Eckdaten:
Für die 123. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 580 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Werner Amon
Petition betreffend Jugendvolksbegehren (Ordnungsnummer 46) (überreicht vom Abgeordneten Werner Amon )
Allgemeiner Beifall. – Die Abgeordneten nehmen ihre Plätze wieder ein.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich begrüße die neuen Kolleginnen herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall. – Die Abgeordneten nehmen ihre Plätze wieder ein.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen, da der Lärmpegel im Saal hoch ist.
Die Arbeitslosenzahlen in Österreich sind unbefriedigend hoch, die Verweildauer in der Arbeits-losigkeit nimmt laufend zu, die Bemühungen der Bundesregierung um die Beseitigung der Jugendarbeitslosigkeit haben zwar statistisch vom April 1997 bis zum April 1998 eine Besserung der Situation um etwa 500 Lehrstellen gebracht, es wurde aber – wenn man im Vergleich dazu die genauen Zahlen der aufgewendeten Mittel ansieht, kann man das feststellen – für jeden Arbeitsplatz etwa das Zehnfache des durchschnittlichen Jahresgehalts eines Lehrlings aufgewendet, und auch die Erfolge durch die "Parkaktionen" im Bereich der Schulen sind eher zweifelhaft. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen, da der Lärmpegel im Saal hoch ist.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir erleben es immer wieder, Frau Bundesministerin, daß Anträge von uns Freiheitlichen, die etwa unter dem Titel "Arbeit schaffen, Steuer senken" schon mehrmals hier im Hohen Haus vorgelegt worden sind, von der Bundesregierung vorerst immer schubladisiert, dann meistens mit einem halben, dreiviertel Jahr Verzögerung vom ÖAAB aufgewärmt und nach fünf oder sechs Monaten als Reparation vorgeschlagen werden – so wie etwa die Neuordnung im Bereiche des Pflegegeldes, wo nunmehr für Pfleglinge, wenn sie sich in Krankenanstalten aufhalten, trotzdem das Pflegegeld zur Bezahlung ihrer pflegenden Angehörigen weiter gezahlt werden soll –, womit dann jenen Intentionen nachgekommen wird, die sowohl die Behindertenverbände als auch die freiheitliche Opposition hier im Hohen Hause – meiner Ansicht nach zu Recht – immer schon ins Treffen geführt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich meine, die betroffenen Österreicherinnen und Österreicher haben es sich nicht verdient, daß ideologische Politik im Sozialbereich betrieben wird, sondern sie haben es sich verdient, daß endlich eine ernsthafte Sozialpolitik zur Bekämpfung des Übels der Arbeitslosigkeit in Österreich von dieser Bundesregierung angegangen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Meisinger.
(Fertig xxx)Ich möchte nur auf die Lehrlingsförderung verweisen, bei der es dasselbe Problem gab: Zusicherung für eine Einstellung im Juli, die dann zurückgenommen wurde. Im Oktober, als es Fördermittel zu lukrieren gab, hat man dann die jungen Menschen wieder eingestellt. (Zwischenruf des Abg. Meisinger. ) Wir brauchen unbestrittenerweise eine offensive, kreative Beschäftigungspolitik und eine Verlagerung vom Produktions- zum Dienstleistungsbereich. Das gesamte Sozialsystem ist vom Erfolg dieser Politik abhängig. Wir müssen darangehen, höhere Anteile aus der Wertschöpfung in das System zu bringen, und zwar ohne weitere Belastung der Lohnnebenkosten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
(Fertig xxx)Ich möchte nur auf die Lehrlingsförderung verweisen, bei der es dasselbe Problem gab: Zusicherung für eine Einstellung im Juli, die dann zurückgenommen wurde. Im Oktober, als es Fördermittel zu lukrieren gab, hat man dann die jungen Menschen wieder eingestellt. (Zwischenruf des Abg. Meisinger. ) Wir brauchen unbestrittenerweise eine offensive, kreative Beschäftigungspolitik und eine Verlagerung vom Produktions- zum Dienstleistungsbereich. Das gesamte Sozialsystem ist vom Erfolg dieser Politik abhängig. Wir müssen darangehen, höhere Anteile aus der Wertschöpfung in das System zu bringen, und zwar ohne weitere Belastung der Lohnnebenkosten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich erinnere aber auch an die Aufregung bezüglich der Einbeziehung der geringfügig Beschäftigten in die Sozialversicherung. Es waren vor allem die Pflegegeldbezieher, die gesagt haben, sie bräuchten vier bis fünf Assistenzleistungen, die sie zukaufen müßten. Von Ausbeutung war die Rede. Ich habe auch im Protokoll nachgelesen: Es war von einem Stundenlohn von 30 bis 50 S für diese Assistenten die Rede. Ich frage Sie: Was ist da Ausbeutung? – Vielleicht hätte man doch mehr in Richtung Sachleistungen gehen sollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch ein Wort zur Solidarität: Wir sollten keinen Keil zwischen Teilhabende und Nichtteilhabende treiben. Ich denke da an die Diskussion unter dem Titel "soziale Hängematte". Wir müssen den Wohlstand unseres Staates nachhaltig durch eine Neubelebung des Solidaritätsgedankens sichern, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Kollegin Reitsamer hat ihre Ausführungen heute sehr kurz gehalten. Das wird die Debatte sicher straffen. Es wurden in der sozialen Frage auch schon viele Worte gewechselt, trotzdem ist ein absoluter Stillstand festzustellen. Das Budget, über das wir heute verhandeln, ist nämlich eine Fortschreibung des Budgets 1998, was letztlich bedeutet, daß die Regierung offenbar der Meinung ist, die Reformen hätten schon stattgefunden. Ich sage von diesem Pult aus mit aller Deutlichkeit: Der Reformbedarf ist mindestens so hoch wie vor zwei, drei, fünf oder zehn Jahren, als diese Koalition ihre Arbeit aufgenommen hat. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Reitsamer: Mobile Dienste!
Frau Kollegin Reitsamer! Wenn Sie von dieser Stelle aus sagen, daß sich der Stundenlohn im Bereich von 30 S bewegt, dann wissen Sie auch, woran das liegt. – Das liegt nämlich nicht daran, daß die Behinderten, die letztlich einen Stundenlohn von 30 S zahlen, Ausbeuter, ausbeuterische Arbeitgeber sind, sondern daran, daß zuwenig Geld zur Verfügung steht. (Abg. Reitsamer: Mobile Dienste!) Wenn Sie dann danach rufen, man sollte dies durch Sachleistungen ersetzen, dann müßten Sie dazusagen, daß diese Sachleistungen pro Stunde etwa 5 000 bis 6 000 S kosten. Das wissen Sie ganz genau!
Beifall beim Liberalen Forum.
(Fertig xxx)Aber es können nicht mehr als 30 S ankommen, wenn man für die erforderlichen Pflegeleistungen einfach zuwenig Geld zur Verfügung hat. So einfach ist das. Wenn Sie einen bestimmten Pflegeaufwand in Stunden ausgedrückt haben und das Pflegegeld durch die entsprechenden Stunden dividieren, dann werden Sie sehen, daß eben nicht mehr als 30 S herauskommen. Das ist natürlich unerträglich. In diesem Punkt haben Sie recht. Aber das können Sie nicht jenen vorwerfen, die mangels Geld nicht mehr zahlen können, sondern das müssen Sie an die eigene Adresse richten und sich fragen, ob es nicht einfach zu viele Hindernisse für selbstorganisiertes Pflegewesen gibt. Das sage ich ganz deutlich. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Feurstein: Sie kennen die Begründung dafür!
Daß das AMS wieder einmal – diesmal ist der Betrag deutlich gestiegen – 7,7 Milliarden Schilling an den Ausgleichsfonds für die Pensionen zahlt, das erwähnen Sie füglich nicht. Denn das ist zwar sicherlich etwas, was für den Ausgleichsfonds oder für die Pensionen nützlich ist, aber was Sie nur schwer als aktive Arbeitsmarktpolitik verkaufen können. (Abg. Dr. Feurstein: Sie kennen die Begründung dafür!) Daher erwähnen Sie es nicht. Und ich meine, wenn der Ausgleichsfonds für die Pensionen Geld braucht, dann stellt sich die Frage: Muß das ausgerechnet aus der aktiven Arbeitsmarktverwaltung kommen? Wobei nämlich noch dazu der wirklich unangenehme, fast schon peinliche Nebeneffekt auftritt, daß zunächst ein relativ hohes Budget im AMS-Bereich aufscheint, worüber sich die Leute auch freuen. Dann stellt sich heraus, daß 7,7 Milliarden Schilling davon überhaupt nur dekorativ waren, weil sie unmittelbar in den Ausgleichsfonds der Pensionen gegangen sind. Und das kritisiere ich an der Sache am allermeisten – nicht, daß der Ausgleichsfonds Geld braucht, das ist ein Faktum, sondern daß Sie so tun, als ob es auf der einen Seite für aktive Arbeitsmarktpolitik verwendet würde, es dann aber in die Pensionen geht. Wobei natürlich jeder weiß, daß die Zahl der Pensionisten und die Zahl der Arbeitslosen in Korrelation zueinander stehen. Das ist allerdings nicht aktive Arbeitsmarktpolitik. Das ist Arbeitsmarktstatistik. Und um die Arbeitsmarktstatistik zu schönen, ist Ihnen auch im Budget sozusagen jedes Mittel recht.
Beifall beim Liberalen Forum.
So eindimensional diskutieren kann man nur dann, wenn man so ein Sozialbudget diskutiert. Denn dieses Sozialbudget ist eindimensional, ohne Reformansätze, bescheiden, bestenfalls geeignet, gedruckt zu werden. Ob es gelebt werden kann, weiß ich nicht. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Ministerin! Es ist ein sehr großer Fortschritt, daß es uns gelungen ist, diese 100 Millionen Schilling für die Vorsorgemedizin aufzubringen. Ich möchte hier besonders Herrn Kollegen Rasinger ein sehr herzliches Danke dafür sagen, daß er sich so dafür engagiert hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Herr Kollege Leiner! Meinen Sie den Zahnersatz?
Frau Ministerin! Ich habe den Eindruck, daß Sie das Gesundheitsministerium etwas vernachläs-sigen. Sie engagieren sich dort nicht so, wie ich mir das vorstelle. Es ist gut, wichtig und äußerst vorteilhaft, daß die Krankenkassen saniert wurden. Für die erwirtschafteten Überschüsse ist ein großes Lob auszusprechen (Abg. Silhavy: Herr Kollege Leiner! Meinen Sie den Zahnersatz?), aber diese Überschüsse müssen auch ausgegeben werden, und zwar für die extramuralen Dienste. Da muß etwas passieren. Es ist untragbar, daß zwar einerseits die Verweildauer der Patienten in den Krankenhäusern verringert wird, aber andererseits die Zahl der Aufnahmen vermehrt wird. Zurzeit werden um 8 Prozent mehr Patienten in den Krankenhäusern aufgenommen. Wir müssen darauf achten, daß wir die Patienten vermehrt im extramuralen Bereich behandeln
Beifall bei der ÖVP.
Ich komme zum Schluß meiner Ausführungen: Die Neustrukturierung der Erste-Hilfe-Ausbildung hat Priorität. Die Reform der Ausbildung des Sanitätspersonals mit der Einführung der Notkompetenz, jedoch unter Berücksichtigung der Freiwilligenstruktur der Einsatzorganisationen, ist angezeigt. Eine bundeseinheitliche Finanzierung und Abrechnung der Notarzteinsätze ist unbedingt notwendig. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Feurstein: Thema Gesundheit!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin etwas beunruhigt, daß sich die ÖVP offensichtlich komplett von der Sozialpolitik verabschiedet hat und kein Redner auf das Podium geschickt wird, der zum Thema Sozialpolitik Stellung nimmt. (Abg. Dr. Feurstein: Thema Gesundheit!)
Abg. Reitsamer: Einzelne Fälle!
Frau Kollegin Reitsamer, wenn Sie sagen, das dies auch stimme (Abg. Reitsamer: Einzelne Fälle!), dann sagen Sie mir bitte auch, was mit den Personen geschehen soll, die Kollege Khol aus der sozialen Hängematte hinauswerfen will. (Abg. Reitsamer: Man kann alles fehlinterpretieren, wenn man will!) Wo landen sie denn? Wo sollen sie denn landen? Sollen sie mit Sanktionen dafür bestraft werden, daß sie nichtvorhandene Arbeit nicht anzunehmen gedenken? – Die Arbeit oder Beschäftigung, die sie annehmen können und die ihnen versprochen wird, gibt es nicht.
Abg. Reitsamer: Man kann alles fehlinterpretieren, wenn man will!
Frau Kollegin Reitsamer, wenn Sie sagen, das dies auch stimme (Abg. Reitsamer: Einzelne Fälle!), dann sagen Sie mir bitte auch, was mit den Personen geschehen soll, die Kollege Khol aus der sozialen Hängematte hinauswerfen will. (Abg. Reitsamer: Man kann alles fehlinterpretieren, wenn man will!) Wo landen sie denn? Wo sollen sie denn landen? Sollen sie mit Sanktionen dafür bestraft werden, daß sie nichtvorhandene Arbeit nicht anzunehmen gedenken? – Die Arbeit oder Beschäftigung, die sie annehmen können und die ihnen versprochen wird, gibt es nicht.
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Die Politik, die Sie entwickelt haben und die Sie auch in den nächsten Jahre weiterzuführen bereit sind, ist nicht richtig. Es ist ein falscher Weg, den Sie gehen, nämlich die Pensionsversicherung zu stützen und nicht zu versuchen, die Arbeitslosen wieder in ein Beschäftigungsverhältnis zu bringen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Koppler: Ich bin gerade gekommen!
Meine Damen und Herren! Ich glaube, wir haben diese Debatte um die Mittel für eine aktive Arbeitsmarktpolitik schon mehrmals in diesem Haus geführt. Dabei ist wenig an Antworten und substantiellen Vorschlägen herausgekommen. Was wollen Sie in den nächsten Jahren machen? Wollen Sie diesen Weg weitergehen, die Mittel erhöhen, die aus diesem Budgetbereich transferiert werden? Wie wollen Sie das weitermachen? Finden Sie es richtig, daß jedes Jahr Milliarden transferiert werden? – Kollege Koppler bleibt eine Antwort schuldig. (Abg. Koppler: Ich bin gerade gekommen!) Selbstverständlich, Kollege Koppler, aber du weißt ganz genau, daß es um die Milliarden geht, die transferiert werden.
Beifall bei den Grünen.
Sie haben die Aufgabe, auch die Auseinandersetzung um die Zukunft dieses Sozialsystems in Österreich offensiv zu führen. Das hieße im Zusammenhang mit all den Debatten um den neuen Aktionsplan beispielsweise das Thema Arbeitszeitverkürzung in einer anderen Form, als es etwa derzeit im Aktionsplan auftaucht, in die Debatte einzubringen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege Kier – wenn Sie mir erlauben, zu Ihren Ausführungen Stellung zu nehmen – hat gemeint, es seien zuwenig Reformen initiiert worden und es wäre insgesamt eine fundamentale Reform angezeigt. Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich bin dafür, immer wieder neu zu überdenken, ob die bisher gesetzten Maßnahmen die richtigen sind und in welcher Form Reformen vorzunehmen sind. Ich bin aber nicht dafür, Bewährtes aufzugeben und durch noch nicht Bewährtes zu ersetzen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Nach meiner Überzeugung und Erfahrung – ich nehme an, auch nach der Ihren – bedürfen Reformen der sozialen Akzeptanz, um auch jenes Ziel zu erreichen, das man mit einer Reform bezweckt. Daher bin ich für eine permanente, sozial verträgliche Reform auch in unserem Sozialsystem. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Gaugg: Sind die vorgeschrieben?
Sehr geschätzte Damen und Herren! Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, meine Kolleginnen und Kollegen im Arbeitsmarktservice werden heute bei einer Pressekonferenz einen Bericht zur Arbeitsmarktsituation im ersten Quartal 1998 sowie zur aktiven Arbeitsmarktpolitik geben. Ich darf einige Aussagen, die der Öffentlichkeit vom AMS wahrscheinlich zur Kenntnis gebracht werden, vorwegnehmen. (Abg. Gaugg: Sind die vorgeschrieben?) – Sie sind nicht vorgeschrieben, sehr geschätzter Herr Abgeordneter! Diese Daten sind nachvollziehbar, überprüfbar und jederzeit korrekt wiedergegeben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geschätzte Damen und Herren! Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, meine Kolleginnen und Kollegen im Arbeitsmarktservice werden heute bei einer Pressekonferenz einen Bericht zur Arbeitsmarktsituation im ersten Quartal 1998 sowie zur aktiven Arbeitsmarktpolitik geben. Ich darf einige Aussagen, die der Öffentlichkeit vom AMS wahrscheinlich zur Kenntnis gebracht werden, vorwegnehmen. (Abg. Gaugg: Sind die vorgeschrieben?) – Sie sind nicht vorgeschrieben, sehr geschätzter Herr Abgeordneter! Diese Daten sind nachvollziehbar, überprüfbar und jederzeit korrekt wiedergegeben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es wird in diesem Bericht festgestellt, daß im ersten Quartal 1998 trotz der höheren Arbeitslosigkeit – und ich beschönige nichts, ich beschönige in keiner Weise, da die Situation auf dem Arbeitsmarkt auch für mich nicht befriedigend ist – mehr Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten als im Vorjahr. Das ist ein Erfolg des Arbeitsmarktservice! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte noch auf die Ausführungen des Kollegen Öllinger Bezug nehmen. Er hat von "lächerlichen" Beträgen und einer "lächerlichen" Politik gesprochen und auf Dänemark und andere Länder verwiesen. – Sehr geschätzte Damen und Herren! Diese "lächerliche" Politik hat bewirkt, daß Österreich die besten Gesamtarbeitsmarktdaten aller EU-Mitgliedsländer hat. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Abgeordneter Kier hat die Pflegevorsorge kritisch hinterfragt. – Geschätzter Herr Abgeordneter! Viele – ich möchte fast sagen: alle – Länder beneiden uns, daß es uns in den Jahren 1993 und 1994 gelungen ist, diese zusätzliche Säule an sozialer Vorsorge und sozialer Hilfe für Pflegebedürftige in unserem Sozialsystem unterzubringen. Ich möchte ausdrücklich betonen, daß das Besondere an unserem System ist, daß die Pflegegeldleistung unabhängig von der individuellen Einkommenssituation erfolgt. Man muß daher auch die Einkommenssituation einberechnen, wenn eine entsprechende Finanzierung der Pflegeleistungen gewünscht wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Diese Steigerungsraten wurden aufgrund der erwarteten günstigen Entwicklung in der Wirtschaft angenommen. Die Wirtschaftsforscher prognostizieren einen Aufwärtstrend in der konjunkturellen Entwicklung. Nicht zuletzt wurden aber auch mit den Strukturanpassungsgesetzen 1995 und 1996 sowie mit dem Arbeits- und Sozialrechts-Änderungsgesetz 1997 Konsolidierungsschritte gesetzt. Die Ziele dieser beiden Strukturanpassungsgesetze wurden bisher weitestgehend erreicht. Ich möchte mich bei meinen Beamten dafür bedanken, daß sie die Einschätzungen in derart hoher Qualität vorgenommen haben. Jeder weiß, daß es nicht leicht ist, derart treffsichere Vorgaben zu machen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Pumberger: Die gibt es gar nicht! Sie wurde in Ihrem Ministerium abgeschafft!
Sehr geschätzte Damen und Herren! Es wurde beklagt, daß in meinem Ressort die Gesundheit etwas vernachlässigt wird, daß ihr nicht die entsprechende Bedeutung beigemessen wird. (Abg. Dr. Pumberger: Die gibt es gar nicht! Sie wurde in Ihrem Ministerium abgeschafft!) Ich nehme diesen Hinweis natürlich ernst, habe aber trotzdem kein schlechtes Gewissen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Gredler. )
Zwischenruf der Abg. Dr. Gredler.
Sehr geschätzte Damen und Herren! Es wurde beklagt, daß in meinem Ressort die Gesundheit etwas vernachlässigt wird, daß ihr nicht die entsprechende Bedeutung beigemessen wird. (Abg. Dr. Pumberger: Die gibt es gar nicht! Sie wurde in Ihrem Ministerium abgeschafft!) Ich nehme diesen Hinweis natürlich ernst, habe aber trotzdem kein schlechtes Gewissen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Gredler. )
Abg. Dr. Pumberger: Jetzt kommt die Grippewelle!
Sehr geschätzte Damen und Herren! Die Überschüsse haben ein Volumen, das man nicht wirklich als einen "dicken Polster" bezeichnen kann. (Abg. Dr. Pumberger: Jetzt kommt die Grippewelle!) 1,5 Milliarden Schilling sogenannter Überschuß entspricht den Ausgaben an Versicherte der Gebietskrankenkassen für fünf Tage. (Abg. Dr. Pumberger: 4 Milliarden!) 300 Millionen Schilling pro Tag werden an die Versichertengemeinschaft ausbezahlt. Man kann also nicht von einem sehr großen, nun zur Verteilung stehenden Volumen reden. Durch eine größere Grippewelle oder eine andere größere Krankheitswelle würde diese Reserve sofort aufgebraucht werden. (Abg. Dr. Pumberger: Die Grippewelle! Typisch!) Ich bin froh, daß wir die Gebietskrankenkassen aus ihren finanziellen Engpässen befreien konnten und diese wieder ausgeglichene Gebarungen zustande bringen.
Abg. Dr. Pumberger: 4 Milliarden!
Sehr geschätzte Damen und Herren! Die Überschüsse haben ein Volumen, das man nicht wirklich als einen "dicken Polster" bezeichnen kann. (Abg. Dr. Pumberger: Jetzt kommt die Grippewelle!) 1,5 Milliarden Schilling sogenannter Überschuß entspricht den Ausgaben an Versicherte der Gebietskrankenkassen für fünf Tage. (Abg. Dr. Pumberger: 4 Milliarden!) 300 Millionen Schilling pro Tag werden an die Versichertengemeinschaft ausbezahlt. Man kann also nicht von einem sehr großen, nun zur Verteilung stehenden Volumen reden. Durch eine größere Grippewelle oder eine andere größere Krankheitswelle würde diese Reserve sofort aufgebraucht werden. (Abg. Dr. Pumberger: Die Grippewelle! Typisch!) Ich bin froh, daß wir die Gebietskrankenkassen aus ihren finanziellen Engpässen befreien konnten und diese wieder ausgeglichene Gebarungen zustande bringen.
Abg. Dr. Pumberger: Die Grippewelle! Typisch!
Sehr geschätzte Damen und Herren! Die Überschüsse haben ein Volumen, das man nicht wirklich als einen "dicken Polster" bezeichnen kann. (Abg. Dr. Pumberger: Jetzt kommt die Grippewelle!) 1,5 Milliarden Schilling sogenannter Überschuß entspricht den Ausgaben an Versicherte der Gebietskrankenkassen für fünf Tage. (Abg. Dr. Pumberger: 4 Milliarden!) 300 Millionen Schilling pro Tag werden an die Versichertengemeinschaft ausbezahlt. Man kann also nicht von einem sehr großen, nun zur Verteilung stehenden Volumen reden. Durch eine größere Grippewelle oder eine andere größere Krankheitswelle würde diese Reserve sofort aufgebraucht werden. (Abg. Dr. Pumberger: Die Grippewelle! Typisch!) Ich bin froh, daß wir die Gebietskrankenkassen aus ihren finanziellen Engpässen befreien konnten und diese wieder ausgeglichene Gebarungen zustande bringen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Da heute behauptet wurde, es werde zur Umsetzung der Gesundheitspolitik zuwenig Einfluß auf den Hauptverband ausgeübt, möchte ich Sie, sehr geschätzte Damen und Herren, um Ihre Unterstützung dafür bitten, daß in der Frage des festsitzenden Zahnersatzes der gleiche Einfluß, der auf den Hauptverband ausgeübt wurde, auch auf die Ärztekammer genommen wird, damit eine Vertragslösung für einen Richtpreis zustande kommt. Dieser Einfluß sollte von Ihrer Seite auf die Ärztekammer ausgeübt werden. Denn zu einem Vertrag gehören immer zwei Seiten. Ich hoffe, daß diese zwei Seiten ihrer gemeinsamen Verantwortung Rechnung tragen werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, es ist auch in unserem Sinne, wenn das Sozialbudget in einem angemessenen Verhältnis zum Gesamtbudget steht, und damit insgesamt die Ausgewogenheit der Staatsverpflichtungen für alle Bereiche sichergestellt ist. Ich danke für Ihre Unterstützung bei der Behandlung der mein Ressort betreffenden Kapitel, und ich bitte Sie, dem Budgetvoranschlag Ihre Zustimmung zu geben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Pumberger: Der braucht Ihnen nur zuzuhören!
Abgeordneter Mag. Walter Guggenberger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wer sich seriös über die Qualität unseres Gesundheitswesens informieren möchte (Abg. Dr. Pumberger: Der braucht Ihnen nur zuzuhören!), dem sei ein Blick in den jüngsten OECD-Bericht empfohlen, der unserem Gesundheitssystem eine ganz hervorragende Note ausstellt.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger.
Für uns Sozialdemokraten ist es aber ganz besonders wichtig, daß uns in diesem Bericht attestiert wird, daß unser Gesundheitssystem allen zugänglich ist – unabhängig von Alter, Einkommen, Vermögen oder Bildungsschicht. Darauf sind wir ganz besonders stolz! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. )
Beifall bei der SPÖ.
Für uns ist das eine Bedrohung eines Grundpfeilers unseres Gesundheitssystems, nämlich daß eine hochwertige Medizin allen Österreichern unabhängig von ihrem Einkommen und ohne Unterschied der Person zukommen muß. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es läßt sich erahnen, welche Belastungen auf jene zukommen werden, die sich nicht zu "zweitklassigen" Patienten degradieren lassen wollen. Und es läßt sich auch erahnen, welche Belastungen auf jene zukommen, die es sich nicht leisten können, eine Zusatzversicherung abzuschließen – etwa kinderreiche Familien oder Senioren. Wir Sozialdemokraten werden aus innerer Überzeugung dagegen kämpfen. Darauf können Sie sich verlassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Guggenberger: Das hat sie sich aber selbst bezahlt!
Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an die Gattin des Ex-Bundeskanzlers Vranitzky, die für eine Operation eigens nach Hannover gegangen ist. Offensichtlich ist die medizinische Versorgung in Österreich sehr schlecht. Sie ist aber nicht – wie jeder andere – nach Hannover gefahren, sondern mit einem Flugzeug erster Klasse samt Begleitperson geflogen (Abg. Mag. Guggenberger: Das hat sie sich aber selbst bezahlt!) und hat sich das vom damaligen Chefarzt Dr. Marek nachträglich bewilligen lassen. (Abg. Koppler: Das hat sie sich selbst bezahlt!)
Abg. Koppler: Das hat sie sich selbst bezahlt!
Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an die Gattin des Ex-Bundeskanzlers Vranitzky, die für eine Operation eigens nach Hannover gegangen ist. Offensichtlich ist die medizinische Versorgung in Österreich sehr schlecht. Sie ist aber nicht – wie jeder andere – nach Hannover gefahren, sondern mit einem Flugzeug erster Klasse samt Begleitperson geflogen (Abg. Mag. Guggenberger: Das hat sie sich aber selbst bezahlt!) und hat sich das vom damaligen Chefarzt Dr. Marek nachträglich bewilligen lassen. (Abg. Koppler: Das hat sie sich selbst bezahlt!)
Abg. Reitsamer: Das ist ja gar nicht wahr!
Der Flug erster Klasse mit Begleitperson und die Operation in Hannover kosteten insgesamt 60 000 D-Mark! Dafür wurde die Gattin des Bundeskanzlers auf Heller und Pfennig entschädigt. (Abg. Reitsamer: Das ist ja gar nicht wahr!) Zeigen Sie mir einen einzigen Pflichtversicherten in Österreich, der von einer Krankenkasse 420 000 S für eine Operation in Deutschland bekommt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Flug erster Klasse mit Begleitperson und die Operation in Hannover kosteten insgesamt 60 000 D-Mark! Dafür wurde die Gattin des Bundeskanzlers auf Heller und Pfennig entschädigt. (Abg. Reitsamer: Das ist ja gar nicht wahr!) Zeigen Sie mir einen einzigen Pflichtversicherten in Österreich, der von einer Krankenkasse 420 000 S für eine Operation in Deutschland bekommt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Reitsamer: Das ist eine Ungeheuerlichkeit!
Es gibt ja auch eine Primarärztin in den Reihen der SPÖ, die beim Selbstbedienungsladen der Wiener Gebietskrankenkasse ganz gut zugreift. (Abg. Reitsamer: Das ist eine Ungeheuerlichkeit!) Sie hat überhaupt keine Scheu dabei. Ich habe hier einen Aktenvermerk der Wiener Gebietskrankenkasse: Da wird von der "Causa Pittermann" gesprochen. Frau Dr. Pittermann arbeitet als Primarärztin im Hanusch-Krankenhaus, das zur Wiener Gebietskrankenkasse gehört. In Wien gibt es nämlich eine Regelung, daß man 40 Prozent der Sonderhonorare an das Haus abgibt – das ist der sogenannte Hausrücklaß – und von den übrigen 60 Prozent auch einen Teil an die nachrangigen Ärzte. Frau Pittermann gibt jedoch keinen einzigen Schilling an die nachrangigen Ärzte ab, hat man mir gesagt.
Abg. Koppler: Stimmt das?
Ich hoffe, Frau Pittermann – Sie stehen ja noch auf der Rednerliste –, daß Sie das richtigstellen können. Frau Pittermann kassiert bis zu 300 000 S im Monat an Sonderklassegeldern. Sie hat ein Grundgehalt von 75 000 S bis 85 000 S im Monat – und das 14mal (Abg. Koppler: Stimmt das?) – und gibt kein einziges Prozent ab, das sie aufgrund ihrer Nationalratstätigkeit abgeben müßte, während Frau Primaria Povysil eine Gehaltskürzung von 50 Prozent hat. Frau Pittermann kann die Leistung im Spital gar nicht selbst erbringen, die Sonderhonorare kassiert sie aber zu 100 Prozent selbst! – Das ist Sozialismus im Nadelstreif, meine Damen und Herren, und den verurteile ich hier mit aller Schärfe. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich hoffe, Frau Pittermann – Sie stehen ja noch auf der Rednerliste –, daß Sie das richtigstellen können. Frau Pittermann kassiert bis zu 300 000 S im Monat an Sonderklassegeldern. Sie hat ein Grundgehalt von 75 000 S bis 85 000 S im Monat – und das 14mal (Abg. Koppler: Stimmt das?) – und gibt kein einziges Prozent ab, das sie aufgrund ihrer Nationalratstätigkeit abgeben müßte, während Frau Primaria Povysil eine Gehaltskürzung von 50 Prozent hat. Frau Pittermann kann die Leistung im Spital gar nicht selbst erbringen, die Sonderhonorare kassiert sie aber zu 100 Prozent selbst! – Das ist Sozialismus im Nadelstreif, meine Damen und Herren, und den verurteile ich hier mit aller Schärfe. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe des Abg. Mag. Guggenberger.
Das Gesundheitswesen wird jedoch ausgehungert. Dort, wo es um die Patienten geht, sehr verehrte Frau Bundesministerin, wird gespart. In einer Anfragebeantwortung, die ich erst vor wenigen Tagen erhalten habe, gibt die Sozialversicherung zu, daß alleine von 1996 auf 1997 – größtenteils durch Einsparungen bei den Patienten – 4 000 Millionen Schilling an Minderausgaben innerhalb eines Jahres erzielt wurden. 4 000 Millionen, also 4 Milliarden Schilling; davon 200 Millionen Schilling an Verwaltungskosten! 200 Millionen wurden bei den Verwaltungskosten eingespart, aber 3 800 Millionen haben Sie bei den Patienten abgezwackt, sehr verehrte Frau Bundesministerin. Sie haben die Rezeptgebühren erhöht. Sie haben die Krankenscheinsteuer eingeführt. Sie haben den Sozialversicherungsbeitrag für die Pensionisten erhöht. (Zwischenrufe des Abg. Mag. Guggenberger. ) Da können Sie schreien, was Sie wollen, Herr Kollege Guggenberger: Das sind Fakten, wie Sie Gesundheitspolitik auf dem Rücken der Bevölkerung machen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das Gesundheitswesen wird jedoch ausgehungert. Dort, wo es um die Patienten geht, sehr verehrte Frau Bundesministerin, wird gespart. In einer Anfragebeantwortung, die ich erst vor wenigen Tagen erhalten habe, gibt die Sozialversicherung zu, daß alleine von 1996 auf 1997 – größtenteils durch Einsparungen bei den Patienten – 4 000 Millionen Schilling an Minderausgaben innerhalb eines Jahres erzielt wurden. 4 000 Millionen, also 4 Milliarden Schilling; davon 200 Millionen Schilling an Verwaltungskosten! 200 Millionen wurden bei den Verwaltungskosten eingespart, aber 3 800 Millionen haben Sie bei den Patienten abgezwackt, sehr verehrte Frau Bundesministerin. Sie haben die Rezeptgebühren erhöht. Sie haben die Krankenscheinsteuer eingeführt. Sie haben den Sozialversicherungsbeitrag für die Pensionisten erhöht. (Zwischenrufe des Abg. Mag. Guggenberger. ) Da können Sie schreien, was Sie wollen, Herr Kollege Guggenberger: Das sind Fakten, wie Sie Gesundheitspolitik auf dem Rücken der Bevölkerung machen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Wie groß ist der Verwaltungsaufwand?
Im selben Moment zocken die Leute, die hier im Parlament sitzen, teilweise bei den Krankenkassen ab. Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an den Kollegen Schwimmer. Er war einmal als einer der Generaldirektoren-Stellvertreter in der Wiener Gebietskrankenkasse Vorsitzender des parlamentarischen Gesundheitsausschusses. Dort gibt es drei Generaldirektoren und drei Stellvertreter. Da es nun neun Gebietskrankenkassen gibt, kommt man schon auf 27 Generaldirektoren und 27 Stellvertreter, weiters auf eine Unzahl, eine gar nicht mehr zählbare Anzahl von Direktoren, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Abg. Koppler: Wie groß ist der Verwaltungsaufwand?)
Unruhe im Saal – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Herr Kollege Koppler, nur um Ihnen einige Beispiele zu nennen, wie in Ihren Reihen bei den Gebietskrankenkassen abgezockt wird, wie die Posten schön zwischen Rot und Schwarz aufgeteilt werden, wie sich die Direktoren und Stellvertreter bedienen (Unruhe im Saal – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), wie sie für einen beinahe Nullaufwand ungeheuerliche Gehälter pro Monat einstreifen, folgendes: Bei den Patienten werden die Leistungen gekürzt. Wenn jemand die siebente Mikrowelle innerhalb von drei Monaten braucht, dann muß er schon zum Chefarzt gehen. Wenn jemand in Wien an Fußpilz leidet, dann muß er zum Chefarzt gehen, damit er eine Salbe bezahlt bekommt. – Einer Ex-Bundeskanzlersgattin wird jedoch ein Betrag von 60 000 D-Mark für eine Behandlung im Ausland, die sie genausogut in Österreich hätte machen lassen können, mit Flug erster Klasse samt Begleitperson bezahlt – rückwirkend, ohne vorher anzusuchen! Das ist ein Skandal, meine Damen und Herren! Dafür sind wir nicht zu haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Koppler, nur um Ihnen einige Beispiele zu nennen, wie in Ihren Reihen bei den Gebietskrankenkassen abgezockt wird, wie die Posten schön zwischen Rot und Schwarz aufgeteilt werden, wie sich die Direktoren und Stellvertreter bedienen (Unruhe im Saal – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), wie sie für einen beinahe Nullaufwand ungeheuerliche Gehälter pro Monat einstreifen, folgendes: Bei den Patienten werden die Leistungen gekürzt. Wenn jemand die siebente Mikrowelle innerhalb von drei Monaten braucht, dann muß er schon zum Chefarzt gehen. Wenn jemand in Wien an Fußpilz leidet, dann muß er zum Chefarzt gehen, damit er eine Salbe bezahlt bekommt. – Einer Ex-Bundeskanzlersgattin wird jedoch ein Betrag von 60 000 D-Mark für eine Behandlung im Ausland, die sie genausogut in Österreich hätte machen lassen können, mit Flug erster Klasse samt Begleitperson bezahlt – rückwirkend, ohne vorher anzusuchen! Das ist ein Skandal, meine Damen und Herren! Dafür sind wir nicht zu haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Leikam: Wie ist das mit der Pension als Gemeindearzt?
Oder: Wie schaut es mit der Umsetzung von Gesetzen aus, Frau Bundesministerin? – In einer Anfragebeantwortung geben Sie zu, daß das Arbeitszeitgesetz in 52 Prozent der Spitäler, die geprüft wurden, nicht umgesetzt wird. (Abg. Leikam: Wie ist das mit der Pension als Gemeindearzt?) Es gibt keine Sanktionen. Keine Sanktionen! (Abg. Dr. Feurstein: Wieviel verdient ein Gemeindearzt?) Mehr als der Hälfte der Spitäler ist es völlig egal, was ihnen das Gesetz vorgibt, Herr Kollege Feurstein. Da müßten Sie sich wirklich auch Gedanken machen. (Abg. Dr. Feurstein: Wieviel verdienen Sie?) Wozu arbeiten Sie Gesetze aus, Arbeitszeitgesetze, an die sich niemand hält – und es gibt keine Sanktionen? Die Ärzte arbeiten in den Spitälern weiterhin bis zu 100 Stunden pro Woche, sind völlig übermüdet und werden in diesem Zustand auf die Patienten losgelassen. (Abg. Leikam: Kriegen Sie eine Pension als Gemeindearzt? – Zwischenruf des Abg. Dr. Leiner. )
Abg. Dr. Feurstein: Wieviel verdient ein Gemeindearzt?
Oder: Wie schaut es mit der Umsetzung von Gesetzen aus, Frau Bundesministerin? – In einer Anfragebeantwortung geben Sie zu, daß das Arbeitszeitgesetz in 52 Prozent der Spitäler, die geprüft wurden, nicht umgesetzt wird. (Abg. Leikam: Wie ist das mit der Pension als Gemeindearzt?) Es gibt keine Sanktionen. Keine Sanktionen! (Abg. Dr. Feurstein: Wieviel verdient ein Gemeindearzt?) Mehr als der Hälfte der Spitäler ist es völlig egal, was ihnen das Gesetz vorgibt, Herr Kollege Feurstein. Da müßten Sie sich wirklich auch Gedanken machen. (Abg. Dr. Feurstein: Wieviel verdienen Sie?) Wozu arbeiten Sie Gesetze aus, Arbeitszeitgesetze, an die sich niemand hält – und es gibt keine Sanktionen? Die Ärzte arbeiten in den Spitälern weiterhin bis zu 100 Stunden pro Woche, sind völlig übermüdet und werden in diesem Zustand auf die Patienten losgelassen. (Abg. Leikam: Kriegen Sie eine Pension als Gemeindearzt? – Zwischenruf des Abg. Dr. Leiner. )
Abg. Dr. Feurstein: Wieviel verdienen Sie?
Oder: Wie schaut es mit der Umsetzung von Gesetzen aus, Frau Bundesministerin? – In einer Anfragebeantwortung geben Sie zu, daß das Arbeitszeitgesetz in 52 Prozent der Spitäler, die geprüft wurden, nicht umgesetzt wird. (Abg. Leikam: Wie ist das mit der Pension als Gemeindearzt?) Es gibt keine Sanktionen. Keine Sanktionen! (Abg. Dr. Feurstein: Wieviel verdient ein Gemeindearzt?) Mehr als der Hälfte der Spitäler ist es völlig egal, was ihnen das Gesetz vorgibt, Herr Kollege Feurstein. Da müßten Sie sich wirklich auch Gedanken machen. (Abg. Dr. Feurstein: Wieviel verdienen Sie?) Wozu arbeiten Sie Gesetze aus, Arbeitszeitgesetze, an die sich niemand hält – und es gibt keine Sanktionen? Die Ärzte arbeiten in den Spitälern weiterhin bis zu 100 Stunden pro Woche, sind völlig übermüdet und werden in diesem Zustand auf die Patienten losgelassen. (Abg. Leikam: Kriegen Sie eine Pension als Gemeindearzt? – Zwischenruf des Abg. Dr. Leiner. )
Abg. Leikam: Kriegen Sie eine Pension als Gemeindearzt? – Zwischenruf des Abg. Dr. Leiner.
Oder: Wie schaut es mit der Umsetzung von Gesetzen aus, Frau Bundesministerin? – In einer Anfragebeantwortung geben Sie zu, daß das Arbeitszeitgesetz in 52 Prozent der Spitäler, die geprüft wurden, nicht umgesetzt wird. (Abg. Leikam: Wie ist das mit der Pension als Gemeindearzt?) Es gibt keine Sanktionen. Keine Sanktionen! (Abg. Dr. Feurstein: Wieviel verdient ein Gemeindearzt?) Mehr als der Hälfte der Spitäler ist es völlig egal, was ihnen das Gesetz vorgibt, Herr Kollege Feurstein. Da müßten Sie sich wirklich auch Gedanken machen. (Abg. Dr. Feurstein: Wieviel verdienen Sie?) Wozu arbeiten Sie Gesetze aus, Arbeitszeitgesetze, an die sich niemand hält – und es gibt keine Sanktionen? Die Ärzte arbeiten in den Spitälern weiterhin bis zu 100 Stunden pro Woche, sind völlig übermüdet und werden in diesem Zustand auf die Patienten losgelassen. (Abg. Leikam: Kriegen Sie eine Pension als Gemeindearzt? – Zwischenruf des Abg. Dr. Leiner. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist eine Gefahr für die Bevölkerung, Kollege Leiner, aber davon haben Sie als Kurarzt keine Ahnung mehr. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie sind überhaupt nicht mehr in Bad Hofgastein, weil Sie meistens hier in Wien sitzen, aber trotzdem einer der großen Geldbezieher. Ohne Dienstzeitregelung bekommen Sie trotzdem all das, was Sie selbst nicht erarbeitet haben, und zwar jedes Monat beziehungsweise 14-, 15mal im Jahr. (Abg. Koppler: Wie ist das mit dem Gemeindearzt? Wie schaut das mit den Pensionen aus?) Aber Sie alle sitzen da heroben und schweigen darüber. Eher wird der Mantel des Schweigens darüber gebreitet, aber Sie können ruhig weiterschweigen: Wir Freiheitlichen werden jedoch dafür sorgen, daß die Bevölkerung darüber informiert wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Wie ist das mit dem Gemeindearzt? Wie schaut das mit den Pensionen aus?
Das ist eine Gefahr für die Bevölkerung, Kollege Leiner, aber davon haben Sie als Kurarzt keine Ahnung mehr. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie sind überhaupt nicht mehr in Bad Hofgastein, weil Sie meistens hier in Wien sitzen, aber trotzdem einer der großen Geldbezieher. Ohne Dienstzeitregelung bekommen Sie trotzdem all das, was Sie selbst nicht erarbeitet haben, und zwar jedes Monat beziehungsweise 14-, 15mal im Jahr. (Abg. Koppler: Wie ist das mit dem Gemeindearzt? Wie schaut das mit den Pensionen aus?) Aber Sie alle sitzen da heroben und schweigen darüber. Eher wird der Mantel des Schweigens darüber gebreitet, aber Sie können ruhig weiterschweigen: Wir Freiheitlichen werden jedoch dafür sorgen, daß die Bevölkerung darüber informiert wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist eine Gefahr für die Bevölkerung, Kollege Leiner, aber davon haben Sie als Kurarzt keine Ahnung mehr. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie sind überhaupt nicht mehr in Bad Hofgastein, weil Sie meistens hier in Wien sitzen, aber trotzdem einer der großen Geldbezieher. Ohne Dienstzeitregelung bekommen Sie trotzdem all das, was Sie selbst nicht erarbeitet haben, und zwar jedes Monat beziehungsweise 14-, 15mal im Jahr. (Abg. Koppler: Wie ist das mit dem Gemeindearzt? Wie schaut das mit den Pensionen aus?) Aber Sie alle sitzen da heroben und schweigen darüber. Eher wird der Mantel des Schweigens darüber gebreitet, aber Sie können ruhig weiterschweigen: Wir Freiheitlichen werden jedoch dafür sorgen, daß die Bevölkerung darüber informiert wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie sich dem anschließen können, dann sind wir bei Ihnen, Frau Bundesministerin. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Pumberger hat weiters behauptet, daß ich 300 000 S im Monat an Sondergebühren verdiene und 100 Prozent behalte. – Wahr ist vielmehr, daß ich 15 Prozent der Sondergebühren – nach vorherigem Abzug von 15 Prozent für unser Krankenhaus – bekomme und daraus im ganzen Jahr 1997 nicht einmal 300 000 S verdient habe. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist auch nicht wenig bei 300 000 S!
Zur Frage von Pumberger, wieviel die nachgeordneten Ärzte erhalten. Wenn ich 15 Prozent behalte, dann können die anderen nur 85 Prozent bekommen. Das nachzurechnen, werden Sie doch noch fähig sein! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist auch nicht wenig bei 300 000 S!) Ich habe gesagt: nicht einmal 300 000 S! Ich übe meinen Beruf aus, und ich kann das auch jederzeit beweisen. (Abg. Dr. Pumberger: Wieviel wird für die Abgeordnetentätigkeit abgezogen?) Ich übe ihn nach der Dienstordnung aus! Trachten Sie danach, daß Sie in Ihrem Beruf so anwesend sind wie ich in meinem. (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Koppler – in Richtung des Abg. Dr. Pumberger –: Du sollst dich entschuldigen!)
Abg. Dr. Pumberger: Wieviel wird für die Abgeordnetentätigkeit abgezogen?
Zur Frage von Pumberger, wieviel die nachgeordneten Ärzte erhalten. Wenn ich 15 Prozent behalte, dann können die anderen nur 85 Prozent bekommen. Das nachzurechnen, werden Sie doch noch fähig sein! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist auch nicht wenig bei 300 000 S!) Ich habe gesagt: nicht einmal 300 000 S! Ich übe meinen Beruf aus, und ich kann das auch jederzeit beweisen. (Abg. Dr. Pumberger: Wieviel wird für die Abgeordnetentätigkeit abgezogen?) Ich übe ihn nach der Dienstordnung aus! Trachten Sie danach, daß Sie in Ihrem Beruf so anwesend sind wie ich in meinem. (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Koppler – in Richtung des Abg. Dr. Pumberger –: Du sollst dich entschuldigen!)
Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Koppler – in Richtung des Abg. Dr. Pumberger –: Du sollst dich entschuldigen!
Zur Frage von Pumberger, wieviel die nachgeordneten Ärzte erhalten. Wenn ich 15 Prozent behalte, dann können die anderen nur 85 Prozent bekommen. Das nachzurechnen, werden Sie doch noch fähig sein! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist auch nicht wenig bei 300 000 S!) Ich habe gesagt: nicht einmal 300 000 S! Ich übe meinen Beruf aus, und ich kann das auch jederzeit beweisen. (Abg. Dr. Pumberger: Wieviel wird für die Abgeordnetentätigkeit abgezogen?) Ich übe ihn nach der Dienstordnung aus! Trachten Sie danach, daß Sie in Ihrem Beruf so anwesend sind wie ich in meinem. (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Koppler – in Richtung des Abg. Dr. Pumberger –: Du sollst dich entschuldigen!)
Abg. Mag. Posch: Bravo! – Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Posch.
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Ich möchte das Thema wieder dorthin bringen, wohin es gehört, nämlich zur Gesundheitspolitik. (Abg. Mag. Posch: Bravo! – Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Posch. )
Beifall bei der ÖVP.
Angeblich abgelehnt, kein Bedarf. – Ich recherchierte – und muß sagen: Das stimmt. Das AKH sagt: Wir sind randvoll, pro Jahr 4 Prozent mehr Dialysepatienten, es wird weniger transplantiert. Wiener Neustadt sagt: Wir hätten zwar das Personal, haben aber keine Bewilligung, da kein Bedarf vorhanden ist. – Schlußsatz der Patientin: Bitte, liebe Politiker, lösen Sie raschest das Problem. – Also wenn Planung so aussieht, daß man nicht einmal weiß, wie viele Dialysefälle im südlichen Niederösterreich zu erwarten sind, dann verzichte ich auf diese Art von Planung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bitte Sie, mit meinem Ressort, mit meinen Beamten Kontakt aufzunehmen, damit wir die Informationen auf den aktuellen Stand bringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Rasinger: Weltweit gesehen!
Abgeordnete Klara Motter (Liberales Forum): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Kollegen! Herr Kollege Rasinger, Sie haben Ihre Rede damit begonnen, daß Sie gemeint haben, daß wir ein gutes Gesundheitssystem haben. Ich kann Ihnen in diesem Zusammenhang nicht folgen, denn ich habe Ihnen bei Ihrer Rede genau zugehört und muß sagen, daß sie mit Kritik vollgespickt war. Wieso haben wir dann ein gutes Gesundheitssystem? (Abg. Dr. Rasinger: Weltweit gesehen!) – Das werde ich Ihnen auch widerlegen. Sie kennen auch den OECD-Bericht. (Abg. Dr. Rasinger: Die Engländer haben noch ein schlechteres!)
Abg. Dr. Rasinger: Die Engländer haben noch ein schlechteres!
Abgeordnete Klara Motter (Liberales Forum): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Kollegen! Herr Kollege Rasinger, Sie haben Ihre Rede damit begonnen, daß Sie gemeint haben, daß wir ein gutes Gesundheitssystem haben. Ich kann Ihnen in diesem Zusammenhang nicht folgen, denn ich habe Ihnen bei Ihrer Rede genau zugehört und muß sagen, daß sie mit Kritik vollgespickt war. Wieso haben wir dann ein gutes Gesundheitssystem? (Abg. Dr. Rasinger: Weltweit gesehen!) – Das werde ich Ihnen auch widerlegen. Sie kennen auch den OECD-Bericht. (Abg. Dr. Rasinger: Die Engländer haben noch ein schlechteres!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Guggenberger.
Das gute Recht der Frau Gesundheitsministerin und auch des Gesundheitssprechers Mag. Guggenberger ist es sicher, unser Gesundheitssystem nur durch die rosarote Brille zu sehen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Guggenberger. ) Ich kann dies leider nicht, denn die Menschen in diesem Land mußten sich in den vergangenen Jahren daran gewöhnen, daß für eines der höchsten Güter – so steht es zumindest in allen Medien –, nämlich die Gesundheit, immer weniger Geld vorhanden zu sein scheint. Daß das Sozialsystem und das Gesundheitssystem seit Jahren an allen Ecken und Enden kracht, stört die Systemerhalter wenig – wenn das Geld fehlte, wurden einfach die Beiträge erhöht, wie im Fall der Krankenscheingebühr, oder Leistungen gekürzt, wie bei der Geburtenbeihilfe, oder es wurden Leistungen wie das Karenz- und das Pflegegeld nicht der Inflation angepaßt. In dieser Hinsicht führt das Budget für das Jahr 1999 fort, was seit einigen Jahren als gewohnte Nicht-Politik im Gesundheitsbereich üblich ist.
Abg. Dr. Rasinger: Acht! – Abg. Mag. Guggenberger: Das ist aber Vergangenheit!
Die höchsten Zuwachsraten verzeichneten die Gesundheitsausgaben, nämlich eine jährliche Steigerung von 8 bis 13 Prozent. Und mit realen Gesundheitsausgaben von über 9 Prozent des BIP rangieren wir europaweit auf Platz eins (Abg. Dr. Rasinger: Acht! – Abg. Mag. Guggenberger: Das ist aber Vergangenheit!) – ich habe leider keine andere OECD-Studie, ich warte auf die kommende, und dann können wir wieder darüber reden –, wobei der Löwenanteil – und das ist sehr bedauerlich – auf den Spitalssektor entfällt.
Beifall beim Liberalen Forum.
Angesichts des 10prozentigen Rückgangs bei der Inanspruchnahme der Mutter-Kind-Paß-Untersuchungen ist Feuer auf dem Dach und große Besorgnis angebracht. Frau Ministerin! Es ehrt Sie, daß das Impfprogramm eine rühmliche – die einzige rühmliche – Ausnahme ist. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Dieses Beispiel, meine Damen und Herren – und das ist nur ein Beispiel! –, trifft den entscheidenden Punkt und ist der Hauptnerv unseres desolaten Kassensystems, denn es gibt keine Kostenwahrheit, kein wirksames Qualitäts-, Kontroll- und Abrechnungssystem. Dadurch ist ein unhaltbarer Zustand gegeben, vor allem auch angesichts der Tatsache, daß es sich beim Gesundheits- und insbesondere beim Spitalsbereich um einen der kostenintensivsten Wirtschaftsbereiche in unserem Land handelt. 9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes werden im Gesundheitsbereich ausgegeben! (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Ich glaube, solange wir in diesem Land mit den nach dem Proporz bestehenden Kranken- und Pensionskassen ein Monopol im Gesundheits- und Pensionsbereich haben, so lange wird eine wirtschaftliche wie auch eine konsumentenfreundliche Gesundheitsvorsorge leider ein Traum bleiben. Ich befürchte, daß Österreich auch im Wettbewerb in der Europäischen Union von gesundheitspolitischen und ökonomischen Vorteilen ausgeschlossen bleiben wird, wenn wir weiterhin so verfahren, wenn zum Beispiel die Pflichtversicherung ein Sakrileg ist und man nicht einmal im Ansatz darüber diskutieren darf. Andere Länder in der EU, beispielsweise Deutschland, leben uns anderes vor. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Dort gibt es bereits Wettbewerb und dadurch auch mehr Transparenz, mehr Wirtschaftlichkeit. (Beifall beim Liberalen Forum.) In Österreich allerdings ist dies nicht möglich, solange die sogenannten wohlerworbenen und selbstbestimmten Rechte Gültigkeit haben, die von vornherein Wettbewerb ausschließen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich glaube, solange wir in diesem Land mit den nach dem Proporz bestehenden Kranken- und Pensionskassen ein Monopol im Gesundheits- und Pensionsbereich haben, so lange wird eine wirtschaftliche wie auch eine konsumentenfreundliche Gesundheitsvorsorge leider ein Traum bleiben. Ich befürchte, daß Österreich auch im Wettbewerb in der Europäischen Union von gesundheitspolitischen und ökonomischen Vorteilen ausgeschlossen bleiben wird, wenn wir weiterhin so verfahren, wenn zum Beispiel die Pflichtversicherung ein Sakrileg ist und man nicht einmal im Ansatz darüber diskutieren darf. Andere Länder in der EU, beispielsweise Deutschland, leben uns anderes vor. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Dort gibt es bereits Wettbewerb und dadurch auch mehr Transparenz, mehr Wirtschaftlichkeit. (Beifall beim Liberalen Forum.) In Österreich allerdings ist dies nicht möglich, solange die sogenannten wohlerworbenen und selbstbestimmten Rechte Gültigkeit haben, die von vornherein Wettbewerb ausschließen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Das ist eine Aufzählung von Forderungen, die sich noch beliebig fortsetzen ließe. Es handelt sich dabei um Forderungen, die einer breiten und offenen Diskussion bedürfen. Wir Liberalen sind überzeugt davon, daß diese Forderungen von großer Bedeutung im österreichischen Gesundheitswesen sind, und wir stellen uns gerne der Diskussion. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Seidinger: 4!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Als nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Seidinger. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. (Abg. Seidinger: 4!) 4 Minuten. – Bitte.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es wird beklagt, daß sich Frau Abgeordnete Reitsamer als Sprecherin und Vorsitzende des Sozialausschusses hier nicht eingehend genug mit dem Thema beschäftigt hätte. Man hat gemeint, sie hätte zu kurz gesprochen. Ich kann dazu einige wenige Erklärungen abgeben: Sie alle kennen die Geschäftsordnung, und nach dieser wird eine "Wiener Stunde" folgendermaßen aufgeteilt: SPÖ 15, ÖVP 14, FPÖ 13 und für die kleineren Oppositionsparteien je 9 Minuten. Wenn Sie die 9 Minuten der kleineren Oppositionsparteien auf 9 Abgeordnete aufteilen, kommt auf jeden 1 Minute, wenn Sie unsere 15 Minuten auf 71 Abgeordnete übertragen, dann kommt viel weniger heraus. – Also in Wirklichkeit ist das nichts anderes als ein Ausdruck der Kollegialität der Vorsitzenden mit den anderen Abgeordneten, um diese auch zu Wort kommen zu lassen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Weiters beklagte Kollege Kier, daß hier überhaupt keine Möglichkeiten bestünden, über Reformen zu diskutieren, beziehungsweise daß wir gar nicht bereit wären, in solche einzutreten. Ich denke, das vergangene Jahr war ein Jahr der Reformen. Professor Rürup stellte fest, daß Österreich eines der besten Sozial- und Pensionssysteme hat. Und wir machen uns sehr wohl auch Gedanken darüber, wie wir das nach unserem Umlageverfahren aufgebaute System auch im Hinblick auf andere Systeme adaptieren könnten. Unbestritten bleibt vorerst unser Umlageverfahren, mit dem wir bis jetzt gut gefahren sind und um das uns die ganze Welt beneidet. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Posch
Wenn Sie auf der Straße Leute fragen, wo Sie in ein Krankenhaus eingeliefert werden wollen, in Österreich oder in einem der anderen europäischen Länder oder gar in einem der Überseeländer (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch ), bekommen Sie eine eindeutige Antwort, nämlich: Ich möchte in Österreich eingewiesen werden und sonst nirgends! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger. )
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger.
Wenn Sie auf der Straße Leute fragen, wo Sie in ein Krankenhaus eingeliefert werden wollen, in Österreich oder in einem der anderen europäischen Länder oder gar in einem der Überseeländer (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch ), bekommen Sie eine eindeutige Antwort, nämlich: Ich möchte in Österreich eingewiesen werden und sonst nirgends! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger. )
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Pumberger: Zum Unterschied von SPÖ-Abgeordneten habe ich keinen Ordnungsruf bekommen! Ich habe keinen Ordnungsruf bekommen!
Daß Kollege Pumberger den gleichen Stil weiter pflegt, obwohl es den Aufruf der Präsidenten gibt, nicht in dieser Art fortzufahren, ist seine Sache. Wir werden uns dieses Stils nicht befleißigen, und wir werden uns auch nicht provozieren lassen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Pumberger: Zum Unterschied von SPÖ-Abgeordneten habe ich keinen Ordnungsruf bekommen! Ich habe keinen Ordnungsruf bekommen!)
Beifall bei den Grünen.
Sie sollten sich da nichts vormachen, denn die Realität ist eine andere. Sie geben dem Kind nur einen anderen Namen, aber langzeitarbeitslos bleiben diese Menschen trotzdem – unabhängig davon, ob sie behindert sind oder nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Diese fünf Punkte sind in der neuen Novellierung noch zu berücksichtigen. Wenn Sie das nicht tun, dann haben Sie überhaupt kein Recht darauf, diese Novellierung zu belobigen. Dann ist das nämlich keine Besserstellung, sondern im Gegenteil, es fehlen wesentliche Punkte, die Sie nicht aufgegriffen haben – unabhängig davon, daß auch eine offene Pflegegeldstufe diesmal wieder nicht in der Novellierung beinhaltet ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin! Es wird auch nach wie vor die Krankenscheingebühr eingehoben, obwohl Sie behauptet haben, die Krankenscheingebühr sei nur eine Übergangsregelung, bis es die sogenannte Chip-Karte gibt. Die Krankenscheingebühr gibt es noch immer, aber von der Chip-Karte hört man kaum mehr etwas, weil Sie überhaupt nicht wissen, wie Sie das auch nur ansatzweise vor dem Hintergrund des Datenschutzes lösen sollen. Da sind Ihnen anscheinend die Ideen ausgegangen, und da sind Schwierigkeiten aufgetaucht vor allem bezüglich des Datenschutzes, auf die wir Sie schon lange vorher hingewiesen haben. (Beifall bei den Grünen.) Sie haben uns nicht geglaubt, daß Daten, die Ihre Chip-Karte beinhalten hätte sollen, mit dem Datenschutz nicht vereinbar sind und daß die Vernetzung und der Zugriff auf Daten, die Sie haben wollten, absolut nicht gerechtfertigt und vor allem nicht sicher sind.
Beifall bei der ÖVP.
Es sind darin eine Reihe von grundsätzlichen Ausführungen zur Beschäftigungspolitik enthalten, und erfreulicherweise ist, was die Jugend und ihre Ausbildung betrifft, auch ein sehr klares Bekenntnis zu unserem System der dualen Berufsausbildung enthalten. Es ist dies ein System, von dem wir mit Stolz sagen können, es hat uns in Europa sowohl quantitativ als auch qualitativ einen Spitzenrang eingebracht, weil wir erstens die geringste Jugendarbeitslosigkeit in der EU haben und weil wir zweitens bei allen Berufsolympiaden der letzten Jahre immer den ersten Platz eingenommen haben. (Beifall bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren! Darauf können wir in der Tat stolz sein.
Beifall bei der ÖVP.
Zusammenfassend: Wir wissen, daß dieses Thema bei Ihnen in guten Händen ist. Sie haben auch die volle Unterstützung unserer Partei und auch der Wirtschaft. Meine Bitte wäre, daß wir gemeinsam jetzt massiv Druck machen, damit wir sehr rasch zu konkreten Maßnahmen kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Feurstein: Das ist halt redlich!
Genau das ist es nämlich: ein Papier der falschen Hoffnungen, ein Papier, das es nicht wert ist ... (Abg. Dr. Feurstein: Das ist halt redlich!) Herr Kollege Feurstein! Sie matschkern zwar von Ihrem Sitz aus, aber mit Staunen stelle ich fest, daß Sie als Sozialsprecher in der Frage des Sozialen, der Gesundheit und der Sozialversicherungen anscheinend ein Schweigegelübde abgelegt haben, weil Sie sie nicht wiederfinden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Nicht schwarzweißmalen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Nicht schwarzweißmalen!
Genau das ist es nämlich: ein Papier der falschen Hoffnungen, ein Papier, das es nicht wert ist ... (Abg. Dr. Feurstein: Das ist halt redlich!) Herr Kollege Feurstein! Sie matschkern zwar von Ihrem Sitz aus, aber mit Staunen stelle ich fest, daß Sie als Sozialsprecher in der Frage des Sozialen, der Gesundheit und der Sozialversicherungen anscheinend ein Schweigegelübde abgelegt haben, weil Sie sie nicht wiederfinden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Nicht schwarzweißmalen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die einzige Maßnahme, die Sie 1999 für die aktive Arbeitsmarktpolitik übrig haben, ist eine Umschichtung von der Arbeitslosenunterstützung hin zu Ausgaben für die Beschäftigung von Arbeitslosen. Das ist Ihre Maßnahme, aber wirtschaftlich bewegen Sie in Wirklichkeit gar nichts. Wo sind denn die echten Reformen? Wo bleibt die Zusammenlegung der Sozialversicherungsanstalten? Warum verstecken Sie die Steuerreform 2000? – Weil Sie Angst vor den nächsten Wahlen haben! Sonst müßten Sie nämlich der Bevölkerung sagen, daß die Steuerreform 2000 ein neuerliches Belastungspaket sein wird. Dieses werden wir mit Sicherheit nicht mittragen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wo bleibt die Modernisierung der Arbeitswelt? – Alle unter Ihrer Mitverantwortung vorgenommenen Ausgliederungen in Post, Bahn, Bundesforsten und anderen Bereichen gehen ausschließlich zu Lasten der Arbeitnehmer. Das geschieht unter einem sozialdemokratischen Bundeskanzler, für den man sich schön langsam wirklich genieren muß. Denn es ist nicht einzusehen, daß in dieser Republik ausschließlich die Arbeitnehmer zur Konsolidierung des Budgets beitragen sollen. Ich erwarte mir von Ihnen endlich Maßnahmen, daß wir in Zukunft wieder sichere Beschäftigung und steigende Einkommen für die Arbeitnehmer haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haidlmayr: Das stimmt überhaupt nicht!
Abgeordneter Manfred Lackner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Geschätzte Damen und Herren! Kontinuität in der Gesundheitspolitik bedeutet für die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, daß sie an einem Gesundheitssystem teilhaben, das hohe Qualität und Sicherheit für die Betroffenen bietet. Kontinuität und Qualität werden durch das heute zur Beschlußfassung vorliegende Gesundheitsbudget als wichtige Anliegen dieser Bundesregierung – insbesondere der Frau Gesundheitsministerin – fortgeschrieben. (Abg. Haidlmayr: Das stimmt überhaupt nicht!) Die begonnenen Reformen im Bereich des Gesundheitswesens werden fortgesetzt, um jenen hohen Standard in der medizinischen Versorgung weiterhin garantieren zu können. (Abg. Haidlmayr: Den haben wir ja noch gar nicht!)
Abg. Haidlmayr: Den haben wir ja noch gar nicht!
Abgeordneter Manfred Lackner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Geschätzte Damen und Herren! Kontinuität in der Gesundheitspolitik bedeutet für die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, daß sie an einem Gesundheitssystem teilhaben, das hohe Qualität und Sicherheit für die Betroffenen bietet. Kontinuität und Qualität werden durch das heute zur Beschlußfassung vorliegende Gesundheitsbudget als wichtige Anliegen dieser Bundesregierung – insbesondere der Frau Gesundheitsministerin – fortgeschrieben. (Abg. Haidlmayr: Das stimmt überhaupt nicht!) Die begonnenen Reformen im Bereich des Gesundheitswesens werden fortgesetzt, um jenen hohen Standard in der medizinischen Versorgung weiterhin garantieren zu können. (Abg. Haidlmayr: Den haben wir ja noch gar nicht!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Kollegin Haidlmayr! Es ist in Ordnung, wenn Sie meinen, daß wir dies noch nicht haben. Das ist Ihr gutes Recht. Aber ich bin der tiefen Überzeugung – und ich bin schon sehr lange in diesem Bereich tätig –, daß wir eine sehr gute medizinische Versorgung haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Sie können mir das glauben, ich kann es mit sehr vielen Beispielen untermauern. Selbstverständlich ist es Ihr legitimes Recht in der Opposition, daß Sie alles mit einer dunkleren Brille sehen. Das steht Ihnen natürlich frei.
Abg. Dr. Pumberger: Tatsächliche Berichtigung?
Abschließend noch kurz zu den Ausführungen des Gesundheitssprechers der FPÖ. Herr Kollege Pumberger! (Abg. Dr. Pumberger: Tatsächliche Berichtigung?) Wenn Sie mit Ihrem heutigen Vortrag beweisen wollten, daß Sie die Primitivargumentation zu Ihrem obersten Prinzip gemacht haben, so ist Ihnen das in der Tat sehr eindrucksvoll gelungen. Man muß Ihnen schon wieder recht dankbar dafür sein, daß Sie in Ihrer Kritik so maßlos überziehen. (Abg. Dr. Pumberger: Das sind Fakten!) Denn das, was Sie hier vorgebracht haben, glaubt Ihnen in ganz Österreich kein Mensch, Herr Dr. Pumberger! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Pumberger: Das sind Fakten!
Abschließend noch kurz zu den Ausführungen des Gesundheitssprechers der FPÖ. Herr Kollege Pumberger! (Abg. Dr. Pumberger: Tatsächliche Berichtigung?) Wenn Sie mit Ihrem heutigen Vortrag beweisen wollten, daß Sie die Primitivargumentation zu Ihrem obersten Prinzip gemacht haben, so ist Ihnen das in der Tat sehr eindrucksvoll gelungen. Man muß Ihnen schon wieder recht dankbar dafür sein, daß Sie in Ihrer Kritik so maßlos überziehen. (Abg. Dr. Pumberger: Das sind Fakten!) Denn das, was Sie hier vorgebracht haben, glaubt Ihnen in ganz Österreich kein Mensch, Herr Dr. Pumberger! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend noch kurz zu den Ausführungen des Gesundheitssprechers der FPÖ. Herr Kollege Pumberger! (Abg. Dr. Pumberger: Tatsächliche Berichtigung?) Wenn Sie mit Ihrem heutigen Vortrag beweisen wollten, daß Sie die Primitivargumentation zu Ihrem obersten Prinzip gemacht haben, so ist Ihnen das in der Tat sehr eindrucksvoll gelungen. Man muß Ihnen schon wieder recht dankbar dafür sein, daß Sie in Ihrer Kritik so maßlos überziehen. (Abg. Dr. Pumberger: Das sind Fakten!) Denn das, was Sie hier vorgebracht haben, glaubt Ihnen in ganz Österreich kein Mensch, Herr Dr. Pumberger! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Pumberger: Passen Sie auf, daß Sie keinen Ordnungsruf für diese Unterstellung kriegen!
Ihre maßlos überzogene Kritik, Ihr wahrlich unanständiger Umgang mit der Wahrheit – ich muß da ein bißchen vorsichtig sein – und die tatsächliche Berichtigung von Frau Kollegin Pittermann beweisen ja Ihren ... (Abg. Dr. Pumberger: Passen Sie auf, daß Sie keinen Ordnungsruf für diese Unterstellung kriegen!) Was? – Die tatsächliche Berichtigung von Frau Kollegin Pittermann beweist ja Ihren Umgang mit der Wahrheit, oder nicht? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Ich habe nicht gesagt, wieviel ...!) Herr Dr. Pumberger! Sie haben sehr wohl gesagt, daß die Frau Kollegin Bezüge erhält, die sie in der Tat nicht bezieht.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Ich habe nicht gesagt, wieviel ...!
Ihre maßlos überzogene Kritik, Ihr wahrlich unanständiger Umgang mit der Wahrheit – ich muß da ein bißchen vorsichtig sein – und die tatsächliche Berichtigung von Frau Kollegin Pittermann beweisen ja Ihren ... (Abg. Dr. Pumberger: Passen Sie auf, daß Sie keinen Ordnungsruf für diese Unterstellung kriegen!) Was? – Die tatsächliche Berichtigung von Frau Kollegin Pittermann beweist ja Ihren Umgang mit der Wahrheit, oder nicht? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Ich habe nicht gesagt, wieviel ...!) Herr Dr. Pumberger! Sie haben sehr wohl gesagt, daß die Frau Kollegin Bezüge erhält, die sie in der Tat nicht bezieht.
Abg. Mag. Posch: Versteht er nicht, ein Privatissimum!
Im übrigen sind Sie, Herr Kollege, wirklich immer sehr schlecht informiert. Ich könnte jetzt noch auf Ihren Beitrag bezüglich der Bezahlung der Primarärzte eingehen, und so weiter. Selbstverständlich kann ich das in einem Privatissimum mit Ihnen gern einmal nachholen, damit Sie zumindest in Zukunft ... (Abg. Mag. Posch: Versteht er nicht, ein Privatissimum!) Das versteht er nicht? – Im Privatunterricht werde ich das gerne machen, damit Sie auch wissen, wie es wirklich aussieht.
Abg. Dr. Pumberger: Wer nichts tut, macht keine Fehler!
Meine Damen und Herren! Im übrigen ist die Gesundheitspolitik in Österreich sicherlich auf dem richtigen Weg. Sie liegt besonders bei der Frau Bundesministerin in bewährten und guten Händen, und so soll es bleiben. (Abg. Dr. Pumberger: Wer nichts tut, macht keine Fehler!) Wir werden diesem Budget selbstverständlich unsere Zustimmung erteilen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Im übrigen ist die Gesundheitspolitik in Österreich sicherlich auf dem richtigen Weg. Sie liegt besonders bei der Frau Bundesministerin in bewährten und guten Händen, und so soll es bleiben. (Abg. Dr. Pumberger: Wer nichts tut, macht keine Fehler!) Wir werden diesem Budget selbstverständlich unsere Zustimmung erteilen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pumberger: Ja! 60 000 S!
Abgeordnete Dr. Martina Gredler (Liberales Forum): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Zuerst möchte ich mich möglicherweise im Namen einer Frau zu Wort melden, die sich hier nicht verteidigen kann. Es war die Rede von einer Patientin namens Christine Vranitzky, die sich hier nicht verteidigen kann. (Abg. Dr. Pumberger: Ja! 60 000 S!) Herr Kollege! Erstens muß ich Ihnen sagen: Es gibt keine erste Klasse auf Flügen nach Hannover, sondern nur Business Class. Das sollten Sie wissen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Martina Gredler (Liberales Forum): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Zuerst möchte ich mich möglicherweise im Namen einer Frau zu Wort melden, die sich hier nicht verteidigen kann. Es war die Rede von einer Patientin namens Christine Vranitzky, die sich hier nicht verteidigen kann. (Abg. Dr. Pumberger: Ja! 60 000 S!) Herr Kollege! Erstens muß ich Ihnen sagen: Es gibt keine erste Klasse auf Flügen nach Hannover, sondern nur Business Class. Das sollten Sie wissen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mein lieber Herr Kollege! Das ist eine bodenlose Frechheit gegenüber dieser Patientin. (Beifall bei der SPÖ.) Was Sie hier machen, ist ein Mißbrauch von persönlichen Daten. Das ist nicht gerecht. Sie können es erwidern. Diese Frau ist immunsupprimiert nach Hause geflogen. Sie kreiden ihr an, daß sie nicht wußte, an welchem Tag sie nach Hause fliegen kann, und somit auch ihr Ticket nicht vorher bestellt hat. (Abg. Brix: Das ist schäbig!) Das ist wirklich unfair dieser Frau gegenüber! (Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Brix: Das ist schäbig!
Mein lieber Herr Kollege! Das ist eine bodenlose Frechheit gegenüber dieser Patientin. (Beifall bei der SPÖ.) Was Sie hier machen, ist ein Mißbrauch von persönlichen Daten. Das ist nicht gerecht. Sie können es erwidern. Diese Frau ist immunsupprimiert nach Hause geflogen. Sie kreiden ihr an, daß sie nicht wußte, an welchem Tag sie nach Hause fliegen kann, und somit auch ihr Ticket nicht vorher bestellt hat. (Abg. Brix: Das ist schäbig!) Das ist wirklich unfair dieser Frau gegenüber! (Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Mein lieber Herr Kollege! Das ist eine bodenlose Frechheit gegenüber dieser Patientin. (Beifall bei der SPÖ.) Was Sie hier machen, ist ein Mißbrauch von persönlichen Daten. Das ist nicht gerecht. Sie können es erwidern. Diese Frau ist immunsupprimiert nach Hause geflogen. Sie kreiden ihr an, daß sie nicht wußte, an welchem Tag sie nach Hause fliegen kann, und somit auch ihr Ticket nicht vorher bestellt hat. (Abg. Brix: Das ist schäbig!) Das ist wirklich unfair dieser Frau gegenüber! (Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Brix: Schäbig! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wären Sie in derselben Lage – daß Sie ein Organ brauchen –, dann würden Sie alles in der Welt tun, um das Organ zu bekommen! (Abg. Brix: Schäbig! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich verstehe es, daß man so etwas in einem Spital machen läßt, in dem man das nötige Vertrauen zum Operateur hat. Es gibt auch in Hannover Österreicher, die operieren, und diese sind dafür bekannt, daß sie Herzen sehr gut transplantieren. – Das ist unglaublich! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum schreien Sie so?)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum schreien Sie so?
Wären Sie in derselben Lage – daß Sie ein Organ brauchen –, dann würden Sie alles in der Welt tun, um das Organ zu bekommen! (Abg. Brix: Schäbig! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich verstehe es, daß man so etwas in einem Spital machen läßt, in dem man das nötige Vertrauen zum Operateur hat. Es gibt auch in Hannover Österreicher, die operieren, und diese sind dafür bekannt, daß sie Herzen sehr gut transplantieren. – Das ist unglaublich! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum schreien Sie so?)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.
Ja, ich entschuldige mich. Sie haben recht, Frau Kollegin, ich sollte das ruhiger sagen. Aber ich glaube, daß man bei Patientinnen und Patienten, die Transplantationen unterzogen werden, auch Emotionen zeigen darf. – Jetzt komme ich zum Thema zurück. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich würde mir wünschen, daß diese Änderungen wirklich durchgeführt werden. Sie sind in unser beider Sinn, Frau Bundesministerin, sie führen zu höherer Effizienz und weniger Kosten bei großer Professionalität. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf kurz einen dritten Punkt, der mir wichtig ist, anschneiden. Dr. Stummvoll hat bereits darauf hingewiesen, wie wichtig der Volkspartei die Beschäftigung der Jugendlichen ist. Die Beschäftigung der Jugendlichen ist das zentrale Anliegen der Sozialpolitik der Volkspartei. Die Ausbildungsbetriebe, aber auch die Eltern von Lehrlingen, die uns täglich fragen, was heuer im Sommer passiert, stellen hohe Erwartungen an die neue Verordnung über die verbotenen Arbeiten von Jugendlichen. Ich bitte, Frau Bundesministerin, daß wir diesbezüglich eine praxisgerechte Lösung finden, die den Betrieben und den Jugendlichen dient! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir brauchen eine Verordnung, die leicht lesbar ist. Wir brauchen klare Regelungen, wir brauchen aber auch eine korrekte Umsetzung der EU-Jugendschutzrichtlinie. Ich bitte, nicht wieder dem Ehrgeiz zu verfallen, zum Umsetzungssieger innerhalb der EU zu werden. Ich meine, daß das, was für alle Jugendlichen in der EU Gültigkeit hat, auch für unsere Jugendlichen in Österreich ausreichend sein muß und daß wir den Betrieben nicht das Gefühl geben sollten, dabei einer Schikane zu unterliegen. – Ich danke, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein Beispiel dazu: Wenn in Österreich ein Medikament neu zugelassen werden soll, dann wird es zuerst von der Frau Bundesministerin im Bundesministerium registriert. Aber nicht nur das, denn dann fangen die Sozialversicherungen noch einmal an, über Indikationen, medizinische Notwendigkeiten und Pharmakologie zu diskutieren. Jetzt soll es einen neuen Rahmenvertrag geben. Was glauben Sie, welche Institution bei der Zulassung eines neuen Medikaments dann ausfällt? – Natürlich das Gesundheitsministerium! Wo liegt also die fortschrittsbehindernde Autorität? – Bei den Sozialversicherungen. Was ist das Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales? – Eine Zweigstelle der Sozialversicherungen, die jetzt dazu noch aufgelassen werden sollen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das gesamte österreichische Gesundheitssystem ist derzeit durch einen Reformstau lahmgelegt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Frau Ministerin! Ich bin seit 20 Jahren Ärztin. Die Diskreditierung meines Berufsstandes, wie sie derzeit erfolgt – er wird als kostenverursachend, geldgierig und verantwortungslos hingestellt –, hat ein Ausmaß erreicht, das ich einfach nicht mehr tolerieren kann und das auch nicht mehr tolerierbar ist, und zwar nicht nur von uns Ärzten, sondern auch von den Patienten, zu denen wir nach wie vor ein sehr gutes Vertrauensverhältnis haben. Sie werden mit dieser Politik nicht nur jene 36 000 Ärzte, die es in Österreich gibt, sondern auch die Patienten und alle in den Gesundheitsberufen Tätigen als Wähler verlieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! SOS im Gesundheitssystem! Nehmen Sie es sich zu Herzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Blünegger.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin Hostasch! Hohes Haus! Wenn hier von einem Abgeordneten bedauert wird, daß die Anliegen von 1,5 Millionen Menschen in Österreich, die Mitglieder des Österreichischen Gewerkschaftsbundes sind, berücksichtigt werden, und wenn dieser Abgeordnete als sogenannter Gewerkschafter, der das Wort "Nazi" in seiner eigenen Art buchstabiert, mittels eines Bettelbriefes an Unternehmer sogar schriftlich bestätigt, daß er die Interessen der Unternehmer in diesem Hause wahrnimmt, so spricht das für sich, dann braucht man darauf gar nicht näher einzugehen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Blünegger. )
Abg. Tichy-Schreder: Mit weniger Geld kann man mehr ausbilden!
Wenn jedoch Herr Kollege Stummvoll bezüglich Lehrlingsausbildung sagt – wir freuen uns sehr über seine Worte –, daß die Wirtschaft in Österreich sozusagen die neuen Modelle unterstützen wird, dann muß man ihm schon vor Augen halten, daß in Fohnsdorf alles für die Lehrwerkstätte bereit war. Aufgrund der Verzögerungstaktik der Wirtschaftskammer und aufgrund des Säumigseins des Wirtschaftsministers sind acht Monate vergangen, bis diese Regelung umgesetzt werden konnte. – Ich hoffe, daß dies in Zukunft nicht mehr der Fall sein wird und man Herrn Kollegen Stummvoll beim Wort nehmen kann. (Abg. Tichy-Schreder: Mit weniger Geld kann man mehr ausbilden!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Für solche "Reformen" stehen wir SozialdemokratInnen nicht zur Verfügung! Wir Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen wollen andere Reformen, wie zum Beispiel die heute schon angesprochene Möglichkeit, festsitzenden Zahnersatz auch in Kassenambulatorien wesentlich kostengünstiger anfertigen zu lassen. (Beifall bei der SPÖ.) Wir wollen auch die Bekämpfung illegaler Beschäftigung, denn das, werte Damen und Herren von der ÖVP, ist krassester sozialer Mißbrauch. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Für solche "Reformen" stehen wir SozialdemokratInnen nicht zur Verfügung! Wir Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen wollen andere Reformen, wie zum Beispiel die heute schon angesprochene Möglichkeit, festsitzenden Zahnersatz auch in Kassenambulatorien wesentlich kostengünstiger anfertigen zu lassen. (Beifall bei der SPÖ.) Wir wollen auch die Bekämpfung illegaler Beschäftigung, denn das, werte Damen und Herren von der ÖVP, ist krassester sozialer Mißbrauch. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Schön sprechen!
Frau Kollegin Silhavy! Sie haben gesagt, für eine solche Politik stehen Sie nicht. Ich hoffe, daß Sie auch als SPÖ-Frau für eine solche Form der Frauenpolitik nicht stehen. Welchen Stellenwert die Frauenpolitik in den Reihen der SPÖ hat, wurde wohl durch das beschämende Ergebnis im Zusammenhang mit dem Frauen-Volksbegehren hier in diesem Hause deutlich. Ich werde es der SPÖ noch lange nicht verzeihen, daß sie sich nicht einmal dazu durchringen konnte, das für eine Verfassung ungeeignete Wort "bekennen" durch "verpflichten" auszutauschen, und daß sie einer solch schleißigen Formulierung, als es um die verfassungsrechtliche Absicherung von Frauen gegangen ist, zugestimmt hat. Das heißt, in all diesen Bereichen stellt sich Reformunfähigkeit dar. (Abg. Steibl: Schön sprechen!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich habe jegliche Hoffnung aufgegeben, daß es unter dieser Regierung, insbesondere auch aufgrund der derzeitigen Zweidrittelmehrheit, zu wesentlichen Verbesserungen kommen kann. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich kann Ihnen aber vielmehr dazu gratulieren, daß es Ihnen gemeinsam mit uns in den letzten Jahren und Jahrzehnten gelungen ist, in diesem Land eine hervorragende Politik im Bereich des Sozialwesens und des Gesundheitswesens zu machen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Natürlich kann man das eine oder andere hinterfragen, natürlich gibt es Entwicklungstrends, aber ich glaube, daß nicht die Qualitäts- und Leistungsstärke unseres Systems zu hinterfragen sind, sondern vielmehr die Einstellung, mit der Sozial- und Gesundheitspolitik diskutiert wird.
Beifall bei der ÖVP.
Wir sollen auch heute und hier anerkennen, daß es Tausende Österreicherinnen und Österreicher gibt, die als Jungunternehmer antreten, den Mut haben, sich der Herausforderung zu stellen, und anderen Menschen damit Arbeit geben. Wir sollen auch klar sagen, daß wir die Verantwortung tragen – gerade auch im Agrarbereich –, dafür zu sorgen, daß weitere Abwanderungen nach Tunlichkeit verhindert, vermieden werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten gute Arbeit im Bereich der Sozial- und Gesundheitspolitik in diesem Land geleistet. Wir werden uns auf diesem Wege weiterbewegen, und das Budget 1999 gibt uns dazu eine verläßliche, gute Grundlage. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
20 000 bis 30 000 Jobs – steht weiters in diesem Aktionsplan – sollen durch eine aktive Arbeitsmarktpolitik geschaffen werden. Also jene, die auf dem Bau, in der Genußmittelindustrie, in der Textilbranche oder in der Grundstoffindustrie keine Arbeit mehr finden, sollen durch Umschulungen wieder einen Job finden. Aber jeder von uns weiß, daß jene Leute, die als erstes gekündigt werden, meistens etwas älter sind. Jemand, der über 50 Jahre alt ist und eine Umschulung mitmacht, fällt im Prinzip nur aus der Arbeitslosenstatistik heraus, zählt dort nicht mit, aber die Umschulung bringt ihm überhaupt nichts, weil er nirgendwo mehr aufgenommen wird. Das ist leider Tatsache! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Sophie Bauer: Da sieht man, daß Sie praxisfremd sind, denn sonst wüßten Sie, daß das nicht so ist!
Wifi und BFI, die Umschulungen durchführen, profitieren davon, aber dort werden auch nicht mehr Leute angestellt. Es werden weder im BFI noch im Wifi dadurch mehr Leute angestellt! (Abg. Sophie Bauer: Da sieht man, daß Sie praxisfremd sind, denn sonst wüßten Sie, daß das nicht so ist!) Es gibt dadurch auch nicht mehr Mitarbeiter, es gibt nicht mehr Beschäftigung. Außerdem sollten 70 000 bis 80 000 neue Arbeitsplätze durch eine Verbesserung der Konjunktur geschaffen werden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das Wirtschaftswachstum in Höhe von 2,5 Prozent soll für eine Ausweitung der Beschäftigung in Österreich sorgen. – Ich frage mich nur, wie die Wirtschaft in Österreich wachsen soll. Denn angesichts der "Gründerwelle", die von dieser Bundesregierung großartig propagiert wurde, muß man feststellen: Im ersten Quartal des Jahres 1998 sind um 12 Prozent weniger Betriebe registriert. Es wurden 1 333 Firmen aus dem Firmenbuch gelöscht. Es gibt zurzeit in Österreich eine Gesamtanzahl von 276 400 Firmen. Die Hemmnisse, daß diese "Gründerwelle" nicht anläuft, liegen einerseits in den hohen Einschreibgebühren für die Gewerbeberechtigung und darin, daß jemand, der selbständig werden will, zigtausende Schilling hinzublättern hat, obwohl es schon genügend Belastungen gibt, da man ja investieren muß, wenn man als Selbständiger anfängt. Ein weiteres Hemmnis ist natürlich die hohe Steuer- und Abgabenquote, die eine Spitze von 44,8 Prozent erreicht hat, was es bisher in Österreich noch nie gab. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein großer Unternehmer, der Autoproduzent Henry Ford, hat einmal gesagt: Autos kaufen keine Autos. Meine Mitarbeiter müssen soviel verdienen, daß sie meine Autos auch kaufen können. – Das beherzigen Sie bitte in Zukunft! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Elisabeth Pittermann (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Durch Herrn Pumberger hat die Debatte wieder ein erschreckendes Niveau bekommen. Ich frage mich, welches Niveau er als Arzt hat, wenn er den Datenschutz von Patienten, auch wenn es nicht seine eigenen sind, derart einschätzt! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist sehr bedauerlich, daß man über eine Patientin redet, auch wenn sie die Gattin eines Prominenten ist. Ich wünsche mir für alle Patienten, daß über ihre Daten nichts verlautbart wird. (Beifall bei der SPÖ.) Wenn heute früh Ihr Generalsekretär so bejammert hat, daß bei jemandem, der offensichtlich nicht ganz korrekt gehandelt hat, ein Brief gefunden wurde und dieser an die Öffentlichkeit gelangt ist, dann muß ich sagen: Die Weitergabe von Patientendaten ist für mich viel bedenklicher! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist sehr bedauerlich, daß man über eine Patientin redet, auch wenn sie die Gattin eines Prominenten ist. Ich wünsche mir für alle Patienten, daß über ihre Daten nichts verlautbart wird. (Beifall bei der SPÖ.) Wenn heute früh Ihr Generalsekretär so bejammert hat, daß bei jemandem, der offensichtlich nicht ganz korrekt gehandelt hat, ein Brief gefunden wurde und dieser an die Öffentlichkeit gelangt ist, dann muß ich sagen: Die Weitergabe von Patientendaten ist für mich viel bedenklicher! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tichy-Schreder. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist schon unterste Lade!
Aber Datenklau und Datenschutz haben für Sie nie eine Rolle gespielt, wenn es um Sie gegangen ist! Sie sind nur weinerlich, wenn es sich um Ihre Person handelt. Wenn Ihre Recherchen bezüglich meiner Person mit der Qualität Ihrer Diagnosen übereinstimmen, dann kann ich Ihre Patienten nur bedauern! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tichy-Schreder. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist schon unterste Lade!)
Abg. Dr. Graf: Herr Pumberger ist ein sehr beliebter Arzt in seiner Heimat! Sehr beliebt!
Wenn Sie der Meinung sind, Abgeordnete sollen sonst keinen Beruf haben, dann sagen Sie das. Dann muß man das diskutieren. Soviel ich weiß, sind Sie niedergelassener praktischer Arzt, sind Sie Gemeindearzt und führen eine Hausapotheke. Auch dazu sind Sie fähig. (Abg. Dr. Graf: Herr Pumberger ist ein sehr beliebter Arzt in seiner Heimat! Sehr beliebt!) – Das mag sein. Seine Diagnosen mögen so gut sein wie seine Recherchen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. )
Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger.
Wenn Sie der Meinung sind, Abgeordnete sollen sonst keinen Beruf haben, dann sagen Sie das. Dann muß man das diskutieren. Soviel ich weiß, sind Sie niedergelassener praktischer Arzt, sind Sie Gemeindearzt und führen eine Hausapotheke. Auch dazu sind Sie fähig. (Abg. Dr. Graf: Herr Pumberger ist ein sehr beliebter Arzt in seiner Heimat! Sehr beliebt!) – Das mag sein. Seine Diagnosen mögen so gut sein wie seine Recherchen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. )
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Grünen.
Mit der Ressourcenverknappung kommt die Forderung nach Sterbehilfe, die wir Sozialdemokraten vehement ablehnen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Grünen.) In meiner 27jährigen Tätigkeit wurde ich niemals ernstlich um Sterbehilfe gebeten, obwohl ich schwerst- bis todkranke Patienten betreue. Ich würde auch Hospizeinrichtungen in allen Akutspitälern, vor allem auch in den Universitätskliniken, zur Lehre und Enttabuisierung des Sterbens für Turnusärzte und Studierende begrüßen.
Beifall bei der SPÖ.
Uns Sozialdemokraten ist die Vorsorgemedizin sowie die Breiten- und Spitzenmedizin ein Anliegen. Wir sind stolz darauf, daß wir innerhalb der EU im Spitzenfeld liegen. Wir werden diese Position weiter ausbauen und stimmen daher dem Budget zu. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stippel: Das ist datenschutzwidrig! – Abg. Wabl: Selbstverständlich ist das eine Verletzung des Datenschutzes!
Ich stelle tatsächlich richtig, daß ich keine Patientendaten weitergegeben habe, nichts, was nicht bereits seit vielen Jahren in den Medien bekanntgegeben wurde. Das Wissen, das ich heute bekanntgegeben habe, war also nicht mehr und nicht weniger, als durch die Medien bereits allen Österreichern zugänglich gemacht wurde. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stippel: Das ist datenschutzwidrig! – Abg. Wabl: Selbstverständlich ist das eine Verletzung des Datenschutzes!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stippel: Das ist ungeheuerlich! Menschenverachtend! Pure Menschenverachtung!
Ich stelle tatsächlich richtig, daß es für einen normalversicherten Österreicher und eine normalversicherte Österreicherin üblich ist, das Organ nach Österreich zu transportieren, und daß dem "normalen" Zwangsversicherten in Österreich das Organ eingepflanzt wird und die Flugkosten daher mit Null zu beziffern sind. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stippel: Das ist ungeheuerlich! Menschenverachtend! Pure Menschenverachtung!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie versprechen 100 000 Arbeitsplätze, Sie sprechen von einer guten Ausgangslage. Sie haben den NAP graphisch sehr schön in vier Säulen gegliedert, und er erzeugt natürlich, so wie er auf dem Papier steht, beim Leser Hoffnungen. Aus freiheitlicher Sicht muß ich einfach sagen: Dieser Nationale Aktionsplan ist, so wie er geschrieben steht, und zwar ohne Verankerung im Budget, ein Mittelding zwischen Wunschkonzert und einem Brief ans Christkind – und nicht mehr. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich muß auch noch folgendes sagen: Meine Kritik richtet sich nicht nur an Sie, Frau Bundesministerin, sondern auch an die Frauen der ÖVP, die mit Ihnen in dieser Regierung ist. Die ÖVP-Frauen sorgen sich laut einem "Kurier"-Artikel von letzter Woche um uns Frauen in der Freiheitlichen Partei. Frau Horngacher, Frau Tichy-Schreder, Frau Rosemarie Bauer und auch Frau Steibl sorgen sich, daß wir freiheitlichen Frauen bei den Männern in der Freiheitlichen Partei untergehen. – Ich sage Ihnen: Wissen Sie, wo Sie all die Jahre untergegangen sind? – In der Sozialpolitik für Frauen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da haben Sie nämlich immer zurückstecken müssen, da hört man von Ihnen gar nichts, und ich habe auch heute bisher nichts von Ihnen gehört, außer immer Absichtserklärungen. Die Wirtschaft hat hier immer bei Ihnen Vorrang gehabt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Also: Sorgen Sie sich bitte nicht um uns, sondern sorgen Sie sich vielleicht auch darum, daß in den eigenen Reihen nicht mehr solche verbalen Entgleisungen im Stile Ihrer "Generalin", Frau Rauch-Kallat, passieren, denn es war erschreckend, was Frau Rauch-Kallat von diesem Pult aus von sich gegeben hat! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sorgen Sie sich vielmehr um Österreichs Frauen und um eine eloquente Sozialpolitik für Frauen! Ich glaube, dann könnten wir wirklich einen Schritt nach vorne machen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Also: Sorgen Sie sich bitte nicht um uns, sondern sorgen Sie sich vielleicht auch darum, daß in den eigenen Reihen nicht mehr solche verbalen Entgleisungen im Stile Ihrer "Generalin", Frau Rauch-Kallat, passieren, denn es war erschreckend, was Frau Rauch-Kallat von diesem Pult aus von sich gegeben hat! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sorgen Sie sich vielmehr um Österreichs Frauen und um eine eloquente Sozialpolitik für Frauen! Ich glaube, dann könnten wir wirklich einen Schritt nach vorne machen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Vorsorgemedizin stellt aber nur eine kleine finanzielle Größe im Budgetvoranschlag 1999 dar. Und ich meine, Frau Bundesministerin, wenn auch einiges geschehen ist: In der Vorsorgemedizin brauchen wir eine totale Kraftanstrengung. (Beifall bei der ÖVP.) Wenn wir nämlich die demographische Entwicklung genau analysieren, stellt sich heraus, daß die Betreuung von Kranken, von Pflegebedürftigen in den nächsten Jahren an Brisanz zunehmen wird.
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Rasinger.
Die Mutter-Kind-Paß-Untersuchung ist in den letzten Monaten und Jahren viel kritisiert und analysiert worden. Ich meine, daß allein aus einer finanziellen Überlegung heraus die Zahl der Mutter-Kind-Paß-Untersuchungen eigentlich nicht zurückgehen dürfte. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Rasinger. ) Und ich bin froh, daß der zuständige Familienminister diesbezüglich eine erste Aktion gesetzt hat, nämlich alle Familien zu informieren, in denen Kleinkinder leben.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir wissen, daß das wichtigste "Medikament", das wir in Österreich haben – das menschliche Blut –, eigentlich sehr differenziert betrachtet wird. Liebe Frau Bundesministerin! Ich glaube, wir gehen konform, wenn ich meine, daß wir allen Blutspenderinnen und Blutspendern in Österreich zu danken haben, die sich bereit erklären, dieses wichtigste "Medikament" weiterzugeben an solche, die es in einer Notsituation, bei Unfällen, bei Operationen, brauchen. Mein Dank richtet sich an alle Blutspenderinnen und Blutspender, aber auch an alle Funktionäre von Vereinen, die die Vereinsmitglieder dazu motivieren, Blut zu spenden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wer österreichische Gesundheitspolitik so negativ betrachtet, macht keine Hoffnung! Wir von den Regierungsparteien meinen, Politik mit Weitblick und Verantwortung ist besser als solche negativen Meldungen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitlichen werden dem Budgetkapitel Soziales jedenfalls keine Zustimmung geben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn man bedenkt, daß von den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen, die an einer Stiftung oder Umschulung teilnehmen, 80 bis 100 Prozent wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden können, so ist das ein großer Erfolg! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte mich abschließend bei der Frau Bundesministerin und ihrem Team recht herzlich für ihr Engagement bedanken, dafür, daß im Bereich beschäftigungspolitischer Maßnahmen so viel umgesetzt werden kann, um den Betroffenen zu helfen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ
Abgeordnete Edeltraud Gatterer (ÖVP): Herr Präsident! Frau Ministerin! Allen Unkenrufen zum Trotz muß man sagen, daß die Sozialpolitik in Österreich in guten Händen ist (Beifall bei ÖVP und SPÖ) , daß die Sozialquote in Österreich nach wie vor sehr hoch ist und sich im europäischen Durchschnitt von vergleichbaren Ländern wirklich sehen lassen kann.
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte aber für die ÖVP nochmals unterstreichen, wie sozial- und familienpolitisch wichtig uns die Mitversicherung für Kinder und nicht berufstätige Ehefrauen ist. Es ist wirklich ein Verdienst – und ich glaube, in einer Budgetdebatte muß man auch diese Verdienste herausstreichen –, daß es bei 5 Millionen Selbstversicherten immerhin 2,7 Millionen Mitversicherte gibt. Ich meine, das ist eine sozialpolitische und familienpolitische Leistung, von der wir nicht abgehen sollten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Das zweite, was ich sehr positiv herausstreichen möchte – es ist heute schon einige Male zitiert worden –: Im Bereich der Pensions- und Altersvorsorge ist Österreich Weltmeister, vor allem, wenn man auch die Pflegevorsorge dazurechnet. Betrachten wir allein die Daten aus dem letzten Sozialbericht: Von 1970 bis 1996 stiegen die Pensionen um 316 Prozent, der Verbraucherpreisindex in dieser Zeit um 211 Prozent. Ich glaube, allein das spricht schon für die hohen Pensionen. Da können wir wirklich sagen, wir sind Weltmeister. Wir haben alles getan, um älteren Menschen eine gute Altersversorgung zu sichern. Und auch wenn man in den Armutsbericht hineinschaut, liest man, daß heute ältere Menschen in Österreich Gott sei Dank nur mehr zu 2 Prozent armutsgefährdet sind. Das spricht für eine sehr gute Politik in diesem Bereich. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Generell ist zu sagen, daß auf uns sehr große Herausforderungen warten und daß die Sicherung der Arbeitsplätze und die Schaffung neuer Arbeitsplätze für die Österreicher das wichtigste Anliegen sind, das wir hier in die Regierung einbringen müssen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Gaugg: Mehr erreicht als die Bundesregierung!
Aktive Arbeitsplatzpolitik ist in allen Bereichen gefragt: im Jugendbereich, im Frauenbereich, in jedem Altersbereich. Ich möchte mich als Abgeordnete hier beim ORF bedanken für die "Ö3"-Aktion zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, im Rahmen derer sich, glaube ich, zirka 250 Betriebe bereit erklärt haben, ungefähr 1 000 neue Lehrplätze zu schaffen. (Abg. Gaugg: Mehr erreicht als die Bundesregierung!) Ich glaube, wenn wir gemeinsam Maßnahmen setzen und ein Bewußtsein schaffen, dann werden wir unsere Sozialpolitik, unsere Arbeitsmarktpolitik im Europaschnitt weiterhin durchaus vorzeigen können. Das ist mein Wunsch – daher Zustimmung für das Budget 1999. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Aktive Arbeitsplatzpolitik ist in allen Bereichen gefragt: im Jugendbereich, im Frauenbereich, in jedem Altersbereich. Ich möchte mich als Abgeordnete hier beim ORF bedanken für die "Ö3"-Aktion zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, im Rahmen derer sich, glaube ich, zirka 250 Betriebe bereit erklärt haben, ungefähr 1 000 neue Lehrplätze zu schaffen. (Abg. Gaugg: Mehr erreicht als die Bundesregierung!) Ich glaube, wenn wir gemeinsam Maßnahmen setzen und ein Bewußtsein schaffen, dann werden wir unsere Sozialpolitik, unsere Arbeitsmarktpolitik im Europaschnitt weiterhin durchaus vorzeigen können. Das ist mein Wunsch – daher Zustimmung für das Budget 1999. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Wir haben im Parlament diese Woche eine kleine Enquete anläßlich des Weltnichtrauchertages, unter dem Motto: "Weniger Tabak, mehr Gesundheit". Ich denke, es wäre sehr gut, wenn sich zum Beispiel auch der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses daran beteiligen und mit gutem Beispiel vorangehen würde, aber so, wie er heute hier gesprochen hat, kann ich mir nicht vorstellen, daß er ein gutes Beispiel abgibt. (Beifall bei der SPÖ. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Werte Kollegen und Kolleginnen! Wir, die europäischen Länder, brauchen eine Debatte dahin gehend, welche Aufgaben der Staat auch künftig erfüllen kann, und nicht eine Debatte, wie sie heute auf weiten Strecken von seiten dreier Parteien geführt wird, was der Staat, speziell die Regierungsparteien, angeblich nicht kann. Meine Kollegin Gatterer hat schon gesagt, daß wir insbesondere im Sozialbereich im Spitzenfeld liegen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Das ist richtig!
Kollege Öllinger hat gesagt, die ÖVP hätte sich von der Sozialpolitik verabschiedet. Darauf kann ich nur sagen – und das gilt auch für die FPÖ –, daß wir weder einen Reformstau noch sonst etwas haben, sondern exzellente Abgeordnete wie Gottfried Feurstein, meinen Kollegen, der sich immens einsetzt (Abg. Dr. Graf: Das ist richtig!), oder Frau Bundesministerin Gehrer oder Herrn Bundesminister Bartenstein, die gemeinsam mit Frau Bundesministerin Hostasch sehr, sehr viel zum Wohle der Menschen weitergebracht haben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Kollege Öllinger hat gesagt, die ÖVP hätte sich von der Sozialpolitik verabschiedet. Darauf kann ich nur sagen – und das gilt auch für die FPÖ –, daß wir weder einen Reformstau noch sonst etwas haben, sondern exzellente Abgeordnete wie Gottfried Feurstein, meinen Kollegen, der sich immens einsetzt (Abg. Dr. Graf: Das ist richtig!), oder Frau Bundesministerin Gehrer oder Herrn Bundesminister Bartenstein, die gemeinsam mit Frau Bundesministerin Hostasch sehr, sehr viel zum Wohle der Menschen weitergebracht haben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Das ist auch richtig!
Wenn es heute geheißen hat, daß sich die Regierung von der Frauenpolitik verabschiedet hätte, so muß ich dem entgegenhalten, Frau Kollegin Schaffenrath, daß man mit Jammern, was anscheinend gang und gäbe ist, nichts weiterbringt (Abg. Dr. Graf: Das ist auch richtig!), sondern nur mit konkreten Vorschlägen, die wir im Zuge der Diskussion des Frauen-Volksbegehrens auch eingebracht haben. Wir müssen auch den Weg gehen, die Menschen zur Selbständigkeit hinzuführen. Und ich glaube, die Aufgabe der Verantwortlichen im Sozialstaat muß sein, nicht die Arbeitslosen, sondern vielmehr die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Der Sozialstaat soll Sicherungsnetz gegen Risken sein, die auf privaten Märkten eben nicht effizient abgedeckt werden können.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
In diesem Sinne, denke ich, sind wir auf einem guten Weg, insbesondere mit dem nationalen Beschäftigungsplan. Wir von der ÖVP stimmen natürlich gerne zu. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Richtig!
Eines in aller Kürze. Zu Beginn der Debatte hat Herr Klubobmann Dr. Khol erklärt, die Budgetkonsolidierung, unser heutiges gutes Budget, sei auf den Schüssel-Kurs zurückzuführen. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Richtig!) Es freut mich, muß ich sagen, daß es wieder mehr Mittel gibt für die aktive Arbeitsmarktpolitik. Wäre es nach dem Dr.-Schüssel-Kurs gegangen, dann hätten wir 1995 – damals hat es nur 5 Milliarden für die aktive Arbeitsmarktpolitik gegeben – um 1 Milliarde gekürzt. Schüssel-Kurs: 1 Milliarde weniger, also 4 Milliarden Schilling für aktive Arbeitsmarktpolitik. – Nächstes Jahr werden wir über 8 Milliarden Schilling Budget haben.
Abg. Kiss: Keine Geschichten erzählen!
Der Schüssel-Kurs hätte bedeutet, daß 1996 das Pensionsalter bei langer Versicherungsdauer um zwei Jahre auf 62 Jahre erhöht worden wäre, er hätte mehr Jugendarbeitslosigkeit bedeutet. (Abg. Kiss: Keine Geschichten erzählen!) Einer, der schon damals nicht ganz daran geglaubt hat, war Dr. Ditz, er war nicht so ganz von Dr. Schüssel überzeugt. (Abg. Kiss: Die Märchenstunde ist vorbei!) Er hat übrigens in der Zwischenzeit bei der Post eine Frühpensionierungsaktion mit 55 Jahren eingeführt. (Abg. Kiss: Staribacher ist passé!)
Abg. Kiss: Die Märchenstunde ist vorbei!
Der Schüssel-Kurs hätte bedeutet, daß 1996 das Pensionsalter bei langer Versicherungsdauer um zwei Jahre auf 62 Jahre erhöht worden wäre, er hätte mehr Jugendarbeitslosigkeit bedeutet. (Abg. Kiss: Keine Geschichten erzählen!) Einer, der schon damals nicht ganz daran geglaubt hat, war Dr. Ditz, er war nicht so ganz von Dr. Schüssel überzeugt. (Abg. Kiss: Die Märchenstunde ist vorbei!) Er hat übrigens in der Zwischenzeit bei der Post eine Frühpensionierungsaktion mit 55 Jahren eingeführt. (Abg. Kiss: Staribacher ist passé!)
Abg. Kiss: Staribacher ist passé!
Der Schüssel-Kurs hätte bedeutet, daß 1996 das Pensionsalter bei langer Versicherungsdauer um zwei Jahre auf 62 Jahre erhöht worden wäre, er hätte mehr Jugendarbeitslosigkeit bedeutet. (Abg. Kiss: Keine Geschichten erzählen!) Einer, der schon damals nicht ganz daran geglaubt hat, war Dr. Ditz, er war nicht so ganz von Dr. Schüssel überzeugt. (Abg. Kiss: Die Märchenstunde ist vorbei!) Er hat übrigens in der Zwischenzeit bei der Post eine Frühpensionierungsaktion mit 55 Jahren eingeführt. (Abg. Kiss: Staribacher ist passé!)
Beifall bei der SPÖ.
Das wollte ich nur sagen. Inzwischen hat Dr. Schüssel dazugelernt, er kommt ja an sich aus einer guten Schule. Und das ist die Grundlage dafür, daß die Koalition derzeit auf sehr gutem Wege ist, unser Sozialsystem mit einem sozialen und konstruktiven Budget zu halten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Und im übrigen: Herr Dr. Pumberger, Ihre völlig unhaltbaren Angriffe auf die Frau des früheren Bundeskanzlers sind wohl auch in Ihrer Karriere, so hoffe ich, Ihr Tiefststand im Moralbereich! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Herr Kollege Hums, eines werden Sie uns schon zugestehen, glaube ich, nämlich daß der Staribacher-Kurs in die falsche Richtung gegangen wäre (Beifall bei der ÖVP) und daß der Schüssel-Kurs erst ermöglicht hat, daß wir uns heute über die Budgetzahlen freuen können. Unter Staribacher hätten wir ein Defizit von 200 Milliarden und mehr gehabt. Also das muß man, glaube ich, der Wahrheit halber schon eingestehen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Herr Kollege Hums, eines werden Sie uns schon zugestehen, glaube ich, nämlich daß der Staribacher-Kurs in die falsche Richtung gegangen wäre (Beifall bei der ÖVP) und daß der Schüssel-Kurs erst ermöglicht hat, daß wir uns heute über die Budgetzahlen freuen können. Unter Staribacher hätten wir ein Defizit von 200 Milliarden und mehr gehabt. Also das muß man, glaube ich, der Wahrheit halber schon eingestehen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Bundesministerin! Es ist heute schon von vielen Rednern unser hervorragendes Sozial- und Gesundheitssystem gelobt worden – und ich möchte sagen, zu Recht. Wir sind ein Vorbild in ganz Europa, was die Kennzahlen, was die Daten anbelangt. Wir haben die zweitniedrigsten Arbeitslosenzahlen in der Europäischen Union, obwohl sie immer noch zu hoch sind. Wir haben ein Gesundheitssystem, um das uns andere Länder beneiden. Ich glaube, wir in Österreich haben es nicht nötig, uns von außen Tips geben zu lassen oder uns selber Tips zu geben, was für uns am besten wäre, beispielsweise das amerikanische System. Frau Kollegin Gatterer hat es vorhin schon erwähnt: Ein flächendeckendes Gesundheitssystem gibt es fast nirgends sonst als in Österreich. Ich glaube daher, daß sich die Amerikaner bei uns eine Anleihe nehmen und etwas abschauen könnten und nicht wir nach Amerika blicken müssen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Also ich glaube, man sollte die Diskussion schon so führen, daß man davon ausgeht, daß es Modelle für die Reduzierung gibt, daß es aber kein generelles Modell gibt, das als Allheilmittel gelten kann. Wir in Österreich haben die Arbeitszeiten immer nur dann reduziert, wenn die wirtschaftlichen Daten so gut waren, daß wir uns das auch leisten konnten. Die Rechnung: Weniger arbeiten, mehr haben!, die geht eben nicht auf. Dazu brauchen wir gar keine höhere Mathematik. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Anregung an Sie ist, ob man sich nicht vorstellen könnte, so etwas wie einen Bundessozialfonds einzurichten, durch den genau für diese Fälle, die durch den Rost fallen, Möglichkeiten geschaffen werden, zu helfen. Man könnte diesen Sozialfonds aus Budgetmitteln sponsern, aber gleichzeitig auch dafür sorgen, daß vielleicht freiwillige Beiträge auch steuerabzugsfähig sind und somit dieser Topf gespeist werden könnte. Es ist dies eine Anregung für jene, die wirklich keine Chance und keine Möglichkeit haben, mit den Maßnahmen, die wir derzeit haben, ein lebenswertes Leben zu gestalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lukesch: Sehr gut! Prima Rede!
Ich glaube, durch ein kleines Drehen an der Schraube könnte jenen, die durch Krankheit ohnehin bedient sind und die neben ihrer Krankheit auch noch bürokratische Hürden auf sich nehmen müssen, geholfen werden. Namens jener Dauerkranken, die ohne Medikament nicht mehr leben können, bitte ich darum, zu überlegen, größere Tranchen und größere Verpackungseinheiten anzubieten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lukesch: Sehr gut! Prima Rede!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Dieser erfolgreiche Weg, ein nach wie vor beschwerlicher Weg, wird durch das Budget 1999 fortgesetzt und abgesichert. Daher darf ich Sie bitten, diesem Budget Ihre Zustimmung zu erteilen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich möchte dazu eine klare Aussage machen: Eine ausgezeichnete Wirtschaftspolitik ist Voraussetzung für eine gute Sozial- und eine gute Gesundheitspolitik! (Beifall bei der ÖVP.) Wir haben eine gute Sozialpolitik, wir haben eine gute Gesundheitspolitik, und das setzt einiges voraus: eben eine funktionierende Wirtschaft.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Die Ausnahmebestimmungen für Kleinstunternehmer sollen helfen, vor allem nebenberufliche gewerbliche Tätigkeiten zu ermöglichen – ich betone: nebenberuflich –, was bisher aus finanziellen Gründen legal nicht machbar war. So könnte sich in Zukunft eine Hausfrau oder auch ein Student gegen einen geringen Beitrag an Unfallversicherung zu-mindest ein paar Tausender im Monat dazuverdienen. Das wäre eine Chance, zusätzliche Einkommensquellen zu erschließen und es möglich zu machen, daß mehr Menschen unternehmerisch tätig werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Eine gute Rede!
Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Frau Sozialministerin! Die Wirtschaftskammer hat immer bewiesen, daß sie bereit ist, an sinnvollen Lösungen für die Wirtschaft und damit für die Gesellschaft mitzuwirken und einen aktiven Beitrag zu leisten. Ich erinnere nur daran, daß wir die Chipkarte nicht nur als Krankenscheinersatz gefordert haben, sondern daß wir für die Einführung auch 300 Millionen Schilling bezahlen werden. Eine konkrete Lösung ist damit Realität geworden. Wir sind bereit zu gemeinsamen Lösungen, meine Damen und Herren, die die anstehenden Reformen im Sozialversicherungsrecht auch möglichst bald umsetzen lassen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Eine gute Rede!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Dem kann man nur vollinhaltlich zustimmen. Diese Worte stammen aber nicht von einem freiheitlichen Redner, nicht von einem Redner einer anderen Oppositionspartei, sondern aus einer Publikation der Offiziersgesellschaft, die ja wohl Ihrem Bereich zuzurechnen ist, Herr Bundesminister. Wir sind eben schon so weit – das sollte wohl am Anfang dieser Budgetdebatte stehen –, daß selbst Ihre ureigensten Anhänger, daß selbst Ihre Bediensteten, die Mitglieder der Offiziersgesellschaft, mit derart harten Worten dieses Budget und damit auch Ihre Verteidigungspolitik kritisieren müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Das stimmt nicht! Eine glatte Fehlmeinung, was Sie hier sagen!
Da lasse ich auch nicht den Einwand gelten, da müsse man die Marine abziehen, denn, meine Damen und Herren, die Schweden haben in Europa, wenn man von den Griechen absieht, das höchste Landesverteidigungsbudget. Ganz konsequent! Ein Staat, der bündnisfrei seine eigene Verteidigung allein auf sich gestellt organisieren muß, muß eben auf der anderen Seite mehr in die eigene Verteidigung investieren. (Abg. Wabl: Das stimmt nicht! Eine glatte Fehlmeinung, was Sie hier sagen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie, Herr Bundesminister, in Ihrer Verantwortung und auch die gesamte Bundesregierung gehen einen anderen Weg. Sie können sich nicht entscheiden, wie die künftige sicherheitspolitische Situation Österreichs weitergeht – Mitgliedschaft in einem Bündnis oder bündnisfrei –, Sie können sich auf der anderen Seite auch nicht dazu durchringen, endlich einmal konsequent dafür zu sorgen, daß das österreichische Bundesheer jene Mittel zur Verfügung gestellt bekommt, die notwendig sind, um den Auftrag, den diese Institution durch unsere Verfassung bekommen hat, auch wirklich erfüllen zu können, Herr Verteidigungsminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Tichy-Schreder: Das Lachen ärgert Sie?
Sie sind, wie Sie sich immer rühmen, der längstdienende Minister. Da fragt man sich wirklich: Was haben Sie in diesen acht Jahren erreicht? Wenn man sich die Struktur dieses Budgets ansieht, dann muß man sagen, es geht in die völlig falsche Richtung, Herr Verteidigungsminister. Bei den Personalaufwendungen haben Sie ein Plus von über 400 Millionen Schilling, bei den Sachaufwendungen ein Minus von 120 Millionen Schilling. – Ja, Sie lachen schon wieder. Das ist es, was die Leute am meisten ärgert, vor allem die, die tagtäglich von dieser katastrophalen Situation betroffen sind. (Abg. Tichy-Schreder: Das Lachen ärgert Sie?) Auch Sie, Frau Kollegin, sollten sich das einmal in der Praxis ansehen. Das ist ja ungeheuerlich, daß man bei dieser Situation noch lacht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Tichy-Schreder: Lachen ist gesund!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Tichy-Schreder: Lachen ist gesund!
Sie sind, wie Sie sich immer rühmen, der längstdienende Minister. Da fragt man sich wirklich: Was haben Sie in diesen acht Jahren erreicht? Wenn man sich die Struktur dieses Budgets ansieht, dann muß man sagen, es geht in die völlig falsche Richtung, Herr Verteidigungsminister. Bei den Personalaufwendungen haben Sie ein Plus von über 400 Millionen Schilling, bei den Sachaufwendungen ein Minus von 120 Millionen Schilling. – Ja, Sie lachen schon wieder. Das ist es, was die Leute am meisten ärgert, vor allem die, die tagtäglich von dieser katastrophalen Situation betroffen sind. (Abg. Tichy-Schreder: Das Lachen ärgert Sie?) Auch Sie, Frau Kollegin, sollten sich das einmal in der Praxis ansehen. Das ist ja ungeheuerlich, daß man bei dieser Situation noch lacht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Tichy-Schreder: Lachen ist gesund!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler – einen Prospekt in die Höhe haltend –: Friedenspolitik ist gefragt!
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Es werden tagtäglich in dieser Republik, in diesem Bundesheer Grundwehrdiener für einen Einsatz ausgebildet, den sie aufgrund der schlechten Infrastruktur im Ernstfall nicht überleben können, und Sie können nichts anderes tun, als darüber zu lachen! Was haben Sie denn für eine Verantwortung gegenüber unseren Österreichern, gegenüber den Grundwehrdienern in dieser Republik? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler – einen Prospekt in die Höhe haltend –: Friedenspolitik ist gefragt!)
Abg. Wabl: Wir sind auf dem richtigen Weg!
Vom Personal her gesehen haben wir jetzt wieder gehört, daß die Zivildienstzahlen nach wie vor explodieren. Mit 10 000 Zivildienern im Jahr wird gerechnet. (Abg. Wabl: Wir sind auf dem richtigen Weg!) Das heißt, Sie werden pro Jahr nur mehr 25 000 Grundwehrdiener haben. Auch das liegt unter den Zahlen, die Sie Ihrer Neugliederung zugrunde gelegt haben. Von den Beschaffungspaketen gar nicht zu reden, Herr Verteidigungsminister!
Abg. Wabl: Nein, das Parlament nicht!
Meine Damen und Herren! Dieses Parlament hat vor einigen Monaten ein Mech-Paket beschlossen (Abg. Wabl: Nein, das Parlament nicht!), auch mit den Stimmen unserer Fraktion. Da haben wir Ihnen geglaubt, als Sie gesagt haben, da gibt es jetzt die Kampfpanzer LEOPARD II – schön und gut, wichtige Sache (Abg. Wabl: Der Landesverteidigungsrat hat das Mech-Paket beschlossen, nicht das Parlament!) –, dann gibt es Radpanzer PANDUR – Auftrag für die österreichische Wirtschaft –, dann gibt es den Schützenpanzer ULAN.
Abg. Wabl: Der Landesverteidigungsrat hat das Mech-Paket beschlossen, nicht das Parlament!
Meine Damen und Herren! Dieses Parlament hat vor einigen Monaten ein Mech-Paket beschlossen (Abg. Wabl: Nein, das Parlament nicht!), auch mit den Stimmen unserer Fraktion. Da haben wir Ihnen geglaubt, als Sie gesagt haben, da gibt es jetzt die Kampfpanzer LEOPARD II – schön und gut, wichtige Sache (Abg. Wabl: Der Landesverteidigungsrat hat das Mech-Paket beschlossen, nicht das Parlament!) –, dann gibt es Radpanzer PANDUR – Auftrag für die österreichische Wirtschaft –, dann gibt es den Schützenpanzer ULAN.
Abg. Wabl: Heute wird der Fasslabend in die Zange genommen von links und von rechts!
Herr Verteidigungsminister! Sie jonglieren dann noch mit Zahlen. Es hat einmal geheißen, 500 Radpanzer würden wir brauchen, im Landesverteidigungsrat war dann von 200 bis 230 Radpanzern die Rede – die Kollegen der sozialdemokratischen Fraktion werden mir recht geben –, und jetzt plötzlich werden die 68 miteingerechnet, die wir ja schon haben, also sind es nur mehr 130. Wenn Sie aber Ihre eigene Reform ernst nehmen würden, dann müßten Sie wissen, daß für eine derartige mechanisierte Infanteriebrigade allein 180 Radpanzer notwendig wären. (Abg. Wabl: Heute wird der Fasslabend in die Zange genommen von links und von rechts!) Also wo stimmt denn Ihr Konzept, wo stimmen Ihre Rahmenbedingungen?
Abg. Wabl: Gott sei Dank!
Es gibt keine Antwort auf die Frage der Draken-Nachfolge. (Abg. Wabl: Gott sei Dank!) Sie wissen, daß das unbedingt notwendig wäre. Es werden uns die Piloten davonlaufen. Wir werden bald keine Luftraumüberwachung mehr haben. Sie haben im Ausschuß gesagt, frühestens nach Abschluß des Mech-Pakets wird über diese Frage diskutiert werden, also nach 10 bis 15 Jahren.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! So geht man nicht mit österreichischen Staatsbürgern um, die im Ernstfall letztlich ihr Leben aufs Spiel setzen, um die Sicherheit dieses Landes zu gewährleisten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sind der längstdienende Verteidigungsminister, leider haben Sie in diesen acht Jahren eines geschafft: Sie haben das "Bundesheer light", das Marizzi einmal vor vielen Jahren verlangt hat, in Ihrem Ressort umgesetzt. – Eine Katastrophe für dieses Heer und letztlich auch eine Katastrophe für die Sicherheit unseres Landes! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Assistenzeinsatz an der ungarischen Grenze, der seit 1990 ausgeübt wird, kostet jährlich 400 Millionen Schilling, meine Damen und Herren. Das sind in Summe 3,2 Milliarden Schilling, die sich dem Verteidigungsministerium zu Buche schlagen. Dieser Einsatz wird auch im kommenden Jahr mit 2 000 Mann zur Überwachung des Boden- und Luftraumes fortgesetzt und gibt den Österreichern und den Österreicherinnen, gibt unserem Land zu Recht die zustehende Sicherheit an der Grenze. Also ein Ja! Wir können den Österreichern mit unserem Bundesheer Sicherheit zusichern, Kollege Scheibner. Ja, wir können die Sicherheit garantieren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Übernehmen Sie dann die Verantwortung?
Der Finanzminister wird die Kosten in Zukunft allerdings nicht dem Landesverteidigungsministerium zuordnen können (Abg. Scheibner: Übernehmen Sie dann die Verantwortung?), sondern sie eigens abzudecken haben – das ist eine unbedingte Notwendigkeit. (Abg. Scheibner: Warum wollen Sie unserem Antrag dann nicht zustimmen?)
Abg. Scheibner: Warum wollen Sie unserem Antrag dann nicht zustimmen?
Der Finanzminister wird die Kosten in Zukunft allerdings nicht dem Landesverteidigungsministerium zuordnen können (Abg. Scheibner: Übernehmen Sie dann die Verantwortung?), sondern sie eigens abzudecken haben – das ist eine unbedingte Notwendigkeit. (Abg. Scheibner: Warum wollen Sie unserem Antrag dann nicht zustimmen?)
Abg. Jung: Haben Sie schon etwas von Inflation gehört?
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich folgendes feststellen: Obwohl das Verteidigungsbudget 1999 gegenüber jenem von 1998 um 122 Millionen Schilling mehr zur Verfügung hat und dies eine Steigerung von 0,6 Prozent bedeutet (Abg. Jung: Haben Sie schon etwas von Inflation gehört?), werden wir im europäischen Vergleich auch weiterhin zu den Ländern mit den niedrigsten Verteidigungsbudgets gehören, weil wir eben sparen müssen – auch wenn uns das da und dort weh tut. (Abg. Dr. Ofner: Murauer! Das niedrigste!)
Abg. Dr. Ofner: Murauer! Das niedrigste!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich folgendes feststellen: Obwohl das Verteidigungsbudget 1999 gegenüber jenem von 1998 um 122 Millionen Schilling mehr zur Verfügung hat und dies eine Steigerung von 0,6 Prozent bedeutet (Abg. Jung: Haben Sie schon etwas von Inflation gehört?), werden wir im europäischen Vergleich auch weiterhin zu den Ländern mit den niedrigsten Verteidigungsbudgets gehören, weil wir eben sparen müssen – auch wenn uns das da und dort weh tut. (Abg. Dr. Ofner: Murauer! Das niedrigste!)
Abg. Wabl: Wo?
Minister Fasslabend ist es jedoch zu verdanken, daß es mit diesem Budget trotzdem gelingt, Sicherheit für Österreich zu garantieren. Jawohl, man kann mit dem österreichischen Bundesheer die Sicherheit gewährleisten und den Anforderungen gerecht werden und das Beste aus den vorhandenen Mitteln machen. Es gelingt unserem Bundesminister und unseren Militärs, und das trotz des Sparbudgets. Ein Grund dafür ist, daß die Einsparungen nicht bei der Kampfkraft der Truppe, sondern im Verwaltungsbereich gemacht worden sind. (Abg. Wabl: Wo?)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das ist ja ungeheuerlich!
Das Bundesheer stellt unter Minister Fasslabend auch auf internationalem Gebiet unter Beweis, daß es die ihm gestellten Aufgaben optimal zu lösen weiß. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das ist ja ungeheuerlich!) Ich verweise auf die Einsätze im Rahmen der UNO, der OSZE – Herr Kollege, falls Sie das wissen –, die Beteiligung an der "Partnerschaft für den Frieden", wo die österreichischen Einheiten regelmäßig internationale Anerkennung bekommen. Allein in der "PfP" haben wir an elf Übungen teilgenommen und auch bei der Katastrophe in Polen unseren Mann gestellt. Das sind Erfolge, die dem österreichischen Bundesheer, aber durchaus auch den Verantwortlichen, insbesondere dem Minister, zugeteilt werden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Bundesheer stellt unter Minister Fasslabend auch auf internationalem Gebiet unter Beweis, daß es die ihm gestellten Aufgaben optimal zu lösen weiß. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das ist ja ungeheuerlich!) Ich verweise auf die Einsätze im Rahmen der UNO, der OSZE – Herr Kollege, falls Sie das wissen –, die Beteiligung an der "Partnerschaft für den Frieden", wo die österreichischen Einheiten regelmäßig internationale Anerkennung bekommen. Allein in der "PfP" haben wir an elf Übungen teilgenommen und auch bei der Katastrophe in Polen unseren Mann gestellt. Das sind Erfolge, die dem österreichischen Bundesheer, aber durchaus auch den Verantwortlichen, insbesondere dem Minister, zugeteilt werden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Sie waren schon lange in keiner Kaserne mehr!
Die Österreichische Volkspartei nimmt das international vergleichsweise schmale Budget als weiteres Sparbudget zur Kenntnis. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Sie waren schon lange in keiner Kaserne mehr!) Nicht zur Kenntnis genommen wird jedoch der Geist mangelnden Sicherheitsbewußtseins, der selbstverständlich bei den Grünen, aber auch in Teilen der Sozialdemokratie zu finden ist. So wurden heute Meinungen geäußert wie etwa, man sollte die Heeresstärke noch einmal halbieren, oder es reiche dieser halbierte Heeresumfang für eine Landesverteidigung oder eine neue klassische Landesverteidigung aus. – Meine Damen und Herren, die solcher Meinung sind – nicht mit der Österreichischen Volkspartei! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Wabl. )
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Wabl.
Die Österreichische Volkspartei nimmt das international vergleichsweise schmale Budget als weiteres Sparbudget zur Kenntnis. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Sie waren schon lange in keiner Kaserne mehr!) Nicht zur Kenntnis genommen wird jedoch der Geist mangelnden Sicherheitsbewußtseins, der selbstverständlich bei den Grünen, aber auch in Teilen der Sozialdemokratie zu finden ist. So wurden heute Meinungen geäußert wie etwa, man sollte die Heeresstärke noch einmal halbieren, oder es reiche dieser halbierte Heeresumfang für eine Landesverteidigung oder eine neue klassische Landesverteidigung aus. – Meine Damen und Herren, die solcher Meinung sind – nicht mit der Österreichischen Volkspartei! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Wabl. )
Abg. Scheibner: Alle zwei Jahre, Herr Kollege!
Ich stelle fest, daß die Lösung nicht in der Zerschlagung unserer Landesverteidigung und unseres Bundesheeres liegt, sondern daß eine permanente Anpassung und in Zukunft auch bessere finanzielle Ausstattungen notwendig sind. Es wird immer wieder Heeresgliederungen geben, die neu adaptiert werden müssen (Abg. Scheibner: Alle zwei Jahre, Herr Kollege!), Heeresgliederungen, die "Neu-Neu" oder vielleicht ein drittes "Neu", Herr Kollege Scheibner, beinhalten. Denn was würden Sie sagen, wenn die Heeresgliederung nicht stattfände und alles stagnierte? (Abg. Scheibner: Dann setzen Sie doch einmal eine um!) Dann würden Sie nach einer Änderung rufen und verlangen, nach neuen Gegebenheiten und neuen sicherheitspolitischen Erkenntnissen zu adaptieren! Deshalb gibt es die Heeresgliederung-Neu und Adaptierungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Dann setzen Sie doch einmal eine um!
Ich stelle fest, daß die Lösung nicht in der Zerschlagung unserer Landesverteidigung und unseres Bundesheeres liegt, sondern daß eine permanente Anpassung und in Zukunft auch bessere finanzielle Ausstattungen notwendig sind. Es wird immer wieder Heeresgliederungen geben, die neu adaptiert werden müssen (Abg. Scheibner: Alle zwei Jahre, Herr Kollege!), Heeresgliederungen, die "Neu-Neu" oder vielleicht ein drittes "Neu", Herr Kollege Scheibner, beinhalten. Denn was würden Sie sagen, wenn die Heeresgliederung nicht stattfände und alles stagnierte? (Abg. Scheibner: Dann setzen Sie doch einmal eine um!) Dann würden Sie nach einer Änderung rufen und verlangen, nach neuen Gegebenheiten und neuen sicherheitspolitischen Erkenntnissen zu adaptieren! Deshalb gibt es die Heeresgliederung-Neu und Adaptierungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich stelle fest, daß die Lösung nicht in der Zerschlagung unserer Landesverteidigung und unseres Bundesheeres liegt, sondern daß eine permanente Anpassung und in Zukunft auch bessere finanzielle Ausstattungen notwendig sind. Es wird immer wieder Heeresgliederungen geben, die neu adaptiert werden müssen (Abg. Scheibner: Alle zwei Jahre, Herr Kollege!), Heeresgliederungen, die "Neu-Neu" oder vielleicht ein drittes "Neu", Herr Kollege Scheibner, beinhalten. Denn was würden Sie sagen, wenn die Heeresgliederung nicht stattfände und alles stagnierte? (Abg. Scheibner: Dann setzen Sie doch einmal eine um!) Dann würden Sie nach einer Änderung rufen und verlangen, nach neuen Gegebenheiten und neuen sicherheitspolitischen Erkenntnissen zu adaptieren! Deshalb gibt es die Heeresgliederung-Neu und Adaptierungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Meine Damen und Herren! Ein Satz zum Optionenbericht: Es geht nicht an, daß auf der einen Seite das Bundesheer mit einem Minimalbudget ausgestattet ist und die Neutralität als ausreichend dargestellt wird. (Zwischenruf des Abg. Wabl. ) Andere Länder haben wesentlich besser dotierte Budgets. Andererseits aber die Möglichkeit der Mitgliedschaft bei der WEU oder bei der NATO nicht einmal als Option beim Namen nennen zu wollen, ist wirklich bedenklich! Eine Geisteshaltung, mit der die Sicherheit Österreichs aus ideologischen Vorbehalten aufs Spiel gesetzt wird, kann die Österreichische Volkspartei nicht teilen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Dann schaut’s, daß ihr in die Regierung kommt! – Abg. Wabl: Das war jetzt ein Koalitionsbruch!) Wir haben unserem Land das Optimum an Sicherheit zu garantieren.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Dann schaut’s, daß ihr in die Regierung kommt! – Abg. Wabl: Das war jetzt ein Koalitionsbruch!
Meine Damen und Herren! Ein Satz zum Optionenbericht: Es geht nicht an, daß auf der einen Seite das Bundesheer mit einem Minimalbudget ausgestattet ist und die Neutralität als ausreichend dargestellt wird. (Zwischenruf des Abg. Wabl. ) Andere Länder haben wesentlich besser dotierte Budgets. Andererseits aber die Möglichkeit der Mitgliedschaft bei der WEU oder bei der NATO nicht einmal als Option beim Namen nennen zu wollen, ist wirklich bedenklich! Eine Geisteshaltung, mit der die Sicherheit Österreichs aus ideologischen Vorbehalten aufs Spiel gesetzt wird, kann die Österreichische Volkspartei nicht teilen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Dann schaut’s, daß ihr in die Regierung kommt! – Abg. Wabl: Das war jetzt ein Koalitionsbruch!) Wir haben unserem Land das Optimum an Sicherheit zu garantieren.
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Zum Mech-Paket und zur Frage der Beschaffungen darf ich nur der Ordnung halber daran erinnern, daß der Schwerpunkt der Beschaffung bei Fernmelde- und Radargeräten, Ablenkwaffen, Gefechtssimulatoren, Wärmebildkameras und ähnlichen Verbesserungen für die Mannschaft liegt. Beim ULAN ist die Beschaffung in der Abschlußphase, beim PANDUR müssen nach der Durchführung von Tests noch Optimierungen gemacht werden (Zwischenruf des Abg. Scheibner ) – Sie wissen das, Herr Scheibner –, und LEOPARD und JAGUAR sind im Zulauf.
Abg. Wabl: Arbeitsplätze durch Waffen, die neue Losung der Christdemokraten!
Ich bin als oberösterreichischer Abgeordneter aus Steyr sehr froh darüber, daß das österreichische Bundesheer diese Beschaffung bei Steyr macht, um Arbeitsplätze zu sichern, aber auch unseren waffenproduzierenden Firmen die Möglichkeit zu geben, eine entsprechende Referenz international anzubieten. Das gelingt auch beispielhaft! (Abg. Wabl: Arbeitsplätze durch Waffen, die neue Losung der Christdemokraten!)
Abg. Wabl: Habt ihr das mit dem Khol abgesprochen?
Eine eigene Waffenproduktion im Inland ist für Österreich auch aus sicherheitspolitischen Gründen zu befürworten. (Abg. Wabl: Habt ihr das mit dem Khol abgesprochen?) Wir sind da verschiedener Meinung, Kollege Wabl, ich habe leider keine Zeit mehr, dir entsprechend zu antworten. Wir können aber sicher noch ausdiskutieren, welchen Wert es für die Landesverteidigung, für die Sicherheit Österreichs hat, im Inland Waffen zu produzieren – auch wenn du nicht dafür bist.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Zum Abschluß möchte ich darauf hinweisen, daß es Minister Fasslabend und seinen Militärs zu verdanken ist, daß nach Maßgabe der beschränkten Mittel eine optimale Umsetzung dieser Mittel für die Sicherheit Österreichs erfolgt. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Brauneder: Aber gerne!
Abgeordneter Hans Helmut Moser (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich darf zunächst den Herrn Präsidenten bitten, 10 Minuten Redezeitbeschränkung einzustellen. (Präsident Dr. Brauneder: Aber gerne!)
Abg. Murauer: Nicht nur, sondern auch!
Herr Kollege Murauer ist wirklich ein braver Diener seines Herrn (Abg. Murauer: Nicht nur, sondern auch!), wenn er von diesem Pult aus dieses Budget lobt (Abg. Wabl: Wer ist sein Herr?) und ein positives Bild von der Landesverteidigung zeichnet. Herr Kollege Murauer, ich glaube, du hast deinen Debattenbeitrag nicht ernst gemeint, denn der Zustand der militärischen Landesverteidigung in Österreich ist alles andere als positiv. Dieses Budget kann man schon gar nicht als gelungen oder überhaupt als Budget bezeichnen, mit dem das Bundesheer in der Lage ist, seinen Auftrag durchzuführen, Kollege Murauer.
Abg. Wabl: Wer ist sein Herr?
Herr Kollege Murauer ist wirklich ein braver Diener seines Herrn (Abg. Murauer: Nicht nur, sondern auch!), wenn er von diesem Pult aus dieses Budget lobt (Abg. Wabl: Wer ist sein Herr?) und ein positives Bild von der Landesverteidigung zeichnet. Herr Kollege Murauer, ich glaube, du hast deinen Debattenbeitrag nicht ernst gemeint, denn der Zustand der militärischen Landesverteidigung in Österreich ist alles andere als positiv. Dieses Budget kann man schon gar nicht als gelungen oder überhaupt als Budget bezeichnen, mit dem das Bundesheer in der Lage ist, seinen Auftrag durchzuführen, Kollege Murauer.
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Das Verteidigungsbudget hat heuer neuerlich einen geringeren Anteil am Bruttoinlandsprodukt, es gibt innerhalb des Heeres weniger Personal – und Sie sagen, das Budget sei positiv. Aber als Begründung dafür anzuführen, daß die Sicherheit deshalb garantiert wird, weil das Bundesheer den Assistenzeinsatz an der Grenze im Prinzip positiv durchführt, ist an den Haaren herbeigezogen! Denn der Sicherungseinsatz an der Grenze ist eine sicherheitspolizeiliche Maßnahme, ein Wachdienst, und den Zustand der Landesverteidigung an der Fähigkeit, einen Wachdienst zu absolvieren, zu messen, ist wohl hanebüchen und hält keinem internationalen Vergleich stand. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Scheibner: Lächerlich! 200!
Herr Bundesminister, Sie müssen sich einmal über die tatsächlichen Erfordernisse klarwerden. Es geht nicht an, etwa auf der einen Seite – Kollege Scheibner hat das bereits ausgeführt – zu sagen, wir kaufen 200 PANDUR (Abg. Scheibner: Lächerlich! 200!), auf der anderen Seite aber dann darüber zu debattieren, ob die 68 Panzer für die UNO in dieser Anzahl bereits enthalten sind oder nicht.
Abg. Wabl: Um die Sozi einzuwickeln! Denen ist das Wasser im Mund zusammengeronnen wegen der Arbeitsplätze!
Wenn wir uns die Erfordernisse der Mech-Infanteriebrigade anschauen, so sehen wir, daß sie um 200 Stück liegen. In Ihrer auch schriftlich vorliegenden Beantwortung einer Anfrage führen Sie zur Frage, wieviel für diese Mech-Infanteriebrigade benötigt wird, aus, daß in einer ersten Phase nur daran gedacht sei, ein Mech-Infanteriebataillon auszurüsten. – Herr Bundesminister, wenn Sie nur ein Mech-Infanteriebataillon ausrüsten wollen, dann brauchen Sie nur 60 PANDUR – oder vielleicht 65 oder 70 PANDUR! Warum behaupten Sie aber im Landesverteidigungsrat, daß Sie 200 Stück bräuchten und deren Finanzierung sichergestellt sei? Sie haben sogar einen Finanzierungsplan vorgelegt. (Abg. Wabl: Um die Sozi einzuwickeln! Denen ist das Wasser im Mund zusammengeronnen wegen der Arbeitsplätze!)
Abg. Wabl: Fasslabend ist ein kluger Taktiker! Aber das war ein Schuß ins Koalitionsknie, das hat man beim Murauer gesehen!
Es herrscht in dieser Frage planerisches Chaos, und ich habe den Eindruck, daß Sie nicht in der Lage sind, die beschlossene Heeresreform umzusetzen. (Abg. Wabl: Fasslabend ist ein kluger Taktiker! Aber das war ein Schuß ins Koalitionsknie, das hat man beim Murauer gesehen!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich führe kurz an, wie der Zustand unserer Luftstreitkräfte im wesentlichen ist. Die Bell 204 ist im Jahr 1965 eingeführt worden und wird jetzt ausgeschieden. Die Bell 206 ist 1969 eingeführt worden und damit 30 Jahre im Bundesheer, die Alouette III, eingeführt 1967, ist ebenfalls über 30 Jahre im Bundesheer. Die OH-58 Kiowa, eingeführt 1976, ist über 20 Jahre im Heer, oder, um das Transportflugzeug zu nennen, die Skyvan, eingeführt 1969, ist über 30 Jahre im Bundesheer, veraltet und am Ende der Lebensdauer. Es sind jedoch weder die notwendigen Planungen auf dem Tisch noch die finanziellen Voraussetzungen dafür gegeben, daß diese dringend notwendigen Nachfolgebeschaffungen getätigt werden können. Aber reihum wird gleichzeitig eine Struktur beschlossen, von der man weiß, daß wir nicht in der Lage sind, sie auch umzusetzen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Kier: Das ist typisch!
Meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei! Das ist Doppelbödigkeit in der politischen Diskussion, das ist Unehrlichkeit in der politischen Argumentation! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Kier: Das ist typisch!)
Abg. Jung: Bei uns gibt es keine Perspektive!
Herr Kollege Murauer hat gesagt, Reformen seien immer notwendig. – Das ist schon richtig! Aber eine Heeresreform mit einem Planungshorizont von zwei Jahren ist international nicht üblich und auch falsch! Ein Zeithorizont von zwei Jahren ist für die internen Planungsabläufe auf der mittleren Führungsebene möglich. Auf Heeresebene ist in langfristigen Perspektiven zu planen (Abg. Jung: Bei uns gibt es keine Perspektive!), denn nur dann wird es möglich sein, die notwendigen Erfordernisse zu definieren und aus dieser Definition zu einer sinnvollen Finanzierung einer Heeresreform zu kommen. All das haben Sie bei dieser Reform nicht gemacht.
Beifall beim Liberalen Forum.
Dieses Budget zeigt einmal mehr, daß man die Zielvorgaben, die Ziele, die man sich selbst gesetzt hat, nicht erreichen wird können. Und daher können wir einer derartigen Politik und auch einem derartigen Budget nicht unsere Zustimmung geben. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Leikam: Ist schon da! – weitere Zwischenrufe
Kollege Murauer – er ist jetzt nicht hier (Abg. Leikam: Ist schon da! – weitere Zwischenrufe); Entschuldigung, ich habe die Brille nicht auf – hat heute wieder von der Halbierung des Bundesheeres gesprochen. Daher möchte ich noch einmal, um der Wahrheit die Ehre zu geben, lieber Kollege Murauer, sagen: Niemand in diesem Haus – auch wir Sozialdemokraten nicht – hat jemals einer Halbierung des Bundesheeres das Wort geredet. Das ist ein bewußtes Mißverständnis, das ich jetzt aus der Welt schaffen möchte. Uns ist es um eine Verringerung der Mobilmachungsstärke gegangen – diese haben wir gemeinsam mit dem Herrn Bundesminister bewerkstelligt (Ruf bei den Freiheitlichen: Das haben Sie auch erreicht!) –, um eine Verringerung der Mobilmachungsstärke auf 92 000 Soldaten plus 20 Prozent Personalreserve und auch eine Reduzierung des aktiven Personals.
Ruf bei den Freiheitlichen: Das haben Sie auch erreicht!
Kollege Murauer – er ist jetzt nicht hier (Abg. Leikam: Ist schon da! – weitere Zwischenrufe); Entschuldigung, ich habe die Brille nicht auf – hat heute wieder von der Halbierung des Bundesheeres gesprochen. Daher möchte ich noch einmal, um der Wahrheit die Ehre zu geben, lieber Kollege Murauer, sagen: Niemand in diesem Haus – auch wir Sozialdemokraten nicht – hat jemals einer Halbierung des Bundesheeres das Wort geredet. Das ist ein bewußtes Mißverständnis, das ich jetzt aus der Welt schaffen möchte. Uns ist es um eine Verringerung der Mobilmachungsstärke gegangen – diese haben wir gemeinsam mit dem Herrn Bundesminister bewerkstelligt (Ruf bei den Freiheitlichen: Das haben Sie auch erreicht!) –, um eine Verringerung der Mobilmachungsstärke auf 92 000 Soldaten plus 20 Prozent Personalreserve und auch eine Reduzierung des aktiven Personals.
Abg. Murauer: Aber das hat zuerst anders ausgeschaut!
In der Diskussion waren einige wenige tausend Soldaten Unterschied zwischen unseren Überlegungen und jenen des Bundesministeriums für Landesverteidigung. (Abg. Murauer: Aber das hat zuerst anders ausgeschaut!) Wir haben uns in der Mitte getroffen, aber nie – nie! – ist von einer Halbierung des Bundesheeres gesprochen worden. Jedenfalls kompetente und zuständige Sicherheitspolitiker haben das nie erwähnt! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
In der Diskussion waren einige wenige tausend Soldaten Unterschied zwischen unseren Überlegungen und jenen des Bundesministeriums für Landesverteidigung. (Abg. Murauer: Aber das hat zuerst anders ausgeschaut!) Wir haben uns in der Mitte getroffen, aber nie – nie! – ist von einer Halbierung des Bundesheeres gesprochen worden. Jedenfalls kompetente und zuständige Sicherheitspolitiker haben das nie erwähnt! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: 20 Prozent werden wieder weggestrichen!
Worum es uns gegangen ist, ist die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht und des Milizsystems. Kollege Scheibner, dieses lassen wir uns nicht zerschlagen, wir werden weiter daran festhalten, und auch der Herr Bundesminister hatte nie die Absicht, das Milizsystem zu zerstören. (Abg. Scheibner: 20 Prozent werden wieder weggestrichen!) Worum es uns gegangen ist, ist, das für 1998 und 1999 vereinbarte Personalstandsziel und das erwünschte Einsparungspotential zu erreichen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Ist x-fach nachzulesen, Herr Kollege, daß ich für die Kaserne Steyr immer mit Vehemenz eingetreten bin!
Ich hatte mir erwartet, daß Kollege Murauer – das ist doch dein Wahlkreis, lieber Freund – hier ein Wort für Steyr einbringt. Kollege Murauer, draußen sprichst du anders als hier im Nationalrat! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Ist x-fach nachzulesen, Herr Kollege, daß ich für die Kaserne Steyr immer mit Vehemenz eingetreten bin!) Ich habe heute hier ein klares Wort der ÖVP und insbesondere von dir als zuständigem Wahlkreisabgeordneten erwartet. (Abg. Murauer: Ich freue mich für deine Zustimmung!)
Abg. Murauer: Ich freue mich für deine Zustimmung!
Ich hatte mir erwartet, daß Kollege Murauer – das ist doch dein Wahlkreis, lieber Freund – hier ein Wort für Steyr einbringt. Kollege Murauer, draußen sprichst du anders als hier im Nationalrat! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Ist x-fach nachzulesen, Herr Kollege, daß ich für die Kaserne Steyr immer mit Vehemenz eingetreten bin!) Ich habe heute hier ein klares Wort der ÖVP und insbesondere von dir als zuständigem Wahlkreisabgeordneten erwartet. (Abg. Murauer: Ich freue mich für deine Zustimmung!)
Abg. Dr. Maitz: Es ist längst entschieden: Steyr wird geschlossen!
Herr Bundesminister! Ich bin sicher, wir werden uns in dieser Frage finden. (Abg. Dr. Maitz: Es ist längst entschieden: Steyr wird geschlossen!) Es wäre vernünftig, den Standort Steyr zu erhalten und für Fort- und Weiterbildungskurse des Bundesheeres zu nutzen, während in Enns die bisherige Unteroffiziersausbildung auch weiterhin durchgeführt wird. Damit würden zum einen vorhandene Arbeitsplätze abgesichert, zum anderen keine Mehrkosten verursacht. Diese Lösung würde doch glänzend in die Schulstadt Steyr passen. Daher sollten wir diesen Weg gehen.
Zwischenruf des Abg. Jung.
Die beim Betriebs- und Personalaufwand einsparbaren finanziellen Mittel könnten mithelfen, die schon aus Sicherheitsgründen dringend erforderlichen Neuanschaffungen im Bereich der Hubschrauberflotte zu tätigen. (Zwischenruf des Abg. Jung. )
Abg. Wabl: "Budget der Vernunft" ...!
Meine Damen und Herren! Das Budget 1999 ist ein Budget der Vernunft (Abg. Wabl: "Budget der Vernunft" ...!), ein Budget, das auch im Bereich Landesverteidigung sehr wohl in die Zukunft weist, ein Budget, das bei richtiger Prioritätensetzung sowohl die notwendigen Modernisierungsmaßnahmen als auch die Verbesserung der Ausrüstung sicherstellt.
Abg. Gaál: Präventiv!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich rätsle und denke viel über folgende Frage nach: Wie kann sich ein Wehrsprecher, ein Verteidigungssprecher – egal, ob er jetzt Maitz, Gaál oder neuerdings auch Murauer heißt, oder aber auch Scheibner – in dieser Zeit, im Jahre 1998 bei der gegebenen Art der Bedrohungen so vehement in eine Waffe, in ein Rüstungspotential verbeißen, das längst nicht mehr irgendwie irgendwo zur Sicherheit beiträgt? (Abg. Gaál: Präventiv!) – Ich weiß, mit dem Wort "präventiv" haben Sie bisher immer die Millionen und Milliarden gerechtfertigt. Das machen alle Herrscher, alle Regierungen dieser Welt, sie müssen immer "vorsorgen".
Abg. Leikam: Sind wir!
Ich würde mir wünschen, daß die Sozialdemokraten auch in anderen politischen Bereichen so vorsorgen würden und so fürsorglich wären. (Abg. Leikam: Sind wir!) Schauen Sie sich einmal die Budgets 1998 und 1999 im Sozialbereich an: 7 Milliarden Schilling weniger! Das nennen Sie "Vorsorge"? Im Zusammenhang mit dem Militär sind Sie zumindest dafür, daß die Inflationsrate abgegolten wird. Und weil Sie Fasslabend und die Militärs nicht ganz vergraulen wollen, hat man ihnen vorsorglich eine Hintertür offen gelassen – vorsorglich, man sorgt vor! –, daß für die Panzer auch noch Geld vorhanden ist, und deshalb schenkt man ihnen das Geld aus dem Verkauf der Kasernen. (Zwischenruf des Abg. Gaál. )
Zwischenruf des Abg. Gaál.
Ich würde mir wünschen, daß die Sozialdemokraten auch in anderen politischen Bereichen so vorsorgen würden und so fürsorglich wären. (Abg. Leikam: Sind wir!) Schauen Sie sich einmal die Budgets 1998 und 1999 im Sozialbereich an: 7 Milliarden Schilling weniger! Das nennen Sie "Vorsorge"? Im Zusammenhang mit dem Militär sind Sie zumindest dafür, daß die Inflationsrate abgegolten wird. Und weil Sie Fasslabend und die Militärs nicht ganz vergraulen wollen, hat man ihnen vorsorglich eine Hintertür offen gelassen – vorsorglich, man sorgt vor! –, daß für die Panzer auch noch Geld vorhanden ist, und deshalb schenkt man ihnen das Geld aus dem Verkauf der Kasernen. (Zwischenruf des Abg. Gaál. )
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Kollege Maitz! Herr Kollege Scheibner und alle, die Sie hier ein Plädoyer für die Sicherheit gehalten haben! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ich weiß nicht, wie Ihre Wahrnehmung ist, aber ich lese von keinen wild gewordenen, rabiaten Diktatoren in unserer Nachbarschaft, die Krieg führen wollen. Ich lesen von keinem Verrückten ... (Abg. Scheibner: Das Problem ist, daß man das vorher nicht weiß! – Zwischenruf des Abg. Murauer. )
Abg. Scheibner: Das Problem ist, daß man das vorher nicht weiß! – Zwischenruf des Abg. Murauer.
Herr Kollege Maitz! Herr Kollege Scheibner und alle, die Sie hier ein Plädoyer für die Sicherheit gehalten haben! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ich weiß nicht, wie Ihre Wahrnehmung ist, aber ich lese von keinen wild gewordenen, rabiaten Diktatoren in unserer Nachbarschaft, die Krieg führen wollen. Ich lesen von keinem Verrückten ... (Abg. Scheibner: Das Problem ist, daß man das vorher nicht weiß! – Zwischenruf des Abg. Murauer. )
Abg. Scheibner: Warum schließt das eine das andere aus?
Herr Abgeordneter Scheibner! Aber wissen Sie, wovon ich in letzter Zeit jeden Tag lese? – Von einem Bedrohungsbild, das Sie sehr wohl aufgelistet haben: von der ökologischen Bedrohung; davon lese ich. Ich lese, daß wir direkt vor der Haustür eine Bombe lagern haben, Mochovce genannt (Abg. Scheibner: Warum schließt das eine das andere aus?), und Sie denken über die Frage nach: Wie viele Panzer können wir denn noch beim vorhandenen Budget kaufen? und erklären hier sonst den "Bankrott" des Bundesheeres. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: ABC-Truppen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: ABC-Truppen!
Herr Abgeordneter Scheibner! Aber wissen Sie, wovon ich in letzter Zeit jeden Tag lese? – Von einem Bedrohungsbild, das Sie sehr wohl aufgelistet haben: von der ökologischen Bedrohung; davon lese ich. Ich lese, daß wir direkt vor der Haustür eine Bombe lagern haben, Mochovce genannt (Abg. Scheibner: Warum schließt das eine das andere aus?), und Sie denken über die Frage nach: Wie viele Panzer können wir denn noch beim vorhandenen Budget kaufen? und erklären hier sonst den "Bankrott" des Bundesheeres. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: ABC-Truppen!)
Abg. Murauer: Nein, das gelingt nicht! – Abg. Jung: Es genügt, wenn Sie logisch denken!
Die Sicherheitspolitik, die Österreich jetzt ergreifen und machen müßte, wäre eine ganz andere. Wir geben jetzt 11 Milliarden Schilling für das Mech-Paket Panzer aus! 11 Milliarden Schilling! Meine Damen und Herren! Ich bemühe mich, jetzt einmal in Ihrer militärischen Logik zu denken. (Abg. Murauer: Nein, das gelingt nicht! – Abg. Jung: Es genügt, wenn Sie logisch denken!) Denken Sie einmal über folgendes nach: Die NATO-Armee, die Sie ja so sehr lieben und in die Sie sich ja am liebsten sofort eingliedern würden (Abg. Scheibner: Da würden wir uns Geld sparen ...!), hat einen gewissen Rüstungsstand erreicht – ich glaube, die NATO-Armee ist eine der höchstgerüsteten, wahrscheinlich die mächtigste und stärkste Armee der Welt; und jetzt frage ich Sie in Ihrer militärischen Logik –, und was würde unser 11-Milliarden-Schilling-Panzer-Paket an zusätzlicher Sicherheit in diesem mächtigen Apparat der NATO ausrichten?
Abg. Scheibner: Da würden wir uns Geld sparen ...!
Die Sicherheitspolitik, die Österreich jetzt ergreifen und machen müßte, wäre eine ganz andere. Wir geben jetzt 11 Milliarden Schilling für das Mech-Paket Panzer aus! 11 Milliarden Schilling! Meine Damen und Herren! Ich bemühe mich, jetzt einmal in Ihrer militärischen Logik zu denken. (Abg. Murauer: Nein, das gelingt nicht! – Abg. Jung: Es genügt, wenn Sie logisch denken!) Denken Sie einmal über folgendes nach: Die NATO-Armee, die Sie ja so sehr lieben und in die Sie sich ja am liebsten sofort eingliedern würden (Abg. Scheibner: Da würden wir uns Geld sparen ...!), hat einen gewissen Rüstungsstand erreicht – ich glaube, die NATO-Armee ist eine der höchstgerüsteten, wahrscheinlich die mächtigste und stärkste Armee der Welt; und jetzt frage ich Sie in Ihrer militärischen Logik –, und was würde unser 11-Milliarden-Schilling-Panzer-Paket an zusätzlicher Sicherheit in diesem mächtigen Apparat der NATO ausrichten?
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich bitte um ein vernünftiges Argument! Wir haben die höchstgerüstete Armee der Welt vor uns. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Er will beitreten, Herr Scheibner, er will die Armee mit den wunderschönen Soldaten und Generälen in die NATO eingliedern, und Sie wollen der österreichischen Bevölkerung erklären, daß diese 100 oder 200 oder 300 Panzer – ich weiß nicht, wie viele letztendlich ausgehandelt werden werden – irgend etwas zusätzlich zur Sicherheit beitragen! Erklären Sie das bitte – ich weiß nicht wem! (Abg. Scheibner: Jeder muß seinen Beitrag leisten!) Das Wort "Vernunft" ist in diesem Zusammenhang nicht angebracht, "ratio" hat nämlich irgend etwas mit Logik zu tun, und ich kann mir nicht vorstellen, daß die NATO-Armee durch diese 11 Milliarden Schilling stärker wird. (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch. )
Abg. Scheibner: Jeder muß seinen Beitrag leisten!
Ich bitte um ein vernünftiges Argument! Wir haben die höchstgerüstete Armee der Welt vor uns. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Er will beitreten, Herr Scheibner, er will die Armee mit den wunderschönen Soldaten und Generälen in die NATO eingliedern, und Sie wollen der österreichischen Bevölkerung erklären, daß diese 100 oder 200 oder 300 Panzer – ich weiß nicht, wie viele letztendlich ausgehandelt werden werden – irgend etwas zusätzlich zur Sicherheit beitragen! Erklären Sie das bitte – ich weiß nicht wem! (Abg. Scheibner: Jeder muß seinen Beitrag leisten!) Das Wort "Vernunft" ist in diesem Zusammenhang nicht angebracht, "ratio" hat nämlich irgend etwas mit Logik zu tun, und ich kann mir nicht vorstellen, daß die NATO-Armee durch diese 11 Milliarden Schilling stärker wird. (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch. )
Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.
Ich bitte um ein vernünftiges Argument! Wir haben die höchstgerüstete Armee der Welt vor uns. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Er will beitreten, Herr Scheibner, er will die Armee mit den wunderschönen Soldaten und Generälen in die NATO eingliedern, und Sie wollen der österreichischen Bevölkerung erklären, daß diese 100 oder 200 oder 300 Panzer – ich weiß nicht, wie viele letztendlich ausgehandelt werden werden – irgend etwas zusätzlich zur Sicherheit beitragen! Erklären Sie das bitte – ich weiß nicht wem! (Abg. Scheibner: Jeder muß seinen Beitrag leisten!) Das Wort "Vernunft" ist in diesem Zusammenhang nicht angebracht, "ratio" hat nämlich irgend etwas mit Logik zu tun, und ich kann mir nicht vorstellen, daß die NATO-Armee durch diese 11 Milliarden Schilling stärker wird. (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch. )
Abg. Mag. Posch: Wenn sie Panzer wegbringt, ist das für die NATO rational! Aus der Sicht der NATO!
Herr Kollege! Wissen Sie (Abg. Mag. Posch: Wenn sie Panzer wegbringt, ist das für die NATO rational! Aus der Sicht der NATO!), wenn die Österreicher diese Panzer in ihrer Freizeit bauen würden, wenn das ihr Hobby wäre, dann würde ich sagen: Ihr habt euch ein sehr schlechtes Hobby ausgesucht!, aber die Menschen investieren ihre Arbeitskraft, ihre Intelligenz, ihre Steuergelder da hinein – und im Sozialbereich haben Sie um 7 Milliarden Schilling gekürzt! – Und das ist die Sozialdemokratie im Jahre 1998, Herr Gaál! Das ist die Realität! Das ist Ihre "Prävention", "Vorsorge"! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Posch: Das ist total vernünftig – für die NATO! – Abg. Gaál: Aber nur mit dem weißen Leintuch hätten Sie in Jugoslawien nichts erreicht!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Posch: Das ist total vernünftig – für die NATO! – Abg. Gaál: Aber nur mit dem weißen Leintuch hätten Sie in Jugoslawien nichts erreicht!
Herr Kollege! Wissen Sie (Abg. Mag. Posch: Wenn sie Panzer wegbringt, ist das für die NATO rational! Aus der Sicht der NATO!), wenn die Österreicher diese Panzer in ihrer Freizeit bauen würden, wenn das ihr Hobby wäre, dann würde ich sagen: Ihr habt euch ein sehr schlechtes Hobby ausgesucht!, aber die Menschen investieren ihre Arbeitskraft, ihre Intelligenz, ihre Steuergelder da hinein – und im Sozialbereich haben Sie um 7 Milliarden Schilling gekürzt! – Und das ist die Sozialdemokratie im Jahre 1998, Herr Gaál! Das ist die Realität! Das ist Ihre "Prävention", "Vorsorge"! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Posch: Das ist total vernünftig – für die NATO! – Abg. Gaál: Aber nur mit dem weißen Leintuch hätten Sie in Jugoslawien nichts erreicht!)
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP sowie bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Gaál! Ich bemühe mich wirklich, Sie zu verstehen, und ich denke oft darüber nach. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP sowie bei den Freiheitlichen.) Mein Vater war auch beim Militär, er war Offizier, und ich habe oft mit ihm darüber diskutiert. Ich will das verstehen, aber ich kann es nicht (Abg. Murauer: Das ist eben zu oft der Fall, daß der Wabl etwas nicht versteht!): Die NATO-Armee, bis an die Zähne bewaffnet, wird jetzt durch Herrn Moser mit seinen Panzern und die Abfangjäger des Herrn Fasslabend gestärkt. – Das will nicht in meinem Kopf! Aber vielleicht verstehen das die übrigen Österreicherinnen und Österreicher besser, meine Damen und Herren. (Abg. Murauer: Die Mehrheit des Hauses!) Ich kann das nicht nachvollziehen, beim besten Willen nicht! (Abg. Murauer: Das versteht die Mehrheit des Hauses!)
Abg. Murauer: Das ist eben zu oft der Fall, daß der Wabl etwas nicht versteht!
Herr Kollege Gaál! Ich bemühe mich wirklich, Sie zu verstehen, und ich denke oft darüber nach. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP sowie bei den Freiheitlichen.) Mein Vater war auch beim Militär, er war Offizier, und ich habe oft mit ihm darüber diskutiert. Ich will das verstehen, aber ich kann es nicht (Abg. Murauer: Das ist eben zu oft der Fall, daß der Wabl etwas nicht versteht!): Die NATO-Armee, bis an die Zähne bewaffnet, wird jetzt durch Herrn Moser mit seinen Panzern und die Abfangjäger des Herrn Fasslabend gestärkt. – Das will nicht in meinem Kopf! Aber vielleicht verstehen das die übrigen Österreicherinnen und Österreicher besser, meine Damen und Herren. (Abg. Murauer: Die Mehrheit des Hauses!) Ich kann das nicht nachvollziehen, beim besten Willen nicht! (Abg. Murauer: Das versteht die Mehrheit des Hauses!)
Abg. Murauer: Die Mehrheit des Hauses!
Herr Kollege Gaál! Ich bemühe mich wirklich, Sie zu verstehen, und ich denke oft darüber nach. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP sowie bei den Freiheitlichen.) Mein Vater war auch beim Militär, er war Offizier, und ich habe oft mit ihm darüber diskutiert. Ich will das verstehen, aber ich kann es nicht (Abg. Murauer: Das ist eben zu oft der Fall, daß der Wabl etwas nicht versteht!): Die NATO-Armee, bis an die Zähne bewaffnet, wird jetzt durch Herrn Moser mit seinen Panzern und die Abfangjäger des Herrn Fasslabend gestärkt. – Das will nicht in meinem Kopf! Aber vielleicht verstehen das die übrigen Österreicherinnen und Österreicher besser, meine Damen und Herren. (Abg. Murauer: Die Mehrheit des Hauses!) Ich kann das nicht nachvollziehen, beim besten Willen nicht! (Abg. Murauer: Das versteht die Mehrheit des Hauses!)
Abg. Murauer: Das versteht die Mehrheit des Hauses!
Herr Kollege Gaál! Ich bemühe mich wirklich, Sie zu verstehen, und ich denke oft darüber nach. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP sowie bei den Freiheitlichen.) Mein Vater war auch beim Militär, er war Offizier, und ich habe oft mit ihm darüber diskutiert. Ich will das verstehen, aber ich kann es nicht (Abg. Murauer: Das ist eben zu oft der Fall, daß der Wabl etwas nicht versteht!): Die NATO-Armee, bis an die Zähne bewaffnet, wird jetzt durch Herrn Moser mit seinen Panzern und die Abfangjäger des Herrn Fasslabend gestärkt. – Das will nicht in meinem Kopf! Aber vielleicht verstehen das die übrigen Österreicherinnen und Österreicher besser, meine Damen und Herren. (Abg. Murauer: Die Mehrheit des Hauses!) Ich kann das nicht nachvollziehen, beim besten Willen nicht! (Abg. Murauer: Das versteht die Mehrheit des Hauses!)
Abg. Ing. Tychtl: "Ähnlich"! – Weitere Zwischenrufe.
Herr Gaál, ich denke mir immer, daß mein Hirn so ähnlich konstruiert ist wie Ihres – denke ich mir. Die paar Prozent, die 0,3 Prozent ... (Abg. Ing. Tychtl: "Ähnlich"! – Weitere Zwischenrufe.) Ich weiß schon, das von Scheibner wurde in letzter Zeit ein bißchen ramponiert durch die vielen Dornen. (Abg. Murauer: Kollege Gaál, mach eine Berichtigung!) – Ich denke, Kollege Maitz muß doch auch der Logik irgendwie zugänglich sein, der Gedankenwelt, die auf dieser Erde seit sehr, sehr langer Zeit kultiviert wird.
Abg. Murauer: Kollege Gaál, mach eine Berichtigung!
Herr Gaál, ich denke mir immer, daß mein Hirn so ähnlich konstruiert ist wie Ihres – denke ich mir. Die paar Prozent, die 0,3 Prozent ... (Abg. Ing. Tychtl: "Ähnlich"! – Weitere Zwischenrufe.) Ich weiß schon, das von Scheibner wurde in letzter Zeit ein bißchen ramponiert durch die vielen Dornen. (Abg. Murauer: Kollege Gaál, mach eine Berichtigung!) – Ich denke, Kollege Maitz muß doch auch der Logik irgendwie zugänglich sein, der Gedankenwelt, die auf dieser Erde seit sehr, sehr langer Zeit kultiviert wird.
Abg. Gaál: Sowohl als auch!
Herr Gaál! Hören Sie doch bitte auf! Sie wissen doch ganz genau, was jetzt not ist: die Entwicklung der Infrastruktur unserer Nachbarn im ökologischen Bereich. Jetzt brennt Mochovce, Herr Gaál, das ist unser Problem! (Abg. Gaál: Sowohl als auch!) Und Herr Klima weiß nicht mehr, was er tun soll. Herr Klima schreibt Depeschen, schickt Faxe. Herr Schüssel läuft herum, geht zu seinem Freund Santer und fragt: Bitte, was können wir denn machen? – 11 Milliarden Schilling! Man überlege sich nur, was man mit diesem Geld im Zusammenhang mit Ausstiegshilfen machen könnte, wie viele Projekte der Alternativproduktion man machen könnte!
Abg. Schwarzenberger: Nun wird Wabl auch vernünftig!
Herr Abgeordneter Gaál! Sie haben hier in Österreich jahrzehntelang eine ganz bestimmte Sicherheitspolitik verfolgt – jetzt hat ja Herr Minister Fasslabend das taktische Kommando im Bereich der Verteidigungspolitik, aber früher haben zumindest die Sozialdemokraten folgendes gewußt: Man soll in diesem Bereich nicht schlafende Hunde wecken! Und Sie haben das Bundesheer systematisch auf ein Maß reduziert, das verträglich ist. Aber machen Sie jetzt nicht den historischen Fehler, in diese Falle der NATO-Annäherung zu gehen! Ich höre sonst schon den nächsten Schritt: NATO-Assoziierungsvertrag – warum denn nicht? Wir sind bei der "Partnerschaft für den Frieden", die "Petersberger Erklärung" haben wir unterschrieben, warum also nicht? Das ist doch so schön! (Abg. Schwarzenberger: Nun wird Wabl auch vernünftig!) Herr Maitz liebt es doch, in das NATO-Hauptquartier zu fahren! (Abg. Murauer: Also doch pro NATO, Herr Wabl?!)
Abg. Murauer: Also doch pro NATO, Herr Wabl?!
Herr Abgeordneter Gaál! Sie haben hier in Österreich jahrzehntelang eine ganz bestimmte Sicherheitspolitik verfolgt – jetzt hat ja Herr Minister Fasslabend das taktische Kommando im Bereich der Verteidigungspolitik, aber früher haben zumindest die Sozialdemokraten folgendes gewußt: Man soll in diesem Bereich nicht schlafende Hunde wecken! Und Sie haben das Bundesheer systematisch auf ein Maß reduziert, das verträglich ist. Aber machen Sie jetzt nicht den historischen Fehler, in diese Falle der NATO-Annäherung zu gehen! Ich höre sonst schon den nächsten Schritt: NATO-Assoziierungsvertrag – warum denn nicht? Wir sind bei der "Partnerschaft für den Frieden", die "Petersberger Erklärung" haben wir unterschrieben, warum also nicht? Das ist doch so schön! (Abg. Schwarzenberger: Nun wird Wabl auch vernünftig!) Herr Maitz liebt es doch, in das NATO-Hauptquartier zu fahren! (Abg. Murauer: Also doch pro NATO, Herr Wabl?!)
Bundesminister Dr. Fasslabend: In Wien!
Im Juni – oder ist das später? – wird sich Herr Kollege Fasslabend freuen, wenn er mit Solana und den anderen zusammensitzen darf (Bundesminister Dr. Fasslabend: In Wien!) und bei diesem NATO-Workshop in Wien endlich wieder die große Weltpolitik vor Augen hat – das große Ding!
Abg. Murauer: Das ist in diesem Fall identisch!
Meine Damen und Herren! Ich appelliere hier nicht an die ÖVP, aber an die Christdemokraten, Herr Murauer (Abg. Murauer: Das ist in diesem Fall identisch!), ich appelliere hier nicht an die SPÖ, aber an die Sozialdemokraten unter Ihnen, die eine andere Tradition haben, und ich appelliere an die Freiheitlichen, sofern es dort noch eine liberale Tradition gibt! – Herr Moser, Sie müssen sich irgendwann einmal entscheiden, ob blau, hellblau oder Haider-blau! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Gredler: Er hat sich schon längst entschieden! – Abg. Dr. Krüger: Aber er bereut es schon! Das sind die Jahre der Reue!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Gredler: Er hat sich schon längst entschieden! – Abg. Dr. Krüger: Aber er bereut es schon! Das sind die Jahre der Reue!
Meine Damen und Herren! Ich appelliere hier nicht an die ÖVP, aber an die Christdemokraten, Herr Murauer (Abg. Murauer: Das ist in diesem Fall identisch!), ich appelliere hier nicht an die SPÖ, aber an die Sozialdemokraten unter Ihnen, die eine andere Tradition haben, und ich appelliere an die Freiheitlichen, sofern es dort noch eine liberale Tradition gibt! – Herr Moser, Sie müssen sich irgendwann einmal entscheiden, ob blau, hellblau oder Haider-blau! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Gredler: Er hat sich schon längst entschieden! – Abg. Dr. Krüger: Aber er bereut es schon! Das sind die Jahre der Reue!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Das sollten Sie vielleicht bedenken, wenn da oder dort immer wieder Skepsis dahin gehend auftaucht, ob wir die Amerikaner für die Sicherheitspolitik Europas brauchen. Ja, wir brauchen sie, um präventiv den Ausbruch von Krisen überhaupt vermeiden zu können. Und wir sollten ihnen auch entsprechend dankbar sein dafür. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Öllinger. )
Beifall bei der ÖVP.
Ich meine, wir sollten uns entsprechend Zeit nehmen, wir sollten alle Vor- und Nachteile überlegen, aber dann umso klarer eine derartige Entscheidung treffen – und dazu sind alle aufgefordert! Alle haben daran mitzuwirken, weil es eine möglichst einhellige Entscheidung ganz Österreichs sein sollte! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Aber real ist das ein ordentliches Minus! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Mehr Geld ist ja noch nicht eine bessere Politik, Herr Minister!
Zur Frage des Budgets und zu den hier aufgestellten Behauptungen und Äußerungen: Tatsache ist, daß sich das Budget für Landesverteidigung seit dem Jahr vor meinem Amtsantritt um genau ein Viertel, um genau 25 Prozent erhöht hat: von 17,2 Milliarden auf jetzt 21,5 Milliarden Schilling. (Abg. Scheibner: Aber real ist das ein ordentliches Minus! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Mehr Geld ist ja noch nicht eine bessere Politik, Herr Minister!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Tychtl.
Tatsache ist, daß es den Leuten unseres Hauses dankenswerterweise gelungen ist, mit diesen bescheidenen Mitteln nicht nur ein hohes Maß an Sicherheit für unser Land bereitzustellen, sondern darüber hinaus auch Einsätze von höchster Qualität – einen nach dem anderen – durchzuführen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Tychtl. )
Abg. Scheibner: Machen Sie endlich etwas für diese Leute! Arbeiten Sie für diese Leute!
Ich möchte mich daher bei dieser Gelegenheit auch bei den Offizieren und bei den Beamten, bei den Unteroffizieren, bei allen Soldaten – auch bei den Grundwehrdienern – für ihre Einstellung, für ihren Idealismus, für ihre Bereitschaft und für ihr hohes Leistungsvermögen bedanken. (Abg. Scheibner: Machen Sie endlich etwas für diese Leute! Arbeiten Sie für diese Leute!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Einiges konnte erreicht werden: Als ich dieses Amt angetreten habe, haben wir über ein paar Dutzend Panzerabwehrlenkwaffen verfügt. Seither gibt es nicht nur BILL, sondern auch Mistral, Sidewinder und jetzt auch Hot 2 und Hot 3. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Das sind die Leute, die mit dieser Waffe arbeiten, tagtäglich! Wissen die nichts? Nur Sie wissen alles?!
Natürlich wird auch immer wieder versucht – mir ist das ja durchaus bekannt –, alles schlechtzumachen. (Abg. Scheibner: Das sind die Leute, die mit dieser Waffe arbeiten, tagtäglich! Wissen die nichts? Nur Sie wissen alles?!) – Ich möchte Ihnen hier sagen, Herr Abgeordneter Scheibner: Genau das Gerät, das Sie vorhin kritisiert haben, ist vor wenigen Monaten, vor wenigen Wochen genau in dieser Konfiguration noch im stärksten NATO-Staat Europas, nämlich in der deutschen Bundeswehr, im Einsatz gestanden: zur vollsten Zufriedenheit der dortigen Soldaten und Generäle. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Und es kann nicht von einem Tag auf den anderen plötzlich schlecht und unbrauchbar geworden und nur noch eine Schönwetterwaffe sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Natürlich wird auch immer wieder versucht – mir ist das ja durchaus bekannt –, alles schlechtzumachen. (Abg. Scheibner: Das sind die Leute, die mit dieser Waffe arbeiten, tagtäglich! Wissen die nichts? Nur Sie wissen alles?!) – Ich möchte Ihnen hier sagen, Herr Abgeordneter Scheibner: Genau das Gerät, das Sie vorhin kritisiert haben, ist vor wenigen Monaten, vor wenigen Wochen genau in dieser Konfiguration noch im stärksten NATO-Staat Europas, nämlich in der deutschen Bundeswehr, im Einsatz gestanden: zur vollsten Zufriedenheit der dortigen Soldaten und Generäle. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Und es kann nicht von einem Tag auf den anderen plötzlich schlecht und unbrauchbar geworden und nur noch eine Schönwetterwaffe sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Natürlich wird auch immer wieder versucht – mir ist das ja durchaus bekannt –, alles schlechtzumachen. (Abg. Scheibner: Das sind die Leute, die mit dieser Waffe arbeiten, tagtäglich! Wissen die nichts? Nur Sie wissen alles?!) – Ich möchte Ihnen hier sagen, Herr Abgeordneter Scheibner: Genau das Gerät, das Sie vorhin kritisiert haben, ist vor wenigen Monaten, vor wenigen Wochen genau in dieser Konfiguration noch im stärksten NATO-Staat Europas, nämlich in der deutschen Bundeswehr, im Einsatz gestanden: zur vollsten Zufriedenheit der dortigen Soldaten und Generäle. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Und es kann nicht von einem Tag auf den anderen plötzlich schlecht und unbrauchbar geworden und nur noch eine Schönwetterwaffe sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wer weiß mehr: Ihre Kommandanten oder Sie?
Wenn es dazu gedient hat, im Kalten Krieg eine entsprechend leistungsfähige Abwehrwaffe zu sein, dann ist es nicht nach dem Ende des Kalten Krieges plötzlich ein völlig nutzloses Gerät. Das sollten Sie bei Ihren Äußerungen durchaus auch bedenken. (Abg. Scheibner: Wer weiß mehr: Ihre Kommandanten oder Sie?)
Abg. Scheibner: Wieso weiß das Ihr Koalitionspartner nicht? Wieso weiß das der eigene Koalitionspartner nicht?
Natürlich gibt es dabei auch immer wieder einige Maßnahmen, die gar nicht so leicht durchzusetzen sind. Herr Abgeordneter Gaál hat heute eine davon angesprochen, indem er Herrn Abgeordneten Murauer darauf hingewiesen hat, er hätte sich dafür einsetzen sollen, daß in Steyr nicht geschlossen wird. Herr Abgeordneter Gaál! Wenn Herr Abgeordneter Murauer erst jetzt draufkäme, wenn er nicht bereits vor Monaten darauf eingewirkt hätte, daß es zu keiner Schließung kommt, und auch Erfolge erzielt hat, nämlich in der Form, daß nicht nur der Standort Kirchdorf erhalten wurde, der sogar ausgebaut wird, sondern daß auch Steyr noch nicht geschlossen wurde, dann wäre das sicherlich eine richtige Kritik. (Abg. Scheibner: Wieso weiß das Ihr Koalitionspartner nicht? Wieso weiß das der eigene Koalitionspartner nicht?) Das ist aber nicht so, denn er hat sich rechtzeitig dafür eingesetzt und hat dadurch auch entsprechende Erfolge erzielen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Natürlich gibt es dabei auch immer wieder einige Maßnahmen, die gar nicht so leicht durchzusetzen sind. Herr Abgeordneter Gaál hat heute eine davon angesprochen, indem er Herrn Abgeordneten Murauer darauf hingewiesen hat, er hätte sich dafür einsetzen sollen, daß in Steyr nicht geschlossen wird. Herr Abgeordneter Gaál! Wenn Herr Abgeordneter Murauer erst jetzt draufkäme, wenn er nicht bereits vor Monaten darauf eingewirkt hätte, daß es zu keiner Schließung kommt, und auch Erfolge erzielt hat, nämlich in der Form, daß nicht nur der Standort Kirchdorf erhalten wurde, der sogar ausgebaut wird, sondern daß auch Steyr noch nicht geschlossen wurde, dann wäre das sicherlich eine richtige Kritik. (Abg. Scheibner: Wieso weiß das Ihr Koalitionspartner nicht? Wieso weiß das der eigene Koalitionspartner nicht?) Das ist aber nicht so, denn er hat sich rechtzeitig dafür eingesetzt und hat dadurch auch entsprechende Erfolge erzielen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne bedanke ich mich für Ihre Unterstützung und wünsche Ihnen nicht nur viel Erfolg, sondern daß Sie auch die entsprechenden Beschlüsse rechtzeitig fassen – so rechtzeitig, daß sich die Planer in unserem Ministerium darauf nicht nur entsprechend einrichten können, sondern daß sie darauf aufbauend die Sicherheit unseres Landes in Zukunft genauso gut – ja sogar noch besser – garantieren können, als sie es in der Vergangenheit bereits getan haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Da lacht sogar der Herr Minister!
Zum umfassenden Sicherheitsbegriff steht die Volkspartei seit jeher. (Abg. Dr. Graf: Da lacht sogar der Herr Minister!) Ich habe große sachliche Achtung vor dem Herrn Finanzminister. (Abg. Scheibner: Da lacht sogar der Herr Minister, Kollege Maitz!) Ich habe auch Verständnis für den gesunden "Wiener Schmäh". Ich möchte aber aus der Budgetrede des Herrn Finanzministers einen Satz zitieren:
Abg. Scheibner: Da lacht sogar der Herr Minister, Kollege Maitz!
Zum umfassenden Sicherheitsbegriff steht die Volkspartei seit jeher. (Abg. Dr. Graf: Da lacht sogar der Herr Minister!) Ich habe große sachliche Achtung vor dem Herrn Finanzminister. (Abg. Scheibner: Da lacht sogar der Herr Minister, Kollege Maitz!) Ich habe auch Verständnis für den gesunden "Wiener Schmäh". Ich möchte aber aus der Budgetrede des Herrn Finanzministers einen Satz zitieren:
Zwischenruf des Abg. Jung.
"Österreich ist ein sicheres Land und soll auch in Zukunft sicher bleiben – sicher ... auch, wenn es um die persönliche und die körperliche Sicherheit des einzelnen oder" – jetzt kommt’s! – "die äußere Sicherheit des Landes geht." (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Ich zitiere weiter:
Demonstrativer Beifall des Abg. Leikam.
Meine Damen und Herren! Zur Klarstellung: Diesen umfassenden Sicherheitsbegriff möchte ich in dieser Form nicht, denn von 1 Milliarde Schilling, die sogenannte Sicherheitsmilliarde, die der Herr Finanzminister genannt hat, sind über 900 Millionen Schilling für das Innenressort und für das Justizressort vorgesehen. (Demonstrativer Beifall des Abg. Leikam. ) Das ist durchaus recht und billig, aber wenn von einer "Sicherheitsmilliarde" nur 122 Millionen Schilling für die äußere Sicherheit vorhanden sind und das gleichgesetzt wird, dann ist das zumindest eine Verzerrung dieses umfassenden Sicherheitsbegriffs.
Beifall der Abgeordneten Murauer und Schwarzenberger.
Wir von der ÖVP wollen, daß die äußere Sicherheit mit der inneren Sicherheit Schritt halten möge. (Beifall der Abgeordneten Murauer und Schwarzenberger. )
ironische Heiterkeit des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl
Ich hatte gestern mit dem Korpskommandanten des Korps 1, Plienegger, sowie mit dem Korpskommandanten des Korps 2, Lagler, telephonischen Kontakt. Der Succus aus den Gesprächen die beiden Bereiche betreffend, in denen eine stufenweise Umsetzung stattfinden wird, war, daß ein Erlaß des Bundesministeriums da ist und die Umsetzung gemeinsam mit den Kommandanten und den Personalvertretern stattfinden wird. Der Succus aus beiden Bereichen, Korps 1 und Korps 2 , lautet wie folgt: Bei den von der Umorganisation betroffenen Einheiten hält sich die Freude in Grenzen (ironische Heiterkeit des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl ) – natürlich! –, aber die Einsicht der Notwendigkeit ist hergestellt. Wir setzen planmäßig um – im Einvernehmen mit den Kommandanten und im Einvernehmen mit der Personalvertretung.
Abg. Scheibner: Sie lesen nur Ihre Pressemeldung vor!
Herr Kollege Scheibner hat sich heute hier als wahrlich apokalyptischer Reiter zu profilieren versucht und hat alles in Frage gestellt. – So ist es aber nicht, wie Sie das sagen! (Abg. Scheibner: Sie lesen nur Ihre Pressemeldung vor!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich frage Sie: Wann werden in Österreich die Skeptiker eines NATO-Beitritts und die Neutralitätseiferer endlich dieser Erkenntnis folgen? – Das gebe ich Ihnen zum Nachdenken. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Maitz: Der zweite Apokalypsereiter! Apocalypse now!
Abgeordneter Wolfgang Jung (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister Fasslabend hat vorhin eine glorreiche Meldung über die Erfolge seiner Amtszeit, was das Budget betrifft, abgegeben. Ich habe hier Unterlagen seines eigenen Ministeriums die Budgetentwicklung betreffend. (Der Redner hält ein Blatt Papier, auf dem ein Balkendiagramm zu sehen ist, in die Höhe.) Seit er Minister geworden ist, geht es mit dem Anteil an Investitionen abwärts. Es müssen da ganz verschiedene Ansichten vorliegen, Herr Bundesminister. Das sind die Unterlagen Ihres Ministeriums! Man kann sehen: Die Kurve geht nach unten. (Abg. Dr. Maitz: Der zweite Apokalypsereiter! Apocalypse now!) Herr Kollege Maitz, Sie haben gerade reden dürfen, und es war zeitweise qualvoll genug, Ihnen zuzuhören.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Auch mit Ihnen nicht! Mit solchen Generälen auch nicht!
In der Praxis haben Sie immer wieder darauf "vergessen", auf die Inflationsrate hinzuweisen, die ja für Anschaffungen im Rüstungsbereich sehr hoch ist. Sie wissen das natürlich ganz genau, sagen es aber nicht. Sie wissen auch ganz genau, daß General Naumannxxxvgl.Pau , der ranghöchste und erfahrenste Militär des Westens, der NATO, von der Sie vorhin so lobend gesprochen haben, gesagt hat, ein Heer ohne einen Investitionsanteil von 30 Prozent habe keine Zukunft. – Das hat General Naumann in Österreich, und zwar in Gaming, vor wenigen Tagen gesagt, Herr Minister. Das wollen Sie aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht hören. Das haben Sie "vergessen", und zwar ganz bewußt. Ein Heer mit einem geringeren Investitionsanteil hat keine Zukunft, und das Bundesheer hat mit Ihnen, Herr Minister, auch keine Zukunft, wenn Sie so weitermachen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Auch mit Ihnen nicht! Mit solchen Generälen auch nicht!)
Abg. Steibl: Schön sprechen, Herr Kollege!
Ein noch schwierigeres Problem, das die Truppe betrifft, ist vor allem die Frage der LKWs. Wir Freiheitlichen werden heute noch einmal darauf eingehen. Heutzutage fährt das österreichische Bundesheer mit angemieteten Autobussen zu Schießübungen, weil keine Fahrzeuge in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Vor kurzem waren gerade beim Jägerregiment 1 von 74 LKWs 12 LKWs – in Worten: zwölf ! – einsetzbar, Herr Minister! Soweit haben Sie das Bundesheer im wahrsten Sinne des Wortes auf den Hund gebracht, daß man nicht einmal mit den eigenen Fahrzeugen ausfahren kann, weil diese nicht mehr einsatzbereit sind. (Abg. Steibl: Schön sprechen, Herr Kollege!)
Abg. Dr. Krammer: Machen Sie sich über die Frauen nicht lustig!
Ein weiterer Punkt: das Jahr 1998, das Jahr der Innovation bezüglich Wehrdienst für Frauen. Das war wie die Geschichte mit den "zehn kleinen Negerlein", Herr Bundesminister. Ich glaube, im Moment sind wir bei sechs oder sieben "Negerlein" angekommen und ... (Abg. Dr. Krammer: Machen Sie sich über die Frauen nicht lustig!) Ich mache mich nicht lustig über die Frauen, sehr wohl aber über die Ankündigungspolitik dieses Herrn Bundesministers, der uns hier ... (Abg. Dr. Krammer: Das sind keine "zehn Negerlein"! Merken Sie sich das!) – Frau Kollegin Krammer, Sie sind zwar recht laut und auch sehr schnell im Sprechen, aber deswegen haben Sie doch nicht recht.
Abg. Dr. Krammer: Das sind keine "zehn Negerlein"! Merken Sie sich das!
Ein weiterer Punkt: das Jahr 1998, das Jahr der Innovation bezüglich Wehrdienst für Frauen. Das war wie die Geschichte mit den "zehn kleinen Negerlein", Herr Bundesminister. Ich glaube, im Moment sind wir bei sechs oder sieben "Negerlein" angekommen und ... (Abg. Dr. Krammer: Machen Sie sich über die Frauen nicht lustig!) Ich mache mich nicht lustig über die Frauen, sehr wohl aber über die Ankündigungspolitik dieses Herrn Bundesministers, der uns hier ... (Abg. Dr. Krammer: Das sind keine "zehn Negerlein"! Merken Sie sich das!) – Frau Kollegin Krammer, Sie sind zwar recht laut und auch sehr schnell im Sprechen, aber deswegen haben Sie doch nicht recht.
Abg. Dr. Krammer: Das ist noch viel zuwenig!
Der Herr Bundesminister hat etwas angekündigt, was nicht eingetreten ist. Er hat von Hunderten Interessentinnen gesprochen. Und was ist übriggeblieben? –Jetzt finden sich vielleicht noch vier oder fünf Frauen, die in nächster Zeit einrücken werden. Der Bundesminister hat eine Studie in Höhe von 6 Millionen Schilling in Auftrag gegeben; für jede Frau sozusagen 1 Million Schilling an Einsatz, was diese Studie anlangt. Das ist alles, was er bisher zusammengebracht hat. (Abg. Dr. Krammer: Das ist noch viel zuwenig!) Er hat beim Bundesheer Modeschauen veranstaltet. (Abg. Steibl: Das ist eine Diskriminierung den Frauen gegenüber, "Modeschau" zu sagen!) Was ist übriggeblieben? – Eine schwache Jägergruppe, Herr Minister! Das sind Ankündigungen von Ihnen – und sonst nichts!
Abg. Steibl: Das ist eine Diskriminierung den Frauen gegenüber, "Modeschau" zu sagen!
Der Herr Bundesminister hat etwas angekündigt, was nicht eingetreten ist. Er hat von Hunderten Interessentinnen gesprochen. Und was ist übriggeblieben? –Jetzt finden sich vielleicht noch vier oder fünf Frauen, die in nächster Zeit einrücken werden. Der Bundesminister hat eine Studie in Höhe von 6 Millionen Schilling in Auftrag gegeben; für jede Frau sozusagen 1 Million Schilling an Einsatz, was diese Studie anlangt. Das ist alles, was er bisher zusammengebracht hat. (Abg. Dr. Krammer: Das ist noch viel zuwenig!) Er hat beim Bundesheer Modeschauen veranstaltet. (Abg. Steibl: Das ist eine Diskriminierung den Frauen gegenüber, "Modeschau" zu sagen!) Was ist übriggeblieben? – Eine schwache Jägergruppe, Herr Minister! Das sind Ankündigungen von Ihnen – und sonst nichts!
Abg. Mag. Posch – in Richtung des Präsidenten Dr. Brauneder –: Werden Sie für diese rassistische Äußerung einen Ordnungsruf erteilen?
Sie sagten, die Heeresunteroffizierschule sei zur Akademie aufgewertet und von der Gesamtqualität her entscheidend verbessert worden. – Abgesehen davon, Herr Minister, daß ich einen grundlegenden Fehler alleine schon in der Bezeichnung "Akademie" sehe, wird bei jenen Männern, die einen wesentlichen Teil unseres Bundesheeres ausmachen, nämlich bei den Unteroffizieren, von vornherein ein falscher Eindruck erweckt, und zwar jener, daß man mit dem Aktenkoffer in der Hand zur Ausbildung in den Gefechtsdienst geht. Das ist einmal falsch. (Abg. Mag. Posch – in Richtung des Präsidenten Dr. Brauneder –: Werden Sie für diese rassistische Äußerung einen Ordnungsruf erteilen?) – Wenn jemand Ordnungsrufe bräuchte, dann Sie, Herr Kollege Posch, aber Sie als Linksaußen regt das natürlich auf. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Lesen Sie einmal nach, was Rassismus heißt, Kollege Posch, bevor Sie so etwas sagen!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sagten, die Heeresunteroffizierschule sei zur Akademie aufgewertet und von der Gesamtqualität her entscheidend verbessert worden. – Abgesehen davon, Herr Minister, daß ich einen grundlegenden Fehler alleine schon in der Bezeichnung "Akademie" sehe, wird bei jenen Männern, die einen wesentlichen Teil unseres Bundesheeres ausmachen, nämlich bei den Unteroffizieren, von vornherein ein falscher Eindruck erweckt, und zwar jener, daß man mit dem Aktenkoffer in der Hand zur Ausbildung in den Gefechtsdienst geht. Das ist einmal falsch. (Abg. Mag. Posch – in Richtung des Präsidenten Dr. Brauneder –: Werden Sie für diese rassistische Äußerung einen Ordnungsruf erteilen?) – Wenn jemand Ordnungsrufe bräuchte, dann Sie, Herr Kollege Posch, aber Sie als Linksaußen regt das natürlich auf. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Lesen Sie einmal nach, was Rassismus heißt, Kollege Posch, bevor Sie so etwas sagen!
Abg. Steibl: Diese Sprache ist ein Wahnsinn!
Hier an dieser Stelle hat vor zwei Wochen der Herr Außenminister gesagt, daß Sie die Unwahrheit gesprochen haben, Herr Minister, daß nämlich keine rechtliche Deckung vorgesehen war. (Abg. Steibl: Diese Sprache ist ein Wahnsinn!) Sie haben wieder einmal diesem Hohen Haus bewußt die Unwahrheit gesagt! Und einem Mann, der uns laufend die Unwahrheit sagt, Herr Bundesminister, können und werden wir nicht vertrauen – und Ihrem Budget schon gar nicht. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Rassist!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Rassist!
Hier an dieser Stelle hat vor zwei Wochen der Herr Außenminister gesagt, daß Sie die Unwahrheit gesprochen haben, Herr Minister, daß nämlich keine rechtliche Deckung vorgesehen war. (Abg. Steibl: Diese Sprache ist ein Wahnsinn!) Sie haben wieder einmal diesem Hohen Haus bewußt die Unwahrheit gesagt! Und einem Mann, der uns laufend die Unwahrheit sagt, Herr Bundesminister, können und werden wir nicht vertrauen – und Ihrem Budget schon gar nicht. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Rassist!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Richtig ist, daß ich im Zuge der Beratungen des Landesverteidigungsrates Abänderungsanträge eingebracht habe. Diese sind auch im Protokoll des Verteidigungsrates nachzulesen: Änderungen in der Zuordnung der Militärkommandobereiche zu den beiden Korps, Anträge auf Verbesserung zur Vorbereitung für Auslandseinsätze, Änderung der Truppeneinteilung bei den Grenadierbrigaden und Jägerbrigaden, Abänderungsanträge zum Erhalt der Milizjägerbrigaden, Antrag zur Reorganisation der Waffenschulen und zu einer Neugliederung der Luftstreitkräfte. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Steibl.
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Jung, die Art und Weise, in der Sie jene Frauen, die den Schritt ins Bundesheer gewagt haben, hier als "kleine Negerlein" bezeichnet haben, ist ganz entschieden zurückzuweisen! Das ist eine weitere Diskriminierung der Frauen durch Abgeordnete der Freiheitlichen Partei. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Steibl. ) Wenn Sie, die Sie heute frisch angelobt worden sind, noch lachen können, ist das Ihr Problem! Wir Sozialdemokraten haben jedenfalls eine andere Einstellung zu Frauen. Für uns sind sie nicht die "kleinen Negerlein"! Das ist höchstens im Bereich der Freiheitlichen Partei der Fall. (Abg. Mag. Posch: Das ist ein Rassist! Der Präsident hätte einen Ordnungsruf erteilen sollen! Das hätte einen Ordnungsruf verdient!)
Abg. Mag. Posch: Das ist ein Rassist! Der Präsident hätte einen Ordnungsruf erteilen sollen! Das hätte einen Ordnungsruf verdient!
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Jung, die Art und Weise, in der Sie jene Frauen, die den Schritt ins Bundesheer gewagt haben, hier als "kleine Negerlein" bezeichnet haben, ist ganz entschieden zurückzuweisen! Das ist eine weitere Diskriminierung der Frauen durch Abgeordnete der Freiheitlichen Partei. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Steibl. ) Wenn Sie, die Sie heute frisch angelobt worden sind, noch lachen können, ist das Ihr Problem! Wir Sozialdemokraten haben jedenfalls eine andere Einstellung zu Frauen. Für uns sind sie nicht die "kleinen Negerlein"! Das ist höchstens im Bereich der Freiheitlichen Partei der Fall. (Abg. Mag. Posch: Das ist ein Rassist! Der Präsident hätte einen Ordnungsruf erteilen sollen! Das hätte einen Ordnungsruf verdient!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Unserer Vorstellung nach sollte etwa ein auf zehn Jahre festgelegtes Beschaffungsprogramm in enger Zusammenarbeit zwischen der Heeresbeschaffung und der Industrie erstellt werden, denn für den österreichischen Heeresproduzenten, die Steyr-Daimler-Puch-AG, ist gerade diese Entwicklung unbedingt erforderlich. Die Steyr-Daimler-Puch-AG braucht diese Aufträge ganz einfach. Sie braucht sie, um ihre Produktion ohne Unterbrechung fortsetzen zu können. Sie braucht sie aber auch, um Arbeitsplätze in dieser Region sicherstellen zu können, Arbeitsplätze, die ansonsten verlorengingen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Ich darf Sie bitten, diesem Bereich verstärktes Augenmerk zuzuwenden, denn dieser Punkt ist es, der auch uns als Koalitionspartner große Sorge bereitet, weil nämlich in diesem Bereich nichts weitergeht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Gredler: Ich brauche nur 4 Minuten!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Dr. Gredler. Frau Abgeordnete, in 6 Minuten werde ich Sie allerdings unterbrechen müssen. (Abg. Dr. Gredler: Ich brauche nur 4 Minuten!) Freiwillige Redezeitbeschränkung: 4 Minuten. – Bitte.
Abg. Jung: Der Rucksack ist für alle gleich schwer!
Es heißt, die Damen schaffen derzeit gerade zwölf Liegestütze. Wollen sie in einem halben Jahr die Unteroffiziersprüfung bestehen, müssen sie 15 schaffen. Der Humanbiologe Puntigam dazu: Frauen brauchen länger, um dafür die notwendige Rohkraft aufzubauen. Unsere Ausbildner haben daher den ausdrücklichen Befehl, so oft es geht mit den Rekrutinnen Liegestütze zu trainieren. – Ja, Frauen haben ja ganz andere Möglichkeiten, sich einzubringen, sie sind meistens viel wendiger und agiler. (Abg. Jung: Der Rucksack ist für alle gleich schwer!) Ich möchte gerne wissen, wie Sie einen Maßstab auf Männer anwenden, wenn man auf so einer dünnen Latte (die Rednerin zeigt mit zwei Fingern eine entsprechende Breite) gehen muß! Das würden Frauen auf jeden Fall besser schaffen als Männer. Da ist es aber plötzlich nicht mehr so wichtig, das zu trainieren, das höher zu bewerten.
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich meine, man sollte sich gemeinsam überlegen – ich weiß, daß es seitens Ihres Ressorts zum Glück diesbezüglich wirklich offene Ohren gibt –, welche Maßstäbe tatsächlich notwendig sind, wo einerseits Rohkraft notwendig ist und andererseits, wo Frauen mit Geschicklichkeit vielleicht das kompensieren können, was Männer nicht zusammenbringen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das wollte ich ergänzend dazu sagen.
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Und weiters heißt es: Sie kleiden ihre Meinung in Form einer Frage, formulieren Kritik meist positiv, bringen ihre Anliegen oftmals nicht deutlich hervor; Dolmetschhilfen sind nützlich. – Zitatende. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ja, genau das ist der Punkt. Wir sollten Dolmetschhilfen haben; wir haben sehr gute Frauen. Es gibt manche Frauen, die sich in der Armee getäuscht haben, andere aber wollen hineingehen, und diese sollten wir unterstützen, und zwar nach weiblichen Kriterien. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen.
Daß wir uns jetzt in dieser Situation befinden, hat meines Erachtens, hat unseres Erachtens nach und auch nach Ansicht vieler Experten die Ursache darin, daß die österreichische Atompolitik und Anti-AKW-Politik erstens auf das falsche Pferd gesetzt hat, nämlich auf Sicherheitsstandards, statt – das wäre das richtige Pferd gewesen – auf Ausstieg, auf Stillegung, auf alternative Energieformen. Österreich hat nicht rechtzeitig – ich werde das später noch ausführlich dokumentieren; ich nenne jetzt nur einmal die Jahre 1994/95 – das richtige Pferd ins Rennen geschickt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Diese Chance zu einer zukunftsträchtigen Energieversorgung gerade in osteuropäischen Staaten haben Sie verpaßt. Sie haben zwar den Hahn abgedreht, aber Sie haben auf der anderen Seite nicht den Hahn aufgedreht für die Finanzierung alternativer, besserer Energieformen. Das werfe ich Ihnen vor! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Eine solche Rechnung aber haben Sie nicht angestellt, und darum müssen wir hier und heute noch einmal diesen verfehlten Weg der österreichischen Atompolitik deutlich anprangern. Das wäre 1994/1995 der Punkt gewesen. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Wir haben dann diesen zweiten "Walkdown", der am 5. Mai stattfand, mehr oder weniger schon als vergebliche Liebesmühe betrachtet, und es hat sich herausgestellt, daß die Experten vor allem seitens der slowakischen Betreibergesellschaft nicht ernstgenommen werden und daß ihnen manches vorenthalten wird. Und jetzt stehen Sie wieder mit dem Rücken zur Wand, und aus dieser Position möchten wir Sie auch mit konstruktiven Vorschlägen in eine neue Verhandlungsrunde schicken. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (fortsetzend): ... daß Me#iar sich nicht der Vernunft verschließt. Ich habe diese Hoffnung nicht. Ihnen bleibt wahrscheinlich nur die Möglichkeit, die österreichische Atompolitik mit Kaliumjodidtabletten dann endgültig zu entsorgen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Bundeskanzler Mag. Viktor Klima: Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das, was in dieser zweifellos sehr schwierigen und ernsthaften Situation als klares Signal des österreichischen Gesetzgebers und der österreichischen Regierung erforderlich ist, ist ein gemeinsames, geschlossenes Auftreten und ein Appell an die slowakische Politik, an die slowakische Regierung, an die slowakischen Behörden, die Sicherheitsbedenken der Experten ernst zu nehmen und keine Aktivierung vorzunehmen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es muß betont werden, daß das von mir beauftragte internationale Expertenteam bei seinen Begehungen auch Verbesserungen in Bereichen der Sicherheit des Kernkraftwerkes festgestellt hat. Allerdings – das sage ich mit aller Klarheit – verblassen diese Fortschritte, diese Verbesserungen angesichts der zu befürchtenden dramatischen Mängel des Reaktordruckbehälters des ersten Blocks. Wie Sie gehört haben, haben diese Mängel selbst die Experten, welche die Begehung durchgeführt haben, überrascht. Ohne die von der österreichischen Bundesregierung und von mir ermöglichten Begehungen wären diese Mängel wohl nie ans Tageslicht gekommen – mit all den Folgen, die daraus resultiert hätten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Mag. Barmüller.
Eines ist klar: Wenn die erforderlichen Unterlagen nicht beigestellt werden und die Gespräche der Experten nicht möglich sind, dann ist aus heutiger Sicht eine Aktivierung in höchstem Maße unsinnig, unwirtschaftlich und auch gefährlich, und sie muß daher unterbleiben. Das soll das gemeinsam ausgesandte Signal der heutigen Sitzung sein, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Mag. Barmüller. )
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! So sehr ich Ihre Empörung verstehen kann, so sehr muß ich aber auch vor einer Radikalisierung warnen. Ein konstruktiver Dialog muß eine gemeinsame Lösung im Sinne der Sicherheit der Bevölkerung der Slowakei, der Bevölkerung Österreichs und der Bevölkerung Europas erreichen können. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Grundsätzlich ist es Aufgabe der Bundesregierung, mit den Regierungen anderer Staaten, sowie Aufgabe österreichischer politischer Parteien, mit gleichgesinnten politischen Parteien anderer Staaten Kontakt aufzunehmen. Soweit es meine Rolle als Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Österreichs betrifft, kann ich Ihnen versichern, daß ich jede Möglichkeit nutze, um die österreichische Position zur Atomenergiepolitik klarzumachen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Erlauben Sie mir, darauf hinzuweisen, daß ich in den grundsätzlichen Ausführungen schon klargestellt habe, daß die Bundesregierung ihre Anti-Atomkraftpolitik keinesfalls geändert hat. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bitte Sie: Nützen wir die heutige Stunde – da gleichzeitig in der Slowakei die Regierung tagt, um zu entscheiden, ob eine Aktivierung der Brennstäbe vorgenommen werden soll oder nicht –, um einen gemeinsamen, geschlossenen, starken Appell Österreichs an die slowakische Bevölkerung und die slowakische Regierung zu richten, diese Aktivierung nicht vorzunehmen, solange die Sicherheit dieses Kraftwerkes für die Menschen in diesem Raume nicht gewährleistet ist. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Herr Bundeskanzler, weil es so etwas wie nukleare Sicherheit nicht gibt – und nie geben wird –, haben wir in Österreich aus guten Gründen ein Atomsperrgesetz. Alle Risken, die – ich erinnere mich noch gut daran – im Rahmen der Zwentendorf-Debatte in Österreich von den KritikerInnen der Kernkraft vorgebracht und damals als "Panikmache" verteufelt wurden, sind eingetreten: vom Super-GAU in Tschernobyl über den verbrecherischen Plutoniumhandel bis hin zu den Verschweigungs- und Vertuschungsstrategien, wie wir sie zuletzt im Zusammenhang mit den Castor-Transporten in Deutschland wieder erfahren mußten. Regierungen, die auf nukleare Sicherheit setzen, werden in ihrer Politik selbst unglaubwürdig, denn nukleare Sicherheit gibt es nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Bundeskanzler Mag. Klima: Das weiß ich ja auch!
Meine Damen und Herren! Ich bin sehr froh darüber, daß wir heute diese Grundsatzdebatte hier führen können, und ich halte es durchaus für möglich, zu einer gemeinsamen, starken österreichischen Vorgangsweise zu kommen. Ich ersuche Sie aber auch, Herr Bundeskanzler, unsere Grundsatzargumente etwas ernster zu nehmen. (Bundeskanzler Mag. Klima: Das weiß ich ja auch!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Es ist aber – wie meine Kollegin Gabriela Moser gesagt hat – tatsächlich nicht eine Nuance zwischen Ausstiegskonzepten und Sicherheitskonzepten, sondern diese sogenannten Konzepte einer nuklearen Sicherheit sind das Gegenteil von Ausstiegskonzepten. Wer auf Konzepte der Sicherheitsinvestitionen setzt, verschafft Firmen wie Siemens und Framatome Einnahmen in Milliardenhöhe und verhindert einen raschen und wirkungsvollen Ausstieg. Auch Sicherheitsinvestitionen sind Investitionen in die Kernkraft, und sie sind falsch! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Würden Sie sich nicht auch dafür einsetzen, daß man, statt einmal mehr ausländische Panzer – um, wie gesagt, über 11 Milliarden Schilling – zu kaufen, vielleicht noch einmal und mit großem Nachdruck der Slowakei ein freundschaftliches Angebot unterbreitet: Wir wollen uns an einem Gas-Dampf-Kraftwerk beteiligen, und wir bitten die Slowakei, von einem lebensgefährlichen Hasardspiel an unserer Grenze Abstand zu nehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Reichhold: Derjenige, der den Pepi Trenk so diffamiert hat?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Oberhaidinger. – Bitte. (Abg. Ing. Reichhold: Derjenige, der den Pepi Trenk so diffamiert hat?)
Abg. Ing. Reichhold: Haben Sie gesagt, er war eingesperrt?
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! (Abg. Ing. Reichhold: Haben Sie gesagt, er war eingesperrt?) Kollege Reichhold, du kannst dich zu Wort melden, vielleicht auch zur Energiedebatte. Vielleicht reicht deine Energie soweit. (Abg. Ing. Reichhold: Haben Sie sich erkundigt, was wirklich passiert ist? Entschuldigen Sie sich bei Herrn Kollegen Trenk?)
Abg. Ing. Reichhold: Haben Sie sich erkundigt, was wirklich passiert ist? Entschuldigen Sie sich bei Herrn Kollegen Trenk?
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! (Abg. Ing. Reichhold: Haben Sie gesagt, er war eingesperrt?) Kollege Reichhold, du kannst dich zu Wort melden, vielleicht auch zur Energiedebatte. Vielleicht reicht deine Energie soweit. (Abg. Ing. Reichhold: Haben Sie sich erkundigt, was wirklich passiert ist? Entschuldigen Sie sich bei Herrn Kollegen Trenk?)
Abg. Ing. Reichhold: Entschuldigen Sie sich bei Herrn Kollegen Trenk?
Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! (Abg. Ing. Reichhold: Entschuldigen Sie sich bei Herrn Kollegen Trenk?) Wir diskutieren heute das Thema Mochovce so, als wäre in dieser Hinsicht lange Zeit nichts geschehen. Ich muß aber in Erinnerung rufen, daß unsere Bemühungen bereits im Jahre 1990 begonnen haben. Es ging damals um die Atomkraftwerke xxx vgl. Eg. Jaslovské Bohunice, und auch damals bekamen wir die Möglichkeit, eine Expertenkommission zu entsenden, welche die Kraftwerke einer sicherheitstechnischen Bewertung unterzogen. Es wurde damals – wie heute – dringender Handlungsbedarf geortet und dem Bundeskanzler empfohlen, mit allen geeignet scheinenden Mitteln auf eine Außerbetriebnahme dieser Blöcke hinzuwirken.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Österreich selbst hat in den Beitrittsverhandlungen größten Wert darauf gelegt, daß wir im Bereich der Versorgung mit Primärenergie als Staat souverän bleiben können, um nicht Atomenergie übernehmen zu müssen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn wir das bedenken, dann erweisen wir der Sache, nämlich dem Ausstieg aus der Atomkraft, auf Sicht sicher dadurch, daß wir die Diskussion ehrlich und realistisch führen, einen besseren Dienst. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. – Abg. Ing. Reichhold: Zurücknehmen und entschuldigen!
Abgeordnete Maria Rauch-Kallat (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Österreich hat sich vor mehr als 20 Jahren dazu entschlossen, in Österreich keine Energie aus der Kernkraft zu gewinnen und hat den Mut gehabt, ein fertiggebautes Kernkraftwerk deshalb nicht in Betrieb zu nehmen, weil es Bedenken gegenüber der sogenannten friedlichen Nutzung der Kernkraft gegeben hat. (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. – Abg. Ing. Reichhold: Zurücknehmen und entschuldigen!)
Beifall bei der ÖVP.
Die weltweite Entwicklung bestätigt dies: In den Vereinigten Staaten gibt es seit mehr als zehn Jahren keine Neuzulassung von Kernkraftwerken mehr; nur mehr bereits in Bau befindliche werden fertiggestellt. Dies deshalb, weil man in der Zwischenzeit weiß, daß die Kernkraft keineswegs jene billige Energie ist, für die sie in den fünfziger und sechziger Jahren gehalten wurde. Kernkraft ist sogar ohne Einberechnung der Endlagerungskosten eine der teuersten Energien. Wenn man den Unfall in Tschernobyl als Beispiel nimmt, muß man sie sicher als die teuerste Energie schlechthin bezeichnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Was heißt "alles"?
In Anbetracht der Gefahr, die nicht nur der slowakischen Bevölkerung, sondern vor allem auch der österreichischen und der ungarischen Bevölkerung droht, müssen wir alles unternehmen, um die Einschaltung und damit die Aktivierung dieses Reaktors zu verhindern. (Abg. Wabl: Was heißt "alles"?) Alles ist bei einer nationalen Autonomie natürlich nur internationaler Druck, den Österreich allein nicht ausüben kann, sondern gemeinsam mit europäischen Bündnispartnern durchsetzen muß.
Beifall bei der ÖVP.
Ich danke daher der Bundesregierung, speziell dem Herrn Bundeskanzler und dem Herrn Vizekanzler, daß sie in den letzten Wochen, aber auch schon davor, vor allem aber in den letzten Tagen und Stunden, intensivst Kontakte mit europäischen Regierungschefs und mit europäischen Außenministern aufgenommen haben, um auch deren Unterstützung für dieses unser Anliegen zu gewinnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Es wäre mir lieber, mit Ihnen, Herr Bundeskanzler, tapfer zu verlieren, als letztlich feige Zurückhaltung zu üben. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Diesen Antrag gibt es schon längst!
Es ist insbesondere die dringende Bitte an die slowakische Regierung zu richten, daß sie alle Maßnahmen unterläßt, die vollendete Tatsachen schaffen. Ich glaube, daß das auch ein Punkt wäre, der heute im Rahmen eines Entschließungsantrages in diesem Hause verabschiedet werden könnte. Damit könnte klargelegt werden, daß wir wirklich dieser Meinung sind und nicht nur hier beim Rednerpult von jeder einzelnen Fraktion einzelne Maßnahmen vorgeschlagen oder der Bundesregierung gute Ratschläge gegeben werden. Wir sollten klarlegen, was wir uns als gewählte Volksvertretung von der slowakischen Regierung als auch von den gewählten Vertreterinnen und Vertretern des slowakischen Volkes erwarten. (Abg. Mag. Schweitzer: Diesen Antrag gibt es schon längst!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher, meine Damen und Herren, ist es notwendig, das Atomhaftungsgesetz nicht länger zu verschieben, sondern auch auf österreichischer Seite endlich ein Atomhaftungsgesetz, das Vorbildcharakter für die Europäische Union und auch unsere Nachbarstaaten hat, zu machen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Kopf.
Ich erinnere Sie daran, meine Damen und Herren, daß nicht nur das Kraft-Wärme-Koppelungs-Potential in der Slowakei groß ist, sondern es ist auch in Österreich groß. Aber es gibt in Österreich keine Rahmenbedingungen, welche die Nutzung dieses Potentials nahelegen. Schauen Sie sich das ElWOG an, das derzeit verhandelt wird. Auch da werden die erneuerbaren Energieträger in Wahrheit schlecht behandelt. (Zwischenruf des Abg. Kopf. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Daher noch einmal: Es ist heute nicht der Zeitpunkt, die Versäumnisse der Bundesregierung in der Anti-Atompolitik zu debattieren, sondern es ist der Zeitpunkt, klarzulegen, was auch die österreichische Volksvertretung von der Slowakei und von den dort verantwortlichen Vertreterinnen und Vertretern erwartet. Die Sorge, die der Herr Bundeskanzler heute schon hat anklingen lassen, wird in ihrer Ernsthaftigkeit daran zu messen sein, wie stark man auch auf europäischer Ebene etwa jenen Fünf-Parteien-Entschließungsantrag, den wir hier im Hause auch beschlossen haben, in Zukunft verfolgen wird. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Bundeskanzler Mag. Klima: Im September 1997 haben wir angefangen!
Was ich der Bundesregierung und Ihnen als zuständigem Bundeskanzler vorwerfe, ist, daß Sie die Zeit zwischen 1995 und Anfang 1998 verstreichen haben lassen. Es wäre notwendig gewesen, Bündnispartner zu suchen und konkrete finanzielle Ausstiegshilfen ... (Bundeskanzler Mag. Klima: Im September 1997 haben wir angefangen!) – Wann haben Sie angefangen? (Bundeskanzler Mag. Klima: Im September 1997! Das wissen Sie, das habe ich Ihnen heute gesagt!) Ja, Herr Bundeskanzler, September 1997! Der erste "Walkdown-Bericht" von Professor Kromp war im November 1995 fertig!
Bundeskanzler Mag. Klima: Im September 1997! Das wissen Sie, das habe ich Ihnen heute gesagt!
Was ich der Bundesregierung und Ihnen als zuständigem Bundeskanzler vorwerfe, ist, daß Sie die Zeit zwischen 1995 und Anfang 1998 verstreichen haben lassen. Es wäre notwendig gewesen, Bündnispartner zu suchen und konkrete finanzielle Ausstiegshilfen ... (Bundeskanzler Mag. Klima: Im September 1997 haben wir angefangen!) – Wann haben Sie angefangen? (Bundeskanzler Mag. Klima: Im September 1997! Das wissen Sie, das habe ich Ihnen heute gesagt!) Ja, Herr Bundeskanzler, September 1997! Der erste "Walkdown-Bericht" von Professor Kromp war im November 1995 fertig!
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Es ist notwendig, seriöse finanzielle Angebote zu machen, denn dann kommen Sie hoffentlich dem Ziel eines kernkraftfreien Mitteleuropa etwas näher. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wabl: Gegen die Panzer bist du damals auch noch aufgetreten!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Gerade wir in Österreich haben schon fast jahrzehntelang das zweifelhafte Vergnügen, bei den Auseinandersetzungen über die Experten und Expertisen betreffend die Sinnhaftigkeit der Atomenergie die Sicherheit von Atomkraftwerken mitmachen zu dürfen. Ich war damals in den siebziger Jahren auch einer, der gegen die Atomenergie grundsätzlich aufgetreten und auch dafür eingetreten ist, daß das AKW Zwentendorf nicht in Betrieb genommen wird. (Abg. Wabl: Gegen die Panzer bist du damals auch noch aufgetreten!)
Abg. Wabl: Cap! Gegen die Panzer hast du damals auch noch gestimmt!
Daher habe ich zu dieser heutigen Debatte eine ganz einfache Haltung: Ich halte die Atomenergie niemals für 100prozentig sicher, und ich halte sie vor allem auch nicht für finanzierbar. (Abg. Wabl: Cap! Gegen die Panzer hast du damals auch noch gestimmt!) Wenn man bedenkt, wieviel ein realistischer Strompreis ausmachen würde, wenn man die Lagerung des Atommülls noch dazurechnet (Abg. Wabl: Panzer! Gegen die Panzer hast du damals auch noch gestimmt!), wenn man noch die vielen indirekten Stützungen, die es dabei gibt, miteinrechnet, dann muß man sagen, daß diese Energieform keine Energieform ist, die kostengünstig und daher auch von dieser Seite her grundsätzlich in Frage zu stellen ist. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kopf. )
Abg. Wabl: Panzer! Gegen die Panzer hast du damals auch noch gestimmt!
Daher habe ich zu dieser heutigen Debatte eine ganz einfache Haltung: Ich halte die Atomenergie niemals für 100prozentig sicher, und ich halte sie vor allem auch nicht für finanzierbar. (Abg. Wabl: Cap! Gegen die Panzer hast du damals auch noch gestimmt!) Wenn man bedenkt, wieviel ein realistischer Strompreis ausmachen würde, wenn man die Lagerung des Atommülls noch dazurechnet (Abg. Wabl: Panzer! Gegen die Panzer hast du damals auch noch gestimmt!), wenn man noch die vielen indirekten Stützungen, die es dabei gibt, miteinrechnet, dann muß man sagen, daß diese Energieform keine Energieform ist, die kostengünstig und daher auch von dieser Seite her grundsätzlich in Frage zu stellen ist. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kopf. )
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kopf.
Daher habe ich zu dieser heutigen Debatte eine ganz einfache Haltung: Ich halte die Atomenergie niemals für 100prozentig sicher, und ich halte sie vor allem auch nicht für finanzierbar. (Abg. Wabl: Cap! Gegen die Panzer hast du damals auch noch gestimmt!) Wenn man bedenkt, wieviel ein realistischer Strompreis ausmachen würde, wenn man die Lagerung des Atommülls noch dazurechnet (Abg. Wabl: Panzer! Gegen die Panzer hast du damals auch noch gestimmt!), wenn man noch die vielen indirekten Stützungen, die es dabei gibt, miteinrechnet, dann muß man sagen, daß diese Energieform keine Energieform ist, die kostengünstig und daher auch von dieser Seite her grundsätzlich in Frage zu stellen ist. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kopf. )
Abg. Wabl: Aber nur hinter der Bundesregierung den Fluchtweg abzuschneiden!
Das ist die zentrale Frage, wenn man darüber diskutiert, welchen Handlungsspielraum die österreichische Bundesregierung oder das österreichische Parlament, das hoffentlich einheitlich hinter der Bundesregierung steht, hat und dafür zu kämpfen hat – und aus unmittelbarem Sicherheitsinteresse auch dafür kämpfen will, weil Mochovce gleich hinter der Grenze liegt. (Abg. Wabl: Aber nur hinter der Bundesregierung den Fluchtweg abzuschneiden!) Es werden dabei aber auch grundsätzliche Fragen berührt, die weit über Mochovce hinausgehen. Und die Definition des Handlungsspielraums ist entscheidend, wenn man seriös beurteilen will, was alles seit der berühmten Plakat-Aktion, bei der auch ich dabei war und am Stephansplatz mitunterschrieben habe, bis zum heutigen Tag enthalten war.
Beifall bei der SPÖ.
Es kann keinen einzigen in der Bundesregierung geben – keinen einzigen! –, der, wenn tatsächlich etwas passiert, fahrlässig damit umgeht, daß 150 Kilometer von hier etwas passiert ist, weil er in diese Katastrophenzone auch als unmittelbar Betroffener einbezogen ist. Da geht einmal die oppositionelle Unterstellungsstrategie ins Leere, denn das ist zumindest zu 100 Prozent widerlegbar, daß wirklich niemand daran interessiert sein kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Frau Gredler ist da anderer Meinung!
Wir haben unser Atomsperrgesetz, wir haben in Österreich glaubwürdig das Ziel definiert, ein kernkraftfreies Mitteleuropa mittelfristig, langfristig erreichen zu wollen. Viele andere Länder halten allerdings nach wie vor an ihrer Kernkraftstrategie fest. Daher kann unsere Strategie, zu versuchen, eine Änderung der Haltung der anderen Länder herbeizuführen beziehungsweise sie zu einer Änderung ihrer Haltung zu bewegen, nur eine Langfriststrategie sein. Das bedeutet das Bohren sehr harter Bretter in der internationalen Diplomatie, in der internationalen Politik. Unsere Bundesregierung ist aber auf gutem Wege, international eine Bewußtseinsänderung herbeizuführen. (Abg. Wabl: Frau Gredler ist da anderer Meinung!)
Abg. Mag. Schweitzer: "ZiB 2"!
Es gibt auch parallel zu dieser Langfriststrategie durchaus kurzfristige Erfolge bei Einzelprojekten. Das hat nichts mit einer Änderung der Langfristpolitik zu tun, aber bei einzelnen Projekten ist ein Erfolg zu verzeichnen. Beispielsweise bei Bohunice konnte den Slowaken die Zusage abgerungen werden, das AKW Bohunice abzuschalten, wenn – leider noch mit dem Zusatz "wenn" – (Abg. Mag. Schweitzer: "ZiB 2"!) – ich weiß schon – Mochovce in Betrieb geht.
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Hofmann.
Kollege Hofmann! Ich weiß nicht, wie man sonst darauf reagieren soll als mit Diplomatie und mit den Instrumenten der internationalen Politik. Ich glaube, eine andere Strategie oder Möglichkeit, um im wahrsten Sinne des Wortes die Pistole auf die Brust zu setzen, wird es wohl nicht geben können als eben die Nutzung diplomatischer und internationaler politischer Instrumente. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Hofmann. )
Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Das ist nicht neu! Seit 1994 ist dieses Problem ...!
Kollegin Langthaler hat vorhin den Bericht über den ersten "Walkdown" in Mochovce erwähnt, hat aber verschwiegen, daß der zweite Bericht jetzt sehr wohl Fortschritte in bezug auf die Sicherheit in diesem Reaktor attestiert. Allerdings ist man dabei auf ein weiteres gravierendes Problem draufgekommen. (Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Das ist nicht neu! Seit 1994 ist dieses Problem ...!) Es sind aber viele andere Probleme – das attestiert der Bericht sehr wohl – inzwischen behoben worden. Und das zeigt doch, daß eine gewisse Bereitschaft vorhanden ist, diese Sicherheitsmängel zu beheben. Ich glaube oder interpretiere zumindest die Haltung der Slowaken so, daß dieses Problem entweder unterschätzt wurde oder – aus welchen Gründen auch immer – bisher nicht behebbar war.
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube aber schon, daß wir angesichts der Tatsache, daß sie schon sehr viel Geld in die Behebung anderer Mängel investiert haben, die Bereitschaft ableiten können, daß sie dieses Problem auch noch beheben wollen. Ich meine, von diesem Parlament und von allen Parteien muß heute das ganz klare und deutliche Signal ausgehen, daß Österreich massives existentielles Interesse – auch im Sinne unserer Bevölkerung – daran hat, daß die notwendigen Maßnahmen von der slowakischen Regierung heute noch gesetzt werden beziehungsweise eine Aktivierung dieses AKW nicht beschlossen werden darf. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Schweitzer! Man kann als Oppositionspolitiker bei diesem Thema permanent Haare in der Suppe suchen oder dieses oder jenes kritisieren. Tatsache ist – das ist Gott sei Dank von jenen, die an das Problem, wie beispielsweise Kollege Barmüller, seriös herangegangen sind, attestiert und festgestellt worden –: Heute ist nicht der Tag, um über Langfriststrategien im Umgang der internationalen Politik mit der Atomenergie zu diskutieren, sondern heute geht es darum, ein deutliches Signal nach außen zu senden, daß dieses Kraftwerk Mochovce und die Brennstäbe nicht aktiviert werden dürfen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Vertreter der Regierungsparteien fordern heute bereits mehrfach: Kommt heraus, vergeßt alle Versäumnisse, die es in den letzten Jahren gegeben hat, und stellt euch hinter die Regierung! (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gilt, darüber zu diskutieren, warum wir unseren Handlungsspielraum in den letzten Jahren selbst eingeschränkt haben. Es hat diverse und dubiose Abstimmungsverhalten gegeben – auch von deiner Partei! –, woraus man durchaus ableiten konnte, daß Österreich nicht wirklich Kernkraftwerke verhindern will und an der Durchsetzung eines kernkraftfreien Mitteleuropa Interesse hat. Ich erinnere beispielsweise nur an das Abstimmungsverhalten im Europäischen Parlament! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! Eine Frage werden Sie sich schon gefallen lassen müssen: Warum ist dieser heute bereits so oft angesprochene Bericht zwei Jahre lang im Bundeskanzleramt gelegen – ein Bericht, der eklatante Konstruktionsfehler nachgewiesen hat, der insgesamt 156 schwerwiegende Mängel aufgedeckt hat? – Diesen haben Sie zwei Jahre lang zumindest so sicher verwahrt, daß nichts davon in die Öffentlichkeit gekommen ist und wir nicht gemeinsam über eine Linie beraten konnten, wie wir dieser Gefahr begegnen, wie die Verhandlungen mit der Slowakei zu führen sind. Zwei Jahre lang haben wir nicht darüber gesprochen, und heute – jetzt auf einmal – muß auch die Opposition hinter einer Regierung stehen, die uns zwei Jahre lang nicht informiert hat, welches Gefahrenpotential sich in Grenznähe aufbaut. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Kopf: Woraus leitest du das ab, Karl?
Das ist doch nicht die konsequente Fortsetzung einer österreichischen Antiatompolitik, die wir nach dem Beschluß des Atomsperrgesetzes zu haben glaubten. Damals habe ich tatsächlich geglaubt: Jetzt gibt es eine konsequente österreichische Antiatomlinie. Karlheinz! Es war aber deine Partei, die dann versucht hat, das Ganze wieder aufzuweichen. Wäre nicht dieser Unfall passiert, dann hätten wir diese Diskussion noch länger geführt, und es hätte eine Änderung dieser Linie, dieser Gesetze gegeben. Davon bin ich heute mehr denn je überzeugt. (Abg. Kopf: Woraus leitest du das ab, Karl?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist ein Entschließungsantrag, der der Regierung entsprechenden Handlungsspielraum und eine entsprechende Position gibt, mit der sich die Regierung bei einer Fortsetzung der österreichischen Anti-AKW-Linie tatsächlich auch durchsetzen könnte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Da müßte man in Frankreich genauso wie in Deutschland nachforschen. Für die Polizistinnen und Polizisten kann es nicht sehr angenehm sein, im nachhinein zu erfahren, daß das, was sie unbedingt verteidigen mußten, unter Umständen Radioaktivität ausgestrahlt hat, die ihre Gesundheit gefährden könnte. Das sind Dinge, von denen ich glaube, daß wir darüber einen aggressiven Dialog in Europa führen sollten. Wir sollten uns nicht davor scheuen, es gegen Herrn Kohl und andere aufzunehmen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher würde ich bitten, daß wir in einem nationalen Konsens zusammenarbeiten und daß die Regierung einmal über ihren Schatten springt und bereit ist, mit den Oppositionsparteien gemeinsam Strategien zu entwickeln – zum Wohle der Umgebung, zum Wohle der Grenzgebiete und zum Wohle der Bundeshauptstadt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Cap: Seite an Seite!
Meine Damen und Herren! Kollege Cap hat die alten Zeiten beschworen, als er noch gegen Zwentendorf marschiert ist. (Abg. Dr. Cap: Seite an Seite!) Damals ist er auch noch gegen die Panzer marschiert. Diese Linie hat er schon verlassen. Aber, meine Damen und Herren, eines hat Kollege Cap ganz richtig gesagt: Der Hauptgegner ist nicht die slowakische Regierung, sondern wir befinden uns in einem Europa, in dem offensichtlich in einigen Regierungen Fundamentalisten sitzen: In Frankreich, in Paris, sitzt Monsieur Chirac, der nach wie vor meint, Atomenergie sei eine Energieform, die genutzt werden könne. Milliardenbeträge wurden in den letzten Jahrzehnten in diese Technologie investiert.
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Wir müssen uns vom Herrn Vizekanzler Schüssel anhören, daß die Umweltschützer Fundamentalisten sind. Die Fundamentalisten sitzen ganz woanders, meine Damen und Herren! Diese Bundesregierung hat im Jahre 1990 eine Anti-AKW-Politik begonnen, die sie niemals konsequent durchgehalten hat. Denn wenn sie grundsätzlich fundamental gegen die Atomkraftwerke angetreten wäre, dann würde nämlich das Atomhaftungsgesetz zu einem zentralen Forderungsbereich innerhalb der EU gehören. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Barmüller: Für ein strengeres!
Meine Damen und Herren! Ich stehe gern hinter Herrn Klima. Ich stehe voll hinter ihm, wenn er europaweit für das Atomhaftungsgesetz kämpft. (Abg. Mag. Barmüller: Für ein strengeres!) Aber ich stehe deshalb hinter ihm, damit er keinen Fluchtweg mehr hat. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Ich stehe gern hinter Herrn Klima. Ich stehe voll hinter ihm, wenn er europaweit für das Atomhaftungsgesetz kämpft. (Abg. Mag. Barmüller: Für ein strengeres!) Aber ich stehe deshalb hinter ihm, damit er keinen Fluchtweg mehr hat. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Graf: Er hat ihn auch beleidigt, als er nicht angelobt war! Er hat ihn auch beschimpft und beleidigt, als er nicht angelobt war! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Peter Keppelmüller (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Nachdem ich noch über neun Minuten Redezeit verfüge, erlaube ich mir eine kleine Vorbemerkung. Unser Kollege, Herr Altlandeshauptmann-Stellvertreter Reichhold, hat Kollegen Oberhaidinger am Anfang ein bißchen in seiner Rede gestört und gemeint, Oberhaidinger sollte sich bei Trenk entschuldigen. Ich will nicht beurteilen, ob das notwendig ist; nur Oberhaidinger hätte sich, Kollege Reichhold, sehr schwer getan, weil Trenk noch immer nicht angelobt ist. Also müßten wir darauf warten, bis Trenk kommt. Seine Angelobung ist bereits letztes Mal verschoben worden. (Abg. Dr. Graf: Er hat ihn auch beleidigt, als er nicht angelobt war! Er hat ihn auch beschimpft und beleidigt, als er nicht angelobt war! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Aber er ist nicht da. Oberhaidinger kann sich, auch wenn er es wollte, gar nicht bei Trenk entschuldigen, und es wäre interessant, warum Kollege Trenk tatsächlich nicht da ist. (Abg. Dr. Graf: Das ist unter Ihrer Würde!)
Abg. Dr. Graf: Das ist unter Ihrer Würde!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Peter Keppelmüller (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Nachdem ich noch über neun Minuten Redezeit verfüge, erlaube ich mir eine kleine Vorbemerkung. Unser Kollege, Herr Altlandeshauptmann-Stellvertreter Reichhold, hat Kollegen Oberhaidinger am Anfang ein bißchen in seiner Rede gestört und gemeint, Oberhaidinger sollte sich bei Trenk entschuldigen. Ich will nicht beurteilen, ob das notwendig ist; nur Oberhaidinger hätte sich, Kollege Reichhold, sehr schwer getan, weil Trenk noch immer nicht angelobt ist. Also müßten wir darauf warten, bis Trenk kommt. Seine Angelobung ist bereits letztes Mal verschoben worden. (Abg. Dr. Graf: Er hat ihn auch beleidigt, als er nicht angelobt war! Er hat ihn auch beschimpft und beleidigt, als er nicht angelobt war! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Aber er ist nicht da. Oberhaidinger kann sich, auch wenn er es wollte, gar nicht bei Trenk entschuldigen, und es wäre interessant, warum Kollege Trenk tatsächlich nicht da ist. (Abg. Dr. Graf: Das ist unter Ihrer Würde!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Zu Recht!
Kollege Hofmann und Kollege Schweitzer haben auch wieder behauptete mögliche Sünden der ÖVP im Europaparlament aufgeführt. Sie tun das bei jeder Wortmeldung (Ruf bei den Freiheitlichen: Zu Recht!) – vielleicht auch zu Recht, aber wenn man im Glashaus sitzt, sollte man mit Steinen vorsichtig sein.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich meine, daß wir uns das, was unser Bundeskanzler Klima heute gemeint hat, etwas mehr zu Herzen nehmen sollten, nämlich nicht immer wieder unnötige Diskussionen loszubrechen, sondern weiterhin den Weg der Bundesregierung einzuschlagen und uns gemeinsam darum zu bemühen, auf dem internationalen Parkett – ich glaube, da sind wir relativ erfolgreich, auch angesichts der Resolution des EU-Parlaments, die kürzlich gefaßt worden ist – eine breite Bewußtseinsänderung – da gäbe es ein wichtiges Betätigungsfeld – bei der Bevölkerung in unseren östlichen Nachbarstaaten herbeizuführen. Das geht sicher auch über finanzielle Hilfen, aber eben nicht nur. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin überzeugt davon, daß es im nationalen Konsens – und dieser ist heute oft beschworen worden – gelingen wird, auf Ebene der 15 EU-Länder und der EU-Kommission den Sinn für die Sicherheit der osteuropäischen Kraftwerke zu schärfen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Keppelmüller: Ich habe ihn nicht verteidigt!
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Kollege Oberhaidinger beziehungsweise Herr Kollege Keppelmüller, weil Sie jetzt den Kollegen Oberhaidinger verteidigt haben! Kollege Oberhaidinger hat Herrn Trenk (Abg. Dr. Keppelmüller: Ich habe ihn nicht verteidigt!) – Herr Kollege Keppelmüller, lassen Sie sich das erklären! – in Abwesenheit desselbigen beschuldigt, daß er zwei Jahre im Gefängnis gesessen ist. Das ist eine wirklich ungeheuer schwere Anschuldigung, und sie ist vor allem völlig falsch. Einem Menschen in seiner Abwesenheit öffentlich die Ehre abzuschneiden, ist so ziemlich das Gemeinste, was man überhaupt machen kann! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Keppelmüller: Warum wird er dann nicht angelobt? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Keppelmüller: Warum wird er dann nicht angelobt? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Kollege Oberhaidinger beziehungsweise Herr Kollege Keppelmüller, weil Sie jetzt den Kollegen Oberhaidinger verteidigt haben! Kollege Oberhaidinger hat Herrn Trenk (Abg. Dr. Keppelmüller: Ich habe ihn nicht verteidigt!) – Herr Kollege Keppelmüller, lassen Sie sich das erklären! – in Abwesenheit desselbigen beschuldigt, daß er zwei Jahre im Gefängnis gesessen ist. Das ist eine wirklich ungeheuer schwere Anschuldigung, und sie ist vor allem völlig falsch. Einem Menschen in seiner Abwesenheit öffentlich die Ehre abzuschneiden, ist so ziemlich das Gemeinste, was man überhaupt machen kann! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Keppelmüller: Warum wird er dann nicht angelobt? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Kollege Oberhaidinger einen Funken Anstand hat, dann geht er hier herunter und entschuldigt sich, und zwar sofort! Alles andere kann nicht mehr akzeptiert werden. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir waren in Kärnten alle hocherfreut, als der zuständige Außenminister Schüssel hier im Parlament einer Kärntner Delegation von Regierungsmitgliedern versprach, daß er die Forderung, nämlich die Zustimmung zu einem EU-Beitritt Sloweniens vom Ausstieg Sloweniens aus der Kernenergie abhängig zu machen, unterstützt. Damals haben wir gedacht, wir hätten einen großen politischen Erfolg errungen, ähnlich wie seinerzeit im EU-Parlament. Leider müssen wir feststellen, daß unsere Anträge in diese Richtung von den Regierungsparteien und sogar von Teilen der Opposition im Parlament abgelehnt werden. Das zeigt das Doppelspiel der Regierung. Das können wir uns nicht gefallen lassen und werden wir auch der Öffentlichkeit entsprechend verkaufen. Das können Sie mir glauben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das zeigt, wie ernst die Kernenergiepolitik seitens der österreichischen Bundesregierung genommen wird. Ich appelliere daher an Sie, hier nicht nur schöne Worte, Appelle an die Einigkeit und Geschlossenheit an das Parlament zu richten, sondern wirklich Taten zu setzen, und zwar Taten, die mit Nachdruck gesetzt werden, und nützen Sie die Rolle Österreichs in Europa aus! Österreich muß als Mitglied der Europäischen Union alle Instrumente einsetzen, um die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung zu garantieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir Freiheitliche können diese Entwicklung nicht gelassen hinnehmen, auch wenn Sie noch so sehr den Kopf schütteln. Ihnen ist es offensichtlich egal, wenn eine halbe Milliarde Schilling an Menschen ausbezahlt wird, die zwar gekommen sind, um hier zu arbeiten, die man aber offensichtlich daran erinnern muß, daß sie auch dann wieder in ihre Heimat zurückkehren müssen, wenn wir keine Arbeit mehr für sie haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich meine, es gibt einige Möglichkeiten, um dieser verhängnisvollen Entwicklung Einhalt zu bieten. Sie müssen sich einmal mit dem Gedanken anfreunden, ausländische Arbeitskräfte, die keine Arbeit mehr in Österreich finden und die die Arbeitslosenversicherung bereits konsumiert haben, dazu aufzufordern, wieder in ihre Heimat zurückzukehren, weiters die Einwanderung wirklich zu stoppen und auf das Saisonnier-Modell umzustellen, sollten wir ausländische Arbeitskräfte brauchen. Des weiteren sollten Sie unseren Vorschlag wirklich ernst nehmen, die Notstandsunterstützung von der Arbeitslosenversicherung abzukoppeln. Denn die derzeitige Entwicklung wird garantiert dazu führen, daß wir uns das nicht mehr leisten können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Welche jetzt? Die erste oder die zweite?
Es wird Ihnen, sehr geschätzte Damen und Herren, obliegen, zum gegebenen Zeitpunkt zu prüfen und zu hinterfragen, ob diese Kosteneinschätzungen den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Welche jetzt? Die erste oder die zweite?) Aber ich habe in meine Beamten und auch in meine politische Einschätzung genügend Vertrauen, um Ihnen zu sagen, daß Sie dann bestätigt bekommen werden, daß unsere Kostenschätzungen die richtigen sind. Ich weise es zurück, daß meine Beamten oder ich der Lüge geziehen werden! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Es wird Ihnen, sehr geschätzte Damen und Herren, obliegen, zum gegebenen Zeitpunkt zu prüfen und zu hinterfragen, ob diese Kosteneinschätzungen den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Welche jetzt? Die erste oder die zweite?) Aber ich habe in meine Beamten und auch in meine politische Einschätzung genügend Vertrauen, um Ihnen zu sagen, daß Sie dann bestätigt bekommen werden, daß unsere Kostenschätzungen die richtigen sind. Ich weise es zurück, daß meine Beamten oder ich der Lüge geziehen werden! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte das Hohe Haus noch einmal darüber informieren, daß Ausländer in das System der Arbeitslosenversicherung mehr einzahlen, als sie aus diesem Sozialversicherungssystem an Leistungen bekommen. Die Begründung liegt einerseits darin, daß bei den ausländischen Versicherten eine andere Altersstruktur vorliegt, andererseits stellt sich bei ihnen eine andere Einkommensgesamtstruktur dar. Aber ich glaube, wichtig ist, zu wissen, daß der Vorwurf ins Leere geht, daß von einer Gruppe in unserer Gesellschaft wesentlich mehr herausgenommen wird, als sie in die solidarische Versichertengemeinschaft einbezahlt. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Was sagen Sie zur Explosion von 30 Prozent?
Ich möchte nicht die Debatte des heutigen Nachmittags vorwegnehmen, aber ich bin sicher, daß auch heute wieder die derzeitige Regelung der Notstandshilfe und die Notstandshilfe selbst eine sehr unterschiedliche politische Betrachtung erfahren werden und daß die Neuregelung, die im Hohen Haus mit 1. April dieses Jahres beschlossen wurde, sowohl von den Vertretern der Grünen als auch vom Liberalen Forum, aber – wie wir schon gehört haben – auch von den Freiheitlichen der Kritik unterzogen werden wird, wenn auch aus ganz verschiedenen Motiven, mit ganz verschiedenen Argumentationen und auch mit ganz verschiedenen Zielrichtungen. Ich meine, daß wir das richtige Mittelmaß gefunden haben, damit Langzeitarbeitslose abgesichert sind, und ich bekenne mich zu dem Kriterium der Notstandshilfe, daß sie eine grundsätzlich unbefristete Verlängerungsmöglichkeit hat. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was sagen Sie zur Explosion von 30 Prozent?)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geschätzte Damen und Herren! Wenn Menschen auf längere Zeit in den Arbeitsprozeß integriert gewesen sind, dann haben sie damit eine faire Chance auf eine Existenzsicherung entsprechend ihrer vorherigen Beschäftigung. Langzeitarbeitslose sind jene, die unserer Unter-stützung am meisten bedürfen; und alle unsere Bemühungen gehen in die Richtung, Langzeitarbeitslose auch wieder in den Arbeitsprozeß zu integrieren – egal, ob sie In- oder Ausländer sind. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In diesem Sinne, sehr geschätzte Damen und Herren, bitte ich Sie auch weiterhin um Unterstützung, damit wir gerade für jene eine soziale Absicherung zustande bringen, die von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht oder betroffen sind – egal, ob sie In- oder Ausländer sind. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Schauen Sie sich doch die Entwicklung an!
Abgeordneter Franz Hums (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Geschätzte Damen und Herren! Österreich hat eine durchaus restriktive Ausländerbeschäftigungspolitik, mit der auch immer wieder berücksichtigt wird, wie die Situation am Arbeitsmarkt ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Schauen Sie sich doch die Entwicklung an!) Sehr geehrte Frau Dr. Partik-Pablé, ganz verständlich ist mir Ihre Haltung nicht. Ich habe Sie in vielen anderen Punkten als einen Menschen mit durchaus hoher Sozialkompetenz kennengelernt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe auch eine hohe Sozialkompetenz!) Dann dürfen Sie diese Sozialkompetenz aber nicht ungerecht teilen, je nachdem, wo der Mensch herkommt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Leute sind ja hergekommen, um zu arbeiten!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe auch eine hohe Sozialkompetenz!
Abgeordneter Franz Hums (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Geschätzte Damen und Herren! Österreich hat eine durchaus restriktive Ausländerbeschäftigungspolitik, mit der auch immer wieder berücksichtigt wird, wie die Situation am Arbeitsmarkt ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Schauen Sie sich doch die Entwicklung an!) Sehr geehrte Frau Dr. Partik-Pablé, ganz verständlich ist mir Ihre Haltung nicht. Ich habe Sie in vielen anderen Punkten als einen Menschen mit durchaus hoher Sozialkompetenz kennengelernt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe auch eine hohe Sozialkompetenz!) Dann dürfen Sie diese Sozialkompetenz aber nicht ungerecht teilen, je nachdem, wo der Mensch herkommt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Leute sind ja hergekommen, um zu arbeiten!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Leute sind ja hergekommen, um zu arbeiten!
Abgeordneter Franz Hums (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Geschätzte Damen und Herren! Österreich hat eine durchaus restriktive Ausländerbeschäftigungspolitik, mit der auch immer wieder berücksichtigt wird, wie die Situation am Arbeitsmarkt ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Schauen Sie sich doch die Entwicklung an!) Sehr geehrte Frau Dr. Partik-Pablé, ganz verständlich ist mir Ihre Haltung nicht. Ich habe Sie in vielen anderen Punkten als einen Menschen mit durchaus hoher Sozialkompetenz kennengelernt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe auch eine hohe Sozialkompetenz!) Dann dürfen Sie diese Sozialkompetenz aber nicht ungerecht teilen, je nachdem, wo der Mensch herkommt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Leute sind ja hergekommen, um zu arbeiten!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein.
Wenn Sie später das Protokoll durchlesen und Ihre eigenen Aussagen sehen, dann werden Sie wahrscheinlich erschrecken. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein. ) Denn Sie haben gesagt, die Ausländer waren uns willkommen, um hier zu arbeiten. – Das war alles. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe gesagt, sie sind gekommen, um zu arbeiten!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe gesagt, sie sind gekommen, um zu arbeiten!
Wenn Sie später das Protokoll durchlesen und Ihre eigenen Aussagen sehen, dann werden Sie wahrscheinlich erschrecken. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein. ) Denn Sie haben gesagt, die Ausländer waren uns willkommen, um hier zu arbeiten. – Das war alles. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe gesagt, sie sind gekommen, um zu arbeiten!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Hätten Sie die Österreicher dazu gebracht, zu arbeiten!
Mit ihrer Arbeit haben sie zur Wertschöpfung Österreichs beigetragen, aufgrund derer wir zu einem der reichsten Länder der Welt geworden sind! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Hätten Sie die Österreicher dazu gebracht, zu arbeiten!) Die Ausländer haben nicht nur gearbeitet und zu unserem Wohlstand beigetragen, sie haben auch Beiträge und Steuern bezahlt – das tun sie auch heute noch. Daher ist es doch nur menschlich und gerecht, daß wir dann, wenn sie in eine schwierige Situation kommen, eingeschränkt und unter bestimmten Voraussetzungen auch für sie sorgen – aus den von ihnen selbst eingezahlten Mitteln.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie mir doch einmal, was Sie zur Explosion um 30 Prozent sagen!
In dieser Anfragebeantwortung, die so klar ist, daß es keine Diskussion geben müßte, steht auch ausdrücklich drinnen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie mir doch einmal, was Sie zur Explosion um 30 Prozent sagen!), daß das Verhältnis zwischen Einzahlung und Entnahme 1,2 zu 1 ist. Das heißt, mit einem Funken an Gerechtigkeitssinn, der Ihnen auch von Ihrem Beruf her innewohnen müßte, müßten Sie das nicht nur aus sozialem, sondern auch aus Gerechtigkeitssinn akzeptieren. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Um 30 Prozent angestiegen!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Um 30 Prozent angestiegen!
In dieser Anfragebeantwortung, die so klar ist, daß es keine Diskussion geben müßte, steht auch ausdrücklich drinnen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie mir doch einmal, was Sie zur Explosion um 30 Prozent sagen!), daß das Verhältnis zwischen Einzahlung und Entnahme 1,2 zu 1 ist. Das heißt, mit einem Funken an Gerechtigkeitssinn, der Ihnen auch von Ihrem Beruf her innewohnen müßte, müßten Sie das nicht nur aus sozialem, sondern auch aus Gerechtigkeitssinn akzeptieren. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Um 30 Prozent angestiegen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ohne heimfährt!
Es kann nicht passieren, daß ein Ausländer hier gearbeitet hat und dann mit der Notstandshilfe heimfährt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ohne heimfährt!) Frau Dr. Partik-Pablé, Sie wissen genau, daß jemand, der die Notstandshilfe bezieht, arbeitswillig, arbeitsberechtigt sein muß. Nur dann bekommt er die Notstandshilfe. Und natürlich wird alles getan, damit er wieder in den Arbeitsprozeß hineinkommt.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Paßt ja gar nicht!
Frau Dr. Partik-Pablé, ich möchte hier nicht zum hundertsten Mal – das liegt mir nicht – den Fall Rosenstingl strapazieren. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Paßt ja gar nicht!) Aber in diesem Fall wäre es für Sie sogar eine Entschuldigung, wenn Sie die heutige Diskussion nur deshalb entfacht hätten, um davon abzulenken. Das wäre noch die menschlichste Interpretation für eine ansonsten für mich sozial nicht verständliche Haltung. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Gaugg: Reden wir vom "Konsum"!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Gaugg: Reden wir vom "Konsum"!
Frau Dr. Partik-Pablé, ich möchte hier nicht zum hundertsten Mal – das liegt mir nicht – den Fall Rosenstingl strapazieren. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Paßt ja gar nicht!) Aber in diesem Fall wäre es für Sie sogar eine Entschuldigung, wenn Sie die heutige Diskussion nur deshalb entfacht hätten, um davon abzulenken. Das wäre noch die menschlichste Interpretation für eine ansonsten für mich sozial nicht verständliche Haltung. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Gaugg: Reden wir vom "Konsum"!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso ist das schlimm?
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Für mich war es heute früh nicht so recht schlüssig, warum diese Besprechung einer Anfragebeantwortung verlangt worden ist. Denn die Beantwortung der Anfrage war umfassend, vollständig – und sie war auch korrekt, meine Damen und Herren. Jetzt ist es mir klargeworden, nach dem Debattenbeitrag der Frau Dr. Partik-Pablé: Es geht wieder einmal darum, festzustellen, daß Österreich zu großzügig gegenüber den Ausländern ist. Und das ist schlimm! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso ist das schlimm?) Sie haben davon gesprochen, daß Sie Angst haben vor der Frau Ministerin. Ich habe Angst vor Ihnen und vor der Sozialpolitik, die Sie von der FPÖ vertreten! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Dann war die Sozialpolitik von Kreisky schlimm?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Dann war die Sozialpolitik von Kreisky schlimm?
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Für mich war es heute früh nicht so recht schlüssig, warum diese Besprechung einer Anfragebeantwortung verlangt worden ist. Denn die Beantwortung der Anfrage war umfassend, vollständig – und sie war auch korrekt, meine Damen und Herren. Jetzt ist es mir klargeworden, nach dem Debattenbeitrag der Frau Dr. Partik-Pablé: Es geht wieder einmal darum, festzustellen, daß Österreich zu großzügig gegenüber den Ausländern ist. Und das ist schlimm! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso ist das schlimm?) Sie haben davon gesprochen, daß Sie Angst haben vor der Frau Ministerin. Ich habe Angst vor Ihnen und vor der Sozialpolitik, die Sie von der FPÖ vertreten! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Dann war die Sozialpolitik von Kreisky schlimm?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber früher war es nicht so!
Menschen, die acht Jahre hier gearbeitet haben, die acht Jahre lang Arbeitslosenversicherungsbeiträge bezahlt haben, wollen Sie mit ihren Familien an die Grenze stellen, wenn sie in Österreich arbeitslos werden. Das ist schlimm, Frau Doktor, was Sie hier verlangen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber früher war es nicht so!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Früher war es nicht so, Herr Abgeordneter!
Noch schlimmer ist es aber, daß Sie die Versicherungskomponente der Notstandshilfe leugnen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Früher war es nicht so, Herr Abgeordneter!) Für uns fließt auch eine Versicherungskomponente mit ein, es handelt sich nicht um eine reine Fürsorgeleistung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso erschrecken Sie, wenn Sie früher damit einverstanden waren?) Meine Damen und Herren, wie viele Menschen haben wir in Österreich, die leider fünf Jahre, zehn Jahre arbeitslos sind, die Arbeit suchen und Notstandshilfe empfangen – Österreicher und Nichtösterreicher –, und denen wollen Sie den Anspruch auf Notstandshilfe reduzieren und sie zu einer reinen Sozialhilfeleistung abmindern? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Früher war das Gesetz!) Das ist eine katastrophale Sozialpolitik, die Sie hier verkünden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war es früher auch nicht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso erschrecken Sie, wenn Sie früher damit einverstanden waren?
Noch schlimmer ist es aber, daß Sie die Versicherungskomponente der Notstandshilfe leugnen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Früher war es nicht so, Herr Abgeordneter!) Für uns fließt auch eine Versicherungskomponente mit ein, es handelt sich nicht um eine reine Fürsorgeleistung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso erschrecken Sie, wenn Sie früher damit einverstanden waren?) Meine Damen und Herren, wie viele Menschen haben wir in Österreich, die leider fünf Jahre, zehn Jahre arbeitslos sind, die Arbeit suchen und Notstandshilfe empfangen – Österreicher und Nichtösterreicher –, und denen wollen Sie den Anspruch auf Notstandshilfe reduzieren und sie zu einer reinen Sozialhilfeleistung abmindern? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Früher war das Gesetz!) Das ist eine katastrophale Sozialpolitik, die Sie hier verkünden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war es früher auch nicht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Früher war das Gesetz!
Noch schlimmer ist es aber, daß Sie die Versicherungskomponente der Notstandshilfe leugnen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Früher war es nicht so, Herr Abgeordneter!) Für uns fließt auch eine Versicherungskomponente mit ein, es handelt sich nicht um eine reine Fürsorgeleistung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso erschrecken Sie, wenn Sie früher damit einverstanden waren?) Meine Damen und Herren, wie viele Menschen haben wir in Österreich, die leider fünf Jahre, zehn Jahre arbeitslos sind, die Arbeit suchen und Notstandshilfe empfangen – Österreicher und Nichtösterreicher –, und denen wollen Sie den Anspruch auf Notstandshilfe reduzieren und sie zu einer reinen Sozialhilfeleistung abmindern? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Früher war das Gesetz!) Das ist eine katastrophale Sozialpolitik, die Sie hier verkünden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war es früher auch nicht!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war es früher auch nicht!
Noch schlimmer ist es aber, daß Sie die Versicherungskomponente der Notstandshilfe leugnen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Früher war es nicht so, Herr Abgeordneter!) Für uns fließt auch eine Versicherungskomponente mit ein, es handelt sich nicht um eine reine Fürsorgeleistung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso erschrecken Sie, wenn Sie früher damit einverstanden waren?) Meine Damen und Herren, wie viele Menschen haben wir in Österreich, die leider fünf Jahre, zehn Jahre arbeitslos sind, die Arbeit suchen und Notstandshilfe empfangen – Österreicher und Nichtösterreicher –, und denen wollen Sie den Anspruch auf Notstandshilfe reduzieren und sie zu einer reinen Sozialhilfeleistung abmindern? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Früher war das Gesetz!) Das ist eine katastrophale Sozialpolitik, die Sie hier verkünden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war es früher auch nicht!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber das war doch das wahre Gesicht der Sozialdemokraten und der ÖVP! So ist es ja immer gegangen, Herr Abgeordneter!
Ich meine, dieses wahre Gesicht der Sozialpolitik der FPÖ muß einmal in der Öffentlichkeit klargestellt werden. So geht es nicht, wie Sie Sozialpolitik betreiben wollen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber das war doch das wahre Gesicht der Sozialdemokraten und der ÖVP! So ist es ja immer gegangen, Herr Abgeordneter!)
Abg. Dr. Graf: Aber Sie lenken vom Thema ab!
Ich komme zum Schluß. Notstandshilfe ist auch eine Versicherungsleistung, und dafür müssen acht Jahre Beiträge bezahlt werden. Wer die Anwartschaft für Notstandshilfe in Österreich erfüllt, soll, wenn er den Arbeitsplatz verliert, wenn das Arbeitslosengeld erschöpft ist, auch Anspruch auf Notstandshilfe haben. Ich würde Sie wirklich dringendst ersuchen, von Ihrer menschenfeindlichen Politik Abstand zu nehmen (Abg. Dr. Graf: Aber Sie lenken vom Thema ab!) und konkret die Anliegen der Sozialpolitik zu berücksichtigen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum haben Sie das nicht früher getan?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum haben Sie das nicht früher getan?
Ich komme zum Schluß. Notstandshilfe ist auch eine Versicherungsleistung, und dafür müssen acht Jahre Beiträge bezahlt werden. Wer die Anwartschaft für Notstandshilfe in Österreich erfüllt, soll, wenn er den Arbeitsplatz verliert, wenn das Arbeitslosengeld erschöpft ist, auch Anspruch auf Notstandshilfe haben. Ich würde Sie wirklich dringendst ersuchen, von Ihrer menschenfeindlichen Politik Abstand zu nehmen (Abg. Dr. Graf: Aber Sie lenken vom Thema ab!) und konkret die Anliegen der Sozialpolitik zu berücksichtigen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum haben Sie das nicht früher getan?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich habe Angst vor Ihrer FPÖ-Sozialpolitik, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesminister! Mit salbungsvollen Appellen an das soziale Gewissen werden wir die Probleme nicht lösen. Und wenn Herr Abgeordneter Feurstein gemeint hat, daß die Anfragebeantwortung ohnehin korrekt erfolgt sei, dann muß ich sagen, ich gehe davon aus, daß das wohl bei allen Anfragebeantwortungen der Fall ist. – Oder nicht? Sind Selbstverständlichkeiten für Sie keine Selbstverständlichkeiten? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Da wird mir angst!
Jetzt werde ich Ihnen und Ihrer Bundesregierung einmal die inhumane Asylpolitik vorhalten. Die Erklärung des Verfassungsgerichtshofes war geradezu ein Appell, 18 Monate lang kein Urteil zu fällen, damit die Budgets 1998/99 nicht belastet werden mit jenen Problemen, wie sie heute da sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Da wird mir angst!) Das ist Ihre Form der Politik! Und davor habe auch ich Angst, das muß ich Ihnen sagen! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie glauben, unter der Vorgabe des Kreuzes alles tun zu dürfen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jawohl!)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Jetzt werde ich Ihnen und Ihrer Bundesregierung einmal die inhumane Asylpolitik vorhalten. Die Erklärung des Verfassungsgerichtshofes war geradezu ein Appell, 18 Monate lang kein Urteil zu fällen, damit die Budgets 1998/99 nicht belastet werden mit jenen Problemen, wie sie heute da sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Da wird mir angst!) Das ist Ihre Form der Politik! Und davor habe auch ich Angst, das muß ich Ihnen sagen! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie glauben, unter der Vorgabe des Kreuzes alles tun zu dürfen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jawohl!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Jawohl!
Jetzt werde ich Ihnen und Ihrer Bundesregierung einmal die inhumane Asylpolitik vorhalten. Die Erklärung des Verfassungsgerichtshofes war geradezu ein Appell, 18 Monate lang kein Urteil zu fällen, damit die Budgets 1998/99 nicht belastet werden mit jenen Problemen, wie sie heute da sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Da wird mir angst!) Das ist Ihre Form der Politik! Und davor habe auch ich Angst, das muß ich Ihnen sagen! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie glauben, unter der Vorgabe des Kreuzes alles tun zu dürfen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jawohl!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das macht Ihnen keine Angst!
Ich sage Ihnen, wenn man von der durchschnittlichen Belastung ausgeht, die das Notstandshilfegesetz beinhaltet, dann wird die Belastung für die ausländischen Notstandshilfebezieher im Jahre 1999 etwa 1 Milliarde Schilling bis 1,1 Milliarden Schilling ausmachen. Das ist beinahe eine Verdreifachung gegenüber 1996. Das ist die Wahrheit! Ich verstehe schon, daß man den Kopf schüttelt, wenn hier Abgeordnete der Opposition davon sprechen, daß dem Arbeitsmarktservice 1 Milliarde Schilling fehlt. – Sie, Frau Ministerin, schütteln den Kopf – ungläubig oder wie auch immer. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das macht Ihnen keine Angst!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das macht alles nichts!
Gleichzeitig, neben dieser fehlenden Milliarde, haben wir eine steigende Arbeitslosenrate von 7,1 Prozent. Beim Beitritt zur EU hatten wir 4,5 Prozent. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das macht alles nichts!) Das ist Ihre Leistung! Das ist die Leistung der Regierungspolitik in Österreich seit dem EU-Beitritt: beinahe eine Verdoppelung der Arbeitslosen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber das, meine sehr geehrten Damen und Herren, will man ja nicht hören. Beantwortet werden diese Dinge ja immer mit salbungsvollen Appellen an das soziale Gewissen. Damit werden wir die Zukunft nicht meistern. Aber ich sage Ihnen, es gibt Einsparungsmöglichkeiten in vielfältiger Zahl. Vielleicht sollte die Arbeiterkammer in Österreich ein bisserl weniger den Österreichischen Gewerkschaftsbund füttern und vielmehr Mittel freisetzen, um aktive Arbeitsmarktpolitik zu unterstützen. Das sind Maßnahmen, die notwendig wären! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man muß auch nicht in Euphorie verfallen, weil der EU-Vorsitz jetzt durch Sponsoring finanziert wird. Es sind nämlich gleichzeitig wieder keine Mittel für die Arbeitslosen da. Ich meine, daß es hoch an der Zeit ist, daß die Regierung einmal tätig wird, damit das Arbeitsmarktservice, das ja die Hauptlast für die Situation der Arbeitslosen trägt, wieder vernünftig arbeiten kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Oberlehrer teilt Zensuren aus!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ich hätte lieber unmittelbar nach dem Kollegen Feurstein gesprochen. Man hätte anknüpfen können. Jetzt muß man sich zusammennehmen, um nicht zu sehr auf das einzugehen, was Kollege Gaugg gesagt hat. Es war ein Mixtum compositum von Argumenten, die schon einen gemeinsamen Faden haben, der da lautet: Ausländer raus! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Oberlehrer teilt Zensuren aus!)
Abg. Dr. Graf: Aber Sie haben nicht zugehört! Kollege Gaugg hat etwas ganz anderes gesagt!
Frau Partik-Pablé, ich teile keine Zensuren aus, ich beschreibe nur, wie ich es erlebe. (Abg. Dr. Graf: Aber Sie haben nicht zugehört! Kollege Gaugg hat etwas ganz anderes gesagt!) Und ich möchte es ins Protokoll bringen, damit es nicht übersehen werden kann.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sagen wir auch!
Sie haben natürlich ein Dilemma, Frau Partik-Pablé und Herr Gaugg. Seit es sich durchgesetzt hat, daß die monatlichen sozialen Zuwendungen, die Menschen in Österreich bekommen, als für die Lebensfristung ausreichend anerkannt werden müssen, ist die Abschiebequote von Menschen, die aus dem Ausland gekommen sind, bei uns gearbeitet haben und arbeitslos geworden sind, gesunken. Und das stört Sie. Sagen Sie es direkt! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sagen wir auch!) Es stört Sie, daß diese Leute nicht schnell abgeschoben werden können, weil sie vorher acht oder mehr Jahre Sozialversicherungsbeiträge eingezahlt haben und daher dieselben Ansprüche wie jeder Österreicher auch haben. Sagen Sie, daß sie Ihnen dann recht sind, wenn Sie nur von ihnen kassieren können, ohne ihnen die damit verbundenen Rechte zu geben.
Abg. Dr. Graf: Kammern!
Sagen Sie das deutlich! Denn genau das ist es nämlich. Wenn Sie das Vertrauen in solche Dinge wie Sozialversicherung, Abgaben, Steuern, Mobilität (Abg. Dr. Graf: Kammern!) erschüttern, dann werden Sie sich wundern, was dabei herauskommt. Das heißt nicht, daß der Wohlstand bei uns ausbrechen wird, weil es keine Wanderung zu uns mehr geben wird, vor der Sie sich offenbar fürchten, sondern daß die Auswanderung endgültig überhandnehmen wird. Schauen Sie sich einmal die Wanderungszahlen an: Gesamtsaldo Zu- und Abwanderung aus Österreich: plus 3 800 Köpfe im Jahr 1996. Wo ist denn da das dramatische Problem, von dem Sie immer sprechen? Und bei diesem Plus von 3 800 Leuten sind plus 4 942 zugewanderte EU-Bürger mit berücksichtigt!
Abg. Dr. Graf: Aber das ist doch überhaupt nicht wahr! Sie haben nicht zugehört!
Daher bitte ich Sie, lassen Sie die Kirche im sozialpolitischen Dorf. Die Anfragebeantwortung war zwar aus meiner Sicht nicht erfreulich, aber sie war vollständig. Wenn Sie darüber diskutieren wollen, bin ich damit einverstanden, aber sagen Sie, daß Sie eigentlich nur wieder einen Vorwand gesucht haben, mit anderen Worten "Ausländer raus!" sagen zu können. Das wäre mir lieber gewesen, denn die Debatte wäre dann kürzer gewesen. (Abg. Dr. Graf: Aber das ist doch überhaupt nicht wahr! Sie haben nicht zugehört!) Partik-Pablé kommt ans Pult und sagt: Ausländer raus!, dann kommt Gaugg und sagt: Ausländer raus!, und damit hätten wir es, anstatt eine Stunde lang zu debattieren, viel kürzer gemacht.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Was wir hier reden, werden wir schon noch selber bestimmen!
Man darf es aber nicht unwidersprochen lassen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was wir hier reden, werden wir schon noch selber bestimmen!) Deshalb ist Feurstein hier zum Rednerpult gegangen, deswegen ist Hums zum Rednerpult gegangen, deswegen bin ich zum Rednerpult gegangen, und deswegen wird Terezija Stoisits zum Rednerpult gehen – nicht deshalb, weil es für uns lustig ist, solche Sachen zu diskutieren, sondern weil es notwendig ist, zu widersprechen. (Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Man darf es aber nicht unwidersprochen lassen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was wir hier reden, werden wir schon noch selber bestimmen!) Deshalb ist Feurstein hier zum Rednerpult gegangen, deswegen ist Hums zum Rednerpult gegangen, deswegen bin ich zum Rednerpult gegangen, und deswegen wird Terezija Stoisits zum Rednerpult gehen – nicht deshalb, weil es für uns lustig ist, solche Sachen zu diskutieren, sondern weil es notwendig ist, zu widersprechen. (Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Laku noc!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mag. Stoisits. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Dr. Khol: Laku noc!)
Abg. Haidlmayr: Ein ganzes Jahr lang!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! 3 000 Menschen könnten nach den Unterlagen der Frau Bundesministerin monatlich 6 000 S Notstandshilfe beziehen mit jenem Geld, das ungefähr die Hälfte dessen ausmacht, was laut Ihren Angaben in der Anfragebeantwortung Notstandshilfebezieher nichtösterreichischer Staatsbürgerschaft im Moment erhalten. 3 000 Leute könnten 6 000 S im Monat bekommen (Abg. Haidlmayr: Ein ganzes Jahr lang!) mit der Summe, die der mutmaßliche Betrüger und ehemalige Abgeordnete der Freiheitlichen Partei, Rosenstingl, auf seinem Gewissen hat. (Zwischenruf des Abg. Dolinschek. )
Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! 3 000 Menschen könnten nach den Unterlagen der Frau Bundesministerin monatlich 6 000 S Notstandshilfe beziehen mit jenem Geld, das ungefähr die Hälfte dessen ausmacht, was laut Ihren Angaben in der Anfragebeantwortung Notstandshilfebezieher nichtösterreichischer Staatsbürgerschaft im Moment erhalten. 3 000 Leute könnten 6 000 S im Monat bekommen (Abg. Haidlmayr: Ein ganzes Jahr lang!) mit der Summe, die der mutmaßliche Betrüger und ehemalige Abgeordnete der Freiheitlichen Partei, Rosenstingl, auf seinem Gewissen hat. (Zwischenruf des Abg. Dolinschek. )
Zwischenruf des Abg. Gaugg. – Abg. Dr. Graf: Beim "Konsum" sind es wahrscheinlich Millionen gewesen!
Das ist wesentlich, um Ihnen die Dimensionen zu zeigen, um klarzumachen, um wie viel – viel ist ja schon das falsche Wort –, vielmehr um wie wenig es geht. (Zwischenruf des Abg. Gaugg. – Abg. Dr. Graf: Beim "Konsum" sind es wahrscheinlich Millionen gewesen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Vergessen Sie nicht die "Mozart", die Herr Vranitzky in den Sand gesetzt hat!
Diese Summen sind ja nebbich und in Anbetracht dessen, was das Sozialwesen in Österreich tatsächlich kostet, wirklich vernachlässigbar. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Vergessen Sie nicht die "Mozart", die Herr Vranitzky in den Sand gesetzt hat!) Ich drücke das bewußt so aus: 200 Millionen Schilling mutmaßlicher Schaden durch "F"-Funktionäre (Abg. Dr. Graf: Warum Mehrzahl? Wer sind die anderen?), und um den doppelten Betrag geht es bei diesem Thema. – Das sind die Dimensionen
Abg. Dr. Graf: Warum Mehrzahl? Wer sind die anderen?
Diese Summen sind ja nebbich und in Anbetracht dessen, was das Sozialwesen in Österreich tatsächlich kostet, wirklich vernachlässigbar. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Vergessen Sie nicht die "Mozart", die Herr Vranitzky in den Sand gesetzt hat!) Ich drücke das bewußt so aus: 200 Millionen Schilling mutmaßlicher Schaden durch "F"-Funktionäre (Abg. Dr. Graf: Warum Mehrzahl? Wer sind die anderen?), und um den doppelten Betrag geht es bei diesem Thema. – Das sind die Dimensionen
Abg. Dr. Graf: Da sehen Sie, wie wichtig die Anfragebeantwortung ist!
Der damalige Bundesminister hat zwar in einer ähnlich ausführlichen Weise geantwortet, sie war jedoch – und das führe ich auf einen Umstand zurück, der mit dem Klima in Österreich zu tun hat – insofern noch ausführlicher als Ihre, als er dieses Verhältnis 1 : 1,2 genauer aufgelistet hat. Er hat es auch in Zahlen ausgedrückt, um bildhaft zu zeigen, worum es dabei geht. (Abg. Dr. Graf: Da sehen Sie, wie wichtig die Anfragebeantwortung ist!) Das vermisse ich in Ihrer Antwort!
Der Redner hält den Optionenbericht der Grünen in die Höhe. – Abg. Hans Helmut Moser: Da ist ein weißer Punkt!
Richtung Nummer eins wäre, daß Österreich in Zukunft wirklich einen ganz eigenständigen militärischen Weg geht. Aus den Ausführungen der Fraktionen in diesem Haus ergibt sich, daß nur eine einzige Fraktion meint, gute Gründe dafür zu haben, daß Österreich militärisch einen völlig eigenständigen Weg gehen soll, nämlich die grüne Fraktion. (Der Redner hält den Optionenbericht der Grünen in die Höhe. – Abg. Hans Helmut Moser: Da ist ein weißer Punkt!) Nein, es scheint in diesem Optionenbericht überhaupt ein Loch auf.
Abg. Hans Helmut Moser: Die Grünen wollen eine internationale Söldnertruppe!
Nach der Lektüre ihres Sicherheitsberichtes, ihres Optionenberichtes möchte ich anerkennen, daß die Grünen zum ersten Mal überhaupt eine militärische Notwendigkeit einsehen, etwa wenn sie sagen, man müsse eine Gebirgsdivision einrichten und man solle die Luftraumüberwachung auch künftig beibehalten. Das ist ein gewisser Fortschritt. (Abg. Hans Helmut Moser: Die Grünen wollen eine internationale Söldnertruppe!) Es sind jedoch nur sehr zaghafte Versuche, sich auf einem realistischen Weg voranzutasten, leider fast wie bei der Echternacher Springprozession: drei Schritte vorwärts, zwei zurück.
Abg. Hans Helmut Moser: Denkmodell muß sein!
Ich muß sagen, bei einer genauen Beobachtung der Szene konnte ich nicht einen einzigen Anhaltspunkt dafür finden, daß dieser Weg eine Berechtigung hat. Kollege Moser von den Liberalen ist zwar bei der WEU stehengeblieben und traut sich noch nicht, den nächsten Schritt zur NATO-Neu zu machen, wird mir jedoch – wie ich glaube – diesbezüglich recht geben. (Abg. Hans Helmut Moser: Denkmodell muß sein!) Ich habe noch niemanden getroffen, für den ein neues Militärbündnis im Rahmen der Europäischen Union ein realistischer Weg wäre. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Daher scheint mir das ebenfalls auszuscheiden.
Zwischenruf des Abg. Jung.
Ich muß sagen, bei einer genauen Beobachtung der Szene konnte ich nicht einen einzigen Anhaltspunkt dafür finden, daß dieser Weg eine Berechtigung hat. Kollege Moser von den Liberalen ist zwar bei der WEU stehengeblieben und traut sich noch nicht, den nächsten Schritt zur NATO-Neu zu machen, wird mir jedoch – wie ich glaube – diesbezüglich recht geben. (Abg. Hans Helmut Moser: Denkmodell muß sein!) Ich habe noch niemanden getroffen, für den ein neues Militärbündnis im Rahmen der Europäischen Union ein realistischer Weg wäre. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Daher scheint mir das ebenfalls auszuscheiden.
Abg. Scheibner: Die gibt es nicht mehr!
Meine Damen und Herren! Neutrale Staaten als Sicherheitsbündnispartner zu suchen, ist eine schöne Sache. (Abg. Scheibner: Die gibt es nicht mehr!) Wir wissen aber, daß ein neutraler Staat im Ernstfall niemals einem anderen beistehen wird, da er eben neutral ist. Ich sehe daher diese Option leider nicht. Was hätten wir übrigens von einer nordischen Option mit Finnland und Schweden? Wir leben in Mitteleuropa, und unsere Nachbarn wollen in die NATO-Neu. Darum ist, so glaube ich, auch dieser Weg zu verneinen.
Beifall bei der ÖVP.
Es bleibt daher nur jener Weg, den die Österreichische Volkspartei vorgeschlagen hat, nämlich auf Sicht gesehen der NATO-Neu beizutreten. Wir haben unsere Argumente dafür vorgelegt und einen Antrag sowie einen Optionenbericht mit sehr guten Gründen in die Debatte eingebracht. (Der Redner hält den Optionenbericht der ÖVP in die Höhe.) Meiner Überzeugung nach sollten wir diesen Weg beschreiten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Spindelegger spricht mit Abg. Hans Helmut Moser
Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Kolleginnen und Kollegen! Also, Herr Kollege Spindelegger (Abg. Dr. Spindelegger spricht mit Abg. Hans Helmut Moser), Sie wollen mir zwar nicht zuhören (Abg. Dr. Spindelegger: Entschuldigung!), ich werde aber trotzdem meinem Erstaunen über Ihre Ausführungen Ausdruck geben.
Abg. Dr. Spindelegger: Entschuldigung!
Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Kolleginnen und Kollegen! Also, Herr Kollege Spindelegger (Abg. Dr. Spindelegger spricht mit Abg. Hans Helmut Moser), Sie wollen mir zwar nicht zuhören (Abg. Dr. Spindelegger: Entschuldigung!), ich werde aber trotzdem meinem Erstaunen über Ihre Ausführungen Ausdruck geben.
Abg. Scheibner – zu dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Dr. Fasslabend –: Das war wirklich arg mit diesem Bericht!
Herr Minister! Wären Sie bereit, im Sinne des Pluralismus, aber auch im Sinne des Verfassungsbogens – denn noch sind wir neutral und allianzfrei, und die Optionen stehen uns zumindest theoretisch offen, davon kann ich, wenn ich der Debatte lausche, ausgehen –, zum Beispiel unseren Optionenbericht allen zur Verfügung zu stellen, indem Sie die Auflage auf Ihre Kosten noch einmal nachdrucken und dann den Militärs und allen Interessierten – vielleicht mittels eines Adressenkataloges, wie das auch bei dieser Broschüre der Fall war – zur Verfügung stellen? (Abg. Scheibner – zu dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Dr. Fasslabend –: Das war wirklich arg mit diesem Bericht!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Verteidigungsminister! Das würde dem entsprechen, woran der Bundespräsident in seiner Neujahrsansprache erinnert hat. Dieser hat festgestellt, daß wir davon ausgehen sollten, daß es eine freie Meinungsäußerung gibt und daß allen – allen! –, ob sie nun dafür oder dagegen sind oder welche Option immer sie vertreten, dieselben Möglichkeiten, Mittel und auch dasselbe Potential zur Verfügung steht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Jung: Oja! – Abg. Scheibner: Alle sind da!
Zum Schluß möchte ich noch etwas zur FPÖ sagen, obwohl das, was ich ansprechen möchte, jetzt schon vier Stunden zurückliegt, aber nichtsdestotrotz: Es ist natürlich sehr plump – Kollege Jung ist nicht da (Abg. Jung: Oja! – Abg. Scheibner: Alle sind da!) –, hier herauszugehen und zu sagen: Bitte, da haben wir es! Jetzt haben wir die Frauen beim Militär, und jetzt steigt eine nach der anderen aus. Sie haben das Beispiel von den zehn kleinen Negerlein gebracht. (Abg. Jung: Verstehen Sie mich nicht miß! Ich habe gesagt, der Herr Minister hat zuviel versprochen!)
Abg. Jung: Verstehen Sie mich nicht miß! Ich habe gesagt, der Herr Minister hat zuviel versprochen!
Zum Schluß möchte ich noch etwas zur FPÖ sagen, obwohl das, was ich ansprechen möchte, jetzt schon vier Stunden zurückliegt, aber nichtsdestotrotz: Es ist natürlich sehr plump – Kollege Jung ist nicht da (Abg. Jung: Oja! – Abg. Scheibner: Alle sind da!) –, hier herauszugehen und zu sagen: Bitte, da haben wir es! Jetzt haben wir die Frauen beim Militär, und jetzt steigt eine nach der anderen aus. Sie haben das Beispiel von den zehn kleinen Negerlein gebracht. (Abg. Jung: Verstehen Sie mich nicht miß! Ich habe gesagt, der Herr Minister hat zuviel versprochen!)
Beifall bei den Grünen.
Ich kann Ihnen nur sagen, Herr Kollege Jung: Sie werden in der nächsten Zeit damit beschäftigt sein, ganz andere Zehn-kleine-Negerlein-Verse aufzusagen, wenn der Funktionärsschwund in Ihrer Partei so weitergeht. Beschäftigen Sie sich damit! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Der ist aus Pappendeckel!
Jetzt frage ich mich: Auf der einen Seite haben wir die PANDUR. Wir schicken sie auch zu internationalen Einsätzen wie etwa MINURSO. Nur, wenn wir sie zu MINURSO schicken und es einen Ausfall oder ein Unglück gibt oder tatsächlich jemand verletzt wird, dann haben wir im PANDUR keine Transportkapazität mit San-Ausstattung: Das gibt es nicht. Es gibt einen einzigen PANDUR, der das hat, den kann man besichtigen, aber der ist nicht einsatzfähig. (Abg. Scheibner: Der ist aus Pappendeckel!) Jetzt frage ich mich: Was wird geschehen? Schickt man zehn PANDUR, die hurtig unterwegs sind, und wenn etwas passiert, kommt ein Haflinger oder was immer, oder es kommt jemand mit der Tragbahre?
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kamele wären auch möglich!
Meine Redezeit ist abgelaufen. – Sanität ist wichtig, erste Hilfe ist notwendig – Herr Bundesminister, handeln Sie in dieser Frage! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kamele wären auch möglich!)
in Richtung des Abg. Gaál
Wie schaut es denn mit den Fliegern aus? – Einer meiner Vorredner, ich glaube, Herr Hans Helmut Moser war es, hat sich schon damit auseinandergesetzt. Die sind schon alle abgelaufen, wie man so sagen würde. Es gibt kein Pickerl mehr. Es gibt für die Hubschrauber keine Pickerl mehr, es gibt für die Flächenflieger keine Pickerl mehr. Da höre ich dann den Vorschlag, man soll sparen – du (in Richtung des Abg. Gaál) bist mir nicht böse, wenn ich das jetzt erwähne – und soll auch die Strukturen einschränken, damit das wieder zusammenpaßt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Lieber Herr Bundesminister! Ich tue mir schwer, dich anzugreifen, denn du weißt, daß du ein gewinnendes Wesen hast, das auch auf mich seinen Eindruck bisher nicht verfehlt hat. Aber auf die Dauer wird man damit, daß man einfach auf Fragen nicht eingeht, auf überhaupt nichts eingeht, keine konkreten Antworten gibt, über alles drüberwischt und immer freundlich lächelt, nicht durchkommen. Als ich das heute von meinem Platz aus beobachtet habe, hat mich das ein bißchen an die Operette "Land des Lächelns" von Lehár erinnert, in der es heißt: "Immer nur lächeln, immer vergnügt ..." Der Lehár war ein Militärkapellmeister, aber das ist noch nicht alles. Er hat auch einen Bruder gehabt, der General war. Das müssen Leute, die sich auskennen, auch noch wissen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber man kann trotzdem nicht von ihm übernehmen, daß mit "Immer nur lächeln, immer vergnügt" alles getan ist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Smiling Werner – das ist zuwenig. Mit Smiling Werner kann man keine Landesverteidigung machen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da kannst du noch so freundlich lachen, du kannst dich darüber nur bedingt hinwegschwindeln. Den einen oder anderen, der noch nicht lange mit dem Thema befaßt ist, wirst du mit Charme einkochen können, aber wenn er sich ein bißchen mit der Sache auseinandersetzt, dann wird er erkennen: "Immer nur lächeln", nach der Operette – das ist zuwenig!
Abg. Tichy-Schreder: Wie schön, wenn Sie bei der FPÖ einmal Management by smiling machen würden! Sie machen Management by crying!
Management by smiling, das ist für die Landesverteidigung eines Mittelstaates – wir sind ja eigentlich kein Kleinstaat, obwohl wir uns selbst immer in der Rolle der Kleinstaatler gefallen – nicht ausreichend. (Abg. Tichy-Schreder: Wie schön, wenn Sie bei der FPÖ einmal Management by smiling machen würden! Sie machen Management by crying!) Es wird nicht möglich sein, sich mit Management by smiling darüber hinwegzuretten, daß wir schon beim PANDUR-Programm steckengeblieben sind, daß wir bei der Panzerabwehr die Nachtsichtgeräte nicht haben, daß wir überhaupt keine taugliche Flugabwehr haben, daß wir lauter Flieger ohne Pickerl haben und uns überhaupt nicht den Kopf darüber zerbrechen, was nachkommen soll, daß wir
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist auch bedauerlich, aber manchmal habe ich den Eindruck, das kommt dem einen oder anderen – vielleicht auch dir, Herr Minister – sehr entgegen, denn wenn es keine Indianer mehr gibt, dann kann man mühelos zur Heeresreform-Neu-Neu-Neu schreiten. Da braucht man immer weniger Indianer, nur die Häuptlinge bleiben übrig, die bleiben da. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Milliarden!
Und jetzt soll man mir nicht sagen, daß es keine Reserven gibt. Sie sind heute auch schon erwähnt worden. Acht Jahre Grenzeinsatz: Das kostet pro Jahr die Bagatelle von 400 Millionen Schilling, das sind 3,2 Millionen in acht Jahren. (Ruf bei der SPÖ: Milliarden!) Dafür bist eigentlich nicht du zuständig, sondern das Innenressort, das da auch irgendwo angesiedelt gehört. Mit 3,2 Millionen hast du in diesen acht Jahren ein anderes Ressort subventioniert (Abg. Wallner: Milliarden! Milliarden!) – Milliarden, na, ich bin ein Optimist, wie man sieht, also Milliarden –, und mindestens ebensoviel oder noch viel mehr ging in den Auslandseinsatz. Dafür sind in Wirklichkeit auch andere zuständig, nicht die Verteidigung: vielleicht das Außenressort oder das Bundeskanzleramt oder wer immer, aber jedenfalls nicht die Verteidigung.
Abg. Wallner: Milliarden! Milliarden!
Und jetzt soll man mir nicht sagen, daß es keine Reserven gibt. Sie sind heute auch schon erwähnt worden. Acht Jahre Grenzeinsatz: Das kostet pro Jahr die Bagatelle von 400 Millionen Schilling, das sind 3,2 Millionen in acht Jahren. (Ruf bei der SPÖ: Milliarden!) Dafür bist eigentlich nicht du zuständig, sondern das Innenressort, das da auch irgendwo angesiedelt gehört. Mit 3,2 Millionen hast du in diesen acht Jahren ein anderes Ressort subventioniert (Abg. Wallner: Milliarden! Milliarden!) – Milliarden, na, ich bin ein Optimist, wie man sieht, also Milliarden –, und mindestens ebensoviel oder noch viel mehr ging in den Auslandseinsatz. Dafür sind in Wirklichkeit auch andere zuständig, nicht die Verteidigung: vielleicht das Außenressort oder das Bundeskanzleramt oder wer immer, aber jedenfalls nicht die Verteidigung.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das waren die Wünsche, die ich hiermit vorgebracht habe. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Jung: Lauter Soldaten!
Abgeordneter Willi Sauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich habe bei diesem Kapitel meinen Vorrednern eigentlich sehr intensiv zugehört. Ich habe festgestellt, daß sehr viele Vorredner auf Mängel hingewiesen und sehr viel an Kritik geübt haben (Abg. Jung: Lauter Soldaten!) – frühere Soldaten haben das getan, Herr Kollege Jung –, ich habe aber gerade von Ihnen, Herr Kollege Jung, kein einziges Wort darüber gehört, was unsere Soldaten an Positivem geleistet haben. (Abg. Scheibner: Es geht jetzt nicht um die Soldaten, es geht um die Rahmenbedingungen, die man diesen Soldaten bietet!) Aber es geht auch um unsere Soldaten, Herr Kollege Scheibner, Sie müßten das wissen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ja, für die Soldaten soll man ja etwas machen!)
Abg. Scheibner: Es geht jetzt nicht um die Soldaten, es geht um die Rahmenbedingungen, die man diesen Soldaten bietet!
Abgeordneter Willi Sauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich habe bei diesem Kapitel meinen Vorrednern eigentlich sehr intensiv zugehört. Ich habe festgestellt, daß sehr viele Vorredner auf Mängel hingewiesen und sehr viel an Kritik geübt haben (Abg. Jung: Lauter Soldaten!) – frühere Soldaten haben das getan, Herr Kollege Jung –, ich habe aber gerade von Ihnen, Herr Kollege Jung, kein einziges Wort darüber gehört, was unsere Soldaten an Positivem geleistet haben. (Abg. Scheibner: Es geht jetzt nicht um die Soldaten, es geht um die Rahmenbedingungen, die man diesen Soldaten bietet!) Aber es geht auch um unsere Soldaten, Herr Kollege Scheibner, Sie müßten das wissen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ja, für die Soldaten soll man ja etwas machen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ja, für die Soldaten soll man ja etwas machen!
Abgeordneter Willi Sauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich habe bei diesem Kapitel meinen Vorrednern eigentlich sehr intensiv zugehört. Ich habe festgestellt, daß sehr viele Vorredner auf Mängel hingewiesen und sehr viel an Kritik geübt haben (Abg. Jung: Lauter Soldaten!) – frühere Soldaten haben das getan, Herr Kollege Jung –, ich habe aber gerade von Ihnen, Herr Kollege Jung, kein einziges Wort darüber gehört, was unsere Soldaten an Positivem geleistet haben. (Abg. Scheibner: Es geht jetzt nicht um die Soldaten, es geht um die Rahmenbedingungen, die man diesen Soldaten bietet!) Aber es geht auch um unsere Soldaten, Herr Kollege Scheibner, Sie müßten das wissen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ja, für die Soldaten soll man ja etwas machen!)
Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll ihn das Innenressort!
Da ist zunächst der Assistenzeinsatz des Bundesheeres an den Grenzen. Dieser Assistenzeinsatz ist entscheidend zur Grenzsicherung (Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll ihn das Innenressort!) , zum Grenzschutz der österreichischen Grenzen. Und gerade Sie sollten sich vielleicht daran erinnern, weil Sie immer wieder sagen: Ausländer raus! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sagen nicht wir! – Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll es wer anderer!) Gerade diese Soldaten sorgen dafür, daß weniger Ausländer zu uns hereinkommen, nämlich illegal zu uns hereinkommen können. (Abg. Scheibner: Mein Gott! Wir wollen, daß die Kosten reduziert werden!) Diese Grenzsicherung, in Kombination mit den einzelnen Kräften der Exekutive, ist ein wesentlicher Faktor. (Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll es das Innenressort! Da werden Sie doch nichts dagegen haben!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sagen nicht wir! – Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll es wer anderer!
Da ist zunächst der Assistenzeinsatz des Bundesheeres an den Grenzen. Dieser Assistenzeinsatz ist entscheidend zur Grenzsicherung (Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll ihn das Innenressort!) , zum Grenzschutz der österreichischen Grenzen. Und gerade Sie sollten sich vielleicht daran erinnern, weil Sie immer wieder sagen: Ausländer raus! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sagen nicht wir! – Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll es wer anderer!) Gerade diese Soldaten sorgen dafür, daß weniger Ausländer zu uns hereinkommen, nämlich illegal zu uns hereinkommen können. (Abg. Scheibner: Mein Gott! Wir wollen, daß die Kosten reduziert werden!) Diese Grenzsicherung, in Kombination mit den einzelnen Kräften der Exekutive, ist ein wesentlicher Faktor. (Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll es das Innenressort! Da werden Sie doch nichts dagegen haben!)
Abg. Scheibner: Mein Gott! Wir wollen, daß die Kosten reduziert werden!
Da ist zunächst der Assistenzeinsatz des Bundesheeres an den Grenzen. Dieser Assistenzeinsatz ist entscheidend zur Grenzsicherung (Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll ihn das Innenressort!) , zum Grenzschutz der österreichischen Grenzen. Und gerade Sie sollten sich vielleicht daran erinnern, weil Sie immer wieder sagen: Ausländer raus! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sagen nicht wir! – Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll es wer anderer!) Gerade diese Soldaten sorgen dafür, daß weniger Ausländer zu uns hereinkommen, nämlich illegal zu uns hereinkommen können. (Abg. Scheibner: Mein Gott! Wir wollen, daß die Kosten reduziert werden!) Diese Grenzsicherung, in Kombination mit den einzelnen Kräften der Exekutive, ist ein wesentlicher Faktor. (Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll es das Innenressort! Da werden Sie doch nichts dagegen haben!)
Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll es das Innenressort! Da werden Sie doch nichts dagegen haben!
Da ist zunächst der Assistenzeinsatz des Bundesheeres an den Grenzen. Dieser Assistenzeinsatz ist entscheidend zur Grenzsicherung (Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll ihn das Innenressort!) , zum Grenzschutz der österreichischen Grenzen. Und gerade Sie sollten sich vielleicht daran erinnern, weil Sie immer wieder sagen: Ausländer raus! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sagen nicht wir! – Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll es wer anderer!) Gerade diese Soldaten sorgen dafür, daß weniger Ausländer zu uns hereinkommen, nämlich illegal zu uns hereinkommen können. (Abg. Scheibner: Mein Gott! Wir wollen, daß die Kosten reduziert werden!) Diese Grenzsicherung, in Kombination mit den einzelnen Kräften der Exekutive, ist ein wesentlicher Faktor. (Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll es das Innenressort! Da werden Sie doch nichts dagegen haben!)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
44 000 Personen sind angehalten worden, und genau diese 44 000 wären – vielleicht mit einigen wenigen Ausnahmen – in unser Land hereingekommen. Das wurde verhindert, weil das Bundesheer mit 160 000 Soldaten im Laufe der letzten Jahre diese Grenzsicherung durchgeführt hat und 39 Millionen Kilometer in diesem Zusammenhang gefahren ist, wobei die Soldaten 92mal abgelöst wurden. Allein durch das Bundesheer wurden in diesem Zeitraum etwa 34 000 Illegale aus 92 Staaten der Welt aufgegriffen. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Katastrophenleistung des Heeres: Ich möchte nur darauf verweisen, daß im vorigen Jahr die österreichische Bevölkerung – und hier verweise ich ganz besonders auf die niederösterreichische Bevölkerung – sehr dankbar war für den Einsatz des österreichischen Bundesheeres und noch immer ist. In diesem Zusammenhang ein herzliches Dankeschön im Namen dieser Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher an die Soldaten, die hier Einsatz geleistet haben, an die Offiziere, die diese Einsätze geleitet haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland haben unsere Soldaten ihren Mann gestellt. Ich habe bereits einmal darauf verwiesen, daß unsere österreichischen Soldaten Botschafter der Menschlichkeit sind, und auf diese Botschafter sind wir stolz. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Leopold Schöggl (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Damen und Herren! Kollege Sauer hat schon recht, wenn er sagt, daß unseren Soldaten für die Leistungen, die sie erbringen, höchster Dank und höchste Anerkennung gebührt. Aber diese Leistungen erbringen sie nicht wegen der Rahmenbedingungen, die die Bundesregierung für sie schafft, sondern trotz der Rahmenbedingungen, die sie im Bereich der Landesverteidigung vorfinden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Murauer!
Wir haben ja heute den Probelauf des neuen Wehrsprechers der ÖVP erlebt. Lieber Freund Kummerer, ich denke ... (Rufe bei der ÖVP: Murauer!) Murauer. Entschuldigung, ich muß mich erst an den Namen gewöhnen, nachdem sich Kollege Maitz anscheinend auf eine neue Karriere vorbereitet. (Abg. Dr. Maitz: Was würden Sie mir denn empfehlen!) Kollege Murauer, ich würde dir raten, geh öfter in die Kasernen hinaus, schau sie dir an, dann kannst du nicht so eine weltfremde Rede halten, denn in den Kasernen schaut es tatsächlich ganz anders aus, als du es in deiner Rede dargestellt hast. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Maitz: Was würden Sie mir denn empfehlen!
Wir haben ja heute den Probelauf des neuen Wehrsprechers der ÖVP erlebt. Lieber Freund Kummerer, ich denke ... (Rufe bei der ÖVP: Murauer!) Murauer. Entschuldigung, ich muß mich erst an den Namen gewöhnen, nachdem sich Kollege Maitz anscheinend auf eine neue Karriere vorbereitet. (Abg. Dr. Maitz: Was würden Sie mir denn empfehlen!) Kollege Murauer, ich würde dir raten, geh öfter in die Kasernen hinaus, schau sie dir an, dann kannst du nicht so eine weltfremde Rede halten, denn in den Kasernen schaut es tatsächlich ganz anders aus, als du es in deiner Rede dargestellt hast. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben ja heute den Probelauf des neuen Wehrsprechers der ÖVP erlebt. Lieber Freund Kummerer, ich denke ... (Rufe bei der ÖVP: Murauer!) Murauer. Entschuldigung, ich muß mich erst an den Namen gewöhnen, nachdem sich Kollege Maitz anscheinend auf eine neue Karriere vorbereitet. (Abg. Dr. Maitz: Was würden Sie mir denn empfehlen!) Kollege Murauer, ich würde dir raten, geh öfter in die Kasernen hinaus, schau sie dir an, dann kannst du nicht so eine weltfremde Rede halten, denn in den Kasernen schaut es tatsächlich ganz anders aus, als du es in deiner Rede dargestellt hast. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Politik der Hubschrauber wird nicht mehr lange möglich sein, weil nämlich der Hubschrauber aufgrund des abgelaufenen Pickerls nicht mehr einsatzfähig sein wird. Das Miteinander in der Koalition funktioniert großartig, aber nicht zum Wohl des Bundesheeres, sondern eher zu dessen Verderben. – Glück auf! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Weil Sie zuwenig zuhören, Herr Kollege!
Der Herr Bundesminister hat Kollegen Murauer für seinen Einsatz für Steyr sehr gelobt, ich wundere mich daher darüber, daß hier aus dem Munde des Kollegen Murauer kein Sterbenswörtchen dazu gefallen ist. (Abg. Murauer: Weil Sie zuwenig zuhören, Herr Kollege!) Ich war anwesend, Herr Kollege. (Abg. Murauer: Heute schon!)
Abg. Murauer: Heute schon!
Der Herr Bundesminister hat Kollegen Murauer für seinen Einsatz für Steyr sehr gelobt, ich wundere mich daher darüber, daß hier aus dem Munde des Kollegen Murauer kein Sterbenswörtchen dazu gefallen ist. (Abg. Murauer: Weil Sie zuwenig zuhören, Herr Kollege!) Ich war anwesend, Herr Kollege. (Abg. Murauer: Heute schon!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir Sozialdemokraten schlagen daher vor, den Standort Steyr zu belassen und die Heeresunteroffiziersschule ähnlich wie die Militärakademie in zwei Institute zu gliedern: in ein Institut zur Ausbildung für Unteroffiziere – dieses soll weiterhin in Enns sein – und in ein Institut zur Weiter- und Fortbildung einschließlich der Fremdsprachenausbildung für Unteroffiziere in Steyr. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir, die Artilleristen, haben darunter gelitten, daß unsere Abteilung in Gratkorn aufgestellt wurde; dort wird jetzt auch wieder zugesperrt. 84 Millionen Schilling sind dem Heer aufgrund parteipolitischer Überlegungen, um damals in Steyr Gemeinderatswahlen zu gewinnen, entzogen worden. Das ist nicht Heerespolitik, wie ich sie mir vorstelle, Herr Kollege Antoni, und Sie werden das hier nicht beschönigen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich will nicht über die eine oder andere Summe richten, aber ich meine, Herr Bundesminister, es täte dem Heer gut, in der jetzigen Situation im Zusammenhang mit dieser "Sicherheitsmilliarde", auch im Sinne der Kostenwahrheit, das Geld zu bekommen, das dem Heer zusteht. Man sollte dieses Geld nicht auch noch in anderen Ressorts lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) In diesem Punkt haben Sie sich eindeutig nicht durchgesetzt, ich hätte mir da mehr Durchsetzungsvermögen erwartet.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Anläßlich der Debatte über den Auslandseinsatz hat der Herr Bundeskanzler hier von dieser Regierungsbank aus versprochen, daß er sich dieser sozialen Frage annimmt. Im Budget 1999 ist aber kein Schilling vorgesehen, um diese soziale Frage endlich befriedigend zu erledigen für jene, die das Ansehen Österreichs und des Bundesheeres in der Vergangenheit gewährleistet haben. Das ist Bekenntnispolitik, die Umsetzung in die Realität, in die Praxis fehlt jedoch. Und das ist wirklich ein sozialpolitischer Schandfleck dieses Budgets 1999! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gaál: Wo haben Sie denn das gehört? Wo haben Sie das gehört?
Abgeordneter Dkfm. Mag. Josef Mühlbachler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist schon interessant, dieser Debatte zu folgen: Hört man einen Oppositionsredner von der FPÖ, dann tönt es: Zu wenige Indianer!, hört man einen Redner vom Regierungspartner SPÖ, dann vernimmt man: Es sind zu viele Indianer!, und hört man ... (Abg. Gaál: Wo haben Sie denn das gehört? Wo haben Sie das gehört?) – Herr Abgeordneter Gaál! Ich habe Sie persönlich gehört, nämlich im Fernsehen, als Sie behauptet haben, es gäbe zu viele Indianer! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gaál: Zu viele Häuptlinge!) – Und hört man die Grünen, dann heißt es: Wir brauchen gar keine Indianer.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gaál: Zu viele Häuptlinge!
Abgeordneter Dkfm. Mag. Josef Mühlbachler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist schon interessant, dieser Debatte zu folgen: Hört man einen Oppositionsredner von der FPÖ, dann tönt es: Zu wenige Indianer!, hört man einen Redner vom Regierungspartner SPÖ, dann vernimmt man: Es sind zu viele Indianer!, und hört man ... (Abg. Gaál: Wo haben Sie denn das gehört? Wo haben Sie das gehört?) – Herr Abgeordneter Gaál! Ich habe Sie persönlich gehört, nämlich im Fernsehen, als Sie behauptet haben, es gäbe zu viele Indianer! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gaál: Zu viele Häuptlinge!) – Und hört man die Grünen, dann heißt es: Wir brauchen gar keine Indianer.
Abg. Dr. Ofner: Du bist ja kein Oppositionsabgeordneter!
Noch etwas: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mich verwundert es nicht, wenn beispielsweise von seiten der FPÖ immer wieder behauptet wird, es wäre zuwenig Kapital beziehungsweise es wären zuwenig Budgetmittel im Einsatz. Zugegeben, wir würden uns mehr wünschen, ja selbstverständlich! (Abg. Dr. Ofner: Du bist ja kein Oppositionsabgeordneter!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich verstehe allerdings nicht, daß Abgeordnete von unserem Regierungspartner hier ans Rednerpult treten und das eine oder andere vehement fordern. Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Sozialdemokratischen Partei! Wenn Sie heute hier herausgehen und einen Antrag stellen, daß das Militärbudget um 3 Milliarden Schilling erhöht wird – Sie werden staunen! –, dann werden wir alle zustimmen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Jung: Stimmen Sie unserem Antrag zu, Herr Kollege! Leicht geredet – typisch ÖVP!
Ich komme zum Schluß, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Jung: Stimmen Sie unserem Antrag zu, Herr Kollege! Leicht geredet – typisch ÖVP!) – Herr Kollege Jung! Nein, nicht "leicht geredet", sondern Sie wissen ganz genau: Wir bekennen uns zu einem Regierungs-übereinkommen, und dieses verpflichtet uns, und das wollen wir auch einhalten! – Ich habe ja nicht zur FPÖ gesprochen, sondern zu den Sozialdemokraten, und das hätten Sie unterscheiden sollen.
Abg. Gaál: Das ist eine Zeiterscheinung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister Fasslabend muß nunmehr seit bereits acht Jahren Kritik von hüben und drüben einstecken, aber stellen Sie sich vor: Er ist der längstgediente Verteidigungsminister der Zweiten Republik! (Abg. Gaál: Das ist eine Zeiterscheinung!) – Das ist keine Zeiterscheinung, sondern, Herr Kollege Gaál, er muß sich schon besonders bewährt haben, um im Hagel dieser Kritik überstehen zu können. – Gratuliere, Herr Bundesminister! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister Fasslabend muß nunmehr seit bereits acht Jahren Kritik von hüben und drüben einstecken, aber stellen Sie sich vor: Er ist der längstgediente Verteidigungsminister der Zweiten Republik! (Abg. Gaál: Das ist eine Zeiterscheinung!) – Das ist keine Zeiterscheinung, sondern, Herr Kollege Gaál, er muß sich schon besonders bewährt haben, um im Hagel dieser Kritik überstehen zu können. – Gratuliere, Herr Bundesminister! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Zwischenruf des Abg. Jung
Für mich sind die beste Nutzung und Effektivität wichtig, und ich würde Sie daher bitten, Herr Verteidigungsminister, noch einmal über folgendes nachzudenken: Oberösterreich ist mit seinen acht Kasernenstandorten beispielsweise gegenüber Niederösterreich stark unterrepräsentiert (Zwischenruf des Abg. Jung ), und meines Wissens und meiner Erfahrung nach müssen pro Jahr 1 000 Oberösterreicher in Niederösterreich ausgebildet werden. (Abg. Scheibner: Klar, weil der Minister aus Niederösterreich ist!) Es stellt sich daher die Frage, ob nicht trotz allem die Trollmann-Kaserne in Steyr einer anderen Nutzung als der von Ihnen vorgeschlagenen zugeführt werden kann. Denn die Lösung, die Sie für Steyr vorschlagen, ist eine Übergangslösung. Während des Umbaus der Heeresunteroffiziersakademie in Enns sollen Kurse in Steyr abgehalten werden. Wenn der Umbau abgeschlossen ist, ist das dann aber das Aus der Trollmann-Kaserne in Steyr. Und dem können wir angesichts der Tatsache, daß jährlich 1 000 Jungmänner von Oberösterreich in ein anderes Bundesland – sprich: nach Niederösterreich – gehen müssen, nicht zustimmen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Klar, weil der Minister aus Niederösterreich ist!
Für mich sind die beste Nutzung und Effektivität wichtig, und ich würde Sie daher bitten, Herr Verteidigungsminister, noch einmal über folgendes nachzudenken: Oberösterreich ist mit seinen acht Kasernenstandorten beispielsweise gegenüber Niederösterreich stark unterrepräsentiert (Zwischenruf des Abg. Jung ), und meines Wissens und meiner Erfahrung nach müssen pro Jahr 1 000 Oberösterreicher in Niederösterreich ausgebildet werden. (Abg. Scheibner: Klar, weil der Minister aus Niederösterreich ist!) Es stellt sich daher die Frage, ob nicht trotz allem die Trollmann-Kaserne in Steyr einer anderen Nutzung als der von Ihnen vorgeschlagenen zugeführt werden kann. Denn die Lösung, die Sie für Steyr vorschlagen, ist eine Übergangslösung. Während des Umbaus der Heeresunteroffiziersakademie in Enns sollen Kurse in Steyr abgehalten werden. Wenn der Umbau abgeschlossen ist, ist das dann aber das Aus der Trollmann-Kaserne in Steyr. Und dem können wir angesichts der Tatsache, daß jährlich 1 000 Jungmänner von Oberösterreich in ein anderes Bundesland – sprich: nach Niederösterreich – gehen müssen, nicht zustimmen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Für mich sind die beste Nutzung und Effektivität wichtig, und ich würde Sie daher bitten, Herr Verteidigungsminister, noch einmal über folgendes nachzudenken: Oberösterreich ist mit seinen acht Kasernenstandorten beispielsweise gegenüber Niederösterreich stark unterrepräsentiert (Zwischenruf des Abg. Jung ), und meines Wissens und meiner Erfahrung nach müssen pro Jahr 1 000 Oberösterreicher in Niederösterreich ausgebildet werden. (Abg. Scheibner: Klar, weil der Minister aus Niederösterreich ist!) Es stellt sich daher die Frage, ob nicht trotz allem die Trollmann-Kaserne in Steyr einer anderen Nutzung als der von Ihnen vorgeschlagenen zugeführt werden kann. Denn die Lösung, die Sie für Steyr vorschlagen, ist eine Übergangslösung. Während des Umbaus der Heeresunteroffiziersakademie in Enns sollen Kurse in Steyr abgehalten werden. Wenn der Umbau abgeschlossen ist, ist das dann aber das Aus der Trollmann-Kaserne in Steyr. Und dem können wir angesichts der Tatsache, daß jährlich 1 000 Jungmänner von Oberösterreich in ein anderes Bundesland – sprich: nach Niederösterreich – gehen müssen, nicht zustimmen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosemarie Bauer: Was soll diese Frauenfeindlichkeit?
Angesichts der ersten von den zuständigen Stellen in der Praxis gewonnenen Erfahrungswerte lauten meine Fragen: Wie viele Frauen haben sich bisher zum Dienst beim Bundesheer gemeldet? (Abg. Rosemarie Bauer: Was soll diese Frauenfeindlichkeit?) Wie viele sind bei der Grundausbildung angetreten? Wie viele sind bis zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschieden? Genauso, meine Damen und Herren, interessiere ich mich für die neuesten Fakten betreffend den Heeressport, den Leistungssport: Wie viele Spitzensportlerinnen haben bisher die gebotenen Möglichkeiten genutzt und sich angemeldet?
Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Bundesminister, noch eine Frage: Wie viele Pferde sind im Bundesheer tätig? (Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Wie viele Pferde hat das Bundesheer? Ja, das sind sehr hohe Kosten! Wir jammern immer nur, wieviel Geld für wie viele Personen ausgegeben wird und welche Kosten dem österreichischen Heer entstehen, meine Damen und Herren. Das ist natürlich nur eine ganz geringe Menge, aber auf der anderen Seite schreien wir, wir haben kein Geld. Und das, glaube ich, muß man einmal ausdrücklich sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister, noch eine Frage: Wie viele Pferde sind im Bundesheer tätig? (Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Wie viele Pferde hat das Bundesheer? Ja, das sind sehr hohe Kosten! Wir jammern immer nur, wieviel Geld für wie viele Personen ausgegeben wird und welche Kosten dem österreichischen Heer entstehen, meine Damen und Herren. Das ist natürlich nur eine ganz geringe Menge, aber auf der anderen Seite schreien wir, wir haben kein Geld. Und das, glaube ich, muß man einmal ausdrücklich sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Scheibner: Welchen Dienstgrad hat ein Pferd?
Meine Damen und Herren! Abschließend möchte ich zum vorhandenen Budgetrahmen einmal mehr die Forderungen der Sozialdemokraten nach der Erstellung eines langfristigen Investitionsplanes und der Festlegung von Beschaffungsprioritäten verstärken. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Scheibner: Welchen Dienstgrad hat ein Pferd?)
Abg. Scheibner: Du bist ein Milizsoldat!
Unsere Bedrohungssituation ist eine andere – auch das ist heute schon mehrmals angeklungen –: Es ist die Bedrohungssituation der Migration (Abg. Scheibner: Du bist ein Milizsoldat!), des Schlepperwesens und der organisierten Kriminalität. Und diese Bedrohungsszenarien sind eben hauptsächlich im Innenressort angesiedelt und im Innenressort zu behandeln. Daher ist es durchaus verständlich, daß von einer Milliarde Schilling 900 Millionen in das Innenressort gehen, weil dort ein höherer Bedarf ist.
Abg. Dr. Ofner: Es sind die falschen Kästchen!
Ich glaube, wir sollten uns überhaupt von diesem Kästchendenken, zu dem eine Budgetdebatte natürlich verleitet, weil wir das Budget kapitelweise abhandeln, verabschieden (Abg. Dr. Ofner: Es sind die falschen Kästchen!) und zu einer größeren Sichtweite kommen – nicht nur in Österreich, sondern auch global. Es ist ja so einfach, die berühmten Kästchen zu zeichnen, das NATO-Kästchen, das andere Kästchen über die Russische Föderation, und das dritte Kästchen über Südostasien, wie es Kollege Maitz auch so gerne macht, der mit diesen Schaubildern durch die Republik zieht. Nur, so einfach ist das Leben nicht. Diese Grenzen verwischen sich.
Beifall bei der SPÖ.
Verwundert hat mich Kollege Spindelegger, der in der Europäischen Union überhaupt keine Lösungsansätze sieht, um zu einem Europa zu kommen. Herr Kollege Spindelegger! GASP: kein Begriff? Petersberg: kein Begriff? Amsterdam: kein Begriff? Hierin sind diese Ansätze sehr wohl enthalten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Die SPÖ hat auch keine aktive Außenpolitik!
Meine Damen und Herren! Ich glaube, es ist auch heute noch durchaus notwendig und durchaus gut, über eine aktive Außenpolitik auf Basis der Neutralität zu verhandeln und diese zu betreiben. Ich bitte meinen Koalitionspartner intensiv: Bleibt hier im Rahmen der Verfassung, der Verfassungsgesetze! Es hat keinen Sinn, wenn der Außenminister, der Verteidigungsminister, der Klubobmann, mit ihm Spindelegger, Maitz und Murauer, sich von der Neutralität verabschieden und diese aktive Außenpolitik nicht mehr machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Die SPÖ hat auch keine aktive Außenpolitik!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Zum Schluß noch ein Wort. Ein Ausdruck ist meiner Ansicht nach bei dieser heutigen Debatte viel zuwenig gefallen: Wir haben so oft gehört: "das Heer", wir haben sehr selten gehört: "unser Heer". Unser Heer hat sich mehr Selbstbewußtsein durch die gewählten Volksvertreter verdient. Unser Heer ist durchaus in der Lage, die Anforderungen zu erfüllen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Guggenberger: Oje!
Herr Abgeordneter Haupt! Ich schätze nicht nur Ihre generellen Stellungnahmen, sondern auch Ihre Stellungnahmen im Detail, weil sie auch – obwohl Sie Oppositionsabgeordneter sind – immer von Seriosität gekennzeichnet sind. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Guggenberger: Oje!) Ihre Äußerung im Falle der Heeressanitätsanstalt Klagenfurt betreffend Herrn Korpskommandanten Plienegger weise ich jedoch schärfstens zurück (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP) , und zwar deshalb, weil er sich von Beginn seiner Tätigkeit als Korpskommandant an intensivst bemüht hat, zu einer Lösung bezüglich der Heeressanitätsanstalt Klagenfurt zu kommen und mit Nachdruck Lösungen vorangetrieben und letztendlich auch durchgesetzt hat.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
Herr Abgeordneter Haupt! Ich schätze nicht nur Ihre generellen Stellungnahmen, sondern auch Ihre Stellungnahmen im Detail, weil sie auch – obwohl Sie Oppositionsabgeordneter sind – immer von Seriosität gekennzeichnet sind. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Guggenberger: Oje!) Ihre Äußerung im Falle der Heeressanitätsanstalt Klagenfurt betreffend Herrn Korpskommandanten Plienegger weise ich jedoch schärfstens zurück (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP) , und zwar deshalb, weil er sich von Beginn seiner Tätigkeit als Korpskommandant an intensivst bemüht hat, zu einer Lösung bezüglich der Heeressanitätsanstalt Klagenfurt zu kommen und mit Nachdruck Lösungen vorangetrieben und letztendlich auch durchgesetzt hat.
Beifall bei der ÖVP.
Wenn es hier zu Verzögerungen gekommen ist, dann deshalb, weil es nach Schließung der Heeressanitätsanstalt in Klagenfurt eine Kooperationsmöglichkeit mit dem Landeskrankenhaus in Kärnten gegeben hat, die hervorragend funktioniert hat und deren Fortsetzung unser Wunsch gewesen wäre, was aber leider nicht möglich war, sodaß wir dann auf meine eigene persönliche Weisung hin andere Möglichkeiten untersucht haben, wodurch durchaus ein Time-lag entstanden ist. Die Verantwortung dafür übernehme ich persönlich. Plienegger hat sich in allen Phasen im höchstmöglichen Ausmaß dafür eingesetzt, daß es zu einer Lösung kommt. Wenn es dann letztendlich auch rascher als ursprünglich erwartet dazu gekommen ist, dann ist es vor allem sein Verdienst. Das wollte ich bei dieser Gelegenheit nur klarstellen. (Beifall bei der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Minister! Herr Minister, Ihr Verhalten im Budgetausschuß hat mich wirklich sehr überrascht, und zwar positiv! Mir fällt es zwar etwas schwer, das zuzugeben, denn immerhin gehören Sie ja einer Fraktion an, die in den letzten Tagen wirklich sehr skandalös (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) und äußerst unsachlich gegen uns vorgegangen ist. (Abg. Ing. Tychtl: Nicht wehleidig sein!)
Abg. Ing. Tychtl: Nicht wehleidig sein!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Minister! Herr Minister, Ihr Verhalten im Budgetausschuß hat mich wirklich sehr überrascht, und zwar positiv! Mir fällt es zwar etwas schwer, das zuzugeben, denn immerhin gehören Sie ja einer Fraktion an, die in den letzten Tagen wirklich sehr skandalös (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) und äußerst unsachlich gegen uns vorgegangen ist. (Abg. Ing. Tychtl: Nicht wehleidig sein!)
Beifall der Abgeordneten Tegischer und Bures.
Sie lachen. Ich glaube, Sie haben alles vergessen, was da an unsachlichen Äußerungen, an beleidigenden Äußerungen gefallen ist. Ich weiß schon, Sie gehen immer mit dem Zeigefinger durchs Plenum, aber dann sagt zum Beispiel Herr Kostelka, wir sind das Synonym für unsaubere Machenschaften! Und Herr Häupl meint, Verleumdung ist das Grundprinzip der Politik der Freiheitlichen Partei! (Beifall der Abgeordneten Tegischer und Bures. ) Hier sind schon Worte gefallen, für die Sie sich ... – Und da klatschen Sie auch noch dazu! Nach dem, was Herr Präsident Fischer als Ergebnis der letzten Sitzungswoche gesagt hat, finde ich es beschämend, daß Sie jetzt auch noch applaudieren, wenn ich Ihnen vorhalte, was Sie gesagt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie lachen. Ich glaube, Sie haben alles vergessen, was da an unsachlichen Äußerungen, an beleidigenden Äußerungen gefallen ist. Ich weiß schon, Sie gehen immer mit dem Zeigefinger durchs Plenum, aber dann sagt zum Beispiel Herr Kostelka, wir sind das Synonym für unsaubere Machenschaften! Und Herr Häupl meint, Verleumdung ist das Grundprinzip der Politik der Freiheitlichen Partei! (Beifall der Abgeordneten Tegischer und Bures. ) Hier sind schon Worte gefallen, für die Sie sich ... – Und da klatschen Sie auch noch dazu! Nach dem, was Herr Präsident Fischer als Ergebnis der letzten Sitzungswoche gesagt hat, finde ich es beschämend, daß Sie jetzt auch noch applaudieren, wenn ich Ihnen vorhalte, was Sie gesagt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dietachmayr und Dr. Mertel.
Die ÖVP ist bei diesen Diffamierungen genauso in Ihrem Schlepptau gewesen wie auch sonst immer: Herr Abgeordneter Khol und so weiter – ich will das ja gar nicht mehr aufwärmen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dietachmayr und Dr. Mertel. ) Ich weiß, daß Sie das nicht gerne hören, aber ich denke, es ist schon wichtig, daß man Sie immer daran erinnert, damit Sie sich selbst einmal an der Nase nehmen und nicht ununterbrochen nur mit dem Zeigefinger auf uns zeigen. (Abg. Seidinger: Glauben Sie das, was Sie sagen?)
Abg. Seidinger: Glauben Sie das, was Sie sagen?
Die ÖVP ist bei diesen Diffamierungen genauso in Ihrem Schlepptau gewesen wie auch sonst immer: Herr Abgeordneter Khol und so weiter – ich will das ja gar nicht mehr aufwärmen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dietachmayr und Dr. Mertel. ) Ich weiß, daß Sie das nicht gerne hören, aber ich denke, es ist schon wichtig, daß man Sie immer daran erinnert, damit Sie sich selbst einmal an der Nase nehmen und nicht ununterbrochen nur mit dem Zeigefinger auf uns zeigen. (Abg. Seidinger: Glauben Sie das, was Sie sagen?)
Abg. Dr. Mertel – einen Zeitungsartikel vorweisend –: Und Sie finden das lächerlich? Zitieren Sie das! Zitieren Sie das!
Aber, sehr geehrter Herr Minister, Sie distanzieren sich ja erfreulicherweise öfter von Ihrer eigenen Fraktion. (Abg. Dr. Mertel – einen Zeitungsartikel vorweisend –: Und Sie finden das lächerlich? Zitieren Sie das! Zitieren Sie das!) Was haben Sie gesagt? Lächerlich? Soll ich Ihnen mehr zitieren, Frau Abgeordnete Mertel? Leider ist der Herr Präsident Fischer nicht da, aber Sie haben das ja auch gehört. Ich kann Ihnen wirklich sehr gerne noch mehr zitieren, wenn Sie das unbedingt wollen. Aber da sind Sie immer sehr schnell beleidigt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lukesch – eine Ausgabe des "Kurier" in die Höhe haltend –: Das können Sie zitieren!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lukesch – eine Ausgabe des "Kurier" in die Höhe haltend –: Das können Sie zitieren!
Aber, sehr geehrter Herr Minister, Sie distanzieren sich ja erfreulicherweise öfter von Ihrer eigenen Fraktion. (Abg. Dr. Mertel – einen Zeitungsartikel vorweisend –: Und Sie finden das lächerlich? Zitieren Sie das! Zitieren Sie das!) Was haben Sie gesagt? Lächerlich? Soll ich Ihnen mehr zitieren, Frau Abgeordnete Mertel? Leider ist der Herr Präsident Fischer nicht da, aber Sie haben das ja auch gehört. Ich kann Ihnen wirklich sehr gerne noch mehr zitieren, wenn Sie das unbedingt wollen. Aber da sind Sie immer sehr schnell beleidigt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lukesch – eine Ausgabe des "Kurier" in die Höhe haltend –: Das können Sie zitieren!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich befasse mich jetzt einmal mit dem Herrn Minister. Herr Minister, Sie haben ja schon öfter gezeigt, daß Sie mit dem Verhalten Ihrer Fraktion oder auch Ihrer sozialistischen Regierungskollegen nicht einverstanden sind. Ich habe das beobachtet, als hier im Parlament über diesen skandalösen Auftritt des Herrn Mühl im Burgtheater diskutiert worden ist. Wir haben nachher darüber debattiert, wieso es eigentlich kommen konnte, daß dem Kinderschänder Mühl mit Wissen des Wissenschaftsministers, mit Wissen der Frau Ministerin Gehrer ein Podium eröffnet worden ist. Herr Bundeskanzler Klima ist hier gesessen, völlig unberührt, Herr Minister Bartenstein, völlig unberührt, Frau Minister Prammer, völlig unberührt von der Tatsache, daß der Kinderschänder Mühl eine offizielle Auftrittsmöglichkeit bekommen hat. Einzig und allein Sie, Herr Minister, sind aufgestanden und haben gesagt, Sie distanzieren sich von diesem entsetzlichen Auftritt. Das haben wir Ihnen sehr hoch angerechnet, sehr geehrter Herr Minister. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das hat uns wirklich sehr gut gefallen, und ich glaube, Ihre Fraktion kann sich ein Beispiel an Ihnen nehmen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie müssen immer wieder daran denken, daß die Opposition ja nur wenig Möglichkeiten hat, sich Informationen zu verschaffen. Eine davon ist die Diskussion im Budgetausschuß, eine andere ist es, schriftliche Anfragen zu stellen. Sie haben unser Recht auf Auskunft respektiert und, wie gesagt, deshalb auch heute hier diese positive Äußerung, obwohl die gesamte Situation, das gegen uns gerichtete Klima es nicht rechtfertigen würde, daß man einen sozialistischen Minister lobt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das wird ja von Ihren Parteifreunden immer wieder geleugnet. Ihre Parteifreunde wollen ja nicht einmal haben, daß man darüber diskutiert. Heute, als ich mir erlaubt habe, die Frage zu stellen, ob es überhaupt sinnvoll ist, ausländische Arbeitslose weiterhin in Österreich zu behalten, hat Herr Feurstein plötzlich Angst bekommen. Er hat vor mir Angst bekommen, nur weil ich eine andere Meinung habe. Wenn schon über die Kultur im Parlament geredet wird, dann müßte man eigentlich auch einmal darüber reden, ob man überhaupt noch eine andere Meinung äußern darf, ohne daß man sofort mit dem Verdacht überschüttet wird, daß man eine extrem gefährliche Person ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben im Ausschuß auch zugegeben, sehr geehrter Herr Minister – das hat mir auch sehr gut gefallen –, daß die Ausrüstung nicht zuletzt durch das Aufzeigen und durch das Drängen der Opposition besser geworden ist. Gerade ich weiß es, weil ich wirklich von Wachzimmer zu Wachzimmer, von Gendarmerieposten zu Gendarmerieposten gezogen bin und immer dem Minister gesagt habe, wo es überall krankt. Gott sei Dank ist es uns allen, uns Sicherheitssprechern, wirklich gelungen, hier etwas durchzusetzen, und ich freue mich, daß Sie die Leistung der Opposition anerkennen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Sie werden schon auf das Negative warten. Natürlich habe ich auch ein bißchen Kritik an Ihnen zu üben, Herr Minister. Nicht nur, daß Sie der sozialistischen Fraktion angehören, stört mich, sondern es stört mich auch, daß Sie ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Warum schauen Sie so ernst? Haben Sie Angst, daß ich Sie zu sehr gelobt habe? (Bundesminister Mag. Schlögl: Ich kenne mich nur nicht aus!) Sie kennen sich nicht aus. Ich habe also zuviel gelobt.
Bundesminister Mag. Schlögl: Ich kenne mich nur nicht aus!
Sie werden schon auf das Negative warten. Natürlich habe ich auch ein bißchen Kritik an Ihnen zu üben, Herr Minister. Nicht nur, daß Sie der sozialistischen Fraktion angehören, stört mich, sondern es stört mich auch, daß Sie ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Warum schauen Sie so ernst? Haben Sie Angst, daß ich Sie zu sehr gelobt habe? (Bundesminister Mag. Schlögl: Ich kenne mich nur nicht aus!) Sie kennen sich nicht aus. Ich habe also zuviel gelobt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Meiner Meinung nach ist einer Ihrer Fehler schon sehr gravierend, und zwar, daß Sie sehr vieles sehen, erkennen, aber dann nicht handeln, sondern nur ankündigen. Sie haben zwar gesagt, Sie wollen kein Ankündigungsminister sein, in Wirklichkeit sind Sie es leider Gottes doch, weil Sie eben in entscheidenden Bereichen bei Dingen, die Ihnen auffallen, die Sie als Mißstände ankreiden, dann letzten Endes doch nichts machen. So kann es ganz einfach nicht weitergehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit des Abg. Mag. Stadler
Da die Redezeit schon fast zu Ende ist – mit so viel Lob habe ich meine ganze Redezeit verschwendet (Heiterkeit des Abg. Mag. Stadler ) –, möchte ich zum Budget grundsätzlich sagen, daß ich ihm nichts Positives abgewinnen kann, und zwar deshalb nicht, weil in Wirklichkeit die Zahlen des Vorjahres fast in derselben Weise weitergeschrieben werden. Das Ganze ist eine Wiederholung des Budgets 1998. Von diesem Budget gehen überhaupt keine Impulse aus. Und genauso wie im Vorjahr schätzen Sie die Ausgaben zu niedrig und die Einnahmen zu hoch ein. Mit diesem Budget, fürchte ich, werden Sie die wirklich großen Probleme in Österreich ganz einfach nicht in den Griff bekommen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Folgendes noch, sehr geehrter Herr Minister: Bitte gewöhnen Sie sich an, Ihre Versprechungen zu halten! Sie haben voriges Jahr versprochen, daß es zu keinen Personalreduzierungen kommen wird. Sie haben versprochen, daß es zu keinen Überstundenkürzungen kommen wird. Jetzt – offensichtlich, weil Sie im Innenressort hauptsächlich den Glanz und Glamour des EU-Vorsitzes tragen müssen – haben Sie schon wieder der Exekutive eine Überstundenreduktion aufgebrummt. Das geht ganz einfach nicht! Das Personal ist derart knapp bemessen, daß eine weitere Reduktion von Überstunden nicht möglich ist. Ich bitte Sie, im Sinne meiner Ausführungen auch Ihre Politik zu revidieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Frau Kollegin Partik-Pablé, ich gebe zu, heute haben Sie uns wirklich überrascht. Ich bin seit zwölf Jahren in diesem Hause, aber so etwas habe ich hier wirklich noch nicht erlebt. Ab heute ist wirklich der Ausdruck "fromme Helene" angebracht. Dieses Lob ist Ihnen wirklich gut gelungen. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. ) Das mag durchaus sein.
Beifall bei der SPÖ.
Aber es war möglich, und es war dies eine großartige Leistung des gesamten Innenressorts, des Innenministers, aber natürlich auch des Finanzministers, denn für diesen Einsatz, für die Schengen-Reife wurden in diesen drei Jahren fast 3 Milliarden Schilling aufgewendet. Heute kann man sagen, daß Schengen erfüllt ist, daß die Beamtinnen und Beamten, die an der EU-Außengrenze Dienst versehen, hervorragende Arbeit leisten und daß durch diese Grenzüberwachung, durch diesen Grenzdienst Österreich wiederum ein Stück sicherer geworden ist, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es hat mich im Grunde genommen eigentlich gar nicht so sehr überrascht, daß heute Frau Kollegin Dr. Partik-Pablé eine positive Wortmeldung zur Sicherheitspolitik des Landes abgegeben hat, denn mir ist noch in guter Erinnerung – es ist erst einige Monate her –, daß die Freiheitliche Partei österreichweit eine Plakataktion mit den sehr bedeutungsvollen Worten gestartet hat: "Österreich ist eine sichere Heimat." – Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen. Das haben wir immer schon gesagt. Bei allen Debatten hier im Parlament haben wir darauf hingewiesen, daß Österreich ein sicheres Land, eines der sichersten Länder der Welt ist und daß wir eine sichere Heimat mit einer sehr guten Lebensqualität, aber auch mit einer guten inneren Sicherheit vorfinden. Diese Erkenntnis hat eben bei den Freiheitlichen ein wenig länger gedauert, aber sie ist vorhanden. Das freut uns alle, und das ist nur zu begrüßen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber auch eine andere Einrichtung, eine sehr wichtige und gute Einrichtung der Bundesgendarmerie feiert in diesen Tagen ein Jubiläum, auf das bei einer solchen Debatte auch hinzuweisen ist, wenn es um die Entwicklung für das Jahr 1999 geht: Das Gendarmerie-Einsatzkommando in Wiener Neustadt feiert in diesen Tagen sein 20jähriges Bestehen. Auch das ist ein Anlaß zur Freude, weil das Gendarmerie-Einsatzkommando weltweite Anerkennung genießt. Überall dort, wo es wirklich brenzlig wird und Waffengewalt im Spiel ist, sind es diese wirklich mutigen Beamten, die hier zum Einsatz kommen. Ich meine, auch dieses Jubiläum sollte in gebührender Form gefeiert werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne, Herr Bundesminister, auch Ihnen ein herzliches Dankeschön für die gute Sicherheitspolitik in unserem Lande. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kiss: Ich bin neugierig, ob du der Versuchung widerstehst!
Das ist die Versuchung, du hast richtig zugehört, lieber Kollege Kiss. Es gibt erstmals ausreichende Mittel zur Auftragserfüllung der Exekutive. (Abg. Kiss: Ich bin neugierig, ob du der Versuchung widerstehst!) Die Arbeit in den letzten Jahren, auch die Arbeit der Opposition – Frau Kollegin Partik-Pablé hat das ja schon erwähnt – und der nimmermüde Einsatz der Sicherheitssprecher der Opposition haben dazu beigetragen, daß es hier doch positive Veränderungen gegeben hat. In Österreich ist eine durchaus zeitgemäße technische Ausrüstung im Bereich der Exekutive vorhanden, wenn auch die Notwendigkeit besteht, in den nächsten Jahren, vor allem im Fernmeldebereich, Verbesserungen vorzunehmen und hier die notwendigen Investitionen zu tätigen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher ist es höchste Zeit, daß es zu einer Beendigung des Grenzeinsatzes des Bundesheeres kommt, auch wenn man sagen muß, daß das Bundesheer diese Aufgaben optimal wahrnimmt, daß es dadurch in der Bevölkerung zu einem Gefühl der Sicherheit gekommen ist. – Herr Kollege Kiss, ich weiß, du wirst dann wieder hier herauskommen und behaupten, ich sei dagegen, daß die Bevölkerung geschützt wird. Es ist jedoch nicht Aufgabe des Bundesheeres, diese sicherheitspolizeiliche Aufgabe wahrzunehmen. Unsere Verfassung ordnet diese Aufgabe ganz klar der Sicherheitsexekutive zu, daher hat das die Polizei zu tun, hat das die Grenzgendarmerie zu tun – und nicht das Bundesheer, meine Damen und Herren! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Zum Schluß kommend: Es ist sicherlich so, daß wir diesmal ein sehr gutes Budget haben, es sind aber noch viele wichtige Fragen offen. Ich habe die Befürchtung – und es spricht einiges dafür, daß diese Gefahr gegeben ist –, daß die finanziellen Mittel nicht optimal eingesetzt werden, denn den gegebenen Handlungsbedarf ist der Innenminister jedenfalls bislang schuldig geblieben. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Ihr seid nur mehr dagegen!
Wenn ich als Sicherheitssprecher der Österreichischen Volkspartei in diesen Schalmeientönen geredet hätte, wenn ich einen solchen Schmusekurs eingeschlagen hätte, wie Sie es heute getan hat, dann wäre ich von der Freiheitlichen Partei garantiert mit Schimpf und Schande belegt worden! Das weiß ich! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Ihr seid nur mehr dagegen!) Das ist eine verkehrte Welt! Für die Freiheitliche Partei sind wir nur mehr dagegen, während sie die konstruktiven Elemente verkörpert! (Abg. Dr. Graf: Ihr seid nur dagegen, ganz egal, was wir tun!) Ich werde meinen Redebeitrag wie immer dazu verwenden, einerseits konstruktiv, andererseits pragmatisch vorzugehen und Kritik und Anregungen dort anzubringen, wo diese notwendig sind, anders als Sie! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Ihr seid nur dagegen, ganz egal, was wir tun!
Wenn ich als Sicherheitssprecher der Österreichischen Volkspartei in diesen Schalmeientönen geredet hätte, wenn ich einen solchen Schmusekurs eingeschlagen hätte, wie Sie es heute getan hat, dann wäre ich von der Freiheitlichen Partei garantiert mit Schimpf und Schande belegt worden! Das weiß ich! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Ihr seid nur mehr dagegen!) Das ist eine verkehrte Welt! Für die Freiheitliche Partei sind wir nur mehr dagegen, während sie die konstruktiven Elemente verkörpert! (Abg. Dr. Graf: Ihr seid nur dagegen, ganz egal, was wir tun!) Ich werde meinen Redebeitrag wie immer dazu verwenden, einerseits konstruktiv, andererseits pragmatisch vorzugehen und Kritik und Anregungen dort anzubringen, wo diese notwendig sind, anders als Sie! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn ich als Sicherheitssprecher der Österreichischen Volkspartei in diesen Schalmeientönen geredet hätte, wenn ich einen solchen Schmusekurs eingeschlagen hätte, wie Sie es heute getan hat, dann wäre ich von der Freiheitlichen Partei garantiert mit Schimpf und Schande belegt worden! Das weiß ich! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Ihr seid nur mehr dagegen!) Das ist eine verkehrte Welt! Für die Freiheitliche Partei sind wir nur mehr dagegen, während sie die konstruktiven Elemente verkörpert! (Abg. Dr. Graf: Ihr seid nur dagegen, ganz egal, was wir tun!) Ich werde meinen Redebeitrag wie immer dazu verwenden, einerseits konstruktiv, andererseits pragmatisch vorzugehen und Kritik und Anregungen dort anzubringen, wo diese notwendig sind, anders als Sie! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister! Anders als die Freiheitliche Partei und anders als das Liberale Forum versuche ich, genau jenen Weg zu gehen, den ich vorher skizziert habe. Dieser Weg hat in den vergangenen Jahren folgendermaßen ausgeschaut: Wenn es konstruktive Arbeit im Zusammenhang mit der Planung für die Sicherheit dieses Landes gibt, dann ist die ÖVP als Koalitionspartner an der Seite des Ministers. Wir leisten ebenfalls Überzeugungsarbeit und sind auch bereit, Unangenehmes mitzutragen. Das haben wir nie in Zweifel gezogen, dazu stehen wir! Das ist unser Stil, das ist unsere Linie! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Das ist möglich!
Meine Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, die nach mir reden werden, werden das, was ich sage, bestätigen. Wir haben in Vorbereitung des heutigen Abends die großen Themenfelder des Kapitels Innere Sicherheit punktuell sehr, sehr exakt vorbereitet. Meine Kollegen werden die einzelnen Themenfelder dann im Detail ansprechen. Kollege Ofner! Ich darf dich einladen, während der gesamten heutigen Debatte dabeizusein! Du wirst staunen, was die ÖVP-Redner, die nach mir an der Reihe sind, einbringen werden! (Abg. Dr. Ofner: Das ist möglich!) Das ist möglich!
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser.
Das werden meine Kollegen tun, und zwar – wie stets – in sehr positiver Art und Weise, mit Anregungen und mit Überzeugung, getragen von dem Wissen, daß der Minister das, was wir einbringen, in vielen Fällen umsetzt. Wir sehen uns als Motor auch im Bereich der Inneren Sicherheit. So verstehen wir unseren Auftrag! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser. )
Beifall bei der ÖVP.
Es wäre vermessen, das nicht zu tun, was aber die Oppositionsparteien nicht getan haben. Wie gehe ich vor? – Ich habe mir zwar schon einige Zeit weggeredet, möchte jetzt aber betonen, daß selbstverständlich der Dank an jene Kolleginnen und Kollegen, die draußen Tag und Nacht ihre Arbeit versehen, an der Spitze zu stehen hat. Dieser Dank hat an der Spitze zu stehen! Denn diese Kolleginnen und Kollegen leisten Arbeit im Dienste der Bevölkerung und im Dienste der Sicherheit unseres Landes, und sie bringen zusätzlich auch Aufklärungsarbeit ein. Das soll erwähnt werden! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.
Übrigens ist mir jetzt noch etwas eingefallen, Herr Bundesminister! Kollegin Partik-Pablé hat beklagt, daß die Überstunden zusammengestrichen werden. Dazu möchte ich sagen: Rosenstingl und möglicherweise auch Gratzer – wie wir den heutigen Zeitungen entnehmen können – werden garantiert dafür sorgen, daß etwa in Argentinien, Brasilien, Costa Rica, Mauritius oder wo auch immer jene Exekutivbeamten, die den Gesuchten auf der Spur sind und entsprechende Recherchen anstellen, ganz anständige Überstundenrechnungen legen werden! Herr Bundesminister! Sie können sicher sein, daß die Überstundenrechnungen in diesem Zusammenhang ganz anständig in die Höhe gehen werden! (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner. )
Abg. Dr. Haselsteiner: Ich glaube, Gratzer hat seinen Porsche in Costa Rica!
Die Zahlen belegen, daß der Sachaufwand in den letzten Jahren überproportional im Bereich des Kapitels Inneres gestiegen ist. Ich entnehme der Statistik, Herr Bundesminister, daß 31,64 Prozent für den Sachaufwand im Innenbereich aufgewendet wurden. Und das ist auch gut so, denn wir haben gesagt: Wenn die Verbrecher mit dem Porsche fahren und wenn sie auch im Bereich der Telekommunikation mit allen Möglichkeiten unterwegs sind, dann sollen unsere Gendarmerie und unsere Polizei nicht mit dem Fahrrad hinterherfahren. (Abg. Dr. Haselsteiner: Ich glaube, Gratzer hat seinen Porsche in Costa Rica!) Kollege Haselsteiner hat immer gleich einen Vergleich zur Hand! Dieser Porsche war aber sehr klein, mit dem kann man doch nicht dort hinfahren! Die Wahl war nicht entsprechend! Er hat ja keine 20 Prozent erreicht, sonst hätte er wahrscheinlich den richtigen Porsche in Costa Rica!
Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser.
Ich komme zum letzten Punkt, zum Assistenzeinsatz des Bundesheeres. In diesem Punkt bin ich natürlich völlig anderer Meinung als Kollege Moser. Die Österreichische Volkspartei vertritt die Auffassung, daß der Assistenzeinsatz des Bundesheeres über das Jahr 1999 hinaus an der burgenländisch-ungarischen Grenze bestehen bleiben muß. Herr Bundesminister! Sie haben unsere Unterstützung dafür! (Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser. ) Wir machen uns dafür stark, daß es nach den nächsten Nationalratswahlen in dieser Koalition – oder in welcher Regierungskoalition auch immer – wieder zu dem Paktum kommen wird, daß der Assistenzeinsatz verlängert wird. Die Bevölkerung verdient sich das!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Soldaten leisten in unserem Land hervorragend Dienst. Es ist dies – auch was die Wertschöpfung betrifft – nicht uninteressant. Wir registrieren selbstverständlich, was da an Geld in unserem Land gelassen wird. Und wir wissen: Bevölkerung und Bundesheersoldaten ergänzen einander, erbringen vieles für dieses Land und bringen damit unser Land weiter. Herr Bundesminister! Wenn wir diesen Weg gemeinsam gehen, Sie als politisch Verantwortlicher und die ÖVP als Regierungspartnerin, die in vielen Bereichen Ideen einbringt und Motor ist, dann gehen wir einen guten Weg der inneren Sicherheit! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Kiss: Das Gegenteil ist der Fall!
Nun komme ich zu meinem eigentlichen Hauptanliegen, nämlich der Frage der Rechtsstaatlichkeit und der Menschenrechte; und ich nenne Ihnen jetzt den wesentlichen Grund, warum wir diesem Budgetkapitel nicht zustimmen können: Es gab hier in den vergangenen Monaten und Jahren einen sehr oberflächlichen Dialog über die Frage der BürgerInnenrechte und der Menschenrechte, und auch von Ihrer Seite, Herr Bundesminister, wurde immer wieder das organisierte Verbrechen – das es ohne Zweifel gibt und dessen Gefährlichkeit von niemandem unterschätzt wird – zur Begründung dafür herangezogen, daß Instrumente in Österreich eingeführt werden, die wir Grünen ablehnen, weil wir meinen, daß deren undifferenzierter Einsatz zu einer Aushöhlung der BürgerInnen- und der Menschenrechte führt. (Abg. Kiss: Das Gegenteil ist der Fall!) Ich spreche jetzt vom Lauschangriff und von der Rasterfahndung.
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Ich frage Sie hier in aller Form, ob Sie es für angebracht halten – wobei ich die Nichtbeachtung von Beförderungsbedingungen nicht bagatellisieren will –, daß in diesem Zusammenhang mit einem ziemlichen Massenaufgebot an Exekutive, wie ich es selbst gesehen habe, teilweise regelrechte Perlustrierungen durchgeführt werden. Das scheint mir doch sehr fragwürdig zu sein. Ich erachte das angesichts der sicherheitspolitischen Prioritäten nicht für die zentrale Aufgabe. Ich meine, daß in diesem Bereich ein weiterer Entwicklungsbedarf besteht. Auch aus diesem Grunde, um die diesbezügliche Sensibilität weiterzuentwickeln, halte ich es für hoch an der Zeit – in diesem Punkt schließe ich mich den Ausführungen des Kollegen vom Liberalen Forum an –, eine Sicherheitsakademie einzurichten, damit dieser Dialog geführt werden kann und eine Entwicklung, wie sie in anderen Ländern selbstverständlich ist – ich erwähne in diesem Zusammenhang Großbritannien –, auch in Österreich zur Selbstverständlichkeit werden kann. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Da frage ich: Was für ein Verständnis von politischer Verantwortung haben die Freiheitlichen? Beginnt politische Verantwortung bei diesen wirklich erst in dem Bereich, wo Vorwürfe und massive Verdachtsmomente wie im Zusammenhang mit Rosenstingl und Gratzer vorliegen? – Das macht den Begriff der politischen Verantwortung und eine politische Debatte in diesem Haus zur Farce! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Ich weiß nicht, wie Sie das massive Lob von dieser Seite gestimmt hat. Gerade von dieser Seite wird immer wieder versucht werden, den Innenminister zu vereinnahmen. Löschnak war einmal der beste Mann der FPÖ, und Sie, Herr Bundesminister Schlögl, werden sich etwa im Zusammenhang mit dem Fremdenrecht, mit den rechtsstaatlichen Kautelen, mit allen polizeilichen Ermittlungsmethoden und mit der rechtsstaatlichen Kontrolle des Parlamentes im Hinblick auf alle Teile der Exekutive damit auseinanderzusetzen haben, ob Sie weiterhin doch ein Verhalten setzen, welches Ihnen von dieser Seite Lob einträgt, oder ob Sie sich um einen wahrscheinlich harten, aber rechtsstaatlich korrekten und fairen Dialog mit anderen Teilen dieses Hauses bemühen! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte – weil heute viel von Dank die Rede war – einen weiteren Bereich in den Vordergrund rücken, einen Bereich, der in der Sicherheitspolitik wesentlich ist und die Gesetzesvorbereitung betrifft, nämlich den Innenausschuß. Ich möchte von dieser Stelle aus hervorheben, wie angenehm die Arbeit in diesem Ausschuß ist und – ich finde das sehr gut – mit wieviel Einfühlungsvermögen der Obmann des Innenausschusses, Kollege Toni Leikam, diesen Ausschuß führt. Ich darf dir von dieser Stelle aus herzlichen Dank aussprechen, Toni! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger.
Ich bitte Sie alle, uns dahin gehend in unseren Bemühungen zu unterstützen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte die Argumente, die meine Kollegin Dr. Partik-Pablé hier als Sicherheitssprecherin der Freiheitlichen angeführt hat, unterstützen und auch dem Herrn Bundesminister in gewisser Weise Dank sagen. Denn in der Exekutive ist teilweise wirklich Hervorragendes geschehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber nicht nur Positives, sondern auch Kritik gibt es hier zu vermelden. (Abg. Parfuss: Gott sei Dank!) Ich werde das begründen, damit auch Sie es verstehen, und zwar in folgendem Sinne. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das fällt dann zusammen! – Zwischenruf des Abg. Kiss. )
Abg. Parfuss: Gott sei Dank!
Ich möchte die Argumente, die meine Kollegin Dr. Partik-Pablé hier als Sicherheitssprecherin der Freiheitlichen angeführt hat, unterstützen und auch dem Herrn Bundesminister in gewisser Weise Dank sagen. Denn in der Exekutive ist teilweise wirklich Hervorragendes geschehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber nicht nur Positives, sondern auch Kritik gibt es hier zu vermelden. (Abg. Parfuss: Gott sei Dank!) Ich werde das begründen, damit auch Sie es verstehen, und zwar in folgendem Sinne. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das fällt dann zusammen! – Zwischenruf des Abg. Kiss. )
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das fällt dann zusammen! – Zwischenruf des Abg. Kiss.
Ich möchte die Argumente, die meine Kollegin Dr. Partik-Pablé hier als Sicherheitssprecherin der Freiheitlichen angeführt hat, unterstützen und auch dem Herrn Bundesminister in gewisser Weise Dank sagen. Denn in der Exekutive ist teilweise wirklich Hervorragendes geschehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber nicht nur Positives, sondern auch Kritik gibt es hier zu vermelden. (Abg. Parfuss: Gott sei Dank!) Ich werde das begründen, damit auch Sie es verstehen, und zwar in folgendem Sinne. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das fällt dann zusammen! – Zwischenruf des Abg. Kiss. )
Abg. Parfuss: Das ist auch nicht alles richtig!
Herr Bundesminister! In bezug auf die organisierte Kriminalität stand in der "Kronen Zeitung" folgendes zu lesen (Abg. Parfuss: Das ist auch nicht alles richtig!) : Wir müssen diesen Kriminellen, die sich mit Not und Elend anderer Menschen bereichern, das Handwerk legen und einen Schutzwall gegen diese Organisationen errichten. Bisher scheiterte so mancher entscheidende Schlag gegen die Drogenkartelle, da die Fahnder Überstunden einsparen mußten. Deshalb wird es 1998 weder Personalkürzungen bei den 33 000 Sicherheitsbeamten geben, noch wird bei der technischen Ausrüstung unserer Exekutive der Rotstift angesetzt werden.
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Dadurch kommt es dort zu so weitgehenden Einsparungen, daß der Dienst in gewissen Bereichen nicht mehr aufrechterhalten werden kann und es außerdem – das kann ich Ihnen nachweisen – Zeiten gegeben hat, zu denen Dienststellen nicht besetzt waren und deren Arbeit von Nachbardienststellen oder sogar weiter entfernten Dienststellen erledigt werden mußte. Aber diese Beamten haben dann die zusätzliche Arbeit nicht fertiggemacht, sondern es wurden nur kurze Aktenvermerke aufgenommen, und anschließend gingen diese Akten zurück an die betroffene Dienststelle, sodaß der jeweilige Beamte diese Arbeit dann während seiner Dienstzeit zusätzlich erledigen mußte. Das bedeutet die doppelte Belastung bei weniger Stunden. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Es ist ja schön, wenn Sie es – zumindest zum Teil – erreicht haben, im Stellenplan die Planstelleneinsparungen für 1999 zu reduzieren. Aber nach Durchsicht all dieser Daten im Stellenplan und im Budget muß ich Ihnen dazu einen Punkt erklären, der aus meiner Sicht und auch aus Sicht der Freiheitlichen auf Kritik stößt: Im Exekutivbereich sind – außer bei der Gendarmerie mit 65 Beamten – keine zusätzlichen Beamten zur Verfügung gestellt worden, wohl aber – was ja auch nicht negativ ist – im Bereich des Grenzdienstes sowie unter anderem in der Zentralleitung und vor allem bei den Beamten der Verwendungsgruppen "Allgemeine Verwaltung" und "Handwerkliche Verwendung". Nicht, daß das negativ wäre, aber das Hauptaugenmerk müßte meiner Ansicht nach darauf gerichtet werden, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu wahren und zunächst hier entsprechende Schritte zu setzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist nicht die Politik, die wir unterstützen. Bei freiheitlicher Politik steht der Bürger und stehen vor allem die Exekutivbeamten im Vordergrund, denn sie erhalten uns die Sicherheit, Ruhe und Ordnung. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Minister! In diesem Zusammenhang erinnere ich Sie an einen Besuch am Gendarmerieposten in Landeck am 21. März 1998. Damals konnten Sie selbst feststellen, daß ein Bus für Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung gestanden ist, jedoch die Ausrüstung gefehlt hat. Außer Blaulicht und Funkgerät war nichts vorhanden. Die Kolleginnen und Kollegen wundern sich, daß diese Ausrüstung bis zum heutigen Tag nicht eingetroffen ist. Daher möchte ich Sie ersuchen, Herr Minister, was die Defizite der Ausrüstung im allgemeinen und speziell die Ausrüstung für diesen Bus am Gendarmerieposten Landeck anbelangt, behilflich zu sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Leikam: Da gibt es aber unterschiedliche Meinungen! Auch dein Kollege, bitte schön!
Geschätzte Damen und Herren! Weil ich gerade über die Ausrüstung rede, möchte ich aus aktuellem Anlaß ein Problem vortragen, das auch mit den Budgetmitteln aus dem Kapitel Inneres zu tun hat. Im März 1998 wurden meiner Kenntnis nach allen Gendarmeriebeamten neue Einsatzgürtel zugewiesen. Dabei stellte sich heraus, daß dieser Einsatzgürtel aufgrund der hergestellten Überbreite zum Tragen der Bewaffnung und darüber hinaus der Einsatzmittel – wie Pfefferspray, Handschellen, RMS-Stöcke und so weiter – überhaupt nicht tauglich ist. (Abg. Leikam: Da gibt es aber unterschiedliche Meinungen! Auch dein Kollege, bitte schön!) Ich werde dazu gleich etwas vorlesen, daran kannst du genau sehen, was die Kolleginnen und Kollegen dazu sagen. Diese Dinge sollen auch hier im Hohen Haus einmal aufgezeigt werden!
Beifall bei der ÖVP.
Das ist meiner Ansicht nach eindeutig ein Indiz dafür, daß nachgesehen werden muß, was da gemacht wurde. Herr Minister! Ich möchte Sie ersuchen, da nach dem Rechten zu sehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mit dem letzten Punkt komme ich zu einem besonders wichtigen Anliegen. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen haben mich ersucht, daß ich in der parlamentarischen Debatte auch auf das Wachebediensteten-Hilfeleistungsgesetz zu sprechen komme. Derzeit ist es äußerst schwierig, daß Exekutivbeamte, die einen Arbeitsunfall hatten oder in Ausübung ihres Dienstes sogar tödlich verunglückt sind, eine besondere Hilfeleistung seitens des Dienstgebers – des Bundes – bekommen. Ich kenne persönlich einige Fälle, in denen es keine Hilfeleistung seitens des Bundes gegeben hat. Wie kürzlich vorgetragen, war nach einem tödlichen Alpinunfall im Dienst nur aufgrund einer Intervention vom Finanzministerium im Kulanzwege eine Zuerkennung dieser Mittel erreichbar. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, daß wir es dringend erreichen müssen, daß Exekutivbeamten mehr Opferschutz gegeben wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr verehrter Herr Minister! Ich bin daher der Meinung, daß es sicherlich in Ihrem Interesse liegt, daß für Exekutivbeamte, die menschliche Schicksalsschläge hinnehmen mußten, eine klare Regelung getroffen wird. Daher richte ich die Forderung an Sie, Herr Minister, diesen Themenkreis im Interesse der Exekutivbeamten in Angriff zu nehmen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich meine, es wäre wirklich schade, wenn Ihre Imageverbesserungen jene bleiben, die Ihnen durchaus – zugegebenermaßen nicht immer zur Freude der Opposition, und zwar weniger aus Gründen der Eifersucht als aus inhaltlichen Gründen – auf der medialen Ebene gelungen sind und die Ihnen dann zum Beispiel Lob der Kollegin Partik-Pablé einhandeln. Es wäre besser, wenn Sie sich eher darauf konzentrieren würden, Ihre Imageverbesserungen im Bereich eines humanitäreren Zugangs zu solchen Fragen zu suchen. Denn – das ist hier mein letztes Memo dazu – Sie werden doch hoffentlich nicht diejenigen rechts überholen wollen, die Sie heute gelobt haben. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ein aus meiner Sicht sehr positives Beispiel dafür ist die Tatsache, daß die Mitarbeiterinnen von Frauenhäusern jetzt Gendarmerieschüler und Polizeischüler unterrichten. Das hat sich sehr gut bewährt und hat auch wesentlich dazu beigetragen, daß Berührungsängste, die es da und dort gegeben hat, nicht mehr in diesem Ausmaß vorkommen, das gegenseitige Verständnis viel größer ist und die Bereitschaft zugenommen hat, auch in der Sicherheitspolitik und insbeson-dere im Bereich Gewalt in der Familie mehr aufeinander zuzugehen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch in einem weiteren Punkt möchte ich Frau Abgeordneter Petrovic recht geben. Ich möchte jetzt nicht private Wachdienste verteufeln oder kritisieren und räume ein, daß auch sie in der Gesellschaft ihre Bedeutung haben. Ich möchte es aber nicht erleben, daß es bei uns zu einer Entwicklung wie in anderen Staaten Europas, vor allem aber in den Vereinigten Staaten kommt, wo es bedeutend mehr private als staatliche Sicherheitskräfte gibt. Dort tritt eine Entwicklung ein, daß Sicherheit in die Richtung geht, daß diejenigen, die es sich leisten können, Sicherheit gewährleistet bekommen – und diejenigen, die es sich nicht leisten können, diese Sicherheit nicht haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten des Liberalen Forums sowie der Grünen.
Zu einem Bereich, der mir auch sehr wichtig ist, hat keiner meiner Vorredner bisher Stellung genommen, nämlich zur Frage der Verkehrssicherheit in Österreich. Daher möchte ich jetzt ganz kurz auf diesen Problemkreis, der auch im Bereich des Innenministeriums liegt, eingehen. Ich darf stolz berichten, daß wir bis Mitte Mai des Jahres 1998 um 82 Verkehrstote weniger haben als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten des Liberalen Forums sowie der Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP, bei Abgeordneten des Liberalen Forums sowie der Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zusammenfassend möchte ich feststellen, daß das Budget 1999 für die österreichische Exekutive ein Budget ist, das gewährleistet, daß auch in Zukunft die hohen Sicherheitsstandards aufrechterhalten werden können. Ich glaube, daß mit diesem Budget des Innenministeriums die Sicherheitsbehörden auch in Zukunft effizient und gut ausgerüstet sowohl vorbeugend als auch repressiv gegen Kriminalität vorgehen können. (Beifall bei SPÖ und ÖVP, bei Abgeordneten des Liberalen Forums sowie der Grünen.)
Abg. Wabl: Ganz genau!
Eine unmittelbare Auswirkung ist auch in unserer Region bereits festzustellen. Herr Abgeordneter Wabl wird das auch wissen, weil er ja in der Südweststeiermark lebt. (Abg. Wabl: Ganz genau!) Der Herr Bundesminister hat bereits angedeutet, daß manche sagen, daß zuviel kontrolliert wird. Die Delikte aller Art gehen insgesamt zurück, und man hat schon Angst, daß Personal
Beifall bei der SPÖ.
All diese Vorkehrungen und Personalkosten nehmen natürlich einen beträchtlichen Anteil im Budget ein. Herr Bundesminister Schlögl ist heute bereits sehr gelobt worden, und selbstverständlich schließe ich mich diesem Lob an. Vor allem schätze ich an ihm seine bescheidene Art, seinen persönlichen Einsatz und die Fähigkeit zu Empathie und Kommunikation. Seine Wortmeldung vorhin hat das wieder einmal bewiesen: Er ist der unumstrittene Sympathieträger der Regierung, wie man heute wieder sehen konnte. Wir sind sehr stolz auf unseren Innenminister! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Schluß möchte ich noch einmal Dank an den Herrn Bundesminister, an die Beamten, aber auch an unseren Sicherheitssprecher richten, der sehr engagiert ist und mit voller Freude dieses Amt versieht, sodaß es einen Freude ist, im Innenausschuß zu arbeiten. Meinen Dank richte ich aber auch an die Steuerzahler, die mit ihren Abgaben ebenfalls großen Anteil am Erfolg haben. – Danke, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich bin da extrem skeptisch, Herr Bundesminister, denn – jetzt zitiere ich einen zweiten Ausdruck, den Sie angesichts des vielen Lobs gesagt haben – Sie gehen, bezogen auf den Kollegen Kier im Zusammenhang mit Anwendung von geringeren Mitteln, Schubhaft, Hungerstreik und der damit verbundenen Problematik, den Mittelweg zwischen Partik-Pablé und Kier. Aber, Herr Bundesminister, bei der Verteidigung von Menschenrechten, beim Respektieren von Grundrechten gibt es keinen Mittelweg, sondern da gibt es nur eines: sich konsequent für Menschen-rechte und für Rechtsstaatlichkeit einsetzen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundesminister! Bei aller Wertschätzung: Wenn Sie eine Maßnahme, deren Setzung Pflicht und Schuldigkeit eines Staates gegenüber Menschen ist, denen die Staatsbürgerschaft und ihre staatsbürgerlichen Rechte wissentlich und willentlich genommen wurden, der Öffentlichkeit über 50 Jahre später als "Verbesserung" präsentieren, dann kann ich zu den Verhandlungen in diesem Ausschuß mit diesem Ausschußobmann, den Frau Kollegin Parfuss so gelobt hat, nur sagen: Gute Nacht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgesehen davon möchte ich noch einmal erwähnen, daß es notwendig ist, daß Sie der oberösterreichischen Situation Abhilfe schaffen, indem Sie Dienstposten zur Verfügung stellen und nicht kürzen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Der Verlauf dieser heutigen Debatte ist offenbar seltsam, und es fällt auf, daß Frau Kollegin Petrovic meine Kollegin Dr. Partik-Pablé anspricht und ihr Mißfallen ausdrückt. – Offensichtlich sind die Grünen ein wenig eifersüchtig! Tatsache ist: Es entspricht der Natur der Freiheitlichen und natürlich auch der Natur meiner Kollegin Dr. Partik-Pablé, sachlich zu sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wenn das, sehr geehrte Damen und Herren, Frau Kollegin Petrovic, Ihr Mißfallen findet und Eifersucht auslöst, dann ist das Ihre Sache!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da Sie auch den Fall Rosenstingl angesprochen und versucht haben, eine Mitwisserschaft der FPÖ-Führungsspitze ins Spiel zu bringen: Ich kann Ihnen versichern, daß wir unsere Probleme, die wir zugegebenermaßen haben, sauber und transparent lösen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es dürfte Ihnen ja nicht entgangen sein, wessen Zustimmung der Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, den die Grünen gestellt haben, gefunden hat. – Wir wollen nicht mauern, wir wollen, daß es Transparenz gibt. Wir haben für die Einsetzung eines solchen Untersuchungsausschusses gestimmt. Abgelehnt wurde er von ÖVP und SPÖ!
Beifall bei den Freiheitlichen.
In Ihrem Bereich, der sich letztlich mit der Kriminalität zu befassen hat, stellt sich damit auch die Forderung nach entsprechender Aufstockung der Exekutive zur Bekämpfung des Handels mit illegalen Drogen. Es wäre ein weiterer Wunsch, dafür eine eigene Institution zu schaffen, nämlich so etwas wie eine "Drogen-Cobra". (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Ich darf Ihnen im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Drogenkriminalität glückliche Extremitäten wünschen. Glückliche Extremitäten wünsche ich Ihnen deswegen, weil Sie am Freitag letzter Woche einen glücklichen Fuß gegen die Finnen hatten. Im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Drogenkriminalität darf ich Ihnen eine glückliche Hand wünschen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Barmüller: Bitte nicht!
Meine Damen und Herren! Daß dies eine Entwicklung darstellt, die man nur bejahen kann, ist aus meiner Sicht klar. Ich betrachte diesen Vorstoß als einen Quantensprung im Bereich der allgemeinen inneren Sicherheit. Als langjähriger Einsatzleiter der Feuerwehr kann ich ein Lied davon singen, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Barmüller: Bitte nicht!) Wenn man im Einsatz mit anderen Kräften in Verbindung treten wollte, zum Beispiel mit dem Roten Kreuz, weil es bei schweren Unfällen auf der Autobahn Tote und Schwerverletzte gab, oder auch mit der Polizei, dann war das nie möglich. Es war kein Funkverkehr möglich, sondern die Rufe gingen immer zurück an die Zentrale, daraufhin telefonierte die Zentrale mit der anderen Zentrale, und über drei oder vier Stellen kam dann meistens etwas ganz anderes heraus, als man dem anderen ursprünglich mitteilen wollte.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zum Schluß möchte auch ich – genauso wie meine Kollegen vorher – meinem Freund Toni Leikam für das nette Klima danken, das in unserem Ausschuß herrscht. Weiters möchte ich mich den Glückwünschen zum 150. Geburtstag der österreichischen Bundesgendarmerie und zum 20. Geburtstag des Gendarmerieeinsatzkommandos anschließen. Ich danke dem Herrn Bundesminister für Inneres, ich danke allen Beamten des Hauses und selbstverständlich auch allen Beamten der Exekutive für ihren Dienst, der nicht immer leicht, aber für dieses Land – wie wir sehen können – von ganz großer Bedeutung ist. Herzlichen Dank! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Wir glauben, daß dies von der Finanzierung her nicht nur eine Aufgabe des Bundes sein kann, sondern auch unter Beteiligung der Länder finanziell abgedeckt werden muß. Daher bitten wir Sie, diesem Entschließungsantrag Ihre Zustimmung zu geben, damit der Herr Bundesminister in diesem Bereich tätig werden kann. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Daß es im Bereich der Schleierfahndungen – darauf möchte ich kurz eingehen – große Erfolge geben kann, zeigt das Beispiel Bayern. Dort gab es in letzter Zeit um 33 Prozent mehr Festnahmen und Verhaftungen von Personen, die öffentlich ausgeschrieben waren. Ich glaube, daß das österreichische Äquivalent dazu – die Ausgleichsmaßnahmen – den gleichen Erfolg erzielen sollte, und darauf sollte unsere Initiative ausgerichtet sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Sicherheit für alle bedeutet ja zu Schengen, und damit bedeutet Sicherheit auch ja zu diesem Budget. (Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Gerade bei einigen Damen und Herren von der rechten Seite hier in diesem Haus waren die Relationen fallweise deutlich verschoben. Es müßte nämlich klar sein, daß gerade diese Delikte in erster Linie Hilfe und Schutz für die Opfer notwendig machen. Aus meiner Sicht ist es kein Problem, daß die Täter mit aller Härte dem Gesetz gegenüberzutreten haben und bestraft werden, aber allein Härte gegenüber den Tätern zu fordern, hilft den Opfern nur in sehr bescheidenem Rahmen. Es ist interessant, daß österreichweit in politischen Gremien – auch in den Gemeinden und auf Landesebene – Resolutionen eingebracht werden, in denen eine härtere Bestrafung der Täter gefordert wird, daß aber Opferhilfe in diesen Resolutionen nicht einmal erwähnt wird. Ich glaube, das ist eine Sache, die sehr durchsichtig ist und vor allem an den Bedürfnissen der Opfer völlig vorbeigeht. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend betone ich nochmals, daß wir dem Budgetkapitel Inneres selbstverständlich gerne zustimmen. Wir erblicken darin ein leistungsfähiges und sachgerechtes Budget für unsere Republik. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Innenminister! An Sie richte ich daher die Bitte, diese österreichischen Erfolge, diese österreichischen Konzepte bei der Sondertagung der UNO zum Weltdrogenproblem vom 8. bis 10. Juni dieses Jahres in New York zu vertreten. Herr Bundesminister! Als Leiter der österreichischen Delegation haben Sie unsere volle Unterstützung zu diesem wichtigen Thema. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wer heute offenen Auges durch unser Land geht und auch die Situation in vergleichbaren anderen Ländern kennt, muß feststellen, daß es kaum ein Land gibt, in dem sich die Menschen so sicher und wohl fühlen wie bei uns in Österreich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Dies ist keine Selbstverständlichkeit, und es soll schon gar nicht dazu führen, daß man sich selbstzufrieden zurücklehnt und den brisanten Entwicklungen tatenlos zusieht, Entwicklun
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Gestatten Sie mir ein Wort zur Kritik von Frau Abgeordneter Dr. Pablé. Wer hier von einem Stillstand in der österreichischen Sicherheitspolitik spricht, der verschließt die Augen vor der Realität oder ist nicht willens, die Leistungen der österreichischen Exekutive anzuerkennen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) In Anbetracht des Aufbaus des Grenzdienstes von einem Stillstand zu sprechen, entbehrt so gut wie jeglicher Grundlage.
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin daher davon überzeugt, daß Österreich allen Unkenrufen zum Trotz seine führende Rolle im Bereich der Sicherheit nicht nur behaupten, sondern auch weiterhin ausbauen wird können. Das Budget als Fundament für die sicherheitspolitische Arbeit auf der einen Seite und eine engagierte, hochmotivierte Exekutive auf der anderen Seite sind die unumstößlichen Eckpfeiler einer erfolgreichen österreichischen Sicherheitspolitik, mit welcher auch in Zukunft dafür gesorgt wird, daß sich die Menschen in unserem Lande wohlfühlen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Leider werden in Österreich pro Jahr zirka 500 000 Delikte begangen. 500 000 Verbrechen und Vergehen an unseren Bürgern sind viel zuviel! Herr Bundesminister! Diese Zahl muß drastisch gesenkt werden! Sie als Innenminister, die gesamte Bundesregierung, wir alle sind gefordert, dieses Problems Herr zu werden! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Das derzeitige Funksystem stammt aus den sechziger Jahren und entspricht längst nicht mehr den heutigen Anforderungen. Funkkontakt zwischen den einzelnen Hilfskräften ist nicht möglich, jeder hat seine eigene Frequenz, es gibt meist auch zu wenig Kanäle, und das behindert die Einsatzkräfte. Sich mit den anderen zu verständigen, ist jetzt nur über Telefon oder per Handy möglich. Durch das sogenannte ADONIS-Projekt – Kollege Kiermaier hat schon darauf hingewiesen – sollen alle Blaulichteinrichtungen miteinander verbunden werden. So können Fehlerquellen und Verständigungsschwierigkeiten vermieden werden. Das Projekt Adonis, das neue Funksystem für alle Blaulichteinrichtungen muß ernst genommen werden, denn es ist das System der Zukunft (Beifall bei der ÖVP) und bildet genau jene Plattform, die dringend notwendig ist, um die Kommunikation aller an der inneren Sicherheit beteiligten Behörden und Organisationen auf den aktuellen technischen Stand zu bringen. Von großer Wichtigkeit ist auch die grenzüberschreitende Warnung und Information bei Störfällen und Unfällen an den Staatsgrenzen.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Österreich kann dies nur durch die Errichtung eines Funknetzes gemäß dem Adonis-Konzept verwirklichen. Im Budget 1999 sind für die Planung des Projektes bereits 120 Millionen Schilling veranschlagt, damit ein Bedarfskonzept erstellen werden kann. Herr Bundesminister! Sie haben zugesagt, dieses System im Rahmen des Budgets 1999 bis zum Jahre 2002 zu verwirklichen. Ich hoffe, daß diese Zusage auch eingehalten wird! Die ÖVP jedenfalls steht dazu! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, daß es keinen Sinn mehr macht, in unser altes Funksystem zu investieren. Jetzt sollte die Chance genützt werden. Daher fordere ich die beiden zuständigen Minister auf, so rasch wie möglich mit den Verhandlungen über die Finanzierung des neuen Funksystems zu beginnen! Die Sicherheit und das Sicherheitsbedürfnis haben bei der österreichischen Bevölke-rung hohen Stellenwert. Wir sind dafür verantwortlich, daß der derzeit hohe Sicherheitsstandard auch für die Zukunft gewährleistet wird. Mit diesem Budget leisten wir dazu eine wichtige Voraussetzung. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bei uns fehlen laut einer Studie, die Sie in Auftrag gegeben haben, 106 Gendarmeriebeamte. Herr Landeshauptmann Dr. Pühringer hat bereits bei Ihnen vorgesprochen, und Sie haben ihm zugesagt, daß Sie durch einen zweijährigen Ausbildungskurs auch dieses Manko beheben wollen. – Wir zählen auf Ihre Zusage, wir zählen auf Ihr Wort, und wir hoffen, daß wir diesen – unter Anführungszeichen – "Mißstand", der in Oberösterreich herrscht, beheben können! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Was wir wollen, sind nicht mehr Beamte, sondern mehr Sicherheit, und ich glaube, daß wir gemeinsam der Exekutive jene Mittel geben sollen, die sie braucht, und das Personal, das sie benötigt, um der Bevölkerung die Sicherheit bieten zu können, auf die sie ein Anrecht hat! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweitens – genauso wichtig –: Verhinderung einer offenen Drogenszene. Zürich machte extrem schlechte Erfahrungen damit. Wir haben in Wien immer versucht, offene Drogenszenen zu verhindern. Ich glaube, es ist der falsche Weg, nur zu observieren. Ich glaube, da muß man lästig sein und permanent durch Streifen kontrollieren. Vor allem möchte ich die drogenfreie Zone erwähnen, die Frau Ministerin Gehrer initiiert hat. Diese Maßnahme wird zwar von manchen belächelt, ich halte es aber für ein wichtiges Signal in die richtige Richtung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich komme schon zum Schluß meiner sehr "langen" Rede: Drogenarbeit ist ein sehr, sehr mühsamer Weg, nicht nur für Ärzte, sondern auch für die Polizei. Aber ich glaube, sie ist lohnend, wenn es gelingt, Menschen von der Droge fernzuhalten! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Johannes Zweytick (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Mich verbinden mit dem Herrn Minister nicht unsere gemeinsame Fußballvergangenheit oder vielleicht in Zukunft keine Sorgen um unsere Kinder, aber doch, wie ich meine, das gute Glas Wein. Er und ich sind Freunde des guten, ja ausgezeichneten österreichischen Weines. Das muß man auch einmal sagen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe.
Herr Bundesminister! Die gegenwärtige Situation stellt sich so dar, daß man sich manchmal die Frage stellt: Was hat die Grenzlandbevölkerung eigentlich "verbrochen", daß sie von den Grenzgendarmen ständig sekkiert wird? So zum Beispiel wird ständig kontrolliert, ob sich die Autofahrer angeschnallt haben, und es gibt zunehmende Alkoholkontrollen. (Zwischenrufe.) Anscheinend wird auf die Beamten Druck ausgeübt, mehr Organmandate auszustellen, vielleicht sind das auch neue Geldeintreibungsmethoden; jedenfalls haben diese Maßnahmen wenig mit der Sicherung der Grenze beziehungsweise mit illegalen Grenzübertritten zu tun.
Beifall bei der ÖVP.
Man könnte die Erfolgsstory dieser Beamten weiterverfolgen. Besonderes darf ich nicht nur von den Grenzüberwachungsposten berichten, Herr Minister, sondern auch von den Grenzkontrollstellen. Einer solchen Stelle ist es erst vergangene Woche gelungen, ein portugiesisches Auto, das in Spanien gestohlen wurde, sicherzustellen. Unsere aufmerksamen Beamten an der Grenze, in Spielfeld, haben den Fahrer des Wagens aufgrund des Verdachtes gefälschter Papiere angehalten und kontrolliert. Über die Zentralstation in Wien mußte man allerdings erst nachfragen, und es hat den ganzen Tag gedauert – daran trifft Sie aber keine Schuld! –, bis die spanischen Behörden am Abend Nachricht gaben, daß das Auto tatsächlich gestohlen ist. So konnten auch diese Leute verhaftet werden. Sie sind quer durch Europa gefahren, aber unseren Beamten in Spielfeld ist es zu verdanken, daß auch europaweit große Aufgriffe getätigt werden! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend möchte ich noch gratulieren zur Aufstockung Ihres Budgets für das Jahr 1999. In diesem Zusammenhang habe ich noch eine Bitte: In verstärktem Maße kommen an den Außengrenzen ausländische Delegationen gerade auch von den Ostregionen zu unseren Grenzposten, um zu schauen, wie das in Österreich funktioniert. Die Leute werden empfangen, es werden ihnen die Einrichtungen präsentiert, und es wird ihnen Kaffee oder auch ein kleiner Imbiß angeboten. Dafür gibt es jedoch kein Geld: Die Beamten bezahlen das aus ihrer eigenen Tasche. Aber die Zahl dieser Delegationen nimmt ständig zu, und daher möchte ich anregen, dafür einen kleinen Budgetposten vorzusehen! – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)