die für die Österreicherinnen und Österreicher (Abg. Dr. Bartenstein: Ui, ui, ui, ui, ui! ...!) dafür einstehen, deren Interessen auch für sie hier in diesem Haus zu vertreten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Werner Neubauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Ich bin sehr froh über die heutige Debatte, weil sie ganz eindeutig eines zeigt: Es gibt in diesem Haus nur eine einzige Partei und einen Parteiobmann – HC Strache –, die für die Österreicherinnen und Österreicher (Abg. Dr. Bartenstein: Ui, ui, ui, ui, ui! ...!) dafür einstehen, deren Interessen auch für sie hier in diesem Haus zu vertreten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Hornek: Weniger gespürt als alle anderen!
Frau Minister Fekter, wie kann ein Mensch so zynisch sein zu vermeinen, die letzte Krise hätte die österreichische Bevölkerung nicht gespürt? (Abg. Hornek: Weniger gespürt als alle anderen!) Ja sagen Sie einmal, haben Sie nicht mitbekommen, welche Einbußen die Österreicherinnen und Österreicher gehabt haben, sei es bei den Familien, sei es bei den Senioren, sei es in allen anderen Bereichen? – Sie waren heute zynisch. Das lassen wir nicht zu. Hier muss eine Umkehr in der Politik, was den Anstand betrifft, einkehren, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das kann es so nicht sein. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Minister Fekter, wie kann ein Mensch so zynisch sein zu vermeinen, die letzte Krise hätte die österreichische Bevölkerung nicht gespürt? (Abg. Hornek: Weniger gespürt als alle anderen!) Ja sagen Sie einmal, haben Sie nicht mitbekommen, welche Einbußen die Österreicherinnen und Österreicher gehabt haben, sei es bei den Familien, sei es bei den Senioren, sei es in allen anderen Bereichen? – Sie waren heute zynisch. Das lassen wir nicht zu. Hier muss eine Umkehr in der Politik, was den Anstand betrifft, einkehren, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das kann es so nicht sein. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein – auf den leeren Sitzplatz des Abg. Strache weisend –: Der Herr Strache ...!
Erklären Sie doch den Voest-Arbeitern, die gekündigt wurden oder in Teilzeitarbeit gehen mussten, dass Sie an der Krise vorbei regiert haben! Ja wie soll denn das gehen? – Herr Kollege Krainer – der wieder einmal nicht im Saal ist, genauso wie Herr Klubobmann Cap (Abg. Dr. Bartenstein – auf den leeren Sitzplatz des Abg. Strache weisend –: Der Herr Strache ...!) –, die Sozialdemokratie will sich dieser Debatte offenbar nicht stellen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich werde Ihnen einige Beispiele dafür sagen, was hier passiert ist.
Abg. Riepl: ... Pensionsraub der Blauen!
Wir haben in Österreich eine Durchschnittspension von 941 €. Darauf sollen wir stolz sein, Herr Kollege?! Sie wollen darauf stolz sein?! – Die Leute haben so einen Hals, wenn sie das hören! Und wissen Sie, warum? (Abg. Riepl: ... Pensionsraub der Blauen!) Während Sie nämlich von der Mindestrente, Mindestpension und Mindestsicherung reden, zupfen Sie gleichzeitig den Pensionisten den Alleinverdienerabsetzbetrag auch noch, lassen sie 23 Monate länger auf ihre Pension warten und lassen sie auf ihr Urlaubsgeld warten. Sie sollten sich dafür schämen als Sozialist! Das kann ich Ihnen sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir haben in Österreich eine Durchschnittspension von 941 €. Darauf sollen wir stolz sein, Herr Kollege?! Sie wollen darauf stolz sein?! – Die Leute haben so einen Hals, wenn sie das hören! Und wissen Sie, warum? (Abg. Riepl: ... Pensionsraub der Blauen!) Während Sie nämlich von der Mindestrente, Mindestpension und Mindestsicherung reden, zupfen Sie gleichzeitig den Pensionisten den Alleinverdienerabsetzbetrag auch noch, lassen sie 23 Monate länger auf ihre Pension warten und lassen sie auf ihr Urlaubsgeld warten. Sie sollten sich dafür schämen als Sozialist! Das kann ich Ihnen sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Hornek: Das habt ihr schon alles hinter euch!
Sie wollen darauf stolz sein? – Sozialistisch, Herr Kollege, heißt eben noch lange nicht sozial. Das ist das große Problem der Sozialdemokratie, das Sie haben. Und da müssen Sie dazulernen, denn sonst werden Ihnen die letzten Wähler davonlaufen. Ich habe Ihnen damals vor einem Jahr vorhergesagt: Wenn Sie glauben, dass das das Ende von Wahlniederlagen der SPÖ war, Sie werden sich täuschen! – Ich habe Ihnen das vor einem Jahr prophezeit, und bei der nächsten Wahl, bei der Voest, werden Sie wieder verlieren! Bei der Voest-Betriebsratswahl, wo sich die SPÖ selbst in die Luft gesprengt hat, da werden Sie wieder verlieren, und bei den nächsten Landtagswahlen wieder und bei der nächsten Nationalratswahl wieder. – Das werden Sie sehen (Abg. Hornek: Das habt ihr schon alles hinter euch!), und dann wird die Freiheitliche Partei mit Bundesparteiobmann Strache endlich einmal zeigen können, was er kann, und dann wird es in diesem Land eine Reform geben, wovor Sie sich immer schon gefürchtet haben, meine sehr geehrten Damen und Herren! Und das wird nicht aufzuhalten sein. (Abg. Riepl: Der Strache ist schon heimgegangen!)
Abg. Riepl: Der Strache ist schon heimgegangen!
Sie wollen darauf stolz sein? – Sozialistisch, Herr Kollege, heißt eben noch lange nicht sozial. Das ist das große Problem der Sozialdemokratie, das Sie haben. Und da müssen Sie dazulernen, denn sonst werden Ihnen die letzten Wähler davonlaufen. Ich habe Ihnen damals vor einem Jahr vorhergesagt: Wenn Sie glauben, dass das das Ende von Wahlniederlagen der SPÖ war, Sie werden sich täuschen! – Ich habe Ihnen das vor einem Jahr prophezeit, und bei der nächsten Wahl, bei der Voest, werden Sie wieder verlieren! Bei der Voest-Betriebsratswahl, wo sich die SPÖ selbst in die Luft gesprengt hat, da werden Sie wieder verlieren, und bei den nächsten Landtagswahlen wieder und bei der nächsten Nationalratswahl wieder. – Das werden Sie sehen (Abg. Hornek: Das habt ihr schon alles hinter euch!), und dann wird die Freiheitliche Partei mit Bundesparteiobmann Strache endlich einmal zeigen können, was er kann, und dann wird es in diesem Land eine Reform geben, wovor Sie sich immer schon gefürchtet haben, meine sehr geehrten Damen und Herren! Und das wird nicht aufzuhalten sein. (Abg. Riepl: Der Strache ist schon heimgegangen!)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Riepl: Der Strache ist schon gegangen! Der hält diese Rede gar nicht aus!
Bei den Pensionisten, meine sehr geehrten Damen und Herren, da hat die Volksanwaltschaft festgestellt: 426 Beschwerden, die nicht behandelt wurden. Es wurden 283 Beschwerden nicht einmal bearbeitet. Das sind Ihre Freunde, die das liegen gelassen haben, zum Schaden der Pensionisten! Die Pensionisten werden Ihnen dafür die Rechnung präsentieren, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Riepl: Der Strache ist schon gegangen! Der hält diese Rede gar nicht aus!)
Rufe beim BZÖ: Tausend! Tausend!
Und eines noch, Frau Kollegin Tamandl, wenn Sie sagen, die Opposition hat keine Vorschläge: Über 700 Anträge haben Sie vertragt, die liegen in den Ausschüssen! (Rufe beim BZÖ: Tausend! Tausend!) Arbeiten Sie endlich! Nehmen Sie die Reformen, die der Rechnungshof vorgeschlagen hat, ernst! Allein bei der Verwaltungsreform sind 7 Milliarden € zu haben. Dafür können Sie 200 Anträge von uns sofort umsetzen, meine Damen und Herren! Das ist die Wahrheit. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Riepl: Nicht so aufregen! Sie haben schon einen ganz blauen Kopf!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Riepl: Nicht so aufregen! Sie haben schon einen ganz blauen Kopf!
Und eines noch, Frau Kollegin Tamandl, wenn Sie sagen, die Opposition hat keine Vorschläge: Über 700 Anträge haben Sie vertragt, die liegen in den Ausschüssen! (Rufe beim BZÖ: Tausend! Tausend!) Arbeiten Sie endlich! Nehmen Sie die Reformen, die der Rechnungshof vorgeschlagen hat, ernst! Allein bei der Verwaltungsreform sind 7 Milliarden € zu haben. Dafür können Sie 200 Anträge von uns sofort umsetzen, meine Damen und Herren! Das ist die Wahrheit. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Riepl: Nicht so aufregen! Sie haben schon einen ganz blauen Kopf!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das war die absurdeste Rede, ...! Kraut und Rüben! – Abg. Neubauer – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Sie haben es notwendig! Haben Sie überhaupt Ihre Unterlagen schon offengelegt?
Wenn Sie heute bei diesem wichtigen Thema meinen, Sie können sich da drübermogeln, dann kann ich Ihnen eines sagen: Die Freiheitliche Partei schaut auf das Geld unserer Leute und nicht auf das Geld anderer Leute! Allein im letzten Monat wurden in Wien 5,3 Millionen € für ausländische Institutionen finanziert – Subventionen für Integration, wo Sie immer sagen, das kostet alles nichts. Dafür ist Geld da, für die eigenen Leute nicht! – Wir als Freiheitliche Partei werden dafür sorgen, dass sich das umdreht. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das war die absurdeste Rede, ...! Kraut und Rüben! – Abg. Neubauer – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Sie haben es notwendig! Haben Sie überhaupt Ihre Unterlagen schon offengelegt?)
Beifall beim BZÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Ing. Lugar. – Abg. Hornek: Das war ..., aber keine Berichtigung!
(Beifall beim BZÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Ing. Lugar. – Abg. Hornek: Das war ..., aber keine Berichtigung!)
Beifall bei den Grünen.
Zentrale Ziele, zentrale Bereiche, die für Wohlstand in Österreich wichtig sind, werden also mit diesem Budgetfahrplan verfehlt werden. – Es ist die erste Lesung. Es ist noch Zeit, Korrekturen vorzunehmen. Ich hoffe, SPÖ und ÖVP nehmen das als Nachdenkpause und es wird noch die entsprechenden Schwenks in Richtung Zukunftsinvestitionen geben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Stadler: Ja, die Finanzministerin! Die hat nichts gemerkt! Sie hat nichts gemerkt!
Abgeordneter Ernest Windholz (BZÖ): Geschätzter Herr Präsident! Hohes Haus! Von den beiden Regierungsvertretern sind wir kritisiert worden. Sie wollen also die Kritik nicht wahrnehmen. Ich zitiere jetzt, was die neue Frau Finanzministerin zu uns gesagt hat: Die Bevölkerung hat von der Krise nichts gemerkt. – Glaubt das hier irgendjemand? (Abg. Mag. Stadler: Ja, die Finanzministerin! Die hat nichts gemerkt! Sie hat nichts gemerkt!) – Ich sage Ihnen, jeder hat das gemerkt, und keiner positiv! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Sie hat nichts gemerkt, nein!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Sie hat nichts gemerkt, nein!
Abgeordneter Ernest Windholz (BZÖ): Geschätzter Herr Präsident! Hohes Haus! Von den beiden Regierungsvertretern sind wir kritisiert worden. Sie wollen also die Kritik nicht wahrnehmen. Ich zitiere jetzt, was die neue Frau Finanzministerin zu uns gesagt hat: Die Bevölkerung hat von der Krise nichts gemerkt. – Glaubt das hier irgendjemand? (Abg. Mag. Stadler: Ja, die Finanzministerin! Die hat nichts gemerkt! Sie hat nichts gemerkt!) – Ich sage Ihnen, jeder hat das gemerkt, und keiner positiv! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Sie hat nichts gemerkt, nein!)
Abg. Petzner: Mit der Kieberei!
Diese Krise hat voll durchgeschlagen, und unsere Finanzministerin ist wahrscheinlich die Einzige in ganz Österreich, die von der Krise nichts gemerkt hat. Sie war ganz beschäftigt mit dem Innenministerium (Abg. Petzner: Mit der Kieberei!) – auf dessen Zustände werden wir noch zu sprechen kommen, denn die neue Innenministerin hat in einer Erstdiagnose festgestellt, dort „pfeift“ es. – Sie hat also nichts gemerkt. Sie hat uns gesagt, es wird kein Sparpaket für Familien geben. (Abg. Kickl: Sie hat auch gesagt, dass man von der Krise nichts gemerkt hat!) Nun, wir erwarten uns auch kein Sparpaket, wir erwarten uns eine Besserstellung der Familien. (Ruf: Das passiert auch!) – „Das passiert auch“?
Abg. Kickl: Sie hat auch gesagt, dass man von der Krise nichts gemerkt hat!
Diese Krise hat voll durchgeschlagen, und unsere Finanzministerin ist wahrscheinlich die Einzige in ganz Österreich, die von der Krise nichts gemerkt hat. Sie war ganz beschäftigt mit dem Innenministerium (Abg. Petzner: Mit der Kieberei!) – auf dessen Zustände werden wir noch zu sprechen kommen, denn die neue Innenministerin hat in einer Erstdiagnose festgestellt, dort „pfeift“ es. – Sie hat also nichts gemerkt. Sie hat uns gesagt, es wird kein Sparpaket für Familien geben. (Abg. Kickl: Sie hat auch gesagt, dass man von der Krise nichts gemerkt hat!) Nun, wir erwarten uns auch kein Sparpaket, wir erwarten uns eine Besserstellung der Familien. (Ruf: Das passiert auch!) – „Das passiert auch“?
Ruf: Das passiert auch!
Diese Krise hat voll durchgeschlagen, und unsere Finanzministerin ist wahrscheinlich die Einzige in ganz Österreich, die von der Krise nichts gemerkt hat. Sie war ganz beschäftigt mit dem Innenministerium (Abg. Petzner: Mit der Kieberei!) – auf dessen Zustände werden wir noch zu sprechen kommen, denn die neue Innenministerin hat in einer Erstdiagnose festgestellt, dort „pfeift“ es. – Sie hat also nichts gemerkt. Sie hat uns gesagt, es wird kein Sparpaket für Familien geben. (Abg. Kickl: Sie hat auch gesagt, dass man von der Krise nichts gemerkt hat!) Nun, wir erwarten uns auch kein Sparpaket, wir erwarten uns eine Besserstellung der Familien. (Ruf: Das passiert auch!) – „Das passiert auch“?
Beifall beim BZÖ.
wir im Finanzbereich jetzt haben, erfordert Maßnahmen, die sofort greifen, nicht irgendetwas, das Sie für 2014 in Aussicht stellen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kickl: Schon viel zu lang!
Frau Ministerin, Sie haben dann diese dramatischen Schulden beklagt und gemeint, diese werden uns in der Zukunft beeinträchtigen, und alles, was in der Vergangenheit passiert ist, das war ja so schrecklich. – Ich darf in Erinnerung rufen: Seit einem Vierteljahrhundert sitzt die ÖVP in dieser Bundesregierung – 25 Jahre! (Abg. Kickl: Schon viel zu lang!) Sie aber treten von allem ab, Sie haben damit „nichts zu tun“. Und Sie werden uns gleich erklären, das war wahrscheinlich der Bruno Kreisky irgendwann. – Sie haben diese Politik parteipolitisch zu verantworten! Jammern Sie nicht herum, beklagen Sie es nicht, sondern nehmen Sie zur Kenntnis, dass das Ihre Bilanz ist, die Bilanz der ÖVP! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Frau Ministerin, Sie haben dann diese dramatischen Schulden beklagt und gemeint, diese werden uns in der Zukunft beeinträchtigen, und alles, was in der Vergangenheit passiert ist, das war ja so schrecklich. – Ich darf in Erinnerung rufen: Seit einem Vierteljahrhundert sitzt die ÖVP in dieser Bundesregierung – 25 Jahre! (Abg. Kickl: Schon viel zu lang!) Sie aber treten von allem ab, Sie haben damit „nichts zu tun“. Und Sie werden uns gleich erklären, das war wahrscheinlich der Bruno Kreisky irgendwann. – Sie haben diese Politik parteipolitisch zu verantworten! Jammern Sie nicht herum, beklagen Sie es nicht, sondern nehmen Sie zur Kenntnis, dass das Ihre Bilanz ist, die Bilanz der ÖVP! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Staatsreform!
Kommen wir jetzt einmal zu einem Bereich, wo uns auch immer wieder Versprechungen gemacht wurden, sogar sehr glaubwürdig, von Josef Pröll, nämlich zum Bereich der Reformen. Ich zähle sie Ihnen auf: Schulreform – wann kommt sie, wie kommt sie? Gesundheitsreform – wann kommt sie, wie kommt sie? Verwaltungsreform – wann kommt sie, wie kommt sie? (Abg. Mag. Stadler: Staatsreform!) Staatsreform, Entbürokratisierung, schlanker Staat, Wehrpflicht/Bundesheer, ÖBB-Reform – keine Antwort, keine einzige Antwort auf diese Fragen! (Abg. Mag. Stadler: Seit zwei Tagen!)
Abg. Mag. Stadler: Seit zwei Tagen!
Kommen wir jetzt einmal zu einem Bereich, wo uns auch immer wieder Versprechungen gemacht wurden, sogar sehr glaubwürdig, von Josef Pröll, nämlich zum Bereich der Reformen. Ich zähle sie Ihnen auf: Schulreform – wann kommt sie, wie kommt sie? Gesundheitsreform – wann kommt sie, wie kommt sie? Verwaltungsreform – wann kommt sie, wie kommt sie? (Abg. Mag. Stadler: Staatsreform!) Staatsreform, Entbürokratisierung, schlanker Staat, Wehrpflicht/Bundesheer, ÖBB-Reform – keine Antwort, keine einzige Antwort auf diese Fragen! (Abg. Mag. Stadler: Seit zwei Tagen!)
Beifall beim BZÖ.
Wenn ich dann höre, wie Kollege Krainer von der SPÖ eigentlich in völlig entlarvender Art und Weise gesagt hat, dass der Druck zum Sparen nicht mehr so groß sei, weil die Konjunktur anspringt, so sage ich dazu: Egal, ob die Konjunktur anspringt oder nicht, egal, ob wir jetzt ein größeres oder kleineres Defizit haben, diese Reformen warten seit Jahrzehnten auf Umsetzung, denn das, was wir jetzt haben, ist nicht fair, ist nicht gerecht. Wir wollen einen schlanken, einen besseren Staat, und daher die Reformen sofort! Und erzählen Sie nicht immer, da gibt es keine Zweidrittelmehrheit! Ich bin zwar nicht autorisiert von allen drei Oppositionsparteien, aber ich sage hier von diesem Rednerpult aus: Bei jeder vernünftigen Reform, die eine Verbesserung des Staates bringt, sind sie dabei. Es ist Ihre Pflicht, für diese Reformen zu sorgen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kößl: Bis 2011!
Wir haben auch einen Personalplan – und jetzt komme ich wieder zurück, denn Kollege Krainer hat ja gesagt, man soll sich einfach die Mühe machen, nachzusehen, was nicht alles versprochen wurde. Zum Thema Sicherheit hat diese Bundesregierung versprochen: 1 000 neue Planstellen für Polizisten. (Abg. Kößl: Bis 2011!) Jawohl, jährlich 200, sehr gut! Der Einwand der ÖVP: „Bis“ hat er schon gesagt; also Sie haben es ja gleich wieder relativiert. Groß haben Sie nur gesagt: „1 000 Polizisten mehr“, und das haben Sie plakatiert. – Ich habe Ihnen gesagt: Zwei Jahre Ausbildung; die Ersten, die spürbar werden, 2011. Und das geht dann bis weit nach dieser Legislaturperiode.
Abg. Kößl: Das ist eine massive Unterstellung!
Na, dann sehen wir einmal nach, was man im Innenministerium alles vorfindet: 2011: 31 583 Mitarbeiter, 2015: 31 695 Mitarbeiter. – So, Herr Kollege: Ein Plus von 112 Planstellen. Sie machen also eine Umschichtung. Die Verwaltung wird nicht weniger, die ist unter der Finanzministerin im Innenministerium massiv gestiegen, denn da waren sie immer damit beschäftigt, Statistiken so zu frisieren, dass es ein besseres Bild wird, das diese Bundesregierung abgibt. (Abg. Kößl: Das ist eine massive Unterstellung!) Eine massive Unterstellung? – Es ist die Wahrheit! Und die Wahrheit ist immerhin noch zumutbar. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Na, dann sehen wir einmal nach, was man im Innenministerium alles vorfindet: 2011: 31 583 Mitarbeiter, 2015: 31 695 Mitarbeiter. – So, Herr Kollege: Ein Plus von 112 Planstellen. Sie machen also eine Umschichtung. Die Verwaltung wird nicht weniger, die ist unter der Finanzministerin im Innenministerium massiv gestiegen, denn da waren sie immer damit beschäftigt, Statistiken so zu frisieren, dass es ein besseres Bild wird, das diese Bundesregierung abgibt. (Abg. Kößl: Das ist eine massive Unterstellung!) Eine massive Unterstellung? – Es ist die Wahrheit! Und die Wahrheit ist immerhin noch zumutbar. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Petzner: Der Kurz ist da! – Abg. Scheibner: Der Staatssekretär ist da!
Im Innenministerium haben wir jetzt die neue Innenministerin Mikl-Leitner (der Redner dreht sich zur Regierungsbank um) – halt, die ist auch schon wieder weggegangen. (Abg. Petzner: Der Kurz ist da! – Abg. Scheibner: Der Staatssekretär ist da!) Die hat uns erklärt, alles „pfeift“ im Innenministerium. Ich möchte es gar nicht kritisch hinterfragen, warum die alle pfeifen. Sie sollten jetzt endlich zur Kenntnis nehmen, dass die innerliche Kündigung dort massiv vorhanden ist. Die neue Innenministerin sollte Vertrauen geben, und sie sollte von der bisher geübten Praxis der Parteibuchwirtschaft endlich Abstand nehmen. Das ist das Kernübel. Ich habe mich nur gefreut, dass sie nicht sogar gesagt hat, der Strasser ist ein großes Vorbild. Vor einem halben Jahr hätte sie das vielleicht noch gesagt. Ich hoffe, dass die Innenministerin einen neuen Weg beschreitet (Abg. Dr. Bartenstein: Einen rot-weiß-roten!), jedenfalls einen anderen als die scheidende, die jetzt ins Finanzministerium gerückt ist.
Abg. Dr. Bartenstein: Einen rot-weiß-roten!
Im Innenministerium haben wir jetzt die neue Innenministerin Mikl-Leitner (der Redner dreht sich zur Regierungsbank um) – halt, die ist auch schon wieder weggegangen. (Abg. Petzner: Der Kurz ist da! – Abg. Scheibner: Der Staatssekretär ist da!) Die hat uns erklärt, alles „pfeift“ im Innenministerium. Ich möchte es gar nicht kritisch hinterfragen, warum die alle pfeifen. Sie sollten jetzt endlich zur Kenntnis nehmen, dass die innerliche Kündigung dort massiv vorhanden ist. Die neue Innenministerin sollte Vertrauen geben, und sie sollte von der bisher geübten Praxis der Parteibuchwirtschaft endlich Abstand nehmen. Das ist das Kernübel. Ich habe mich nur gefreut, dass sie nicht sogar gesagt hat, der Strasser ist ein großes Vorbild. Vor einem halben Jahr hätte sie das vielleicht noch gesagt. Ich hoffe, dass die Innenministerin einen neuen Weg beschreitet (Abg. Dr. Bartenstein: Einen rot-weiß-roten!), jedenfalls einen anderen als die scheidende, die jetzt ins Finanzministerium gerückt ist.
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Kickl: Das wäre gescheit!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, der Haftrücklass ist ein kluges Argument. Wissen Sie, was? Ich würde Ihnen vorschlagen, allen Steuerzahlern einen Haftrücklass zu geben! Sie sollen die Steuern so lange einbehalten, bis Sie endlich einmal wirksame Reformen in dieser Republik umsetzen. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Kickl: Das wäre gescheit!)
Abg. Kickl: Der steirische soziale Kahlschlag!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Steßl-Mühlbacher. – Bitte. (Abg. Kickl: Der steirische soziale Kahlschlag!)
Abg. Kickl: Die sozialpolitische Abrissbirne!
Abgeordnete Mag. Sonja Steßl-Mühlbacher (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! (Abg. Kickl: Die sozialpolitische Abrissbirne!) Nachdem wir uns in der größten Wirtschafts- und Finanzkrise gut etabliert haben, stehen wir vor großen Herausforderungen, Herr Kollege Kickl! (Abg. Mag. Stadler: Worüber würden die reden, wenn es keine Krise gegeben hätte? Wie die Papageien plappern das alle nach! – Abg. Silhavy – in Richtung des Abg. Mag. Stadler –: Das ist für die, die sich das nicht merken, Kollege Stadler!)
Abg. Mag. Stadler: Worüber würden die reden, wenn es keine Krise gegeben hätte? Wie die Papageien plappern das alle nach! – Abg. Silhavy – in Richtung des Abg. Mag. Stadler –: Das ist für die, die sich das nicht merken, Kollege Stadler!
Abgeordnete Mag. Sonja Steßl-Mühlbacher (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! (Abg. Kickl: Die sozialpolitische Abrissbirne!) Nachdem wir uns in der größten Wirtschafts- und Finanzkrise gut etabliert haben, stehen wir vor großen Herausforderungen, Herr Kollege Kickl! (Abg. Mag. Stadler: Worüber würden die reden, wenn es keine Krise gegeben hätte? Wie die Papageien plappern das alle nach! – Abg. Silhavy – in Richtung des Abg. Mag. Stadler –: Das ist für die, die sich das nicht merken, Kollege Stadler!)
Abg. Kickl – in Richtung SPÖ –: Sie gehört zur Fraktion der sozialen Abrissbirnen!
Auf der einen Seite müssen wir konsolidieren, aber auf der anderen Seite müssen wir das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung fördern. (Abg. Kickl – in Richtung SPÖ –: Sie gehört zur Fraktion der sozialen Abrissbirnen!) Wir haben bereits ein Konsolidierungspaket geschnürt, und dieses Finanzrahmengesetz basiert auf diesem Paket mit Offensivmaßnahmen. Wenn man sich das BMVIT ansieht, sieht man die Ausgabenentwicklung: 2011 plus 20 Millionen, 2012 plus 25 Millionen, 2013 plus 30 Millionen, 2014 plus 35 Millionen und 2015 plus 35 Millionen. (Abg. Kickl: Schauen Sie sich die Steiermark an! Die Leute tanzen auf der Straße! Freudentänze am 1. Mai!)
Abg. Kickl: Schauen Sie sich die Steiermark an! Die Leute tanzen auf der Straße! Freudentänze am 1. Mai!
Auf der einen Seite müssen wir konsolidieren, aber auf der anderen Seite müssen wir das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung fördern. (Abg. Kickl – in Richtung SPÖ –: Sie gehört zur Fraktion der sozialen Abrissbirnen!) Wir haben bereits ein Konsolidierungspaket geschnürt, und dieses Finanzrahmengesetz basiert auf diesem Paket mit Offensivmaßnahmen. Wenn man sich das BMVIT ansieht, sieht man die Ausgabenentwicklung: 2011 plus 20 Millionen, 2012 plus 25 Millionen, 2013 plus 30 Millionen, 2014 plus 35 Millionen und 2015 plus 35 Millionen. (Abg. Kickl: Schauen Sie sich die Steiermark an! Die Leute tanzen auf der Straße! Freudentänze am 1. Mai!)
Abg. Steibl: Dank der Frau Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder!
Für mich als steirische Abgeordnete ist es besonders erfreulich, dass sich in der Steiermark drei der fünf österreichischen K2-Zentren befinden, denn bereits jetzt verfügt Österreich über sehr innovative Unternehmen, über K-Zentren, über eine wirklich sehr gute Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft, über eine große außeruniversitäre Forschungslandschaft, aber auch über eine universitäre Forschungslandschaft (Abg. Steibl: Dank der Frau Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder!) – und das bringt mich zum nächsten Punkt, und zwar zu den Universitäten.
Beifall bei der SPÖ.
Es ist wichtig, dass wir den Zugang zu den Universitäten ohne Hürden gestalten. Es gibt nicht zu viele Studierende, sondern es gibt zu schlechte Studienbedingungen. Daher werden die Budgetverhandlungen für den neuen Wissenschaftsminister eine Herausforderung darstellen. Ich setze aber auf eine Einigkeit innerhalb der Regierung, dass die Unis mehr Geld brauchen. Wie man heute von unserem Bundeskanzler und auch von der Frau Finanzminister gehört hat, bekennen sie sich dazu, mehr in die Bildung, mehr in die Wissenschaft und mehr in die Forschung zu investieren und nicht am falschen Platz zu sparen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Der Herr Bundeskanzler sitzt jetzt nicht mehr auf der Regierungsbank, aber ich wundere mich schon darüber, dass er gestern in Interviews verkündet hat, es sei alles im grünen Bereich. Das ist es nicht. Strukturell haben wir erhebliche Probleme, Gelblicht ist angesagt, und die Ministerin ist in jeder Beziehung zu unterstützen, wenn sie sagt, Neuausgaben wunderbar, aber wer immer mit solchen Wünschen kommt, möge auch einen Bedeckungsvorschlag vorlegen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen, 150 Millionen € sind in diesen kargen Zeiten kein Pappenstiel. So kann man nicht arbeiten. Ich würde Sie bitten, diese Missstände in Ihrem Haus, aber auch innerhalb der Regierung abzustellen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Ans Fernsehen brauchen Sie jetzt nicht zu denken!
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! (Abg. Mag. Stadler: Ans Fernsehen brauchen Sie jetzt nicht zu denken!) – Aber da oben auf der Galerie schauen immerhin Besucherinnen und Besucher zu, die sind auch zu begrüßen, oder? (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! (Abg. Mag. Stadler: Ans Fernsehen brauchen Sie jetzt nicht zu denken!) – Aber da oben auf der Galerie schauen immerhin Besucherinnen und Besucher zu, die sind auch zu begrüßen, oder? (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Fürs Protokoll: Sechs Applaudierer!
Ich kann Ihnen schon einen Bereich nennen, in dem es sehr, sehr schmerzhafte Einschnitte gibt. Sie können raten, ich habe es auch gestern schon gesagt: Es ist die Entwicklungszusammenarbeit. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Fürs Protokoll: Sechs Applaudierer!)
Beifall bei den Grünen.
Was heißt Entwicklungszusammenarbeit? – Das heißt nichts anderes, als dort Stabilität zu erzeugen, wo soziale Unruhen bestehen, wo soziale Ungerechtigkeit stattfindet, wo Länder noch nicht so weit sind in ihrer Demokratie. Das ist ganz wichtig. Das haben wir auch jetzt an den Beispielen in Nordafrika gesehen. Also: Sie haben es nicht verstanden, erkundigen Sie sich ein bisschen! Die Leute verstehen es ganz gut. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Ich würde bitten, dass in Zukunft auch der Herr Außenminister – er ist heute nicht hier – nicht permanent Dinge verspricht und sich um neue Ämter bewirbt wie um einen Platz im Sicherheitsrat, jetzt im UN-Menschenrechtsrat, sich aber vor lauter Bewerben nicht um das eigentliche Engagement kümmert. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Mag. Stefan und Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ich würde Sie bitten, das in Zukunft beherzter anzugehen, in die Zukunft zu schauen und nicht nur nachträglich oft Maßnahmen als Gender Budgeting zu deklarieren. So wird das keine ernste Angelegenheit. (Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Mag. Stefan und Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Sie können ruhig lachen. Auch wenn Sie Gender Budgeting immer wieder witzig finden, es wirkt sich ganz entscheidend auf Frauen und Männer aus. Das mit den Frauen vergessen Sie halt so gerne, okay. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich würde Sie bitten, das in Zukunft beherzter anzugehen, in die Zukunft zu schauen und nicht nur nachträglich oft Maßnahmen als Gender Budgeting zu deklarieren. So wird das keine ernste Angelegenheit. (Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Mag. Stefan und Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Sie können ruhig lachen. Auch wenn Sie Gender Budgeting immer wieder witzig finden, es wirkt sich ganz entscheidend auf Frauen und Männer aus. Das mit den Frauen vergessen Sie halt so gerne, okay. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Schwentner: Ja!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Frau Abgeordnete Schwentner, Sie waren so überrascht, als wir bei Ihrer Sequenz zu einer besseren Dotierung der Außenpolitik applaudiert haben. (Abg. Mag. Schwentner: Ja!) Das war ernst gemeint, denn auch die Frage der Entwicklungszusammenarbeit, nämlich einer vernünftigen Entwicklungszusammenarbeit, im Rahmen derer man auch Schwerpunkte setzt, sodass Menschen auch in ihrer Heimat eine Zukunft finden können, damit eben auch Migration zu uns verhindert wird, ist oder wäre natürlich in der Außenpolitik eine wichtige Aufgabe der Zukunft, Frau Finanzministerin, sodass man eben nicht, wie das auch jetzt bei dieser Budgetvorschau gemacht wird, rasenmäherartig über alle Ressorts drüberfährt. – Da sieht man richtig die Bürokraten mit ihrem gespitzten Bleistift in ihren Schreibstuben sitzen und Budgetposten herunterstreichen, ohne dass man wirklich eine Zukunftsstrategie für die jeweiligen Ressorts ansetzt.
Beifall beim BZÖ.
Ich möchte mich jetzt gar nicht damit auseinandersetzen, wie verschiedene Alternativen dort zu bewerten sind, aber grundsätzlich wäre es doch eine Aufgabe für ein kleines Land wie Österreich, sich Nischen zu suchen, um auch wirklich Hilfestellungen zu geben, auch kleinen Ländern. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Es gäbe im Nahen Osten für Österreich die Möglichkeit, solche Nischen zu finden. Ein Beispiel ist der Oman, ein kleines stabiles Land. Wir waren voriges Jahr mit dem Herrn Präsidenten mit einer Parlamentarierdelegation dort. Im Oman hat es auch Demonstrationen gegeben, man hat aber positiv darauf reagiert und Minister ausgetauscht. Im Herbst finden Wahlen statt, und wir versuchen gerade auf Ersuchen der dortigen Parlamentarier, die Kontakte zu intensivieren und zu zeigen, wie man solche Wahlen organisieren kann. Was ist die Reaktion des Außenministeriums? – Die dortige österreichische Botschaft wird aus Kostengründen gesperrt. (Zwischenruf des Abg. Hörl.) Wissen Sie, warum? Wissen Sie, was das kostet, lieber Kollege? – Die reinen Kosten betragen 500 000 € im Jahr. Für 500 000 € im Jahr nehmen wir uns die Chance, zu zeigen, dass ein kleines Land wie Österreich einem anderen kleinen Land in einer Krisenregion auf demokratischer Ebene Hilfestellung geben kann. Wenn das die Perspektiven dieser Bundesregierung sind – und das war jetzt nur ein kleines Schlaglicht –, dann tut es mir wirklich leid. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.
Es gäbe im Nahen Osten für Österreich die Möglichkeit, solche Nischen zu finden. Ein Beispiel ist der Oman, ein kleines stabiles Land. Wir waren voriges Jahr mit dem Herrn Präsidenten mit einer Parlamentarierdelegation dort. Im Oman hat es auch Demonstrationen gegeben, man hat aber positiv darauf reagiert und Minister ausgetauscht. Im Herbst finden Wahlen statt, und wir versuchen gerade auf Ersuchen der dortigen Parlamentarier, die Kontakte zu intensivieren und zu zeigen, wie man solche Wahlen organisieren kann. Was ist die Reaktion des Außenministeriums? – Die dortige österreichische Botschaft wird aus Kostengründen gesperrt. (Zwischenruf des Abg. Hörl.) Wissen Sie, warum? Wissen Sie, was das kostet, lieber Kollege? – Die reinen Kosten betragen 500 000 € im Jahr. Für 500 000 € im Jahr nehmen wir uns die Chance, zu zeigen, dass ein kleines Land wie Österreich einem anderen kleinen Land in einer Krisenregion auf demokratischer Ebene Hilfestellung geben kann. Wenn das die Perspektiven dieser Bundesregierung sind – und das war jetzt nur ein kleines Schlaglicht –, dann tut es mir wirklich leid. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Wissenschaftsminister, weil Sie mich jetzt ansehen, Folgendes: Sie haben mich gestern falsch verstanden. Auch in Ihrem Ressort wird rasenmäherartig eingespart, etwa bei der außeruniversitären Forschung. Sie haben gesagt, das werde jetzt alles in die Universitäten eingegliedert. Nein, es gibt wirklich gute und wichtige Institutionen – auch im Volksbildungsbereich –, die man nicht in die Universitäten eingliedern kann. Wir brauchen diese Institutionen, weil das Breitenwirkung erhält. Da geht es nicht um viele Millionen. Da ist es auch wieder so, dass die Beamten, die Bürokraten mit dem Bleistift agieren und versuchen, die Gelder hereinzubekommen, die wir woanders einsparen könnten, aber nicht im wichtigen Forschungs- und Wissenschaftsbereich. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Meine Damen und Herren von der Bundesregierung! Dort, wo es Ihnen weh tut, weil es in Ihre Bünde, in Ihre Pfründe und in Ihre Strukturen geht, werden Reformen abgeschafft und abgesagt. Aber wenn es darum geht, den Steuerzahler zu schröpfen und wichtige Initiativen abzuschaffen, sind Sie noch initiativ. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Ja, ja!
Herr Kollege Cap, wir haben ein fertiges Konzept für den Weg Österreichs in die Energieautarkie – Schritt für Schritt. (Abg. Dr. Cap: Ja, ja!) – Ja, wann fangen wir an? Wir haben das Konzept, wir arbeiten das gerne mit Ihnen aus.
Bundesminister Mag. Darabos hat soeben den Sitzungssaal betreten
Sicherheitspolitik: Meine Damen und Herren, was ist denn jetzt mit der Wehrpflicht? Herr Minister (Bundesminister Mag. Darabos hat soeben den Sitzungssaal betreten), oh, wunderbar! Wie geht es jetzt mit der Sicherheitsdoktrin und der Wehrpflicht weiter? Ist das jetzt auch alles abgesagt, wie ich so höre? Wir haben ein fix und fertiges Konzept auch für die Umsetzung in Richtung Freiwilligenheer, in Richtung gemeinsamer Sicherheitspolitik in Europa. Wir sind gerne bereit, auch mit Ihnen konstruktiv zusammenzuarbeiten. (Abg. Mag. Stadler: Da gibt es ein OV! Ein Onkel-Ver!)
Abg. Mag. Stadler: Da gibt es ein OV! Ein Onkel-Ver!
Sicherheitspolitik: Meine Damen und Herren, was ist denn jetzt mit der Wehrpflicht? Herr Minister (Bundesminister Mag. Darabos hat soeben den Sitzungssaal betreten), oh, wunderbar! Wie geht es jetzt mit der Sicherheitsdoktrin und der Wehrpflicht weiter? Ist das jetzt auch alles abgesagt, wie ich so höre? Wir haben ein fix und fertiges Konzept auch für die Umsetzung in Richtung Freiwilligenheer, in Richtung gemeinsamer Sicherheitspolitik in Europa. Wir sind gerne bereit, auch mit Ihnen konstruktiv zusammenzuarbeiten. (Abg. Mag. Stadler: Da gibt es ein OV! Ein Onkel-Ver!)
Beifall beim BZÖ.
Was ist los in dieser Regierung? Wo ist das Programm? Wir hätten uns gestern erwartet, dass die Richtlinien gesetzt werden. Durch alles andere setzen Sie sich nur dem Verdacht aus, dass Sie Zeit bis zu den nächsten Wahlen gewinnen wollen. Es wird Ihnen aber nicht gelingen, noch irgendetwas zu vernebeln, um das Wahldesaster, das sich in den Umfragen abzeichnet, zu verhindern. Ich fürchte, es wird auch nicht der Fall sein, dass Sie sich auf unsere konstruktiven Vorschläge einlassen und gemeinsam mit uns wirklich etwas für Österreich tun. Der Wähler wird entscheiden, wie es nach den nächsten Wahlen weitergeht – sicher besser als jetzt, denn schlechter kann es nicht mehr werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
unverschämten Attacken von Bucher und Strache Sachlichkeit in die Budgetdebatte eingekehrt ist. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Bei allen Diskussionen, die man führen kann, sollte man eines nicht vergessen: Wie wir die Krise alle zusammen – und ich meine auch die Oppositionsparteien – gemeistert haben und dass Österreich jetzt so dasteht – nicht optimal, das ist überhaupt keine Frage –, können wir als Erfolg werten. Wie wir jetzt weiter aufbauen können, ist wohl einzigartig in Europa, verdient Lob und würde auch von den härtesten Oppositionspolitikern etwas mehr Respekt verdienen. Dieser Meinung bin ich. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Ich habe geglaubt, die Sozialdemokraten sind ...! Es ist niemand da! Die schauen sich alle die Hochzeit an!
Ich meine, da sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: von 2010 bis 2012 jährlich 200 Millionen € mehr und von 2012 bis 2015 300 Millionen € mehr. (Abg. Mag. Stadler: Ich habe geglaubt, die Sozialdemokraten sind ...! Es ist niemand da! Die schauen sich alle die Hochzeit an!) Diese Zahlen versetzen uns in die Lage, die entscheidenden weiteren Schritte zu setzen. Die Frage ist natürlich – da hat Kollege Stadler recht –, wie wir die Mittel einsetzen wollen. Das Parlament ist gefordert, wir alle sind gefordert, wenn es darum geht, welche Maßnahmen wir konkret setzen.
Abg. Scheibner: Sie kann sich nur nicht durchsetzen! – Abg. Mag. Stadler: Da hast du recht! Der einzige Lichtblick in der Regierung! Sie setzt sich nur nicht gegen Amon durch!
Ich meine schon, dass Politik auch die Kunst des Möglichen ist. Das zeichnet unsere Bildungsministerin Schmied wohl aus. (Abg. Scheibner: Sie kann sich nur nicht durchsetzen! – Abg. Mag. Stadler: Da hast du recht! Der einzige Lichtblick in der Regierung! Sie setzt sich nur nicht gegen Amon durch!) Man kann jetzt all die Unterschiede, die unterschiedlichen Positionen auch innerhalb der Koalition aufzeigen. Aber dass mit so viel Engagement, mit so viel Einsatz das erreicht werden kann, was wir heute Nachmittag und in den kommenden Sitzungen im Bildungsbereich beschließen werden, zeigt, dass wir auf einem ganz guten Weg sind, der auch entsprechend unterstützt werden soll.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Das ist die zentrale Herausforderung in allen Bereichen, aber ganz besonders im Bereich Bildung und Wissenschaft. Wenn wir diesen Weg gehen und jeder den besten Weg sucht, um die Steuermittel am besten einzusetzen, dann bin ich davon überzeugt, dass wir die entscheidenden Schritte setzen werden und die Mittel so effizient einsetzen, wie wir uns das alle wünschen. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ursula Haubner: Wieso erhöhen wir die Steuern?! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer erhöht die Steuern?! – Abg. Mag. Stadler: Haben Sie Wahrnehmungsprobleme?! – Abg. Kickl: Sie sind mit dem Rasenmäher über die Familien gefahren!
Im Gegensatz zu den Grünen und zum BZÖ wollen wir die Steuern nicht erhöhen. Die Steuerreform 2009 zum Beispiel ist den Familien sehr stark zugutegekommen. Wir wollen das mit einer weiteren Steuerfairness für Familien mit Kindern, für Familien mit mehr Kindern weiter forcieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ursula Haubner: Wieso erhöhen wir die Steuern?! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer erhöht die Steuern?! – Abg. Mag. Stadler: Haben Sie Wahrnehmungsprobleme?! – Abg. Kickl: Sie sind mit dem Rasenmäher über die Familien gefahren!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Man soll nachdenken, zukunftsorientiert arbeiten und schauen, wie es in Zukunft weitergeht. Den Familien mit mehr Kindern würde es guttun, wenn ein weiterer Punkt gesetzt wird. Ich denke, dass unser Bundesminister Reinhold Mitterlehner als zuständiger Minister, Frau Bundesministerin Fekter und natürlich auch Vizekanzler Spindelegger Garanten dafür sind. Weil das heute noch nicht geschehen ist, möchte ich an dieser Stelle ein Danke an Reinhold Lopatka sagen, der sehr viel Arbeit im Finanzministerium geleistet hat, um auch für unsere neue Finanzministerin, der ich alles Gute wünsche, einen guten Boden aufzubereiten. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Meinen Sie eigentlich ernst, was Sie da sagen?! Sie haben die Familien geschröpft wie noch nie zuvor!
Zusammengefasst: Wir wollen den Wirtschaftsstandort Österreich sichern, Arbeitsplätze schaffen, Leistung belohnen und Akzente für Familien und Kinder setzen. Wir werden am richtigen Platz sparen und in Zukunftsbereiche investieren. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Meinen Sie eigentlich ernst, was Sie da sagen?! Sie haben die Familien geschröpft wie noch nie zuvor!) – Wir haben Familienpolitik gemacht, und wenn Sie genauer hinschauen, sehen Sie, dass wir nach wie vor europaweit im Spitzenfeld liegen. Ja, es war schmerzhaft, aber wir haben nur Leistungen gekürzt, die – sagen wir so – weit über dem europäischen Standard waren. (Abg. Kickl: Lopatka hat vorgeschlagen ...!) Gerade in diesem Bereich werden wir weitere Akzente setzen, insbesondere zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Sie müssen nur mitgehen, werte Frau Kollegin. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. –
Abg. Kickl: Lopatka hat vorgeschlagen ...!
Zusammengefasst: Wir wollen den Wirtschaftsstandort Österreich sichern, Arbeitsplätze schaffen, Leistung belohnen und Akzente für Familien und Kinder setzen. Wir werden am richtigen Platz sparen und in Zukunftsbereiche investieren. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Meinen Sie eigentlich ernst, was Sie da sagen?! Sie haben die Familien geschröpft wie noch nie zuvor!) – Wir haben Familienpolitik gemacht, und wenn Sie genauer hinschauen, sehen Sie, dass wir nach wie vor europaweit im Spitzenfeld liegen. Ja, es war schmerzhaft, aber wir haben nur Leistungen gekürzt, die – sagen wir so – weit über dem europäischen Standard waren. (Abg. Kickl: Lopatka hat vorgeschlagen ...!) Gerade in diesem Bereich werden wir weitere Akzente setzen, insbesondere zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Sie müssen nur mitgehen, werte Frau Kollegin. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. –
Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Aber wir sind ja bei den Besten!
Abgeordneter Bernhard Themessl (FPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich bin seit viereinhalb Jahren hier in diesem Hohen Haus, und wissen Sie, was mir ehrlich gesagt am meisten auf den Wecker geht? – Dass man sich permanent mit den Schlechteren in der EU und in Europa vergleicht. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Aber wir sind ja bei den Besten!)
Abg. Kickl: Gratulation!
Frau Finanzministerin Fekter, Sie haben gesagt, Österreich steht besser da als alle angrenzenden Staaten rund um Österreich. (Abg. Kickl: Gratulation!) Jetzt nenne ich Ihnen ein paar Zahlen: Inflation – 0,6 Prozent, Defizit 2011 – 0,4 Prozent, Arbeitslosigkeit – unter 3 Prozent, Verschuldung – 41,1 Prozent, Abgabenquote, Frau Bundesminister – 29,2 Prozent (Abg. Kickl: Aufpassen! – Abg. Mag. Stadler: Das sind die armen Schweizer!), und das bei einem ähnlichen Wirtschaftswachstum wie in Österreich, nämlich aktuell 2,2 Prozent. Frau Bundesministerin, das ist die Schweiz. Bis vorgestern, als ich nach Wien gereist bin, waren das noch meine Nachbarn, also ein Nachbarstaat von Österreich. Ich hoffe, dass meine Nachbarn, wenn ich morgen zurückkomme, noch da sind und nicht in einem schwarzen Loch, das im CERN produziert wurde, verschwunden sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Aufpassen! – Abg. Mag. Stadler: Das sind die armen Schweizer!
Frau Finanzministerin Fekter, Sie haben gesagt, Österreich steht besser da als alle angrenzenden Staaten rund um Österreich. (Abg. Kickl: Gratulation!) Jetzt nenne ich Ihnen ein paar Zahlen: Inflation – 0,6 Prozent, Defizit 2011 – 0,4 Prozent, Arbeitslosigkeit – unter 3 Prozent, Verschuldung – 41,1 Prozent, Abgabenquote, Frau Bundesminister – 29,2 Prozent (Abg. Kickl: Aufpassen! – Abg. Mag. Stadler: Das sind die armen Schweizer!), und das bei einem ähnlichen Wirtschaftswachstum wie in Österreich, nämlich aktuell 2,2 Prozent. Frau Bundesministerin, das ist die Schweiz. Bis vorgestern, als ich nach Wien gereist bin, waren das noch meine Nachbarn, also ein Nachbarstaat von Österreich. Ich hoffe, dass meine Nachbarn, wenn ich morgen zurückkomme, noch da sind und nicht in einem schwarzen Loch, das im CERN produziert wurde, verschwunden sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Finanzministerin Fekter, Sie haben gesagt, Österreich steht besser da als alle angrenzenden Staaten rund um Österreich. (Abg. Kickl: Gratulation!) Jetzt nenne ich Ihnen ein paar Zahlen: Inflation – 0,6 Prozent, Defizit 2011 – 0,4 Prozent, Arbeitslosigkeit – unter 3 Prozent, Verschuldung – 41,1 Prozent, Abgabenquote, Frau Bundesminister – 29,2 Prozent (Abg. Kickl: Aufpassen! – Abg. Mag. Stadler: Das sind die armen Schweizer!), und das bei einem ähnlichen Wirtschaftswachstum wie in Österreich, nämlich aktuell 2,2 Prozent. Frau Bundesministerin, das ist die Schweiz. Bis vorgestern, als ich nach Wien gereist bin, waren das noch meine Nachbarn, also ein Nachbarstaat von Österreich. Ich hoffe, dass meine Nachbarn, wenn ich morgen zurückkomme, noch da sind und nicht in einem schwarzen Loch, das im CERN produziert wurde, verschwunden sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Das sind die Entwicklungsländer!
Nur so viel dazu, dass man sich auch einmal mit den Besseren vergleichen könnte. Aber das tut man ja nicht. Es muss doch der Anspruch einer verantwortungsvollen Regierung sein, sich einmal mit den Besseren zu vergleichen. Selbstverständlich kann man positiv anmerken, dass es viele Länder in Europa und in der EU gibt, die schlechter sind als wir. (Abg. Kickl: Das sind die Entwicklungsländer!) Das ist in Ordnung. Man müsste aber doch den Anspruch an sich selbst stellen, sich auch einmal mit den Besseren zu vergleichen und zu schauen, was sie anders machen, was sie besser machen und was wir daraus lernen können. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Nur so viel dazu, dass man sich auch einmal mit den Besseren vergleichen könnte. Aber das tut man ja nicht. Es muss doch der Anspruch einer verantwortungsvollen Regierung sein, sich einmal mit den Besseren zu vergleichen. Selbstverständlich kann man positiv anmerken, dass es viele Länder in Europa und in der EU gibt, die schlechter sind als wir. (Abg. Kickl: Das sind die Entwicklungsländer!) Das ist in Ordnung. Man müsste aber doch den Anspruch an sich selbst stellen, sich auch einmal mit den Besseren zu vergleichen und zu schauen, was sie anders machen, was sie besser machen und was wir daraus lernen können. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Frau Bundesministerin Fekter, Sie sagen, Sie wollen Steuern nach dem Prinzip einfacher, weniger und leistungsorientierter gestalten. Das hat Ihr Kollege Matznetter von der anderen Regierungspartei bereits widerlegt. Er hat heute klar gesagt, wenn man neue Steuern einführen oder Steuern erhöhen muss, dann ... (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Ja, er hat nur nicht dazugesagt, wann das ist. Ich glaube nämlich aufgrund des Zahlenwerkes, das Sie vorlegen, dass das relativ rasch sein wird. Es stellt sich wirklich nur die Frage, wann. Wenn Sie die Abgabenquote in Österreich ansprechen und sagen, dass sie mit 44 Prozent für Sie zu hoch ist, dann ist das auch eine halbe Warnung.
Beifall bei der FPÖ.
Wie stellen Sie sich eigentlich vor, dass das weitergehen soll? Was wollen Sie mit den Zahlen, die Sie niederschreiben, machen? Von einem Strategiebericht ist das weit entfernt. Da ist nirgends eine Strategie erkennbar. Die Ausnahme in Sachen Wirtschaft ist vielleicht zu erwähnen. Auf Seite 60 steht: Verbesserung des Finanzierungszuganges insbesondere für die heimischen KMU. Sie haben die letzten zwei Jahre immer abgestritten, dass es eine Finanzierungs- beziehungsweise Kreditklemme in diesem Bereich gibt. Da wollen Sie etwas verbessern? Verbessern können Sie nur etwas, das bisher schlechter war oder nicht funktioniert hat. So viel zu Ihren Strategien – na gute Nacht! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Die englische Hochzeit ist wichtiger!
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte ZuschauerInnen, die nicht vor dem Fernseher sitzen und sich die englische Hochzeit anschauen, sondern hier die Sitzung verfolgen! Die Sitzung wird ja leider nicht vom ORF übertragen, weil es in Europa momentan anscheinend Wichtigeres zu beobachten gibt. (Abg. Mag. Stadler: Die englische Hochzeit ist wichtiger!) Aber das wollen wir unkommentiert lassen.
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Bildung bedeutet für uns nicht nur Schule und Universität – mein Kollege Grünewald hat Ihnen ja schon klar vorgezeigt, was diesbezüglich vom Bundesfinanzrahmen zu verstehen ist –, sondern Bildung bedeutet Bildung ab dem Kindergartenalter. Wenn wir uns Ihre Politik der letzten Jahre und Monate und auch Ihre zukünftige Politik, die Sie hier jetzt in Zahlen gegossen haben, anschauen, dann sehen wir, dass Sie weiterhin nicht vorhaben, diesbezüglich Ihren Pflichten nachzukommen und in die Bildung der Kleinsten und Kleinen zu investieren, nämlich in den Ausbau von Kinderbetreuung. (Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Beifall bei den Grünen.
Nein, Sie haben im Jahr 2010 den Bundeszuschuss zum Ausbau von Kinderbetreuung und zum Ausbau von Sprachförderung gestoppt. In Ihrem Strategiebericht zum Bundesfinanzrahmengesetz steht: Evaluierung des Bundeszuschusses. Wir wissen ganz genau, was mit dieser Evaluierung gemeint ist. Sie wollen sich ein Jahr Ausgaben ersparen. Und wir wissen ganz genau, was am Ende dieser Evaluierung herauskommt, nämlich dass es dringend notwendig ist, in den Kindergartenbereich, in den elementar-pädagogischen Bereich zu investieren. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Höbart: Wie hat denn die Dame geheißen? Wir können uns gar nicht mehr erinnern!
Wir haben jetzt April. Wir haben keine Familienstaatssekretärin mehr. Ich weiß auch nicht, ob das jetzt an der Familienpolitik so viel ändern wird. (Abg. Ing. Höbart: Wie hat denn die Dame geheißen? Wir können uns gar nicht mehr erinnern!) Die letzte Familienstaatssekretärin und auch die vorletzte Familienstaatssekretärin haben in den letzten Monaten und Jahren außer dem Sich-ins-Amt-Hineinfinden beziehungsweise dem Wiener Wahlkampf nicht viel an Leistungen gesetzt.
Beifall bei den Grünen.
Tatsache ist, dass diese Plätze abgehen und dass die Familien darauf warten und dass Sie diesbezüglich noch keine konkreten Handlungen setzen konnten, sondern bislang leider nur Ankündigungen erfolgt sind. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Vor diesem Hintergrund ein dringender Appell an Sie von der ÖVP und von der SPÖ: Steigen Sie runter von der Bildungsbremse! Investieren Sie in die Bildung der Kleinsten und Kleinen! Das kommt unseren Familien zugute, das ist bildungspolitisch wichtig, das vermeidet Armut, und das ist sozialpolitisch gerecht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Gerhard Huber (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Die österreichische Bevölkerung hätte eigentlich Anspruch auf eine Bundesregierung, die für sie arbeitet. Aber in Wirklichkeit haben wir eine Bundesregierung, die sich zwar mit neuen Köpfen besetzt, aber den Stillstand und den Reformstau beibehält. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Und dann gehen Sie noch her und reden alles schön: Österreich steht besser da als die Schweiz. Österreich steht besser da als alle anderen. Österreich kann sich schämen mit dieser Bundesregierung! Das sage ich Ihnen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Jakob Auer.
dient diese „ÖBAUB“ ganz brav und ganz gehorsam Brüssel. (Zwischenruf des Abg. Jakob Auer.) Da wird wirklich vollster Gehorsam geleistet, damit die Zentralregierung in Brüssel so schnell wie möglich umgesetzt werden kann.
Abg. Hornek: Das kennst du auch!
Schauen wir ganz kurz das Agrarbudget an! Da wird brav gekürzt, es wird der AMA-„Saustall“ nicht aufgeräumt, es werden die Verbände, die ÖVP-Vorfeldorganisationen wieder massiv mit Förderungen erhöht. Die Verbände bekommen plus 4,8 Millionen €. (Abg. Hornek: Das kennst du auch!) Die SPÖ kapiert das nicht – so glaube ich –, dass da eine reine Vorfeldfinanzierung passiert. (Abg. Eßl: Bist du dagegen?) Aber ihr werdet sehen, die Bauern laufen euch auch noch massiv davon, bei dem, was ihr macht!
Abg. Eßl: Bist du dagegen?
Schauen wir ganz kurz das Agrarbudget an! Da wird brav gekürzt, es wird der AMA-„Saustall“ nicht aufgeräumt, es werden die Verbände, die ÖVP-Vorfeldorganisationen wieder massiv mit Förderungen erhöht. Die Verbände bekommen plus 4,8 Millionen €. (Abg. Hornek: Das kennst du auch!) Die SPÖ kapiert das nicht – so glaube ich –, dass da eine reine Vorfeldfinanzierung passiert. (Abg. Eßl: Bist du dagegen?) Aber ihr werdet sehen, die Bauern laufen euch auch noch massiv davon, bei dem, was ihr macht!
Abg. Eßl: In Italien kennst du dich ... besser aus!
Wir waren gerade mit einer Delegation Bauen in Italien. Wenn man da Vergleiche anstellt ... (Abg. Eßl: In Italien kennst du dich ... besser aus!) Die Genossenschaften in Italien, diese kleinen Milchgenossenschaften: Ohne Einfluss von Raiffeisen hat man den Auszahlungspreis von 1 € pro Liter Milch, für den Liter Diesel zahlt der italienische Bauer 68 Cent, Mehrwertsteuer zahlt er 4 Prozent. (Abg. Grillitsch: Traummännlein!) Und da wollt ihr von der großen Europäischen Union sprechen?
Abg. Grillitsch: Traummännlein!
Wir waren gerade mit einer Delegation Bauen in Italien. Wenn man da Vergleiche anstellt ... (Abg. Eßl: In Italien kennst du dich ... besser aus!) Die Genossenschaften in Italien, diese kleinen Milchgenossenschaften: Ohne Einfluss von Raiffeisen hat man den Auszahlungspreis von 1 € pro Liter Milch, für den Liter Diesel zahlt der italienische Bauer 68 Cent, Mehrwertsteuer zahlt er 4 Prozent. (Abg. Grillitsch: Traummännlein!) Und da wollt ihr von der großen Europäischen Union sprechen?
Beifall beim BZÖ.
Diese Bundesregierung muss endlich einmal ihre Sauställe aufräumen. Die AGES: Wieder gibt es plus 9,8 Millionen € für dieses bankrotte Unternehmen. Warum haben wir diese ganzen Unternehmen – auch eine AMA – eigentlich? – Nur damit wir die Beamten des Getreidewirtschaftsfonds und des Milchwirtschaftsfonds weiter versorgt haben. (Beifall beim BZÖ.) Das ist „ÖBAUB“-Politik. Aber das fällt euch alles massiv auf den Kopf.
Heiterkeit beim BZÖ.
Ich fordere diese Bundesregierung auf, sich endlich für die Familien starkzumachen. Der Herr Staatssekretär ist jetzt nicht da, aber er wird es schon lernen. Er kann im Gegensatz zu seiner Vorgängerin, zur Frau Remler, wenigstens sprechen. (Heiterkeit beim BZÖ.) Aber die gleichen Lobeshymnen, die man gestern und heute auf ihn hörte, hat die Frau Remler vor fünf Monaten gehört. Und heute sagt die ÖVP in Lienz: Eine Remler ist nicht imstande, eine Bezirkspartei in Osttirol zu führen. – Auch das ist ÖVP-Politik und eure Dankbarkeit. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich fordere diese Bundesregierung auf, sich endlich für die Familien starkzumachen. Der Herr Staatssekretär ist jetzt nicht da, aber er wird es schon lernen. Er kann im Gegensatz zu seiner Vorgängerin, zur Frau Remler, wenigstens sprechen. (Heiterkeit beim BZÖ.) Aber die gleichen Lobeshymnen, die man gestern und heute auf ihn hörte, hat die Frau Remler vor fünf Monaten gehört. Und heute sagt die ÖVP in Lienz: Eine Remler ist nicht imstande, eine Bezirkspartei in Osttirol zu führen. – Auch das ist ÖVP-Politik und eure Dankbarkeit. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Huber: Reden Sie einmal mit der Bevölkerung!
Das Wifo prognostiziert für heuer ein Wachstum von plus 2,5 Prozent. Herr Kollege Huber, so viel zur Frage des Wachstums! Sie sollten einmal die Unterlagen lesen, bevor Sie ans Rednerpult schreiten. (Abg. Huber: Reden Sie einmal mit der Bevölkerung!)
Abg. Kickl: Kein Wunder, wenn Sie die erhöht haben!
Die Beschäftigung wird von der Entwicklung positiv bewertet, und auch die Brutto-Steuereinnahmen der ersten Monate heuer zeigen eine positive Entwicklung. (Abg. Kickl: Kein Wunder, wenn Sie die erhöht haben!)
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Das vorliegende Bundesfinanzrahmengesetz zeigt, dass besonders auf Wachstum und Beschäftigungseffekte Rücksicht genommen wird. Dank der positiven konjunkturellen Rahmenbedingungen ersparen wir uns im Vergleich zu vielen anderen Ländern ein Sparpaket. (Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Kickl: Wir haben uns ja so ein paar Mal hinbegeben zu der Österreich-Runde!
Insgesamt müssen wir uns schon dessen bewusst sein, dass all diese Strukturreformen auch des Dialogs mit den Betroffenen bedürfen. Ich verwahre mich nämlich gegen diese theoretischen Einsparungspotenziale durch Verwaltungsreformen, wie sie so gerne auch von den Oppositionsparteien, Herr Kollege Kickl, eingefordert werden. (Abg. Kickl: Wir haben uns ja so ein paar Mal hinbegeben zu der Österreich-Runde!)
Abg. Kickl: Nehmen Sie den Amtskalender her, und dann gehen wir ihn durch von vorn bis hinten!
Gefragt sind nämlich wirklich praktische Maßnahmen, die auch von der Bevölkerung getragen werden. Sie müssten nämlich sagen: Was verstehen Sie denn unter Verwaltungsreform im Detail? Ich möchte Kollegen Scheibner ausnehmen, der heute ein paar Beispiele genannt hat. Sie reden aber immer nur von Verwaltungsreform und von Milliarden, die eingespart werden sollen. Sagen Sie uns aber, was das wirklich heißt! Welche Kürzungen für die Bevölkerung bedeutet denn dies? (Abg. Kickl: Nehmen Sie den Amtskalender her, und dann gehen wir ihn durch von vorn bis hinten!)
Abg. Kickl: Wir kommen zu der ...!
Welche Dienstleistungen an Menschen wollen Sie denn wo streichen? Sagen Sie doch das einmal den Menschen, bevor Sie nur immer diese Töne so in den Mund nehmen! Und verstecken Sie sich nicht immer hinter diesen Schlagwörtern, sondern sagen Sie tatsächlich, was in Ihrer Politik dahintersteckt! (Abg. Kickl: Wir kommen zu der ...!)
Abg. Ing. Höbart: Lesen Sie die Rechnungshofberichte durch!
Als FPÖ und BZÖ in der Regierung waren, haben wir gesehen, was das bedeutet. Und die Menschen haben Ihnen bei den Wahlen auch die Antworten drauf gegeben, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Höbart: Lesen Sie die Rechnungshofberichte durch!)
Abg. Kickl: Wir haben eh angewandte Beispiele in der Steiermark! Funktioniert super!
Wir werden ja im Zuge dieser ganzen Debatten um das Bundesfinanzrahmengesetz noch sehr viele Punkte im Detail diskutieren und erörtern können. Ich denke, wir werden auch über die Strategie diskutieren, die nämlich sehr wohl besagt, welche Ziele gesetzt werden und mit welchen Maßnahmen diese Ziele auch erreicht werden sollen. Damit kann man sie nämlich auch überprüfbar machen – auch für Sie als Oppositionsparteien, aber vor allem auch für die Bevölkerung. (Abg. Kickl: Wir haben eh angewandte Beispiele in der Steiermark! Funktioniert super!)
Abg. Kickl: Die reißen alles nieder! Eine Schande!
Herr Kollege, wir reden derzeit über das Bundesfinanzrahmengesetz. Ich denke aber, auch darüber könnten wir reden, denn auch da war die FPÖ lange genug in der Landesregierung und hat in Wirklichkeit alles mitgetragen und somit auch mitverschuldet. (Abg. Kickl: Die reißen alles nieder! Eine Schande!)
Abg. Kickl: Am Vormittag Gewerkschaft, am Nachmittag SPÖ und dazwischen irgendetwas!
Das ist nämlich genau das, worauf sich die Leute bei Ihnen nicht verlassen können: wo Sie nämlich wirklich stehen. Das ist ja das, was das Schlimme bei Ihnen ist. (Abg. Kickl: Am Vormittag Gewerkschaft, am Nachmittag SPÖ und dazwischen irgendetwas!)
Abg. Ing. Höbart: Für die Sozialdemokraten schon!
Bundeskanzler Werner Faymann hat bereits einen bedeutenden Punkt angesprochen. Wir brauchen eine soziale Balance in Österreich. Ich sehe es daher als ganz wichtig an und möchte nochmals erwähnen, dass auch Beiträge durch arbeitslose Vermögen zur Finanzierung des Gemeinwesens einzufordern sind und dass eine Entlastung des Faktors Arbeit erfolgen muss. Das ist nämlich leistungsgerecht, denn es erwirtschaftet sich im realen Bereich nichts von selbst. (Abg. Ing. Höbart: Für die Sozialdemokraten schon!) Dazu bedarf es der arbeitenden Menschen.
Abg. Ing. Höbart: Das schauen wir uns an!
Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch der Beschluss, den wir hier in dem Haus gefasst haben, nämlich ein Gesetz gegen Sozialdumping, denn wir brauchen keine Nivellierung bei den Einkommen. Die arbeitenden Menschen in Österreich haben ein Anrecht auf eine gerechte Teilhabe. (Abg. Ing. Höbart: Das schauen wir uns an!)
Abg. Ing. Höbart: Und die Arbeitsmarktöffnung!
In diesem Zusammenhang begrüße ich die besondere Berücksichtigung des Faktors Wachstum und des Faktors Beschäftigung im Bundesfinanzrahmengesetz (Abg. Ing. Höbart: Und die Arbeitsmarktöffnung!), denn diese positiven Entwicklungen haben sich die Menschen in Österreich verdient. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Zusammenhang begrüße ich die besondere Berücksichtigung des Faktors Wachstum und des Faktors Beschäftigung im Bundesfinanzrahmengesetz (Abg. Ing. Höbart: Und die Arbeitsmarktöffnung!), denn diese positiven Entwicklungen haben sich die Menschen in Österreich verdient. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: „Keiner“ hat es gemerkt!
Ich bin der gleichen Meinung wie Frau Bundesminister Fekter: Die Menschen in unserem Land haben die Krise nicht so stark gespürt wie die Menschen in anderen Ländern. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: „Keiner“ hat es gemerkt!) – Ihr habt ein Wort vergessen! Sie hat gesagt: fast. Das ist natürlich etwas anderes.
Abg. Kickl: Aber was Sie so optimistisch stimmt, dass die Krise vorbei ist, verstehe ich nicht!
Ich glaube, dass wir auch in der Zukunft ... (Abg. Kickl: Aber was Sie so optimistisch stimmt, dass die Krise vorbei ist, verstehe ich nicht!) – Die Beschäftigungszahlen, die Budgetsituation, alles beweist, dass das wirklich so ist.
Abg. Kickl: Das billigste Parlament ist das, das keine ...!
Weil ich da gerade in Richtung FPÖ schaue: Ich glaube, das ist auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, wenn man nur alles schlechtmacht, poltert und jammert, die Arbeit der Regierung nur schlechtmacht und sich auf der anderen Seite über hohe Defizite beklagt, natürlich zig Anträge im Parlament liegen hat, die wieder Milliarden kosten würden und für die kein Bedeckungsvorschlag vorhanden ist. (Abg. Kickl: Das billigste Parlament ist das, das keine ...!)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend darf ich noch sagen, dass wir vonseiten der ÖVP den Steuerzahler im Mittelpunkt der Politik sehen, den Mittelstand und die Leistungsgerechtigkeit. Wir wollen Politik für die Menschen in unserem Land machen. Das will die Frau Bundesministerin Fekter, und ich darf ihr dazu alles Gute wünschen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Strutz: Super für die FPÖ: 5 Prozent dazu!
Abgeordneter Elmar Podgorschek (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen auf der Regierungsbank! Frau Bundesministerin Fekter, als ich erfahren habe, dass Sie Finanzministerin werden, habe ich gedacht: Ja, das ist durchaus ein positiver Aspekt. Sie kommt aus der Wirtschaft, ist Oberösterreicherin (Abg. Dr. Strutz: Super für die FPÖ: 5 Prozent dazu!), hat Durchschlagskraft und ist die bekannte „eiserne Lady“. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Elmar Podgorschek (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen auf der Regierungsbank! Frau Bundesministerin Fekter, als ich erfahren habe, dass Sie Finanzministerin werden, habe ich gedacht: Ja, das ist durchaus ein positiver Aspekt. Sie kommt aus der Wirtschaft, ist Oberösterreicherin (Abg. Dr. Strutz: Super für die FPÖ: 5 Prozent dazu!), hat Durchschlagskraft und ist die bekannte „eiserne Lady“. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber leider ist sie die Vertreterin der ÖVP schlechthin. Sie steht nämlich für Stillstand, Mauern und Schönreden. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kopf: Es wird gemacht!
Wenn ich mir anschaue, wie die ÖVP Reformen angeht (Abg. Kopf: Es wird gemacht!), dann möchte ich nur ein Beispiel aus Oberösterreich bringen, wo mit der Spitalsreform eigentlich nur Geheimniskrämerei gemacht wird. Es wird drübergefahren, und letzten Endes wird eine Reform auf Kosten der Patienten durchgeführt, aber die tatsächlichen rot-schwarzen Strukturen werden nicht angetastet.
Abg. Kopf: Das heißt, Sie wollen, dass wir die Steuern erhöhen!
Es wird immer wieder behauptet, dass wir nur Beispiele wie Norwegen oder die Schweiz bringen. Wir können uns auch an dem viel gepriesenen Sozialstaat Schweden orientieren. Schweden hat zugegebenermaßen eine viel zu hohe Steuerlast, aber nur 40 Prozent Staatsverschuldung und in den letzten Jahren einen Budgetüberschuss erwirtschaftet. (Abg. Kopf: Das heißt, Sie wollen, dass wir die Steuern erhöhen!)
Abg. Kopf: ... Steuern erhöhen! – Abg. Kickl: Ihr macht das sowieso!
Ich habe gesagt, Schweden hat viel zu hohe Steuern, aber es hat eine so geringe Verschuldung, dass es jederzeit die Steuern ... (Abg. Kopf: ... Steuern erhöhen! – Abg. Kickl: Ihr macht das sowieso!) – Nein, wir wollen das Gegenteil, aber Schweden hat andere Strukturen als Österreich. (Zwischenruf des Abg. Weninger.)
Zwischenruf des Abg. Weninger.
Ich habe gesagt, Schweden hat viel zu hohe Steuern, aber es hat eine so geringe Verschuldung, dass es jederzeit die Steuern ... (Abg. Kopf: ... Steuern erhöhen! – Abg. Kickl: Ihr macht das sowieso!) – Nein, wir wollen das Gegenteil, aber Schweden hat andere Strukturen als Österreich. (Zwischenruf des Abg. Weninger.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir müssen raus aus den Schulden. Das bedeutet tiefe Einschnitte in Strukturen, und das heißt: Verzicht auf Macht und Einfluss. Ich sehe, dass weder SPÖ noch ÖVP dazu imstande sind. Es ist aus meiner Sicht Zeit für einen raschen Paradigmen-, System- und Regierungswechsel. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Im Jahr 2013, wenn Sie die Steuerreform angehen, kommt bestenfalls – wie es gestern im „Kurier“ zitiert worden ist –, entweder die Sintflut oder HC Strache. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Ihr könnt schon anfangen, eine Arche zu bauen!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Schenk. – Bitte. (Zwischenruf bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Ihr könnt schon anfangen, eine Arche zu bauen!)
Beifall beim BZÖ.
bei der FPÖ), wenn sie nicht wissen, was eine Verwaltungsreform an Einsparungen für Österreich bringen würde. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Schulden und vor allem die Zinsen steigen ins Unermessliche. Im Jahr 2015: 10 Milliarden € Zinsen. Wer soll das bezahlen? – Jawohl, der Steuerzahler wird es bezahlen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Der Steuerzahler wird weiter geschröpft. Es wird in die Taschen der österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler gegriffen, die nichts mehr drinnen haben. (Neuerlicher Zwischenruf bei der FPÖ.) Sie pfeifen schon aus dem letzten Loch – aufgrund Ihrer Politik, meine sehr geehrten Damen und Herren von Rot und Schwarz. (Beifall beim BZÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Schulden und vor allem die Zinsen steigen ins Unermessliche. Im Jahr 2015: 10 Milliarden € Zinsen. Wer soll das bezahlen? – Jawohl, der Steuerzahler wird es bezahlen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Der Steuerzahler wird weiter geschröpft. Es wird in die Taschen der österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler gegriffen, die nichts mehr drinnen haben. (Neuerlicher Zwischenruf bei der FPÖ.) Sie pfeifen schon aus dem letzten Loch – aufgrund Ihrer Politik, meine sehr geehrten Damen und Herren von Rot und Schwarz. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Schulden und vor allem die Zinsen steigen ins Unermessliche. Im Jahr 2015: 10 Milliarden € Zinsen. Wer soll das bezahlen? – Jawohl, der Steuerzahler wird es bezahlen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Der Steuerzahler wird weiter geschröpft. Es wird in die Taschen der österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler gegriffen, die nichts mehr drinnen haben. (Neuerlicher Zwischenruf bei der FPÖ.) Sie pfeifen schon aus dem letzten Loch – aufgrund Ihrer Politik, meine sehr geehrten Damen und Herren von Rot und Schwarz. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Die ÖVP hat sich nicht als Regierungspartei – vielleicht verabschiedet sie sich bald als Regierungspartei und geht in Opposition; ich glaube, das würde euch für die nächste Zeit ganz gut tun –, sondern die ÖVP hat sich als Familienpartei verabschiedet. Das sieht man auch an der Einsparung des Familienstaatssekretariats bei der Regierungsumbildung. Wer nun Familienminister ist, ist auch noch nicht klar. Ist es Herr Mitterlehner, ist es Herr Spindelegger? (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin neugierig, wer im nächsten Ausschuss sitzen wird, und wer uns dort Rede und Antwort stehen wird.
Zwischenruf bei der ÖVP
Apropos Ausschuss: Es wurde heute immer zwischengerufen, dass von den Oppositionsparteien keine Vorschläge kommen. Das hängt mir auch schon irgendwo heraus. Es gibt genügend Vorschläge. Es gibt über 1 000 Oppositionsanträge in den Ausschüssen (Zwischenruf bei der ÖVP), die vertagt werden, die nicht behandelt werden. Das ist wirklich nicht mehr auszuhalten! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.
Apropos Ausschuss: Es wurde heute immer zwischengerufen, dass von den Oppositionsparteien keine Vorschläge kommen. Das hängt mir auch schon irgendwo heraus. Es gibt genügend Vorschläge. Es gibt über 1 000 Oppositionsanträge in den Ausschüssen (Zwischenruf bei der ÖVP), die vertagt werden, die nicht behandelt werden. Das ist wirklich nicht mehr auszuhalten! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Kollegin Tamandl hat wenigstens erkannt, dass es diese Anträge in den Ausschüssen gibt, die dort herumliegen, wie zum Beispiel unser Antrag betreffend die Valorisierung der Familienleistungen (Zwischenruf bei der ÖVP), die dringend notwendig wäre, aber Sie sagen, es sei kein Geld dafür da.
Beifall beim BZÖ.
Machen Sie die richtigen Reformen! Machen Sie eine Verwaltungsreform, Bildungsreform, Gesundheitsreform! Sparen Sie ein! Fangen Sie endlich an, zu sparen! Es ist höchste Zeit dafür, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Bundesministerin Dr. Fekter: ... höheren Steuern! Das ist ein Unterschied!
Abgeordneter Dr. Martin Strutz (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Vertreter auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Finanzminister Fekter hat heute versprochen: keine neuen Steuern mehr! Wir hören die Botschaft – allein: Es fehlt uns der Glaube. Warum? (Bundesministerin Dr. Fekter: ... höheren Steuern! Das ist ein Unterschied!) – Halt, dann sind wir schon woanders. Wenn Sie heute davon sprechen, dass es keine höheren Steuern geben wird, dann wissen wir natürlich genau, was auf die Österreicherinnen und Österreicher zukommt (Zwischenruf beim BZÖ) – nichts anderes als das, was Ihr Vorgänger gemacht hat: Massensteuern. Rentner, Autofahrer und Kinder sanieren das Budget.
Zwischenruf beim BZÖ
Abgeordneter Dr. Martin Strutz (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Vertreter auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Finanzminister Fekter hat heute versprochen: keine neuen Steuern mehr! Wir hören die Botschaft – allein: Es fehlt uns der Glaube. Warum? (Bundesministerin Dr. Fekter: ... höheren Steuern! Das ist ein Unterschied!) – Halt, dann sind wir schon woanders. Wenn Sie heute davon sprechen, dass es keine höheren Steuern geben wird, dann wissen wir natürlich genau, was auf die Österreicherinnen und Österreicher zukommt (Zwischenruf beim BZÖ) – nichts anderes als das, was Ihr Vorgänger gemacht hat: Massensteuern. Rentner, Autofahrer und Kinder sanieren das Budget.
Bundesministerin Dr. Fekter: Höhere! Kennen Sie nicht den Unterschied ...?
Wenn Sie mich jetzt korrigieren und davon sprechen, dass es zu keinen neuen Steuern kommen wird (Bundesministerin Dr. Fekter: Höhere! Kennen Sie nicht den Unterschied ...?), dann wissen wir: Höher für die Rentner, höher für die Autofahrer, höher für die Kinder. Ja, wo soll denn das enden? Höher für die Autofahrer: Bereits jetzt blechen die österreichischen Autofahrer, die Pendler, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, die Mütter, die ihre Kinder in die Schule bringen müssen, 10,2 Milliarden €. (Der Redner zeigt eine Ausgabe der Tageszeitung „Heute“ mit der entsprechenden Schlagzeile.) Auf ihrem Rücken wird das Budget saniert.
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.
Frau Bundesminister, diese Menschen sind sozusagen die Deppen der Nation, und Sie kündigen heute hier an, dass diese Steuern noch erhöht werden. Warum ist das notwendig? – Weil Sie nicht in der Lage sind, Reformen anzugreifen, Reformen umzusetzen. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.)
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.
Rechnungshofpräsident Moser hat es gestern eingemahnt: Wir brauchen Reformen in der Verwaltung, im Bildungsbereich und vor allem im Gesundheitsbereich. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich hätte mir heute erwartet, dass der Herr Gesundheitsminister auf dieser Bank Platz nimmt und nicht nur für fünf Minuten vorbeischaut. Er hat ein schlechtes Gewissen, denn sein Budget (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.) – Herr Staatssekretär! Das ist nicht krank, das Gesundheitsbudget ist krank. Schauen Sie es sich an! (Neuerliche Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.)
Neuerliche Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.
Rechnungshofpräsident Moser hat es gestern eingemahnt: Wir brauchen Reformen in der Verwaltung, im Bildungsbereich und vor allem im Gesundheitsbereich. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich hätte mir heute erwartet, dass der Herr Gesundheitsminister auf dieser Bank Platz nimmt und nicht nur für fünf Minuten vorbeischaut. Er hat ein schlechtes Gewissen, denn sein Budget (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.) – Herr Staatssekretär! Das ist nicht krank, das Gesundheitsbudget ist krank. Schauen Sie es sich an! (Neuerliche Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.)
Zwischenruf des Abg. Kopf.
„Rund um Elga geht nichts weiter? Doch, Pfründe und Lehen werden verteilt – unter den üblichen Verdächtigen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit.“ (Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kopf. – Gegenruf des Abg. Kickl.
Herr Klubobmann Kopf, wissen Sie, was da steht? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kopf. – Gegenruf des Abg. Kickl.) – Nicht nur, dass eine Arbeitsgruppe und eine GmbH nach altem Muster gegründet worden sind – ein roter und ein schwarzer Geschäftsführer –, sondern es gibt auch ein dazu passendes Bild, nämlich nebulose Immobiliendeals, die im Umfeld vermutet werden, und Geldverschwendung en masse.
Zwischenruf des Abg. Weninger.
Herr Gesundheitsminister, ich fordere Sie auf: Lassen Sie Alternativen zu! (Zwischenruf des Abg. Weninger.) Lassen Sie Alternativen zu, Herr Kollege! Bekennen Sie, dass dieses Projekt der Gesundheitsreform – das Projekt ELGA – gescheitert ist! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Gesundheitsminister, ich fordere Sie auf: Lassen Sie Alternativen zu! (Zwischenruf des Abg. Weninger.) Lassen Sie Alternativen zu, Herr Kollege! Bekennen Sie, dass dieses Projekt der Gesundheitsreform – das Projekt ELGA – gescheitert ist! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie wissen, dass auch Ihr Koalitionspartner dagegen ist und gesehen hat, dass 30 Millionen € an Geldverschwendung in diesen Jahren genug sind. Denken Sie zumindest einmal über Alternativen nach, und nehmen Sie Ihre eigenen Ankündigungen in der Regierungserklärung einmal ernst! Hinterfragen Sie, warum seit dem Jahr 2009 nichts weitergegangen ist, und in diesem Bereich kein einziger Schritt, keine einzige Reform für die Österreicherinnen oder Österreicher realisiert worden ist! (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Kärnten!
Ich gehe gleich einmal auf Griechenland ein. Griechenland hatte im Jahr 2010 einen Schuldenstand von sage und schreibe 142,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und eine Neuverschuldung von 10,5 Prozent. Portugal hatte von 2009 auf 2010 beim Schuldenstand einen Zuwachs von 83 Prozent auf 93 Prozent des BIP (Ruf bei der ÖVP: Kärnten!) und ein Defizit von 9,1 Prozent.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Bucher.
Jetzt komme ich zu Irland. Irland hat den Schuldenstand in nur einem Jahr – von 2009 auf 2010 – von 66 Prozent auf 96 Prozent des BIP ausgeweitet und hatte einen Budgetsaldo – also ein Budgetdefizit – von sage und schreibe 32,4 Prozent – also beinahe das Zehnfache dessen, was die Maastricht-Kriterien zugelassen hätten. Meine Damen und Herren! So kann es in der EU nicht weitergehen. Auch mit dem Euro kann es so nicht weitergehen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Bucher.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich meine, man sollte von diesem falschen Weg, den man in der Privatwirtschaft als Konkursverschleppung bezeichnen würde, abgehen. (Beifall bei der FPÖ.) Man sollte jetzt hergehen und vielleicht gemeinsam mit den USA, die die gleichen Schuldenprobleme wie Europa haben (Ruf bei der ÖVP: Größere!), mit den Gläubigerbanken in Verhandlungen treten, um zu Schuldnachlässen beziehungsweise Forderungserstreckungen zu gelangen.
Ruf bei der ÖVP: Größere!
Ich meine, man sollte von diesem falschen Weg, den man in der Privatwirtschaft als Konkursverschleppung bezeichnen würde, abgehen. (Beifall bei der FPÖ.) Man sollte jetzt hergehen und vielleicht gemeinsam mit den USA, die die gleichen Schuldenprobleme wie Europa haben (Ruf bei der ÖVP: Größere!), mit den Gläubigerbanken in Verhandlungen treten, um zu Schuldnachlässen beziehungsweise Forderungserstreckungen zu gelangen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein
Meine Damen und Herren, ich weiß schon, dass solche Verhandlungen ein mittleres Erdbeben an den Finanzmärkten auslösen würden (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein) – aber nur für kurze Zeit, Herr Kollege Bartenstein. Wenn die Finanzinvestoren sehen, dass die Gläubiger mit den Schuldnern konstruktive Gespräche in Bezug auf eine ersprießliche Zukunft führen, dann wird das Vertrauen sehr bald wieder in die Märkte zurückkehren. Aber wenn wir so weitermachen, und ein Land nach dem anderen unter den Rettungsschirm kommt, dann werden wir die Spirale so weit drehen, dass es eines Tages heißen wird: Game over! Und dann ist es aus mit den Finanz
Beifall bei der FPÖ.
märkten. So weit wollen wir es doch nicht kommen lassen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Erstmals ist dieses Wort hier vonseiten der Regierungsbank gefallen. Man hat die Kommunalkredit, ihre Schulden und Probleme totgeschwiegen. Mich freut es, Frau Minister, dass Sie endlich auch dazu stehen, dass nicht nur die Hypo Probleme hat, sondern dass auch die Kommunalkredit dem Staat Sorgen bereitet (Zwischenruf bei der ÖVP), und nicht zuletzt die heutige Ministerin Schmied damals Direktorin war und dieses Problem mitverursacht hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Erstmals ist dieses Wort hier vonseiten der Regierungsbank gefallen. Man hat die Kommunalkredit, ihre Schulden und Probleme totgeschwiegen. Mich freut es, Frau Minister, dass Sie endlich auch dazu stehen, dass nicht nur die Hypo Probleme hat, sondern dass auch die Kommunalkredit dem Staat Sorgen bereitet (Zwischenruf bei der ÖVP), und nicht zuletzt die heutige Ministerin Schmied damals Direktorin war und dieses Problem mitverursacht hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Kollege Stummvoll hat heute als Beispiel für Zynismus einen ehemaligen Chef des Hauptverbandes genannt, der behauptet hat, die staatlichen Pensionen seien gesichert. Lieber Kollege Stummvoll! (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ich glaube, deine Beispiele, was den Zynismus betrifft, wirst du in Zukunft erweitern müssen.
Beifall bei der FPÖ.
Ein Beispiel haben wir heute gehört, als die Frau Minister davon sprach, dass die Familien in Zukunft gefördert werden müssen, dass man den Familien helfen wird. Erinnern wir uns zurück: Es noch gar kein halbes Jahr her, als die Bundesregierung die Leistungen für Familien um fast 400 Millionen € gekürzt hat – das gesamte Einsparungspotenzial, davon sind 80 Prozent von den Familien gekommen. Heute gemeinsam mit der Familiensprecherin der ÖVP Ridi Steibl herzugehen und zu sagen, wir müssen den Familien helfen, ist das nächste Beispiel für Zynismus. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Liebe Frau Minister Fekter, wenn es Ihnen wichtig ist, dass der ländliche Raum erhalten bleibt, dass die ländlichen Gebiete weiterhin besiedelt bleiben, wir die Bevölkerung draußen halten, so bitte ich: Halten Sie an dieser Aussage des ausgeschiedenen Bundesministers fest und sorgen Sie beim nächsten Finanzausgleich dafür, dass der abgestufte Bevölkerungsschlüssel ausgeglichen wird! (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Wir haben uns ja schon einmal aus einem anderen Anlass über die Rot-Weiß-Rot-Card unterhalten. Eingangs lassen Sie mich aber noch eines sagen: Es wurde vonseiten des Klubobmanns Cap, aber auch vom Kollegen Elmar Mayer eingefordert, die Opposition solle doch endlich anerkennen, was die Regierung alles Gutes tue. Leben Sie einmal das Beispiel vor! (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich erinnere an die Ausführungen der Frau Kollegin Muttonen von gestern, als sie im Zusammenhang mit der Lösung der Kärntner Ortstafelfrage Herrn Staatssekretär Ostermayer und die Slowenenräte erwähnt hat. Lernen Sie einmal, auch zu sagen, dass Herr Landeshauptmann Dörfler durch seine konstruktive Art sein Scherflein dazu beigetragen hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Muttonen: ... all jenen, die daran beteiligt waren! – Abg. Grosz: Das hätte es unter’m Haider nicht gegeben!
Lernen Sie zunächst, auch anzuerkennen, was andere machen, bevor Sie uns Vorschreibungen machen. Leben Sie es einmal vor, halten Sie sich den Spiegel vor! (Abg. Mag. Muttonen: ... all jenen, die daran beteiligt waren! – Abg. Grosz: Das hätte es unter’m Haider nicht gegeben!)
Zwischenrufe des Abg. Dr. Bartenstein.
Wenn man fragt: Wer sind denn diese Experten, die sagen, dass es 20 000 sein werden?, dann erfährt man nichts. Ich weiß schon, wie es enden wird, wenn es so kommt, wie es die Freiheitlichen ankündigen und wie es mittlerweile auch die Meinungsumfragen ergeben haben: Da wird dann der Sozialminister sagen, er habe es von der Innenministerin gehört, und die Innenministerin wird sagen, sie habe es vom Sozialminister gehört. Mit diesen Zirkelbeweisen stehlen sie sich dann aus der Verantwortung. (Zwischenrufe des Abg. Dr. Bartenstein.)
Beifall bei der FPÖ.
In Wirklichkeit muss man einmal abwarten, was diese Öffnung überhaupt an negativen Dingen bringen wird, und erst dann kann man fragen, was nachher kommen soll. Aber Sie machen Folgendes: Sie öffnen der Zuwanderung in unser Sozialsystem Tür und Tor – und das lehnen wir ab! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz: Ja, ja!
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Mit dem vorliegenden Fremdenrechtsgesetz sind wir wieder auf dem richtigen Weg in die richtige Richtung. (Beifall bei der ÖVP. – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz: Ja, ja!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin auch überzeugt davon, dass wir alle daran interessiert sein müssen, die Illegalität in unserem Lande hintanzuhalten. Im Jahr 2009 wurden in Österreich 18 000 Illegale aufgegriffen, das zeigt, dass Handlungsbedarf gegeben ist und es erforderlich ist, unser Fremdenrechtsgesetz entsprechend anzupassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Die Familien haben Sie vergessen, den Familiennachzug!
Diese Menschen betreffend, die zu uns kommen, gibt es drei Säulen: die Hochqualifizierten, die Mangelberufe, die Schlüsselarbeitskräfte und all jene, die in Österreich studieren und innerhalb von sechs Monaten nach dem Studienabschluss die Möglichkeit haben, sich in Österreich Arbeit zu suchen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Die Familien haben Sie vergessen, den Familiennachzug!) Ich denke, das ist eine vernünftige Angelegenheit, und es stehen bei dieser Rot-Weiß-Rot-Card die Interessen Österreichs im Vordergrund. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Menschen betreffend, die zu uns kommen, gibt es drei Säulen: die Hochqualifizierten, die Mangelberufe, die Schlüsselarbeitskräfte und all jene, die in Österreich studieren und innerhalb von sechs Monaten nach dem Studienabschluss die Möglichkeit haben, sich in Österreich Arbeit zu suchen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Die Familien haben Sie vergessen, den Familiennachzug!) Ich denke, das ist eine vernünftige Angelegenheit, und es stehen bei dieser Rot-Weiß-Rot-Card die Interessen Österreichs im Vordergrund. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hagen: Von dem hört man gar nichts!
Ich glaube, dass es für eine schnellere Integration auch ganz, ganz wichtig ist – wie wir mit dieser Gesetzesnovelle vorgeben –, dass all jene, die nach Österreich kommen und in Österreich bleiben wollen, bereits Deutschkenntnisse haben müssen. Auch für den neuen Integrationsstaatssekretär ist es, glaube ich, sehr wichtig, dass er damit eine bessere Startmöglichkeit in diesem Bereich hat. (Abg. Hagen: Von dem hört man gar nichts!) Ich meine, es ist in unser aller Interesse, dass es diese Deutschkenntnisse gibt.
Abg. Pendl: So schaut’s aus!
Mit diesem Gesetz setzen wir aber natürlich auch Schritte, um die EU-Richtlinie, die es gibt, um europaweit ein einheitliches Asyl- und Fremdenrecht anzupeilen, umzusetzen. Darin ist vorgegeben, dass die freiwillige Rückreise im Vordergrund steht und dass es eine kostenlose Rechtsberatung in diesem Bereich gibt; das ist ja auch eine wesentliche Verbesserung. Generell glaube ich schon, dass wir von einer Win-Win-Situation sprechen können, nämlich dass die Asylwerber, die nach Österreich kommen, schnell wissen, ob es überhaupt Asyl geben kann oder ob ein anderes Land zuständig ist. Ich meine, dass wir gerade diesen Menschen diese gesetzlichen Möglichkeiten geben müssen. (Abg. Pendl: So schaut’s aus!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Diese gesetzliche Grundlage ist natürlich auch ein sehr wichtiger Schritt, das habe ich schon angesprochen, im Zusammenhang mit der Illegalität. Wenn wir uns diese Zahlen anschauen, dann sehen wir, dass wir die großen Probleme nicht mehr im Asylbereich haben, sondern bei der Bekämpfung der Illegalität. Alle, die nach Österreich kommen und einen Asylgrund haben, sollen in Österreich auch rasch Hilfe bekommen, aber all jene, die aus rein wirtschaftlichen Überlegungen nach Österreich kommen, müssen diese Zuwanderung über die Rot-Weiß-Rot-Card anstreben und nicht über den Asylweg. Das wird mit dieser Gesetzesnovelle, wie ich meine, sehr wesentlich verbessert, und Missbrauch wird hintangehalten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Spricht die Frau Ablinger auch heute? – Rufe und Gegenrufe zwischen BZÖ und SPÖ.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächste Rednerin zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Mag. Korun. 7 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Spricht die Frau Ablinger auch heute? – Rufe und Gegenrufe zwischen BZÖ und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Gäste auf der Galerie! Unrecht bleibt Unrecht, auch wenn man es ins Gesetz schreibt. – Und wenn Herr Kollege Westenthaler auch zuhören könnte, wäre das sehr höflich. – Danke vielmals, Herr Kollege. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Sie schützen nur die Asylmissbraucher und sonst niemanden!
Was bedeutet das? – Damit sich alle, die mit dem Thema nicht so affin sind, etwas darunter vorstellen können (Abg. Dr. Rosenkranz: Sie schützen nur die Asylmissbraucher und sonst niemanden!), nehmen wir den konkreten Fall von Tschetschenien, Herr Kollege Rosenkranz. Tschetschenien ist ein Land, wo nicht nur geflüchtete Menschen, sondern insbesondere deren Familien, also die Hinterbliebenen sozusagen, regelmäßig sekkiert werden, Besuche von der Polizei bekommen, teilweise festgenommen werden, verschleppt werden und teilweise verschwinden. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Was bedeutet das? – Damit sich alle, die mit dem Thema nicht so affin sind, etwas darunter vorstellen können (Abg. Dr. Rosenkranz: Sie schützen nur die Asylmissbraucher und sonst niemanden!), nehmen wir den konkreten Fall von Tschetschenien, Herr Kollege Rosenkranz. Tschetschenien ist ein Land, wo nicht nur geflüchtete Menschen, sondern insbesondere deren Familien, also die Hinterbliebenen sozusagen, regelmäßig sekkiert werden, Besuche von der Polizei bekommen, teilweise festgenommen werden, verschleppt werden und teilweise verschwinden. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Vilimsky: Wie kommt der nach Österreich? – Abg. Mag. Schatz: Er flieht!
Berufung abgewartet wird, die Daten 1 : 1 nach Tschetschenien wandern. (Abg. Vilimsky: Wie kommt der nach Österreich? – Abg. Mag. Schatz: Er flieht!) Die Familie dieses tschetschenischen Asylwerbers kann dann sozusagen jederzeit vom Geheimdienst, von irgendwelchen paramilitärischen Einheiten besucht werden, kann festgenommen werden. Es gibt, wie wir alle wissen, in Tschetschenien auch Exekutionen, da werden Leute einfach verschleppt und ermordet – übrigens auch Familienangehörige von Leuten, denen die Flucht vor diesem Regime gelungen ist.
Abg. Ing. Westenthaler: ... Staatssekretärin kassiert 15 000 €!
Es wird immer wieder, wenn es um Migranten und Asylsuchende geht, gesagt: Recht muss Recht bleiben! Schauen wir uns das Rechtsverständnis und die Situation in unserem schönen Land an: Wir haben in Österreich Lobbyisten, die 800 000 € für einen Job kassieren, um im Nachhinein sich und andere zu fragen: „Wo woar mei Leistung?“, die nicht einmal wissen, was sie für diese 800 000 € getan haben sollen. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Staatssekretärin kassiert 15 000 €!)
Zwischenruf des Abg. Kößl. – Abg. Dr. Rosenkranz: Was hat das mit Asylmissbrauch zu tun?
Wir haben einen Exminister Strasser, von dem gut belegt ist, dass er interveniert hat, um das Innenministerium und andere Institutionen schwarz einzufärben. Diese Interventionen, diese Mails, diese Belege, haben zu keinen Konsequenzen geführt, weil die Anzeige, die bei der Staatsanwaltschaft erstattet wurde, leider, leider verjährt ist, weil die Anzeige so lang gelegen ist, dass sie zu keinen Konsequenzen mehr führen konnte. (Zwischenruf des Abg. Kößl. – Abg. Dr. Rosenkranz: Was hat das mit Asylmissbrauch zu tun?)
Abg. Hagen: Sagen Sie das den Asylwerbern!
Recht muss Recht bleiben. Ja für wen gilt das Recht eigentlich in Österreich, und welches Recht gilt für wen, welches Recht gilt für welche Gruppen? (Abg. Hagen: Sagen Sie das den Asylwerbern!) – Bei Schutzsuchenden, bei Leuten, die sich nicht wehren können, weil sie entweder die Sprache nicht können oder kein Wahlrecht haben, lässt die Bundesregierung die Muskeln spielen, da wird das Recht jedes halbe Jahr verschärft, die Grundrechte von Asylsuchenden werden immer mehr untergraben. Da traut sich die Regierung etwas, da ist man noch jemand. Die Grassers, Strassers und diese ganzen Lobbyisten laufen frei herum, da muss Recht interessanterweise nicht Recht bleiben. (Abg. Dr. Rosenkranz: Grasser, Strasser rechtfertigen Asylmissbrauch?! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Grasser, Strasser rechtfertigen Asylmissbrauch?! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Recht muss Recht bleiben. Ja für wen gilt das Recht eigentlich in Österreich, und welches Recht gilt für wen, welches Recht gilt für welche Gruppen? (Abg. Hagen: Sagen Sie das den Asylwerbern!) – Bei Schutzsuchenden, bei Leuten, die sich nicht wehren können, weil sie entweder die Sprache nicht können oder kein Wahlrecht haben, lässt die Bundesregierung die Muskeln spielen, da wird das Recht jedes halbe Jahr verschärft, die Grundrechte von Asylsuchenden werden immer mehr untergraben. Da traut sich die Regierung etwas, da ist man noch jemand. Die Grassers, Strassers und diese ganzen Lobbyisten laufen frei herum, da muss Recht interessanterweise nicht Recht bleiben. (Abg. Dr. Rosenkranz: Grasser, Strasser rechtfertigen Asylmissbrauch?! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Ruf bei der FPÖ: Wir sind gar nicht gefragt worden!
Sehr geehrte Damen und Herren! Über 116 000 Bürger und Bürgerinnen haben eine Petition unterschrieben, die den Titel trägt „Kinder gehören nicht ins Gefängnis“, und ich habe hier die Petition mit dem Titel „Kinder gehören nicht ins Gefängnis“ an den Nationalrat liegen, unterzeichnet von vier Nationalratsabgeordneten aus vier unterschiedlichen Fraktionen, von SPÖ, ÖVP, Grünen und BZÖ. (Ruf bei der FPÖ: Wir sind gar nicht gefragt worden!)
Abg. Mag. Stefan: Gehören die nicht zu den Eltern? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das Anliegen dieser Abgeordneten, dieser vier Fraktionen, die diese Petition unterstützt haben und unterstützen, kann man in der Forderung der Plattform „Kinder gehören nicht ins Gefängnis“ zusammenfassen: „Über alle Parteigrenzen hinweg fordern wir daher das Bekenntnis, dass Kinder nicht ins Gefängnis gehören“. – Auch das wird sich mit diesem Unrechtspaket nicht ändern. Es werden Kinder, Jugendliche, ja Säuglinge in Schubhaft kommen, sie werden ins Gefängnis kommen, mit ihren Eltern. (Abg. Mag. Stefan: Gehören die nicht zu den Eltern? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Tun Sie nicht dramatisieren!
Dieser Satz der sogenannten ersten Menschenrechtsschützerin Österreichs entlarvt die ganze Misere in unserem Asyl- und Fremdenrecht. (Abg. Rädler: Tun Sie nicht dramatisieren!) Herr Kollege, wenn Sie sagen: Tun Sie nicht dramatisieren!, möchte ich Sie sehen, wenn Ihnen jemand sagt: Du arbeitest sowieso hier, du musst sowieso diese Arbeit leisten, wir kasernieren dich jetzt sieben Tage hier, und du darfst das Haus sieben Tage lang nicht verlassen! (Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.
Dieser Satz der sogenannten ersten Menschenrechtsschützerin Österreichs entlarvt die ganze Misere in unserem Asyl- und Fremdenrecht. (Abg. Rädler: Tun Sie nicht dramatisieren!) Herr Kollege, wenn Sie sagen: Tun Sie nicht dramatisieren!, möchte ich Sie sehen, wenn Ihnen jemand sagt: Du arbeitest sowieso hier, du musst sowieso diese Arbeit leisten, wir kasernieren dich jetzt sieben Tage hier, und du darfst das Haus sieben Tage lang nicht verlassen! (Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Sie tun der Sache nichts Gutes! – Abg. Dr. Rosenkranz: Sie schützen den Missbrauch!
Den Aufstand, den Sie machen würden, möchte ich mir anschauen, und da geht es um Leute, die teilweise Überlebende von Folter sind, die verfolgt wurden, die nach Österreich geflüchtet sind, und was begegnet ihnen als Erstes? – Wir sperren sie ein! (Ruf bei der ÖVP: Sie tun der Sache nichts Gutes! – Abg. Dr. Rosenkranz: Sie schützen den Missbrauch!)
Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.
Abschließend zum Bereich Integration, an den Neo-Staatssekretär: Wenn Sie Integrationsstaatssekretär sein wollen, sehr geehrter Herr Kurz, dann ist das der richtige Moment, aufzustehen und zu sagen: Nein, nicht mit mir! (Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.)
Abg. Hornek: Die sind ja kein Problem, die Unbescholtenen! Das Problem sind die Bescholtenen!
Ich erwarte mir, wenn Sie Ihre neue Funktion ernst nehmen, dass Sie der Mehrheit im Nationalrat sagen: Spuckt mir bitte nicht gleich am Anfang meiner Tätigkeit in die Suppe! Macht mir Integration nicht unmöglich! – Denn wenn heute dieses Unrechtspaket beschlossen wird, dann werden Hunderte und Tausende unbescholtene Menschen, die seit Jahren und Jahrzehnten hier leben (Abg. Hornek: Die sind ja kein Problem, die Unbescholtenen! Das Problem sind die Bescholtenen!), sich von gleichen Rechten – für gleiche Pflichten, wohlgemerkt – auf Dauer verabschieden müssen, wenn Einbürgerungen unmöglich werden, wenn ein unbefristetes Aufenthaltsvisum unmöglich wird, nur weil jemand eine Deutschprüfung nicht schafft. (Abg. Dr. Rosenkranz: Einbürgerungen ohne Deutsch?)
Abg. Dr. Rosenkranz: Einbürgerungen ohne Deutsch?
Ich erwarte mir, wenn Sie Ihre neue Funktion ernst nehmen, dass Sie der Mehrheit im Nationalrat sagen: Spuckt mir bitte nicht gleich am Anfang meiner Tätigkeit in die Suppe! Macht mir Integration nicht unmöglich! – Denn wenn heute dieses Unrechtspaket beschlossen wird, dann werden Hunderte und Tausende unbescholtene Menschen, die seit Jahren und Jahrzehnten hier leben (Abg. Hornek: Die sind ja kein Problem, die Unbescholtenen! Das Problem sind die Bescholtenen!), sich von gleichen Rechten – für gleiche Pflichten, wohlgemerkt – auf Dauer verabschieden müssen, wenn Einbürgerungen unmöglich werden, wenn ein unbefristetes Aufenthaltsvisum unmöglich wird, nur weil jemand eine Deutschprüfung nicht schafft. (Abg. Dr. Rosenkranz: Einbürgerungen ohne Deutsch?)
Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
Ich möchte unterstreichen: Es geht nicht darum, dass jemand einen Deutschkurs nicht besucht. Es gibt Leute, die besuchen drei, vier Deutschkurse und schaffen leider anschließend die Deutschprüfung nicht. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Diese Leute werden nie die Staatsbürgerschaft bekommen können, werden nie gleiche Rechte für gleiche Pflichten bekommen.
Abg. Rädler: Auch Sie! – Bravo- und Richtig-Rufe bei der FPÖ
Ich kann nur sagen: Hören Sie auf Ihr Gewissen! Sie sind freie Mandatare, Sie sind Ihren Wählern und Wählerinnen verpflichtet (Abg. Rädler: Auch Sie! – Bravo- und Richtig-Rufe bei der FPÖ) und nicht Ihrer Fraktion. Nehmen Sie das ernst, lehnen Sie dieses Unrechtspaket ab! (Abg. Dr. Rosenkranz: Wir sind den Wählern verpflichtet!) Denn wenn das heute beschlossen wird, dann sollten wir uns von Wörtern wie „Integration“, „besseres Zusammenleben“ (Abg. Rädler: Sie vermischen alles!), „Men
Abg. Dr. Rosenkranz: Wir sind den Wählern verpflichtet!
Ich kann nur sagen: Hören Sie auf Ihr Gewissen! Sie sind freie Mandatare, Sie sind Ihren Wählern und Wählerinnen verpflichtet (Abg. Rädler: Auch Sie! – Bravo- und Richtig-Rufe bei der FPÖ) und nicht Ihrer Fraktion. Nehmen Sie das ernst, lehnen Sie dieses Unrechtspaket ab! (Abg. Dr. Rosenkranz: Wir sind den Wählern verpflichtet!) Denn wenn das heute beschlossen wird, dann sollten wir uns von Wörtern wie „Integration“, „besseres Zusammenleben“ (Abg. Rädler: Sie vermischen alles!), „Men
Abg. Rädler: Sie vermischen alles!
Ich kann nur sagen: Hören Sie auf Ihr Gewissen! Sie sind freie Mandatare, Sie sind Ihren Wählern und Wählerinnen verpflichtet (Abg. Rädler: Auch Sie! – Bravo- und Richtig-Rufe bei der FPÖ) und nicht Ihrer Fraktion. Nehmen Sie das ernst, lehnen Sie dieses Unrechtspaket ab! (Abg. Dr. Rosenkranz: Wir sind den Wählern verpflichtet!) Denn wenn das heute beschlossen wird, dann sollten wir uns von Wörtern wie „Integration“, „besseres Zusammenleben“ (Abg. Rädler: Sie vermischen alles!), „Men
Beifall bei den Grünen.
schenrechte“ und „Grundrechte“ verabschieden, sonst wäre es nur heuchlerisch. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie stimmt denn Ablinger heute ab? Wie ist das bei euch im Klub?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Pendl. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie stimmt denn Ablinger heute ab? Wie ist das bei euch im Klub?)
Abg. Ing. Westenthaler: Oder unbewusst!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Wie bei vielen Themen werden viele sehr sensible Bereiche entweder bewusst (Abg. Ing. Westenthaler: Oder unbewusst!) oder eben unbewusst – es ist so, lieber Peter Westenthaler – vermischt. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Wie bei vielen Themen werden viele sehr sensible Bereiche entweder bewusst (Abg. Ing. Westenthaler: Oder unbewusst!) oder eben unbewusst – es ist so, lieber Peter Westenthaler – vermischt. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Zwischenrufe bei den Grünen
Frau Kollegin Korun, bei allem Verständnis: Ich meine, dass man sich hierher stellt und Wörter wie etwa „Lagerhaft“ in den Mund nimmt (Zwischenrufe bei den Grünen), haben wir nicht nötig! Das brauche ich weder zu zitieren noch sonst etwas. (Abg. Ing. Westenthaler: Eure Abgeordneten haben noch ganz andere Wörter für das Fremdengesetz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eure Abgeordneten haben noch ganz andere Wörter für das Fremdengesetz!
Frau Kollegin Korun, bei allem Verständnis: Ich meine, dass man sich hierher stellt und Wörter wie etwa „Lagerhaft“ in den Mund nimmt (Zwischenrufe bei den Grünen), haben wir nicht nötig! Das brauche ich weder zu zitieren noch sonst etwas. (Abg. Ing. Westenthaler: Eure Abgeordneten haben noch ganz andere Wörter für das Fremdengesetz!)
Abg. Rädler: Genau!
Es ist das für uns gemeinsam eine wichtige Aufgabe, und ich sage: Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik – und ich bin froh darüber, dass wir es gemacht haben, denn wir haben es bereits bei den Regierungsverhandlungen ins Regierungsübereinkommen geschrieben – versucht man, Zuwanderung klar zu regeln, neben der Asylschiene! Bis jetzt sind alle Migrationsfragen, Integrationsfragen, Asyl ein bisschen umgerührt worden, Kriminalität wurde darüber gestülpt (Abg. Rädler: Genau!), es wurde noch einmal umgerührt, und dann hat das in Wirklichkeit kein Mensch mehr auseinanderhalten können, wenn es diskutiert worden ist. (Abg. Dr. Rosenkranz: Wer hat denn das gemacht?)
Abg. Dr. Rosenkranz: Wer hat denn das gemacht?
Es ist das für uns gemeinsam eine wichtige Aufgabe, und ich sage: Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik – und ich bin froh darüber, dass wir es gemacht haben, denn wir haben es bereits bei den Regierungsverhandlungen ins Regierungsübereinkommen geschrieben – versucht man, Zuwanderung klar zu regeln, neben der Asylschiene! Bis jetzt sind alle Migrationsfragen, Integrationsfragen, Asyl ein bisschen umgerührt worden, Kriminalität wurde darüber gestülpt (Abg. Rädler: Genau!), es wurde noch einmal umgerührt, und dann hat das in Wirklichkeit kein Mensch mehr auseinanderhalten können, wenn es diskutiert worden ist. (Abg. Dr. Rosenkranz: Wer hat denn das gemacht?)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wir wissen schon, wie ihr damit spielt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Nur: Wir wollen, dass jemand, wenn er zu uns kommt und berechtigt einen Antrag stellt, Asyl bekommt. Und zwar genau so, wie wir es gemeinsam seit Jahren vertreten: rasch!
Abg. Ing. Westenthaler: Endlich integriert!
Ich kann mich gut daran erinnern, welche Diskussion es hier bei der Einführung des Asylgerichtshofes gegeben hat – in der Zwischenzeit, meine Damen und Herren, übrigens eine Erfolgsgeschichte, und man kann nur gratulieren! (Abg. Ing. Westenthaler: Endlich integriert!) 70 Prozent abgearbeitet – ich gehe nach neuesten Informationen davon aus, dass man im Frühjahr des nächsten Jahres alles abgearbeitet haben wird. Das zeigt also, dass es diese Frage rechtsstaatlich sauber, korrekt und auch mit der notwendigen Sensibilität zu behandeln gilt.
Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.
Frau Kollegin, nicht böse sein: Wir haben das auch lang und breit diskutiert. Wenn jetzt jemand kommt und erwartet, dass die Republik und die Menschen in diesem Lande ihm helfen – und wir tun es gerne! –, dann kann ich aber auch erwarten, dass diese Person den Behörden fünf Tage zur Verfügung steht, auch in ihrem eigenen Interesse, weil damit der Akt und das Verfahren rascher beendet werden. Das ist auch im Interesse des Asylsuchenden! (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.) Sich dann hierher zu stellen und zu sagen, das sei „Lagerhaft“ – also bitte! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Frau Kollegin, nicht böse sein: Wir haben das auch lang und breit diskutiert. Wenn jetzt jemand kommt und erwartet, dass die Republik und die Menschen in diesem Lande ihm helfen – und wir tun es gerne! –, dann kann ich aber auch erwarten, dass diese Person den Behörden fünf Tage zur Verfügung steht, auch in ihrem eigenen Interesse, weil damit der Akt und das Verfahren rascher beendet werden. Das ist auch im Interesse des Asylsuchenden! (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.) Sich dann hierher zu stellen und zu sagen, das sei „Lagerhaft“ – also bitte! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Frau Kollegin, es gibt keine Kinder in Gefängnissen! Das können Sie hier noch so oft wiederholen, es wird weder richtiger, noch gibt es sie. Das gibt es nicht! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Das wird, entweder bewusst oder unbewusst, falsch dargestellt. Es ist so!
Abg. Ing. Höbart: ... als Begleitung der Mutter, bitte!
Ich lade Sie ein: Schauen wir uns gemeinsam alle Einrichtungen an, die es gibt, dann werden wir sehen und draufkommen, dass kein Kind in ein Gefängnis kommt! (Abg. Ing. Höbart: ... als Begleitung der Mutter, bitte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bedanken!
In diesem Sinne darf ich mich bei allen, die einen konstruktiven Beitrag zu diesem Paket geleistet haben (Abg. Ing. Westenthaler: Bedanken!), bedanken – lieber Kollege Westenthaler, ich tue es lieber einmal mehr als einmal zu wenig –, und ich lade Sie ein, dieser Gesetzesvorlage Ihre Zustimmung zu geben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In diesem Sinne darf ich mich bei allen, die einen konstruktiven Beitrag zu diesem Paket geleistet haben (Abg. Ing. Westenthaler: Bedanken!), bedanken – lieber Kollege Westenthaler, ich tue es lieber einmal mehr als einmal zu wenig –, und ich lade Sie ein, dieser Gesetzesvorlage Ihre Zustimmung zu geben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Ich bin auch froh, dass jetzt, nach einer Gebrauchsanleitung für die Parlaments-Regierungsbank, auch der Herr Staatssekretär die Distanz zu seiner Ministerin verringert und sich bei ihr integriert hat. Das ist schon einmal ein gutes Zeichen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Gestern winkten Sie die Vorratsdatenspeicherung kritiklos durch. Heute winken Sie das Fremdengesetz kritiklos durch. Ich glaube, das ist kein guter Start, Frau Innenministerin, wenn Sie nur einfach das vollziehen, was Ihnen Ihre Vorgängerin auf den Tisch gelegt hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Würden Sie sich nämlich die Historie der Fremdengesetze und die derzeitige Gesetzeslage ansehen, dann würden Sie auch draufkommen, dass wir seit 2006 nunmehr sechs Novellen der Fremdengesetze in diesem Land gehabt haben und dass die Hauptkritik der Experten und der Betroffenen eigentlich jene ist, dass dieses Gesetz mittlerweile unlesbar, chaotisch, ja gar nicht mehr umzusetzen ist und dass dieses Gesetz förmlich danach schreit, vereinheitlicht, neu ausgerichtet und neu kodifiziert zu werden, Frau Ministerin. Das wäre eine Aufgabe gewesen, die Sie einmal hätten machen können! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Die Fremdenpolizei in unserem Land sagt, die Novelle sei nicht umsetzbar. – Frau Ministerin, da müssten ja alle Alarmglocken bei Ihnen läuten! Dann müssten Sie dieses Gesetz tatsächlich auch neu verhandeln. Ich verstehe nicht, warum Sie das nicht tun, warum Sie das nicht machen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
der gestern hier vollmundig zur Vorratsdatenspeicherung sprach und dann einfach die Abstimmung schwänzte und flüchtete. Das ist Feigheit, Herr Kollege Maier! Mut kann man sich nicht kaufen, Mut muss man auch hier im Hohen Haus beweisen! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Grosz: Ein Rückgrat wie ein Gartenschlauch!
Oder Frau Kollegin Ablinger: Wo ist sie heute? Ist Frau Kollegin Ablinger entschuldigt? (Abg. Grosz: Ein Rückgrat wie ein Gartenschlauch!) Spricht sie heute? Wird sie heute gegen das Gesetz stimmen? – Ihr seid ja in Wirklichkeit gar nicht mehr ernst zu nehmen. Ihr, die Sozialdemokratie, seid in Bezug auf die innere Sicherheit und in Bezug auf die Ausländerproblematik linienlos, führungslos und gänzlich abgetreten. Das ist die Wahrheit! Das ist eure Politik, und das sieht man jetzt auch! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Sinnlos!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Sinnlos!
Oder Frau Kollegin Ablinger: Wo ist sie heute? Ist Frau Kollegin Ablinger entschuldigt? (Abg. Grosz: Ein Rückgrat wie ein Gartenschlauch!) Spricht sie heute? Wird sie heute gegen das Gesetz stimmen? – Ihr seid ja in Wirklichkeit gar nicht mehr ernst zu nehmen. Ihr, die Sozialdemokratie, seid in Bezug auf die innere Sicherheit und in Bezug auf die Ausländerproblematik linienlos, führungslos und gänzlich abgetreten. Das ist die Wahrheit! Das ist eure Politik, und das sieht man jetzt auch! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Sinnlos!)
Beifall beim BZÖ.
Weil ich gerade den Vergleich mit dem Gartenschlauch höre: Ich würde nicht sagen, dass das Rückgrat des Herrn Maier, der Frau Ablinger oder aller Abgeordneten, die immer so groß reden und dann einfach die Abstimmung schwänzen, ein Rückgrat wie ein Gartenschlauch wäre. Das würde ich nicht sagen, denn ein Gartenschlauch ist ja ein fester Eisenstab gegen deren Rückgrat! Das muss man in Wirklichkeit sagen. So ist es in Wahrheit! (Beifall beim BZÖ.) Es ist mutlos, es ist feige und ist auch keine Politik, etwas anderes zu sagen als das, was man dann hier im Hohen Haus tut
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, am Sonntag ist dann der 1. Mai, und dann stehen Sie wieder oben mit Ihren roten Taschentüchern, so stehen Sie am 1. Mai oben. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich sage euch nur: Diesmal ist eure 1.-Mai-Veranstaltung nicht der Tag der Arbeit, sondern der Willkommenstag für die Ostarbeiter, die bei euch vorbeimarschieren werden! Das ist die Umfunktionierung dieses 1. Mai, die ihr selbst betreibt. Ihr habt in der Ausländerpolitik wirklich völlig versagt!
Beifall beim BZÖ.
Dann lesen wir: Scharfe Kritik am Fremdenrecht aus der Wiener SPÖ. Frau Integrations-Stadträtin Frauenberger: Es muss endlich Schluss gemacht werden mit dem integrationsfeindlichen Fremdenrechts-Flickwerk. – Da haben wir jetzt das Wort, und genau so ist eure Politik: Ihr schlaft da herinnen, ihr stimmt allem zu, und in Wien haben wir die Probleme mit den Ausländern, mit der Zuwanderung, mit der Integration! Das interessiert euch überhaupt nicht. In Wirklichkeit interessiert euch das nicht, weil ihr in dieser Politiksparte bereits abgetreten seid. Ressort habt ihr keines, Abgeordnete habt ihr keine, die hier zu ihrer Meinung stehen, ihr seid gänzlich abgetreten. Das ist die Wahrheit! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Hornek: Dann kannst ja zustimmen!
Deutsch vor Zuzug: Das war ein Prinzip dieser Gesetze. – Wir hätten applaudiert und gerne zugestimmt, weil das eine Grundsatzforderung der Freiheitlichen in den neunziger Jahren und auch schon in den achtziger Jahren war, weil wir das bereits im Jahr 1993 beim Volksbegehren „Österreich zuerst“ als einen wesentlichen Punkt formuliert haben, als ihr alle miteinander noch Lichterlmeere veranstaltet habt. Mittlerweile ist fast jeder dieser zwölf Punkte aus dem Volksbegehren umgesetzt – Gratulation! Es hat ein paar Jahrzehnte gedauert, aber jetzt ist alles umgesetzt, das ist interessant. (Abg. Hornek: Dann kannst ja zustimmen!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
mitteldurchschnittlich qualifiziert, auch minderqualifiziert. Was ich machen muss, ist: Ich brauche eine Berufsausbildung im Ausland – na, die bekomme ich schnell, den Nachweis kriege ich recht schnell, und ich habe 20 Punkte. Ich muss unter 30 Jahre sein, und ich bekomme weitere 20 Punkte; damit habe ich 40, also fehlen mir nach Adam Riese nur noch 10. Diese 10 Punkte hole ich mir, indem ich fünf Jahre Berufserfahrung im Ausland bei irgendeinem Arbeitnehmer – das schreibt mir schon irgendwer: fünf Jahre Berufsausbildung – hole. Und siehe da: Ich habe 50 Punkte, hollodaro, ich bin auf dem österreichischen Arbeitsmarkt willkommen und brauche keine Silbe Deutsch zu können, weil die Punkteanzahl für Deutsch in der Rot-Weiß-Rot-Card keine Grunderfordernis, sondern nur eine Eventualität ist! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Sie hätten die Verpflichtung gehabt, im Rahmen dieses Gesetzes zu sagen: Ein Folgeantrag in der Instanz: ja!, aber dann ist Schluss! Und wenn dann ein Bescheid zur Abschiebung erfolgt, ist auch abzuschieben, dann gibt es keinen Aufenthaltstitel. Das wäre die richtige Maßnahme gewesen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Frau Ministerin! Im Sinne der Bekämpfung der Kriminalität aufgrund der Zuwanderung aus dem Osten, die jetzt stattfindet, weil wir keine Grenzen mehr haben, sind Sie aufgefordert, da ganz besonders hinzuschauen und den Einbruchsdiebstählen, den Raubüberfällen und der sonstigen Bandenkriminalität, die bei uns stattfindet, den Kampf anzusagen. Ich sage Ihnen dazu: Das geht einzig und allein dadurch, dass Sie endlich einmal, zumindest temporär, die Schengen-Grenzen wieder in Kraft setzen, die Ostgrenzen wieder dichtmachen und dort auch kontrollieren, so lange, bis die Kriminalität wieder sinkt. Das ist unser Anspruch, den wir an die Sicherheitspolitik in diesem Land stellen, das verlangen wir von Ihnen! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich wünsche Ihnen bei Ihrer Arbeit alles Gute im Sinne der Kriminalitätsbekämpfung und der Sicherheit Österreichs. Wir werden Ihr erster Kontrollor sein! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP
Bundesministerin für Inneres Mag. Johanna Mikl-Leitner (fortsetzend): Wenn man sich mit diesem Fremdenrechtsgesetz umfassend und intensiv beschäftigt, wenn man es intensiv liest und studiert, dann kann man sagen: Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein gutes Gesetz (Beifall bei der ÖVP), das die Handschrift der ÖVP trägt.
Beifall bei der ÖVP.
Beamtenschaft, die da sehr viel Wissen, sehr viel Know-how hineingesteckt und letztendlich investiert hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Augenauswischerei!
Dritter Punkt: Deutsch vor Zuwanderung. (Abg. Kickl: Augenauswischerei!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen: Diese vier Meilensteine, die wir hier setzen, sind einfach wichtig und richtig, weil das zu mehr Sicherheit führt und für sozialen Frieden sorgt, weil damit auch eine erfolgreiche Integration möglich ist und wir es dadurch schaffen, die Asylverfahren schneller abzuwickeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Oder wirtschaftliche Gründe!
Ich sage Ihnen ganz offen und ehrlich: Ein effizientes, reibungsloses Verfahren ist uns einfach wichtig. Und ich glaube, es ist im ureigensten Interesse des Betroffenen, dass das auch so schnell wie möglich geklärt wird. Versetzen Sie sich in die Situation eines Flüchtlings, der sein Land verlässt – aus den verschiedensten Gründen: seien es religiöse Gründe, ethische Gründe oder weil er vom Tod bedroht ist (Abg. Scheibner: Oder wirtschaftliche Gründe!) –, dann werden auch Sie der Meinung sein: Man wird sich gerne fünf bis sieben Tage zur Verfügung stellen, um all diese Fragen abzuklären, um dieses Verfahren eben rasch in Gang zu setzen und rasch abzuklären, ob Österreich für dieses Asylverfahren zuständig ist. Es ist diese Anwesenheitsverpflichtung nur im ureigensten Interesse des Betroffenen (Abg. Mag. Korun: Wenn ein Asylwerber in Freiheit ...!) und natürlich auch im Interesse der österreichischen Bevölkerung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Korun: Wenn ein Asylwerber in Freiheit ...!
Ich sage Ihnen ganz offen und ehrlich: Ein effizientes, reibungsloses Verfahren ist uns einfach wichtig. Und ich glaube, es ist im ureigensten Interesse des Betroffenen, dass das auch so schnell wie möglich geklärt wird. Versetzen Sie sich in die Situation eines Flüchtlings, der sein Land verlässt – aus den verschiedensten Gründen: seien es religiöse Gründe, ethische Gründe oder weil er vom Tod bedroht ist (Abg. Scheibner: Oder wirtschaftliche Gründe!) –, dann werden auch Sie der Meinung sein: Man wird sich gerne fünf bis sieben Tage zur Verfügung stellen, um all diese Fragen abzuklären, um dieses Verfahren eben rasch in Gang zu setzen und rasch abzuklären, ob Österreich für dieses Asylverfahren zuständig ist. Es ist diese Anwesenheitsverpflichtung nur im ureigensten Interesse des Betroffenen (Abg. Mag. Korun: Wenn ein Asylwerber in Freiheit ...!) und natürlich auch im Interesse der österreichischen Bevölkerung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen ganz offen und ehrlich: Ein effizientes, reibungsloses Verfahren ist uns einfach wichtig. Und ich glaube, es ist im ureigensten Interesse des Betroffenen, dass das auch so schnell wie möglich geklärt wird. Versetzen Sie sich in die Situation eines Flüchtlings, der sein Land verlässt – aus den verschiedensten Gründen: seien es religiöse Gründe, ethische Gründe oder weil er vom Tod bedroht ist (Abg. Scheibner: Oder wirtschaftliche Gründe!) –, dann werden auch Sie der Meinung sein: Man wird sich gerne fünf bis sieben Tage zur Verfügung stellen, um all diese Fragen abzuklären, um dieses Verfahren eben rasch in Gang zu setzen und rasch abzuklären, ob Österreich für dieses Asylverfahren zuständig ist. Es ist diese Anwesenheitsverpflichtung nur im ureigensten Interesse des Betroffenen (Abg. Mag. Korun: Wenn ein Asylwerber in Freiheit ...!) und natürlich auch im Interesse der österreichischen Bevölkerung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Deutsch?! Sie müssen nicht Deutsch können!
Zum zweiten Punkt, zur Rot-Weiß-Rot-Karte: Mit dieser Rot-Weiß-Rot-Karte schaffen wir ein neues Zuwanderungsmodell mit ganz klaren Regeln, wie Zuwanderung stattzufinden hat. Das heißt ein ganz klares Ja zu einer geregelten Zuwanderung – unter bestimmten Voraussetzungen und Kriterien. (Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Deutsch?! Sie müssen nicht Deutsch können!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Ich glaube, jeder, der sich in Österreich umschaut, weiß, dass wir gerade qualifizierte Kräfte brauchen, von Wissenschaftlern, Forschern bis hin zu qualifizierten Fachkräften. Wir brauchen dieses qualifizierte Personal für die Wirtschaft (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), und zwar deswegen, damit die Unternehmungen nicht den Standort Österreich verlassen, sondern hier bei uns in Österreich bleiben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, jeder, der sich in Österreich umschaut, weiß, dass wir gerade qualifizierte Kräfte brauchen, von Wissenschaftlern, Forschern bis hin zu qualifizierten Fachkräften. Wir brauchen dieses qualifizierte Personal für die Wirtschaft (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), und zwar deswegen, damit die Unternehmungen nicht den Standort Österreich verlassen, sondern hier bei uns in Österreich bleiben. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Mayerhofer: NÖM hat das schon eingestellt!
Auch das ist wieder im ureigensten Interesse des Betroffenen: Es muss doch bitte jemand seinen Einkauf selbständig bewerkstelligten können (Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Mayerhofer: NÖM hat das schon eingestellt!), zum Arzt gehen können, in die Schule gehen können, um sich über die Leistungen seines Kindes zu erkundigen! Wie sonst soll es wohl gehen, wenn jemand hier lebt und nicht Deutsch kann? Wenn er nicht Deutsch kann, kann er sich nicht integrieren und letztendlich auch keiner Arbeit nachgehen oder sich im gesellschaftlichen Leben wohl fühlen! (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.
Auch das ist wieder im ureigensten Interesse des Betroffenen: Es muss doch bitte jemand seinen Einkauf selbständig bewerkstelligten können (Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Mayerhofer: NÖM hat das schon eingestellt!), zum Arzt gehen können, in die Schule gehen können, um sich über die Leistungen seines Kindes zu erkundigen! Wie sonst soll es wohl gehen, wenn jemand hier lebt und nicht Deutsch kann? Wenn er nicht Deutsch kann, kann er sich nicht integrieren und letztendlich auch keiner Arbeit nachgehen oder sich im gesellschaftlichen Leben wohl fühlen! (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.
Auch frauenpolitisch sehe ich eine ganz große Chance. Denken Sie an die Frauen aus den patriarchalen Systemen! Gerade für diese Frauen ergibt sich jetzt die Chance, endlich einmal einen Zugang zur Bildung zu erlangen. Das halte ich für einen ganz wesentlichen Punkt aus frauenpolitischer Perspektive. Ich glaube, dass das ein Startvorteil und ein Mehrwert für die Frauen aus patriarchalen Strukturen sein kann. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.)
Abg. Mag. Korun: Was sind Ihre Werte?
Wichtig ist mir natürlich auch, dass damit auch eine gewisse Wertevermittlung einhergeht (Abg. Mag. Korun: Was sind Ihre Werte?), weil man sich nur in einem Land wohlfühlen kann, wo man sich mit den Werten auseinandergesetzt hat und diese Werte auch akzeptiert. Denn: Nur unter der Akzeptanz unserer Werte ist letztendlich ein Miteinander möglich. (Abg. Mayerhofer: Frau Minister, Sie wohnen nicht im 15. Bezirk ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Warum muss man nicht Deutsch können, um nach Österreich zu kommen? – Abg. Mayerhofer: In Kanada muss man zwei Sprachen können!)
Abg. Mayerhofer: Frau Minister, Sie wohnen nicht im 15. Bezirk ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Warum muss man nicht Deutsch können, um nach Österreich zu kommen? – Abg. Mayerhofer: In Kanada muss man zwei Sprachen können!
Wichtig ist mir natürlich auch, dass damit auch eine gewisse Wertevermittlung einhergeht (Abg. Mag. Korun: Was sind Ihre Werte?), weil man sich nur in einem Land wohlfühlen kann, wo man sich mit den Werten auseinandergesetzt hat und diese Werte auch akzeptiert. Denn: Nur unter der Akzeptanz unserer Werte ist letztendlich ein Miteinander möglich. (Abg. Mayerhofer: Frau Minister, Sie wohnen nicht im 15. Bezirk ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Warum muss man nicht Deutsch können, um nach Österreich zu kommen? – Abg. Mayerhofer: In Kanada muss man zwei Sprachen können!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mayerhofer: Nein, Frau Minister, davon bin ich nicht überzeugt!
Richtung, nämlich in Richtung mehr Sicherheit, machen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mayerhofer: Nein, Frau Minister, davon bin ich nicht überzeugt!)
Abg. Mayerhofer: Was?! Was?!
Durch die Einführung der Rot-Weiß-Rot-Karte, der Blauen Karte EU sowie der Rot-Weiß-Rot-Karte-plus für Familienangehörige sollen verstärkt hochqualifizierte Zuwanderer, die die österreichische Wirtschaft dringend braucht (Abg. Mayerhofer: Was?! Was?!), nach Österreich eingeladen werden. (Abg Kickl: Tun Sie’s dann inserieren in Indien?! – Abg. Mayerhofer: ... bringt mehr Erträge!)
Abg Kickl: Tun Sie’s dann inserieren in Indien?! – Abg. Mayerhofer: ... bringt mehr Erträge!
Durch die Einführung der Rot-Weiß-Rot-Karte, der Blauen Karte EU sowie der Rot-Weiß-Rot-Karte-plus für Familienangehörige sollen verstärkt hochqualifizierte Zuwanderer, die die österreichische Wirtschaft dringend braucht (Abg. Mayerhofer: Was?! Was?!), nach Österreich eingeladen werden. (Abg Kickl: Tun Sie’s dann inserieren in Indien?! – Abg. Mayerhofer: ... bringt mehr Erträge!)
Abg. Mag. Stefan: Ist ja keine Voraussetzung!
Sehr geehrte Damen und Herren! Vorgeschrieben werden auch der Erwerb deutscher Sprachkenntnisse bereits vor dem Zuzug nach Österreich (Abg. Mag. Stefan: Ist ja keine Voraussetzung!) und eine bis zu siebentägige Anwesenheitspflicht für Asylwerber in der Erstaufnahmestelle. Der Erwerb der deutschen Sprache ist aus meiner Sicht der Grundstein für eine erfolgreiche Integration in Österreich.
Abg. Mag. Stefan: Die nicht in Lebensgefahr sind!
Dieses neue Fremdenrechtsänderungsgesetz bietet klare Regeln. Österreich wird auch in Zukunft all jenen Menschen Asyl gewähren, die es brauchen, die in Lebensgefahr sind. (Abg. Mag. Stefan: Die nicht in Lebensgefahr sind!) Wir haben als Österreicher über Jahrzehnte hinweg unter Beweis gestellt, dass wir Asyl sehr, sehr ernst nehmen.
Abg. Scheibner: Genau!
Ich erinnere beispielsweise nur daran, wie viele Österreicher nach dem Zweiten Weltkrieg aufgenommen wurden, wie viele Ungarn nach den dramatischen Ereignissen, die es gegeben hat, in Österreich aufgenommen wurden, und ich erinnere auch an die Jugoslawien-Krise. Wir stehen dazu klar und deutlich. Wir müssen klar differenzieren zwischen Asyl und Zuwanderung. (Abg. Scheibner: Genau!) – Darauf, Herr Kollege Scheibner, lege ich ausdrücklich großen Wert.
Abg. Kickl: Wirtschaftsflüchtlinge!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist ein klares Reglement, das klar differenziert zwischen Zuwanderung und Asyl, und das nehmen wir in diesem Zusammenhang sehr ernst. (Abg. Kickl: Wirtschaftsflüchtlinge!)
Abg. Neubauer: ... sind unsere Polizisten!
Ich darf diese Gelegenheit nutzen, um der bisherigen Innenministerin, Sicherheitsministerin Dr. Maria Fekter von dieser Stelle aus Danke zu sagen. Frau Bundesministerin Fekter ist in der Vergangenheit klar und deutlich für Sicherheit gestanden. Sie ist klar und deutlich zu ihren über 30 000 Mitarbeitern gestanden, auch dann, wenn es Gegenwind gegeben hat. (Abg. Neubauer: ... sind unsere Polizisten!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte aber nicht nur Frau Innenministerin Dr. Fekter für ihre erfolgreiche Tätigkeit danken, sondern auch der neuen Innenministerin Mikl-Leitner alles erdenklich Gute für ihre neue Aufgabenstellung für die Zukunft wünschen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der FPÖ: Jetzt, wie es wirklich ist!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mayerhofer. 3 Minuten Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Ruf bei der FPÖ: Jetzt, wie es wirklich ist!)
Heiterkeit bei der FPÖ.
Abgeordneter Leopold Mayerhofer (FPÖ): Jetzt, wie es wirklich ist, vom Vorfallsortbericht. (Heiterkeit bei der FPÖ.)
Heiterkeit bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kößl.
Sehr geehrte Frau Minister! Geschätzter Herr Präsident! Dass wir so schnell hier sind, hat keiner vermutet, auch nicht gehofft. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kößl.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kößl.
Beginnen wir mit dem Allerwichtigsten in aller Kürze! – In geradezu affenartiger Geschwindigkeit wurde dieses Gesetz durch den Ausschuss gezogen, beispiellos. Wir würden uns das öfters wünschen, sage ich auch gleich einmal. Was wird diese RWR-Karte bringen? – Das Lohnniveau drücken. Jetzt können sich die Unternehmer freuen. Es wird mehr zu verdienen geben – aber nicht für die hiesige Bevölkerung, nicht für die angestammten Arbeitnehmer! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kößl.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Ruf bei der FPÖ: Das können Sie ja nicht mehr ! – Abg. Ing. Westenthaler: Es spricht ja keiner mehr Deutsch!
Die Kriminalität wird mehr; Kollege Westenthaler hat das ganz richtig gesagt. Da Sie nicht im 15. Bezirk wohnen, wo ich seit 30 Jahren als Polizist Dienst mache, lade ich Sie ein, einmal in meine Dienststelle zu kommen. Ich melde Sie bei unserem Oberst an, und dann fahren wir einmal eine Runde, und dann werden Sie sehen, was sich dort abspielt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Ruf bei der FPÖ: Das können Sie ja nicht mehr ! – Abg. Ing. Westenthaler: Es spricht ja keiner mehr Deutsch!) Sie haben keine Ahnung! Viele hier wissen es, nur sagen es nicht. Das ist das Problem! Deshalb wird seit Jahren eine Politik am Volk vorbei entwickelt! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Die Kriminalität wird mehr; Kollege Westenthaler hat das ganz richtig gesagt. Da Sie nicht im 15. Bezirk wohnen, wo ich seit 30 Jahren als Polizist Dienst mache, lade ich Sie ein, einmal in meine Dienststelle zu kommen. Ich melde Sie bei unserem Oberst an, und dann fahren wir einmal eine Runde, und dann werden Sie sehen, was sich dort abspielt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Ruf bei der FPÖ: Das können Sie ja nicht mehr ! – Abg. Ing. Westenthaler: Es spricht ja keiner mehr Deutsch!) Sie haben keine Ahnung! Viele hier wissen es, nur sagen es nicht. Das ist das Problem! Deshalb wird seit Jahren eine Politik am Volk vorbei entwickelt! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Damit macht ihr euch aber mitschuldig. Nur, weil ihr nichts dagegen unternehmt, allein darin ist eine grobe Schuld bei euch festzustellen! (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) Das sage ich euch!
Abg. Kößl: Was willst du uns überhaupt sagen?!
Gehen Sie einmal zu den Arbeitern und Angestellten in die Betriebe! Da werden Sie etwas ganz anderes hören! Das möchte ich Ihnen auch einmal sagen. (Abg. Kößl: Was willst du uns überhaupt sagen?!)
Zwischenruf bei der FPÖ
Man hört ja auch aus Gewerkschaftskreisen – wo ist der Kollege überhaupt?; ich sehe ihn jetzt gerade nicht; bei den wichtigen Dingen ist er nicht herinnen –, oder, genauer gesagt, der Kollege Kaske (Zwischenruf bei der FPÖ) – ja, genau! – hat es klar gesagt: „Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt spricht nicht gerade für einen Mehrbedarf an Zuwanderung (...)“. – Bitte, das hat euch ein roter Gewerkschafter mitgeteilt! Nehmt diese Meinung auf und baut sie in eure Entscheidung ein!
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
gewohnt – über ein Dachbodenkammerl zu deren Kanzlei gehen musste. Das ist hochinteressant. Wenn man die Tür zugemacht hat, hat der Staub so gepufft. Da hat man die Leute hinaufgeschleppt: hinauf und wieder zurück! – Das war euer Werk in Wien. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Soviel zum Thema Demokratie. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ja, das ist so. Lichtermeere habt ihr veranstaltet? Ihr wart auch dabei? Du auch? Du hast bloß nichts dagegen unternommen. Du schweigst heute, hast nichts dagegen unternommen. Du weißt eigentlich überhaupt nichts mehr von der Praxis, was sich da draußen wirklich abspielt. Du sitzt auf einem Chefinspektorposten im Ministerium und weißt nichts mehr von der Polizei! (Abg. Hornek: Das Einzige, was ich von dir weiß, ist, dass du im 15. Bezirk bist!) Das haben dir deine politischen Freunde gerichtet, so schaut’s aus!
Abg. Hornek: Das Einzige, was ich von dir weiß, ist, dass du im 15. Bezirk bist!
Soviel zum Thema Demokratie. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ja, das ist so. Lichtermeere habt ihr veranstaltet? Ihr wart auch dabei? Du auch? Du hast bloß nichts dagegen unternommen. Du schweigst heute, hast nichts dagegen unternommen. Du weißt eigentlich überhaupt nichts mehr von der Praxis, was sich da draußen wirklich abspielt. Du sitzt auf einem Chefinspektorposten im Ministerium und weißt nichts mehr von der Polizei! (Abg. Hornek: Das Einzige, was ich von dir weiß, ist, dass du im 15. Bezirk bist!) Das haben dir deine politischen Freunde gerichtet, so schaut’s aus!
Abg. Hornek: Da hast du überhaupt keine Chance!
Dort hat man sich gleich um 350 € einen lizenzierten Einwanderungsberater zu organisieren. Dort muss man Folgendes können – und das tun wir bei unserer Rot-Weiß-Rot-plus-Karte nicht –: Ein erlerntes Handwerk braucht man dort, man muss in Englisch und in Französisch in Wort und Schrift kommunizieren können (Abg. Hornek: Da hast du überhaupt keine Chance!), übersetzte Dokumente muss man vorlegen – jawohl, so ist es, sonst hat man überhaupt keine Chance –, die finanzielle Sicherheit muss selbst sichergestellt werden, und das ist nachzuweisen. Dabei darf das Geld, das dort zu hinterlegen ist, nicht geliehen sein, selbst das wird vorgeschrieben.
Beifall bei der FPÖ.
Abschließend darf ich Ihnen sagen: Ein besonderes Schmankerl ist die Rückführungsrichtlinie im Fremdenpolizeigesetz. Die übertriebene Gutheit kommt knapp neben der Dummheit, sagt man im Volksmund, und ich sage es so: Wer sich solche Dinge leistet, handelt nicht im Interesse der österreichischen Bevölkerung! Das muss ich Ihnen sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit bei der FPÖ
Abschließend – weil leider keine Zeit mehr ist, sonst hätte ich Ihnen ein paar Schmankerln betreffend dieses Volksbegehren erzählt –: Der Heilige Vater – an die Katholiken herinnen – hat Folgendes gesagt: „Die unveräußerliche Menschenwürde eines jeden einzelnen muß in Zusammenarbeit“ – Sie (in Richtung SPÖ) passen nicht auf, Kollege, du weißt dann wieder nichts! (Heiterkeit bei der FPÖ) – „mit allen Menschen guten Willens, die in Politik und Gesellschaft Verantwortung tragen, zwischen dem ethisch Gebotenen und dem tatsächlich Machbaren garantiert werden.“ – Johannes Paul II., 19. Dezember 1992.
Zwischenruf des Abg. Riepl.
Dem ist nichts hinzuzufügen. (Zwischenruf des Abg. Riepl.) Übrigens: Was euer Poldi Maderthaner gesagt hat, habt ihr schon vergessen, ihr seid ja sehr vergesslich. Die Vergesslichkeit schützt euch. Poldi Maderthaner hat gesagt:
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Kößl: Das ist sieben Jahre her! ... geordnete Zuwanderung!
„Immer mehr Osteuropäer wollen den Weg in den ,goldenen Westen‘ gehen. Österreich muß darauf reagieren, weil es kein Einwanderungsland sein kann.“ – Das sagen euch eure eigenen Schwarzen, Poldi Maderthaner, der leider nicht mehr auf der Welt ist! – Danke. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Kößl: Das ist sieben Jahre her! ... geordnete Zuwanderung!) – Ja, die geordnete Zuwanderung ... – Wir brauchen eine geordnete Arbeitsmarktpolitik! Wir brauchen nicht mehr Arbeitskräfte, sondern vernünftige Arbeitsplätze, wo man auch etwas verdienen kann! – Danke. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
„Immer mehr Osteuropäer wollen den Weg in den ,goldenen Westen‘ gehen. Österreich muß darauf reagieren, weil es kein Einwanderungsland sein kann.“ – Das sagen euch eure eigenen Schwarzen, Poldi Maderthaner, der leider nicht mehr auf der Welt ist! – Danke. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Kößl: Das ist sieben Jahre her! ... geordnete Zuwanderung!) – Ja, die geordnete Zuwanderung ... – Wir brauchen eine geordnete Arbeitsmarktpolitik! Wir brauchen nicht mehr Arbeitskräfte, sondern vernünftige Arbeitsplätze, wo man auch etwas verdienen kann! – Danke. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ja, Sie nicht, aber ! – Abg. Mayerhofer: Sie wollen es nicht verstehen!
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Herr Kollege Mayerhofer, ich kann Ihnen nur empfehlen: Bleiben Sie in den Kammerln, wo Ihnen irgendwer irgendetwas deutet, denn das, was Sie hier sagen, versteht niemand! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ja, Sie nicht, aber ! – Abg. Mayerhofer: Sie wollen es nicht verstehen!)
Abg. Scheibner: Das glaube ich schon, dass Sie das verdammt haben!
Zurück zum eigentlichen Thema! – Ich kenne dieses Gesetz, das jetzt hier vorliegt. In der Form, in der es ursprünglich vorgelegt wurde, sah es ganz anders aus. (Abg. Scheibner: Das glaube ich schon, dass Sie das verdammt haben!) Es bedurfte eines Hearings, eines zweiten Ausschusses, damit viele, viele Änderungen zustande kommen konnten, hinter denen wir sehr wohl gestanden sind. Ich möchte nur die Beispiele jetzt ganz kurz anfügen. Meine Kolleginnen und Kollegen werden das sicherlich noch ausführlicher machen.
Abg. Windbüchler-Souschill: ... bis 16!
Schubhaft: Bevor die Schubhaft zu verhängen ist, ist immer das gelindere Mittel anzuwenden. (Abg. Windbüchler-Souschill: ... bis 16!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie stimmt denn Frau Ablinger ab? Können Sie uns das sagen?
Ich möchte jetzt noch zwei Dinge hervorheben, die mir besonders wichtig sind und wo ich dann den Kollegen Westenthaler frage, ob er die Ausschüsse verschlafen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie stimmt denn Frau Ablinger ab? Können Sie uns das sagen?) Das ist Sache der Frau Ablinger. (Abg. Ing. Westenthaler: Cap kann seinen Hühnerhaufen ja kaum zusammenhalten! Am besten es erklärt ein jeder, wie er abstimmen wird!)
Abg. Ing. Westenthaler: Cap kann seinen Hühnerhaufen ja kaum zusammenhalten! Am besten es erklärt ein jeder, wie er abstimmen wird!
Ich möchte jetzt noch zwei Dinge hervorheben, die mir besonders wichtig sind und wo ich dann den Kollegen Westenthaler frage, ob er die Ausschüsse verschlafen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie stimmt denn Frau Ablinger ab? Können Sie uns das sagen?) Das ist Sache der Frau Ablinger. (Abg. Ing. Westenthaler: Cap kann seinen Hühnerhaufen ja kaum zusammenhalten! Am besten es erklärt ein jeder, wie er abstimmen wird!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie werden die anderen abstimmen? Werden sie dafür stimmen, dagegen stimmen oder abwesend sein?
Aus den genannten Gründen, wegen der Änderungen, die ich Ihnen kurz zitieren durfte, werde ich – ich kann für meine Person sprechen – diesem Gesetz zustimmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie werden die anderen abstimmen? Werden sie dafür stimmen, dagegen stimmen oder abwesend sein?)
Abg. Scheibner: Aber nicht „Lagerhaft“! Das ist ein wesentlicher Unterschied!
Kollege Pendl, Sie können das noch so sehr hinter sehr kreativen Wortschöpfungen wie Mitwirkungspflicht verstecken, Tatsache ist, und wir kennen die Geschichte dieser Bestimmung, die nach der Debatte um Eberau entstanden ist, dass es immer darum gegangen ist, die Asylwerber, weil sie irgendjemanden stören, von der Straße wegzubekommen. Wenn Sie der Begriff „Lagerhaft“ stört, den Kollegin Korun verwendet hat, dann empfehle ich Ihnen, nehmen Sie doch den Begriff des UN-Sonderberichterstatters über Folter, Herrn Nowak, der sagt: Das ist Freiheitsentzug. (Abg. Scheibner: Aber nicht „Lagerhaft“! Das ist ein wesentlicher Unterschied!) So ist es! Es geht da nicht um Mitwirkungspflicht, sondern es ist Freiheitsentzug. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Kollege Pendl, Sie können das noch so sehr hinter sehr kreativen Wortschöpfungen wie Mitwirkungspflicht verstecken, Tatsache ist, und wir kennen die Geschichte dieser Bestimmung, die nach der Debatte um Eberau entstanden ist, dass es immer darum gegangen ist, die Asylwerber, weil sie irgendjemanden stören, von der Straße wegzubekommen. Wenn Sie der Begriff „Lagerhaft“ stört, den Kollegin Korun verwendet hat, dann empfehle ich Ihnen, nehmen Sie doch den Begriff des UN-Sonderberichterstatters über Folter, Herrn Nowak, der sagt: Das ist Freiheitsentzug. (Abg. Scheibner: Aber nicht „Lagerhaft“! Das ist ein wesentlicher Unterschied!) So ist es! Es geht da nicht um Mitwirkungspflicht, sondern es ist Freiheitsentzug. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Mit diesem Gesetz werden aber Deutschkenntnisse sozusagen als Waffe gegen Migration und Zuwanderung eingesetzt. Warum ist das so? – Die Anforderungen bezüglich Deutschkenntnisse werden mit diesem Gesetz erhöht. Gleichzeitig wird aber die Zeit, um diese Deutschkenntnisse zu erwerben, verringert. Die finanzielle Unterstützung beim Erwerb dieser Deutschkenntnisse wird auch reduziert. Das heißt, es wird alles getan, damit den Betroffenen die Chance, Deutschkenntnisse zu erwerben, verunmöglicht wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Meine Damen und Herren, ich sage Ihnen ganz ehrlich: Wenn ich spät abends im Hohen Haus die eine oder andere Rede höre, während der sich Abgeordnete an ein Redemanuskript klammern und es in gebrochenem Deutsch herunterlesen, dann frage ich mich, ob sie die Voraussetzungen für einen Daueraufenthalt tatsächlich erfüllen würden. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wir werden diese Bäume schon noch umschneiden!
Wir machen daher folgenden Vorschlag: Wir stellen heute einen Rückverweisungsantrag, denn mittlerweile gibt es auch schon in der SPÖ eine offene Rebellion. Der SPÖ-Vorsitzende von Oberösterreich empfiehlt seinen Abgeordneten, mit Nein zu stimmen. In Wien ist die SPÖ auf den Barrikaden. Stadträtin Frauenberger, die ich sehr schätze, ist überhaupt schon mehr in Opposition gegenüber der Bundesregierung als andere Oppositionsparteien. Gestern war sie gegen die Vorratsdatenspeicherung, heute ist sie gegen dieses Gesetz. Ich finde das gut. Es zeigt nur eines: Bei Rot-Grün färbt Grün ab, und das ist gut so. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wir werden diese Bäume schon noch umschneiden!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ablinger würde gerne etwas sagen!
Meine Damen und Herren, dieses Gesetz ist zynisch, es ist menschenrechtswidrig. Weisen wir es zurück an den Ausschuss. Das eröffnet zwei Möglichkeiten: Manche Abgeordnete könnten in dieser Zeit ihre Deutschkenntnisse verbessern, und die SPÖ könnte die eine oder andere Maßnahme überdenken. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ablinger würde gerne etwas sagen!)
Beifall bei ÖVP und FPÖ und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Steinhauser, es ist geradezu peinlich, wie Sie hier untergriffig gegen andere Abgeordnete vorgehen. Ich finde das dieses ernsten Themas unwürdig. (Beifall bei ÖVP und FPÖ und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Ich weiß nicht, warum Sie da unbedingt von einer Lagerhaft sprechen müssen. Das ist auch ein Zumutung jenen Menschen gegenüber, die im Zweiten Weltkrieg in einem Lager inhaftiert waren und dort Zwangsarbeit leisten mussten, denn wenn jemand zu uns kommt, dann will er bei uns Schutz, und den bekommt er auch. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Frau Kollegin Korun, ich schätze Sie wirklich sehr. Ich denke auch, dass Sie selbst die Integration in unserem Land sehr ernst nehmen. Sie leben die Integration, ich weiß das, und ich meine das auch wirklich ernst. Mit dem, was Sie machen, tun Sie jedoch den Asylwerbern nichts Gutes, denn Sie mischen alles zusammen. Sie mischen Zuwanderung mit Asyl, Sie verwenden Begriffe wie „Lagerhaft“ und Aussagen wie: Kinder müssen ins Gefängnis. – Sie tun den Asylwerbern damit nichts Gutes! Jemand, der kommt, Schutz sucht und auch wirklich Asylgründe hat, der bekommt bei uns Asyl. Das war überhaupt noch nie ein Thema. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Vilimsky: Eine nicht gerade sehr erfolgreiche!
Weil das heute ein paar Mal strapaziert worden ist, der 15. Bezirk in Wien. Ich bin eine Wiener Abgeordnete (Abg. Vilimsky: Eine nicht gerade sehr erfolgreiche!) und möchte hier dazu schon einmal eines bemerken: Wir haben in den letzten Tagen sehr viel über den Integrationsstaatssekretär, die Kritik an seiner Person und die Kritik, warum das Integrationsstaatssekretariat im Innenministerium angesiedelt ist et cetera diskutiert. Viele Ihrer Reden haben bewiesen, warum es gut ist, dass es so ist. Wir müssen uns nämlich auch mit der Kriminalität in diesen Bereichen, was Ausländer betrifft, was Asylwerber betrifft und was auch Zuwanderer betrifft, auseinandersetzen. Ich meine jedoch schon, dass die Stadt Wien bisher bei der Integration gescheitert ist. (Abg. Mag. Korun: Was hat die Bundesregierung während 40 Jahren dafür getan? – Abg. Strache: Sie sind bei der letzten Wahl auch gescheitert!)
Abg. Mag. Korun: Was hat die Bundesregierung während 40 Jahren dafür getan? – Abg. Strache: Sie sind bei der letzten Wahl auch gescheitert!
Weil das heute ein paar Mal strapaziert worden ist, der 15. Bezirk in Wien. Ich bin eine Wiener Abgeordnete (Abg. Vilimsky: Eine nicht gerade sehr erfolgreiche!) und möchte hier dazu schon einmal eines bemerken: Wir haben in den letzten Tagen sehr viel über den Integrationsstaatssekretär, die Kritik an seiner Person und die Kritik, warum das Integrationsstaatssekretariat im Innenministerium angesiedelt ist et cetera diskutiert. Viele Ihrer Reden haben bewiesen, warum es gut ist, dass es so ist. Wir müssen uns nämlich auch mit der Kriminalität in diesen Bereichen, was Ausländer betrifft, was Asylwerber betrifft und was auch Zuwanderer betrifft, auseinandersetzen. Ich meine jedoch schon, dass die Stadt Wien bisher bei der Integration gescheitert ist. (Abg. Mag. Korun: Was hat die Bundesregierung während 40 Jahren dafür getan? – Abg. Strache: Sie sind bei der letzten Wahl auch gescheitert!)
Abg. Vilimsky: Sie sind seit 20 Jahren in der Regierung!
Wenn Kollegin Frauenberger heute das Fremdenrechtspaket kritisiert, dann kann ich nur sagen: Bitte kümmern Sie sich um die Integration der Menschen, die in Österreich leben! (Abg. Vilimsky: Sie sind seit 20 Jahren in der Regierung!) Und das wird der Herr Staatssekretär in Zukunft auch im Rahmen seiner Tätigkeit tun, nämlich auf Leute schauen, die hier sind, die legal hier sind, die dauerhaft hier bleiben wollen, damit sich die auch notwendigerweise integrieren.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Sie wollen also die Probleme mit noch mehr Zuwanderung lösen!
Ich war bei „Puls 4“, bei einer Diskussion zum Thema Islam. Dort ist in Filmen zutage getreten, dass Leute im 12. Bezirk, die bereits 18 Jahre lang in Österreich sind, nicht Deutsch reden können, dass sie in einem Interview nicht einmal eine Antwort geben können auf Fragen wie: Wo kommen Sie her? Wie lange sind Sie da? Wie geht es Ihnen hier? Das ist genant! Darum müssen wir die Menschen besser integrieren. Das werden wir mit der Zuwanderung, mit einer geregelten Zuwanderung, mit der Rot-Weiß-Rot-Card bewältigen. Da bin ich mir ganz sicher. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Sie wollen also die Probleme mit noch mehr Zuwanderung lösen!)
Beifall bei der ÖVP.
manchen Städten gibt, auch in Wien, endlich einmal beseitigen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall des Abg. Mayerhofer.
Abgeordneter Christoph Hagen (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Gleich einmal vorweg: Dieses Gesetz ist einfach Pfusch hoch fünf. Das kann man ganz klar und deutlich sagen, meine Damen und Herren. (Beifall des Abg. Mayerhofer.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das reimt sich!
Jetzt noch kurz zu Herrn Kurz betreffend Integration und deutsche Sprache. (Abg. Ing. Westenthaler: Das reimt sich!) Sie haben immer vollmundig von der deutschen Sprache gesprochen, wie wichtig sie ist für die Zuwanderung und die Integration.
Beifall beim BZÖ.
Zum Schluss möchte ich noch kurz auf den Ausländercheck des BZÖ zu sprechen kommen. Genau da greift dieser Ausländercheck ein. Es werden diese Probleme und diese Maßnahmen – ich kann jetzt aufgrund der vorangeschrittenen Zeit nicht mehr weiter darauf eingehen – angepackt und die Situation verbessert. Familienleistungen werden an das Erlernen von Deutsch und an die Integrationswilligkeit gebunden. Nur so kann man es richtig machen! – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Fazekas –: Wie werden Sie abstimmen?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Fazekas. 3 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Fazekas –: Wie werden Sie abstimmen?)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Hannes Fazekas (SPÖ): Es ist ganz klar, wie ich abstimmen werde, Herr Kollege Westenthaler. Wahrscheinlich nicht so wie Sie, wenn Sie dann überhaupt noch da sind bei der Abstimmung. Normalerweise gehen Sie ja immer nach Hause, wenn Ihre Luft verbraucht ist, weil Sie immer dazwischenreden. Wir bleiben ja immer schön brav da. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, hier ist ein wesentlicher Schritt getan. Wir regeln erstmalig in ganz konkreter Weise die Zuwanderung. Wir regeln die Situation mit Menschen, die in unserem Land um Asyl ansuchen. Und daher bitte ich Sie, noch einmal darüber nachzudenken, ob nicht auch Sie einen Weg finden, diesem Gesetz zuzustimmen. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Das war jetzt sehr überzeugend!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Hübner. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Cap: Das war jetzt sehr überzeugend!)
Beifall bei der FPÖ.
Zum Kollegen Fazekas: Sie haben durchaus recht, wenn Sie sagen, es müsste jeder wissen, wenn er nach Österreich kommt, und zwar sehr schnell, ob er ein Asylwerber bei uns sein kann, ob er einen Asylgrund hat oder nicht. Er müsste es wissen. Er weiß es aber nur in einer Form, und zwar in der Form, dass Österreich zu den drei oder vier Ländern in Europa gehört, wo man mit Asylschmähgeschichten – gestatten Sie mir, dass ich das so formuliere – am besten zum Zug kommt. Wir sind da in guter Gesellschaft mit Schweden, Belgien, Norwegen. Darauf komme ich noch zurück. Und dieses Wissen ist nicht unbedingt das, was wir vermitteln, sondern dieses Wissen führt dazu, dass wir hier Gesetze machen, die nicht im Interesse Österreichs und nicht im Interesse des von uns vertretenen Volks sind, sondern allenfalls im Interesse einer Schlepperinteressenvertretung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Welches Volk meinen Sie denn?
Ja, wenn man die Einwanderung nicht beschränken will, wenn man die Einwanderung öffnet, dann soll man das bitte klar sagen und mitteilen, wir wollen die Einwanderung nicht beschränken, es soll jeder kommen. Und der braucht dann nicht mehr Asylwerber zu spielen, der braucht sich dann nicht mehr um irgendwelche Rot-Weiß-Rot-Cards zu bemühen, der braucht keine G’schichteln zu drucken, sondern der kommt einfach, weil wir die Einwanderung nicht beschränken wollen. Aber dann bin ich meiner Ansicht nach kein Vertreter dieses Volks und kein Vertreter dieser Republik, sondern dann vertrete ich andere Interessen, aber sicher nicht die unserer Bevölkerung. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Welches Volk meinen Sie denn?)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Ich meine hier das Volk, die Staatsbürger der Republik Österreich, die vertreten wir. Und ich hoffe, Sie vertreten sie auch. Wenn Sie andere ausländische Gruppen vertreten, dann ist das Ihr Problem, aber ich sehe mich nicht als ein solcher Vertreter. Und ich glaube, es würde auch nicht unserem Verfassungsauftrag entsprechen, andere hier mit zu vertreten. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Sag du einmal „Lagerhaft“! Da hast du den Scherb’n auf!
Das ist, glaube ich, auch etwas, wo wir uns ein bisschen entfernen vom Boden unserer Verfassung, wenn wir schon das Aufenthaltsrecht von Abgeordneten überprüfen lassen und uns dann als Humanisten auf die Schulter klopfen und von rosaroten oder lachsroten Blättchen feiern lassen. (Abg. Mag. Stadler: Sag du einmal „Lagerhaft“! Da hast du den Scherb’n auf!) Ja, ja, genau!
Beifall bei der FPÖ.
Wir müssen der eigenen Regierung, aber auch den Norwegern und Schweden sagen: Ihr dürft nicht unter dem Mantel des Humanismus einer Masseneinwanderung Vorschub leisten! Ihr dürft nicht unser gutes altes Prinzip der Gewährung von Asyl an politisch Verfolgte zerstören und zur Farce werden lassen, indem ihr unter dem Druck von Interessengruppen und Medien daraus ein Unterstützungsinstrument zur Masseneinwanderung macht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Deshalb kann es zu diesem Gesetz im Interesse unseres Volkes und unseres Landes nur ein klares Nein geben. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ziel dieses Systems ist, die Zuwanderung nach Österreich stärker als bisher auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes abzustimmen. Wir entschärfen damit den Fachkräftemangel. Wir erhöhen die Produktivität und die Investitionsbereitschaft der heimischen Wirtschaft. Wir kurbeln das Wirtschaftswachstum an, senken damit langfristig die Arbeitslosigkeit und sichern damit natürlich auch unseren Wohlstand. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Denken Sie nur, es gibt jetzt schon in Tirol und auch in der Steiermark Saisonbetriebe im Tourismus, die keine Köche mehr bekommen, keine Fachkräfte mehr bekommen – und das Unternehmen gar nicht mehr betreiben können! So schaut es aus! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Warum die Familien?
Migration ist, wie wir wissen, nicht immer steuerbar – das wurde erwähnt. Asyl – Zuwanderung aus humanitären Gründen ist dabei –, Familienzusammenführung. Was wir aber wollen, ist Folgendes: Wir wollen die Zuwanderung aus Drittstaaten zielgerichtet haben, und das schaffen wir durch die Rot-Weiß-Rot-Card, durch ganz klar festgelegte Kriterien. (Abg. Dr. Rosenkranz: Warum die Familien?)
Beifall bei der ÖVP.
Wir stellen klar, was wir von diesen Zuwanderern erwarten. Wir signalisieren ihnen aber auch, dass wir sie brauchen, und wir sagen ihnen auch, welche Chancen sie haben, denn die haben ja auch Chancen, sehr geehrte Damen und Herren. Und wir helfen damit auch, bei unserer Bevölkerung Ängste abzubauen. Durch diese Rot-Weiß-Rot-Card überlassen wir Zuwanderung nicht mehr nur dem Zufall. (Beifall bei der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ
Ich darf auch Ihnen, Frau Ministerin, und Ihnen, Herr Staatssekretär, gratulieren zu diesem tollen Start, den Sie gestern und heute gehabt haben (ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ), und wünsche Ihnen eine gute Zusammenarbeit und viel Erfolg. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Vilimsky: Super Start! – Abg. Mag. Stadler: Frau Kollegin, Sie waren aber gestern nicht da! Bei der Rede können Sie nicht da gewesen sein! – Abg. Grosz: Sie dürften gestern nicht da gewesen sein!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Vilimsky: Super Start! – Abg. Mag. Stadler: Frau Kollegin, Sie waren aber gestern nicht da! Bei der Rede können Sie nicht da gewesen sein! – Abg. Grosz: Sie dürften gestern nicht da gewesen sein!
Ich darf auch Ihnen, Frau Ministerin, und Ihnen, Herr Staatssekretär, gratulieren zu diesem tollen Start, den Sie gestern und heute gehabt haben (ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ), und wünsche Ihnen eine gute Zusammenarbeit und viel Erfolg. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Vilimsky: Super Start! – Abg. Mag. Stadler: Frau Kollegin, Sie waren aber gestern nicht da! Bei der Rede können Sie nicht da gewesen sein! – Abg. Grosz: Sie dürften gestern nicht da gewesen sein!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Ministerin! Sehr geehrter Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Kinder gehören nicht ins Gefängnis. (Beifall bei den Grünen.) Das ist eine klare Ansage. Da gibt es nichts zu deuten. Weder SPÖ noch ÖVP kann sich dieses Gesetz so schönreden, dass Kinder nicht in Schubhaft kommen, dass Kinder nicht abgeschoben werden mit ihren Familien.
Abg. Lueger: Das ist falsch!
Was Sie hier alle bis jetzt nämlich vergessen haben zu erklären und zu erzählen, ist die Tatsache, dass das „gelindere Mittel“ mit dieser Novelle plötzlich für 16- bis 18-jährige Minderjährige nicht mehr gilt. Und das ist ein Skandal, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Lueger: Das ist falsch!) Das bedeutet, dass Minderjährige, Jugendliche als Kinder in die Schubhaft gesteckt werden, bevor sie abgeschoben werden. Und das ist nicht falsch, sondern das ist die Tatsache dieses Gesetzes, das vor uns liegt. (Abg. Pendl: Sagen wir: nicht richtig!)
Abg. Pendl: Sagen wir: nicht richtig!
Was Sie hier alle bis jetzt nämlich vergessen haben zu erklären und zu erzählen, ist die Tatsache, dass das „gelindere Mittel“ mit dieser Novelle plötzlich für 16- bis 18-jährige Minderjährige nicht mehr gilt. Und das ist ein Skandal, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Lueger: Das ist falsch!) Das bedeutet, dass Minderjährige, Jugendliche als Kinder in die Schubhaft gesteckt werden, bevor sie abgeschoben werden. Und das ist nicht falsch, sondern das ist die Tatsache dieses Gesetzes, das vor uns liegt. (Abg. Pendl: Sagen wir: nicht richtig!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir von den Grünen haben immer davor gewarnt – und warnen weiterhin davor. Vielleicht können Sie sich erinnern: Im Jänner dieses Jahres haben Sie mit einer Zweidrittelmehrheit in diesem Haus ein Gesetz beschlossen, nämlich die Verankerung der Kinderrechte in der Verfassung. Sie haben diese Verankerung der Kinderrechte aber mit einem Gesetzesvorbehalt beschlossen, und dieser Gesetzesvorbehalt heißt: Fremdenrecht sticht Kinderrecht. Und das haben wir hier jetzt schwarz auf weiß vor uns liegen: Fremdenrecht sticht Kinderrecht. Sie schieben Jugendliche ab und stecken sie vorher ins Gefängnis. So ist es, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Zusätzlich soll es kindeswohlorientierte Unterbringungen geben. Die wird es nicht geben, zumindest bis jetzt nicht, in den Bundesländern schon gar nicht. „Kindgerechte Abschiebungen“, das wurde auch erwähnt in der ganzen Debatte davor. Sie haben die Jugendwohlfahrt gebeten, Sie zu unterstützen, Kinder kindgerecht abzuschieben. Die Jugendwohlfahrt sagt in allen Ländern: Nein, danke, wir sind nicht dafür zuständig, Kinder abzuschieben, sondern wir sind dafür zuständig, Kinder zu schützen. (Beifall bei den Grünen.) Dieses Gesetz sagt aber, wir schieben sie trotzdem ab.
Beifall bei den Grünen.
Ich komme zum Schluss. Herr Integrationsstaatssekretär Kurz, Sie wollen jugendpolitische Akzente setzen. Dazu würde ich Ihnen gerne Folgendes empfehlen: die Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention für das Wohl des Kindes – für alle Kinder in Österreich, egal, woher sie kommen, egal, woher ihre Eltern kommen –, keine Schubhaft für Kinder und den Schutz von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Ja, wir schaffen das!
Sehr geehrte Damen und Herren, ich glaube, dass es sehr wesentlich ist, dass wir es endlich einmal schaffen, auch im Sinne der Versachlichung der Debatte, zu unterscheiden, von welchem der Bereiche wir sprechen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Ja, wir schaffen das!) Ich möchte mich jetzt in meiner Funktion als Staatssekretär für Integration vor allem mit den für die Integration wesentlichen Teilen dieses Gesetzes befassen.
Abg. Ing. Westenthaler: Warum lasst ihr dann Leute rein, die nicht Deutsch können?
Ich glaube, dass es mittlerweile auch in diesem Haus unumstritten ist, dass Deutschkenntnisse der Schlüssel für eine gelungene Integration sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum lasst ihr dann Leute rein, die nicht Deutsch können?) In diesem Gesetz, vor allem mit der Regelung Deutsch vor Zuzug, wird, glaube ich, ein wichtiger Meilenstein dafür gelegt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso kommen Leute rein, die nicht Deutsch sprechen?) Wenn Menschen nach Österreich kommen und ein A1-Niveau an Deutschkenntnissen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card sieht das nicht vor!) – Herr Westenthaler, wenn Menschen nach Österreich kommen und bereits ein A1-Level an Deutschkenntnissen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card umgeht das, Herr Kollege! Sie müssen nicht Deutsch können, um einzuwandern!), dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich die deutsche Sprache zu lernen, dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, und dann fällt es auch wesentlich leichter, sich mittelfristig zu integrieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso kommen Leute rein, die nicht Deutsch sprechen?
Ich glaube, dass es mittlerweile auch in diesem Haus unumstritten ist, dass Deutschkenntnisse der Schlüssel für eine gelungene Integration sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum lasst ihr dann Leute rein, die nicht Deutsch können?) In diesem Gesetz, vor allem mit der Regelung Deutsch vor Zuzug, wird, glaube ich, ein wichtiger Meilenstein dafür gelegt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso kommen Leute rein, die nicht Deutsch sprechen?) Wenn Menschen nach Österreich kommen und ein A1-Niveau an Deutschkenntnissen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card sieht das nicht vor!) – Herr Westenthaler, wenn Menschen nach Österreich kommen und bereits ein A1-Level an Deutschkenntnissen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card umgeht das, Herr Kollege! Sie müssen nicht Deutsch können, um einzuwandern!), dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich die deutsche Sprache zu lernen, dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, und dann fällt es auch wesentlich leichter, sich mittelfristig zu integrieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card sieht das nicht vor!
Ich glaube, dass es mittlerweile auch in diesem Haus unumstritten ist, dass Deutschkenntnisse der Schlüssel für eine gelungene Integration sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum lasst ihr dann Leute rein, die nicht Deutsch können?) In diesem Gesetz, vor allem mit der Regelung Deutsch vor Zuzug, wird, glaube ich, ein wichtiger Meilenstein dafür gelegt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso kommen Leute rein, die nicht Deutsch sprechen?) Wenn Menschen nach Österreich kommen und ein A1-Niveau an Deutschkenntnissen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card sieht das nicht vor!) – Herr Westenthaler, wenn Menschen nach Österreich kommen und bereits ein A1-Level an Deutschkenntnissen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card umgeht das, Herr Kollege! Sie müssen nicht Deutsch können, um einzuwandern!), dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich die deutsche Sprache zu lernen, dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, und dann fällt es auch wesentlich leichter, sich mittelfristig zu integrieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card umgeht das, Herr Kollege! Sie müssen nicht Deutsch können, um einzuwandern!
Ich glaube, dass es mittlerweile auch in diesem Haus unumstritten ist, dass Deutschkenntnisse der Schlüssel für eine gelungene Integration sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum lasst ihr dann Leute rein, die nicht Deutsch können?) In diesem Gesetz, vor allem mit der Regelung Deutsch vor Zuzug, wird, glaube ich, ein wichtiger Meilenstein dafür gelegt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso kommen Leute rein, die nicht Deutsch sprechen?) Wenn Menschen nach Österreich kommen und ein A1-Niveau an Deutschkenntnissen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card sieht das nicht vor!) – Herr Westenthaler, wenn Menschen nach Österreich kommen und bereits ein A1-Level an Deutschkenntnissen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card umgeht das, Herr Kollege! Sie müssen nicht Deutsch können, um einzuwandern!), dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich die deutsche Sprache zu lernen, dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, und dann fällt es auch wesentlich leichter, sich mittelfristig zu integrieren.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube auch, dass die Regelungen, wonach es ein A2-Niveau nach zwei Jahren braucht und ein B1-Niveau für einen unbefristeten Aufenthaltstitel oder auch für die österreichische Staatsbürgerschaft, sehr wesentliche Schritte sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich glaube, gerade im Bereich der deutschen Sprache geht es in Österreich um ein Fördern und um ein Fordern. Wir haben jetzt schon viele österreichische Staatsbürger mit Migrationshintergrund, die sich nicht als Österreicher fühlen. Wenn wir es schaffen wollen, in Zukunft mehr Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft zu haben, die ihre Wurzeln nicht leugnen müssen, sich aber auch als Österreicher fühlen und nicht nur am Papier Österreicher sind, dann sind Maßnahmen betreffend Deutschkenntnisse ein wesentlicher Schritt. Deshalb begrüße ich auch die Regelungen in diesem Gesetz, die die Integration betreffen, sehr, denn ich glaube, dass Deutschkenntnisse der Schlüssel für eine gelungene Integration sind. – Danke sehr. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin auch sehr froh darüber, dass es dem SPÖ-Verhandlerteam gelungen ist, in vielen Verhandlungen noch Veränderungen zur ursprünglichen Regierungsvorlage durchzusetzen; einige wurden ja heute schon angesprochen. Für mich persönlich ist jene Änderung, wonach die Artikel 2, 3 und 8 der Menschenrechtskonvention immer und in jedem Stadium auf jeden Fall zu berücksichtigen sind, ein ganz besonders wichtiger Punkt, den das SPÖ-Team durchgesetzt hat, wofür ich mich auch herzlich bedanken möchte. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Ein Punkt, der von Frau Kollegin Windbüchler-Souschill auch angesprochen worden ist, ist die Schubhaft. Auch ich habe mich mit diesem Thema sehr intensiv auseinandergesetzt, weil ich auch nicht möchte, dass Kinder in Schubhaft sind. Sie wissen ganz genau, Frau Kollegin, dass dieses Gesetz auch dazu führen wird, dass Kinder nicht in Schubhaft genommen werden. Sie wissen, dass mit diesem Gesetz festgeschrieben wird, dass immer das gelindere Mittel eingesetzt werden muss und dass erst wirklich als letzter Schritt, im Extremfall, die Schubhaft eingesetzt werden soll. Das wird in diesem Gesetz ausdrücklich festgeschrieben. Ich denke, auch das ist ein Fortschritt, und das sollte man, wenn man möchte, auch einmal anerkennen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Der Familienzuzug!
Zudem, geschätzte Damen und Herren, begrüße ich es sehr, dass mit diesem Gesetz erstmals auch klare Regeln für die Zuwanderung getroffen werden. Bundesminister Hundstorfer hat gemeinsam mit den Sozialpartnern ein Paket entwickelt – die Rot-Weiß-Rot-Card, die Rot-Weiß-Rot-Card plus und die Blaue Karte der EU –, das aus unserer Sicht sehr wohl einen qualifizierten Zugang sicherstellen wird und keineswegs eine Überschwemmung, wie das die FPÖ (Abg. Dr. Rosenkranz: Der Familienzuzug!) und zum Teil auch das BZÖ immer meinen, bringen wird.
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Herr Kollege Rosenkranz, ich frage Sie jetzt – und nehmen Sie sich einmal die Zeit, darüber nachzudenken; Sie, die Sie sich immer als Familienpartei hinstellen –: Warum haben Menschen, die bei uns arbeiten, die in unser Steuersystem einzahlen, nicht das Recht auf ein Familienleben? Das frage ich Sie. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Deshalb wird auch das Familienzusammenleben gefördert, und es wird auch dafür klare Richtlinien geben. Lesen Sie sich das Gesetz einfach einmal durch, Herr Kollege Rosenkranz! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
die Integrationsvereinbarungen erfüllen können, damit das Gesetz eine tatsächliche Chance für Integration wird und keine Hürde für Integration darstellt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Tamandl: Da redet der Richtige!
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Herr Staatssekretär Kurz, ich mag Ihnen zugestehen, dass Sie durchaus geschickte Pressesprecher und Marketingleute im Hintergrund haben, die Ihnen vor Ihrem Amtsantritt so drei, vier Stehsätze in Ihr Schulbuch geschrieben haben (Abg. Tamandl: Da redet der Richtige!), woraus Sie uns jetzt seit zwei Wochen vorlesen. Sie erklären uns jeden Tag, dass Deutsch wichtig ist als Schlüssel für eine geordnete Integration. Das Problem, das Sie in Ihrem Amt bekommen werden, ist folgendes, und das möchte ich Ihnen heute schon anhand eines Beispiels aufzeigen: dass Ihnen die besten Marketingexperten und Pressesprecher nichts helfen werden, die Ihnen kluge, schöne Sätze aufschreiben, wenn Sie sich sachlich und fachlich mit dieser Materie nicht auskennen. Beispiel: Rot-Weiß-Rot-Card. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Herr Staatssekretär Kurz, ich mag Ihnen zugestehen, dass Sie durchaus geschickte Pressesprecher und Marketingleute im Hintergrund haben, die Ihnen vor Ihrem Amtsantritt so drei, vier Stehsätze in Ihr Schulbuch geschrieben haben (Abg. Tamandl: Da redet der Richtige!), woraus Sie uns jetzt seit zwei Wochen vorlesen. Sie erklären uns jeden Tag, dass Deutsch wichtig ist als Schlüssel für eine geordnete Integration. Das Problem, das Sie in Ihrem Amt bekommen werden, ist folgendes, und das möchte ich Ihnen heute schon anhand eines Beispiels aufzeigen: dass Ihnen die besten Marketingexperten und Pressesprecher nichts helfen werden, die Ihnen kluge, schöne Sätze aufschreiben, wenn Sie sich sachlich und fachlich mit dieser Materie nicht auskennen. Beispiel: Rot-Weiß-Rot-Card. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich gebe Ihnen durchaus recht, dass natürlich Deutsch den Hauptfaktor für eine gelungene Integration darstellt. Was aber machen Sie mit dieser Rot-Weiß-Rot-Card? – Das Gegenteil machen Sie! Deutsch ist darin nicht verpflichtende Voraussetzung, um zuwandern zu können, um auf den österreichischen Arbeitsmarkt zu gelangen. Man kann aufgrund des Punktesystems der Rot-Weiß-Rot-Card auch ohne ausreichende Deutschkenntnisse nach Österreich einwandern und am österreichischen Arbeitsmarkt aktiv sein. Das heißt, wenn Sie hier heute von Deutsch als Grundvoraussetzung sprechen, dann müssten Sie eigentlich auch erklären, dass Sie das Modell von Bundesministerin Fekter, sprich die Rot-Weiß-Rot-Card, ablehnen. Sie müssen es ablehnen, wenn Sie Ihren eigenen Grundsätzen treu bleiben, daher ersuche ich Sie, sich dieses Modell einmal genau anzuschauen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wie schaut Ihre Vision, Ihre große Vision aus? – Ihre Vision – wörtlich – lautet, dass wir in 30 bis 40 Jahren den Punkt erreichen, dass sich jede fremde Person, die nach Österreich eingewandert ist, als Österreicher fühlt. Ich sage Ihnen aus Erfahrung: 30 bis 40 Jahre, so viel Zeit hat dieses Land nicht mehr. Gehen Sie nach Ottakring, gehen Sie nach Meidling, dann sehen Sie die massiven Probleme, die wir bereits heute im Bereich der Integration haben! (Beifall beim BZÖ.) Dieses Land kann weitere 30 bis 40 Jahre verfehlte Zuwanderungspolitik nicht verkraften. Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis, Herr Staatssekretär!
Beifall beim BZÖ.
Leider Gottes haben wir es 30 Jahre lang verabsäumt, diese Gesetze rechtzeitig zu beschließen, weshalb wir heute vor diesen massiven Herausforderungen, vor diesen massiven Schwierigkeiten im Integrationsbereich stehen. Diese Schwierigkeiten wird auch diese Rot-Weiß-Rot-Card nicht lösen, die von einer Gesamtzahl von rund 100 000 Personen lediglich 3 000 bis 4 000 Personen konkret erfasst, alle anderen nicht. Ich glaube, der Vorstoß des Kollegen Westenthaler, zu sagen: Stellen wir insgesamt dieses Stückwerk, dieses Flickwerk der Fremdengesetze in Österreich auf neue Beine, machen wir einen vollkommenen gesetzlichen Neustart!, ist der richtige Ansatz. Sogar die Arbeiterkammer hat erklärt, dass dieses Gesetz nicht praktikabel ist, dass die vielen Novellen, die durchgeführt wurden, zu einem Chaos geführt haben und in der Praxis nicht mehr anwendbar und nicht mehr umsetzbar sind. Daher müssen wir diesen Neustart versuchen – im Interesse der Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Drei Monate!
Bisher hat diese Frist mehrere Wochen (Abg. Grosz: Drei Monate!) bis zu drei Monate betragen. Das ist viel zu lang und führt zu massiven Problemen. Diese Frist gehört entsprechend verkürzt.
Abg. Tamandl: Welche Qualifikation haben Sie denn?
Schlusssatz. – Herr Staatssekretär, ich bin selbst ein junger Mensch, und wir vom BZÖ haben auch nie Ihr Alter kritisiert, bleiben aber dabei – das haben Sie heute mit Ihrer Stellungnahme auch wieder bewiesen –: Es geht um Kompetenz, es geht um Qualifikation, und die haben Sie nicht! (Abg. Tamandl: Welche Qualifikation haben Sie denn?) Sie haben gute Pressesprecher, gute Marketingleute. Das wird Ihnen in diesem Amt und vor allem der Republik Österreich bei diesen massiven Problemen, die wir im Bereich der Integration haben, leider Gottes nicht helfen. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Schlusssatz. – Herr Staatssekretär, ich bin selbst ein junger Mensch, und wir vom BZÖ haben auch nie Ihr Alter kritisiert, bleiben aber dabei – das haben Sie heute mit Ihrer Stellungnahme auch wieder bewiesen –: Es geht um Kompetenz, es geht um Qualifikation, und die haben Sie nicht! (Abg. Tamandl: Welche Qualifikation haben Sie denn?) Sie haben gute Pressesprecher, gute Marketingleute. Das wird Ihnen in diesem Amt und vor allem der Republik Österreich bei diesen massiven Problemen, die wir im Bereich der Integration haben, leider Gottes nicht helfen. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ursula Haubner: Er ist für Visionen!
Lieber Herr Kollege Petzner, es ist wirklich erfreulich, dass du dir Sorgen machst um einen jungen Staatssekretär, der Visionen hat. Ich möchte nur sagen: Leute, die Visionen haben, brauchen keinen Doktor, Leute, die gegen Visionen sind, wie du das so ansatzweise dargestellt hast, sind gegen Veränderungen, aber wir werden Veränderungen in der Zukunft brauchen. (Abg. Ursula Haubner: Er ist für Visionen!)
Beifall bei der ÖVP.
Vielleicht auch noch eine persönliche Bemerkung: Schau ruhig einmal in den Spiegel! An Jahren jung heißt nicht im Geiste jung. – Der Staatssekretär ist an Jahren jung und auch im Geiste jung und aktiv. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.
Erfolgreiche Integration ohne Sprachkenntnis ist nicht denkbar. Der Erwerb der Sprache ist das Tor in eine neue, bisher fremde Welt. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.) – Frau Korun, seien Sie ruhig und passen Sie auf!
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.
Warum die Opposition sich so vehement gegen Spracherwerb sträubt, ist wirklich nicht nachvollziehbar. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.) Wir leben in einer Wissensgesellschaft, und wir reden von lebensbegleitendem und lebenslangem Lernen. – Warum soll nun die berechtigte, richtige und wichtige Forderung nach dem Erwerb und dem Erlernen der deutschen Sprache ein Problem sein? Ohne Sprache ist Integration nicht denkbar. Integration verlangt volles Engagement, und zwar von allen Seiten.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Frau Kollegin Tanja Windbüchler-Souschill, erlauben auch Sie mir noch eine persönliche Bemerkung: Nach Ihren Ausführungen vorhin können offensichtlich Kinder in Österreich in Zukunft wählen gehen und den Führerschein machen. – 16- bis 18-jährige Jugendliche sind keine Kinder, und wer sich nicht rechtskonform verhält, kann durchaus mit Konsequenzen rechnen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Dritter Punkt: Mitwirkungspflicht. – Hierzu ist schon viel gesagt worden von der Innenministerin, von unserem Sicherheitssprecher. Ich möchte ergänzen, dass es unverzichtbar ist, dass Menschen, die Hilfe benötigen – die ihr Land verlassen mussten, weil sie verfolgt werden, aus welchem Grund auch immer –, auch mitwirken, um die notwendigen Abklärungen zeitnah durchführen zu können. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
demonstrativer Beifall bei der FPÖ
Zur FPÖ: Da ist auch viel gesagt worden. Kollege Neubauer hat ausgeführt, die FPÖ sei die einzige Partei, die für Österreich arbeitet. Kollege Strache hat heute von der Wahrheit gesprochen. Auch ich fordere Wahrheit ein (demonstrativer Beifall bei der FPÖ) und möchte ganz klar sagen, dass man auch die Zeit, in der man in Regierungsverantwortung war, nicht einfach vergessen darf.
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Im Zusammenhang mit den siebenjährigen Übergangsfristen tut die FPÖ heute geradezu so, als hätte sie von nichts gewusst. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) – Bitte, 2004 waren Sie auch dabei, und Sie haben diesen Übergangsfristen mit allen Konsequenzen zugestimmt. (Abg. Scheibner: Sie wollten nicht einmal die sieben Jahre haben!)
Abg. Scheibner: Sie wollten nicht einmal die sieben Jahre haben!
Im Zusammenhang mit den siebenjährigen Übergangsfristen tut die FPÖ heute geradezu so, als hätte sie von nichts gewusst. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) – Bitte, 2004 waren Sie auch dabei, und Sie haben diesen Übergangsfristen mit allen Konsequenzen zugestimmt. (Abg. Scheibner: Sie wollten nicht einmal die sieben Jahre haben!)
Abg. Strache: Das heißt, dort, wo wir welche brauchen, darf es keine geben, aber Mindestsicherung ...!
1998 betrug das Sommertourismuskontingent in Österreich 1 005 Personen. Vier Jahre später war das Kontingent versechsfacht auf 6 845 Personen – versechsfacht! Und jetzt, unter dieser Regierung, ist das Sommertourismuskontingent mit 1 500 Personen vorgesehen. (Abg. Strache: Das heißt, dort, wo wir welche brauchen, darf es keine geben, aber Mindestsicherung ...!) Man sieht, man kann vernünftig für Österreich arbeiten – das gehört auch gesagt. Zuwanderung ist auch für Österreich wichtig. Daher sollte man die Wahrheit sagen und nicht immer mit falschen Zahlen operieren. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
1998 betrug das Sommertourismuskontingent in Österreich 1 005 Personen. Vier Jahre später war das Kontingent versechsfacht auf 6 845 Personen – versechsfacht! Und jetzt, unter dieser Regierung, ist das Sommertourismuskontingent mit 1 500 Personen vorgesehen. (Abg. Strache: Das heißt, dort, wo wir welche brauchen, darf es keine geben, aber Mindestsicherung ...!) Man sieht, man kann vernünftig für Österreich arbeiten – das gehört auch gesagt. Zuwanderung ist auch für Österreich wichtig. Daher sollte man die Wahrheit sagen und nicht immer mit falschen Zahlen operieren. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Sehr geehrter Herr Staatspraktikant Kurz (Zwischenrufe bei der ÖVP), Sie haben heute den Nationalrat wissentlich falsch informiert, indem Sie gesagt haben, dass es notwendig ist, Deutsch zu können, bevor man hier zuzieht, und dass Sie darauf Wert legen, dass man künftig auch Deutsch lernen muss, bevor man überhaupt nach Österreich kommen kann. Herr Staatspraktikant, teurer Staatspraktikant (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim), denn Ihr Stipendium auf der Regierungsbank kostet die Republik 15 000 € im Monat.
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Sehr geehrter Herr Staatspraktikant Kurz (Zwischenrufe bei der ÖVP), Sie haben heute den Nationalrat wissentlich falsch informiert, indem Sie gesagt haben, dass es notwendig ist, Deutsch zu können, bevor man hier zuzieht, und dass Sie darauf Wert legen, dass man künftig auch Deutsch lernen muss, bevor man überhaupt nach Österreich kommen kann. Herr Staatspraktikant, teurer Staatspraktikant (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim), denn Ihr Stipendium auf der Regierungsbank kostet die Republik 15 000 € im Monat.
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Ich liefere Ihnen hier den Gegenbeweis, Herr Staatspraktikant: Wenn Sie in einem Mangelberuf, der per Verordnung einmal im Jahr ausgegeben wird, zuwandern – angenommen Schweißer oder andere Berufe –, dann können Sie unter Umgehung des Kriteriums der deutschen Sprache natürlich kommen. Sie brauchen nur eine abgeschlossene Berufsausbildung im Ausland – 20 Punkte –, müssen unter 30 Jahre alt sein – noch einmal 20 Punkte –, und wenn Sie noch fünf Jahre Berufserfahrung im Ausland nachweisen, bekommen Sie noch einmal 10 Punkte. Das sind – 20, 20 und 10, Herr Staatspraktikant – 50 Punkte. Und 50 Punkte ist die Mindestanzahl, um nach Österreich zu kommen, da brauchen Sie keine Silbe Deutsch zu können! (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Sie haben den Nationalrat und die Öffentlichkeit falsch informiert! Das, was Sie heute hier aufgeführt haben, ist eigentlich ein Skandal, Herr Staatspraktikant! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Rudas.
Sie sollten vorher die Gesetze lesen, Sie sollten sich informieren, bevor Sie an die Öffentlichkeit treten – das ist Ihre Aufgabe, egal wie alt, wie jung oder wie steinalt Sie sind. (Zwischenruf der Abg. Mag. Rudas.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Rudas.
Jetzt noch zu Ihnen, Herr Kollege Cap, weil wir gerade bei der Integration sind, und das gehört ja auch dazu – da haben Sie eine Aufgabe, Herr Staatssekretär Kurz! –: In Wien gibt es Unterlagen zum Staatsbürgerschaftstest in Wien, einen ganzen Katalog, wie man zur Staatsbürgerschaft gelangt. (Zwischenruf der Abg. Mag. Rudas.) Wissen Sie, was die Frage 17 der Stadt Wien zur Staatsbürgerschaft ist? – Ich zitiere wörtlich:
Ruf bei den Grünen: Typisch!
„Was meint man, wenn man vom ,Roten Wien‘ spricht?“ (Ruf bei den Grünen: Typisch!) – Multiple Choice:
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Sie neue Wähler ins Land bringen. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.
Da fragen Sie die Leute über das Rote Wien. Das ist Ihre Integrationspolitik, und die ist auch ein Skandal! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Ist das ein Titel? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Titel, „Staatspraktikant“?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Westenthaler, nur zur Erinnerung: Es gab vor ein paar Jahren auch die Debatte hier im Haus und anschließend in der Präsidiale, dass weder Namen noch Titel hier in diesem Haus verunglimpft zu haben werden. (Abg. Mag. Stadler: Ist das ein Titel? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Titel, „Staatspraktikant“?) Ich erinnere an diese Entscheidung und würde in Zukunft, sollte das nicht befolgt werden, Ordnungsrufe erteilen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Westenthaler, nur zur Erinnerung: Es gab vor ein paar Jahren auch die Debatte hier im Haus und anschließend in der Präsidiale, dass weder Namen noch Titel hier in diesem Haus verunglimpft zu haben werden. (Abg. Mag. Stadler: Ist das ein Titel? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Titel, „Staatspraktikant“?) Ich erinnere an diese Entscheidung und würde in Zukunft, sollte das nicht befolgt werden, Ordnungsrufe erteilen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Besser Staatssekretär als vorbestraft!
Abgeordneter Mag. Michael Hammer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Innenministerin! Lieber Staatssekretär Sebastian Kurz! (Abg. Dr. Jarolim: Besser Staatssekretär als vorbestraft!) Sehr geehrter Herr Sozialminister! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Mit dem vorliegenden Fremdenrechtsänderungsgesetz werden wir wichtige Neuerungen im Fremdenrechtsbereich beschließen. Ich habe die Debatte sehr aufmerksam verfolgt und muss mich über die Reaktionen der Opposition schon sehr stark wundern.
Beifall bei der ÖVP
Sie von der Opposition schüren nur Ängste, stellen sich überhaupt nicht diesen Problemen, bieten keine Lösungen an und werden dann in Ihrer Verzweiflung auch noch untergriffig gegen unsere Innenministerin und unseren Staatssekretär (Beifall bei der ÖVP), weil Sie Angst davor haben, dass da zwei Leute am Werk sind, die die Probleme lösen werden. Davor haben Sie Angst, dass da etwas gelöst wird! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Sie von der Opposition schüren nur Ängste, stellen sich überhaupt nicht diesen Problemen, bieten keine Lösungen an und werden dann in Ihrer Verzweiflung auch noch untergriffig gegen unsere Innenministerin und unseren Staatssekretär (Beifall bei der ÖVP), weil Sie Angst davor haben, dass da zwei Leute am Werk sind, die die Probleme lösen werden. Davor haben Sie Angst, dass da etwas gelöst wird! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir beschließen das Fremdenrecht, und es leitet sich schon aus dem Wort ab, dass auch Fremde bei uns Rechte haben, auf der anderen Seite aber auch Pflichten. Wenn man Ihnen zuhört, stellt man fest: Es gibt eine Seite, die die Rechte immer untergraben möchte, und eine andere Seite, die Grünen, die vergisst, dass auch Fremde bei uns Pflichten haben. Ich meine, das sollte man schon bedenken und entsprechend handeln. Wir werden hier Antworten geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte schon auf die Dauer der Asylverfahren hinweisen. Wir alle – und auch viele andere – haben uns in der Vergangenheit ein bisschen geärgert darüber, dass die Verfahren manchmal zu lange dauern. Mit der Mitwirkungsverpflichtung, mit der Anwesenheitsverpflichtung können wir die Verfahren rascher, konsequenter durchführen und die Dinge ordentlich regeln, aber auch verhindern, dass sich Asylwerber in der Illegalität verlieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Der Redner stellt das Rednerpult höher. – Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.
Ing. Westenthaler: Sie müssen das Rednerpult ein bisschen höher hinauf geben, dann hört man Sie!) Mit der Maßnahme „Deutsch vor Zuzug“ werden wir das entsprechend regeln und gut lösen. (Der Redner stellt das Rednerpult höher. – Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.) – Herr Westenthaler, ich kann Ihnen gratulieren, Sie haben einen guten Beitrag geleistet, danke für den Hinweis. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein freundschaftlicher Tipp war das, Herr Kollege! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein freundschaftlicher Tipp war das, Herr Kollege! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ing. Westenthaler: Sie müssen das Rednerpult ein bisschen höher hinauf geben, dann hört man Sie!) Mit der Maßnahme „Deutsch vor Zuzug“ werden wir das entsprechend regeln und gut lösen. (Der Redner stellt das Rednerpult höher. – Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.) – Herr Westenthaler, ich kann Ihnen gratulieren, Sie haben einen guten Beitrag geleistet, danke für den Hinweis. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein freundschaftlicher Tipp war das, Herr Kollege! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Ein Drittes möchte ich auch noch ansprechen, die Rot-Weiß-Rot-Karte. Wir machen mit der Rot-Weiß-Rot-Karte eine geordnete Zuwanderungspolitik, bringen die Fachleute, die wir in der Wirtschaft brauchen, ins Land, damit auch der Wirtschaftsstandort Oberösterreich Zukunft hat. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der ÖVP.
Zusammenfassend: gute und wichtige Maßnahmen. Und ich freue mich, dass zwei kompetente Leute der ÖVP die Probleme anpacken und nicht Ängste schüren. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung FPÖ –: Was ist bei der Rückverweisung, da könntet ihr ja dabei sein? – Abg. Strache: Mit der Begründung nicht!
Über diesen Rückverweisungsantrag ist zuerst abzustimmen, und daher ersuche ich jene Mitglieder des Hohen Hauses, die sich dafür aussprechen, den Gesetzentwurf betreffend Fremdenrechtsänderungsgesetz 2011 in 1160 der Beilagen nochmals an den Ausschuss für innere Angelegenheiten zu verweisen, um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist somit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung FPÖ –: Was ist bei der Rückverweisung, da könntet ihr ja dabei sein? – Abg. Strache: Mit der Begründung nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Frau Ablinger ist nicht hier! Können wir noch auf Frau Ablinger warten?
Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Frau Ablinger ist nicht hier! Können wir noch auf Frau Ablinger warten?) – Das ist die Mehrheit. Der Antrag ist somit angenommen.
Zwischenrufe beim BZÖ.
Die Stimmzettel, die zu benützen sind ... (Zwischenrufe beim BZÖ.) – Meine Damen und Herren, ich bitte um etwas mehr Aufmerksamkeit!
Abg. Ing. Westenthaler: Ablinger ist die Erste! – Abg. Grosz: Jetzt warten wir alle, bis die Ablinger als Erste hinausgeht! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Ich ersuche jene Abgeordneten, die für den Gesetzentwurf betreffend Fremdenrechtsänderungsgesetz 2011 (Abg. Ing. Westenthaler: Ablinger ist die Erste! – Abg. Grosz: Jetzt warten wir alle, bis die Ablinger als Erste hinausgeht! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Meine Damen und Herren, ich werde jetzt nicht fortsetzen, bevor nicht etwas mehr Ruhe im Saal ist.
Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Lohfeyer und Franz werfen die Abgeordneten den Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Lohfeyer und Franz werfen die Abgeordneten den Stimmzettel in die Urne.)
Abg. Mag. Stadler: Plus Jarolim!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dafür ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. (Abg. Mag. Stadler: Plus Jarolim!) – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt.
Abg. Dr. Jarolim: Was ist mit den Freiheitlichen?
Da fehlt Rechtssicherheit und da fehlt Rechtsschutz. Das sind Persilscheine, und ich habe nicht den Eindruck, dass die Polizei beziehungsweise die entsprechenden Polizeieinheiten in südosteuropäischen Staaten in dieser Hinsicht verlässlicher sind als vergleichbare Einheiten und Behörden in Österreich. (Abg. Dr. Jarolim: Was ist mit den Freiheitlichen?)
Beifall bei den Grünen.
Ich hoffe, dass die nächste Konvention etwas seriöser und nicht in dieser schlampigen Art und Weise erarbeitet wird. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf beim BZÖ: Sie ist nicht da!
Geschätzte Frau Innenministerin Mag. Mikl-Leitner, ich ersuche Sie ... (Ruf beim BZÖ: Sie ist nicht da!) – Ihr wird die Botschaft schon übermittelt werden, machen Sie sich da keine Sorgen! – Sie wird so wie ihre Vorgängerin Dr. Maria Fekter das Diensthundeausbildungszentrum Bad Kreuzen auch in Zukunft entsprechend fördern und unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Frau Innenministerin Mag. Mikl-Leitner, ich ersuche Sie ... (Ruf beim BZÖ: Sie ist nicht da!) – Ihr wird die Botschaft schon übermittelt werden, machen Sie sich da keine Sorgen! – Sie wird so wie ihre Vorgängerin Dr. Maria Fekter das Diensthundeausbildungszentrum Bad Kreuzen auch in Zukunft entsprechend fördern und unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Zu TOP 11 ist zu sagen, dass der gegenständliche Vertrag die Staatsgrenze zwischen Österreich und Slowenien in diversen Grenzabschnitten ändert. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich denke, unsere Staatsbürger, aber auch unsere Exekutivbeamten, die in einer tristen sicherheitspolizeilichen, ministeriellen Umwelt trotzdem hervorragende Arbeit leisten, haben es sich verdient, aktive Sicherheitspolitik anstelle billiger Sicherheitspolemik erfahren zu dürfen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Wasserkaraffe!
Abgeordneter Christoph Hagen (BZÖ): Liebe Pultordner auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! (Ruf bei der ÖVP: Wasserkaraffe!) Nach Meinung der Regierung führen grenzüberschreitende Kriminalität und illegale Migration zur Notwendigkeit, die internationale polizeiliche Zusammenarbeit zu verstärken, um diesen Bedrohungen, wie es in der Vorlage heißt, wirkungsvoll begegnen zu können.
Beifall beim BZÖ.
Zum Tagesordnungspunkt 11: Mit dem vorliegenden Vertrag wird die Staatsgrenze zwischen Slowenien und Österreich im Sinne beider Staaten neu geregelt. Auch das wird unsere Zustimmung erhalten. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Jetzt sagen Sie nicht, dass diese Befreiung vom Arbeitslosenversicherungspflichtbeitrag keine arbeitsmarktpolitischen Auswirkungen hätte. Wenn es nämlich tatsächlich keine arbeitsmarktpolitischen Auswirkungen hätte, dann würde ich Ihnen raten, das gleich zu streichen und nicht zu verschieben. Es ist inkonsequent, das ein paar Jahre hinauszuschieben. Dann gehörte es gleich gestrichen, wenn es keine Auswirkungen hätte. So wird es also nicht sein. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und jetzt werden Sie mir sagen, dass das gerecht ist. Aus unserer Sicht ist das völlig ungerecht, und es wäre ein Leichtes, das abzustellen. Sie könnten sich im Übrigen am 1. Mai auf der Tribüne schon damit brüsten, wenn Sie heute unserem Antrag zustimmen und diesen Missstand abschaffen würden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich fordere Sie auf, meine Damen und Herren, den hehren Worten der Sozialdemokratie zumindest in Zeiten des Niedergangs irgendetwas entgegenzusetzen, sich vielleicht da einmal einen Ruck zu geben und tatsächlich etwas zu unternehmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kickl: Finanzieren Sie ihn anders!
Löhne, Gehälter oder auch Abfertigungen zu bekommen, eine Absicherung haben und die Damen und Herren, die Kolleginnen und Kollegen, die nichts dafür konnten, dass die Firma bankrott gegangen ist, wenigstens zu dem Geld kommen, das ihnen zusteht. Also nicht irgendein Pleitefonds, wie Sie das abwertend nennen, sondern eine wichtige sozialpolitische Maßnahme. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kickl: Finanzieren Sie ihn anders!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wir gehören zu jenen Ländern, die eine sehr, sehr geringe Arbeitslosigkeit haben, die eine sehr geringe Jugendarbeitslosigkeit haben. Dort, wo es notwendig und wichtig ist, setzen wir rechtzeitig Maßnahmen, um jenen Menschen, die bedauerlicherweise arbeitslos geworden sind, entsprechende Hilfestellung zu geben. Dafür ist es notwendig, dann auch diese Mittel zu haben. – Herzlichen Dank. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn es da Maßnahmen gäbe, auf die wir uns einigen könnten, über die wir diskutieren könnten, wäre ich sofort dabei. Ich möchte wissen, wer dieses Angebot nicht unterschreiben würde, hier gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen, dass wir wirklich diese unerträglichen Formen des Sozialmissbrauchs verhindern. Wenn das ein Ergebnis wäre und wir tatsächlich im Sozialausschuss darüber weiter diskutieren könnten, dann wäre zumindest der Doppelmurks, den Sie heute ohne unsere Zustimmung beschließen, etwas gemildert. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der FPÖ
Meine Damen und Herren, lassen Sie mich aber auch noch zum FPÖ-Antrag einige Sätze sagen. Es ist schon bezeichnend: Wir haben heute hier eine Budgetdebatte abgeführt, und ich habe den Obmann der Freiheitlichen Partei selten dermaßen aufgeregt erlebt, wie das heute hier der Fall war. Er hat uns permanent vorgeworfen, vor allem auch der neuen Finanzministerin (Zwischenrufe bei der FPÖ), dass wir das Budget nicht im Griff haben, die Staatsschulden enorm angestiegen sind, und er ist ja fast ausgezuckt, würde man sagen, als er hier am Rednerpult gestanden ist.
Rufe bei der FPÖ: ... von der FPÖ sind fleißig!
Sie bringen permanent Anträge ein! (Rufe bei der FPÖ: ... von der FPÖ sind fleißig!) Permanent bringen Sie Anträge ein: im Sozialausschuss, im Gesundheitsausschuss, im Familienausschuss, in allen Ausschüssen. Wissen Sie, was wir jetzt tun werden? – Wir werden einmal zusammenrechnen und zusammenzählen, was diese Anträge in etwa kosten würden, weil es ist wie immer bei der FPÖ: Sie sagen nie dazu, wie Sie diese Maßnahmen auch finanzieren wollen. (Abg. Kickl: ... produziert, das können Sie dann gleich abziehen!)
Abg. Kickl: ... produziert, das können Sie dann gleich abziehen!
Sie bringen permanent Anträge ein! (Rufe bei der FPÖ: ... von der FPÖ sind fleißig!) Permanent bringen Sie Anträge ein: im Sozialausschuss, im Gesundheitsausschuss, im Familienausschuss, in allen Ausschüssen. Wissen Sie, was wir jetzt tun werden? – Wir werden einmal zusammenrechnen und zusammenzählen, was diese Anträge in etwa kosten würden, weil es ist wie immer bei der FPÖ: Sie sagen nie dazu, wie Sie diese Maßnahmen auch finanzieren wollen. (Abg. Kickl: ... produziert, das können Sie dann gleich abziehen!)
Abg. Kickl: Ganz einfach: ... Familienleistungen ins Ausland!
Wir hören ja nie Lösungen von Ihnen! Mit einer Verwaltungsreform mit 6 Milliarden, heute wurden sogar 7 Milliarden € erwähnt, sollte man das alles bezahlen können und die Staatsschulden wieder auf ein Niveau bringen, das in Ordnung ist. (Abg. Kickl: Ganz einfach: ... Familienleistungen ins Ausland!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren von der FPÖ, ich sage Ihnen: Wir werden Sie hier entlarven, nämlich damit, dass Sie auf der einen Seite Anträge einbringen, die Milliarden kosten, und auf der anderen Seite werfen Sie der Regierung vor, dass wir ein hohes Staatsdefizit haben. So geht das nicht, und das werden wir jetzt auch aufzeigen. Das muss die Bevölkerung wissen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Hören Sie einmal nur damit auf, die Familienleistungen ins Ausland zu ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Dieser Antrag geht wieder genau in diese Richtung. Herr Kickl! Sie kommen hier heraus und sagen nicht einmal ansatzweise dazu, wie wir das zahlen sollen. (Abg. Kickl: Hören Sie einmal nur damit auf, die Familienleistungen ins Ausland zu ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Nicht einmal ansatzweise, weil es Sie in Wahrheit nicht interessiert, weil Sie auch an Lösungsvorschlägen nicht interessiert sind.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abschließend, Herr Kollege Kickl, zu Ihrem Riesenschreckgespenst, dem 1. Mai 2011: Ich hoffe, dass die Leute am 1. Mai, wenn es am Sonntag schön ist, überhaupt noch hinausgehen. Wenn sie nämlich die Zeitungen aufschlagen, müssten sie eigentlich in den Häusern bleiben, denn die FPÖ inseriert ja seitenweise, dass dieser 1. Mai ein Katastrophentag für die österreichische Bevölkerung wird. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
90 000 Personen aus diesen osteuropäischen Ländern als Schlüsselarbeitskräfte, die unsere Firmen auch brauchen, bei uns arbeiten. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Bravo!
Das schreiben Sie sich hinter die Ohren, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Bravo!)
Abg. Eßl: Schon nächste Woche! Nächste Woche schon!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Wöginger! Wie sich das Ganze auswirken wird, das alles werden wir in ein paar Monaten feststellen. (Abg. Eßl: Schon nächste Woche! Nächste Woche schon!) Dann schauen wir uns an, was ist, denn gewarnt wird von der österreichischen Gewerkschaft. Von der Gewerkschaft kommen die größten Warnungen, und zwar von der Gewerkschaft Bau-Holz; lesen Sie diese Berichte einmal nach! – Dann schauen wir uns an, was da herauskommt, dann werden wir ja sehen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Wöginger! Wie sich das Ganze auswirken wird, das alles werden wir in ein paar Monaten feststellen. (Abg. Eßl: Schon nächste Woche! Nächste Woche schon!) Dann schauen wir uns an, was ist, denn gewarnt wird von der österreichischen Gewerkschaft. Von der Gewerkschaft kommen die größten Warnungen, und zwar von der Gewerkschaft Bau-Holz; lesen Sie diese Berichte einmal nach! – Dann schauen wir uns an, was da herauskommt, dann werden wir ja sehen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Auf jeden Fall ist das keine Lösung, es ist ein Pfusch! Wir werden dem daher nicht zustimmen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stefan: Von der Gewerkschaft!
Freiheitlichen diese permanenten Angstparolen haben. (Abg. Mag. Stefan: Von der Gewerkschaft!)
Abg. Ing. Höbart: Nach Ansicht des ...ministers!
Nehmen Sie zur Kenntnis, dass sogar Ihr Parteivorsitzender vorgestern Nacht in einer Fernsehdiskussion mit mir die Kurve gekratzt hat, weil er draufgekommen ist, dass die Argumentation überhaupt nicht haltbar ist. (Abg. Ing. Höbart: Nach Ansicht des ...ministers!)
Ruf bei der FPÖ: Wo waren Sie?
Sie ist nämlich deshalb nicht haltbar, weil schlichtweg ... (Ruf bei der FPÖ: Wo waren Sie?) – Na, ich war in der gleichen Fernsehdiskussion, wo er gesagt hat, heuer kommen sie eh nicht, sie werden erst später kommen. – Ich war nämlich live dabei, im Gegensatz zu Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie ist nämlich deshalb nicht haltbar, weil schlichtweg ... (Ruf bei der FPÖ: Wo waren Sie?) – Na, ich war in der gleichen Fernsehdiskussion, wo er gesagt hat, heuer kommen sie eh nicht, sie werden erst später kommen. – Ich war nämlich live dabei, im Gegensatz zu Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neubauer: Aber in einer anderen Sendung ...! ... beschweren!
Und wenn hier heute gesagt wurde, ... (Abg. Neubauer: Aber in einer anderen Sendung ...! ... beschweren!) Schauen Sie, Herr Abgeordneter Neubauer, Sie haben heute auch gemeint, die Sozialdemokratie wird bei der Betriebsratsnachwahl am 17. Mai in Linz ein Wunder erleben. (Abg. Neubauer: Ein blaues! Ein blaues Wunder werden Sie erleben! Der Herr Keck traut sich nicht mehr in den Saal!) Das Wunder werden Sie erleben! Das eine Mandat, das Sie jetzt dort haben, werden Sie auch nach dieser Wahl haben, aber mehr wird es nicht sein. (Abg. Ursula Haubner: ... Wahlkampf!) Dieses eine werden Sie haben! Na bitte, wir sind in einer Demokratie, wir werden das aushalten.
Abg. Neubauer: Ein blaues! Ein blaues Wunder werden Sie erleben! Der Herr Keck traut sich nicht mehr in den Saal!
Und wenn hier heute gesagt wurde, ... (Abg. Neubauer: Aber in einer anderen Sendung ...! ... beschweren!) Schauen Sie, Herr Abgeordneter Neubauer, Sie haben heute auch gemeint, die Sozialdemokratie wird bei der Betriebsratsnachwahl am 17. Mai in Linz ein Wunder erleben. (Abg. Neubauer: Ein blaues! Ein blaues Wunder werden Sie erleben! Der Herr Keck traut sich nicht mehr in den Saal!) Das Wunder werden Sie erleben! Das eine Mandat, das Sie jetzt dort haben, werden Sie auch nach dieser Wahl haben, aber mehr wird es nicht sein. (Abg. Ursula Haubner: ... Wahlkampf!) Dieses eine werden Sie haben! Na bitte, wir sind in einer Demokratie, wir werden das aushalten.
Abg. Ursula Haubner: ... Wahlkampf!
Und wenn hier heute gesagt wurde, ... (Abg. Neubauer: Aber in einer anderen Sendung ...! ... beschweren!) Schauen Sie, Herr Abgeordneter Neubauer, Sie haben heute auch gemeint, die Sozialdemokratie wird bei der Betriebsratsnachwahl am 17. Mai in Linz ein Wunder erleben. (Abg. Neubauer: Ein blaues! Ein blaues Wunder werden Sie erleben! Der Herr Keck traut sich nicht mehr in den Saal!) Das Wunder werden Sie erleben! Das eine Mandat, das Sie jetzt dort haben, werden Sie auch nach dieser Wahl haben, aber mehr wird es nicht sein. (Abg. Ursula Haubner: ... Wahlkampf!) Dieses eine werden Sie haben! Na bitte, wir sind in einer Demokratie, wir werden das aushalten.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Das ist ja nicht wahr! – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Stefan und Weninger.
Stellen Sie das doch nicht so dar, als ob die AUVA ein Finanzierungsproblem hätte, denn das Einzige, das Sie derzeit können, ist, die Republik dauernd schlechtzumachen, die Republik dauernd den Bach hinunterzutragen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Das ist ja nicht wahr! – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Stefan und Weninger.) Das ist das Einzige, das Sie können.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Aber wir haben über den Insolvenzentgeltfonds noch etwas in dieser Republik, und das ist Ihnen nicht einmal eine Erwähnung wert – und daran sieht man, dass Ihnen das Thema völlig egal ist –: Wir haben die komplette betriebliche Lehrlingsförderung über diesen Fonds, und die Sanierung, die wir hier betreiben, ist primär eine Sanierung, um die betriebliche Lehrlingsförderung in diesem Land aufrechtzuerhalten – auch mit veränderten Maßnahmen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Höbart: Die FPÖ hat einen Antrag eingebracht!
Wenn Sie sich wirklich um organisierte Schwarzarbeit kümmern würden (Abg. Ing. Höbart: Die FPÖ hat einen Antrag eingebracht!), dann würden Sie dabei sein, wenn wir in einigen Monaten in diesem Haus auch weitere Verschärfungen zur organisierten Schwarzarbeit beschließen, dann hätten Sie wahrscheinlich auch bei der Generalunternehmerhaftung im Baubereich mitgestimmt, und, und, und. Wir haben auch hier mit der Anmeldung vor Arbeitsbeginn Maßnahmen gesetzt.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was machen Sie dagegen?
Sich hier herzustellen und zu sagen: Kümmern Sie sich einmal um das!, ist eine wirkliche Missachtung dessen, was dieses Haus beschlossen hat, und ist auch eine Missachtung dessen, was unsere Rechtsnorm ist. Dass wir bei der organisierten Schwarzarbeit ein Problem haben, ist vollkommen klar, dessen ist man sich vollkommen bewusst. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was machen Sie dagegen?)
Abg. Neubauer: Ihre Rede ist so schlecht, dass die eigenen Abgeordneten den Saal verlassen!
Kümmern Sie sich auch einmal darum! Gehen Sie mit uns in gemeinsame Gespräche betreffend Fragen der organisierten Schwarzarbeit – aber wirklich betreffend Fragen der organisierten Schwarzarbeit. (Abg. Neubauer: Ihre Rede ist so schlecht, dass die eigenen Abgeordneten den Saal verlassen!) Das ist keine Frage von Ausländern, sondern das ist auch eine sehr, sehr große Frage von Inländern.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Rosenkranz und Mag. Stefan.
Da Sie dauernd zu suggerieren versuchen, Familienleistungen würden ins Ausland transferiert: Sie wissen ganz genau, welche Familienleistungen wann ausbezahlt werden, worauf der Rechtsanspruch einer Familienleistung fußt! Das sind Menschen, die hier arbeiten, die hier leben, die ganz einfach auch für unser Gemeinwohl hier tätig sind. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Rosenkranz und Mag. Stefan.)
Abg. Neubauer: Da geht es nicht ums Punkten!
Es ist natürlich vollkommen klar, dass Sie auch immer wieder sagen: Es gibt eine Million Armutsgefährdete! Sie wissen es ganz genau: Es gibt 500 000 Menschen, die ein effektives Problem haben, denen unsere ganze Zuwendung gilt und für die wir sicher noch viele Dinge tun müssen, aber erklären wir doch nicht andauernd, ein Achtel der Republik sei total armutsgefährdet! Sie werden damit nicht punkten, und zwar überhaupt nicht punkten. (Abg. Neubauer: Da geht es nicht ums Punkten!) Sprechen wir doch die Zahlen so an, wie sie sind!
Abg. Ing. Höbart: Wo sind Ihre Vorschläge?
Was wir heute hier beschließen, ist auch eine Verbesserung, durch die wir uns bemühen, für ältere Arbeitnehmer weitere Arbeitsmarktprogramme zu entwickeln, weitere aktivierende Arbeitsmarktprogramme zu entwickeln. Was ich zum Beispiel von Ihrem Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender noch nie gehört habe, sind Vorschläge, wie man ältere Arbeitnehmer länger in Beschäftigung halten kann, länger im Erwerbsleben halten kann. Von Ihnen kommen keine solchen Vorschläge. (Abg. Ing. Höbart: Wo sind Ihre Vorschläge?) Bei Ihnen kommt immer nur: Da ist etwas mies, da ist etwas mies! (Ruf bei der FPÖ: Das ist mies!)
Ruf bei der FPÖ: Das ist mies!
Was wir heute hier beschließen, ist auch eine Verbesserung, durch die wir uns bemühen, für ältere Arbeitnehmer weitere Arbeitsmarktprogramme zu entwickeln, weitere aktivierende Arbeitsmarktprogramme zu entwickeln. Was ich zum Beispiel von Ihrem Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender noch nie gehört habe, sind Vorschläge, wie man ältere Arbeitnehmer länger in Beschäftigung halten kann, länger im Erwerbsleben halten kann. Von Ihnen kommen keine solchen Vorschläge. (Abg. Ing. Höbart: Wo sind Ihre Vorschläge?) Bei Ihnen kommt immer nur: Da ist etwas mies, da ist etwas mies! (Ruf bei der FPÖ: Das ist mies!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Setzen Sie sich einmal hin und zeigen Sie Konstruktivität! Unter anderem könnten Sie konstruktiv sein, indem Sie dieser heutigen Lösung zustimmen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Höbart: ... Ablinger?
Kollege Wöginger, du hast Präsident Leitl zitiert. – Ob Abgeordneter Strache ein Schaumschläger ist oder nicht, das weiß ich nicht, aber was ich weiß, ist, dass er schon seit Stunden nicht hier ist und an der Diskussion nicht teilnimmt. Ich glaube, das sollte auch irgendwo einmal festgehalten werden, weil auf der einen Seite seine Mannen sozusagen hier deutlich sagen, was alles schlecht ist, aber der Chef eigentlich ganz woanders ist. (Abg. Ing. Höbart: ... Ablinger?) Also er hat kein Interesse. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Kollege Wöginger, du hast Präsident Leitl zitiert. – Ob Abgeordneter Strache ein Schaumschläger ist oder nicht, das weiß ich nicht, aber was ich weiß, ist, dass er schon seit Stunden nicht hier ist und an der Diskussion nicht teilnimmt. Ich glaube, das sollte auch irgendwo einmal festgehalten werden, weil auf der einen Seite seine Mannen sozusagen hier deutlich sagen, was alles schlecht ist, aber der Chef eigentlich ganz woanders ist. (Abg. Ing. Höbart: ... Ablinger?) Also er hat kein Interesse. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Neubauer: Wo ist denn die Frau Ablinger?
Es geht um die Finanzierung der Arbeitsmarktpolitik; arbeitsmarktpolitische Projekte sind angesprochen worden, die Lehrlingsförderung, die ganz wichtig ist, ist angesprochen worden, und vor allem Ältere auf dem Arbeitsmarkt. (Abg. Neubauer: Wo ist denn die Frau Ablinger?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eh alles super!
Das ist genau das Problem, das jetzt auch schon angesprochen wurde und dem man, glaube ich, in der Zukunft viel mehr Bedeutung beimessen sollte – vor allem dann, wenn wieder, wie das sicher irgendwann in den nächsten Tagen und Wochen passiert, Experten kommen, die uns sagen, die Menschen müssen länger arbeiten und später in Pension gehen. – Ja, zum länger Arbeiten braucht man einen Arbeitsplatz (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eh alles super!), und länger arbeiten heißt, dass man natürlich auch die entsprechende Möglichkeit hat, einen altersgerechten Arbeitsplatz zu haben; gerade für ältere Menschen ist das wichtig.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Da, glaube ich, besteht für die Sozialpolitik in der nächsten Zeit Handlungsbedarf genug. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Jetzt haben wir die Konsequenzen vor uns: Wir haben gestiegene Ausgaben, aber die Einnahmen sind leider zu gering. Und wir Grüne sagen: Deshalb ist für uns die logische Konsequenz aus dieser Entwicklung, dass die Beiträge wieder angehoben werden müssen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ist ja auch im Gesetz so vorgesehen.
Beifall bei den Grünen.
Das, was Sie hier vorlegen, ist für uns eine „Loch-auf-Loch-zu-Politik“ – Kollege Öllinger nannte es: Murks plus Murks ist Doppelmurks! –, und deshalb können wir Grüne da nicht mitgehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Was den 1. Mai anlangt, so erinnere mich noch sehr genau: Das war auch eine Partei, die damals mit aller Herzhaftigkeit, mit aller Überzeugungskraft agiert hat und meinte: Am 1. Jänner des Jahres 1995 – Beitritt zur Europäischen Union – werden uns die Portugiesen überlaufen, es wird in Österreich fast nur mehr Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt geben, und die Welt geht unter! – Das Jahr 1995 haben wir überstanden, und der 1. Mai 2011 wird auch seinen Lauf nehmen. Nur: Sie werden nicht recht behalten! Und es zeigt sich einmal mehr: Nicht die Besserwisser sind gefragt, sondern die Bessermacher. Zu Letzteren gehören Sie nicht, das zeigen Sie auch mit dem zweiten Antrag.(Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Am Vormittag stehen Sie hier und erheben ganz erregt Vorwürfe wegen der Ausgabenpolitik der Regierung. Am Nachmittag stehen Sie hier mit einem Antrag und wollen verantwortungslos Geld hinauswerfen. Also, zum einen vorwerfen und dann rauswerfen, und das an einem Tag: Leute, erklärt mir, wie das gemeint ist! (Beifall bei der ÖVP.) Das ist in Wahrheit keine seriöse Vorgabe.
Abg. Neubauer: 16 Prozent haben Sie gehabt bei den letzten Wahlen bei den Pensionisten! Bei den Pensionisten haben Sie schon viel verloren!
Wenn Sie heute die sogenannte Partneranrechnung beim Arbeitslosen- und Notstandsanrechnungsbereich korrigieren wollen, dann müssen Sie auch über den Ausgleichszulagenbereich in der Pension reden. Dort haben wir ja auch ... (Abg. Neubauer: 16 Prozent haben Sie gehabt bei den letzten Wahlen bei den Pensionisten! Bei den Pensionisten haben Sie schon viel verloren!) – Herr Neubauer, darauf habe ich gewartet, dass Sie jetzt sagen: Das gehört auch gemacht! Sie sind ja der Meister der Großzügigkeit, Sie sind ja der Meister der Forderer! Sie sollten bitte einmal zeigen, wie Sie all diese Dinge korrekt erledigen. Das habe ich bis heute vermisst. Und erlauben
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Sie mir, zu sagen: Glaubt ihnen nicht, denn sie wissen fallweise wirklich nicht, was sie tun! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Liebe Gisela Wurm, ich darf dich auch bitten, dass du mir deine Aufmerksamkeit schenkst, denn gerade du bist auch eine Vorreiterin für eine Besserstellung von Frauen. Ich möchte dich jetzt hier auch persönlich fragen, warum ihr nicht zustimmt, warum du diesem Antrag nicht zustimmst. Das ist für mich in keiner Weise erklärbar und nicht nachvollziehbar. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Zum Argument, das vorhin vonseiten der ÖVP kam, vom Kollegen Wöginger und vom Kollegen Donabauer, betreffend Finanzierung: Sie müssen die Budgetprioritäten anders setzen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP! Wenn wir Unsummen an Pleitestaaten und Pleitebanken zahlen und Sie das verantworten, dann ist es kein Wunder, dass wir kein Geld mehr für die österreichischen Familien und Frauen zur Verfügung haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir stimmen diesem Antrag zu, und ich darf Sie von Rot und Schwarz bitten, dass Sie das im Sinne einer Besserstellung der Frauen in Österreich auch tun. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Abgeordnete Wurm kann, wie wir alle hier, diesem Antrag nicht zustimmen, sondern wir nehmen einen negativen Ausschussbericht zur Kenntnis. Das nur zur Frage, wer hier wo zustimmen kann. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Riepl: Genauso hat er es gesagt!
Die zweite Geschichte, die auch noch sehr amüsant war – Kollege Bartenstein hat da auch sehr nett repliziert –, ist, dass der Kollege Karlsböck gesagt hat, dass wir als Vertreter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer uns doch alle, die wir hier sind, ein Beispiel an Ungarn nehmen sollen, nämlich in der Frage, wie mit Abfertigungen umgegangen wird. Er hat gesagt: Schauen wir doch nach Ungarn, schauen wir, was die Ungarn machen! Die Ungarn haben die Abfertigungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem Freibetrag von 400 € besteuert! Das sollten wir doch auch in Österreich machen. (Abg. Riepl: Genauso hat er es gesagt!)
in Richtung des Abg. Ing. Hofer
Nur so viel, damit man auch ein bisschen hört, wie es zugeht, wenn Sie (in Richtung des Abg. Ing. Hofer) nicht da sind. Ich habe schon gesagt, dann geht es meistens in eine relativ stringente und koordinierte Richtung. Das sei hier gesagt, um das auch im Protokoll zu haben, weil dieser Ausschuss eben leider nicht öffentlich war, und ich glaube, man sollte auch einmal hören, was die Partei, die sich so gerne als Vertreter der kleinen ArbeitnehmerInnen bezeichnet, in Ausschüssen, in denen leider niemand zuhören kann, wirklich sagt. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Nur so viel, damit man auch ein bisschen hört, wie es zugeht, wenn Sie (in Richtung des Abg. Ing. Hofer) nicht da sind. Ich habe schon gesagt, dann geht es meistens in eine relativ stringente und koordinierte Richtung. Das sei hier gesagt, um das auch im Protokoll zu haben, weil dieser Ausschuss eben leider nicht öffentlich war, und ich glaube, man sollte auch einmal hören, was die Partei, die sich so gerne als Vertreter der kleinen ArbeitnehmerInnen bezeichnet, in Ausschüssen, in denen leider niemand zuhören kann, wirklich sagt. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe gesagt, es macht keinen Sinn, Ausbildung immer höher zu schrauben und sie akademisch zu machen, wenn gleichzeitig das Gehalt nicht nachziehen kann. Sinnvoller wäre es, das Gehalt zu erhöhen, statt die Betreffenden eine akademische Ausbildung absolvieren zu lassen. Diese ist nämlich viel zu lange, und damit ist die Hemmschwelle einfach eine viel höhere. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Aber die muss stimmen, bitte!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Dr. Karlsböck hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Öllinger: Aber die muss stimmen, bitte!)
Abg. Riepl: Jetzt überlegen Sie gut, denn wir waren alle dabei! Jetzt bleiben Sie bei der Wahrheit, denn wir waren alle dort! – Jetzt wird es spannend!
Abgeordneter Dr. Andreas Karlsböck (FPÖ): Frau Kollegin Oberhauser, dass Sie das notwendig haben, sich in dieser Diskussion auf so ein Niveau hinunter zu begeben, finde ich bedenklich. (Abg. Riepl: Jetzt überlegen Sie gut, denn wir waren alle dabei! Jetzt bleiben Sie bei der Wahrheit, denn wir waren alle dort! – Jetzt wird es spannend!)
Beifall bei der FPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.
Der Inhalt meiner Aussage war wortwörtlich, dass es bei ungerechtfertigten Abfertigungen oder Abfertigungsansprüchen im verstaatlichten Bereich, zum Beispiel bei den ÖBB, so gehandhabt werden könnte, wie es uns die Ungarn vormachen. Die Ungarn regeln das so, dass sie ab zwei Abfertigungen da mit einem gewissen Prozentsatz darüber hinaus besteuern. – Das wurde gesagt, und nichts anderes! (Beifall bei der FPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich glaube, wir sollten bei Gelegenheit wieder einmal ein bisschen genauer darüber reden, was tatsächliche Berichtigungen sind. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Sehr geehrte Regierungsmitglieder, ich hoffe, dass bei den nächsten Reden einige Antworten darauf kommen, warum Versprechen, die gegeben worden sind, nicht eingehalten werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Auf der anderen Seite wundere ich mich, warum das in Europa zu schaffen ist, in Österreich aber nicht. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Und weil es jetzt auf der einen Seite Entschädigungsleistungen aus dem deutschen Conterganstiftungsgesetz und darüber hinaus auch noch Einmalzahlungen der Republik Österreich gibt, konnten wir Ihrem Antrag nicht nähertreten, denn wir glauben, dass sich durch diese bisherigen Beschlüsse und Ansprüche auch die Lebenssituation der Contergan-Opfer gewaltig verbessert hat. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Meines Erachtens haben Contergan-geschädigte Menschen ein Recht darauf, eine gesetzlich geregelte monatliche Rentenzahlung zu erhalten, um ein selbstbestimmtes Leben in Würde führen zu können. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Neubauer.
Wir haben uns in Österreich dazu entschlossen, als Anerkennung 2,8 Millionen € zu zahlen. 56 Menschen haben sich gemeldet, davon sind 20 bereits anerkannt. Und 1 Million € ist bereits ausbezahlt worden. Ich glaube, das ist ein wichtiger erster Schritt, und der nächste muss sein, dass auch die weiteren Antragsteller von einem Expertenteam geprüft werden und dann auch diese symbolische Anerkennung bekommen. Das wird auch den Weg ebnen zu Rentenzahlungen in Deutschland, und danach wird man auch prüfen, ob Rentenzahlungen in Österreich nötig sind. – Danke. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Neubauer.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das heißt, 1 Million € ist bereits geflossen, und ich hoffe, dass wir das baldigst abschließen können. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich weiß natürlich, dass Sie heute diesem Antrag nicht zustimmen werden, aber mein Vorschlag wäre doch: Versuchen wir, auch einmal in Österreich solch einen Modellversuch umzusetzen! Machen wir einen Modellversuch mit der Pflegelehre, wo wir schauen: Wie wird das in Österreich angenommen?, und begleiten wir das auch mit einer Studie! Ich glaube, das wäre ein brauchbarer, guter Kompromiss, um festzustellen, ob das ein Zukunftsweg für Österreich ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Da ich dazu angehalten wurde, sehr kurz zu sprechen, nur noch ein kleiner Punkt, der aber von großer Auswirkung ist: Ich bitte Sie, Herr Bundesminister, ein ganz strenges Auge auf die Agenturen zu werfen, die in Österreich tätig sind und Pflegekräfte vermitteln. Da wird von einigen Agenturen wirklich Schindluder getrieben. Es werden pflegebedürftige Menschen ausgebeutet, aber auch das Pflegepersonal selbst ausgebeutet. Und es gibt auch private Vermittler, die nicht als Agenturen gemeldet sind. Meistens waren diese Personen selbst als Pflegekräfte in Österreich tätig und vermitteln dann Bekannte, Freunde weiter. Da ist eine wirkliche kleine Pflegemafia entstanden, da wird mit Druck auf die Familien im Heimatland gearbeitet. Da ist es dann oft so, dass die Lebensgefährten dieser „Vermittler“ – unter Anführungszeichen – die Fahrdienste zwischen den Heimatländern und Österreich durchführen, und diese Pflegekräfte müssen mit diesen Personen mitfahren und viel Geld dafür bezahlen. Hier wird also wirklich großer Druck ausgeübt – sehr zum Schaden der betroffenen pflegebedürftigen Menschen, aber auch sehr zum Schaden des Pflegepersonals. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Markowitz: Weil sie nicht gescheit ausgebildet sind!
Ich möchte aber darauf verweisen, dass sich meine Meinung dadurch nicht verändern wird, weil ich es nicht für gut halte, 15-Jährige, 16-Jährige gleich in diesen Bereich hineinzubringen, vor allem wenn man weiß, dass es bei all jenen Personen, die im Pflege- und Betreuungsbereich arbeiten, dass es in diesem Beruf eine hohe Fluktuation gibt. (Abg. Markowitz: Weil sie nicht gescheit ausgebildet sind!) Das heißt also, dass der Arbeitsprozess und der Prozess des Sich-Auseinandersetzens mit der Pflege von pflegedürftigen Menschen, von sterbenden Menschen eine große Herausforderung nicht nur für junge Menschen, sondern auch für erwachsene Menschen ist.
Abg. Markowitz: Auf welchem Lohnniveau?
Ich glaube, dass es wichtig ist – und es werden ja diesbezüglich schon Maßnahmen gesetzt –, dass Ausbildungsoffensiven gestartet werden vonseiten des AMS in Wien, vonseiten des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds und dass es eine Chance für Wiedereinsteigerinnen ist, in den Bereich der Gesundheits- und Pflegeberufe einzusteigen. (Abg. Markowitz: Auf welchem Lohnniveau?)
Beifall bei der SPÖ.
Für mich ist es wesentlich und wichtiger, dass wir schauen, wie die Berufsbedingungen in diesem Bereich im Allgemeinen sind und dass es hier Verbesserungen gibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Wir werden diese neuen Wege immer wieder fordern und einbringen. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Der macht seine Lehre jetzt in der Regierung! Pflegelehre in der Regierung!
Abgeordneter Oswald Klikovits (ÖVP): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir diskutieren ja diesen Antrag, glaube ich, schon über zwei Jahre, Kollege Hofer, und wir haben schon die verschiedensten Argumente ausgetauscht. Frau Kollegin Haubner, ich glaube, die Österreichische Volkspartei ist der beste Beweis dafür, dass für uns junge Menschen nicht zu jung für etwas sind, sondern dass wir ihnen eine Chance geben. Mit Staatssekretär Kurz haben wir den besten Beweis dafür erbracht. (Abg. Mag. Stadler: Der macht seine Lehre jetzt in der Regierung! Pflegelehre in der Regierung!)
Abg. Mag. Stadler: Bring einen!
Nur: Dieser Antrag, der vom Kollegen Hofer eingebracht wurde, ist, glaube ich, kein taugliches Mittel. (Abg. Mag. Stadler: Bring einen!) Ich darf nur auch auf das verweisen, was Sie über die Studie gesagt haben. Es ist tatsächlich so, dass es im Jahr 2008 bereits eine Arbeitsgruppe gegeben hat, wonach Lehre in der Pflege auch dementsprechend vorbereitet ist. Es gibt da auch dieses Modul, das angeführt ist, aber Sie kennen auch die Vor- und die Nachteile, die dort stehen. (Abg. Markowitz: Macht ein Pilotprojekt! Macht einen Arbeitskreis in der Regierung! Da ist doch nichts dabei, oder?)
Abg. Markowitz: Macht ein Pilotprojekt! Macht einen Arbeitskreis in der Regierung! Da ist doch nichts dabei, oder?
Nur: Dieser Antrag, der vom Kollegen Hofer eingebracht wurde, ist, glaube ich, kein taugliches Mittel. (Abg. Mag. Stadler: Bring einen!) Ich darf nur auch auf das verweisen, was Sie über die Studie gesagt haben. Es ist tatsächlich so, dass es im Jahr 2008 bereits eine Arbeitsgruppe gegeben hat, wonach Lehre in der Pflege auch dementsprechend vorbereitet ist. Es gibt da auch dieses Modul, das angeführt ist, aber Sie kennen auch die Vor- und die Nachteile, die dort stehen. (Abg. Markowitz: Macht ein Pilotprojekt! Macht einen Arbeitskreis in der Regierung! Da ist doch nichts dabei, oder?)
Abg. Markowitz: Sagen wir das das nächste Mal im Jugendparlament! Sagen wir es den jungen Leuten!
Alle meine KollegInnen – von der Pflegedirektorin abwärts bis hin zu den in diesem schwierigen Beruf tätigen MitarbeiterInnen und Mitarbeitern – haben uns glaubhaft und glaublich versichert, dass eine 15-, 16-Jährige noch nicht so weit ist, die große Herausforderung dieses Berufes tatsächlich zu bewältigen, ohne unter Umständen für die Zukunft nachhaltig ein Problem zu bekommen. (Abg. Markowitz: Sagen wir das das nächste Mal im Jugendparlament! Sagen wir es den jungen Leuten!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich gebe Ihnen recht: Wir brauchen mehr Menschen in den Pflegeberufen. Schaffen wir das gemeinsam, indem wir ihnen mehr bezahlen, indem wir ihnen eine gute Ausbildung geben, indem wir ihnen das Rüstzeug mit auf den Weg geben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn das jetzt so ein großes Thema ist, dass man mit 15 Jahren zu jung ist – obwohl wir ja gestern ein Zeichen für die Jugend gesetzt haben, indem wir gesagt haben, Alter ist keine Errungenschaft; ich sehe das genau so –, dann muss man das eben thematisch angehen. Dann muss man eben die Lehrzeit so gestalten, Frau Kollegin Lapp, dass man im ersten Lehrjahr nur Theorie macht. Was spricht dagegen? Man absolviert im ersten Lehrjahr die Theorie, und dann ab 16 führt man die Praxis ein. Das ist absolut gang und gäbe. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Lapp und Mag. Gaßner.
Ich finde, dass dies auch kein Problem darstellt, wenn man das so argumentiert, denn ich traue den jungen Menschen sehr viel zu. Ich traue ihnen auch zu, dass sie mit 15 Jahren, wenn sie einen Berufswunsch haben, sehr wohl wissen, was auf sie zukommt, denn: Wie ist es denn am Land? Am Land war es jahrelang so, dass einfach die Familie die älteren Personen gepflegt hat. Bei uns daheim war das auch so, das ist ganz normal. Da hat niemand gefragt, ob ich jetzt 10, 12, 13, 14 oder 15 bin, sondern es ist einfach so gemacht worden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Lapp und Mag. Gaßner.) Sie brauchen das jetzt nicht lächerlich zu machen! Was ist Ihr Problem? (Abg. Mag. Gaßner: Ich habe noch keinen 15-Jährigen gesehen, der die Pflege ... übernommen hat!) – Ach so, okay! Ich weiß nicht, woher Sie kommen, das ist Ihr Problem, aber das hat nichts mit mir zu tun. Schauen Sie aufs Land, schauen Sie nach Kärnten, schauen Sie in die Bundesländer, da ist das ganz normal. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Ich habe noch keinen 15-Jährigen gesehen, der die Pflege ... übernommen hat!
Ich finde, dass dies auch kein Problem darstellt, wenn man das so argumentiert, denn ich traue den jungen Menschen sehr viel zu. Ich traue ihnen auch zu, dass sie mit 15 Jahren, wenn sie einen Berufswunsch haben, sehr wohl wissen, was auf sie zukommt, denn: Wie ist es denn am Land? Am Land war es jahrelang so, dass einfach die Familie die älteren Personen gepflegt hat. Bei uns daheim war das auch so, das ist ganz normal. Da hat niemand gefragt, ob ich jetzt 10, 12, 13, 14 oder 15 bin, sondern es ist einfach so gemacht worden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Lapp und Mag. Gaßner.) Sie brauchen das jetzt nicht lächerlich zu machen! Was ist Ihr Problem? (Abg. Mag. Gaßner: Ich habe noch keinen 15-Jährigen gesehen, der die Pflege ... übernommen hat!) – Ach so, okay! Ich weiß nicht, woher Sie kommen, das ist Ihr Problem, aber das hat nichts mit mir zu tun. Schauen Sie aufs Land, schauen Sie nach Kärnten, schauen Sie in die Bundesländer, da ist das ganz normal. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich finde, dass dies auch kein Problem darstellt, wenn man das so argumentiert, denn ich traue den jungen Menschen sehr viel zu. Ich traue ihnen auch zu, dass sie mit 15 Jahren, wenn sie einen Berufswunsch haben, sehr wohl wissen, was auf sie zukommt, denn: Wie ist es denn am Land? Am Land war es jahrelang so, dass einfach die Familie die älteren Personen gepflegt hat. Bei uns daheim war das auch so, das ist ganz normal. Da hat niemand gefragt, ob ich jetzt 10, 12, 13, 14 oder 15 bin, sondern es ist einfach so gemacht worden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Lapp und Mag. Gaßner.) Sie brauchen das jetzt nicht lächerlich zu machen! Was ist Ihr Problem? (Abg. Mag. Gaßner: Ich habe noch keinen 15-Jährigen gesehen, der die Pflege ... übernommen hat!) – Ach so, okay! Ich weiß nicht, woher Sie kommen, das ist Ihr Problem, aber das hat nichts mit mir zu tun. Schauen Sie aufs Land, schauen Sie nach Kärnten, schauen Sie in die Bundesländer, da ist das ganz normal. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Lapp: ... Ausbildung!
Ich sage nicht, dass der Jugendliche die Pflege rund um die Uhr übernimmt. – Das wird er ja auch als Lehrling nicht tun. Da gibt es auch fixe Arbeitszeiten und klare Regelungen. Das erwarte ich mir da einfach. Das ist ein neues Berufsbild, und das können wir ja einmal einführen. Was wird sonst passieren, Frau Kollegin Lapp? Sie haben einfach gesagt, gut, dann holen wir sie vom Arbeitsmarkt zurück, ist ja kein Problem. Das sollen billige Arbeitskräfte sein. Was werden denn die verdienen ohne Ausbildung? 600 €, 700 €, 800 € brutto. Ja, wie schaut denn das aus? (Abg. Mag. Lapp: ... Ausbildung!)
Abg. Mag. Lapp: Keine Ahnung!
Sie haben gesagt, sie werden zurückgeholt, und dann werden sie halt irgendeiner Arbeit nachgehen. Das ist absolut unausgegoren. (Abg. Mag. Lapp: Keine Ahnung!) Sie haben keine Ahnung, das sage ich Ihnen klipp und klar. Wir wollen ein klares Berufsbild. Wir wollen, dass die Leute ausgebildet sind, um das selber so handhaben zu können. (Beifall beim BZÖ.) Wir geben der Jugend eine Chance und werden da nicht locker lassen – genauso wie mit den Rezeptionisten im Tourismus. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie haben gesagt, sie werden zurückgeholt, und dann werden sie halt irgendeiner Arbeit nachgehen. Das ist absolut unausgegoren. (Abg. Mag. Lapp: Keine Ahnung!) Sie haben keine Ahnung, das sage ich Ihnen klipp und klar. Wir wollen ein klares Berufsbild. Wir wollen, dass die Leute ausgebildet sind, um das selber so handhaben zu können. (Beifall beim BZÖ.) Wir geben der Jugend eine Chance und werden da nicht locker lassen – genauso wie mit den Rezeptionisten im Tourismus. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie haben gesagt, sie werden zurückgeholt, und dann werden sie halt irgendeiner Arbeit nachgehen. Das ist absolut unausgegoren. (Abg. Mag. Lapp: Keine Ahnung!) Sie haben keine Ahnung, das sage ich Ihnen klipp und klar. Wir wollen ein klares Berufsbild. Wir wollen, dass die Leute ausgebildet sind, um das selber so handhaben zu können. (Beifall beim BZÖ.) Wir geben der Jugend eine Chance und werden da nicht locker lassen – genauso wie mit den Rezeptionisten im Tourismus. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Riepl: Höchste Zeit!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: So, meine Damen und Herren! Kommen wir wieder zur Sachlichkeit des Lebens zurück und bemühen wir uns, ein wichtiges Thema einmal aufzuarbeiten! (Abg. Riepl: Höchste Zeit!) Frau Abgeordnete von den Freiheitlichen, wie schaut denn wirklich die Situation in der Schweiz aus? Damit wir uns nicht missverstehen: Natürlich besteht Handlungsbedarf, denn was Sie in der gesamten Diskussion noch nicht erwähnt haben, ist, dass wir nicht einen Anstieg der Pflegekräfte zu verzeichnen haben, sondern dass die Babyboomer-Generation auch in Pension geht. (Abg. Mag. Wurm: Das sind wir, oder? – Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Das sind wir, oder? – Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: So, meine Damen und Herren! Kommen wir wieder zur Sachlichkeit des Lebens zurück und bemühen wir uns, ein wichtiges Thema einmal aufzuarbeiten! (Abg. Riepl: Höchste Zeit!) Frau Abgeordnete von den Freiheitlichen, wie schaut denn wirklich die Situation in der Schweiz aus? Damit wir uns nicht missverstehen: Natürlich besteht Handlungsbedarf, denn was Sie in der gesamten Diskussion noch nicht erwähnt haben, ist, dass wir nicht einen Anstieg der Pflegekräfte zu verzeichnen haben, sondern dass die Babyboomer-Generation auch in Pension geht. (Abg. Mag. Wurm: Das sind wir, oder? – Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Brosz: Na sagen Sie endlich, was!
Natürlich besteht Handlungsbedarf, das ist überhaupt nicht mein Thema. Darum führt ja unter anderem das AMS pro Jahr allein für 5 000 Menschen Qualifikationsmaßnahmen in Gesundheits- und Sozialberufen durch. Warum gibt es denn so eine Skepsis hinsichtlich des Schweizer Modells? Das Schweizer Modell zeigt noch etwas, was gerne vergessen wird – von der Vorarlberger Landesregierung oder auch von der Kärntner Landesregierung. (Abg. Brosz: Na sagen Sie endlich, was!) 90 Prozent derer, die das in der Schweiz gemacht haben, wollen das nicht mehr machen. Nur 10 Prozent sind bereit, in diesem Berufsbild zu bleiben.
Abg. Mag. Stadler: So wie die SPÖ: Genossenschaft! Eidgenossenschaft!
Ich habe es mir nicht leicht gemacht, Frau Abgeordnete Haubner. Ich habe 2005 eine Evaluierung machen lassen, die auch Ihnen damals zugänglich war, ich habe 2007 eine Evaluierung machen lassen, und gerade weil diese Debatte natürlich eine ist, die wir zu führen haben, habe ich das jetzt in der Eidgenössischen Republik, oder wie sie jetzt ganz genau heißt, also in der Schweiz noch einmal hinterfragen lassen. (Abg. Mag. Stadler: So wie die SPÖ: Genossenschaft! Eidgenossenschaft!) – Danke schön. Ich wollte wissen: Sind die Zahlen von 2007 auch 2011 gültig? – Das Ergebnis ist ernüchternd: Sie sind gültig.
Abg. Markowitz: Was macht er in der Zwischenzeit?
Worüber wir hier aber reden, ist eine Entscheidung, mit 15 Jahren in einen Beruf einzusteigen, in dem man dann bleiben soll. (Abg. Markowitz: Was macht er in der Zwischenzeit?) Was macht man in der Zwischenzeit? – Und da ist die große Frage, ob wir nicht darüber nachdenken sollten – und das tun wir auch –, ob wir nicht andere Modelle entwickeln können. Wir haben zum Beispiel auch in Oberösterreich und in Salzburg ein Fachschulmodell, und die Frage ist, ob man da nicht Dinge weiterentwickeln kann.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Stimmt fast alles, Herr Minister, nur „ganz glasklare Gewerbeordnung“ nicht!
ist etwas, wo das System nicht ganz so ist, wie es sein sollte. Wir haben den Mechanismus – da gibt es eine Gewerbebehörde, da gibt es eine Bezirksverwaltungsbehörde, und die kann und muss tätig werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Stimmt fast alles, Herr Minister, nur „ganz glasklare Gewerbeordnung“ nicht!)
Abg. Öllinger: „Glasklare Gewerbeordnung“, das war ein Fehler! – Heiterkeit. – Bundesminister Hundstorfer: Das war ein Fehler, ja!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Schatz. – Bitte. (Abg. Öllinger: „Glasklare Gewerbeordnung“, das war ein Fehler! – Heiterkeit. – Bundesminister Hundstorfer: Das war ein Fehler, ja!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ums Studium ist es gegangen! ... nicht akademisiert werden!
Anders als die FPÖ glauben wir, dass eine höhere Bildung eher dazu führt, dass man eine größere Zufriedenheit mit der Tätigkeit entwickeln kann. Deshalb muss ich noch einmal ganz kurz auf die Argumentation von Frau Abgeordneter Belakowitsch-Jenewein im Ausschuss zurückkommen, die sehr wohl zum Ausdruck gebracht hat, dass sie befürchtet, dass höhere Qualifizierung – nämlich etwa eine Qualifizierung, die mit einer Matura abschließt – dazu führt, dass die Menschen eben nicht in der Pflege bleiben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ums Studium ist es gegangen! ... nicht akademisiert werden!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren, ich glaube, wenn wir die qualitativ hochwertige Ausbildung im Bereich Pflege und Gesundheit weiterverfolgen, werden wir auch entsprechendes Personal bekommen. Voraussetzung, das habe ich zu Beginn schon gesagt, ist, dass wir uns auch wirklich mit den Arbeitsbedingungen dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auseinandersetzen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zum Thema Contergan möchte ich noch etwas richtigstellen: Diese 1 Million € wurde an 20 Personen ausbezahlt, ja. Das Problem dabei ist aber, dass 36 Personen – ich habe gestern mit jemandem aus der Selbsthilfegruppe telefoniert – in einer Warteschleife hängen. Das habe ich gemeint: Vielleicht können Sie mir dazu etwas sagen, Herr Minister. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Wie schaut in Zukunft die Kompetenz aus? Auch das Leitbild eines Schuldirektors, die Funktion des Schuldirektors, dem eine zusätzliche Funktion aufgebürdet wird – die er an sich logischerweise machen kann –, wird überdacht. Daher glauben wir, dass das Pferd einfach vom falschen Ende aufgezäumt wird, um bei der Sprache der Pferde, in der die Frau Bundesministerin firm ist, zu bleiben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Dinge sind entscheidend. Ich weiß, dass es da oft sehr viel Sozialromantik gibt – nicht negativ gemeint. Ich möchte schon, dass es Kulturinitiativen und Sportinitiativen an den Schulen gibt, aber oft ist es wichtiger, ein gutes Weihnachtsspiel aufzuführen oder eine Muttertagsfeier oder sonst etwas zu organisieren. Das sind dann die guten oder die besseren Lehrer als die, die ganz konkret auf die Grundkompetenzen hinarbeiten, die wir als Schule, als Lehrer weitergeben sollten. Das sind die zentralen Punkte. Mit diesen drei Gesetzen, die wir heute verabschieden, setzen wir ganz entscheidende Schritte in diese Richtung. Ich bedanke mich für die Präsentation dieses Ergebnisses und gratuliere der Ministerin recht herzlich. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Alles in allem muss ich sagen, dass das nicht eine jener Reformen ist, die wir uns erhofft haben, die unsere Kinder verdienen, die unser Schulwesen braucht. Diese Regierung muss endlich runter von der Bildungsbremse. Wir brauchen eine grundlegende Reform, wir brauchen eine Zielorientierung. Wir müssen wissen, wohin die Reise geht. Erst dann kann es entsprechende sinnvolle Reformvorschläge geben. Frau Ministerin! Dann haben Sie die Grünen auf Ihrer Seite. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Walser.
Abgeordnete Mag. Silvia Fuhrmann (ÖVP): Herr Kollege Walser, Sie haben gesagt, Sie würden gern wissen, wohin die Reise geht. Ich darf Sie auf eine Pressekonferenz verweisen, die die Frau Bundesministerin gemeinsam mit dem Bildungssprecher der ÖVP abhielt, in der der Weg, wohin die Reise gehen soll, skizziert worden ist. Das grundlegende Bekenntnis ist vorhanden, das gibt es. Jetzt geht es darum, die Maßnahmen, die Ansprüche, die man an sich selbst stellt, abzuarbeiten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Walser.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist ja nur zusätzliche Bürokratie!
Herr Kollege Rosenkranz hat auch etwas gesagt, das mich ein bisschen erschüttert hat, nämlich sein Statement, Qualitätsmanagement sei eigentlich ausschließlich Verwaltungsaufwand und diene und nütze niemandem. Ich weiß nicht, ob ich das jetzt richtig zitiere, aber sinngemäß war es so. (Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist ja nur zusätzliche Bürokratie!) Auch hierbei bin ich gänzlich anderer Meinung, denn ich denke, dass Qualitätsmanagement das Kernstück einer zukünftigen Bildungskultur, wie wir sie im neuen Bildungssystem haben wollen, sein muss. Mit der Einführung der Bildungsstandards und dieses Qualitätsmanagements wollen wir die Qualität des Bildungssystems in all ihren Facetten gewährleisten. (Abg. Dr. Rosenkranz: Eben!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Eben!
Herr Kollege Rosenkranz hat auch etwas gesagt, das mich ein bisschen erschüttert hat, nämlich sein Statement, Qualitätsmanagement sei eigentlich ausschließlich Verwaltungsaufwand und diene und nütze niemandem. Ich weiß nicht, ob ich das jetzt richtig zitiere, aber sinngemäß war es so. (Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist ja nur zusätzliche Bürokratie!) Auch hierbei bin ich gänzlich anderer Meinung, denn ich denke, dass Qualitätsmanagement das Kernstück einer zukünftigen Bildungskultur, wie wir sie im neuen Bildungssystem haben wollen, sein muss. Mit der Einführung der Bildungsstandards und dieses Qualitätsmanagements wollen wir die Qualität des Bildungssystems in all ihren Facetten gewährleisten. (Abg. Dr. Rosenkranz: Eben!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
stellen muss, sondern ich meine, dass das eine gesamtheitliche Diskussion ist, der wir uns stellen müssen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Das sind Hürden, über die wir in den letzten Wochen, Monaten, vielleicht sogar Jahren diskutiert haben. Ich bin froh, dass es heute gelingt, das in die Wege zu leiten. Es sind kleine Schritte. Niemand hat behauptet – auch die Ministerin selbst nicht –, dass das jetzt der Weisheit letzter Schluss und der große Wurf ist. Ich würde meinen: Hanteln wir uns gemeinsam vor! Ich würde die Opposition noch einmal einladen, diesen drei Vorlagen zuzustimmen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das betrifft auch den Bildungsbereich, denn in Wirklichkeit ist dieses Qualitätsmanagement nichts anderes als der Versuch, eine Daseinsberechtigung oder Existenzberechtigung für die Bezirksschulinspektoren und die Landesschulinspektoren zu schaffen, die wir in den einzelnen Bundesländern haben. Nichts anderes ist das. Sie sollen jetzt auf einmal Qualitätsmanager werden und das Ganze überwachen, kontrollieren und gemeinsam mit den Schulen dieses Modell umsetzen. Das heißt, man versucht, Verwaltung, die man in der heutigen Zeit im Prinzip nicht mehr braucht, durch die Zuteilung neuer Aufgaben mit einer Existenzberechtigung auszustatten. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Prinz.
Bei der Bestellung von Schuldirektoren – das wissen wir, Niederösterreich ist das beste Beispiel – entscheiden nicht die Kompetenz und die Qualifikation, sondern die richtige Parteifarbe. Das heißt, gehört man zur Partei des Herrn Landeshauptmanns Pröll, wird man Schuldirektor. (Zwischenruf des Abg. Prinz.) Gehört man nicht zur Partei des Herrn Landeshauptmanns Pröll, wird man nicht einmal Schulwart.
Abg. Prinz: Und in Kärnten? – Orange? Blau?
Das Problem ist: Wenn diese ausgewählten Parteipolitiker als Schuldirektoren auch die Personalhoheit erhalten, dann besteht die Gefahr, dass der gesamte Lehrapparat im Fall von Niederösterreich schwarz eingefärbt wird und im Fall von Wien zum Beispiel rot eingefärbt wird. (Abg. Prinz: Und in Kärnten? – Orange? Blau?)
Beifall beim BZÖ.
Da machen wir nicht mit. Wir sagen, dass Parteipolitik in den Schulen nichts verloren hat, meine Damen und Herren, sondern dass es darum geht, dass wir die besten, kompetentesten und engagiertesten Pädagoginnen und Pädagogen für die Kinder und die Ausbildung unserer Kinder in unseren Schulen und Bildungseinrichtungen sitzen haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Das Schulaufsichtsgesetz ist nicht dazu geeignet, die Verwaltungsreformdiskussion zu führen oder zu lösen. Die Debatte haben wir im Unterausschuss zum Verfassungsausschuss geführt. Ich denke, Sie haben selbst mit verfolgt, in welche Richtung die Verwaltungsreformdiskussion letztlich gelaufen ist. Ich kann Ihnen nur sagen: Ich stehe einer weiteren Verländerung des Bildungssystems nicht positiv gegenüber. Daher kann eine weitere Verländerung auch nicht die Lösung unserer Themen sein. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Qualität ist nicht gleich mehr Bürokratie, sondern ganz im Gegenteil, der Prozess ist wichtig. Qualität können wir nicht von oben verordnen, Qualität muss gemeinsam gelebt werden. Ich spreche mich dezidiert gegen externe – unter Anführungszeichen – „Ratingagenturen“ für die öffentlichen Schulen aus. Qualität geht jeden im System etwas an. Daher müssen wir das gemeinsam auf Basis von Zielvereinbarungen, Feedback-Kriterien, die österreichweit gelten, entwickeln. – Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, dass wir genau wissen, wohin die Schule gehen muss und wie wir jetzt in Schritten hin zu einer modernen Schule kommen. Ich verstehe, dass manche das Wort „Modernisierung“ abschreckt. Ich glaube, im Schulbereich sollte es aber nicht so sein, denn da sind wir viel zu lange in der Vergangenheit steckengeblieben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
in Richtung des den Vorsitz führenden Präsidenten Neugebauer weisend
Sie verteidigen dieses System und sagen, alles andere ist schlecht, gerade dass Sie nicht gesagt haben: neoliberale, unabhängige Agenturen versus die guten, GÖD-geprüften – der Herr Präsident sitzt dort oben (in Richtung des den Vorsitz führenden Präsidenten Neugebauer weisend), er gibt den Stempel drauf: „Neugebauer geprüft“, dann passt das. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie verteidigen dieses System und sagen, alles andere ist schlecht, gerade dass Sie nicht gesagt haben: neoliberale, unabhängige Agenturen versus die guten, GÖD-geprüften – der Herr Präsident sitzt dort oben (in Richtung des den Vorsitz führenden Präsidenten Neugebauer weisend), er gibt den Stempel drauf: „Neugebauer geprüft“, dann passt das. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Niederösterreich...!
Wenn man ein bisschen ernsthaft über moderne Bildung reden will, dann sollte man doch davon weggehen und dieses verkrustete System, wo natürlich Parteibuchwirtschaft – ich komme aus Niederösterreich, ich weiß, wovon ich spreche (Abg. Rädler: Niederösterreich...!) – im Schulsystem gang und gäbe ist, wegbringen und endlich dazu kommen, dass man ernsthaft von Qualität und von Verbesserungen im Schulsystem reden kann. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Darum sind Sie nicht drangekommen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Darum sind Sie nicht drangekommen!
Wenn man ein bisschen ernsthaft über moderne Bildung reden will, dann sollte man doch davon weggehen und dieses verkrustete System, wo natürlich Parteibuchwirtschaft – ich komme aus Niederösterreich, ich weiß, wovon ich spreche (Abg. Rädler: Niederösterreich...!) – im Schulsystem gang und gäbe ist, wegbringen und endlich dazu kommen, dass man ernsthaft von Qualität und von Verbesserungen im Schulsystem reden kann. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Darum sind Sie nicht drangekommen!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger.
Ich glaube, das ist ein erster Auftakt. Weitere Schritte müssen folgen, Frau Bundesminister! Qualitätsmanagement wird uns weiterbringen. Wenn wir an der Qualität arbeiten, so können wir auch alle fordern und fördern, wie wir es von unserer Bildungspolitik erwarten sollten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger.)
Beifall bei der SPÖ.
In den Erläuterungen des Gesetzes heißt es: „Diese Maßnahmen bedeuten einen tiefgreifenden Kulturwandel im Schulwesen, der vor dem Hintergrund der Entstehung einer Wissensgesellschaft unerlässlich erscheint.“ – Ich denke, dem können wir ja nur zustimmen. Daher ist dieses Gesetz sehr zu begrüßen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein weiteres zentrales Projekt ist aber auch das derzeit in Ausarbeitung stehende österreichweite einheitliche Dienst- und Besoldungsrecht. Abschließend möchte ich noch hervorheben, dass es sehr wohl unser aller Ziel sein muss, ein neues Arbeitsmodell zu entwickeln, ein Modell, das junge Menschen wieder für den Lehrberuf begeistert. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Neue Beurteilungskriterien, neue Bewertungskriterien wurden eingeführt. Jetzt heißt es: Ich will den Besten oder die Beste für diese Funktion. Das geschieht, weil man die Kompetenzen – die gering sind, aber vorhanden – konsequent ausnützt. Da ist es ganz wichtig, dass wir auch in diesen Bereichen die Ministerin stärken. Die Maßnahmen, die wir hier heute beschließen, sind ein sehr wichtiger Beitrag dazu, und ich würde Sie dazu ganz, ganz herzlich einladen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Der zweite Punkt, der hier auf der Tagesordnung steht, ist das Prüfungstaxengesetz. Im Prinzip ist es eine Fortschreibung der geltenden Regelung, wenn es darum geht, Lehrenden für die Begutachtung einer Bachelorarbeit Prüfungsprämien auszuzahlen. Hier wird der Status quo einfach fortgesetzt und verlängert, und ich gehe davon aus, dass einer Zustimmung nichts im Wege stehen kann. In diesem Sinne: Zwei Maßnahmen, die es zu unterstützen gilt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Elmar Mayer: Nein, gezittert habe ich nicht!
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Kollege Mayer, ich kann mich lebhaft erinnern, dass Sie im Ausschuss waren und eigentlich gesehen haben müssten, dass diese beiden Anträge einstimmig beschlossen wurden. Also ich verstehe nicht, wo Ihre Zögerlichkeit heute herkommt, warum Sie so zittern, ob die Opposition mitstimmt oder nicht. (Abg. Elmar Mayer: Nein, gezittert habe ich nicht!) Auch die Rednerliste und dass sich nicht ein Vertreter der Oppositionsparteien als Erster zu Wort gemeldet hat, müsste eigentlich darauf schließen lassen, dass es hier nur Pro-Redner gibt.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Lehre mit Matura, Berufsreifeprüfung et cetera – all diese Möglichkeiten müssen gefördert werden. Daher: Zustimmung – ganz einfach. Kollege Mayer, im Ausschuss aufpassen! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Ich möchte aber noch kurz zumindest einen Aspekt aufgreifen: Es erstaunte schon, als Kollege Amon am Montag bei den schon erwähnten Verhandlungen um einen neues Dienst- und Besoldungsrecht für Lehrkräfte als Abgeordneter aufseiten der Regierung mit der Gewerkschaft verhandelte. Ich meine, das ist ein merkwürdiges Verständnis von Gewaltenteilung. Ich glaube, Charles de Montesquieu hat sich das ein bisschen anders vorgestellt, als es derzeit in Österreich abläuft. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Ich wäre hier schon für eine saubere Trennung zwischen Legislative und Exekutive (Zwischenruf des Abg. Kickl), und ich sehe nicht ganz ein, warum es derartige Vermischungen von Zuständigkeiten gibt, so wie sich das hier abzeichnet. (Abg. Dr. Rosenkranz: Lauter Lobbyisten!)
Zwischenruf des Abg. Kickl
Ich möchte aber noch kurz zumindest einen Aspekt aufgreifen: Es erstaunte schon, als Kollege Amon am Montag bei den schon erwähnten Verhandlungen um einen neues Dienst- und Besoldungsrecht für Lehrkräfte als Abgeordneter aufseiten der Regierung mit der Gewerkschaft verhandelte. Ich meine, das ist ein merkwürdiges Verständnis von Gewaltenteilung. Ich glaube, Charles de Montesquieu hat sich das ein bisschen anders vorgestellt, als es derzeit in Österreich abläuft. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Ich wäre hier schon für eine saubere Trennung zwischen Legislative und Exekutive (Zwischenruf des Abg. Kickl), und ich sehe nicht ganz ein, warum es derartige Vermischungen von Zuständigkeiten gibt, so wie sich das hier abzeichnet. (Abg. Dr. Rosenkranz: Lauter Lobbyisten!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Lauter Lobbyisten!
Ich möchte aber noch kurz zumindest einen Aspekt aufgreifen: Es erstaunte schon, als Kollege Amon am Montag bei den schon erwähnten Verhandlungen um einen neues Dienst- und Besoldungsrecht für Lehrkräfte als Abgeordneter aufseiten der Regierung mit der Gewerkschaft verhandelte. Ich meine, das ist ein merkwürdiges Verständnis von Gewaltenteilung. Ich glaube, Charles de Montesquieu hat sich das ein bisschen anders vorgestellt, als es derzeit in Österreich abläuft. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Ich wäre hier schon für eine saubere Trennung zwischen Legislative und Exekutive (Zwischenruf des Abg. Kickl), und ich sehe nicht ganz ein, warum es derartige Vermischungen von Zuständigkeiten gibt, so wie sich das hier abzeichnet. (Abg. Dr. Rosenkranz: Lauter Lobbyisten!)
Beifall bei den Grünen.
Die Würdigung der Ministerin erfolgt zur Genüge seitens der SPÖ, glaube ich, zunehmend auch seitens der FPÖ. Das Klima scheint sich zu bessern. Frau Ministerin! Was Sie von unserer Seite haben, ist auf alle Fälle Respekt für Ihren Einsatz. Wir wissen und wir spüren, dass Sie in den wesentlichen Dingen gleich denken, dass Sie in die richtige Richtung wollen. An der Blockade, die hier vorhanden ist, ändert das aber nichts. Nach wie vor steht die ÖVP auf der Bildungsbremse. Unsere Aufgabe ist es daher nicht, die Ministerin zu würdigen, sondern die Regierung deswegen zu kritisieren. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Aber wie gesagt: Diese Qualitätsstandards, die wir hier diskutieren, unterstützen wir natürlich. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Vielen Dank für die Zustimmung und noch einmal danke für die kurzfristige Bereitschaft, hier bis ins Jahr 2011/12 zu gehen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
darüber nachzudenken, wie wir diese Barriere überwinden können. Ein entsprechender Antrag liegt im Petitionsausschuss, und ich weise alle Fraktionen darauf hin, dass wir uns das gemeinsam anschauen könnten und schauen könnten, ob wir diese kleine Barriere niederreißen können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Präsident Neugebauer hat schon die Springschuhe an!
Frau Ministerin, abschließend möchte ich noch eine Bitte an Sie richten. Ich wäre froh, wenn wir mit Tempo in die Verhandlungen um dieses neue Lehrer-Dienst- und Besoldungsrecht gehen und konsequent verhandeln (Abg. Dr. Rosenkranz: Präsident Neugebauer hat schon die Springschuhe an!), denn es ist dringend notwendig, dass wir ein leistungsgerechtes und modernes Dienst- und Besoldungsrecht bekommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Ministerin, abschließend möchte ich noch eine Bitte an Sie richten. Ich wäre froh, wenn wir mit Tempo in die Verhandlungen um dieses neue Lehrer-Dienst- und Besoldungsrecht gehen und konsequent verhandeln (Abg. Dr. Rosenkranz: Präsident Neugebauer hat schon die Springschuhe an!), denn es ist dringend notwendig, dass wir ein leistungsgerechtes und modernes Dienst- und Besoldungsrecht bekommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Riepl: Da ist einer gesessen! – Gegenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Wenn Sie für diesen Entwurf sind, bitte ich um ein Zeichen. Das ist einstimmig angenommen. (Abg. Riepl: Da ist einer gesessen! – Gegenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.
Unsere Frau Ministerin ist ja gerade dabei, im Bildungssystem große Fortschritte dahin gehend zu machen, dass Chancen für alle Kinder gegeben sind, dass es am Ende eine gemeinsame Schule für alle Kinder gibt, mit einer starken inneren Differenzierung, in der Stärken gestärkt werden und bei Schwächen ganz besonders gefördert wird. (Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.) Fördern und fordern steht dabei im Mittelpunkt. Die Chancengleichheit ist aus meiner Sicht der Motor für unsere Frau Ministerin.
Beifall bei der SPÖ.
Das zeigt mir auch, wie wichtig unserer Frau Ministerin die Chancengleichheit für alle Kinder im Schulbereich ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe diesen Burschen gefragt – er war elf Jahre alt –, ob das wirklich an den Stufen liegt, ob es bei ihm zu Hause keine Schule gibt, die barrierefrei ist. Da hat er gesagt, dass es die Volksschule gibt, dort ist er in die Schule gegangen, aber die Hauptschule und das Gymnasium sind eben nicht barrierefrei. Ich glaube, das sollte nicht mehr vorkommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Deshalb unser Antrag, dass man, auch wenn die Barrierefreiheit und der dafür zu tätigende Umbau noch länger dauern, individuelle Lösungen treffen muss, damit Schülerinnen und Schüler in die Schule gehen können. – Danke. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Was wir heute hier beschließen, ist eine Notmaßnahme, weil wir leider die Investitionen in die Barrierefreiheit nach hinten verschoben haben. Ich bin der Meinung, dass es eigentlich besser gewesen wäre, Maßnahmen in die Infrastruktur, die man sowieso setzen muss, Investitionen, die man tätigen muss, in einer Phase hoher Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Schwäche zu tätigen, weil das eigentlich der klügere Weg gewesen wäre. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abg. Königsberger-Ludwig.
Daher tut es mir sehr leid, dass wir diesen Weg wählen müssen, aber wir werden natürlich dieser Maßnahme unsere Zustimmung erteilen. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abg. Königsberger-Ludwig.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.
In der Zukunft sollten wir uns überlegen, uns vielleicht auch das deutsche Modell anzuschauen. Es gibt ja den Inklusiven-Fahrplan bereits als Handbuch für den Bereich Bildung. Da sind alle Punkte schön aufgelistet und beschrieben. Bitte, wann kommt das auch endlich in Österreich zustande? Wichtig ist auch, dass wir eine Stelle, eine Behörde brauchen, die diese Fälle behandelt. Das wäre für mich einfach sehr wichtig. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Königsberger-Ludwig: Professionell und gut!
Dieser Entschließungsantrag – dem wir unsere Zustimmung geben, weil natürlich im Einzelfall hoffentlich Lösungen getroffen werden – ist nichts anderes als eine Good-will-Aktion. Es ist gut gemeint, aber wir werden sehen, wie man mit Einzelfalllösungen umgehen wird. – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Königsberger-Ludwig: Professionell und gut!)
Abg. Dr. Matznetter: Ist nicht da, nächster Redner! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Wortmeldung wird ausfallen!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Fichtenbauer. – Bitte. (Abg. Dr. Matznetter: Ist nicht da, nächster Redner! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Wortmeldung wird ausfallen!)
Abg. List: Das ist ja absurd, bitte!
Das Versprechen war, das Ministerium werde mit den Fliegern nicht belastet, das mache das Finanzministerium außerbudgetär. Die Worte können wir nachlesen. Es gibt genug Unterlagen in diesem Haus. Aber heute dem Herrn Minister etwas vorzuwerfen, was ihm eigentlich andere eingebrockt haben, das halte ich für nicht zielführend, das ist auch nicht fair. (Abg. List: Das ist ja absurd, bitte!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Wurm: So ist es!
Herr Kollege List, jeder Sektionschef hat seinen Bereich, jeder Minister hat seinen Bereich und ist dafür verantwortlich, und wenn dort Entscheidungen gefällt werden, steht der Minister dazu, und mit gutem Recht haben wir ihn dabei zu unterstützen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Wurm: So ist es!)
Beifall beim BZÖ. – Ruf bei der SPÖ: Traurig!
Zur FPÖ: Das zeigt eindeutig, wie ernst die FPÖ diese Debatte über den Fall Entacher nimmt, wenn sie nicht einmal anwesend ist, wenn der Redner der FPÖ nicht einmal anwesend ist, wenn er zu seiner Wortmeldung aufgerufen wird. (Beifall beim BZÖ. – Ruf bei der SPÖ: Traurig!)
Beifall beim BZÖ. – Ruf bei der SPÖ: Und tschüss! – Abg. Mag. Gaßner – in Richtung des Bundesministers Mag. Darabos –: Der hat’s dir aber jetzt hineingesagt!
haben Sie beim Kader die letzte Glaubwürdigkeit verloren. Herr Bundesminister, Ihr Ministersessel wackelt gewaltig. (Beifall beim BZÖ. – Ruf bei der SPÖ: Und tschüss! – Abg. Mag. Gaßner – in Richtung des Bundesministers Mag. Darabos –: Der hat’s dir aber jetzt hineingesagt!)
Bundesminister Mag. Darabos: Brigadier!
Abgeordneter Oswald Klikovits (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte KollegInnen! Hohes Haus! Wie ernst diese Ministeranklage zu nehmen ist, und sie ist ja nur eine von vielen aus der Vergangenheit, zeigt der Umstand, dass der Herr General Fichtenbauer (Bundesminister Mag. Darabos: Brigadier!) – Entschuldigung: Brigadier – gar nicht hier ist bei seiner Anklagerede gegenüber dem Herrn Bundesminister. (Abg. Dr. Fichtenbauer: He, neue Brille bei Fielmann! – Abg. Dr. Graf: Wir weinen dem Kapeller schon nach!)
Abg. Dr. Fichtenbauer: He, neue Brille bei Fielmann! – Abg. Dr. Graf: Wir weinen dem Kapeller schon nach!
Abgeordneter Oswald Klikovits (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte KollegInnen! Hohes Haus! Wie ernst diese Ministeranklage zu nehmen ist, und sie ist ja nur eine von vielen aus der Vergangenheit, zeigt der Umstand, dass der Herr General Fichtenbauer (Bundesminister Mag. Darabos: Brigadier!) – Entschuldigung: Brigadier – gar nicht hier ist bei seiner Anklagerede gegenüber dem Herrn Bundesminister. (Abg. Dr. Fichtenbauer: He, neue Brille bei Fielmann! – Abg. Dr. Graf: Wir weinen dem Kapeller schon nach!)
Beifall bei der ÖVP.
Daher sage ich: Wir werden dieser Ministeranklage natürlich nicht unsere Zustimmung geben. Ich darf Sie aber ersuchen, dass Sie in jedem Fall auch für sich überlegen, ob das, was für Sie noch vor einem Jahr gegolten hat – dass nämlich die Wehrpflicht beim österreichischen Bundesheer „in Stein gemeißelt“ ist –, nicht auch noch jetzt, nach dieser einjährigen Nachdenkphase, Gültigkeit hat und ob Sie nicht wieder auf den Pfad der Tugend zurückkehren wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Bundesminister Mag. Darabos: Wie ihr glaubt!
Abgeordneter Elmar Podgorschek (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich mache Ihnen an und für sich nicht zum Vorwurf, dass Sie sich seinerzeit für den Zivildienst entschieden und einer Gewissensprüfung unterworfen haben. (Bundesminister Mag. Darabos: Wie ihr glaubt!) Aber in der Funktion als Verteidigungsminister sind Sie aus unserer Sicht eine absolute Fehlbesetzung! (Beifall bei der FPÖ. – Bundesminister Mag. Darabos: Kann man nichts machen!)
Beifall bei der FPÖ. – Bundesminister Mag. Darabos: Kann man nichts machen!
Abgeordneter Elmar Podgorschek (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich mache Ihnen an und für sich nicht zum Vorwurf, dass Sie sich seinerzeit für den Zivildienst entschieden und einer Gewissensprüfung unterworfen haben. (Bundesminister Mag. Darabos: Wie ihr glaubt!) Aber in der Funktion als Verteidigungsminister sind Sie aus unserer Sicht eine absolute Fehlbesetzung! (Beifall bei der FPÖ. – Bundesminister Mag. Darabos: Kann man nichts machen!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Was die Begründung der Ministeranklage anbelangt, wird das mein Kollege Fichtenbauer noch genau darlegen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Aber aus meiner Sicht sind Sie in dieser Funktion eher vergleichbar mit einem Fleischhauer, der zum Berater für vegetarische Ernährung ernannt wurde. Das kann nicht gut gehen!
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Ihre Freiwilligenmiliz, wie Sie sie immer propagieren, kann nicht funktionieren und wird auch nicht funktionieren. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Ich möchte nur ein Beispiel geben, ein Beispiel, wie es sich derzeit in der Bundesrepublik Deutschland darstellt, nämlich: Neueste Zahlen aus dem deutschen Verteidigungsministerium alarmieren die Truppe. Von den 498 000 jungen Männern, die im März und April angeschrieben wurden, reagierten nach internem Bericht nur 1 800, das sind 0,4 Prozent.
Beifall bei der FPÖ.
Lieber Herr Verteidigungsminister! Gehen Sie weg von Ihrer Vorstellung, dass Sie in Österreich ein Freiwilligenheer installieren können. Bleiben Sie bei der Wehrpflicht, und treten Sie zurück, dann ist die Republik Österreich vor künftigem Schaden bewahrt! (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit des Redners.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Ui, das war holprig! (Heiterkeit des Redners.) Vielleicht war das eine dieser Reden, die eine Fraktionskollegin von mir heute angesprochen hat – aber keine Sorge, es wird keinen Test geben! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Ui, das war holprig! (Heiterkeit des Redners.) Vielleicht war das eine dieser Reden, die eine Fraktionskollegin von mir heute angesprochen hat – aber keine Sorge, es wird keinen Test geben! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Das ist eine Unglaublichkeit, dass Sie von Steinhauser sagen, er ist eine Frau! Das ist unglaublich! Er ist ein Mann!
Uns liegt ein Antrag des Abgeordneten Strache vor, Ministeranklage gegen Verteidigungsminister Darabos zu erheben. (Abg. Dr. Graf: Das ist eine Unglaublichkeit, dass Sie von Steinhauser sagen, er ist eine Frau! Das ist unglaublich! Er ist ein Mann!) Nur, Herr Strache ist nicht da. Herr Kollege Fichtenbauer wollte begründen – Herr Kollege Fichtenbauer war auch nicht da. Aus der Partei der Anständigen und Tüchtigen ist
Heiterkeit bei SPÖ und Grünen. – Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
wieder die Partei der Abgängigen und Flüchtigen geworden. (Heiterkeit bei SPÖ und Grünen. – Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit des Redners.
Es ist ein Jammer! (Heiterkeit des Redners.) Jetzt wissen wir es noch immer nicht. Da es der freiheitliche Kollege, mein Vorredner, auch nicht gewusst hat, wissen wir jetzt noch immer nicht, warum hier Ministeranklage erhoben werden soll. (Abg. Mag. Stefan: Weil Sie nie da sind! Das haben wir drei Mal erklärt ...!) Wegen der Wehrpflicht, auf die mein Vorredner eingegangen ist, offensichtlich nicht.
Abg. Mag. Stefan: Weil Sie nie da sind! Das haben wir drei Mal erklärt ...!
Es ist ein Jammer! (Heiterkeit des Redners.) Jetzt wissen wir es noch immer nicht. Da es der freiheitliche Kollege, mein Vorredner, auch nicht gewusst hat, wissen wir jetzt noch immer nicht, warum hier Ministeranklage erhoben werden soll. (Abg. Mag. Stefan: Weil Sie nie da sind! Das haben wir drei Mal erklärt ...!) Wegen der Wehrpflicht, auf die mein Vorredner eingegangen ist, offensichtlich nicht.
Abg. Mag. Stefan: ... doch kein Ergebnis! Das ist für Pilz seine Entscheidung, das genügt! Das reicht ja für Pilz!
Ich tue mir jetzt umso leichter, es zu sagen: Ich bin wirklich kein Verteidiger des Verteidigungsministers, ich habe ihm schon einige Male an diesem Pult aus sachlichen Gründen großes politisches Misstrauen ausgesprochen. Nur, hier handelt es sich um ein offenes Verfahren. Ich weiß bis heute nicht, ob der Verteidigungsminister recht hatte, General Entacher aus seiner Funktion als Generalstabschef zu entlassen. Ich habe auch öffentlich gesagt, es gibt einige Hinweise darauf, dass bei General Entacher als einem alten Gegner einer konsequenten Bundesheerreform einige dieser Gründe vorliegen dürften. (Abg. Mag. Stefan: ... doch kein Ergebnis! Das ist für Pilz seine Entscheidung, das genügt! Das reicht ja für Pilz!)
Abg. Dr. Graf: ... nach Abschluss des Verfahrens!
Das ist jetzt ein anhängiges Verfahren (Abg. Dr. Graf: ... nach Abschluss des Verfahrens!), und wir werden am Ende sehen, was bei diesem Verfahren herauskommt. Aber dass die Freiheitliche Partei sagt: Egal, wer dieses Verfahren gewinnt, wir wollen jetzt freiheitliche Schnelljustiz im österreichischen Nationalrat! (Heiterkeit bei der FPÖ), das geht mit Sicherheit nicht! (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Heiterkeit bei der FPÖ
Das ist jetzt ein anhängiges Verfahren (Abg. Dr. Graf: ... nach Abschluss des Verfahrens!), und wir werden am Ende sehen, was bei diesem Verfahren herauskommt. Aber dass die Freiheitliche Partei sagt: Egal, wer dieses Verfahren gewinnt, wir wollen jetzt freiheitliche Schnelljustiz im österreichischen Nationalrat! (Heiterkeit bei der FPÖ), das geht mit Sicherheit nicht! (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
Das ist jetzt ein anhängiges Verfahren (Abg. Dr. Graf: ... nach Abschluss des Verfahrens!), und wir werden am Ende sehen, was bei diesem Verfahren herauskommt. Aber dass die Freiheitliche Partei sagt: Egal, wer dieses Verfahren gewinnt, wir wollen jetzt freiheitliche Schnelljustiz im österreichischen Nationalrat! (Heiterkeit bei der FPÖ), das geht mit Sicherheit nicht! (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Heute werden wir dieser Initiative der abgängigen und flüchtigen Kollegen mit Sicherheit nicht zustimmen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir haben das schon einige Male auch hier in diesem Haus diskutiert, überraschend kann also diese Ministeranklage nicht wirklich sein. Es wundert mich schon, wenn man hier jetzt den großen Verteidiger des Bundesministers Darabos spielt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich sage es jetzt ganz offen und ganz bewusst, auch als Personalvertreter und als Bediensteter des Heeres: Diese Maßnahme, Herr Bundesminister, war ein Schlag ins Gesicht aller Soldaten, aller Bediensteten des Bundesheeres. So geht man mit einem Bediensteten und mit einem tadellosen Offizier nicht um! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Sie haben hier bewiesen, Herr Bundesminister, dass unsere Vorwürfe Ihnen gegenüber, dass Sie mit Ihrer Aufgabe überfordert sind, wirklich zutreffend sind. Aber ich kann Sie beruhigen, Herr Bundesminister: Diese Maßnahme hat das Bundesheer in Wirklichkeit intern nur gestärkt! Es wird Ihnen nicht gelingen, mit Mundtotmachen, mit Zensurieren und mit anderen, auch Druckmitteln auf Offiziere und Bedienstete (Beifall bei der FPÖ), ich sage jetzt einmal, vielleicht auch Unterstützer Ihrer durchaus kritisch zu sehenden Wehrsysteme oder Heeressysteme-Neu entsprechend zu lukrieren.
Beifall bei der FPÖ.
Im Gegenteil, Herr Bundesminister – wir sagen es auch ganz offen –: Nicht die Wehrsysteme gehören ausgetauscht, nicht die Offiziere gehören ausgetauscht, sondern ganz offensichtlich Sie als Verteidigungsminister! (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit bei der SPÖ
Zum Schluss jetzt nur ganz kurz – ich möchte Peter Fichtenbauer nicht die Zeit rauben (Heiterkeit bei der SPÖ) –: Faktum ist auch, sehr geehrter Herr Bundesminister, dass Sie als Hüter der Allgemeinen Dienstvorschrift, als der oberste Hüter der ADV auch jener waren, der sie als Erster gebrochen hat. Da steht nämlich dezidiert drinnen, dass, wenn ein Vorgesetzter Mängel oder Übelstände feststellt, er unverzüglich die erforderlichen Maßnahmen zur Herstellung des vorschriftsmäßigen Zustandes zu treffen hat.
Beifall bei der FPÖ.
Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass diese Anklage entsprechend gerechtfertigt ist. Und zum Abgeordneten Klikovits am Schluss: Wir nehmen unsere Verantwortung der Landesverteidigung gegenüber sehr wohl ernst. Sie nehmen sie nicht ernst, denn sonst wäre es nicht möglich, dass Ihnen Ihr Regierungspartner und Koalitionspartner, dieser Herr Bundesminister, seit Jahren in Wirklichkeit auf der Nase herumtanzt. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Kollege Kunasek hat es jetzt eigentlich auf den Punkt gebracht: Minister Darabos wird von vielen Seiten, von freiheitlicher Seite kein Vertrauen entgegengebracht. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist in einer Demokratie natürlich möglich, aber, werte Kolleginnen und Kollegen, ich möchte hier nur drei Punkte festhalten, die für mich schon in der geschichtlichen Darstellung sehr wichtig sind.
Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
entschieden hat, dass auch der damalige Verteidigungsminister sich für ein anderes Modell entschieden hat. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Und so, wie Kollege Pilz vorhin ausgeführt hat, ist da sicherlich noch sehr viel Aufklärung zu betreiben. (Abg. Dr. Graf: Ewiggestrig sind Sie! Uns geht es um die Zukunft, Ihnen nur um die Vergangenheit!)
Abg. Dr. Graf: Ewiggestrig sind Sie! Uns geht es um die Zukunft, Ihnen nur um die Vergangenheit!
entschieden hat, dass auch der damalige Verteidigungsminister sich für ein anderes Modell entschieden hat. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Und so, wie Kollege Pilz vorhin ausgeführt hat, ist da sicherlich noch sehr viel Aufklärung zu betreiben. (Abg. Dr. Graf: Ewiggestrig sind Sie! Uns geht es um die Zukunft, Ihnen nur um die Vergangenheit!)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, gerade Sie von den Freiheitlichen, die Sie sich jetzt auf einmal für die Freiwilligenarmee und für die allgemeine Wehrpflicht so sehr ins Zeug legen: Das finde ich wirklich sehr interessant, denn vor einigen Jahren waren Sie für ein Berufsheer! Sie haben einen Schwenk vollzogen, der wirklich abenteuerlich ist. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Stefan: Trotz des Ministers!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, mit Ihren Initiativen und Aktionen ist es so, dass Sie das Bundesheer in die Richtung bringen, dass man die hohe Effizienz der Leistungen des Bundesheeres gar nicht darstellen kann: dass der Einsatz in Krisenherden wie in der vergangenen Zeit optimal abgewickelt wurde, dass Österreicherinnen und Österreicher, EU-StaatsbürgerInnen nach Österreich heimgeholt werden. Internationale Übungen werden erfolgreich unter österreichischer Führung eingesetzt. Das alles ist möglich unter Minister Darabos! (Abg. Mag. Stefan: Trotz des Ministers!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, bedenken Sie Ihre Strategie! Im Sinne Österreichs ist es wichtig, dass wir daran denken, dass die Erarbeitung einer neuen Sicherheitsstrategie in die Richtung geht, dass wir für Österreich und für das österreichische Bundesheer arbeiten und nicht politisches Kleingeld zahlen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: ... nicht zu spät kommen!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Liebe Fan-Gemeinde! Wir haben in der Schule einen Professor gehabt, der gesagt hat: Grölt nicht so! Daran erinnert mich das. Grölen Sie nicht so, hören Sie zu! (Abg. Mag. Gaßner: ... nicht zu spät kommen!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Klikovits, wenn man sich als Wehrsprecher anstellen lässt, ist es sinnvoll, etwas von Taktik zu verstehen. Ganz einfache Gruppentaktik, da brauchen wir noch gar nicht die höhere Taktik anzuwenden. Die einfache Taktik ist es, in so einer Sache vor der Abstimmung zu sprechen, da sind nämlich alle da. Dann hat man die Chance, etwas höheren, intensiveren Belehrungsinhalt zu haben. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist einfache angewandte Taktik niederster Ebene – aber mehr brauchen wir hier in diesem Zusammenhang nicht –, um einen höheren Aufmerksamkeitsgrad zu erlangen. (Unruhe im Saal. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Herr Abgeordneter Klikovits, wenn man sich als Wehrsprecher anstellen lässt, ist es sinnvoll, etwas von Taktik zu verstehen. Ganz einfache Gruppentaktik, da brauchen wir noch gar nicht die höhere Taktik anzuwenden. Die einfache Taktik ist es, in so einer Sache vor der Abstimmung zu sprechen, da sind nämlich alle da. Dann hat man die Chance, etwas höheren, intensiveren Belehrungsinhalt zu haben. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist einfache angewandte Taktik niederster Ebene – aber mehr brauchen wir hier in diesem Zusammenhang nicht –, um einen höheren Aufmerksamkeitsgrad zu erlangen. (Unruhe im Saal. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Es gibt daher die Debatte über die Begründung, die Heinz-Christian Strache und meine Wenigkeit dem Parlament vorgeschlagen haben. Der Grund liegt darin, dass in einer offenkundigen und weiter gar nicht ausmessbaren Form des Unrechtes gegen den Generalstabschef Entacher vorgegangen worden ist! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zusammengefasst in einem Punkt: Das war eine bestellte Aktion von der „Kronen Zeitung“, die der Verteidigungsminister, nachdem es in der „Kronen Zeitung“ als Faktum berichtet worden war, erst umsetzen ließ. Er hat selber nicht die Fähigkeit und die Kraft gehabt, das dem Betroffenen überhaupt ins Gesicht zu sagen. Dieser Wirkungszusammenhang: herbeigerufenes Handeln durch die „Kronen Zeitung“, Erfüllungshandlung durch den Minister und bis heute keinen Bescheid, das ist ein Kontinuum der Rechtswidrigkeit! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Ich bringe die Sache noch einmal auf den Punkt: Es ist ein noch nie dagewesener Affront gegen einen hervorragenden Offizier, der an Lauterkeit nicht zu kritisieren war (Beifall bei der FPÖ), der seinen Berufspflichten als Beamter gerecht wurde, nämlich eine Warnpflicht wahrzunehmen bei von ihm erkannten Fehlentwicklungen oder fehlerhaften Entschlüssen, die die Ressortführung begehen würde. Entacher hat lauter gehandelt; Darabos hat fehlerhaft, ja sogar anklagewürdig gehandelt! Das ist die Begründung. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bringe die Sache noch einmal auf den Punkt: Es ist ein noch nie dagewesener Affront gegen einen hervorragenden Offizier, der an Lauterkeit nicht zu kritisieren war (Beifall bei der FPÖ), der seinen Berufspflichten als Beamter gerecht wurde, nämlich eine Warnpflicht wahrzunehmen bei von ihm erkannten Fehlentwicklungen oder fehlerhaften Entschlüssen, die die Ressortführung begehen würde. Entacher hat lauter gehandelt; Darabos hat fehlerhaft, ja sogar anklagewürdig gehandelt! Das ist die Begründung. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Das ist ein Märchen!
Die Frage Eurofighter: Ich möchte noch einmal in Erinnerung rufen, dass ich der Republik Österreich 250 Millionen € erspart habe, und zwar Cash auf die Hand und mit 120 Millionen € bei den Verträgen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Das ist ein Märchen!) Ich darf dem Hohen Haus auch mitteilen, dass die neuen ISS-Verträge so ausverhandelt worden sind, dass wir bei den Eurofightern noch ein Sparvolumen gefunden haben, auf das ich stolz bin.
Beifall bei der SPÖ.
Finanzminister – in den Personen der Staatssekretäre Lopatka und Schieder, weil Josef Pröll ja nicht zur Verfügung gestanden ist –, aber auch mit der jetzigen Finanzministerin Fekter ausverhandelt, dass wir ab 2015 130 Millionen € mehr fürs österreichische Bundesheer zur Verfügung haben, und zwar auf der Grundlage des Entfalls der Eurofighter-Raten, die ja in das Budget des österreichischen Bundesheeres, des Verteidigungsministeriums bis 2014 eingeflossen sind. Ich würde es schon als großen Erfolg für das österreichische Bundesheer, für das Landesverteidigungsministerium einstufen, dass wir 130 Millionen € mehr ab 2015 haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kickl: Wie haben Sie denn die Rücklagen gebildet?
Der dritte Punkt: Wir haben auch 200 Millionen € Rücklagen geschaffen. Auch mit diesen Rücklagen werden wir die Herausforderungen der Zukunft des österreichischen Bundesheeres besser bewältigen können als bisher. (Abg. Kickl: Wie haben Sie denn die Rücklagen gebildet?)
Beifall bei der SPÖ.
Es wird ein schwieriger Weg werden, weil die Positionen nach wie vor nicht ganz kompatibel sind. Aber ich bin der Meinung, dass es in den letzten Wochen gelungen ist, da einige Luft herauszunehmen und dafür zu sorgen, dass die Verhandlungen seriös und sachlich geführt werden. Ich freue mich auf diese Verhandlungen in den nächsten Wochen mit dem Koalitionspartner und natürlich in weiterer Folge auch mit dem österreichischen Parlament. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Hornek: Und was machen Sie dann?
Herr Kollege Fichtenbauer, Sie sind Jurist und Obmann des Landesverteidigungsausschusses, und wir haben grundsätzlich eine ganz gute Gesprächsbasis gehabt. Sie wissen ganz genau, dass die Bescheidausstellung nicht an mir hängt, sondern an den Einwendungen des Generals Entacher. Das ist zu akzeptieren. Wenn diese Einwendungen behandelt sind, wird er auch seinen Bescheid bekommen. (Abg. Hornek: Und was machen Sie dann?)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Ich sage jetzt auch einmal offen in diesem Hohen Haus, auch an die Kollegen des BZÖ gerichtet: In der Privatwirtschaft wäre eine solche Sache längst anders erledigt worden. Das höre ich auch in der Bevölkerung. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Nicht im Kreis der Abgeordneten, aber in der Bevölkerung. Wenn ein Vertrauensverlust da ist, dann ist dieser zu dokumentieren. Dieser Vertrauensverlust ist von mir dokumentiert worden, deswegen habe ich diesen Schritt gesetzt. (Abg. Hornek: Herr Bundesminister, kennen Sie das Beamtendienstrecht?) – Ich kenne es gut, ja.
Abg. Hornek: Herr Bundesminister, kennen Sie das Beamtendienstrecht?
Ich sage jetzt auch einmal offen in diesem Hohen Haus, auch an die Kollegen des BZÖ gerichtet: In der Privatwirtschaft wäre eine solche Sache längst anders erledigt worden. Das höre ich auch in der Bevölkerung. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Nicht im Kreis der Abgeordneten, aber in der Bevölkerung. Wenn ein Vertrauensverlust da ist, dann ist dieser zu dokumentieren. Dieser Vertrauensverlust ist von mir dokumentiert worden, deswegen habe ich diesen Schritt gesetzt. (Abg. Hornek: Herr Bundesminister, kennen Sie das Beamtendienstrecht?) – Ich kenne es gut, ja.
Abg. Grosz: Als ... haben Sie andere Argumente gehabt!
Wir haben ein Verfahren und werden sehen, wie es ausgeht. Ich habe Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit in Österreich. Wir werden sehen, wie das weiter vonstattengeht. Ich bin sicher, dass meine Argumente die richtigen sind. (Abg. Grosz: Als ... haben Sie andere Argumente gehabt!)
Abg. Kickl: Was hat das jetzt mit dem zu tun?
Abschließend möchte ich dazu sagen – ohne noch Öl ins Feuer gießen zu wollen, aber das ist mir jetzt aufgefallen –: General Entacher war der Kommandant der Landstreitkräfte. Er wurde aber nicht von einem Sozialdemokraten zum Milizbeauftragten degradiert, sondern er wurde von einer anderen Regierung in diese Funktion geschickt. Ich bitte nur, das zu beachten, wenn Sie hier klatschen und seine Leistungen hochleben lassen, dass Sie, die Sie hier sitzen, damals dafür verantwortlich waren, dass er von seiner wichtigen Führungsfunktion in der Truppe, wo er gute Arbeit geleistet hat, abberufen wurde. (Abg. Kickl: Was hat das jetzt mit dem zu tun?) Das möchte ich nur zum Abschluss hier feststellen. (Abg. Grosz: Warum solidarisiert sich der Bundespräsident mit Entacher?)
Abg. Grosz: Warum solidarisiert sich der Bundespräsident mit Entacher?
Abschließend möchte ich dazu sagen – ohne noch Öl ins Feuer gießen zu wollen, aber das ist mir jetzt aufgefallen –: General Entacher war der Kommandant der Landstreitkräfte. Er wurde aber nicht von einem Sozialdemokraten zum Milizbeauftragten degradiert, sondern er wurde von einer anderen Regierung in diese Funktion geschickt. Ich bitte nur, das zu beachten, wenn Sie hier klatschen und seine Leistungen hochleben lassen, dass Sie, die Sie hier sitzen, damals dafür verantwortlich waren, dass er von seiner wichtigen Führungsfunktion in der Truppe, wo er gute Arbeit geleistet hat, abberufen wurde. (Abg. Kickl: Was hat das jetzt mit dem zu tun?) Das möchte ich nur zum Abschluss hier feststellen. (Abg. Grosz: Warum solidarisiert sich der Bundespräsident mit Entacher?)
Abg. Grosz: Dann müsste der Bundespräsident als Oberbefehlshaber Sie entlassen!
Ich sehe diesem Verfahren gelassen entgegen. Es ist kein angenehmer Prozess, das sage ich ganz offen, aber ich bin der Meinung, dass die politische Führung eines Ressorts auch die Chance haben muss, Vertrauen in die Führungsspitze zu haben. Dieses Vertrauen ist verloren gegangen, deswegen dieser Prozess. (Abg. Grosz: Dann müsste der Bundespräsident als Oberbefehlshaber Sie entlassen!) Die Ministeranklage kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachvollziehen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sehe diesem Verfahren gelassen entgegen. Es ist kein angenehmer Prozess, das sage ich ganz offen, aber ich bin der Meinung, dass die politische Führung eines Ressorts auch die Chance haben muss, Vertrauen in die Führungsspitze zu haben. Dieses Vertrauen ist verloren gegangen, deswegen dieser Prozess. (Abg. Grosz: Dann müsste der Bundespräsident als Oberbefehlshaber Sie entlassen!) Die Ministeranklage kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachvollziehen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das bedeutet, dass eine Festnahme aufgrund einer Meldung des Bundesheeres rund 1,1 Millionen € kostet! Wir Freiheitliche werden da nicht weiter mitspielen! (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Wir dürfen auch nicht vergessen, dass dieser Assistenzeinsatz, was die Einsatzvorbereitung, den Einsatz an sich und natürlich auch die Einsatznachbereitung betrifft, unseren Grundwehrdienern wertvolle Ausbildungszeit gestohlen hat, zumindest seit 2007. Wenn wir von der Attraktivierung des Grundwehrdienstes sprechen, dann hätten wir, glaube ich, diesen Einsatz in dieser Form längst nicht mehr fortführen können! (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Schüssel.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, trotz allem war der Assistenzeinsatz von 1990 bis 2007 ein sehr, sehr großer Erfolg. Es ist eine Erfolgsgeschichte, die das Bundesheer im Burgenland und in Niederösterreich geschrieben hat. Ich möchte mich auch an dieser Stelle ganz, ganz herzlich bei den Tausenden Rekruten, Grundwehrdienern, Chargen, Unteroffizieren und Offizieren bedanken, die 365 Tage im Jahr bei Wind und Wetter 24 Stunden am Tag sehr, sehr gute Arbeit und einen sehr, sehr großen Beitrag zur Sicherheit Österreichs geleistet haben! – Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Schüssel.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Mein Vorredner hat sich bedankt bei den Präsenzdienern, die von 1990 bis 2007 diesen Dienst an der Grenze geleistet haben. Was ist mit denen von 2007 bis heute? – Ich bedanke mich auch bei denen, mein sehr geehrter Herr Kollege! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fichtenbauer: Nicht zu grölen!
Zur vorigen Debatte noch zwei Bemerkungen: Herr Brigadier! Ihr Professor hat Sie gelehrt, nicht zu brüllen (Abg. Dr. Fichtenbauer: Nicht zu grölen!) beziehungsweise nicht zu grölen. Er hat aber verabsäumt, Sie zu belehren, dass man pünktlich ist. (Abg. Dr. Fichtenbauer: Aber nein! – Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fichtenbauer: Aber nein! – Beifall bei der SPÖ.
Zur vorigen Debatte noch zwei Bemerkungen: Herr Brigadier! Ihr Professor hat Sie gelehrt, nicht zu brüllen (Abg. Dr. Fichtenbauer: Nicht zu grölen!) beziehungsweise nicht zu grölen. Er hat aber verabsäumt, Sie zu belehren, dass man pünktlich ist. (Abg. Dr. Fichtenbauer: Aber nein! – Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine Bemerkung noch: Als der Herr Landesverteidigungsminister vorhin gemeint hat, er hätte bei den Eurofightern 280 Millionen € eingespart, war beim Herrn Abgeordneten Schüssel ein sehr spöttisches Grinsen zu sehen. Allerdings hat der Altbundeskanzler, damals Bundeskanzler, uns versprochen, dass die Eurofighter von einer Wirtschaftsplattform finanziert werden und den Steuerzahlern nichts kosten würden! Da haben wir nicht gegrinst, da ist uns leider Gottes das Grinsen erstarrt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nun zum Antrag des Herrn Kollegen Pilz, der dafür ist, dass dieser Assistenzeinsatz an der Grenze beendet wird. Der Antrag wurde im Ausschuss bereits abgelehnt – zunächst einmal vertagt, jetzt abgelehnt. Ich glaube, die Debatte ist in diesem Zusammenhang hinfällig, weil wir ganz genau wissen – und Sie wissen das besser als alle anderen –, dass der Einsatz jetzt im Abnehmen ist. Er wird stufenweise abgebaut. Mit Ende des Jahres ist er vorbei, und damit ist, glaube ich, auch die Debatte hier herinnen zu beenden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Tja, eine gewisse Unschärfe! – Abg. Kopf: Jetzt sei nicht so! – Heiterkeit im Saal.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Kolleginnen und Kollegen! Es gibt eine sozialdemokratische Logik, die so kompliziert ist, dass es einige Zeit braucht, das nachzuzeichnen. Versuchen wir es an diesem Beispiel, Herr Kollege Gaßner! Ich habe den Antrag gestellt, der Assistenzeinsatz möge beendet werden. Sie sagen jetzt, der Assistenzeinsatz wird beendet – und nehmen das als Begründung, den Antrag auf Beendigung des Assistenzeinsatzes abzulehnen! Ist das logisch? (Abg. Ing. Westenthaler: Tja, eine gewisse Unschärfe! – Abg. Kopf: Jetzt sei nicht so! – Heiterkeit im Saal.) – Sagen wir, es gibt eine gewisse Logikunschärfe bei der Sozialdemokratie. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) – Kollege Gaßner, reden wir doch über den Kern dieser ganzen Geschichte!
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Kolleginnen und Kollegen! Es gibt eine sozialdemokratische Logik, die so kompliziert ist, dass es einige Zeit braucht, das nachzuzeichnen. Versuchen wir es an diesem Beispiel, Herr Kollege Gaßner! Ich habe den Antrag gestellt, der Assistenzeinsatz möge beendet werden. Sie sagen jetzt, der Assistenzeinsatz wird beendet – und nehmen das als Begründung, den Antrag auf Beendigung des Assistenzeinsatzes abzulehnen! Ist das logisch? (Abg. Ing. Westenthaler: Tja, eine gewisse Unschärfe! – Abg. Kopf: Jetzt sei nicht so! – Heiterkeit im Saal.) – Sagen wir, es gibt eine gewisse Logikunschärfe bei der Sozialdemokratie. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) – Kollege Gaßner, reden wir doch über den Kern dieser ganzen Geschichte!
Abg. Kickl: Das wissen die Asylanten alle!
Wir alle haben immer gewusst: Die Soldaten, die dort mit Sturmgewehren ratlos durch die Gegend marschieren, haben überhaupt keine sicherheitspolizeilichen Befugnisse – sinnvollerweise. Sie können Kriminalbeamte nicht ersetzen, sondern nur die Polizei anrufen, wenn sie irgendetwas Verdächtiges feststellen. Wir haben längst vorgeschlagen, nachdem das Ganze in der Blüte des Assistenzeinsatzunwesens etwa die Hälfte eines Jahresetats des Bundeskriminalamtes gekostet hat, das zu beendigen. (Abg. Kickl: Das wissen die Asylanten alle!)
Beifall bei den Grünen.
Wenn der Klubzwang dazu führt, dass man sich geschlossen lächerlich macht, dann sollten Sie einmal darüber nachdenken, ob Sie zumindest einen Klubzwang der Vernunft zulassen. Das wäre noch nicht die Lösung, aber ein gewisser Fortschritt, den ich der Sozialdemokratie von Herzen wünsche. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Johann Höfinger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich denke, wir sollten zunächst festhalten, dass dieser Assistenzeinsatz in den letzten 20 Jahren einen enorm großen Dienst zur Sicherheit dieses Landes geleistet hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Eines möchte ich nicht außer Acht lassen, auch das sollten Sie wissen: Es geht auch um die zivilen Einsatzmöglichkeiten des Bundesheeres. Nahezu 80 Mal hat das österreichische Bundesheer beziehungsweise haben die Soldatinnen und Soldaten lebensrettende Maßnahmen im zivilen Bereich gesetzt. Ich glaube, auch dafür sollten wir herzlich Danke sagen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mag. Lapp.
Jetzt möchte ich an dieser Stelle nochmals den – das waren mittlerweile Hunderttausende – Soldatinnen und Soldaten Danke sagen, die in den letzten fast 21 Jahren bei Wind und Wetter an dieser Grenze gestanden sind und einen Riesenbeitrag zur Sicherheit und zum Schutz unseres Landes geleistet haben. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mag. Lapp.)
Beifall beim BZÖ.
Wir vom BZÖ stellen fest: Es ist höchste Zeit, dass die Fortführung des Assistenzeinsatzes eingestellt wird. Wir sagen: Genug gezahlt! Genug gezahlt für einen sinnlosen Assistenzeinsatz als ÖVP- und SPÖ-Wahlzuckerln! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher auf diesem Weg auch von unserer Seite – und ich möchte da auch die Abgeordneten aus den angesprochenen Regionen mitnehmen, weil sehr viele positive Reaktionen von der Bevölkerung an diese Abgeordneten gekommen sind – ein aufrichtiges Danke, Herr Minister, für Ihren Einsatz und Ihre Unterstützung in diesem Bereich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Danke vor allem auch an die vielen Bundesheersoldaten, die ausgezeichnete Arbeit geleistet und dazu beigetragen haben, dass die Menschen in diesen Grenzregionen, zuletzt eben im Burgenland, wie wir wissen, und in Teilen Niederösterreichs, sich sicher fühlen konnten und auch weiterhin sicher fühlen können! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Scheibner: Sie können es ja wieder werden!
Ich könnte den Antrag des Kollegen Pilz, wenn ich noch Abgeordneter dieses Hauses wäre (Abg. Scheibner: Sie können es ja wieder werden!), hundertprozentig unterstützen, wenn das Wort „unverzüglich“ nicht drinstehen würde. Wir haben beschlossen, mit Ende des Jahres diesen Assistenzeinsatz, der, wie gesagt, über 21 Jahre gut gelaufen ist, zu beenden und die Agenden wieder an das Innenministerium rückzuführen. Es ist dies eine Erfolgsgeschichte des österreichischen Bundesheeres gewesen. Es hat sich auch gezeigt, dass über 90 Prozent der Bevölkerung der betroffenen Regionen in Niederösterreich – ich betone ganz besonders auch Niederösterreich – und Burgenland diesen Assistenzeinsatz goutiert haben. – Insofern noch einmal mein Dank an die Soldatinnen und Soldaten und an die Bevölkerung.
Abg. Dr. Jarolim: Herr Strache hätte gerne eine Feldmiliz! – Abg. Grosz: Jarolim möchte gerne zurücktreten, davor aber noch der Frau Präsidentin Unterlagen zu seiner beruflichen Tätigkeit übergeben, und zwar alle!
Wir gelangen damit zur Abstimmung über den Antrag des Landesverteidigungsausschusses, seinen Bericht 1153 der Beilagen zur Kenntnis zu nehmen. (Abg. Dr. Jarolim: Herr Strache hätte gerne eine Feldmiliz! – Abg. Grosz: Jarolim möchte gerne zurücktreten, davor aber noch der Frau Präsidentin Unterlagen zu seiner beruflichen Tätigkeit übergeben, und zwar alle!)
Beifall bei der FPÖ.
Die Kosten sind nämlich immer das Problem. Auch der Grenzeinsatz des Bundesheeres, über den wir vorhin diskutiert haben, hat schon Sinn gemacht, wie sie gesagt haben, Kollege Höfinger. Die ÖVP lebt aber auch da ein bisschen in der Vergangenheit, denn in den neunziger Jahren hat das schon absolut Sinn gemacht, aber in den letzten Jahren hätte man dafür sicher 270 Exekutivbeamte, Polizisten einstellen können, und das hätte der Bevölkerung dieser Regionen im Burgenland und in Niederösterreich weit, weit mehr gebracht. Das muss man einfach bei dieser Gelegenheit noch richtigstellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aus all diesen Gründen unterstützen wir den Antrag 822/A(E) und werden den negativen Ausschussbericht ablehnen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es spricht der künftige Finanzminister! – Abg. Grosz: Der Minister of Finance!
Grundsätzlich werden diese Alarmstarts, sogenannte COMMLOSS-Flüge oder, wie vorhin erwähnt, „No Radio Contact“-Flüge, durch nicht registrierte Luftfahrzeuge ausgelöst (Abg. Ing. Westenthaler: Es spricht der künftige Finanzminister! – Abg. Grosz: Der Minister of Finance!), mit denen die zuständigen Flugsicherungsdienststellen über einen längeren Zeitraum hinweg keinen Funkkontakt herstellen können. In einem solchen Fall wird ein Flugzeug als Sicherheitsproblem angesehen, und durch den Einsatz von Luftraumüberwachungsflugzeugen soll die Ursache für den Kontaktverlust festgestellt und geklärt werden. Die zur Identitätsfeststellung dieser nicht registrierten Flugzeuge eingesetzten Flugzeuge des österreichischen Bundesheeres fangen die unbekannten Maschinen ab und geleiten sie zur österreichischen Grenze.
Abg. Grosz: Nur nicht zu viel!
das Problem, das wir zurzeit haben. Auf europäischer Ebene wird diese Angelegenheit momentan nicht weiterverfolgt. Es hat im Jahr 2008 eine Airspace Security Conference in Brüssel stattgefunden, und dort wurde das als No Option beurteilt. (Abg. Grosz: Nur nicht zu viel!)
Abg. Grosz: Dead Law! Totes Recht – Dead Law! Ein großartiger Anglistiker!
Das ist nach wie vor der Stand der Dinge. Unser Herr Bundesminister wird sich sicherlich auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dieses Problem zu lösen. Heute sollten wir aber, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, nicht etwas beschließen, was bloß totes Recht wäre. (Abg. Grosz: Dead Law! Totes Recht – Dead Law! Ein großartiger Anglistiker!) Also warten wir ab, was die EU macht. In diesem Sinne, Herr Bundesminister, vielen Dank! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist nach wie vor der Stand der Dinge. Unser Herr Bundesminister wird sich sicherlich auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dieses Problem zu lösen. Heute sollten wir aber, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, nicht etwas beschließen, was bloß totes Recht wäre. (Abg. Grosz: Dead Law! Totes Recht – Dead Law! Ein großartiger Anglistiker!) Also warten wir ab, was die EU macht. In diesem Sinne, Herr Bundesminister, vielen Dank! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Grosz.
Ansonsten halte ich den Vorschlag des BZÖ für ausgesprochen vernünftig. Die sollen wirklich den Treibstoff zahlen. Ich bin dafür, dass es ein einziges Mal Gratistreibstoff gibt, und zwar, wenn die Korruption nachgewiesen ist und die Eurofighter nach Deutschland zurückfliegen. Da bin ich dafür, dass der Verteidigungsminister den Treibstoff dazu spendiert. – Herzlichen Dank. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Grosz.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Schluss: Ja, Herr Bundesminister, Sie haben es gesagt und Sie werden es tun. Auch ich sehe, dass es wichtig ist, diese Sache international im europäischen Kontext abzuklären, denn das ist eine länderübergreifende Thematik. Ich würde Sie bitten, das, was Sie ankündigt haben, auch umzusetzen, nämlich auf europäischer Ebene die Erörterung dieses Themas wirklich voranzutreiben und uns dann Ihr Ergebnis, Ihre Lösung zu präsentieren. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Da schau her!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Zunächst möchte ich mich beim Abgeordneten Pilz dafür bedanken (Ruf bei der ÖVP: Da schau her!), dass er dieses Protokoll auf seiner Website veröffentlicht hat. Ich bedanke mich ferner bei all jenen, die den Kollegen Pilz angezeigt haben, weil sie uns so die Möglichkeit gegeben haben, dass dieses Protokoll hier veraktet wird (Ruf bei der ÖVP: Koalition!) und ich letztlich die Möglichkeit habe, dieses Protokoll dem Hohen Haus zur Kenntnis zu bringen.
Ruf bei der ÖVP: Koalition!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Zunächst möchte ich mich beim Abgeordneten Pilz dafür bedanken (Ruf bei der ÖVP: Da schau her!), dass er dieses Protokoll auf seiner Website veröffentlicht hat. Ich bedanke mich ferner bei all jenen, die den Kollegen Pilz angezeigt haben, weil sie uns so die Möglichkeit gegeben haben, dass dieses Protokoll hier veraktet wird (Ruf bei der ÖVP: Koalition!) und ich letztlich die Möglichkeit habe, dieses Protokoll dem Hohen Haus zur Kenntnis zu bringen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das ist glatter Amtsmissbrauch! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Bitte, was ist das, Herr Kollege Rädler? (Abg. Rädler: Nein, das steht nicht drinnen!) Das steht hier drinnen! Nachweislich! Und es deckt sich mit allen Erfahrungen, die wir mit euch gemacht haben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Nein, das steht nicht drinnen!
Das ist glatter Amtsmissbrauch! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Bitte, was ist das, Herr Kollege Rädler? (Abg. Rädler: Nein, das steht nicht drinnen!) Das steht hier drinnen! Nachweislich! Und es deckt sich mit allen Erfahrungen, die wir mit euch gemacht haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist glatter Amtsmissbrauch! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Bitte, was ist das, Herr Kollege Rädler? (Abg. Rädler: Nein, das steht nicht drinnen!) Das steht hier drinnen! Nachweislich! Und es deckt sich mit allen Erfahrungen, die wir mit euch gemacht haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Wenn die Frau Bundesminister Karl da nicht rigoros durchgreift, dann wird sie, das schwöre ich Ihnen von dieser Rostra aus, von mir keine ruhige Minute mehr haben. Wenn sie bereit ist, diese Politik fortzusetzen, der Staatsanwaltschaft zu gestatten, dass sie willkürlich entscheidet, wann im politischen Interesse angeklagt wird – vor allem gegen die Opposition – und wann nicht, wann es etwa schwarze Sphären trifft und wann nicht, dann wird von dieser Rostra aus alles von mir aufgeboten werden, um zu verhindern, dass derartige Dinge unter den Tisch gekehrt werden. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich!
Letztlich sage ich Ihnen jetzt einmal, mit wem Sie es zu tun haben. Ich bin am 5. April aufgrund meiner Rede bei einer Einvernahme gewesen, und man wollte wissen, wer der Kinderschänderring ist. Ich habe dort Angaben gemacht. Am nächsten Tag ruft der feine Herr Pleischl – das muss man euch zugutehalten, gegen den wart ihr damals; der ist damals noch über Druck Böhmdorfers überhaupt das geworden, was er heute ist – bei der Staatsanwältin an und will wissen, was der Stadler ausgesagt hat. Er hat dann – und jetzt müssen Sie sich anschnallen – dieser Staatsanwältin die Weisung erteilt, sie solle meine Aussage in Kopie dem Herrn Staatsanwalt Kronawetter geben – das ist zufällig jener, der seinerzeit die Strasser-Akten im Akt übersehen hat, bis sie verjährt waren, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich!)
Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen
So, wer ist hier der Staat im Staat? – Jedenfalls habe ich Hoffnung, dass Frau Minister Karl das macht (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen), aber zuversichtlich bin ich nicht, weil die Frau Minister Karl schon als Wissenschaftsministerin keine wirklich starke Persönlichkeit war.
Beifall bei BZÖ, FPÖ und Grünen.
Staatsanwaltschaft vor allem in Wien aufgeräumt wird, meine Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ, FPÖ und Grünen.)
Beifall bei BZÖ, FPÖ und Grünen.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (fortsetzend): Ich fordere Sie auf, im Interesse aller potentiellen Opfer von Sexualdelikten hier rigoros durchzugreifen. (Beifall bei BZÖ, FPÖ und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Die Staatsanwaltschaft Wien, das ist eine Verbrecherpartie in Wahrheit, und ihr wisst das ganz genau!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Pilz. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Die Staatsanwaltschaft Wien, das ist eine Verbrecherpartie in Wahrheit, und ihr wisst das ganz genau!)
Abg. Mag. Stadler: Das kennen wir! – Abg. Ing. Westenthaler: Das kennen wir alles!
Und wie soll ein Abgeordneter, auf den es keinen Hinweis gibt, einen völlig unbekannten Beamten angestiftet haben? Das heißt, ohne jeden konkreten Verdacht wurde ein Verfahren gegen einen Abgeordneten eingeleitet. (Abg. Mag. Stadler: Das kennen wir! – Abg. Ing. Westenthaler: Das kennen wir alles!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Das ist ja DDR, Moskau ...!
Dann ist der Herr Kröll verhaftet worden. Und im Haftbefehl steht, der Grund dafür ist, weil er sich mit mir treffen wollte. (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Das ist ja DDR, Moskau ...!) Das ist ja schon einmal in diesem Haus kurz verlesen worden.
Abg. Mag. Stadler: Der wollte bei meiner Einvernahme dabei sein! Gut, dass du den erwähnst!
Und dann geht es noch weiter. – Wir wissen inzwischen, dass ein Beamter des Innenministeriums auf den Herrn Kröll angesetzt war. (Abg. Mag. Stadler: Der wollte bei meiner Einvernahme dabei sein! Gut, dass du den erwähnst!) Dieser Beamte heißt Linzer. Und dieser Herr Linzer hat ständig versucht, herauszubekommen, ob sich Herr Kröll mit jemandem in dieser Sache treffen will. Unter Vortäuschung, er würde den Herrn Kröll bei Ermittlungen in dem Todesfall seines Bruders unterstützen, hat er ihn immer gefragt: Wollen Sie sich mit irgendjemandem treffen? – Und der hat ihm das gutgläubig erzählt – und ist daraufhin verhaftet worden. Das ist alles den Unterlagen der Staatsanwaltschaft Graz und des zuständigen Gerichtes in Graz zu entnehmen.
Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.
Ich empfehle wirklich: Schauen wir uns das gemeinsam an! Schauen wir uns das gemeinsam an, denn dieser Fall geht über die Anlassfälle, die zu einem Untersuchungsausschuss in diesem Haus geführt haben, weit hinaus. Das geht weit hinaus! (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei Grünen und BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich ersuche Sie nur – wir werden das dokumentieren –, das genau zu studieren, und wir werden Sie dann einladen, dass wir, alle Fraktionen, gemeinsam besprechen, welche Folgen das haben muss – zum Schutz von Menschen, die sich an uns im guten Glauben wenden, und auch zum Schutze unserer Tätigkeit als gewählte Abgeordnete. – Danke. (Beifall bei Grünen und BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)