Eckdaten:
Für die 144. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 915 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Erwin Preiner
Petition betreffend „Reiche müssen zahlen“ (Ordnungsnummer 156) (überreicht vom Abgeordneten Erwin Preiner)
überreicht von den Abgeordneten Petra Bayr und Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Keine Agrotreibstoffbeimengung ohne ausreichende soziale und ökologische Mindeststandards“ (Ordnungsnummer 157) (überreicht von den Abgeordneten Petra Bayr und Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
konsequenten und zielgerichteten Handeln unserer Bundesregierung. Und während anderswo gesellschaftliche Konflikte – oft auch blutig – auf der Straße ausgetragen werden, ist Österreich auch in schwierigen Zeiten ein stabiles und sicheres Land. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Frau Bundesministerin, herzlichen Dank für dein Protestschreiben an den EU-Verkehrskommissar Kallas. Die europäische Frächterlobby hat ja aufgrund der erhöhten Benzinpreise gefordert, dass die EU eine grenzüberschreitende Verkehrserlaubnis für die Gigaliner, für die Monster-Lkws gibt – Sie wissen: 25 Meter lang, 60 Tonnen schwer –, und unsere Frau Bundesministerin hat bei der EU dagegen protestiert. Vielen herzlichen Dank dafür! (Beifall bei der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Sehr geehrte Damen und Herren, es ist auch wichtig, festzustellen: Es gibt durch die Einsparungen keine Abstriche bei der Qualität des Bestandnetzes, des Kundennetzes und natürlich auch nicht des Schienennetzes. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Schlusssatz, Frau Präsidentin: Frau Bundesministerin Bures hat ein Konsolidierungspaket geschnürt, das verantwortungsvoll und zukunftsorientiert ist, und ich möchte ihr dafür herzlichst danken. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte Willy Brandt zitieren. Willy Brandt hat gesagt: „Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten.“ Und ich glaube, das ist die Aufgabe, die wir haben: Wir müssen die Zukunft für unsere Kinder so gestalten, dass sie eine hohe Lebensqualität haben und trotz des Wunsches nach größtmöglicher Mobilität auch noch Luft zum Atmen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Die österreichische Bundesregierung hat die Aufgabe, sich einen Spielraum zu erhalten, sehr ernst genommen und hat daher ein ambitioniertes Konsolidierungs- und Stabilitätspaket geschnürt. Auch in meinem Ressort, im Verkehrsressort haben wir jeden Euro zehnmal umgedreht und geschaut, wo Investitionen auch tatsächlich Sinn machen und wo wir Einsparungspotenziale nützen können. Das Ergebnis habe ich präsentiert. Wir werden im Bereich des Ausbaus der Schiene bis zum Jahr 2016 eine Milliarde Euro einsparen. Wir werden im Bereich des Straßenbaus in Österreich fast dreimal so viel an Einsparungen, nämlich 2,8 Milliarden, vornehmen, und wir haben durch eine Systemveränderung im Bereich der Frühpensionen, nämlich durch einen Stopp der Frühpensionen bei den Österreichischen Bundesbahnen, nicht nur nachhaltig gespart, sondern auch für mehr Gerechtigkeit bei den Pensionen gesorgt. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir stehen vor drei großen, zentralen Herausforderungen: erstens, unseren Haushalt, unser Budget zu sanieren, zweitens, unser gutes österreichisches Sozialsystem zu sichern, und es geht, drittens, um Wachstum und Beschäftigung in unserem Land, um Arbeitslosigkeit in Österreich zu verhindern und weiterhin jenes Land in Europa zu bleiben, das die geringste Arbeitslosenrate hat. Das ist das zentrale Ziel dieser Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Alle Wirtschaftsforschungsinstitute, ob es das IHS oder das WIFO ist, und auch die OECD sagen klar, dass Investitionen in die Infrastruktur die Konjunktur beleben. Sie schaffen Beschäftigung, sichern Arbeitsplätze und stärken den Wirtschaftsstandort, was für Österreich im europäischen, aber auch im weltweiten Kontext wichtig ist. Daher Ja zum Sparen, Ja zu Investitionen in umweltfreundliche Mobilität. Ja, das kostet natürlich auch Geld. Wir werden in den nächsten Jahren trotz aller Sparmaßnahmen knapp 10 Milliarden € in die Eisenbahn unseres Landes investieren, um sie zu modernisieren und so umweltfreundliche Mobilität zu garantieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe in einer Tageszeitung ein Zitat gefunden, das lautet: Der geplante Tunnel stößt zunehmend auf Ablehnung von Anrainern, Politikern und Naturschützern. Sie wollen das milliardenschwere Eisenbahnprojekt zu Fall bringen. – Man könnte glauben, es handelt sich um den Koralmtunnel oder den Brenner-Basistunnel. Weit gefehlt, dieses Zitat ist nämlich 15 Jahre alt. Es wurde geschrieben, als es um den Lainzer Tunnel ging. Er wird auch als „Wildschweintunnel“ bezeichnet und dadurch diffamiert. Dieser Tunnel wird in zehn Monaten in Betrieb gehen. Und dieser Eisenbahntunnel, gegen den damals aufgrund der Skepsis gegenüber großen Projekten mobil gemacht wurde, wird es möglich machen, dass die Fahrzeit von Wien-Zentrum bis St. Pölten-Zentrum nur 25 Minuten beträgt. (Beifall bei der SPÖ.) Von Linz-Zentrum wird man in Zukunft am Flughafen Schwechat in eineinhalb statt bisher in zweieinhalb Stunden sein.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, in der Verkehrspolitik muss man über den Tellerrand schauen, da muss man langfristig denken und das Vertrauen der Menschen gewinnen. Bei Projekten muss man den Nutzen für unser Land und für die Beschäftigung auch deutlich machen. Mein Ziel ist es, trotz knapper werdender Mittel, trotz knapper werdender Ressourcen bei schonendem Umgang mit unserer Umwelt Mobilität nicht einzuschränken, sondern Mobilität sozial und umweltgerecht auch tatsächlich zu gestalten. Ich bin davon überzeugt, dass die Mobilität von Menschen, aber auch die Mobilität von Gütern die Grundlage des Wohlstandes unserer Heimat ist. – Danke vielmals. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Unternehmen ÖBB. Wir sind stolz auf das Unternehmen ÖBB und sind überzeugt davon, dass der von der Ministerin eingeschlagene Weg der richtige ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wogegen ich mich ein Stück weit wehre, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist der unterschwellige Versuch, nicht hier und heute, aber anderswo, Schiene und Straße gegeneinander auszuspielen. Wir brauchen beides, beides gleichgewichtig. Beides hat seinen Platz, beides soll nachhaltig sein. Aber, wie gesagt, nicht das eine vor dem anderen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
ausgeführt: Die Südbahn wird aus heutiger Sicht mit dem Semmering- und dem Koralmtunnel bis zum Jahr 2023 fertiggestellt sein. Konkret: Am Semmering-Basistunnel beginnen jetzt die Bauarbeiten. Am Brenner-Basistunnel erfolgte der erste Stollendurchschlag. Also man kann auch dort sparen, aber die Projekte sind weder in Frage gestellt noch gestoppt, sondern werden fortgeführt. Und das, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist gut so. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Punkt braucht es im Bereich der ÖBB sicher noch mehr an Reformeifer – Reformeifer, der dazu führt, dass das Pensionsalter dort ein Stück weit angehoben wird, und zwar in Richtung desjenigen aller anderen Bürger in diesem Land. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
trifft jene, die täglich im Infrastrukturbereich Arbeit leisten und dort beschäftigt sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: So ein Blödsinn!
Es ist schön, wenn Sie davon berichten, dass ein Tunnelprojekt, das vor 15, 20 Jahren begonnen wurde, jetzt fertiggestellt wird. Es ist schön, wenn Sie davon berichten, dass der Semmering-Basistunnel gebaut wird. Aber es wird in Österreich bald der Zustand eintreten, dass auf den Autobahnen, auf den Verkehrswegen kein Auto mehr fahren wird (Abg. Dr. Jarolim: So ein Blödsinn!), weil sich die Österreicher nämlich das Benzin für den Betrieb ihrer Autos nicht mehr leisten können. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist schön, wenn Sie davon berichten, dass ein Tunnelprojekt, das vor 15, 20 Jahren begonnen wurde, jetzt fertiggestellt wird. Es ist schön, wenn Sie davon berichten, dass der Semmering-Basistunnel gebaut wird. Aber es wird in Österreich bald der Zustand eintreten, dass auf den Autobahnen, auf den Verkehrswegen kein Auto mehr fahren wird (Abg. Dr. Jarolim: So ein Blödsinn!), weil sich die Österreicher nämlich das Benzin für den Betrieb ihrer Autos nicht mehr leisten können. (Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Im Jahr 2006 kostete der Liter Benzin 80 Cent, jetzt 1,50 € und noch mehr. Das ist ein Preiswucher, den diese Bundesregierung mitzuverantworten hat. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Angesichts der Tatsache, dass es sich bereits 700 000 Österreicher nicht mehr leisten können, zu heizen, angesichts dieser Tatsache verlangen wir von den Freiheitlichen heute als eine wichtige Maßnahme einen Preisstopp und eine zeitlich limitierte amtliche Preiskontrolle. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Wir brauchen aber auch ein Maßnahmenpaket, um diese Infrastrukturmaßnahmen tatsächlich ankurbeln zu können, nämlich durch eine Erhöhung der Pendlerpauschale und eine Anpassung des Kilometergeldes. Es ist nämlich mittlerweile in Österreich die Tatsache eingetreten (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) – ich komme zum Schluss –, dass eine Halbtagsarbeitskraft, die täglich 30 Kilometer zu ihrem Arbeitsplatz fährt, praktisch im Erwerbsleben ein Nullsummenspiel hat, weil sie ihr Auto benötigt.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das war eine reichlich seltsame Rede! Das muss ich schon sagen!
Wir bringen heute im Rahmen der Maßnahmen, die wir noch im Parlament setzen werden, einen Entschließungsantrag ein und ich ersuche Sie, diesen auch zu unterstützen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das war eine reichlich seltsame Rede! Das muss ich schon sagen!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Letzte Woche hat die Bundesregierung von dieser Stelle aus das Sparpaket präsentiert, und es ist gleich einmal klargeworden, dass es solche und solche im Sparpaket gibt. Das untere Einkommensdrittel ist mit Sicherheit überproportional belastet, die Vermögenden bleiben weitgehend verschont. Und heute kommt die Verkehrsministerin ins Haus und sagt, sie hat in ihrem Ressort jeden Euro zehn Mal umgedreht. Also das glaube ich Ihnen nicht, und wir werden es Ihnen auch widerlegen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Selbstverständlich: Leistbare Mobilität für alle, aber weiterhin in den nächsten Jahren vollkommen unreflektiert, ohne ein bisschen darüber nachzudenken, ob das tatsächlich noch notwendig ist, weitere 6 Milliarden € in den Straßenbau hineinzubuttern, also das ist aus meiner Sicht nicht mehr tragbar, vor allem wenn Sie auch von der Jugend gesprochen haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neubauer: Das stimmt ja nicht! Das ist Unsinn!
Im Bildungsbereich hungern wir dahin, aber dann gibt es Projekte, die niemand mehr verstehen kann. Ich nenne Ihnen ein Beispiel. Den Linzer Westring, das sind 4 Kilometer Autobahn, 4 Kilometer Stadtautobahn, würde man heute nie mehr so planen, vierspurig, in einer Stadt, in der es eine sehr schlechte Luftqualität gibt und die Kinder Gesundheitsprobleme haben. (Abg. Neubauer: Das stimmt ja nicht! Das ist Unsinn!) 4 Kilometer! Das kostet über eine halbe Milliarde Euro. (Abg. Rädler: Und die Pendler bleiben im Wald?!)
Abg. Rädler: Und die Pendler bleiben im Wald?!
Im Bildungsbereich hungern wir dahin, aber dann gibt es Projekte, die niemand mehr verstehen kann. Ich nenne Ihnen ein Beispiel. Den Linzer Westring, das sind 4 Kilometer Autobahn, 4 Kilometer Stadtautobahn, würde man heute nie mehr so planen, vierspurig, in einer Stadt, in der es eine sehr schlechte Luftqualität gibt und die Kinder Gesundheitsprobleme haben. (Abg. Neubauer: Das stimmt ja nicht! Das ist Unsinn!) 4 Kilometer! Das kostet über eine halbe Milliarde Euro. (Abg. Rädler: Und die Pendler bleiben im Wald?!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Neubauer: Sie waren überhaupt noch nicht in Linz offenbar! So ein Blödsinn!
Wenn Sie sagen, da haben Sie jeden Euro zehn Mal umgedreht, so kann ich mich nur wundern. Dieses Projekt gehört eigentlich in den Mistkübel der Verkehrspolitik. Ich sage das wirklich in dieser Drastik. Eine halbe Milliarde! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neubauer: Sie waren überhaupt noch nicht in Linz offenbar! So ein Blödsinn!)
Beifall bei den Grünen.
Aber auf der anderen Seite vollkommen unreflektiert: Milliarden. Milliarden! Wir würden uns von Ihnen einmal wünschen, Frau Ministerin, dass Sie in diesen Fragen nicht nur einfach den Wünschen eines Landeshauptmanns nachgeben, sondern dass Sie solche unsinnigen Projekte, die er sich eben einbildet, die aber keine verkehrspolitische Relevanz haben, einfach streichen, einfach einsparen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Stopp von sinnlosen Autobahnprojekten – das wäre ein wesentlicher Beitrag zur Einsparung gewesen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.) – Herr Kollege Bartenstein! Man kann darüber diskutieren. Selbstverständlich braucht man ein Straßenbaunetz, aber ich weiß nicht, ob man sich den Luxus in einem der bestausgebauten Länder Europas weiter leisten soll. (Abg. Rädler: ÖBB!) – Bei den ÖBB sind wir nicht so weit. Und es gäbe noch einige wunderbare Chancen, für das Budget in der Verkehrspolitik Geld aufzutreiben.
Abg. Rädler: ÖBB!
Stopp von sinnlosen Autobahnprojekten – das wäre ein wesentlicher Beitrag zur Einsparung gewesen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.) – Herr Kollege Bartenstein! Man kann darüber diskutieren. Selbstverständlich braucht man ein Straßenbaunetz, aber ich weiß nicht, ob man sich den Luxus in einem der bestausgebauten Länder Europas weiter leisten soll. (Abg. Rädler: ÖBB!) – Bei den ÖBB sind wir nicht so weit. Und es gäbe noch einige wunderbare Chancen, für das Budget in der Verkehrspolitik Geld aufzutreiben.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Neubauer: Erschreckende Unkenntnis!
Frau Ministerin, ich bitte Sie um eines: Wenn Sie so etwas sagen wie „einen Euro zehn Mal umgedreht“, dann tun Sie das auch tatsächlich und schauen Sie in diesen Bereich einmal mit aufmerksamen, mit vernünftigen Augen hinein. Man kann hier sehr viel Geld vernünftig einsparen. Man kann auch sehr viel Geld vernünftig einnehmen, ohne mehr Menschen zu belasten, indem man einfach Wirtschaftsbereiche belastet, die hohe Gewinne schreiben – das macht der Flughafen Wien-Schwechat im Übrigen –, und solche Privilegien endlich einmal abschafft. – Herzlichen Dank. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neubauer: Erschreckende Unkenntnis!)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Viele werden sich wahrscheinlich heute zu Recht fragen: Was ist mit dieser SPÖ los, die die Möglichkeit hätte, in einer Aktuellen Stunde auch ein aktuelles Thema zu wählen? Das Thema, das Sie gewählt haben, nämlich Infrastruktur, Verkehrsinfrastruktur, ist für eine Arbeiterbewegung beziehungsweise einstige Arbeiterbewegung wie die SPÖ keine gute Wahl, denn genau bei diesem Thema haben Sie am wenigsten gearbeitet, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ, was die Einsparungsziele betrifft. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: So ein Schwachsinn!
Seien wir doch ehrlich: Frau Infrastrukturministerin, Sie machen doch bei all diesen Projekten, die Sie da aufgelistet haben, nichts anderes, als langsamer zu bauen und alles in die Zukunft hinauszuschieben. Das ist doch Ihr Konzept. Es ist ja nicht so, dass Sie tatsächlich irgendwo den Sparstift ansetzen, sondern Sie verzögern in erster Linie die Projekte, um damit auch ein wenig Geld einzusparen. Und das ist etwas, was wir kritisieren, denn es wäre doch viel vernünftiger, jetzt zügig die ganzen Projekte umzusetzen, wirklich beschäftigungswirksame Investitionen zu machen und nicht wie beispielsweise bei Tunnelprojekten zwar den Einfahrtstunnel zu bauen, aber den Ausfahrtstunnel sozusagen einzusparen. (Abg. Dr. Jarolim: So ein Schwachsinn!)
Abg. Dipl.-Ing. Deimek: 7 Milliarden!
Sie haben die ÖBB auch als Infrastrukturunternehmen Nummer eins dieser Republik angeführt. Ja, da gäbe es jede Menge einzusparen. Nach mir wird Kollege Haberzettl hoffentlich auch ein Wort darüber verlieren. Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist wohl eine der größten Sünden der Republik, diese ÖBB. Da buttert der Steuerzahler pro Jahr 5 Milliarden € hinein (Abg. Dipl.-Ing. Deimek: 7 Milliarden!) und übernimmt noch dazu 2 Milliarden € an Haftungen jährlich, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.
Abg. Heinzl: So ein Unsinn!
7 Milliarden € kostet dieses Unternehmen, das im Grunde eine SPÖ-Vorfeldorganisation ist und nichts anderes. (Abg. Heinzl: So ein Unsinn!) Sie sind ja die Eigentümer der ÖBB, wenn ich da in den linken Sektor hineinblicke, die SPÖ, die das alles zu verschulden hat, nämlich tatsächlich zu verschulden hat. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
7 Milliarden € kostet dieses Unternehmen, das im Grunde eine SPÖ-Vorfeldorganisation ist und nichts anderes. (Abg. Heinzl: So ein Unsinn!) Sie sind ja die Eigentümer der ÖBB, wenn ich da in den linken Sektor hineinblicke, die SPÖ, die das alles zu verschulden hat, nämlich tatsächlich zu verschulden hat. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie des Abg. Tadler.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, warum sage ich das? – Wir haben uns in diesem Haus alle über die Hypo Alpe-Adria-Bank aufgeregt, und vor allem die Roten haben sich darüber beklagt, was das für Zustände sind. Die Hypo Alpe-Adria-Bank hat bis heute den Steuerzahler 1,5 Milliarden € gekostet. Die Kommunalkredit, die von den Roten immer verschwiegen wird, weil Frau Ministerin Schmied im Vorstand gesessen ist, hat mittlerweile den Steuerzahler über 5 Milliarden € gekostet. Da hört man nichts darüber, meine sehr geehrten Damen und Herren, und deshalb muss man das auch einmal den Österreicherinnen und Österreichern sagen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie des Abg. Tadler.)
Beifall beim BZÖ.
Aber wir wissen, das ist doch alles ein Geschäft, ein Geschäft für den Steuerzahler. – So hat uns das die ÖVP immer wieder erklärt. Diese Bundesregierung ist die reinste Belastung, eine einzige Belastung für die Menschen in unserem Land. Das sehen wir auch aufgrund der jüngsten Entwicklung der Mineralölpreise bei den Zapfsäulen. Daher, meine sehr geehrten Damen und Herren: Schließen Sie sich unserem Boykott an! Am 1. März sollen wir den Ölkonzernen einmal zeigen, welche Macht die Autofahrer in diesem Land haben. Wir boykottieren am 1. März die Tankstellen und gehen nicht tanken. Das wäre doch einmal ein klares Signal, eine Solidaritätsbekundung gegenüber den Pendlern in unserem Land. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das wollen wir vom BZÖ vorantreiben. Da geht es nicht darum, zu glauben und zu hoffen, dass wir diese in die Knie zwingen, aber das ist eine kleine Solidaritätsaktion gegenüber jenen, die nicht auf das Auto verzichten können. Wir sagen längst: Genug gezahlt! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Frag einmal, wer diese Rede geschrieben hat!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Haberzettl gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Frag einmal, wer diese Rede geschrieben hat!)
Abg. Bucher: Warum mussten Sie gehen von der ÖBB?
Das Zweite ist aber schon: Wenn Sie sagen, dass die ÖBB überschuldet und quasi an die Wand gefahren werden, dann frage ich Sie nach den Namen der Totengräber. (Abg. Bucher: Warum mussten Sie gehen von der ÖBB?) Die haben nämlich einen Namen, die heißen Gorbach und Kukacka. Das sind die Totengräber der ÖBB. (Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.) Und Gorbach ist ein Parteikollege aus Ihren Reihen. Dann sollen wir das auch einmal erwähnen. Das war in Wirklichkeit das unglückselige Bundesbahnstrukturgesetz. (Die Abgeordneten Scheibner und Petzner: Schauen Sie sich die Zahlen an!)
Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.
Das Zweite ist aber schon: Wenn Sie sagen, dass die ÖBB überschuldet und quasi an die Wand gefahren werden, dann frage ich Sie nach den Namen der Totengräber. (Abg. Bucher: Warum mussten Sie gehen von der ÖBB?) Die haben nämlich einen Namen, die heißen Gorbach und Kukacka. Das sind die Totengräber der ÖBB. (Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.) Und Gorbach ist ein Parteikollege aus Ihren Reihen. Dann sollen wir das auch einmal erwähnen. Das war in Wirklichkeit das unglückselige Bundesbahnstrukturgesetz. (Die Abgeordneten Scheibner und Petzner: Schauen Sie sich die Zahlen an!)
Die Abgeordneten Scheibner und Petzner: Schauen Sie sich die Zahlen an!
Das Zweite ist aber schon: Wenn Sie sagen, dass die ÖBB überschuldet und quasi an die Wand gefahren werden, dann frage ich Sie nach den Namen der Totengräber. (Abg. Bucher: Warum mussten Sie gehen von der ÖBB?) Die haben nämlich einen Namen, die heißen Gorbach und Kukacka. Das sind die Totengräber der ÖBB. (Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.) Und Gorbach ist ein Parteikollege aus Ihren Reihen. Dann sollen wir das auch einmal erwähnen. Das war in Wirklichkeit das unglückselige Bundesbahnstrukturgesetz. (Die Abgeordneten Scheibner und Petzner: Schauen Sie sich die Zahlen an!)
Abg. Scheibner: Warum mussten Sie gehen, Herr Haberzettl?
Eigentlich wollen wir aber in Wirklichkeit die Infrastrukturinvestitionen abarbeiten. (Abg. Scheibner: Warum mussten Sie gehen, Herr Haberzettl?) Wir haben unter der Federführung der Frau Bundesminister, glaube ich, wirklich etwas geschafft, nämlich bei der Infrastruktur im hohen Investitionsrahmen doch vernünftige Einsparungen vorzunehmen, die auch kritisch im Zusammenhang mit der Arbeitsmarktentwicklung zu sehen sind: So werden am Brenner 450 Millionen € eingespart werden, ohne dass das Projekt wirklich in Gefahr gerät. – Ich erinnere nur daran: Die Ersten, die gegen Einsparungen bei der Infrastruktur waren, waren auch die Landeshauptleute, insbesondere der Tiroler!
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Kollegin Glawischnig hat jetzt den Saal verlassen, aber ich möchte hier schon erwähnen: Die Qualität des österreichischen Nahverkehrs liegt beim europäischen Benchmark unter 27 Ländern an zweiter Stelle. – Das ist der Erfolg der österreichischen Verkehrspolitik! (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der SPÖ.
Außerdem darf ich auch noch die Preiskomponente ins Gespräch bringen. In Holland werden um 30 Prozent mehr, in Deutschland um 27 Prozent mehr und in der Schweiz um 32 Prozent mehr für die Nahverkehrsleistungen bezahlt. – Das ist gelebte Sozialpolitik im Bereich der Verkehrspolitik, und auch das ist eine Leistung der sozialdemokratischen Verkehrspolitik! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dass die Investitionspolitik aber auch Arbeitsmarktpolitik ist, ist gut so, und ich ersuche die Frau Bundesminister, dieses Instrument auch ausreichend im Sinne der Arbeitsmarktpolitik zu nützen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, wir sehen anhand dieser einzelnen Faktoren, dass Verkehrspolitik in Wirklichkeit Gesellschaftspolitik ist. Und im Hinblick auf diesen Faktor, Frau Bundes-minister, darf ich Ihnen gratulieren! Es ist Ihnen auch im Zuge des Sparprogrammes gelungen, eine ordentliche gesellschaftspolitische Weiterentwicklung im Zusammenhang mit dem Bereich der Verkehrspolitik zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte einleitend sagen, dass die Aufgabe der Frau Bundesminister Verkehrspolitik und nicht Sozialpolitik ist. Wir haben ja einen Sozialminister, der gute Arbeit leistet! (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Herr Haberzettl vorhin gesagt hat, es sei so sozial, so niedrige Preise bei den Österreichischen Bundesbahnen und im österreichischen Verkehrswesen zu haben, dann mag das richtig sein. Ich muss nur sagen: Die Menschen müssen auch wissen, dass jeder einzelne von ihnen, vom Säugling bis zum Greis, 840 € im Jahr allein für die Österreichischen Bundesbahnen bezahlt, ohne ein einziges Ticket gelöst zu haben! – Was, Herr Haberzettl, ist daran sozial? (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Heinzl.
Ein Erlebnis neulich in Österreich: Ich fahre jetzt noch sehr viel mehr mit dem Zug als früher, ich habe ein kleines Kind. Man kommt zum Bahnhof mit dem Kinderwagen, dem Koffer, der Wickeltasche, der Handtasche, der Computertasche und versucht, zum Zug zu kommen. Man kommt zum Bahnsteig, wo der railjet losfahren soll. Dort steht ein rauchender ÖBB-Bediensteter. Man fragt: Wo ist das Kinderabteil? – Er sagt darauf: Naja, der Zug fährt in sieben Minuten ab, das Kinderabteil ist im 23. Waggon, mit dem ganzen Gepäck schaffen Sie das nicht! (Zwischenruf des Abg. Heinzl.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.
Man dreht sich um und fragt: Wann geht die nächste Westbahn von Wien Richtung Westen? – Zwei Bahnsteige weiter, 15 Minuten später startet die Westbahn. Man tritt ein, völlig unbelastet, ohne Stufe, schiebt hier den Koffer, da den Kinderwagen, und das funktioniert. Das ist eigentlich die Qualität, die sich die Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer in Österreich erwarten! Es ist mir ein Rätsel, warum unsere Österreichischen Bundesbahnen noch immer keine barrierefreien Eingänge zu den Waggons haben! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
nenverkehr als auch im Güterverkehr bieten, dann ist an der Produktivität noch viel zu tun! Hier muss ein Mobilitätsschub innerhalb der ÖBB einsetzen, dass das Personal von einer Abteilung in die andere verschoben werden kann und nicht pensioniert werden muss. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich danke und hoffe, dass diese Reformen bald kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn nämlich heute, und zwar genau heute, bei der Aufsichtsratssitzung der AUA statt Wachstum und Langstrecke, wie man möglicherweise erwarten können hätte, eine Restrukturierung zu einem Vienna Cityliner unter dem Dach der Tyrolean vorgenommen wird oder möglicherweise sogar eine Insolvenz droht, dann gibt es dafür ganz klar Verantwortliche! Und das ist nicht, wie es heute in den Medien heißt und in den Zeitungen überall geschrieben wird, die Belegschaft, sondern die Verantwortlichen sitzen in dieser Bundesregierung auf beiden Seiten! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Außerdem werden auf die Treibstoffkosten noch immer Erdölbevorratungskosten aufgeschlagen. Herr Minister Mitterlehner war, als er im Herbst das erste Mal davon erfahren hat, etwas überrascht. Mich überrascht, dass ein Minister über das überrascht ist, was er an Gebühren kassiert! Aber er ist bis heute nicht in der Lage, diese Abgabe, die mehr als doppelt so hoch wie jene von Deutschland ist und das Dreifache der Schweizer oder das Vierfache der holländischen Bevorratung ausmacht, auf ein normales markwirtschaftliches Niveau herunterzubringen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
heute einsparen und der AUA geben, die 200 Millionen € braucht. Sie aber haben bis heute, außer ein bisschen mit den Ohrwascheln zu wackeln und ein paar Briefe vom BMVIT ans Finanzministerium zu schreiben, nichts zusammengebracht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn heute die AUA möglicherweise pleitegeht, wenn sie zum Vienna Cityliner degradiert wird, wenn der Flughafen damit ruiniert wird, wenn der Standort Wien und ganz Österreich damit ruiniert werden, dann weiß man in Österreich auch, wo die Verantwortlichen sitzen, nämlich auf diesen beiden Seiten des Parlaments! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bin zu 100 Prozent bei unserem Tiroler Obmann Gerald Hauser, der gefordert hat, den Brenner-Basistunnel zu bauen, aber jedenfalls mit einer zeitnahen Kontrolle durch den Rechnungshof und vor allem mit einer massiven Gegenfinanzierung von der Straße und vor allem mit einer Verpflichtung für die Lkw auf den Zug. Wenn all das nämlich nicht kommt, dann weiß Gerald Hauser und dann weiß auch ich ganz genau, was geschehen wird: In 30 Jahren fahren die Lkw nach wie vor so wie jetzt auf der Straße, und leere Züge fahren durch das Loch im Berg. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Als Spitzenhandlung kommen dann noch die Einsparungen bei dem, was diesen Tunnel überhaupt intelligent macht, nämlich bei den Überholstellen und der Leittechnik. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich fasse zusammen: Diese Bundesregierung schädigt unsere Firmen massiv. Sie schädigt den Standort Österreich, sie schädigt die Bürger und setzt als i-Punkt noch höhere Steuern drauf. Und das ist erst der Anfang! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Dafür werden nach wie vor 7,3 Millionen € für ganz Österreich aufgewendet. Sie nehmen jedoch Milliarden € für Projekte in die Hand, die rein bauindustrieorientiert sind, wenn Sie nicht gleichzeitig andere Verkehrsrahmenbedingungen schaffen. Und das ist mein prinzipieller Vorwurf beziehungsweise meine Forderung an Sie: Bemauten Sie flächendeckend den Lkw- und Güterverkehr! Dringen Sie darauf, dass der Güterverkehr über den Brenner nicht mehr auf der Straße erfolgt! Dann macht nämlich ein Tunnelbau auch Sinn. Aber so ist das Ganze wirklich ein in den Berg beziehungsweise in den Sand gesetztes Milliarden-Investitionsvolumen. Und das tragen wir nicht mit! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Bartenstein: Das lässt sich doch nicht vergleichen!
Nur ein Vergleich: Einerseits müssen der durchschnittliche Österreicher/die durchschnittliche Österreicherin – Sie kommen ja aus der Wohnungspolitik beziehungsweise aus der Mietrechtspolitik! – mit 43 Quadratmetern Wohnraum zurande kommen. Gleichzeitig haben aber Sie ein Autobahnausbauprogramm, bei dem wir jetzt schon pro Einwohner 50 Quadratmeter Autobahninfrastruktur haben. Bitte vergegenwärtigen Sie sich dieses Missverhältnis! Das ist ja völlig irrational! Wir haben weniger Wohnraum und mehr Autobahnraum! (Abg. Dr. Bartenstein: Das lässt sich doch nicht vergleichen!) Trotzdem wollen Sie weitere Milliarden Euro investieren, damit dieses Missverhältnis noch stärker wird!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Matznetter: ... Negativsteuer! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Denn: Es ist wirklich skandalös, dass Menschen, die an der Supermarktkassa sitzen, null Groschen beziehungsweise Cent an PendlerInnenpauschale bekommen, weil die steuerliche Regelung für die Besserverdienenden organisiert ist. Das ist der wahre tägliche sozialdemokratische Alltagsskandal Ihrer Verkehrspolitik. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Matznetter: ... Negativsteuer! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Hohes Haus! Herr Generaldirektor Haberzettl von den ÖBB – er ist nicht mehr im Saal – ist wirklich nicht der Totengräber der Österreichischen Bundesbahnen. Das, was Haberzettl an der Spitze der ÖBB gemacht hat, grenzt nämlich an Feuerbestattung, damit es noch schneller geht, damit wir noch schneller dieses Unternehmen, das Österreich eigentlich als Infrastruktur dienen sollte, ruinieren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: Wie bitte?
5 Milliarden € an Steuergeld im Jahr an diese ÖBB – nicht in die Infrastruktur, sondern ausschließlich ins Personal. Österreich hat ähnlich viele Einwohner wie die Schweiz. Die Schweiz hat gleich viele Berge, wenn nicht sogar mehr als Österreich, ergo ist dort auch der Tunnelbau und der Infrastrukturbau gleich ausgeprägt wie in Österreich. Der Unterschied ist nur, dass die Schweizer Bahn erstens privatisiert ist und zweitens schwarze Zahlen schreibt (Abg. Dr. Bartenstein: Wie bitte?), währenddessen man für Ihre ÖBB, die ausschließlich als Versorgungsinstrument für gescheiterte sozialdemokratische Funktionäre dient, 5 Milliarden € im Jahr zahlen muss, damit wir Ihr Personalreservoir in den ÖBB auf Steuerzahlerkosten erhalten. Und da sagen wir: Genug gezahlt!, sehr geehrte Damen und Herren.
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Frau Bundesminister Bures, das ist ein wunderschönes Zitat, das Sie da heute gebracht haben. Ich glaube, Sie melden sich sowieso noch einmal zu Wort und können es vielleicht erklären: Die Mobilität der Menschen ist die Grundlage unserer Heimat. – Ein wunderschöner Spruch, aber was meinen Sie denn damit? Meinen Sie die Mobilität, wo der Treibstoff pro Liter 1,60 € kostet und Sie gemeinsam mit dem Wirtschaftsminister und der Finanzministerin 50 Prozent an Steuern einheben? Ist das Ihre Mobilität? Ist das Ihre Mobilität, wenn Menschen in unserem Land, die dreimal im Monat tanken müssen, bis zu 216 € von ihrem Gehalt auf die Seite legen müssen, damit sie mobil bleiben? (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! In der Steiermark werden gerade Schulen geschlossen. Ihre Regierung schließt Bezirksgerichte. Man bekommt keine Pendlerpauschale, wenn man in der Früh die Kinder in die Schule bringen muss, weil die nächste Schule 14 Kilometer vom Wohnsitz entfernt ist. 1,60 €, davon mehr als 50 Prozent für diesen Staat. Und Sie – Ihre Regierung, Rot und Schwarz – weigern sich auch heute einmal mehr, beim Rekordpreis des Treibstoffes in der Zweiten Republik die Menschen unseres Landes endlich zu entlasten und nicht weiter zu belasten, durch mehrere Maßnahmen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Prinz.
Seit 1999 – und der ehemalige Wirtschaftsminister Martin Bartenstein weiß es – besitzt der Wirtschaftsminister in Österreich ein Verordnungsrecht zur Höchstpreisdeckelung des Treibstoffes. (Zwischenruf des Abg. Prinz.) Seit 1999 machen schwarze Wirtschaftsminister lieber den Treibstoffkonzernen die Leiter und unterstützen sie, anstatt dass sie sich schützend vor die Bevölkerung stellen und von ihrem Verordnungsrecht Gebrauch machen.
Zwischenruf des Abg. Kopf
Das fordern wir: einen Wirtschaftsminister, der den Höchstpreis von Treibstoff in Österreich endlich deckelt. Wir fordern, wie es Josef Bucher heute gesagt hat, die Öffnung der Bundes- und Landestankstellen. Die Bundes- und Landestankstellen beziehen ihren Treibstoff zum Einstandspreis, sie können ihn auch vergünstigt an die Menschen in unserem Land abgeben (Zwischenruf des Abg. Kopf) – eben nicht zu 1,60 €, sondern wieder zu 1,37 €, 1,25 €. Und wettbewerbsrechtlich ist das gedeckt, denn alle Klagen gegen das Bundesland Burgenland und das Bundesland Kärnten wurden verloren und die Landestankstellen dort sind nach wie vor offen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das fordern wir: einen Wirtschaftsminister, der den Höchstpreis von Treibstoff in Österreich endlich deckelt. Wir fordern, wie es Josef Bucher heute gesagt hat, die Öffnung der Bundes- und Landestankstellen. Die Bundes- und Landestankstellen beziehen ihren Treibstoff zum Einstandspreis, sie können ihn auch vergünstigt an die Menschen in unserem Land abgeben (Zwischenruf des Abg. Kopf) – eben nicht zu 1,60 €, sondern wieder zu 1,37 €, 1,25 €. Und wettbewerbsrechtlich ist das gedeckt, denn alle Klagen gegen das Bundesland Burgenland und das Bundesland Kärnten wurden verloren und die Landestankstellen dort sind nach wie vor offen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Heiterkeit des Abg. Heinzl
Wir fordern die Rücknahme der Mineralölsteuer. Am Höhepunkt einer Treibstoffkrise, die Sie mit Ihrer Außenpolitik im Iran im Übrigen selbst verursacht haben, sehr geehrte Damen und Herren von der Bundesregierung (Heiterkeit des Abg. Heinzl), ist es ein Gebot der Stunde, dass der Staat die Rücknahme der Mineralölsteuer anordnet (Zwischenrufe bei der ÖVP) oder sich zumindest von der OMV, die ein staatliches Unternehmen ist, eine Sonderdividende ausschütten lässt und damit die Mineralölsteuer in diesem Land minimiert. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Wir fordern die Rücknahme der Mineralölsteuer. Am Höhepunkt einer Treibstoffkrise, die Sie mit Ihrer Außenpolitik im Iran im Übrigen selbst verursacht haben, sehr geehrte Damen und Herren von der Bundesregierung (Heiterkeit des Abg. Heinzl), ist es ein Gebot der Stunde, dass der Staat die Rücknahme der Mineralölsteuer anordnet (Zwischenrufe bei der ÖVP) oder sich zumindest von der OMV, die ein staatliches Unternehmen ist, eine Sonderdividende ausschütten lässt und damit die Mineralölsteuer in diesem Land minimiert. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Wir fordern die Rücknahme der Mineralölsteuer. Am Höhepunkt einer Treibstoffkrise, die Sie mit Ihrer Außenpolitik im Iran im Übrigen selbst verursacht haben, sehr geehrte Damen und Herren von der Bundesregierung (Heiterkeit des Abg. Heinzl), ist es ein Gebot der Stunde, dass der Staat die Rücknahme der Mineralölsteuer anordnet (Zwischenrufe bei der ÖVP) oder sich zumindest von der OMV, die ein staatliches Unternehmen ist, eine Sonderdividende ausschütten lässt und damit die Mineralölsteuer in diesem Land minimiert. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Deswegen rufen wir morgen, am 1. März 2012, zu einem österreichweiten Tank-Boykott auf. In Deutschland spielt sich das Gleiche auch am 1. März ab. Wir rufen auf zu einem österreichweiten Tank-Boykott als Zeichen gegen diese Abkassiererei, die staatlich geschützte und geförderte Abkassiererei von Rot und Schwarz gemeinsam mit jenen Treibstoffkonzernen, die ja offensichtlich illegale Preisabsprachen betreiben, damit sie die Menschen in unserem Land einmal mehr aussackeln können. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ihre Wettbewerbsbehörde versagt hier genauso wie Ihre Politik. Wir stehen an der Seite der Konsumentinnen und Konsumenten. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Deswegen rufen wir morgen, am 1. März 2012, zu einem österreichweiten Tank-Boykott auf. In Deutschland spielt sich das Gleiche auch am 1. März ab. Wir rufen auf zu einem österreichweiten Tank-Boykott als Zeichen gegen diese Abkassiererei, die staatlich geschützte und geförderte Abkassiererei von Rot und Schwarz gemeinsam mit jenen Treibstoffkonzernen, die ja offensichtlich illegale Preisabsprachen betreiben, damit sie die Menschen in unserem Land einmal mehr aussackeln können. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ihre Wettbewerbsbehörde versagt hier genauso wie Ihre Politik. Wir stehen an der Seite der Konsumentinnen und Konsumenten. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Bundesministerin Bures hat sich ein weiteres Mal zu Wort gemeldet. Ich mache darauf aufmerksam, dass die Redezeit 5 Minuten nicht übersteigen soll. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Abg. Grosz: Schauen Sie, dass die Treibstoffpreise auf ein normales Niveau kommen!
Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie Doris Bures: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich versuche, die Lautstärke wieder auf ein normales Niveau herunterzubekommen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Abg. Grosz: Schauen Sie, dass die Treibstoffpreise auf ein normales Niveau kommen!)
Abg. Grosz: Sagen Sie etwas zu den Treibstoffpreisen!
Ich möchte in diesen fünf Minuten auf ein paar Punkte kurz eingehen. Natürlich, meine sehr geehrten Damen und Herren, Verkehr ist mehr als Straße und Schiene. (Abg. Grosz: Sagen Sie etwas zu den Treibstoffpreisen!) Verkehr besteht aus der Luftfahrt, der österreichischen Schifffahrt, den Seilbahnen, die für uns als Tourismusland wesentlich sind. Das sind nur jene Bereiche – daher sind sie heute nicht im Fokus gestanden –, wo wir keine Kostenkürzungen vornehmen, wo wir nicht bei Gebühren zusätzlich Veränderungen vornehmen: im Bereich der Luftfahrt und der Schifffahrt und der Seilbahnen.
Abg. Grosz: 5 Milliarden € im Jahr!
Das Zweite, das mir wichtig ist, ist Folgendes: Die Österreichischen Bundesbahnen sind ein ausgegliedertes Unternehmen. Herr Abgeordneter Grosz, Sie sind ein bisschen in der Vergangenheit verhaftet, dass da Geld hineingeschoben wird. (Abg. Grosz: 5 Milliarden € im Jahr!)
Abg. Grosz: Wären Sie nur im Sekretariat vom Herrn Gusenbauer geblieben!
Es gibt in Europa eine Liberalisierungsrichtlinie. Es gibt bei den Bundesbahnen Infrastrukturinvestitionen (Abg. Grosz: Wären Sie nur im Sekretariat vom Herrn Gusenbauer geblieben!), die beschließt dieses Hohe Haus, das ist die österreichische Verkehrspolitik der Verlagerung von der Straße auf die Schiene. Und dann gibt es Strecken, die bestellen wir. Genauso wie man in Wien die U-Bahn finanzieren muss, genauso wie jede Stadt ihren Autobus, jede Gemeinde den öffentlichen Verkehr finanziert, finanzieren wir die Strecken des öffentlichen Verkehrs bei den Österreichischen Bundesbahnen, und das ist gut so. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es gibt in Europa eine Liberalisierungsrichtlinie. Es gibt bei den Bundesbahnen Infrastrukturinvestitionen (Abg. Grosz: Wären Sie nur im Sekretariat vom Herrn Gusenbauer geblieben!), die beschließt dieses Hohe Haus, das ist die österreichische Verkehrspolitik der Verlagerung von der Straße auf die Schiene. Und dann gibt es Strecken, die bestellen wir. Genauso wie man in Wien die U-Bahn finanzieren muss, genauso wie jede Stadt ihren Autobus, jede Gemeinde den öffentlichen Verkehr finanziert, finanzieren wir die Strecken des öffentlichen Verkehrs bei den Österreichischen Bundesbahnen, und das ist gut so. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Der Verkehr, nicht „die Verkehre“!
Und wir sparen – ich sage es noch einmal – bei der Straße dreimal so viel im Vergleich zur Schiene, nämlich 2,8 Milliarden €, in den nächsten fünf Jahren. Da geht es nicht um Verschiebungen, da geht es darum, dass nicht alles als Autobahn gebaut werden muss, dass wir gute Verkehrslösungen für die Menschen in unserem Land auch erreichen können, indem wir Ortsumfahrungen schnell und kostengünstiger als Landesstraßen bauen. Ich bin sehr dankbar – auch nach vielen Gesprächen mit den Verantwortlichen in den Ländern –, dass es uns gelingt, so zu bauen, dass wir die Verkehre auch menschenfreundlich und umweltfreundlich organisieren. (Abg. Scheibner: Der Verkehr, nicht „die Verkehre“!)
Zwischenruf des Abg. Grosz
Mir ist das noch immer zu wenig! Ich möchte bei der Lkw-Maut noch immer nicht nur die Ökologisierung – bei denjenigen, die mehr stinken, hat man auch mehr zu zahlen –, die wir mit 1. Jänner eingeführt haben (Zwischenruf des Abg. Grosz), sondern auch, dass wir am Brenner und im Unterinntal Querfinanzierungen für die Schiene organisieren. Mein Ziel ist es, dass wir nicht nur Europameister bei der Beförderung der Güter auf der Schiene bleiben, sondern dass wir das auch ausbauen. Und dazu brauchen wir mehr Kapazitäten und brauchen eine moderne Bahn und nicht eine aus dem 19. Jahrhundert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Sagen Sie etwas zu den Treibstoffpreisen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Sagen Sie etwas zu den Treibstoffpreisen!
Mir ist das noch immer zu wenig! Ich möchte bei der Lkw-Maut noch immer nicht nur die Ökologisierung – bei denjenigen, die mehr stinken, hat man auch mehr zu zahlen –, die wir mit 1. Jänner eingeführt haben (Zwischenruf des Abg. Grosz), sondern auch, dass wir am Brenner und im Unterinntal Querfinanzierungen für die Schiene organisieren. Mein Ziel ist es, dass wir nicht nur Europameister bei der Beförderung der Güter auf der Schiene bleiben, sondern dass wir das auch ausbauen. Und dazu brauchen wir mehr Kapazitäten und brauchen eine moderne Bahn und nicht eine aus dem 19. Jahrhundert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Sagen Sie etwas zu den Treibstoffpreisen!)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist keine Investition nur für die Bauwirtschaft, sondern es ging dabei um sichere Straßen in unserem Land, als wir die zweite Röhre des Tauerntunnels gebaut haben, die letzten Sommer eröffnet wurde und wo wir nicht mehr permanent Blockabfertigungen machen müssen, oder als wir den Bosrucktunnel gebaut haben, den wir eröffnen, oder wenn wir in vielen Bereichen tatsächlich auch neu bauen, um die Straßen in Österreich sicherer zu machen und menschliches Leid hintanzuhalten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Graz! – Abg. Mag. Kogler: Zwischen Salzburg und Graz! Das kann sich ja keiner mehr anhören!
Zweitens: Es gibt keine Verbindungen zwischen Salzburg und Linz (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Graz! – Abg. Mag. Kogler: Zwischen Salzburg und Graz! Das kann sich ja keiner mehr anhören!) – Zwischen Salzburg und Linz verkehren täglich – täglich! – 100 Schnellzüge, die diese beiden Städte verbinden.
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Treibstoffpreise! – Abg. Ing. Westenthaler: ... weil es nicht mehr geht! Da kann man nicht mehr replizieren! Das ist eine Unart!
Was aber nicht sein kann – das wollte ich Ihnen nur sagen –, ist, dass Sie, wenn Sie mit dem railjet gefahren sind, auf den 23. Waggon verwiesen wurden. Der railjet fährt nur mit sieben Waggons und deshalb wird das nicht möglich gewesen sein. – Danke. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Treibstoffpreise! – Abg. Ing. Westenthaler: ... weil es nicht mehr geht! Da kann man nicht mehr replizieren! Das ist eine Unart!)
Abg. Strache: Die ist schwach, die ist nicht verbindlich!
Jetzt schafft man – und das ist als eine der großen Errungenschaften des Lissabon-Vertrages gefeiert worden – eine Möglichkeit der direkten Demokratie, nämlich die Europäische Bürgerinitiative. (Abg. Strache: Die ist schwach, die ist nicht verbindlich!) Ich sehe nicken bei den Grünen, die waren ja schon fast euphorisch; euphorisch ist vielleicht zu viel gesagt, aber sie haben zugestimmt im Ausschuss. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was denn?) Die Freiheitlichen haben im Ausschuss noch dagegen gestimmt; wie ich höre, werden sie jetzt dafür stimmen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Was denn?
Jetzt schafft man – und das ist als eine der großen Errungenschaften des Lissabon-Vertrages gefeiert worden – eine Möglichkeit der direkten Demokratie, nämlich die Europäische Bürgerinitiative. (Abg. Strache: Die ist schwach, die ist nicht verbindlich!) Ich sehe nicken bei den Grünen, die waren ja schon fast euphorisch; euphorisch ist vielleicht zu viel gesagt, aber sie haben zugestimmt im Ausschuss. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was denn?) Die Freiheitlichen haben im Ausschuss noch dagegen gestimmt; wie ich höre, werden sie jetzt dafür stimmen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Ich bin nicht der Meinung, dass das der richtige Weg ist. Ich bin sehr für die Instrumente der direkten Demokratie. Ich war auch nicht so gegen den Lissabon-Vertrag, wie manch anderer hier im Hohen Haus, aber, meine Damen und Herren, in einer modernen Demokratie, 20 Jahre, 25 Jahre, nachdem wir hier in Österreich Bürgerinitiativen eingeführt haben (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), Petitionen eingeführt haben, so ein schwaches Instrument, ein Placebo der direkten Demokratie zu feiern, das verstehe ich nicht. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich bin nicht der Meinung, dass das der richtige Weg ist. Ich bin sehr für die Instrumente der direkten Demokratie. Ich war auch nicht so gegen den Lissabon-Vertrag, wie manch anderer hier im Hohen Haus, aber, meine Damen und Herren, in einer modernen Demokratie, 20 Jahre, 25 Jahre, nachdem wir hier in Österreich Bürgerinitiativen eingeführt haben (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), Petitionen eingeführt haben, so ein schwaches Instrument, ein Placebo der direkten Demokratie zu feiern, das verstehe ich nicht. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist die Problematik! Ich bin sehr für Europa, ich bin auch für die Europäische Union, aber sie muss bürgernaher werden. Es kann nicht sein, dass durch solche Instrumente, durch solche Augenauswischereien eine Diskussion wegzuwischen versucht wird, die wichtig ist und die wir seit vielen, vielen Jahren führen. Das kann nicht das Mittel dafür sein, diese Union – und das wäre notwendig – bürgernaher zu machen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja nicht viel!
Meine Damen und Herren, wie sieht denn diese Europäische Bürgerinitiative aus? – 1 Million Unterschriften (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja nicht viel!) in mindestens sieben Mitgliedsländern sind notwendig. Der Kollege von den Grünen sagt: Das ist ja nicht viel! (Abg. Dr. Pirklhuber: In Europa!) – Na ja, mag sein, aber organisieren Sie das einmal! Das soll ja eine Bürgerinitiative sein. Aber danke für das Hölzl, denn: Was wird denn sein? – Es werden wieder Parteien und große Institutionen, vielleicht große Gewerkschaften dieses Instrument für ihre eigenen Zwecke verwenden können, und das Interesse des Bürgers daran, an der EU-Gesetzgebung, an der Rechtsetzung mitzuwirken, wird wieder einmal missachtet.
Abg. Dr. Pirklhuber: In Europa!
Meine Damen und Herren, wie sieht denn diese Europäische Bürgerinitiative aus? – 1 Million Unterschriften (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja nicht viel!) in mindestens sieben Mitgliedsländern sind notwendig. Der Kollege von den Grünen sagt: Das ist ja nicht viel! (Abg. Dr. Pirklhuber: In Europa!) – Na ja, mag sein, aber organisieren Sie das einmal! Das soll ja eine Bürgerinitiative sein. Aber danke für das Hölzl, denn: Was wird denn sein? – Es werden wieder Parteien und große Institutionen, vielleicht große Gewerkschaften dieses Instrument für ihre eigenen Zwecke verwenden können, und das Interesse des Bürgers daran, an der EU-Gesetzgebung, an der Rechtsetzung mitzuwirken, wird wieder einmal missachtet.
Abg. Dr. Wittmann: Weil man es elektronisch sammeln kann! Das ist der Unterschied!
Gibt es in Österreich etwa keine Melderegister? (Abg. Dr. Wittmann: Weil man es elektronisch sammeln kann! Das ist der Unterschied!) – Weil Sie es elektronisch sammeln können, Herr Kollege! Ja wo sind wir denn heute im 21. Jahrhundert, dass jemand, der von einem demokratischen Recht Gebrauch machen will, 80 € oder 100 € zahlen muss, weil er sich einen Reisepass lösen muss, um die Reisepassnummer eintragen zu können?! In Deutschland ist das alles nicht notwendig. Bei uns werden Hürden aufgebaut, die ganz einfach nicht gerechtfertigt sind, und das wird dann hier auch noch entsprechend unterstützt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Gibt es in Österreich etwa keine Melderegister? (Abg. Dr. Wittmann: Weil man es elektronisch sammeln kann! Das ist der Unterschied!) – Weil Sie es elektronisch sammeln können, Herr Kollege! Ja wo sind wir denn heute im 21. Jahrhundert, dass jemand, der von einem demokratischen Recht Gebrauch machen will, 80 € oder 100 € zahlen muss, weil er sich einen Reisepass lösen muss, um die Reisepassnummer eintragen zu können?! In Deutschland ist das alles nicht notwendig. Bei uns werden Hürden aufgebaut, die ganz einfach nicht gerechtfertigt sind, und das wird dann hier auch noch entsprechend unterstützt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Noch einmal, meine Damen und Herren: Ich bin sehr für den Ausbau der Instrumente der direkten Demokratie. Das ist notwendig, auch um die Bindung der Staats- und Europabürger an dieses Europa und an die Europäische Union zu stärken. Aber das, was hier gemacht wird, ist ein typisches Werk von Bürokraten, die genau das nicht wollen: dass nämlich die Bevölkerung mitreden kann, an der Normsetzung in der Europäischen Union mitwirken kann! Dass man in Österreich dann noch zusätzliche Hürden einbaut, finde ich besonders beschämend. Deshalb werden wir diese Initiative ablehnen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich denke daher, dass wir derzeit in Österreich die richtige Entscheidung treffen, wenn wir bei der Stimmabgabe durch den Vermerk der Passnummer oder der Nummer des Personalausweises die Echtheit sicherstellen. Die Nachteile sind uns durchaus bewusst, wir werden daher prüfen, ob nicht etwa aufgrund von veränderten technischen Möglichkeiten die Liste der Ausweispapiere in Zukunft erweitert werden kann. Uns war es wichtig, ein möglichst ausgewogenes Verhältnis zwischen der Sicherheit und der Einfachheit des Verfahrens herzustellen, und zwar ganz im Sinne der Stärkung der Europäischen Bürgerinitiative. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Frau Präsident! Hohes Haus! Kollegin Muttonen, stellen Sie sich vor, es gäbe das Instrument, heruntergeschraubt auf österreichische Verhältnisse: Die Form des Einbringens wird geändert, nur mehr mittels Pass und Passnummer ist das möglich. Vergleichen wir einmal die Situation auf europäischer Ebene mit dem EBIG, dem Europäische-Bürgerinitiative-Gesetz, mit dem, was Österreich hat! – Wir hatten vor 25 Jahren schon wesentlich bessere Instrumente als das EBIG jetzt auf europäischer Ebene. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Was ist passiert? – Die Eintragung der Passnummer etwa bedeutet, Sie müssen zum Gemeindeamt gehen, um sich auszuweisen. Das hatten wir alles schon einmal! Ich erinnere an das Volksbegehren von Jörg Haider, „Österreich zuerst“. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.) Was gab es da an Schikanen für die Bürger, wenn sie einige Tage später vom Bürgermeister vielleicht eine Baugenehmigung wollten. Die Bürger wurden schlecht, wurden benachteiligt behandelt. Genau das findet jetzt wieder statt.
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Oder denken Sie an die Volksbefragung in Oberösterreich zur Linzer Oper! Auch dort gab es Missstände: Die Bürgermeister, die herrschenden Parteien, haben die direkte Demokratie nicht unterstützt, sondern, ganz im Gegenteil, boykottiert, damit ihre Interessen nicht zu kurz kommen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Josef Auer.
Es gibt viele Vorschläge hier im Hohen Haus, aber auch außerhalb des Parlaments, auf welchen Ebenen wir Demokratie ausbauen sollen. Das beginnt bei der Gemeinde, geht auf Landesebene weiter bis hin zum Bund. (Zwischenruf des Abg. Mag. Josef Auer.) Die letzte große Errungenschaft gelang im Petitionsausschuss – dank Uschi Haubner und auch aller anderen Fraktionen hier im Haus –, dass man jetzt endlich Petitionen elektronisch unterstützen kann, Kollege Auer. Aber einbringen muss sie immer noch ein Nationalrat. Es war ein kleiner Schritt, aber man kann sie elektronisch unterstützen. Und von der Wertigkeit, liebe Kollegen von SPÖ und ÖVP, ist eine Petition an sich nichts anderes als eine Europäische Bürgerinitiative, vom Inhalt her.
Beifall beim BZÖ.
dazu, die direkte Demokratie und die Bürgerrechte in Österreich noch einmal abzuschwächen. Daher sagen wir: Gute Nacht, Österreich, bei diesen Gesetzen! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Die Kollegen des BZÖ messen hier offensichtlich mit zweierlei Maß. Als die ÖVP in Graz eine Umfrage gemacht hat mit einem Onlinesystem und eine Befragung über Sammeln von Unterschriften unmittelbar auf der Straße, da war es das BZÖ, das gesagt hat: Das darf nicht sein! Das BZÖ hat dort gefordert, was es hier kritisiert. (Zwischenrufe beim BZÖ.) – Es war Kollege Grosz.
Abg. Kopf: So ist es!
Das BZÖ hat damals in Graz gefordert, dass man wieder zum Magistratischen Bezirksamt gehen muss. – Meine Damen und Herren, hier messen Sie mit zweierlei Maß! (Abg. Kopf: So ist es!) Unterstützen Sie die Europäische Bürgerinitiative, das nämlich wäre ein Weg zu direkter Demokratie! In diesem Punkt sind Sie nicht glaubwürdig, meine Damen und Herren vom BZÖ! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das BZÖ hat damals in Graz gefordert, dass man wieder zum Magistratischen Bezirksamt gehen muss. – Meine Damen und Herren, hier messen Sie mit zweierlei Maß! (Abg. Kopf: So ist es!) Unterstützen Sie die Europäische Bürgerinitiative, das nämlich wäre ein Weg zu direkter Demokratie! In diesem Punkt sind Sie nicht glaubwürdig, meine Damen und Herren vom BZÖ! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das katastrophal war, das wissen Sie!
Ich glaube, auch an die Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen, mit diesem Europäische-Bürgerinitiative-Gesetz schaffen wir es, auch ein besonderes Beispiel des Parlamentarismus zu zeigen. Wir haben dieses Gesetz mittels eines Initiativantrages im vergangenen Herbst eingebracht. Wir haben zu diesem Gesetz auch ein Hearing hier im Hause durchgeführt (Abg. Scheibner: Das katastrophal war, das wissen Sie!), wir haben es intensivst diskutiert. Wir haben das mit den Grünen sehr intensiv diskutiert. Sie vom BZÖ haben sich nicht besonders daran beteiligt, Sie haben nur im Ausschuss ein paar Meldungen abgegeben. (Abg. Scheibner: Alle Experten haben das Gesetz zerrissen! Seien Sie doch nicht so überheblich!) Wir haben danach auch intensiv über einen Entschließungsantrag gesprochen, der die Schwächen in diesem Bereich beheben soll.
Abg. Scheibner: Alle Experten haben das Gesetz zerrissen! Seien Sie doch nicht so überheblich!
Ich glaube, auch an die Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen, mit diesem Europäische-Bürgerinitiative-Gesetz schaffen wir es, auch ein besonderes Beispiel des Parlamentarismus zu zeigen. Wir haben dieses Gesetz mittels eines Initiativantrages im vergangenen Herbst eingebracht. Wir haben zu diesem Gesetz auch ein Hearing hier im Hause durchgeführt (Abg. Scheibner: Das katastrophal war, das wissen Sie!), wir haben es intensivst diskutiert. Wir haben das mit den Grünen sehr intensiv diskutiert. Sie vom BZÖ haben sich nicht besonders daran beteiligt, Sie haben nur im Ausschuss ein paar Meldungen abgegeben. (Abg. Scheibner: Alle Experten haben das Gesetz zerrissen! Seien Sie doch nicht so überheblich!) Wir haben danach auch intensiv über einen Entschließungsantrag gesprochen, der die Schwächen in diesem Bereich beheben soll.
Abg. Scheibner: Aber nur denen mit Reisepass!
Im Vergleich dazu möchte ich ganz besonders auch die Freiheitliche Partei ansprechen, denn die verhält sich hier wenigstens kongruent im Unterschied zu Ihnen vom BZÖ. Sie hat die direkte Demokratie gefordert und stimmt heute dieser Vorlage auch zu, weil sie verstärkt für direkte Demokratie eintritt. Das ist das, was vielleicht auch der Prozess im Rahmen des Ausschusses ausgemacht hat: dass wir nun eine Vier-Parteien-Lösung zustande bringen, um den europäischen Bürgerinnen und Bürgern und den Österreicherinnen und Österreichern Europa näherzubringen. (Abg. Scheibner: Aber nur denen mit Reisepass!) Mehr Bürgernähe für Europa, mehr direkte Demokratie in Europa – das gehört gefeiert und nicht kritisiert, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Vergleich dazu möchte ich ganz besonders auch die Freiheitliche Partei ansprechen, denn die verhält sich hier wenigstens kongruent im Unterschied zu Ihnen vom BZÖ. Sie hat die direkte Demokratie gefordert und stimmt heute dieser Vorlage auch zu, weil sie verstärkt für direkte Demokratie eintritt. Das ist das, was vielleicht auch der Prozess im Rahmen des Ausschusses ausgemacht hat: dass wir nun eine Vier-Parteien-Lösung zustande bringen, um den europäischen Bürgerinnen und Bürgern und den Österreicherinnen und Österreichern Europa näherzubringen. (Abg. Scheibner: Aber nur denen mit Reisepass!) Mehr Bürgernähe für Europa, mehr direkte Demokratie in Europa – das gehört gefeiert und nicht kritisiert, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Aber man bewirkt ja nichts damit! Haben Sie gelesen, was man damit bewirkt? Gar nichts!
Das bedeutet eine Stärkung der Partizipation und ermöglicht Österreich schon durch eine geringe Anzahl von Unterschriften – Sie haben gesagt 1 Million; ich muss das für die Zuhörerinnen und Zuhörer verdeutlichen, denn in Österreich braucht es 14 250 Stimmen; das wäre Ihnen bei jedem einzelnen Volksbegehren sicher zu wenig, wenn sie nur 14 250 erreichten – daran teilzuhaben, dass eine Initiative an die Europäische Kommission zustande kommt, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Aber man bewirkt ja nichts damit! Haben Sie gelesen, was man damit bewirkt? Gar nichts!)
Beifall bei der ÖVP.
Das sind die nächsten Stufen, mit denen wir uns beschäftigen werden. Das ist der Ausbau der direkten Demokratie in Europa. Dafür stehen wir, und das halte ich für gut. Es wäre sehr schön, wenn wir auch noch eine Fünf-Parteien-Einigung erreichen könnten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich berichtige: Ich habe sogar persönlich teilgenommen an dieser Umfrage, als Zeichen auch für direkte Demokratie. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Klubobmann Strache. – Bitte. (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Grundsätzlich muss man festhalten, dass die Europäische Union sich aktuell nicht nur in einer Finanz- und Währungskrise befindet, sondern sehr wohl auch in einer ernsthaften Demokratiekrise – aber auch wir in Österreich müssen diese Krise für uns festhalten. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
umgehen. Und wenn man ehrlich damit umgeht, dann muss man sagen, das ist ein zartes Pflänzchen einer vielleicht in Zukunft möglich werdenden direktdemokratischen Einrichtung, aber das zarte Pflänzchen – das ist von Vorrednern schon richtig angesprochen und analysiert worden – ist natürlich bis dato ein Placebo, denn es gibt keine rechtliche Verbindlichkeit dahinter. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Was mit Volksbegehren geschieht, erleben wir ja in Österreich. Wir sind zwar vor 25 Jahren wesentlich weiter gewesen, als die Europäische Union heute ist (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), aber wir haben ja hier bei uns in Österreich einen Reformbedarf. Fangen wir doch hier an, und machen endlich das, was wir Freiheitlichen vorschlagen, nämlich die direkte Demokratie verbindlich in der Verfassung zu verankern! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Widmann.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Widmann.
Was mit Volksbegehren geschieht, erleben wir ja in Österreich. Wir sind zwar vor 25 Jahren wesentlich weiter gewesen, als die Europäische Union heute ist (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), aber wir haben ja hier bei uns in Österreich einen Reformbedarf. Fangen wir doch hier an, und machen endlich das, was wir Freiheitlichen vorschlagen, nämlich die direkte Demokratie verbindlich in der Verfassung zu verankern! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Widmann.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Da wird im Hintergrund mit dem Europäischen Stabilitätsmechanismus, dem ESM-Diktat, still und leise der weitere Abbau der Demokratie vorbereitet, wo man vorhat, wiederum die Demokratie abzuschaffen und es in Zukunft zu ermöglichen, dass der Gouverneursrat des Europäischen Stabilitätsmechanismus ohne Europäisches Parlament, ohne Entscheidung hier im österreichischen Parlament Entscheidungen treffen kann, dass er ohne demokratische Legitimation den Rettungsschirm auf bis zu 2 000 Milliarden € anheben kann und damit auch unsere österreichische Haftungssumme von heute 21 Milliarden auf über 70 Milliarden € anheben kann. Ja, wo leben wir denn?, frage ich mich, wenn ich sehe, was Sie da im Hintergrund an antidemokratischen Entwicklungen unterstützen und vorantreiben wollen. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es stimmt schon, in Österreich werden nur 14 700 benötigt, soweit ich es jetzt im Kopf habe, aber trotzdem frage ich mich: Warum zählt nicht die eine Million Unterstützungsunterschriften nur in Österreich auch, damit in der Europäischen Union endlich darüber diskutiert wird? (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Da muss doch die Million überall gleich viel wert sein – da dürfen doch nicht schon wieder Verhinderungsmechanismen eingebaut werden!
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Widmann.
Natürlich stimmt es auch – wenn man die Passkontrolle und die Personalausweiskontrolle hernimmt –, dass man eigentlich bei einer Bürgerinitiative über Instrumentarien nachgedacht hat, wie man ein Riesen-Tamtam schaffen kann, obwohl es ohnehin keine rechtlich konsequente Auswirkung geben wird. Das ist genau das Unverständliche! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Widmann.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
päischen Parlament sprechen zu dürfen (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), wenn eine verbindliche Umsetzung oder ein Mechanismus einer verbindlichen Umsetzung gesetzlich festgelegt würde, dann wäre es wirklich direkte Demokratie.
Beifall bei der FPÖ.
Aber herausgekommen ist ein zahnloses Konstrukt von durchaus demokratiefernen europäischen Technokraten, und das erleben wir seit einiger Zeit: einen europäischen Unionszug, der im Eiltempo dahinrast, aber nicht bereit ist, die Bürger mitzunehmen. Und genau das kritisieren wir. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sehen das letztlich ja auch bei uns an Kritikpunkten in Österreich: Wie geht man hier mit Volksbegehren um, die fast 500 000 Unterstützungserklärungen erhalten haben, wie das Bildungsvolksbegehren? Was wird geschehen? Wir haben es bei den vielen Volksbegehren, die wir in Österreich schon hatten, gesehen, und da fühlen sich die Österreicher gepflanzt: Da unterschreibt man, dann wird es im Parlament diskutiert, vielleicht noch in einen Ausschuss verlagert, und am Ende geschieht nichts. – Damit muss Schluss sein! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir wollen die direkte Demokratie hier in Österreich endlich umsetzen, hier in der österreichischen Verfassung verankern: Wenn über 250 000 Österreicher ein Volksbegehren für eine Gesetzesänderung oder für eine Gesetzeseinführung – auch bei EU-Themenbereichen, auch bei Verfassungsgesetzen – unterstützen, dann hat eine verbindliche Volksabstimmung stattzufinden! Das Ergebnis einer verbindlichen Volksabstimmung, bei der über 30 Prozent der Wahlberechtigten teilnehmen, hat dann auch hier im Hohen Haus verbindlich umgesetzt zu werden. Das bedeutet Mitsprache der Bürger – und nicht permanent über die Bürger drüberzufahren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir heute von Politikverdrossenheit reden: Ja, die gibt es, aber es ist in erster Linie eine Politikerverdrossenheit, weil die Menschen die politischen Köpfe satthaben, die sich permanent hinstellen, Dinge versprechen und dann nicht einhalten und permanent gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung Politik machen. Das ist der Grund der Verdrossenheit! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir wollen dieser Verdrossenheit durch konkrete Handlungen entgegenwirken und haben hier auch immer wieder Anträge eingebracht – für die Einführung der direkten Demokratie. Wir werden das weiter vorantreiben, weil die Menschen sehen können: Auf uns Freiheitliche kann man sich in diesen Fragen der direkten demokratischen Mitbestimmung verlassen, für die stehen wir, und dafür kann man uns in Zukunft auch stärken, weil es notwendig werden wird, dass wir das im Land durchsetzen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Widmann.
Für uns ist das der demokratiepolitische Auftrag, dem wir nachkommen, den wir auch leben, den Sie vonseiten der Regierung aber offensichtlich wie der Teufel das Weihwasser fürchten. Aus gutem Grund fürchten Sie ihn wie der Teufel das Weihwasser, weil Sie wissen: Wenn Sie in den entscheidenden Fragen, in denen Sie gar nichts weiterbringen oder wo Sie Beschlüsse zum Nachteil der Bevölkerung fassen, das Volk befragen würden, dann würde es klare Entscheidungen geben – aber genau das wollen Sie nicht, weil Sie dann Ihre Netzwerke nicht mehr bedienen können, denen Sie teilweise im Wort sind. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Widmann.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Aber ich sage: Für uns gibt es nur ein Netzwerk, das zählt: Das ist die österreichische Bevölkerung, das sind die Interessen der österreichischen Bevölkerung und das sind die Mehrheitsmeinungen der eigenen Bevölkerung. (Zwischenruf des Abg. Hörl.) Das ist Demokratie, und alles andere ist in Wirklichkeit ein Mechanismus, der Demokratie verhindern soll. Da verstehe ich schon, dass Sie sich da hinten aufregen und vonseiten der ÖVP ordentlich hineinplärren, das verstehe ich schon, weil Sie Angst haben.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Wir haben keine Angst vor dem Volk, und das Recht hat wieder vom Volk auszugehen! Das ist auch das, was in unserer Verfassung verankert ist, was Sie aber permanent mit Füßen treten. Genau das wollen Sie aber nicht, und deshalb wird es zwischen uns auch eine harte inhaltliche Auseinandersetzung zu diesen Themenbereichen geben. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ja, dazu stehe ich: Das Rechtsinstitut der Volksbefragung ist auch ein geeignetes Instrument, letztlich über die Reformstarre dieser Koalition hinwegzukommen. Ja, das wollen wir und müssen wir nutzen, und das vergessen Sie ständig – und zum Teil auch ein bisschen die Grünen, das muss ich schon anmerken, denn Ihnen ist die direkte Demokratie nur dann ein Anliegen, wenn es Ihnen ideologisch in den Kram passt. Das ist bei uns nicht der Fall. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Ich sage: Das Volk muss grundsätzlich die Möglichkeit haben, Initiativrechte gesetzlich verbindlicher Art ausüben zu können. Ob es mir ideologisch passt oder nicht, das ist nicht zu hinterfragen, sondern es muss für jeden mündigen Bürger die Möglichkeit gegeben sein, zu sagen, da gibt es Fehlentwicklungen, dagegen trete ich auf und ich erzwinge eine verbindliche Volksabstimmung (Beifall bei der FPÖ – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), an deren Ergebnis wir uns alle zu halten haben, ob es uns passt oder nicht.
Beifall bei der FPÖ.
Das ist doch das gemeinsame Element, wo wir uns auch – ich sage einmal ganz bewusst – alle finden könnten, wenn man es ernst meint. Bis dato meinen es nur viele hier in diesem Haus nicht wirklich ernst, und deshalb bitte ich Sie, endlich ernsthaft in diese Debatte einzutreten. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Wir beschließen heute das erste direktdemokratische Instrument auf europäischer Ebene. Sie haben mir vorhin Euphorie unterstellt, Herr Kollege Scheibner (Zwischenruf des Abg. Scheibner) – Sie haben das dann eh wieder zurückgenommen –, Euphorie im Verfassungsausschuss.
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Euphorisch bin ich bei anderen Angelegenheiten, in diesem Fall nicht, aber ich freue mich schon. Ich freue mich, weil es gelungen ist – und vor allem: unter federführender Mitarbeit der Grünen auf europäischer und auch auf nationaler Ebene gelungen ist (Zwischenruf des Abg. Scheibner) –, diese Europäische BürgerInneninitiative in dieses Stadium zu bringen, in dem sie jetzt ist.
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann.
Ich kann gerne das Bild vom zarten Pflänzchen aufgreifen: Ja, auch wir sehen das als zartes Pflänzchen, auch wir hätten uns mehr gewünscht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann.) Wir hätten uns eine Verbindlichkeit gewünscht, wir hätten uns Volksabstimmungen auf europäischer Ebene gewünscht und vieles mehr.
Beifall bei den Grünen.
Aber: Wir Grüne haben einen anderen Umgang mit zarten Pflänzchen, wie Sie wissen, wir steigen nicht drauf, sondern wir schauen, dass diese zarten Pflänzchen weiterwachsen. (Beifall bei den Grünen.) Und das haben wir in den letzten Wochen auch getan: Wir sind in ernsthafte Verhandlungen gegangen – im Gegensatz zu den anderen beiden Oppositionsparteien sind wir nicht in Frontalopposition gegangen – und haben genau die Punkte angesprochen, die Sie heute auch angesprochen haben, die wir auf das Schärfste kritisiert haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann.
Aber: Wir Grüne haben einen anderen Umgang mit zarten Pflänzchen, wie Sie wissen, wir steigen nicht drauf, sondern wir schauen, dass diese zarten Pflänzchen weiterwachsen. (Beifall bei den Grünen.) Und das haben wir in den letzten Wochen auch getan: Wir sind in ernsthafte Verhandlungen gegangen – im Gegensatz zu den anderen beiden Oppositionsparteien sind wir nicht in Frontalopposition gegangen – und haben genau die Punkte angesprochen, die Sie heute auch angesprochen haben, die wir auf das Schärfste kritisiert haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Widmann und Scheibner.
Punkt 1: der Identitätsnachweis. Man kann lange darüber diskutieren, ob überhaupt ein Identitätsnachweis erforderlich ist oder nicht. Was wir aber sehr wohl kritisiert haben, ist, dass Reisepass und Personalausweis als Ausweise, die hier ausschließlich Gültigkeit haben, sicher zu wenig sind. Es gibt sehr viele Menschen, die weder den einen noch den anderen Ausweis besitzen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Widmann und Scheibner.) Ich habe aktuell eine Anfrage an die Innenministerin gestellt, und wir werden sehen, wie viele Menschen das sind.
neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann
Sie wissen ganz genau, dass Österreich jetzt nicht anders hätte handeln können, weil das nämlich in der Verordnung drinnen steht (neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann), so wie es in Deutschland nicht in der Verordnung steht. (Beifall bei den Grünen.) Es ist eben in jedem Land anders geregelt, und wir können nicht einfach eine Regelung anders machen, als es in der Verordnung steht. Aber was wir machen können – und da sind wir halt pragmatisch und sagen, diesen Weg gehen wir –, ist, dass die Regierung in Verhandlungen geht (Abg. Scheibner: Ja, aber die deutsche Regelung hätten wir schon ...!) und sich im Rahmen der Evaluierung auch anschaut, welche Bedeutung diese Hürde für die Durchführung von Europäischen BürgerInneninitiativen hat.
Beifall bei den Grünen.
Sie wissen ganz genau, dass Österreich jetzt nicht anders hätte handeln können, weil das nämlich in der Verordnung drinnen steht (neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann), so wie es in Deutschland nicht in der Verordnung steht. (Beifall bei den Grünen.) Es ist eben in jedem Land anders geregelt, und wir können nicht einfach eine Regelung anders machen, als es in der Verordnung steht. Aber was wir machen können – und da sind wir halt pragmatisch und sagen, diesen Weg gehen wir –, ist, dass die Regierung in Verhandlungen geht (Abg. Scheibner: Ja, aber die deutsche Regelung hätten wir schon ...!) und sich im Rahmen der Evaluierung auch anschaut, welche Bedeutung diese Hürde für die Durchführung von Europäischen BürgerInneninitiativen hat.
Abg. Scheibner: Ja, aber die deutsche Regelung hätten wir schon ...!
Sie wissen ganz genau, dass Österreich jetzt nicht anders hätte handeln können, weil das nämlich in der Verordnung drinnen steht (neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann), so wie es in Deutschland nicht in der Verordnung steht. (Beifall bei den Grünen.) Es ist eben in jedem Land anders geregelt, und wir können nicht einfach eine Regelung anders machen, als es in der Verordnung steht. Aber was wir machen können – und da sind wir halt pragmatisch und sagen, diesen Weg gehen wir –, ist, dass die Regierung in Verhandlungen geht (Abg. Scheibner: Ja, aber die deutsche Regelung hätten wir schon ...!) und sich im Rahmen der Evaluierung auch anschaut, welche Bedeutung diese Hürde für die Durchführung von Europäischen BürgerInneninitiativen hat.
Abg. Scheibner: Ja, das hätten Sie durchsetzen können! Hätten Sie halt Nein gesagt!
Aber so zu tun, als wäre hier nicht einiges erledigt worden, und so zu tun, als würde hier nicht ein Bewusstsein bestehen, dass der Identitätsnachweis ein Problem ist (Abg. Scheibner: Ja, das hätten Sie durchsetzen können! Hätten Sie halt Nein gesagt!), dass die Kosten für das Onlinesammelsystem ein Problem sind, das ist leider wirklich Realitätsverweigerung.
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Widmann und Scheibner
Und es ist auch so, Herr Kollege Widmann, wenn Sie die aktuellen nationalen Volksbegehren zum Vergleich heranziehen, dass man da schon unterscheiden muss: Bei der Europäischen Bürgerinitiative handelt es sich um eine – unter Anführungszeichen – „private“ Sammlung durch Initiativen auf der Straße oder online. Bei den Volksbegehren, die wir hier in Österreich jetzt haben, handelt es sich noch immer um eine amtliche Sammlung, das heißt, man muss zu einem Magistrat, auf die Gemeinde gehen und dort auch einen Ausweis vorweisen. Es ist ja nicht so, dass man in Österreich keinen Ausweis vorweisen muss (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Widmann und Scheibner), nicht den Reisepass, da gebe ich Ihnen ja vollkommen recht; das haben wir auch hier mit hineingenommen und verändert.
Abg. Strache: abgelehnt unsere Anträge! Sie haben unsere Anträge abgelehnt!
Ich gebe Ihnen auch vollkommen recht, dass man auch im österreichischen System einiges verändern muss, und da bin ich auch bei Ihren Forderungen, was die direkte Demokratie betrifft. Ich weiß nicht, woher sie es nehmen, dass wir nur dann für direkte Demokratie sind, wenn es uns passt. (Abg. Strache: abgelehnt unsere Anträge! Sie haben unsere Anträge abgelehnt!)
Abg. Strache: Hier im Haus!
Herr Kollege Strache, wenn Sie im Verfassungsausschuss des Öfteren auftauchen würden, dann wüssten Sie, dass Ihre Anträge zur direkten Demokratie dort noch gar nicht verhandelt worden sind. (Abg. Strache: Hier im Haus!) – Da gab es noch keine, die zur Abstimmung kamen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.) – Da gab es noch keine; es gibt Anträge, die liegen im Verfassungsausschuss, die müssen im April erledigt werden.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.
Herr Kollege Strache, wenn Sie im Verfassungsausschuss des Öfteren auftauchen würden, dann wüssten Sie, dass Ihre Anträge zur direkten Demokratie dort noch gar nicht verhandelt worden sind. (Abg. Strache: Hier im Haus!) – Da gab es noch keine, die zur Abstimmung kamen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.) – Da gab es noch keine; es gibt Anträge, die liegen im Verfassungsausschuss, die müssen im April erledigt werden.
Abg. Ing. Hofer: Das werden wir sehen! – Abg. Strache: Das Volk entscheidet!
Eines muss ich Ihnen schon sagen, wenn Sie hier immer danach rufen, dass direkte Demokratie einzurichten und das Volk einzubinden sei. Da gebe ich Ihnen vollkommen recht, da sind wir auch nicht so weit auseinander. Aber Ihre Haltung dazu und Ihre eigentliche Motivation dahinter sind auch sehr leicht zu erkennen. Wenn Sie in Aschermittwoch-Reden und auch in anderen öffentlichen Aussagen direkte Demokratie immer nur damit verwechseln, dass Sie – wenn Sie angeblich irgendwann einmal in der Regierung sind – das Volk befragen werden oder Volksabstimmungen durchführen werden über genau die Punkte, die Ihnen nicht passen, aber von denen Sie noch überhaupt nicht wissen, wie die Österreicherinnen und Österreicher dazu stehen, dann ist das nicht mein Verständnis von direkter Demokratie. (Abg. Ing. Hofer: Das werden wir sehen! – Abg. Strache: Das Volk entscheidet!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Hofer und Strache
dort leben (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Hofer und Strache) –, dass all diese Menschen Initiativen setzen können und es bei ausreichender Unterstützung zu Abstimmungen kommt.
Zwischenruf bei der FPÖ.
Das heißt: direkte Demokratie von unten und nicht direkte Demokratie von oben. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Das verstehe ich nämlich nicht unter direkter Demokratie, und da unterscheiden wir uns sehr, sehr eindeutig. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das war jetzt sonderlich und absurd, was Sie zum Besten gegeben haben!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das war jetzt sonderlich und absurd, was Sie zum Besten gegeben haben!
Das heißt: direkte Demokratie von unten und nicht direkte Demokratie von oben. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Das verstehe ich nämlich nicht unter direkter Demokratie, und da unterscheiden wir uns sehr, sehr eindeutig. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das war jetzt sonderlich und absurd, was Sie zum Besten gegeben haben!)
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube, wir tun alle gut daran, bei Diskussionen zu direkter Demokratie auf nationaler Ebene, die wir spätestens im April führen müssen, auch die Initiativen miteinzubeziehen, so wie wir das auf unsere Anregung hin bei der Europäischen BürgerInneninitiative gemacht haben: Hearings, Gespräche mit den Initiativen, um wirklich eine Lösung zu finden, die für alle passt. Wir werden dieses Pflänzchen weiter gießen und nicht zertrampeln lassen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich bin fest davon überzeugt, dass wir trotz einer umfassenden Diskussion, in der es keine hundertprozentige Übereinstimmung gibt, hier eine gute Grundlage für Bürgerinitiativen auf europäischer Ebene geschaffen haben. Alle Vorarbeiten zu einer praktikablen Umsetzung laufen bei uns im Innenministerium. Dem, was die Frau Kollegin gesagt hat, kann ich mich nur anschließen: Gießen wir dieses Pflänzchen, um die direkte Demokratie auf europäischer Ebene in Zukunft zu stärken und auch besser auszubauen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher sind sieben Staaten, die sich da anschließen müssen, das Minimum an Erfordernis, dass es zu einer gesamteuropäischen Bürgerinitiative kommen kann und nicht ein einzelner großer Staat sozusagen die kleinen Staaten in Geiselhaft nimmt. Das würden wir als Sozialdemokraten ablehnen, weil ich glaube, dass die Europäische Union nur dann eine gesamtheitliche Entwicklung nimmt, wenn man die kleinen Staaten als gleichberechtigte Staaten mitnimmt und nicht die großen Staaten zu dominieren beginnen. Ich halte dieses Argument für falsch, das Sie hier gebracht haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber das geht ja wohl mit einem Führerschein auch, oder? – Amtlicher Lichtbildausweis!
Ich halte es im Gegensatz zum Kollegen Scheibner für durchaus angebracht, den Pass oder Personalausweis als Identifikationsmerkmal heranzuziehen, weil es möglich sein muss, doppelte Unterschriften auszusortieren (Abg. Scheibner: Aber das geht ja wohl mit einem Führerschein auch, oder? – Amtlicher Lichtbildausweis!), weil es möglich sein muss, zu verhindern, dass jemand das Telefonbuch abschreibt und viele Leute nicht wissen, dass ihr Name dazu missbraucht wird, um eine Initiative zu unterstützen, die sie vielleicht gar nicht unterstützen wollen. Um das zu verhindern, halte ich als Identifikationsnachweis den Pass oder den Personalausweis für richtig, gestehe aber zu, wenn wir andere Systeme, andere Ausweise so weit bringen, dass sie überprüfbar sind, muss man natürlich darüber nachdenken, auch das zu ermöglichen.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber die elektronische Sammlung von Unterstützungsbekundungen ist sicher ein Fortschritt gegenüber dem Erfordernis, ins Amt gehen zu müssen, um eine Ausweisleistung zu erbringen. Ich glaube, dass das der richtige Mittelweg ist. Natürlich müssen wir für weitere Diskussionen offen sein. Es ist der erste Schritt in diese Richtung auf europäischer Ebene, und daher muss man einen derartigen Schritt zur Demokratisierung der europäischen Ebene unterstützen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Hättet ihr etwas Gescheites vorgelegt!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Ich bin eigentlich überrascht, dass wir heute hier zu keiner Fünf-Parteien-Einigung kommen. Ich bedauere das. (Abg. Scheibner: Hättet ihr etwas Gescheites vorgelegt!) Zu Recht wird immer wieder kritisiert, dass die Europäische Union ein Defizit hat, was Bürgernähe und Bürgerbeteiligung betrifft. Und wenn dann einmal ein Ansatz da ist – da bin ich ganz beim Klubobmann Strache –, ein zartes Pflänzchen, ein Beginn, dann wird das vom BZÖ wieder nicht unterstützt.
Beifall bei der ÖVP.
So gesehen eine ausgewogene Vorlage, ein Beginn, wo es sicherlich eine Weiterentwicklung geben wird, aber schade, dass dieser Beginn nicht von allen fünf im Parlament vertretenen Parteien unterstützt wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Harald Stefan (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Hohes Haus! Also wenn das wirklich ein Meilenstein ist – wir haben es schon gehört, wir sind immer voll von Meilensteinen hier im Hohen Haus –, dann zeigt das, welch eigenartigen Zugang die Regierungsparteien offenbar zur direkten Demokratie haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Tu das „blauäugig“ nicht beleidigen!
Frau Abgeordnete Muttonen hat gesagt: ein großer Schritt. Ich weiß nicht, sind Sie wirklich so blauäugig, dass Sie das tatsächlich so sehen? Man muss doch hier, wenn man das betrachtet, in erster Linie einmal (Abg. Strache: Tu das „blauäugig“ nicht beleidigen!) – Gut, also: Sind Sie so naiv? Darf man das sagen? Ich weiß es nicht. Zieht das einen Ordnungsruf nach sich? (Abg. Strache: Das war eine Frage, kein Ordnungsruf!) – Tatsache ist jedenfalls, dass Sie offenbar keinen Zugang zur direkten Demokratie haben.
Abg. Strache: Das war eine Frage, kein Ordnungsruf!
Frau Abgeordnete Muttonen hat gesagt: ein großer Schritt. Ich weiß nicht, sind Sie wirklich so blauäugig, dass Sie das tatsächlich so sehen? Man muss doch hier, wenn man das betrachtet, in erster Linie einmal (Abg. Strache: Tu das „blauäugig“ nicht beleidigen!) – Gut, also: Sind Sie so naiv? Darf man das sagen? Ich weiß es nicht. Zieht das einen Ordnungsruf nach sich? (Abg. Strache: Das war eine Frage, kein Ordnungsruf!) – Tatsache ist jedenfalls, dass Sie offenbar keinen Zugang zur direkten Demokratie haben.
Beifall bei der FPÖ.
Und wenn hier gesagt wurde, die FPÖ hätte hier noch keine Initiativen gesetzt: Frau Kollegin Musiol, Sie wissen ganz genau, wir haben hier schon Anträge gestellt, und die sind von den Grünen durchwegs abgelehnt worden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitliche sagen – und das ist immer der Diskussionspunkt –: Die direkte Demokratie, das Volk muss das dürfen und können, was das Parlament auch kann. Es darf keine Themenbeschränkungen bei Volksabstimmungen geben. Das ist der entscheidende Punkt. Und wenn wir beginnen, hier plötzlich irgendwelche, ich weiß nicht, aus welchem Grund, wegen Political Correctness oder sonst etwas, Themenstellungen im Zusammenhang mit der Europäischen Union vorzuschreiben, über das dürfen wir nicht abstimmen, über dieses und jenes nicht, dann sind wir auf dem Holzweg. Und da unterscheiden wir uns offenbar voneinander. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Grosz: Aber warum stimmt ihr dann zu? – Abg. Strache: Weil wir das Instrument nützen werden!
Aber darüber können wir ja heute nicht mehr befinden, das ist so vorgegeben. Aber worüber wir befinden können, ist die Umsetzung in Österreich, und hier schießen wir übers Ziel hinaus. Völlig zu Recht ist gesagt worden, wir blockieren und behindern dieses kleine Pflänzchen noch zusätzlich, wo wir doch wissen, diese Bürgerinitiative ist nicht verbindlich. Warum errichten wir hier dermaßen große Hürden, die wir zum Teil nicht einmal bei der Briefwahl haben? (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Grosz: Aber warum stimmt ihr dann zu? – Abg. Strache: Weil wir das Instrument nützen werden!)
Beifall bei der FPÖ.
Bei der Briefwahl, wo es tatsächlich um eine Entscheidung geht, wo es um das Wahlrecht des Österreichers geht, werden ganz andere Maßnahmen getroffen und werden unsere ganzen Initiativen, in diesem Bereich Sicherheit zu schaffen, in Wirklichkeit unterlaufen. Aber wenn es um eine Bürgerinitiative geht, die keinerlei Verbindlichkeit hat, legt man strengere Maßstäbe an. Zum Argument des Kollegen Wittmann, es wäre furchtbar, wenn die großen Staaten die anderen, kleineren Staaten unterlaufen könnten: Das ist doch völlig egal! Wenn die Kommission eine Anregung bekommt, dann habe ich ja kein Problem. Etwas anderes ist es, wenn es eine Abstimmung gibt und wir dann hier unter die Räder kommen würden. Und genau dagegen haben wir uns immer gewehrt. Deswegen sind wir immer für das Vetorecht auch der kleinen Staaten und auch Österreichs gewesen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Grosz: Aber dann müsst ihr es auch ablehnen!
Das heißt, wir machen hier in Wirklichkeit wieder einen weiteren Eingriff in die Grundrechte der Bürger, wir schaffen eine weitere Möglichkeit für Datenmissbrauch. Und wofür? – Damit man letztendlich eine unverbindliche Bürgerinitiative durchsetzt. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Grosz: Aber dann müsst ihr es auch ablehnen!)
Abg. Grosz: Das ist ein kleiner Kaktus, kein „Pflänzchen“!
Unsere Einstellung dazu ist: Es ist ein winziges, kleines Pflänzchen. (Abg. Grosz: Das ist ein kleiner Kaktus, kein „Pflänzchen“!) Es eröffnet immerhin die Möglichkeit, dass sich in mehreren Staaten Bürger zusammenschließen und sich zu einem bestimmten Thema Gehör verschaffen. Und das ist der Punkt, warum wir zustimmen. Wir sagen, es gibt immerhin diese Möglichkeit, und es wird sicherlich einmal zu Themen diskutiert werden können, die bis jetzt nicht auf der Tagesordnung des Europäischen Parlaments gestanden sind, weil eben hier Initiativen gesetzt werden können. Deswegen stimmen
Abg. Strache: Nein zum Türkei-Beitritt, das ist ein Thema! Das werden wir hochziehen in Europa!
wir zu. (Abg. Strache: Nein zum Türkei-Beitritt, das ist ein Thema! Das werden wir hochziehen in Europa!)
Beifall bei der FPÖ.
Es gibt genug Probleme mit der Verordnung, es gibt genug Probleme mit dem Gesetz, es gibt noch viel mehr Probleme mit der direkten Demokratie in Österreich, aber ein kleiner Ansatz ist da. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Das ist korrekt!
Ich wundere mich auch über einige Dinge im Gesetz, aber aus irgendwelchen Gründen ist das so. Zum Beispiel habe ich dem Entschließungsantrag entnommen, dass in den Mitgliedstaaten nicht einheitlich geregelt ist, woran angeknüpft wird: Staatsbürgerschaft oder Wohnsitz. Bei einer Europäischen Bürgerinitiative, glaube ich, wäre es naheliegend, an den Wohnsitz anzuknüpfen. Warum soll ein Deutscher, der seit 30 Jahren hier in Wien lebt, sich nicht an einer Europäischen Bürgerinitiative hier beteiligen dürfen?! (Abg. Strache: Das ist korrekt!) Aber das sind Dinge, die im Laufe der Jahre sicher noch zu besprechen sein werden. Es ist vielleicht kein Meilenstein, es ist ein Fortschritt.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Etwas ist garantiert ausständig – und ich komme dann noch auf den Kontrast zu sprechen, was den Zustand der europäischen Demokratie betrifft –, ausständig sind sicherlich Regeln für eine Europäische Volksabstimmung. Darüber hat es keine Einigung im Rahmen des Lissabon-Vertrages gegeben. Wir haben keine einheitlichen Regelungen für Referenden in den einzelnen Mitgliedstaaten. Muss ja auch nicht sein. Sollen die Iren es so machen und die Deutschen anders. Daran würde ich mich nicht stoßen. Aber dass verbindliche Europäische Volksabstimmungen derzeit schlicht unmöglich sind, weil es dafür keine rechtliche Basis gibt, das finde ich extrem unbefriedigend. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Ing. Hofer.
Die Bürgerinitiative auf europäischer Ebene ist sicher eine gute Sache und wird für eine bessere Wahrnehmung von Bürgerrechten in der Union sorgen können. Aber, meine Damen und Herren, sie steht in einem geradezu schrillen Kontrast zur derzeitigen Entwicklung der europäischen Demokratie, nämlich zur Aushöhlung der europäischen Demokratie, die jetzt schon seit mindestens drei Jahren anhält. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Ing. Hofer.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ
Aber das Schlimmste sind diese hybriden Konstruktionen, zuletzt im Fiskalpakt, vorher im EFSF, künftig im ESM, wo über völkerrechtliche Verträge etwas vereinbart wird, aber unter Nutzung – ich sage: unter missbräuchlicher Nutzung! – europäischer Institutionen (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ): Einbindung der Europäischen Kommission auf eine Art, die de facto auf eine Degradierung der Kommission hinausläuft, und vor allem immer unter völliger Ausschaltung des Europäischen Parlaments. Das ist momentan die Entwicklung der europäischen Demokratie: weg von den Grundregeln der Demokratie hin zur zunehmenden Macht der Regierungschefs! Und naturgemäß, muss man fast sagen, ist es nicht der österreichische Regierungschef (Beifall des Abg. Dr. Fichtenbauer), sondern das deutsch-französische Kartell, zu dem sich diese Entwicklung bewegt.
Beifall des Abg. Dr. Fichtenbauer
Aber das Schlimmste sind diese hybriden Konstruktionen, zuletzt im Fiskalpakt, vorher im EFSF, künftig im ESM, wo über völkerrechtliche Verträge etwas vereinbart wird, aber unter Nutzung – ich sage: unter missbräuchlicher Nutzung! – europäischer Institutionen (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ): Einbindung der Europäischen Kommission auf eine Art, die de facto auf eine Degradierung der Kommission hinausläuft, und vor allem immer unter völliger Ausschaltung des Europäischen Parlaments. Das ist momentan die Entwicklung der europäischen Demokratie: weg von den Grundregeln der Demokratie hin zur zunehmenden Macht der Regierungschefs! Und naturgemäß, muss man fast sagen, ist es nicht der österreichische Regierungschef (Beifall des Abg. Dr. Fichtenbauer), sondern das deutsch-französische Kartell, zu dem sich diese Entwicklung bewegt.
Abg. Rädler: Warum?
Ich glaube nicht, dass wir uns das länger bieten lassen sollten, sondern ich meine, wir österreichischen Abgeordneten sollten uns hier im österreichischen Parlament ein Beispiel nehmen – ich sage es nur ungern – am Selbstbewusstsein des Deutschen Bundestages. Ich sage es nur ungern, weil ich immer ungern das deutsche Vorbild zitiere. (Abg. Rädler: Warum?) Aber in diesem Fall tue ich es gern.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Wie gesagt, das ist ein eigenes Gesetz. In Österreich? – Nein! Das geht an uns völlig vorbei. Wir müssen dafür sorgen, dass im Rahmen der kommenden ESM-Debatte das nicht wieder genau auf diese Art abläuft. Das können wir uns als österreichische Nationalratsabgeordnete nicht bieten lassen! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Hörl.
Nebenbei gesagt, liebe Kolleginnen und Kollegen, vor allem jene von ÖVP und SPÖ: Ich glaube nicht, dass es viele Länder gibt, wo eine Regierung sagen kann: Wir schlagen vor, das Parlament zu verkleinern!, und dann nicht anschließend das Parlament wie ein Mann/eine Frau aufsteht und sagt: Aber ihr habt uns gar nichts vorzuschreiben! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Hörl.) Wir wollen unsere Rechte wahrnehmen! Wir sind das Kontrollinstrument! Wir sind ein Kontrollinstrument gegenüber der Regierung. Wollt ihr vielleicht die Kontrolle schwächen?
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Okay, reden wir über die Rolle des Parlaments, schauen wir uns an, wie die deutschen Bundestagsabgeordneten ausgestattet sind, mit Referenten, mit Personal, sodass sie diese zusätzlichen Aufgaben überhaupt wahrnehmen können, zum Beispiel im Rahmen des EFSF! – Mit unserem Personalstand, muss ich sagen, habe ich größte Hemmungen, solche Aufgaben zu übernehmen. Wie sollen wir das tun? Noch dazu, wie die Regierung und die Regierungsfraktionen, muss ich annehmen (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Waren Sie informiert davon? Haben Sie still und heimlich gesagt: Na ja, passt schon!? (Abg. Weninger: Überhaupt nicht!) – Oder haben Sie es als Tischvorlage quasi nach dem „Merkozy“-Muster erfahren? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Weninger.) Dann müssen Sie sich aber besonders aufregen, wenn es so war! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Josef Auer: Tuan ma schon!) „Tuan ma schon!“ – Na gut. Ich hoffe, es ist so, Herr Kollege!
Abg. Weninger: Überhaupt nicht!
Okay, reden wir über die Rolle des Parlaments, schauen wir uns an, wie die deutschen Bundestagsabgeordneten ausgestattet sind, mit Referenten, mit Personal, sodass sie diese zusätzlichen Aufgaben überhaupt wahrnehmen können, zum Beispiel im Rahmen des EFSF! – Mit unserem Personalstand, muss ich sagen, habe ich größte Hemmungen, solche Aufgaben zu übernehmen. Wie sollen wir das tun? Noch dazu, wie die Regierung und die Regierungsfraktionen, muss ich annehmen (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Waren Sie informiert davon? Haben Sie still und heimlich gesagt: Na ja, passt schon!? (Abg. Weninger: Überhaupt nicht!) – Oder haben Sie es als Tischvorlage quasi nach dem „Merkozy“-Muster erfahren? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Weninger.) Dann müssen Sie sich aber besonders aufregen, wenn es so war! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Josef Auer: Tuan ma schon!) „Tuan ma schon!“ – Na gut. Ich hoffe, es ist so, Herr Kollege!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Weninger.
Okay, reden wir über die Rolle des Parlaments, schauen wir uns an, wie die deutschen Bundestagsabgeordneten ausgestattet sind, mit Referenten, mit Personal, sodass sie diese zusätzlichen Aufgaben überhaupt wahrnehmen können, zum Beispiel im Rahmen des EFSF! – Mit unserem Personalstand, muss ich sagen, habe ich größte Hemmungen, solche Aufgaben zu übernehmen. Wie sollen wir das tun? Noch dazu, wie die Regierung und die Regierungsfraktionen, muss ich annehmen (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Waren Sie informiert davon? Haben Sie still und heimlich gesagt: Na ja, passt schon!? (Abg. Weninger: Überhaupt nicht!) – Oder haben Sie es als Tischvorlage quasi nach dem „Merkozy“-Muster erfahren? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Weninger.) Dann müssen Sie sich aber besonders aufregen, wenn es so war! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Josef Auer: Tuan ma schon!) „Tuan ma schon!“ – Na gut. Ich hoffe, es ist so, Herr Kollege!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Josef Auer: Tuan ma schon!
Okay, reden wir über die Rolle des Parlaments, schauen wir uns an, wie die deutschen Bundestagsabgeordneten ausgestattet sind, mit Referenten, mit Personal, sodass sie diese zusätzlichen Aufgaben überhaupt wahrnehmen können, zum Beispiel im Rahmen des EFSF! – Mit unserem Personalstand, muss ich sagen, habe ich größte Hemmungen, solche Aufgaben zu übernehmen. Wie sollen wir das tun? Noch dazu, wie die Regierung und die Regierungsfraktionen, muss ich annehmen (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Waren Sie informiert davon? Haben Sie still und heimlich gesagt: Na ja, passt schon!? (Abg. Weninger: Überhaupt nicht!) – Oder haben Sie es als Tischvorlage quasi nach dem „Merkozy“-Muster erfahren? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Weninger.) Dann müssen Sie sich aber besonders aufregen, wenn es so war! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Josef Auer: Tuan ma schon!) „Tuan ma schon!“ – Na gut. Ich hoffe, es ist so, Herr Kollege!
Beifall bei den Grünen.
Abschließend: Die Europäische Bürgerinitiative ist ein wesentlicher Fortschritt in der europäischen Demokratie, steht aber gleichzeitig in einem schreienden Gegensatz zu dem, was auf anderer Ebene passiert, nämlich eine schrittweise Ausschaltung beziehungsweise Ignorierung des Europäischen Parlaments, eine Ausschaltung der europäischen Institutionen und damit eine komplette Machtverschiebung innerhalb der europäischen Institutionen zugunsten der Ministerpräsidenten. Und das kann nicht in österreichischem Interesse sein, denn genau das fördert das Kartell von „Merkozy“. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Oder: eine eigene Währung, ein Schilling, damit Spielball der Spekulation. – Das zeugt ja auch von einer wirtschaftspolitischen Inkompetenz, die jeder Beschreibung spottet, meine Damen und Herren von der FPÖ! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Reden Sie von Herrn Androsch oder von Herrn Blecha? Oder von wem reden Sie?
Und der Herr Strache stellt sich hier her und will Demokratie erklären! – Der soll endlich einmal den Herrn Scheuch abberufen, das wäre einmal ein demokratiepolitisches Zeichen. Einen wegen Korruption verurteilter Landeshauptmannstellvertreter! Herr Strache, Da könnten Sie sich einmal demokratiepolitisch betätigen! Berufen Sie endlich einmal den Herrn Scheuch ab von seiner Funktion! (Abg. Strache: Reden Sie von Herrn Androsch oder von Herrn Blecha? Oder von wem reden Sie?)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn ich mir die Aussagen von Herrn Mario Draghivon der Europäischen Zentralbank vor Augen führe, der zwar einerseits 529 Milliarden für Banken flüssigmacht, aber andererseits meint, das europäische Sozialstaatsmodell gäbe es nicht mehr, dann muss ich sagen: Es gibt eigentlich gar keine ärgere Provokation, aber umgekehrt gibt es auch keine bessere Motivation, als dass die Bevölkerung Europas darauf eine entsprechende Antwort gibt! – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Langsamer sprechen! – Der Redner spricht weiterhin sehr schnell.
Und noch etwas: Ich als Abgeordneter in diesem Hause möchte Aufklärung in allen Punkten haben. Unterstellen Sie mir bitte nicht, dass ich gegen Aufklärung bin. – Das zu diesem Punkt. (Abg. Scheibner: Langsamer sprechen! – Der Redner spricht weiterhin sehr schnell.)
Abg. Grosz: Langsamer!
Ich habe die ehrenvolle Aufgabe, einen Abänderungsantrag einzubringen. (Abg. Grosz: Langsamer!)
Abg. Strache: Das haben wir jetzt nicht verstanden, darum wiederholen! – Der Redner reduziert seine Redegeschwindigkeit nicht. – Abg. Dr. Fichtenbauer – in Richtung Präsidium –: Bitte, zur Geschäftsodnung!
(Abg. Strache: Das haben wir jetzt nicht verstanden, darum wiederholen! – Der Redner reduziert seine Redegeschwindigkeit nicht. – Abg. Dr. Fichtenbauer – in Richtung Präsidium –: Bitte, zur Geschäftsodnung!)
Der Redner spricht nach wie vor sehr schnell. – Abg. Strache – in Richtung ÖVP –: Ist das jetzt eine Pflanzerei oder ?
(Der Redner spricht nach wie vor sehr schnell. – Abg. Strache – in Richtung ÖVP –: Ist das jetzt eine Pflanzerei oder ?)
Der Redner hält am Tempo seines Vortrages fest. – Abg. Strache: Das ist eine Pflanzerei! – Abg. Scheibner – in Richtung Präsidium –: Herr Präsident, bitte!
(Der Redner hält am Tempo seines Vortrages fest. – Abg. Strache: Das ist eine Pflanzerei! – Abg. Scheibner – in Richtung Präsidium –: Herr Präsident, bitte!)
Der Redner hält seinen Vortrag nach wie vor in hoher Geschwindigkeit. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
(Der Redner hält seinen Vortrag nach wie vor in hoher Geschwindigkeit. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Bei den angestrebten Änderungen handelt es sich durchwegs um legistische Bereinigungen. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe, mit einer rhetorischen Höchstleistung dies hier im Parlament vorzubringen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Bundesminister, ich darf Ihnen danken für den Einsatz, den Sie in Tirol liefern. Wir Tiroler sind höchstzufrieden mit der Polizei in Tirol. Wir hätten in Tourismusburgen noch einige Verbesserungen notwendig, darum bitte ich Sie. – Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall bei der ÖVP.)
ironische Heiterkeit sowie Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ
Präsident Fritz Neugebauer: Der soeben eingebrachte Abänderungsantrag ist entsprechend dem mir vorliegenden Text ordnungsgemäß und auch fehlerfrei eingebracht worden (ironische Heiterkeit sowie Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ) und steht somit in Verhandlung.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich bringe vor, dass der von meinem Vorredner eingebrachte Abänderungsantrag nicht den Bestimmungen der Geschäftsordnung des Parlaments entspricht: Es war heruntergehaspelt, er hat selber nicht verstanden, was er geredet hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Es war im ganzen Haus kein einziger Mensch in der Lage, das akustisch nachzuverfolgen. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Neuerlicher Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Ruf bei der ÖVP – in Richtung FPÖ und BZÖ –: Er redet schneller als Sie denken!
Es mag sein, dass das Papier richtig ausformuliert ist, aber dieser Antrag ist nicht geschäftsordnungsmäßig eingebracht. (Neuerlicher Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Ruf bei der ÖVP – in Richtung FPÖ und BZÖ –: Er redet schneller als Sie denken!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Ich glaube, wenn man den Parlamentarismus ernst nimmt – und ich habe jetzt gerade gehört, wie wichtig diese Initiative ist –, dann kann man nicht wenige Redner vor Ende der Debatte einen Abänderungsantrag in einem derartigen Tempo hier einbringen, bei dem wir gar nicht überprüfen können, was da jetzt wirklich abgeändert wird. Deshalb beantrage ich, dass die Abstimmung über diesen Tagesordnungspunkt nach hinten verlegt wird. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! All jene, die das Wort „Demokratie“ in den Mund nehmen, können sich jetzt messen lassen an dem Trauerspiel, das uns eben vom Herrn Abgeordneten Hörl dargeboten worden ist. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Grosz: ... eine traurige Gestalt!
Es ist skandalös, diesen Antrag überhaupt als parlamentarischen Antrag bezeichnen zu wollen. (Abg. Grosz: ... eine traurige Gestalt!) Das ist eine Missachtung, eine völlige Missachtung!
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir haben vor, diesem Antrag entgegen unserer Auffassung, nämlich dem Punkt 1 der Tagesordnung, zuzustimmen. Wenn dem Antrag auf Verlegung an das Ende der Debatte nicht Folge geleistet wird, wird unsere Fraktion nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nicht zustimmen!
Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Jakob Auer – in Richtung FPÖ –: Der passt überhaupt nicht auf, was gesagt worden ist!
Es ist ungeheuerlich (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Jakob Auer – in Richtung FPÖ –: Der passt überhaupt nicht auf, was gesagt worden ist!) Wie wird das abgestimmt? (Abg. Jakob Auer – wieder in Richtung FPÖ –: Der passt überhaupt nicht auf!)
Abg. Jakob Auer – wieder in Richtung FPÖ –: Der passt überhaupt nicht auf!
Es ist ungeheuerlich (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Jakob Auer – in Richtung FPÖ –: Der passt überhaupt nicht auf, was gesagt worden ist!) Wie wird das abgestimmt? (Abg. Jakob Auer – wieder in Richtung FPÖ –: Der passt überhaupt nicht auf!)
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich passe mehr auf, aber Sie haben ja keine Ahnung, was Sie einbringen! (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Lesen Sie das! Wenn Sie in der Lage sind, das jetzt wiederzugeben, was Ihr Hörl hier vorgetragen hat, dann bekommen Sie die Goldmedaille für Riesenohren. Sie haben ja keine Ahnung, was Sie hier reden! Das ist ja unglaublich! Sie sind Vollzugsbeamte, keine Parlamentarier! (Neuerlicher Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei FPÖ, BZÖ und Grünen.
Und überhaupt: Die beste Rede – abseits der Redebeiträge vonseiten unserer Fraktion – hat Professor Van der Bellen hier gehalten. Ja, das, was er gesagt hat, gehört auf Pergament geschrieben, und jeder soll das auswendig lernen. (Beifall bei FPÖ, BZÖ und Grünen.)
Abg. Grosz: Das kann man nur ablehnen!
Und ob es genehmigt wird oder nicht: Es kann nur dem Parlament vorgelegt werden, und es steht wieder der Kommission zu zu entscheiden. Und die Organisatoren haben nur ein Anhörungsrecht im EU-Parlament. Und dann ist der Schlusspunkt der Bürgerinitiative. (Abg. Grosz: Das kann man nur ablehnen!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Der arme Augustinus!
Warum wir uns im Gegensatz zu unserer Auffassung im Ausschuss dazu entschließen wollen, dem zuzustimmen, liegt in einem Zitat des heiligen Augustinus begründet: Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen. – Und eine Kerze im Verhältnis zur Dunkelheit ist es allemal. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Der arme Augustinus!)
Abg. Grosz: Das hat der Augustinus nicht verdient!
Zum Gesetz selber. (Abg. Grosz: Das hat der Augustinus nicht verdient!) Sie haben ja keine Ahnung!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.
Eine Frage der Rechtswissenschaft ist in diesem Zusammenhang anzubringen, nämlich: Es gibt nunmehr die Möglichkeit (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.) Hören Sie zu, dann lernen Sie vielleicht etwas!
Ruf bei der SPÖ: Das versteht kein Mensch!
Es gibt nunmehr die Möglichkeit, beim Verfassungsgerichtshof eine Beschwerde einzubringen für den Fall, dass dem Antrag nach § 2 Abs. 1 nicht Folge geleistet wird, und für den Fall, dass einer Überprüfung der Unterstützungsbeurkundung gemäß Absatz 3 des § 3 nicht stattgegeben wird. (Ruf bei der SPÖ: Das versteht kein Mensch!) Das kann man gut hören! Oder Sie sind nicht parlamentsfähig, weil es Ihnen an der körperlichen Fähigkeit für die Ausübung Ihres Amtes mangelt. (Beifall bei der FPÖ.) Dann werden wir den Arzt holen, der wird Sie durchleuchten.
Beifall bei der FPÖ.
Es gibt nunmehr die Möglichkeit, beim Verfassungsgerichtshof eine Beschwerde einzubringen für den Fall, dass dem Antrag nach § 2 Abs. 1 nicht Folge geleistet wird, und für den Fall, dass einer Überprüfung der Unterstützungsbeurkundung gemäß Absatz 3 des § 3 nicht stattgegeben wird. (Ruf bei der SPÖ: Das versteht kein Mensch!) Das kann man gut hören! Oder Sie sind nicht parlamentsfähig, weil es Ihnen an der körperlichen Fähigkeit für die Ausübung Ihres Amtes mangelt. (Beifall bei der FPÖ.) Dann werden wir den Arzt holen, der wird Sie durchleuchten.
Zwischenrufe bei den Grünen
Zusammenfassend – Frau Kollegin Musiol ist nicht da (Zwischenrufe bei den Grünen) – Entschuldigung!; Sie haben sich zur Hinterbank begeben –: Wir sind ein für alle Mal gegen das Ausländerwahlrecht. H.-C. Strache hat es bewirkt, dass vom Verfassungsgerichtshof das rechtswidrige, verfassungswidrige entsprechende Gesetz in Wien gekippt wurde. Dabei bleibt es. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zusammenfassend – Frau Kollegin Musiol ist nicht da (Zwischenrufe bei den Grünen) – Entschuldigung!; Sie haben sich zur Hinterbank begeben –: Wir sind ein für alle Mal gegen das Ausländerwahlrecht. H.-C. Strache hat es bewirkt, dass vom Verfassungsgerichtshof das rechtswidrige, verfassungswidrige entsprechende Gesetz in Wien gekippt wurde. Dabei bleibt es. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Noch einmal: Von Meilenstein kann nicht die Rede sein. Ein bisschen besser als vorher ist es allemal. Aber es ist ein bescheidener, ein sehr bescheidener Inhalt eines riesig angekündigten Meilensteins. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Aber er ist auch ein Ausnahmekopf bei den Grünen! Das muss man weise sagen!
Bellen klaffen definitiv Welten. (Abg. Strache: Aber er ist auch ein Ausnahmekopf bei den Grünen! Das muss man weise sagen!) Was diese Definition und diese Fragestellung betrifft, die im Raum steht und die die Bürgerinnen und Bürger wirklich interessiert, nämlich: Wie schaut es mit der Demokratie in Österreich aus?, da haben wir einiges zu klären.
Abg. Scheibner: Das hat ja überhaupt niemand gesagt! Wo warst du denn die ganze Zeit? Das hat kein Mensch gesagt!
Es ist nicht so, wie das BZÖ sagt, dass wir da Vorreiter seien und es bei uns schon vor 25 Jahren so gewesen sei. (Abg. Scheibner: Das hat ja überhaupt niemand gesagt! Wo warst du denn die ganze Zeit? Das hat kein Mensch gesagt!) Ja wer hat denn vor 25 Jahren dafür gesorgt, dass die Bürgerinitiative in Österreich auch im Parlament eingebracht werden kann? – Die Grünen! 1986 sind wir in den Nationalrat eingezogen. Das war eine unserer zentralen Forderungen, dass es auch im Parlament direkte Instrumente gibt. (Abg. Scheibner: haben sie den Fux hinausgeschmissen! den Herbert Fux gehabt!)
Abg. Scheibner: haben sie den Fux hinausgeschmissen! den Herbert Fux gehabt!
Es ist nicht so, wie das BZÖ sagt, dass wir da Vorreiter seien und es bei uns schon vor 25 Jahren so gewesen sei. (Abg. Scheibner: Das hat ja überhaupt niemand gesagt! Wo warst du denn die ganze Zeit? Das hat kein Mensch gesagt!) Ja wer hat denn vor 25 Jahren dafür gesorgt, dass die Bürgerinitiative in Österreich auch im Parlament eingebracht werden kann? – Die Grünen! 1986 sind wir in den Nationalrat eingezogen. Das war eine unserer zentralen Forderungen, dass es auch im Parlament direkte Instrumente gibt. (Abg. Scheibner: haben sie den Fux hinausgeschmissen! den Herbert Fux gehabt!)
Abg. Scheibner: Aber ihr habt euch nicht durchgesetzt!
Also wenn wir hier – und das sei in Richtung BZÖ gesagt – kritisieren, dass diese Europäische Bürgerinitiative als Instrument noch zu schwach und nicht ausreichend ist: Ja, sehr wohl, Kollege Scheibner, auch wir haben die Kritik formuliert. (Abg. Scheibner: Aber ihr habt euch nicht durchgesetzt!) Aber die Kritik, dass die Personalausweis- oder Reisepassnummer anzugeben ist, diese Kritik ist an die Bundesregierung zu richten (Abg. Scheibner: Ja, eh! Ihr hättet es in der Hand gehabt!) – zu Recht an die Bundesregierung! Wir werden doch nicht hier im Parlament gegen ein europäisches Instrument kämpfen und eintreten, nur weil die Bundesregierung im Annex etwas Falsches verhandelt hat. (Abg. Scheibner: Aber wir reden ja heute über ein Bundesgesetz!)
Abg. Scheibner: Ja, eh! Ihr hättet es in der Hand gehabt!
Also wenn wir hier – und das sei in Richtung BZÖ gesagt – kritisieren, dass diese Europäische Bürgerinitiative als Instrument noch zu schwach und nicht ausreichend ist: Ja, sehr wohl, Kollege Scheibner, auch wir haben die Kritik formuliert. (Abg. Scheibner: Aber ihr habt euch nicht durchgesetzt!) Aber die Kritik, dass die Personalausweis- oder Reisepassnummer anzugeben ist, diese Kritik ist an die Bundesregierung zu richten (Abg. Scheibner: Ja, eh! Ihr hättet es in der Hand gehabt!) – zu Recht an die Bundesregierung! Wir werden doch nicht hier im Parlament gegen ein europäisches Instrument kämpfen und eintreten, nur weil die Bundesregierung im Annex etwas Falsches verhandelt hat. (Abg. Scheibner: Aber wir reden ja heute über ein Bundesgesetz!)
Abg. Scheibner: Aber wir reden ja heute über ein Bundesgesetz!
Also wenn wir hier – und das sei in Richtung BZÖ gesagt – kritisieren, dass diese Europäische Bürgerinitiative als Instrument noch zu schwach und nicht ausreichend ist: Ja, sehr wohl, Kollege Scheibner, auch wir haben die Kritik formuliert. (Abg. Scheibner: Aber ihr habt euch nicht durchgesetzt!) Aber die Kritik, dass die Personalausweis- oder Reisepassnummer anzugeben ist, diese Kritik ist an die Bundesregierung zu richten (Abg. Scheibner: Ja, eh! Ihr hättet es in der Hand gehabt!) – zu Recht an die Bundesregierung! Wir werden doch nicht hier im Parlament gegen ein europäisches Instrument kämpfen und eintreten, nur weil die Bundesregierung im Annex etwas Falsches verhandelt hat. (Abg. Scheibner: Aber wir reden ja heute über ein Bundesgesetz!)
Abg. Strache: Eine österreichische Million muss genauso viel zählen! Das ist wichtig!
Wenn Kollege Strache meint, eine Million sei viel – und ich habe aus der Bank gemeint, das ist nicht so viel (Abg. Strache: Eine österreichische Million muss genauso viel zählen! Das ist wichtig!) –: Schauen Sie, Kollege Strache, da sehen wir jetzt den Unterschied. Unsere Perspektive ist eine europäische politische Debatte. Natürlich kann man die auch in einem Nationalstaat führen, aber dann sind diese Instrumente dazu da, um die Bundesregierung zu zwingen, jene Schritte zu setzen, die notwendig sind, um auf europäischer Ebene Position zu beziehen. Aber europäische Instrumente sind dazu da, das Europäische Parlament voranzubringen, die Kommission entsprechend in Stellung zu bringen.
Beifall bei den Grünen.
Seit 4. Oktober 2011 haben wir im Rahmen des Petitions- und Bürgerinitiativen-Ausschusses hier im Parlament eine Online-Unterstützung eingeführt, und wir haben hier und heute fast 60 000 Unterstützungen online gegen die Vorratsdatenspeicherung auf der Homepage des österreichischen Parlaments. Auch das ist eine Innovation, die man bei dieser Gelegenheit einmal erwähnen muss. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir Grünen, wir werden auf der Seite der Zivilgesellschaft stehen, wenn es darum geht, europäische Initiativen gegen die Atompolitik in Europa, für gentechnikfreie Lebensmittel, für soziale Grundrechte zu setzen. Da werden wir die Zivilgesellschaft unterstützen. Daher ist diese Europäische Bürgerinitiative ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung, dem wir ab 1. April 2012 Leben einhauchen müssen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fichtenbauer: dem weiblichen Charme dienen!
Meine Damen und Herren! Für mich ist es überhaupt keine Frage, dass (Abg. Dr. Fichtenbauer: dem weiblichen Charme dienen!) – Ein Mann mit Charme kann ja nicht fehl am Platz sein im Parlament, Herr Kollege Fichtenbauer! Dir ist ja auch der Charme nicht wirklich abhandengekommen.
Abg. Mag. Stefan: Das ist ja eine Bürgerinitiative!
Ich möchte nur sagen: Wenn man in 27 Staaten Europas mit einer Millionen Stimmen, aufgeteilt auf sieben Nationen, Bewegung hineinbringen kann, dann ist das wirklich ein Fortschritt. Man muss sich einmal Folgendes vorstellen – nehmen wir einmal Österreich als Beispiel –: Was würden manche hier herinnen sagen, wenn uns 500 000 Griechen oder eine Million Griechen über so einen Weg morgen sagen möchten, was wir zu tun hätten? – Da würde das Gebrüll ganz schön groß werden. (Abg. Mag. Stefan: Das ist ja eine Bürgerinitiative!)
Abg. Mag. Stefan: Das ist eine Bürgerinitiative! Das ist ja nichts Verbindliches!
Wenn man dann zum Beispiel meint, nur die Franzosen hätten zu bestimmen, nur die Deutschen – das wollen wir wirklich nicht. (Abg. Mag. Stefan: Das ist eine Bürgerinitiative! Das ist ja nichts Verbindliches!) Ich glaube, dass diese eine Million, aufgeteilt auf sieben Staaten, mit dem Anteil, den Österreich zu erbringen hat, eine sehr, sehr gute Lösung ist, ein erster echter Weg, Bewegung in die Sache zu bringen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, meine Damen und Herren, man sollte diesen Weg nicht blockieren, man sollte ihn begleiten. Man darf ruhig kritisch sein, das ist keine Frage, aber man sollte sich doch nicht einen Weg, den man mühsam erkämpft hat, mit Beton wieder verbauen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Damit ist diese Bürgerinitiative europaweit ein Zeichen, dass Europa nicht irgendwo abgehoben in Brüssel stattfindet, sondern dass wir Europa sind. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Alles in allem, meine sehr verehrten Damen und Herren: Es ist vielleicht nur ein erster Schritt, aber es ist ein wichtiger Schritt in Richtung BürgerInnenbeteiligung. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Das ist für den Sport immens wichtig, weil wir ja ORF Sport Plus sonst geleert hätten ohne all die positiven und guten Veranstaltungen, die einen Österreich-Bezug haben. Für den Sport ist es überlebenswichtig, in einem Fernsehsender vorzukommen, um auch die Möglichkeit der Öffentlichkeit zu haben, und ich ersuche Sie um möglichst breite Zustimmung zu dieser Regelung. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist wichtig, um den Sport der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, und ich glaube, diese fairen Marktmechanismen sind ganz besonders wichtig auch für den österreichischen Fernsehmarkt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit. – Abg. Mag. Gaßner: Wir werden Sie beim Wort nehmen!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Peter Wittmann hat uns erklärt, dass das Unterfangen eine edle Sache ist. Peter Wittmann ist ein edler Mann. Daher ist die Sache, die er vertritt, eine edle, und daher werden wir zustimmen. (Heiterkeit. – Abg. Mag. Gaßner: Wir werden Sie beim Wort nehmen!)
Ruf bei der SPÖ: Lateinstunde?
Es hat den dringenden und nicht widersprochenen Anschein, dass der Gesetzestext ausgeschnapst worden ist zwischen ORF und VÖZ – Verband Österreichischer Zeitungsunternehmen. Se non è vero è mal trovato. (Ruf bei der SPÖ: Lateinstunde?) Also: Wenn es nicht wahr sein soll, ist es auch schlecht gesprochen. So soll man mit der Erzeugung von gesetzlichen Vorschlägen nicht wirklich umgehen.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Die Ursache, warum wir zustimmen, ist die Offenkundigkeit, dass es den Randsportarten nützt, dass also nicht die sogenannten Prime-Sportarten jedenfalls im ORF vorkommen und durch mangelnde Übernahme anderer Privater so quasi die Randsportarten, was immer sie sein mögen, zwischen den Sesseln durchfallen. Das wollen wir nicht. Wir unterstützen die sportlichen Anliegen auch in medialer Hinsicht, und deswegen – aber nur deswegen! – werden wir dem Gesetz unsere Zustimmung geben. – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Ich halte es für absolut illegitim, dass ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk mit Rundfunkgebühren, mit einem Auftrag für Berichterstattung in einem Drittkanal, in Sport Plus, seine Übertragung davon abhängig macht, dass Produktionskostenbeiträge bezahlt werden. Kollege Zinggl hat im Ausschuss auch berichtet, dass das nicht nur im Sport der Fall ist, sondern auch bei unterschiedlichen Kulturveranstaltungen, dass der ORF als öffentlich-rechtlicher Sender seine Übertragungen nicht von redaktionellen, journalistischen Kriterien abhängig macht, sondern davon, ob er zusätzlich Geld lukrieren kann. Das kann keine Form des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich sein! (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit bei den Grünen.
„Der Begriff der Glaubhaftmachung ist so zu verstehen, dass kein ,voller Beweis‘, sondern die überwiegende Wahrscheinlichkeit gefordert ist.“ (Heiterkeit bei den Grünen.) „Eine bloße Behauptung genügt hierfür nicht. Der Maßstab, wann das Vor-
Abg. Öllinger: Glasklar!
Wunderbar! Eine herrliche Begründung, die wir im österreichischen Parlament wieder beschließen! (Abg. Öllinger: Glasklar!) Glasklar! Das wird überhaupt keine Interpretation ermöglichen, es wird für jeden völlig klar sein. Und was war es? – Es haben wieder die Interessensverbände das Gesetz geschrieben – und nicht die Politik.
Abg. Kopf: Aber einbeziehen sollen wir die Beteiligten schon, oder?
Herr Kollege Cap und Herr Kollege Kopf, Sie sind Mediensprecher der Regierungsparteien, daher: Besinnen wir uns darauf, dass Gesetze im Parlament gemacht werden – und nicht vom ORF und nicht vom VÖZ und nicht von Interessensverbänden. (Abg. Kopf: Aber einbeziehen sollen wir die Beteiligten schon, oder?) Ja, aber dann sollen sie nicht so einen Blödsinn schreiben, und wir übernehmen es auch noch! Dann schreiben wir doch eine vernünftige Regelung hinein! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kopf: An den Betroffenen vorbei würden Sie es vielleicht machen! Wir reden mit ihnen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kopf: An den Betroffenen vorbei würden Sie es vielleicht machen! Wir reden mit ihnen!
Herr Kollege Cap und Herr Kollege Kopf, Sie sind Mediensprecher der Regierungsparteien, daher: Besinnen wir uns darauf, dass Gesetze im Parlament gemacht werden – und nicht vom ORF und nicht vom VÖZ und nicht von Interessensverbänden. (Abg. Kopf: Aber einbeziehen sollen wir die Beteiligten schon, oder?) Ja, aber dann sollen sie nicht so einen Blödsinn schreiben, und wir übernehmen es auch noch! Dann schreiben wir doch eine vernünftige Regelung hinein! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kopf: An den Betroffenen vorbei würden Sie es vielleicht machen! Wir reden mit ihnen!)
Beifall beim BZÖ.
Am Samstag habe ich mit dem Obmann von Rapid-Lienz gesprochen. Die Sportveranstalter verstehen nicht, warum die Bundesländerkanäle nicht geöffnet werden. Warum ist da der ORF nach wie vor so langsam? Ich hoffe, dass der Staatssekretär da jetzt endlich aktiv wird und man schaut, dass man weiterhin den Sport bestmöglich öffentlich macht, auch um dadurch die Jugend zu motivieren, selbst Sport zu betreiben. (Beifall beim BZÖ.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Ich bin eh da! – Abg. Strache: Hineingeschlichen!
Herr Minister – er ist leider nicht hier (Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Ich bin eh da! – Abg. Strache: Hineingeschlichen!) – Bitte um Entschuldigung! Herr Minister, ich ersuche Sie und fordere Sie auf, unbedingt eine Ersatzregelung zu schaffen, damit nicht noch mehr heimische Bauern, in diesem Fall Milchbauern, aufgeben müssen, ihre Höfe verlassen und nicht mehr bewirtschaften. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Minister – er ist leider nicht hier (Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Ich bin eh da! – Abg. Strache: Hineingeschlichen!) – Bitte um Entschuldigung! Herr Minister, ich ersuche Sie und fordere Sie auf, unbedingt eine Ersatzregelung zu schaffen, damit nicht noch mehr heimische Bauern, in diesem Fall Milchbauern, aufgeben müssen, ihre Höfe verlassen und nicht mehr bewirtschaften. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir von der FPÖ wollen nicht, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass unsere Kinder und Enkelkinder Bauernhöfe nur mehr aus den Erzählungen kennen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Doppler: Artikel 2 Abs. 3, Herr Kollege! Lesen Sie genau!
Abgeordneter Franz Eßl (ÖVP): Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Kollege Doppler, ich weiß jetzt nicht, zu welchem Tagesordnungspunkt du geredet hast. Wir befassen uns heute mit dem Marktordnungsgesetz 2007 und dem Marktordnungs-Überleitungsgesetz, und das beinhaltet einige kleinere Änderungen wie zum Beispiel einen weiteren Schritt der Entkopplung. (Abg. Doppler: Artikel 2 Abs. 3, Herr Kollege! Lesen Sie genau!) Es werden Mittel zur Verfügung gestellt, dass diejenigen Personen, die zum Beispiel in Bayern die Landwirtschaft haben und in Österreich die Flächen, auch die Prämien dafür bekommen. Im Gegenzug gibt es natürlich genau das andere auch, nämlich dass diejenigen, die in Österreich sind und in Deutschland Flächen haben, dort die Prämien kriegen. Dieses Abkommen gibt es auch mit anderen Staaten.
Beifall bei der ÖVP.
In Summe darf ich noch einmal festhalten, dass wir diese Gesetzesänderung natürlich entsprechend befürworten sollen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall des Abg. Strache. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich. – Abg. Strache: Einsam in der Wüste!
Da soll es Preisabsprachen und so weiter geben. Ich glaube, es ist wirklich wichtig, dass der Bundesminister da endlich einmal Taten setzt, dass er sich vor die Landwirtschaft stellt und man auch die Bevölkerung schützt. (Beifall des Abg. Strache. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich. – Abg. Strache: Einsam in der Wüste!)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Die nächste Grauslichkeit ist, die Einheitswerte an die Verkehrswerte anzugleichen. Das ist ja direkt eine gefährliche Drohung. Bedenken wir einmal, was da passiert. Was passiert da? (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Das ist Gerechtigkeit, sagt der Kollege von
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist richtig!
der SPÖ. Das ist Gerechtigkeit, die Gerechtigkeit, die sich dann in Form von Grundsteuer so massiv auswirken wird, dass sich die Mieten unheimlich verteuern werden. Und diese Umwidmungssteuer ist ja von dem ursprünglich angesprochenen Modell sehr weit entfernt – das ist nicht moderne Agrarpolitik. Diese Umwidmungssteuer wird sich ja eins zu eins auf die Baupreise, auf den Häuslbauer und auf jeden auswirken. Das ist die moderne Agrarpolitik der ÖVP! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist richtig!)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich fordere Sie auf: Denken wir da endlich um, machen wir eine moderne Agrarpolitik, schaffen wir Voraussetzungen, dass der Landwirt produzieren und die Bevölkerung sich die Produkte leisten kann! Dafür sind wir da und für sonst gar nichts. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Huber: zu Enteignungen!
Abgeordnete Gabriele Binder-Maier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Auch von uns ein klares Bekenntnis und die Wertschätzung für die Bäuerinnen und Bauern in Österreich. Wir meinen aber, dass vor allen Dingen das Fördersystem gerecht und mit Augenmaß erfolgen muss. Das ist notwendig, Herr Kollege Huber, damit das Überleben der Bäuerinnen und Bauern, von denen wir beide reden, garantiert ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Huber: zu Enteignungen!)
Beifall bei der SPÖ.
Eine Frage noch an Sie, Herr Bundesminister: Sie haben uns im Ausschuss versprochen, uns die Studie zum Bienensterben zu übermitteln. Wir warten darauf, Kollegin Schönpass hat das eingefordert. Aber insgesamt werden wir der vorliegenden Novellierung zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Doppler
Lieber Kollege Eßl, wenn du unseren Kollegen Doppler kritisierst (Zwischenruf des Abg. Doppler) und sagst, du weißt gar nicht, wovon er redet, so glaube ich, ist das das nächste Beispiel, das zeigt, wie überheblich ihr euch bei dem Thema benehmt (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ), denn das Marktordnungs-Überleitungsgesetz behandelt auch die Auflassung der Milchquoten (Zwischenruf des Abg. Eßl), das Auslaufen der Quoten, wodurch den Bauern Eigentum verlorengeht und vor allem – und das ist für mich das viel, viel Traurigere daran –, wodurch den Bauern in entlegenen Gebieten die Milchgarantie, die Liefergarantie genommen wird. Und das sollte uns zu denken geben!
Beifall und Bravorufe bei der FPÖ
Lieber Kollege Eßl, wenn du unseren Kollegen Doppler kritisierst (Zwischenruf des Abg. Doppler) und sagst, du weißt gar nicht, wovon er redet, so glaube ich, ist das das nächste Beispiel, das zeigt, wie überheblich ihr euch bei dem Thema benehmt (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ), denn das Marktordnungs-Überleitungsgesetz behandelt auch die Auflassung der Milchquoten (Zwischenruf des Abg. Eßl), das Auslaufen der Quoten, wodurch den Bauern Eigentum verlorengeht und vor allem – und das ist für mich das viel, viel Traurigere daran –, wodurch den Bauern in entlegenen Gebieten die Milchgarantie, die Liefergarantie genommen wird. Und das sollte uns zu denken geben!
Zwischenruf des Abg. Eßl
Lieber Kollege Eßl, wenn du unseren Kollegen Doppler kritisierst (Zwischenruf des Abg. Doppler) und sagst, du weißt gar nicht, wovon er redet, so glaube ich, ist das das nächste Beispiel, das zeigt, wie überheblich ihr euch bei dem Thema benehmt (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ), denn das Marktordnungs-Überleitungsgesetz behandelt auch die Auflassung der Milchquoten (Zwischenruf des Abg. Eßl), das Auslaufen der Quoten, wodurch den Bauern Eigentum verlorengeht und vor allem – und das ist für mich das viel, viel Traurigere daran –, wodurch den Bauern in entlegenen Gebieten die Milchgarantie, die Liefergarantie genommen wird. Und das sollte uns zu denken geben!
Beifall bei der FPÖ.
Landwirte, die unter schwierigsten Bedingungen Milch produzieren, unter schwierigsten Bedingungen die Milch heute noch zur Molkerei liefern können, werden in Zukunft, nach dem 31. März 2015, keine Chance mehr haben, ihre Milch zu verkaufen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Strache
Wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass immer wieder betont wird, wie wichtig das entlegene Berggebiet ist, dass die Bauern in diesem Bereich gehalten werden, um zum einen die Landschaft zu pflegen und zum anderen aber auch höchstwertige Milch zu liefern (Zwischenruf des Abg. Strache), so müssen wir, glaube ich sagen, es ist beschämend, wie oberflächlich ihr vonseiten der angeblichen Bauernvertreter mit diesem Thema umgeht. (Abg. Eßl: Zu welchem Gesetz sprechen Sie?)
Abg. Eßl: Zu welchem Gesetz sprechen Sie?
Wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass immer wieder betont wird, wie wichtig das entlegene Berggebiet ist, dass die Bauern in diesem Bereich gehalten werden, um zum einen die Landschaft zu pflegen und zum anderen aber auch höchstwertige Milch zu liefern (Zwischenruf des Abg. Strache), so müssen wir, glaube ich sagen, es ist beschämend, wie oberflächlich ihr vonseiten der angeblichen Bauernvertreter mit diesem Thema umgeht. (Abg. Eßl: Zu welchem Gesetz sprechen Sie?)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Eßl: Das hat nichts mit diesem Gesetz zu tun! – Abg. Mag. Gaßner: Doch, doch, weil das Trockenfutter geht ja an die Kühe! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eßl.
Sehr geehrter Herr Minister! Wenn wir es ernst meinen, wenn Sie es ernst meinen damit, dass es darum geht, die Bauern in diesem Gebiet zu halten und zu stützen, so sorgen Sie dafür, dass diese Bauern auch nach dem 31. März 2015 die Garantie haben, dass sie die Milch zu den gleichen Bedingungen liefern können, wie sie die Bauern aus dem Zentralraum haben! – Dann ist wirklich für den ländlichen Bereich etwas getan worden. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Eßl: Das hat nichts mit diesem Gesetz zu tun! – Abg. Mag. Gaßner: Doch, doch, weil das Trockenfutter geht ja an die Kühe! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eßl.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Zu dieser Anpassung und Novellierung des Marktordnungsgesetzes haben wir, die Grünen, uns ja im Ausschuss durchaus skeptisch geäußert, haben dort dagegen gestimmt. Wir werden dieser Anpassung hier zustimmen, aufgrund von zwei, drei Hoffnungselementen. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
So schaut es derzeit aus! Also eine Schikane, eine Agrarbürokratie, die unsäglich ist und die enorme Auswirkungen hat. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abschließend: Herr Bundesminister, wenn Sie bei den Agrarforschungen kürzen wollen und die Bundesanstalt für Bergbauernfragen wegfusionieren, dann versteht Sie ganz Europa nicht. 71 Prozent unseres Bundesgebietes sind Berggebiete. Es gibt in ganz Europa kaum Forschungseinrichtungen für diese spezifischen Gebiete. Sie wollen diese Anstalt zertrümmern. Dazu sagen wir Nein, und wir werden alles machen, alle Schritte konsequent verfolgen, um diesen Schwachsinn, sage ich hier in aller Deutlichkeit, abzustellen. Es ist eine Schande, wenn ein österreichischer Landwirtschaftsminister ein Paradeinstitut der österreichischen Agrarforschung wegfusionieren will. Das geht nicht mit uns! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Ein sehr schwacher Applaus!
Sie sehen, wir nehmen die Entbürokratisierung ernst und versuchen, sie, wo es möglich ist, auch durchzuführen, ohne einen Qualitätsverlust in der Sache zu haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Ein sehr schwacher Applaus!) – Ich freue mich, dass es Anhänger der Entbürokratisierung gibt. Ich habe gedacht, das ist ein allgemeines Anliegen hier.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das garantieren sie! Aber keine Ökologisierung!
genossenschaftlich strukturiert sind, die im Besitz der Bauern sind, keine Aktiengesellschaften, die hire and fire machen – wenn der Milchbauer nicht zufrieden ist, dann muss er nicht liefern –, sondern Genossenschaften, die in bäuerlicher Hand sind, die garantieren sollen, dass die Milch nicht nur aus einer Region neben der Molkerei, sondern auch aus einer entlegenen Region angeliefert wird, dass die Bauern dort eine Perspektive haben. Das wollen wir, und Sie, Herr Abgeordneter, wissen das. Wir wollen das, und da geht es um die Ausgestaltung der Verträge, die garantieren sollen, dass die Milchbauern in Zukunft auch eine Chance haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das garantieren sie! Aber keine Ökologisierung!)
Beifall bei der ÖVP.
Der nächste Punkt: Herr Abgeordneter, wenn Sie von moderner Agrarpolitik sprechen: Genau das ist es, was wir praktizieren, eine moderne Agrarpolitik. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Kaum ein Land hat nach wie vor eine bäuerlich strukturierte Landwirtschaft wie Österreich. Schauen Sie sich die Strukturen in Europa an! Dort gibt es weit größere Betriebe und auch Massentierhaltung, in Österreich nicht. Wir wollen diese bäuerliche Landwirtschaft, die leistbare Lebensmittel erzeugt, auch in Zukunft erhalten, damit sich die Menschen in Österreich Lebensmittel von hoher Qualität auch leisten können. Das ist unser Ziel. Gleichzeitig soll damit die Landschaft nicht nur im alpinen Raum, sondern auch insgesamt in Österreich gepflegt und erhalten werden, weil das für den Tourismus der stärkste Trumpf ist. Es kommen ja die Leute auch deswegen nach Österreich, weil die Landschaft einzigartig ist. Gerade jetzt in der Skisaison erleben wir das wieder. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich zu meinen Kollegen gesagt, nicht zu Ihnen! Das ist ja unmöglich, was Sie hier vortragen!
Aber auch der energetische Sektor gewinnt an Bedeutung. Herr Abgeordneter Pirklhuber, Sie stellen sich hier her und sagen, wir sollten mit den politischen Scharmützeln aufhören, wir sollten geeint sein, und Sie sind der Erste, der damit beginnt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich zu meinen Kollegen gesagt, nicht zu Ihnen! Das ist ja unmöglich, was Sie hier vortragen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht nur energetisch!
Wie können Sie ernsthaft behaupten, dass die Abgeordneten der ÖVP oder ich gegen die Ökologisierung der Landwirtschaft sind? Ich weise das strikte zurück! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht nur energetisch!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich noch nicht öffentlich gehört!
Das weise ich strikte zurück, denn ich unterstütze Ciolos in seinem Bestreben, die Landwirtschaft in ganz Europa zu ökologisieren (Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich noch nicht öffentlich gehört!), wie wir es in Österreich seit 20 Jahren machen. Wir gehen einen ökologisch nachhaltigen Weg in der Landwirtschaft, dessen Effekt es ist, dass wir Bioweltmeister sind. Kein Staat der Erde hat so viel Biolandwirtschaft wie wir. Und so wie wir es in Österreich machen, so wollen wir, dass es in ganz Europa geschieht. Also nehmen Sie das zur Kenntnis, dann können wir die politischen Scharmützel hintanstellen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dann tun Sie was dafür! Nicht nur reden!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Dann tun Sie was dafür! Nicht nur reden!
Das weise ich strikte zurück, denn ich unterstütze Ciolos in seinem Bestreben, die Landwirtschaft in ganz Europa zu ökologisieren (Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich noch nicht öffentlich gehört!), wie wir es in Österreich seit 20 Jahren machen. Wir gehen einen ökologisch nachhaltigen Weg in der Landwirtschaft, dessen Effekt es ist, dass wir Bioweltmeister sind. Kein Staat der Erde hat so viel Biolandwirtschaft wie wir. Und so wie wir es in Österreich machen, so wollen wir, dass es in ganz Europa geschieht. Also nehmen Sie das zur Kenntnis, dann können wir die politischen Scharmützel hintanstellen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dann tun Sie was dafür! Nicht nur reden!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das will er gar nicht!
Das, wogegen ich mich wende bei der Agrarpolitik in Europa, ist die Vervielfachung der Bürokratie. Dort bin ich gegen den Agrarkommissar, denn das, was er vorhat, ist eine Ökologisierung – das ist positiv –, aber mit einer Bürokratie, die sich ja niemand leisten kann. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das will er gar nicht!) Sie wissen das ganz genau. Es ist schade, dass Sie das so falsch sehen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kennen Sie das Papier der Kommission? Sie kennen es nicht! Das ist ja unglaublich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Kennen Sie das Papier der Kommission? Sie kennen es nicht! Das ist ja unglaublich!
Das, wogegen ich mich wende bei der Agrarpolitik in Europa, ist die Vervielfachung der Bürokratie. Dort bin ich gegen den Agrarkommissar, denn das, was er vorhat, ist eine Ökologisierung – das ist positiv –, aber mit einer Bürokratie, die sich ja niemand leisten kann. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das will er gar nicht!) Sie wissen das ganz genau. Es ist schade, dass Sie das so falsch sehen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kennen Sie das Papier der Kommission? Sie kennen es nicht! Das ist ja unglaublich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Mehr Effizienz? Das ist ja lächerlich!
Das gilt auch für die Bundesanstalt. Es geht nicht um die Zertrümmerung der Bundesanstalten, es geht darum, dass wir neue Strukturen schaffen. Wir haben drei Bundesanstalten, und das Ziel ist, mehr Effizienz zu haben, nicht etwas zu zerstören, sondern neue Strukturen aufzubauen, die schlagkräftiger sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Mehr Effizienz? Das ist ja lächerlich!) Sie wissen, dass wir sparen müssen, und es ist
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend: Frau Abgeordnete, da Sie über die Studie betreffend Bienenproblematik, über die Studie der AGES MELISSA gesprochen haben: Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden wir diese präsentieren. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Diese Beihilfe für Trockenfutter soll in etwa in der Höhe der bisherigen Verarbeitungsbeihilfe sein. Konkret geht es darum – das ist ja schon von einigen hier gesagt worden –, dass diese Personengruppe in Zukunft einen Betrag von zirka 550 000 € seitens der Europäischen Union in Form dieser Prämie erhalten wird. Ich denke, das ist ein richtiger und guter Schritt. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe des Abg. Prinz.
österreichischen Durchschnitt lag, also deutlich über dem, was die ArbeitnehmerInnen in Österreich an Einkommenszuwachs haben. (Zwischenrufe des Abg. Prinz.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Was Nebenbeschäftigungen betrifft, darf ich aus ganz aktuellem Anlass auf den gestrigen „Report“-Bericht des ORF hinweisen; ich hoffe, dass ihn viele gesehen haben. Gerade weil die Bauern in dieser Region – Truppenübungsplatz Allentsteig – auf die Beschäftigung auch außerhalb ihrer Betriebe angewiesen sind, finde ich diese unsachliche Vorgangsweise und die Argumentation, die da vor allem von ÖVP-Seite betrieben wird, als völlig unangebracht! Seit vielen Jahrzehnten gibt es eine hervorragende Kooperation, eine hervorragende Zusammenarbeit zwischen Bundesheer und Bauernschaft. Daher: Diese gute Zusammenarbeit, von der beide profitiert haben, jetzt so auf das Spiel zu setzen, und zwar durch eine politische Kampagne, das ist auf das Entschiedenste abzulehnen! Das sage ich gerade auch als Abgeordneter des Waldviertels. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es ist völlig kontraproduktiv, sehr geehrte Damen und Herren von der ÖVP und vom ÖAAB, auch von der Gewerkschaft öffentlicher Dienst, da so parteitaktisch zu agieren. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn es so ist, wie gestern in diesem „Report“-Beitrag dargestellt wurde, dass die Gemeinde Allentsteig stirbt, dann liegt das wahrscheinlich an einer inkompetenten Landes-, Regional- oder Kommunalpolitik, aber sicher nicht an Minister Darabos und am Bundesheer, das ein großartiger Arbeitgeber und der größte Investor in dieser Region ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ein neuer Bauernbundfunktionär? Weil der Präsident nicht da ist, muss ein Wirtschaftskämmerer hinaus!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu Wort gemeldet hat sich noch Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. 1 Minute Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ein neuer Bauernbundfunktionär? Weil der Präsident nicht da ist, muss ein Wirtschaftskämmerer hinaus!)
Ruf bei der ÖVP: Genau!
Aber: Wenn Menschen in dieser Region – Kollege Sacher, du weißt das – Angst um ihren Arbeitsplatz haben, wenn Menschen Sorge haben um ihre Existenzgrundlage, dann hat sich die Politik zu stellen. (Ruf bei der ÖVP: Genau!) Das ist unsere Auffassung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber: Wenn Menschen in dieser Region – Kollege Sacher, du weißt das – Angst um ihren Arbeitsplatz haben, wenn Menschen Sorge haben um ihre Existenzgrundlage, dann hat sich die Politik zu stellen. (Ruf bei der ÖVP: Genau!) Das ist unsere Auffassung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Abgeordneter Dr. Wolfgang Spadiut (BZÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Vorweg möchte ich festhalten, dass ich diesen Antrag nicht deshalb eingebracht habe, um meinen Tierarztkollegen einen Zuverdienst zu ermöglichen, sondern deswegen, weil mich Bauern gebeten haben, mich dieses Problems anzunehmen und da für eine Lösung zu sorgen. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall beim BZÖ.
Ich bin überhaupt der Meinung, Herr Kollege Öllinger, dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, dass wir uns, wenn er uns darum bittet, ganz selbstverständlich mit seinen Problemen beschäftigen – egal, wie wichtig uns das manchmal erscheinen mag. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger
Nun zum Antrag selbst: In diesem Antrag geht es darum, dass männliche Zuchttiere verkauft werden, ohne vorher auf Fruchtbarkeit untersucht worden zu sein. Dann stellt sich oft nach Wochen oder Monaten heraus (Zwischenruf des Abg. Öllinger) – Sie haben keine Ahnung, Herr Kollege! (Beifall beim BZÖ) –, dass das Tier unfruchtbar ist. Es ist dem Käufer dann natürlich möglich, das Tier mit Ersatz des Kaufpreises zurückzugeben, jedoch werden ihm die entstandenen finanziellen Schäden nicht rückerstattet.
Beifall beim BZÖ
Nun zum Antrag selbst: In diesem Antrag geht es darum, dass männliche Zuchttiere verkauft werden, ohne vorher auf Fruchtbarkeit untersucht worden zu sein. Dann stellt sich oft nach Wochen oder Monaten heraus (Zwischenruf des Abg. Öllinger) – Sie haben keine Ahnung, Herr Kollege! (Beifall beim BZÖ) –, dass das Tier unfruchtbar ist. Es ist dem Käufer dann natürlich möglich, das Tier mit Ersatz des Kaufpreises zurückzugeben, jedoch werden ihm die entstandenen finanziellen Schäden nicht rückerstattet.
Zwischenruf der Abg. Schönpass.
Kollege Gaßner hat diesen Antrag sowieso gleich ins Lächerliche gezogen, indem er gesagt hat, er wisse nicht, ob man den Verkäufer oder das Tier auf Fruchtbarkeit untersuchen soll. (Zwischenruf der Abg. Schönpass.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, das zeigt wieder einmal ganz deutlich, wie schwierig es ist, einen derartigen Antrag mit jemanden zu diskutieren, der von Landwirtschaft und Tierzucht überhaupt keine Ahnung hat. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich nehme die Ablehnung dieses Antrages natürlich zur Kenntnis, hoffe aber doch, dass der Herr Minister in Eigeninitiative Gespräche führen wird, um dieses Problem zu lösen. Ansonsten sehen sich die Bauern gezwungen, einen Prozess zu beschreiten, was ich mit diesem Antrag unbedingt verhindern wollte. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Hübner: Falscher Tagesordnungspunkt!
Abgeordneter Franz Eßl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Mit zwei Sätzen darf ich doch noch auf den vorhergehenden Tagesordnungspunkt eingehen. Kollege Linder und Herr Kollege Doppler, was ihr formuliert habt, hat wirklich null und nichts mit dem diskutierten Gesetz zu tun, sondern ihr habt den Zeitraum nach 2015 behandelt. Im Gesetz heißt es wörtlich: Als Bundesgesetz bleibt in Geltung bis zum 31. März 2015 die Verordnung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft über die Zuteilung der Referenzmengen. (Abg. Dr. Hübner: Falscher Tagesordnungspunkt!) Also, nicht Überheblichkeit oder nicht Oberflächlichkeit des Bauernbundes gibt es da, sondern wir haben uns mit der anstehenden Gesetzesänderung befasst. Die von Ihnen angesprochenen Themen sollen zu einem späteren Zeitpunkt durchaus intensiv besprochen werden. (Abg. Grosz: Zur Sache!)
Abg. Grosz: Zur Sache!
Abgeordneter Franz Eßl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Mit zwei Sätzen darf ich doch noch auf den vorhergehenden Tagesordnungspunkt eingehen. Kollege Linder und Herr Kollege Doppler, was ihr formuliert habt, hat wirklich null und nichts mit dem diskutierten Gesetz zu tun, sondern ihr habt den Zeitraum nach 2015 behandelt. Im Gesetz heißt es wörtlich: Als Bundesgesetz bleibt in Geltung bis zum 31. März 2015 die Verordnung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft über die Zuteilung der Referenzmengen. (Abg. Dr. Hübner: Falscher Tagesordnungspunkt!) Also, nicht Überheblichkeit oder nicht Oberflächlichkeit des Bauernbundes gibt es da, sondern wir haben uns mit der anstehenden Gesetzesänderung befasst. Die von Ihnen angesprochenen Themen sollen zu einem späteren Zeitpunkt durchaus intensiv besprochen werden. (Abg. Grosz: Zur Sache!)
Abg. Grosz: Herr Kollege, zur Sache!
Zurück zum Thema „Milch“, meine Kolleginnen und Kollegen: Selbstverständlich sind auch wir der Meinung, dass nach 2015 alle zu gleichen Bedingungen liefern können sollen. Der Bauernbund hat ein Modell, starke Genossenschaften, und wie es anders geht, wie solche Gruppierungen agieren, die von verschiedenen anderen unterstützt werden, zeigt die aktuelle Situation. (Abg. Grosz: Herr Kollege, zur Sache!) Aktueller Auszahlungspreis der Freien Milch AG: 29,2 Cent – wenn euch das befriedigt. (Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Zwischenruf des Abg. Zanger.
Zurück zum Thema „Milch“, meine Kolleginnen und Kollegen: Selbstverständlich sind auch wir der Meinung, dass nach 2015 alle zu gleichen Bedingungen liefern können sollen. Der Bauernbund hat ein Modell, starke Genossenschaften, und wie es anders geht, wie solche Gruppierungen agieren, die von verschiedenen anderen unterstützt werden, zeigt die aktuelle Situation. (Abg. Grosz: Herr Kollege, zur Sache!) Aktueller Auszahlungspreis der Freien Milch AG: 29,2 Cent – wenn euch das befriedigt. (Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Abg. Markowitz: Ein guter Antrag!
Zum Antrag des Kollegen Spadiut: Ich bin der Meinung, dass dieser Antrag überschießend ist. (Abg. Markowitz: Ein guter Antrag!) Es gibt eine Gewährleistungspflicht, die weit über die im Entschließungsantrag angedachte Spermienqualität hinausgeht und durch Einzeluntersuchungen in dieser Weise eigentlich nicht abdeckbar ist. Ich glaube auch, dass es zudem höhere Kosten geben würde – für Wegstrecke, für Zeitbedarf –, wahrscheinlich einige Hunderte Euro, die zusätzliche Kosten wären.
Beifall bei der ÖVP.
Zum dritten Antrag, zur Abschaffung der Stilllegungsprämie, möchte ich auch noch ein paar Sätze sagen. Herr Kollege Huber, diese Prämie ist schon seit einigen Jahren durch den Health Check abgeschafft. Was wir diskutieren könnten, sind die 7 Prozent der förderbaren Fläche nach dem Regionalmodell ökologische Vorrangsflächen. Wenn das Stilllegungsflächen werden sollen, dann sind wir natürlich klar dagegen. Wir, der Bauernbund und die ÖVP, wollen eine flächendeckende Bewirtschaftung, wir wollen eine produzierende Landwirtschaft, und wir wollen natürlich, dass es Bäuerinnen und Bauern gibt, die das in Zukunft auch erledigen können. Sie sind dazu in der Lage, sie brauchen allerdings die entsprechende Entlohnung dazu. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall des Abg. Huber.
Bei dem vorliegenden Antrag fordert das BZÖ die Komplettreform der AMA und die ersatzlose Auflösung der AMA Marketing GmbH. (Beifall des Abg. Huber.)
Zwischenruf des Abg. Huber.
Des Weiteren wird gefordert, dass die Marketingbeiträge der LandwirtInnen um die Hälfte reduziert werden und die Vermarktung einer Agentur zu übertragen ist. Es ist zu bezweifeln, Herr Huber, dass durch die Ausschreibung der Marketingaktivitäten die Kosten um 50 Prozent gesenkt werden können. (Zwischenruf des Abg. Huber.) Die
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister, ich möchte Sie an die Studie bezüglich Bienensterben erinnern und ersuchen, dass diese, sobald sie bei Ihnen eingelangt ist, auch uns zur Kenntnis gebracht wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Maximilian Linder (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen! Geschätzte Kollegen! Liebe Damen und Herren! Noch einmal, Kollege Eßl, ich kann dir nicht helfen, denn: Wenn wir im Hohen Haus nicht in der Lage sind, über das Jahr 2015 hinauszudenken, ja wer dann? (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt! Richtig!
genau festzustellen, welche Probleme es bedeutet, auf Almflächen mit 50, 100 Hektar genau festzustellen, wie viel Futterfläche vorhanden ist, so kommt man auch zu der Meinung, dass das ein Problem ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt! Richtig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt! Richtig!
In der AMA schaut allerdings die Welt anders aus. (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt! Richtig!) Wenn du heute eine Almkontrolle hast und der Prüfer eine Fläche von – Hausnummer – 50 Hektar feststellt und du nächstes Jahr die nächste Prüfung hast und er zu der Überzeugung kommt, dass es nicht 50, sondern 45 Hektar sind, so musst du trotzdem auch für das eine Jahr die Strafgeldzahlungen leisten. Das ist nicht in Ordnung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Rückwirkend bis zu sieben Jahre! – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich schüttelt den Kopf.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Rückwirkend bis zu sieben Jahre! – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich schüttelt den Kopf.
In der AMA schaut allerdings die Welt anders aus. (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt! Richtig!) Wenn du heute eine Almkontrolle hast und der Prüfer eine Fläche von – Hausnummer – 50 Hektar feststellt und du nächstes Jahr die nächste Prüfung hast und er zu der Überzeugung kommt, dass es nicht 50, sondern 45 Hektar sind, so musst du trotzdem auch für das eine Jahr die Strafgeldzahlungen leisten. Das ist nicht in Ordnung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Rückwirkend bis zu sieben Jahre! – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich schüttelt den Kopf.)
Beifall bei der FPÖ.
Deshalb fordere ich euch alle auf: Setzen wir Maßnahmen, setzen wir diese Strafzahlungen aus und versuchen wir, das gesamte Feststellen der Futterflächen zu reformieren und auf neue Beine zu stellen! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Das ist nicht ausgeschlossen, weil es keinen Rechtsanspruch auf die ÖPUL-Zahlungen gibt, weil es keinen öffentlichen Sanktionskatalog gibt. Das muss man sich einmal vorstellen: keinen öffentlich einsehbaren Sanktionskatalog! Jeder, der in der Stadt Wien falsch parkt, weiß ungefähr, wie viel das kostet. Dazu gibt es eine Verordnung, da kann er nachschauen. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Für einen Bauern, für eine Bäuerin ist es unmöglich, es nachzuvollziehen. Es gibt nicht ein oder zwei Bei-
Zwischenruf bei der ÖVP.
Ich habe mit meinen deutschen Kolleginnen und Kollegen geredet, die haben eine andere Lösung gefunden. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Dort ist der Bauer nicht betroffen und muss keine Förderungen zurückzahlen. Ich kann Ihnen die Aussendung der Landwirtschaftskammer Oberösterreich gerne übermitteln, wenn Sie die nicht kennen, im letzten „Der Bauer“. Zwei Seiten lang wurde genau erläutert, wie wichtig es für die Bauern ist, rechtzeitig, noch bevor die Jahresmeldung im Mai geschehen muss, auch diese Flächen neu zu digitalisieren. Viele Bäuerinnen und Bauern sitzen derzeit in den Bezirksbauernkammern und lassen genau diese kleinen Flächen rausdigitalisieren. Das ist unglaublicher Bürokratismus.
Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ.
Erinnern wir uns, Kommissar Ciolos hat klargestellt: Das ist nicht europäisches Gesetz, das ist österreichisches Eigenverschulden! – Dafür haben Sie die Verantwortung, Herr Minister, und sonst niemand in diesem Land! (Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ.)
Abg. Höfinger: Na, Gott sei Dank!
Wer macht die Agrarpolitik? – Nicht die Grünen, nicht die FPÖ, nicht das BZÖ und leider auch nicht die SPÖ. (Abg. Höfinger: Na, Gott sei Dank!) Kollege Gaßner gibt mir recht. Das macht der Bauernbund, und das machen Sie!
Zwischenruf des Abg. Eßl.
Wir erinnern uns: Forum Land hat doch den Sarrazin eingeladen. War das nicht das Forum Land? – Jawohl, es war das Forum Land. (Zwischenruf des Abg. Eßl.)
Abg. Eßl: Und die Grünen? Wie viel kriegen die Grünen?
Österreichischer Bauernbund: 290 000 €. Da sitzt er! Eine Parteiorganisation bekommt 290 000 € aus Ihrem Ministerium (Abg. Eßl: Und die Grünen? Wie viel kriegen die Grünen?) – Das kommt schon. – Die Österreichischen Jungbauern: 40 000 € – eine Bauernbundorganisation. SPÖ-Bauern: 42 500 €. (Abg. Dr. Cap: So wenig?) Die ARGE Ländlicher Raum, Dr. Sixtus Lanner: 12 750 €. Die Österreichische Bergbauernvereinigung Via Campesina: 5 000 €.
Abg. Dr. Cap: So wenig?
Österreichischer Bauernbund: 290 000 €. Da sitzt er! Eine Parteiorganisation bekommt 290 000 € aus Ihrem Ministerium (Abg. Eßl: Und die Grünen? Wie viel kriegen die Grünen?) – Das kommt schon. – Die Österreichischen Jungbauern: 40 000 € – eine Bauernbundorganisation. SPÖ-Bauern: 42 500 €. (Abg. Dr. Cap: So wenig?) Die ARGE Ländlicher Raum, Dr. Sixtus Lanner: 12 750 €. Die Österreichische Bergbauernvereinigung Via Campesina: 5 000 €.
Ruf bei der FPÖ: Wann?
Jetzt kommen wir zur Agraropposition im Parlament, zu den Fraktionen. BZÖ-Bauern: 4 250 €, Freiheitliche Bauernschaft: 4 250 €, Grüne Bäuerinnen und Bauern: 4 250 €. (Ruf bei der FPÖ: Wann?) – Alles im Jahr 2011. (Abg. Eßl: Ja, weil ihr nichts tut! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Doch, Kollege, das stimmt. Dazu gab es eine parlamentarische Anfrage, der Minister hat sie so beantwortet.
Abg. Eßl: Ja, weil ihr nichts tut! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Jetzt kommen wir zur Agraropposition im Parlament, zu den Fraktionen. BZÖ-Bauern: 4 250 €, Freiheitliche Bauernschaft: 4 250 €, Grüne Bäuerinnen und Bauern: 4 250 €. (Ruf bei der FPÖ: Wann?) – Alles im Jahr 2011. (Abg. Eßl: Ja, weil ihr nichts tut! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Doch, Kollege, das stimmt. Dazu gab es eine parlamentarische Anfrage, der Minister hat sie so beantwortet.
Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ.
Diese Art von Gerechtigkeit, wie Sie sie konstruieren, wie Sie es sich vorstellen, teilen wir nicht. Wenn Sie wo sparen wollen, dann dort, aber nicht bei der Agrarforschung in Österreich. – Danke schön. (Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich gebe Herrn Pirklhuber insofern recht, dass natürlich eine praxisbezogene Handhabung der Kontrollen und der Kontrolltätigkeit vonseiten der AMA erwünscht ist und selbstverständlich auch in diese Richtung weitergearbeitet werden muss. Auch wir stehen dazu, dass eine Entbürokratisierung in diesem Bereich den Bäuerinnen und Bauern sicher entgegenkäme. Wir wissen aber auch, dass es im gesamten Bereich der AMA um öffentliche Gelder geht und dass Kontrolle unbedingt notwendig ist. Wäre es nicht so, dass dementsprechend kontrolliert würde, dann wäre das mit Sicherheit Thema hier im Hohen Haus und es würde vehement eine dementsprechende Kontrolle verlangt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall des Abg. Huber.
Es wird auch noch die Auflösung der Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH und die Aufgabenauslagerung in private Agenturen gefordert. (Beifall des Abg. Huber.) Herr Abgeordneter Huber, die AMA ist gesetzlich dazu verpflichtet, Agrarmarketing zu
Zwischenruf des Abg. Huber.
betreiben. Sie macht das hervorragend mit dem Projekt AMA-Gütesiegel. Die Menschen werden über Herkunft, Qualität und natürlich auch über die Frische der Lebensmittel bestens informiert. (Zwischenruf des Abg. Huber.) Wir haben heute bereits gehört, dass ein hoher Bekanntheitsgrad vorhanden ist. Wir haben damit ein österreichisches Qualitätssiegel, das staatlich anerkannt ist, das von der EU-Kommission notifiziert und genehmigt wurde (Abg. Huber: Das Gütesiegel ist ...! Dazu brauchen wir keine AMA!)
Abg. Huber: Das Gütesiegel ist ...! Dazu brauchen wir keine AMA!
betreiben. Sie macht das hervorragend mit dem Projekt AMA-Gütesiegel. Die Menschen werden über Herkunft, Qualität und natürlich auch über die Frische der Lebensmittel bestens informiert. (Zwischenruf des Abg. Huber.) Wir haben heute bereits gehört, dass ein hoher Bekanntheitsgrad vorhanden ist. Wir haben damit ein österreichisches Qualitätssiegel, das staatlich anerkannt ist, das von der EU-Kommission notifiziert und genehmigt wurde (Abg. Huber: Das Gütesiegel ist ...! Dazu brauchen wir keine AMA!)
Abg. Huber: Wozu brauche ich da eine AMA dazu?
Wenn Sie sich einmal mit Markenentwicklung befasst haben, dann wissen Sie, dass dazu Know-how notwendig ist, dass das viel Geld kostet, dass es Zeit braucht, bis eine Marke am Markt wirklich Anerkennung findet. (Abg. Huber: Wozu brauche ich da eine AMA dazu?) Mit dem Gütesiegel haben wir ein Qualitätssiegel in Händen, das weit mehr als eine Marke ist: Es verfügt über ein großes Vertrauen bei den Konsumentinnen und Konsumenten und bietet auch Orientierung. Da steckt ein Wert dahinter, und den wollen Sie mit Ihrem Antrag einfach so infrage stellen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Huber.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Huber.
Wenn Sie sich einmal mit Markenentwicklung befasst haben, dann wissen Sie, dass dazu Know-how notwendig ist, dass das viel Geld kostet, dass es Zeit braucht, bis eine Marke am Markt wirklich Anerkennung findet. (Abg. Huber: Wozu brauche ich da eine AMA dazu?) Mit dem Gütesiegel haben wir ein Qualitätssiegel in Händen, das weit mehr als eine Marke ist: Es verfügt über ein großes Vertrauen bei den Konsumentinnen und Konsumenten und bietet auch Orientierung. Da steckt ein Wert dahinter, und den wollen Sie mit Ihrem Antrag einfach so infrage stellen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Huber.)
Beifall bei der ÖVP.
Die erfolgreiche Arbeit der AMA Marketing könnte mit Sicherheit von keiner privaten Agentur besser oder vor allem wirtschaftlich erfolgreicher vonstattengehen. Genau das wissen Sie auch, Herr Abgeordneter. Genau das wissen Sie, und darum nehme ich diesen Antrag gar nicht ernst. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Einen genauen Sanktionskatalog gibt es nicht!
Herr Abgeordneter Pirklhuber, ich muss auch darauf eingehen: Ja, der Bauer weiß, dass es Spielregeln gibt. Die Bauern beantragen die Prämien und bekommen sie auch, wenn sie alles korrekt einhalten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Einen genauen Sanktionskatalog gibt es nicht!) Der Bauer kennt den Sanktionsmechanismus. Es gibt Toleranzen. Schauen Sie es sich bitte an! Es gibt Toleranzen in der Fläche. Er weiß genau, wenn er gewisse Toleranzgrenzen überschreitet, muss er zurückzahlen, dann gibt es Sanktionen.
Zwischenruf bei der FPÖ.
Der Punkt ist, dass niemand hier im Haus will, dass ein Bauer ungerechtfertigt zur Kassa gebeten wird. (Zwischenruf bei der FPÖ.) – Das stimmt ja nicht! Aber wenn einzelne Bauern eine Fläche von 100 Hektar als Futterfläche angeben, und bei der Vor-Ort-Kontrolle stellt sich heraus, dass das alles ein Windwurf ist, dann stimmt etwas nicht! (Abg. Dr. Pirklhuber: Darum geht es dabei jetzt nicht! Es geht um die Schikanen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Darum geht es dabei jetzt nicht! Es geht um die Schikanen!
Der Punkt ist, dass niemand hier im Haus will, dass ein Bauer ungerechtfertigt zur Kassa gebeten wird. (Zwischenruf bei der FPÖ.) – Das stimmt ja nicht! Aber wenn einzelne Bauern eine Fläche von 100 Hektar als Futterfläche angeben, und bei der Vor-Ort-Kontrolle stellt sich heraus, dass das alles ein Windwurf ist, dann stimmt etwas nicht! (Abg. Dr. Pirklhuber: Darum geht es dabei jetzt nicht! Es geht um die Schikanen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Dann reden Sie einmal draußen mit den Bauern!
Man kann das nicht mit dem gewerblichen Bereich vergleichen, weil der Bauer ja über Jahre die Prämien bekommt. Wenn sich also herausstellt, dass einer, wenn er es schlitzohrig gemacht hat, zu Unrecht über Jahre Prämien bekommen hat, dann muss er sie eben zurückzahlen – nicht, weil jemand bösartig ist, sondern weil es eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft gibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dann reden Sie einmal draußen mit den Bauern!) – Ja, mit den Bauern draußen reden! Wer zahlt gerne zurück? – Es ist ja klar, dass das niemand gerne tut. Aber wenn einer es korrekt macht, muss er auch nicht zurückzahlen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir verteidigen all jene, die es korrekt machen. Wenn jemand zufällig in so eine Situation kommt, dann gibt es ein Verfahren, in dem er ja nachweisen kann, dass er zu Unrecht von der AMA oder von der Kontrolle verantwortet wurde. Das wird alles aufgearbeitet. Tun Sie nicht so, als wäre es eine Behörde, die die Bauern drangsaliert! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Was habe ich gesagt?
Sie haben gerade vorhin weniger Bürokratie durch die Ökologisierung eingefordert, und dann stellen Sie sich her und sagen, wir sollen die Bürokratie der EU akzeptieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was habe ich gesagt?) Das tun wir nicht.
Beifall bei der ÖVP.
Wir wollen eine Entbürokratisierung und das auf ein vernünftiges Maß zurückführen, damit die Bauern die Garantie haben, dass sie die Gelder, die sie zu Recht bekommen, auch zu Recht einbehalten können, und dass sie keine Sorge haben müssen, dass zurückgezahlt werden muss. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Da sind wir dabei!
Es gibt auch vonseiten der SPÖ immer Dinge, die man an der AMA kritisieren kann, wie zum Beispiel, dass man über sinnvolle Förderkontrollen nachdenken sollte. Es muss ja eigentlich auch im Sinne des Ministers sein, dass es sinnvolle Förderkontrollen gibt. Es muss auch im Sinne des Ministers sein, dass es transparente Kontrollen gibt. Ich denke, es muss auch im Sinne der Bauernvertreter der ÖVP und im Sinne des Ministers sein, dass man für Bäuerinnen und Bauern auch seitens der AMA Beratung und Unterstützung anbietet. Darüber sollte man auch sprechen. Vielleicht wäre es gut, wenn wir vom Agrarausschuss die AMA einmal gemeinsam besuchen würden, damit wir alle uns ein genaues Bild davon machen können, wie dort gearbeitet wird. Ich denke, das ist ein guter Vorschlag, und es wäre schön, wenn er angenommen würde. (Ruf bei der ÖVP: Da sind wir dabei!)
Abg. Höllerer: Das stimmt aber nicht! – Abg. Eßl: Es gibt nur zwei! Bio und AMA!
Ich möchte auch noch kurz zu einem Kapitel sprechen, das von Kollegin Höllerer und vom Herrn Kollegen Eßl angesprochen wurde, nämlich das AMA-Gütesiegel: Natürlich ist das AMA-Gütesiegel ein Qualitätssiegel, das bekannt ist. Natürlich ist das AMA-Gütesiegel ein Gütesiegel, auf das sich die Kundinnen und Kunden verlassen. Trotzdem ist es so, dass es aufgrund der Vielfalt beim AMA-Gütesiegel immer wieder zu Schwierigkeiten kommt, und die Konsumentinnen und Konsumenten nicht sicher sein können, dass sie auch tatsächlich die beste Qualität kaufen. (Abg. Höllerer: Das stimmt aber nicht! – Abg. Eßl: Es gibt nur zwei! Bio und AMA!)
Beifall des Abg. Huber.
Ich möchte zum Beispiel nur an die fehlende Gentechnikkennzeichnung erinnern. Der Anbau ist zwar verboten, aber im Moment ist es nicht so, dass durch Gentechnik verunreinigte Futtermittel gekennzeichnet werden müssen. (Beifall des Abg. Huber.) Auch darüber kann man sprechen.
Zwischenruf des Abg. Eßl. – Abg. Höllerer: Genau das haben wir ja!
Ich bin, wie auch meine Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, der Meinung, dass man tatsächlich ein einheitliches, staatlich zertifiziertes Gütezeichen einführen sollte. (Zwischenruf des Abg. Eßl. – Abg. Höllerer: Genau das haben wir ja!) Das muss auch im Sinne des Ministers sein. Das muss auch im Sinne der Bauernvertreter der ÖVP sein, weil es immer wieder heißt, wie wichtig die Konsumentinnen und Konsumenten in der ganzen Kette sind. Das geht sogar so weit, dass der Minister in einem Zitat einmal gesagt hat, dass der Konsument mit dem Griff ins Regal über die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft entscheiden wird.
Beifall bei der SPÖ.
Deswegen sind wir auch immer dafür, dass man die Gespräche betreffend ein einheitliches, staatlich zertifiziertes Gütezeichen wieder aufnimmt. Das muss einfach im Sinne der Konsumentinnen und Konsumenten und auch im Sinne der Bäuerinnen und Bauern sein – auch vonseiten des Ministeriums. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich berichtige tatsächlich: Ich habe erstens davon gesprochen, dass EU-Kommissar Cioloş klargelegt hat, dass die EU nicht für alle bürokratischen Schikanen verantwortlich gemacht werden kann, sondern dass die Mitgliedsstaaten das selbst verursacht haben – nachzulesen in „Blick ins Land“ –, und zweitens, dass auch im EU-Kommissionsvorschlag für die Agrarreform nach 2014 der Ansatz von weniger Bürokratie ein Teil der Vorschläge der Kommission ist. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Oje-Rufe bei der ÖVP.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Huber. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Oje-Rufe bei der ÖVP.)
Abg. Eßl: AMA-Biosiegel! Das gibt es!
Wenn Sie das AMA-Gütesiegel, das durchaus sinnvoll ist, so loben, dann müssten wir einmal darüber reden, ob wir das AMA-Gütesiegel nicht so machen, dass man Gentechnikfreiheit wirklich kennzeichnet. (Abg. Eßl: AMA-Biosiegel! Das gibt es!) Aber warum können wir das AMA-Gütesiegel nicht in die Landwirtschaftskammer oder ins Ministerium tun? Warum braucht es eine AMA dazu? (Abg. Höllerer: Weil die AMA Aufgaben hat!)
Abg. Höllerer: Weil die AMA Aufgaben hat!
Wenn Sie das AMA-Gütesiegel, das durchaus sinnvoll ist, so loben, dann müssten wir einmal darüber reden, ob wir das AMA-Gütesiegel nicht so machen, dass man Gentechnikfreiheit wirklich kennzeichnet. (Abg. Eßl: AMA-Biosiegel! Das gibt es!) Aber warum können wir das AMA-Gütesiegel nicht in die Landwirtschaftskammer oder ins Ministerium tun? Warum braucht es eine AMA dazu? (Abg. Höllerer: Weil die AMA Aufgaben hat!)
Ruf bei der FPÖ: Grillitsch weiß das!
Dass die AMA zu reformieren ist, weiß, glaube ich, jeder. Die Problematik, die wir heute in der AMA haben, liegt ja in jeder Sparte. Die AMA funktioniert sozialpartnerschaftlich. Sie ist rein von der ÖVP dominiert – rein. (Ruf bei der FPÖ: Grillitsch weiß das!) Aber jetzt hätten wir die Möglichkeit: Der Geschäftsführer, der seit 15 Jahren im Amt ist, geht jetzt in Pension.
Abg. Schönpass: Das stimmt nicht!
Aber man muss die AMA reformieren. Der Rechnungshof kann die ganzen Rechnungskreise nicht kontrollieren, weil die AMA Marketing eine ausgegliederte Tochter ist, die der Rechnungshof nicht prüft. (Abg. Schönpass: Das stimmt nicht!) Das sind Dinge, die sofort hinterfragt werden müssen.
Zwischenruf des Abg. Eßl.
Den Umgang mit den ganzen Werbegeldern müssten wir prüfen können. Egal, wann ich anfrage, jedes Mal sagt der Bundesminister, dass er da keinen Einfluss hat, es ist ein ausgegliedertes Unternehmen. (Zwischenruf des Abg. Eßl.)
Abg. Eßl: Zum Beispiel?
Wenn im Zuge des 100-Millionen-Paketes wieder zusammengelegt wird, dann muss man schon wissen, dass die AMA zig Sparten hat. Jede Sparte hat ihren eigenen Vorstandsvorsitzenden, ihren eigenen Manager – alles ÖVP-dominiert. Da versagt die Sozialpartnerschaft vollends. (Abg. Eßl: Zum Beispiel?)
Beifall beim BZÖ.
Ihr habt heute gesagt, wie toll die AMA arbeitet, wir exportieren mehr als wir importieren. Fakt ist: Dank dieser ÖVP-Regierung und dieser ÖVP-Landwirtschaftspolitik sind wir heute nicht mehr autark. Wir müssen Lebensmittel importieren. Wenn Sie es nicht glauben, dann schauen Sie die Zahlen an! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Eßl.
Österreich ist heute ein Importland, der Konsument kann sich nicht mehr das tägliche Leben leisten, und wir machen nur Politik für Konzerne und für die Beamtenschaft, für die schwarze Beamtenschaft innerhalb der AMA. Der Bundesminister gliedert jetzt wieder eine Menge Beamte in die AMA ein. (Zwischenruf des Abg. Eßl.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eßl.
Bitte, die Beschwerden, die es über die Agrarmarkt Austria gibt, sind gewaltig und kommen nicht nur von den Landwirten, sondern auch von der AMA intern. Niemand sagt heute mehr, dass die AMA ein effizientes Dienstleistungsunternehmen ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eßl.) Niemand sagt das!
Beifall beim BZÖ. – Abg. Eßl: Applaus von vier Personen!
Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Eßl: Applaus von vier Personen!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Rupert Doppler (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Kollege Eßl, der Unterschied zwischen uns und dir ist natürlich, dass wir Agrarpolitik über das Jahr 2015 hinaus betreiben und du vielleicht nur bis 2015. Das ist der Unterschied. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Eßl.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich komme zu Tagesordnungspunkt 7: Stilllegungsprämie/Brachlandförderung. (Zwischenruf des Abg. Eßl.) – Hör einmal zu, vielleicht lernst du noch etwas für die Bienen; es schadet dir nicht.
Abg. Eßl: Herr Präsident, Tagesordnung!
Warum diese Milbe ein solch leichtes Spiel hat, ist, meine sehr verehrten Damen und Herren, ganz einfach zu erklären: Blütenmangel. Und dieser Blütenmangel schwächt die Bienen, es fehlt Ihnen an Nahrungsgrundlage, wie zum Beispiel Nektar und Pollen. (Abg. Eßl: Herr Präsident, Tagesordnung!) Und diese Ursache, Kollege Eßl, ist zum Teil auf die EU-Agrarpolitik zurückzuführen. (Abg. Eßl: Das heißt, du bist für die Bracheförderung?) Jahrelang förderte die EU verstärkt Monokulturen auf Feldern, 2007 hat Brüssel die Flächenstilllegungsprämie abgeschafft, und allein in Deutschland gingen schlagartig 400 000 Hektar Blütenfläche und damit Lebensraum für die Bienen verloren. Das sollte man auch bedenken, Herr Kollege Eßl.
Abg. Eßl: Das heißt, du bist für die Bracheförderung?
Warum diese Milbe ein solch leichtes Spiel hat, ist, meine sehr verehrten Damen und Herren, ganz einfach zu erklären: Blütenmangel. Und dieser Blütenmangel schwächt die Bienen, es fehlt Ihnen an Nahrungsgrundlage, wie zum Beispiel Nektar und Pollen. (Abg. Eßl: Herr Präsident, Tagesordnung!) Und diese Ursache, Kollege Eßl, ist zum Teil auf die EU-Agrarpolitik zurückzuführen. (Abg. Eßl: Das heißt, du bist für die Bracheförderung?) Jahrelang förderte die EU verstärkt Monokulturen auf Feldern, 2007 hat Brüssel die Flächenstilllegungsprämie abgeschafft, und allein in Deutschland gingen schlagartig 400 000 Hektar Blütenfläche und damit Lebensraum für die Bienen verloren. Das sollte man auch bedenken, Herr Kollege Eßl.
Ruf des Abg. Grosz in Richtung des Abg. Eßl.
Unserer Meinung nach wäre es besser, die Stilllegungsprämie ruhig zu stellen. Somit wäre sie, wenn man sie als Regulativ braucht, noch vorhanden. (Ruf des Abg. Grosz in Richtung des Abg. Eßl.) – Herr Kollege Grosz, vielleicht hörst du auch zu, denn wenn dich eine Biene sticht, ist das sehr gefährlich! (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Unserer Meinung nach wäre es besser, die Stilllegungsprämie ruhig zu stellen. Somit wäre sie, wenn man sie als Regulativ braucht, noch vorhanden. (Ruf des Abg. Grosz in Richtung des Abg. Eßl.) – Herr Kollege Grosz, vielleicht hörst du auch zu, denn wenn dich eine Biene sticht, ist das sehr gefährlich! (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Das ist der Dank, dass ich dich gerade verteidige, weil er dich zur Sache rufen will!
Alles, was weg ist, ist weg, meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir wären es allein den Bienen schuldig. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Das ist der Dank, dass ich dich gerade verteidige, weil er dich zur Sache rufen will!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was?
Ich kann selbst als Funktionär einer Besamungsstation (Abg. Ing. Westenthaler: Was?) – übrigens die erfolgreichste Station in Österreich, nämlich in Hohenzell, Bezirk Ried – berichten, dass in Österreich rund 60 Stiere von den Besamungsstationen angekauft werden, und da gibt es sehr, sehr wenige Reklamationen. Gerade die ausführlichen Gewährleistungsbestimmungen (Abg. Grosz: Was machen Sie privat dann?), wenn ein Stier bei einer Versteigerung angekauft wird, garantieren, dass es da wenig Streitigkeiten gibt. Es gibt da intensive Quarantänebestimmungen (Abg. Grosz: Herr Kollege, was macht ein Funktionär einer Besamungsstation?), nachvollziehbare Untersuchungen, und es ist ja nicht allein die Sperma-Qualität, die die Qualität eines Stieres ausmacht, sondern es ist auch die Sprungfreudigkeit sehr entscheidend. Und wenn man weiß, wie Sperma produziert wird, dass dabei der Zuchtstier auf ein Phantom aufreiten muss, dann kann man durchaus verstehen, dass der eine oder andere manchmal verweigert. (Allgemeine Heiterkeit.)
Abg. Grosz: Was machen Sie privat dann?
Ich kann selbst als Funktionär einer Besamungsstation (Abg. Ing. Westenthaler: Was?) – übrigens die erfolgreichste Station in Österreich, nämlich in Hohenzell, Bezirk Ried – berichten, dass in Österreich rund 60 Stiere von den Besamungsstationen angekauft werden, und da gibt es sehr, sehr wenige Reklamationen. Gerade die ausführlichen Gewährleistungsbestimmungen (Abg. Grosz: Was machen Sie privat dann?), wenn ein Stier bei einer Versteigerung angekauft wird, garantieren, dass es da wenig Streitigkeiten gibt. Es gibt da intensive Quarantänebestimmungen (Abg. Grosz: Herr Kollege, was macht ein Funktionär einer Besamungsstation?), nachvollziehbare Untersuchungen, und es ist ja nicht allein die Sperma-Qualität, die die Qualität eines Stieres ausmacht, sondern es ist auch die Sprungfreudigkeit sehr entscheidend. Und wenn man weiß, wie Sperma produziert wird, dass dabei der Zuchtstier auf ein Phantom aufreiten muss, dann kann man durchaus verstehen, dass der eine oder andere manchmal verweigert. (Allgemeine Heiterkeit.)
Abg. Grosz: Herr Kollege, was macht ein Funktionär einer Besamungsstation?
Ich kann selbst als Funktionär einer Besamungsstation (Abg. Ing. Westenthaler: Was?) – übrigens die erfolgreichste Station in Österreich, nämlich in Hohenzell, Bezirk Ried – berichten, dass in Österreich rund 60 Stiere von den Besamungsstationen angekauft werden, und da gibt es sehr, sehr wenige Reklamationen. Gerade die ausführlichen Gewährleistungsbestimmungen (Abg. Grosz: Was machen Sie privat dann?), wenn ein Stier bei einer Versteigerung angekauft wird, garantieren, dass es da wenig Streitigkeiten gibt. Es gibt da intensive Quarantänebestimmungen (Abg. Grosz: Herr Kollege, was macht ein Funktionär einer Besamungsstation?), nachvollziehbare Untersuchungen, und es ist ja nicht allein die Sperma-Qualität, die die Qualität eines Stieres ausmacht, sondern es ist auch die Sprungfreudigkeit sehr entscheidend. Und wenn man weiß, wie Sperma produziert wird, dass dabei der Zuchtstier auf ein Phantom aufreiten muss, dann kann man durchaus verstehen, dass der eine oder andere manchmal verweigert. (Allgemeine Heiterkeit.)
Allgemeine Heiterkeit.
Ich kann selbst als Funktionär einer Besamungsstation (Abg. Ing. Westenthaler: Was?) – übrigens die erfolgreichste Station in Österreich, nämlich in Hohenzell, Bezirk Ried – berichten, dass in Österreich rund 60 Stiere von den Besamungsstationen angekauft werden, und da gibt es sehr, sehr wenige Reklamationen. Gerade die ausführlichen Gewährleistungsbestimmungen (Abg. Grosz: Was machen Sie privat dann?), wenn ein Stier bei einer Versteigerung angekauft wird, garantieren, dass es da wenig Streitigkeiten gibt. Es gibt da intensive Quarantänebestimmungen (Abg. Grosz: Herr Kollege, was macht ein Funktionär einer Besamungsstation?), nachvollziehbare Untersuchungen, und es ist ja nicht allein die Sperma-Qualität, die die Qualität eines Stieres ausmacht, sondern es ist auch die Sprungfreudigkeit sehr entscheidend. Und wenn man weiß, wie Sperma produziert wird, dass dabei der Zuchtstier auf ein Phantom aufreiten muss, dann kann man durchaus verstehen, dass der eine oder andere manchmal verweigert. (Allgemeine Heiterkeit.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Grosz: Der schafft das damit natürlich in die ZiB 2! Kollege vom ORF, bitte an die ZiB 2 schicken!
Alles in allem möchte ich festhalten, unsere Zuchtorganisationen und Besamungsstationen leisten hervorragende Arbeit. Wir haben in der Vergangenheit Spitzenstiere produziert, bekannte Namen, die Sie sicherlich alle kennen, Rumba, Streller und jetzt Wille, der neue Verkaufsschlager. Diese Spitzenstiere sind international nachgefragt, und da wird Wertschöpfung für die Landwirtschaft betrieben, weil unsere Zuchtverbände und Besamungsstationen in Bauernhand sind, und das ist meiner Meinung nach sicherlich ein Zukunftsmodell. – Danke. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Grosz: Der schafft das damit natürlich in die ZiB 2! Kollege vom ORF, bitte an die ZiB 2 schicken!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Sind Sie auch Funktionär einer Besamungsstation?
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte zunächst die Hauptschule Schwertberg sehr herzlich begrüßen, die uns jetzt zuhört, und ich darf euch sagen, wir unterhalten uns nicht immer nur über die Zuchtstiere. Es gibt auch wichtigere Themen in diesem Haus. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Sind Sie auch Funktionär einer Besamungsstation?)
Allgemeiner Beifall.
Ich möchte der Hauptschule Schwertberg zu dem Titel „Innovative Schule“ gratulieren, den ihr die Bundesministerin verliehen hat. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall des Abg. Huber. – Abg. Ing. Westenthaler: Und auch ein Thema Besamungsstation!
Herr Ausschussvorsitzender, Herr Präsident des Bauernbundes, du bist zur rechten Zeit gekommen! Ich bitte dich dringend, bei der nächsten Sitzung des Landwirtschaftsausschusses das Thema AMA auf die Tagesordnung zu setzen, denn da wird so viel Blödsinn geredet, dass es höchst an der Zeit ist, hier wirklich Fakten zu haben. (Beifall des Abg. Huber. – Abg. Ing. Westenthaler: Und auch ein Thema Besamungsstation!)
Zwischenruf des Abg. Jakob Auer.
der Bauernbundpräsident Deutschlands und Europas, Gerd Sonnleitner, interviewt wurde. (Zwischenruf des Abg. Jakob Auer.) Bauernverbandspräsident heißt das dort, nicht „Bauernbundpräsident“. Also euer oberster Chef in Europa. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Jakob Auer.) Ja, natürlich, das ist er schon.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Jakob Auer.
der Bauernbundpräsident Deutschlands und Europas, Gerd Sonnleitner, interviewt wurde. (Zwischenruf des Abg. Jakob Auer.) Bauernverbandspräsident heißt das dort, nicht „Bauernbundpräsident“. Also euer oberster Chef in Europa. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Jakob Auer.) Ja, natürlich, das ist er schon.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Bundesminister, wenn wir die Probleme, die es auf dem Land gibt, die es in den Bergregionen gibt, die es bei den Bauern in den benachteiligten Gebieten gibt, ernst nehmen, dann kann es doch nicht Ihr Ernst sein, ein Institut, ein wissenschaftliches Institut, das europaweit anerkannt ist, das international gefragt ist, einfach aufzulösen und irgendwo einzugliedern. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wo will er 400 000 € sparen, das soll er einmal !
Ich habe wirklich den Verdacht, nachdem das alle zwei Jahre, würde ich fast sagen, wieder kommt: Immer wieder beginnt man seitens des Landwirtschaftsministeriums (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo will er 400 000 € sparen, das soll er einmal !) – und wer immer noch dahinter steht – darüber zu reden, ob man das Bergbauerninstitut überhaupt noch braucht, und man sollte es doch eingliedern. Die Ersparnisse sind gleich null – aber ein ganz wichtiges Forschungsinstitut geben wir dafür auf! Das brauchen wir dringend, und das kann sich die Republik Österreich, glaube ich, so nicht leisten.
Beifall bei der SPÖ.
Ich bitte Sie wirklich, das noch einmal zu überdenken. Wir werden noch Gelegenheit haben, uns darüber zu unterhalten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Fichtenbauer –: Zur Besamung!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu Wort ist nun noch Herr Abgeordneter Dr. Fichtenbauer gemeldet. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Grosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Fichtenbauer –: Zur Besamung!)
Abg. Grosz: Besamung – Hirschen, dann geht es!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Kollege Fichtenbauer, ich unterbreche Sie nur ganz ungern, aber ich habe vorhin den Kollegen Eßl nach 1 Minute 30 Sekunden zur Sache gerufen (Abg. Grosz: Besamung – Hirschen, dann geht es!), als er zum vorherigen Tagesordnungspunkt gesprochen hat, und der Gerechtigkeit halber möchte ich Sie auch bitten, den sachlichen Zusammenhang (Abg. Grosz: Besamung – Hirschen – Allentsteig, dann geht es!) zu den Brachflächen oder zur AMA herzustellen und mit Ihren Ausführungen in dieser Richtung fortzufahren. (Abg. Zanger: Der Eßl hat auch weitergeredet!) – Bitte.
Abg. Grosz: Besamung – Hirschen – Allentsteig, dann geht es!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Kollege Fichtenbauer, ich unterbreche Sie nur ganz ungern, aber ich habe vorhin den Kollegen Eßl nach 1 Minute 30 Sekunden zur Sache gerufen (Abg. Grosz: Besamung – Hirschen, dann geht es!), als er zum vorherigen Tagesordnungspunkt gesprochen hat, und der Gerechtigkeit halber möchte ich Sie auch bitten, den sachlichen Zusammenhang (Abg. Grosz: Besamung – Hirschen – Allentsteig, dann geht es!) zu den Brachflächen oder zur AMA herzustellen und mit Ihren Ausführungen in dieser Richtung fortzufahren. (Abg. Zanger: Der Eßl hat auch weitergeredet!) – Bitte.
Abg. Zanger: Der Eßl hat auch weitergeredet!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Kollege Fichtenbauer, ich unterbreche Sie nur ganz ungern, aber ich habe vorhin den Kollegen Eßl nach 1 Minute 30 Sekunden zur Sache gerufen (Abg. Grosz: Besamung – Hirschen, dann geht es!), als er zum vorherigen Tagesordnungspunkt gesprochen hat, und der Gerechtigkeit halber möchte ich Sie auch bitten, den sachlichen Zusammenhang (Abg. Grosz: Besamung – Hirschen – Allentsteig, dann geht es!) zu den Brachflächen oder zur AMA herzustellen und mit Ihren Ausführungen in dieser Richtung fortzufahren. (Abg. Zanger: Der Eßl hat auch weitergeredet!) – Bitte.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Das war es. – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Ich halte erstens fest, dass für meine Fraktion, die die Grund- und Freiheitsrechte und Bürgerrechte sehr hochhält, eine Zustimmung zu dieser Novelle nicht in Frage kommt und wir uns in bester Gesellschaft mit dem Österreichischen Rechtsanwaltskammertag, mit der österreichischen Journalistengewerkschaft, aber auch Organisationen wie Greenpeace befinden, die allesamt Bedenken haben, schwere Bedenken haben, dass Grund- und Freiheitsrechte mit dieser Novelle massiven Schaden nehmen können. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich möchte ferner festhalten, dass für uns als Freiheitliche, für meine Fraktion die bestmögliche Unterstützung der Polizei eines unserer zentralen Ziele ist. (Beifall bei der FPÖ.) Und diese bestmögliche Unterstützung der Polizei bezieht sich primär auf den Inspektor auf der Straße, diesen bestmöglich zu unterstützen – und nicht politische Überwachungsbehörden mit mehr und mehr zweifelhaften Instrumenten auszustatten.
Beifall bei der FPÖ.
Bestmögliche Unterstützung für die Exekutive dann, wenn es um einen Zwischenfall zwischen der Polizei und einem Verbrecher geht, dass die Politik nicht gleich dem Polizisten einen Misstrauensvorschuss gibt und beginnt, auf ihm herumzuhacken, sondern dass sich die Politik hinter unsere Polizei stellt bis zu dem Punkt, wo vielleicht eine andere Sachlage zeigt, dass es da zu Fehlverhalten gekommen ist. Aber bis zu diesem Punkt verdient die Exekutive seitens der Politik den bestmöglichen Rückhalt, den wir ihr geben können. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wen Sie aufgrund einer Vorratsdatenspeicherung erwischen werden, das ist mit Sicherheit nicht diese Person, sondern Sie archivieren und dokumentieren das Telekommunikationsverhalten jedes Österreichers, das sechs Monate zurückgeht. Das ist unanständig! Das hat nichts mit Grund- und Freiheitsrechten zu tun. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage, dass sich für jeden Journalisten, für jeden auch im Investigativbereich tätigen Oppositionspolitiker, für jeden kritischen Blogger sehr rasch eine Situation ergeben kann, wo die Behörde anfängt zu schnüffeln, ein Rechtsschutzbeauftragter, der aus meiner Sicht völlig unzureichend ausgestattet ist, das abnickt, in weiterer Konsequenz die Untersuchten nicht informiert werden. Das ist für mich der zentrale Punkt und auch die Sorge des Rechtsanwaltskammertages, die Sorge der Journalistengewerkschaft, dass hier Observationen stattfinden können und derjenige, der observiert wurde, im Nachhinein nicht einmal darüber informiert wird. Das öffnet dem Missbrauch Tür und Tor. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Man braucht nur in Ihrem Umfeld einen Verdacht zu konstruieren, und schon sind Sie mit Ihrem Handy mit im Überwachungsraster drinnen. Informiert werden Sie im Nachhinein von niemandem. Das, was die Journalistengewerkschaft, das, was der Österreichische Rechtsanwaltskammertag, und das, was viele Grund- und Freiheitsrechtler fordern, ist nicht mehr und nicht weniger, als den Status quo der jetzigen Möglichkeiten noch einmal zu evaluieren, gegebenenfalls im Bereich des Rechtsschutzes nachzujustieren und auch verpflichtend mit hineinzunehmen, dass Observierte im Nachhinein informiert werden. Das ist genau das Argumentationsgerüst, mit dem ich Sie aufseiten der Regierungsfraktionen ersuche, das vielleicht noch einmal zu überdenken, heute auf die Bremse zu steigen, eine Überwachungsbremse, wenn Sie so wollen, zu installieren und den Grund- und Freiheitsrechten in diesem Staat den Vorzug zu geben. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Rechtsschutzbeauftragte hat sich, wie ich meine, in den letzten zehn Jahren bewährt. Wenn wir sehen, dass im letzten Jahr zehn Anträge von Seiten der Polizei an den Rechtsschutzbeauftragen herangetragen wurden, dann, so meine ich, wird da mit sehr viel Augenmaß, dann wird da an und für sich mit sehr viel Gefühl und mit sehr viel Verantwortungsbewusstsein vorgegangen. Es ist meiner Meinung nach schon richtig und wichtig, dass wir diese gesetzliche Bestimmung in der uns vorliegenden Art und Weise zur Beschlussfassung bringen, und ich fordere die Opposition auf, hier mitzugehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit des Abg. Rädler.
Daher lehnen wir dieses Gesetz ab. Sie können es nicht begründen, Sie können es nicht argumentieren. (Heiterkeit des Abg. Rädler.) – Sie lachen.
Abg. Kößl: Das stimmt ja nicht! !
Kollege Kößl hat lauter Beispiele gebracht, die nicht tauglich sind. Der Fall in Lüttich war völlig unauffällig. Das war zwar dramatisch. Das war dieser Fall, wo an der ... (Abg. Kößl: Das stimmt ja nicht! !) – Nein, der war völlig unauffällig, meine Damen und Herren.
Beifall bei den Grünen.
Und das ist der entscheidende Punkt. Sie wollen das Gesetz ausbauen, haben keine Argumente dafür und erweitern den Rechtsschutz nicht. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
kleiner Lausch-/Spähangriff
Die vorliegende Novelle zum Sicherheitspolizeigesetz gestattet die weitgehende Überwachung von Einzelpersonen ohne richterliche Kontrolle. Der einzelne Bürger kann damit durch unbedachte Äußerungen zum potentiellen Überwachungsobjekt werden. Observation (auch mit Peilsender) oder der Einsatz verdeckter Ermittler mit Ton- und Bildaufnahmegeräten (kleiner Lausch-/Spähangriff) sind dann auch hinsichtlich einzelner Personen zulässige Überwachungsmethoden. Das sind für eine Demokratie weitgehende Eingriffe.
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt doch nicht! Das ist nicht wahr! 21/3! Es ist überhaupt nichts geändert worden!
Abgeordneter Hannes Fazekas (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Vielleicht sollte man auch den Zuhörerinnen und Zuhörern am Anfang mitteilen, dass trotz aller berechtigter Kritik, die heute gekommen ist, für mich teilweise unverständlich, auch festzuhalten ist, dass das, was letztendlich heute beschlossen werden soll, fast nicht mehr erkennbar ist und mit dem, was als Regierungsvorlage eingebracht worden ist, nicht mehr übereinstimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt doch nicht! Das ist nicht wahr! 21/3! Es ist überhaupt nichts geändert worden!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Man merkt das einfach bei den vielen Novellierungen, meine sehr geehrten Damen und Herren des Hohen Hauses, weil wir auch unsere Verantwortung dahin gehend wahrnehmen sollen, den Bürgerinnen und Bürgern nicht Angst zu machen, dass sie aufgrund eines derartigen Gesetzes bespitzelt werden oder noch irgendetwas anderes passiert, sondern ihnen klar zu machen, dass dieses Gesetz geschaffen wird, um sie zu schützen. Und das ist für das Parlament und auch für uns eine sehr wesentliche Aufgabe. Wir sind gefordert, das hier auch entsprechend zu beschließen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher darf ich noch einmal darum bitten, das zu überdenken, und auch noch einmal Ihre Zustimmung einfordern. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Fazekas: Fazekas!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege von der SPÖ, Herr Bürgermeister! (Abg. Fazekas: Fazekas!) – Ich weiß eh, ich spreche Sie ja mit dem Amtstitel an.
Abg. Fazekas: Ist das richtig oder nicht?
Herr Bürgermeister Fazekas, Sie können es noch so oft wiederholen und sagen, es hat sich vom Beginn bis zum Ende so viel verändert, es wurde so viel entschärft. (Abg. Fazekas: Ist das richtig oder nicht?) – Ich habe es da. Ich zeige es Ihnen gerne noch einmal. Ich habe hier den Ministerialentwurf, dann die Regierungsvorlage und zuletzt den zu beschließenden Ausschussbericht. (Der Redner hält die genannten Unterlagen in die Höhe.) In allen drei Unterlagen ist dieser berühmte § 21 Abs. 3 völlig unverändert. Da haben Sie überhaupt nichts geändert!
Zwischenruf des Abg. Fazekas.
Und das ist der zentrale Punkt der Kritik. Das ist der zentrale Punkt der Kritik! (Zwischenruf des Abg. Fazekas.) Dieser Paragraph macht es nämlich möglich, dass Menschen, die nicht einmal eine Straftat im Sinn haben, sondern sich nur auffällig bewegen, vielleicht auch eine politische, religiös bedingte Äußerung machen, dass diese Menschen, wenn es darauf ankommt, ins Fadenkreuz der Ermittler kommen können. Und das lehnen wir ab, Herr Abgeordneter. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Und das ist der zentrale Punkt der Kritik. Das ist der zentrale Punkt der Kritik! (Zwischenruf des Abg. Fazekas.) Dieser Paragraph macht es nämlich möglich, dass Menschen, die nicht einmal eine Straftat im Sinn haben, sondern sich nur auffällig bewegen, vielleicht auch eine politische, religiös bedingte Äußerung machen, dass diese Menschen, wenn es darauf ankommt, ins Fadenkreuz der Ermittler kommen können. Und das lehnen wir ab, Herr Abgeordneter. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Das ist ein Irrsinn!
Was ist denn diese erweiterte Gefahrenforschung? – Observierung, Handy-Überwachung, Analyse und Auswertung personenbezogener Daten bis hin auch letztlich zu besonderen Ermittlungsmethoden. Und das alles künftig ohne jegliche richterliche Genehmigung. Es braucht keine richterliche Genehmigung mehr. (Abg. Grosz: Das ist ein Irrsinn!)
Beifall beim BZÖ.
Wenn einem Ermittler die Nase vom Gerald Grosz nicht gefällt und er meint, der habe einmal irgendetwas gesagt, dann darf er diese Ermittlungsschritte setzen. – Und das kann nicht sein. Das ist gegen den Rechtsstaat, das ist eine Aushöhlung der Bürgerrechte, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das kann es nicht sein, Sie machen hier Tür und Tor auf. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kößl: Das stimmt ja nicht!
Nicht wir, Herr Kollege Kößl! Es hat ein Hearing hier im Parlament gegeben, wo durch die Bank alle Experten massive Kritik geübt haben, ganz massive Kritik geübt haben. Es gibt Stellungnahmen der Bundesarbeitskammer. (Abg. Kößl: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Fazekas: Das ist abgeändert worden!
Wissen Sie, was die Bundesarbeitskammer gesagt hat? – Dass die Grundsätze eines liberalen Rechtsstaates mit dieser Gesetzesvorlage in Gefahr sind. (Abg. Fazekas: Das ist abgeändert worden!) Die Rechtsanwaltskammer warnt. Die Journalisten warnen.
Beifall beim BZÖ, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Tadler.
Ich sage Ihnen etwas: Wenn irgendein Bürger, irgendeiner, der eine Wut auf diese Regierung hat, und zwar zu Recht, an seinem Stammtisch im Wirtshaus sitzt und dort sagt, ich bin eigentlich der Meinung, dieser Bundeskanzler gehört endlich weg – Klammer auf: denkt sich dabei, durch demokratische Wahlen, sagt es aber nicht dazu –, dann wäre er bereits ein Fall für die erweiterte Gefahrenforschung, kann observiert werden, das Handy kann abgehört werden, er kann bespitzelt werden. Das ist doch ein Skandal, den Sie hier heute beschließen! Das hat mit Demokratie nichts zu tun. (Beifall beim BZÖ, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Tadler.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Wenn Sie schon uns nicht glauben, dann nehmen Sie diese Menschen wahr, die um ihre Arbeit in diesem Land fürchten und sich nicht mehr trauen, Dinge aufzudecken. Das ist nämlich auch eine Auswirkung dieses Gesetzes, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Kößl: Das stimmt ja nicht! Sie sagen absichtlich die Unwahrheit!
Ich sage Ihnen etwas: Da zähle ich auch Ihren Rechtsschutzbeauftragten dazu. Das ist ja wohl ein Witz, was der aufführt. Der ist vom Innenministerium abhängig und muss jetzt als sakrosankte Institution zur Kontrolle herhalten. (Abg. Kößl: Das stimmt ja nicht! Sie sagen absichtlich die Unwahrheit!) Wissen Sie, wie der begründet hat, dass man künftig Handys ohne richterliche Genehmigung, einfach nur so, abhören darf? Wissen Sie, wie der das begründet hat? Der hat gesagt, wir müssen das so machen, denn damit können wir Begleiter von suizidgefährdeten Personen ausfindig machen und somit Suizide verhindern.
Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie der Abgeordneten Ing. Lugar und Tadler.
Dann haben wir Sie im Hearing gefragt: Frau Ministerin, erörtern Sie einmal, wie viele suizidgefährdete Menschen oder Menschen, die dann tatsächlich Selbstmord begehen, haben eigentlich Begleiter!? Wer begleitet jemanden in den Suizid? Wie oft kommt denn das vor? Und dann sind wir draufgekommen, dass es in den letzten Jahren einen einzigen Fall gegeben hat. Einen einzigen Fall! Und aufgrund dieses einzigen Falles kommt der Herr Rechtsschutzbeauftragte daher und will eine derart umfassende SPG-Änderung, dass künftig jedes Handy, egal, welches, überwacht werden darf? Das ist doch nicht maßvoll, Frau Ministerin. Da müssen Sie doch zugestehen, dass das überschießend, überbordend, daher auch nicht richtig und auch nicht zu verantworten ist. (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie der Abgeordneten Ing. Lugar und Tadler.)
Abg. Grosz: Das ist wie beim Metternich!
Ich appelliere an Sie, sehr rasch die Diskussion um die Bürgerrechte in diesem Land aufzunehmen und eine wirklich breite Diskussion mittels einer Enquete, was auch immer, mittels eines Gipfels durchzuführen, damit wir nicht in die Gefahr kommen, dass wir künftig tatsächlich diesen staatlich legitimierten Überwachungsstaat auch noch pardonieren und ihn verteidigen. (Abg. Grosz: Das ist wie beim Metternich!)
Beifall beim BZÖ, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Tadler.
Wir werden jedenfalls, soweit wir können, diese Methode der Bespitzelung massiv bekämpfen. (Beifall beim BZÖ, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Tadler.)
Abg. Mag. Johann Maier – auf dem Weg zum Rednerpult –: Tatsächliche Berichtigung!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Maier. (Abg. Mag. Johann Maier – auf dem Weg zum Rednerpult –: Tatsächliche Berichtigung!) – Zu einer tatsächlichen Berichtigung. Ich erinnere an die einschlägigen Bestimmungen der Geschäftsordnung. – Bitte. (Abg. Dolinschek: Was ist mit der Arbeiterkammer? – Abg. Ing. Westenthaler: Er kann das nicht! Er scheitert jedes Mal!)
Abg. Dolinschek: Was ist mit der Arbeiterkammer? – Abg. Ing. Westenthaler: Er kann das nicht! Er scheitert jedes Mal!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Maier. (Abg. Mag. Johann Maier – auf dem Weg zum Rednerpult –: Tatsächliche Berichtigung!) – Zu einer tatsächlichen Berichtigung. Ich erinnere an die einschlägigen Bestimmungen der Geschäftsordnung. – Bitte. (Abg. Dolinschek: Was ist mit der Arbeiterkammer? – Abg. Ing. Westenthaler: Er kann das nicht! Er scheitert jedes Mal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist er eh nicht!
ordneter Ing. Westenthaler, hat in seiner Rede behauptet, § 21 Abs. 3 wäre nicht geändert worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist er eh nicht!) – Diese Aussage ist nachweislich falsch. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er geändert worden?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er geändert worden?
ordneter Ing. Westenthaler, hat in seiner Rede behauptet, § 21 Abs. 3 wäre nicht geändert worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist er eh nicht!) – Diese Aussage ist nachweislich falsch. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er geändert worden?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht wahr!
Richtig ist vielmehr, dass § 21 Abs. 3 massiv geändert wurde, und zwar eingeschränkt wurde auf Straftaten, die weltanschaulich oder religiös motiviert sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht wahr!) Und das ist eine massive Änderung, Herr Abgeordneter. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Redebeitrag! Das war alles andere, nur keine tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Redebeitrag! Das war alles andere, nur keine tatsächliche Berichtigung!
Richtig ist vielmehr, dass § 21 Abs. 3 massiv geändert wurde, und zwar eingeschränkt wurde auf Straftaten, die weltanschaulich oder religiös motiviert sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht wahr!) Und das ist eine massive Änderung, Herr Abgeordneter. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Redebeitrag! Das war alles andere, nur keine tatsächliche Berichtigung!)
Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner hat Probleme mit der Justierung des Mikrofons. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ist alles hin!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu Wort hat sich Frau Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner gemeldet. Ich mache darauf aufmerksam, dass wir in 4 Minuten wegen des Aufrufs des Dringlichen Antrages unterbrechen müssen. – Bitte. (Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner hat Probleme mit der Justierung des Mikrofons. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ist alles hin!)
Abg. Mag. Stefan: Wo steht das?
darum, terroristische Gefahren abzuwenden, es geht letztlich darum, die Bevölkerung zu schützen. (Abg. Mag. Stefan: Wo steht das?)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich sage Ihnen ganz offen und ehrlich, diese Kritik heute ist mir wesentlich lieber, als wenn unsere Polizei einen Angriff nicht verhindern könnte und wir zig Tote hätten. In diesem Sinne bitte ich um Ihre Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Rädler: Heute noch volltanken!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Ich erteile Herrn Klubobmann Bucher als Antragsteller zur Begründung des Dringlichen Antrages das Wort. Gemäß § 74a Abs. 5 der Geschäftsordnung darf die Redezeit 20 Minuten nicht überschreiten. – Bitte. (Abg. Rädler: Heute noch volltanken!)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir wollen die Dringliche heute unter das Thema „aktuelle Treibstoffpreisentwicklung“ stellen. Ich denke, es gibt ja niemanden in Ihrem Bekanntenkreis, der Sie nicht auf die Rekordpreisentwicklung an den Tankstellen angesprochen hat. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall beim BZÖ.
Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, verstehen die Menschen in der Zwischenzeit nicht mehr: dass die Politik das zulässt, dass die Politik, so wie die Regierungspolitik in Österreich, sich noch dazu zum Preistreiber Nummer eins entwickelt, was den Treibstoff in unserem Land betrifft. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was hören die Menschen dann als Argument vom zuständigen Wirtschaftsminister? Fahren Sie doch einmal ins benachbarte Ausland, nach Italien oder fahren Sie in die Bundesrepublik Deutschland! Dort zahlen sie noch mehr an den Tankstellen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.)
Beifall beim BZÖ
Ja, das ist ein großartiges Argument, Herr Finanzminister. Dann sagen Sie aber bitte auch dazu – weil sonst werden Sie nicht nur unglaubwürdig, sondern machen sich gleichzeitig auch lächerlich –, dass die Menschen in Deutschland und auch in Italien netto durchschnittlich mehr verdienen, weil die Österreicherinnen und Österreicher in einem „Nationalpark Hohe Steuern“ leben (Beifall beim BZÖ), meine sehr geehrten Damen und Herren, und eine Steuerlast von 45 Prozent zu erleiden haben! Das ist nämlich Ihre ausgefuchste ÖVP-Politik, die Sie seit 25 Jahren mitverschuldet haben, Herr Bundesminister für Wirtschaft!
Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
Wenn Sie das genau analysieren, dann kommen Sie zu dem Schluss, dass die Ölmultis bei jeder geringsten Unsicherheit – egal wo sie stattfindet: ob das Naturkatastrophen sind, ob das Kriege sind, ob das Umstürze oder Unruhen sind oder ob das Unfälle sind – diese Zwischenfälle als Argument heranziehen, um die Preise nach oben zu bewegen. Aber dann, wenn diese Krisen beseitigt und planiert sind, gibt es keine Preisentwicklung nach unten – nein, die Preise bleiben auf diesem Niveau. (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.)
Beifall beim BZÖ.
Und was machen die Herren und Damen der Bundesregierung? – Sie setzen dann auch noch eines drauf, nämlich mit einer Mineralölsteuererhöhung wie letztes Jahr, im Jänner 2011. Das verstehen die Menschen überhaupt nicht: wie sie in Anbetracht einer enormen Preisentwicklung, einer enormen Inflation, wo sie ohnehin schon nicht mehr wissen, wie sie mit dem Geld auskommen sollen, dann auch noch das zu erleiden haben, nämlich eine weitere Versteuerung des lebensnotwendigen Treibstoffes, weil ja viele nicht anders können, als mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. – Meine sehr geehrten Damen und Herren der Bundesregierung! Das ist eine unmoralische und eine unseriöse Vorgehensweise und keine verantwortungsvolle Vorgehensweise. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Johann Maier – einen Zettel in die Höhe haltend –: Ich habe es da!
Dahinter steht natürlich auch der Verdacht, dass die Ölmultis all diese Situationen ausnutzen, um auch untereinander wahrscheinlich eine Preisabsprache zu machen. Dieser Vorwurf kommt nicht von mir, Herr Bundesminister. Schauen Sie einmal ganz locker in die linken Reihen Ihres Koalitionspartners: Die Arbeiterkammer vermutet das! Wo sind denn die Arbeiterkämmerer? Herr Maier, heute möchte ich von dir etwas hier heraußen hören! (Abg. Mag. Johann Maier – einen Zettel in die Höhe haltend –: Ich habe es da!) Die Arbeiterkammer sagt doch, die Vermutung liegt nahe, dass die Ölkonzerne untereinander ein Kartell bilden, dass es Preisabsprachen gibt. (Abg. Grosz: Wo ist die Bundeswettbewerbsbehörde?)
Abg. Grosz: Wo ist die Bundeswettbewerbsbehörde?
Dahinter steht natürlich auch der Verdacht, dass die Ölmultis all diese Situationen ausnutzen, um auch untereinander wahrscheinlich eine Preisabsprache zu machen. Dieser Vorwurf kommt nicht von mir, Herr Bundesminister. Schauen Sie einmal ganz locker in die linken Reihen Ihres Koalitionspartners: Die Arbeiterkammer vermutet das! Wo sind denn die Arbeiterkämmerer? Herr Maier, heute möchte ich von dir etwas hier heraußen hören! (Abg. Mag. Johann Maier – einen Zettel in die Höhe haltend –: Ich habe es da!) Die Arbeiterkammer sagt doch, die Vermutung liegt nahe, dass die Ölkonzerne untereinander ein Kartell bilden, dass es Preisabsprachen gibt. (Abg. Grosz: Wo ist die Bundeswettbewerbsbehörde?)
Abg. Dr. Strutz: Stimmt ja nicht! Stimmt nicht!
Jetzt frage ich mich, Herr Maier und Herr Bundesminister, warum macht die Bundesregierung nichts dagegen? Warum macht Ihr Koalitionspartner, die SPÖ, nichts dagegen? Denn wenn die Arbeiterkammer hier einen Verdacht in die Welt setzt und auch die europäische Initiative davon ausgeht, dass hier Preisabsprachen im Gange sind, dann fragen wir uns, warum nichts geschieht, warum hier keine Initiativen vonseiten der Bundesregierung gesetzt werden, um dem ein Ende zu setzen. Das Einzige, das der Herr Bundesminister für Wirtschaft, der Herr Mitterlehner hinter mir, sagt, ist – wörtlich –: „Amtlich“ ist das Ganze „nicht steuerbar“. (Abg. Dr. Strutz: Stimmt ja nicht! Stimmt nicht!) Das ist das Einzige, das Ihnen zu diesem Vorwurf einfällt: Sie sind quasi machtlos.
Abg. Dolinschek: ... gleich, das Kilometergeld auch!
wenn sie in solchen Situationen, wo es um die Existenz vieler Menschen und Familien in unserem Land geht, keine Maßnahmen setzen können? Aber Sie verschlimmern das auch noch zusehends, indem Sie die Mineralölsteuer anheben und damit vor allem die Pendler und die Autofahrer insgesamt schröpfen. (Abg. Dolinschek: ... gleich, das Kilometergeld auch!)
Abg. Klikovits: Genau! Das heißt, nicht schwarz, er denkt richtig!
Gerade in Zeiten hoher Inflation mache ich Ihnen das zum Vorwurf, weil beispielsweise nach dem Verbraucherpreisindex festzustellen ist, dass seit dem Jahr 2000 die Teuerung 25 Prozent ausmacht – seit 2000 haben sich die Lebenshaltungskosten der Menschen um 25 Prozent verteuert! –, während die Autokosten, und das sind nicht unsere Zahlen, sondern das sind die Zahlen des schwarzen ÖAMTC (Abg. Klikovits: Genau! Das heißt, nicht schwarz, er denkt richtig!) – für irgendetwas muss der ÖAMTC auch gut sein, denn er kostet auch eine Menge Geld –, seit dem Jahr 2000 um 30 Prozent gestiegen sind. Das heißt, dass man das auch mit in Ihr Kalkül und Ihre Überlegungen einbeziehen muss, wenn Sie da dauernd die Steuerschraube bedienen.
Beifall beim BZÖ.
Diese Regierung profitiert ja nicht nur aufgrund der Steuern – der Mineralölsteuer und der Mehrwertsteuer –, sondern sie profitiert ja noch ein drittes Mal, nämlich über die Gewinne und Dividenden der OMV. Das heißt, die Bundesregierung hält überall das Händchen auf, um den Autofahrer zu schröpfen und den Menschen in unserem Land das Leben so teuer wie möglich zu machen, und das kritisieren wir vom BZÖ. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir fordern mit unserem BZÖ-Forderungspaket, das sich letztendlich in diesem Dringlichen Antrag wiederfindet, eine Zurücknahme der letzten Mineralölsteuererhöhung, gerade in Anbetracht der enormen Verteuerungen, die jetzt aufgrund dieses Belastungspakets, dieses Schröpfungspakets auf die Österreicherinnen und Österreicher niederprasseln, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das wäre einmal ein Anfang, nämlich die Autofahrer zu entlasten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Klikovits: Es gibt keine Landestankstellen!
Zweitens: Sorgen Sie für mehr Wettbewerb! Sorgen Sie endlich für mehr Wettbewerb! Das geht, und wir haben das auch gesehen. Allein die Landestankstellen oder die Öffnung zusätzlicher Bundestankstellen sorgen dafür, dass sich die Preisentwicklung an den Zapfsäulen nach unten bewegt. (Abg. Klikovits: Es gibt keine Landestankstellen!) Na ja, wir haben eine in Friesach, in meiner Heimatstadt. Wir haben auch den günstigsten Treibstoffpreis in ganz Österreich. (Abg. Kopf: Und was heißt das im Endeffekt? Verstaatlichung der Tankstellen?)
Abg. Kopf: Und was heißt das im Endeffekt? Verstaatlichung der Tankstellen?
Zweitens: Sorgen Sie für mehr Wettbewerb! Sorgen Sie endlich für mehr Wettbewerb! Das geht, und wir haben das auch gesehen. Allein die Landestankstellen oder die Öffnung zusätzlicher Bundestankstellen sorgen dafür, dass sich die Preisentwicklung an den Zapfsäulen nach unten bewegt. (Abg. Klikovits: Es gibt keine Landestankstellen!) Na ja, wir haben eine in Friesach, in meiner Heimatstadt. Wir haben auch den günstigsten Treibstoffpreis in ganz Österreich. (Abg. Kopf: Und was heißt das im Endeffekt? Verstaatlichung der Tankstellen?)
Beifall beim BZÖ.
Und deshalb kann ich aus meinen privaten Erlebnissen berichten, weil ich ja einer bin, der im Gegensatz zu vielen anderen hier herinnen Selbsttanker ist und weil ich kein Dienstauto habe mit einem Chauffeur, weil man sich nicht mehr hineintraut in die Tankstelle. Ich gehe jedes Mal selbst tanken und weiß daher, wie hart es manchmal ist, diese Rechnungen zu bezahlen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Ein dritter Vorschlag: Luxemburg zeigt uns, dass es eine Möglichkeit gibt, den Preis zu deckeln. Das Luxemburger Modell ist ein Vorzeigebeispiel dafür, wie man auch marktorientiert den Preis stabil halten kann, indem man eine Preisspanne festlegt. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Nein, nicht staatlich verordnet, sondern indem man eine Preisspanne festlegt. Innerhalb der Preisspanne können sich dann die Preise entwickeln, aber nicht exorbitant, nicht hemmungslos nach oben, so wie Sie das gegenwärtig ansteuern. Das wäre der dritte Denkanstoß.
Beifall beim BZÖ.
Der fünfte Vorschlag, den wir anbringen wollen, ist eine Auspreisung der Spritpreise nur mehr mit zwei Kommastellen, der sechste eine EU-weite Unterstützung, dass Preisabsprachen zukünftig untersagt werden und dass man den Ölmultis einmal wirklich auf die Finger schaut. Denn wenn sie sich nicht beobachtet fühlen und auf europäischer Ebene kein Monitoring stattfindet, und wenn da auch die Politik nicht endlich ein Zeichen setzt, meine sehr geehrten Damen und Herren, dann geht die Preisentwicklung in nächster Zukunft in Richtung 2 €, und das müssen wir verhindern. Das sind wir den Autofahrerinnen und Autofahrern in Österreich schuldig! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Völlig richtig!
Warum setzen Sie nicht endlich einmal die Bundeswettbewerbsbehörde ein, Herr Bundesminister? Und warum sorgt diese Bundeswettbewerbsbehörde nicht einmal dafür, dass diese enormen Preisunterschiede vor dem Wochenende und vor den Feiertagen oder vor den Urlauben endlich einmal ein Ende haben? Das sieht doch kein Mensch mehr ein, dass immer dann, wenn der Autofahrer das Auto braucht, sich die Preise an den Tankstellen immer weiter nach oben entwickeln. (Abg. Ing. Westenthaler: Völlig richtig!) Das sieht kein Mensch ein!
Beifall beim BZÖ.
Preis an den Tankstellen immer teurer. Das versteht niemand, Herr Bundesminister, und deswegen bieten wir Ihnen heute die Gelegenheit, das den Menschen zu Hause endlich einmal zu erklären, was denn Ihr Ansinnen ist, was Sie jetzt überlegen, an Handlungen zu setzen, damit einmal Schluss ist mit dieser Abzocke, die da von den Ölmultis betrieben wird. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Schmuckenschlager: Heute noch volltanken! – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Wir vom BZÖ wollen einen Beitrag leisten – einen bescheidenen Beitrag, aber immerhin einen Beitrag, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Schmuckenschlager: Heute noch volltanken! – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Wir rufen für morgen, den 1. März, zu einem Tankstellenboykott auf, zu einem Tankstellenboykott, der ein Warnschuss sein soll gegenüber den Ölmultis, um Solidarität zu zeigen gegenüber den Menschen, die das Auto brauchen, darauf nicht verzichten können, und um wenigsten einmal ein Zeichen zu setzen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir vom BZÖ wollen einen Beitrag leisten – einen bescheidenen Beitrag, aber immerhin einen Beitrag, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Schmuckenschlager: Heute noch volltanken! – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Wir rufen für morgen, den 1. März, zu einem Tankstellenboykott auf, zu einem Tankstellenboykott, der ein Warnschuss sein soll gegenüber den Ölmultis, um Solidarität zu zeigen gegenüber den Menschen, die das Auto brauchen, darauf nicht verzichten können, und um wenigsten einmal ein Zeichen zu setzen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Schmuckenschlager: Heute tanken! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Wir werden diese Preisspirale und wir werden diese Preisentwicklung nach oben nicht unterbinden können (Abg. Schmuckenschlager: Heute tanken! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), aber zumindest einen kleinen Beitrag, einen kämpferischen Beitrag leisten, damit diese Abzocke endlich einmal ein Ende hat. Wir sagen: Genug gezahlt! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir werden diese Preisspirale und wir werden diese Preisentwicklung nach oben nicht unterbinden können (Abg. Schmuckenschlager: Heute tanken! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), aber zumindest einen kleinen Beitrag, einen kämpferischen Beitrag leisten, damit diese Abzocke endlich einmal ein Ende hat. Wir sagen: Genug gezahlt! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Jetzt heißt es aufpassen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zur Abgabe einer Stellungnahme hat sich Herr Bundesminister Dr. Mitterlehner zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Rädler: Jetzt heißt es aufpassen!) Die Redezeit sollte 20 Minuten nicht überschreiten. (Abg. Dolinschek: Das Kilometergeld ist seit 2008 gleich hoch!)
Abg. Dolinschek: Das Kilometergeld ist seit 2008 gleich hoch!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zur Abgabe einer Stellungnahme hat sich Herr Bundesminister Dr. Mitterlehner zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Rädler: Jetzt heißt es aufpassen!) Die Redezeit sollte 20 Minuten nicht überschreiten. (Abg. Dolinschek: Das Kilometergeld ist seit 2008 gleich hoch!)
Abg. Dolinschek: Hochmut kommt vor dem Fall!
Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend Dr. Reinhold Mitterlehner: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Bucher, ja, ich glaube, es war ein bescheidener Beitrag, den Sie jetzt hier eingebracht haben zur Lösung eines an sich wirklich wichtigen Problems (Abg. Dolinschek: Hochmut kommt vor dem Fall!), denn viele Fernsehzuschauer und auch andere verfolgen mit Sorge die Entwicklung des Spritpreises. Die Frage ist allerdings: Wie kann man das Problem lösen? (Abg. Grosz: Seit 1999 haben Sie eine Verordnungsermächtigung!)
Abg. Grosz: Seit 1999 haben Sie eine Verordnungsermächtigung!
Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend Dr. Reinhold Mitterlehner: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Bucher, ja, ich glaube, es war ein bescheidener Beitrag, den Sie jetzt hier eingebracht haben zur Lösung eines an sich wirklich wichtigen Problems (Abg. Dolinschek: Hochmut kommt vor dem Fall!), denn viele Fernsehzuschauer und auch andere verfolgen mit Sorge die Entwicklung des Spritpreises. Die Frage ist allerdings: Wie kann man das Problem lösen? (Abg. Grosz: Seit 1999 haben Sie eine Verordnungsermächtigung!)
Unter Zwischenrufen entrollen Abgeordnete des BZÖ ein Transparent mit folgender Aufschrift: BZÖ; Tankboykott; 1. März 2012; Genug gezahlt!
Ich hätte mir eigentlich auch erwartet, dass wir in einen konstruktiven Dialog eintreten, aber was ich hier vorfinde, ist ... (Unter Zwischenrufen entrollen Abgeordnete des BZÖ ein Transparent mit folgender Aufschrift: BZÖ; Tankboykott; 1. März 2012; Genug gezahlt!) – Wunderbar, Tankboykott, 1. März 2012. Wir haben es mitverfolgt.
Abg. Bucher: Erklären Sie das den Autofahrern!
Was ich merke ist, dass Sie einen Dringlichen Antrag stellen. Jetzt muss man sagen, die Parlamentarier wissen natürlich, ein Dringlicher Antrag ist etwas anderes als eine Dringliche Anfrage (Abg. Bucher: Erklären Sie das den Autofahrern!), und irgendwo merkt man dann, wann man das durchliest, der Inhalt dieses Antrages ist eigentlich relativ dünn und geht relativ stark in Richtung des Finanzministeriums.
Abg. Scheibner: Ja, bei einem Antrag gibt es keine Fragen! – Abg. Dolinschek: Das ist ein Antrag, keine Anfrage!
Dass Sie da irgendwie die Kompetenzlage nicht ganz durchblickt haben, lässt sich daraus schließen, dass ich glaube gehört zu haben, dass Sie zu mir „Herr Finanzminister“ gesagt haben. Es gibt unehrenhaftere Vergleiche, aber da merkt man schon, dass der Inhalt doch irgendwie etwas dünn ausgestaltet ist, genau – zum Zweiten – auch deswegen, weil keine einzige Frage darin enthalten ist. (Abg. Scheibner: Ja, bei einem Antrag gibt es keine Fragen! – Abg. Dolinschek: Das ist ein Antrag, keine Anfrage!)
Abg. Grosz: Wegelagerer sind Sie!
Grosz: Mit 50 Prozent, Preistreiber sind Sie!), wir sind verantwortlich für steuerliche Höchstwerte, und wir sind verantwortlich auch für internationale Entwicklungen. (Abg. Grosz: Wegelagerer sind Sie!) – Wegelagerer, Herr Grosz, in Ihrer Diktion, die ja immer sehr angepasst ist.
Abg. Dolinschek: Vom Spritpreis!
Ich möchte doch einmal etwas sachgerechter auf die Thematik eingehen und die erste Frage stellen: Wovon reden wir? (Abg. Dolinschek: Vom Spritpreis!) Reden wir von einem Markt, der österreichisch ist – oder reden von etwas anderem, wenn wir von Benzin und Diesel sprechen? Wir haben bei diesem Markt eine Situation, wo 90 Prozent der Produkte importiert werden – 90 Prozent der Produkte! Also 10 Prozent kommen aus Österreich, der Rest aus dem Ausland.
Abg. Bucher: Nur ein Beispiel!
Zum Zweiten haben wir 73 Firmen, die importieren. Sie in Ihrem Antrag bringen das ungefähr so, als ob das ein Unternehmen wäre, das heißt OMV (Abg. Bucher: Nur ein Beispiel!), und das macht riesige Gewinne und hat riesige Dividenden abgeführt an den Staat. Lesen Sie den eigenen Antrag!
Abg. Grosz: Genauso ist es!
In Ihrem Antrag heißt es weiter: „Jede noch so kleine Unsicherheit in der Weltpolitik sowie jede kleine Aufwärtsbewegung an den internationalen Treibstoffbörsen wird an den heimischen Tankstellen schon Stunden später in klingende Münze umgewandelt.“ (Abg. Grosz: Genauso ist es!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Dann würde ich Ihnen, zumal noch keine Rechenreform stattgefunden hat, einmal einen Vergleich anraten. Schauen Sie sich an, wie sich die Rohstoffpreise seit Jänner entwickelt haben! Die Rohstoffsorte Brent hat sich seit Jänner bis jetzt um insgesamt 16 Prozent nach oben entwickelt, und in diesem Zeitraum sind die Preise für Diesel um 5 Prozent, für Superbenzin um 6 Prozent gestiegen. Wenn Sie das dahin gehend interpretieren, dass jede kleine Bewegung in klingende Münze umgewandelt wird, dann ist das die Diktion des BZÖ, aber die Wahrheit ist das sicherlich nicht. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Neubauer: Ist das beim Einkommen auch so? – Zwischenrufe beim BZÖ.
Da ist etwas Wahres dabei. Pendler und jene, die das Auto brauchen, die mobil sein müssen, brauchen eigentlich auch günstige Preise. Und wie liegen die aktuellen österreichischen Spritpreise? – Die aktuellen österreichischen Spritpreise – selbst heute! – liegen deutlich unter dem EU-Durchschnitt. (Abg. Neubauer: Ist das beim Einkommen auch so? – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Und die Slowenen tanken auch bei uns!
Sie haben vorhin erwähnt, Italiener kommen zu uns, Deutsche kommen zu uns. Dort liegt aber auch das Pro-Kopf-Bruttonationalprodukt unter unserem. (Abg. Grosz: Und die Slowenen tanken auch bei uns!) Das heißt, im Prinzip haben die eine noch un-
Zwischenrufe beim BZÖ.
Wenn Sie sich die Ländervergleiche anschauen, vor und mit der entsprechenden Besteuerung, also auch mit der Erhöhung, die wir voriges Jahr vorgenommen haben – ich gebe Ihnen dann diese Graphik (der Redner hält sie in die Höhe), man sieht das etwas schlecht –, auch mit der entsprechenden Einbeziehung der Mineralölsteuer, so liegt Österreich unter den vier besten Staaten, was die Steuern anlangt. Anders ausgedrückt: Wir haben eine sehr niedrige Steuerbelastung. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Das ist Ihnen wahrscheinlich unangenehm, und, Herr Kollege Bucher, es hilft nicht, wenn Sie lachen. Schauen Sie sich einfach die Tatsachen an, und die sind (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wenn Sie sich die Ländervergleiche anschauen, vor und mit der entsprechenden Besteuerung, also auch mit der Erhöhung, die wir voriges Jahr vorgenommen haben – ich gebe Ihnen dann diese Graphik (der Redner hält sie in die Höhe), man sieht das etwas schlecht –, auch mit der entsprechenden Einbeziehung der Mineralölsteuer, so liegt Österreich unter den vier besten Staaten, was die Steuern anlangt. Anders ausgedrückt: Wir haben eine sehr niedrige Steuerbelastung. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Das ist Ihnen wahrscheinlich unangenehm, und, Herr Kollege Bucher, es hilft nicht, wenn Sie lachen. Schauen Sie sich einfach die Tatsachen an, und die sind (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ursula Haubner: Es wird immer billiger!
Also wenn Sie die Zahlen aus dem Jahr 2003 mit jenen von heute vergleichen, dann sehen Sie, dass der Anteil der Mineralölsteuer insgesamt gesunken ist. (Abg. Ursula Haubner: Es wird immer billiger!) – Es wird insgesamt nicht billiger, weil der Preis des Rohproduktes steigt. Aber daraus die Argumentation abzuleiten, alle und insbesondere der Staat zocken dort nur ab, ist einfach komisch.
Abg. Bucher: Ja! – Abg. Dr. Strutz: Ja, aber unter einem Höchstpreis!
Nächster Punkt, und jetzt kommen wir wirklich zu etwas Interessantem. Herr Kollege Bucher, Sie haben den Wettbewerb angesprochen, Sie gerieren sich immer als Vertreter der Marktwirtschaft, der genau weiß, was der Markt tut (Abg. Bucher: Ja! – Abg. Dr. Strutz: Ja, aber unter einem Höchstpreis!), der sagt, die Mineralölfirmen schreiben Rekordgewinne, und als Beispiel die OMV anführt. Herr Kollege, ich sage Ihnen Folgendes: Wenn Sie so durch die Gegend fahren, ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass 200 Tankstellen in Österreich zugesperrt haben? Ist Ihnen schon einmal eine Studie untergekommen, die sich damit beschäftigt, wie denn die Margen in Europa liegen, was die Tankstellen anlangt? Was die Margen anlangt, liegt nämlich Österreich an viertschlechtester Stelle. Das ist ganz einfach erklärbar. Wir haben einen ziemlich starken Wettbewerb. Norwegen hat eine andere Konstellation, es ist etwas abgelegener und kann höhere Preise durchsetzen. Bei uns, verkehrsmäßig eine Drehscheibe, ist der Wettbewerb sehr stark, sind die Margen sehr niedrig.
Abg. Bucher: Sind Sie der Interessenvertreter der Ölmultis oder der Wirtschaftsminister?
Sie haben im Übrigen – der OMV-Bilanzbericht war am 23. Februar im Netz – auch die Gewinne falsch zitiert. Diese liegen bei 2,5 Milliarden und nicht darunter. Das Interessante dabei ist: Nur rund 10 Prozent kommen aus dem Tankstellengeschäft, Tendenz sinkend! Glauben Sie wirklich, dass die OMV auf Automatentankstellen umstellt, wenn dort der große Gewinn und die große Abzocke möglich sind? Glauben Sie wirklich, dass die Tankstellenpächter, die alle ganz geringe Margen haben, nur von den Großen gedrückt werden? (Abg. Bucher: Sind Sie der Interessenvertreter der Ölmultis oder der Wirtschaftsminister?) Oder glauben Sie nicht, dass unser Problem
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Auf die anderen Probleme, die Sie als Marktwirtschaftler mit der Sonderdividende anführen, komme ich noch zu sprechen, denn das ist wirklich besonders peinlich für einen Vertreter einer politischen Partei, der für Marktwirtschaft eintritt und damit auch, nehme ich an, bestimmte Kenntnisse in Aktienrecht haben sollte. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Bucher: Luxemburger Modell!
Jetzt schauen Sie sich das einmal an! Erstens einmal haben wir dieses Instrument in der Nachkriegszeit eingesetzt, weil die Nachfrage abgedeckt und die Verteilung entsprechend erfolgen musste. Aber lesen Sie – das kann man jedem zumuten – einfach einmal das Preisgesetz! (Abg. Bucher: Luxemburger Modell!) – Sie und andere fordern immer, jetzt gerade haben Sie es wieder gesagt, die amtliche Preisfestlegung. (Abg. Bucher: Luxemburger Modell, habe ich Ihnen gesagt!)
Abg. Bucher: Luxemburger Modell, habe ich Ihnen gesagt!
Jetzt schauen Sie sich das einmal an! Erstens einmal haben wir dieses Instrument in der Nachkriegszeit eingesetzt, weil die Nachfrage abgedeckt und die Verteilung entsprechend erfolgen musste. Aber lesen Sie – das kann man jedem zumuten – einfach einmal das Preisgesetz! (Abg. Bucher: Luxemburger Modell!) – Sie und andere fordern immer, jetzt gerade haben Sie es wieder gesagt, die amtliche Preisfestlegung. (Abg. Bucher: Luxemburger Modell, habe ich Ihnen gesagt!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Kopf: Gesetzwidrig!
Ich sage Ihnen, das ist ganz einfach, diese Geschichte. Vergleichen Sie einfach mit den anderen Ländern – wir machen das von Amts wegen mit der Bundeswettbewerbsbehörde –, und wenn Sie feststellen, dass irgendwo die Preiskonstellation günstiger ist, können wir über diese Geschichte reden! Können Sie das nicht, dann schweigen Sie, ersparen Sie uns diese Vorschläge, denn sie sind eigentlich nicht sehr praxisrelevant. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Kopf: Gesetzwidrig!)
Abg. Scheibner: Weil wir sie eh schon haben!
Punkt 1: Rücknahme der Steuererhöhung? – Ehrlich gesagt haben wir im Unterschied zu anderen Ländern jetzt keine Steuererhöhung machen müssen beim Sparpaket. Das ist nicht vorgesehen. (Abg. Scheibner: Weil wir sie eh schon haben!) Ich habe Ihnen schon dargelegt, dass wir seit 2007 die Mineralölsteuer nicht angehoben haben. Wir haben das marginal gemacht. (Abg. Bucher: Was haben Sie?) Ich muss Ihnen auf der anderen Seite aber auch sagen, nach der Krise (Abg. Bucher: 2011 haben Sie sie das letzte Mal angehoben!) – um 5 Cent und 4 Cent – oder auch in der Krise haben Sie sich auch keine Sorgen gemacht, dass die Mehrwertsteuereinnahmen nicht wie budgetiert festzuschreiben waren, sondern zurückgegangen sind. Genau das Gleiche gilt für die Mineralölsteuer. Der Verbrauch war niedriger – die Mineralölsteuer ist verbrauchsbezogen –, daher war auch die Entwicklung niedriger. Sie haben da auch
Abg. Bucher: Was haben Sie?
Punkt 1: Rücknahme der Steuererhöhung? – Ehrlich gesagt haben wir im Unterschied zu anderen Ländern jetzt keine Steuererhöhung machen müssen beim Sparpaket. Das ist nicht vorgesehen. (Abg. Scheibner: Weil wir sie eh schon haben!) Ich habe Ihnen schon dargelegt, dass wir seit 2007 die Mineralölsteuer nicht angehoben haben. Wir haben das marginal gemacht. (Abg. Bucher: Was haben Sie?) Ich muss Ihnen auf der anderen Seite aber auch sagen, nach der Krise (Abg. Bucher: 2011 haben Sie sie das letzte Mal angehoben!) – um 5 Cent und 4 Cent – oder auch in der Krise haben Sie sich auch keine Sorgen gemacht, dass die Mehrwertsteuereinnahmen nicht wie budgetiert festzuschreiben waren, sondern zurückgegangen sind. Genau das Gleiche gilt für die Mineralölsteuer. Der Verbrauch war niedriger – die Mineralölsteuer ist verbrauchsbezogen –, daher war auch die Entwicklung niedriger. Sie haben da auch
Abg. Bucher: 2011 haben Sie sie das letzte Mal angehoben!
Punkt 1: Rücknahme der Steuererhöhung? – Ehrlich gesagt haben wir im Unterschied zu anderen Ländern jetzt keine Steuererhöhung machen müssen beim Sparpaket. Das ist nicht vorgesehen. (Abg. Scheibner: Weil wir sie eh schon haben!) Ich habe Ihnen schon dargelegt, dass wir seit 2007 die Mineralölsteuer nicht angehoben haben. Wir haben das marginal gemacht. (Abg. Bucher: Was haben Sie?) Ich muss Ihnen auf der anderen Seite aber auch sagen, nach der Krise (Abg. Bucher: 2011 haben Sie sie das letzte Mal angehoben!) – um 5 Cent und 4 Cent – oder auch in der Krise haben Sie sich auch keine Sorgen gemacht, dass die Mehrwertsteuereinnahmen nicht wie budgetiert festzuschreiben waren, sondern zurückgegangen sind. Genau das Gleiche gilt für die Mineralölsteuer. Der Verbrauch war niedriger – die Mineralölsteuer ist verbrauchsbezogen –, daher war auch die Entwicklung niedriger. Sie haben da auch
Zwischenrufe von der Galerie. – Flugblätter werden in den Sitzungssaal geworfen.
Ich glaube, dass wir genau den richtigen Weg gehen: eine Differenz, dass sich Tanken bei uns noch lohnt, aber im internationalen Vergleich durchaus im besseren Feld. Es ist unangenehm zu sagen, aber wir liegen steuerlich nicht schlecht. (Zwischenrufe von der Galerie. – Flugblätter werden in den Sitzungssaal geworfen.)
Abg. Bucher spricht mit Abg. Ing. Westenthaler.
Herr Kollege Bucher, ich habe fast den Eindruck, Sie haben diese Zwischenrufe bestellt. Ihren Vorschlag in Bezug auf eine Sonderdividende würde ich nämlich wirklich ersatzlos zurücknehmen. Warum? – Wir haben bei der OMV eine Aktienkonstellation, wonach der Bund 31 Prozent hat. Es ist ein börsennotiertes Unternehmen. Glauben Sie wirklich, dass der Staat in dem Zusammenhang eine Sonderdividende vorschreiben kann? Wir haben dort mit der IPIC wahrscheinlich sogar die Mehrheit, aber glauben Sie, dass die IPIC es für sich als positiv bezeichnen würde, wenn nicht sie, sondern der österreichische Staat einen Erfolg verbucht? Wissen Sie, was die OMV Dividende bezahlt hat? (Abg. Bucher spricht mit Abg. Ing. Westenthaler.) – Herr Bucher, hallo! – Herr Bucher, die OMV hat eine Dividende von 93 Millionen € gezahlt und im letzten Jahr das Gleiche. Woher nehmen Sie das Wort „Rekorddividende“? Woher nehmen Sie das? Es sind auch beträchtliche Dividendenleistungen notwendig gewesen. Wissen Sie, was damit gemacht werden musste in den letzten Jahren? – Die Schulden, die die ÖIAG gehabt hat, sind damit teilweise abgedeckt worden. Also der Staat hat sich nirgendwo ein Körberlgeld geschaffen, sondern der Staat hat das teilweise gebraucht. (Abg. Bucher: Auf dem Rücken der Pendler!)
Abg. Bucher: Auf dem Rücken der Pendler!
Herr Kollege Bucher, ich habe fast den Eindruck, Sie haben diese Zwischenrufe bestellt. Ihren Vorschlag in Bezug auf eine Sonderdividende würde ich nämlich wirklich ersatzlos zurücknehmen. Warum? – Wir haben bei der OMV eine Aktienkonstellation, wonach der Bund 31 Prozent hat. Es ist ein börsennotiertes Unternehmen. Glauben Sie wirklich, dass der Staat in dem Zusammenhang eine Sonderdividende vorschreiben kann? Wir haben dort mit der IPIC wahrscheinlich sogar die Mehrheit, aber glauben Sie, dass die IPIC es für sich als positiv bezeichnen würde, wenn nicht sie, sondern der österreichische Staat einen Erfolg verbucht? Wissen Sie, was die OMV Dividende bezahlt hat? (Abg. Bucher spricht mit Abg. Ing. Westenthaler.) – Herr Bucher, hallo! – Herr Bucher, die OMV hat eine Dividende von 93 Millionen € gezahlt und im letzten Jahr das Gleiche. Woher nehmen Sie das Wort „Rekorddividende“? Woher nehmen Sie das? Es sind auch beträchtliche Dividendenleistungen notwendig gewesen. Wissen Sie, was damit gemacht werden musste in den letzten Jahren? – Die Schulden, die die ÖIAG gehabt hat, sind damit teilweise abgedeckt worden. Also der Staat hat sich nirgendwo ein Körberlgeld geschaffen, sondern der Staat hat das teilweise gebraucht. (Abg. Bucher: Auf dem Rücken der Pendler!)
Abg. Dr. Strutz: In Kärnten funktioniert das!
das!) In diesem Zusammenhang muss man doch auch das Personal in Rechnung stellen, die Lokalitäten in Rechnung stellen. (Abg. Dr. Strutz: In Kärnten funktioniert das!) – Über Kärnten könnten wir gesondert diskutieren, Herr Kollege, dort funktioniert einiges nicht so, wie Sie das gerne hätten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Strutz: Da haben wir einen niedrigeren Preis aufgrund des Wettbewerbs! – Abg. Grosz: Burgenland!) – Ja, Herr Grosz, Burgenland, alles.
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Strutz: Da haben wir einen niedrigeren Preis aufgrund des Wettbewerbs! – Abg. Grosz: Burgenland!
das!) In diesem Zusammenhang muss man doch auch das Personal in Rechnung stellen, die Lokalitäten in Rechnung stellen. (Abg. Dr. Strutz: In Kärnten funktioniert das!) – Über Kärnten könnten wir gesondert diskutieren, Herr Kollege, dort funktioniert einiges nicht so, wie Sie das gerne hätten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Strutz: Da haben wir einen niedrigeren Preis aufgrund des Wettbewerbs! – Abg. Grosz: Burgenland!) – Ja, Herr Grosz, Burgenland, alles.
Abg. Bucher spricht neuerlich mit Abg. Ing. Westenthaler.
Nur ganz kurz, ich bin gleich fertig. – Dieser Vorschlag ist einfach wettbewerbswidrig. Sie werden jede Klage verlieren, wenn wir das empfehlen. Der Staat empfiehlt, die Landestankstellen sollen öffnen, ohne Rechnung darüber, was Personalkosten anlangt, Lokalkosten anlangt, einfach den anderen Markt konkurrenzieren – da werden Sie ein Problem haben. (Abg. Bucher spricht neuerlich mit Abg. Ing. Westenthaler.) – Herr Kollege Bucher, ich weiß, es regt Sie jetzt irgendwie auf, dass die Anfrage nicht ganz aufgeht. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Ein Land hat das gemacht, nämlich Indonesien, und der Nachteil waren dann entsprechende Wettbewerbsprobleme. (Abg. Grosz: Das ist ein Dringlicher Antrag, keine Anfrage!) – Trotzdem wird man die Inhalte kommentieren dürfen. Ich habe meines Wissens auch noch ein paar Minuten Redezeit.
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Nur ganz kurz, ich bin gleich fertig. – Dieser Vorschlag ist einfach wettbewerbswidrig. Sie werden jede Klage verlieren, wenn wir das empfehlen. Der Staat empfiehlt, die Landestankstellen sollen öffnen, ohne Rechnung darüber, was Personalkosten anlangt, Lokalkosten anlangt, einfach den anderen Markt konkurrenzieren – da werden Sie ein Problem haben. (Abg. Bucher spricht neuerlich mit Abg. Ing. Westenthaler.) – Herr Kollege Bucher, ich weiß, es regt Sie jetzt irgendwie auf, dass die Anfrage nicht ganz aufgeht. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Ein Land hat das gemacht, nämlich Indonesien, und der Nachteil waren dann entsprechende Wettbewerbsprobleme. (Abg. Grosz: Das ist ein Dringlicher Antrag, keine Anfrage!) – Trotzdem wird man die Inhalte kommentieren dürfen. Ich habe meines Wissens auch noch ein paar Minuten Redezeit.
Abg. Grosz: Das ist ein Dringlicher Antrag, keine Anfrage!
Nur ganz kurz, ich bin gleich fertig. – Dieser Vorschlag ist einfach wettbewerbswidrig. Sie werden jede Klage verlieren, wenn wir das empfehlen. Der Staat empfiehlt, die Landestankstellen sollen öffnen, ohne Rechnung darüber, was Personalkosten anlangt, Lokalkosten anlangt, einfach den anderen Markt konkurrenzieren – da werden Sie ein Problem haben. (Abg. Bucher spricht neuerlich mit Abg. Ing. Westenthaler.) – Herr Kollege Bucher, ich weiß, es regt Sie jetzt irgendwie auf, dass die Anfrage nicht ganz aufgeht. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Ein Land hat das gemacht, nämlich Indonesien, und der Nachteil waren dann entsprechende Wettbewerbsprobleme. (Abg. Grosz: Das ist ein Dringlicher Antrag, keine Anfrage!) – Trotzdem wird man die Inhalte kommentieren dürfen. Ich habe meines Wissens auch noch ein paar Minuten Redezeit.
Abg. Neubauer: Zu Aufrundungen!
Fünfter Vorschlag: die Auspreisung der Spritpreise bei den Tankstellen nur mehr auf zwei Kommastellen. – Haben Sie sich das wirklich überlegt? Ich kenne das, das ist ein Vorschlag des ARBÖ. Das Problem dabei ist: Wenn diese dritte Kommastelle wegfällt, dann wird das in der Praxis wozu führen? Zu Abrundungen oder zu Aufrundungen? (Abg. Neubauer: Zu Aufrundungen!) – Richtig, zu Aufrundungen. Und Aufrundungen sind genau der falsche Weg, daher wollen wir bei drei Stellen bleiben. Das ist ein Vorteil. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Fünfter Vorschlag: die Auspreisung der Spritpreise bei den Tankstellen nur mehr auf zwei Kommastellen. – Haben Sie sich das wirklich überlegt? Ich kenne das, das ist ein Vorschlag des ARBÖ. Das Problem dabei ist: Wenn diese dritte Kommastelle wegfällt, dann wird das in der Praxis wozu führen? Zu Abrundungen oder zu Aufrundungen? (Abg. Neubauer: Zu Aufrundungen!) – Richtig, zu Aufrundungen. Und Aufrundungen sind genau der falsche Weg, daher wollen wir bei drei Stellen bleiben. Das ist ein Vorteil. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher glaube ich, dass wir in diesem Bereich seriös vorgehen, dass wir alles tun, um den Wettbewerb zu stimulieren, dass die wirkliche Lösung im Bereich Energieeffizienz und alternative Systeme liegen wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Riepl.
Als Erster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Riepl.)
Rufe bei der ÖVP: Ausgezeichnet! Und Sie haben es nicht verstanden!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Mineralölminister! Jetzt haben Sie sich hier 20 Minuten abgemüht, um uns zu erklären – wirklich zu erklären (Rufe bei der ÖVP: Ausgezeichnet! Und Sie haben es nicht verstanden!) –, was alles nicht geht, und haben dabei vergessen, dass nicht nur vor den Bildschirmen, sondern überhaupt in ganz Österreich, Menschen sind, die aufgrund der Höhe der Spritpreise nicht mehr wissen (Rufe beim BZÖ – in Richtung Bundesminister Dr. Mitterlehner –: Jetzt können Sie nicht einmal zuhören! Herr Minister, zuhören!) – Vielleicht haben Sie die Güte und Gnade, mir zuzuhören; ich habe Ihnen nämlich auch sehr aufmerksam zugehört, Herr Minister. (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.)
Rufe beim BZÖ – in Richtung Bundesminister Dr. Mitterlehner –: Jetzt können Sie nicht einmal zuhören! Herr Minister, zuhören!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Mineralölminister! Jetzt haben Sie sich hier 20 Minuten abgemüht, um uns zu erklären – wirklich zu erklären (Rufe bei der ÖVP: Ausgezeichnet! Und Sie haben es nicht verstanden!) –, was alles nicht geht, und haben dabei vergessen, dass nicht nur vor den Bildschirmen, sondern überhaupt in ganz Österreich, Menschen sind, die aufgrund der Höhe der Spritpreise nicht mehr wissen (Rufe beim BZÖ – in Richtung Bundesminister Dr. Mitterlehner –: Jetzt können Sie nicht einmal zuhören! Herr Minister, zuhören!) – Vielleicht haben Sie die Güte und Gnade, mir zuzuhören; ich habe Ihnen nämlich auch sehr aufmerksam zugehört, Herr Minister. (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Mineralölminister! Jetzt haben Sie sich hier 20 Minuten abgemüht, um uns zu erklären – wirklich zu erklären (Rufe bei der ÖVP: Ausgezeichnet! Und Sie haben es nicht verstanden!) –, was alles nicht geht, und haben dabei vergessen, dass nicht nur vor den Bildschirmen, sondern überhaupt in ganz Österreich, Menschen sind, die aufgrund der Höhe der Spritpreise nicht mehr wissen (Rufe beim BZÖ – in Richtung Bundesminister Dr. Mitterlehner –: Jetzt können Sie nicht einmal zuhören! Herr Minister, zuhören!) – Vielleicht haben Sie die Güte und Gnade, mir zuzuhören; ich habe Ihnen nämlich auch sehr aufmerksam zugehört, Herr Minister. (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Strutz.
Sie haben jetzt 20 Minuten lang den Menschen erklärt, wie etwas nicht geht, und hätten als Minister einer Bundesregierung, die verantwortlich ist für die Menschen, eigentlich die Verpflichtung gehabt, zu erklären, wie wir diese Spritpreisen endlich herunterbekommen. Das wäre Ihre Aufgabe gewesen, Herr Minister! (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Strutz.)
Zwischenruf beim BZÖ
Sie holen immer aus. Mittlerweile sind ja die Rollen schon recht deutlich: Jetzt haben wir mit Frau Fekter eine Bankenministerin, die in dieser Regierung die Interessen der Banken vertritt; mittlerweile haben wir auch einen deklarierten Mineralölmultiminister (Zwischenruf beim BZÖ), der die Interessen der Multis, der Milliardäre, der Abcasher, der mit Multiboni versehenen Manager vertritt. Das ist eine wunderbare Ansage, Herr Minister. Das ist nicht Ihre Aufgabe, Sie sollten die Interessen der geschädigten Autofahrer vertreten! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie holen immer aus. Mittlerweile sind ja die Rollen schon recht deutlich: Jetzt haben wir mit Frau Fekter eine Bankenministerin, die in dieser Regierung die Interessen der Banken vertritt; mittlerweile haben wir auch einen deklarierten Mineralölmultiminister (Zwischenruf beim BZÖ), der die Interessen der Multis, der Milliardäre, der Abcasher, der mit Multiboni versehenen Manager vertritt. Das ist eine wunderbare Ansage, Herr Minister. Das ist nicht Ihre Aufgabe, Sie sollten die Interessen der geschädigten Autofahrer vertreten! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das wäre Ihre Aufgabe, Herr Minister! Und Sie hätten die Möglichkeit. Tun Sie doch nicht so, als hätten Sie nicht die Möglichkeit! Schieben Sie nicht andauernd die Verantwortung weg! Die Leute können es ja schon nicht mehr hören, Herr Minister! Immer sind die anderen schuld: Der Rohölpreis in irgendeinem Land ist schuld, der Biodiesel und der Biosprit sind an der Erhöhung der Getreidepreise schuld und Japan an der Erhöhung der Energiepreise. – Alles und jeder auf dieser Welt ist schuld, nur nicht die Regierung, selber wissend, dass sie die Hälfte des Preises für einen Liter Benzin aus Steuern einnimmt und beim Tanken von den Autofahrern Steuern kassiert. Das wissen Sie, und das können Sie nicht wegdiskutieren, Herr Minister! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.
Dann, Herr Minister, kommen Sie her und sagen: Die Öffnung der Landestankstellen – wie haben Sie gesagt? – sei wettbewerbsrechtlich gar nicht möglich, das gehe gar nicht. – Herr Minister, ich darf Sie daran erinnern, dass dieses Haus am 12. September 2008 mit den Stimmen der SPÖ, der ÖVP, der Freiheitlichen und des BZÖ, gegen die Stimmen der Grünen, bereits einen entsprechenden Antrag – ich habe ihn hier mit – beschlossen hat, dass die Landestankstellen geöffnet werden? (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.) Streuen Sie hier dem Parlament nicht Sand in die Augen! Ihre eigene Partei hat das einmal beschlossen, nämlich vor noch gar nicht so langer Zeit, im Jahr 2008. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Dann, Herr Minister, kommen Sie her und sagen: Die Öffnung der Landestankstellen – wie haben Sie gesagt? – sei wettbewerbsrechtlich gar nicht möglich, das gehe gar nicht. – Herr Minister, ich darf Sie daran erinnern, dass dieses Haus am 12. September 2008 mit den Stimmen der SPÖ, der ÖVP, der Freiheitlichen und des BZÖ, gegen die Stimmen der Grünen, bereits einen entsprechenden Antrag – ich habe ihn hier mit – beschlossen hat, dass die Landestankstellen geöffnet werden? (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.) Streuen Sie hier dem Parlament nicht Sand in die Augen! Ihre eigene Partei hat das einmal beschlossen, nämlich vor noch gar nicht so langer Zeit, im Jahr 2008. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Minister, ich sage Ihnen Folgendes: Bei der jetzigen Höhe der Spritpreise von 1,6 € – Tendenz steigend auf 2 €; das zeichnet sich ja bereits ab – wird auf eine Einstellung der liberalen Marktwirtschaft, wie Sie sie verstehen, nämlich die Menschen auszubeuten und als Politiker dabei wegzuschauen und die Hände in den Schoß zu legen, drei Mal gepfiffen! (Beifall beim BZÖ.) Das sage ich Ihnen ganz deutlich, denn als Politiker sind wir nicht dazu da, wegzuschauen, Erklärungen zu suchen, die irgendwo im Ausland liegen, sondern wir sind gewählt worden, um die Probleme der Menschen zu lösen. Und eines der wesentlichsten Probleme ist im Moment dieser überhöhte Spritpreis, der einfach inakzeptabel ist.
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.
Ich weiß nicht, vielleicht ist das eine Erklärung: Seien Sie mir nicht böse, aber das ist schon ziemlich abgehoben herübergekommen, wie Sie da von der Regierungsbank gegenüber den Menschen Ihre Erklärungsausflüchte geliefert haben! (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.)
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Das ist eine ziemliche Polemik !
Ich kann mir das nur so erklären, Herr Minister, dass Sie wahrscheinlich morgen den Tankboykott gar nicht erleben müssen, weil Ihr Chauffeur ohnehin tanken fährt mit dem Dienstwagen (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Das ist eine ziemliche Polemik !) und Sie daher nicht das Problem haben, dass Sie 1,6 € pro Liter Benzin zahlen müssen, und Sie nicht das Problem haben, dass Sie keine Pendlerpauschale bekommen. Sie haben das Problem nicht, Herr Minister, denn Sie müssen es ja nicht zahlen. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.)
Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.
Ich kann mir das nur so erklären, Herr Minister, dass Sie wahrscheinlich morgen den Tankboykott gar nicht erleben müssen, weil Ihr Chauffeur ohnehin tanken fährt mit dem Dienstwagen (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Das ist eine ziemliche Polemik !) und Sie daher nicht das Problem haben, dass Sie 1,6 € pro Liter Benzin zahlen müssen, und Sie nicht das Problem haben, dass Sie keine Pendlerpauschale bekommen. Sie haben das Problem nicht, Herr Minister, denn Sie müssen es ja nicht zahlen. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.)
Beifall beim BZÖ. – Bundesminister Dr. Mitterlehner: Das ist so polemisch!
Ich schlage Ihnen etwas vor: Nehmen Sie drei Kameras, fahren Sie zu einer Tankstelle und tanken Sie morgen nicht! Damit würden Sie dem Steuerzahler auch Geld ersparen. Das wäre vielleicht eine Möglichkeit. (Beifall beim BZÖ. – Bundesminister Dr. Mitterlehner: Das ist so polemisch!)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.
Viele kommen nicht in den Genuss der Pendlerpauschale, weil – wie Sie wissen – die Pendlerpauschale über die Steuer abgerechnet wird und schlicht und ergreifend gerade die, die am wenigsten haben, die unter die 11 000 €-Grenze fallen, keinen Anspruch auf Pendlerpauschale haben, ihn nicht geltend machen können. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.) Daher ist das geltende System der Pendlerpauschale ungerecht, unsozial und zu ändern, Herr Minister! Das hätten Sie heute sagen sollen! (Beifall beim BZÖ. – Bundesminister Dr. Mitterlehner: einfach nicht zugehört, denn das habe ich nicht !)
Beifall beim BZÖ. – Bundesminister Dr. Mitterlehner: einfach nicht zugehört, denn das habe ich nicht !
Viele kommen nicht in den Genuss der Pendlerpauschale, weil – wie Sie wissen – die Pendlerpauschale über die Steuer abgerechnet wird und schlicht und ergreifend gerade die, die am wenigsten haben, die unter die 11 000 €-Grenze fallen, keinen Anspruch auf Pendlerpauschale haben, ihn nicht geltend machen können. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.) Daher ist das geltende System der Pendlerpauschale ungerecht, unsozial und zu ändern, Herr Minister! Das hätten Sie heute sagen sollen! (Beifall beim BZÖ. – Bundesminister Dr. Mitterlehner: einfach nicht zugehört, denn das habe ich nicht !)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache.
Sie hätten sich heute hier herstellen und sagen müssen: Ja, dieses System ist ungerecht, und ich lege Ihnen innerhalb der nächsten paar Tage einen Entwurf vor, wo dieses ungerechte System der Pendlerpauschale, bei dem jeder zweite Pendler durch die Finger schaut, ersetzt wird durch ein echtes Kilometergeld für jeden gefahrenen Kilometer von und zur Arbeit! – Das wäre eine gute Lösung gewesen! Die verlangen wir und die würden wir auch unterstützen, Herr Minister. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. – Abg. Grosz: Den ländlichen Raum !
Da streichen Sie den Menschen die Nahversorgung (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. – Abg. Grosz: Den ländlichen Raum !), aber wenn sie dann mehr Mobilität brauchen, dann schneiden Sie massiv ein, dann helfen Sie ihnen nicht, wenn sie auf das Auto angewiesen sind. – Das ist eine Ungerechtigkeit, die vor allem die sozial Schwachen, die Familien und die Frauen trifft, und deswegen lehnen wir das auch entschieden ab, dass hier an der falschen Stelle gespart wird! (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache.
Da streichen Sie den Menschen die Nahversorgung (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. – Abg. Grosz: Den ländlichen Raum !), aber wenn sie dann mehr Mobilität brauchen, dann schneiden Sie massiv ein, dann helfen Sie ihnen nicht, wenn sie auf das Auto angewiesen sind. – Das ist eine Ungerechtigkeit, die vor allem die sozial Schwachen, die Familien und die Frauen trifft, und deswegen lehnen wir das auch entschieden ab, dass hier an der falschen Stelle gespart wird! (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache.)
Zwischenruf beim BZÖ
Noch ein letzter Aspekt, Herr Minister: das Heizen, auch hier geht es um Energie. 250 000 Haushalte haben sich das Heizen in diesem Winter nicht leisten können. Wissen Sie, wie diese Menschen hausen? – Die sitzen in ihrer Wohnung mit Handschuhen, mit Wintermänteln, mit Hauben (Zwischenruf beim BZÖ), weil sie nicht genügend Geld haben, sich überhaupt die Heizung leisten zu können. 250 000 Haushalte! Das müssen Sie sich einmal vorstellen! (Ruf bei der ÖVP: Geh bitte !) – Das sagen nicht wir, das hat die Arbeiterkammer bekannt gegeben, Herr Kollege, und die hat das erhoben. (Ruf bei der ÖVP: Geh bitte !) Und da schauen Sie auch einfach vorbei, da wissen Sie, dass auch dort die Energiepreissteigerungen massiv zuschlagen.
Ruf bei der ÖVP: Geh bitte !
Noch ein letzter Aspekt, Herr Minister: das Heizen, auch hier geht es um Energie. 250 000 Haushalte haben sich das Heizen in diesem Winter nicht leisten können. Wissen Sie, wie diese Menschen hausen? – Die sitzen in ihrer Wohnung mit Handschuhen, mit Wintermänteln, mit Hauben (Zwischenruf beim BZÖ), weil sie nicht genügend Geld haben, sich überhaupt die Heizung leisten zu können. 250 000 Haushalte! Das müssen Sie sich einmal vorstellen! (Ruf bei der ÖVP: Geh bitte !) – Das sagen nicht wir, das hat die Arbeiterkammer bekannt gegeben, Herr Kollege, und die hat das erhoben. (Ruf bei der ÖVP: Geh bitte !) Und da schauen Sie auch einfach vorbei, da wissen Sie, dass auch dort die Energiepreissteigerungen massiv zuschlagen.
Ruf bei der ÖVP: Geh bitte !
Noch ein letzter Aspekt, Herr Minister: das Heizen, auch hier geht es um Energie. 250 000 Haushalte haben sich das Heizen in diesem Winter nicht leisten können. Wissen Sie, wie diese Menschen hausen? – Die sitzen in ihrer Wohnung mit Handschuhen, mit Wintermänteln, mit Hauben (Zwischenruf beim BZÖ), weil sie nicht genügend Geld haben, sich überhaupt die Heizung leisten zu können. 250 000 Haushalte! Das müssen Sie sich einmal vorstellen! (Ruf bei der ÖVP: Geh bitte !) – Das sagen nicht wir, das hat die Arbeiterkammer bekannt gegeben, Herr Kollege, und die hat das erhoben. (Ruf bei der ÖVP: Geh bitte !) Und da schauen Sie auch einfach vorbei, da wissen Sie, dass auch dort die Energiepreissteigerungen massiv zuschlagen.
Zwischenruf beim BZÖ.
Wir haben uns das angeschaut: Die Energiekosten für Strom, für Mobilität und letztlich auch für das Heizen sind in den letzten sieben Jahren um durchschnittlich 5 000 € pro Jahr angestiegen. 5 000 € zusätzlich! (Zwischenruf beim BZÖ.) Jetzt sagen Sie mir einmal, wer sich das in diesem Land eigentlich noch leisten soll! Aber Sie sagen: Den Öl- und Energiemultis müssen wir nicht das Handwerk legen!
Beifall beim BZÖ sowie der Abgeordneten Strache und Dr. Strutz.
Die sollen endlich zum Sparpaket beitragen! Das ist auch ein Beitrag zur Kultur, damit man nicht nur abcasht, sondern endlich auch Geld auf den Tisch legt und den Menschen hilft, Herr Minister! – Das wäre die Aufgabe gewesen, die Sie hier haben! (Beifall beim BZÖ sowie der Abgeordneten Strache und Dr. Strutz.)
Beifall beim BZÖ.
Wir wollen von Ihnen wissen, wie es geht. Greifen Sie die Forderungen des BZÖ, des Herrn Kollegen Bucher auf! Dann schaffen wir es auch, die Mineralölmafia in die Knie zu zwingen und den Spritpreis für die Menschen zu senken, so dass er gerecht ist und leistbar ist. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Bundesminister, Sie haben ja Glück, dass die Opposition nicht auch noch verlangt, dass Sie das schöne Wetter garantieren, und zwar per Verordnung. (Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.) Das hätte auch Einsparungsvorteile, denn wenn immer die Sonne scheint, brauchen wir weniger Energie. Das ist ungefähr auf dem Niveau solcher Anträge.
Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.
Kommen wir zu den einzelnen Punkten! Sie leugnen ja die Tatsachen, weigern sich, sich damit auseinanderzusetzen. Man kann nur durch Wiederholung versuchen, es Ihnen klarzumachen. Der Herr Bundesminister hat darauf hingewiesen, dass wir bereits heute im Schnitt geringere Treibstoffkosten haben, als der EU-Schnitt beträgt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.)
Zwischenruf des Abg. Bucher.
Jahrzehntelang hat es geheißen, dass unsere Treibstoffpreise wegen des sogenannten Alpinzuschlags höher sein müssen als die anderen. Gerade die Maßnahmen dieser Bundesregierung haben dazu geführt, dass der Nettopreis beim Dieselkraftstoff heute um 3,65 Cent pro Liter unter dem EU-Schnitt liegt, und beim Eurodiesel sind es 4,76 Cent. (Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Abg. Strache: Sie haben es gesagt: ohne Steuern!
Faktum ist: Wir haben billigere Spritpreise – ohne Steuern, netto gerechnet – als im Rest Europas. Warum? – Weil wir sehr vernünftige Maßnahmen gesetzt haben. (Abg. Strache: Sie haben es gesagt: ohne Steuern!) – Ohne Steuern. Klubobmann Strache will es auch mit Steuern wissen: Beim Bruttopreis liegen wir (weitere Zwischenrufe bei der FPÖ) – nein, nein, nein, nein, falsch, falsch – 0,667 € pro Liter beim Diesel beim Bruttopreis unter dem Durchschnitt der Europäischen Union. Unter dem Durchschnitt! Na bitte: Das sind aber 67 Cent, die wir billiger sind als der Schnitt in Europa. (Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Faktum ist: Wir haben billigere Spritpreise – ohne Steuern, netto gerechnet – als im Rest Europas. Warum? – Weil wir sehr vernünftige Maßnahmen gesetzt haben. (Abg. Strache: Sie haben es gesagt: ohne Steuern!) – Ohne Steuern. Klubobmann Strache will es auch mit Steuern wissen: Beim Bruttopreis liegen wir (weitere Zwischenrufe bei der FPÖ) – nein, nein, nein, nein, falsch, falsch – 0,667 € pro Liter beim Diesel beim Bruttopreis unter dem Durchschnitt der Europäischen Union. Unter dem Durchschnitt! Na bitte: Das sind aber 67 Cent, die wir billiger sind als der Schnitt in Europa. (Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Faktum ist: Wir haben billigere Spritpreise – ohne Steuern, netto gerechnet – als im Rest Europas. Warum? – Weil wir sehr vernünftige Maßnahmen gesetzt haben. (Abg. Strache: Sie haben es gesagt: ohne Steuern!) – Ohne Steuern. Klubobmann Strache will es auch mit Steuern wissen: Beim Bruttopreis liegen wir (weitere Zwischenrufe bei der FPÖ) – nein, nein, nein, nein, falsch, falsch – 0,667 € pro Liter beim Diesel beim Bruttopreis unter dem Durchschnitt der Europäischen Union. Unter dem Durchschnitt! Na bitte: Das sind aber 67 Cent, die wir billiger sind als der Schnitt in Europa. (Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Warum haben wir diese Erfolge? – Erstens einmal: Wie der Herr Bundesminister bereits erklärt hat, haben wir eine sehr vernünftige Maßnahme in diesem Haus beschlossen, dass nämlich die Erhöhungen nur mehr um 12 Uhr stattfinden dürfen. Dadurch kann der Konsument sicher sein: Wenn er um fünf nach zwölf einen Preis sieht, dann gilt dieser bis zum nächsten Tag. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Das heißt, er kann sicher sein, dass der Preis nur niedriger und nicht höher sein kann an dieser Tankstelle. (Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.
Warum haben wir diese Erfolge? – Erstens einmal: Wie der Herr Bundesminister bereits erklärt hat, haben wir eine sehr vernünftige Maßnahme in diesem Haus beschlossen, dass nämlich die Erhöhungen nur mehr um 12 Uhr stattfinden dürfen. Dadurch kann der Konsument sicher sein: Wenn er um fünf nach zwölf einen Preis sieht, dann gilt dieser bis zum nächsten Tag. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Das heißt, er kann sicher sein, dass der Preis nur niedriger und nicht höher sein kann an dieser Tankstelle. (Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Wir haben erst vor Kurzem eine Neuregelung gemacht: Bei der E-Control gibt es eine Datenbank, in der der Konsument jederzeit – und zwar mithilfe von ÖAMTC und ARBÖ auch online – die günstigsten Tankstellen abrufen kann. Und das machen die Menschen auch. Das gewährleistet entsprechenden Wettbewerb. (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Abg. Bucher: Luxemburg! Luxemburg! Luxemburg! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
So, jetzt kommt unser Politkommissar Bucher daher und möchte eine Preisregelung à la Sowjetunion bei uns einführen. (Abg. Bucher: Luxemburg! Luxemburg! Luxemburg! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Was soll es denn für ein Preis sein? Was soll er denn verordnen? Na, was wäre angemessen für das BZÖ? Bitte um Vorschläge! – 1 € pro Liter Diesel, oder, 5a-Preisgesetz? (Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.) – Ja, Herr Westenthaler, bitte, wie viel? – 1 €? Wie viel? 1 € oder 80 Cent, was soll es sein? (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.) – 80 Cent, Bucher bietet 80 Cent, gut. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.
So, jetzt kommt unser Politkommissar Bucher daher und möchte eine Preisregelung à la Sowjetunion bei uns einführen. (Abg. Bucher: Luxemburg! Luxemburg! Luxemburg! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Was soll es denn für ein Preis sein? Was soll er denn verordnen? Na, was wäre angemessen für das BZÖ? Bitte um Vorschläge! – 1 € pro Liter Diesel, oder, 5a-Preisgesetz? (Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.) – Ja, Herr Westenthaler, bitte, wie viel? – 1 €? Wie viel? 1 € oder 80 Cent, was soll es sein? (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.) – 80 Cent, Bucher bietet 80 Cent, gut. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.
So, jetzt kommt unser Politkommissar Bucher daher und möchte eine Preisregelung à la Sowjetunion bei uns einführen. (Abg. Bucher: Luxemburg! Luxemburg! Luxemburg! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Was soll es denn für ein Preis sein? Was soll er denn verordnen? Na, was wäre angemessen für das BZÖ? Bitte um Vorschläge! – 1 € pro Liter Diesel, oder, 5a-Preisgesetz? (Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.) – Ja, Herr Westenthaler, bitte, wie viel? – 1 €? Wie viel? 1 € oder 80 Cent, was soll es sein? (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.) – 80 Cent, Bucher bietet 80 Cent, gut. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
So, jetzt kommt unser Politkommissar Bucher daher und möchte eine Preisregelung à la Sowjetunion bei uns einführen. (Abg. Bucher: Luxemburg! Luxemburg! Luxemburg! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Was soll es denn für ein Preis sein? Was soll er denn verordnen? Na, was wäre angemessen für das BZÖ? Bitte um Vorschläge! – 1 € pro Liter Diesel, oder, 5a-Preisgesetz? (Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.) – Ja, Herr Westenthaler, bitte, wie viel? – 1 €? Wie viel? 1 € oder 80 Cent, was soll es sein? (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.) – 80 Cent, Bucher bietet 80 Cent, gut. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Herr Steuerberater! Wie hoch ist die Mineralölsteuer?
(Abg. Grosz: Herr Steuerberater! Wie hoch ist die Mineralölsteuer?), Sie haben dann nämlich eine leere Zapfsäule.
Abg. Grosz: Wie hoch ist die Mineralölsteuer?
Das führt zu demselben Effekt (Abg. Grosz: Wie hoch ist die Mineralölsteuer?), zu der die Planwirtschaft in der Sowjetunion geführt hat (Abg. Grosz: Wie hoch ist die Mineralölsteuer?): dass am Ende die Menschen zwar eine angeordnete Wohltat haben, das Problem aber folgendes ist: Die Regale und die Zapfsäulen sind leider leer. – Super-Vorschlag vom BZÖ!
Abg. Grosz: Wie hoch ist die Mineralölsteuer?
Das führt zu demselben Effekt (Abg. Grosz: Wie hoch ist die Mineralölsteuer?), zu der die Planwirtschaft in der Sowjetunion geführt hat (Abg. Grosz: Wie hoch ist die Mineralölsteuer?): dass am Ende die Menschen zwar eine angeordnete Wohltat haben, das Problem aber folgendes ist: Die Regale und die Zapfsäulen sind leider leer. – Super-Vorschlag vom BZÖ!
Zwischenruf des Abg. Strache. – Abg. Grosz: Was ist ein Muhri?
Ich weiß nicht, ob es noch eine Muhri-Plakette bei der KPÖ gibt; Herr Klubobmann Bucher wäre ein Anwärter für eine solche. (Zwischenruf des Abg. Strache. – Abg. Grosz: Was ist ein Muhri?)
Ruf: Muhri?
Aber jetzt zurück zur Frage, was man wirklich tun kann. Das Hauptproblem, das wir haben – und ich glaube, Mitterlehner hat den richtigen Hinweis gegeben –, ist: Wir haben eine internationale Preisentwicklung, die gerade (Ruf: Muhri?) – Na, ein langjähriger KPÖ-Parteichef! Aha, der Grosz möchte die Plakette haben! Bitte: einen kleinen kommunistischen Planwirtschaftspreis für den Abgeordneten Grosz, hier die Beantragung, und den Abgeordneten Bucher Er hat sie schon! (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Bravo, Kollege Bucher trägt schon die KPÖ-Medaille. Gratuliere zu diesen Ansätzen einer liberalen Partei und deren Umsetzung in die Wirklichkeit.
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Aber jetzt zurück zur Frage, was man wirklich tun kann. Das Hauptproblem, das wir haben – und ich glaube, Mitterlehner hat den richtigen Hinweis gegeben –, ist: Wir haben eine internationale Preisentwicklung, die gerade (Ruf: Muhri?) – Na, ein langjähriger KPÖ-Parteichef! Aha, der Grosz möchte die Plakette haben! Bitte: einen kleinen kommunistischen Planwirtschaftspreis für den Abgeordneten Grosz, hier die Beantragung, und den Abgeordneten Bucher Er hat sie schon! (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Bravo, Kollege Bucher trägt schon die KPÖ-Medaille. Gratuliere zu diesen Ansätzen einer liberalen Partei und deren Umsetzung in die Wirklichkeit.
Abg. Grosz: die Victor-Adler-Plakette !
Zurückkommend zu dem, was wir wirklich tun könnten. (Abg. Grosz: die Victor-Adler-Plakette !) – Schau, schau, schau, der Grosz neidet dem Bucher die Plakette schon, der Wettbewerb darum wird mehr!
Abg. Grosz: Ich sage nur: Gürtel enger schnallen!
In diesem Sinne: Kommen wir zum Ernsthaften, was wir wirklich tun könnten (Abg. Grosz: Ich sage nur: Gürtel enger schnallen!): Statt auf die Regierung loszugehen, könnten Sie bei jenen Maßnahmen mitmachen, die wirklich etwas bringen würden. (Abg. Grosz: Die 40 Tage Fastenzeit nutzen!)
Abg. Grosz: Die 40 Tage Fastenzeit nutzen!
In diesem Sinne: Kommen wir zum Ernsthaften, was wir wirklich tun könnten (Abg. Grosz: Ich sage nur: Gürtel enger schnallen!): Statt auf die Regierung loszugehen, könnten Sie bei jenen Maßnahmen mitmachen, die wirklich etwas bringen würden. (Abg. Grosz: Die 40 Tage Fastenzeit nutzen!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend gratuliere ich zum neuen Planwirtschaftspreis für das BZÖ. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, wir haben es heute schon gehört; der Herr Minister hat es ja fachlich kompetent und sehr ausführlich erklärt, worum es hier geht. Ich glaube, genau das ist es, wo wir auf der einen Seite die wirtschaftliche Kompetenz haben und auf der anderen Seite die populistische Kompetenz – da müssen wir ganz klar unterscheiden! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Dolinschek.
Schauen wir uns das Thema einmal von der anderen Seite an! – Wir haben in Österreich 2 600 Tankstellen. Davon ist ein Drittel in Familienbesitz; das sind echte Familienunternehmer, die einerseits brav Steuern zahlen und andererseits 7 000 Menschen Beschäftigung geben, 7 000 Arbeitsplätze schaffen. Da hilft es nichts, wenn wir diese Betriebe verunsichern, sondern es geht darum, dass wir diese Betriebe unterstützen. Mit dem BZÖ-Antrag, dass wir morgen einen Boykott der Tankstellen machen sollen, unterstützen wir diese Betriebe sicher nicht, sondern gefährden die Arbeitsplätze in diesen Betrieben, meine Damen und Herren! Da sollten wir schon ein bisschen vorsichtig sein. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Dolinschek.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf beim BZÖ.
Herr Bucher, weil gerade das BZÖ sich immer wieder als Retter der KMUs aufspielt und in dieser Beziehung immer für die KMUs eintritt, ersuche ich Sie, dass Sie keine so KMU-feindlichen Maßnahmen wie einen Tankstellenboykott ausrufen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
Eigentlich muss ich Sie auch fragen: Für welche Politik stehen Sie eigentlich? (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) In Ihrem Parteiprogramm – wenn ich dort nachlese, stelle ich das fest – steht: wirtschaftsliberale Partei. Heute aber reden Sie von Preisregulierung – und das ist meiner Meinung nach genau das Gegenteil.
Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner
In diesem Sinne also die Frage: Wofür stehen Sie: Planwirtschaft, Wirtschaftspolitik, liberal? – Sie müssen sich irgendwann entscheiden, glaube ich (Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner), denn irgendwie erinnert mich das ein bisschen an das heitere Beruferaten bei Robert Lembke. Der hat auch immer gefragt: Welches Schweinderl hätten S´denn gerne?
Beifall bei der ÖVP.
Und so ist die Politik beim BZÖ: einmal soziale Gerechtigkeit, einmal Planwirtschaft, einmal wirtschaftsliberale Wirtschaftspolitik – ich glaube, das funktioniert in dieser Hinsicht nicht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Schauen wir, dass wir neue Wege gehen, und schauen wir, dass wir unsere Tankstellenbesitzer bei ihrer täglichen Arbeit nicht behindern! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Martin Strutz (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das, was wir in den letzten Minuten hier erlebt haben, war wirklich die Arroganz der Macht, die in der Person des Herrn Wirtschaftsministers Mitterlehner und in der Person des Herrn Matznetter hier gesprochen hat, die sich geradezu lustig gemacht haben über die berechtigten Bedenken der Oppositionsparteien, die berechtigten Bedenken und Sorgen der Österreicherinnen und Österreicher, dass sie mit dieser Steuerlast, die über die Mineralölsteuer auf die österreichischen Autofahrerinnen und Autofahrer drückt, nicht mehr umgehen können. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Kollegen aus Kärnten! Wir haben in Kärnten die Landestankstellen geöffnet, da brauchen wir nicht die Personalkosten umzulegen. Und was ist geschehen? – Wettbewerb, Herr Minister, hat stattgefunden, und im Umfeld der Landestankstellen ist der Spritpreis runtergegangen! – Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Und jetzt sage ich Ihnen: Bei diesen täglich steigenden Benzinpreisen, ja bei diesem Preiswucher, der täglich an den Zapfsäulen stattfindet, kann ich nur sagen: Da ist der volkswirtschaftliche Nachteil nachgewiesen! Offenbar sind Sie der Einzige, der das nicht nachvollziehen kann. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Damit muss Schluss sein! Unterstützen Sie die Maßnahmen der Opposition, und stellen Sie sich endlich auf die Seite der Österreicherinnen und Österreicher! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Grosz: Wie viel Redezeit hat denn der?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Bundesminister Dr. Mitterlehner hat sich zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Grosz: Wie viel Redezeit hat denn der?)
Abg. Bucher: Falsche Tatsachen müssen Sie stehen lassen!
Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend Dr. Reinhold Mitterlehner: Herr Kollege, er meldet sich, weil ich nicht gerne einfach falsche Tatsachen im Raum stehen lasse. (Abg. Bucher: Falsche Tatsachen müssen Sie stehen lassen!)
Abg. Dr. Strutz: Aber das ist ja da, Herr Minister!
Ich möchte Ihnen Folgendes sagen: Sie haben jetzt diesen § 5a Abs. 2 zitiert und haben gesagt: Wenn volkswirtschaftliche Auswirkungen vorliegen, dann habe ich so vorzugehen. Ich lese Ihnen vor: „Ergibt eine Untersuchung gemäß Abs. 1, daß der Preis oder die Preiserhöhung auf eine ungerechtfertigte Preispolitik zurückzuführen ist und“ – und! – „hat diese volkswirtschaftlich nachteilige Auswirkungen, ()“. (Abg. Dr. Strutz: Aber das ist ja da, Herr Minister!)
Abg. Dr. Strutz: Bitte schön, verteidigen Sie doch nicht dieses System, Herr Minister!
Herr Kollege, beide Aspekte müssen zutreffen, nämlich der im ersten Absatz schon genannte, dass eine Preisentwicklung über dem europäischen Durchschnitt vorliegen muss, und der zweite Aspekt, dass eine volkswirtschaftlich nachteilige Entwicklung festgestellt werden muss. Der erste Faktor ist nicht festgestellt worden! (Abg. Dr. Strutz: Bitte schön, verteidigen Sie doch nicht dieses System, Herr Minister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was hat die Prüfung ergeben?
Zum Zweiten. – Ich weiß, Sie haben es nicht gern, wenn Sie nicht recht haben. Ich wollte es eigentlich nicht sagen, aber weil Sie es wieder wiederholt haben, muss ich es doch sagen. Der Kollege Westenthaler hat gesagt, wir hätten da einen Antrag mit breiter Mehrheit abgestimmt, dass die Landestankstellen geöffnet werden sollen. Möglicherweise gibt es noch einen anderen Antrag, aber das, was wir da vorliegen haben, ist ein Antrag aus dem September des Jahres 2008: Entschließungsantrag der Abgeordneten Bucher, Kuzdas, Kolleginnen und Kollegen betreffend Prüfung – das ist ein Unterschied! – der rechtlichen Möglichkeit zur Öffnung der Tankstellen der ASFINAG durch den Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat die Prüfung ergeben?)
Abg. Grosz: Bravo! Sie haben überhaupt nicht geprüft! Sie haben den Antrag genommen und in den Mistkübel gehaut! Das ist Ihre Politik!
Die Prüfung hat ergeben, dass nicht geöffnet worden ist, weil das nicht zulässig ist. (Abg. Grosz: Bravo! Sie haben überhaupt nicht geprüft! Sie haben den Antrag genommen und in den Mistkübel gehaut! Das ist Ihre Politik!)
Abg Grosz: Was Sie Prüfung nennen, da sagen andere Klopapier dazu! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Herr Kollege Grosz, hören Sie zu, es kommt ja noch etwas Weiteres dazu! Was ich vorher angesprochen habe, können Sie nachlesen. (Abg Grosz: Was Sie Prüfung nennen, da sagen andere Klopapier dazu! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Strutz: Aber warum funktioniert es dann in Kärnten und im Burgenland? Warum funktioniert es dort?
Und wenn Sie das nachlesen, dann würde ich ganz einfach bitten, klarzustellen, dass dieser Vorschlag wahrscheinlich kein komfortabler und auch kein umsetzungsgeeigneter Vorschlag ist, um die Preisentwicklung nach unten zu bewegen. (Abg. Dr. Strutz: Aber warum funktioniert es dann in Kärnten und im Burgenland? Warum funktioniert es dort?)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Zu einem Dialog in einer weiterführenden Richtung bin ich gerne bereit. Aber nicht immer! Ich hoffe, dass das nicht der Nächste wieder bringt. Nicht immer das Falsche darstellen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Bucher: Bitte, was sind falsche Tatsachen? – Bundesminister Dr. Mitterlehner: Dass die Landestankstellen geöffnet worden sind! – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Meinung, dass es keine falschen Tatsachen geben kann?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Kogler. (Abg. Bucher: Bitte, was sind falsche Tatsachen? – Bundesminister Dr. Mitterlehner: Dass die Landestankstellen geöffnet worden sind! – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Meinung, dass es keine falschen Tatsachen geben kann?)
Abg. Grosz: Waren Sie heute auch schon tanken?
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Das ist ja eine gute Gelegenheit, um ein paar grundlegende Dinge zu reflektieren. Mein Gott, der aktuelle Benzinpreis – gestern, morgen! Schauen Sie, jeder, der behauptet, dass das Erdöl irgendwann noch einmal billiger wird, ist entweder ein völliger Dummkopf oder ein Scharlatan (Abg. Grosz: Waren Sie heute auch schon tanken?), das ist ja durchaus nicht branchenfremd, oder schlicht und ergreifend ein einfacher Lügner. Das ist ja auch möglich. (Abg. Grosz: Bei welcher Tankstelle waren denn Sie, Herr Kollege Kogler?)
Abg. Grosz: Bei welcher Tankstelle waren denn Sie, Herr Kollege Kogler?
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Das ist ja eine gute Gelegenheit, um ein paar grundlegende Dinge zu reflektieren. Mein Gott, der aktuelle Benzinpreis – gestern, morgen! Schauen Sie, jeder, der behauptet, dass das Erdöl irgendwann noch einmal billiger wird, ist entweder ein völliger Dummkopf oder ein Scharlatan (Abg. Grosz: Waren Sie heute auch schon tanken?), das ist ja durchaus nicht branchenfremd, oder schlicht und ergreifend ein einfacher Lügner. Das ist ja auch möglich. (Abg. Grosz: Bei welcher Tankstelle waren denn Sie, Herr Kollege Kogler?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Auf die Mineralölsteuer haben wir aber einen Einfluss! Um das geht es! Auf unsere Steuern haben wir doch einen Einfluss!
Die Politik ist ja schließlich dazu da, die Dinge zu gestalten und nicht treiben zu lassen. Aber wer behauptet, dass die österreichische Bundesregierung langfristig den Rohölpreis beeinflussen wird, der ist wirklich auf irgendeinem anderen Planeten daheim. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Auf die Mineralölsteuer haben wir aber einen Einfluss! Um das geht es! Auf unsere Steuern haben wir doch einen Einfluss!)
Abg. Strache: Wir haben doch einen Einfluss auf die Steuerlast, die die Bürger erdrückt!
Kollege Strache, zu dem kommen wir ja noch, was die Steuerpolitik der Bundesregierung betrifft oder was die Vorschläge von Orange und Blau auf dem Sektor sind. (Abg. Strache: Wir haben doch einen Einfluss auf die Steuerlast, die die Bürger erdrückt!)
Abg. Strache: Der Herr Bundesminister freut sich ja, wenn die Preise steigen, weil er da mehr Steuereinnahmen hat! – Bundesminister Dr. Mitterlehner: Die Steuer ist mengenbezogen; die steigt nicht an, die bleibt gleich, auch wenn der Preis hoch ist!
das Rohprodukt immer teurer wird. Das muss selbst einmal in einen nicht ganz so intelligenten Kopf hinein. Das ist wesentlich, und deshalb kann man gar nicht rechtzeitig genug beginnen, sich um die Alternativen zu kümmern. Und das ist auch volkswirtschaftlich viel gescheiter. (Abg. Strache: Der Herr Bundesminister freut sich ja, wenn die Preise steigen, weil er da mehr Steuereinnahmen hat! – Bundesminister Dr. Mitterlehner: Die Steuer ist mengenbezogen; die steigt nicht an, die bleibt gleich, auch wenn der Preis hoch ist!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Die Grünen haben endlich ihre Forderung auf einen Liter Benzin in Richtung 25 Schilling durchgesetzt! Das ist ein Wahnsinn!
Herr Bundesminister, das ist an der Stelle sinnlos. Sie sollten, was das betrifft, auch nicht weiter schwarz-blaue Träume hegen, weil zumindest in den Bereichen, wo wirtschaftspolitische Vernunft gefragt ist, werden Sie dort keinen Abnehmer finden. Das haben Sie ja gerade vorhin selber argumentiert. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Die Grünen haben endlich ihre Forderung auf einen Liter Benzin in Richtung 25 Schilling durchgesetzt! Das ist ein Wahnsinn!)
Beifall bei den Grünen.
Beginnen wir bei den falschen Investitionen! Nach wie vor – wir haben es ja heute schon einmal an anderer Stelle gehabt – werden in ganz wenigen Jahren ganz viele Milliarden immer noch in den Autobahnbau gesteckt. Das ist falsch an der Stelle, weil es das falsche Verkehrssystem fördert. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Es ist völlig klar, dass wer ständig Autobahnkilometer sät, stinkenden Verkehr ernten wird. Das ist eine logische Weisheit. Abgesehen davon, dass Österreich Europa- und Weltspitze ist, was Autobahnkilometer pro Kopf betrifft. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) – Ja, zu dem komme ich schon noch.
Beifall bei den Grünen.
Sie müssen doch endlich einmal sagen, wie Sie das machen wollen, und nicht selber noch zum Nebelwerfer greifen. Also auch eine Opposition hat den Auftrag, hin und wieder etwas Vernünftiges zu sagen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Kollege Kogler, es ist richtig, auch die Opposition kann, soll und darf etwas Vernünftiges sagen. Die Problematik ist nur, dass wir uns schon auch dessen bewusst sein sollten, wen wir hier zu vertreten haben. Und man merkt, dass die Bevölkerung in Österreich genug hat von Theorien und gescheiten Reden, was alles gut ist für dieses Land und für die Umwelt (Beifall beim BZÖ), sie aber immer dafür zahlen muss.
Abg. Bayr: Wertschöpfung!
Biosprit: Haben wir alle noch im Ohr! – Ja, wichtig, die Abhängigkeit von den Öl-Multis reduzieren! Ganz wichtig: Biosprit beimengen, das ist für die Umwelt gut und auch für die Wirtschaft! (Abg. Bayr: Wertschöpfung!) – Wertschöpfung, ja! Aber zahlen müssen es die Kunden, die Autofahrer, weil der Benzinpreis natürlich dadurch angehoben worden ist.
Abg. Strache: So ist es!
Jetzt sagt man: Na solch ein Unsinn mit dem Biosprit, global eine Katastrophe, weil jetzt nur mehr Ölsaaten angebaut werden, anstatt dass man Lebensmittel anbaut! (Abg. Strache: So ist es!) Furchtbar, es muss völlig in die andere Richtung gehen! Und es wird alles noch viel teurer werden.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Sollte so sein!
Ordnung, aber Sie brauchen doch die Opposition nicht so abzukanzeln, wenn wir zumindest versuchen, diese Preisspirale in die andere Richtung zu beeinflussen. Es muss doch auch Ihr Interesse sein, dass die Leute weniger für den Sprit zahlen und nicht mehr. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Sollte so sein!)
Beifall beim BZÖ.
Wir gehen morgen alle zu den Tankstellen Lebensmittel einkaufen und nicht tanken. Das ist gut für die Tankstellenpächter und ist auch ein klares Signal an die Öl-Multis. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Jarolim, der Muhri der SPÖ!
Es gab eine Dringliche Anfrage hier im Hohen Haus am 12. September 2008 betreffend „Versagen von Wirtschaftsminister Bartenstein bei der Bekämpfung der Teuerung“. Schwerste Vorwürfe sind da gemacht worden, und es gab die Forderung, dass der Preisminister endlich etwas gegen die Teuerung bei Lebensmitteln und Energie, nämlich den Spritpreisen, machen sollte. Diese Dringliche Anfrage hat der Abgeordnete Jarolim eingebracht an den damaligen Wirtschaftsminister Bartenstein. (Abg. Strache: Jarolim, der Muhri der SPÖ!) Ist das laut Ihrem Kollegen Matznetter von Muhri, was Sie da eingebracht haben?
Oh-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her!
(Oh-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her!)
Abg. Strache: Die Muhris des Parlaments!
Wer hat diesen Entschließungsantrag eingebracht? – Und ich meine, den muss man sich einrahmen lassen, denn das ist wirklich interessant. – Antragssteller waren die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Dr. Jarolim. (Abg. Strache: Die Muhris des Parlaments!) – Eine ganz interessante Kombination: Jarolim und Westenthaler für Preisfestsetzung. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wer hat diesen Entschließungsantrag eingebracht? – Und ich meine, den muss man sich einrahmen lassen, denn das ist wirklich interessant. – Antragssteller waren die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Dr. Jarolim. (Abg. Strache: Die Muhris des Parlaments!) – Eine ganz interessante Kombination: Jarolim und Westenthaler für Preisfestsetzung. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.
Aber noch ein Argument, und das sage ich jetzt als außenpolitischer Sprecher, weil Sie, Herr Wirtschaftsminister, auch die internationale Lage angesprochen haben, indem Sie sagten: Was können wir dafür, dass es etwa im arabischen Raum Krisen gibt und deshalb die Spekulanten natürlich den Ölpreis hinaufschrauben? (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.) – Da gebe ich Ihnen vollkommen recht: Das können wir alleine nicht machen!
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache.
Das wäre vielleicht auch ein kleiner Beitrag zu einer sinnvollen strategischen Energiepolitik. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
paket werden keine Massensteuern angehoben! Es wird auf treffsichere Maßnahmen gesetzt, wie unter anderem die Streichung der Spekulationsfrist bei Immobilien, um nur ein Beispiel der Maßnahmen zu nennen, die langfristig für eine gerechtere Verteilung sorgen sollen. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Ah-Rufe beim BZÖ.
Glauben Sie mir, Kolleginnen und Kollegen vom BZÖ, mit Handkuss würden diese Menschen eine Preiserhöhung der Dauerkarte für den öffentlichen Verkehr in Kauf nehmen, denn im Vergleich zu den Spritkosten wäre das um ein Vielfaches preiswerter und vor allem leistbarer. Ja, auch ich bin der Meinung, dass der Spritpreis zu hoch ist. (Ah-Rufe beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Was ist denn die richtige?
Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten, wie man hier politisch versuchen kann, etwas zu verändern beziehungsweise zu verbessern im Sinne der vielen Menschen, die vom Auto leider beruflich und familiär abhängig sind. Die eine wäre die populistische und unüberlegte Variante, wie sie das BZÖ gewählt hat, eben die Forderung nach Senkung der Mineralölsteuer. (Abg. Grosz: Was ist denn die richtige?) – Darauf komme ich schon, Herr Kollege Grosz, keine Sorge! Lassen Sie mich Ihnen Folgendes vorher erklären:
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man die Steuer senkt, dann ist das weniger für die Menschen? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Wenn also Ihr Slogan „Genug gezahlt!“ ist, dann hören Sie auf, solche Dinge zu fordern, die letztendlich die SteuerzahlerInnen mehr kosten, als sie ihnen bringen. Und bei denen zu hoffen, dass sie es ohnehin nicht verstehen werden, aber dass sie dafür umso besser klingen, das kann es ja nun wirklich nicht sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man die Steuer senkt, dann ist das weniger für die Menschen? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Strache.
nationalen Entwicklungen abhängt und nicht von uns lenkbar ist. (Zwischenruf des Abg. Strache.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher fordern wir weiterhin einen weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs und ergänzend für diejenigen, die auf das Auto beruflich angewiesen sind, eine Ökologisierung und Erhöhung der Pendlerpauschale. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Und die niedrigen Einkommen!
Es ist notwendig – dazu bekenne ich mich auch und dazu bekennen wir uns auch –, dass wir künftig bei einer Steuerreform darauf achten, dass wir vielleicht die bisherige Pendlerpauschale durch steuerliche Maßnahmen ablösen, durch die die tatsächlich gefahrenen Kilometer berücksichtigt werden. (Abg. Dr. Moser: Und die niedrigen Einkommen!) Das ist schon sehr in Ordnung, und darüber kann man auch diskutieren. Es ist notwendig, dass wir die E-Mobilität steigern und dass wir auch hier Maßnahmen setzen.
Beifall bei der ÖVP.
Daher, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, werden wir natürlich diesem Dringlichen Antrag nicht unsere Zustimmung erteilen, dürfen aber versichern, dass zumindest die Österreichische Volkspartei weiterhin alles dafür unternehmen wird, dass es künftig Spritpreise gibt, die leistbar sind, und zum anderen, wenn sie für Menschen Härtefälle bedeuten, dass diese auch dementsprechend durch entgegenwirkende und begleitende Maßnahmen unterstützt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist einfach Tatsache, dass viele Menschen, aber auch Unternehmen in unserem Land auf Kraftfahrzeuge angewiesen sind. Gerade sie waren in der Vergangenheit bei den Erhöhungen der Treibstoffkosten immer massiv gefordert, diese Kosten auch zu schlucken und möglichst zu verkraften, was für sie ganz schwierig ist. Natürlich ist auch die Wirtschaft ganz schwer davon betroffen, wobei davon auszugehen ist, dass die Wirtschaft diese Kosten durchaus eins zu eins an die Endverbraucher weitergegeben hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
schritten worden. Und Sie, meine Damen und Herren von der Bundesregierung, sind heute hier gefordert, etwas dagegen zu unternehmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Mir ist schon klar, dass Sie weder gegen Börsenspekulationen noch gegen die Politik der OPEC oder auch die sich massiv negativ auswirkende Iran-Politik der USA und der EU etwas ausrichten können noch deren Politik gegenüber anderen potentiellen Lieferanten ändern können. Aber wir können durchaus hier und heute im eigenen Land Maßnahmen setzen, wie beispielsweise eine deutliche Senkung der Mineralölsteuer. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dass sich eine solche Senkung der Mineralölsteuer positiv auch auf den Tanktourismus auswirken und somit dem Budget zusätzliche Millionen zuspielen würde, ohne dabei die eigene Bevölkerung zu belasten, ist klar und wurde auch durch Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien aus dem letzten Jahr untermauert. Ich muss ganz ehrlich sagen, mir ist lieber, wir verdienen an Tanktouristen als an unseren eigenen Bürgern. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ein besonders wichtiger Punkt ist aber der Ausstieg aus dem völlig unnützen Kyoto-Protokoll, denn Luftbelastung macht bekannterweise nicht an der Grenze halt, und es ist nicht einzusehen, dass wir aufgrund dieser Verpflichtungen einen wirtschaftlichen Schaden erleiden (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Andere Länder wie beispielsweise die Kanadier, die sich noch ihren gesunden Menschenverstand bewahrt haben, haben das längst erkannt und sparen sich durch den Kyoto-Ausstieg mittlerweile Milliarden. Wir sollten das auch tun, vor allem auch im Sinne jener, die mit diesen Treibstoffpreisen geschröpft werden. (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich weiß, dass ich bei Ihnen bei einer breiten Mehrheit – aufgeteilt in Steuereintreiber und Ökofreaks – auf Ablehnung stoßen werde, dennoch lade ich Sie heute ein, im Sinne des Bürgers zu agieren und in diesem wichtigen Bereich für dringend benötigte Entlastung zu sorgen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.
Darf ich Ihnen kurz ein paar Realitäten vor Augen halten. (Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.) Entschuldigen Sie, Herr Kollege Höbart, Sie wissen genauso wie ich: Erdöl ist endlich. Sie wissen genauso, dass ein Teil der Preissteigerung darauf zurückzuführen ist, dass der „Peak Oil“ erreicht worden ist und dass wir einfach mit weniger Angebot höhere Preise haben. Sie wissen genauso, dass die Nachfrage nach Erdöl aufgrund gewisser weltwirtschaftlicher Entwicklungen auch noch steigen wird.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Höbart: Es geht darum, ein wenig an der Steuerschraube zu drehen! Ein klein wenig!
Nur eine kleine Fußnote: Was glauben Sie, welches Land die Treibstoffe am meisten subventioniert, genau so, wie Sie es vorschlagen? – Das ist der Iran. Der Iran, ein Erdöl produzierendes Land, das Land, wo die „Mullahs“ – unter Anführungszeichen – noch immer herrschen, subventioniert am meisten. Wollen wir den Kurs der Mullahs in Österreich haben? – Ich sage: Nein. Das ist mir also fremd. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Höbart: Es geht darum, ein wenig an der Steuerschraube zu drehen! Ein klein wenig!)
Abg. Ing. Höbart: Ist das Bier lebensnotwendig? – Für manche vielleicht!
gleich zu den Fünfzigerjahren (Abg. Ing. Höbart: Ist das Bier lebensnotwendig? – Für manche vielleicht!); Brotpreis plus 848 Prozent – ja, so ist es! –; Kartoffel plus 880 Prozent Preissteigerung. Und die Kinokarte? – Das können Sie bitte kurz überlegen, um wie viel die teurer ist als in den Fünfzigerjahren; Sie werden es, glaube ich, nicht erraten. – Preissteigerung bei Kinokarten: 2 354 Prozent! (Abg. Dr. Pirklhuber: Ist ja unglaublich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ist ja unglaublich!
gleich zu den Fünfzigerjahren (Abg. Ing. Höbart: Ist das Bier lebensnotwendig? – Für manche vielleicht!); Brotpreis plus 848 Prozent – ja, so ist es! –; Kartoffel plus 880 Prozent Preissteigerung. Und die Kinokarte? – Das können Sie bitte kurz überlegen, um wie viel die teurer ist als in den Fünfzigerjahren; Sie werden es, glaube ich, nicht erraten. – Preissteigerung bei Kinokarten: 2 354 Prozent! (Abg. Dr. Pirklhuber: Ist ja unglaublich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Höbart: Um wie viel Prozent sind die Gehälter gestiegen?
Das sind die Realitäten bei den Preissteigerungen. In dieser Dimension liegt die Treibstoffpreissteigerung im Mittelfeld beziehungsweise im unteren Feld. Und in dieser Dimension kann ich nicht über eine Senkung der Mineralölsteuer diskutieren. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Höbart: Um wie viel Prozent sind die Gehälter gestiegen?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Ich kann sehr wohl und muss diskutieren über Folgendes: Erstens, wie löse ich die Abhängigkeit vom Öl? (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Zweitens, wie schaffe ich den Systemwechsel, auch steuerpolitisch? Wir sind ja schon lange für eine Ökologisierung des Steuersystems, für eine Entlastung der Arbeitsbesteuerung. Das ist dringend notwendig in dem Kontext, und wir müssen, um die Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren, auch den fossilen Sektor mehr besteuern – keine Frage –, aber immer im sozialen Ausgleich und aufkommensneutral. (Abg. Ing. Höbart: Der findet nicht mehr statt, das ist das Problem!)
Abg. Ing. Höbart: Der findet nicht mehr statt, das ist das Problem!
Ich kann sehr wohl und muss diskutieren über Folgendes: Erstens, wie löse ich die Abhängigkeit vom Öl? (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Zweitens, wie schaffe ich den Systemwechsel, auch steuerpolitisch? Wir sind ja schon lange für eine Ökologisierung des Steuersystems, für eine Entlastung der Arbeitsbesteuerung. Das ist dringend notwendig in dem Kontext, und wir müssen, um die Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren, auch den fossilen Sektor mehr besteuern – keine Frage –, aber immer im sozialen Ausgleich und aufkommensneutral. (Abg. Ing. Höbart: Der findet nicht mehr statt, das ist das Problem!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Sie haben die Pendler vergessen!
Und dann haben wir auch das, was wir letztlich brauchen, nämlich eine sozial ausgewogene, sanfte Mobilitätspolitik mit Zukunftsdimensionen, die wir uns auch leisten können, wenn es keinen Tropfen Erdöl mehr gibt. Und dahin wollen die Grünen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Sie haben die Pendler vergessen!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Kleinere Autos fahren!
Das muss man sich einmal vor Augen halten und das müssen wir alle hier auch verinnerlichen, vor allem Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Kleinere Autos fahren!)
Abg. Grosz: Da haben alle gelacht!
Ich erinnere an die Sondersitzung in der letzten Woche, wo mein Kollege Gerald Grosz hier von diesem Rednerpult aus berichtet hat, dass er bei einer Tankstelle in Wiener Neustadt für 1 Liter Diesel 1,60 € (Abg. Grosz: Da haben alle gelacht!) bezahlt hat. Wie war die Reaktion aus der SPÖ?
Abg. Grosz: Das ist eine Woche her!
„Ich glaube, es ist Zeit, hier beim Rednerpult wieder zurück zur Realität zu kommen. Ich kann nur sagen, in Wien Ottakring hat heute der Sprit 1,39 € gekostet. Ich weiß nicht, wo Sie tanken, Herr Abgeordneter Grosz, aber vielleicht sollten Sie sich eine andere Tankstelle aussuchen, um so etwas einsparen zu können.“ – (Abg. Grosz: Das ist eine Woche her!)
Beifall beim BZÖ.
Das ist purer Zynismus, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Und dieser Zynismus ist symptomatisch für die Politik der SPÖ, und das zieht sich wie ein roter Faden durch: Die Mineralölsteuer wird erhöht. Die Frau Kollegin Hakel, die ist jetzt auch nicht im Raum, hat ja vorhin wenigstens zur Kenntnis genommen, dass der Benzinpreis zu hoch ist, allerdings hat sie einen sehr eigenartigen Zugang: Sie meinte nämlich, die Mineralölsteuer zu senken wäre ein Nachteil für die Bevölkerung. – Jetzt frage ich mich schon: Wo ist da der Nachteil für die Bevölkerung, wenn man die Mineralölsteuer senkt, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ? (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Höbart: Wahnsinn! Das ist eine Abzocke!
Apropos Strafe: Die Strafe für Falschparken wird von 21 € auf 36 € erhöht. (Abg. Ing. Höbart: Wahnsinn! Das ist eine Abzocke!) Die Parkgebühren werden erhöht. Der Preis für den Kurzparkschein wird um 67 Prozent erhöht. Während man bisher für eine halbe Stunde 60 Cent bezahlt hat, zahlt man ab morgen 1 €, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Beifall beim BZÖ. – Ruf: Das ist Wien! Für die Parkscheine ist Wien !
Was haben wir heute, 2012? – Eine Steigerung von 129 Prozent bei Parkscheinen in Wien. Das ist eine Abzocke, meine sehr geehrten Damen und Herren, und damit muss Schluss sein! (Beifall beim BZÖ. – Ruf: Das ist Wien! Für die Parkscheine ist Wien !) Das ist Wien? – Das ist nicht nur Wien, das ist auch die Bundesregierung, vor allem was den Benzinpreis betrifft.
Beifall beim BZÖ.
Sie reagieren nicht. Sie sagen, es gibt hier nichts zu tun. – Hier gibt es aber Belegbeispiele dafür, die das Gegenteil sagen. Vielleicht können Sie sich dazu abschließend noch äußern. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Bucher: Was sagt die Arbeiterkammer jetzt? – Der Kartelljäger Nummer eins in Europa!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Bucher: Was sagt die Arbeiterkammer jetzt? – Der Kartelljäger Nummer eins in Europa!) Ich werde natürlich sehr konkret zu den Positionen der Arbeiterkammer Stellung nehmen, Kollege Bucher. (Abg. Bucher: Jacky! Kartelljäger Nummer 1! „FBI“! – Immer nur eine große Klappe!)
Abg. Bucher: Jacky! Kartelljäger Nummer 1! „FBI“! – Immer nur eine große Klappe!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Bucher: Was sagt die Arbeiterkammer jetzt? – Der Kartelljäger Nummer eins in Europa!) Ich werde natürlich sehr konkret zu den Positionen der Arbeiterkammer Stellung nehmen, Kollege Bucher. (Abg. Bucher: Jacky! Kartelljäger Nummer 1! „FBI“! – Immer nur eine große Klappe!)
Abg. Ing. Westenthaler: Große Klappe!
Nur eines ist mir auch wieder aufgefallen (Abg. Ing. Westenthaler: Große Klappe!), wenn es Forderungen gibt von der Arbeiterkammer: dass man nur eine halb – auch nur halb – vorliest und alle anderen Forderungen vergisst und wegschiebt.
Abg. Bucher: Große Töne spucken und tolle in der Arbeiterkammer – und dann nichts umsetzen!
Aber ich möchte jetzt einmal etwas anderes sagen. Es liegt mir, Hohes Haus, etwas im Magen (Abg. Bucher: Große Töne spucken und tolle in der Arbeiterkammer – und dann nichts umsetzen!): Da geht der Herr Bucher heraus und spricht von einer unmoralischen Vorgangsweise. – Jetzt denke ich mir, als Mitglied des Untersuchungsausschusses zur Aufdeckung von Korruptionsdelikten: Wieso kann der Herr Bucher das Wort „Moral“ noch in den Mund nehmen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Geh, hör auf! – Abg. Bucher: Sind Sie noch bei Sinnen? – Sie sind ja nicht zurechnungsfähig! – Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Geh, hör auf! – Abg. Bucher: Sind Sie noch bei Sinnen? – Sie sind ja nicht zurechnungsfähig! – Das ist ja unglaublich!
Aber ich möchte jetzt einmal etwas anderes sagen. Es liegt mir, Hohes Haus, etwas im Magen (Abg. Bucher: Große Töne spucken und tolle in der Arbeiterkammer – und dann nichts umsetzen!): Da geht der Herr Bucher heraus und spricht von einer unmoralischen Vorgangsweise. – Jetzt denke ich mir, als Mitglied des Untersuchungsausschusses zur Aufdeckung von Korruptionsdelikten: Wieso kann der Herr Bucher das Wort „Moral“ noch in den Mund nehmen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Geh, hör auf! – Abg. Bucher: Sind Sie noch bei Sinnen? – Sie sind ja nicht zurechnungsfähig! – Das ist ja unglaublich!)
Abg. Bucher: Die größten Verbrecher findet man in der SPÖ! Die größten Verbrecher habt ihr in euren Reihen! – Bei uns ist noch nie einer eingesperrt worden!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir sind im Untersuchungsausschuss konfrontiert mit einer Parteienfinanzierung durch die Telekom für das BZÖ. (Abg. Bucher: Die größten Verbrecher findet man in der SPÖ! Die größten Verbrecher habt ihr in euren Reihen! – Bei uns ist noch nie einer eingesperrt worden!)
Abg. Grosz: Was ist mit dem Herrn Gartlehner?
Und dann kommt der Herr Bucher her und spricht von einer unmoralischen Vorgangsweise. Aber nicht nur der Herr Bucher, Hohes Haus, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Grosz: Was ist mit dem Herrn Gartlehner?)
Ruf beim BZÖ: Eine Verbrecherpartei ist die SPÖ!
Da gab es heute einen anderen Redner des BZÖ. (Ruf beim BZÖ: Eine Verbrecherpartei ist die SPÖ!) Der hat eines behauptet, und ich habe den Aufschrei hier in diesem Hohen Haus vermisst, nämlich, dass die Außenpolitik (Abg. Bucher: So ein Rotschädel! – Abg. Ing. Westenthaler: Der feigste Abgeordnete mit dem schlechtesten Toupet!) gegenüber dem Iran an den hohen Benzinpreisen schuld wäre. Und auch der Herr Scheibner hat uns hier so etwas Ähnliches dargelegt.
Abg. Bucher: So ein Rotschädel! – Abg. Ing. Westenthaler: Der feigste Abgeordnete mit dem schlechtesten Toupet!
Da gab es heute einen anderen Redner des BZÖ. (Ruf beim BZÖ: Eine Verbrecherpartei ist die SPÖ!) Der hat eines behauptet, und ich habe den Aufschrei hier in diesem Hohen Haus vermisst, nämlich, dass die Außenpolitik (Abg. Bucher: So ein Rotschädel! – Abg. Ing. Westenthaler: Der feigste Abgeordnete mit dem schlechtesten Toupet!) gegenüber dem Iran an den hohen Benzinpreisen schuld wäre. Und auch der Herr Scheibner hat uns hier so etwas Ähnliches dargelegt.
Abg. Bucher: Das ist ja unfassbar! – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich! – anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ
Meine Damen und Herren! Was ist der Iran? – Der Iran ist ein Terrorregime, ein Regime, das die Völker des Iran unterdrückt, wo es die Scharia gibt und wo derzeit an einer Atombombe gebastelt wird. Und jetzt geht das BZÖ her – das ist sehr wichtig für die Fernsehzuschauer –, aber ich würde mir eines wünschen: Nehmen Sie das Wort „Menschenrechte“ nie mehr in den Mund (Abg. Bucher: Das ist ja unfassbar! – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich! – anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ), wenn Sie meinen, dass aus wirtschaftlichen Überlegungen die Europäische Union Maßnahmen gegen den Iran nicht ergreifen soll! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bucher: eine Moral! Ungeheuerlich!) – Zur Moral kommen wir noch, Herr Kollege Bucher! (Abg. Bucher: Sie sind die größte Verbrecherpartei, die es überhaupt gibt! – Abg. Grosz: Woher haben Sie das Toupet?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bucher: eine Moral! Ungeheuerlich!
Meine Damen und Herren! Was ist der Iran? – Der Iran ist ein Terrorregime, ein Regime, das die Völker des Iran unterdrückt, wo es die Scharia gibt und wo derzeit an einer Atombombe gebastelt wird. Und jetzt geht das BZÖ her – das ist sehr wichtig für die Fernsehzuschauer –, aber ich würde mir eines wünschen: Nehmen Sie das Wort „Menschenrechte“ nie mehr in den Mund (Abg. Bucher: Das ist ja unfassbar! – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich! – anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ), wenn Sie meinen, dass aus wirtschaftlichen Überlegungen die Europäische Union Maßnahmen gegen den Iran nicht ergreifen soll! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bucher: eine Moral! Ungeheuerlich!) – Zur Moral kommen wir noch, Herr Kollege Bucher! (Abg. Bucher: Sie sind die größte Verbrecherpartei, die es überhaupt gibt! – Abg. Grosz: Woher haben Sie das Toupet?)
Abg. Bucher: Sie sind die größte Verbrecherpartei, die es überhaupt gibt! – Abg. Grosz: Woher haben Sie das Toupet?
Meine Damen und Herren! Was ist der Iran? – Der Iran ist ein Terrorregime, ein Regime, das die Völker des Iran unterdrückt, wo es die Scharia gibt und wo derzeit an einer Atombombe gebastelt wird. Und jetzt geht das BZÖ her – das ist sehr wichtig für die Fernsehzuschauer –, aber ich würde mir eines wünschen: Nehmen Sie das Wort „Menschenrechte“ nie mehr in den Mund (Abg. Bucher: Das ist ja unfassbar! – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich! – anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ), wenn Sie meinen, dass aus wirtschaftlichen Überlegungen die Europäische Union Maßnahmen gegen den Iran nicht ergreifen soll! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bucher: eine Moral! Ungeheuerlich!) – Zur Moral kommen wir noch, Herr Kollege Bucher! (Abg. Bucher: Sie sind die größte Verbrecherpartei, die es überhaupt gibt! – Abg. Grosz: Woher haben Sie das Toupet?)
Abg. Ing. Westenthaler: , genannt „Hasenfuß“!
Ich bin der Auffassung, dass das größte Problem bei den Treibstoffpreisen momentan an den Märkten liegt. (Abg. Ing. Westenthaler: , genannt „Hasenfuß“!) Die Märkte zocken mit Rohstoffen, mit dem Ölpreis, und die Spekulanten treiben die Treibstoffpreise in die Höhe. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Ich bin der Auffassung, dass das größte Problem bei den Treibstoffpreisen momentan an den Märkten liegt. (Abg. Ing. Westenthaler: , genannt „Hasenfuß“!) Die Märkte zocken mit Rohstoffen, mit dem Ölpreis, und die Spekulanten treiben die Treibstoffpreise in die Höhe. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Bucher: Wieder eine große Klappe, aber nichts lösen! Große Sprüche klopfen, aber nichts zustande bringen!
Es gibt vier Aspekte für diese enorme Entwicklung. Zum einen sind es die hohen Rohölpreise, die auch der Herr Bundesminister bereits angesprochen hat, weiters der schwache Eurokurs, der fehlende Wettbewerb und die Zockerei an den internationalen Börsen. Wenn wir nun diese Probleme regeln wollen, dann können wir sie, Kollege Bucher, nicht national regeln, wir können sie eben nur auf der internationalen Ebene regeln. (Abg. Bucher: Wieder eine große Klappe, aber nichts lösen! Große Sprüche klopfen, aber nichts zustande bringen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn die lauter solche Funktionäre haben wie Sie!
Und jetzt das Papier der Arbeiterkammer. Die Arbeiterkammer (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn die lauter solche Funktionäre haben wie Sie!), die regelmäßig Preiserhebungen durchführt, weist auch darauf hin, wie schwierig ein einheitlicher Preis in Österreich ist aufgrund der geographischen Gegebenheiten, zum Beispiel auch in meinem Bundesland, in Salzburg, in Kärnten und in Tirol. Die Arbeiterkammer, Herr Kollege Bucher, verlangt keine Preisregelung nach § 5a – die im Übrigen ja gar nicht möglich wäre. Ich möchte da auch die freiheitlichen Kollegen berichtigen. Der Herr Bundesminister kann nach § 5a keine Preisregelung durchführen; man könnte eine Untersuchung nach § 5a Abs. 1 verlangen. (Abg. Bucher: Der Jarolim hat das beantragt!) Lesen Sie bitte genau den Gesetzestext! (Abg. Grosz: Nein, lesen Sie den Antrag vom Genossen Jarolim! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ja unfähig zum Lesen!)
Abg. Bucher: Der Jarolim hat das beantragt!
Und jetzt das Papier der Arbeiterkammer. Die Arbeiterkammer (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn die lauter solche Funktionäre haben wie Sie!), die regelmäßig Preiserhebungen durchführt, weist auch darauf hin, wie schwierig ein einheitlicher Preis in Österreich ist aufgrund der geographischen Gegebenheiten, zum Beispiel auch in meinem Bundesland, in Salzburg, in Kärnten und in Tirol. Die Arbeiterkammer, Herr Kollege Bucher, verlangt keine Preisregelung nach § 5a – die im Übrigen ja gar nicht möglich wäre. Ich möchte da auch die freiheitlichen Kollegen berichtigen. Der Herr Bundesminister kann nach § 5a keine Preisregelung durchführen; man könnte eine Untersuchung nach § 5a Abs. 1 verlangen. (Abg. Bucher: Der Jarolim hat das beantragt!) Lesen Sie bitte genau den Gesetzestext! (Abg. Grosz: Nein, lesen Sie den Antrag vom Genossen Jarolim! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ja unfähig zum Lesen!)
Abg. Grosz: Nein, lesen Sie den Antrag vom Genossen Jarolim! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ja unfähig zum Lesen!
Und jetzt das Papier der Arbeiterkammer. Die Arbeiterkammer (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn die lauter solche Funktionäre haben wie Sie!), die regelmäßig Preiserhebungen durchführt, weist auch darauf hin, wie schwierig ein einheitlicher Preis in Österreich ist aufgrund der geographischen Gegebenheiten, zum Beispiel auch in meinem Bundesland, in Salzburg, in Kärnten und in Tirol. Die Arbeiterkammer, Herr Kollege Bucher, verlangt keine Preisregelung nach § 5a – die im Übrigen ja gar nicht möglich wäre. Ich möchte da auch die freiheitlichen Kollegen berichtigen. Der Herr Bundesminister kann nach § 5a keine Preisregelung durchführen; man könnte eine Untersuchung nach § 5a Abs. 1 verlangen. (Abg. Bucher: Der Jarolim hat das beantragt!) Lesen Sie bitte genau den Gesetzestext! (Abg. Grosz: Nein, lesen Sie den Antrag vom Genossen Jarolim! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ja unfähig zum Lesen!)
Abg. Scheibner: Na, dich brauchen wir mit deinen Belehrungen!
seite der Bundeswettbewerbsbehörde nachzuschauen, insbesondere was die Untersuchungen betrifft, die bereits durchgeführt worden sind. (Abg. Scheibner: Na, dich brauchen wir mit deinen Belehrungen!)
Abg. Grosz: Ich erspare es dir, dir zu sagen, was der Herbert Haupt über dich gedacht hat!
Warum sind die Kartellbehörden in Europa eigentlich erfolgreich, Kollege Bucher? Warum? – Weil es eine Kronzeugenregelung gibt. (Abg. Grosz: Ich erspare es dir, dir zu sagen, was der Herbert Haupt über dich gedacht hat!) Mit einer Kronzeugenregelung konnte das Aufzugskartell zerschlagen werden, konnte das Kosmetikkartell gebrochen werden, und sie wurden zu eminent hohen Zahlungen verpflichtet.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Schwachmatikus! Der schwächste und feigste Abgeordnete!
Die Kronzeugenregelung ist hervorragend, und ein Ersuchen von mir: Kennen Sie einen Kronzeugen am österreichischen Markt, der über wettbewerbswidriges Verhalten bei der Bundeskartellbehörde oder bei der Bundeswettbewerbsbehörde aussagen könnte? Hätten wir nämlich einen Kronzeugen, dann könnte ein Kartell zerschlagen werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Schwachmatikus! Der schwächste und feigste Abgeordnete!)
Beifall beim BZÖ.
Letztlich hat die Zeche auch bei Sanktionen die Zivilbevölkerung zu zahlen – und auch der Steuerzahler in Österreich, weil er den höheren Benzinpreis zu berappen hat. Also behaupten Sie nicht in einer so sensiblen Frage die Unwahrheit, sondern informieren Sie sich besser, was wirklich wichtig wäre für die Bevölkerung dort! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Das war ein unverständliches Gestammel! – Abg. Ing. Westenthaler: Er ist auch noch ein Ehrabschneider! – Abg. Grosz: Gürtel enger schnallen, Herr Matznetter!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Ing. Schultes. – Bitte. (Abg. Dr. Matznetter: Das war ein unverständliches Gestammel! – Abg. Ing. Westenthaler: Er ist auch noch ein Ehrabschneider! – Abg. Grosz: Gürtel enger schnallen, Herr Matznetter!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Grosz: Fürs Protokoll: schwacher Applaus bei der ÖVP!
auskommt. Sie selber sind ja einer, der gelegentlich gute Ideen hat, aber wenn man sich den Hintergrund anschaut, wundert man sich nicht, dass so etwas sein muss. Na gut, es ist so, wie es ist. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Grosz: Fürs Protokoll: schwacher Applaus bei der ÖVP!)
Abg. Grosz: So stellt sich der kleine Maxl die Treibstoffregulierung vor!
Es ist so, wie es ist. Wenn wir wirklich über die Frage Marktwirtschaft reden wollen, dann reden wir halt einfach darüber und fragen wir einmal, wie das ist, wenn etwas knapp wird. Wenn etwas knapp wird, wird es teuer. Wenn es teuer wird, muss man darauf reagieren. (Abg. Grosz: So stellt sich der kleine Maxl die Treibstoffregulierung vor!) Normalerweise weicht man dann auf etwas aus, was nicht so teuer ist, und tatsächlich funktioniert das auch in diesem Bereich so.
Abg. Grosz: Na ja, macht ja nichts! Nehmen wir unsere 8 600 € Gage vom Parlament! – Kollege, auch Sie sind teuer!
Geschätzte Kollegen! Momentan ist Diesel teuer, momentan ist Heizöl teuer, das ist ja dasselbe, nur gefärbt, momentan ist Benzin teuer. (Abg. Grosz: Na ja, macht ja nichts! Nehmen wir unsere 8 600 € Gage vom Parlament! – Kollege, auch Sie sind teuer!) Der Autofahrer kann schlecht vom Diesel ausweichen, aber alle miteinander können ausweichen in der Frage Heizöl. Bedenken wir, dass wir es gar nicht zum Thema machen, Alternativen zu suchen, um überhaupt den Mineralölverbrauch zu senken. Da hätten wir sehr bald ein gutes Thema, über das wir reden können. (Abg. Ing. Westenthaler: 8 600 € im Monat!) Es geht nämlich darum, von den fossilen Energieträgern weg- und zu alternativen Energieträgern hinzukommen, die wir zur Verfügung haben und verwenden können. (Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.) – Passt ein bisschen auf, liebe Freunde!
Abg. Ing. Westenthaler: 8 600 € im Monat!
Geschätzte Kollegen! Momentan ist Diesel teuer, momentan ist Heizöl teuer, das ist ja dasselbe, nur gefärbt, momentan ist Benzin teuer. (Abg. Grosz: Na ja, macht ja nichts! Nehmen wir unsere 8 600 € Gage vom Parlament! – Kollege, auch Sie sind teuer!) Der Autofahrer kann schlecht vom Diesel ausweichen, aber alle miteinander können ausweichen in der Frage Heizöl. Bedenken wir, dass wir es gar nicht zum Thema machen, Alternativen zu suchen, um überhaupt den Mineralölverbrauch zu senken. Da hätten wir sehr bald ein gutes Thema, über das wir reden können. (Abg. Ing. Westenthaler: 8 600 € im Monat!) Es geht nämlich darum, von den fossilen Energieträgern weg- und zu alternativen Energieträgern hinzukommen, die wir zur Verfügung haben und verwenden können. (Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.) – Passt ein bisschen auf, liebe Freunde!
Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.
Geschätzte Kollegen! Momentan ist Diesel teuer, momentan ist Heizöl teuer, das ist ja dasselbe, nur gefärbt, momentan ist Benzin teuer. (Abg. Grosz: Na ja, macht ja nichts! Nehmen wir unsere 8 600 € Gage vom Parlament! – Kollege, auch Sie sind teuer!) Der Autofahrer kann schlecht vom Diesel ausweichen, aber alle miteinander können ausweichen in der Frage Heizöl. Bedenken wir, dass wir es gar nicht zum Thema machen, Alternativen zu suchen, um überhaupt den Mineralölverbrauch zu senken. Da hätten wir sehr bald ein gutes Thema, über das wir reden können. (Abg. Ing. Westenthaler: 8 600 € im Monat!) Es geht nämlich darum, von den fossilen Energieträgern weg- und zu alternativen Energieträgern hinzukommen, die wir zur Verfügung haben und verwenden können. (Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.) – Passt ein bisschen auf, liebe Freunde!
Abg. Markowitz: Wer wehrt sich dagegen? Das ist ja unglaublich!
Wir haben zum Beispiel die Möglichkeit, mit Biodiesel Diesel zu ersetzen, wir haben die Möglichkeit, mit Holz und Pellets Heizöl im Keller zu ersetzen, und wir haben die Möglichkeit, mit Bioethanol Benzin zu ersetzen – und das alles momentan zu konkurrenzfähigen und vergleichbaren Preisen! Der Punkt ist der: Warum unterstützt man das nicht mehr? Warum wehrt ihr euch alle dagegen, dass wir in diesen Themen weiterkommen? Im Schlechtmachen seid ihr alle Hausmeister! (Abg. Markowitz: Wer wehrt sich dagegen? Das ist ja unglaublich!)
Abg. Markowitz: Sagen Sie, wer sich dagegen wehrt!
Es gibt einige Themen, wo wir weiterkommen könnten (Abg. Markowitz: Sagen Sie, wer sich dagegen wehrt!), aber gerade in diesen Fragen hören wir von euch nichts! In eurem Antrag ist kein einziger Satz über Alternativen enthalten, es ist euch nichts eingefallen! (Abg. Markowitz macht die Scheibenwischerbewegung.) Und Fuchteln und Schädeldeuten brauchst du auch nicht, und den Vogel zeigen wir uns da herinnen auch nicht! (Abg. Grosz: Ist das die Aschermittwochsrede von der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer? – Abg. Markowitz: Sagen Sie doch, wer sich dagegen wehrt!) Du kannst ruhig laut werden, aber Vogel zeigen, das tun wir nicht – noch nicht – in diesem Haus! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Markowitz macht die Scheibenwischerbewegung.
Es gibt einige Themen, wo wir weiterkommen könnten (Abg. Markowitz: Sagen Sie, wer sich dagegen wehrt!), aber gerade in diesen Fragen hören wir von euch nichts! In eurem Antrag ist kein einziger Satz über Alternativen enthalten, es ist euch nichts eingefallen! (Abg. Markowitz macht die Scheibenwischerbewegung.) Und Fuchteln und Schädeldeuten brauchst du auch nicht, und den Vogel zeigen wir uns da herinnen auch nicht! (Abg. Grosz: Ist das die Aschermittwochsrede von der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer? – Abg. Markowitz: Sagen Sie doch, wer sich dagegen wehrt!) Du kannst ruhig laut werden, aber Vogel zeigen, das tun wir nicht – noch nicht – in diesem Haus! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Grosz: Ist das die Aschermittwochsrede von der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer? – Abg. Markowitz: Sagen Sie doch, wer sich dagegen wehrt!
Es gibt einige Themen, wo wir weiterkommen könnten (Abg. Markowitz: Sagen Sie, wer sich dagegen wehrt!), aber gerade in diesen Fragen hören wir von euch nichts! In eurem Antrag ist kein einziger Satz über Alternativen enthalten, es ist euch nichts eingefallen! (Abg. Markowitz macht die Scheibenwischerbewegung.) Und Fuchteln und Schädeldeuten brauchst du auch nicht, und den Vogel zeigen wir uns da herinnen auch nicht! (Abg. Grosz: Ist das die Aschermittwochsrede von der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer? – Abg. Markowitz: Sagen Sie doch, wer sich dagegen wehrt!) Du kannst ruhig laut werden, aber Vogel zeigen, das tun wir nicht – noch nicht – in diesem Haus! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es gibt einige Themen, wo wir weiterkommen könnten (Abg. Markowitz: Sagen Sie, wer sich dagegen wehrt!), aber gerade in diesen Fragen hören wir von euch nichts! In eurem Antrag ist kein einziger Satz über Alternativen enthalten, es ist euch nichts eingefallen! (Abg. Markowitz macht die Scheibenwischerbewegung.) Und Fuchteln und Schädeldeuten brauchst du auch nicht, und den Vogel zeigen wir uns da herinnen auch nicht! (Abg. Grosz: Ist das die Aschermittwochsrede von der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer? – Abg. Markowitz: Sagen Sie doch, wer sich dagegen wehrt!) Du kannst ruhig laut werden, aber Vogel zeigen, das tun wir nicht – noch nicht – in diesem Haus! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit
Also: Wenn wir billigere Treibstoffe haben wollen, dann müssen wir von den fossilen Energieträgern wegkommen. Das ist die bittere Wahrheit. Und wenn wir dann immer noch nicht Preise haben, die uns gefallen, müssen wir eben mit sparsameren Autos fahren. Und das ist gerade für die Freunde von der Wwwwufff-Fraktion (Heiterkeit) – „Wuff“ ist schwer zu schreiben für die Stenographen –, ist für die BZÖ-Freunde, die gerne PS-stark unterwegs sind, natürlich ein besonderes Thema. (Abg. Grosz: Hat der Kollege Blähungen?)
Abg. Grosz: Hat der Kollege Blähungen?
Also: Wenn wir billigere Treibstoffe haben wollen, dann müssen wir von den fossilen Energieträgern wegkommen. Das ist die bittere Wahrheit. Und wenn wir dann immer noch nicht Preise haben, die uns gefallen, müssen wir eben mit sparsameren Autos fahren. Und das ist gerade für die Freunde von der Wwwwufff-Fraktion (Heiterkeit) – „Wuff“ ist schwer zu schreiben für die Stenographen –, ist für die BZÖ-Freunde, die gerne PS-stark unterwegs sind, natürlich ein besonderes Thema. (Abg. Grosz: Hat der Kollege Blähungen?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Grosz: Kollege, Sie brauchen ein Medikament!
Also ich würde empfehlen: Etwas mehr denken, den Gasfuß ein bisschen unter Kontrolle und beim Autofahren einfach weniger fuchteln. Das entspannt unheimlich und spart viel Treibstoff. – Danke, meine Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Grosz: Kollege, Sie brauchen ein Medikament!)
Abg. Grosz: Das erste Mal, dass ich Flatulenzen am Rednerpult der Republik miterlebe! – Heiterkeit.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Ing. Höbart. – Bitte. (Abg. Grosz: Das erste Mal, dass ich Flatulenzen am Rednerpult der Republik miterlebe! – Heiterkeit.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Zum Herrn Kollegen Schultes. – Sie sind Präsident der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer. Ich habe den Eindruck, Herr Kollege Schultes, dass Sie sich schlichtweg nicht interessieren für die Sorgen der Menschen hier in diesem Land. Vermutlich steigen Sie tagtäglich in Ihren Dienstwagen, und es ist Ihnen daher völlig egal, was man täglich an den Zapfsäulen mittlerweile mitmacht. Das ist mein Eindruck, den ich gewonnen habe, als ich Ihre Rede gehört habe. Ihnen ist das einfach wurscht, und das ist sehr enttäuschend, muss ich Ihnen sagen. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es gibt hier Möglichkeiten, und ich bitte Sie, Herr Bundesminister Mitterlehner, gemein-sam mit Finanzministerin Fekter an diesen Möglichkeiten zu arbeiten. Es ist unerträglich geworden, heute ein Kraftfahrzeug an den Zapfsäulen vollzutanken. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Was wollen Sie uns sagen?
Ja, und der Ölpreis hat es für sich geschafft. Er ist gestiegen. Er wird weiter steigen, und ohne große steuerliche Maßnahmen wird es ebenso weiter zu Steigerungen kommen. Meine Damen und Herren, es ist Fakt, dass die Prognosen darauf hinaus-laufen, dass pro Barrel 200 bis 300 Dollar Kosten anfallen werden. Das muss man sehen, das muss man verstehen, dazu muss man die Konzepte entwickeln und entsprechende Maßnahmen setzen. (Abg. Rädler: Was wollen Sie uns sagen?)
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube, es ist längst an der Zeit, dass man genau auf das reagiert und weg von den Versprechungen, von den Worthülsen, von der Modernisierung, von der Ökologisierung des Verkehrssystems, von einer modernen Raumordnung hin zu dem geht, dass man wirklich einen konsequenten Maßnahmenplan umsetzt, um entsprechend die Pendlerinnen und Pendler in Österreich zu entlasten, abzusichern, damit auch in Zukunft Mobilität leistbar bleibt. (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit beim BZÖ
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Also mit was für einer Akribie, Energie und vor allem auch einer Selbstverleugnung heute hier vom Rednerpult versucht wurde, Argumente gegen den Antrag des BZÖ zur Entlastung der Treibstoffpreise zu finden und hier auch zu kreieren, das ist sensationell. Der Abgeordnete Maier – jetzt nicht da, wahrscheinlich wieder bei Bundy und Bundy nachfärben (Heiterkeit beim BZÖ) – erklärt heute, die Arbeiterkammer hat noch nie eine Höchstpreisdeckelung gefordert. (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.)
Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Also mit was für einer Akribie, Energie und vor allem auch einer Selbstverleugnung heute hier vom Rednerpult versucht wurde, Argumente gegen den Antrag des BZÖ zur Entlastung der Treibstoffpreise zu finden und hier auch zu kreieren, das ist sensationell. Der Abgeordnete Maier – jetzt nicht da, wahrscheinlich wieder bei Bundy und Bundy nachfärben (Heiterkeit beim BZÖ) – erklärt heute, die Arbeiterkammer hat noch nie eine Höchstpreisdeckelung gefordert. (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.)
Abg. Bucher: Das ist die Glaubwürdigkeit der SPÖ!
Herr Abgeordneter Maier, posthum, in Abwesenheit oder was auch immer: Am 14. September 2011 hat der steirische Arbeiterkammerpräsident Rotschädl – Ihnen dürfte er ein Begriff sein, Genosse Rotschädl mit der Victor-Adler-Plakette stolz an der Brust – gefordert, dass gegebenenfalls eine Höchstgrenze für Spritpreise festgesetzt werden sollte, wie das im Preisgesetz vorgesehen ist – so Arbeiterkammerpräsident Walter Rotschädl. (Abg. Bucher: Das ist die Glaubwürdigkeit der SPÖ!)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Und dann wird heute hier diskutiert – Kollege Matznetter kommt jetzt auch vom Buffet rein – und gesagt, das sind ja alles Kommunisten herinnen, da ist überall der Muhri, der alte KPÖ-Vertreter, drin, in den Forderungen der FPÖ und des BZÖ treten die Muhris der Republik auf (Zwischenrufe bei der SPÖ), und dann ertappt er sich selbst dabei, dass sein eigener Abgeordneter Jarolim, der, wenn er nicht auch gerade draußen wäre, eine Bank vor ihm sitzt, genau diesen Antrag hier im Plenum mit dem Kollegen Westenthaler vor einigen Jahren schon einmal gestellt hat. Aber heute, heute wird jedes Argument genommen, um die längst fällige Spritpreissenkung in Österreich zu verhindern, und das ist die eigentliche Bankrotterklärung dieser Politik. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Und dann wird heute hier diskutiert – Kollege Matznetter kommt jetzt auch vom Buffet rein – und gesagt, das sind ja alles Kommunisten herinnen, da ist überall der Muhri, der alte KPÖ-Vertreter, drin, in den Forderungen der FPÖ und des BZÖ treten die Muhris der Republik auf (Zwischenrufe bei der SPÖ), und dann ertappt er sich selbst dabei, dass sein eigener Abgeordneter Jarolim, der, wenn er nicht auch gerade draußen wäre, eine Bank vor ihm sitzt, genau diesen Antrag hier im Plenum mit dem Kollegen Westenthaler vor einigen Jahren schon einmal gestellt hat. Aber heute, heute wird jedes Argument genommen, um die längst fällige Spritpreissenkung in Österreich zu verhindern, und das ist die eigentliche Bankrotterklärung dieser Politik. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie des Abg. Klikovits.
Ein Minister für Wirtschaft, der die Großindustrie deckt anstatt dass er sich auf die Seite der Klein- und Mittelbetriebe stellt, ein Konsumentenschutzminister, der sich an der Debatte überhaupt nicht beteiligt, obwohl die Konsumenten in diesem Land tagein, tagaus durch diese Preispolitik ausgesackelt werden, und ein Minister, der eine Höchstpreisdeckelung als Kommunismus bezeichnet, obwohl er ganz genau weiß, dass in Luxemburg – und ich kann mich nicht erinnern, dass Luxemburg kommunistisch regiert wird – eine Höchtpreisregelung gilt und ganz Europa von diesem Luxemburger Modell spricht, wenn es darum geht, die Autofahrerinnen und Autofahrer endlich zu entlasten. (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie des Abg. Klikovits.)
Beifall und Bravorufe beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Ich habe mir die Entwicklung der Rohölpreise angesehen: Im Jahr 2009 hatten wir einen ähnlichen Rohölpreis auf dem internationalen Markt wie jetzt 2011. 2009 kostete Anfang des Jahres aber der Liter Diesel 0,90 € und jetzt beim international gleichen Rohölpreis, also 2011, wenige Jahre später, 1,22 €. Also vergessen Sie Ihr Voodoo und Ihren Humbug mit den Krisen! Jedes Mal, wenn eine Krise weltweit auftaucht, geht der Spritpreis in die Höhe, wenn die Krise vorbei ist, sinkt er nicht, aber Sie stopfen sich Ihre Taschen mit Geldern der Steuerzahler voll, und das ist eine Schande für dieses Land. (Beifall und Bravorufe beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Heiterkeit bei der ÖVP
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege Grosz, bei Ihrem bekannten Eifer für verschiedene Themen (Heiterkeit bei der ÖVP) möchte ich manches überhören, aber eines geht mit Sicherheit nicht: dass Sie einem nicht anwesenden Abgeordneten quasi posthum etwas ausrichten. (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist ja nicht gestorben! – Abg.
Abg. Grosz: Ich hab ja viel mehr Spaß, wenn er ...! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Scheibner: Das ist aber schon logisch!) Ich rate Ihnen gut, dass Sie auf den Kollegen Maier zugehen und sagen, dass Sie sein Ableben nicht gewünscht haben! Ich halte das für ungeheuerlich. (Abg. Grosz: Ich hab ja viel mehr Spaß, wenn er ...! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.
Schon 25 Jahre, kann man sagen, kommt ja der Wirtschaftsminister aus Reihen der ÖVP, aber ich muss sagen, so schweigsam zu den Spritpreisen wie Sie, Herr Bundesminister, war noch keiner Ihrer Vorgänger aus der ÖVP-Riege – das waren auch keine freiheitlichen Wirtschaftsminister. Also Sie verschließen sich schon ein bisschen dieser Problematik, natürlich auch den Problemen des Bürgers. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.)
Beifall bei der FPÖ
Ich muss Ihnen ehrlich sagen, ich kenne Gott sei Dank in meinem Bezirk von der Arbeiterkammer andere Funktionäre, die sich schon noch um die Sorgen und die Ängste der Bürger annehmen (Beifall bei der FPÖ), und das ist doch ein bisschen sehr, sehr befremdlich, wie Sie hier den Bundesminister Mitterlehner von der ÖVP verteidigen. Aber ja, so ist halt Koalitionsliebe, Sie liegen ja nicht das erste Mal mit der ÖVP im Koalitionsbett. – Gut, danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich muss Ihnen ehrlich sagen, ich kenne Gott sei Dank in meinem Bezirk von der Arbeiterkammer andere Funktionäre, die sich schon noch um die Sorgen und die Ängste der Bürger annehmen (Beifall bei der FPÖ), und das ist doch ein bisschen sehr, sehr befremdlich, wie Sie hier den Bundesminister Mitterlehner von der ÖVP verteidigen. Aber ja, so ist halt Koalitionsliebe, Sie liegen ja nicht das erste Mal mit der ÖVP im Koalitionsbett. – Gut, danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Josef Jury (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Begrüßen Sie mit mir eingangs unsere Kärntner Gästegruppe mit einem herzlichen Applaus! (Allgemeiner Beifall.)
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Was?
Zu dieser Debatte ist abschließend noch einmal zu sagen: Es ist schon erhellend, wenn man die Regierungsmitglieder hier am Podium hört, wie sie mit Krallen, mit Tatzen und Krallen (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Was?) dieses System, dieses europäische Wirtschaftssystem verteidigen.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Schopf.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist der Abgesang auf die Wirtschaftspolitik der Europäischen Union, und meine sehr geehrten Damen und Herren von der Arbeiterkammer und von den Konsumentenschutzorganisationen, wo seid ihr denn da? Wo seid ihr da? Wo ist der VKI, wo ist die Arbeiterkammer? Das ist alles von euch gedeckt, diese Abzocke der Leute, ob das beim Spritpreis ist, ob das bei den Banken ist, oder ob das im Lebensmittelbereich ist. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Schopf.)
Ruf: ADEG!
Sehr geehrte Damen und Herren, heute in der „Kleinen Zeitung“ (der Abgeordnete hält diese in die Höhe): Razzia im Hauptquartier der REWE. Der REWE-Konzern umfasst mit Billa, Merkur und Penny und noch weiteren Verbrauchergeschäften (Ruf: ADEG!) sehr viele Geschäfte, die die Leute für das tägliche Leben brauchen. Da gehen die Wettbewerbsschützer aus und ein. Das ist der Abgesang auf die Wirtschaftspolitik in der Europäischen Union mit ihren internationalen Verflechtungen.
Abg. Öllinger: Was hat das mit REWE zu tun?
Frankreich, wir sehen die Flächenbrände in Griechenland. (Abg. Öllinger: Was hat das mit REWE zu tun?) Wir wollen wieder zurück zu einer nationalstaatlichen Wirtschaftspolitik, wo die Menschen wieder im Mittelpunkt der Politik stehen und wo es den Menschen wieder gut geht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frankreich, wir sehen die Flächenbrände in Griechenland. (Abg. Öllinger: Was hat das mit REWE zu tun?) Wir wollen wieder zurück zu einer nationalstaatlichen Wirtschaftspolitik, wo die Menschen wieder im Mittelpunkt der Politik stehen und wo es den Menschen wieder gut geht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir versprechen hiemit allen Beteiligten auf Ebene der Schulverwaltung in Niederösterreich, dass wir nicht zur Tagesordnung übergehen werden. Wir werden interessiert daran sein, was die Korruptionsstaatsanwaltschaft zu dieser Äußerung sagt, und wir werden überhaupt unseren Verpflichtungen als frei gewählte Abgeordnete gerecht werden, indem wir dort, wo es einen Übelstand – und jetzt sage ich kein schärferes Wort – in der Verwaltung gibt, darauf reagieren werden und nicht zur Tagesordnung übergehen werden. Sadismus, Gesetzesbruch, Korruption sind nicht tolerabel! – Danke vielmals. (Beifall bei der FPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Soweit die Sachlage, die mir – das sage ich jetzt aber auch gleich dazu – persönlich gar nicht gefällt. Ich bin für Klarheit, und ich bin auch für eine klare Trennung von Funktion und Rolle, für eine klare Trennung von Beruf und Privatsache. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Ich habe daher – insofern war Ihre Anfrage auch für mich sehr wertvoll, Herr Abgeordneter Dr. Fichtenbauer – in Auftrag gegeben, dass seitens des Ministeriums ein Erlass an die Schulen vorbereitet wird, um genau das zu verhindern. Ich möchte eine klare Trennung von Beruf und privaten Angelegenheiten, ich möchte klare und transparente Regeln für einen sauberen Umgang. Das ist wichtig! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich hätte, als ich die Anfrage gelesen habe und auch die Einladung, die Sie beigefügt haben, eigentlich gemeint, wenn das im Rahmen des Praktikums ist, warum soll eine Landesschulinspektorin nicht auf die Art und Weise etwas Gutes tun und den Schülern die Möglichkeit eines aktiven Auftrittes geben – zum Teil werden diese Dinge bei Prüfungen angerechnet –, aber der Zusatz unten, ich habe mir „einen ‚Nitsch‘ gekauft“, der macht das Ganze sicherlich problematisch. Es würde auch mich interessieren, wie das dann rechtlich endet. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb meine ich in dieser Sache jetzt: Es gibt keine Unrechtmäßigkeit, es haben die Schülerinnen und Schüler eben durch neue Praxiserfahrung bei dieser Veranstaltung profitiert, und – was ganz wichtig ist – der Schule sind keinerlei Kosten entstanden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Was passiert denn, wenn der Herr Obersenatsrat einer Bauabteilung eines Magistrats Baufirmen und Ähnliches aus seinem Bereich einlädt und dort sagt: Ich möchte gleich sagen, die Opferschale für die Geschenke ist links beim Eingang aufgebaut. Aber bitte keine Blumen, keine Gutscheine, nur Bares. Was ist denn das? Was würde denn dann passieren? Es ist nichts anderes! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Blanker Hohn ist es, wenn diese Inspektorin von sich behauptet, das, was sie macht, würde die Qualität sichern und sie wäre zuständig fürs Evaluieren. Es ist ein Beispiel dafür, dass unser Schulverwaltungssystem und Kontrollsystem aufgrund des Kompetenzdschungels und der Verländerung in diesem Bereich der Schulverwaltung tatsächlich ein Problem hat. Es ist höchst an der Zeit, dass das angegangen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Kollege Fichtenbauer hat es bereits anklingen lassen: Dieser Fall ist nur einer von vielen und ist symptomatisch. Daher werden wir diesen Fall nicht nur heute und hier, sondern auch auf verschiedenen anderen Ebenen entsprechend beurteilen, denn solche Praktiken haben in einem Bildungssystem des 21. Jahrhunderts nichts verloren. Das ist vielleicht nach 1945 gewachsen, aber dieser Wildwuchs muss eingestellt, muss entwurzelt werden! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Dr. Harald Walser (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Dieser Fall ist wirklich symptomatisch, was diese Landesschulinspektorin anlangt. Das sind Beschwerdebriefe über sie, das sind Verfahren, die ich im Laufe des letzten Jahres zugeschickt bekommen habe. Da stehen unglaubliche Vorgänge drinnen. Diese Frau ist nicht qualifiziert für dieses Amt. Das ist offenkundig. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen
Diesen Fall herunterzuspielen, wie das die Kollegin von der ÖVP macht, ihn als Animosität zweier Frauen, sozusagen einen Zickenkrieg darzustellen, das ist eine Ungeheuerlichkeit der Sonderklasse (Beifall bei den Grünen), und ich verlange hier schon, Frau Kollegin, dass Sie sich bei den Betroffenen an diesen Schulen entschuldigen.
Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist unerhört!
nehmen muss. Das könnte zu einer seelischen Verstimmtheit beigetragen haben. – Zitatende. (Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist unerhört!)
Beifall bei den Grünen.
Das ist derart unglaublich, was hier vorgeht. Schuld ist das Mobbing-Opfer, und das bekommt das Mobbing-Opfer offiziell von der Republik Österreich, in Ihrem Auftrag, Frau Ministerin, mitgeteilt. Ich glaube, da ist sofortiges Handeln angebracht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Kollege Mayer, der Landesschulrat ist bitte eine Bundesbehörde. Das hier abzuschieben an die Länder, das ist zu billig. Da hat die Bundesministerin einzugreifen, und ich fordere Sie auf, da endlich aktiv zu werden! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Grünen und FPÖ.
Ich glaube, wir müssen Frau Direktor Mayer auch hochoffiziell unseren Dank aussprechen dafür, dass sie sich wehrt, dass sie kämpft gegen diese Zustände und dass sie sich das nicht gefallen lässt, was ihr zugemutet wird. (Beifall bei Grünen und FPÖ.)
Abg. Mag. Widmann: In Oberösterreich die Grünen!
Wir haben bestimmte Kompetenzbereiche. Wir haben unklare Kompetenzbereiche, und natürlich liegt die Wurzel des Übels darin, dass das gesamte Schulsystem parteipolitisch zwischen Rot und Schwarz größtenteils – in Kärnten, wie wir alle wissen, sind die Blauen auch kräftig beteiligt – aufgeteilt wird. (Abg. Mag. Widmann: In Oberösterreich die Grünen!) – Sie waren natürlich diejenigen, die diesen Weg bereitet haben. Da gibt es haufenweise Klagen aus Kärnten über das, was da abgegangen ist.
Beifall bei den Grünen.
Machen wir es kurz: Nehmen wir das Ganze zum Anlass, grundlegend über Schulaufsicht zu diskutieren. Inspektoren der alten Art haben in diesem modernen System ausgedient. Wir brauchen qualifizierte Rückmeldungen. Wir brauchen ganze Gruppen, die an Schulen gehen, die mit allen Betroffenen diskutieren, die mit den Betroffenen auf Augenhöhe diskutieren – und nicht in Hofratsmentalität ihre Untergebenen abqualifizieren. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Wie war das bei Haider?
Frau Abgeordnete Franz, die Tochter, eine Kollegin oder doch jemand vom Sekretariat, der vom Staat bezahlt wird? – Das ist doch die entscheidende Sachlage. Es sind der Republik Kosten entstanden, und das finden wir absolut letztklassig. Jeder kann privat Geburtstag feiern wie er will, aber hier lapidar zu sagen, na ja, war einfach so und ist einfach so, ist für uns nicht zu akzeptieren. (Abg. Rädler: Wie war das bei Haider?) – Na ja, da musst du dir selbst die Frage stellen, wie das bei dir in Niederösterreich abläuft, da musst du dich selbst im Spiegel betrachten und einmal genau schauen, dass wir das abschalten und abstellen. Wir werden das diesbezüglich machen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Frau Abgeordnete Franz, die Tochter, eine Kollegin oder doch jemand vom Sekretariat, der vom Staat bezahlt wird? – Das ist doch die entscheidende Sachlage. Es sind der Republik Kosten entstanden, und das finden wir absolut letztklassig. Jeder kann privat Geburtstag feiern wie er will, aber hier lapidar zu sagen, na ja, war einfach so und ist einfach so, ist für uns nicht zu akzeptieren. (Abg. Rädler: Wie war das bei Haider?) – Na ja, da musst du dir selbst die Frage stellen, wie das bei dir in Niederösterreich abläuft, da musst du dich selbst im Spiegel betrachten und einmal genau schauen, dass wir das abschalten und abstellen. Wir werden das diesbezüglich machen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das lapidare Drüberfahren seitens der ÖVP, das kann es wohl nicht sein. Sarkasmus ist hier nicht angebracht; das sage ich Ihnen auch ganz klar. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Frau Ministerin, hier haben wir hoffentlich in Ihnen einen Partner gefunden, damit diese Dinge in Zukunft abgestellt werden, damit wir über solche Dinge im Hohen Haus nicht mehr diskutieren müssen. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Und da die Frau Ministerin da ist: Bei der ÖVP und vor allem bei unserer Frau Bundesministerin für Inneres sind die Sicherheit und auch die Bürgerrechte in guten Händen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Mit Sicherheit!
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ob die Sicherheit und die Bürgerrechte bei der ÖVP in guten Händen sind, das gilt es schwer zu hinterfragen. (Ruf bei der ÖVP: Mit Sicherheit!) Wenn in diesem Sicherheitspolizeigesetz der Begriff erweiterte Gefahrenforschung strapaziert wird, dann würde ich Sie von der ÖVP, aber auch von der SPÖ, der zweiten Regierungsseite, bitten, auch nach dem Begriff erweiterte Gewissenserforschung zu fragen, nämlich inwieweit das noch stimmt, was Sie hier vorne vorgeben, aber in Wirklichkeit draußen nicht umsetzen.
Zwischenruf des Abg. Pendl.
ACTA ist in den letzten Wochen ein bekannter Begriff gewesen. ACTA ist nichts anderes, als dass Sie Spitzel von Großkonzernen, von großen Pressehäusern, von Druckereien, von Medienverlagen letztlich bis hinein ins Kinderzimmer, ins Jugendzimmer, bis hinein in die Universitäten tragen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Zwischenruf des Abg. Pendl.)
Beifall beim BZÖ.
Daher: Legen wir ACTA ad acta! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Öllinger: Was hat das Bürgerliche Gesetzbuch damit zu tun?
Die Kriminalität hat sich verändert, ja, und das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch, das ABGB, hat sich auch weiter geändert. (Abg. Öllinger: Was hat das Bürgerliche Gesetzbuch damit zu tun?) Auch jetzt müssen wir hier eine weitere Anpassung machen. Dass das Thema sehr komplex ist, zeigt sich daran, dass wir seit 1993 über die 27. Novelle sprechen.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Sie sagen, der ist abhängig. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Haben Sie schon einmal reingeschaut in das bestehende Gesetz, wo drinnen steht, wie der Rechtsschutzbeauftragte bestellt wird? – Er ist angesiedelt im Innenministerium. Das stimmt, Herr Kollege Westenthaler, aber er wird vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung nach Anhörung der Präsidenten des Nationalrates sowie der Präsidenten des Verfassungs- und des Verwaltungsgerichtshofs auf die Dauer von fünf Jahren bestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen ist er unabhängig!) Das steht jetzt auch drin, und er ist frei und unabhängig, und so arbeitet er auch.
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen ist er unabhängig!
Sie sagen, der ist abhängig. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Haben Sie schon einmal reingeschaut in das bestehende Gesetz, wo drinnen steht, wie der Rechtsschutzbeauftragte bestellt wird? – Er ist angesiedelt im Innenministerium. Das stimmt, Herr Kollege Westenthaler, aber er wird vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung nach Anhörung der Präsidenten des Nationalrates sowie der Präsidenten des Verfassungs- und des Verwaltungsgerichtshofs auf die Dauer von fünf Jahren bestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen ist er unabhängig!) Das steht jetzt auch drin, und er ist frei und unabhängig, und so arbeitet er auch.
Beifall bei der SPÖ.
Daher werden wir dieser Gesetzesvorlage zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kößl: Ja!
Allerletzter Punkt: Herr Kollege Kößl! Ich glaube, Sie waren es, der das Massaker in Erfurt angesprochen hat. (Abg. Kößl: Ja!) Wissen Sie, was in Erfurt passiert ist? – Der Schüler hat letztendlich deshalb durchgedreht, weil er von der Schule verwiesen wurde. (Abg. Kößl: Aber im Vorfeld! Da gibt es eine Vorgeschichte!) Es gibt schon eine Vorgeschichte bei diesem Schüler. Selbstverständlich, er hat viel Computer gespielt. Sollen wir jetzt alle Jugendlichen, die über drei Stunden lang Computer spielen, in diese individuelle erweiterte Gefahrenerforschung einbeziehen? – Mit Sicherheit nicht. (Abg. Kößl: Nein! Aber die Bevölkerung hätte der Polizei !)
Abg. Kößl: Aber im Vorfeld! Da gibt es eine Vorgeschichte!
Allerletzter Punkt: Herr Kollege Kößl! Ich glaube, Sie waren es, der das Massaker in Erfurt angesprochen hat. (Abg. Kößl: Ja!) Wissen Sie, was in Erfurt passiert ist? – Der Schüler hat letztendlich deshalb durchgedreht, weil er von der Schule verwiesen wurde. (Abg. Kößl: Aber im Vorfeld! Da gibt es eine Vorgeschichte!) Es gibt schon eine Vorgeschichte bei diesem Schüler. Selbstverständlich, er hat viel Computer gespielt. Sollen wir jetzt alle Jugendlichen, die über drei Stunden lang Computer spielen, in diese individuelle erweiterte Gefahrenerforschung einbeziehen? – Mit Sicherheit nicht. (Abg. Kößl: Nein! Aber die Bevölkerung hätte der Polizei !)
Abg. Kößl: Nein! Aber die Bevölkerung hätte der Polizei !
Allerletzter Punkt: Herr Kollege Kößl! Ich glaube, Sie waren es, der das Massaker in Erfurt angesprochen hat. (Abg. Kößl: Ja!) Wissen Sie, was in Erfurt passiert ist? – Der Schüler hat letztendlich deshalb durchgedreht, weil er von der Schule verwiesen wurde. (Abg. Kößl: Aber im Vorfeld! Da gibt es eine Vorgeschichte!) Es gibt schon eine Vorgeschichte bei diesem Schüler. Selbstverständlich, er hat viel Computer gespielt. Sollen wir jetzt alle Jugendlichen, die über drei Stunden lang Computer spielen, in diese individuelle erweiterte Gefahrenerforschung einbeziehen? – Mit Sicherheit nicht. (Abg. Kößl: Nein! Aber die Bevölkerung hätte der Polizei !)
Zwischenruf des Abg. Kößl.
Alles, was Sie gesagt haben, ist völlig daneben. So kommen wir nicht weiter. (Zwischenruf des Abg. Kößl.) Wenden Sie die ganz traditionellen Mittel an und schauen Sie, dass die Täter gestellt werden! Da gibt es noch genügend zu tun. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Alles, was Sie gesagt haben, ist völlig daneben. So kommen wir nicht weiter. (Zwischenruf des Abg. Kößl.) Wenden Sie die ganz traditionellen Mittel an und schauen Sie, dass die Täter gestellt werden! Da gibt es noch genügend zu tun. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Richtig! Sie haben es erkannt!
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Die Freiheitliche Partei und das BZÖ haben heute die Grund- und Freiheitsrechte im Besonderen eingeschränkt gesehen und gesagt, dass diese Novelle nicht den Bedürfnissen des Rechtsschutzes entspricht und, vor allem, dass der Rechtsschutzbeauftragte kein geeignetes Instrument wäre. (Abg. Dr. Rosenkranz: Richtig! Sie haben es erkannt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Rosenkranz: Herr Kollege, wollen Sie absichtlich in der Steinzeit stecken bleiben?
Meine Damen und Herren, wissen Sie, wer damals für den Rechtsschutzbeauftragten gestimmt hat? – Es war die ÖVP, es war die SPÖ, und es war die Freiheitliche Partei. Zum damaligen Zeitpunkt hat das BZÖ nicht existiert. Das heißt, viele Mandatare, die heute hier herinnen sitzen, waren damals unter dem FPÖ-Mantel und haben dem Rechtsschutzinstrument des Rechtsschutzbeauftragten zugestimmt. Wenn Sie sich heute herausstellen, zeigt das Ihre Unglaubwürdigkeit und wie Sie Ihre Meinung innerhalb weniger Jahre ändern! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Rosenkranz: Herr Kollege, wollen Sie absichtlich in der Steinzeit stecken bleiben?) So können Sie uns mit Ihren Argumentationen nicht mehr hinters Licht führen.
Ruf bei den Grünen: Unterschied!
ist. Die Kollegin von der SPÖ hat ja schon ganz genau ausgeführt, dass der Rechtsschutzbeauftragte gemäß dem Sicherheitspolizeigesetz genauso weisungsfrei gestellt ist wie jeder Richter. (Ruf bei den Grünen: Unterschied!)
Abg. Dr. Rosenkranz: eine Kopfwehtablette, weil die brauche ich jetzt dann! – Zwischenruf bei den Grünen.
Ich frage Sie: Was ist für ein Unterschied zwischen jemandem, der per Verfassungsbestimmung freigestellt ist und seinen Sold vom Innenministerium bezahlt bekommt, und demjenigen, der weisungsfrei gestellt ist und seinen Sold vom Justizministerium bezahlt bekommt? – Keiner. Beide sind gemäß der österreichischen Bundesverfassung vollkommen weisungsfrei gestellt, vollkommen unabhängig. Damit ist auch ein entsprechender Schutz gegeben, damit kein Datenmissbrauch erfolgen kann. (Abg. Dr. Rosenkranz: eine Kopfwehtablette, weil die brauche ich jetzt dann! – Zwischenruf bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der, der von Begleitung von Suizidgefährdeten redet! Sehr kompetent! – Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.
Meine Damen und Herren, der Rechtsschutzbeauftragte ist ja nicht irgendwer; der Name wurde heute noch gar nicht erwähnt. Er ist wahrscheinlich einer der besten Strafrechtsprofessoren, die wir in der österreichischen Republik je gehabt haben. Es ist der emeritierte Universitätsprofessor Dr. Manfred Burgstaller, eine wirkliche Koryphäe. Er ist nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland höchst anerkannt. Ich glaube, auch von Ihnen wurde seine Kompetenz nie bezweifelt – weder von den Freiheitlichen noch vom BZÖ, noch von irgendeiner anderen Partei. Seine Unabhängigkeit wurde von Ihnen noch nie in Zweifel gestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der, der von Begleitung von Suizidgefährdeten redet! Sehr kompetent! – Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Allein deshalb ist er verdächtig!
Erstens: Diese Regierungsvorlage hat den Rechts- und Datenschutz insgesamt substanziell verbessert. (Abg. Ing. Westenthaler: Allein deshalb ist er verdächtig!) Zweitens: Der Rechtschutzbeauftragte sagt, dass er in der Lage sein wird, die geplante erweiterte Gefahrenerforschung gegenüber Einzelpersonen, deren Erforderlichkeit zur Terrorprävention plausibel argumentiert wird, in den rechtsstaatlich gebotenen engen Grenzen zu halten. – Mehr kann man dazu, glaube ich, nicht sagen.
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne bin ich dankbar, dass der österreichischen Polizei Instrumente in die Hand gegeben werden, die dazu dienen, in der Prävention noch besser tätig zu werden, und gleichzeitig der gebotene Datenschutz gegeben ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Vielleicht gibt es dazu am Freitag im Unterausschuss Antworten. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Ruf bei der FPÖ: Offensichtlich doch!
Herr Abgeordneter Gerstl, du bist, glaube ich, Jurist, soweit ich mich erinnern kann. Dir wird doch wohl der Unterschied zwischen einem Rechtsschutzbeauftragten und einem eingesetzten Richter bekannt sein. Ich glaube, das brauche ich hier nicht auseinanderzudividieren. (Ruf bei der FPÖ: Offensichtlich doch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ganz genau so ist es!
Dass wir den Rechtsschutzbeauftragten eingesetzt haben, hat selbstverständlich auch einen Grund gehabt: zur nachträglichen Kontrolle, wenn es um Maßnahmen, die damals gegolten haben, gegangen ist, damit sich der Betroffene bei dem Rechtsschutzbeauftragten, einer weisungsfrei gestellten Person – aber nicht jeder, der weisungsfrei gestellt ist, ist deshalb auch mit einer richterlichen Autorität und Funktion ausgestattet! (Abg. Ing. Westenthaler: Ganz genau so ist es!) –, nachträglich beschweren kann und dass entsprechend untersucht wird – neben anderen Aufgaben.
Abg. Grosz: Ein Sohn aus einer sozialdemokratischen Familie!
Franz Fuchs ist hier angesprochen worden, und es ist schon gesagt worden, dass das von den Methoden her überhaupt keinen Einfluss hat. Aber es hat insofern schon einen Einfluss, weil ich mich sehr gut daran erinnere, wie man damals bei den Ermittlungen zu den Briefbomben, bevor man Franz Fuchs als Täter gefunden hat, parteipolitisch motivierte Untersuchungen in eine Richtung gesetzt hat. (Abg. Grosz: Ein Sohn aus einer sozialdemokratischen Familie!) Danke für die Erinnerung an diesen Fall, Herr Kollege! Wenn ich mir das mit den heutigen Möglichkeiten technischer Art und durch dieses Gesetz jetzt auch rechtlicher Art vorstelle! (Abg. Grosz: War das nicht ein Roter, der Fuchs? – Abg. Ing. Westenthaler: Ein braver Roter!)
Abg. Grosz: War das nicht ein Roter, der Fuchs? – Abg. Ing. Westenthaler: Ein braver Roter!
Franz Fuchs ist hier angesprochen worden, und es ist schon gesagt worden, dass das von den Methoden her überhaupt keinen Einfluss hat. Aber es hat insofern schon einen Einfluss, weil ich mich sehr gut daran erinnere, wie man damals bei den Ermittlungen zu den Briefbomben, bevor man Franz Fuchs als Täter gefunden hat, parteipolitisch motivierte Untersuchungen in eine Richtung gesetzt hat. (Abg. Grosz: Ein Sohn aus einer sozialdemokratischen Familie!) Danke für die Erinnerung an diesen Fall, Herr Kollege! Wenn ich mir das mit den heutigen Möglichkeiten technischer Art und durch dieses Gesetz jetzt auch rechtlicher Art vorstelle! (Abg. Grosz: War das nicht ein Roter, der Fuchs? – Abg. Ing. Westenthaler: Ein braver Roter!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Spitzelgesetz zur Ausforschung der Opposition!
Meine Damen und Herren, es kann Sie auch betreffen, dass man aus parteipolitischen Gründen – da können Sie nachträglich kontrollieren, was Sie wollen – in eine Richtung untersucht. So wie man damals Abonnenten einer Zeitung mit Hausdurchsuchungen beglückt hat, könnte man heute vielleicht Telefonüberwachungen et cetera machen. Das Thema Fuchs ist genau dadurch ein weiteres Argument dafür, dass man diese Vorlage aus gutem Grund ablehnt. (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Spitzelgesetz zur Ausforschung der Opposition!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Gertrude Aubauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesminister! Hohes Haus! Wir haben jetzt viele Details gehört. Schauen wir doch einmal, was die Menschen in Österreich wollen! Sie wollen sozialen Frieden und Sicherheit. Um diesen Sicherheitsanspruch zu erfüllen, braucht die Exekutive taugliche Mittel. Wir haben es heute schon mehrmals gehört: Die Zeiten haben sich geändert, die Polizei muss zeitgemäß agieren können. – Deshalb, und nicht aus Jux und Tollerei, dieses neue Sicherheitspolizeigesetz. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ja der Herr Maier! Was will der schützen?
Die Kernfrage dazu: Bleiben die Bürgerrechte auf der Strecke? – Meine Damen und Herren, ich verstehe diesbezügliche Sorgen und Ängste. Wir nehmen diese Bedenken auch ernst. Entscheidend sind doch die Einschätzungen des Datenschutzrates. Er ist es ja, der die Rechte der Österreicher zu schützen hat. Was sagt der Datenschutzrat? – Der Datenschutzrat gibt grünes Licht für die Neuerungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ja der Herr Maier! Was will der schützen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie wirklich, dass der Herr Maier wen schützt?
Dazu ein wichtiges Argument: Die Überwachung kann nur erfolgen, wenn der sogenannte Rechtsschutzbeauftragte zustimmt. Ich stelle das hier noch einmal klar: Dieser Rechtsschutzbeauftragte ist weisungsfrei und unabhängig. Die Latte für eine Zustimmung ist sehr hoch gelegt, nämlich: Die erwartbare Gefährdung für Menschen und Sachen muss hoch sein, und die Person muss etwa einen Anschlag gutheißen und auch Mittel dazu besitzen, etwa Sprengstoff. Ist das nicht der Fall, gibt es keine Zustimmung, und dann rückt die Polizei auch nicht aus. Das ist doch ganz klar! (Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie wirklich, dass der Herr Maier wen schützt?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Aber wen schützt der Herr Maier?
Meine Damen und Herren! Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir machen nichts gegen mögliche Bedrohungen – mit all den Konsequenzen –, oder wir reagieren auf veränderte Bedingungen. Die Volkspartei hat sich dazu entscheiden, zu reagieren und Gefahren für die Bürger möglichst abzuwenden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Aber wen schützt der Herr Maier?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Eine ordentliche Rechtsgrundlage im Bereich der inneren Sicherheit – und dass diese eingehalten wird, das ist überhaupt keine Frage – ist die Voraussetzung dafür, dass unsere Polizistinnen und Polizisten hervorragende Arbeit leisten. Der überwiegende Großteil der Polizistinnen und Polizisten leistet ausgezeichnete Arbeit, und das sollte man nicht verunglimpfen, das haben sie sich nicht verdient. Da könnt ihr lachen, was ihr wollt. Denen sollte man eigentlich danken – für die Leistungen, die sie für die Republik und für die Bürgerinnen und Bürger erbringen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Öllinger: Ja! Zuhören, bitte!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich würde mir wirklich einmal die Rechtsgrundlage in Norwegen ansehen. Ich würde mir ansehen, welche Gesetzesmaterien hier ununterbrochen vermischt werden. Ich kann nur immer einladen: Versuchen wir, gerade sensible Gesetzesmaterien sachlich zu beurteilen! (Abg. Öllinger: Ja! Zuhören, bitte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Alle Experten waren dagegen!
Wir haben ein Hearing durchgeführt, wir haben mehrere Sitzungen abgehalten, wir haben mit allen Experten gesprochen (Abg. Ing. Westenthaler: Alle Experten waren dagegen!), wir haben einen riesigen Abänderungsantrag eingebracht, der hier vorliegt, und haben – wer es sich anschauen möchte, soll es sich anschauen – von den ersten Entwürfen des Ressorts über die Regierungsvorlage, das Hearing bis dann im Ausschuss zu den Abänderungsanträgen und allem, was es gibt, ein ordentliches, ein rechtsstaatliches Gesetz zusammengebaut (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Spitzelgesetz! Ein schäbiges Spitzelgesetz!), das das Grundrüstzeug für unsere Kolleginnen und Kollegen der Exekutive darstellt.
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Spitzelgesetz! Ein schäbiges Spitzelgesetz!
Wir haben ein Hearing durchgeführt, wir haben mehrere Sitzungen abgehalten, wir haben mit allen Experten gesprochen (Abg. Ing. Westenthaler: Alle Experten waren dagegen!), wir haben einen riesigen Abänderungsantrag eingebracht, der hier vorliegt, und haben – wer es sich anschauen möchte, soll es sich anschauen – von den ersten Entwürfen des Ressorts über die Regierungsvorlage, das Hearing bis dann im Ausschuss zu den Abänderungsanträgen und allem, was es gibt, ein ordentliches, ein rechtsstaatliches Gesetz zusammengebaut (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Spitzelgesetz! Ein schäbiges Spitzelgesetz!), das das Grundrüstzeug für unsere Kolleginnen und Kollegen der Exekutive darstellt.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Daher kommt gerade in diesem sensiblen Bereich der inneren Sicherheit immer wieder auch von mir der Appell: Versuchen wir, hier nicht zu polemisieren – das kennen wir ohnehin alle! Können wir uns das nicht einmal verkneifen und sehr sachlich im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger diskutieren und ein gutes Gesetz beschließen? – Dazu lade ich Sie sehr herzlich ein. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Öllinger: Fritzl! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Weil heute schon des Öfteren der Name Fuchs gefallen ist und Herr Kollege Öllinger gesagt hat, diese Novellierung des Gesetzes würde im Fall Fuchs eigentlich nicht helfen, weil er ja kein Handy gehabt hat: Der Fall Fuchs war im Jahr 1997, und ich bin mir sicher, in der heutigen Zeit hätte Fuchs sicher ein Handy. (Abg. Öllinger: Fritzl! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
gewährleisten zu können. Dies ist für die Polizei nur möglich, wenn sie nach den neuesten Gesichtspunkten arbeiten kann, und wir sind dafür verantwortlich, die entsprechenden Gesetze zu schaffen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Maier. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Als ich das gelesen habe, habe ich gemeint, ich traue meinen Augen nicht. – Wer will ACTA neu verhandeln, Hohes Haus? (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Die Verhandlungen über Acta waren grundsätzlich falsch.
Abg. Brosz: Deshalb ist es im Ministerrat beschlossen worden! Wahrscheinlich!
Bei den Verhandlungen über Acta waren keine internationalen Einrichtungen dabei, keine UNO-Einrichtungen. Es waren dabei die USA, Japan, Australien, Kanada und die Europäische Union. (Abg. Brosz: Deshalb ist es im Ministerrat beschlossen worden! Wahrscheinlich!) Es war die Zivilgesellschaft in keiner Weise mit eingebunden. (Abg. Öllinger: Die Regierung hat zugestimmt!) Und ich halte fest: Wenn wir über Urheberrecht, über das digitale Umfeld diskutieren, dann kann das nur auf internationaler Ebene durchgeführt werden. (Abg. Mag. Stefan: Wem sagen Sie das?)
Abg. Öllinger: Die Regierung hat zugestimmt!
Bei den Verhandlungen über Acta waren keine internationalen Einrichtungen dabei, keine UNO-Einrichtungen. Es waren dabei die USA, Japan, Australien, Kanada und die Europäische Union. (Abg. Brosz: Deshalb ist es im Ministerrat beschlossen worden! Wahrscheinlich!) Es war die Zivilgesellschaft in keiner Weise mit eingebunden. (Abg. Öllinger: Die Regierung hat zugestimmt!) Und ich halte fest: Wenn wir über Urheberrecht, über das digitale Umfeld diskutieren, dann kann das nur auf internationaler Ebene durchgeführt werden. (Abg. Mag. Stefan: Wem sagen Sie das?)
Abg. Mag. Stefan: Wem sagen Sie das?
Bei den Verhandlungen über Acta waren keine internationalen Einrichtungen dabei, keine UNO-Einrichtungen. Es waren dabei die USA, Japan, Australien, Kanada und die Europäische Union. (Abg. Brosz: Deshalb ist es im Ministerrat beschlossen worden! Wahrscheinlich!) Es war die Zivilgesellschaft in keiner Weise mit eingebunden. (Abg. Öllinger: Die Regierung hat zugestimmt!) Und ich halte fest: Wenn wir über Urheberrecht, über das digitale Umfeld diskutieren, dann kann das nur auf internationaler Ebene durchgeführt werden. (Abg. Mag. Stefan: Wem sagen Sie das?)
Abg. Brosz: Hat es die Regierung beschlossen: ja oder nein?!
Der zweite Punkt, warum dieser Antrag falsch ist: Acta ist bereits ad acta gelegt. Der Ratifizierungsprozess ist in Europa und in allen Mitgliedstaaten ausgesetzt. In Österreich, Hohes Haus, meine sehr verehrten Damen und Herren, hat der Ratifizierungsprozess noch nicht einmal begonnen! (Abg. Brosz: Hat es die Regierung beschlossen: ja oder nein?!)
Abg. Grosz: Hat es der Ministerrat beschlossen?
Der dritte Punkt, warum dieser Antrag falsch ist (Abg. Grosz: Hat es der Ministerrat beschlossen?): Weil in diesem Abkommen nicht unterschieden wird zwischen Produktfälschungen und Markenfälschungen und dem digitalen Umfeld.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Was mich betrifft, zu den Zwischenrufern: Ich beschäftige mich seit dem Jahre 2007 mit Acta, habe als einziger Abgeordneter parlamentarische Anfragen eingebracht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Und ich frage mich: Haben all jene, die jetzt Acta ablehnen, damals geschlafen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was war in der Regierung?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was war in der Regierung?
Was mich betrifft, zu den Zwischenrufern: Ich beschäftige mich seit dem Jahre 2007 mit Acta, habe als einziger Abgeordneter parlamentarische Anfragen eingebracht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Und ich frage mich: Haben all jene, die jetzt Acta ablehnen, damals geschlafen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was war in der Regierung?)
Ruf: Der Jarolim täte jetzt sagen, das war ! – Zwischenrufe beim BZÖ.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Rosenkranz. – Bitte. (Ruf: Der Jarolim täte jetzt sagen, das war ! – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Dieser Vorwurf, der gegen einen Polizisten, der im freiheitlichen Umfeld als Mandatar tätig war, geäußert wurde, ist auf das Schärfste zu verurteilen. Die Möglichkeiten des Strafrechts und des Disziplinarrechts sind hier sicherlich angebracht. Die Freiheitliche Partei distanziert sich nachdrücklich von solchen Vorgangsweisen. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kößl: Das Parlament!
Was gehört denn zu einem Richter, zu einem Tribunal im Sinne der EMRK? – Dass nachprüfend auch noch eine Kontrolle stattfindet. Wo bleibt denn der Rechtsschutz des Einzelnen, der sagt: Die Entscheidung des Rechtsschutzbeauftragten war eine falsche!? Wo ist denn die nachfolgende Kontrolle? (Abg. Kößl: Das Parlament!) Welcher Rechtsakt ist es denn überhaupt, der da gesetzt wird? – Ist es ein Bescheid, oder was ist das? Wo kann ich es denn bekämpfen?
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen stehen dazu, Sicherheitspartei sein zu wollen und auch sein zu müssen, weil es die Österreicherinnen und Österreicher verdient haben. Aber die Grund- und Freiheitsrechte geben einfach Anlass, nachzudenken, ob hier nicht auch Missbrauchsmöglichkeiten drinnen sind. Und wenn gerade davon gesprochen wird, dass weltanschauliche Gründe hier herangezogen werden können, um Schnüffelei zu betreiben: Ich wäre gespannt, wie das zum Beispiel ein Sicherheitsminister Pilz oder Öllinger auslegen würde. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das heißt, alles in allem ist eher ausschlaggebend, dass es da nach dem SWIFT-Abkommen, nach der Fluggastdatenspeicherung um eine Einbahnstraße heimischer Daten in Richtung USA geht. Der Datenhighway in Richtung Amerika feiert fröhliche Urständ. Und es geht da wohl weniger darum, unsere Bedürfnisse zu befriedigen, als vielmehr darum, den amerikanischen Imperialismus zufriedenzustellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aus diesem Grund ist dieses Abkommen genauso abzulehnen, wie SWIFT abzulehnen war, wie das Fluggastdatenabkommen abzulehnen war. Denn wir haben kein Verständnis dafür, wenn man mit den Daten unserer BürgerInnen, der Österreicher und Österreicherinnen, derart salopp, um nicht zu sagen, schlampig umgeht. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Aber eines muss klar gesagt werden: Es werden die Daten anonymisiert, und erst wenn tatsächlich ein Treffer gegeben ist, dann werden im Zuge eines Rechtshilfeersuchens Daten ausgetauscht. Also ich glaube, dass wir vonseiten des Datenschutzes hier in Österreich alle Überlegungen ausgelotet haben, um hier ein gutes Abkommen mit den USA zu erzielen. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
die österreichische Erhebungsmaschinerie ist, wenn dieses Abkommen auch tatsächlich umgesetzt wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Deswegen werden wir gegen dieses Abkommen stimmen. Es zieht sich wie ein Muster durch die Politik des Innenministeriums: Es gibt Rechtsschutzdefizite, wo man hinschaut. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein echter Datenschützer!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Bundesministerin! Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich teile teilweise die Bedenken bei diesem Abkommen, plädiere aber dafür, diesem Abkommen zuzustimmen (Abg. Ing. Westenthaler: Ein echter Datenschützer!), weil es nachhaltige Gründe gibt. Lassen Sie mich diese Gründe in aller Deutlichkeit erklären!
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wir haben als Datenschutzrat der Bundesregierung diese Vorgangsweise empfohlen, und ich hoffe, dass es so rasch wie möglich zum Abschluss dieses Rahmenübereinkommens kommt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Zwei Vorbemerkungen: Erstens bin ich der Meinung, Österreich braucht einen neuen Vorsitzenden des Datenschutzrates (Beifall bei BZÖ und FPÖ) – und nicht einen willfährigen Abgeordneten, der nicht weiß, wann er ich oder ich ist, einen Abgeordneten, der bei jeglicher Einschränkung und bei jeglicher Aushöhlung des Datenschutzes bei personenbezogenen Daten entweder mitstimmt oder die Flucht aus dem Saal antritt, weil er zu feig ist, sich hier herzustellen und eine entsprechende Position im Sinne des österreichischen Datenschutzes und im Sinne der Daten der Österreicher zu vertreten. Herr Maier, treten Sie zurück, Sie sind schon lange gescheitert, Sie wissen es nur noch nicht! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Zwei Vorbemerkungen: Erstens bin ich der Meinung, Österreich braucht einen neuen Vorsitzenden des Datenschutzrates (Beifall bei BZÖ und FPÖ) – und nicht einen willfährigen Abgeordneten, der nicht weiß, wann er ich oder ich ist, einen Abgeordneten, der bei jeglicher Einschränkung und bei jeglicher Aushöhlung des Datenschutzes bei personenbezogenen Daten entweder mitstimmt oder die Flucht aus dem Saal antritt, weil er zu feig ist, sich hier herzustellen und eine entsprechende Position im Sinne des österreichischen Datenschutzes und im Sinne der Daten der Österreicher zu vertreten. Herr Maier, treten Sie zurück, Sie sind schon lange gescheitert, Sie wissen es nur noch nicht! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Was Sie hier aufführen, ist wirklich ein Skandal, nämlich in jeder Ausschusssitzung dagegen zu reden, aber dann dafür zu stimmen oder einfach den Saal zu verlassen, weil es für den Datenschutzratsvorsitzenden halt unangenehm ist. Wenn Sie es nicht können, dann lassen Sie es einfach! Wirklich, lassen Sie es! Es gibt Berufenere, die wirklich wie ein Löwe bis zum Schluss für die personenbezogenen Daten, für den Schutz von personenbezogenen Daten kämpfen. Sie tun das schon lange nicht mehr! Sie sollten wirklich abtreten, Herr Maier! Das verlangen wir, das wäre eine Wohltat für Österreich. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Zweite Vorbemerkung: Ich kann mich erinnern, das ist jetzt ziemlich genau zehn Jahre her (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) – Herr Jarolim, jetzt waren Sie mit mir erst vor Kurzem auf einem Antrag, seien Sie doch nicht so, Sie sind ja so gerne mit mir auf Anträgen, vergessen Sie das nicht! – Vor ziemlich genau zehn Jahren habe ich mir erlaubt, damals als Klubobmann der FPÖ, aufgrund der damaligen sicherheitsbedrohlichen Situation eine Idee zur Diskussion zu stellen, die da gelautet hat: Es sollten eigentlich Fingerabdrücke genommen werden, Fingerprints von der Bevölkerung, nämlich zur Sicherheit derselbigen, um Straftäter, Terroristen ausforschen zu können. Mehr haben wir nicht gebraucht, von hüben wie drüben! Menschenverachtend, skandalös! Wie kann man denn nur? Furchtbar! Entsetzlich! Sie erinnern sich alle an die Diskussion.
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Und das ist im Konnex mit diesem Abkommen mit den USA besonders bedauerlich, denn wenn es so sein sollte, dass Sie die Daten ohnehin nicht haben, dann hätten Sie das den Amerikanern ja sagen können. Dann hätten Sie sagen können: Freunde, das können wir gar nicht hineinschreiben, denn bei uns wird das ja nicht gespeichert. Daher können wir sie auch nicht zur Verfügung stellen. Aber es steht explizit, expressis verbis im Abkommen drinnen. Und das verstehen wir nicht, auch alle anderen Kritikpunkte nicht. Was die Schwere der Tat und die Strafe von einem Jahr betrifft, muss ich sagen, welche Delikte da darunter fallen, wissen Sie auch. Es besteht da ein Unterschied zwischen Amerika und Österreich. Auch die Datenschutzkultur ist in Amerika eigentlich generell eine gänzlich andere als in Österreich, wobei man festhalten muss, dass sie auch in Österreich mittlerweile immer mehr Schaden erleidet. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
In Summe können wir bei aller Kritik sagen: Wir haben gut verhandelt, wir haben ein Abkommen wie kein anderer Staat erzielt. Wir haben wirklich dafür Sorge getragen, dass dem Prinzip des Datenschutzes und dem Rechtsschutz Rechnung getragen wird. Und ich bin fest davon überzeugt, dass gerade unser Abkommen eine gute Grundlage für weitere Verhandlungen auf europäischer Ebene ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In Summe ist dieses Übereinkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Österreich ein wichtiger Mosaikstein zu mehr Sicherheit in unserem Heimatland. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Bis zur Behandlung dieses Schriftstückes war auch mir die Tragweite dieser Absichten nicht bewusst. Und ich bin überzeugt davon, dass es auch vielen Mitbürgern so geht. Wären sie in Kenntnis dieses Beschlusses, so hätten sie heute unsere Postkästen gefüllt und hätten uns gebeten, wie in anderen Bereichen auch, dass wir das eben ablehnen. Das werden wir auch gerne tun. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Liebe Frau Innenminister! Ich beginne, mich zu fürchten. Wenn das die Österreicher erfahren, wahrscheinlich diese auch. – Danke. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir halten es für ein notwendiges und vernünftiges Abkommen. Deshalb stimmen wir gerne zu. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Herzugehen und die heutige Beschlussfassung mit dieser Argumentation zu begründen, ist also dementsprechend lächerlich, lieber Kollege Maier, und du weißt das ganz genau. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Evaluieren!
Und wissen Sie, meine Damen und Herren, was in diesem ESTA-Papier auch gefragt wird? – Herr Neubauer, wenn Sie nach Amerika einreisen oder drüberfliegen wollen, beabsichtigen Sie einen Terroranschlag oder eine andere kriminelle Handlung? – Ich möchte wissen, wie viele Menschen diesen Punkt bereits mit Ja beantwortet haben. Das würde mich interessieren! (Abg. Dr. Rosenkranz: Evaluieren!) So weit gehen also die Datenerfragungen bei diesem ESTA-Papier. Da wird von der Hautfarbe über die Augenfarbe alles abgefragt. Das ist der wahre Skandal!
Beifall bei der FPÖ.
Herr Kollege Hornek, wenn Sie heute hier als bürgerlicher Vertreter der ÖVP an das Rednerpult treten und dieses Abkommen bejahen, wohlwissend, dass im Jahre 1848 diese bürgerlichen Rechte praktisch hier um die Ecke auf den Barrikaden in Wien mit dem Blut der Österreicherinnen und Österreicher – mit dem Blut der Arbeiterinnen und Arbeiter, Herr Kollege Maier – erstritten worden sind und heute mit dem Argument der Terrorismusbekämpfung alle diese bürgerlichen Rechte der Österreicherinnen und Österreicher auf diesem Altar zu Grabe getragen werden, dann tun Sie mir wirklich leid. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Österreich-Partei FPÖ wird diesem Treiben jedenfalls nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Zum Genieren ist das!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die hiezu ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist mit Mehrheit angenommen. (Abg. Neubauer: Zum Genieren ist das!)
Abg. Neubauer – in Richtung ÖVP –: Was ist, Herr Auer? Auf!
Wir kommen jetzt zur Abstimmung über die dem Ausschussbericht 1658 der Beilagen angeschlossene Entschließung betreffend Abkommen zwischen der Regierung der Republik Österreich und der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika über die Vertiefung der Zusammenarbeit bei der Verhinderung und Bekämpfung schwerer Straftaten. (Abg. Neubauer – in Richtung ÖVP –: Was ist, Herr Auer? Auf!)
Beifall bei der ÖVP.
Daher, sehr geehrte Damen und Herren, sind alle Maßnahmen, die die Leistungen des Zivildienstes in Frage stellen, abzulehnen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Gewinner beim Zivildienst ist, wie gesagt, die Gesellschaft, sind wir alle, auch der einzelne junge Mann, der Zivildienst leistet. Auch ich möchte mich herzlich bei allen jungen Männern bedanken, die für uns alle Zivildienst in den vielen Organisationen leisten. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Königsberger-Ludwig: Gibt es schon! Vier!
In diesem Sinne werden wir diesen Antrag unterstützen. Ich freue mich schon, die ersten Zivildiener bei der Exekutive begrüßen zu dürfen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Königsberger-Ludwig: Gibt es schon! Vier!)
Abg. Neubauer: Na, so widrig sind die Umstände dort auch wieder nicht!
Worüber aber keine Einigkeit herrschen kann und wird, ist die Ausrichtung des Zivildienstes im In- und Ausland durch die Innenministerin und durch die Koalition. Wir hören immer wieder, dass das ein Erfolgsmodell ist. Meiner Ansicht nach, meine sehr verehrten Damen und Herren, hat sich auch die Innenministerin bis dato nicht mit der Materie Zivildienst auseinandergesetzt. Von den 13 500 Zivildienern gibt es jährlich 100 junge Männer, die ihren Zivildienst im Ausland absolvieren: ein ganzes Jahr lang, 12 Monate, unter widrigen Umständen, keine Frage, auf der ganzen Welt. (Abg. Neubauer: Na, so widrig sind die Umstände dort auch wieder nicht!)
Abg. Neubauer: Was sind das für widrige Umstände?
Es gibt Friedens- und Sozialprojekte, Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit, gewaltfreie Konfliktlösungsmodelle, regionale Projekte in ehemaligen Krisengebieten, und als Gedenkdiener arbeiten sie in ausländischen Holocaust-Gedenkstätten, in Museen, in Archiven und Bibliotheken. (Abg. Neubauer: Was sind das für widrige Umstände?) Sie betreuen in Altersheimen Holocaust-Überlebende, arbeiten in Jugendbegegnungsstätten und natürlich auch in Stätten des Massenmordes, so wie in Auschwitz, in Theresienstadt oder eben in Marzabotto. – Und dies alles gegen das Vergessen der Gräuel des Nationalsozialismus.
Abg. Neubauer: ... Zivildienst in Österreich!
Das ist kein Erfolgsmodell, meine sehr verehrten Damen und Herren, ganz im Gegenteil. Sie haben die Kürzungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg fixiert. Sie haben die Kürzung über die Köpfe der Vereine hinweg fixiert. Sie haben mit niemandem darüber gesprochen. Die Holocaust-Überlebenden, die Betreuung durch österreichische Zivildiener erfahren haben, müssen jetzt möglicherweise ohne österreichische Zivildiener auskommen, denn mit 8 100 € im Jahr schafft es kein Zivildiener, 12 Monate den Dienst zu versehen. (Abg. Neubauer: ... Zivildienst in Österreich!)
Beifall bei den Grünen.
Sie sparen beim Symbol des antifaschistischen Grundkonsenses, und das kann auf keinen Fall ein Erfolgsmodell sein. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neubauer: ... Bundesminister werden!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Auch meine Fraktion wird dieser Vorlage zustimmen, und zwar mit der Begründung, dass es sich eben um eine Folge der Novelle des Beamten-Dienstrechtsgesetzes handelt, wo die Altersgrenze für den Polizeidienst aufgehoben wurde. Ich sage aber auch ganz deutlich dazu – und das ist mir jetzt in der Debatte ein bisschen abgegangen –, dass ich das Prinzip, dass jemand, der sich zum Zivildienst gemeldet und den Zivildienst abgeleistet hat, dann Polizeidienst mit der Waffe machen kann, vor der bestehenden Verfassungslage sehr kritisch sehe. (Abg. Neubauer: ... Bundesminister werden!)
Beifall beim BZÖ.
Deshalb rufe ich noch einmal dazu auf, dass man, bevor man weiter solche Winkelzüge macht, endlich eine grundlegende Debatte über die Zukunft unserer Sozialdienste, die wichtig und notwendig sind, führt und auf der anderen Seite auch die Zukunft der militärischen Landesverteidigung auf eine professionelle Basis stellt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
In diesem Sinne sage ich hier auch einmal Folgendes, denn auch das hat mir gefehlt: So wichtig und anerkennenswert der Dienst für Sozialeinrichtungen ist, so wichtig und anerkennenswert ist es auch, wenn österreichische Staatsbürger im Ernstfall bereit sind, ihre Gesundheit und ihr Leben im Sinne einer Wehrdienstleistung beim österreichischen Bundesheer für die Republik Österreich einzusetzen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Herr Kollege Heinzl, was ist jetzt mit dem Kollegen Westenthaler? Ihr Vorredner war der Kollege Scheibner und nicht der Kollege Westenthaler! – Zwischenruf des Abg. Markowitz.
Herr Westenthaler! All diese 13 500 jungen Männer, die sich allein im Jahr 2010 dafür entschieden haben, neun Monate Dienst an ihren Mitmenschen zu leisten, haben für die österreichische Gesellschaft sicher schon weit mehr beigetragen, als Sie das jemals gemacht haben und jemals in der Lage sein werden beizutragen, wenn ich Ihnen, Herr Westenthaler, das einmal sagen darf. (Abg. Grosz: Herr Kollege Heinzl, was ist jetzt mit dem Kollegen Westenthaler? Ihr Vorredner war der Kollege Scheibner und nicht der Kollege Westenthaler! – Zwischenruf des Abg. Markowitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Und ganz zum Abschluss und nicht ganz zur Sache passend: Herr Abgeordneter Grosz! Ich komme immer mehr zur Einsicht, dass der ehemalige Abgeordnete dieses Hauses Faul was Sie betrifft Recht gehabt hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Grosz und Heinzl. – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.
Wünscht die Frau Berichterstatterin ein Schlusswort? – Das ist nicht der Fall. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Grosz und Heinzl. – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.) – Ich darf um Aufmerksamkeit bitten!
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Schickhofer: ... Sie eine Insolvenz?
Dann hören wir immer wieder: Das geht nicht anders, sie sind systemrelevant, die Banken sind too big to fail. – Der Herr Bundeskanzler hat sogar gesagt, es kostet uns im Endeffekt 13 Milliarden €, wenn wir den Volksbankensektor jetzt in Konkurs gehen lassen. Auf Dauer gesehen wird uns – und das ist eine ähnliche Entwicklung, wie es sie auch in Griechenland gibt – diese Entwicklung wesentlich mehr kosten, als wenn wir jetzt einen ordentlichen Schritt machen würden. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Schickhofer: ... Sie eine Insolvenz?)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Schickhofer: Wie soll denn das gehen? Erklären Sie das!
(Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Schickhofer: Wie soll denn das gehen? Erklären Sie das!)
Beifall bei der FPÖ
Sektor – endlich einmal ordentlich durchzugreifen, dann kommen auf einmal planwirtschaftliche Methoden und dann werden letzten Endes die Manager mit hohen Abfertigungen und entsprechenden Gehältern nach Hause geschickt und werden noch belobigt. (Beifall bei der FPÖ)
Beifall bei der FPÖ.
Und genau diese Wirtschaftspolitik bedeutet, dass der Steuerzahler und letzten Endes der Sparer die Zeche zahlen wird. Das, was Sie hier betreiben, ist reiner Bankenkommunismus. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Überfallsartig!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Als wir vor zwei Wochen im Finanzausschuss die vorliegende Novelle des Bankwesengesetzes beschlossen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Überfallsartig!), haben wir natürlich gewusst, dass das im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung bei den Volksbanken notwendig ist, aber ehrlich gestanden, vom Tempo und der Dramatik der Entwicklung am Wochenende waren wir dann eigentlich trotzdem überrascht, Frau Finanzministerin.
Abg. Mag. Kogler: Na, dann lassen wir sie halt gleich krachen gehen!
Die erste Frage ist: Ist der Staat als Eigentümer von Banken wirklich besser als ein privater Eigentümer? Ich zitiere da die frühere langjährige angesehene Präsidentin der Notenbank, Frau Maria Schaumayer. Sie hat einmal sehr richtig gesagt, der Staat ist besser im Retten von Betrieben, aber er ist schlechter im Führen von Betrieben. (Abg. Mag. Kogler: Na, dann lassen wir sie halt gleich krachen gehen!) Dem kann ich mir nur vollinhaltlich anschließen, daher bin ich sehr froh, dass die Frau Finanzministerin
Zwischenruf des Abg. Riepl.
Da stellt sich schon die Frage: Ist Aufsicht und die Kontrolle Bürokratie und Ineffizienz, oder ist das etwas anderes? (Zwischenruf des Abg. Riepl.) Die Frage stellt sich, Herr Kollege Riepl. Und ich werde auch mit den beiden Vorständen der Finanzmarktaufsicht ein Gespräch führen und lade die Fraktionsführer aller Parteien zu diesem Gespräch gerne ein, denn wir haben ja regelmäßige Gespräche mit der Finanzmarktaufsicht im Finanzausschuss. Denn ehrlich gestanden, bei dieser Kontrollkette dann immer wieder überrascht zu werden von solchen Entwicklungen zeigt, dass hier offensichtlich die Effizienz der Frühwarnung nicht gegeben ist. (Beifall der Abgeordneten Ing. Hofer, Gradauer und Steindl.)
Beifall der Abgeordneten Ing. Hofer, Gradauer und Steindl.
Da stellt sich schon die Frage: Ist Aufsicht und die Kontrolle Bürokratie und Ineffizienz, oder ist das etwas anderes? (Zwischenruf des Abg. Riepl.) Die Frage stellt sich, Herr Kollege Riepl. Und ich werde auch mit den beiden Vorständen der Finanzmarktaufsicht ein Gespräch führen und lade die Fraktionsführer aller Parteien zu diesem Gespräch gerne ein, denn wir haben ja regelmäßige Gespräche mit der Finanzmarktaufsicht im Finanzausschuss. Denn ehrlich gestanden, bei dieser Kontrollkette dann immer wieder überrascht zu werden von solchen Entwicklungen zeigt, dass hier offensichtlich die Effizienz der Frühwarnung nicht gegeben ist. (Beifall der Abgeordneten Ing. Hofer, Gradauer und Steindl.)
Abg. Petzner: So ein Schmäh!
Ich sage noch einmal, ich lade die beiden Vorstände der Finanzmarktaufsicht – ich habe immer wieder so informelle Gespräche geführt – und alle Fraktionsführer der Parteien hier im Haus ein, denn wir müssen uns wirklich überlegen, das kann ja nicht der Weisheit letzter Schluss sein, dass wir von solchen Entwicklungen immer derart überrascht sind, wenn es um Milliardenbeträge geht. Wenn in diesem konkreten Fall der Volksbanken aufgrund der Überlegungen zu einer Bankensteuererhöhung und ähnlicher Dinge der Steuerzahler nicht zur Kasse gebeten wird (Abg. Petzner: So ein Schmäh!), dann ist das zwar sehr schön, aber trotzdem, Herr Kollege, sage ich: Es
Beifall bei der ÖVP.
muss etwas geschehen, es ist dringender Handlungsbedarf! Ich lade alle konstruktiven Kräfte ein, hier mitzuarbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist keine saubere Lösung, das ist wirklich keine saubere Lösung, noch dazu wenn man weiß, dass ja die Volksbankengruppe innerhalb von wenigen Jahren bereits zum zweiten Mal gegen die Wand gefahren worden ist. Auch das muss einmal deutlich gemacht werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Podgorschek.
So geht es nicht! Das ist tatsächlich Voodoo-Ökonomie. Daher bin ich auch der Meinung des Kollegen Podgorschek, der vorhin gesagt hat, es braucht eine ordentliche Banken-Konkursordnung, es muss möglich sein, dass es auch eine Bereinigung am Bankensektor gibt und dass vor allem – das ist eine der zentralen Forderungen, die wir erheben – endlich die spekulativen, die Spekulationsbanken getrennt werden von den Kommerzbanken. Das ist ganz, ganz wichtig, damit nicht immer der Kunde und der Steuerzahler blechen muss. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Podgorschek.)
Beifall beim BZÖ.
Das halte ich für ganz entscheidend, und das fordern wir von Ihnen ein. Wir werden jedenfalls sehr genau beobachten, was da passiert und was da noch alles auf uns zukommt, denn der Hauptgrund für die Misere liegt auf der Hand: nicht nur das Missmanagement, das dort geherrscht hat, sondern einmal mehr das risikoreiche Ostgeschäft. Das wissen Sie genauso gut wie ich, und wir wissen alle, dass das nicht die einzige Bank ist, die in diesen risikoreichen Ostgeschäften hängt, Wirtschaftskrise hin oder her. Aber man muss vermuten, dass das noch lange nicht das Ende der Reihe von möglichen Katastrophen ist, die auf dem Bankensektor auf uns zukommen. Daher wäre eine Finanzministerin, eine zukunftsorientierte, eine vorsorgende Regierung aufgerufen, tatsächlich einmal Ordnung am Bankensektor zu schaffen und entsprechende Trennungen und Strukturveränderungen durchzuführen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das haben wir alle gewusst!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Ich schließe gleich an an die Ausführungen des Abgeordneten Westenthaler. Es ist ja nicht so, dass wir vor zwei Wochen im Finanzausschuss sozusagen von den Problemen der Volksbank an diesem Wochenende gewusst haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben wir alle gewusst!) Das Gegenteil ist wahr. Man hat gehofft, dass man mit der Möglichkeit der Öffnung des sogenannten Rabobank-Modells so viel Eigenkapital im Sektor selbst mobilisieren kann, in der in Europa schon lange bewährten Form, sodass eine entsprechende Auffanglösung nicht notwendig ist. (Abg. Petzner: Das glaubst du ja selber nicht!) Tatsächlich reicht das aber nicht, und tatsächlich muss der Steuerzahler leider in Form einer Teilverstaatlichung eingreifen.
Abg. Petzner: Das glaubst du ja selber nicht!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Ich schließe gleich an an die Ausführungen des Abgeordneten Westenthaler. Es ist ja nicht so, dass wir vor zwei Wochen im Finanzausschuss sozusagen von den Problemen der Volksbank an diesem Wochenende gewusst haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben wir alle gewusst!) Das Gegenteil ist wahr. Man hat gehofft, dass man mit der Möglichkeit der Öffnung des sogenannten Rabobank-Modells so viel Eigenkapital im Sektor selbst mobilisieren kann, in der in Europa schon lange bewährten Form, sodass eine entsprechende Auffanglösung nicht notwendig ist. (Abg. Petzner: Das glaubst du ja selber nicht!) Tatsächlich reicht das aber nicht, und tatsächlich muss der Steuerzahler leider in Form einer Teilverstaatlichung eingreifen.
Zwischenruf des Abg. Petzner.
Ehrlich gesagt hat man aber bisher noch in keiner Region dieser Welt ein sehr gutes Modell gefunden, das in Wirklichkeit diese Endlösung im Falle des Fallens einer Bank gescheit gelöst hat. Ich wäre dankbar, wenn jemand ein gutes Beispiel wüsste. Ich sehe weder in den USA noch in Asien, noch in anderen Wirtschaftsräumen gute Beispiele, die man zur Hand nehmen könnte. Das werden wir wahrscheinlich in Europa entwickeln müssen. (Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Beifall bei der SPÖ.
Letzter Punkt: Volksbanken, zur Frage des Volksbankensektors. – Ich begrüße das Rabobank-Modell als Möglichkeit in der Gesetzgebung deswegen, weil es die Autonomie der Primärbanken aufrechterhält bei einer Struktur, die trotzdem ein gemeinschaftliches Treasuring und Debt Management erlaubt. Das ist eigentlich, wenn man so will, was die Mitsprachemöglichkeit der Genossenschafter betrifft, ein gutes Modell. In diesem Sinne ist es begrüßenswert, dass wir diese Möglichkeit schaffen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Matznetter von der SPÖ hat hier im Zusammenhang mit der Bankenkrise und den Ereignissen rund um die Pleite der Volksbank und den weiteren Aufwendungen seitens des Steuerzahlers den Begriff „Endlösung“ verwendet. – Ich halte das für das Hohe Haus unzulässig. Wir wissen, dass das ein historisch schwer belasteter Begriff ist, der nicht in einem anderen Zusammenhang verwendet werden kann, und ich ersuche das auch entsprechend zu ahnden, das Protokoll nachzuprüfen und entsprechende Konsequenzen gegen Herrn Matznetter einzuleiten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Haben Sie das gesagt?
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Herr Abgeordneter Petzner missbraucht die Möglichkeit der Wortmeldung zur Geschäftsordnung, um in Wirklichkeit einen politisch wirklich schwerwiegenden Begriff wie „Endlösung“, nämlich im Zusammenhang mit dem größten Verbrechen an der Menschlichkeit, in Zusammenhang zu bringen mit einem technischen Ausdruck in Bezug auf Bankenabwicklungen. (Abg. Grosz: Haben Sie das gesagt?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Haben Sie den Begriff gesagt?
Das ist eine Verharmlosung der Verbrechen des Holocaust, die er in seinem Beitrag macht, indem er so etwas erkennt, und ich bitte, daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Haben Sie den Begriff gesagt?)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Bernhard Themessl (FPÖ): Herr Präsident! Frau Finanzministerin! Hohes Haus! Herr Kollege Matznetter, von Ihnen weiß ich, dass Sie nicht nur die sehr einseitige Berichterstattung in den österreichischen Medien lesen, sondern manchmal auch versuchen, sich in ausländischen Medien zu erkundigen beziehungsweise Informationen einzuholen. Wenn Sie gestern im Wirtschaftsteil der „Frankfurter Allgemeinen“ den Bericht über die Griechenland-Hilfe gelesen hätten, dann wüssten Sie, dass das, was mit Griechenland aufgeführt wird, ebenso niederschmetternd und nicht zielführend ist wie die Art und Weise, in der mit dem österreichischen Bankenpaket umgegangen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie hier von der roten Reichshälfte: Wenn sich die Kollegen Kai Jan Krainer und Cap, und wie sie alle heißen, hierher ans Rednerpult stellen und permanent die Bankenmanager anprangern, sie als böse Buben hinstellen, die alles verbrochen haben, dann muss ich Ihnen sagen, einzig und allein schuld daran, dass das kein Ende findet, ist diese Bundesregierung. Wenn Sie nicht endlich einmal ein Exempel statuieren, dass es so nicht geht, dann werden Sie den Banken- und Finanzsektor nie in den Griff bekommen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Wenn das nicht geschieht, dann haben Sie das Rettungspaket, das den Namen nicht verdient – auch den Namen Sparpaket nicht –, vollkommen umsonst geschnürt, weil Sie all diese Eventualitäten nicht einkalkuliert haben. Sie haben kein Krisenmanagement für derartige Dinge. Ich frage mich, wenn wir nächste Woche oder in 14 Tagen von weiteren Milliarden reden werden, woher Sie diese nehmen werden. – Danke. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Herr Abgeordneter Grosz hat in seinen Ausführungen zur Geschäftsbehandlung vorhin gesagt: Vom Sozialismus zum Nationalsozialismus ist kein weiter Weg. – Ich erwarte mir, auch wenn wir ein demokratisch gewähltes Haus sind, dass Herr Abgeordneter Grosz sich von dieser Äußerung distanziert oder dass Sie, Herr Präsident, Herrn Abgeordneten Grosz mit entsprechenden Konsequenzen belegen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Silhavy: Reden Sie weiter, denn das verurteilt sich !
Das Protokoll wird ergeben, dass ich zu Ihnen hinübergerufen habe: Der Weg vom Sozialismus zu einem nationalen Sozialismus ist halt kein weiter. Und diese Begrifflichkeit, wie Sie wissen, ist schon oft auch in diesem Parlament durchaus emotional gefallen, aber bedeutet in keinster Weise – und das wissen Sie gut genug – eine Verharmlosung, sondern ist auch der Ausdruck dessen, was sich heute durch Kollegen Matznetter hier abgespielt hat. (Abg. Silhavy: Reden Sie weiter, denn das verurteilt sich !)
Zwischenruf des Abg. Grosz
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Wir werden die gesamte Debatte – auch in Bezug auf die Geschäftsordnungsdebatte (Zwischenruf des Abg. Grosz) – zum wiederholten Male in der nächsten Präsidiale diskutieren.
Abg. Grosz: Aber das Problem ist, dass die Sozialdemokraten nicht hören können, sinnerfassend – und im Übrigen lesen und schreiben auch nicht!
Ich würde vorschlagen, dass wir jetzt die Gemüter etwas abkühlen, dass wir in der Tagesordnung – es ist ein wichtiges Thema, das wir hier behandeln – fortsetzen und Herrn Mag. Kogler zuhören. 7 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Grosz: Aber das Problem ist, dass die Sozialdemokraten nicht hören können, sinnerfassend – und im Übrigen lesen und schreiben auch nicht!)
Zwischenruf des Abg. Petzner.
Ich habe mir erlaubt, daraufhin eine Anfrage zu stellen, und möchte nur ein paar Fragen daraus wiederholen – für das Protokoll. Wir hatten damals natürlich Bedenken und haben also die Frage gestellt – um es zusammenzufassen –: Wie ist eigentlich der Zustand der Volksbanken-AG und des Sektors? Gibt es erstens einmal ein Gutachten, ob systemrelevant oder nicht, wie es immer geheißen hat, und: distressed oder non distressed? Das war ja damals immer das Thema. – Ja, es hat ein Gutachten von der Notenbank gegeben, und die ÖVAG ist ja sogar so positiv eingeschätzt worden, dass auf das hin nur 8 und nicht 9 Prozent Zinsen gezahlt werden mussten. Sei’s drum, sei’s drum! (Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Abg. Ing. Hofer: Zur Geschäftsordnung!
Ich verweise nur darauf, dass das unter dem Schlachtruf geschehen ist, dass das Ganze noch ein Geschäft wird. Herrn Treichl tut es ja heute schon leid, aber er ist damals mit dem Finanzministerium in der „ZiB 2“ – ich kann mich noch gut erinnern – aufgetreten und hat gesagt, das werde alles noch ein Geschäft für die Republik. (Abg. Ing. Hofer: Zur Geschäftsordnung!)
Zwischenruf des Abg. Petzner.
Nichtsdestotrotz: Sie werden zu diesem Teil 2 meiner Fragen erklären müssen, was die Alternativen gewesen wären, was das gekostet hat. Bundeskanzler Faymann hat sich ja hingestellt und gesagt, das würde 13 Milliarden € kosten. Wir möchten hier nachvollziehen können, wie er darauf kommt. (Zwischenruf des Abg. Petzner.) Vermutlich hat es damit zu tun, dass das Spitzeninstitut natürlich eine Rolle für die Primärbanken spielt und dass es über Liquiditätsrahmen und andere Mechanismen hier wirklich Schwierigkeiten gegeben hätte.
Abg. Petzner: ist aber ein schlechtes Beispiel!
Dann gibt es noch die Fragen der Aufsicht – ja selbstverständlich! Was hat die FMA gemacht? Was hat die Notenbank zwei, drei Jahre lang gemacht? Ich darf hier den Kommentator Urschitz zitieren, der in einem Kommentar bezüglich der ÖVAG Folgendes behauptet (Abg. Petzner: ist aber ein schlechtes Beispiel!):
Beifall bei den Grünen.
Es wäre nützlich, wenn Sie das beantworten würden, weil ansonsten wieder hängenbleiben wird, die Leute verstehen es nicht, wir zahlen – weiß ich wie viel – drauf beim Sparpaket, aber über Nacht und ganz schnell werden hier Milliarden zugesagt. Das Kommunikationsdefizit müssen Sie beheben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf bei der SPÖ.
Daher ist es notwendig, dass wir uns noch einmal über diesen Terminplan Gedanken machen und dringend im Rahmen einer Präsidialsitzung einen neuen Termin für die Verabschiedung dieses Pakets vereinbaren, denn ich denke, dass die Warnung des Bundespräsidenten nach dem Motto „speed kills“ – das ist ja so oft kritisiert worden –, sehr, sehr ernst zu nehmen ist. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Noch nie in der Geschichte der Zweiten Republik hat es einen Hilferuf aus der Hofburg gegeben (Zwischenrufe bei der ÖVP), dass ein amtierender Bundespräsident sich selbst gegen den Pfusch einer Bundesregierung zur Wehr setzt und seine Unterschrift unter dieses Gesetzespaket verweigern will, und zwar auch mit sachlichen Gründen: weil dieser Pfusch hier durch das Parlament gepeitscht werden soll, weil es hier auch nicht ausreichend, sondern in Form einer Sondersitzung diskutiert werden soll, (Zwischenruf bei der SPÖ), und allein die Fristen und die Tage bis zur Kundmachung selbst dem Bundespräsidenten, der sich jetzt an die Spitze der Bevölkerung stellt, nicht ausreichen, um über dieses Gesetz in hoher Verantwortung zu diskutieren.
Zwischenruf bei der SPÖ
Noch nie in der Geschichte der Zweiten Republik hat es einen Hilferuf aus der Hofburg gegeben (Zwischenrufe bei der ÖVP), dass ein amtierender Bundespräsident sich selbst gegen den Pfusch einer Bundesregierung zur Wehr setzt und seine Unterschrift unter dieses Gesetzespaket verweigern will, und zwar auch mit sachlichen Gründen: weil dieser Pfusch hier durch das Parlament gepeitscht werden soll, weil es hier auch nicht ausreichend, sondern in Form einer Sondersitzung diskutiert werden soll, (Zwischenruf bei der SPÖ), und allein die Fristen und die Tage bis zur Kundmachung selbst dem Bundespräsidenten, der sich jetzt an die Spitze der Bevölkerung stellt, nicht ausreichen, um über dieses Gesetz in hoher Verantwortung zu diskutieren.
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Das war schon wieder ein Redebeitrag !
Daher regen wir umgehend eine Stehpräsidiale an, um sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen und auch über den Fahrplan des Nationalrates zur Verabschiedung dieses Schröpfungspaketes zu diskutieren. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Das war schon wieder ein Redebeitrag !)
Abg. Petzner: Aber da hat sich der Bundespräsident noch nicht zu Wort gemeldet!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ich möchte nur in Erinnerung rufen, dass wir ja im Rahmen der Präsidialsitzungen gemeinsam diesen Terminplan besprochen haben, alle fünf Fraktionen diesen Terminplan auch beschlossen haben (Abg. Petzner: Aber da hat sich der Bundespräsident noch nicht zu Wort gemeldet!), daher waren alle fünf Fraktionen der Meinung, dass dieser Terminplan rechtens und in Ordnung ist, genug Zeit ist, um das zu verhandeln, dass beson-
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist das Recht des Bundespräsidenten, zum Fristablauf eine Anmerkung zu machen, und das respektieren wir, aber innerhalb des Parlamentes war dies letztlich unbestritten. Daher verstehe ich die Beiträge jetzt nicht ganz. Ob das alles so sein wird, wie es sein könnte, wird davon abhängen – wenn ich den Schlusssatz dieser APA-Aussendung lese –: „Man werde den Bundespräsidenten im Zuge der Gesetzwerdung des Pakets laufend informieren und ‚eine gute Lösung suchen.‘“ Damit ist die Antwort ja ohnehin gegeben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: 8. März Zuweisung! – Abg. Grosz: 8. März ist eine Zuweisungssitzung, da wird nichts beschlossen!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Petzner. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Ruf bei der SPÖ: 8. März Zuweisung! – Abg. Grosz: 8. März ist eine Zuweisungssitzung, da wird nichts beschlossen!)
Ruf bei der ÖVP: Heute noch!
Ich erinnere mich gut an viele Sitzungen hier im Hohen Haus, bei denen gerade die Österreichische Volkspartei, Herr Stummvoll, gar nicht laut genug „Skandal“ schreien konnte, als es um die Hypo Alpe-Adria gegangen ist. Heftig haben Sie diese Bank, das Bundesland Kärnten attackiert. (Ruf bei der ÖVP: Heute noch!)
Zwischenruf bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Frau Bundesminister Fekter ist sogar so weit gegangen, dem Image des Bankenstandortes Österreich und des Bundeslandes Kärnten zu schaden, indem sie auf unzulässige Weise Kärnten mit Griechenland verglichen hat, was ihr sogar Proteste der eigenen Parteifreunde in Kärnten und der gesamten Kärntner Landesregierung in einer eigenen Resolution eingebracht hat. (Zwischenruf bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Riepl: Das ist schon ein Skandal!
Man war gar nicht schnell genug dabei, bei der Hypo eine SOKO, eine Sonderkommission, einzurichten, zusätzlich eine CSI Hypo zu installieren, ganze Gutachterhorden zu beauftragen, Millionen für Rechtsanwälte auszugeben, um diesen vermeintlichen Kärntner Haider-Hypo-Skandal aufzuklären. (Abg. Riepl: Das ist schon ein Skandal!) Ergebnis ist bis heute – ja, was ist herausgekommen, Herr Kollege? – Seit 2009 untersucht die CSI Hypo, und was ist denn bis heute herausgekommen? (Zwischenruf des Abg. Riepl.) – Abwarten? Wir warten schon drei Jahre. Seit drei Jahren wird untersucht, die Kosten liegen insgesamt bereits bei über 30 Millionen €
Zwischenruf des Abg. Riepl.
Man war gar nicht schnell genug dabei, bei der Hypo eine SOKO, eine Sonderkommission, einzurichten, zusätzlich eine CSI Hypo zu installieren, ganze Gutachterhorden zu beauftragen, Millionen für Rechtsanwälte auszugeben, um diesen vermeintlichen Kärntner Haider-Hypo-Skandal aufzuklären. (Abg. Riepl: Das ist schon ein Skandal!) Ergebnis ist bis heute – ja, was ist herausgekommen, Herr Kollege? – Seit 2009 untersucht die CSI Hypo, und was ist denn bis heute herausgekommen? (Zwischenruf des Abg. Riepl.) – Abwarten? Wir warten schon drei Jahre. Seit drei Jahren wird untersucht, die Kosten liegen insgesamt bereits bei über 30 Millionen €
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Steuergeld für diese ganzen Gutachter und Rechtsanwälte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Herausgekommen ist ein Freispruch und sonst überhaupt nichts. Das ist das Ergebnis (Ruf bei der SPÖ: Aber die Milliarden fehlen schon, oder?), und das müssen Sie verantworten.
Ruf bei der SPÖ: Aber die Milliarden fehlen schon, oder?
Steuergeld für diese ganzen Gutachter und Rechtsanwälte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Herausgekommen ist ein Freispruch und sonst überhaupt nichts. Das ist das Ergebnis (Ruf bei der SPÖ: Aber die Milliarden fehlen schon, oder?), und das müssen Sie verantworten.
Ruf bei der FPÖ: V wie Flügel!
Jetzt haben wir den Fall der Volksbanken, und da schreit niemand „Skandal“. (Ruf bei der FPÖ: V wie Flügel!) Da ist alles wunderbar. Da sagt Herr Staatssekretär Schieder in der ZiB 1: Alles kein Problem, alles wunderbar! Das werden wir alles wieder in den Griff kriegen. Das wird die Republik nichts kosten, den Steuerzahler nichts kosten. Wir werden alles wieder zurückbekommen, die Bankensteuer wird die Kosten wieder wettmachen.
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, bleiben wir bei der Wahrheit: Die Bankensteuer ist eine Sparbuchsteuer. Die Bankkunden in diesem Land werden das zu bezahlen haben und niemand anderer. Das ist die Wahrheit, die man zur Kenntnis nehmen muss, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Ruf: Da sind wir
Frau Ministerin Fekter, wann verkünden Sie die Einrichtung einer SOKO Volksbanken-AG, einer CSI ÖVAG? Wann kommt die Sonderkommission? Wann wird Herr Peschorn aktiv? Wann werden Sie die Rechtsanwälte engagieren, die Gutachter beauftragen (Ruf: Da sind wir), wie Sie es bei Kärnten gemacht haben, wann? – Gar nicht. Sie schweigt und schaut mich lange an. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Frau Ministerin Fekter, wann verkünden Sie die Einrichtung einer SOKO Volksbanken-AG, einer CSI ÖVAG? Wann kommt die Sonderkommission? Wann wird Herr Peschorn aktiv? Wann werden Sie die Rechtsanwälte engagieren, die Gutachter beauftragen (Ruf: Da sind wir), wie Sie es bei Kärnten gemacht haben, wann? – Gar nicht. Sie schweigt und schaut mich lange an. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.
Das ist diese heuchlerische Unehrlichkeit, die ich nur verurteilen kann. Wenn es um das Bundesland Kärnten und um parteipolitische Gründe geht, ist der Wirtschaftspartei ÖVP der Bankenstandort – Zehntausende Mitarbeiter, eine der größten Banken in Österreich – vollkommen egal. (Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.) Da wird hingedroschen und hingehauen mit des Steuerzahlers Geld, und bei der ÖVAG breiten wir den Mantel des Schweigens drüber. Schauen wir uns die Zahlen an: Wie viel hat man bei der Hypo ausgegeben? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist diese heuchlerische Unehrlichkeit, die ich nur verurteilen kann. Wenn es um das Bundesland Kärnten und um parteipolitische Gründe geht, ist der Wirtschaftspartei ÖVP der Bankenstandort – Zehntausende Mitarbeiter, eine der größten Banken in Österreich – vollkommen egal. (Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.) Da wird hingedroschen und hingehauen mit des Steuerzahlers Geld, und bei der ÖVAG breiten wir den Mantel des Schweigens drüber. Schauen wir uns die Zahlen an: Wie viel hat man bei der Hypo ausgegeben? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Stummvoll, jetzt lesen Sie nicht in der Zeitung! Sie werden nicht fürs Zeitunglesen bezahlt, sondern fürs Reden und Zuhören, also hören Sie mir jetzt zu! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Er liest gerade die Raiffeisen-Spatzenpost namens „Kurier“.
Abg. Dr. Stummvoll: Das sagt gerade der Petzner!
Zum Schluss zum besten Beispiel: die Kommunalkredit, wo zufällig die Frau Minister Claudia Schmied im Vorstand gesessen ist. Wissen Sie, wie hoch da der Steuerzahlereinsatz bisher ist? 4,6 Milliarden €. 4,6 Milliarden €! Auch das ist Ihnen egal. Bei der Hypo machen Sie wegen 1,5 Milliarden und 625 Millionen Abschreibungen ein Riesentheater, bei der Kommunalkredit sind 4,6 Milliarden kein Problem. Bei den Volksbanken sind 1,3 Milliarden und 700 Millionen Abschreibungen kein Problem. Können Sie mir das erklären? Können Sie mir erklären, wie und auf welcher Faktenbasis Sie zu derartigen Bewertungen kommen? Das können Sie nicht, sondern Sie agieren ausschließlich parteipolitisch. (Abg. Dr. Stummvoll: Das sagt gerade der Petzner!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Wir fürchten uns schon!
Wir werden auf dem weiter draufbleiben, und ich kann Ihnen garantieren, dass die Hypo Alpe-Adria im Wahljahr 2013 für die Österreichische Volkspartei noch ein sehr großes Thema sein wird, nämlich im negativen Sinne für sie. Das kann ich Ihnen versprechen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Wir fürchten uns schon!)
Abg. Petzner: Ich werde noch viel mehr triumphieren!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe ja Verständnis, wenn der Kollege Petzner nach Jahren des Leidens heute doch ein bisschen triumphal hier stehen kann (Abg. Petzner: Ich werde noch viel mehr triumphieren!) und, ich sage ausdrücklich, auch zu Recht von einem Skandal spricht. Es ist ein Skandal, was in der Volksbanken AG passiert ist. Ich sage es deutlich, meine Damen und Herren! Ich sage es deutlich! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe ja Verständnis, wenn der Kollege Petzner nach Jahren des Leidens heute doch ein bisschen triumphal hier stehen kann (Abg. Petzner: Ich werde noch viel mehr triumphieren!) und, ich sage ausdrücklich, auch zu Recht von einem Skandal spricht. Es ist ein Skandal, was in der Volksbanken AG passiert ist. Ich sage es deutlich, meine Damen und Herren! Ich sage es deutlich! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Abg. Strache: Ja, richtig! Die Frau Schmied!
Was mich besonders ärgert: dass man dann mit einer Erhöhung der Bankenabgabe noch einen Konkurrenten mitzufinanzieren hat, der uns jetzt jahrelang unterboten hat. Aber derartige Beispiele gibt es auch andere. Die Kommunalkredit zum Beispiel. (Abg. Strache: Ja, richtig! Die Frau Schmied!) Die Kommunalkredit hat jahrelang bei den Gemeindedarlehen die Sparkassen und die Raiffeisenkassen mit nicht marktkonformen Zinssätzen unterboten und unterlaufen. Und heute haben wir dasselbe Problem. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP, FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP, FPÖ und BZÖ.
Was mich besonders ärgert: dass man dann mit einer Erhöhung der Bankenabgabe noch einen Konkurrenten mitzufinanzieren hat, der uns jetzt jahrelang unterboten hat. Aber derartige Beispiele gibt es auch andere. Die Kommunalkredit zum Beispiel. (Abg. Strache: Ja, richtig! Die Frau Schmied!) Die Kommunalkredit hat jahrelang bei den Gemeindedarlehen die Sparkassen und die Raiffeisenkassen mit nicht marktkonformen Zinssätzen unterboten und unterlaufen. Und heute haben wir dasselbe Problem. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP, FPÖ und BZÖ.)
Abg. Grosz: Bei Raiffeisen, oder was?
Meine Damen und Herren! Ich bringe Ihnen ein kleines Beispiel. Als ich mir vor sechs Jahren für meinen Enkel, für meinen ersten Enkel, ein Sparbuch im Sinne eines Vorsorgeproduktes auf der Bank ausstellen ließ, um monatlich einen bestimmten Betrag einzuzahlen, war es notwendig, zwei Seiten an Bedingungen zu lesen. Als ich im letzten Jahr dem zweiten Enkel dasselbe Produkt zugestehen wollte, waren es 16 Seiten an bürokratischen Unterlagen, die kein Kunde mehr liest. (Abg. Grosz: Bei Raiffeisen, oder was?) Das ist völlig wurscht, bei welcher Bank, das sind die Vorgaben der übergeordneten Dienststellen. (Abg. Grosz: Das kann nur Raiffeisen gewesen sein!)
Abg. Grosz: Das kann nur Raiffeisen gewesen sein!
Meine Damen und Herren! Ich bringe Ihnen ein kleines Beispiel. Als ich mir vor sechs Jahren für meinen Enkel, für meinen ersten Enkel, ein Sparbuch im Sinne eines Vorsorgeproduktes auf der Bank ausstellen ließ, um monatlich einen bestimmten Betrag einzuzahlen, war es notwendig, zwei Seiten an Bedingungen zu lesen. Als ich im letzten Jahr dem zweiten Enkel dasselbe Produkt zugestehen wollte, waren es 16 Seiten an bürokratischen Unterlagen, die kein Kunde mehr liest. (Abg. Grosz: Bei Raiffeisen, oder was?) Das ist völlig wurscht, bei welcher Bank, das sind die Vorgaben der übergeordneten Dienststellen. (Abg. Grosz: Das kann nur Raiffeisen gewesen sein!)
Abg. Grosz: Das ist eigentlich eine direkte Kritik an der Finanzministerin!
Ich frage mich schön langsam, wofür manche Aufsichtsbehörden hier zuständig sind. Wenn man in Linz in der RLB zu Mittag eine Bewilligungssitzung hat, kommt der Staatskommissär, den ich sehr schätze; ich sage den Namen nicht, aber ein exzellenter Mann, ein erfahrener, langjähriger Experte. Wenn um drei Uhr Nachmittag in derselben Bank von einer Tochterbank, der Privatbank AG, eine derartige Sitzung stattfindet, kommt der nächste Staatskommissär. Somit sind zwei Dienstreisen möglich, ist ja angenehm – als ob das nicht in einem erledigbar wäre! (Abg. Grosz: Das ist eigentlich eine direkte Kritik an der Finanzministerin!)
Abg. Grosz: Ihr seid aber schon in einer Partei, oder?
Da gäbe es also ungeheuer viele Dinge zu verbessern. Ich weiß, wie vor Jahren gekämpft wurde, das System der Staatskommissäre ein wenig zu ändern, diese Probleme zu lösen. Ein damaliger Finanzminister hat offen zugegeben, er braucht das sozusagen zur Aufbesserung des Beamtensoldes. Das kann aber nicht der Sinn der Sache sein. (Abg. Grosz: Ihr seid aber schon in einer Partei, oder?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und BZÖ.
Aber eine Frage sollten wir uns schon auch stellen: die Frage nach der Gier allgemein, nach mehr Wachstum und damit nach der Gier verschiedenster Bankmanager nach mehr Boni, und so weiter und so fort. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und BZÖ.) Und da wäre vielleicht auch einmal die Frage nach der sogenannten internen Kontrolle zu stellen.
Abg. Mag. Gaßner: Lauter Pülcher!
Aber tun wir nicht so, als ob das Bankenrettungsproblem ein österreichisches Problem wäre. Deutsche Landesbanken, die von professionellen Aufsichtsräten überwacht wurden, hatten riesige Probleme. Eine Schweizer Großbank, sie wurde heute schon zitiert, UBS, die jetzt durchaus positiv dasteht, hat eine Unterstützung des Schweizer Staates von 60 Milliarden benötigt! Und, und, und. In Amerika sind rund 400 Banken in den Konkurs marschiert. Und, und, und. (Abg. Mag. Gaßner: Lauter Pülcher!)
Abg. Strache: Weil es die Europäer getroffen hat!
Da könnte man einmal ein bisschen nachdenken, warum ein derartiger Auslöser wie der Konkurs von Lehman Brothers damals eine derartige Erdbebenwelle finanzieller Natur nach sich gezogen hat. Diese Frage wäre zu stellen. – Weil der amerikanische Staat damals nicht bereit war, diese, eine der größten Investmentbanken, zu unterstützen oder zu retten. (Abg. Strache: Weil es die Europäer getroffen hat!) Völlig richtig! Weil die relativ schlauen Amerikaner meinten, die meisten Papiere wurden ja bereits über den Atlantik geschoben und die Europäer sollen es zahlen. Und da wird man sich in Zukunft wirklich Gedanken zu machen haben. (Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Grosz: Superrede! Hervorragende Rede! – Abg. Strache: Respekt!)
Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Grosz: Superrede! Hervorragende Rede! – Abg. Strache: Respekt!
Da könnte man einmal ein bisschen nachdenken, warum ein derartiger Auslöser wie der Konkurs von Lehman Brothers damals eine derartige Erdbebenwelle finanzieller Natur nach sich gezogen hat. Diese Frage wäre zu stellen. – Weil der amerikanische Staat damals nicht bereit war, diese, eine der größten Investmentbanken, zu unterstützen oder zu retten. (Abg. Strache: Weil es die Europäer getroffen hat!) Völlig richtig! Weil die relativ schlauen Amerikaner meinten, die meisten Papiere wurden ja bereits über den Atlantik geschoben und die Europäer sollen es zahlen. Und da wird man sich in Zukunft wirklich Gedanken zu machen haben. (Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Grosz: Superrede! Hervorragende Rede! – Abg. Strache: Respekt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Da hätte er dort bleiben sollen und nicht Bauernbundpräsident werden sollen!
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ja, der langjährige Obmann der Raiffeisen Oberösterreich weiß, wovon er spricht. Es war eine hervorragende Rede, und ich kann ihm nur beipflichten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Da hätte er dort bleiben sollen und nicht Bauernbundpräsident werden sollen!)
Abg. Petzner: Wann kommt denn die CSI-Volksbanken?
Es ist nämlich die Rettung der ÖVAG und damit die Rettung des gesamten Volksbankensektors am letzten Wochenende, um diesen Sektor zu stabilisieren und größeren Schaden von der Republik abzuwehren, eine schmerzhafte Angelegenheit, speziell in Zeiten, in denen wir gerade ein Sparpaket schnüren, Konsolidierungsmaßnahmen setzen und Reformen machen. (Abg. Petzner: Wann kommt denn die CSI-Volksbanken?)
Abg. Petzner: Die Finanzmarktaufsicht sagt etwas anderes! Die FMA hat etwas anderes gesagt! Das ist falsch, was Sie sagen!
(Abg. Petzner: Die Finanzmarktaufsicht sagt etwas anderes! Die FMA hat etwas anderes gesagt! Das ist falsch, was Sie sagen!)
Abg. Petzner: Da ist es jetzt bedauerlich, aber bei der Hypo habt ihr ein Riesentheater gemacht!
Dieses Schreckensszenario konnten wir Gott sei Dank verhindern. Natürlich mit einem sehr schmerzhaften Einsatz. Es ist bedauerlich, dass das Partizipationskapital, das wir in der Volksbank haben, einem Kapitalschnitt von 70 Prozent unterliegt und wir dieses Geld verlieren. (Abg. Petzner: Da ist es jetzt bedauerlich, aber bei der Hypo habt ihr ein Riesentheater gemacht!)
Abg. Petzner: Wer zahlt das? Wer zahlt das?
Ich habe daher eine neue Idee eingebracht, nämlich dass wir auf die Bankenabgabe einen 25-prozentigen Zuschlag einheben, dieses Geld aber nicht in das allgemeine Budget fließen lassen, sondern einen Fonds bilden, der auch in Zukunft für Stabilisierungs- und Rettungsmaßnahmen im Finanzsektor zur Verfügung steht. (Abg. Petzner: Wer zahlt das? Wer zahlt das?) Das heißt, der Sektor selbst trägt dazu bei, dass da Stabilität auch in Zukunft gewährleistet ist.
Abg. Petzner: Das ist so ein Blödsinn, was Sie da sagen, das ist ja unglaublich!
Gleichzeitig kann ich mir vorstellen, dass jene Gewinne, die die Europäische Zentralbank aufgrund der Griechenland-Umstrukturierung an die Nationalbanken ausschüttet, auch nicht in das allgemeine Budget fließen, sondern diesem Stabilisierungsfonds zur Verfügung gestellt werden. Ich bin mit Gouverneur Nowotny diesbezüglich in Kontakt. (Abg. Petzner: Das ist so ein Blödsinn, was Sie da sagen, das ist ja unglaublich!)
Abg. Mag. Kogler: Das haben wir euch im Banken-Untersuchungsausschuss schon gesagt! Jetzt wird es wirklich unwitzig!
Es ist mir daher ein besonderes Anliegen, dass wir – wie es auch der Abgeordnete Auer angesprochen hat – die Arbeit der Staatskommissäre genau unter die Lupe nehmen. (Abg. Mag. Kogler: Das haben wir euch im Banken-Untersuchungsausschuss schon gesagt! Jetzt wird es wirklich unwitzig!)
Abg. Strache: Alle Manager bleiben im Amt, keiner wird gekündigt!
Das heißt, ein Weitertun wie bisher wird nach diesem so einschneidenden Schritt nicht möglich sein, auch nicht für die Volksbanken. Das heutige Gesetz, das hier jetzt verabschiedet werden wird, wird dazu beitragen, dass die Volksbanken sich zur Gänze umstrukturieren müssen. Die Primärbanken verlieren ihre Freiheit, ihre Autonomie, ihre alleinige Entscheidungsfähigkeit. (Abg. Strache: Alle Manager bleiben im Amt, keiner wird gekündigt!) Sie müssen sich zu einem Kreditverbund, zu einem Haftungsverbund zusammenschließen. Sie sind in Zukunft verpflichtet, das Spitzeninstitut zu stützen und zu tragen und dafür auch das Gesamtkapital als Haftungsverbund zur Verfügung zu stellen, ebenso auch die Liquidität. (Abg. Petzner: Das wird sich nicht ausgehen!)
Abg. Petzner: Das wird sich nicht ausgehen!
Das heißt, ein Weitertun wie bisher wird nach diesem so einschneidenden Schritt nicht möglich sein, auch nicht für die Volksbanken. Das heutige Gesetz, das hier jetzt verabschiedet werden wird, wird dazu beitragen, dass die Volksbanken sich zur Gänze umstrukturieren müssen. Die Primärbanken verlieren ihre Freiheit, ihre Autonomie, ihre alleinige Entscheidungsfähigkeit. (Abg. Strache: Alle Manager bleiben im Amt, keiner wird gekündigt!) Sie müssen sich zu einem Kreditverbund, zu einem Haftungsverbund zusammenschließen. Sie sind in Zukunft verpflichtet, das Spitzeninstitut zu stützen und zu tragen und dafür auch das Gesamtkapital als Haftungsverbund zur Verfügung zu stellen, ebenso auch die Liquidität. (Abg. Petzner: Das wird sich nicht ausgehen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir haben das lange vorberaten und dieses Gesetz hier im Parlament eingebracht. Ich bedanke mich, dass es so rasch umgesetzt wurde, damit im Volksbankensektor diese Umstrukturierungsmaßnahmen auch zügig umgesetzt werden können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Gerade das derzeitige System der Banken zeigt uns, dass Privat auch nicht immer das Gelbe vom Ei ist, sondern dass diese häufig dann auf den Staat zurückgreifen. Und ich denke mir, man muss schauen, was das Beste für den Menschen und das Beste wirtschaftlich ist, unabhängig davon, in welchem System es geführt wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Und das Gesetz schon gar nicht!
Aber, Frau Bundesministerin, so eine Art Kommunikations-GAU war das schon seit Sonntag: Sie haben heute hier, jetzt, vor fünf Minuten, ein bisschen erklärt, worum es bei dieser Rettungsaktion ging. Aber ich muss schon sagen: Herr Kollege Auer, Sie genießen sonst meine volle Wertschätzung, aber Sie haben hier als Raiffeisen-Vertreter gesprochen, Sie haben in keiner Weise die Rettungsaktion argumentiert. (Abg. Mag. Kogler: Und das Gesetz schon gar nicht!) Das Gleiche gilt auch für Herrn Stummvoll und sogar für Herrn Matznetter. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Aber, Frau Bundesministerin, so eine Art Kommunikations-GAU war das schon seit Sonntag: Sie haben heute hier, jetzt, vor fünf Minuten, ein bisschen erklärt, worum es bei dieser Rettungsaktion ging. Aber ich muss schon sagen: Herr Kollege Auer, Sie genießen sonst meine volle Wertschätzung, aber Sie haben hier als Raiffeisen-Vertreter gesprochen, Sie haben in keiner Weise die Rettungsaktion argumentiert. (Abg. Mag. Kogler: Und das Gesetz schon gar nicht!) Das Gleiche gilt auch für Herrn Stummvoll und sogar für Herrn Matznetter. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Ich erzähle Ihnen das, weil ich meine: Wenn es mir so geht, dass ich meine Meinung tagtäglich aufgrund unterschiedlicher Informationen in so einem Fall ändere, wie muss es dann erst den Bürgerinnen und Bürgern, wie man so schön sagt, draußen gehen, die noch weniger verstehen, ob man das jetzt retten musste mit einer Milliarde Euro oder nicht? Das müssen Sie doch zu erklären versuchen, meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen! (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit
Aber das müssen Sie erklären! Wenn ich nicht den Herrn Ikrath hätte, dann wüsste ich nicht Bescheid. Und das ist ja eine privilegierte Position. Wer von den acht Millionen Österreichern kennt – Entschuldigung, Herr Ikrath! – Sie (Heiterkeit) und kann Sie fragen? Das ist der Punkt.
Bundesministerin Dr. Fekter: Weil das !
Der nächste Punkt (Bundesministerin Dr. Fekter: Weil das !) Moment, jetzt bin ich einmal dran!
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.
Das ist ein Kommunikations-GAU, Frau Bundesministerin. Vielleicht kein Super-GAU, denn wir schon viel erlebt haben in dieser Beziehung, aber ein GAU ist es schon. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Riepl: Da müsste er ja vier bekommen!
Ich wurde ersucht, mir das Stenographische Protokoll der Rede während meines letzten Vorsitzes kommen zu lassen. Herr Abgeordneter Bucher hat insgesamt vier Mal von der „Verbrecherpartei SPÖ“ gesprochen, und dafür erteile ich ihm einen Ordnungsruf. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Riepl: Da müsste er ja vier bekommen!)
Beifall bei der ÖVP.
Für die Zukunft allerdings müssen wir daraus sehr, sehr viele Lehren ziehen, denn was dort passiert ist, war ein Skandal, und solche Skandale dürfen sich nicht mehr wiederholen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend möchte ich nicht verhehlen, dass die Finanzmarktaufsicht auch diese Risken erkennen und auch danach entsprechend handeln sollte. – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Bundesministerin, das wäre doch ganz einfach, denn die Schweiz hat ja so wie Österreich ein Interesse daran, nicht auf die „graue Liste“ zu kommen. Mit der Schweiz geht das aber nicht, und mit Liechtenstein geht das auch nicht, die schützen nämlich ihr Bankgeheimnis, die übernehmen nicht den Artikel 26. Wenn man von denen etwas will, dann muss man mit denen separate Verträge abschließen. Und die Verhandlungen, die Sie für April angekündigt haben, sind ein eigenes Thema. Das werden wir uns dann im April anschauen, was Sie da rausgeholt haben. Aber damit ist auch der Beweis erbracht, dass es gar nicht notwendig ist, diese Doppelbesteuerungsabkommen abzuändern. Daher werden wir auch diesem Abkommen keinesfalls zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Herr Tschütscher ist der Regierungschef von Liechtenstein, und der war vor zwei Wochen in Wien, am Donnerstag vor zwei Wochen. Das war der Faschingsdonnerstag, der Opernball-Donnerstag. Und an diesem Opernball-Donnerstag hat er sich nachmittags mit der Regierungsspitze getroffen und hat das „Große Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich am Bande für Verdienste um die Republik Österreich“ bekommen. (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Nichts hinzuzufügen!
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Haider, ich habe Ihren Ausführungen (Abg. Neubauer: Nichts hinzuzufügen!) aufmerksam zugehört. Sie wissen genau, wie das mit diesem Amtsgeheimnis ist. Sie wissen genau, dass Strafsachen vorliegen müssen et cetera. Ich glaube, ich brauche Sie nicht aufzuklären, Sie kennen den Inhalt. Und wir wissen, dass ihr ja bei jedem Doppelbesteuerungsabkommen dagegen seid.
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb, glaube ich, ist es auch notwendig, richtig und wichtig, dieses Protokoll zur Änderung des Doppelbesteuerungsabkommens abzuschließen und heute hier auch zu beschließen. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher würde ich all jene, die noch beabsichtigen, dem Abkommen nicht zuzustimmen, ersuchen, sich dieses Verhalten noch zu überlegen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Ing. Gartlehner –: Hat die Telekom in Slowenien auch was?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Ing. Gartlehner ist der Nächste, der zu Wort kommt. – Bitte. (Abg. Grosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Ing. Gartlehner –: Hat die Telekom in Slowenien auch was?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Ein Hoch auf die steirischen Weinbauern!
Wir haben sehr viele österreichische Unternehmungen, insbesondere aus Kärnten, in Slowenien, aus der Steiermark gute Weinbauern, die in Slowenien wunderbare Weine anbauen. Daher ist es durchaus sinnvoll und nützlich, wenn wir heute diesen Beschluss fassen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Ein Hoch auf die steirischen Weinbauern!)
Abg. Dr. Bartenstein steht bei der Regierungsbank und spricht mit Bundesministerin Dr. Fekter und Bundesminister Hundstorfer.
(Abg. Dr. Bartenstein steht bei der Regierungsbank und spricht mit Bundesministerin Dr. Fekter und Bundesminister Hundstorfer.) – Kollege Bartenstein!
Die Abgeordneten Dr. Bartenstein und Dr. Matznetter stehen bei der Regierungsbank und sprechen mit Bundesministerin Dr. Fekter und Bundesminister Hundstorfer. – Abg. Grosz: Kannst du vielleicht die Abgeordneten von der Regierungsbank wegscheuchen?
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! (Die Abgeordneten Dr. Bartenstein und Dr. Matznetter stehen bei der Regierungsbank und sprechen mit Bundesministerin Dr. Fekter und Bundesminister Hundstorfer. – Abg. Grosz: Kannst du vielleicht die Abgeordneten von der Regierungsbank wegscheuchen?) Ich will Sie nicht stören bei Ihrer Diskussion mit den ehemaligen Ministerkollegen. (Abg. Mag. Kogler – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter, Bundesminister Hundstorfer sowie der Abgeordneten Dr. Bartenstein und Dr. Matznetter –: Habt ihr die Quartett-Karten auch schon ausgepackt? – Heiterkeit. – Abg. Grosz: Unbestätigten Gerüchten zufolge sind es Schnapskarten! – Die Abgeordneten Dr. Bartenstein und Dr. Matznetter entfernen sich von der Regierungsbank.) – Vielen Dank.
Abg. Mag. Kogler – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter, Bundesminister Hundstorfer sowie der Abgeordneten Dr. Bartenstein und Dr. Matznetter –: Habt ihr die Quartett-Karten auch schon ausgepackt? – Heiterkeit. – Abg. Grosz: Unbestätigten Gerüchten zufolge sind es Schnapskarten! – Die Abgeordneten Dr. Bartenstein und Dr. Matznetter entfernen sich von der Regierungsbank.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! (Die Abgeordneten Dr. Bartenstein und Dr. Matznetter stehen bei der Regierungsbank und sprechen mit Bundesministerin Dr. Fekter und Bundesminister Hundstorfer. – Abg. Grosz: Kannst du vielleicht die Abgeordneten von der Regierungsbank wegscheuchen?) Ich will Sie nicht stören bei Ihrer Diskussion mit den ehemaligen Ministerkollegen. (Abg. Mag. Kogler – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter, Bundesminister Hundstorfer sowie der Abgeordneten Dr. Bartenstein und Dr. Matznetter –: Habt ihr die Quartett-Karten auch schon ausgepackt? – Heiterkeit. – Abg. Grosz: Unbestätigten Gerüchten zufolge sind es Schnapskarten! – Die Abgeordneten Dr. Bartenstein und Dr. Matznetter entfernen sich von der Regierungsbank.) – Vielen Dank.
Beifall bei der FPÖ.
Bei den Zahlen, die wir im Moment haben, sehen wir, dass bei den Zuwanderern dieses Freiwilligenengagement sehr stark vor allem im kulturellen Bereich, auch sehr stark im religiösen Bereich, aber weniger bei den klassischen Hilfsorganisationen erfolgt. Ich glaube aber, dass genau dort – Rotes Kreuz, Feuerwehr und so weiter – die Möglichkeit am ehesten gegeben ist, sich in seiner neuen Gemeinde auch wirklich einzuleben, zu integrieren und zu erleben, was Gemeinschaft in dieser Gemeinde bedeutet. Daher sind wir sehr dafür, hier alle Maßnahmen zu setzen, damit jene, die Österreich schätzen und lieben und hier eine neue Heimat gefunden haben, auch genau in diesen Hilfsorganisationen viel mehr als bisher aktiv werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Steibl: Das ist aber ein großer Fehler!
Das waren die drei Dinge, die wir vorgeschlagen haben, und wir werden dem Entwurf heute nur deswegen nicht zustimmen, weil uns eben diese konkreten Umsetzungsmaßnahmen noch fehlen. (Abg. Steibl: Das ist aber ein großer Fehler!) Aber ich sage: Es ist ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung, dass endlich definiert ist, was Freiwilligenarbeit ist, und wir freuen uns, dann in weiterer Zukunft mit Ihnen an diesem Gesetz weiterzuarbeiten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das waren die drei Dinge, die wir vorgeschlagen haben, und wir werden dem Entwurf heute nur deswegen nicht zustimmen, weil uns eben diese konkreten Umsetzungsmaßnahmen noch fehlen. (Abg. Steibl: Das ist aber ein großer Fehler!) Aber ich sage: Es ist ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung, dass endlich definiert ist, was Freiwilligenarbeit ist, und wir freuen uns, dann in weiterer Zukunft mit Ihnen an diesem Gesetz weiterzuarbeiten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bevor ich auf die für mich wichtigen Punkte eingehe, möchte ich mich zu Beginn ganz herzlich bei all jenen Menschen bedanken, die in diesem Land freiwillig arbeiten, freiwillig tätig sind, egal, ob es karitative, soziale Dienste, Kirchen oder politische Parteien sind. Diese Tätigkeiten sind ein wichtiger Bestandteil unseres gemeinsamen Zusammenwirkens und ein ganz, ganz wichtiger Beitrag für unser Zusammenleben, und ich möchte mich bei all jenen Damen und Herren, bei jenen Menschen, die ihre Freizeit in diesen Vereinen verbringen, ganz, ganz herzlich bedanken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bedanke mich sehr, sehr herzlich bei allen Kolleginnen und Kollegen und deren Ministerien, die dafür zuständig waren, diese Regierungsvorlage vorzubereiten und in einen entsprechenden Rahmen zu gießen. Herzlichen Dank, es ist ein guter Schritt in die richtige Richtung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn jemand bereits 40 Stunden im Betrieb gearbeitet hat und acht Stunden im Einsatz ist, dann müsste er sozusagen aufhören – und das Haus soll weiter brennen oder wie? Das ist eine völlig sinnlose Verordnung aus der EU, wie schon mehrere andere, wie die Gurkenkrümmung, die Bananenkrümmung und so weiter, und so fort. Darauf können wir verzichten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, was freiwillige Helferinnen und Helfer tagtäglich bei der Feuerwehr, beim Roten Kreuz, bei der Bergrettung im Interesse der Bevölkerung leisten, ist ganz einfach beeindruckend. Für sie ist Solidarität keine leeres Wort, und Eigennutz und Egoismus werden hintangestellt. Das sollte sozusagen von uns, von der Politik, über verbesserte Rahmenbedingungen auch honoriert werden. (Beifall beim BZÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordnete Ridi Maria Steibl (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich möchte eingangs Judith Marte auf der Galerie herzlichst begrüßen. Sie ist die Obfrau des Vereines „Freiwilliges Soziales Jahr“ und ist mit 20 Jugendlichen da, die gerade dieses Freiwillige Soziale Jahr absolvieren. Das sind 20 von zirka 400 im Jahr. – Danke, unsere Hochachtung haben Sie! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zusammengefasst: Ich denke, das ist wirklich ein positiver Tagungsordnungspunkt. Ich hätte mir nur gewünscht, dass auch hier so viele Kolleginnen und Kollegen anwesend sind, wie es bei den vorhergehenden Diskussionen der Fall war, wo es um Bankengeschäfte gegangen ist. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
(Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dolinschek: bei der Feuerwehr!
Dazu, dass es ein paar Medien gibt, die meinen, jetzt können sie halt wieder ein bisschen etwas EU-Kritisches tun, kann ich nur sagen: Das ist doch lächerlich! (Abg. Dolinschek: bei der Feuerwehr!) Das ist lächerlich, denn es ist ganz klar definiert,
Abg. Dolinschek: Nicht mich aufklären – die Freiwillige Feuerwehr aufklären!
In vielen Teilen Österreichs gibt es zwischenzeitlich dort einen, dort zwei und so weiter. Das nur zur Aufklärung. Es ist nicht die Praxis für einen Bürokraten ... (Abg. Dolinschek: Nicht mich aufklären – die Freiwillige Feuerwehr aufklären!) – Ja, das habe ich ja bereits getan. Ich habe das heute am Vormittag in Graz mit dem steirischen Landesfeuerwehrkommandanten sehr ausführlich getan.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Daher kann ich Sie nur einladen: Gehen Sie diesen ersten Schritt mit! Damit brächten wir in Österreich einen einstimmigen Beschluss zu diesem ersten Freiwilligengesetz zustande. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich denke, die Freiwilligen-Tätigkeit ist ein – ich möchte es so nennen – kleiner Edelstein einer sozialen und solidarischen Gesellschaft und wertvoll für ein gutes Zusammenleben in unserem Land. Und daher auch vonseiten der Sozialdemokratie in diesem Haus herzlichen Dank an Sie auf der Galerie, die Sie heute hier zuhören und die Gesetzeswerdung sozusagen ein bisschen miterleben dürfen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich denke, diese Tätigkeit ist aber auch eine Chance für einen späteren Einstieg in einen Sozialberuf. Das sollte man in diesem Zusammenhang nicht vergessen. Wer als Jugendlicher gesellschaftliche Verantwortung in Form einer Freiwilligen-Tätigkeit übernimmt, der wird sie vielleicht auch als Erwachsener – mit hoher Wahrscheinlichkeit, glaube ich sogar – fortsetzen und vielleicht später auch seine Kinder für eine soziale und gerechte Gesellschaft begeistern können. Und wenn es halbwegs in diese Richtung geht, dann beschließen wir heute etwas, was sehr wertvoll für unsere Gesellschaft ist. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Sie werden von dem neuen Gesetz nicht mehr profitieren, aber sie haben den Weg bereitet für andere Jugendliche, die ehrenamtlich tätig sein werden. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte zum Schluss den Jugendlichen für ihr Engagement danken und ihnen sagen: Nur weiter so, Ehrenamt zahlt sich aus! – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Minister, Gratulation Ihrem Haus und Ihnen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sagen grundsätzlich Ja zur Freiwilligenarbeit, aber man sollte Freiwilligenarbeit generell fördern und nicht nur einzelne Zielgruppen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall auf der Galerie.
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung geben, um ein Zeichen. – Das ist wiederum die Mehrheit. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Beifall auf der Galerie.) – Heute sehe ich über etwas hinweg, was hier nicht geschehen darf.
Beifall bei der SPÖ.
So konnten auch diese Bedenken der Opferverbände ausgeräumt werden, und ich bin wirklich überzeugt davon, dass wir heute ein sehr gutes Gesetz beschließen, vor allem im Sinne der betroffenen Menschen, die dadurch wieder eine Reihe von Verbesserungen in Anspruch nehmen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne hoffe ich, dass dieses Gesetz auch einstimmig beschlossen wird. Es wird ja auch noch einen Abänderungsantrag geben, der noch eine zusätzliche organisatorische Verbesserung bringen wird. Das ist gut so, dem werden wir zustimmen. Wir werden das aus vollster Überzeugung für unsere Verantwortung diesen Opfern gegenüber tun, wir werden aus vollster Überzeugung diesem Gesetz unsere Zustimmung erteilen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Weniger gut, Herr Bundesminister, finden wir, dass, obwohl die Leistungen nach dem Opferfürsorgegesetz 1964 zum letzten Mal angehoben worden sind, diese nicht, wie von uns vorgeschlagen, einmalig valorisiert werden. Das ist schade, aber im Prinzip, was den Kern des Opferfürsorgegesetzes betrifft, sind wir einverstanden, ebenso mit der vorgeschlagenen Abänderung. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Was die Valorisierung der Familien- und Sozialleistungen betrifft, die Kollege Öllinger erwähnt hat, bin ich auf seiner Seite, dass dort auch einmal etwas getan werden sollte. Aber dieser Gesetzesnovelle zum Opferfürsorgegesetz werden wir unsere Zustimmung geben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Unterm Strich, meine Damen und Herren, bedeutet das mehr Transparenz, gleiches Recht für alle und eine hoffentlich sehr deutliche Verfahrensbeschleunigung. Genau das ist unsere Pflicht den Opfern gegenüber, und ich bitte um Ihre Zustimmung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
sie 1938 bereits seit mindestens zehn Jahre einen Wohnsitz in Österreich hatten. Und das sind, wie Kollege Keck es eben ausgeführt hat, Menschen, die heute älter als 80 Jahre sind und Opfer des Krieges oder Opfer von politischer Verfolgung gewesen sind und darüber hinaus auch noch schwere bleibende gesundheitliche Schäden erlitten haben. Und wenn man weiß, dass die Verfahrensdauer solcher Anträge oft viele Monate betragen hat – in Kärnten zum Beispiel 20 Monate –, dann liegt diese Verfahrensdauer bei den Angelegenheiten, die beim Bundessozialamt angesiedelt sind, weit unter sechs Monaten. Ich bin mir daher sicher, dass durch diese neuen Strukturen und durch die Nutzung der Synergien künftig auch in diesem Bereich ein rascherer Verfahrensabschluss erreichbar und auch eine bessere Betreuung der Betroffenen vor Ort gewährleistet wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Gleichstellung, Gleichbehandlung von Frauen – etwas, wo wir alle, wie ich glaube, der Meinung sind, dass es vorangetrieben gehört –, und das geht mit diesem Gesetz einen großen Schritt weiter. Ich garantiere, dass auch in den Kollektivvertragsverhandlungen, die von den Gewerkschaften geführt werden, da noch weitere Schritte gesetzt werden, sodass Frauen im Berufsleben eine bessere Position haben, als das derzeit der Fall ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
zu erfahren, und daher werden wir von der ÖVP dieser Vorlage zustimmen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Diese Veränderung, die jetzt vorgenommen wird, ist zu begrüßen – und deshalb stimmen wir Grünen gerne zu. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Csörgits.
Deshalb werden wir vom BZÖ dem zustimmen, so wie alle anderen Fraktionen dieses Hauses auch. (Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Csörgits.)
Beifall bei der SPÖ.
Kurzum: Für DienstnehmerInnen wird das wesentliche Vorteile mit sich bringen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Daher würde ich meinen, dass wir hier sehr vorsichtig sein müssen, und dass letztendlich, wenn es darum geht, diese Vorkommen in irgendeiner Weise zu nutzen, vor allem die Bevölkerung in der Region gefragt werden muss, ob sie das denn überhaupt will. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, abschließend ersuche ich Sie, in Ihre Überlegungen miteinzubeziehen, ob wir diesen Förderzins erhöhen. Ich glaube, es wäre angebracht. Bedenken Sie – ich sage es noch einmal –, der Produktionswert ist von 600 Millionen € auf 1 Milliarde € gestiegen, das heißt 400 Millionen € mehr Gewinn für die Firmen, die fördern. Aber die Einnahmen aus dem Förderzins sind nur um 85 Millionen € gestiegen. Wenn Sie sich die Entwicklungen im Bereich der Energiepreise ansehen, dann werden Sie sehr rasch feststellen, dass diese Einnahmen aus den Förderungen in Österreich in den nächsten Jahren noch viel viel stärker steigen werden. Wir sind der Meinung, davon soll auch der Staat und davon soll auch der Steuerzahler profitieren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich noch sagen: Wir haben heute Morgen über den Benzinpreis eingehend diskutiert. Ich bin mir nicht sicher, ob die Verteuerung des Abbaus von Erdöl tatsächlich zu einer Preissenkung beim Benzin einen großen Beitrag leisten wird. Ich freue mich schon auf die Diskussion im Wirtschaftsausschuss. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube auch, eine Verteuerung der Förderkonditionen und damit einhergehend eine sinkende heimische Aufbringung würden die Importabhängigkeit noch mehr erhöhen. Es müssen an und für sich Anreize geschaffen werden, welche die Unabhängigkeit von Energieimporten fördern und nicht die eigene Rohstoffgewinnung beeinträchtigen. Das auch im Hinblick auf die heute in der Früh schon geführte Diskussion. Aber es bleibt uns ja dann im Wirtschaftsausschuss noch genügend Zeit, das zu diskutieren. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Grünen und FPÖ.
Zum Antrag selbst kann man nur sagen: Ja, absolut! Es gibt auch Anträge der Freiheitlichen, die absolut Sinn machen. (Beifall bei Grünen und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Also packen Sie Ihre Klimaschutzkonzepte, packen Sie Ihre Konzepte für erneuerbare Energie, packen Sie die Konzepte für öffentlichen Verkehr ein, denn Sie wissen nicht, wie man sie finanzieren kann! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grillitsch: Wie finanzieren wir es?
Das Thema Energie ist ein wichtiges Zukunftsthema. Wir haben das heute in der Aktuellen Stunde diskutiert. Wir haben es diskutiert beim Dringlichen Antrag des BZÖ zum Spritpreis. (Abg. Grillitsch: Wie finanzieren wir es?) – Ich habe es gerade gesagt, Herr Kollege von der ÖVP, wie man es finanziert: nämlich mit den fetten Gewinnen, die die Öl- und Gaskonzerne einfahren! Da schneiden wir ein bisschen mit. Das ist eine ganz einfache Rechnung: Mehrgewinne um 600 Millionen € pro Jahr, und wir nehmen zum Beispiel 200 Millionen € heraus, und das stecken wir in die Förderung erneuerbarer Energien.
Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ist das machbar: ja oder nein? (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es ist unfassbar, es ist undenkbar für die Wirtschaftspartei ÖVP. Ihr habt wirklich nur mehr die Konzerne im Kopf und sonst nichts mehr: nicht mehr den Mittelstand, nicht mehr
Abg. Kopf: Seid ihr Kommunisten oder was?
die Haushalte, nicht mehr die kleinen Leute, die unter den großen Spritpreisen extrem leiden, dafür habt ihr nichts übrig! (Abg. Kopf: Seid ihr Kommunisten oder was?) Das ist echt einzigartig! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
die Haushalte, nicht mehr die kleinen Leute, die unter den großen Spritpreisen extrem leiden, dafür habt ihr nichts übrig! (Abg. Kopf: Seid ihr Kommunisten oder was?) Das ist echt einzigartig! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Ich sage zum Schluss nur noch eines: Wenn die Erde in Österreich schon blutet, weil wir Gas herausholen, weil wir Öl herausholen, dann sollten wir das dadurch gewonnene Geld, wenn schon die Folge dessen eine geschundene Erde ist, wenigstens nachhaltig für erneuerbare Energie und für die Zukunft Österreichs einsetzen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In den Grundzügen sind wir uns ja alle einig. Vielleicht bringen wir es wirklich zustande, und dann haben wir es alle miteinander leichter. Dazu lade ich Sie sehr herzlich ein. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Grosz: Wäre er nicht!
Ich weiß nicht, ob der konkrete Fall ausgeschlossen worden wäre von einem neuen, kommenden Immunitätsgesetz, aber ich glaube es nicht. (Abg. Grosz: Wäre er nicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb ist im Sinne des Immunitätsgesetzes zu entscheiden gewesen, und es war auch einstimmig, dass dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Auslieferung des Kollegen Zinggl zugestimmt werden soll. Das soll heute auch beschlossen werden. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Deswegen werden wir hier auch zustimmen, wenngleich ich auf die Gesamtproblematik verweise und darauf, dass hier wohl ein politischer Zusammenhang gegeben wäre und daher die Entscheidung ein bisschen anders lauten sollte. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Das trauen wir ihm zu!
Dann kam ein Auslieferungsbegehren der Staatsanwaltschaft daher, in dem steht, es bestehe der Verdacht, dass der Abgeordnete – und das muss man sich schon einmal geben – widerrechtlich in die Räumlichkeiten der Kunsthalle eingedrungen wäre, dort also quasi eingebrochen oder sonst irgendwie hineingekommen wäre. Er wäre zu dem Computer hinmarschiert und hätte persönlich den Datenstick hineingesteckt – wir haben schon über die umfassenden Computerkenntnisse des Kollegen Zinggl gescherzt, wie er innerhalb von 5 Minuten das Computersystem abzockt, aber das ist ein anderes Kapitel. Dann wäre er wieder heimgegangen und hätte sich die Daten geholt. (Ruf bei der ÖVP: Das trauen wir ihm zu!) Das ohne jede Vermutung, die selbst in der Sachverhaltsdarstellung geäußert worden ist.
Abg. Scheibner: Ihr lebt doch von solchen Geschichten!
öffentlich gemacht werden, hergeht und sagt: Moment, da gibt es einen Politiker, der deckt Dinge über mich auf. (Abg. Scheibner: Ihr lebt doch von solchen Geschichten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderung macht ihr ja nie! – Abg. Scheibner: Ihr lebt doch von solchen Geschichten bei anderen Parteien!
Es gibt zwei Varianten: entweder ist der bei mir eingedrungen, hat sich bei mir die Daten selbst geholt, hat sich die Informationen gefladert (Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderung macht ihr ja nie! – Abg. Scheibner: Ihr lebt doch von solchen Geschichten bei anderen Parteien!) oder – das ist die zweite Variante, auch die hatten wir schon, ich erinnere an die Frage des Laptop (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.) – Ich weiß nicht, warum Sie so schreien, der Stadler war da anderer Meinung bei der Frage des Laptops von Pilz beispielsweise.
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.
Es gibt zwei Varianten: entweder ist der bei mir eingedrungen, hat sich bei mir die Daten selbst geholt, hat sich die Informationen gefladert (Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderung macht ihr ja nie! – Abg. Scheibner: Ihr lebt doch von solchen Geschichten bei anderen Parteien!) oder – das ist die zweite Variante, auch die hatten wir schon, ich erinnere an die Frage des Laptop (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.) – Ich weiß nicht, warum Sie so schreien, der Stadler war da anderer Meinung bei der Frage des Laptops von Pilz beispielsweise.
Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.
Beim Laptop des Kollegen Pilz mit der Beschlagnahme war es anders, da hat man gesagt: Der Pilz hat die Daten, also hat er vermutlich jemanden angestiftet. (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.) – Das BZÖ schreit wunderbar dazwischen, man soll sich das nur versinnbildlichen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Auch wir werden zustimmen. Wenn der Vorwurf da ist, es sei jemand eingedrungen und das wäre so – wir beurteilen nicht inhaltlich, sondern wir beurteilen den Vorhalt –, dann wird das auch aufgeklärt werden. Nur die Vorgangsweise der Staatsanwaltschaft werden wir sicher auch mit einer parlamentarischen Anfrage an das Justizministerium aufzuklären versuchen. Es hat auch mehrere Medienberichte gegeben, dass dieser Fall über Monate geprüft worden ist. Wie es zustande kommt, dass ohne, dass das in der Sachverhaltsdarstellung drinnen steht, der Vorwurf in das Auslieferungsbegehren kommt, dass ein Abgeordneter dort eingedrungen sei – es steht auch noch drinnen, es gebe keine Videoaufzeichnungen, es gebe keine Zeugenaussagen, aber es wird einfach der Verdacht geäußert –, ist etwas ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ja, das ist jetzt wieder eine „klassische“ Rädler-Aussage, die kennen wir schon lange Zeit.
Beifall bei den Grünen.
Das, was die Staatsanwaltschaft da macht und was vom Justizministerium gedeckt wird, ist aus meiner Sicht und im Sinne der Aufklärung durch das Parlament absolut zu hinterfragen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Für politische Insider: Wenn ein Abgeordneter der letzten Bank der Freiheitlichen oder des BZÖ ausgeliefert wird, dann wird das den ganzen Tag mit einer Teletext-Seite begleitet – das kann nur das Delikt der üblen Nachrede betreffen –, es gibt Zeitungsberichterstattung und mindestens drei APA-Meldungen. Aber heute erleben wir etwas anderes – Herr Abgeordneter Zinggl –: keine APA-Meldung, keine ORF ON-Seite. Es wird kaum über eine Auslieferung gesprochen, wird alles niedergebügelt, aber wir haben einen sehr wehleidigen Redebeitrag der Grünen. Wissen Sie, Kollege Brosz, die Immunität schützt nicht vor allem und der Zweck heiligt nicht die Mittel. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
kollegen außer Dienst Faul nicht niederfahren, weil das ein Straftatbestand wäre. Auch wenn vielleicht der politische Zusammenhang erklärbar wäre, sehr geehrte Damen und Herren, dürfte ich es nicht! Ich dürfte es nicht! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Mag. Kogler: So ein Blödsinn!
Da haben wir den gleichen Fall: Wir haben einen politischen Zusammenhang – ein Abgeordneter wird verdächtigt, dass er unter Umgehung sämtlicher Gesetze und Begehung schwerer Delikte in den Computer eines anderen eingebrochen ist und sich illegal Unterlagen beziehungsweise Computerdaten beschafft hat. Da stehen dann die Grünen und sagen: Ja, das ist ja der ureigene Auftrag eines grünen Abgeordneten, die Umgehung der Bürgerrechte. (Abg. Mag. Kogler: So ein Blödsinn!)
Abg. Mag. Kogler: Pass auf, was du sagst! Du hast es wieder genau nicht verstanden! – Ruf bei der ÖVP: Seid nicht so empfindlich, das macht ihr jeden Tag!
Da wird heute über ACTA, über die Bürgerrechte, über den Datenschutz diskutiert. Also wenn sich ein grüner Abgeordneter der Daten Dritter unter Umgehung des Datenschutzes und der Bürgerrechte bemächtigt, dann ist das alles die politische Immunität. Dann darf das nicht sein. (Abg. Mag. Kogler: Pass auf, was du sagst! Du hast es wieder genau nicht verstanden! – Ruf bei der ÖVP: Seid nicht so empfindlich, das macht ihr jeden Tag!)
Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP.
Sehr geehrte Grüninnen und Grüne! (Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP.) Seid nicht so empfindlich! Da ist offenbar etwas passiert, das nicht in Ordnung ist, und es ist die Aufgabe der Staatsanwaltschaft, das aufzuklären. Es kann und darf nicht sein, dass Abgeordnete in ihrer Abgeordnetentätigkeit zu illegalen Methoden greifen, um zu möglichen Informationen zu kommen. Das funktioniert nicht! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Grüninnen und Grüne! (Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP.) Seid nicht so empfindlich! Da ist offenbar etwas passiert, das nicht in Ordnung ist, und es ist die Aufgabe der Staatsanwaltschaft, das aufzuklären. Es kann und darf nicht sein, dass Abgeordnete in ihrer Abgeordnetentätigkeit zu illegalen Methoden greifen, um zu möglichen Informationen zu kommen. Das funktioniert nicht! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Die ganze Diskussion, ob da ein politischer Zusammenhang oder kein politischer Zusammenhang ist, wäre ein für alle Mal gelöst, wenn man der BZÖ-Forderung endlich Folge leistete, die Immunität gänzlich abzuschaffen. Erheben wir uns doch nicht über die Bevölkerung! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Was tun wir mit den Vorbestrafungen? – Abg. Ing. Westenthaler: Was machen wir mit den Dummen?
Daher nochmals: Schaffen wir sie ab, und ich sage, die Auslieferung des Abgeordneten Zinggl ist mehr als gerechtfertigt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Was tun wir mit den Vorbestrafungen? – Abg. Ing. Westenthaler: Was machen wir mit den Dummen?)
Abg. Dr. Jarolim: Was tun wir mit den Vorbestrafungen? – Abg. Grosz: Zumindest einmal ! – Abg. Ing. Westenthaler: Was machen wir mit den Blöden? – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Jarolim und Ing. Westenthaler.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort ist niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Dr. Jarolim: Was tun wir mit den Vorbestrafungen? – Abg. Grosz: Zumindest einmal ! – Abg. Ing. Westenthaler: Was machen wir mit den Blöden? – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Jarolim und Ing. Westenthaler.) – Herr Abgeordneter Dr. Jarolim, bitte!